Nur zur Senmιun im LeSe Al B GIESSEN Qddddd 61 369 320 Gesangbuch für die Cyangelischen Gemeinden der Bropinz Posen. ————.— Sechste auf Grund der Beschlüsse der nennten und zehnten ordentlichen Provinzialsynode der Provinz Posen veränderte und vermehrte Auflage. Druck und Verlag der Hofbuchdruckerei W. Decker& Co. Posen. beklag dersel Geme Grunt Gebre Vorrede. Schon seit langer Zeit ist es auch in der Provinz Posen beklagt worden, daß die Gemeinden oft derselben Diözese, ja derselben Stadt verschiedene Gesangbücher benutzen und Gemeindeglieder, die ihren Wohnort aus irgend einem Grunde wechseln, in Folge davon das Gesangbuch, an dessen Gebrauch sie gewöhnt sind, nicht mehr gebrauchen können. Die kirchlichen Behörden mußten es scheuen, im Wege der Verordnung diesem Mißstande ein Ende zu machen, schon weil das Gesangbuch so ogft mit der Geschichte der Gemeinde und das innere Leben der Gemeindeglieder mit dem Gesang⸗ buch in der mannigfachsten Weise verwoben ist und die Be⸗ seitigung eines bestehenden, sonst unanstößigen Gesangbuches nur zum Behufe der Einführung eines neuen eben deshalb von den Gemeinden als ein Eingriff in ihre Freiheit em⸗ pfunden werden würde. Es ist daher auch das vorliegende, auf unsere Veranlassung zuerst 1864 herausgegebene und seitdem in 4 Auflagen erschienene„Gesangbuch für die evangelischen Gemeinden der Provinz Posen“ denselben nur dargeboten und in Folge davon auch nur in einer kleinen Anzahl von Gemeinden(29) eingeführt worden. Der vor⸗ handene Mißstand blieb ungeändert. Die Bestimmung der Kirchengemeinde- und Synodal⸗ ordnung(§ 65, 3), daß neue Gesangbücher in dem Provinzial⸗ bezirk nicht ohne Zustimmung der Provinzial⸗Synode ein⸗ geführt werden dürfen, legte es der Provinzial⸗Synode nahe, über ein bestimmtes Gesangbuch ein für allemal sich auszu⸗ sprechen und durch seine Gutheißüng dasselbe den Gemeinden IV der Provinz, die ein neues Gesangbuch einführen wollen zu empfehlen. Auch die beiden Nachbarprovinzen, Branden⸗ burg und Schlesien, erhielten so Provinzial⸗Gesangbücher, die von vielen Gemeinden jener Provinzen dankbar auf⸗ und angenommen wurden und in dem Maße ihrer Verbreitung dem oben bezeichneten, auch dort vielfach beklagten Mißstande Abhilfe schafften. So war das Brandenburger Gesangbuch nach 6 Jahren schon in 926 von den 1300 Gemeinden der Provinz eingeführt. So lockend das Vorbild der Nachbarprovinzen war, so sehr scheute man sich doch in der Provinz Posen zunächst, einen ähnlichen Versuch zu machen. Man fürchtete, die Zahl ihrer Gemeinden sei zu klein, nach ihrer ganzen Ge— schichte und Eigenart die Neigung derselben, sich an die be⸗ nachbarten Provinzen anzulehnen und demgemäß auch ihre Gesangbücher zu benutzen, zu groß, und der Wert mancher dieser Gesangbücher ein unbestrittener und darum die Aus⸗ sicht, an ihrer Stelle ein neues einzuführen, zu gering. Zwei äußere Umstände veranlaßten uns, trotzdem die Angelegenheit der letzten Provinzial⸗Synode von Neuem zur Beratung vorzulegen. Einmal ist das sogenannte alte Posener Gesang⸗ buch“ im Buchhandel schon längst, jetzt auch antiquarisch nicht mehr zu beschaffen. Eine Anzahl Gemeinden der Provinzi die dasselbe bis heute noch benutzen, sind deshalb ge⸗ zwungen, ein neues Gesangbuch einzuführen. Zum Andern zeigte der Verleger des oben erwähnten„Gesangbuchs für die evangelischen Gemeinden der Provinz Posen“ an, daß auch die vierte Auflage desselben vergriffen sei. Es bot sich dadurch die Gelegenheit dar, nicht blos durch Beseitigung der Druckfehler, sondern auch durch weitergehende Veränderungen das Buch in einer neuen, der fünften Auflage wesentlich zu verbessern und dadurch wertwoller zu machen. Die von uns mit der Prüfung des Gesangbuchs beauf⸗ tragte Kommission kam je länger je mehr zu der Ueberzeugung Zwei zenheit ratung esang⸗ uarisch rovinz. b ge⸗ lndern 8 für „ daß ot sich ng der ungen lich zu beauf⸗ igung baß die Provinz in diesem Gesangbuch einen Schatz besitzt, der nicht zu Gunsten eines neu zu entwerfenden beseitigt, sondern ihr erhalten werden sollte. Bei der Auswahl der Lieder, der Feststellung des Textes ist nach so richtigen hymnologischen Grundsätzen, dabei mit solcher Keuschheit, olchem Takte verfahren, daß es der Kommission bedenklich erschien, den einheitlichen Charakter des Buches auch nur durch Entfernung einiger vielleicht nicht ganz vollwertigen und Aufnahme einer Anzahl neuer allgemeiner geschätzten Lieder zu stören. Wir schlugen deshalb der Provinzial⸗ Synode vor, das Posener Gesangbuch in seiner bisherigen Bestalt, aber mit einem Anhang, den Gemeinden der Provinz zu empfehlen. Die Provinzial-Synode konnte sich jedoch nicht entschließen, darauf einzugehen, und veranlaßte die Ge⸗ angbuchskommission, sofort sich schlüssig zu machen, welche Lieder etwa entbehrlich, welche von den für den Anhang vorgeschlagenen Liedern besonders unentbehrlich seien, und vie die neuen Lieder an die Stelle der alten zu setzen seien, dein Anhang also vermieden werden könne. Der von der Rommission darauf vorgelegte Entwurf erlangte die Billigung der Synode. Sie beschloß in der Sitzung vom 17. No⸗ dember 1890, denselben den Gemeinden der Provinz zur Annahme zu empfehlen. Bei der Auswahl der Lieder ist an den Grundsätzen, zie bei der Herausgabe des Gesangbuchs 1864 maßgebend varen, nichts geändert worden. Es sind damals zunächst virklich klassische Lieder aus der Zeit von Luther bis Gellert ind zwar besonders solche, die in unseren Gemeinden schon eit langer Zeit ein Bürgerrecht erlangt haben, aus ihren Rämpfen und Heimsuchungen heraus gesungen sind und von uederdichtern aus unserer Mitte herrühren, aufgenommen vorden. Bei der Aufnahme neuerer Lieder ist entscheidend ge⸗ vesen, ob sie wirklich den Charakter von Kirchenliedern, nicht on geistlichen Volksliedern oder erbaulichen Gedichten tragen. VI Auch die jetzt in das Gesangbuch 71 neu aufgenommenen Lieder sind nach diesen Grundsätzen ausgewählt. Es sind insgesammt klassische Lieder, auf die man vor 30 Jahren nur verzichtete, weil es an Raum für sie fehlte, die aber in den in unserer Provinz gebräuchlichen und in den neuen, mit großem Fleiß entworfenen Gesangbüchern sich finden und in einem solchen Maße ein Gemeingut der evangelischen Kirche geworden sind, daß sie in unserem Gesangbuch nicht fehlen durften. So stehen von diesen Liedern im Schlesischen Gesangbuch 38, im Züllichauer 30, von allen unsren Liedern im Schlesischen 349, im Züllichauer 352. Die im Militärgesangbuch enthaltenen Kernlieder der evangelischen Kirche(sie sind mit einem Kreise(O) bezeichnet) sind nunmehr fast insgesamt in das Gesangbuch in seinet neuen Gestalt aufgenommen. Sehr viel schwieriger als die Auswahl der neu aufzunehmenden Lieder war die Ent⸗ scheidung über die, welche wegzulassen waren. Die Synodal⸗ Kommission hat sich zur Streichung manches unter ihnen nur mit schwerem Herzen entschlossen. Daß sie aber im All⸗ gemeinen das richtige getroffen und nur Lieder ausgelassen hat, die teils wirklich minderwertig, teils der Denk⸗ und Sprachweise unserer Zeit zu fremd sind, dürfte auch daraus hervorgehen, daß von den 64 gestrichenen Liedern sich im Schlesischen Gesangbuch nur 6 finden. Was den Text der Lieder anlangt, so war bei der Bearbeitung desselben mit solcher Vorsicht und Einsicht ver⸗ fahren, daß in den Liedern, die im Gesangbuch verblieben, von den Druckfehlern abgesehen, nur eine kleine Anzahl wirklicher Härten beseitigt zu werden brauchten. Auch die neu auf⸗ genommenen Lieder sind unter Zugrundelegung der besten neuen Bearbeitungen möglichst in der ursprünglichen Form aufgenommen worden. Die dem Gesangbuche beigefügten Gebete und andern Bei— zaben haben sich so bewöhrt, daß an ihnen nichts geändert ist VII sind Der Preis des Gesangbuchs ist der alte(1 Mark 25 Pf. für das ungebundene Exemplar) geblieben. 1den Gott der Herr aber gebe in Gnaden diesem Gesang⸗ „Imit buche auch in seiner neuen Gestalt Seinen Segen mit auf nd in den Weg! Möchte es den Gemeinden unserer Provinz dazu irche dienen, des gemeinsamen Glaubens immer gewisser und fehlen froher zu werden, unter allen Kämpfen, Nöten und An⸗ sischen. fechtungen still sich zu demütigen, fest auf Gottes Verheißungen iedern zu warten und im Lobpreis Seines heiligen Namens, Seiner ewigen Barmherzigkeit hier in der Zeit den Vor⸗ geschmack der Seligkeit zu empfinden, die droben in der Ewigkeit das Erbteil der Gemeinde des Herrn sein soll. Das walte der dreieinige Gott in Gnaden! ichnet) seinet Posen, im März 1892. ihnen . Bänigliches Konsistorium der Provinz Posen. elassen k⸗ und von der Gröben. daraus sich im dei der ht ver⸗ en, von irklicher u auf⸗ besten Form rn Bei⸗ dert ist. Vorwort zur 6. QAusgabe. 38. Son In der vorliegenden nach den Beschlüssen der IX. II. Ad X. ordentlichen Provinzialsynode der Provinz Posen II V arbeiteten neuen Ausgabe unseres Gesangbuches ist an dIV. No Bestande des Liedertextes,— von geringeren Verbesserungy. Ep abgesehen,— nichts geändert worden, so daß die neue upyi. Pe die alte Ausgabe im Gottesdienste ohne jede Schwierigh neben einander gebraucht werden können. Dagegen hat dyll. O Anhang eine nicht unwesentliche Umgestaltung erfahnpIII. Die geistlichen Volkslieder haben für den Gebrauch IüIX. Pf häuslicher Andacht, in Kindergottesdiensten und VereinK. Tri versammlungen je länger je mehr ein Heimatsrecht in I. M evangelischen Gemeinden gewonnen. Dem Gesangbuche III. K daher eine Sammlung von 41 Liedern dieser Art beigefih Ebenso ist eine Gottesdienstordnung neu hinzugekomm: Um aber für diese Stücke Raum zu gewinnen, ist der EleKII. Luthersche Katechismus, der sich auch sonst in den Famil&IV. zu finden pflegt, wie die Geschichte von der ZerstömV. Jerusalems fortgelassen worden. Die Gebete sind bearbeitet und zum Teil gekürzt. Auch die Geschichte Leidens und Sterbens unseres Herrn und Heilandes Je VI Christus wird in einer anderen Bearbeitung nach d Texte des vom Evangelischen Ober⸗Kirchenrat herakxI gegebenen Perikopenbuches dargeboten. ö Wir übergeben die neue Ausgabe dem GebramXIII unserer Gemeinden mit dem herzlichen Wunsche, daß XIV dem Herrn zu Ehre und den Gemeinden zum Segen dit XV. Posen, im Oktober 1908. XVI Dag Hönigliche Konsistorium der Provinz Post Balan. ‚ ö ů — Nr. . Sountag⸗liedeer v; 1—13 — Advent⸗Hiedbert 14—28 vsen Ii Weihnachtslieder. 29.—46 an ddV. Neujahrslied¶er. 47.—5² serungy. Epiphaniasliedeer. 53—58 neue WI. Passionsliedeer 59—84 wieright Begräbnislieder 8587 en Hatl. Ostertiedder 88—101 erfahrvIII. Himmelfahrtslieder 10²110 rauch inastliedeer. 111—123 Verenk Trinitatisliedeeerr 124—130 cht inel. Michaelislieder 131—132 gbuche II. Kirche und Missieüúnnn 133—156 beigefih Deisston 157—16² gekomm⸗ Einweihung von Kirchen... 163 der kleXIII. Vom Worte Gottes 164-169 u Famil&IV. Von der heiligen Taufe 171—17² ZerstömV. Einsegnung der Wöchnerinnnnenee 173 sind XVI. Confirmationslieder. qM174—175 schichte XVII. Vom heiligen Abendmah 176—187 ides J.lVII. Bußlieder PEE 188209 nach VIX. Elaubensnieder ĩw¼ 210—231 t her esusliederr 3 232—278 1 HexI. Heiligungslieder 279—330 XII. Lob⸗ und Danklieder. 331354 l Gebetsieder 355—366 *„ Morgenliedeeer 367—388 en. Tischiedee. 389—394 XVI. Abendlieder.395—4ʃ14 ö Sonntags⸗Abendliedner 415—416 13 Dost Connabend-Abendlicder* 417—418 4 X Nr. XXVI. Hausstandsliedeerr 419— 5, Cheandd 7 423—4Die L e) Verwitwete und Waisen 42⁵5— d) Eltern und Kinder 428⁴ e) Freunoschaftfrt.... 433 7) JFür Reisenbdbe 43⁴4—⁴ XXVIII. Obrigkee˙ittt 436—4 AXIIA. Kricg und Frieden 440—4 XXX. Bei allgemeinen Nöten 4⁴⁴4—. XXXI. Witterung und Ernte— Jahreszeiten.. 446—45 XII. Kreuz⸗ und Trostlieder 458—5 XXXIII. Sterbe⸗ und Begräbnislieder: 0 a) Sterbelieder 511-AI. 2 P) Begräbnisliedeer 558—HHginn! XXXIV. Jüngstes Gericht und ewiges Leben.. 565 Welt i Schlußlieed 389 at da angefa as Li Anhang. 18 I. Altkirchliche und liturgische Gesänge. st erst II. Gebete für verschiedene Zeiten und Stände Heut III. Gebete für Festtage und Festzeiten. verk IV. Buß⸗, Beicht⸗ und Kommuniongebete. 3 V. Geschichte des Leidens und Sterbens unseres Herrn. bich i VI. Gottesdienstordnung. diesen VII. Augsburgische Konfession. ein: VII. Geistliche Volkslieder. Ind v N. Alphabetisches Liederregister. X. Alphabetisches Verzeichnis der geistlichen Volkslieden Zage X Zie Nr. 419—4 —42⁵— 428⁴ 433 43⁴4⁴ 436—4 440—4 ——44⁴— 446—47 Eigene Melodie. 458—5 1 8 uf, auf, mein Herz 298 I. A 5—— du, mein ganzer 558—HSsinn! Wirf alles heut, was 565. Welt ist, von dir hin! Heut 589 hat das Werk der Schöpfung angefangen, Da diesem Rund zas Licht ist aufgegangen. 2. Auf, auf, mein Herz, leg alles Ird'sche ab! Heut Jesus st erstanden aus dem Grab; Heut hat er sein Erlösungs⸗ berk geendet; Heut hat er auch den Geist herabgesendet. z . 3. Dies heil'ge Heut heißt Herrn gich auch heilig sein; Gott diesen Tag bei dir will ziehen ein: So ruhe du von Arbeit Ind von Sünden, Daß er in zir mög seine Ruhe finden. — 4. Gott giebet dir sechs kslieden gage für den Leib; Der sie⸗ hente der Seele eigen bleib! ie muß ja wohl von sieben einen haben, Daß sie Aen mög mit Himmelsspeise laben. 5. Viel Sünden dir die Woche ladet auf; An diesem Tag mit Bitten Gnade kauf! 423— Die Lieder mit einem o finden sich im Militär⸗Gesangbuche. I. Sonntags⸗Lieder. Leg ab die Last, geh, Gottes Wort zu hören, Dies laß dich heut die Wochenwege lehren. 6. Sechs Aud dich Gott segnet, schützt und nährt; Heut er dafür mit Dank will sein geehrt. Der erste soll heut für die andern bitten, Daß Gott sie woll mit Segen überschütten. 7. Gott wöchentlich giebt sieben Tage dir; Gieb einen du, den ersten, ihm dafür, Der erste wird die andern sechse ieren, Wirst du heut Gott im Mund und Herzen führen. 8. Am ersten du nach Gottes Reiche tracht, Obschon die Welt nur deiner Andacht lacht. Der Schad ist ihr, dir aber wird's gedeihen; Gott alles Glück auf dich wird reichlich streuen. 9. An diesem Tag hab deine Lust am Herrn; Was dein Herz wünscht, wird er dir geben gern. Befiehl nur Gott heut deine Weg' und Sachen, Und hoff auf ihn: gewiß, er wird's wohl machen. 1 2 10. Wirst aber du ihm neh⸗ men seinen Tag, So macht er dir die sechse voller Plag'. Wer ehret Gott, den ehrt er auch auf Erden: Wer ihn veracht, soll auch verachtet werden. Sigism. v. Birken, geb. 162671681. Mel. Gott des Himmels und der Erden. 2 lle Welt, was lebt * und webet, Was in Feld und Häusern ist, Was nur Zung' und Stimm erhebet, Jauchze Gott zu jeder Frist! Dienet ihm, wer dienen kann, Kommt mit Lust zu ihm heran! 2. Sprecht: Der Herr ist unser Meister, Er hat uns aus nichts gemacht, Unsre Lei⸗ ber, unsre Geister An das Licht hervorgebracht; Wir sind seiner Allmacht Ruhm, Sind sein Volk, sein Eigentum. 3. Gehet ein zu seinen Pfor⸗ ten, Geht durch seines Vorhofs Gang, Lobet ihn mit schönen Worten, Saget ihm Lob, Preis und Dank; Denn der Herr ist jederzeit Voller Gnad und Gütigkeit. 4. Gott des Himmels und der Erde, Vater, Sohn und heil'ger Geist: Daß dein Ruhm groß bei uns werde, Beistand selbst und Hilf' uns leist! Gieb uns Kräfte und Begier, Dich zu preisen für und für. Sonntags⸗Lieder. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu un V da Wé 3 Brum alles Heil noch gel * dich ehren wir in len das öffnen unsern Mund vor di 3. G Aus deiner Gottheit Heiligiu nach He Dein hoher Segen auf U Segen, komm. aus, Le 2. Der Herr, der Schöpf gen, Le bei uns bleib; Er segne in gehen, nach Seel' und Leib, Und i stehen. behüte seine Macht Vor alle FJoh. Ada Uebel Tag und Nacht. 3. Der Herr, der Heilan Mel. Ers⸗ unser Licht, Laß leuchten i sein Angesicht, Daß wir i 5. schaun und glauben frei, A Di W er uns ewig gnädig sei. Die 4. Der Herr, der Tröster,* uns schweb, Sein Antlitz üb uns erheb, Daß uns sein A werd' eingedrückt Und geb' u Frieden unverrückt. 5. Jehovah, Vater, So dor Geist, 2*. Wurchlg 2 er ewig fleußt, Durchfle Herz, Sinn und Wandel wos Hallal Mach uns deins Lob's 1 9— Segens voll. Inenta Gerh. Tersteegen, geb. 1697 1 freuen Mel. Liebster Jesu, wir sind h Chrn 4 Hien⸗ Gott, wir da leluja * ken dir, Daß 4. uns dein Wort Gnade Johann Frank, geb. 1618 + 1677. zu un das Wollen; Laß es ferner Hel noch gelingen: Gieb zum Wol⸗ ir u len das Vollbringen. or di 3. Gieb uns, eh' wir gehn ilign nach Haus, Deinen väterlichen Segen, Breite deine Hände aus, Leite uns auf deinen We⸗ gen, Laß uns hier im Segen gehen, Dort gesegnet aufer⸗ Indeu stehen. r all Joh.Adam Haslocher, geb. 1645 1726. Heilan Mel. Erschienen ist der herrlich' Tag. 5 Gon Lob! der Sonn⸗ 2 Die Woche wird nun wieder neu: Heut' hat mein Gott das Licht gemacht, Mein Heil hat mir das Leben bracht. Hallelujah! 2. Dies ist der Tag, da Jesus Christ Vom Tod für mich erstanden ist Und schenkt mir die Gerechtigkeit, Trost, Leben, Heil und Seligkeit. Hallelujah! 3. Dies ist der rechte Son⸗ nentag, Da man sich nicht g'nug freuen mag; Da wir mit Gott versöhnet sind, Daß nun ein Christ heißt Gottes Kind. Hal⸗ lelujah! 4. Mein Gott, laß mir dein Lebenswort, Führ mich zur Himmelsehrenpfort! Laß mich hier leben heiliglich Und dir lobsingen ewiglich! Hallelujah! Joh. Olearius. geb. 1611 4 1684. öster, tlitz ib sein V r, Soh nsbrun urchflo del woh ob's 6971 r sind hi wir do Daß gegebe „daß u hm lebe Mel. Gott des Himmels und der ꝛr. 6. G ne Gm ssen au roßer Gott von alten Zeiten, Dessen Hand Sonntags⸗Lieder. tag kommt herbei, die Welt regiert, Dessen Treu' auf allen Seiten Mich von Ju⸗ end auf geführt, Heute weckt es Tages Lauf Mich zu lau⸗ ter Andacht auf. 2. Ach wie lieb' ich diese Stunden, Denn sie sind des Herren Fest, Das mit so viel Trost verbunden, Da mein Gott mich ruhen läßt Und durch seinen guten Geist Mir den Weg zum Leben weist. 3. Doch das bloße Müßig⸗ gehen Und der Kleider leere Pracht Werden schlecht bei Gott bestehen, Der das Eitle wenig acht't. Herr, ich bringe, was ich kann, Nimm du nur mich selber an. 4. Habe Dank für diesen Morgen, Der mir Zeit zum Guten schenkt; Das sind unsre besten Sorgen, Wenn der Mensch an Gott gedenkt Und von Herzen bet't und singt, Daß es durch die Wolken dringt. 5. Was ist schöner, als Gott dienen? Was ist süßer, als sein Wort? Da wir sammeln wie die Bienen, Und den Honig tragen fort? Selig ist, wer Tag und Nacht Also noch dem Himmel tracht't. 6. O mein Gott, sprich sel⸗ ber Amen! Denn wir sind Dein Eigentum. Alles preise deinen Namen, Alles mehre deinen Ruhm; Bis es künfti wird geschehn, Daß wir dich im Himmel sehn. Caspar Neumann, geb. 1648 7 1715. 1* 4 Sonntags⸗Lieder. Mel. Gott des Himmels und der ꝛc. 0 allelujah! schöner 7. H jah! sch Morgen, Schöner, als man denken mag; Heute fühl ich keine Sorgen, Denn das ist ein lieber Tag, Der durch seine Lieblichkeit Recht das Innerste erfreut. 2. Süßer Ruhetag der See⸗ len! Sonntag, der voll Lichtes ist! Heller Tag der dunkeln Höhlen, Zeit, in der der Segen fließt! Stunde voller 183 Leid: Du vertreibst mir alles Leid. 3. Ach, wie schmeck' ich Got⸗ tes Güte Recht als einen Mor⸗ gentau, Die mich führt aus meiner Hütte Zu des Vaters Morae Au! Da hat wohl die Norgenstund' Edlen Schatz und Gold im Mund. 4. Ruht nur, meine Weltge⸗ schäfte! Heute hab' ich sonst zu thun; Denn ich brauche alle Kräfte, In dem höchsten Gott u ruhn. Heut schickt keine Ar⸗ eit sich, Als nur Gotteswerk, für mich. 5 Wie soll ich mich heute schmücken, Daß ich Gott ge⸗ fallen mag? Jesus wird die Kleider schicken, Die ich ihm zu Ehren trag', Sein Blut und Gerechtigkeit Ist das schönste Sonntagskleid. 6. Ich will in der Zionsstille Heute voller Arbeit sein; Denn da sammle ich die Fülle Von den höchsten Schätzen ein, Wenn mein Jesus meinen Geist Mit dem Wort des Lebens speist. 7. Herr, ermuntre meine ö n Einen Sinnen Und bereite selbst Brust; Laß mich Lehr' udreifalti Trost gewinnen, Gieb zu reis in nem Manna Lust, Daß magihelm deines Wortes Hall Recht Weime in mein Herze fall'! 8. Segne deiner Kneth Lehren, Oeffne selber ihndel. Hert Mund, Mach mit allen, 0 8 dich hören, Heute deinen Gu V. denbund, Daß, wenn man hperz du bet't und singt, Solches in d aß mi Herze dringt. zen rein 9. Gieb, daß ich den Zund Erl beschließe, Wie er angefang 2. De ist. Segne, pflanze und lherzens due Der du Herr des Sanacht L baths bist; Bis ich einst adein W jenen Tag Ewig Sabbarfreut, halten mag. und Se Jonathan Krause, geb. 1701 + 3. El dem So in Eine Eigene Melodie. 0 en Dre 8. Her Jen Chn Pres zu uns wend', Dih Joh. heil'gen Geist du zu uns sen Mit Hülf und Gnad' er u regier Und uns den Weg Mel. I Wahrheit führ'. ö 0 0 Thu 200 t das Her 3 obe dein, Bereit das Herz zdem ne Andacht fein; Den Klanldensm mehr, stärk den Verstand, Dmunter uns dein Nam' werd' womir mi bekannt. Sabbat 3. Bis wir singen mit Goth 2. B Heer: Heilig, heilig ist Gakeit, L. der Herr! Und schauen dsfließen von Angesicht In ew'ger Fraßereit, und sel gem Licht. ßen; 4. Ehr' sei dem Vater un dem Sohn, Dem heil gen Gufri selbst n Einem Thron; Der heiligen ehr' udreifaltigkeit Sei Lob und o zu Preis in Ewigkeit! Wilhelm II. Herzog von Sachsen⸗ echt Dana, geb. 1598 1 1662. er ihne Herr Jesu Christ, dich zu uns · llen, 0 Hrmastmenmar Her⸗ en Gnee zensthür, Zeuch mein man Hers durch dein Wort zu dir; es in daß mich dein Wort bewah⸗ en rein, Laß mich dein Kind den Dund Erbe sein! gefang 2. Dein Wort bewegt des und herzens Grund, Dein Wort des Sanacht Leib und Seel' gesund; einst adein Wort ist's, das mein Herz Sabbarfreut, Dein Wort giebt Trost ind Seligkeit. 701 1 1½ 3. Ehr' sei dem Vater und dem Sohn, Dem heil'gen Geist in Einem Thron! Der heili⸗ zen Dreieinigkeit Sei Lob und hrist, Wreis in Ewigkeit. end', Di Zoh. Olearius, geb. 1611 J. 1684. uns sen Weg. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. 0 Lich vom Licht, er⸗ und z* leuchte mich Bei Herz ddem neuen Tageslichte, Gna⸗ Glaubdensonne, zeige dich Meinem and, Dmuntern Angesichte; Wohne rd' womir mit Glanze bei, Daß mein Sabbath fröhlich sei! nit Goth 2. Brunnquell aller Süßig⸗ ist Gekeit, Laß mir deine Ströme muen dfließen; Mache Mund und Herz zjer Fräbereit, Deiner Gnade zu genie⸗ ßen; Streu das Wort mit uter USegen ein, Laß es hundert⸗ gen Gifrüchtig sein! Sonntags⸗Lieder. 3. Zünde selbst das Opfer an, Das auf meinen Lippen lie⸗ get; Sei mir Weisheit, Licht und Bahn, Daß kein Irrtum mich betrüget, Und kein frem⸗ des Feuer brennt, Welches dein Altar nicht kennt. 4. Laß mich heut und alle⸗ zeit Heilig, heilig, heilig! sin⸗ gen Und mich in die Ewigkeit Mit des Geistes Flügeln schwingen, Gieb mir einen Vorschmack ein, Wie es wird im Himmel sein. 5. Ruh in mir und ich in dir; Bau ein Paradies im Herzen. Offenbare dich doch mir Und geuß meiner Andacht Kerzen Immer neue Nahrun zu, Heil'ge Liebesflamme du! 6. Dieser Tag sei dir geweiht, Weg mit allen Eitelkeiten! Ich will deiner Herrlichkeit Einen Tempel zubereiten, Nichts sonst wollen, nichts sonst thun, Als in deiner Liebe ruhn. 7. Du bist mehr als Salo⸗ mon: Laß mich deine Weisheit hören; Ich will deinen Gnaden⸗ thron Mit gebeugten Knieen ehren, Bis mir deine Sonne lacht Und den schönsten Sonn⸗ tag macht. Benj. Schmolck, geb. 1672 1787. Eigene Melodie. 11. Lebsterdesn, wirsid * hier, Dich und dein Wort anzuhören: Lenke Sinnen und Begier Auf die süßen Him⸗ melslehren, Daß die Herzen von 6 Sonntags⸗Lieder der Erden Ganz zu dir gezogen werden. 2. Unser Wissen und Ver⸗ stand Ist mit Finsternis um⸗ hüllet, Wo nicht deines Geistes Hand Uns mit hellem Licht erfüllet. Gutes denken, thun und dichten Mußt du selbst in uns verrichten. 3. O du Glanz der Herrlich⸗ keit, Licht vom Licht, aus Gott bereit. Mach uns allesamt ereit, Oeffne Herzen, Mund und Ohren: Unser Bitten, Flehn und Singen Laß, Herr Jesu, wohl gelingen. Tob. Clausnitzer, geb. 1618 1684. Mel. Jesus, Jesus, nichts als Jesus oder: Gott des Himmels und der ꝛc. 12. Tout mir auf die * schöne Pforte Führet mich in Zion ein! Ach, wie wird an diesem Orte Meine Seele fröhlich sein! Hier ist Gottes Angesicht, Hier ist lauter Trost und Licht. 2. Ich bin, Herr, zu dir ge⸗ kommen, Komme du nun auch zu mir; Wo du Wohnung hast genommen, Da ist lauter Him⸗ mel hier. Zieh doch in mein Herz hinein, Laß es deinen Tempel sein. 3. Laß in Furcht mich vor dich treten; Heil'ge du Leib, Seel' und Geist, Daß mein Singen und mein Beten Ein hu 8 Opfer heißt, Heil'ge u, Herr, Mund und Ohr, Zieh das Herze ganz empor. 4. Mache mich zum gusn Lande, Wenn Len Samdot 10 auf mich fallt; Gieb mir Runosehe in n was 0 ö wird vorgestellt, Präge meimg. Herzen 8 Laß 65 mir Lchen; Frucht gedeihn. aßen; 5. Stärk in mir den schm chen Glauben; Laß dein seun Kleinod mir Nimmer aus de Herzen rauben, Halte stets di Wort mir für, Daß es mir zumel. An⸗ Leitstern dient Und zum Tug 40 im Herzen grünt. 14 6. Rede, Herr, so will I hören, Und dein Wille westönig erfüllt; Nichts laß meine Met unv dacht stören, Wenn der Brud des“ Lebens quillt; Spezeht her mich mit Himmelsbrot, Tihingen mich in aller Not. Mit he 7. Oeffne mir die grün 2. Au Auen, Daß dein Lamm ‚Der Kö weiden kann, Lasse mir dall An Manna tauen, Zeige mir i rechte Bahn Hier in diesto man Jammerthal Zu des Lamm Ehrensaal. önnen Benj. Schmolck, geb. 1672 4 U nd 3.2 Mel. Liebster Jesu, wir sind his en, 13. N laßt uns sein Lob vermehrhämp Unser Gott sei hoch gepreit 4 Daß er uns so herrlich speiher, 2. Weil der Gottesdienst Wenn aus, Und uns mitgeteilt Hollen Segen, So gehn wir mit Freleid b nach Haus, Wandeln fein Sonntags⸗Lieder.— Advents⸗Lieder. 7 Al Vottes Wegen; Gottes Geist mir O ns ferner leite Und uns Alle wahn ohl bereite. meing 51 ö ott, Unsern Eingang gleicher⸗ mir znaßen; Segne unser täglich n schm. in teun aus de stets di mir zunel. Aus meines Herzens Grunde. 2 14. Ar 11 Weihe. ill genossen, Eu'r ue wdui kommt heran, Empfan⸗ ieine Ret unverdrossen Den großen er BruWundermann; Ihr Christen Spegeht herfür, Laßt uns vor allen ot Wür Ihm Hosianna singen Mit heiliger Begier. e grün 2. Auf, ihr betrübten Herzen! amm Der König ist gar nah; Hinweg mir deall Angst und Schmerzen, Der e mir Pelfer ist schon da; Seht, wie in diesed mancher Ort Hochtröstlich ist Lammu nennen, Da wir ihn finden önnen Im Nachtmahl, Tauf' 672 + mund Wort. 3. Auf, auf, ihr Vielgeplag⸗ sind hig en, Der König ist nicht fern; Seid fröhlich, ihr Verzagten, lob, es dort kommt der Morgenstern. ht SingDer Herr will in der Not Mit ren; Gheichem Trost euch speisen, Er ht; Duwill euch Hülf' erweisen, Ja 2. gar den Tod. gepres 4. Nun hört, ihrfrechen Sün⸗ ich speiher, Der König mentes drauf, Sdienst Wenn ihr verlorne Kinder Im eteilt hollen Lasterlauf Auf arges nit Frreid bedacht, Ja thut es ohne fein Sorgen; Gar nichts ist ihm Brot, Segne unser Thun und Lassen; Segne uns mit sel'gem Sterben Und mach uns zu 3. Unsern Ausgang segne Himmelserben! Hartmann Schenk, geb. 1684 1681. II. Advents-Lieder. verborgen, Er giebt auf alles acht. 5. Seid fromm, ihr Unter⸗ thanen, Der König ist gerecht; Laßt uns die Weg' ihm bahnen Weg thun, was krumm und schlecht. Fürwahr, er meint es gut; Drum lasset uns die Pla⸗ gen, Die er uns schickt, er⸗ tragen Mit unerschrocknem Mut. 6. Und wenn gleich Krieg und Flammen Uns alles rau⸗ ben hin: Geduld, weil ihm zu⸗ sammen Gehört doch der Ge⸗ winn. Wenn gleich ein früher Tod Uns, die uns lieb, genom⸗ men, Wohlan, so sind sie kom⸗ men Ins Leben aus der Not. 7. Frisch auf in Gott, ihr Armen! Der König sorgt für euch, Er will durch sein Erbar⸗ men Euch machen groß und reich! Der selbst des Vögleins acht, Der wird auch euch ernäh⸗ ren; Was Menschen nur be⸗ Macht Das steht in seiner Macht. 8. Hat endlich uns betroffen Viel Kreuz, läßt er doch nicht Die, so auf ihn stets hoffen Mit rechter Zuversicht. Von 8 Advents⸗Lieder. Gott kommt alles her, Der lässet auch im Sterben Die Seinen nicht verderben, Sein' Hand ist nicht zu schwer. 9. Frisch auf, ihr Hochbe⸗ trübten! Der König kommt mit Macht, An uns, sein' Herz⸗ geliebten, Hat er schon längst gedacht. Nun wird kein Angst und Pein Noch Zorn hinfort uns schaden, Dieweil uns Gott aus Gnaden Läßt seine Kin⸗ der sein. 10. So lauft mit schnellen Schritten, Den König anzu⸗ sehn, Dieweil er kommt gerit⸗ ten Stark, herrlich, sanft und schön; Nun tretet all heran, Den Heiland zu begrüßen, Der alles Kreuz versüßen Und uns erlösen kann. 11. Der König will beden⸗ ken Die, so er herzlich liebt,‚ Mit köstlichen Geschenken, Als der sich selbst uns giebt In seinem Gnadenwort. Ja König hocherhoben, Wir alle wollen loben Dich freudig hier und dort. 12. Nun, Herr, du giebst uns reichlich, Wirst für uns arm und schwach, Du liebest unvergleichlich, Du eilst den Sündern nach: Drum woll'n wir all in ein Die Stimmen hoch erschwingen, Dir Hosian⸗ se singen Und ewig dankbar ein. Joh. Rist, geb. 1607 + 1667. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. 15 5 Sechnn—3 dir Seele, das sind frohe Wi 2. 2 Sprich: mein König, ESchar u² mir, Sieh, ich öffne Sehne ie Pforte, Zeuch mit deseprop Sanftmut ein; Was du Deubt dest, das ist dein. 2. Komm, ich bin Bohn/ Eigentum Schon seit rau e nem Wasserbade; Komm gestam Evangelium Werde mir ich eit Wort der Gnade; Du sch 4. E ja dein Wort voran, Daß nheil! König kommen kann. ichte 3. Komm und räume sdir in aus, Was du hassest, 5. mich reuet; Komm und reiin,& dein Haus, Das die Siheach hat entweihet. Mache sikein mit deinem Blut Alles wit 6. 1 rein und gut. har 4. Komm in deinem Abchefahr mahl, Das du uns zum eit D. gegeben, Daß wir schon 7. Erdenthal Mit dir als zinn, Himmel leben. Komm, löde Fesu. leb in mir, Und nhlau Leben sei in dir! lich 5. Komm und bring' 8. Tröster mit, Deinen Geist, opf dich verkläret, Der mich leng Gebet vertritt Und des en nigs Willen lehret, Daßüget bis auf jenen Tag: Kon 9. Herr Jesu! rufen mag. irst, Ph. Friedr. Hiller, geb. ue Fun ste Mel. Nun kommt der Heiden Hele 16² Golt sei Dank alle Welt,“ sein Wort beständig hält 7 der Sünder Trost und Zu uns her gesendet hat. ohe Wo 2. Was der alten Väter nig, USchar Höchster Wunsch und öffne Sehnen war, Und was sie mit deseprophezeit, Ist erfüllt in Pas du herrlichkeit. 3. Zions Hülf und Abrams bin gohn, Jakobs Heil, der Jung⸗ seit rau Sohn, Der wohl zwei⸗ Komm, estammte Held Hat sich treu⸗ de mir ich eingestellt. Du sch 4. Sei willkommen, o mein nn. tichte du auch eine Bahn räume adir in meinem Herzen an. hassest, 5. Zeuch, du Ehrenkönig, und reiin, Es gehöret dir allein; die Süheach es, wie du gerne thust, Mache sitein von allem Sündenwust. Alles wis 6. Und wie deine Zukunft dar Voller Sanftmut ohn' inem Abchefahr, Also sei auch jeder⸗ ns zum eit Deine Sanftmut mir bereit. dir schon 7. Tröste, tröste meinen dir als zinn, Weil ich schwach und romm, glöde bin, Und des Satans r, Und nhlaue List Sich zu hoch für ö nich vermißt. bring' 8. Tritt der Schlangen en Geist opf entzwei, Daß ich, aller her mich lengsten frei, Dir im Glau⸗ ind des en um und an Selig bleibe et, Daßhigethan. ag: Koß 9. Daß, wenn du, o Lebens⸗ nmag. irst, Prächtig wiederkommen b. 1699 pirst, Ich dir mög ontgegen ehn Und vor dir gerecht estehn. Heiden Helt 15 01959(um 1648). —16 Mil.⸗Ges.⸗ i Dank di Welt, 2 Eigne Melodie. dig hä st und 7 Goues Sohn ist kom⸗ idet hat.. men Uns allen Advents⸗Lieder. „Daß ndeil! Hosianna, o mein Teil! Frommen Hier 30 diese rden In armen Gebärden, Daß er uns von Sünde Freie und entbinde. 2. Er kommt auch noch heute Und lehret die Leute, Wie sie sich von Sünden Zur Buß' sollen wenden, Von Irr⸗ tum und Thorheit Treten zu der Wahrheit. 3. Die sich sein nicht schä⸗ men Und sein Dienst annehmen Durch den rechten Glauben Mit ganzem Vertrauen, Denen wird er eben Ihre Sünd' ver⸗ geben. 4. Er thut ihnen schenken In den Sakramenten Sich selber zur Speisen, Sein' Lieb' zu beweisen, Daß sie sein ge⸗ nießen In ihrem Gewissen. 5. Die an ihn fest gläuben Und beständig bleiben, Dem Herren in Allem Trachten zu efallen, Die werden mit Freuden Auch von hinnen scheiden. 6. Denn bald und behende Kommt ihr letztes Ende, Da wird er vom Bösen Ihre Seel' erlösen Und sie mit ihm führen Zu der Engel Chören. 7. Von dort wird er kom⸗ men, Wie denn wird vernom⸗ men, Wenn die Toten werden Erstehn von der Erden Und zu seinen Füßen Sich dar⸗ stellen müssen. 8. Da wird er sie scheiden, Die Buen zur Freuden, Die Bösen zur—. 3 In peinliche Stellen, Wo sie ewig müssen Ihr Untugend büßen. 10 Advents⸗ 9. Komm nun, Herre Jesu, Schick unsre Herzen zu, Da big erfunden, Darinnen ver⸗ scheiden Zu ewigen Freuden! Joh. Horn 1⁵⁴. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. 18. osianna! Davids Sohn Kommt in Zion eingezogen; Ach bereitet ihm den Thron, Setzt ihm tausend Ehrenbogen. Streuet Palmen, machet Bahn, Daß er Einzug halten kann. 2. Hosianna! sei gegrüßt! Komm, wir gehen dir ent⸗ gegen; Unser Herz ist schon erüst, Will sich dir zu Füßen egen; Zeuch zu unsern Thoren ein, Du sollst uns willkommen sein! 3. Hosianna! Friedensfürst, Ehrenkönig, Held im Streite! Alles, was du schaffen wirst, Das ist unsre Siegesbeute. Deine Rechte bleibt erhöht, Und dein Reich allein besteht. 4. Hosianna! lieber Gast, Wir sind deine Reichsgenossen, Die du dir erwählet hast. Ach so laß uns unverdrossen Dei⸗ nem Scepter dienstbar sein, Herrsche du in uns allein! 5. Hosianna! komme bald, Laß uns deine Sanftmut küssen; Wollte gleich die Knechtsgestalt Deine Majestät verschließen, Ei so kennet Zion schon Gottes und auch Da⸗ vids Sohn. 5 O Herr, hilf, laß wohlgelin wir, alle Stunden Recht gläu⸗ Daß wir ohne Heuchelei? Lieder. 6. Hosianna! steh uns 4»w. O Vater Fleische⸗ das Herz 17 Opfer bring sch dad Du nimmst keinen Jünger Der dir nicht gehorchen ki En 10 7. Hosianna! laß uns Idies fir An den Oelberg dich beglei die Na⸗ Bis wir einstens für und Der da Dir ein Psalmenlied bereit Dort ist unser Bethpha zuuch u Hosianna in der Höh! ns 8. Hosianna! nah und Eile bei uns einzugehen, Gesegneter des Herrn, Wah willst du draußen stehen? sianna! bist du da? Ja,* kommst, Hallelujah! Benj. Schmolck, geb. 1672 1 10 un Mel. Vom Himmel hoch. m Komm, Mel. Me 5 eilo Kennn, Heiden 3 * H dane⸗ Löses hinein Komm, schönste Sonne ditzni Welt! Laß abwärts flamnung deinen Schein, Denn so emit Gott geboren sein. mein 9 2. Komm an von deinbei mi Ehrenthron, Sohn Gottes 3 der Jungfrau Sohn, Ko 3. 9 an, du zweigestammtere) Hen 2 Geh mutig durch dies ner fe zeige deinen Lauf Und stiegst aün fahrt war zum 8 Die Rückfahrt in den nensaal. Gottes⸗ und Davidssohn. 4 Advents⸗Lieber. 4. O höchster Fürst, dem uns h Nater gleich: Besiege dieses geling Fleisches Reich; Denn unser helei Geist in Fleisches Haft Sehnt bring sich nach deiner Himmelskraft. en 5. Es glänzet deiner Krippe gen i Strahl, Ein Licht leucht't durch uns! dies finstre Thal, Es giebt begleih die Nacht so hellen Schein, beren Der da wird unverlöschlich sein. i lataini i nge⸗ ethvhn sauge Aum. 55)) won Sah. Drand, geb. 1618 T 1677. und zehen, 1.——5 n, War Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. 928 20 Roum. du wertes Ja* Lösegeld, Dessen alle Heiden hoffen, Komm, 1672 4 Uo Heiland aller Welt, Thor und Thüren stehen offen, hoch. Komm in angestammter Zier, Heid Komm, wir warten mit Begier. Heiden 2. Zeuch auch in mein Herz Löseh Den O du Wen Ehren⸗ »nne Atönig, Laß mich deine Woh⸗ 5 flam nung sein! Bin ich armer nn so Mensch zu wenig, Ei, so soll mein Reichtum sein, Wenn du Gottes bei mir ziehest ein. 90 3. Nimm mein Hosianna iter) an Mit den Kach uite iur⸗ dies zweigen: Soviel ich nur im⸗ Erreiaen u Will—5 ben dein erzeigen Und im Glauben dein ö erdn Perdienst Mir zueignen zum siogst. Gewinst Höllenh. 4. Hosianna! Davids Sohn, den EAch Herr, hilf, laß wohlge⸗ lingen! Laß dein Scepter, Reich und Kron' Uns viel Heil und Segen bringen, Daß widssohn. 11 in Ewigkeit besteh: Hosianna in der Höh! Gottfr. Olearius, geb. 1635 1711. Mel. Ach Jesu, meiner Seelen Freude. 21. Di wn an len, Ihn trägt der lastbar'n Es'lin Füllen: Empfang ihn froh, Jerusalem! Trag ihm entgegen Friedenspalmen, Be⸗ streu den Pfad mit grünen Halmen! So ists dem Herren angenehm. 2. O mächt'ger Herrscher ohne Heere, Gewalt'ger Kämpfer ohne Speere, O Friedensfürst von großer Macht! Es wollen dir der Erde Herren Den Weg zu deinem Throne sperren, Doch du gewinnst ihn ohne Schlacht. 3. Dein Reich ist nicht von dieser Erden, Doch alle Er⸗ denreiche werden Dem, das du gründest, unterthan. Be⸗ waffnet mit des Glaubens Worten Zieht deine Schar nach den vier Orten Der Welt hinaus und macht dir Bahn. 4. Und wo du kommest her⸗ gezogen, Da ebnen sich des Meeres Wogen, Es schweigt der Sturm, von dir bedroht. Du kommst, auf den empörten Triften Des Lebens neuen Bund zu stiften, Und schlägst in Fesseln Sünd' und Tod. 5. O Herr von großer Huld und Treue, O komme du auch jetzt aufs neue Zu uns, die wir sind schwer verstört. Not ist es, daß du selbst hienieden Kommst, zu erneuern deinen Frieden, Dagegen sich die Welt empört. 6. O laß dein Licht auf Erden siegen, Die Macht der Finsternis erliegen Und lösch der Zwietracht Glimmen aus, Daß wir, die Völker und die Thronen, Vereint als Brüder wieder wohnen In deines großen Vaters Haus. Fr. Rückert, geb. 1790 4 1866. Mel. Vom Himmel hoch. 22 Qob sei dem aller⸗ bhöchsten Gott, Der unser sich erbarmet hat, Gesandt sein allerliebsten Sohn Aus ihm geborn im höchsten Thron, 2. Auf daß er unser Hei⸗ land würd', Uns frei macht von der Sündenbürd' Und durch seine Gnad' und Wahr⸗ heit Führte zur ewigen Klarheit. 3. O große Gnad und Gütigkeit! O tiefe Lieb' und Mildigkeit! Gott thut ein Werk, das ihm kein Mann, Auch kein Engel verdanken kann 4. Des Vaters Wort von Ewigkeit Wird Fleisch in aller Reinigkeit; Das A und O, Anfang und End', Giebt sich für uns in groß' Elend. 5. Was ist der Mensch, was ist sein Thun, Daß Gott für ihn giebt seinen Sohn? Bedarf unser das höchste Gut, Advents⸗Lieder. 6. O weh dem Volk, nicht teilhaftig macht, N. hören will des Sohnes Stim Denn auf ihm bleibet Got Grimm. ö 7. O Mensch, wie, daß dis nicht verstehst, Dem König ni entgegen gehst, Der zu anz demütig kömmt„ sich so treulich dein annim 8. Ei, nimm ihn heut Freuden an, Bereit Nuf nes Herzens Bahn, Auf er komm in dein Gemüt,. du genießest seiner Güt'. 9. Wo du dies thust, ist er dein, Bewahrt dich der Höllen Pein; Wo n so sieh dich eben für, I. er schleußt dir des Himm Thür. 10. Sein erstes Komm in die Welt Ist in sanfth tiger Gestalt; Das andre h erschrecllch sein, Den G losen zu großer Pein. 11. Die aber jetzt in Chi stehn, Die werden dann Freud' eingehn, Besitzen der Engel Chör', Daß sie Uebel mehr berühr'. 12. Dem Vater in V höchsten Thron, Samt sei eingebornen Sohn, Dem gen Geiste gleicher Weis', ewiglich Dank, Ehr und Pi Mich. Weiße, 14 Eigene Melodie. 4 Daß es so unserthalben thut? dich veracht, Der Gnad H 23. Mau g o „ NX Himm Komm sanfty udreeu en G n. in Chi dann esitzen iß sie in nt seih Dem Leis', ind Py ße, e. 0 en Advents⸗Lieder. macht weit: Es kommt der Herr der Herrlichkeit, Ein Köni M aller Königreich', Ein Heilan aller Welt zugleich, Der Heil und Leben mit sich bringt. Derhalben jauchzt, mit Freuden, singt: Gelobet sei mein Gott, Mein Schöpfer, reich von Rat! 2. Er ist gerecht, ein Helfer wert, Sanftmütigkeir ist sein Gefährt, Sein' Königskron' ist Daruthen Sein Scepter ist armherzigkeit; All' unsre Not um End er bringt, Derhalben jauchzt, mit Freuden singt: Gelobet sei mein Gott, Mein Heiland, groß von That! 3. O wohl dem Land, o wohl der Stadt, So diesen König bei sich hat! Wohl allen Herzen insgemein, Da dieser König ziehet ein! Er ist die rechte Freudensonn', Bringt mit sich lauter Freud' und Wonn'; Gelobet sei mein Gott, Mein Tröster früh und spat! 4. Macht hoch die Thür, die Thor' macht weit, Eu'r Herz zum Tempel zubereit't: Die Zweiglein der Gottseligkeit steckt auf mit Andacht, Lust und Freud'; So kommt der Rund auch zu euch, Ja Heil un Leben mit zugleich. Gelobet sei mein Gott, Voll Rat, voll That, voll Gnad'! 5. Komm, o mein Heiland, Jesu Christ, Mein“ H deuch Thür dir offen ist, A Dem mit deiner Gnaden ein, Dein Freundlichkeit auch uns er⸗ schein', Dein heil' ger Geist uns 13 führ und leit Den Weg zur ewigen Seligkeit! Dem Na⸗ men dein, o Herr, Sei ewig Preis und Ehr'! Georg Weissel, geb. 1590 1685. Mel.: Gar lustig jubilieren oder: Aus meines Herzens. . Mir Ernst, o Men⸗ 37 schenkinder, Das Herz in euch bestellt; Bald wird das Heil der Sünder, Der wunderstarke Held, Den Gott aus Gnad' allein Der Welt zum Licht und Leben Versprochen hat zu geben, Bei allen kehren ein. 2. Bereitet doch fein tüchtig Den Weg dem großen Gast, Macht seine Steige richtig, Laßt alles, was er haßt; Macht alle Bahnen recht, Vie Thal laßt sein erhöhet, Macht niedrig, was hoch stehet, Was krumm ist, gleich und schlecht. 3. Ein Herz, das Demut liebet, Bei Gott am höchsten steht, Ein Herz, das Hochmut übet, Mit Angst za Grunde geht; Ein Herz, das richtig ist Und folget Gottes Leiten, Das kann sich recht bereiten, Zu dem kommt Jesus Christ. 4. Ach mache du mich Ar⸗ men In dieser heil'gen Zeit Aus Güte und Erbarmen, Herr Jesu, selbst bereit: Zeuch in mein Herz hinein Vom Stall und von der Krippen, So werden Herz und Lippen Dir allzeit dankbar sein! Valentin Thilo, geb. 1607 4 1662. *. Mel. Aus meines Herzens Grunde. 25. Nin jauchzet, all' 37 ihr Frommen, In dieser Gnadenzeit, Weil unser Heil ist kommen, Der Herr der Pracht Do Zwar ohne stolze Pracht, Doch mäch⸗ tig, zu verheeren Und gänzlich zu zerstören Des Teufels Reich und Macht. 2. Er kommt zu uns gerit⸗ ten Auf einem Eselein Und stellt sich in die Mitten Für uns zum Opfer ein. Er bringt kein zeitlich Gut; Er will allein erwerben Durch seinen Tod und Sterben, Was ewig wäh⸗ ren thut. 3. Kein Scepter, keine Krone Sucht er auf dieser Welt; Im hohen Himmelsthrone Ist ihm sein Reich bestellt. Er will hier seine Macht Und Majestät verhüllen, Bis er des Vaters Willen, Im Leiden hat voll⸗ bracht. 4. Ihr Mächtigen auf Er⸗ den, Nehmt diesen König an, Wollt ihr beraten werden Und gehn die rechte Bahn, Die zu dem Himmel führt, Sonst, wo ihr ihn verachtet Und nur nach Hohem trachtet, Des Höch⸗ sten Zorn euch rührt. 5. Ihr Armen und Elen⸗ den, In dieser bösen Zeit, Die ihr an allen Enden Müßt ha⸗ ben Angst und Leid: Seid den⸗ noch wohlgemut! Laßt eure Lieder klingen Und thut dem König singen; Der ist eu'r höchstes Gut. Advents⸗Lieder. 6. Er wird nun bald scheinen In seiner Herrlichth Von! Und alles Leid und Weine schmer⸗ Verwandeln ganz in Freu) 2. J Er ist's, der helfen kann: Halh Jamm eure Lampen fertig, Und seh und N stets sein gewärtig! Er ker Ha schon auf der Bahn. Schrec Mich. Schirmer, geb. 1606 18 ren 2 Gottes Also Mel. Erschienen ist der herrlich Ai Daß ů 26 Nun kommt dol weget * neueKirchensah 3.5 Des freut sich alle Christes feis schar; Dein König komm Gna drum freue dich, Du wertt nun e Zion, ewiglich. Hallelujah! die ih 2. Wir hören noch das Gns noch denwort, Von Anfang wiedt und; fort und fort, Das uns de ues 6 Weg zum Leben weist; Go Schla sei für seine Gnad' geprei. 4. Hallelujah! Elen 3. Gott, was uns dein meine Wahrheit lehrt, Die unsen ihren Glauben stets vermehrt, Lal lends in uns bleiben, daß wir di Trost Lob und Preis sagen für un die für! Hallelujah! fer, Joh. Olearius, geb. 1611 4 104. Gutg 15 nicht Mel. Freu dich sehr, o meine Seel kraft arum willst d 27. Wé draußen stehen Lß ö. ef mü des agehg aß dir, bei mir einzuge x Wohlgefallen, du mein Sten Wa Du mein Jesu, meine Freud Helfer in der rechten Zehh Hilf, o Heiland, meinem Herzu Advents⸗Lieder. J un ker H Schrecken ma ren Donners Gottes Zorn Also tief ins Herze schläget, Daß sich all mein Blut be⸗ weget! 3. Dazu kommt des Teu⸗ fels Lügen, Der mir alle Gnad' absagt, Als müßt ich nun ewig liegen In der Hölle, die ihn plagt. Ja auch, was noch ärger ist, So zermartert jed und zerfrißt Mich mein eige⸗ nes Gewissen Wie mit gift'gen Schlangenbissen. 4. Will ich denn mein Elend lindern Und erleichtern meine Not Bei der Welt und ihren Kindern, Fall ich vol⸗ lends in den Tod; Da ist Trost, der mich betrübt, Freude, die mein Unglück liebt, Hel⸗ fer, die mir Herzleid machen, Gute Freunde, die mein lachen. 5. In der Welt ist alles nichtig; Nichts ist, das nicht kraftlos wär: Hab' ich Hoheit, die ist flüchtig: Hab' ich Reich⸗ tum, was ists mehr, Als ein Stäublein armer Erd'? Hab' ich Lust, was ist sie wert? Was ist, das mich heut' er⸗ freue, Das mich morgen nicht gereue? 6. Aller Trost und alle Freude Ruht in dir, Herr esu Christ; Dein Erfreuen ist die Weide, Da man sich recht fröhlich ißt. Leuchte mir, o Freudenlicht, Ehe mir mein Hd bricht; Laß mich Herr, an dir erquicken, Jesu, komm, laß dich erblicken! 7. Freu dich, Herz, du bist erhöret, Jetzo kommt und zeucht er ein; Sein Gang ist zu dir gekehret, Heiß ihn nur willkommen sein, Und bereite dich ihm zu, Gieb dich ganz zu seiner Ruh', Oeffne dein Gemüt und Seele, Klag ihm, was dich drück' und quäle. 8. Was du Böses hast be⸗ gangen, Das ist alles abge⸗ schafft; Gottes Liebe nimmt Wauen Deiner Sünden Macht und Kraft. Christi Sieg behält das Feld, Und was Böses in der Wett Sich will wider dich erregen, Wird zu lauter Glück und Segen. 9. Alles dient zu deinem Frommen, Was dir bös und schädlich scheint, Weil dich Christus angenommen Und es treulich mit dir meint. Bleibst du dem beständig treu, Ists dn m und bleibt dabei, Daß du mit den Engeln dro⸗ ben Ihn dort ewig werdest loben. Paul Gerhardt, geb. 1607 4 1676. Mel. Valel will ich dir geben. 28. Wne w wie begegn ich dir? O aller 16 Advents⸗Lieder. Welt Verlangen, O meiner Seelen Zier! O Jesu, Jesu, setze Mir selbst die Fackel bei, Damit, was dich ergötze, Mir kund und wissend sei. 2. Dein Zion streut dir Palmen Und grüne Zweige hin, Und ich will dir in Psal⸗ men Ermuntern meinen Sinn; Mein Herze soll dir grünen In stetem Lob und Preis Und Deinem Namen dienen, So gut es kann und weiß. 3. Was hast du unterlassen Zu meinem Trost und Freud', Als Leib und Seele saßen In ihrem größten Leid? Als mir das Reich genommen, Da Fried und Freude lacht, Da bist du, mein Heil kom⸗ men Und hast mich froh ge⸗ macht. 4. Ich lag in schweren Banden: Du kommst und machst mich los; Ich stand in Spott und Schanden: Du kommst und machst mich groß, Und hebst mich hoch zu Ehren Und schenkst mir großes Gut, Das sich nicht läßt ver⸗ zehren, Wie ird'scher Reich⸗ tum thut. 5. Nichts, nichts hat dich getrieben Zu mir vom Him⸗ melszelt, Als das geliebte Lieben, Damit Du alle Welt In ihren tausend Plagen Und großen Jammerslast, Die kein Mund kann aussagen, So fest umfangen hast. 6. Das schreib dir in dein Herze, Du hochbetrübtes Heer, Bei denen Gram und Schmen Sich häuft je mehr und meh Seid 9—* ihr habet Y Mel. Li Hülfe vor der Thür; D eure Herzen labet Und tröst 29 steht allhier! 8 7. Ihr dürft euch nicht b Bund mühen Noch sorgen Tag m Gott, Nacht, Wie ihr ihn woll sroche iehen Mit eures Armes Mach sproche Er kommt, er kommt min seir Willen, Ist voller Lieb m heißne Lust, All Angst und Not 2. 6 slillen, Die ihm an en der N bewußt. aller 8. Auch dürft ihr nicht e Mense schrecken Vor eurer Sünden der schuld; Nein, Jesus will itte decken Mit seiner Lieb un 1 Huld; Er kommt, er komn de 0 den Sündern Zum Trost un 3. wahren Heil, Schafft, daß d doch, Gottes Kindern Verbleib ih mir gi Erb und Teil. de I 9. Was fragt ihr nach des Wind Schreien Der Feind und ihn Deme Tück? Der Herr wird sie z d streuen In einem Augenblit eind Er kommt, er kommt, ein Ki⸗ Aerent nig, Dem wahrlich alle Feih W 0 Auf Erden viel zu weni dein Zum Widerstande seind. deine 10. Er kommt zum Welh zu ei gerichte, Zum Fluch dem, dhy5. ihm flucht, Mit Gnad um schle süßem Lichte Dem, der ih zu g liebt und sucht. Ach komn ein ach komm, o Sonne, Und h mir uns allzumal Zum ewge Jesu Weihnachts⸗Lieder. III. Weihnachts⸗Lieder. Pchmen d meh abet mel. Llebster Jesu, wir sind hier. 5 1 29. A dam hat im Pa⸗ radies Hohen; j Bund mit Gott gebrochen; g a Gott, der ihn doch nicht ver⸗ woll stieß, Hat Erlösung uns ver⸗ 5 Mach sprochen: Und nun kommt mt mn in seinem Namen Der ver⸗ ieb mn heißne Weibessamen. Not 2. Komm, mein Helfer in un en der Not, Komm, o Heiland aller Sünder! Du wirst Mensch und bist auch Gott, Für uns arme Menschenkin⸗ der; Denn wer könnte sonst erretten, Wenn wir keinen Jesum hätten? 3. Aber, Gott, was bin ich doch, Daß du deinen Sohn mir giebest? Reicht die Gna⸗ de schon so hoch, Wenn Du deine Feinde liebest: Was wird sie denn künftig geben Denen, die in Christo leben? 4. Daß du Menschen hast gemacht, Hat dich ja vordem gereuet: Wer hat's denn zu⸗ wege bracht, Daß sich nun dein Herze freuet, Wenn man deinen Sohn auf Erden Sieht zu einem Menschen werden? 5. Ist die Krippe nicht zu schlecht? Ist der Stall nicht zu geringe? Wird mein Gott ein armer Knecht, Daß er mir den Segen bringe? O Herr Jesu, dein Beginnen Ueber⸗ steiget alle Sinnen. 6. Nimmst du nicht die En⸗ gel an, Die sich auch von dir nicht 6 Sünde will ieb un komn rost un daß b Keib ih iach des nd ihn d sie ze igenblit ein R e Fein weni ‚d. n Wel dem, di lad un der ih )fkomn Und he ewge 1deine 7 + 167 17 verloren? Was hat denn der Mensch gethan, Daß du nur ür ihn geboren? Was kann Fleisch und Blut dir geben, Daß wir sollen ewig leben? 7. Auf mein Herz! hier ist dein Gott, Heiß ihn tausend⸗ mal willkommen! Deine Sün⸗ de, deinen Tod Hat er schon auf sich genommen: A lind wird er für dich sterben, Un du wirst den Himmel erben. 8. Drum so danke, wer da kann, Gott dem Vater aller Gnaden, Bete seinen Heiland an, Der uns hilft aus allem Schaden! Ehre sei Gott in der Höhe, Und des Satans Reich vergehe! Caspar Neumann, geb. 1648 f 1745. — Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. 30² Dies ist die Nacht, * da mir erschie⸗ nen Des großen Gottes Freundlichkeit: Das Kind, dem alle Engel dienen, Bringt Licht in meine Dunkelheit; Und dieses Welt⸗ und Him⸗ melslicht Weicht hunderttau⸗ send Sonnen nicht. 2. Laß dich erleuchten, mei⸗ ne Seele, Versäume nicht den Gnadenschein! Der Glanz in dieser kleinen Höhle Streckt sich in alle Welt hinein; Er treibet weg der Höllen Macht, Der Sünden und des Todes Nacht. 2 18 Weihnachts⸗Lieder. 3. In diesem Lichte kannst du sehen Das Licht der kla⸗ ren Seligkeit: Wenn Sonne, Mond und Stern' vergehen, Vielleicht noch in gar kurzer Zeit, Wird dieses Licht mit seinem Schein Dein Himmel und dein Alles sein. 4. Laß nur indessen helle scheinen Dein Glaubens⸗ und dein Liebeslicht: Mit Gott mußt du es treulich meinen, Sonst hilft dir diese Sonne nicht. Willst du genießen die⸗ sen Schein, So darfst du nicht mehr dunkel sein. 5. Drum, Jesu, schöne Weih⸗ nachtssonne, Bestrahle mich mit deiner Gunst! Dein Licht sei meine Weihnachtswonne Und lehre mich die Weih— nachtskunst, Wie ich im Lichte wandeln soll Und sei des Weihnachtsglanzes voll! Caspar Fr. Nachtenhöfer, geb. 1624 gest. 1685. Mel. Vom Himmel hoch, da komm. 31. Dies ist der Tag, * den Gott gemacht; Sein werd' in aller Welt ge⸗ dacht! Ihn preise, was durch Jesum Christ Im Himmel und auf Erden ist. 2. Die Völker haben dein eharrt, Bis daß die Zeit er⸗ sillet ward; Da sandte Gott von seinem Thron Das Heil der Welt, dich, seinen Sohn. 3. Wenn ich dies Wunder fassen will, So steht mein Geist vor Ehrfurcht still; Er betet an und er ermißt, Gottes Lieb' unendlich ist. 4. Damit der Sünder Gn ö erhält, Erniedrigst du d t Herr der Welt; Nimmst seldon an unsrer Menschheit ah 0. Erscheinst im Fleisch, uirgist unser Heil. Christ, mir Zu 5. Dein König, Zion, konn 2. Ko zu dir!„Ich komm, im Y. 5 che steht bon mir; Gott, Un Troste nen Willen 5 ich gem Daumt sei, der da kommt Gla schen 6. Herr, der du Meni—1—1 eboren wirst, Immanuel u. schönste Feeretrn 1.2—9—1 Vüh 3. 2 hoffend sahn, Dich, Gott Mi Ionnte sias, bet' ich an. D 6 7. Du, unser Heil und höt Da sick stes Gut, Vereinest dich n Liebe Fleisch und Blut, Wirst un warst Freund und Bruder hier, Un machst Gottes Kinder werden wir, und 2 8. Durch eines uüler. 4. die Welt; Ein Mittler isth der sie erhält: Was zagt d Mensch, wenn der ihn schüßz 4n in des Vaters Schoh itzt 9. Jauchzt, Himmel, die i6 ihn erfuhrt, Den Tag der he ligsten Geburt! Und Ert die ihn heute sieht, Sing ih dem Herrn, ein neues Lieh 10. Dies ist der Tag, de Gott gemacht! Dein werd'y aller Welt gedacht! Ihn preis was durch Jesum Christ J Himmel und auf Erden ist. Chr. Fürchtegott Gellert, geb. gest. 1709. Weihnachts⸗Lieder. Mel. O Gott, du frommer Gott. 5t, Ne h ist. 32 Di wesentliches er Gun* Wort, Vom An⸗ du difang her gewesen, Du Gott, ist sel von Gott Ium Von Ewig⸗ eit tukeit erlesen Zum Heil der gan⸗ wi zen Welt, O mein Herr Jesu Christ Willkommen, der du mir Zum Heil geboren bist. 2. Komm, o selbständig Wort! Und sprich in meiner Seele, 1* Daß mir's in Ewigkeit An Immt Troste nimmer fehle; Im Glauben wohn' in mir Und M weiche nimmer nicht; Laß mich en auch nicht von dir Abweichen, bie Vi schönstes Licht! hott M. 3. Du wesentliches Wort Warst bei Gott, eh' geleget Der Grund der großen Welt, Da sich dein Herz beweget Zur Liebe Heher mich; Ja du warst selber Gott, Damit du machst im Fleisch Sünd', Höll' und Tod zu Spott. 4. Was hat, o Jesu, dich, Von Anfang doch bewo⸗ gen? Was hat vons Him⸗ mels Thron Dich in die Welt W Ach! deine große ieb' Und meine große Not at deine Glut entflammt, ie stärker als der Tod. 5. Du bist das Wort, wo⸗ ing ihn durch Die ganze Welt formie⸗ s Lieh ret: Denn alle Dinge sind ag, de Durch dich ans Licht geführet. werd' Ach, 10 bin ich, mein Heil, Auch n preil dein Geschöpf und Gab', Der rist J alles, was ich bin, Von dir en ist. empfangen hab'. geb. II. 6. Gieb, daß ich dir zum und höß dihen irst un hier, N n wir. ünde f ler isti zagt d n schüßz S00 „ die ih der he d Erh 19 Dienst Mein ganzes Herz er⸗ gebe, Auch dir allein zum Preis Auf dieser Erde lebe: Ja, Jesu, laß mein Herz Ganz neu geschaffen sein Und dir bis in den Tod Gewidmet sein allein. 7. Ach! laß nichts in mir ein, Was du nicht hast ge⸗ chaffen: Reut alles Unkraut aus, Und brich des Feindes Waffen. Was bös, ist nicht von dir, Das hat der Feind en Du aber führ mein Hderz Und Fuß auf eb'ner Bahn. 8. Das Leben ist in dir, Und alles Licht des Lebens; Laß an mir deinen Glanz Mein Gott, nicht sein verge⸗ bens, Weil du das Licht der Welt, So sei mein Lebenslicht, O Jesu, bis mir dort Dein Sonnenlicht anbricht. Laur. Laurenti, geb. 1660 f 1722. Mel. Lobe den Herren, den mächtigen. QJauch im⸗ hzet, ihr Him⸗ 33. N mel, frohlocket, ihr englischen Chöre, Singet dem erren, dem Heiland der Men⸗ chen, zur Ehre; Sehet n da, Gott will so freundlich und nah Zu den Verlornen sich kehren. 2. Jauchzet, ihr Her Er. frohlocket, ihr Enden der Er⸗ den, Gott und der Sünder, die sollen zu Freunden nun werden. Friede und Freud' Wird uns verkündiget heut: Freuet euch, Hirten und Herden. euch dem 20 Weihnachts⸗Lieder. 3. Sehet dies Wunder, wie öchste hier beu⸗ eh Sehet die Liebe, die end⸗ ich als Liebe sich zeiget; Gott tief sich der wird ein Kind, Detet die Sünd': etet und schweiget. 4. Gott ist im Fleische! wer kann dies Geheimnis ver⸗ 922 Hier ist die Pforte es Lebens nun offen zu sehen: 110 hinein, Macht inde gemein, Die räget und Alles an⸗ ihr zum Vater wollt gehen. 5. Hast du denn, Höchster, auch meiner noch wollen ge⸗ denken? Du wibllst dich selber, dein Herze der Liebe, mir 8 ⸗ inn Innigst sich freuen da⸗ rin Und sich in Demut ver⸗ schenken; Sollt' nicht senkenꝰ 6. König der Ehren, aus Liebe geworden zum Kinde, Dem ich auch wieder mein Herze in Liebe verbinde, Du sollst es sein, Den ich er⸗ wähle allein: Ewig entsag' ich der Sünde. 7. Treuer Immanuel, werd' geboren; Komm doch, mein Heiland, Denn ohne dich bin ich ver⸗ loren; Wohne in mir, Mach mich 19 eines mit dir, Der auch in mir nun du mich liebend erkoren. 8. Menschenfreund Fesr⸗ dich lieb' ich, dich will ich er⸗ heben; Laß mich doch ein⸗ nach deinem ocn nun eben; Gieb mir doch bald, 1 Jesu, die Kindesgestalt, E mich dir zu ergeben. Gerhard Terstegen, geb. 1697 1 ½ Eigne Melodie. Und trage groß' Verlang Ein kleines Kind, das Vu heißt, Mit Freuden zu ⸗ pfangen. Dies ist die Ni darin es kam Und menschl Wesen an sich nahm, 2 durch die Welt mit Treu Als seine Braut zu freien. 2. Willkomm'n, o süßer Bn tigam, Du König aller Ehn Willkommen, Jesu, Gohh Lamm! Ich will dein 9 vermehren. Ich will dir mein Lebenlang Von Hen sagen Preis und Dank, Y. du, da wir verloren, Für i bist Mensch geboren. 3. O großer Gott, konnt es sein, Dein Himm reich zu lassen, Zu komm in die Welt hinein, Da nich denn Neid und Hassen? H konntest du die große Math Dein Königreich, die Fre denpracht, Ja dein erwüͤnst tes Leben, Für solche Fein hingeben? 4. Ist doch, Herr Jei deine Braut Ganz arm un voller Schanden; Doch 10 du sie dir selbst vertraut M Kreuz, in Todesbanden. Lien sie doch, da sie Gott verig In Fluch und Tod und Fin sternis; Doch willst Du il re. 34 Enmuntredich n R 5 schwacher G word 6. derne unde herge wun — erwünst he Fein rr Jest arm un och 0 aut en. Lie t verlie ind Fin du il res Erniedrige wegen Dein See pter von dir legen. 5. Du Fürst und Herr⸗ scher dieser Welt, Du Frie⸗ denswiederbringer, Du kluger Rat und tapf'rer Held, Der öllenmacht Bezwinger! Wie ist es möglich, daß du dich st so Een dden Daß du im ärmsten Orden Der Menschen Mensch ge⸗ worden 6. O großes Werk, o Wun⸗ dernacht, Dergleichen nie ge⸗ funden! Du hast den Heiland hergebracht, Der alles über⸗ wunden: Du hast gebracht den starben Mann, Der Feu'r und Wolken zwingen kann, Vor dem die Himmel zittern, Und alle Berg' erschüttern. 7. O liebes Kind, o süßer Knab', Holdselig von Gebär⸗ den, Mein Bruder, den ich lieber hab', Als alle Schätz' auf Erden: Komm, Schönster, in mein Herz hinein, Komm eilend, laß die Krippe 1* ei . 3. Jesu, wie soll i Komm, komm, ich will Zeiten Dein Lager dir bereiten 8. Sag an, mein Herzens⸗ Menn eole ein edler Zweig aus Jakobs Stamm, as soll ich dir doch geben? mir Leib, Seel' und Geist, Ja alles, was Ich will mich ganz verschreiben, bräutigam, Mein' Freud' und Leben, Ach nimm von Mensch ist und heißt; Dir ewig treu zu bleiben. 9. Lob, Preis und Dank, Brüder; Sei dir Christenschar Frieden und ein Daß du sel'ges Jahr. Freude, Freude Herr Jesu Christ, von mir gesungen, Weihnachts⸗Lieder. 21 mein Bruder worden bist, Und hast die Welt bezwun⸗ gen! Hilf, daß ich deine Gü⸗ tigkeit Stets preis in dieser Gnadenzeit, Und mög“ aech dort oben In Ewigkeit dich loben. Eigene Melodie. Johann Rist, geb. 1607 T 1667. —* 35 reuet euch, ihr Chri⸗ * sten alle, Freue sich, wer immer kann! Gott hat viel an' uns gethan. Freuet euch mit großem Schalle, Daß er uns so hoch H Sich mit uns befreund't gemacht. Freude, Freude über reude; Ehristus wehret allem Leide! Wonne, Wonne über Wonne. Christus ist die Gnadensonne! 2. Siehe,—0 meine Seele, Wie dein Heiland kommt zu dir, Brennt in Liebe für und für, Daß er in der Krippen⸗ höhle Harte lieget dir zu gut, Dich zu lösen durch sein Blut. Freude, Freude u. s. w. ir danken? Ich bekenne, daß von dir Meine Seligkeit herrühr. Ach laß mich von dir nicht wanken, Nimm mich dir zu eigen hin, So empfindet Herz undSinnFreude, Freude u. s. w. 4. Jesu, nimm dich deiner Glieder Ferner doch in Gna⸗ den an; Schenke, was man bitten kann, Zu erquicken deine Gieb der ganzen 22 allem Gnadensonne! Christian Keymann, geb. 1607 + 1662. Mel. Warum sollt ich mich denn. 36. Troöhlich 7* 5 Herze springen Dieser Zeit, Da vor Freud' Alle Engel singen. Hört, hört, wie mit vollen Chören Alle Luft Laute ruft: Ehristus ist geboren! 2. Heute geht aus seiner Kammer Gottes Held, Der die Welt Reißt aus allem Jammer. Gott wird Mensch, dir, Mensch, zu gute, Gottes Kind, Das verbind't Sich mit unserm Blute. 3. Sollt' uns Gott nun kön⸗ nen hassen, Der uns giebt, Was er liebt Ueber alle Maßen? Gott giebt, unserm Leid zu wehren, Seinen Sohn Aus dem Thron Seiner Macht und Ehren. 4. Sollte von uns sein ge⸗ kehret, Der sein Reich Und zugleich Sich selbst uns ver⸗ ehret? Sollt' uns Gottes Sohn nicht lieben, Der jetzt kömmt, Von uns nimmt, Was uns will betrüben? 5. Hätte vor der Menschen Orden Unser Heil Einen Greul, Wär er nicht Mensch worden. Hätt er Lust zu un⸗ serm Schaden, Ei, so würd' Unsre Bürd' Er nicht auf sich laden soll mein Weihnachts⸗Lieder. über Freude; Christus wehret Leide; Wonne, Wonne über Wonne: Christus ist die 6. Er nimmt auf sich, m. auf Erden Wir gethan, Gi lh an, Unser Lamm zu en; Unser Lamm, das uns stirbet Und bei G Für den Tod Heil und Frih erwirbet. 7. Nun er liegt in sein Krippen, Ruft zu sich M. und dich, Spricht mit süße Lippen: Lassetfahren, liebe Bn der, Was euch quält, Was eul fehlt, Ich bring' alles wiede Ei, so kommt und laß uns laufen, Stellt euch eh Groß und klein, Kommt m großen Haufen. Liebt da der vor Liebe brennet; Schaß den Stern, Der uns gern ih und Labsal gönnet. 9. Die ihr schwebt in gla ßen Leiden, Sehet, hier I die Thür Zu den wahr Freuden. Faßt ihn wohl, wird euch führen An den On Da hinfort Euch kein Kreu wird rühren. x 10. Wer en beschwen im Herzen, Wer empfind. Seine Sünd' Und Gewissens schmerzen, Sei getrost! hieh wird gefunden, Der in Ell Machet heil Die vergift'len Wunden. 11. Die ihr arm seid und elende, Kommt herbei, Füllel Hier 905 alle guten Gaben, Und das Gold, Da ihr soll Euer Herz mit laben. 12. Süßes Heil, laß dich umfangen, Laß frei, Eures Glaubens Hände. mich din Meine Zier, Unverrückt an⸗ 2 dens ens ö Mich! geben. —4 mich hast Y Rücke mir z Rein Sünd 14. willer und hülle Herze Edle genie deschwen mpfind! wissens t! 5 in Eil rgift'ten eid und Füllel Hände; Gaben, ihr solll Mich durch dich Wohl zufrieden Rücken. Rein und klar Aller meiner hangen. Du bist meines Le⸗ dens Leben; Nun kann i geben. 13. Meine Schuld kann mich nicht drücken, Denn du hast Meine Last All auf deinem Kein Fleck ist an mir zu finden, Ich bin gar Sünden. 14. Ich bin rein um deinet⸗ willen, Du giebst g'nug Ehr' und Schmuck, Mich darein zu hüllen. Ich will dich ins Cdle schließen; O mein Ruhm, dle Blum', Laß dich recht genießen! 15. Ich will dich mit Fleiß bewahren, Ich will dir Leben ier, Dir will ich nachfahren. Mit dir will ia, endlich schwe⸗ ben, Voller Freud', Ohne Zeit Dort im andern Leben Paul Gerhardt, geb. 1607 4 1676. Eigene Melodie. 37. Gedbetsei du, Jesu O Christ, Daß du Mensch geboren bist Von einer Jungfrau, das ist wahr. Des freuet sich der Engel Schar. Kyrieleis! 2. Des ew'gen Vaters einig Kind Jetzt man in der Krippe sind't, In unser armes Fleisch und Blut Verkleidet sich das ew'ge Gut. Kyrieleis! 3. Den aller Weltkreis nie beschloß, Der liegt in Mariens Weihnachts⸗Lieder. 23 worden klein, Der alle Ding' ch erhält allein. Kyrieleis! 4. Das ew'ge Licht geht da herein, Giebt der Welt ein neuen Schein, Es leucht't wohl mitten in der Nacht Und uns des Lichtes Kinder macht. Kyrieleis! 5. Der Sohn des Vaters, Gott von Art, Ein Gast in der Welt hier ward, Und führt uns aus dem Jammerthal: Er macht uns Erb'n in seinem Saal. Kyrieleis! 6. Er ist auf Erden kommen arm, Daß er unser sich er⸗ barm, Und in dem Himmel mache reich Und seinen lieben Engeln gleich. Kyrieleis! 7. Das hat er alles uns gethan, Sein' groß' Lieb' zu zeigen an. Des freu sich alle Christenheit Und dank ihm des in Ewigkeit. Kyrieleis! Mart. Luther, geb. 1483 1546. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 38 Ich steh' an deiner 8 98 Krippen hier, O Jesu, du mein Leben, Ich stehe, bring' und schenke dir, Was du mir hast gegeben. Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn, Herz, Seel' und Mut, nimm alles hin, Und laß dir's wohlgefallen. 2. Du hast mit deiner Lieb' erfüllt Mein' Adern und Ge⸗ blüte, Dein schöner Glanz, dein süßes Bild Liegt mir stets im Gemüte. Und wie Schoß: Er ist ein Kindlein mag es auch anders sein, 2⁴ Wie könnt ich dich, du Herze mein, Aus meinem Herzen lassenꝰ 3. Da ich noch nicht geboren war, Da bist du mir geboren, und hast mich dir zu eigen ar, Eh' ich dich kannt, erkoren. Eh' ich durch deine Hand ge⸗ macht, Da hat dein Herze schon bedacht, Wie du mein wolltest werden. 4. Ich lag in tiefer Todes⸗ nacht, Du wurdest meine Sonne, Die Sonne, die mir zugebracht Licht, Leben, Freud' und Wonne. O Sonne, die das werte Licht Des Glaubens in mir zugericht't, Wie schön sind deine Strahlen! 5. Ich sehe dich mit Freuden an Und kann mich nicht satt sehen, Und weil ich nun nichts weiter kann, Bleib' ich anbetend stehen. O, daß mein Sinn ein Abgrund wär', Und meine Seel' ein weites Meer, Daß ich dich möchte fassen! 6. Wenn oft mein Herz im Leibe weint Und keinen Trost kann finden, Rufst du mir zu: „Ich bin dein Freund, Ein Tilger deiner Sünden. Was trauerst du, mein Fleisch und Bein? Du soll ja guter Dinge sein, Ich zahle deine Schulden.“ 7. Du fragest nicht nach Lust der Welt, Noch nach des Leibes Freuden: Du hast dich bei uns leiden E An unsrer Statt zu leiden, Suchst meiner Seelen Trost und Freud' Durch dein selbsteignes Her⸗ Weihnachts⸗Lieder zeleid: Das will ich dir niz zuch w. wehren. Auf Er 8. Eins aber, hoff' ich, win ceich. du mir, Mein Heiland, nit 5. Ei versagen, Daß ich dich möß melsbal für und für, In, bei und uch hi mir tragen. So laß mich dah ser Pil dein Kripplein sein, Kom saanu komm und kehre bei mir eh 8 40 Mit allen deinen Freuden 6. Cr 9. Zwar sollt' ich denken t1 Wi wie gering Ich dich bewirte gel de werde: Du bist der Schöpf Freuder aller Ding', Ich bin nur Stal ten, sin und Erde. Doch bist du Dr. Fried ein lieber Gast, Daß du noh nie verschmähet hast Den, di dich gerne siehet. NVel. Paul Gerhardt, geb. 1607 106. 40 Mel. Vom Himmel hoch. 39. Eror 0 Goh uc mein Lobgesam 4 Er, dem das Lied der Eng EWis klang, Der hohe Freudentagih 2.6 da, Lobsinget ihm: Hallelusah. sich s. 2. Vom Himmel kam i 130 dunkler Nacht Der uns da Hen) Lebenslicht gebracht; Nun 1 0 leuchtet uns ein milder Stral. 3.4 Wie Morgenrot im dunkleh Thal. 3. Er kam, des Vaten will Ebenbild“, Von schlichtem Pil ins& gerkleid umhüllt, Und führy 4. uns mit sanfter Hand, Ein treuer Hirt, ins Vaterland. 4. Er, der jetzt bei dem Vater thront, Hat unter un der g ein Mensch gewohnt, Damil Ebr. 1, 8. r nich auch „wix „ nith mög und ch ch doß Romm ir eiß euden denken wirten chöpfß Stauf du 6 Iu notz en, de. + ch. Golh gesam Engi ntag i⸗ elujah! am i 18 daz Nun Strahl Aunkleh Vaters m Pil⸗ führe 5„ Ein and. i dem r uns, Damit Weihnachts⸗Lieder. wir ihm werden gleich Auf Erden und im Himmel⸗ leich. 5. Einst führet er zur Him⸗ melsbahn Uns, seine Brüder, auch hinan, Und wandelt un⸗ ser Pilgerkleid In Sternen⸗ glanz und Herrlichkeit. 6. Empor zu Gott, mein Lobgesang! Er, dem der En⸗ gel Lied erklang, Der hohe Freudentag ist da: Ihr Chris⸗ ten, singt Hallelujah! Dr. Friedr. Ad. Krummacher, geb. 1768 + 1845. Mel. Den die Hirten lobten sehre. 40 Konnt und laßt * uns Christum ehren, Herz und Sinnen zu ihm kehren; Singet fröhlich,laßt euch hören, Wertes Volk der Christenheit! 2. Sünd' und Hölle mag sich rämen, Tod und Teufel mag sch schämen: Wir, die unser dun annehmen, Werfen allen ummer hin. 3. Sehet, was Gott hat gegeben: Seinen Sohn zum ewigen Leben; Dieser kann und will uns heben Aus dem Leid ins Himmels Freud'. 4. Seine Seel' ist uns ge⸗ wogen, Lieb' und Gunst hat ihn gezogen, Uns, die Sata⸗ nas betrogen, Zu besuchen aus der Höh'. 5. Jakobs Stern ist aufge⸗ angen, Stillt das sehnliche 25⁵ der alten Schlangen Und zer⸗ stört der Höllen Reich. 6. Unser Kerker, da wir saßen, Und mit Sorgen ohne Maßen Uns das Herze schier zerfraßen. Ist entzwei, und wir sind frei. 7. O gebenedeite Stunde, Da wir das von Herzensgrunde Glauben und mit mlem Mun⸗ de Danken dir, o Jesu Christ! 8. Schönstes Kindlein in dem Stalle! Sei uns freundlich, bring uns alle Dahin, wo mit süßem Schalle Dich der Engel Heer erhöht. Paul Gerhardt, geb. 1607 1676. Eigne Melodie. obt Gott, ihr Chris⸗ 41. L ten, allzugleich, In seinem höchsten Thron, Der heut' aufschleußt sein Himmel⸗ reich Und schenkt uns seinen Sohn. 2. Er kommt aus seines Va⸗ ters Schoß Und wird ein Kind⸗ lein klein; Er liegt dort elend, nackt und bloß In einem Krip⸗ pelein. 3. Er äußert sich all seiner G'walt, Wird niedrig und ge⸗ ring, Und nimmt an sich ein's Knechts Gestalt, Der Schöpfer aller Ding'. 4. Er liegt an seiner Mutter Brust, Ihr' Milch, die ist sein“ Speis', An dem die Engel sehn ihr' Lust, Denn er ist Davids Reis. 5. Das aus sein'm Stamm entsprießen sollt' In dieser letz⸗ erlangen, Bricht den Kopf ten Zeit, Durch welchen Gott aufrichten wollt' Sein Reich, die Christenheit. 6. Er wechselt mit uns wun⸗ derlich: Fleisch und Blut nimmt er an, Und giebt uns in sein's Vaters Reich Die klare Gott⸗ heit dran. 7. Er wird ein Knecht und ich ein Herr, Das mag ein Wechsel sein! Wie könnt' es doch sein freundlicher, Das Herze⸗ jesulein? 1 8. Heut' schleußt er wieder auf die Thür Zum schönen Paradeis; Der Cherub steht nicht mehr dafür; Gott sei Lob, Ehr' und Preis! Nikol. Herman, 1561. Mel. Heut singt die liebe Christenheit. —42 Budan, du schönes Morgenlicht! Das ist der alte Morgen nicht, Der täglich wiederkehret. Es ist ein Leuchten aus der Fern, Es ist ein Schimmer, ist ein Stern, Von dem ich längst gehöret. 2. Nun wird ein König aller Welt, Von Ewigkeit Rin Heil bestellt, Ein zartes ind geboren. Der Teufel hat sein altes Recht Am Verpi menschlichen Geschlecht erspielt und schon verloren. 3. Der Himmel ist jetzt nim⸗ mer weit, Es naht die sel'ge Gotteszeit Der Freiheit und der Liebe. Wohlauf, du frohe Christenheit! Daß jeder sich nach langem Streit In Frie⸗ denswerken übe. Sie Weihnachts⸗Lieder. vnv 4. Ein ewigfestes Liebs Mensch band Hält jedes Haus m der Hert jedes Land Und alle Wi wir ver umfangen; Wir alle sind g 12 4„». In heil' Der Lör Mensch. ger Stamm, spielet mit dem Lamm, Du Reinigk Kind am Nest der Schlange bracht: 5. Wer ist noch, welch der Got sorgt und sinnt? Hier in g sie der Krippe liegt ein Kind M lich me freundlicher Gebärde. Wir gu wird n ßen dich, du Gottesheld! Wi als ein kommen, Heiland aller We heit ein Willkommen auf der Erde! 5. D M. von Schenkendorf, geb. 1783F lUi wiedere das P Mel. Mein Freund zerschmilzt. grünt. Gott 43 Obeebe, die den Hin die G6 mel hat zerrisse dient; Die sich zu mir ins Elen pürt, niederließ: Was für ein Tul Heist hat dich bewegen müssen, A. rührt. dich zu mir ins Jammerth 6. K verwies? Die Liebe hat es sell unse gethan, Sie schaut als r manue mich in meinem Jammer Ich g 2. Die Liebe ist so heeßt Quell deinem Herzen, Daß du f mir se mich das größte Wunder thu Tod. Die Liebe macht dir meine mir n wegen Schmerzen, Daß m Christ zu gut du unter Dornen rull werden O unerhörter Liebesrat, 7. 4 selbst des Vaters Wort in auch Fleisch gesenket hat. Weil 3. Die Liebe ist mein verda verwandter worden: Meh Bruder ist selbst die Barmhe zigkeit. Die Gottheit selb in lebt nun in meinem Orden ie- Ewigkeit vermählt sich n den; Zeit. Das Leben selbsty ssSei Liebe Men ebor'n, Der Glanz us un der Herrlihteh, das Licht, das e Wi wir verlor'n. ind 4 4. In ihm wird nun die r Lör Menschheit ausgesöhnet, Die m, Di Reinigkeit der Seelen wieder⸗ hlange bracht: Sie wird als Braut welch der Gottheit nun gekrönet, Da er in d sie der Himmel selbst so herr⸗ nd Melich macht. Die Menschheit Wir gu wird nun ganz erneut Und d Wil als ein reiner Thron der Gott⸗ er Wil heit eingeweiht. Erde! 5. Die Weisheit wohnt nun 83+ 0 das Paradies im Menschen grünt. Nun können wir aus Gott geboren werden, Weil die Geburt des Herren dazu dient; Die neu geborne Seele pürt, Daß sie ein and'rer in Tul ßeist aus ihrem ssen, rührt. nmerth 6. Kein Elend kann nun t es sel unserm Herzen schaden: Im⸗ Mutt manuel ist bei uns in der Not; merech Ich gehe nur zu ihm, dem roß Quell der Gnaden, So dient 93 mir selbst das Elend und der er thu Tod. Der Jammer hängt meine mir nur noch an, Der mir in Christo doch nicht schädlich werden kann. 7. Die Sünde kann mich wauch nicht mehr verdammen, Weil sie nun selbst durch ihn verdammet ist. Was schaden nun der Seele ihre Flammen, Weil Christi Blut und Wasser in sie fließt? Immanuel löscht ihren Trieb: Er läßt die Seele nicht, er hat sie viel zu lieb. Weihnachts⸗Lieder. wieder auf der Erden, Dadurch Ursprung 27 8. Ich hab ein ewig Leben nun gefunden, Viel Reichtum Ehr und Wonne schenkt er mir; Ich bin mit ihm, er ist mit mir verbunden, Den ich in mir mit Liebeswirkung spür'. Ich bin vergnügt und ganz gestillt, Weil mich der lautre Strom aus seiner Lieb' erfüllt. 9. Auf, auf, mein Geist, vergiß die Trauerlieder, Er⸗ freue dich in dieser Liebesmacht! Des Himmels Kraft und Glanz bestrahlt dich wieder, Und der Verlust ist völlig wiederbracht. O! ewig, ewig wohl ist mir, Daß ich in Christo nun ein Wohlgefallen spür'! Christ. Fr. Richter, geb. 1677 1711. Eigne Melodie. 44. Vom Himmel hoch da komm' ich her, Ich bring' euch gute neue Mär, Der guten Mär bring' ich so viel, Davon ich sing'n und sagen will. 2.„Euch ist ein Kindlein heut gebor'n Von einer Jung⸗ frau auserkor'n, Ein Kindelein so zart und fein, Das soll eu'r Freud' und Wonne sein. 3.„Es ist der Herr Christ, unser Gott, Der will euch führ'n aus aller Not, Er will eu'r Heiland selber sein, Von allen Sünden machen rein. 4.„Er bringt euch alle Se⸗ ligkeit, Die Gott der Vater hat bereit't, Daß ihr mit uns im Himmelreich Sollt leben nun und ewiglich. 28 Weihnachts⸗Lieder. 5.„So merket nun das Zei⸗ chen recht, Die Krippen, Win⸗ delein so schlecht, Da findet ihr das Kind gelegt, Das alle Welt erhält und trägt.“ 6. Des laßt uns alle fröh⸗ lich sein Und mit den Hirten d hinein, Zu sehn, was Bott uns hat beschert, Mit seinem lieben Sohn verehrt. 7. Merk auf, mein Herz und sieh dorthin: Was liegt doch in dem Krippelein? Wes ist das schöne Kindelein? Es ist das liebe Jesulein. 8. Sei willkommen, du edler Gast, Den Sünder nicht ver⸗ Eiend hast, Und kommst ins Elend her zu mir; Wie soll ich immer danken dirꝰ 9. Ach Herr, du Schöpfer aller Ding', Wie bist du wor⸗ den so gering, Daß du da liegst auf dürrem Gras, Da⸗ von ein Rind und Esel aß. 10. Und wär' die Welt viel⸗ mal so weit, Von Edelstein und Gold bereit't, So wär' ie doch dir viel zu klein, Zu ein ein enges Wiegelein. 11. Der Sammet und die Sesden dein, Das ist grob' Heu und Windelein, Darauf du König, groß und reich, Her⸗ melreich als wär's dein Him⸗ melreich 12. Das hat also gefallen dir, Die Wahrheit anzuzeigen mir, Wie aller Welt Macht, Ehr' und Gut Vor dir nichts gilt, nichts hilft noch thut. 13. Ach mein herzliebes Je⸗ sulein, Mach' dir ein rein sanft eur' Zuversicht Bettelein, Zu ruhn in—. Herzens Schrein, Daß ich Whert u mer vergesse dein. 6. 3˙ 14. Davon ich allzeit fröhh ben Rec sei,— springen, singen Gott's mer frei Das rechte Hosiam Gott in schon Mit Herzenslust fröhlich süßen Ton. Mar 15. Lob, Ehr' sei Gott! höchsten Thron, Der uns scher Mel. Ers seinen ein gen Sohn! Des fih et sich der Engel Schar 146. singet uns solch' neues Ih Wart. suther, geb. 1488 f— ù Hit Mel. Vom Himmel hoch. aler 45. Vom immel h 2. V der Engel Schnem§ Erschien den Hirten offenbe Lo Sie sagten ihn'n: ein Kindl o läng zart, Das liegt dort in! Dich ni Krippen hart. Ha 4— 2. Zu Bethlehem, in Dabs Stadt, Wie Micha das verkhen nach d det hat; Es ist der Herred geh sus hi D6 euer ir H land ist. Hallel 3. Des sollt ihr billig s 4. lich sein, Daß Gott, mit en begehr ist worden ein; Er ist gebol deiner eu'r Fleisch und Blut, E dir so Bruder ist das ew'ge Gul. dir sar 4. Was kann euch thun n leluja Sünd' und Tod? Ihr habtn 5.„ euch den Eel un Gott, L Zion zürnen Teufel und die Höl von un Gott's Srhn ist worden 1 Hülfe Gesell'. Jakob 5. Er will und kann en lusah! lassen nicht, 13 t ihr auf 6. Es mieenel gest d Weihnachts⸗Lieder. n meh piel fechten an: Dem sei Trotz, ichmhers uicht hͤsen kann. 6. Zuletzt müßt ihr doch ha⸗ eit fröhlben Recht, Ihr seid nun worden ngen Gott's Geschlecht. Des danket Hosian Gott in Ewigkeit, Geduldig, Mart. Luther, geb. 1483 f 1546. Gott! ns 5 Erschienen ist ber herrlich Tag. char Y ues J 483 4 1. Lebensfürst und Gnadenquell, Du Himmelsblum' und Mor⸗ boch. Herr aller Herrn. Hallelujah! mel h 2. Wir singen dir mit dei⸗ lust Hfröhlich allezeit. Har 46. Wi singen dir, h 8 Immanuel, Du Daal Du. Dallemsahl eer Aus aller Kraft in Davl gemacht, Hat so manch Herz Hereg nach dir gewacht! Dich hat Patat so lange Jahr' Der Hallelujah! illig s 4. Vor andern hat dein hoch mit en begehrt Der Hirt' und König st gebol deiner Herd', Der Mann, der lut, El dir so wohlgefiel, Wenn er e Gut. dir sang auf Saitenspiel. Hal⸗ thun nn lelujah. r habtn 5.„Ach, daß der Herr aus ott, LH Zion käm', Und unsre Bande die Höl von uns nähm'! Ach! daß die rden en Hülfe bräch' herein, So würde Jakob fröhlich sein.“ Halle⸗ ann es lujah! r auf h 6. Nun du bist hier, da lie⸗ nögen ei gest du, Hältst in dem Kripp⸗ 29 lein deine Ruh' Bist klein und machst doch alles groß, Be⸗ kleid'st die Welt, und kommst doch bloß. Int. 10. 7. Du kehrst in fremder Hausung ein, Und sind doch alle Himmel dein; Trinkst Milch aus deiner Mutter Brust, Und bist doch aller En⸗ gel Lust. Hallelujah! 8. Du hast dem Meer sein Ziel gesteckt, Und wirst mit Windeln zugedeckt; Bist Gott und liegst auf Heu und 90ch Wirst Mensch und bist doch und O. Hallelujah! 9. Du bist der Ursprung aller Freud', Und duldest so viel Herzeleid; Bist aller Hei⸗ den Trost und Licht, Suchst selber Trost und find'st ihn nicht. Hallelujah! 10. Du bist der süß'ste Men⸗ schenfreund, Doch sind dir so viel Menschen feind: Herodis Rit⸗ hält dich für Greu'l, Und ist doch nichts als lauter Heil. Hallelujah! 11. Ich aber, dein geringster Knecht, Ich sag' es frei, und mein' es recht: Ich liebe dich, doch nicht so viel, Als ich dich gerne lieben will. Hallelujah! 12. Der Will'ist da, die Kraft ist klein, Doch wird dir nicht zuwider sein Mein armes Herz; und was es kann, Wirst du in Gnaden nehmen an. Halle⸗ lujah! 13. Hast du doch selbst dich schwach gemacht, Erwähltest, was die Welt veracht't, Warst arm und dürftig, nahmst vor⸗ 30 Weihnachts⸗Lieder.— Neujahrs⸗Lieder. lieb, Da wo der Mangel dich hintrieb. Hallelujah! 14. Du schliefst ja auf der Erden Schoß, So war dein Kripplein auch nicht groß, Der Stall, das Heu, das dich um⸗ sing, War alles schlecht, und sehr gering. Hallel Wah! 15. Darum hab' ich so guten Mut, Du wirst auch halten mich für gut. O Jesu Christ, dein frommer Sinn Macht, daß ich so voll Trostes bin. Hallelujah! 16. Bin ich gleich Sünd' und Laster voll, Hab' ich ge⸗ lebt nicht wie ich soll; Ei kommst du doch deswegen her, Daß sich der Sünder zu dir kehr'. Hallelujalh! 17. Hätt' ich nicht auf mir Sündenschuld, Hätt' ich kein IV. Neujahrs⸗Lieder. Mel. Nun freut euch lieben Christen. 47 Das liebe neue Jahr geht an, Das alte hat ein Ende: Drum freuet sich heut jedermann, Erhebt lem Herz und Hände Zu un⸗ serm Gott in's Himmels Thron, Dankt ihm und seinem lieben Sohn, Much Gott dem heil'gen Geiste. 2. Gott Vater hat den Sohn gesandt, Gott Sohn ist Mensch geboren, Gott heil'ger Geist macht solch's bekannt Uns, die wir war'n verloren. Im sel'⸗ gen lieben Gotteswort Ge⸗ Teil an deiner Huld; VSchar! Wenn wärst du mir gebo schön pr enn ich nicht wär' in Go G1 Zorn. Hallelujah! 18. So fass' ich dich u Wel. 0 ohne Sheu, Du machst. alles en 5 frei, Du m den Zorn, Du würgst den d Verkehrst in Freud' all' 6 und Not. Hallelujah! Hre 19. Du bist mein Haet hinwiederum Bin ich dein cl⸗ 2 und Eigentum, Und will, viel dein Geist mir giebt, S. So dienen dir, wie dir's bchame Hallelujah! 20. Ich will dein Hall ferners jah hier Mit Freuden sin„d ö sür und für, Und dort Wlhafer nem Ehrensaal Soll's schal len 0 ohne Heit und Zahl. da Herr, lujah! 74 5 Paul Gerhardt, geb. 1607 1 Sünde werden Sünd' schrieben ist's an manchem shate Und wird uns klar verkünd 3. Die reine Lehr' und lich krament Wir hab'n in uns 9115„ Lande; Fromm' Obrigkeit, fröhlid aufzust Regiment, Glück, Heil in einzug Stande. Gott krönt das mit seinem Gut, Hält ich A und Schul' in guter On lich. aller Christen Häuse mehr 4. Des danben wir md mahche Herrn Und freu'n solcher Güte; Er Iwoll Joh S Peinden steur'n und weh mel. Und uns hinfort behüten. geb' ein sel'ges neues; 40 Und helf' uns zu der E v. d; YSchar; Da woll'n wir ihn gebon schön preisen. in Got Cyriacus Schneegaß, T 1587. dich u Mel. Vom Himmel hoch da komm. ichst 48. Das alte Jahr den d vergangen ist. all' M Wir danken dir, Herr Jesu 91 Christ, Daß du uns in 0 n Har roß rGefahr Behütet hast lang den 6 und Jahr. b will„2. Wir bitten dich, ewiger ebt, Sohn Des Vaters in dem 3 belh höchsten Thron, Du woll'st dein arme Christenheit Bewahren erner allezeit. 2 3. Entzeuch uns nicht dein Ort in heilsam Wort, Es ist der See⸗ len höchster Hort; Vor falscher Lehr', Abgötterei Behüt uns, Herr, und 251 uns ine 4. Hilf, daß wir flieh'n der 607 1 Sünde Bahn Und fromm zu werden fangen an, Kein'r Sünd' des alten Jahr's gedenk', nchemd Ein gnadenreich' Neujahr uns Rns schenk'. wunt g. 5. Ghristlic zu leb.n. selng in unse lich Zu sterben und hernach igteit e fröhlich Am jüngsten Tage iind aufzustehn, Mit dir in Himmel das einzugehn. Hält 6. Zu danken und zu loben dich Mit allen Engeln ewig⸗ schal I. Hal 72 2 lich. O Jesu, unsern Glauben wir 8 mehr' Zu deines Namens Lob I 5 rew'n u and Cöre woll' d Joh Steuerlein(2) geb. 1546 4 1613. mem Mel. Herzlich thut mich verlangen. ues Iu 49 +* Trauern und der 2 durch Plagen, Neujahrs⸗Lieder. 31 Durch Not, durch Angst und ein, DurchHoffnung und durch lagen, Durch Sorgen groß und klein, Bin ich, Gott Lob, gedrungen; Dies Jahr ist hingelegt: Dir, Gott, sei Lob gesungen, Mein Herze wird erregt. 2. Der du mich hast erbauet, In dir besteht mein Heil; Dir ist mein Glück vertrauet, Du bist und bleibst mein Teil. Du hast mich wohl erhalten, Du bist mein Trost und Licht; Dich laß' ich ferner walten, Wenn mich die Not anficht. 3. Mein Gott, o meine Liebe, Was du willst, will auch ich: Gieb, daß ich nichts verübe, Was irgend wider dich. Dir ist mein Will' ergeben, Ja, er ist nicht mehr mein, Dieweil mein ganzes Leben Dein eigen wünscht zu sein. 4. Nach dir soll ich mich schicken, Und, Herr, ich will's auch thun. Soll mich die Ar⸗ mut drücken, Ich will dabei beruhn. Soll mich Verfolgung plagen, Ja, Herr, befiehl du mir. Soll ich Verachtung tra⸗ gen, Ach, ich gehorch' auch hier. 5. Soll ich verlassen leben, Herr Gott dein Wille gilt. Soll ich in Angsten schweben, Mein Heiland, wie du willt. Soll ich denn Krankheit leiden, Ich will gehorsam sein. Soll ich von hinnen scheiden, Herr, dein Will' ist auch mein. 6. Heut' ist das Jahr be⸗ schlossen; Herr, deine Gnad' 32 Neujahrs⸗Lieder. sei heut' Auf mich neu aus⸗ gegossen, Mein Herz werd' auch erneut. Laß ich die alten Sün⸗ den, So werd' ich, Gott, bei dir Auch neuen Segen finden; Dein Wort verspricht es mir. Gottfr. Wilh. Sacer, geb 1635 4 1699. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 50. Her Herr Jesu, * laß gelingen, Lal das neue Jahr geht an; aß es neue Kräfte bringen, Daß auf's neu' ich wan⸗ deln kann; Laß mich dir be⸗ bus 3 sein, Auch daneben all' as Mein'. Neues Glück und neues Leben Wollst du mir aus Gnaden geben. 2. Laß dies sein ein Jahr der Gnade, Laß mich büßen meine Sünd'. Hilf, daß sie mir nimmer schade, Sondern bald Verzeihung find'; Auch durch deine Gnab“ verleih', Daß ich benn sie beren', Herr in dir; enn du, mein Leben, Kannst die Sünd allein vergeben. 3. Tröste mich mit deiner Liebe, Nimm, o Gott, mein Flehen hin, Weil ich mich so sehr betrübe. Und voll Angst und Rchlaf bin; Wenn ich 910 chlaf' oder wach', Sieh' u, Herr, auf meine Sach'; Stärke mich in meinen Nöten, Daß mich Sünd' und Tod nicht töten. 4. Herr, du wollest Gnade eben, Daß dies Jahr mir hei⸗ cben Und ich christlich könne leben Sonder Trug und Heu⸗ chelei, auch meinen N Und d sten lieb' Und denselben m schein A betrüb', Daß ich noch all 5. Al auf Erden Fromm und ⸗ Soll sei möge werden. So wit 5. Jesu, laß mich fröhh um S enden Dieses angefang'ne I Fesu 7 Trage stets mich auf den Y Schild den, Halte bei mir in Gh mer sti Steh mir bei in aller 9 Ach verlaß mich nicht im Venh. Freudig will ich dich u. fassen, Wenn ich soll die Y verlassen. Mel. W Joh. Rist, geb. 1607 f. 52 ö Mel. Meinen Jesum laß ich 1 inger 51 esus soll die Losß Herrn, * 0 sein, Da ein ner hierher Jahr erschienen; Jesu Au 25 soll allsein Denen zum niere dienen, Die in sein„ Bunde stehn Und auf sein 8 Wege gehn. 2. Jesu Name, Jesu V ů Soll in seinem Zion schall 3.“ Und so oft wir nach Dn Ort, Da sein Name thro dur wallen, Mache seines Nam und Ruhm Unser Herz zum Welt ligtum. 14. 3. Sein Versühnen Mütt sein Heil Wollen wir witte Glauben ehren; Also wird Erde uns zu teil, Wird sich tägl bei uns mehren; Auch s. 5 neue Jahr uns beut I dere Name Seligkeit. 4. Unsre Wege wollen In Nun in Jesu Namen geht Geht uns dieser Leitstern So wird alles wohl besteh Fürt Neujahrs⸗Lieder. en M Und durch seinen Gnaden⸗ lben i schein Alles voller Segen sein. sch all 5 Alle Sorgen, alles Leid und Soll sein Name uns versüßen; So wird alle Bitterkeit Uns 2 fröh um Segen werden müssen. Oen N. Fesu Nam sei Sonn! und 1 0 0 Schild, Welcher allen Kum⸗ kller9 mer stillt. im Venj. Schmola, geb. 172 4 1757. dich u die Y Mel. Wach auf mein Herz und singe. 52. Nun laßt uns gehn 55 und treten Mit Singen und mit Beten Zum Herrn, der unserm Leben Bis hierher Kraft gegeben. 2. Wir gehn dahin und wandern Von einem Jahr zum andern, Wir leben und gedeihen Vom alten zu dem neuen. 3. Durch so viel Angst und Plagen, Durch Zittern und durch Zagen, Durch Krieg und große Schrecken, Die alle Welt bedecken. 4. Denn wie von treuen Müttern In schweren Unge⸗ wittern Die Kindlein hier auf Erden Mit Fleiß bewahret werden: 5. Also auch und nicht min⸗ der Läßt Gott uns, seine Kinder, Wenn Not und Trübsal blitzen, In seinem Schoße sitzen. 60⁷ 1 aß ich n die Losh ein nei esu Nu zum in sein iuf seim zesu W schalle nach 9 e throß Nams zum 9 nen u wir o wird; ich tägh luch sh eut ollen en gehh tstern 6. Ach, Hüter unsres Lebens, besteh Fürwahr, es ist vergebens Mit 33 unserm Thun und Machen, Wo nicht dein' Augen wachen. 7. Gelobt sei deine Treue, Die alle Morgen neue; Lob sei den starken Händen, Die alles Herzleid wenden. 8. Laß ferner dich erbitten, O Vater, und bleib mitten In unserm Kreuz und Leiden Ein Brunnen unsrer Freuden. 9. Gieb mir und allen denen, Die sich von Herzen sehnen Nach dir und deiner Hulde, Ein Herz, das sich gedulde. 10. Schleuß zu die Jammer⸗ pforten Und laß an allen Or⸗ ten Auf so viel Blutvergießen Die Friedensströme fließen. 11. Sprich deinen milden Segen Zu allen unsern We⸗ gen, Laß Großen und auch Klei⸗ nen Die Gnadensonne scheinen. 12. Sei der Verlassnen Va⸗ ter, Der Irrenden Berater, Der Unversorgten Gabe, Der Armen Gut und Habe. 13. Hilf gnädig allen Kran⸗ ken, Gieb fröhliche Gedanken Den hochbetrübten Seelen, Die sich mit Schwermut quälen. 14. Und endlich, was das meiste, Füll uns mit deinem Geiste, Der uns hier herrlich ühre Und dort zum Himmel ühre. 15. Dies alles wollst du ge⸗ ben, O meines Lebens Leben, Mir und der Christenschare Zum sel'gen neuen Jahre. Paul Gerhardt, geb. 1607 1676. 3 Mel. Lobt Gott, ihr Christen. 53. Au f, Seele, auf und säume nicht! Es bricht das Licht herfür; Der Wunderstern giebt dir Bericht, Der Held sei vor der Thür. 2. Geh— 1 zu deinem Sa Zu suchen solchen Herrn; Laß deine Augen sein gewandt Auf diesen Morgen⸗ kern. 3. Gieb acht auf diesen hellen Schein, Der dir auf⸗ gangen ist; Er führet Dich zum Kindelein, Das heißet Jesus Christ.: 4. Er ist der Held aus Davids Stamm, Die teure Saronsblum, Das rechte, echte Gotteslamm, Israels Preis und Ruhm. 5 Drum höre, merke, sei bereit, Verlaß des Vaters Haus, Die Freundschaft, deine Eigenheit, Geh von dir selber aus.) 6. Und mache dich behende auf, Befreit von aller Last, Und laß nicht ab von dei⸗ nem Lauf, 920 du dies Kind⸗ lein hast.: 7. Halt dich im Glauben an das Wort, Das fest ist und gewiß; Das führet dich um Lichte fort Aus aller Finsternis 27 8. O sinke du vor seinem Glanz In tiefster Demut ein, Und laß dein Herz erleuchten Epiphanias. V. Epiphanias. anz Von solchem Sr shem⸗— 9. Gieb dich ihm selbstz Opfer dar Mit Geiste, und Seel', Und singe mit! Engelschar: Hier ist manuel. ½ 10. O wunderbare SihN keit, Die dieser Anblick 0. Dem, dessen Rudt dazu ben Und dieses Kindlein liebt 11. Die Engel in des 9. mels Saal, Die freuen darob; Die Kinder Gohh allzumal, Die bringen ihr Lob.: 12. Oier ist das Ziel, ist der Ort, Wo man Leben geht; Hier ist des radieses Pfort', Die un offen steht.: 13. Hier f sallen alle 20 hin, Zur Lust wird jede. Es wird erfreuet Herz Sinn, Denn Gott ist ja n dein. ö 14. Der zeigt dir einen dern Weg, Als du vorher kannt, Den stillen Ruh⸗ 4 F Friedensteg Zum ew'gen terland. Mich. Maler, geb. 1673 + Mel. Ren Jesum laß ich ni esu, großer M 54. J derstern, aus ů—— ist erschienen, Mi Seele will so gern Dir an nem Feste dienen, Nimm hi G dir se bescher die lie bewäh Gebet enüg sollen vor di nimm und 4 rer R meine fromi Trost des H. reuen er Got 1673 1 laß ich ni oßer Ve ern, ien, Ma⸗ Dir an timm ii die liebste Gabe. Laß es auch bewährt und rein In dem nimm doch gnädig an, Was ich Armer schenken kann. 2. Nimm das Gold des Glaubens hin, Wie ich's von dir selber habe, Und damit beschenket bin; So ist dir's reuzesofen sein. 3. Nimm den Weihrauch des Gebets, Laß ihn gnädig dir enügen; Herz und Lippen sollen stets, Ihn zu opfern, por dir liegen. Wann ich bete, nimm es auf Und sprich Ja und Amen drauf. 4. Nimm die Myrrhen bitt⸗ rer Reu'! Ach, mich Hom Wüf meine Sünde; Aber du bist fromm und treu, Daß ich Trost und Gnade finde, Und nun fröhlich sprechen kann: Jesus nimmt mein Opfer an. Erdm. Neumeister, geb. 1671 1 17⁵6. Mel. Valet will ich dir geben. 55. O r e Davids Sohn; Dein Reich Epiphanias. 35 preiset, Daß du bist unser Hort. 3. Du bist ein großer König, Wie uns die Schrift vermeld't, Doch achtest du gar wenig Vergänglich' Gut und Geld, Prangst nicht auf hohem Rosse, Trägst keine güld'ne Kron', Sitzt nicht im festen Schlosse, Hier hast du Spott und Hohn. 4. Doch bist du schön gezieret, Dein Glanz erstreckt sich weit, Dein' Güt' allzeit regieret Und dein' Gerechtigkeit. Du wollst die Frommen schützen Durch dein Macht und Ge⸗ walt, Daß sie in Frieden sitzen, Die Bösen stürzen bald. 5. Du wollst dich mein' er⸗ barmen, In dein Reich nimm mich auf; Dein' Güte schenk' mir Armen Und segne meinen Lauf. Den Feinden wollst du wehren, Dem Teufel, Sünd und Tod, Daß sie mich nicht versehren, Rett mich aus aller ot. 6. Du wollst in mir ent⸗ soll ewig währen, Im Himmel ist dein Thron. Hilf, daß allhier auf Erden Den Men⸗ schen weit und breit Dein Reich bekannt mag werden, Zur ew'gen Seligkeit. 2. Von deinem Reich auch zeugen Die Dir beun bekannt. inweiset, Dazu daus Leut' aus Mor⸗ Die Knie' sie vor ir beugen, Weil du ihn'n bist Der Stern auf dich Ullch' vrt, Drum mun dich billig ünden Dein Wort, den schön⸗ sten Stern; Halt falsche Lehr' und Sünden Von meinem Herzen fern. Hilf, daß ich dich erkenne Und mit der Christen⸗ heit Dich meinen König nenne Jetzt und in Ewigkeit. Martin Böhm, geb. 1557 1622 Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern. 56. u Stern aus Inkob, Goktes 3˙⁴² Sohn, Mein König und mein Gnadenthron, Du hast des Vaters Güte Emda selig großen neuen Jahr Gemacht uns Hei⸗ den offenbar, Das preiset mein Gemüte; Dein Heil Zu teil Lassen werden uns auf Erden. Hier und droben Kann man dich nicht gnugsam loben. 2. Ich sitz' im Schatten die⸗ ser Welt, Da alles trauervoll bestellt, Und lebe in der Ferne. Doch leuchtest du, Herr, in mein Herz, Bei meinem dunkeln Seelenschmerz, Mit deinem Gnadensterne. Dies Licht Kann nicht Untergehen, muß bestehen auch im Sterben, Läßt im Tode nicht verderben. 3. So leuchte mir, mein selig' Licht, Daß mich die Welt ja blende nicht, Auf dein Wort laß mich sehen; Bis nach der Fremde dieser Welt Mein Herz dein Vaterland erhält, In Gottes Stadt zu gehen. Auf dich Seh' ich, Will nicht wanken, all' Gedanken zu dir wenden, Selig dorten anzu⸗ länden. 4. Indessen sucht mein Herze dich, Kann nicht zufrieden stel⸗ len sich, Bis es dich, Jesu, findet. Gen Bethlehem steht auch mein Sinn, Zu ziehen mit den Weisen hin. Mein Herze sich verbindet, Leiden, Freuden Nicht zu achten, bloß u trachten, dich zu haben, Aus dem Brunnen mich zu laben. 5. Vor deiner Krippen liegt mein Herz Und bringet Myrr⸗ Epiphanias. 9100 Reu' und Schmerz 5 ie begang'nen Sünden. Du Ein jel mein Gebet, der Weihrm Den liegt Und wider Tod u Mir w Teufel siegt, Die Andacht Mein? entzünden, Daß ich Freul dem ic Alles Sinnen und Begim Heilan ja mein Leben Dir kann vll 4. J übergeben. Glaube 6. Das Gold des Glaubs geschau ist in mir, So gegen dich m glänzt für und für, Wird y er auc dir hoch gehalten. Das bih deinem ich dir, mein Jesus lieb, H meinen zwar durch deinen Gnad Schme trieb, Du wirst ja end Tod d walten, Daß ich Fröh 5. K Kehr zurücke zu dem Gli. weilen wo die Heiden Du, der g lich ar Hirt, wirst weiden. und 8 Michael Kongehl, geb. 1646 4 u. kennen gescheh Mel. Valet will ich dir geben Hem 57 err Jesu, Lichth q / Heiden, Frommen Schatz und A Mer. u Wir kommen jetzt mit Freuh Ach wa Durch deines Geistes Trieh! diesen deinen Tempel suchen mit Begier Nach Siß ons Exempel, Dich, großerc darum allhier. König 2. Du wirst von uns giß ihm m den, S Herr, an jedem suchen Dahin du dich verbunden In diesen dein Verheißungswort; I gönnst noch heutzutage, man dich gleicher Weis' 4 Glaubensarmen trage, Mel Simeon, der Greis. 3. Herr, laß auch uns lingen, Daß einst wie Sin unter ach Sin roßerch is geft edem d iden Du ort; Y tage, A Weis' age, A uns e Simeh Ein jeder Christ kann singen Den schönen Schwanenton: Mir werden nun mit Frieden Mein' Augen zugedrückt, Nach⸗ dem ich schon hienieden Den Heiland hab' erblickt. 4. Ja, ja, ich hab' im Glauben, Mein Jesu, dich geschaut: Kein Feind kann dich mir rauben, Wie heftig er auch dräut. Ich wohn' in deinem Herzen, Und in dem meinen du: Uns scheiden keine Schmerzen, Kein' Angst, kein Tod dazu. 5. Hier blickst du zwar zu⸗ weilen Mich hart und ernst⸗ lich an, Daß oft vor Angst und Heulen Ich dich nicht kennen kann: Dort aber wird's geschehen Daß ich von An⸗ Hamm Zu Angesicht soll sehen Dein immer klares Licht. Joh. Frank, geb. 1616 f 1677. . Mel. Unerschaffne Lebenssonne oder: Ach was soll ich Sünder machen? 58 Woerim Herzen will 5 erfahren Und darum bemühet ist, Daß der König Jesus Christ Sich in ihm mög' offenbaren, Der muß suchen in der Schrift, Bis er disen Schatz antrifft. Epiphanias.— Passions⸗Lieder 37 2. Er muß gehen mit den Weisen, Bis der Morgenstern aufgeht Und im Herzen stille steht; So kann er sch selig preisen, Weil des Herren An⸗ gesicht Glänzt von Klarheit, Recht und Licht. 3. Denn wo Jesus ist gebo⸗ ren, Da erweiset sich gar bald Seine göttliche Gestalt, Die im Herzen war verloren. Seine Klarheit spiegelt sich In der Seele kräftiglich. 4. Alles Fragen, alles Sa⸗ gen Wird von diesem Jesu sein Und von dessen Gnaden⸗ schein, Dem sie fort und fort nachjagen, Bis die Seele in der That Diesen Schatz ge⸗ funden hat. 5. Jesu, laß mich auf der Erden, Sonst nichts suchen, als allein, Daß du mögest bei mir sein, Und ich dir mög' ähnlich werden In dem Le⸗ ben dieser Zeit Und in jener Ewigkeit. 6. So will ich mit allen Weisen, Die die Welt für Thoren acht't, Dich anbeten Tag und Nacht Und dich loben, rühmen, preisen, Lieb⸗ ster Jesu, und vor dir Christ⸗ lich wandeln für und für. Laur. Laurenti, geb. 1660 T 1722. VI. Passions⸗Lieder. Mel. Jesus, meine Zuversicht. eele, geh auf Gol⸗ 59. S gatha, Setz dich unter Irsu Kreuze Und be⸗ denke, was dich da Für ein Trieb zur Buße reize, Willst du unempfindlich sein, O so bist du mehr als Stein. 2. Sthaue doch dus Jnm⸗ Passions⸗Lieder. merbild Zwischen Erd' und dich, du höchstes Gut, Imm Himmel hangen, Wie das Blut vor den Augen sehen; Füriebe, X mit Strömen quillt, Daß ihm in allem Kreuze mich Wod anfi alle Kraft vergangen. Ach derlich, nur seliglich. lutend 1 ö der übergroßen Not! Es ist 9. Endlich laß mich muind sie N ja mein Jesus tot. Not Auch geduldig übemreuz u. 3. O Lamm Gottes ohne den; Nirgend sonst wird n 5. Der Schuld, Alles das hab' ich der Tod Als in deinen Waie be! K verschuldet, Und du hast aus den finden. Wer sich hind gro großer Huld Pein und Tod sein Bette macht, Spricht Heißelhie N für mich erduldet. Daß ich letzt: Es ist vollbrachtl son Jesu ö nicht verloren bin, Giebst Benj. Schmolck, geb. 1672 f icht Gol du in 91t 212300 195 nicht, 4. Unbeflecktes Gotteslamm, er am Ich verehre deine Liebe. Schaue 7 10 I 6. Der ö von des Kreuzes Stamm, 60 Der am Kreuzziebe! Ke Wie ich mich um dich betrübe!* meine Lihester Fr l Dein im Blute wallend Herz Meine Lieb' ist Jesus Chrin Staul Setzet mich in tausend Schmerz. Weg, ihr argen Seelendszesus mit 5. Ich kann nimmer, nim⸗Satan, Welt und Fleisch Gott mermehr Diese Plagen dir ver⸗UList! Eure Lieb' ist nicht Seele B gelten; Du verbindest mich Gott, Eure Lieb' ist gar Freuz ist so sehr; Alle Güter, tausend Tod. Der am Kreuz ist mih mich Welten, Alles wäre noch kein Liebe, Weil ich mich im H Dank Nur für deinen Gallen⸗Uben übe. trank. 2. Der am Kreuz ist mizer. Nun l 6. Nun, ich weiß noch was Liebe! Frevler, was befremh sür dich: ich will dir mein dich, Daß ich mich im 6391 Herze geben. Dieses soll be⸗übe? Jesus gab sich selbtzs: 2 sländiglich Unter deinem Kreuze mich; So ward er mein Fuheist ve leben. Wie du mein, so will schild, Aber auch mein Lehem Le ich dein Lebend, leidend, ster⸗ bild. Der am Kreuz u. erwund bend sein. 3. Der am Kreuz ist mnd See 7. Laß dein Herz mir offen Liebe! Sünde, du bist mit 2. stehn, Offne deiner Wunden haßt. Weh mir, wenn ihe Thüre; Da hinein will ich betrübe, Der für mich am Hu sein stets gehn, Wenn ich Kreuz erblaßt! Kreuzigt' ich u mein und Not verspüre, Wie ein Gottes Sohn? Trät'i Rut Erg 10 5 nach Wasser dürst't,‚ sein Blut mit Hohn? Das Bis du mich erquicken wirst. Kreuz u. s. w. 3. De 8. Kreuzige mein Fleisch 4. Der am Kreuz ist nem Ang und Blut, Lehre mich die Liebe! Schweig, Gewisf Welt verschmuhen; Laß mich nicht! Goit zelgt seine „Imy 1 Wenn dich Sünd' und ich Mkod ansicht. Schaue, wie er Autend ringt Mit der Sünd' ich mund sie bezwingt. Der am übemreuz u. s. w. wirden 5. Der am Kreuz ist meine ien Maiebe! Keine Not, wie schwer sich ind groß, Hunger, Blöße, ppricht Heißelhiebe, Nichts macht mich achtl son Jesu los; Nicht Gewalt, 672 4 micht Gold, nicht Ruhm, En⸗ el nicht, kein Fürstentum. meine der am Kreuz u. s. w. 6. Der am Kreuz ist meine Kreuz ziebe! Komm, Tod komm, mein e Hhester Freund! Wenn ich wie sus Chhin Staub zerstiebe, Wird mein, eelendizesus mir vereint; Da, da schau Fleisch Gottes Lamm, Meiner nicht Heele Bräutigam. Der am ist gar kreuz ist meine Liebe, Weil iz ist uch mich im Glauben übe. im O 1668. ist mpel. Run laßt uns den Leib begraben. e — 6031 Die Seele Christ h selbu1 heil ge mich, Sein iein Fuheist versetze mich in sich, ein Lhsein Leichnam, der für mich u. erwund't, Der mach mir Leib uz 1R37—4 ist mnd Seel' gesund. i un. Das Wasser, welches shuf den Stoß Des Speers Wam seiner Seite floß, Das ich i mein Bad, und all sein rät'ich Zlut Erquicke mir Herz, Sinn u? Dand Mut. ů 3. Der Schweiß von sei⸗ nem Angesicht Laß mich nicht mmen ins Gericht; Sein nzes Leiden, Kreuz und Pein, 1z ist wissen, eine Y Passions⸗Lieder. das wolle meine Stärke sein. 39 4. O Jesu Christ, erhöre mich, Nimm und verbirg mich Han in dich; Schließ mich in eine Wunden ein, Daß ich vorm Feind mag sicher sein. 5. Ruf mir in nieiner letz⸗ ten Not Und setz mich neben dich, mein Gott, Daß ich mit deinen Heil'gen all'n Laß ewig⸗ lich dein Lob erschall'n. Joh. Scheffler(Angelus Silesius,) geb. 1624 1 1677. Mel. An Wasserflüssen Babylon. 62 En Lämmlein geht und trägt die Schuld Der Welt und ihrer Kinder; Es geht und büßet in Geduld Die Sünden aller Sün⸗ der. Es geht dahin, wird matt und krank, Ergiebt sich auf die Würgebank, Entzieht sich allen Freuden; Es nimmet an Schmach, Hohn und Spott, Angst, Wunden, Striemen, Kreuz und Tod Und spricht: Ich will's gern leiden. 2. Das Lämmlein ist der große Freund Und Heiland meiner Seelen, Den, den hat Gott zum Sündenfeind Und Sühner wollen wählen.„Geh hin, mein Kind, und nimm dich an Der Kinder, die ich ausgethan Zur Straf' und Zornesruten: Die Straf' ist schwer, der 6 0 ist groß; Du kannst und sollst sie ma⸗ chen loß Durch Sterben und durch Bluten.“ 3.„„Ja, Vater, ja von Her⸗ zensgrund, Leg auf, ich will 40 dir's tragen, Mein Wollen hängt an deinem Mund, Mein Wirken ist dein Sagen.““ O Wunderlieb, o Liebesmacht, Du kannst, was nie ein Mensch gedacht, Gott seinen Sohn ab⸗ zwingen. O Liebe, Liebe! du bist start, Du streckest den in Grab und Sarg, Vor dem die Felsen springen. 4. Mein Lebetage will ich dich Aus meinem Sinn nicht lassen, Dich will ich stets, Deaat wie du mich, Mit Lie⸗ esarmen fassen. Du sollst sein meines Herzens Licht, Und wann mein Herz in Stücke bricht, Sollst du mein Herze bleiben; Ich will mich dir, mein höchster Ruhm, Hier⸗ mit zu deinem Eigentum Be⸗ ständiglich verschreiben. 5. Ich will von deiner Lieb⸗ lichkeit Bei Nacht und Tage singen, Mich selbst auch dir zu aller Zeit 2—5 Freudenopfer bringen; Mein Bach des Lebens soll sich dir Und deinem Namen für und für In Dankbarkeit ergießen; Und was du mir u gut gethan, Das will ich stets, so tief ich kann, In mein Gedächtnis schließen. 6. Erweitre dich, mein Her⸗ zensschrein, Du sollst ein Schatzhaus werden Der Schätze, die viel größer sein Als Himmel, Meer und Erden. Weg mit den Schätzen dieser Welt, Weg Wollust, Ehre, Pracht un Geld, Ich hab ein Bessres funden; Mein großer Schatz, Herr Jesu Christ, Ist dein Passions⸗Lieder. Dies V Blut, das geflossen ist Jesus ft deines Leibes Wunden. für dich 7. Das soll und wil Seligkei mir zu Nutz Zu allen Malles, al machen, Im Streite sohmnchrp sein mein Schutz, In Traß 2. Es keit mein Lachen, In Frül Kreuze keit mein Saitenspiel, Prophet wenn mir nichts mehrs chm niemals will, Soll mich dies M Ist nur speisen; Im Durst solls Wunder mein Wasserquell, In Eil von En keit mein Sprachgesell durch Haus und auch auf R 3. E 8. Was schadet mir g'nug e Todes Gift? Dein Blut, di mehr ve mein Leben; Wenn migh versöhn Sonnen Hitze trifft, So Weil mir's Schatten geben. erfüllet mir der Schmerz der Wal in Ang u, So find' ich bei dirn Man g Ruh', Als auf dem Bel bracht! Kranker; Und wenn des n 4. Ungestüm Mein Schifflein soll ich bet um und um, So bi Jesu, dann mein Anker. denn 9. Wann endlich ich Wird treten ein In deines R angese Freuden, So soll dies ich vo mein Purpur sein, Ih Wird mich darein kleiden; E vollbr sein meines Hauptes 5. In welcher ich will n befreit Thron Des höchsten U Seligk. gehen Und dir, dem en anvertraut, Als eine schmückte Braut An Seite stehen. Paul Gerhardt, geb. 1607f ag' brach Eigene Melodie. 6 Dies Wort, mein Herz, das ist Jesus spricht, Da er am Kreuze en. für dich stirbet Und dir die d wil Seligkeit erwirbet; Da er, der [len NMalles, alles wohlgemacht, Nun⸗ 07 konnten, racht durch Jesu 5 gestillet, n eben. erfüllet: Was ist's, daß man der Wi in Angst und Sorgen wacht? ei dirn Man glaube nur: es ist voll⸗ em Beh bracht! idesen 4. Es ist vollbracht, was chifflen soll ich nun Dazu noch, o mein So hi Jesu, thun? Nichts, nichts; denn was von dir geschehen, ich ih Wird schon als mein Werk ines M angesehen. Auch das, was [( dies ich vollbringe Tag und Nacht, n, Ih Wird von dir selbst in mir en; S vollbracht. wtes 5. Es ist vollbracht! ich bin will vn befreit, Ich habe schon die sten N Seligkeit! Weil Sünd' und dem en Tod sind weggenommen, Ist eine m Gnad' und Leben wiederkom⸗ An men. Darum, wenn auch gleich alles bricht und kracht, b. 1607H Sag' i‚ getrost: es ist voll⸗ — bracht! lobie. 6. Es ist vollbracht! ver⸗ t. vollh giß ja nicht Dies Wort, mein giß ja Passions⸗Lieder. 41 Herz, das Jesus spricht, Und laß es dir auch dazu dienen, Daß du vollbringst, was dir will ziemen. So lang du lebst, laß dies nicht aus der Acht, Daß Jesus spricht: es ist vollbracht! Joh. Eusebius Schmidt, geb. 1669 f 1745. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 64 Fi ihr Augen, * fließt von Thrä⸗ nen, Und beweinet eure Schuld; Brich, mein Herz, von Seufzen, Sehnen, Weil ein Lämmlein in Geduld Nach Jerusalem zum Tod, Ach, zum Tod für deine Not Und der ganzen Welt hinwandelt! Ach, denk, wie du hast gehandelt! 2. Es soll nun vollendet werden, Was davon geschrieben ist, Und warum auf diese Erden Ist gekommen Jesus Christ: Schauet nun des Höchsten Sohn In dem Leiden, Schmach und Hohn, In den Wunden, in den Schmerzen Und nehmt alles wohl zu Herzen. 3. Ich will dir ein Opfer geben; Seel' und Leib ist meine Gab'. Jesu, nimm dies arme Leben, Weil ich ja nichts bess'res hab; Töt in mir, was dir mißfällt, Leb in mir auf dieser Welt: Laß mich mit dir leben, sterben Und dein Reich im Himmel erben. 4. Tausendmal sei dir ge⸗ sungen, Liebster Jesu, Preis und Ruhm, Daß du Höll' und Tod bezwungen: Nun bin ich dein Eigentum, Und du meine Freud' und Wonn'; Möcht' ich dich, o schönste Sonn', Bald in deiner Krone sehen! Komm, dein Leiden ist ge⸗ schehen. Laur. Laurenti, geb. 1660 + 1722. Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu dir. 65 Har Jesu, deine * Angst und Pein Und dein betrübtes Leiden Laß mir vor Augen all'zeit sein, Die Sünde zu vermei⸗ den. Laß mich an deine große Not Und deinen herben, bittern Tod, Dieweil ich lebe, denken. 2. Die Wunden alle, die du hast, Hab' ich dir helfen schlagen, Auch meine große Sündenlast Dir aufgelegt zu tragen: Ach liebster Heiland, schone mein, Laß diese Schuld vergessen sein, Laß Gnad' für Recht ergehen. 3. Du hast verlassen dei⸗ nen Thron, Bist in das Elend gangen, Ertrugest Schläge, Spott und Hohn, Mußtest am Kreuze hangen, Auf daß du für uns schafftest Rat Und unsre schwere Missethat Bei Gott versöhnen möchtest. 4. Drum will ich jetzt zur Dankbarkeit Von Herzen dir lobsingen, Und wenn du zu der Seligkeit Mich wirst hin⸗ künftig bringen: So will ich daselbst noch viel mehr Zu⸗ samt dem ganzen Himmels⸗ heer Dich ewig dafür loben. Passions⸗Lieder. * 5. Herr Jesu, deine A und Pein Und dein bu Ihf tes Leiden Laß meine 2585 ist her o sein, Wenn ich ür Mi ier soll scheiden. Ach ne daß ich durch deinen 2O Fein sanft beschließe m mit Do Not Und selig sterbe. esicht Unbekannt.“ net, Di mit Gal Mel. O Christ, mein's g. gehenket e Jesu Lich. menz geh⸗ B err Jesu 66 H Ursach 60 dein teures meine Ist meiner Seele höchstes habe Das stärkt, das labt, du erdi macht allein Mein Herz 4. allen Sünden rein. doch d 2. Dein Blut, mein Schm Hirte mein Ehrenkleid, Dein' ie Se schuld und Gerechtigkeit, W. der ger daß ich kann vor Gott 5. stehn Und der Himmi recht freud' eingehn. Der 3. O Jesu Christe, G Gottn Sohn, Mein Trost, Dend verwir und Gnadenthron! Dein res Blut, dein Leben 96.8 Giebt mir stets neue Oabe voller kraft. Bis zi 4. Herr Jesu, in der leh Guts Not, Wenn mich schreckt 20 ich do Höll' und Tod, So laf Ewigl dies mein Labsal sein: 7. Blut macht mich von Sinh ohn' e rein. bracht Joh. Olearius, geb. 1611 4 Ich! Tust Eigne Melodie. 2.— 67. erzliebster I zu al * was hast du h g'nug Himm⸗ te, Geh mein Dein 311 1 st du hi geh 0 meine enket. 3. Was ist P. 17.ch Ursach' solcher Plagen, — u. Sch, 10 Jan, eschlagen. Ich, ach Herr Jesu, b dies verschuldet, Was du erduldet. 4. Wie wunderbarlich ist doch diese Strafe, Der gute n leidet für die Schafe; ie Schuld bezahlt der Herre, der gerechte, Für seine Knechte. 5. Der Fromme stirbt, der recht und richtig wandelt; Der Böse lebt, der wider Gott mißhandelt; Der Mensch verwirkt den Tod und ist ent⸗ gangen, Du wirst gefangen. 6. Ich war von Fuß auf voller Schand' und Sünden, Bis zu dem Scheitel war nichts Guts zu finden; Dafür hätt' ich dort in der Hölle müssen Ewiglich büßen. 7. O große Lieb', o Lieb' ohn' alle Maße, Die dich ge⸗ bracht auf diese Marterstraße! Ich lebte mit der Welt in ust und Freuden, Und du mußt leiden. 8. Ach, großer König, groß zu allen Zeiten, Wie kann ich g'nugsam solche Treu aus⸗ Passions⸗Lieder. 43 breiten? Keins Menschen Herz vermag es auszudenken, Was dir zu schenken. 9. Ich kann's mit meinen Sinnen nicht erreichen, Wo⸗ mit doch dein Erbarmen zu vergleichen; Wie kann ich dir denn deine Liebesthaten Im Werk erstatten? 10. Doch ist noch etwas, das dir angenehme: Wenn ich des Fleisches Lüste dämpf' und zähme, Daß sie aufs neu mein Herze nicht entzünden Mit alten Sünden. 11. Weil's aber nicht besteht in eig'nen Kräften, Fest die Begierden an das Kreuz zu heften, So gieb mir deinen Geist, der mich regiere, Zum Guten führe. 12. Alsdann so werd' ich deine Huld betrachten, Aus Lieb' zu dir die Welt für nichts mehr achten, Bemühen werd' ich mich, Herr, deinen Willen Stets zu erfüllen. 13. Ich werde dir zu Ehren alles wagen, Kein Kreuz nicht achten, keine Schmach noch Plagen, Nichts von Ver⸗ folgung, nichts von Todes⸗ schmerzen Nehmen zu Herzen. 14. Dies alles, ob es zwar für schlecht zu schätzen, Wirst du es doch nicht gar bei Seite setzen; In Gnaden wirst du dies von mir annehmen, Mich nicht beschämen. 15. Wann dort, Herr Jesu, wird vor deinem Throne Auf meinem Haupte stehn die Ehrenkrone, Da will ich 4⁴ Passions⸗Lieder. dir, wann alles wird wohl klingen, Lob und Dank singen. Joh. Heermann, geb. 1585 4 1647. Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu dir. 68 Ich dante dir für * X deinen Tod Und die gehäuften Plagen, Die du, mein Heiland, mich aus Not Zu retten, hast ertragen. Laß das Verdienst von deiner Pein, Ein Trost für meine Seele sein, Wenn mich die Sünden kränken. 2. Ich danke dir für deine Huld, Die du mir hast erzeiget, Da du mit Zahlung meiner Schuld Dein Haupt zu mir geneiget. O wende dich zu mir, mein Gott, Mit Trost in mei⸗ ner letzten Not, Daß mich der Tod nicht schrecke. 3. Erhalt' in deinem Dienst mich treu, Bis Leib und Seele scheiden, Daß nicht an mir vergeblich sei Dein teuerwertes Leiden. Und wenn mein Lauf vollendet ist, So nimm mich dahin, wo du bist, Auf daß ich bei dir lebe. Joh. Scheffler(Angelus Silestus) geb. 1624 1677. Mel. Christus, der uns selig macht. 69 QDesu, deine Passion 2 Will ich jetzt be⸗ denken; Wollest mir vom Him⸗ melsthron Geist und Andacht schenken. In dem Bilde jetzt erschein', Jesu, meinem Herzen, Wie du, unser Heil zu sein, Littest alle Schmerzen. 2. Meine Seele sehen m Deine Angst und Bande, Di Schläge, deine Schmach, Dah Kreuzesschande, Deine Gei Dornenkron', Speer⸗ und. gelwunden, Und den Tod Gottessohn, Den du hast ⸗ pfunden. 3. Doch laß mich ja n allein Deine Marter seh⸗ Laß mich auch die Urse fein Und die Frucht versteh Ach, die Ursach' war auch Ich und meine Sünde; A. hat gemartert dich, Daß Gnade finde! 4. Jesu, lehr' bedenken n Dies mit Buß' und Ra i Hilf, daß ich mit Sünde“ Mart're nicht aufs ne⸗ Sollt' ich dazu haben Lust hi nicht wollen meiden, Was n Heiland büßen mußt Mi⸗ großen Leiden? ů 5. Wenn mich meine Sin will Schrecken mit der Hah Jesu, mein Gewissen still', A. ins Mittel stelle, Dich. deine Passion Laß mich gläh fassen; Liebst du mich, o Goh Sohn, Wie kann Gott i hassenꝰ 4 6. Gieb auch, Jesu, daß gern Dir das Kreuz nachn Daß ich Demut von dir l Und Geduld in Plage, ich dir geb' Lieb' um Ll Indes laß dies Lallen, 309 ser'n Dank ich dorten ge⸗ Jesu, dir gefallen. 2 igism Birken,„ N HW ges. 1651. 99 4 15 70. Mel. Fra Qual: mir zu in Leib mir et! ich bal erlaube der S 2. 2 weiden und B dein L wieder nken n d Ra inde neh Lust l; Was m⸗ t Miih ne Sin er Hüh till„A Dich n h gläuh 0 Goh rott 1 , daß! iachtmn dir ge, Lil en, M ten ge geb. 1 Passions⸗Lieder. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. 70. Oesu, deine tiefen i0* 80 Wunden, Deine Qual und bitt'rer Tod Geben mir zu allen Stunden Trost in Leib's⸗und Seelennot. Fällt mir etwas Arges ein, Denk' ich bald an deine Pein, Die erlaubet meinem au sche Mit der Sünde nicht zu scherzen. 2. Will sich denn in Wollust weiden Mein verderbtes Fleisch und Blut, So gedenk' ich an dein Leiden: Bald wird alles wieder gut, Kommt der Satan und setzt mir Heftig zu, halt' ich ihm für Deine Gnad' und Gnadenzeichen, Bald muß er von dannen weichen. 3. Will die Welt mein Herze führen Auf die breite Wollust⸗ bahn, Da nichts ist als Ju⸗ bilieren, Alsdann schau' ich emsig an Deiner Marter Zent⸗ nerlast, Die du ausgestanden hast: So kann ich in Andacht bleiben, Alle böse Lust ver⸗ treiben. 4. Ja, für alles, das mich kränket, Geben deine Wunden Kraft; Wenn mein Herz hin⸗ ein sich senket, Fühl' ich neuen Lebenssaft. Deines Trostes Süßigkeit Wend't in mir das bitt're Leid, Der du mir das Heil erworben, Da du bist für mich gestorben. 5. Auf dich setz' ich mein Vertrauen; Du bist meine 255 aue Dein Tod hat den od zerhauen, Daß er mich kann töten nicht. Daß ich an 2. 4⁵ dir habe teil, Bringet mir Trost, Schutz und Heil; Deine Gnade wird mir geben Auf⸗ erstehung, Licht und Leben. 6. Hab' ich dich in meinem Herzen, Du Brunn' aller Gü⸗ tigkeit, So empfind' ich keine Schmerzen Auch im letzten Kampf und Streit; Ich ver⸗ berge mich in dich. Welch' Feind kann verletzen mich? Wer 9er legt in deine Wunden, Der hat glücklich überwunden. Joh. Heermann, geb. 1585 4 1647. Eigene Melodie. 71. Jesu, meines Lebens * N. Leben, Jesu, mei⸗ nes Todes Tod, Der du dich für mich gegeben In die tiefste Seelennot, In das äußerste Verderben, Nur daß ich nicht möchte sterben: Tausend, tausendmal sei dir, Liebster Jesu, Dank dafür. 2. Du, ach du hast ausge⸗ standen Lästerreden, Spott und Hohn, Speichel, Schläge, Strick und Banden, Du gerechter Gottessohn, Nur mich Armen zu erretten Von des Teufels Sündenketten. Tausend u. s. w. 3. Wunden ließest du dir schlagen, Dich erbärmlich rich⸗ ten zu, Um zu heilen meine Plagen, Um zu setzen mich in Ruh! Ach du hast zu meinem Segen Lassen dich mit Fluch belegen. Tausend u. s. w. 4. Man hat dich sehr hart verhöhnet, Dich mit großem Schimpfbelegt, Undmit Dornen 46 gar gekrönet; Was hat dich dazu bewegt? Daß du möchtest mich ergötzen, Mir die Ehrenkron' aufsetzen. Tausend u. s. w. 5. Du hast wollen sein ge⸗ schlagen, Mich zu lösen von der Pein, Fälschlich lassen dich anklagen, Daß ich könnte sicher sein. Daß ich möchte trostreich prangen, Hast du sonder Trost Rehanen Tau⸗ send u. s. w. 6. Du hast dich mit Schmach bedecket, Hast gelitten mit Ge⸗ duld, Gar den herben Tod ge⸗ schmecket, Um zu büßen meine Schuld. Daß ich würde los gezählet, Hast Du wollen sein gequälet. Tausend u. s. w. 7. Deine Demut hat gebüßet Meinen Stolz und Uebermut, Dein Tod meinen Tod ver⸗ süßet; Es kommt alles mir 5u gut; Dein Verspotten, dein Verspeien Muß zu Ehren mir gedeihen. Tausend u. s. w. 8. Nun ich danke dir von Herzen, Jesu, für gesamte Not, Für die Wunden, für die Schmerzen, Für den herben bittern Tod; Für dein Zittern, für dein Zagen, Für die tau⸗ sendfachen Plagen, Für dein“ Angst und tiefe Pein Will ich ewig dankbar sein. Ernst Chr. Homburg, geb. 1605 1 1681. Mel. Herr und Aeltster deiner. 72 Manengoues, wer * kann dein ver⸗ Passions⸗Lieder. essen, Der in dir sein Vi sem fand? Nein, wir wol immer mehr ermessen Doh Liebe teures Pfand. Un 73. ner Gre Seele soll sich daran nähn durch d Unsre Ohren nie was Lieb Seele. hören. Alle Tage werd? 2. M Bild Schöner uͤnserm vieler 7 enthüllt. bens 2. Tausend Dank, du un ein 5 treues Herze, Leib und S—90 5 beten an, Daß du unter Man du wir Angst und Schmerze Hast wecken: uns genug gethan. Laßalfäubig jedes um so heißer lieben,—55 20 es noch im Glauben sich m 4 e üben, Bis es einst als di Kämm Braut Dich von Angesih sen li⸗ schaut. deinen 3. Meine kranke und besiege dürft'ge Seele Eilet den 5. 6 Wunden zu, Daß 16 sich! Leib 1 Gnadenborn erwähle, Wo auferst . Fried' und Ruh'. J klärter ein Kreuz laß, Herr, m gehen. gläubig sehen; Laß dein m 6.4 terbild stets vor mir steh Jesu, So geht mir bis in mein r senken 91 2 von meinem Frih Tod ab. S.alom 4. Die wir uns allhier) Mel sammen finden, Schlagen un Hände ein, Uns auf deh 74 Marter zu verbinden, Dir g ewig treu zu sein; Und zz Jesue Zeichen, daß dies Lobgel Er n⸗ Deinem Herzen angenehm m und schöne, Sage Amen und Das gleich: Friede, Friede sein verdi euch! 3 2. Chr. R. Graf v. Zinzendorf, geb. 1 4— 1754. 2 8—2 ö in WU Oo ruhest du, O mei⸗ 73. S ne Ruh', In dei⸗ ner Grabeshöhle, Und erweckst du wirst Mich wieder aufer⸗ wecken: sen liege, Mel. O Traurigkeit, o Herzeleid. durch deinen Tod Meine tote Seele. 2 Man senkt dich ein Nach vieler Pein, Du meines Le⸗ bens Leben! Dich hat jetzt ein Felsengrab, Fels des Heils, umgeben. ö 3. O Lebensfürst, Ich weiß, Sollte denn mein gläubig Herz Vor der Gruft erschrecken? Passions⸗Lieder. 47 niemand gleicht. Was Wun⸗ der, daß die Erde kracht, Und es wird Nacht, Weil Gottes Sohn wird umgebracht! 3. Die Sonn' verlieret ihren Schein, Des Tempels Vor⸗ hang reißet ein, Der Heil' gen Gräber öffnen sich Ganz wun⸗ derlich, Sie stehen auf gar sichtbarlich. 4. Weil denn die Kreatur sich regt, So werd', o Mensch hierdurch bewegt. Ein Fels zerreißt, und du wirst nicht, Durch dies Gericht Bewogen, daß dein Herze bricht? 5. Du bist ja schuld, dies 4. Sie wird mir sein Ein Kämmerlein, Da ich auf Ro⸗ Weil ich nun durch deinen Tod Tod und Grab besiege. 5. Gar nichts verdirbt, Der Leib nur stirbt; Doch wird er auferstehen, Und in ganz ver⸗ klärter Zier Aus dem Grabe gehen. 6. Indes will ich, Mein Jesu, dich In meine Seele senken, Und an deinen bittern Tod Bis zum Grab gedenken. Salomon Frank, geb. 1659 1725. Mel. Ich hab mein' Sach' Gott. 74 Nun ist es alles 32 wohlgemacht, Weil Fne ruft: Es ist vollbracht! r neigt sein Haupt, o Mensch, und stirbt, Der dir erwirbt Das Leben, das niemals verdirbt. 2. Der Herr der Herrlichkeit erbleicht, der Lebensfürst, dem nimm in acht, Daß Jesus ist ans Kreuz gebracht! Ihm, der für dich sein Leben gab, Folg' in das Grab Und stirb dem Greul der Sünden ab. 6. Ach, Vater, ach, dein ein'ger Sohn Erbleicht am Kreuz mit Schmach und Hohn Nun dies geschieht für meine Schuld;: Drum hab' Geduld HBuld. in Jesu Gnad' und ul 7. Töt', Jesu, selbst in meiner Brust, Was sich noch find't von böser Lust Und altem Menschen, daß ich streb' Und mich erheb' Gen Himmel und dir, Jesu, leb'. 8. Ich will nun abgestorben sein Der Sünd' und leben dir allein; Es hat dein Tod das Leben mir Gebracht herfür Und aufgethan die Himmels⸗ thür. 99 O Jesu Christe, stärke mich In meinem Vorsatz kräf⸗ tiglich. Laß mich den Kampf so führen fort Nach deinem Wort, Daß ich die Kron' er⸗ lange dort. 10. So will ich dich, Herr Jesu Christ, Daß du für mich gestorben bist, Von Herzen preisen in der Zeit Und nach dem Streit' In Freud' und Wonn' in Ewigkeit. Laurentius Laurenti, geb. 1666 4 1698. Eigne Melodie. O 75⁵ O du Liebe meiner * Liebe, Du er⸗ wünschte Seligkeit, Die du dich aus höchstem Triebe In das jammervolle Leid Deines Leidens, mir zu gute, Als ein Schlachtschaf eingestellt Und bezahlt mit deinem Blute Alle Missethat der Welt; 2. Liebe, die mit Schweiß und Thränen An dem Oel⸗ berg sich betrübt; Liebe, die mit Blut und Sehnen Unauf⸗ hörlich fest geliebt; Liebe, die mit allem Willen Gottes Zorn und Eifer trägt, Den, so nie⸗ mand konnte stillen, Hat dein Sterben hingelegt; 3. Liebe, die mit starkem erzen Schmach und Spott und ohn gehört; Liebe, die mit Angst und Schmerzen Nicht der strengste Tod versehrt; Liebe, die sich liebend zeiget, Als sich Kraft und Atem end't; Liebe, die sich liebend neiget, Als sich Leib und Seele trennt, 4. Liebe, die mit ihren Ar⸗ men Mich zuletzt umfangen Passions⸗Lieder. wollt'; Liebe, die aus Lih O Hau erbarmen Mich zuletzt in hu Mit hü ster Huld Ihrem Vater üh Jetzt a lassen, Die selbst starben Gegrüf für mich bat, Daß mich 2. 2 der Zorn soll fassen, M. vor so mich ihr Verdienst vertrat, Das g 5. Liebe, die mit so h. bist du Biant Gegen mich sch sei Braut, Unaufhörlich sich vn bunden Und auf ewig anve 3u kraut: Liebe, laß auch ma lich zu Schmerzen, Meines Lebeh 3 bittre Pein In dem bluth⸗ wund'ten Herzen Sanft in Ist hit gestillot be 6. Liebe, die für mich storben Und ein immerwöhn n Gut An dem Kreuzesholz“ komme worben Ach, wie denk' ich Kraft dein Blut! Ach, wie dank 43 deinen Wunden, Du wund'te Liebe du, Wenn in den letzten Stunden S Was in deinen Armen ruh'' her, h 7. Liebe, die sich tot Zorn kränket Und für mein erkalkl Herz In ein kaltes Grab blick senket, Ach! wie dank' ich d nem Schmerz, Habe Dank.: ter, du gestorben, Daß ich e an! leben kann, Und der Seh Güte Heil erworben! Nimm i than. ewig liebend an. gelab Elise v. Senitz f. Kost, Mel. Herzlich thut mich verlangn 76. O Haupt voll Vn * und Wunden, V Schmerz und voller Hohz O Haupt, zum Spott gebunde Mit einer Dornenkron'I Lenn en Sah nitz 1 Passions O Haupt, sonst schön gezieret Mit Jetzt aber höchst schimpfieret: höchster Ehr' und Zier, Gegrüßet seist du mir. 2. Du edles Angesichte, Da⸗ vor sonst schrickt und scheut Das große Weltgewichte, Wie bist du so bespeit! Wie bist du so erbleichet! Wer hat dein Augenlicht, Dem sonst kein Licht mehr gleichet, So schänd⸗ lich zugericht? 3. Die Farbe deiner Wan⸗ en, der roten Lippen Pracht st hin und ganz vergangen; Des blaßen Todes Macht Hat alles hingenommen, Hat alles hingerafft, Und daher bist du kommen Von deines Leibes Kraft. 4. Nun, was du, Herr, er⸗ duldet, Ist alles meine Last, Ich hab' es selbst verschuldet, Was du getragen hast; Schau her, hier steh' ich Armer, Der Zorn verdienet hat: Gieb mir, o mein Erbarmer, den An⸗ blick deiner Gnad'! 5. Erkenne mich, mein Hü⸗ ter, Mein Hirte, nimm mich an! Von dir, Quell aller Güter, Ist mir viel Gut's ge⸗ than. Dein Mund hat mich elabet Mit Milch und süßer dost, Dein Geist hat mich be⸗ ——3 Mit mancher Himmels⸗ ust. 6. Ich will hier bei dir stehen, Verachte mich doch nicht! Von dir will ich nicht deich Wenn dir dein Herze richt: Wenn dein Haupt wird Lieder. 49 Alsdann will ich dich fassen In meinen Arm und Schoß. 7. Es dient zu meinen Freuden Und kommt mir herzlich wohl, Wenn ich in dei⸗ nem Leiden, mein Heil, mich finden soll. Ach, möcht' ich, o mein Leben, An deinem Kreuze hier Mein Leben von mir geben, Wie wohl geschähe mir! 8. Ich danke dir von Her⸗ zen, O Jesu, liebster Freund, Für deine Todesschmerzen, Da du's so gut gemeint. Ach, gieb, daß ich mich halte Zu dir und deiner Treu, Und wenn ich nun erkalte, In dir mein Ende sei. 9. Wenn ich einmal soll scheiden, so scheide nicht von mir; Wenn ich den Tod soll leiden, So tritt du dann her⸗ für. Wenn mir am allerbäng⸗ sten Wird um das Herze sein, So reiß mich aus den Aeng⸗ sten Kraft deiner Angst und Pein. 10. Erscheine mir zum Schil⸗ de, Zum Trost in meinem Tod Und laß mich sehn dein Bilde in deiner Kreuzesnot. Da will ich nach dir blicken, Da will ich glaubensvoll Dich fest an mein Herz drücken; Wer so stirbt, der stirbt wohl. Paul Gerhardt, geb. 1607 4 1676. Mel. Christus, der uns selig macht. 10. O hilf, Christe, Got⸗ tes Sohn, Durch dein bitter Leiden, Daß wir, erblassen Im letzten Todesstoß, dir stets unterthan, Alles Böse 6 50 Passions⸗Lieder. meiden, Deinen Tod und sein? P Ursach' Fruchtbarlich beden⸗ ken, Dafür, wiewohl arm und schwach, Dir Dankopfer schen⸗ en. V. 8. aus dem Lied: Christus, der uns selig macht. M. Weiße, 1581. Eigene Melodie. (8. Lamm Gottes, unschuldig Am Stamm des Kreuzes geshluch⸗ tet, Allzeit erfunden geduldig, Wiewohl du warest verachtet: All' Sünd' hast du getragen, Sonst müßten wir verzagen: Erbarm' dich unser, o Jesu! 2. O Lamm Gottes unschul⸗ dig u. s. w. 3. O Lamm Gottes unschul⸗ dig u. s. w. Gieb uns deinen Frieden, o Jesu! Nicolaus Decius 4 1541. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. 79. O Welt, sieh hier 22 dein Leben Am Stamm des Kreuzes schweben, Dein Heil sinkt in den Tod. Der große Fürst der Ehren Läßt willig sich beschweren Mit Schlägen, Hohn und großem Spott. 2. Tritt her und schau mit Fleiße, Sein Leib ist ganz mit Schweiße Des Blutes überfüllt. Aus seinem edeln Herzen Vor unerschöpften Schmerzen Ein Seufzer nach dem andern quillt. 3. Wer hat dich so geschla⸗ gen, Mein Heil, und dich mit lagen So übel zugerichth„ Du bist ja nicht.. Leib un Wie wir und unsre Kin Von Missethaten weißt 10. J nicht. setzen, N 4. Ich, ich und meine S den, Die sich wie Körnlein den Des Sandes an d Meer, Die haben dir erreg Das Elend, das dich schlih 11. 2 Und das betrübte Marterht den De 5. Ich bins, ich sollte büsß zünden, An Händen und an Fis gehn, Gebunden in der Höll'. ie 30 Geißeln und die Banden i. ich aus was du ausgestanden, 12. hat verdienet meine Seel. dieren, 6. Du nimmst auf deih zieren Rücken Die Lasten, die Mut. drücken Viel schwerer als! lieben. Stein. Du wirst ein Fih trüben dagegen Verehrst du mir g Boshe Segen, Dein Schmerze m„13. mein Labsal sein. Roe 7. Du setzest dich zum gen, Ja, lässest dich gar u gen Für mich und m seine Schuld. Mir lässest du 3. seine krönen Mit Dornen, die— höhnen, Und leidest alles 148 Geduld. schlag 8. Ich bin, mein Heil, clü bunden All Augenblick u. 3—ð—V38 Stunden Dir überhoch m. sehr; Was Leih und e ge vermögen, Das soll ich bilh legen Allzeit an deinen Di Sttz und Ehr'. 2— 9. Nun, ich kann nicht Die geben In diesem armen Leb Eins aber will ich thun: soll dein Tod und Leiden, A jericht Aum stets in meinem Herzen ruhn. 80 Serle mach dich deißt arterhe den Den frommen Gott ent⸗ te büsß uFih ich bilh ien Dinh nicht Y ien Leben thun: eiden, H ö Ha Mir G zähmen mich; Das Unrecht will ich dulden, Dem Nächsten seine Schulden Verzeihen gern und williglich. schlagen Mit dir und dem Passions⸗Lieder. 51 Leib und Seele scheiden, Mir Mel. Christus, der uns selig macht. 10. Ich will's vor Augen heiligauf, Jesum seen, Mich stets daran ergöbe' zu begleiten Gen Jerusalem ne Ei Jch sei much, mo ec dar soll mir sein ein Spiegel Der In der Andacht folg' ihm nach Unschuld und ein Siegel Der Zu den bittern Leiden, Bis Lieb' und unverfälschten Treu. du aus dem Ungemach Zu ihm Es hinauf, Tritt ihm an die Seiten. wirst abscheiden. 2. Seele, siehe, Gottes Lamm Gehet zu den Leiden, Deiner Seele Bräutigam, Als zu Hoch⸗ zeitsfreuden. Geht, ihr Töchter von Zion, Jesum zu em⸗ pfangen; Sehet ihn in seiner Kron' Unter Dornen prangen. 3. Du zeuchst als ein König ein, Wirst dafür empfangen; Aber Bande warten dein, Dich damit zu fangen. Statt der Ehre Hohn und Spott Wird man dir, Herr, geben, Bis du durch des Kreuzes Tod Schlie⸗ ßen wirst dein Leben. 4. Das Kreuz ist der Königs⸗ thron, Drauf man dich wird setzen, Dein 518 u mit der Dornenkron' Bis in den Tod verletzen. Jesu, dein Reich auf der Welt Ist ja lauter Leiden! So ist es von dir be⸗ stellt Bis zum letzten Scheiden. 5. Du wirst, Herr der Herr⸗ lichkeit, Ja wohl müssen sterben, Daß des Himmels Ewigkeit Ich dadurch mög' erben. Aber zünden, Wie Rach' und Eifer gehn, Wie grausam seine Ruten, Wie zornig seine Fluten, Will ich aus deinem Leiden sehn. 12. Ich will daraus stu⸗ dieren, Wie ich mein Herz soll jeren Mit stillem, sanftem Mut, Und wie ich die soll lieben, Die mich doch sehr be⸗ trüben Mit Werken, so die Bosheit thut. 13. Wenn böse 5 limpf und amen brechen, So will ich 14. Ich will ans Kreuz mich absagen, Was meinem Fleisch gelüst't. Was deine Augen has⸗ sen, Das will ich fliehn und lassen, So viel mir immer mög⸗ lich ist. 15. Dein Seufzen und dein Stöhnen Und die viel tausend ach, wie herrlich glänzt Deine Di ielen, wch Reieltde bI Kron' von bch Die 609 en mich am e iegreich Haupt bekränzt ö⸗ deinen Schoß und Hände Be⸗—5 9— die Stemel 1 gleiten zu der ew'gen Ruh. 6. Liebster Jesu, nun Glück Paul Gerhardt, geb. 1607 1676. zu! Es muß dir gelingen. 4* 52 Passions⸗Lieder. Nach der stillen Sabbathsruh' Wirst du Freude bringen. Tritt nur du auf die Todes⸗ bahn, Die gestreuten Palmen Bilden dir den Sieg voran Aus den Osterpsalmen. 7. Laß mich diese Leidens⸗ eit Fruchtbarlich bedenken, Voller Andacht, Reu' und Leid Mich darüber kränken. Auch dein Leiden tröste mich Bei so vielem Jammer, Bis nach allem Leiden ich Geh' zur Ruhekammer. Abraham Klesel, geb. 1636 + 1702. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 81 Se mir tausendmal gegrüßet, Der mich je und je geliebt, Jesu, der du selbst gebüßet Das, womit ich dich betrübt. Ach, wie ist mir doch so wohl, Wenn ich knien und liegen soll An dem Kreuze, da du stirbest Und um meine Seele wirbest. 2. Ich umfange, herz' und küsse Der gekränkten Wunden ahl, Und die purpurroten Flüsse Deiner Füß' und Nä⸗ elmal'. O wer kann doch, schönster Fürst, Den so hoch nach uns gedürst, Deinen Durst und Liebsverlangen Völlig fassen und umfangen? 3. Heile mich, o Heil der Seelen, Wo ich krank und traurig bin; Nimm die Schmer⸗ den ie mich quälen, Und en ganzen Schaden hin, Den mir Adams Fall gebracht Und ich selber mir gemacht. Wird, o Arzt, dein Blut netzen, Wird sich all m Jammer setzen. 4. Schreibe deine blutz Wunden Mir, Herr, in m⸗ Herz hinein, Daß sie möy alle Stunden Bei mir unn. gessen sein. Du bist doch mn schönstes Gut, Da mein gu zes Herze ruht Laß mich zu deinen Füßen Deiner L und Gunst genießen. 5. Diese Füße will ich h. ten So fest, als ich imm kann. Schaue meiner Hün Falten Und mich selber freun lich an Von des hohen Km⸗ 7 Baum, Und gieb mei Bitte Raum, Sprich: Laß dein Trauern schwinden, ich tilg' all deine Sünden Paul Gerhardt, geb. 1607 4 Mel. Jesu, meines Lebens Lebnn 82 JTesu, der du woll * X büßen Für Sünden aller Welt Durch de teures Blutvergießen; Der dich hast dargestellt, Als Opfer für die Sünder, 9 verlor'nen Adamskinder: A laß deine Todespein Nichte mir verloren sein! 2. Rette mich durch dah Plagen, Wenn mich mah Sünde plagt; Laß, 2901U mich nicht verzagen, Weil selbst für mich gezagt. d daß mich dein Angstschw kühle, Wenn ich Drangsal hitze fühle: Ach laß de Todee loren 3. Band den f lIitt'ne und( len, S nicht Ach, 2 shwe das 2 überzt Blut n all m bluth in m⸗ sie müh Ur unde. doch M nein gu mich iner H l ich h ch imn ier Häh er freun hen Km⸗ eb mein ): Laß iden, zünden. 607 1 0 ens Leben du wolh Für Durch d n; Derh „Als ⸗ agt. d ngstschwe Drangsah laß dei Passions Duen den Nicht an mir ver⸗ loren sein! 3. Mache mich durch deine Bande Von des Satans Ban⸗ den frei; Hilf, daß dein er⸗ lit'ne Schande Meine Kron? und Ehre sei. Trost der See⸗ len, Heil der Erden, Laß mich nicht zu Schanden werden; Ach, laß u. s. f. 4. Rede durch dein Stille⸗ schweigen, Liebster Jesu, mir das Wort, Wenn mich Sünden überzeugen Und verklagen fort und fort, Wenn mein bös Gewissen schreiet Und mir mit Verdammnis dräuet: Ach, laß u. s. f. 5. Laß mich Freudenrosen brechen, Liebster Jesu, meine Zier, Von den Dornen, die dich stechen: Jesu, nahe dich zu mir; Kröne mich mit Huld und Gnade, Daß kein Sündendorn mir schade: Ach, laß u. s.f. 6. Ach, laß deine tiefen Wun⸗ den Frische Lebensbrunnen sein, Wenn mir alle Kraft ver⸗ schwunden, Wenn ichs chmacht' in Seelenpein; Senk' in Ab⸗ grund deiner Gnaden Alle Schuld, die mich beladen: Ach, laß u. s. f. 7. Ach, zerbrich des Eifers Rute, Ach, erzeige Gnad' und Huld! Tilge doch mit deinem Blute Meine schwere Sün⸗ denschuld; Laß mich in der Angst der Sünden Ruh' in deiner Seite finden: Ach, laß 8. J. f. 8. Hilf, daß mir dein Dür⸗ sten nütze, Das am Kreuze Lieder. 53 dich geplagt, Wenn ich lechze, wenn ich schwthe, Wenn u0 meine Sünde jagt; Laß mi deinen Durst genießen, Laß mir Lebensströme fließen: Ach, laß u. s. f. 9. Jesu, komm mich 10 be⸗ freien Durch dein lautes Ingst⸗ geschrei; Wenn viel tausend Sünden schreien, Stehe doch mir Armen bei; Wenn mir Wort und Sprach' entfallen, Laß 1 8 sanft von hinnen wallen: Laß mir deine Todes⸗ pein Leben, Heil und Him⸗ mel sein! Unbekannt 1697. Eigene Melodie. 83. Wem meine Sünd' * mich kränken, O mein Herr Jesu Christ: So laß mich wohl bedenken, Wie du gestorben bist Und alle meine Schuldenlast Am Stamm des heil gen Kreuzes Auf dich genommen hast. 2. O Wunder ohne Maßen, Wer es betrachtet recht: Es hat sich martern lassen Der Herr für seine Knecht'; Es hat sich selbst der wahre Gott Für mich verlor'nen Menschen Gegeben in den Tod. 3. Was kann mir denn nun schaden Der Sünden große Zahl? Ich bin bei Gott in Gnaden, Die Schuld ist all⸗ zumal Bezahlt durch Christi teures Blut, Daß ich nicht mehr darf fürchten Der Hölle Qual und Schuld. 5⁴4 4. Drum sag' ich dir von Herzen Jetzt und mein Leben⸗ lang Für deine Pein und Schmerzen, O Jesu, Lob und Dank, Für deine Not, dein Angstgeschrei, Für dein un⸗ schuldig Sterben, Für deine Lieb' und Treu'. 5. Herr, laß dein bitter Leiden Mich reizen für und ben Mit allem Ernst zu mei⸗ en Die sündliche Begier; Daß mir nie komme aus dem Sinn Wie viel es dich gekostet, Daß ich erlöset bin. 6. Mein Kreuz und meine Echman Sollt's auch sein chmach und Spott, Hilf mir eduldig tragen, Gieb, o mein Berr und Gott, Daß ich ver⸗ leugne diese Welt Und folge dem Exempel, Das du mir vorgestellt. 7. Laß mich an andern üben, Was du an mir gethan, Und meinen Nächsten lieben, Gern dienen jedermann Ohn' Eigen⸗ nutz und Heuchelschein Und wie du's mir erwiesen, Aus reiner Lieb' allein. 8. Laß endlich deine Wun⸗ den Mich trösten kräftiglich In meinen letzten Stunden Und des versichern mich: Weil ich auf dein Verdienst nur trau, Du werdest mich annehmen, Daß ich dich ewig schau. Justus Gesenius, geb. 1601 4 1678. Mel. Nun laßt uns den Leib. 84. Wi danken dir, Herr Jesu Passions⸗Lieder. Christ, Daß du für unsg storben bist Und hast uns du dein teures Blut Gemacht Gott gerecht und gut. 2. Wir bitten dich, wah Mensch und Gott, Durch del heil'gen Wunden rot: Erlh uns von dem ew'gen Tod 90 tröst' uns in der letzten N. 3. Behüt“ uns auch Sünd' und Schand' Und reit uns dein' allmächt'ge Han Daß wir im Kreuz gedulh sein, Uns trösten deiner scm Statt ren Pein, 4. Und schöpfen draus 9 Zuversicht, Daß du uns werh. heilig verlassen nicht, Sondern a ihm treulich bei uns stehn, Daßn Kräft durchs Kreuz ins Leben geh ich se Christoph Vischer, geb. 1544 4 Flucl Begräbnis Jesu. Mel. Nun laßt uns den Leib begrahn 85 Der du, Herr Jeh * Ruh' und Ri In deinem Grab gehalten haß Gieb, daß wir in dir ruhn all', Und unser Leben gefall'. 2. Verleih, o Herr, un Stärk' und Mut, Die du kauft mit deinem Blut; Uh führ' uns in des Himmets Lic Zu deines Vaters Angesich 3. Wir danken dir, o Ooh tes Lamm, Getötet an de Kreuzes Stamm: Laß ja un Sündern deine Pein Eh Eingang in das Leben seh Seorg Werner, geb. 1589 f 100 su. b begraba err Jaht ind Ru ten haß ir ruhe eben rr, un e du e it; Un 'els Lic. Ingesich „o Gol an do 5 ja um in C hen sein 39 4 160 Mel. Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen. 86. H stärke mich, dein Leiden zu bedenken, Mich in das Meer der Liebe zu versenken, Die dich bewog, von aller Schuld des Bösen Uns zu erlösen! 2. Du wolltest, Herr, ein Mensch gleich uns auf Erden Und bis zum Tod am Kreuz gehorsam werden, An unsrer Statt gemartert und zerschla⸗ gen Die Sünde tragen. 3. Welch' wundervoll hoch⸗ heiliges Geschäfte! Sinn' ich ihm nach, so zagen meine Kräfte, Mein Herz erbebt, ich seh' und ich empfinde Den Fluch der Sünde. 4. Gott ist gerecht, ein Räch⸗r alles Bösen; Gott ist die Lieb' und läßt die Welt erlösen. Dies kann mein Geist mit Schrecken und Entzücken Am Kreuz erblicken. 5. Es schlägt den Stolz und mein Verdienst darnieder Es stürzt mich tief und es er⸗ hebt mich wieder; Lehrt mich mein Glück, macht mich aus Gottes Feinde Zu Gottes Freunde. 6. O Herr, mein Heil, an dessen Blut ich glaube, Ich liege hier vor dir gebückt im Staube, Verliere mich mit dankendem Gemüte In deine Güte. 7. So sei denn ewig auch von mir Tas 5 Für das Erbarmen, das du mir er⸗ wiesen, Da du, mein Heiland, Passions⸗Lieder. 5⁵ auch für mich dein Leben Dahingegeben. 8. Du liebtest mich: ich will dich wieder lieben Und stets mit Freuden deinen Willen üben. O, gieb zu diesem seligen Geschäfte Stets neue Kräfte. Ch. F. Gellert, geb. 1716 T 1769. Eigene Melodie. 8⁷. Herzeladt O erzeleid! Ist das nicht zu beklagen? Gott des Vaters einzig Kind Wird ins Grab getragen! 2. O große Not! Der Herr ist tot, Am Kreuz ist er gestorben, Hat dadurch das Himmelreich Uns aus Lieb' erworben. 3. O Menschenkind, Nur deine Sünd! Hat dieses ange⸗ richtet, Da du durch die Misse⸗ that Warest ganz vernichtet. 4. Dein Bräutigam, Das Gotteslamm, Liegt hier mit Blut beflossen, Welches er ganz mildiglich Hat für dich ver⸗ gossen. 5. O süßer Mund, O Glau⸗ bensgrund, Wie bist du so zer⸗ schlagen! Alles, was auf Erden lebt, Muß dich ja beklagen. 6. O selig ist 00 jeder Frist, Der dieses recht bedenket, Wie der Herr der Herrlichkeit Wird ins Grab gesenket. 7. O Jesu, du Mein Hülf' und Ruh'! Ich bitte dich mit Thränen: Hilf, daß ich mich bis ins Grab Nach dir möge sehnen. Joh. Rist, geb. 1607 4 1667. 56 Oster⸗Lieder. VII. Oster⸗Lieder. Eigene Melodie. 88. Ensann/ 00 Dran sich niemand g'nug freuen mag, Christ, unser Herr, heut triumphiert, All sein' Feind' er gefangen führt. Hallelujah! 2. Die alte Schlange, Sünd' und Tod, Die Höll', all' Jam⸗ mer, Angst und Not Hat überwunden Jesus Christ, Der heut vom Tod erstanden ist. Hallelujah! 3. Sein Raub der Tod mußt 902 8 her, Weil ihn besiegt des Lebens Herr, Zer⸗ stört ist nun all seine Macht Christ hat das Leben wieder⸗ bracht. Hallelujah! 4. Die Sonn', die Erd', all' Creatur, All's, was be⸗ trübet war zuvor, Das freut sich heut an diesem Tag, Da der Welt Fürst darniederlag. Hallelujah! 5. Drum wir auch billig fröhlich sein, Singen das Halle⸗ lujah fein, Und loben dich, Herr Jesu Christ; Zu Trost du uns erstanden bist. Hallelujah! Nicol. Hermann 4 1561. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. 897 Hrdhn jauchzt * ihr Chöre, Singt Jesu Christo Preis und Ehre, Wie groß, wie herrlich ist sein Tag! Er, der Held, zen die Banden Des Todes un ist auferstanden, Er, der ft uns im Grabe lag. Sein Gewalt und Macht! Pu ihm, er hat's vollbracht! Hall⸗ lujah! Er hat's vollbrach. Er, der die Macht Des Todt und des Grabes hat. 2. Glorreich hat der Hen gerungen, Hat mächtig Satau Reich bezwungen, Von Todi⸗ ketten uns befreit. Wir Gott gefall'ne Sünder Si nun mit ihm versöhnt, slh Kinder Und Erben sein Seligkeit. Bald, bald entschlaß wir, Entschlafen, Christe, Ruhn in Frieden Die kun Nacht, Bis deine Macht D Licht des ew'gen and ruh 3. Unsern Staub m Staub bedecken, Du wirst 10 herrlich auferwecken, Der des Staubes Schöpfer bi Du wirst unvergänglich Leh⸗ Und Kraft und Herrlichth ihm geben, Dem Staube, d dir teuer ist. Wir werden ein dein, Gerecht und selig ses Hallelnjah! Tod und Genh Erschreckt uns nicht, Denn Jesus, unser Mittler, lebt. 4. Tag des Lebens, V. der Wonne! Wie wird um sein, wenn Gottes Som Durch unsres Grabes Dun bricht. O, was werden in zwine en alles schul kam nahn Hielt far 3. Gott ist ke abge ene n en hat 4 Kri zert es u der fs Sein i Pre Hall⸗ lbrach 5 Tode er Hel Satau Tode⸗ Bir un r Siih nt, sin sein tschlafß iste, ie luhz cht Du ges us m virst i Der fer bil h Lebe rrlichlk ube, den ens lig sehn Gerith „ Denn lebt. immel mehn en enschenkindern. Oster⸗Lieder. Licht! Vollender, sühre du Uns diesem Tage zu, Uns die Deinen! Die Todesbahn Gingst du voran, Wir folgen dir in deine Ruh'. G. B. Funk, geb. 1734 1 1814. Eigene Melodie. 90 Coi lag in Todes⸗ —* banden, Für un⸗ sre Sünd' gegeben; Der ist wieder erstanden Und hat uns bracht das Leben, Des wir sollen fröhlich sein, Gott loben und ihm dankbar sein Und singen Hallelujah! Hallelujah! 2. Den Tod niemand be⸗ Bei allen Das machte alles unsre Sünd', Kein' Un⸗ schuld war zu finden. Davon kam der Tod sobald Und nahm auch über uns Gewalt, Hielt uns in sein'm Reich g'fangen. Hallelujah! 3. Christ, unser Heiland, Gottes Sohn, An unser Statt ist kzommen Und hat die Sünde abgethan, Damit dem Tod Gn All sein Recht und konnt' ein' Gewalt, Da bleibet nichts enn Tod'sgestalt: Den Stach'l hat er Verieren Hallelujah! 4. Es war ein wunderlicher Krieg, Da Tod und Leben rungen; Das Leben, das be⸗ hielt den Sieg, Es hat den Tod verschlungen. Die Schrift hat verkündet das, Wie da ein Tod den andern fraß. Ein Spott der Tod ist worden. 5⁷ 5. Hier ist das rechte Oster⸗ lamm, Davon Gott hat ge⸗ boten, Das ist für uns am Kreuzesstamm In heißer Lieb' gestorben. Das Blut zeichnet unsre Thür; Das hält der Glaub' dem Tode für. Nicht rühr'n kann uns der Würger. Hallelujah! 6. So feiern wir das hohe Fest Mit Herzensfreud' und Wonne, Das uns der Herr erscheinen läßt: Er selber ist die Sonne, Der durch seiner Gnaden Glanz Erleuchtet un⸗ sre—00 ganz. Der Sünd'n Nacht ist vergangen. Halle⸗ lujah! 7. Wir essen nun und leben wohl, Zum süßen Brot geladen. Der alte Sauerteig nicht soll Sein bei dem Wort der Gna⸗ den. Christus selbst die Kost will sein Und speisen unsre Seel' allein: Der Glaub' will kein's and'rn leben. Hallelujah! Martin Luther, geb. 1483 + 1546. Mel. Christus, der ist mein Leben. 91. Willommnen, Ius 7 im Streite, Aus deines Grabes Kluft! Wir triumphieren heute Um deine leere Gruft. 2. Der Feind wird Schau getragen Und heißt nunmehr ein Spott; Wir aber können sagen: Mit uns ist unser Gott. 3. In der Gerechten Hütten Schallt schon das Siegeslied; Du trittst 1 5 in die Mitten Hallelujah! Und bringst den Osterfried', 58 4. Ach, teile doch die Beute Bei deinen Gliedern aus; Wir alle kommen heute Deswegen in dein Haus. 5. Laß unser aller Sünden Ins Grab verscharret sein, Uns einen Schatz hier finden, Der ewig kann erfreun. 6. Wir sind mit dir gestor⸗ ben, So leben wir mit dir; Was uns dein Tod erworben, Das stell uns täglich für. 7. Wir wollen hier ganz fröhlich Mit dir zu Grabe ehn, Wenn wir nur dorten felg Mit dir auch auferstehn. 8. Der Tod kann uns nicht schaden, Sein Pfeil ist nun⸗ mehr stumpf; Wir stehn bei Gott in Gnaden Und rufen schon: Triumph! Benj. Schmolck, geb. 1072 4 1787. Mel. Erschienen ist der herrlich' Tag. 92 Fin morgens, da 366 die Sonn' auf⸗ geht, Mein Heiland Christus aufersteht: Vertrieben ist der Sünden Nacht, Licht, Heil und Leben wiederbracht. Halle⸗ lujah! 2. Wenn ich des Nachts oft lieg' in Not Verschlossen, gleich als wär ich tot, Läßt du mir früh die Gnadensonn' Aufgehn, nach Trauern, Freud' und Wonn'! ehr 3. Nicht mehr als nur drei Tage lang Mein Heiland bleibt in Todeszwang, Am dritten Tag dringt er herfür, Und Oster⸗Lieder. schwinget hoch sein Reicht panier. Hallelujah! 4. Jetzt ist der Tag, da mit die Welt Mit Schmach an dhlard SSaen hält; Drau folgt der Sabbath in dem Groh Darin ich Ruh' und hab'! Hallelujah! 5. In Kurzem wach' ih fröhlich auf, Mein Ostertag i schon im Lauf, Ich wach' au durch des Herren Stimm', Vůn acht' den Tod mit seinen Grimm. Hallelujah! 6. Am Kreuz läßt Christuß öffentlich Vor allem Voll töten sich; Da er durchs Todeh Kerker bricht, Läßt er's die Menschen sehen nicht. Halle⸗ lujah! 7. Sein Reich ist nicht von dieser Welt, Kein groß Ge⸗ präng' ihm hier gefällt; Waß schlecht und niedrig geht herein, Soll ihm das allerliebste sein. Hallelujah! 8. Hier ist noch nicht gan kund gemacht, Was er auz seinem Grab gebracht, Daes P Schatz, die reiche Beuh, rauf sich ein Christ so herzlich freut. Hallelujah! 9. Der jüngste Tag wird zeigen an, Was er für Tha⸗ ten hat gethan, Wie er der Schlange Kopf zerknickt, Die öll' Miat den Tod erdrück. allelujah! 10. Da werd' ich Ceun Herrlichkeit Anschauen ewiz voller Freud', Ich werde sehn wie alle Feind' In Höllen Friede Van Ge'nug mir h 14. tröstet 15. hung er's di Halle⸗ icht von oß Ge⸗ Waz herein ste sein ht gam er aut t, Dar Beut, herzlich 9 wird 7 Tha⸗ er der t, Die rdrück. Christ ewig e sehn ööllen⸗ pein gestürzet seind. Halle⸗ lujah!— 11. Der Herr den Tod zu Boden schlägt, Da er selbst tot und sich nicht regt! Geht aus dem Grab in eigner Kraft, Tod, Teufel, Höll' nichts an ihm schafft. Hallelujah! 12. O Wunder groß, o star⸗ ker Held! Wo ist ein Feind, den er nicht fällt? Kein Angst⸗ stein liegt so schwer auf mir, Er wälzt ihn von des Herzens Thür Hallelujah! 13. Lebt Christus, was bin ich betrübt? Ich weiß, daß er mich herzlich liebt. Wenn mir leich alle Welt stürb' ab, Gung, daß ich Christum bei mir hab'. Hallelujah! 14. Er nährt, er schützt, er tröstet mich: Sterb' ich, so nimmt er mich zu sich; Wo er jetzt lebt, da muß ich hin, Weil seines Leibes Glied ich bin. Hallelujah! 15. Durch seiner Auferste⸗ hung Kraft Komm' ich zur Engel⸗Brüderschaft; Durch ihn bin ich mit Gott versöhnt, Die Feindschaft ist ganz abgelehnt. Hallelujah! 16. Mein Herz darf nicht entsetzen sich, Gott und die Engel lieben mich; Die Freude, die mir ist bereit', Vertreibet Furcht und Traurigkeit. Halle⸗ lujah! 17. Für diesen Trost, o gro⸗ ßer Held, Herr Jesu, dankt dir alle Welt. Oster⸗Lieder. Dort wollen wir mit größerm Fleiß Er⸗ 59 heben deinen Ruhm und Preis. Hallelujah! Joh. Heermann, geb. 1585 + 1647. Eigene Melodie. 93 Ha triumphieret 5 Gottes Sohn, Der von dem Tod erstanden schon, Hallelujah! Hallelujah! Mit großer Macht und Herr⸗ lichkeit, Des dank'n wir ihm in Ewigkeit. Hallelujah! Halle⸗ lujah! 2. Dem Teufel hat er seine Macht Zerstört und gänzlich umgebracht, Hallelujah! Halle⸗ lujah! Wie pflegt zu thun ein Daalen Held, Der seinen Feind gewaltig fällt. Halle⸗ lujah! Hallelujah! 3. O lieber Herre Jesu Christ, Der du der Sünder Heiland bist, Hallelujahl Hal⸗ lelujah! Führ' uns durch dein' Barmherzigkeit Mit Freuden in die Herrlichkeit. Hallelujah! Hallelujah! 4. Nun kann kein Feind uns schaden mehr, Ob er gleich wütet noch so sehr; Hallelu⸗ jah! Hallelujah! Er liegt im Staub, der arge Feind, Da⸗ geg'n wir Gottes Kinder seind. Hallelujah! Hallelujah! 5. Dafür wir danken allzu⸗ gleich Und sehnen uns ins Himmelreich. Hallelujah! Hal⸗ lelujah! Das Ende kommt, Gott helf' uns all, So singen wir mit Dalern Schall: Hall lujnh! Hallelujah! 60 6. Gott Vater in dem höch⸗ sten Thron, Samt seinem ein⸗ ebornen Sohn, Hallelujah! Hallelujah! Dem heil'gen Gei⸗ se leicherweis' In Ewigkeit ei Lob und Preis. Hallelu⸗ jah! Hallelujah! Bas. Foertsch, 4 1619. Mel. Valet will ich dir geben. 94. Ich geh' zu deinem 50 Grabe, Du großer Osterfürst, Weil ich die Hoff⸗ nung habe, Daß du mir zeigen wirst, Wie man kann fröhlich sterben Und fröhlich auferstehn, Auch mit des Himmels Erben Ins Land des Lebens gehn! 2. Du liegest in der Erde Und hast sie eingeweiht: Wenn ich begraben werde, Daß sich mein Herz nicht scheut, Auch in den Staub zu legen, Was Asch' und Staub vermehrt: Weil dir doch allerwegen Die Erde zugehört. 3. Du schläfest in dem Grabe, Daß ich auch meine Ruh' An diesem Orte habe; Du drückst die Augen zu. So soll mir gar nicht grauen, Wenn mein Ge⸗ sicht vergeht; Ich werde den wohl schauen, Der mir zur Seite steht. 4. Dein Grab war wohl versiegelt, Doch brichst du es entzwei; Wenn mich der Tod verriegelt, So bin ich dennoch frei. Du wirst den Stein schon rücken, Der auch mein Grab be⸗ deckt, Du werd' ich den erblicken, Der mich vom Tyod erweckt. Oster⸗Lieder. 3. I. 5. Du fährest in die 9 Und zeigest mir die Bu Ehr Wohin ich endlich gehe,! Chre, e ich dich finden kann. Dort ish Daß de sicher wohnen, Wo lauter h Gott ve um dich; Da warten Himmi Dies is kronen In deiner Hand 4. Je mich. mein, 6. O meines Lebens Lah ganzes O meines Todes Todl will ich will mich dir ergeben In meß widerstr letzten Not, Ich will m Schwac Bette machen In deiner A mene Gruft, Da werd' ich schon“ 5. I wachen, Wenn deine Stim wiß, ruft. Jesu sch 7. Du wirst den Oelh Finstert zeigen, Wo man gen Himm kein Le fährt, Da werd' ich Ricer steigen, Bis daß ich eingel Zuversi In Salems Friedenshin 6. J. Da heißt's: Victorial Tod trägt man Siegesreiser; das Le wär' ich nur schon da! Todes Benj. Schmolck, geb. 1672 f N Seele zu ihm meine Mel. Jesus, meine Zuversich Chr. Fü * 9⁵. Qesus lebtl n * ihm auch Tod, wo sind nun de Schrecken? Jesus lebt u 0 wird auch mich Von dem T 6 auferwecken. Er verklärt ui in sein Licht; Dies ist maß Dies Zuversicht. Dieses 2. Jesus lebt! ihm ist d nicht Reich Ueber alle Welt gegebs 179 Mit ihm werd' auch ich zu 10 cht gleich Ewig herrschen, esh ö eben,—3 2377—1; verspricht; Dies ist meine seßnin verscht schaue Port is, ter Glo imm nshäus ria! 2 iser; A al 57² 1 1 wersicht, lebtly auch in deh lebt dem V klärt n ist mah n ist di gegebs h ich zu en, es was reine g. 3 Leb 9 Schwachen nicht; meine as chrt Gott verstößt in Christo nicht; Dies ist meine Zuversicht. 4. Jesus lebt! sein Heil ist mein, Sein sei auch mein anzes Leben; Reines Herzens will ich oen Und den Lüsten widerstreben; Er verläßt den Dies ist 5. Jesus lebt! ich bin ge⸗ wiß, Nichts soll mich von Jesu scheiden, Keine Macht der Finsternis, Keine Herrlichkeit, kein Leiden; Er giebt Kraft Izu jeder Pflicht; Dies ist meine uversicht. 6. Jesus lebt! nun ist der Tod Mir der Eingang in das Leben, Welchen Trost in Todesnot Wird das meiner Seele geben, Wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht! Chr. Fürchtegott Gellert, geb. 1715, gest. 1769. Eigene Melodie. 96. Fesus, meine Zu⸗ N versicht Und mein Heiland ist im Leben. Dieses weiß ich: sollt' ich nicht Darum mich zufrieden geben, Was die lange Todes⸗ nacht Mir auch für Gedanken machtꝰ 2. Iw er, mein Heiland lebt; Ich werd' auch das Leben schauen, Sein, wo mein Er⸗ Oster⸗Lieder. 61 löser schwebt; Warum sollte mir denn grauen? Lässet auch ein Haupt sein Glied, Welches es nicht nach sich zieht? 3. Ich bin durch der Hoff⸗ nung Band Zu genau mit ihm verbunden; Meine starke Glau⸗ benshand Wird in ihn gelegt gefunden, Daß mich auch kein Todesbann Ewig von ihm trennen kann. 4. Ich bin Fleisch und muß daher Auch einmal zu Asche werden; Das gesteh' ich; doch wird er Mich erwecken aus der Erden, Daß ich in der Herr⸗ lichkeit Um ihn sein mög' allezeit. 5. Dieser meiner Augen Licht Wird ihn, meinen Hei⸗ land, kennen. Ich, ich selbst, kein Fremder nicht, Werd' in seiner Liebe brennen; Nur die Schwachheit um und an Wird von mir sein abgethan. 6. Was hier kranket, seufzt und fleht, Wird dort disch und herrlich gehen; Irdisch werd' ich ausgesä't, Himmlisch werd' ich auferstehen; Hier geh) ich natürlich ein, Nach⸗ mals werd' ich geistlich sein. 7. Seid getrost und hoch erfreut, Jesus trägt euch, meine Glieder! Gebt nicht Statt der Traurigkeit! Sterbt ihr, Chri⸗ stus ruft euch wieder, Wenn die letzt' Posaun' erklingt, Die auch durch die Gräber dringt. 8. Lacht der finstern Erden⸗ kluft, Lacht des Todes und der Höllen! Denn ihr sollt euch durch die Luft Eurem Hei⸗ 6² land Wheit und Dann wird Schwachheit und Verdruß Lie⸗ gen unter eurem Fuß. 9. Nur daß ihr den Geist erhebt Von den Lüsten dieser Erden Und euch dem schon jetzt ergebt, Dem ihr beigefügt sollt werden. Schickt das Herze da hinein, Wo ihr ewig wünscht zu sein. Louise Henriette, Kurfürstin von Bran⸗ denburg(2), geb. 1627 + 1667. Mel. Nun freut euch, lieben Christen. 97. O Tod, wo ist dein Stachel nun? Wo ist dein Sieg, o Hölle? Was kann uns jetzt der Teufel thun, Wie grausam er 60 stelle? Gott sei gedankt, der uns den Sieg So herrlich hat nach diesem Krieg Durch Je⸗ sum Christ gegeben! 2. Wie sträubte sich die alte Schlang', Da Christus mit ihr kämpfte! Mit List und Macht sie auf ihn drang: Und dennoch er sie dämpfte. Ob sie ihn in die Fersen sticht, Den starken Gott besiegt sie nicht: Der Kopf ist ihr zertreten. 3. Lebendig Christus kommt herfür; Die Feind' nimmt er gefangen, Zerbricht der Höllen Schloß und Thür, Trägt weg den Raub mit Prangen. Nichts ist, das in dem Siegeslauf Den Er it eld kann halten auf: Er ist der Ueberwinder. 4. Des Todes Gift, der Oster⸗Lieder. auch noch ungern läßt 9 Wüten und vom Nur Tag und kann, o ist er! uns klaget an, verworfen. 5. Des Herren Rechte, behält Den Sieg und is höhet, mächtig fällt, Was ihr gegen stehet, Tod, Teufel, und alle Feind' Durch 6 Sieg gedämpfet seind, Zorn kraftlos worden. 6. Es war getötet Christ, Und sieh, er wieder. Weil nun das H. erstanden ist, Stehn wir auf, die Glieder. So je Christi Worten gläubt, Molh Und, da er sonst nichts schg Des Herren M Tod und Grabe der bleibt, Er lebt, ob er g stirbet. 7. Wer täglich hier! wahre Reu' Mit Christo erstehet, Ist dort vom a Tode frei, Derselb' ihn angehet, Genommen ist Leben wiederbracht Und vergänglich Wesen. beut', Der wir theilhaftih! den, Fried', Freude, still und warten fort Christi verklärtem Leibe, 9. Der alte Feind und Höllen Pest Ist unser Hei⸗ land worden. Wenn Satan Schimpf Tod die Macht, Unschulh/ . Das ist die reiche Usi Gerechtigkeit Im Himmel auf Erden. Hier sind unser Leib wird ähnlich ne Rott' Hingegen wih Schanden, Erlegt ist en und Spotz, zi Christus aupte⸗ rum und Li mehr se 10. L Stachel Sieg, 4 uns je Wie gr Gott Sieg S sem Kri gegeben G. Mel. 0 98. ist hin, angen läßt tus ist erstanden. Des Man Pupis Sieg der Glieder ist, 5 schs Dum kann mit aller Macht Mund List Uns Satan nicht ist er! mehr schaden. 10. O Tod, wo ist dein echte Stachel nun? Wo ist dein 0 Sieg, o Hölle? Was kann En R uns jetzt der Teufel thun, uhr Wie grausam er sich stelle? eufel f Gott 5 gedankt, der uns den uch EH Sieg So herrlich hat in die⸗ eind, sem Krieg Durch Jesum Christ arden gegeben. en. —1 G. Weissel, geb. 1500 f. 1635. das He 2 * Mel. Mein Herzensjesu, meine Lust. n wire c 50 jen 8 Wo auf, mein läubt,* Herz, die Nacht der ist hin, Die Sonn ist aufge⸗ b er g gangen; Ermunt re dich, mein Geist und Sinn, Den Heiland hier& zu empfangen, Der heute durch christo. des Todes Thür Gebrochen dom a aus dem Grab herfür, Der 1 ihn ganzen Welt zur Wonne! en ist! 2. Steh aus dem Grab der nschuh Sünden auf Und such ein neues t Und, Leben; Vollführe deinen Glau⸗ beenslauf Und laß dein Herz eiche d 10 heben Gen Himmel, da Ihaftih dein Jesus ist, Und such, was eude, droben, als ein Christ, Der Himmil geistlich auferstanden. sind 3. Vergiß nun, was dahin⸗ Aafort ten ist, Und tracht' nach dem, ähnlih was droben, Damit dein Herz Leibe. zu jeder Frist Zu Jesu sei er⸗ nd und boen Tritt unter dich die in wil böse Welt Und strebe nach dem stes Himmelszelt, Wo Jesus ist Spotz, zu finden. Oster⸗Lieder. 63 4. Quält dich ein schwerer Sorgenstein, Dein Jesus wird ihn Hehen; Es kann ein Christ bei 3—103.—— 0 In Freud' und Wonne leben. Wirf dein An⸗ liegen auf den Herrn Und sorge nicht, er ist nicht fern, Weil er ist auferstanden. 5. Geh mit Maria Magda⸗ len' Und Salome zum Grabe, Die früh dahin aus Liebe gehn Mit ihrer Salbungsgabe: So wirst du sehn, daß Jesus Christ vom Tod heut aufer⸗ standen ist Und nicht im Grab zu finden. 6. Es hat der Löw' aus Judas Stamm Heut siegreich überwunden, Und das erwürgte Gotteslamm Hat, uns zum Heil, erfunden Das Leben und Gerechtigkeit, Weil er nach überwund'nem Streit Die Feinde Schau getragen. 7. Drum auß mein Herz, fang' an den Streit Weil Jesus überwunden: Er wird auch überwinden weit In dir, weil er gebunden Der Feinde Macht, daß du aufstehst Und in ein neues Leben gehst Und Gott im Glauben dienest. 8 Scheu weder Teufel, Welt noch Tod, Noch gar der Hölle Rachen; Denn Jesus lebt, es hat kein' Not; Er ist noch bei den Schwachen Und den Geringsten in der Welt Als ein gekrönter Siegesheld); Drum wirst du überwinden. 9. Ach, mein Tot Jesu, der du bist Von Toten auf⸗ erstanden, Rett' uns aus Sa⸗ 6⁴ tans Macht und List, Und aus des Todes Banden, Daß wir zusammen insgemein Zum neuen Leben gehen ein, Das du uns hast erworben. 10. Sei hochgelobt in dieser Zeit Von allen Gotteskindern Und ewig in der Herrlichkeit Von allen Ueberwindern, Die überwunden durch dein Blut: Herr Jesu, gieb uns Kraft und Mut, Daß wir auch über⸗ winden. Laur. Laurenti, geb. 1660 + 1722. Mel. Erschienen ist der herrlich' Tag. ir danken dir, 99. Herr Jesus Christ, Daß du vom Tod er⸗ standen bist Und hast zerstört des Todes Macht Und uns das Leben wiederbracht. Hallelu⸗ jah! 2. Wir bitten dich durch dei⸗ ne Gnad', Nimm von uns unsre Missethat Und hilf uns durch die Güte dein, Daß wir dein' treue Diener sein. Hal⸗ lelujah! 3. Gott Vater in dem höch⸗ sten Thron, Samt seinem ein⸗ gebor'nen Sohn, Dem heil' gen Geiste 2b und 2. In Ewig⸗ keit sei Lob und Preis. Halle⸗ lujah! Thomas Hartmann, 1604. Mel. Erschienen ist der herrlich' Tag. 100 o willst du hin, weil's Abend ist, O liebster Pilgrim, Oster⸗Lieder. gemach. gar allei lujah! 3. Es hat der Tag sich f geneigt, Die Nacht sich shk von ferne zeigt: du, o wahres Licht, Mich men ja verlassen nicht. g lelujah! 4. Erleuchte mich, daß ih 4. Jef Bahn Zum Himmel sichersgen, We den kann, Damit die dusfei Sündennacht Mich nicht ͤl führt, noch irre macht. d lelujah! 5. Vor allem in der l Not Hilf mir durch einen su mich gei ten Tod. Herr Jesu, hhlein wie ich halt' dich fest, Ich 6. daß du mich nicht veil den, Hallelujah! x Joh. Scheffler, geb. 1624 f Eufe Mel. Jesu, meines Lebens gis m 5. Qween der Rer fern 101. 3H maus; Ihre Augen si Thränen, Ihre Seele voll druß, Man hört ihre Kb. worte; Doch es ist von ih Orte Unser Jesus gar nichtn Und vertreibt die Trauni 2. Ach es gehn noch mn Herzen Ihrem stillen Kun nach; Sie bejammern laß u nd Schmerzen, Ihre Not und Un⸗ Hugemach. Manches wandert ar alleine, Daß es nur zur liehsch'nüge weine: Doch mein ist so Fesus ist dabei, Fragt, was „daß man so traurig sei? herze 3. Wenn zwei Seelen sich st. Hubesprechen, So ist er der dritte Mann: Er bemerket die Ge⸗ g sich ührechen, Redet, was uns trösten sich üÜann; Denn er kann uns um wolnicht versäumen, Wie wir glau⸗ Mich benslos oft träumen: Er hat icht. halles im Gesicht, Seine Treu verläßt uns nicht. daß ih 4. Jesus ist mir nachgegan⸗ sicher gen, Wenn ich meiner Eitel⸗ die dunfeit Und der Sünde nachge⸗ nicht hangen; O, der unglücksel⸗ acht. gen Zeit, Die man dergestalt verloren, Doch er hat mich der lühnen geboren, Jesus hat an einen smich gedacht Und das Schäf⸗ esu, Hlein wiederbracht. Ich u 5. Hat sich eine Not gefun⸗ t veil den, So ließ er mich nicht allein; Jesus stellt zur rech⸗ 1624 1hten Stunden Sich mit seiner Hülfe ein. Wenn ich mich bei ebens dih shm beschwere, Gleich als ob der Rer ferne wäre, O so ist er gehn mehr als nah Und mit seiner nachs Hülfe da. n sind! 6. Treuster Freund von allen le vols Freunden, Bleibe ferner noch ihre H von il Teum Nel. Wie schön leuchtet der. 23— 102. Aa, wunder⸗ mern großer Sie⸗ gesheld! Du Sündenträger Oster⸗Lieder.— Himmelfahrts⸗Lieder. 65⁵ bei mir. Kommt die Welt, mich anzufeinden: Ach, so sei du auch allhier. Will der Teufel auf mich blitzen, Wollst du trösten und beschützen, Komm, in meinem Geist zu ruhn: Was du willst, das will ich thun. 7. Bin ich traurig und be⸗ trübet, So gieb nur in meinen Sinn, Daß mich deine Seele lie⸗ bet Und daß ich der Deine bin. Laß dein Wort mich feste grün⸗ den; Laß es auch mein Herz entzünden, Daß es voller Liebe brennt Und dich immer besser kennt. 8. Tröst' auch andre fromme Seelen, Wenn sie tief im Kum⸗ mer stehn, Wenn sie in ver⸗ borgnen Höhlen, Kammern, Feld und Wäldern gehn, Ihrem Kummer nachzusinnen, Daß sie satt sich weinen können; So sprich ihrer Seele zu: Lie⸗ bes Kind, was trauerst du? 9. Kannst du bei der Welt nicht weilen, Ach, so nimm mich auch mit dir; Laß mich deine Freuden teilen, Sei und bleibe stets bei mir. Bleibe doch in unsrer Mitten, Wie dich deine Kinder bitten. Dank sei dir, o lieber Gast, Daß du mich ge⸗ tröstet hast. Johann Neunherz, geb. 1653 1737 VIII. Himmelfahrts⸗Lieder. aller Welt! Heut hast du dich gesetzet Zur Rechten deines Vaters Kraft, Der Feinde Schar gebracht zur Haft! Bis auf den Tod verletzet: Mächtig, 0 66 Prächtig, Triumphierest, jubi⸗ lierest; Tod und Leben, Ist, Herr Christ, dir untergeben. 2 Dir dienen alle Cherubim, Viel tausend hohe Seraphim Dich Siegesfürsten loben; Weil du den Segen wieder⸗ bracht, Mit Majestät und großer Pracht Zur Freude bist erhoben: Singet, Klinget, Rühmt und ehret den, so fähret auf gen Himmel, Mit Posaunen und Getümmel. 3. Du bist das Haupt, hin⸗ gegen wir Sind Glieder, ja es kommt von dir Auf uns Licht, Trost und Leben, Heil, Fried' und Freude, Stärk' und Kraft, Erquickung, Labsal, Herzens⸗ saft Wird uns von dir gegeben: Bringe, Zwinge Mein Gemüte, mein Geblüte, daß es preise, Dir Lob, Ehr' und Dank er⸗ weise. 4. Zeuch, Jesu, uns, zeuch uns nach dir, Hilf, daß wir künftig für und für Nach deinem Reiche trachten. Laß unser Thun und Wandel sein, Daß wir mit Demut gehn herein, All'Ueppigkeit verachten! Unart, Hoffart Laß uns meiden, christlich leiden, wohl ergründen, Wo die Gnade sei zu finden. 5. Sei, Jesu, unser Schutz und Schatz, Sei unser Ruhm und fester Platz, Darauf wir uns roent aß suchen uns, was droben ist: Auf Erden wohnet Trug und List, Es ist auf allen Straßen Lügen, rügen, Angst und Plagen, Himmelfahrts⸗Lieder. die da nagen, die da g Stündlich arme Christent 7 6. Herr Jesu, komm. 104 Gnadenthron, du Sieges Held, Davids Sohn, Lin Höchstve stille das Verlangen; Du Himmel bist allen uns zu gut, Ohbist d'rül durch dein teures Blut ich nicht Heiligtum gegangen, e mein He schier, Hilf mir; Dann sosh Wennen dann so wollen wir ohn' E tracht't Fröhlich klopfen in die 18 Ernst Chr. Homburg, geb. 1606 2. Sel Lue Mel. Nun freut euch, li ten da, 6 HWeud⸗—— Scharen 0 A 13 Sollt' ic uf Christi 103. melfahrta—— Ich meine Nachf Und allen Zweifel, Angs Pein Hiermit stets übern Denn weil das Haupt Himmel ist, Wird seine d Jesus Christ Zur rechten nachholen. 2. Weil er gezogen hi an Und große Gab' empfa Mein Herz auch nur im mel kann, Sonst nirgends, erlangen; Denn wo meins gekommen hin, Da ist auch mein Herz und Sinn; ihm mich sehr verlanget. noch 3. Ach Herr, laß diese deine A mich Von deiner Auffahith Höni ren, Daß mit dem woß vor V Glauben ich Mag meine N Nur i fahrt zieren Und dann eim Beuge wenn dir's gefällt, Mit Iu6 5..6 scheiden aus der Welt. I fließen höre doch mein Flehen! lräftig Nach Josua Wegelin, i deiner ergeußt und W geister aufgeno man dii ich arn auch H S nicht ö Klarhe Himmelfahrts⸗Lieder. da Mel. Alle Menschen müssen sterben. istenseh 0——5 omm, 104 Siegerfinste iegei* Ehrenkönig, n, Kan Höchstverklärte Majestät, Alle ; e sind zu wenig, Du t, Ogbist drüber hoch erhöht! Sollt Blut ich nicht zu Fuße fallen, Und kn, iu mein Herz vor Freude wallen, in sol Wenn mein Glaubensaug' be⸗ ohm E trachtt Deine Herrlichkeit und die h Macht? 5. 1606, 2. Seh' ich dich gen Himmel sahren, Seh' ich dich zur Rech⸗ ieben oi ten da, Seh' ich, wie der Engel Scharen Alle rufen Gloria: Sollt' ich nicht zu Fuße fallen Haupt eine G echten 67 send Aus Zion das Scepter ende Weit und breit bis zum Weltende. Mache dir auf Erden Bahn, Alle Herzen unterthan. 6. Du kannst alles aller Orten Nun erfüll'n und nahe sein; Meines armen Herzens Pforten Stell ich offen; komm herein! Komm du König aller Ehren! Du mußt auch bei mir einkehren; Ewig in mir lebꝰ und wohn' Als in deinem Himmels⸗ thron. G. Tersteegen, geb. 1697 4 1769. Mel. Aus meines Herzens Grunde. 105 Gousibvet auf gen 2 Himmel Mit frohem Jubelschall, Mit präch⸗ tigen Getümmel Und mit Posaunenhall. Rat⸗Por lob⸗ singet Gott; Lobsingt, lobsingt mit Freuden Dem Könige der Heiden, Dem Herren Zebaoth! 2. Der Herr wird aufge⸗ nommen, Der ganze Himmel lacht; Um ihn gehn alle From⸗ men, Die er hat frei gemacht. Es holen Jesum ein Die lautern Cherubinen; Den hellen Seraphinen Muß er willkom⸗ men sein. 3. Wir wissen nun die Stiege, Die unser Haupt er⸗ höht. Wir wissen zur Genüge, Wie man zum Himmel geht. Der Heiland geht voran Will uns zurück nicht lassen; Er zeiget uns die Straßen, Er bricht uns sich're Bahn. 4. Wir sollen himmlisch werden; Der Herre macht uns 5* 68 Platz; Wir gehen von der Erden Dorthin, wo unser Schatz. Ihr Herzen, macht euch auf! Wo Jesus hinge⸗ gangen, Dahin sei das Ver⸗ angen, Dahin sei euer Lauf. 5. Laßt uns zum Himmel dringen Mit herzlicher Be⸗ ier; Laßt uns zugleich auch üngen: Dich, Jesu, suchen wir; Dich, o du Gottes Sohn, Dich Weg, dich wahres Leben, Dem alle Macht gegeben, Dich unsers Hauptes Kron'. 6. Fahr hin mit deinen Schätzen, Du trugesvolle Welt! Dein Gut kann nicht ergötzen; Weißt du, was uns gefällt? Der Herr ist unser Preis, Der Herr ist unsre Freude Und köstliches Geschmeide! Zu ihm gilt unsre Reis'. 7. Wann soll es doch ge⸗ schehen, Wann kommt die liebe Zeit, Daß wir ihn werden sehen In seiner Herrlichkeit; Du Tag, wann wirst du sein, Daß wir den Heiland grüßen Und fallen ihm zu Füßen? Komm, stelle dich doch ein! Gottfr. Wilh. Sacer, geb. 1625 T 1699. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. 106 Gyuer Mittler, * der zur Rech⸗ ten Seines großen Vaters sitzt Und die Schar von seinen Knechten In dem Reich der Gnaden schützt, Den auf dem erhab'nen Throne In der königlichen Krone Alles Heer Himmelfahrts-⸗Lieder. der Ewigkeit Mit verhülh Antlitz scheut! 2. Dein Geschäft auf di Erden Und dein Opfer ist u bracht; Was vollendet s werden, Das ist gänzlich g gemacht; Da du bist 0 gestorben, Ist uns Gnad' Heil erworben, Und deins reich' Auferstehn Läßt ung die Freiheit gehn. 3. Nun ist dieses dein schäfte In dem obern He tum, Die erworb'nen Segg kräfte Durch dein Evangeh Allen denen mitzuteilen,? zum Thron der Gnaden eil Nun wird uns durch de Hand Heil und Segen gewandt 4. Deines Volkes Namen Trägest du auf det Brust, Und an den gereth Samen Denkest du mit vil Lust, Du vertrittst, die an! gläuben, Daß sie dir vereh bleiben, Bittest in des Vi Haus Ihnen eine Wohn aus 5. Doch vergißt du auch! Armen, Die der Welt n dienen, nicht, Weil dein 9 dir vor Erbarmen Ueber ihm Elend bricht, Daß dein W ihrer schone, Daß er nicht m Werken lohne, Daß er änd ihren Sinn: Ach, da zielt di Bitten hin. 6. Zwar in deines Fleisch Tagen, Da die Sünden al Welt Dir auf deinen Schulle lagen, Hast du dich vor gestellt, Bald mit Seuße verhülh auf di fer ist ndet s nzlich a ist fürz Gnadꝰ' „deins ißt unz dein ern Hel n Sege vangel teilen, aden eil urch de Segen kes w auf dah gerech mit vil die ank ir verein des Voh Wohnn u auch! Welt m dein g. eber ihm dein V nicht un er ändi zielt d 5 Fleisch nden all Schullen vor O Seufn Himmelfahrts⸗Lieder. bald mit Weinen Für die Sünder zu erscheinen: O mit welcher Niedrigkeit Batest du zur selben Zeit! 7. Aber nun wird deine Bitte Von der Allmacht unter⸗ stützt, Da in der vollkomm nen ütte Die verklärte Menschheit stzt; Nun kannst du des Satans Klagen Majestätisch niederschlagen, Und nun macht dein reines Blut Unsre böse Sache gut. 8. Die Verdienste deiner Leiden Stellest du dem Vater dar, Und vertrittst vor ihm mit Freuden Deine teu'r er⸗ löste Schar, Daß er wolle Kraft und Leben Deinem Volk auf Erden geben Und die Seelen zu dir ziehn, Die noch deine Freundschaft fliehn. 9. Großer Mittler, sei ge⸗ priesen, Daß du in dem Heilig⸗ lum So viel Treu' an uns be⸗ wiesen: Dir sei Ehre, Dank und Ruhm! Laß uns dein Verdienst vertreten, Wenn wir u dem Vater beten, Sprich ür uns in letzter Not, Wenn den Mund verschließt der Tod. Joh. Jak. Rambach, geb. 1693 f 1785. Mel. Die Tugend wird durchs. 107 Ihr aufgehob'nen * X Segenshände, Voll Heil, voll Wunderkraft des Herrn, Ihr wirkt und waltet bis ans Ende, Uns ungesehn, doch niemals fern. Im Segnen seid ihr auf⸗ gefahren, Im Segnen kommt 69 ihr einst zurück; Auch in des Glaubens Zwischenjahren Bleibt ihr der Seelen Trost und Glück. 2. Ihr segnet Christi Schar hienieden Mit Freude, die ohn“ Ende währt. Ihr legt auf sie den hohen Frieden, Den keine Welt uns sonst beschert; Ja, segnend ruht ihr auf den Sei⸗ nen, Dies beugt und stärkt uns bis ans Grab; Und wenn wir Sehnsuchtsthränen weinen, So trocknet dies die Thränen ab. 3. Ihr zieht mit Gotteskraft die Herzen An sein so treues Herz hinauf; Ihr stillt, ihr heilt die Seelenschmerzen, Ihr helft der Schwachheit mächtig auf; Ihr brecht den Zwang, der Herzen kettet, Ihr faßt und stärkt des Pilgers Hand, Ihr hebt, ihr tragt und ihr errettet Und führet uns ins Vaterland. 4. Einst öffnet ihr die Him⸗ melsthore Der treuen Erden⸗ Rabeuunnd Und reicht dem Ueberwinderchore Des ew'gen Lebens Kronen dar. Dann, dann mit jeder Gottesgabe, Mit jedem Heil begabt durch euch, Jauchzt eurem güldnen Königsstabe Des weiten Him⸗ mels Königreich. Karl Bernh. Garve, geb. 1763 1841. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 0 1 77 1 8 önig, dem kein * König gleichet, ni Dessen Ruhm kein Mand er⸗ reichet, Dem als Gott das 70 Reich gebühret, Der als Mensch das Scepter führet, Dem das Recht gehört zum Throne, Als des Vaters ein'gem Sohne, Den so viel Vollkommenheiten Krönen, zieren und begleiten! 2. Himmel, Wasser, Luft und Erde Nebst der ungezählten Herde Der Geschöpfe in den Feldern, In den See'n, in den Wäldern, Sind, Herr über Tod und Leben, Dir zum Eigentum gegeben; Tiere, Menschen, Geister scheuen, Menschensohn, dein mächtig Dräuen. 3. In des Gnadenreiches Grenzen Sieht man dich am schönsten glänzen; Wo viel tausend treue Seelen Dich zu ihrem Haupt erwählen, Die durchs Scepter deines Mundes Nach dem Recht des Gnaden⸗ bundes Sich von dir regieren lassen, Und, wie du, das Un⸗ recht hassen. 4. In dem Reiche deiner Ehren Kann man stets dich loben hören Von dem himm⸗ lischen Geschlechte, Von der Menge deiner Knechte, Die dort ohne Furcht und Grauen Dein verklärtes Antlitz schauen, Die dich unermüdet preisen Und dir Ehr' und Dienst er⸗ weisen. 5. O Monarch in dreien Reichen, Dir ist niemand zu vergleichen An dem Ueberfluß der Schätze, An der Ordnung der Gesetze, An Vortrefflich⸗ keit der Gaben, Welche deine Bürger haben; Du beschützest Himmelfahrts⸗Lieder. deine Dande Du bezwinge deine Feinde. x 6. Herrsche auch in meinen Hu Ueber Zorn, Furcht zust und Schmerzen; ut mich deinen Schutz genießen Laß mich dich im Glauben grüßen, Ehren, fürchten, loben lieben, und mich im Gehorsan üben, Hier mit leiden, hih mit streiten, Dort mit herrschg dir zur Seiten. Joh Jakob Rambach, geb. 1693 f. Mel. Ach Gott und Herr. 109. 3¹⁰ uns nah dir, So eilen win Mit herzlichem Verlangen Hin da du bist, Herr Jesu Chrish Aus dieser Welt gegangen. 2. Zeuch uns nach dir, In. Liebsbegier, Aus diesem Sü denleben: So dürfen wir Nich länger hier In Not und Aengsten schweben. 3. Zeuch uns nach dir, dn Christ, und führ Uns deim Himmelsstege: Wir irrin son leicht Und sind verscheuch Vom rechten Lebenswege. 4. Zeuch uns nach dir, S„ folgen wir Dir nach in deinen Himmel, Daß uns nicht mehn Allhier beschwer' Das böhß Weltgetümmel. 5. Zeuch uns nach dir Nunr für und für Und gieb, daß wir nachfahren Dir in deih Reich, Und mach uns gleich Den auserwählten Schärenl Ludämilie Elisabeth, Gräfin von Schwarzburg-Rudolstadt, geb. 16ʃ0 + 1672. 8 Köni owing meinen Furch 1; L enießen Blauben , loben ehorsan n, hin errscha 93 1 17⁰1 gerr. 13 nach hen du gen Hin, Chris ngen. dir, I. m Sün⸗ ir Nich ot und ir, Hen 8 deim n sons scheuch ege. dir, S deinen ht mehs 8 böst dir Nur b, daß Himmelfahrts⸗Lieder.— Pfingst⸗Lieder. Mel. Alles ist an Gottes Segen oder: Auf, Triumph, es kommt die Stunde. 11⁰ JDesus Christus X herrscht als König; Alles wird ihm unter⸗ thänig, Alles legt ihm Gott zu Fuß. Alle Zunge soll bekennen, Jesus sei der Herr zu nennen, Dem man Ehre geben muß. 2. Fürstentümer und Ge⸗ walten, Mächte, die die Thron⸗ wacht halten, Geben ihm die Herrlichkeit. Alle Herrschaft, dort im Himmel, Hier im irdischen Getümmel, Ist zu seinem Dienst bereit. 3. Gott ist Herr, der Herr ist Einer, Und demselben gleichet Keiner; Nur der Sohn der ist ihm gleich. Dessen Stuhl ist unumstößlich, Dessen Leben unauflöslich, Dessen Reich ein owig Reich. 70⁴ 4. Gleicher Macht und gleicher Ehren, Sitzt er unter lichten Chören Ueber Gottes Cherubim. Aller Welt und Himmel Enden Hat er alles in den Händen; Denn der Vater gab es ihm. 5. Jauchz' ihm, Menge heil'⸗ ger Knechte, Rühmt vollendete Gerechte, Und du Schar, die Palmen trägt, Und ihr Märt'rer mit der Krone, Und du Chor vor seinem Throne, Der die Gottesharfen schlägt! 6. Ich auch auf der tiefsten Stufen, Ich will glauben, reden, rufen, Weil ich noch ein Pilgrim bin: Jesus Christus herrscht als König; Alles sei ihm unterthänig; Ehret, liebet, lobet ihn! Ph. Friebr. Hiller, geb. 1699 4 1769. IX. Pfingst⸗Lieder. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 11¹ Gou gieb einen * milden Regen, Denn mein Herz ist dürr wie Sand; Vater, gieb vom Himmel Segen, Tränke du dein durstig Land. Laß des heil gen Geistes Gab' Ueber mich von oben ab Sich in starkem Strom ergießen Und mein ganzes Herz durchfließen. 2. Kann ein Vater hier auf Erden, Der doch arg ist von Natur, Seinen lieben Kindern geben Nichts als gute Gaben nur; Solltest du denn, der du heißt Guter Vater, deinen Geist Mir nicht geben und Mich laben Mit den guten Himmelsgaben? 3. Jesu, der du hingegangen . dem Vater, sende mir einen Geist, den mit Ver⸗ langen, 9 erwarte, Herr, von dir. Laß den Tröster ewiglich Bei mir sein und lehren mich, In der Wahrheit fest G0 stehen Und auf dich im Glauben sehen. 4. Heil'ger Geist, du Kraft der Frommen, Kehre bei mir 72² Armen ein Und sei tausend⸗ mal willkommen, Laß mich deinen Tempel sein. Säub're du nur selbst das Haus Meines Herzens; wirf hinaus Alles, was mich hier kann scheiden Von den süßen Himmels⸗ freuden. 5. Schmücke mich mit deinen Gaben; U: W mich neu, rein und schön; Laß mich wahre Liebe haben Und in deiner Gnade stehn. Gieb mir einen starken Mut, Heilige mein Fleisch und Blut; Lehre mich vor Gott hintreten Und im Geist und Wahrheit beten. 6. So will ich mich dir er⸗ geben, Dir zu Ehren soll mein Sinn Dem, was himmlisch ist, nachstreben, Bis ich werde kommen hin, Da mit Vater und dem Sohn Ich im höchsten Himmelsthron Dich erheben kann und preisen Mit den süßen Engelsweisen. Maurit. Cramer, geb. 1646 + 1702. Mel. Jesu, meine Freude. 112. Sanen an Maien, Lasset Blumen streuen, Zündet Opfer an; Denn der Geist der Gnaden Hat sich eingeladen, Machet ihm die Bahn. Nehmt ihn ein, so wird sein Schein Euch mit Licht und Heil erfüllen Und den Kummer stillen. 2. Tröster der Betrübten, Siegel der Geliebten, Geist voll Rat und That, Starker Pfingst⸗Lieder. Gottesfinger, bringer, Licht auf unsem Asar. Gieb uns Kraft unm Lebenssaft, Laß uns deih teuern Gaben Nach Vergnügt laben. 3. Laß die Herzen brenn Wenn wir Jesum nenneh Führ' den Geist empor; Gi uns Kraft zu beten Und n Gott zu treten, Sprich selbst uns vor; Gieb u Mut, du höchstes Gut, Trhh uns kräftiglich von oben A der Feinde Toben. 4. Goldner Himmelsregt Schütte deinen Segen das Kirchenfeld; Lasse Strön fließen, Die das Land begiesm Wo dein Wort hinfällt; I verleih, daß es gedeih': Hus dertfältig Frucht zu bringe Laß ihm stets gelingen. 5. Schlage deine Flamm Ueber uns zusammen, Wahh Liebesglut; Laß dein sanst Wehen Auch bei uns geschehen Dämpfe Fleisch und Blahh Laß uns doch am Sünden joch Nicht mehr wie vor diesen ziehen Und das Böse 5. 6. Gieb zu allen Dingh Wollen und Vollbringen, Filh uns ein und aus; Wohn unsrer Seele, Unser Herz en wähle Dir zum eignen Hauß Wertes Pfand, mach uns he kannt, Wie wir Jesum neih erkennen Und Gott Valg nennen. das Rinnt unl 7. Mach süße Und durch Finsteris Sei du unser Licht; Tuaf Friedensübe n Nimm wir& mnn t grünet Bis u Bei maien Benj nsüben unsem aft un 8 deinh rgnügt Prennen nennen pr; Gih Ind u prich eb un t, Trhh ben R. en gen M Ström begiesg 94 or nn e fliehen Iu n, Füh Vohn' h Herz en n Haus uns he um roh t Vat min 7 Pfingst⸗Lieder. nach Zions Hügeln Uns mit Erdenssügeln Und verlaß uns nicht, Wenn der Tod, die letzte Not, Mit uns will u Felde liegen, Daß wir stohlh sen 8. Laß uns hier indessen Nimmermehr vergessen, Daß wir Gott verwandt; Dem laß uns stets dienen Und im Guten grünen Als ein fruchtbar Land, Bis wir dort, du werter Hort, Bei den grünen Himmels⸗ maien Ewig uns erfreuen. Benj. Schmolck, geb. 1672 T 1787. Mel. Warum sollt' ich mich denn. öchster Tröster, 113. H komm her⸗ nieder, Geist des Herrn, Sei nicht der Salbe Jesu Glieder! Er, der nie sein Wort ge⸗ brochen, Jesus hat Deinen Rat Seinem Volk versprochen. 2. Schöpfer unser's neuen Lebens, Jeder Schritt, Jeder Tritt, Ist ohn' dich vergebens. Ach, das Seelenwerk ist wich⸗ tig; Wer ist wohl, Wie er soll, Treu zu handeln tüchtig? 3. Herr, wir fallen dir zu 205· Eins ist not Für den Tod; Buße, wahre Buße. 73 Machet gut, Was die Welt verbrochen. 5. Weck' uns auf vom Sün⸗ denschlafe, Rette doch Heute noch Die verlor'nen Schafe, Reiß die Welt aus dem Ver⸗ derben, Laß sie nicht Im Ge⸗ richt Der Verstockung sterben. 6. Geist der Weisheit, gieb uns allen Durch dein Licht Unterricht, Wie wir Gott ge⸗ fallen; Lehr' uns freudig vor Gott treten, Sei uns nah Und sprich: Ja! Wenn wir gläubig beten. 7. Hilf den Kampf des Glaubens kämpfen, Gieb uns Mut, Fleisch und Blut, Sünd' und Welt dämpfen; Laß uns Trübsal, Kreuz und Leiden, Angst und Not, Schmerz und Tod Nicht von Jesu scheiden. 8. Hilf uns nach dem Kleinod streben, Schenk uns Kraft, Tugendhaft Und gerecht leben; Gieb, daß wir nie stille stehen, Treib uns an, Froh die Bahn Deines Wort's zu gehen. 9. Sei in Schwachheit unsre Stütze, Steh uns bei, Mach uns treu In der Prüfungs⸗ hitze. Führ', wenn Gott uns nach dem Leide Sterben heißt, Zeig' uns selbst den Greu'l Unsern Geist In des Himmels der Sünde, Daß das Herz Freude. Angst und Schmerz, Reu' und 24. 3 empfinde. „Zeig' uns des Erlösers Wunden; Ruf uns zu: Ihr habt Ruh', Ihr habt Heil ge⸗ Uns're Sünd' wird Jesu Blut junden. nicht gerochen: 2*277—. Ehrenfr. Liebich, geb. 1713 4 1780. Mel. Komm, Gott Schöpfer, oder: Herr Jesu Christ, dich zu uns wend'. 114. Kodh. 7⁴ Schöpfer du, Sprich deinen armen Seelen zu; Erfüll' mit Gnaden, süßer Gast, Die Brust, die du geschaffen hast. 2. Der du ein Tröster bist genannt, Des allerhöchsten Gottes Pfand, Du Liebesquell, du Lebensbronn, Du Herzens⸗ salbung, Gnadensonn'! 3. Du siebenfaches Gnaden⸗ gut, Du Hand des Herrn, die Wunder thut, Du lösest aller Zungen Band, Giebst frei das Wort in alle Land'. 4. Zünd' uns ein Licht an im Verstand, Entflamm' das Herz in Liebesbrand, Stärk' unser schwaches Fleisch und Blut Durch deiner Gottheit starken Mut. 5. Den Feind treib' von uns fern hinweg Und bring' uns auf des Friedens Steg, Daß wir, durch deine Hand geführt, Vom Argen bleiben unberührt. 6. Lehr' uns den Vater kennen wohl, Und wie den Sohn man ehren soll; Im Glauben mache uns bekannt, Wie du von beiden wirst ge⸗ sandt. Alte Kirche. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 11⁵. Gen und un vom Sohne, Der du unser Tröster bist, Und von unsres Gottes Throne Hülfreich auf uns Schwache siehst, Stehe du mir mächtig bei, Daß ich Gott er⸗ geben sei; O so wird mein Pfingst⸗Lieder. V Hen auf Erden Schon eh empel Gottes werden. 2. Laß auf jedem meinn Wege Deine Weisheit mit mi sein, Wenn ich bange Zweißh hege, Deine Wahrheit mith erfreun. Lenke kräftig meinen Sinn Auf mein wahres Wohl sein hin! wüh du mich, wan recht ist, wählen, Werd' ih nie mein ne verfehlen. 3. Heilige des Herzenh Triebe, Daß ich über alle treu Meinen Gott und Vaten liebe, Daß mir nichts wichtig sei, Als in seiner Hul zu stehn, Seinen Namen z erhöhn. Seinen Willen z vollbringen, Müsse mir duth dich gelingen. 4. Stärke mich, so oft zu Sünde Mein Gemüt versucht wird, Daß sie mich nicht über winde; Hab' ich irgend mit verirrt, O so strafe selbst mei Herz, Daß ich unter Reu' un Schmerz Mich vor Gott dos rüber beuge Und mein Hen zur Bessrung neige. 5. Reize mich mit Flehn und Beten, Wenn mir Hülf nnhn ist, Zu dem Gnaden; stuhl zu treten; Gieb, daß it auf Jesum Christ, Als au meinen Mittler schau Und au ihn die Hoffnung bau, Gnad um Gnad' auf mein Verlangen Von dem Vater zu empfangen 6. Stehe mir in allen Leiden Stets mit deinem Troste bei Daß ich auch alsdann mil Freuden Gottes Führung folg⸗ sam sei. Gieb mir ein gelassen on eih meine nit my Zweift t niß meinen Wohl ch, wal erd' 10 Herzent alle Vaten ts r Huhh nen zu len zu r durh oft zu ersuche t über d mit st mein au und ott da⸗ n Hen Flehn Hülff naden⸗ daß ith ls au nd auf Gnad langen angen. Leiden ste beiß n soh 9 0 9 elassen Pfingst⸗Lieder. Herz, Laß mich selbst im Todesschmerz, Bis zum frohen Ueberwinden, Deines Trostes Kraft empfinden. Nach Huttsr. ü1712. geb. 1658, Eigene Melodie. 116. Koum, heiliger * Geist, Herre Gott, Erfüll' mit deiner Gna⸗ den Gut Deiner Gläub'gen erz, Mut und Sinn, Dein' rünstig Lieb' entzünd' in ihn'n. O Herr, durch deines Lichtes Glanz Zu dem Glauben Dlaumel hast Das Volk aus aller Welt Zungen. Das sei dir, Herr, zu Lob gesungen. Hallelujah! Hallelujah! 2. Du heiliges Licht, edler Hurt, Laß uns leuchten des Lebens Wort Und lehr' uns Gott recht erkennen, Von de Vater ihn nennen. Herr, behüt' vor fremder Lehr', Daß wir nicht Meister suchen mehr, Denn Jesum mit rechtem Glauben Und ihm aus ganzer Macht vertrauen. Hallelujah! Hallelujah! 3. Du heilige Brunst, süßer Trost, Nun hilf uns fröhlich und getrost In dein'm Dienst beständig bleiben, Die Trübsal uns nicht abtreiben. O Herr, durch dein' Kraft uns bereit' Und stärk‘ des Fleisches Blödigkeit, Daß wir hier ritter⸗ lich iingen Durch Tod und Leben zu dir Rah Halle⸗ lujah! Hallelujah Mart. Luther, geb. 1483 f 1546. 7⁵5 Eigene Melodie. 117. Keum, o komm, 32 du Geist des Lebens, Wahrer Gott von Ewigkeit! Deine Kraft sei nicht vergebens: Sie erfüll' uns jederzeit! So wird Geist und Licht und Schein In dem dunklen Herzen sein. 2. Gieb in unser Herz und Sinnen Weisheit, Rat, Ver⸗ stand und Zucht, Daß wir anders nicht beginnen, Denn was nur dein Wille sucht; Dein' Erkenntnis werde groß 193. mach' uns vom Irrtum 08. 3. Begr, Herr, die Wohl⸗ fahrtsstege; Führ' uns auf des Heiles Bahn, Räume ferner aus dem Wege, Was im Lauf uns hindern kann. Wirke Reu' an Sünden Statt, Wenn der Fuß gestrauchelt hat. 4. Laß uns stets dein Zeug⸗ nis fühlen, Daß wir Gottes Kinder sind, Die auf ihn alleine zielen, Wenn sich Not und Drangsal find't; Denn des Vaters liebe Rut' Ist uns allewege gut. 5. Reiz' uns, daß wir zu ihm treten Frei mit aller Freudigkeit; Seufz' auch in uns, wenn wir beten, Und vertritt uns allezeit; So wird unsre Bitt' erhört Und die Zuversicht gemehrt. 6. Wird uns auch nach Troste bange, Daß das Herz oft rufen muß: Ach, mein Gott, mein Gott, wie lange? 76 Pfngst Nun, so mache den Beschluß: Sprich der Seele tröstlich zu Und gieb Mut, Geduld und Ruh'. 7. O du Geist der Kraft und Stärke, Du gewisser, neuer Geist! Förd're in uns deine Werke, Wenn sich Satans Macht erweist; Schenk' uns Waffen in dem Krieg, Und erhalt' uns in dem Sieg. 8. Herr, bewahr' auch unsern Glauben, Daß kein Teufel, Tod noch Spott Uns denselben möge rauben; Du bist unser Fuaitch und Gott. Sagt das Fleisch gleich immer nein, Laß dein Wort gewisser sein. 9. Wenn wir endlich sollen sterben, So versich're uns je mehr, Als des Himmelreiches Erben, Jener Herrlichkeit und Ehr', Die Gott giebt durch Jesum Christ Und nicht aus⸗ zusprechen il. Heinrich Held, 4 1643(Gurau). Mel. Aus meines Herzens Grunde. 118 Konm. Tröster, 63 komm her⸗ nieder Vom hohen Himmels⸗ thron Auf Christi Freund' und Brüder, Komm eilig, komm und wohn' Im Herzen aller⸗ meist, Mit deinem Licht und Gaben Und Freudenöl' zu laben. Komm, werter heil'ger Geist. 2. Du bist ein Trost der Frommen, Gieß aus dein hei⸗ lig Oel Und laß es zu mir kommen, Daß sich mein Herz Lieder. und Seel Erfreuen inniglg Komm, Tröster, zu erquicht Die Seelen, die sich bücht Im Geist demütiglich. 3. Laß allen Trost vez schwinden, Den mir die V verspricht Bei ihrem Dien der Sünden. Der mich doah tröstet nicht. Was Jesus n anpreist, Dem will ich feh gläuben: Du sollst mein Trösth. leiben, Du, o Gott, heilg Geist! 4. Du kannst mein H erfreuen Und kräftig rüstn neuen Mein armes Herzen haus; Drum komm, mah schönster Gast, Und bleib'i Tod und Leben Als Trösth mir ergeben, Bis mein Gesih erblaßt. x 5. Der du als Gott au gehest Vom Vater und daz Sohn Und mich im Geist e⸗ höhest Zu Gottes Stuhl u. Thron, Kehr' gnädig bei m ein Und lehr? mich Jes kennen Und meinen Herrn nennen Mit Wahrheit, nih zum Schein. 6. Du kommst ja von den Vater, Der meine Seele lich. Drum sei auch mein Beratn Wenn mich die Welt betrllh So komm und tröste m Und stärk' im Kreuz und I den Mein 9*8 mit vielh Freuden, Daß es erquicke sih eug' in meing 4.— aus, Ja ganz und gar Schein zeugt, Seelen wählen ihm gl 98— Finger Thron bezwin Schme Trübse nem 8 sei me bis in Laurent 11 Geist ben e behüt wir Elend 2. uns Jesm Daß treuet hat Kyrie 3. uns empf Daß einch den Kyri 4. aller fürc Daf Pfingst⸗Lieder. 77⁷ iniah Schein, Daß ich, ganz über⸗ verzagen, Wenn der Feind Wil zeugt, Kein Bild in meiner wird das Leben verklagen. büt. Ceelen, Als Jesum mög' er⸗ Kyrieleis! wählen,— daß mein Herz Mart. Luther, geb. 1483 f 1546. ihm gleicht. ich se ine S pst 1. 08. Weit mich mit deinem Mel. I sehr, o meine Seele. *** Finger, O Geist von Gottes 120 Hau allersüß'ste Dien Thron, Und sei mein Herz⸗* Freude, O du rich de bezwinger, Daß mich kein' allerschönstes Licht, Der du 1 0 Schmach noch Hohn, Kein' uns in Lieb' und Leide Un⸗ 5 0 Trübsal, keine Not Von mei⸗ besuchet lässest nicht: Geist des nem Jesu scheide, Im Kreuz Höchsten, höchster Fürst, Der heilg sei meine Freude, Mein Trost du hältst und halten wirst Ohn' bis in den Tod. Eite we ch f Dinge, Höre, Laurent. Laurenti, geb. 1660 4 1722. höre, was ich singe. uitt en Di ahn aeee Habe an, ie ein Mensch nur nennen Herzen⸗. kann; Wenn ich dich erwünsch' bi 101 119 Nun bitten wir und habe, Geb' ich alles Wün⸗ Tur* den heiligen schen dran. Ach, ergieb dich, üht Geist Um den rechten Glau⸗komm zu mir In mein Herze, n Gast ben allermeist, Daß er uns das du dir, Da ich in die Welt behüte an unserm Ende, Wenn geboren, Selbst zum Tempel d d wir heimfahr'n aus diesem auserkoren. Gei Elende. Kyrieleis! 3. Du wirst aus des Him⸗ 319 2. Du wertes Licht, gieb mels Throne Wie ein Regen am uns deinen Schein, Lehr' uns ausgeschütt't, Bringst vom 3 U Jesum Christ kennen allein, Vater und vom Sohne Nichts Nin Daß wir an ihm bleiben, dem als lauter Segen mit: Laß 2—— treuen Heiland, Der uns bracht doch, o du werter Gast, Gottes eit, ni hat zum rechten Vaterland. Segen, den du hast Und ver⸗ Kyrieleis! walt'st nach deinem Willen, von da 3. Du süße Lieb', schenk' Mich an Leib und Seele füllen. 'ele li uns deine Gunst, Laß uns 4. Du bist weis' und voll Beram. empfinden der Liebe Brunst, Verstandes, Was geheim ist, betu!. Daß wir uns von Herzen ist dir kund, Zählst den Staub ste n einander lieben Und im Frie⸗des kleinen Sandes, Gründ'st und L den auf einem Sinn bleiben. des tiefen Meeres Grund. it vi, Kuyrieleis! Nun, du weißt auch zweifels⸗ suicke! 4. Du höchster Tröster in frei, Wie verderbt und blind meine aller Not, Hilf, daß wir nicht ich sei; Drum gieb Weisheit . fürchten Schand, noch Tod, und vor allen, Wie ich möge Wahh Daß in uns die Sinne nicht Gott gefallen. 227 78 5. Du bist heilig, läßt dich linden, Wo man rein un ichuldlos ist, Fliehst hingegen Schand' und Sünden, Hassest allen Trug und List, Mache mich, o Gnadenquell, Durch dein Waschen rein und hell! Laß mich fliehen, was du fliehest, Gieb mir, was du gerne siehest. 6. Mein Hort, ich bin wohl zufrieden, Wenn du mich nur nicht verstößt; Bleib' ich von dir ungeschieden, Nun so bin ich ganz getröst't. Laß mich sein dein Eigentum; Ich ver⸗ sprech' hinwiederum, Hier und dort all mein Vermögen Dir zu Ehren anzulegen. 7. Ich entsage, Herr, dem allen, Was dir deinen Ruhm benimmt; Meiner Seel' soll nicht gefallen, Als allein, was von dir kommt. Was der Satan will und sucht, Will ich halten als verflucht, Ich will seinen schnöden Wegen Mich mit Ernst zuwider⸗ legen. 8. Nur allein, daß du mich stärkest Und mir treulich stehest bei. Hilf, mein Helfer, wo du merkest, Daß mir Hülfe sei; Brich des bösen nöti Fleisches Sinn, Nimm den alten Willen hin, Mach ihn gänzlich in mir neue, Daß mein Gott sich meiner freue. 9. Sei mein Retter, halt mich eben. Wenn ich sinke, ei mein Stab; Wenn ich terbe, sei mein Leben; Wenn ch liege, sei mein Grab; Pfingst⸗Lieder. d Ach, so hilf mir, daß ich Wenn ich wieder aufe 4. Las Hin, da du in ew'gen 3 nerh den Wirst die Auserwiß werden, weiden. deinem Paul Gerhardt, geb. 1607 1 ½ 7 Mel. Wie schön leuchtet den 121. O 0 ein Und laß uns h benshor Wohnung sein, O komm melsüße erzenssonne! Du Himm Herzen icht, laß deinen Schein mögen uns und in uns rätih ner we Zu steter Freud' und Wum treuen Sonne, Wonne, Himml Gieße Leben wirst du geben, in müte, d wir beten: Zu dir kom unsern wir getreten. 6. 2. Du Quell, draus faß di fromme Seelen geußt, 4 Liebe deinen Trost uns hören önnder wir in Glaubenseinigkeit h mit Li können alle Chriseenhei nen ni wahres Zeugnis lehren. i Streit Lehre, Daß wir können Liebe und Sinnen dir ergeben! und zum Lob und uns zum Ln 3. Steh uns stets bän 7. deinem Rat Und führ 3 ligkei selbst den rechten Pfad, bensz wir den Weg nicht wiß Stärk Gieb uns Beständigleit, unben wir Getreu dir bleiben Fleisc und für, Auch wenn wir li Verk⸗ müssen. Schaue, Baue,. Sinn errissen und beflissen, dich der& Ihanen Und auf deinen A erben zu bauen. RNMic Pfingst⸗Lieder. aufen 4. Laß uns dein' edle Bal⸗ aß ich samtraft Empfinden und zur gen 3 Ritterschaft Dadurch gestärket Seruss werden, Auf daß wir unter deinem Schutz Begegnen aller 1007 fin Feinde Truß Mit freudigen Gebürden. Laß dich Reichlich tet a Auf uns nieder, daß wir awieder Trost empfinden, Alles l'ger 0. Unglück überwinden. hr bei 5. O starker Fels und Le⸗ uns hbenshort, Laß uns dein him⸗ komm melsüßes Wort In unsern Himm Herzen brennen, Daß wir uns Schein mögen nimmermehr Von dei⸗ kräftg ner weisheitsreichen Lehr Und nd Von treuen Liebe trennen. Fließe, Himm Gieße Deine Güte ins Ge⸗ ben, m müte, daß wir können Christum ir kom unsern Heiland nennen. 6. Du süßer Himmelstau, laß dich In unsre Herzen krüftiglich Und schenk' uns deine Liebe, Daß unser Sinn ver⸗ bunden sei Dem Nächsten stets mit Liebestreu' Und sich darin⸗ nen übe. Kein Neid, kein Streit Dich betrübe! Fried' und Liebe müssen schweben; Fried' und Freude wirst du geben. 7. Gieb, daß in reiner Hei⸗ ligkeit Wir führen unsre Le⸗ benszeit, Sei unsers Geistes Stürke, Daß uns hinfort sei unbewußt Die Eitelkeit, des Fleisches Lust Und seine toten Werke. Rühre, Führe Unser Sinnen und Beginnen von der Erden, Daß wir Himmels⸗ erben werden. Mich. Schirmer, geb. 1606 f 1678. draus die sich eußt, zören, ugkeit x nhet A ren. gi innen g geben, zum Lah⸗ ts bein führ v Pfad.2 ht wißz igkeit, leiben wir liih aue, M. n, dich inen d 7 79 Mel. O Jesulein süß, o Jesulein. 122. O d Gott! Du Tröster wert in aller Not! Du bist gesandt vom Himmelsthron, Von Gott dem Vater und dem Sohn. O heiliger Geist, o heiliger Gott! 2. O heiliger Geist, o hei⸗ liger Gott! Gieb uns die Lieb' zu deinem Wort, Zünd' an in uns der Liebe Flamm', Darnach zu lieben allesamt; O heiliger Geist, o heiliger Gott! 3. O heiliger Geist, o hei⸗ liger Gott! Mehr' unsern Glau⸗ ben immerfort. An Christum niemand glauben kann, Es sei denn durch dein' Hülf' ge⸗ than. O heiliger Geist, o hei⸗ liger Gott! 4. O heiliger Geist, o hei⸗ liger Gott! Erleucht' uns durch dein göttlich Wort. Lehr' uns den Vater kennen schon, Dazu auch seinen lieben Sohn! O heiliger Geist, o heiliger Gott! 5. O heiliger Geist, o heiliger Gott! Du zeigst den Weg zur Himmelspfort'?; Laß uns hier kämpfen ritterlich Und zu dir dringen seliglich. O heiliger Geist, o heiliger Gott! 6. O heiliger Geist, o heiliger Gott! Verlaß uns nicht in Not und Tod; Wir sagen dir Lob, Ehr' und Dank Jetzund und unser Leben lang. O hei⸗ liger Geist, o heiliger Gott! Abrah. Hinkelmann, geb. 1652 f 1685. 80 0 ö 123 3*⁰ ein zu dei⸗ 0 nen Thoren, Sei meines Herzens Gast, Der du, da ich geboren, Mich neu geboren hast. O hochgeliebter Geist Des Vaters und des Sohnes, Mit beiden gleichen Thrones, Mit beiden gleich gepreist! 2. Zeuch ein, laß mich em⸗ pfinden Und schmecken deine Kraft, Die Kraft, die uns von Sünden Hülf' und Er⸗ rettung schafft. Entsünd'ge meinen Sinn, Daß ich mit reinem Geiste Dir Ehr' und Dienste leiste, Die ich dir schuldig bin. 3. Ich war ein wilder Re⸗ ben, Du hast mich gut ge⸗ macht; Der Tod durchdrang mein Leben, Du hast ihn um⸗ sict, A Und in der Tauf' er⸗ 1 ickt, Als wie in einer Flute, Mit dessen Tod' und Blute. Der uns im Tod' erquickt. 4. Du bist das heil'ge Oele, Jesu Christ Zum wahren Ei⸗ entum, Zum Priester und Propheten, Zum König, den in Nöten Gott schützt vom Heiligtum. 5. Du bist ein Geist, der lehret, Wie man recht beten soll. Dein Beten wird er⸗ höret, Dein Singen klinget wohl; Es steiget himmelan, Hält an in Jesu Namen Und Pfingst⸗Lieder. Mel. Von Gott will ich nicht lassen. bringt von dem ein As . Der allen helfen kann. Mit rei 6. Du bist ein GeistHäuser Freuden, Vom Trauernh Segen du nicht, Erleuchtest um den bö Leiden Mit deines Tu widerse Licht. Ach ja, wie mant Herz mal Hast du mit süßen Herzen ten Mir aufgethan die Pi. 12. Zum güld'nen Freudensal Stärke 7. Du bist ein Geit Streit Liebe, Ein Freund der Fren und 2 lichkeit, Willst nicht, daß betrübe Zorn, Zank, 9 Neid und Streit. Der 0 schaft bist du feind, W daß durch Liebesflammen e wieder thun zuzammen ö voller Zwietracht seind. 8. Du, Herr, hast selbs Hant Die ganze weite Y Kannst Menschenherzen den, Wie dir es wohl geft So gieb doch deine Gnad' Fried⸗ und Liebesband Verknüpf' in allen Lan Was sich getrennet hat. 9. O laß dein Volk eil nen Die Menge ihrer Sih 85 Auch Gottes Gri Damit gesalbet ist Mein Leib luch Gottes Grimm sokh und meine Seele Dem Herren nen, Daß er bei uns enth Den ernsten bitter'n Schi Und Buße, die bereuet, A sich zuerst erfreuet Ein u ergeb'nes Herz. 10. Beschirm' die Obriglei Bau unsres Fürsten 0 Gieb Glück zu unsern Zel Schmück', als mit einer Run Die Alten mit Verstand, A Frömmigkeit die Jugend, A Gottesfurcht und Tugend I Volk im ganzen Lan Pfingst⸗Lieder.— ein A. II. Erfülle die Gemüter Inn. Mit reiner Glaubenszier, Die Geist Häuser und die Güter Mit uern hu Segen für und für. Vertreib sst un den bösen Geist, Der dir sich 3 Du widersetzet Und, was dein e mantz Herz ergötzet, Aus unsern üßen 9. Herzen reißt. die Ps. 12. Gieb Freudigkeit und densal Stärke, Zu stehen in dem Geist! Streit, Den Satans Reich ser Fun und Werke Uns täglich. „daßeu erbeut. Hilf kämpfen ritter⸗ ank, 9. Der Fah id, M.. umen 8 Eigene Melodie. ind. 124. Alen Gott in st selh e ae weite A Ehr' Und Dank für seine erzen 0 Gnade, Darum daß nun und ohl geit nimmermehr Uns rühren kann Gnad: klein Schade. Ein Wohlgefalln besban. Gott an uns hat; Nun ist Land groß Fried' ohn? Unterlaß, hat. All Fehd' hat nun ein Ende. Volk eih 2. Wir loben, preis'n, an⸗ rer Su. beten dich Für deine Ehr', wir m so hn danken, Daß du, Gott Vater, 8 enthih ewiglich Regierst ohn“ alles n Schn. Wanlen. Ganz unermessen ist euet,.deine Macht, Fort g'schieht, Ein n. was dein Will' hat bedacht. Wohl uns des feinen Herren! G. ** 3. O Jesu Christ, Sohn n Thn. eingebor'n Deines himmlischen rn Zel. Vaters, Versöhner der'n, die ner Im. war'n verlorn Du Stiller tand,.unser's Haders: Lamm Gottes, gend, 3. heiil'ger Herr und Gott, Nimm 19— A an die Bitt' von unsrer Not 1 Erbarm' dich unser aller. Trinitatis⸗Lieder. 81 lich, Damit wir überwinden Und ja zum Dienst der Sün⸗ den Kein Christ ergebe sich. 13. Richt' unser ganzes Le⸗ ben Allzeit nach deinem Sinn, Und wenn wir's sollen geben Ins Todes Hände hin, Wenn's mit uns hie wird aus, So hilf uns fröhlich sterben Und nach dem Tod ererben Des ew'gen Lebens Haus! Paul Gerhardt, geb. 1607 + 1676. X. Trinitatis⸗Lieder. 4. O heil'ger Geist, du höch⸗ stes Gut, Du all'rheilsamster Tröster, Vors Teufels Gwalt fortan behüt', Die Jesus Christ erlöset Durch große Mart'r und bittern Tod! Abwend all' unsern Jammer und Not: Dazu wir uns verlassen. Nicolaus Decius, 4 1541. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns. 125. Der du bist drei in Einigkeit, Ein wahrer Gott von Ewigkeit: Da nun die Sonne von uns weicht, Gieb, daß uns deine nad' erleucht'. 2. Des Morgens, Gott, dich loben wir, Des Abends beten auch vor dir: Unser armes Lied rühmet dich, Jetzt und immer und ewiglich. 3. Gott Vater in W „sten Thron' Und Jesus rist, sein ein ger Sohn, Mit samt 82 dem werten heil'gen Geist Sei nun und immerdar gepreist. Nach Martin Luther, geb. 1483 4 1546. Mel. Nun danket alle Gott. 126. Gd en Gott, mein Licht, mein Leben, Mein Schöpfer, der mir hat Mein' Leib und Seel' gegeben, Mein Vater, der mi schützt Von Mutterleibe an, Der alle Augenblick' Viel Gut's an mir gethan. 2. Gelobet sei der Herr, Mein Gott, mein Heil, mein Leben, Des Vaters liebster Sohn, Der sich für mich ge⸗ geben, Der mich erlöset hat Mit seinem teuern Blut, Der mir im Glauben schenkt Sich selbst, das höchste Gut. 3. Gelobet sei der Herr, Mein Gott, mein Trost, mein Leben, Des Vaters werter Geist, Den mir der Sohn ge⸗ geben, Der mir mein Herz erquickt, Der mir giebt neue Kraft, Der mir in aller Not Rat, Trost und Hülfe schafst. 4. Gelobet sei der Herr, Mein Gott, der ewig lebet, Den alles rühmt und lobt, Was in den Lüften schwebet. Gelobet sei der Herr, Des Name heilig heißt, Gott Vater, Gott der Sohn Und Gott der heil'ge Geist. 5. Dem wir Hallelujah Mit Freuden lassen klingen, Und mit der Engelschar Das Heilig, Heilig singen; Den herzlich Trinitatis⸗Lieder. lobt und preist Die gu Christenheit, Gelobet sei m Gott In alle Ewigkeit! Joh. Olearius, geb. 1611 4 Eigene Melodie. 127. MIg g'mein, Und laßt uns fröhl springen, Daß wir getrost u. all' in ein Mit Lust und L singen, Was Gott an uns wendet hat, Und seine sih Wunderthat; Gar teu'r er's erworben. 2. Dem Teufel ich gesn lag, Im Tod' war ich in loren, Mein' Sünd' mich quih Nacht und Tag, Darin war geboren; Ich fiel aub immer tiefer drein, Es mi kein Gut's am Leben meh Die Sünd' hat mich besesseh 3. Mein' e Werk I galten nicht, Es war mit ihm verdorben; Der frei' Wl haßte Gott's Gericht, Er u zum Gut'n erstorben; A. Angst mich zu verzweifth trieb Daß nichts denn Sterhe bei mir blieb, Zur Höllh mußt' ich sinken. 4. Da jammert Gott Ewigkeit Mein Elend übg⸗ maßen, Er dacht' an seh Barmherzigkeit, Er wollt' ni helfen lassen, Er wandt' g mir das Vaterherz, Es wan bei ihm fürwahr kein Scheh Er ließ's sein Bestes kosti 5. Er sprach zu seinem liehe Sohn: Zeit ist's nun zu en besesst Werk' 9 mit ihnz ei'ꝰ Ml „ Er wa hen; A erzweifth n Sterba r Höllh in zu e⸗ barmen, Fahr' hin, mein's erzens werte Kron', Und sei das Heil dem Armen Und ilf ihm aus der Sünden 9t Ind u für ihn den bittern Tod Und laß ihn mit dir leben. 6. Der Sohn dem Vater ghhorsam ward, Er kam zu mir auf Erden Von einer Jungfrau rein und zart, Er oll'' mein Bruder werden; Gar heimlich führt' er sein' Gewalt, Er ging in meiner armen G'stalt, Den Teufel wollt' er fangen. 7. Er sprach zu mir: halt dich an mich, Es soll dir jetzt gelingen, anz' für dich, Tinitatis⸗Lieder. thun und lehren, Damit das Reich Gott's werd' gemehrt Zu Lob und seinen hüt' dich vor der MenschenG'satz, Davon verdirbt der edle Schatz; Das laß ich dir zur Letze. 128. H Ehr' Sei unserm Gott je mehr und mehr Für alle seine Werke, Von Ewigkeit zu Ewigkeit Sei in uns allen ihm bereit't Stürke. Singet! 5 1 Stärke. Klinget, Singet! Herr⸗ Ich geb' mich selber sich, gnädig, heilig heilig Da will ich heilig ist Gott, Unser Gott, 83³ hren; Und Mart. Luther, geb. 1483 4 1546. Mel. Wie schön leuchtet der. allelujah! Lob, Preis und Weisheit, Kraft und 15 dich ringen; Denn ich bin der Herr Zebaoth. dein, und du bist mein, Und wo ich bleib', da sollst du sein, Uns soll der scheiden. 8. Vergießen wird er mir mein Blut, Dazu mein Leben rauben; Das leid' ich alles dir zu gut, Das halt! mit festem Glauben; Den Tod ver⸗ schlingt das Leben mein, Mein' Unschuld trägt die Sünde dein, Da bist du selig worden. 9. Gen Himmel zu dem Vater mein Fahr' ich von diesem Leben, Da will ich sein der Meister dein, Den Geist will ich dir geben, Der dich in Trübnis trösten soll Und lehren mich erkennen wohl Und in der Wahrheit leiten. 10. Was ich gethan hab' und gelehrt, Das sollst du 2. Hallelujah! Preis, Ehr' Feind nicht und Macht Sei auch dem Gotteslamm gebracht, In dem wir sei erwählet; Das uns mit seinem Blut erkauft, Da⸗ mit besprenget und getauft Und sich mit uns vermählet. Heilig, Selig Ist die Freund⸗ schaft und Gemeinschaft, die wir haben Und darinnen wir uns laben. 3. Hallelujah! Gott heil'ger Geist, Sei ewiglich von uns gepreist, Durch den wir neu geboren. Der uns mit Glau⸗ en ausgeziert, Dem Bräuti⸗ am uns zugeführt, Den ochzeitstag erkoren Heil uns eil uns! Da ist Freude, da ist Weide, da ist Manna Und ein ewig Hosianna. 6* 8⁴ 4. Hallelujah! Lob, Preis und Ehr' Sei unserm Gott je mehr und mehr Und seinem großen Namen. Stimmt an mit aller Himmelsschar Und singet nun und immerdar Mit Freuden: Amen, Amen! Klin⸗ get, Singet: Herrlich, gnädig, heilig, heilig, heilig ist Gott, Unser Gott, der Herr Zebaoth! Bartholom. Crasselius, geb. 1677 4 1724. Mel. Es wolle Gott uns gnädig sein. 129. Wn Welt Bei uns hier kaum kann lallen, Das läßt Gott aus dem Himmelszelt In alle Welt er⸗ schallen, Daß er alleine König sei, Hoch über alle Götter, Groß, mächtig, freundlich, fromm und treu, Der From⸗ men Schutz und Retter, Ein Wesen, drei Personen. 2. Gott Vater, Sohn und heil'ger Geist Heißt sein hoch⸗ heil'ger Name; So kennt, so nennt, so rühmt und preist Ihn der gerechte Same, Gott Abrahams, Gott Isaaks, Gott akobs, den er liebet, Herr ebaoth, der Nacht und und Uns alle Gaben giebet Un Wunder thut alleine. 3. Der Vater hat von Ewig⸗ keit Den Sohn, sein Bild, ge⸗ euget; Der Sohn hat in der Fi der Zeit Im Fleische sich gezeiget; Der Geist geht ohne Heit herfür Vom Vater und vom Sohne, Mit beiden gleicher Ehr' und Zier, Gleich Trinitatis⸗Lieder. ewig, gleicher Krone Und ⸗ geteilter Stärke. 4. Sieh hier, mein ge das ist dein Gut, Dein Sch gen dem keiner gleichet: Das 0 dein Freund, der alles% Daß 1 Was dir zum Heil gereit Der dich gebaut nach sein Bild, Für deine Schuld büßet, Der dich mit wahn Glauben füllt Und all' 9 Kreuz durchsüßet Mit seim heil'gen Worte. ö 5. Ermunt're dich und kom herzu, Und lern' ihn recht kennen, Denn solch Erkem nis bringt die Ruh' Und in die Seele brennen In u 3.. Liebe, die uns nährt In hen ew'gen Freudenleben, Da, i 0 108 hier unser Ohr gehört, leit wird zu schauen geben 2 Ceel Augen seiner Kinder. Alem 6. Weh aber dem verstoch Keind Heer, Das sich hier selhste Er o lendet, Gott von aun sth 990 und seine Ehr' Auf Kreati Mach wendet! Dem wird gewiß Himmels Thür Einmal schlossen bleiben; Denn i Gott von sich treibt allhs M Den wird er dort auch treihz Von seinem heil'gen Thu— 7. Wohlan, so gieb, du ge ßer Held, Gott Himmels Gro der Erden, Daß alle Mensth Dies in der Welt Zu dir belchh Den werden; Erleuchte, was. Mä blendet geht, Bring' wies auck was verirret, Reiß aus, Ene uns im Wege steht Und shh 2 ventlich verwirret Die Schu chen in dem Glauben. Undy und kon recht; Erkem Ind mut In ren hrt gu „Da u ört, G5 eben Y . verstochz selbst u re sth Kreatum gewiß v mal 9 denn u t allhin ich treihz Thrwn b, du gn mels in Mensch⸗ r bekehs was han wiede aus, woh Und s ie Schuß n. Trinitatis⸗Lieder.— Michaelis⸗Lieder. 85⁵ 8. Auf daß wir also allzu⸗2. Wir; glauben auch an gleich Zur Himmelspforte drin⸗Jesum Christ, Seinen Sohn en, Und dermaleinst in deinem und unsern Herren, Der ewig Neich Ohn' alles Ende singen, bei dem Vater ist, Gleicher Daß du alleine König seist, Gott von Macht und Ehren: och über alle Götter, Gott Von Maria der Jungfrauen ater, Sohn und heil'ger Ist ein wahrer Mensch geboren Geist, Der Frommen Schutz Durch den heil'gen Geist im und Retter, Ein Wesen, drei Glauben, Für uns, die wir Personen. war'n verloren, Am Kreuz estorben und vom Tod Wie⸗ er auferstanden durch Gott. Eigene Melodie. 3. Wir glauben an den 0%6heil'gen Geist, Gott mit Vater 130„ Wir daa ewen und dem Sohne, Der aller Blöden Tröster heißt Und mit Gott, Schöpfer Himmels und ů Gaben zieret schöne; Die gan der Erden, Der sich zum Vater Christenheit auf Erden Hilt Daß wir seine in'ei 5 Woer deder Errent erd d Oi Daen K alzeit ernähren, Leib und Das Flei ch wieder Seel auch wohl bewahren; lehe 6190 5 m El it Allem Unfall will er wehren, bereitt 52 en Leben in Kein Leid soll uns widerfahren. Ewigkeit 4 Er sorget für uns, hüt't und 9. wacht: Es steht alles in seiner Martin Luther, geb. 1483 f 1546. Macht. Paul Gerhardt, geb. 1607 4 1676. XI. Michaelis⸗Lieder. Mel. Jesus, meine Zuverscht. IEngelmut, Der sich trenne von br. du hast i— Erde, Daß ich als dein 131 Hen u hast in liebes Kind Allzeit himmlisch 1* deinem Reich ei gesinnt. Große Scharen vieler Engel. g. Mache mir dein Wort Diesen bin ich noch nicht gleich; bekannt Durch des heil gen Denn* Herz ist 4* ich Geistes Gabe, Daß ich Weis⸗ Müngel. Ach, wann werd ich heit und Verstand Wie ein auch so rein Wie die lieben Engel Gottes habe, Bis wir Engel sein? einst in jenem Licht Völlig 2. Mich beschweret Fleisch sehn dein Angesicht. und Blut. 916 du, daß i 4. Auch dein Wille soll ge⸗ geistlich werde, Gieb mir einen schehn In dem Himmel und 86 auf Erden; Darum laß uns darauf sehn, Daß wir dir ge⸗ horsam werden, Und verleih', daß ich dabei Deiner Engel Mitknecht sei. 5. Unsre Welt ist voll Ge⸗ fahr, Denn sie hat viel' böse Stellen. Sende deiner Engel Schar, Daß mich niemand könne fällen; Und da, wo wir schlafen ein, Laß sie meine Wächter sein. 6. Mach es, wie mit Lazaro, Wenn ich künftig werde ster⸗ ben; Und damit ich ebenso Möge Trost und Segen erben, Heiß die Engel mich zur Ruh' Tragen nach dem Himmel zu. 7. Laß uns dann vor dei⸗ nem Stuhl Bei den Auser⸗ wählten stehen, Wenn die Bö⸗ sen in den Pfuhl Mit dem Satan werden gehen; Und hernach, in jenem Reich, Mache mich den Engen gleich. Caspar Neumann, geb. 1648 1 1715. Mel. Werde munter mein Gemüte. chutzgott, dessen 132. S starke Rechte Zuflucht, Schirm und Schatten giebt, Der das menschliche Ge⸗ schlechte Wie ein treuer Vater liebt, Der in dieser großen Welt Alles, was er schuf, er⸗ hält, Der als Herr der Engel⸗ scharen Alles kann und will bewahren: 2. Viele heil'ge Seraphinen Singen dir ein Heilig für, Zehnmal Hunderttausend die⸗ nen, Viele Tausend jauchzen Michaelis⸗Lieder. dir. Was bekannt und n kannt, Ist ein Werk von ner Hand. Die Gewalten die Thronen Loben Gob Rel. Erhal lichten Kronen. 0 3. Herr, was sind win 133 du Engel Uns zu u Wächtern e W Men Jesu Ch 1 wir voller Mängel, Abend we chen, die du dennoch u1 Wort, do Engel, die dich allzeit bei uns Sollen uns zu Dienstens 2. In Engel hüten uns als Zeit Ver der, Heil ge Engel shz ständigle Sünder. Wort un 4. Engel sinds, die nach rein bis Proben Nun beständig 3. He thun, Die dich unaufhil Kirch' e loben, Die in deinem Hün sicher, t ruhn; Die gehorsam, Glück und rein, Die der Men Wort, Freunde sein, Die ihr Mu allem L ohne Flecken Doch vor di 4. Er Demut decken. ö nem Wi 5. Heere, welche die fels Tr wachen, Die dich fürhs deiner ö roßer Gott, Die ein shnt Ghnt Gedul zager machen Gegen Feinde Rott', Diese sehn 5. A deinem Licht, Vater, übel zu dein Angesicht: Diener, din keine r deinen Füßen Dir in i groß furcht dienen müssen. Haufe 6. Gott der Engel, Hen. 6. Helden! Ach, was sinde wehre Menschen doch, Daß wit sich h viel vor dir gelten? QAß stets hältst du uns so hoch? M schen Engel dienen uns, Sind 7. Zeugen unsres wesen 6 Jesu uns auch mit diesen Chin dern Ewig dich im Himmel ehnm steh Philipp Friedr. Hiller, geb. 1699 fI auf d Kirche und Mission. XII. Kirche und Mission. und y k von valten Goh Rel. Erhalt uns, Herr, bei deinem. du 133. As bleib' bei zu u. 7 uns, Herr Mas Jesu Christ, Weil es nun gel, YAbend worden ist, Dein Lan i0 noch li Wort, das helle Licht, Laß ja llzeit bei uns auslöschen nicht. sten t 2. In dieser letzt'n betrübten als geit Verleih' uns, Herr, Be⸗ el sths ständigkeit, Daß wir dein Wort und Sakrament Behalten ie nach rein bis an das End'. dig 6% 3. Herr Jesu, hilf, dein naufhin Kirch' erhalt'. Wir sind gar em Him sicher, träg' und kalt; Gieb am, i Glück und Heil zu deinem Mens Wort, Damit es schall' an ihr Au allem Ort. vor d. 4. Erhalt' uns nur bei dei⸗ nem Wort Und wehr' des Teu⸗ e die fels Trug und Mord. Gieb flluth deiner Kirche Gnad' und Huld, n schuß Fried', Einigkeit, Mut und gen dh Geduld. se sen! 5. Ach Gott, es geht gar ter, übel zu, Auf dieser Erd' ist ner, de keine Ruh'; Viel Sekten und in 6 roß Schwärmerei Auf einen 15 Haufen kommt herbei. l, Hen 6. Den stolzen Geistern sinden wehre doch, Die mit Gewalt aß wi sich' heben hoch Und bringen 7. QOs stets was Neues her, Zu fäl⸗ ch? V schen deine rechte Lehr'. Sind! err uns. 6 For⸗ 7. Die 51.7 und Ehr', Jesu Christ, Nicht unser, en Chin dern dein ja ist; Darum, so mel ehn steh du denen bei, Die sich 1609 fun auf dich verlassen frei. E 87 8. Dein Wort ist unsres Hünhen Trutz Und deiner irchen wahrer Schutz; Da⸗ bei erhalt' uns, lieber Herr, Daß wir nichts ander's suchen mehr. 9. Laß leben uns nach dei⸗ nem Wort Und dann in Frie⸗ den fahren fort Von hinnen aus dem Jammerthal Zu dir in deinen Himmelssaal. Nic. Selnecker, geb. 1530 f 1592. Psalm 12. Eigene Melodie. 134. ch Gott, vom Himmel sieh darein Und laß dich des er⸗ barmen, Wie We En der Heil'gen dein, Verlassen Müt wir Armen. Dein Wort läßt man nicht haben wahr, Der Glaub' ist auch verloschen gar Bei allen Menschenkindern. 2. Sie lehren eitel falsche List, Was eigner Witz erfin⸗ det; Ihr Herz nicht eines Sinnes ist, In Gottes Wort gegründet. Der wählet dies, der andre das; Sie trennen uns ohn' alle Maß', Und gleißen schön von außen. 3. Gott woll' ausrotten alle dahr Die falschen Schein uns ehren; Dazu ihr' Zung' stolz offenbar Spricht: Trotz! wer will's uns wehren? Wir haben Recht und Macht allein, Was 88 wir setzen, das gilt gemein; Wer ist, der uns sollt' meistern? 4. Darum spricht Gott: ich muß auf sein, Die Armen sind verstöret; Ihr Seufzen dringt zu mir herein, Ich hab' ihr' Klag' erhöret. Mein heilsam Wort soll auf den Plan, Ge⸗ trost und frisch sie greifen an Und sein die Kraft der Armen. 5. Das Silber, durch's Feu'r siebenmal Bewährt, wird lau⸗ ter funden: An Gottes Wort man warten soll Desgleichen alle Stunden. Es will durchs Kreuz bewähret sein; Da wird sein' Kraft erkannt und Schein Und leucht't stark in die Lande. 6. Das wollst du, Gott, be⸗ Giuhte rein Vor diesem argen G'schlechte; Und laß uns dir befohlen sein, Daß sich's in uns nicht flechte. Der gottlos' Hauf' sich umher find't, Wo dese losen Leute sind In deinem Volk erhaben. Mart. Luther, geb. 1483 4 1546. Eigene Melodie oder: Herzliebster Jesu, was hast du. 135. Conse du Bei⸗ stand deiner Kreuz emeine, Eile, mit Hülf' und Rettung uns rer Steure den Feinden, ihre Blut⸗ gedichte Mache zu nihte! 2. Streite doch selber für dein' armen Kinder; Wehre dem Teufel, seine Macht ver⸗ hinder'; Alles, was kämpfet wider deine Glieder, Stürze darnieder. Kirche und Mission. 3. Frieden in Kirch' Schulen uns beschere, 904 zugleich der Obrigkeit geis Frieden dem Herzen, uW dem Gewissen Gieb zu ö 4. Also wird zeitlich hdahtt ha Gütꝰ erhoben, Also wird wohl 910 und ohn Ende loben zuem 18 Matth. Apelles v. Löwenstern, gehnh du; gest. 1648. Marti Psalm 46. Eigene Melodie. 136. Ein 99137 Ein' ur Wehr und Wi Und f Er hilft uns frei aust W. M Not, Die uns jeßt 30 u sen Der alt böse Mit Ernst er's jetzt un Groß Machtund viel Aiteh denn Rüstung ist; Erd'n ist nicht sein⸗ Sgletz 2. Mit unsrer Ma nichts gethan, Wir si bald verloren. Es strei uns der rechte Mann, Gott hat selbst erkoren. Zn du, wer der ist? Er h Jesus Christ, Der Herr Gott: Und ist kein an Gott; Das Feld muß erh halten. 3. Und wenn die Welt h Teufel wär' Und wollt' gar verschlingen, So fürcht wir uns 4010 so sehr, Es uns 0 5 Wes Der 1 Rirch' re, 7 it gewi itlich wird⸗ oben 3 ner an D Erde ern, geh bie. feste g unser g d Wif 110 zt hat! böse d etzt nah IListes ist, Mach iuß erh Welt tu volltꝰ v o fürcht 1, Edf Der dih Ir eh st 90 Ut, Thut er uns doch nicht; 17 ‚ n, Ft, Wörtlein kan zu la as macht er ist gericht't; Ein n ihn fällen. Wort sie sollen ssen stahn, Und kein n Dank dazu haben. Er ist bei uns wohl auf dem Plan Mit sei⸗ nem—4 und Gaben. Neh⸗ men sie den Leib, Gut, Ehr', Kind und Weib; Laß fahren dahin, Sie haben's kein'n Ge⸗ winn: Das Reich muß uns doch bleiben. Markin Luther, geb. 1488 T 1546. 4. Das Eigene Melodie. 0 raft' rhalt' uns, Herr, 137.E bei deinem Wort Und steu'r der Feinde List und Mord, Die Jesum Chri⸗ stum, deinen Sohn, Wollen stürzen von seinem Thron. 2. Beweis' dein' Macht, Herr Jesu Christ, Der du Herr aller Herren bist. Beschirm' dein' arme Christenheit, Daß sie dich lob' in Ewigkeit. 3. Gott, heil'ger Geist, du Tröster wert, Gieb dein m Volt ein'rlei Sinn auf Erd'; Steh bei uns in der letzten Not, G'leit' uns ins Leben aus dem Tod. Martin Luther, geb. 1488 f 1546. Psalm 67. Eigene Melodie. 138. 8 wolle Gott uns gnädi Kirche und Mission. 89 Schein Erleucht' zum ew'gen Leben; Daß wir erkennen seine Werk', Und was er will auf Erden, Und Jesus Christus heil und Stärk' Bekannt den eiden werden Und sie zu ott bekehren. 2. So danken, Gott, und lo⸗ ben dich Die Heiden überalle; Und alle Welt die freue sich Und sing' mit großem Schalle, Daß du auf Erden Richter bist Und läßt die Sünd' nicht walten. Dein Wort die Hut und Weide ist, Die alles Volk erhalten, In rechter Bahn zu wallen. 3. Es danke, Gott, und lobe dich Das Volk in guten Thaten; Das Land bringt Frucht und bessert sich; Dein Wort ist wohl geraten. Uns segne Vater und der Sohn, Uns segne Gott der heil ge Geist, Dem alle Welt die Ehre thu', Vor ihm sich fürchte aller⸗ meist. Nun sprecht von Her⸗ zen: Amen. Martin Luther, geb. 1483 T 1546. Mel. Herzliebster Jesu, was hast du. err, unser Gott, 139. H laß nicht zu schanden werden Die, so in ihren Nöten und Beschwerden Bei Tag und Nacht auf deine Güte hoffen Und da dir rufen. 2. Mache zu schanden alle, die dich hassen, Die sich allein auf ihre Macht verlassen. Ach kehre dich mit Gnaden zu uns sein Und seinen Segen geben Sein Antlitz uns mit hellem 73** Armen: Laß dich's erbarmen. Kirche und Mission. 3. Und schaff' uns Beistand wider unsre Feinde. Wenn du ein Wort sprichst, werden sie bald Freunde; Sie müssen Wehr und Waffen nieder⸗ legen, Kein Glied mehr regen. 4. Wir haben niemand, dem wir uns vertrauen, Vergebens ist's, auf Menschenhülfe bauen; Mit dir wir wollen Thaten thun und kämpfen, Die Feinde dämpfen. 5. Du bist der Held, der sie kann untertreten Und das bedrängte, kleine Häuflein retten. Wir traun auf dich; wir schrein in Jesu Namen: Hilf, Helfer! Amen! Joh. Heermann, geb. 1585 T 1647. Mel. Freuet euch, ihr Christen alle. 140 err, wann wirst * du Zion bauen, Zion, die geliebte Stadt, Die sich dir ergeben hat? Ach, soll sie nicht einmal schauen Ihre Mauern aufgericht't? Ja, der Herre läßt sie nicht! Freude, Freude über Freude: Christus wehret allem Leide! Wonne, Wonne über Wonne: Christus ist die Gnadensonne! 2. Höre, wie dein Zion klaget Unter Babels Dienst⸗ barkeit Jetzt in dieser finstern eit; Doch du wirst den, der 56 plaget, Stürzen bald durch einen Geist, Der die Frommen ingen heißt: Freude, Freude über u. s. w. ter sein, Wenn du komm brichst herein Mit 90.—. und mit Krachen, Zu el 41 deine Braut, Die du!* dir vertraut. Freude, zdein im über u. s. w. ms wie 4. Drücke uns dein heihirte, Je Siegel An die Stirne, asie irre Hand, Dir zu Ehren Unfang w aurt Pfand, Daß win zöttlich„ urch Glaubensflügel kidie Velt. schwingen himmelan, D aß niemand schaden kann. duseben In Freude über u. s. w. ind gieß 5. Zeichne mit dem ban Rn Zeichen Uns, dein Voll 30—1 Eigentum, Schönster un höchster Ruhm! So muß S von uns weichen, W 3 De muß der Sünden Kind, nt wir dein' Erkauften du, nur Freude, Freude über u. 0 1—8 des Tieres List! Deinen wird es vermehren Un 4. So alle Ewigkeit Dich zu KUnd Br sein bereit. Freude, über u. s. w. 7. Darum, Zion, unlewird ein bet! Die Erquickungizehseines L da, Und des Herren dilTempel nah'! Selig, der sich ihnder Eckst iebet Und vor seinem Hih J. dr. ann Stimmen dieses hier an: Freude, Freude wirl. Erhe Freude! Christus W 42 n Ee onne: ristus ist E Gnadensonne! 15000 3. Gieb nur, Jesu, daß wir wachen Und im Glauben mun⸗ Joach. Lange, geb. 1600 f Daß ihr komms nel Balet will ich dir geben. Post er du das Volk .u. 41. D regierest, Das Ide, gdein im Glauben ist, Und hus wie Lämmer führest, O pein hahirte, Jesus Christ! Sieh an irne, nie irre Herde, Die dein von hren Ansang war, Und sprich dein 3. wir zöttlich„Werde“, Das einst igel Kidie Welt gebar. n, Iu 2. Laß Licht aufs neue 0 eben In diese finstre Welt Msind gieß' des Geistes Leben dem heRuf ieses Totenfeld. Halt 4 Hällbraham die Treue, Mach die Vol Hfangnen frei, Daß Israel Ufter ish freue Und Jalob fröhlich dmußesih n, Bif 3. Dein Israel erwecke Kind, Du, nun der Heiden Licht, uften And strahle sonder Decke Ihm lar ins Angesicht. Was sie rd dein sich aufgeladen Und du erfüllt es miach Recht: Dein Blut komm bels esetzt in Gnaden Auf dein er⸗ einen Rvählt' Geschlecht. ren Uu 4. So sinken alle Mauern, zu Und Brüder sind vertraut, ude, iuSo wird ein Salem dauern, Aus allem Volk erbaut, So n, unhewird ein Leib nur leben In Aungszehseines Hauptes Schein, Ein ren Hil Tempel sich erheben, Und du sich huder Eckstein sein. nem Hab J. Fr. v. Meyer, geb. 1772 T 1849. ieses& Fu Erhalt uns, Herr, bei deinem. Wan 142 O Jesu Christe, Wonne 56 wahres Licht, 8 il Erleuchte, die dich kennen baud⸗ Und bringe sie zu deiner Herd', 1570Daß ihre Seel' auch selig werd'. iber 7 Kirche und Mission. 91¹ 2. Erfüll mit deinem Gna⸗ denschein, Die in Irrtum ver⸗ führet sein; Auch die, so heimlich noch ficht an In ihrem Sinn ein falscher Wahn. 3. Und was sich sonst ver⸗ laufen hat Von dir, das suche du mit Gnad', Und sein ver⸗ wund't Gewissen heil'; Laß sie am Himmel haben teil. 4. Den Tauben öffne das Gehör, Die Stummen richtig reden lehr', Die nicht bekennen wollen frei, Was ihres Herzens Glaube sei. 5. Erleuchte, die da sind verblend't, Bring her, die sich von uns getrennt, Versammle, die zerstreuet gehn, Mach feste, die im Zweifel stehn. 6. So werden sie mit uns zugleich Auf Erden und im Himmelreich, Hier zeitlich und dort ewiglich Für solche Gnade preisen dich. Joh. Heermann, geb. 1585 4 1647. Mel. Es ist das Heil uns kommen. 143. Vater der Barmherzig⸗ keit, Der du dir deine Herden Gesammelt zur Apostelzeit Und herrlich lassen werden: Du hast durch deines Geistes Kraft Die roße Schar der Derrfer. 3 deinem Reich berufen. 2. Aus ihrer Mannigfaltig⸗ keit Des Streits und vieler Sprachen, Dadurch sie in der Welt zerstreut Sich von ein⸗ ander brachen, Hat sie dein guter Geist geführt Und sie mit Herrlichkeit geziert In Einigkeit des Glaubens. 3. Ach, sei doch auch zu dieser Zeit Uns, Vater, wie⸗ der hen di, Und mach' uns aus der Zungen Streit Hin⸗ wieder frei und ledig. Gieb, daß dein Häuflein für und für In einem Geiste diene dir, In deiner Liebe lebe. 4. Ach, Herr, hilf allem Uebel ab, Versammle deine Herde, Daß unter Wortes Stab Sie wieder einig werde, Daß das Band der Vollkommenheit, Die Liebe uns aus allem Streit' In deinem Geiste bringe. 5. Wie schön und lieblich sieht es aus, Wenn Brüder sind beisammen Einträchtiglich in einem Haus Und stehn in Liebesflammen; Wenn sie im Geist zusammenstehn, Zu Gott in einem Sinne gehn Und halten an mit Beten. 6. Es komme Gottes Geist und Gnad' Von Christo auf uns nieder, Auf die, so er erwählet hat, Auf alle seine Glieder. Das ist die Frucht der Einigkeit: Heil, Segen, Leben allezeit Und alle Him⸗ melsgüter. Heinr. G. Neuß, geb. 1654 4 1716. Mel. Erhalt uns, Herr, bei. ett', o HerrJesu, 144. R rett' den Thr, Das Seufzen deiner Kirche hör': Der Feind' Anschläg' und Macht zerstör', Die jetzt versolgen deine Lehr'. Kirche und Mission. deines 2. Groß ist ihr' Lis Trutz und Macht; Sies hoch daher mit Pracht, Alh⸗ Hoffnung wird verlacht. sind bei ihnen nichts gu 3. Vergieb uns unsre that; Vertilg uns nicht, Gnad'. Beweis den du in der That, Es gelte dich kein Rat. 4. Steh deinem Häuflein bei, Aus 6 Fried' und Ruh' verleih! jedermann erkennen frei hier die rechte Kirche si 5. Laß sehn, daß du unser Gott, Der unsre setzt zu Spott, Wirf Hoffart in den Staub läßt uns ihnen nicht zum Joh. Heermann, geb. 1585 Mel. Herr Jesu Christ, dich n A.Eo cuan I 145. Hlelt Herr, Wird's alle Tage licher; So war's, so sst wird es sein Bei seiner und Kreuzgemein'. 2. Es bleibt bei den kannten Wort, Von Zeit, von Ort zu Ort: Blut und Gerechtigkeit seiner Kirche Herrlichkesz 3. Wir sagen ja mit und Mund; O Herr, Blut ist unser Grund, fest und unbeweglich Wenn Erd' und Himmelm geht. 4. Du bist und en unser Herr, Der Ai deiner teures jedes& 5. 2 der He Vater nun a Und le sein. 6. Y licher, Volk z uns ar zen W Nil. L. Mel. Wo 144 gründe es ver ganze unden mit S hier d Der K eiles singt Bürge 2 allen Wohl st arin schwe Der läßt. Wie All' Stad List Sies t, Alhz rlacht, t6 gu unsreh nicht,e den 5u gelte; em 66 us Gh erleihl en fre, rche sh daß du unsre) Wirff Staub Ytzumgz b. 1585 f. st, dich n lange) bleibt e Tage „ so ist seiner! 5— bei den Von Ort: . ichleh, beglich immelm und h⸗ der L Kirche und Mission. deiner Wanderer, Der Kirche teures Oberhaupt, Woran ein h jedes Herze glaubt. ö 5. Dein eist, der Geist der Herrlichkeit, Mit dem der Vater dich geweiht, Der ruht nun auch auf der Gemein' Und lehrt uns deine Zeugen ein. 6. Mach deine Boten herr⸗ licher, Herr, dir und deinem Volk zur Ehr', Und gieb mit uns an deinem Heil Der gan⸗ zen Welt aus Gnaden Teil. Nik. L. Gr. v. Zinzendorf, geb. 1700, gest. 1760. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. 146 Goes Stadt steht fest ge⸗ gründet Auf heil'gen Bergen, es verbündet Sich wider sie die ganze Welt. Dennoch steht sie und wird stehen, Man wird mit Staunen an ihr sehen Wer hier die Hut und Wache hält, Der Hüter Israels Ist ihres Heiles Fels. Hallelujah! Lob⸗ singt und sprecht: Wohl dem Geschlecht, Das in ihr hat das Bürgerrecht! 2. Zions Thore liebt vor allen Der Herr mit gnäd'gem Wohlgefallen, Macht ihre Rie⸗ gel stark und fest; Segnet, die darinnen wohnen, Weiß über⸗ schwenglich dem zu lohnen, Der ihn nur thun und walten läßt. Wie groß ist seine Huld, Wie trägt er mit Geduld All' die Seinen! O Gottes Stadt, Du reiche Stadt, 7 93 Die solchen Herrn und König at! 3. Große heil'ge Dinge wer⸗ den In dir gepredigt, wie auf Erden Sonst unter keinem Volk man hört. Gottes Wort ist deine Wahrheit, Du hast den Geist und hast die Klar⸗ heit, Die alle Finsternis zer⸗ stört. Da hört man fort und fort Das teuer werte Wort Ew'ger Gnade. Wie lieblich tönt, Was hier versöhnt Und dort mit ew'gem Leben krönt! 4. Auch die nichts davon vernommen, Die fernsten Völ⸗ ker werden kommen, Und in die Thore Zions gehn. Denen, die im Finstern saßen, Wird auch der Herr noch pred'gen lassen, Was einst für alle Welt geschehn. Wo ist der Gottessohn? Wo ist sein Gna⸗ denthron? Wird man fragen. Da kommt die Zeit, Wo weit und breit Erscheint der Herr in Herrlichkeit. 5. Darum stelle ein die Klagen! Man wird noch einst zu Zion sagen: Wie mehrt sich deiner Bürger Zahl! Voll Erstaunen wird man schauen, Wie Gott sein Zion mächtig bauen Und herrlich weitern wird einmal. Erhebet Herz und Sinn; Es ist die Nacht schier hin Für die Heiden. Es lommt ihr Tag, Sie wer⸗ den wach, Und Israel folgt ihnen nach! 6. Gottes Stadt, du wirst auf Erden Die Mutter aller Völker werden, Die ew'ges 9⁴ Leben fanden hier. Welch ein Jubel wie vom Reigen Wird einst von dir zum Himmel steigen! Die Lebensbrunnen sind in dir! In dir das Wasser quillt, Das alles Dürsten stillt. Hallelujah! Von Sünd' und Tod, Von aller Not Erlöst nur Einer, Zions Gott. Karl Johann Phil. Spitta, geb. 1801 +. 18⁵9 Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 147 Treuer Hirte deiner Herde, Deiner Glieder starker Schutz, Sieh doch, wie die Asch' und Erde, Großer Gott, mit Grimm und Trutz Tobt und wütet wider dich Und vermißt sich freventlich, Deine Kirche zu zerstören Und dein Erbteil zu verheeren. 2. Du, Herr, bist ja unser König; Wir sind dein mit Leib und Seel'. Menschen⸗ hülf' ist hier zu wenig, Wo nicht du, Immanuel, gu der Deinen Rettung wachst Und dich selbst zu Felde machst. Für dein wahres Wort zu kämpfen Und der Feinde Rott' zu dämpfen. 3. Es trifft deines Namens Ehre, Deiner Wahrheit Heilig⸗ tum, Jesu, deines Glaubens Lehre, Deines Leidens Kraft und Ruhm Und den Dienst, den dir allein Wir zu leisten ldig sein. Dazu kannst u ja nicht schweigen; Deine Machthand wirst du zeigen. Kirche und Mission. 4. Stärke nur den schwacht Glauben, Den bei so betrübt Zeit Fleisch und Satan un zu rauben Und mit Fun und Blödigkeit Uns zu schresh sind bemüht. Deine Weish kennt und sieht Deiner King schwach' Vermögen Und w nicht zu viel auflegen. 5. Hilf den Deinen und kehre Der Verfolger blinde Heer; Der Verfolgung sten und wehre, Daß sie uns nit werd' zu schwer; Nimm d der Bedrängten an; Leit' auh die auf rechter Bahn, V noch jetzt durch Satans Lüh Sich selbst um ihr Heil! trügen. 6. Laß uns recht und u jetz lich handeln Und in Tauben einfalt dir Ganz gelassen, hel wandeln; Doch dabei un klüglich hier Schicken in böse Zeit Und vor falsch Heiligkeit, Vor der Feith List und Wüten Uns n Schlangenklugheit hüten. 7. Laß mit Beten und n Wachen Stets uns stehn unsrer Hut Und nur dih Herr, lassen machen, So uh alles werden gut. Jesus strahh für uns hier Und vertritt in dort bei dir, Bis wir auf de neuen Erden Bei ihm trinn phieren werden. ö 8. Herr, wir warten m Verlangen, Komm und mi uns nun bereit, Dich m Freuden zu empfangen; A bedrängtes Häuflein schuih Komm, Herr Jesu, zum I richt; A nicht,! scheiden deinen Henr. Ka Mel. Sir 14⁸ sich fre du weif armen Wächtei noch sch Dein h 2. S chwache petrübt an m Furt schrech Weishe r Kind nd wit und h. blindz ig sten ns nitt mm de Ceit' aub hn, A 8 Lüht Heil v und u Tauba⸗ en, heil bei mn in Y falsch Fei steh Uns m iten. und m stehn ah iur dih So wih 18 streih tritt in r auf da m trium rten m ind mut dich m en; Doh schreh zum 0 Kirche und Mission. icht; Ach, verzeuch doch länger — Unsre Sache zu ent⸗ scheiden! Hol uns heim zu deinen Freuden! Henr. Kath. v. Gersdorf, geb. 1648, gest. 1726. Mel. Singen wir aus Herzensgrund. 148 Trauer Wächter * Israel, Des sich freuet meine Seel': Der du weißt um alles Leid Deiner armen Christenheit: O du Wächter, der du nicht Schläfst noch schlummerst, 4 uns richt Dein hülfreiches Angesicht. 2. Schau, wie große Not und Qual Trifft dein Volk jetzt überall, Täglich wird der Trübsal mehrj Hilf, ach hilf, schütz deine Lehr'! Wir ver⸗ derben, wir vergehn: Nichts wir sonst vor Augen sehn, Wo du nicht bei uns wirst tehn. 3. Hoherpriester Jesu Christ, Der du eingegangen bist In den heilgen Ort zu Gott Durch dein Kreuz und bittern Tod, Uns versöhnt mit deinem Blut, Ausgelöscht der Höllen Glut, Wiederbracht das höchste Gut: 4. Sitzest in des Vaters Reich, Imm an Macht und Ehren gleich, Unser Mittler, Gnadenthron, Seine höchste Freud' und Kron', Den er in dem Herzen trägt, Wie sich selbst zu lieben pflegt, Dem er keine Bitt' abschlägt: 5. Kläglich schreien wir zu nicht zu Schand'; Bleib ihr 72772777.— 9⁵ thür, Wir, die du mit höchstem Ruhm Dir erkauft zum Eigen⸗ tum: Herr, mach unsrer Not ein End', Deines Vaters Zorn abwend', Der wie lauter Feuer brennt. 6. Zeig ihm deine Wunden rot; Red' von deinem Kreuz und Tod, Und was mehr du hast gethan, Zeig' ihm unsert⸗ wegen an; 50 daß du unsre Schuld Hast bezahlet in Ge⸗ 95 Uns erlanget Gnad' und uld. 7. Jesu, der du Jesus heißt, Als ein Jesus Hülfe leist'! Hilf mit deiner starken Hand: Menschenhülf' hat sich gewandt; Eine Mauer um uns bau', Daß dem Feinde davor grau', Der mit Zittern sie anschau'. 8. Liebster Schatz Imma⸗ nuel, Du Beschützer meiner Seel'! Gott mit uns in aller Not! Neben uns und in uns Gott! Gott für uns zu aller Zeit: Trotz dem, der uns thu' ein Leid', Gottes Straf' ist ihm bereit't. 9. Deines Vaters starker Arm, Komm und unser dich erbarm'! Laß jetzt sehen deine Macht, Drauf wir hoffen Tag und Nacht! Aller Feinde Bündnis trenn', Daß dich alle Welt erkenn', Aller Herren Herrn dich nenn'. 10. Andre trau'n auf ihre Kraft, Auf ihr Glück und Ritterschaft; Deine Christen trau'n auf dich; Auf dich trau'n sie festiglich. Laß sie werden dir, Klopfen an die Gnaden⸗ 9⁰ Helfer und Beistand: Sind sie dir doch all' bekannt. 11. Gürte dein Schwert an die Seit' Als ein Held, und für sie streit', Und zerschmettre deine Feind', So viel ihr auf Erden seind. Wollest sie zur Strafe ziehn, Legen sie zum Schemel hin Und zerbrechen ihren Sinn. 12. Du bist ja der Held und Mann, Der den Kriegen steu⸗ ern kann; Der da Spieß und Schwert zerbricht, Der die Bogen macht zunicht', Der die Wagen gar verbrennt, Und der Menschen Herzen wend't, Daß der Krieg gewinnt ein End'. 13. Jesu, wahrer Friedens⸗ fürst, Der der Schlange hat erknirscht Ihren Kopf durch smen Tod, Wiederbracht den Fried' bei Gott: Gieb uns Frieden Ufernen i So wird dein Volk freuen sich, Dafür ewig preisen dich. Joh. Heermann, geb. 1585 4 1647. (Aus dem J. 1629 unter dem Wüten der Lichtensteinschen Dragoner.) Mel. Ein' feste Burg ist unser Gott. 149— Jesu, einig wahres Haupt Der heiligen Gemeine, Die an Dich, ihren Heiland, glaubt Und nur auf dir alleine Als ihrem Felsen steht, Der nie⸗ mals untergeht, Wenn gleich die ganze Welt Zertrümmert und zerfällt:— Erhör', erhör' uns Jesu! Kirche und Mission. 2. Laß uns, dein kh n Das sich zu ekennet, Dir ferner anbesh sein, Erhalt' uns ungetren beugt, ze ö 91 nde 7. Ach Wort, Tauf' und Abendu di Laß, Herr, in seiner Und ersten den Schluß der unserm Troste bleiben. 3. Hilf, daß wir dir aller Zeit Mit reinem He dienen; Laß uns das der Seligkeit, Das uns bt erschienen, Zur Buße l sein Mit seinem hellen Sth Der unsern Glauben m⸗ Der Sünden Macht zus Und fromme Christen mat 4. Laß uns beim Evan Gut, Blut und Leben wh Mach uns dadurch getrosti froh, Das schwerste Kreh tragen; Gieb uns Bestääh keit, Auf daß uns Lust. Leid Von dir nicht scheh mag, Bis wir den Jubi⸗ Bei dir im Rers 0 halten 5. Auf unsers Landeson Haus Geuß von dem U denthrone Den Segen de⸗ Blutes aus; Umstrahle Krone Mit deiner hulen Ihm selbst zur Sicherheit seiner Feinde Trutz, Und gewünschten Schutz Uns, nen armen Kindern! 6. Erbarm' dich d Christenheit, Vermehre 0 Herde; Für uns, dein am äuflein, streit', Daß e alten werde. Den Mas nissen wehr', Und was haßt, bekehr'; Was sich Reinigkeit B Zeit Aeny jubiliere Joh. Mel. 15⁰ klein, O lens sei stören, tergang angst nicht le 2908 Kirche und Mission. n lez beugt, zerbrich Mach endlich zu hnbesth Henon bendr ner 190 Zeit en. ir 0 em Hez das ns bi Be kün en Sc sen m ht zesß en mat Evanh den woß getrost⸗ Krer Bestän Lust: ht sche Jubel halten nübiglich All' unsrer Not ein de! 7. Ach Jesu, ach, wir bitten dich In deinem Jesusnamen: Erhör, erhör' uns gnädiglich, Sprich, Jesu, Ja und Amen! Willst du uns Jesus“) sein Und sind wir, Jesu, dein: So halt dein Jesuswort Und laß uns hier und dort Darüber jubilieren! Joh. Mentzer, geb. 1658 + 1784. Mel. Kommt her zu mir, spricht. 0 erzage nicht, 150. V du Häuflein llein, Obschon die Feinde wil⸗ lens sein, Dich cen de zu ver⸗ stören, Und suchen deinen Un⸗ tergang, Davon dir wird recht angst und bang: Es wird nicht lange währen. 2. Tröste dich nur, daß deine Sach' Ist Gottes; dem befiehl die Rach' Und laß es ihn nur walten. Er wird durch seinen Gideon, Den er wohl kennt, dir helfen schon, Dich und sein Wort erhalten. 3. So wahr Gott Gott ist und sein Wort, Muß Teufel, Welt und Höllenpfort' Und was dem thut anhangen, End⸗ lich werden zu Schand' und Spott; Gott ist mit uns und wir mit Gott: Den Sieg woll'n wir erlangen! (Gustav Adolfs Feldlied vor der Schlacht bei Lützen am 6. November 1632. In Verse gebracht von Mich. Altenburg, geb. 1584 4 1640. „) Seligmacher, He iland. 337 x 97 Pfalm 124. Mel. Ach Gott vom Himmel sieh. 151 Wor Gott nicht * mit uns die⸗ se Zeit, So soll Israel sagen, Wär' Gott nicht mit uns diese Zeit, Wir hätten mußt verza⸗ gen, Die so ein armes Häuf⸗ ein sind, Veracht't von so viel Menschenkind', Die an uns setzen alle. 2. Auf uns so zornig ist ihr Sinn, Werst Gott das zu⸗ gegeben, Verschlungen hätten sie uns hin Mit ganzem Leib und Leben; Wir wär'n, als die ein' Flut ersäuft Und über die groß' Wasser läuft Und mit Gewalt verschwemmet. 3. Gott Lob und Dank, der nicht zugab, Daß ihr Schlund uns möcht' fangen! Wie ein Vogel des Strick's kommt ab, Ist unsre Seel' ent⸗ gangen. Strick ist entzwei, und wir sind frei, Des Herren Name steht uns bei, Des Got⸗ tes Himm'ls und Erden. Mart. Luther, geb. 1483 + 1546 Mel. Errett' mich, o mein lieber. 152. OU brennte, Du unaussprechlich Liebender, Und bald die ganze Welt erkennte, Daß du bist König, Gott und Herr! 2. Zwar brennt es schon in heller Flamme Jetzt hier, jetzt dort in Ost und West, Dir, dem am Kreuz erwürgten 7 98 Lamme, Ein herrlich Pfingst⸗ und Freudenfest. Hiug 3. Und noch entzünden Him⸗ melsfunken, So manches kalte, tote Herz Und machen Durst'ge freudetrunken Und heilen Sünd' und Höllenschmerz. 4. Verzehren Stolz und Ei⸗ genliebe Und sondern ab, was unrein ist, und mehren jener Flamme Triebe, Die nur auf dich gerichtet ist. 5. Erwecke, läutre und ver⸗ eine Des ganzen Christenvolkes Schar Und mach in deinem Gnadenscheine Dein Heil noch jedem offenbar. 6. Du unerschöpfter Quell des Lebens, Allmächtig starker Gotteshauch, Dein Feuermeer ström' nicht vergebens; Ach, zünd' in unsern Herzen auchl 7. Schmelz' alles, was sich trennt, zusammen Und baue deinen Tempel aus; Laß leuchten deine heil'gen Flam⸗ men Durch deines Vaters ganzes Haus. 8. Beleb', erleucht', erwärm', entflamme Doch bald die ganze weite Welt Und zeig' dich jedem Völkerstamme Als Hei⸗ land, Friedefürst und Held. 9. Dann tönen dir von Millionen Der Liebe Jubel⸗ harmonien, Und alle die auf Erden wohnen, Knien vor den Thron des Lammes hin. J. L. Fricker, 1766. Mel. An Wasserflüssen Babylon 153. WH Kirche und Mission. oth, Was wir anfangen soh Den Feinden snd u Die Not ein Spott, Die uns vers. Ach, nin wollen. Wir sind ein Et Last, 2 spiel jedermann; Weren böset ha uns tritt auf den Plan, sende! thut die größten Thaten 5 müssen nichts als KezerMissethͤ Weil wir dein Wort behn Volte. rein, Die Wahrheit nicht; deine 8 raten. Bolle? 2. Man zeucht uns u nicht d Kirchen ein, Verjagt, die ost geho Wort lehren, Man zub zum Abfall groß und d Die deinen Namen 0 Dies ist die Zeit, dies ii Tag Voll Trübsal, Schel ihm ab Plag' und Klag', Voll I. 6. V und voll Beschwerden, auiglich sind zeht wie ein kleines Y Bei dem sich keine Kraft u, barme find't, Wann's soll gebg die— werden. werden 3. Mit uns ists a dus Gott, wo bu Nicht unsreE Als ausführest, Und schaffef ues Lasid Kindern Ruh', Die du dirsh Auun gebievest! Ach, schau docht ach, höre doch Die Sh dun aus dem schweren Joch, Y. ren wir jetzt müssen ziehen! 9 kane schütten aus in deinen 8½ Wüsser Den Schmerz, der uns u Den 5 gar zu groß, Dem nihs W zu entfliehen. Getve 4. Die Straf' ist zwar s für, wohl verschuld't Durch u Daß schweren Sünden, Du aberh Spot voll Gnad' und Huld, du sa d. deinen Zorn laß schwinde widel Der du zuvor Israel ost 8 rettet, wann's zu dir gash Ben soh aten; setzer! ct behhl nicht uins m t, die h n zurz und en chg pies it Schelte Boll Y Iden, eines g Kraft m. ll geban aus insre E ffest den du dirsth doche e Seih Joch 2 Hhen! ten Sh uns 1 nicht; zwar s6 irch un u aberh Id. Iw chwinde el oft E dir gent Kirche und Mission. Die Not auch jetzund wende! nimm von uns die schwere Der du uns teurr er⸗ söset hast, Und einen Helfer e 5. Du hast vormals die Missethat Vergeben deinem Volke. Warum deckst du jetzt deine Gnad' Mit einer dicken Polke? Laß deinem In 10 nicht den Lauf, Den du so ost gehoben auf, Und deines Volts verschonet; Wenn oft der Feind wollt' fahren fort Mit Grimm, Verfolgung, Raub und Mord, Hast du ihm abgelohnet. 6. Willst du denn zürnen ewiglich Und zwar mit solcher Strafe? Laß ab, laß ab, er⸗ harme dich! Der Wolf zerstreut die Schafe. Ach, laß nicht werden die zu Schand', Die du mit einem starken Band Als Glieder dir verbunden. Gestatte doch nicht, daß der Feind Uns, die wir dein Augapfel seind, So grausam darf verwunden. 7. Verlaß uns nicht mit treuem Rat, So wir ins Elend müssen; Führ' uns du selbst auf rechtem Pfad, Die wir den Weg nicht wissen. Gieb uns Beständigkeit, daß wir Getreu dir bleiben für und für, Verleih Geduld daneben, Daß wir erleiden Not und Spott, Verfolgung, Marter, ja den Tod, Und dir nicht widerstreben. 8. Du hast des Königs Herz allzeit, O Gott, in dei⸗ 777 99 nen Händen. Du kannst's u Gnad' und Gütigkeit it einem Wörtlein wenden. Wann alle Welt im Harnisch wär', Kannst du bald mitten durch das Meer Ein' freien Paß uns machen, Du kannst mit deiner starken Hand Den Löwen, die vor Grimm entbrannt, Zuschließen ihre Rachen. 9. Dies macht uns freudig in der Not, Daß wir nicht gar verzagen; Wir sind dein Volk, du unser Gott, Auf dich getrost wir's wagen. Wir ringen mit dir glaubensvoll, Die Hülf' uns dennoch folgen soll, Du wirst uns, dein Volk, segnen: Die Sonne muß mit ihrem Schein Zuletzt doch treten fröhlich ein, Sollt's Jahr und Tag gleich regnen. Joh. Heermann, geb. 1585 1647. Mel. Nun komm der Heiden Heiland. 15⁴4 Woe walte * nah und fern, Allgewaltig Wort des Herrn, Wo nur seiner All⸗ macht Ruf, Menschen für den Himmel schuf! 2. Wort vom Vater, der die Welt Schuf und in den Armen hält, Und aus seinem Schoß herab Seinen Sohn zum Heil ihr gab. 3. Wort von des Erlösers Huld, Der der Erde schwere Schuld Durch des heil'gen Todes That Ewig wegge⸗ nommen hat; 7* 100 4. Kräftig Wort von Gottes Geist, Der den Weg zum Himmel weist Und durch seine heil'ge Kraft Wollen und Voll⸗ bringen schafft; 5. Wort des Lebens, stark und rein, Alle Völker harren dein; Walte fort, bis aus der Nacht Alle Welt zum Tag 0. 6. Auf zur Ernt' in alle Welt! Weithin wogt das weiße Feld; Klein ist noch der Schnitter Zahl, Viel der Ar⸗ beit überall. 7. Herr der Ernte, groß und gut, Weck zum Werke Lust und Mut, Laß die Völ⸗ ker allzumal Schauen deines Lichtes Strahl! Jonathan Friedrich Bahnmaier, geb. 1774 1 1841. Mel. Zion klagt mit Angst und. 15⁵ Zin gieb dich 5 nur zufrieden, Gott ist noch bei dir darin, Du bist nicht von ihm ge⸗ schieden; Er hat einen Vater⸗ sinn. Wenn er straft, so liebt er auch; Dies ist Gottes steter Brauch; Zion, lerne dies be⸗ bedenken. Warum willst du dich so kränken? 2. Treiben dich die Meeres⸗ wellen In der wilden, tiefen See, Wollen sie dich gar zer⸗ schellen, Daß du msest lch und Weh; Schweigt dein Hei⸗ land still dazu, Gleich als In diuh in der Ruh'; laß Ba ich nicht bewegen; Kirche und Mission. wird Sturm und Flut legen. 3. Berg und Felsen mi⸗ weichen, Ob sie noch sof stehn, Ja, die ganze desgleichen Möchte gar g untergehn; deup hat keine Not In dem Lebenn im Tod. Zion, du kannsti nicht wanken Aus des Bun gottes Schranken. ö 4. Müssen schon allhier Thränen Oft dein Tranky Speise sein; Stimmt Seufzen und dein Stöh Auch mit deinen Liederm Ist der Spott dein tih Brot Und dein Trank bittre Not: Zion, laß dir d nicht grauen; Du sollst Ga Hülfe schauen. 5. Droht man dir Schmach und Banden,“ viel Qual und Herzel Dennoch wirst du nicht Schanden; Denk' nur an Ewigkeit. Sei getrost wohlgemut; Denn der h ist's, der es thut.—ẽ Gott mußt du merken, 9 wird dich in Schwacht stärken. 6. Freue dich! Es kom das Ende Und der Mh⸗ schon herbei; Gieb dich n in Gottes Hände, Der mn dich von allem frei. Für Trübsal, Spott und 0 Giebt er dir die Freudenk Zion, Gott, dein Schutz, un. Schanden machen. wachen Und die Well Flut Für! nd 0 uden Kirche und Mission. 7. Hallelujah! Deine Wonne Bricht anjetzt mit Macht her⸗ ür; Denn die schöne Gnaden⸗ — Jesus Christus, naht u dir, Giebt dir einen Freu⸗ hengruß Und den rechten Frie⸗ denskuß. Zion, wo ist nun dein Klagen? Jetzt kannst du von Freuden sagen. 8. O ihr Engel, Himmels⸗ erben, Freuet euch mit Zion hier! Denn die jetzt hat wollen sterben, Soll nun leben für und für. Dort ist nicht mehr Angst und Qual In dem schönen Himmelssaal. Zion, wer will dich nun scheiden Von dem Lamm und ew'gen Freuden? Joachim Pauli, 1660. Eigene Melodie. 156 3¹⁵⁷ klagt mit 32 Angst und Schmerzen, Zion, Gottes werte Stadt, Die er trägt in seinem Herzen, Die er sich erwählet hat. Ach, spricht sie, wie hat mein Gott Mich verlassen in der Not, Und läßt mich so harte pressen! Meiner hat er ganz vergessen. 2. Der Gott, der mir hat versprochen Seinen Beistand jederzeit, Der läßt sich ver⸗ gebens suchen Jetzt in meiner Traurigkeit. Ach, will er denn für und für Grausam zürnen über mir? Kann und will er sich der Armen Jetzt nicht, wie vorhin, erbarmen? 3. 00 o du Vielgeliebte, Sprach zu ihr des Herren — 10¹ Mund, Zwar du bist jetzt die Betrübte, Seel' und Geist ist dir verwund't; Doch stell' alles Trauern ein! Wo mag eine Mutter sein, Die ihr eigen Kind kann hassen Und aus ihrer Sorge lassen? 4. Ja, wenn du gleich möchtest finden Einen solchen Muttersinn, Da die Liebe kann verschwinden: So bleib' ich doch, der ich bin. Meine Treu' bleibt stetig dir, Zion, o du meine Zier. Du hast mir mein Herz besessen, Dei⸗ ner kann ich nicht vergessen. 5. Laß dich nicht den Satan blenden, Der sonst nichts als schrecken kann. Siehe hier in meinen Händen Hab' ich dich eschrieben an. Wie mag es enn anders sein? Ich muß ja gedenken dein; Deine Mauern will ich bauen Und dich fort und fort anschauen. 6. Du bist mir stets vor den Augen, Du liegst mir in meinem Schoß, Wie die Kind⸗ lein, die noch saugen; Meine Treu' zu dir ist groß. Dich und mich soll keine Zeit, Keine Not, Gefahr noch Streit, Ja, der Satan selbst nicht schei⸗ den. Bleib getreu in allen Leiden! Joh. Heermann, geb. 1585 T 1647. Mission. Mel. Herzliebster Jesu, was hast. 157 As liebster Hei⸗ 0 land, wann 10² kommt deine Stunde? Wann rufst du auch das alte Volk zum Bunde? Wann wird die Decke Mosis weggenommen? Wann wirst du kommen? 2. Dein Blut, das sie auf ihre Seel' genommen, Laß end⸗ lich ihnen noch zum Segen kommen. Dein an dem Kreuz für sie gescheh'nes Beten Müss' sie vertreten. Brüdergemeinde. Mel. Valet will ich dir geben. er du zum Heil 158. Dennaun der allerärmsten Welt Und von den Cherubinen Zu Sündern dich gesellt, Den sie mit frechem Stolze Verhöhnt für seine Huld, Als du am Marter⸗ holze Versühntest ihre Schuld. 2. Damit wir Kinder wür⸗ den, Gingst du vom Vater aus, Nahmst auf dich unsre Bürden Und bautest uns ein Haus. Von Westen und von Süden, Von Morgen ohne Zahl Sind Gäste nun be⸗ schieden Zu deinem Abend⸗ mahl. 3. Im schönen Hochzeits⸗ kleide, Von allen Flecken rein, Führst du zu deiner Freude Die Völkerscharen ein; Und welchen nichts verkündigt, Kein Heil verheißen war, Die bringen nun entsündigt Dir Preis und Ehre dar. 4. Du hast dem ärmsten Sklaven, Wo heiß die Sonne glüht, Wie deinen andern Kirche und Mission. Schafen Zu Liebe dich 9 müht; Und selbst den öhn Norden, Den ew'ges 66 bedrückt, Zu deines Himmah Pforten Erbarmend hingerü 5. Drum kann nicht Ruh werden, Bis deine Liebe sieg Bis dieser Kreis der Eid Zu deinen Füßen liegt, Y du im neuen Leben Die aus gesöhnte Welt Dem, der i dir gegeben, Vors Angesih gestellt. 6. Und siehe, tausend 0 sten Mit Völkern ohne Lih Stehn in der Nacht und dit sten Nach deinem Angesich Auch sie hast du gegrabg In deinen Priesterschild, N Brunnaquell sie zu laben, V dir vom Herzen quillt. 7. So sprich dein götlh Werde! Laß deinen Odin wehn, Daß auf der srte Erde Die Toten aufersteh, Daß, wo man Götzen fröng Und vor den Teufeln hiih Ein willig Volk versöhnet deinem Tempel zieht. 8. Wir rufen, du willst h ren; Wir fassen, was I sprichst. Dein Wort muß sih bewähren, Womit du Fesseh brichst. Wie viele sind zu⸗ brochen! Wie viele sind's noh nicht! O du, der's uns veh sprochen, Werd' aller Heidg Licht! Albert Knapp, geb. 1798 4 18Nl. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 159. Ert Hn wird de Wenn Lardel erde! 9917 er verss 6. lichkei Wenn sein T egraba ild, W en, I göttlit Oden sinsten fersteh, fröne n knict hnet Y illst l as Y diuß sih Fessch nd zez d'S noh ns vaz Heiden 51 186. rsich. de m rti M Kirche und Mission. wird dann dir sein, o Erde, erscheinen wird! Freue dich, du kleine Herde! Mach dich auf und werde Licht! Jesus hält, was er verspricht. 2. Hüter, ist der Tag noch fern? Schon ergrünt es auf den Weiden, Und die Herr⸗ lichkeit des Herrn Nahet däm⸗ mernd sich den Heiden; Blinde Pilger flehn um Licht. Jesus hält, was er verspricht. 3. Komm, o komm, getreuer Hirt, Daß die Nacht zum Tage werde. Ach, wie manches Schüflein irrt Fern von dir und deiner Herde! Kleine Herde, zage nicht; Jesus hält, was er verspricht. 4. Sieh, das Heer der Nebel flieht Vor des Morgenrotes Helle, Und der Sohn der Wüste kniet Durstend an der Lebensquelle; Ihn umleuchtet Morgenlicht. Jesus hält, was er verspricht. 5. Gräber harren aufge⸗ than; Rauscht, verdorrete Ge⸗ beine; Macht dem Bundes⸗ engel Bahn! Großer Tag des G w erscheine! Jesus ruft: 8 werde Licht! Jesus hält, was er verspricht. 6. O des Tags der Herr⸗ lichkeit! Jesus Christus, du die Sonne, Und auf Erden weit und breit Licht und Wahrheit, Fried' und Wonne! Mach dich auf, es werde Licht! Jesus hält, was er verspricht. Fr. Ad. Krummacher, geb. 1768 4 1845. 12 7 10³3 Mel. Wachet auf, ruft uns die. 16 0 Eirner ist's, an dem wir hangen, Der für uns in den Tod ge⸗ angen Und uns erkauft mit heimem Blut. Unsre Leiber, unsre Herzen Gehören dir, o Mann der Schmerzen, In deiner Liebe ruht sich's gut. Nimm uns zum Eigentum; Bereite dir zum Ruhm Deine Kinder; Verbirg uns nicht Das Gnadenlicht Von deinem heil'gen Angesicht. 2. Nicht wir haben dich er⸗ wählet; Du selbst hast unsre Zahl gezählet Nach deinem ew'gen Gnadenrat. Unsre Kraft ist schwach und nichtig, Und keiner ist zum Werte tüchtig, Der nicht von dir die Stärke hat. Drum brich den eignen Sinn; Denn Armut ist Gewinn Für den Himmel: Wer in sich schwach, Folgt, Ehre dir nach Und trägt mit hren deine Schmach. 3. O Herr Jesu, Ehren⸗ könig, Die Ernt' ist groß, der Schnitter wenig; Drum sende treue Zeugen aus. Send' auch uns hinaus in Gnaden, Viel frohe Gäste einzuladen Zum Mahl in deines Vaters Haus. Wohl dem, den deine Wahl Beruft zum Abendmahl Im Reich Gottes! Da ruht der Streit, Da währt die Freud', Heut, gestern und in Ewigkeit. 4. Schau auf deine Millio⸗ nen, Die noch im Todesschat⸗ ten wohnen, Von deinem Him⸗ 10⁴ melreiche fern. Seit Jahrtau⸗ senden ist ihnen Kein Evange⸗ lium erschienen, Kein gnaden⸗ reicher Morgenstern. Glanz der Gerechtigkeit, Geh auf! denn es ist Zeit. Komm, And Jesu, Zeuch uns voran Und mach uns Bahn; Gieb deine Thüren aufgethan. 5. Deine Liebe, deine Wun⸗ den, Die uns ein ew'ges Heil erfunden, Dein treues Herz, das für uns fleht, Wollen wir den Seelen preisen Und auf dein Kreuz so lange weisen, Bis es durch ihre Herzen geht. Denn kräftig ist dein und Seele. Dein Joch ist süß, Dein Geist gewiß, Und offen steht dein Paradies. 6. Heiland, deine größten Dinge Beginnest du still und eringe; Was sind wir Armen, — vor dir! Aber du wirst für uns streiten Und uns mit deinen Augen leiten; Auf deine Kraft vertrauen wir. Dein Senfkorn, arm und klein, Wächst endlich ohne Schein Doch zum Baume, Weil du, Herr Christ, Sein Hüter bist, Dem es von Gott vertrauet ist. Albert Knapp, geb. 1798 4 1864. Mel. Wachet auf, ruft uns die. 161. Kann den Daß alles bald dir unterliege, Was lebt und webt in dieser Welt. Blick auf deine Friedens⸗ boten, Laß wehen deinen Le⸗ Vort; Es richtet und durchbort Geist Kirche und Mission. bensodem Durch's ganze yy Totenfeld. Erhöre unser Und laß es bald geschh 2 Amen, Amen! So rühmen; Und jauchzen dir Ein Hul lujah für und für! Berlin y Mel. Dir, dir, Jehovah, will 162. Woa sten Zeugen, Die auf Mau'r als treue Wächter s Die Tag' und Nächte nim schweigen, Und die getrosti Feind entgegengehn, Ja, d Schall die ganze Welt d dringt Und aller Völker ren zu dir bringt. 2. O, daß doch bald 6 Feuer brennte, O möcht doch in alle Lande gehnl Herr, gieb doch in deine En Viel Knechte, die in iun⸗ Arbeit stehn. O Herr Ernte, siehe doch darein;“ Ernt' ist groß, da wenig Ku te sein. 3. Dein Sohn hat jan klaren Worten Uns diese g in den Mund Grtan O sih wie an allen Orten Si ner Kinder Herz und 8 bewegt, Dich herzubun hierum anzuflehn! Drum⸗ o Herr, und sprich: geschehn! 4. So gieb dein Wort Kraft Scharen, Die in raft Evangelisten sein;: eilend Hülf' uns widersah Und brich in Satans bald d. möcht. sehnl eine En in tu⸗ Herr lrein: nig Kun at ja; diese H t. Osth Sich! und 8 zinbrinz Drum : C Workr die in 1 vidersah ans MW. mit Macht den auf weitem Erdenkreis wird dein Wort niemals ge⸗ nes Namens Preis! Dein Volk aus dem Gefäng⸗ Kirche und Mission. 10⁵ O, breite, nem Herzen geben willt; Nun hinein. ein Reich bald aus zu dei⸗ brochen, Ein jedes Wort wird Punkt für Punkt erfüllt; Drum 5. Ach, daß die Hülf' aus halt' ich dieses klare Wort dir ion käme! O, daß dein Geist vor: Ach denke dran und neig b wie dein Wort verspricht‚ uns Herz und Ohr! f 10. Herr, zürne nicht, daß nis nähme! O, würd es doch ich so bitte, Da ich vor dir nur nur bald vor Abend Licht! Staub und Asche bin; Du, Ach, reiß, o Herr, den Him⸗als der Brunnquell aller Güte, mel bald entzwei Und komm Giebst selber mir etwas von herab zur Hülf' und mach uns deinem Sinn, Daß mich der frei! Menschen Elend jammern 6. Ach, laß dein Wort recht kann; Drum bitt' ich, Herr, schnelle laufen; Es sei kein o nimm mein Bitten an. Ort ohn' dessen„ban und 11. Du wirst wohl wissen Schein, Ach, führe bald da⸗ recht zu richten, Da du ja durch mit Haufen Der Heiden aller Welt ihr Richter bist. Füll' in alle Thore ein! Ja Laß nur dein Wort den Streit wecke doch auch Israel bald hier schlichten, Wenn deine auf Und also segne deines Lieb' in uns im Zweifel ist; Wortes Lauf! 50 treib' uns ferner, dich 7. O, bess're Zions wüste nur anzuflehn: Es wird doch Stege; Und was dein Wort endlich noch vielmehr geschehn. im Laufe hindern kann, Das C. Heinr. v. Bogatzty, geb. 1690, räum', ach räum' 1 1.08 gest. 1774. Wege: Vertilg', o Herr, des ů9 salhen Glaubens Wahn, Und Bei Einweihung von mach uns bald von jedem Kirchen. Mietling frei, Daß Kirch und Mer. Wie schön leuchtet der. Schul ein Garten Gottes sei. 163 Gen Vater, aller 8. Laß jede hoh' und nied're 33 Dinge Grund, Schule Die Werkstatt deines Gieb deinen Vaternamen kund uten Geistes sein; Ja, ste an diesem heil'gen Orte. Wie u nur auf dem Stuhle Und lieblich ist die Stätte hier! präge dich der Jugend selber Die Herzen wallen auf zu dir; ein, Daß treuer Lehrer viel Hier ist des Himmels Pforte und Beter sein, Die für die Wohne, Throne Hier bei Sün⸗ ganze Kirche flehn und schrein. dern als bei Kindern, voller 9. Du hast uns Hirten ja Klarheit; Heil ge uns in dei⸗ versprochen, Die du nach dei-ner Wahrhe. 2. Sohn Gottes, Herr der Herrlichkeit, Dies Gotteshaus ist dir geweiht; O, laß dir's wohlgefallen! Hier schalle dein lebendig Wort, Dein Segen walte fort und fort In diesen Friedenshallen. Einheit, Rein⸗ heit Gieb dem Herzen, Angst und Schmerzen tilg in Gna⸗ den; Heil uns ganz vom Sün⸗ denschaden. 3. Gott, heil'ger Geist, du wertes Licht, Wend her dein göttlich Angesicht, Daß wir erleuchtet werden. Geuß über uns und dieses Haus Dich mit allmächt'gen Flammen XIII. Vom Mel. Was Gott thut, das ist. 164 Den Wort, o * Herr, ist mil⸗ der Tau Für trostbedürft'ge Seelen. Laß keinem Pflänz⸗ chen deiner Au Den Himmels⸗ balsam fehlen! Erquickt durch ihn Laß jedes blühn Und in der Zukunft Tagen Dir Frucht und Samen tragen! 2. Dein Wort ist, Herr, ein Flammenschwert, Ein Keil, der Felsen spaltet, Ein Feuer, das im Herzen zehrt Und Mark und Bein durchschaltet. O laß dein Wort Noch fort und fort Der Sünde Macht zerschei⸗ tern Und alle Herzen läu⸗ tern! 3. Dein Wort ist uns der Wunderstern Für unsre Pil⸗ gerreise; Es führt auch Tho⸗ 106 Kirche und Mission.— Vom Worte Gottes. aus, Mach himmlisch und n Erden. Auf zum Himmel 3⁰ das Sinnen und Beginnn Gehts zum Sterben, Hilf m. Jesu Reich ererben. 4. Dreiein'ger Gott, I Dank und Preis Sei dir in allen gleicherweis Für I dein Haus gesungen. Du haft geschenkt und auferbaut, ist's geheiligt und vertun Mit Herzen, Händen, Zunge Ach, hier Sind wir Noch Hütten; Herr, wir bitten,. uns droben In den Tenst dich zu loben. Albert Knapp, geb. 1798 1 U. Worte Gottes. ren hin zum Herrn Und mat die Einfalt weise. Dein Hin melslicht Verlösch' uns h Und leucht' in jede Seele, I keine dich verfehle. 4. Ich suchte Trost und sin ihn nicht: Da ward das Wan der Gnade Mein Labsal, mein Zuversicht, Die Fackel meinn Pfade. Sie zeigte mir Du Weg zu dir Und leuchtet mah nen Schritten Bis zu den ew⸗ gen Hütten. 5. Nun halt' ich mich m festem Sinn Zu dir, den sichern Horte. Wo wendet'it mich anders hin? Herr, d hast Lebensworte. Noch his ich dein: Komm, du bist mein Das rief mir nicht vergebenz Ein Wort des ew'gen Lebent. 6. Auf immer gensbund: Dein dein St⸗ Wort ist Iu I, mein meinz nir Da ndet it err, d och hit st mein Leben ebenz. pein Se t ist Vom Worte Gottes. und Amen: Nie weich' es uns aus Geist und Mund Und nie von unserm Samen. Laß im⸗ merfort Dein helles Wort In allen Lebenszeiten Uns trösten, warnen, leiten! 7. O, sende bald von Ort zu Ort Den Durst nach deinen Lehren, Den Hunger aus, dein Lebenswort Und deinen Geist zu hören, Und send' ein Heer Von Meer zu Meer, Der Her⸗ en Durst zu stillen Und dir den Reich zu füllen! Karl Bernh. Garve, geb. 1763 1841. Mel. Gott des Himmels und der Erden 16⁵ Teures Wort 0 aus Gottes Munde, Das mir lauter Se⸗ gen trägt, Dich allein hab' ich zum Grunde Meiner Seligkeit gelegt; In dir treff' ich alles an, Was zu Gott mich füh⸗ ren kann. 2. Will ich einen Vorschmack haben, Welcher nach dem Him⸗ mel schmeckt, So kannst du mich herrlich laben, Weil bei dir ein Tisch gedeckt, Der mir lauter Manna schenkt Und mit Lebenswasser tränkt. 3. Du, mein Paradies auf Erden, Schließ mich stets im Glauben ein; Laß mich täglich klüger werden, Daß dein heller Gnadenschein Mir bis in die Seele dringt Und die Frucht des Lebens bringt. 4. Geist der Gnade, der im Worte Mich an Gottes Herze E 10⁷ legt, Oeffne mir des Himmels Pforte, Daß mein Geist hier recht erwägt, Was für Schätze Gottes Hand Durch sein Wort ihm zugesandt. 5. Lasse mich in diesen Schranken Sonder eitle Sor⸗ gen sein. Schließe mich mit den Gedanken In ein stilles Wesen ein, Daß die Welt mich gar nicht stört, Wenn mein Herz dich reden hört. 6. Gieb dem Samkorn einen Acker, Der die Frucht nicht schuldig bleibt; Mache mir die Augen wacker, Und was hier dein Finger schreibt, Präge meinem Herzen ein, Laß den Zweifel ferne sein. 7. Was ich lese, laß mich merken, Was du sagest, laß mich thun. Wird dein Wort den Glauben stärken, Laß es nicht dabei beruhn, Sondern ieb, daß auch dabei Ihm das eben ähnlich sei. 8. Hilf, daß alle meine Wege Nur nach dieser Richt⸗ schnur gehn. Was ich hier zu Grunde lege, Müsse wie ein Felsen stehn, Daß mein Geist auch Rat und That In den größten Nöten hat. 9. Laß dein Wort mir ei⸗ nen Spiegel In der Folge Jesu sein. Drücke drauf ein Gnadensiegel, Schließ den Schatz im Herzen ein, Daß ich fest im Glauben steh', Bis ich dort zum Schauen geh'. Benj. Schmolk, geb. 1672 4 1787. 108 Mel. Herzlich thut mich verlangen. 166.½ Qai mich dein sein 8 und bleiben, Du treuer Gott und Herr! Von dir laß mich nichts trei⸗ ben, Halt mich bei deiner Lehr'! Run laß mich nur nicht wan⸗ en, Gieb mir Beständigkeit: Dafür will ich dir danken In alle Ewigkeit. Nie. Selnecker, geb. 1580 + 1592. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 167 Rode. liebster Je⸗ — 35 su, rede! Denn dein Kind giebt acht darauf. Stärke mich, denn ich bin blö⸗ de, Daß ich meinen Lebens⸗ lauf Dir zu Ehren setze fort. Ach, so laß dein heilig' Wort In mein Herz sein eingeschlos⸗ sen, Dir zu stzen unverdros⸗ en. 2. Ach, wer wollte dich nicht schens Dich, du liebster Men⸗ chenfreund? Sind doch deine Wort' und Lehren Alle herzlich wohlgemeint. Sie vertreiben alles Leid, Selbst des Todes Bitterkeit Muß vor deinen Worten weichen; Ihnen ist nichts zu vergleichen. 3. Deine Worte sind mein Stecken, Dessen ich mich trösten kann, Wenn der Teufel mich will schrecken Auf der schmalen Lebensbahn; Diese führen ohne Qual Mich hin durch des Todes Thal, Diese sind mein Schirm und Stütze Wider alle Kreuzeshitze. Vom Worte Gottes. 4. Jesu, dein Wort soll uiz laben, Deine trosterfüllte Ly br ie 1. Will ich in mein Her, graben; Ach, En. nimmermehr Weg von mir h. dieser Zeit, Bis ich in den den Eün Werde kommen 3 den Ehren, Dich, o Jesu, el zu hören. 5. Unterdes vernimm meh Flehen, Liebster Jesu, hün mich; Laß bei dir mich fes stehen; So will ich dich eshiz lich Preisen mit Herz, Sim und Mund, Ich will dir gu jeder Stund' Ehr' und Doh in Demut bringen Und dah hohes Lob besingen. Sophie, Landgräft ng ens, geb. 1638“1 101 Mel. Es ist das Heil uns kommu⸗ 168. Wine sind zu den o Gott, Was geistlich ist, un tüchtig; Dein Wesen, Wil und Gebot ist viel zu hoch un wichtig. Wir wissen's und vmn stehen's nicht, Wo uns doh göttlich Wort und Licht De Weg zu dir nicht weiset. 2. Drum sind vor Zeilen ausgesandt Propheten, delh; Knechte, Daß durch sie würh wohlbekannt Dein Will' un deine Rechte. Zum letzten dein lieber Sohn, O Val von des Himmels Thron Selhs kommen, uns 10 lehren. 3. Für so Laß Heil sel. Herr, ben: aß uns dab verblei en; Und gieb uns dh nen gut Worte nehmen mut, Als Go 4. H Spott abwend roßer schel deinem 11 lich be 5 und de Wort r Leid, i Es au Daß allein, Thäter fältig 6 sofort men; kann nicht 3o a Sorg Verd 7 werd Land Werh und brin dein nem 8 lebe Süt wir Anf oll ui te Leht 3 vbe⸗ miri in de en u, selhj meh 7 hün ich fesh ch ewiß „ Sin dir z d Dan nd deht 19 komma Nenschs zu den ist, m Vom Worte Gottes. nen guten Geist, Daß wir dem Wort gläuben, Dasselb an⸗ nehmen jederzeit Mit Sanft⸗ mut, Ehre, Lieb und Freud' Als Gottes, nicht der Menschen. 4. Hilf, daß der losen Frevler Spott Uns nicht vom Wort abwende. Wer dich verachtet, roßer Gott, Der nimmt ein schellich Ende. Gieb du selbst deinem Worte Kraft, Daß deine Lehre in uns haft', Auch reich⸗ lich bei uns wohne. 5. Oeffn' uns die Ohren und das Herz, Daß wir das Vort recht fassen, In Lieb' und Leid, in Freud' und Schmerz Es aus der Acht nicht lassen: Daß wir nicht Hörer nur allein, Des Wortes, sondern Thäter sein, Frucht hundert⸗ fältig bringen. 6. Am sofort Vom Teufel 9. Stemen men; In Fels und Steinen kann das Wort Die Wurzel nicht bekommen; Der Same, so auf Dornen fällt, Von Sorg' und Wollust dieser Welt Verdirbet und ersticket. 7. Ach hilf, Herr, daß wir werden gleich Allhier dem guten Lande, Und sein an guten Werken reich In unserm Amt und Stande, Viel Früchte bringen in Geduld, Bewahren deine Lehr' und Huld In fei⸗ nem guten Herzen. 8. Laß uns, so lang, wir leben hier, Den Weg der Sünder meiden, Gieb, daß wir halten fest an dir In Anfechtung und Leiden. Rott' +7 eg' der Same wird 109 aus die Dornen allzumal, Hilf uns die Weltsorg' Überall Und böse Lüste dämpfen! 9. Dein Wort, o Herr, laß allweg' sein Die Leuchte unsern Füßen: Erhalt' es bei uns klar und rein; Hilf, daß wir draus genießen Kraft, Rat und Trost in aller Not, Daß wir im Leben und im Tod, Beständig darauf trauen. 10. Gott Vater, laß zu dei⸗ ner Ehr' Dein Wort 5 weit ausbreiten! Hilf, N. u, daß uns deine Lehr' Erleuchten mög' und leiten! O heil ger Geist, dein göttlich Wort Laß in uns wirken fort und fort Glaub', Lieb', Geduld und Hoffnung! David Denicke, geb. 1603 4 1680. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 5 169 Prder der * süßen Lehre, Die ich mit Erstaunen höre, Großer Arzt der Menschen⸗ kinder, Du Evangelist der Sünder Und Prophet des neuen Bundes, Laß die Worte deines Mundes, Deine Stimme an die Herden Mir zu Geist und Leben werden. 2. Deine beiden Testamente Mache mir zum Elemente. Sende deines Geistes Trei⸗ ben, Mir dein Wort ins Herz zu schreiben; Denn es ist auf alle Weise Meiner Seele beste Speise. Wer kann sonst vom ew' gen Leben Meinem Herzen Nachricht geben? 110 Vom Worte Gottes.— Von der heilgen Toh 3. Herr, dein Wort ist wie ein Hammer, Schlägt und zeigt den Seelensammer, Es erquickt mich wie der Regen, Leuchtet mir auf allen Wegen, Stärket meines Geistes Kräfte, Schmeckt wie Milch und Honig⸗ säfte, Ist ein Stab für matte Glieder Und ein Schwert dem Feind zuwider. 4. Diesem Worte will ich trauen Und darauf beständig schauen; Sonst ist doch kein Licht vorhanden. Fremde Lehre macht zu Schanden. Aber dein Gesetz und Gnade Leitet mich auf rechtem Pfade. Herr, mein Glauben und mein Lieben Hat den Grund: Es steht ge⸗ schrieben! 5. Lehre mich dein Wort Verheißung bleiben, Die. bote willig treiben; Keih Schritt vom Worte weich Deines Weges Ziel erreihh 7. Was die Welt bekn und lehret, Was mein 5 erdenkt und ehret, Was böse Geist erdichtet, Wird! Gottes Wort gerichtet. A mit euch, ihr falschen Geish des He Mir ist g'nug an einem M. stets a ster! Wißt, daß euch der Fih bendig verzehret, Wenn ihr auch sel Engel wäret. 8. Selig, selig sind die& Sünden Hut D chwind. der 10 ähnli 23 U Geist, denkräf Bund len, Die sich sonst kein 560 erwählen Als allein das Vn 17¹ des Lebens! Diese glauhn nicht vergebens, Weil se chen: tes Rat ergründen Und sh Christ Herz im Worte finden. Gebre betrachten, Mit Begierde da⸗ein unschätzbares Wissen Nuh Gotte rauf achten. Lehre mich's im Weisheit kann ich missen. Schät Geist verstehen; Laß es mir 9. Licht und Kraft und M. Schaf 10 Herzen Hehen, Mache, daß und Freude, Wahrer Trosti eil ch's fröhlich glaube Und kein tiefsten Leide Schutz vor alle⸗ elig Zweifel mir es raube; Daß lei Gefahren Und ein ewi 2. ich's mit Gehorsam ehre Und Bewahren: Das 196 die bang sonst keine Stimme höre. Wortes Früchte. Alles 15 ter 6., Laß dein Wort mich wird zu nichte, Alles andn wiß, kräftig laben, Fest es in der muß vergehen: Gottes Muh Herz Seele haben; Deine Wahrheit bleibt ewig stehen. Ang nicht zerrütten, Keine Kraft E. G. Woltersdorf, geb. 1725 4 U. duro davon verschütten; Fest an der Weil 75 Mic XIV. Von der heiligen Taufe. 2 Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. nen Bund, Und erzeig' ihy tauf dein Erbarmen, Daß es al! kam 170 Gott und Va⸗Lebenstage Deiner Kindschß, noc ter, nimm jetz⸗Zeichen trage. bin und Dieses Kind von Anfem 2. Wasche es mit deinen ihm Armen; Nimm es auf in dei⸗Blut, Treuer Jesu, von dd Unt Tosi Die 6. Keijz weich, erreich beken ein 5. WusN Wird h. tet. A. 1 Geistz em M der hn nuch schz die S ein Li das Vn laubz 1e G0 Und sch den. 9 sen Mahn Issen. und M— Trosth vor alle⸗ n ewisz 1d diestz es andy andr tes Von 25 f Uil eig' ihn es indschaß deinen hon den Von der heiligen Taufe. 111 Sünden; Laß in seiner Taufe] Machet Gottes Bund mich Flut Den geerbten Fluch ver⸗ frei. schwinden Und sein Leben auf 4. Freudig sag ich, wenn der Erden Deinem Vorbild ich sterbe: Ich bin ein getauf⸗ ähnlich werden. ter Christ! Denn das brin⸗ 3. Und du, werter heil'ger get mich zum Erbe, Das im Geist, Schenk⸗ ihm deine Gna⸗ Himmel droben ist. Lieg' ich denkräfte; Treibe wie dein gleich im Todesstaube, So Bund verheißt, Selbst in ihm versichert mich der Glaube, des Heils Geschäfte, Daß es Daß mir auch der Taufe stets an Jesu Leibe Ein le⸗Kraft Leib und Leben wieder bendig' Gliedmaß bleibe. schafft. I J. Spreng, 1 1768. 5. Nun, so soll ein solcher Lenesn 21 5100 30 Le⸗ ens sein, Muß ich mich zu Mel. Jesu, meines Lebens Leben. Grabe legen, Schlaf ich auch 17¹ Qasfet mich voll auf solchem ein. Ob mir Herz Freuden spre⸗Uund Augen brechen, Soll die chen: Ich bin ein getaufter Seele dennoch sprechen: Ich Christ, Der bei menschlichen bin ein getaufter Christ, Der Gebrechen Dennoch ein Kind nun ewig selig ist! Gottes ist! Was sind alle Erdm. Neumeister, geb. 1671 1 17⁵8. Schütze nütze, Da ich einen Schaß besitze, Der mir alles Heil gebracht Und mich ewig wer. Lirvster Jesu, wir sud bier. selig macht. ö 2. Keine Sünde macht mir 1 72 Lehfer Jesu, hier bange: Ich bin ein getauf⸗ sind wir, Dei⸗ ter Chris, Denn ich weiß ge⸗nem Worte nachzuleben: Die⸗ wiß, so lange Dieser Trost im ses Kindlein kommt zu dir, Herzen ist, Kann ich mich von Weil du den Befehl gegeben, Angst der Sünden, Jesu, Daß man sie zu dir hinführe, durch dein Blut entbinden,. Denn das Himmelreich ist ihre. Weil das teure Wasserbad 2. Ja, es schallet allermeist Mich damit besprenget hat. Dieses Wort in unsern Ohren: 3. Will der Satan mich Wer durch Wasser und durch verklagen: Ich bin ein ge⸗ Geist Nicht zuvor ist neugebo⸗ taufter Christ! Und damitren, Wird von dir nicht auf⸗ kann ich ihn schlagen, Ob er genommen Und in Gottes noch so grausam l. Da ich Reich nicht kommen. bin zur Taufe kommen, Ist 3. Darum eilen wir zu dir, ihm alle Macht genommen, Nimm dies Pfand von unsern Und von seiner Tyrannei Armen Tritt mit deinem Glanz herfür Und erzeige dein Erbar⸗ men, Daß es dein Kind hier auf Erden Und im Himmel möge werden. 4. Wasch' es, Jesu, durch dein Blut Von den angeerbten Flecken; Und zugleich mit dieser Flut Laß es dein Verdienst bedecken. Schenk' ihm deiner Unschuld Seide, Daß es ganz in dich sich kleide. 5. Mache Licht aus Finster⸗ nis, Setz' es aus dem Zorn zur Gnade; Heil' den tiefen Schlangenbiß Durch die Kraft im Wunderbade, Laß hier einen Jordan rinnen, So ver⸗ geht der Aussatz drinnen. XV. Einsegnung der Wöchnerinnen. Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. 173. ott Lob, ich schließe meine Wochen Und preise meines Gottes Kraft: Ich habe Gott ein Wort versprochen, Der neues Leben in mir schafft: Wird er mir Rat und Trost verleihn, So soll mein Herz sein Opfer sein. 2. Ich komme, meines Le⸗ bens Leben, Und sahe dir, mein Schöpfer, Dank: Da tausend Schmerzen mich um⸗ eben, Und schon der Tod zum —0 drang, So hast du mich also erquickt, Daß mich mein Kreuze nicht erdrückt. 3. Nun, deine i. wird 112 Von d. heil. Taufe.— Einsegnungd. Wöchnerimn 6. Hirte, nimm dein 8 deinem Gliede; Himmelsy zeig ihm die Bahn; Irich fürst, sei du sein Friede, V stock, hilf, daß diese Stets im Glauben dich gebe. 7. Nun, wir legen an de Herz, Was von Herzen ist Hanget Führ' die Seußß Baurt preisen Und ewig dafür ienstbar sein; Doch wirst du lein an; Haupt, mach es 3 Rel. O! 1⁷⁴ Namen und he gezählt . ö eißt. immelwärts Und erfülle 9 eingeser Verlangen. Ja, den Nang 61 den wir Lehenl 2. Lebensbuch zum Leben! und Er mich Benj. Schmolck, geb. 1672. Frucht Mein währt; und P Tröste mir noch mehr erweisen Un 3.5 meinem Kinde Kraft verlei und L Daß es in deinem Bunde bleh sam z Und dein Geist solches immm aus re treibt. ium z 4. Gieb ihm das Wachsim sagt' deines Sohnes, Bei Gott un. Satar Menschen Huld und Gna. 4. Der Flügel deines Gnaden deiner thrones, Der es bereits he wohl schattet hat, Bedeck' es, woch ich il geht und steht, Bis es zu mich Himmel wird erhöht. Nimn 5. Ja, du bist aller Kinn Gnad Vater, Dein Sohn ist alg, einen Kinder Freund: Sei du nuh ferner mein Berater, Dah, aufs wenn dein letzter Tag erscheu zum Ich und mein Kind dort vn zu ne dir steh' Und dir zu deinn sih v Rechten geh'. m v. Schmold, geb. 1672 f. nicht an 90 verleihz de bleih s imma achstun ott und Gnah. Bnaden eits he „ wo e es zun Kinder ist alla du nun Doß xscheint ort von deinen + N. Confirmations⸗Lieder. 113 XVI. Confirmations⸗Lieder. Rel. O daß ich tausend Zungen hätte. 174. Ich bin getauft * X auf deinen Namen, Gott Vater, Sohn und heil'ger Geist! Ich bin ezählt zu deinem Samen, um Volk, das dir geheiligt heißt. Ich bin in Christum eingesenkt; Ich bin mit seinem Geist beschenkt. 2. Du hast zu deinem Kind und Erben, Mein lieber Vater, mich erklürt; Du hast die Frucht von deinem Sterben, Mein treuer Heiland, mir ge⸗ währt; Du willst in aller Not und Pein, O guter Geist, mein Tröster sein. 3. Doch habe ich dir Furcht und Liebe, Treu' und Gehor⸗ sam zugesagt; 862 habe mich aus reinem Triebe Dein Eigen⸗ tum zu sein gewagt; Hingegen sagt' ich bis ins Grab Des Satans schnöden Werken ab. 4. Mein treuer Gott, auf deiner Seite Bleibt dieser Bund wohl feste stehn; Wenn aber ich ihn überschreite, So laß mich nicht verloren gehn; Nimm mich, dein Kind, zu Gnaden an, Wenn ich hab' einen Fall gethan. 5. Ich 0010 dir, mein Gott, aufs neue Leib, Seel' und Herz zum Opfer hin. Erwecke mich zu neuer Treue Und nimm Be⸗ 15 von meinem Sinn, Es sei n mir kein Tropfen Blut, Der nicht, Herr, deinen Willen thut. 6. Weich', weich', du Fürst der Finsternissen! Ich bleibe mit dir unvermengt; Hier ist 5060 ein befleckt Gewissen, Je⸗ och mit Jesu Blut besprengt. Weich', eitle Welt, du Sünde, weich'! Gott hört es, ich ent⸗ age euch. Laß diesen Vorsatz nim⸗ mer wanken, Gott Vater, Sohn und heil'ger Geist! Halt mich in deines Bundes Schranken, Bis mich dein Wille sterben heißt. So leb' ich dir, so sterb' ich dir; So lob' ich dich dort für und für. Joh. Jacob Rambach, geb. 1693 4 1785. — Mel. Alles ist an Gottes Segen. 17⁵. Nun,. 1 ich mein Leben Völlig meinem Gott ergeben; Nun wohlan, es ist Leichehn. Sünd', ich will von dir nichts hören; Welt, ich will mich von dir kehren, Ohne je zurückzusehn. 2 Hab ich sonst mein Herz geteilet, Hab' ich hie und da verweilet: Endlich sei der Schluß gemacht, Meinen Willen Han zu geben, Meinem Gott allein zu leben, Ihm zu dienen Tag und Nacht. 3. Herr, ich 70 dir zur Gabe All' mein Liebstes, das ich habe; Schau, ich halte nichts urück. Schau und prüfe Her und Nieren; Solltest du 1 114 Confirmations⸗Lieder Falsches spüren, Nimm es diesen Augenblick. 4. Ich scheu' keine Müh' und Schmerzen; Gründlich und von anzem Herzen Will ich folgen einem Zug, Kann ich stetig und in allem Deinen Augen nur gefallen: Ach, so hab' ich ewig g'nug. XVII. Vom heiligen Abendmahl. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 176 Desu, Freund der Renschenkinder, Der d der verlor'nen Sünder, er die Kreuzesschmach er⸗ duldet, Und gesühnt, was wir verschuldet: Wer kann fassen das Erbarmen, Das du trägest mit uns Armen! In der Schar erlöster Brüder Fall ich dankend vor dir nieder. 2. Ja, auch mir strömt Heil und Segen, Herr, aus deiner Füll' entgegen; In dem Elend meiner Sünden Soll bei dir ich Hilfe finden; Meine Schul⸗ den willst du decken, Mich be⸗ frei'n von Furcht und Schrecken, Willst ein ewig' selig' Leben Als des Glaubens Frucht mir geben. 3. Herr, du kommst, dich mit den Deinen In dem Nacht⸗ mahl zu vereinen; Du, der Weinstock, giebst den Reben Neue Kraft zum neuen Leben. Hilf, daß ich die Lust der Sünde Stark vou nun an überwinde! Ja, durch dich muß es ge⸗ — Vom heil. Abendmul wählen. Alle Kräfte meinn Seelen Nimm nur ganz deine Macht. Ja, ich will mi dir verschreiben, Laß es ey feste bleiben, Was ich dir hi zugesagt. Gerh. Tersteegen, geb. 1697 4 zu bringen. 4. Nun so sei der Bun erneuet, Unser Herz dir gu geweihet! Auf dein Voih woll'n wir sehen Und dir nat mein Heiland, gehen. Schoß ein neues Herz uns Sündem Mach uns, 4—4 zu deinn Kindern, Die dir leben, leiden sterben, Deine Herrlichkeit g erben! Joh. Kaspar Lavater, geb. 17414 1. Mel. Es ist gewißlich an der Zel. 177 Di Lebensbu 35 Herr Jh Christ, Mag dich ein Sünde haben, Der nach dem Himmt hungrig ist Und sich mit d will laben; So bitt' ich diß demütiglich, Du wollest so b⸗ reiten mich, Daß ich reht würdig werde. 2. Auf grünen Auen wolleh du Mich diesen Tag, Hen, leiten, Den frischen Wassen führen zu, Den Tisch ssh mich bereiten! Ich bin 0 sündig, matt und krank, lingen, Frucht der Heiligung 5. Dich allein will ih3 laß mich deinen Gnadey U mecke 3. O melsbr. leihen, 119 10 lich sch rock be möge Tasl 4. T terkeit, dmall ich meinz Banz. vill nit es euh dir hal + Bun Pir gap Votbi dir nath 140 pünden deing „ leiden chleit z 4111H1 der Zel. ensbut r Il Sünde Himmi mit di ich diß st so he reh wollel Hen Wassem 9 4 znaden⸗ Vom heiligen Abendmahl. trank Aus deinem Kelche schmecken. 3. O du lebend'ges Him⸗ melsbrot, Du wollest mir ver⸗ leihen, Daß ich in meiner Seelennot Zu dir mag kind⸗ lIch schreien! Dein Glaubens⸗ rock bedecke mich, Auf daß ich möge würdiglich An deiner Tafel 4. Tilg' allen Haß und Bit⸗ terkeit, O Herr, aus meinem Herzen, Laß mich die Sünd' in dieser Zeit Bereuen ja mit Schmerzen; O unbelflecktes Osterlamm, Du meiner Seele Bräutigam, Laß mich dich recht genießen! 5. Zwar bin ich deiner Gunst nicht wert, Als der ich jetzt erscheine, Mit Sünden Wic viel beschwert, Die schmerzlich ich beweine. In solcher Trüb⸗ sal tröstet mich, Herr Jesu, daß du gnädiglich Der Sünder dich erbarmest. 6. Ich bin ein Mensch, der voller Sünd', Laß deine Hand mich heilen, Erleuchte mich, denn ich bin blind, Du kannst mir Gnad' erteilen; Ich bin verdammt, erbarme dich; Ich bin verloren, suche mich Und hilf aus lauter Gnade. 7. Du Lebensbrot, Herr Jesu Christ, Komm, selbst dich mir zu schenken; O Blut, das du vergossen bist, Komm, eiligst mich zu tränken. Ich bleib' in dir, du bleibst in mir; Drum wirst du, Herr, dies trau' ich dir, Auch mich dort auferwecken. Joh. Rist, geb. 1607 f 1667. 11⁵ Eigene Melodie. 178. Gau Auebe deiet, Der uns selber hat ge⸗ speiset Mit seinem Fleische und mit seinem Blute; Das gieb uns, Herr Gott, zu Gute. Kyrie eleison. Herr, durch deinen heiligen Leichnam, Der von deiner Mutter Maria kam, Und das heilige Blut: Hilf uns, Herr, aus aller Not. Kyrie eleison. 2. Der heil'ge Leichnam ist für uns gegeben Hen Tod, daß wir dadurch leben, Nicht größ're Güte konnte er uns schenken, Dabei wir sein soll'n gedenken. Kyrie eleison. 9 dein' Lieb' so groß dich zwungen hat, Daß dein Blut an uns groß' Wunder that Und bezahlt unsre Schuld, Daß uns Gott ist worden hold. Kyrie eleison. 3. Gott geb' uns allen seiner Gnade Segen, Daß wir gehn auf seinen Wegen In rechter Lieb' und brüderlicher Treue, Daß die Speis' uns nicht ge⸗ reue. Kyrie eleison. Herr, dein heil'ger Geist uns nimmer laß; Der uns geb' zu halten rechte Maß', Daß dein' arme Christenheit Leb' in Fried' und Einigkeit. Kyrie eleison. Martin Luther, geb. 1483 + 1546. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. 179. G. 8* 116 kommen, Da ich Jesu werd' vertraut, Da ich aller Schuld entnommen, Werd' in Gottes Huld geschaut. Gott sei Lob, daß mir bereit't Ist des Lammes Hochzeit heut, Da mir Gott zum ew'gen Leben Will den ganzen Jesum geben. 2. Gott, ich komm' am frühen Morgen Zu dir, als dein liebes Kind, Leg' in deine Vatersorgen Mich mit Leib und Seel' geschwind; Abba, Vater, sorg' für mich, Daß ich ja heut würdiglich, Als dein Gast bei dir erscheine Und mit Jesu mich vereine. 3. Christe, du Lamm Gottes, höre; Weil du trägest meine Sünd', Als mein dent W. und Wirt herkehre. Als dein' Braut und Gast mich find'! Deiner Güte ich vertrau'; And“ mich auf grüner Au' Und speis⸗ mich, mir stets zu gute, Heut mit deinem Leib und Blute. 4. Heil'ger Geist, den ich umfasse, Bleibe heut und stets bei mir; Mich mit Beistand nicht verlasse, Sondern hilf, daß selig hier Mir zu Nutzen, Gott zuͤm Preis, Ich genieß die Himmelsspeis', Daß ich danach christlich lebe, Freudig meinen Geist aufgebe. 5. Nun ich lieg' dir, Gott, u Füßen, Gottes Liebe schmücte mich! Meines Jesu Blutvergießen Mache würdig mich durch sich! Hilf mir drauf, du Vaterherz! Hilf mir, Jesu, Tod und Schmerz! Hilf mir, Vom heiligen Abendmahl. Tröster, heut auf Erden, N ich möge selig werden. Aemilia Juliana, Gräfin zu Schyn burg⸗Rudolstadt, geb. 1637 4 Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu 180. Gut, Du Gnaden. Wir kommen deih Leib und Blut, hast geladen, Selanetn Un eligkeit Zu trinken. unsrer Sah 2. O Jesu, mach uns seh bereit Zu diesem hohen Was Schenk' uns dein schönes Ehm kleid Durch deines Geh Stärke, Hilf, daß wir würht Gäste sein, Und werden gepflanzet ein Zum ew Himmelswesen. 3. Bleib du in uns, wir in dir Auch bis ans E bleiben; Laß Sünd' und I uns für und für Nicht wih von dir treiben, Bis wir duh deines Nachtmahls Kraft) deines Himmels Bürgersch Dort ewig selig werden. 17³ Mel. Wie schön leuchtet der 181. err Jesu, Dank Für diese Seelenshh und Trank, Damit du uns gabet. dein Leib und Blut Komt uns wahrhaftig wohl zu gu essen und sei Preis un Im Brot und Wi. err Jesu Chn 15 du höchs runnquell a Herz Wie 11. — deiner AH nehmen Nachtm jeder re mit di deiner Gotte dein weil betra alles Ame 0. Und unsre Herzen labet; Daß n. u Schnn 7uN icht wich wir dul Kraft ürgersh den. 17³³ ᷣtet der Jesu, Preis u eelenspeh u uns h ind Mi t Komm I zu g Der Fels des Vom heiligen Abendmahl. 11⁷ hilf uns dämpfen alle Sünden; Hilf uns fröhlich überwinden! Bernh. v. Derschau, geb. 1591 T 1639. wir In dir Und nach allem Vohlgefallen heilig leben, Sol⸗ Ja selber ein in Seeb Und willst da Wohnung machen; Drum uns ein solches erz verleih, O. Gott, das stei und ledig sei Von allen eiteln Sachen. Bleibe, Treibe Unser Sinnen und Beginnen, daß wir trachten, Alle Welt⸗ lust zu verachten. 3. Ach, Herr, laß uns doch nehmen nicht Dein wertes Nachtmahl zum Gericht! Ein i jeder recht bedenke, Daß wir mit diesem Lebensbrot Im Glauben stillen unsre Not. eils uns tränke. Sünder, Du hast die Hand⸗ üchtig, Tüchtig Dich dort En stets zu loben, bis wir werden Zu dir kommen von der Erden. 4. O, daß wir solche Selig⸗ keit Erwarten möchten allezeit In Hoffnung und Vertrauen, Und folgends aus dem Jam⸗ merthal Eingehen in den Him⸗ melssaal, Da wir Gott werden schauen, Tröstlich, Köstlich Uns als Gäste auf das beste bei ihm laben Und ganz volle G'nüge haben. 5. Das gieb du uns von deinem Thron, O Jesu Christe, Gottes Sohn, Gieb's durch dein bitter Leiden; Dasselbe, weil wir leben hier, Laß uns betrachten für und für, Und alles Böse meiden. Amen! Amen! Hilf uns kämpfen, Mel. An Wasserflüssen Babylon. 182 Occh komme, Herr, 3 0 und suche dich Mühselig und beladen. Gott mein Erbarmer, würd'ge mich Des Wunders deiner Gnaden! Ich liege hier vor deinem Thron, Sohn Gottes und des Menschen Sohn, Mich deiner zu getrösten. Ich fühle meiner Sünden Müh'. Ich suche Ruh' und finde sie Im Glauben der Erlösten. 2. Dich bet' ich zuversichtlich an, Du bist das Heil der schrift abgethan, Und wir sind Gottes Kinder. Ich denk' an deines Leidens Macht Und an dein Wort: es ist voll⸗ bracht! Du hast mein Heil ver⸗ dienet; Du hast für mich dich dargestellt; Gott war in dir und hat die Welt In dir mit sich versühnet. 3. So freue dich, mein Herz, in mir! Er tilget deine Sünden Und läßt in seinem Mahle hier Dich Gnad' um Gnade finden. Du rufst, und er erhört dich schon, Spricht liebreich: sei ge⸗ trost, mein Sohn, Die Schuld ist dir Tod aebs Du bist in meinen Tod getauft, Und du wirst dem, der dich erkauft, Von ganzem Herzen leben. 4. Dein ist das Glück der Seligkeit; Bewahr' es hier im 118 Glauben, Und laß durch keine Sicherheit Dir deine Krone rauben. Sieh, ich vereine mich mit dir: Ich bin der Weinstock, bleib an mir, So wirst du Früchte bringen. Ich helfe dir, ich stärke dich; Und durch die Liebe gegen mich Wird dir der Sieg gelingen. 5. Ja, Herr, mein Glück ist dein Gebot: Ich will es treu erfüllen; Und bitte dich, durch deinen Tod, Um Kraft zu meinem Willen. Laß mich von nun an würdig sein, Mein ganzes er Herr, dir zu weih'n Und deinen Tod u preisen; Laß mich den rnst der Heiligung Durch eine wahre Besserung Mir und der Welt erweisen! Chr. Fürchtegott Gellert, geb. 1715, gest. 1769. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 183 Och komm' jetzt ꝗ als ein armer Gast O Herr, zu deinem Tische, Den du für mich bereitet hast, Daß er mein Herz erfrische, Wenn mich der Seelenhunger nagt, Wenn mich der Durst des Geistes plagt, Bis ich den Schweiß abwische. 2. Nun sprichst du, Seelen⸗ bischof, dort: Ich bin das Brot zum Leben; Dies Brot treibt auch den Hunger fort, Den sonst nichts mag auf⸗ heben. Ich bin der Trank; wer glaubt an mich, Dem wird der Durst nicht ewiglich Vom heiligen Abendmahl. Im Herzen Qualen gh 3. Drum führe mich, otn Hirt, Auf deine Himm⸗ auen, Bis meine Seel erm wird, Wenn du sie schauen Die Ströme de Gütigkeit, Die du für alle! bereit't, So deiner Huth trauen. 4. Ich armes Schäfleinf dich Auf deiner grünen Dein Lebensmanna speisen 98• Trost in allem 9 Es tränke mich dein in Blut, Auf daß mich jn falsches Gut Von deiner Y denn S mich,— ist kein ist laute dir ist 1 Mit alle 9. Er stab, M ben; L sagen al zu lab lassen S werfe h zu habe 300 5. Gleich wie des Hiß nimmer mattes Herz Nach sisth giebt d Wasser schreiet, So sin sind w auch mein Seelenschmerz: Als nu laß mich sein befreiet tigam! meiner schweren Sünden Mreuzes Und schenk' den Lebensih Tod ge mir ein, Dann bin ich beneh 11. 6. Vor Allem aber with„ mir Ein' ungefärbte I Dun l Daß ich vor fündlicher„ Jh fül gier Mit ganzem Ernstn Zchen shene; Zieh mir den Rolh Laben Glaubens an, Daß dein I 9 Her dienst mich decken kann, Iu 0 mein Herz sich freue.* 7. Entzünd' in mir der du dacht Brunst, Daß ich! Welt verlasse, Und deine Id Nel. e Gnad' und Gunst In dih 290 Speise ub Daß durch h Lieben Lieb' in mir Zu mehn 18 Nächsten wachs' herfür,W ich fort niemand hasse. tigam 8. Ach, führe mich nur sh 215. von mir, Bei mir ist nit Hernth sie me de alle⸗ Hut; säfleins ien M. ebensth benedg er wickt bte N licher Ernst m n Roch dein Y nn, Bu . ir der V6 5 ich! ine Tun⸗ In dih durch d zu meine rfür, N sle. nur seh ist nitz Nimm aber err, zu dir! Bei dir itt kein Verderben. In mir ist lauter—. und Pein, In dir ist nichts, denn Seligsein Mit allen Himmelserben. 9. Erneu're mich, o Lebens⸗ stab, Mit deines Geistes Ga⸗ ben; Laß mich der Sünde sagen ab, Die mich sonst pflegt zu laben; Regiere meinen Hassen Sinn, Daß er die Lüste n werfe hin, Die er pflegt lieb zu haben. 10. So komm nun, o mein Seelenschatz, Dich kann ich nimmer missen. Mein Herze Ind dir Raum und Platz ind will von keinem wissen, Als nur von dir, mein Bräu⸗ tigam! Dieweil du mich am Kreuzesstamm Aus Not und Tod gerissen. 11. O, liebster Heiland, habe Dank, Für deine Seligkeiten! Ich fühl' der Sehnsucht heißen Drang Und warte auf die Lehem In welchen du, o ebensfürst, Mich samt den Auserwählten wirst Zur Him⸗ melstafel leiten. Just. Sieber, geb. 1628 + 1695. Mel. O Jesu Christ, mein's Lebens Licht. Jesu, du 181. Ornerr tigam, Der du aus Lieb' am Kreuzesstamm Für mich den Tod gelitten hast, Genommen weg der Sünden Last. Vom heiligen Abendmahl. denn Sterben; mich, o 119 2. Ich komm' zu deinem Abendmahl, Verderbt durch manchen Sündenfall; Ich bin krank, unrein, nackt und bloß, Blind, arm, ach, Herr, mich nicht verstoß'! 3. Du bist der Arzt, du bist das Licht, Du bist der dit dem nichts gebricht, Du ist der Brunn' der Heilig⸗ keit, Du bist das rechte Hoch⸗ zeitskleid. 4. Drum, o Herr Jesu, bitt' ich dich, In meiner Schwach⸗ heit heile mich, Was unrein ist, das mache rein Durch deinen hellen Gnadenschein! 5. Erleuchte mein verfinstert Rnz Zünd' an die helle Glau⸗ enskerz'; Mein' Armut in Reichtum verkehr' Und mir des Geistes Gaben mehr'! 6. Daß ich das rechte Him⸗ melsbrot, Dich, Jesu, wahrer Mensch und Gott, Mit höchster Ehrerbietung ess' Und deiner Liebe nicht anl 30 7. Lösch' alle Laster aus in mir, Mein Herz mit Lieb' und Glauben zier'; Und was sonst ist von Tugend mehr, Das pflanz' in mir zu deiner Ehr'. 8. Gieb, was nütz ist für Seel' und Leib; Was schäd⸗ lich ist, fern von mir treib'; Komm in mein 0— laß mich mit dir Vereinigt bleiben für und für! 9. Hilf, daß durch deines Mahles Kraft Das Bös' in mir werd' abgeschafft, Erlassen alle Sündenschuld, Erlangt des Vaters Lieb' und Hul 120⁰ 10. Vertreibe alle meine Feind', Die mir zu schaden sind Denacht Den guten Vor⸗ satz, den ich führ', Durch deinen Geist fest mach in mir! 11. Mein Leben, Sitten, Sinn und Pflicht Nach deinem heil gen Willen richt'; Ach, laß mich meine Tag' in Ruh' Und Friede bringen christlich 3u! 12. Bis du mich, o du Le⸗ bensfürst, Einst in den Him⸗ mel nehmen wirst, Daß ich bei dir dort ewiglich, An deiner Tafel freue mich. Joh. Heermann, geb. 1585 4 1647. Mel. Nun laßt uns Gott dem Herren. 185 Jesu, meine * Wonne, Du meiner Seele Sonne, Du Freundlichster auf Erden, Laß mich dir dankbar werden! 2. Wie kann ich g'nugsam schätzen Dies himmlische Er⸗ Den 2 Und diese teuren Ga⸗ en, Die uns gestärket haben. 3. Wie soll ich g'nug dir danken, O Herr, daß du mich Kranken, Gespeiset und ge⸗ tränket, Ja, selbst dich mir geschenket! 4. Ich lobe dich von Her⸗ zen, Für alle deine Schmer⸗ en, Für deine Schläg' und unden, Die du für mich empfunden. 5. Dir dank' ich für dein Leiden, Den Ursprung meiner Freuden; Dir dank' ich für dein Sehnen Und heißvergoß' ne Thränen. Vom heiligen Abendmahl. 6. Dir dank' ich für Lieben, Das standhaft ist; blieben; Dir dank' ich für 18⁰6 Sterben, Das mich dein 8 Laß die Komm läßt erben. 7. Jetzt schmecket mein müte Dein' übergroße i gangen Dies teure Pfand der In pranget den Tilgt allen meinen e6 Heil u den. jetzt zu 8. Herr, laß mich i Himme vergessen, Daß du mir 105 gemiessen Worlr d N 2. C speise, Wofür ich dich gen 2 preise. denwo 9. Du wollest ja die Sin denwo Die ich in mir noch Herzen Aus meinem Fleische uu aufzus Und kräftig in mir blei 10. Nun bin ich losgez Von Sünden und verniäh Mit dir, mein liebstes He Was kannst du Werters ben?. 11. Hilf, Herr, daß mh Seele Nur dich zum Leisst wähle; Laß mich stets Verlangen An deiner hangen! 12. Laß mich die 8 meiden, Laß mich ged leiden, Laß mich mit Vs beten Und von der Welhe treten! 13. In meinem ganzen ben Laß mich vor Augen sch Ir Wie selig ich begli a himmlisch bin er 14. Nun kann ich u sei —2—2 2. derben, Drauf will. mein sterben Und freudig auferst mit O Jesu, dich zu schen 5 Joh. Rist, geb. 1607 Sgezah ermäh⸗ es Lahn rters aß mih Leitsth stets n ier H ꝛe Siih as t Andth Welt th Vom heiligen Eigene Melodie. 186. Somüc dich, o 0 5110 böhne aß die dunkle Sündenhöhle, n ans helle Licht ge⸗ gangen, Fange herrlich an zu prangen. Denn der Herr, voll Heil und Gnaden, Will dich jetzt zu Gaste laden; Der den Himmel kann verwalten, Will jetzt Herberg in dir halten. 2. Eile, wie Verlobte pfle⸗ gen, Deinem Bräutigam ent⸗ egen, Der mit süßen Gna⸗ denworten Klopft an deines Herzens Pforten: Eile, sie ihm aufzuschließen, Wirf dich hin zu seinen Füßen, Sprich 2 Herr, laß dich umfassen, Von dir will ich nimmer lassen. 3. Zwar beim Kaufe teurer Waren Pflegt man sonst kein Geld zu sparen; Aber du willst für die Gaben Deiner Huld kein Geld nicht haben, Weil in allen Bergwerksgründen. Kein solch' Kleinod ist zu finden, Das die blutgefüllten Schalen Abendmahl. 121 blicken. Das Geheimnis dieser Speise Und die unerforschte Weise Machet, daß ich frühe merke, Herr, die Größe deiner Stärke. Ist auch wohl ein Mensch zu finden, Der dein' Allmacht sollt' ergründen? 6. Nein, Vernunft, die muß hier weichen, Kann dies Wun⸗ der nicht erreichen, Daß dies Brot nie wird verzehret, Ob es gleich viel Tausend nähret, Und daß mit dem Saft der Reben Uns wird Christi Blut gegeben. O, der großen Heim⸗ ichkeiten, Die nur Gottes Geist kann deuten! 7. Jesu, meines Lebens Sonne, Jesu, meine Freud' und Wonne, Jesu, du mein ganz Beginnen, Lebensquell und Licht der Sinnen! Hier fall' ich zu deinen Füßen: Laß mich würdiglich genießen Dieser deiner Himmelsspeise Mir zum Heil und dir zum Preise. 8. Herr, es hat dein treues Lieben Dich vom Himmel her⸗ Und dies Manna kann be⸗ zahlen. 4. Ach, wie hungert mein Gemüte, Menschenfreund, nach deiner Güte; Ach wie pfleg' ich oft mit Thränen Mich nach dieser Kost zu sehnen! Ach wie pfleget mich zu dürsten Nach dem Trank des Lebens⸗ fürsten: Wünsche stets, daß mein Gebeine, Sich durch Gott mit Gott vereine! 5. Beides, Zittern und Ent⸗ zücken, Lässet sich in mir jetzt getrieben, Daß du willig hast dein Leben In den Tod für uns drohen Und dazu ganz unverdrossen, Herr, dein Blut für uns vergossen, Das uns jetzt kann kräftig tränken, Deiner Liebe zu gedenken. 9. Jesu, wahres Brot des Lebens, Hilf, daß ich doch nicht vergebens Oder mir vielleicht um Schaden Sei zu deinem isch geladen; Laß mich durch dies Seelenessen Deine Liebe recht ermessen, Daß ich auch, 122 wie jetzt auf Erden, Mög' dein Gast im Himmel werden. Joh. Frank, geb. 1618 4 1677. Mel. Nun lob' mein' Seel' den Herren. 187 Wie wohl hast * du gelabet, O liebster Jesu, deinen Gast, Ja, mich so reich begabet, Daß ich jetzt fühle Freud' und Rast! O wundersame Speise, O süßer Lebenstrank, O Liebsmahl, das ich preise Mit meinem Lob⸗ gesang! Indem es hat erquicket Mein Leben, Herz und Mut; Mein Geist, der hat erblicket Das allerhöchste Gut. 2. Bei dir hab' ich gegessen Die Speise der Unsterblichkeit; Du hast mir vollgemessen Den edlen Kelch der mich erfreut. Ach Gott, du hast erzeiget Mir Armen solche Gunst, Daß billig jetzt sich neiget Mein Herz vor Liebesbrunst. Du hast mich lassen schmecken Das köstlich' Himmelsbrot; Hinfort kann mich nicht schrecken Welt, Teufel, Sünd' und Tod. 3. So Shdch leb' auf Erden, Preis' ich dich, liebster Jesu, wohl, Daß du mich lässest wer⸗ den Von dir und durch dich att und voll. Du hast mich elbst getränket Mit deinem teuren Blut Und dich zu mir nn. Ounvergleichlich' Gut! un werd' ich ja nicht sterben, Weil mich gespeiset hat, Der nimmer kann verderben, Mein Trost, Schutz, Hülf' und Rat. Vom heiligen Abendmahl. 4. Wie kann ich's aber sen, Herr Jesu, daß du Begier Dich hast so tie lassen Vom Himmelssaal zu mir? Du Schöpfer al Dinge, Besuchest deinen Kn⸗ Ach hilf, daß ich dir bin Ein Herz, das fromm u recht, Das gläubig dir traue, Damit nach dieser Ich ja dein Antlitz schaue Y in der Ewigkeit. 5. Du bist's, der ewig he bet, Ich aber bin dem Raut gleich, Den bald ein W vertreibet; Herr, ich bin an und du bist reich. Du sehr groß von Güte, Kein I recht gilt bei dir; Ich sin haft von Gemüte Und s für und für, Und doch komm du hernieder Zu mir, du Sündenmann. Was geb dir doch wieder, Das dir g fallen kann? 6. Ein Herz, durch M zerschlagen, Ein Herz, das gmn zerknirschet ist, Das, weiß ih wird behagen, Mein Heilash dir zu jeder Frist; Du wi es nicht verachten, Wofen ich emsig bin, Nach deinn Gunst zu trachten: Nimm doh in Gnaden hin Das Ohht meiner Zungen; Denn billh wird jetzund Dein teurer Ruhn besungen, Herr Gott, dunh meinen Mund. 7. Hilf ja, daß dies Geni⸗ ßen, Des edlen Schatzes 101 in mir Ein unaufhörlich' Y ßen, H—5— ich mich wende siel zu dir, Laß mich hinfort bez 8. Wo sehen M Himmels rüstig st 18⁸ roß un Dezangn niemand In diese 2. Lie dieser 3 ihr End Des Ele doch so 3. Zu mich nic verdiene ins Ge mich ve 4. S Straf' folgen fort Ur mich hi 5. C giß de gehorse nicht,? Heil n * spüren Kein' and're Lieblichkeit, fif Als welche pflegt zu rühren aal 10 Von dir zu dieser Zeit; Laß fer mich ja nichts begehren Als n ann deine Lieb' und Gunst, Denn 1 H. niemand kann entbehren Hier ahh deiner Liebe Brunst. m u z 8. Wohl mir, 10 bin ni 5r ie sehen Mit Himmelsspeis un ser Ummaletraut; Nun will ich Vom heiligen Abendmahl.— Buß⸗Lieder. 123 ue dn fistig stehen, Zu singen dir Eigene Melodie. 188. Ar er ai ch sün roß und schwer Sind mein Lezangne Sünden! Da ist 110 0 niemand, Der helfen kann, 63In dieser Welt zu finden. 2. Lief' ich gleich weit Zu dieser Zeit Bis an der Welt ihr Ende, Und wollt' los sein Des Elends mein, Würd' ich's doch so nicht wenden. 3. Zu dir flieh ich: Verstoß mich nicht, Wie ich's wohl hab' verdienet! Ach gehe nicht, Gott, ins Gericht, Dein Sohn hat mich versühnet. 4. Solls ja so sein, Daß Straf' und Pein Auf Sünde er Ruh solgen müssen: So fahr' hie fort Und schone dort, Und laß mich hier wohl büßen. a sün 5. Gieb, Herr, Geduld, Ver⸗ ch W. chrien nicht, Wies oft geshich, Mein Heil murrend verscherze. 177 Lob, Ehr' und Dank. Hinweg, du Weltgetümmel, Du bist ein eitler Tand; Ich seufze nach dem Himmel, Dem rechten Vaterland. Hinweg, dort werd' ich leben Ohn' Unglück und Verdruß; Mein Gott, du wirst mir geben Des Segens Ueber⸗ fluß. Joh. Rist, geb. 1607 T 1667. XVIII. Buß⸗Lieder. 6. Handle mit mir, Wie's dünket dir, Durch dein' Gnad' will ich's leiden, Laß mich nur nicht Dort ewiglich Von dir sein abgeschieden! M. Rutilius, geb. 1550 4 1618. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. 189 Aa, mein Jesu, * welch Verder⸗ ben Wohnet doch in meiner Brust! Denn mit andern Adamserben Bin ich voller Sündenlust. Ach, ich muß dir nur bekennen: Ich bin Fleisch vom Fleisch zu nennen. 2. Wie verkehrt sind meine Wege, Wie verderbt mein al⸗ ter Sinn! Der ich zu dem Guten träge aber schnell zum Bösen bin. Ach, wer wird mich von den Ketten dieses Sündentodes retten? 3. Hilf mir durch den Geist giß der Schuld, Schaff' ein der Gnaden Aus der angeerb⸗ gehorsam Herze, Daß ich ja ten Not! Heile meinen Seelen⸗ schaden Durch dein Blut und Kreuzestod: Schlage du die ĩFF 124 Sündenglieder Meines alten Adams nieder! 4. Ich bin unten von der Erden, Stecke in dem Sünden⸗ grab'; Soll ich wieder lebend werden, So mußt du von oben ab Mich durch deinen Geist gebären Und mir neue Kraft gewähren. 5. Schaff' in mir ein reines Herze, Einen neuen Geist gieb mir, Daß ich ja nicht länger scherze Mit der Sünden Lust⸗ begier, Laß mich ihre Tück' bald merken, Mich im Geist dagegen stärken. 6. Lehr' mich wachen, beten, ringen Und mein böses Fleisch und Blut Unter's Joch des Geistes zwingen. Weil es doch thut nimmer gut. Was nicht kann dein Reich ererben, Laß in deinem Tod ersterben! 7. Reize mich durch jene Krone, Die mir droben bei⸗ gelegt, Daß ich meiner nie⸗ mals schone. Wenn und wo ein Feind sich regt, Sondern hilf mir tapfer lämpfen, Teu⸗ fel, Welt und Fleich zu dämpfen. 8. Sollt' ich etwa unter⸗ liegen. O, so hilf mir wieder auf, Und in deiner Kraft ob⸗ siegen, Daß ich meinen Le⸗ benslauf Unter deinen Sieges⸗ händen Möge ritterlich voll⸗ enden. L. A. Gotter, geb. 1661 + 1735. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. 190. sch, was sind wir ohne Je⸗ Buß⸗Lieder. sum? Dürftig, jämmerlich arm. Ach, was sind Voller Elend, Ach, Herr) dich erbarm': Laß dich Not bewegen, Die wir din 8 Augen legen! ö 2. Wir sind nichts ohmz Herr Jesu; Hier ist lu Finsternis; Dazu quälet gar heftig Der vergift'teSeh genbiß. Dieses Gift steish dem Herzen Und verun stete Schmerzen. 3. Ach ohn' dich, geun Jesu, Schreckt der Teufel die Höll'; Die Verdamm macht mich zittern. De steh' auf diezer Stell'; M der. ist erwachet, A der Abgrund flammt krachet. 4. Ohne dich, herzlich Jesu, Kommt man nich 0 diese Welt; Denn sie hate allen Wegen Unsern zih Netz gestellt; Sie kann ih und kann heucheln Und uns mit ihrem Schmeith 5. Ach wie kraftlos, 9 zensjesu, Richten sich Kranken auf. Unsre M ist lauter Ohnmacht In! müden Lebenslauf, Denn m sieht uns, da wir wal Oftmals straucheln, oftit fallen. 6. Darum stärk' uns, lichl Jesu, Sei in Finsternis Licht; Oeffne unsere Oun augen, Zeig' dein freundlh Angesicht; Strahl', o Si. mit Lebensblicken, So u sich das Herz erquicken. melsfrer Leid sie 0 Fʒi Jesu, Hasin rechten ohn' U den al wieder 9. L rn. eiste stig dir Liebe mach ist uns 10. Dank, aus de wird dir sin Dann zen& werder jerzlich licht de e hate n Füß nn tuch Und 6 hmeicht los, sich re M In h Denn m walh oftun 18, licht rnis à Herzeh reundlz o Soml So nit en. Buß⸗Li eder. 12⁵ 7. Tritt den Satan, starker Jesu, Unter unsern schwachen Fuß, Komm zu deiner Braut gegangen, Biet' ihr deinen Friedensgruß, Daß sie Him⸗ melsfreud' verspüre, Und kein Leid sie mehr berühre. 8. Faß uns an, o süßer Jesu, Führ' uns auf der Pil⸗ Rastaß, Daß wir auf den rechten Wegen Gehen fort ohn Unterlaß; laß uns mei⸗ den alle Stricke Und nicht wieder sehn zurücke! 9. Laß den Geist der Kraft, err Jesu, Geben unserm Geste Kraft, Daß wir brün⸗ stig dir nachwandeln Nach der Liebe Eigenschaft. Ach, Herr, mach uns selber tüchtig, So ist unser Leben richtig! 10. Dann wird Lob und Dank, Herr Jesu, Schallen aus des Herzens Grund', Dann wird alles jubilieren Und dir singen Herz und Mund. Dann wird auf der gan⸗ zen Erden Jesus hochgelobet werden. Peter Lackmann, 4 1713. Eigene Melodie. 191 ch, was soll ich Sünder ma⸗ chen? Ach, was soll ich fan⸗ gen an? Mein Gewissen klagt mich an, Es beginnet aufzu⸗ wachen; Dies ist meine Zu⸗ versicht: Meinen Jesum laß ich nicht. 2. Zwar es haben meine Sünden Meinen Jesum oft betrübt; Doch weiß ich, daß er mich liebt, Denn er läßt sich gnädig finden; Drum, ob mich mein' Sünd' anficht: Meinen Jesum laß ich nicht. 3. Ob gleich schweres Kreuz und Leiden, So bei Christen oft entsteht, Mir sehr hart entgegen geht, Soll mich's doch von ihm nicht scheiden, Auf ihn ist mein Herz gericht't: Meinen Jesum laß ich nicht. 4. Ich weiß wohl, daß un⸗ ser Leben, Nichts, als nur ein Nebel ist, Denn wir hier zu jeder Frist Mit dem Tode sind umgeben: Und wer weiß, was heut geschicht: Meinen Jesum laß ich nicht. 5. Sterb' ich bald, dann Ruh' ich habe Vor der Welt Beschwerlichkeit, Ruhe bis zur vollen Freud', Und weiß, daß im finstern Grabe Jesus ist mein helles Licht: Meinen Jesum laß ich nicht. 6. Durch ihn will ich wie⸗ der leben, Denn er wird zur rechten Zeit Wecken mich zur Seligkeit, die er mir wird nädig geben, Wenn ich gleich omm' vor's Gericht: Meinen Jesum laß ich nicht. 7. Jesus soll mein Jesus bleiben, Bis ich werde wan⸗ dern fort Zu des Himmels Freudenpfort', Er wird mich ihm einverleiben, Nehmen in sein Freudenlicht: Meinen Je⸗ sum laß ich nicht. Johann Flittner, geb. 1618 1 1678. 126 Eigene Melodie. 192. lein zu dir, 95 Herr Jesu Christ, Mein' Hoffnung steht auf Erden! Ich weiß, daß du mein Tröster bist, Kein Trost mag mir sonst werden. Von een ist nichts erkor'n, Auf Erden war kein Mensch gebor'n, Der mir aus Nöten helfen kann. Ich ruf' dich an, Zu dem ich mein Vertrauen hab'. 2. Mein' Sünd' ist schwer und übergroß Und reuet mich von Herzen; Derselben mach mich frei und los Durch dei⸗ nen Tod und Schmerzen; Und zeig' mich deinem Vater an, Daß du hast g'nug für mich gethan, So werd' ich los der Sünden Last; Herr, halt mir fest, Wes du dich mir ver⸗ sprochen hast. 3. Gieb mir durch dein' Barmherzigkeit Den wahren Christenglauben, Auf daß ich deine Süßigkeit Mög' innig⸗ lich anschauen, Vor allen Dingen lieben dich, Und mei⸗ nen Nächsten gleich als mich. Am letzten End' dein' Hülf' mir send', Damit behend Des Teufels List sich von mir wend'. 4. Ehr' sei Gott in dem höchsten Thron, Dem Vater aller Güte, Und Jesu Christ, sein'm liebsten Sohn, Der uns allzeit behüte, Und Gott, dem werten heil'gen Geist, Der uns sein' Hülfe allzeit leist', Buß⸗Lieder. Damit wir ihm gefällig sch Hier in der in der Ewigkeit. Johann Schnesing, 1 hit. Und f Eigene Melodie. 193. AN dir, Herr Gott, erhör' miß Rufen! Dein gnädig' Ohnm. kehr' zu mir Und meiner Y 50 öffne; Denn so du uwih as sehen an, Was Sih und Unrecht ist gethan: Y kann, Herr, vor dir bleiben 2. Bei dir gilt nichts den Gnad' und Gunst, Die Sünh zu vergeben. Es ist doch m ser Thun umsonst Auch h dem besten Leben; Vor I niemand sich rühmen kann Des muß sich fürchten jehn mann Und deiner Gnah. leben. 3. Darum auf Gott ul hoffen ich, Auf mein Verdien nicht bauen; Auf ihn mein da soll lassen sich Und seiner H trauen, Die mir zusagt sh wertes Wort: Das ist mih Trost und treuer Hort, V will ich allzeit harren. 4. Und ob es währt bis die Nacht Und wieder an de Morgen; Doch soll mein ga an Gottes Macht Verzwessh nicht noch sorgen. So i Israel rechter Art, Der ai dem Geist erzeuget ward, Ih seines Gottes harre. 5. Ob bei uns ist der Sih den viel, Bei Gott ist vielnnch, olgah Gnade; sen hat auch sei allein d rael erli Sünden Martir Mel. Alle 194 Herr Je zeugst, Wenn Wenn erschein den we lauter Zu je trübtes ott u Verdien neingen ner Gl agt sh ist ma rt, V . t bid an da ein Hen zweifch So sh Der aun rd, H er Sh⸗ vielmch Gnade; Sein? Hand zu hel⸗ fen hat kein Ziel, Wie groß auch sei der Schade. Er ist allein der gute Hirt, Der Is⸗ rael erlösen wird Aus seinen Sünden allen. Martin Luther, geb. 1483 T 1546. Mel. Allein zu dir, Herr Jesu Christ. 194 Di weinest vor * Jerusalem, Herr Jesu, heiße Zähren, Be⸗ zeugst, es sei dir angenehm, Wenn Sünder sich bekehren; Venn ich vor dir mit Buß' erschein Und über meine Sün⸗ den wein', So tilgest du aus lauter Gnad' Die Missethat, So mich bisher gequälet hat. 2. Wenn deines Vaters Zorn entbrennt Von wegen meiner Sünde, Zu deinen Thränen ich mich wend', Da ich Erquickung finde. Vor Gott 9n sie so hoch geschätzt; Wer amit seine Sünde netzt, Den blict Gott an mit Gütigkeit Zu jeder Zeit Und sein be⸗ trübtes Herz erfreut. 3. Hier muß ich auch im Thränenhaus vor großer Angst oft weinen, Der Welt aushal⸗ ten manchen Strauß! Sie martert stets die Deinen. Auf allen Seiten, wo sie kann, Fängt sie mit mir zu hadern an. Dies tröstet mich zu aller Frist, Herr Jesu Christ, In Not du auch gewesen bist. 4. Du zählest alle Thränen mein; Ich weiß, sie sind ge⸗ zühlet, Und ob sie nicht zu Buß⸗Lieder. 12⁷ zählen sein, Dennoch dir keine sehlet; So oft vor dir sie re⸗ gen sich, So oft sie auch be⸗ wegen dich, Daß du dich mein erbarmen mußt, Dir ist be⸗ wußt Mein Kreuz, Drum hilfst du mir mit Lust. 5. Wer jetzund säet Thränen aus, Hält in Geduld Gott stille, Wird fröhlich sein in deinem Haus, Da Freude ist die Fülle; Ja solche Freude, die kein Mann mit seiner Zung' aus⸗ sprechen kann, Und die da bleibt in Ewigkeit; Mein Kreuz und Leid Wird werden dort zu lauter Freud'. 6. Für diese Thränen dank' ich dir, Daß du die Freuden⸗ krone, Herr Christ, dadurch er⸗ worben mir Bei dir in's Him⸗ mels Throne. Wann du mich holen wirst hinauf Zu deiner Auserwählten Hauf', Dann will ich recht lobsingen dir, O höchste Zier, Für deine Thränen für und für. Joh. Heermann, geb. 1585 1616 Eigne Melodie. 195 err, ich habe * mißgehandelt, Ja mich drückt der Sünden Last; Ich bin nicht den Weg gewandelt, Den du mir gezeiget hast; Und jetzt wollt' ich gern aus Schrecken Mich vor dei⸗ nem Zorn verstecken. 2. Doch wie könnt' ich dir entfliehen, Du wirst allent⸗ halben sein. Wollt' ich über See gleich ziehen, Stieg' ich 128 Buß⸗Lieder. in die Gruft hinein, Hätt' ich Flügel gleich den Winden, Gleichwohl würdest du mich finden. 3. Drum ich muß es nur bekennen, Herr, ich habe miß⸗ gethan; Darf mich nicht dein Kind mehr nennen; Ach, nimm mich zu Gnaden an! Laß die Menge meiner Sünden Dei⸗ nen Zorn nicht gar entzünden. 4. Könnt' ein Mensch den Sand gleich zählen An dem weiten, großen Meer, Dennoch würd es ihm wohl fehlen, Daß er meiner Sünden Heer, Daß er alle mein Gebrechen Sollte wissen auszusprechen. 5. Wein', ach wein' jetzt um die Wette, Meiner beiden Augen Bach! O, daß ich g'nüg Zähren hätte, Zu be⸗ trauern meine Schmach! O daß aus dem Thränenbronnen Käm ein starker Strom ge⸗ ronnenl 6. Dir will ich die Last aufbinden. Wirf sie in die tiesste See Wasche mich von meinen Sünden, Mache mich so weiß wie Schnee; Lasse deinen Geist mich treiben, Cinfig stets bei dir zu blei⸗ ben! Joh. Frank, geb. 1618 + 1677. Mel. Aus tiefer Not schrei ich. O err Jesu Christ, 196. H du höchstes m Gut, Du Brunnquell aller Gnaden:— Sieh doch wie ich in meinem Mut Mit Schmer⸗ hab 2* Pfele 018 in u ö ab' der Pfeile viel, Die iindlicher Gewissen ohne Ziel I 7.88 armen Sünder drücken. Freudene 2. Erbarm' dich mein 5085 V solcher Last, Nimm sienn von Sü meinem Herzen; Diewel! In mei sie gebüßet hast Am am Und fü mit Todesschmerzen, Auft dir's geft ich nicht vor großem Wehe ben aus meinen Sünden untergehI Auserwe ewiglich verderbe. Garthol.9 3. Fürwahr, wenn mir kommet ein, Was ich 0 V Tag' begangen; So fälltn 5—5 auf das Herz ein Stein, I 197 bin mit Furcht 5— ö Ja ich weiß weder aus 1. der Ste ein Und müßte stracks geseht: loren sein, Wenn ich berfahr' Wort nicht hätte. ma m 4. Allein dein heilsam Nn dich, erl das macht Mit seinem si Singen, Daß mir das hah wieder lacht Und schon ginnt zu springen Dien es alle Gnad' verheißt I wenn wir mit zerknirschn Geist Zu dir, o Jesu, komm 5. So komme denn ich allhie In meiner Not schritten Und thu dich mil beugtem Knie Von ganft Herzen bitten: Vergieb ein doch gnädiglich, Was ich m habr de wider dich Auf Eih⸗ hab' begangen. 6. Vergieb mir doch erre mein, Um deines N mens willen Und thu in die schwere Pein Der Ueh tretung stillen, Daß ich m⸗ Herz zufrieden geb' Und Erbarn Bi lem siiß as Hi schon Diew eißt lu knirsche kommn enn au r Roly ch nit ganze b ich uu luf Eihe deine Wunden, bon Sünden rein und weiß BußLieder. din zu Ehren leb' Mit indlichem Gehorsam. 10 Ctürt mich 441 0 Dunch Freudengeist, Heil mich dur dnr un Wasch' mic In meiner letzten Stunden: And führ mich einst, wenn dir's gefällt, Im wahren Glau⸗ ben aus der Welt Zu deinen Auserwählten. Barthol. Ringwald, geb. 1530 + 1598. Mel. Wer nur den lieben Gott. 197 Ich armer Mensch, N ich armer Sün⸗ der Steh' hier vor Gottes An⸗ gescht: Ach Gott, ach Gott, derfahr' gelinder Und geh nicht mit mir ins Gericht. Erbarme dich, erbarme dich, Gott mein Erbarmer, über mich! 2 Bie ist mir doch so herz⸗ lich bange Von wegen meiner großen Sünd'. Hilf, daß ich wieder Gnad' erlange, Ich armes und verlor'nes Kind. Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 3. Hör', ach erhör' mein Seufzen, Schreien, Du aller⸗ liebstes Vaterherz: Wollst alle Sünden mir verzeihen Und lindern meines erzens Schmerz, Erbarme dich, er⸗ barme dich, Gott mein Er⸗ barmer, über mich! 4. Wie lang' soll ich ver⸗ geblich klagen? Hörst du denn nicht? Hörst du denn nicht? Wie kannst du das Geschrei 129 vertragen? Hör', was der arme Sünder Burme⸗ Er⸗ barme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer über mich! 5. Wahr ist es: übel steht der Schade, Den niemand heilet als nur du. Doch ruf' ich, Herr: ach Gnade, Gnade! Ich lasse dir nicht eher Ruh'. Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 6. Nicht wie ich hab' ver⸗ schuldet, lohne, Und handle nicht nach meiner Sünd'. O treuer Vater, schone, schone, Erkenn mich wieder für dein Kind. Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 7. Sprich nur ein Wort, so werd' ich leben; Sprich, daß der arme Sünder hör': Geh hin, die Sünd' ist dir vergeben, Nur sündige hinfort nicht mehr. Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Er⸗ barmer, über mich! 8. Ich zweifle nicht, ich bin erhöret, Erhört bin ich, ich sag' es frei. Weil sich der Trost im Herzen mehret, Drum will ich enden mein Geschrei; Er⸗ barme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! Christoph Titius, geb. 1641 + 1703. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 198. Ilami that Zum Herren mich bekeh⸗ 9 130 ren. Du wollest selbst mir desch und Rat Hierzu, o Gott, escheren, Und deines guten Geistes Kraft, Der neue Her⸗ en in uns schafft, Aus Gna⸗ en mir gewähren. 2. Natürlich kann ein Mensch doch nicht Sein Elend selbst empfinden; Er ist ohn' deines Wortes Licht Blind, taub und tot in Sünden. Verkehrt ist Will', Verstand und Thun; Des großen Jammers komm mich nun, O Vater, zu ent⸗ binden. 3. Klopf' durch Erkenntnis bei mir an, Und führ' mir wohl zu Sinnen, Wo Böses ich vor dir gethan. Du kannst mein Herz gewinnen, Daß ich aus Kummer und Beschwer' Laß über meine Wangen her Viel heiße Thränen rinnen. 4. Wie hast du doch auf mich gewandt Den Reichtum deiner Gnaden. Mein Leben dank' ich deiner Hand, Die hat mich reich beladen Mit Ruh' Gesundheit, Ehr und Brot; Du machst, Daß mir noch keine Not Bis hieher konnte schaden. 5. Hast auch in Christo mich erwählt Tief aus der Hölle Fluten, So daß es niemals mir gefehlt An irgend einem Guten; Und daß ich ja dein eigen sei, Hast du mich auch aus großer Treu' Gestäupt mit Vaterruten. 6. Wer giebt den Kindern, was du mir Gegeben zu ge⸗ nießen? Schenk' aber ich Ge⸗ Buß⸗Lieder. horsam dir? Das zeugeln Gewissen, Mein„ih Bedecket chem nichts gesund, Odd er, Ihr send Sünden haben wun Hügel! auf den Tod zerrissen. 12. Ac 7. Die Thorheit meinent könnt' ich gen Jahr' Und alle schnn Himmel Sachen Verklagen mith in der offenbar; Was soll 0 verberger machen? Sie stellen,] mich doch mir vors Gesicht Dein den und träglich' Zorngericht, Derh Und gro offnen Rachen. 13. 5 8. Ach, meine Greutl in dir e umal Schäm' ich mich zl Wunden Lenen; Es ist ihr' weder) wegene1 noch Zahl, Ich weiß sien anbiund u nennen, Und ist ihre Sünden och so klein, Um wil teslamm willen nicht allein Ich eh aufgebu 3220.w er hab 14. 2 Bisher hab' ich in Ei heit Ganz wideser t geschtz n Gesagt, es hat 10 9 lange) sauber Gott pflegt nicht bald zuß fen: Er sähret nicht nüt wegen rer Schuld So strenge guick es hat Geduld Der Hint hast, A seinen Schafen. Ren. 10. Dies alles jetzt; ö deiner ö erwacht, Mein Herz wi 15. ö zerspringen; Ich sehe dn nich l Donners Macht, Dein z machen auf mich dringen; Dun seinen wider mich zugleich Des. wir Se und der Hölle Reich, Deh Fleisch len mich verschlingeen. Satan 11. Die mich derfolg umne d roße Not Fährt schual“ 16. aum und Zügel; Vof Leben. ich hin? du Heitt teil' mir deine Flligel. wolh birg mich, o du fernes! alere ihr wet Buß⸗Lieder. ecket mich, fallt auf mich Ihr Klippen, Berg' und immel steigen, Und wieder immel steig Mich rde So wü 13. Herr Jesu, nimm mich Amd ein, Ich flieh' in deine W. unden, Die du, o Heiland, wegen mein Am Kreuze hast emdfunden, Als unser aller Sündenmüh' Dir o du Got⸗ teslamm, ward hie Zu tragen aufgebunden. 14. Wasch' mich durch dei⸗ nen Todesschweiß Und purpur⸗ rotes Leiden, Und laß mich fauber sein und weiß In deiner Unschuld Seiden; Von wegen deiner Kreuzeslast Er⸗ quick', was du zermalmet hast, Mit deines Trostes Freu⸗ den. 15. So angethan, will ich mich hin Vor deinen Vater machen; Ich weiß, er lenket seinen Sinn und schaffet Rat mir Schwachen; Er weiß, was Fleischeslust und Welt Und 131 dir zuwider ist, Helf' ewig mich befreien. Louise Henriette, Kurfürstin von Bran⸗ denburg, geb. 1627 + 1667. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 0 esus nimmt 19 9* die Sünder an, Saget doch dies Trostwort allen, Welche von der rechten Bahn Auf verkehrten Weg ver⸗ fallen. Hier ist, was sie ret⸗ ten kann: Jesus nimmt die Sünder an. 2. Keiner Gnade sind wir wert, Doch hat er in seinem Worte Eidlich sich dazu er⸗ klärt; Sehet nur, die Gnaden⸗ pforte Ist hier völlig aufge⸗ than: Jesus nimmt die Sün⸗ der an. 3. Wenn ein Schaf verloren ist, Suchet es ein treuer Hirte; Jesus, der uns nie vergißt, Suchet treulich das verirrte, Daß es nicht verderben kann: Jesus nimmt die Sünder an. 4. Kommet alle, kommet her, Kommet, ihr betrübten Sün⸗ der! Jesus rufet euch und er Macht aus Sündern Gottes Kinder; Glaubt es doch und denkt daran: Jesus nimmt die Satan uns für Netze stellt, Die Sünder an. uns zu stürzen wachen. 16. Wie werd' ich mich mein 5. Ich Betrübter komme hier Und bekenne meine Sünden! Leben lang Vor solcher Plage Laß, mein Heiland, mich bei scheuen duͤrch deines guten dir Geistes Zwang, Den du mir wollst verleihen, Daß er von aller Sündenlist Und dem, was Gnade und Vergebung finden, Daß dies Wort mich trösten kann: Jesus nimmt die Sünder an. —— 132 6. Ich bin ganz getrosten Muts; Ob die Sünden blut⸗ rot wären, Müssen sie kraft deines Bluts Sich doch in schneeweiß verkehren, Da ich gläubig sprechen kann: Jesus nimmt die Sünder an. 7. Mein Gewissen quält mich nicht, Moses darf mich nicht verklagen. Der mich frei und ledig spricht, Hat die Schulden abgetragen, Daß mich nichts verdammen kann: Jesus nimmt die Sünder an. 8. Jesus nimmt die Sünder an: Er hat mich auch ange⸗ nommen Und den Himmel auf⸗ ethan, Daß ich selig zu ihm ommen Und auf den Trost sterben kann: Jesus nimmt die Sünder an. Erdm. Neumeister, geb. 1671 1+ 1756. Mel. Kommt her zu mir, spricht Gottes Sohn. 200 Ihr armen Sün⸗ * a0 der, kommt zu Hauf', Kommt eilig, kommt und macht euch auf, Mühselie und beladen: Hier öffnet sich das Jesusherz Für alle, die in Reu' und Schmerz Erkennen ihren Schaden. 2. Es heißt: Er nimmt die Sünder an! Drum komm, dein Jesus will und kann Dich ret⸗ ten und umarmen; Komm! weinend, komm in wahrer Buß' Und fall im Glauben ihm zu Fuß, Er wird sich dein er⸗ barmen. 3. Ein Hirt verläßt sein Schäflein nicht, Dem's in der Buß⸗Lieder. ö Irr' an Hülf' gebricht, Ers es mit Verlangen; Er l neunundneunzig stehn Undi gar in der Wüste gehn, Y. eine zu umfangen. 4. Es sucht der liebste. sus Christ Das Schäflein,“ verloren ist Bis daß er's gefunden. So laß dich sind. liebe Seel', Und flieh' in. Wundenhöhl', Noch sind Gnadenstunden. 5. O Jesu, deine Lieb groß; Ich komm' mühseh nackt und bloß; Ach laß m Gnade Dra Ich bin 6 Schaf, das sich verrirrt, V nimm mich auf, weil ich h wirrt Im Strick und Nihh Sünden. 6. Ach wehe mir, daß von dir Gewichen bin z Abgrund schier, Ach laß m wiederkehren Zu deiner Hin nimm mich an Und mach n⸗ frei vom Fluch und Bun Dies ist mein Herzbegehn 7. Laß mich dein Schift ewig sein, Sei du mein tuen Hirt allein Im Leben und i Sterben; Laß mich vom eit Weltgesind' Ausgehn und n⸗ als Gotteskind Um dich, un Schatz, bewerben. 8. Ich will von nun sagen ab Der Sündenlust l in mein Grab Und in d neuen Leben in wahrhaß Gerechtigkeit Dir dienen m die kurze Zeit, Die mir zu Heil gegeben. x Laurentius Laurenti, geb. 1680 FH Buß⸗Lieder. 133 Mel. An Wasserslüssen Babylon. 201. Oen über alles steiget, Dem Erd' 100 Meer zu Diensten steht, Vor dem die Welt sich neiget, Der Himmel ist dein helles Kleid, Du bist voll Macht und Herrlichkeit, Sehr groß und wunderthätig; Ich armer Mensch vermag nichts mehr, Als daß ich ruf' zu deiner Ehr': Gott sei mir Sünder gnädig. 2. Hier steh⸗ ich wie der Zöllner that, Beschämet und bon ferne, Ich suche deine Hülf und Gnad', O Herr, von Herzen gerne. Doch weil ich voller Fehler bin, Und Sünde meinen ganzen Sinn um Guten macht unthätig, 80 schlag' ich nieder mein Ge⸗ scht Vor dir, du reines Him⸗ melslicht! Gott sei mir Sün⸗ der gnädig. g. Die Schulden, der'r ich mir bewußt, Durchängsten mein Gewissen; Drum schlag' ich reuig an die Brust Und will von Herzen büßen. Ich bin, o Vater, ja nicht wert, Daß ich noch wandle auf der Erd'; Doch weil du winkst, so bet' ich Mit ganz zerknirschtem, bangem Geist, Der gleichwoh dich noch Abba heißt: Gott sei mir Sünder gnädig. 4. Mein Vater, schaue Je⸗ sum an, Den Gnadenthron der Sünder, Der für die Welt genug gethan, Durch den wir Gottes Kinder Im gläubigen Vertrauen sind, Der ist's, bei dem ich Ruhe find', Sein Herz ist ja gutthätig. Ich fasse ihn und laß ihn nicht, Bis Gottes Herz mitleidig bricht: Gott sei mir Sünder gnädig. 5. Regiere doch mein Herz und Sinn In diesem ganzen Leben; Du bist mein Gott, und was ich bin, Bleibt ewir dir ergeben. Ach, heilige mi ganz und gar. Laß meinen Glauben immerdar Sein durch die Liebe thätig; Und will es nicht fort, wie es soll, So ruf' ich, wie mein Herz ist voll: Gott, sei mir Sünder nädig. 6. Mein Leben und mein Sterben ruht Allein auf dei⸗ ner Gnade; Mir geh' es gleich bös' oder gut, Gieb nur, daß es nicht schade. Kommt dann das letzte Stündlein an, So sei mir auf der Todesbahn, Mein Jesu, selbst beirätig; Und wenn ich nicht Wehr sprechen kann, So nimm den letzten Seufzer an: Gott sei mir Sünder gnädig. Val. Ernst Loescher, geb. 1673 1 1749. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 202. W Füßen, Ach Herr, von großer Güt' und Treu'. Und fürlen leider im Gewissen, Wie sehr dein Zorn entbrennet sei. Das Maß der Sünden ist erfüllt, 134 Ach weh' uns, wenn du stra⸗ fen will't. 2. Du bist gerecht, wir lau⸗ ter Sünder; Wie wollen wir vor dir bestehn! Wir sind die ungerat'nen Kinder, Die nur auf Höllenwegen gehn. Kein Wunder, wenn uns Pest und Schwert Und Hunger läng⸗ stens aufgezehrt. 3. Doch, Vater, denk' an deinen Namen, Gedenk' an deinen lieben Sohn. Dein Wort heißt immer Ja und Amen; Dein Eidschwur zeuget selbst davon: Du willst der Sünder Tod ja nicht. Ach, geh' nicht mit uns ins Gericht! 4. Wir liegen vor dir in dem Staube, Und unser Herz ist ganz zerknirscht; Nur tröstet uns allein der Glaube, Daß du dich noch erbarmen wirst. Ach, hast du noch ein Vater⸗ herz, So siehe doch auf unsern Schmerz! 5. Der Mittler steht ja in der Mitten; Wir schaun zu seinen Wunden auf. Der hat für unsre Schuld gelitten Und leistet dir die Zahlung drauf. Verbirgst du deinen Gnaden⸗ schein, So muß sein Blut ver⸗ loren sein. 6. Das teure Blut von dei⸗ nem Sohne Schreit für uns um Barmherzigkeit. Schau' doch von deinem Gnadenthrone Und denke noch der alten Zeit, Da du auch Gnade hast erzeigt Und dein erzürntes Herz ge⸗ Buß⸗Lieder. 7. Ach laß die wohlv Strafe Nicht über unsre Häuh⸗ ter gehn, Daß wir nicht ah Sut d Schafe Von deing ut Und mach uns aller Plagen los! Würger laß vorüber gehn! entstehn, Daß man dein Won uns teuer macht Und unser Herz dabei verschmacht't! 9. Gieb Fried' im Land und im Gewissen, Gesunde und Und fördre die Gerechtigkeil Krön' unser Feld mit deinem Gut, Nimm Kirch' und Haus in deine Hut! 10. So wollen wir dir Opfer bringen Und deine sein mi Leib und Seel'. Es soll dein dein erlöstes Israel Stimmt in die Lieder Zions ein:„De Herr soll mein Gott ewiz sein.“ Benj. Schmolck, geb. 1672 1 Ul. Mel. Nun laßt uns den Leib begrahen frommer und 203. O etreuer Goth, Ich hab' gebrochen dein Ge⸗ bot Und sehr gesündigt wider 8. Steck' ein das Schwen das uns will fressen, D„a Gieb deinen Kindern Brot zu essen, Laß keine den Au erdient Luft, wohlfeile Zeit, Laß' Lih Treu' sich stetig küssen Lob gen Himmel dringen, Und dich. beugt! reuet mich Das ist mir leid und 9. W Gott, meinem Hacdeh verlassen stehn! N sammle uns in deinen Schi „Und timmt „Det ewig 17⁰1. raben. und Goth, Ge⸗ vider und 9. Weil aber du, o gnäd'ger Gott, Nicht hast Gefall'n an meinem Tod, Und ist dein herzliches Begehr', Daß ich mich wieder zu dir kehr'; 3. Auf dies Wort, lieber Vater fromm, Ich armer Sün⸗ der zu dir komm' Und bitt' dich durch den bittern Tod Und heilige fünf Wunden rot. 4. Chrit 2n Sohnes esu Christ, Der mir zu gut Nausc worden ist: Laß' dein Enad' und Barmherzigkeit Mehr gelten, denn Gerech⸗ tigkeit. 5. Verschon', o Herr; laß deine Huld Zudecken alle meine Schuld: So werd' ich arm' verlor'nes Kind Los und ledig all' meiner Sünd'. 6. Ich will, o Herr, nach deinem Wort Mich bessern, leben fromm hinfort, Damit ich mög nach dieser Zeit Ge⸗ langen zu der Seligkeit. Berlin 1648. Mel. Aus tiefer Not schrei' ich zu dir. 204. Vater der Barmherzig⸗ keit, Ich falle dir zu Fuße; Verstoß den nicht, der zu dir schreit Und thut noch endlich Buße; Was ich begangen wi⸗ der dich, Verzeih' mir alles G Durch deine große üte. 2. Durch deiner Allmacht Buß⸗Lieder. 135⁵ len, Mittel, Kraft und Stärk', Daß 2 mit dir all' meine Werk' Anfange und vollende. 3. O Jesu Christe, der du hast Am Kreuze für mich Armen Getragen aller Sünden Last, Wollst meiner dich er⸗ barmen! O wahrer Gott, o Davids Sohn, Erbarm' dich mein und mein' verschon', Sieh an mein kläglich' Rufen. 4. Laß deiner Wunden teu⸗ res Blut, Dein? Todespein und Sterben Mir kommen 3 ut lich zu gut, Daß ich nicht muß verderben. Bitt' du den Vater, daß er mir Im Zorn nicht lohne nach Gebühr, Wie ich es hab' verschuldet. 5. O heil'ger Geist, du wah⸗ res Licht, Agterer der Ge⸗ danken, Wenn mich die Sün⸗ denlust anficht, Laß mich von dir nicht wanken; Verleih', daß nun und nimmermehr Begier nach Reichtum oder Ehr? In meinem Herzen herrsche. 6. Und wenn mein Stünd⸗ lein kommen ist, So hilf mir treulich kämpfen, Daß ich des Satans Trutz und List Durch Christi Sieg mag dämpfen, Auf daß mir Krantheit, Angst und Not Und dann der letzte Feind, der Tod, Nur sei die Thür zum Leben. Hannover 1646. Wunderthat Nimm von mir, was mich quälet; Durch deine Weisheit 5 e Rat, Worin es mir sonst fehlet; Gieb Wil⸗ Mel. Es ist gewißlich an der Zelt 205. Sc 136 nes Herz; Mein Herz ist ganz verderbet; Es fühlt von Sün⸗ den großen Schmerz, Die ihm sind angeerbet, Und die es noch thut ohne Scheu, Ach, mache, daß es wieder sei, Wie du es hast erschaffen. 2. Gieb mir auch einen neuen Geist, Der, wie du, sei gesinnet, Der stets dir an⸗ hang' allermeist Und, was du wilst, beginnet. Gieb, daß er hasse Fleisch und Blut, Den Glauben üb' und sanften Mut, Zucht, Demut, Hoffnung, Liebe. 3. Verwirf von deinem An⸗ Hiner Ob ich es gleich ver⸗ ienet, Mich, allerliebster Va⸗ ter, nicht, Weil Jesus mich versühnet: O treuer Gott, laß nimmermehr, Mich fallen als dein Kind so sehr, Daß du es von dir würfest. 4. Den heil'gen Geist nimm nicht von mir; Den bösen Geist vertreibe, Daß er mich nicht entreiße dir, Und ich stets dein verbleibe; Beherrsche du Herz, Sinn und Mut Durch deinen Geist, so ist es gut Im Leben und im Sterben. 5. Mit deiner Hülfe tröste mich; Hilf und vergieb die Sünden; Und sucht dann meine Seele dich, So laß dich von ihr finden Und dein Verdienst, n Jesu Christ, Darinnen rost und Leben ist, Trotz Sünde, Tod und Teufel! 6. Dein freud'ger Geist er⸗ 525 mich doch Mit seinem reudenöle, Damit nicht der Verzweiflung Joch Verderbe Buß⸗Lieder. meine Seele. Sei meine zu du allein; Ach, laß mich de Freude sein Und führe michn Freude. Ludämilie Elisabeth, Gräfin z.Schn burg⸗Rudelstabt, geb. 1640 1. N Eigene Melodie. 206. S könig, Lege mich vor dein Thron; Schwache Thräm Kindlich' Sehnen Bring dir, du Menschensohn! Y dich finden, Laß dich sinde Von mir, der ich Asch' m Thon. 2. Sieh doch auf mich, Hen ich bitt' dich, Lenke mich un deinem Sinn. Dich alleine nur meine; Dein erkaufter E ich bin. Laß dich finden, I dich finden; Gieb dich mir un nimm mich hin. 3. Ich begehre nichts, CGaad⸗ Als nur deine sh Gnad', Die du giebest, dn du liebest Und der dich lih in der That; Laß dich findg Laß dich finden: Der hat allz der dich hat. 4. Himmelssonnel Seelhn wonne! Unbeflecktes Gottez lamm! In der Höhle Mehz Seele Suchet dich, o Briuh ich i Laß dich finden, I ich finden, Starker Held an 5. 5 2. wie lch, Hör', wie kläglich, Y. beweglich Dir die 2 Seth singt; Wie demütig Und waß mütig Deines Kindes Stiumil kingt!! dich find 105 6. Di Reichtu Freud' Meinen die Ew Laß die ich bin Joachim Mel. Ve Seelen Gotle lingt! Laß dich finden, Laß dich inden, Denn mein Herze dir dringt. 10 Diser Zeiten Eitelkeiten, Reichtum, Wollust, Ehr' und Freud' Sind nur Schmerzen Meinem Herzen, Welches sucht die Ewigkeit. Laß dich finden, Laß dich finden, Großer Gott, ich bin bereit. Pachim Neander, geb. 1640 4 1680. Mel. Vater unser im Himmelreich. W. Slr, wuh dein Gott, Mir ist nicht lieb des Sünders Tod, Vielmehr ist dies mein Wunsch und Will, Daß er von Sünden halte'still, Von seiner Bosheit kehre sich Und lebe mit mir ewiglich. 2. Dies Wort bedenk', o Menschenkind: Verzweifle nicht in deiner Sünd'! Hier findest du Trost, Heil und Gnad', Die Gott dir zugesaget hat, Und war mit einem teuern Eid. O seig, dem die Sünd' ist leid! g. Doch hüte dich vor Sicher⸗ heit, Denk nicht: zur Buß; ist noch wohl Zeit, Ich wil erst fröhlich sein auf Erd'; Wann ich des Lebens müde werd', Alsdann will ich be⸗ kehren mich: Gott wird wohl mein erbarmen sich. 4. Wahr ist's, Gott ist wohl stets bereit Dem Sünder mit Barmherzigkeit; Doch wer auf Gnade sündigt hin, Fährt fort in seinem bösen Sinn Und seiner Buß⸗Lieder. 137 Seele selbst nicht schont, Dem wird mit Ungnad' abgelohnt. 5. Gnad' hat dir zugesaget Gott Von wegen Christi Blut und Tod. Zusagen hat er nicht Rhen Ob du bis morgen eben sollt: Daß du mußt sterben ist dir kund, Verborgen ist die Todesstund'. 6. Heut lebst du, heut be⸗ kehre dich! Eh' morgen kommt, kanns ändern sich. Wer heut ist frisch, gesund und rot, Ist morgen krank, ja wohl gar tot. So du nun stirbest ohne Buß', Dein Leib und Seel' dort brennen muß. 7, Hilf, o Herr Jesu, hilf du mir, Daß ich noch heute komm, zu dir Und Buße thu' den Augenblick, Eh' mich der schnelle Tod hinrück'; Auf daß ich heut' und jederzeit Zu mei⸗ ner Heimfahrt sei bereit. Joh. Heermann, geb. 1585 4 1647. Eigene Melodie. 208 Staf mich nicht * in deinem Zorn; Großer Gott, verschone; Ach laß mich nicht sein ver⸗ lorin, Nach Verdienst nicht lohne; Hat die Sünd' Dich entzünd't, Tilge in dem Lamme Deines Grimmes Flamme! 2. Herr, wer denkt im Tode dein? Wer dankt in der Hölle? Rette mich aus jener Pein Der verdammten Secle Daß ich dir Für und für Dort an jenem Tage, Höchster Gott, Lob sage. 138 3. Zeig' mir deine Vaterhuld, Stärk' mit Trost mich Schwa⸗ chen! Ach, Herr, hab' mit mir Geduld, Woll'st gesund mich machen; Heil' die Seel' Mit dem Oel Deiner großen Gna⸗ den! Wend' ab allen Schaden! 4. Ach sieh mein' Gebeine an, Wie sie all' erstarren; Meine Seele gar nicht kann Deine Hülf' erharren; Ich ver⸗ schmacht'; Tag und Nacht Muß mein Lager fließen Von den Thränengüssen. 5. Ach ich bin so müd' und matt Von den schweren Pla⸗ gen; Mein Herz ist der Seufzer at, Die nach Hülfe fragen. Wie so lang' Machst du bang' Meiner armen Seele In der Schwermutshöhle? 6. Weicht, ihr Feinde, weicht von mir: Gott der hört mein Beten; Nunmehr darf ich mit Begier Vor sein Antlitz treten. Teufel, weich', Hölle, fleuch! Was mich vor gekränket, Hat mir Gott geschenket. 7. Vater, dir sei ewig Preis, Hier und auch dort oben, Wie auch Christo gleicherweis', Der allzeit zu loben; Heil'ger Geist, Sei gepreist, Hoch gerühmt, ge⸗ ehret, Daß du mich erhöret. Joh. Gaorg Albinus, geb. 1624 4 1679. Mel. Auf meinen lieben. 209. Wa * fliehen hin, Weil ich beschweret bin Mit vielen großen Sünden? Wo Buß⸗Lieder. alle Welt herkäme: Mein Angs sie nicht wegnähme. 2. O Jesu, voller Gnad, Auf dein Gebot und Rul Kommt mein betrübt' Gemüt Zu deiner großen Güte: Laf du auf mein Gewissen Ein Gnadentröpflein fließen. 3. Ich, dein betrübtes Kind Werf' alle meine Sünd', S˙ viel ihr' in mir stecken Und mich so heftig schrecken, Iu deine tiefen Wunden, Da ih stets Heil 3 deint 4. Durch dein unschuldiß Blut, Vergossen mir zu gul, Wasch' ab all' meine Sünde; Mit Trost mein Herz verbinde Und ihr' nicht mehr gedenke; Ins Meer sie tief versenkel 5. Du bist es, der mich tröstt Weil du mich selbst erlöst; Waß ich gesündigt habe, Hast du ver⸗ scharrt im Grabe. Da thabst kann ich Rettung finden? Wenn du es verschließen, Da wird'z auch bleiben müssen. 6. Ist meine Sünd' auch groß, Werd' ich doch ihrer los, Wenn ich dich, Herr, um⸗ fasse Und mich auf dich ver⸗ lasse. Wer sich zu dir nur findet, Des Angst gar bald ö verschwindet. 7. Mir mangelt zwar sehr viel! Doch was ich haben will, Ist alles mir zu gute Erlangt mit deinem Blute; Damit ich überwinde Tod, Teufel, Höll und Sünde. 8. Und wenn des Satans Hun Mir ganz entgegen wär;, arf ich doch nicht verzagen, Mit dir kann ich sie schlagen, Angs Gnad, 1d Rat Gemüte te: Laß en Ein 6 Kind d„ 8⁰ en Und , In Da 0 chuldid 3u gut, ünde; erbinde edenle⸗ enke! tröstt, t; Waß du ver⸗ thatst wirds auth ihrer r, um⸗ ch ver⸗ rnur r bald r sehr n will, rlangt nit ich Höll zatans wär;, ahen agen, EENI Buß⸗Lieder.— Glaubens⸗Lieder. 139 Dein Blut darf ich nur zeigen, So muß ihr Trutz bald schweigen. 9. Dein Blut, der edle Saft, Hat solche Stärk' und Kraft, Daß auch ein Tröpflein kleine Die ganze Welt kann reine, Ja, gar aus Teufels Rachen Frei, los und ledig machen. 10. Darum allein auf dich, Herr Christ, verlaß ich mich. Jetzt kann ich nicht verderben: Dein Reich muß ich ererben, Denn du hast mir's erworben. Da du für mich gestorben. 11. Führ' auch mein Herz und Sinn Durch deinen Geist dahin, Daß ich mög' alles mei⸗ den, Was mich und dich kann scheiden, Und ich an deinem Leibe Ein Gliedmaß ewig bleibe. Joh. Heermann, geb. 1585 4 1647. XIX. Glaubens⸗Lieder. Mel. Ermuntre dich, mein schwacher. 21⁰ Abso hat Gott 5 die Welt ge⸗ liebt, Das merke, wer es höret! Die Welt, die Gott so hoch betrübt, We Gott so hoch ge⸗ ehret, Daß er den eingebor nen Sohn, Den ein'gen Schatz, die einge Kron, Das ein'ge erz und Leben, Mit Willen Poen 2. Ach, wie muß doch ein ein ges Kind, Bei uns hier auf der Erden, Da man doch nichts als Bosheit find't, So hoch geschonet werden; Wie glüht, wie brennt der Vater⸗ sinn, Wie giebt und schenkt er alles hin, Eh' als er an das Schenken Des ein'gen nur will denken. 3. Gott aber schenkt aus teurem Mut Und mildem treuem Herzen Sein ein'ges Kind, sein schönstes Gut, In mehr als tausend Schmerzen. Er giebt ihn in den Tod hinein, Ja in die Höll' und deren Pein; Zu unerhörtem Leide Stößt Gott sein' ein'ge Freude. 4. Warum doch das? Daß du, o Welt, Frei wieder möchtest stehen Und durch ein teures Lösegeld Aus deinem Kerker gehen; Denn du weißt wohl, du schnöde Braut, Wie, da dich Gott ihm angetraut, Du wider deinen Orden Ihm allzu untreu worden. 5. Gott hat uns seinen Sohn verehrt, Daß aller Menschen Wesen, So mit dem ew'gen Fluch beschwert, Durch diesen soll genesen. Was tief in der Verdammnis stand, Das soll durch den, den Gott gesandt, Erlösung, Trost und Gaben Des ew'gen Lebens haben. 6. Ach, Gott, mein Gott, du Lebensgrund, Wo soll ich Worte finden? Mit welchem Lobe soll mein Mund Dein treues Herz ergründen? Wie hat doch können dies geschehnd N 140⁰ Was hast du an der Welt ersehn, Daß, die so tief dich höhnet, Du so gar hoch ge⸗ krönet? 7. Warum behielst du nicht dein Recht Und ließest ewig ressen Die Welt, die doch ein Recht geschwächt Und freventlich vergessen? Was hattest du an der für Lust, Von welcher dir doch war be⸗ wußt, Daß sie für dein Ver⸗ schonen Dir schändlich würde lohnenꝰ 8. Das Herz im Leibe weinet mir Vor großem Leid und Grämen, Wenn ich bedenke, wie wir dir So gar schlecht uns bequemen, Die meisten wollen deiner nicht, Und was du ihnen zugericht't Durch deines Sohnes Büßen, Das treten sie mit Füßen. 9. Du, frommer Vater, meinst es gut Mit allen Menschenkindern: Du ordnest deines Sohnes Blut Und reichst es allen Sündern; Willst, daß sie mit der Glau⸗ benshand Das, was du ihnen zugewandt, Sich völlig zu er⸗ quicken, Fest in ihr Herze drücken. 10. Sieh aber: ist nicht immerfort Dir alle Welt zu⸗ wider? Du bauest hier, du bauest dort: Die Welt schlägt alles nieder. Darum erlangt In auch kein Heil; Sie bleibt m Tod und hat kein Teil Am Reiche, da die Frommen, Die Gott gefolgt, hinkommen. Glaubens⸗Lieder. 11. So fahre hin, du toll Schar; Ich bleibe bei den Sohne: Dem geb' ich mith des bin ich gar, Und ist a meine Krone. Hab' ich daz Sohn, so hab' ich g'nug: Sein Kreuz und Leiden mein Schmuck, Sein' Angst ist mein Freude, Sein Sterben mein Weide. 12. Ich freue mich, so o⸗ gedenke; Dies ist mein Lich und Saitenspiel, Wenn ih mich heimlich kränke, Wem meine Sünd' und Missethal Will größer sein als Gottes Glauben Mein eigen Her will rauben. 13. Ei, sprech' ich, war mit Gott geneigt, Da wir noh Feinde waren: So wird en ja, der kein Recht beugt, Niht feindlich mit mir fahren An⸗ jetzo, da ich ihm versühnt, Da, wo ich Böses je verdient, Sein Sohn, der nichts verschuldes, So viel für mich erduldet. 14. Fehlt's hier und da? Nur unverzagt! Laß Sorh und viel Ich dieses 1* Gnad', Und wenn mir meinen und Kummer schwinden! De mir das Größte nicht versagt Wird Rat zum Kleinen finden. Hat Gott mir seinen Sohn geschenkt Und für mich in den Tod gesenkt: Wie sollt' er, laßt uns denken, Mit ihm nicht alles schenken? sterbe drauf Nach meines Gottes Willen. Mein 210 und ganzer Lebenslauf Wire 15. Ich bin's gewiß, und Glaubens⸗Lieder. 141 sich noch fröhlich stillen. Hier 5. Aus Gnaden! Dieser ich G hab' ich Gott und Gottes Grund wird bleiben, So lange Sohn; Und dort, bei Gottes Gott wahrhaftig heißt; Was Stuhl und Thron, Da wird alle Knechte Jesu schreiben, sürwahr mein Leben In Was Gott in seinem Worte ewigen Freuden schweben. preist, Worauf all unser Paul Gerhardt, geb. 1607 f 1676. Glaube ruht, Ist Gnade durch 0 Auns W Went ud, d „Aus Gnaden! Doch, du Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. sichrer Sünder, Denk nicht: 211 Ars Gnaden soll wohlan, ich greife zu; Wahr 1 ich selig wer⸗ ist's: Gott ruft verlor'ne Kinder den! Herz, glaubst du's, oder 15 Gnaden zur verheiß' nen glaubst du's nicht? Was willst Ruh'; Doch nimmt er nicht du dich so blöd' gebärden? zu Gnaden an, Wer noch auf Ist's Wahrheit, was die Schrift Gnade sünd'gen kann. verspricht, So muß auch dieses 7. Aus Gnaden! Wer dies Vahrheit sein; Aus Gnaden Wort gehöret, Tret' ab von ist der Himmel dein. aller Heuchelei; Nur wenn der 2. Aus Gnaden! hier gilt Sunder sich bekehret, Dann kein Verdienen: Die eignen lernt er erst, was Gnade sei; Werke fallen 910 Der Mittler. Beim Sündethun scheint sie der im Fleisch erschienen, Hat Sun⸗ Dem Glauben ist's ein diese Ehre zum Gewinn, Daß Wunderding. uns sein Tod das Heil ge⸗ 8. Aus Gnaden bleibt dem bracht Und uns aus Gnaden blöden Herzen Das Herz des selig macht. Vaters aufgethan, Wenn's 3. Aus Gnaden! Merk' dies unter Angst und heißen Schmer⸗ Wort: aus Gnaden! So hart zen Nichts aum und nichts dich deine Sünde plagt, So mehr hoffen kann. Wo nähm' schwer du immer bist beladen, ich oftmals Stärkung her, So schwer dein Herz dich auch Wenn Gnade nicht mein Anker verklagt: Was die Vernunft wär'? nicht fassen kann, Das beut 9. Aus Gnaden! Hierauf dir Gott aus Gnaden an. will ich sterben, Ich glaube, 4. Aus Gnaden kam sein darum ist mir wohl; Ich kenn' Sohn auf Erden Und über⸗ mein sündliches Verderben, nahm der Sünden Last; Was Doch auch den, der mich heilen nötigt' ihn, dein Freund zu soll; Mein Geist ist froh, mein werden? Sprich, wes du dich Herze lacht, Weil mich die zu rühmen hast? Gab er sich Gnade selig macht. nicht zum Opfer dar Und nahm 10. Aus Gnaden! Dies dein Heil in Gnaden wahr? hör', Sünd' und Teufel! Ich 14² Und geh' getrost, Zweifel, Burchis rote es oder fühl' es nicht. Christ. Ludwig Scheidt, geb. 1709 4 1761. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu ns wend'. uns 212. Cormu Blut und Gerechtigkeit, Das 10 mein Schmuck und Ehrenkleid; Damit will ich vor Gott bestehn, Wenn ich zum Himmel werd' eingehn. 2. Ich glaub' an Jesum, welcher spricht: Wer glaubt, der kommt nicht ins Gericht, Die Handschrift ward mit Jesu Blut Am Kreuz durch⸗ strichen mir zu gut. 3. Das heilige, unschuld'ge Lamm, Das an Kreuzesstamm Für meine Sünd' gestorben ist, Erkenn' ich für den Herrn und Christ. 4. glaube, daß sein teures Blut Genug für alle Sünden thut, Und daß es Gottes Schätze füllt Und ewig in dem Himmel gilt. 5. Drum soll auch dieses Blut allein Mein Trost und Glaubens⸗Lieder. schwinge meine Glaubensfahn' trotz allem zu ihm komm', Meer mehr an nach Kanaan: Ich glaub', was Jesu Wort verspricht, Ich fühl' dem rauhen widerfahren, Erb 7. So will ich, we Nicht denlg gut und from her, Der gern fürs Lösgth selig wär'! 8. Gelobet seist du, Iq Christ, Daß du ein Menst geboren bist, Und hast sih mich und alle Welt Bezahh ein ewig' Lösegeld. Du, Herr und Kön Jesus Christ, Des Vatei einger Sohn du bist; Erbarm⸗ dich der ganzen Welt Ind segne, was sich zu dir hält. Nicol. Ludwig Graf v. Zinzendoiß geb. 1709 f 1760. Mel. O baß ich tausend Zungen hätte 23. Migs barmun armung, deren ich nicht wert; Das zähl ich u dem Wunderbaren, Men solzes Herz hat's nie begehtt. Nun weiß ich das und bin erfreut Und rühme die Barm⸗ herzigkeit. 2. Ich hatte nichts als Zon verdienet Und soll bei Gott in Gnaden sein; Er hat mich mit sich selbst versühnet, Macht meine Hoffnung sein; Ich bau' durch das Blut des Sohns im Leben und im Tod Allein mich rein. Wo kam dies her⸗ auf Jesu Wunden rot! 6. Und wenn ich durch des ist's und weiter Peitn Verdienst Auch treu eständꝰ in seinem Dienst, Gewönn' den Sieg dem Bösen bis ins Grab: n warum geschicht's? Erbarmung nichts. 3. Das muß ich dir, mein Gott, bekennen, Das rühm' ich, wenn ein Mensch mich fragt; ö ab, Blieb frei von Sünde Ich kann es nur lein gante ennen, So ist mein ganzes I Sondern, da kommt ein Sünde venn ⸗ ht dellg Ironp Sünde Lösgeh en ast sit Bezalh Könh. Vatett rbarm⸗ It Und hält. inzenden gen hätt ist Er⸗ rmun ,deren ühl ih Mein segehrt. nd bin Barm⸗ Zom Gott t mich Glaubens⸗Lieder. 143 Herz esagt. Ich beuge mich er den Glauben stärk Und und bin erfreut Und rühme in dir woll' vermehren; Laß die Barmherzigkeit. aber auch des Glaubens Schein 4. Dies laß ich kein Ge⸗In guten Werken an dir sein. schoͤpf mir rauben, Dies soll Fonst ist dein Glaube eitel. mein einzi Rühmen sein; 4. Es ist ein schändlich Auf dies rbarmen will ich böser Wahn, Des Glaubens lauben, Auf dieses bet' ich sich nur rühmen, Und gehen auch allein, Auf dieses duld auf der Sünder Bahn, Das ich in der Not, Auf dieses Christen nicht kann ziemen. bug ich noch im Tod. Wer das thut, der soll wissen „Gott, der du reich bist frei, Daß sein Glaub' nur sei an Erbarmen, Nimm dein Heuchelei Und werd' zur Höll' Erbarmen nicht von mir Und ihn bringen. führe durch den Tod mich Ar⸗ 5. Drum lasse sich ein men Durch meines Heilands frommer Christ Mit Ernst sein Tod zu dir; Da bin ich ewig angelegen, Daß er aufrichtig hocherfreut Und rühme die jeder Frist Sich halt' in Got⸗ Barmherzigkeit. tes Wegen, Daß sein Glaub Ph. Friedr. Hiller, geb. 1699 f 1769. ohne Heuchelei Vor Gott dem Herrn rechtschaffen sei Und vor dem Nächsten leuchte. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. J. C. Schade, geb. 1666 14 1698. 24 Der Glaub' ist * eine Zuversicht Zu Gottes Gnad' und Güte; Mel. O Gott, du frommer Gott. Der bloße Beifall thut es nicht; Es muß Herz und Gemüte 25 Der Gnaden⸗ Durchaus zu Gott gerichtet* brunn' fließt sein Und gründen sich auf noch, Den jedermann kann ihn allein Ohn' Wanken und trinken, Mein Geist, laß dei⸗ ohn' Zweifel. nen Gott Dir doch umsonst 2. Wer sein 9618 also stärkt nicht winken! Es lehrt dich und steift In völligem Ver⸗ja das Wort, Das Licht für trauen Und Jesum Christum deinen Fuß, Daß Christus recht ergreift, Auf sein Ver⸗dir allein Von Sünden hel⸗ dienst kann bauen: Der hat fen muß. des Glaubens rechte Art, Und 2. Dein Thun ist nicht ge⸗ kann zur hue Hinfahrt Sich schickt Zu einem esser'n Le⸗ schicken ohne Grauen. ben, Auf Christum richte dich, 3. Dies aber ist kein Men⸗Der kann dir solches geben, schenwerk: Gott muß es uns Der hat den Zorn verföhnt 8 gewähren; Drum bitt', daß Mit seinem teuren Blut, Und 144 Glaubens⸗Lieder. uns den Weg gebahnt Zu nicht genesen Ohn' Gotz Gott, dem höchsten Gut. dich geschehn. 4. Nun, Herr, ich fühle Durst Nach deiner Gnaden⸗ quelle, Wie ein gejagter Hirsch, Auf soviel Sündenfälle. Wie komm' ich aus der Not? Wer ist, der Hülfe schafft? Hilf mir durch deinen Geist, In mir ist keine Kraft. Kraft, die Hülfe schafft unsern großen Sanden 20 rin die Schlang' Evam. om auf ih 2. Weil denn die Schlamz Evam hat bracht, Daß sie 0 abgefallen Von Gottes Won das sie veracht t, Dadurch f. in uns allen Bracht hat den Tod: so war ja Not, Dii uns auch Gott sollt' geben Sein' lieben Sohn, den Gnadenthron, In dem w möchten leben. 3. Wie uns nun hat ein fremde Schuld In Adan 5. Du hast ja zugesagt, Du all' verhöhnet, Also hat unz x wollst, die Dur t empfinden ein fremde Huld In Christo Nach der Gerechtigkeit, Befrei'n all versöhnet; Und wie wir von ihren Sünden; Nun wei⸗ all' durch Adams Fall Sind set mir den Weg Dein Sohn, der wahre Christ; Nur du hat ew'gen Tod's gestorben: Alo Gott durch Christi Tod mußt Helfer sein, Weil du Erneut, was war verdorben. voll Hülfe bist. 6. O selig, willst du mir Von diesem Wasser geben, Das tränket meinen Geist Zu der Gerechten Leben. Gieb diesen Trunk mir stets, Du Brunn' der Gütigkeit, So ist mir immer wohl In der Ge⸗ lassenheit. C. Knorr v. Rosenroth, geb. 1636f1689. Eigene Melodie. 216 Durch Adams * Fall ist ganz verderbt Menschlich Natur und Wesen, Das Gift ist auf uns fortgeerbt, Wir konnten 4. So er uns denn den Sohn geschenkt, Da wir noch Feinde waren, Der für un ist ans Kreuz gehenkt, Ge⸗ tötet, aufgefahren, Dadurt wir sein von Tod und Pein Erlöst, so wir vertrauen Auf diesen Hort: wem darf hin⸗ fort Noch vor dem Sterben grauen? 5. Er ist der Weg, das Licht, die Pfort', Die Wahr⸗ heit und das Leben, Des Vaters Rat und ew'ges Wortz, Den er uns hat gegeben 3u einem Schutz, daß wir mit Trutz An ihn sest sollen glau⸗ ben: Darum uns bald kein 77 7·1.77˙ Glaubens⸗Lieder. 14⁵ Feind'sgewalt Aus seiner Eigne Melodie. and wird rauben. 7 E It das Her 96. Der Mensch ist gottlos„Edus Lumen d verflucht, Des Heil ist 000 1990 ferne, Der Trost bei einem Menschen sucht Und nicht bei Gott dem Herren; Denn wer ihm will ein ander giel Ohn' diesen Tröster stecken, Den mag gar bald lt Mit seiner Pnt ehrnren 2. Was Gott uns im Gesetz 7. Wer hofft in Gott und ebot, Da man es konnt' nicht dem———.— Kann nie zu halten, Erhub sich Zorn und Schanden werden; Denn wer große Not Vor Gott so man⸗ auf diesen Felsen baut, Trifft nigfalten; Vom Fleisch wollt ihn gleich hier auf Erden nicht heraus der Geist, Drauf Viel Led und Müh': hab ich das Gesetz dringt allermeist, doch nie Den Menschen sehen Es war mit uns verloren. fallen, Der sich nur fest auf 3. Es war ein falscher Wahn Gott verläßt. Er hilft sein'n dabei: Gott hätt' es darum Gläub'gen allen. geben, Als ob wir möchten 8. Ich bitt', o Herr, aus selber frei Nach seinem Willen Herzensgrund, Du wollst nicht leben; So ist es nur ein Spie⸗ gel zart, Der uns zeigt an die von mir nehmen Dein heilig' ge d Wort aus meinem Mund, So sünd'ge Art, In unserm Fleisch verborgen. wird mich nicht beschämen Mein' Sünd' und Schuld; 4. Nicht möglich war, die⸗ denn in dein' Huld Setz' ich selbe Art Aus eignen Kräften all mein Vertrauen: Wer sich lassen; Wie wohl es oft ver⸗ nur fest darauf verläßt,‚ Der suchet ward, Noch mehrt sich wird den Tod nicht schauen. Sünd' ohn' Maßen; Denn 9. Mein' Füßen ist dein Gleißners Werk Gott hoch heil ges Wort Ein Licht, das verdammt, Und jedem Fleisch nah und ferne Hell scheint der Sünde Schand' All'zeit her Aus Gnad' und lauter Güte; Die Werke helfen nim⸗ mermehr; Sie mögen nicht behüten; Der Glaub' sieht Jesum Christum an, Der hat für uns all g'nug gethan, Er ist der Mittler worden. und mir den Weg weist fort; Wenn dieser Morgensterne In uns aufgeht, so bald ver⸗ steht Der Mensch die hohen Gaben, Die Gottes Geist denen verheißt, Die Hoffnung darauf haben. Lazarus Spengler, ged. 1479 1 1534. war angeboren. 5. Doch mußt's Gesetz er⸗ füllet sein, Sonst wär'n wir all' verdorben: Drum schickt Gott seinen Sohn herein, Der selber Mensch ist worden; Das ganz' Gesetz hat er erfüllt, Damit Vaters Zorn des 146 gestillt, Der über uns ging alle. 6. Und wenn es nun er⸗ füllet ist Durch den, der es konnt' halten, So lerne H. ein frommer Christ Des Glau⸗ bens recht' Gestalten; Nicht mehr, denn: Lieber Herre mein, Dein Tod wird mir das Leben sein, Du hast für mich bezahlet! „Daran ich keinen Zweifel trag', Dein Wort kann nicht betrügen; Nun sagst du, daß kein Mensch verzag', Das wirst du nimmer lügen: Wer glaubt an mich und wird etauft, Demselben ist der Himmei erkauft, Daß er nicht werd' verloren. 8. Es ist gerecht vor Gott allein, Der diesen Glauben fasset; Der Glaub' giebt aus von ihm den Schein, So er die Werk' nicht lasset; Mit Gott der Glaub' ist wohl daran, Dem Nächsten wird die Lieb' Gut's thun, Bist du aus Gott geboren. 9. Die Sünd' wird durchs Gesetz erkannt, Schlägt das Gewissen nieder, Das Evan⸗ elium kommt zur Hand Und slärkt den Sünder wieder, Und spricht: Flieh nur zum Kreuz herzu, Du findest doch nicht Rast und Ruh' In des Gesetzes Werken. ö 10. Die Werke kommen sicher her Aus einem rechten Glauben; Denn das nicht rechter Glaube wär'ꝰ, Dem Glaubens⸗Lieder. ö Doch macht allein der Glaub Hes. Die Werk' die sinn es Nächsten Knecht, Dra wir den Glauben merken. 11. Die Hoffnung harmm der rechten Zeit, Was Gottesz Wort zusage; Wann das ge⸗ schehen soll zur Freud', Seht Gott nicht feste Tage: weiß wohl, wenn's am besten ist, Und braucht an uns nihs arge List, Des soll'n wir ihm vertrauen. 12. Ob sich's anließ, alz wollt' er. Laß dich ez nicht erschrecken; Denn wo er ist am besten mit, Da will er's nicht entdecken. Sein Wort laß dir gewisser sein, Und ob dein Fleisch spräch lauter Nein, So laß dir doch nicht grauen. Paul Speratus, geb. 1484 4 1551. Mel. Allein Gott in der Hoͤh' sei Ehr'. mich rein Von allen meinen Sünden; Was er büßt, muß nicht mehr binden Der Sünde Strick, des Teufels Macht. Mein Glaube Höll' und Dod verlacht, Weil Jesus ist mein Leben. 2. Was trau'r ich denn, er lebt ja noch, Der das 910 erfüllet, Der durch den To und Kreuzesjoch Des Vaters Zorn gestillet. Was er hat, man die Werk' wollt' rauben; das ist alles mein, Wie könnt 218. G bezahlet sein, Nun kann mih 22727 Glaubens⸗Lieder. doch größ rer Reichtum sein, Als den mir Jesus schenket. 3. Weil Jesus mich von Sünden rein Durch sein Ver⸗ dienst will machen, Daß ich, os aller Qual und Pein, Nicht fürcht' des Todes Rachen, S0 tröst't mich seine Heilig⸗ keit: Sein' Unschuld Heil und Seligkeit Ist mein Schatz und mein Leben. ö 4. So kann ich auch mit Fried' und Freud', Wie Simeon mein Leben Ve⸗ schließen, frei von allem Leid', Mich meinem Gott ergeben; Sobald ich schließ' mein' Augen zu, So wird mein Tod mein Schlaf und Ruh', Seh' ich des Himmels Freude. 5. Wie werd ich dann so sröhlich sein, Wenn ich die Welt verlassen, Wenn mich die Himmelsgeister ein Geführt zur Lebensstraßen, Wenn ich erblickt die Ewigkeit, Wenn ich erlangt die Seligkeit, Die mir mein Gott bereitet. 6. Hilf, Gott, daß ich stets z sei bereit, Laß mich nichts von dir wenden, Bring mich u deiner Herrlichkeit, Hilf seihlich vollenden, Komm bald, hilf mir aus aller Not, Hilf mir, Herr, durch dein Blut und Tod; Ja komm, Herr Jesu, Amen. Joh. Olearius, geb. 1611 + 1684. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. eiland, deine 29* Menschenliebe War die Quelle deiner Triebe, 14⁷ Die dein treues Herz bewogen, Dich in unser Fleisch gezogen, Dich mit Schwachheit über⸗ decket, Dich vom Kreuz ins Grab gestrecket. O der wunder⸗ baren Triebe Deiner treuen Menschenliebe! 2. Ueber seine Feinde wei⸗ nen, Jedermann mit Hülf' erscheinen, Sich der Blinden, Lahmen, Armen Mehr als väterlich erbarmen, Der Be⸗ trübten Klagen hören, Sich in andrer Dienst verzehren, Sterben für die ärgsten Sün⸗ der: Das ist Lieb', o Menschen⸗ kinder. 3. O du Zuflucht der Elen⸗ den, Wer hat nicht von deinen Händen Segen, Hülf' und Heil genommen, Der gebeugt e dir gekommen? O wie ist ein Herz gebrochen, Wenn dich Kranke angesprochen! O wie pflegtest du zu eilen, Das Erbet'ne mitzuteilen! 4. Die Betrübten zu er⸗ quicken, Zu den Kleinen dich u bücken, Die Unwissenden u lehren, Die Verführten zu ekehren, Sünder, die sich selbst verstocken, Täglich lieb⸗ reich zu dir locken Mit Ver⸗ zehrung deiner Kräfte, War ein tägliches Geschäfte. 5. O wie hoch stieg Dein Erbarmen, Da du für die ärmsten Armen Dein unschätz⸗ bar teures Leben In den ärgsten Tod gegeben, Da du in der Sünder Orden Aller Schmerzen Ziel geworden Uns den Segen zu erwerben 148 Glaubens⸗Lieder. Als ein Fluch hast wollen Erd' und Himmel unter sterben! 2. Es ist das ewige uich 6. Deine Lieb' hat dich ge⸗Tbarmen, Das alles De Mit trieben, Sanftmut und Ge⸗übersteigt. Es sind die offre muß; duld zu üben, Ohne Schelten, Liebesarme Des, der sich sehr Drohen, Schlagen Andrer dem Sünder neigt, Dem—0 Schmach und Last zu tragen, mal das Herze bricht, A Gerk Allen freundlich zu begegnen, kommen, oder kommen nish an Für die Lästerung zu 922W 3. Wir sollen nicht verlom en Für der Feinde Schar zu werden, Gott will, uns sl aler beten Und die Mörder zu geholfen sein; Deswegen hun 900 vertreten. sen Sohn auf Erden Um au 7. Demut war bei Spott nahm hernach den Himm V und Hohne Deiner Liebe ein; Deswegen klopft er Will Schmuck und Krone; Diese und für So stark an unstai bard machte dich zum Knechte Einem Herzens Thür. en sündlichen Geschlechte. Diese 4. O Abgrund, welcher alh dies war nach Art der Tauben, Sünden Durch Christi V 2 Ohne Falsch, voll Treu' und verschlungen hat! Das heißt 0 Glauben, Mit Gerechtigkeit die Wunde recht verbinden——8 gepaaret, Durch Vorsichtigkeit Da findet kein Verdamu ich! Lewahrei. statt, Weil Christi Blut bs Erd 8. Komm, laß deine Liebe ständig schreit: Barmherzigle den decken Meiner Sünden Meng' Barmherzigkeit! En und Flecken; Du hast das 5. Darein will ich mit S⁰ Gesetz erfüllet Und desselben gläubig senken, Dem will ih erft Flach gestillet, Laß mich mich getrost vertrau'n Und, her wider dessen Stürmen Deiner wenn mich meine Sünden 105 Liebe Schild beschirmen; Heil'ge kränken, Nur bald nach Gottes d0 meines Herzens Triebe, Salbe Herzen schau'n; Da findel sie mit deiner Liebe. sich zu aller Zeit Unendlihe Johann Jacob Rambach, geb. 1693,. Barmherzigkeit. ö 9 gest. 1785. 6. Wird alles andre weh⸗ gerissen, Was Seel' und Leb ne Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. erquicken kann; Darf ich vun Al keinem Troste wissen Und ic 220 ch habe nun scheine völlig ausgethan; It ih * den Grund die Errettung noch so wei, E gefunden, Der meinen Anker Mir bleibet doch Barmherzig⸗ B ewig hält: Wo anders, als in keit. V Jesu Wunden? Da lag er vor 7. Beginnt das Irdis e zu 0 der Zeit der Welt; Der Grund, drücken, Ja, häuft sich Kum⸗ der unbeweglich steht, Wenn mer und Verdruß, Daß ich b en nich verlontz uns sol rgen kan pen Un Himmi t er sin n unsthz lcher alt isti A as heißt erbinden dammen Blut be jerziglei, ch nit will ith n lnd, Sünden Gottes findet ꝛendliche re weg⸗ nd Leb ich von n. Und i; It o weit, iherzig⸗ ir haß ich Glaubens⸗Lieder. 149 mich noch in vielen Stücken schwaches Kind, Bis durchs Mit eitlen Dingen, mühen sel'ge an dich Gläuben Seel' muß; Werd' ich dadurch oft und Leib geheiligt sind; Alle sehr zerstreut: So hoff' ich Not will ich dir klagen, Alles doch Barmherzigkeit. dir ins Herze sagen, Bis du g. Muß ich an meinen besten endest meinen Lauf, Und dann Berken, Darinnen ich gewan⸗ hört mein Weinen auf. delt bin, Viel Unvollkommen⸗V. I1. Christian Gregor, geb. 1723 1801. heit bemerken, So fällt wohl V. 2. Heinrich Loskiel, geb. 1740 f.1818. alles Rühmen hin; Doch ist auch dieser Trost bereit: Ich Mel. Ach Gott und Herr. offe auf Barmherzigkeit. 6* gehe nur nach dessen 222 Men Freund Willen, Bei dem so viel Er⸗* ist mein, barmen ist; Er wolle selbst Und ich bin sein, Ihm hab' mein Herze stillen, Damit es ich mich ergeben; In Freud' dies nur nicht vergißt; So stehet und Leid' Bin ich bereit, Dir, es in Lieb' und Leid' In, durch Jesu, stets zu leben. und auf Barmherzigkeit. 2. Ich glaub' an dich, An 10. Bei diesem Grunde will dir kleb' ich, Ich will dich ich bleiben, So lange mich die auch nicht lassen, Bis du mich Erde trägt; Das will ich wirst, Du Lebensfürst, Mit denken, thun und treiben, So deiner Gnad' umfassen. lange sich ein Glied bewegt; 3. Dein ganz Verdienst Ist So sing' ich einstens höchst mein Gewinst; Dein' Höllen⸗ erfreut: O Abgrund der Barm⸗ angst und Sterben 1105 mich herzigkeit! versöhnt, Ja gar gekrönt Zu Joh. Andreas Rothe, geb. 1688 f 1758. einem Himmelserben. 4. Die Kreuzeslast, Die du Mel. Jesu, mein es Lebens Leben. hier hast Für mich auf dich genommen, Hat mich befreit 221 Laß, o Jesu, mir Von allem Leid, Das sonst 35 auf Erden Mei⸗ auf mich gekommen. nen Ruf und Gnadenwahl 5. Für mich hast du Dich Alle Tage fester werden, Daß aus der Ruh' In diese Welt ich mit der Deinen Zahl, Die begeben, Ja gar in Tod Und ihr schönes Erbteil können Höllennot, Damit ich möchte Ewig, unverwelklich nennen, leben. Bis zu dir durch Gottes Macht 6. Nun werd' ich gleich In Verd' im Glauben durchge⸗deinem Reich Den frohen bracht. Engeln werden, Und sicher sein 2. Bei dir, Jesu, will ich Vor aller Pein, Vor Plagen bleiben; Halte selbst dein und Beschwerden 150 Glaubens⸗Lieder. 7. 9— 2 Jesu Christ, Allein 3. Nun ist sein auf ether du bist Mein höchster Schatz Schoß Ein sichres S0 auf Erden. Ach laß mich nicht, jagter Seelen Er sprichi Mein Lebenslicht, Von dir von dem Urteil los Und n geschieden werden. bald ihr ängstlich' Quh 8. Denn du bist mein Und Es wird ihr ganzes Sünde ich bin dein; Dir hab ich mich heer Ins unergründlich h ergeben In Glück und Freud', Meer Von seinem uin In Kreuz und Leid, im Sterben Blut versenket; Der Gel und im Leben. der ihnen wird geschuß Anna Sophie, Landgräfin zu Osen⸗ Schwingt über sie die Gnade⸗ Darmstadt, geb. 1638 4 1683. fahn': Mein Heiland nim die Sünder an. 4. So bringt er sie da Eigene Melodie. Vater hin In seinen blulh Emrtt. Armen: Das neiht 223 Men Heiland dann den Vatersinn Zu laun * nimmt die ewigem Erbarmen. Er ninm Sünder an, Die unter ihrer sie an an Kindes Statt, Iu. Last der Sünden Kein Mensch, alles, was er ist und hat, MI kein Engel trösten kann, Die ihnen eigen übergeben, I nirgend Ruh' und Rettung selbst die Thür zum ewgn finden, Den'n selbst die weite Leben Wird ihnen fröhlich lal Welt zu klein, Die sich und gethan: Mein Heiland nimm Gott ein Gräuel sein, Den'n die Sünder an. Moses schon den Stab ge⸗5. O solltest du sein He brochen Und sie der Hölle sehn, Wie sich⸗ ugesprochen, Wird diese Frei⸗Sündern sehnet, fatt aufgethan: Mein Heiland sie noch irre gehn, Als wan ö nimmt die Sünder an. ihr Auge vor ihm thräneil 2. Sein mehr als mütter⸗Wie eilt er in Zachäi Haus, liches Herz Trieb ihn von Streckt Herz und Hand nach seinem Thron auf Erden; Ihn Zöllnern aus, Wie sanft still drang der Sünder Not und er der Magdalenen Den milden Schnierz, An ihrer Statt ein Fluß erpreßter Thränen Und Fluch zu werden. Er senkte denkt nicht, was a sonst g. bch in ihre Not Und schmeckte than: Mein Heiland nimm en verdienten Tod. Nun da die Sünder an. er denn sein eigen Leben Zur 6. Wie freundlich blickt er teuren Zahlung Hnneheden Petrum an, Ob er gleich noch — o tief gefallen. Nun died rnimmt hat er nicht nur gethan, Dao er auf Erden mußte wallen Und seinem Vater Ewß ge⸗ than, So heißt's: die Sünder an. Nein, Gerech en; dig sein wie lan Sic est in nin 0 5 un Er lal re n egn · lich a⸗ nd nimm ein Hetz ch armen ohl, emn lls wemn thränet ii Hausz ind nah mft stilt n milden ien Und onst ge⸗ nimm. blickt er ich noch in dies m, Da wallen 17 7 richt! Glaubens⸗Lieder. Nein, er ist immer einerlei, Herecht und fromm und ewi treu; Und wie er unter Schmach und Leiden, So ist er auf dem Thron der Freuden Den Sündern liebreich zugethan: Mein Heiland nimmt die Sünder an. 7. So komme denn, wer Sünder heißt, Und wen sein Sündengräu'l betrühet, Zu dem, der keinen von sich weist, Der sich gebeugt zu ihm be⸗ giebet. Wie? willst du dir im Lichte stehn Und ohne Not verloren gehn? Willst du der Sünde länger dienen, Da, dich zu retten, er erschienen? O nein, verlaß die Sündenbahn! Mein Heiland nimmt die Sünder an. 8. Komm nur mühselig und gebückt; Komm nur, so gut derdrückt: dig angenommen. Sich brünstig nach dir um⸗ esehen! So komm denn, armes Kind, heran! Mein Heiland nimmt die Sünder an. 9. Sprich nicht: Ich hab's 6 arg gemacht; Ich hab' üter seiner Gnaden Zu lang' und schändlich umgebracht; Er hat mich oft umsonst ge⸗ laden; Wofern du's nur mit Ernst beweinst, So soll ihm nichts die Hände binden, deinem Herzen u weißt zu kommen! schmerz Wenn gleich die Last dich nie⸗ besherz; Du wirst doch gnä⸗ Sieh, wie nicht stille stehen, sein Herz dir offen steht, Und jeder sagen kann: wie er dir entgegengeht! Wie auch mich nimmt Jesus an! lang' hat er mit vielem Flehen Leopold Franz A uu. geb. 1709, gest. 1744. die den Für mich, jetzt werd' ich armer Kranker heil, redlich meinst Und deinen Fall Da find' ich auch das beste Teil. 151 Und du sollst jetzt noch Gnade finden. Er hilft, wenn sonst nichts helfen kann: Mein Hei⸗ land nimmt die Sünder an. 10. Doch sprich auch nicht: Es ist noch Zeit; Ich muß erst diese Lust genießen, Gott wird ja eben nicht gleich heut' Die offnen Gnadenpforten schließen; Nein, weil er ruft, so höre du Und greif' mit beiden Händen zu; Wer seiner Seelen Heil verträumet, Der hat die Gnadenzeit versäumet; Ihm wird hernach nicht auf⸗ gethan, Heut komm! heut' nimmt dich Jesus an. 11. Ja, zeuch uns selber recht zu dir, Holdselig' süßer Freund der Sünder! Erfüll' mit sehnender Begier Auch uns und alle Adamskinder; Zeig' uns bei unserm Seelen⸗ Dein aufgethanes Lie⸗ Und wenn wir unser Elend sehen, So laß uns ja Bis daß ein Gott Lob, Mel. Wer nur den lieben Gott. 6s ist noch Raum 224. E in Jesu Wun⸗ der ich ver⸗ wundet bin; Da hab' ich meine Ruh' gefunden, Da sieht mein Geist mit Freuden hin, Da noch Raum in 2. Es ist Für mein ge⸗ 152 ängstet', traurig' Herz; O lindre doch die Seelenschmerzen Und zeuch mich, zeuch mich himmel⸗ wärts; Nimm mich, die blöde Taube, ein Und laß mich ewig sicher sein. 3. Es ist noch Raum in deinen Händen, Es ist nochd Raum in deinem Schoß; Ich will mich in die Festung wen⸗ den, Da ist mein allerbestes Los. Du rufst: O Sünder, 1and nur. Ich folg', o Hei⸗ and, dieser Spur. 4. Es ist noch Raum bei deiner Herde, Ich armes Schaf komm' auch dazu. Du willst, daß nichts verloren werde; Drum such' ich bei dir meine Glaubens⸗Lieder. Hand; Sie trägt gewi Vaterland. 8. Es ist noch Raum 5 deinem Himmel, Ich müchz gerne selig sein! Ich eil' a. diesem Weltgetümmel Und 0 mit Freuden da hinein, N as verheiß'ne Kanaan, d treff' J. Chr. Schlipalius, geb. 1719 +. Mel. Valet will ich dir geben. 958² Cch wei 9 weiß, wo⸗ 225. X ran iih glaube, Ich weiß, was fest be steht, Wenn alles hier im Stun⸗ be Wie Staub und Rauch var⸗ Ruh', Bei dir, dem großen Sünderfreund, Der's ja so gut, so redlich meint. 5. Es ist noch Raum bei deinen Kindern, Der Tisch ist auch für mich gedeckt; Es fehlt dir nicht an armen Sündern, Doch noch an mir, der ich befleckt. Du willst auch mich, du nimmst mich an; Ich komme, wie ich kommen kann. 6. Es ist noch Raum in deiner Seite, Daraus das Blut und Wasser floß; O Hirte, gängle, führe, leite Und schenke mir dies schöne Los; Laß mich, o laß es bald geschehn, Darinnen meine Freistatt sehn. 7. Es ist noch Raum in deinen Armen, Du streckest sie ja täglich aus Und trägst uns liebreich mit Erbarmen Darauf in deines Vaters Haus! Ich fall' in diese treue Steht diese Meister, baut: Es ist der Herr del Geister, Auf den der Himmel ö schaut, Vor dem die Seraphi⸗ nen Um den die Heil'gen dienen, Ich weiß und kenne ihn. weht. Ich weiß, was ewig ble⸗ bet, Wo alles wankt und fällt Wo Wahn die Weisen treihe Und Trug die Klugen hült. 2. Ich weiß, was ewig dau⸗ ert, Ich weiß, was nie verläßt; Auf ew'gem Grund gemauem Schutzwehr fet, Es sind des Heilands Worte, Die Worte fest und klar; I diesem Felsenhorte Halt' unwandelbar. 3. Auch kenn' ich wohl den Der mir die Feste Anbetend niederknie n, 4. Das ist das Licht der Höhe, Das ist mein Jesus Christ, Der Fels, auf dem ich stehe, Der diamanten ist, Den nimmermehr kann wonken, 3— ich meinen Heiland au ih r geben. eiß, w. ran ith fest be im Stau⸗ auch ver⸗ wig blek ind fültz n treibet en hilt wig dau⸗ verläßt, gemauent ehr fes. Worke lar; M. halt' ih ohl den e Feste err der Himmel eraphi⸗ rnien, dienen, n. icht der Jesus em ich st, Der Honken, 22* Glaubens⸗Lieder. ein Heiland und mein Hort, — Leuchte der Gedanken, Die leuchtet hier und dort. 5. Er, den man blutbedecket Am Abend einst begrub; Er, der von Gott erwecket Sich aus dem Grab erhub; Der meine Schuld versöhnet, Der seinen Geist mir schenkt, Der mich mit Gnade krönet Und ewig mein gedenkt. 6. Drum weiß ich, was ich glaube, Ich weiß, was fest besteht Und in dem Er⸗ denstaube Nicht mit als Staub verweht. Es bleibet mir im Grauen Des Todes ungeraubt; Es schmückt auf Himmelsauen Mit Kronen einst mein Haupt. E. M. Arndt, geb. 1759 f 1860. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. 153 3. Aber freilich kann nichts taugen, Als nur das, was Christus thut; Lassen wir ihn aus den Augen, Finden wir was andres gut: So erfahren wir gewiß, Unser Licht sei Finsternis, Unser Helfen sei Verderben, Unser Leben lauter Sterben. 4. Wären wir doch völlig seine, Regte sich doch keine Kraft, Da der Heiland nicht alleine, Was sie wirkete, ge⸗ schafft! Jesu richte unsern Sinn Lediglich auf dich nur hin, So lebt's 85 d5 in deiner Wahr⸗ heit, Und das Auge wird voll Klarheit. 5. Bring' uns völlig in die Schranken, Die dein Liebes⸗ rat gesetzt; Weder Worte noch Gedanken Werden sonst für gut geschätzt. Eine arme Kre⸗ atur Kann allein auf dieser 22⁰ Uidwandt auf * Christum se⸗ hen, Bleibt der Weg zur Seligkeit, Allen, welche zu ihm flehen, Ist gewisses Heil bereit. Siehet man im Herzen an, Was er für die Welt ge⸗ than Und man glaubt daran mit Beugen, So bekommt man es zu eigen. 2. Wenn doch alle Seelen wüßten, Wie es dem so wohl ergeht, Welcher in der Zahl der üch Wahrer Glieder Spur Deines Namens Ruhm erhöhen Und in deine Freud' eingehen. Johann Andreas Rothe, geb. 1688, gest. 1758. Mel. O Gott, du frommer Gott. ersuchet euch 2²⁷. Vu selbst, Ob ihr im Glauben stehet, Ob Christus in euch ist, Ob ihr ihm auch nachgehet In Demut und Geduld, In Sanftmut, Jesu steht! Da geht man in Freundlichkeit, In Lieb' dem seinem Glück Immer fort und Nächsten stets Zu dienen seid nie zurück; Man ist auf dem bereit? Lebenspfade Und nimmt im⸗ mer Gnad' um Gnade. 2. Der Glaube ist ein Licht, Im Herzen tief verborgen, 154 Bricht als ein Glanz hervor, Scheint als der helle Morgen; Erweiset seine Kraft, Macht Christo gleich gesinnt, Erneuert Herz und Mut, Macht uns zu Gottes Kind. 3. Er schöpft aus Christo Rd Gerechtigkeit und Leben, nd will in Einfalt es Dem Nächsten wiedergeben; Dieweil er überreich In Christo worden ist Preist er die Gnade hoch, Bekennet Jesum Christ. 4. Er hofft in Zuversicht, Was Gott im Wort zusaget; Drum muß der Zweifel fort, Die Schwermut wird verjaget. Sieh, wie der Glaube bringt Die Hoffnung an den Tag, Hält Sturm und Wetter aus, Besteht in Ungemach. 5. Aus Hoffnung wächst die Lieb'; Weil man aus Gottes Händen Nimmt alle Dinge an, Nicht zürnet, thut nicht schän⸗ den; Denn alles uns zu Nutz Und besten ist gemeint, Drum dringt die Liebe durch Au Freunde und auf Feind. 6. Wir waren Gottes Feind'; Er hilft uns in dem Sohne, Dem eingebor'nen Kind, Dem ein'gen Gnadenthrone, Setzt Liebe gegen Haß; Wer gläubig dies erkennt, Wird bald in Lieb' entzünd't, Die allen Haß verbrennt. 7. Wie uns nun Gott gethan, Thun wir dem Nächsten eben; Droht er uns mit dem Tod, Wir zeigen ihm das Leben; —. Glaubens⸗Lieder. Ist unser bester Trost Ia Himmels Ehrenkron'. a 8. Setzt uns Gott auf Prob', Ein schweres Kren tragen; Der Glaube buh ö Geduld, Macht leichte al wärst. Plagen; Statt Murren, hy und S gebärd' Wird das Gebet ez reden weckt, Weil aller Angst mnn voll S Not Von Gott ein Ziel gesehh ist fro 9. Man lernet nur dadut Hast! Sein Elend recht verstehn dienet, Wie auch des Höchsten i varh Hält an mit Bitten, Fle. 2. Verzaget an sich selbst, Erkemm gehen sich für nichts, Sucht bloß sich, Christo Kraft, Der Quell Gotte alles Lichts; da de 10, Halt jih an senn Ve guud dienst, Erlanget Geist u 900 Stärke, In solcher Zuderiih 3 Zu üben gute Werke; Sth n ab vom Eigensinn, Flieht de Vermessenheit, Hält sich in 5. Gottes Furcht In Glüc uh fann schwerer Zeit. zeit g 11. Sorise dih hemnneh Fim Ob Christus in dir lebet; Den Christi Leben ist's, Wonach din Lerecht strebet; Erst machet e gerecht, Dann heilig, winle Lust Zu allem Ren Werl.— Sieh, ob du auch so thust. Hoch 12. O Herr, so mehre doch In mir den wahren Glauben, So kann mich keine Macht Del Jau guten Werk' berauben. M Ibe zicht ist, geht der Schein Fru bede willig davon aus; Du bi wir mein Gott und Herr, Bewahr alle mich als dein Haus. Flucht er, so segnen wir; In Schande, Spott und Hohn J. J. Breithaupl, ged 1658 Nah. Crost 30 P KTeuz z. be hg richte gh rren, M Gebet g⸗ Elngst un iel gesteh. r dadun verstehn, sten Gh Flehen t, Erkennt ser Quell sein Ve⸗ Glück uud denn wohl bet; Dan Zonach de machet et ig, wirke en Werl; thust. iehre doch Glauben, Nacht Der ben. W hein Frei Du bist Bewahr 38H 2227 v. n 0 2 dienet, Zage nicht, Gott ist tht bloß h. sich Glaubens⸗Lieder. 155⁵ Nel. Freu' dich sehr, o meine Seele. 28 Wes mein Herz, mit dert 510 nlen, Als ob du verstoßen rürt Bleib in Gottes Wort und Schranken, Da du anders Reden hörst. Bist du gleich poll Sünd' und Schuld, Gott it fromm und voller Huld. Hast du Zorn und Tod ver⸗ versühnet. 2. Kein Hirt kann so fleißig gehen Nach dem Schaf, das sich verläuft; Sollst du Gottes Herze sehen, Wie sich da der Kummer häuft, Wie es dürstet, ächzt und brennt Nach dem, der sich abgetrennt Von ihm und auch von den Seinen, Würdest du vor Liebe weinen. 3. Ja es bleibt in Liebes⸗ flammen Sein Verlangen all⸗ zeit groß, Ruft und locket uns zusammen In dem weiten Himmelsschoß. Wer sich nun da stellet ein, Suchet frei und los zu sein Aus des Satans Reich und Rachen, Der macht Gott und Engel lachen. 4. Gott und alles Heer hoch droben, Dem der Him⸗ mel schweigen muß, Wenn sie ihren Schöpfer loben, Jauchzen über unsre Buß'; Aber was gesündigt ist, Das bedeckt er und vergißt, Wie wir ihn beleidigt haben: Alles, alles ist vergraben. 5. Kein See kann sich so so grundlos sein, Kein Strom so gewaltig fließen, Gegen Gott ist alles klein, Gegen Gott und seine Huld, Die er über unsre Schuld Alle Tage lässet schweben, Durch das ganze Sündenleben. 6. Nun so ruh' und sei zufrieden, Seele, die du trauri bist! Was willst du dich viel Ermüden, Da es nicht vonnöten ist? Deiner Sünden großes Heer, Wie dir's schei⸗ net, ist nicht mehr, Gegen Gottes Herz zu sagen, AÄls was wir mit Fingern tragen. 7. Könn'st du tausend Wel⸗ ten finden, Von dem Höchsten zugericht't, Und du hättest alle Sünden, Die darinnen sind verricht't; Wär' es viel, doch lange nicht So viel, daß das volle Licht Seiner Gnaden hier auf Erden Dadurch könnt' erlöschet werden. 8. Mein Gott, öffne mir die Pforten Solcher Wohl⸗ gewogenheit! Laß mich allzeit aller Orten Schmecken deine Süßigkeit! Liebe mich und treib mich an, Daß ich dich, so gut ich kann, Wiederum umfang' und liebe Und ja nun nicht mehr betrübe. Paul Gerhardt, geb. 1607 4 1676. Mel. Komm', o komm' du Geist des Lebens, oder: Jesus, Jesus, nichts als Jesus. 60 9. eicht.ihr Ber ht ihr Berge, 22„Waceihrdane ergießen, Kein Grund mag Brechet, alle Felsen, ein! Gottes 156 Gnade hat das Zemn Sie will unverändert sein; Laßt die Welt zu Trümmern gehn, Gottes Gnade wird bestehn! 2. Gott hat mir ein Wort versprochen, Gott hat einen Bund gemacht, Der wird nim⸗ Meriehr gebrochen, Bis er alles hat vollbracht; Er, die Wahrheit, trüget nicht; Was er saget, das geschicht. 3. Seine Gnade soll nicht weichen, Wenngleich alles bricht und fällt, Sondern ihren Zweck erreichen, Bis sie mich zu⸗ frieden stellt; Ist die Welt voll Heuchelei, Gott ist fromm und gut und treu. 4. Will die Welt den Frie⸗ den brechen, Hat sie lauter Krieg im Sinn, Gott hält ümmer sein Versprechen; So fällt aller Zweifel hin, Als wär' er nicht immerdar, Was er ist und was er war. 5. Laßt sein Antlitz sich verstellen, Ist sein Herz doch treu gesinnt Und bezeigt in allen Fällen, Daß ich' sein geliebtes Kind, Dem er beide Hände reicht, Wenn auch Grund und Boden weicht. 6. Er will Friede mit mir halten, Wenn die Welt sich auch empört; Ihre Liebe mag erkalten, Achtet doch mein Gott mich wert; Und wenn Höll und Abgrund brüllt, Bleibt er mir doch Sonn und Schild. 7. Er, der Herr, ist mein Glaubens⸗Lieder. so werd' ich Armer Ninm⸗ mehr von ihm getrennt; Erbarmen läßt nicht zu, er mir was Leides thu 8. Nun so soll mein Vertrauen Ankerfest auf. beruhn; Felsen will ich g ihn bauen, Was er sagh wird er thun. Erdin Himmel kann vergehn, Bund bleibet feste stehn. Benj. Schmolck, geb. 1672 + 1 Mel. O daß ich tausend Zungen Hi 230. Gahhui bigenGedann Ins weite Feld der Evigt Erhebt euch über alle Schunh Der alten und der 1 Erwägt, daß Gott die Ih sei, Die ewig alt und ewig un 2. Der Grund der M war nicht geleget, Der hin mel war noch nicht gemah So hat Gott schon den Tuh geheget, Der mir das V zugedacht; Da ich noch u erschaffen war, Da reichte mir schon Gnade dar. 3. Sein Ratschluß war i sollte leben Durch seinen ei gebor'nen Sohn. Den woll er mir zum Mittler gebez Den macht er mir zum Onn denthron, In dessen Bhh sollt' ich rein, Geheiliget n elig sein. — wählte Vor allem Anbegin der Welt Und mich zu ihnm Erbarmer, So hat er sich selbst genennt. Das ist Trost Kindern zählte, Für welh sie das Reich bestellt'; OVates 4. O Wunderliebe, die mih mein gu vill ich 00 er Kag, Erde gehn, 8 stehn. 1672 1⁷ Zungen hin hinihrgts enGedause der Ewigft e Schranh t die Wi ud ewihm der M Der Hi ht gennth n den Zuh das Bah noch nih a reicht 6. dar. uß war, it seinen ei⸗ Den woll ttler geben zum En ssen Vlt heiliget un be, die mih. Anbegim ch zu ihnn Für welth O Vater 4 227** Glaubens⸗Lieder. hand, o Gnadentrieb, Der mich ins Buch des Lebens schrieb! 5. Wie wohl ist mir, wenn mein Gemüte Hinauf zu die⸗ ser Quelle steigt, Von welcher sch ein Stron der Güte Zu mir durch alle Zeiten neigt, Daß jeder Tag sein Zeugnis giebt: Gott hat mich je und je geliebt.—— 6. Wer bin ich unter Milli⸗ onen Der Kreaturen seiner Macht, Die in der Höh' und Tiefe wohnen, Daß er mich bis hieher gebracht? Ich bin ja nur ein dürres Blatt, Ein Staub, der keine Stätte hat. 7. Ja, freilich ich bin zu geringe Der herzlichen Barm⸗ hezigtet, Womit, o Schöpfer aller Dinge, Mich deine Liebe stets erfreut. Ich bin, o Vater, selbst nicht mein, Dein bin ich, Herr, und bleibe dein. 8. Im sichern Schatten deiner Flügel Find' ich die ungestörte Ruh', Der feste Grund hat dieses Siegel: Wer dein ist, 59 den kennest du. Laß Erd' und Himmel untergehn. Dies Wort der Wahrheit bleibet stehn. 9. Wenn in dem Kampfe schwerer Leiden Der Seele Mut und Kraft gebricht, So salbest du mein Haupt mit Freuden, So tröstet mich dein Angesicht; Da spür' ich deines Geistes Kraft, Schwachheit alles schafft. 157 Glaube schwingt sich durch die Sterne Und sieht ins Reich der Ewigkeit, Da zeigt mir deine milde Hand Mein Erbteil und gelobtes Land. 11. O sollt' ich dich nicht ewig lieben, Der du mich unaufhörlich liebst? Sollt' ich mit Undank dich betrüben, Da du mir Fried' und Freude giebst? Verließ' ich dich, o Menschenfreund, So wär' ich selbst mein ärgster Feind. 12. Ach könnt' ich dich nur besser ehren, Welch edles Loblied stimmt' ich an! Es sollten Erd' und Himmel hö⸗ ren, Was du, mein Gott, an mir gethan: Nichts ist so köst⸗ lich, nichts so schön, Als, höchster Vater, dich erhöhn. 13. Doch nur Geduld, es kommt die Stunde, Da mein durch dich erlöster Geist Im höhern Chor mit frohem Munde Dich, schönste Liebe, schöner preist: Drum eilt mein Herz aus dieser Zeit Und sehnt sich nach der Ewigkeit. Joh. Gottfr. Herrmann, geb.1707T1791. Mel. Dir, dir, Jehovah, will ich singen. u dir ist meine 231. 3 Seele stille, Mein Herr, mein Gott, auf den mein Glaube blickt; Aus deiner Gnaden reicher Fülle Die in der Fließt mir der Trost, der meinen Geist erquickt. Da 10. Die Hoffnung schauet alle Welt nicht raten, helfen in die Ferne Durch Schatten dieser Zeit; ** alle kann, Treff' ich bei dir, was Der mich beruhigt, an. —.—..— 158 2. Dir ist mein Seufzen nicht verborgen, Du weißt, wonach das arme Herz sich sehnt; Du siehst, wie unter bangen Sorgen Voll Küm⸗ mernis das Auge zu dir thränt; Das liegt mir an, ich möchte gerne rein Und durch dein Blut, o Lamm, entsün⸗ digt sein. 3. Ich dank' es ewig deiner Gnade, Die mich gesucht, die mich vom Schlaf erweckt, Die mir, wie tief mein inn'rer Schade, Durch deinen Geist recht deutlich aufgedeckt, Und die zugleich, da mich mein Elend Lengh, Mir Hülf' und Rat in deinen Wunden zeigt. 4. Die sind doch auch für mich geschlagen, Wer Sünder heißt, den geht der Heiland an, Der alle Sünden abge⸗ tragen Und für die Welt auf ewig g'nug gethan. Du rufst auch mich zu deinem Kreuze hin, Ich wag's aufs Wort und komme, wie ich bin. 5. Mein Hoffnungsgrund ist dein Erbarmen, Ich weiß, dein Herz neigt gerne sich zu mir; Versöhner, Freund der geistlich Armen, Wer zu dir kommt, den stößt du nicht von dir; Dies hast du ja an keinem noch gethan: Ich bin gewiß, an mir fängst du's Glaubens⸗Lieder. ö 6. Nein, Jesu, du hast Q zum Leben, Du rufst mir zu etrost, Sohn, du bist meh as du gesündigt, ist ve⸗ geben, Nun soll an dir niht mehr verdammlich sein. 3 schenke dir mein reines In⸗ schuldskleid Und schmücke dih mit meiner Heiligkeit. 7. So hab' ich Gnad' h dir gefunden? Ja, Herr, deh Geist bezeugt es meinem Gei Der, aller seiner Last enk⸗ bunden, Mit Dank und Rüuhn aus allen Kräften preist, W. wohl ihm ist, da deine Jesu⸗ macht Ihm unverdient das Kindschaftsrecht gebracht. 8. Muß ich noch was an Fleische leiden, So duld' it es mit stillgelass'nem Muh Kann mich doch nichts maht von dir scheiden, Von dir, in dem mein Glaube sicher ruht Der Schmerz sei groß, ih bleibe doch gesetzt, Weil mi der Trost: ich habe Gnad'! ergötzt. 9. Der ist's, der in den letzten Stunden Zum letztin Kampf mich stark und mulg macht; Da du den Tod längst überwunden Und dorten mir mein Erbe zugedacht, 8 schlaf' ich sanft auf deinen Zu⸗ ruf ein: Du bist gerecht, nun sollst du herrlich sein. nicht an. Andreas Rehberger, geb. 1716 1 Ud. ++ 7.7.7.7 ind Ruhn reist, W. ne Jesus dient dal acht. was an duld ih m Mus chts meht In dir, in cher ruht groß, ih eil mich Gnad' ö ö in den m letztn nd muli od längt orten mit cht, 60 inen Zu⸗ echt, nun 16 f 16l, Jesus⸗Lieder. 159 XX. Jesus⸗Lieder. Mel. Nun danket alle Gott. 232 As Jesu, dessen 5 Treu ImHim⸗ mel und auf Erden Durch keines Menschen Mund Kann dnug gepriesen werden: Ich dant⸗ dir, daß du Für mich auf Erden kamst, Und meine Todesschuld Erbarmend auf dich nahmst. 2. Vornehmlich wird in mir Des Herzens Angst ge⸗ stillet, Wenn mich dein süßer Nam' Mit seinem Trost er⸗ füllet; Kein Trost so liebreich ist, Als den mir giebt dein Nam', Der süße Jesusnam', O Fürst aus Davids Stamm! 3. O Jesu, höchster Schatz, Du kannst nur Freude brin⸗ gen, Es kann nichts lieblicher, Is Jesu Name klingen; Ich kann nicht traurig sein, Weil Jesus heißt so viel Als Hei⸗ land oder Held, Der selig machen will. 4. Wenn Satan sich bei mir Mit Anfechtung will regen, Ist Jesu Name mir Zum Trost, Schutz, Fried' und Segen, Zur Weisheit, Arzenei In aller Angst und Not, Daß ich nicht fürchten darf Den Teufel und den Tod. 5. Daß ich ein Zornkind bin, Das macht die schnöde Sünde: Dein Jesusnam'macht mich Zu einem Gnadenkinde: Er nimmt von mir hinweg J Bringt mir die Seligkeit Und deines Vaters Gnad'. 6. So heil'ge, Herr, mich nur, Der ich mit Schuld be⸗ hei D. Mit deinem Namen ei Die Sünde ganz bedecket; Er kehre ab den Fluch, Den Segen zu mir wend', Auf daß dadurch bei mir Sich alle Schwachheit end'. 7. Er sei mein Licht, das mich In Finsternis erleuchte, Er sei der Himmelstau, Der sanft mein Herz befeuchte; Er sei mein Schirm und Schild, Mein Schatten, Schloß und Hut, Mein Reichtum, Ehr' und Ruhm, Er sei mein höch⸗ stes Gut. 8. Er sei mein Himmels⸗ weg, Die Wahrheit und das Leben; Er wolle mir zuletzt Aus Gnaden dieses geben, Daß ich alsdann in ihm Dies Leben schließe wohl, Wenn meine Sterbenszeit Und Stun⸗ de kommen soll. 9. Indessen helf' er mir, So lang' ich hier noch wandle, Daß ich in meinem Thun Treu und aufrichtig handle. Er stehe mir stets bei Mit seines Geistes Gab' Und gebe Kraft, wenn ich Was zu ver⸗ richten hab'. 10. In Jesu Namen bin Ich heute aufgestanden, In ihm vollbring' ich heut, Was mir kommt unter Handen; n seinem Namen ist Der Die Schuld und Missethat, Anfang schon gemacht: Das 160 Mittel und der Schluß Wird auch durch ihn vollbracht. 11. Dir leb' ich und in dir, In dir will ich auch sterben. Herr, sterben will ich dir, In dir will ich ererben Das ew'ge Himmelreich, Das du erworben mir; Von dir ver⸗ klärt will ich Dir dienen für und für. Joh. Heermann, geb. 1585 + 1647. Mel. Nun bitten wir den heiligen. err 233. A——9 ein Nahesein Bringt großen Frie⸗ den ins Herz hinein, Und dein Gnadenblick macht uns so selig, Daß auch's Gebeine darüber fröhlich Und dankbar wird. 2. Wir sehn dein freund⸗ liches Angesicht Voll Huld und Gnade wohl leiblich nicht, Aber unsre Seele kann's schon gewahren: Du kannst dich fühlbar g'nug offenbaren, Auch O wer nur immer bei Tag und Nacht Dein zu ge⸗ nießen recht wäre bedacht! Der hätt' ohn' Ende von Glück zu sagen, Und Leib und Seele müßt' immer fragen: Wer ist wie du? 4. Barmherzig, gnädig, ge⸗ duldig sein, Uns täglich reich⸗ lich die Schuld verzeihn, Heilen, still'n und trösten, er⸗ freu'n und segnen, Und unsrer Seele als Freund begegnen Ist deine Lust. Jesus⸗ Lieder. 5. Ach gieb an deinem Ipb baren Heil Uns alle Da vollkommnern Teil Und unsere Seele sich immerschilen Aus Not und Liebe zu i. zu blicken Ohn' nterlaß 6. Und wenn wir weiner so tröst' uns bald Mit dein blutigen Tod'sgestalt; Ja, N laß uns immer vor Auggn schwebenUnd dein wahrhaftihe Inunsleben Zu sehen sein. 7. Ein herzlich Wesen um Kindlichkeit Sei unsre Ziend zu aller Zeit, Und die Bln besprengung aus deinen Wun⸗ den Erhalt' uns solche z allen Stunden Bei Frelh und Leid. 8. So werden wir bis zun Himmel ein Mit dir bek⸗ gnügt wie die Kindlein sein Muß man gleich die Wangen noch manchmal netzen: Wenn sich das ü nur an dir stehz letzen Und stillen kann. 9. Du reichst uns deine durchgrab'ne Hand,‚ Die 6 viel Treue an uns gewandt Daß wir beim Drandenken beschämt dastehen, Und unsen Auge muß übergehen Vor Ll und Dank. Christian Gregor, geb. 1723 10fl. Mel. Herzliebster Jesu, was hast du. 234. Ac dich nicht hätte, Und wenn dein Blut nicht für die Sünder red'te; Wo sollt' ich Aermstel unter hinwe 2 vor wo i dein“ mein weiß Christ dlein sein ie Wangen zen: Wen n dir steb nn. ins deine Die 6 gewandz randenken Und unser Vor L 723 18l. vas hast du. iein Hen 1, wennich nd wenn ie Sündet Aermster unter den Elenden Mich sonst DM hinwenden? 2. Ich wüßte nicht, wo ich vor Aae bliebe; Denn vo ist solch ein Herz, wie —5 voll Liebe? Du, du bist meine Zuversicht alleine, Sonst iun weiß ich keine. Christian Gregor, geb. 1723 f 1801. Miel. O daß ich tausend Zungen hätte. 235 Aa sagt mir nichts von Gold und Schätzen, Von Pracht und Schönheit dieser Welt; Es kann mich ja kein Ding ergötzen, Was mir die Welt vor Augen stellt. Ein jeder liebe, was er will: Ich liebe Jesum, der mein Ziel. 2. Er ist alleine meine Freude, Mein Gold, mein Schatz, mein schönstes Bild, An dem ich meine Augen weide, Und inde, was mein Herze stillt. in jeder liebe, was er will: Ich liebe Jesum, der mein Ziel. 3. Die Welt vergeht mit ihren Lüsten, Des Fleisches Schönheit dauert nicht; Die Wa kann alles das verwüsten, as Menschenhände zuge⸗ richt't. Ein jeder liebe, was er will: Ich liebe Jesum, der mein Ziel. 4. Sein Schloß kann keine Macht zerstören, Sein Reich vergeht micht mit der Zeit, Sein Thron bleibt stets in —— Ehren Von nun an is in Ewigkeit. Ein jeder Jesus⸗Lieder. 161 liebe, was er will: 8⁰ liebe Jesum, der mein Ziel. 5. Sein Reichtum ist nicht zu ergründen, Sein majestätisch' Angesicht, Und was von Schmuck um ihn zu finden, Verbleichet und veraltet nicht. Ein jeder liebe, was er will: Ich liebe Jesum, der mein Ziel. 6. Er will mich über all's erheben Und seiner Klarheit machen gleich, Er wird mir so viel Schühe geben, Daß ich werd' unerschöpflich reich. Ein jeder liebe was er will: J10 liebe Jesum, der mein iel. 7. Muß ich gleich hier sehr viel entbehren, So 2— ich wandre in der Zeit, So wird er mir's doch wohl gewähren Im Reiche seiner Herrlichkeit; Drum lieb' ich billig in der Still' Nur Jesum, meines Herzens Ziel. oh. effler,(Angelus Sileslus, —.8 1004 721677• 6951 Eigene Melodie. 236. Arneul Meine Seele, Herz und Sinn! Weg, hinweg mit deinem Leide; in, zu deinem Jesu, hin! sr ist dein Schatz; Jesus ist dein einz'ges Leben; Will die Welt kein“ Ort dir geben; Bei ihm ist Platz. 2. Fort, nur fort, 1 immer weiter In die Höh' zu Gau auf; An, hinan die laubensleiter Klettre mit ge⸗ 16²2 schwindem Lauf. Gott ist dein Schutz; Jesus bleibet dein Beschirmer Wider alle Seel be⸗ stürmer Und bietet Trutz. 3. Fest, fein fest dich an⸗ gehalten An die starke Jesus⸗ treu'! Laß du, laß du Gott nur walten: Seine Güt' ist täglich neu; Er meint's recht gut. Wenn die Feinde dich anfallen, Müssen sie zurücke prallen: Hab' guten Mut. 4. Ein, hinein in Gottes Kammer, Die dir Jesus auf⸗ Danten Klag' und sag' ihm einen Jammer, Schreie ihn um Wem an. Er steht dir bei; Wenn dich alle Menschen hassen, Kann und will er dich nicht lassen: Das glaube frei. 5. Hoch, so hoch du kannst erheben Deine Sinnen von der Erd', Schwinge dich, dem 52 ergeben, Was du hast, der ein ist wert. Dein Jesus ist's, Der um dich so treulich wirbet Und für dich aus Liebe stirbet: Drum du sein bist. 6. Auf, hinauf! was droben, suche; Trachte doch allein dahin, Wo dein Jesus; sonst ver⸗ sun. Allen schnöden Sünden⸗ inn. Zum Himmel zu! Welt und Erde muß verschwinden: Nur bei Jesu ist zu finden Die wahre Ruh'. Joh. Caspar Schade, geb. 1666 + 1698. Mel. Lobe den Herren, den. 237 Co riste mein Le⸗ * ben, mein Hoffen, mein Glauben, mein Jesus⸗Lieder. Wallen Und das, was Oh kann schmecken und einih fallen; Richte den Sinn, A Weltheiland dahin, Ruhm h zu bringen vor allen. 2. Einzig Wonne, dich will ich erhchg Ich will mich gänzlich. schenken und völlig hingehg Nimmst du mich 20 NI mein großer Gewinn, Keh wird kränken mein Leben. 3. Eines, was nötig mächtig vor allem D Ruhe der Seele; laß aglt was eitel, vergehen; Ei Lust Ist mir nun ferner ie wußt, Christus, mir evig z sehen. 4. Herzog des Leben, wollest mich selber regien So, daß das Leben ich 10 und selig mag führen; H du den Geist, Reiche, un göttlich nur heißt, Würdig Seele zu zieren. 5. Friedensfürst, laß nit im Glauben dir treulich a hangen! Eile zu stillen du Wünschen, mein höchstes In⸗ Palband Von dir nichts mah Heiland ich jetzo begeht Nimm mich dir selber zz fangen. 6. Centnerschwer sind ui die Bürden, wo du nicht will. tragen; Alles was irdisch il trachtet die Christen zu plagn. Laß es denn sein, Lebt nm nur Christo allein, Donn werd' ich nimmer verzageh 7. Nun denn, so wil U. 2 immer und ewigli auch ...—.——— 127** asser 6 f. Geliebter, U E gänzlich 0 hingebg hin, Iiih inn, Kän 1 Leben. nötig 6 im bestehe laß al en; Eintt ferner h⸗ nir ewig ⸗ Lebens, ber regiem jen ich hez ihren; G Reiche, un Würdigh t, laß ni treulich a⸗ stillen d zöchstes dr 10 5 nh 0 begeht. selber ⸗ er sind n. nicht will. S irdisch il n zu plagen Lebt nn ein, Dam 17 119 ** Jesus⸗ assen Bürden, die Christum, 10 Kleinod nicht in sich ein⸗ fassen: Du sollst allein Reich⸗ lum und alles mir sein; Gott, Gott, wer wollte dich lassen! goh. Wilh. Kellner von Zinnendorf 33. Wüh. 1738. Mel. Wer nur den lieben Gott. 8 238 Der beste Freund ist in dem Hunmel, Auf Erden sind die Freunde rar; Denn bei dem falschen Weltgetümmel Ist Redlichkeit oft in Gefahr: Drum hab' ich's immer so emeint: Mein Jesus ist der bese Freund. 2. Die Menschen sind wie Rohr im Winde, Mein Jesus stehet felsenfest, Daß, wenn ich mich verlassen finde, Mich seine Treu' doch nicht verläßt. Er ist's, der mit mir lacht und weint: Mein Jesus ist der beste Freund. 3. Die Welt verkaufet ihre Liebe Dem, der am meisten nützen kann; Und scheinet dann das Glücke trübe, So steht die Freundschaft hinten an. Doch hier ist es nicht so ge⸗ meint: Mein Jesus ist der beste Freund. 4. Er läßt sich selber für mich töten, Vergießt für mich sein eigen Blut, Er steht mir bei in allen Nöten, Er spricht für meine Schulden gut; Er hat mir niemals was verneint: Mein Jesus ist der beste Freund. Lieder. 163 5. Mein Freund, der mir sein Herze giebet; Mein Freund, der mein ist, und i sein; Mein Freund, der mich beständig liebet; Mein Freund bis in das Grab hinein; Ach hab' ich's nun nicht recht ge⸗ meint? Mein Jesus ist der beste Freund. 6. Behalte, Welt, dir deine Freunde, Die sind doch gar zu wandelbar. Und hätt' ich hunderttausend Feinde, So krümmen sie mir nicht ein Haar; Hier immer Freund und nimmer Feind: Mein Jesus ist der beste Freund. Benj. Schmolck, geb. 1672 f 17³7. Mel. Herr und Aelt'ster deiner. 0O E V Eines wünsch' ich 239. H mir vor allem andern, Eine Speise früh und spät; Selig läßt's im Thränen⸗ thal sich wandern, Wenn dies eine mit uns geht: Unverrückt auf einen Mann zu schauen, Der mit blut'gem Schweiß und Todesgrauen Auf sein Antlitz niedersank Und den Kelch des Vaters trank. 2. Ewig soll er mir vor Augen stehen, Wie er, als ein stilles Lamm, Dort so blutig und so bleich zu sehen, Hän⸗ gend an des Kreuzes Stamm; Wie er dürstend rang um meine Seele, Daß sie ihm zu seinem Lohn nicht fehle, Und dann auch an mich Wunnnrt Als er rief: es ist vollbracht! * 164 Jesus⸗Lieder. ö 3. Ja, mein Jesu, laß mich nie vergessen Meine Schuld und deine Huld! Als ich in der Finsternis gesessen, Trugest du mit mir Geduld; Hattest längst nach deinem Schaf ge⸗ trachtet, Eh' es auf des Hirten Ruf geachtet, Und mit teurem Lösegeld Mich erkauft von dieser Welt. 4. Ich bin dein! sprich du darauf ein Amen! Treuster Jesu, du bist mein! Drücke deinen süßen Jesusnamen Bren⸗ nend in mein Herz hinein! Mit dir alles thun und alles lassen, In dir leben und in dir erblassen: Das sei bis zur letzten Stund', Unser Wandel, unser Bund! Albert Knapp, geb. 1798 4 1864. Ev. St. Luc. 10, 42. Eigene Melodie. 240. Euss ist not, ach * Herr, dies Eine Lehre mich erkennen doch! Alles andre, wie's auch scheine, Ist ja nur ein schweres Joch, Darunter das Herze sich naget und plaget, Und Deunoch kein wahres Vergnügen erjaget; Erlang' ich dies Eine, das alles ersetzt, So werd' ich mit einem in allem ergötzt. 2. Seele, willst du dieses finden, Such's bei keiner Krea⸗ tur, Laß, was irdisch ist, da⸗ Auut Schwing' dich über die erscheinet, Da, da ist das besh notwendigste Teil, Mein ch und mein alles, mein seligsth Heil. 3. Wie Maria war beslissy. Auf des Einigen Genieß, I sie sich zu Jesu Füßen, Volla Andacht niederließ: Ihr Herst entbrannte, dies einzig hören, Was Jesus, Hahr aln sie wollte belehren, Ihr allt war gänzlich in Jesum vez senkt, Und wurde ihr alles h einem geschenkt! 4. Also ist auch mein Ve⸗ langen, Liebster Jesu, nur nah dir, Laß mich treulich an i hangen, Schenke dich zu eign mir. Ob viel' auch umkehrkn zum größesten Haufen, will ich dir dennoch in Liche nachlaufen; Denn dein Won o Jesu, ist Leben und Geis Was ist wohl, das man nih in Jesu geneußt? 1. Cor. 1, 30. 5. Aller Weisheit hälst Fülle In dir ja verborgen lih Gieb nur, daß sich auch man Wille Fein in solche Schran⸗ ten fügt, Worinnen die De⸗ mut und Einfalt regiemt Und mich zu der Weishei die himmlisch ist, führet. Ach wenn ich nur Jesum reht kenne und weiß, So hab' ih der Weisheit vollkommenen Preis. 6. Nichts kann ich vor Gott atur; Wo Gott und die ja bringen, Als nur dich, mein Menschheit in einem vereinet, Wo alle vollkommene Fülle höchstes Gut; Jesu, es muß mir gelingen Durch dein ten das bohz Mein eh in seligst ar beslisse senieß, A en, Volla Ihr Hesz einzig zu 1 1. Ihr alle besum ver yr alles h iein Ver , nur nah ich an zu eigen umkehrten ufen, E in Liebe ein Won und Geis, man nitht öů eit hoͤchs 'rgen lieg auch men e Schran die D regiert Weishei, hret. Ach. um rocht hab' ih ommenen vor Gott dich, mein es muß dein——³ 177 Jesus⸗Lieder. 165⁵ res Opferblut. Die höchste Gerechtigkeit ist mir er⸗ worben, Da du bist am Stamme des Kreuzes gestor⸗ ben, Die Kleider des Heils ich da habe erlangt, Worinnen mein Glaube in Ewigkeit prangt. 7. Nun, so gieb, daß meine Seele Auch nach deinem Bild erwacht. Du bist ja, den ich erwähle, Mir zur Heiligung emacht. Was dienet zum göttlichen Wandel und Leben, Ist in dir, mein Heiland, mir alleine Sollst mein ein und alles sein, Prüf', erfahre, wie ich's meine, Tilge allen Heu⸗ chelschein. Sieh, ob ich auf bösem, betrüglichem Stege, Und leite mich, EGwp, d0 auf ewigem Wege. Gieb, daß ich nichts achte, nicht Leben noch Tod, Und Jesum gewinne, dies eine ist not. Joh. Heinrich Schröder, geb. 166641699. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. alles gegeben; Entreiße mich aller vergänglichen Lust, Dein Leben sei, Jesu, mir einzig bewußt. 8. Ja, was soll ich mehr verlangen? Mich umströmt die Gnadenflut. Du bist einmal eingegangen In das 241. alt im Gedächt⸗ nis Jesum Christ, O Mensch, der auf die Erden Vom Thron des Him⸗ mels kommen ist, Dein Bruder da zu werden. Vergiß nicht, daß er dir zu gut Hat ange⸗ nommen Fleisch und Blut; Dank ihm für diefe Liebe! Dat dr durch dein Blut, Da hast du die ew'ge Erlösung erfunden, Daß ich nun der höllischen Herrschaft entbunden; Dein Eingang die völlige Freiheit mir bringt, Im kind⸗ lichen Geiste das Abba nun llingt. 9. Volles G'nügen, Fried' und Freude Jetzo meine Seel' ergötzt, Weil auf eine frische sum Christ, Weide Mein Hirt Jesus mich gesetzt; Nichts Süßer's kann Tod also mein Herze erlaben, Als 2. Halt im Gedächtnis Je⸗ sum Christ, Der für dich hat gelitten, Ja, gar am Kreuz mer ist Und dadurch hat estritten Welt, Sünde, Teufel, Höll' und Tod Und dich er⸗ löst aus aller Not, Dank ihm für diese Liebe! 3. Halt im Gedächtnis Je⸗ Der auch am dritten Tage Siegreich vom erstanden ist, Befreit von Not und Plage. Be⸗ wenn ich nur, Nich dich im⸗denke, daß er Fried' gemacht, 3.N mer soll haben ichts, nichts Unschuld und Leben wieder⸗ ist, das also mich innig er⸗ bracht, Dank ihm für diese quickt, Als wenn ich dich, Liebe! Jesu, im Glauben erblickt. 4. Halt im Gedächtnis Je⸗ 10. Drum auch, Jesu, du sum Christ, Der nach den 166 Jesus Leidenszeiten Gen Himmel aufgefahren ist, Die Stätt' dir zu bereiten, Da du sollst bleiben allezeit, Und sehen seine Herrlichkeit; Dank ihm für diese Liebe! 5. Halt im Gedächtnis Je⸗ sum Christ, Der einst wird wiederkommen, Und sich, was tot und lebend ist, Zu richten vorgenommen. O denke, daß du da bestehst Und mit ihm in sein Reich eingehst, Ihm ewiglich zu danken. 6. Gieb, Jesu, gieb, daß ich dich kann Mit wahrem Glauben fassen, Und nie, was du an mir gethan, Mög' aus dem Herzen lassen, Daß dessen ich in aller Not Mich trösten mög' und durch den Tod Zu dir ins Leben dringen. Cyriakus Günther, geb. 1650 + 1704. Mel. Herzlich lieb hab' ich dich. * 242 6 err Jesu Christ, — mein höchstes Gut, Mein Seelenschatz, mein Herzensmut, Und aller Sinnen Freude: Ich bleibe dennoch stets an dir; So ist auch nichts, das ich von mir Und unsrer Liebe scheide. Du machst mir deinen Weg be⸗ kannt, Hältst mich bei meiner rechten Hand, Regierst und führst den Lebenslauf Und hilfest meiner Schwachheit auf. Herr Jesu Christ, Du bist mein Licht, du bist mein ⸗Lieder. deinem Rat, Der anders nihh beschlossen hat, Als was mi Segen bringet. Geht's Rleih zu Zeiten wunderlich, weiß ich dennoch, daß duuth dich Der Ausgang wohl 95 linget. Nach' hartem Ti auf rauher Bahn Nimmst i mich dort mit Ehren an, W mich vor deinem Thron e⸗ freut Die Krone der Gereth tigkeit. Herr Jesu Chh Ach mit Begier, ach mit I gier Wünsch' ich zu sein, mah Gott, bei dir. 3. Mein alles ist auf dih gericht't; Hab' ich nur dish so frag' ich nicht Nach hin⸗ mel und nach Erden. Dem wär der Himmel ohne dih So könnte keine Lust für mih In tausend Himmeln werden. Wärst du nicht schon ah Erden mein, Möcht' ich auh nicht auf Erden sein; Dem auch die ganze weite Weh Hat nichts, das mir wie du gefällt. Herr Jesu Chus Wo du nicht bist, wo du nich bist, Ist nichts, das mir ⸗ freulich ist. 4. Und sollte mir durh Kreuz und Not, Durch Marter durch Gewalt und Tod Auch Leib und Seel' verschmachten: Dies alles wird, wenn's auh Hölle wär', Mein Glaube doh nichts achten. Du bist und 2. Du leitest mich mi 3 noch mehr, Ja gar wie eine bleibest doch mein Heil Und icht, Ich folge dir, so irr' ie, nicht. meines Herzens Trost und Teil; So wird und muß mich m dberni 5 was my cht s gac rlich, 3 daß dus wohl ge tem Dil eimmst hu 1 an, W Thron er er Gereth Chrß . mit H⸗ sein, meh t auf di nur dith stach Hin n. Dem ohne dich st für nith n werden. schon ah ic uu in; Demn eite Wah r wie du u Chris, o du niht 5 mir a⸗ mir durth h Marter Lod Auch hmachten. nn's auch wie eine aube doch bist und deil Und rost und nd nuß 22 Jesus⸗Lieder. durch dich allein Auch Leib und Seele selig sein. Herr Jesu Christ, Ich hoffe fest ich hoffe fest, Daß deine Kraft mich nicht verläßt. 5. Wer von dir weicht und auf der Welt Dir nicht be⸗ ständig Glauben hält, Muß freilich wohl verderhen Und kann, weil er die Lust und racht Des Fleisches hier zum Himmel macht, Den Him⸗ mel dort nicht erben. Wer Teufeln folgt und ärgerlich In Sünden lebet wider dich Und denket an die Buße nicht, Den bringst du um durch dein und Gab' Iibin Herr Jesu Christ, Und bist dabei und bist dabei Dem, der dir treu ist, ewig treu. 6. Drum halt' ich mich ge⸗ trost zu dir; dich auch zu mir; ist meine Freude. Ich setze meine Zuversicht Auf dich, mein Fels, der nicht zerbricht In Freud' und auch im Leide. Dein Thun soll alles und allein Im Herzen mir und Munde sein, Bis ich dich kann mit Augen sehn; Ach, möchte solches bald geschehn! Herr Jesu Christ, Ich warte drauf, ich warte drauf, Komm, komm, mein Heiland, nimm mich auf! Erdm. Neumeister, geb. 1671 1 1756. Eigene Melodie. 0 43 erzlich lieb hab 2* H dich, o Herr, Du aber hältst dein' Und dies mich, Herr, vor falscher Lehr', Des Satans Mord und Lügen 16⁷ Ich bitt', wollst sein von mir nicht fern Mit deiner Veh und Gnaden! Die ganze Welt erfreut mich nicht, Nach Erd' und Himmel frag' ich nicht, Wenn ich dich nur kann haben. Und wenn mir gleich mein Herz zerbricht, Bist du doch meine Zuversicht, Mein Teil und meines Herzens Trost, Der mich durch sein Blut hat erlöst. Herr Jesu Christ, Mein Gott und Herr, mein Gott und Herr, In Schanden laß mich nimmermehr! 2. Es ist ja dein Geschenk Mein Leib und Seel' und was ich hab' In diesem armen Leben; Damit ich's brauch' zum Lobe dein, Zu Nutz un Dienst des Rächsten mein, Wollst mir Gnade geben! Behüt wehr', In allem Kreuz erhalte mich, Nuf daß ich's trag ge⸗ duldiglich! Herr Jesu hrist, Mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, Tröst' mir mein' Seel' in Todesnot. 3. Ach, Herr, laß dein“ lieb' Engelein Am letzten End' die Seele mein In Abrahams Schoß tragen, Den Leib in sein'm Schlafkämmerlein Gar sanft, ohn' ein'ge Qual und Pein, Ruhn bis zum jüngsten woke Alsdann vom Tod er“⸗ wecke mich, Daß meine Augen sehen dich In aller Freud', o Gottes Sohn, Mein Hei⸗ land und mein Gnadenthron! 168 Jesus Herr Jesu Christ Erhöre mich, erhöre mich! Ich will dich preisen ewiglich. Martin Schalling, geb. 1532 1 1608. Mel. Eins ist not. erzog unsrer 244. H Hastelen Zeuch uns in dein Heiligtum, Da du uns die Stätt' bereiten Und hier im Triumph herum Als deine Erkauften siegpräch⸗ tig willst führen: Laß unsere Bitte dein Herze jetzt rühren! Wir wollen dem Vater als Opfer dastehn Und in der Gemeinschaft der Leiden hin⸗ gehn. Er hat uns zu dir 96 ogen, Und du wieder zu ihm 5 Liebe hat uns überwo⸗ gen, Daß an dir hängt Herz und Sinn. Nun wollen wir gerne mit dir auch absterben em ganzen natürlichen See⸗ lenverderben. Ach, pflanze und setz' uns zum Tode hinzu: Sonst finden wir ewig kein Leben noch Ruh'. 3. Aber hier erdenkt die Schlange So viel Ausflucht überall; Bald macht sie dem Willen bange, Bald bringt sie die Lust zu Fall. Es bleibet das Leben am kleinsten oft kleben, Und will nicht völlig zum Sterben hingeben; Es schützet die besten Ab⸗ 19 90 noch vor, Und bauet o Höhen und Festung empor. 4. Drum, o Schlangen⸗ Lieder. Urteil aus! Brich entzuh des Mörders Pfeile, l den Drachen ganz hinauz Ach, laß sich dein neues ei standenes Leben In uns verblichenes Bildnis eingehen Erzeig dich verkläret un herrlich noch hier, Und bring dein neues Geschöpfe herfür 5. Führe die zerstreuten Sinnen In dich, Jesu, änz lich ein, 21 sie neuen Wuh ewinnen, Nur von dir er⸗ zu sein. Ach, lege de tächte der Hrdit des nieder Erneu're die Kräfte des Geiste uns wieder, Der von den verkläreten Jesu sich nähr ächter sich wehr'. Samen, Der dein Mannes: alter sc i, Daß wir hler in Jesu Namen Stehn bor Gott in Jünglingskraft, Den Bösewicht völlig in dir zu Feinde zu Füßen dir liegen, So soll aus dem Tode dat Leben aufgehn, Und hier noch in völliger Mannheit erstehn. 7. Lebe dann und liebꝰ und labe In der neuen Kreatun Die erneuerte Natur, Erweche Grunde Der Seelen, und Da du dich in all' deinen treter, eile, Führ des Todes noch des ewigen Lebens ge⸗ währst. Und gegen der Gottheit Ver⸗ 6. Stärke deinen zarten besiegen, Daß endlich de Lebensfürst, durch deine Gabe dein Paradies wieder in bringe noch näher die Stunde, Gltedern verklärst, Sie hier — e-58& NR/ xc es Geista ö von den zarten Mannes⸗ wir hier tehn vor aft, Den „dir zu 21 die r liegen; rode da x hier noch erstehn. liebꝰ und Kreatur, ine Gabe 2 8. Gönne uns noch Frist auf Erden, Zeugen deiner Kraft zu sein, Deinem Bilde gleich zu werden Im Tod, und zu nehmen ein Des Le⸗ bens vollkommene Freiheit und Rechte, Als eines vollen⸗ deten Heilands Geschlechte. Der Unglaub' mag denken, wir bitten zu viel, So thust du doch über der Bittenden Ziel. O. Arnold, geb. 1666 4 1714. Eigene Melodie. 245. Henler Priester t du ich Selbst geopfert hast für mich: 1— 90, bitt' ich, noch auf Erden Auch mein Herz dein Opfer werden. 2. Denn die Liebe nimmt nicht an, Was du, Liebe, nicht gethan. Was durch deine Gun nicht gehet, Wird zu ott auch nicht erhöhet. 8. Drum so töt' und schlachte hin Meinen Willen, meinen Sinn, Reiß mein Herz aus meinem Herzen, Sollt's auch sein mit tausend Schmerzen. 4. Trage Holz auf den Altar Und verbrenn' mich ganz und gar, O du allerliebste Liebe; Wenn doch nichts mehr von mir bliebe! 5, Also wird es wohl ge⸗ schehn, Daß der Herr es wird 8. E Also werd' ich noch auf Erden Gott ein liebes Opfer werden. Joh. S er(Angelus Silesius 1 1. Jesus⸗Lieder. 169 Eigene Melodie. 246² Jo bete an die . Macht der Liebe, Die sich in 0 U 4 bart; Ich geb' mich hin freien Triebe, Mit dem i Wurm geliebet ward; Ich will, anstatt an mich zu denken Ins Meer der Hebe mich versenken. 2. Wie bist du mir so sehr ewogen, Und wie verlangt ein hn nach mir! Durch Liebe aunt und stark gezogen, Neigt sich mein alles auch zu dir; Du traute Liebe, gutes Wesen, Du hast mich, ich hab' dich erlesen. 3. Ich fühl's, du bist's, dich muß i ich mu haben; Ich fühl's, für dich nur sein. Nicht im Geschöpf, nicht in den Gaben; Mein 2. de ist in dir allein. Hier ist die Ruh', hier 0 Vergnügen; Drum folg' ich deinen sebgen 9—271 4. Für dich sei ganz mein Herz und Leben, Erlöser, du mein einzig' Gut. Für dich hast du mir's nur gegeben, In dir es nur und selig ruht. aler. steller meines kiefen Falles, Für dich ist ewig Herz und alles. 5. Ich liebt und lebte recht im Zwange, Als ich mir lebte ohne dich, Ich wollte 95 nicht, ach, so lange! Do liebtest du und suchtest mich. O wenn doch dies der Sün⸗ der wüßte! Sein Herz wohl bald dich lieben müßte. 17⁰ 6. O Jesu, daß dein Name bliebe Im Grunde tief ge⸗ drücket ein;„Möcht' deine süße Jesusliebe In Herz und Sinn Werre in sein! In Wort und erk, in 1—— 7 Wesen Sei Jesus und sonst nichts zu lesen. 7. In diesem teuren Je⸗ susnamen Das Vaterherze öffnet sich; Ein Brunn' der Liebe, Fried' und Freude Quillt nun so nah, so mildig⸗ lich. Mein Gott, wenn's doch der Sünder wüßte! Sein Herz alsbald dich lieben müßte. 8. Ehr' sei dem hohen Je⸗ susnamen, In dem der Liebe Quell entspringt, Von dem hier alle Bächlein kamen, Aus dem die sel'ge Schar dort trinkt. Wie beugen sie sich ohne Ende, Wie falten sie die frohen Hände! G. Tersteegen, geb. 1697 1 1769. 247. du mußt mein Nat. bleiben; Will rauhe Not, Welt, Hölle, Tod Mich aus dem Stand der sesten Treue treiben; Nur her, ich halte mich, Mein starker Held, an dich. Hör, was die Sale spricht: Du mußt mein Je⸗ ht bleiben, Ich laß dich nicht 2 Ich laß dich nicht, du allerhöchste Liebe; Wenn Zweifel sich Setzt wider mich; Eigne Melodie. Occh laß dich nicht, Jesus⸗Lieder. Ich kenne deiner Liebe 1— 7 Triebe, Du trugest Schul und Pein, Sollt' ich verurteil sein An jenem Weltgericht Du allerhöchte Liebe, Ich laz dich nicht. 2. Ich laß dich nicht,. süße Seelenstärke, Die mich erlabt, Mit Kraft begabt Wenn ich in mir des Geist Ohnmacht merke. Macht mi der Krankheit Ach Du Schmerzens sznächte wach, D frische Liebe spricht: Du süße Seelenstärke, Ich nicht. 2⸗ 4. Ich laß dich nicht, du Hülf' in allen Wn Joch auf Joch, ich hoffe dohh Auch wolltest du mich töten. Macht wie du willst, weiche nicht von dir; dein Ges icht, Du Hülf in allen Roben Ich laß dich nicht. ich den Segen lass en Nein, Jesu, nein, Du bleibest mein, Dich halt' ich noch, wenn i nichts mehr kann fassen, Na hner Näch te Lauf Geht mit der Segen auf Von dir, dem Segenslicht: Sollt' ich den Segen lassen? Ich laß dich 2*7 Ich laß dich nicht, führ 111 Uac0 deinem Willen, I folge Iuah durch Wohl und Ach allen Paner ich stilen Dir, laß dich mit mir, Ih 5. Sch laß dich nicht, ull Dein weiser Schluß kann wenn es sch eint, Jesu, hang' i 10. Und 2 keine Bahn, Ob auch der ** ebe starz Schulh verurteill ltgericht? Ich lah nicht, du ie mich begabt 8 Geistes acht. Durch ach, Du Du süße laß dih icht, du, en! Leß doffe doch seint, alh Machs, mir, Dertl R in aß dith cht, sollb 12 Nein, dest mein, wenn ich sen, Nach Geht mit dir, dem ich den laß dich il 190 ö illen, ohl— hluß kann n. Dir, ud fürchte der Dom IEAIN Jesus⸗Lieder. Führ' mich nach lamm, Als meinen Bräu⸗ 17¹ deinem Willen, Ich laß dich tigam. nicht. 70 Ich laß dich nicht, auch in dem Schoß der Freude; Denn wenn ich mich Seh) ohne dich, So ist die Lust mir eine Wermutweide. Mir graut vor ihrer Kost, Wenn nicht von deinem Trost Mein Herz durchsüßet spricht Auch in dem Schoß der Freude: Ich laß dich nicht. 8. Ich laß dich nicht, mein Gott, mein Herr, mein Leben; Mich reißt das Grab Von dir nicht ab, Der du dich hast für mich in Tod Hedebei. Du starbst aus Liebe mir: Ich sag' in Liebe dir, Auch wenn das Herz zerbricht, Mein Gott, mein Herr und Leben: Ich laß dich nicht. Wolfg. Christ. Deßler, geb. 1660 1 17²2. Eigene Melodie A. Jutge 9 will dich * 0 lieben, meine Stärke, Ich will dich lieben, meine Zier, Ich will dich lie⸗ ben mik dem Werke Und im⸗ merwährender Begier; Ich will dich lieben, schönstes Licht, Bis mir das Herze bricht. 2. Ich will dich lieben, o mein Tahen, Als meinen aller⸗ besten Freund; Ich will dich lieben und erheben, So lange mich dein Glanz bescheint; Ich will dich lieben, Gottes⸗ TTT 3. Ach, daß ich dich so spät erkennet, Du hochgelobte Schönheit, du! Und dich nicht eher mein genennet, Du höchstes Gut und wahre 255 Es ist mir leid und bin be⸗ trübt, Daß ich so spät ge⸗ liebt. 4. Ich lief verirrt und war verblendet; Ich suchte dich und fand dich nicht: Ich hatte mich von dir gewendet Und liebte das Aes hasend Licht: Nun aber ist's durch dich geschehn, Daß ich dich hab' ersehn. 5. Ich danke dir, du wahre Sonne, Daß mir dein Glanz hat Licht gebracht; Ich danke dir, du Himmelswonne, Daß du mich froh und frei gemacht. Ich danke dir, du güldner Mund, Daß du mich machst gesund. 6. Erhalte mich auf deinen Stegen, Und laß mich nicht mehr irre gehn: Laß meinen Fuß in deinen Wegen Nicht straucheln oder stille stehn; Erleucht' mir Leib und Seele ganz, Du starker Himmels⸗ glanz! 7. Gieb meinen Augen süße Thränen, Gieb meinem Her⸗ zen keusche Brunst; Laß meine Seele sich gewöhnen, Zu üben in der Liebeskunst; Laß mei⸗ nen Geist, Sinn und Ver⸗ stand Steis sein zu dir ge⸗ wandt. 17² 8. Ich will dich lieben, meine Krone, Ich will dich lieben, meinen Gott; Ich will dich lieben ohne Wt Auch in der allergrößten Not; Je will dich lieben, schönstes Licht, Bis mir das Herze bricht. Joh. Scheffler,(Angelus Silesius), geb. 1623 f 1677. Eigene Melodie. 249 Jesu, komm doch * 0 selbst zu mir Und verbleibe für und für; Komm doch, werter Seelen⸗ freund, Liebster, den mein Herze meint. 2. Tausendmal begehr' ich dich, Weil sonst nichts ver⸗ nüget mich; Tausendmal schre ich zu dir: Jesu, Jesu, komm zu mir. 3. Keine Lust ist auf der Welt, Die mein Herz den stellt; Jesu, nur dein Nahesein Nenn' ich meine Lust allein. 4. Aller Engel Glanz und Pracht, Und was ihnen Freude macht, Ist mir, süße Seelen⸗ 1645. hne dich nur Herze⸗ eid. 5. Nimm nur alles von mir hin, I9 verändre nicht den Sinn: Du, o Jesu, Unde ln Ewig meine Freude ein. 6. Keinem andern 8. ich zu, Daß ich ihm me Jesus⸗Lieder. ein, Dich alleine nenn' mein. 7. Dich alleine, Goti Sohn 22 ich meine Run und Lohn: Du für mich he⸗ wund'tes Lamm Bist alleh mein Bräutigam. 8. O so komm denn, süßg Sh Und vermindre meinn Schmerz; Denn ich schreiefs und für: Jesu, Jesu, konn zu mir. 9. Nun, ich warte mit ge⸗ duld, Bitte nur um dist Huld, Daß du einst in Todet⸗ 5iu. Wollest ganz mein Jesh ein. Joh. Scheffler(Angelus Silesuh geb. 1623 4 167. Eigene Melodie. 250. Jesu, meine * Freude,M nes Herzens Weide, Jash meine Zier! Ach wie lang, ach lange Ist dem Herzen bange und verlangt nach dil Gottes Lamm mein Bräutt Eude Außer dir soll mir au Erden Nichts sonst Lieben werden. 2. Unter deinem Schirmen Bin ich vor den Stürmen Aller Feinde frei; Laß den Satan wittern, Und die Vell erschüttern, Mir steht Jehu bei, Ob es jetzt Hut kracht und blitzt, Ob gleich Sünd und Hölle schrecken, Feuz will mich decken. 3. Trotz dem alten Drachen, n Her, aufthu'; Dich alleine laß ich Trotz dem Todesrachen, Trah 17* Jesus⸗Lieder. 17³ der Furcht dazu! Tobe, Welt, ergeben, Jetzt und bis in und springe, ch steh' hier Ewigkeit. Meinen Gott will und singe In at sichrer ich dich nennen Und vor aller Ruh'. Gottes Ma ht hält mich Welt bekennen, Daß ich dein in Acht; Erd' und Abgrund bin, und du mein; Ich will nich te muß sich scheuen, Ob sie noch keines andern sein! hist als. so dräuen. 2. Deine Güt' hat mich ‚ 4. Weg mit allen Schätzen, umfangen, Eh' als mich die nn, sih. Du bist mein Ergötzen, Jesu, Welt umfing; Du bist mir e meing meine Lust! Weg, ihr eitlen schon nachgegangen, Als an schries. Ehren, Ich mag euch nicht Mutterbrust ich hing; Bin su, komn hören, Bleibt mir unbewußt! etauft auf deinen Namen, Eelend, Not, Kreuz, Schmach Bin gezählt zu deinem Samen; e mit He. und Tod Soll mich, ob ich Ich bin dein, und du bist um hit“ viel muß leiden, Nicht von mein; Ich will keines andern in Todk. Iesu scheiden. ein! iein Jesiz 5. Gute Nacht, o Wesen. 3. Irr' ich, sucht mich deine Das die Welt erlesen, Mir Liebe; Fall'wich, hilfet sie mir Silesa efüllst du nicht; Gute Nacht,) auf; Vt es, daß ich mich be⸗ ihr Sünden, Bleibet weit da⸗ trübe, Tröst't sie mich in mei⸗ hinten, Kommt nicht mehr nem Lauf; Bin ich arm, giebt e. ans Licht. Gute Nacht, du mir Güter; Schlaf' ich ein, 7⁷ Siolz und Pracht, Dir sei sie ist mein Hüter. Ich bin ein, und du bist mein; Ich mein anz, o Lasterleben, Gute ude, Mez Nacht gegeben. will keines andern sein! de, Jin 6. Weicht, ihr Trauergeister,‚] 4. Dein Geist zeiget mir das Erbe, Das mir droben beigelegt; Ich weiß, wenn ich heute sterbe, Wo man meine ie Ing Denn mein Freudenmeister 1 Herzen Jesus tritt herein Denen, nach dirl die Gott lieben, Muß auch Bräutk ihr Betrüben Lauter Freude Seel hinträgt. Zu dir, Jesu, mir auf sein. Duld' ich schon hier in die Freude; 9 daß Liebent Spott und Hohn Dennoch mich was von dir scheide! 00 bleibst du auch im Leide, Jesu, Ich bin dein, und du bist Schirmen meine Freudel mein; Ich will keines andern Stürmen Joh. Frank, geb. 1618 1677. sein! Laß dan 5. Dieses alles ist gegründet 1 395 Nicht 25D08 Verdienst und esu Werk; as mein Herz an ch krach Wel. Jisu, meines Leden. Trost empfindet, WSs an Siünd 251 Jesu, meiner Fried' und Freud' und Stärk', „Ns* 8 Seele Leben,. Herr, das dank' ich deinem Meines Herzens höchste lute, Das allein kommt mir ů—0— Freud', Dir will ich mich ganz zu gute. Ich bin dein, und ; AHA³haee Jesus⸗Lieder. du bist mein; Ich will keines Dui Schützet mich ganz wm erlich. andern sein; 6. Drum ich sterbe oder. 7. Muß ich dulden Hohh lebe, Bleib' ich doch dein und Spott Um den Hem Eigentum. Dir, Herr, ich und sein Gebot: Jesus gich mich ganz ergebe; Du bist mir Kraft und Macht, Daß it meiner Seele Ruhm, Meine allen Spott nicht acht'. Zuversicht und Freude, Und 8. Drum, o Jesu, will mein Trost in allem Leide. dich Immer lieben festigich Ich bin dein, und du bist Du, o Jesu, sollst allein Mi⸗ mein, Ich will keines andern ner Seele alles sein. sein! 9. Endlich, laß, du höchstz Christian Scriver, geb. 1629 f 1693. Gut, Jesu, laß dein teuntt Blut, Deine Wunden, deim Wer delu, komm doch selbst zu mir. Pein Meinen Trost im Toh ein. 252 Jesu, meiner Seele Lucas Backmeister, geb. 1578 f 100 beß 20 Ruh' A 29 0 ester Schatz dazu, Alles bist Eigen ie. du mie allein, Sollt auch. ö ferner alles sein. 253 esus, Jesus 2. Liebet jemand in der 55 N nichts a6 Welt Edle Schätze, Gut und Jesus Soll meinn Wunsch sein Geld: Jesu und sein teures und mein Ziel; Jetzund mach Blut Ist mir mehr denn alles ich ein Verbündnis, Daß ich will, Gut. was Jesu will; Denn mein 3. Stellen meine Feinde sich Herz mit ihm erfüllt, Rufet Oeffentlich gleich wider mich: nur: Herr, wie du willll Jesus reißt aus aller Not,‚ 2. Einer ist es, dem ich Sieget über Höll' und Tod. lebe, Den ich liebe früh und 4. Bin ich krank, und ist spat; Jesus ist es, dem ich kein Mann, Der die Schwach⸗gebe, Was er mir gegeben hat. heit heilen kann: Jesus will Ich bin in dein Blut verhüllt; mein Arzt in Pein Und mein Führe mich Herr, wie du willt. treuer Helfer sein. 3. Scheinet was, es sei mein 5. Bin ich nackend, arm Glücke, Und ist doch zuwider und bloß, Und mein Vorrat dir: Ach, so nimm es bald ist nicht groß: Jesus hilft zur zurücke; Jesu, gieb, was nütze rechten Zeit Meiner armen mir. Gieb dich mir,; 22.— ö Dürftigkeit. mild; Nimm mich dir, Herr, 6. Muß ich in das Elend wie du willt! fort, Hin an einen fremden 4. Und vollbringe deinen Ort: Jesus sorget selbst für Willen. In, durch, an mir — n, dein im Tode 78 1 1 u willtl sei mein zuwider 28 bald 8 nützet r F. Herr, deinen n mir, Jesus⸗Lieder. 17⁵ o mein Gott. Deinen Willen lich halten Und in allem lassen laß erfüllen Mich im Leben, walten, Es sei Leben oder Freud und Not, Sterben als Tod: Jesus hilft aus aller Not. dein Ebenbild, Herr, wann, 4. Jesum will ich bei mir wo und wie du willt! haben, Wenn ich gehe aus und 5. Sei auch Jesu, stets ge⸗ein Seines Geistes Trost und prlesen, Da du dich und viel Gaben Ruhn in meines Her⸗ dazu Hast geschenkt und mir zens Schrein; Ja, wenn i erwiesen, Baß ich sing' in zu Bette gehe, Oder wiederum selger Ruh;: Es geschehe mir, aufstehe, Bleibt doch Jesus, mein Schild, Wie du willt! früh und spat Meiner Seele Herr, wie du willt! Schutz und Rat. Ludämilia Elisabeth, 5. Jesum will ich lassen Schwarzburg Rudolse raten, Der am besten raten gest. 1672 kann; Er gesegne meine Tha⸗ ten, Die ich fröhlich fange an, Daß in seinem teuren Namen Alles glücklich sei und Amen; So wird alles werden gut, Venn nur Jesus Hülfe thut. esus liegt mir stets im Sinn: 6. Jesus, meiner Jugend Von ihm will ich nimmer Leiter Und Regierer meiner wanken, Weil ich hier im Le⸗ Sinn', Wird auch sein mein ben bin. Er ist meiner Au⸗JTrostbereiter, Wenn ich alt en Weide, Meines Herzens und traftlos bin, Wenn sich öchste Freude, Meiner Seele krümmen meine Glieder Und schönste Zier; Jesum lieb ich die Lebenssonn' geht nieder, sin und für. Wenn verdunkelt mein Gesicht: 2. Jesus funkelt mir im Meinen Jesum laß ich nicht. Herzen, Wie ein güld'nes Ster⸗ 7. Jesus soll in allen Lei⸗ nelein; Er vertreibt mir Angst den Mein getreuer Beistand und Schmerzen, Er ist mein, sein; Nichts, nichts soll mich und ich bin sein; Drum er⸗ von ihm scheiden, Es soll keine grei' ich ihn mit Freuden, Herzenspein, Keine Trübsal, Wenn ich soll von hinnen keine Schmerzen Reißen ihn scheiden; Er ist meines Lebens aus meinem Herzen: Licht: Jesum laß ich von mir mir gleich mein Herz zer⸗ bricht, Laß ich dennoch Fesum nicht. 8. Jesu leben, Jesu sterben, Jesu einzig eigen sein Und mit Jesu dorten erben: Dies ist mein Gewinn allein. Jesu Gräfin zu dt, geb. 1640, Mel. Alle Menschen müssen sterben. 254 48 schwebt mir in Gedanken, nicht. 3. Jesu habe ich geschworen, Da ich von den Sünden rein Und von neuen: ward gebo⸗ ren In der heil' gen Taufe mein; Ihm will ich's auch treu⸗ 176 JesusLieder. will ich sein und bleiben, Nichts, nichts soll mich von ihm treiben; Laß ich gleich Gut, Blut und Ehr', Jesum dennoch nimmermehr. Wesel 1692. ergeb' ich mich, Dein zu I ben ewiglich. i 6. Liebe, die mich ewig h. et, Die für meine Seele bin Liebe, die das Lösgeld gieb. Und mich kräftiglich verteih Liebe, dir ergeb' ich mit Dein zu bleiben ewiglich. 7. Kebe, die mich wird Mel. Komm, o komm, du Geist des Sterblichkeit, Liebe, die n 255 Libe, die du wird umstecken Mit dem Lauh mich zum Bilde der Herrlichkeit: Liebe, dir er Deiner Gottheit hast uide geb' ich mich, Dein zu bleiben Liebe, die du mich 10 milde ewiglich. Nach dem 00 hast wieder⸗ Johann Scheffler(Angelus Silestug) bracht: Lie e, dir ergeb' ich geb. 1624 1677. mich, Dein zu bleiben ewiglich. 2. Liebe, die du mich er⸗ koren, Eh', als ich geschaffen war, Liebe, die du on geboren Und mir gleich wardst ganz und gar: Liebe, dir er⸗ gebꝰ. mich, Dein zu bleiben . ewigli Klettenweis an ihm zu kleben; 3. Liebe, die für mich ge⸗Er ist meines Lebens Licht, litten Und gestorben in der Meinen Jesum laß ich nicht. Zeit, Liebe, die mir hat er⸗ ich nimmer stritten Ew'ge Lust und Se⸗ nicht, Weil ich soll auf Erden ligkeit: Liebe, dir ergeb' ich leben, Ihm hab' ich voll Zu⸗ mich, Dein zu bleiben ewiglich. versicht, Was ich bin und hab, 4. Liebe, die du Kraft und ergeben, Alles ist auf ihn ge⸗ Leben, Licht und Wahrheit, richt't, Meinen Jesum laß ich Geist und Wort, Liebe, dienicht. sich eeelele Mir 465 Heil 3. Haß vergehen das Gesicht, und Seelenhort: L ebe, dir Hören, Schmecken, Fühlen ergeb' ich mich, Dein zu blei⸗ weichen; Laß das letzte Tages⸗ ben ewiglich. licht Mich auf 2— Welt er⸗ 5. Liebe, die mich hat ge⸗ reichen; Wenn der ebensfaden bunden, An ihr 8560 mit Leib bricht, Meinen Jesum laß ich und Sinn, Lie e, die mich nicht. überwunden Und mein Herz 4. Ich werd' ihn auch lassen nun dahin ge⸗ Eigne Melodie. Weil er sich für mich gegeben, So erfordert meine Ki hat ganz dahin: Liebe, di nicht, Wenn ich wecken Aus dem Grab 0 256. Mazeh ö Chris M 2. den Laß wer Sti aus Sch in zu 0 ewig se held giebe vertuith ich nit iglich. wird a Grab du die mi pem au e, dir er su bleibg Silesiug) ö nJesun ich nichtl Iilhn icht, Haan Licht, h nicht nimmer r Zu⸗ d hab, hn ge⸗ laß ich Besicht, rühlen ages⸗ elt er⸗ faden iß ich lassen n ge⸗ 171 217* Jesus⸗Lieder. nget, Wo vor seinem An⸗ deiht Meiner Väter Glauben pranget; Mich erfreut sein Angesicht, Meinen Jesum laß ich nicht. 15 Uicht nach Welt, nach Himmel nicht Meine Seele wünscht und stöhnet; Jesum wünscht sie und sein Licht, Der mich hat mit Gott versöhnet Und befreiet vom Gericht, Meinen Jesum laß ich nicht. 6. Jesum laß ich nicht von mir, Geh' ihm ewig an der Seiten; Christus läßt mich für und für Zu dem Lebensbäch⸗ lein leiten. Selig, der mit mir o spricht: Meinen ZJesum laß ich uicht. Christian Keymann, geb. 1607 T 1662. Mel. Jesu, der du meine Seele. Joh. 10. 14. 27. Jesu frommer 257⁷. 0 Menschenher— den Guter und getreuer Hirt, Laß mich auch dein Schäflein werden, Das dein Stab und Stimme führt. Ach, du hast aus Lieb' dein Leben Für die Schafe hingegeben Und du gabst es auch für mich: Laß mich wieder lieben dich. 2. Herden ihre Hirten lie⸗ ben, Und ein Hirt liebt seine Herd'; Laß uns auch so Liebe üÜben, Du im Himmel, ich auf Erd'. Schallet deine Lieb' hernieder, Soll dir meine schallen wieder; Wenn du rufst: ich liebe dich, Ruft mein Herz: dich liebe ich. 297 17⁷ 3. Schafe ihren Hirten ken⸗ nen, Dem sie auch sind wohl⸗ bekannt; Laß mich auch— dich entbrennen, Wie du bist für mich entbrannt. Als des argen Wolfes Rachen Mich ur Beute wollte machen, tiefest du: ich kenne dich, Ich auch rief; dich kenne ich. 4. Herden ihre Hirten hö⸗ ren, Folgen ihrer Stimm' al⸗ lein. Hirten sich zur Herde kehren, Wenn sie rufen groß und klein; Wenn du rufest, laß mich eilen, Wenn du dräuest, nicht verweilen, Laß mich horchen stets auf dich, Jesu, höre du auch mich. „Höre, Jesu, und erhöre Meine, deines Schäfleins, Stimm'; Mich auch zu dir schreien lehre, Wenn sich naht des Wolfes Grimm; Laß mein Schreien dir gefallen, Deinen Trost herniederschallen, Wenn ich bete, höre mich; Jesu sprich: Ich höre dich. 6. Höre, Jesu, und erhöre, Wenn ich ruf', anklopf' und schrei,, Jesu, dich von mir nicht kehre, Steh mir bald in Gnaden bei. Ja, du hörst; in deinem Namen Ist ja alles Ja und Amen. Nun ich glaub' und fühle schon Deinen Trost, o Gottes Sohn! Siegmund von Birken, geb. 162641681. Mel. Gott des Himmels. 258 Menes Lebens beste Freude Ist der Himmel, Gottes Thron; 17 Meiner Seele Trost und Weide Ist mein Jesus, Gottes Sohn; Was mein Herze recht erfreut, Ist in jener Herrlichkeit. 2. Andre mögen sich er⸗ quicken An den Gütern dieser Welt, Ich will nach dem Him⸗ mel blicken Und zu Jesu sein gesellt: Denn der Erde Gut vergeht, Jesus und sein Reich besteht! 3. Reicher kann ich nirgends werden, Als ich schon in Jesu bin. Alle Schätze dieser Er⸗ den Sind ein schnöder Angst⸗ ewinn. Jesus ist das rechte Gut, Das der Seele sanfte thut. 4. Glänzet gleich das Welt⸗ gepränge, Ist es lieblich an⸗ zusehn, Währt es doch nicht in die Länge, Und ist bald darum geschehn: Plüötzlich pfleget aus zu sein Dieses Lebens Glanz und Schein. 5. Aber dort des Himmels Gaben, Die mein Jesus inne hat, Können Herz und Seele laben, Machen ewig reich und satt. Es vergeht zu keiner Zeit Jenes Lebens Herrlichkeit. 6. Rost und Motten, Raub und Feuer Schaden auch der Freude nicht, Die mein Jesus, mein getreuer, Und sein Him⸗ mel mir verspricht; Dort ist alles abgethan, Was die Seele kränken kann. 7. Einen Tag bei Jesu sitzen Ist viel besser als die Welt Tausend Jahr' in Freuden nützen; Aber ewig sein gestellt Zu des Herren rechter Hand, JesusLieder. ö 8. Trinken, Essen, Tanzaz Springen Labet meine Sal nicht; Aber nach dem Himm ringen Und auf Jesum seh gericht't, Ist der Seele schönst Zier, Geht auch aller Freug für. 9. Ach! so gönne mir di Freude, Jesu, die dein Hin, mel hegt, Sei du selber mein Weide, Die mich hier und don verpflegt, Und, in dir nah froh zu sein, Nimm mich ih den Himmel ein. Salomo Liscovius, geb. 1640 4 19 Bleibt ein auserwählter Stan. Eigne Melodie. 259. MeE nen Im Glanz der höchstn Majestät Selbst mit bedecken Antlitz dienen, Wenn dein Befehl an sie ergeht: sollten blöde Fleischesaugnn Die der verhaßten Sünden Nacht Mit ihrem Schatten trüb' gemacht, Dein helles Licht zu schauen taugen? 2. Doch gönne meinen Glau⸗ bensblicken Den Eingang in dein Heiligtum, Und laß mih deine Gnad' erquicken Zu ma⸗ nem Heil und deinem Ruhm; Reich deinen Seepter meinet Seele, Die sich in Demut vor dir neigt Und dir als deie Braut sich zeigt; Sprich, jo, du bist's, die ich erwähle. 3. Sei gnädig, Jesu, voller Güte Dem Herzen, das na Darn anze ine 80. Himms sum sen le schͤnse r Freuht mir ge sein Hin⸗ ber mein und don dir rahl mich i 6⁴0 11 Jesu, den Seraphi⸗ höchfen bedeckten enn dein ht: W hesaugen Sünden genꝰ ien Glau⸗ ngang in laß mich Zu ma⸗ n Ruhm, meiner emut vor als deine prich, j ähle. u, voller das nach 2272222 Jesus⸗Lieder. Hnade lechzt! Hör', wie die ung und das Gemüte: Gott 0 mir Armen gnädig! ächzt. Ich weiß, du kannst mich nicht berstoßen, Wie könntest du un⸗ nädig sein Mir, den dein lut von Schuld und Pein Crlöst, da es so reich ge⸗ flossen? 4. Ich fall' in deine Gna⸗ denhände Und bitte mit dem Glaubenskuß: Gerechter Kö⸗ nig, wende, wende Die Gnade zu der erzensbuß'! Ich bin erecht durch deine Wunden; s ist nichts Sträflich's mehr an mir; Bin aber ich versöhnt mit dir, So bleib' ich auch mit dir verbunden. 5. Ach, laß mich deine Weisheit leiten Und nimm ihr Licht nicht von mir weg, Stell deine Gnade mir zur Seiten, Daß ich auf dir beliebtem Ham Beständig bis ans Ende wandle, Damit ich auch zu dieser Zeit In Lieb' und Her⸗ ensfreudigkeit Nach deinem ort und Willen handle. 6. Reich mir die Waffen aus der Höhe Und stärke mich durch deine Macht, Daß ich im Glauben sieg' und stehe, Wann Stärk' und List der Feinde wacht: So wird dein Gnadenreich auf Erden, Das uns zu deiner Ehre führt Und endlich gar mit Kronen ziert, Auch in mir ausgebreitet werden. 7. Ja, ja, mein Haöt will dich umfassen, Erwähl' es, berr, zu deinem Thron! Hast 179 du aus Lieb' eh'mals verlassen Des Himmels Pracht und deine Kron': So würd'ge auch mein Herz, o Leben, Und laß es deinen Himmel sein, Bis du, wann dieser Bau fällt ein, Mich wirst in deinen Himmel heben. 8. Ich steig' hinauf zu dir im Glauben; Steig' du in Lieb' herab zu mir; Laß mir nichts diese Freude rauben, Erfülle mich nur ganz mit dir! Ich will dich fürchten, lieben, ehren, So lang' in mir der Puls sich regt; Und wenn derselb' auch nicht mehr schlägt, So soll doch noch die Liebe währen. Wlfg. Christoph Deßler, geb. 1660, gest. 1722. Mel. So ist denn nun die Hütte. 260 MensSalomon * dein freund⸗ liches Regieren Stillt alles Weh, das meinen Geist be⸗ schwert; Wenn In zu dir mein blödes Herze kehrt, So läßt sich bald dein Friedensgeist verspüren. Dein Gnadenblick zerschmelzet meinen Sinn Und nimmt die Furcht und Unruh' von mir hin. 2. Gewiß, mein Freund giebt solche edle Gaben, Die alle Welt mir nicht verschaffen kann. Schau an die Welt. schau ihren Reichtum an; Ei ) Friedefürst. 18⁰ Jesus⸗Lieder. kann 14 nicht die müden See⸗ ů len laben. Mein Jesus kann's; ö er thut's im 2.4—— Wenn alle Welt zurücke tehen muß. 3. O süßer Freund, wie wohl ist dem Gemüte, Das im Gesetz sich so ermüdet hat Und nun zu dir, dem Seelen⸗ leben, naht, Und schmeckt in dir die wundersüße Güte, Die alle Angst, die alle Not ver⸗ schlingt, Und unsern Geist zu sanfter Ruhe bringt! 4. Gewiß, mein Freund, wenn deine Liebeszeichen Mein armes Herz so sänftig⸗ lich durchgehn, Co kann in mir ein reines Licht entstehn, ö Durch das ich kann das Vater⸗ herz erreichen, In dem man nichts als nur Vergebung spürt, Da eine Gnadenflut die andre rührt. 5. Je mehr das Herz sich zu dem Vater kehret, Je mehr es Kraft und Seligkeit genießt, Daß es dabei der Eitelkeit vergißt, Die sonst den Geist gedämpfet und beschweret; Je mehr das Herz den süßen Vater schmeckt, Fe mehr wird es zur Heiligkeit erweckt. 6. Der Gnadenquell, der in der Seele fließet, Der wird in ihr ein Brunn' des Lebens sein, So in das Meer des Lebens springt hinein Und Lebensströme wieder von sich Wißt Behält in dir dies asser seinen Lauf, So geht in dir die Frucht des Geistes auf. Herren Klarheit spiegelt, Freundlichkeit aus seinem i⸗ gesicht, So wird dadurh zeben angericht't, Die Huh lichkeit der Weisheit wird ⸗ soiches Ja selbst dein Heui olches Bild verklärt, Unde Kraft der Sünden abgelth 8. Was dem Gesetz unni lich war zu geben, Das hun alsdann die Gnade selbstiz für. Sie wirket Lust zur g ligkeit in dir Und ändert n und nach dein ganzes Lahg Indem sie dich aus Krasth Kräfte führt Und mit Gahnl und Langmut dich regiert 9. Es müsse doch mein 6—0 nur Christum schauen! V. Der mich, mein Aufgang a er Höh', Daß ich 05 Ai in deinem Lichte seh' iu könne schlechterdings derGnnt trauen: Kein Fehler sch groß und schwer in mir, I. mich von solchem Blick i Liebe führ'. 10. Wenn meine Shll mich vor dir niederschlä Und deinen Geist der Kih⸗ 9930 in mir dämpft; Man as Gesetz mit meinem Gl⸗ ben kämpft Und lauter Mog und Furcht in mir erregeh So laß mich doch dein Mi⸗ terherze sehn Und neue Raus und Zuversicht entstehn. 11. So ruh' ich nun, man Heil, in deinen Armen, d selbst sollst mir mein ewgn Friede sein; Ich hülle michn deine Gnade ein, Mein El⸗ Wenn sich in dir des ment ist einzig dein Erhar iegell seinem s. se selbsthz st zur gi ändert nn nzes Lah 18 Krast! mit Gedulh regiert. mein he uihn Aufgang a 38 36 seh' su S derGnnt hler saä n mir, v Blick da ne Schll iederschligh der Küb⸗ pft; Ven nem Gat⸗ uter Nugs lir erregeh dein Mu⸗ neue Kut tehn. nun, mah rmen, v ein ewhn ille michu Mein El⸗ in Erbah⸗ 22222 Jesus⸗Lieder. 18¹ men, Und weil du mir mein erquicken wird er dich, Wie ein und alles bist, So ist's es niemand kann. Drum genug, wenn dich mein Geist komm herzu. Trägst du gleich genießt. der Leiden viel, Gott setzt Chrislan Friedr. Richter, geb. 1676, allem Leid ein Ziel. Gott ist gest. 1711. die Ruh'. 6. ber, r kommt Fem lt ält. Ciane Melobie oder ben her, er nur Jesum h Jesus machet leicht, was Seele, was ist Schönres wohl. schwer, Richtet auf, was fällt. 261 Rise ist das Sein Geist bringt Ruh; Gieb * beste Gut, Das im Glauben Herz und Sinn man haben kann; Stille und Gottes Geist zu eigen hin. ein guter Mut Steigen him⸗Gott ist die Ruh'. melan. Die suche du; Hier und 7. Ruhe 655 sich aller⸗ dort ist keine Ruh', Als bei meist, Wo Gehorsam blüht: Gott, ihm eile zu. Gott ist Ein in Gott ergeb'ner Geist die Ruh', Macht ein still' Gemüt, Wirkt 2. Ruhe suchet jedermann, Seelenruh'. Selig ist, der Allermeist ein Christ. Denk also liebt, Daß er Gottes auch du, mein Herz, daran, Willen übt. Gott ist die Ruh'. Vo du immer bist. O suche 8. Ruhe hat, wer willig Ruh'; In dir selber wohnt trägt ů sanftes Joch; sie nicht; Such mit Fleiß, Alle Last, ie er I5 4. Dit was dir gebricht. Gott ist ja lieblich doch, Un scha et die Ruh'. uh'. Trage still die 4. 3. Ruhe giebet nicht die des Herrn, Gottes Hülf' ist Welt, Ihre Freud⸗ und Pracht. dir nicht fern. Gott ist die Nicht giebt Ruhe Gut und Ruh'. Geld, Lust, Ehr', Gunst und 9. Nun, ⁰ suche Ruh', mein Macht, Drum siehe zu; Wer Herz, 2— sei dein Gewinn. aus Gott geboren it, Sieht 0f und steige himmelwärts auf das, was droben ist. Gott Auf zu Jesu hin. Er ist die ist die Ruh'. Ruh⸗ Hier und dort keine 4. Ruhe geben kann allein Ruh', Als bei Gott, ihm eile Jesus, Gottes Sohn, Der uns zu. Gott ist die Ruh'. alle ladet ein Vor des Him⸗ Nach J. C. Schade. mels Thron Zur wahren Ruh'. Wer den Ruf vernom⸗ Mel. Ich ruf' zu dir, Herr. men hat, Gehe ein zur Got⸗ beun Goß di Ruh'. 262 O Jesu Christ, Ruhe beut er 1. Aud* mein schönstes Den Mühselgen an. Und Licht, Der du in deiner Seelen 182 wohne; Gieb, daß ich deine ine um und schön Ist, Holnn nichts andres denken mich, bliebe. Ohn' End' mich möcht' er⸗Erden verspeit und sehr verwund't: heulen. Jesus⸗Lieder. So hoch mich liebst, daß ich Ach, laß mich deine Wung es nicht Aussprechen kann noch Alle Stunden Mit Lieb' ti de din w Gieb, daß mein Herz Herzensgrund Auch reizen u h ich wiederum Mit Lieben und verwunden. Verlangen Mög' umfangen 6. Dein Blut, das dir u. Und als dein Eigentum Nur gossen ward, Ist köstlich gd einzig an dir hangen. und reine, 2. Gieb, daß sonst nichts in gegen böser meiner Seel' Als deine Liebe gleich einem Steine. Ach lhl boch deines Blutes Au i Lieb' erwähl' Als meine Lust Mein hartes Herze zwing. und Krone. Stoß alles aus, Wohl durchdringen, Und dieth nimm alles hin, Was mich Lebenssaft Mir deine H und dich will trennen Und bringen. nicht gönnen, Daß all' mein 7. O daß Mut und Sinn In deiner Kind Mit Liebe brennen. ginge, So lange, bis dein Hehl 3. Wie freundlich, 410 süß entzünd't, Bis mich dein m e singe, Und deine Seeb i Liebe! Wo diese wohnt, kann mein Gemüt In voller sise nichts entstehn, Das meinen Liebe Sich erhübe, Und a Geist betrübe. Drum laß deiner Güt' Ich stets vereinih Nichts sehen, fühlen, hören, 8. Mein Trost, mein Schah Lieben, ehren, Als deine Lieb' mein Licht, mein Heil, Mah und dich, Der du sie kannst höchstes Gut, mein Leben! A vermehren. nimm mich auf zu deinen 4. O, daß ich dieses hohe Teil; Dir hab'ich mich ergeben Gut Möcht' ewiglich besitzen Denn außer dir ist laute O, daß doch diese edle Glut Pein, Ich find' hier auf de Beschwerden, hitzen! Ach, hilf' mir wachen Nichts kann mir tröstlich sein ö Tag und Nacht Und diesen Nichts meine Freude werden. 90 Schatz bewahren Vor den 9. Du aber bist die recht“ Taf Scharen, Die wider uns mit Ruh', In d Macht Aus Satans Reiche Freude; Gie fahren. immerzu Mein Herz in du 5. Mein Heiland, du bist sich weide. Sei meine Flamm mir zu gut In Not und Tod und brenn' 71dehen Und hast am Kreuz Balsam wollest eilen, Linden, n deinem Blut Für meine heilen Den Jammer, der all Sünd' and sehr Verhöhnt, hier Mich seu ir ist Fried' und b Jesu, gieb, daß in mir; Mein szen macht und t Liebez reizen n se zwingg Und W eine Lih ein klein dir natz dein dig dein Am e Seeb in oller sisn. Und als S vereinig ein Schn eil, Mel eben! A u deinen hergeben ist lautn er auf den chwerden; stlich sein, e werden, die recht ried' und gieb, dah 3 in di Flamm Mein Lindem der all⸗ acht und 171 71 ne Wun Jesus⸗Lieder. 188 10. Was ist, o Schönster, Liebestreu', 915 Jesu, bei das ich nicht An deiner Liebe mir stehen, Trost zuwehen, ube? Sie ist mein Stern, Daß ich Senh und frei Mög' mein Sonnenlicht, Mein Buell, in dein Reich eingehen. Iaich mich labe; Mein süßer Paul Gerhardt, geb. 1607 f 1676. Vein, mein Himmelsbrot, Nein Kleid vor Gottes Throne, Mel. Wie schön leuchtet Meine Krone, Mein Schutz in 0 Ualler Not, Mein Haus, darin 263 O Jesu, Jesu, ich wohne.* h Gottes Sohn, II. Ach, liebste Lieb', wenn Mein Bruder und mein Gna⸗ du entweichst, Was hilft's denthron, Mein Schatz, mein' mir, sein geboren? Wenn du Freudꝰ und Wonne! Du mir deine Lieb' entzeuchst, Ist weißt es, daß ich rede wahr, all' mein Gut verloren. So Vor dir ist alles sonnenklar, gieb, daß ich dich, meinen Und klarer als die Sonne: Gast, Wohl such' und bester⸗ Derdich Lieb' ich Mit Gefal⸗ maßen Möge fassen, Und, wenn len dich vor allen, nichts auf ich dich gefaßt, In Ewigkeit Erden Kann und mag mir nicht lassen. lieber werden. 12. Du hast mich je und 2. Dies ist mein Schmerz, je geliebt Und auch nach dir dies kränket mich, Daß ich nicht ezogen; Eh' ich noch etwas g'nug kann lieben dich, Wie Hats geübt, Warst du mir ich dich lieben wollte. Ich werd' schon gewogen. Ach, laß doch von Tag zu Tag entzünd't. ferner, edler Hort, Mich dente Je mehr ich lieb', 6 mehr ich Liebe leiten Und begleiten. sind, Daß ich dich lieben sollte. Daß sie mir immerfort Bei⸗ Von dir Laß mir Deine Güte steh auf allen Seiten. sins Gemilte lieblich fließen; 13. Laß meinen Stand, da⸗ So wird sich die Lieb' ergießen. Un ich steh', Herr, deine Liebe 3. Durch deine Kraft treff' zieren Und, wo ich etwa irre ich das Ziel, Daß ich, soviel 0 Alsbald zurechte führen; ich soll und will, Dich allzeit aß sie mich allzeit guten Rat lieben könne. Nichts auf der Und gute Werle lehren, Steu⸗ ganzen weiten Welt, Pracht, ren, wehren Der Sünd', und Wollust, Ehre, Freud' und nach der That Bald wieder Geld, Wenn ich mich recht mich bekehren. besinne, Kann mich Ohn' dich 14. Laß sie sein meine Freud' Ginugsam laben; ich muß im Leid, In Schwachheit mein haben reine Liebe; Die tröst't, Vermögen, Und wenn ich nach wenn ich mich betrübe. vollbrachter 15 Mich soll zur 4. Denn wer dich liebt, den Ruhe legen: Alsdann laß deine liebest du, Schaffst seinem 18⁴ Jesus⸗Lieder. Herzen Fried' und Ruh', Er⸗ freuest sein Gewissen. Es geh' ihm, wie es woll' auf Erd', Wenn ihn gleich ganz das Kreuz verzehrt, Soll er doch dein Denn Lerd Ewig Selig Nach dem Leide große Freude wird er finden; Alles Trauern muß verschwinden. 5. Kein Ohr hat dies jemals gehört, Kein 65 lu gesehen noch gelehrt, Es kann's nie⸗ mand beschreiben, Was denen dort für Herrlichkeit Bei dir und von dir ist bereit't, Die in der Liebe bleiben. n n Läßt sich Nicht erreichen, noch vergleichen den Weltschätzen Dies, was uns dort wird er⸗ götzen. 6. Drum laß ich 1e Euter allein, O Jesu, meine Sorge sein, Daß ich dich 9903 5 liebe, fü Daß ich in dem, was dir ge⸗ fällt, Und mir dein klares Wort vermeld't, Aus Liebe mich stets übe: Bis ich End⸗ lich Werd' abscheiden und mit Freuden zu dir kommen, Aller Trübsal ganz entnommen. 7. Da werd' ich deine Süßig⸗ keit, Die jetzt berühmt ist weit und breit, In reiner Liebe schmecken; Und seh'n dein lieb⸗ reich em Annet Mit unver⸗ wandtem Augenlicht, Ohn' alle Furcht und Schrecken. Reichlich Werd' ich Sein erquicket und eschmücket vor deinim Throne MW der schönen Himmelskrone. Mel. Meinen Jesum laß ich 9—1 einen Iu„ 264. Maad 3bt Ach, was wollt' ich Bast; Licb haben? Ruhe, Freude, 0 bestar und Licht Ist in seinem Sch niebe anen 55 5 1—. N. nügen giebt, Hab' ich, d. Wüch Feut Räb. 3 50 2. Er ist mein und ich h. Eider sein, Liebe hat uns so n d bunden, Er ist auch mein Zu n allein Nur in seinen heil 11 Wunden; Auf ihn bau laß is buleufch Voller Hoffnum Benf die nicht läßt.—* 3. Ohne Jesum würde n Nur die Welt zur Hölle wn nn 5 42— so a 2 mir Oft den Himmel auf d Erden; Hungert mich, so V—. er mir Brot wie lauter Mam uch 1. ö 4. Eine Stunde, da un ne ihn Recht ins Herze sucht gießt schließen, Giebt den seligsto 6 Gewinn, Gnad' und Frithe u genießen; Ein zu ihm en et pobner Hiit Bringt ml. ann tausend Lust zurück. wunderlich, Rechts und linh 5. O, wie wird mein Kreu Die o klein! Hilft er's mir 10 — Darter tragen, Richtet es zun ier esten ein; Er will auch nith. elig immer Bunnn Nach da 3 Rute kommt die Huld, Er he irt gehret nur Geduld. 8 6. Führt er mich gleih lein Joh. Heermann, geb. 1585 f 1647. Immer etwas Gut's im Herzen durch Freud' und Schmerzen, her Er hat dennoch über mith und Jesus⸗Lieder. a er führt die Wunderbahn 100 Oe Ilahends hin, als himmelan. inen Jah 10 Von der treuen Jesus⸗ aß 5—1 Offenbart sich lauter ich be; Nichts beruht auf Un⸗ eude bestand Bei dem treuen Liebes⸗ item S triebe; Jesus, immer einerlei, was Ist und bleibet ewig treu. 5 ich, u.. Blinde Welt, such immer⸗ 4— Eitlen Tand auf diefer ind ich h. rden; Wen Jesu soll mein n8 447 Sinn Niemals recht 6518 bei mein I lerden. Also bleibt' en ühh dieser Pflicht: Meinen Jesum bau' laß ich nicht. Hoffnun Benj. Schmolck, geb. 1672 1 1787. würde ny Hölle wa so an Eigne Melodie. 5. O tel aufh Lebens, O ich, so sn ewiges Licht, Da niemand ver⸗ ter Man— Sucht, was ihm 0 hricht; Lebendige Quelle, lauter und helle Sich aus seinem d m Tempel er⸗ Hal Und in die begierigen Seelen einfließt! 2. Du sprichst: wer begeh⸗ ret Zu trinken von mir, Was 1 LSidhim Der Gahen, allhier Sind himmlische Gaben, 65 Die süßiglich laben; Er trete et es zun im Glauben zur Quelle heran, 100 E. fih ist, was ihn ewig be⸗ Nach du 2— kann. d, Er 1= Hier komm' ich, mein 2500 Mich dürstet in Cchüf dir; ch glet Jesu, bewirte Dein und suh lein allhier. Du kannst—5 b Versprechen Mir Armen nicht ber 20 brechen, Du siehest, wie elend Wen da mm e r u seligstez nd Frich u ihm er ingt u und dürftig ich bin; Nuch 17 18⁵ Gudd du die Gaben aus naden nur hin. 4. Du süße Flut labest Geist, Seele und Mut, Und wen du begabest, Find't ewi⸗ ges Gut. Wenn man dich Es an Wird alles versüßet; jauchzet, es singet, es sprin e das Herz, Es weichet zurücke der traurige Schmerz. 5. Drum gieb mir zu trin⸗ ken, Was dein Wort verheißt; 12 änzlich versinken Den sehnenden Geist Meer deiner Liebe; Laß heilige Triebe Mich Inmeon trei⸗ ben zum Himmlischen hin; Es werde mein Lerde ganz trunken darin. 6. Wenn du auch vom Leiden Mir schenkest was ein, So gieb, dir mit Freuden Ge⸗ horsam zu sein; Denn alle die, welche Mit trinken vom Kelche, Den du hast getrun⸗ ken im Leiden allhier, Die werden dort ewig sich freuen mit dir. 7. Dann laß mich auch werden, Mein Jesu, erquickt, Da, wo deine Herden Kein Leiden mehr drückt, Wo Freude die 209 3 Wo lieb⸗ liche Stille, Wo Wonne, wo Jauchzen, wo Herrlichkeit wohnt, Wo heiliges Leben wird ewig belohnt. Christ. Jacob Koitsch, geb. 1671 1 1785. Mel. Valet will ich dir geben. 266. Sa über alle ütze, O Jesu 186 liebster Schatz, An dem ich mich ergötze, Hier hab' ich einen Platz In meinem treuen Herzen, Dir, Schönster, zuge⸗ teilt, Weil du mit deinen Schmerzen Mir meinen Schmerz geheilt. 2. Ach Freude meiner Freu⸗ den, Du wahres Himmels⸗ brot, Damit ich mich kann weiden, Das meine Seelennot Ganz kräftiglich kann stillen Und mich in Leidenszeit Er⸗ freulich überfüllen Mit Trost und Süßigkeit: 3. Haß, Jesu, mich erblicken Dein freundlich' Angesicht, Mein Herze zu erquicken, Komm, komm, mein Freuden⸗ licht; Denn ohne dich zu leben, Ist lauter Herzeleid Vor deinen Augen schweben, Ist wahre Seligkeit. 4. O—— Lebensquelle, O Jesu, süße Ruh', Du treuer Kreuzgeselle, Schlag nach Be⸗ lieben zu; Ich will geduldig leiden, Und soll mich keine Pein Von deiner Liebe schei⸗ den, Noch mir beschwerlich sein. 5. Mein Herz bleibt ganz ergeben Dir immer für und für, Zu sterben und zu leben, Und will vielmehr mit dir Im tiefsten Feuer schwitzen, Als, schönster, ohne dich Im Paradiese sitzen Veracht't und jämmerlich. 6. O Herrlichkeit der Erden, Dich mag und will ich nicht; Mein Geist will himmlisch werden Und ist dahin gericht't, Jesus⸗Lieder. Wo Da s Jesus Hütten bauet, dort ist gut zu sein. 7. Aun, Jesu, mein I U, wird geschan gnügen, Komm, hole mith dir, In deinem Schoß liegen; Komm, meiner 6. Dein Zier, Und setze mich Gnaden In deine Freuhh stadt, So kann mir niem schaden, So bin ich reich⸗ satt. Salomo Liscovius, geb. 1640 f Eigne Melodie. 267.S Lamm: Habe D Liebe, den Schlamm: Jesu, Oo Lamm! 2. Deiner Liebe Stärket Mut und Blut; du freundlich mi mut Deiner Liebe Glut. 3. Wahrer Mensch Gott, Trost in Not und d Du bist darum Mensch boren, Zu ersetzen, was loren, Durch dein Blut rot; Wahrer Mensch i Gott! Laß verlöschen nicht; S mich mit Freudenöle, hinfort in meiner Seel verlösche nicht Meines Ha bens Licht. n, ich mich hinein 5. Bleib Liebe dir d Die mich zieht reinem Triebe Von der anblal Und an deine Brust drückest, Macht mich wohh 4. Meines Glaubens 90 ich fü in di 6 nähr Welt sen Davi 7. Haf Men Und Wie Oeo 8 Aus Dein nach Den Frie 2— hinein, sauet, Du lin. mein Y Hole mih Schos neiner& mich ne Freußh mir niemn ich reich g b. 1610 M lodie. enbräuthy zesu, Oah ank für de h. zieht zon der ei Jesu, Ooh Liebe Blut; Vn ich anbla Brust m mich wohh de Glut. Mensch u eot und d Mensch n, was u ein Blul dgeschan Mensch nicht; denöle, A. er Seele)“ Neines G 12117— Jesus⸗Lieder. 5. So werd' ich in dir Bleiben für und für; Deine Liebe will ich ehren Und in di dein Lob vermehren, Weil ich für und für Bleiben werd' in dir. 6. Held aus Davids Stamm, Deine Liebesflamm' Mich er⸗ nähre und verwehre, Daß die Welt mich nicht versehre, Ob sie mir gleich gram: Held aus Davids Stamm! 7. Großer Friedefürst, Wie hast du gedürst't Nach der Nenschen Heil und Leben Und dich in den Tod gegeben, Wie du riefst: mich dürst't! Großer Friedefürst! 8. Deinen Frieden gieb Aus so großer Lieb' Uns, den Deinen, die dich kennen Und nach dir sich Christen nennen, denen du bist lieb, Deinen Frieden gieb. 9. Wer der Welt abstirbt, Emsig sich bewirbt Um leben⸗ diges Vertrauen, Der wird bald und deutlich schauen, Daß niemand verdirbt, Der der Welt abstirbt. 10. Nun ergreif' ich dich, Du mein ganzes Ich! Ich will nimmermehr dich lassen, Sondern Pläbig dich umfas⸗ sen, Weil im Glauben ich Nun ergreife dich. 11. Wenn ich weinen muß, Wird dein Thränenfluß Nun die meinen auch begleiten Und zu deinen Wunden leiten, Daß mein Thränenfluß Sich bald stillen muß. 12. Wenn ich mich aufs 2727..— 18⁷ neu Wiederum erfreu', mache est du dich auch zugleiche, is ich dort in deinem Reiche Ewiglich aufs neu Mich mit dir erfreu'. 13. Hier durch Spott und Hohn: Dort die Ehrenkron'; Hier im Hoffen und im Glau⸗ ben: Dort im Haben und im Schauen; Denn die Chrenkron' Fagt auf Spott und Hohn. 14. Jesu, hilf, daß 10 Allhier ritterlich Alles durch dich überwinde, Und in deinem Sieg empfinde, Wie so ritter⸗ lich, Du gekämpft für mich. 15. Du mein Preis und Ruhm, Werte Saronsblum: In mir soll nun nichts erschallen, Als was dir nur kann gefallen, Werte Saronsblum', Du mein Preis und Ruhm. Adam Drese, geb. 1620 4 1701. Mel. O Gott, du frommer Gott. 268. WI Welt Und allen ihren Schätzen, Wenn ich mich nur an dir, Herr Jesu, kann ergötzen? Dich hab' ich einig nur Zur Lust mir vorgestellt. Du, du bist meine Ruh'. Was frag' ich nach der Welt? 2. Die Welt ist wie ein Rauch, Der in der Luft ver⸗ gehet, Und einem Schatten gleich, Der kurze Her beste⸗ het. Mein Jesus aber bleibt, Wenn alles bricht und fällt: Er ist mein starker Fels. Was frag' ich nach der Welt? 188 Jesus⸗Lieder. 3. Die Welt sucht Ehr und Ruhm Bei hocherhabnen Leu⸗ ten Und denkt nicht einmal dran, Wie bald doch diese gleiten. Das aber, was mein erz Vor anderm rühmlich hält, Ist Jesus nur allein Was frag' ich nach der Welt? 4. Die Welt sucht Geld und Gut Und kann nicht eher rasten, Sie habe denn zuvor Den Mammon in dem Kasten. Ich weiß ein besser Gut, Wonach mein Herze stellt: Ist Jesus nur mein Schatz, Was frag' ich nach der Weltꝰ 5. Die Welt bekümmert sich, Im Fall sie wird verachtet, Als wenn man ihr mit List Nach ihren Ehren trachtet. Ich trage Christi Schmach, So lang es ihm gefällt, Wenn mich mein Jesus ehrt, Was frag' ich nach der Welt? 6. Die Welt kann ihre Lust Nicht hoch genug erheben, Sie dürfte noch dafür Wohl gar den Himmel geben. Ein andrer halt's mit ihr, Der von sich selbst nichts hält: Ich liebe meinen Gott, Was frag' ich nach der Welt? 7. Was frag' ich nach der Welt? Im Hui muß sie ver⸗ schwinden, Ihr Ansehn kann durchaus Den blassen Tod nicht binden. Die Güter müssen fort, Und alle Lust verfällt; Bleibt Jesus nur bei mir, Was frag' ich nach der Weltꝰ 8. Was frag' ich nach der Jesus ist mein Welt? Mein Leben, Mein Schatz, m Eigentum, Dem ich mich gn ergeben, Mein ganzes g melreich Und was n gefällt. Drum sag ich m einmal: Was frag' ich m. der Weltꝰ Georg Michael Pfefferkorn, geb. l gest. 1732. Mel. Jesus, meine Zuversih elig wer i. 269. Senoe Auf den grünen Friehn matten, Bei des helh Kreuzes Baum, Sitzend in seinem Schatten; Denn bleibet wohlgeschützt, Van gleich donnert, kracht und y 2. Keine Sonne ban ihn Und kein Mond?) ihm je schaden; Sein müte, Herz und Sinn 96 mit keinem Weh belch Er ist sicher, daß nicht. Noch ein Unheil ihn bah 3. Seine Seele wird tröst't, Wie ein Schaf grünen den, der sie erlöst, E. Liebe siehet leiden; Wenn Balsam auf sie fließt, Den reichlich da ergießt. 4. Kommet her, ihr samt, Die ihr schwach abgemattet; Setzt euch m desen Stamm, Daß er Seel' beschattet. Eilt heil'gen Kreuze zu; Denni find't da wahre Ruh'. Pf. 121, 6. Weiden, Wenn ir 0 bleiber Ziel, Mein sän. run ein ger Grur wind 2 helfe nicht Mar dem wird Teil „Jesu, laß mich für und ů der Dawen Kreuze bleiben; Laß mich keinen Feind von dir Und aus deinem 4 sch Schatten treiben: Denn dein 9 ich i sreuz und deine Pein Ist orn, g mein Trost und Ruh' allein. geb. N ů elus Silesius), 2 Sel. 1691 1 1677— e Zuversih Mel. Es ist das Heil uns kommen. lig wer 20. Soch, wer da u Fudn* will, ein ander 10 Angen ui giel, Die Seligkeit zu finden; des helg 00 Herz allein bedacht soll 24Da sein, Auf Christum sich 3, Deun gründen: Sein Wort ist wahr, Han Din 5 Werk ist klar, Sein heil'⸗ acht undi ger Mund hat Kraft und Rander Jand, Al Heind zu über⸗ rond winden. „Sein 2. Such, wer da will, Not⸗ 9 5 helfer viel, Die uns doch aß belhh nichts erworben; Hier ist der daß nicht“ Mann, der helfen kann, Bei ihn bei dem nie was verdorben. Uns le wird Jesus⸗Lieder. 189 doch nicht von deinem Licht Durch Eitelkeit vertreiben. Bleib du mein Preis, dein Wort mi ii Bleib du mein' Ehr, dein Wort mich lehr', An dich stets fest zu gläuben. 5. Wend' von mir nicht dein Angesicht, Laß mich im Kreuz nicht zagen; Weich nicht von mir, mein höchste Zier, ilf mir mein Leiden tragen, Hilf mir zur Freud' nach diesem Leid, Hilf, daß ich mag nach dieser Klag' Dir ewig dort Lob sagen. Georg Weißel, geb. 1590 4 1685. Mel. Wie wohl ist mir, o. 271. Urmmn nem Frieden, Mein treu er⸗ kannter Seelenfreund; Halt' mich von allem abgeschieden. Was du nicht bist, was dich nicht meint. Ich wünsche mir wird das Heil durch ihn zu kein andres Leben, Als das % Teil, Uns macht gerecht der dein Sterben mir gegeben, Und 0. erlöst, G n; 05. estorben. ließt, Dar ßt. begehret. er, ihr un ahn das Heil gewähret. herzlich ehret. mein' Freuden 1*⁊⁷17z6—— Sucht! nicht ihn all Stund von Herzens Burg, die Friede heißt: O Grund, Sucht ihn allein, denn laß mir's ewig teuer bleiben, wohl wird sein Dem, der ihn Daß du stets bei den Deinen 4. Mein's Herzens Kron', vergleichen; onn' Sollst du kann es nicht erreichen, Weil's Herr Jesu, bleiben, Laß mich süber alles Denken ist. Nur neue Knecht, Der für uns ist du am Kreuz erworben hast: Drum beug' all' meinen 3. Ach, sucht doch den, laßt Eigenwillen, Daß er Hedez alles stehn, Die ihr das Heil lich möge stillen Bei Er ist der Herr Kreuzes leichter Last. keiner mehr, Der euch eines 2. Mein König, laß mich vertreiben Aus dieser seist! Kein Heil ist hiermit zu Vernunft, die 190 durch des Geistes sanftes Wehen Kann ich davon etwas verstehen, Daß du mein ew'ger Friede bist. 3. In dieser Fassung laß mich bleiben, So lang' mein Blut in Adern schlägt; Dies laß mich denken, lieben, treiben, So lang' mich deine Gnade trägt. Bewahre du selbst Herz und Sinnen; Laß all soll mein Denken und Beginnen Ein Zeugnis deines Friedens sein. Komm, all dein Wesen in mich lege; Komm, für die Ewigkeiten präge Mir deines Lebens Bildnis ein! 4. Halleluja, es sei gewaget, Durch Not und Tod dir nachzugehn! Ich folge, Herr, dir unverzaget, Mit unabläs⸗ 50 heißem Flehn. Ich nehme eines Kreuzes Bürde Und die damit verbundne Würde Und lehne mich auf dich, mein Freund. Ich weiß, du trägst mich durchs Gedränge Mit aller meiner Lasten Menge, Bis mir dein Antlitz einst erscheint. Gottfried Clemens, geb. 1706 4 1776. Mel. Jesu, der Du meine Seele. 272 Dis ist eine * sel'ge Stunde, Jesu, da man dein gedenkt, Und das Herz von Herzens Grunde Tief in deine Wunden senkt. Wahrlich, nichts als esum kennen, Jesum suchen, finden, nennen: Das erfüllet Jesus⸗Lieder. unsre Zeit Mit der höh Seligkeit. 2. Jesu, deine Gnadenqu Fließt so gern ins Herz hineh. Deine Sonne scheinet helt Unser Glaubenslicht zu Und bei aller Segensfülle AI dein Wunsch und ernster Wilk Daß man, weil dein Brüm lein voll, Unaufhörlich schösfg oll. 3. Nun so laß auch dih Stunde Dein Gedächtnis h uns sein! In dem Herzeh in dem herrsche du allein! Laß m deiner nie Maria einst gesessen, Da st dir hat zugehört, Mach dal Herz dir zugekehrt. E. G. Woltersdorf, geb. 1725 ll Eigne Melodie. 273. Wen 2 Wenn er mein nur ist, Wem mein Herz bis hin zum Grabe Seine Treue nie vergißt: Weiß ich nichts vom Leide, Fühl nichts als Andacht, Lieb' und Freude. 2. Wenn ich ihn nur habe, Laß ich alles gern, Folg' an meinem Wanderstabe Treuge⸗ sinnt nur meinem Herrn; Lase still die andern Breite, licht, volle Straßen wandern. 3. Wenn ich ihn nur habe Munde Leb m⸗ vergessen! Ist me füllt m Erbteil vermiß nun in sriedr. Schlaf' ich fröhlich ein; Eui wird zu süßer Labe Seines Herzens Flut mir sein, Die mit sanftem Zwingen wird erweichen und durch⸗ dringen. 4. Wenn ich ihn nur habe, Hab' ich auch die Welt, Und des Himmels reiche Gabe Meinen Blick nach oben hält; Tief versenkt im Schauen, Kann mir vor dem Irdischen nicht grauen. 5. Wo ich ihn nur habe, Ist mein Vaterland, Und es fült mir jede Gabe, Wie ein Erbteil in die Hand: Längst vermißte Brüder Find' ich nun in seinen Jüngern wieder. striedr. Ludwig v. Hardenberg(Nova⸗ lis), geb. 1772 1801. Mel. Seelenbräutigam. 24. Wer ist wohl, * wie du, Jesu, süße Ruh'? Unter vielen aus⸗ erkoren, Leben derer, die ver⸗ loren, Und ihr Licht dazu; Jesu, süße Ruh'. 2. Leben, das den Tod, Mich aus aller Not Zu er⸗ lösen, hat geschmecket, Meine Schulden zugedecket Und mich aus der Not Hat geführt zu Gott. 3. Glanz der Herrlichkeit, Du bist vor der Zeit Zum Erlöser uns geschenket, Und in unser Fleisch versenket In der Füll' der Zeit; Glanz der Herrlichkeit. 4. Großer Siegesheld, Tod, Sünd', Höll' und Welt, Alle Jesus⸗Lieder. 191 machen Durch das Lösegeld Deines Bluts, o Held. 5. Höchste Majestät, König und Prophet: Deinen Scep⸗ ter will ich küssen, Ich will sitzen dir zu Füßen, Wie Maria thät, Höchste Majestät. 6. Laß mich deinen Ruhm, Als dein Eigentum, Durch des Geistes Licht erkennen, Stets in deiner Liebe bren⸗ nen, Als dein Eigentum, Aller⸗ schönster Ruhm. 7. Zeuch mich ganz in dich, Daß vor Liebe ich Ganz zer⸗ rinne und zerschmelze Und auf dich mein Elend wälze, Das stets drücket mich. Zeuch mich ganz in dich. 8. Deiner Sanftmut Schild, Deiner Demut Bild Mir an⸗ lege, in mich präge, Daß kein Zorn noch 4c sich e Vor dir sonst nichts gilt, Als dein eigen Bild. 9. Steure meinem Sinn, Der zur Welt will hin, Daß ich nicht mög' von dir wan⸗ ken, Sondern bleiben in den Schranken; Sei du mein Ge⸗ winn, Gieb mir deinen Sinn. 10. Wecke mich recht auf, Daß ich meinen Lauf Unver⸗ rückt zu dir fortsetze, Und mich 4 10 in seinem Netze Satan halte auf; Fördre meinen Lauf. 11. Deines Geistes Trieb In die Seele gieb, Daß ich wachen iin und beten, Freudig vor dein Antlitz tre⸗ Kraft des großen Drachen Hast du wollu zu Schanden ten.—— Lieb' In die Seele gieb. 192 12. Wenn der Wellen Macht 80 der trüben Nacht Will des erzens Schifflein decken, Wollst du deine Hand aus⸗ strecken: Habe auf mich Acht, Hüter in der Nacht. 13. Einen Heldenmut, Der da Gut und Blut Gern um deinetwillen lasse Und des Fleisches Lüste hasse, Gieb mir, höchstes Gut, Durch dein teures Blut. 14. Soll's zum Sterben ehn, Woll'st du bei mir siehn, Mich durchs Todesthal begleiten Und zur Herrlichkeit bereiten, Daß ich einst mag sehn Mich zur Rechten stehn. Johann Lh. 10 1940 73. asen, geb. Mel. Mein Freund zerschmilzt. 27⁵ Worfgerngises 99 ein Schäflein Christi werden Und in der Huld des treusten Hirten stehn; Kein höhrer Stand ist 5. der ganzen Erden, Als unverrückt dem Lamme nach⸗ zugehn; Was alle Welt nicht eben kann, Das trifft ein solches Schaf bei seinem Hir⸗ ten an. 2. Hier findet es die an⸗ Im tes Auen, Hier wird hin stets ein frischer Quell entdeckt; Kein Auge kann die Gaben überschauen, Die es allhier in großer Menge schmeckt; Hier wird ein Leben mitgeteilt, Das unverwelklich ist und nie vorübereilt. Jesus⸗Lieder 3. Wie läßt 110 froh und ruhig sterben, hier das Schaf im Schoß 2⁰ Hirten liegt Es darf s Guhrhe 8 0 nicht vor Höll und Tod e Wahrhe färben, Sein treuer Hirt 3. Die süß Höll' und Tod besiegt. Sohn 5 1 der Leib die Regunge Stamm o wird die Seele doch ih mein 3 Raub des Moders sein. mein 8 4. Das Schäflein bleibt Freund seines Hirten Händen, Vn groß 1 gleich vor Zorn Welt, dul Haben, mö5 Abgrund schnaubt; 4 tig erh wird es ihm kein wilder VI entwenden, Weil der allmit tig ist, an den es glaubt. kommt nicht um in Ewiglh Und wird im Todesthal Furcht und Fall befreit. 5. Wer leben will und gi Tage sehen, Der wende st u dieses Hirten Stab; d Kron', Mariet de ich deit Vorte wird sein Fuß auf füßer Weh 55 bmno Da ihm die Welt vun rz in nur Träber gab; Hier w 9180 nichts Gutes je vermiß deiner Dieweil der Hirt ein Hu nur i der Schätze Gottes ist. kein 6. Doch ist dies nur de Nöht t größrer Freuden In d Es folget noch die lann hörer Ewigkeit. Da wird das Lum und die Seinen herrlich weiden, uns Wo der krystallne Strom 0 4. Wasser beut; Da siehet un! ein erst klar und frei, Wie schin mit und auserwählt ein Schäflh gnäd Christi sei. 50 Joh. Jacob 18 geb 1600 ban Eigne Melodie. 2 ie schön leuch⸗ ö 270. W tet der Mor⸗ unge. Stamm, Mein König und 906 mein Bräutigam, Hast mir ein. mein Herz besessen: Lieblich, bleiht!. Freundlich, Schön undherrlich, n, Ven groß und ehrlich, reich von elt, un Gaben, Hoch und sehr präch⸗ ubt; H tig erhaben. lder V.. 2. O meines Herzens werte allnit Kron, Wahrer Gottes⸗ und aubt. Mariensohn, Ein hochgeborner Ewihh König! Mit Freuden rühm' thal uu ich deine Ehr'; Dein's heil gen freit. Vortes süße Lehr' Ist über Milch und Honig. Herzlich Will ich Dich drum preisen und erweisen, daß man merke In mir deines Geistes Stärke. Welk5 3. Geuß sehr tief in mein Hier i Herz hinein, O du mein Herr er und Gott allein, Die Flamme deiner Liebe, Daß ich in dir t nur immer bleib' Und mich Itein Zufall von dir treib', Freuden e lang sören siih vermehren Lieb' 18 Laud und F in uns selbst nicht scheide. rom d, 4. Von Gott kommt mir het m ein Freudenlicht, Wenn du zie sois, mit deinem Angesicht Mich Schäfle I thust anblicken; O Jesu, u mein trautes Gut, Dein • 180 Wort, dein Geist, dein Leib, dein Blut Mich innerlich er⸗ Jesus⸗Lieder. 193 quicken, Tröst“ mich Freund⸗ lich! Hilf mir Armen mit Er⸗ barmen, hilf in Gnaden! Auf dein Wort komm' ich geladen. 5. Gott Vater, o mein starker Held, Du hast mich ewig vor der Welt In deinem Sohn.—5 Dein Sohn hat mich ihm selbst vertraut, Er ist mein Freund, ich seine Braut; Kein Unglück mich betrübet; Heil mir! Preis Dir! Himmlisch Leben wird er geben mir dort oben! Ewig soll mein Herz ihn loben. 6. Singt unsrem Gotte oft und viel Und laßt andächti Saitenspiel Ganz freudenreich erschallen, Dem hochgelobten Jesu mein, Des ich soll nun und ewig sein, Zu Ehren und Gefallen. Singet, Springet, Jubilieret, triumphieret, dankt dem Herren! Groß ist der König der Ehren. 7. Wie bin ich doch so herz⸗ lich froh, Daß mein Schatz ist das A und O, Der An⸗ fang und das Ende! Er wird mich doch zu seinem Preis Aufnehmen in das Paradeis; Des klopf' ich in die Hände; Amen! Amen! Komm, du schöne Freudenkrone, bleib nicht lange! Deiner wart' ich mit Verlangen. Phil. Nicolai, geb. 1566 T 1608. Eigne Melodie. 20. Wie wohl ist * mir, o Freund der Seelen! Wenn ich in deiner 194 Liebe ruh'; Ich steige aus der Schwermutshöhlen Und eile deinen Armen zu; Da muß die Nacht des Trauerns scheiden, Wenn mit so ange⸗ nehmen Freuden Die Liebe strahlt aus deiner Brust. Hier ist mein Himmel schon auf Erden; Wer wollte nicht vergnüget werden, Der in dir suchet Ruh' und Lust? 2. Die Welt mag meine Feindin heißen; Es sei also; ich trau' ihr nicht, Wenn sie mir gleich will Lieb' erweisen Bei einem freundlichen Gesicht. In dir vergnügt sich meine Seele; Du hist mein Freund, den ich erwähle; Du bleibst mein Freund, wenn Freund⸗ schaft weicht; Der Welthaß kann mich doch nicht fällen, Weil in den stärksten Un⸗ glückswellen Mir deine Treu' den Anker reicht. 3. Will mich des Moses Eifer drücken, Blitzt auf mich des Gesetzes Weh, Droht Straf' und Hölle meinem Rücken: So steig' ich gläubig in die Höh' Und flieh' zu dir und deinen Wunden; Da hab' 20 schon den Ort gefunden, o mich kein Fluchstrahl treffen kann; Tritt alles wider mich zusammen: Du bist mein Die wer will verdammen? ie Liebe nimmt sich meiner an. 4. Führst du mich in die Kreuzeswüsten, Ich folg' und lehne mich auf dich; Du nährest aus den Wolken⸗ Jesus⸗Lieder. brüsten Und labest auz Felsen mich. Ich traue deh Wunderwegen; Sie endens in Lieb' und Segen: Gan wenn ich dich bei mir hih Ich weiß, wen du u herrlich zieren Und über Sun und Sterne führen, 9 führest du zuvor hinab. 5. Der Tod mag nnn düster scheinen: Mir n weil Seele, Herz und M. In dir, der du verlish keinen, O allerliebstes Lah ruht. Wen kann des Wig End' erschrecken, Wenn ern mördervollen Hecken Gelam in die Sicherheit! Mein I so will ich auch mit Fral⸗ Aus dieser beiner Wih scheiden Zu deiner Ruh'“ Ewigkeit. 6. Wie ist mir dann Freund der Seelen, So ui wenn ich mich lehn' auf di Mich kann Welt, Not Tod nicht quälen, Weil“ mein Gott, vergnügest Laß solche Ruh' in dem müte Nach deiner schränkten Güte Des Himm süßen Vorschmack sein. MW. Welt, mit allen Schmeichellh Nichts kann, als Jesus n erfreuen; O reicher A Mein Freund ist mein. Wolfg. Christoph Deßler, geh. H. gest. 1722. Eigne Melodie. Nᷓ. Wens H¹ 0 * Preis2 weiß? Eigentu was me Gekreuzt 2. We grund? x weckt de meine Ver sch Huldꝰ 3. V Saft? Kraft? und sch zu Got Gekreu 4. V mein mein Gott, 2. nicht len; In Gieb Gieb mein Gott 3 nich aus h nue den Preis? Wollt ihrlernen, was ich beiß? Wollt ihr sehn mein Eigentum? Wollt ihr hören, pas mein Ruhm? Jesus, der HGekreuzigte. 2. Wer ist meines Glaubens Hrund? Wer stärkt und er⸗ wekt den Mund? Wer trägt meine Straf' und Schuldꝰ Wer schafft mir des Vaters Huld? Jesus, der Gekreuzigte. 3. Wer ist meines Lebens verlih tes din Sast? Wer ist meines Geistes pes Wi Kraft? Wer macht mich gerecht 0 und schlecht? Wer macht mich elan e8 K Jesus einW. zu Gottes Knecht? Jesus, der HGekreuzigte. Jesus⸗Lieder.— Heiligungs⸗Lieder. 19⁵ Trost? Wer schützt, wenn der Feind erbost? Wer eraquickt mein mattes Herz? Wer ver⸗ bindet meinen Schmerz? Jesus, der Gekreuzigte. 5. Wer 5 meines Todes Tod? Wer hilft in der letzten Not? Wer versetzt mich in sein Reich? Wer macht mich den Engeln gleich? Jesus der Gekreuzigte. 6. Und so wißt ihr, was ich weiß, Ihr wißt meinen Zweck und Preis! Glaubt, lebt, duldet, sterbet dem, Der uns Gott macht angenehm, Jesu, dem Gekreuzigten. it Franh 4 64 9478 Vihe 4. Wer ist meines Leidens dann „So nih aufi Not n „Weil“ igest n Mel. O Gott, du frommer Gott. 2⁰ A ch Gott, verlaß * mich nicht! Reich mir die Gnadenhände! 1 dem ch führe mich, dein Kind, r um Daß ich den Lauf vollende 8 Hinm Zu meiner Seligkeit, Sei du ein. 2 mein Lebenslicht, Mein Stab, neichel mein Hort, mein Schutz: Ach zesus n. Gott, verlaß mich nicht!— ser A 2. Ach Gott, verlaß mich iein. nicht! Regiere du mein Wal⸗ 1, geb.! len; Ach laß mich nimmermehr In Sünd' und Schande fallen, Gieb mir den guten Geist, ö Gieb Glaubenszuversicht, Sei meine Stärk' und Kraft: Ach tihr vin. Gott, verlaß mich nicht. vas 3. Ach Gott, verlaß mich nicht! Ich ruf' aus Herzens⸗ dein Angesicht, Hilf mir in 72272—— Joh. Christoph Schwedler, geb. 1672, gest. 1730. üi XXI. Heiligungs⸗Lieder. grunde: Ach Höchster, stärke mich In jeder bösen Stunde, Wenn mich Versuchung plagt Und meine Seel' anficht, So weiche nicht von mir: Ach Gott, verlaß mich nicht! 4. Ach Gott, verlaß mich nicht! Ach, laß dich doch be⸗ wegen, Ach Vater, kröne du Mit reichem Himmelssegen Die Werke meines Amts, Die Werke meiner Pflicht, Zu thun, was dir gefällt; Ach Gott, verlaß mich nicht! 5. Ach Gott, verlaß mich nicht! Ich bleibe dir ergeben; Hilf mir, o großer Gott, Recht läubig, christlich leben Und selig scheiden ab, Zu sehn 13⁵ 196 Not und Tod: verlaß mich nicht! Salomon Frank, geb. 1659 4 1725. Ach Gott, Mel. Mach's mit— Gott, nach deiner Güt 280. Auj 00, Uu mensch, auf, 10 um Streit! Auf, auf eberwinden! In dieser Welt, in dieser Zeit Ist keine Ruh zu finden. Wer nicht will streiten, trägt die Kron' Des ew'gen Lebens nicht davon. 2. Der Teufel kommt mit seiner List, Die Welt mit Pracht und Prangen, Das Fleisch mit Wollust, wo du gen Zu fällen dich und fan⸗ Streitst du nicht wie 90 tapf rer Held, So bist du hin und schon uß 3. Gedenke, du zu der Fahn' Dein's Feldherm hast geschworen; Denk ferner, daß du als ein Mann Zum Streit bist auserkoren; Ja denke, daß ohn' Streit und Sieg Noch 2236. Wer Triumph au sstieg. überwind't und Wun den Raum Der Feinde, die vermessen, Der wird im Paradies vom Baum Des ew'gen Lebens essen; Wer überwind't, den soll kein Leid ——.— Tod berühr'n in Ewig⸗ eit 5. Wer überwindet, der soll dort In weißen Kleidern ge⸗ hen, Sein guter Name soll hinfort Im Buch des Lebens Heiligungs⸗Lieder. feben Ja Christus wird zn elben 8———— vor 0 Engel S 6. Wer Uberwind'r, soll 30 nicht Aus Gottes Tempilg hen, Vielmehr drin, wie Engelslicht Und gülbne Silh stehen; Der Name Gotig unsers Herrn, Soll leucht von ihm weit und fern. 7. Wer überwindit, sollun dem Thron Mit Christo V sitzen, Soll glänzen wie Gottessohn Und wie die Som. blitzen, Ja ewig herrschen un regier'n, Und immerdar 0 Himmel zier'n. 8. So streit' denn 0 streit' keck und kühn, Daß an die überwinden! Stun an die Kräfte, Mut und Simh Daß du dies Gut mögst 0 den! Wer nicht will Ine um die Kron', Bleibt ewigl in Spott und Hohn. Joh. Scheffler(Angelus— geb. 1624 f 1677 Mel. Meine Hoffnung stehet 2S1. M risti 08 der, Die ihr noch hangt an dem Haupt! Auf, wacht au ermannt euch wieder, Eh werdet bmaer aubti Sal beut An den Streit Chrißh und der Christenheit. 2. Auf, folgt Christo, en rem Helden, Trauet sehen starken Arm! Liegt der Samm gleich zu Felde Mit dem zen Höllenschwarm: Sind ——— tet 65 ewag nte verzag Kriege Giebt Teufe 4. fahne bespr Siege aufge Nie Kreu 5 empf stark über des wir strei 6 liebe keit gieb zum Sat den vird e⸗ vor hy soll enz mpel g⸗ wie ch one Sahh Gottie leucht soll h risto J. wie eh pie Som schen un rdar n wul Daß h. Stren 10 üp nögst f ewigst Sulhe tehet se. Christen h0 Oliz angt a Hacht auf „Ch in Saim t Christ isto, es t seinen er Satun dem 0 Zind dai der'r Noch viel mehr, Die da stets Im um uns her. 3. Nur auf Christi Blut ewaget Mit Gebet und Wach⸗ hmeit Dieses machet un⸗ berzaget Und recht tapfre Kriegesleut'. Christi Blut Giebt uns Mut Wider alle Teufelsbrut. 4. Christi Heeres Kreuzes⸗ fahne, So da weiß und rot besprengt, Ist schon auf dem Siegesplane Uns zum Troste aufgehängt. Wer hier kriegt, Nie erliegt, Sondern unterm Kreuze siegt. 5. Diesen Sieg hat auch empfunden Vieler Heil' gen starker Mut, Da sie haben überwunden Fröhlich durch des Lammes Blut. Sollten wir Denn allhier Nicht auch streiten mit Begier? 6. Wer die Sklaverei nur liebet In der Zeit und Ewig⸗ keit Und den Sünden sich er⸗ giebet, Der hat wenig Lust zum Streit; Denn die Nacht, Satans Macht, Hat ihn in den Schlaf gebracht. 7. Aber wen die Weisheit lehret, Was die Freiheit für ein Teil, Dessen Herz zu Gott sich kehret, Seinem allerhöch⸗ sten Heil, Sucht allein, Ohne Schein, Christi freier Knecht zu sein. 8. Denn vergnügt auch wohl das Leben, So der Freiheit mangeln muß? Wer sich Gott nicht ganz ergeben, Hat nur Müh', Angst und Verdruß. Der, der kriegt Recht ver⸗ Heiligungs⸗Lieder. 19⁷7 Driit Wer sein Leben selbst esiegt. 9. Drum auf, laßt uns überwinden In dem Blute Jesu Christ Und an unsre Stirne binden Sein Wort, so ein Zeugnis ist, Das uns deckt Und erweckt Und nach Gottes Liebe schmeckt. 10. Unser Leben sei verbor⸗ gen Mit Christo in Gott al⸗ lein, Auf daß wir an jenem forgen Mit ihm offenbar auch sein, Da das Leid Dieser Zeit Werden wird zu lauter reud'; 11. Da Gott seinen treuen Knechten Geben wird den Gnadenlohn, Und die Hütten der Gerechten Stimmen an den Siegeston, Da fürwahr Gottes Schar Ihn wird loben immerdar. Just. Falkner, 4 1724. Mel. Unter Lilien jener Freuden. 282. Nnn weilen? Du mußt eilen, Wenn du willst gekrönet sein. Du mußt mutiger eindringen; Denn ohn' Ringen Geht man nicht zur Freude ein. 2. Auf! du mußt nicht läs⸗ sig werden; Denn auf Erden Findest du gewiß nicht Ruh': Richt' dein Herze vom Ge⸗ tümmel Zu dem Himmel Un⸗ verrückt und einzig zu. 3. Kostet es gleich langes Sehnen Und viel Thränen: Werde nur darob nicht matt; 198 Ringe bis auf Blut und Le⸗ ben. Gott wird geben, Was sein Sohn erworben hat. 4. Und wenn dann die Ket⸗ ten springen, Wirst Du sin⸗ gen: Preis, Lob, Ehr', Dank, Macht und Kraft! Du, o Jesu, du bleibst meine. Ich der deine, Der du mir hast Heil verschafft. 5. Herr, so will ich nicht verweilen, Sondern eilen, Bis in mir das Abba klingt; Du wirst selbst mir Kräfte geben Zu dem Leben, Das ins Him⸗ melreich eindringt. Eigne Melodie. ie Tugend wird 283. D durchs Kreuz eübet; Denn ohne das kann si nicht sein; Wenn sie nicht oftmals wird betrübet, So merkt man gar nicht ihren Schein. Sie muß im Kreuz die Stärke zeigen, Die sie ver⸗ borgen in sich hat, Daß sie den könne unterbeugen, Der ihr nachstellet früh und spat. 2. Wer sollte ohne Kampf wohl siegen? Die Tapferkeit kann nicht bestehn, Wenn man nicht will zu Felde liegen Und einen ernsten Streit eingehn. Der Feind ist, wenn Gott Kraft verliehen, Flugs da, der sich ihr widersetzt: Drum soll man ja den Schlaf recht flie— hen, Wenn Satans Heer die Schwerter wetzt. 3. Zwar drückt den Palm⸗ baum wohl zur Erden Gar Heiligungs⸗Lieder. oft ein zentnerschwer Gewich Der doch nicht unterdrulh kann werden; Er stehet wi⸗ der aufgericht't: So wird Tugend auch gedrücket, In sie fast ganz darniederlieg Bald aber wird die Stärk er blicket, Wenn sie mit Math den Feind besiegt. 4. Sie kann zu hohen S⸗ fen kommen, Wenn sie in Streit geübet ist. Kreuz der Weg, den alle Frommah Erwählen; wer sich selbst va⸗ gißt Und eilet zu den En⸗ keiten, Wird durch des Vatel Hueh geführt, Der ihn durhh Kreuz sucht zu bereiten. er ihn mit der Krone ziert. 5. Denn Gott hat uns nith führen wollen Durch einsh Weg voll Zärtlichkeit, Darat wir emsig laufen sollen Y der so kurzen Pilgrimsz Zum Leben, das da euh währet, Wo Streit und Kan entfernet ist, Und wo mm recht die Ruh' erfähret I Gott, der alles Leid versish 6. Darum, wen Gott zun Kind erkläret, Der hat ah Satan einen Feind, Mit den sein Kampf stets wird ve mehret, Weil er's gewiß rah ernstlich meint. Er bläst ihn durch sein giftig Hauchen A Lüste mancher Laster ein I weiß gar große List zu braßz chen, Daß er mög' Ueberwiß der sein. 7. Denn wie Gott aufwänt führt zum Leben, So fihh der Feind zum Untergang; E sucht n reben Mensch Mut da in Und lä 8. D darnied gar of ermann In G. kliegt. widerst die Go muß! Wenn! ins nich ch einn „Daras llen J grimszih da ebbiz d Kamn vo mm jret Y versi ott zun hat au Mit den ird vei⸗ viß roch läst ihn chen H ein u zu brau⸗ eberwißz auswärt 50 fühg ang; E ucht mit Grimm zu wider⸗ treben Und macht dem armen Menschen bang' Er will den Mut darniederschlagen; Drum wagt er alles, was er kann, 110 lässet nicht bald ab zu plagen, Zu fällen ihn auf rechter Bahn. 8. Doch, wie er viele schlägt darnieder, So wird er auch gar oft besiegt, Wenn man ermannt die matten Glieder In Gott und tapfer ihn be⸗ kiegt. Der Glaube muß ihm widerstehen Und hat in sich die Gottesmacht: Der Satan muß vor ihm bald gehen, Wenn man sich wachend nimmt in acht. 9. O Jesu, der du mir er⸗ worben Heil, Kraft und Leben durch den Tod, Da du am Kreuzesstamm gestorben Nach ausgestandner höchster Not: Komm mir zu Hülf' und schaffe Leben In mir und stürze meinen Feind, Der über mich sich will erheben, Wenn mir dein Licht nicht helle scheint. 10. Flöß' immer in mich neue Kräfte, Damit ich hang' an deiner Brust; Und töt' die sündlichen Geschäfte: Dein Friede bleib' mir nur bewußt! Stär du, mein Aud mir selbst den Glauben Und zeuch mein Aug' auf dich nur hin: So wird mich auch der Feind nicht rauben, Weil du in mir, ich in dir bin. Joh. Christian Nehring 176. Heiligungs⸗Lieder. 199 Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend'. 284. Endanes Han in mir, Schleuß zu der Sün⸗ den Thor und Thür, Vertreibe sie und laß nicht zu, Daß sie in meinem Herzen ruh'. 2. Dir öffn' ich, Jesu, meine Thür, Ach komm und wohne du bei mir, Treib' all' Unrei⸗ nigkeit hinaus Aus deinem Tempel und Wohnhaus. 3. Laß deines guten Geistes Licht Und dein hellglänzend' Angesicht Erleuchten mein Herz und Gemüt, O Brunnen unerschöpfter Güt'! 4. Und u dann mein Herz zugleich An Himmelsgut und S.den reich, Gieb Weis⸗ Aue Stärke, Rat, Verstand lus deiner milden Gnaden⸗ hand! 5. So will ich deines Na⸗ mens Ruhm Ausbreiten als dein Eigentum, Und dieses achten für Gewinn, Wenn ich nur dir ergeben bin. Heinr. Georg Neuß, geb. 165H4 17¹16. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend'. 285 Ememre mich, * o ew'ges Licht! Und laß von deinem Ange⸗ sicht Mein Herz und Seel' mit deinem Schein Durch⸗ leuchtet und erfüllet sein. 2. Ertöt' in mir die schnöde Lust, Feg' aus den alten Sün⸗ denwust. Ach rüst' mich aus 200 mit Kraft und Mut, Zu strei⸗ ten wider Fleisch und Blut. 3. Schaff' in mir, Herr, den neuen Geist, Der dir mit Lust Gehorsam leist't, Und nichts sonst, als was du willst, will: Ach Herr, mit ihm mein Herz erfüll'. 4. Auf dich laß meine Sin⸗ nen gehn, Laß sie, nach dem, was droben stehn, Bis ich dich schau', o ew'ges Licht, Von Angesicht zu Angesicht. Joh. Friedr. Ruopp, 4 1708. Eigne Melodie. 286. Es hn de wendiges Leben, Obgleich sie von außen die Sonne ver⸗ brannt: Was ihnen der Kö⸗ nig des Himmels gegeben, Ist keinem als ihnen nur selber bekannt. Was niemand ver⸗ spüret, Was niemand berühret, Hat ihre erleuchteten Sinne 0 ieret Und sie zu der gött⸗ ichen Würde geführet. 2. Sie scheinen von außen die schlechtesten Leute, Ein Schauspiel der Engel, ein Ekel der Welt; Und innerlich sind sie die lieblichsten Bräute, Der Zierrat, die Krone, die Jesu gefällt, Das Wunder der Zeiten, Die hier sich bereiten, em König, der unter den Lilien weidet, Zu dienen, mit heiligem Schmucke gekleidet. 3. Sonst sind sie wohl Adams natürliche Kinder Und tragen das Bildnis des Irdi⸗ Heiligungs⸗Lieder. schen auch; Sie leiden Fleische wie andere Süm Sie essen und trinken nötigem Brauch; In leib Sachen, Im Schlafen u Wachen Sieht man sie h. andern nichts Sonderlt neußt! machen: Nur daß sie sein g Thorheit der Welhst Zeugn lachen. gen ve⸗ 4. Doch innerlich sind mit il aus göttlichem Stamme, grünen boren aus Gott durch borgen Enen de Wort; Es loden nach ihnen die himmlische Flam ihnen Entzündet von oben, genih 8. von dort; Die Engel—5 Brüder, Die ihre Lollh lihes Mit ihnen gar freundlihn HGieb. inniglich singen, Das m Wege denn ganz herrlich, ganz pun uns tig erklingen. uniste 5. Sie wandeln auf Eh Kul und leben im Himmel: 1905 bleiben ohnmächtig und schih um ö die Welt; Sie schmecken an Frieden bei allem Getümn. heist Sie kriegen, die Aermsten in ihnen gefällt. Sie stehen! Leiden, Sie bleiben in znm Met den; Sie scheinen ertötes äußeren Sinnen Und fühn das Leben des Glaubens h. Chri innen. Simn 6. Wenn Christus, ihr“ hen; ben, wird offenbar wiß es g Wenn er. einst, wie eri wer öffentlich stellt: So werden gebe mit ihm als Herren der Esh seh Auch herrlich erscheinen zu schw Wunder der Welt. Sie weig 2 regieren, Mit ihm triums. Kin ren, Den Himmel als„ 0 mom neußtl Denn das ist Jehova iust mme, 6 durch lodennt e Flamp „, genih ngel s. gangpn auf Eth mel: und schiß mecken Getümm msten, un stehen 1in Zn ertötet v ind fühn ubens u 3, ihr l r werhe wie eri werden der Eih einen zu 99 1—1— als 15 lge Lichter auszieren; Da vind man die Freude ganz offenbar spüren. 7. Frohlocke, du Erde, und ihr Hügel, Dieweil u den göttlichen Samen ge⸗ ein göttliches Siegel, Zum eugnis, daß er dir noch Se⸗ gen verheißt: Du sollst noch mit ihnen Aufs prächtigste grünen, Wenn erst ihr ver⸗ borgenes Leben erscheinet, Wo⸗ nach sich dein Seufzen mit ihnen vereinet. 8. O Jesu, enn⸗ Leben der Seelen, Du heim⸗ liche Zierde der inneren Welt; Gieb, daß wir die heimlichen Bege erwählen, Wenn gleich uns die Bürde des Kreuzes entstellt. Hier übel genennet Und wenig erkennet; Hier heimlich mit Christo im Vater gelebet: Dort öffentlich mit ihm im Himmel geschwebet. Christian Let—— geb. 1676, gest. 17 71¹. Mel. Es kostet viel, ein Christ. s ist nicht 287. E schwer, ein Christ zu sein, Und nach dem Sinn des reinen Geistes le⸗ ben; Zwar der Natur geht es gar sauer ein, Sich im⸗ merdar in Christi Tod zu eben; Doch führt die Gnade sebst zu aller Zeit Den schweren Streit. Heiligungs⸗Lieder. 20¹ nur die leichte Liebe üben! O blöder Geist, schau doch, wie gut er's meint! Das kleinste Kind kann ja die Mutter lieben! Drum fürchte dich nur ferner nicht so sehr! Es ist nicht schwer. 3. Dein Vater fordert nur das Herz, Daß er es selbst mit reiner Gnade fülle: Der fromme Gott macht dir ja keinen Schmerz; Die Unlust schafft in dir dein eigner Wille: Drum übergieb ihn willig in den Tod, So hat's nicht Not. 4. Wirf nur getrost den Kummer hin, Der nur dein Herz vergeblich schwächt und plaget; Erwecke nur zum Glaͤuben deinen Sinn, Wenn Furcht und Weh dein schwaches Herze naget; Sprich: Vater, schau mein Elend gnädig an! So ist's gethan. 5. Erhalt dein Herz nur in Geduld, Wenn du nicht gleich des Vaters Hülfe merkest. Versiehst du's oft und fehlst aus eigner Schuld, So sieh, daß du dich durch die Gnade stärkest, So ist dein Fehl und kindliches Versehn Als nicht geschehn. 6. Laß nur dein Herz im Glauben ruhn, Wenn dich will Nacht und Finsternis bedecken: Dein Vater wird nichts Schlimmes mit dir thun; Vor darfst du erschrecken. Ja, siehst du endlich ferner keine Spur, 2. Du darfst ja nur ein Kindlein sein; Du darfst ja So glaube nur. 7. So wird dein Licht aufs keinem Sturm und Wind 20² neu entstehn, Und wirst dein Heil mit großer Klarheit schauen; Was du geglaubt, wirst du dann vor dir sehn: Drum darfst du nur dem from⸗ men Vater trauen. O Seele, sieh doch, wie ein wahrer Christ So selig ist. 8. Auf, ar, mein Geist, was säumest du, Dich deinem Gott ganz kindlich zu ergeben? Geh ein, mein Herz, genieß' die süße Ruh'! In Friede sollst du vor dem Vater schwe⸗ ben, Die Sorg' und Last wirf nur gehron und kühn Allein auf ihn. Christ. Friedr. Richter, geb. 1676, gest. 1711. Eigne Melodie. 288 Es kostet viel, * ein Christ zu sein Und nach dem Sinn des Heiligungs⸗Lieder. Ernst die Hhen sog eruin Die ewiglich ein solcher Mast erfährt, Der sich hier aufs Himmlische geleget. hat wohl Müh', die Onn aber macht, Daß man'z Uü acht't. 4. Man soll ein Kind Höchsten sein, Ein unn Glanz, ein Licht im guß Lichtei Wie wird der Leb stark, so hell und rein, herrlich sein, so lieblich Gesichte; Dieweil ihn dan wesentliche Pracht So schn gemacht. 5. Da wird das Kind he Vater sehn; Im Schauen uit es ihn mit Lust empfinden Der lautre Strom wird da ganz durchgehn Und ⸗ mit Gott zu einem Geist u binden. er weiß, was im Geiste wird geschehn? N mag's verstehn ꝰ reinen Geistes leben; Denn der Natur geht es gar sauer ein, Sich immerdar in Christi Tod zu geben; Und ist hier gleich ein Kampf wohl aus⸗ ch.. Das macht's noch nicht. 2. Man muß hier stets auf 6. Da giebt sich ihm H Weisheit ganz, Die es 1 Sie krönet es lenkranz, Sie wird als Bum der Seele zugeführet. I Herrlichkeit wird da ganz oz Schlangen gehn, Die schnell ihr Gift in unsre Fersen bringen, Da kostet's Müh', auf seiner Hut zu stehn, Daß nicht das Gift kann in die Seele dringen; Wenn man's versucht, so spürt man mit der Zeit Die Wichtigkeit. 5. Doch ist es wohl der Mühe wert, Wenn man mit fenbar, Die in ihr war. 7. Was Gott genießt, sitzt, wird ihm in Gott 9 nießt es auch, Was Gott geben, Der Himmel steht benlh ihm zum Gebrauch; Wie lieb lich wird es doch mit Jel leben! Nichts Höhers wird an Kraft und Würde sein, N⸗ Gott allein. 8. Auf, auf, mein Gelsst en stets als Mutter hat gespür mit ihrem Pe⸗ dri ö auen win anpfinden wird 6 Und 6 Geist vun was 9 hnꝰ M ihm g es hin gespünt rem Par⸗ Us Bran et. M ganz oz har. ießt, 2 Gott Gott ge eht berei Wie lieb⸗ nit Je wird an in, As Geist er müde nicht, Dich durch die Macht der Finsternis zu rei⸗ en; Was sorgest du, daß dir's an Kraft gebricht? Be⸗ denke, was für Kraft uns Gott verheißen! Wie gut wird's sh doch nach der— Arbeit muhn: Wie wohl wird's thun! Chr. Friedr. Richter, geb. 1676 f 1711. Eigne Melodie. 0 289 Funa sort, * Zion, fahre fort im Licht, Mache deinen Leuch⸗ ter helle, Laß die erste Liebe nicht, Suche stets die Lebens⸗ quelle: Zion, dringe durch die enge Pfort', Fahre fort. Leide dich, 5 Zion, lede ohne Scheu Trübsal, Angst, mit Spott und Hohne, Sei bis in den Tod getreu, Siehe auf die Lebenskrone: Zion, fühlest du den Schlangen⸗ stich, Leide dich. Heiligungs⸗Lieder. 3. Folge nicht, ½ Zion, folge nicht der Welt, Die dich suchet groß zu machen. Achte nichts ihr Gut und Geld, Nimm nicht an den Stuhl des Drachen: Zion, wenn sie dir viel Lust verspricht, Folge nicht. 4. Prüfe recht, 3 Zion, prüfe recht den Geist, Der dir ruft zu beiden Seiten, Thue nicht, was er dich heißt, Laß nur deinen Stern dich leiten: Zion, beide, das, was krumm und schlecht, Prüfe recht. 5. Dringe ein,„ Zion, dringe ein in Gott, Stärke 20³3 dich mit Geist und Leben, Sei nicht wie die andern tot, Sei du gleich den grünen Reben: Zion, in die Kraft für Heuchelschein Dringe ein.: 6. Brich herfür,, Zion, brich herfür in Kraft, Weil die Bruderliebe brennet, Zeige, was der in dir schafft, Der als seine Braut dich ken⸗ net: Zion, durch die dir ge⸗ gebne Thür Brich herfür. en 7. Halte aus, Zion, halte deine Treu', Laß nicht lau und träg' dich finden. Auf! das Kleinod rückt herbei, Auf! verlasse, was da hinten; Zion, in dem letzten Kampf Und Strauß Halte aus. Joh. Eusebius Schmidt, geb. 1669 gest. 1745. Mel. Schwing dich auf zu deinem. 0 90 Fan g dein Werk 2 56 mit Jesu an; Jesus hat's in Batan Je⸗ sum ruf zum Beistand an: Jesus wird's wohl enden. Steh mit Jesu morgens auf, Geh mit Jesu schlafen: Führ' mit Jesu deinen Lauf, Lasse Jesum schaffen. 2. Morgens soll der Anfang sein, Jesum anzubeten, Da er woll' dein Helfer sein Stets in allen Nöten; Mor⸗ gens, abends und bei Nacht Will er stehn zur Seiten, Wenn des Satans List und Macht Dich sucht zu bestreiten. 3. Wenn dein Jesus mit dir ist, Laß die Feinde wüten: 20⁴ Heiligungs⸗Lieder. Er wird dich vor ihrer List Schützen und behüten; Setz nur das Vertrauen dein In sein? Allmachtshände Und laub' sicher, daß allein Er ein Unglück wende. 4. Wenn denn deine Sach' also Mit Gott angefangen: Ei, so hat es keine Not, Wirst das Ziel erlangen; Es wird folgen Glück und Heil Hier in diesem Leben, Endlich wird dir Gott dein Teil Auch im Himmel geben. 5. Nun, Herr Jesu, all mein' Sach' Sei dir über⸗ En uhe Es nach deinem Wil⸗ en mach, Auch im Tod und Leben. All mein Werk greif' ich jetzt an, Herr, in deinem Na⸗ men; Laß es doch sein wohl ge⸗ than! Darauf sprech' ich Amen! Unbekannt um 1700. Mel. Ringe recht, wenn Gottes Gnade. 291 Hee Einfalt, Gnadenwun⸗ der! Tiefste Weisheit, größte Kraft! Schönste Zierde, Lie⸗ beszunder, Werk, das Gott alleine schafft. 2. Alle Freiheit geht in Banden, Aller Reichtum ist nur Wind, Alle Schönheit wird zu Schanden, Wenn wir ohne Einfalt sind. 3. Wenn wir in der Ein⸗ falt stehen, Ist es in der Seele licht; Aber wenn wir doppelt sehen, So vergeht uns das Gesicht. 4. Einfalt ist ein Kind Gnade, Eine gute Ritterschh Die auf ihrem schmalen h Nicht nach dem und sun gafft. 5. Einfalt denkt nur n das eine, In dem alles an steht; Einfalt hängt sich gn alleine An den ewigen Mahn 6. Einfalt quillt aus J Wunden, Mit dem tenm Gottesblut; Wer sie da nih hat gefunden, Der ist sih von diesem Gut. 7. Wer nur hat, was Jah giebet; Wer nur lebt a seiner Füll'; Wer nur u was ihm beliebet; Wer m kann, was Jesus will; 8. Wer nur geht auf seing Pfade; Wer nur sieht h seinem Licht; Wer nur sah verlangt nach Gnade I mag alles andre nicht:; 9. Wer ihn so mit 9u brunst liebet, Daß er sein selbst vergißt; Wer sich u um ihn betrübet, Und in ihn nur fröhlich ist; 10. Wer allein auf Jes trauet, Wer in Jesu allh find't, Der ist auf dem geh erbauet Und ein sel'ges Oun denkind. 11. Wohl dem, der d Herrn läßt machen, Vh ihm, der Herr ist sein Hil Jesus wartet seiner Sachez Daß man sich verwunden wird. „Gottlieb Spangenber Aug. Gottl 92 1192 9, geb. 320 ist su was Jahh lebt az nur ni auf seing sieht h nur sieh ade h cht; mit Iy er seinn sich m nd in in erwunden 3, geb. M d Cherubinen, Die Heilig⸗ Heiligungs⸗Lieder. 205⁵ Mel. Wachet auf, ruft uns die. allen Demn Renen der scheinet .— allen, Dein Regen muß auf 292 Heuger Sasse alle fallen, Ob sie dr leich Kryst 96⸗undankbar sein. Mein Gott guelle, Mehr als Krystall rein, ach lehre mich, Damit hierinnen larundhelle Dulautrer Strom sich Dir nacharte! Jesu, Jesu der Heiligkeit! Der Glanz der Hilf mir dazu, Daß ich auch ö ütig sei, wi ei der Seraphinen Ist gegen 56 D, 205 Jesu, warst b on mr Ach wrschuleig nd mitcß, ane Vorbild bist du inin: Ach Schmach geduldig, Vergabst bilde mich nach dir, 18 mein und ließ'st nie Rachgier aus. alles! Jesu, Jach Wil mir Niemand kann deine Sanft⸗ dazu, Daß ich auch heilig sei mut messen, Bei der kein „Eifer dich gefressen, Als der 2. O stiller Jesu, wie dein um deines Vaters Haus. Ville Dem Willen deines Mein Heiland, ach, verleih Vaters stille Und bis zum Mir Sanftmut, und dabei Lod gehorsam war; So mache Guten Eifer! Jesu, Jesu, Hilf du auch gleichermaßen Mein mir dazu, Daß ich sanftmiltig 10 5 Willen Wilen wrt sei, wie du! lch, stille meinen Willen gar! 6. Würdigster Jesu, Ehren⸗ Mach mich dir gleich gesinnt, könig! Du suchtest Dehne Chre Wie ein gehorsam Kind wenig Und wurdest niedrig Stille, stille! Jesu, Jesu, Hilf und gering. Du wandelt st mir dazu, Daß ich fein stille Den ertiest auf Erden In sei, wie du. emut und in Knechtsgebär⸗ 3. Wachsamer Jesu! ohne den, Erhobst, dich selbst in Schlummer, In großer Arbeit, keinem Ding'. Herr, solche Müh' und Kummer Bist du Demut lehr Auch mich je ewesen Tag und Nacht. Du mehr und mehr Stetig üben! mugßtest täglich viel ausstehen, esu, Jesu, Hilf mir dazu, Des Nachts lagst du vor Gott aß ich demütig sei, wie du! mit Flehen, Du hast gebetet 7. O keuscher Jesu, all dein und gewacht. Gieb mir auch Wesen War züchtig, keusch Wachiamleit, Daß ich zu dir und auserlesen, Von tugend⸗ allzeit Wach' und bete! Jesu, voller Sittsamkeit; Gedanken, Fzu, Hilf mir dazu, Daß ich Reden, Glieder, Sinnen, Ge⸗ stets wachsam sei, wie du! bärden, Kleidung und Beginnen 4. Gütigster Jesu, ach wie War voller lautrer Züchtigkeit. 1h Wie liebreich, freund⸗ O mein Immanuel, Mach mir ich und gutthätig Bist Du Geist, Leib und Seel' Keusch doch gegen Freund und Feind! und züchtig! Jesu, Jesu, Hilf — 206 mir dazu, So keusch und rein zu sein, wie du! 8. Mäßiger Jesu, deine Weise Im Trinken und Genuß der Speise Lehrt uns die rechte Mäßigkeit; Den Durst und Hunger dir zu stillen War, statt der Kost, des Va⸗ ters Willen Und Werk voll⸗ enden, dir bereit't. Herr, hilf mir meinen Leib Stets zähmen, daß ich bleib' Dir stets nüch⸗ tern; Jesu, Jesu, Hilf mir dazu, Daß ich stets nüchtern sei, wie du! 9. Nun, liebster Jesus, lieb⸗ stes Leben, Mach mich in allem dir ergeben Und deinem heil'gen Vorbild gleich! Dein Geist und Kraft mich ganz durchdringe, Daß ich viel Glau⸗ bensfrüchte bringe Und tüchti werd' zu deinem Reich! Ach zeuch mich ganz zu dir; Behalt mich für und für, Treuer Hei⸗ land! Jesu, Jesu, Laß mich, wie du, Und wo du bist, einst finden Ruh! Nach Jodocus v. Lodenstein, 1677. Mel. Ach, was soll ich Sünder machen. ch 293. Aus unr Streͤ * ter, durchge⸗ Heiligungs⸗Lieder. Wachen, Beten! Fortl W seid ihr so verzagtꝰ Chrid hat den Sieg erjagt Und Schlange Kopf zertreten. Iu nach in seiner Kraft! Chrjß ist s, der Sieg verschasst. 3. Niemand soll in 90 sprechen: Ich bin elend, und schwach, Und durch soß Ungemach Kann kein am Sünder brechen, Denn dersh ist's, der uns heilt Und Schwachen Kraft erteilt. 4. Sind wir schwach das Lamm hat Stärke, Su wir arm,— der Herr istui Unser Gott thut Wunderpwel Sagt, ob der nicht hehh than? 5. Ja, er kann und uns schützen, Drum so drinp träg' zu sein Und aus Zach still zu sitzen! Schmach, in noch vorm Feinde graut, N er Jesu nicht vertraut! 6. Niemand wird zu Salh thronen, Der nicht recht m Jesu kämpft Und des Fleishg Lüste dämpft; Weil wir nun im Fleische wohnen. Nur dun Ringen, Kampf und Stu Kommet man zur Sicherheh drungen! Auf, und folgt dem Lamme nach, Das durch Mar⸗ ter, Hohn und Schmach Sich auf Zions Burg geschwungen! Nach! Das Haupt hat schon gesiegt! Weh dem Glied, das müßig liegt! 2. Fort! Nur nach mit 7. Nun so wachet, käng und ringet, Streitet mit Geh⸗ und Flehn, Bis wir au den Berge stehn, Wo das Lann die Fahne schwinget. Ist du Woche Werk gethan, Alsdam geht der Sabbat an. Joh. Buchka, geb. 1705 f Wer ist unserm König gleh kann, Dem die Himmel uni muthig ein; Schämet euch Nel. Het in h elend, urch son rr ist ni⸗ nig gle underweh icht hehz mel unt und n so drin et euch 18 Zaght iach, un raut, M zut! zu Sallz recht m Fleischt wir not Nur dult nd Siun Sicherheh t, kämpf mit Gehz ö ang den 18 Lanmn Ist de Alsdam 70⁵ f rr Christ, der einig Gott's⸗ Nel. He n. hrs Wohrhaftes TTf/f/- rr Jesu, Gna⸗ densonne, 94. H hlödes Angesicht Nach deiner Heiligungs⸗Lieder. wallen Auf rechter Lebens⸗ bahn. e den mei Dannd.— ů„Licht und Wonne ein denwerke, Die Amn. schafft und thut: Hingegen 207 7. Nun, Herr, verleih mir Stärke, Verleih mir Kraft und Denn das sind Gna⸗ dein Geist Hnad erfreuen Und meinen all mein Sinnen, Mein Lassen Heist erneuen; Mein Gott, ver⸗ ag' mir s nicht! 2. Vergieb mir meine Sün⸗ den Und wirf sie hinter dich: Gnaden, Du Laß allen Zorn verschwinden Und hilf mir gnädiglich! Laß deine Friedensgaben Mein armes Herze laben: Ach Herr, erhöre mich! 3. Vertreib aus meiner Seelen Den alten Adamssinn Und laß mich dich erwählen, Daß ich mich künftighin Zu deinem Dienst ergebe Und dir zu Ehren lebe, Weil ich erlöͤset bin. 4. Befördre dein' Erkenntnis In mir, mein Seelenhort, Und oͤffne mein Verständnis Durch dein heiliges Wort, Damit ich an dich gläube Und in der Wahrheit bleibe Zu Trutz der Höllenpfort'. 5. Durch deinen Geist mich der; stärke, Zu kreuzigen in mir Des Fleisches Lust und und Beginnen Ist böse und nicht gut. du Gott der Vater aller Treu', Wend' allen Seelen⸗ schaden Und mach mich täglich neu. Gieb, daß ich deinen Willen Stets suche zu erfül⸗ len, Und steh mir kräftig bei! Ludwig Andreas Gotter, geb. 1661, gest. 1785. 8. Darum, Mel. O du Liebe meiner Liebe. 295. He und Herz vereint zu⸗ sammen Sucht in Gottes Her⸗ en Ruh', Ludrr eure Liebes⸗ flammen Lodern auf den Heiland zu: Er das Haupt, wir seine Glieder, Er das Licht und wir der Schein; Er der Meister, wir die Brü⸗ Er ist unser, wir sind sein. 2. Kommt, ach, kommt ihr Verke, Auf daß ich für und Gnadenkinder Und erneuert für Der Sündenwelt absterbe euren Bund, Schwöret unserm Und nach dem Fleisch ver⸗ 20. uch zunde leb' in dir. 6. zünde deine Liebe eurer Liebeskette Ueberwinder Lieb' und Treu! von Herzensgend Und wenn Festigkeit In meiner Seele an, Daß ich und Stärke fehlt, O, so flehet aus inn'rem Triebe Dich ewig um die Wette, Bis sie Jesus lieben kann, Und dir zum wieder stählt. Wohlgefallen Beständig möge 3. Legt es unter euch, ihr 208 Glieder, Auf so treues Lieben an, Daß ein jeder für die Brüder Auch das Leben lassen kann; So hat uns der Freund eliebet, So vergoß er dort sein Blut; Denkt doch, wie es ihn betrübet, Wenn ihr euch selbst Eintrag thut. 4. Halleluja! Welche Hö⸗ hen, Welche Tiefen reicher Gnad', Daß wir dem ins Herze sehen, Der uns so ge⸗ liebet hat; Daß der Vater aller Geister, Der der Wunder Abgrund ist, Daß du unsicht⸗ barer Meister Uns so fühlbar nahe bist. 5. Ach, du holder Freund, vereine Deine dir geweihte Schar, Daß sie es: so herzlich meine, Wie's dein letzter Wille war; Ja, verbinde in der Wahrheit, Die du selbst im Wesen bist, Alles, was von deiner Klarheit In der That erleuchtet ist. 6. So wird dein Gebet er⸗ füllet, Daß der Vater alle die, Welche du in dich verhüllet, Auch in seine Liebe zieh', Und daß, wie du eins mit ihnen, Also sie auch eines sein, Sich in wahrer Liebe dienen Und einander gern erfreun. 7. Liebe, hast du es ge⸗ boten, Daß man Liebe üben soll, O, so mache doch die toten, Bünde Geister lebens⸗ voll; Zünde an die Liebes⸗ at Daß ein jeder sehen ann, Wir, als die von einem Stamme, Stehen auch für Heiligungs⸗Lieder. einen Mann. 8. Laß uns s gelten werden, Wie Ehate Vater bist, Bis s wohl dieser Erden Ke durch Glied mehr ist; 7.4 von deinem Brennen Neh⸗ weues unser Licht den Schein: immer wird die Welt erkennen, 2 weiß wir deine Jünger sein. Und ig, Graf 8.8 Mel. Zeuch meinen Geist. Wi 296 ier legt me deine Q, Sinn sich un aus! dir nieder; Mein Geist sübh 9. seinen Ursprung wieder; A röhl dein erfreuend' Angesicht A0 Hölle meiner Armut sein gerichti sihrt 2. Schau her, ich silh und mein Verderben! Laß mit Eiche in deinem Tode sterben, könnte doch in deiner Iu. 10 Die Eigenheit ertötet sein! mein 3. Du wollest, Jesu, meing Bate Willen Mit der Gelassenh drüc erfüllen, Brich der Naum Daß Gewalt entzwei Und ma 11 meinen Willen frei. bhiere 4. Ich fühle wohl, daß ih. dein dich liebe Und mich in wäe 1 Wegen übe; Nur ist von ds Und Unlauterkeit Die Liebe noß erqv nicht ganz befreit. ö 5. Sch muß noch H j 1 dieser Erden Durch deinen mir Geist geheiligt werden; ich Sinn muß tiefer in di 318 fl Der Fuß muß unbewegih Da tehn. bist — V 3. Ich weiß mir zum nicht selbst zu raten; d9 verein mit de n hier g Geis. egt meh , meinen lassenhel Nahn d mach daß il n deinen Da —. ö r zwar ; H * Heiligung elten nichts der Menschen haten, Wer macht sein Her, wohl selber rein? Es—2— durch dich gewirket sein. J. Doch kenn' ich wohl dein treues Lieben; Du bist noch inmer treu geblieben, Ich weiß gewiß, du stehst mir bei Und machst mich von mir selber frei. 8. Indessen will ich treulich kümpfen Und stets die falsche Regung dämpfen, Bis du dir deine Zeit ersiehst Und mich aus solchen Netzen ziehst. 9. In Hoffnung kann ich fröhlich sagen: Gott hat der Hölle Macht geschlagen, Gott sührt mich aus dem Kampf und Streit In seine Ruh' und Sicherheit. 10. Drum will die Sorgen meiner Seelen Ich dir, mein Vater, ganz befehlen: Ach, drücke tief in meinen Sinn, 8⸗Lieder. 208 Mel. Jesus meine Zuversicht. 297. Hinuln geht — 8 unsre Bahn, Wir sind Gäste nur auf Er⸗ den, Bis wir dort nach Kanaan Durch die Wüste kommen werden; Hier ist unser Pil⸗ grimstand, Droben unser Va⸗ terland. 2. Himmelan schwing dich, mein Geist; Denn du bist ein himmlisch Wesen Und kannst das, was irdisch heißt, Nicht zu deinem Zweck erlesen; Ein von Gott erleucht'ter Sinn Kehrt in seinen Ursprung hin. 3. Himmelan! ruft er mir zu, Wenn ich ihn im Worte höre; Das weist mir den Ort der Ruh', Wo ich einmal hin⸗ gehöre; Wenn mich dieses Wort bewahrt, Halt' ich eine Himmelfahrt. 4. Himmelan! denk ich all⸗ den Wenn er mir die Tafel ecket, Und mein Geist hier Daß ich in dir schon selig bin. 11. Wenn ich mit Ernst hieran gedenke Und mich in deinen Abgrund senke, So werd' ich von dir angeblickt Und mein Herz wird von dir erquickt. 12. So wächst der Eifer mir im Streite, So schmeck' ich schon die süße Beute Und fühle, daß es Wahrheit ist, Uü. du, mein Gott, die Liebe Christ. Friedr. Richter, geb. 1676, 23 gest. 11. allbereit Eine Kraft des Him⸗ mels schmecket; Nach der Kost im Jammerthal Helgt des Lammes Hochzeitsmahl. 5. Himmelan! Mein Glaube zeigt Mir das schöne Los von ferne, Daß mein Herz schon aufwärts steigt Ueber Sonne, Mond und Sterne; Denn ihr Licht ist viel zu klein Gegen jenen Glanz und Schein. 6. Himmelan wird mich der Tod In die rechte I führen, Da ich über alle Not Ewig werde triumphieren. Je⸗ sus geht mir selbst voran, 14 21⁰ Heiligungs⸗Lieder. Daß ich freudig folgen kann. 7. Himmelan, ach himmelan! Das soll meine Losung bleiben, Ich will allen eit'len Wahn Durch die Himmelslust ver⸗ treiben; Himmelan steht nur mein Sinn, Bis ich in dem Himmel bin. Benj. Schmolck, geb. 1672 + 1737. Eigne Melodie. 298 üter, wird die Nacht der Sünden Nicht verschwinden? Hüter, ist die Nacht schier hin? Wird die Finsternis der Sin⸗ nen Bald zerrinnen, Darin ich verwickelt bin? 2. Möcht' ich, wie das Rund der Erden, Lichte werden! Seelensonne, gehe auf! Ich bin Lobe kalt und trübe; Jesu Liebe, Komm, beschleunige den Lauf! 3. Wir sind ja im neuen Bunde, Da die Stunde Der Erscheinung kommen ist; Und ich muß mich stets im Schatten So ermatten, Weil du mir so ferne bist. 4. Wir sind ja der Nacht entnommen, Da du kommen; Aber ich bin lauter Nacht; Darum wollst du mir, dem deinen, Auch erscheinen, Der nach Licht und Rechte tracht't. 5. Wie kann ich des Lichtes Werke Ohne Stärke In der Finsternis vollziehn? Wie kann ich die Liebe üben, Demut 6. Laß doch nicht den Gh der Seelen Sich so quälen Zünd' dein Feuer in mir oh Laß mich sinstres Kind d Gutes wirken kann. 7. Das Vernunftlicht kum das Leben Mir nicht geben. Jesus und sein heller Schen Jesus muß das Herz anblichn Und erquicken; Jesus muf die Sonne sein. 8. Nur die Decke vor dal Augen Kann nicht taugen Seine Klarheit kann nicht ein Wenn sein helles Licht da Seinen Soll erscheinen, Mi das Auge reine sein. ö 9. Jesu, gieb gesunde A gen, Die was taugen; Rühn meine Augen an; Denn du ist die größte Plage, Wem am Tageé Man das Licht nihh sehen kann. Chr. Friedr. Richter, geb. 1676 F l Mel. Seelenbräutigam. 0 299. VAn der o bensbahn; Und wir wollen nicht verweilen, Dir getreulih nachzueilen: Führ uns an der Hand Bis ins Vaterland, 2. Soll's uns hart ergehn. Laß uns feste stehn Und aut mals über Lasten klagen; Denn durch Trübsal hier Geht der Weg zu dir. Irgend unser Herz, Kümmert lieben Und der Nacht Geschäfte fliehnꝰ uns ein fremdes Leiden: Oo Erden Helle werden, Daß ih. in den schwersten Tagen N. 3. Rühret eigner Schmez gieb G unsern in. 4 Kebste du ut Gieb Pege L Mil. L. Heiligungs⸗Lieder. unsern Sinn Auf das Ende mütigung dienen. du uns durch rauhe Wege, lich' Fleisch töten. „Umn gebeus Mächtig aufführet, genesen. icht nich ö mir schädlich 391 Ränke, Wie er mich sichte, sei gänzlich zu eigen g verstöre und kränke. Und ich mich stets u.. 2. Jesu, hilf siegen, der Wollen verhülle, Wo sich die du mich erkaufet! Rette, wenn Seele zur Ruhe hinlenkt; Laß Dongn Fleisch und Blut, Satan und mich mir sterben und alle der K. Welt, Mich zu berücken, gan dem Meinen, Daß ich mich wolln grimmig anlaufet Oder auch zählen kann unter die Deinen. shmeichehnd sich listig verstellt. 7. Jesu, hilf siegen! ns an Wüten die Feinde von außen allerlei Fällen Gieb mir die terland und innen, Laß mir, Herr, Waffen des Lichtes zur Hand. ergen niemals die Hülfe zerrinnen. Wenn mir die höllischen nd aut 3. Jesu, hilf Bagen: Ach, Feinde nachstellen, Dich mir lagen: Herr, zu rauben, o edelstes Pfand, llagn. mein Gebrechen ist immer vor So hilf mir Schwachen mit er Gehl mir! Hilf, wenn die Sünden Allmacht und Stärke, der 8 Gen mich nagen, Die ich, o Liebster, dein Dasein etreulich n N. wer muß nicht ihme mein Gewissen mir täglich vermerte. immert ält den Ach! laß mich 8. Jesu, hilf Lur Weun 1⁴⁵ 0 90 schmecken dein kräftig Versüh⸗laß mich nicht sin gieb Geduld zu beiden; Richte nen Und dies zu meiner De⸗ in. 4. Jesu, hilf siegen! Wenn 4. Ordne unsern Gang, in mir die Sünde, Eigenlieb', Liebster, lebenslang; Führst Hoffart und Mißgunst sich regt; Wenn ich die Last der cht unl Gieb uns auch die nöt'ge Begierden empfinde Und sich t geben, H Thu uns nach dem mein tiefes Verderben dar⸗ Scheh! Lauf Deine Thüre auf. legt; So hilf, daß ich vor anblite n. L. Or. v.. 1400.“ geb. 1700, mir selbst mag erröten Und 3 mi gest. 1760. durch dein Leiden mein sünd⸗ vor ha 5. Jesu! hilf siegen und iaugen ege gefangen In mir icht en. Wel. Einer hene Inmanuel Llste des Fleschs und gieb, Daß bei mir lebe des Gei n, Moß 300 JDesu, hilf siegen, Verlangen, Aufwärts 8 du Fürste des schwingend durch heiligen de A. Lebens! Sieh, wie die Fin⸗ Trieb; Laß mich eindringen ins Rühn sternis dringet herein; Wie sie himmlische Wesen, So wird enn dus, ihr höllisches Heer nicht ver⸗ mein Geist, Leib und Seele ein! Satan., 6. Jesu, hilf siegen, damit der sinnet auf allerhand auch mein Wille ir, Herr, 212 sich die Kräfte der Lügen auf⸗ blähn Und mit dem Scheine der Wahrheit sich schminken, Laß doch viel heller dann deine Kraft sehn. Steh mir ur Rechten, o König und eister! Lehre mich kämpfen und prüfen die Geister. 9. Jesu, hilf siegen im Wachen und Beten. Hüter, du schläfst ja und schlummerst nicht ein; Laß dein Gebet mich unendlich vertreten, Der du versprochen, mein' Fürsprech' zu sein: Wenn mich die Nacht mit Ermüdung will decken, Wollst du mich, Jesu, ermun⸗ tern und wecken. 10. Jesu, hilf siegen: Wenn alles verschwindet Und ich mein Nichts und Verderben nur seh'; Wenn kein Vermögen beten sich findet, Wenn ich in wie ein verschüchtertes Reh: Ach, der so wollst du im Grunde der Seelen Dich mit dem innersten Seufzen vermählen. 11. Jesu, hilf siegen und laß mir's gelingen, Daß ich das Zeichen des Sieges er⸗ lang', So will ich ewig dir Lob und Dant singen, Jesu, mein Heiland, mit frohem Gesang. Wie wird dein Name da werden gepriesen, Wo du, o Held, dich so prächtig er⸗ wiesen! 12. Jesu, sch siegen, wenn ich nun soll scheiden Weg von der jammer⸗ und leidvollen Welt! Wenn du mich rufest, Heiligungs⸗Lieder. dir mög' fahren ins himmust nimmer Zelt. Laß mich, a recht ritterlich I0 9 eindringen. Mel. Wer nur den lieben Gott 0 alten. 301. ON u rein Wesen, Der du die rein Herzen dir Zur steten Wohmm auserlesen, Ach schaffein rein Herz in mir, Ein Herz, n von der argen Welt Sich und unbefleckt erhält. 2. Vor allem mache mih Gemüte Durch ungefärbte Buß rein, Und laß es, Herr, duut deine Güte Und Christi A gewaschen sein. Dann matz mich zur Reinigkeit Des Leben fertig und bereit. 3. Regiere mich nach de⸗ nem Geiste Der mein getrenn Beistand sei Und mir I wünschte Hülfe leiste. Gch stehe mir in Gnaden bei I gieb mir einen solchen Ge Der neu, gewiß und wilh heißt. 4. Doch, weil ich mahn merke, Mah Schwachheit Vater, so verwirf mich nih Und stoß mich wegen mein Werke Ja nicht von deinen Angesicht. Laß mich hier in der Gnade stehn Und dort in deinen Himmel gehn. gieb, daß ich mit Freuden Zu Nimm deinen Geist den durch den Tod in das Iun ai durch Joh. Heinr. Schröder, geb. 1666 sebgen oh. Mel. 30 ten w von se euch f zum 5 ein& — elde 2. Geist der Liebe, Ja nun u) n Gott lj err, duth risti d inn math es Leben .1660%0 nach de getra mir ez e. Gah bei un jen Geiß id will. ch meih⸗ Mi lich nith n meiner deinen hier i. dort in eist, den nun und Heiligungs⸗Lieder. 213 unmermehr von mir Und frommen Freunden Der Liebe bleite mich durch seine Triebe, Bruderhand. ODurch seinen Beistand für 5. So wandeln wir ent⸗ — und für. Ja, führe Du mich schlossen Dem Himmelsführer durch die Zeit Hin zu der nach Und dulden unverdrossen selgen Ewigkeit. had sehn i sint Ane⸗ nd flehn im finstern Thale: Joh. Olearius, geb. 1611 1 1684. O, f b Wu mach im Hochzeitssaale Bal .—.— ich dir geben. salles, alles neu! 30² In unsres Königs 6. Seht, wie die Krone 8 Namen Betre⸗ schimmert, Die unser Haupt ten wir die Bahn; Ihr, die einst schmückt! Und wird der von seinem Samen, O schließt Leib zertrümmert, Der Wel⸗ euch freudig an! Wir ziehn tenbau. Stern⸗ Erlöschen zum Friedenslande Ein Leib, Sonn' und Sterne: Kein Pil⸗ ein Herz, ein Geist; Wohl ger werde matt; Dort glänzt dem, der alle Bande Voll uns schon von ferne Des Heldenmut zerreißt. großen Königs Stadt. Der Weg ist schmal, 7. 808 deien chunnd ud doch eben Und führt zur Se⸗ men, Es kostet Schweiß und ligkeit. Die Straße dort da⸗Blut! Hinan, hinan geklommen neben Ist zwar bequem—— wahrem 8. Suhren Den breit; Doch wer sie geht, hebt uns unser Sehnen 9695 muß sterben; An ihrem Ende über Tod und Grab: Bald droht Ein ewiges Verderben, trocknet unsre Thränen Die Fluch, Zorn und Qual und Hand der Liebe ab. od. J. L. Fricker, geb. 1729 + 1766. 3. Wir folgen deinem Locken, Du ewig 9 gugen Wer tönnte sich verstocken? Du 303 D hast's so gut gemeint. Wir Ader wandern abgeschieden Und jeder 9 i 1 . Nacht, Eh' du für uns er⸗ trägt sein Kreuz Ergeben und plaßt, Den Deinen von der Hu. Für Pilger hat es Liebe Macht So schön ge⸗ 4 18 predigt hast: 4. Der große ol der2. Erinnre deine kleine Herde Geht seinem olk vor⸗. 55 ů .Sei Bolt vorSchar, Die sich sonst leicht an; Sein Allmachtswort: Es zweit, Daß dei letzt werde! Bereitet selbst die entzwett, Daß den: nla⸗ Sorge war Der Glieder Einig⸗ Mel. Nun sich der Tag geendet hat. dand Es 0, J15 keit einden Herz, Zunge, Fu hir. Ludwig G inzendorf, und Hand. Knüpft zwischen—— 100 7 1805. b. 1700 4 1760. 214 Heiligungs⸗Lieder. Mel. Von Gott will ich nicht lassen. 304. Konmt, Kinder, * laßt uns ge⸗ hen! Der Abend kommt her⸗ bei; Es ist gefährlich stehen In dieser Wüstenei; Kommt, stärket euren Mut, Zur Ewig⸗ keit zu wandern, Von einer Kraft zur andern; Es ist das Ende gut. 2. Es soll uns nicht ge⸗ reuen Der schmale Pilgerpfad; Wir kennen ja den Treuen, Der uns Hertsen hat. Kommt, folgt und trauet dem! Ein leder sein Gesichte Mit ganzer Wendung richte Fest nach Je⸗ rusalem! 3. Der Ausgang, der ge⸗ schehen, Ist uns fürwahr nicht leid: Es soll noch besser Rein Zur Abgeschiedenheit; eein, Kinder, seid nicht bang! Verachtet tausend Welten, Ihr zufrieden, Was man gebrut zur Not. ö 6. Schmückt euer Del a beste. Sonst weder eb M. Haus; Wir sind hier fren Gäste Und ziehen bald hinm Gemach bringt Ungemach 6. Pilger muß sich schicken,E. dulden und sich bücken I kurzen Pilgertag. 7. Laßt uns nicht viel h sehen das Kinderspiel u Weg; Durch Säumen durch Stehen Wird man 0 strickt und träg'. Es geht m all's nicht an; Nur fort, m fortgerungen, Durch alh durchgedrungen! Es ist sobil gethan. 8. Ist gleich der Weg sh enge, So einsam, krumm In schlecht, Der Dornen wohl A Menge Und manches Kreg trägt: Es ist doch nur ch Weg. Laß sein! Wir gehn Locken und ihr Schelten Und geht nur euren Gang. 4. Geht's der Natur ent⸗ egen, So keiten geradꝰ und Reun; Die Fleisch und Sinnen flegen, Noch schlechte Pilger sen Verlaßt die Kreatur Und was euch sonst will binden. Ja, laßt euch selbst dahinten; Es geht durchs Sterben nur. 5. Man muß wie Pilger wandeln, Frei, bloß und wahrlich leer; Viel sammeln, halten, handeln Macht unsern kannt, Man siehet, kennt und Wer will, höret Uns kaum im fremden and; Und höret man uns jn, öret man uns singen Gang nur schwer. der trag sich tot! Wir reisen abgeschieden, Mit wenigem So weiter, Wir folgen unsem Leiter Und brechen durhz Geheg. 9. Was wir hier hör'n un ehn, Das hören und sehn — wir kaum, Wir lassen's u und gehen, Es irret uns ken Traum. Wir gehn ins Ewge ein, Mit Gott muß unmst Handel, Im Himmel unse Wandel Und Herz und allez sein. 10. Wir wandeln i kehret, Veracht't und unbe⸗ 1 gebraut sch alt ist sobch Weg sih mm un jör'n und nd sehe sen's N uns ken ns Ewg 5 unse el unser nd allez uuh d unbe⸗ nnt und fremden uns jn singen Von all' den großen Dingen, Die auf uns warten da. 11. Kommt, Kinder, laßt uns gehen; Der Vater gehet mit! Er selbst will bei uns stehen In jedem sauren Tritt; Er will uns machen Mut, Mit süßen Sonnenblicken Uns locken und erquicken; Ach ja, wir haben's gut! 12. Ein jeder munter eile; Wir sind vom Ziel noch fern; Schaut auf die Feuersäule, Die Gegenwart des Herrn! Das Aug' nur eingekehrt, Da uns die Liebe winket Und dem, der folgt und sinket, Den wahren Ausgang lehrt. 13. Des süßen Lammes Vesen Wird uns da einge⸗ drückt; Man kann's am Wan⸗ del lesen, Wie kindlich, wie beglückt, Wie sanft, gerad' und sill Die Lämmer vor sich sehen Und ohne Forschen gehen, So wie ihr Führer will. 14. Kommt, Kinder, laßt uns wandern; Wir gehen Hand in Hand! Eins net sich am andern In diesem wilden Land. Kommt, laßt uns kindlich sein, Uns auf dem f Weg nicht streiten, Die Engel uns begleiten, Als unsre Brü⸗ derlein. 15. Sollt' wo ein Schwacher fallen, So greif der Stärk' re zu: Man trag', man helfe allen, Man pflanze Fried' und Ruh', Kommt, bindet sester an! Ein jeder sei der Heiligungs⸗Lieder. 21⁵ der Reinste Auf unsrer Pil⸗ gerbahn. 16. Kommt, laßt uns munter wandern; Der Weg kürzt immer ab! Ein Tag der folgt dem andern; Bald fällt das Fleisch ins Grab; Nur noch ein wenig Mut, Nur noch ein wenig treuer, Vor allen Dingen freier Gewandt zum ew'gen Gut! 17. Es wird nicht lang mehr währen, Halt noch ein wenig aus; Es wird nicht lang mehr währen, So kom⸗ men wir nach Haus, Da wird man ewig ruhn, Wenn wir mit allen Frommen Daheim zum Vater kommen: Wie wohl, wie wohl wird's thun. 18. Drauf wollen wir's denn wagen, Es ist wohl Wagens wert, Und gründlich dem ab⸗ sagen, Was aufhält und be⸗ schwert. Welt, du bist uns zu klein! Wir gehn durch Jesu Leiten Hin in die Ewigkeiten: Es soll nur Jesus sein. 19. O Freund, den wir er⸗ lesen, O allvergnügend Gut, O ewig bleibend Wesen: Wie reizest du den Mut. Wir reuen uns in dir, Du unsre Wonn' und Leben, Worin wir ewig schweben, Du, unsre ganze Zier! Gerh. Tersteegen, geb. 1697 4 1769. Mel. Werde munter, mein Gemüte. 305 Konntlaßt euch 15 den Herren Kleinste, Doch auch wohl gern lehren, Kommt und lernet all⸗ 216 zumal, Welche die sind, die gehören Zu der rechten Christen Hahl; Die bekennen mit dem Mund, Glauben auch von Herzensgrund Und bemühen sich daneben, Gut's zu thun, so lang' sie leben. 2. Selig sind, die Demut haben Und sind allzeit arm im Geist, Rühmen sich gar keiner Gaben, Daß Gott werd' allein gepreist; Danken dem auch für und für, Denn das Himmelreich ist ihr'. Gott wird dort zu Ehren setzen, Die sich selbst gering hier schätzen. 3. Selig sind, die Leide tragen, Da sich göttlich Trauern find't, Die Peileen und be⸗ klagen Ihr' und andrer Leute Sünd', Die derhalben traurig gehn, Oft vor Gott mit Thränen stehn, Diese sollen noch auf Erden Und dann dort getröstet werden. 4. Selig sind die frommen Herzen, Da man Sanftmut spüren kann, Welche Hohn und Trotz verschmerzen, Wei⸗ chen gerne jedermann; Die nicht suchen eigne Rach' Und befehlen Gott die Sach', Diese will der Herr so schützen, Daß Heiligungs⸗Lieder. trug und Unrecht hassen, wird Gott satt werden lase; 6. Selig sind, die aus 6 barmen Sich annehmen fren, der Not, Sind mitleidig n den Armen, Bitten treulich i sie Gott; Die behülflich sih mit Rat, Auch wo möglich u der That, Werden wieder di empfangen Und Barmhetzß keit erlangen. 7. Selig sind, die funde werden Reines Herzens jede⸗ zeit, Die in Werk, Wort um Gebärden Lieben Zucht un Heiligkeit: Diese, welchen nit gefällt Die unreine Lust de Welt, Sondern sie mit Ems vermeiden, Werden schaun Gott mit Freuden. 8. Selig sind, die Frieh machen Und drauf sehn ohy sie noch das Land besitzen. 5. Selig sind, die sehnlich streben Nach Gerechtigleit und Treu, Daß an ihrem Thun und Leben Kein' Gewalt—65 Unrecht sei; Die da lieben gleich und recht, Niemals e. der Sünde Knecht, Geiz, Be⸗ Unterlaß, Daß man mög' i allen Sachen Fliehen Hade, Streit und Haß: Die du stiften Fried'ꝰ und Ruh', Ralen allerseits dazu, Sich des grl⸗ dens selbst b. Gottes Kinder heißen. 9. Selig sind, die müssen dulden Schmach, Verfolgun Angst und Pein, Da sie doch nicht verschulden Und g⸗ recht befunden sein; Ob dis Kreuzes gleich ist viel, Sehe Gott doch Maß und Ziel Und hernach wird er's Ewig mit der Ehrenkronen 10. Herr, regier' zu allen Zeiten Meinen Wandel hier auf Erd', Seligkeiten, Doch aus Gnaden fähig werd'! Gieb, daß ich Daß ich solcher efleißen, Werdn elohnen ssen,. en last aus 6. en frey eidig mj reulichft Ulich si söglich nt eder His rmherzz ie funde ens jede⸗ ort u ucht un chen nih Lust 30 it En schaug e Fried sehn ohy mög' in n Hader Die du 217⁷ Heiligungs⸗Lieder. ering, Meine Klag' dir: Dort teil' deine Freud' oft vor dich bring', Sanftmut mit mir. auch an Feinden übe, Die 3. Lasset uns mit Jesu Gerechtigkeit stets liebe. sterben; Sein Tod uns vom I. Daß ich Armen helf andern Tod Rettet und vom nich acht' hẽ/ Raten des Fr⸗ Werden müssen rfolgung sie ez Und ge Ob des „ Seget 3iel Ind helohnen nkronen. u allen del hier solcher Gnaden daß ih r ö Seelverder Von der ewig⸗ und diene, Immer hab' ein Seelverderben, Von der ewdig neines Herz; Die im Unfried' stehn, versühne, Dir anhang' in Freud' und Schmerz! Vater, hilf von deinem Thron, Daß ich glaub' an deinen Sohn Und durch deines Geistes Stärke Mich befleiße guter Verke. Nach Johann Heermann, geb.. „ von David Denicke, geb. 1603 f 1680. Mel. Sollt' ich meinen Gott nicht. 306. Liset uns mit 0 Jesu ziehen, Seinem Vorbild folgen nach, In der Welt der Welt ent⸗ fliehen Auf der Bahn, die er uns brach; Immerfort zum Himmel reisen, Irdisch noch schon himmlisch sein; Glauben recht und leben fein, In der Lieb' den Glauben weisen. Treuer Jesu, bleib bei mir: Gehe vor, ich folge dir. 2. Lasset uns mit Jesu leiden, Seinem Vorbild wer⸗ den gleich; Nach dem Leide folgen Freuden, Armut hier macht dorten reich. Thränen⸗ saat, die erntet Lachen, Hoff⸗ nung tröstet mit Geduld; Es kann leichtlich Gottes Huld Aus dem Regen Sonne ma⸗ chen. Jesu, hier leid' ich mit lichen Not. Laßt uns töten, weil wir leben, Unser Fleisch, ihm sterben ab: So wird er uns aus dem Grab In das Himmelsleben heben. Jesu, sterb' ich, sterb' ich dir, Daß ich lebe für und für. 4. Lasset uns mit Jesu le⸗ ben; Weil er auferstanden ist, Muß das Grab uns wieder⸗ 91 2 Jesu, unser Haupt du ist. Wir sind deines Leibes Glieder, Wo du lebst, da leben wir: Ach, erkenn' uns für und für, Trauter Freund, für deine Brüder. Jesu, dir ich lebe hier, Dorten ewig auch bei dir. Siegmund v. Birken, geb. 1626 1 1681. Mel. Jesu, komm doch selbst zu mir. Psalm 133. ieh, wie lieblich 30⁷. S und wie fein Ist's, wenn Brüder friedlich sein, Wenn ihr Thun einträchtig ist, Ohne Falschheit, Trug und List. 2. Denn daselbst verheißt der Herr Reichen Segen nach Begehr Und das eben in der Zeit Und auch dort in Ewigkeit. 3. Aber ach! Wie ist die Lieb' So erloschen, daß kein Trieb Mehr auf Erden wird 218 gespürt, Der des andern Herze rührt! 4. Jedermann lebt für sich hin In der Welt nach seinem Sinn, Denket an den andern nicht: Wo bleibt da die Liebes⸗ pflicht? 5. O Herr Jesu, Gottes Sohn, Schaue doch von dei⸗ nem Thron, Schaue die Zer⸗ streuung an, Die ein Mensch nicht bessern kann. 6. Sammle, großer Men⸗ schenhirt, Alles was sich hat verirrt! Laß in deinem Gna⸗ denschein Alles ganz vereinigt sein! 7. Bind' zusammen Herz und Herz, Laß uns trennen keinen Schmerz, Knüpfe selbst durch deine Hand Das ge⸗ weihte Bruderband. 8. Kraft, Lob, Ehr' und Herrlichkeit Sei dem Höchsten allezeit, Der, wie er ist drei in Ein', Uns in ihm läßt Eines sein. Michael Müller, 4 1701, v. 1—2. Joh. Christ. Nehring, 4 1736, v. 3—8. Mel. Straf' mich nicht in deinem orn. 3 308. Macedic mein 30 Geist, bereit, Wache, fleh' und bete, Daß dich nicht die böse Zeit Un⸗ verhofft betrete; Denn es ist Satans List Ueber viele Frommen Zur Versuchung kommen. 2. Aber wache erst recht auf Von dem Sündenschlafe; Denn es folget sonst darauf Heiligungs⸗Lieder. 3. Wache auf, sonst h dich nicht Unser Herr erlat ten; Wache, sonsten wird deh 8 Licht Dir noch ferne weun Denn Gott will Für die Fil Seiner Gnadengaben Op Augen haben. ö 4. Wache, daß dich Satan List Nicht im Schlaf un stricke, Weil er sonst behend ist, Daß er dich berücke; In Gott giebt, Die er liebt, OA in seine Strafen, Wenn sicher schlafen. 5. Wache, daß dich nith. die Welt Durch Gewalt h⸗ zwinge, Oder, wenn sie sh verstellt, Wieder an sich bringe Wach' und sieh' Damit n Viel von falschen Brüdem Unter Deinen Gliedern. 6. Vache dazu auch sih dich, Für dein Fleisch uuh Herze, Damit es nicht freven lich Gottes Gnad' verscherze Denn es ist Voller List Iind kann sich bald heucheln lud! in Hoffart schmeicheln. 7. Bete aber auch dabe Mitten in dem Wachen; Demn der Herre muß dich frei Von dem allen machen, Was dih drückt Und bestrickt, Daß di schläfrig bleibest Und sein Wenl nicht treibest. 8. Ja, er will gebeten. en; Er verlanget unser Schrein. Wenn er soll was ge Wenn wir wollen leben Und Mith. Relt, Fleif ern. auch fi eisch um wuhert erscherze List I heln Id n. ich dabi n; Denn frei Von Was dich Daß du ein Wer Heiligung ihn Unsern Sinn, Feind, 090 und Sünden sriftig überwinden. 2 Doch wohlan! es muß uns schon Alles glücklich gehen, Penn wir ihn durch senden Sohn Im Gebet anflehen; Denn er will Uns mit Füll' Seiner Gunst beschütten, Wenn wir gläubig bitten. 10. Drum so laßt uns immer⸗ dar de Ant flehen, beten, Beil die Angst, Not und Ge⸗ fahr Immer näher treten; Denn die Zeit Ist nicht weit, Da uns Gott wird richten Und die Welt vernichten. Jhann Burckard Freystein, geb. 1671 + 1718. Nel. Nun sich der Tag geendet hat. 309. Merd S Vort: Wenn Jesus winkt, so geh; Wenn er dich zieht, so eile fort; Wenn Jesus hält, so steh. 2. Wenn er dich lobet, bücke dich; Wenn er dich liebt, so ruh; Wenn er dich aber schilt, so sprich: Ich brauch's, Herr, 8⸗Lieder. 219 5. Kurz, liebe Seel', dein Tace Sei von dem age an Bei Schmach, bei Mangel und bei Schmerz Dem Heiland zugethan. Nicol. Ludwig Graf v. Zinzendorf, geb. 1700 4 1760. Mel. Nun danket all' und bringet Ehr'. 310 Man Gott, das * Herzich bringe dir Als Gabe und Geschenk; Du forderst dieses ja von mir, Des bin ich eingedenk. 2. Gieb mir, mein Sohn, dein Herz, sprichst du, Das ist mir lieb und wert; Du findest anders nimmer Ruh' Im Him⸗ mel und auf Erd'. 3. Nun du, mein Vater, nimm es an, Mein Herz, ver⸗ acht' es nicht; Ich geb's, so gut ich's geben kann, Kehr' zu mir dein Gesicht. 4. Zwar ist es voller Sün⸗ denwust Und voller Eitelleit, Des Guten aber unbewußt Und wahrer Frömmigkeit. 5. Doch aber steht es nun in Reu' Fühlt seinen Uebel⸗ schlage zu! 3. Wenn Jesus seine Gna⸗ nitni Bald da, bald dort verklärt, So freu' widerfährt. 4. Wenn er dich brauchen will, So steig' in Kraft empor; Wird Jesus in der Seele still, So nimm auch du nichts vor. dich der Barmherzigkeit, Die andern dir zu Fu stand Und trägt vor dem jetzt große Scheu, Dran Lust zu⸗ vor es fand. 6. Hier fällt und liegt es Und schreit: zer⸗ schlage du, Zerknirsch es, aber Vater, daß ich Buß' Recht⸗ schaffen vor dir thu'. 7. Zermalme meine Härtig⸗ keit, Mach mürbe meinen Sinn, Daß ich in Seufzen, Reu' 220 und Leid Und Thränen ganz zerrinn'. 8. Sodann nimm mich, mein Jesu Christ, Tauch' mich tief in dein Blut; Ich glaub', daß du gekreuzigt bist Der Welt und mir zu gut. 9. Stärk' meine schwache Glaubenshand, Zu fassen auf dein Blut, Als der Vergebung Unterpfand. Das alles machet gut. 10. Schenk mir nach deiner Jesushuld Gerechtigkeit und Heil; Nimm auf dich meine Sündenschuld Und meiner Strafe Teil. 11. In dich woll'st du mich& kleiden ein, Dein' Unschuld ziehen an, Daß ich, von allen Sünden rein, Vor Gott be⸗ stehen kann. 12. Gott, heil'ger Geist! nimm du auch mich In die Gemeinschaft ein: Ergieß' um Jesu willen dich Tief in mein Herz hinein. 13. Dein göttlich' Licht schütt' in mich aus Und Brunst der reinen Lieb'; Tilg' Finster⸗ nis, Haß, Falschheit aus, Schenk mir stets deinen Trieb. 14. Hilf, daß ich sei von Herzen treu Im Glauben meinem Gott; Daß mich im Guten nicht mach' scheu Der Welt List, Macht und Spott. 15. Hilf, daß ich sei von Herzen fest In Hoffen und Geduld; Daß, wenn du nur mich nicht verläßt, Mich tröste deine Huld. Heiligungs⸗Lieder. 16. Hilf, daß ich sah Herzen rein Im Ghe erweis', Daß mein Thun ni sei Augenschein, Durchs zu deinem Preis. x 17. Hilf, daß ich sei t. Herzen schlicht, Aufrichtigrh Lug; Mein Wort, mein I mein Angesicht Sei ohne und Trug. x 18. Hilf, daß ich seh n Herzen klein, Demut und Eun mut halt, Daß ich von al Weltlieb, rein, Vom Fallu stehe bald. 19. Hilf, daß ich sei uu Herzen fromm, Ohn' Heuchelei, Damit mein gann E. Dir wohlgefil ei. 20. Nimm gar, o Gott zn Tempel ein Mein Herz in der Zeit; Ja, laß es din Wohnung sein In fap Ewigkeit! 21. Dir geb' ich's gam eigen hin, Brauch's,wozu gefällt; Ich weiß, daß ich d Deine bin, Der Deine, u der Welt. 22. Drum soll sie nun m nimmermehr Dies richtena bei mir; Sie lock' und duh auch noch so sehr, Daß i soll dienen ihr. 23. Weg Welt! weg Sinh dir geb' ich nicht Mein Hah nur, Jesu, dir Ist dies G schenke zugerichtt, Behall' i für und für. Joh. Caspar Schade, geb. 1660 f Thun n Jurchs R. ch sei 0 richtig gh mein Nn i ohne ich se 98 ich sei n tund Eu h von al m Fallaz ich sei u Ohn mein ganz wohlgefl; Hen erz hi aß eo. In jan gamh „wozu dih daß ich d deine, nüt ie nunm Behalt' b. 1666 f „Mach's mit mir, Gott, nach 35 deiner Güt'. 311. Menan ser Held, Mir nach, ihr Christen 8 alle! Verleugnet euch, verlaßt die Welt, Folgt meinem Ruf und Schalle! Nehmt euer Kreuz und Ungemach Auf euch, folgt meinem Wandel nach. Ich bin das Licht, ich leucht euch für Mit heil' gem Tugendleben; Wer zu mir kommt und folget mir, Darf nicht im Finstern schweben; Ich bin der Weg, ich weise wohl, Wie man wahrhaftig wandeln soll. 3. Mein Herz ist voll Demü⸗ ügkeit, Voll Liebe meine Seele; Men Mund, der fleußt zu jeder 1 Von süßem Sanft⸗ mutsöle; Mein Geist, Gemüte, Kraft und Sinn Ist Gott er⸗ geben, schaut auf ihn. 4. Ich zeig' euch das, was schädlich ist, Zu fliehen und zu meiden, Und euer Herz von arger List Zu rein'gen und zu scheiden; Ich bin der Seelen Fels und Hort Und führ' euch zu der Himmelspfort'. 5. Fällt's euch zu schwer, ich geh' voran, Ich steh' euch an der Seite, Ich kämpfe selbst, ich brech' die Bahn, Bin alles in dem Streite; Ein böser Knecht, der still' darf stehn, Wenn er den Feldherrn sieht angehn. „Wer seine Seel' zu finden Heiligungs⸗Lieder. 221 lieren scheint, Wird sie in Gott einführen; Wer nicht sein Kreuz nimmt und folgt mir, Ist mein nicht wert und meiner ier. 7. So laßt uns denn dem lieben Herrn Mit Leib und Seel' nachgehen Und wohlge⸗ mut, getrost und gern Hei ihm im Leiden stehen; Denn wer nicht kämpft, trägt auch die Kron' Des ew'gen Lebens nicht davon. Johann Scheffler(Angelus Silesius), geb. 1624 4 1677. Mel. Ringe recht, wenn Gottes Gnade. 312 O der alles hütt verloren, Auch sich selbst, der allezeit Nur das Ein' hätt' auserkoren, So Herz, Geist und Seel' erfreut! 2. O, der alles hätt' ver⸗ gessen; Der nichts wüßt', als Gott allein, Dessen Güte un⸗ ermessen Macht das Herz still, ruhig, rein! 3. O, der alles könnte las⸗ sen; Daß er frei vom Eiteln all' Wandern möcht' die Frie⸗ densstraßen Durch dies Thrä⸗ nenjammerthal! 4. O, wär' unser Herz ent⸗ nommen Dem, was lockt durch eiteln Glanz Und hält ab, zu Gott zu kommen, In dem alle Güt' ist ganz! 5. O, wär' unser Aug' der meint, Wird fie ohn' mich ver⸗Seelen Stetig nur auf Gott lieren; Wer sie hier zu ver⸗ gewendt! So hätt' auch das 222 Heiligungs⸗Lieder. sorglich Quälen Im Gewissen ganz ein End'. 6. O, du Abgrund aller Güte, Zeuch durchs Kreuz in dich hinein Geist, Seel', Herz, Sinn und Gemüte, Ewig mit dir eins zu sein! Gottfried Arnold, geb. 1666 1714. Mel. O du Liebe meiner Liebe. Durchbrecher 313. 56 aller Bande, Der du immer bei uns bist, Bei dem Schade, Spott und Schande Lauter Lust und Himmel ist: Uebe ferner dein Gerichte Wider unsern Adams⸗ sinn, Bis uns dein so treu Gesichte, Führet aus dem Kerker hin. 2. Ist's doch deines Vaters Wille, Daß du endest dieses Werk. Hierzu wohnt in dir die Fülle Aller Weisheit, Lieb' und Stärk', Daß du nichts von dem verlierest, Was er dir geschenket hat, Und es von dem Treiben füh⸗ rest Zu der süßen Ruhestatt. 3. Ach! so mußt du uns vollenden, Willst und kannst ja anders nicht; Denn wir sind in deinen Händen, Dein Herz ist auf uns gericht't; Ob wir wohl vor allen Leu⸗ ten Als hhes ar sind ge⸗ acht't, Weil des Kreuzes Nie⸗ drigkeiten Uns veracht't und schnöd' gemacht. 4. Schau' doch aber unsre Ketten, Da wir mit der Krea⸗ tur Seufzen, ringen, schreien, beten Um Erlösung von N. tur, Von dem Dienst der E. telkeiten, Der uns noch harte drückt, Ungeacht du Geist in Zeiten Sich as etwas Bess'res schickt. 5. Ach! erheb' die mati Kräfte, Reiße du das Vu entzwei, Daß wir, durch d Weltgeschäfte Durchgebrochen stehen frei. Weg mit Men schenfurcht und Zagen; Weih Vernunftbedenklichkeit; Joh mit Scheu vor Schmach un Plagen; Weg des Fleischt Zärtlichkeit! ö 6. Herr, erlöse deine gü der! Brich der Sünde—5 entzwei! Denke, daß ein ar mer Sünder Dir im Ih nichts nütze sei! Heb uns aih dem Staub der Sünden, Mii die Schlangenbrut hinaus Laß uns Wahre Freiheit finden In des ew'gen Vaters Haull 7. Wir verlangen keine Ruh Für das Fleisch in Ewigkei; Wie du's nöthig findest, thue Noch vor unsrer M⸗ schiedszeit. Aber unser Geih der bindet Dich im Glaubeh läßt dich nicht, Bis er die r lösung findet, Die dein trein Mund verspricht. 8. Herrscher, herrschel S⸗ ger, siege! König, brauch deh Regiment: Führe deines ui ches Kriege, Mach' der Sul⸗ verei ein End'! Laß doch ah der Grub' die Seelen Duh des neuen Bundes Blut; uns länger nicht so qulleh von M⸗ st der d noch i eacht de 1 e matte das Bast durch dz gebrochen nit Men⸗ n: Wah it; Jon mach unz Fleischs eine Kin⸗ ers Haull keine Rlh Ewigkei; find'st, 60 isrer A. nser Gash Glaubah er die Er dein treun schel Si auch' deh eines Mi der Sll= doch alh len Dulh Blut, 0 o quäleh Denn du meinst's mit uns ja ut. 655 Haben wir uns selbst efangen In Lust und Ge⸗ illigkeit: Ach! so laß uns nicht stets hangen In dem Tod der Eigenheit; Denn die Last treibt uns zu rufen; Alle schreien wir dich an: dig doch nur die ersten Stu⸗ fen Der gebrochnen Freiheits⸗ ahn! 10. Ach, wie teu'r sind wir erworben, Nicht der Menschen Knecht zu sein! Drum, so wahr du bist gestorben, Wirst du uns auch machen rein; Rein und frei und ganz voll⸗ kommen Und verklärk ins beste Bild: Der hat Gnad' um Gnad' genommen, Wer aus deiner Füll' sich füllt. 11. Liebe, zeuch uns in dein Sterben, Laß mit dir gekreu⸗ Heiligungs⸗Lieder. 223 unverletzte Seel' Und rein Gewissen bleib'. 2. Gieb, daß ich thu! mit Fleiß, Was mir zu thun ge⸗ bühret, Wozu mich dein Be⸗ ehl In meinem Stande füh⸗ ret; Gieb, daß ich's thue bald, Zu der Zeit, da ich soll, Und wenn ich's thu', so gieb, Daß es gerate wohl. 3. Hilf, daß ich rede stets, Womit ich kann bestehen, Laß kein unnützes Wort Aus mei⸗ nem Munde gehen; Und wenn in meinem Amt Ich reden soll und muß, So gieb den Wor⸗ ten Kraft Und Nachdruck ohn' Verdruß. 4. Find't sich Gefährlichkeit, So laß mich nicht verzagen, Gieb einen Heldenmut, Das Kreuz hilf selber tragen; Gieh. daß ich meinen Feind Mit Sanftmut überwind', Und — zgt sein, Was dein Reich nicht kann ererben; Führ' ins Paradies uns ein! Doch wohl⸗ an, du wirst nicht säumen, Vo wir nur nicht lässig sein; Werden wir 98 als wie träumen, Wenn die Freiheit bricht herein. Gottfried Arnold, geb. 1666 17¹⁴4. Eigne Melodie. 314. Gott, du from⸗ mer Gott, Du Brunnquell guter Gaben, Ohn! den nichts l, was ist, Von dem wir alles haben, Ge⸗ b Leib gieb mir, Und aß in solchem Leib Ein' 7* GAX wenn ich Rat bedarf, Auch guten Rat erfind'. 5. Laß mich mit jedermann In Fried' und Freundschaft leben, So weit es christlich ist; Willst du mir etwas ge⸗ ben An Reichtum, Gut und Geld, So gieb auch dies da⸗ bei, Daß von unrechtem Gut Nichts untermenget sei. 6. Soll ich anf dieser Welt Mein Leben höher bringen, Durch manchen sauren Tritt So aed ins Alter dringen, o gieb Geduld, vor Sünd' Und Schanden mich bewahr', Auf daß ich tragen mag Mit Ehren graues Haar. 7. Laß mich an meinem End' 22⁴ Auf Christi Tod abscheiden; Die Seele nimm zu dir Hin⸗ auf zu deinen Freuden; Dem Leib ein Räumlein gönn Bei frommer Christen Grab, Auf daß er seine Ruh' An ihrer Seite hab'. 8. Wenn du die Toten wirst An jenem Tag erwecken, So thu auch deine Hand Zu meinem Grab ausstrecken, Laß hören deine Stimm' Und meinen Leib weck' auf Und führ' ihn schön verklärt Zum auserwählten Hauf'. Joh. Heermann, geb. 1585 1647. Mel. Die Tugend wird durchs Kreuz geübet. 315. O süßer Stand, o sel'ges Le⸗ ben, Das aus der wahren Einfalt quillt, Wenn sich ein Herz Gott so ergeben, Daß Christi Sinn es ganz erfüllt; Wenn sich der Geist nach Christi Bilde In Licht und Recht hat aufgericht't Und unter solchem klaren Schilde Durch alle falsche Höhen bricht! 2. Was andern schön und lieblich scheinet, Ist solchem Herzen Kinderspiel; Was mancher für unschuldig meinet, Ist solchem Herzen schon zu viel! Warum? Es gilt der Welt absagen! Hier heißt's: rührt kein Unreines an. Das Kleinod läßt sich nicht erjagen, Es sei denn alles abgethan. 3. Die Himmelskost schmeckt Heiligungs⸗Lieder. viel zu süße Dem Herzen au in Jesu lebt. Die Brant in 7 wahrt Haupt, Herz und dißz Eclaf Und wo ihr etwas noch ah Nacht klebt, Das zu dem Gland dampe Welt gehöret, Das ist hne's lauter Höllenpein; Und Sucht sie recht in Gott einlehn die Se Da macht sie sich von alg das J rein. 8.9 4. Die Einfalt Ehti gerzen schließt die Seele Vor all Einal Weltgetümmel zu. Viel laß shon in der stillsten Höhle Sh Der L sie bei ihrem Gotte du und Wenn sich das Heuchelvol Lüsten Der Welt und ihn Eitelkeit, Auch wohl bei gut Schein will brüsten, dih jene harten Kampf und Sut 5. Die Einfalt weiß keiner Zierde, Als die Christi Gnade liegt; Die uih himmlische Begierde Hat shh Thorheit schon besiegt; An nem reinen Gotteskinde Glah Gottes Name schön und uh Wie könnt' es denn vom eilh Winde Der Welt noch umt ü trieben sein? 6. Von Sorgen, Not uh allen Plagen, Bamit die M bh selbst anficht, Von M amit 1 andre traga Weiß Christi Sinn und Eh falt nicht: Den Schatz, de fi im Herzen bhei Bewash ie wider allen Neid; It mand, der Lust dazu trihg Das macht ihr lauter Herzuß freud'. 7. O schönes Bild, ch Herz zu schauen, Das sich u und Schlan Tuag' laß n Zier Das Ioh. Jo Herzen ul ghristi Einfalt schmückt! Geht Braut e sin, ihr thörichten Jungfrauen! i Schlaft nur, bis euch die Facht berückt! Was sind die ampen sonder Oele? Schein ahne Licht und Christi Sinn! Sucht doch was—4 für die Seele Und gebt der Welt das Ihre hin! 6. Ach, Jesu, drücke meinem erzen Den Sinn der lautern zinfalt ein, Reiß aus, ob⸗ shon mit tausend Schmerzen, Der Welt ihr Wesen, Tand gul und Schein. Der alten Schlange Bild und Zeichen Tag' ich nicht mehr; drum i˙ laß mich nur Der Einfalt gier und Schmuck erreichen; Das ist die neue Kreatur. Joh. Joseph Winkler, geb. 1670 4 1722. t einkehn von alle %/ Nel. Wie wohl ist mir, o Freund. 316. O u und uih vom eilhg noch um „Not u nit die V Von Mi re tragn 1 und Ei Schatz, de t, Bewah id; It/ azu träht er Herzuz Bild, ch das sich mi Vaterherz, o Licht, o Le⸗ ben, O treuer Hirt, Imma⸗ nuel, Dir bin ich einmal übergeben, Dir, dir gehöret Leib und Seel'! Ich will mich nicht mehr selber führen, Der Vater soll das Kind regieren; So geh nun mit mir aus und ein Und leite mich auf allen Tritten; Ich geh', ach hör', o. Herr, mein Bitten, Ohn' dich nicht einen Schritt allein. 2. Was kann dein schwaches Kind vollbringen? Ich weiß mir gar in keinem Rat, Drum sei in groß' und kleinen Din⸗ gen Mir immer selber Rat und That: Du willst dich 17777:8— Heiligungs⸗Lieder. 22⁵ meiner gar nicht schämen; Ich mag dich ja zu allem nehmen, Du willst mir selber alles sein. So sollst du denn in allen Sachen Den Anfang und das Ende machen; Dann stellt sich lauter Segen ein. 3. Du leitest mich, ich kann nicht gleiten; Dein Wort muß ewig feste stehn; Du sprichst, dein Auge soll mich leiten, Dein Angesicht soll vor mir gehn; Ja, deine Güt' und dein Erbarmen Soll mich um⸗ fangen und umarmen; O, daß ich nur recht kindlich sei, Bei allem gläubig zu dir flehe, Und stets auf deinen Wink nur sehe! So spür' ich täglich neue Treu'. 4. O, daß ich auch im kleinsten merke Auf deine Weisheit, Güt' und Treu', Damit ich mich im Glauben stärke, Dich lieb' und lob' und ruhig sei, Und deine Weisheit lasse walten, Stets Ordnung, Maß und Ziel zu halten; Denn lauf' ich vor, so lauf' ich an; Drum mach' im besten mich gelassen, Nichts ohne dich mir anzumaßen; Was du mir thust, ist wohlgethan. 5. Ach, mach' einmal mich treu und stille, Daß ich dir immer folgen kann; Nur dein, nur dein vollkommner Wille Sei hier mein' Schranke, Lauf und Bahn; Laß mich nichts mehr für mich verlangen; Ja, laß mir nichts am Herzen hangen, Als deines 99—525 amens Ruhm; Der sei 15— 226 Heiligungs⸗Lieder. allein mein Ziel auf Erden; Ach laß mir's nie verrücket werden; Denn ich bin ja dein Eigentum. 6. Laß mich in dir den Vater preisen, Wie er die Liebe selber ist; Laß deinen Geist mir klärlich weisen, Wie du von ihm geschenkt mir bist. Ach, offenbare deine Liebe Und wirke doch die heißen Triebe Der reinen Gegenlieb' in mir; Durch⸗ dringe damit Herz und Sin⸗ nen, Daß ich hinfort mein ganz Beginnen In deiner zniebe stets nur führ'! 7. Ich sehne mich, nur dir zu leben, Der du mein Herr und Meister bist. Was dir ich nicht will ganz ergeben, nd was nicht deines Willens ist, Das strafe bald in dem Gewissen, Laß Blut und Wasser auf mich fließen Und tilge, was nicht lauter heißt; Laß nur dein Lob zur Lust mir werden Und dann das Heil der armen Herden Mit einer reinen Lieb' im Geist. 8. So lob' und lieb' ich in der Stille, Und ruh' als Kind in deinem Schoß; Das Schäf⸗ lein trinkt aus deiner Fülle; Die Braut ist aller Sorgen los; Sie sorget nur allein in allem, Dir, ihrem Bräut'gam, zu gefallen; Sie schmückt und hält sich dir bereit. Ach, zeuch mich, zeuch mich weit von hinnen! Was du nicht bist, laß ganz zerrinnen, O nh Glanz der Ewigkeit! C. Heinr. v. Bogatzky, geb. 1690flh Mel. Warum sollt' ich mic grämen?— 31⁷. O Dernüh N sen Hat ein Christ, Der ist Recht in Gott genah Der aus ihm ist neugebon Und hier schon In dem Eh Ist zum Kind erkoren! 2. Wenn die Seel' sichn der Erden Ganz losuß Durch den Geist Heilig zu werden, So ist das hoher Adel, Welchen sie und je Findet ohne Tadel 3. Ird'sche Scepter, irhsh Kronen Sind ein Sand Y ein Tand Nebst den hah Thronen: Eine Seel, Gott regieret, Hat hier sih Eine Kron', Die sie ei ieret. 4. Köstlich ist sie außz schmücket: Reine Seid' Isl Kleid, Hoch ist sie beglüch Innerlich glänzt sie von Goh Pranget sehr, Lebt in Eh Denn Gott ist ihr holde. 5. Doch ihr Glanz ba hier verdecket Vor der Y Die sie hält, Als wär' sie h. flecket; Sie lebt jetzt in gi verborgen, Hat oft 90 Hier zum Lohn; Doch läßt Gott sorgen. ö 6. Hier steht diese Roß Grunde, Und ihr Si Bleibet klein In der Prüfunßh tt geneßz neugebon dem Eh oren!“ eel' sichtn 13. losß Heilig h. ist das chen sie ne Tadel pter, irdith Sand I den hah Seel, t hier shh ie sie en sie aus Seidꝰ 65 ie beglitt e von 00 bt in Eh r holde. lanz bla r der W wär' sieh etzt in H oft ö D00 iese Roß ihr Sch 1 Prüfun sunde; Man tritt sie hier ost mit Füßen, Aber Gott Wird den Spott Ihr einmal versüßen. 7. Christus, der sie hat er⸗ wählet Und als Braut Sich vertraut, Der sieht, was ihr sehlet; Er tröst't sie im bittern Leiden Führt sie dann Auf die Bahn Aller Seelen⸗ sreuden. 8. Ihre Hoheit wird ver⸗ mehret Bei dem Schmerz, Der ihr Herz Hier im Kreuz bewähret; Dieses schmücket ihte Krone, Die einmal Nach der Qual Sie bekommt zum ohne. 9. Ewig wird sie trium⸗ phieren, Wenn ihr Hirt, Christus, wird In sein Haus sie führen Und ihr öffnen alle Schätze, Damit sie Je und je Sich daran ergötze. 10. Dann wird sie kein Leid mehr Zuch e Und ihr Glanz Wird sich ganz Offen⸗ barlich zeigen Sie wird leuch⸗ ten wie die Sonne: Gott al⸗ lein Wird stets sein Ihre Freud' und Wonne. 11. Dann wird sie mit Christo sitzen Auf dem Thron; Ihre Kron' Wird von Golde blitzen; Dann wird jedermann sie kennen Und sie frei, Ohne Scheu, Hoch undherrlichnennen. Jacob Gabriel Wolf, geb. 1684 1754. Eigne Melodie. Heiligungs⸗Lieder. 227 Gnade Dich nun ziehet und bekehrt, Daß dein Geist sich recht entlade Von der Last, die ihn beschwert. 2. Ringe, denn die Pfort' ist enge, Und der Lebensweg ist schmal; Hier bleibt alles im Gedränge, Was nicht zielt zum Himmelssaal. 3. Kämpfe bis aufs Blut und Leben, Dring hinein in Gottes Reich: Will der Saͤ⸗ tan widerstreben, Werde we⸗ der matt noch weich. 4. Ringe, daß dein Eifer glühe, Und die erste Liebe dich Von der ganzen Welt abziehe; Halbe Liebe hält nicht Stich. 5. Ringe mit Gebet und Schreien, Halte damit feurig an; Laß dich keine Zeit ge⸗ reuen, Wär's auch Tag und Nacht gethan. 6. Hast du dann die Perl' errungen, Denke ja nicht, daß du nun Alles Böse hast be⸗ zwungen, Das uns Schaden pflegt zu thun. 7. Nimm mit Furcht ja deiner Seele, Deines Heils mit Zittern wahr: Hier in dieser Leibeshöhle Schwebst du täglich in Gefahr. Halt ja deine Krone seste; Halte männlich, was du hast; Recht beharren ist das beste; Rückfall ist ein böser Gast. 9. Laß dein Auge e nicht gaffen Nach der schnöden Ei⸗ 318. Ruge recht, 10 wenn Gottes TTTI telkeit; Bleibe Tag und Nacht 1⁵² 228 in Waffen, Fliehe Träg⸗ und Sicherheit. 10. Laß dem Fleische nicht den Willen, Gieb der Lust den Zügel nicht; Willst du die Begierde stillen, So ver⸗ lischt das Gnadenlicht. 11. Fleischesfreiheit macht die Seele Kalt und sicher, frech und stolz, Nimmt hinweg des Glaubens Oele, Läßt nichts als ein faules Holz. 12. Wahre Treu' führt mit der Sünde Bis ins Grab be⸗ ständig Krieg, Richtet sich nach keinem Winde, Sucht in jedem Kampf den Sieg. 13. Wahre Treu' liebt Christi Wege, Steht beherzt auf ihrer Hut, Weiß von keiner Wollustpflege, Hält sich selber nichts zu gut. 14. Wahre Treu' hat viel zu weinen, Spricht zum La⸗ chen: du bist toll!“) Weil es, wenn Gott wird erscheinen, Lauter Heulen werden soll. 15. Wahre Treu' kommt dem Getümmel Dieser Welt niemals zu nah'; Ist ihr Schatz doch in dem Himmel: Drum ist auch ihr Herz allda. 16. Dies bedenket wohl, ihr Streiter, Streitet recht, und fürchtet euch; Geht doch alle Tage weiter, Bis ihr kommt ins Himmelreich. 17. Denkt bei jedem Au⸗ enblicke, Ob's vielleicht der etzte sei; Bringt die Lampen ) Pred. Salomon. 2, 2. Heiligungs⸗Lieder. ins Geschicke, Holt stets nen Oel herbei. W 18. Liegt nicht alle N im Bösen? Steht nicht Soday in der Glut? Seele, wer sl dich erlösen? Eilen, eilen hier gut. ö 19. Eile, wo du dich retten Und nicht mit verdz ben willt; Mach dich los in allen Ketten, Fleuch als gejagtes Wild. 20. Lauf der Welt doch an den Händen; Dringe in de Himmel ein, Eile, daß mögst vollenden: Mache d von allem rein. 21. Laß dir nichts am— zen kleben; Fleuch vor du verborgnen Bann; Such'i Gott geheim zu leben, Y dich nichts beflecken kann. 22. Eile, zähle Tag un Stunden, Bis dein Bräuthn kommt und winkt Und, Win du nun überwunden, Dich zu Schauen Gottes bringt. 23. Eile, lauf ihm de entgegen, Sprich: mein L ich bin bereit, Nun m⸗ Hüttlein abzulegen; M. dürst't nach der Ewigleil Joh. Jos. Winkler, geb. 1670 Mel. Wachet auf, ruft uns die Oan O. üstet euch 319. Roaahg Die Feinde suchen I Beute; Ja Satan selbst eu'r begehrt; Wappnet en mit Gottes Worte Und in pfet frisch an jedem = E S SOee ᷣ———— stets neug ticht Soden le, wer si n, eilen — . Such'i leben, n kann. e Tag u n Bräutgn Und, wen en, Dich zu bringt. f ihm d mein L Nun m⸗ gen; M Ewigkeit b. 1670f uns die Siinn tet euch i hristenlaat jen euch t imn südl appnet eh alle e Und lin jedem I 1 270* I Damit ihr bleibet unversehrt. It euch der Feind zu schnell, ier ist Immanuel, 50⁰ ianna! D Starke fällt Durch diesen Held, Und wir behalten mit das Feld. 2. Reinigt euch von euren Lüsten, Besieget sie, die ihr seid Christen, Und stehet in des Herren Kraft; Stärket euch in Jesu Namen, Daß ihr nicht strauchelt, wie die Lah⸗ men; Wo ist des Glaubens Ritterschaft? Wer hier ermü⸗ den will, Der schaue auf das Ziel, Da ist Freude! Wohlan, so seid Zum Kampf bereit, So krönet euch die Ewigkeit. 3. Streitet recht die wenig Jahre, Eh' ihr kommt auf die Totenbahre; Kurz, kurz ist unser Lebenslauf. Wenn Gott Heiligungs⸗Lieder. 229 Getreu an dir Im Tod und Leben für und für. Wilh. Erasmus Arends, 1T 1721. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 0 chaffet, schaf⸗ 32⁰0. Son Menschen⸗ kinder, Schaffet eure Seligkeit; Bauet nicht, wie freche Sün⸗ der, Nur auf gegenwärt'ge Zeit, Sondern schauet über uch⸗ 69 Un nach dem Him⸗ melreich Und bemühet euch auf Erden, Wie ihr möget selig werden. 2. JNaß nun dieses mag ge⸗ schehen, Müßt ihr nicht nach Fleisch und Blut Und dessel⸗ ben Neigung gehen, Sondern, was Gott will und thut, Das muß einzig und allein Eures Lebens Richtschnur sein, Es mag Fleisch und Blut in allen wird die Toten wecken, Und Christus wird die Welt er⸗ schreken, So stehen wir mit Freuden auf. Gottlob, wir sind versöhnt! Daß uns die Welt noch höhnt, Währt nicht lange, Und Gottes Sohn Hat längstens schon Uns beigelegt die Ehrenkron'. 4. Jesu, stärke deine Kinder Und mach aus ihnen Ueber⸗ winder, Die du erkauft mit deinem Blut! Schaffe in uns neues Leben, Daß wir uns stets zu dir erheben, Wenn uns entfallen will der Mut. Geuß aus auf uns den Geist, Dadurch die Liebe fleußt In die Herzen, So halten wir Uebel oder wohl gefallen. 3. Ihr habt Ursach' zu be⸗ kennen, Daß in euch noch Sünde steckt, Daß ihr Fleisch vom Fleisch zu nennen, Daß euch lauter Elend deckt, Und daß Gottes Gnadenkraft Nur allein das Gute schafft, Ja, daß außer seiner Gnade In euch nichts denn Seelenschade. 4. Selig, wer im Glauben kämpfet; Selig, wer im Kampf besteht Und die Sünden in sich dämpfet; Selig, wer die Welt verschmäht! Unter Christi Kreuzesschmach Jaget man dem Frieden nach; Wer den Himmel will ererben, Muß zuvor mit Christo sterben. 230 5. Werdet ihr nicht treu⸗ lich ringen, Sondern träg' und lässig sein, Eure Neigung zu bezwingen, So bricht eure Hoffnung ein; Ohne tapfern Streit und Krieg Folget nie⸗ mals rechter Sieg; Nur den Siegern wird die Krone Bei⸗ gelegt zum Gnadenlohne. 6. Mit der Welt sich lustig machen, Hat bei Christen keine Statt; Sündlich reden, thun und lachen Schwächt den Geist und macht ihn matt. Ach, bei Christi Kreuzesfahn' Geht es wahrlich niemals an, Daß man noch mit frechem Herzen Sicher wolle thun und scherzen. 7. Furcht muß man vor Gott stets tragen, Denn der kann mit Leib und Seel' Uns zur Hölle niederschlagen; Er ist's, der des Geistes Oel Und nachdem es ihm beliebt, Wollen und Vollbringen giebt, O, so laßt uns zu ihm gehen, Ihn um Gnade anzuflehen. 8. Und dann schlagt die Sündenglieder, Welche Adam in euch regt, In den Kreuzes⸗ tod darnieder, Bis ihm seine Macht gelegt. Hauet Händ' und Füße ab, Was euch är⸗ gert, senkt ins Grab, Und denkt stets an Jesu Worte: Dringet durch die enge Pforte! 9. Zittern will ich vor der Sünde Und dabei auf Jesum sehn, Bis ich seinen Beistand finde, In der Gnade zu be⸗ stehn. Ach, mein Heiland, geh doch nicht Mit mir Ar⸗ men ins Gericht; Gieb mir Heiligungs⸗Lieder. deines Geistes Waffen, Mehn Seligkeit zu schaffen. 10. Amen! es gescheh Amen! Gott versiegle dies mir! Auf daß ich in Ioh Namen So den Glaubenskamt ausführ': Er, er gebe Kus und Stärk' Und regiere selht das Werk, Daß ich waht bete, ringe Und also zum Hin mel dringe. Ludw. Andreas Gotter, geb. 108. gest. 1785. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 321. Seene was 8 müdst du d In den Dingen dieser Erdel Die doch bald verzehren sih Und zu Staub und Asch werden? Suche Jesum un sein Licht: Alles andre hish dir nicht. 2. Sammle den zerstreuten Sinn, Laß ihn sich zu Goh! aufschwingen; Richt' ihn steß zum Himmel hin, Laß ihn ih die Gnad' eindringen. Such⸗ Jesum und sein Licht: Alls andre hilft dir nicht. 3. Du verlangst ost süß Ruh', Dein betrübtes He zu laben; Eil' der Lebens quelle zu, Da kannst du s reichlich haben. Suche Jesun und sein Licht: Alles andtu hilft dir nicht. 4. Fliehe die unsel'ge Pein So das finstre Reich gebiereh Laß nur den dein Labsal sein Der zur Glaubensfreude füh ret. Suche Jesum und— giere sehh ich wacht zum Hin⸗ „ geb. 108 uversicht. „was er⸗ t du diß ser Erden ehren sh und Ash zesum uns andre hiß — zerstreutn ch zu Got ihn stetz zaß ihn in n. Suhe icht: Alls oft süß⸗ btes Heh r Lebens⸗ nst du sie che Jesum les ander a'ge Pein, ) gebieret absal sein reude füh⸗ und sein Heiligungs⸗Lieder. 231 Licht: Alles andre hilft dir icht. 12 Ach, es ist ja schlecht ge⸗ nug, Daß du sonst viel Zeit verdorben Mit nichtswürdigem Gesuch, Dabei du fast bist erstorben. Suche Jesum und sein Licht: Alles andre hilft dir nicht. 6. Geh einfältig stets ein⸗ her, Laß dir nichts das Ziel verrücken; Gott wird aus dem Liebesmeer Dich, den Kran⸗ ken, wohl erquicken. Suche Jesum und sein Licht: Alles andre hilft dir nicht. 7. Weißt du nicht, daß diese Welt Ein ganz ander Wesen heget, Als dem Höchsten wohl⸗ gefällt Und dein Ursprung dir vorleget? Suche Jesum und sein Licht: Alles andre hilft dir nicht. 8. Du bist ja ein Hauch aus Gott Und aus seinem Geist geboren, Bist erlöst durch Christt Tod Und zu seinem Reich erkoren. Suche Jesum und sein Licht: Alles andre hilft dir nicht. 9. Schwinge dich fein oft im Geist Ueber alle Himmels⸗ Eer Laß, was dich zur rde reißt, Weit von dir ent⸗ sernet stehen. Suche Jesum und sein Licht: Alles andre hilft dir nicht. 10. Nahe dich dem lautern Strom, Der vom Thron des Lammes fließet Und auf die, so keusch und fromm, Sich in reichem Maß ergießet. Suche Jesum und sein Licht: Alles andre hilft dir nicht. 11. Laß dir seine Majestät Immerdar vor Augen schwe⸗ ben; Laß mit brünstigem Ge⸗ bet Sich dein Herz zu ihm erheben. Suche Jesum und sein Licht: Alles andre hilft dir nicht. 12. Sei im übrigen ganz still, Du wirst schon zum sen elangen; Glaube, daß sein iebeswill' Stillen werde dein Verlangen. Drum such' Jesum und sein Licht: Alles andre hilft dir nicht. Jac. Gabriel Wolf, geb. 1684 1 1754. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. —— ei getreu bis 32². S an das Ende, Damit keine Qual noch Not Dich von deinem Jesu wende, Sei ihm treu bis in den Tod! Ach, das Leiden dieser Zeit Ist nicht wert der Herrlich⸗ keit, Die dein Jesus dir will dentet Dort in jenem Freu⸗ enleben. 2. Sei getreu in deinem Glauben! Laß dir dessen festen Grund Ja nicht aus dem Herzen rauben, Halte treulich deinen Bund, Den dein Herz durchs Wasserbad Fest mit Gott geschlossen hat; Denn wie oft geht der verloren, Der da bricht, was er geschworen. 3. Sei getreu in deiner Liebe Gegen Gott, der dich eliebtl Liebe stets am Näch⸗ sten übe, Ob er dich hat auch 232 betrübt. Denke, wie dein Hei⸗ land that, Als er für die Feinde bat; So mußt du ver⸗ eihen eben/ Soll Gott anders ir vergeben. 4. Sei getreu in deinem Leiden! Lasse dich kein Un⸗ gemach Von der Liebe Jesu scheiden, Murre nicht in Weh und Ach! Denn du machest deine Schuld Größer durch die Ungeduld; Selig ist, wer willig träget, Was ihm Gott hat auferleget. 5. Sei getreu in deinem Hoffen! Traue fest auf Gottes Wort! Hat dich Kreuz und Not betroffen, Und Gott hilft nicht allsofort: Denke, wie er manche Zeit Dir zu helfen war bereit, Obschon du dein Ohr verstopfet, Wenn er bei dir angeklopfet. 6. Sei getreu in Todesnö⸗ ten! Kämpfe frisch den letzten Streit; Sollt' dich gleich der Herr auch töten. Das ist doch das letzte Leid. Wer mit Jesu 105, 0 ringt, Ihn, wie Fa⸗ ob, hält und zwingt, Dem will er in jenem Leben Seine Freudenkrone geben. 7. Drum getreu, getreu aushalten Mußt du deinem lieben Gott; Ihn, ihn laß in allem walten, O dann wirst du nie zu Spott. Rufe! Gott spricht: Hier bin ich! Mein Herz bricht mir gegen dich; Rufe nur! Gott ist vorhan⸗ den; Hoffnung wird ja nicht zu Schanden. Benlamin Prätorius um 1659. Heiligungs⸗Lieder. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 323. SN Und er wird mich ewig fasse Hat zu viel an mich gewandz Um mich wieder loszulasfn Mein Echarwer laht mith nicht; sich Sieht mein Kleinmm aft Geshr, Fürche ich au zu unterliegen: Christus ha die Hand mir dar, Chrisz hilft dem Schwachen siegen Daß mich Gottes eld de⸗ ficht, Das ist meine Zuversih 3. Wenn der Kläger mit verklagt, Christus hat mit schon vertreten, Wenn er mih zu sichten wagt, Christus hn Das ist meine Zuven für mich gebeten. Daß mah Bürge für mich spricht, ist meine Zuversicht. 4. Würd' es Nacht 1 meinem Schritt, Daß ich El nen Ausgang wüßte Und 0. ungewissem Tritt, Ohne R verzagen müßte, Christus mein Stab und Licht, du ist meine Zuversicht. 5. Mag die Welt im Mi; geschick Beben oder ängstih Hagent Ohne Halt ist all i Glück; Wahrlich, sie hu Grund zu zagen. Daß meh Anker nie Aicht Das i. meine Zuversicht. 6. Will der Herr dut strenge u gel Mich nach sh nem Bild gestalten, Dennoh will ich ohne Flucht Sein Hand nur stille halten. 65 uversicht. ist meing su Hauh vig fasseh Hulnsn oSzulassz saßt nit ne Zuver Kleinmm ich gut ristus beu en siegen 1 bel⸗ uversich * mith at mit nn er nitt Hristus hi Daß mii ich, D Nacht w aß ich he e Und m Ohne Lih hristus i zicht, I t im Miß r ängstlit ist all i sie hu Daß mei „ Das i0 err dulh nach seh „Dennoh ht Seinn alten.& Chrisnl übt Gnad' auch im Gericht, Das ist meine Zuversicht. 7. Seiner Hand entreißt mich nichts; Wer will diesen Trost mir rauben? Mein Er⸗ barmer selbst verspricht's, Sollt' ich seinem Wort nicht glauben? Jesus läßt mich ewig nicht, Das ist meine gubersicht. Karl Bernh. Garve, geb. 1763 4 1841. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 324 Trauer Gott, ich * muß dir kla⸗ gen Meines Herzens Jam⸗ merstand, Ob dir wohl sind meine Plagen Besser, als mir selbst, bekannt: Große Schwach⸗ heit ich bei mir In Anfech⸗ tung selbst verspür', Wenn der Satan allen Glauben Will aus meinem Herzen rauben. 2. Du Gott, dem nichts ist verborgen, Weißt, daß ich nichts von mir hab', Nichts von allen meinen Sorgen: Alles ist, Herr, deine Gab', Was ich Gutes find' an mir, Das hab' ich allein von dir; Auch den Glauben mir und allen Giebst du, wie dir's mag Dmi 3. O, mein Gott, vor den ich trete Jetzt in meiner gro⸗ ßen Not: Höre, wie ich sehn⸗ lich bete, Laß mich werden nicht zu Spott! Mach zu nicht' des Teufels Werk; Meinen schwachen Glauben stärk', Daß ich nimmermehr verzage, T.— Heiligungs⸗Lieder. 283 Christum stets im Herzen 29. Jesu, du Brunn aller Gnaden, Der du niemand von dir stößt, Der mit Schwachheit ist beladen, Son⸗ dern deine Jünger tröst'st, Sollt ihr Glauben auch so klein, Wie ein kleines Senf⸗ korn sein, Woll'st du sie doch würdig schätzen, Große Berge zu 5. Laß mich Gnade vor dir finden, Der ich bin voll Trau⸗ rigkeit, Hilf du selbst mir über⸗ winden, So oft ich muß in den Streit. Meinen Glauben täglich mehr', Deines Geistes Schwert verehr', Damit ich den Feind kann schlagen, Alle Pfeile von mir jagen. 6. Heil'ger Geist im Him⸗ melsthrone, Gleicher Gott von Ewigkeit Mit dem Vater und dem Snd Der Betrübten Trost und Freud'! Der du in mir angezünd't, So viel ich an Glauben find': Ueber mir mit Gnaden walte, Ferner deine Gab' erhalte! 7. Deine Hülfe zu mir sende, O du edler Herzens⸗ gast! Und das gute Werk voll⸗ ende, Das du an rr.wi hast; Blas' das tleine Fint ein auf, Bis daß nach vollbrachtem Lauf Ich den Auserwählten gleiche Und des Glaubens Ziel erreiche. 8. Gott, groß über alle Götter, Heilige Dreieinigkeit! Außer dir ist kein Erretter; Tritt mir selbst zur rechten 234 Seit'; Wenn der Feind die Pfeil' abdrückt, Meine Schwach⸗ heit mir aufrückt, Allen Trost mir will verschlingen Und mich in Verzweiflung bringen. 9. Reiche deinem schwachen Kinde, Das auf matten Füßen steht, Deine Gnadenhand ge⸗ schwinde, Bis die Angst vor⸗ übergeht; Wie die Jugend leite mich, Daß der Feind nicht rühme sich, Er hätt' solch ein Herz gefället, Das auf dich sein? Hoffnung stellet. 10. Du bist meine Hülf', mein Leben, Mein Fels, meine Zuversicht, Dem ich Leib und Seel' ergeben; Gott, mein Gott, verzeuch doch nicht. Eile, mir zu stehen bei, Brich des Feindes Pfeil' entzwei; Laß ihn selbst zurücke prallen Und mit Schimpf zur Hölle fallen. 11. Ich will alle meine Tage Rühmen deine starke Hand, Daß du meine Plag' und Klage Hast so gnädig 1 gewandt. Nicht nur in der Sterblichkeit Soll dein Ruhm sein ausgebreit't: Ich will's auch hernach erweisen Und dort ewiglich dich preisen. Joh. Heermann, geb. 1585 f 1647. Eigne Melodie. 3²2⁵ Uer Herrscher, . unser König, Unser allerhöchstes Gut! Herr⸗ lich ist dein großer Name, Weil er Wunderthaten thut, Heiligungs⸗Lieder. Löblich in der Näh' Ferne, Von der Erd önn die Sterne. 2. Wenig sind zu dieß; Zeiten, Welche dich von zensgrund Lieben, suchen un begehren: Aber aus des Säm lings Mund Hast du dir h Lob bereitet, Welches den Macht ausbreitet. 3. Es ist leider zu beklagg Ja, wem bricht das Heh nicht. Wenn man siehet viel Tausend Fallen bei dan hellen Licht? Ach, wie sichg schläft der Sünder! Doch i wachen Gottes Kinder. 4. Unterdessen, Herr, meh Herrscher, Will ich treult lieben dich; Denn ich wiß du treuer Vater, Daß herzlich liebest mich. Zet mich kräftig von der Erden Daß mein Herz mag hinmm⸗ lisch werden. 5. Herr, dein Nam' ist hoth gerühmet Und in aller Wal bekannt; Wo die warma Sonnenstrahlen Nurerleuchten ein'ges Land, Da ruft Himmi da ruft Erde: Hochgelobt d hovah werde! 6. Herr, mein Herrscher, wie herrlich Ist dein Nam meiner Seel'. Drum ich auß vor deinen Augen Singash mich ganz dir befehl'. Gich daß deines Kindes Gliede Sich dir ganz ergeben wieden Joachim Neander, geb. 1650 1500½ wie sichn Herr, meiz h. treult ich waß Daß d ch. Zeuh der Erdez ag hinm⸗ nꝰ ist hoch aller V warma Lerleuchtt ft Himmel gelobt d errscher, ein Nam n ich aut Singesh P. Gich Gliede en wiede, Doch der. 0 650 1500 Mel. Wer nur den lieben Gott. 3²⁰ Wos hinket ihr, 0 betrog'ne Seelen, Noch immerhin nach jeder Seit? Fällt's euch zu schwer, das zu erwählen, Was euch des immels Ruf an⸗ beut? O seht's mit offnen Augen an Und brechet durch auf schmaler Bahn! 2. Bedenkt, es sind nicht Kaiserkronen, Nicht Reichtum, Ehr und Lust der Welt, Wo⸗ mit euch Gott will ewig loh⸗ nen, Wenn euer Kampf den Sieg erhält: Gott selbst ist's und die Ewigkeit, Voll Lust und Ruh', voll Seligkeit. 3. Drum gilt hier kein ge⸗ teiltes Leben; Gott krönet kein geteiltes Herz; Wer Jesu sich nicht ganz ergeben, Der macht sich selber Müh' und Schmerz Und träget zum verdienten Lohn Hier Qual und dort die Höll' davon. 4. Wer aber mit Gebet und Ringen Der Welt auf ewig Abschied giebt Und ihn, den Int. vor allen Dingen Al⸗ ein und ganz von Herzen liibt: Der wird der Krone wertgeschätzt Und auf des Kö⸗ nigs Stuhl gesetzt. 5. Zerreißet denn die mor⸗ schen Schlingen, Die euch in diesem schönen Lauf Verhin⸗ dern und zum Säumen brin⸗ gen; Und rafft euch heut von neuem auf. Auf, auf! verlaßt die falsche Ruh'; Auf, auf! es Heiligungs⸗Lieder. 235 6. Auf, aufl ist dieser Weg schon enge, Voll Dornen un voll rauher Stein'; Bringt euch die Welt oft ins Ge⸗ dränge, Stellt Satan sich ge⸗ harnischt ein; Erhebet sich sein ganzes Reich; Imanuel ist auch bei euch. 7. Gott fordert nichts, ge⸗ liebte Seelen, Als daß ihr euch nur zu ihm halt't Und ohne heuchlerisch Verhehlen Vor ihm die schwachen Hände falt't, Er streit't für euch; er machet Bahn: Trotz dem, der euch besiegen kann. 8. Die Allmacht stehet euch der Seiten, Die Weisheit hält ei euch die Wach, Die Gott⸗ heit selber will euch leiten: Folgt nur mit treuen Schrit⸗ ten nach; Wie manchen hat nicht diese Hand Schon durch⸗ geführt ins Vaterland! 9. Nur spart es nicht auf andre Zeiten: Ihr habt schon jetzt zu viel versäumt; Ihr mehrt euch selbst die Schwie⸗ rigkeiten, Wenn ihr das süße Heut verträumt. Eilt, eilet, denn die Cobichen Rennt zügellos zur Ewigkeit. 10. Laßt euch das Fleisch nicht träge machen, Verfluchet seine Zärtlichkeit; Ihr gebt euch ja um eitle Sachen In tausend Müh' und Fährlich⸗ keit; Wie, daß ihr um das höchste Gut So träg', verzagt und sorglos thut? 11. Eilt, faßt einander bei den Händen! Seht, wie ist geht dem Himmel zu unser Ziel so nah; Wie bald 236 Heiligungs⸗Lieder. wird unser Kampf sich enden! Da steht dann unser König da: Der führt uns ein zur stillen Ruh' Und teilet uns das Kleinod zu. Leopold Franz Friedrich Lehr, geb. 1709, gest. 1744. Mel. O Gott, du frommer Gott. 327. W. Dank, O Herr, dir dalür fagen, Daß du mich mit Ge⸗ duld So lange Zeit getragen, Da ich in mancher Sünd' Und Uebertretung lag Und dich, o frommer Gott, Er⸗ zürnte alle Tag'! 2. Sehr große Lieb und Gnad' Erwiesest du mir Ar⸗ men: Ich fuhr in Bosheit fort, Du aber in Ciarmen; Ich widerstrebte dir, Und sch ob die Buße auf, Du schobest anf die Straf', Daß sie nicht folgte O drauf. 3. Daß ich nun bin belehrt, Hast du allein verrichtet. Du hast des Satans Reich Und Werk in mir zernichtet. Herr, deine Güt' und Treu', Die an die Wolken reicht, Hat auch mein steinern Herz Zerbrochen und erweicht. 4. Selbst konnt' ich allzuviel Beleid'gen dich mit Sünden; Ich konnte aber nicht Selbt Gnade wieder finden. Selbst fallen konnte ich Und ins Ver⸗ derben gehn; Ich konnte selber st t Von meinem Fall auf⸗ n: 5. Du hast mich aufgericht Und mir den Weg gewiesen Den ich nun wandeln l. Daf 4* d Herr, gepriesen Gott s elobt, daß ich Die alte Sund' nun hass' Und willig len Furcht Die toten Werke lass'. 6. Damit ich aber nicht Aufs neue wieder falle, So gieb mir deinen Geist, Die⸗ weil ich hier noch walle, Der meine Sch wachhen stärk' Und darin mächti sei Und mein Gemüte stets! Zu deinem Dienst erneu'. 7. Ach, leit' und führe mih, 66 lang ich leb' auf Erden. Laß mich nicht ohne dich„Dun mich gefüh vet Werden Führ So werd Wenn du ich mich 998 dich, ich bald ver. mich führest selbst, Thu' ih was mir gebührt. 8. O Golt, du großer Goll „Vater hör⸗ mein Flehen!U Jesu, Gottes Sohn, Laß deine Kraft mich sehen! heil'ger Geist Regier' mich alle⸗ Rnd Daß ich dir diene hier Ind dort in Ewigkeit. Justus Gesenius, geb. 1601 T 1086, O wertet Mel. Alle Menschen müssen sirbh. 328. Wer das Kleinod will erlangen, Der muß laufen, was e kann; Wer die Krone wil empfangen, Der muß kämpfen als ein Mann; Dazu muß er sich in eiten Auf das beste zubereiken, Alles andre sgericht ewieser seln soll epriesen ich Di m Dienst hre mich Erden, ch, Dun Führ zer Gott! lehenld aß deine werter mich alle⸗ 1— hier 1 1 108. sen sterben. Kleinod erlangen, lasen gehn, Was ihm kann m. Wege stehn. 2. Herzensjesu, deine Güte Steckt mir auch ein Kleinod für, Das entzückt mir mein Gemüte Durch den Reichtum seiner Zier. O wie glänzt die schöne Krone Von dem hohen Ehrenthrone, Die du in der Herrlichkeit Deinen Streitern hast bereit't! 3. Mein verderbter Eigen⸗ wille Hat bald dies, bald das u thun; Hält im Laufen oft⸗ mals stille Und will in dem Streite ruhn; Satan macht mich fast auch mürbe, Daß mir auch der Sieg verdürbe, Vo mir deine treue Kraft Niht gewünschte Hülfe schafft. 4. Drum, mein Jesu, steh mir Armen In so großer Schwachheit bei; Laß dich meiner Not erbarmen, Mache mich von allem frei, Was mir will mein Ziel verrücken; Komm, mich selbst recht zuzu⸗ schicken; Gieb mir Kraft und Freudigkeit, Fördre meinen Lauf und Streit. 5. Es verlohnt sich wohl der Mühe, Ob es mir gleich sauer wird, Wenn ich mich der Welt entziehe Und dir folge, treuer Hirt, Denn der Treue Gnadenkrone Ist mehr als genug zum Lohne; Wirst du nur mein Beistand sein, Dann ist sie in kurzem mein. Heiligungs⸗Lieder. 237 Mel. Durch Abams Fall. 329 Wersich auf seine 33 Schwachheit steu'rt, Der bleibt in Sünden liegen; Wer nicht Herz, Sinn und Mut erneu'rt, Wird sich gewiß betrügen; Den Himmels⸗ weg und schmalen Steg Hat er nie angetreten; Er weiß auch nicht in Gottes Licht, Was Kämpfen sei und Beten. 2. Was jetzt die Welt nur Schwachheit heißt, Ist ihrer Bosheit Stärke; Dadurch mehrt denn der Höllengeist Sehr mächtig seine Werke. Auf Seele, auf! richt' deinen Lauf Zur Allmacht, die dich rettet. Des Heilands Blick zerreißt den Strick, Womit du angekettet. 3. Der erste Schritt im Christentum Macht von der Sünd' uns scheiden; Bei einem wahren Glaubensruhm Muß man die Weltlust meiden; Wenn Christi Geist die Seel' entreißt Von ihren Todes⸗ banden: So spürt sie Kraft, die Jesus schafft, Mit dem sie auferstanden. 4. Mein Heiland, fördre selbst dein Werk, Laß mich gekräftigt werden: Es ist Ge⸗ rechtigkeit und Stärk Mein bestes Teil auf Erden. Du machst gerecht uns, dein Ge⸗ schlecht, Und willst zugleich uns stärken, Daß wir in dir des Glaubens Zier, Die Macht der Gnade merken. Johann Mentzer, geb. 1658 1784. 5. Brich durch, o starker 238 Heiligungs⸗Lieder.— Lob⸗ und Danklieder. Gottessohn, Damit auch wir durchbrechen! Laß uns in dir, o Gnadenthron, Nicht mehr von Schwachheit sprechen, Wenn deine Hand das teure Pfand Des Geistes uns ge⸗ geben, Dadurch wir frei von Heuchelei, Im Streit stets siegreich leben. 6. Gieb Kraft, wo keine Kraft mehr ist, Gieb Kraft, das Fleisch zu dämpfen; Gieb Kraft, wenn Satans Macht und List Uns schwächen will im Kämpfen; Wenn uns die Welt viel Schlingen stellt, Gieb Kraft, sie zu vernichten. So wird in Not, ja selbst im Tod Uns deine Kraft auf richten. Bernh. Walter Marperger, geb. 1681, gest. 1746. Mel. Werde munter mein Gemüte. 330. W Menschen, der nicht wandelt In gottloser Leute Rat; Wohl dem, der nicht unrecht handelt, Noch tritt auf der Sünder Pfad; Der der Spötter Freundschaft fleucht Und von ihren Sitzen weicht; Der hingegen herzih ehret, Was uns Gott d Himmel lehret. 2. Wohl dem, der mit duh und Freude Das Gesetz d Höchsten treibt Und hier, auf süßer Weide, Tag m Nacht beständig bleibt: Dest Segen wächst und blüht, M. ein Palmbaum, den man sih Bei den Flüssen an den E ten Seine frischen Zweig alß breiten. 3. Also, sag ich, wird aut grünen, Wer in Gottes Vun sich übt; Luft und Erde win ihm dienen, Bis er nih Früchte giebt; Seine Blälhn werden alt Und doch niemal ungestalt; Gott giebt Glückz seinen Thaten; Was er mün muß wohl geraten. 4. Aber wen die Sinh erfreuet, Mit dem geht's ui anders zu; Er wird wie g Spreu zerstreuet, Von dan Wind im schnellen Nu. W der Herr sein Häuflein richth Da gedeiht der Böse nith Denn Gott liebet seine Frum men, Und wer bös ist, mu umkommen. Paul Gerhardt, geb. 1607 4 XXII. Lob⸗ und Dank⸗Lieder. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. Nacht Bewahrt Herz und 9% müte; Bis hierher hat er michge mich Gott ge⸗freut, Bis hierher mir geholen 331 Bis hierher hat leit't, Bis hierher hat er michtn 0 12 bracht Durch seine große Güte, 2. Hab' Lob und Ehre, Pui Bis hierher hat er Tag und und Dank Für die bisherg ieder. en herzü Gott u rmit Luh Gesetz hier, ah bt: Dost man u den S weig' auß wird aut ottes Vun Erde win er neiih ne Blähhe ch niemah t Glück z 8 er watß ie Sinh 9991 vil rd wie Hun Von da Nu. lein riht Böse nith. ine Fron; 3 ist, mui 1601 1 WW rʒ und 65 ter mich . ir geholfn Shre, Prai bisherny Lob⸗ und Dank⸗Lieder. 239 Teue, Die du, o Gott, mir gen, Ehe dich dein Gott erfreu' lebenslang Bewiesen täglich Such' in aller deiner Not Nichts neue; In mein Gedächtnis zum Trost als deinen Gott. schreib ich an: Der Herr hat 5. All ihr Knechte Gottes, Großes mir gethan, Bis hier⸗höret; Sucht den Herrn in her mir 9derne eurer Not! Wer der Menschen 3. Hilf fernerweit, mein Trost begehret Und nicht flieht weuster Hort, Hilf mir zu allen zu seinem Gott, Der geht irr' Stunden, Hilf mir an all in allem Stück Und erliegt im und jedem Ort, Hilf mir durch Mißgeschick. Ieu Wunden, Damit ich sag'? 6. Die nur, die dem Herrn dis in den Tod: Durch Christivertrauen, Gehen auf der rech⸗ Alnt hilft mir mein Gott, Er ten Bahn; Die in Angst, in hilst, wie er geholfen! Furcht und Grauen Ihn allein Lenih Hultat Gräfin zu Schwarz⸗nur laufen an, Denen wird burg⸗Rudolstadt, geb. 1637 f 1706. sallein bekannt Gottes starke 5. Han 8 5 Drum dankt Gott, ihr II Gottesknechte, Kommt, erhebet 332 Dantidem Herrn, seinen Ruhm; Er hält Israels ihr Gottes⸗Geschlechte Doch noch für sein Mechte, Kommt, erhebet seinen Eigentum; Jesus Christus ist Ruhm; Er hält Ifraels Ge-⸗noch heut, Gestern und in schlechte Doch noch für sein Ei⸗ Ewigkeit. tum; Jesus Christus ist noch Heinr. G. Neuß, geb. 1654 f 1716. heut,—1— cht 5 Wtusdie⸗ 2. Sprich nicht, daß in die⸗ Berren sen Zeiten Es nicht ist, wie 3 Mel. 16 laßt uns Gott dem Herren. vormals war, Gottes wunder⸗ 33 3 Derdemderaler bares Leiten Sei der Welt 8* Enden Regiert nicht offenbar; Was er vor⸗mit seinen Händen, Der Brunn mals hat gethan, Gehe keinen der ew'gen Güter, Der ist mein Menschen an. Hirt und Hüter. 3. Sprich so nicht; des 2. So lang' ich diesen habe, Höchsten Hände Sind mit nich⸗ Fehlt mir's an keiner Gabe; ten jetzt zu schwach: Seine Der Reichtum seiner Fülle Güte hat kein Ende, Er ist Giebt mir die Füll' und Hülle. nädig vor wie nach; Jesus 3. Er lässet mich mit Freuden hristus ist noch heut, Gestern Auf grüner Aue weiden, Führt und in Ewigkeit. mich zu frischen Quellen, Schafft 4. Halte dich in allen Dingen Rat in schweren Fällen. Nur an deines Gottes Treu'; 4. Wenn meine Seele zaget Laß dich nicht zur Freude brin⸗Und sich mit Sorgen plaget, 2⁴4⁰ Lob⸗ und Dank⸗Lieder. Weiß er sie zu erquicken, Aus aller Not zu rücken. 5. Er lehrt mich thun und lassen, Führt mich auf rechter Straßen, Läßt Furcht und Angst sich stillen Um seines Namens willen. 6. Und ob ich gleich mit An⸗ dern Im finstern Thal muß wandern, Fürcht' ich doch keine Tücke, Bin frei vom Mißge⸗ schicke. 7. Denn du stehst mir zur Seiten, Schütz'st mich vor bösen Leuten; Dein Stab, Herr, und dein Stecken Benimmt mir all mein Schrecken. 8. Du setzest mich zu Tische, Machst, daß ich mich erfrische, Wenn mir mein Feind viel Schmerzen Erweckt in meinem Herzen. 9. Du salbst mein Haupt mit Oele Und füllest meine Seele, Die leer und durstig saße, Mit vollgeschenktem Maße. 10. Barmherzigkeit und Gu⸗ tes Wird mein Herz gutes Mutes, Voll Lust, voll Freud' und Lachen, So lang ich lebe, machen. 11. Ich will dein Diener Psalm 146. Mel. Valet will ich dir geben 334. Di, 16.5 Wohlauf und singe schön, D 2. Ihr Menschen, laßt en lehren, Es wird euch nühh sein. Laßt euch doch nichtl⸗ thören Die Welt mit ihm Schein; Verlasse sich ja kin Auf Fürstenmacht und Gum Weil sie, wie unser ein Nichts sind, als nur ein Dun 3. Was Mensch ist, m Rauh Und wird des D Raub. Er muß den 6 auslassen, Selbst werden E und Staub; Allda ist's dan geschehen Mit seinem lugn Rat, Und ist ganz klar z sehen, Wie schwach sei Nu schenthat. 4. Wohl dem, der ein schauet Nach Jakobs Gott un bleiben Und dein Lob herrlich treiben Im Hause, da du wohnest Und Frommsein wohl belohnest. 12. Ich will dich hier auf Erden Und dort, da wir dich werden Selbst schaun im immel droben, Hoch rühmen, ingen, loben. Paul Gerhardt, geb. 1607 1676. Heil; Wer I dem annn trauet, Der hat das beste I Das höchste Gut erlesen, In schönsten Schatz geliebt; E Herz und ganzes Wesen Mi ewig unbetrübt. ö 5. Hier sind die stann Kräfte, Die unerschöpfte Math Das weisen die Geschäfte, N. seine Hand gemacht: de immel und die rem ganzen Heer, Der gish den Herren droben Hier rde MW mzühlge Herde Im großen wilden Meer. 6. Hier ist der treue Wille, Der nie mit Unrecht kränkt Und jedem Guts die Fülle, Den treu er findet, schenkt. HGott hält sein Wort mit Freuden, Gescheh'n muß, was er spricht. Und wer Gewalt muß leiden, Den schützt er im Gericht. 7. Er weiß viel tausend Baisen Zu retten aus dem Tod: Er nährt und giebet Speisen Zur 5 der Hungers⸗ dir geben Lob⸗ und Dank⸗Lieder. 24¹ daß ich mehre Sein Lob vor aller Welt. Paul Gerhardt, geb. 1607 4 1676. Eigne Melodie. 33 5 Wordaanr 10/ Herrscher von uns allen: Laß dir unser Lob gefallen! Deine Gnadenströme Läßt du auf uns fließen, Ob wir schon dich oft verließen. Hilf uns noch, Stärk uns doch; Laß die Zunge singen, Laß die Stimme klingen! 2. Himmel, lobe prächtig Deines Schöpfers Stärke, Mehr als aller Menschen Werke! Großes Licht der Sonne, Sende deine Strahlen, Gottes Herrlichkeit zu malen; Lobet gern, Mond und Stern, Seid bereit zu ehren Einen solchen Herren! O, du meine Seele, Singe fröhlich, singel Singe deine Glaubenslieder; Was da Odem holet, Jauchze, preise, klinge! Wirf dich in den Staub danieder. Er ist Gott Zebaoth! Er nur ist zu loben Hier und ewig droben. 4. Hallelujah bringe, Wer den Herren kennet, Wer den Herren Jesum liebet; Halle⸗ lujah singe, Welcher Christum nennet, Sich von Herzen ihm ergiebet. O, wohl dir! Glaube mir: Endlich wirst du droben Ohne Sünd' ihn loben. not; Macht schöne rote Wangen und Gum! Ost bei geringem Mahl; Und nser eig) die da sind gefangen, Die ein Dun reißt er aus der Qual. ist, 8. Er ist das Licht der des Zun. Blnden, Erleuchtet ihr Gesicht, den] Und die sich schwach befinden, erden Eh Die stellt er aufgericht't; Er ist's dn libet alle Frommen, Und nem llg wenn ihr Auge weint, Sehn nz klarh, sie, sobald sie kommen, An )sei Nu, ihm den besten Freund. der ein 9. Er ist der Fremden Hütte, 8 Gottun. Die Waisen nimmt er an, em anm Erfüllt der Witwen Bitte, S beste Wird selbst ihr Trost und lesen, 8. Mann; Die aber, die ihn iebt; En. hassen, Bezahlet er mit Grimm, esen Mi Ihr Haus, und wo sie saßen, ö Das wirft er um und um. ie stang. 10. Ach, ich bin viel zu Lemah wenig, Zu rühmen seinen chäste,] Ruhm. Der Herr allein ist t: Konig, Ich eine welke Blum'; rde AA—— weil ich gehöre Gen Der zish Zion in sein Zeli, Oses billig, Wuun* Joachim Neander, geb. 1650 T 1680. 16 — f.— 242 Lob⸗ und Dank⸗Lieder. Mel. Nun komm' der. 336. immel, Erde, Luft und Meer La von des 60 höp⸗ fers Ehr'. Meine Seole 0 du, Bringe auch dein herzu. 2. Seht das große Son⸗ nenlicht, Wie's am Tag die Wolken bricht. Mondesglanz und Sternenpracht Jauchzen Gott bei stiller Nacht. 3. Sehet, wie den Erden⸗ ball Gott geziert hat überall; Wälder, Felder, Stein und Thier Zeigen Gottes Finger hier. 4. Seht, wie fleucht der Vögel Schar In den Lüften Paar bei Paar! Donner, Blitz, Dampf, Hagel, Wind Seines Willens Diener sind. 5. Seht der Wasserwellen Lauf, Wie sie ab und auf, Durch ihr Rauschen sie auch noch Preisen ihren Her⸗ ren hoch. 6. Ach, mein Gott, wie wunderlich Spüret meine Seele dich! Drücke tief in meinen Sinn, Was du bist, und was ich bin. Joachim Neander, geb. 1650 4 1680 Psalm 146. Mel. Nun freut euch. 337. J X in Hses Oeid Und große Not muß gehen, Will dennoch Gott mit großer Freud' Und Herzenslust er⸗ höhen: Mein Gott, du Kön höre mich, Ich will ohn' all Ende dich Und deinen Nama loben. 2. Wer ist so gnädig, a wie du? Wer kann so n erdulden? Wer sieht mit sh cher Langmut zu So vieh schweren Schulden, Die a der ganzen weiten Welt Oh Unterlaß bis an das Zelt V hohen Himmels steigen? „Es muß ein treues in ja sein, Das uns so hoch kan lieben; Da wir doch in du Tag hinein, Was garnicht gu ist, üben: Gott muß nicht anders sein als gut; Dahn fleußt seiner Güte Flut alle seine Werke. 4. Drum, Herr, s sols dir auch nun All' deine 2M danken, Voraus die Heilgu deren Thun Sich hält un nen Schranken; Die sollh deines Reichs Gewalt In schöne Regimentsgestalt M. vollem Munde rühmen. 5. Sie sollen rühmen, di der Ruhm Durch alle Wah erklinge, Daß jedermann zun Heiligtum Dir Dienst m Opfer bringe: Dein 5 das ist ein ew'ges hm Deil Herrschaft ist dir selber glesh Der du kein End erreichs 6. Der Herr ist bis unsern Tod Beständig h uns allen; Erleichtert um Kreuzesnot Und hält mh wenn wir fallen: Er 30 manchem Unglückslauf l hilft uns wieder freundlh arnicht 5. Dahe Flut M so sollg * ꝛeine Vas Heil ält in Die solln walt l estalt M. men. hmen, da alle V mann zu ienst m eZin Rah deich, Düh lber gletz erreicht. st bis h. ändig 6 tert unt hält us Er steueh lauf lh freundlih Lob⸗ und Dank⸗Lieder. auf, Wenn wir ganz hinge⸗ schlagen. 7. Herr, aller Augen sind nach dir Und deinem Stuhl gekehret; Denn du bist's auch, der alles hier So väterlich emähret; Du thust auf deine milde Hand, Machst froh und jatt, was auf dem Land, In Meer und Lüften lebet. 8. Du meinst es Lat und hust uns Gut's, Auch da wirs' ost nicht glauben; Wie man⸗ her ist betrübten Muts, Läßt allen Trost sich rauben, Er sorgt und fürchtet Tag und Nacht, Gott hab' ihn gänzlich aus der Acht Gelassen und vergessen. 9. Nein, Gott vergißt die Seinen nicht, Zu groß ist seine Treue; Sein Herz ist slets dahin gericht't, Daß er uns jebt.— Geht's gleich bisweilen etwas schlecht, Ist er doch heilig und gerecht In allen seinen Wegen. 10. Der Herr ist nah' und stets bereit Für jeden, der ihn ehret; Und wer nur ernst⸗ lich zu ihm schreit, Der wird gewiß erhöret; Gott weiß wohl, wer da gläubig sei, Und denen steht er dann auch bei, Wenn sie die Angst nun treibet. 11. Den Frommen wird nichts abgesagt, Gott thut, was sie begehren; Er mißt 243 und haßt, Den stürzt er ganz zu Boden. 12. Dies alles und was sonst noch mehr Kann unser Lob erzwingen, Das soll mein Mund zu Ruhm und Ehr' Des Höchsten täglich singen; Und also thu auch immerfort. Was lebt und webt an jedem Ort: Das wird Gott wohl gefallen. Paul Gerhardt, geb. 1607 T 1676. Mel. Nun danket all' und bringet Ehr' singe dir mit 338. Iã Herz und Mund Herr, meines Herzens Lust! Ich sing' und mach' auf Erden kund, Was mir von dir bewußt. 2. Ich weiß, daß du der Brunn der Gnad' Und ew'ge Quelle seist, Daraus uns allen früh und spat Viel Heil und Gutes fleußt. 3. Was sind wir doch, was haben wir Auf dieser ganzen Erd', Das uns, o Vater, nicht von dir Allein gegeben werd'? 4. Wer hat das schöne Himmelszelt Hoch über uns gesetzt? Wer ist es, der uns unser Feld Mit Tau und Regen netztꝰ 5. Wer wärmet uns in Kält' und Frost? Wer schützt uns vor dem Wind? Wer macht es, daß man Oel und das Unglück, das sie plagt, Und zählt all' ihre Zähren Most Zu seinen Zeiten find't? 6. Wer giebt uns Leben Und reißt sie endlich aus der Last, Den aber, der sie kränkt und Geblüt? Wer hält mit seiner Hand Den güldnen, 16* 2⁴⁴ edlen, werten Fried' In unsrem Vaterlandꝰ 7. Ach Herr, mein Gott, das kommt von dir, Du, du mußt alles thun! Du hältst die Wach' an unsrer Thür Und läßt uns sicher ruh'n. 8. Du nährest uns von Jahr zu Jahr, Bleibst immer fromm und treu Und stehst uns, wenn wir in Gefahr Geraten, herzlich bei. 9. Du strafst uns Sünder mit Geduld Und schlägst nicht allzusehr, Ja endlich nimmst du unsre Schuld Und wirfst sie in das Meer. 10. Wenn unser gar leicht erweicht Und giebst uns, was uns hoch erfreut Und dir zur Ehr' gereicht. 11. Du zählst, wie oft ein Christe wein', Und was sein Kummer sei: Kein Zähr⸗ und Thränlein ist so klein, Du hebst und legst es bei. 12. Du füllst des Lebens Mangel aus Mit dem, was ewig steht, Und führst uns in des Himmels Haus, Wenn uns die Erd' entgeht. 13. Wohl auf, mein Herze, sing und spring Und habe Preiset ewig seinen Nunn guten Mut! Dein Gott, der Ursprung aller Ding', Ist selbst und bleibt dein Gut. 14. Er ist dein Schatz, dein Erb' und Teil, Dein Glanz und Freudenlicht, Dein Schirm und Schild, dein' Hülf' und Heil, dich nicht. Herze seufzt und schreit, Wirst du Lob⸗ und Dank⸗Lieder. 15. Was kränkst du dich deinem Sinn Und grämstah ö Tag und Nacht? Nimm dah h Sorg' und wirf sie hin 4 den, der dich gemacht. she 16. Hat er dich mihtu siger Jugend auf Versorget n ernährt? Wie manchenschmn Unglückslauf Hat er zum gekehrt! Freu 17. Er hat noch niemt was versehn In seinem bnder giment; Nein, was er s ihm st und läßt geschehn, Das 4. h sir 3.— d6 ein gutes End'. 18 Ei nun, so laß 0 1—5 ferner thun Und ned i Kuäut nicht darein, So wirst du hi Ruhn in Frieden ruhn Und ei ein fröhlich sein. kwig Paul Gerhardt, geb. 1607 4 1 seinen 4 kenne hat; nenne und im Fröh und Eigene Melodie. 339. Lgaunt Und vermehren seinen Ruhn Stimmet an die süßen Wessg Die ihr seid sein Ei em Ewig währet sein Erbammg beste Ewig will er uns umanit währ Mit der süßen er S0d. wide Nicht gedenken unsrer Scah Lob Die ihr seid von Abr 115 Samen! Rühmet ewig sa Thr. Werke, Gebet ihm Lob, e zu s und Stärke! Got 2. Ehe noch ein Meii Lieb geboren, Hat er uns zun erw erkannt Und in Christo a er k Schafft Rat und läßt erkoren, Seine Huld unz u das gewandt; Selbst der Himm mitt t du dichh grämsti 1* deh ie hin acht rsorget n Henshod er zunih och niem seinem I as er ih Das nimp so laß 5red' ih virst du h Und en 1607 7 1 die. set ung i erren prese inen Ruhn Ben Weig Eigentun Erbarma umarma r Sd rer Schil en Nanz n. Abran ewig seh Lob, Eit in Men uns zuln hristo auk ld. uns er Himml — und die Erden Müssen uns Uin Dienste werden, Weil wir urh sein liebstes Kind Seine ginder worden sind; Ewig solche Gnade währet, Die er uns in ihm bescheret; Ewig wollen wir uns üben, Ueber alles ihn zu lieben. 3. Ja wir wollen nur mit Fteuden Zu dem lieben Vater gchn, Uns in seiner Liebe waden, Wie die thun, die vor ihm stehn, Heilig, heilig, hei⸗ lig singen; Runn 0 soll er⸗ lingen Unserm Gotte und dem Lamm, Unserm holden Bräutigam. Lasset seinen Ruhm erschallen Und erzählt Lob⸗ und Dank⸗Lieder. 24⁵ Große Gnad' ist da zu finden, Er will sich mit uns verbin⸗ den, Und soll niemals etwas können Uns von seiner Liebe trennen. 6. Er hat nunmehr selbst die Fülle Seiner Gottheit aufgethan, Und es ist sein ernster Wille, Daß nun komme jedermann. Keiner soll sich hierbei schämen, Sondern 2911 1 uns. Haier ha Wer ein hungrig' Herze hat, Wird aus ser Fülle san. Ewig solche Fülle Lesche⸗ Die uns so viel Gut's besche⸗ ret; Wonne, die uns ewig tränket, Wird uns daraus Ein Werk vor allen, Daß er eingeschenket. euig uns erwählet Und zu seinem Volk gezählet. 4. Lernet euren 7. Nun, du Liebster! unser Lallen, Damit wir dir dank⸗ Jesum bar sein, Laß dir gnädig wohl⸗ kennen, Der euch teu'r erkaufet gefallen, Bis wir alle insge⸗ hat; Lernet ihn fein lieblich mein Ewig deine Gütigkeiten hennen Euren Bruder, Freund Mit vereintem Lob ausbrei⸗ und Rat, Euren starken Held in Streiten, Eure Lust in Fröhlichkeiten, Euren Trost und euer Heil, Euer aller⸗ bestes Teil. Ewig solche Güte währet, Die euch durch ihn widerfähret; Ewig soll das Lob erklingen, Das wir ihm zu Ehren ungen 5. Tretet nur getrost zum Mrone, Da der Gnadenstuhl zu sehn; Es kann euch von Gottes Sohne Nichts als Lieb und Huld geschehn; Er erwartet mit Verlangen, Bis er könne uns umfangen Und das allerhöchste Gut Uns mitteilen durch sein Blut. — Da wir werden Gloria Singen und Hallelujah! Preis, Ehr', Ruhm, Dank, Macht und Stärke Und was rühmet seine Werke, Werde unserm Gott gegeben, Laßt uns ihm zu Ehren leben! Christ. Jak. Koitsch, geb. 1671 4 1735. Eigne Melodie. 340. Lan dn tigen König der Ehren; Meine geliebete Seele, das ist mein Begehren. Kommet zu Wauß Psalter und Harfe, wacht auf, Lasset den Lobgesang hören! 246 2. Lobe den Herren, der alles so herrlich regieret, Derl dich auf Adelersfittichen sicher geführet, Der dich erhält, Wie es dir selber gefällt; Hast du nicht dieses verspüret? 3. Lobe den Herren, der künstlich und fein dich bereitet, Der dir Gesundheit verliehen, dich freundlich geleitet; In wie viel Not Hat nicht der gnädige Gott Ueber dir Flügel gebreitetꝰ 4. Lobe den Herren, der deinen Stand sichtbar gesegnet, Der aus dem Himmel mit Strömen der Liebe geregnet; Denke daran, Was der All⸗ mächtige kann, Der dir mit Liebe begegnet. 5. Lobe den Herren; was W in mir ist, lobe den Namen; Alles, was Odem hat, lobe mit Abrahams Samen! Er ist dein Licht, Seele, vergiß es ja nicht; Lobende, schließe mit Amen! Joachim Neander, geb. 1650 + 1680. Eigne Melodie. 341. Lobe den Her⸗ ren, o meine Seele! Ich will ihn loben bis in Tod; Weil ich noch Stun⸗ den auf Erden zähle, Will ich lobsingen meinem Gott; Der Leib und Seel' gegeben hat, Werde gepriesen früh und spat; Hallelujah, Hallelujah! 2. Fürsten sind Menschen, vom Weib geboren, Und Lob⸗ und Dank⸗Lieder. 3. Selig, ja selig ist zu nennen, Des Hüle Gott Jakobs ist, Welchern Glauben sich nicht läßt tren Und hofft getrost auf IR Christ, Wer diesen 0 zum Beistand hat, Findel besten Rat und That; H lujah! Hallelujah! 4. Dieser hat Himmel u Meer und Erden Und darinnen ist, gemacht; M muß pünktlich erfüllet wen as er uns einmal z dacht. Er ist's, der Hens⸗ aller Welt, Welcher uns Glauben hält; Hallelaß Hallelujah! ö 5. Zeigen sich welche“ Unrecht leiden, Er istesn ihnen Recht verschafft, n 10 rigen will er zur Speise Füll scheiden, Was ihnen d baott zur Lebenskraft! Die iu Erde Gebund'nen macht er freh sict, seine Gnad' ist manchul schw Hallelujah! Hallelujah! uich 6. Sehende Augen gieble ehre den Blinden, Erhebt, die y man gebeuget gehn; Wo er im meh einige Fromme finden, fann läßt er seine Liebe sehn; Sh Aufsicht ist der Fremden Tuh freu Witwen und Waisen hüll jaue Schuß; Hallelujahl Halh 905 kehren um zu ihrem Staub; lujah! sei n Gott lujah, Hasef n Und i macht; üllet weih nmal zu der Hent er uns e Hallelß welche. r istes, hafft, o Speise F. ihnen d Die hun tBer frei v mancheilz ujah! gen giebtz ebt, die fh o er hn inden, A sehn; n mden Tuh sen häll h Hl machen verkehrte Schritte Und ujah! den hohen Namen, Des, der pas Odem hat, rufe Amen! lobt und preist Vater und 7. Aber der Gottesvergess⸗ hen Tritte Kehrt er mit Rar⸗ ler Hand zurück, Daß sie nur allen selbst in ihren Strick. der Herr ist König ewiglich. gin, dein Gott sorgt stets für dich! Hallelujah! Halle⸗ 8. Rühmet, ihr Menschen, o große Wunder thut! Alles, Und bringe Lob mit frohem Nut. Ihr Kinder Gottes, Sohn und heil'gen Geist! Hallelujah; Hallelujah! Joh. Daniel Len 1. geb. 1675, gest. 1723 .10½. Nel. Nun lob' mein' Seel'. 342. Ma m Stille, Du hocherhabner die onsgott! Des Rühmens ist die Fülle Vor dir, du starker Ze⸗ baoth! Du bist doch Herr auf Erden, Der Frommen Zuver⸗ scht, In Trübsal und Be⸗ schwerden Läßt du die Deinen nicht; Drum soll dich stündlich ehren Mein Mund vor jeder⸗ mann Und deinen Ruhm ver⸗ mehren, So lang' er lallen lann. 2. Es müssen, Herr, sich freuen Von ganzer Seel' und gauchzen schnell, Die unauf⸗ e 6 schreien: Gelobt sei er Gott Israel! Sein Name Lob⸗ und Dank⸗Lieder. 2⁴7⁷ der thut Und der auch mir erwiesen Das, was mir nützt und 0 Nun, das ist meine Freude, Daß ich an ihm stets kleb''ꝰ Und niemals von ihm scheide, So lange ich hier leb'. 3. Herr, du hast deinen Namen Sehr herrlich in der Welt gemacht; Denn als die Schwachen kamen, Hast du ar bald an sie gedacht. Du hast mir Gnad' erzeiget: Nun, wie vergelt ich's dir? Ach, bleibe mir geneiget, So will ich für und für Den Kelch des Heils erheben Und preisen weit und breit Dich, Herr, mein Gott! im Leben Und dort in Ewigkeit. Joh. Rist, geb. 1607 4 1667. Sirach 50, 24 ff. Eigne Melodie. 343. Nun danket alle 5 Gott Mit Herzen, Mund und Händen, Der große Dinge thut An uns und allen Enden, Der uns von Mutterleib Und Kindes⸗ beinen an Unzählig viel zu gut Und noch jetzund gethan. 2. Der ewig reiche Gott Woll' uns bei unsrem Leben Ein immer fröhlich Herz Und edlen Frieden geben Und uns in seiner Gnad' Erhalten fort und fort Und uns aus aller Not Erlösen hier und dort. 3. Lob, Ehr' und Preis sei Gott, Dem Vater und dem Sohne Und dem, der beiden sei gepriesen, Der große Wun⸗ 155 gleich Im höchsten Himmels⸗ 248 throne, Dem dreieinigen Gott; Als er ursprünglich war Und ist und bleiben wird Jetzund und immerdar. Martin Rinckart, geb. 1586 + 1649. Eigne Melodie. 344 Nun danket all' und bringet Ehr', Ihr Menschen in der R Welt, Dem, dessen Lob der Engel Heer Im Himmel stets vermeld't. 2. Ermuntert euch und surgt mit Schall Gott, unsrem höchsten Gut, Der seine Wun⸗ der überall Und große Dinge thut. 3. Der uns von Mutter⸗ leibe an Frisch und 2 erhält, Und wo kein eensch mehr helfen kann, Sich selbst zum Helfer stellt. kethet bleibet 4. Der, ob wir ihn hoch betrübt, Doch guten Muts, Die Straf' er⸗ läßt, die Schuld vergiebt Und thut uns alles Gut's. 5. Er gebe uns ein fröhlich Herz, Erfrische Geist und Sinn Und werf' all' Angst, Furcht, Sorg' und Schmerz Ins Meeres Tiefe hin. 6. Er lasse seinen Frieden ruhn Auf jedem Christenland; Er gebe Glück zu unsrem Thun Und Heil Stand. 7. Er lasse seine Lieb' und Güt' Um, bei und mit u gehn; Was aber ängstet u Lob⸗ und Dank⸗Lieder. bemüht, Gar ferne bahh stehn. 8. So lange t 0 0 währt, Sei er stets Heil Und bleib' 2• wir von der Erd' A 0 unser Teil. Er drücke, wenn Herze bricht, Uns unsre in ihm sein, Kommt, geht seinen Thoren ein Mit Lulh in allem durch der Psalmen Klang. seinem Vorhof mit Ge u, Und zeig' uns drau 1 Dort in der eh uh'. Paul Gerhardt, geb. 1607 Mel. Herr Gott, dich loben Mn 345 Mun 10 Herren Welt! Kommt her, zu sih Dienst euch stellt, Kommie Frohlocken, säumet Rommt vor sein heilig gesicht. 2. Erkennt, daß Goth unser Herr, Der uns ersh ihm zur Ehr', Und nicht selbst: durch Gottes Inn Ein jeder Mensch hat. 3. Er hat uns ferner i bedacht Und uns zu sahn Volk gemacht; Zu Shah die er ist bereit, Zu fihn stets auf guter Weid'. 4. Die ihr nun wollel sein H 5. Dankt unserm Gott, I. 7 06 6. E reund Leb Onade r. 1i. höchster Ind se hrist Gott, Geist, dar ge Dav 34 ren, X ein! mehre erze Sind dein'l dein dich keichet jüngt, läßt nicht Die ns singet ihm, Lobsinget ihmm spare nd hoher Stimm'; Lobsingt in hold; erne hinuntet allesammt. Gott loben, uns ist unser Amt. dieses 90 g. Er ist voll Güt“ und Heundlichkeit, Voll Treu und auch, sicb' zu jeder Zeit; Sein' Wonnd währet dort und hier Und seine Wahrheit für und 10 Gott Vater in dem höchsten Thron Und Jesus in der Chist sein ein ger Sohn, Samt Holt, dem werten heil'gen b. 1607f Heist, Sei nun und immer⸗ dar gepreist. loben Wn ö Pfalm 103. 1. jaucht Eigne Melodie. erren er, zu se 346 Non lob', mein t, Kommin Seel', denHer⸗ umet n nen, Was in mir ist, den Namen heilig'fein! Sein' Wohlthat thut er mehren, Vergiß es nicht, o daß Gol!) Herze mein! Hat dir dein' uns ersche Sünd' vergeben Und heilt nd nicht dein Schwachheit groß, Errett't ottes u dein armes Leben, Nimmt 9 sein I dich in seinen Schoß, Mit keichem Trost beschüttet, Ver⸗ ferner ul jüngt, dem Adler gleich; Der 3 zu sehn 31 schafft Recht, behütet, Die leid'n in seinem Reich. 2. Er hat uns wissen lassen Sein heilig Recht und sein Ge⸗ nicht, Dazu sein' Güt' ohn' Maßen; Es mangelt an Er⸗ it, geht barmung nicht, Sein' Zorn 1 Mit Lalh n Klang läßt er wohl fahren, Straft Schuld, er nicht iget ihm sparen, Den Blöden ist er obsingt un hold; Sein' Güt' ist hoch er⸗ mit Ges nicht nach n Gott, l. Die Gnad' unsrer thut r— Lob⸗ und Dank⸗Lieder. David Denicke, geb. 1603 T 1680. 249 haben Ob den', die fürchten ihn; So fern der Ost vom Abend, Ist unsre Sünd' dahin. 3. Wie Väter sich erbar⸗ men Ueber die jungen Kin⸗ delein: So thut der Herr uns Armen, Wenn wir ihn kind⸗ lich fürchten rein. Er kennet unsre Schwächen, Er weiß, wir sind nur Staub, Gleich wie das Gras am Rechen Und wie ein fallend' Laub: Der Wind nur drüber wehet, So ist es nimmer da; Also der Mensch vergehet, Sein End' ist immer nah. 4. Die Gottesgnad' alleine Steht fest und bleibt in Ewig⸗ keit Bei seiner Kreuzgemeine, Die, stets in seiner Furcht bereit, An seinem Bund ge⸗ halten; Er herrscht im Himmel⸗ reich. Ihr starken Engel waltet Sein's Lobs und dient zugleich, Dem großen Herrn zu Ehren Und treibt sein heilig Wort; Mein' Seel' soll auch vermehren Sein Lob an allem Ort. Joh. Graumann(Poliander), geb. 1487, gest. 1541. Eigne Melodie. 347 Nan preiset alle * Gottes Barm⸗ herzigkeit: Lob' ihn mit Schalle, Werteste Christenheit! Er läßt dich freundlich zu sich laden, Freue dich, Israel, sei⸗ ner Gnaden. ½2 2. Der Herr regieret Ueber die ganze Welt: Was sich nur 250 Lob⸗ und Dank⸗Lieder. rühret, Ihm auch 1 Füßen fällt; Viel tausend Engel um ihn schweben, Psalter und Harfen ihm Ehre geben. 3. Wohlauf, ihr Heiden, Lasset das Trauern sein, Zur grünen Weiden Stellet euch willig ein, Da läßt er uns sein Wort verkünden, Machet uns ledig von allen Sünden. 4. Er giebet Speise Reich⸗ lich und überall, Nach Vaters Weise Sättigt er allzumal, Er schaffet früh und späten Regen, Füllet uns alle mit seinem Segen. 5. Drum preis' und ehre Seine Barmherzigkeit, Sein Lob vermehre, Werteste Chri⸗ stenheit! Uns soll hinfort kein Unfall schaden; Freue dich, Israel, seiner Gnaden! 1 Matth. Apelles v. Löwenstern, geb. 1594, gest. 1648. Eigne Melodie. 348. O,n en hätte Und einen dauzendfachen Mund, So stimmt' ich damit um die Wette Vom allertief⸗ sten Herzensgrund Ein Lob⸗ lied nach dem andern an Von dem, was Gott an mir ge⸗ than. 2. O, daß doch meine Stimme schallte Bis dahin, wo die Sonne steht! O daß mein Blut mit Jauchzen wallte, So lang' es noch im Laufe geht! Ach, wäre jeder Puls ein Dank Und sh ise Odem ein Gesang! 11 ö 3. Was schweigt ihr de bo w. ihr meine Kräfte? Aufg ilt braucht allen euren Fleiß 10 stehet munter im Geste Zu Gottes, meines Hens nit S Preis. Mein Leib und 8 o veil schicke dich Und lobe 6 nich e 24. lich. Ihr grünen Blättn du tr den Wäldern, Bewegt Scull regt euch doch mit mirl duld schwanken Gräslein in“ Feldern, Ihr Blumen, doch eure Zier Uun Gah Ruhm belebet sein Und stim j lieblich mit mir ein. dabei, sich hat, Soll sich mir zum A teuer hülfen geben, Denn mein i. mögen ist zu matt, Die guß Wunder zu erhöhn, Die alle siebes halben um mich stehn. nich 6. Lob sei dir, allerlichel wund Vater, Für Leib und E Denn für jede Gab'! Lob sei Pard mildester Berater, Für al gewa was ich bin und hab, 12. alles Gute in der Welt, M voller du zu meinem Heil bestelb! steten 7. Mein treuster Jesusich o gepriesen, Daß dein eih Nicht mungsvolles Herz Sich m gehn' so hülfreich hat erwiesen U Himn mich durch Blut und Nu nicht schmerz Von Satans M 13 und Grausamkeit Zu deln jetzte ch befreit. den „Auch dir sei ewig Ru mit und Ehre, O heilig' was Gott, Gottesgeist, Für deines Tush groß e Lehre, Die mich ein 111 des Lebens heißt; Ach, o was Gut's von mir ge⸗ Uhicht, Das wirket nur dein güttlich Licht. 9. Wer überströmet mich mit Segen? Bist du es nicht, oleicher Gott? Wer schützet nich auf meinen Wegen? Du, du, o Herr, Gott Zebaoth! Vukträgst mit meiner Sünden Schuld Unsäglich gnädige Ge⸗ duld. 10. Vor andern küss' ich deine Ruthe, Die du mir auf⸗ nd stim ö gebunden hast. Wie viel thut sie mir 25 zu gute Und ist 165 mir eine sanfte Last; Sie lles maßt macht mich fromm und zeigt n. Odendabei, Daß ich dir lieb und mir 8 teuer sei. nn mein vyH II. Ich hab' es ja mein' t, Die gußl Lebetage Schon so manch' n. Die ale ebes Mal gespürt, Daß du stehn. nich unter vieler Plage Recht „allerlieh wunderbarlich hast geführt; d und el Denn in der größesten Gefahr Lob sel Ward ich dein Trostlicht stets Fün as gewahr. d hab, 0 12. Wie sollt' ich nun nicht r Well, A voller Freuden In deinem jeil bestelt! steten Lobe stehn? Wie sollt' er Jesuß ich auch im tiefsten Leiden dein il Nicht triumphierend einher⸗ rz Sich gehn? Und fiele auch der rwiesen UH Himmel ein, So will ich doch und Tahh nicht traurig sein. nans Mi 13. Drum reiß' ich mich Zu dei jetzt aus der Höhle Der schnö⸗ den Eitelkeiten los Und rufe ewig Ruß mit erhöhter Seele: Mein eilig wa Gott, du bist sehr hoch und eines Tus groß! Kraft, Ruhm, Preis, 2* Lob⸗ und Dank⸗Lieder. 251 Dank und Herrlichkeit Gehört dir jetzt und allezeit. 14. Ich will von deiner Güte singen, So lange sich die Zunge regt; Ich will dir Freudenopfer bringen, So lange sich mein Herz bewegt; Ja, wenn der Mund wird kraftlos sein, So stimm' ich noch mit Seufzen ein. 15. Ach, nimm das arme Lob auf Erden, Mein Gott, in allen Gnaden hin; Im Himmel soll es besser werden, Wenn ich bei deinen Engeln bin, Da sing' ich dir im höhern Chor Viel tausend Hallelujah vor! Joh. Mentzer, geb. 1658 + 1784. Mel. Es ist das Heil uns kommen. 349. Se Lob und 5 Ehr? dem höchsten Gut, Dem Vater aller Güte, Dem Gott, der alle Wunder thut, Dem Gott, der mein Gemüte Mit seinem reichen Trost erfüllt, Dem Gott, der allen Jammer stillt: Gebt unserm Gott die Ehre! 2. Es danken dir die Him⸗ melsheer', O Herrscher aller Thronen, Und die auf Erden, Luft und Meer In deinem Schatten wohnen, Die preisen deine Schöpfermacht, Die alles also wohl bedacht. Gebt un⸗ serm Gott die Ehre! 3. Was unser Gott er⸗ schaffen hat, Das will er auch erhalten, Darüber will er früh und spat Mit seiner 252 Lob⸗ und Dank⸗Lieder. Gnade walten. In seinem ganzen Königreich Ist alles recht, ist alles gleich: Gebt unserm Gott die Ehre! 4. Ich rief zum Herrn in meiner Not: Ach Gott, ver⸗ nimm mein Schreien! Da half mein Helfer mir vom Tod Und ließ mir Trost gedeihen: Drum dank', ach Gott, drum dank' ich dir; Ach danket, danket Gott mit mir: Gebt unserm Gott die Ehre! 5. Der Herr ist noch und nimmer nicht Von seinem Volk geschieden, Er bleibet ihre Zu⸗ versicht, Ihr Segen, Heil und rieden; Mit Mutterhänden eitet er Die Seinen stetig hin und her: Gebt unserm Gott die Ehre! 6. Wenn Trost und Hüll' ermangeln muß, Die alle Welt erzeiget: So kommt und hilft der Ueberfluß, Der Schöpfer selbst, und neiget Die Vateraugen denen zu, Die sonsten nirgends finden Ruh': Gebt unserm Gott die Ehre! 7. Ich will dich all mein Leben lang, O Gott, von nun an ehren, Man soll, Gott, deinen Lobgesang An allen Orten hören, Mein ganzes Herz ermuntre sich, Mein Geist und Leib erfreue dich: Gebt unserm Gott die Ehre! 8. Ihr, die ihr Christi Na⸗ men nennt, Gebt unserm Gott die Ehre! Ihr, die ihr Gottes Macht bekennt, Gebt unserm Gott die Ehre! Die falschen Götzen macht zu Spottl 90. ist Gott! Der Hen ott! Gebt unserm Goth! Ehre! ö‚ 9. So kommet vor sein z gesicht, Ihm Dank und n 10 bringen, Bezahlet die; obte Pflicht Und laßt 3 fröhlich singen: Gotthatezn wohl bedacht Und alles, recht gemacht; Gebt un Gott die Chre! Joh. Jacob Schütz, geb. 1610 f Eigne Melodie. 350. Sonsihnn Gott nichtz gen? Sollt' ich ihm nichth ar sein? Denn ich 0 allen Dingen, Wie so gush mit mir mein'. Ist doch nth als lauter Lieben, Das treues Herze regt, Das Ende hebt und trägt, A seinem Dienst sich il Alles Ding währt seine Gottes Lieb' in Ewigkeit 2. Wie ein Adler sein g ieder Ueber seine Junt freds, Also hat auch hin u wieder Mich des Höchsten dy bedeckt; Alsobald im Müh leibe, Da er mir mein W⸗ gab Und das Leben, dos hab' Und noch diese Sh treibe. Alles Ding ait seine Zeit, Gottes Nib Ewigkeit. 3. Sein Sohn ist ihm nt zu teuer; Nein, er giehti sür mich hin, Daß er i vom ewigen Feuer Durhss Spottl 1 teures Blut gewinn'. O du Der Hen unergründ'ter Brunnen! Wie erm Goth will 00 mein schwacher Geist, Ob er sich gleich hoch befleißt, Deine Tief ergründen können? Ales Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 4. Seinen Geist, den edeln Führer, Giebt er mir in sei⸗ em Wort, Daß er werde mein Regierer Durch die Welt zur Himmelspfort', Daß er nir mein Herz erfülle Mit dem hellen Glaubenslicht, Das des Todes Reich zerbricht Und die Hölle selbst macht stille. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 5. Meiner Seele Wohler⸗ gehen Hat er ja recht wohl bedacht; Will dem Leibe Vot zustehen, Nimmt er's Iggeichfalls wohl in Acht. Wenn mein Können, mein Vermö⸗ sich Es han Nichts vermag, nichts rt senr l hen kann, Kommt mein Gott Eui i und hebt mir an, Sein Ver⸗ Dler Ren mögen beizulegen. Alles Ding eilte Im nähtt seine Zeit, Gottes Lieb' auch hinn in Ewigkeit. Höchstn 6. Himmel, Erd' und ihre im Nuth Heere Hat er mir zum Dienst mein U bestelt, Wo ich nur mein eben, dat Aug' hinkehre, Find' ich, was diese Gm 15 nährt und hält; Tier Ding uin und Kräuter und Getreide In 0 den Gründen, in der Höh', vor seinz; nk und n tes Hih In den Büschen, in der See: ist un Ueberall ist meine Weide. schn Alles Ding währt seine Zeit, er giente] Gottes Lieb' in Ewigkeit. 7. Wenn ich schlafe, wacht sein Sorgen Und ermuntert Lob⸗ und Dank⸗Lieder. 253 mein Gemüt, Daß ich alle liebe Morgen Schaue neue Lieb' und Güt'; Wäre nicht mein Gott gewesen, Hätte mich sein Angesicht Nicht geleitet, wär' ich nicht Aus so mancher Angst genesen! Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 8. Wie so manche schwere Plage Wird vom Satan her⸗ eführt, Die mich doch mein' zebetage Niemals noch bisher berührt; Gottes Engel, den der sendet, Hat das Böse, was der Feind Anzurichten war gemeint, In die Ferne weg⸗ gewendet; Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 9. Wie ein Vater seinem Kinde Niemals ganz sein Herz entzeucht, Ob es gleich bisweilen Sünde Thut und vom Gehorsam weicht: Also hält auch mein Verbrechen Mir mein frommer Gott zu gut, Will mein Fehlen mit der Rut' Und nicht mit dem Schwerte rächen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 10. Seine Strafen, seine Schläge, Ob sie mir gleich bitter seind, Dennoch, wenn ich's recht erwäge, Sind es Zeichen, daß mein Freund, Der mich liebet, mein gedenke Und mich von der schnöden Welt, Die uns hart gefangen hält, Durch das Kreuze zu ihm lenke. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigleit. 25⁴ 11. Das weiß ich fürwahr und lasse Mir's nicht aus dem Sinne gehn: Christenkreuz hat seine Maße Und muß endlich stille stehn. Wenn der Winter ausgeschneiet, Tritt der schöne Sommer ein: Also wird auch nach der Pein, Wer's erwar⸗ ten kann, erfreuet. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 12. Weil denn weder Ziel noch Ende Sich in Gottes Liebe find't, Ei, so heb' ich meine Hände Zu dir, Vater, als dein Kind, Bitte, wollst mir Gnade geben, Dich aus aller meiner Macht Zu um⸗ fangen Tag und Nacht Hier in meinem ganzen Leben, Bis ich dich nach dieser Zeit Lob' und lieb' in Ewigkeit. Paul Gerhardt, geb. 1607 4 1676. Mel. Es ist das Heil uns kommen enn ich, o Schö⸗ 351. W pfer, deine Macht, Die Weisheit deiner Wege, Die Liebe, die für alle wacht, Anbetend überlege, So weiß ich, von Bewund'rung voll, Nicht, wie ich dich er⸗ heben soll, Mein Gott, mein Herr und Vater! 2. Mein Auge sieht, wohin es blickt, Die Wunder deiner Werke; Der Himmel prächtig ausgeschmückt, Preist dich, du Gott der Stärke! Wer hat die Sonn' an ihm erhöht? Wer kleidet sie mit Majestät? Wer ruft dem Heer der Sterne? Lob⸗ und Dank⸗Lieder. 3. Wer mißt dem Wih seinen Lauf? Wer heißt Himmel regnen? Wer schst den Schoß der Erde auf, A Vorrat uns zu segnen? O der Macht und Herrlicht Gott, deine Güte reicht weit, So weit die Wulh reichen! 4. Dich predigt Sonng schein und Sturm, Dich ynn der Sand am Meere. Bun ruft auch der gexingste Vin Bringt meinem i Dan Ehh Mich, ruft der Baum seiner Pracht; Mich, rust Saat, hat Gott gemach Bringt unserm Schöp—— 5. Der Mensch, ein den deine Hand So wunde bar bereitet; Der Mensch, Geist, den sein Verstand A u erkennen leitet; Der Menst er Schöpfung Ruhm u Preis, Ist sich ein täglih Beweis Von deiner Güt mn Größe. ö 6. Erheb' ihn ewig, o mih Geist, Erhebe seinen Namg Gott, unser Vater, sei gepuß Und alle Welt sag' Mu Und alle Welt fürcht' ihm Herrn Und hoff' auf ihn u dien' ihm gern, Wer wolh Gott nicht dienen! Chr. Fürchtegott Gellert, geb, Iu gest. 1769. Mel. Die Tugend wird durchs eg 352. Wase Güte! Ist der ein Ma 0 2 heißt Wer schit de auf N en? OUU Herrlicht reicht die Volh Mensche rstand YN Der Messth tuhm w nr täglich r Güt um vig, o mũ n Nama sei gepri 9, Ama ircht' ihnn uf ihn u0 Wer woll t, geb. Nů durchs Lug groß ist di Umächthg n Mi den sie nicht rührt, Der mit bethärtetem Gemüte Den Dank estickt, der ihm gebührt? Mein, seine Liebe zu ermessen Sei ewig meine größte Pflicht! Der Herr hat mein noch nie hergessen, Vergiß, mein Herz, auch seiner nicht. 2. Wer hat mich wunder⸗ baw bereitet? Der Gott, Der meiner nicht bedarf; Wer hat Lob⸗ und Dank⸗Lieder. mit Langmut mich geleitet? Er,dessen Rat ich oft verwarf; Ver lärtt den Frieden im Gewissen? Wer giebt dem Geiste neue Kraft? Wer läßt nich so viel Gut's genießen, It's nicht sein Arm, der alles chafft? 3. Schau, o mein Geist, in jenes Leben, Zu welchem du erschaffen bist, Wo du, mit Herrlichkeit umgeben, Gott ewig sehn wirst, wie er ist; Du hast ein Recht zu diesen Freuden, Durch Gottes Güte sind sie dein; Sieh, darum mußte Christus leiden, Damit du könntest selig sein. 4. Und diesen Gott sollt' ich nicht ehren Und seine Güte nicht verstehn? Er sollte ru⸗ jen, ich nicht hören, Den Weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein Will' ist mir ins Herz dun n Sein Wort be⸗ stärkt ihn ewiglich: Gott soll ich über alles lieben Und meinen Nächsten gleich als mich. 5. Dies ist mein Dank, dies ist sein Wille: Ich soll voll⸗ kommen sein, wie er; So 25⁵⁵ lang' ich dies Gebot erfülle, Stell' ich sein Bildnis in mir her; Lebt seine Lieb' in mei⸗ ner Seele, So treibt sie mich u jeder Pflicht; Und ob ich schan aus Schwachheit fehle, Herrscht doch Sünde nicht. 6. O Gott, laß deine Güt' und Liebe Mir immerdar vor Augen sein! Sie stärk' in mir die guten Triebe, Mein ganzes Leben dir zu weihn; Sie tröste mich zur Zeit der Schmerzen, Sie leite mich zur Zeit des Glücks, Und sie be⸗ ieg' in meinem Herzen Die Furcht des letzten Augenblicks. Chr. Fürchtegott Gellert, geb. 1715, gest. 1769. in mir die — Mel. Alle Menschen müssen. 353. Wo loben, Mächtiger Herr Zeba⸗ oth? Sende mir dazu von oben Deines Geistes Kraft, mein Gott, Denn ich kann mit nichts erreichen Deine Gnad' und Liebeszeichen. Tausend, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür! 2. Herr, entzünde mein Gemüte, Daß ich deine Wun⸗ dermacht, Deine Gnade, Treu' und Güte Stets erhebe Tag und Nacht; Denn von deinen Gnadengüssen Leib' und Seele eugen müssen. Tausend, tau⸗ 2 16 sei dir, Großer Kö⸗ nig, Dank dafür! 3. Denk' ich, wie ich dich 256 verlassen Und gehäufet Schuld auf Schuld, So möcht' ich vor Scham erblassen Vor der Langmut und Geduld, Wo⸗ mit du, o Gott, mich Armen Hast getragen mit Erbarmen. Tausend, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür! 4. Ach ja, wenn ich über⸗ lege, Wie mit Lieb' und Gütigkeit Du durch so viel Wunderwege Mich geführt die Lebenszeit: So weiß ich kein Ziel zu finden, Noch den Grund hier zu ergründen. Tausend, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür! 5. Du, Herr, bist mir nach⸗ der Guut Mich zu reißen aus er Glut; Denn da mit der Sünder Haufen Ich nur suchte irdisch Gut, Hießest du auf dies mich achten, Wonach man zuerst soll trachten, Tausend, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür! 6. O wie hast du meine Seele Stets gesucht zu dir zu ziehn, Daß ich aus der Sündenhöhle Möchte zu den Wunden flieh'n, Die mich aus⸗ gesöhnet haben Und mir Kraft zum Leben gaben. Tausend, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür. 7. Ja, Herr, lauter Gnad' und Wahrheit Sind vor deinem Angesicht! Du, du trittst hervor in Klarheit, In Gerechtigkeit, Gericht, Daß man soll aus deinen Werken Deine Güt' und Allmacht merken. Tausend, tausendmal Lob⸗ und Dank⸗Lieder. sei dir, Großer König, dun dafür! 8. Wie du setzest sehg Dinge Zeit, 5 Maß,. wicht und Ziel, Damit lehmn zu geringe Möcht' geschchn noch zu viel: So hab' ich g tausend Weisen Deine Wh heit auch zu preisen. Tauseh tausendmal sei dir, Guz König, Dank dafürl 9. Bald mit Lieben, hi mit Leiden Kamst du, Hen mein Gott, zu mir, Nur mh Herze zu bereiten, Sich gun zu ergeben dir, Daß mh gänzliches Verlangen Möth an deinem Willen hangg Tausend, tausendmal sei ii Großer König Dank dafünt 10. Wie ein Vater ninz und giebet, Nach dem's Kinden nützlich ist, So hast du nt auch geliebet, Herr, mein O zu jeder Frist Und dich mein angenommen, Wenn's gh gleich aufs Höchste komme Tausend, tausendmal sei Großer König, Dank dafin 11. Mich hast du a Adlersflügeln Oft getrogg väterlich, In den Thälern, aun den Hügeln Wunderbar eh rettet mich; Wenn schien alli zu zerrinnen, Ward doch diß ner Hülf' ich innen. Tauseg! tausendmal sei dir, Große König, Dank dafür! 12. Fielen tausend mir 5 Seiten Und zur Rechten zet mal mehr, Ließest du nit doch begleiten Durch de Engel starkes Heer, Daß dun n. Tauseh 5 Grug ieben, h du, Hez „Nur nit Sich gu Daß mih zen Mith n hanga nal sei d nk dafün uter ninm ns Kindeh ist du nit mein Gat dich mein nn's ah e kommen Hial sei di nk dafün du ah getragn hälern, au derbar schien allz d doch de . Tausenz Großn nd mir zu chten 31 du nith JAurch da „Daß den R Röten, Die mich drangen, Ich edennoch bin entgangen. Tau⸗ ud, tausendmal sei dir, Gro⸗ ßer König, Dank dafür! 13. Vater, du hast mir er⸗ zeiget Lauter Gnad' und Gütigleit, Und du hast zu mir eneiget, Jesu, deine Freund⸗ lichkeit, Und durch dich, o Geist der Gnaden, Werd' ich stets noch eingeladen. Tausend, ausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür! 14. Tausendmal sei dir ge⸗ sungen, Herr, mein Gott, reis, Lob und Dank, Daß 6s mir so wohl Uenn Ach, laß meines Lebens Gang Ferner doch durch Jesu Leiten Rur gehn in die Ewigkeiten! Da will ich, Herr, für und für, Ewig, ewig danken dir. LudwigAndreas Gotter, geb. 1661-1735. Mel. Christus, der ist mein Leben. . ie Gnade sei 354. D mit Allen, Die Gnade unsers Herrn, Des dnd z dem wir hier wallen Und sehn sein Kommen gern. 2. Auf dem so schmalen Pfade Gelingt uns ja kein Tritt, Es geh' denn seine Gnade Bis an das Ende mit. Lob⸗ u. Dank⸗Lieder.— Gebets⸗Lieder. 257 3. Auf Gnade darf man trauen, Man traut ihr ohne Reu', Und wenn uns ja will grauen, So bleibt's: der Herr ist treu! 4. Die Gnade, die den Alten Ihr Weh half über⸗ stehn, Wird die ja auch er⸗ halten, Die jetzt noch zu ihm flehn. 5. Wird stets der Jammer größer, So glaubt und ruft man noch:„Du mächtiger Erlöser, Du kommst, so komme doch!“ 6. Damit wir nicht erlie⸗ gen, Muß Gnade mit uns sein; Sie flößet uns zum Siegen Geduld und Glauben ein. 7. So scheint uns nichts ein Schade, Was man um Jesum mißt; Der bere hat eine Gnade, Die über alles ist. 8. Bald ist es überwunden Nun durch des Lammes Blut, Das in den schwersten Stun⸗ den Die größten Thaten thut. 9. Herr, laß es dir gefal⸗ len, Noch immer rufen wir: „Die Gnade sei mit Allen, Die Gnade sei mit mir!“ Friebr. Phil. Hiller, geb. 1699 f 1769. — XXIII. Gebets⸗Lieder. Rel. Christus, der ist mein Leben. 355. Ar Oudr Bei uns, Herr Jesu Christ, Daß uns hinfort nicht schade Des bösen Feindes List. 2. Ach bleib mit deinem Worte Bei uns, Erlöser wert, 17 258 Gebets⸗Lieder. Daß uns beid' hier und dorte Sei Güt' und Heil beschert. 3. Ach bleib mit deinem Glanze Bei uns, du wertes Licht; Dein Wahrheit uns um⸗ schanze, Damit wir irren nicht. 4. Ach bleib mit deinem Segen Bei uns, du reicher Herr; Dein' Gnad' und all's Vermögen In uns reichlich vermehr'. 5. Ach bleib mit deinem Schutze Bei uns du starker Held, Daß uns der Feind nicht trutze, Noch fäll' die böse Welt. 6. Ach bleib mit deiner Treue Bei uns, mein Herr und Gott; Beständigkeit ver⸗ leihe, Hilf uns aus aller Not! Josua Stegmann, geb. 1588 f 1632. Mel. Straf mich nicht in deinem Zorn. 356 Besgemeinde * heil'ge dich Mit dem heil gen Oele! Jesu Geist ergieße sich Dir in Her, und Seele! Laß den Mun Alle Stund' Von Gebet und Flehen Heilig übergehen. 2. Heilige den heil'gen Brand, Deines Geist's Ver⸗ langen, Dem, der's Blut an dich gewandt, Heilig anzu⸗ hangen. Heil'ger Rauch Sei es auch, Der zu Gott auf⸗ gehet, Wenn dein Herze flehet. 3. Das Gebet der Ien Schar, Was sie fleht und bittet, Das wird auf dem Rauchaltar Vor Gott ausge⸗ schüttet; Und da ist Christ Priester und a ner Aller seiner Diener. 4. Kann ein einiges Och Einer gläub'gen Selg Wenn's zum Herzen Goth geht, Seines Zwecks nit sehlen; Was wird's thn dir b Wenn sie nun Alle vor ih treten Und zusammen beten 5. Wenn die Heil'gen dun und hier, Große mit Kleinen, Engel, Menschen un dei Begier Alle sich vereing 3. Und es geht Ein Gehet uu n von ihnen allen: Wie mi Alut das erschallen! Drum 6. O der unerkamt ein, 2 Macht Von der Ha bei m Beten! Ohne das wir 5 4. vollbracht, So in Frend' halter cöten: Schritt für Sah. Tod Wirkt es mit, Wie zum Z Denn der Freunde, So zum Su mir: der Feinde.—— 7. O so betet alle deut ich de Betet immer wieder! Hellg Seele Hände hebet auf, Heilge auch eure Glieder! Heiliget Iu dir, Gebet, Das zu tt sih schwinget, Durch die Wolln dringet! 8. Betet, daß die lehle gel 3⁵ Vollends übergehe, Daß mun Christi Herrlichkeit Offenbant singe sehe; Stimmet ein Insgemch jolch Mit der Engel Sehnen Mh will dem Tag, dem schönen! Ach Christoph Carl Ludwig v. Pfeil, gz bira 17¹² 1 1784. im ö 357⁷ Dẽ Morgens, * wenn ich früh gufsteh, Des Abends, wenn zu zen Gotth Bett ich geh', Sehn meine Au⸗ vecks nith gen, Herr, auf dich, Herr Jesu, 5 befehl ich mich. 2. In den heil'gen fünf nen beieh Wunden dein Da kann ich 7 uhn und sicher sein Mit eil gen uu geib und Seele, Hab' und mit ig Gut: Mein Schutz ist, Herr, denschenul dein heilig' Blut. verehnn 3. Denn, o Herr Christ! Gebet du an Kreuzesstamm Dein heilig Wie mi Blut die Sünd' hinnahm; Drum ich wach' oder schlafe unerkannt ein, Voll st du, Herr, allzeit r dan bei mir sein. wir! 5 4. Die Engel dein stets Frendgh haltlen Wacht; Darum ich ur Sch Tod und Höll' nicht acht', zum Ei Denn voy ich bin, bist du bei zum St nir: Mein Glück und Leid kommt nur von dir. 5. Im Tod und Leben bin alle duuh ich dein; Darum ich dir die ri Helg Seele mein Befehle jetzt und „ Heilgl auch im Tod; Nimm sie zu iliget Iu dir, o treuer Gott! Gott st Leipzig 1582. die Wollen u Christ, dich zu uns Lat e ee Eigne Melodie. e letzte g 5 Dir dir, Jeho⸗ Daß mun 358. vah, 11 Ich Offenbu singen; Denn wo ist doch ein Insgeneh sucher Gott, wie du? Dir 22— auh will ich meine Lieder bringen: nen! Ach gieb mir deines Geistes b. Pfeil z6, Kraft dazu, Daß ich es thu' . im Namen Jesu Christ, So 4.— Gebets⸗Lieder. 259 wie es dir durch ihn gefällig ist. 2. Zeuch mich o Vater, in dem Sohne, Damit zn Sohn mich wieder zieh' zu dir; Dein Geist in meinem Einner wohne Und meine Sinnen und Verstand regier'; Daß ich den Frieden Gottes schmeck' und fühl' Und dir darob im Herzen sing' und spiel'. 3. Verleih mir, Höchster, solche Güte, So wird gewiß mein Singen recht gethan; So klingt es schön in meinem Liede, Und ich bet' dich im Geist und Wahrheit an; So hebt dein Geist mein Herz zu dir empor, Daß ich dir Psel⸗ men sing' im höhern Chor. 4. Denn der kann mich bei dir vertreten Mit Seufzern, die ganz unaussprechlich sind; Der lehret mich recht gläubig beten, Giebt Zeugnis meinem Geist, daß ich dein Kind Und ein Miterbe Jesu Christi sei; Daher ich Abba, lieber Vater, schrei'. 5. Wenn dies aus meinem Herzen schallet Durch deines heibgen Geistes Kraft und Trieb, So bricht dein Vater⸗ herz und wallet Ganz brün⸗ stig gegen mich vor heißer Lieb', Daß mir's die Bitte nicht versagen kann, Die ich nach deinem Willen hab' ge⸗ than. 6. Was mich dein Geist selbst bitten lehret, Das ist nach deinem Willen einge⸗ richt't Und wird gewiß von 260 Gebets⸗Lieder. dir erhöret, Weil es im Na⸗ men deines Sohns geschicht, Durch welchen ich dein Kind und Erbe bin Und nehme von dir Gnad' um Gnade hin. 7. Wohl mir, daß ich dies Zeugnis habe! Drum bin ich voller Trost und Freudigkeit, Und weiß, daß alle gute Gabe, Die ich verlanget von dir jeder⸗ zeit, Die giebst du und thust überschwenglich mehr, Als ich verstehe, bitte und begehr. 8. Wohl mir, ich bitt' in Jesu Namen, Der mich zu deiner Rechten selbst vertritt; In ihm ist alles Ja und Amen, Was ich von dir im Geist und Glauben bitt'. Wohl mir! Lob dir jetzt und in Ewigkeit, Daß du mir schenkest solche Seligkeit. Bartholomäus Crasselius, geb. 1677 + 17²1. Mel. Es ist das Heil uns kommen. 359 Golt deine Güte reicht so weit, So weit die Wolken gehen; Du krönst uns mit Barm⸗ herzigkeit Und eilst, uns bei⸗ zustehen. Herr, meine Burg, mein Fels, mein Hort, Ver⸗ nimm mein Fleh'n, merk' auf mein Wort; Denn ich will vor dir beten. 2. Ich bitte nicht um Ueber⸗ fluß Und Schätze dieser Er⸗ den; Laß mir, so viel ich haben muß, Nach deiner Gnade werden. Gieb mir nur Weis⸗ und den, den du geuh Alen Und mich selbst zu eisem denlu 3. Ich bitte nicht um legt und Ruhm, So seht un Menschen rühren; Des gu um Namens Eigentum Laß m⸗ nur nicht verlieren! M und wahrer Ruhm sei meine N 4 Der Ruhm vor deinen Müch gesicht Und frommer Fren Und Liebe. weise 4. So bitt' ich dich, z und Zebaoth, Auch nicht um Iun Un Leben; Im Glücke Dun daß Mut in Not, Das wolleh Iun mir geben. In deiner hu Gott steht meine Zeit: Laß 5. mich nur Barmherzigkeit I. Dri dir im Tode finden! 000 Chr. Fürchtegott Gellert, geb, M n + 1769. 0 Ich Mel. Wunderbarer Köͤnig. mich 360. Gon ist gy 2 wärtig, W uns anbeten Und in Ehin daß vor ihn treten. Golt itth Her der Mitte: Alles in Ni schweige Und sich innigst i. sich ihm beuge. Wer ihn in fl Wer ihn nennt: Schlaft Si Augen nieder; Kommt, eunt af euch wieder! 2. Gott ist gegenwänh ich Dem die Cherubinen und Nacht gebeuget dien Heilig, heilig, heilig Sine ihm zur Ehre Aller E hohe Chöre: Herr, vewim ö Unsre Stimm', Da auch Geringen Unsre Opfer brihe heit und Verstand, Dich, Gott, 3. Wir entsagen ul dich, ht um 90 ücke Dan wolleh deiner zu t: Loß erzigkeit Y en! llert, geh. R ů. rer Köͤnig. ott ist gez värtig, A in Chrsult Gott isti es in innigst y r ihn km Schlagt ommt, einh anen 2 übinen I iget diend eilig Siup Aller Ehh rr, vernim da auch u pfer brinpe agen nih hulast und ö leggt unser Wille, Seele, Leib und Leben, Dir zum Eigen⸗ Ulen Eitelkeiten, Aller Er⸗ und Freuden. Da um ergeben. Du a ein Collst es sein, Unser Gott und Herre, Dir gebührt dieEhre. 4. Majestätisch Wesen, Möcht' ich dich recht preisen Und im Geist dir Dienst er⸗ weisen! Möcht' ich,‚ wie die Engel, Immer vor dir stehen d dich gegenwärtig sehen! Laß mich dir Für und für Trachten zu gefallen, Liebster Oott, in allem. 5. Luft, die alles füllet, Drin wir sind und weben, Aller Dinge Grund und Leben, Meer ohn Grund und Ende, Wunder aller Wunder, Ich senk mich in dich hinunter, Ich in dir, Du in mir: Laß mich ganz verschwinden, Dich Gebets⸗Lieder. nur sehn und finden. 6. Du durchdringest alles; Laß dein schönstes Lichte, Herr, berühren mein Gesichte! Wie die zarten Blumen Willig sich entfalten Und der Sonne sille halten; Laß mich so Still und froh Deine Strahlen sassen Und dich wirken lassen! 7. Mache mich recht kind⸗ lich, Innig abgeschieden, Sanft in deinem stillen Frieden: Mach mich reines Herzens, Daß ich deine Klarheit Schau⸗ en mag in Geist und Wahr⸗ heit; Laß mein Herz Himmel⸗ wärts Wie ein Adler schweben Und in dir nur leben! 8. Herr, komm in mir 261 wohnen, Laß mein'n Geist auf Erden Dir ein Heiligtum noch werden; Komm, du nahes Wesen, Dich in mir verkläre, Daß ich stets dich lieb' und ehre! Wo ich geh', Sitz' und steh', Laß mich dich erblicken Und vor dir mich bücken. Gerhard Tersteegen, geb. 1697 4 1769. Eigne Melodie. 361 Occh ruf' zu dir, * 88 Herr Jesu Christ, Ich bitt', erhör mein Klagen! Verleih mir Gnad' zu dieser Frist, Laß mich doch nicht verzagen. Den rechten Glauben, Herr, ich mein', Den wollest du mir geben, Dir zu leben, Dem Nächsten nütz zu sein, Dein Wort zu halten eben. 2. Ich bitt' noch mehr, o Herre Gott, Du kannst es mir wohl geben: Daß ich nicht wieder werd' zu Spott; Die Hoffnung gieb daneben Vor⸗ aus, wenn ich muß hie davon, Daß ich dir mög' vertrauen, Und nicht bauen Auf all' mein eigen Thun; Sonst würd's mich ewig reuen. 3. Verleih, daß ich von Herzensgrund Den Feinden mög' vergeben, Verzeih mir auch zu dieser Stund'; Schaff in mir neues Leben; Dein Wort laß meine Speise sein, Die Seel damit zu nähren, Mich zu wehren, Wenn Unglück geht daher, Das mich möcht' bald verkehren. 4. Laß mich kein' Lust noch 262 Furcht von dir In dieser Welt abwenden; Ausharren bis ans Endꝰ gieb mir; Du hast's allein in Händen; Und wem du's giebst, der hat's umsonst; Es mag niemand erwerben Noch ererben Durch Werke deine Gnad', Die uns errett't vom Sterben. 5. Ich lieg' im Streit und widerstreb'; Hilf, o Herr Christ, dem Schwachen! An deiner Gnad' allein ich kleb'ꝰ; Du kannst mich stärker machen. Kommt nun Anfechtung her, so wehr, Daß sie mich nicht umstoße; Du kannst's machen, Daß mir's nicht bring' Gefahr; Ich weiß, du wirst's nicht lassen. Joh. Agricola, geb. 1492 1 1566. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 362. Mon deine Pforte Mit Seufzen, Fleh'n und Bitten an! Ich halte mich an deine Worte: Klopft an, so wird euch auf⸗ gethan. Ach, öffne mir die Gnadenthür, Mein Jesus klopfet selbst in mir. 2. Wer kann was von sich selber haben, Das nicht von dir den Ursprung hat? Du bist der Geber aller Gaben, Bei dir ist immer Rat und That. Du bist der Brunn, der immer quillt; Du bist das Gut, das immer gilt. 3. Drum komm' ich auch Gebets⸗Lieder. mit meinem Beten, Daz Christ, Und der in mir Abba schreit, Ist, Herr, du Geist der Freudigkeit. 4. Gieb, Vater, gieh mul por deinem Willen Das, wes ga Herich Kind bedürftig ist; Du hm mein all' mein Verlangen siilgl Den Weil Du die Segensguh Hilt. bist; Doch gieb, du Gebs 10. allermeist, Was meiner Sah nehr selig heißt. shon, 5. Verleih Beständigleh h Du w Glauben, Laß meine Lih währe brünstig sein; Will Satan nn das Kleinod rauben, So hai mit der Versuchung ein, du mit mein armes Fleisch in Blut Dem Feinde nichts Willen thut. 6. Erweck' in mir ein gy Gewissen, Das weder M noch Teusel scheut, Und waßh ja Strafen folgen müssen, 0 schick sie in der Gnadenzh Durchstreich die Schuld Jesu Blut Und mach' d Böse wieder gut. 7. Vom Kreuze darf ich wah nicht bitten, Daß es mich gu verschonen soll; Hat doch mih Jesus auch gelitten, Und ash leid' ich billig wohl; Doch wih Geduld sehr nötig sein, R wollest du mir, Herr, verleihh 8. Das andere wird s alles fügen, Ich möge am stärke sein oder reich: An deing Huld laß mir genügen, A macht mir Glück und Unglit u, Das H ben ist; A glich! Und kehrt auch Ueber⸗ ig vor Ih suuh nicht ein, So lehr' mich rlöser, Juh zoch zufrieden sein. in mir zu 9. Ich bitte nicht um 21.. „Herr, an geben, Nur daß ich christlich keit. shen mag; Laß mir den Tod „ gieh nut por Augen schweben Und des 5, wes Iu Gerichtes großen Tag, Damit Du ham mein Ausgang aus der Welt igen sillg den Eingang in den Himmel ält. du Oth 10. O Gott, was soll ich teiner Sah nchr begehren? Du weißt 4 shon, was ich haben muß. ändigkeh h du wirst auch alles mir ge⸗ neine Lih währen, Denn Jesus macht Sataneh den füßen Schluß: Ich soll en, So s in seinem Namen schrein, So ig ein, I. wird es Ja und Amen sein. Fleisch ul denz. Schmole, geb. 1672 f 1737. e nichts — 2 —.8 5. mir ein u Mel. Christus, der uns selig macht. weder 303 Sohlage Jesu, an „Und wew* mein Herz, müssen, Rühre mein Gewissen, Damit Gnadenzeh aus der Sünden Schmerz, Schuld u Heiße Thränen fließen; Blicke mach' I mich wie Petrus an, Daß ich in mich schlage; Daß ich mag darf ichui gedenken dran Und doch nicht es mich gu, derzage. u doch ne. L. ich durch den n, Und alh Glockenschall Aus dem Schlaf Doch mih der Sünden. Laß für meinen sein, A. tiefen Fall Mich Erbarmung r, verleihh finden, Und nimm mich zu wird st Gnaden auf; Meinen Glauben möge am stürke, Daß mein ganzer Lebens⸗ An deing lauf Sei voll Tugendwerke. nügen, A. 3. Dein Blut sei mein Le⸗ nd Ungll benssaft Und mein Trost im Leiden, Meiner Seele Stärk' Gebets⸗Lieder. 263 und Kraft; So sterb' ich mit Freuden. In der letzten Stunde Not Woll'st Du mein edenken Und ein selig End' im Tod Mir, o Jesu, schenken! Veit Ludwig Megander, 4 1709. Mel. Wunderbarer König. 364. Ungen ne blöden Augen, Die sonst kaum auf Erden taugen, Daß sie in die Strahlen Deiner Langmuth blicken, Die den Erdkreis wärmend schmücken, Und zugleich Freudenreich Bösen und den Deinen Mit der Sonne scheinen. 2. Wasser, Luft und Erde, Ja, dein ganz Gebiete Ist ein Schauplatz deiner Güte; Dei⸗ ner Langmut Ehre Wird durch neue Proben Immer herrlicher erhoben. O wie weit, O wie breit Ueber Berg und Hügel Streckt sie ihre Flügel! 3. Was wir davon denken, Was wir sagen können, Ist ein Schatten nur zu nennen. Tag für Tag zu schonen, Tag für Tag zu dulden So viel Mil⸗ lionen Schulden Und dazu OIhne Ruh' Lieben für das Hassen: Herr, wer kann das fassen? 4. Du vergiebest Sünde, Hörst der Sünder Flehen, Wenn sie weinend vor dir stehen; Deine Rechte drohet Und er⸗ barmt sich wieder, Legt die Schn gerne nieder. iefen chmerz Fühlt dein Herz, 26⁴ Wenn durch ernste Strafen Du mußt Bess'rung schaffen. 5. Herr, es hat noch keiner, Der zu dir gegangen, Statt der Gnade Recht empfangen, Wer u deinen Füßen Sich mit ränen senket, Dem wird Straf' und Schuld geschenket; Unser Schmerz Rührt dein Herz, Und du willst der Armen Gnädig dich erbarmen. 6. König, sei gepriesen, Daß du so verschonest Und uns nicht nach Werken lohnest. Deiner Hand sei Ehre, Die so wohl regieret Und mit Ruhm das Scepter führet. Fahre fort, Zions Hort, Langmut aus⸗ zuüben Und die Welt zu lieben! Joh. Jakob Rambach, geb. 1693 1 1785. Eigne Melodie. 365 Veleer unser im 8 Himmelreich, Der du uns alle heißest gleich, Brüder sein und dich rufen an Und willst das Beten von uns han: Gieb, daß nicht bet' allein der Mund, Hilf, daß es geh' von Herzens Grund. 2. Geheiligt werd' der Name dein, Dein Wort bei uns hilf halten rein, Daß auch wir le⸗ ben heiliglich, Nach deinem Na⸗ men würdiglich. Behüt' uns, Herr, vor falscher Lehr', Das arm' verführte Volk bekehr'! 3. Es komm' dein Reich zu dieser Zeit Und dort hernach in Ewigkeit, Der heil'ge Geist uns wohne bei Mit seinen Gaben mancherlei; Des Sa⸗ Gebets⸗Lieder. tans Zorn und groß' Gn Zerbrich, vor iüm dar 0. erhalt!— 4. Dein Will' gescheh, Gott, zugleich Auf Erde 16 Himmelreich; Gieb unsGh in Leidenszeit, Gehorsamsh Lieb' und Leid; Wehrundß 30 allem Fleisch und Blut, wider deinen Willen thull Gott 5. Gieb uns heut' in hinge täglich Brot Und was Gebet darf zur Leibesnot! M Weil uns vor Unfried' und E Beil Vor Seuchen und vor in steudi Zeit, Daß wir in gu Gnad Frieden stehn, Der Soigt 2. Geizes müßig gehn! Befoh 6. All“ unsre Schulden Brude gieb uns, Herr, Daß sien getros nicht betrübe mehr, Ve⸗ auch unsern Schuldigem Schuld und Fehl vergebengt Zu dienen mach' uns all h In rechter Lieb' und Einih 7. Führ' uns, Herr, in 36 suchung nicht. Wenn um böse Feind anficht, Zur i Sa⸗ und zur rechten Hand! dieser uns thun starken Widerse mein Im Glauben fest und woll. deine rüst't Und durch des heh Preie Geistes Trost! Chri 8. Von allem Uebel unz einge lös', Es sind die Zeit undg9 2. bös'. Erlös' uns von deme Gna en Tod Und tröst' um Nach er letzten Not, Bescher Sche auch ein sel'ges End', W Ich unsre Seel' in deine Huh mir 9. Amen, das ist, es vs Won wahr! Stärk' unsern Glah hab' immerdar, Auf daß wir jant weifeln dran. Was wir hier⸗ groß Gn 10 Heen han; Auf dein m dein ish Port, in dem Namen dein, So gesche srachen wir das Amen fein. eh,„ geb. 1483 1546. Erdenni Nartin Luther, ge + ieb unsG ehorsamst Nel. O Gott, du frommer Gott. Wehr und 366 Woauf, mein ud Blut,* Herz, zu zillen thull Gott Dein? Andacht fröhlich ; heut' m huinge, Daß dein Wunsch und nd wasn Gebet durch alle Wolken dringe, Snot! Ii Peil dich Gott beten heißt, d und 86 Peil dich sein lieber Sohn So nd vor tn strudig treten heißt Vor seinen ir in gu Gnadenthron. der 1 2. Dein Vater ist's, der dir ehn! gefohlen hat zu beten; Dein Schuldei Bruder ist's, der dich Vor ihn getrost heißt treten; Der werte Eigne Melodie. 367 Aisnemes Her⸗ * zens Grunde Sag' ich dir Lob und Dank In dieser Morgenstunde, Dazu mein Leben lang, O Gott, in deinem Thron, Dir zu Lob, Preis und Ehren, Durch Christum, unsern Herren, Dein' eingebornen Sohn. 2. Du hast ja, Herr, aus Gnaden In der vergangnen Nacht Mich vor Gefahr und Schaden Behütet und bewacht. Ich bitt' demütiglich, Woll'st mir mein' Sünd' vergeben, h des Helh Uebel um Zeit undd von dem e tröst' un Bescher End', R deine Hin ist, es nsern Gl aß wir jn hab' erzürnet dich. Gebets⸗Lieder.— Morgen⸗Lieder. 265 Tröster ist's, Der dir die Wort' Deim ein: Drum muß auch ein Gebet Gewiß erhöret sein. 3. Da siehst du Gottes Herz, Das dir nichts kann versagen; Sein Mund, sein teures Wort Vertreibt ja alles Zagen. Was dir unmöglich deucht, Kann seine Vaterhand Noch geben, die von dir So viel Not ab⸗ gewandt. 4. Komm nur, komm freudig her In siee Christi Namen; Sprich; lieber Vater, hilf, Ich bin dein Kind, sprich Amen. Ich weiß, es wird geschehn, Du wirst mich lassen nicht, Du wirst, du willst, du kannst Thun, was dein Wort ver⸗ spricht. Johann Olearius, geb. 1611 14 1684. XXIV. Morgen⸗Lieder. 3. Du wollest auch behüten Mich gnädig diesen Tag Vor Teufels List und Wüten, Vor Sünden und vor Schmach, Vor Feu'r⸗ und Wassersnot, Vor Armut und vor Schan⸗ den, Vor Ketten und vor Banden Vor schnellem, bösen Tod. 4. Mein' Seel', mein Leib, mein Leben, Gemahl, Gut, Ehr' und Kind In deine Händ' ich's gebe, Dazu mein Haus⸗ esind', Ist dein Geschenk und ab', Mein' Eltern und Ver⸗ wandten, Geschwister und Be⸗ kannten Und alles, was ich Womit in diesem Leben Ich hab hab'. 5. Laß deinen Engel bleiben 266 Morgen⸗Lieder. Und weichen nicht von mir, Den Satan zu vertreiben, Auf daß der Böse hier In diesem Jammerthal Sein' Tück an mir nicht übe, Nicht Leib und Seel' betrübe Und bring' mich nicht zu Fall. 6. Gott will ich lassen raten, Der alle Ding' vermag; Er segne meine Thaten, Mein Vornehmen und Sach'; Ihm hab' ich heimgestellt Mein'n Leib, mein' Seel', mein Le⸗ ben Und was er sonst gege⸗ ben: Er mach's, wie's ihm gefällt. 7. Darauf so sprech' ich Amen Und zweifle nicht da⸗ ran, Gott wird es all's zu⸗ sammen In Gnaden nehmen an; Und streck' nun aus mein' Hand, Greif' an das Werk mit Freuden, Das Gott mir wollt' bescheiden In meinem Amt und Stand. Hamburg 1592. Mel. Christus, der uns selig macht. 0 8 Ciũ 4'es hriste, wahres 36* Seelenlicht, Deiner Christen Sonne, O du klares Angesicht, Der Be⸗ trübten Wonne! Deiner Güte Lieblichkeit Ist neu alle Mor⸗ gen; In dir bin ich recht er⸗ freut, Darfnichtängstlich sorgen. 2. Wecke mich vom Sün⸗ denschlaf, Der du bist das Le⸗ ben; Neues Leben in mir schaff; Denn hast du gegeben Dieser Welt der Sonne Licht, Welches all' erfreuet, Wirst du mich ja lassen nicht z lich unerneuet. 11—1 3. Ohne Licht sieht u. hhn kein Licht! Ohne Gottes Iun Nich ten Sieht ein Mensch Christum nicht, Der unz befeuchten Mit dem hil Himmelstau Seiner siß uf uich schar** Chri Du auf mich schau, Und dich Hn 2—4 gehr Rin Kehre zu mir deine 0u Freundlich mich aublict mein innerstes Gemüt 6 ul Rud h 59 Himmelslust Mit Begtl gite schmecke; Sonsten sein Lhr nichts bewußt, So da Inn Sri erwecke. Chr 5. Laß ja ferne von Sam sein Hoffart, Augenwch Geist Fleischeslust und Au Aun Jesu, mir verleide, Womisf epre die Welt ergötzt Zu ih 9 se wrs beue h Denn i Nah ie fürs beste schätzt, N ewig sterben.— 336 6. Nun, so bleibe stetz u. m Li ͤ ö˖ Licht, Jesu, meine Irh und Bis der frohe Tag aubit Flei Da nach allem Leide If vecht weißer Kleiderpracht AA 5 Dank dir bringen, Und gen⸗ Gott es wohl gemacht, I e Aufhören singen. Thu Christoph Prätorius, geb. 1631fUl Daf wer Eigne Melodie oder: Valet usl Tro dir geben. die 6 ank sei g 369. D in der hih 20 In dieser Morgenstund', Iu Mi u nicht den ich jetzt aufstehe Vom Shlaf frisch und gesund! Mah hatte fest gebunden Mit Zinsternis die Nacht, Ich hab' se überwunden Durch Gott, mich bewacht. 4 2. Aufs neu' thu' ich dich bitten: O Schutzherr Jsrael, Iu wollest heut' behüten Men' Leib und meine Seel'; Al christlich' Obrigkeiten, Un⸗ er Schul' und Gemein In Ren bösen Zeiten Laß dir befohlen sein. 38. en uns durch dein' Güte Bei g'sunder, reiner Lehr, Vor Ketzerei behüte, Streit' für dein Wort und Ehr', Daß wir mit unserm Samen Immer in einem Geist Sprechen: des Herren Namen Sei groß und hoch gepreist! 4 Dem Leibe gieb daneben Nahrung und guten Fried', Gesund und mäßig' Leben, Dazu ein froh' Gemüt, Daß wir in allen Ständen Tugend und Ehrbarkeit Lieben und leiß drauf wenden Als Aechte Christenleut'. 5. Gieb gnädig deinen Se⸗ en, Daß wir—5 dein Geheiß andeln auf guten Wegen, Thun unser Amt mit Fleiß; Daß jeglicher sein Netze Aus⸗ wer' und auf dein Wort Sein Trost mit Petro setze; So geht die Arbeit fort. 6. Was dir gereicht zu Eh⸗ ren Und der Gemein' zu Nutz, Das will der Satan wehren Mit List und großem Trutz; anblicke, 2 Gemüt zeb. 1638NTI Valet wl n. stund', Iun Morgen⸗Lieder. 267 Doch kann er's nicht vollbrin⸗ gen, Weil du, Herr Jesu Christ, Herrschest in allen Dingen Und unser Beistand bist. 7. Wir sind die zarten Re⸗ ben, Der Weinstock selbst bist du, Dran wachsen wir und kleben Und bringen Frucht dazu; Hilf, daß wir an dir bleiben Und wachsen immer mehr, Dein guter Geist uns treibe Zu Werken deiner Ehr'! Johann Mühlmann, geb. 1573 1 1613. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend'. 370 Das walt' Gott 35 Vater und Gott Sohn, Gott heil'ger Geist im Himmelsthron; Man dankt dir, eh' die Sonn' auf⸗ geht; Wenn's Licht anbricht, man vor dir inn 2. Drum beug' ich diesen Morgen früh In rechter An⸗ dacht meine Knie Und ruf' zu dir mit heller Stimm': Dein Ohr neig' her, mein' Red' vernimm. 3. Ich rühm' von 1— deine Güt', Weil du mich gnä⸗ dig hast behüt't, Daß ich nun hab' die finstre Nacht In Ruh' und Frieden zugebracht. 4. Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut, Nimm mich auch diesen Tag in Hut Und laß die lieben Engel dein Mein' Wächter und Ge⸗ fährten sein. 5. Dein Geist mir Leib und Seel' regier' Und mich mit sei⸗ 268 Morgen⸗Lieder. nen Gaben zier', Er führ' mich heut' auf rechter Bahn, Daß ich was Gut's vollbringen kann. 6. Gieb, daß ich meine Werk' und Pflicht Mit Freuden diesen Tag verricht', Zu deinem Lob und meinen Nutz Und meinem Nächsten thue Gut's. 7. Hilf, daß ich zu regieren wiss' Mein Augen, Ohren, änd' und Füß', Mein' Lippen, Mund und ganzen Leib; Böse Begierden von mir treib. 8. Bewahr' mein Herz vor Sünd' und Schand', Daß ich, vom Uebel abgewandt, Mein' Seel' mit Sünden nicht be⸗ schwer' Und mein Gewissen nicht versehr'. 9. Behüt' mich heut' und allezeit Vor Schaden, Schand' und Herzeleid, Tritt zwischen mich und meine Feind'. So sichtbar und unsichtbar seind. 10. Mein' Aus⸗ und Ein⸗ gang heut' bewahr', Daß mir kein Uebel widerfahr'; Behüte mich vor schnellem Tod Und hilf mir, wo mir Hilfe not. 11. Amen! o mein Herr Jesu Christ, Der du für mich gestorben bist, Gieb gnädig mir nach dieser Zeit Die ew'ge Freud' und Seligkeit. Martin Böhm, geb. 1557 f 1622. Mel. Auf meinen lieben Gott. * 1 371 Der schöne Tag * bricht an; Die Nacht ist abgethan, Die Fin⸗ sternis vergangen, Laß uns dein Licht umfangen, 3 unsre Sonn' und Leben,. Oot: Welt zum Heil gegeben. 2. Befiehl der Engel Sth Daß sie uns heut' bewih Du selbst dein' Hand ah strecke, Daß uns dein Sth bedecke, Und alles Uebel wal Der Arge nicht beschleiche 3. Laß unter deiner 6 Uns nichts thun, als was g Und recht wie Kinder lehn Dir Herz und Sinn ergeh In deinen Wegen gehen I fest im Glauben stehen. 4. Befällt uns Uebelsn So beut uns selbst die Hun Daß wir in allen Stücken Iy drein ut iid schicken; I dir nicht widerstreben I das beste Leben. 5. Gieb Speis' und Nn dem Mund, Halt auch Leib gesund, Und soll Seele scheiden, So seis deinen Freuden, Daß wil deinen Namen Getrost fahren. Amen. Aug. Buchner, geb. 1591 f Eigne Melodie. 372. Deaud Freud' und Wonne, Vhh unsern Grenzen Mit ih Glänzen Ein herzerquitkeh liebliches Licht. Mein dun und Glieder, die lagen d nieder; Aber nun sich ich munter und fröhlich, Sh den Himmel mit meinem sicht. ö 1— 2. Mein Auge schauet, Was Hon gebauet Zu seinen Chren, Und uns zu lehren, Wie sein Vemögen sei mächtig und gtoß; Und wo die Frommen Dumu sollen hinkommen, VPenn sie mit Frieden von Ihinnen geschieden Aus dieser Erde vergänglichem Schoß. 3. Lasset uns singen, Dem Schöpfer bringen, Güter und Gaben, Was wir nur haben, Alles sei Gotte zum Opfer Igesetz. Die besten Güter sind unsre Gemüter; Dankbare Lieder sind Weihrauch und Vidder, An welchen er sich am meisten ergötzt. 4. Abend und Morgen Sind seine Sorgen; Segnen und mehren, Unglück verwehren Sind seine Werke und Thaten allein. Wenn wir uns legen, IH so ist er zugegen; Wenn wir aufstehen, so läßt er aufgehen Ueber uns seiner Barmherzig⸗ keit Schein. 5. Ich hab' erhoben Zu dir hoch droben All' meine Sinnen; ngen,. Leben, d. geben. ongel S inder l Morgen⸗Lieder. Laß mein Rnd alsih Ohn? allen Anstoß und glücklich er⸗ gehn. Laster und Schande, e gilh d des Satanas Bande, Fallen me. 20. und Tücke treib ferne zurücke; Mit Laß mich auf deinen Geboten —— bestehn. Nein 3n 6. Laß mich mit Freuden lagen. Ohn' alles Neiden Sehen den seh ih 5 Segen, Den du wirst legen In ich Ein meines Bruders und Nähesten neinem ush 85 Memd Brennen, un⸗ ristliches Rennen Nach Gut 269 mit Sünde, das tilge ge⸗ schwinde Von meinem Herzen und wirf es hinaus. 7. Menschliches Wesen, Was ist's gewesen? In einer Stunde Geht es zu Grunde, Sobald die Lüfte des Todes drein wehn. Alles in allem muß brechen und fallen: Himmel und Erden, die müssen das werden, Was sie gewesen vor ihrem Entstehn. 8. Alles vergehet, Gott aber stehet Ohn' alles Wanken; Seine Gedanken, Sein Wort und Wille hat ewigen Grund. Sein Heil und Gnaden die nehmen nicht Schaden, Heilen im Herzen die tödlichen Schmer⸗ zen, Halten uns zeitlich und ewig gesund. 9. Gott meine Krone, Ver⸗ gieb und schone, Laß meine Schulden in Gnad' und Hul⸗ den Aus deinen Augen sein abgewandt. Sonsten regiere, mich lenke und führe, Wie dir's gefället: ich habe gestellet Alles in deine Beliebung und Hand. 10. Willst du mir geben, Womit mein Leben Ich kann ernähren, So laß mich hören Allzeit im Herzen dies heilige Wort: Gott ist das größte, das schönste und beste; Gott ist das füß'ste und allergewiß ste Aus allen Schätzen der edelste Hort. 11. Willst du mich kränken, Mit Gallen tränken, Und soll von Plagen Ich auch was tra⸗ en: Wohlan! so mach' es, wie ir es beliebt. Was gut und 14*0 270 Morgen⸗Lieder. tüchtig, was schädlich und nich⸗ tig Meinem Gebeine, das weißt du alleine, Hast niemals einen zu bitter betrübt. 12. Kreuz und Elende Neh⸗ men ein Ende; Nach Meeres⸗ brausen Und Windessausen Leuchtet der Sonne gewünschtes Gesicht. Freude die Fülle und selige Stille Darf ich erwarten im himmlischen Garten, Da⸗ hin sind meine Gedanken ge⸗ richt't. Paul Gerhardt, geb. 1607 4 1676. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend'. 373 Die helle Sonn * leucht't jetzt herfür, Fröhlich vom Schlaf aufstehen wir; Gott Lob! der uns in dieser Nacht Behütet vor des Deufels Macht. 2. Herr Christ, den Tag uns auch behüt' Vor Sünd' und Schand' durch deine Güt': laß doch die lieben Engel dein Unsre Hüter und Wächter sein. 3. Daß unser Herz im G'hor⸗ sam leb', Dein'm Wort und Will'n nicht widerstrebꝰ, Daß wir dich stets vor Augen hab'n In allem, was wir fangen an. 4. Laß unser Werk geraten wohl, Das jeder hier aus⸗ richten soll: Daß unsre Arbeit, Müh' und Fleiß Gereich' zu deinem Lob und Preis. Mel. Wer nur den lieben Oatt äßt walten. 37⁴4 En neuer? 4 ein neuesl⸗ ben Geht mit der neuen Vot an, Gott will mir heut' auß neue geben, Was mir s niemand geben kann; In⸗ hätt' ich hene Gnade nit Wer gäbe mir sonst Trost un Lichtꝰ 2. Ich grüße diesen lichz Morgen, Und küsse Goth Vaterhand, Die diese Mut so manche Sorgen In Gnahh von mir abgewandt. I6 Herr, wer bin ich Armer doh Du sorgst für mich, ich noch. 3. Nun das erkennet men Seele Und giebt sich selbst zu Opfer hin; Doch weil ich un in dieser Höhle Mit Not in Tod umgeben bin, So wah auch heute nicht von min Denn meine Hülfe steht beid 4. Mein Glück in desß neuen Woche Soll nur in de nem Namen blühn. Ach lih mich nicht am Sündensoch Mit meinem Fleisch und M ziehn! Gieb deinen Geist, du mich regier' Und nur m deinem Willen führ'. 5. Soll ich mein Brot n Kummer essen, So laß es duh gesegnet sein, Und was sonst mir augr Hle D richte mir zum Besten ah Ich bitte nicht mia Uebersuß Nur was ich nötig haben nuß 6. So thue nun, mein Oah Nic. Herman, + 1561. das Deine Und laß mich aut lieben Goh n. neuer 3 n neuess euen Vuh heut auß mic souh inn; Du nade nich t Trost in esen lichz sse Got diese Na In Gnahh ndt. 6 rmer doh h, ich ln nnet mein selbst zu eil ich un it Not u So wah von mi teht beid. in diß iur in de Ach hjl ündenjotz und Geist, de nur nah Brot m aß es dah was en, I esten ein Ueberhz ben muß mein Oh mich aut Morgen⸗Lieder. 271 dis Meine thun; Behüte beide, Goß' und Kleine, Daß sie aus deiner Huld beruhn, Und daß ein jedes diesen Tag Mit dir zvergnügt beschließen mag. Benj. Schmolck, geb. 1672 1787. Mel. Es ist das Heil uns kommen. 375. Eie E. Die Finsternis vergehet; Der at erscheint in Israel, Sein icht am Himmel stehet, Er⸗ hebe dich aus deinem Schlaf, Daß er was Gutes in dir schaf', Indem er dich erleuchtet. 2. Im Licht muß alles rege sein Und sich zur Arbeit wen⸗ den; Im Licht singt früh das Vögelein, Im Licht will es bollenden. So soll der Mensch in Gottes Licht Aufheben billig sein Gesicht Zu dem, der ihn erleuchtet. 3. Laßt uns an unsre Arbeit ehn, Den Herren zu erheben. Laft uns, indem wir aufer⸗ stehn, Beweisen, daß wir leben; Laßt uns in diesem Gnaden⸗ schein Nicht eine Stunde müßig sein, Gott ist's, der uns er⸗ leuchtet. 4. Ein Tag geht nach dem andern fort, Und unser Werk bleibt liegen. Ach hilf uns, Herr, du treuster Hort, Daß wir uns nicht betrügen; Gieb, daß wir greifen an das Werk; Gieb Gnade, Segen, Kraft und Stärk' Im Licht, das uns richten sei Auf unsern Glau⸗ benswegen; So hilf uns nun und steh uns bei, Verleihe deinen Segen, Daß das Ge⸗ schäft von deiner Hand Voll⸗ führet werd' in allem Land, Wozu du uns erleuchtet. 6. Ich flehe, Herr, mach' mich bereit Zu dem, was dir ge⸗ fällig, Daß ich recht brauch' der Gnadenzeit; So flehen auch einhellig Die Kinder, die im Geist gebor'n Und die sich fürchten vor dem Zorn, Nach⸗ dem du sie erleuchtet. 7. Das Licht des Glaubens sei in mir Ein Licht der Kraft und Stärke; Es sei die Demut meine Zier, Die Lieb' das Werk der Werke. Die Weisheit fließ: in diesem Grund Und öffnet beides, Herz und Mund, Die⸗ weil die Seel' erleuchtet. 8. Herr, bleib' bei mir, du ew'ges Licht, Daß ich stets dehn richtig; Erfreu' mich durch dein Angesicht, Mach' mich zum Gu⸗ ten tüchtig. Bis ich erreich' die güld'ne Stadt, Die deine Hand Lemchten hat Und ewiglich er⸗ euchtet. Peter Lackmann, 1713. Eigne Melodie. 376² Gon des Him⸗ * mels und der Erden, Vater, Sohn und heil'⸗ Na Geist, Der es Tag und acht läßt werden, Sonn und Mond uns scheinen heißt, 25. Du 5. Du zeigst, was zu ver⸗ 11— starke Hand die Welt Und was drinnen ist, erhält: 27²2 Nacht Vor Gefahr, Angst mächtig worden ist. 3. Laß die Nacht auch meiner Sünden Jetzt mit dieser Nacht vergehn, O, Herr Jesu, laß mich finden Deine Wunden offen stehn, Da alleine Hülf' und Rat Ist für meine Mis⸗ sethat. 4. Hilf, daß ich mit diesem Morgen Geistlich auferstehen mag Und für meine Seele sorgen, Daß, wenn nun dein IINN großer Tag Uns erscheint und dein Gericht, Ich davor er⸗ 4 schrecke nicht. 5. Führe mich, o Herr, und leite Meinen Gang nach deinem V. Wort, Sei und bleibe du auch heute Mein Beschützer und mein Hort! Nirgends, als bei dir allein Kann ich recht be⸗ wahret sein. ö 6. Meinen Leib und meine Seele Samt den Sinnen und 1 Verstand, Großer Gott, ich dir befehle Unter deine starke Hand! Herr, mein Schild, mein' Ehr' und Ruhm, Nimm mich auf, dein Eigenthum. 7. Deinen Engel zu mir sende, Der des bösen Feindes Macht, List und Anschläg' von mir wende Und mich halt' in guter Acht, Der auch endlich ö ö mich zur Ruh' Trage nach dem Himmel zu. Morgen⸗Lieder. 2. Gott, ich danke dir von Herzen, Daß du mich in dieser ö 377 3. Güte Not und Schmerzen Hast be⸗* hütet und bewacht, Daß des bösen Feindes List Mein nicht Mel. Gott des Himmels und der eid kein Ende ist alle Morgen neu, Dasl⸗ weisen Jesu Hände, Pe schaffen, o der Treu'! Paßi leb', doch ich nicht hier, Sondn Christus lebt in mir 2. Jesu Hände, die da sin gen, Daß auf eine gute Mi Folget jetzt ein guter Mormn Da man sieht, wie Golht Macht Mich, die Meinen, d und Gut Hat beschützt dul Jesu Blut. 3. Jesu, dir sei Dank g⸗ Hindd Für die Treue dellg Händ', Für die Gnade, ih das Leben Und was du äm zugewend't. Ach! zieh von ui. bis ins Grab Diese deine Hin nicht ab. 4. Sie sind's ja, darth Dnte Steht mein Nam m einem Blut, Die mich selh bereitet haben, Mich gelhz mit Himmelsgut; Ja sie sindi die bis anjetzt Mich versom und beschützt. 5. Laß sie weiter mich un fassen, Weil ich ganz deh eigen bin, Laß sie mich, mi sie nicht lassen, Dieses ist in bleibt mein Sinn: Satan, IU entsage ich; Jesu, dir eryh ich mich. 6. Nehmt mich auf, ihr I sushände: Schließt mich e in Gottes 24 Und in Zell; Heinrich Albert, geb. 1604 1 1651. 93 behende, In sein Len od und Schmerz, In d . und der erd Güte n Ende, u, Dash⸗ de, Die u. u' Daßiit er, Gonden ir die da sz gute Mah 2 Morg vie Golh einen, di hützt dut Dank g⸗ eue deint Made, sh 2 du n eh von mi deine Hün ja, dabeh Nam mich selh ch gektäß sie sinz versomgt mich mn⸗ ganz deh nich, mit es ist mn Satan,& dir etgih 1 Kh Morgen⸗Lieder. 273 höͤchsten Trösters Hand Schließt nich und die mir verwandt. 7. Ach! mit Segen ob mir waltet, Im Gebete stärtet mich, u dem Glauben mich erhaltet, Ind daß Gott gefalle ich, Laßt mich seines Geistes voll Leben, keiden, sterben wohl. 8. Macht mich los von mei⸗ nen Sünden, Laßt mich einen nädgen Gott Und ein gut ewissen finden; Jagt weg Schrecken, Angst und Not, Cteht mir bei, damit ja hier Nichts Verdammlich's sei an mir. 9. Seid ihr alles mir in allen, Meine Hülfe, was ich thu, Mein Stab, wenn ich bin efallen, Mein Schutz, wenn ich geh zur Ruh', Meine Freu⸗ de, wenn ich wach', Mein Arzt, wenn ich krank und schwach. 10. Seid mein Leben, weil i lebe, Und verbleibet ja bei mir, Wenn ich meinen Geistauf⸗ Preis und Dank! Erhebe Gott, o Seele! Der Herr hört deinen Lobgesang; Lobsing' ihm meine Seele! 2. Mich selbst zu schützen ohne Macht, Lag ich und schlief in Frieden; Wer schafft die Sicherheit der Nacht Und Ruhe für die Müden. 3. Wer wacht, wenn ich von mir nichts weiß, Mein Leben zu bewahren? Wer stärkt mein Blut in seinem Fleiß Und schützt mich vor Gefahren? 4. Wer lehrt das Auge seine Pflicht, Sich sicher zu bedecken? Wer ruft dem Tag und seinem Licht, Die Seele zu erwecken? 5. Du bist es, Gott und Herr der Welt, Und dein ist unser Leben; Du bist es, der es uns erhält Und mir's jetzt neu gegeben. 6. Gelobet seist du, Gott ebe, Den ich euch befehle hier, Nach ihn alles Leidens los Und tragt ihn in Christi Schoß. 11. Ich indes bin voll Ver⸗ qnügen, Halt' es für die größte Freud', Daß in euch verschlos⸗ sen liegen Ich, die Meinen, Land und Leut'. Ich leb' oder sterbe nu, Weiß ich, daß ich in euch ruh'. Aemilie Juliane, Gräfin zu Schwarz⸗ burg Rudolstadt, geb. 1637 1 1706. Mel. Ich dank' dir schon durch deinen Sohn. HI 378. Mea 22 der Macht, Gelobt sei deine Treue, Daß ich nach einer sanf⸗ ten Nacht Mich dieses Tags erfreue. 7. Laß deinen Segen auf mir ruhn, Mich deine Wege wallen, Und lehre du mich selber thun Nach deinem Wohl⸗ gefallen! 8. Nimm meines Lebens gnädig wahr, Auf dich hofft meine Seele; Sei mir ein Retter in Gefahr, Ein Vater, wenn ich fehle! 9. Gieb mir ein Herz voll und Nude Erfüllt' mit Lieb' und Ruhe, Ein weises Herz, 27⁴ Morgen⸗Lieder. das seine Pflicht Erkenn'ꝰ und willig thue. 10. 290 ich als ein getreuer Knecht Nach deinem Reiche strebe, Gottselig, züchtig und ů—6 Durch deine Gnade ebe; 11. Daß ich, dem Nächsten beizustehn, Nie Fleiß und Ar⸗ beit scheue, Mich gern an andrer Wohlergehn Und ihrer Tugend freue. 12. Daß ich das Glück der Lebenszeit In deiner Furcht genieße Und meinen Lauf mit Freudi keit, Wenn du gebeutst, beschließe Chr. Fürchtegott Gellert, geb.1715f1769. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 379 Men Gott, * nun ist es wieder Morgen, Die Nacht vollendet ihren Lauf, Nun wachen alle meine Sorgen Auf einmal mit mir wieder auf; Die Ruh' ist aus, der. Schlaf ist hin, Und ich seh' wieder, wo ich bin. 2. Ich bin noch immer auf der Erde, Wo jeder Tag sein Elend hat, Wo ich nur immer älter werde Und häufe Sünd' und Missethat. Mein Gott, von dessen Brot ich zehr', Ach wenn ich dir nur nütze wär'! 3. Ohn' Zweifel siehst du mich Röseere Regier mich heut' in dieser 95 Ich weiß nicht, wie mir's heut' wird gehen, Mach's, lieber G wie dir's gefällt; Schließ m in deine Vorsicht ein, I will ich tot und lebend u 4. Vergieb mir, Vater Sünden, Die ich mit auz zu Bette bring', Und laß m vor dir Gnade finden; Erhih was ich bet' und sing'; Vun wenn ich nur bei hu woh steh', So acht' ich gar mi⸗ wie mir's geh'. ö 5. Hilf du in allen Suhh raten; Denn ich bin selh mir nicht klug: Behüte mi vor Missethaten, Vor bis Menschen List und Trug; an mich den Tag wohl legen z Und Gutes schaffen, wo t kann! 6. Behüte mir mein und Leben, Mein Weib in Kind, mein Hab und O Und laß den Himmel Segn geben, Wenn meine Hand 0 Ihre thut. Gieb, daß ich allz wohl verricht! Du wirst t thun, ich zweifle nicht. Caspar Neumann, geb. 1648 l Eigne Melodie. 380. Marzh keit, Licht vom unerschöpfiz Lichte, Schick‘ uns dil Morgenzeit Deine Strahln zu Gesichte Und vertreib du deine Macht Unsre Nacht. 2. Deiner Güte Morgenal Fall' auf unser matt Gewisen Laß die dürre Lebensau Laun süßen Trost genießen, Unden ieber 6 Schließ m ein, V lebend U Vater e nit aus hy O laß mi en; Erhih ing; Den i dir woh gar nih len Sasht bin seh ehüte mi Vor biß Trug: d l legen a n, wof il mein Le Weib um und Ou mel Sehn Hand 0 ißĩ ich all wirst= ht. 1648 1 0 Illeid Durch des Bundes Blut rgenglan der Wig erschöpft ns dett Strahlen reib duh Nacht. Torgentnn Gewisen au Laum „Unden Morgen⸗Lieder. guuc uns, deine Schar, Im⸗ merdar. 3. Gieb, daß deiner Liebe Glut Unsre kalten Werke töte, Und erweck' uns Herz und Mut Bei entstand'ner Mor⸗ genröte, Daß wir, eh wir gar bergehn, Recht aufstehn. Laß uns ja das Sünden⸗ bermeiden, Daß uns die Ge⸗ nechtigkeit Möge wie ein Rock heleiden, Und wir so vor aller Pein Sicher sein— 5. Ach du Aufgang aus der—6 Gieb, daß auch am üngsten Tage Unser Leichnam auferstel' Und entfernt von aller Plage, Sich auf jener Freudenbahn Freuen kann. 6. Leucht' uns selbst in Ler⸗ Velt, Du verklärte Gnaden⸗ sonne, Führ' uns durch das Thränenfeld In das Land der süßen Wonne, Da die Lust, die uns erhöht, Nie vergeht. C. Knorr v. Rosenroth, geb. 1636, gest. 1689. Rel. O Ewigkeit du Donnerwort. 381. NMn. der Ruh' Und geh' dem sauern Tage zu, Wie mir ist aufer⸗ leget: Nicht weiß ich, was für neue Plag' Mir heute noch begegnen mag; Doch weiß ich, daß mich träget Mein frommer Gott in seiner Hut, Daß mir die Last nicht Schaden thut. 2. Zwar meine Bürd' ist täglich neu; Doch ist mein 27⁵ Gott auch täglich treu, Er träget meine Sorgen. Vor Abend keiner recht vernimmt, Was ihm den Tag all' ist be⸗ stimmt, Es bahnt ein jeder Morgen Mir einen frischen Weg zur Pein, Der kann mit Gott bestiegen sein. 3. Wie wenig hab' ich oft Ein. Daß so würd' sein zu end' gebracht Die saure Ta⸗ gesbürde; Doch hab' ich abends wohl gespürt, Daß du mich, höchster Gott, geführt, Daß mich dein Schein und Würde, Geleitet, mir geleuchtet hat Auf meinem Weg und Kreu⸗ zespfad. 4. Weil ich denn des ver⸗ sichert bin, Was trauerst du, verzagter Sinn, Die Bürd? auf dich zu 1Hoit Trag, was du lannst, ott träget mit Und hilft dir treu bei jedem Schritt. Mit Gnade, Kraft und Segen. Mit ihm geh⸗ ich denn frisch daran Und scheue nicht die Leidensbahn. 5. So ist getrost mein fri⸗ scher Mut, Wenn ich mich in des Höchsten Hut Kann ein⸗ eschlossen sehen; Doch daß ich des versichert sei, Muß ich von Sünden leben frei Und Gottes Wege gehen. Mein Gott 359 nimmer meinen Steg, Wo ich nicht wandle seinen Weg. 6. Drum, liebster Gott, leit' meinen Fuß, Daß ich dir folg' in wahrer Buß' Und läutre mich von Sünden; So kann ich als ein kühner Held Be⸗ 18² 276 streiten diese böse Welt, Mit dir sie überwinden; So tret' ich mutig an den Tag, Und scheue nichts, was kommen mag. 7. Ich leg' auf dich, mein Gott und Herr, Was mir zu tragen wird zu schwer, Die Last, die mich bedrücket: Ich lege meine Würd' und Stand In deine große Allmachtshand, Die du mir nie entrücket; Mit der hast du von Jugend auf Geleitet meinen Lebenslauf. 8. Ich leg' in deinen Schoß hinein All' Freunde und Ver⸗ wandte mein, Da sind sie wohl beschlossen! Ich lege meine arme Seel' In Jesu sichre Wundenhöhl'; Du wirst sie nicht verstoßen, Wenn sie vom Leibe trennt der Tod: Ich leg' mich ganz in dich, mein Gott. Anton Ulrich, Herzog zu Braunschweig⸗ Lüneburg, geb. 1633 + 1714. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend'. 2. Org heilige Drei⸗ 382. faltigkeit, O hochgelobte Einigkeit, Gott Vater, Sohn und heil'ger Geist, Heut' diesen Tag mir Bei⸗ stand leist'. 2. Mein' Seel', Leib, Ehr' und Gut bewahr, Daß mir kein Böses widerfahr', Und mich der Satan nicht verletz', Noch mich in Schand' und Morgen⸗Lieder. Weisheit mich erquick, I. heil gen Geistes Glanz m Schein Erleucht' des hn Herzens Schrein. 4. Mein Schöpfer, steh m kräftig bei; O mein Erlößt hilf mir frei! O Tröster uu weich nicht von mir, Mah Herz mit werten Gaben zien 5. Herr, segne und behit mich! Erleuchte, Herr, mit gnädiglich! Herr, heb auf mi dein Angesicht Und deinen Fre⸗ den auf mich richt'! Martin Böhme, geb. 1557 1 10² Mel. Ich dank' dir schon durch deinn Sohn. 383 Jesu, meintz Lebens Lich. Nun ist die Nacht vergangen Mein Geistesaug' zu dir sih richt't, Dein'n Anblick zu en⸗ pfangen. 2. Du hast, da ich nich sorgen konnt', Mich vor G⸗ dem Schlaf erwecket. 3. Mein Leben schenkst du mir aufs neu, Es sei auch di verschrieben, Mit neuem Erns mit neuer Treu' Dich dieseh Tag zu lieben. „Dir, Jesu, ich mich ganz befehl'; Im Geist dich mi verkläre, Dein Werkzeug nur sei meine Seel', Den Leib be⸗ wahr und nähre! Schaden setz'. 3. Des Vaters Huld mich heut' anblick', Des Sohnes 5. Durchdring mit deinen Lebenssaft Herz, Sinnen und ekleide mich mit Gedanken, fahr bedecket Und auch vun andern mich gesund Nun anz uick, Y. lanz mi ütn steh nn Erlos, öster wen U, Men iben zien nd bahüt herr, mit auf mih inen Iri⸗ 55⁵7 10 durch deing u, meintz ens Lith, ergangen; 1 dir sih k zu en⸗ ich mich vor G auch vor Nun auß jenkst du auch dir m Ernss h diesen lich gan dich mit ö dug nun Leib b⸗⸗ deinen ien und lich mi Morgen⸗Lieder. dener Kraft, Im Kampfe nicht zu wanken! 6. Mein treuer Hirte, sei mir nah, Steh immer mir zur Seiten, Und wenn ich irre, wollst du ja Mich wieder zu dir leiten! 7. Sei du alleine, meine Lust, Mein Schatz, mein Trost und Leben! Kein andres Teil sei mir bewußt, Dir bin ich ganz ergeben. 8. Zeig' mir in jedem Au⸗ genblick, Wie ich dir soll ge⸗ fallen; Zeuch mich vom Bösen stets zurück, Regiere mich in deiner Liebeskraft Da hast allem. 9. Laß mich mit Kraft und 277⁷ geweckt Und hat nun in Be⸗ gier Zu dir sich h die den 2. Was soll ich dir denn nun, Mein Gott, für Opfer schenken? Ich will mich ganz und gar In deine Gnad ein⸗ senken Mit Leib, mit Seel mit Geist, Heut diesen ganzen Tag: Das soll mein Opfer sein, Weil ich sonst nichts vermag. 3. Drum siehe da, mein Gott, Da hast du meine Seele. Sie sei dein Eigentum, Mit ihr dich heut' vermähle In du meinen Geist, Darinnen woll'st du dich Verklären aller⸗ williglich Mir selbst und allen meist. sterben; Zerstör du selber völ⸗ lglich Mein sündliches Ver⸗ derben. 10. Gieb, daß ich meinen Wandel führ' Im Geist, in deinem Lichte Und als ein Fremdling lebe hier Vor dei⸗ nem Angesichte. 11. Ach, halt mich fest mit deiner Hand, Daß ich nicht fall' noch weiche: Zeuch stets mich durch der Liebe Band, Bis ich mein Ziel erreiche. O. Tersteegen, geb. 1697 T 1769. Mel. O Gott, du frommer Gott. 384. O J die Nacht vergangen, Nun hat dein Hutangen: Aufs neue mich umfangen; Nun ist, was an mir ist, Vom Schlafe auf⸗ 27 77— 4. Da sei denn auch mein Leib Zum Tempel dir ergeben, Zur Wohnung und zum Haus: Ach, allerliebstes Leben, Ach, wohn', ach leb' in mir, Beweg' und rege mich, So hat Geist, Seel' Und Leib Mit dir ver⸗ einigt sich. 5. Dem Leibe hab' ich jetzt Die Kleider angeleget; Laß meiner Seele sein Dein Bild⸗ nis eingepräget Im güld'nen Glaubensschmuck, In der Ge⸗ rechtigkeit, So allen Seelen ist Das rechte Ehrenkleid. 6. Mein Jesu, schmücke mich Mit Weisheit und mit Liebe, Mit Keuschheit, mit Geduld, Durch deines Geistes Triebe; Auch mit der Demut mich Vor allem kleide an, So bin ich wohl geschmückt Und köst⸗ lich angethan. 7. Bleib mir doch diesen Tag 278 Morgen⸗Lieder. Stets vor den Augen schwe⸗ der Kraft, Der ein neues 6 ben, Laß dein' Allgegenwart ben schafft, Daß ich himmiit Mich wie die Luft umgeben, auf der Erde Und Ein G. Auf daß mein ganzes Thun mit Christo werde. Durch Herz, durch Sinn und 4. Segne meiner Hins Mund Dich lobe inniglich, Werke, Fördre mich in men Mein Gott, zu aller Stünd'. Heit Stüh, Wemes un 8. Ach 199 was ich thu', heit Stärke, Meines gedenke: Durch Kraft und Licht; Laß met Ja rede un ebe deines Geistes Kraft Es also Lebensziel allein Deines u führ' und lenke, Daß alles mens Ehre sein; Hilf, daß it nur gescheh' Zu deines Na⸗ stets mens Ruhm, Und daß ich unverrückt Verbleib' dein Ei⸗ gentum. Joach. Lange, geb. 1670 4 1744. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 385. Go Licht, wahre Liebe Gege meinen Nächsten übe. 5. Führ' mich einst zu nem Lichte Deiner höͤchstz Majestät, Wo vor deinem ih⸗ gesichte Die verklärte Seh teht, Heller als der Somn⸗ schein, Schön, unsterblich, en gelrein; Laß sie sein mit di ewig vereinet, Wenn mein lehng bleibet, Das ohn' allen Wech⸗ sel ist, Das die Finsternis vertreibet, Der du bleibest, wie du bist; Ich verlasse meine Licht! mir zu, Daß ich, der ich Nacht und Erde, Durch dein Licht Ruh'; Rufe: Werde verkläret werde. 2. Wecke, da der Leib ge⸗ schlafen, Auch die Seele geist⸗ ihr deines Lichtes Waffen, Richt' und leite ihren Lauf; Laß mich sein des Lichtes Kind, Hilf mir, weil ich geistlich blind, lich auf; Gieb Jesu, daß ich wieder sehe Und in deinem Lichte gehe. 3. Schenke, mir, Herr, und gewähre, Was die arme Seele tillt; Ach erneure und ver⸗ kläre Stets in mir dein Eben⸗ bild! Sende mir den Geist Tag erscheinet. Salomo Franck, geb. 1659 1 Mel. Herr Jesu Christ dich zu unl wend'. 386. Bn ron tueh ich hiermit, O Gott, und dit demütig bitt': Wend' doch den gnädig Angesicht Von mi, dem armen Sünder nicht. 2. Du hast mich, o Goh Vater mild, Gemacht nah deinem Ebenbild; In dir web schweb' und lebe ich, Vergehen müßt' ich ohne dich. 3. Errettet hast du mih gar oft Ganz wunderlich und unverhofft, Da nur ein Schritz a nur ein 0.0 Mir zwi⸗ schen Tod und Leben war. neues g himnit Ein er Hüß in meing S wut⸗ rte Seil Sonner⸗ eblich, en n mit di in lehte 659 1 170 ich zu un deinen ron tueh und dith doch dein on mit, nicht. o Goth ht nah dir weh, zergehen u mich lich und Schritt, ir zwä⸗ war. Morgen⸗Lieder. 279 4. Verstand und Ehr' hab' sch von dir, Des Lebens Not⸗ durft giebst du mir, Dazu auch einen treuen Freund, Der mich im Glück und Un⸗ glück meint. 5. Gott Sohn, du hast mich durch dein Blut Erlöset von der Höllenglut, Das schwer' Gesetz für mich erfüllt, Da⸗ mit des Vaters Zorn gestillt. 6. Wenn Sünd' und Satan mich anklagt, Und mir das Herz im Leib verzagt, Als⸗ dann brauchst du dein Mittler⸗ amt, Daß mich der Vater nicht verdammt. 7. Du bist mein' Fürsprach' allezeit, Mein Heil, mein Trost und meine Freud'; Ich kann durch dein Verdienst allein Hier ruhig und dort selig sein. 8. Gott, heil'ger Geist, du höchste Kraft, Des Gnade in mir alles schafft! Ist etwas Gut's am Leben mein, So ist es wahrlich alles dein. 9. Dein ist's, daß ich Gott recht erkenn', Ihn meinen Herrn und Vater nenn', Sein Behalt Wort und Sakrament Be Jalt' und liebe bis ans End'; 10. Daß ich fest in An⸗ sechtung steh' Und nicht in Trübsal untergeh', Daß ich im Herzen Trost empfind', Zuletzt mit Freuden überwind'. 11. Drum dank' ich dir mit Herz und Mund, O Gott, in dieser Morgenstund Für alle Güte, Treu' und Gnad', Die 12. Und bitt', daß deine Gnadenhand Bleib' über mir heut' ausgespannt; Mein Amt, Gut, Ehr', Freund, Leib und Seel' In deinen Schutz ich dir befehl'. 13. Hilf, daß ich sei von Herzen fromm, Damit mein ganzes Christentum Aufrichtig und Hant eind sei, Nicht Au⸗ genschein und Heuchelei. 14. Erlaß mir meine Sün⸗ denschuld Und hab' mit deinem Knecht Geduld; Zünd in mir Glauben an und Lieb', Zu jenem Leben Hoffnung gieb. 15. Ein sel'ges Ende mir bescher', Am jüngsten Tag er⸗ weck' mich, Herr, Daß ich dich schaue ewiglich; Amen, Amen, erhöre mich! Bodo v. Hodenberg, geb. 1604 1650. Mel. Nun laßt uns Gott dem Herren. 87. ach auf, mein 3 W Herz, und singe Dem Schöpfer aller Din⸗ ge, Dem Geber aller Güter, Dem frommen Mens chenhüter! 2. Heut', als die dunkeln Schatten Mich ganz umgeben hatten, Hat Satan mein' be⸗ gehret, Gott aber hat's ge⸗ wehret. 3. Ja, Vater, als er suchte, Wie er mir schaden möchte, Lag ich in deinem Schooße, Dein Flügel mich umschlosse. 4. Du sprachst: mein Kind, nun liege, Trotz dem, der dich meine Seel' empfangen hat. betrügel Schlaf wohl, laß dir 280 Morgen⸗Lieder. nicht grauen, Du sollst die Sonne schauen. 5. Dein Wort, das ist ge⸗ schehen, Ich kann das Licht noch sehen, Von Not bin ich befreiet, Dein Schutz hat mich erneuet. 6. Du willst ein Opfer ha⸗ ben: Hier bring' ich meine Gaben, Mein Weihrauch, Farr' und Widder Sind mein Gebet und Lieder. 7. Die wirst du nicht ver⸗ schmähen, Du kannst ins Herze sehen Und weißt wohl, daß zab Gabe Ich ja nichts Bess'res habe. 8. So wollst du nun voll⸗ enden Dein Werk an mir und senden, Der mich an diesem Tage Auf seinen Händen trage. 9. Sprich Ja zu meinen Thaten, Hilf selbst das Beste raten, Den Anfang, Mitt' und Ende, Ach, Herr, zum Besten wende. 10. Mit Segen mich be⸗ schütte, Mein Herz sei deine Hütte, Dein Wort sei meine Speise, Bis ich gen Himmel reise. Paul Gerhardt, geb. 1607 + 1676. Mel. Wie schön leuchtet der. 388 Weesgnleugtr * uns der Mor⸗ genstern Vom Firmament des Himmels fern! Die Nacht ist nun vergangen. All' Kreatur macht sich herfür, Des edlen Freuden zu empfangen. D lebt, Was schwebt Hoch z Lüften, tief in Klüften, ü zu Ehren Seinem Gott b Danklied hören. 2. Du, o mein 8005 auch aufricht', Erheb deh Stimm' und säume nicht, Den Herrn dein Lob zu bringen Denn, Herr, du bist's, 0 Lob gebührt, Und dem mmn billig musiziert, Dem Mun läßt innig klingen Mit Fleiß Dank, Preis, Freudensaiten daß von weitem man kun hören, Dich, o meinen Heilanz ehren. 3. Du, o mein Jesu, mein Freud In aller Angst un Traurigkeit! Du hast mich henk befreiet, Du hast der Feinde Macht gewehrt, Mir Schi und sanfte Ruh' beschert, V sei gebenedeiet! Mein Mu Mein Blut Soll nun singen soll nun springen: all men Leben Soll dir Dankesliede geben. 4. O Herr, mein starln Lebenshort, Laß ferner dein Gnadenpfort' Mir heut' auß offen bleiben; Sei meine Bun und festes Schloß, Und l kein feindliches Geschoß Dar aus mich jemals treiben. Stell dich Vor mich Hin streiten, laß abgleiten alle Pfeile Un der Feinde Macht zerteile. 5. Geuß deiner Gnade rel chen Strahl Auf mich vom hohen Himmelssaal, Mein Hez in mir erneue; Dein guter Lichtes Pracht und Zier Mit Geist mich führ' und leit' Dah gen. Y 1 00 üften, I Gott erz, N 10 0 nicht, Den brin h ist's, 1 dem May dem mm Nit dß densaite nan kamn Heilanh su, mein ngst un mich halt r Feinde ir Schh hert, Did in Muh n singen all' mein ikeslieder starken ier deint ut' auc ne Bun Ind haß 5 Daä n. Stel streiten ile Und teile. ade r⸗ ch von ein Hez 1 guter t Daß Morgen⸗Lieder.— Tisch⸗Lieder. ich nach meiner Schuldigkeit uthun, mich innig freue: Zieb Rat Und That, Laß mein Sinnen und Beginnen stets sich wenden, Meinen Lauf in dir zu enden. 6. Wend' Unfall ab, kann's anders sein; Wo nicht, so geb' ich mich darein; Ich will nicht widerstreben. Doch komm, o süßer Morgentau, Mein Herz errisch', daß ich dir trau' Und hleib im Kreuz ergeben, Bis ich Endlich Nach dem Leiden 281 zu den Freuden werd' erhoben, Da ich dich kann ewig loben. 7. Indes, mein Herze, sing und spring, In allem Kreuz sei guter Ding', Der Himmel steht dir offen. Laß Schwer⸗ mut dich nicht nehmen ein; Denk', daß die liebsten Kinde⸗ lein Allzeit das Unglück trof⸗ fen. Drum so Sei froh, Glaube feste, daß das Beste für die Frommen Wir in jener Welt bekommen. Burchard Wiesenmayer, i nach 1658. XXV. Tisch⸗Lieder. Mel. Herr Jesu Christ dich zu uns wend'. 389 Basher uns, 10 err, das täg⸗ lic' Brot, Vor Teurung und vor Hungersnot Behüt' uns durch dein' lieben Sohn, Gott Vater in dem höchsten Thron. 2. O Herr, thu auf dein milde Hand, Mach' uns dein' Gnad' und Güt' bekannt; Er⸗ nähr' uns, deine Kindelein, Der du speist alle Vögelein. 3. Erhörst du doch der Raben Stimm', Drum unsre Bitt', Herr, auch vernimm; Denn aller Ding' du Schöpfer bist Und allem Vieh sein Fut⸗ ter giebst. Mel. Wo Gott zum Haus nicht giebt. 390. Gaden a Ge ben dein, Die Speis' laß un⸗ sre Nahrung sein; Hilf, daß dadurch erquicket werd' Der dürft'ge Leib auf dieser Erd'. 2. Doch kann dies ird'sche Brot allein Uns nicht genug sih Nahrung sein, Dein gött⸗ ich Wort die Seele speist: Hilft uns zum Leben aller⸗ meist! 3. Drum gieb uns beides, Herre Gott, Hilf endlich auch aus aller Not; So preisen wir dein' Gütigkeit Hier und auch dort in Ewigkeit. 1561. 4. Gedenk' nicht unsrer Mis⸗ sethat Und Sünd', die dich er⸗ Burnt hat, Laß scheinen dein' armherzigkeit, Daß wir dich loben allezeit. Mel. Wo Gott zum Haus nicht giebt. 39 1. Hun un⸗ Nicolaus Herman, 1561. melreich, Wir, deine Kinder, 28² Tisch⸗Lieder allzugleich Bitten dich jetzt aus Herzensgrund, Speis' uns alle zu dieser Stund'. 2. Thu auf dein' reiche, milde Hand, Behüt' uns all' vor Sünd' und Schand' Und Ried uns Fried' und Einig⸗ eit, Bewahr' uns auch vor teurer Zeit. 3. Damit wir leben seliglich, Dein Reich besitzen ewiglich Das sei heut' und zu aller Frist Amen im Namen Jesu Christ. Kasp. Huberinus um 1544. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. * 2 5 peise, Vater, 392. deine Kinder, Tröste die betrübten Sünder, Sprich den Segen zu den Ga⸗ ben, Die wir jetzo vor uns haben, Daß sie uns zu diesem Leben Stärke, Kraft und Nah⸗ rung geben: Bis wir endlich zu den Frommen An die Him⸗ melstafel kommen. Joh. Heermann, geb. 1585 + 1647. Eigne Melodie. 393. Naaaten dr⸗ ren Dank sagen und ihn eh⸗ ren Für alle seine Gaben, Die wir empfangen haben. 2. Den Leib, die Seel', das Leben Hat er allein gegeben, Dieselben zu bewahren, Thut er nie etwas sparen. 3. Nahrung giebt er dem bleibe, Wiewohl tödliche Vn den, Sind kommen von de Sünden. 4. Ein Arzt ist uns ggz⸗ ben, Der selber ist das Lbg Christ, der für uns gestorhg Hat uns das Heil erworhe sein Nachtmahl Dient wih allen Unfall, Der heil' ge Gah im Glauben Lehrt uns danm vertrauen. 6. Durch ihn ist uns un 903 8 Die Sünd', geschesh as Leben, Im Himmel sollz wir haben, O Gott, wie gußz Gaben! 7. Wir bitten deine Güt Woll'st uns hinfort behüten Die Großen mit den Kleinen Du kannst's nicht böse meinn 8. Erhalt uns in der Wahr heit, Gieb ewigliche Freiheh D. preisen deinen Namen urch Jesum Christum. Amen. Ludwig Helmbold, geb. 1532 f 1U. Gigne Melodie. 394. WI ne Gaben, Die wir von ihn empfangen haben, Wir bitten unsern lieben Herrn, Er woll hinfort uns mehr beschern Und speisen uns mit seinen Wort, Daß wir satt werden hier und dort. Ach lieber Goth, du woll'st uns geben Nath Leibe, Macht, daß die Seele dieser Welt das ew'ge Leben. Köͤnigsberg 1580 5. Sein Wort, sein Tun itt liche u n von da uns geg⸗ das Ol gestorba erworbg ein Tasß ient wihn eil ge G ins daruh uns ver⸗ geschent imel sollz wie große ine Gütz behüten Kleinen se meinen. der Wahr Freihel, Namen m. Amen 32 J5c, danken tt für sek von ihn zir bitten Er woll beschern it seinen t werden her Goth n Noh e Leben, berg 1500 Abend⸗Lieder. 283 XXVI. Abend⸗Lieder. Mel. O du Liebe meiner Liebe. 305 bend, heller * als der Mor⸗ en, Weil mein Jesus bei mir st.Gute Nacht!ihr müden Sor⸗ en: Sanfte Ruhe, sei gegrüßt, Wel mich Gottes Flügel decket, Und sein Auge für mich wacht, Ich so werd' ich nicht erschrecket Vor der sonst betrübten Nacht. 2. Laß mein Opfer dir ge⸗ fallen, O du ew'ger Gnaden⸗ thron, Höre meines Mundes Lallen und der Lippen schwa⸗ chen Ton. Ach durchstreich' mit deinem Blute Des vergang'⸗ nen Tages Schuld; Schone meiner mit der Rute Und er⸗ kige mir Geduld. 3. Treuer Hirte deiner Schafe!l Wächter mitten in der Nacht! Decke mich in meinem Schlafe, Gieb mir deiner En⸗ el Wacht. Sei du meine Feuersäule, Daß der arge deind erschrickt, Wenn er seine gif' gen Pfeile Auf mein schla⸗ send Herze drückt. 4. Deine Wagenburg um⸗ schließe Alles, was mir ange⸗ hört. Daß man nichts vom Grauen wisse, Welches sonst die Ruhe stört; Laß an unser Bette schreiben: Gottes Kinder shlafen hier, Und Gott wird bei ihnen bleiben! O wie sanfte schlafen wir. Benz. Schmolck, geb. 1672 4 1737. Mel. Ach, was soll ich Sünder machen. ch, mein Jesu, 396. sieh, ich trete, Da der Tag nunmehr sich neigt Und die Finsternis sich zeigt, l zu deinem Henn und bete; Neige du zu deinem Sinn Auch mein Herz und Sinnen hin. 2. Meine Tage gehn ge⸗ schwinde, Wie ein Pfeil zur Ewigkeit, Auch die allerlängste Zeit Saust vorüber, wie die Winde, Fleußt dahin, als wie ein Fluß Mit dem schnellsten Wasserguß. 3. Und, mein Jesu, sieh, ich Armer Nehme mich doch nicht in Acht, Daß ich dich bei Tag und Nacht Man suchte, mein Erbarmer! Mancher Tag geht so dahin, Da ich nicht recht wacker bin. 4. Ach ich muß mich herz⸗ lich schämen; Du erhältst, Du schützest mich 1 und Nacht so gnädiglich; Und ich will mich nicht bequemen, Daß ich ohne Heuchelei Dir dafür recht dankbar sei. 5. Nun ich komme mit Ver⸗ langen, O mein HDu dein Leh zu dir; Neige du dein Licht zu mir; Da der Tag nunmehr vergangen, Sei du selbst mein Sonnenlicht, Das durch alles Dunkel bricht. 6. Laß mich meine Tage zählen, Die du mir noch gönnen 284 Abend⸗ willt; Mein Herz sei mit dir erfüllt, So wird mich nichts können quälen: Denn wo du bist Tag und Licht, Schaden uns die Nächte nicht. 7. Nun, mein teurer Hei⸗ land, wache, Wache du in dieser Nacht, Schütze mich mit dei⸗ ner Macht, Deine Liebe mich anlache; Laß mich selbst auch wachsam sein, Ob ich gleich jetzt schlafe ein. Levin Joh. Schlicht, geb. 1681 1 1728. Eigne Melodie. 397 hrist, der du bist der helle Tag, Vor dir die Nacht nicht bleiben mag, Du leuchtest uns vom Vater her Und bist des Lichtes Prediger. 2. Behüt' uns, Herr, du bester Freund, Auch heute Nacht vor jedem Feind Und laß uns in dir ruhen fein Und vor dem Satan sicher sein. 3. Obschon die Augen schla⸗ fen ein, So laß das e doch wacker sein, Halt über uns dein' rechte Hand. Daß wir nicht fall'n in Sünd' und Schand'. 4. Wir bitten dich, Herr Jesu Christ, Behüt' uns vor des Teufels List, Der stets nach unsrer Seele tracht't, Daß er an uns hab' keine Macht. 5. Sind wir doch dein er⸗ erbtes Gut, Erworben durch dein heil'ges Blut; Das war des ew'gen Vaters Rat, Als er uns dir geschenket hat. Lieder. 6. Befiehl dem Engel I er komm' Und uns 22 dein hachter Gieb ung lieben Wächter zu, Daß u vorm Satan haben Ruhf. 7. So schlafen wir im I men dein, Dieweil die Enn bei uns sein; Du heilige Iu⸗ faltigkeit, Wir loben dich Ewigkeit. Altkirchlich. Deutsch von Erasmuß berus, 1 1553. Eigne Melodie. 398 Derlihns; * ne Lichtun Pracht Hat nun den Lauf voh führet, Die Welt hat sich zz Ruh' gemacht; Thu', S was dir gebühret, Tritt ang Und bring 6 Lied herfür; Laß deine I en, Herz und Sinn Aufsh dum sein gerichtet hin. 2. Ihr hellen Sterne lut tet wohl Und gebet eure Stuh len, Ihr macht die Nacht d Lichtes voll; Doch noch g tausendmalen Scheint hellerz mein Herz Die ew'ge Himmez Seele Ruhm, Mein Sahh mein Schatz, mein Eih tum. 3. Der Schlaf zwar heristh jetzt in der Nacht Bei Nh schen und bei Tieren; I einer ist, der droben wah Bei dem kein Schlaf zu s ren. Es schlummert, Iih Uricht't; Drum soll mein is nicht Dein Aug', auf und g⸗ kerz', Mein Jesus, meinl ieb uns „, Daßn den dich z 1 Erasmur 5. die. liebensn ne Lichtm n Lauf voh hat sich z hu, St Tritt and bring%h deine I nn Aufhz hin. terne leut ure Stuh Nacht d h noch g int hellez e Himmik 5, mein ein Schi in Ein Har herist Bei M ren; A ben wath af zu st nert, Ih uf uns g⸗ mein Hez 272777 Abend⸗Lieder. 28⁵5 auch wachend sein, Daß Jesus wache nicht allein. 4. Verschmähe nicht dies shlechte Lied, Das ich dir, Zesu, singe, In meinem Her⸗ zen ist kein Fried', Bis ich es zu dir bringe. Ich bringe, was ich kann, Ach, nimm es gnädig an! Es ist doch herz⸗ lch gut gemeint, O Jesu, meiner Seele Freund. 5. Mit dir will ich zu Bette ehn, Dir will ich mich befeh⸗ 0 Du wirst, mein Schutz⸗ herr, auf mich sehn, Zum Besten meiner Seelen. Ich fürchte keine Not, Ja selber nicht den Tod; Denn wer mit Jesu schlafen geht, Mit Freuden wieder aufersteht. 6. Ihr Rar Fabt ihr⸗ fort mit euch, Hier habt ihr nichts zu schaffen; Dies Haus gehört in Jesu Reich, Drum laßt es sicher schlafen; Der Engel starke Wacht Hält es in guter Acht, Ihr Heer und Lager ist sein Schutz; Drum sei auch allen Teufeln Trutz. 7. So will ich denn nun schlafen ein, Jesu, in deinen Armen, Dein' Aufsicht soll die Decke sein, Mein Lager dein Erbarmen, Mein Kissen deine Brust, Mein Traum die süße Lust, Die aus dem Wort des Lebens fleußt Und dein Geist in mein Herz eingeußt. 8. So oft die Nacht mein' Ader schlägt, Soll dich mein ich mit lautem Schall Mög' rufen überall: O Jesu, Jesu, du bist mein, Und ich auch bin und bleibe dein. 9. Nun, matter Leib, schick dich zur Ruh' Und schlafe sanft und stille; Ihr müden Augen, schließt euch zu, Denn das ist Gottes Wille; Schließt aber dies mit ein: Herr Jesu, ich bin dein! So ist der Schluß recht wohl gemacht. Nun, lieb⸗ ster Jesu, gute Nacht! Christian Seriver, geb. 1629 4 1693. Mel. O Welt, ich muß. 399 Nan sich der * Tag geendet, Mein Herz zu dir sich wen⸗ det, Und danket inniglich; Dein holdes Angesichte Zum Segen auf mich richte, Erleuchte und entzünde mich. 2. Ich schließe mich aufs neue In deine Vatertreue Und Schutz und Herze ein; Die fleischlichen Geschäfte Und alle finstern Kräfte Vertreibe durch dein Nahesein. 3. Ein Tag der sagt's dem andern, Mein Leben sei ein Wandern Zur großen Ewig⸗ keit. O Ewigkeit, du schöne, Mein Herz an dich gewöhne! Mein Heim ist nicht in dieser Zeit. G. Tersteegen, ge. 1697 4 1769. Mel. O Traurigkeit o Herzeleid. Geist umfangen; So viel mal 0 mein Herz bewegt, Soll 400. Der Tag ist ies sein mein Verlangen, Daß hin! Mein 286 Geist und Sinn Sehnt sich nach jenem Tage, Der uns völlig machen wird Frei von aller Plage. 2. Die Nacht ist da; Sei du mir nah, Jesu, mit hellen Ker⸗ zen, Treib der Sünden Dunkel⸗ heit Weg aus meinem Herzen! 3. Der Sonne Licht Uns jetzt gebricht; O unerschaff'ne Sonne, Brich mit deinem Licht herfür Mir zur Freud' und Wonne! 4. Des Mondes Schein Fällt nun herein, Die Fin⸗ sternis zu mindern; Ach, daß nichts Veränderlich's Meinen Lauf möcht' hindern! 5. Das Sternenheer Zu Gottes Ehr' Am blauen Him⸗ mel flimmert; Wohl dem, der in jener Welt Gleich den Sternen schimmert. 6. Was sich geregt, Zuvor bewegt, Ruht jetzt von seinen Werken: Laß mich, Herr, in stiller Ruh' Dein Werk in mir merken. 7. Ein jeder will Bei sol⸗ Abend⸗Lieder. cher Still' Der süßen Ruhe pflegen; Laß die Unruh' dieser Zeit, Jesu, bald sich legen. 8. Ich selbst will auch Nach meinem Brauch Nun in mein Bettlein steigen; Laß dein'n Arm mein Lager sein, Woll'st dich zu mir neigen. 9. Halt du die Wach', Da⸗ mit kein Ach Und Schmerz den Geist berühren, Laß mich deiner Engel Näh' In der Nacht verspüren! x 401. Der In, u 10. Wann aber soll Der Wechsel wohl Der Tag' un Nächte weichen? Wenn derde anbrechen wird, Dem kein d zu gleichen. 11. In jener Welt, 2 diese fällt, Die Zion noch nut weinen, Soll noch heller seh k benmal Mond und Stenh scheinen. 12. Alsdann wird m Der Sonnen Licht Jerusalg verlieren; Denn das Lanmn ist selbst das Licht, Das Ri Stadt wird zieren. 13. Hallelujah! O wür da, Wo alles lieblich klint Wo man dir in Epigst Heilig, heilig singet! 14. O Jesu du, Mein Hihl e und Ruh', Laß mich dahin gz langen, Daß ich 2 5 in d⸗ nem Glanz Vor dir eni prangen. Joh. Anastasius Freylinghausen geb. 1670 T 1739. Mel. Die Sonn' hat sich mit ihnn Glanz. Jesu, bei mir bleibe! OE lenlicht, der Sünden Mih vertreibe! Geh auf in m Glanz der Gerechtigkeit, E leuchte mich, ach Herr, den es ist Zeit. 2. Lob, Preis und Dul sei dir, mein Gott, gesungen Dir sei die Ehr', daß all wohl gelungen Nach deinen Rat, ob ich's gleich nicht du⸗ seh; wie es 25 mün 9 0 enn der m kud Welt, 2 ö noch 15 1 st. d Stein wird lit Jerusalg das Lam Das 9. 0 un i0 ingt Eoh Mein Hi dahing 95 901 in l ir ent linghause 739. 10 ch mit ihmn Tag i hin, mii eO G den Nah f in nit gkeit, Er err, dew 1— Dal gesungen daß UUH 2 h deinen nicht vu⸗ Abend⸗Lieder. 28⁷ seh'; Du—0 gerecht, es gehe i 48 g — Nur eines ist, das mich mipfindlich quälet; Be 9 sehlet kit im Guten mir noch fehlet. Das weißt du wohl, o Hle uoch lindiger, Ich strauchle noch wie en Unmündiger. 4. Vergieb es, Herr, was mir sagt mein Gewiff en: Welt, Teufel, Sünd hat mich von dir gerissen; Es ist mir leid, ich stell' mich wieder ein; Da st die Han⸗ Du mein, und ih bin dein 5. Israels Schutz, mein hüter und mein Hirte, Zu meinem Trost dein sieghaft Schwert umgürte! Bewahre nich durch deine große Macht, Venn Belial nach meiner Seele tracht't. 6. Du schlummerst nicht, wenn matte Glieder schlafen; Ach laß die Seel' im Schlaf' auch Gutes schaffen! O Lebens⸗ sonn', erquicke meinen Sinn; Dich laß ich nicht, mein Fels; der Tag ist hin. Pachim Neander, geb. 1650 T 1680. Eigne Melodie. 402. Di: Sonn' hat sich mit ihrem Glanz gewendet Und, was sie oll, 1 diesen Tag vollendet; Die dunkle Nacht dringt allent⸗ halben zu, Bringt Menschen, Vieh und alle Welt zur Ruh'. ch preise dich, du Daß — ächt' und Tage, Daß du mich heut' vor aer Not und Plage Durch deine Hand und hochberühmte Macht Hast gabrach und frei hindurch gebracht. 3. Vergieb, wo ich bei Tage so gelebet, Daß ich nach dem, was finster ist, bunch 5 Laß alle Schuld 1.. deinen Gnadenschein In Ewigkeit bei dir eenchen sein. 4. Schaff, daß mein Geist dich ungehindert schaue, In⸗ dem ich mich der trüben Nacht vertraue, Und daß der Leib auf diesen schweren Tag n neuer Kraft sich sanft erholen mag. 5. Vergönne, daß der lieben Engel Scharen Mich vor der Macht der Finsternis bewah⸗ ren, Auf daß ich vor der List und Tyrannei Der 2 sei Feind' im Schlafe sicher sei. 6. Herr, wenn mich wird die lange Nacht bedecken Und in die Ruh' des tiefen Grabes strecken, So blicke mich mit deinen Augen an, Daraus ich Licht im Tode nehmen kann. 7. Und laß hernach Mich an mit allen Frommen Mich zu dem Glanz des andern Lebens kommen, Da du uns hast den t Tag sen Lich Dem eine Nacht sein Licht und Klarheit nimmt. Berlin 1648. Mel. In dich hab' ich gehoffet, Herr. 40 3 Fir alle Güte sei 8 gepreist,—— Vater, Sohn und belger Geist! 288 Abend⸗Lieder. Ihr bin ich zu geringe; Ver⸗ nimm den Dank, Den Lob⸗ esang, Den ich dir kindlich ringe. 2. Du nahmst dich meiner herzlich an, Hast Großes heut' an mir gethan, Mir mein Gebet gewähret; Hast väterlich Mein Haus und mich Beschützet und genähret. 3. Herr, was ich bin, ist dein Geschenk; Der Geist, mit dem ich dein gedenk', Ein ruhiges Gemüte, Was ich vermag Bis diesen Tag, Ist alles deine Güte. 4. Sei auch nach deiner Lieb' und Macht Mein Schutz und Schirm in dieser Nacht; Vergieb mir meine Sünden, Und kommt mein Tod, Herr Zebaoth, So laß mich Gnade finden. Christ. Fürchteg. Gellert, geb. 1715 + 1769. Mel. Mein Herzensjesu, meine Lust. 404 Ger Lob, ein * Schritt zur Ewigkeit Ist abermals voll⸗ endet! Zu dir im Fortgang dieser Zeit Mein Herz sich sehnlich wendet, O Quell, da⸗ raus mein Leben fließt Und alle Gnade sich ergießt, In meine Seel' zum Leben. 3. Ich zähle Stunden, Tag und Jahr, Und wird mir allzu lange, Bis es erscheine, daß ich gar, O Leben, dich um⸗ fange, Damit, was sterblich ist an mir, Verschlungen werde ganz in dir, Und ich unsterhht werde. 3. Vom Feuer deiner Luh glüht Mein Herz, das sichen zündet, Was in mir ist, m mein Gemüt Sich so mit h verbindet, Daß du in m und ich in dir, Und ich du immer noch allhier Will nißh an dich dringen. 4. O daß du selber kin bald! Ich zähl' die Muhg blicke; Ach komm, eh' mir zu Herz erkalt' Und sich's zu Sterben schicke! Komm dochi deiner Herrlichkeit, Schau diz Braut hat sich bereit't, Lampen sind geschmücket. 5. Doch sei dir ganz auseh gestellt Die rechte 3 u Stunde; Wiewohl ich weiß, d dir's gefällt, Daß ich mit g und Munde Dich konmh heiße und darauf Von nung richte meinen Lauf, Daß ichi komm' entgegen. 6. Ich bin vergnügt, I mich nichts kann Von deh Liebe trennen, Und daß frei vor jedermann Dich in den Bräut'gam nennen I du, o teurer Lebensfürst, A. dort mit mir vermählen u Und mir mein Erbe scheuh 7. Drum preis' ich dich u Dankbarkeit, Daß sich der i. geendet, Und also auch m dieser Zeit Ein Schritt u mals vollendet; Und sh rüstig weiter fort, V gelange an die Pfort' Juu lems dort oben. u deiner Iuh das sihen nir ist, m so mit g u in nt nd ich du Will niß elber künz die Mun eh mir d sich's zu mm docht Schau, den Hereit't, A mücket. ganz anhen 30 ich weiß x ich mit gy ch komm Von nung Daß ichh ennen, fürst, A. nählen u be schenh Abend⸗Lieder. 6. Wenn auch die Hände lässig find, Und meine Kniee wanken, So biet mir deine und geschwind In meines Gubens Schranken, Damit durch deine Kraft mein Herz Sih stärke, und ich himmel⸗ wärts Ohn' Unterlaß auf⸗ Seele, frisch im dran Und sei nur u deucht, So eile, 00 ein Adler sleucht, Mit Flügeln süßer iebe! 30 O Jesu, meine Seele st Zu dir schon aufgeflogen. Du hast, weil du voll Liebe lit, Mich ganz zu dir ge⸗ zugen. Fahr hin, was heißet Stund' und Zeit! Ich bin scon in der Ewigkeit, Weil ich in Jesu lebe. Aug. Herm. Franke, geb. 1663 + 17²⁷. Mel. O Welt, ich muß. 405 err, der du * mir das Le⸗ ben Bis diesen Tag gegeben, Dich bet' ich kindlich an; Ich bin viel zu geringe Der Treue, die ich singe Und die du heut' an mir gethan. 2. Mit dankendem Gemüte Freu' ich mich deiner Güte; Ich freue mich in dir; Du iebst mir Kraft und Stärke, edeihn zu meinem Werke Und schaffst ein reines Herz in mir. 289 3. Gott, welche Ruh' der Seelen, Nach deines Worts Befehlen Einher im Leben gehn, Auf deine Güte hoffen, Im Geist den Himmel offen Und dort den Preis des Glaubens sehn! 4. Ich weiß, an wen ich glaube, Und nahe mich im Staube, Zu dir, o Gott, mein Heil; Ich bin der Schuld ent⸗ laden, Ich bin bei dir in Gnaden, Und in dem Himmel ist mein Teil. 5. Bedeckt mit deinem Se⸗ gen Eil' ich der Ruh' ent⸗ gegen; Dein Name sei ge⸗ preist! Mein Leben und mein Ende Ist dein: in deine Hände Befehl' ich, Vater, meinen Geist. Chr. Fürchteg. Gellert, geb. 1715 1769. Mel. Werde munter mein Gemüte. 406 err, es ist von * meinem Le⸗ ben Wiederum ein Tag dahin; Lehre mich nun Achtung ge⸗ ben, Ob ich fromm Swesen bin; Zeige mir's auch selber an, So ich was nicht recht gethan, Und hilf jetzt in allen Sachen Guten Feierabend machen. 2. Freilich wirst du manches finden, Was dir nicht gefallen hat; Denn ich bin noch voller Sünden In Gedanken. Wort und That, Und vom Morgen bis jetzund Pfleget Herze, Hand und Mund So ge⸗ schwind und oft zu fehlen, 290 Abend⸗Lieder. Daß ich's selber nicht kann zählen. 3. Aber, o du Gott der Gnaden, Habe noch einmal Geduld; Ich bin freilich schwer beladen, Doch vergieb mir alle Schuld; Deine große Vatertreu' Werde diesen Abend neu, So will ich noch deinen Willen Künftig mehr als heut' erfüllen. 4. Heilige mir das Ge⸗ müte, Daß der Schlaf nicht sündlich sei; Decke mich mit deiner Güte; Auch dein Engel steh mir bei. Lösche Feu'r und Lichter aus Und bewahre sonst das Haus, Daß ich morgen mit den Meinen Nicht im Unglück dürfe weinen. 5. Steure den gottlosen Leuten, Die im Finstern Böses thun; Sollte man gleich was bereiten, Uns zu schaden, wenn wir ruhn, So zerstöre du den Rat Und verhindere die That; Wend' auch alles andre Schrecken, Das der Satan kann erwecken. 6. Herr, dein Auge geht nicht unter, Wenn es bei uns Abend wird; Denn du bleibest ewig munter Und bist wie ein guter Hirt, Der auch in der finstern Nacht Ueber seine Herde wacht; Darum hilf uns, deinen Schafen, Daß wir alle sicher schlafen. 7. Laß mich denn gesund erwachen, Wenn es rechte Zeit wird sein, Daß ich ferner meine Sachen Richte dir zu Ehren ein; Oder hast du, lieber Gott, Heut' besti meinen Tod, So 129 dir am Ende Leib und in deine Hände. Caspar Neumann, geb. 1648 N I Mel. O Jesu Christ, mein's Lelen Licht. Lelen 407. Heuue ist d Sonne Schch Die finstre Nacht bricht si herein; Leucht' uns, d Christ, du wahres Kht V. uns im Finstern tappen nih 2. Dank sei dir, daß uns den Tag Vor Not, fahr und mancher Plag' Duh deine Engel hast behüt't I Gnad' und väterlicher G 3. Womit wir hab'n erzünt dich, Woll'st du verzeths gnädiglich, Es unsrer S nicht rechnen zu, Laß schlaßz uns in Fried' und Ruh'! 4. Durch dein' Engel Wacht bestell, Daß uns böse Feind nicht fäll'; MW Schrecken, Angst und Feues not Behüt' uns heut', o lih Gott! Nicolaus Herman, A Mel. Jesu, meine Freude. 408. Hebne von keinem Schlafe Eius wissen mag; Deine Wunden güte War mein Schild m Ser Den vergang'nen I ei die Nacht auch auf di Wacht Und laß mich von d en Scharen Um und um be⸗ wahren. 2. Decke mich von oben Vor der Feinde Toben Mit der 1648 5 ll. Valerhuld; Emein Rülreen visen Sei mein Ruhekissen, Drum vergieb die Schuld; Denn dein Sohn hat mich dobon Durch die tiefgeschlag'⸗ nen Wunden Gnädiglich ent⸗ bunden. bestinn befehb ö und G mein's Leleh inter ist dy nne Schei buct e 3. Laß auch meine Lieben uns, dig heine Not betrüben, Sie sind Khz W mein und dein; Schließ uns ppen nih mit Erbarmen In den Vater⸗ r, daß arnen Ohne Sorgen ein. Du Not,( be mir und ich bei dir; Also zag' Duh sind wir ungeschieden, Und ich ehüt't 11 in Frieden. icher OAl 4. Komm, verschließ die in erzin Kammer Und laß allen Jam⸗ verzahn mer Ferne von uns sein; Sei srer S du Schloß und Riegel, Unter aß schlugl dene Flügel Nimm dein Ruh'l! süchlein ein; Decke zu mit Engel A Sthutz und Ruh', So wird 3 uns uns kein Graun erwecken Noch fäll'; M der Satan schrecken. ö id Feueß 5. Wie, wenn ich mein t', o Hehl Bette Heut' zum Grabe hätte? „ Wie D00 05 bald tot! Drum iel verflossen, odesnot: So will ich nicht Wagt wider dich; Lieg' ich nur in deig Jesu Wunden, Sterb' ich alle chafe, I Stunden. se Ein] 6. Nun wohlan! ich thue Wunde In vergnügter Ruhe Mund Schild m 308 und Leben Hab' ich dir erge⸗ h auf ben, O du Hüter, du! Gute 9 von d Rachtl nimm mich in Acht, nan, I l 0 du beschlossen, Daß mein und Augen zu; Seele, Leib Abend⸗Lieder. Kommt die 291 Und erleb' ich ja den Morgen, Wirst du weiter sorgen. Benj. Schmolck, geb. 1672 4 1737. Mel. O Welt, ich muß. 0 409 Nun ruhen alle +I Wälder, Vieh, Menschen, Städt' und Felder, Es schläft die ganze Welt: Ihr aber, meine Sinnen, Auf, auf! ihr sollt beginnen, Was eurem Schöpfer wohl gefällt. 2. Wo bist du, Sonne blie⸗ ben? Die Nacht hat dich ver⸗ trieben, Die Nacht, des Tages Feind; Fahr hin, ein' andre Sonne, Mein Jesus, meine Wonne, Gar hell in meinem Herzen scheint. 3. Der Tag ist nun ver⸗ hanngon, Die güldnen Stern⸗ ein prangen Am blauen Him⸗ melssaal; Also werd' ich auch stehen, Wenn mich wird heißen gehen Mein Gott aus diesem Jammerthal. 4. Der Leib der eilt zur Ruhe, Legt ab das Kleid und Schuhe, Das Bild der Sterb⸗ lichkeit. Die zieh' ich aus; da⸗ gegen Wird Christus mir an⸗ legen Den Rock der Ehr' und Herrlichkeit. 5. Das Haupt, die Füß' und Hände, Sind froh, daß nun zum Ende Die Arbeit kommen sei; Herz, freu dich, du sollst werden Vom Elend dieser Erden Und von der Sündenarbeit frei. 6. Nun geht, ihr matten Glieder, Geht hin und legt 292 Abend⸗Lieder. euch nieder, Der Betten ihr begehrt. Es kommen Stund' und Zeiten, Da man euch wird bereiten Zur Ruh' ein Bettlein in der Erd'. 7. Mein' Augen stehn ver⸗ drossen, Im Nu sind sie ge⸗ schlossen; Wo bleibt dann Leib und Seel'? Nimm sie zu dei⸗ nen Gnaden, Sei gut für allen Schaden, Du Aug' und Wächter Israel. 8. Breit' aus die Flügel beide, O Jesu, meine Freude, Und nimm dein Küchlein ein! Will Satan mich verschlingen, So laß die Englein singen: Dies Kind soll unverletzet sein. 9. Auch euch, ihr meine Lieben, Soll heute nicht be⸗ trüben Kein Unfall noch Ge⸗ fahr; Gott laß euch ruhig schlafen, Stell' euch die güld⸗ nen Waffen Ums Bett und seiner Helden Schar. Paul Gerhardt, geb. 1607 1676. Eigne Melodie. 410. Nin sich der Tag * geendet hat Und keine Sonn' mehr scheint, Schläft alles, was sich abge⸗ matt't Und was zuvor ge⸗ weint. 2. Nur du, mein Gott, hast keine Rast, Du schläfst noch schlummerst nicht, Die Fin⸗ sternis ist dir verhaßt, Weil du bist selbst das Licht. 3. Gedenke, Herr, doch auch an mich, In dieser schwarzen Nacht Und schenke mir genä⸗ diglich Den Schirm von der Wacht 4. Wend' ab des Sahh Wüterei Durch deiner En Schar, So bin ich aller e6 gen frei, Und bringt mir uith Gefahr. ö 5. Zwar fühl' ich wohl Sünden Schuld, Die mich l dir klagt an, Ach aber dih Sohnes Huld Hat g'enug mich gethan. 6. Den setz' ich dir zu Bürgen ein, Wenn ich mn vor Gericht; Ich kann ja n verloren sein In solcher versicht. 7. Drauf thu' ich mah Augen zu Und schlafe frͤhh ein; Mein Gott wacht ih in meiner Ruh', Wer wah traurig seinꝰ 8. Weicht, nichtige Gn ken, hin, Wo ihr habt ein Lauf; Ich baue jetzt in mein Sinn Gott einen Tempel a 9. Soll diese Nacht letzte sein In diesem Jamm thal, So führ' mich, Hen Himmel ein Zur auserwahte Zahl. 10. Und also leb' und sah ich dir, Du starker Zebaut Im Tod und Leben hilth mir Aus aller Angst und Joh. Friedr. Herzog, geb. 164⁷½ 110 Mel. Sollt' es gleich bizwaln scheinen. 411. N. Wunden Hab' ich wahre R m von du des Saln deiner Eh h aller E gt mir nit ich wohl y Die micht aber dan it genugfß ch dir z in ich m ann ja ni solcher. ich müt hlafe frö wacht Wer wolh tige Gen bol eln userwählh und sih er Zebach en hilstt jst und d 5. 16471100 h biswelln in Blut m wahre Abend⸗ geunden, Diese sollen auch allein Heut' mein Ruhebette mn. 2. Tags umgiebt mich sein Erbarmen, Nachts ruh' ich in seinen Armen. Jesu, ja in deiner Hut Schläft sich's sicher, wohl und gut. Christoph Carl Ludwig v. Pfeil, geb. 1712 + 1784. Mel. O Jesu Christ mein's Lebens Licht. Jesu, treuster 412. Heiland mein, Ich geh' in mein Schlaf⸗ kämmerlein, Ich will mich legen in die Ruh' Schleuß du die Thür selbst nach mir zu. 2. Verzeih' mein' Sünd' aus Gnad' und Güt'; Schädlich' und schändlich' Träum' ver⸗ hüt': Laß säuberlich mich schlafen ein Und ruhn sanft in den Armen dein. 3. Und wenn ich schlaf', wach du für mich; Treib alles Unglück hinter sich; Breit über mich dein' Flügel aus, Laß stehn dein' Engel um mein Haus. 4. Behüt' vor Feu'r und Vassersnot, Vor einem bösen, schnellen Tod; Vor Diebstahl und vor Leibsgefahr Mich und die Meinigen bewahr'. 5. Laß mich zu deinem Lob aufstehn Und fröhlich an mein' Arbeit gehn; So will ich dein' Barmherzigkeit Loben und preisen in Ewigkeit. 6. Gott Bater, nimm mich Lieder. 293 in dein? Hut, Gott Sohn, wasch mich mit deinem Blut', Gott heil'ger Geist, erleuchte mich, Daß in den Himmel komme ich. Um 1690. Mel. Werde munter, mein Gemüte. 413 4* Uon Schließen sich jetzt schläfrig zu, Und des Leibes matte Glleder Grüßen schon die Abendruh', Denn die dunkle, finstre Nacht Hat des hellen Tages Pracht In der tiefen See verdecket Und die Sterne aufgestecket. 2. Ach bedenk', eh du gehst schlafen, Du, o meines Leibes Gast, Ob du den, der dich erschaffen, Heute nicht erzürnet hast? Thu, ach thu bei Zeiten Buß' Geh und falle ihm zu Fuß, Und bitt' ihn, daß er aus Gnaden Dich der Strafe woll' entladen. 3. Sprich: Herr, dir ist unverhohlen, Daß ich diesen Tag vollbracht Anders, als du mir befohlen, Ja ich habe nicht betracht't Meines Amtes Ziel und Zweck, Habe gleich⸗ falls deinen Weg Schändlich, o mein Gott, verlassen, Bin gefolgt der Sünden Straßen. 4. Ach Herr, laß mich Gnad' erlangen, Gieb mir nicht ver⸗ dienten Lohn, Laß mich deine 11 umfangen, Sieh an deinen ieben Sehn, Der für mich genug gethan; Vater nimm 294 den Bürgen an, Dieser hat für mich erduldet, Was mein? Unart hat verschuldet. 5. Laß mich, Herr, von dir nicht wanken, In dir schlaf' ich sanft und wohl; Gieb mir heilige Gedanken, Und bin ich gleich Schlafes voll, So laß doch den Geist in mir Zu dir wachen für und für, Bis die Morgenröt' angehet, Und man von dem Bett auf⸗ stehet. 6. Vater droben in der Höhe, Dessen Nam' uns teu'r und wert, Dein Reich komm', dein Will' geschehe, Unser Brot werd' uns beschert Und vergieb uns unsre Schuld, Schenk' uns deine Gnad' und Huld, Laß uns nicht Ver⸗ suchung töten, Hilf uns, Herr, aus allen Nöten! Joh. Frank, geb. 1618 + 1677. Eigene Melodie. 414. Wedde mun⸗ ter mein Gemüte, Und ihr Sinnen geht herfür, Daß ihr preiset Gottes Güte, Die er hat gethan an mir, Da er mich den ganzen Tag Vor so mancher schweren Plag' Durch sein gnadenreiches Walten Hat beschirmet und erhalten. 2. Lob und Dank sei dir gesungen, Vater der Barm⸗ herzigkeit, Daß mir ist mein Werk gelungen, Daß du mich vor allem Leid Und vor Sün⸗ den mancher Art So getreu⸗(ganz Abend⸗Lieder. lich hast bewahrt, Auch I Feind' hinweggetrieben, D ich unbeschädigt blieben. 3. Keine Klugheit kan ausrechnen Deine Güt' mu Wunderthat, Ja kein Rednn kann aussprechen, Was des Huld erwiesen hat, Deing Wohlthat ist zu viel, Sie hn weder Maß noch Ziel, Ja d hast mich so geführet, De kein Unfall mich berühret. 4. Dieser Tag ist nun ven gangen, Die betrübte Nah bricht an, Es ist hin da Sonne Prangen, So uns all erfreuen kann; Stehe mit. Vater, bei, Daß dein Glam stets vor mir sei, Und meh kaltes Herz erhitze, Ob it gleich im Finstern sitze. 5. Herr, verzeihe mir auz Gnaden Alle Sünd' u Missethat, Die mein armzz Herz beladen Und so gar ver giftet hat, Daß auch Salun durch sein Spiel Mich zun Hölle stürzen will; Da kanns du allein erretten, Stift nicht mein Uebertreten! 6. Bin ich gleich von dir ge wichen, Stell' ich mich doh wieder ein; Hat uns doi dein Sohn verglichen Durt sein Angst und Todespein; Ji verlengne nicht die Schuldz Abn deine Gnad' und Huld I viel größer als die Sünde Die ich in und an mir finde 7. O du Licht der frommah Seelen, O du Glanz der Ewigkeit, Dir will ich mith Diese Naht befehlen chen n eben. jeit hun Gür m in Redng Was den t, Deing „ Sie l iel, Ja hret, Iu rühret. nun ver ibte Nach hin del o uns all he mir, o ein Glam Ind mei „Ob ih itze. mir auß nd'ꝰ m in armz gar ber — 0 Mich zur Da un ö‚ Strafe en! n dir ge mich doh ins doh n Durh pein, I uld, Aber Huld Sünde lir sinde frommen anz del ich mih e Naht Abend⸗Lieder. d allezeit. Bleibe doch, Uent 60 bei mir, Weil es munmehr dunkel schier; Da ih mich so sehr betrübe, Höste mich mit deiner Liebe. 8. Schütze mich vors Teu⸗ sls Netzen, Vor der Macht der Finsternis, Die mir manche Nacht zusetzen Und erzeugen Kümmernis; Laß mich dich, o wahres Licht, Nimmermehr berlieren nicht, Wenn ich dich nur hab' im Herzen, Fühl' ih nicht der Seele Schmerzen. 9. Wenn die Augen schon ich schließen Und ermüdet Ohsen ein, Soll mein Herz bennoch beflissen Und auf dich gerichtet sein, Meine Seele mit Begier Träume stets, o Gott, von dir, Daß ich rein an Seel' und Leibe Und auch sclafend dein verbleibe. 10. Laß mich diese Nacht empfinden Eine sanft' und süße Ruh', Alles Uebel laß Sonntags⸗A Mel. O Welt, ich muß. 41⁵ Der Sabbath ist * vergangen!Ich habe mein Verlangen Nach erzenswunsch erfüllt: Gott n mich unterweiset, Mit Lebensbrot gespeiset, Und mei⸗ ner Seele Durst gestillt. 2. Gott ruht durchs Wort un Herzen, Drum leg' ich ohne Schmerzen Auch meinen Leib 5 Ruh', Denn allen Sünden⸗ chaden Deckt Jesus nun in Pacht zu Schanden macht. 295 verschwinden, Decke mich mit Segen zu, Leib und Seele, Mut und Blut, All die Meinen, Hab und Gut, Freunde, Feinde, Hausgenossen Sein in deinen Schutz beschlossen. 11. Ach bewahre mich vor Schrecken, Schütze mich vor Ueberfall, Laß mich Krankheit nicht aufwecken, Treibe weg des Krieges Schall, Wend' ab Feu'r und Wassersnot, Pesti⸗ lenz und schnellen Tod, Laß mich nicht in Sünden sterben, Noch an Leib und Seel' ver⸗ derben. 12. O du großer Gott er⸗ höre, Was dein Kind gebeten hat; Jesu, den ich stets ver⸗ ehre, Bleibe ja mein Schutz und Rat, Und mein Hort, du, werter Geist, Der du Freund und Tröster heißt, Höre doch mein sehnlich Flehen; Amen, ja, es soll geschehen! Joh. Rist, geb. 1607 + 1667. ·lbendlieder. Gnaden Mit seinem Purpur⸗ mantel zu. 3. O du dreiein'ges Wesen! Mein Geist ist schon genesen, Weil ich dein Tempel bin; Ich habe Licht vom Lichte, Dein leuchtend Angesichte Treibt alle Finsternisse hin. 4. Du wirst schon bei mir wachen Und eine Sonne machen Auch mitten in der Nacht: Bis bei den Cheruhinen Ein Sonntag ist erschienen, Der alle 296 5. Ich schlafe ganz ver⸗ nüget; Denn wo mein Herze ieget, Da ist der Engel Heer; Mich stört kein Weltgetümmel, Es träumt mir nur vom immel; Ach, wer doch nur ald droben wär'! Benj. Schmolck, geb. 1672 4 1737. Mel. Nun sich der Tag geendet hat. 416 Non bricht die * finstre Nacht herein, Des Tages Glanz ist tot; Jedoch, mein Herz, schlaf' noch nicht ein, Geh, red' zuvor mit Gott. 2. O Gott, du großer Herr der Welt, Den Niemand sehen kann, Du siehst ja mich in dei⸗ nem Zelt, Hör' auch mein Seufzen an! 3. Der Tag, den ich nun⸗ mehr vollbracht, Der war be⸗ sonders dein; Drum hätt' er auch bis in die Nacht Dir sollen heilig sein. 4. Vielleicht ist dieses nicht Sonnabend⸗Abendlieder. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. o ist die Woche 417. S nun geschlos⸗ sen; Doch treuer Gott, dein Herze nicht; Wie sich dein Segensquell ergossen, So bin ich noch der Zuversicht, Daß er sich weiter hin ergießt Und unaufhörlich auf mich fließt. 2. Ich preise dich mit Hand und Munde, Ich lobe dich, Abend⸗Lieder. geschehn, Denn ich bin Fl und Blut, Und pfleg' 810 20 versehn, Wenn gleich da ille gut. 5. Nun such' ich deinen Gnadenthron, Sieh mein Schuld nicht an! Und dens daß dein lieber Sohn 56 mich genug gethan. 6. Schreib alles, was mun heut' gelehrt, In unsre Hergn ein, Und lasse die, so es gz hört, Dir auch gehorsam seh 7. Erhalte ferner noch den Wort Und thu uns imma wohl, Damit man stets g diesem Ort Gott diene, ui man soll. 8. Indessen such' ich men tuh'; O Vater, steh mir di Und gieb mir deinen En zu, Daß er mein Wächter st 9. Und endlich führe, wen es Zeit, Mich in den Himm ein; Da wird in deiner Hew⸗ lichkeit Mein Sabbath e sein. Caspar Neumann, geb. 1648 1 u so hoch ich kann, Ich rühm dich von Herzensgrunde din alles, was du mir ögethan Und weiß, daß dir durch u um Christ Mein Dank ah süßer Weihrauch ist. 3. Hat mich an menn Wochentagen Das liebe Ruah auch mit besucht, So gabst a auch die Kraft zu tragen; u dem ist es voll eil m Frucht Durch deine Liebe, Hen — pin Sl es öfteh gleich d ich deiten eh miin Und denhz Sohn gun was mm isre Henn so es g⸗ yrsam seh noch dah ns imme stets m diene, wi ich mein eh mir v nen Engl zächter ihre, wan n Himmi iner Hen⸗ bath ent 1648 1 u0 Ich rihn runde gun ir gethaz durch d Dank ch n meinn iebe Kz Abend⸗Lieder. 297 u mir, Und darum dank' ich u dafür. 4. Nur etwas bitt' ich über alles. Ach, du versagst mir olches nicht: Gedenke keines Sündenfalles, Weil mich mein Jesus 2 d Mein Je⸗ sus, der die Missethat Auf ewig schon gebüßet hat. 5. Dein Schwur ist ja noch nicht gebrochen, Du brichst ihn wucht in Ewigkeit, Da du dem Sünder hast versprochen, Daß er, wenn ihm die Sünde led, Nicht sterben, sondern gnadenvoll Als ein Gerechter leben soll. 6. Mein Glaube hält an diesem Segen Und will also den Wochenschluß Vergnügt und froh Reradten mn Da der Trost mich ergötzen muß, Daß ich ja soll in Christo dein Und schon in Hoffnung selig sein. 7. Doch da mein Leben zu⸗ r Ewar So bin ich auch er Ewigkeit Um eine Woche näher kommen Und warte nun der letzten Zeit, Da du die Stunde hast bestimmt, Die mich in deinen Himmel nimmt. 8. Und wenn ich morgen früh aufs neue Den Sonntag wieder sehen kann, So blickt die Sonne deiner Treue Mich auch mit neuen Gnaden an; Du teilst in deinem Wort und ün Den allerbesten Segen aus. 9. So will ich das im vor⸗ aus preisen, Was du mir lünft ge Woche giebst; Du wirst es in der That erweisen, Daß du mich je und immer liebst Und leitest mich nach deinem Rat, Bis Leid und Zeit ein Ende hat. E. Neumeister, geb. 1671 4 1756. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. o wird die 418. S Woche nun beschlossen, Da sich die Nacht zur Ruhe neigt, Und gleich⸗ wohl ist kein Tag verflossen, Der nicht von Gottes Gnade eugt! Denn er hat mich nach deitner Macht An Leib und Seele wohl bedacht. 2. Wer weiß, was mir für Mißgeschicke Mehr als zu nah gevesen ist, Man fühlt die chnellen Todesstricke, Des Satans und des Fleisches List, Wenn Gott mit seiner Engel Hut Im Wachen nicht das Beste thut. 3. Jedoch mit was für einem Leben Hab' ich den treuen Gott belohnt? Er hat mir Zeit genug gegeben, Er hat der Schwachheit noch verschont; Allein, je mehr die Gnade grünt, Je mehr hab' ich den Tod verdient. 4. Ach Gott! ich beichte meine Sünde, Nimm mich um Jesu willen an, Daß ich in ihm Vergebung finde, Der für mich hat genug gethan; Jetzt scheinet noch die Gna⸗ denzeit Zu eines Sünders Seligkeit. 298 Abend⸗Lieder.— Hausstands⸗Lieder. 5. Laß mich die neue Woch' erblicken, Daß ich ins neue Leben geh' Und als ein Christ in allen Stücken Auf deinem Willen fest besteh', Daß ich von groben Sünden frei Und auch von Herzen frömmer sei. 6. Behüte mich vor schnöden Leuten, Von denen man nur Sünde lernt; Will mich die böse Lust bestreiten, So gieb, daß sich mein Geist entfernt XXVII. Hausstands⸗Lieder. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 419 OIn Gottes Na⸗ * men fang' ich an, Was mir zu thun ge⸗ bühret; Mit Gott wird alles wohl gethan Und glücklich aus⸗ geführet; Was man in Gottes Namen thut, Ist allenthalben recht und gut Und muß uns wohl gedeihen. 2. Gott ist's, der das Ver⸗ mögen schafft, Was Gutes zu vollbringen, Er giebt uns Segen, Mut und Kraft Und läßt das Werk gelingen, Daß uns ein reicher Zug entsteht, Sein Segen in das Haus uns Und alle Süßigkeit veracht. Die uns der Hölle diensin macht. 7. Also will ich dein besingen, So lange sich Zunge regt; Dein hoher Num soll erklingen, Weil Tag un Nacht die Zeit bewegt; u hilf mir in den Himmel ah Da wird es ewig Somn sein. Gottfr. Hoffmann, geb. 1658 f l 4. Gott ist der Fromma Schild und Lohn, Er kan sie mit Gnaden; Der bah Welt Haß, Neid und Huh Kann ihnen gar nicht schabe Gott decket sie mit sehn Hand, Er segnet ihre Sh ihr Land Und füllet sie n Freuden. 5. Drum komm, Herr Zih stärke mich, Hilf mir in meim Werken: Laß du mit deinn Gnade dich Bei meiner Mhh merken; Gieb dein Gedeihn selbst dazu, Daß ich in alleg was ich thu, Ererbe deinn Segen. 6. Regiere mich durch deinn geht, Daß wir die Fülle haben. Geist, Den Müßiggang 3. Wer erst nach Gottes meiden, Daß das, was h Reiche tracht't Und bleibt auf mich schaffen heißt, Gesh seinen Wegen, Der wird gar mit lauter Freuden; Auf di leichtlich reich gemacht Durch ich dir mit aller Treu 44 Gottes milden Segen; Da dein Gebot gehorsam sei u wird der Fromme voll und meinen Nächsten liebe. V satt, Daß er von seiner Ar⸗ beit hat Auch Armen Brot geben ner Hände Befehl' ich, lebhz 7. Nun, Jesu, komm un bleib bei mir; Die Werke miß er. it veracht le Wa dein O ge sich hoher M il Tag un wegt; Vi himmel eh g Sonnih 1658 f Ul Fromme Er hinh Der bisn und Hoh cht schabn mit sein ihre Siud Let sie n Herr Ih r in meinn mit deinn iner Arhi 1 Gedeihn h in allen rbe deinmn urch dein iggang „ was u t, Gescht ½ Auf di Treu' I m sei In Werke mä⸗ ich, lebsn Hausstands⸗Lieder. Heiland, dir; Hilf, daß ich sie bollende Zu deines Namens Herrlichkeit Und gieb, daß ich ur Abendzeit Erwünschten LEohn empfange. Salomo Liscov, geb. 1640 f 1689. Mel. O Gott, du frommer Gott. 4⁰ Qad dich, Herr * Jesu Christ, Durch mein Gebet bewegen, Komm in mein Herz und Haus Und bringe mir den Segen; Nichts richten Müh' und Kunst Ohn' deine Ristig aus; Wo du mit Gnaden bist, Kommt Segen in das Haus. Joh. Heermann, geb. 1585 1647. Eigne Melodie. 0 1 O selig Haus 42* wo man dich aufgenommen, Du wahrer Seelenfreund, Herr Jesu Christ! Wo unter allen Gästen, die da kommen, Du der ge⸗ feiertste und liebste bist Wo aller Herzen dir entgegen⸗ schlagen Und aller Augen freu⸗ dig auf dich sehn; Wo aller Lihpen dein Gebot erfragen, Und alle deines Winks ge⸗ wärtig stehn. 2. 0 selig Haus, wo Mann und Weib in einer, In deiner Liebe eines Geistes sind, Als beide eines Heils gewürdigt, keiner Im Glaubensgrunde an⸗ ders ist gesinnt; Wo beide un⸗ 299 zertrennbar an dir hangen In Lieb' und Leid, Gemach und Ungemach, Und nur bei dir zu bleiben stets verlangen An jedem guten, wie am bösen ag. 3. O selig Haus, wo man die lieben Kleinen Mit Händen des Gebets ans Herz dir legt, Du Freund der Kinder, der sie als die Seinen Mit mehr als Mutterliebe hegt und pflegt, Wo sie zu deinen Füßen gern sich sammeln Und horchen deiner süßen Rede zu Und lernen früh dein Lob mit Freuden stammeln, Sich deiner freu'n, du lieber Heiland du! 4. O selig Haus, wo Knecht und Magd dich kennen, Und wissend, wessen Augen auf sie sehn, Bei allem Werk in einem Eifer brennen, Daß es nach deinem Willen mag geschehn: Als deine Diener, deine Haus⸗ genossen In Demut willig und in Liebe frei, Das Ihre schaffen froh und unverdrossen, In kleinen Dingen zeigen große Treu'. 5. O selig Haus, wo du die Freude teilest, Wo man bei keiner Freude dein vergißt; O selig Haus, wo du die Wunden heilest Und aller Arzt und aller Tröster bist; Bis jeder einst sein Tagewerk vollendet, Und bis sie endlich alle ziehen aus Dahin, woher der Vater dich esendet, Ins große, freie, schöne Vaterhaus. Carl Joh. Phil. Spitta, geb. 1801 +1859. 300 Hausstands⸗Lieder. Mel. Wo Gott zum Haus. 422 Woll einem Haus, wo Jesus Christ Allein das All in allem ist! Ja wenn er nicht darinnen wär': Wie finster wär's, wie arm und leer! 2. Wohl, wenn der Mann, das Weib, das Kind Im rech⸗ ten Glauben einig sind, Zu r dienen ihrem Herrn und Gott Nach seinem Willen und Gebot! 3. Wohl, wenn ein solches Haus der Welt Ein Vorbild vor die Augen stellt, Daß ohne Gottes Dienst im Geist Das äuß're Werk nichts ist und heißt! 4. Wohl, wenn das Räuch⸗ werk im Gebet Beständig in die Höhe geht, Und man nichts treibet sort und fort Als Gottes Werk und Gottes Wort! 5. Wohl, wenn im äußßz⸗ lichen Stand Mit fleißiger,s⸗ treuer Hand Ein jegliches n⸗ seiner Art Den Geist der En tracht offenbart! 6. Wohl, wenn die Elen Amd sind, Und wenn l Nind und Kindeskind Vi⸗ säumen nicht am ew'gen Glh Dann bleibet ihrer keins z rück! 7. Wohl solchem Haus, den es gedeiht: Die Eltern werln hoch erfreut, Und ihren Kindin sieht man's an, Wie Gotteh Seinen segnen kann. 8. So mach' ich denn g dieser Stund' Samt můain Hause diesen Bund: M alles Volk auch von ihm sen Ich und mein Haus stehnt⸗ dem Herrn! Christoph Carl Ludwig v. i geb. 1712 + 178ʃ. b. Ehestand. Mel. Wie schön leuchtet der. 423 Och und mein 3 Haus wir sind bereit, Dir, Herr, die ganze Lebenszeit Mit Seel' und Leib zu dienen. Du sollst der Herr im Hause sein; Gieb deinen Segen nur darein, Daß wir dir willig dienen. Eine Kleine, Fromme, reine Hausgemeine mach aus allen; Dir nur soll sie wohlgefallen. 2. Es wirke durch dein kräftig Wort Dein guter Geist stets fort und fort An unser aller Seelen; Es leucht' uns wie das Sonnenlicht, Dau am rechten Lichte nicht Hause möge fehlen. Mih Gleiche Seelenspeise auch g Reise durch dies Leben I die wir uns dir ergeben. 3. Gieß deinen Frieden dies Haus Und Alle, die du wohnen, aus, Im Glaubs uns verbinde; Laß us Liebe allezeit Zum Dule Tragen sein bereit, Voll mut, sanft und linde. l Uebe Jede Seele; keinemsih dran man kennet Den, sich den Deinen nennei im äußz⸗ leißiger h gliches u ist der Ey die Eleen wenn s skind Vh⸗ vgen Glich keins zu Haus den tern werhn ren Kinden zie Gott H n. h denn z mt meiun und: M n ihm seh us stehntz ig v. N 784. ht, Daui nicht u. en. Rah se auch p zeben I geben. Frieden a le, die d n Glaubs uns m Dulha „Voll 7; inde. H einem seh⸗ Den, mnnet. Hausstands⸗Lieder. 4. Laß unser Haus gegrün⸗ dersein Auf deine Gnade ganz allin Und deine große Güte. Uch laß uns in der Nächte Griun Auf deine treue Hülfe shaun Mit kindlichem Gemüte, Selig, Fröhlich, Selbst mit Schmerzen in dem Herzen dir uns lassen Und dann in Ge⸗ duld uns fassen. 5. Giebst du uns ird'sches Glück ins Haus, So schließ den Stolz, die Weltlust aus, Des Reichtums böse Gäste; Denn wenn das Herz an De⸗ mut leer Und voll von eitler Veltlust wär', So fehlte uns das Beste: Jene Schöne, Tiefe, tille Gnadenfülle, die mit Schätzen Einer Welt nicht zu ersetzen. 6. Und endlich flehn wir allermeist, Daß in dem Haus kein andrer Geist Als nur dein Geist regieret. Der ist's, der alles wohlbestellt, Der gute Zucht und Ordnung hält, Der alles lieblich zieret. Sende, Spende Ihn uns Allen, bis wir wallen heim und oben Dich in deinem Hause loben. Carl Johann Phil. Spitta, geb. 1801, gest. 1859. Rel. Wie schön leuchtet der Morgen⸗ stern. 424 Wi⸗ schön ist's —* doch, Herr Jesu Christ, Im Stande, da dein 1 ist, Im Stande heil ger Ehe! Wie steigt und neigi sich deine Gab' Und alles 30¹ Gut so mild herab Aus dei⸗ ner heil' gen 90 50 Wenn sich An dich Fleißig halten Jung und Alten, die im Orden Eines Lebens einig worden. 2. Wenn Mann und Weib sich wohl begehn Und unver⸗ rückt beisammen stehn Im Bunde reiner Treue, Da geht das Glück im vollen Lauf, Da sieht man, wie der Engel Hauf' Im Himmel selbst sich freue: Kein Sturm,‚, Kein Wurm Kann zerschlagen, kann zernagen was Gott giebet Dem Paar, das in ihm sich liebet. 3. Vor allem giebt er seine Gnad', In deren Schoß er früh und spat Sein' Hochge⸗ liebten heget; Da spannt sein Arm sich täglich aus, Da faßt er uns und unser Haus, Gleich als ein Vater pfleget, Da muß Ein Fuß Nach dem andern gehn und wandern, bis sie ommen In das Zelt und Sitz der Frommen. 4. Sei gutes Muts: wir sind es nicht, Die diesen Orden aufgericht't; Es ist ein höh'rer Vater. Der hat uns je und je geliebt Und bleibt, wenn unsre Sorg uns trübt, Der beste Freund und Rater: Anfang, Ausgang Aller Sachen, die zu machen wir gedenken, Wird er wohl und weislich lenken. 5. Zwar bleibt's nicht aus, es kommt ja wohl Ein Stünd⸗ lein, da man leidensvoll Die Thränen lässet fließen: Jeden⸗ noch, wer sich in Geduld Er⸗ SI. ö ü 30² Hausstands⸗Lieder. Huld des Leid wird Gottes ö uld In großen Freuden schließen: Dulde, Leide Nur ein wenig: unser König wird be⸗ hende Machen, daß die Angst sich wende. 6. Wohl her, mein König, nah herzu! Gieb Rat im Kreuz, in Nöten Ruh', In Ce. Verwitwete Mel. Wenn mein Stündlein vor⸗ oft begehrt Aus ihres Leibg handen ist. 42⁵ Ai Gott, ich muß in Trau⸗ rigkeit Mein Leben nun be⸗ schließen: Dieweil der Tod von meiner Seit' So eilends hat gerissen Mein treues Herz, der Tugend Schein; Des muß ich jetzt beraubet sein; Wer kann mein Elend wenden? 2. Wenn ich an ihre Freund⸗ lichkeit Gedenk‘ in meinem Herzen, Die sie mir hat zu jeder Zeit, In Freud' und auch in Schmerzen, Erwiesen ganz beständiglich: Mein Kreuz und Weinen mehret sich; Vor Angst möcht' ich vergehen. 3. Bei wem soll ich auf dieser Welt Rechtschaffne Liebe finden? Der größte Teil nicht Glauben hält; Die Treu' will gar verschwinden; Ich glaub' und red' es ohne Scheu, Die best' ist die getraute Treu'! mit Der muß ich jetzt entraten. 4. Fürwahr mir geht ein scharfes Schwert Jetzund durch Aengsten Trost und Freud Des sollst du haben Pu und Preis: Wir wollen sinn bester Weis' Und danken beide, Bis wir Bei dir, Deis Willen zu erfüllen, dein Namen Ewig loben waßn Amen! Paul Gerhardt, geb. 1607 4 l und Waisen. Höhle; Wo du nicht, o hu Jesu Christ, In solchem Kun mein Tröster bist, Muß ichi Leid verzagen. 5. O treugeliebtes selig H. Zu dir will ich mich wend In diesem meinem gu Schmerz, Ob sich mein möcht' wenden; Ich will l trachten deinen Stand, M. Gott dir alles Kreuz gewanh In höchste Freud' und Womn 6. Kein' Angst und Trübsl Weh und Not Kann jetzund verletzen; Im Hinmm thut der fromme Gotkt M Liebe dich ergötzen; Die Eh schaut mit Lust und Zuh Die heilige Dreifaltigkeit M allen Auserwählten. 7. Der Höchst' hat dich ai seinem Schoß Und wiccht ch alle Thränen, Erfüllet d Freuden groß, Damt wir uns noch sehnen; Dusth bei der Engel Schar,— 3 Gott, frei von Gefahr, M meine Seele, Die abzuschneiden süßem Ton und Schalle. nifi kenne nnd Srahh iben M ollen sing dankn dir, Dein en, dein den wadg 160⁷ 1 hres Lebz cht, 0 Hn chem Rg Muß ich i selig ich 2 m große nein Nu ch will l⸗ tand, M. 1z gewanh nd Woms d Trübsl vann hü m Himm Gott M Die Sl id Frald igkeit M t dich au wischt ch üllet Hausstands⸗Lieder. 303 8. Der Leib, der ruht gar suft und fein Ohn' alle Qual uud Sorgen; Vor allem Un⸗ lick groß und klein Liegt er zet still verborgen; Kein Bein⸗ let ja kein Stäubelein Wird dir davon verloren sein: Die Engel dich bewahren. 9. Iu kurzer Zeit wird Je⸗ sus Christ Dich wieder aufer⸗ wecken; Und weil du auch sein Schäflein bist, Wird er die Hand ausstrecken, Dich führen in sein Himmelreich, Da du nit Leib und Seel' zugleich Bei ihm sollst ewig Ren 10. Du kommst nicht wieder her zu mir In dies betrübte Leben! Ich aber komm' hinauf u dir; Da werd' ich mit dir hweben In höchster Freude, Vonn' und Lust, Die deine Seele täglich kost't. Drauf ich nich herzlich freue. 11. O wie mit großer Freu⸗ digkeit Woll'n wir einander kennen! Da wird uns dann zu keiner Zeit Der bitt're Tod nehr trennen. Ach welche Freude wird dann sein, Wenn ich die, die ich jetzt bewein', Mit Freuden werd' umfangen! 12. Das will ich stets in meinem Leid Mir zu Gemüte führen, Erwarten in Geduld die Den Wie Christen will 100 ren. Gott alles Trostes, teh' bei mir Und mich durch deinen Geist regier' Zu deines Namens Ehren! oh. Heermann, geb. 1585 f 1647. f den Tod laner ersten Frau, gest. 1617.) Mel. O Welt, ich muß. V uf Gott nur 426. A will ich sehen; Er hört der Witwe Flehen, Sieht ihre Thränen an; In jedem Schmerz und Leide Ist Gott mir Trost und Freude, Mein Fels, den ich umfassen kann. 2. Wie viel, die in der Kam⸗ mer Dir klagten ihren Jammer, O Gott, erhörtest du! Dein väterlicher Segen Hielt sie, auf ihren Wegen War Friede, Sicherheit und Ruh'. 3. Wo seit viel tausend Jah⸗ ren Betrübte Witwen waren, Die hast du treu gepflegt, Wenn sie dich nicht verließen Und gläubig dir zu Füßen Des Kummers schwere Last gelegt. 4. In dir will ich mich stärken: Dein Aug' wird auf mich merken, Und auf mein Fleh'n dein Ohr; Bei Tag und Nacht mit Flehen Will, Herr, ich vor dir stehen Und seufzen still zu dir empor. 5. Ich will mein Joch nun tragen; Dir, Vater, darf ich sagen, Was ja mein Herz be⸗ drückt; Bist du nicht in der Nähe, Du, den ich zwar nicht sehe, Und den mein Glaube doch erblickt? 6. Ja bis zum letzten Schritte, Ja, wenn ich mehr noch bitte, Seh' ich mit Lust auf dich; Dir, Heiland, zu gefallen, Un⸗ sträflich hier zu wallen, Sei mein Bestreben, stärke michl 3⁰⁴⁴ 7. Mit Ernst und frohen Mutes Will ich nach Kräften Gutes Vor deinen Augen thun; Will mich der Welt entziehen, Lärm, Tand und Thorheit fliehen und nur in deinem Schoße ruhn. 8. Dann eilen meine Tage Mit jeder Not und Plage Leicht wie ein Traum dahin; Dann leg' ich froh die Glieder Aufs Sterbebette nieder, Wenn ich zum Himmel reifer bin. 9. Dann find' ich, den ich liebte, Des Tod mich einst betrübte, In meines Schöpfers Hand! Wo Freudenquellen fließen, Werd' ich ihn dann umschließen Im thränenfreien Vaterland. 10. Fort auf dem Dornen⸗ pfade! Mich tröst't des Hei⸗ lands Gnade: Er träget meine Not; Nicht ewig werd' ich weinen: Ich komme zu den Meinen, Bald seh' ich sie bei meinem Gott. 11. Kommt her, ihr meine Waisen, Den Herrn mit mir u preisen, Der uns erhalten 48 Dir, Gott, will ich sie bilden; Schau, Herr, mit deiner milden Erbarmung deine Schäf⸗ lein an! J. K. Lavater, geb. 1741 4 1801. Hausstanos⸗Lieder. Mel. Freu dich sehr, o meine Sell 427⁷. Nohs Betr⸗ ter's ist g Erden, Nichts kann so Herzen gehn, Als wenn am Witwen werden, Wenn I lassne Waisen stehn, Ohn Vater, ohne Mut, Ohne reuh⸗ de, ohne Gut. Wityen sin verlass'ne Frauen; Wer m auf die Waisen schauen? 2. Witwen sind in Golts Armen, Waisen sind in Oh⸗ tes Schoß, Ihrer will er sth erbarmen, Wär' die Not aut noch so groß; Ein solch un⸗ gerechter Mann Tastet Gottez Augen an, Der die armm! Waisen drücket Und der Vi wen Herz bestricket. 3. Wenn sie bleiben in du Schranken, Darin Gott si hat gestellt, Und von sein Treu' nicht wanken, Weil sich zu ihnen hält, Sollen si im Himmelsschloß Werden ch les Kummers los: Da il nicht mehr, wie auf Erda Witwennot gehöret werden. Michael Hunold, geb. 1621 1 M d. Eltern und Kinder. Mel. Aus tiefer Not schrei' ich zu dir. 428. ch Gott! laß dir een sein Zu diesen bösen Zeiten Den teuren Schatz, die Küube lein; Thu— zum Guten leiten Gar bald die Jugend wird de⸗ führt, Ja bald ein Mlter sth verirrt In diesen letꝛen gelg meine Sh Betrö⸗ r's ist g mn so wenn am Wenn A⸗ ehn, Am hneszrein⸗ Zitven sih Wer noz auen? in Gotit nd in Gat will er st e Not aut solch un stet Gottz die arnn d der W. ben in de Gott st von seing. „ Weil 0 Sollen si. Werden h Da jul muf Erden werden. 1621¹ 1 die Kin? uten leitn d wird her Nlter sih ien geltg Hausstands⸗Lieder. 305 2. Dein' Vatertreu sie mir]mehr fehle, Das macht dein bchüt, Dein' Gnad' sie mir Glaubenslicht; Gott stärk' auch Regiere; Dein guter Geist leit' meinen Glauben Und laß mir ihr Gemüt, Daß niemand sie ihn nicht rauben: Gebet und berführe: Dir, Herr, ich sie Hoffnung trügen nicht. befehlen thu, Die Engelwach, 4. Ja, wär' ich nur in allem ieb ihnen zu, Daß keine Plag' Nach Gottes Wohlgefallen Ein 15 rühre. frommes Kind, wie du! Nun, 3. Und weil man dir, Herr, Jesus woll' mir geben Zucht, dienen soll Allhier in allen Demut, stilles Leben Und son⸗ Stünden, So mach sie deiner derlich der Seelen Ruh! Beisheit voll Und laß sie 5. So schlaf denn sanft und 11 sinden, Zu Denen dir stille! Ist's Gottes gnäd'ger in der Gemein'; Du, Herr, Wille, So bin ich auch bereit: am besten weißt allein, Ihr Nur nehme er am Ende Den Dun zu Nutz zu wenden. Geist in seine Hände; Der 4. Dir, meinem Gott, er⸗ Leib schläft bis zur letzten Zeit. ieh ich sie In deiner Furht. 6. Doch wird verklärt er und Trene: Schaff, daß 0 wallen, Wenn die Posaunen rbeit, Sorg' und Müh Ins schallen, Aus düst rer Grabes⸗ fünftge mich gereue, Daß ich nacht; Da wollen wir dann vielmehr in Ewigkeit Mich beide In ew'ger Himmels⸗ meiner Kinder Seligkeit Herz⸗freude Den Heiland schau'n in inniglich erfreue. seiner Pracht. Josua Wegelin, geb. 1604 1640. 7. Indes sei Gottes Segen Auf allen deinen Wegen: Er segne deinen Lauf und laß uns selig fahren, Die Engel uns bewahren; So wachen wir zum Leben auf. Mel. O Welt, ich muß. 429. Da Rrg Mein Kind, ich aber liege Vor Christi Angesicht; Der höret Flehn und Beten Und wird uns selbst vertreten; Denn dieser Hüter schlummert nicht. 23. Du warst eh'mals ver⸗ 430 ch bin ein klei⸗ loren; Nun bist du neu ge⸗* nes Kindelein, boren, Vom Sündenfluche rein: Und meine Kraft ist schwach; Hott sage dzu Amen Und Ich möchte gerne selig sein Und schreibe deinen Namen Ins weiß nicht, wie ich's mach'. Buch des ew'gen Lebens ein. 2. Mein Heiland, du bist 3. Gott wohnt in deiner mir zu gut Einst auch ein Seele; Daß ihr kein Trost Kind gewest, Und hast mich Mel. Lobt Gott, ihr Christen, al⸗ zugleich. 306 Hausstan durch dein teures Blut Aus aller Not erlöst. 3. Mein liebster Heiland, rat' mir nun, Was ich zur Dankbarkeit Dir soll für deine Liebe thun, Und was dein Herz erfreut. 4. Ach, nimm mein ganzes Herz dir hin, Nimm's, liebster Jesu, an! Ich weiß, daß ich dein eigen bin, Du teurer Schmerzensmann. 5. Du hast mich in der Taufe ja Mit deinem Heil bekleid't Und, eh' ich etwas wußt' und sah, Zu deinem Kind geweiht. 6. Bewahr' mir nur mein Herzelein Vor allem, was be⸗ fleckt; Du hast's gewaschen, halt es rein, Verhüllt und zugedeckt! 7. Holst du mich bald aus dieser Zeit, Was ist es denn wohl mehr? So komm' ich in die Herrlichkeit Zum auser⸗ wählten Heer. 8. Und muß ich länger hleiben hier, Nehm? ich an Jahren zu, So hilf du, Her⸗ zensjesu, mir, Daß ich viel Gutes thu'. 9. Beschließ' ich endlich mei⸗ nen Lauf In Liebe gegen dich, So hole mich zu dir hinauf Und nimm und küsse mich. Nie. Ludwig Graf von Zinzendorf, geb. 1700 f 1760. Mel. Herr Gott, dich loben alle wir. ds⸗Lieder. liebes Kind, Dieweil die Ende bei dir sind; Sie sehen Ooß Angesicht; Sie wachen und schlummern nicht. 2. Du schläfst und egz weich dabei; Dein Heilands⸗ auf Stroh und Heu Im s stern Stall, auf Hoh m Stein; Du liegst in deinez Wiegelein. 3. Dir störet niemand Schh und Ruh', Ihm setzten tausen Feinde zu; Du lebst ohme nigen Verdruß, Da er du Elend leiden muß. 4. Gott schenke Krast i und Gedeih'n, Er segne d und mach' dich rein, From und an deiner Seele reich, Weisheit deinem Jesus glat 5. Gott fülle dich mit Guad und Licht, Daß durch dich ar dern wohl geschicht; Und wesd ein Baum, der Schatten gieh Du Pflänzlein, treu von Hol geliebt. 6. Gott ist ein wahm Kinderfreund, Er send. auc dich vor jedem Feind, M liebe Heiland, Jesus Chas ünt Kinder segnet, herzt u üßt. 7. Sei, wie das traute d⸗ suskind, Gerecht, getreu u fromm gesinnt; Dies Kindlein ging die Tugendbahn Und un den Eltern unterthan. 8. Dein Gott verkläre sin und für Sein liebes Jesusin) in dir, Daß deine Seel' erkemt und faßt, Was du am Kind⸗ 431. Soa lein Jesu hast. mit Guad ch dich az Und ward atten gich, von Goth Uund thut, 110 wie du mußt' sein. wahng n auh eind, I 18 Chris. herzt u raute J⸗ treu und Kindlein Und vn n. ö kläre fit Jesusind el' erkennt im Kind⸗ 9. Was Jesus ist und heißt Das ist und thut er Dein großes Elend ir zu gut; ruht allen Daß er ein Kind macht allein, mit diesem 10. Wer es den ist Gottes Ainde hült, Für Reich bestellt; Der nimmt, sei lein er oder Hunn Mit ihm dort gleiches Erb' und Los. é I. Wie bald vergeht des Lebens Zeit Und bringt uns in die Ewigkeit! Es ist noch um ein Kleines nun den letzten Schlaf zu thun. 12. Bald weckt uns der Posaunen Ton, Wir sehen Christum auf dem Thron Und bei ihm, wer hier in Gefahr, Verachtet, arm und elend war. 13. Schlaf, liebes Kind, shlaf unbetrübt; Wenn Gott Verstand und Jahre giebt, So wachs' im Geiste Tag und Nacht, Bis Gott dich ewig selig macht. Joh. Chr. Ruben, um 17¹². Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 432 Songe doch für σ meine Kinder, Vater, nimm dich ihrer an; Ob gleich vor dir sind Sün⸗ er, Sind sie dir doch zu⸗ Euhmr Und durch deines ohnes Blut Gleichwohl dein erworb'nes Gut, Darum wirst du sie aus Gnaden Wohl be⸗ scützen und berathen. 2. Sie sind dir von Kin⸗ desbeinen Und von Han er⸗ sten Stund' Ueberge Hausstands⸗Lieder. Und um Bleibt bei ihnen täglich neue. en als Erden Deinem Reich, so dir's 30² die Deinen, Und durch deinen Gnadenbund Hast du sie in ihrer Tauf Bäterlich ge⸗ nommen auf, Daß sie, wenn sie sollten sterben, Wären dei⸗ nes Reiches Erben. 3. Du hast sie bisher er⸗ nähret Und so manchem Un⸗ glücksfall Mehr als väterlich I gewehret, Der sie hier und IIXIII überall Hätte leichtlich hinge⸗ stürzt, Ja, das Leben abge⸗ kürzt; Aber deine Vatertreue P 4. Sollt' ich nicht für solche Güte Immer dir verpflichtet sein Und mit dankendem Gemüte Solchen Glück⸗ und Segensschein Rühmen und vor jedermann Deine Wohlthat zei⸗ gen an? Ach so müßt' ich ganz vermessen Gottes, meines Heils, vergessen. 5. Sammeln andre große Schätze, Daß ihr Haus in sol⸗ chem Heil Sich an Geld und Gut ergötze, So bist du mein einzig Teil; Bleib auch meiner Kinder Gott, Lasse sie in kei⸗ ner Not Und in keinem Kreuz verderben, Bis sie endlich se⸗ lig sterben. 6. Schütze sie vor bösen Leuten Und vor der Verführer Schar, Daß ihr Fuß nicht möge gleiten; Laß sie ihre Le⸗ bensjahr' In der Tugend bringen zu, Bis du sie, wie mich, zur Ruh' Wirst ins kühle Grab versenken Und die Se⸗ ligkeit uns schenken. 7. Können sie auf dieser 308 gefällt, Und dem Nächsten nützlich werden, So laß in der ganzen Welt, Ihnen, wo sie immer gehn, Deine Furcht vor Augen stehn, Daß sie dich im Thun und Lassen Stets in ihre Herzen fassen. 8. Endlich, wenn die Jahr' verflossen, Daß sie diese Le⸗ benszeit Hier in Gottesfurcht genossen Und sie in die Ewig⸗ eit Sollen ihren Eintritt thun, So laß alle Schmerzen ruhn, Und laß sie in ihrem Ster⸗ e. Freu Mel. Alle Menschen müssen sterben. 433 Jesu, allerlieb⸗ 33 ster Bruder, Der's am besten mit mir meint, Du mein Anker, Mast und Ruder, Und mein treu'ster Herzensfreund! Der du, ehe was geboren, Dir das Men⸗ schenvolk erkoren, Auch mich armen Erdengast Dir zur Lieb' ersehen hast; 2. Du bist ohne Falsch und Tücke, Dein Herz weiß von keiner List, Aber wenn ich nur erblicke, Was hier auf der Erde ist, Find' ich alles voller Lügen; Wer am besten kann betrügen, Wer am schönsten heucheln kann, Ist der aller⸗ beste Mann. 3. Ach wie untreu und ver⸗ logen Ist die Liebe dieser Welt! Ist sie jemand wohl gewogen, Währt's nicht län⸗ er, als sein Geld; Wenn das Hausstands⸗Lieder. ben Glaubensvoll den Hinmh erben. 9. Gönne mir die Freude, Daß am lieben sin sten Tag, Nach so vielem Auz und Leide, Ich mit Jauchn sagen mag: Liebster Vater bin hier Und die Kinder,. du mir Hast in jener W bescheret. Ewig sei dein Nun geehret! Ludwig Heinrich Schlosser geb. luh, + 1723. noschaft. Sind wir schön und gut he dienet; Kommt ein wenig l⸗ gestüm, Kehrt sich alle Freunh⸗ schaft um. 4. Treib, gen von mir und verhüte Solch kelmut geschändet Und du Falschheit zugewendet, So e⸗ um Gnad' und um Gedulb. Herze Gegen meine Freunit all', Auch dann, wenn mi Kreuz und Schmerze Sie ge kommen sind zu Fall; In ich mich nicht ihrer schim, Sondern mich nach dir bequene, Der du, da wir arm und bloß Uns gesetzt in deinen Schos. nem Willen Einen Freunh, in dessen Treu! Ich mein Hene lück uns blüht und grünet, möge stillen, Dem mein Mund 0 kenn' ich meine Schuld, Bib en unbeständgg Sinn! Hätt' ich aber mih! Gemüte, Weil ich auch ch Sünder bin, Schon mit Wan 5. Gieb mir ein bestind 6. Gieb mir auch nach d3ü sch oh erkläre nieder das n dem 5 7.8 erlebe natha möge nun Gute⸗ nicht Sond Weh steh. 8 wähl Men Seel und Sint Tro der die 9 Geb nen zuzt ein frer It Hausstands⸗Lieder. 309 en Himnt ich ohne Scheu Oeffnen und gießt Balsam, der am Jordan ullüren möge, Da ich alles fließt. die niederlege, Nach dem Maße, 10. O wie groß ist meine eben Iüne das mir g'nügt, Was mir auf Habe, O wie östlich ist mein elem Kun dem Lan liegt. Gut, Jesu, wenn mit dieser t Jauhn 7. Laß mich Davids Glück Gabe Dein' Hand meinen Vater t erleben, Gieb mir einen Jo⸗ Willen thut, Daß mich meines Rinder“ nathan, Der sein Herz mir Freundes Treue Und beständ'⸗ ener Nl nöge geben, Der auch, wenn ges Herz erfreue, Wer dich dein Nn nun jedermann Mir nichts fürchtet, liebt und ehrt, Dem Gutes mehr will gönnen, Sich ist solch ein Schatz beschert. nicht lasse von mir trennen., 11. Gute Freunde sind wie Condern fest in Wohl und Stäbe, Dran der Menschen Beh Als ein Felsen bei mir Gang sich hält, Dran der steh. schwache Fuß e hebe, Wenn 8. Herr, ich bitte dich, er⸗der Leib zu Boden fällt. Wehe wähle Mir aus aller Menschen dem, der nicht zum Frommen Meng' Eine fromme, heil'ge Solches Stabes weiß zu kom⸗ Seele, Die an dir sein kleb' men! Der hat einen schweren und hüng', Auch nach deinem Lauf; Wenn er fällt, wer hilft Einn und Geiste, Mir stets ihm auf? r, geb. liz, heständen Trost und Hülfe leiste, Trost., 12. Nun Herr, laß dir's aber um. der in der Not besteht, Hülfe, wohlgefallen, Bleib mein auch. die von Herzen geht. Freund bis in mein Grab; mit Man⸗ 9. Hab' ich S hwachheit und Bleib mein Freund und unter Und Gebrechen, 9.3 so lenke mei⸗ allen Mein getreuster, stärk⸗ t, Soe, nen Freund, Mir in Güte ster Stab! Wenn du dich mir uld, A zuzusprechen Und nicht wie wirst verbinden, Wird sich schon Gedul. ein harter Feind; Wer mich ein Herze finden, Das, durch bestin freundlich weiß zu schlagen, deinen Geist gerührt, Mir was Freunte It wie wer in Freudentagen Gutes gönnen wird. wenn mü Reichlich auf mein Haupt mir] Paul Gerhardt, geb. 1607 T+ 1676. f. Für Reisende. Rel. Nun sih der Tag geendet hat.sen nach; Doch der getreuen Engel Schar Bewahrt vor Un⸗ Gol Lob, die 434. Reise ist voll⸗ gemach. bracht, Der Weg zurückgelegt, 3. Durch sie ging meiner Des Herren Schutz und starke Füße Schritt Im Segen sicher — Macht at mich bisher verpflegt! sort, Ich bring gesunde Glie⸗ n 10 2. Wie viel und mancherlei der mit An meinen ersten Ort. Gefahr Schleicht uns auf Rei⸗ 4. Die Meinen hat Gott 310 Hausstands⸗Lieder.— Obrigkeit. auch bewahrt Vor Unglück, Schmerz und Tod, Und sie vergnügt und wohl gespart Vor aller Angst und Not. 5. Nimm hin den wohlver⸗ dienten Dank, Mein Gott, für dein Geleit; Es steigt zu dir mein Lobgesang Mit Herzens⸗ fröhlichkeit. 6. Dein Auge hat mich recht Dracht Und hin und her ge⸗ racht, Ich habe deinen Schutz gespürt Bei Tag und auch ei Nacht. 7. Ich opf're dir von neuem auf, Mein Schöpfer, Seel' und Leib; Regiere meinen ganzen Lauf, Daß er gesegnet bleib'. 8. Ist diese Reise gleich vor⸗ bei, So mach' mir doch be⸗ kannt, Daß ich hier noch ein Pilgrim sei; Bring' mich ins Vaterland. Mel. Erschienen ist der herrlich 20 435 In Gottes Iy men fasg wir, Sein Hülf' und Gun begehren wir, Des Vaters Hih bei uns bleib', Bewahre gnih Seel' und Leib. Khrieleit 2. Christus sei unser 0e leitsmann, Bleib' stetig bim auf der Bahn Und wendim uns des Feindes List, M was sein m Wort zuwider f Kyrieleis! 3. Der heil'ge Geist aut ob uns halt' Mit seinen Gabn mannigfalt; Er tröst' un stärk' uns in der Not In führ' uns wieder heim mit Oal Kyrieleis! Nicolaus Herman, 4 156l. Joh. Jacob Rambach, geb. 1693 + 1735. Nach einem Schiffer⸗ und Wallfahnz liede aus dem 13. Jahrhundert. XXVIII. Obrigkeit. Mel. In dich hab' ich gehoffet, Herr. x 0 Deuf du kannst O nichts als gü⸗ tig sein, Du wollest deiner Güte Schein Barmherzig denen starker Hand, Behüt' uns al⸗ zusammen Vor falscher Hahs Und Feindes Heer, Vor h und Feuerflammen! 4. Nimm all' der Deinen gönnen, Die sich mit Mund gnädig wahr Und wehr, o Hen Und Herzensgrund Allein zu der bösen Schar Durch dal dir bekennen. allmächtig Walten; Daß den 2. Insonderheit nimm wohl Herd' Hier zeitlich werd' Und. in acht, Den König, den. dort erhalten. uns gemacht Zu unsres Lan⸗ des Krone; Laß immerzu Sein Fried' und Ruh' Auf seinem Stuhl und Throne. 3. Halt unser liebes Va⸗ 437 Tegovah, Hen terland In deinem Schutz mit X und Konzg Paul Gerhardt, geb. 1607 4 100 Mel. Aus meines Herzens Grunde, herrlih za ottes qy ten fahm ind Gu aters Hüßz ahre gnähz Hrieleis unser g tig beim wend vm ist, Rt uwider s. 4—. eist au ten Gabg röst un Not In mit Gosh + 156l. Wallfahnz hrhundert. uns al⸗ cher Lehe Vor Pa r Deinen 2y o Hen, urch den Daß deine Herd' Ud 0⁷ 1 10%⁰ Grunde. h/ Hert ö 5 Kong Obrigeeit. 311 Her Könige und Herrn, Dir é Gott, du eunt gern; Wir st man unterthänig, Du herr⸗ bitten ohn Ermüden, Schaff thet nah und fern. Du Herr unsern Grenzen Frieden un Himmelszelt, Läßt unter Durch Jesum, unsern Herrn. bünem Leiten Bestehn die ph. Friedr. Hihler, geh. 1800 f 1750. Obrigkeiten, Zu herrschen in der Welt. 2. Es zeugen deine Knechte, Mer. Allein Gott in der Höh'. Daß leine Obric keit Als nur 4 0 4—. 165 deine Rechte Und deine 4 En Haupt hast cht gebeut; Du hast sie du dem Volk Rucht Ht' Zer ihr gesandt, Und trotz der Feinde hochgeschätzt; Wer ihr zu⸗ Toben In Gnad uider lebet, Der trotzt und Paterland G*n 15 hoch⸗ Derstrebet Dem, was du aubeunrin den ant slbit esetzt erhoben; Mit Frieden hast Ou Gott der Ordnung, n bedacht, Den Kaiser khre Mich selbst durch deinen dein Mant 8 Cüre. Zu Geist, Daß ich die Obern ehre, demnes ů5. hre. ö Wie uns dein Wort es heißt, 2. Wir danken dir mit Sie tragen ja dein Bild; Herz und Mund, Du Retter Gieb, daß ich Demut übe an⸗ Gefahren, Und flehen Und sie mit Ehrfurcht liebe, aus tiefster Seele Grund, Du Bie du es haben willt. wollest uns bewahren, Herr 4 Verleihe deine Güte Und aller Herrn, dem keiner gleich, lege Recht und Licht In ihr Den Kaiser und das deutsche erlaucht Gemüte Zum Urteil Reich Zu deines Namens im Gericht; Du herrschest Chre. sabst im Land: Das Herz 3, Verwirf, Gott, unser der Obrigkeiten Kannst du wie Flehen nicht, Laß auf des Bäche leiten; Es steht in Kaisers Wegen Dein huld⸗ deiner Hand. voll, heilig Angesicht Ihm 5. GOub, daß durch ihr Re. leuchten unt än deinem leren Wir mit Zufriedenheit Und salbe ihn mit deinem En ruhig Leben führen In Geist, Daß er sich kräftiglich wahrer Frömmigkeit, Laß sie erweist Zu deines Namens die Pfleger sein Der gläubi⸗Ehre. gen Gemeinde Und als He⸗ 4. Ach komm, wie zu der treue Freunde Ihr heil ge Väter Zeit, Ein Feuer anzu⸗ Sorgfalt weih'n. ünden, Daß wir im Frie⸗ 6. Die uns allhier regie⸗ den und im Streit, Fest auf ren, Herr, die regiere du dein Wort uns gründen, Ein Durch deines Geistes Rühren frommes Volk, das dir ver⸗ Und Weisheit immerzu. Herr traut Und dir zum Tempel 31²2 sich erbaut, Zu deines Na⸗ mens Ehre. Julius Sturm, geb. 1816 + 1896. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 0 O 439 Veler, kröne du * mit Segen Unsern König und sein Haus, Führ' durch ihn auf deinen Wegen Herrlich deinen Rat⸗ schluß aus; Deiner Kirche sei er Schutz, Deinen Fein⸗ den biet' er Trutz. Sei du dem Gesalbten gnädig; Seg⸗ ne, segne unsern König! 2. Rüst' ihn mit des Glau⸗ bens Schilde, Reich' ihm dei⸗ nes Geistes Schwert, Daß Gefahren, Obrigkeit.— Krieg und Frieden. Flamme, Die das Herz i. BVolks erneut, Daß es unmn Königsstamme Liebe bis 10 Tode weiht. In der Zan langer Nacht Hast du il ihm gewacht, Du erhieltesth uns gnädig; Segne, hl unsern König! 5. Fürchtet Gott, den Rin ehret! Das, o Herr, ist de Gebot; Und du hast es ◻1 bewähret, Warst gehorsamh⸗ zum Tod. Wer dich liebt folget dir; Drum so beten al wir: Vor dem Bösen schih uns gnädig, Gott erhalte u sern König! 6. Gieb uns Mut in ze Wenn der Zei Gerechtigkeit und Milde Ihm uns ernst bedroht, Daß ui des Friedens Heil gewährt. Mach' ihm leicht die schwere Last, Die du auferlegt ihm hast, Sei in Jesu du ihm Hünta Schütze, segne unsern önig! 3. Sammle um den Thron die Treuen, Die mit Rat und frommem Fleh'n Fest in deiner Streiter Reihen Für des Lan⸗ des Wohlfahrt stehn, Baue um den Königsthron Eine Burg, o Gottessohn! Sei du ihm auf 0 gnädig, Leite, segne unsern König! 4. Nähre du die heil'ge XXIX. Krieg Mel. Nun lob', mein' Seel', den Herren. Treue dann bewahren, Oche freudig in den Tod. Du ii unser Siegspanier; Gott m uns! so siegen wir. Dan Treuen krönst du gnädi Segne, segne unsern Kön 7. Breite, Herr, dein Rah auf Erden Auch in unsem Lande aus, Daß wir desh Bürger werden, Ziehen i dein Vaterh aus; Frieden un Gerechtigkeit Gieb uns, Goh zu aller Zeit; Sei du deinen Volke gnädig: Segne, sehm unsern König! Wilhelm Hülsemann, geb. 1751 f1 und Frieden. edle Fried⸗ und Freudenwon 53 nunmehr ruhen solleln Da 440. Goudo nun ist Die Spieß' und Schwerter und * erschollen Das ihr Mord; Wohlauf und uiun ösen schl echahen ut in der Zeut Daß ui ren, Heje . Du ii Gott ni zir. Dein gnädiz rn Köni dein Mit in unsem wir dein Ziehen i. ieden ud uns, Goh du deinen ne, segn 1781 f udenwon en solln verterud und niumn Krieg und Frieden. 31³3 um wieder Dein Saitenspiel wor, O Deutschland, singe —1 Im hohen, vollen Chor. Echebe dein Gemüte Und hanke Gott und sprich: Herr, deine Gnad' und Güte Bleibt dennoch ewiglich! 2. Wir haben nichts ver⸗ peenet Als schwere Straf' und uum Zorn, Weil stets noch ei uns grünet Der freche, shnöde Sündendorn. Wir sind sürwahr geschlagen Mit harter, sharfer Rut', Und dennoch nuß man fragen: Wer ist, der Buße thut? Wir sind und hleiben böse: Gott ist und hleibet treu, Hilft, daß sich bei uns löse Der Krieg und sein Geschrei. 3. Sei tausendmal will⸗ lommen, Du teure, werte, Friedensgab'! Jetzt sehn wir, was für Frommen Dein Bei⸗ unswohnen in sich hab'. In dich hat Gott versenket, All unser Glück und Heil: Wer dich betrübt und kränket, Der ckt sich selbst den Pfeil Der Trübsal in das Herze Und löscht aus Unverstand die üld'ne Freudenkerze Mit Her eignen Hand. 4. Das drückt uns niemand besser In unser Seel und 800 hinein, Als ihr zerstörten chlösser Und Städte voller Schutt und Stein, Ihr vor⸗ mals schönen Felder, Mit frischer Saat bestreut, Jetzt aber lauter Wälder Und dürre, wüste Heid'; Ihr Gräber voller Leichen Und tapfrer Helden Schweiß, Der Helden, deren gleichen Auf Erden man nicht weiß. 5. Hier trübe deine Sinnen, O Mensch, und laß den Thränenbach Aus beiden Au⸗ gen rinnen; Geh in dein Herz und denke nach! Was Gott bisher gesendet, Das hast du ausgelacht; Nun hat er sich Dom Und väterlich bedacht, om Grimm und scharfen Dingen Zu deinem Heil zu ruhn: Ob er dich möchte zwin⸗ gen Mit Lieb' und Gutesthun. 6. Ach, laß dich doch er⸗ wecken! Wach auf, wach auf, du harte Welt! Bevor das letzte Schrecken Dich schnell und plötzlich überfällt. Wer aber Christum liebet, Sei uner⸗ schrocknen Muts: Der Friede, den er giebet, Bedeutet alles Gut's; Er will die Lehre 20 f Das Ende naht herzu; a sollt ihr bei Gott leben In ew'gem Fried' und Ruh'. Paul Gerhardt, geb. 1607 4 1676. (Rach Beendigung des 80 jährigen Krieges.) Psalm 85. Mel. Aus tiefer Not schrei' ich zu dir. 441 Hen der du vor⸗ +4 mals hast dein Land Mit Gnaden ange⸗ blicket Und des gefangnen Jakobs Band Gelöst und ihn erquicket; Der du die Sünd' und Missethat, Die dein Voll vor begangen hat, Hast väter⸗ lich verziehen: 31⁴ Krieg und Frieden. 2. Herr, der du deines Krieg und alle andre Eifers Glut Zuvor hast ab⸗Nach Wunsch und also— gewendet Und nach dem Zorn Daß seine Ehr' in unse das süße Gut Der Lieb' und Land Und überall recht un Huld gesendet: Ach, frommes erkannt, Ja stetig bei 1— Herz! ach, unser Heil! Nimm wohne. weg und heb auf in der Eil', 8. Die Güt“ und u⸗ ö Was uns anjetzo kränket. werden schön Einander Rri 3. Lösch aus, Herr, deinen müssen; Gerechtigkeit eilh roßen Grimm Im Brunnen wird gehn, Und Friede un einer Gnaden! Erfreu' und sie küssen: Die Treue ni tröst' uns wiederum Nach aus⸗ mit Lust und Freud' 4 bu deun Schaden: Willst Erden blühn, Gerechti u denn zürnen ewiglich, Und Wird von dem Himmel schaln sollen deine Fluten sich Ohn' 9. Der Herr wird uns u alles End' ergießen? Gutes thun: Das Land pm 4. Willst du, o Vater, uns Früchte geben, Und die z denn nicht Nun einmal wieder seinem Schoße ruhn, A laben, Und sollen wir an dei⸗ werden davon leben; Geretz un nem Licht Nicht wieder Freude tigleit wird dennoch stehn I haben? Ach, geuß aus deines stets in vollem Schwang Himmels Haus, Herr, deine gehn Zur Ehre seines Nama Güt' und Segen aus Auf uns Paul Gerhardt, geb. 1607 f. und unsre Häuser! 5. Ach, daß ich hören sollt' Mel. Nun danket das Wort Erschallen bald auf„Ium mtnz Erden, Daß Friede sollt' an 442 err Gott, R allem Ort, Wo Christen woh⸗ loben nij nen, werden! Ach, daß uns doch Gott sagte zu Des Krie⸗ ges Schluß, der Waffen Ruh' Und alles Unglücks Ende! 6. Ach, daß doch diese böse Zeit Sich stillt' in guten Ta⸗ en, Damit wir in dem großen eid Nicht möchten ganz ver⸗ zagen! Doch ist ja Gottes Hülfe nah, Und seine Gnade stehet da All' denen, die ihn fürchten. 7. Wenn wir nur fromm sind, wird sich Gott Schon wieder zu uns wenden, Den Regier', Herr, unsre Stimmen Laß deines Geistes Glut d unsern Herzen glimmeh Komm, komm, o edle Flammz Ach komm zu uns allhier, E singen wir mit Lust: du Gott, dich loben wir! 2. Herr Gott, dich lobe wir; Wir preisen deine Gütz Wir rühmen deine Math Mit freudigem Gemüte; steiget unser Lied Bis an da Himmels Thür Und tönt ni dic tot Schall: Herr Ooth ich loben wir! zerschla hun er gen wi und P danlen 6. 0 wir, 2 It, J Nicht Cs he deine aufget danker 3. Herr Gott, dich loben nir Für deine großen Gna⸗ den, Daß du das Vaterland on Kriegeslast entladen, Daß Udruns blicken läßt Des güld'⸗ un Friedens Zier, Drum uchzet alles Volk: Herr Gott, nder guiß ih loben wir! keit Raiße 4. Herr Gott, dich loben ert: eitel air, Die wir in vielen Jah⸗ Friede uäl ren Der Waffen schweres Joch Unnd frechen nrner und Mir getzt rühmet unser Mund Mit Gerochihht Raher Begier: Gott Lob, 19 schalt nir sind in Ruh'! Herr Gott, es u wur unten dir! ore5 Heur Gott, dich loben 0. N) u, Dud du die Pfeic und ihn. I Pagen, Schild, Bogen, Spieß“ n Gentt und Schwert Zerbrochen und Fehn Ull sershlagen. Der Strick ist 3 Maung jun entzwei; Darum so sin⸗ Mamet gen wir Mit Herz und Zung' 1607 f U und Mund: Herr Gott, wir danken dir! . Lurd Gott, dich loben wir, Daß du uns zwar gestra⸗ n Alje“ Jedoch in deinem Zorn oben ii Richt( gar hast weggeraffet; 4.——.— Es hat die Vaterhand Uns mi ine Gnadenthür Jetzt wieder . aufgethan: Herr Gott, wir W danken dir! auhier e4 7. Herr Gott, wir danken t: Hen dir, Daß du Land, Kirch' und . 5 Häuser, Den frommen Fürsten⸗ ich labn sanum Und dessen grüne Rei⸗ eine Hün ser Bisher erhalten hast; Gieb e. Mut semer Gnad allhier, Daß auch 36 an 6 die Nachwelt sing': Herr Gott, is an ii wir danken dir! dtönten 8. Herr Gott, wir danten derr Goh dir Und bitten, du woll'st ge⸗ nd Iu alle Gott. Krieg und Frieden. 315 ben, Daß wir auch künftig stets In guter Ruhe leben: Krön' uns mit deinem Gut, Erfüll' jetzt nach Begier, O Vater, unsern Wunsch: Herr Gott, wir danken dir! 9. Herr Gott, wir danken dir Mit Orgeln und Trompe⸗ ten, Mit Harfen, Saitenspiel, Posaunen, Geigen, Flöten; Und was nur Odem hat, Er⸗ tönt jetzt für und für: Herr Gott, dich loben wir! Herr Gott, wir danken dir! Joh. Frank, geb. 1618 4 1677. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. 0 44 3 Woann. ach wann 4 wird doch er⸗ scheinen Der gewünschte Frie⸗ denstag Und sich stillen unser Weinen Auf so lange Klag' und Plag', Auf so schweren, grimmen Streit In der teuren Christenheit? Ach, daß ich doch hören sollte, Daß Gott Fried' aussprechen wollte! 2. Güld'ner Friede, komm zurücke! Du hast uns verlassen ganz; Kehre wieder und er⸗ quicke Land und Volk mit deinem Glanz! Brich herfür, du Himmelskind, Daß man dich auf Erden find't! Ach, daß ich doch hören sollte, Daß Gott Fried' aussprechen wollte! 3. Wie so lieblich schöne grünet Alles bei der süßen Ruh, Da man Gott, dem Höchsten, dienet Andensdott immerzu, Da die Friedensboten schön Auf den Gotteshöhen gehn, Ach, daß 316 Krieg und Frieden.— Bei allgemeinen Nöten. ich doch hören sollte, Daß Gott Fried' aussprechen wollte! 4. Guter Ordnung wird ge⸗ pfleget In gemeinem Regi⸗ ment, Recht und Billigkeit erwäget, Wahrheit bleibet un⸗ geschänd't. Fried' und Recht sich küssen satt Und umfahen Dorf und Stadt. Ach, daß ich doch hören sollte, Daß Gott Fried' aussprechen wollte! 5. Alle Höf' und Hütten lachen, Sehen neu bekleidet aus; Feld und Wälder uns anlachen, Und es stehet wohl ums Haus; Kinder man zur Schule führt Und Gesinde recht regiert. Ach, daß ich doch hören sollte, Daß Gott Fried' aus⸗ sprechen wollte! 6. Alle Länder sich ergötzen An der edlen Sicherheit Sind gemehrt mit Gold und Schätzen, Schweigen von Verlust und Leid, Mag man schiffen auf der See, Pflügen in der Au' und Höh'. Ach, daß ich doch hören sollte, Daß Gott Fried' aussprechen wollte! 7. Herr, du König ah Fürsten, Laß einmal erhsh dich: Sieh dein Land Ruhe dürsten, Gieb ihm du den gnädiglich, Hilf, daß i der Heil'gen Sinn Fallz eine Thorheit hin. Ach. ich doch hören sollte, Daß ah Fried' aussprechen wolllel 8. Gott, des alle Ma und Stärke, Du kannst imm helfen noch: Ach erweis jetzt im Werke, Nimm hiln des Zornes Joch! Laß m frei von Kriegespein, Dohi Frieden schlafen ein, Odermn im Tode hören, Daß Friede willst bescheren. 9. Wann, ach wann i doch erscheinen Der gewünsth Friedenstag Und sich sih unser Weinen Auf so luh Klag' und Plag'! Ach soll es hier nicht sein: Nn⸗ uns in den Himmel ein, I wir in der Friedensfeste A lobsingen auf das beste. Dav. Bernh. Meder, im N. I XXX. Bei allgemeinen Nöten. Mel. Vater unser im Himmelreich. 444 Ninm von uns, * Herr, du treuer Gott, Die schwere Straf' und große Rut', Die wir mit 4 7 den ohne Zahl Verdienet ha⸗ ben allzumal, Behüt' vor Krieg und teurer Zeit, Vor Seu⸗ chen, Feu'r und. dein Leid! 2. Erbarm' dich deiner bö⸗ sen Knecht'! Wir fleh'n Gnad' und nicht um Reh Denn so du, Herr, den rehn Lohn Uns geben wolllst n unserm Thun: So müßt ganze Welt vergehn, Und lim kein Mensch vor dir bestehn 3. Ach, Herr Gott, duh die Treue dein Mit Trostun 4 Rettung uns erschein'! Bau an uns dein' große Oh ganze das L Rel. Nöten. König ah mal erhi wollte! alle Nu annst inn erweis; imm hinn Daß wann u „im 1. Jh n. r flehn v um Rahh „den rehn wolltst nnt 50 müßt& n, Und böm dir bestehn Gott, dut it Trostun ein'I roße Ounh Und straf' uns nicht auf frischer Hat: Wohn' uns mit deiner Hüte bei; Dein Zorn und Grimm fern von uns sei. 4. Die Sünd' hat uns ver⸗ derbet sehr, Der Teufel plagt uns noch viel mehr; Die Welt Uundunser Fleisch und Blut Uns alezeit verführen thut. Solch Glend kennst du, Herr, allein; Ich, laß uns dir befohlen sein! 5. Gedenk' an deines Sohnes 20d, An seine Wunden, Angst Iund' Not, Die sind ja für die ganze Welt Die Zahlung und das Lösegeld; Des trösten wir ms allezeit Und hoffen auf Barmherzigkeit. 6. Leit uns mit deiner rech⸗ ten Hand Und segne König, Ctadt und Land, Gieb allzeit uns dein heiligWort; Und wehr' des Teufels List und Mord: Verleih ein seligs Stündelein Und laß uns ewig bei dir sein. Martin Moller, geb. 1547 1606. Eigne Melodie. 445. Wo wir in * höchsten Nöten sein Und wissen nicht, wo aus noch ein, Und finden weder Witterung und Ernte.— Jahreszeiten. 317 Hülf' noch Rat, Ob wir gleich sorgen früh und spat: 2. So ist dies unser Trost allein, Daß wir zusammen insgemein Anrufen dich, o treuer Gott, Um Rettung aus der Angst und Not. 3. Und heben unser Aug' und Herz Zu dir in wahrer Reu' und Schmerz Und bitten um Begnadigung Und aller Strafen Linderung, 4. Die du verheißest gnä⸗ diglich Allen, die darum bitten dich Im Namen dein's Sohn's Jesu Christ, Der unser Heil und Fürsprech ist. 5. Drum kommen wir, o Herre Gott, Und klagen dir all unsre Not, Weil wir jetzt stehn verlassen gar In großer Trübsal und Gefahr. 6. Sieh nicht an unsre Sün⸗ den groß, Sprich uns davon aus Gnaden los; Steh uns in unserm Elend bei; Mach' uns von allen Plagen frei; 7. Auf daß von Herzen kön⸗ nen wir Nachmals mit Freu⸗ den danken dir; Gehorsam sein nach deinem Wort, Dich all⸗ zeit preisen hier und dort. Paul Eber, geb. 1511 1 1569. XXXI. Witterung und Ernte.— Jahreszeiten. Bei Dürre. Nel. Ach Gott, vom Himmel sieh darein. Ach Herre, du 446. Acren Wir haben's wohl verdienet Mit unsrer Sünd' und Misse⸗ that, Daß unser Feld nicht rünet, Daß Vieh und Men⸗ schen traurig sein; Wenn du 318 zuschließt den Himmel dein, So müssen wir verschmachten. 2. Herr, unsre Sünd' be⸗ kennen wir, Die woll'st du uns verzeihen; All' unsre Hoffnung steht zu dir, Woll'st Hülfe uns verleihen, Gieb Regen und den Segen dein Um deines Namens will'n allein, Herr, unser Gott und Tröster! 3. Gedenke, Herr, an deinen Bund Um deines Namens wil⸗ len; Wir bitten dich aus Her⸗ zensgrund, Eil', unsre Not zu stillen Vom Himmel mit dem Regen dein; Dein ist der Himmel ja allein, Ohn' dich kann es nicht regnen. 4. Es steht in keines andern Hand, Daß er sollt' Regen ge⸗ ben; Den Himmel hast du ausgespannt, Um hoch darin zu schweben; Allmächtig ist der Name dein, Und alles kannst du thun allein, Herr, unser Gott und Tröster! Greifswald 1592. Für erlangten Regen. Mel. Nun freut euch, lieben Christen g'mein. 447 Ac Herre Gott, 7 wir loben dich Und preisen deinen Namen, Daß du uns hast so gnädig⸗ lich Die Fluren und den Sa⸗ men Getränket mit dem Regen warm; O höchster Gott, dich doch erbarm' Und ferner uns bedenke! 2. Gieb Regen und auch Sonnenschein Zu rechter Zeit Witterung und Ernte.— Jahreszeiten und Stunden, Daß unser dan mit Früchten fein Erfüllet pas gefunden; Krön du das In mit deinem Gut, Halt um Feld in guter Hut Und mmn Furchen tränke! 3. Du weißt ja, daß deine Kind' Und hochgelich Erben, Ja deines Sohnes In der sind, Drum laß uns nih verderben. Behüt' uns, Hun vor Hungersnot Und gieh un unser täglich Brot Aus u chen, milden Gnaden! 4. Wenn du aufthust milde Hand, So steht die dih im Segen; Wenn gnädig anschaust das Land, So i herab der Regen. Wenn aufthust, so sammeln n Wenn Schutz und Schirm her kommt von dir, Mag u kein Unglück schaden. 5. Behüt' uns ferner, tuem Gott, Mit allem unsern e men, Vor aller Feinde Tu und Spott Zu Ehren dehien Namen. Bewahre uns Krieg und Not, Vor Selhe und vor blut'gem Tod Iu Jesum Christum. Amen. 1615. Herbstlied. Mel. O Welt, ich muß. 448(Derrauhehel LIO“.& tommtwiehe Jetzt stimm' ich meine Rahn In ihren Trauerton. A Sommerlust vergehet; Nichtöt der Welt bestehet; Der Meast muß endlich selbst davon. shaffen, waffen Eienth 5. S Schmer liegt an doch all Hottes schweige was er 6. V tümmel Himme Sohn, wöhnen schnen Gnader Heinri Mil. A 4 Segen Holt 6 und fr en. unser dah 2 4 Wech u das Juz Halt. Und umn „ daß hochgelth vohnes duh 5 15 Rich Uns, He nd bn t Aus u den! mufthust eht die d gnädiz k d, So hih Wenn I. meln uiz Schirm he⸗ Mag m en. rner, trein unsern E einde Zu ren deinen e uns or Seuha Tod Duth Amen. 1045. d. ch muß. rauhe Halh mmt wiche eine Lhn rton. A et; Nichtäh Der Massh davon. 9. Du, Gott und Herr der llten, Willst, daß wir uns Rlen Zu unsrer wahren luh'; Stets zeigst du dein Hemte, Schickst uns aus ulder Güte Auch stumme, lle Lehrer zu. 3. Die Rose läßt sich brechen, Uid niemals widersprechen des Gärtners Meisterhand; DerApfel, zum Genießen, Fällt bst zu deinen Füßen Und 10 willig seinen Stand. 4. Mensch, willst du wider⸗ sueben, Dich deinem Gott nicht eben, Was doch dein größter guhm? Er hat dich ja er⸗ shaffen, Geziert mit Glaubens⸗ baffen Zu seinem ew'gen Eigenthum. 5. Schickt er dir Kreuz und Schmerzen, Nimmt, was dir legt am Herzen: Er meint's doch allzeit gut; Und sind wir Hottes eigen, so laßt uns stille shweigen, Zu allem, allem, was er thut. 6. Wer mag der Welt Ge⸗ lümmel Erwählen für den himmelꝰ 2 Christe, Gottes Sohn, Daß wir uns stets ge⸗ wöhnen, Uns nur nach dir zu shnen Und deinem heil'gen Gnadenthron! Heinrich Albert, geb. 1604 1651. Ml. Aus meines Herzens Grunde. 449 Die Ernt' ist nun 5 53 zu Ende, Der Segen eingebracht, Woraus Holt alle Stände Satt, reich nd fröhlich macht; Der alte Witierung und Ernte.— Jahreszeiten. 319 Gott lebt noch, Man kann es deutlich merken An so viel Liebeswerken: Drum preisen wir ihn hoch. 2. Wir rühmen seine Güte, Die uns das Feld bestellt Und oft ohn' unsre Bitte Ge⸗ than, was uns gefällt, Die immer noch geschont, Obgleich wir gottlos leben; Die Fried' und Ruh' gegeben, Daß jeder sicher wohnt. 3. Zwar manchen schönen Segen Hat böses Thun ver⸗ derbt, Den wir auf guten We⸗ gen Sonst hätten noch ererbt; Doch hat Gott mehr gethan Aus unverdienter Güte, Als Mund, Herz und Gemüte Nach Würden rühmen kann. 4. Er hat sein Herz genei⸗ get, Uns Sünder zu erfreun, Genugsam sich bezeiget Durch Regen, Sonnenschein. Ward's aber nicht geacht't, So hat er sich verborgen Und durch ver⸗ borg'nes Sorgen Zum Beten uns gebracht. 5. O allerliebster Vater, Du hast viel Dank verdient; Du mildester Berater Machst, daß uns Segen grünt. Wohlan! dich loben wir Für abge⸗ wandten Schaden, Für viel' und große Gnaden, Herr Gott, wir danken dir. 6. Zum Danke kommt das Bitten; Du wollest, frommer Gott, Vor Feuer uns behüten Und aller andern Not; Gieb friedensvolle Zeit, Erhalte deine Gaben, Daß wir uns damit laben: Regier' die Obrigleit! 320 Witterung und Ernte.— Jayreszeiten. 7. Besonders laß gedeihen Dein reines, wahres Wort, Daß wir uns dessen freuen, Laß auch an unserm Ort Dies gute Samenkorn Recht reiche Früchte bringen Und uns in allen Dingen Recht fromme Leute sein! 8. Gieb, daß zu dir uns lenket, Was du zum Unterhalt Des Leibes hast geschenket, Daß wir dich mannigfalt In deinen Gaben sehn, Mit Herz und Mund und Leben Dir Dank und Ehre geben; O laß es doch geschehn! 9. Kommt unser Lebensende, So nimm du unsern Geist In deine Vaterhände, Da er der Ruh' geneußt; Da ihm kein Leid bewußt; So ernten wir mit Freuden Nach ausgestand'⸗ nen Leiden Die Garben voller Lust. Gottfr. Tollmann, geb. 1680 + 1766. Bei einem Gewitter. Mel. Auf meinen lieben Gott. 450. in Wetter stei⸗ get auf! Mein Herz zu Gott hinauf! Fall ihm geschwind zu Fuße, Durch wahre Reu' und Buße, Damit gleich deine Sünden Durch Christi Tod verschwinden. 2. Herr, der du gut und fromm: Zu dir ich gläubig komm'; Ich bitt' um dein Er⸗ barmen, O zürne nicht mir Armen: Um Christi willen Denlol⸗ Mir nicht nach Sin 3. Durch Christi tenng Blut Gieb mir an 9z Mut, Das sich nicht Rehs scheue, Das vielmehr denn Treue In allem kindlich tun Und auf dein Helfen baue 4. Ich will mit dem, un mein, Dir 9 gelassen seh. Dein Flügel wird uns delhn Verjagen allen Schrechen ln lassen uns aus Gnaden d Wetter gar nicht schaden. 5. Wohlan, verlaß uns nith Bleib unsre Zuversicht u laß dein Vaterlieben jetzt an uns sich üben, 8 woll'n wir, weil wir lhez Dir Preis und Ehre gahn Aemilie Juliane Gräfin zu Schenn burg⸗Rudolstadt, geb. 1637 4 Sommerlied. Mel. Heut singt die liebe Chniie heit. 451. Goa 1 Freud' In dieser lieben Eun merzeit An deines Gottes hn ben; Schau an der schänn Gärten Zier Und siehe, u sie mir und dir Sich aulz schmücket haben. 2. Die Bäume stehen wulh Laub, Das Erdreich dalh seinen Staub Mit einem gu nen Kleide; Nareissen undi Tulipan Die ziehen sich t. schöner an, Als Salbnast. Seide. gen; liichte aus Gras 5. 5 dem nd il leichen llegen ganz Schaf 6. nensch sucht Honig stocks lich n seinen 7 Gewe und Güte Und gabt 8. nicht roße inn alles ten. nach Ein isti teng u Herz unn ht mechssh iehr dehn ndlich tun en baue dem, un lassen sih uns detkerl hrecken Iu naden I chaden. ißuns nith ersicht M eben M üben, e. wir lebg Shre gehn u zu Schun 16²⁷ 1 U. ied. liebe Ohriie aus, mm und suß lieben Ean, Gottes H der schömn siehe, u Zich autz⸗ stehen wle reich dei einem gu⸗ ssen undhz n sich ul Salomot Witterung und Ernte.— Jahreszeiten. 321 3. Die Lerche schwingt sich in die Luft, Das Täublein liegt aus seiner Kluft Und nacht sich in die Wälder; Die hochbegabte Nachtigall Ergötzt und füllt mit ihrem Schall Berg, Hügel, Thal und Felder. 4. Die Glucke führt ihr Völklein aus, Der Storch baut und bewohnt sein Haus, Das Schwälblein speist ihr“ Jun⸗ gen; Der schnelle Hirsch, das kichte Reh Ist froh und kommt aus seiner Höh' Ins tiefe Gras gesprungen. 5. Die Bächlein rauschen in dem Sand Und malen sich und ihren Rand Mit schatten⸗ reichen Myrten; Die Wiesen liegen hart dabei und klingen ganz von Lustgeschrei Der Schaf' und ihrer Hirten. 6. Die unverdross'ne Bie⸗ nenschar Hundt hin und her, sucht hier und dar Ihr' edle Honigspeise; Des süßen Wein⸗ stocks starker Saft Bringt täg⸗ lich neue Stärk' und Kraft In seinem schwachen Reise. 7. Der Weizen wächset mit Gewalt; Darüber jauchzet jung und alt Und rühmt die große Güte Des, der so überflüssig labt Und mit so manchem Gut be⸗ gabt Das menschliche Gemüte. 8. Ich selber kann und mag nicht ruhn; Des großen Gottes roßes Thun Erweckt mir alle innen; Ich singe mit, wenn alles singt, Und lasse, was dem Deun klingt, Aus meinem erzen rinnen. 9. Ach, denk' ich, bist du hie so schön Und läßt du's uns so lieblich gehn Auf dieser armen Erden: Was will doch wohl nach dieser Welt Dort in dem reichen Himmelszelt Und güld'nen Schlosse werden! 10. Welch hohe Lust, welch heller Schein Wird dort in Christi Garten sein: Wie muß es da wohl klingen, Da so viel tausend Seraphim Aus voller Brust mit heller Stimm' Ihr Hallelujah singen? 11. O, wär' ich da, ach, stünd' ich schon, Du großer Gott, vor deinem Thron Und trüge meine Palmen: So wollt' ich nach der Engel Weis' Er⸗ höhen deines Namens Preis Mit tausend schönen Psalmen. 12. Doch will ich gleichwohl, weil ich noch Hier trage dieses Leibes Joch, Auch nicht gar stille schweigen; Mein Herze soll sich fort und fort An die⸗ sem und an jedem Ort Zu deinem Lobe neigen. 13. Hilf mir und segne meinen Geist Mit Segen, der vom Himmel fleußt, Daß ich dir stetig blühe; Gieb, daß der Sommer deiner Gnad' In meiner Seele früh und spat Viel Glaubensfrücht' erziehe. 14. Mach' in mir deinem Geiste Raum, Daß ich dir werd' ein guter Baum, Den deine Kräfte treiben; Verleihe, daß zu deinem Ruhm Ich deines Gartens schöne Blum' Und Pflanze möge bleiben. 21 322 Witterung und Ernte.— Jahreszeiten. 15. Erwähle mich zum Pa⸗ radeis Und laß mich bis zur letzten Reis' An Leib und Seele grünen: So will ich dir und deiner Ehr' Allein, und sonsten keinem mehr, Hier und dort ewig dienen! Paul Gerhardt, geb. 1607 + 1676. In Teuerung. Mel. Wenn wir in höchsten Nöten sein. frommer Va⸗ 2.8 452. ter, deine Kind' Jetzund in großem Kummer sind, Weil du auf uns so zor⸗ nig bist, Da es so schwere Teuerung ist. 2. Du speisest uns mit Thrä⸗ nenbrot, Tränkst uns mit Zäh⸗ ren in der Not, Das haben wir gar wohl verdient, Doch fahr'mit uns nicht so geschwind! 3. Die Sünd' vergieb, der Teurung wehr' Und uns das täglich Brot bescher'; Entzeuch uns nicht das Himmelsbrot, Dein teuer Sakrament und Wort! 4. Führ' uns aus diesem Jammerthal Zur Wonn' und Freud' ins Himmels Saal, Da wird kein Durst noch Hun⸗ ger sein, Und ganz aufhören Angst und Pein. Martin Böhm, geb. 1557 + 1622. In Nässe. Mel. Ach Gott vom Himmel sieh darein. 453. O Gott, der du das Firma⸗ ment Mit Wolklen thust h decken, Der du ingleih kannst behend Das Somun licht erwecken, Halt doth 0 vielem Regen ein Und uns wieder Sonnenschein,In unser Land sich freue. 2. Die Felder trauern ua und breit, Die Früchte lehe Schaden, Weil sie mit vih Feuchtigkeit Und Nässe sh beladen. Der Segen, der den du gezeigt Uns Armn sich zur Erde neigt Und n fast gar verschwinden. 3. Das machet unsre M sethat Und ganz verkehnt Leben, So deinen Zom e zündet hat, Daß wir in Min schweben. Wir seufzen um unsrer Schuld, Weil wir i Buße nicht gewollt, So un der Himmel weinen. 4. Doch denke wieder u die Treu', Die du uns h versprochen, Und wohne u in Gnaden bei, Wie wir kindlich suchen; Wie ist so hn in dieser Zeit Dein Herz en voll von Freundlichkeitl A bist ja unser Vater. 5. Laß leuchten uns un Himmelszelt Das klare L der Sonne Und schmücke ui⸗ der deine Welt Mit nah Freud' und Wonne, Daß ui erkennen alle frei, Wie außg dir kein Segen sei Im Hinme und auf Erden. Mich. Schirmer, geb. 1605 f iten. thust h⸗ ingleichn Und gih ischein, d eue. rauern wa üchte lehe e mit vih Rüse egen,. Ins—— t Und i en. unsre Mj⸗ verkehre 1 Zom e⸗ ir in Ma ufzen un zeil wir t, So ui n. wieder n u uns hi wohne m zie wir de 8 ist 10 Herz/ san chkeitl A 1. nuns vo klare Lh hmücke ui⸗ Mit neh le, Daß ui Wie außn Im Hinnt 1600 f. 64. Witterung und Ernte.— Jahreszeiten. Vor der Ernte. Nel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Gott, es steht N410 milder egen In unsern Feldern jetzt Wshön; Wir sollten billig alervegen Die Wohlthat dankbarlich erhöhn. Du lockest dadurch jedermann Zur Buß' und frommen Leben an. 2. Allein, wer folget deinem Triebe? Wo ist die wahre Dankbarkeit? Man steckt in Belt⸗ und Fleischesliebe, In Sünde, Schand und Sicher⸗ het, So daß dein Segens⸗ überfluß Uns bloß zur Woll⸗ lust dienen muß. 3. Ach Wunder, daß du nicht durch Strafe Uns, wie hiel andre Völker, schreckst Und aus dem tiefen Sündenschlafe Durch Hunger, Krieg und Pest erweckst! Das machet deine Gütigkeit, Die schonet unser noch zur Zeit. 4. O Gott, bekehr' uns große Sünder, Vergieb uns unsre schwere Schuld! Erbarm' dich deiner armen Kinder Und habe noch mit uns Geduld! Wirk in uns 4d 5 durch dein Wort Und treib die Lieb' zur Sünde fort! 5. Ach segne ferner deine Gaben, Die jetzt in unsern Feldern stehn, Laß uns gut Erntewetter haben Und alle Not vorübergehn! Gieb, lieber Holt, daß jedermann Die Früchte völlig ernten kann. 8²3 6. Hilf, daß ich sie auch recht verwende Und sie in Fried' und Ruh' verzehr', Den Armen auch mit meiner Spende Aus Lieb' und Milde gern ernähr'; Verhüte bei uns alle⸗ zeit Den Mißbrauch deiner Gütigkeit. 7. Und also laß uns künftig leben, Wie uns dein Will' im Worte lehrt, Daß wir dir Dank und Ehre geben, Und sich dein Segen täglich mehrt. Führ' endlich auch uns insge⸗ mein In deine Himmelsscheu⸗ ern ein! Gottfr. Hoffmann, geb. 1658 4 1712. Ernte⸗ und Tischlied. Mel. O daß ich tausend Zungen. 455. Gott, von dem wir alles haben, Die Welt ist ein sehr Den Haus; Du aber teilest eine Gaben, Recht, wie ein Vater, drinnen aus. Dein Se⸗ en macht uns alle reich; Ach, ieber Gott, wer ist dir gleich! 2. Wer kann die Menschen alle zählen, Die heut' bei dir u Tische gehn? Doch muß ie Notdurst keinem fehlen; Denn du weißt allen vorzu⸗ stehn Und schaffest, daß ein je⸗ des Land Sein Brot bekommt aus deiner Hand. 3. Du machst, daß man auf Hoffnung säet Und endlich auch die Frucht genießt; Der Wind, der durch die Felder wehet, Die Wolke, so das Land begießt, Des Himmels Tau, 324 Witterung und Ernte.— Jahreszeiten. der Sonne Strahl Sind deine Diener allzumal. 4. Und also wächst des Menschen Speise, Der Acker selbst wird ihm zu Brot; Es mehret sich vielfält'ger Weise, Was anfangs schien, als wär' es tot, Bis in der Ernte jung und alt Erlanget seinen Unterhalt. 5. Nun, Herr, was soll man erst bedenken? Der Wunder sind hier gar zu viel! So viel, als du, kann niemand schenken, Und dein Erbarmen hat kein Ziel; Denn immer wird uns mehr beschert, Als wir zusam⸗ men alle wert. 6. Wir wollen's auch kein⸗ mal vergessen, Was uns dein Segen träget ein; Ein jeder Bissen, den wir essen, Soll deines Namens Denkmal sein, Und Herz und Mund soll lebenslang Für unsre Nah⸗ rung sagen Dank. Caspar Neumann, geb. 1648 4 1715. Um gute Witterung. Mel. Ach Gott, vom Himmel sieh darein. 56. O Herr Gott, 4⁵ 8 der du dei⸗ ner Schar Hast zugesagt auf Erden, Daß sie von dir soll immerdar Im Kreuz getröstet werden Und überdies das täglich Brot Samt Rettung aus der Angst und Not Soll reichlich überkommen: 2. Gieb reine Luft und Sonnenschein, Vom Himmel Tau und Regen, Damit die Früchte wachsen fein Durch deinen milden Segen, Laß wohl edeihen alle Saat Die au ein Wort gestreuet hat Du Landmann in die Erde. 3. Ohn' dich ist alle sehe Kunst, Sein Sorgen und sei Plagen Und alle seine Müh umsonst, Wenn du ihm wolli versagen Den Segen zu der Frucht Gedeih'n Und ihn nich allezeit verleih'n Nach deinn großen Gnade. 4. Herr, straf' uns nicht i deinem Zorn, Gedenk an deine Güte, Den Weinstot und das liebe Korn Uns guß diglich behüte Vor Hagel, Fioß; vor Sturm und Schlag, Vn allem, was sonst schaden In Den Früchten unsres Landel 5. Gieb gnädig, was un deine Hand Jetzt thut gu reichlich weisen, Und thu' mit im ganzen Land All Kruz⸗ turen speisen; So wird diß loben groß und klein, Die R⸗ ten und die Kindelein, IUd was auf Erden lebet. 6. Wir trauen dir, Hen Zebaoth! Laß deine Guad walten; Du kennest alle unse Not, Hast lange ausgehalten, Du wirst es ferner so verschs Daß man wird deinen Segn sehn Und deinen Namen preisen Barthol. Ringwald, geb. 1530 fI5 Bei schwacher Ernte. Mel. Was Gott thut, das ist wohl gethan. 457. Went Wir u. Laß wafl Die a hat Du rde. alle seine und sein ine Mih m wolleh n zu der ihn nitht ch deinen nicht h dent an Weinstol Uns guä⸗ gel, Froß, lag, Vn aden naz 8 Landoz was un thut gun ; thu' b. All Kres⸗ wird diß „ Die R⸗ lein, Id dir, Hen ie Gnade alle unste Sgehalten, 0 versehh, en Sege en preisen 1590 f li rnte. as ist vohh Gott thh ist wohl Witterung und Ernte.— Jahreszeiten. 325 ethan, So denken Gottes inder, Er sieher sie oft strenge an Und liebt sie doch nicht minder; Er zieht ihr erz Nur himmelwärts, Wenn er sie läßt auf Erden Ein Ziel der Plagen werden. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan; Giebt er, so kann man nehmen; Nimmt er, wir sind nicht übler dran, Wenn wir uns nur bequemen. Die Linte schmerzt, Die Rechte hetzt, Und beide Hände müssen Pir doch in Demut küssen. 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan; Er zeigt uns oft den Segen, Doch ehe man ihn ernten kann, Muß sich die Dir Sh legen: Weil er allein er Schatz will sein, Nimmt er uns diese Güter Und bessert die Gemüter. 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan; Es geh' nach seinem Willen! Läßt es sich auch zum Hunger an. Weiß er ihn doch zu stillen; Wer so viel nimmt, Als ihm be⸗ stimmt, Der kann auch bei den Brocken Vergnügt sein und frohlocken. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan, Das Feld mag traurig stehen, Wir gehn ge⸗ trost auf seiner Bahn Und wollen ihn erhöhen. Sein Wort ist Brot, So hat's nicht Not; Die Welt muß eh' ver⸗ derben, Als wir vor Hunger sterben. 6. Was Gott thut, das ist wohlgethan; So wollen wir stets schließen; Ist gleich bei uns kein Kanaan, Wo Milch und Honig fließen; Doch ist's genung Zur Sättigung, Wenn Gott das Wen'ge segnet Und uns mit Huld begegnet. Benjamin Schmolck, geb. 1672 4 1737. XXXII. Kreuz⸗ und Trost⸗Lieder. Mel. Was Gott thut, das ist wohl⸗ gethan. Ziel Hin durch die Wolken brechen? Ruf' ich empor, So hört sein Ohr, So steigt die 458 Golt lebt, wie 56 kann ich trau⸗Hülfe nieder, Und schallt das rig sein, Als wär' kein Gott zu sinden? Er weiß gar wohl Amen wieder. 3. Gott sieht, wie klaget von meiner Pein, Die ich hier denn mein Herz, Als säh' er muß empfinden. Er kennt nicht mein Weinen? Vor ihm —5 Und meinen Schmerz muß auch der tiefste Schmerz So dar Und ihm nur alles klagen. 2. Gott hört, wenn Nie⸗ mand hören will: Was will der Feind denn sprechen, Mein zum Seuszen werde nicht ich nicht verzagen Ganz offenbar erscheinen. Kein Thränlein fehlt, Das er nicht zählt, Und sich vor Augen setzet, Bis er uns drauf ergötzet. 4. Gott führt, so geh' ich immer fort Auf allen meinen 326 Wegen; Mag mir die Welt bald hier, bald dort Arglisti Stricke legen, So wird er— Zwar wunderlich, Doch immer selig führen, Daß mich kein Fall kann rühren. 5. Gott giebt, und wär' ich noch so arm, Doch soll ich nicht verderben. Was hilft mir denn mein steter Harm, Als müßt' ich Hungers sterben? Er hat ja Brot, Und wenn die Not Uns nach der Wüste weiset, Doch werden wir gespeiset. 6. Gott liebt, ob ich die Vaterlieb' In Schlägen nicht gleich finde; Wie er ein lieber Vater blieb Am Kreuz bei seinem Kinde, So bleibt er mir Mein Vater hier, Der je und je mich liebet, Obgleich sein Kreuz betrübet. 7. Gott lebt, wohlan, ich merke das. Gott hört, ich will's ihm sagen. Gott sieht, er setzt den Thränen Maß, Gott führt, ich darf nicht zagen. Gott giebt und liebt Nur unbetrübt! Er wird mir endlich geben, Auch dort mit ihm zu leben. Benj. Schmolck, geb. 1672 T 1737. Eigne Melodie. 459 les ist an 4 Gottes Se⸗ gen Und an seiner Gnad' gelegen, Ueber alles Geld und Gut; Wer auf Gott sein' Hoff⸗ nung setzet, Der behält ganz unverletzet Einen freien Helden⸗ mut. Kreuz⸗ und Trost⸗Lieder. 2. Der mich hat bisher er⸗ nähret Und so manches Glüg bescheret, Ist und bleibet ewi mein; Der mich wunderli geführet Und noch leitet und regieret, Wird forthin mein Helfer sein. 3. Viel bemühen sich um Sachen, Die nur Sorg'i und Unruh' machen Und ganz un⸗ beständig sind: Ich begehr nach dem zu ringen, Was Ver gnügen pflegt zu bringen, Und man jetzt gar selten sindi. 4. Hoffnung kann das Hez erquicken; Was ich wünsche, wird sich schicken, So es andes Gott gefällt, Meine Seele, Leib und Leben Hab' ich feiner b Gnad' ergeben Und ihm alles heimgestellt. 5. Er weiß schon nach seinem Willen Mein Verlangen zu erfüllen; Es hat alles seine Zeit. Ich hab' ihm nichtz vorzuschreiben: Wie Gott will so muß es bleiben; Wann Gott will, bin ich bereit. 6. Soll ich hier noch länger leben, Will ich ihm nicht wider⸗ streben; Ich verlasse mich auf ihn: Ist doch nichts, das lang bestehet; Alles Irdische ver⸗ gehet Und fährt wie ein Strom ahin. Nürnberg 1676. Mel. Was Gott thut, das ist wohl⸗ gethan. + 0. 8 luf f Gott und 46* A nicht auf mei⸗ nen Rat Will ich mein Glütt 5.4 n einen Chre, nicht Ver leser isher er es Glüc ibet ewi underl eitet und in mein sich un rg' und ganz un⸗ jehr nach 18 Ver⸗ jen, Und 6938 as He winnh S anders Seell, ich seiner m alles ch seinem ngen zu es seine nichtz zott will Wann eit. h länger t wider⸗ nich auf das lang che ver⸗ uStrom berg 1670. ist wohl⸗ ott und auf mei⸗ u Glücke Kreuz⸗ und Trost⸗Lieder. 327 hauen, Und dem, der mich er⸗ affen hat, Mit ganzer Seele hun; Er, der die Welt All⸗ mächtig hält, Wird mich in meinen Tagen Als Gott und ter tragen. 52 Er U von aller Ewigkeit, Wie viel mir nützen würde, Lestinmte meine Lebenszeit, Rein Glück und meine Bürde. Bas zagt mein Herz? Ist auch ein Schmerz, Der zu des Glaubens Ehre Nicht zu be⸗ siegen wäre? 3. Gott kennet, was mein Herz begehrt, Und hätte, was ich hit, Mir gnädig, eh' ich's hat, gewährt, Wenn's seine Weisheit litte; Er sorgt für nich Stets väterlich; Nicht, was ich mir ersehe, Sein Wille der geschehe. 4. Ist nicht ein ungestörtes Glück Weit schwerer oft zu tragen, Als selbst das widrige Heshik, Bei dessen Last wir lagen? Die größte Not Hebt doch der Tod, Und Ehre, Glück und Habe Verläßt mich doch im Grabe. 5. An dem, was wahrhaft lücklich macht, Läßt Gott es 2 fehlen; Gesundheit, Ehre, Glück und Pracht Sind nicht das Glück der Seelen; Per Gottes Rat Vor Augen hat, Dem wird ein gut Ge⸗ wissen Die Trübsal auch ver⸗ süßen. 6. Was ist des Lebens Herr⸗ lichkeit? Wie bald ist sie ver⸗ Heer en Was ist das Leiden keser Zeit? Wie bald ist's überwunden! Hofft auf den Herrn! Er hilft uns gern! Seid fröhlich, ihr Gerechten, Der Herr hilft seinen Knechten. Chr. Fürchtegott Gellert, geb. 1715, gest. 1769. Eigne Melodie. 461 Ais meinen lieben 4* Gott Trau' ich in Angst und Not, Der kann mich allzeit retten Aus Trübsal, Angst und Nöten; Mein Un⸗ glück kann er wenden; Es steht in seinen Händen. 2. Ob mich mein' Sünd' au⸗ ficht, Will ich verzagen nicht: Auf Christum will ich bauen Und ihm allein vertrauen; Ihm thu' ich mich ergeben Im Tod und auch im Leben. 3. Ob mich der Tod nimmt hin, Ist Sterben mein Gewinn Und Christus ist mein Leben; Dem thu' ich mich ergeben; Ich sterb' 14100 oder morgen: Mein' Seel' wird er versorgen. 4. O mein Herr Jesu Christ, Der du geduldig bist Für mich am Kreuz gestorben, Hast mir das Heil erworben, Auch allen uns zugleiche Das ewig' Him⸗ melreiche: 5. Erhöre gnädig mich, Mein Trost, das bitt' ich dich: Nin mir am letzten Ende, imm mich in deine Hände, Daß selig ich abscheide Zur ew'gen Himmelsfreude. 6. Amen zu aller Stund' Sprech' ich aus Herzensgrund; Du wollest selbst uns leiten. .—.—.—.— 328 Kreuz⸗ und T Herr Christ, zu allen Zeiten. Auf daß wir deinen Namen Ewiglich preisen. Amen. Siegm. Weingärtner, um 1600. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 462 Boesehl dem Her⸗ — ren deine Wege Und mache dich von Sorgen los; Vertraue seiner Vater⸗ pflege, Vor ihm ist nichts zu schwer noch groß, Das er zu seines Namens Preis Nicht herrlich auszuführen weiß. 2. Wo du ihn nur hast raten lassen, Da hat er alles wohl gemacht, Denn was dein Denken nicht kann fassen, Das hat er längst zuvor bedacht. Wie dir's sein Rat hat aus⸗ ersehn, So und nicht anders muß es gehn. 3. Wie werden deine Le⸗ benstage Von manchem Kum⸗ mer sein befreit! Wie leicht wird alle Not und Plage Dir werden hier in dieser Zeit, Wenn du nichts wünschest in der Welt, Als was Gott will und ihm gefällt. 4. Dir wird's an keinem Gute fehlen, Wenn du dein Herz gewöhnst und lehrst, Nur Gottes Willen zu erwählen, Und deinem eignen Willen wehrst. Gott ist voll Weis⸗ heit und Verstand, Dir fehlt zu viel, du baust auf Sand. 5. Gieb meinem Herzen solche Stille, Mein Jesu, daß ich sei vergnügt Mit allem, was dein Gnadenwille Mit Trost⸗Lieder. mir und meinem Leben lnas de Nur nimm dich meiner 8 an, So hab' ich, was gen Hir wünschen kann. 6. Ich weiß, du thust, Bage, ist die deine Und bostet U wird au dein teures Blut; Behalhi dein Fu dir nur schön und reiner d 2. 5 dies dein mir vertrautes tpanen, Nur einzig meine Sorge agehn, So trifft mein ganzes Y 0 scha schen ein. oll best 7. Indes sei stets mi mit Gre Heil gepriesen Für alle En ener. falt, die du mir, Noch eh' gur nich war, schon hast erwiesen, Nebeien du, mein treuer Hirte, 3. 5 Zum Eigentum mich haßten Onade, wählt Und deinen Schit seht,L zugezählt. Dem ste 8. Dir sei auch ewig I was di gegeben, Daß du so mm teiibst d müdet hast Für mich gesomnhh beingst meinem Leben; So lang Was de bin der Erde Gast, Ist a 4. W liebreich, nütz und gut, An Mi deine Schickung mit mir ul Dein T 9. Dort werd' ich danl Dein 6 Liebe Thaten Erst preisen. Dein Vollkommenheit, Wenn u hindern mein Hoffen ist geraten, A nicht r ich kann in der Seligkeit E deinen kennen, wie dein Wille willst So gut gewesen für und st 5. A Henriette Katharine Freifrau v. Eg Hier n dorff, geb. 1648 4 25, wird d — licht Pfalm 37 B. 5 uhcb Eigne Melodie oder adlich Herzlich thut mich verlangen Zwec 463. Bazen Leben sl nas dein Herze kränkt, Der neiner 80 llertensten Pflege Des, der een Himmel lenkt, Der Wol⸗ Iu, Luft und Winden Giebt Bege, Lauf und Bahn, Der uird auch Wege finden, Da dein Fuß gehen kann. 2. Dem Herren mußt du hauen, Wenn dir's soll wohl ge sih ergehn, Auf sein Werk mußt schauen, Wenn dein Werk all bestehn; Mit Sorgen und nit Grämen Und mit selbst⸗ ahner Pein Läßt Gott sich Um nichts nehmen: Es muß lberen sein. Hirte, 4 3. dein' ew'ge Treu' und mich haste hnade, O Vater, weiß und en Sthi seht, Was gut sei oder schade Dem sterblichen Geblüt, Und was du dann erlesen, Das heibst du, starker Held, Und ich Resomd hungst zum Stand und Wesen So lang Vas deinem Rat gefällt. 1, Ist al 4. Weg hast du allerwegen, gut, I An Mitteln fehlt dir's nicht; lit mir iul Dein Thun ist lauter Segen, ich dehl Dein Gang ist lauter Licht; st preisen Dein Werk kann niemand Wenn i hindern, Dein! Arbeit darf eraten, A nicht ruhn, Wenn du, was zeligkeit E deinen Kindern Ersprießlich ist, Wille n willst thun ür und sI 5. And ob gleich alle Teufel eifrau v. S, Hier wollten widerstehn, So Ns, nird doch ohne Zweifel Gott nicht zurücke gehn; Was er . 5. sich vorgenommen, Und was er haben will, Das muß doch eldlich kommen Zu seinem zweck und Ziel. iehldun E. Boff, o du arme Seele, e Wege,lul Hoff, und sei unverzagt! Gott oder verlangen. Kreuz⸗ und Trost⸗Lieder. 329 wird dich aus der Höhle, Da dich der Kummer plagt, Mit großen Gnaden rücken, Er⸗ warte nur die Zeit: So wirst du schon erblicken Die Sonn' der schönsten Freud'. 7. Auf, auf, gieb deinem Schmerze Und Sorgen gute Nacht; Laß fahren, was das Herze Betrübt und traurig macht! Bist du doch nicht Re⸗ gente, Der alles führen soll: Gott sitzt im Regimente Und führet alles Wohl 8. Ihn, ihn laß thun und walten, Er ist ein weiser Fürst Und wird sich so verhalten, Daß du dich wundern wirst, Wenn er, wie ihm gebühret, Mit wunderbarem Rat Das Werk hinausgeführet, Das dich bekümmert hat. 9. Er wird zwar eine Weile Mit seinem Trost ver⸗ ziehn Und thun an seinem Teile, Als hätt' in seinem Sinn Er deiner sich begeben, Und solltst du für und für In Angst und Nöten schweben Frag' er- doch-nichts nach dir. 10. Wird's aber sich befin⸗ den, Daß du ihm treu ver⸗ bleibst, So wird er dich ent⸗ binden, Da du's am mind'sten gläubst, Er wird dein Herze lösen Von der so schweren Last, Die du zu keinem Bösen Bis⸗ her getragen hast. 11. Wohl dir, du Kind der Treue: Du hast und trägst davon Mit Ruhm und Dank⸗ geschreie Den Sieg und Ehren⸗ kron'! Gott giebt dir selbst die 330 Kreuz⸗ und Palmen In deine rechte Hand, Und du singst Freudenpsal⸗ men Dem, der dein Leid ge⸗ wandt. 12. Mach End', o Herr, mach Ende An aller unsrer Not; Stärk' unsre Füß' und Hände Und laß bis in den Tod Uns allzeit deiner Pflege Und Treu' empfohlen sein: So gehen unsre Wege Gewiß zum Himmel ein. Paul Gerhardt, geb. 1607 4 1676. Mel. Jesus meine Zuversicht. 54 ̃ — Jennoch bleib' 46 D ich stets an dir, Wenn mir alles gleich zu⸗ wider, Keine Trübsal drückt in mir Die gefaßte Hoffnung nieder, Daß, wenn alles bricht und fällt, Dennoch deine Hand mich hält. 2. Leite mich nach deinem Rat, Der wohl wunderlich geschiehet, Aber endlich in der That Auf die schönste Wohl⸗ fahrt siehet; Denn du führst es wohl hinaus, Sieht es gleich verkehret aus. 3. Nimm mich dort mit Ehren an, Wenn ich ausge⸗ kämpfet habe; Führe mich die Lebensbahn Zu dem Himmel aus dem Grabe; Endlich zeige mir das Los In der Auser⸗ wählten Schoß. 4. Mag es doch indessen hier Wunderlich mit mir er⸗ Trost⸗Lieder. aller Pein, Dennoch, demt selig sein. Benj. Schmolck, geb. 1672Y1 0 Mel. O Welt, ich muß dich lasn 65 ein Herz an 465. Mu Und bleibe ganz geschieh Von Sorge, Furcht und Oum Die Not, die dich jetzt drüch Hat Gott dir zugeschicket; still und halt dich wie c Lamm. 2. Mit Sorgen und un Zagen, Mit unmutsdolh Klagen Häufst du nur den Pein; Durch Stillesein m. Hoffen Wird, was dich sh betroffen, Erträglich, sanft m lieblich sein. 3. Kann's doch nicht enhh währen, Oft hat Gott umh Zähren, Eh' man's meint, ab gewischt; Wenn's bei mn heißt: Wie lange Wird mhh so angst und bange! So E er Leib und Seel' erfrischt. 4. Gott pflegt es so machen, Nach Weinen schaf er Lachen, Nach MWha Sonnenschein, Nach rauße! Wintertagen Muß uns z Lenz behagen; Er führt Höll' und Himmel ein. 5. Indes ist abgemess Die Last, die uns soll presto Auf daß wir werden lein Was aber nicht zu trage Darf sich nicht an uns wahnh Und sollt's auch nur eh gehen, Dennoch bleib' ich lete an dir, Dennoch bleib' ich feste stehen; Ich muß, Trotz sei Quentlein sein. 6. Denn es sind Liebel ioch, demnt b. 1672 ff uß dic laß in Hen dich zuftüh 3 geschich t und Gmn jetzt drüch schitet e ich wie h uund u imutsvola nur den 3 ich i6 h, sanft m nicht eiz Gott umt meint, ak bei mi Wird mz e! So h erfrischt. es so nen schaf h Maga ch 1.— uns zu führt i ein. abgemesse oll pressa, den klein u trageh ns wage nur eh d Liebek Kreuz⸗ und Trost⸗Lieder. 331 schläge, Wenn ich es recht er⸗ wäge, Womit er uns belegt; Nicht Schwerter, sondern Ru⸗ ten Sind's damit Gott zum Guten Die Seinigen hienie⸗ den schlägt. 7. Er will uns dadurch iehen Zu Kindern, die da iehen Das, was ihm miß⸗ behagt, Den alten Menschen schwächen, Den Eigenwillen brechen, Die Lust ertöten, die ins plagt. 8. Er will uns dadurch khren, Wie wir ihn sollen ehren Mit Glauben und Ge⸗ duld, Und sollt' er uns in Nöten Auch lassen ja gar töten, Uns doch getrösten seiner Huld. 9. Denn was will uns auch sheiden Von Gott und seinen Freuden, Dazu er uns ver⸗ sehn? Man lebe oder sterbe, So bleibet uns das Erbe Des Himmels ewiglich doch stehn. 10. Ist Christus unser Leben, So muß uns, seinen Reben, Der Tod sein ein Gewinn, Er mag die Leibes⸗ höhle Zerbrechen, doch die Seele Fliegt auf zum Bau des Himmels hin. I1. Drum gieb dich ganz Ind art Mein Herz, und leib geschieden Von Sorge, Furcht und Gram; Vielleicht wird Gott bald senden, Die dich auf ihren Händen Hin⸗ tragen zu dem Bräutigam. . Freylinghausen, geb. 1670 1 1789. Mel. Was Gott thut, das ist wohl⸗ gethan. 466. Eraanian, nicht sein, Drum laß dich's nicht betrüben, Wenn Gott versucht mit Kreuz und Pein Die Kinder, die ihn lieben; Je lieber Kind, Je ernster sind Des frommen Vaters Schläge; Schau, das sind Gottes Wege! 2. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein, Gott will's nicht anders haben; Auch dieses Lebens Not und Pein Sind deines Vaters Gaben. Soll's denn so sein, So geh' es ein, Es kommt von Liebes⸗ händen; Gott wird nichts Böses senden. 3. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein, Das Kreu lehrt fleißig beten, Zieht a vom eitlen Trug und Schein Und lehrt zu Jesu treten. Drum wirf's nicht hin Mit sprödem Sinn, Wenn's nun zu dir gekommen: Es soll der Seele frommen. 4. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein; Das muß uns immer wecken: Wir schliefen sonst in Sünden ein, Wie müßten wir erschrecken, Wenn unbereit Die Ewigkeit Und der Posaunen Schallen Uns würde überfallen. 5. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein; Es lehrt die Sünde hassen Und unsern lieben Gott allein Mit rechter ö II 7 * öů 332 Kreuz⸗ und Trost⸗Lieder. Lieb umfassen. Die Welt vergeht, Und Gott besteht; Bedenk's und laß dich üben, Das ew'ge Gut zu lieben. 6. Auch ich will ohne Kreuz nicht sein; Was Gott schickt, will ich tragen. Schickt's doch der liebste Va⸗ ter mein, Sind's doch nur kurze Plagen Und wohl ge⸗ neint. Wer gläubig weint, Lebt dort in steten Freuden; Ich will mit Christo leiden. Dav. Nerreter, geb. 1349 1726. Eigne Melodie. 467 Gi dich zu⸗ * frieden und sei stille In dem Gotte deines Lebens, In ihm ruht aller Freuden Fülle, Ohn' ihn mühst du dich vergebens. Er ist dein Quell und deine Sonne, Scheint täglich hell zu deiner Wonne. Gieb dich zufrieden! 2. Er ist voll Lichtes, Trost und Gnaden, Unge⸗ färbten treuen Herzens; Wo er steht, thut dir keinen Schaden Auch die Pein des Aneit Schmerzes; Kreuz, Ingst und Not kann er bald wenden, Ja auch den Tod hat er in Händen. Gieb dich zufrieden! 3. Wie dir's und andern oft ergehe, Ist ihm wahr⸗ lich nicht verborgen. Er sieht und kennet aus der Höhe Der betrübten Herzen Sorgen, Er zählt den Lauf der heißen Thränen Und faßt zuhnh all unser Seynen. Oieb i zufrieden! 4. Wenn gar kein eimgn mehr auf Erden, Dessen Tren du darfst trauen, Alsdam will er dein Treuster weide Und zu deinem Besten schauen Er weiß dei Leid und hein lich Grämen, Weiß auch d Zeit, dir's zu benehmen. Oit dich zufrieden! 5. Er hört die Seufte deiner Seelen Und des Huu ens stilles Klagen, Und un du keinem darfst erzählz Magst du Gott gar kühnt sagen; Er ist nicht fern, sich in der Mitten, Hört bald uh gern der Armen Bitten. Oi dich zufrieden! 6. Laß dich dein Cal nicht bezwingen, Halt a Gott, so wirst du siegen Ob alle Fluten einherginge Dennoch mußt du oben liegen Denn wenn du wirst hoch beschweret, Hat Oah! dein Fürst, dich schon erhön Gieb dich zufrieden! 7. Was sorgst du für d. armes Leben, Wie du's haltn willst und nähren? Der das Leben hat gegeben, Mih auch Unterhalt bescheren. E hat die Hand voll aller Oe ben, Da See und Land sh muß von laben. Gieb a zufrieden! 8. Der allen Vögeln in de Wäldern Ihr bescheidn Körnlein weiset, Der Shsf und Rinder auf den Felbm aßt zuhn Gieb di kein eine dessen Tun Alsdam ster werde ten schauen Aund heinz iß auch hmen. Gil ie Seußn d des Hur „ Und un t erzähln ar kühnit fern, steh rt bald m zitten. Gil dein Eleh Halt u du siegen nhergingen ben liegen wirst z Hat 04 1* erhönt. zu für deh du's halke 7 Der d eben, W cheren. E aller 0 Land sth Gieb d geln in da jescheid⸗ der Ech n Felben Kreuz⸗ und Trost⸗Lieder. 333 Alle Tage tränkt und speiset: Der wird auch dich ein' gen sllen Und deinen Leib zur Notdurft stillen. Gieb dich zu⸗ srieden! 9. Sprich nicht: Ich sehe keine Mittel; Wo ich such', ist nichts zum besten, Denn das ist Gottes Ehrentitel, Helfen, wenn die Not am größten. Venn ich und du ihn nicht mehr spüren, Schickt er ich u, uns wohl zu führen. Gie bih zufrieden! 10. Bleibt gleich die Hülf' in etwas lange, Wird sie den⸗ noch endlich kommen; Macht dir das Harren angst und bange: Glaube mir, es ist dein Frommen. Was langsam schleicht, faßt man gewisser, Und was verzeucht, ist desto süßer. Gieb dich zufrieden! 11. Nimm nicht zu Herzen, was die Rotten Deiner Feinde von dir dichten; Laß sie nur immer weidlich spotten, Gott wird's hören und recht richten. Ist Gott dein Freund und deiner Sachen, Was kann dein Feind, der Mensch, groß ma⸗ chen? Gieb dich zufrieden! 12. Hat er doch selbst auch wohl das seine, Wenn er's sehen könnt' und wollte. Wo ist ein Glück so klar und reine, Dem nicht etwas fehlen sollte? Wo ist ein Haus, das könnte sagen: Ich weiß durchaus von keinen Plagen? Gieb dich zu⸗ frieden! 13. Es kann und mag nicht anders werden, Alle Menschen müssen leiden; Was webt und lebet auf der Erden, Kann das Unglück nicht vermeiden. Des Kreuzes Stab schlägt unsre Lenden Bis in das Grab, da wird sich's enden. Gieb dich zufrieden! 14. Es ist ein Ruhetag vorhanden, Da uns unser Gott wird lösen. Er wird uns reißen aus den Banden Dieses Leib's und allem Bösen. Es wird einmal der Tod her⸗ dringen Und aus der Qual uns sämtlich bringen. Gieb dich zufrieden! 15. Er wird uns bringen zu den Scharen Der Erwähl⸗ ten und Getreuen, Die hier mit Frieden abgefahren, Sich auch nun im Frieden freuen, Da sie den Grund, der nicht kann brechen, Den ew'gen Mund selbst hören sprechen: Gieb dich zufrieden! Paul Gerhardt, geb. 1607 F 1676. Mel. Jesu, meine Freude. 468 Gon der wird's 5 wohl machen, Dem ich alle Sachen Allzeit heimgestellt. Er hat mich er⸗ koren, Eh' ich noch geboren Bin auf diese Welt; Hat mir auch nach seinem Brauch, Was von nöten, stets gegeben Hier in diesem Leben. 2. Gott, der wird's wohl machen, Der mir manches Lachen, Freud' und Lust ge⸗ schenkt. Der mich nie vergessen, 33⁴4 Kreuz⸗ und Der mit Kleid und Essen Täglich mich bedenkt: Auch wenn fast des i Last 469. Gont ist un Oft die Seinen ziemlich drücket, Hat er mich erquicket. 3. Gott, der wird's wohl machen, Laß das Wetter kra⸗ chen Und die Stürme gehn. Wenn mit großem Grausen Alle Wellen brausen, Will er bei dir stehn. Gott ist da mit Hülfe nah; Schlägt dich Un⸗ glück gleich darnieder, Gott er⸗ hebt dich wieder. 4. Gott, der wird's wohl machen, Er wird selber wachen Ueber deiner Not. Wenn du willst verzagen Unter deinen Plagen, Ist der fromme Gott Auf dem Plan und nimmt dich an; Dann verstäubt die Angst geschwinde, Wie der Rauch im Winde. 5. Gott, der wird's wohl machen, Mächtig in den Schwa⸗ chen Ist er allezeit. Wem hat's je gefehlet, Der sich Gott erwählet In dem Herzeleid? Drum mein Herz, vergiß den Schmerz; Alles beht in seinen Händen: Gott kann alles wenden. 6. Gott, der wird's wohl machen, Wenn des Todes Rachen Gleich ist aufgethan; Wenn die Lebensjahre Eilen zu der Bahre, Führt er him⸗ melan. Sei bereit zu Freud' und Leid; Gott befiehl nur deine Sachen; Gott, der wird's wohl machen! Trost⸗Lieder. Mel. Nun danket alle Golt. bleibt getren Sein Herze bricht von Libe Pflegt er gleich oftmals hin Die Seinen zu betrüben; prüfet durch das Kreuz, M. rein der Glaube sei, Wie stand⸗ haft die Geduld; Gott ist u bleibt getreu. 2. Gott ist und bleibt ge treu! Er hilft ja selber tragen Was er uns auferlegt, d Last der schweren Plagen, Er braucht die Rute ost Un bleibet doch dabei Ein Vaten der uns liebt; Gott ist um bleibt getreu. 3. Gott ist und bleibt ge treu! Er weiß, was wir ver mögen, Er pfleget nie zu vil Den Schwachen aufzulegen Er macht sein JIsrael Vun große Not entsteht: Gott il und bleibt getreu. 4. Gott ist und bleibt ge treu! Er tröstet nach den Weinen, Er läßt nach trüber Nacht Die Freudensonne schek nen; Der Sturm des Kreußztz geht Im Augenblick vorbei, ist und bleibt getreu. 5. Gott ist und bleibt ge treu! Er stillet dein Begehren, Er will dein Glaubensgol In Trübsalsglut bewähren; Nimm an von Gottes Hand Der Lebensbecher folgt: Gol Ernst Stockmann, geb. 1634 + 1712. ist und bleibt getreu. Last und Banden frei, Wem Sei, Seele, nur getrost: Gol Den Kreuzkelch ohne Sch, alle Gott. ist w eibt gettel von Lieben stmals hin rüben; E reuz, M Wie stand⸗ ott ist uz bleibt H⸗ ber tragen erlegt, R- Plagen e oft Ihn Sin Valen tt ist nd bleibt g. wir ber⸗ die zu vil ufzulegen rael Vun ei, Wem Gott is leibt g⸗ iach den ich 19 nne schei Kreus“ vorbi ost: Got ö leibt K. zegehre, bensgol währen; Hand Stcheu, t: Goth Kreuz⸗ und 6. Gott ist und bleibt ge⸗ eu; Laß alle Wetter krachen, Hott wird der Trübsal doch Ein solches Ende machen, Daß alles Kreuz und Not Dir ewig nützlich sei. So lebt der Höchste dich. Gott it und bleibt getreu. 1695. Eigne Melodie. 47⁰0 Gor lebet noch! —* Seele, was verzagst du doch? Gott ist gut, der aus Erbarmen Alle Hülf' auf Erden thut, Der mit Kraft und starken Armen Machet alles wohl und gut. Gott lann besser, als wir denken, Ale Not zum besten lenken. Seele, so bedenke doch: doch unser Herr Gott noch! 1 Seele, was verzagst du doch? Sollt' der schlummern oder schlafen, Der das Aug' hat zugericht't? Der die Ohren hat erschaffen, nicht? Gott ist Gott, der hört und Gott ist's, der es herzlich mei⸗ 2. Gott lebet noch Sollte dieser hören siehet, Wo den Frommen Weh eschiehet. S Gott noch! 3. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Der den Erdenkreis verhüllet Mit den Wolken weit und breit, Der die ganze Welt erfüllet, 9 Daß die Höll' entzündet wer⸗ Ist von uns nicht fern un weit. Wer an allen Enden. Lebt dich zufrieden stellen. Seele, so bedenke och: Lebt doch unser Herr Gott liebt, dem will er senden Hülf' und Trost Seele, so Trost⸗Lieder. 335 bedenke doch: Lebt doch unser Herr Gott noch! 4. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Bist du schwer mit Kreuz beladen, Nimm zu Gott nur deinen Lauf. Gott ist groß und reich von Gnaden, Hilft den Schwachen gnädig auf; Gottes Gnade währet immer, Seine Treu' vergehet nimmer. Seele, so bedenke doch: Lebt doch unser Herr Gott noch! 5. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Wenn dich deine Sünden kränken, Dein Verbrechen quält dich sehr: Komm zu Gott, er wird versenken Deine Sünden in das Meer. Mitten in⸗ der Angst der Höllen Kann er Seele, so bedenke doch: Lebt doch unser Herr Gott noch! 6. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Will dich alle Welt verlassen, Weißt du weder aus noch ein: Gott wird dennoch dich umfassen, Und im Leiden bei dir sein. net, Wo die Not am größten scheinet. Seele, so bedenke doch: Lebt doch unser Herr Gott noch! 7. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Laß den Himmel samt der Erden Immerhin zu Trümmern gehn; den; Laß den Feind erbittert stehn, Laß den Tod und Teufel blitzen. Wer Gott traut, den 336 will er schützen; Seele, so be⸗ Kreuz⸗ und denke doch: Lebt doch unser Herr Gott noch! 8. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Mußt u schon geängstigt wallen Auf der harten Dornenbahn: Es ist Gottes Wohlgefallen, Dich zu führen himmelan. Gott wird nach dem Jammer⸗ leben Friede, Freud' und Wonne geben. Seele, so be⸗ denke doch: Lebt doch unser Herr Gott noch! Joh. Friedr. Zihn, geb. 1650 + 1719. Eigne Melodie. 471. Gon will's ma⸗ 14 chen, Daß die Sachen Gehen, wie es heilsam ist, Laß die Wellen sich ver⸗ stellen, Wenn du nur Jesu bist. 2. Wer sich kränket, Weil er denket, Jesus liege in dem Schlaf, Wird mit Klagen Nur sich plagen, Daß der Unglaub leide Straf'. 3. Du Verächter, Gott, dein Wächter, Schläfet ja, noch schlummert nicht. Zu den Höhen Aufzusehen, Wäre deine Glaubenspflicht. 4. Im Verweilen Und im Eilen Bleibt er stets dein Vaterherz; Laß dein Weinen Bitter scheinen, Dein Schmerz ist ihm auch ein Schmerz. Glaub nur feste, Daß das Beste Ueber dich be⸗ schlossen sei; Wenn dein Wille bei Trost⸗Lieder. Nur ist stille, Wirst du m dem Kummer frei. 6. Nimmer klage, Nimntz zage, Wenn der Hen I Leiden giebt. Der sie sendet Sie auch wendet, Der hu nie ohn' Frucht betrübt. 7. Willst du wanken V Gedanken, Faß dich in G lassenheit; Laß den sorgen er auch morgen Herr über Leid und Freud. 8. Gottes Hände Sind ohn Ende, Sein Vermögen hal kein Ziel; Ist's bescwelt Scheint's gefährlich, Deinen Gott ist nichts zu viel. 9. Seine Wunder Sind der Zunder, Da der Glaube Funken fängt. Alle Thatn Sind geraten Jedesmal, wi⸗ er's verhängt. 10. Wenn Stunden Sich gefunden, Bricht di Hülf' mit Macht hereinz Und dein Grämen Zu beschämen, Wird es unversehens sein. 1I1. Eignen Willen Zu er⸗ füllen. Leidet sich's noch zien⸗ lich wohl; Da ist Plage, M und Klage, Wo man leiden muß und soll. 12. Drum, wohl denen, Die sich sehnen Nach der stillen Willensruh'. Auf das Wollen Fällt dem Sollen Die Vollbringungskraft bald zu. 13. Mehr zu preisen Sind die Weisen, Die schon in der Uebung stehn, Die das Lel⸗ den Und die Freuden Nur mit Hiobs Aug' ansehn. 14. Nun, so trage Deine die lage 15 verme densch 15. lage Fein getrost und mit Hebnd; Wer das Leiden Will 7 2—* bermeiden, Häufet seine Sün⸗ err dir denschuld. sie senl. 15. Die da weichen Und er hu das Zeichen Ihres Bräutigams verschmähn, Müssen laufen uden Haufen, Die zur lin⸗ 5 Seite stehn. 16. Aber denen, Die mit Thränen Küssen ihres Jesu — Joch, Wird die Krone Auf Sind ohm dem Throne Ihres Heilands chm hal] werden noch. eschwerlch] 17. Amen, Amen! In dem . Deinen Namen Meines Jesu halt' ich iel. fill: Es geschehe Und ergehe, der Sind Wie und wann und was er er Glaube will. e Thaten oh. Dan. Herrnschmidt, geb. 1675 mal, v 9— 11³½.— St Eigne Melodie oder: uht z0 uus tifer Noth schrei ich zu dir. 209 ö 0 rein; Und 47² err, wie du willst, eschämen ö V, so schick's mit mir sein. Im Leben und im Sterben; 3u en Allein zu dir steht mein Be⸗ 05 dien. gier, Herr, laß mich nicht ver⸗ age, derben, Erhalt mich nur in Kreuz⸗ und Trost⸗Lieder. 337 abscheiden, Verleih mir, Herr, nur deine Gnad', Daß es gescheh' mit Freuden. Mein Leib und Seel' befehl' ich dir, O Herr, ein selig' End' gieb mir Durch Jesum Christum Amen. Caspar Bienemann, geb. 1540 4 1591. Mel. Wenn wir in höchsten Nöten sein. 473. Hen Helfer, hilf in Angst und Not. Erbarm' dich mein, du treuer Gott; Ich bin ja doch dein liebes Kind, Trotz Teufel, Welt und aller Sünd'. 2. Ich trau auf dich, o Gott, mein Herr; Wenn ich dich hab', was will ich mehr? Ich hab' ja dich, Herr Jesu Christ, Du mein Gott und Erlöser bist. 3. Des freu' ich mich von Herzen fein, Bin gutes Muts und harre dein, Verlaß mich gänzlich auf dein Wort: Hilf Helfer, hilf mir hier und dort. Nach Nicolaus Selnecker, geb. 1530 + 1592. Mel. Was mein Gott will, das g'scheh' i leiden deiner Huld. Sonst wie du willst, gieb mir Geduld; Dein denen, Wille ist der beste. ach der 2. Zucht, Ehr' und Treu' Auf das verleih mir, Herr, Und Lieb' ollen Die zu deinem Worte; Behüt' mich Hald zu. Herr, vor falscher Lehr' Und en Sind mir hier und dorte, Was in de. dient zu meiner Seligkeit; as K, Wend' ab all' Ungerechtigkeit en Nur In meinem ganzen Leben. 2 3. Soll ich einmal nach deinem Rat Von dieser Weltgewogen. allzeit. 474. Gottes Herz und Sinn Mein Herz und Sinn er⸗ geben! Was böse scheint, ist mir Gewinn, Der Tod selbst ist mein Leben: Ich bin ein Sohn des, der den Thron Des Himmels aufgezogen, Ob er gleich schlägt und Kreuz auflegt, Bleibt doch sein Herz 338 2. Das kann mir fehlen nimmermehr, Mein Vater muß mich lieben; Wenn er mich auch gleich wirft ins Meer, So will er mich nur üben Und mein Gemüt in seiner Güt' Gewöhnen fest zu stehen. Halt ich dann Stand, wei seine Hand Mich wieder zu erhöhen 3. Ist, was ich bin und habe, mein? Gab ich mir selbst das Leben? Sein Werk bin ich, er hat allein Mir Seel' und Leib Hn ec Ich 910 mir nicht des Geistes zicht, Er läßt es in mir scheinen; Wer so viel thut, des Herz und Mut Kann's nimmer böse meinen 4. Wie wollt' ich nur den Aufenthalt Auf dieser Welt erlangen? Ich wäre längstens tot und kalt, Wenn Gott mich nicht umfangen Mit seinem Arm, der alles warm, Ge⸗ sund und fröhlich machet; Was er nicht hält, das bricht und fällt, Was er erfreut, das lachet 5. Zudem ist Weisheit und Verstand Bei ihm ohn' alle Maßen; Zeit, Ort und Stund' ist ihm bekannt, Zu thun und auch zu lassen; Er weiß, wann Freud', er weiß, wann Leid Uns, seinen Kindern diene; Und was er thut, ist alles gut, Ob's noch so trau⸗ rig schiene 6. Du denkest zwar, wenn du nicht hast, Was Fleisch Kreuz⸗ und Trost⸗Lieder. mit einer großen Last De Glück und Heil be 15 Hast spät und früh viel Son und Müh, An deinen Wun ba kommen, Und denkest nich aß, was geschicht, Ge zu deinem Frommen. 7. Fürwahr, der dich e⸗ schaffen hat Und ihm zur Chr erbauet, Der hat schon 0 in seinem Rat Ersehen und beschauet Aus wahrer Tun was dienlich sei Dir un den Deinen allen; Laß ihn doch zu, daß er nur thu Nach seinem Wohlgefallen. 8. Wie's Gott gefällt, i muß es sein, Es wird zuleh dich freuen; Was du 0 nennest Ereng und Pein, 0 dir zum Trost gedeihen, W in Geduld, die Gnad' 15 Huld Wird An noch endlih finden; All' Angst 0 Qull wird auf einmal Gleichwir ein Rauch verschwinden. 9. Das Feld kann ohye t Ungestüm Gar keine Frücht tragen. So fällt auch Men⸗ schenwohlfahrt hin Bei lauter guten Tagen, Die Aloe bringt bittres Weh', Macht gleit⸗ wohl rote Wangen; So muß ein Herz durch Angst n Schmerz Zu seinem Heil ge langen. 10. Ei nun, mein Gott, 9 fall ich dir Getrost in dein Hände: Nimm mich und mach du es mit mir Bis an man letztes Ende, Wie du wohl ch weißt, i meinem Geit und Blut begehret, Als sei Dadurch sein Heil entstehe, ast Dun eschwent viel Sord en Wunsth nkest nith Geshe dich er n zur Ehy on längt sehen und rer Tren Dir und Laß ihn wun h efallen. gefällt, z ird zuleh du sccht ein, With )en, Warb mad' und sch endlih und OQual Gleichviz iden. ann ohne e Früche uch Men⸗ Bei lauter lloe bringt R. gli So muß ngst und eil g⸗ 1 Gott, o in deine und mach an mein du wohl m Geit entstehe Und deine Ehr⸗ je mehr und nehr Sich in ihr selbst erhöhe. 1. Willst du mir geben Sonnenschein, So nehm' ich's an mit Freuden; Kreuz und Unglück sein, Will ih's geduldig leiden. Soll mir allhier des Lebens Thür Noch ferner offen stehen; Wie du mich führst und führen wirst, So will ich gern mit⸗ gehen. 12. Soll ich dann auch des Iodes Weg Und finstre Straße reisen; Wohlan, so wühl ich Bahn und Steg, Dir mir dein' Augen weisen, du bist mein Hirt, der alles wird Zu solchem Ende kehren, Daß ich einmal in deinem Saal Dich ewig möge ehren. Paul Gerhardt, geb. 1607 4 1676. Mel. O Welt, ich muß. 47⁵5. I hab' in gu⸗ ten Stunden Des Lebens Glück empfunden Und Freuden ohne Zahl; So will ich denn gelassen Mich auch im Leiden fassen; Welch Leben hat nicht seine Qual? 2. Ja, Herr, ich bin ein Sünder; Und stets strafst du gelinder, Als es der Mensch berdient; Sollt' ich, beschwert mit Schulden, Kein zeitlich Beh' erdulden, Das doch zu meinem Besten dient? 3. Dir will ich mich er⸗ Leben Nicht meine Ruh', mein eben Mehr lieben als den Herrn. Dir, Gott, will ich Kreuz⸗ und Trost⸗Lieder. vertrauen Und nicht auf Men⸗ schen bauen; Du hilfst und du errettest gern. sterbe, Erbe: Was schreckt mich Grab und Tod? Auch auf des Todes Pfade Gnade; Du, Herr, mir in der Not. 339 4. Laß du mich Gnade Soll's aber Dan Mich alle meine Sün⸗ en Erkennen und bereun. Jetzt hat mein Geist noch Kräfte; Sein Heil laß mein Geschäfte, Trost und Leben sein. Dein Wort mir 5. Wenn ich in Christo Bin ich des Himmels Vertrau' ich deiner bist bei 6. Ich will dem Kummer wehren, Gott durch Geduld verehren, Im Glauben zu ihm mia Ich will den Tod be⸗ enken; Der Herr wird alles lenken, Und was mir gut ist, wird geschehn. Christ. Vurhter geb. 1715 Mel. Jesus, meine Zuversicht. 476. Mon sch Hin in Gottes Herz und Cemer Und erwartet ruhiglich Seiner Wege Ziel und Ende, Lieget still und willenlos In des liebsten Vaters Schoß. 2. Meine Seele murret nicht, Ist mit allem wohl zu⸗ frieden; Was der eigne Wille spricht, Ist zum Tode schon beschieden; Was die Ungeduld erregt, Ist in Christi Grab gelegt. 2³* 340 3. Meine Seele sorget nicht, Will vielmehr an nichts ge⸗ denken, Was gleich spitzen Dornen sticht Und den Frie⸗ den nur kann kränken; Sorgen kommt dem Schöpfer zu, Meine Seele sucht nur Ruh'. 4. Meine Seele grämt sich nicht, Liebt hingegen Gott im Leiden; Kummer, der das Herze bricht, Trifft und ängstet nur die Heiden; Wer Gott in dem Schoße liegt, Bleibt in aller Not vergnügt. 5. Meine Seele klaget nicht, Denn sie weiß von keinen Nöten, Hängt an Gottes An⸗ gesicht, Auch alsdann, wenn er will töten; Wo sich Fleisch und Blut beklagt, Wird der Freudengeist verjagt. 6. Meine Seel' ist still zu Gott, Und die Zunge bleibt gebunden; Also hab' ich allen Spott, Alle Schmerzen über⸗ wunden; Bin, gleichwie ein stilles Meer, Voll von Gottes Preis und Ehr'. Joh. Jos. Winckler, 1670 4 1722. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 477 Ich halte Gott in * N allem stille, Er liebet mich in Freud' und Schmerz; Wie gut ist Gottes Vaterwille! Wie freundlich sein mich liebend Herz! Er ist mein Hort und meine Zier; Was Gott gefällt, gefällt auch mir. 2. Mein Gott weiß alles Kreuz⸗ und Trost⸗Lieder ewig treue Freund; Er 10 mich nach dem Weinen lahn Was er thut, das ist muh gemeint. Sein Lieben wihn für und für; Was Golt 95 fällt, gefällt auch mir. 3. Sein Wille bleibet miß Vergnügen, So lang ich l auf dieser Welt. Mein eihmn Wille kann nur trügen, d das nicht will, was Gott 05 fällt. Ich denk an maß Christgebühr: Was Gott 9 fällt, gefällt auch mir. r will und wird mit ewig lieben, Er weiß wol was mir nützlich sei; Er gu mich in die Hand geschriehn Mit laut'rem Golde sen Treu', Weg eigner Wille, un gefällt auch mir. holfen werde, Er will Seelen Seligkeit; Drum m ich mich von dieser E Durch wahre Gottgelassenhahz Sein Will' geschehe dort un hier; Was Gott gefällt, gesih auch mir. Eigne Melodie. 4 78 Ich weiß, meh * N. Gott, daßalb mein Thun Und Werk in dek kommt Glück und Segen; Was du regierst, das geht ud steht Auf rechten, guten Wegen. 2. Es steht in keines Men⸗ wohl zu machen, Er ist der schen Macht, Daß sein Mut mit dir! Was Gott geslh 5. Gott will, daß mir E Salomo Franck, geb. 1659 4 nem Willen ruhn, Von de ein sei as Gott g an mehz 5 Gott g⸗ mir. d wird mit weiß wal sei; Er se geschriehn olde sein Wille, un Bott gefill d; Er Ii einen lache aß mirg⸗ r will ie Drum u dieser Eh gelassenheiz se dort mn fällt, gefil 1650 1 1 die. weiß, meh ott, daßab Berk in d⸗ „Von n d Segen; 18 geht uud ten Wegen. ines Men⸗ sein Mt Kreuz⸗ und T Und Werk gebracht werd' ins Wert ge Des senes Gang's sich freue; Hoͤchsten lein, Daß Menschenrat gedeihe. 3. Oft denkt der Mensch in seinem Mur, Dies oder jenes sei ihm gut, Und ist doch weit gefehlet! Oft sieht er auch für shädlich an, Was Gott doch selbst erwählet. 4. So fängt auch oft ein weifer Mann Ein gutes Werk mit Freuden an Und bringt's doch nicht zu Stande; Er baut ein Schloß und festes Haus, Doch nur auf lauter'm Sande. 5. Wie mancher ist in sei⸗ nem Sinn Fast über Berg und Spitzen hin, Und eh' er sich's versiehet, So liegt er da, und hat sein Fuß Vergeblich sich bemühet. 6. Drum, lieber Vater, der du Kron' Und Scepter trägst im Aulen iweit Und aus den Wolken blitzest, vernimm mein Wort und höre mich Vom Stuhle, da du sitzest. 7. Verleihe mir das edle Licht, Das sich von deinem Angesicht In fromme Seelen 3 Und da in mir der eisheit Kraft Durch deine Kraft erschließet. 8. Gieb mir Verstand aus deiner Höh', Auf daß ich ja nicht ruh' und steh' Auf mei⸗ nem eignen Willen; Sei du mein Freund und treuer Rat, Was gut ist zu erfüllen. 9. Prüf' alles wohl und was mir gut, Das gieb mir ein; was Fleisch und Blut 341 Erwählet, das verwehre. Der höchste Zweck, das beste Teil Trost⸗Lieder. Rat der macht's al⸗Sei deine Lieb' und Ehre. 10. Was dir gefällt, das laß auch mir, O meiner See⸗ len Sonn' und Zier, Gefallen und belieben; Was dir zuwi⸗ der, laß mich nicht In Werk und That verüben! 11. Ist's Werk von dir, so hilf zu Glück, Ist's Menschen⸗ thun, so treib's zurück Und ändre meine Sinnen. Was du nicht wirkst, pflegt von sich selbst In kurzem zu zerrinnen. 12. Sollt' aber dein und unser Feind An dem, was dein Herz gut gemeint, Be⸗ ginnen sich zu rächen, So ist's mein Trost, daß seinen Zorn Du leichtlich könnest brechen. 13. Tritt du zu mir und mache leicht, Was mir sonst fast unmöglich deucht, Und bring' zum guten Ende, Was du selbst angefangen hast Durch Weisheit deiner Hände. 14. Ist ja der Anfang et⸗ was schwer Und muß ich auch ins tiefe Meer Der bittren Sorge treten, So treib mich nur ohn' Unterlaß Zu seufzen und zu beten. 15. Wer fleißig betet und dir traut, Wird alles, davor sonst ihm graut, Mit tapf'rem Mut bezwingen; Sein Sor⸗ genstein wird in der Eil' In tausend Stücke springen. 16. Der Weg zum Guten ist fast wild, Mit Dorn und Becken ausgefüllt; Doch wer ihn freudig gehet, Kommt 342 Kreuz⸗ und Trost⸗Lieder. endlich, Herr, durch deinen der Mut, Wie Perlen in Geist, Wo Freud' und Wonne salz'ner Flut. stehet. Je größer Kreuz,; 17. Du bist mein Vater, ich größ're Liebe. Der Wind l dein Kind, Was ich bei mir nur die Flammen auf, nicht hab' und find', Hast du scheinet gleich der Himmi zu aller G'nüge. So hilf nur, trübe, So lachet doch 00 daß ich meinen Stand, Wohl Sonne drauf; Das Rreh halt' und herrlich siege. vermehrt der Liebe Glut, Glet 18. Dein soll sein aller wie das Oel im Feuer thut Ruhm und Ehr, Ich will 5. Je größer Kreuz je neh dein Thun je mehr und mehr Gebete, Gerieb'ne Kräute Aus hocherfreuter Seelen Vor riechen wohl; Wenn um du deinem Volk und aller Welt, Schiff kein Sturmwind wht So lang ich leb', erzählen. So fragte man nicht nach dn Paul Gerhardt, geb. 1607 4. 1676. Pol. Wo kämen Davids Pfal men her, Wenn er nicht aut +* 3* Mel. Wer nur den lieben Gott läßt versuchet wär'?ꝰ R walten. 6. Je größer Kreuz, je meh N.a* 479. De größer Kreuz, Verlangen, Im Thale steige 9 man bergan; Wer durch Wüsten oft gegangen, Da sehnet sich nach Cangan. D ié näher Him⸗ mel; Wer ohne Kreuz, ist ohne Gott. Bei Sündenlust und Weltgetümmel Vergißt 4 1 it der Busß de elig ist der Men 9ge⸗— schäßt, Den Gott in Kreuz 7. Je größer Kreuz, je liebe und Trübsal setzt. Sterben, Man freut sich recht 2. Je größer Kreuz, je bess⸗auf seinen Tod; Denn nun Ruh', So fliegt es nach du Arche zu. Täublein, findet's hier niht rer Christe, Gott prüft uns unot a dem Verderben, E an dem Probestein. Wie stir mancher Gurten lieget wüste, Das Kreuze, das die Gräber Wo Thränenregen nicht fällt ziert, Bezeugt, man habe tu⸗ ein! Das Gold wird auf dem umphiert. Feuerherd, Ein Christ in 8. Je größer Kreuz, je mancher Not bewährt. schön're Krone, die Gottes „ Je größer Kreuz. je Schatz uns beigelegt, Und die stärk'rer Glaube, Die Palme einmal vor seinem Throne wächset bei der Last; Die Süßig⸗ Der Ueberwinder Scheitl keit fließt aus der Traube, trägt. Ach dieses teure Klein⸗ t auf einmal alle Mi. Wenn du sie wohl gekeltertod macht, Daß man das hast. Im Kreuze wächset uns größte Kreuz nicht acht't. erlen in deuer thul uʒ, je meh Kräutt uz, je mch hale steige ö durch igen, De iaan. Daz hier nih nach dn z je liebe sich uach enn man rben, E alle Mot. ie Gräber habe tu⸗ rreuz, jt Gotis Und die Throne Scheitel re Klein⸗ an das t'. Kreuz⸗ und Trost⸗Lieder. 9. Gekreuzigter, laß mir dein greuze Je länger und je lieber duld ein! Daß mich die Ungeduld nicht reize, So pflanz' ein solches Lieb mir ein, Das Hlaube, Liebe, Hoffnung hegt, Bis dort mein Kreuz die Krone trägt. O. Schmolck, geb. 1672 T 1737. Mel. O Welt ich muß dich. 480. In allen meinen 3 * 90 Thaten Laß 343 Und mit mir haben noch Ge⸗ uld. 6. Leg' ich mich späte nieder, Erwach' ich frühe wieder, Lieg' oder zieh' ich fort, In Shwach⸗ heit und in Banden Und was mir stößt zu Handen, So tröstet mich allzeit sein Wort. 7. Hat er es denn beschlossen, So will ich unverdrossen An mein Verhängnis gehn; Kein Unfall unter allen Wird mir u harte fallen, Mit Gott will ich ihn überstehn. 8. Ihm hab' ich mich ergeben, ih den Höchsten raten, Der alles kann und hat. Er muß zu allen Dingen, Soll's an⸗ ders wohl gelingen, Mir selber geben Rat und That. 2. Nichts ist es spät und frühe Um alle meine Mühe, Mein Sorgen ist umsonst, Er mags' mit meinen Sachen Nach seinem Billen machen; Ich stell's in seine Vatergunst. 3. Es kann mir nichts ge⸗ schehen, Als was er hat versehen, Und was mir selig ist. Ich nehm' s, wie er's giebet, Was ihm von mir beliebet, Das hab' ich willig auch erkiest. 4. Ich traue seiner Gnaden, Zu sterben und zu leben, So⸗ bald er mir gebeut: Es sei heut' oder morgen, Dafür laß ich ihn sorgen, Er weiß allein die rechte Zeit. 9. So sei nun, Seele, deine, Und traue dem alleine, Der dich geschaffen hat. Es gehe, wie es gehe, Dein Vater in der Höhe, Der weiß zu allen Sachen Rat. Paul Fleming, geb. 1609 + 1640. Psalm 31, 1—6. Eigne Melodie. 481 In dich hab' ich ge⸗ hoffet, Herr, Hilf, Die mich vor allem Schaden daß ich nicht zu Schanden Vorallem Uebel schützt. Leb' ich werd' Noch ewiglich zu Spotte. nach seinen Sätzen, So wird Das bitt' ich dich: Erhalte nich nichts verletzen, Nichts mich In dir, dem treuen Gotte! sehlen, was mir ewig nützt. 2. Dein gnädig' Ohr neig' 5. Er wolle meiner Sünden her zu mir, Erhör mein“ Bitt', In Gnaden mich entbinden, thu dich herfür, Eil' bald mich Durchstreichen meine Schuld; 38 erretten! In Angst und Er wird auf mein Verbrechen Weh Ich lieg' und steh': Hilf Nicht stracks das Urteil prechen mir in meinen Nöten. 344 Kreuz⸗ und Trost⸗Lieder. 3. Mein Gott und Schirmer, Und bin deliebt bei Goth, steh mir bei, Sei meine Burg, Was kann mir thun der Feinde darin ich frei Und ritterlich Und Widersacher Rott'd mög' streiten, Ob auch der 2. Nun weiß und glaub ith Feind Mit Macht erscheint‚ feste, Ich rühm's auch ohne Anstürmt auf beiden Seiten. Scheu, Daß Gott, der höchse 4. Du bist mein' Stärk', und beste, Mein Freund und mein Fels und Hort, Mein Vater sei, Und daß in allen Schild, mein' Kraft, sagt mir Fällen Er mir zur Rechten dein Wort, Mein' Hülf, mein steh' Und dämpfe Sturm und Heil, mein Leben, Mein starker Wellen Und was mir bringet Gott In aller Not: Wer mag Weh. mir widerstreben? 3. Der Grund, da ich mih 5. Mir hat die Welt trüglich grün de, Ist Christus und sein gericht't Mit Lügen und mit Blut; Das machet, daß ih falschem G'dicht Viel Netz' finde Das ew'ge, wahre Gut. und heimlich Stricke; Herr, An mir und meinem Leben nimm mein wahr In der Ist nichts auf dieser Erd; Gefahr, Behüt vor falscher Was Christus mir gegeben Tücke. Das ist der Liebe wert. 6. Herr, meinen Geist be 4. Mein Jesus ist meis fehl' ich dir; Mein Gott, mein Ehre, Mein Glanz und hellez Gott, weich nicht von mir, Licht, Wenn der nicht in mir Nimm mich in deine Hände; wäre, So dürft' und könnt' ih O wahrer Gott, Aus aller nicht Vor Gottes Augen stehen Not Hilf mir am letzten Ende. Und vor dem Sternenstz 7. Preis, Ehre, Macht und Ich müßte stracks vergehen, Herrlichkeit Sei Vater, Sohn Wie Wachs in Feuers Liß. und Geist bereit Und seinem 5. Mein Jesus hat gels⸗ heil'gen Namen. Die göttlich' schet, Was mit sich führt den Kraft Mach' uns sieghaft Tod; Der ist's, der rein mich Durch Jesum Christum Amen. wäschet, Macht schneeweiß, Adam Reißner, geb. 1496 4. 1565. was ist rot. In ihm kann ich mich freuen, Hab' einen Hel⸗ Röm. 8, 31—39. denmut, Darf kein Gerichte Mel. Balet will ich bir geben. scheuen, Wie sonst ein Sünder ö thut. 482 Ist Gott für 6. Nichts, nichts lann mih N mich, so verdammen, Nichts ängstel trete Gleich alles wider mich; mehr mein Herz; 5. Ru So oft ich ruf' und bete, und ihre Flammen, Die sin Weicht alles hinter sich. Hab' mir nur ein Scherz; Kein Ur⸗ ich das Haupt zum Freunde teil mich erschrecket, Kein Un⸗ bei Gotz der Feinde ott'ꝰ glaub ih auch ohne der höchst eund und in allen V Rechten turm und ir bringe m Leben er Erd; gegeben, ert. st meim nd hellez t in mir könnt'ith en stehen ternensiz Hhergehen, rs Hiß. at gelb⸗ ührt den ein mich neeweiß, kann ich ien Hel⸗ Gerichte Sünder Kreuz⸗ und Trost⸗Lieder. heil mich betrübt; Weil mich mit Flügeln decket Mein Hei⸗ land, der mich liebt. 7. Sein Geist wohnt mir im Herzen, Regieret meinen Sinn, Vertreibet Sorg' und Schmerzen, Nimmt allen Kum⸗ mer hin; Giebt Segen und Gedeihen Dem, was er in mir shafft, Hilft mir das Abba schreien Aus aller meiner Kraft. 8. Und wenn an meinem Orte Sich Furcht und Schrecken sind't, So seufzt und spricht er Worte, Die unaussprech⸗ lch sind Mir zwar und meinem Munde, Gott aber wohlbewußt, Der an des Her⸗ zens Grunde Ersiehet seine Lust. 9. Sein Geist spricht mei⸗ nem Geiste Manch süßes Trost⸗ wort zu, Wie Gott dem Hülfe keiste, Der bei ihm suchet Ruh'. Und wie er hab' erbauet Ein“ edle neue Stadt, Da Aug' und Herze schauet, Was es geglaubet hat. 10. Da ist mein Teil, mein Erbe Mir prächtig zugericht't, Wenn ich gleich fall' un sterbe, Fällt doch mein Him⸗ mel nicht. Muß ich auch gleich Mit Thränen meine Zeit, Mein Jesus und sein Leuchten Durchsüßet alles hier feuchten Leid. 345⁵ Kreuz und alle Plagen, Die sind Renn täglich Brot. 12. Das ist mir nicht ver⸗ borgen; Doch bin ich unver⸗ agt: Gott will ich lassen Ioren, Dem ich mich zugesagt; Es koste Leib und Laden Und alles, was ich hab': An dir will ich fest kleben Und nim⸗ mer lassen ab. 13. Die Welt, die mag zer⸗ brechen, Du stehst mir ewig⸗ lich; Kein Brennen, Hauen, Stechen Soll trennen mich und dich; Kein Hunger und kein Dürsten, Kein' Armut, keine Pein, Kein Zorn des großen Fürsten Soll' mir ein' Hind'⸗ rung sein. 14. Kein Engel, keine Freu⸗ den, Kein Thron, kein' Herr⸗ lichkeit; Kein Lieben und kein Leiden, Kein' Angst, kein Herzeleid, Was man nur kann erdenken, Es sei klein oder groß, Der keines soll mich lenken Aus deinem Arm und Schoß. 15. Mein Herze geht in Sprüngen Und kann nicht trau⸗ drig sein, Ist voller Freud' und Singen, Sieht lauter Sonnen⸗ schein: Die Sonne, die mir lachet, Ist mein Herr Jesus Christ; Das, was mich singen machet, Ist, was im Himmelist. Paul Gerhardt, geb. 1607 1 1676. 11. Wer sich mit dem ver⸗ bindet, Den Satan fleucht und haßt, Der wird verfolgt und findet Ein' harte, schwere 6. e⸗ Das ihm vertraut allzeit; Und ob Zu leiden und zu tragen, rät in Hohn und Spott, Mel. Herzlich thut mich verlangen. 483 Rener hat Gott * verlassen, Der 346 Kreuz⸗ und ihn gleich viel hassen, Geschieht ihm doch kein Leid. Gott will die Seinen schützen, Zuletzt er⸗ heben hoch Und geben, was da nützet, Hier zeitlich und auch dort. 2. Allein ich's Gott heim⸗ stelle, Er mach's, wie's ihm gefällt, Für meine arme Seele, In dieser argen Welt Ist doch nur Kreuz und Leiden Und muß auch also sein: Denn die zeitlichen Freuden Bringen uns ew'ge Pein. 3. Treulich will ich Gott bit⸗ ten Und nehmen zum Beistand In allen meinen Nöten, Die ihm gar wohl bekannt; Ge⸗ duld will ich erbitten; In dem Anliegen mein: Er wird mich wohl hehüten Und mein Not⸗ helfer sein. 4. All's Glück und Unge lücke Das kommt allein von Gott: Ich weiche nicht zurücke Und fleh' in meiner Not. Wie kann er mich denn hassen, Der treue Helfer mein? Ja wenn die Not am größten, Da will er bei mir sein. 5. Reichtum und alle Schätze, Was sonst der Welt gefällt, Drauf ich mein'n Sinn nicht Riei Das bleibet in der Welt. ein Schatz ist in dem Him⸗ mel, Der Jesus Christus heißt, Ist über alle Schätze, Schenkt uns den heil'gen Geist. 6. Ihn hab' ich eingeschlossen In meines Herzens Schrein. Trost⸗Lieder. zu erlösen Von ew ger M dieser Erde Doch größ're dul einꝰ 7. Aun sollt' ich mich g⸗ zeigen Dankbar für solt Gnad': Ich geb' mich Gott z eigen Mit allem, was ich bh Wie er's mit mir will machm Sei ihm anheimgestellt; In laß ich meine Sachen: mach's, wie's ihm gefällt. 8. Amen, nun will i schließen Dies schlichte Lieh⸗ lein. Herr, durch dein Blut⸗ vergießen Laß mich dein Erben sein: So hab' ich hier auh Erden, Was mich erfreut schon, Im Himmel soll mi werden Die ew'ge Gnaden kron'. — 10⁰⁰ Eigne Melodie. 484. Man 9 Gott! Er ist mir der Alle⸗ beste, Der mir beisteht in der Den ich nur von Herzen mein. 2. Sagt mir, wer kann doh vertrauen Auf ein schwaches Menschenkind? Wer kann ur Schlösser bauen In die Luft Sein Blut hat er vergossen Für alle Sünden mein, MI damit und Pein: Wie könnt Nensch ein frei aus Er von R It, de Pachim Rmmt Heht e feste, Steht auf dem br uur ö r Not; Er allein Soll es sein, und in den Wind” Es vergeht, Nichts besteht, Was ihr auf der Erde seht. ö 3. Aber Gottes Güte währet Immer und in Ewigkeit; 909 und Menschen er ernähret Dur erwünschte Jahreszeit: Allss Und bl So bii 2. 2 dir un ger Mug önnt' fü öß re Lit mich e⸗ 4 fi ch Gottz ich hh ll machen ollt; Jn hen: 6 efällt. will ih hte Kie ein Blut ein Erban hier au erfrenet soll ni Gnade 10⁰⁰ Kreuz⸗ und Trost⸗Lieder. hut Seine Gnad' Dargereichet üh und spat. 4. Giebt er uns nicht alles nihlich Und mit großem leberfluß? Seine Lieb' ist mbegreiflich, Strömend wie in mächt'ger Fluß; Luft und Erd' Uns ernährt, Wenn es Hottes Will' begehrt. 5. Danket nun dem großen Shüpfer durch den wahren Nenschensohn, Der uns, wie in freier Töpfer, Hat gemacht aus Erdꝰ und Thon; Groß von Rat, Stark von That It, der uns erhalten hat. Pachim Neander, geb. 1640 4 1680. Mel. Jesu, meine Freude. 85. Maöre desen Wille Mir zu helfen seht; Mein Herz ist vergnüget Mit dem, wie's Gott füget. Rimmt's an, wie es geht; Heht es nur dem Himmel zu Und bleibt Jesus ungeschieden, Eo bin ich zufrieden. 2. Meine Seele hanget An Ar und verlanget, Gott, bei dir zu sein Aller Ort' und Zgeiten Und mag keinen leiden, Der ihr redet ein; Von der Velt Ehr', Lust und Geld, Vonach so viel' sind beflissen, Nag sie gar nichts wissen. 3. Nein, ach nein, nur einer, Sagt sie, und sonst keiner Bird von mir geliebt, Jesus der Getreue, In dem ich mich freue, Sich mir ganz ergiebt. Er allein, er soll es sein, Dem 347⁷ ich wieder mich ergebe, Und ihm einzig lebe. 4. Gottes Güt' erwäge Und dich gläubig lege Sanft in seinen Schoß; Lerne ihm ver⸗ trauen, So wirst du bald schauen, Wie die Ruh' so groß, Die da fleußt aus stillem Geist. Wer sich weiß in Gott zu schicken, Den kann er erquicken. 5. Meine Seele senket Alles, was sie kränket, Tief in Jesu Brust; Sie wird stark durch Hoffen; Was sie an betroffen, Träget sie mit Lust; Fasset sich Runz männiglich Durch Geduld und Glauben feste: Endlich kommt das Beste. 6. Amen, es geschiehet; Wer zu Jesu fliehet, Wird es recht erfahr'n, Wie Gott seinen Kin⸗ dern Pflegt das Kreuz zu min⸗ dern Und das Glück zu spar'n; Bis zu End' alsdann sich wend't Das zuerst erduld'te Leiden, Und gehn an die Freuden. Joh. Caspar Schade, geb. 1666 4 1698. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. 486. Ma d Plagen Laufen mit der Zeit zu End'; Alles Seufzen, alles Klagen, Das der Herr alleine kennt, Wird Gottlob, nicht ewig sein; Nach dem Regen wird ein Schein Von viel tausend Sonnenblicken Meinen matten Geist erquicken. 2. Meine Saat, die ich ge⸗ säet, Wird zur Freude Wachien aus, Wenn die Dornen abge⸗ 348 Kreuz⸗ und mähet, So trägt man die Frucht nach Haus; Wenn ein Wetter ist vorbei, Wird der Himmel wieder frei; Nach dem Kämpfen, nach dem Streiten Kommen die Erquickungszeiten. 3. Wenn man Rosen will abbrechen, Muß man leiden in der Still', Daß uns auch die Dornen stechen; Es geht alles, wie Gott will. Er hat uns ein Ziel gezeigt, Das man nur im Kampf erreicht; Will man hier das Kleinod finden, So muß man erst überwinden. 4. Unser Weg geht nach den Sternen, Der mit Kreuzen ist besetzt; Hier muß man sich nicht entfernen, Ob er gleich mit Blut benetzt. Zu dem Schloß der Ewigkeit Kommt kein Mensch hin ohne Streit; Die in Salems Mauern woh⸗ nen, Zeigen ihre Dornenkronen. 5. Es sind wahrlich alle Frommen, Die des Himmels Klarheit sehn, Aus viel Trüb⸗ sal hergekommen, Darum sie⸗ het man sie stehn, Vor des Lammes Stuhl und Thron, Prangend in der Ehrenkron' Und mit Palmen ausgezieret, Weil sie glücklich triumphieret. 6. Gottes Ordnung stehet feste Und bleibt ewig unver⸗ rückt; Seine Freund' und Hochzeitsgäste Werden nach dem Streit beglückt. Israel erhält den Sieg Nach geführ⸗— tem Kampf und Krieg; Ka⸗ naan wird nicht gefunden, Wo man nicht hat überwunden. Trost⸗Lieder. 7. Darum trage deine gi⸗ ten, Meine Seel, und duh dich; Gott wird dich gez erretten, Das Gewitter Donnerschlag Folgt ein auge nehmer Tag, Auf den Abel folgt der Morgen Und Freude nach den Sorgen. Halle I Eigne Melodie. 487. Nuhg Meine Seele, sei betrübt, d dir Gott Glück, Gut und E Nicht so viel wie andern gieh. Nimm vorlieb mit deinn Gott: Hast du Gott, so halh nicht Not. 2. Du noch sonst ein Naz schenkind Hast ein Recht i dieser Welt; Alle, die geschgt fen sind. Gäste sind's im fren⸗ den Zelt! Gott ist Hern seinem Haus; Wie er nil so teilt er aus. hier, Daß du Erden haben sollt; Schau den Himmel übn dir: Da, da ist dein edl Gold; Da ist Ehre, da il Freud', Freud' ohn' Elde Ehr' ohn' Neid. 4. Der ist thöricht, der sih kränkt Um ein' handvoll Eil keit, Wenn ihm Gott dagegen schenkt Schätze der Beständiz⸗ keit, Bleibt das Wesen den Gewinn, Fahr' der Schatleh immer hin. sich; Nach dem Blitz mi dich leh 3. Bist du doch darum nih And Venn wohl, shafe ghehtet Ppricht 10. Geist Haus peist herrli Drr z Gut 1¹ Du das so traurz ht so seh trübt, d und E dern gieh. it deinen , so hali ein Mer Recht i. ie gesh im fren⸗ t Herr in er wil, rum nich en haben nmel übe ein edles e, da il n End „der sh oll Eich t dagegen jeständi⸗ esen den Schatlen Kreuz⸗ und Trost⸗Lieder. 34⁴9 5. Schaue alle Güter an, Qie dein Herz für Güter hält: seines mit dir gehen kann, Benn du Hepti aus der Welt; Ules bleibet hinter dir, Wenn au trittst ins Grabes Thür. 6. Aber was die Seele nührt, Gottes Huld und Christi Zut Wird von keiner Zeit etzehrt. Ist und bleibet allzeit ut. Erdengut zerfällt und huh, Seelengut, das schwin⸗ det nicht. 7. Wüßte, der im Himmel lbt, Daß dir wäre niltz' und Wonach so begierig strebt dein verblend'tes Fleisch und But, Würde seine Frömmig⸗ kit Dich nicht lassen unerfreut. 8. Nun so gehe in den Hrund Deines Herhen, das dich lehrt, Wie viel Gutes alle Stund' Dir von oben wird beschert! Du hast mehr als Sand am Meer Und willst doch noch immer i 9. Gott ist deiner Liebe voll Und von ganzem Herzen treu. Penn du wünschest, prüft er wohl, Wie dein Wunsch be⸗ schaffen sei: Ist dir's gut, so geht er's ein, Ist's dein Schade, pricht er nein. 10. Unterdessen trägt sein Geist Dir in deines Herzens Haus, Manna, das die Engel peist, Ziert und schmückt es herrlich aus. Ja, er wählet, dir zum Heil, Dich zu seinem Gut und Teil. 11. Ei, so richte dich empor, Du betrübtes Angesicht! Laß das Seufzen, nimm hervor Detnes Glaubens Freudenlicht! Das behau, wenn dich die Nacht Deines Kummers trau⸗ rig macht. 12. Setze als ein Himmels⸗ sohn Deinem Willen Maß und Ziel; Rühre stets vor Gottes Thron Deines Dankes Saitenspiel, Weil dir schon gegeben ist Viel mehr, als du würdig bist. 13. Führe deines Lebens Lauf Allzeit Gottes eingedenkl Wie es kommt, nimm alles auf Als ein wohlbedacht' Ge⸗ schenk. Geht dir's widrig: laß es gehn; Gott und Himmel bleibt dir stehn! Paul Gerhardt, geb. 1607 1676. Mel. Allein Gott in der Höh' sei Ehr'. 488 Nod dennoch 32 mußt du drum nicht ganz In Traurigkeit ver⸗ sinken. Gott wird des süßen Trostes Glanz Schon wieder lassen blinken; Steh in Ge⸗ duld, wart' in der Still' Und laß Gott machen, wie er will; Er kann's nicht böse machen. 2. Ist denn dies unser erstes Mal, Daß wir betrübet wer⸗ denꝰ? Was haben wir als Angst und Qual Bisher gehabt auf Erden? Wir sind wohl mehr so hoch gekränkt Und hat doch Gott uns drauf geschenkt Ein Stündlein voller Freuden. 3. So ist's auch Gottes Meinung nicht, Wenn er uns Unglück sendet, Als sollte drum sein Angesicht Ganz von uns E W M. 350 Kreuz⸗ und sein gewendet. Nein, sondern dieses ist sein Rat, Daß der, so ihn verlassen hat, Durchs Unglück wiederkehre. 4. Denn das ist unsers Fleisches Mut, Wenn wir in Freuden leben, Daß wir dann unserm höchsten Gut Am ersten widerstreben: Wir sind von Erd' und halten wert Vielmehr was hier ist auf der Erd', Als was im Him⸗ mel wohnet. 5. Drum fährt uns Gott durch unsern Sinn Und läßt uns Weh geschehen. Er nimmt oft, was uns lieb, dahin, Da⸗ mit wir aufwärts sehen Und uns zu seiner Güt' und Macht, Die wir bisher nicht groß ge⸗ acht't, Als Kinder wiederfinden. 6. Thun wir nun das, ist er bereit, Uns wieder anzu⸗ nehmen, Macht aus dem Leide lauter Freud' Und Lachen aus dem Grämen. Es ist ihm das gar leichte Kunst, Wen er umfängt mit Lieb' und Gunst, Dem ist geschwind geholfen. 7. Drum falle du, betrübtes Heer, In Demut vor ihm nieder, Sprich: Herr, wir ge⸗ ben dir die Ehr', Ach, nimm uns Sünder wieder In deine Gnade, reiß die Last, Die du uns auferleget hast, Hinweg, heil' unsern Schaden. 8. Denn Gnade gehet doch vor Recht, Zorn muß der Liebe weichen, Drum wird, wenn ich erliegen möcht', Gott sein Erbarmen reichen. Dies Trost⸗Lieder. Wo wir die lassen, bricht un fällt All unser Thun zusammm 9. Auf Gottes Liebe nus du stehn Und dich nicht laft fällen, Wenn auch der Himm wollt' vergehn Und alle Mat zerschellen: Gott hat in Gnade zugesagt, Sein Vun ist klar, wer es drauf waß Dem kann es nimmer fehlen 10. So darfst du auch m seiner Kraft Gar keinen Zwaf haben; Wer ist's, der all Dinge schafft? Wer teilt au alle Gaben? Gott thut's; um Gott ist auch der Mann, V Rat und Mittel finden kam Wenn jedermann verzaget. 11. Deucht dir die Hiß unmöglich sein, So sollst d gleichwohl wissen, Gott rämm uns dieses nimmer ein, A- er sich kann einschließen du unsrer Sinne Blödigkeit; Sen Arm ist frei, thut jederzeh Viel mehr als wir verstehen 12. Was ist sein ganzs wertes Reich, Als lauter Wu⸗ dersachen? Er hilft und baut wenn wir uns gleich Des gu keinꝛ Piannes machen; Und das ist seines Namens Ruhm, Den du, wenn du sein Heilij⸗ tum Willst sehen, ihm must geben. Paul Gerhardt, geb. 1607 f 108. Eigne Melodie. 489 ur frisch hil⸗ ö * ein, Es wid so tief nicht sein; Das us ist die Hand, die uns erhält, Meer wird dir schon dh ten S hinein! 2. einen mand sollte f Meer Vinke herrsch Himm. lapfer nicht len flt des K Christ lämpf mann 5. Vem Das mal ein( gang ritt höret 6. ja n Reld Mat alle bricht un zusammn iebe maß richt last er Hinnt alle Vit hat m dein Von auf waß zer fehlen auch au en Zweitl der all teilt auz ut; um ann, Dn den hann Tzaget. die sollst ott räum ein, D. ießen I leit; Seh jedenge verstehen u ganzes er Mu ind baut Des gu en; Und 8 Ruhm, n Heilihj⸗ m must 07 1 isch hin⸗ Es witd has rote ö n Plaßh Kreuz⸗ und Trost⸗Lieder. 351 herzöͤnnen. Was seufzest du? Foll' der nicht helfen können, Der nach dem Blitz giebt hei⸗ eim Sonnenschein? Nur frisch hinein! 2. Der Himmelsheld Hat enen Weg bestellt, Den nie⸗ nand weiß; eh' sein Volk ollte sinken, Muß selbst das Reer auf seines Schöpfers Pinken Zur Mauer sein. Er errscht im Flutenfeld, Der Himmelsheld. 3. Die Tapferkeit Ist jeder⸗ zeit bereit, Durch Kreuz und Schmach und durch die krau⸗ sen Wellen Zu dringen durch; kin Sturmwind kann sie illen, Sie hält uns fest in teter Sicherheit, Die Tapfer⸗ kit. 4. Ein Kriegesmann Muß napfer halten an, Es steht nicht wohl, wenn Krieger wol⸗ en fliehen, Weil sie das End' des Krieges nicht ersehn. Ein Christ ist auch, der tapfer limpfen kann, Ein Krieges⸗ mann. 5. Der Kampf hört auf, Venn hier dein Pilgerlauf Das Ziel erreicht; was ein⸗ mal angefangen, Das nimmt ein End'. Der Herr ist vorge⸗ gangen, Du folge nach und tritt nur tapfer drauf! Es höret auf. 6. Des Kreuzes Pein Wird ja nicht ewig sein. Es ist ein Kelch, der seinen Boden zeiget, Man sieht den Grund, wenn alles ausgeneiget Drum laß dir einen Trank des Lebens sein Des Kreuzes Pein. 7. Er ist dein Hirt, Der dich nicht lassen wird; Er wird sein Schaf auf seinen Achseln tragen: Es wartet schon auf dich der Engel 9 00 5 Zum sichern Schutz; und ob du dich verirrt: Er ist dein Hirt. 8. Die größte Not Zerbricht doch einst der Tod. Hindurch, hindurch! und folge deinem Führer, Dein Jesus ist der Erd⸗ und Meerregierer; Der schreitet durch und reißt aus aller Not Dich durch den Tod. 9. Auf, blöder Sinn, Wirf allen Kummer hin Und schicke dich, die Tiefe durchzuwaten! Kommt schon ein Sturm, dein Jesus wird dir raten Und helfen aus, der Tod ist dein Gewinn. Auf, blöder Sinn! 10. Der Christenstand Ist hier also bewandt: Es muß ein Kreuz das andre Kreuze jagen. So ging es dem, der unser Kreuz getragen Am Kreuzesstamm. Es ist ein hoher Stand Der Christenstand. 11. Wer wandern soll, Der muß oft mühevoll Durch Berg und Thal und tiefe Gründe dringen; So muß ein Christ auch nach dem Himmel ringen Und leiden viel. Der geht oft mühevoll, Der wandern soll. 12. Ach mein Herr Christ, Wenn du nur bei mir bist, So will ich auch mein Leben willig enden; Zu dir, mein Gott, will ich mich gänzlich wenden Und tragen, was mir 35²2 Kreuz⸗ und Trost⸗Lieder. auferleget ist; Ach mein Herr Christ! Mich. Kongehl, geb. 1646 + 1710. Eigne Melodie. 490. Son, n nem Gott, Du betrübte Seele. Warum liegst du Gott zum Spott In der Schwermuts⸗ höhle? Merkst du nicht des Satans List? Er will durch sein Kämpfen Deinen Trost, den Jesus Christ Dir erwor⸗ ben, dämpfen. 2. Schüttle deinen Kopf und sprich: Fleuch, du alte Schlange! Was erneust du deinen Stich, Machst mir angst und bange? Ist dir doch der Kopf zerknickt Und ich bin durchs Leiden Meines Heilands dir entrückt In den Saal der Freuden. 3. Wirfst du mir mein Sünd'gen für? Wo hat Gott befohlen, Daß mein Urteil ich bei dir Ueber mich soll holen? Wer hat dir die Macht ge⸗ schenkt, Andre zu verdammen, Der du selbst doch liegst ver— senkt In der Hölle Flammen? 4. Hab' ich was nicht recht gethan, Ist mir's leid von Herzen; Da hingegen nehm' ich an Christi Blut und Schmerzen, Denn das ist das Lösegeld Meiner Missethaten; Wenn mein Glaub' dies Gott vorhält, Ist mir wohl geraten. 5. Christi Unschuld ist mein Ruhm, Sein Recht meine Krone, Sein Verdienst mein Eigentum, Da ich frei in wohn Als in einem festen Shlc Das kein Feind kann fillh Brächt' er gleich davor 0 schoß Und Gewalt der Holl 6. Stürme, Teufel und Tod! Was könnt ihr m ane schaden? Deckt mich doch meiner Not Gott mit sehn Gnaden: Der Gott, der in seinen Sohn Selbst veuh aus Liebe, Daß der ehz Spott und Hohn Mich ni dort betrübe. 7. Schreie, tolle Welt, sei Mir Gott nicht gewogn Es ist lauter Täuscherei Al im Grund erlogen. Wäre m Gott gram und feind, Wih er seine Gaben, Die mh eigen worden sind, Wohl h⸗ halten haben. Denn was ist im dz melszelt, Was im tiefen Memn Was ist Gutes in der W Was nicht mir gehöre? zi wen brennt das Sternenlih Wozu ist gegeben Luft u Wasser, dient es nicht M und meinem Leben? 9. Für wen wird das E reich naß Von dem Tau m Regen? Für wen grünet Lul und Gras? Für wen sh der Segen Berg und Ill und Feld und Wald? Mi lich mir zur Freude, Daß sichern Aufenthalt Finde m Leibesweide. 10. Meine Seele lebt h mir Durch die süßen Lehih So die Christen mit Begst Alle Tage hören. Gott es fein gen machen Schnel Joch. wende 14. hl 2 Die g Zucht denn rum er mi Will 1⁵. meint gen, gewei en, rei in vohy ten Salh kann filg davor 0 der Höla ufel und d t ihr n ich docht 60 sein 11,‚ der m bst verth der enz Mich nz Welt, t gewogg scherei u Würe m ind, Wih Die nu Bohl hz t im Oin efen Mem der W höre? di ernenlighh Luft m nicht M 2 d das Er Tau mi rünet dah wen fih und Vhl dd? Wahh⸗ e„ Daß ih Find' un e lebt h en Lehneg nit Begit Gott ek⸗ Kreuz⸗ und Trost⸗Lieder. 358 ei allezeit Meines Geistes une, Daß ich seiner Gütig⸗ Eil Fröhlich werde inne. II. Was sind der Propheten Vort', Der Apostel Schreiben, Uls ein Licht am dunkeln Ort, gaceln, die vertreiben Meines erzens Finsternis Und in Haubenssachen Das Gewissen sein gewiß Und recht grundfest nachen? 12. Nun auf diesen heil'gen Hrund Bau ich mein Gemüte, Sehe, wie der Hölle Grund dwar dawider wüte: Gleich⸗ vohl muß er lassen stehn, Vas Gott aufgerichtet, Aber shmählich muß vergehn, Was er selber dichtet. 13. Ich bin Gottes, Gott st mein: Wer ist, der uns sheide? Dringt das liebe Kreuz herein Mit dem bittern Leide: Laß es dringen! kommt es doch Von geliebten Händen! Schnell zerbricht des Kreuzes Joch, Wenn es Gott will wenden. 14. Kinder, die der Vater soll Ziehn zu allem Guten, Die geraten selten wohl Ohne zgucht und Ruten. Bin ich denn nun Gottes Kind, Wa⸗ mm will ich fliehen, Wenn er mich von meiner Sünd' Vill zum Guten ziehen? 15. Es ist herzlich gut ge⸗ meint Mit der Christen Pla⸗ gen, Wer hier zeitlich wohl geweint, Darf nicht ewig kla⸗ aun Sondern hat vollkommne st Dort in Christi Garten, Wo er ruht an Jesu Brust, Endlich zu erwarten. 16. Gottes Kinder säen zwar Traurig und mit Thränen; Aber endlich bringt das Jahr, Wonach sie sich sehnen; Denn es kommit die Erntezeit, Da sie Garben machen: Da wird all ihr Gram und Leid Lauter Freud' und Lachen. 17. Ei, so faß, o Christen⸗ herz, Alle deine Schmerzen; Wirf sie fröhlich hinterwärts, Laß des Trostes Kerzen Dich entzünden mehr und mehr, Gieb dem großen Namen Dei⸗ nes Gottes Preis und Ehr', Er wird helfen! Amen. Paul Gerhardt, geb. 1607 + 1676 Mel. Jehovah ist mein Licht und Gnadensonne. 91 So führst hrst du 45 3 doch recht se⸗ lig, Herr, die Deinen, Ja se⸗ lig und doch meistens wunder⸗ lich! Wie könntest du es böse mit uns meinen, Da deine Treu' nicht kann verleugnen sich? Die Wege sind oft krumm und doch gerad', Darauf du läßt die Kinder zu dir gehn; Da pflegt es wunderseltsam auszusehn; Doch triumphiert zuletzt dein hoher Rat. 2. Dein Geist hängt nie an menschlichen Gesetzen, So die Vernunft in guter Meinung stellt. Den Zweifelsknoten kann dein Schwert ver⸗ letzen Und lösen auf, nachdem es dir gefällt. Du 23 reißest 35⁴ Kreuz⸗ und Trost⸗Lieder. leicht das stärkste Band ent⸗ zwei; Was sich entgegensetzt, muß sinken hin; Ein Wort bricht oft den allerhärtsten Sinn; Dann geht dein Fuß auch durch Umwege frei. 3. Was unsre Klugheit will zusammenfügen, Teilt dein Verstand in Ost und Westen aus; Was mancher unter Joch und Last will biegen, Setzt deine Hand frei an der Sterne Haus. Die Welt zerreißt, und du verknüpfst in Kraft; Sie bricht, du baust; sie baut. du reißest ein. Ihr Glanz muß dir ein dunkler Schatten sein; Dein Geist bei Toten Kraft und Leben schafft. 4. Wen die Vernunft oft fromm und selig preiset, Den hast du längst aus deinem Buch gethan; Doch wem dies Zeugnis niemand hier er⸗ weiset, Den führst du in der Still' selbst himmelan. Den Tisch der Pharisäer läßt du stehn Und speisest mit den Sündern; sprichst sie frei. Wer weiß, was öfters deine Absicht sei? Wer kann der tiefsten Weisheit Abgrund sehn? 5. Was alles ist, gilt nichts in deinen Augen; Was nichts ist, hast du, großer Herr, recht lieb. Der Worte Pracht und Ruhm vor dir nichts taugen, Die Kraft kommt nur aus deines Geistes Trieb. Die besten Werke bringen dir kein Lob; Sie sind versteckt, der Blinde geht vorbei; Wer Au⸗ gen hat, sieht sie, doch nicht so frei; Die Sachen W klar, der Sinn zu grob. 6. O Herrscher, sei von un gebenedeiet, Der du uns test und lebendig machst. Vem uns dein Geist der Weisht Schatz verleihet, So sehn i erst, wie wohl du für um wachst. Die Weisheit spih bei uns, wir spielen mii Bei uns zu wohnen ist d lauter Lust, Die reget sich deiner Vaterbrust Und giz gelt uns mit zartem Kinda⸗ chritt. 7. Bald scheinst du eimt hart uns anzugreifen, Ynh fährest du mit uns gar siiz berlich. Geschieht's, daß unn Sinn sucht auszuschweifen, E weist die Zucht uns wieh hin auf dich. Da gehn un denn mit blöden Augen hiz Du herzest uns, wir sagn Bess'run 05 Drauf scheh dein Geist em Herzen wiede Ruh' Und hält im Zuun 5 ausgeschweiften Sinn. 8. Du kennst, o Vatn wohl das schwache Wesen I Ohnmacht und der Sinne lh verstand. Man kann es sil an unsrer Stirne lesen, M. es um schwache Kinder sei be wandt; Drum greifst du und hältst und trägest se. Brauchst Vaterrecht und zehel Muttertreu'ꝰ; Wo niemalh meint, daß etwas deine sh Da hegst du selbst dein Shiß lein je und je. 9. So gehst du mit u nicht gemeine Wege, Dii grob. sei von un sch u uns ss achst. Wen r Weishe o sehn un 1 für unl 6 Sheit spih ielen mih ien ist d eget sich Und giz m Kinde⸗ du etug fen, i gar siz „daß un weifen, E ns wiedn gehn mi lugen hů wir sahn uf scheth 50 wiehe aum dey n. o Vaten Besen, Y Sinne lir m es sul esen, M. der sei he sst du z ägest st, ind zeihet Kreuz⸗ und Trost⸗Lieder. 355 uß wird selten öffentlich ge⸗ an, Damit du siehst, was sch im Herzen rege, Wenn dzu in Dunkelheit mit uns wilst gehn. Das Widerspiel lehst du vor Augen dar Von dem, was du in deinem Sinne ast. Wer meint, er hab' den Vorsat;z recht gefaßt, Der wird am End' ein andres oft gewahr. 10. O Auge, das nicht Aug noch Heucheln leidet, Gieb mir des scharfen Blickes Eicherheit, Der die Natur von Gnade unterscheidet, Das ugne Licht von deiner Hei⸗ erkeit. Laß doch mein Herz dich jemals meistern nicht, Brich ganz entzwei den Willen, der sich liebt; Erweck' die Lust, die sich nur dir ergiebt, Und tadelt nie dein heimli⸗ ches Gericht. 11. Will etwa die Ver⸗ nunst dir widersprechen Und schüttelt ihren Kopf zu deinem Beg, So wollst du die Be⸗ sestgung niederbrechen, Daß ihre Höh' sich nur bei Zeiten leg', Kein fremdes Feuer sich in mir entzünd', Daß ich vor dir in Thorheit bringen möcht' Und dir wohl gar so zu ge⸗ fallen dächt'! Ach selig, der dein Licht ergreift und find't. 12. So ziehe mich denn recht nach deinem Willen Und trag' und heb' und führ' dein armes Kind! Dein inn'res Indr soll den Zweifel stil⸗ en, Dein Geist die Furcht und Lüste überwind'. Du bist mein Alles, denn dein Sohn ist mein; Dein Geist regt sich Henz kräftiglich in mir; Ich renne nur nach dir in Liebs⸗ begier; Wie oft erquickt mich deiner Klarheit Schein! 13. Drum muß die Kreatur mir immer dienen, Kein En⸗ el schämt nun der Gemein⸗ schaft sich; Die Geister, die vor dir vollendet grünen, Sind meine Brüder und erwarten mich. Wie oft erquicket mei⸗ nen Geist ein Herz, Das dich und mich und alle Christen liebt! Ist's möglich, daß mich etwas noch betrübt? Komm, Freudenquell! weich' ewig, aller Schmerz! Gottfr. Arnold, geb. 1666 1714. Eigne Melodie. 492. Sour es gleich * bisweilen schei⸗ nen, Als wenn Gott verließ die Seinen: O, so glaub' und weiß ich dies: Gott hilft end⸗ lich noch gewiß. 2. Hülfe, die er aufgescho⸗ ben, Hat er drum nicht auf⸗ gehoben, Hilft er nicht zu jeder Frist, Hilft er doch, wenn's nötig ist. 3. Gleich wie Väter nicht bald geben, Wonach ihre Kin⸗ der streben, So hält Gott auch Maß und Ziel, Er giebt, wem und wann er will. 4. Seiner kann ich mich getrösten, Wenn die Not am allergrößten; Er ist gegen mich, 356 Kreuz⸗ und sein Kind, Mehr als väterlich gesinnt. 5. Trotz dem Teufel, Trotz dem Drachen! Ich kann ihre Macht verlachen; Trotz dem schweren Kreuzesjoch! Gott, mein Vater, lebet noch. 6. Trotz des bittern Todes Zähnen! Trotz der Welt und allen denen, Die mir sind ohn' Ursach feind! Gott im Himmel ist mein Freund. 7. Laß die Welt nur immer neiden! Will sie mich nicht länger leiden, Ei, so frag' ich nicht darnach, Gott ist Richter meiner Sach'. 8. Will sie mich gleich von sich treiben, Muß mir doch der Himmel bleiben; Ist der Himmel mein Gewinn, Geb' ich gern das andre hin. 9. Welt, ich will dich gerne lassen, Was du liebest, will ich hassen; Deine Güter bringen Not, Lasse mir nur meinen Gott. 10. Ach Herr, wenn ich dich nur habe, Frag' ich nicht nach andrer Gabe; Legt man mich gleich in das Grab, G'nug, Herr, wenn ich dich nur hab'. Christoph Titius, geb. 1641 1 1703. Mel. Ach, was soll ich Sünder machen. 493 Sout ich mei⸗ 9. nem Gott nicht trauen, Der mich liebt so väterlich, Der so herzlich sorgt für mich? Sollt' ich auf den Fels nicht bauen, Der mir Trost⸗Lieder. ewig bleibet fest, 2 die E. t nen nicht verläß 2. Er weiß alles, was ni drücket, Meine Wünsche, mah Not, Er steht bei mir bis zn Tod, Er weiß, was mein hen erquicket, Seine Lieb' und n tertreu' Bleibt mir immeren neu. 3. Der die Vögel all' ernitz ret, Der die Blumen, Laub un Gras Kleidet schön ohn Unn laß, Der uns alles Gutbeschen Sollte der verlassen mith Nein, ich trau' ihm sicherlh 4. Wenn ich seinem Mht nachtrachte, Wenn ich dut Gerechtigkeit Finde meine 8 ligkeit, Wenn ich Geld u Gut verachte, Segnet h mir früh und spat Wort im Werke, Rat und That. 5. Ei, so sorg' ich nicht sl morgen! Das, was noch ze künftig ist, Irrt mich nih ich bin ein Christ; Ich i8 meinen Gott nur sorgen, V doch hier schon jeder Zeit yn Sorge ist bereit. 6. Gott Lob, der mein he erfreuet, Daß ich glaube sosi⸗ lich, Gott, mein Vater, unh für mich, Der mir diesen Zu erneuet, Daß ich weiß: G liebet mich, Gott versorgt u ewiglich. Joh. Olearius, geb. 1611Yf 1. Psalm 73,. Eigne Melodie. 494. Va ie S 3, was nt nsche, nei mir bis zn mein dn eb' und de immererz all' ernitz n, Laub un ohn' Unte⸗ hutbeschen, ssen mith m sichersch inem Mi 1 ich dust meine Er Geld mi egnet Oh Wort un ; Ich 0 orgen, M r Zeit Ihr mein Hen aube fesit zater, somt diesen Zus veiß: G rsorgt uit 1611 1 10 8. ie. Gott nil nicht lase Kreuz⸗ und Trost⸗Lieder. 35⁷ Denn er läßt nicht von mir, Führt mich auf rechter Stra⸗ ßen, Da ich ging' in der Irr'. Er reicht mir seine Hand; Den Abend wie den Morgen Will er mich wohl versorgen, Sei, wo ich woll', im Land. 2. Wenn Menschenhuld und Lieben In Ungunst sich ver⸗ kehrt, Ist er doch treu geblie⸗ ben Dem, der ihn liebt und ehrt. Er hilft aus aller Not, Erlöst von Sünd' und Schan⸗ den, Von Ketten und von Banden, Und wenn's auch wär' der Tod. 3. Auf ihn will ich vertrauen, In meiner schweren Zeit; Er lißt sein Heil mich schauen Und wendet alles Leid. Ihm sei es heimgestellt; Mein Leib, mein' Seel', mein Leben, Sei Gott, dem Herrn, ergeben; Er mach's, wie's ihm gefällt. 4. Es kann ihm nichts ge⸗ fallen, Als was mir nützlich ist; Er meint's gut mit uns allen, Schenkt uns den Herren Christ, Ja, seinen lieben Sohn; Durch ihn er uns bescheret, Was Leib und Seel' er⸗ nähret: Lobt ihn ins Himmels Thron! 5. Lobt ihn mit Herz und Munde Für das, was er uns schenkt; O selig ist die Stunde, Darin man sein gedenkt; Ver⸗ lor'n ist sonst die Zeit, Die wir hier sind auf Erden. Wir sollen selig werden Hier und in Ewigkeit. 6. Auch wenn die Welt ver⸗ gehet Mit ihrer stolzen Pracht, Nicht Ehr' noch Gut bestehet, Das einst ward groß geacht't: Wir werden nach dem Tod Tief in die Erd' begraben; Wenn wir geschlafen haben, Will uns erwecken Gott. 7. Die Seel' bleibt unver⸗ loren, Geführt in Abrams Schoß; Der Leib wird neu⸗ geboren, Von allen Sünden los, Ganz heilig, rein und zart, Ein Kind und Erb' des Her⸗ ren; Daran muß uns nicht irren Des Teufels list'ge Art. 8. Darum, ob ich schon dulde, Hier Widerwärtigkeit, Wie ich's auch wohl verschulde; Kommt doch die Ewigkeit Und ist der Freude voll, Die, weil ich Christum kenne Und meinen Heiland nenne, Ich dort er⸗ langen soll. 9. Das ist des Vaters Wille, Der uns erschaffen hat; Sein Sohn hat Gut's die Fülle Erworben uns und Gnad'; Und Gott der heil'ge Geist Im Glauben uns re⸗ gieret, Zum Reich des Him⸗ mels führet. Ihm sei Lob, Ehr' und Preis! Ludw. Helmbold, geb. 1532 4 1598. Eigne Melodie. 495. Wom sollt' * ich mich denn grämen? Hab' ich doch Christum noch, Wer will mi/y den nehmen? Wer will mir den Himmel rauben, Den mir schon Gottes Sohn Beigelegt im Glauben? 358 Kreuz⸗ und Trost⸗Lieder. 2. Nackend lag ich auf dem Boden, Da ich kam, Da ich nahm Meinen ersten Odem. Nackend werd' ich auch hin⸗ ziehen, Wenn ich werd? Von der Erd' Als ein Schatten fliehen. 3. Gut und Blut, Leib, Seel' und Leben Ist nicht mein: Gott allein Ist es, der's gegeben: Will er's wieder zu sich kehren, Nehm' er's hin, Ich will ihn Den⸗ noch fröhlich ehren. 4. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen, Dringt herein Angst und Pein: Sollt' ich drum verzagen? Der es schickt, der wird es wenden; Er weiß wohl, Wie er soll All mein Unglück enden. 5. Gott hat mich bei guten Tagen Oft ergötzt, Sollt' ich jetzt Auch nicht etwas tragen? Fromm ist Gott und schärft mit Maßen Sein Gericht, Kann mich nicht Ganz und gar verlassen. 6. Satan, Welt und ihre Rotten Können mir Nichts mehr hier Thun als meiner spotten. Laß sie spotten, laß sie lachen: Gott, mein Heil, Wird in Eil' Sie zu Schan⸗ den machen. 7.. ot und ohne Grauen Soll ein Christ, Wo er ist, Stets sich lassen schauen; Wollt' ihn auch der Tod auf⸗ reiben, Soll der Mut Den⸗ noch gut Und fein stille bleiben. 8. Kann uns doch kein Tod nicht töten, Sondern reißt Unsern Geist Aus viel taufenh Nöten; Schleußt das Thor de bittern Leiden Und macht Bahn, Da man kann Gehn zu Himmelsfreuden. 9. Da will ich mit süßen Schätzen Einst mein Her Nach dem Schmerz Ewilfh ergötzen, Hier ist kein rahh Gut zu finden; Was die Weh In sich hält, Muß im M verschwinden. 10. Was sind dieses Lebenz Güter? Eine Hand Voller Sand, Kummer der Gemüten Dort, dort sind die edlen Ga⸗ ben, Da mein Hirt Christus wird Mich ohn' Ende labey. 11. Herr, mein Hirt, Brum aller Freuden, Du bist meih Ich bin dein, Niemand kam uns scheiden. Ich bin den, weil du dein Leben Und dein Blut Mir zu gut In den Tod gegeben. 12. Du bist mein, weil ii dich fasse Und dich nicht, d mein Licht, Aus dem Herzen lasse. Laß mich, laß mich hü⸗ gelangen, Da du mich lund ich dich Ewig werd' umfangen Paul Gerhardt, geb. 1607 4 108, Mel. Warum sollt' ich mich denn grämen. 496. Wo morgen, Armes Herz, Stetz voll Schmerz, Als ein Heih sorgen? Wozu dient dein tii⸗ lich Grämen, Weil Gott wil iel tausend Thor der nd mach ann Gehn nit süßen ein Hen Cuisst kein rehht die Weh im M es Lebenz d Volle Gemüten edlen G⸗ Christuz ide laben. rt, Brum bist mein and kamn bin dei, Und dein In den weil ih nicht. I n Herzen mich hin⸗ nich Und mfangen, 0⁷ f 108 nich denn u willst doch für 7 Stetz in Heide dein tih⸗ ott wil Kreuz⸗ und Trost⸗Lieder. In der Still' Sich der Not annehmen?ꝰ 2. Gott hat dir geschenkt das Leben, Seel' und Leib: Darum bleib' Ihm allein er⸗ geben. Er wird ferner alles shenken. Traue fest! Er ver⸗ lßt Nicht, die an ihn denken. 3. Sage nicht: Was soll ich essen? Gott hat dir Schon allhier So viel zugemessen, Daß der Leib sich kann er⸗ nähren; Uebriges Wird indeß Gottes Hand bescheren. 4. Es ist mehr als Trank und Speisen Dieser Leib: Darum gläub, Daß Gott wird erweisen. Daß er Speis' und Trank kann geben Dem, der sich Festiglich Ihm ergiebt im Leben. 5. Sorgst du, wie du dich sollst kleiden? Jesus spricht: Sorge nicht, Dieses thun die Heiden. Schau die Blumen auf den Feldern, Wie so schön Diese stehn Und die Bäum' in Wäldern. 6. Sorgt ein Vogel auf den Zweigen, Wemn er singt, Hüpft und springt, Wer ihm soll an⸗ zeigen, Was er essen soll und trinken? Nein, ach nein, Er volgt fein Nur des Himmels Winken. 7. Ach der Glaube fehlt auf Erden! Wär' er da, Müßt uns ja, Was uns not ist, werden. Wer Gott kann im Glauben H Der wird nicht, Benn's gebricht, Von ihm sein herlassen 359 8. Wer Gerechtigkeit nach⸗ trachtet Und zugleich Gottes Reich Ueber alles achtet: Der wird wahrlich nach Verlangen Speis' und Trank Lebenslang Wie im Schlaf empfangen. 9. Laß die Welt um Tand sich mühen Immerhin! Du, mein Sinn, Sollst zu Jesu fliehen. Er wird geben, was mir fehlet, Ob er's oft Un⸗ verhofft Eine Weil' verhehlet. 10. Will er prüfen meinen Glauben Und die Gab', Die ich hab', Mir gar lassen rau⸗ ben: So muß mir zum besten kommen; Wenn Gott mir Alles schier Hat hinweggenommen. 11. Er kann alles wieder⸗ geben. Wenn er nimmt, So estimmt Er sein Wort zum Leben. Ach wie viele fromme Seelen Leben so Und sind froh Ohne Sorg' und Quälen! 12. Sie befehlen Gott die Sorgen, Wie er will, Und sind still Immer im Verborg'nen. Was Gott will, ist ihr Ver⸗ gnügen Und wie's er Unge⸗ fähr Will mit ihnen fügen. 13. Doch kann ihnen nicht versagen Gott ihr Brot In der Not, Wenn er hört ihr Klagen. Er kommt wahrlich, sie zu trösten, Eh' man's meint, Und erscheint, Wenn die Not am größten. 14. Ihre Sorg' ist für die Seelen, Und ihr Lauf Geht hinauf Zu den Felsenhöhlen, u des Herren Jesu Wunden, Hier ind sie Aller Müh' Und der Not entbunden. 860 Kreuz⸗ und 15. Nun, Herr Jesu, meine Freude, Meine Sonn', Meine Wonn', Meiner Seele Weide, Sorge nur für meine Seele, So wird mir Auch allhier Nichts am Leibe fehlen. 16. Alles sei dir unverhoh⸗ len, Was mir fehlt, Was mich quält, Großer Gott, befoh⸗ len. Sorge du, so will ich schweigen Und vor dir Nach Gebühr Meine Kniee beugen. 17. Ich will dir mit Freu⸗ den danken Fort und fort, Hier und dort Und will nim⸗ mer wanken. Lob und Preis sei deinem Namen! Sei mein Teil, Hülf' und Heil, Liebster Jesu! Amen. Laur. Laurenti, geb. 1660 + 1722. Eigne Melodie. — 49 Warum be⸗ trübst du dich, mein Herz, Bekümmerst dich und trägest Schmerz Nur um das zeitlich Gut? Vertrau du deinem Herrn und Gott, Der alle Ding erschaffen hat. 2. Er kann und will dich lassen nicht, Er weiß gar in was dir gebricht, Him⸗ mel und Erd' ist sein, Mein Vater und mein Herre Gott, Der mir beisteht in aller Not. 3. Weil du mein Gott und Vater bist, Dein Kind wirst du verlassen nicht, Du väter⸗ liches Herz! Ich bin ein armer Erdenkloß, Auf Erden weiß ich keinen Trost. Trost⸗Lieder. 4. Der Reich verlaßt s auf sein Gut, Ich aber ust dir traun, mein Gott; I ich gleich werd' verachtt, E weiß ich und glaub festigh gelt's nicht. 5. Ach Gott, du bist wot heut' so reich, Als du gehe sen ewiglich! Mein Traurn steht zu dir; Mach' mich m meiner Seele reich, So hol ich genug ewiglich. 6. Der zeitlich' Ehr' willii entbehr'n, Willst du das Ewg mir gewähr'n, Das du erwak ben hast Durch deinen herbeh bittern Tod, Das bitt' ih dich, mein Herr und Gottl 7. Alles was ist auf diesn Welt, Es sei Silber, Gah oder Geld, Reichtum zeitlich Gut, Das währt nn eine kleine Zeit Und hilst doh nicht zur Seligkeit. 8. Ich dank' dir, Chrsß o Gottes Sohn, Daß du niß solches kund gethan Dut dein' göttliches Wort; Verleh mir auch Beständigkeit 9 meiner Seelen Seligkeit. 9. Lob, Ehr' und Preis si dir gesagt Für alle dein er⸗ zeigt' Wohlthat; Ich bitt de mütiglich: Laß mich nicht von dein'm Angesicht Verstoße werden ewiglich. Unbekannt. 155. Mel. Erschienen ist der herrlich' Lar 498. Wozn Wer dir vertraut, dem muy verläßt Raber 1 Gott; I achtt, 6 „ festiglch em man⸗ bist not du genh⸗ in Trauen h' mich m „ So hab hr' will i das Evg du erwaz nen herba bitt' ih d Gottl auf diesn ber, ch tum u währt un d hilft doh ir, Chriß aß du min an Dunsh rt; Verleh igkeit 9u igkeit. v Preis si e dein' e⸗ h bitt' d nicht dn Verstoße kannt. I55. jerrlich di Gott ge it, meh Kreuz⸗ und Trost⸗Lieder. sommes Kind, Nimm fröhlich an, stürmt gleich der Wind Und braust, daß alles kracht und bricht; So sei getrost, denn dir geschicht, Was Gott gejllt. e 2. Der beste Will' ist Gottes Wil, Auf diesem ruht man anft und still: Da gieb dich allzeit frisch hinein; Begehre nichts, als nur allein, Was Gott gefällt. 3. Der klügste Sinn ist Gottes Sinn: Was Menschen sinnen, fället hin, Wird plötz⸗ lich kraftlos, müd' und laß, Thut oft, was bös' und selten das, Was Gott gefällt. 4. Der frömmste Mut ist Gottes Mut, Der niemand Arges gönnt und thut: Er segnet, enn uns schilt und flucht Die böse Welt, die nimmer sucht, Was Gott gefällt. 5. Das treu'ste Herz ist Gottes Herz, Treibt alles Un⸗ glück hinterwärts, Beschirmt und schützet Tag und Nacht Den, der slets hoch und herrlich acht't, Was Gott gefällt. 6. Ach, könnt' ich singen, wie ich wohl Im Herzen wünscht' und billig soll, So wollt' ich öffnen meinen Mund Und singen jetzo diese Stund', Was Gott gefällt. 7. Ich wollt' erzählen seinen Rat Und übergroße Wunder⸗ that, Das süße Heil, die ew'ge Kraft, Die allenthalben wirkt und schafft, Was Gott gefällt. 8. Er ist der Herrscher in der Höh', Auf ihm steht unser 361 Wohl und Weh; Er trägt die Welt in seiner Hand, Hin⸗ wieder trägt uns See und Land, Was Gott gefällt. 9. Er hält der Elemente Lauf, Und damit hält er uns auch auf; Giebt Sommer, Winter, Tag und Nacht, Daß alles davon lebt und lacht, Was Gott gefällt. 10. Sein Heer, die Sterne, Sonn' und Mond Gehn ab und zu, wie sie gewohnt; Die Erd' ist fruchtbar, bringt her⸗ für Korn, Oel und Most, Brot, Wein und Bier, Was Gott gefällt. 11. Sein ist die Weisheit und Verstand, Ihm ist be⸗ wußt und wohlbekannt, So⸗ wohl wer Böses denkt und übt, Als auch, wer Gutes thut und liebt, Was Gott ge⸗ fällt. 12. Sein Häuflein ist ihm lieb und wert; Sobald es sich zur Sünde kehrt, So winkt er mit der Vaterrut' Und locket, bis man wieder thut, Was Gott gefällt. 13. Was unserm Herzen dienlich sei, Das weiß sein Herz, ist fromm dabei: Hat keinem jemals Gut's versagt, Der Gut's gesucht, dem nach⸗ geingt, Was Gott gefällt. 14. Ist dem also, so mag die Welt Behalten, was ihr wohlgefällt. Du aber mein Herz, halt genehm Und nimm vorlieb mit Gott und dem, Was Gott gefällt. 36² Kreuz⸗ und Trost⸗Lieder. 15. Laß andre sich mit stolzem Mut Erfreuen über großes Gut: Du aber nimm die Kreuzeslast Und sei gedul⸗ dig, wenn du hast, Was Gott gehällt 16. Lebst du in Sorg' und großem Leid, Hast lauter Gram und keine Freud': Ei, sei zufrieden! trägst du doch In diesem sauern Lebensjoch, Was Gott gefällt. 17. Mußt du viel leiden hier und dort, So bleibe fest an deinem Hort; Denn alle Welt und Kreatur Ist unter Gott, kann nichts, als nur, Was Gott gefällt. 18. Wirst du veracht't von jedermann, Höhnt dich dein Feind und greift dich an: Sei wohlgemut! dein Jesus Christ Erhöhet dich, weil in dir ist, Was Gott gefällt. 19. Der Glaub' ergreift des Pimnnt Huld, Die Hoffnung ringt und schafft Geduld; Schleuß beid' in deines Her⸗ zens Schrein, So wird dein ew'ges Erbe sein, Was Gott gefällt. 20. Dein Erb' ist in dem Sechien, Pehh Da ist dein cepter, Reich und Kron'; Da wirst du schmecken, hören, sehn, Da wird ohn' Ende dir geschehn, Was Gott gefällt. Paul Gerhardt, geb. 1607 + 1676. Eigne Me lodie. 499. We Wile; Es bleibt gerecht si ille; Wie er fängt mei Sachen an, Will ich ihm hal ten stille. Er ist mein Gat Der in der Not Mich wah weiß zu erhalten; Drum I ich ihn nur walten. 2. Was Gott thut, das i wohlgethan, Er wird mich nith betrügen; Er führet mich auh rechter Bahn, So laß ich nin genügen An seiner Huld, Un hab' Geduld; Er wird wein Unglück wenden, Es steht in seinen Händen. 3. Was Gott thut, das i wohlgethan, Er wird mit wohl bedenken; Er, als eln Arzt und Wundermann, With mir nicht Gift einschenken Zin Arzenei; Gott ist getreu, Drun will ich auf ihn bauen Un seiner Gnade trauen. 4. Was Gott thut, das i wohlgethan, Er ist mein Lich und Leben, Der mir nichti Böses gönnen kann; Ich wil mich ihm ergeben In Freud und Leid; Es kommt die Zeiz Da öffentlich erscheinet, V treulich er es meinet. 5. Was Gott thut, das jl wohlgethan; Muß ich den Kelh gleich schmecken, Der bitter i. nach meinem Wahn, Laß ich mich doch nicht schrecken, Wel doch zuletzt Ich werd' ergöht Mit süßem Trost im Herzen, Da weichen alle Schmerzen. 6. Was Gott thut, das is wohlgethan, Dabei will i verbleiben; Es mag mich die rauhe Bahn Not, Tod und nn, Wiid senken Fin eu, Drum uen Und . t, das is mein Licht nir nicht Ich wil zn Freud t die Zei, inet, Vi „ das il den Kelh d' ergöͤht Herzen, chmerzen. „das ist will i mich Tod und Kreuz⸗ und Trost-⸗Lieder. Elend treiben, So wird Gott nich Ganz väterlich In seinen Armen halten; Drum laß ich ihn nur walten. Samuel Rodigast, geb. 1649 4 1708. Eigne Melodie. 500. Was mein Gott 8 will, gescheh allzeit, Sein Will', der ist der beste; Zu helfen den'n er ist bereit, Die an ihn glauben seste: Er hilft aus Not, der stomme Gott, Und züchtiget mit Maßen: Wer Gott ver⸗ traut, fest auf ihn baut, Den will er nicht verlassen. 2. Gott ist mein Trost, mein' Zuversicht, Mein' Hoff⸗ nung und mein Leben; Was mein Gott will, daß mir ge⸗ schicht, Will ich nicht wider⸗ streben; Sein Wort ist wahr, denn all mein 05 Er selber hat gezählet; Er hüt't und wacht, stets für uns tracht't, Auf daß uns gar nichts fehlet. 3. Nun muß ich Sünder von der Welt Hinfahr'n nach Gottes Willen Zu meinem Gott, wenn's ihm gefällt, Will ich ihm halten stille; Mein' arme Seel' ich Gott befehl' In meiner letzten Stunden; O frommer Gott, Sünd', Höll' und Tod Hast du mir über⸗ wunden. 4. Noch eins, Herr, will ich bitten dich, Du wirst mir's nicht versagen: Wenn mich der böse Feind anficht, Laß mich, Herr, nicht verzagen: Hilf, 363 steur' und wehr', o Gott, mein Herr, Zu Ehren deinem Na⸗ men. er das begehrt, dem wird's gewährt; Drauf sprech' ich fröhlich: Amen! Albrecht der Jüngere, Markgraf zu Brandenburg⸗Culmbach, geb. 1522, gest. 1557. Mel. Von Gott will ich nicht lassen 501. W ben, O meine liebe Seel'? Thu den nur herzlich lieben, Der heißt Immanuel; Vertrau dich ihm allein; Er wird gut alles machen Und fördern deine Sachen, Wie dir's wird selig sein. 2. Denn Gott verlässet kei⸗ nen, Der sich auf ihn verläßt: Er bleibt getreu den Seinen, Die ihm vertrauen fest. Läßt's an sich wunderlich; Laß du dir gar nicht grauen, Mit Freuden wirst du schauen, Wie Gott wird retten dich. 3. Auf ihn magst du es wagen Getrost mit frischem Mut; Mit ihm wirst du er⸗ jagen, Was dir ist nütz' und gut; Denn was Gott haben will, Das kann niemand ver⸗ hindern Aus allen Menschen⸗ kindern, So viel ihr'r sind im Spiel. 4. Wenn auch gleich aus der Höllen Der Satan trotzig⸗ lich Mit seinen Truggesellen Sich setzte wider dih; So muß er doch mit Spott Von seinen Ränken lassen, Damit ö ö 36⁴ Kreuz⸗ und Trost⸗Lieder. er dich will fassen, Denn dein Werk fördert Gott. 5. Er führt's zu seinen Eh⸗ ren Und deiner Seligkeit. Soll's sein, kein Mensch kann's wehren, Wenn's ihm wär' noch so leid. Will's Gott denn haben nicht, So kann's niemand forttreiben, Es muß zurücke bleiben: Was Gott will, das geschicht. 6. Drum ich mich ihm er⸗ Rebe, Ihm sei es heimgestellt; Nach nichts mehr sonst i strebe, Denn nur, was ihm Bealer Sein Will' 12 mein' egier, Der ist und bleibt der beste, Das glaub' ich froh und feste. Wohl dem, der glaubt mit mir. Joh. Heermann, geb. 1585 ½ 1647. Mel. Straf mich nicht in deinem Zorn. 502 Werne nicht! Gott lebet noch, Du betrübte Seele, Drückt dich gleich ein hartes Joch In der Trauerhöhle: Nur Geduld, Gottes Huld Macht aus Dornen Rosen, Aus Egypten Gosen. 2. Weine nicht! Gott denkt an dich, Hat man dein ver⸗ gessen! Es ist seine Treu' für ich Gar nicht zu ermessen; Ja, die Welt Eh'r zerfällt, Eh' er dich wird hassen, Oder gar verlassen. 3. Weine nicht! Gott siehet dich, Scheint er gleich ver⸗ Dalth enn du nur gedul⸗ iglich Seinen Kelch geschmecket, Setzt er dir Labsal sir 95 Und läßt nach dem Weinn e Seine Sonne scheinen.— 4. Weine nicht! Gott sorg— für vich: Ei, was kamn i Oun fehlen? Was willst du u ssn stetiglich Mit den Sorgen OIe quäken? Wirf auf ihn Alle hin, Er wird deine Sachen Gut und besser machen. 5. Weine nicht! Gott trä⸗ al stet dich Nach den Thränen⸗ süu üssen. Endlich wird da sat ummer sich In das Gub; verschließen. Durch den Dud 0 Stirbt die Not, Und m der erscheinet, Hast du auz⸗ Got geweinet. 5 Benj. Schmolck, geb. 1672 f I i Ma Mel. Freu' dich sehr, o meine Sin. dich 503. Wne treten, Wenn du steckst in 0 Angst und Not, Mußt u l fleißig zu Gott beten: Beten se hilft in Not und Tod; Dah du Gottes Angesicht, Auch in 6 Kreuz auf dich gericht't, Kanns 1 aus seinem Wort erblicken 5 0 Und dein Herz mit Trost er⸗ quicken. 2. Keiner wird ja je zu Schanden, Der sich 17 Gott vertraut. Kommt du gleich viel Not zu Handen, Hast du auf ihn wohl gebauth Ob's Deit scheint als hörtE nicht, Weiß er doch, was dir Iem Rar Deine Not mußt du hm klagen Und in keiner NI verzagen. Weinen 7² 1 neine Stell. ö dich Un⸗ ück hat. steckst in Mußt du n: Beten od; Daß Auch in t, Kannt erblicen Trost el⸗ a 4a 6 uun mmt dir sal su ö fest vertrauen kann, Ist der überfällt: Unser Gott, der lebt — 3. Rufen, Schreien, Klop⸗ sen, Beten Ist der Christen bette Kunst, Allzeit gläubig ur ihn treten, Findet Hülfe, Gnad' und Gunst: Wer Gott allerbeste Mann; Er wird allzeit Rettung finden, Kein geind wird ihn überwinden. 4. Lerne Gottes Weise mer⸗ len, Die er bei den Seinen hilt; Er will ihren Glauben sürken, Wenn sie Unglück ja noch, Schweigt er gleich, um er doch; Schrei getrost, u mußt nicht zagen, Dein Gott kann dir's nicht versagen. 5. Laß dich Gottes Wort Kreuz⸗ und Trost⸗Lieder. 365 Aut Euden⸗ Im Himmel und auf Erden; Wer sich verläßt auf Jesum Christ, Dem muß der Himmel werden; Darum auf dich allein hoff' ich Mit ganz getrostem Herzen; Herr Jesu Christ, mein Trost du dist In Todesnot und Schmer⸗ zen. 2. Und wenn's gleich wär' dem Teufel sehr Und aller Welt zuwider, Dennoch so bist du, Jesu Christ, Der sie all schlägt darnieder. Und wenn ich dich nur hab' um mich Mit deinem Geist und Gnaden, So kann fürwahr mir ganz und gar Nicht Tod noch Teufel schaden. 3. Dein tröst' ich mich ganz regieren, Merke, was die Vahrheit lehrt, Satan wird dich nicht verführen, Der die ganze Welt verkehrt; Gottes Wahrheit ist dein Licht, Schutz und Trost und Zuversicht, Crau nur Gott, der kann nicht lügen; Bete, so wirst du ob⸗ iegen. 6. Lob sei Gott für seine Gnade! Seine große Güt' und Treu', Macht, daß mir der sicherlich, Denn du kannst mir wohl geben, Was mir ist not, du treuer Gott, Hier und in jenem Leben. Gieb wahre Reu', mein Herz erneu', Er⸗ rette Leib und Seele. Ach höre, Herr, dies mein Begehr Und' laß mein' Bitt' nicht fehlen! V. 1 von J. 11 196.— geb. 1525, 583. Feind nicht schade, Sie ist alle Morgen neu. Drum will Mel. Mein Herzensjesu, meine Lust. ich mein Lebenlang Immer— u 505 Es ist gewiß ein 5 köstlich' Ding, sagen Lob und Dank Meinen Gott in allen Dingen, Fröh lich Hallelujah singen. allzeit. 504 Wꝰ. Gott ver⸗ 22 traut, hat das Leben. Joh. Olearius, geb. 1611 4 1683. Nel. Was mein Gott will, gescheh' Sich in Geduld stets fassen Und Gottes heil'gem Rat und Wink Sich willig überlassen, Gleich wie bei hellem Sonnen⸗ 92—11 So auch bei trüber ot und Pein; Geduld erhält 366 Kreuz⸗ und Trost⸗Lieder. 2. Drum auf, mein Herz, verzage nicht, Wenn dich ein Leiden drücket; Flieh nur ge⸗ trost zum ew'gen Licht, Das kräftiglich erquicket; Küss' in Geduld des Vaters Rut', Der dir so viel zu gute thut; Ge⸗ duld bringt Mut und Kräfte. 3 Nur frisch im Glauben fortgekämpft, Bis sich der Sturmwind leget! Im Kreuze wird die Lust gedämpft, Die sich im Fleisch noch reget, Dem Geist wird neue Kraft eschenkt, Daß er sich still in Gont versenkt; Geduld erhält viel Gnade. 4. Es wird auch keiner dort gekrönt, Der hier nicht recht gestritten, Der nicht, wenn ihn die Welt verhöhnt, Die Schmach des Herrn ge⸗ litten; Wer aber Christi Joch hier trägt, Dem wird sein Schmuck dort angelegt; Ge⸗ duld erlangt die Krone. 5. Gott hilft dir auch bei aller Not, Dem kannst du +1 trauen, Er übergiebt ich nicht dem Tod, Du sollst das Leben schauen; Er steht dir bei, er tröstet dich, Be⸗ weiset sich recht väterlich; Ge⸗ duld ist voller Segen. 6. Erwarte nur die rechte Zeit, So wirst du wohl empfinden, Wie er in süßer Freundlichkeit Sich wird mit dir verbinden. Es wird nach Labsal maußh Pein Dein Labsal unaufhörlich sein; Ge⸗ duld wird nicht zu schanden. Jacob Gabriel Wolf, geb. 1688 1754. Eigne Melodie, 0 506 We nur dan * lieben Gat läßt walten Und hoffet au ihn allezeit, Den wird a wunderlich erhalten In allen Kreuz und Traurigkeit. Mar Gott, dem Allerhöchsten traut, Der hat auf keinen Sand gebaut 2. Was helfen uns z schweren 4. Was hilh uns unser Weh und Ah Was hilft es, daß wir alh Morgen Beseufzen unser un⸗ Kreu; Wir machen umse reuz und Leid Nur größn durch die Traurigkeit. 3. Man halte nur ah wenig stille Und sei doch iu. — selbst vergnügt, Wie u. ers Gottes Gnadenwill; Wie sein' Allwissenheit es fügh Gott, der uns ihm hat aul⸗ erwählt, Der weiß auch sehr toohl, was uns fehlt. 4. Er kennt die rechten Freudenstunden, Er weiß wohl wann es nützlich sei; Wem er uns nur hat treu erfunden Und merket keine Heucheli So kommt Gott, eh' wir's un versehn, Und lässet uns dil Gut's geschehn. 5. Denk' nicht in deiner Drangsalshitze, Daß du voh Gott verlassen seist Und dah ihm der im Schoße sihe Der sich mit iat Glück . iel Und seßet jeglih ert viel Und setzet jeglichen sein Ziel. 6. Es sind ja Gott seht Die Folgezeit verin⸗ ie, nur den eben Gah hofset an wird er In allen * M ten, traut ind gebant W815 0 as hil und 0 wir alk unser I⸗ chen unse —0 gröhn 2 l i doch in „Wie mm⸗ nadenpill, eit es füsn hat aus⸗ 1 8 s ie rechten weiß woh, sei; Rem u erfunden Heuchelti, wir s und uns vil in deinr 5 du von Und daß joße sthe m ol eit verän⸗ jeglichen Kreuz⸗ und leichte Sachen Und ist dem Höchsten alles gleich, Den geichen klein und arm zu machen, Den Armen aber groß und reich; Gott ist der rechte Pundermann, Der bald er⸗ höhn, bald stürzen kann. 7. Sing', bet und geh auf Gottes Wegen, Verricht' das Deine nur getreu Und trau' des Himmels reichem Segen, 60 wird er bei dir werden neu; Denn welcher seine Zu⸗ vericht Auf Gott setzt, den berläßt er nicht. Georg Neumark, geb. 1621 1 1681. Mel. Nun preiset alle. 507 Woris du, See⸗ 2 le, In mir so ar betrübt? Dein Heilan se, Der dich so treulich liebt. Ergieb dich hmni sei⸗ nem Willen, Er kann allein dein Trauern stillen. 2. Bist du in Nöten, Ach! harre nur auf Gott, Ihm dich vertraue In Seel' und Leibes⸗ not. Der vormals Herzens⸗ die Hülfe sendet. auf festen Grund gebauet. Ahn m n Kaiser, König Ist Reichtum 3856 Gott seht ist du in Jesu, In sch deinem Heiland reich, Kein laß ich's ihn vollenden. Ihm diesem sei mein alles heimgestellt: Hast du Er mach' es, wie es ihm ge⸗ licht, was dich hier ergötzet, füllt, Zum Leben oder Sterben. Trost⸗Lieder. 36⁷7 G'nug, wenn der Himmel dir's ersetzet. 5. Sei doch zufrieden, O du betrübte Seel', Wirf auf den Herren, Was dich auch immer quäl'! Wer ist jemals zu Schanden worden, Der hin sich gab des Kreuzes Ordenꝰ 6. Drum, liebe Seele, Wirf alles Trauern hin, Geduldig leide, Nicht kränke deinen Sinn, Ergieb du dich hier Gottes Willen, Dort wird er dich mit Fraud' erfüllen. Tobias Zeutschner. Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu dir. 508 ie Gott mich * führt, so will ich gehn Ohn' alles Eigen⸗ d wälen; Geschieht, was er mir ausersehn, Wird mir's an keinem fehlen. Wie er mich ührt, so geh' ich mit Und folge willig Schritt vor Schritt In kinduchem Vertrauen. 2. Wie Gott mich führt, so bin ich still Und folge seinem Leiten; Obgleich im Fleisch — uuh gewendet, Der ist's, der der Eigenwill Will öfters U widerstreiten. Wie Gott mich 3. Bist du auf Erden Nicht führt, bin ich bereit, In Zeit hoch und wert geschätzt, Mußt und auch in Ewigkeit Stets du viel dulden, Was Seel' und seinen Schluß zu ehren. Geist verletzt, Gedenke: Wer dem Höchsten trauet, Der hat ich vergnügt, Ich ruh 3. Wie Gott mich führt, 11 seinen Händen; Wie er es ickt und mit mir fügt, So 368 Kreuz⸗ und 4. Wie Gott mich führt, so geb' ich mich In seinen Vater⸗ willen. Scheint's der Ver⸗ nunft gleich wunderlich, Sein Rat wird doch erfüllen, Was er in Liebe hat bedacht, Eh' er mich an das Licht gebracht; Ich bin ja nicht mein eigen. 5. Wie Gott mich führt, so dleib' ich treu Im Glauben, Hoffen, Leiden. Steht er mit seiner Kraft mir bei, Was will mich von ihm scheiden? Ich fasse in Geduld mich fest: Was Gott mir widerfahren läßt, Muß mir zum besten dienen. 6. Wie Gott mich führt, so will ich gehn, Es geh' durch Dorn und Hecken. Kann ich's auch anfangs nicht verstehn, Zuletzt wird er aufdecken, Wie er nach seinem Vaterrat Mich treu und wohl geführet hat: Dies sei mein Glaubensanker. Lambert Gedicke, geb. 1683 + 1735. Mel. Alles ist an Gottes Segen. 5 0 9 Worndenn ⸗ * fang! herr⸗ Trost⸗Lieder. 3. Gottes Weg ist in de Flüssen Und in großen Wasser üssen, Und du spürst nith sanen Fuß; So auch in deh Meer der Sorgen Hält Gch seinen Pfad verborgen, Dah man nach ihm suchen muß. 4. Kein Besinnen kann er⸗ sinnen, Wo man könne Hülf ewinnen, Die Vernunst 0 hier zu blind; Ihre halb 9 brochnen Augen Nicht in duz Verborgne taugen, Weil st allzu blöde sind. 5. Gott muß man in allen Sachen, Weil er alles woll kann machen, End' und M⸗ fang geben frei. Er wih was er angefangen, Lassen i6 ein End' erlangen. Daß wunderherrlich sei. 6. So laß dir doch nimmer grauen, Lerne deinem Goh vertrauen, Sei getrost u guten Muts. Er, fürwahr er wird es führen, Daß d wirst am Ende spüren, Wi⸗ er dir thut lauter Gut's. 7. Du wirst an den Fingem zählen Und nicht vor der Bel lich Ende! Wo die wunder⸗ weisen Hände Gottes führen ein und aus. Wunderweislich ist sein Raten, Wunderherr⸗ lich seine Thaten; Und du sprichst: Wo will's hinaus? 2. Denke doch, es muß so ehen, Was Gott weislich heißt geschehen, Ihm und dir ur Herrlichkeit; Ob der An⸗ 050 seltsam scheinet, Ist das End' doch gut gemeinet? Friede solget nach dem Streil. verhehlen, Was die blinde Welt nicht kennt. Er widd dir dein Kreuz versüßen, Daß du wirst bekennen müssen: Wunderanfang! herrlich' Endi Reint Heinr. Arnold. 706.3 geb. 1 gest. 17 Mel. Wer nur den Lieben Gott lähl walten. will dee Hand 510. J⸗ E em Gotln trost un fürwahr! Daß du ren, Wie ut'S. Fingem der Wel e blinde Er wird zjen, Dah müssen: ich' End“ 0 ih alles freudig tragen; Er 6 immer scheinen, Der Himmel geb. 160. Galt UA ute küssen, Die mich zu nem Besten schlägt. Gott et mich sein Herze wissen, 3 er, als Vater, zu mir t, Wie solches mir mit und Treu' In Ewigkeit ogen sei. 2. Ich weiß nicht viel von uten Tagen, Doch also bin Christo gleich; Drum will nache mich am Troste reich, 0 d05 mir aller Ueberdruß u meinem Besten dienen muß. 3. Die Sonne kann nicht st nicht allzeit klar: Gott hilts nicht anders mit den Seinen, Er führt dieselben wunderbar. Doch, wie's Gott meint und was er thut, Das meint und macht er alles gut. 4. Muß ich nun gleich in meinen Jahren Und auf dem Vege dieser Zeit Die Größe neler Angst erfahren, So hleib' ich doch in Gott erfreut. V. wär' ich auch dem Tode nah, Ist dennoch Kraft und Leben da. 5. Und kommt es endlich gar zum Sterben, So fällt Kreuz⸗ und Trost⸗Lieder. mir doch der Mut nicht hin; Im Tode kann ich nicht ver⸗ derben, Weil ich sein Kind und Erbe bin. Ich weiß, daß Gott mich ewig liebt Und mir die Lebenskrone giebt. 6. Liegt schon der Leib im i. Grabe, So steht er och verkläret auf: Denn, wenn ich ausgeschlafen habe, Holt Gott 9310 aus der Tief' herauf Und führt mich in den Himmel ein: Da werd' ich ewig bei ihm sein. 7. Ich wünsche mich von dieser Erden Je eher und je lieber los. Im Himmel muß mir Alles werden, Da machet Gott mich herrlich groß; Da, da bin ich an Troste reich Und Gott und seinen Engeln gleich. 8. Ei nun, mein Gott, so magst du walten! Ich dulde mich in Kreuz und Schmerz, Und will dir willig stille halten. Gieb du mir nur ein fröhlich Herz, Daß du, mein liebster Gott allein, Magst meine Lust und Hoffnung sein. Erd. Neumeister, geb. 1671 4 1756. XXXIII. Sterbe⸗ und Begräbnis⸗Lieder. a) Sterbelieder. Eigne Melodie. sch wie flüchtt 511. Arel —— Menschen Leben! Wie Nebel bold entstehet Und zu riinen Und mit Laufen auch wieder bald vergehet, So ist unser Leben, sehet! 2. Ach wie nichtig, ach wie Tanel Sind der Menschen age! Wie ein Strom beginnt 24 369 —————————3—————— 370 Sterbe⸗ und Begräbnis⸗Lieder. Ansre Zeit von hinnen! 3. Ach wie flüchtig, ach wie nichtigIst der Menschen Freudel Wie sich wechseln Stund' und Zeiten, Licht und Dunkel, Fried' und Streiten, So sind unsre Fröhlichkeiten! 4. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig Ist der Menschen Schöne! Wie ein Blümlein bald vergehet, Wenn ein rauhes Lüftlein wehet, So ist unsre Schöne, sehet! 5. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig Sind der Menschen Schätze! Es kann Glut und Flut entstehen, Dadurch, eh' wir's uns versehen, Alles muß zu Trümmern gehen! 6. ch wie nichtig, ach wie flüchtig Ist der Menschen Prangen! Der in Purpur hoch vermessen Ist als wie ein Gott gesessen, Dessen wird im Tod vergessen. 7. Ach wie flüchtig, ach wie nichtig Sind der Menschen Sachen! Alles, alles, was wir sehen, Das muß fallen und vergehen. Wer Gott fürcht't, wird ewig stehen. Mich. Franck, geb. 1609 + 1667. nicht 90 innen, So fährt Mel. Herzlich thut mich verlangen. 512. Beagge denke deinen Tod; Der Tod kommt oft behende: Wer heute frisch und rot, Kann morgen und geschwinder Hinweg ge⸗ storben sein, Drum bilde dir, o Sünder, Ein täglich Gh⸗ ben ein. 2. Bedenke, Mensch. Ende, Bedenke das Gent Es müssen alle Stände Jesu Angesicht; Kein Mest ist ausgenommen, Hier nu ein jeder dran Und wird Lohn bekommen, Nachden; hat gethan. 3. Bedenke, Mensch Ende, Der Hölle Angst mn Leid, Daß dich nicht Sun blende Mit seiner Eitellh Hier ist ein kurzes Frelg Dort aber ewiglich Ein lh lich Schmerzensschreien: Sünder, hüte dich! ö 4. Bedenke, Mensch, 9 Ende, Bedenke stets die 3 Daß dich ja nichts abwa Von jener Herrlichkeit, Aun vor Gottes Throne Die Su wird gepflegt; Dort ist. Lebenskrone Den Fromug beigelegt. ö 5. Herr, lehre mich bän ken Der Zeiten lezte Jh. Daß sich nach dir zu lan Mein Herze sei bereit, mich den Tod betrachten u deinen Richterstuhl, Laß uth auch nicht verachten Der hil Feuerpfuhl. 6. Hilf, Gott, daß ich h. Zeiten Auf meinen leßzten d Mit Buße mich bereiten l täglich sterben mag. Im d und vor Gerichte Steh niz o Jesu, bei, Daß ich in Himmelslichte Zu wohhn würdig sei. Sal. Liscow, geb. 1640 4 leh. + Ales eu. acbn den ne verwes 1l 0 errli⸗ st ber 2. Leben beliebt diesen schöne werde Dreif 4 denle len s. glanz vor Sera hohe heilig Vate nen, Vo Size läglich ei, Rensch. das Gensth Stände Y Kein Mah „ Hier u nd wird d. Nachden⸗ Mensch l Angst n nicht Sun er Eitellt zes Frelg ch Ein sz hreien Nensch, 00 ets die 90 ts abwenh keit, Aumt e Die Sul Hort ist K Fromma nich behn letzte gün r zu lenlg bereit; I rachten ld l, Laß nih Der Hilt daß ich i letzten vu ereiten— . In 0 Steh ni, aß ich in. u wohnnn 40 lUN. Sterbe⸗ und Begräbnis⸗Lieder. 37¹ Eigne Melodie. 513. Mue Menschen 94 müssen sterben, Ules Fleisch vergeht, wie eu. Was da lebet, muß hberderben, Soll es anders wer⸗ den neu. Dieser Leib der muß berwesen, Wenn er anders sll genesen Der so großen errlichkeit, Die den Frommen ss bereit't. 2. Drum so will ich dieses Leben, Wenn es meinem Gott deliebt, Auch ganz willig von mir geben; Bin darüber nicht betrübt; Denn in meines Jesu Punden Hab' ich schon Er⸗ lhsung funden, Und mein Trost in Todesnot Ist des Herren Fesu Tod. 3. Jesus ist für mich ge⸗ sorben, Und sein Tod ist mein Gewinn. Er hat mir das heil erworben, Drum fahr ih mit Freuden hin, Hin aus diesem Weltgetümmel In den shönen Gotteshimmel, Da ich werde allezeit Schauen die Dreifaltigkeit. 4. Da wird sein das Freu⸗ denleben, Da viel tausend See⸗ len schon Sind mit Himmels⸗ ganz umgeben, Dienen Gott vor seinem Thron; Da die Seraphinen prangen Und das hohe Lied anfangen: Heilig, heilig, heilig heißt Gott, der Vater, Sohn und Geist. 5. Da die Patriarchen woh⸗ nen, Die Propheten allzumal; Vo auf ihren Ehrenthronen Sizet der zwölf Boten Zahl; Wo in so viel tausend Jahren Alle Frommen hingefahren; Da wir unserm Gott zu Ehr'n Ewig Hallelujah hör'n. 6. O Jerusalem, du schöne, Ach, wie helle glänzest du! Ach wie lieblich Lobgetöne Hört man da in sanfter Ruh'! O der großen Freud' und Wonne! Jetzund gehet auf die Sonne, Jetzund gehet an der Tag, Der kein Ende neh⸗ men mag. 7. Ach, ich habe schon er⸗ blicket Alle diese Herrlichkeit: Jetzo werd' ich schön geschmücket Mit dem weißen Himmels⸗ kleid; Mit der goldnen Ehren⸗ krone Steh' ich da vor Gottes Throne, Schaue solche Freude an, Die kein Ende nehmen kann. Joh Georg Albinus, geb. 1624 4 1679. Mel. Jesu, komm doch selbst zu mir. ller Gläub'gen 514. A Sammelpiat Ist da, wo ihr Herz und Schatz, Wo ihr Heiland Jesus Christ Und ihr Leben hier schon ist. 2. Eins geht da, das andre dort In die ew'ge Heimat fort, Ungefragt, ob die und der Uns nicht hier noch nütz⸗ lich wär'. 3. Aber wenn's nun schon geschehn(Und er kann nie was versehn), Hat man nichts dabei zu thun, Als zu schwei⸗ gen und zu ruhn. 37² Sterbe⸗ und Begräbnis⸗Lieder. 4. Manches Herz, das nicht ben In Himmelswonn' mehr da, Geht uns freilich 91. sehr nah; Aber Herr, du ist uns mehr, Als das eigne Leben wär'. Brüdergemeinde. Phil. 1, 21. Eigne Melodie. 515. Coristus der ist mein Leben, Sterben ist mein Gewinn; Dem thu' ich mich ergeben, Mit Freud' fahr' ich dahin. 2. Mit Freud' fahr' ich von dannen Zu Christ, dem Bru⸗ der mein, Daß ich 64 5 zu ihm kommen Und ewig bei ihm sein. 3. Nun hab' ich überwun⸗ den Kreuz, Leiden, Angst und Not; Durch seine heil'gen Wunden Bin ich versöhnt mit Gott. 4. Wenn meine Kräfte bre⸗ chen, Mein Atem geht schwer aus, Und kann kein Wort mehr sprechen, 13 nimm mein Seufzen auf! 5. Wenn mein Herz und Gedanken Vergehn als wie ein Licht, Das hin und her thut wanken, Wenn ihm die Flamm' gebricht: 6. Alsdann fein sanft und stille, Herr, laß mich schlafen ein Nach deinem Rat und Willen, Wenn kommt mein Stündelein. 7. Und laß mich an dir kleben Wie eine Klett' am Kleid, Und ewig bei dir le⸗ Freud'. Throne Sing' ich Lob, h und Preis Gott Vater u gen Geist. 110 Mel. O Welt, ich muß dih. 0 Muß Staub und Asche werd Kein Fels, kein Erz kann stehn Was wir für ewig schähn vergehn. 2. Was sind doch alle En chen, Die uns so trotzig my schen, Als Tand und Eitelkeil Wacs ist der Menschen Lebes Stets mit Gefahr umgeheh Währt es nur eine ku Zeit. 3. Der Ruhm, nach dun wir trachten, Den wir m⸗ sterblich achten, Ist nur ei falscher Wahn. Sobald du Geist gewichen, Und dies Mund verblichen, Fragt keinen was man hier gethan. 4. Es hilft nicht Kunst noh Wissen, Wir werden hinge⸗ rissen Ohn' einen Unterschih, Dem hier die Welt zu enge, Dem wird ein enges Grab zu weit. 5. Dies alles wird zerih⸗ nen, Was Müh' und Fliß 8. Wohl in des Himghhn dem Sohne Und dir, dem helt 516. Daah Das, was uns kann ergößnn Wird als ein leichter TuamSin Was nützt der Schlösser Meng oewinnen, Und saurer Schweß Erder verde Sorg uger lüte 1 Swonn' m 8 imme ö‚ h 0 Vater uh ir, dem hel⸗ 100 muß dih. Herrlichth der Eshn sche weihg kann stehn nn ergöhen vig schühn hter Tum ch alle E trotzig ny 1 Eitelkeh. hen Lebens umgebeh eine huz nach dem wir m⸗ st nur en sobald da Ind din ragt keine, an. Kunst nh en hinge⸗ Interschith ser Mengb t zu engz, 5 Grab u ird zerrl⸗ x und Zliß r Schweßz Sterbe⸗ und Begräbnis⸗Lieder. Was Menschen hier irbt. lihen Kann für den Tod uiht nützen. Dies alles stirbt u, wenn man stirbt. 6. Ist eine Lust, ein Scher⸗ I„ Das nicht ein heimlich Echmerzen Mit Herzensangst Rigüllt? Was ist's, womit wr prangen? Wo wirst du Ehr erlangen, Die nicht in hhn und Schmach ver⸗ illt? . Was pocht man auf die Muone, Da keine Macht nuch sne Kann unvergängli sin? Es mag vom Toten⸗ lhen Kein Seepter dich be⸗ selen, Kein Purpur, Gold und Edelstein. 8. Wie eine Rose blühet, Venn sie die Sonne siehet, Hegrüßen diese Welt, Die, ch der Tag sich neiget, Eh' sch der Abend zeiget, Ver⸗ wellt und unverseh'ns ab⸗ füllt: 9. So wachsen wir auf Erden Und hoffen groß zu werden, Von Schmerz und Sorgen frei); Doch eh' wir ugenommen Und recht zur Halte kommen, Bricht uns des Todes Sturm entzwei. 10. Wir rechnen Jahr auf Jahre, Indessen wird die Bahre lns vor die Thür gebracht. Drauf müssen wir von hinnen, Und, eh' wir uns besinnen, der Erde sagen gute Nacht. II. Auf, Herz, wach und bedenke, Daß dieser Zeit Ge⸗ 37³3 Ist wie ein Strom Was künftig, wessen wird es seinꝰ 12. Verachte Welt und Ehre, Furcht, Hoffen, Gunst und Lehre Und ruf den Herren an, Der immer König bleibet, Den keine Zeit vertreibet, Der einzig selig machen kann. 13. Wohl dem, der auf ihn trauet! Er hat recht fest ge⸗ bauet; Und ob er hier gleich fällt, Wird er doch dort be⸗ stehen Und nimmermehr ver⸗ ehen, Weil ihn die Stärke felbst erhält. Andreas Gryphius, geb. 1616 4 1664. Eigne Melodie. 51⁷ Doywoschäne Welt 35 gebäude, Magst gefallen, wem Du willt: Deine trügerische Freude Ist mit lauter Angst umhüllt. Denen, die den Himmel hassen, Will ich ihre Weltlust lassen: Mich verlangt nach dir allein, Aller⸗ schönster Jesu mein! „Müde, die der Arbeit Menge Und der heiße Strahl beschwert, Wünschen, daß des Tages Länge Werde durch die Nacht velsehrt, Daß sie nach so vielen Lasten Können sanft und friedlich rasten; Mein Wunsch ist, bei dir zu sein, Allerschönster Jesu mein! 3. Andre mögen durch die I Den Augenblick nur ein! Was du zuvor genossen, Ruder 100 durch Wind übel lippen gehn ren Hande zu be 2.— und da Sturm ot ausstehn: Ich will und 37⁴ Sterbe⸗ und Begräbnis⸗Lieder. meine Glaubensflügel Schwin⸗ en an die Sternenhügel, Ewig da bei dir zu sein, Allerschönster Jesu mein! 4. Tausendmal pfleg' ich zu sagen Und noch tausendmal dazu: Ach, würd' ich ins Grab getragen, Ei, so käm' ich doch Te Ruh': Und mein bestes eil das würde, Frei von dieser Leibesbürde, Je und ewig um dich sein, Aller⸗ schönster Jesu mein! 5. Komm, o Tod, du Schla⸗ fes Bruder, Komm und führe mich nur fort; Löse meines Schiffleins Ruder, Bring' mich in den sichern Port. Es mag, wer da will, dich scheuen: Du kannst mich vielmehr erfreuen, Denn durch dich komm' ich hinein Zu dem schönsten Jesu mein! 6. Ach, daß ich den Leibes⸗ kerker Heute noch verlassen müßt' Und käm' an den Ster⸗ nenerker, Wo das Haus der Sel'gen ist: Da wollt' ich mit Wortgepränge Bei der Engel Guuthe Menge Rühmen deiner ottheit Schein, Allerschönster Jesu mein! 7. Doch weil ich die See⸗ lenauen Und den güldnen Himmelssaal Jetzt nicht kann nach Wünschen schauen, Son⸗ dern muß im Thränenthal Noch am Kummerfaden spin⸗ nen: Ei, so sollen meine Sin⸗ nen Unterdes doch bei dir sein, Allerschönster Jesu mein! Joh. Franck, geb. 1618 4 1677. 2. Timotheum 4, J. pd. Mel. Christus, der uns sellg nn—— 8 lißt; 518 Ein 910 Der si Sn schet, hab' ich Auf der Welt gekimt wihtlich Denn Gott hat so gnädih Ruug! Alt mein Leid gadin e Daß ich meinen Lebemsh aleze Seliglich vollendet Und i hicken Seele himmelauf Christo chwer, gesendet. dese L 2. Forthin ist mir begh Lact 2 Der Gerechten Krone, Den nit 3 wahre Freud' erregt In luge Himmels Throne; Font it genr meines Lebens Licht, Den 3. E hier vertrauet, Nämlich Goth wein Angesicht Meine Seele schun Ud 0 3. Dieser schnöden, bin Welt Jämmerliches Leben A et mir nun länger nicht gefällt, Au mder ich mich ergeben Meinem Ju durück da ich bin Jetzt in lun Es ist Freuden; Denn sein Todi 4. mein Gewinn, Mein Vain dir sein Leiden. oh at 4. Gute Nacht, ihr min zun g Freund', All' ihr, meine Le sahr ii ben, Die ihr täglich um nih dhre weint, Laßt euch nicht ben Nein ben, Diesen Schritt, den( lienie nun thu' In die Erde niehen dand Schaut, die Sonne geht zn Ruh', Kommt doch mosha wieder. Heinr. Albert, geb. 1604 2 52² ‚ Eigne Melodie. dollb 519. E Herr, meinen Geist Zu Zun n 4, 7. ins seliz inen guz elt gekämgz so nn edämtß Lebund et Und Christo z mir beiheh one, Dn regt 9 0 e; Fonh cht, Dent mlich Gahh Seele schan den, bisz Leben M efällt, Dun einem I 0 in lh sein Tod in Verdimh ihr m meine H⸗ ch um uß nicht beitz tt, den ih rde niche ꝛe geht zu ch motha 601 1 l. Sterbe⸗ und Begräbnis⸗Lieder. hestern hin; Lös auf das kund, Das schon allmählich ßt! Befreie diesen Sinn, ger sich nach seinem Gotte shnet, Der täglich klagt und züchtlich thränet; Es ist Raung! 7. 2. Es ist genug Des lreuzes, das mir fast Den güken wund gemacht. Wie shwer, o Gott, Wie hart ist hse Last! Ich netze manche hucht Mein hartes Lager ganz nit Zähren, Ach Herr, wie huge soll es währen? Es st genug! 9. Es ist genug, Wenn nur men Jesus will; Er kennet a mein Herz; Ich harre sein, halt' indessen still, Bis e mir allen Schmerz, Der an der siechen Brust mir naget, urücke legt und zu mir saget: E ist genug! 4. Es ist genug, Herr, wenn 8 dir gefällt, So spanne mich doch aus. Mein Jesus kommt: gun gute Nacht, o Welt! Ich uhr ins Himmels Haus; Ich ahre sicher hin in Frieden, Nein großer Jammer bleibt hienieden. Es ist genug! 1 Ranz Joach. Burmeister, geb. 1633, gest. 1672. — Mel. Es ist genug. 52⁰ E⸗ ist vollbracht! * Gott Lob, es ist bollbracht! Mein 2— nimmt nich auf. Fahr' hin, o Welt! 37⁵ Kreuz mit tausend Freuden, Ich iehne mich von hier zu scheiden. Es ist vollbracht!: 2. Es ist vollbracht! Mein Jesus hat auf sich Genommen meine Schuld; Er selber hat Am Kreuzesstamm für mich, O ungemeine Huld! Gebüßet, und in Jesu Wunden Hab' ich die rechte Freistatt funden. Es ist vollbracht! 3. Es ist vollbracht! Weg Krankheit, Schmerz und Pein! Weg Sorgen, Weg Verdruß! Sein Golgatha Soll mir ein Tabor sein, Mein matt' und müder Fuß Wird hier auf diesen Friedenshöhen Frei von Beschwerd' und Banden ge⸗ hen. Es ist vollbracht! 4. Es ist vollbracht! Hier bin ich außer Not, Angst und Gefahr gesetzt; Hier speiset mich Der Herr mit Himmels⸗ brot, Hier bin ich hoch ge⸗ schätzt, Hier ist die Herrlichkeit erschienen, Ich hör das Lied der Seraphinen. Es ist voll⸗ bracht! 21½ 5. Es ist vollbracht! Wie wohl, wie wohl ist mir! Wie bin ich so erfreut In Salems Burg, Wo ungemeine dine Wo stete Sicherheit, Wo keine Feinde zu uns brechen, Wo weder Dorn' noch Disteln stechen. Es ist vollbracht! 6. Es ist vollbracht! Der Leib mag immerhin Der Wür⸗ mer Speise sein; Ich weiß ja, daß Ich Staub und Asche bin. Gott wird mein Fleisch und Ihr Freunde, gute Nacht! Ich Lauf Bei Jesu kude meinen Bein, Wenn er die Grüber 376 Sterbe⸗ und Begräbnis⸗Lieder. wird aufdecken, An jenem Tage schon erwecken. Es ist voll⸗ bracht! 7. Es ist vollbracht! Gott Lob, es ist vollbracht! Mein Jesus nimmt mich auf; Fahr' hin, o Welt! Ihr Freunde, gute Nacht! Ich schließe mei⸗ nen Lauf Und alle Not, die mich betroffen. Wohl mir, ich seh' den Himmel offen, Es ist vollbracht! Andreas Gryphius, geb. 1616 1 1664. Eigne Melodie. 521. Fer dich sehr, o — meine Seele, Und vergiß all' Not und Oual, Christus, dem ich dich befehle, Ruft dich aus dem Jammer⸗ thal. Aus der Trübsal und dem Leid Sollst du fahren in die Freud', Die kein Ohr je hat gehöret, Die in Ewigkeit auch währet. 2. Tag und Nacht hab' ich gerufen Zu dem Herren, mei⸗ nem Gott, Weil mich stets viel Kreuz betroffen, Daß er mir sehnt aus der Not. Wie 900 sehnt ein Wandersmann Nach dem Ende seiner Bahn, So hab' ich gewünschet chen, Daß sich enden möcht mein Leben. 3. Denn gleich wie die Ro⸗ sen stehen Unter Dornenspitzen gar, Also auch die Christen gehen durch viel Trübsal und Gefahr. Wie die Meereswellen sind And der ungestuüme Wind. Also ist allhier au Unser Leben voll Beschwe 4. Welt, Tod, Da 20 und Hölle, Unser eigen L und Blut Plagen stetz unsre Seele, Lassen unz n keinem Mut. Wir sind uu Angst und Plag', Lauter sind unsre Tag', Wenn wir geboren wer en, Findt Jammer g 4. 5 auf Erdan 5. Wenn die Wane herleuchtet, Und der 8 sich von uns wend't, Sae Kummer daher streichet M find't sich an allem O Unsre Thränen sind das In So wir essen früh und Wenn die Sonn' aufhöll scheinen, So ist nichts, dun Klag' und Weinen. 6. Drum, ne Christ, Morsensteme Der du eu aufgehst, Sei von mir zehn nicht ferne, Weil nih k Blut hat erlöst. Hilf, Wi mit Fried' und Freud M von hinnen fahren heut. sei du mein Licht und Stuuh Mich mit Beistand nicht d lasse. 7. In dein' Seite will i6 Dnn Auf dem bittern I esgang; Durch dein' Wunda will ich ziehen J In mein hinm⸗ lisch Vaterland; In das schin Paradies, Das dein Wort den Schächer wies, Wirst du mith Herr Christ, einführen In 228 ew. Klarheit 1— mir schon die Auhn rehen, Das Gehör auch zu verschwind't, Meine ihren U 15 n. r Christ er du ewiht mir jepun Imich d Hilf, da Freud M. heut. I und Stuß id nicht e seite will i bittern Z ein' Wundn mein himn⸗ n das schin in Wort den irst du nit führen it 20 die Auga ör auch gu ine E lud erfülle sie mit Trost, Bis der Leib kommt aus der Er Unm, Und sie beid' vereinigt werden. 10. Freu' dich sehr, o meine t Eetle, Und vergiß all' No und Qual, Chnstus, dem ich dih befehle, Ruft dich aus dem Jammerthal. Seine Sterbe⸗ und Begräbnis⸗Lieder. 377⁷ ben, In keiner Not verderben; Mein Leben wird sein lauter Freud'. 3. Gott eilet mit den Sei⸗ nen, Läßt sie nicht lange wei⸗ nen In diesem Thränenthal; Ein schnell und selig Sterben Ist schnell und glücklich erben äal schönen Himmels Ehren⸗ aal. 4. Wie manchmal wird ver⸗ führet Ein Kind, an dem man spüret Rechtschaff'ne Frömmig⸗ keit! Die Welt, voll List und Tücke, Legt heimlich ihre Stricke Bei Tag und Nacht und jeder Zeit. 5. Ihr Netze kann sie stellen: Mich wird sie nun nicht fällen; Sie wird mir thun kein Leid. greud' und Herrlichkeit. Sollst Denn wer kann den verletzen, au sehn in Ewigkeit, Mit den Engeln jubilieren Und dort ewig triumphieren. Freiberg 1620. Den Christus jetzt wird setzen Ins Schloß Sicherheit? 6. Zuvor bracht' ich euch vollkommner Freude, Jetzt nun ich von euch scheide, Betrübt sich euer Herz; Doch, wenn ihr's recht be⸗ trachtet Und, was Gott thut, hoch achtet, Wird sich bald 52² Gol Lob, die lindern aller RanteE Stund' ist kom⸗ 7. Gott zählet alle Stunden, men, Da ich werd' aufgenom⸗ Er schlägt und heilet Wunden; Bei Kindern. Mel. O Welt, ich muß dich. nen Ins schöne Paradeis! Er kennet jedermann. Nichts IVr Lieben dürft nicht klagen; ist jemals geschehen, Das er Mit Freuden dürft ihr sagen: nicht vorgesehen; Und was er Dem Höchsten sei Lob, Ehr“ thut, ist wohlgethan. und Preis. 8. Wenn ihr mich werdet 2. Kurz ist mein irdisch finden Vor Gott, frei aller Leben; Ein bess'res wird mir Sünden, In weißer Seide eben Gott in der Ewigkeit. stehn Und tragen Siegespalmen a werd' ich nicht mehr ster⸗ In Händen und mit Psalmen 378 Des Herren Lob und Ruhm erhöhn: 9. Da werdet ihr euch freuen; Es wird euch herzlich reuen, Daß ihr euch so be⸗ trübt. Wohl dem, der Gottes Willen Gedenket zu erfüllen Und ihm sich in Geduld er⸗ giebt. 10. Lebt wohl und seid ge⸗ segnet! Was jetzt euch hier begegnet, Ist andern auch ge⸗ schehn; Viel' müssen's noch erfahren. Nun Gott woll' euch bewahren! Dort wollen wir uns wiedersehn. Joh. Heermann, geb. 1585 + 1647. Eigne Melodie. Ich hab' mein 523. Sach' Gott heimgestellt, Er mach's mit mir, wies ihm gefällt; Lang oder kurz sei meine Zeit, Ich bin bereit Zu allem, was der Herr gebeut. 2. Mein⸗ Zeit und Stund' ist, wann Gott will; Ich setz' ihm weder Maß noch Ziel. Es sind gezählt all' Härlein mein; Groß oder klein, Fällt keines ohn' den Willen sein. 3. Was ist der Mensch? ein Erdenkloß, Kommt von der Mutter nackt und bloß, Bringt nichts mit sich auf diese Welt, Kein Gut noch Geld, Nimmt nichts mit sich, wenn er zerfällt. 4. Es hilft nicht Reichtum, Geld, noch Gut, Nicht Kunst und Gunst noch stolzer Mut; Sterbe⸗ und Begräbnis⸗Lieder. Für'n Tod kein Kraut wachsen ist, Mein fronm Christ, Alles, was lebet, sis lich ist. 5. Heut' sind wir sit gesund und stark, Und mom schließt uns ein der Sah Heut' sind wir wie die Roh rot, Bald krank und tot; I hier ist nichts als Müh n Not. 6. Man trägt eins mu dem andern hin, Wohl un den Welt v aus dem Sipl Die Welt vergisset unser bih Jung oder Alt, Auch umt Ehren mannigfalt. 7. Ach, Herr, lehr' und h⸗ denken wohl, Daß wir sh sterblich allzumal, Daß kenn hier sein Bleiben hab', müss' ins Grab, Gelehrt, schi, groß und klein hinab. 8. Das macht die Süh o treuer Gott! Sie hat gezenz den bittern Tod; Der us dahin all' Menschenkind', M er sie find't, Fragt nicht, u Stand's und Ehr' sie sind, 9. Doch ob mich schon e Sünd' anficht, So will ich dah verzagen nicht! Ich weiß, für mich in den Tod Mah treuer Gott Sein'n lieben Sohn gegeben hat. 10. Dem leb' und sterb ih allezeit, Der Tod von ihn mich nimmer scheid't. L oder sterb' ich, bin ich seh Er ist allein Der einz ge Tos und Helfer mein. 11. Das ist mein Trost zu aller Zeit, In aller Not uih Daurigk. am jüng 100 Rinem 2. D Uhesicht shau'n, In ew'g schleit, sil Lob, 13. A sommer en se wir mö in dein lliben Nel. Va 2 ind 6 Narter Zür mi lcch star Huld er hittre L Mir Si 2. V Sterbe mit den 101 0 meine Benn hricht Rein 3. 2 licht nensch bmm, behend lhten fromm ebet, stat⸗ eins m Wohl a dem Sim unser bah luch ins hr' und h⸗ wir sh Daß kenn hab, I lehrt, soz 'ab. 90 Sind hat gezen Der 0 nkind', M nicht, un sie sind, schon d vill ich dah weiß, da Tod Men ieben Sohn d sterh h von ihn 0— ich seih ; ge Tuus hgesicht Werd' ich de hau'n, dran zweifl' ich nicht, I ewiger Freud' und Herr⸗ Uhteit, Die mir bereit't; Ihm i Lob, Preis in Ewigkeit! Sterbe⸗ und Begräbnis⸗Lieder. murigkeit: Ich weiß, daß ich 1 jingsten Tag Ohn' alle Iag Werd' auferstehn aus Reinem Grab. 12. Den lieben Gott von dann 13. Amen, mein lieber, jummer Gott, Bescher uns snen sel'gen Tod; Hilf, daß hir mögen allzugleich Bald iun dein Reich Kommen und lliben ewiglich! Johann Leon 4 1597. Ml. Vater unser im Himmelreich. —2⁴ err Jesu Christ L · wahr'r Mensch ind Gott, Der du littst Narter, Angst und Spott, gür mich am Kreuz auch end⸗ sih starbst Und mir des Vaters huld erwarbst: Ich bitt' durchs hitre Leiden dein, Du woll'st nir Sünder Hun sein! 2. Wenn ich nun komm' in Sterbensnot Und ringen werde nit dem Tod; Wenn mir ver⸗ geht all' mein Gesicht Und neine Ohren hören nicht; Venn meine Zunge nicht mehr pricht Und mir vor Angst mein Herz zerbricht; 3. Wenn mein Verstand sich nicht besinnt, Und mir all' nenschlich Hülf' zerrinnt: So Imm, o Herr Christ, mir lahend Zu Hülf' an meinem ehten End' Und führ' mich 1 Trost 90 379 aus dem Jammerthal, Verkürz' mir auch des Todes Qual. 4. Die bösen Geister von mir treib, Mit deinem Geist stets bei mir bleib; Bis sich die Seel' vom Leib abwend't, So nimm sie, Herr, in deine Händ'; Der Leib hab' in der Erd' sein Ruh', Bis naht der jüngste Tag herzu. 5. Ein fröhlich Auferstehn verleih Und im Gericht mein Fürsprech' sei; Herr, meiner Sünd' nicht mehr gedenk', Aus Gnaden mir das Leben schenk', Wie du hast zugesaget mir In deinem Wort, das trau' ich dir; 6. Fürwahr, fürwahr, euch sage ich, Wer mein Wort hält und glaubt an mich, Der wird nicht kommen ins Gericht, Den Tod auf ewig schmecken nicht; Denn ob er wohl hier zeitlich stirbt, Mit nichten er drum gar verdirbt; 7. Sondern ich will mit starker Hand Ihn reißen aus des Todes Band' Und zu mir nehmen in mein Reich, Da soll er denn mit mir zugleich In Freuden leben ewiglich! Dazu hilf uns ja gnädiglich. 8. Ach, Herr, vergieb all' unsre Schuld! Hilf, daß wir warten mit Geduld, Bis unser Stündlein kommt herbei; Auch unser Glaub' stets wacker sei, Dein'm Wort zu trauen festig⸗ lich, Bis wir einschlafen seliglich! Paul Eber, geb. 1511 4 1569. 380 Sterbe⸗ und Begräbnis⸗Lieder. Eigne Melodie. 52⁵ He nun laß in 8 Friede, Le⸗ benssatt und müde, Deinen Diener fahren Zu den Engel⸗ scharen, Selig und im Stillen, Doch nach deinem Willen. 2. Gerne will ich sterben Und den Himmel erben. Christus mich geleitet, Welchen Gott bereitet Zu dem Licht der Heiden, Das uns setzt in Freuden. 3. Hier hab' ich gestritten, Ungemach erlitten, Ritterlich gekämpfet, Manchen Feind ge⸗ dämpfet, Glauben auch ge⸗ halten Richtig mit den Alten. 4. Thränen mußt' ich lassen. Weinen ohne Maßen, Schwere Gänge laufen Mit der Christen Haufen, Ueber Sünde klagen, Kreuz und Trübsal tragen. 5. Nunmehr soll sich's wen⸗ den, Kampf und Lauf sich enden; Gott will mich erlösen Bald von allem Bösen; Es soll besser werden, Als es war auf Erden. 6. Frieden werd' ich finden, Ledig sein von Sünden Und auf allen Seiten Nicht mehr dürfen streiten; Mich soll ganz umgeben Himmlisch Freuden⸗ leben. 7. Nun ist beigeleget, Wo man Scepter träget, Eine schöne Krone Mir zum Gna⸗ denlohne; Da werd' ich er⸗ götzet Und zur Ruh' gesetzet. 8. Mein Erlöser lebet, Der mich selber hebet Aus des Todes Kammer; Da 1 aller Jammer, Fröhlich h Schrecken Will er mich wecken. 9. Dieser Leib soll g Und in Klarheit stehen, die Toten werden Eh von der Erden: Chrih werd' ich schauen, Dun kann ich trauen. 10. Ihm nun will ich sz Rühmen seine Güte Mil et und Gemüte, Preisen sehn Namen Ohn' Aufhören Aun David Behme, geb. 1005 f Eigne Melodie. 520 Ha thutnt * verlangendl einem sel'gen End', Wal hier bin umfangen Mit uh sal und Elend. Ich hab I abzuscheiden Von dieser amm Welt; Sehn' mich nach ewg Freuden: O Jesu, komm in bald. 2. Du hast mich ja eilih Von Sünd', Tod, Tast Höll': Es hat dein Blul g⸗ kostet, Drauf ich mein gaß nung stell'. Warum sl mir denn grauen Vor Tassh Tod und Sünd'? Weil auf dich kann bauen, Bin ih ein selig Kind. 3. Wenn süß gleich ist du Leben, Der Tod sch bithe mir, Will ich mich doch ergebe Zu sterben willig dir. 06 weiß ein besser Leben, I meine Seel' fährt hin, M gen, Lob und Ehre buumn riz 4. 2 Erden khrt, werden, herklärt Sonne Sterbe⸗ und Begräbnis⸗Lieder. „sar ich mich gar eben, Sterben mein Gewinn. 4. Der Leib, der in der rden Zum Staube wieder⸗ üchrt, Doch auferweckt soll verden, Durch Christum, schön kertlärt, Wird leuchten als die se Sonne Und leben ohne Not Duuht In Himmelsfreud' und Wonne. Has schadet mir der Tod? 5. Ob mich die Welt auch nizet, Zu leben länger hier Und mir auch immer zeiget Chr, Geld, Gut, all' ihr Zier; Doch ich das gar nicht achte, Es währt ein' kleine Zeit; Loch Gottes Reich ich trachte, Das bleibt in Ewigkeit. 6. Wenngleich nun auch das Scheiden Von meinen Freun⸗ den gut Mir bringet bitt'res Leiden, So hebt's doch meinen Mut, Daß wir im ew'gen Irieden Uns werden wieder⸗ Isehn Und bleiben ungeschieden Dort in Jerusalem. . Muß ich auch hinterlassen 3% Betrübte Waisen klein, Gott wird sie treu umfassen Und ihr Versorger sein. Drum mill ich gerne sterben Und trauen meinem Gott: Er läßt sie nicht verderben, Er hilft aus aller Not. 8. Was wolltet ihr verzagen, Ihr armen Waisen mein? Sollt' Gott euch Hülf' versagen, Der speist die Raben klein? Die Wittwen und die Kleinen chützt er mit Vatertreu. Vor all'n, die bös' es meinen, Das gläubet ohne Scheu. 381 9. Gesegn' euch Gott der Tram Ihr Vielgeliebten mein, rauert nicht allzusehre Um mein Geschiedensein; Seid fest in dem Vertrauen, Wir soll'n in kurzer Dan Einander wieder⸗ chauen Dort in der Ewigkeit. 10. Nun will ich ganz mich wenden Zu dir, Herr Christ, allein; Gieb mir ein selig Ende, Send' mir dein Enge⸗ lein, Führ' mich ins ew'ge Leben, Das du erworben hast Durch dein Leiden und Ster⸗ ben Und deines Kreuzes Last. 11. Hilf, daß ich nimmer weiche Von dir, Herr Jesu Christ, Dem schwachen Glauben reiche Geduld zu aller Frist. Hilf ritterlich mir ringen Und halte mich mit Macht, Daß ich kann fröhlich singen: Gott Lob, es ist vollbracht! Christoph Knoll, geb. 1563 4 1621 Mel. O Jesu Christ, mein's Lebens Licht. 527 Ich armer Mensch + 8 doch gar nichts bin, Nur Gottes Sohn ist mein Gewinn: Daß Mensch er ward, das macht mir Mut, Ich bin erlöset durch sein Blut. 2. Gott Vater, o regiere mich mit deinem Geiste stetig⸗ lich, Laß deines Sohnes Gna⸗ denglanz Mein armes Herz erfüllen ganz. 3. Und wenn mein Stünd⸗ lein kommen ist, Nimm mich u dir, Herr Jesu Christ; enn ich bin dein und du bist 382 Sterbe⸗ und Begräbnis⸗Lieder. mein. Wie gern wollt' ich bald bei dir sein! 4. Herr Jesu Christe, hilf du mir, Daß ich ein Zweiglein bleib'' an dir Und nachmals mit dir aufersteh', Zu deiner Herrlichkeit eingeh'. Nach dem Lateinischen des Phil. Me⸗ lanchthon(1497— 1560) von Johann Heune 4 1581. Mel. Valet will ich dir geben. 528. Ich bin ein Gast 2 X auf Erden Und hab' hier keinen Stand; Der Himmel soll mir werden, Da ist mein Vaterland. Hier reis' ich bis zum Grabe, Dort in der ew'gen Ruh' Ist Gottes Gnadengabe, Die schleußt all' Arbeit zu. 2. Was ist mein ganzes Wesen Von meiner Jugend an Als Müh' und Not gewesen? So lang ich denken kann, Hab' ich so manchen Morgen, So manche liebe Nacht Mit Kummer und mit Sorgen Des Herzens zugebracht. 3. Mich hat auf meinen Wegen Manch harter Sturm erschreckt; Blitz, Donner, Wind und Regen Hat mir oft Angst erweckt; Verfolgung, Haß und Neiden, Ob ich's gleich nicht verschuld't, Hab ich doch müssen leiden Und tragen mit Geduld. 4. So ging's den lieben Alten, An deren Fuß und Pfad Wir uns alltäglich halten, R Wenn's fehlt an gutem Rat. Wie mußte sich doch schmie Der Vater Abraham 95—— ihm sein Vergnügen Und Nhh 1 Wohnstatt kam! 11 5. Wie manche schug 1. Dl Bürde 351 Isaak, sein Sohn In en Und Jakob, dessen Vih u. N. Stieg bis zum Himmelsthun 0 wen Wie mußte der sich plagn m8 In was für Weh und Schmeg Linn i In was für Furcht und Ju l. gen Sank oft sein armes den Der T 6. Die frommen, heilgz Seelen, Die gingen fort un fort Und änderten mit Quilg Den erst bewohnten Ort; Iu meit zogen hin und wieder, I uns m Kreuz war immer groß, Y Zucch daß der Tod sie nieder 19.9 in des Grabes Schoß. N ni 7. Ich habe mich erzebg Fenn In gleiches Glück und Lah tret Was will ich besser leben, ah ih hier solche große Leut'? Es mß ih all ja durchgedrungen, Es mi er nicht uu nich ir — vumm, Mein H somm, gelitten sein; wohl gerungen, Geht nicht iu 13. Freude ein. Du 2 8. So will ich zwar um ucst Welt;, Doch dont 225 Velt; Doch denk' ich nicht z bleiben In diesem Renn—4 Zelt. Ich wandre meit gls die Straße, Die zu der Heing dern l führt, Da mich ohn agll14. Maße Mein Vater tlbsin nen, wird. Haft 9. Mein' Heimat ist dah nen 2 droben, Da aller Engel Schn Daen Den großen Herrscher loben Fon Der alles ganz und gar I und seinen Händen träget Und i In m und für erhält, Auch als paut E — schmiegz m, Bah Und rh e schyan sein Sahh n Wilh melsthwn 1 Ort,& ieder, Y groß, I nieder L hoß. leben, al Es miz „Es miz nicht hil ht nicht zu zwar nm durch di ich nicht y n fremden hre mein er Heimn ohn' alt er trösten it ist don ngel Schn cher loben id gar I et Und fit luch alle Wund leget, Nachdem's im wohlgefüllt. 10. Zu dem steht mein gelangen, Da wollt' ich gerne in, Die Welt bin ich durch⸗ angen, Daß ich's fast müde 6 Je länger ich hier walle, ze wen'ger find' ich Freud', die meinem Geist gefalle, Das meit' ist Herzeleid. II. Die Herberg' ist zu böse, der Trübsal ist zu viel. Ach, Umm, mein Gott, und löse Mein Herz, wenn dein Herzwill. somm, mach' ein selig's Ende In meiner Wanderschaft: Und uns mich kränkt, das wende Zurh deines Armes Kraft. 12. Wo ich bisher gesessen, Mnicht mein rechtes Haus; Henn mein Ziel ausgemessen, ½/. Eeo trete ich hinaus, Und was ih hier gebrauchet, Das leg' ih alles ab, Und wenn ich güsgehauchet, So legt man nich ins Grab. 13. Du aber, meine Freude, du meines Lebens Licht, Du zuchst mich, wenn ich scheide, hin vor dein Angesicht, Ins haus der ew'gen Wonne, Da ih stets freudenvoll, Gleich als die helle Sonne, Mit an⸗ dern leuchten soll. 14. Da will ich ewig woh⸗ nen, Und nicht nur als ein Hast Bei denen, die mit Kro⸗ nen Du ausgeschmücket hast. will ich herrlich singen Jon deinem großen Thun Und frei von schnöden Dingen In meinem Erbteil ruhn. Paul Gerhardt, geb. 1607 + 1676. Sterbe⸗ und Begräbnis⸗Lieder. Eigne Melodie. 0 ch ich bin ja, 529. X Herr, in dei⸗ ner Macht! Du hast mich an das Licht gebracht, Du unter⸗ hält'st mir auch das Leben; Du kennest meiner Monden Zahl, Weißt, wann ich diesem Jammerthal Auch wieder gute Nacht muß geben: Wo, wie und wann ich sterben soll, Das weißt du, Herr des Le⸗ bens, wohl. 2. Wen hab' ich nun, als dich allein, Der mir in meiner letzten Pein Mit Trost und Rat weiß beizuspringen? Wer nimmt sich meiner Seele an, Wenn nun mein Leben nichts mehr kann Und ich muß mit dem Tode ringen; Wenn allen Sinnen Kraft gebricht: Thust du es, Gott, mein Heiland nichtꝰ 3. Mich dünkt, da lieg' ich schon vor dir In großer Not ohn' Kraft und 95 Mit höchster Herzensangst befallen. Gehör und Rede nehmen ab, Die Augen werden wie ein Grab; Doch kränkt die Sünde mich vor allen: Des Satans Anklag' hat nicht Ruh', Setzt mir auch mit Versuchung zu. 4. Ich höre der Posaunen Ton Und sehe den Gerichts⸗ tag schon, Der mir auch wird ein Urteil fällen. Hier weiset mein 3 Genßed Fin Dort aber des Gesetzes Fluch Mich Sündenkind hinab zur Höllen, Da, wo man ewig, ewig: Leid, 98⁴ Sterbe⸗ und Begräbnis⸗Liebet. Qual, Jammer, Angst und Wehe! schreit. 5. Kein Gold und Gut er⸗ rettet mich; Umsonst erbeut ein Bruder sich, Den andern hier erst loszumachen: Er muß es ewig lassen stehen. Wir werden ewig nicht ent⸗ gehen, Wenn uns erfaßt der Höllen Rachen. Wer hilft mir sonst in dieser Not, Wo du nicht, Gott, du Todes Tod? 6. Der Teufel hat nicht Macht an mir: Ich habe bloß gesündigt dir, Dir, der du Missethat vergiebest. Was maßt sich Satan dessen an, Der kein Gesetz mir geben kann, Nichts hat an dem, was du, Herr, liebest? Er nehme das, was sein ist, hin; Ich weiß, daß ich des Herren bin. 7. Herr Jesu, ich, dein teu⸗ res Gut, Bezeug's mit deinem eignen Blut, Daß ich der Sündenicht gehöre. Was schont denn Satan meiner nicht Und schreckt mich durch das Zorn⸗ gericht? Komm, rette deine deidensehre! Was giebest du mich fremder Hand Und hast so viel an mich gewandt? 8. Nein, nein! ich weiß ge⸗ wiß, mein Heil, Du lässest mich, dein wahres Teil, Zu tief in deinen Wunden sitzen. Hier lach' ich aller Angst und Not, Es mag Gesetz, Höll' oder Tod Bedrohen mich mit Zornesblitzen. Dieweil ich lebte, war ich dein: Jetzt kann ich keines andern sein. Simon Dach, gel 1605 f 1659. Mel. Herzlich thut mich verlangen 530. I hab mü 5 Gott ergebg Dem liebsten Vater mein; Hi ist kein Immerleben, Es mz geschieden sein. Der Tod hm mir nicht schaden, Er ist un mein Gewinn; In Gottig Fried und Gnaden Fahr i Ei 92 3— eg Mein eg geht ich vorüber, O Wel, 905 u0 ich dein? Der Himmel ist ui lieber, Da muß ich trachin ein, Mich nicht zu sch beladen, Weil ich wegfert bin. In Gottes Fried' 1 Gnaden Fahr' ich mit Fruh dahin. 3. Ach sel'ge Freud' in Wonne Hat mir der Herr he reit't, Da Christus ist A Sonne, Leben und Seligtt Was kann mir doch nun sh⸗ den, Weil ich bei Chust bin? In Gottes Fried um Gnaden Fahr' ich mit Freh dahin. 4. Gesegn' euch Gott, i. Meinen, Ihr Liebsten alhe mal! Um mich sollt ihr uih weinen, Ich weiß von king Qual; Den rechten Weg nut heute Nehmt fleißig ja in acl In Gottes Fried' und Freh Fahrt bald mir alle nach. Johann Siegfried, geb. 1504 f U. Wer nur den lieben Gott lßt waln O 36 531. Imdnengig was aht 5 110 kinen ein T denker 5. ders More einen Den bahr' nur! mer 6 Iles beisa nur Sterbe⸗ und Begräbnis⸗Lieder. (lt immerfort zum Grabe Wer kann mir einen Hürgen geben, Ob ich noch norgen lebend bin? Die Zeit h zeht hin, der Tod kommt her: 10 wer nur immer fertig wär'! 2. Ein Mensch, der sich mit Sünden träget, Ist immer uif zu Sarg und Grab; Der sel, der den Wurm schon heget, Fällt endlich unversehens lab. Der alte Bund schließt kinen aus, Mein Leib ist auch ein Todtenhaus. 3. Es schickt der Tod nicht inmer Boten, Er kommt gar aft unangemeld't Und fordert uns ins Land der Todten. Vohl dem, der Haus und bestellt! Denn ew'ges und ew'ges Glück Hängt 100 ö 0 nur an einem Augenblick. % 4. Herr aller Herren, Tod Uunnd Leben Hast du allein in deiner Hand; Wie lange du Unir Frist gegeben, Das ist und bleibt mir unbekannt. daß ich jeden Glocken⸗ he slag An meinen Abschied enken mag. 5. Es kann vor Abend an⸗ ders werden, Als es am Norgen mit mir war; Den einen Fuß hab' ich auf Erden, den andern auf der Toten⸗ bahr'. Ein kleiner Schritt ist nur dahin, Wo ich der Wür⸗ mer Speise bin. 6. Ein einz'ger Schlag kann alles enden Und Fall und Tod beisammen sein; Doch schlage mit Vaterhänden Und 385 schließ in Christi Tod mich ein, Daß, wenn der Leib zu Boden fällt, Die Seel' an Jesu Kreuz sich hält. 7. Vielleicht kann ich kein Wort mehr sagen, Wenn Auge, Mund und Ohr sich schleußt; Drum bet' ich bei gesunden Tagen: Herr, ich befehl' dir meinen Geist. Verschließen meine Lippen sich, So schreie Jesu Blut für mich. 8. Kann ich die Meinen nicht mehr s ch So segne du sie mehr als ich; Wenn lauter Thränen um mich regnen, O Tröster, so erbarme dich Und lasse der Verlassnen Schrei'n Durch deinen Trost erhörlich sein. 9. Dringt mir der letzte Stoß zum Herzen, So schließe mir den Himmel auf; Verkürze mir des Todes Schmerzen Und hole mich zu dir hinauf: So wird mein Abschied keine Pein, Vielmehr durch Christum selig sein. Benjamin Schmolck, geb. 1672 f 1737. Mel. Jesu, meine Freude. — Fesu, Ruh' der 532. 90 Seelen, Laß mich nicht so quälen Hier in dieser Welt! Ich bin matt und müde, Suche Ruh' und Friede In dem Himmelszelt. Komm, ach komm, o Jesu, komm! Führe mich aus diesen Leiden Hin zu Himmelsfreuden! 2. Dein Knecht hat ge⸗ stritten, Kreuz und Not er⸗ 386 Sterbe⸗ und Begräbnis⸗Lieder. litten, Jesu, Seelenfreund! Laß mich nun ausrasten Von der Arbeit Lasten, Morgen oder heut'. Jesu, komm, ach Jesu, komm! Bringe mich zu Ruh' und Friede, Ich bin matt und müde. 3. Was ich denk' und thue, Ist nach Himmelsruhe Nur allein gericht't: Alles ist nur Mühe, Was mir spät und frühe Von der Welt geschicht: Gottes Schein, der giebt al⸗ lein Friedꝰ und Ruhe mei⸗ nem Herzen, Lindert Seelen⸗ schmerzen. 4. Weichet nun, ihr Sünder, Weichet, ihr Weltkinder, Alle fern von mir! Die ihr streitet, krieget, Die ihr öfters sieget In dem Bösen hier: Himmels⸗ freud' ist mir bereit't, Sanfte Ruh' und süßes Leben Wird mir Jesus geben. Ahasv. Fritzsch, geb. 1629 1701. Tod von Kindern. Mel. O Gott, du frommer Gott. 533 Ir. Eltern, gute aNacht! Nun eht es an ein Scheiden: Ich fahr zu Jesu hin In seine Himmelsfreuden, Zu Jesu, welcher mich In Ewigkeit an⸗ lacht. Ach weinet, weinet nicht, Ihr Eltern, gute Nacht! 2. Ihr Eltern, gute Nacht! da auf, um mich zu klagen, a jetzt mein zarter Leib Wird in das Grab getragen: Wißt, daß die Seele ist Zur Himmelruh' gebracht. I weinet, weinet nicht, Ihr ⸗ tern, gute Nacht! 3. Ihr Eltern, gute Nach. Sehr herrlich ist's zu wohnn Im schönen Himmelsschlaß Da man erblicket Kronen, N Gott den Frommen hat Nu Gnaden zugedacht. Ach wih net, weinet nicht, Ihr Eltem gute Nacht! 4. Ihr Eltern, gute Nahl Muß ich euch schon verlasse So werdet ihr mich doch M Herzenslust umfassen, Ven Gott mit euch und mit B. Welt ein Ende macht. I weinet, weinet nicht, Ihr El tern, gute Nacht! 5. Ihr Eltern, gute Nach Die Angst⸗ und Marterstu. den, Die sind in dieser Mol Nun völlig überwunden; Mah Leib schläft sanft, bis daß E wiederum erwacht. Ach weine weinet nicht, Ihr Eltern, guh Nacht! Gotthard Schuster, geb. In — Mel. Vater unser im Himmelresß, 534 In ChristBn, * 90 den schlaf i6 ein, Die machen mich uun Sünden rein; Christi Vhh und Gerechtigkeit, Dad f. mein Schmuck und Ehrenlleh Damit will ich vor Gott stehn, Wenn ich zum Hinmi werd' eingehn. 4 2. Mit Fried' und Frei fahr' ich dahin, Ein Gollek kind ich allzeit bin. Dank hah, Dei verlassez doch Mi n, Wem mit Vn cht. Y Ihr El üte Nachh arterstu ieser M den; Men i8 daß lch weint. stern, gut r, geb. Id himmelreiz, hristi Bm⸗ schlaf il mich wun risti Bun Das fs Chrenlled Gott b⸗ ö n Himmi I u Goste Dank hab, Sterbe⸗ und Begräbnis⸗Lieder. 0 Tod, du förderst mich, Ins eu'ge Leben wandre ich, Mit Christi Blut gereinigt fein. Herr Jesu, stärk' den Glauben mein! Leipzig 1638. Nel. Die Tugend wird durchs Kreuz geübet. 53⁵ Qai mir, wenn 9* meine Augen brechen, Herr, deinen Frieden sühlbar sein, Komm, deinen Trost mir zuzusprechen, Und senne du mein matt Gebein! Gieb Ruhe mir in deinen Armen, Darin ich Gnad' und Frieden fand, Und trag mich bollends mit Erbarmen Sanft zu dir heim ins Vaterland. Chr. R. v. Zinzendorf, geb. 1727, gest. 1752. Für Sterbende und Kranke. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. ö 536, Oahra Daß ich heut' an diesem Tage Letztmals mit Gebet erschein“' Und dir meine Not vortrage; Ach, sorichtemeine SinnenNach den hohen Himmelszinnen. 2. Tausend⸗ und viel tau⸗ sendmal Sei, o Vater, hoch n Daß in deiner Kin⸗ er Zahl Du mir eine Stell' gewiesen, Daß ich dich hab' lernen kennen Und in Christo Vater nennen. 3. Heilig, heilig, 18. sei Deines hohen Namens Ehre, 38⁷7 Deine Güte mancherlei, Deine Kraft und wahre Lehre; Ich will dort dich ewig loben, Wenn ich bin zu dir erhoben. 4. Dein Reich hast du auch 10 mir Hier in Gnade lassen ommen, Mich berufen und zu dir Aus des Satans Macht genommen; Jesus hat mir Heil und Frieden Durch sein Blut und Tod beschieden. 5. Darum wart' ich mit Begier Ganz ihns aufs Reich der Ehren; Nichts durchaus ist mehr allhier, So mich soll davon abkehren; Komm, o König, laß erscheinen, Was ich hoff' mit all' den Deinen. 6. Deinem Willen thu' ich mich Ganz zu einem Opfer geben; Hab' ich hier nicht völliglich Nach demselben kön⸗ nen leben, So werd' ich dort doch erfüllen Mit den Engeln deinen Willen. 7. Täglich Brot und man⸗ cherlei, Was zu meinem Stand gehöret, Hast du, Vater, mild und treu, Mir zeitlebens auch bescheret; Nun du Himmels⸗ brot willst geben, Laß ich gern das arme Leben. 8. Bleiben gleich die Meinen hier, Die mich länger möchten sehen, So weiß ich, daß nur bei dir Steht ihr Weh und Wohlergehen. Ich befehle dei⸗ ner Güte, Was mir lieget im Gemüte. 9. Nun, o Vater, laß du mir Alle Schulden sein ver⸗ geben, Daß ich rein und frei zu dir Fahr' aus diesem Sün⸗ 25³ 388 denleben: Jesus hat mir Gnad' erworben, Mit ihm ist die Schuld gestorben. 10. So vergeb' ich auch gar leicht, Wie du, Vater, hast ge⸗ heißen. Aller Zorn und Rache weicht, Ich will lauter Lieb' erweisen; Weil du, Gott, selbst viel erlassen, Will ich Mensch auch niemand hassen. 11. Rückt der letzte Kampf herzu, Tobet heftig Sünd' und Hölle, Daß sie mir die Him⸗ melsruh' Raub' und meinen Glauben fälle, So laß mich nach allen Seiten Die Ver⸗ suchung wohl bestreiten. 12. Mach' mich alles Uebels los, Mach' der Sündennot ein Ende; Ich ergebe ganz und bloß Mich in deine Vater⸗ hände; Wollest mich von allem Bösen, Wie du weißt und kannst, erlösen. 13. An dem allen zweifl' ich nicht, Denn du bist der Himmelskönig; Zu dir ist die Zuversicht; Welt und Höll' ist dir zu wenig; Deine Kraft wird nicht vergehen, Deine Herrschaft ewig stehen. Veit Ludw. v. Seckendorf, geb. 1626, gest. 1692. Eigne Melodie. 537 Machsmitmie 34 Gott, nach deiner Güt', Hilf mir in mei⸗ nem Leiden; Ruf' ich dich an, versag' mir's nicht: Wenn sich mein' Seel' soll scheiden, So nimm sie, Herr, in deine ö Sterbe⸗ und Begräbnis⸗Lieder. Händ'; Ist alles gut, u gut das End'. Lüe 2. Gern will ich solhg lieber Herr, Du wirst mt nicht verderben; Ach,‚ du hil z doch von mir nicht fern, I ich gleich hier muß sterben, Hn⸗ lassen meine liebsten Freunh Die's mit mir herzlich gi gemeint. 3. Ruht doch der Leih sum in der Erd', Die Seel' zu g sich schwinget; In deiner Hunf 9 sie unversehrt Durch I ins Leben dringet. Hin ist doch nur ein Thränenthi Angst, Not und Trübsal übernl 4. Cod, Teufel, Höll', A Welt und Sünd' Mir könng nichts mehr schaden; An d o Herr, ich Rettung find', A tröst' mich deiner Gnadah Dein ein'ger Sohn aus La und Huld Für mich bezhl hat alle Schuld. 5. Warum sollt' ich deu traurig sein, Weil ich so wuh bestehe? Bekleid't mit Chuh Unschuld rein, Wie eine Bun hergehe? Gehab dich wohh A schnöde Welt, Bei Gott leben mir gefällt. Jvy. Herm. Schein, geb. 1580 f Mel. Jesus, meine Zuversiht. streicht, Stündlich eil' ich dem Grabe; Und wie wag ist's vielleicht, Das ich zu leben habel Denk, o Meish Leib san eel' zu A urch I et. find', Ghnadeh aus Lib ich beziht ich dan ich so wol mit Chnit eine Bah h wohh,L Eervirbst, Nenschen gaben, Nichts wird einer Huns g i Gott z 1580 f l Zuversicht Sterbe⸗ und Begräbnis⸗Lieder. iu deinen Tod, Säume nicht; denn eins ist not. 2. Lebe, wie du, wenn du ästtbst Wünschen wirst gelebt uhaben. Güter, die du hier Würden, die dir lih im Tod erfreu'n; Diese Güter sind nicht dein. 3. Nur ein Herz, das Jesum liebt, Nur ein ruhiges Gewissen, Das vor Gott dir Zeugnis sebt, Wird dir deinen Tod bersüßen, Dieses Herz von Gott emeut, Giebt zum Tode Freu⸗ digkeit. 4. Wenn in deiner letzten Pot Freunde hilflos um dich beben: Dann wird über Welt und Tod Dich dies reine Her etheben; Dann erschreckt dich kin Gericht: Gott ist deine guversicht. 5. Daß du dieses Herz er⸗ wirbst, Fürchte Gott und bet' und wache. Sorge nicht, wie süh du stirbst; Deine Zeit st Gottes Sache. Lern' nicht nur den Tod nicht scheun, Lern' auch, seiner dich erfreun. 6. Ueberwind' ihn durch Vertraun, Sprich: Ich weiß, an wen ich gläube, Und ich weiß, ich werd' ihn schaun, Einst in diesem meinem Leibe. Er, der rief: Es ist voll⸗ bracht! Nahm dem Tode seine Macht. 7. Tritt im Geist zum Grab' ost hin, Siehe dein Gebein Herr, daß hersenken; Sprich: ich Erde bin, Lehre du mich sbst bedenken; Lehre du mich 389 jeden Tag, Daß ich weiser werden mag. Chr. F. Gellert, geb. 1715 1 1769. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 539 Men Gott, ich . weiß wohl, daß ich sterbe; Ich bin ein Mensch, der bald vergeht Und finde hier kein solches Erbe, Das ewig in der Welt besteht: Drum zeige mir in Gnaden an, Wie ich recht selig sterben kann. 2. Mein Gott, ich weiß nicht, wann ich sterbe; Kein Augenblick geht sicher hin. Wie bald zerbricht doch eine Scherbe? Die Blume kann gar leicht verblüh'n; Drum mache mich nur stets bereit Hier in der Zeit zur Ewigkeit. 3. Mein Gott, ich weiß nicht, wie ich sterbe, Dieweil der Tod viel Wege hält; Dem einen wird das Scheiden herbe, Sanft geht ein andrer aus der Welt. Doch wie du willst, nur gieb dabei, Daß einst mein Ende selig sei. 4. Mein Gott, ich weiß nicht, wo ich sterbe, Und wel⸗ cher Sand mein Grab bedeckt; Doch wenn ich dieses nur er⸗ werbe, Daß deine Hand mich auferweckt, So nehm' ich leicht ein Räumlein ein: Die Erd' ist allenthalben dein. 5. Nun, liebster Gott, wenn ich ja sterbe, So nimm du meinen Geist u dir; Schenk' mir durch Christi Blut das 390 Sterbe⸗ und Begräbnis⸗Lieder. Erbe! Und hab' ich das im Grabe hier, So gilt mir's gleich und geht mir wohl, Wann, wo und wie ich sterben soll. Benjamin Schmolck, geb. 1672 17³⁷. Beim Tode eines Kindes. Mel. An Wasserflüssen Babylon. 540 Men Herzens⸗ vater, weinst du noch, Und du, die mich 97 boren? Was grämt ihr euch? Was macht ihr doch? Ich bin ja unverloren. Ach sollt't ihr scheh, wie mir's geht Und wie mich der so hoch erhöht, Der selbst so hoch erhoben: Ich weiß, ihr würdet anders thun Und meiner Seele süßes Ruh'n Mit eurem Munde loben. 2. Der saure Kampf, den ich dort hab' In eurer Welt empfunden, Der ist durch Gottes Gnad' und Gab' Ganz glücklich überwunden. Es ging mir, wie es pflegt zu gehn All' denen, die bei Christo stehn Und von der Welt sich scheiden: Wer Christo folgt, der muß mit ihm Das Kreuz und alles Ungestüm Auf seinen Wegen leiden. 3. Nun bin ich durch, Gott Lob und Dank! Hier kommt ein ander Leben; Hier wird mir, was mein Lebenlang Ich nicht gesehn, gegeben. Ein ganzer Himmel voller Licht, Ein Licht, davon mein die Sonne. Hier ist ch ew'ges Freudenmeer: Woß ich nur die Augen kehr alles voller Wonne. 4. Nun lobt, ihr Mensch wie ihr wollt, Des Ere lebens Güte: Was ist rinnen, was mir sollt' neigen mein Gemüte? I e ist das Beste, das ihr lih Was giebt die Erde, pnn sie giebt, Als Angst n bittre Schmerzen? Was hier alles Gut und Gah Was bringt der Schein 4 Pracht der Welt, Als Kumm euren Herzen? 5. Was ist der großen dh Gunst Als Zunder guf Neides? Was ist das Mit vieler Kunst Als Urspmh vielen Leides? Denn wern weiß, der grämt sich i Und welcher andre lehren u Muß leiden und viel tuagg Seht alles an: Ruhm, I und Ehr'; Habt Freud' Lust; was habt ihr mehr, AN endlich Weh und Klagen! 6. Nichts ist so schön u wohlbestellt, Darin man ui hier stehe: Drum nimmt bih was ihm wohlgefällt, V Zeiten in die Höhe Und sih es in seinen Schoß: Ai es allen Kummers los, I nicht wie ihr sich künh Die ihr oft denket, wie En wohl Dies oder jenes e den soll, Und könnte d nicht erdenken! 7. Wer selig stirbt, dersh Angesicht So schön wird als ßet zu Die schwarzen Jammit er ist ch er: Mh enn wer t. 0 lehren u viel trag Ruhm, I Freude u Ir mehr, N Klagen? o schön u n man wa nimmt d hefällt,& je Und sih oß: Ai 8 los, I sich künt et, wie M jenes ne⸗ önnts d bt, dershit zen Jammt; Ins Fleisch und s el In reiner weißer Seiden. Sterbe⸗ und Begräbnis⸗Lieder. ingegen schwingt er 0—1 Ras Im güldnen I hind 151 ni weg jegt Freudenöl, Zeucht au 5. Imült die Er lißt die Erd' und tauschet en Die Lust, da Christi Schäfe⸗ sch kin In lauter Rosen weiden. 8. So gebt, ihr Liebsten, euch doch“ schlicht Dahin in Hottes Willen. Ist gut, sein Thun ist recht Und' wird wohl wieder stillen Sein Rat Die Schmerzen, die er euch gemacht, Und hiermit sei euch Iute Nacht Von eurem Kind 0 Wi Es kommt die Zeit, amich und euch Verein' gen hird in seinem Reich, Der uuch und mich getrennet. 9. Da will ich eure Treu' und Müh' Und was ihr eurem suanken Erwiesen habt, im himmel hie, So bald ihr bmmt, verdanken. Ich will ezühlen, wie ihr habt Euch 110 betrübt und mich gelabt Vor Christo und vor allen. Und für den heißen Thränen⸗ luß Will ich mit mehr als einem Kuß Um euren Hals euch fallen. Paul Gerhardt, geb. 1607 + 1676. Die sieben Worte des Herrn am Kreuze. Nel. Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen. 541 Men Jesus kommtmein 391 Sterben ist vorhanden; Ich werde frei von dieses Lebens Banden. Wie soll ich aber wohl und selig sterben, Dein Reich Keben 2. Wie du, mein Jesus, bist am Kreuz gestorben Und hast dadurch das Leben uns er⸗ worben: So laß auf deinen Tod mich auch abscheiden Zu deinen Freuden. 3. Und was du noch zuletzt hast ausgesprochen, Eh' dir dein liebevolles Herz gebrochen; Das will ich dir, indem die Augen brechen, Getrost nach⸗ sprechen. 4. Vergieb, o Vater, denen die mich hassen, Die wider mich Neid, Eifer ausgelassen, Vergieb doch, weil die Feinde nicht verstehen, Was sie begehen. Vergieb auch mir, o Vater, alle Sünde Und was ich jetzt noch Böses in mir finde: Ich hab' mich oft, durch Fleisch und Blut verblendet, Von dir gewendet. 6. Ich habe, Jesu, Seele, Leib und Leben In meinem Testament dir übergeben; Du wirst die Meinen auch heut' oder morgen Hier wohl ver⸗ fue „Ich übergebe sie zu dei⸗ nen Händen: Du wirst von ihnen Sünd' und Schande wenden; Du wirst, o Vater, diesen letzten Willen An mir erfüllen. 8. Nun wendet sich mein Herz von dieser Erden. Dein 392 Paradies, das soll mir eigen werden: Dein Paradies, das schöne, das wird heute Mein nach dem Streite. 9. Ach, Jesu, zeige mir jetzt deine Güte Und laß zum Himmel dringen mein Ge⸗ müte, Daß ich ergreife dort zum Gnadenlohne Die schöne Krone. 10. Zwar Höll' und Teufel fangen an zu quälen Und stre⸗ ben mir nach meiner armen Seelen, Weil ich dein Wort in dieser Sündenhütten Hab' überschritten. 11. Ich aber will die Seuf⸗ zer tiefer fassen: Mein Gott, mein Gott! du wirst mich nicht verlassen, Dieweil du selbst von Gott hingest Und mich umfingest. 12. Mein Herze dirstet nach dir und ich ächze, Ich seufze nach dem Himmel, ach! ich lechze Nach dir, nach dir, mit großem Durst, ich Armer, O mein Erbarmer! verlassen 13. Ach laß mich nicht in meiner Not versinken, Laß mich die Kraft aus deinen Wunden trinken: Ich dürste wie ein Hirsch; laß dich er⸗ blicken, Mich zu erquicken. 14. Jetzt kommt der Trost, mein Herz hat sich gelabet, Jesu, mit deinem Blut bin ich begabet. Es ist vollbracht, was übrig ist gewesen; Ich bin genesen. 15. Nun ist vollbracht mein Leiden, Kreuz und Jammer; Mein schwacher Leib schläft Sterbe⸗ und Begräbnis⸗Lieder. sanft in seiner Kammer I wartet nur, bis Jesus I Glieder Mir schenket wiehg 16. Ich gebe dir den Oh in deine Hände: O Jesuf bei mir an meinem Ehh Ich bleibe dir, ich sterbe de nem Namen: Jesu sih Amen! Michael Hunold, geb. 1621 1 1 Eigne Melodie. 24 7 1 542. Men stand; Ich reise nach du Vaterland, Nach dem Jenis lem, das droben Gott seh als eine feste Stadt I Bundesblut 3 uueinen h Da werd' ich meinen 0 stets loben. Mein Leben ein Pilgrimstand, Ich u nach dem Vaterland. 2. So schnell ich Land un Leut' verlaß, Läuft schnell d Lebens Stundenglas, Undt vorbei ist, kommt nicht wichg Ich eile zu der Ewigkeit. H Jesu, mach' mich nur beuth Eröffne ewig, tracht'. 3. Kein Reisen ist ohm l gemach; Der Lebensweg i6 auch sein Ach. Man wand nicht auf weichen Rosen, I Weg ist eng, der Feinde di Die mich ableiten von e Ziel. Ich muß mich osf u Dornen stoßen, Ich mußh meine Augenliht. Daß ich, was zeitlich ist, E acht' Und nur nach dem, u Mein lirger ist s mmer Iu Jesus Y. iket wiehn r den Gch O Jesu i nem Enel sterbe de zesu syutl 162 f W 23 9 goldne Himmelsthor Mir * Sterbe⸗ und Begräbnis⸗Lieder. hürre Wüsten gehn Und kann fubst keinen Ausweg sehn. 4. Der Sonne Glanz mir ast gebricht, Der Sonne, die nit Gnadenlicht In unver⸗ fülschte Herzen strahlet; Wind, Regen Hürwen auf mich zu, Rein matter Geist find't augend Ruh'. Doch alle Müh' st schon bezahlet, Wenn ich seilb in Glaub' und Hoffnung die. n Leben i ö in Pilhre nach dal dem Jeuuß bor. geg' mir im Worte ür; 5. Jsraels Hüter, Jesu Christ, Der du ein Pilgrim worden bist, Da du mein leich hast angenommen; deine Laß mich bei einem üeden Schritt Zu deinem Heil Is näher kommen. Mein eben flieht; ach eile du, Und Igsc mir Trost und Seelenruh'. 6. Durch deinen Geist mich heilig leit'? Gieb in Geduld Heständigkeit; Vor Straucheln meinen Fuß beschütze. Ich salle stündlich: hilf mir auf; geuch mich, damit ich dir nach⸗ huf; Sei mir ein Schirm in Trübsalshitz; Laß deinen hellen lich it—4 Gnadenschein In Finsternis ch dem, AI ist ohn y ensweg U. nie ferne sein! 7. Wenn mir mein Herz, 0Gnadenfüll', Vor Durst nach dir verschmachten will, So laß nich dich zum Labsal finden; Und wenn ich schließ' die Augen zu, So bring' mich zu der stolzen Ruh', Da Streit und lle Müh' verschwinden: Laß ich da sein in Abrams Schoß 393 Dein Liebling und dein Haus⸗ genoß! 8. Bin ich denn hier im fremden Land Der blinden Welt gleich unbekannt: Dort sind die Freunde, die mich kennen; Dort werd' ich mit der Himmelsschar Dir jauch⸗ end dienen immerdar Und in er reinsten Liebe brennen. Mein Heiland, komm, ach bleib nicht lang': Hier in der Fremde wird mir bang. Fr. Ad. Lampe, geb. 1683 1729. Media vita in morte. Eigne Melodie. 543. Miien wir 8 im Leben sind Mit dem Tod umfangen: Wen such'n wir, der Hülfe thu', Daß wir Gnad' erlan⸗ gen? Das bist du, Herr, alleine! Uns reuet unsre Mis⸗ sethat, Die dich, Herr, erzürnet hat. Heiliger Herre Gott! Heiliger starker Gott! Heiliger barmherziger Heiland! Du ewiger Gott! Laß uns nicht versinken In des bittern To⸗ des Not! Kyrie eleison! 2. Mitten in dem Tod an⸗ ficht Uns der Hölle Rachen. Wer will uns aus solcher Not Frei und ledig machen? Das thust du, Herr, alleine! Es jammert dein' Barmherzigkeit Unsre Sünd' und großes Leid. Heiliger Herre Gott! Heiliger starker Gott! Heiliger barm herziger Heiland! Du ewiger 39⁴4 Sterbe⸗ und Begräbnis⸗Lieder. Gott! Laß uns nicht verzagen Vor der tiefen Hölle Glut! Kyrie eleison! 3. Mitten in der Höllen Angst Unsre Sünd' uns trei⸗ ben; Wo soll'n wir denn fliehen hin, Da wir mögen bleiben? Zu dir, Herr Christ, alleine! Vergossen ist dein teures Blut, Das g'nug für die Sünde thut. Heiliger Hende Gott! Heiliger starker Gott! Heiliger barmherziger Heiland! Du ewiger Gott! Laß uns nicht entfallen Von des rechten Glaubens Trost! Kyrie eleison! Mart. Luther, geb. 1483 4 1546. Bei Kindern. Mel. Nun laßt uns den Leib begraben 544. Ni melein Und ruh' in meinem Kämmerlein; Ich bin durch einen sanften Tod Entgangen aller Angst und Not. 2. Was schadet mir's, daß mein Gebein Muß in das Grab verscharret sein? Mein Seelchen schwebet ohne Leid In Himmelsglanz und Herr⸗ lichkeit. 3. In solchem Schmuck, in solcher Zier Prang' ich vor Gottes Thron allhier; Mein Jesus ist all' meine Lust, Mein Labsal, meine beste Kost. 4. Mit Weinen war ich erst gebor'n, Zum J0 süge din ich nun erkor'n. Ich singe mit der Engel Schar ewig neue Jabehjchn 2 5. Nichts Liebers man Zunge singt, Nichts Reingg meinen Ohren klingt, Mih Süßers meinem Herzen i Als mein herzliebster J Christ. 6. Drum, liebe Ellen höret auf Zu klagen mai kurzen Lauf! Ich bin kommen worden bald; Y selig stirb't, ist g'nugsam 7. Bedenket meinen Iu denstand Und wie es in h Welt bewandt. Bei euch eh h brennet Krieg und Stuh Hier herrschet Fried' u Fröhlichkeit. 8. Wer auf der Erde lan lebt, Derselb' auch lang Sünden klebt; Muß stialh oft mit Fleisch und Vh Das manchem weh' und bim thut. 9. Ja leiden muß er Rn und Not Und noch wohl eimn langen Tod: Hier hab' schon nach kurzem Streit E langt die Kron' der Hu lichkeit. 10. Sollt' euch denn nicht tröstlich sein, Daß so sanft geschlafen ein, N. mir der treue Heiland mü Verkürzet meine Todespenl 11. Drum legt die Hun auf euren Mund Und i9 auf Gott, der euch verwunl Der euch zu heilen ist beul Wenn's dienet eurer Gut keit. 12 Werder und kl lischen chste Michael — Sterbe⸗ und Begräbnis⸗Lieder. Schar u 12 An jenem Tag wir ihr. verden gehn, Da vor Gott groß ders muz Ind lleine stehn, Zur himme⸗ hts Ren lschen Christtags reud Mit ngt, Nhh höchster Ehr' und Herrlichkeit. 50 à Michael Schirmer, geb. 1606 4 1673. bster Jh Eigne Melodie. 545. mein's Lebens Liht, Mein Hort, mein Trost, mein Zuversicht: Auf Erden hin ich nur ein Gast Und drückt nich sehr der Sünden Last. 2. Ein' schwere Reis' hab' ih vor mir Ins himmlisch ind Sn haradies zu dir! Da ist mein Fried' u rehtes Vaterland, Daran du hast dein Blut gewandt. Erde lun 3. Zur Reis' ist mir mein ch lang u4 Her ehr matt, Der Leib gar Nuß stieie wenig Kräfte hat; Doch meine und dh Seele schreit in mir: Herr, hol und ban nich heim, nimm mich zu dir! 4. Drum stärk' mich durch das Leiden dein In meiner lehten Todespein. Dein Hohn und Spott, dein“ Dornenkron' m sein mein' Ehre, Freud' und Wonn'. 5. Dein Durst und Gallen⸗ denn kank mich lab', Wenn ich sonst „ Daßi kine Stärkung hab': Dein 1 ein,. m Bewah omm' mir zu eiland n. 11 ewahr' mich vor der Todespeh bille Glut. die In 6. Wenn mein Mund nicht lann reden frei, Dein Geist verwuhl. be Elten gen mei ö bin ul bald; Y. rugsam inen Im e es in h ei euch eh uß er Rn wohl ein er hab' Streit s der Heu un meinem Herzen schrei. lf, daß mein' Seel den immel find', Wenn meine gen werden blind. 17171— u Jesu Christ, G 395 7. Dein letztes Wort laß sein mein Licht, Wenn mir der Tod das Herz zerbricht; Behüte mich vor Ungebärd, Wenn ich mein Haupt nun neigen werd'. 8. Dein Kreuz laß sein mein'n Wanderstab, Mein“ Ruh' und Rast dein heil'ges rab, Die reinen Grabe⸗ tücher dein Laß meine Sterbe⸗ kleider sein. 9. Auf deinen Abschied, Herr, ich trau'; Darauf mein' letzte Heimfahrt bau'. Thu mir die Himmelsthür selbst auf, Wenn ich beschließ' des Lebens Lauf. 10. Am jüngsten Tag er⸗ weck' den Leib; Hilf, daß ich dir zur Rechten bleib', Daß mich nicht treffe dein Gericht, Das ein erschrecklich Urteil spricht. 11. Dann meinen Leib er⸗ neure ganz, Daß er leucht' wie der Sonne Glanz, Sei ähnlich deinem klaren Leib Und gleich den lieben Engeln bleib'. 12. Wie werd' ich dann so fröhlich sein, Werd' singen mit den Engelein Und mit der auserwählten Schar Schaun ewiglich dein Antlitz klar! Martin Behme, geb. 1557 1 1622. Mel. Herr, wie du willst. 546 Mensch, bedent * zu dieser Frist, Was dein Ruhm ist auf Er⸗ 396 Sterbe⸗ und Begräbnis⸗Lieder. den; Denn nicht allhier dein Bleiben ist: Du mußt zur Leiche werden. Es ist dein Leben wie ein Heu Und fleucht dahin gleichwie die Spreu, Die schnell der Wind verjaget. 2. Gedenk: du bist hier nur ein Gast, Du kannst nicht lange bleiben; Die Zeit läßt dir kein' Ruh noch Rast, Bis sie dich wird vertreiben. So eile zu dem Vaterland, Das dir hat Christus zugewandt Durch sein versöhnend'Leiden. 3. Daselbst wird rechte Gadaben Den Gläubigen gegeben, Dazu der Engel Brüderschaft, Ein ewig sel'ges Leben Mit solcher Wonne, Freud' und Lust, Davon kein Mensch hier je gewußt, Die nie ein erfahren. 4. Nun laßt uns wachen alle Stund' Und dies gar wohl betrachten. Die Lust der Welt geht bald zu Grund: Die sollen wir verachten Und warten auf das höchste Gut, Das ewig uns erfreuen thut. Das helf' uns Christus! Amen. Bal. Triller 1559. Mel. Ich hab mein' Sach' Gott heimgestellt. 547 O selig, wer das * Heil erwirbt, Daß er im Herrn, in Christo, stirbt! O selig, wer vom Laufe matt, Die Gottesstadt, Die droben ist, gefunden hat! 2. Was suchst du, Mensh bis in den Tod? Du zuu so viel, und eins ist notl Welt beut ihre Güter sil Denk an dein Heil Und wäh in Gott das beste Teil. 3. Was sorgst du bis zun letzten Tritt? Nichts 11 du, nichts nimmst du mi⸗ Die Welt vergeht mit Iu und Schmerz. Schau himme⸗ wärts! Da, wo dein Schth da sei dein Herz. 4. Mit Gott bestell dh Haus bei Zeit, Eh' dich de Tod an Tote reiht. 8 rufen: Gestern war's an niß Heut' ist's an dir!l Hier if kein Stand, kein Bleiben hir 5. Vom Freudenmahl zun Wanderstab, Aus Wieg' u Bett in Sarg und Guh Wann, wo und wie, ist Goh bewußt. Schlag an die Buuh. Du mußt von dannen, Mensh du mußt! 6. Da ist lein Sitz zu rih zu arm, Kein Haupt zu hoh kein Herz zu warm; A blüht zu schön kein Wanga⸗ rot: Im Finstern droht I Tod und überall der Tod. 7. Ach banges Herz in Leichenthal, Wo ist dein Lch dein Lebensstrahl? Du il es, Jesu, der mit Macht Ml Grabesnacht Das Leben han ans Licht gebracht. 8. Dein Trostwort liun so hoch und hehr:„Wer ah mehr“. Dein Kreuz, dein Grab, dein Auferstehn, Dun mich glaubt, stirbt nimmm melgchn Läßt uns den hume oßen stehn. Sterbe⸗ und Begräbnislieder. 397 5. O Reich der besten Ruh', Das Jesus mir erworben, 9. Wohl dem, der Jesu Als er für mich gestorben, sich vertraut, Schon hier die Und sagte mir es zu Mit ew'gen Hütten baut! Er sieht seines Dieners Munde Beim au himmel dein Shh e, ist Got die Brus en, Mensh itz zu 16 pt zu h arm; I 1 Wanga⸗ droht A. er Tod, Herz in dein Ay Du bi Leben h Hort UHng. „Ver uu nimm=. euz, den ühn, Dun das Kleinod in der Fern' Und kämpfet gern Und harrt der Zukunft seines Herrn! Chr. Hried. Heinr. Sachse, geb. 1785 + 1860. Tod der Kinder. Mel. Wird das nicht Freu de sein. 548 O schönes Him⸗ E* melreich! O Reich der Freud' und Ehren! Da lauter Gut's zu hören, Dem nichts auf Erden gleich; Da sich an Jesu Schätzen Die Seinigen ergötzen. O schönes Himmelreich! 2. O Reich der Herrlichkeit! Da man in Frieden wohnet, Da Gott das Kreuz belohnet, Und man für bitter Leid Ein süßes Manna schmecket, Das lauter Trost erwecket. O shönes Himmelreich! 3. Was hatt' ich in der Welt Als ein armselig Leben? Ich war mit Angst umgeben Und unters Kreuz gestellt, Ich mußte Thränen gießen; 7 kann ich Trost genießen. schönes Himmelreich! 4. Ich steh vor Gottes Thron Und trage Sieges⸗ palmen, Ich singe Freuden⸗ Im De Und hör' im süßen on Der Engel Triumphieren, Der Kinder Jubilieren. O schönes Himmelreich! Tauf⸗ und Gnadenbunde. O schönes Himmelreich! 6. Ihr Eltern! weinet nicht, Als wär' ich euch entwendet. Ich bin vorangesendet Ins klare Himmelslicht. Ich bin dahin genommen, Wohin ihr denkt zu kommen, Ins schöne Himmelreich! 7. Schmerzt euch mein bit⸗ trer Stand, Den ich erdulden müssen? So sollt ihr tröst⸗ lich wissen: Ich bin im Vater⸗ land, Da keine Kinder weinen, Da sie wie Sonnen scheinen. O schönes Himmelreich! 8. Ach! kehret euch nicht dran, Daß mich der Schmerz verstellet Und die Gestalt ver⸗ fället, Die man kaum denken kann; Denn was der Tod verzehret, Das wird hier schön verkläret. O schönes Himmel⸗ reich! 9. Wo kann mir besser sein, Als in dem Reich der Freuden, Da man nichts weiß von Leiden, Von keiner Angst und Pein, Da mich die Engel küssen Und mich zu trösten wissen? O schönes Himmel⸗ reich! Zacharis Herrmann, geb. 1648 4 1716. Eigne Melodie. 549. Oe 398 Sterbe⸗ und Begräbnis⸗Lieder. fahr' dahin mein' Straßen erben, Wie er mir's hat he Ins ew'ge Vaterland. Den reit't. Hier mag ich nith Geist will ich aufgeben, Dazu mehr bleiben, Deꝛ Tod thil mein Leib und Leben Setzen mich vertreiben, Mein' Seil in Gottes gnäd'ge Hand. sich vom Leibe scheid't. 2. Mein Zeit ist nun voll⸗ 8.Damit fahr'ich von hinnen; endet, Der Tod das Leben O Welt, thu dich besinnen. endet, Sterben ist mein Ge⸗Denn du mußt auch hernah winn. Kein Bleiben ist auf Thu dich zu Gott bekehren Erden, Das Ew'ge muß mir Und von ihm Gnad' begehren werden; Mit Fried' und Im Glauben sei du auch nich Freud' fahr' ich dahin. schwach. 3. Ob mich gleich hat be⸗ 9. Die Zeit ist schon vor⸗ trogen Die Welt, von Gott handen; Hör' auf von Sünd gezogen Durch Schand und Bü-und Schanden Und richt dich berei: Will ich doch nicht ver⸗(auf die Bahn Mit Beten und sagen. Sondern mit Glauben mit Wachen; Sonst all' in⸗ agen, Daß mir mein' Sünd' dische Sachen Laß gehn und vergeben sei. gieb sie willig dran. 4. Auf Gott steht mein 10. Das schenk ich dir an Vertrauen, Sein Antlitz will Ende, Ade, zu Gott dich ich schauen Wahrlich durch wende! Zu ihm steht mein Jesum Christ; Der für mich Begehr. Hüt dich vor Pein ist gestorben, Des Vaters und Schmerzen Und nimn Huld erworben; Mein Mittler mein End' zu Herzen, Meins er auch worden ist. Bleibens ist jetzt hier nich 5. Die Sünd' mag mir mehr. nicht schaden, Erlöst bin ich Joh. Hesse, geb. 1490 4. 151.. aus Gnaden Umsonst durch Christi Blut. Kein Werk Wel. Herzlich thut mich verlangen kommt mir zu Frommen; So will ich zu ihm kommen 550 So hab' ich nun Allein durch wahren Glauben* vollendet Den gut. schweren Lebenslauf, Mih 6. Ich bin ein unnütz' Knechte, ganz zu Gott gewendet Und Mein Thun ist viel zu schlechte,‚ geh' jetzt himmelauf. Schr Denn daß ich ihm bezahl' matt bin ich von Thränen Damit das ew'ge Leben; Um⸗ Mein Herz ist schwach von sonst will er mir's geben Und Not, Von Seufzen und von nicht nach mein'm Verdienst Stöhnen; Drum komm, und Wahl. lieber Tod. 7. Drauf will ich fröhlich 2. In allen meinen Jahr sterben, Das Himmelreich er⸗Von zarter Jugend an, Hab hat he⸗ ich nich Tod thit in' Serle t. n hinnen besinnen, hernach. bekehren begehren auch nich hon vor⸗ on Sünd' richt dich jeten und all' ir⸗ jehn und dir am ott dich ht mein Hor Pein d nimm „Meins ier nich + 1511. verlangen. ih es wohl erfahren, Wie schwer de Himmelsbahn. Ich bin auf kenen Rosen Gegan⸗ en wien Wie etwa die ottlosen In stolzer Sicher⸗ eit. bez Was ist den Menschen Leben? Wenn sie aufs aller⸗ best' Sich können hier erheben, 60 ist es Müh' geyest; Ja nichts, denn eitel Sorgen, Nur lauter Gram und Not Sterbe⸗ und Begräbnis⸗Lieder. Den Abend wie den Morgen; Drum ist man lieber tot. 4. Wie oft hab' ich geklaget, Gleichwie ein Wandersmann: Ach hätt' ich Rast! gefraget: Wann komm' ich himmelan? Verd' ich noch lange gehen Auf eitler Erden Tand? Ach werd' ich nicht bald sehen Das rechte Vaterland? 5. Gott Lob! nun soll es werden, Nun kommt die Stund' herbei, Wo ich von dieser Erden Soll werden los und frei; Nun hab' ich aus⸗ geklaget, Ich hab' in meinem Streit Mich ritterlich gewaget, Die Kron' ist mir bereit. 6. Ihr Liebsten! laßt das Weinen, Es ist ja ohne Not; Gott eilet mit den Seinen Durch einen sel'gen Tod, Eh' noch viel Trübsal kommen; Gott weiß, sie dräuen schon. Wohl dem, der aufgenommen Zum schönen Himmelsthron. 7. Wenn ihr euch könn lbe⸗ denken, Wenn ihr mich lieben wollt, So dürft ihr euch nicht kränken Um diesen Todessold. In diesem Weltgebäude Hab' 399 ich euch ja geliebt; Drum gönnt mir doch die Freude, Die mir mein Heiland giebt. 8. Wir werden sein ver⸗ bunden Ohn' alle Not und Leid Nach wenig Zeit und Stunden Dort in der Ewig⸗ keit: Da wird uns Gott er⸗ neuen, Da werden wir uns gleich Recht mit einander freuen Im sel'gen Himmel⸗ reich. 9. Ade! Nun muß ich scheiden— Zu tausend guter Nachtl— Zur Himmelslust und Freuden; Ihr Liebsten, seid bedacht, Wie ihr mich wollet finden Im schönen Paradeis, Da eitel Ueberwinden: Nun gute Nacht! ich reis'. Joachim Pauli, um 1660. Eigne Melodie. 551. Valet will ich dir geben, Du arge, falsche Welt: Dein sünd⸗ lich böses Leben Durchaus mir nicht gefällt. Im Himmel ist gut wohnen; Hinauf steht mein' Begier. Da wird Gott ewig lohnen Dem, der ihm dient allhier. 2. Rat mir nach deinem Herzen, O Jesu, Gottes Sohn! Soll ich ja dulden Schmerzen, Hilf mir, Herr Christ, davon; Verkürz' mir alles Leiden, Stärk' meinen blöden Mut; Laß selig mich abscheiden, Setz mich in dein Erbgut! 3. In meines Herzens 400 Grunde Dein Nam' allein Funkelt all' Stunde: lich sein. dem Bilde Not, Wie milde, Tod. und Kreuz Zeit und Drauf kann ich fröh⸗ Erschein? mir in Zu Trost in meiner du, Herr Christ, so Dich hast geblut't zu 4. Berbirg mein' Seel' aus Gnaden In deiner offnen Seit'; Rück sie aus allem Schaden Zu deiner Herrlich⸗ keit. Der ist wohl hier ge⸗ wesen, Wer kommt ins Him⸗ mels Schloß; Der ist ewig genesen, Wer bleibt in deinem Schoß. 5. Schreib meinen aufs beste Ins Buch Lebens ein. Und bind' mein Seel' fein feste Ins schöne vorhanden Bündelein Der'r, die im mel grünen Und vor leben frei; So will ich ewig rühmen, Daß dein treue sei. ö Valerius Herberger, geb. 1562 f. 1627. Mel. O Welt ich muß dich. 552 Wen kleine Himmels⸗ erben In ihrer Unschuld ster⸗ ben, So büßt man sie nicht ein: Sie werden nur dort oben Vom Vater aufgehoben, Damit sie unverloren sein. 2. Sie sind ja in der Taufe Zu ihrem Christenlaufe Für Christum eingeweiht Und noch bei Gott in Gnaden: Was sollt es ihnen schaden, Daß Jesus sie zu sich entbeut? Nam'n des Herz Sterbe⸗ und Begräbnis⸗Lieder. 3. Der Unschuld Gllck her scherzen, Stets käppfen ni den Schmerzen, Nit so W Seelennot, Im Angstgefth der Sünden Oas Sterben schwer empfinden: Dador he wahrt ein ßüher Tod. O vohl auch diesen Kinde! Es stirbt nicht zu geschwinde. Zeuch hin, liebes Kind! Du ibeh nur clafen Und bleibest ch den Schafen, Die ewig unsez Jesu sind. Joh. Andreas Rothe, geb. 1688 F Ich. Eigne Melodie. 553 enn meh * Stündlen ist Und ich sol Him⸗fahr'n mein' Straße, So H dir du mich, Herr Jesu Chris, Mit Hülf mich nicht verlasse Mein' Seel' an meinem lehten End' Befehl' ich dir in dein Händ', Du woll'st sie mir be wahren. 2. Mein' Sünd' mich werd kränken sehr, Mein Gewiffn wird mich nagen, Denn ihr rsih viel, wie Sand am Mern Doch will ich nicht verzagen Gedenken will ich an deinn Tod, Herr Jesu, und dey Wunden rot, Die werden mit erhalten. 3. Ich bin ein Glied ah deinem Leib, Des tröst ih mich von Herzen; Von dir ih ungeschieden bleib' In Todes; not und Schmerzen. Wem ich gleich sterb', so sterb' i bir, Ein ewig Leben hast du mir Durch deinen Tod er⸗ worben. 4. Weil du vom Tod er⸗ sanden bist, Werd' ich im Grab nicht bleiben; Mein od. höchster Trost dein' Auffahrt ch dieen] ist, Tod'sfurcht kann sie ver⸗ nicht] kleiben: Denn wo du bist, da hin, 4Q bmm' ich hin, Daß ich stets Hihet bei dir leb' und bin, Drum Neibest Ey fahr' ich hin mit Freuden. vig unsß 5. So fahr ich hin zu Jesu Ehrist, Mein? Arm' thu' ich 1688 f U.ausstrecken; So schlaf ich ein und ruhe fein, Kein Mensch klann mich aufwecken. Denn esus Christus, Gottes Sohn, un neh Wird mir die Himmelsthür Stündlen aufthun, Mich führ'n zum ich sol ewgen Leben. u U V. 1—4 Nic. Herman, J 1561. u Ch. vellsc Nach Turbabor, sod non pertubabor, lem lehen von Augustinus. in dem e mir be⸗ Eigne Melodie. 92 0 4*. 554 Wer weiß, wie isen* nahe mir ich werden Gwissn ö rihrrsu nein Ende! Hin geht die n Meen. Zeit, her kommt der Tod; Ach z wie geschwinde und behende lun Kann kommen meine Todes⸗ nd dein not. in Mein Gott, 1 ich den nih bitt' durch Christi Blut, Mach's nur mit meinem Ende gut. lied 2. Es kann vor Nacht leicht tröst h. anders werden, Als es am n 30 frühen Morgen war; Denn 1Tode. weil ich leb' auf dieser Erden, Wem Leb' ich in steter Tod'sgefahr. Mein Gott, ich bitt' Sterbe⸗ und Begräbnis⸗Lieder. 401 durch Christi Blut, Mach's nur mit meinem Ende gut. 3. Herr, lehr' mich stets mein End' bedenken Und wenn ich einstens sterben muß, Die Seel' in Jesu Wunden senken Und ja nicht sparen meine Buß'.:1 Mein Gott, 1 ich bitt' durch Christi Blut, Mach's nur mit meinem Ende gut. 4. Laß mich bei Zeit mein Haus bestellen, Daß ich bereit sei für und für Und sage stets in allen Fällen: Herr, wie du willst, so schick's mit mir. Mein Gott, in ich bitt'! durch Christi Blut, Mach's nur mit meinem Ende gut. 5. Mach immer süßer mir den Himmel Und bitter diese schnöde Welt; Gieb, daß mir in dem Weltgetümmel Die Ewigkeit sei vorgestellt! 1 Mein Gott,:nich bitt' durch Christi Blut, Mach's nur mit meinem Ende gut. 6. Ach Vater, deck' all meine Sünde Mit dem Verdienste Christi zu, Damit ich hier Vergebung finde Und dort die langgewünschte Ruh'. n Mein Gott,:; ich bitt' durch Christi Blut, Mach's nur mit meinem Ende gut. 7. Nichts ist, das mich von Jesu scheide, Nichts, es sei Leben oder Tod: Ich leg' die Hand in seine Seite Und sage: Mein Herr und mein Gott! ) Mein Gott, in ich bitt' durch Christi Blut, Mach's nur mit meinem Ende gut. 8. Ich habe Jesum ange⸗ 40² Sterbe⸗ und Begräbnis⸗Lieder. zogen Schon längst in meiner heil'gen Tauf'; Du bist mir auch daher gewogen, Hast mich zum Kind genommen auf. : Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut, Mach's nur mit meinem Ende gut. 9. Ich habe Jesu Leib ge⸗ gessen Und hab' sein Blut b trunken hier; Nun kannst du meiner nicht vergessen, Ich bleib' in ihm und er in mir. 2; Mein Gott, n ich bitt' durch Christi Blut, Mach's nur mit meinem Ende gut. 10. So komm' mein End' heut' oder morgen, Ich weiß, daß mir's mit Jesu glückt; Ich bin und bleib' in deinen Sorgen, Mit Jesu Blut schön ausgeschmückt.:: Mein Gott:. ich bitt' durch Christi Blut, Mach's nur mit meinem Ende gut. 11. Ich leb' indeß mit dir vergnüget Und sterb' ohne alle Kümmernis; mein Gott es füget; Ich glaub' und bin es ganz gewiß: ) Mein Gott:n aus Gnad' durch Christi Blut Machst du's mit meinem Ende gut. Aemilie Julianne, Gräfin zu Schwarz⸗ burg⸗Rudolstadt, geb. 1637 + 1706. Mel. Ich hab' mein' Sach' Gott heimgestellt. 555. Wher schen Zeit! Wie eilet man zur Es gehe, wie 5 Ewigkeit! Wie wenig dennn an die Stund' Von erzenz grund! Wie schweigt hiehey der träge Mund! 2. Das Leben ist gleich ni ein Traum, Ein nichthn leerer Wasserschaum; Im 30 genblick es bald vergeht In nicht besteht, Gleichwie ih dieses täglich seht. 3. Nur du, Jehovah, blebbe mir Das, was du bist, traue dir. Laß Berg mn winn, Wenn ich allein h— Jesu bin. 4. So lang ich in der Hut wohn', So lehre mich, o Gott Sohn; Gieb, daß ich ziht meine Tag' Und munter wah Daß, eh' ich sterb', ich sterbn mag. Hügel fallen hin, Mir ist Hei 5. Was hilft die Welt h. letzter Not? Reichtum in dem Todꝰ d Mensch, duläufst dem Schathn u; Bedenk es nu, Du komm sonst nicht zu wahrer Ruh, 6. Weg Eitelkeit, der Thomn bewußt; Das such' ich nm das bleibet mir; O mein Y⸗ gier, Herr Jesu, zeuch meh Herz zu dir! 7. Wie wird mir's sh wenn ich dich seh' Und dun vor deinem Throne steh? d unterdessen lehre mich, I sache ich Mit klugem Herzt uche dich. Joachim Neander, geb. 1650 10 Lust, Ehr Lust, Mir ist das pöchehn Hier getün solzer ein k Scaat 5. — 0 2—— welche schläf Gott enig denly n Herzenz eigt hihn n nichtignn ergeht In vah, bleikg u bist, 6 Berg Mir ist G⸗ allein i n der Hütz ch, o Gothe ich ziht inter wagh ich sterba ie Welt h Ehr? un Todꝰ 0 m Schatin Du kommi er Ruhh. der Thomn zöchste On ich un mein B zeuch mi nir's feiz, Und dal steh? A nich, du m Herze 660 Sterbe⸗ und Begräbnis⸗Lieder. Aa. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 556. Wer tsidos shen Leben, Wie eilend wird nan weggerafft! Wir sind nit Sterblichkeit umgeben, Darum versiegt der Lebens⸗ sft; Wir blühen auf und ellen ab, Wir 9. aus der Wieg' ins Grab. 2. Wohl aber dem, der also lürbet, Daß ihn sein Sterben nicht betrübt; Den Gott ent⸗ rückt, eh' er verdirbet Und ihm en besser Leben giebt, Ein Leben in dem Paradeis, da nan von keinem Jammer weiß. 3. Ach weinet nicht, daß ich gestorben! Ich habe ja nun ausgekrankt. Was mir mein gesus hat erworben, Das hab' ih durch den Tod erlangt. 50 bin an einen Ort ge⸗ racht, Wo ew'ge Freude mir nun lacht. 4. Wie lieblich schmeckt mir doch der Himmel! Wie tröst⸗ lch spricht mir Jesus zu! Hier schrecket mich kein Angst⸗ getümmel, Ich wohne hier in silzer Ruh', Ich habe für ein kurzes Leid Erlangt den Schatz der Ewigkeit. 5. Je schneller ich von euch i 60 Je eher bin ich nun ei Gott. Mein Körper, welcher ganz verblichen, Der schläfet nur und ist nicht tot. Gott hat mir Sicherheit ver⸗ 403 schafft, Mich vor dem Unglück weggerafft. 6. Ach stört mich nicht in diesem Glücke, Das größer ist, als ihr euch denkt; Enthaltet euch der Thrän' im Blicke, Ich werde hier mit Trost ge⸗ tränkt. Ach mäßigt doch das bittre Leid, Ich bin in großer Herrlichkeit. 7. Wie wohl bin ich doch aufgehoben! Wie wohl hat mich doch Gott versorgt! Ich will dafür ihn ewig loben; Denn ich war euch doch nur geborgt. Mein Gott hat mich der Welt entwandt Und mir den Himmel zuerkannt. 8. Verwelkt der Leib gleich in der Erden, Er wird doch künftig wieder blühn, Durch Jesum schön verkläret werden, Der wird ihm seinen Glanz anziehn: Da werd' ich als ein Engel sein, Des wird auch euer Herz sich freun. 9. Ich bin der bösen Welt uoch deln In welcher ihr euch noch betrübt. Mich hat der Herr zu sich gezogen, Der mich viel mehr als ihr, geliebt. Ich schaue Jesu Angesicht, Daran gedenkt und weinet nicht. Zacharias Hermann, geb. 1643 1 1716. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 557² JIo vabe Lust 80 zu scheiden, Mein Sinn—5 aus der Welt; Ich sehne mich mit Freuden Nach Zions Heimats⸗ 26* 404 Sterbe⸗ und Begräbnis⸗Lieder. feld. Weil aber keine Stunde an! Ich weiß, daß euer Sth Zum Abschied ist benennt, nen Sonst nichts erfreuen uum. So hört aus meinem Munde Wenn Leib und Seele scheidn, Mein letztes Testament. Tragt mich in Abrams Sch 2. Gott Vater, meine Seele So bin ich voller Freuda Bescheid' ich deiner Hand; Und aller Thränen los. Führ' sie aus dieser Höhle 6. Euch aber, meine Lichg Ins rechte Vaterland. Du Die ihr mich dann bewein hast sie mir gegeben, So nimm Euch hab' ich was verschriehg. sie wieder hin, Daß Tod und Leben Nur dein alleine bin. 3. Was werd' ich, Jesu, finden, Das dir gefallen kann? Ach, nimm du meine Sünden Als ein Vermächtnis an! Wirf sie kraft deiner Wunden Ins tiefe Meer hinein,“) So hab' ich Heil gefunden Und schlafe selig ein! 4. Dir, o du Geist der Stärke, Laß ich den letzten Blick! Wenn Todesangst ich merke So sieh auf mich zurück. Ach, fleh' in meinem Herzen, Wenn ich kein Glied mehr rühr', Und stell' in meinen Schmerzen Mir nichts als Jesum für! 5. Ihr Engel, nehmt die Thränen Von meinen Wangen ich in Gott, euren besten Freunz Drum nehmt den letzten Segn Es wird gewiß geschehn I wir auf Zions Wegen Eh⸗ ander wiedersehn. 7. Zuletzt sei dir, o Endz Mein blasser Leib vermach. Damit dir wieder werde, Vu du mir zugebracht. Math ihn zu Asch' und Staube, M Gottes Stimme ruft; Daen dieses sagt mein Glaube: E bleibt nicht in der Grust. 8. Das ist mein letzter Will⸗ Gott drück' das Siegel drans Nun wart' ich in der Silli, Bis daß So geh' ich freudig hin ud Himmels Erbe bin. Benjamin Schmolck, geb. 1672 1 1. b. Begräbnis⸗Lieder. Eigne Melodie. 558. Arsfestehn„ ja auferstehn wirst du, Mein Staub, nach kurzer Ruh'! Unsterblich Leben Wird, der dich schuf, dir geben. Hallelujah! 2. Wieder aufzublühn werd ich gesät, Der Herr der Erne geht Und sammelt Garben, Uns ein, die in ihm starhen. Hallelujah! 3. Tag des Danks, der Freudenthränen 9 Du meines Gottes Tag, Wenn ih Mich. 7, 19. im Grabe Genug geschlummen ich meinen Lu Durch Christi Tod vollende weiß, daß ich ohn' Ende 8 habe, Erweckst du mich. 43. Wie den Träumenden nirds dann uns sein! Mit Iesu gehn wir ein Zu seinen Wn Der müden Pilger (eiden Sind dann nicht eine x mehr. 27 Wund 9. Ach, ins Alerheiligste verschriehnn shrt mich Mein Mittler dann, n Freuh ebt ich Im Heiligtume Zu hten 80½ seines Namens Ruhme. Halle⸗ iin—— 1. Klopstoc, geb. 1724 zegen Ei⸗ driedr. r 1895.„geb. 17 ir, o Echz onne Li j Wan Nel. Der et. e Licht und derde t. I 559 Die Christen gehn taube, M. von Ort zu uft; Dun Ort Durch 0 laube: 6. Jammer Und kommen in den Gruft. Friedensport Und ruh'n in hter Wil ihrer Kammer; Gott nimmt egel deun sie nach dem Lauf In seinen der Stil Armen auf; Das Weizenkorn inen I wird in sein Beet Auf Hoff⸗ vollend nung schöner Frucht gesät. hin ll 2. Wie seid ihr doch so wohl Ende gereist! Gelobt sein eure 4 saler fet dert 90 reiter Geist, Du jetzt verlaßne wafm püttel Du Seele, bist beim Herrn, Dir glänzt der Mor⸗ genstern; Euch Glieder deckt ühn wal! mit sanfter Ruh' Der Liebe der Eme stiller Schatten zu. Garben, 3. Wir freu'n uns in Ge⸗ n statbn. lassenheit Der großen Offen⸗ 2. barung; Indessen bleibt das ntz, zr Zilgerkleid In heiliger Ver⸗ 0 Euhrnn. Wie ist das Glück groß In Jesu Arm und Schoß! De Rebe führ' uns Sterbe · und Begräbnis⸗Lieder. 40⁵ leiche Bahn So tief hinab, 10 hoch hinan. Nicolaus Ludwig Graf von Zinzen⸗ dorf, geb. 1700 1760. Mel. Es ist genug. 560 3³⁰ hin, mein Kind! Denn Gott selbst fordert dich Aus dieser argen Welt. Ich leide zwar, Dein Tod betrübet mich; Doch weil es Gott gefällt, So unterlaß ich alles Klagen Und will mit stillem Geiste sagen: Zeuch hin, mein Kind! 2. Zeuch hin, mein Kind! Der Schöpfer hat dich mir Nur in der Welt gelieh'n. mannigfalt'gen Die Zeit ist weg; Darum be⸗ fiehlt er dir, Jetzt wieder ab⸗ zuziehn. Zeuch hin! Gott hat es so versehen; Was dieser will, das muß geschehen; Zeuch hin, mein Kind! 3. Zeuch hin, mein Kind! Im Himmel findest du, Was dir die Welt versagt; Denn nur bei Gott Ist wahrer Trost und Ruh', Da wird kein Schmerz erfragt. Hier welf en wir in Aengsten schweben, Dort kannst du ewig fröhlich leben; Zeuch hin, mein Kind! 4. Zeuch hin, mein Kind! Wir folgen alle nach, Sobald es Gott gefällt. Du eilest fort, Eh' dir das Ungemach Verbittert diese Welt. Wer lange lebt, steckt 51 im Leide, Wer frühe stirbt, kommt bald zur Freude; Zeuch hin, mein Kind! 406 Sterbe⸗ und Begräbnis⸗Lieder. IGn hin, mein Kind! Sonn' und Mond und hah Die Engel warten schon Auf Sterne! Fahret wohl mi deinen frommen Geist. Du eurer Pracht; Denn ich u siehest auch, Wie Gottes lieber in weite Ferne, Reise hin z Sohn Dir schon die Krone jenem Glanz, Worin ihr vah⸗ weist. Nun wohl, dein Seel⸗ schwindet ganz. chen ist entbunden, Du hast 6. Die ihr nun in Trauen im Herren überwunden; Zeuch geht, Fahret wohl, ihr liebg hin, mein Kind! Freunde! Was von oben n⸗ Gottfr. Hoffmann, geb. 1658 4 1712. derweht, Tröstet ja des Hem Mel. Jesus meine Zuversicht. Gemeinde. Weint nicht ah dem eitlen Schein; Drobes nur kann ewig sein. 561. Gort nun hin 7. Weinet nicht, daß mmn und grabt mein Grab; Denn ich bin des ich will Von der Welt der Abschied nehmen; Daß iih Wanderns müde! Von der aus dem Irrtum will, M Erde scheid' ich ab; Denn mir ruft des Himmels Friede, Denn mir ruft die süße Ruh' Von den Engeln droben zu. 2. Geht nun hin und grabt mein Grab, Meinen Lauf hab' ich vollendet, Lege nun den Wanderstab Hin, wo alles Ird'sche endet; Lege selbst mich nun hinein In das Bette sonder Pein. 3. Was soll ich hienieden noch In dem dunklen Thale machen? Denn wie mächtig stolz und hoch Wir auch stellen unsre Sachen, Muß es doch wie Sand Nuüder Wenn die Winde drüber wehn. 4. Darum, Erde, fahre wohl! Laß mich nun in Frieden scheiden. Deine Hoffnung, ach, ist hohl, Deine Freuden delber Leiden, Deine Schönheit Un⸗ bestand, Eitel Wahn und Trug und Tand. 5. Darum letzte gute Nacht, den Schatten, aus den Sche⸗ men, Aus dem Eitlen, auz dem Nichts Hin ins Land dez ew'gen Lichts. 8. Weinet nicht! mein süßen Heil, Meinen Heiland hab ich funden Und ich habe auh mein Teil In den warmen Herzenswunden, Woraus eins sein heilig Blut Floß de ganzen Welt zu gut. löser lebt! Hoch vom finstem Hoffnung schwebt, Und der Himmelsheld, der Glaube Und die ew'ge Liebe spricht Kind des Vaters, zittre nich. Ernst Moritz Arndt, geb. 1769 + 1500 Mel. Nun laßt uns den Leib begraben. 9. Weint nicht! mein EE Erdenstaube Hell empor de 562. Nan ug zur Ruh' Und decken ihn und li wohl ni ich uf ise hin z ihr e⸗ Trauen ihr liehen oben ni⸗ Hes Henm nicht ch Droben daß nm D 5 aß i ill, en Sche len, auz Land de ein sußez nd hab abe aut Sterbe⸗ und Begräbnis⸗Lieder. 40⁷ Erde zu, Den Leib, der nach des Schöpfers Schluß Zu Staub und Erde werden muß. 2. Er bleibt nicht immer Asch' und Staub, Nicht immer der Verwesung Raub; Er wird, wenn Christus einst er⸗ sheint, Mit seiner Seele neu bereint. 3. Hier, Mensch, hier lerne, was du bist, Schau hier, was unser Leben ist: Nach Sorge, Furcht und Wonmt endlich noch der Tod. 4. Schnell schwindet unsre Lebenszeit, Aufs Sterben folgt die Ewigkeit. Wie wir die geit hier angewandt, So folgt der Lohn aus Gottes Hand. 5. So währen Reichtum, Ehr' und Glück, Wie wir selbst, einen Augenblick; So währt auch Kreuz und Traurigkeit, Wie unser Leben kurze Zeit⸗ 6. O sichrer Mensch, besinne dich! Tod, Grab und Richter nahen sich. In allem, was du denkst und thust, Bedenke, daß du sterben mußt. 7. Hier, wo wir bei den Gräbern stehn, Soll jeder zu dem Vater flehn: I bitt' o Gott, durch Christi Blut, Mach's einst mit meinem Ende gut. 8. Laßt alle Sünden uns bereun, Vor unserm Gott uns lindlich scheun. Wir sind hier zuletzt immer in Gefahr; Nehm' jeder seiner Seele wahr. 9. Wenn unser Lauf voll⸗ endet ist, So sei uns nah, mancher Not, Herr Jesu Christ! Mach uns das Sterben zum Gewinn, Zeuch unsre Seele zu dir hin! 10. Und wenn du einst, du Lebensfürst, Die Gräber mäch⸗ tig öffnen wirst, Dann laß uns fröhlich auferstehn Und ewiglich dein Antlitz sehn. Ehrenfr. Liebich, geb. 1713 4 1780. Eigne Melodie. 563. Nuen dd e graben Und kein'n Zweifel da⸗ ran haben, Er werd' am jüngsten Tag aufstehn, Und unverweslich hervorgehn. 2. Erde ist er, und zur Erden Wird er einst auch wieder werden Und von der Erde auferstehn, Wenn Gott's Posaune wird angehn. 3. Die Seele ewig lebt in Gott, Der gnädig sie von aller Not, Von aller Sünd' und Missethat Durch seinen Sohn erlöset hat. 4. Sein Jammer, Trübsal und Elend Ist kommen nun zum sel'gen End'! Er hat getragen Christi Joch, Ist ge⸗ strrben und lebet noch. 5. Die Seele lebt ohn' alle Klag', Der Leib schläft bis zum jüngsten Tag, Alsdann wird Gott ihn verklären, Ihm ew'ge Freud' gewähren. 6. Hier ist er in Angst ge⸗ wesen, Dort aber wird er ge⸗ nesen, In ewiger Freud' und Wonne Leuchten wie die helle Sonne. 408 7. Nun lassen wir ihn hier schlafen Und gehn all' heim unsre Straßen, Schicken uns auch mit allem Fleiß; Denn der Tod kommt uns gleicher⸗ weis'. 8. Das helf' uns Christus, unser Trost, Der uns durch sein Blut hat erlöst Von Satans Macht und ew'ger Pein. Ihm sei Lob, Preis und Ehr' allein! B. 1—7. Michael Weiße 1540. Eigne Melodie. 564 1 Rocet wohl, ihr Totenbeine, In der stillen Einsamkeit! Ruhet, bis das End' erscheine, Da der Herr euch zu der Freud' Rufen wird aus euren Grüften Zu den freien Him⸗ melslüften. 2. Nur getrost, ihr werdet leben, Weit das Leben, euer Sterbe⸗ und Begräbnis⸗Lieder. 3. Und wie sollt' im Gusz bleiben, Der ein Tumn Gottes war? Den der gun ließ einverleiben Seiner aue erwählten Schar, Die er filh durch Blut und Sterben gemacht zu Himmelserbens 4. Nein, die kann der I nicht halten, Die des Heu Glieder sind! Muß der Lh im Grab erkalten, Da mu nichts als Asche find't; Vun des Herren Hauch drein blast Grünet neu, was hier her weset. 5. Jesus wird, wie er er standen, Auch die Seinen ein mit Macht Führen aus de Todes Banden, Führen alh des Grabes Nacht Zu den ew'gen Himmelsfrieden, In er seinem Volk beschieden. 6. Ruht daher in eurnn Grüften Nur noch eine hunz Zeit! Denn bald schaun u in den Lüften Morgenglan Hort, Die Verheißung hat ge⸗ geben Durch sein teuer wertes Wort: Die in seinem Namen sterben, Sollen nicht im Tod verderben. der Ewigkeit; Dann sollt ihn im neuen Leben Herrlich ihn entgegenschweben. Friedr. Konrad Hiller, geb. 1662f1 XXXIV. Jüngstes Gericht und ewiges Lehen Mel. Alle Menschen müssen sterben. 5 6⁵ 0 la wann werd' ich dahin kommen, Wo du, mein Er⸗ löser, bist? Wann mit den verklärten Frommen Lob dir singen, Jesus Christ? O daß meines Staubes Bürde Bald mir abgenommen wütder Fliehe schneller, fliehe, g Mich verlangt nach Ewiglei, 2. Ewigkeit, du Trost de Lebens, Stärke du mein midel Herz! Dich erwart' ich nihl vergebens, Frohes Ziel un jedem Schmerz! Ewigkeit, u Meer der Freuden, Mic vu⸗ Sünd hnli 6 wiede 7 1 unget abzuscheiden, Fern von in Eenn Imium, Sünd' und Pein, Jesu u der de Uhrist, bei dir zu sein. 3. Mit ung ch f 1900 umgeben, Folg' ich oft der 3 aunde nach: Will mein Geist auch höher streben, Ach, so ist mlein Fleisch zu schwach! O wie schwer wird's mir auf Erden! Möcht' ich frei vom oche werden, Das so hart d't; Mm nich niederdrückt, Wenn mein rein blig] Geist zum Himmel blickt! hier u]4. Ach wie heiß ist mein Verlangen! Meine Seele rngt nach dir, Jesu, ringt, dich zu umfangen, Ach, wann „aus dE rust du: Komm zu mir! ihren as Siehst du nicht mein banges Zu de Sehnen? Zählst du denn den, In niht meine Thränen? Wie ieden. ein Hirsch nach Wasser schreit, in eurn ü ich nach der Ewig⸗ it wie er e⸗ einen ein eine kux ket. haun u 5. Ach, so komm, o Tod, ohu. und eile, Eile, niht l her⸗ follt it bei, Daß ich hier nicht länger rlich in] weile, Daß ich bald bei Jesu sei! hier kann ich nicht Ruhe nden, Dort werd' ich nur überwinden, Dort von jeder h E sen. Seinen Engeln ehen ähniich sein. 6. Doch, mein Herz, sei 1662F würe nieder stille; Jesus ist auch se, geh, bier bei dir. Hier bist du! Ewihk. berr, nur dein Wille, Jesu, rost de der gescheh' in mir! Gieb mir umin nur Geduld und stärke Mich ich nil! ju jedem guten Werke, Daß iel un ich auf die Ewigkeit Jede Stunde sei bereit. Joh. Caspar Lavater, geb. 1741 T 1801. Jüngstes Gericht und ewiges Leben. 409 Mel. Christus, der ist mein Leben. 566 Acer i doch * schon droben! Mein Heiland, wär' ich da, Wo dich die Scharen loben, Und säng' Hallelujah! 2. Wo wir dein Antlitz schauen, Da sehn' ich mich hinein, Da will ich Hütten bauen; Denn dort ist gut zu sein. 3. Da werd' ich alles sehen: Den großen Schöpfungsrat, Was durch dein Blut gesche⸗ hen, Und deines Geistes That. 4. Da feiern die Gerechten, Die ungezählte Schar, Mit allen deinen Knechten Das große Jubeljahr. 5. Mit göttlich süßen Weisen Wird mein verklärter Mund Dich ohne Sünde preisen, Du meines Lebens Grund. 6. Da werden meine Thrä⸗ nen Ein Meer voll Freude sein. Ach stille bald mein Sehnen Und hole mich hinein. Ernst Gottlieb Woltersdorf, geb. 1725 + 1761. Eigne Melodie. 567 No 1—0 Tage Erwartet uns die Ewig⸗ keit; Dort, dort verwandelt sich die Klage In göttliche Zu⸗ friedenheit; Hier kämpft der Christ mit Ernst und Fleiß, Und jene Welt reicht ihm den reis. 2. Wahr ist's, der Fromme 2. 43930 290 .S......... w 410 Jüngstes Gericht schmeckt auf Erden Schon manchen sel'gen Augenblick; Doch alle Freuden, die ihm werden, Sind ihm ein unvoll⸗ kommnes Glück; Er bleibt ein Mensch, und seine Ruh' Nimmt in der Seele ab und zu. 3. Bald stören ihn des Kör⸗ pers Schmerzen, Bald das Geräusche dieser Welt; Bald kämpft in seinem eignen Her⸗ zen Ein Feind, der öfter siegt als fällt; Bald sinkt er durch des Nächsten Schuld In Kum⸗ mer und in Ungeduld. 4. Hier, wo die Tugend oftmals leidet, Das Laster oftmals glücklich ist, Wo man den Glücklichen beneidet Und des Bekümmerten vergißt, Hier kann der Mensch nie frei von Pein, Nie frei von aller Schwachheit sein. 5. Hier such ich's nur, dort werd ich's finden; Dort werd' ich, heilig und verklärt, Der Tugend ganzen Wert em⸗ pfinden, Den unaussprechlich großen Wert; Den Gott der Liebe werd' ich sehn, Ihn lieben, ewig ihn erhöhn. 6. Da wird der Vorsicht heil'ger Wille Mein Will' und meine Wohlfahrt sein, Und lieblich Wesen, Heil die Fülle Am Throne Gottes mich er⸗ freun; Dann läßt Gewinn stets auf Gewinn Mich fühlen, daß ich ewig bin. 7. Da werd' ich das im Licht erkennen, Was ich auf Erden dunkel sah, Das wun⸗ und ewiges Leben. derbar und heilig nennen Was unerforschlich hier 0 schah; Da denkt mein Galt mit Preis und Dank Y⸗ Schickung im Zusammenhang 8. Da werd' ich zu den Throne dringen, Wo Gohth mein Heil, sich offenbart; Ei „Heilig, Heilig, Heilig“ singen Dem Lamme, das erwürhe ward; Und Cherubim um Seraphim Und alle Himmu jauchzen ihm. 9. Da werd' ich in der Engel Scharen Mich ihnen gleih und heilig sehn, Das nie ge⸗ störte Glück erfahren, Mit Frommen stets fromm umzu⸗ gehn; Da wird durch jeden Augenblick Ihr Heil man Heil, ihr Glück mein Glück. 10. Da werd' ich dem den Dank bezahlen, Der Gottes Weg mich gehen hieß, Ud ihn zu millionen Malen Noh segnen, daß er mir ihn wieꝛ; Da 9. 2 ich in des Höchssten Hand Den Freund, den ih auf Erden fand. 11. Da ruft 90 möchte Gol es geben!) Vielleicht auch mit ein Sel'ger zu:„Heil sei din denn du hast mein Lebeh Die Seele mir gerettet, dul O Gott, wie muß das Glit erfreun, Der Retter einer Seele sein.“) 12. Was seid ihr, Leiden dieser Erden, Doch gegen jene Herrlichkeit, Die offenbar an uns soll werden Von Epiz⸗ ) Jac. 5, 19—20. nennen,. Rer 9— Ein Gait ank M nenhang zu den o Goth art: Ei 3 singe erwürgg im umn Himmal per Engel en gleich nie ge⸗ en, Mi m umzi⸗ rch jedn eil mein Glück. dem den v. Gottes eß, Und alen Noch hn wies; Höchsten den ih schte Gott auch mür sei dit, Leben, et, dul as Glüt er einer Leiden gen jene nbar an n Ewig⸗ kit zu Ewigkeit? Wie nichts, wie gar nichts hpo sie Ist doch ein Augenblick voll Müh'. Christian Fürchtegott Gellert, geb. 1715 1769. Mel. Sollt' ich meinem Gott nicht singen. 568. O Petbenteneeh O du Schmuck der Himmels⸗ stadt, Licht von Licht, zum Licht erkoren, Eh' die Welt den Anfang hatt': Eile, Jesu, heimzuführen Meine Seele, deine Braut, Die du dir hast angetraut. Laß mich diese Klarheit zieren, Wo mich keine Sündennacht Mehr betrübt und finster macht. 2. Es verlanget mich, zu sehen?:) Ohne Decke dein Gesicht Und von Sünden frei zu stehen, Reines Lamm, in deinem Licht; Doch ich will dir nichts vorschreiben, Und mein Himmel ist schon hier, Virst du, meiner Seele Zier, Nur mit mir vereinigt bleiben; Denn wie sollt' auch ohne dich Himmelslust vergnügen mich? 3. Du bist meiner Seele Vonne, Wenn mich Angst be⸗ trüben will; Mein Herz nennt dich seine Sonne, Und das Sorgenmeer wird still, Wenn mir deine Blicke lachen, Deren liebumglänzter Strahl Trennet offenb. 21, 21. 6½2. Cor. 3, 15—16. ur. 13, 12. Vgl. 1. Jüngstes Gericht und ewiges Leben. 411 alle Nacht und Qual; Du kannst mich vergnüget machen, In dir hab ich Himmelsfreud', Außer dir Verdruß und Leid. 4. Laß mich, Baum des Lebens, bleiben An dir einen grünen Zweig, Der, wenn ihn auch Stürme treiben, Stärker werde, höher steig' Und im Glauben Früchte bringe; Und versetz' mich nach der Zeit In das Feld der Ewigkeit, Wo ich mich in dir verjünge, Wenn des Leibes welkes Laub Wieder grünt aus seinem Staub. 5. Gieß indessen in die Seele Deinen süßen Lebens⸗ saft, Leben, dem ich mich ver⸗ mähle, Und laß deiner Liebe Kraft Mich ganz gnadenvoll erlaben; Bleibe mein, ich bleibe dein, Dein will ich auch ewig sein, Dich, mein Jesu, will ich haben; Erd' und Himmel acht' ich nicht, Ohne dich, mein Trost und Licht! Wolfg. Christoph Deßler, geb. 1660 + 17²². Mel. Valet will ich dir geben. in Tröpflein 569 5 von den Re⸗ ben Der süßen Ewigkeit Kann mehr Erquickung geben, Als dieser eitlen Zeit Gesamte Freudenflüsse; Und wer nach jenem strebt, Tritt unter seine Füße, Was hier die Welt er⸗ hebt. 2. Wer von dir möchte sehen Nur einen Blick, o Gott, 412 Jiüngstes Gericht und ewiges Leben. Wie wohl würd' ihm gesche⸗ hen! Die Welt wär' ihm ein Spott Mit allem ihrem We⸗ sen; So herrlich und so rein, So lieblich, so erlesen Ist deiner Augen Schein. 3. Den wahren Gott zu schauen, Das ist die Seligkeit Und aller Himmelsauen Ihr schönstes Blumenkleid. Wie war nach seinem Blicken Doch Abraham so froh! Wie wünscht' er zu erquicken Sich an dir, A und Ol 4. Du reichlichste Belohnung Der auserwählten Zahl, Wie lieblich ist die Wohnung, Da deiner Gottheit Strahl Sich offenbarlich zeiget! O herr⸗ lich edler Tag, Dem diese Sonne steiget Und ihn er⸗ leuchten mag. 5. O Licht, das ewig bren⸗ net, Dem keine Nacht bewußt, Das keinen Nebel kennet, Ge⸗ sellschaft, reich an Lust, Da Gott und Engel kommen Mit Menschen überein, Und ewig⸗ lich die Frommen Gesegnet werden sein! 6. Vollkommne Liebe brin⸗ get Dort immer neue Freud'; Aus ew'ger Lieb' entspringet Ein' ew'ge Fröhlichkeit. Gott selbst ist solche Wonne, Ist solcher Liebe Preis, Ist seiner Blumen Sonne Im schönen Paradeis. 7. Sein Licht wird in uns leuchten, Sein Oel und Honig⸗ saft Soll unsre Lippen feuchten; Von seiner Stärke Rrast Mit Weisheit, Schön⸗ heit werden Wir ganz erfüll sein Und spiegeln di Gen den In seinem hellen Schein 8. Was wünschest du sih Gaben? Du wirst sie finden dort Und in dir selber habn Den Reichtum fort und font Denn Gott, vor welchem Ku⸗ nen Und Perlen Staub und Spott, Wird selber in un wohnen Und wir in unsem Gott. 9. Wann werd' ich einmul kommen Zu solcher Freuden Quell? Wär ich doch aufze nommen Und schon bei zur Stell'! Herr Christe, nimm mein Flehen So lang indessen an, Bis ich dich selbst er⸗ sehen Und recht beschaunn kann. Erasmus Finx, geb. 1627 1 100l. Matth. 25, V. 1—13. Mel. Valet will ich dir geben. 570 Ennunten euch * ihr Frommeh, Zeigt eurer Lampen Schein Der Abend ist gekommen Die finstre Nacht bricht ein Es hat sich aufgemachet Iu Bräutigam mit Pracht. A betet, kämpft und wachel Bald ist es Mitternacht. 2. Macht eure Lampen fE tig Und füllet sie mit Ol Und seid des Heils gewärth Bereitet Leib und Seel. Y Wächter Zions schreien: u Bräutigam ist nah! Begeh⸗ net ihm in Reihen Und singi: Hallelujah! ö von n Dunket 5. 2 schlafer st wo Mr. steudi licht die men, 7 weil Krone bor d Rauch eurer j afl ie Gebär n Schein t du sit sie findn ber haben und furt chem Ku⸗ in ut in unsem ch einmul Freuden och 4 11 n bei iste, nimn ig indessa selbst e⸗ beschauen —18. dir geben. ntert euch Frommen, n Scheinl gekommez. richt en. achet a icht. M wachell nacht. Seel'. D eien: vu Jüngstes Gericht und ewiges Leben. 413 g. Ihr klugen Jungfrau'n lle, Hebt nun das Haupt enpor Mit Jauchzen und mit Shalle Zum frohen Engel⸗ gor. Die Thür ist aufge⸗ chlossen, Die Hochzeit ist bereit! Wuf, auf ihr Reichsgenossen, Der Bräut'gam ist nicht weit! staub und. 4. Er wird nicht lang ver⸗ jehen, Drum schlafet nicht nehr ein. Man sieht die Mume blühen, Der schönste Frühlingsschein Verheißt Er⸗ guickungszeiten; Die Abend⸗ nte zeit Den schönen Tag won weitem, Vor dem das Zunkel weicht. 5. Wer wollte denn nun chlafen? Wer klug ist, der it wach. Gott kommt, die 627 T Velt zu strafen, Zu führen sine Sach' An allen, die niht wachen Und die des Vieerres Bild Anbeten, den ver⸗ lachen, Der ewig Sonn' und Schild. 6. Begegnet ihm auf Erden, Ihr, die ihr Zion liebt, Mit fleudigen Gebärden Und seid nicht mehr betrübt. Es sind die Freudenstunden Gekom⸗ nen, und der Braut Wird, heil sie überwunden, Die Krone nun vertraut. unpen fer. mit Ol gewärtih; 8. Hier sind die Sieges⸗ palmen, Hier ist das weiße Kleid; Hier stehn die Weizen⸗ halmen In Frieden nach dem Streit Und nach den Winter⸗ tagen; Hier grünen die Ge⸗ bein, Die dort der Tod er⸗ schlagen; Hier schenkt man Freudenwein. 9. Hier ist die Stadt der Freuden, Jerusalem, der Ort, Wo die Erlösten weiden; Hier ist die sichre Pfort', Hier Ind die güldnen Gassen; Hier ist das Hochzeitsmahl, Hier soll sich niederlassen Die Braut im Rosenthal. 10. O Jesu, meine Wonne, Komm bald und mach' dich auf! Geh auf, ersehnte Sonne, Und fördre deinen Lauf! Jesu, mach' ein Ende Und führ' uns aus dem Streit! Wir heben Haupt und Hände Nach der Erlösungszeit. Laurentius Laurenti, geb. 1660 + 1722. Dies irae, dies illa. Eigne Melodie. 571 E⸗ ist gewiplich 1. an der Zeit, Daß Gottes Sohn wird kom⸗ men In seiner großen Herr⸗ lichkeit, Zu richten Bös' und Frommen. Wer wird als⸗ dann vor ihm bestehn, Wenn alles wird durchs Feu'r ver⸗ gehn, Wie uns sein Wort be⸗ zeuget? 2. Posaunen wird man hören gehn An aller Welten Ende; Darauf bald werden —— 4¹14 auferstehn Die Toten gar be⸗ hende. ie aber noch das Leben han, Die wird der Herr von Stunden an Ver⸗ wandeln und verneuen. 3. Ein Buch wird da ge⸗ lesen bald, Darinnen steht ge⸗ schrieben, Wie Gott wird richten jung und alt, Wie nichts geheim geblieben; Als⸗ dann gewiß wird jedermann Bald hören, was er hat ge⸗ than In seinem ganzen Leben. 4. O weh demselben, wel⸗ cher hat Des Herren Wort verachtet Und nur auf Erden früh und spat Nach eitlem Gut getrachtet; Er wird für⸗ wahr gar schlecht bestehn Und mit dem Satan müssen gehn Von Christo in die Hölle. 5. O Jesu, hilf zur selben Zeit Mir wegen deiner Wun⸗ den, Daß ich im Buch der Seligkeit Werd eingezeichnet funden; Daran ich denn au zweifle nicht, Denn du hast ja den Feind gericht't Und meine Schuld bezahlet. 6. Derhalben mein Für⸗ sprecher sei, Wenn du nun wirst erscheinen, Und lies mich aus dem Buche frei, Darinnen stehn die Deinen, Auf daß ich samt den Brüdern mein Mit dir geh' in den Himmel ein, Den du uns hast er⸗ worben. 7. O Jesu Christ, Du machst es lang Mit deinem jüngsten Tage! Den Menschen wird auf Erden bang In ihrer großen Plage. Komm doch Jüngstes Gericht und ewiges Leben. ch erkoren, Die Ruhe, die keh komm doch, du Richter guh Und mach' uns bald in Onndn los Von allem Uebel. Ann Bartholomäus Ringwald, geb, Iu + 1598. Ebräer 4. Mel. Wie wohl ist mir, o Zrumn Seelen. der 572 Es ist noch e 35 Ruh' nn handen; Auf, müdes Herz u werde licht! Du seust in deinen Banden, Und deh Sonne scheinet nicht: S auf das Lamm, das dich ui Freuden Dort wird vor selnen Stuhle weiden; Wirf hin h Last und eil herzu! Bald der heiße Kampf geendet, Buh bald der saure Lauf vollenden So gehst du ein zu del Ruh'. 2. Die Ruhe hat Gott ak Ende nimmt; Es hat, da nut kein Mensch geboren, N Liebe sie uns schon bestimnt Das Gotteslamm wollt danm sterben, Uns diese Ruhe 4 erwerben; Es ruft, es lol weit und breit: Ihr mihg Seelen und ihr frommen, u, säumet nicht, heut' eine kommen Zu meiner Muh Lieblichkeit! é 3. So kommet denn, i matten Seelen, Die m Last und Bürde drückt; Eh eilt aus euren Kummerhöhnn Geht nicht mehr traurig u gebückt. Ihr habt des Taht last ach d 1 L sc 30 ob Ind etro 10 2 Franke muüden iner Und hann, niederf Trunk eide dies si Es u unden sille! 5. arber Iuri ein J süßer Schm Ind! liehn ir! dort Brun Die 5 wische noch 6 wird die( Die nehr seine selbst ihre Mit en. dichter ge din Onl bel. Amn Ud, geb, I ir, o gremd n. st noch en Ruh' nz 0 eufzest h „Und 8 nicht: Ei as dich m d vor seinen Birf hin. uI Vai endet, Bah, uf vollendez 1 zu dann it Gott ab he, die kz. hat, da nuh boren, N n bestimmm 12½ se Ruhe u. 10 st, es Ihr mihn mmen, Vn⸗ seut' eingl⸗ einer Ruh denn, ih Die mante drückt; E Jüngstes Gericht und ewiges Leben. 415 hast getragen; Dafür läßt ah der Heiland sagen: Ich fübst will eure Ruh'statt seinl Ihr seid sein Volk, gezeugt un oben: Ob Sünde, Welt und Teufel toben, Seid nur getost und gehet ein!/ 4. Was mag wohl einen granken laben Und einen nüden Wandersmann? Wo sner nur ein Bettlein haben 8 sanfte darauf ruhen hnn, Wenn dieser sich darf niͤdersetzen, An einem frischen Aunk ergötzen; Wie sind sie hede so vergnügt! Doch dies sind kurze Rüuhestunden; Es wird noch eine Ruh' ge⸗ nden, Da man auf ewig liegt. 5. Da wird man Freuden⸗ arben bringen, Denn unsre münensaat ist aus. O welch en Jubel wird erklingen Und sißer Ton im Vaterhaus! Schmerz. Seufzen, Leid, Tod und dergleichen Wird müssen W und von uns weichen; ir werden auch das Lamm dort sehn. Es wird beim Brunnquell uns erfrischen, Die Thränen von den Augen wischen; Wer weiß, was sonst noch soll geschehn? 6. Kein Durst noch Hunger wird uns schwächen; Denn die Erquickungszeit ist da; Die Sonne wird uns nicht nehr stechen; Das Lamm ist seinem Volke nah'. Es will febst über ihnen wohnen Und ühre Treue wohl belohnen Mit Licht und Trost, mit Ehr' und Preis. Es werden die Gebeine grünen, Der große Sabbath erschienen, Da man von keiner Arbeit weiß. 7. Da ruhen wir und sind in Frieden Und leben ewig sorgenlos. Ach, fasset dieses Wort, ihr Müden, Legt euch dem Lamm in seinen Schoß. Ach, Flügel her! Wir müssen eilen Und uns hier länger nicht verweilen: Dort wartet schon die frohe Schar. Fort, fort, mein Geist, zum Jubi⸗ lieren! Begürte dich zum Triumphieren! Auf, auf,‚ es kommt das Ruhejahr! Joh. Sigism. Kunth, geb. 1700 4 1779. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 573 He freue dich der Ewigkeit: Du sollst auf Jesum sterben! Was dich als Kind im Hoffen freut, Wirst du vollkommen erben. Was du gewünscht, das soll geschehn, Den du ge⸗ laubt, den wirst du sehn, nd so soll's ewig bleiben. 2. Ein Blick auf unsers Heilands Thron, Ein Strahl von jener Sonne, Ein schwacher Klang vom Harfenton, Ein Vorschmack jener Wonne, Ein Tröpflein von dem Lebens⸗ quell Ist hier schon wunder⸗ schön und hell; Doch kann's hier so nicht bleiben. 3. Es ist ein froher Augen⸗ blick, Der bald uns muß ver⸗ lassen, Das Sterbliche hält uns zurück; Wir können's 416 Füngstes Gericht und ewiges Leben. jetzt nicht fassen. Doch zün⸗ det er den Glauben an, Daß sich das Herz des trösten kann: Dort soll es ewig bleiben. 4. Nimm, Jesu, mir das ohn' Ermüden Und dich zeitslebens inbrünsii lieben. 5. Ich bin zufrieden, Vn ich die Stadt gesehn, Und ill ich ih Herz ganz ein Mit diesen näher gehn Und ihre hellen großen Dingen, Mich unauf⸗goldnen Gassen Lebenslag hörlich und allein Zur Ewig⸗nicht aus den Augen lassh keit zu schwingen. Bleibst du Joh. Thimotheus Hermes, geb. m mit deinem Geist in mir, So bleibet auch mein Herz in dir; Und so wird's ewig bleiben. Phil. Friedr. Hiller, geb. 1609 4 1769. Mel Nun preiset alle. 514. I e, dan deinen Thron erblickt Und hätte gerne Mein Herz vor⸗ ausgeschickt, Und hätte gern mein müdes Leben, Schöpfer der Geister, dir hingegeben. 2. Das war so prächtig,. Was ich im Geist gesehn. Du bist allmächtig, Drum ist dein Licht so schön. Könnt' ich an diesen hellen Thronen Doch schon von heute an ewig wohnen! 3. Nur ich bin sündig, Der Erde noch geneigt; Das hat mir bündig Dein heil'ger Geist gezeigt. Ich bin noch nicht genug gereinigt, Noch nicht ganz innig mit dir ver⸗ einigt. 4. Doch bin ich fröhlich, Daß mich kein Bann er⸗ schreckt; Ich bin schon selig, Seitdem ich das entdeckt. Ich will mich noch im Leiden üben + 1821. Dies irae, dies illa Eigene Melodie. 575. Ton Wan la⸗ ben, Wirst die Welt in W. stäuben, Wie uns die Pu⸗ pheten schreiben. 2. Welch ein Zittern wih dann werden, Wenn der Rich⸗ ter kommt auf Erden, Rächg aller Sünd' zu werden! 3. Die Posaun' mit mächt⸗ gem Schalle, Rufend dulh der Gräber Halle, Treibet vu den Thron hin alle. 4. Tod und Schöpfunh werden beben, Wenn die d⸗ ten sich erheben, Antwort in Gericht zu geben. 5. Und ein Buch wird sih entfalten, Drin der Menschin Schuld enthalten, Wonah Gott Gericht wird halten. 6. Wird der Herr uun richtend sitzen, Dann wird Li ins Dunkle blitzen, Nichts vut seinem Zorne schützen. Was soll dann ich N⸗ mer sagen? Welchen Fi nroch' mir erfragen, Wo seh Kreu; Müh volle le Gerechten zagen? 6. König, schrecklich, groß bon Ehren, Du rett'st, was arrett't soll werden; Rett' auch mich, Heiland der Erden! 9. Treuer Jesu, woll'st be⸗ enken, Daß du kamst, mir eil zu schenken; Wollst mich nicht zum Abgrund senken! 0. Hens gesucht mich Zeit des Lebens, Mich erlöst am Atreuz voll Bebens; So viel Müh' sei nicht vergebens. 11. Richter der gerechten Rache, Deiner Huld mich teil⸗ ses Zomn haft mache, Eh ich zum Ge⸗ —— richt erwache. t in Asch 12. Schwer beseufz' ich mei⸗ die Pu] nen Schaden, Ich erröt' von Schuld beladen; Schenk' dem tern uih] Flehenden, Herr, Gnaden! . 13. Der du lossprachst einst nrhn Maren Und den Schächer en! hast verziehen, Hast auch mir it nüttee Hoffnung verliehen. nn. II. Mein Gebet gilt zwar reibet du u teuer; Doch du Gnaden⸗ I boller, Treuer, Rette mich Schösun bom ew'gen Feuer! u die 15. Von den Böcken we⸗ ntwort n mich stelle, Zu den Schafen mich geselle, Mich zu deiner Rechten stelle. 16. Wann die Flammen heiß entglommen, Die Ver⸗ dammten hingenommen, Dann wird Lt ruf mich mit deinen Frommen. Nichts vun 17. Mit zerknirschtem Her⸗ n. 10 wende Flehend ich zu dir die Hände: Sorge gnädig für wird sih Menschn Vonah halten. herr nn mein Ende! Jüngstes Gericht und ewiges Leben. 4¹⁷ nem Tage Auferstehn mit Thrän' und Klage Zum Ge⸗ richt beschwert mit Sünden: Herr Gott, laß uns Gnade finden! Frommer Jesu, ach schenk' uns Ew'ge Ruh' in deinem Namen! Amen. (Uebersetzung des dies irae von Thomas v. Celano, um 1250.) Eigne Melodie. 576² Qerusalem, du * hochgebaute Stadt, Wollt Gott, ich wär' in dir! Mein sehnlich Herz so groß' Verlangen hat Und ist nicht mehr bei mir. Weit über Berg und Thale, Weit über blaches Feld Schwingt es sich über alle Und eilt aus dieser Welt. 2. O schöner Tag und noch viel schön're Stund', Wann wirst du kommen schier, Da ich mit Lust, mit freiem Freu⸗ denmund Die Seele geb' von mir In Gottes treue Pand, Zum auserwählten Pfand, Daß sie mit Heil anlände In jenem Vaterland? 3. Im 5 Bis an wird sie erheben sich Bis an das Fir⸗ mament, Wenn sie verläßt so sanft, so wunderlich Die Stätt“ der Element'; Fährt auf Eliä Wagen Mit froher Engel Schar, Die sie auf Händen tragen, Umgeben ganz und gar. 4. O Ehrenburg, sei nun gegrüßet mir! Thu auf der Gnaden Pfort'! Wie große 18. Ach, wenn wir an je⸗ Zeit hat mich verlangt nach 27⁷ 418 Jiüngstes Gericht und ewiges Leben. dir, Eh' ich bin kommen fort Aus jenem bösen Leben, Aus jener Nichtigkeit, Und mir Gott hat gegeben Das Erb' der Ewigkeit. 5. Was für ein Volk, was für ein' edle Schar Kommt dort gezogen schon? Was in der Welt von Auserwählten war, Seh' ich; die beste Kron', Die Jesus mir der Herre, Entgegen hat gesandt, Da ich noch war so ferne In meinem Thränenland. 6. Propheten groß und Pa⸗ triarchen hoch, Auch Christen insgemein, Die weiland dort trugen des Kreuzes Joch Und der Tyrannen Pein, Schau ich in Ehren schweben, In Freiheit überall, Mit Klar⸗ heit hell umgeben, Mit son⸗ nenlichtem Strahl. 7. Wenn dann zuletzt ich angelanget bin Im schönen Paradeis: Von höchster Freud' erfüllet wird der Sinn, Der Mund von Lob und Preis. Das Hallelujah reine Singt man in Heiligkeit, Das Ho⸗ sianna feine Ohn' End' in Ewigkeit. 8. Mit Jubelklang, mit In⸗ strumenten schön, In Chören ohne Zahl, Daß von dem Schall und von dem süßen Ton Erbebt der Freudensaal! Mit hunderttausend Zungen, Mit Stimmen noch viel mehr, Wie von Anfang gesungen Des Himmels selig Heer. Joh. Matth. Meyfart, geb. 1590 1.1642. Mel. Wie schön leuchtet der uz⸗ genstern. 577. Jin an mein Gaf entzückt? Mein Auge hn jetzt was erblickt: Ich seh' dn Himmel offen; Ich sehe Gotte önigsthron, Zur Rechti Jesum, Gottes Sohn, Auf da wir alle hoffen. Singet, Klh⸗ get, Spielt auf scharfen B⸗ vidsharfen, jauchzt von Herzen Jesus stillet alle Schmerzan 2. Ich seh', er machet alle neu, Die Braut fährt zu ihn ohne Scheu In reiner s Seide; Die Kleider sind mi Gold gestickt, Der Bräutgan hat sie selbst geschmückt teurem Halsgeschmeide. Me⸗ ster, Geister, Cherubinen, S= raphinen wünschen Glüch; Jesus giebt ihr Gnadenblitk 3. Gott hat sie aus den Strom erfrischt, Der Auzen Thränen abgewischt, Gotl kommt, bei ihr zu wohnen. E will ihr Gott, sie sein Vol sein, Selbst bei ihr gehen aut und ein: Wie reichlich kan Gott lohnen! Trauet, Schauet Gottes Güte, Gottes Hülte bei den Kindern; Gott wohn bei bekehrten Sündern. 4. Wie heilig ist die neue Stadt, Die Gott und Lanm zum Tempel hat, Zum Grund? die zwölf Boten. Gar nichs Gemeines geht hinein, Dn Greuel muß verbannet sein Sein Teil ist bei den Toteh. Reine, Feine Edelsteine sind S8& E tder Iu⸗ ö aus den er Augen 9t, Gah hhnen. E sein Vol gehen aut hlich kam t, Schauet es Hütte ott wohnt rn. ö die neue⸗ nd Lann m Grunde zar nichts iein, Iu nnet sein en Toten. teine sud — hr ein breit Bei leußt recht krystallenhelle. ihr Licht flimmert, heller Jaspis schim⸗ ert. 15. Die Stadt bedarf der Sonne nicht, Nicht unsers Mondes blasses Licht, Das Lamm ist ihre Sonne; Ihr leuchtet Gottes Herrlichkeit. Die Heiden wandeln weit und Bei dieses Lichtes Wonne. Ihre Thüre Und die Pforte dieser Orte stehet offen; Da ist keine Nacht zu hoffen. 6. Von Gottes Stuhle quillt ein Fluß, Der mitten auf der Gassen muß Das Holz des Lebens wässern; Die Frucht, die der Baum zwölffach trägt, Und jedes Blättchen, das er hegt, Soll die Gesundheit bessern. Schlechte Knechte, Herren, Fürsten, Kaiser dür⸗ sten nach der Quelle; Sie ie ein. 7. Wie herrlich ist die neue Welt, Die Gott den Frommen vorbehält! Kein Mensch kann sie erwerben; O Jesu, Herr der Herrlichkeit, Du hast die Stätt auch mir bereit't, Hilf mir sie auch ererben; Weise, Preise Ihre Kräfte, ihr Ge⸗ schäfte mir Elenden; Laß in ihrem Schau'n mich enden. Ahasv. Fritsch, geb. 1629 + 1701. Eigne Melodie. 578. O Ewigkeit, du Donnerwort, O Schwert, das durch die Seele bohrt, O Anfang sonder Jüngstes Gericht und ewiges Leben. 419 Zeit, Ich weiß vor großer Traurigkeit Nicht, wo 1 mich hinwende! Mein ganz er⸗ schrocknes Herz erbebt, Daß mir die Zung' am Gaumen klebt. 2. Kein Unglück ist in aller Welt, Das endlich mit der Zeit nicht fällt Und ganz wird aufgehoben; Die Ewigkeit hat nur kein Ziel, Sie treibet fort und fort ihr Spiel, Läßt nimmer ab zu toben; Ja, wie mein Heiland selber spricht: Aus ihr ist kein' Erlösung nicht. 3. O Ewigkeit, du machst mir bang'! O ewig, ewig ist zu lang! Hier gilt fürwahr kein Scherzen. Drum wenn ich diese lange Nacht Mit ihrer großen Pein betracht', Erschreck' ich recht von Herzen. Nichts ist zu finden weit und breit So schrecklich als die Ewigkeit. 4. Wenn der Verdammten große Qual So manches Jahr, als an der Zahl Hier Men⸗ schen sich ernähren, Als man⸗ chen Stern der Himmel hegt, Als manches Laub das Erd⸗ reich trägt, Noch endlich sollte währen: So wäre doch der Pein zuletzt Ihr recht be⸗ stimmtes Ziel gesetzt. 5. Nun aber, wenn du die Gefahr Viel hunderttausend tausend Jahr Hast kläglich ausgestanden Und in der Hölle solche Frist Ganz grau⸗ Ende! O Ewigkeit, Zeit ohne samlich Hnd Lert bist, Ist doch kein Schluß vorhanden. Die 27²⁷ 42⁰ Zeit, so niemand zählen kann, Die fänget stets von neuem an. 6. Ach Gott, wie bist du so gerecht! Wie strafest du die ösen Knecht Im heißen Pfuhl der Schmerzen! Auf kurze Sünden dieser Welt Hast du so lange Pein be⸗ stellt! Ach, nimm es wohl zu Herzen Und merk' auf dies, o Menschenkind: Kurz ist die Zeit, der Tod geschwind. Wach auf, o Mensch, vom Sündenschlaf, Ermuntre dich, verlorenes Schaf, Und bessre bald dein Leben. Wach auf, es ist nun hohe Zeit, Es kommt heran die Ewig⸗ keit, Dir deinen Lohn zu geben. Vielleicht ist heut' der letzte Tag, Wer weiß, wie man noch sterben mag! 8. Laß doch die Wollust dieser Welt, Pracht, Hoffart, Reichtum, Ehr' und Geld Dir länger nicht gebieten; Schau an die große Sicher⸗ heit, Die falsche Welt und böse Zeit, Zusamt des Teufels Wüten. Vor allen Dingen hab' in Acht Die lange ew'ge Höllennacht. 9. O Ewigkeit, du Donner⸗ wort, O Schwert, das durch die Seele bohrt, O Anfang sonder Ende! O Ebwigkeit, Zeit ohne Zeit, Ich weiß vor großer Traurigkeit Nicht, wo ich mich hinwende. Nimm du mich, wenn es dir gefällt, alth Jesu, in dein Freuden⸗ zelt! Joh. Rist, geb. 1607 + 1667. Jüngstes Gericht und ewiges Leben. Mel. O Ewigkeit, du Donnerworl 579 O. 00 * Freudenwort Das mich erquicket fort und fort, O Anfang sonder Endel O Ewigkeit, Freud' ohne Leid! Ich weiß vor Herzensfröhlih⸗ keit Gar nichts mehr von Elende, Das sonst in diesen Leben plagt, Weil mir die Ewigkeit behagt. 2. Kein Herrlichkeit ist in der Welt, Die endlich mit da Zeit nicht fällt Und gänziih muß vergehen. Die Ewigkei nur hat kein Ziel, Sie treibet fort und fort ihr Spiel, Bleiht unverändert stehen; Ja, wie der heil'ge Petrus spricht: Ihr Erbe,‚ das verwellet nicht 3. O Ewigkeit, du währet lang! Wenn mir auf Erden gleich ist bang, Weiß ich, daß ies aufhöret. Drum, wenn ich diese lange Zeit Erwöhe samt der Seligkeit, Die ewig nichts zerstöret: So acht' ig alles Leiden nicht, Das mith nur kurze Zeit anficht. 4. Was ist doch aller Christen Qual, Die Pein der Märtren allzumal, So vieles Kreuz und Leiden! Wenn man es gleich zusammen trägt Und alles auf die Wage legt, So⸗ jenes Lebens Herrlichleit: Wie wird es überwogen weit! 5. Sieht man dann die Verdammten an, Wie lang ihr' Marter währen kann, Vit grausam sie geplaget, Nur dann zur andern Seite Don onnerwon keit, du denwort, ort und r Endel“ ne Leidl hr vom n diesen mir die it ist i mit der änzlih wigkei e treibet 1, Bleib spricht: et nicht. währes Erden ich, daß wenn Erwähe ie epiß acht' 6 as mich Christen Närt'ret. Kreuz nan es t Und t, So⸗ te Dorl lichleit: n weit! im die e lang n, Wie leben werden Sie sehen stets der Gottheit Hrieden, 580. O eurer Kammer Sicher und be⸗ freit von allem Jammer, Kein sterben ohne Tod Und in der höchsten Not, Lum Feu'r und Wurm be⸗ naget: Was ist das nicht für Herrlichkeit, Von diesem allen sein befreit! 6. Im Himmel lebt der Christen Schar Bei Gott viel tusend tausend Jahr Und des nicht müde; Sie sümmen mit den Engeln ein, immer Sie haben güld'nen Da Christus giebt, wie er verheißt, Das Manna, das die Engel speist. 7. Ach, wie verlanget doch nach dir Mein mattes Herze mit Begier, Du überselig' Le⸗ ben! Wann werd' ich doch einmal dahin Gelangen, wo mein schwacher Sinn Stets pfleget hin zu streben! Ich will der Welt vergessen ganz, Schein, Eigne Melodie. Gemeinde. wie seli 0 ihr doch, ihr Frommen, Die ihr durch den Tod zu Gott gekommen! Ihr seid entgangen Aller Not, die uns noch hält gefangen. 2. Muß man hier doch wie im Kerker leben, Wo nur Sorge, Furcht und Schrecken schweben; Was wir hier ken⸗ nen, Ist nur Müh' und Her⸗ zeleid zu nennen. 3. Ihr hingegen ruht in Jüngstes Gericht und ewiges Leben. 42¹ Mich sehnen nach des Him⸗ mels Kabd 8. Fahr hin, du schnöde Sucht und Pracht, Du tolle 460 Hoffartskleidertracht; Fahr' hin, du sündlich Wesen, Du ö falsch entzünd'te Liebesbrunst, Du Gold⸗ und Silberreich⸗ ö tumsdunst Und was die Welt V erlesen Gleich als ihr einig höchstes Gut! macht mir bessern Mut. 9. O Ewigkeit, du Freuden⸗ wort, Das mich erquicket fort und fort! O Anfang sonder Ende! O Ebwigkeit, Freud' ohne Leid! Ich weiß von keiner Traurigkeit, Wenn ich mich zu dir wende. Herr Jesu, gieb mir solchen Sinn Beharrlich, bis ich komm, dahin. Kaspar Heunisch, geb. 1620 4 1690. Chor. Ja, höchst selig sind wir, liedben Brüder, Unser Mund ist voller Freudenlieder; Doch was wir schauen, Wird euch Gott gar bald auch anver⸗ trauen. O ihr Lieben, seid doch ja zufrieden Wünscht nicht Freude, weil ihr seid hienieden, Laßt euren Willen Sich fein sanft in Gottes Gnade stillen. Aber gleichwohl mußten wir auch kämpfen, Da in uns war Sünd' und Tod zu dämpfen. Das ew'ge 4 42² Kreuz noch Leiden Ist euch hinderlich in euren Freuden. 4. Christus wischet ab all' eure Thränen, Ihr habt das schon, wonach wir uns sehnen; Euch wird gesungen, Was durch keines Ohr allhier ge⸗ drungen. 5. Ach, wer wollte denn nicht gerne sterben Und den Himmel für die Welt ererben? Wer wollt' hier bleiben, Sich den Jammer länger lassen treibenꝰ 6. Komm, o Christe, komm uns auszuspannen, Lös uns auf und führ' uns bald von dannen! Bei dir, o Sonne, Ist der frommen Seelen Freud' und Wonne. Chor und 7. Nun wir wollen beider⸗ seits denn loben Gottes Lamm, das uns in Gott erhoben. Ein ew'ges Leben Ist uns beider⸗ seits gewiß gegeben. Eigne Melodie. 581 Uzrilen jener 55 Freuden Sollst du weiden: Seele, schwinge dich empor! Als ein Adler fleug behende! Jesu Hände Oeffnen schon das Perlenthor. 2. Laßt mich 969 laßt mich laufen Zu den Haufen Derer, die des Lammes Thron Nebst dem Chor der Sera— phinen Schon bedienen Mit dem reinsten Jubelton. Jüngstes Gericht und ewiges Leben. Was euch jetzt qnälet, Danm hat es uns auch nicht efehle, Duldet euch nur 2 00 euren Thränen, Bleibt getve, euch himmelan zu schnen; Eu'r jetzig Leiden Ist da Same zu den künfkgn Freuden. Freilich ist hier gut b Christo leben, Doch konnt ihr euch in Geduld ergeben: A euer Streiten Lohnet Chrishi hier mit Herrlichkeiten. Ach, ihr teuren Seelen, emn Kronen, Eure Palmen, enn Peretter Thronen Sind schon ereitet; Schafft nur, daß iln recht zum Siege streitet. Gemeinde. 8. Lobt, ihr Menschen, Un ihr Himmelschöre, Gebt den höchsten Gott allein die Ehr! Die Ewigkeiten Werden unsetz Gottes Lob ausbreiten. Simon Dach, geb. 1605 + 1659. Chor und V. 7 u. 8 von Jacob Baun⸗ garten, geb. 1668 4+ 1722. 3. Löse, erstgeborner Bm⸗ der, Doch die Ruder Meines Schiffleins: laß mich ein Iu den sichern Friedenshafen, Iu den Schafen, Die der Furcht entrücket sein. 4. Nichts soll mir am Her⸗ zen kleben, Süßes Leben, Was die Erde in sich hält. Soll' ich noch in diesen Wüsten Län⸗ ger fristen? Nein, ich eil' ius Himmelszelt. 5. Herzensheiland, laß den Glaul Glauf dring mein sie sie 6. es m Unser lanns Träu uns 7. Straf Zage mir liegt Wen 8 ich der z nomi land endli gleid gehn nicht 2. komu sehr t, Darun 1 ort bil bt getreh schnen; Ist da künftan gut bi könnt i hen: Ab Chrisiz n. elen, eure en, eunt ind schon daß ir tet. chen, loh zebt dem die Ehrel n. +.1650 cob Baun⸗ 17²². er Bm⸗ Meines ein A. afen, Au Furcht am 90 en, Was Sollb en Län⸗ eil' ind laß den — n unses 1— Jüngstes Gericht und ewiges Leben. 42³ Glauben Mir nicht rauben, GHlauben, der durch alles dringt. Nach dir sehnt sich meine Seele In der Höhle, Bis sie sch von hinnen schwingt. 6. O wie bald kannst du es machen, Daß mit Lachen Unser Mund erfüllet sei! Du lannst durch die Todesthüren Träumend führen Und machst uns auf einmal frei. 7. Du hast Sünd' und Straf' getragen; Furcht und gagen Muß nun ferne von mir gehn, Tod, dein Stachel liegt darniederl Meine Glieder Verden fröhlich auferstehn. 8. Gotteslamm, dich will ih loben Hier und droben In der zart'sten Liebsbegier. Du hast dich zum ew'gen Leben Mir gegeben; Hole mich, o Herr, zu dir. Johann Ludwig Conrad Allendorf, geb. 1693 T 1778. Eigne Melodie. 9 ach auf, wach 582. Wé auf, du sichre Velt! Der letzte Tag wird wahrlich kommen; Denn was im 9 de ist bestellt, Wird durch die Zeit nicht hinge⸗ nommen: Ja, was der Hei⸗ land selbst geschworen, Soll endlich allzumal geschehn. Ob⸗ gleich die Welt muß unter⸗ gehn, So wird sein Wort doch nicht verloren. 2. Wach auf, der Herr kommt zum Gericht! Er wird * schr prüchtig lassen schanen Sein richterliches Angesicht, Das die Verdammten machet rauen. Seht, den der Vater ässet sitzen Zu seiner Rech⸗ ten, der die Welt Zu sei⸗ nen Füßen hat gestellt, Der kommt mit Donner, Feu'r und Blitzen. 3. Wach auf, wach auf, du sichre Welt! Gar schnell wird dieser Tag einbrechen. Wer weiß, wie bald es Gott gefällt? Sein Will' ist gar nicht auszusprechen. Ach, hüte dich vor Geiz und Prassen! Gleichwie das Vöglein wird berückt, Noch eh' es seinen Feind erblickt, So schnell wird dieser Tag dich fassen. 4. Der Herr verzeucht die letzte 91 Dieweil er uns so herzlich liebet Und nur aus lauter Freundlichkeit Uns Frist und Raum zur Buße giebet. Er weiß ganz sanft mit uns zu fahren, Hält auf den lieben jüngsten Tag, Daß sich der Frommen Glauben mag Samt Lieb' und Hoffnung offen⸗ baren. 5. Erscheinen wird das lieb⸗ lich Teil, Der Tag des Rich⸗ ters euch, ihr Frommen, An welchem eu'r erwünschtes Heil, Euch frei zu machen, ist ge⸗ kommen. Der rechte Josua wird bringen Die Seinigen mit starker Hand In das ge⸗ wünschte Vaterland, Ein Sie⸗ geslied daselbst zu singen. 6. Sind auch die Zeiten so verkehrt, Daß wir vor Unmut 424 Füngstes Gericht und ewiges Leben. schier vergehen; Wird schon die Trübsal so vermehrt, Daß kaum ein Ziel davon zu sehen: Geduldet euch! bald wird sich enden Des Lebens schwere Pilgerschaft, Bald werden wir dahin gerafft, Wo sich die Plagen von uns wenden. 7. Der Frühling ist schon vor der Thür, Der Feigen⸗ baum will Laub gewinnen, Die Blümlein schießen auch herfür, Die Zeit erneuert uns die Sinnen. Bald kommt das rechte Sommerleben, In wel⸗ chem unser Leib wird sein Verkläret, wie der Sonnen⸗ schein, Den uns der jüngste Tag wird geben. 8. Wohlan, wir wollen Tag und Nacht Im Geist und un⸗ ablässig beten; Wir wollen immer geben Acht Auf unsern Herrn und vor ihn treten. Kommt, lasset uns entgegen gehen Dem Bräutigam zur rechten Zeit, Damit wir in der Ewigkeit Samt allen Engeln vor ihm stehen. Joh. Rist, geb. 1607 + 1667. Eigne Melodie. 583½ Wobetauß t * uns die Stimme Der Wächter sehr hoch auf der Zinne, Wach auf, du Stadt Jerusalem! Mitter⸗ nacht heißt diese Stunde! Sie rufen uns mit hellem Munde: Wo seid Ihr 1f. der Jung⸗ frauen? Wohlauf, der Bräut'⸗ Lampen nehmt! Hallejch Macht euch bereit Zu zu Hochzeit! Ihr müsset ihm en⸗ gegen gehn. 2. Zion hört die Wächie singen, Das Herz thut ihr e Freuden springen; Sie wache und steht eilend auf. I Freund kommt vom Himm prächtig. Von Gnaden stat von Wahrheit mächtig; I Licht wird hell, ihr Stern gih auf. Nun komm, du wert Kron', Herr Jesu, Gottes Sohn Hosianna! Wir folgen all Zun Freudensaal Und halten m das Abendmahl. 3. Gloria sei dir gesungen Mit Menschen⸗ und mit Engelzungen, Mit Harfen und mit Cymbeln schön! Von zwölf Perlen sind die Thon An Deiner Stadt; wir stehn im Chore Der Engel hoch um deinen Thron. Kein Auh' hat je gespürt, Kein Ohr hal je gehört dir Das Hallelujah für und fin Phil. Nicolai, geb. 1556 f. 1008 Eigne Melodie. 584. Wohnn müde, Ich will nach den Himmel zu; Da wird sein der rechte Friede Und die sohe Seelenruh'. Welt, bei dir ist Krieg und Streit, Nichts denn lauter Eitelkeit: Y dem Himmel allezeit Friehe gam kömmt! Steht auf, die Ruh' und Seligleit. Solche Freude Drum jauchzen wir Und ann 9. Wenn ich werde dahin Zu de bmmen, Bin ich aller Krank⸗ t ihm etz beit los Und der Traurigkeit entnommen, Ruhe sanft in e Wüchtr Gottes Schoß. Welt, bei dir ut ihr du sst Krieg und Streit, Nichts Sie wahel denn lauter Eitelkeit: In dem uf. In himmel allezeit Friede, Ruhꝰ 1 Himm] und Seligkeit. den ful 3. Was ist doch der Erden lig; Iu greude? Nebel, Dampf und Stern gih herzeleid: Hier auf dieser du we ichwarzen Heide Sind die tes Sohnl. Haster ausgestreut. Welt, bei allm dir ist Krieg und Streit, alten uu Nichts denn lauter Eitelleit: In dem Himmel allezeit Friede, gesunn Ruh' und Seligkeit. mnd mit 4. Unaussprechlich schöne arfen ul suget Gottes auserwählte al Pon Schar; Heilig, heilig, heilig! ie Bon lluget In dem Himmel immer⸗ vir fehn dar. Welt, bei dir ist Krieg hoch un! und Streit, Nichts denn in u lauter Eitelkeit: n dem Ohr h Himmel allezeit Friede, Ruh' Freude und Seligkeit. no fng. 5. Nichts ist hier, denn müst stetes Weinen, Alle Freude fun lleibet nicht; Will uns gleich die Sonne scheinen, So ver⸗ hüllt die Nacht das Licht BWelt, bei dir ist Krieg und abel Streit, Nichts denn lauter u dein Eitelkeit: In dem Himmel ach den Sa Friede, Ruh' und senen Seltgkeit. die sü. 6. Nun, es wird dennoch dtgeschehen, Daß ich auch in Niz kluarzer Zeit Meinen Heiland t: werde sehen In der großen errlichkeit. Welt, bei dir ist halleluch. Jüngstes Gericht und ewiges Leben. seg und Streit, Nichts denn 4²2⁵ lauter Eitelkeit: In dem Him⸗ mel allezeit Friede, Ruh' und Seligkeit. 7. O, wer nur dahin ge⸗ langet, Wo jetztund der schöne Chor In den güldnen Kronen pranget Und die Stimme schwingt empor! Welt, bei dir ist Krieg und Streit, Nichts denn lauter Eitelkeit: In dem Himmel allezeit Friede, Ruh' Und Seligkeit. 8. Zeit, wann wirst du doch anbrechen? Stunden, o wann schlaget ihr? Drinnen ich mich kann besprechen Mit dem Schön⸗ sten für und für? Welt, bei dir ist Krieg und Streit, Nichts denn lauter Eitelkeit: In dem Himmel allezeit Friede, Ruh' und Seligkeit. 9. Jetzt will ich mich fertig machen, Daß mein Thun vor Gott besteht, Daß, wenn alles wird zerkrachen, Es heißt: kommet! und nicht: geht! Welt, bei dir ist Angstgeschrei, Sorge, Furcht und Heuchelei; In dem Himmel allezeit Friede, Ruh' und Seligkeit. Joh. G. Albinus, geb. 1624 1679. Offenb. Joh., 7. V. 9-17. Mel. Gott des Himmels. 585. WI Throne, Was ist das 92 eine Schar? Träget jeder eine Krone, Glänzet wie ein Stern so klar; Hallelujah sin⸗ gen all', Loben Gott mit hohem Schall. —— — 426 Jüngstes Gericht und ewiges Leben. 2. Wer sind die, so Palmen tragen, Wie ein Sieger in der Hand, Wenn er seinen Feind geschlagen, Hingestrecket in den Sand? Welcher Streit und welcher Krieg Hat gezeuget diesen Siegꝰ? 3. Wer sind die in reiner Seide Göttlicher Gerechtigkeit, Angethan mit weißem Kleide, Das bestäubet keine Zeit Und veraltet nimmermehr? Wo sind diese kommen her? 4. Es sind die, so wohl 175 Eur. Für des großen Got⸗ tes Ehr', Haben Welt und Tod bezwungen, Folgend nicht dem sünd'gen Heer; Die er⸗ langet auf den Krieg Durch des Lammes Blut den Sieg. 5. Es sind die, so viel ge⸗ litten Trübsal, Schmerzen, anst und Not, Im Gebet auch oft gestritten Mit dem hochgelobten Gott; Nun hat dieser Kampf ein End', Gott hat all' ihr Leid gewend't. 6. Es sind Zweige eines Stammes, Der uns Huld und Heil gebracht; Haben in dem Blut des Lammes Ihre Klei⸗ der hell gemacht; Sind ge⸗ schmückt mit Heiligkeit, Pran⸗ gen nun im Ehrenkleid. 7. Es sind die, so stets er⸗ schienen Hier als Priester vor dem Herrn, Tag und Nacht bereit zu dienen, Leib und Seel' geopfert gern; Nun stehn alle sie herum Vor dem Stuhl im Heiligtum. 8. Wie ein Hirsch am Mit⸗ tag lechzet Nach dem Strom, der frisch und hell, So 0 ihre Seel' geächzet Nach den rechten Lebensquell. Nun ih Durst gestillet ist, Da sind bei Jesn Christ. 9. Auf dem Zionsberg s. weidet Gottes Lamm, die He benssonn' Mitten in dan Stuhl sie leitet Zu dem ni⸗ ten Lebensbronn; Hirt un Lamm, das ew'ge Gut, fl. lich sie erquicken thut, ö 10. Dahin streck auch h die Hände, O Herr Ja dir aus, Mein Gebet ichh ir wende, Der ich noch i. deinem Haus Hier auf Erdan steh' im Streit: Treibe, Hem die Feinde weit! ö 11. Hilf mir in dem Kam siegen Wider Sünde, Hil und Welt; Laß mich nihh darnieder liegen, Wenn eh Sturm mich überfällt. Fühn mich aus aller Not, 00 ö mein Fels, mein treuer Gott 12. Gieb, daß ich sei nan⸗ geboren, An dir als ein grl⸗ nes Reis Wachse und sei aus⸗ erkoren, Durch dein Vht gewaschen weiß, Meine Klei⸗ er halte rein, Meide allen falschen Schein. 13. Daß mein Teil sel ba den Frommen, Welche, 7 dir ähnlich sind, Und auch ih, der Not entnommen, Als dein dir getreues Kind Dann, ge⸗ nahet zu dem Thron, Nehne den verheiß nen Lohn. 14. Welches Wort faßt diese Wonne, Wenn ich mit der N. S˙ Nach 1 ,L Da sind nsberg s m, 0 35 in den dem Rh⸗ Hirt uud But, Vb. lt, auch ii err Jun ebet ichn h noch auf Erden ibe, Henz m Kamp de, Hil nich nih Venn eh t. Fihn t, Hen uer Gott. sei na⸗ ein gri⸗ sei au⸗ in Bll ine Ad, de alln il e, Hen, auch ih, Als dein ann, ge⸗ Nehme aßt Re mit dr Jüngstes Gericht und ewiges Leben. hebgen Schar In dem Strahl der reinen Sonne Leucht' auch, nie die Sterne klar! Amen! Lob sei dir bereit, Dank und Preis in Ewigkeit! Heinr. Theobald Schenk, f 1727. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern. ie wird mir 586. Wé dann, o dann mir sein, Wenn ich, mich ganz des Herrn zu freu'n, In ihm entschlafen werde; Von keiner Sünde mehr entweiht, Ent⸗ laden von der Sterblichkeit, Nicht mehr der Mensch von Erde! Freu' dich, Seelel Stärke, 20 0 dich, erlöste, mit dem Leben, Das dir dann dein Gott wird geben! 2. Ich freue mich und bebe doch; So drückt mich meines Elends Joch, Der Fluch der Sünde nieder! Der Herr er⸗ kichtert mir mein Joch; Es särkt durch ihn mein Herz sich doch, Glaubt und erhebt sich wieder! Jesus Christus, Laß mich streben, dir zu leben, dir zu sterben, Deines Va⸗ ters Reich zu erben! 3. Verachte denn des Todes Graun, Mein Geist, er ist ein Weg zum Schaun, Der Weg im finstern Thale. Er sei dir nicht mehr fürchterlich; Ins Alerheiligste führt dich Der Beg im finstern Thalel Gottes Rh ist Unvergänglich, über⸗ 42⁷ 4. Herr, Herr! ich weiß die Stunde nicht, Die mich, wenn nun mein Auge bricht, Zu deinen Toten sammelt. Viel⸗ leicht umgiebt mich ihre Nacht, Eh' ich dies Flehen noch voll⸗ bracht, Mein Lob dir ausge⸗ stammelt! Vater, Vater, Ich befehle meine Seele deinen Händen, Deinen treuen Vater⸗ händen! 5. Vielleicht Unt meiner Tage viel; Ich bin vielleicht noch fern vom Ziel, An dem die Krone schimmert! Bin ich von meinem Ziel noch weit, Die Hütte meiner Sterblich⸗ keit, Wird sie erst spät zer⸗ trümmert, Laß mich, Vater, steiche Saaten, gute Thaten dann begleiten Vor den Thron der Ewigkeiten. 6. Wie wird mir dann, ach, dann mir sein, Wenn ich, mich ganz des Herrn zu freun, Ihn dort anbeten werde! Von keiner Sünde mehr entweiht, Ein Mitgenoß der Ewigkeit, Nicht mehr der Mensch von Erde! Heilig! Heilig! Heilig! singen wir dir; bringen Preis 55 Ehre Dir, der war und sein wird, Ehre! Fr. Gottl. Klopstock, geb. 1724 1 1803. Eigne Melodie. ird das nicht 587. Wé Freude sein, Nach gläubigem Vertrauen Dort selbst den Heiland schauen In unserm Fleisch und Bein, Imausp die Erlösten Wird e unaussprechlich trösten! Mit seinen holden Blicken Und 428 Jiüngstes Gericht und ewiges Leben. Worten sich erquicken: Wird das nicht Freude sein? 2. Wird das nicht Freude sein, Wenn, was der Tod entnommen, Uns wird ent⸗ Boten ent Und jauchzend holen ein? Wenn man wird froh ni.. Was thränend man verlassen: Wird das nicht Freude sein? 3. Wird das nicht Freude sein, Sehn untern Füßen liegen, Womit man hier muß kriegen? Gott dienen engel⸗ rein, Von Schmerzen, Küm⸗ mernissen Nicht das Geringste wissen: Wird das nicht Freude sein? 4. Wird das nicht Freude sein, Was unaussprechlich, hö⸗ ren, Des Höchsten Lob ver⸗ mehren, Die Engel stimmen ein, Wenn sie mit süßem Klingen Ihr dreimal Heilig singen: Wird das nicht Freude sein? 5. O das wird Freude sein! Weg, Güter dieser Erde, Ihr Ehren voll Beschwerde, Ihr Freuden für den Schein! Ge⸗ habt euch wohl, ihr Lieben! Muß ich euch jetzt betrüben, Denkt, dort wird Freude sein! Hans Christoph von Schweinitz, geb. 1645 4 1722. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 588. Zacterah Dein Erbteil ist dort oben; Dein Jesus schwöret es dir zu, Es sei dir aufgehoben. Er ge⸗ het selber gar voran Und bricht die rauhe Pilgerbahn. Israel, in Fueden dut 2. Wir folgen dir, du Oot tesheer, Als wahre Stres⸗ genossen; Der Glaube fürcth sich nicht mehr, Die Lieb i unverdrossen. So stehen ni für einen Mann Ein jehe ringe,‚ was er kann, D Kleinod zu erlangen. 3. Wir sehn auf dich, A und O, Mit unverwandten Blicken; Dein Dasein math uns immer froh, Dein Von kann uns erquicken, Dein Kran ist unser Siegspanier; Mi schwören Treu' und folgen dir Durch diese öden Wüsten 4. Die Krone bleibt un im Gesicht, Die dort die Sitge tragen; Und darum scheüen wir auch nicht Tod, Ungemah und Plagen. Es hat um unser. Raheld Nicht bloz für diese Welt bestellt: M sind nur für den Himmell 5. Man drückt uns, vu verzagen nicht; Man schilt m und wir segnen; Wir müssen auch nach unsrer Pflicht Dan Feinden sanft begegnen. Vn Ind der Welt hier unbekann Ind haben doch ein Vaterland; Gott kennt uns als die Seinen 6. Wen noch ein Bann ge⸗ fangen hält, Wer Jesu Kreu noch fliehet, Wer noch du Furcht vor dieser Welt n fremden Joche ziehet, Wer an den 1505 0 die Hand gleih legt Und doch verbot'ne Lus noch hegt: Der ist kein rechter Streiter. imn, Da . ö dich, U erwandtn ein mact hein Won Dein Rrah tier; MI d folge u Wüsten leibt un die Siezr schellen Ungemat hat unz icht blch Alt: W. mmel! uns, uu schilt W. r 520 licht Bu en. Vn nbekanmn Jüngstes Gericht und ewiges Leben. 429 7. Wir aber geben ganz um anz, Verleugnen alle Sachen, De uns den schönen Sieges⸗ kranz Noch könnten streitig machen, Und unsre Seele glau⸗ bet fet: Was man darum hier fahren läßt, Ist wert nicht jenes Erbes. 8. Die Kraft dazu liegt nicht in uns; Wir sind gar bald verloren. Zur Quelle alles unsers Thuns Ist uns das Lamm erkoren; Dem Lamm, das alles schon voll⸗ bracht Und unsre Sache gut gemacht, Dem ist es zu ver⸗ danken. 9. Drum soll es unsre Lo⸗ sung sein: Wir nichts und Jesus alles! Ihm räumen wir die Ehre ein, Ihm, unserm Trost des Falles. Er segne serner unsern Lauf Und nehme unsre Seele auf, Wenn wir nun ausgestritten! Joh. Dan. Hense 4 1753. Schlußlied. Mel. Nun laßt uns Gott. 589. A mgatr und. Sohne Sei Lob im Himmels⸗ throne! Sein Geist stärk' uns im Glauben, Und mach' uns selig, Amen! 2. Amen! es wird ge⸗ schehen; Wir werden Christum sehen In den Wolken her⸗ kommen, Uns mitzunehmen, Amen. 3. Amen, uns ewig währe Die Freude, Gott die Ehre; Bringt all' Sprachen zusam⸗ men In einem GlaubenAmen. 4. Amen; kein Tod soll schrecken, Der seld will uns erwecken, Der selbst zuvor be⸗ graben, Nun lebet ewig, Amen. 5. Amen, Gott sei ge⸗ preiset! Der Geist auf Christum weiset; Der helf' uns all' zusammen Ins ew'ge Leben! Amen. Ludwig Helmbold, geb. 1532 1598. Anhang. I. Altkirchliche und liturgische Gesänge. Da pacem: Eigne Melodie. erleih“ uns 590. Vos gnädiglich, Herr Gott, zu unsern Zeiten; Es ist ja doch kein andrer nicht, Der für uns könnte streiten, Denn du, unser Gott, alleine. Martin Luther, geb. 1483 4 1546. Nunc dimitis: Eigne Melodie. Luc. 2, 29— 32. it Fried' und 591. M Freud' fahr' ich dahin In Gottes Wille; Getrost ist mir mein Herz und Sinn, Sanft und stille, Die Litane Der erste Chor. 592.-Ke Christe: Kyrie: Christe: ) Herr. i. Wie Gott mir verheißen haß Der Tod ist mein Schlij worden. 2. Das macht Christu wahr' Gottes Sohn, Der treu Heiland, Den du mich, Herz hast lassen schaun Und gemacht bekannt, Daß er uns daz Leben sei Und Heil in Nan und Sterben. 3. Den hast du allen vor u seinem Reich die elt Heißen laden dein teuer heilsam Wort, M allem Ort erschollen. 4. Er ist das Heil und sel'ge Licht Für all' die Heidn d Mit großen Gnaden Zu erleuchten, die dich kenm nicht, Und 15 weiden; Er ist dein's Volks Israel Preis, ann Ehre, Freud' und Wonne. Martin Luther, geb. 1483 1 1510. Kyrie eleison: ö Der andere Chor, oder die Gemeindt Eleison“)! Eleison! Eleison! Erhöre uns! ) Erbarme dich! 99.550 2+. 742. ‚..K——. nge. H1 0n ů Christus er treue ch, Hern gemacht ns das in N en vor⸗ Gnaden, ie ganz Durht zort, M err Gy/ Mlirchliche und liturgische Gesänge. Vater im Himmel: eer Jott Sohn, der Welt Heilnd: r Gott heilger Geist! Sei uns gnädig: Sei uns gnädig: Vor allen Sünden, Vor allem Irrsal, Vor allem Uebel: Vor des Teufels Trug und List, Vor bösem schnellen Tod, Vor Pestilenz und teu⸗ ter Zeit Vor Krieg und Blutvergießen, Dor Aufruhr und Zwietracht, Vor Hagel und Ungewitter, Vor Feuer⸗ und Wassersnot. Vor dem ewigen Tod: Durch deine heilige Geburt, Durch deinen Todeskampf und hlutigen Schweiß, Durch dein Kreuz und Tod, Durch dein heiliges Auferstehen und Him⸗ melfahrt: In unsrer letzten 431 Erbarm dich über uns! Erbarm dich über uns! Erbarm dich über uns! Verschon uns lieber Herre Gott! Hilf uns, lieber Herre Gott! Behüt uns, lieber Herre Gott! Behüt' uns, lieber Herre Gott! Not, Am jüngsten Gericht: Vir armen Sünder bitten: Und deine heilige christliche Kirche regieren und führen, Alle Bischöfe, Pfarrer und Kir⸗ chendiener im heilsamen Wort und heiligen Leben erhalten: Allen Rotten und Aergernissen wehren, Alle Irrende und Ver⸗ führte wiederbringen, Den Satan unter unsere Füße treten: Treue Arbeiter in deine Ernte senden, Deinen Geist und Krafst zum Worte geben, Allen Betrübten und Blöden helfen und trösten: Hilf uns, lieber Herre Gott! Du wollest uns erhören, lieber Herre Gott! Erhör' uns, lieber Herre Gott! 432 Altkirchliche und liturgische Gesän Der erste Chor. Allen christlichen Königen und Fürsten Fried' und Eintracht geben, Unserm König steten Sieg wider seine Feinde gön⸗ nen, Unsern Landesherrn mit allen seinen Gewaltigen leiten und schützen. Unsern Rat, Schul' und Gemeinde segnen und behüten: Allen, so in der Not und Ge⸗ fahr sind, mit Hülf' erscheinen, Allen Schwangern und Säu⸗ gern fröhliche Frucht und Ge⸗ deihen geben, Aller Kind' und Kranken pflegen und warten, Alle unschuldig Gefangenen los und ledig lassen, Alle Witwen und Waisen vertei⸗ digen und versorgen. Aller Menschen dich erbarmen; Unsern Feinden, Verfolgern und Lästerern vergeben und De bekehren, Die Früchte auf em Lande geben und be— wahren Und uns gnädiglich erhören: O Jesu Christ, Gottes Sohn: O du Gottes Lamm, das der Velt Sünde trägt: O du Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt: O du Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt: Christe: Kyrie: Christe: Der andere Chor oder die emein Erhör' uns, lieber Herre Gott. Erhör' uns, lieber Herre Gotti Erhör' uns, lieber Herre Gottl Erbarme dich über uns! Erbarme dich über uns! Verleih' uns steten Fried'! Erhöre uns! Eleison! Eleison! Beide Chöre, oder Chor und Gemeinde zusammen. Kyrie, Eleison! Amen. Martin Luther, geb. 1483 1546 Oer d Hel, 2.6 „t, T Das Agnus Dei: Eigne Melodie. NI 593 C hriste, du W.* Lamm Gottes, Oer du trägst die Sünd' der Helt, Erbarm' dich unser! . Christe, du Lamm Got⸗ , Der du trägst die Sünd' Ier Welt, Erbarm' dich unser. 3. Christe, Du Lamm Got⸗ , Der du trägst die Sünd' er Welt, Gieb uns dein'n zrieden! Amen. erre Gott. Alkkirchlich. Osterlied. Eigne Melodie. 64 594 Con ist erstan⸗ ö den Von der Narter alle: Des soll'n wir allefroh sein, Christ will unser Rost sein, Kyrieleis. erre Gall 2. Wär er nicht erstanden, n ul 60 wür' die Welt vergangen, Seit daß er erstanden ist, uns! Lobn wir den Vater Jesu Christ. Kyrieleis. uns! 3. Hallelujah, Run wr dlsh st Chr oll'n wir Fried'!ale froh sein, Christ will unser Siht Luft sein. Khrieleiä. Aus dem 12. Jahrhundert. x Pfingstgraduale: ‚ Eigne Melodie. 595 omm, heiliger B* 5. Kehe Altkirchliche und liturgische Gesänge. 433 die Herzen deiner Gläubigen Und entzünd' in ihnen Das Feuer deiner göttlichen Liebe, Der du durch Mannigfaltig⸗ keit der Zungen Die Völker der ganzen Welt versammelt hast In Einigkeit des Glau⸗ bens. Hallelujah! Hallelujah! Mart. Luther, geb. 1483 + 1546. Altkirchlich. Trinitatishymne: Eigne Melodie. 5906 Gert der Vater * wohn' uns bei Und laß uns nicht verderben, Mach' uns aller Sünden frei, Und belf uns selig sterben. Vor dem Teufel uns bewahr', Halt uns bei festem Glauben, Und auf dich laß uns bauen, Aus Herzensgrund vertrauen, Dir uns lassen ganz und gar, Mit allen rechten Christen, Entflieh'n des Teufels Listen, Mit Waffen Gott's uns fristen. Amen, Amen, das sei wahr, So singen wir Hallelujah! 2. Jesus Christus wohn' uns bei Und laß uns nicht verderben, u. s. w. 3. Der heil'ge Geist wohn' uns bei Und laß uns nicht verderben, u. s. w. Aus der altdeutschen Kirche, verbessert durch Mart. Luther, geb. 1483 1546. 28 SFPSFIIIIIIe ———————————.. PIIII‚I‚IIIIII... T ä- s a--.,irtzase:e,reSs-deatrri heiis R 22—.— 134 Altkirchliche und liturgische Gesänge. Das Te Deum: Eigne Melodie. Chor: 597, Hen Gott, dich loben wir, Dich, Bater in Ewigkeit, All' Engel und Himmels eer, Luch Cherubim und Seraphim Heilig ist unser Gott! Gemeinde: Herr Gott, wir danken dir Ehrt die Welt weit und bres Und was dienet deiner Eh Singen immer mit hahn Stimm'; Heilig ist unser Gottl Chor und Gemeinde: Heilig ist unser Gott, der Herr Zebaoth! Chor. 2. Dein' göttlich Macht und Herrlichkeit Der heiligen zwölf Boten Zahl Die teuren Marti»rer allzumal Die ganze werte Christenheit Dich, Gott Vater im höchsten Thron, Den heil'gen Geist und Tröster wert 3. Du Kön'g der Ehren, Jesu Christ, Der Jungfrau Leib nicht hast verschmäht, Du hast dem Tod zerstört sein' Macht Du sitzst zur Rechten Gottes leich Ein Richter du zukünftig bist 4. Nun hilf uns, Herr, den Dienern dein, Laß uns im Himmel haben Teil Gemeinde. Geht über Himm'l m Erde weit; A Hilf dei Christ, Vurt'r eit 51 loben d Behüt' Gott, Sei uns geig' u Kit, Auf die herr, Und die lieben Propheten al. Loben dich, Herr, mit grohm Schall; Rähmt dich auf Erden all Zeit; Deinen rechten und einga —— Mit rechtem Dienst sie lah und ehrt. Gott Vaters ew'ger Echn du bist, Zu'rlösen das menschlih Geschlecht; Und all' Christen zum hin⸗ mel bracht! Mit aller Ehr' ins Valenz Reich; 5086 0 deien d wir pr dir Dar Herrlich himmlis Vater! Sohn, Hott, d des Vo Sünde Alles das tot und lebend it. Die durch dein Blut er⸗ löset sein; Mit den Heil gen in ewgen Heil. Chor. Han. Volk, Herr Jesu — und pfleg' ihr' zu aller 95 Täglich, Herr Gott, wir bben dich ken dir und bieh Zehüt' uns heut', o treuer iner Ch Hott, Sei uns gnädig, o Herre Gott, nit han gg uns deine Barmherzig⸗ kit, itl uf dich hoffen wir, lieber herr, um'l u Die große . Wn daien dch wir beten dich an, d eirgn ů wir preisen dich, wir sagen dir Dank um deiner großen t sie ll ö herrlichkeit willen; Herr Gott, hinmmnlischer König, allmäch htiger ger Ehn Vater! Herr, du—— ner Sohn, Jesus Christus! Herr menshih Holt, du Lamm Gottes, Sohn R.8 Vaters, der du trägft die zum hin. Sünde der Welt, erbarme dich pheten al, lit grofn rden ale 3 Vah Altlirchliche und liturgische Gesänge. 435 Gemeinde. i. segne, das dein Erbteil Und heb' sie hoch in Ewigkeit. 1h. ehr'n dein' Namen stetig⸗ li Vor aller Sünd' und Misse⸗ that; Sei uns gnädig in aller Not, Wie unsre Hoffnung zu dir steht: In Sch anden laß uns nim⸗ Wem Chor und Gemeinde. Amen. Te deum laudamus von Ambrosius. + 3097, 829.0 von Martin Luther, geb. 14 1546. Doxologie. unser! Der du trägst die Sünde der Welt, nimm an unser Gebet! Der du sitzest zur Rechten des Vaters, er⸗ barme dich unser! Denn du allein bist heilig, du allein bist der Herr, du allein bist der Allerhöchste, Jesus Christus mit dem heiligen Geiste in der Herrlichkeit Gottes des Vaters. Amen, Amen, Amen. lebend is. Blut el⸗ in epgen 4 436 Gebete für verschiedene Zeiten und Stände. II. Gebete für verschiedene Zeiten und Stände. Gebet um den heiligen Geist. 1 ch heiliger, himm⸗ 2 lischer, lieber Vater! Ich klage und bekenne dir, daß ich von Natur ungeistlich bin und mich mehr von Fleisch und Blut und des bösen Geistes Trieb habe führen lassen, denn von deinem heiligen Geist. Ach vergieb mir diese Sünde und erbarme dich mein. Wende von mir die schwere Strafe, die du allen denen drohest, die deinem heiligen Geiste widerstreben. Denn die den Geist Christi nicht haben, die sind nicht sein; die aber sind Gottes Kinder, die der Geist Gottes treibet. Darum gieb mir deinen heiligen Geist, nach der Verheißung deines lieben Sohnes, da er spricht: So denn ihr, die arg seid, könnet euren Kindern gute Gaben geben, wie vielmehr wird der himmlische Vater den heiligen Geist geben denen, die ihn bitten! Laß deinen heiligen Geist meinen Leib, Geist und Seele heiligen zum Gebet und den Tempel meines Herzens reinigen von aller Unsauberkeit und darin an⸗ zünden das Feuer der gött⸗ lichen Liebe und inbrünstigen hl Andacht; das Licht deiner g. gläubi lichen Erkenntnis, das Böfe meiden; die Gnade, meinez Berufes treulich zu warten; die Weisheit, das höchste Gut zu lieben; die Heiligkeit, i 2. der Furcht Gottes dir wohl zu gefallen; die Krast Gotte Oast. mein Kreuz geduldig zu tragen 0 die Stärke, zu überwinden lscher Teufel, Welt und Menschen Ihristr furcht. Gieb mir den Gil duß d der Wahrheit, der mich lehre; allem den Geist des Trostes, de ehütet mich erquicke; den Geist det V. 1 ‚ Freudigkeit, der mich erfreue; much den Geist der Wiedergebu. und a der mich erneure. Schreibe dein Gesetz in mein ö deinen Willen in Liebe ud Leid zu vollbringen. Gieb mir den Geist der Kindscaf, engel der in meinem Herzen 1065 daß ich dein Kind bin. Geh nur fi deine Liebe in mein Herz durch deinen heiligen Gest. Entzünde durch denselben in mir ein heiliges Verlangen nach himmlischen Dingen und nach dem ewigen Leben. O Gott, heiliger Geist, mache mein Herz zu einem lebenden Opfer, das im Feuer deiner Liebe brenne, und zehre alle leischlichen Begierden durch ö — — ünstigen ner gott⸗ as Böse „meinez warten, ste Gut keit, i ir woll Gottes, tragen, rwinden enschen⸗ n Geit lehre, s, dei Giäebete für verschiedene Zeiten und Stände. 437 dies heilige Feuer in mir auf. Rache mich zur Wohnung und Heiligtum Gottes. Gieb nir kindliche Einfalt des herzens, lehre und tröste nich. O wie selig ist die Seele, die dich hat! Darum hleibe du ewiglich bei meiner gläubigen Seele! Amen. as walt' Gott Vater, . Sohn und heiliger Heist. Amen. Ich danke dir, mein himm⸗ lscher Vater, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, daß du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte dich, du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden Der Morgensegen. umd allem Übel, daß dir all nein Thun und Leben ge⸗ falle. Ich befehle mich, meinen Leib, meine Seele und alles in deine Hände; dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen. 3 ller Augen warten * auf dich, Herr, und du giebst ihnen ihre Speise zu seiner Zeit, du thust deine Hand auf und Et alles, was da lebet, mit Wohl⸗ gefallen. Herr Gott, himm⸗ lscher Vater, segne uns diese Vor dem Essen. deine Gaben, die wir von deiner milden Güte zu uns nehmen durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Komm, Herr Jesu, sei unser Gast und segne, was du uns bescheret hast. Amen. Nach dem Essen. 4 Dantet dem Herrn, * denn er ist freund⸗ lich, und seine Güte währet ewiglich. Wir danken dir, Herr Gott, lieber Vater, durch Jesum Christum, unsern Herrn, für alle deine Wohlthat, der du lebest und regierest in Ewig⸗ keit. Amen. Abendsegen. 5 Das walt' Gott Vater, * Sohn und heiliger Geist. Amen. Ich danke dir, mein himm⸗ lischer Bater, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, daß du mich diesen Tag so nädiglich behütet hast, und itte, du wollest mir vergeben alle meine Sünden, wo ich un⸗ recht gethan habe, und mich diese Nacht gnädiglich behüten; denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen. 438 Gebete für verschiedene Zeiten und Stände. Gebet um Vergebung der Sünden. 6 Och armer Sünder be⸗ 0 kenne dir, barmher⸗ ziger Gott, daß ich viel und schwer gesündigt habe wider dich. Du aber, gnädiger Gott, du Vater alles Trostes, du wollest nicht mit mir handeln nach meinen Sünden, sondern nach deinergroßen Barmherzig⸗ keit. Sende mir den heiligen Geist, damit ich recht zur Erkenntnis meiner Sünden kommen und mich vor dir wahrhaft demütigen möge. O Herr Jesu Christe, mein Er⸗ löser, ich bitte dich durch dein bittres Leiden und Sterben, du wollest mein Fürbitter und Mittler sein bei Gott, deinem himmlischen Vater, und mit deiner Gerechtigkeit und Un⸗ schuld meine Sünde versöhnen. Verleihe mir auch, dein Wort nicht allein zu hören, sondern es auch im Herzen zu behalten und darnach heilig zu leben durch den Beistand deines heiligen Geistes. Amen. Morgengebet am Sonntage. 7 Hde eh ere * ewiger Gott, gebene⸗ deiet sei deine göttliche Kraft und Allmacht, gelobet sei deine grundlose Güte und Barm⸗ hernigtel, gepreiset sei deine ewige Wahrheit, daß du mich in dieser Nacht mit deiner Hand bedeckt und unter dem Schatten deiner Flügel hast sicher ruhen lassen. Ich will nimmermehr vergessen, was du mir Gutes gethan haft. So laß dir nun wohl gefallen das Lobopfer aus meinem Munde, welches ich dir des Morgens früh in Einfältigkeit meines Herzens bringe. Ih rufe zu dir von ganzer Seele, du wollest mich heut' auch behüten vor aller Gefahr des Leibes und der Seele und deinen heiligen Engeln über mir Befehl thun, daß sie mich behüten auf allen meinen Wegen. Hilf, daß ich un⸗ sträflich wandle in deinem Dienst zu deinem Wohlgefallen. Wehre dem bösen Feind und allen Argernissen dieser Well, steure meinem Fleisch und Blut, daß ich nicht von ihnen über⸗ wältigt werde und gröblich wider dich sündige. Regiere du mich mit deinem heiligen Geiste, daß ich nichts vor⸗ nehme, thue, rede oder denle, als was dir gefällig ist und dir zur Ehre gereicht. Siehe, mein Gott, ich gebe mich dir heut' ganz und gar zu eigen mit Leib und Seele, mit allem Vermögen und Kräften, inner⸗ lich und äußerlich. Mache du mich dir zu einem Opfer, das da lebendig, heilig und dir wohlgefällig sei, damit ich dir einen vernünftigen und wahr⸗ duen Gottesdienst leiste. Ia, u heiliger Vater, adih tobn Gott, frühe will ich dich loben und des Abends deinen Ramen Geb heisen, di nsern Hr Abendge 6.V und Vate uns an d Güte nichlich allein den liglichen mn unsere Ishen S Bortes. Hott, daß hableibe shaffe z unserer ch auch hollest u Sinden, Ng ver dener ge bittre deines Fhristi Und da bekeinbr x a wi aß wir und im ubrün oherr, shütze! Bedrän setten,! misen, durch Jesum Christum, usern Herrn. Amen. Abendgebet am Sonntage. 0 Nrr loben und prei⸗ 0 sen dich, Herre Gott und Vater unser aller, daß du uns an diesem Tage aus lau⸗ e Güte und Barmherzigkeit nichlich versorget hast, nicht alein dem Leibe nach mit dem üglichen Brot, sondern auch m unserer Seele mit der himm⸗ lshen Speise deines heiligen Bortes. Verleihe, o treuer Hott, daß es in unsern Frucht herbleibe und rechte Frucht thaffe zu deiner Ehre und mserer Seligkeit. Wir bitten dch auch, gnädiger Vater, du vollest uns unsere Schuld und Sünden, mit welchen wir diesen Zug verunheiligt haben, nach dener großen Güte durch das litre Leiden und Sterben deines lieben Sohnes Jesu Christi gnädiglich er Abend Und da nunmehr der Abend hereinbricht, und sich der Tag s wi hat, so verleihe uns, aß wir stets wachsam seien und im lebendigen Glauben, ubrünstiger Liebe, fester Hoff⸗ nung und heiligem Wandel varten der seligen Erscheinung der Herrlichkeit des großen Hottes und unsers Heilandes, Rsu Christi. Erbarme dich, gerr, der ganzen schütze deine Gemeinde in aller Mdrängnis, tröste alle geäng⸗ leten, betrübten Gewissen durch ITT Gebete für verschiedene Zeiten und Stände. 439 ristenheit, i den wahren Tröster, den heili⸗ 5rn Geist, und sende uns allen einen Frieden durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Gebete an Wochentagen. Montag Morgen. 9 Dis du treuer Gott * und Vater, sage ich von duvc Lob und Dant, daß ich durch deine Güte diesen Morgen wiederum gesund er⸗ lebt habe. O du lieber Herr und Heiland, wie so gütig handelst du doch mit mir! Wie leicht hätte ich diese Nacht in Unglück geraten können, wenn du nicht deine Vater⸗ hände so liebreich über mich gehalten hättest. Nun will ich an meine Arbeit und Beruf dam Ach bleibe doch auch a mit deiner Güte bei mir; gieb mir Kraft und Stärke, Leben und Gesundheit, das zu vollbringen, was ich mir vor⸗ genommen habe. Segne das Werk meiner Hände und laß es wohl geraten. Behüte mich vor Betrug, List und Falsch⸗ heit, laß kein Unrecht in meine Hände kommen und keine Lüge auf meiner Zunge sein. Gieb, daß ich in allem der Gerechtig⸗ keit nachstrebe und in Zucht und Ehrbarkeit meinen Wandel so führe, wie es deinen heiligen Iniden gefällig ist, und du es in deinem heiligen Worte ge⸗ boten hast. Leite und führe du mich selbst durch deinen heiligen Geist, daß ich mich 440 Gebete für verschiedene Zeiten und Stände. niemals von dir abwende. Kommt Kreuz und Unglück, so gieb mir, solches geduldig von dir aufzunehmen und zu ertragen, damit ich dir nach vollbrachtem Tage auch abends für deine Güte danken könne. Du bist mein Herr und mein Gott, von welchem alle Hülfe kommt, und den wir darum früh und spät loben, rühmen und preisen sollen. Amen. Montag Abend. 10 Lecher himmlischer Vaterl Wir danken dir von ganzem Herzen, daß du auch heute wieder uns so gnädig durchgeholfen und Leben und Gesundheit uns treulich erhalten hast. Lobet den Herrn! Denn unsern Gott loben, das ist ein köstliches Ding, solches Lob ist lieblich und schön. Der Herr heilet, die zerbrochenen Herzens sind, und verbindet ihre Schmerzen; er zählet die Sterne und nennet sie alle mit Namen. Unser Herr ist groß und von großer Kraft, und ist unbegreiflich, wie er regieret. Ich will dich erhöhen, mein Gott, du König, und deinen Namen loben immer und ewiglich. Ja, mache du selbst unser ganzes Leben zu einem Loblied deiner treuen Liebe, und wie jeder Atem⸗ 34 von dir kommt, so hilf, 20 auch jeder Pulsschlag dein begehre, und das Herz stets an dir. Laß aber auch ferner deine Gnadensonne über und leuchten, obwohl wir nichtz anderes verdient haben, alz deinen Zorn und Ungnade. O Herr, gehe nicht mit unz ins Gericht, vor dir ist in kein Lebendiger gerecht; auch heute wieder haben wir unz deines Gerichtes schuldig ge⸗ macht, handle nicht mit un nach unsern Sünden und ver⸗ gilt uns nicht nach unserer Missethat. Sei uns gnädiz um Jesu Christi willen; in der Kraft seines heiligen Ver⸗ dienstes flehen wir zu dir, du wollest dich über uns er⸗ barmen, wie sich ein Vater über Kinder erbarmet. Erlose ferner unser Leben vom Ver⸗ derben und kröne uns mit Gnade und Barmherzigkeit tröste uns, o Gott, in aller Trübsal, Sorge, Mühe und Arbeit, laß leuchten dein Antlih, so genesen wir. Du bist sa der Vater des Lichts, denn auch Finsternis ist nicht finster bei dir, und die Nacht leuchtet wie der Tag, Finsternis ist wie das Licht, O wie köstlich sind vor mir, Gott, deine He⸗ danken! Wie ist ihrer eine so große Summe! Sollte ith sie zählen, so würde ihrer mehr sein denn des Sandes. Wenn ich aufwache, bin ich noch bei dir. Denn du bist mein Gott, meine Güte und meine Burg. mein Schutz und mein Et⸗ retter, mein Schild, auf den für und für hange ganz allein sich traue. Erweise dich so auth Gel i dieser all den uufe zu nimm m uns ve Seuchen Tod, vo hot, laf msichtbe uns seir uns. V bahütest, umsonst. ms mit Schutz 1 efahren an welck werden⸗ Erhöre Sohnes nen. Dier I. dir von heute über mi und bit heutiget machen kit un in dein mich un rdische bleiben Berufe Skligke Ibt felbstel dus V Verbei iu dieser Nacht an mir und all den Meinigen. Herr, ich use zu dir, eile zu mir, ver⸗ Inunm meine Stimme, bewahre uh uns vor Krantheiten und ist Seuchen, vor bösem, schnellem ;— ELod, vor Feuer⸗ und Wassers⸗ ir un ot, laß alle sichtbaren und ig ge. mnsichtbaren Feinde ferne von t mz Iuns sein, und wache du über d ber⸗ IUns. Wo du nicht das Haus nseret hchütest, so wachet der Wächter Rnädg umsonst. Darum bleibe bei inde us mit deinem allmächtigen Ve Schutz und Segen und laß uns pir, du erahren, daß du der Gott bist, 5 ⸗ an welchem nicht zu schanden Vater werden alle, die auf dich trauen. Erlör Lrhöre uns um deines lieben Ver⸗ Sohnes Jesu Christi willen. 3 mi Aumen. ann Ddienstag Morgen. Kulc 11 Hraner dut bist„Vater! Ich danke dem iir von Herzen, daß du auch sinster heute wieder deine Sonne euchet über mir hast aufgehen lassen, is it und bitte dich, du wollest den töslch heutigen Tag mir zum Segen eGe. nachen für Zeit und Ewig⸗ ene, keit und meine Seele erhalten lte ih in deiner Gemeinschaft. Laß meht nich unter allen Arbeiten des Benn idischen emes 5 eingedenk chba lliben meines himmlischen Got, Oerufes und meiner Seelen Burz. Seltgkeit allezeit schaffen mit Er, heiiligem Ernste; ja, gieb du dbn elbst hierzu das Wollen und Hauh nus Vollbringen nach deiner Fabeidung.— Bist de ür Gebete für verschiedene Zeiten und Stände. 441 uns, wer kann wider uns sein? Umgieb mich mit deinem Schutze auf allen meinen Wegen, daß mir kein Unheil widerfahren kann. Stärke mich, alles zu verleugnen, was in dein Reich nicht taugt. Be⸗ wahre mich vor aller Ver⸗ suchung zur am deing und zum Verzagen an deiner Hülfe. Erhalte mir stets die rechte Einfalt des Glaubens, die Nüchternheit zum Gebet und die Ruhe des Geistes, die sich in keinem Wege erschrecken oder von dir abwendig machen läßt. Nimm alles, was ich bin und habe, in deine gnädige Obhut, regiere du alle Kräfte Leibes und der Seelen, daß ich, getreu bis an den Tod, alles in deiner Kraft über⸗ winde, und schenke mir der⸗ einstens den Eingang in dein himmlisches Reich— alles um Jesu Christi, meines Herrn und Heilandes, willen. Amen. Mach Kapff.) Dienstag Abend. 12 O du ewigreicher Gott 5 und Vater aller Gnade und alles Trostes, du treuer Hirte Israels, der du dein Volt hütest, wie die Schafe, und vergiebst Misse⸗ that, Übertretung und Sünde, dir sei Lob, Preis und Ehre, daß du deine Hand noch nicht von uns abgezogen hast und hast auch heute wieder Guade für Recht bei uns ergehen 442 Gebete für verschiedene Zeiten und Stände. lassen und uns bewahret vor allem Übel. O Herr, wir danken dir und verkündigen deine Wunder, daß dein Name so nahe ist. Deine Gnade reicht, so weit der Himmel ist, und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen. Darum wn wir darauf, daß du o gnädig bist, unser Herz freuet sich, daß du so gerne hilfest, wir wollen dir singen,. H daß du so wohl an uns thust. Weiche auch ferner nicht von uns, verwirf uns nicht von deinem Angesicht und nimm deinen heiligen Geist nicht von uns. Gott, sei uns gnädig nach deiner Güte und tilge unsere Sünden nach deiner großen Barmherzigkeit. Wasche uns wohl von unserer Missethat und reinige uns von unserer Sünde. Ach siehe, es ist kein Friede in unsern Gebeinen, wo du nicht ver⸗ giebst, was wir Übels gethan haben. Siehe an unser Clend, verwirf uns nicht um unserer großen Unwürdigkeit willen; die Opfer, die dir gefallen, sind ja ein geängsteter Geist, ein geängstetes und zerschlagenes 0 wirst du, o Gott, nicht verachten. So nimm uns an um Jesu Christi, deines geliebten Sohnes, willen, an ihm haben wir die Gerechtig⸗ keit, die vor dir gilt, in ihm ist das Licht und das Leben der Menschen, um seinetwillen sei uns gnädig und schenke uns den himmlischen Segen seines heiligen Verdienstes. Erbarme dich über uns nah allen unsren Bedürfnissen; wir sind arm, mache uns reich in dir; wir sind schwach, mache uns stark in der Macht deiner Stärke; wir sind krank, mache uns gesund fürs ewige Leben. wir sind verloren durch unt selbst, schenke uns dein Leben durch Jesum Christum, unsem errn. Bleibe auch in dieser Nacht unsere allmächtige Hilf, sei du, o Herr, unsere Leugte mache du unsere Finsternis licht, laß alle Gefahren ferne von uns sein, vertreibe alle sichtbaren und unsichtbaten Feinde, beweise an uns deine wunderliche Güte, du Heiland derer, die dir vertrauen. He⸗ hüte uns wie einen Augapfel im Auge, beschirme uns unter dem Schatten deiner Flügel Laß uns sanft und ruhig schlafen in deinem Schoß, daß unsere Seelen in deiner Furcht und Zucht bleiben in Schlafen und Wachen. O laß uns schauen dein Antlth und siel in Gerechtigkeit, laß uns salf werden, wenn wir erwachen nach deinem Bilde, in dieser Zeit und in der Ewigleit Hilf uns, Herr, und erhör uns nach deiner großen Barm⸗ herzigkeit. Amen. Mittwoch Morgen. VHerr Gott, Vater 13. O mnsersHennd Christi! Ich danke dir und hezigkeit und deii aß me Ruhmes ergieb m Hhue wo Barmher auch heu lh wide deinen V oll, und! Bahn u nillen. E Hahrheit uch de allem Bö Laß mick wandeln hart alle Du siehe Oder hern deine He ‚ Herr, sck Linder;! ns Her alle ihre dein Vat auch über ind über Zürbitte Reiner Hi HLin Vol Schenke? ganzen V Kirche! Schoß. deiner en in Gebete für verschiedene Zeiten und Stände. 443 me deinen herrlichenNRamen; 3l und Wohlthat hast du an mir gethan, und dein Auf⸗ shen bewahret meinen Odem. du hast mich unter dem Scatten deiner Flügel behütet und bewahrt; deine Barm⸗ hezigkeit ist alle Morgen neu, und deine Treue ist groß. loß meinen Mund deines guhmes voll sein täglich und ergieb mir alle meine Sünden. Ihue wohl an mir nach deiner Harmherzigkeit und laß mir auch heute deine Gnade reich⸗ lch widerfahren. Zeige mir deinen Weg, den ich wandeln soll, und leite mich auf richtiger Hahn um deines Namens uillen. Erhalte mich in deiner HBaͤhrheit und beschirme mich duch deine starke Hand vor allem Bösen und allem Unfall. lß mich vor deinen Augen handeln und deiner Gegen⸗ lart allezeit eingedenk bleiben. Du siehest es, was ich vor Ider hernach thue, und hältst deine Hand über mir. Du, herr, schauest vom Himmel und siehest aller Menschen Uinder; du lenkest ihnen allen das Herz und merkest auf alle ihre Werke. Laß denn den Vaterauge offen stehen auch über allen meinen Lieben und über allen, die sich der Zürbitte befohlen haben und geiner Hülfe bedürfen. Segne Rin Volk, heilige dein Erbe! Schenke Frieden und Heil der ganzen Welt, sonderlich deiner und Küche! Dir und deinem heiligen Namen sei Ruhm und Preis jetzt und immerdar und in Ewigkeit. Amen. Mittwoch Abend. 14 Achleberhinmlisher 2 Vater, der du ver⸗ heißen hast, du wollest die müden Seelen erquicken und die bekümmerten Seelen sättigen, wir preisen dich, daß du so gnädig bist, und lobsingen dir, daß du so gerne hilfest. Auch heute hast du uns wieder ge⸗ holfen, des Tages Last und Hitze zu tragen, und hast uns bewahrt vor allem Schaden und Unglück und uns Leben und Gesundheit treulich er⸗ halten, daß wir nun schon wieder die Hälfte der kaum angetretenen Woche durchlebt haben. Ach, was ist es doch, daß du einen Tag um den andern uns durchhilfest! Wie viele Wohlthaten von deiner treuen Vaterhand, und wie viele Sünden von unserm schnöden Undank! O Herr, gehe nicht mit uns ins Gericht. Du hast jg verheißen: Ich tilge deine Übertretung um meinetwillen und gedenke deiner Sünden nicht. O thue das an uns um deines ge⸗ liebten Sohnes Jesu Christi willen. Er hat auch für uns genug gethan und an unserer Statt den Fluch deiner Ge⸗ rechtigkeit getragen. Durch sein heiliges Blut bedecke alle unsere Sünden, auch 444 Gebete für verschiedene Zeiten und Stände. alles, was wir heute ver⸗ schuldet haben mit Gedanken, Worten und Werken. Wasche uns schneeweiß und kleide uns in die Gerechtigkeit, die vor dir gilt. O Herr, tröste uns mit deiner Hülfe, und dein freudiger Geist enthalte uns. Bleibe auch ferner bei uns auf allen unseren Wegen, er⸗ halte uns stets in deinerGemein⸗ schaft, daß wir leben in dir und zur Ehre deines Namens. Hilf uns dazu, o Herr, durch deinen heiligen Geist, mache uns allezeit fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, an⸗ haltend im Gebet. Sei uns nahe mit deiner Hilfe und sei mächtig in unserer großen Schwachheit. Bleibe auch in dieser Nacht unser Schutz und Segen gegen alle Gefahren an Leib und Seele wache über uns und allen den Unsrigen, heilige unsern Schlaf, daß unsere Seelen wachen zu dir, und wir durch nichts von dir geschieden werden. O dreieiniger Gott, Vater, Sohn und heiliger Geist, erhöre uns und gieb uns, was wir bedürfen gür Geist, Seele und Leib, auf daß dein Name verherrlicht werde an uns, der du zugesagt hast, uns zu helfen. Amen. Donnerstag Morgen. 15 Geruer Gott und 7 Vater! Laß dir um Jesu willen wohl gefallen das Morgenopfer demütigen Dankes, das ich dir dar⸗ bringe. Gieb mir an diesen Morgen einen tiefen Eindrul von deiner Größe und Heilt⸗ keit, sowie von deiner Güle und Liebe, womit du deine Menschenkinder je und je gi⸗ liebt hast und in Enil lieben willst. Laß durch deint Liebe mein Herz zur herzlichen Gegenliebe erweckt werden und und gieb, daß ich deiner Gnade völlig traue. Du thronest in nicht nur in unendlicher Er⸗ habenheit und Ferne ho über allen deinen dcon sondern siehest auch erbarmend auf das Niedrige auf Erden. Dir befehle ich meinen Lei und meine Seele. Hilf mi, daß ich meine Zeit und Kras willig im Dienste deiner Labe verzehre, daß keine Mühe mit sauer werde, kein Opfer, das du von mir forderst, mir zu groß erscheine. Die Leideß welche du auflegst, hilf mit tragen und mache sie mir zum gesegneten Demütigungs⸗ und Läuterungsmittel und gich, daß fie mir dienen zu einer immer innigern Vereinigung mit dir. Segne meinen Gan durch das irdische Leben 0 heute und laß mich hier 6 zubereitet werden, daß ich eiss ewig dir dienen und dein Gel Donn . am Berge sfe kon hmmt vo Himmel u 9is hierh treuer Mgenblick mser Licht hat unser lob, Prei jir alles, 0 Eüi haf liblichen. lahrung 1 euligen Ar aus tie Seelen. D e nicht z Lunder,! Zu bist hem ist e sch wider Hott, du In alters hut, so at Halum lob geele une inen hei eber him suhre un⸗ Indank, i iem Tas Asen, we han hast. Angesicht schauen darf. G⸗ knsiiger denke meiner und all meiner Lieben.— O Herr, hilf, o Hen laß mir auch heute alles wohlgelingen. Amen. bre nicht beiten d Hest. W. hun Eiger donnerstag Abend. 6. I hilse kommt. 4 hinmel und Erde gemacht hat. 366 hierher hast du geholfen, in IUtreuer Gott, bis auf diesen lzenblick war deine Gnade mser Licht, und dein Aussehen st unsern Odem bewahret. 10 Preis und Ehre sei dir ir alles, was du an uns Aethan hast im Geistlichen und Ulchen; auch für alle Be⸗ lahrung und allen Segen des W Kaus Tages danken wir 0ss aus tiefstem Grunde unsrer Salen. Du thust große Dinge, se nicht zu forschen sind, und Lunder, deren keine Zahl ist. au bist weise und mächtig, hem ist es je gelungen, der sch wider dich gelegt hat? holt, du bist unser König im alters her, der alle Hilfe hut so auf Erden geschiehet; kRum lobe den Herrn, meine gele und was in mir ist, suen heiligen Namen. O. keher himmilischer Vater, be⸗ In uns vor dem schnöden lüdank, in dem wir oft von llen Tag zum andern ver⸗ sen, was du an uns ge⸗ han hast. Erfülle uns mit künstiger Liebe zu dir und hur nicht auf, an uns zu luheäten durch deinen heiligen hest. Wir möchten ja ganz uin Eigentum sein, möchten Gebete für verschiedene Zeiten und Stände. 445 ch hebe meine Augen auf zu „ m Bergen, von welchen mir Meine Hilfe nmt von dem Herrn, der ganz frei werden von allem Dienst des vergänglichen Wesens. Erbarme du dich über uns nach deiner großen Barmherzigkeit, mache uns reich in dir, sei du unser treuer Hirte, bei dem uns nichts mangle, weide uns auf grüner Aue und führe uns zum frischen Wasser, erquicke unsre Seele und führe uns auf rechter Straße um deines Namens willen; und ob wir schon wanderten im finstern Thal, so hilf uns, daß wir kein Unglück fürchten dürfen. Du bist ja bei uns, dein Stecken und Stab trösten uns. Du könntest freilich in dieser Nacht unsre Seelen von uns fordern, und wie viele Schrecken könnten in der Finsternis auf uns fallen! Wir wären des wert, aber habe Geduld mit uns, o Herr, schlage uns nicht, wie die Erstgeburt in Agypten, sondern besprenge unsere Herzen mit dem teuern Blute des wahr⸗ haftigen Osterlammes, daß der Würgengel bei uns vorüber⸗ gehe, und wir unter dem Schatten deiner Flügel sanft und ruhig schlafen mögen. Nimm du alle unsere Sorgen auf dich und wache über üns als der Hüter Israels, der nicht schläft noch schlummert. O hilf uns, treuer Gott und Vater, laß unsere Seelen dir befohlen sein und wirke auch in der Ruhe des Schlafes durch deinen Geist auf uns ein, 446 Gebete für verschiedene Zeiten und Stände. mir und allen den Meinen zmer er damit alles uns immer tiefer in dich einführe, und keine Kreatur uns scheiden könne von deiner Liebe, die da ist in Christo Jesu, unserm Herrn. Amen. Freitag Morgen. 17 err Jesu Christe! * Ich gedenke an dem heutigen Freitag Morgen alles dessen, was du zu unserer Versöhnung und Erlösung gethan hast. Da du für unsre Sünden ins Leiden und in den Tod gegangen bist, so gieb mir einen tiefen Abscheu vor allem, was dich an den Stamm des Kreuzes gebracht hat. Zeige mir in immer schönerem Lichte das Ziel, das du mir vorgesteckt hast, und nimm von mir alle Liebe zum Eiteln und zur Finsternis. Vewahre mich vor thörichtem Selbst⸗ betrug und laß mich nicht müde werden, täglich fortzufahren in der Heiligung meines Sinnes und Wandels. Du hast mir ja die Kraft erworben, durch das Sterben des alten Men⸗ schen ins Leben des neuen Menschen durchzudringen. Da⸗ rum laß mit dir gekreuzigt sein, was dein Reich nicht kann ererben, und hilf mir, in einem neuen Leben dir zu Ehren wandeln. Für allen Schutz und Schirm in der vergangenen Nacht sage ich dir Lob und Dank und bitte dich, laß deinen Segen und deine Hülfe bei sein heute den ganzen Tag Amen. Freitag Abend. Gel hel. O lunderba ugieb un nsche m Iu Chri uus vergo * err ich mie 18. H dir, eile zu ub 1 in il vernimm meine Stimme, wem se vor d ich dich anrufe. Mein Gcht u einen müsse vor dir taugen wie en einde w Räuchopfer, meiner Hine Shüne! Aufheben wie ein Abendopfen Notten. Die Opfer, die dir gesalkn site doch sind ein geängsteter Geist;en geängstetes und zerschlagenez Herz wirst du, o Gott nicht hernimm shweige Ahränen, — verachten. Ach, so veracht hun Pilgr auch uns nicht. Siehe um an um deines lieben Sohntz Jesu Christi willen. Wir sub freilich nicht wert, vor dir zu erscheinen. Hast du Lust, mi uns zu rechten, so können ui dir auf tausend nicht eins ant⸗ worten. Aber siehe, wir—. eh nicht auf unsere Gerechliglel ja vor dir mit unserem Ge sondern auf deine große Bamn⸗ herzigkeit, die da ist in hrst Jesu unserem Herrn. Inihn hast du uns geliebet, ehe de Welt gegründet war, in ihn hast du vom Anbeginn unsent Lebens uns geseguet und giofe Dinge an uns gethan, i ihm hast du auch heute unz angesehen und gnädig dulth geholfen. Darum loben Id preisen wir dich von gant Seele und bitten dich, du wollest deine Hand nicht don uns abthun und uns au hie alle n Leine Gna gost gen lugst ver Eende. Hollest du lit von sah deine llewege n küne wur heiland um be Ügapfel 10 unt huner Fli süt, Sd ane von Heinigen seligen 6 hiuser ur se eine Igen alle schtbaren ius im l Auer sel Melnen n Tug n d. zu mi e, wenn u Gebet wie ein Hünde ndopfer. gefallen eist;en Hagenes tt niht verachte ehe m Sohnez Wir si dir zu ust, ni men wir ins ant⸗ ir liegn hie alle meine Väter. Line Gnade nicht wäre mein smer erfahren lassen dein hal, O segne uns nach deiner junderbaren Barmherzigkeit, ugieb uns alle unsere Sünden, nshe uns durch das Blut Iu Christi, das ja auch für rufe 51 uus vergossen ist, und schenke In5 1 die Gerechtigkeit, ze vor dir gilt. Ach, wenn u einen Hen um der eünde willen, so wird seine ghöne verzehret wie von hotten. Darum, o Herr, so re doch mein Gebet and kemimm mein Schreien und hweige nicht über meinen AHränen, denn ich bin beides, hin Pilgrim und dein Bürger, Wenn gust gewesen, so wäre ich lugst vergangen in meinem lende. Darum, o Herr, hllet du deine Barmherzig⸗ sit von mir nicht wenden, I deine Güte und Treue llewege mich behüten, beweise liue wunderbare Güte, du helland derer, die dir ver⸗ anen, behüte mich, wie einen im Auge, beschirme E unRsiler Flügel, laß alles Un⸗ unter dem Schatten 5 Schaden und Gefahr ne von mir und all den Hlinigen sein, stelle deine uhr Engel um unsere user und Betten her, daß eine Schutzmauer seien 105 alle sichtbaren und un⸗ baren Feinde. Erhalte Gebete für verschiedene Zeiten und Stände. 447 und hilf, daß jeder Tag und jede Nacht uns näher mit dir vereinige. Ach, bleib bei uns, Herr Jesu Christ, Weil es nun Abend worden ist, Dein göttlich Wort, das helle Licht, Laß ja bei uns aus⸗ löschen nicht. Amen. Sonnabend Morgen. 19 Gecher ewigerGott, 2 Herr meines Le⸗ bens! Ich preise deine Güte und Treue, womit du auch mich in der verflossenen Nacht behütet und durch die Ruhe zu neuer Arbeit gekräftigt hast. Lehre mich deine Gnade recht erkennen und gieb, daß mein Herz und Leben dir da⸗ für danke. Stärke mich, daß ich immer williger und zu⸗ versichtlicher mich in deinen heiligen Willen und in deine Wege schicken lerne und des ledendigen Glaubens lebe, daß deine Güte und Weisheit niemals etwas versieht. Ver⸗ leihe mir deinen Beistand dazu, mich dir an Rös. gar zu er⸗ eben, mein Los, wie es auch falle, dankbar und zufrieden aus deiner Hand anzunehmen und beständig in deinen Wegen zu wandeln. Von dir kommtja das Wollen und das Vollbringen des Guten. Sei mir nahe mit deinem Geiste unter den Ge⸗ schäften und in den Ruhe⸗ stunden des Tages, regiere mich in der Einsamkeit und in us im beständigen Gefühle er seligmachenden Nähe in dem Verkehr mit meinen 448 Gebete für verschiedene Zeiten und Stände. Mitmenschen; behüte mich in den Stunden der Versuchung und mache mich stark im Kampf gegen die Sünde. Gieb, daß ich nicht in Selbsttäuschung und Sicherheit dahinlebe, sondern erforsche und prüfe du mich und laß mich in Einfalt und Lauterkeit vor dir wandeln; vor allem aber laß meine Liebe zu dir sein ungefälscht und beständig und sich erweisen in allerlei Werken der Barmherzigkeit gegen meine Mitmenschen. Alle äußerlichen Dinge des Lebens lege ich vertrauens⸗ voll in deinen Schoß und bin Hie daß du mit denen, ie auf dich hoffen, alles herrlich hinausführen wirst. Amen. Sonnabend Abend. 20 Lobund Dank sei dir gesagt, o Herr Gott, Vater unseraller! Durch deine Gnade habe ich nun abermal diesen Tag verlebet und mit demselben zugleich eine Woche von meinen Lebensjahren zu⸗ rückgelegt. Ach der Güte und Treue, die ich darin von dir, 0 müt Gott, genossen habe, und für die ich dir nicht ge⸗ nug danken kann! Wie man⸗ cher ist diese Woche in Scha⸗ den und Gefahr geraten, wie mancher hat sein Gut und Ehre verloren! Wie mancher hat auf seinem Lager in Krank⸗ beit und Schmerzen einen Tag nach dem andern verbringen oder unter Schmerzen serde müssen! Wie mancher hat 5 schwere Versuchungen erfahren. Vor dem allen hast du mich, allgütiger Vater, gnädiglich behütet. Ja, du hast mit Gutes gethan, das nicht zu zählen ist, und dessen ich nich wert bin, der ich mich so oß und viel gegen dich verfün⸗ diget und dich mit meinen Sünden schwer beleidigt habe Ach, vergieb mir doch, 2. und sei gnädig nach deinn Güte, tilge meine Sünden nah deiner Barmherzigkeit! Wascht mich von meiner Misselhat und reinige mich von meinen Sünden! Denn ich erkenne meine Missethat, und mein Sünde ist immer vor mi, Herr, gehe nicht ins Genich mit deinem Knecht, denn hun dir ist kein Lebendiger gerecht So du wolltest, Herr, Sünde zurechnen, Herr, wer wünde bestehen? Aber dein liehe Sohn, Jesus Christus, hil für mich bezahlt, was ich mit meinen Sünden verschulbet abe. Erlasse mir um seines lutes willenalle meine Schlh nöge. 5 Sohn flest gel eht une Imen. Hebet A. keglichen dir gu Segen le mitmeine Vater, de nit aller in himm Ihristum Chre und shne au meiner Inhe gliche Mue ab lchen S wahrhaft hen in E aushaltt und uns lichten, Schaden R Woll lthen, da — und Missethat. Nun will ih Amut i mich zur Ruhe legen, den der du ich bin matt und müde ge himmmel worden, und meine Augen schließen sich. Ach Huw wache du über mich und b² decke mich mit dem Schallen deiner Flügel, daß ich deinem Schutz vor allem Uu. fall sicher und ruhig schlaßn laß mich on mich zu Herz meinen and aller dene Ge ie lehre, uuntn sterben her hat fahrenl u mich, üädiguch 0 120 zu ch nih h sot versün⸗ uh igt hahe „ 5 ) deiner den nach WMasche nöge. Du, Herr Gott Vater, in und Theilger Geist, flest gelobet und gebenedeiet In und in alle Ewigkeit! men. Gebet eines Hausvaters. II err, allmächtiger Eient ieh einem sclichen Menschen giebst, wie 550 gut dünkt, durch deinen gegen lebe ich und nähre mich nitmeiner Hände Arbeit. Lieber Vater, der du uns gesegnet hast nit allerlei geistlichem Segen in himmlischen Gütern durch Hlristum, gereichet es zu deiner Ehre und meiner Seligkeit, so shne auch ferner die Arbeit neiner Hände, daß ich für nich und die Meinigen das iliche Brot haben möge. Ihue aber auch deinen geist⸗ chen Schatz auf und gieb vahrhaftige Güter, die da blei⸗ iche hein in Ewigkeit. Laß uns treu hulshalten, vorsichtig wandeln al und unsere Sachen so aus⸗ uhten, daß wir niemand Schaden thun. Laß uns nicht in Wollust und Müßiggang Itben, daß uns nicht Not und IUrmut übereile. Lieber Vater, dun in du der rechte Vater im ide ge Eruue und auf Erden bist, aß mich dein Wort und Befehl un mich und alle Hausväter de zu Herzen nehmen, daß ich einen Kindern und Gesinde und allen, die mir angehören, dene Gebote vorhalte, daß ich lehre, deine Wege wandeln, Gebete für verschiedene Zeiten und Stände. 449 daß ich mit ihnen dich ehre und anbete, den Armen und Dürftigen gern Gutes thue und deinen Segen teuer und wert halte, auch deine Gaben nie zur Sünde mißbrauche. Lieber Herr und Meister, der du alles mit Lindigkeit und Weisheit regierest, laß mich meinem eigenen Hause wohl vorstehen, Kinder und Gesinde christlich regieren, Arbeitern und Tage⸗ löhnern nicht Unrecht thun, damit nicht der abgebrochene Lohn wider mich gen Himmel schreie und mir Sünde sei. Hilf, daß ich mir genügen lasse an dem, das da ist, ich habe wenig oder viel, mich in allem meinem Thun und Leben als ein christlicher Hausvater erzeige und mich in deinen Gütern treu be⸗ weise und einst als ein srommer und getreuer Knecht zu meines Herren Freude ein⸗ gehe. Amen. Gebet einer Hausmutter. 22 Gilger Gott, ge⸗ * treuer Vater, weil du mich aus Gnaden in den heiligen Ehestand berufen hast, darin ich dir, meinem Gott, die⸗ nen soll, so gieb Gnade, daß ich deine göttliche Furcht stets vor Augen habe, dir, meinem Schöpfer und Erlöser, über alles vertraue, auf dich hoffe und fest bleibe im Glauben, in der Liebe und in der Heiligung. Gieb, daß ich 29 450 Gebete für verschiedene Zeiten und Stände. meinen Mann liebe und ehre und auch nicht einmal in Gedanken von ihm lasse. Schmücke mich mit wahrer Tugend. Gieb mir einen heiligen Wandel in Gott⸗ seligkeit und Demut, daß ich in allen Dingen meinem Gemahl könne zu Gefallen leben, meine Kinder zu Lob und Ehre deines heiligen Namens auferziehen und zu allem Guten leiten. Hilf auch, daß ich meinem Manne eine getreue Gehilfin sei, fleißig schaffe, was mir zusteht in meinem Beruf, auf daß ich auch habe, zu geben dem Dürftigen, und meine Hand aufthun könne gegen die Armen. Behüte uns vor untreuen Hausgenossen. Ver⸗ leihe mir auch die Gnade, daß ich das Kreuz im Ehe⸗ stande geduldig trage und nicht bald ungeduldig werde, wo sich ein Leiden findet; laß vielmehr durch Anfechtung und Widerwärtigkeit meinen Glauben bewährt werden. O Herr Gott, du bist allein herrlich in allen deinen Werken; ohne dich kann nichts ge⸗ schehen, das recht und gut ist; von dir kommt aller Segen. Ja, deiner Allmacht befehle ich mich, meinen lieben Ehemann, alle meine Kinder und Gesinde. Du wollest uns behüten vor Sünden und allem Leid und uns leiblich und geistlich segnen, um Christi willen. Amen. Für Eheleute. 23 H eiliger Gott, barn⸗ herziger Vater, du hast den Ehestand selbst ein⸗ gesetzt und lässest dir gefallen, daß Mann und Weib in ehe⸗ licher Liebe zusammen wohnen und ihre Kinder erziehen zu deines heiligen Namens Lob und Preis. Darum bitte ih dich, du wollest allen chrisk lichen Eheleuten deine Gnade verleihen, daß sie dich alz Stifter ihres heiligen Standez erkennen und darum in einem heiligen und dir wohlgefälligen Wesen wandeln, auch willi und mit Freuden thun, was ihnen in ihrem Beruf zusteht Hilf, daß sie dich fürchten und in rechter Liebe und Einigkel christlich bei einander wohnen, ihre Kinder in aller Gotk⸗ seligkeit auferziehn, dazu auh das Kreuz, das in diesen Stande nicht ausbleibt, in Geduld mit einander tragen. Wehre dem Teufel, daß en deine Heidee Ordnung niht verderbe, die heilige Liebe den Ehegatten aus dem Hetzen raube, sie in das Neß da Unglaubens ziehe und Zuie spalt und Uneinigkeit zwische ihnen säe. Wo aber chris⸗ liche haben 3 sich verun⸗ einiget haben, da hilf, bam⸗ herziger Gott, daß sie sih wieberum versöhnen, einander von Herzensgrund verzeihen und wieder in rechtschaffenet Llebe und Treue beisammen nach di ben ve dein R Für A. jK verf. in der! beschere es dur heilige möge! Erbe d daß w mögen Herrn Für 2⁵ du Se barm⸗ ater, du st ein⸗ efallen, in ehe⸗ wohnen hen zu ns Lob itte ih christ Gnade ich glz Standes n einen fälligen williz m, was zusteht ten und Sinigket wohnen, Golk⸗ zu aut diesen üibt, in tragen. daß er i9. niht iebe den 34 B. leben und halten, in aller Biderwärtigkeit auf dich hoffen, dich mit ihrem Gebete und hlistlchen Wandel preisen, damit sie in deinem Dienst und Wohlgefallen bleiben und nach diesem vergänglichen Le⸗ ben versammelt werden in dein Reich. Amen. Für eine Ehefran vor der Niederkunft. 2. barmherziger Gott, du hast a versprochen: Rufe mich an in der Not, so will ich dich er⸗ ketten, so sollst du mich preisen. Auf solchen deinen Befehl und Verheißung rufe ich dich an, du wollest mich jetzt und in Kindesnöten durch dein Port und Geist an Leib und Seele stärken, daß ich nach deinem Willen geduldig leiden möge; du wollest mich erfreuen nach der schweren Stunde, mir ein gesundes Kindlein bescheren und verleihen, daß es durch das Wasser und den heiligen Geist in der Taufe nöge wiedergeboren und ein Erbe des Lebens werden, auf daß wir dich loben und preisen müögen ewiglich durch unsern Herrn Jesum Christum. Amen. Fürbitte des Ehemanns. lmächtiger, ewiger, barmherziger Gott, du Schöpfer aller Dinge, ich Gebete für verschiedene Zeiten und Stände. 451 gohnen. Laß sie dein Wort bitte dich von Herzen, du wollest meiner Frau, die du gnädiglich gesegnet hast, ein gnädiges Stündlein verleihen und ihr bald in Gnaden helfen, um deines lieben Sohnes, unsers einigen Herrn und Heilandes Jesu Christi willen. Amen. Für das neugeborene Kind. 26 O dargdein Christe, u hast ein herz⸗ liches Wohlgefallen an den Kindlein, die zu dir gebracht werden, und nimmst sie gerne an zum ewigen Leben. Du hast ja gesagt: Lasset die Kind⸗ lein zu mir kommen, denn solcher ist das Reich Gottes. Auf dies dein Wort bringen wir dies Kindlein durch unser Gebet zu dir und bitten: Nimm es an und laß es deiner Er⸗ lösung, die du uns am Kreuz mit deinem bittern Leiden und Sterben erworben hast, ge⸗ nießen und teilhaftig werden, um deines teuren Blutes und heiligen Namens willen. Amen. Fürbitte für die Kinder. 27 ch du getreuer 33 Gott und Vater, Schöpfer und Erhalter aller Kreaturen! Ich danke dir von Herzen für die Kinder, die du mir durch deinen Segen gegeben hast, und bitte dich I 452 Gebete für verschiedene Zeiten und Stände. herzlich, begnadige dieselben mit deinem heiligen Geist, der ihnen die wahre Furcht Gottes er⸗ wecke, welche ist aller Weisheit Anfang. Beselige sie auch mit rechter Erkenntnis deines Wortes, laß sie in dem wahren, seligmachenden Glauben und in aller Gottseligkeit aufwachsen und darin bis ans Ende ver⸗ harren. Gieb ihnen ein gläu⸗ biges, gehorsames, demütiges Herz, daß sie wachsen und zu⸗ nehmen nicht nur an Alter, sondern auch an Gnade bei dir und allen Menschen. Pflanze in ihr Herz die Liebe zu dir, die Ehrerbietung gegen dein Wort und seine Diener, den Gehorsam gegen die Obrigkeit. Mache sie züchtig in Gebärden und Sitten, wahr⸗ haftig in Worten, treu in Werken, fleißig in Geschäften, eifrig in Verrichtung ihres Berufes und Amtes, verstän⸗ dig in allen Dingen, sanft⸗ mütig und freundlich gegen jedermann. Behüte sie vor allen Argernissen, vor böser Gesell⸗ schaft, vor Ubermut und Un⸗ keuschheit. Sei ihr Schutz in Gefahr, behüte sie vor Unehre und Schande und gieb, daß ich Freude und Ehre an ihnen haben, und durch sie auch dein Reich vermehrt werden möge, damit wir dereinst auch im Himmelreich vereint mit allen Auserwählten dich loben und preisen mögen durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Gebet der Kinder für die Eltern. 28 Ao gnädiger, barm⸗ 36 herziger Gott, lieber Vater, der du bist der rechte Vater über alles, was Kinder heißt im Himmel und auf Erden! Ich danke dir herzlich, daß du mir meine Eltern, Vater und Mutter, bis hierher erhalten hast. Dir sei Lob, Ehre und Dank für diese deine große Wohlthat. Ach Herr, ich bitte dich, du wollest mir den Ungehorsam, mit dem ich mich gegen meine lieben Eltern oft versündigt habe, aus Gnaden vergeben und die Strafe von mir ab⸗ wenden, die du im vierten Ge⸗ bot drohest. Gieb mir aber ein gehorsames und dankbares Herz gegen sie, daß ich sie ehre, fürchte, liebe und erfreue, auch ihre väterlichen, wohl⸗ meinenden Strafen geduldi annehme. Lehre mich 6i. bedenken, wie viel Mühe und Sorge ich meiner Mutter ge⸗ kostet habe, und mit wie großer Liebe sie mich erzogen. Laß mich dieselben ehren mit Ge⸗ horsam, Liebe, Demut und Furcht, in Worten und Werken, daß ich Segen und nicht Fluch ererbe. Laß das Beispiel des Gehorsams meines Herrn Jesu Christi immer vor meinen Augen stehen, welcher seinem Vater gehorsam gewesen bis zum Tode, ja bis zum Tod am Kreuz. Lohne meinen 6 ellebten Lue Gieb i Uter, li and hilf' sre ihr bor alle der See Stündlei aß sie shlafen us ew. Nsum( Gebe 20. sihrest d Jammer in meir viel und lassen; das grö mir meit Schatz o Chefrau in den t gesetzt h mein He Augen st wie arr geworde mich in nich bed müssen, Ziel hat Hlauber der Tot laurig kine He auch ind deinen v Leinen väterlichen wohlmeinen⸗ reue, die sie an mir gethan. gieb ihnen ein friedliches Ulter, lindere ihnen ihr Kreuz und hilf's ihnen tragen. Er⸗ höre ihr Gebet und behüte sie zr allem Übel Leibes und der Seele. Und wenn ihr Stündlein gekommen ist, so laß sie sanft und stille ein⸗ shlafen und nimm sie zu dir uns ewige Vaterland durch Rsum Christum. Amen. Gebet eines Witwers. 20 O gütiger Gott, * wie wunderlich ührest du die Deinen in diesem gammerthal. Du hast mich in meiner Lebenszeit schon viel und große Angst erfahren lasen; aber jetzt trifft mich das größte Herzeleid, da du mir meinen besten und liebsten Schatz auf Erden, meine liebe Chefrau, genommen und mich in den traurigen Witwerstand gesetzt hast. Darum ist auch nein Herz betrübet, und meine lugen sind voll Thränen. Ach, wie arm bin ich doch jetzt geworden! Herr, tröste du nich in meiner Not! Lehre nich bedenken, daß wir sterben müssen, und unser Leben ein ziel hat. Wecke in mir den Hlauben an die Auferstehung der Toten, auf daß ich nicht haurig sei, wie die andern, die kine Wötsen haben, sondern auch in diesem schweren Verlust Gebete für verschiedene Zeiten und Stände. 453 dun, d Eltern die Liebe und den Willen erkenne und mit Hiob sagen lerne: Der Herr hat's gegeben, der Namt hat's genommen, der Name des Herrn sei gelobt. Amen. Gebet einer Witwe. 30 Ao du getreuer und 3 gnädiger Gott, du hast dich selbst einen Vater der Waisen und Richter der Witwen genannt! Einen Vater der Waisen nennst du dich, weil sie keinen Vater auf Erden haben, der sie herzlich liebt und treulich für sie sorgt, der ihnen ihre Notdurft schafft sie erzieht, sie tröstet, sich über 58 in Krankheit und Elend erbarmt. Dieses liebreiche Vateramt, das du gegen alle Waisen auf dich nimmst, wirst du auch an mir, an meinen und allen armen Waisen väterlich und treulich ausrichten, meine und alle armen Waisen väter⸗ lich lieben, versorgen, ernähren, erziehen, sie wösten und dich über sie als ein rechter Vater erbarmen. Einen Richter der Witwen hast du dich genannt, weil dieselben oft von der un⸗ gerechten Welt leiden müssen und keinen Schutz noch Trost haben, als Schutzlose und Ver⸗ lassene viel müssen über sich ergehen lassen. Darum bitte ich dich demütiglich, du wollest auch mich als eine Trostlose und Verlassene in deinen all⸗ mächtigen Schutz nehmen und nicht zugeben, daß mir Gewalt 454 Gebete für verschiedene Zeiten und Stände. und Leid von der bösen Welt geschehe: sondern mich und mein betrübtes Herz trösten mit deinen heiligen Ver⸗ heißungen. Laß deine Gnade eine starke Mauer um mich und meine armen Waisen sein. Erwecke fromme Herzen, die bedenken, daß ein reiner und unbefleckter Gottesdienst sei, Witwen und Waisen in ihrer Trübsal mit Rat, Hülfe und Trost besuchen. Behüte mich, lieber Vater, vor Verleumdung. Gieb mir deine Gnade, daß ich in meiner Einsamkeit meine Raffvirs auf dich allein setze, ei dir allein Trost suche und dich mit wahrem Glauben und fester Zuversicht ergreife. Amen. Gebet einer Waise. ieber himmlischer 31. 2 Vater, da du mir meine irdischen Eltern durch den Tod hinweggenommen, so halte ich mich desto fester zu dir, dem Vater über alles, was Kinder heißt im Himmel und auf Erden. Du hast mich ja in der heiligen Taufe zu deinem Kinde angenommen, auch besonders in deinem Wort versprochen, ein Vater und Erretter der Waisen zu sein. Ach, bewahre mich, daß ich deine Gnade nicht durch mutwillige Sünden verscherze, sondern vielmehr in meinem ganzen Leben sie reichlich er⸗ fahren möge. Erwecke mir treue Freunde, die sich meiner erbarmen. Gieb, daß meint Vormünder und Pfleger sih meiner treulich annehmen und mich zu allem Guten erziehen, ich aber ihnen eben den Ge⸗ horsam, den ich leiblichen Eltern schuldig bin, erweise, ihrem Rat folge und ihrer Strafe mich unterwerfe. Laß mich in deiner Furcht wandeln, böse Gesellschaft vermeiden und allen Lüsten des Ileisches widerstehen, damit ich dir so⸗ wohl jetzt in meinen unmün⸗ digen Jahren, als künftig in reiferen Alter, in meinem Be⸗ ruf mit unbeflecktem Gewissen diene und endlich dein ewiges Reich ererbe, um meines lebe Heilandes willen. Amen. Gebet eines Dienstboten. 6 ieber Herr Gott,i 32. 2 danke dir, daß mich in diesen Stand und Dienst gesetzt hast, in welchen ich nicht bloß Menschen, sondem dir dienen soll. Ich habe deinen Befehl im vierten Gebot, daß ich meinem Herrn und Zrun mit treuem Fleiße dienen, ar⸗ beiten und helfen soll. Ih will deshalb mit Lust und Liebe meinem Berufe nach⸗ kommen. Ich will gern thun, was ich thun soll, meinem Herrn und meiner Frau zu Gefallen sein. Wenn ich ge⸗ scholten werde, will ich demilig sein. In allen Stücken aber meiner Ehren und dir, Herr, zu Heuste gerne alles thun und ng biden, was dein Wile is. 4992 Gieb du mir Gnade und 30 6 Geduld dazu. Amen. blichen rweis, Reisegebet. ihre ö 90 33 Umächtiger Gott, in andeln, 0 deinem Namen will en un ich meinen Weg antreten und leischs mit Anrufung deiner Barm⸗ dir s herzigkeit diese Reise anfangen. nmün⸗ Denn du bist mein Gott, der tg in meinen Ausgang und Eingang m Be. behütet. Ich bitte dich, du ewissen wollest mir deine heiligen ewig Engel mitsenden und ihnen lhn Saehl thun, daß sie mich len. behüten auf allen meinen Wegen und mich führen auf rechter Straße an den Ort, hten. dahin ich zu kommen gedenke, auch mich gesund und frisch oth iwieder heimführen. Nun, in daßeu deine Hände befehle ich Leib 5 und und Seele und alles, was Helchen mir angehört, in Jesu Christo. ondern Amen. deinen Iin Zirbitte für vie Obrigteit. R 34 A⸗ Gott, du Herr .* 90* aller Herren und t un)Künig aller Könige, du Herr⸗ bün scher über den ganzen Erdkreis, un du hast alle Obrigkeit deme umen sezt und bezeugst durch deine 19 Apostel: Es il keine Obrig⸗ leit, ohne von Gott, und wer der Obrigkeit wiederstrebt, der Gebete für verschiedene Zeiten und Stände. 455 will ich meinem Stande zu widerstrebt Gottes Ordnung. Gieb mir, lieber Vater, daß ich die Obrigkeit als deine Ordnung erkenne, dieselbe fürchte, liebe und ehre, und verleihe Gnade, daß ich und alle Unterthanen durch sie mit Gerechtigkeit regieret werden und von ihr Schutz haben, daß ich unter ihr ein stilles, ruhiges Leben führen möge in aller Gottseligkeit und Ehr⸗ barkeit. Und weil du, lieber Vater, der Könige Herzen in der Hand hast und leitest dieselben wie Wasserbäche, so regiere auch unsere liebe Obrigkeit mit deinem heiligen Geist, daß sie vor allen Dingen Gottes Wort lieb habe, eine Pflegerin deiner heiligen christlichen Kirche, selbst dem Herrn diene mit Furcht und Zittern. Gieb ihr deine himm⸗ lische Weisheit, durch welche die Könige regieren und die Ratsherren setzen das Recht. Gieb, daß unsere Obrigkeit höre das Geschrei der Armen und der Witwen und Waisen Recht nicht beuge. Gieb ihr Liebe zur Gerechtigkeit, festen Mut wider alle Ungerechtigkeit, glücklichen Fortgang aller ihrer Unternehmungen. Behüte sie vor Heuchlern, vor Kriegen und Blutvergießen. Schütze sie durch deine heiltgen Engel. Segne das ganze Land und schaffe unsern Grenzen Friede, durch Christum, umseut Herrn. Amen. 456 Gebete für verschiedene Zeiten und Stände. Für die Predigt des göttlichen Wortes. 1—ᷣ 35 Dieber Gott, gieb uns fromme, gottes⸗ fürchtige Lehrer in der Kirche, die deinen Namen der Welt verkündigen und die Sünder lehren, wie du gnädig und barmherzig bist und uns um deines lieben Sohnes willen unsere Sünden vergeben und das ewige Leben schenken willst. Gieb, daß alle Sünder sich deiner Gnade und Barm⸗ herzigkeit trösten, dich anrufen, dich preisen, dir danken. Gieb uns den heiligen Geist, der uns regiere, und erhalte uns, daß wir nicht wieder zurück⸗ fallen in Übertretung und Sünden, sondern im rechten Glauben und heiliger Liebe Frucht bringen zum ewigen Leben. Amen. Gebet um günstige Witterung 36. Herr Gott, himm⸗ lischer Vater, der du gütig und barmherzig bist und uns durch deinen Sohn verheißen hast, du wollest dich unser in aller Not gnädig annehmen, wir bitten dich, siehe nicht an unsere Sünde und Missethat, sondern unsere Not und deine Barmherzigkeit und gieb gedeihliche Witterung, daß wir durch deine Güte unser tägliches Brot haben und dich als einen gnädigen Gott er⸗ heben und preisen mögen, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, unsern Herrn. Amen. Gebet in teurer Zeit. 37. Gott, Schöpfer Himmels und der Erde! Du erhörest Gebet, darum kommet alles Ileisch zu dir. Ach Herr, wir haben diese teure Zeit sehr wohl verdienet um unserer Sünde willen. Ach Herr, unsere Missethat drücket uns hart, darum wollest du uns unsere Sünde vergeben. Erhöre uns nach deiner wunderbaren Güte, Gott, unser Heil, der du bist die Zuversicht aller auf Erden und ferne am Meer. Ach Herr, thu' auf deine milde, allmächtige Hand und Donn alles, was lebet, mit Wohlgefallen. Thue auf die Fenster des Himmels und schütte herab Segen die Fülle. Es wartet alles auf dich, daß du ihnen Speise gebest zu seiner Zeit. Wenn du ihnen giebest, so sammeln sie; wenn du deine Hand aufthust, so werden sie mit Gut gesättigt. Vor allem aber, o Herr, stärke und speise uns mit deinem lebendigen Wort, als mit dem rechten Himmelsbrot. Denn der Mensch lebet nicht vom Brot allein, sondern von einem jeglichen Wort, das aus deinem Munde gebet. llmächtiger, barm⸗ herziger, gütiger Zisch rinken und 1 Seligke sollen. 38. aller L rochtigk du un suchune Strafe denen laß be darum, 7 nicht verzagen. Gieb Trost allen Hungrigen, der du die Vögel des Himmels peisest; gieb den Armen Ge⸗ duld, o Herr, und laß sie an deiner allmächtigen Hülfe Uns alle aber erfülle mit der seligen hoffnung, daß wir dereinst in deinem Reich an deinem Tisch mit dir essen und trinken, dein Antlitz schauen und von Gerechtigkeit und Seligkeit gesättigt werden sollen. Amen. Bei Seuchen. 38 O Gott, in Ewig⸗ * keit ein Vater aller Barmherzigkeit und Ge⸗ nechtigkeit! Wir erkennen, daß du uns diese schwere Heim⸗ uchung geschickt hast zur Strafe unserer Sünden, mit denen wir dich ohne Unter⸗ laß beleidigt haben. Und darum, o barmherziger Gott und Vater, bitten wir dich mit tiefer Demut, daß du unsere Sünden gnädiglich berzeihen, deines gerechten gornes vergessen und die shreckliche Gefahr eines bösen, schnellen Todes gnädiglich abwenden wollest, damit wir geit haben, wahrhaftige Buße zu thun und der ewigen Seligkeit gewiß zu werden durch das bittre Leiden und Sterben Jesu Christi, deines Ien Sohnes, unsers Herrn. men. Gebete für verschie dene Zeiten und Stände. 457 Ju schwerem Kreuz. 39. 2 ch lieber Herr Gott, du hast uns für⸗ wahr nun eine lange Zeit mit allerlei Unfall, Angst und Trübsal, Jammer und Not umgeben und hast uns da⸗ durch antreiben wollen, unsere Sünde zu erkennen, den ewigen Tod zu fühlen und uns zur Buße zu wenden. Nun, lieber Gott, laß es genug sein, laß ab von deinem Zorn. Du hast uns genugsam gezüchtigt und gedemütigt, so aß wir seit lange keine fröh⸗ lichen Tage und Stunden gehabt haben. Wir bitten dich, lieber Gott, kehre dich wieder zu uns und sei deinen Knechten gnädig, zeige uns deinen süßen Trost, damit wir in der Angst und Trübsal nicht verzagen, sondern sieg⸗ reich überwinden durch Jesum Christum. Amen. Gebet eines Kranken. 40 Barnherziger gnä⸗ * diger Gott, du hast uns heißen beten und zugesagt, uns alles zu geben, was wir nach deinem Willen bitten werden. So bitte ich dich von Herzen, um Jesu Christi, deines lieben Sohnes willen, du wollest mir meine Gesundheit wiedergeben, mich stärken und meine großen Schmerzen lindern. Ach err. strafe mich nicht in deinem 458 Gebete für verschiedene Zeiten und Stände. Grimm, sondern sei mir gnädig. Wie lange soll ich mich ängsten in dieser Not? Hilf mir, damit ich auch in dieser Welt dich noch mehr loben und preisen und andern dienen möge. Weil aber wir armen Menschen nicht wissen, wie wir recht beten sollen, so stelle ich alles dir anheim. Ist es dein göttlicher Wille, m ehe dieser Kelch von mir; —5 nicht, was ich will, sondern dein Wille geschehe. Das aber, Herr, bitte ich dich, daß meine Krankheit ein seliges Ende gewinne. Dazu wollest du Gnade ver⸗ leihen um Jesu Christi willen. Amen. Fürbitte für einen Kranken. 41 Oaumacuger Gott, himmlischer Vater, der du uns Odem und Leben gegeben hast, du hast uns eine gnädige Verheißung ge⸗ geben. Wenn wir dich in unserer Not anrufen, willst du uns erhören. Du ver⸗ heißest auch durch deinen lieben Sohn: Wo zwei unter⸗ uns eins werden auf Erden, warum es ist, daß wir dich bitten, das soll uns gewiß gegeben werden. Nun bitten wir dich, lieber Vater, für diesen Kranken, du wollest dich seiner gnädig erbarmen, ihm Linderung sener Schmerzen verleihen und ihn von seiner Krankheit erlösen. Bei dir, err, ist viel Gnade und rbarmen. So erbarme di denn auch dieses Kranlen, tröste ihn im rechten Glauben, vergieb ihm seine Sünden, und wenn es zu deiner Ehre und seinem Heil dient, so nahe ihm auch mit leiblicher Hülfe. Wenn es aber, lieber Gott, dir anders gefällt, und du willst sein Leben von ihm nehmen und ihn heimholen, so stärke ihn wider alle Anfechtung, mildere und ver⸗ kürze die großen Schmerzen und laß ihn in deinem Frieden selig einschlafen. Gieb, daß sein letzter Tag auf Erden der erste sei in deinem Reiche, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn. Amen. Gebet um ein seliges Ende. 42 Di getreuer Gott * und Vater 3• Herrn Jesu Christi, ich bitte dich von Herzen, du wollest mich in meiner Not nicht verlassen, sondern mit dem Licht deines wahren Erkennt⸗ nisses erleuchten, daß ich durch dasselbe aus dieser Finsternis dir, dem ewigen Licht, ge⸗ angen möge. O Herr, sei du bei mir, wenn ich sterben soll, stehe du zu meiner vechten Hand, wenn ich soll meinen Geist mich, er tröste und stärke mich, erhalte mich in festen Vertrauen auf deine große Gnade und Barm erzigk⸗ 10 lieben des Kr Wort bigem sagen Hünde denn d getreue aus E meiner Ende. Gott Ach, Herr Gott, aß daß letzte Wort deines leben Sohnes am Stamme des Kreuzes auch mein letztes Vort sein, daß ich mit gläu⸗ bigem Vertrauen im Herzen jagen kann: Vater, in deine nde befehle ich meinen Geist, denn du hast mich erlöset, du getreuer Gott. Und wenn ich aus Schwachheit solches mit meinem Munde nicht mehr jagen könnte, so laß doch mein Herz also in der Stille u dir rufen und seufzen. men. HBirpitte für einen Sterbenden. 43 O gütiger Gott, * barmherziger Gott, du bist unsere Zuflucht, unsere Stärke und Hülfe in allen Nöten. Laß leuchten dein heiliges 2— über deinen Knecht(Magd), der jezt vor dir erscheinen soll. Wasche ab alle seine Sünden, o Herr Gott, mit dem teuren Blut Jesu Christi, auf daß ihrer im Gericht nicht mehr 1 0 werde. Mehre ihm en Glauben, errette seine Seele aus der Gewalt des bösen Feindes. Tröste ihn durch deinen heiligen Geist und gieb ihm in dieser Stunde zu derstehen, daß du sein gütiger und ans kan Vater, und daß er aus lauter Gnaden dein liebes Kind sei. Laß den nicht verloren werden, den du mit deinem heiligen Blut so ů Gebete für verschiedene Zeiten und Stände. 459 ö keit, teuer erkauft hast. Nimm seine Seele auf in dein Himmelreich und verleihe ihm eine maaten Auferstehung am jüngsten Tage. Erhöre uns, o Vater aller Gnaden, ja erhöre deinen Sohn, unsern einigen Erlöser und Mittler, der zu deiner Rechten sitzet und für ihn und uns alle bittet, und sei uns gnädig um des Verdienstes seines teuren Blutes und bittern Leidens willen. In solchem Vertrauen befehlen wir die Seele dieses Sterbenden in deine väterliche Hand und rufen dich an mit dem Gebet, das uns Jesus Christus, unser Heiland, zu beten selbst gelehrt und befohlen hat: ater unser ꝛe. Amen. Nachdem der Kranke ver⸗ schieden ist. 44 ir danken dir, * Herr Jesu Christe, daß du unser Gebet und Flehen gnädiglich erhöret hast. Du hast 105 Bruder (Schwester) aus der Angst gerissen und eingeführt in die ewige Ruhe. Ach lieber Hei⸗ land, wir Bate a mit Hiob: Der Herr hat's gegeben, der Herr hat's genommen, der Name des Herrn sei gelobt! und mit dem Volke im Evan⸗ gelio: Er hat alles wohl ge⸗ macht! Luf daß wir uns r Eutsala wir haben diesen ntschlafenen gar nicht ver⸗ 460 loren, sondern nur vorangesen⸗ det in der festen Hoffnung, daß du ihn am jüngsten Tage mit großer Kraft und Herr⸗ lichkeit auferwecken wirst, und wir einander bei dir im ewigen Leben wiederfinden werden. Du wollest uns allen deines heiligen Geistes Kraft ver⸗ leihen, daß wir uns an diesem Totenbette erinnern, Gebete für Festtage und Festzeiten. wie bald es auch um unser Leben geschehen sein kann, damit wir stets in christlicher Bereitschaft erfunden werden, dir, wenn das Stündlein kommt, durch das finstere Thal des Todes mit Freuden zu 1lden in dein Reich, der du samt dem Vater und heiligen Geist lebst und regierst in Ewigkeit. Amen. III. Gebete für Festtage und Festzeiten. Zum Aufange eines neuen Kirchenjahres. 1 Anmäachager ewiger * Gott, der du durch deine Gnade uns abermal ein neues Kirchenjahr hast anheben lassen: gieb auch in demselben deiner Kirche deinen Geist und göttliche Weisheit, daß dein Wort unter uns gedeihe und wachse, mit aller Freudigkeit, wie sich's gebührt, gepredigt, und also deine heilige christliche Kirche er⸗ halten und gebessert werde, auf daß wir mit beständigem Glauben dir dienen und im Bekenntnis deines Namens bis an unser Ende verharren mögen, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, unsern Herrn. Amen. Adventszeit. 2 Her Gott, himmlischer * Vater, wir danken deiner Gnade, daß du uns deinen Sohn gesandt hast und ihn gesetzt zum König der Gerechtigkeit und zu unserm Heilande und Erlöser, daß er uns aus dem Reiche der Finsternis errette und uns Gerechtigkeit, Heil und Segen verleihe. Wir bitten dich aber auch, erleuchte uns in seiner Erkenntnis, daß wir ihn für unsern König und Seligmacher halten, annehmen und loben und mit unsern Gaben und Kräften, mit allem, was wir von dir Gutes haben und ver⸗ mögen, ihm unterthan sein und dienen mögen, und er seine Wohnung unter uns und in uns habe, und wir allezeit in seinem Reiche und in seinem Gehorsam und Dienste bleiben. Neige der Fürsten und Ge⸗ waltigen Herz und Willen, daß sie dem—. 6— aller Könige und Herrn der Herrlichkit aufthun ihre Pforten und Thore, laß ihn einziehen in ihre Lande, Städte und Kirchen, st und der nserm daß er e der uns Segen h aber seinen hn für macher loben n und 18 wir id ber⸗ sein ind er 8 und llezeit seinem leiben. d Ge⸗ n, daß dönige ichkeit und ö en in rchen, daß er seine Herberge bei ihnen habe und mit seinem Wort und Geist regiere und herrsche. Steure dagegen und wehre allen denen, die Christo die Pforten zuschließen und ihm den Eingang wehren, da⸗ egen dem Antichrist und H Lehrern Thor und hüren weit aufthun. Mache ihr böses Vornehmen und ihre Anschläge zunichte. Beweise deine Macht und Barmherzig⸗ leit an den armen Menschen, die noch in den Banden des Aber⸗ laubens und der Trostlosigkeit 55 Unglaubens, in Abgötterei und allerlei gottlosem Wesen und falscher Lehre gefangen ri daß Christus auch zu hnen komme und sein Reich des Lichts, der Wahrheit und Gerechtigkeit bei ihnen auf⸗ richte, und du, ewiger Vater, samt demselben, deinem ewigen Sohne und dem heiligen Geiste überall mit Lob und Preis und Anbetung deines heiligen Namens gerühmet und geehret werdest. Amen. Weihnachtszeit. 3 Anmaghnger, ewiger * Gott, wir danken dir, daß du dich unsers Jammers hast angenommen und deinen unlen laften Sohn um unsert⸗ willen lassen Mensch werden, und bitten dich, du wollest unsere Herzen gnädiglich er⸗ leuchten, daß wir an solchem Trost festhalten, uns der Ge⸗ Gebete für Festtage und Festzeiten. 461 burt deines lieben Sohnes von Herzen freuen, dich mit allen heiligen Engeln loben, im Herzen Frieden haben und allerlei Widerwärtigkeiten mit Geduld tragen und überwinden mögen, durch denselben, deinen Sohn, unsern Herrn Jesum Christum. Amen. O du gütiger Herr Jesu Christe, ich wollte dich gern von Herzen loben von wegen deiner Menschwerdung, aber Herr, woher soll ich's nehmen? Mit welchem Herzen und Worten vermag ich dir für solche große Wohlthat zu danken? Wenn ich gleich tau⸗ send Zungen hätte, könnte ich dich dennoch nicht genugsam loben, sintemal deine große Gnade und Gunst, die du uns armen Menschen erzeiget hast, daß du in unser Fleisch ge⸗ kommen, unser Bruder, gewor⸗ den bist, Fleisch von unserm Fleisch und Gebein von unserm Gebein, bei weitem all' unsere Dankbarkeit übertrifft, die wir dir erzeigen mögen. Denn was hast du Größeres uns zu großen Ehren und zu ewiger Seligkeit thun können, als daß du nicht der Engel Natur, sondern unsere menschliche Natur an dich genommen, unser Fleisch und Blut zum Höchsten erhoben und alle deine Güter uns als deinen Brüdern und Blutsverwandten mitgeteilt hast! Das ist nun mein höchster Schatz und Trost, des freu' ich mich von Herzen, daß auch 462 mein Fleisch und Blut dir nunmehr verwandt und zu⸗ gethan, und ich auch ein Glied⸗ maß deines Leibes bin. Wo nun du, Herr, bist und regierst, da werde ich auch sein und als ein Miterbe der ewigen Hantn wod und Seligkeit teil⸗ aftig werden. Das wirst du gnädiglich mir widerfahren lassen, du getreuer Immanuel, um deiner Menschwerdung willen. Amen. Jahresschluß. 4 Nlmächtiger Gott, himmlischer Vater! Wir n. dir von Herzen Lob und Dank, daß du uns durch deine väterliche Güte und Treue dieses zu Ende eilende Jahr hast überleben und uns in demselben deine Wohlthaten an Leib und Seele reichlich hast widerfahren lassen. Ach Herr, wir sind zu gering aller Barmherzigkeit und Treue, die du an uns gethan. Aber mit herzlicher Reue bekennen wir dir, daß wir den Reich⸗ tum deiner väterlichen Liebe nicht nach Gebühr erkannt, sondern vielfältiger Weise miß⸗ braucht und mit Gedanken, Worten und Werken, schwer und mannigfaltig wider dich in diesem Jahr gesündigt und dadurch deine gerechten Strafen wohl verdient haben. Drum bitten wir dich mit tiefer Demut um Vergebung aller unserer Sünden: und Gebete für Festtage und Festzeiten. weil wir morgen nach deinem Willen ein neues Jahr be⸗ ginnen, so wollest du deine väterliche Huld und Treue gegen uns erneuern und deinen heiligen Geist uns schenken, damit wir mit dem alten Jahre alle alten Sünden, bösen Lüste und Begierden ablegen und mit dem neuen Jahre ein neues christliches Leben an⸗ fangen und dir darin mit neuer Willigkeit dienen. Segne uns, Herr, unser Gott, und hilf uns die flüchtigen Tage unserer Wallfahrt in deiner Furcht hinbringen. Wir wissen nicht, wann du uns von unserm Tagewerk abrufen und der Zahl derer einreihen wirst, die in diesem Jahre ihren Lauf vollendet haben. Laß uns mit heiligem Ernst ihr Ende anschauen und nur um so mehr Fleiß anwenden, was wir noch leben im Fleisch, zu leben im Glauben deines Sohnes, der uns geliebet hat und sich selbst für uns dargegeben. Rufe aber auch den Betrübten und Leidtragenden unter uns das Wort des Trostes und der Hoffnung zu, daß selig sind die Toten, die in dem Herrn sterben; denn sie ruhen von ihrer Arbeit, und ihre Werke folgen ihnen nach. Herr Jesu, du bist dazu gestorben und wieder lebendig geworden, auf daß du über Tote und Lebendige ein Herr seiest. So erhalte uns in der Gemeinschaft des Geistes mit Illen,! shlafen is ans goch Le Hand hir, so terben serben, oot oder o Jesu, 5. deine zu wel Hrund deiner Hesetz Leiden leßest nenner dein X ihren Dank, heilsv Jahr und u errett suchut deines Sei a Jesus That uns unser und dem Scha die Men Geis alen, die in dir selig ent⸗ shlafen sind, bewahre uns fest h ans Ende, daß weder Tod noch Leben uns aus deiner hand reißen dürfe. Leben ö Uir, so laß uns dir leben; seuben wir, so laß uns dir lerben, damit wir dein seien, ut oder lebendig. Mach uns, oJesu, ewig selig! Amen. Neujahr. 5 Sel poogeubet, du treuer Heiland, für gdane heilbringende Erlösung, zu welcher du hast den ersten Gebete für Festtage und Festzeiten. Hrund gelegt, indem du in deiner Beschneidung dich dem Hesetz unterworfen und dein Leiden begonnen hast. Du leßest dich dabei einen Jesum nennen und versprachst damit, dein Volk selig zu machen von ihren Sünden. Herr, dir sei Zank, daß du diesen deinen heilsvollen Namen auch dieses Jahr über an uns bewiesen und uns aus so mancher Not errettet und vor mancher Ver⸗ suchung und Gefahr kraft deines Namens bewahret hast. Sei auch ferner unser lebendiger Fesus, unser Heiland in der That und Wahrheit. Erlöse uns vor allen Dingen von unsern geistlichen Feinden und von den Sünden, als dem ärgsten und gefährlichsten Schaden. Dein Blut tilge de Ungerechtigkeit des alten Menschen und erneuere uns im Geiste unsers Gemüts, daß wir 463 dich, Herr Jesu, mit aller deiner Gnade und Kraft an⸗ ziehn und in dir mit der Zeit neue Menschen werden mögen. Siehe, unser Herz sehnet sich nach deiner neuen Schöpfung, darin du alles neu machen willst. Ach, so schaffe in uns einen neuen gewissen Geist, damit das Alte alles vergehe, das uns geplagt und beun⸗ ruhigt, auch dich an deinem Segen gehindert hat. O Jesu, erneüre nun mit diesem Wechsel des Jahres dein Gedächtnis in uns, daß du nun von neuem uns vor Augen gemalt werdest durch den Glauben, den Gott selber wirket. Werde uns, was dein Name mit sich bringt, nämlich lauter Heil und Seligkeit. Schenke uns zum neuen Jahr neue Ge⸗ rechtigkeit, neue Heiligkeit, neue Weisheit, neue Erlösüng. Laß uns mit ganz neuem Sinn und Ernst dies Jahr anfan gen und nicht in dem alten Sauer⸗ teig der Heuchelei und Schalk⸗ heit, nicht in den alten Sün⸗ den und Gewohnheiten. Ach, daß wir nur alle ein Herz erflehten, das dich kindlich fürchte, herzlich liebe, brünstig anrufe und treulich kämpfe, daß wir deiner Liebe anhangen, deine Bekanntschaft suchen, deine Süßigkeit schmecken im Herzen und so nach dir alle Tage und Stunden dürsten möchten. Ach, werde uns alles in allem, denn in dir liegt alles, was wir bedürfen. 464 Werde unserer Obrigkeit das rechte Gesetzbuch in deinem heiligen Namen, der da ist Gottes Wort; sei ihr gerades Scepter, daß dein Wille nur durch sie geschehe, und ihr Schirm und Schutz, Lohn und Krone. Sei du in allen Lehrern das wahrhafte Licht, das allen Menschen vorleuchte und die Irrigen zurechtweise, die Unwissenden lehre, die Schwachen stärke, die Trauri⸗ gen tröste. Allen Gemeinden werde mit deinem heiligen Namen ein Tempel, darin sie in Einigkeit des Geistes ver⸗ sammelt werden zur gemein⸗ samen Besserung. Dein Name sei und bleibe der Armen Schatz, der Kranken Heilung, der Elenden Zuflucht, der Ver⸗ lassenen Rat und Trost, der Witwen Versorger, der Waisen Vater, ja allen alles. Du himmlisches Manna, gieb dich einer jeden Seele auch dieses Jahr so zu genießen, wie sie es bedarf und begehret. Denn du teilst dich gern mit allen, die dich suchen und anrufen. Verehre uns die köstliche Perle deines Reichs, daran wollen wir ewig genug haben. Stille den Hunger unserer Seelen nach dir und führe das Werk deiner Erlösung an uns völlig aus: so wollen wir uns an dir genügen lassen. Denn du kannst uns im Tode erwecken, uns in Schwachheit neue Kraft geben, den Zorn in Liebe und Gebete für Festtage und Festzeiten. deln. Durch dein vergosenez Blut lösche das Feuer der verderbten Natur und führe uns dies ganze Jahr auf rechte Straßen, daß wir nicht mehr irren. Ja, lehre du uns selbst dein Wohlgefallen; und ohne dich laß uns nichts reden, thun oder denken. Wir em⸗ pfehlen uns dir ganz mit allem, was wir sind und haben, au ewig. Amen. Epiphanias. 6 err Gott, himmlischer Vater, wir danken dir, daß du auch der Heiden Gott bist und sie zu der Herde deines lieben Sohnes, des guten Hirten Jesu Christi, sammelst durch deinen heiligen Geist. Wie gnädiglich hast du die Weisen aus dem Mor⸗ genlande regiert, durch einen Wunderstern aus dem finstern Heidenlande gen Bethlehem geführt und zu deiner Erkennt⸗ nis gebracht. Lieber himm⸗ lischer Vater, wir sind auch aus heidnischem Geblüte, und unsre Väter sind hingegangen u den stummen Götzen, wie 15 geführet wurden; aber du hast uns durch das Evan⸗ gelium berufen und durch die heilige Taufe errettet aus der Obrigkeit der Finsternis und in das Reich deines lieben Sohnes versetzt, an welchem wir haben die Erlösung durch den Fluch in Segen verwan⸗ sein Blut, nämlich die Ver⸗ gebung der Sünden. Dein solgen vir dei ssenes 1der in allen Gräueln der Gebete für Festtage und Festzeiten. heliges Evangelium ist der Bunderstern, der uns allezeit kuchtet; dein Wort ist unsers ußes Leuchte und ein Licht auf unsern auch d. So regiere uns nun auch durch deinen heiligen Geist, das wir weise werden und erkennen, was zu unserm Frieden dient, auf daß wir uns aufmachen aus der zinsternis unserer Sünden, dem Lichte deines Wortes olgen und nicht ablassen, bis wir deinen lieben Sohn, unsern Fnig und Heiland Jesum Christum, erkannt und im Hlauben gefunden haben, seines Trostes wider die Sünde, den Tod und die Gewalt des Teufels genießen und also slig werden. Aber weil so biel Millionen durch das Blut Christi erlösete Menschen noch in finstern Lande wohnen und im Schatten des Todes stzen, die da hingehen zu den summen Götzen und wandeln Ab⸗ götterei, die da fremde Wer⸗ bon den Testamenten der Ver⸗ heißung, daher sie auch keine hoffnung haben und leben ohne Gott in der Welt: so bitten wir dich, daß du her⸗ zurufest, die noch ferne sind, und lässest unter den Heiden verkündigen den unausforsch⸗ lhen Reichtum Christi, auf⸗ zuthun ihre Augen, daß sie sch bekehren von der Finster⸗ nis zum Licht und von der Gewalt des Satans zu Gott, zu empfangen das Erbe samt 465 denen, die geheiligt werden durch den Glauben an Jesum. Die Ernte ist groß, aber der Arbeiter sind wenige. O Herr der Ernte! sende Arbeiter in deine Ernte und gieb den Heiden dein Wort mit Scharen Evangelisten. Segne auch die Boten, welche bis diesen Tag gesendet sind, Frieden zu pre⸗ igen und Heil zu verkündigen in dem Namen deines lieben Sohnes; denn es ist in keinem andern Heil, ist auch kein an⸗ drer Name den Menschen ge⸗ eben, darinnen sie können selig werden. Wirke, o Herr, mit ihnen und bekräftige das Wort durch mitfolgende Zeichen, daß du den Heiden die Ohren aufthust, damit sie hören, was zu ihnen gesagt wird, und reinigest ihre Herzen durch den Glauben. Wecke auf, Herr, uns, deine Jünger, daß wir gedenken, wie du geboten hast: Prediget das Evangelium aller Kreatur! Laß uns nicht um des Geizes willen die Gaben zurückhalten, durch welche deinen Boten der Weg zu den Heiden bereitet wird; 1. aß uns wirken, dieweil es Tag ist, denn es kommt die Nacht, da niemand wirken kann. Jetzt ist die an⸗ enehme Zeit, jetzt ist der Tag des Heils! Jetzt erleuchtet uns noch dein Wort: so laß uns ein Licht sein für die verfinsterten Heiden; jetzt haben wir noch den Schatz deiner heiligen Sakramente: so laß 30 466 uns durch denselben auch die armen Heiden reich machen. Ach gieb uns doch ein dank⸗ bares Herz für die Gnade, die wir als Glieder deiner heiligen Kirche genießen, und behüte uns vor der Sicher⸗ heit der Juden und vor des Herodes Heuchelei und Ver⸗ achtung deines Wortes, auf daß wir nicht andre zu dir weisen und selber dahinten bleiben, daß nicht kommen von Morgen und Abend, von Mittag und Mitternacht, die in dein Reich eingehen, und wir Kinder des Reichs aus⸗ gestoßen werden in die äußerste Finsternis hinaus. Endlich aber erbarme dich auch, o du Vater der Barm⸗ 950 igkeit, über das verblendete der Juden und nimm von ihrem Herzen die Decke hinweg, daß sie erkennen, den sie verworfen, auf den ihre Väter gehofft, und von dem ihre Propheten geweissaget haben, Jesum Christum, ein Licht zu erleuchten die Heiden und zum Preise deines Volkes Israel, welcher mit dir samt dem Heiligen Geiste lebet und Lelpbet wahrer Gott, hoch⸗ gelobet in Ewigkeit. Amen. Passionszeit. 7 llmächtiger, ewiger, 0 himmlischer Vater, der du der armen sündhaften Welt dich erbarmet und um ihretwillen deines eingeborenen Gebete für Festtage und Festzeiten. Sohnes nicht verschonet, son⸗ dern ihn für uns alle in den Tod dahingegeben hast, auf daß wir durch ihn wiederum ewig leben und selig werden möchten: Dank sei dir für diese deine wunderbare Gnade und Barmherzigkeit, daß du den, der von keiner Sünde wußte, für uns zur Sünde gemacht hast, auf daß wir in ihm würden die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt. O, lieber Heiland, Jesu x Christe, du warest der Aller⸗ verachtetste und Unwerteste, voller Krankheit und Schmer⸗ zen, denn der Herr warf unser aller Sünden auf dich, und also trugst du unsre Krank⸗ heit und ludst auf dich unsre Schmerzen; du bist um unster Missethat willen verwundet und um unsrer Sünde willen Jerschla en worden, die Strafe ag auf dir, auf daß wilr Frieden hätten, und durch deine Wunden sind wir ge⸗ heilet. Darum sei nun auch gelobet immer und ewiglich, daß du uns 0 gute dieses alles gethan, und deinem himm⸗ lischen Vater gehorsam wor⸗ den bist bis zum Tode, ja bis zum Tode am Kreuze. Erbarme dich noch ferner über uns, deine Erlösten, und hilf, daß unser keiner verloren werde. Hast du doch dein Leben für uns zum Schuld⸗ opfer Kan pe 0 gieb uns auch deinen heiligen Geist zu unsrer Bekehrung, und Wt eingehe Im jederze nach d Kreuz dir w Jesu Aller⸗ rteste, hmer⸗ unser und drank⸗ unsre unsrer aß wir nicht ohne Buße eligehen zum ewigen Leben. deine Kirche, allmächtige Hand gepflanzet uns gerecht durch deine Er⸗ kuntnis, nachdem du unsre Zünden getragen. Wir haben gir Arbeit o Mude in unsern günden und Mühe in unsern Rissethaten, hilf aber nur, erben oder mit unserm sünd⸗ aften Leben dich von neuem teuzigen und durch schänd⸗ lihe Verachtung dein Blut nit Füßen treten, welches uns reinigen soll von unsern SZünden. Vielmehr verleihe mns, daß wir mit geängstetem Heiste und zerschlagenem Her⸗ en dein Leiden und Sterben üglich betrachten, in wahrem und sestem Glauben jederzeit unsere Zuflucht nehmen zu denen Wunden und dur Reselben dermaleinst mögen Im übrigen beschere uns kderzeit ein geduldiges Herz, noch deinem Beispiele unser Kreuz auf uns zu nehmen und dir willig nachzufolgen, auf daß, so wir mit leiden, wir auch dereinst mit dir zur Herr⸗ lihteit mögen erhoben werden. Indessen aber sorge du an Gebete für Festtage und Festzeiten. 467 dein Reich, das du aufgerichtet hast, denn es ist dein Werk. Erhalte uns und unsere Nach⸗ kommen bei der reinen, evan⸗ gelischen Lehre. Strafe uns nicht, wie wir es wohl ver⸗ dienet haben. Du wollest aber auch aus Gnaden ab⸗ wenden alle Gefahr und Not, so diesem oder andern Orten schädlich sein mag, und mit dieser deiner Gnade täglich bei uns bleiben: so wollen wir dich, o du heilige Drei⸗ faltigkeit, rühmen und preisen, A. in alle Ewigkeit. men. Stille Woche. ch H⸗ Jesu Christe, du 8. Lamm Gottes, das der Welt Sünde weggenom⸗ men hat, erbarme dich über uns und gieb uns deinen Frieden. Amen. Gott, man lobet dich in der Stille zu Zion; ach, so mache denn auch mein Herz durch deinen sanften heiligen Geist in der Wahrheit stille zu deinem Lobe. Meine Seele inget dir, und meine Lippen allen Orten für deine Ge⸗ sing meine, die du so teuer erkauft hast mit deinem Blute, erhalte in stetem Schutz und Bau welche deine hat, und behüte, daß sie nicht von ihren Feinden verwüstet werde. Wohne bei uns, bleibe preisen deinen heiligen Namen, daß du mich mit deiner ewigen Erbarmung diesen ersten Tag der großen und stillen Woche hast erleben lassen, in welcher du deinen eingeborenen Sohn aus Liebe für die ganze Welt, und auch bel uns, regiere und bewahre uns und mehre unter uns bu mich elenden Sünder in⸗ onderheit, in so unzählige 80² 468 Gebete für Festtage und Festzeiten. Marter und Pein Leibes und der Seelen bis zum Tod am Kreuz dahingegeben. Nun so 2851. mir dann in dieser großen Woche aufs neue groß werden meine ewige Erlösung, die mir durch diesen deinen einigen Sohn, Jesum Christum, meinen lieben Herrn, gewor⸗ den ist. Herr Jesu, ach, daß alle Welt vor dir, der du nun durch Leiden des Todes mit Preis und Ehren gekrönet, in deinem heiligen Tempel zur Rechten des Vaters sitzest, stille würde in dieser Woche, stille in den Häusern, stille auf den Straßen und Gassen, stille bei Tag und Nacht. Doch mache nur vor allem andern mein Herz, das un⸗ ruhige Übel, stille dr in und vor dir, du stiller Jesus. Sammle durch deinen ewigen Geist, in welchem du dich deinem Vater geopfert hast, mein zerstreutes Herz, daß ich deine Stimme mit hören⸗ den Ohren höre, wenn du mir insbesondere in mein In⸗ nerstes rufest: Mir hast du Arbeit gemacht in deinen Sün⸗ den und du hast mir Mühe gemacht mit deinen Misse⸗ thaten; ich aber, ich tilge deine bertretung um meinetwillen und gedenke deiner Sünden nicht. Ja, daß auf deinen himmlischen Zuruf: Daran gedenke, Jakob, Israel, ver⸗ iß mein nicht! aus dem nnersten Grund meines Her⸗ zens widerschalle: Ich gedenke daran, mein lieber Herr und will dir dafür von 117 an aufs neue dankbar sein. Ich will dein Leiden und Sterben nicht mißbrauchen sondern mit allem Ernst ber ehren. Ich begehre, deinen unterthänig, gleich⸗ Kreuz förmig und gehorsam zu wei⸗ den, bis ich in der Wahrheit sagen kann: Ich bin mit Christo gekreuzigt, ich bin mit ihm 1ee⸗ bt auf daß ich ebe: ich lebe, aber nihl Gott mehr ich, sondern Christus lebet in mir. Dein erster Eingang in dies Welt und ganzer Wandel darn in Gehorsam, Armut und Niedrigkeit verpflichtet mit armen Sünder schon sattsam zu deinem Opfer und Eigen⸗ tum. Aber da dich die Lelden ohne Zahl bis zum Tode am Kreuz ergriffen und so gar nichts an deiner heiligen eenschheit ist verschont ge⸗ blieben im 00 ene Gericht, hast du mich Elenden dir so verbunden, daß, wenn ich dich verleugnete und dein vergäße, du mit allem Recht mein ewiglich vergäßest und mich vor deinem Vater und vor seinen Engeln verleugnetest So segne denn, erbarmender Heiland, deines Leidens An⸗ ang, Fortgang und Ausgang an mir Elenden. Segne den Anfang desselben 56 einem gründlichen Anfang des ersten und völligen Glaubens mit wahrhaftigem Herzen an dei⸗ — nen No ung Hehein zur Ei und z in di. Todes. deiner die Ge daß ic allen nem 2 meiner Umstä ausha Kleine Gutes mich deiner lönne, Verdi . deiner deine bedack einen o kö ttiftet 125 n heute ar seih, en und rauchen, nst ver⸗ deinem gleich⸗ nt ge⸗ HBericht, dir so ich dich ergäße, 10 mi d vor netest. nender An⸗ Sgang ie den einem ersten mit dei⸗ unsre und aller Welt Sünden nen Namen. Segne den Fort⸗ ang deiner Leiden zur Grün⸗ ung in der Erkenntnis des Heheimnisses deines Kreuzes, zur Einwurzelung in der Liebe und zur willigen Einsenkung in die Gemeinschaft deines Todes. Segne den Ausgang deiner Leiden an mir durch die Geduld in der Hoffnung, daß ich dir stille bleibe unter allen Widerwärtigkeiten, dei⸗ nem Willen mich lediglich in meinen äußern und innern Umständen aufopfere und so aushalte durch Großes und Kleines, durch Böses und Gutes bis ans Ende, daß ich mich dann ewiglich bei dir in deiner Herrlichkeit erfreuen bönne, um deines allerteuersten Verdienstes willen. Amen. Gründonnerstag. 9 Wir danken dir, Herr 2 Jesu, daß du vor deinem Abschied aus der Welt deine liebe Gemeinde so wohl bedacht und uns auf Erden einen solchen Tisch und ein so köstliches Sakrament ge⸗ stiftet und verordnet hast. Ja, wir preisen dich, du treuer Heiland, daß du dich nicht allein hast zum Opfer für dahingegeben und am Kreuz schlachten lassen, sondern daß du auch im heiligen Abend⸗ mahle uns arme, hungrige, Gebete für Festtage und Festzeiten. 469 und Blute speisest und uns allen deine erworbenen Güter und Wohlthaten dadurch zu⸗ eignest und versiegelst. Ach, Herr, das Brot, das wir brechen, ist ja die Ge⸗ meinschaft deines Leibes, und der Kelch, welchen wir segnen, ist ja die Gemeinschaft deines Blutes. O wie sollen wir dir's, unserm Gott, vergelten, daß du dich so nahe zu uns thust und eine solche himm⸗ lische, göttliche Gemeinschaft mit uns aufrichtest, dadurch wir nicht allein mit dir, sondern auch durch dich mit der ganzen heiligen Drei⸗ faltigkeit vereinigt werden. Indem du uns, o Jesu, mit deinem heiligen Leibe und Blute speisest und tränkest, verbmndest du dich mit uns so fest, daß wir nun hinfort Gliedmaßen deines Fleisches und Gebeines sind. Du teilst dich so mildiglich uns mit, daß dein ganzer Gehorsam, Verdienst und Gerechtigkeit unser eigen ist, und wir da⸗ durch vor unserm Gott so gerecht und angenehm sind, als wenn wir niemals ge⸗ sündigt hätten. Ja, du thust dich so nahe zu uns, daß du nun allezeit in uns wohnen, uns durch deinen heiligen Geist lebendig machen und nimmer⸗ mehr von uns lassen willst. O du, unser Herr und unser Gott, wie tröstlich stärkest du sündliche, doch bußfertige Men⸗ schen mit deinem heiligen Leibe unsern Glauben, wie lieblich erroeckest du unsre Zuversicht! ........... —88——— 47⁰0 Ach hilf, Herr Jesu, daß unsre Gemeinschaft mit dir je länger je fester werde, daß wir uns deines Verdienstes und deiner Wohlthaten je länger je freu⸗ diger trösten, daß wir dir je länger je tiefer einverleibt und deine unablöslichen Glied⸗ maßen bleiben, daß wir durch dich mit Gott, deinem und unserm Vater, und mit dem heiligen Geiste je länger je kräftiger vereinigt und ver⸗ bunden sein und bleiben mögen bis in Ewigkeit. O wohne und lebe in uns, Herr Jesu, samt dem Vater und dem h teuf Geiste und erzeige dich kräftig in uns ohne Unterlaß, mache uns alle recht lebendig, heilig und selig, daß wir mit reinem Herzen, mit heiligem Verstande, mit neuer Zunge, mit thätigen Namen und Füßen deinem amen mit Freuden dienen, so oft wir von dem gesegneten Brote essen und von dem daßowir Kelche trinken, auf aß wir durch Gottes Kraft und Macht zur ewigen Selig⸗ keit bewahrt und erhalten werden, um deiner ewigen Liebe und Erbarmung willen. Amen. Karfreitag. ir danken dir, 10. Wé Herr Jesu Chri⸗ ste, wahrer Gott und Mensch/ daß du uns arme Sünder ohne alle unsere Werke, Ver⸗ Gebete für Festtage und Festzeiten. dienst und Würdigkeit durch dein heiliges Leiden, Sterben und Blutvergießen erlöset hast O Herr Jesu Christe, wie groß war dein Leiden, wie schwer deine Pein, wie vil deiner Marter, wie tief deine Wunden, wie bitter und schmerzlich dein Tod, wie unaussprechlich deine Liebe, nach der du uns deinem himm⸗ lischen Vater, versöhnet hast, da du am Olberg blutigen Schweiß vor großer Todes⸗ angst geschwitzet, daß die Blutstropfen auf die Erde ge⸗ fallen, und daselbst von alln deinen Jüngern verlassen, in die Hände der widerspenstigen Juden und heidnischen Schar dich willig für uns gegebem welche dich hart gebunden, von einem ungerechten Richter um andern unbarmherzig ahin führten. Daselbst bist du fälschlich verklaget, ver⸗ urteilt, verspeiet, verhöhnet und mit Fäusten in das An⸗ esicht geschlagen worden. Du ist um unserer Missethat willen verwundet und um unserer Sünde willen zer⸗ schlagen, gegeißelt und mit Dornen gekrönet und jämmer⸗ lich zugerichtet, wie ein armer Wurm, der nicht einem Men⸗ schen ähnlich gewesen. Denn du warest der Allerverachtetste und Unwerteste, voller Schmer⸗ zen und Krankheit, also daß es auch ein heidnisches Herz erbarmet und die Worte zu sprechen bewogen hat:„Sehet, elch ei bist haten hrechn: aufgehät Züßen graben, Durst Reränkt nit gro Heist a msere mwir ausge asa epfla Wau gestor leben asssen u d das trage guter nach Ddir i und Ante woll Gebete für Festtage und Festzeiten. 471 Raelch ein Mensch ist das!“ deiner unendlichen Liebe willen. Iu bist wegen unserer bel⸗ Amen. aten unter die Übelthäter erechnet und als ein Fluch Am großen Sabbath. ufgehänget, an Händen und fihen mit Nägeln durch⸗ 11 O Herr Jesu Christe, guben, dazu in deinem höchsten* barmherziger und gurst mit Essig und Galle getreuer Heiland, der du für Rtrünkt worden und hast unsre Sünde gestorben und uit großen Schmerzen deinen begraben bist und dadurch Heist aufgegeben, auf daß du alle unsre Sünde in die Tiefe msere Schuld bezahltest, und des Meeres versenket hast, nir durch deine Wunden daß ihrer soll nimmermehr geheilt würden. gedacht werden denen, die an O Herr Jesu Christe, für dich glauben: wir danken dir giese und alle andere Marter von Herzen für solche deine und Pein sagen wir dir Lob Gnade und Wohlthaten und und Dank und bitten dich, bitten dich demütiglich, wie laß dein heiliges, bitteres wir samt dir begraben sind keiden und Sterben an uns durch die Taufe in den Tod, nicht verloren sein, sondern so mache uns auch gleich deiner ieb, daß wir uns desselben Auferstehung, auf daß wir lederzeit von Herzen trösten nach diesem Leben das ver⸗ und rühmen, auch dasselbe heißne Reich deiner Gnade alo begehen und betrachten, und Herrlichkeit empfangen. daß alle bösen Lüste in uns Amen. gusgelöscht und gedämpft, da⸗ gegen aber alle Tugend ein⸗ Osterfest. gepflanzt und gemehrt werde, auf daß wir, der Sünde ab⸗ 12 err Jesu Christe, gestorben, der Gerechtigkeit 2 du ewiger Sohn kben und deinem uns ge⸗ des allmächtigen und Hit ein lasenen Vorbilde nachfolgen, lobten Gottes, der du bist ein in deine Fußtapfen treten, König der Ehren und Herr des das Übel mit Geduld ver⸗ewigen Lebens, wir, deine er⸗ tragen und das Unrecht mit löseten Christen, danken dir von gutem Gewissen leiden, um Grund unsers Herzens, daß du nach allen überstandenen nicht nur um hnierer Sünde ö Ir m dein und Trübsalen zu willen dich selbst dahinge⸗ Dir in, dein Reich einzugehen Geree sondern auch um unserer und an deiner Herrlichkeit erechtigkeit willen am dritten Anteil zu nehmen. Dazu Tage wiederum auferstanden vollest du uns verhelfen um bist von den Toten. Durch 47² diese deine majestätische und freudenreiche Auferstehung hast du den Tod überwunden und dem, der des Todes Gewalt hat, dem Teufel, sein Reich der Finsternis zerstöret; uns aber allen Segen, Leben und ein unvergängliches Wesen erworben und an das Licht Gebete für Festtage und Festzeiten. uns denn jetzt in dir lehen und dermaleinst auch in Rl seliglich sterben. wecke uns hernach auf an jüngsten Tage durch deine Kraft. Mache unsern nichtigen Leib ähnlich deinem verklärken Leibe und führe uns mit dir ein 0 deiner ewigen Freude imn So hilf nun auch, So soll in deiner Herrlichket iebster Jesu, Fürst des dein Name gerühmt werden Lebens und Herzog unsrer in Ewigkeit. Amen. Seligkeit, daß diese von dir angerichtete Osterfreude in Himmelfahrt. Iuein Herzen nimmermehr verlösche, sondern alle Tage 13 Heuehmaunnn je länger je größer werde. tiger Herrund Gott Du lebest ja, und wir sollen wir danken auch leben; darum, so laß erhaltenem dir, daß du nach Sieg wieder alle auch den Frieden, welchen du deine und unsre Feinde deine aus deinem Grabe gebracht hast, auf uns kommen; und weil du noch immer Buße und Vergebung der Sünden predigen lässest unter ainn Völkern, so wecke uns täglich auf aus dem Grabe des Ver⸗ derbens, auf daß wir lebendig trittst und fröhliche Himmelfahrt mit großer Majestät, Triumph und Jubilieren der heiligen Engel gehalten und dich zur Rechten deines himmlischen Vaters ge⸗ setzest hast, da du uns täglich in allen unsern Nöten ber⸗ fürbittest. Also gemacht durch deinen heiligen hat dein Kreuz und Leiden Geist mit dir mögen zu einem neuen Leben, das aus Gott ist, und hin⸗ fort unser keiner ihm selbst brecher durch auferstehn ein seliges und gewünschtes Ende genommen und bist du als der himmlische Durh⸗ den Tod zu lebe, sondern dir, der du für deiner ewigen Herrlichkeit ein⸗ uns gestorben und auferstan⸗ den bist. In dieser Welt sind wir noch immer sterbliche Menschen, du aber bist unser Leben. Wer an dich glaubet, der wird leben, ob er gleich stirbet, und wer da lebet 65—— glaubet an dich, der wird nicht ö ewig sterben. Darum so laß gegangen, uns tröstlich zu lehren, daß wir, so wir hier in diesem Leben mit dir leiden, auch der ewigen Herrlichkeit sollen teilhaftig werden. Lieber Heiland, du bist am Ufer, wir sind noch auf dem wilden Meer, du bist im Siege, wir sind noch im Streit. Gieb ind dei ir mit hedanker Du abe uf daß muser S nles V. eten,! hͤhe z Hebet, 1 Hlügeln chwinge und trös meil du a unse alb dein in Ele. adlich, urch d ind im chlossen chmen hanen h Reinem! hlünstig au wolle auch die ar gege Reine He veil du: en uufgeho fhen J hrochen hnen uchmen, in; so 11 le un ms ve ach dir 8 a hin kin, a ser Schatz ist. us deine Gnade, daß wir ir mit unserm Herzen und hedanken fleißig nachsehen, uf daß unser Herz sei, wo Laß uns lles Weltliche mit Füßen eten, damit wir uns in die höhe zu dir im herzlichen Hebet, mit Seufzen und auf nlügeln des wahren Glaubeus hwingen können. Wir glauben und trösten uns ja sestiglich, weil du gen Himmel gefahren as unser Haupt, daß du uns lls deine lieben Glieder nicht imm Elende lassen, sondern uͤdlich, wenn wir unsern Lauf auch deine Hilfe verrichtet ind im wahren Glauben be⸗ hhlossen haben, auch zu dir uchmen wirst. Denn du hast einen himmlischen Vater vor ginem heiligen Leiden ja in⸗ hrünstig gebeten und gesagt, uu wollest, daß, wo du bist, auch die bei dir seien, die er lir gegeben hat, auf daß sie hine Herrlichkeit sehen. Und heil du nicht allein zu deinem, ondern auch zu unserm Vater ufgehoben bist und deinen leben Jüngern und uns ver⸗ hrochen: Ich will wieder⸗ bnmen und euch zu mir lehmen, daß ihr seid, wo ich iin; so erfülle deine tröstliche usage, lieber Erlöser, und le uns bald zu dir, denn us verlanget von Herzen uch dir. Wir wollten zwar In bald lieber bei dir in m himmlischen Vaterlande ih, als in dieser elenden Gebete für Festtage und Festzeiten. 473 Pilgrimschaft länger wallen; wir wollten unsere irdischen Hütten ablegen, denn wir sehnen uns nach unsrer Be⸗ hausung, die im Himmel ist, und daß das Sterbliche vom Leben verschlungen würde, und wir daheim bei dir wären; wir sagen alle Tage mit David: Wann werden wir dahin kommen, daß wir Gottes Angesicht schauen? Aber du alleine weißt Zeit und Stunde, wann es uns heilsam ist, aus⸗ Sütunn zu werden, und arum wollen wir harren, bis du uns nach deinem Wohl⸗ gefallen in Frieden heim⸗ fahren läßt. Unterdes wollen wir mit unserm Gemüte in den Him⸗ mel dringen und mit dem Verlangen bei dir sein durch Führung deines heiligen Geistes, auf daß wir zwar mit dem Leibe hier anf Erden behalten werden, mit dem Herzen aber stets bei dir im Himmel sind, der du bist unsers Herzens Freude und Wonne, hochgelobt in Ewig⸗ keit. Amen. Pfingstfest. llmächtiger Gott 14. A und Vater unsers Herrn Jesu Christi, Lob, Preis und Ehre sei dir, daß du dich geoffenbaret hast in deinem Sohne und bist in m eingegangen in unser asnes 11⁵1 und Blut. ———— * SSS 474 Gebete für Festtage und Festzeiten. Insbesondere danken wir dir an dem heutigen Tage, da du den Sohn und in seinem Namen gesendet hast den heiligen Geist, in welchem du heute noch zu uns kommen und Wohnung in uns machen willst. O blicke gnädig auf uns herab, verwirf uns nicht von deinem Angesicht und thue nicht von uns die Hand ab, Gott, unser Heil! Du hast ja verheißen: du wollest unser Vater sein, und wir sollen deine Söhne und Töchter sein. Ach, so nimm uns in Gnaden an und sende in unsere Herzen das Pfand, den Geist, daß er in uns allzeit rufe: Abba, lieber Vater! Segne dazu, treuer Heiland, dein teures Verdienst an uns allen; reinige uns durch dein Blut und bereite dir dadurch eine Stätte in uns, daß wir als reine Tempel deines heiligen Geistes in ewiger Gemeinschaft mit dir leben mögen. O wir danken dir von Grund unsrer Seelen, daß du deine Ver⸗ heißung erfüllt hast und über deine Apostel den heiligen Geist ausgegossen und sie also angethan mit Kraft aus der Höhe, daß sie neue Menschen und heilige Glieder an dir, dem Haupte, wurden. Wie sie, so erfülle auch uns mit deinem heiligen Geiste, daß er auch uns in alle Wahrheit leite und als unser göttlicher Tröster in uns wirke Licht und Leben, Gerechtigkeit und alle Kräfte ß auch auf uns ruhen den Geis der zukünftigen Welt. Ja laß der Weisheit und des Va⸗ standes, den Geist des Ratz und der Stärke, den Geist der Erkenntnis und der Furcht dez Herrn, damit unser ganze Leben durchleuchtet und durh und durch geheiligt werde, und wir als fruchtbare Reben an dir, dem rechten Weinstock, grünen, blühen und herrlihe Früchte tragen. Und wie du durch die Ausgießung deines heiligen Geistes deine Kinhe gegründet hast, daß die Pforten der Hölle sie nicht überwällihn sollen, so laß auch in une Herzen dein Reich kommel durch deinen heiligen Geis, damit wir allezeit als lebendin Glieder an deinem Leibe e funden werden. ö O heiliger Geist, übe an un dein göttliches Geschäft, zu⸗ streue alle Finsternis unserr Natur, tilge alle Sündenkräst, die noch herrschen in uns durh das Gesetz in den Gliedern wirke in uns und allen Mer⸗ schen eine Veränderung an Herz, Sinn und Mut; erneuen uns in das Ebenbild des Vaters und in die Kla⸗ heit Jesu Christi und schaff in uns himmlische Weihel, reine Gerechtigkeit und selihe Frieden. Du treuer Gott und Hern, verherrliche dich an uns mit den reichen Gütern deinei Heils und gieb, daß heut auch an uns der Tag der I r erfa allen die eiligen und gie! Hasser, Leben q en Ein Stadt, herden die and mnsers Amen. 5. ö Gott, hast n durch! aus nic und gel Hott wahrer hast m durchd Helobe du, He du has durch Ia laß en Gest es Ver⸗ s Ratz 6 Heist der urcht d ganzez nd wu erde, und deben an einstock, herrliche wie du g deines le Küthe e Pforten wälligey in unste kommen en Geis, lebendihr Leibe ek de an un hast häft, zer⸗ 5 unserer denkräft, uns dulh Gliedem; len Men⸗ erung an erneuere abild do hie Klar⸗ nd schaf Weishei, nd seligen Gebete für Festtage und Festzeiten. 475 10 en erfüllet werde, daß und begnade uns. O du hei⸗ ur erfahren die teure Ver⸗ Gn Dreifaltigkeit und wahre Einigkeit, Gott Vater, Gott en werden über alles Sohn und Gott heiliger Geist, isch. Laß dazu an uns erbarme dich unser, und was llen die Verkündigung deines du in uns gewirket hast, das heligen Worts gesegnet sein erhalte und bestätige. und gieb uns Iu trinken das O allerheiligste Dreifaltig⸗ Hasser, das in das ewige keit, von welcher und durch Lben quillet, und schenke uns welche und in welcher sind den Eingang in die himmlische alle Dinge, dich preisen, dich Stadt, in der wir verkläret ehren, dich loben und anbeten werden von einer Klarheit in wir, dich begehren wir von Iie andere, um Jesu Christi, ganzem Herzen, von ganzer msers Heilandes, willen. Seele, von allen Kräften und Amen. von ganzem Gemüte zu lieben und 860 wfer, Beltand⸗—— initatisfest. 0 öpfer, eiland un Trinitatisfest Tröster, deine göttliche Gnade, 15 Gashbet und gebene⸗ daß wir deinen Willen recht * deiet seist du, Herr verstehen und vollbringen, auch Hott, himmlischer Vater, du nicht anders leben und sterben, ast mich und alle Dinge denn nach deinem göttlichen uurch deine allmächtige Kraft Wohlgefallen, dir zu Ehren aus nichts erschaffen. Gelobet und unsrer Seele zum Heil. und gebenedeiet seist du, Herr, Lob, Ehre und Preis sei Gott, Hott Sohn, Jesu Christe, dem Vater und dem Sohne vahrer Gott und Mensch du und dem heiligen Geiste, wie hast mich und die ganze Welt es war im Anfange, jetzt und durch dein teures Blut erlöset. allewege zu ewigen Zeiten. Helobet und gebenedeiet seist Amen. du, Herr, Gott heiliger Geist, du hast mich und alle Christen ieformationsfest. durch deine gnadenreichen Ga⸗ ben geheiligt. 16 H err Jesu Christe, Gott, Vater im Himmel, er⸗* der du in die Welt barme dich über uns und er⸗ gekommen bist, die Sünder halte uns. O Jesu, du Sohn zur Buße zu rufen und alle HGottes, Erlöser der Welt, er⸗ Menschen zu erleuchten zum Au Tröster und Lehrer der Hahrheit, erbarme dich unser harme dich unser und erleuchte ewigen Leben, ich preise dich Iuns. Gott, heiliger 1155 Herzen und danke deiner großen Güte und Barm⸗ herzigkett daß du nicht allein 476 an diesem Ort und in dieser Kirche und Gemeinde mit deinem göttlichen Worte und heiligen Sakramenten einge⸗ kehret und hingegen den Sauer⸗ teig der päpstlichen Lehre und Abgötterei ausgefegt, sondern daß du auch mich armen Sünder aus dem Reiche der Finsternis erlöset, zu dem Licht des heiligen Evangelii berufen und in das Reich deiner Gnaden versetzet hast. Ach, Herr Jesu, ich und diese Heindr Gemeinde sind zu geringe einer Güte und Treue. Ich bitte dich aber mit demütigem Herzen, du wollest mit deiner Gnade, göttlichem Wort und heiligen Sakramenten ferner bei uns in dieser deiner Kirche bleiben, daß dein heiliger Name von uns erkannt, allein gefürchtet und geehrt werde, und wir alle nach deinem göttlichen Wohlgefallen leben und dir dienen. Was wir aber wider dich und dein heiliges Wort Böses gethan, da wir dem Evangelium nicht gehorsam gewesen sind, das wollest du, gütigster Jesu, uns aus Gnaden vergeben und um unsrer Sünden willen diesen seligmachenden Schatz uns nicht entziehen, sondern bei uns und unsern Nach⸗ kommen unverfälscht erhalten. Ach ja, or Jesu, erhalte uns dein Wort, denn es ist ja unsers Herzens Freude und Trost. Beschütze und bewahre uns auch und üneaac Gebete für Festtage und Festzeiten. ganze christliche Kirche vur allem Irrtum, falscher und schädlicher Lehre. Wehre allen Laßteren Verfolgern und ästerern und sei unsre Zu⸗ versicht und Stärke, unser Schirm und Schild, daß die Pforten der Hölle uns nicht überwältigen. Absonderlich bitte ich dich, mein Heiland, daß du bei mir und in dem Hause meines Herzens wollest einkehren, mich durch deinen heiligen Geist erleuchten, mein Herz reinigen und Gnade geben, daß ich würdiglich dem Evangelio wandle und in der einmal erkannten und be⸗ kannten Wahrheit bis an mein Ende verharre. O Herr Jesu, laß du meiner Seele dein Heil widerfahren, daß ich durch dich selig werden und in deinem Reiche dich und deine große Herrlichkeit ewiglich sehen möge. Amen. Totenfest. 17 Di treuer Heiland, Herr Jesu Christe, wir danken dir von ganzem Herzen, daß du den Tod, diesen mächtigen Feind, über⸗ wunden und ihn für die⸗ jenigen, die an deinen Namen glauben, in einen süßen Schlaf verwandelt hast. Ach Herr, du siehest und kennest unsre Seelen, du weißt es, ob noch eine geheime Furcht vor dem Tode oder ob ein Verlangen der Auflösung unsres lebes u Hecherrli⸗ henzen sie ob un m den helt und imlicher angen uben, n Helt zu ur derf hetzen m ind und anem hi Ioind ö nd liebli Jiusterni gelehrun lich ver nan allei Reich ül vollest u Shuld Zünde 1 nunserr N. e vor. r und e allen und re Zu⸗ unser aß die nicht iderlich eiland, na dem wollest deinen „mein Gnade ch dem in der dq be⸗ n mein meiner fahren, werden e dich lichkeit Amen. eiland, Triste, anzem ö Tod, „über⸗ r die⸗ Namen Schlaf Herr, Unsre b noch r dem langen unsres Buß⸗, Beicht⸗ und Kommuniongebete. 477 elbes und nach der ewigen entkräften und schwächen, ja berherrlichung in unserm töten und uns recht begierig hetzen sich befinde. Du weißt machen, von demselben völlig ob unser Herz noch hänget befreit zu werden. Regiere nden eitlen Dingen dieser uns deshalb mit deinem gelt und ob wir noch einen heiligen Geiste, daß wir, ein⸗ ainlichen Wunsch und Ver⸗ gedenk unsres künftigen Todes, nugen in unserm Herzen der Welt und ihren Lüsten äben, noch länger der eitlen absterben, lehre uns bedenken, kt zu genießen, oder ob daß wir sterben müssen, auf zir derselben von ganzem daß wir klug werden, und be⸗ azen müde und überdrüssig wahre uns vor dem Betruge nd und uns sehnen nach des Satans und des Fleisches, inem himmlischen Reiche, in damit wir unsere Buße nicht hechem ist Freude die Fülle aufschieben. Und wenn unser und liebliches Wesen zu deiner letztes Stündlein kommt, so hechten ewiglich. laß deine Gnade sich zu Darum wollest du denn uns nahen, daß wir durch lles, was unsern Tod ein⸗ dein Blut gereinigt von allen nol unselig machen kann, aus Sünden, durch den Trost zn Wege räumen, du wollest deines Geistes befreit von aller ud aus dem Reiche der Furcht, siegreich überwinden, justernis durch eine wahre und deine Herrlichkeit sehen bekehrung in dein Gnaden⸗ zu deinem ewigen Preise. lich destten, aus welchem Hilf uns dazu, Herr Jesu, nan allein in dein himmlisches und laß uns also leben im geich übergehen kann. Du Herrn, daß wir auch im zollest uns befreien von der Herrn sterben können, um echuld und Herrschaft der deines Todes, aber auch um Zinde und dieses große Übel deiner siegreichen Auferstehung gunsern Seelen immer mehr willen. Amen. N. Buß⸗, Beicht⸗ und Kommuniongebete. Am Bußtage. kennen vor deinem aller⸗ wider mi Angesichte, daß wir Bornhersger ewiger leider mit unsern Vätern ge⸗ Gott und Vater sündigt, daß wir mißgehandelt Hers Herrn Jesu Christi, und gottlos gewesen mit unsern hur Himmels und der Erden: vielfältigen schweren Sünden, üarme elende Sünder be⸗auch deinen gerechten Zorn und 478 Buß⸗, Beicht⸗ und alleriei Strafen, ja den end⸗ lichen Untergang gar wohl ver⸗ dienet haben. Solche unsre be⸗ gangenen Sünden aber reuen uns von Herzen; und weil du unser aller Vater und liebreicher Gott bist, der du dich in deinem Worte also erklärt hast: So wahr als ich lebe, ich habe keinen Gefallen am Tode des Gottlosen! so fliehen wir zu deiner brünstigen und herzlichen Barmherzigkeit mit demütiger Bitte: Du wollest nicht gedenken der Sünden unsrer Jugend, noch aller unsrer Übertretung, sondern vielmehr eingedenk sein deiner grundlosen Barm⸗ herzigkeit. Ach Vater und Herr! strafe uns nicht in deinem Zorn, züchtige uns nicht in deinem Grimm. Ach Herr, sei uns gnädig, verstoß uns nicht von deinem An⸗ gesicht und laß es nicht mit uns gar aus sein, sondern wie sich ein Vater über seine Kinder erbarmet, so erbarme dich auch über uns. Erweise uns deine wunderbare Güte, du Heiland derer, die auf dich hoffen, und laß unser Angesicht nicht zu schanden werden. Sei du unsre Hülfe in den großen Nöten, die uns betroffen. Ach Herr Gott Zebaoth, sei du mit uns; ach Gott, sei du unser Gott! Mache dich auf zu richten und hilf allen Elenden und Bedrängten auf Erden. Ge⸗ statte ja nicht, getreuer Gott Kommuniongebete. und Vater, daß dein Wehh⸗ berg, den du unter uns gu pflanzet hast, vernichtet 6„ Stehe auf, Herr, und hi uns mit deiner starken Haud und deinem amächtigen d thue wohl diesem und alln anderen Landen, in welchen du mit deinem Worte dein Wohnung hast. O lieber Hen und Gott, sei und bleibe be uns, unter uns. Stärke und erweitere dein Reich, das du aufgerichtet, denn es ist den Werk. Erhalte uns und unse lieben Nachkommen bei reiner und gesunder Lehre und ber gewünschtem Frieden. Vez chone unser, o treuer Goh und Vater, mit Krieg, Au⸗ ruhr und Empörung, ni Pestilenz und anderen ge⸗ fährlichen Seuchen. Wende s ab alle Teuerung, Mißwach schädliche Witterung und ah⸗ dere Plagen; erleuchte unsen Herzen, daß wir rechtschaft wahre Buße thun, wissentlich und vorsätzliche Sünden fliehen und meiden, hingegen dih und dein heiliges Wort seß vor Augen haben und glo dem wohlverdienten Verderhen zeitlich und ewiglich entgehen mögen. Das alles woll du thun, o treuer, harm⸗ herziger Gott und Vaten um des teuren Verdienstes und der kräftigen Fürbitt deines geliebten Sohnes Neu Christi, unsers Herrn ind Heilandes, willen. Amen. u Wehh⸗ uns gr. et weh ind hil en Hand enm id allen welchen te dein ber Hen leibe bi ärke un das du ist den nd unste ei reiner und bei ißwachs, und an⸗ te unsere tschaffr ssentlihe n fliehen gen dich ort stet ind al erderben rdienstes Fürbilte es Nu rn und men. Buß⸗, Beicht⸗ und Gebet um Bergebung der Sünden. 2 Lebervateringinmel ich dein armes Kind, bomme vor dein heiliges An⸗ gesicht getreten; aber ich darf neine Augen nicht aufheben, jondern muß mich vor dir schämen, daß ich dich, meinen Hen Hott, Schöpfer und Vater, so stmals erzürnet habe, nicht allein durch die argen Ge⸗ danken und bösen Begierden meines Herzens— ach nein, du lieber Vater im Himmel, mein inwendiges angeerbtes Verderben ist offenbar gewor⸗ den; ich habe dem verkehrten, bösen Willen meines Fleisches — auch mit Mund und Hand 30 Gehorsam geleistet und mich mit Worten und Werken ver⸗ jindigt; denn ich bin leider Euin Guten träge und zum ösen hurtig. Darum, wenn du wolltest mit mir handeln nach meinem Verdienst, müßte ich in Ewig⸗ kit ein Kind des Todes und der Verdammnis bleiben. Aber leber Herr Gott und Vater, ich tröste mich deiner großen Barmherzigkeit und Gnade, denn du sprichst:„So wahr ich lebe, ich will nicht den Lod des Sünders, sondern hdaß er sich bekehre.“ So hast du mir auch deinen eingebo⸗ tenen Sohn, meinen lieben errn Jesum Christum, zu einem Heiland und Selig⸗ macher geschenkt, der mich mit Kommuniongebete. 479 seinem teuern Blute von allen Sünden, vom Tode und von der Gewalt des Teufels er⸗ löset hat. Um seinetwillen, mein lieber himmlischer Vater, sei mir gnädig und tilge meine Sünde nach deiner großen Barmherzigkeit. Schaffe in mir ein reines Herz und gieb mir einen neuen, gewissen Geist, verwirf mich nicht von deinem Angesicht und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir. Daran will ich erkennen, daß du mein Vater bist, und ich dein Kind durch Jesum Christum. Amen. Allgemeine Beichte. 8 Umächtiger Gott 3. A barmherziger Va⸗ ter, ich armer, elender, sündiger Mensch bekenne dir alle meine Sünde und Missethat, damit ich dich jemals erzürnt und deine Strafe zeitlich und ewiglich ver⸗ dient habe. Sie sind mir aber alle herzlich leid und reuen mich sehr, und ich bitte dich um deiner grundlosen Barmherzig⸗ keit und um des unschuldigen, bittern Leidens und Sterbens deines lieben Sohnes Jesu Christi willen, du wollest mir armen, sündhaften Menschen gnädig und barmherzig sein, mir alle meine Sündenvergeben und mir zu meiner amnd Bei⸗ deines Geistes Kraft und Bei⸗ stand verleihen. Amen. 480 Buß⸗, Beicht⸗ und Kommuniongebete. Nach der Beichte. 4 Acuhster em Jenn 17 ich danke dir von Grund meines Herzens, daß du mir armen Sünder durch den Diener deines Wortes abermals die gnädige Vergebung meiner Sünden hast ankündigen lassen. Siehe, um Trost war mir sehr bange; du aber hast dich meiner Seele herzlich angenommen, daß sie nicht verdürbe; denn du wirfst alle meine Sünde hinter dich zurück. Ach, verleihe mir nun auch ferner deine Gnade, daß ich nach meiner Zusage möge an⸗ fangen frömmer zu werden. Schaffe doch du, o Gott, in mir ein reines Herz und gieb mir einen neuen, gewissen Geist; verwirf mich nicht von deinem Angesicht und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir; tröste mich wieder mit deiner Hülfe, und der freudige Geist enthalte mich. Ach laß mich doch ablegen nach dem vorigen Wandel den alten Menschen, der durch Lüste in Irrtum sich verderbet, und laß mich hin⸗ gegen erneuert werden im Geist meines Gemüts und anziehen den neuen Menschen, der nach Gott geschaffen ist in recht⸗ schaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit. Laß mich ablegen Zorn, Grimm, Bosheit, Läste⸗ rung und schandbare Worte. Laß mich töten alles, was der Erde angehört, alle Un⸗ reinigkeit, böse Lust und den Geiz, welcher ist Abgötterel. Hingegen was wahrhaftig, was ehrbar, was gerecht, was sush was lieblich, was wohl lautet, ist etwa eine Tugend, ist etun ein Lob, dem laß mich nach⸗ denken. Gieb, daß ich ver⸗ leugne das ungöttliche Wesen und die weltlichen Lüste und züchtig, gerecht und gottselig lebe in dieser Welt und warte auf die selige Hoffnung und Erscheinung deiner Herrlich⸗ keit, um deines allerheiligsten Namens willen. Amen. Vor dem heiligen Abendmahle. 5 O Herr, ob ich zwar * nicht würdig bin, daß du in mein Hür eingehst, so bin ich doch bedürftig deiner Hülfe und begierig deiner Gnade, daß ich möge fromm und selig werden. Nun komme ich in keiner andern Zuversicht, denn auf dein Wort, da du selbst mich zu diesem Tisch ladest und sagtest mir Un⸗ würdigem zu, ich solle Verge⸗ bung der Sünden haben durth deinen Leib und Blut, so ich esse und trinke in diesem Sa⸗ kramente. O lieber Herr, ich weiß, daß deine göttliche sage und Worte wahrhaftig sind, daran zweifle ich nicht, und darauf esse und trinke ich. Mir geschehe nach deinen Wor⸗ ten. O Herr Jesu, vereinige dich mit mir, auf daß ich bleibe in dir und du in mir, und ich von dir ungeschieden ötterel. „was Teusch, lautet, st etmn nach⸗ h ver⸗ Wesen te und ottselig „warte ig und errlich⸗ 1. 3 mahle. Buß⸗, Beicht⸗ und ei hier zeitlich und dort ewig⸗ lich. Dein spens Leib, Herr Jesu Christe, speise mich, ein Blut tränke mich, dein bitter Leiden und Sterben stärke nich. Herr Jesu Christe, er⸗ höre mich; in deine heiligen Wunden verberge ich mich; laß mich von dir nimmermehr abgeschieden werden. Vom bösen Feinde errette mich, im wahren Glauben erhalte mich, auf daß ich dich samt allen Auserwählten lobe und preise hier zeitlich und dort ewiglich. Amen. Bei Empfahung des Leibes Christi. 6. Se mir willkommen, du süßer Herr Jesu Christe, mit der edlen Speise deines allerheiligsten Leibes, welchen du für mich in den bittern Tod begeben hast. Das 38 mir Amen. zum ewigen Leben. Amen Oei Empfahung des Blutes Christi. 7. Se⸗ mir PePerr Fenn du süßer Herr Jesu mit dem edlen Tranke deines teuren Blutes, welches für mich mes Eind zur Dden meiner Sünden. ewigen Leben. Amen. Das laß mir gedeihen zum Ich Kommuniongebete. 481 Danksagung nach dem heiligen Abendmahle. 8. Dantet dem Herrn, denn er ist freund⸗ lich, und seine Güte wühret ewiglich. Hallelujah! Ich danke dir, allmächtiger Gott, himmlischer Vater, daß du mich durch diese heilsame Gabe des wahren Leibes und Blutes deines Sohnes er⸗ quicket hast, und bitte deine grundlose Barmherzigkeit, daß du mir solches gedeihen Wic zu starkem Glauben an dich und zu brünstiger Liebe gegen meinen Nächsten durch den⸗ selben Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn, der mit dir in Einigkeit des hei⸗ ligen Geistes lebet und herr⸗ schet, wahrer Gott immer und ewiglich. Amen. Gebet eines Kranken vor dem heiligen Abendmahl. 9. tarker Gott! meine Kraft ist schwach; ich eile aber zu dir, meinem Arzte. Nimm dich meiner Seele herzlich an, hernach er⸗ barme dich auch meines kran⸗ ken Leibes. Ich habe wider dich gesündigt, darum mußte ich dem Arzt in die Hände fallen; aber strecke deine Hand aus zu mir, so werde ich von meinem Falle wieder aufstehen. leide Not, lindre mir's. Mein bebt, stärke mich. Es ist nichts Gesundes an 482 Buß⸗, Beicht⸗ und meinem Leben, es ist nichts Reines an meiner Seele, es ist nichts Gutes in meinem Fleische, es ist kein Friede in meinen Gebeinen. Heile du mich, Herr, so werde ich heil; hilf du mir, so ist mir ge⸗ holfen. Habe ich Gnade ge⸗ funden vor deinen Augen, so gehe nicht an deinem Knechte vorüber. Ich bringe dir einen kranken Leib, gieb du mir eine gesunde Seele. Wie der Hirsch schreiet nach frischem Wasser, so schreiet meine Seele, Gott, zu dir. Vergieb mir nur meine Sünde und als⸗ dann gieb mir Leben oder Tod, so muß mir alles zum besten dienen. Herr Jesu, dein Leib und Blut sei eine Arzenei meiner Seele. Lebe ich, so ist es eine Kraft des neuen Lebens. Sterbe ich, so ist es ein Zehrpfennig in ein anderes Leben. Heiliger Geist, seufze du das Abba in meinem Herzen, wenn mir die Worte sterben in meinem Munde. 968 mir nichts als Jesu Wunden, darein will ich mich verbergen. Wenn mein Geist in Angsten ist, so gieb mir Zeugnis, daß ich Gottes Kind. Kündigt mir das Gesetz den Tod an, so predige du mir das ewige Leben in Christo. Ich lasse mir an deiner Gnade genügen, die in dem Schwachen mächtig Kommuniongebete. ist. Machst du mich, mein Gott, gesund, so will ich dir lebenslang dafür danken. Soll aber dies der letzte Weg in der Welt sein, so führe mich bald dahin, wo ich ewig gesund bin. Alles nach deinem Willen Amen. Gebet eines Kranken nach dem heiligen Abendmahl. 10 ch danke dir, mein 2* himmlischer Vater, daß du mich mit dem wahren Leibe und Blute deines lieben Sohnes, meines Heilandes und Erlösers Jesu Christi, an meiner sündigen Seele gespeist und getränkt hast und bitte dich, barmherziger Gott und getreuer Vater, du wollest mir solches gedeihen ndich zu starkem Glauben gegen dich, zu brünstiger Liebe gegen meinen Nächsten und zu wahrer christ⸗ licher Geduld in dieser meiner Krankheit, daß ich durch die Stärke deines heiligen Geistez in diesem meinem Bekenntnis bis ans Ende erhalten werde und mit allen lieben Aus⸗ erwählten durch meinen Hermn Jesum Christum, dessen Leib und Blut ich mit Mund und Herzen empfangen habe, nach diesem Leben möge einnehmen und besitzen die Freude des ewigen Lebens. Amen. illen h dem 1. mein Vater, ahren lieben andes Hristi, Seele st und Gott vollest sen zu ich, zu neinen christ⸗ neiner rch die Beistes nntnis werde Aus⸗ Hern n Leib id und e, nach iehmen des Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. Meine Seel, ermunt're dich, Deines Jesu Lieb bedenke; Wie er für dich giebet sich, Darauf deine Andacht lenke. Auch erwäg die große Treue Und dich deines Jesu freue. 1. Die Salbung. „Sechs Tage vor den Ostern lam Jesus gen Bethanien, da Lazarus war, der Verstorbene, pathen Jesus auferwecket hatte von den Toten. Daselbst machten sie ihm ein Abend⸗ mahl im Hause Simons, des Aussätzigen, und Martha die⸗ nete; Lazarus aber war der einer, die mit ihm zu Tische saßen. Da nahm Maria ein Pfund Salbe und salbete die Füße Jesu und trocknete mit ihrem Haare seine Füße; das Haus aber ward voll vom Geruch der Salbe. Und sie hatte ein Glas mit ungefälsch⸗ tem und köstlichem Narden⸗ wasser und zerbrach das Glas und goß es auf sein Haupt. Da das seine Jünger sahen, wurden sie unwillig und murreten über sie, und es Die Leidensgeschichte. V. Die Leidensgeschichte unsers Herrn und Heilandes Jesu Christi nach den vier Evangelien. Eingang. sprach seiner Jünger einer, Judas, Simons Sohn, Ischa⸗ rioth, der ihn hernach verriet: Wozu dienet diese Vergeudung? Warum ist diese Salbe nicht verkauft um dreihundert Gro⸗ schen, und den Armen ge⸗ geben? Das sagte er aber nicht, daß er nach den Armen fragte, sondern er war ein Dieb und hatte den Beutel und trug, was gegeben ward. Da sprach Jesus: Lasset sie mit Frieden! Was bekümmert ihr das Weib? Sie hat ein ut Werk an mir gethan. Ihr habt allezeit Arme bei euch, und wenn ihr wollt, könnt ihr ihnen Gutes thun, mich aber habt ihr nicht allezeit. Sie hat gethan, was sie konnte, sie ist zuvorkommen, meinen Leichnam zu salben zu meinem Begräbnis. Wahrlich, ich sage euch; Wo dies Evangelium geprediget wird in der ganzen Welt, da wird man auch das sagen zu ihrem Gedächtnis, was sie gethan hat.(Joh. 12, 1—8. Matth. 26, 6—13. Marc. 14, 3-9.) 48⁴ Mel. Nun ruhen alle Wälder. Ich bin, mein Heil, verbunden All Augenblick und Stunden Dir überhoch und sehr; Was Leib und Seel ver⸗ mögen, Das soll ich billig legen All⸗ zeit an deinen Dienst und Ehr! 2. Jesus kündigt sein Leiden an, und Judas erbietet sich zum Verrat. Es war aber nahe das Fest der süßen Brote, das da Ostern heißet. Da sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ihr wisset, daß nach zween Tagen Ostern wird, und des Menschen Sohn wird überantwortet werden, daß er gekreuziget werde. Mel. An Wasserflüssen Babylon. Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld Der Welt und ihrer Kinder; Es geht und büßet in Geduld Die Sünden aller Sünder; Es geht dahin, wird matt und krank, Ergiebt sich auf die Würgebank, Entzieht sich allen euden; Es nimmet an Schmach, ohn und Spott, Angst, Wunden, triemen, Kreuz und Tod Und spricht: Ich will's gern leiden! Da versammelten sich die Hohenpriester und Schrift⸗ elehrten und die Aeltesten im Volke in den Palast des Hanbas, und der da hieß aiphas, und hielten Rat, wie sie Jesum mit Listen Die Leidensgeschichte. griffen und töteten. Sie fürch⸗ teten sich aber vor dem Voll und sprachen: Ja nicht auf Aufruhr werde im Volke! Und Judas, genannt Ischa⸗ rioth, der da war aus der Zahl der Zwölfe, ging hin leuten, wie er ihn wollte ihnen überantworten, und sprach: Was wollt ihr mir geben? Ich will ihn euch verraten. Da sie das höreten, wurden sie froh und boten ihm dreißi Silberlinge. Und er verhuh es und suchte von dem an Gelegenheit, daß er ihn ver⸗ riete und überantwortete ohn Lärmen.(Luc. 22, 1. 2. Matth. 26, 1—5. Mare. I4, 1. 2. Luc. 22, 3—6. Matth. 26, 14—16. Mare. 14, 10. 10, Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. Ach mein Jesu, welch Verderben Wohnet nicht in meiner Brust; Dem mit andern Adamserben Steck ich voller Sündenlust. Ach ich muß dit nun bekennen: Ich bin Fleisch von Fleisch zu nennen. Lehr mich wachen, beten, ringen Und mein böses Fleisch und Blt Unters Geistes Joch zu zwingen, Wel es doch thut nimmer gut; Was nicht kann dein Reich ererben, Laß deinem Tod ersterben. I. Das Ostermahl. 3. Die Bereitung. Aber am ersten Tage der süßen Brote, auf welchen man mußte opfern das Osterlamm, traten die Jünger zu Jesu und sprachen zu ihm; Wo willst du, daß wir dir bereiten, das Osterlamm zu essen? Und er andte seiner Jünger zween, Petrus und Johannes, — sprach zu ihnen: Gehet hin das Fest, auf daß nicht ein ö und redete mit den Hohen⸗ priestern und mit den Haupt⸗ er ih bereite Schr die dun helle Li an zu eil ur aste l. verwalt halten. in die Stadt, und wenn ihr hineinkommt, wird euch ein Rensch begegnen, der trägt einen Wasserkrug; folget ihm nach in das Haus, da er hin⸗ ein gehet, und saget zu dem Hausherrn: Der Meister läßt dir sagen: Meine Zeit ist nahe, ich will bei dir die Ostern halten; wo ist die Herberge, darinnen ich das Osterlamm essen möge mit meinen Jüngern? nd er wird euch einen großen Saal zeigen; daselbst richtet für uns zu. Und die Jünger thaten, wie ihnen Jesus befohlen hatte, und gingen hin und kamen in die Stadt und fanden's wie er ihnen hatte, und bereiteten das Osterlamm. Eigne Melodie. Schmücke dich, o liebe Seele, Laß die dunkle Sündenhöhle. Komm ans helle Licht gegangen, Fange herrlich an zu prangen; Denn der Herr voll und Gnaden Will dich jetzt zu aste laden; Der den Himmel kann verwalten, Will jetzt Herberg in dir halten. Und am Abend kam er und setzte sich zu Tisch, und die zwölf Apostel mit ihm. CLuc. 22, 7—14. Matth. 26, 1720. Marc. 14, 12—17.) 4. Das Osterlamm. Und Jesus sprach zu ihnen: Nich hat herzlich verlanget, dies Osterlamm mit euch zu essen, ehe denn ich leide; denn h sage euch, daß ich hinfort icht mehr davon essen werde, Die Leidensgeschichte. 485 bis daß es erfüllet werde im Reiche Gottes. Und er nahm den Kelch, dankte und Dtetle Nehmet denselbigen und teilet ihn unter euch; denn wahrlich, ich sage euch, ich werde von nun an nicht mehr von diesem Gewächs des Weinstocks trinken bis an den Tag, da ich's neu trinken werde mit euch in meines Vaters Reich.(Luc. 22, 15—18. Matth. 26, 29. Marc. 14, 25.) 5. Die Fußwaschung. Da nun Jesus erkannte, daß seine Zeit kommen war, daß er aus dieser Welt ginge zum Vater, wie er hatte geliebet die Seinen, die in der Welt waren, so liebte er sie bis ans Ende. Und bei dem Abendefsen, da schon der Teufel hatte dem Judas, Simons Sohn, dem Ischarioth, ins Herz gegeben, daß er ihn verriete, und Jesus wußte, daß ihm der Vater hatte alles in seine Hände ge⸗ geben, und daß er von Gott kommen war und zu Gott ging: stund er vom Abend⸗ mahl auf, legte seine Kleider ab und nahm einen Schur und umgürtete sich. Darna oß er Wasser in ein Becken, Hub an, den Jüngern die Füße zu waschen, und trocknete sie mit dem Schurze, damit er umgürtet war. Da kam er zu Simon Petrus; und derselbige sprach zu ihm: Herr, solltest du mir meine Füße waschenꝰ 486 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Was ich thue, das weißt du jetzt nicht; du wirst es aber hernach erfahren. Da sprach Petrus zu ihm: Nimmermehr sollst du mir die Füße waschen. Jesus ant⸗ wortete ihm: Werde ich dich nicht waschen, so hast du kein Teil mit mir. Spricht ihm Simon Petrus: Herr, nicht die Füße allein, sondern auch die Hände und das Haupt. Spricht Jesus zu ihm: Wer gewaschen ist, der bedarf nichts denn die Füße waschen, sondern er ist ganz rein. Und ihr seid rein, aber nicht alle. Denn er wußte seinen Verräter wohl; darum sprach er: Ihr seid nicht alle rein.(Joh. 13, 1—11.) Mel. Herr und Aelt'ster deiner Kreuzgemeine. Ja, er liebt die Seinen bis ans Ende. Wüßte sie gern alle rein, Streckt zu ihnen aus die heil' gen ände, Reinigt sie, sein Volk zu sein. err und Meister du, an den ich glaube, Wasch auch mich von jedem Erdenstaube, Und an Lieb und Demut reich Mach mein Herz dem deinen gleich. 6. Ein Beispiel habe ich euch gegeben. Da er nun ihre Füße ge⸗ waschen hatte, nahm er seine Kleider und setzte sich wieder nieder und sprach abermal zu ihnen: Wisset ihr, was ich euch gethan habe? Ihr heißet mich Meister und Herr und saget recht daran, denn ich bin's auch. So nun ich, euer Herr Die Leidensgeschichte. und Meister, euch die Fü gewaschen habe, 0 1 auch euch unter einander die Füße waschen. thut, wie ich euch gethan habe. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Der Knecht ist nicht größer denn sein Herr, noch der Apostel größer, denn der Nicht sage ich von euch allen ich weiß, welche ich erwählel habe. Aber es muß die Schrist erfüllet werden:„Der mein Füßen.“ Jetzt sage ich's euch, ehe denn es geschieht, auf daß, wenn es geschehen ist, iht glaubet, daß ich's bin. Wahr⸗ lich, wahrlich, ich sage euch: Wer aufnimmt, so ich jemand senden werde, der nimmt mich auf; wer aber mich auf⸗ nimmt, der nimmt den auß. der mich gesandt hat. Coh, 13, 12—20.) Mel. Wenn meine Sünd' mich kränlen an andern üben, Laß mich Was du an mir gethan, und meinen Nächsten lieben, Germ dienen jedermann Ohn Eigennuß und Heuchelschein, Und, wie d ken erwiesen, Aus reiner Lieb al⸗ ein. 7. Einer unter euch wird mich verraten. Da solches Jesus gesagt hatte, ward er betrübet im Geist und zeugete und spracht Wahrlich, wahrlich, ich saht euch: Einer unter euch with Ein Beispiel Ji habe ich euch gegeben, daß ihr ihn gesandt hat. So ihr solches wisset,elig seid ihr,so ihrSthl Brot isset, der tritt mich mit Die Leidensgeschichte. Füße mnich verraten. Siehe, die Hand Beutel hatte, Jesus spräche llt ihr meines Verräters ist mit mir zu ihm: Kaufe, was uns not der de sber Tische. Da wurden die ist auf das Fest, oder, daß er Zeispill Jünger sehr betrübt und sahen den Armen etwas gäbe. Da Hdaß ihr 10 unter einander an, und er nun den Bissen genommen uhabe. pard ihnen bange, von welchem hatte, ging er sobald hinaus. h sage er redete, und huben an, ein Und es war Nacht.(Joh. 13, t mi kglicher unter ihnen, und 21—30. Luc. 22, 21—23. „ noch fnagten zu ihm einer nach dem Matth. 26, 21—25. Mare. 11 udemn⸗ hn 0987 265 14, 18-21.) solches der andere: bin ich's r Sthut. auwortete und sprach: Der 9 Ler, Hene d 21 1 Vallen, nit der Hand mit mir in die Daß ich nicht verloren gehe; Hab rwühle Shüssel kauchte, der wird mich ich doch gekostet dich Mele Müh Schrst meraten. Des Menschen Sohn und 0h e Pein,— verloren „ mein gehet zwar dahin, wie von ihm eint n sem. 2 15 T 90 ů 1 euch, dem Menschen, durch welchen uf daß, des Menschen Sohn verraten 8. daen Mbendmie 99. st. in virdl Es wäre ihm besser ligen Abendmahls. Wahr saß derselbige Mensch nie ge Da Judas aber hinausge⸗ se euch; loren wäre. Es war aber einer angen war, spricht Jesus: jemand unter seinen Jüngern, der zu Nun ist des Menschen Sohn int mih Zische saß an der Brust Jesu, verkläret, und Gott ist verkläret hmaut, alhen Jesus lieb hatte, dem in ihm. Ist Gott verkläret in den auf, ginkte Simon Petrus, daß er ihm, so wird ihn Gott auch Gah, suschen sollte, wer es wäre, verklären in ihm selbst, und un dem er sagte. Denn der⸗ wird ihn bald vertlären. Känle febige lag an der Brust Jesu., Da nahm Jesus das Brot, n übe, und er, sprach zu ihm: Herr, dankte und brach's und gab's an, um her ist's ꝰ Jesus antwortete: den Jüngern und sprach: Neh⸗ Eiteent Der ists, dem ich den Bissen met, esset, das ist mein Leib, e üntauche und gebe. Und er der für euch gegeben wird, das Lieb al auchte den Bissen ein und gab thut zu meinem Gedächtnis. In Judas, Simons Sohn, Desselbigen leichen auch den m Ischarioth. Und nach Kelch, nach dem Abendmahl, ch wird n issen fuhr der Satan und sprach: Trinket alle dar⸗ u. ihn. Da sprach Jesus zu aus; das ist der Kelch, das gesagt hm: Was du thust, das thue neue Testament in meinem übet in bald. Dasselbige aber wußte Blut, das für euch und für lemand über dem Tische, viele vergossen wird zur Ver⸗ schu ers ihm sagete. Etliche gebung der Sünden. Solches lid) neineten, dieweil Judas den chut, 70 oft ihr's trinket, zu 488 meinem Gedächtnis. Und sie tranken alle daraus.(Joh. 13, 31, 32. Matth. 26, 26—29. Mare. 14, 22—25. Luc. 22, 19. 20. Vergl. 1. Cor. 11, 23—25.) 9. Ein neu Gebot. Jesus aber sprach: Lieben Kindlein, ich bin noch eine kleine Weile bei euch. Ihr werdet mich suchen, und wie ich zu den Juden sagte: wo ich hmgehe, da könnt ihr nicht hinkommen, sage ich jetzt auch euch. Ein neu Gebot gebe ich euch, daß ihr euch unter einander liebet, wie ich euch geliebet habe, auf daß auch ihr einander lieb habet. Dabei wird jedermann erkennen, daß ihr meine Jünger seid, so ihr Liebe unter einander habt. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern. Herr Jesu, dir sei Preis und Dank Für diese, Seelenspeis' und Trank, Damit du uns begabet! Im Brot und Wein dein Leib und Blut Kommt uns wahrhaftig wohl zu gut Und unsre Herzen labet. Daß wir In dir Und nach allem Wohlgefallen heilig leben, Solches wollest du uns geben. Spricht Simon Petrus zu ihm: Herr, wo gehest du hin? Jesus antwortete ihm: Da ich hingehe, kannst du mir diesmal nicht folgen, aber du wirst mir Iorcht 3u folgen. Petrus pricht 2 ihm: Herr, warum kann ich dir diesmal nicht jolgen? Ich will mein Leben Die Leidensgeschichte. für dich lassen. Jesus ant⸗ wortete ihm: Solltest du dein Leben für mich lassen? Simon, Simon, siehe, der Satanas hat euer begehrt, daß er euch möchte sichten wie den Weizen; ich aber habe für dich gebeten, daß dein Glaube nicht auf⸗ höre. Und wenn du dermal⸗ eins dich bekehrest, so stär Ende. err, Schwei zu ihn 2, 35 deine Brüder.(Joh. 13, 33- Luc. 22, 31—3%). Mel. Herz und Herz vereint zusammen. Ach du holder Freund, vereine Deine dir geweihte Schar, Daß 56 sich so herzlich meine, Wiens ein letzter Wille war. Ja, ver⸗ binde in der Wahrheit, Die du selbst im Wesen bist, Alles, wnz von deiner Klarheit In der Thal erleuchtet ist. 10. Es muß vollendet werden, das geschrieben stehet. Und Jesus sprach zu ihnen: So oft ich euch ausgesandt habe ohne Beutel, ohne Tasche und ohne Schuhe, habt ihr auch je Mangel gehabt? SE sprachen: Nie keinen. V sprach er zu ihnen: Aber num, wer einen Beutel hat, der nehme ihn, desselbigen gleichin auch die Tasche; wer aber nicht hat, verkaufe sein Kleid und kaufe ein Schwert. Denn ih sage euch: Es muß noch das auch vollendet werden an mit, das geschrieben stehet: r ist unter die Uebelthäter g⸗ rechnet.“ Denn was von geschrieben stehet, das hat eh Und Lobgef aing J Hewol Kidror jolgete ger Ort. hnen: ihr eu denn e werde die S. sich zu ich auf hingeh aber a ihm: dir är mich n 15 f ich sa Nacht, lähet, mal v prach mit will i Desgl Jünge Mare Joh.“ 8 ant⸗ du dein Simon, zatanas er euch Weizen; 1 ht au⸗ dermal⸗ o stärke „33- zusammen. „ vereine lles, waz der Thal ehet. u ihnen: 18gesandt ie Tasche habt ihr ibt? Sie n. Da (ber nun, hat, der n gleichen aber nicht ende. ging Jesus hinaus nach seiner die Schafe der Herde werden nt Mare. 14, 26—31. Luc. 22, 39. Sie sprachen aber: err, siehe, hie sind zwei chwerter. Er aber sprach uihnen: Es ist genug.(Lue. . 3538). II. Jesus in U. Des Petrus Ver⸗ messenheit. Und da die Jünger den Lobgesang gesprochen hatten, Hewohnheit über den Bach kidron an den Oelberg. Es lgeten ihm aber seine Jün⸗ ger nch an denselbigen Ort. Da sprach Jesus zu hnen: In dieser Nacht werdet ihr euch alle ärgern an mir, denn es stehet geschrieben:„Ich werde den Hirten schlagen, und sch zerstreuen.“ Wenn aber ich auferstehe, will ich vor euch hingehen nach Galiläa. Petrus aber antwortete und sprach zu ihm: Wenn sich auch alle an dir ärgerten, so will ich doch mich nimmermehr ärgern. Je⸗ us sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir: Heute in dieser Nacht, ehe der Hahn zweimal kähet, wirst du mich drei⸗ nal verleugnen. Petrus aber sprach zu ihm: Und wenn ich mit dir sterben müßte, so will ich dich nicht verleugnen. Desgleichen sagten auch alle Jünger.(Matth. 26, 30—35. ch. 18, I). Die Leidensgeschichte. 489 Mel. Seelenbräutigam. Wenn der Wellen Macht In der trüben Nacht Will des Herzens Schifflein decken, Wollst du deine Hand ausstrecken; Hüter in der Nacht, Habe auf mich acht! Gethsemane. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. Rüstet euch, ihr Christenleute, Die Feinde suchen euch zur Beute, Ja Satan selbst hat eu'r begehrt. Wappnet euch mit Gottes Vorte Und kämpfet frisch an jedem Orte, Damit ihr bleibet unversehrt. Ist euch der Feind zu schnell, Hier ist Immanuel. Hosianna! Der Starke fällt Durch diesen Held, Und wir behalten mit das Feld! 12. Jesu Ankunft in Gethsemane. Da kam Jesus mit ihnen u einem Hofe, der hieß Geth⸗ semnnnte Da war ein Garten, darein ging Jesus und seine Jünger. Judas aber, der ihn verriet, wußte den Ort auch; denn Jesus versammelte sich oft daselbst mit seinen Jüngern. Und Jesus sprach 8* seinen Jüngern: Setzet euch hie, bis daß ich dorthin gehe und bete. Und nahm zu sich Petrus und Jakobus und Johannes, die zween Söhne des Zebedäus, und fing an zu trauern, zu zittern und Meime& und sprach zu ihnen: Meine Seele ist be⸗ trübt bis an den Tod; bleibet hie und wachet mit mir. Betet, auf daß ihr nicht in Anfechtung fallet.(Matth. 26, 36—38. Mare. 14, 32—34. Luc. 22, 40.) 490 Die Leidensgeschichte. Eigne Melodie. O du Liebe meiner Liebe, Du erwünschte Seligkeit, Die du dich aus höchstem Triebe In das jam⸗ mervolle Leid Deines Leidens, mir zu gute, Als ein Schlachtschaf eingestellt Und bezahlt mit deinem Bluͤte Alle Missethat der Welt; Liebe, die mit Schweiß und Thränen An dem Oelberg sich betrübt; Liebe, die mit Blut und Sehnen Unaufhörlich fest geliebt; Liebe, die mit allem Willen Gottes Zorn und Eifer trägt: Den, so niemand konnte stillen, Hat dein Sterben hingelegt! 13. Jesu Gebetskampf. Und Jesus riß sich von ihnen, bei einem Steinwurf, fiel nieder auf sein Angesicht auf die Erde und betete, daß, so es möglich wäre, die Stunde vorüberginge, und sprach: Abba, mein Vater, es ist dir alles möglich; überhebe mich dieses Kelchs; doch nicht wie ich will, sondern wie du willst. Es erschien ihm aber ein Engel vom Himmel und stärkte ihn. Und er kam zu seinen Jün⸗ gern und fand sie schlafend und sprach zu Petrus: Simon, schläfest du? Vermochtest du nicht eine Stunde mit mir 0 wachen? Wachet und betet, aß ihr nicht in Anfechtung fallet. Der Geist ist willig; aber das Fleisch ist schwach Zum andern Mal ging er wieder hin, betete und sprach: Mein Vater, ist's nicht möglich, daß dieser Kelch von mir gehe, ich trinke ihn denn, so geschehe dein Wille. Und es kam, daß er mit dem Tode rang und betete heftiger. Es ward aber sein Schweiß wie Bluts⸗ tropfen, die fielen auf die Erde. Und er kam wieder und fand sie abermal schlafend vor Traurigkeit; denn ihre Augen waren voll Schlaßs, und wußten nicht, was sii ihm antworteten. Und er ließ sie und ging abermal hin und betete zum dritten mal und redete dieselbigen Worte. Und er stand auf von dem Gebet und kam zum dritten Mal zu seinen Jüngern und sprach zu ihnen: Ach, wollt ihr nun schlafen und ruhen? Es ist genug. Siehe, die Stunde ist hie, daß des Men⸗ schen Sohn in der Sünder Hände überantwortet witd. Stehet auf, laßt uns gehen! Siehe, der mich verrät, ist nahe. (Matth. 26, 39—46. Mare. 14, 35—42. Luc. 22, 41-46.) Mel. Straf mich nicht in deinem Zorn Mache dich, mein Geist, bereit, Wache, fleh und bete, Daß dich nicht die böse Zeit unverhofft betrete; Denn es ist Satans List Ueber viele Frommen Zur Ver⸗ suchung kommen. 14. Jesus und die Häscher. Und alsbald, da er noch redete, siehe, da kam Judas, der Zwölfe einer, welcher hatte zu sich genommen die Schar und der Hohenpriester und Pharisäer Diener, mit Fackeln und mit Lampen, mit Schwer⸗ tern und mit Stangen Und —— und gesagt: Welchen i verde, der ist's; den greifet und führet ihn sicher. Wie nun Jesus wußte alles, vpas ihm begegnen sollte, ging er hinaus und sprach zu ihnen: Wen suchet ihr? Sie antwor⸗ teten ihm: Jesum von Naza⸗ reth. Jesus spricht zu ihnen: Ich bin's. Als nun Jesus zu ihnen sprach: Ich bin's, wichen sie zurück und fielen zu Boden. Da fragte er sie aber⸗ mal: Wen suchet ihr? Sie aber sprachen: Jesum von Nazareth. Jesus antwortete: Ich habe es euch gesagt, daß ich's sei. Suchet ihr denn mich, so lasset diese gehen. (Auf daß das Wort erfüllet würde, welches er sagte: Ich habe der keinen verloren, die du mir gegeben hast.)(Joh. 18, 3—9. Matth. 26, 47. Nare. 14, 43. Luc. 22, 47.) 15. Der Kuß des Judas. Und der Verräter hatte ihnen ein Zeichen gegeben küssen Und alsbald trat er zu Jesu und Pprach: 15 Rige l seist du, Rabbi! und küßte ihn. Jesus aber sprach zu ihm: Mein dreund, warum bist du kom⸗ nen? Juda, verrätest du des Nenschen Sohn mit einem Kuß? Da traten sie hinzu und 4 * lgten die Hände an Jesum 6850. ihn.(Matth. 26, 6-50. Marc. 14, 44-46. Die Leidensgeschichte. IJudas ging vor ihnen her. 491 Mel. Ich dank' dir schon. Ach halt mich fest mit deiner Hand, Daß ich nicht fall noch weiche; Vis weiter durch der Liebe Band', Bis ich mein Ziel erreiche. 16. Petrus mit dem Schwert. Da aber sahen, die um ihn waren, was da werden wollte, sprachen sie zu ihm: Herr, sollen wir mit dem Schwert drein schlagen? Und siehe, Simon Petrus hatte ein Schwert und zog es aus und schlug nach des Hohenpriesters Knechte und hieb ihm sein rechtes Ohr ab. Und der Knecht hieß Malchus. Jesus aber antwortete und sprach: Lasset sie doch so ferne machen. Und er rührte sein Ohr an und heilte ihn und sprach zu Petrus: Stecke dein Schwert in die Scheide an seinen Ort. Denn wer das Schwert nimmt, der soll durchs Schwert umkommen. Oder meinst du, daß ich nicht könnte meinen Vater bitten, daß er mir zuschickte mehr denn wölf Legionen emdeh Soll ich en Kelch nicht trinken, den mir mein Vater gegeben hat? Wie würde aber die Schrift erfüllet? Es muß also gehen.(Matth. 26, 51—54. Mare. 14, 47. Luc. 22, 49—51. Joh. 18, 10, 11.) Mel. O Gott, du frommer Gott. O hilf, daß wir uns auch Zum Kampf und Leiden wagen Und unter unsrer Last Des Kreuzes nicht verzagen; Hilf tragen mit Geduld Durch deine Dornenkron, Wenns kommen soll mit uns Zum Blute, Schmach und Hohn. 492 17. Die Macht der Finsternis. Zu der Stunde sprach Jesus zu den Scharen und zu den Hohenpriestern und Haupt⸗ leuten des Tempels und den Aeltesten, die über ihn kommen waren: Ihr seid ausgegangen als zu einem Mörder, mit Schwertern und mit Stangen, mich zu fahen. Bin ich doch täglich gesessen bei euch und habe gelehret im Tempel und ihr habt keine Hand an mich gelegt; aber dies ist eure Stunde und die Macht der Finsternis. Und das ist alles eschehen, daß erfüllet würden ie Schriften der Propheten. III. Jesus vor 18. Jesus vor dem Hohenpriester Hannas. Die Schar aber und der Oberhauptmann und die Die⸗ ner der Juden nahmen Jesum und banden ihn und führeten ihn aufs erste zu Hannas, der war Kaiphas' Schwäher, welcher des Jahrs Hoher⸗ priester war. Es war aber Kaiphas, der den Juden riet, es wäre gut, daß Ein Mensch würde umgebracht für das Volk. Mel. Zion klagt mit Angst und Schmerzen. Nun so wandre hin, mein Leben, O du Sündentilger, du! Der du für mich hingegeben, Auf daß ich erlangte Ruh! Wandre hin, mein Jesu Christ, Der du mein Erlöser bist; Wandre hin, o Held, und ringe, Tod und Höllenmacht bezwinge. Die Leidensgeschichte. Da verließen ihn alle Jünger und flohen. Und es war ein Jüngling, der folgte ihm nach, der war mit Leinwand be⸗ kleidet auf der bloßen Haut; und die Jünglinge griffen ihn. Er aber ließ die Leinwand fahren und floh bloß von ihnen.(Matth. 26, 55. 56., Marc. 14, 48—52. Lue. 22, 52. 53.) Mel. Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ. Ich lieg im Streit und wider⸗ streb, Hilf, o Herr Christ, dem Schwachen! An deiner Gnad allein ich kleb, Du kannst mich stärker machen. Kommt nun Anfechtung her, so wehr, Daß sie mich nicht umstoße; Du kannst machen, Daß mir's nicht bring Gefahr; Ich weiß, du wirst's nicht lassen. dem hohen Rat. Aber der Hohepriester fragte Jesum um seine Jünger und um seine Lehre. Jesus ant⸗ wortete ihm: Ich habe frei öffentlich geredet vor der Welt; ich habe allezeit gelehret in der Schule und in dem Tempel, da alle Juden zu⸗ sammenkommen, und habe nichts im Verborgenen ge⸗ redet. Was fragest du mich darum? Frage die darum, die gehöret haben, was ich zu ihnen geredet habe; siehe, die⸗ selbigen wissen, was ich gesagt habe. Als er aber solches redete, gab der Diener einer, die dabei stunden, Jesu einen Backenstreich und sprach: Sollst du dem Hohenpriester also stärker echtung h nicht ,„ Daß Ich fragte r und 3 ant⸗ e frei Welt; ret in dem n zu⸗ habe n ge⸗ mich darum, ich zu e/ esag lche einer, einen Sollst also ö dich zeugen? Aber Jesus antworten? Jesus antwortete: Hab ich übel geredet, so be⸗ weise es, daß es böse sei; habe ich aber recht geredet, was schlägst du mich? Und Hannas sandte ihn gebunden u dem Hohenpriester Kaiphas, uhin zusammenkommen waren alle Hohenpriester, Aeltesten und Schriftgelehrten.(Joh. 18, 12—14. 19—24.) Mel. Seelenbräutigam. Deiner Sanftmut Schild, Dei⸗ ner Demut Bild Mir anlege, In mich präge, Daß kein Zorn noch Stolz sich rege; Vor dir sonst nichts gilt Als dein eigen Bild. 19. Die falschen Zeugen. Die Hohenpriester aber und Aeltesten und der ganze Rat suchten falsch Zeugnis wider Jesum, auf daß sie ihn töteten, und fanden keins. Viele gaben salsch Zeugnis wider ihn; aber ihr Zeugnis stimmete nicht überein. Zuletzt traten herzu ween falsche Zeugen und uchen: Wir haben gehöret, daß er sagte: Ich will den Tempel, der mit Händen ge⸗ macht ist, abbrechen und in dreien Tagen einen andern bauen, der nicht mit Händen emacht sei. Aber ihr Zeugnis Iinmete noch nicht überein. Und der Hohepriester stund auf, trat mitten unter sie und prach zu ihm: Antwortest du nichts zu dem, was diese wider Die Leidensgeschichte. 493 schwieg stille und antwortete nichts.(Matth. 26, 59—-63. Mare, 14, 55-61.) Mel. Jesu, meines Lebens Leben. Rede durch dein Stilleschweigen, Liebster Jesüu, mir das Wort, Wenn mich Sünden überzeugen Und verklagen fort und fort, Wenn mein bös Gewissen schreiet, Und mir die Verdammnis dräuet: Ach, laß deine Todespein Nicht an mir verloren sein! 20. Das Todesurteil Da fragete ihn der Hohe⸗ priester abermal und sprach zu ihm: Ich beschwöre dich bei dem acof., d. Gott, daß du uns sagest, ob du seiest Christus, der Sohn Gottes, des Hoch⸗ gelobten? Jesus sprach zu ihm: Du sagst es, ich bin's. Doch sage ich euch: Von nun an wird's geschehen, daß ihr sehen werdet des Menschen Sohn sitzen zur Rechten der Kraft und kommen in den Wolken des Bebrieten Da zerriß der Hohepriester seine Kleider und sprach: Er hat Gott gelästert, was bedürfen wir weiter Zeugnisses? Siehe, 25 habt ihr seine Gottes⸗ lästerung gehört. Was dünkt euch? Sie aber verdammten ihn alle und sprachen: Er ist des Todes schuldig.(Matth. 26, 63—66. Marc. 14, 61—64.) Mel. Seelenbräutigam. Wahrer Mensch und Gott Trost in Not und Tod; Du bist darum Mensch geboren Zu ersetzen, was ver⸗ loren, Durch dein Blut so rot, Wahrer Mensch und Gott! 494 Die Leidensgeschichte. 21. Jesu Verspottung. Petrus aber setzte sich unter Die Männer aber, die Jesum hielten, verspotteten ihn, und etliche fingen an, ihn zu ver⸗ speien und zu verdecken sein Angesicht, und schlugen ihn mit Fäusten. Etliche aber schlugen ihn ins Angesicht und sprachen: Weissage uns, Christe, wer ist's, der dich schlug? Und viel andere Läste⸗ rungen sagten sie wider ihn. (Matth. 26, 67. 68. Mare. 14, 65. Luc. 22, 63—-65.) Mel. Jesu, meines Lebens Leben. Du, ach du hast ausgestanden Lästerreden, Spott und Hohn, Speichel, Schläge, Strick und Banden, Du gerechter Gottessohn, Nur mich Armen zu erretten Von des Teufels Sündenketten: Tausend, tansendmal sei dir, Liebster Jesu, Dank dafür! 22. Die Verleugnung des Petrus. Simon Petrus aber folgte Jesus nach von ferne und ein andrer Jünger. Derselbige Jünger war dem Hohenpriester bekannt und ging mit Jesu hinein in des Hohenpriesters Palast, Petrus aber stund draußen vor der Thür. Da Hing der andre Jünger, der em Hohenpriester bekannt war, hinaus und redete mit der Thürhüterin und führte Petrus hinein. Es stunden aber die Knechte und Diener und hatten ein Kohlenfeuer gemacht mitten im Hof, denn es war kalt, und wärmten sich. sie, auf daß er sähe, wo es hinaus wollte. Mel. Machs mit mir, Gott, nach deiner Güt. Herr Jesu, habe acht auf 280 Und laß in meinen Leben Mi immer auch, mein Herr, auf dich Und auf mich Achtung geben! Vor des Versuchers List und Macht Schütz mich, so bin ich Wohl bewacht. Da kam des Hohenpriesters Mägde eine, die Thürhüterin; und da sie sah Petrus sitzen bei dem Licht und sich wärmen, schaute sie ihn an und sprach: Und du warest auch mit dem Jesu von Galiläa. Bist du nicht auch dieses Menschen Jünger einer? Er leugnete aber vor ihnen und sprach: Weib, ich bin's nicht; ich kenne ihn nicht, weiß auch nicht, was du sagest. Und über eine kleine Weile ging Petrus hinaus in den Vorhof; und der Hahn krähte. Als Petrus aber Thür hinausging, sah ihn eine andre und sprach zu denen, die dabei stunden: Dieser war auch mit dem Jesu von Nazareth. Und er leugnete abermal und schwur dazu: Ich kenne des Menschen nicht. Und über eine Weile, bei einer Stunde, bekräftigte es ein andrer und sprach: Wahrlich, dieser war auch mit ihm. Da traten hinzu, die da Paud und sprachen zu Petrus: Wahrlich, du bist uch einer von denen, denn du bist ein Galiläer, und deine Sprache verrät dich. Spricht des Hohen⸗ priesters Knechte einer, ein Gefreundeter des, dem Petrus das Ohr abgehauen hatte: Sah ich dich nicht im Garten bei ihm? Da verleugnete Petrus abermal, hub an, sich zu verfluchen und zu schwören, und sprach; Mensch, ich weiß nicht, was du sagest, ich kenne des Menschen nicht. Und alsbald krähte der Hahn zum andern Male. Und der err wandte sich und sahe Detrus an. Da gedachte Petrus an das Wort, das Jesus 5n ihm sagte: Ehe der Hahn weimal krähet, wirst du mich Heinal verleugnen. Und ging hinaus und weinte bitterlich. (Matth. 26, 58. 69—75. Mare. U, 54. 66—72. Luc. 22. 54-62. Joh. 18, 15-18, 25—27.) Mel. Auf meinen lieben Gott. Wo soll ich fliehen hin, Weil ich beschweret bin Mit vielen, roßen Sünden? Wo soll ich Rettung suden Wenn alle Welt herkäme, HMeein Angst fie nicht wegnähme. O Jesu voller Gnad, Auf dein Hebot und Rat Kommt mein betrübt Gemüte Zu deiner großen Güte; Laß du auf mein Gewissen Ein Gnadentröpflein fließen. Die Leidensgeschichte. 495⁵ 23. Die Morgenver⸗ sammlung des hohen Rats. Des Morgens aber, als es Tag ward, Ranen sich die Aeltesten des Volks, die Hohenpriester und Schrift⸗ gelehrten und führeten ihn hinauf vor ihren Rat und prachen: Bist du Christus? age es uns. Er sprach aber u ihnen: Sage ich's euch, 10 glaubet ihr's nicht; frage ich aber, so antwortet ihr nicht und lasset mich doch nicht los. Darum von nun an wird des Menschen Sohn sitzen zur rechten Hand der Kraft Gottes. Da sprachen sie alle: Bist du denn Gottes Sohn? Er sprach zu ihnen: Ihr saget's, denn ich bin's. Sie aber sprachen: Was be⸗ dürfen wir weiter Zeugnisses? Wir haben's selbst gehöret aus seinem Munde.(Matth. 87, 1. Mare. 15, 1. Lue. 22, 66—71.) Mel. O Gott, du frommer Gott. Ach, das hat unsre Sünd Und Missethat verschuldet, Was du an zmdet Statt, Was du für uns er⸗ duldet; Ach unsre Sünde bringt Dich an das Kreuz hinan, O unbeflecktes Lamm, Was hast du sonst gethan? —— IV. Jesus vor Pilatus. 24. Des Verräters Ende. Da stund der ganze Haufe auf und banden Jesum und führeten ihn hin vor das Richthaus und überantwor⸗ teten ihn dem Landpfleger Pontius Pilatus, und es war rühe. Da das sah Judas, der ihn verraten hatte, daß er verdammt war zum Tode, — 496 Die Leidensgeschichte. ereute es ihn und brachte Veämieder die dreißig Silber⸗ linge den Vohenpriehein und den Aeltesten und sprach: Ich habe übel hutber daß ich unschuldig Blut verraten habe. Sie sprachen: Was gehet uns das an? Da siehe du zu. Und er warf die Silberlinge in den Tempel, hub sich da⸗ von, ging hin und erhängte sich selbst. Aber die Hohen⸗ priester nahmen die Silber⸗ linge und sprachen: Es taugt nicht, daß wir sie in den Gotteskasten legen, denn es ist Blutgeld. Sie hielten aber einen Rat und kauften den Töpfersacker darum zum Be⸗ Dorfend. der Pilger. Daher ist erselbige Acker genannt der Blutacker bis auf den heutigen Tag. Da ist erfüllet, das ge⸗ sagt ist durch den Propheten Jeremias, da er spricht:„Sie haben genommen dreißig Silberlinge, damit bezahlet war der Verkaufte, welchen sie kauften von den Kindern Jsrael, und haben sie ge⸗ geben um den Töpfersacker, als mir der Herr befohlen hat.“ Matth. 27, 1-10. Mare. 15, 1. Lue. 23, 1. Joh. 18, 28.) Mel. Mitten wir im Leben sind. Mitten in der Höllen Angst Unsre Sünd uns treiben; Wo soll'n wir denn fliehen hin, Da wir mögen bleiben? Zu dir, Herr Christ, alleine. Vergossen ist dein teures Blut, Das genug für die Sünde thut. Heiliger Herre Gott, Heiliger. starker Gott, Heiliger, barmherziger Heiland, Du ewiger Gott, Laß unz nicht entfallen Von des rechten Glau⸗ bens Trost. Kyrie eleison. 25. Vor dem Richthaus. Die Juden aber gingen nicht in das Richthaus, auf daß sie nicht unrein würden, sondern Ostern essen möchten. Da ging Pilatus zu ihnen heraus und sprach: Was bringet ihr für Klage wider diesen Menschen? Sie ant⸗ worteten und sprachen zu ihm: Wäre dieser nicht ein Uebelthäter, wir hätten ihn dir nicht überantwortet. Da sprach Pilatus zu ihnen: So nehmet ihr ihn hin und richtet ihn nach eurem Gesetz. Da sprachen die Juden zu ihm: Wir dürfen niemand töten. Auf daß erfüllet würde das Wort Jesu, welches er sagte, da er deutete, welches Todes er sterben würde. Jesus aber stund vor dem Landpfleger. Und sie fingen an, ihn zu ver⸗ klagen, und sprachen: Diesen finden wir, daß er das Voll abwendet und verbietet, den Schoß dem Kaiser zu geben, und spricht, er sei Christus, ein König.(Joh. 18, 28 32. Matth. 27, 11. Lue. 23, ½) Mel. O Jesu Christ, mein's Lebens Licht. Ob auch die Welt in Trümmer eht, Das Kreuz doch unerschüttert eht; Ob auch mein Herz im Kampfe bricht, O Jesu Christ, ich laß dich nicht! Da hinein Fesu, iu ihn Rönig Redest oder h mir 9 wortet Dein prieste antwor ethan tein Belt. dieser würder den Ju würde, Reich prach bist di Jesus ich bin dazung lomme heit ze Wahrh Stimn ihm: 2 da er wieder und s ube ö ndenk Mense WMel. S Röni Dessen dem al der a erziger aß uns Glau⸗ aus. ingen auf irden, chten. ihnen Was 26. Der König der Wahrheit. Da ging Pilatus wieder Jesu, fragte ihn und sprach uhm Bist du der Juden Rönig? Jesus antwortete: Redest du das von dir selbst, oder haben's dir andere von mir gesagt? Pilatus ant⸗ wortete: Bin ich ein Jude? Dein Volk und die Hohen⸗ priester haben dich mir über⸗ antwortet. Was hast du ethan? Jesus antwortete: Rem Reich ist nicht von dieser Welt. Wäre mein Reich von dieser Welt, meine Diener würden drob kämpfen, daß ich den Juden nicht überantwortet würde, aber nun ist mein Reich nicht von dannen. Da pprach Pilatus zu ihm: So bist du dennoch ein König? gesus antwortete: Du sagst's, ich bin ein König. Ich bin dazu geboren und in die Welt lommen, daß ich für die Wahr⸗ heit zeugen soll. Wer aus der Wahrheit ist, der höret meine Stimme. Spricht Pilatus zu ihm: Was ist Wahrheit? Und da er das gesagt, ging er é wieder hinaus zu den Juden und sprach zu den Hohen⸗ de ken und zum Volk: Ich inde keine Schuld an diesem Menschen. Nel. Schmücke dich, o liebe Seele. Fönig, dem kein König gleichet, dessen Ruhm kein Mund erreichet, ö dein als Gott das Reich gebühret, der als Mensch das Scepter Die Leidensgeschichte. hinein ins Richthaus und rief führet, Dem das Recht zum Throne Als des Vaters eingem gehört Sohne, Den so viel Vollkommen⸗ heiten Krönen, zieren und begleiten: Herrsche auch in meinem Herzen Über Zorn, Furcht, Lust und Schmerzen; Laß mich deinen Schutz genießen, Laß mich dich im zlauben küssen, Ehren, fürchten, loben, lieben Und mich im Ge⸗ horsam üben, Hier mit leiden, hier mit streiten, Dort mit herrschen dir zur Seiten. Und die Hohenpriester be⸗ schuldigten ihn hart. Und da er von ihnen und den Aeltesten verklagt ward, antwortete er nichts. Pilatus aber fragte ihn abermal und sprach zu ihm: Antwortest du nichts? Siehe, wie hart sie dich ver⸗ klagen, hörest du nicht? Und er antwortete ihm nicht auf Ein Wort, also daß sich auch der Landpfleger sehr ver⸗ wunderte.(Joh. 18, 33-38. Matth. 27, 11—14. Mare. 15, 2—5. Luc. 23, 3. 4). 27. Jesus vor Herodes. Die Hohenpriester aber hielten an und sprachen: Er hat das Volk erreget damit, daß er gelehret hat hin und her im ganzen jüdischen Lande, und hat in Galiläa angefangen bis hierher. Da aber Pilatus Galiläa hörete, fragte er, ob er aus Galiläa wäre. Und als er vernahm, daß er unter Herodes' Obrigkeit gehörte, übersandte er ihn zu Herodes, welcher in denselbigen Tagen auch zu Jerusalem war. ö 498 Die Leidensgeschichte. Da aber in Jesum sah, ward er sehr froh; denn er hätte ihn längst gerne ge⸗ sehen; denn er hatte viel von ihm gehöret und hoffte, er würde ein Zeichen von ihm sehen. Und er fragte ihn mancherlei; er antwortete ihm aber nichts. Die Hohenpriester aber und Schriftgelehrten stunden und verklagten ihn hart. Aber Herodes mit seinem Hofgesinde verachtete und verspottete ihn, legte ihm ein weiß Kleid an und sandte ihn wieder zu Pilatus. Auf den Tag wurden Herodes und Pilatus Freunde mitein⸗ ander, denn zuvor waren sie einander feind.(Marc. 15, 3—5. Matth. 27, 12—14. Luc. 23, 512.) Mel. Wenn meine Sünd mich kränken. Mein Kreuz und meine Plagen, Sollts auch sein Schmach und Spott, Hilf mir geduldig tragen. Gieb, o mein Herr und Gott, Daß ich verleugne diese Welt Und folge dem Exempel, Das du mir vorgestellt. 28. Jesus oder Barabbas. Pilatus aber rief die Hohen⸗ priester und die Obersten und das Volk zusammen und sprach zu ihnen: Ihr habt diesen Menschen zu mir gebracht, als der das Volk abwende; und siehe, ich habe ihn vor euch verhöret und finde an dem Menschen der Sachen keine, deren ihr ihn beschuldiget; Herodes auch nicht; denn ich habe euch zu ihm gesandt, und siehe, man hat nichts auf ihn gebracht, das des Todes wert sei. Darum will ich ihn züchtigen und loslassen. Auf das Osterfest aber hatte der Landpfleger die Gewohn⸗ heit, dem VolkeinenGefangenen loszugeben, welchen sie be⸗ gehrten. Und das Volk ging hinauf und bat, daß er thäte, wie er pflegte. Er hatte aber zu der Zeit einen Gefangenen, einen sonderlichen vor andern, der hieß Barabbas, welcher war um eines Aufruhrs und Mords willen ins Gefängnis geworfen. Und da sie ver⸗ sammelt waren, sprach Pilatus zu ihnen: Ihr habt eine Ge⸗ wohnheit, daß ich euch einen auf Ostern losgebe. Welchen wollt ihr, daß ich euch losgebe? Barabbas oder Jesum, von dem gesagt wird, er sei Christus, der Juden König? Denn er wußte wohl, daß die Hohen⸗ priester ihn aus Neid über⸗ antwortet hatten. Und da er auf dem Richtstuhl saß, schickte sein Weib zu ihm und ließ ihm sagen: Habe du nichts zu schaffen mit diesem Gerechten, ich habe heute viel erlitten im Traum von seinetwegen. Aber die Hohenpriester und Aeltesten überredeten und mbe das Volk, daß sie viel lieber um Barabbas bitten sollten und Jesum umbrächten. Da ant⸗ wortete nun der Landpfleger und sprach zu ihnen: Welchen wollt ihr unter diesen zweien den ich euch soll losgeben? hristus, enn er Hohen⸗ über⸗ da er schicklte ieß ihm Yts zu rechten, ten im Aber eltesten n das er um n und a ant⸗ pfleger Belchen weien, zeben 7 lygen ihn aus und legten ihm Vollt ihr, daß ich euch den könig der Juden losgebe? Da schrie der ganze Haufe und sprach: Hinweg mit diesem und gieb uns Barabbas los! Da rief Pilatus abermals zu hhnen und wollte Jesum los⸗ lassen und sprach: Was soll ich denn machen mit Jesu, bon dem gesagt wird, er sei Christus? Sie riefen aber, 1. chrieen und sprachen: Kreuzige, 5 der 5 ihn! Der Landpfleger gber sprach zum dritten Mal ihnen: Was hat er denn ö scbels gethan? Ich finde keine Ulsach des Todes an ihm; darum will ich ihn züchtigen und loslassen. Aber sie lagen hm an mit großem Geschrei und schrieen noch viel mehr: Und ihr und kreuzige ihn! der Hohenpriester Geschrei ahm überhand.(Luc. 23, 1316. Matth. 27, 15—23. Rare. 15, 6—14. Luc. 23, 23. Joh. 18, 39, 40). Eigene Melodie. Lamm Gottes, unschuldig Am stamm des Kreuzes geschlachtet, Allzeit erfunden geduldig, Wiewohl u warest verachtet: All Sünd hast du getragen, Sonst müßten hir verzagen: Gieb uns deinen srieden, o Jesu! 29. Die Dornenkrone. Da nahm Pilatus Jesum und ließ ihn geißeln. Die ö kriegsknechte des Landpflegers über führten Jesum hinein in as Richthaus und sammelten ber ihn die ganze Schar; und Die Leidensgeschichte. 499 einen Purpurmantel an; und flochten eine Dornenkrone und setzten sie ihm auf sein Haupt und ein Rohr in seine rechte Hand und beugeten die Kniee vor ihm und beteten ihn an; und fingen an, ihn zu grüßen, spotteten ihn und sprachen: Gegrüßet seist du, der Juden König! Und spieen ihn an und nahmen das Rohr und schlugen damit sein Haupt und gaben ihm Backenstreiche. (Joh. 19, 83. Mare. 15, 16—19. Matth. 27, 27-30). Mel. Die Tugend wird durchs Kreuz. Man krönt dich mit der Dornen⸗ krone, Man beuget sich aus Spott vor dir; Nun sitzt du auf dem höchsten Throne; Ich beug mich auch im Geist allhier; Ich grüße dich, mein Herzenskönig; Mein Herz sei dir ein Königreich; Trag ich die Dornenkron ein wenig, So werb ich dir auch droben gleich. 30. Sehet, welch ein Mensch. Da aing Pilatus wieder heraus und sprach zu ihnen: Sehet, ich führe ihn heraus zu euch, daß ihr erkennet, daß ich keine Schuld an ihm finde. Also ging Jesus her⸗ aus und trug eine Dornen⸗ krone und Purpurkleid. Und er spricht zu ihnen: Sehet, welch ein Mensch! Da ihn die Hohenpriester und die Diener sahen, schrieen sie und sprachen: Kreuzige, kreuzige! Pilatus spricht zu ihnen: Nehmt ihr ihn hin und kreuziget ihn: denn ich finde 500 Die Leidensgeschichte. keine Schuld an ihm. Die Juden antworteten ihm: Wir haben ein Gesetz, und nach dem Gesetz soll er sterben; denn er hat sich selbst zu Gottes Sohn gemacht.(Joh. 19, 47.) 7* 31. Der letzte Rettungs⸗ versuch. Da Pilatus das Wort hörte, fürchtete er sich noch mehr; und ging wieder hin⸗ ein in das Richthaus und spricht Jesu: Von wannen bist du? Aber Jesus gab ihm keine Antwort. Da sprach Pilatus zu ihm: Redest du nicht mit mir? Weißt du nicht, daß ich Macht habe, dich zu kreuzigen, und Macht habe, dich loszugeben? Jesus antwortete: Du hättest keine Macht über mich, wenn sie dir nicht wäre von oben herab gegeben; darum, der mich dir überantwortet hat, der hat's größere Sünde. Aus: Herr Gott, dich loben wir. Du Kön'g der Ehren, Jesu Christ, Gott Vaters 21 Sohn du bist; Der Jungfrau Leib nicht hast verschmäht, u 0 bat das menschlich Geschlecht; Du hast dem Tod zerstört sein Macht Und all Christen zum Himmel bracht Du sitzt zur Rechten Gottes gleich Mit aller Ehr ins Vaters Reich: Ein Richter du zukünftig bist Alles, was tot und lebend ist. Von dem an treachtete Pilatus, wie er ihn losließe. Die Juden aber schrieen und sprachen: Läßt du diesen los, so bist du des Kaisers Freund nicht; denn wer sich zu Könige machet, der sht 12.— den Kaiser. Da Pilatus das Wort hörete, führete er Jesum heraus und setzte sich auf den Richtstuhl an der Stätte, die da heißt Hochpflaster, auf ebräisch aber Gabbatha. Und er spricht zu den Juden: Sehet, das ist euer Königl Sie schrieen aber: Weg, weg mit dem! Kreuzige ihnl Spricht Pilatus zu ihnen: Soll ich euren König kreu⸗ zigen? Die Hohenpriester ant⸗ worteten: Wir haben keinen König denn den Kaiser!(Joh 19, 8-15.) 32. Pilatus willigt in die Kreuzigung Jesu. Da aber Pilatus sahe, 10 er nichts schaffte, sondern da ein viel größer Getümmel ward, gedachte er dem Volt 9a. zu thun und urteilte, aß ihre Bitte geschähe, nahm Wasser und wusch die Hände vor dem Volk und sprach: Ich bin unschuldig an dem Blut dieses Gerechten, sehet ihr zu! Da antwortete das anze Volk und sprach: Sein lut komme über uns und unsere Kinder! Da gab er ihnen den los, der um Auf⸗ ruhrs und Mords willen war ins Gefängnis geworfen, um welchen sie baten; aber Jesum übergab er ihrem Willen, daß er gekreuzigt würde.(Matth, 27, 24—26. Luc. 23, 24. 355. Joh. 19, 16.) Rissetha 33. S Da nechte zu mußt Aun Ze olche nenschlid udenken Und Und in janden der vor Simon Felde des A 9 erg reu In aller ucht kät des ewg uden: rönigl „we ihn ihnen: kreu⸗ ant⸗ keinen Joh t in esu. Eigene Melodie. Herzliebster Jesu, was hast du erbrochen. Daß man ein solch charf Urteil hat gesprochen? as ist die Schuld? In was für Rissethaten Bist du geraten? Die Leidensgeschichte. 501 Was ist die Ursach aller solcher lagen? Ach, meine Sünden haben dich geschlagen! Ich, ach Herr Jesu, habe dies verschuldet, Was du erduldet! V. Die Kreuzigung. 3. Simon von Kyrene. Da nahmen die Kriegs⸗ nechte Jesum, zogen ihm den hurpurmantel aus und zogen Iuhm seine eigenen Kleider an, nahmen ihn und führeten hn hin, daß sie ihn kreuzigten. Mel. Herzliebster Jesu. D große Lieb, o Lieb ohn alle Naße, Die dich gebracht auf diese Narterstraße! Ich lebte mit der Helt in Lust und Freuden, Und in mußt leiden! Eun Zeiten, Wie sol ich nnasen jlche Treu ausbreiten! Rein nenschlich Herz vermag es aus⸗ udenken, Was dir zu schenken! Und er trug sein Kreuz. Und indem sie hinausgingen, 1 0 sie einen Menschen, der vorüberging, mit Namen Simon von Kyrene, der vom Felde kam(der ein Vater war ges Alexander und Rufus), den ergriffen sie und legten das freuz auf ihn und zwangen Ihn, daß er's Jesu nachtrüge. Matth. 27, 31. 32. Mare. 15, 20. 21. Luc. 23, 26. Joh. 19, 16.) Nel. Mir nach, spricht Christus. 34. Weinet nicht über mich, sondern weinet über euch. Es folgte ihm aber nach ein großer Haufe Volks und Weiber, die klageten und be⸗ weineten ihn. Jesus aber wandte sich um zu ihnen und sprach: Ihr Töchter von Jerusalem, weinet nicht über mich, sondern weinet über euch selbst und über eure Kinder. Denn siehe, es wird die Zeit kommen, in welcher man sagen wird: Selig sind die Unfruchtbaren und die Leiber, die nicht geboren haben, und die Brüste, die nicht gesäuget haben! Dann werden sie anfangen, zu sagen zu den Bergen: Fallet über uns! und zu den Hügeln: Decket uns! Denn so man das thut am grünen Holz, was will am dürren werden? Mel. O Durchbrecher aller Bande. Weint nicht über Jesu Schmerzen, Weint nicht über Jesu Tod; Weint erst über eurer Herzen Unempfundne Seelennot. Denn in ihm ist nicht erfunden Eine Sünde, ein Betrug; Nur für euch trägt er die Wunden, Trägt nur eurer Sünde Fluch. Es wurden aber auch hin⸗ geführt zween andere Übel⸗ 502 thäter, daß sie mit ihm ab⸗ 27.97 würden.(Luc. 23, 7—32.) 35. Das erste Wort Jesu am Kreuze. Und da sie an die Stätte kamen mit Namen Golgatha, das ist verdeutscht Schädel⸗ stätte, gaben sie ihm Myrrhe im Wein zu trinken; und da er's schmeckte, wollte er es nicht trinken. Daselbst kreu⸗ zigten sie ihn, und mit ihm zween Übelthäter zu beiden Seiten, einen zur Rechten und einen zur Linken, Jesum aber mitten inne. Da ward die Schrift erfüllet, die da sagt: „Er ist unter die Übelthäter gerechnet.“ Mel. Herzlich thut mich verlangen. O Haupt voll Blut und Wunden, Voll Schmerz und voller Hohn; O Haupt zum Spott gebunden Mit einer Dornenkron; O Haupt sonst schön gekrönet Mit höchster Ehr und Zier, 45 aber höchst verhöhnet: Gegrüßet seist du miv! Und es war um die dritte Stunde, da sie ihn kreuzigten. Jesus aber sprach: Vater, vergieb ihnen, denn sie wüssen nicht, was sie thun. Eigene Melodie. Ach Gott und Herr, Wie groß und schwer Sind mein begangne Sünden! Da ist niemand, Der helfen kann, In dieser Welt zu Die Leidensgeschichte. u dir flieh ich: Verstoß mich Wie 195 wohl hab verdierer Geh nicht Dein Sohn hat mih nicht, Ach Gott, zürn nicht, ins Gericht: versühnet! Ueberschrift, was man ihm Schuld gab, die Ursache seines Todes, und setzte sie auf das Kreuz zu seinen Häupten; und war geschrieben: Jesus von Nazareth, der Juden König. Diese Ueberschrift in ebräischer, griechischer und lateinischer Sprache. Da spra⸗ chen die Juden zu nicht: Der i Pilatus antwortete: Was ich geschrieben habe, das hab ich geschrieben.(Matth. 27, 33. 34. 37. 38. Marc. 15, 29. 23. 25—28. Luc. 23, 33, 34. 38. Joh. 19, 18—22.) Mel. O daß ich taufend Zungen hätte. Dem König, welcher Blut und Leben Dem Leben seiner Völler weiht, Dem König werde Preis ge⸗ geben! Erzählt sein Lob der Ewigkeit! Singt alle Wunder, die er thut, Doch über alles rühmt sein Blut! O König, der am Holz verbli opfr' ich dir mein Blut und Mein ganzes Herz ergießet schwör ich treiter und als Unterthan. Pilatus aber schrieb eine lasen viel Juden; denn die Stätte war nahe bei der Stadt, da Jesus gekreuzigt ward. Und es war geschrieben Pihins: der atus: Schreib Juden König, sondern, daß er gesaget habe: Ich bin der Juden König. Wem anders sollt ich mich ergeben? 1 Leben, 0 zu der Kreuzesfahn A8 0 6 55 36. Die Verteilung der —— Kleider Jesu. Die Kriegsknechte aber, da sie Jesum gekreuzigt hatten, eine nahmen seine Kleider und ihm machten vier Teile, einem seins jeglichen Kriegsknechte ein Leil, dazu auch den Rock. das Fer Rock aber war unge⸗ ipten, nähet, von oben an gewirket Jesus durch und durch. Da sprachen Juden* untereinander: Lasset uns schrit: ben nicht zerteilen, sondern n die harum losen, wes er sein soll. der Auf daß erfüllet würde die euzigt Schrift, die da saget:„Sie riebn haben meine Kleider unter und x sich geteilet und haben über spra meinen Rock das Los ge⸗ der porfen.“ Solches thaten die chreib Kriegsknechte, und sie saßen rönig, allda und hüteten sein, und habe: das Volk stund und sah zu. üöni.(Natth. 27, 35. 36. Marc. i 15, 24. Luc. 23, 34. 35. Joh. 15, 2. 240 „22. Mel. Herr Jesu Christ, mein's 3. 34. Lebens Licht. Dein Blut, mein Schmuck, mein Ihrenkleid, Dein Unschuld und Ge⸗ rechtigkeit Macht, daß ich kann vor hätte. ö Gott bestehn Und zu der Himmels⸗ sreud eingehn. t und Völker gl. 27. Das zweite Wort Doh Jesu am Kreuze. Die aber vorübergingen, eben lästerten ihn und schüttelten En. ihre Köpfe und sprachen: duPfui dich, wie fein zerbrichest s du den Tempel Gottes und bhauest ihn in dreien Tagen! Die Leidensgeschichte. 503 Hilf dir nun selber; bist du Gottes Sohn, so steig herab vom Kreuz! Desgleichen auch die Hohenpriester spotteten sein unter einander, samt den Schriftgelehrten und Altesten, und sprachen: Andern hat er geholfen und kann ihm selber nicht helfen. Ist er Christus, der Auserwählte Gottes, der König in Israel, so steige er nun vom Kreuze, daß wir sehen und glauben. Er hat Gott vertrauet, der erlöse ihn nun, hat er Lust zu ihm; denn er hat gesagt: Ich bin Gottes Sohn. Es verspotteten ihn auch die Kriegsknechte, traten zu ihm und Iprachen: Bist du Christus, so hilf dir selbst und uns. Aber der Übeltäter einer, die da ge⸗ henkt waren, lästerten ihn und sprach: Bist du Christus, so hilf dir selbst und uns. Da antwortete der andre, strafte ihn und sprach: Und du fürchtest dich auch nicht vor Gott, der du doch in gleicher Verdammnis bist? Und zwar wir sind billig drinnen, denn wir empfahen, was unsere Thaten wert sind; dieser aber hat nichts Ungeschicktes ge⸗ than. Und sprach zu Jesu: Herr, gedenke an mich, wenn du in dein Reich kommest Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir: heute wirst du mit mir im Paradies sein.(Matth. 27, 39-44. Marc. 15, 29 bis 32. Luc. 23, 35—43.) Mutter! 504 Eigene Melodie. Mein Heiland nimmt die Sünder an, Die unter ihrer Last der Sünden Kein Mensch, kein Engel trösten kann, Die nirgends Ruh und Rettung finden; Den'n selbst die weite Welt zu klein, Die sich und Gott ein Greuel sein; Den'n Moses schon den Stab gebrochen Und sie der Hölle zugesprochen, Wird diese Freistatt aufgethan: Mein Heiland nimmt die Sünder an. 38. Das dritte Wort Jesu am Kreuze. Es stund aber bei dem Kreuze Jesu seine Mutter und seiner Mutter Schwester, Maria, Kleophas Weib, und Maria Magdalena. Da nun Jesus seine Mutter sah und den 25 hat dabei stehen, den er lieb hatte, spricht er zu seiner Mutter: Weib, siehe, das ist dein Sohn! Darnach spricht er zu dem Jünger: Siehe, das ist deine Und von der Stunde an nahm sie der Jünger zu sich.(Joh. 19, 25—27.) Mel. Wer nur den lieben Gott lüßt walten. Ich bins gewiß, mich kann nichts scheiden Von meinem Heil, von meinem Gott; Was frag ich nach Welt, Kreuz und Leiden, Was acht ich Not, Tod, Hohn und Spott? Mir bleibt gewiß, was Gott verspricht; Ich weiß: mein Jesus läßt mich nicht. 39. Das vierte Wort Jesu am Kreuze. Und von der sechsten Stunde an ward eine Finsternis über das ganze Land bis zu der neunten Stunde, und die Die Leidensgeschichte. Sonne verlor ihren Schein. Und um die neunte Stunde schrie und rief Jesus laut und sprach: Eli, Eli, lama asabthani, d. i. verdolmetscht: Meein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Und etliche, die dabei stunden, da sie das höreten, sprachen sie: Siehe, er ruft dem Elias. (Matth. 27, 45—47. Mare. 15, 33—-35. Luc. 23, 44.) Mel. Herzlich thut mich verlangen. Nun, was du, Herr, erduldet, Ist alles meine Last; Ich hab es selbst verschuldet, Was du h Aemer hast. Schau her, hier steh ich Armer, Der Zorn verdienet hat: Gieb mir, o mein Erbarmer, Den Anblick deiner Gnad. 40. Die drei letzten Worte Jesu am Kreuze. Darnach, da Jesus wußte, daß schon alles vollbracht war, daß die Schrift erfüllet würde, spricht er: Mich dürstet. Da stund ein Gefäß voll Essigs; und bald lief einer unter ihnen, nahm einen Schwamm und füllte ihn mit Essig und steckte ihn auf ein Rohr und hielt es ihm dar zum Munde und tränkte ihn. Die andern aber sprachen: Halt, laß sehen, ob Elias komme und ihm helse. Mel. Seelenbräutigam. Großer Friedefürst, Wie hast du gedürst't Nach der Menschen Heil und Leben Und dich in den Tod* Da du Rürt Mich dürst't! Großer Friedefürst Laß mich deinen Ruhm Als dein Eigentum Durch des Geistes Licht erkennen, Stets in deiner Liebe brennen, Als dein Eigentum, Aller⸗ böchster Ruhm! Da nun Jesus den Essig ½ hatte, sprach er: 3 ist vollbracht! Eigne Melodie. Es ist vollbracht am Kreuze dort Gesetz und der Propheten Wort. Was wir niemals vollbringen konnten, Das ist vollbracht durch Jesu Wunden; Was Gottes Rat von Ewigkeit be⸗ dacht, Das ist durch seinen Tod voll⸗ bracht. Und Jesus schrie abermal aut und sprach: Vater, ich deine Händel befehle meinen Geist in Und als er das gesagt, neigte er das Haupt und verschied.(Matth. 7, 48-50. Mare. 15, 36. 37. Hue. 23,46. Joh. 19, 28-30). Mel. Herzlich thut mich verlangen. Wenn ich einmal soll scheiden, So scheide nicht von mir, Wenn ich den Tod soll leiden, So tritt du dann herfür; Wenn mir am allerbängsten Wird um das Herze sein, So reiß mich aus den Angsten Kraft deiner Angst und Pein. Erscheine mir zum Schilde, Zum Trost in meinem Tod Und laß mich sehn dein Bilde In deiner Kreuzes⸗ not; Da will ich nach dir blicken, Da will ich glaubensvoll Dich fest an mein Herz drücken: Wer so stirbt, der stirbt wohl! II. Die Zeichen nach dem der Heiligen, die da schliefen, Tode Jesu. Und siehe da, der Vorhang im Tempel zerriß in zwei Stücke, von oben an bis unten aus. Und die Erde erbebete, und die Felsen zerrissen, und die Gräber thaten sich auf, und stunden auf viele Leiber Die Leidensgeschichte. 505 und gingen aus den Gräbern nach seiner Auferstehung und kamen in die heilige Stadt und erschienen vielen. Aber der Hauptmann und die bei ihm waren und bewahreten Jesum, da sie sahen das Erdbeben, und was da geschah, und daß er mit solchem Geschrei ver⸗ schied, erschraken sie sehr, und der Hauptmann pries Gott und sprach: Wahrlich, dieser ist ein frommer Mensch und Gottes Sohn gewesen! Und alles Volk, das dabei war und zusah, da sie sahen, was da Biust u schlugen sie an ihre rust und wandten wieder um. Mel. Herzliebster Jesu. Ach, liebster Heiland, wann kommt doch die Stunde? Wann rufst du auch dem alten Volk zum Bunde? Wann wird die Decke Mosis weg⸗ genommen? Wann wirst du kommen? Dern Blut, das sie auf 110 Seel genommen, Laß ihnen endlich noch zum Segen kommen: Dein an dem Kreuz für sie geschehnes Beten Müss' sie vertreten! Es stunden aber alle seine Bekannten von ferne und die Weiber, die ihm aus Galiläa waren nachgefolget und hatten ihm gedienet, da er in Gäliläa war, und sahen das alles, unter welchen war Maria Magdalena und Maria, die Mutter des Jakobus und Joses, und Salome, die Mutter der Kinder des Zebedäus, und viel Jranat die mit ihm hinauf en Jerusalem gegangen waren. „WMaich. 27, 8456 Mare. 5, 38—41. Luc. 23, 47—49). * 44 506 Die Leidensgeschichte. Die Juden aber, dieweil es der Rüsttag war, daß nicht die Leichname am Kreuze blieben den Sabbath über (denn desselbigen Sabbaths Tag war groß), baten sie Pilatus, daß ihre Beine ge⸗ brochen und sie abgenommen würden. Da kamen die Kriegs⸗ knechte und brachen dem ersten die Beine, und dem andern, der mit ihm gekreuziget war. Als sie aber zu Jesu kamen, da sie sahen, daß er schon ge⸗ storben war, brachen sie ihm die Beine nicht, sondern der Kriegsknechte einer öffnete seine Seite mit einem Speer, und alsbald ging Blut und Wasser heraus. Und der das gesehen hat, der hat es bezeuget, und M VI. Das Beg 42. Die Grablegung. Darnach am Abend kam ein reicher Mann von Ari⸗ mathia, der Stadt der Juden, mit Namen Joseph, ein ehr⸗ barer Ratsherr, ein guter, frommer Mann, der hatte nicht gewilligt in ihren Rat und Handel, welcher auch auf das Reich Gottes wartete; denn er war ein Jünger Jesu, doch heimlich aus Furcht vor n ng. 2—3 4 Ditalls und ging hinein zu Pilatus und bat daß er möchte ab⸗ nehmen den Leichnam Jesu. Pilatus aber verwunderte sich, daß er schon tot war, und rief dem Hauptmann und fragte sein Zeugnis ist wahr; und derselbige weiß, daß er die Wahrheit saget, auf daß auch ihr glaubet. Denn solches ist geschehen, daß die Schrift er⸗ füllet würde:„Ihr sollt ihm kein Bein zerbrechen.“ Und abermal spricht eine andere Schrift:„Sie werden sehen, in welchen sie gestochen haben.“ (Joh. 19, 31-37). Mel. Nun laßt uns den Leib begraben. Die Seele Christi heil'ge mich, Sein Geist versenke mich in sich, Sein heil'ger Leib, für mich ver⸗ wund't, Der mach mir Leib und See gesund. Das Wasser, welches auf den Stoß Des Speers aus seiner Seite 1 ß, Das sei mein Bad, 2. all sein t Erquicke mir Oerz, Sinn und räbnis Jesu. ihn, ob er schon lange gestorben wäre. Und als er's erkundet von dem Hauptmann, erlaubte 0 es und befahl, man sollte den Leichnam dem Joseph Beiute Und Joseph kaufte eine einwand. Es kam aber auch Nikodemus, der vormals bei der Nacht zu Jesu kommen war, und brachte Myrrhe und Aloe unter einander bei hundert Pfunden. Da nahmen sie den Leichnam Jesu und wickelten ihn in die reine Lein⸗ wand und banden ihn in leinene Tücher mit den Spezereien, wie die Juden pflegen zu begraben. beiner hurch dei Indes an meir deinen b zdenken. Und ES wa Nagdal Joses an ern 2 ommen die bese wie sei Sie kel eeiner Grabeshöhle an den hellen Tag Und leuchtet li⸗ 2 e Sonne. vie Es war aber an der Stätte, da er gekreuziget ward, ein Garten und im Garten ein neu Grab, welches Joseph hauen, darinnen niemand je gelegt war. Daselbst hin legten esum um des Rüsttages villen der Juden, dieweil das Hrab nahe war, und wälzten enen großen Stein vor die Thür des Grabes und gingen gavon. Mel. O Traurigkeit. So ruhest du, o meine Ruh, In Und erweckst urch deinen Tod Meine tote Seele. Indes will ich, mein Jesu, dich In meine Seele senken Und an inen bittern Tod Bis zum Tod jedenken. Und der Sabbath brach an. Es waren aber allda Maria Nagdalena und Maria, des Joses Mutter, die setzten sich an das Grab, und die an⸗ bern Weiber, die mit ihm bmmen waren aus Galiläa, die beschaueten das Grab und nie sein Leib gelegt ward. Sie kehreten aber um und Die Leidensgeschichte. det Und den Sa hatte lassen in einen Fels 507 bereiteten Caddath und Salben. th über waren sie stille nach dem Gesetz. Des andern h. der da folget nach dem Rüsttage, kamen die Hohenpriester und die Pha⸗ risäer sämtlich zu Pilatus und sprachen; Herr, wir haben gedacht, daß dieser Verführer prach, da er noch lebte: Ich will nach dreien Tagen auf⸗ erstehen. Darum befiehl, daß man das Grab verwahre bis an den dritten Tag, auf daß nicht seine Jünger kommen und stehlen ihn und sagen zum Volk: Er ist auferstanden von den Toten; und werde der letzte Betrug ärger denn der erste. Pilatus sprach zu ihnen: Da habt ihr die Hüter; gehet hin und verwahret, wie ihr wisset. Sie gingen hin und verwahreten das Grab mit Hütern und versiegelten den Stein.(Matth. 27, 57-66. Marc. 15, 42—47. Luc. 23, 50—56. Joh. 19, 38—42). Mel. Jesu, meines Lebens Leben. Nun ich danke dir von Herzen, su, für gesamte Not; r die unden, für die Schmerzen, Für den herben, bittern Tod, Für dein Zittern, für dein Zagen, Für dein tausendfaches Plagen, Für dein Ach und tiese Pein Will ich ewig dank⸗ bar sein. 508 Ordnung des Hauptgottesdienstes VI. Ordnung des Hauptgottesdienstes an Sonn⸗ und Festtagen. Gemeinde: Eingangslied. Geistlicher: Im Namen des Vaters, des Sohnes und dez heiligen Geistes. Amen. (Gemeinde: Amen.) Unsere Hülfe steht im Namen des Herrn, de Himmel und Erde gemacht hat. Eingangsspruch. Gemeinde: Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geiste, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Geistlicher: Sündenbekenntnis. Gemeinde: Herr, erbarme dich unser. Christe, er⸗ barme dich unser. Herr, erbarme dich unser. oper Kyrie cleison. Christe eleison. Kyrie eleison. Geistlicher: Gnadenverkündigung. Ehre sei Gott in der Höhe— Gemeinde: Und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen. Amen. Amen. Amen. (Der Geistliche kann auch die ganze Lobpreisung verlesen und die Gemeinde dann mit dem Liedervers„Allein Gott in der Höh sei Ehr“ antworten.) Geistlicher: Der Herr sei mit euch— Gemeinde: 05 mit deinem Geiste Geistlicher: Gebet. Gemeinde: Amen. Geistlicher: Schriftlesung— Epistel Spruch. Hallelujah. In der Passionszeit und an Bußtagen fatt baldum Amen.) Hemei Geistl Hemei Geistli hemei Geistl hemei Geistli Hemei Geistli Hemei Hemei Geistl. Hemei Geistl hemei Geistl an Sonn⸗ und Festtagen. 509 Hemeinde: Hallelujah. Hallelujah. Hallelujah. In der Passtonszeit oder an Bußtagen: Amen. Amen. — oder ein Liedervers.) Geistlicher: Schriftlesung— Evangelium. Gelobt seist du, o Christus. 2 Hemeinde: Ehre sei dir, Herr. nd dez n, der ohne war und n. (Wenn die Epistel nicht verlesen wird, folgt der Spruch —2597— mit Hallelujah oder Amen auf das Evangelium.) Geistlicher: Glaubensbekenntnis.—— Hemeinde: Amen. Amen. Amen. Predigtlied. Geistlicher: Predigt. (Gemeinde: Liedervers.) Fürbitten. Danksagungen. Abkündigungen. Segenswunsch. Hemeinde: Lied. (Das große Dankgebet mit den Wechselsprüchen am Eingange und dem Lobgesange„Heilig, heilig, heilig ist der Herr Zebaoth. Alle Lande sind seiner Ehre voll—“ rann hier eingelegt werden, wenn keine Abendmahlsfeier stattfindet.) Geistlicher: Allgemeines Kirchengebet. Vaterunser. e, er hemeinde: Amen. e dich Khrie Oder: Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen. Geistlicher: Segen. Hemeinde: Amen. Amen. Amen. Mach oder vor dem Segen: Schlußvers.) Bei der Feier des heiligen Abendmahles vor ver⸗ ischen sammelter Gemeinde treten Gebet des Herrn und (men. Segen in die Abendmahlsliturgie, und es folgt verlesen auf das allgemeine Kirchengebet Gesang der Allin hemeinde: Verse eines Abendmahlsliedes. eluiah: Geistlicher: Der Herr sei mit euch— Hemeinde: Und 95 deinem Geiste. er: Geistlicher: Selig sind, die zum Abendmahle des Lammes berufen sind. Hemeinde: Amen. Amen. Geistlicher: Vermahnung.) Erhebet eure Herzen! 510 Ordnung des In e Gemeinde: Wir erheben sie zum Herr Geistlicher: Lasset uns danken dem Herrn, Sunsern Goh Gemeinde: Recht und würdig ist es. Geistlicher:„Recht ist es und wahrhaft würdig“ usw. Gemeinde: baott heilig, heilig ist der Herr 3 baoth. Alle Lande sind seiner Ehr voll. Hosianna in der Höh. Gelol gserer sei, der da kommt in dem Namen den Aug Herrn. Hosianna in der Höh. Geistlicher: Gebet des Herrn. Gemeinde: Amen. Oder: 2 Denn dein ist das Reich und die Kra 9 und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Ames Geistlicher: Einsetzungsworte. Gemeinde(und Chor): Christe, du Lamm Gotte Erstlich der du trägst die Sünde der Welt, alehret barme dich unser. Christe, du Lamsihluß Gottes, der du trägst die Sünde dieni, de Welt, erbarme dich unser. Christe, sen se Lamm Gottes, der du trägst die Sünssid und der Welt, gieb uns deinen Friedessd sind Amen. demse Geistlicher: Gebet. hen We Gemeinde(und Chor): Amen. leich ewi Geistlicher: So spricht der Herr: Kommt her zu mohn, E alle, die ihr mühselig und beladen seid. Ile drei will euch erquicken. vig, ohr germeßli er: Kommt, es ist alles bereit. Schmecket uit und sehet, wie freundlich der Herr ist. id Erha Gemeinde(und Chor): Ein Abendmahlslied,——* lange die Austeilung währt. d dur Geistlicher: Danket dem Herrn, denn er ist freundlich. 11 vei Hallelujah. lück, ni Gemeinde(und Chor): Und seine Güte wähl einem ewiglich. Hallelujah. lst best Geistlicher. Gebet. Uut in Segen. 2 rt geb Gemeinde: Amen. Amen. Amen. Derhall sfen a (Nach oder vor dem Segen: Schlußvers.) m Gol usw. rr 3 hr Geloh en de VII. Confession Ame Der erle Arlile. 1 Von Gott. Gottel Erstlich wird einträchtiglich elt, elehret und gehalten, laut Lam schluß des Concilii Ni- ide dilzeni, daß ein einig göttlich iste, Hhisen sei, welches genannt Sünssind und wahrhaftig ist Gott, riedesd sind doch drei Personen demselben einigen gött⸗ hen Wesen, gleich gewaltig, eich ewig, Gott Vater, Gott zu mohn, Gott heiliger Geist: id. Jlle drei ein göttlich Wesen, nig, ohne Stück, ohne Ende, ermeßlicher Macht, Weis⸗ acket Ait und Güte, ein Schöpfer Erhalter aller sichtbaren lied, d unsichtbaren Dinge. Und id durch das Wort Per- dlich. ua verstanden nicht ein lck, nicht eine Eigenschaft wäht einem andern, sondern das Ibst besteht; wie denn die ter in dieser Sachen dies ort gebraucht haben. Derhalben werden ver⸗ so erfen alle Ketzereien, Augsburgische Confession. 511 oder Bekenntnis erer evangelischen Väter, geschehen auf dem Reichstage iu Augsburg, am 25. Juni 1530 vor Kaiser und Reich. Artikel des Glaubens und der Lehre. diesem Artikel zuwider sind, als Manichaei, die zween Götter gesetzt haben, einen bösen und einen guten. Item Valentiniani, KAriani, Eu- nomiani, Mahometisten und alle dergleichen, auch Samo- sateni, alt und neu, so nur eine Person setzen und von diesen zweien, Wort und heiligem Geist, Sophisterei machen und sagen, daß es nicht müssen unterschiedene Personen sein, sondern Wort bedeute leiblich Wort oder Stimme, und der heilige Geist sei erschaffne Regung in Krea⸗ turen. Der zweite Artikel. Von der Erbsünde. Weiter wird bei uns ge⸗ lehret, daß nach Adams Fall alle Menschen, so natürlich geboren werden, in Sünden empfangen und geboren wer⸗ den; das ist, daß sie alle vom Mutterleibe an voller 512 Augsburgische Confession. böser Lust und Neigung sind und keine wahre Gottesfurcht, keinen wahren Glauben an Gott von Natur haben können; daß auch dieselbige ange⸗ borene Seuche und Erbsünde wahrhaftiglich Sünde sei und verdamme alle die untern ewigen Gottes Zorn, so nicht durch die Taufe und heiligen Geist wiederum neu geboren werden. Hierneben werden ver⸗ worfen die Pelagianer und andere, so die Erbsünde nicht für Sünde halten, damit sie die Natur fromm machen durch natürliche Kräfte zu Schmach dem Leiden und Verdienst Christi. Der dritte Arkihel. Von dem Sohne Gottes. Item, es wird gelehret, daß Gott der Sohn sei Mensch worden, geboren aus der reinen Jungfrau Maria, und daß die zwei Naturen, göttliche und menschliche in einer Person, also unzer⸗ trennlich vereinigt, ein Christus sind, welcher wahrer Gott und Mensch ist, wahrhaftig geboren, gelitten, gekreuziget, gestorben und begraben, daß er ein Opfer wäre nicht allein für die Erbsünde, sondern auch für alle andere Sünde und Gottes Zorn versühnet. Item, daß derselbigeChristus sei abgestiegen zur Hölle, wahrhaftig am dritten Tagl krechner zur Rechten Gottes, daß er unen 9und über 15 Krea. Von uren und regiere; daß er Solche alle, so an ihn glauben, durch hnen, den heiligen Geist heilige, igkamt reinige, stärke und tröste, üm u ihnen auch Leben und allerlei eben, d Gaben und Güter austeile Mittel und wider den Teufel und zebt, n wider die Sünde schütze und do und beschirme. denen, Item, daß derselbige Herr hören, Christus endlich wird öffent⸗ Ihret, d lich kommen, zu richten die herdien Lebendigen und die Toten, derdien laut des Symboli Aposto- haben, s. hat Rör von den Toten auferstanden, igt Rör aufgefahren genHimmel, sitzend 3 Det lorum. Und Wiederte Der vierte Artiliel. ehren, d Von der Rechtfertigung. he We Weiter wird gelehret, daß üen wir Vergebung der Sünden Lerke o erke e und Gerechtigkeit vor Gott nicht erlangen mögen durch unser Verdienst, Werk und Genugthun, sondern daß wi Vom Vergebung der Sünden be. Auch kommen und vor Gott geret Icher werden aus Gnaden u and gut Christus willen durch de und de Glauben, so wir glauben, do erken Christus für uns gelitten hal, boten und daß uns um seinetwille illen; die Sünde vergeben, Gerech erke tigkeit und ewiges Leben ge nadet schenkt wird. Denn dieen demn Glauben will Gott für Gerech⸗ sehung tigkeit vor ihm halten und Kechnen, u Tag. anden, gt 3 imd 4 i 09 6 Der fünfte Arlihel. Krea. Von dem Predigtamte. aß er Solchen Glauben zu er⸗ „durch angen, hat Gott das Pre⸗ heilige, igtamt eingesetzt, Evange⸗ tröste, um und Sakrament ge⸗ allerlei geben, dadurch er als durch usteile hittel den heiligen Geist I und ziebt, welcher den Glauben, ze und o und wann er will, in henen, so das Evangeliun e Herr sören, wirket, welches da öffent⸗(hret, daß wir durch Christus en die herdienst, nicht durch unser Toten, hadienft einen gnädigen Gott Kben, f Und werden verdammt die Uizdertäufer und andere, so khren, daß wir ohne das leib⸗ lche Wort des Evangelii den ab iligen Geist durch eigene hereitung, Gedanken und d ö inden erte erlangen. Posto- Vom neuen Gen Auch wird gelehret, daß ucher Glaube gute Früchte ud gute Werke bringen soll, ud daß man müsse gute Herke thun allerlei, so Gott al, eboten hat, um Gottes Allen; doch nicht auf solche nade vor Gott 3 berdienen. empfahen Ver⸗ und Ge⸗ di 0 denn wir ebung der Sünde so wir solches glauben. Srchnihket üunc den Glauben an Christum, wie Christus spricht: So ihr dies alles gethan habt, sollt ihr sprechen: Wir sind untüchtige We Also aen auch die Väter; denn Ambrosius spricht: Also ist beschlossen bei Gott, daß, wer an Christum glaubet, selig sei, und nicht durch Werke, sondern allein durch den Glauben, ohne Verdienst Vergebung der Sünden habe, Der siebente Arlikel. Von der Kirche. Es wird auch gelehrt, daß allezeit müsse eine heilige christliche Kirche sein und bleiben, welche ist die Ver⸗ sammlung aller Gläubigen, bei welchen das Evangelium rein gepredigt und die heiligen Sakramente laut des Evan⸗ gelii gereicht werden. Denn dieses ist genug zu wahrer Ei inigkeit derchristlichen Kirche, daß da einträchtiglich nach reinem Verstand das Evangelium gepredigt, und die Sakramente dem gött⸗ lichen Worte gemäß gereicht werden. Und ist nicht not zu wahrer Einigkeit der christlichen Kirche, daß allent⸗ halben gleichförmige Zeremo⸗ nien, von den Menschen ein⸗ gesetzt, gehalten Wedrn, wie Paulus spricht, Eph. 4: Ein Leib, Ein Geist, wie ihr be⸗ rufen seid zu einerlei Hoffnung 514 Augsburgische Confession. eures Berufs; Ein Herr, Ein Glaube, Eine Taufe. Der achte Artikel. Was die Kirche sei? Item, wiewohl die christliche Kirche eigentlich nichts anders ist, denn die Versammlung aller Gläubigen und Heiligen, jedoch, dieweil in diesem Leben viel falscher Christen und Heuchler sind, auch öffentliche Sünder unter den Frommen bleiben, so sind die Sakramente gleichwohl kräftig, obschon die Priester, dadurchsie gereicht werden, nicht fromm sind, wie denn Christus selbst anzeigt: Auf dem Stuhl Mosis sitzen die Pharisäer ꝛc. Derohalben werden die Dona⸗ tisten und alle andre verdammt, so anders halten. Der neunte Arkihel. Von der Taufe. Von der Taufe wird bei uns gelehret, daß sie nötig sei, und daß dadurch Gnade angeboten werde: daß man auch die Kinder taufen soll, welche durch solche Taufe Gott überantwortet und gefällig werden. Derhalben werden die Wie⸗ dertäufer verworfen, welche lehren, daß die Kindertaufe nicht recht sei. Der zehnte Artikel. Vom heiligen Abendmahl. Vom heiligen Abendmahl des Herrn wird also gelehret, daß wahrer Leib und Blu Christi wahrhaftiglich unter der Gestalt des Brots und Weins im Abendmahl gegen⸗ wärtig sei und da ausge⸗ teilet und genommen wird Derhalben wird auch die Gegen⸗ lehre verworfen. Der elfte Artikel. Von der Beichte. Von der Beichte wird alse gelehret, daß man in der Kirche Privatam Absolu- tionem(Privat⸗Beichte) er⸗ halten und nicht fallen lassen soll. Wiewohl in der Beichti nicht not ist, alle Missethal und Sünden zu erzählen, die⸗ weil doch solches nicht mög⸗ lich ist, Ps. 19: Wer kennes die Missethatꝰ Der zwälfte Artikel. Von der Buße. Von der Buße wird ge⸗ lehret, daß diejenigen, so nach der Taufe gesündigt haben, zu aller Zeit, so sie zur Buße kom⸗ men mögen, Vergebung der Sünden erlangen und ihnen die Absolution von der Kirche nicht soll verweigert werden Und ist wahre, rechte Buß eigentlich Reue und Leid oder Schrecken haben über die Sünde und doch daneben glauben an das Evangelium und Absolution, daß die ment darut bei n kenne Zeich lichen Glau und Blu unter 3 und gegen⸗ ausge⸗ wird Gegen⸗ rd alfe in der bsolu- te) er⸗ lassen Beicht. issethal n, die⸗ mög⸗ kennen Sünde vergeben und durch Christum Gnade erworben sei, welcher Glaube wiederum das f Herz tröstet und zufrieden machet. Danach soll auch Besserung folgen, und daß man von Sünden lasse; denn dies sollen die Früchte der Buße sein; wie Johannes spricht Matth. 3: Wirket rechtschaffene Früchte der Buße. Hier werden die verworfen, so lehren, daß diejenigen, so einst sind fromm worden, nicht B wieder fallen mögen. Dagegen werden auch ver⸗ dammt die Novatiani, welche die Absolution denen, so nach der Taufe gesündigt hatten, weigerten. Auch werden die verworfen, so nicht lehren, das man durch Glauben Vergebung der Sün⸗ den erlange, sondern durch Ge⸗ nugthun. Der dreizehnte Artikel. Vom Gebrauch der Sakramente. Vom Brauch der Sakramente wird gelehret, daß die Sakra⸗ mente eingesetzt sind, nicht allein darum, daß sie Zeichen seien, da⸗ bei man äußerlich die Christen kennen möge, sondern daß es Zeichen und Zeugnisse sind gött⸗ lichen Willens gegen uns, unsern Glauben dadurch zu erwecken und zu stärken; derhalben sie Augsburgische Confession. 515 auch Glauben fordern und dann recht gebraucht werden, o man es im Glauben em⸗ pfähet und den Glauben da⸗ durch stärket. Der vierzehnte Artikel. Vom Kirchenregiment. Vom Kirchenregiment wird gelehret, daß niemand in der Kirche öffentlich lehren, oder predigen, oder Sakrament rei⸗ chen soll ohne ordentlichen eruf. Der fünfzehnte Artikel. Von Kirchenordnungen. Von Kirchenordnungen, von Menschen gemacht, lehret man diejenigen halten, so ohne Sün⸗ de mögen gehalten werden und zu Frieden, zu guter Ordnung in der Kirche dienen, als gewisse Feiern, Feste und dergleichen. Doch geschieht Unterricht dabei, daß man die Gewissen nicht dabei beschweren soll, als sei solch Ding nötig zur Selig⸗ keit. Darüber wird gelehrt, daß alle Satzungen und Tradi⸗ tionen, von Menschen dazu gemacht, daß man dadurch Gott versöhne und Gnade ver⸗ diene, dem Evangelio und der Lehre vom Glauben an Christum entgegen sein. Der⸗ halben sind Klostergelübde und andere Traditionen von Unter⸗ 33* RS——— 516 schied der Speisen, Tage ꝛe., dadurch man vermeinet, Gnade zu verdienen und für Sünde genugzuthun, untüchtig und wider das Evangelium. Der sechehnte Artihel. Von Polizei und weltlichem Regiment. Von Polizei und weltlichem Regiment wird gelehret, daß alle Obrigkeit in der Welt und geordnete Regiment und Ge⸗ setze gute Ordnung von Gott geschaffen und eingesetzt sind, und daß Christen mögen in Obrigkeit⸗, Fürsten⸗ und Rich⸗ teramt ohne Sünde sein, nach kaiserlichen und anderen übli⸗ chen Rechten Urteil und Recht sprechen, Übelthäter mit dem Schwert strafen, rechte Kriege führen, streiten, kaufen und ver⸗ kaufen, aufgelegte Eide thun, Eigenes haben, ehelich sein ꝛc. Hier werden verdammet die Wiedertäufer, so lehren, daß der obangezeigten keines christ⸗ lich sei. Auch werden diejenigen ver⸗ dammet, so lehren, daß christ⸗ liche Vollkommenheit sei, Haus und Hof, Weib und Kind leib⸗ lich verlassen und sich der vor⸗ berührten Stücke äußern; so doch dies allein rechte Vollkom⸗ menheitist: rechteFurcht Gottes und rechter Glaube an Gott. Denn das Evangelium lehret Augsburgische Confession. nicht ein äußerlich zeitlich, son⸗ dern innerlich ewig Wesen und Gerechtigkeit des Herzens, und stoßt nicht um weltlich Regi⸗ ment, Polizei und Ehestand, sondern will, daß man solches alles halte als Gottes Ordnung, und in solchen Ständen christliche Liebe und rechte gute Werke, ein jeder nach seinem Beruf, beweise. Derohalben sind die Christen schuldig, der Obrigkeit unter⸗ than und ihren Geboten gehor⸗ sam zu sein in allem, so ohne Sünde geschehen mag. Denn so der Obrigkeit Gebot ohne Sünde nicht geschehen mag, soll man Gott mehr gehorsam sein, denn den Menschen Apost. 5. Der siebenzehnte Arkihel. Von Christi Wiederkunft zum Gerichte. Auch wird gelehret, daß un⸗ ser Herr Jesus Christus am jüngsten Tage kommen wird, zu richten, und alle Toten auf⸗ erwecken, den Gläubigen und Auserwählten ewiges Leben und ewige Freude geben, die gottlosen Menschen aber und die Teufel in die Hölle und ewige Strafe verdammen. Derhalben werden die Wie⸗ dertäufer verworfen, so lehren, daß die Teufel und verdammte Menschen nicht ewige Pein und Qual haben werden. wahrhaftig V gelel etlich Will zu le den begr. Hülf ligen Men fürch ürd die dem! solche ligen Wort Paul natür nichts Un möge leit g die kle freien hierbe 3. Bi bekent schen zum 5 un⸗ am wird, wauf⸗ und Zeben , die und und n. Wie⸗ hren, mmte n und Item, hier werden verworfen etliche jüdische Lehren, die sich jetzt regen, daß vor der Auf⸗ stehung der Toten eitel Heilige, Fromme ein weltlich Reich haben und alle Gottlosen ver⸗ tilgen werden. Der achtzehnte Artikel. Vom freien Willen. Vom freien Willen wird gelehret, daß der Mensch etlichermaßen einen freien Willen hat, äußerlich ehrbar zu leben und zu wählen unter den Dingen, so die Vernunft begreist. Aber ohne Gnade, Hülfe und Wirkung des hei⸗ ligen Geistes vermag der Mensch nicht, Gott gefällig zu werden, Gott herzlich zu fürchten, oder zu glauben, oder die angeborene böse Lust aus dem Herzen zu werfen, sondern solches geschieht durch den hei⸗ ligen Geist, welcher durchGottes Wort gegeben wird, denn Paulus spricht 1. Cor. 2: Der natürliche Meusch vernimmt nichts vom Geiste Gottes. Und damit man erkennen möge, daß hierin keine Neuig⸗ keit gelehret werde, so sind das die klaren Worte Augustini vom freien Willen, wie jetzund hierbei geschrieben aus dem 3. Buch Hypognosticon: Wir bekennen, daß in allen Men⸗ schen ein freier Wille ist, denn Augsburgische Confession. sie haben ja alle natürlichen. angeborenen Verstand und Ver⸗ nunft; nicht daß sie etwas vermögen, mit Gott zu han⸗ deln, als Gott von Herzen zu lieben, zu fürchten, sondern allein in äußerlichen Werken dieses Lebens haben sie Freiheit, Gutes oder Böses zu wählen. Gut mein ich, daß die Natur vermag, als auf dem Acker zu arbeiten oder nicht, zu essen, zu trinken, zu einem Freunde zu gehen oder nicht, ein Kleid an⸗oder auszuthun, zu bauen, ein Weib zu nehmen, ein Handwerk zu treiben und der⸗ gleichen etwas Nützliches und Gutes zu tun, welches alles doch ohne Gott nicht ist, noch besteht, sondern alles aus ihm und durch ihn ist. Dagegen kann der Mensch auch Böses aus eigener Wahl vornehmen, als vor einem Abgott nieder⸗ zuknieen, einen Totschlag zu thun ꝛc. Der neunzehnte Arlikel. Von der Ursach der Sünden. Von Ursach der Sünden wird bei uns gelehret, daß, wiewohl Gott der Allmächtige die ganze Natur geschaffen hat und erhält, so wirket doch der verkehrte Wille die Sünde in allen Bösen und Verächtern Gottes, wie denn des Teufels Wille ist und aller Gottlosen, welcher alsbald, so Gott die Hand abgethan, sich von Gott zum Argen gewandt hat, wie Christus spricht Joh. 8. Der Teufel redet Lügen aus seinem Eigenen. Der zwanzigste Artihel. Vom Glauben und guten Werken. Den Unsern wird mit Un⸗ wahrheit aufgelegt, daß sie gute Werke verbieten; denn ihre Schriften von den zehn Geboten und andere beweisen, daß sie von rechten christlichen Ständen und Werken guten, nützlichen Bericht und Ver⸗ mahnung getan haben, davon man vor dieser Zeit wenig gelehret hat, sondern aller⸗ meist in allen Predigten auf kindische, unnötige Werke, als Rosenkränze, Heiligen⸗ dienst, Mönchwerden, Wall⸗ fahrten, gesetzte Fasten, Feier, Brüderschaften ꝛc. getrieben. Solche unnötige Werke rühmet auch unser Widerpart nun Augsburgische Confession. welche Rede mehr Trostes bringen möge, denn so man allein lehret, auf Werke zu vertrauen. Dieweil nun die Lehre vom Glauben, die das Hauptstück ist in christlichem Wesen, so lange Zeit, wie man be⸗ kennen muß, nicht getrieben worden, sondern allein Werk⸗ lehre an allen Orten ge⸗ predigt ist, so ist davon durch die Unsern solcher Unterricht geschehen: Werke nicht mögen mit Gott versöhnen und Gnade erwerhen, sondern solches geschieht allein durch den Glauben, so man glaubet, daß uns um Christus willen die Sünden vergeben Mittler ist, den Vater zu ver⸗ söhnen. Wer nun meinet, solches durch Werke auszu⸗ richten und Gnade zu ver⸗ dienen, der verachtet Christum und suchet einen eigenen Weg zu Gott wider das Evangelium nicht mehr so hoch, als vor Zeiten; dazu haben sie auch gelernet, nun vom Glauben zu reden, davon sie doch in Vorzeiten gar nichts gepredigt haben, lehren dennoch nun, daß wir allein nicht nur aus Werken gerecht werden vor Gott, sondern setzen den Glauben an Christum dazu, sprechen: Glauben und Werke machen uns gerecht vor Gott, Diese Lehre vom Glauben ist öffentlich und klar im Paulo an vielen Orten gehandelt, sonderlich zu den Ephesern am 2.: Aus Gnaden seid ihr selig worden durch den Glau⸗ ben, und dasselbige nicht aus euch, sondern es ist Gottes Gabe, nicht aus den Werken, Und daß hierin kein neuer Erstlich, daß uns unsere werden, welcher allein der damit sich niemand rühme. r. ostes man zu vom tstück „ so be⸗ ieben Verk⸗ ge⸗ durch rricht insere Gott erben, allein man ristus geben der u ver⸗ zeinet, muszu⸗ ver⸗ ristum igenen das auben Paulo andelt, hesern ꝛeid ihr Glau⸗ cht aus Gottes Verken, hme ꝛc. neuer Augsburgische Confession. Verstand eingeführet sei, kann man aus Augustino beweisen, der diese Sache fleißig handelt k und auch also lehret, daß wir durch den Glauben an Chri⸗ stum Gnade erlangen und vor Gott gerecht werden, und nicht durch Werke, wie sein ganzes Buch de Spiritu et Litera ausweiset. Wiewohl nun diese Lehre bei unver⸗ suchten Leuten sehr verachtet wird, so findet sich doch, daß sie den blöden und erschrockenen Gewissen sehr tröstlich und heilsam ist; denn das Ge⸗ wissen kann nicht zu Ruhe und Frieden kommen durch Werke, sondern allein durch Glauben, so es bei sich gewiß⸗ lich schließt, daß es um Chri⸗ stus willen einen gnädigen Gott habe, wie auch Paulus spricht Röm. 5: So wir durch den Glauben sind gerecht worden, so haben wir Frieden mit Gott. Diesen Trost hat man vor Zeiten nicht getrieben in Pre⸗ digten, sondern die armen Ge⸗ wüsen auf eigene Werke ge⸗ trieben, und sind mancherlei Werke vorgenommen; denn etliche hatte das Gewissen in die Klöster gejagt, der Hoff⸗ nung, daselbst Gnade zu er⸗ werben durch Klosterleben; etliche haben andere Werke erdacht, damit Gnabe zu ver⸗ dienen und für die Sünde genug zu thun. Derselbigen 519 viel haben erfahren, daß man dadurch nicht ist zu Frieden ommen. Darum ist not ge⸗ wesen, diese Lehre vom Glau⸗ ben an Christum zu predigen und fleißig zu treiben, daß man wisse, daß man allein durch den Glauben, ohne Verdienst, Gottes Gnade er⸗ greifet. Es geschieht auch Unter⸗ richt, daß man hier nicht von solchem Glauben redet, den auch die Teufel und Gott⸗ losen haben, die auch die Historien glauben, daß Chri⸗ stus gelitten habe und auf⸗ erstanden sei von den Toten; sondern man redet vom wahren Glauben, der da glaubet, daß wir durch Christum Gnade und Vergebung der Sünden erlangen, und der nun weiß, daß er einen gnädigen Gott durch Christum hat, kennet also Gott, rufet ihn an und ist nicht ohne Gott, wie die Heiden. Denn der Teufel und Gottlose glauben diesen Ar⸗ tikel, Vergebung der Sünde, nicht; darum sind sie Gott feind, können ihn nicht an⸗ rufen, nicht Gutes von ihm hoffen. Und also, wie jetzt angezeigt ist, redet die Schrift vom Glauben und heißet Glau⸗ ben nicht ein solches Wissen, das Teufel und gottlose Men⸗ schen haben, denn also wird vom Glauben gelehret zu He⸗ bräern am 11.: Das Glauben 52⁰ sei nicht allein, die Historien wissen, sondern Zuversicht ha⸗ ben zu Gott, seine Zusage zu empfangen. Und Augustinus erinnert uns auch, daß wir das Wort(Glauben) in der Schrift verstehen sollen, daß es heißt Zuversicht zu Gott, daß er uns gnädig sei, und heiße nicht allein, solche Historien zu wissen, wie auch die Teufel wissen. Ferner wird gelehret, daß gute Werke sollen und müssen geschehen, nicht, daß man dar⸗ auf vertraue, Gnade damit zu verdienen, sondern um Gottes willen und Gott zu Lob. Der Glaube ergreift allezeit allein Gnade und Vergebung der Sünde. Und dieweil durch den Glauben der heilige Geist gegeben wird, so wird auch das Herz geschickt, gute Werke zu thun. Denn zuvor, die⸗ weil es ohne den heiligen Geist ist, so ist es zu schwach; dazu ist es in Teufels Ge⸗ walt, der die arme mensch⸗ liche Natur zu vielen Sün⸗ den treibet. Wie wir sehen in den Philosophen, welche sich unterstanden, ehrlich und un⸗ sträflich zu leben, haben aber dennoch solches nicht ausgerich⸗ tet, sondern sind in viel große öffentliche Sünden gefallen. Al⸗ so gehet es mit dem Menschen, so er außer dem rechten Glau⸗ ben ohne den heiligen Geist ist Augsburgische Confession. menschlicheKräfte regieret. Der⸗ halben ist die Lehre vom Glau⸗ gute Werke verbiete, sondern vielmehr zu rühmen, daß sie lehre, gute Werke zu thun, und Hülfe anbiete, wie man zu guten Werken kommen möge. Denn außer dem Glauben und außerhalb Christo ist mensch⸗ liche Natur und Vermögen viel zu schwach, gute Werke zu thun, Gott anzurufen, Geduld zu haben im Leiden, den Nächsten zu lieben, befohlene Aemter fleißig auszurichten, gehorsam zu sein, böse Lust zu meiden. Solch hohe und rechte Werke Hülfe Christi, wie er selbst spricht Joh. 15: Ohne mich könnet ihr nichts thun ꝛe. Der einundzwanzigste Artikel. Von dem Dienst der Heiligen. Vomgheiligendienst wird von den Unseren also gelehret, daß man der Heiligen gedenken soll, auf daß wir unsern Glauben stärken, so wir sehen, wie ihnen Gnade widerfahren, auch wie ihnen durch Glauben geholfen ist; dazu, daß man Exempel nehme von ihren guten Werken, ein jeder nach seinem Beruf, gleichwie die Kaiserl. Majestät seliglich und göttlich dem Exempel Davids folgen mag, Kriege wider den Türken zu und sich allein durch eigene führen; denn beide sind sie ben nicht zu schelten, daß sie mögen nicht geschehen ohne die Schutz und Schirm ihrer Unterthanen fordert. Durch Schrift aber mag man nicht beweisen, daß man die Hei⸗ ligen anrufen oder Hilfe bei ihnen suchen soll. Denn es ist allein ein einiger Versöhner und Mittler gesetzt zwischen Gott und den Menschen, Jesus Christus, 1. Tim. 2, welcher ist der einige Heiland, der einige oberste Priester, Gnadenstuhl und Fürsprecher dor Gott, Röm. 8. Und der hat allein zugesagt, daß er unser Gebet erhören wolle. Das ist auch der höchste Gottesdienst nach der Schrift, daß man denselbigen Jesum Christum in allen Nöten und Anliegen von Herzen suche und anrufe, 1. Joh. 2, 1: So jemand sündiget, haben wir einen Fürsprecher bei Gott, der gerecht ist, Jesum. Dies ist fast die Summa der Lehre, welche in unsern Kirchen zu rechtem christlichen Unter⸗ richt ud Trost der Gewissen, auch zur Besser ung der Gläu⸗ bigen gepredigt und gelehret ist, wie wir denn unsre eigene Seele und Gewissen ja nicht gern—.— vor Gott mit Mißbrauch des göttlichen Na⸗ mens oder Wortes in die höchste und größte Gefahr setzen, oder auf unsere Kin⸗ der und Nachkommen eine Augsburgische Confession. im königlichem Amte, welches 521 andere Lehre, denn so dem reinen, göttlichen Wort und christlicher Wahrheit gemäß, fällen oder erben. So denn dieselbe in heiliger Schrift klar gegründet, und dazu auch ge⸗ meiner christlicher, ja auch römi⸗ scher Kirchen, so viel aus der Väter Schrift zu vermerken, nicht zuwider noch entgegen ist, so achten wir auch, unsre Widersacher können in oben⸗ angezeigten Artikeln nicht un⸗ einig mit uns sein. Derhalben handeln diejenigen ganz un⸗ freundlich, geschwind und wider alle christliche Einigkeit und Liebe, so die Unsern der⸗ halben als Ketzer abzusondern, zu verwerfen und zu meiden ihnen selbst ohne einigen be⸗ ständigen Grund göttlicher Gebote oder Schrift vorneh⸗ men. Denn die Irrung und Zank ist vornehmlich über etliche Traditionen und Miß⸗ bräuche. So denn an den Hauptartikeln kein befindlicher Ungrund oder Mangel, und dies unser Bekenntnis gött⸗ lich und christlich ist, sollten sich billig die Bischöfe, wann schon bei uns der Tradition halben ein Mangel wäre, gelinder erzeigen, wiewohl wir verhoffen, beständigen Grund und Ursache darzu⸗ thun, warum bei uns etliche Traditionen und Mißbräuche geündert sind. 52² Augsburgische Confession. Artikel, von welchen Zwiespalt ist, da erzählt werden die Mißbräuche, so geändert sind. Der zweiundzwanzigste Artikel. Von beider Gestalt des Sakraments. Der dreinndzwanzigste Artikel. Vom Ehestand der Priester. Der vierundzwanzigste Artikel. Von der Messe. Der fünfundzwanzigste Artihel. Von der Beichte. Der sechaundzwanzigste Artikel. Vom Unterschied der Speisen. Der siebenundzwanzigste Arkikel. Von Klostergelübden. Der achtundzwanzigste Artikel. Von der Bischöfe Gewalt. Beschlußf der Confession. Die obengemeldeten Artikel haben wir, dem Ausschreiben nach, übergeben wollen zu einer Anzeigung unseres Be⸗ kenntnisses und der Unsern Lehre. Und ob jemand be⸗ funden würde, der daran Mangel hätte, dem ist man ferner Bericht, mit Grund göttlicher Schrift, zu thun erbötig. Ew. Kaiserl. Majestät Unterthänigste Johann 2* Herzog zu Sachsen, Kurfür Georg, Duugeaf zu Brandenburg. Ernst, Herzog zu Lüneburg. Philipp, Landgraf zu Hessen. Wolfgang, Fürst zu Anhalt. Die Stadt Nürnberg. Die Stadt Reutlingen . „ rtikel eiben 0 Be⸗ nsern be⸗ aran man rund thun jestät ichsen, iburg. n. t. VIII. Geistliche Volkslieder. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. 2 er Mond ist aufge⸗ gangen, Die goldnen Sternlein prangen Am Him⸗ mel hell und klar, Der Wald steht schwarz und schweiget, Und aus den Wiesen steiget Der weiße Nebel wunderbar. 2. Wie ist die Welt so stille Und in der Dämmerung Hülle So traulich und so hold, Als eine stille Kammer, Wo ihr des Tages Jammer Ver⸗ schlafen und vergessen sollt. 3. Seht ihr den Mond dort stehen? Er ist nur halb zu sehen Und ist doch rund und schön! So sind wohl manche Sachen, Die wir getrost ver⸗ lachen, Weil unsre Augen sie nicht sehn. 4. Wir stolze Menschen⸗ kinder Sind eitel arme Sünder Und wissen gar nicht viel. Wir spinnen Luftgespinste Und suchen viele Künste Und kom⸗ men weiter von dem Ziel. 5. Gott, laß uns dein Heil schauen, Auf nichts Vergäng⸗ lichs trauen, Nicht Eitelkeit uns freun. Laß uns einfältig werden Und vor dir hier auf Erden Wie Kinder fromm und fröhlich sein. 6. Wollst endlich sonder Tod: Und wenn du uns ge⸗ nommen, Laß uns in Himmel kommen, Du unser Herr und unser Gott. 7. So legt euch denn, ihr Brüder, In Gottes Namen nieder; Kalt ist der Abend⸗ hauch. Verschon uns, Gott, mit Strafen Und laß uns ruhig schlafen Und unsern kranken Nachbar auch. Matthias Claudius, 1740—1815. Eigene Melodie. ie Sach ist dein, Herr 2. D Jesu Christ, Die Sach, an der wir stehn. Und weil es deine Sache ist, Kann sie nicht untergehn. Allein, das Weizenkorn, bevor Es fruchtbar sproßt zum Licht empor, Muß sterben in der Erde Schoß Vorher vom eignen Wesen los, Im Sterben los, Vom eignen Wesen los. 2. Du gingst, o Jesu, unser Haupt, Durch Leiden himmelan Und führest jeden, der da glaubt, Mit dir die gleiche Bahn. Wohlan, so führ uns allzugleich Zum Teil am Leiden und am Reich; Führ uns durch deines Todes Thor Samt deiner Sach zum Licht empor! Zum Licht empor, Durch deines Todes Thor. S. Preiswerk, 1799—1871. 5²⁴ Geistliche Volkslieder. Eigene Melodie. in Gärtner geht im 2—— E Garten, Wo tausend Blumen blühn, Und alle treu zu warten„ Ist einzig sein Bemühn. 2. Der gönnt er sanften Regen Und jener Sonnen⸗ schein: Das nenn' ich treues Pflegen,. Da müssen sie gedeihn! 3. In liebenden Gedanken Sieht man sie fröhlich blühn; Sie möchten mit den Ranken 1 Den Gärtner gern umziehn. 4. Und wann ihr Tag ge⸗ kommen, Legt er sie an sein Herz, Und zu den Sel'gen, Frommen 5 Trägt er sie himmelwärts. 7 5. Zu seinem Paradiese, Zu seiner schönern Welt, Die nimmermehr, wie diese In Staub und Asche fällt. 6. Hier muß das Herz ver⸗ glühen, Das Weizenkorn ver⸗ dirbt; Dort oben gilt ein Blühen, in Das nimmermehr erstirbt. 7. Du Gärtner, treu und milde, O laß uns fromm und fein Zum himmlischen Gefilde, Zum ewgen Lenz gedeihn!: Max v. Schenkendorf, 1783—1817. Eigene Melodie. 4 Eꝰ ist bestimmt in Gottes Rat, Daß man vom Liebsten, was man hat, 3 Muß scheiden,;: Wie⸗ wohl doch nichts im Lauf der Welt Dem Herzen, ach! so sauer fällt, Als scheiden, als scheiden, ja scheiden. 2. So dir geschenkt ein Knösplein was, So thu es in ein Wasserglas,: Doch wisse:;: Blüht morgen dir ein Röslein auf, Es welkt wohl schon die Nacht darauf. Das wisse, das wisse, ja wisse! 3. ½ Nun mußt du mich auch recht verstehn,: Wenn Menschen auseinandergehn, So sagen sie auf Wiedersehn! Auf Wiedersehn, auf Wieder⸗ sehn, auf Wiedersehn! E. von Feuchtersleben. 1806—1849. Eigene Melodie. * s ist ein Ros' ent⸗ 0. E sprungen Aus einer Wurzel zart; Als uns die Alten sungen, Von Jesse war die Art; Und hat ein Blümlein bracht Mitten im kalten Winter, Wohl zu der halben Nacht. 2. Das Blümlein, das ich meine, Davon Jesaias sagt, Hat uns gebracht alleine Marie, die reine Magd: Aus Gottes ew'gem Rat Hat sie ein Kind geboren Wohl zu der halben Nacht. 3. Den Hirten bei den Schafen Erschien ein Engel klar: Ihr sollt jetzund nicht schlafen; Das sag ich euch fürwahr Von einem Kindelein, Jetzund wird es geboren Von einer Jungfrau rein. 4. Die Hirten zu der Stunden Hoben sich auf die Fahrt, Das Kindlein bald sie funden Mit seiner Mutter zart. Die Enge sangen schön, Sie lobten Gott vomHimmel In seinem höchsten Thron. ö 5. So singen wir all Amen, Das heißt: nun werd' es wahr, Das wir begehr'n zusammen: O Jesu, hilf uns dar In deines Vaters Reich, Da wollen wir dich loben, O Gott, uns das verleih. Aus dem 16. Jahrhundert. Eigene Melodie oder: Valet will ich dir geben. 6. s kennt der Herr die Seinen Und hat sie stets gekannt, Die Großen und die Kleinen In jedem Volk und Land; Er läßt sie nicht verderben, Er führt sie aus und ein, Im Leben und im Sterben Sind sie und bleiben sein. 2. Er kennet seine Scharen Am Glauben, der nicht schaut Und doch dem Unsichtbaren, Als säh' er ihn, vertraut, Der aus dem Wort gezeuget Und durch das Wort sich nährt Und vor dem Wort sich beuget Und mit dem Wort sich wehrt. 3. Er kennt sie als die Seinen An ihrer Hoffnung Mut, Die fröhlich auf dem Einen, Daß er der Herr ist, ruht. In seiner Wahrheit Glanze Sich sonnet frei und kühn, Die wunderbare Pflanze, die immerdar ist grün. Geistliche Volkslieder. 525 4. Er kennt sie an der Liebe, Die seiner Liebe Frucht, Und die aus lauterm Triebe Ihm zu gefallen sucht; Die andern so begegnet, Wie er das Herz bewegt, Die segnet, wie er segnet, Und trägt, wie er sie trägt. 5. So kennt der Herr die Seinen, Wie er sie stets ge⸗ kannt, Die Großen und die Kleinen In jedem Volk und Land, Am Werk der Gnaden⸗ triebe Durch seines Geistes Stärk'; An Glauben, Hoffnung, Liebe Als seiner Gnade Werk. 6. So hilf uns, Herr, zum Glauben Und halt uns fest dabei; Laß nichts die Hoffnung rauben, Die Liebe herzlich sei! Und wird der Tag erscheinen, Da dich die Welt wird sehn, So laß uns als die Deinen Zu deiner Rechten stehn. Philipp Spitta, 1801—1859. Eigene Melodie. 7 Tort, fort, mein Herz, ·. V zum Himmel, Fort, fort, zum Himmel zu! In diesem Weltgetümmel Ist für dich keine Ruh: Wo Gottes Lämmlein weidet, Ist eine Stätt bereitet; Da, da ist deine Ruh, Fort, fort, zumHimmelzu. 2. Fühlst du dich noch ge⸗ bunden, Entreiß dich nur be⸗ herzt. Das Lamm hat über⸗ wunden, Was deine Seele schmerzt. Wie schwingt es seine Fahne Dort auf dem 526 Geistliche Volkslieder. Siegesplane! Da blühet deine Ruh: Fort, fort, zum Him⸗sch mel zu! 3. Es eilet mit Erbarmen Der Vater selbst zu dir, Will ewig dich umarmen, Setzt dich zu Pracht und Zier, Schenkt dir die reine Seide, Gerechtig⸗ keit zum Kleide; Das bringet stolze Ruh: Fort, fort, zum Himmel zu! 4. O Lamm, auf Zions Hügel, Wie herrlich siehst du aus! O hätt ich Adlers Flügel, Ich flög noch heut nach Haus, Wo mit Triumph und Prangen, Die Deinen dich umfangen In ewig süßer Ruh: Fort, fort, zum Himmel zu! 5. Jedoch soll mein Ver⸗ langen In deinem Willen ruhn, Mein Herz soll an dir hangen, Und was du sagest, thun: Ich will hier wartend stehen, Bis mich dein Mund deine gehen: Fort, fort, zu einer Ruh, Fort, fort, zum Himmel zu! Missionsharfe. Eigene Melodie. 8 Gne Abendsonne, — Wie bist du so schön! Nie kann ohne Wonne Deinen Glanz ich sehn. 2. Abendglocken singen Von der Türme Dach Mit ge⸗ waltgen Schwingen Dir den Abschied nach. 3. Und die Hände heben zum Gebet sich all'; Die Ge⸗ bete chweben Auf zum Glocken⸗ a 4. Seht, sie ist geschieden, Läßt uns in der Nacht; Doch wir sind in Frieden; Der im Himmel wacht. 5. Du, o Gott der Wunder, Der im Himmel wohnt, Gehest nicht so unter, Wie die Sonn, der Mond. 6. Wolltest du uns senden, Herr, dein ewig Licht, Daß zu dir wir wenden Unser Angesicht! Chr. G. v. Barth, 1799—1868. Eigene Melodie. 9 Grußer Gott, wir loben „ dich; Herr, wir preisen deine Stärke. Vor dir neigt die Erde sich Und bewundert deine Werke. Wie du warst vor aller Zeit, So bleibst du in Ewigkeit. 2. Alles, was dich preisen kann, Cherubim und Seraphi⸗ nen, Stimmen dir ein Loblied an; Alle Engel, die dir dienen, Rufen dir in sel'ger Ruh' Heilig, heilig, heilig! zu. 3. Heilig, Herr Gott Ze⸗ baoth! Heilig, Herr der Krie⸗ gesheere! Starker Helfer in der Not! Himmel, Erde, Luft und Meere Sind erfüllt von deiem Ruhm, Alles ist dein Eigentum 4. Sieh dein Volk in Gnaden an! Hilf uns! Segne, Herr, dein Erbe! Leit uns auf der rechten Bahn, Daß der Feind uns nicht verderbe! Hilf, daß Geistliche Volkslieder. 52⁷ wir durch Buß' und Flehn Dich im Himmel mögen sehn! 5. Alle Tage wollen wir Dich und deinen Namen preisen Und zu allen Zeiten dir Ehre, Lob und Dank erweisen. Gieb, daß wir von Sünden heut' Und von Unfall sei'n befreit! 6. Herr, erbarm, erbarme dich! Über uns, Herr, sei dein Segen! Leit und schütz uns väterlich! Bleib bei uns auf allen Wegen! Auf dich hoffen wir allein; Laß uns nicht verloren sein! Nach Ambrostus. Eigene Melodie. 10 L n Dieser Tag ist nun voll⸗ bracht; Gottes Güte, Gottes Gnade War das Licht auf unsrem Pfade, Er hat alles wohlgemacht::, Gute Nachtl:/ 2. ½ Gute Nacht!l:: Denn der treue Hirte wacht, Der das Schäflein mit Erbarmen Rettend trug in seinen Armen, Schützet es mit seiner Macht: 2 Gute Nachtl /: 3.:: Gute Nacht! ½ Bis der Morgenstern erwacht; Neue Kraft und neues Leben Wird der gute Hirte geben, Wenn der neue Tag uns lacht: , Gute Nacht!: 4.): Gute Nacht! ½ Wenn das Tagwerk einst vollbracht Und er zu des Himmels Thü⸗ ren Will das müde Schäflein führen, Feierabend wird ge⸗ macht:„ Gute Nacht! ½ Große Missionsharfe. Eigene Melodie. 11 H E meine Seele, 2 Harre des Herrn; Alles ihm befehle, Hilft er doch so gern! Sei unverzagt, Bald der Morgen tagt, Und ein neuer Frühling Folgt dem Winter nach. In allen Stürmen, In aller Not Wird er dich beschirmen, Der treue Gott. 2. Harre, meine Seele, Harre des Herrn; Alles ihm befehle, Hilft er doch so gern! Wenn alles bricht, Gott verläßt uns nicht. Größer als der Helfer Ist die Not ja nicht. Ewige Treue, Retter in Not, Rett' auch unsre Seele, Du treuer Gott! Friedrich Räder, 1815—1872. Eigene Melodie. 12 H Fuhnih mmhe⸗ Fröhlich triumphie⸗ rend, O kommet, o kommet nach Bethlehem! Sehet das Kindlein, uns zum Heil ge⸗ boren.:5 O lasset uns an⸗ beten 1 den König. 2. O König der Ehren, Herrscher der Heerscharen, Ver⸗ schmähst nicht, zu ruhn in Mariens Schoß, Du wahrer Gott von Ewigkeit geboren! : O lasset uns anbeten den König. 528 3. Kommt, singet dem Herren, O ihr Engelchöre; Frohlocket, frohlocket, ihr Seligen! Ehre sei Gott im Himmel und auf Erden! O lasset uns an⸗ beten 1 den König. 4. Dir, der du heute bist für uns geboren, O Jesu, sei Ehre und Preis und Ruhm! Dir, fleischgewordnes Wort des ewgen Vaters!:1 O lasset uns anbeten den König. Alter Kirchengesang. Eigene Melodie. 13. H Hohes, heil'ges Mar⸗ * terbild, Sei in aller Not mein Schild! Wenn die Sünde mich verklagt, Wenn mir Leib und Seel' verzagt: Sei in aller Not mein Schild, Hohes, heil'ges Marterbild. 2. Eigne Werke retten nicht, Wenn du kommst und hältst Gericht; Ob der Eifer brennend ist, Aus dem Aug' die Thräne fließt, Alles das tilgt nicht die Schuld, Herr, es hilft nur deine Huld. 3. Hohes, heil'ges Marter⸗ bild, Sei in aller Not mein Schild! Wenn mich Trübsal hier anficht, Wenn der letzte Schweiß ausbricht: Sei in aller Not mein Schild, Hohes, heil'ges Marterbild. Missionsharfe. Mel.: Ich will's wagen. 14. Osch will streben Nach dem Leben, Wo ich seelig bin, Ich will Geistliche Volkslieder. ringen, Einzudringen, Biz daß ich's gewinn. Hält man mich, so lauf ich fort, Bin ich matt, so ruft das Wort: Fortgerungen, Durchgedrun⸗ gen, Bis zum Kleinod hin! Als berufen Zu den Saufen Vor des Lammes Thron, 03 ich eilen; Das Verweilen Bringt oft bösen Lohn. Wer auch läuft und läuft zu schlecht, Der versäumt sein Kronenrecht, Was da⸗ hinten, Das 125 schwinden: Ich will nichts davon. „Jesu, 2 richte L Mein Gesichte Nur auf jenes Ziel; Lenk die Schritte, Stärk p die Tritte, Wenn ich Schwachheit fühl: Lockt die Welt, so sprich mir zu, Schmähtf sie mich, so tröste du. Deine Gnade 7 Führ gerade Mich aus ihrem Spiel 4. Du mußt ziehen, Mein Bemühen Ist zun zangelhaft; Wo ihr's fehle, Spürt die Seele, Aber du hast Kraft, Weil dein Wort ein Leben bringt, Und dein Geist das Herz durchdringt. Dort wird's tönen Bei dem Krönen: Gott ist's, der es schafft! Ph. F. Hiller, 1699—1769. Eigene Melodie. 15 Ommer muf Fich wieder * V lesen In dem alten, heil gen Buch, Wie er ist so sanft gewesen, Ohne List und ohne Trug. 2. Wie er hieß die Kindlein kommen, Wie er hold sie an⸗ 16 Nan Ruh einst Auf zerfä Das Geistliche Volkslieder. geblickt Und sie in den Arm genommen Und sie an das Herz gedrückt! 3. Wie er Hilfe und Er⸗ barmen Allen Kranken gern erwies Und die Blöden und die Armen Seine lieben Brüder hieß. 4. Wie er keinem Sünd wehrte, Der ihm kam, ihn belehrte, 55. H 25 bekümmert Wie er freund Ihm den erzen na sein Vater Hab die itet, Alle an 3 zu ziehn. 6. Immer muß lesen, und nicht satt, Wie er ist so treu gewesen, Wie er uns geliebet ich wieder Les' — Luise Hensel, 1798-1876. · chovah; Deinem Namen Sei Ehre, Macht und Ruhm! Amen, dieie Bis einst der V Temp Hel Wort 2—3 Soll in dulern v Ha zerfällt, Das Heilig, Heilig, Heilig! erschallen. Halleluja! Halle⸗2 luja! Gottlieb Konrad Pfeffel, 1736—1809. Eigene Melodie. I7. 2—. ch gehn, Laßt weine mich ahl Ichodahl 529 Seel ist voll Verlangen, Ihn auf ewig zu umfangen Und vor seinem Thron zu stehn. 2. Süßes Licht, Süßes Licht, Sonne, die durch Wolken bricht! O wann werd ich dahin kommen, Daß ich dort mit allen Frommen Schau dein Holdes Angesi 9te Ach wie schön, Ach wie Ist de igel Lob⸗ der h 11 tich Flügel, 15 getön! ich Flugel, T Thal sein, Wie enn ich zieh in in, In die Stadt der en! Herr mein „ich kanns nicht fassen, zas das wird für Wonne sein! 5. Paradies, Paradies, Wie eine Fri icht so süß! Unter Sals h. suir krß Wird t dem& errn Rnd⸗ ich mußt du ihm vertrauen, darfst auf eigne Kraft nicht bauen; Demut schützt vor stolzem Wahn. Mit dem Herrn fang'— an! i 9 fang' zum nie nur 3. gehn auf sich'rer Bahn. Mit dem Herrn fang alles an. 3. Mit dem Herrn fang' alles an! Mut wird dir dein Helfer senden. Froh wirst du dein Werk vollenden; Denn es ist in Gott gethan. Mit dem Herrn fang' alles an. Deutsches Kindergesangbuch. Eigene Melodie. üde bin ich, ge 19. MurRuh, Schluße beide Auglein zu! Vater, laß die Augen dein über meinem Bette sein. 2. Hab ich Unrecht 5oit gethan, Sieh es, lieber Gott, nicht an. Deine Gnad' und Jesu Blut Macht ja allen Schaden gut. 3. Alle, die mir sind ver⸗ wandt, Gott, laß ruhn in deiner Hand! Alle Menschen, groß und klein, Sollen dir befohlen sein. 4. Kranken Herzen sende Ruh, Nasse Augen schließe zu. Laß den Mond am Himmel stehn Und die stille Welt besehn. Luise Hensel, 1798-1876. Eigene Melodie. 20 Nober, mein Gott, zu dir 1 Näher zu dir! Das soll die Losung sein Das mein Panier, Wie du auch führest hier Näher nur, Gott, zu dir, Näher zu dir! Geistliche Volkslieder. 2. Näher, mein Gott, zu dir„: Zeuch mich hinauf! Wollen mir Fleisch und Blut Hemmen den Lauf, Sing' ich mit Liebsbegier:: Näher nur, Gott, zu dir Zeuch mich hinauf! 3. Näher, mein Gott, zu dir:1 Zeuch mich mit Macht! Wenn mich der Sonne Schein:⸗ Milde anlacht. Laß mich nicht weilen hier: Näher, mein Gott, zu dir Zeuch mich mit Macht! 4. Näher, mein Gott, zu dir: Höre mein Flehn: Läßt du die Trübsalsflut: Hoch um mich gehn, Hilf auch durch Trübsal mir Näher, mein Gott, zu dir! Höre mein Flehn! 5. Näher, mein Gott, zu dir ½ Näher zu dir: Das soll die Losung sein, 3: Das mein Panier! Scheid ich dann einst von hier„ Komm ich ganz nah zu dir, Ganz nah zu dir. Aus dem Englischen. Eigene Melodie. 21 Non singet und seid froh, Jauchzt alle und sagt so: Unsers Herzens Wonne Liegt in der Krippe bloß Und leuchtet als die Sonne In seiner Mutter Schoß. Du bist A und O, Du bist A und O. 2. Sohn Gottes in der Höh, Nach dir ist mir so weh, Tröst mir mein Gemüte, O Ki Durck liebste hin n nach 3. Huld, Schul dorbe Eitell worb. freud Eia, 4. Geistliche Volkslieder. O Kindlein zart und rein, Durch alle deine Güte; O liebstes Jesulein, Zeuch mich hin nach dir, Zeuch mich hin nach dir 3. Groß ist des Vaters Huld, Der Sohn tilgt unsre Schuld. Wir wären all ver⸗ dorben Durch Sünd und Eitelkeit, So hat er uns er⸗ worben Die ewge Himmels⸗ freud; Eia, wärn wir da, Eia, wärn wir da. 4. Wo ist der Freudenort? Ach, nirgends mehr denn dort, Da die Engel singen Zusamt den Heilgen all, Und wo die Psalmen klingen Im hohen Himmelssaal. Eia, wärn wir da, Eia, wärn wir da! Nach dem Lateinischen In dulei jubilo. Eigene Melodie. 22 J ur mit Jesu will ich 7 Pilger wandern, Nur mit ihm geh froh ich ein und aus, Weg und Ziel find ich bei keinem andern, 1 Er allein bringt Heil in Herz und Haus. 2. Berg und Thal und Feld und Wald und Meere Froh durchwall ich sie an seiner Hand; Wenn der Herr nicht mein Begleiter wäre, Fänd ich nie das wahre Vaterland. 3. Er ist Schutz, wenn ich ö mich niederlege, Er mein Hort, wenn früh ich stehe auf, Er mein Rater an dem Scheide⸗ in Banden, 531 wege 1½ Und mein Trost bei rauhem Pilgerlauf. 4. Bei dem Herrn will ich stets Einkehr halten, Er sei Speis' und Trank und Freude mir, Seine Gnade will ich lassen walten, ½ Ihm befehl ich Leib und Seele hier; 2 5. Bis es Abend wird für mich hienieden, Und er ruft zur ew'gen Heimat hin, Bis mit ihm ich gehe ein zum Frieden.„ Wo sein sel'ger Himmelsgast ich bin. Schück. Eigene Melodie. 23. O du fröhliche, O du selige, Gna⸗ denbringende Weihnachtszeit! Welt ging verloren, Christ ist geboren: Freue, freue dich. o Christenheit! 2. O du fröhliche, O du selige, Gnadenbringende Weih⸗ nachtszeit! Christ ist er⸗ schienen, Uns zu versühnen: 9. freue dich, o Christen⸗ eit. 3. O du fröhliche, O selige, Guadenorugende Weih⸗ nachtszeit! König der Ehren, Dich woll'n wir hören! Freue, freue dich, o Christen⸗ heit! V. 1 Johannes Falk, 1768—-1826. Mel. O du fröhliche. Weihnachtszeit. 24 O du fröhliche, O du * selige, Gnaden⸗ bringende Osterzeit! Welt lag Christ ist er⸗ 34 standen, Freue, freue dich, o Christenheit! 2. O du fröhliche, O du selige, Gnadenbringende Oster⸗ zeit! Tod ist bezwungen, Leben errungen, 91 freue dich, o Christenheit! 3. O du fröhliche, O du selige, Gnadenhringende Oster. zeit! Kraft ist gegebe n, Ihm laßt uns leben, Freue, freue dich, o Christenheit! V. 1 Johannes Falk, 1768—1826. Mel. O du fröhliche.. Weihnachtszeit. 25. ee n⸗ du selige, 210 denbringende Pfingstenzeit Christ, unser Meister, Heilig die Geister, Freue, freue dich, o Christenheit! 2. O du fröhliche, O du selige, Gnadenbringende Pfingsten⸗ zeit! Führ', Geist der Gnade, Uns deine Pfade, Freue, freue dich, o Christenheit! 3. O du fröhliche, O du selige, Gnadenbringende Pfingsten⸗ zeit! Uns die Erlösten, Geist, willst du trösten, Freue, freue dich, o Christenheit! BV. 1 Johannes Falk, 17681826. Eigene Melodie. 26. SOderescher aler Herrscher aller Enden, Gottes und Marien Sohn: Dich will ich lieben, Dich will ich ehren, Du meiner Seele Freud und Kron! Geistliche Volkslieder. 2. Schön sind die Wälder, Schöner sind die Felder In der schönen Frühlingszeit! Jesus ist schöner, Jesus ist reiner, Der unser traurig Herz erfreut 3. Schön leucht die Sonne, Schön leucht der Monde Und die Sternlein allzumal: Jesus leucht schöner, Jesus leucht reiner, Als all Engel im Himmelsfaal. 4. A llle die Schönheit Him⸗ mels und der Erden gegen ihn als Schein. Keiner auf Erden Lieber kann werden, Als der schönste Jesus mein. Nach dem Fuldaer Gesangb. 1695. La Melodie. 27.S Zicher in Jesu Armen, Sicher an seiner Brust, 995853 in seiner Liebe, Da find' ich Himmel Slust. Mit holder Hirtenstimme Ruft mir mein Heiland zu: Laß ab vom eignen Ringen, An meinem Herzen ruh. Sicher in Jesu Armen ꝛc. 2. Sicher in Jesu Armen, Los von der Sorge Qual, Sicher vor Satans Stürmen In Jesu Wundenmal. Frei von dem Druck des Kummers, Weg aller Zweifel Spur; Nur noch ein wenig Prüfung, Wenig mehr Thränen nur. Sicher in Jesu Mriten 2c. 3. Jesu, des Herzens Zu⸗ flucht, Jesu, du starbst für mich! Sicher auf diesen Felsen Ist nur Stugz ich mich ewiglich. Hier will i verga dem der 2 Jesu 28 fern, Herze —2 Sie wolle 2 76 Wef gern Liebe Herr: 4. leitet Stert Pfad 5. Der Es Le in se er/ In it! ist erz ne/ Ind sus icht im im⸗ nur ner Hden, ein. 695. ien, iner will ich stille Ween Bis daß vergangen die 9 Lacht, Bis an dem goldnen Ufer Leuchtend der Tag erwacht. Sicher in Jesu Armen ꝛc. Aus dem Englischen. Eigene Melodie. 2 lich und stille, C. 8 heute nah und fern, Sei's duh in meinem Herzen Am schönen Tag des Herrn. 2. Es tönen hell die Glocken, Sie tönen nah und fern Und wollen alle laden Ins hohe Haus des Herrn. 3. O, solchem freud'gen Rufe, Wer folgte dem nicht gern? Wer nähme Gnad' und Liebe Nicht gern von seinem Herrn ꝰ 4. Und sieh, der Glaube keitet, Wie einst der Weisen Stern, Das Herz auf sicherm Pfade Hinauf zu seinem Herrn. 5. Da sind ihm alle Lüste, Der Erde Schmerzen fern; Es lebt in selger Stille Allein in seinem Herrn. Albert Knapp, 1798—1864. 28. So Eigene Melodie. 29 o nimm denn meine Hände Und führe mich Bis an mein selig Ende Und ewiglich! Ich mag allein nicht gehen, Nicht einen Schritt; Wo du wirst gehn und stehen, Da nimm mich mit. Geistliche Volkslieder. 533 2. In dein Erbarmen hülle Mein schwaches Herz Und mach es gänzlich stille In Freud und Schmerz; Laß ruhn zu deinen Füßen Dein armes Kind, Es wird die Augen schließen Und glauben blind. 3. Wenn ich auch gleich nichts fühle Von deiner Macht, Du führst mich doch zum Ziele Auch durch die Nacht; So nimm denn meine Hände Und führe mich Bis an mein selig Ende Und ewiglich. Julie Hausmann, geb. 1825. Eigene Melodie. 30 Stils Nacht, heilige 30. S Nacht! Alles schläft, einsam wacht Nur das traute, hochheilige Paar, Das im Stalle zu Bethlehem war Bei dem himmlischen Kind. 2. Stille Nacht, heilige Nacht! Duuand erst kund ge⸗ macht, Durch der Engel Halle⸗ lujah Tönt es laut von fern und nah: ½ Christ, der Retter, ist da!—— 3. Stille Nacht, heilige Nacht! Gottes Sohn, o wie lacht Lieb aus deinem gött⸗ lichen Mund. Da uns schlägt die rettende Stund,:1 Christ, in deiner Geburt! Joseph Mohr, 1 1848. Eigene Melodie. (Still, nur still! wie S Gott will. Ob Blume 31. S manche verblühet, 534 Geistliche Volkslieder. Sehnsucht im Herzen erglühet, Still, nur still! wie Gott will. 2. Still, nur still! wie Gott will. Treibt es dich mächtig, zu fragen: Kann so viel Schmerz ich ertragen? Still, nur still! wie Gott will. 3. Still, nur still! wie Gott will. Gott ist die ewige Liebe: Thöricht, wenn ich mich be⸗ trübe! Still, nur still! wie Gott will. Missionsharfe. Eigene Melodie. — ochter Zion, freue 32.;7 dichl Jauchze laut, Jerusalem! Sieh, dein König kommt zu dir, Ja, er kommt, der Friedensfürst. Tochter Zion ꝛc. 2. Hosianna, Davids Sohn! Sei gesegnet deinem Volk! Gründe nun dein ew'ges Reich, Hosianna in der Höh! Hosianna, Davids Sohn ꝛc. 3. Hosianna, Davids Sohn! Sei gegrüßet, König mild! Ewig steht dein Friedensthron, Du, des ew'gen Vaters Kind! Hosianna Davids Sohn ꝛe. Sach. 9,9. Eigene Melodie. 33 War macht ihr, daß ihr weinet Und brechet mir mein Herz? Im Herrn sind wir vereinet Und bleiben's allerwärts. Das Band, das uns verbindet, Löst weder Zeit noch Ort; Was in dem Herrn sich finder, Das währt in ihm auch fort. 2. Man reicht sich wohl die Hände, Als sollt's ge⸗ schieden sein, Und bleibt doch ohne Ende Im innigsten Verein. Man sieht sich an, als sähe Man sich zum letzten Mal, Und bleibt in gleicher Nähe Dem Herrn doch überall. 3. Man spricht: Ich hier, du dorten, Du ziehest, und ich bleib; Und ist doch aller⸗ orten. Ein Glied an seinem Leib. Man spricht vom Scheidewege Und grüßt sich einmal noch Und geht auf Einem Wege In Einer Rich⸗ tung doch. 4. Was sollen wir nun weinen Und gar so traurig sehn? Wir kennen ja den Einen, Mit dem wir alle gehn. In Einer Hut und Pflege, Ge⸗ führt von Einer Hand Auf Einem sichern Wege Ins Eine Vaterland. 5. So sei denn diese Stunde Nicht schwerem Trennungsleid, Nein, einem neuen Bunde Mit unserm Herrn geweiht. Wenn wir uns ihn erkoren Zu unserm höchsten Gut, Sind wir uns nicht verloren, Wie weh auch Scheiden thut! Ph. Spitta, 4 1859. Mel.: Meinen Jesum laß ich nicht. Menn der Herr ein 34. Wẽ Kreuze schickt, Laßt es uns geduldig tragen! Betend zu ihm aufgeblickt, Wird den Trost er nicht ver⸗ sagen. Denn es komme, wie es will, In dem Herren bin ich still. 2. Ist auch oftmals unser Herz Schwach und will wohl gar verzagen, Wenn es in dem stärksten Schmerz Keinen Tag der Freud sieht tagen, Sagt ihm: Komm es, wie es will, In dem Herren bin ich still. 3. Darum bitt ich, Herr, mein Gott, Laß mich immer glaubend hoffen; Denn dann kenn ich keine Not, Gottes Gnadenhand ist offen. Drum es komme, wie es will, In dem Herren bin ich still. Ernst v. Willich, 1860—1878. Mel.: So nimm denn meine Hände. 35 Wie könnt ich ruhig 2 schlafen In dunkler Nacht, Wenn ich, o Gott und Vater, Nicht dein gedacht? Es hat des Tages Treiben Mein Herz zerstreut; Bei dir, bei dir ist Frieden Und Seligkeit. 2. O decke meine Mängel Mit deiner Huld, Du bist ja, Gott, die Liebe Und die Ge⸗ duld. Gieb mir, um was ich flehe: Ein reines Herz, Das dir voll Freuden diene In Glück und Schmerz. 3. Auch hilf, daß ich ver⸗ gebe, Wie du vergiebst, Und Geistliche Volkslieder. 535 meinen Bruder liebe, Wie du mich liebst; So schlaf ich ohne Bangen Im Frieden ein Und träume süß und stille Und denke dein! Agnes Franz, 1794—1842. Eigene Melodie. 36 Wir mit grimmgem „ Unverstand Wel⸗ len sich bewegen! Nirgends Rettung, nirgends Land Vor des Sturmwinds Schlägen. Einer ist's, der in der Nacht, Einer ist's, der uns bewacht: Christ, Kyrie, Du wandelst auf der See! 2. Wie vor unserm Angesicht. Mond und Sterne schwinden! Wenn des Schiffleins Ruder bricht, Wo dann Rettung finden? Keine Hülf, als bei dem Herrn: Er ist uns der. Morgenstern, Christ, Kyrie, Erschein' uns auf der See! 3. Nach dem Sturme fahren wir Sicher durch die Wellen, Lassen, großer Schöpfer, dir Unser Lob erschallen; Lobet ihn mit Herz und Mund, Lobet ihn zu jeder Stund: Christ, Kyrie, Ja, dir gehorcht die See! 4. Einst, in meiner letzten Not, Laß mich nicht versinken! Soll ich von dem bittern Tod Well' auf Welle trinken: Reiche, mir dann liebentbrannt, Herr. Herr deine Glaubenshand! Christ, Kyrie, Komm zu uns auf die See! Johannes Falk, 1770—1826. 536 Eigene Melodie. 37 Wie sie so sanft ruhn, 6alle die Seligen, Von ihrer Arbeit, die sie in Gott gethan, Und ihre Werke folgen ihnen Nach in des ewigen Friedens Hütten. 2. Von ihren Augen wischt er die Thränen ab; Sie kommen freudig, bringen die Garben ein, Die weinend gingen, edlen Samen Trugen in Hoffnung, in Lieb' und Glauben. 3. Wenn einst die Stimme wieder sie auferweckt Des Men⸗ schensohnes, die durch die Gräber dringt, Dann wird, was irdisch und verweslich, Himmlisch und jugendlich auf⸗ erstehen. 4. Preis, Ruhm und Ehre sei dir, o Gott, gebracht; Für deine Werke, die du an uns sie wieder leben. David Samuel Roller, 1779—1850. Eigene Melodie. Mir 18 38 MNꝭâ 19 treten zum 2 Beten vor Gott, den Gerechten, Er waltet und haltet ein strenges Gericht, Er läßt von den Schlechten nicht die Guten knechten, Sein Name sei gelobt, er vergißt unser nicht. 2. Im Streite zur Seite ist Gott uns gestanden, Er wollte, 3 sollte das Recht siegreich Geistliche Volkslieder. sein, Da ward kaum begonnen, die Schlacht schon gewonnen, Du Gott warst ja mit uns, der Sieg, er war dein. 3. Wir loben dich oben, du Lenker der Schlachten, Und flehen, mögst stehen uns ferner⸗ hin bei, Daß deinte Gemeinde nicht Opfer der Feinde! Dein Name sei gelobt, o Herr, mach uns frei! Altniederländisch. Eigene Melodie. — Mißt ihr ͤ 209 Meißt ihr, wer mich 9. so bedacht, Daß mein Herz vor Freuden lacht? Wer da ist mein süßes Heil, Meiner Seele Trost und Teil? Das ist Christus, wahrer Gottessohn, Unser Heiland von des Himmels Thron. 2. Wißt ihr, wer mich singen macht, Hellen Tags und dunkler Nacht? Wer da bleibt mein höchstes Gut, Darin aller Friede ruht? Das ist Christus, wahrer Gottessohn, Unser Heiland mit der Dornenkron. 3. Wißt ihr, wen ich preisen muß Mit des Liedes frohem Gruß? Wer im Leben ist mein Licht, Und im Tod mein' Zu⸗ versicht? Das ist Christus, wahrer Gottessohn, Unser Heiland von des Himmels Thron. 4. Wißt ihr alle, was ich weiß: Bringet denn Gott Ehr und Preis! Hat Gott uns nicht so geliebt, Daß er uns sein Liebstes giebt? Das ist 40 Ruh? schütz bietet uns herrse Nein, sie ni ist dr 2. Heim der S Jeru erbar der ja, i- Ruh nur 8. Jesu und man der H Bewi süßer Ruh, Im eile 12 Christus, wahrer Gottessohn, Hochgelobet in des Himmels Thron. Missionsharfe. Eigene Melodie. 40 Wẽ findet die Seele T⏑ die Heimat, die Ruh? Wer deckt sie mit schützenden Fittigen zu? Ach, bietet die Welt keine Freistatt uns an, Wo Sünde nicht herrschen, nicht anfechten kann? Rein, nein, nein, nein, hier ist sie nicht: Die Heimat der Seele ist droben im Licht! 2. Verlasset die Erde, die Heimat zu sehn, Die Heimat der Seele, so herrlich, so schön. Jerusalem droben, von Golde erbaut, Ist dieses die Heimat der Seele, der Braut? Ja, ja, ja, ja, dieses allein Kann Ruhplatz und Heimat der Seele nur sein. 3. Wie selig die Ruhe bei Jesu im Licht! Tod, Sünde und Schmerzen, Die kennt man dort nicht; Das Rauschen der Harfen, der liebliche Klang, Bewillkommt die Seele mit süßem Gesang. Ruh, Ruh, Ruh, Ruh, himmlische Ruh Im Schoße des Mittlers, ich eile dir zu. Aus dem Englischen. Vol Slieder. Eigene Melodie. 44 3³ Bethlehem geboren 24* Ist uns ein Kin⸗ delein, Das hab ich auser⸗ koren, Sein eigen will ich sein! Eija, eija, sein eigen will ich sein. 2. In seine Lieb versenken Will ich mich ganz hinab; Mein Herz will ich ihm schenken Und alles, was ich hab! Eija, eija, und alles was ich hab. 3. Aus ganzem reinem Herzen Möcht' ich dich lieben, Herr, In Freuden und in Schmerzen Je länger und je meht! Eija, eija, je länger und je mehr! 4. Die Gnade mir doch gebe, Bitt' ich aus Herzens⸗ grund, Daß ich allein dir lebe Jetzt und in aller Stund! Eija, eija, jetzt und in aller Stund! 5. Dich, wahrer Gott, ich finde In unserm Fleisch und Blut; Darum ich mich dann binde An dich, mein höchstes Gut! Eija, eija, an dich, mein höchstes Gut! 6. Laß mich von dir nicht scheiden, Verknüpfe du das Band Der Liebe zwischen beiden! Nimm hin mein Herz als Pfand! Eija, eija, nimm hin mein Herz als Pfand! Aus dem XVII. Jahrhundert. A. Nro. Abend, heller als der Morgen 395 0 Ach, leib bei uns, Herr Jesu 183 — 0 bleib mit deiner Gnade 355 ott, ich muß in Traurigkeit 425 495 m 9 0 sein. 428 Gott und Herr 188 Ach Gott verlaß mich nicht. 279 Ach Gott vom Himmel sieh.. 134 u Henrs du gerechter Gott„446 Herre Gott, wir loben dich.44/ 19 hs dessen Treu.. 732 Ach liebster Heiland, wann 157 „mein Herr Jesu, dein„ 233 19 mein Herr„heh, wenn. 234 Ach, mein sieh, ich trete„396 Ach, mein Jelu, welch Verderben 189 ch, sagt mir nichts von Gold„235 Ach, wann werd' ich dahin. 565 Ach, wär ich doch schon droben. 566 Ach, was sind wir ohne Jesum. 190 Ach, was soll ich Sünder.. 191 Ach, wie flüchtig, ach wie nichtig 511 9 Ach wundergroßer Siegesheld 102 Adam hat im Paradies 29 o Allein Gott in der Höh' sei Chr 12⁴ o Allein zu dir, Herr Jesu192 O Alle Aandegen müssen sterben„513 Aller Gläub'gen Sammelplatz. 514 Alles ist an Gottes Segen. 459 Alle Welt, was lebt und webet. 2 Also hat Gott die Welt geliebt. 210 Amen! Gott, Vater und Sohne. 589 0 Auf, auf, ihr 31rh nd. i 11 Auf, auf mein Herz und du Auf, Christenmensch, auf, auf 280 o Auf Christi Himmelf. rt allein 103 Auferstehn, ja auferstehn, wirst. Auf Gott nur will ich sehen. 426 0 Auf Gott und nicht auf meinen 460 Auf, 1— 843 11 deiner Freude 236 Auf, ihr C Keelt Chrisi 293 o Auf, ihr Streiteer Auf meinen lieben Go)tt»à461 Auf, Seele, auf und süume IBX. Alphabetisches Liederregister. Die mit einem o bezeichneten Lieder stehen im Militär⸗Gesangbuche. 1 Eeh walt' Gott Vater und Gott 53 Der du, Herr Jesu, Ruh B. Nro Bedenke, Mensch, das Ende. 512 Befiehl dem Herren deine. 462 efiehl du deine Wege.„à463 Bescher uns, Herr, das 53— 250 Belgemeinde, heil'ge dich Bis hierher hat mich Gott 7951 Wuuch an, du schönes Morden⸗ Brunn alles Heils, dich ehren 3 C. Christ, der du bist der helle. 397 Christe, du Lamm Gottes. 593 Christe, du Beistand deiner Kreuz⸗ gemeine Christe, mein Leben, mein Soffn, mein Glauben Christe, wahres Seelenlicht. 308 Christi Blut und Gerechtigkeit„212 (hrist ist erstanden 594 Christ lag in Todesbanden.. 00 0 Christus der ist mein Leben 515 D. Dank sei Gott in der Höhe.. 369 Dankt dem Herrn, ihr.. 332 o Das alte Jahr vergangen ist. 48 Das ist eine sel'ge Stunde.. 272 Das liebe neue Jahr geht an„47 3²⁰ Dein Dort Herr, ist milder. 16⁴ Dennoch bleib ich stets an dir„464 o Der am Kreuz ist meine Liebe 60 o Der beste Freund ist in dem 238 Der du bist drei in Einigkeit„125 Der du das Volk regierest 11 und. 85 Der du noch in der letzten 303 Der du zum Ret eheen I Der Glaub' ist eine Zuversicht„214 Der Gnadenbrunn fließt noch 215 33 Hüle ne kommt in niedern Ein( Eine Einen Einer o Ein oEin Ein Ein 2 Ein 2 o Ein Ein 5 Ein 0 Eir Empe 0 Erl HFRAEEEE 4—— 40*0 *eDm Wertedenoeeerreer Aee Alphabetisches Der„der aller Enden.. 333 Der lieben Sonne Licht und.. 398 Der rauhe Herbst kommt wieder 448 Der Sabbath ist vergangen„. 415 Der schöne Tag bricht an. 371 Der Tag ist hin, mein Geist.. 400 Der Tag ist hin, mein Jesu.. 401 Des Morgens, wenn ich früh. 357 Die Christen gehn von Ort zu. 559 Die Ernt' ist nun zu Ende. 449 Die Gnade sei mit allen. 35⁵⁴ 0 Die güldne Sonne 372 Die helle Sonne leucht't jetzt.. 373 Die Herrlichkeit der Erden 6 Die Seele Christi heil'ge mich 6¹ o Dies ist der Tag, den Gott 3¹ o Dies ist die Nacht, da mir.. 30 Die Sonn' hat sich mit ihrem 402 Die Tugend wird durchs Kreuz. 283 0 Dir, dir, Jehovah, will ich 58 Du Lebensbrot, Herr Jesu.. 177 Du, meine Seele, sinsge Du, o schönes Weltgebäude 51¹⁷ Durch Adams Fall ist ganz. 216 Durch Trauern und durch Plagen 49 Du schläfst in deiner Wiege„ 429 Du Stern aus Jacob, Gottes Sohnn nvw Du weinest vor Jerusalem.. 194 Du wesentliches Woer.. 32 E. Ein Christ kann ohne Kreuz. 466 Eine Heerde und ein Hirt. 159 Einen guten Kampf hab' ich. 518 Einer ist's an dem wir hangen. 160 0Eines wünsch' ich mir vor allem 239 o Ein' feste Burg ist unser Gott 136 Ein Lämmlein geht und trägt„ 62 Ein neuer Tag, ein neues 37 Ein reines Herz, Herr schaff. 284 oEins ist not, ach Herr dies 240 Ein Tröpflein von den Reben.569 Ein Wetter steiget auf 4⁵⁰ Liederregister. Es ist genug, so nim.. 619 Es ist gewiß ein köstlich Ding 505 Es ist gewißlich an der Zeit.. 571 Es ist nicht schwer, ein Christ 287 Es ist noch eine Ruh vorhanden 572 Es ist noch Raum in Jesu Wunden ·· Es ist vollbracht, Gott Lob 5²⁰0 Es ist vollbracht, vergiß 1a. 63 Es kostet viel, ein Christ ů. 28⁸ Es wolle Gott uns gnädig sein.138 F. o Fahre fort, Zion, fahre fort„289 Fang dein Werk mit Jesu an.290 Fließt, ihr Augen, fließt von„ 64 0 Freu dich sehr, o meine Seele 521 Freuet euch, ihr Christen alle 35⁵ oFröhlich soll mein Herz. 36 Früh Morgens, da die Sonn„92 Für alle Güte sei gepreist.. 403 G. o Geh aus, mein Herz 451 Geh't hin, ihr gläubigen Ge⸗ danken Geht nun hin und grabt mein. 561 Geist vom Vater und vom Sohne 115 Gelobet sei der Herr.. ᷑126 0 Gelobet seist du, Jesu Christ 37 Gesegn' uns, Herr, die Gaben„390 Gieb dich zufrieden und sei.. 467 Gott, deine Güte reicht so.. 359 Gott der Vater wohn·.596 Gott, der wird's wohl machen„68 o Gott des Himmels und der 376 4Gott, du Licht, das ewig bleibet 27 Gottes Sohn ist kommen Gottes Stadt steht fest gegründet 146 Gott fähret auf gen Himmel. 10⁵ Gott gieb einen milden Regen.111 o Ein Haupt hast du dem Volk. 438 0 Gott ist gegenwärti 360 Empor zu Gott mein Lobgesang 39 0 Erhalt uns, Herr, bei deinem 137 Erhebe dich, o meine Seel. 375 Ermuntert euch, ihr Frommen. 57 Ermuntre dich, mein schwacher. Erneure mich, o ew'ges Licht. Erschienen ist der herrlich Tag. Gott ist und bleibt getreu... 469 Gott lebet noch, Seele 470 Gott lebt, wie kann ich traurig. 458 Gott Lob, der Sonntag. 65 Gott Lob, die Reise ist. 434 Gott Lob, die Stundd).522 Gott Lob, ein Schritt 404 88 Es glänzet der Christen... 286Gott Lob, ich schließe meine.. 173 Es ist das Heil uns kommen.217 Gott Lob, mein Jesus macht.. 218 40 Alphabetisches Nro. o Gott Lob, nun ist erschollen. 440 0 Gott sei Dank durch alle Welt 16 Gott sei gelobet und 178 Gott sei Lob, der Tag ist. 179 Gott und Vater nimm jetzund 170 Gatt Vater aller Dinge 163 0 Gott wills machee 47¹ Großer Gott von alten Zeiten. 6 Großer Mittler, der zur Rechten 106 H. 0 Hallelujah, jauchz t ihr Chöre 89 Hallelujah, Lob, Preis und Ehr⸗ 128 0 Hallelnjah, schöner Morgen. 7 o Halt im Gedächtnis Jesum. 241 Heiland, deine Menschenüiebe 19 Heil'ge Einfalt, Gnadenwunder. igster Jesu,—.„ gungsquelle Herr, der du mir das Leben Herr, der du vormals hast. du hast in deinem Reich Herr, du kannst nichts, als Herr, es ist von meinem Leben 0o Herr Gott, dich loben wir, Herr Gott, Herr Gott, dich loben wir, regier Herr Gott Vater m. 3 Herr, ich habe mißgehandelt Herr Jesu Christ, dein teures. 0 Herr Jesu Christ, dich zu uns. 0 Herr Jesu Christ, du höchstes Gut, du Brunnquell. Herr Jesu Christ, du höchstes Gut, du Brunnquell.. Herr Jisu Christ, mein höchstes Herr Jesu, deine Angst und Pein Herr Jesu, dir sei Preis und 0 Herr Jesu, Gnadensonne Herr Jesu, Licht der Heiden. Herr Fesu Christ, wahr'r Mensch Herr, nun laß in Friede Herr öffne mir die Herzensthür Herr, stärke mich, dein Leiden Herr, unser Gott, laß nicht zu Herr, wann wirst du Zion bauen 0 Herr, wie du willst, so schick's Herz, freue dich der Ewigreit 0 Herzlich lieb hab ich dich, o Herzlich thut mich verlangen. 0 Herzliebster Jesu, was hast du Herzog unsrer Seligkeiten.. wir danken dir ‚ 0 Herz und Herz vereint... 295 Heut triumphieret Gottes Sohn Bier legt mein Sinn sich vor. 296 Liederregister. N Hilf, Helfer, hilf in Angst und Hilf, Herr Je su, laß gelingen 50⁰0 o Himmelan geht unsre Bahn. 297 9 Hinun Erde, Luft und Meer. 336 6e dnn ist der Sonne Schein 407 Hirte Deiner Schafe D 4⁰⁸ Höch ster Gott, wir danken dir. 4 Höchster Priester, der du dich. 245 Höchster Tröster, komm. 11³ Hosianna, Davids Sohn 18 Hüter, wird die Nacht der 298 V. Jauchzet ihr Himmel 33 Ich armer Mensch, doch gar„527 Ich armer Mensch, ich armer. 197 0 Ich bete an die Macht der 246 9 Ich bin ein Gast auf Erden. 528 Ich bin ein kleines Kindelein„430 Ich bin getauft auf deinen„174 Ich bin ja, Herr in deiner.. 520 Ich danke dir für deinen Tod. 68 Ich, der ich oft in tiefes Leid. 337 o Ich geh zu deinem Grabe. 04 o Ich habe Lust zu scheiden.. 557 0o Ich habe nun den Grund.. 220 Ich hab' in Gottes Herz und„ 474 Ich hab' in guten Stunden.. 475 Ich hab' mein! Sach' Gott heim⸗ gestell 523 Ich hab' mich Gott ergeben. 530 Ich hab' von ferne..** 57⁴ Ich halte Gott in allem stille. 477 Ich komme, Herr, und suche.. 182 Ich komm jetzt als ein armer. 183 Ich laß Dich nicht. 24⁴47 Ich ruf zu dir, Herr Jesu.. 361 0 Ich singe dir mit Herz und. 338 Ich steh an deiner Krippen— 0 Ich sterbe täglich und mein. 531 Ich und mein Haus, wir sind Hereit.** 423 o Ich weiß, an wen ich glaube 225 Ich weiß, mein Gott, daß all. 478 0 Ich will dich lieben, meine„248 9 ch wül⸗ Hand und Rute küssen 5 Ich will von meiner Missethat 14 Je größer Kreuz, je näher„479 Jehovah, m, 5 und König 437 . Jerusalem, du hochgebaute„576 Jesu, allerliebster Bruder... Jesu, deine Passioonn. 0 Jesu, deine tiefe Wunden. Jesu, der du wollen büßen. Keinen Komm Komm Komm Romm o Kom o Kom Kom Komm Komm Komm o Köni König Ryrie Alphabetisches Nro. Jesu, Freund der Menschenkinder 176 Jesu, frommer WIun 257 Jesu geh voran 299 0 Jesu, großer Wunderster! 1 54 Jesu Güte hat kein Ende.*557 Jesu hi ilf siegen, du Fürste 0 Jesu komm doch selbst zu mir 0 Jesu, meine Freude***— Jesu, meiner Seele Leben Jesu, meiner Seele Ruhh Jesu, meines Lebens Leben Jesu, Ruh' der Jesus Christr 5 esus, Jesue Jesus lebt, mit—— auch ich. Jesus, e Zuver cht. ů Jesus nimmt die Sünder an. Jesus schwebt mir in Gedanken. Jesus Joll die Losung sein. Ihr armen S Sbam 63 —— 200 Sünder, gufge hobnen Jesi „gute Nacht 0In allen meinen Thaten In Christi Wunden schlaf' ich In dich hab' ich gehoffet, In Gottes Namen fahren wir In Gottes Namen fang ich In unsers Königs Namen. OIst Gott für mich, so trete. Ists oder ist mein Geist entzückt 5 K. ott verlassen es Löseg Keinen hat G Komm du we 9 Komm Heidenheiland, 19 Komm, h gerGeist, o S 11⁴4 Komm heiliger Geist, erfüll'.. 595 o Komm heiliger Geist, Herre 116 o Komm, o komm,. du Geiß 11⁷ o Kommt, Kinder, laßt uns.. 304 Kommt, laßt euch den Herren. 305 Komm, Tröster, komm.118 Kommt und laßt uns Christum. o König, dem kein König gleichet König Jesu, streite, siege... 161 rie eleison 3332 L. Mein Lasset mich voll Freuden sprechen Lestet uns den Herrn preisen o Lasset uns mit Jesu ziehen. Laß dich, Herr Jesu Christ 420 Laß mich dein sein und bleiben 166 Oucht Betrübte Nimm von uns Liederregister. Laß mir, wenn meine Augen Laß, o Jesu, mir auf Erden Licht vom Licht, erleuchte mich„10 o Liebe, die du mich zr 2⁵⁵ Liebster Jesu, hier 172 o Liebster Jesu, wir sind hier. 11 Liebster Vater, soll es sein.. 536 o Lobe den Herren, den mächtigen 340 o Lobe den Herren, o meine Seele 341 Lob sei dem allerhöchsten Gott„ 22 Lobt Gott, ihr Christen. 41 * o Mache, dich, mein Geist bereit 900 Machs mit mir, Gott, nach Macht hoch die Thür, die Thor an lobt dich in der Stille Marter Got—— wer kann dein i ich nicht 5 ch nich Meine Hoff Wung stehet feste eine Lebenszeit verstreicht eine Seele senket sich ine Seel' ist ftile— eines Lebens beste Freude eine Sorgen, Angst und Freund ist mein das Herz ich 100 klopf' an deine„36 Gott, ich weiß wohl, daß. 5 Gott, nun ist es wieder Heiland nimmt die Herzensvater, weinst du Herz, gieb dich zufrieden Mein Jesu, dem die Seraphinen 259 Mein Jesus kommt, mein Mein Leben ist ein 542 Mein Salomo, dein freundliches 20⁰ Merk, Seele, bir das große Wort 309 0 Mir ist Erbarmung widerfahren 213 3 Gott, nach, spricht Chrif 311 it Ernst, o Menschenkinder„24 Mit Fried' und Freud' fahr ich. 591 o Mitten wir im Leben sind 5⁴3 Morgenglanz der Ewigkeit.880 N. Nach einer Prüfung kurzer Tage 567 ist auf Erden 427 Nicht so amig, nicht so sehr„487 „Herr, du..444 mußt du drum„ 488 Noch, dennoch, 542 Alvhabetisches Nro. Nun ditten wir den heiligen.. 119 Nun bricht die G.65 Nacht. 416 Nun bringen wir ben 28 zur. 562 o Nun danket alle G. 848 Nun danket all und bringet 644 Nun freut euch, lieben Christen 127 Nun Gott Lob, es ist vollbracht 13 Nun jauchzet, all ihr Frommen 25 Nun jauchzt dem Herren alle. 345 Nun ist es alles wohlgemacht„ 74 Nun kommt das neuune 557 Nun laßt uns den Leib o Nun laßt uns gehn und treten 552 Nun laßt uns Gott dem.398 Nun lieg' ich armes Würmelein 544 Nun, lob mein Seel', 223 8* Nun preiset alle 847 o Nun ruhen alle Wälder 409 Nun sich der Tag geendet, mein Herz Nun süh der geendet bar. 410 Nun so will ich denn 17⁵ Nun tret ich wieder aus der.. 881 Nur frisch hinein. Nur in Jesu Blut und. 411 O. O, daß doch bald dein Feuer. 15. O daß ich tausend Zungen.. 348 O, der alles hätt' verloren.. 312 8 du allersüß'ste Freude.. 120 „du Liebe meiner Liebe.. 75 0 8 Durchbrecher aller Bande. 313 Oeffne mir die Perlenthore. 568 O Ewigkeit, du Donnerwort.. 578 O Ewigkeit, du Freudenwort. 579 O frommer und getreuer Gott. 203 O frommer Vater, deine Kind. 452 O Gott, der du bas Firmament 4⁵³ 0 O Gott, du frommer Gott.. 314 O Gott, 68 steht dein milder„454 Gott, von dem wir alles.. 455 O großer Gott, du reines.. 301 o O Haupt voll Blut und. 76 20 heil'ger Geist, kehr bei uns 121 O heilige Dreifaltigkeit. 382 O heiliger Geist, o heiliger Gott 122 O Herr Gott, der du deiner. 456 ilf, Christe, Gottes Sohn„ 77 esu Christe, wahres Licht Jesu Christ, mein schönstes 262 O Jesu Christ, meines Lebens. 545 O Jesu, du mein Bräutigam. 184 O Jesu, einig wahres Haupt. 149 8⁴⁰ 8 Traurigkeit, o Liederregister. .. 9 Fesu, Jesn, Potten Sohn 289 — 4 meines Jebens Licht—— O Jesu, meine Wonne 185 O Jesu, süßes Licht ·:84 O Jesu, treuster Heiland mein„412 O König, dessen Majestäüt..201 O König aller Ehren.. 55 O Lamm Gottes unschuldig 70 O Tiebe, die den Himmel hat 43 8 Mensch, bedenk zu dieser 8 05 Himmelreich. 105 Haus, wo man dich 421 „wer das 13 erwirbt 547 64 Stand, o el'ges Leben. 3¹⁵ 99 ob, wo ist dein Stachel. 97 erzeleid. 87 Ocker der des Lebens265 8 ater der Barmherzigkeit, Der 143 Bater der Barmherzigkeit, Ich 204 Ss Vaterherz, o Licht, Leben. 516 Owas für ein berrlich Wesen O Welt, ich muß dich lassen.. 549 0 O Welt, sieh hier dein Leben.79 9J0O wie selig seid ihr doch, ihr„580 P. Prediger der süßen Lehre.. 169 R. Rede, liebster Jesu, rede. 167 Rett, o Herr Jesu, rett dein.. 144 o Ringe recht, wenn Gottes 3818 Ruhe ist das beste Gut. 261 Ruhet wohl, ihr Totenbeine„ 564 o Rüstet euch, ihr Christenleute„319 S. Schaffet, schaffet, Menschenkinder 205 Schaff in mir Gott, ein reines Schatz über alle 38 5 8. 265 Schlaf sanft und wohl, schlaf„431 Schlage, Jesu, an mein Herz„363 o Schmücke dich, o liebe Seele„186 0 Schmückt das Fest mit Maien. 112 Schutzgott, dessen starke Rechte„132 Schwing dich auf zu deinem. 490 Seele, mach dich eilig auf Seeter ach auf. 10 4 Seele, geh auf Golgatha. o Seele, was ermüdst du dich. 321 Treuer Treuer Umschlie unre 4 Unsreen Unter L Unumsch Unverw o Valet 0 Vater Vater u O Verlei Dor dein 59 Alphabetisches Nro. Sei 1255 bis an das Ende. 322 9 Sei Lob und Ehr dem höchsten 349 Sei mir tausend mal gegrüßet. 81 Selig, wer ihm suchet Raum. 269 o Siegesfürste, Ehrenkönig Sieh, dein König kommt zu dir.15 Sieh, hier bin ich Ehrenkönig Sieh, wie lieblich und wie fein. 307 So führst du doch recht selig. So hab' ich nun vollendeer So ist die Woche nun geschlossen 417 So lange Jesus bleibt der.. 1 o Sollt' es gleich bisweilen o Sollt' ich meinem Gott nicht mgen. 35 Sollt' ich meinem Gott nicht traue... 48 Sorge doch für meine Kinder 432 So ruhest du, o. 48 So wahr ich lebe, spricht dein. 207 So wird die Woche nun 418 Speise, Vater, deine Kinder. 302 Stark ist meines Jesu Hand.. 323 Straf mich nicht in deinem 208 o Such, wer da will, ein ander. 270 T. Tag des Zornes, den wir gläuben 575 Teures Wort aus Gottes Munde 165 9Thut mir auf die schöne Pforte 12 Treuer Hirte deiner Heerde.. 147 Treuer Gott, ich muß dir klagen 324 Treuer Wächter Israeaol. 148 * Umschließ mich ganz mit deinem 271 hre Herrscher, unser König 3²⁵ Unsre müden Augenlider. 413 Unter Lilien jener Freuden 581 Unumschränkte Liebe 8 Unverwandt auf Christum sehen 226 V * o Valet will ich dir 4*— 9 Vater kröne du mit Segen.. 489 Vater unser im Himmelreich. 365 Verleih uns Frieben gnädiglich 590 Versuchet euch doch selbst* 227 Verzage nicht, du Häuflein klein 150 9 Vom Himmel hoch, da komm. 44 Vom Himmel kam der Engel 45 9 Von Gott will ich nicht lassen 494 Dor deinen Thron tret' ih.. 2886 543 Nro. Liederregister. W. o Wach auf, du Geist der ersten 164 0 Wach au mein Lerd, die Nacht 98 O Wach un, mein Herz, und singe 387 Wach auf, wach auf, du sichre„582 9. Wachet auf, ruft uns die 583 Walte, walte nah und fern 154 Wann, ach wann wird doch. 413 Wär' Gott nicht mit uns..151 Warum betrübst du dich, mein Herz 497 0. Warum sollt ich mich denn.. 495 Warum willst du doch für.. 496 Warum willst du draußen 2.⁰ 50 Was alle Weisheit in der Welt. 129 Was frag' ich nach der Welt. 268 Was Gott gefällt, mein. 498 o Was Gott thut, das ist wohl⸗ gethan, es bleibt. Was Gott thut, das ist wohl⸗ gethan, so denken Was hinket ihr, betrog'ne. Was kann ich doch für Dank. 0 Was mein Gott will, gescheh 500 Was willst du dich betrüben.. 501 Weg, mein Herz, mit dem 228 0Weicht, ihr Berge, fallt ihr. 229 Weine nicht, Gott lebet noch. 502 Welt, ade, ich bin dein müde„ 584 Wenn dich Unglück hat betreten. 503 Wenn 10 ihn nur habe 273 Wenn ich, o Schöpfer, deine.. 351 Wenn kleine Himmelserben 552 0 Wenn meine Sünd' mich kränken 83 Wenn mein Stündlein. 3—— 0 Wenn wir in höchsten Nöten„445 Wer das Kleinod will erlangen.328 Werde munter, mein Gemüte 414 Wer Gott vertraut, hat wohl. 504 Wer im Herzen will erfahren„ 58 0 Wer ist wohl wie dwi..274 „Wer nur den lieben Gott läßt 506 Wer.2 auf seine Schwachheit. 329 Wer sind die vor Gottes 585 0 Wer weiß, wie nahe mir Wie bist du Seele 2.* Wie fleucht dahin der Menschen. Wie Gott mich führt, so will 0 Wie groß ist des Allmächtigen Wie kur ist ist's, ein Schäflein. Wie kurz ist doch der Menschen Wie schön ist's doch, Herr Jesu. o Wie schön leuchtet der Morgen⸗ R. 270 Wie schön leucht't uns der„ 888 o Wie soll ich dich empfangen„ 28 5⁴⁴ Alphabetisches Liederregister. Wohl dem Menschen, der nicht 3 X. Alphabetisches Verzeichnis der geistlichen Volkslieder. E Es ist ein Reis entsprungen Mit dem Herrn fang alles an Müde bin ich, geh zur Ruh Näher, mein Gott, zu dir. 2 * Nun singet und seid froh. 21 Rur mit Jesu will ich Pilger Heimáaõr wandern* 22 Zu Bethlehem geboren Wif Wo findet die Seele o du selige, ö O du fröhliche, 47 Es kennt der Herr die Seinen gnadenbringende Pfingstenzeit 2⁵ * rort, fort, mein Herzzum Himmel Jesu 2 x oldne Abendsonne zesu Armen 2⁷ Großer Gott, wir loben dich. So feierlich und stille* Gute Nacht. 10 So nimm denn mieine Hände 20 Harre, meine Seele 3⁰ 4 Herbei, o ihr Gläub'gen 3. Hohes, heilges Marterbild. 13 Tochter Zion, freue dich 32 ch will streben nach dem Leben 14 Was macht ihr, daß ihr weinet 33 mmer muß ich wieder lesen 15 Wenn der Herr ein Kreuze schickt 34⁴ chovahhh 16 Wie könnt' ich ruhig schlafen Laßt micht geh' n 17 Wie mit grimm'gem Unverstand 36 zt ihr, wer mich so bedacht 3⁰ Nro. Rro. Wie wird mir dann, o dann.„585 Wohl einem Haus, wo Jesus.42 ö Wie wohl hast du gelabet:. 187 Wollt in. 278 o Wie wohl ist mir, o Freund 27⁷ n. 353 o Willkommen, Held im Streite 912.200 o Wir danken dir, Herr Jesu 3 Abend. 100 Christ, daß du für.. 81 500 Wir danken dir, Herr Jesu o Wunderbarer König 33⁵ Christ, daß du vom. 32— Wir danken Gott für seine 394 2 Wird das nicht Freude sein 58⁷ Ve n glauben all' an einen Gott—3⁰ o Zeuch ein zu meinen Thoren 123 Wir liegen hier zu deinen Füßen 202 Zeuch hin, mein nd. 560W Wir loben dich, wir benedeien dich 598 Zeuch, Ifrael, zu deiner Ruh' 588 Wir Menschen sind zu dem, o 168 Zeuch uns nach dir. 109 0 Wir singen dir Immanuel 46 Hion, gieb dich nur. 15⁵⁵ Wir wissen nicht, Herr. Zion klagt mit Angst und 15⁰ Wohlauf, mein Herz zu Gott 5Zu dir ist meine Seele stille. 231 Zween der Jünger gehn mit. 101 Nro. Nro. Der Mond ist aufgegangen 1 O du fröhliche, o du selige, gna⸗ Die Sach' ist dein, Herr Jesu Christ 2 denbringende Weihnachtszeit. 28 Ein Gärtner geht im Garten. 3] O du fröhliche, o du lige, 8 ist bestimmt in Gottes Rat gnadenbringende Osterzeit 24 die —— Zur Vorbereitung auf das Heilige Abendmahl. Matth. 26, 17—30. 1. Kor. 11, 26—27, 1. Kor. 10, 16—17. Durch das heilige Abend⸗ mahl, zu dem du dich rüsten willst, sollst du in die innigste Gemeinschaft mit deinem Heilande treten. Denn unter dem Genusse von Brot und Wein will er nach seiner Verheißung sich persönlich mit dir verbinden; und in dieser Verbindung mit ihm, der seinen Leib für dich hat brechen lassen, und der für dich sein Blut vergossen hat zur Vergebung der Sünden, soll dir die Teilnahme an dem ganzen Reichtum aller seiner Gnaden geschenkt werden. Du sollst losgesprochen werden von aller Sünden⸗ schuld, so daß Gott dich wieder haben und halten will, als hättest du nie eine Sünde getan oder gedacht.— Du sollst von Neuem angenom⸗ men werden als ein Kind deines himmlischen Vaters, das sich für immer in seiner Liebe geborgen weiß.— Du sollst in der erneuten Ver⸗ einigung mit deinem Heilande neue Kräfte göttlichen Lebens erhalten, so daß du als eine Rebe an ihm, dem himm⸗ lischen Weinstocke, immer mehr die Früchte eines Gott wohlgefälligen Wandels dar⸗ bringen kannst.— Das Alte soll abgetan sein. Es soll ein Neues beginnen. Denn in jeder Abendmahlsfeier soll für dich ein immer wieder erneuter und immer reicherer Anfang des Lebens in der Gotteskindschaft gemacht wer⸗ den; und darum sollst du vom Tische des Herrn mit der Gewißheit heimgehen, die dich ebenso trösten wie heiligen soll: Ich bin durch Jesum Christum versöhnt mit Gott, berufen zur Seligkeit, ein Kind Gottes. Je größer aber diese Gabe des Sakramentes ist, um so mehr mußt du Sorge tragen, daß du es würdig genießest; und dazu sind drei Stücke nötig. 1. Die Buße. Denn nur denen gibt sich der Heiland mit seinen Gaben zu eigen, die in tiefer Erkenntnis ihrer Sünde und ihrer Schuld nach einem Heiland begehren. Darum halte ernste Selbst⸗ prüfung vor Gottes heiligem Angesichte. Was seine Gebote, was dein Gewissen, was das Vorbild Christi von dir for⸗ dern, das nimm zum Maß⸗ stabe, woran du dich und dein Leben missest. Nach diesem beurteile dein Tun und Lassen in allen deinen Verhältnissen, in deiner Fa⸗ milie, in deinem Berufe, in deinem Verkehr mit den Menschen, und vergiß dabei nicht, daß es vor Gott nicht blos auf deine Taten und Worte, sondern ebenso auch auf deine Gedanken, deine Wünsche und Begierden an⸗ kommt. Denn der Herr siehet das Herz an und vor ihm ist nichts verborgen. Barum verhehle nichts und beschönige nichts, sondern breite ehrlich und willig Herz und Leben vor seinem Auge aus und bitte ihn, daß er selbst deine Augen öffnet und dein Gewissen erweckt. Dann wirst auch du dich vor ihm demütigen und mit dem Zöllner im Evangelium sprechen:„Gott, sei mir Sünder gnädig.“ Die zehn Gebote findest du 2. Moses 20, 1—17. Die Summa des göttlichen Ge⸗ setzes, wie sie Christus be⸗ schrieben hat, steht Matth. 22, 34— 40. Wie dein Hei⸗ land die Gebote ausgelegt hat, magst du in der Berg⸗ predigt Matth. Kap. 5—7 lesen. Die Macht der Sünde über das Menschenherz schil⸗ dert Paulus Römer 7, 7—25. Die Bußpsalmen sind: Psalm 6, 32, 38, 51, 108, 130, 143, Buß⸗ und Beichtlieder stehen Seite 126—142, Buß⸗ und Beichtgebete 495—501. 2. Der Glaube. Denn wie du erkennen und beken⸗ nen mußt, daß du vor Gott nur aus Gnaden bestehen kannst, so darfst und sollst du auch vertrauen, daß der große Erlöser und Heiland Jesus Christus sich auch zu dir neigen und auch dir ein wahrhaftiger Heiland und Helfer sein will. Die Verhei⸗ ßungen seiner Gnade sollst du dir gelten lassen und sollst nicht zweifeln, ob er sich wohl auch deiner erbar⸗ men wolle. Er will es wirk⸗ lich; und gerade darum hat er zu seinem Worte seine Sa⸗ kramente hinzugefügt, daß du seiner gnadenreichen Gemein⸗ schaft ganz gewiß werden möchtest. Es ist keiner so tief gesunken, daß Christus ihn nicht wieder aufrichten könnte; und es ist keiner so weit von Gott abgeirrt, daß er durch ihn nicht wieder zu einem seeligen Gotteskinde gemacht werden könnte. So gehe nur mit vertrauendem Herzen zum Tische des Herrn und ergreife die Gnadenhand, die er auch dir im Sakra⸗ mente entgegenstreckt, daß er mit dir und du mit ihm eins werdest. in Christo sind Johannes 3, 16, Apostelgeschichte 4, 12, Matthäus 11, 28-30, Jo⸗ —— I, 29, Römer 3, 21. ies auch Lukas Kapitel 15 und Römer 8, 31—39. Glaubenslieder findest du Seite 143—163. 3. Der Vorsatz der Besserung. Denn es darf dir nicht genügen, nur immer wieder aus Gnaden ange⸗ nommen zu werden, sondern es muß nun auch dein ernstes Begehren sein, deine Unreinigkeit, deine Ungerech⸗ tigkeit, deine Empfindlichkeit, deine Selbstsucht, deine Ehr⸗ furcht, deine Habsucht, oder was immer der besondere Schaden deiner Seele ist, je länger je mehr wirklich zu Sprüche von Gottes Gnade. überwinden. Vergib deinem Feinde, versöhne dich mit deinem Bruder und suche wieder gut zu machen, was du Böses getan hast. Laß es in allen Etücken dein An⸗ liegen sein, daß dein Leben geheiligt werde nach dem Bilde Christi und du in seinen Fußtapfen wandelst. Denn dein Heil beruht zwar allein auf Gottes Gnade durch Jesum Christum. Aber eben darin muß es nun auch dein herzliches Verlangen sein, deinem Gott und Heiland zur Ehre zu leben. Lies Gal. 2, 14. 2. Kor. 5, 17. 1. Joh. 4, 13, 1. Petri 2, 9.— Heili⸗ gungslieder Seite 200bis 214 — Abendmahlslieder Seite 116 bis 126. Walter Köster Buchbinderei 3550 Marburg 1000⁰0 Berin 61 Tel. o 64 2½2 1277— 0 307 86 30 10