t e 5 8—X777 —* V. 0— 2% 1 WMe: Sine olHee ai R.—*& Wé RRE *—66 60 πα N 7 ä ö Selig, die reinen Herzens sind, denn sit werden Golt anschauen. Matth V.S. Bless ad ArÆe the pure in heart Evangelische Kirche im Großherzogtum Zessen. ———.— Darmstaot, G. Jonghaus'sche Hofbuchhandlung, Verlag. 1897. Preis: Ungebunden 60 Pf. . E. Wittichsche Hofbuchdruckerei Univ. Sidl. Glessenl in Darmstadt. 29 Sei mir ein starker 595 2 dahin ich immer fliehen möge; denn du bist mein Fels und meine Burg. Psalm 71, 3. V. — SSE—** — *. zur frommen Erinnerung an —— — SEEER Inhalt. I. Der Tag des Herrnmn 1I- 14 Am Morgen. 1— 3 Zum Anfang des Gottesdienstes 4—10 Zum Schlusse des Gottesdienstes 11—14 I. Adoeut e 5 30 III. Weihnachtm 145 IV. Jahreswechsel 46— 52 V. Darstellung und E Jesu Christ. 53 57 WI. Passton: 58 75 Begräbnis Jeuuus. 73-75 VWII. Oern. 9 VIII. Himmelfahrrt 98-105 IX. Piunasten 00 122 X. Trinitatisses 123127 XI. Allgemeine Lob- und Danklieder 128147 XII. Kirche und Gnadenmittel... 148-210 Kirche 1481 Kirchweihe 165—166 Ausbreitung der Kirche (Missionslieder)... 167-176 IV Nr. Gnadenmittl.177-210 Wort Gottes. 177-183 Sakramente1384210 Heilige Taufft.. 184-187 Konfirmation 188—194 Das heilige Abendmahl 195—210 Vor und während der Feier.. 195—-—206 Nach der Feier.. 207-210 XIII. Wiedergeburt und Heiligung 62-860 Buße 211—23 Glaube und Wecifertgine 251—242 Heiligung 243—360 Nachfolge hrii... 243—267 Liebe.. 268-290 Gebet. 291—303 Allgemeine 5 ürbitte.. 304—305 Friede und Freude.. 306—324 Vertrauen 325-360 XIV. Lieder für besondere Heiten, Stände und Verhältnisse..361—435 Jahreszeiten... 361—364 Frühlnig 3801 Sommet.. 630632 Herbstt 338383 Winten 364 Morgen 3657379 Müiag 8383880 885 Vor Tische... 380—382 Nach Tische..... 383-385 Abend 33858 101 Für Kinder. 400 Am Schlusse der Woche 402—403 Beruf. 404 407 Che und Daussiand... 408—415 Obrigteit 440 Predigtam. 41 Allgemeine Not 418—420 Krieg und Frieden.. 421—423 Ernte Wetterlieder Reise Krantheit Am Geburtstage m Alter..434—435 Die letzten Dinge— 436—500 Tod. 436.— 476 Sterbelieder.... 436— 4⁵⁷ Begräbnislieder..4»58—466 Beim Tode von Eltern„ 467— 468 Beim Tode von Ehegatten 469—471 Beim Tode von Kindern 472—476 Gericht und Ewigkeit.. 477-500 Anhang. Mißwachs und Gebete zur häuslichen Andacht. Gottesdienstordnung für den Geburtstag Sr. Königl. Hoheit des Großherzogs. Am Morgen. Mel. Mein Jesu, dem die Sera⸗ phinen ꝛc. 1 Beschwertes Herz, leg ab die Sorgen; er⸗ hebe dich, gebeugtes Haupt! Es kommt der angenehme Morgen, da Gott zu ruhen hat erlaubt, da Gott zu ruhen hat befohlen und selbst die Ruhe eingeweiht; auf, auf, die ihm geraubte Zeit in seinem Dienste einzu⸗ olen. 2. Auf, laß die Welt aus deinem Sinne, dein irdisch Werk muß stille stehn; du sollst zu höherem Gewinne in deines Gottes Tempel gehn, ihm zu bezahlen deine Pflichten und zur Vermeh⸗ rung seines Ruhms die Werke deines Priestertums in tief⸗ ster Andacht zu verrichten. 3. Mein Gott! ich bin vor dir erschienen und gebe auf dein Winken acht; wie kann ich dir gefällig dienen, I. Der Tag des Herrn. wenn mich dein Geist nicht tüchtig macht? Wie werde ich in dir erfreuet, wenn er nicht stillt der Sünde Schmerz? Wie bet ich, wenn er nicht das Herz durch seine Gnade mir erneuet? 4. Kann meine Harfe lieb⸗ lich klingen, wenn sie dein Finger nicht berührt? Kann ich die finstre Nacht durch⸗ dringen, wenn mich dein Licht nicht aufwärts führt? Kann ich ein reines Opfer werden, wenn deine Flamm nicht in mich fährt und mich in deiner Lieb verzehrt und hebet von dem Staub der Erden? 5. Mein Jesus hat mein Herz so teuer zu seinem Tem⸗ pel eingeweiht: hier ist dein Herd, hier ist dein Feuer, die Fülle deiner Herrlichkeit, dein Heiligtum, dein Stuhl der Gnade; dein Licht und Recht, das Himmelsbrot, des Geistes Frucht und dein Ge⸗ bot erfüllen diese Bundeslade. 6. In deinem Haus will ich mir bauen die Hütte, 2 Der Tag des Herrn. Hütte, bis ich scheid einmal. Indessen gieb mir, dich zu schauen, o Lebenslicht, den Gnadenstrahl! So feir ich recht den Tag der Sonnen, so hab ich meine Ruh in dir; ach, habe du dein Werk in mir! Vollführe, was du hast begonnen! 7. Wenn sich des Lebens Werktag enden, so ruh, von allem Frohndienst los, mein Geist in Gottes Vaterhänden, mein Leib in seiner Mutter Schoß, bis beides feiern wird dort oben, wo man in sicherm Frieden ruht, nichts denket, redet oder thut, als dich zu lieben, dich zu loben. Chr. Wegleiter, 4 1706. Mel. Gott des Himmels ꝛc. 2 Großer Gott von alten Zeiten, dessen Hand die Welt regiert, dessen Treu auf allen Seiten mich von Jugend auf geführt: heute weckt des Tages Lauf mich zu lauter Andacht auf. 2. Ach, wie lieb ich diese Stunden, denn sie sind des Herren Fest, das mit so viel Trost verbunden, da mein Gott mich ruhen läßt und durch seinen guten Geist mir den Weg zum Leben weist. 3. Habe Dank für diesen Morgen, der mir Zeit zum Guten schenkt; das sind un⸗ sre besten Sorgen, wenn der Mensch an Gott gedenkt und von Herzen betet, singt, daß es durch die Wolken dringt. 4. Was ist schöner, als Gott loben? Was ist süßer, als sein Wort? Da das Herz, zu Gott erhoben, offen sieht des Himmels Pfort! Selig ist wer Tag und Nacht also nach dem Himmel tracht. 5. O mein Gott, sprich selber Amen, denn wir sind dein Eigentum; alles preise deinen Namen, alles mehre deinen Ruhm, bis es künftig wird geschehn, daß wir dich im Himmel sehn. Casp. Naumann, 7 1715. Mel. Meinen Jesus laß i nicht 2. 3— 3 Licht vom Licht, erleuchte mich bei dem neuen Tageslichte; Gnadensonne, zeige dich meinem muntern Angesichte; wohne mir mit Glanze bei, daß mein Sabbat fröhlich sei. 2. Brunngquell aller Selig⸗ keit, laß mir deine Ströme fließen; mache Mund und Herz bereit, deiner Gnade zu genießen; streu das Wort mit Segen ein, laß es hun⸗ dertfrüchtig sein! 3. Zünde selbst das Opfer an, das auf meinen Lippen lieget; sei mir Weisheit, Licht und Bahn, daß kein Irrtum mich betrüget und kein frem⸗ des Mar brennt, welches dein Altaͤr nicht kennt. — 2..23- 4. Laß mich heut und allezeit heilig, heilig, heilig singen und mich in die Ewig⸗ keit mit des Geistes Flügeln schwingen; gieb mir einen Vorschmack ein, wie es mag im Himmel sein. 5. Ruh in mir und ich in dir, bau ein Paradies im Herzen, offenbare dich doch mir, sende meiner An⸗ dacht Kerzen immer neues —9 zu, o du Liebesflamme u 6. Dieser Tag sei dir ge⸗ weiht; weg mit allen Eitel⸗ keiten! Ich will deiner Herr⸗ lichkeit einen Tempel zube⸗ reiten, nichts sonst wollen, nichts sonst thun, als in deiner Liebe ruhn. B. Schmolck, 4 1737. Zum Anfang des Gottes⸗ dienstes. 4 Kemm heiliger Geist, erfüll die Herzen ans Gläubigen und ent⸗ zünd in ihnen das Feuer deiner göttlichen Liebe, der du durch Mannigfaltigkeit der Zungen die Völker der ganzen Welt versammelt hast zur Einigkeit des Glaubens. Hallelujah! Hallelujah! Alte Kirche. 5 H* Jesu Christ, dich zu uns wend, den heilgen Geist du zu uns Der Tag des Herrn. 3 send; mit Hilf und Gnad er uns regier und uns den 620 zur Wahrheit führ. 2. Thu auf den Mund zum Lobe dein, bereit das Herz zur Andacht fein; den Glauben mehr, stärk den Verstand, daß uns dein Nam werd wohl bekannt. Bis wir singen mit Gottes Heer: heilig, heilig ist Gott der Herr! und schauen dich von Angesicht Lib. Freud und selgem Li 4. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, dem heilgen Geist in einem Thron; der heiligen Dreieinigkeit sei Lob und Preis in Ewigkeit! Herzog Wilhelm II. von Weimar, + 1662. 6 Liehster Jesu, wir sind hier, dich und dein — anzuhören; lenke Sin⸗ nen und Begier auf die süßen Himmelslehren, daß die Herzen von der Erden 94025 n ber Wüsen werden. 2. Unser Wissen und Ver⸗ stand ist mit Finsternis ver⸗ hüllet, wo nicht deines Geistes Hand uns mit hellem Licht erfüllet; Gutes denken, thun und dichten mußt du selbst in uns verrichten. O du Glanz der Herr⸗ lichkeit, Licht vom Licht aus Gott geboren, mach uns alle⸗ samt bereit, öffne Herzen, Mund 4 Der Tag des Herrn. Mund und Ohren: unser Bitten, Flehn und Singen laß, Herr Jesu, wohlgelingen. Tob. Clausnitzer, 4 1684. Mel. Ach, was soll ich Sünder machen ꝛc. 7 Hen es ist ein Tag erschienen, der mich in den Himmel weist und an Gott gedenken heißt; darum komm ich dir zu dienen; richte du mich selber zu, daß ich deinen Willen thu. 2. Stille selbst an diesem Morgen den verwirrten Lauf der Welt, der uns hier ge⸗ fangen hält; brich die Nacht der eitlen Sorgen, daß ich heut, von allem frei, dir allein ergeben sei. 3 Kröne mich mit deinen Gaben, zieh mich an mit deiner Kraft, die den neuen Menschen schafft; ach, was Freude werd ich haben, wenn das Herz in meiner Brust sucht am Herren seine Lust. 4. Laß die Predigt wohl⸗ gelingen, steh auch deinem Worte bei, daß es in mir kräftig sei. Unser Beten, unser Singen, und was sonst noch wird gethan, siehe du mit Gnaden an! C. Neumann, 1715. Mel. Gott des Himmels ꝛc. 8 Thut mir auf die schöne Ppßforte, führt in Gottes Haus mich ein; ach, wie wird an diesem Orte meine Seele fröhlich sein! Hier ist Gottes Angesicht; hier ist lauter Trost und Licht. 2. Ich bin, Herr, zu dir gekommen, komme du nun auch zu mir; wo du Woh⸗ nung hast genommen, da ist lauter Himmel hier. Zeuch in meinem Herzen ein, laß es deinen Tempel sein! 3. Laß in Furcht mich vor dich treten, heilge du Leib, Seel und Geist, daß mein Singen und mein Beten dir ein lieblich Opfer heißt. Heilge du, Herr, Mund und Ohr, zeuch das Herz zu dir empor! 4. Mache mich zum guten Lande, wenn dein Saatkorn auf mich fällt; gieb mir Licht in dem Verstande, und was mir wird vorgestellt, präge meinem Herzen ein, laß es mir zur Furcht gedeihn! Stärk in mir den schwachen Glauben, laß dein teures Kleinod mir nimmer aus dem Herzen rauben; halte stets dein Wort mir für, daß es mir zum Leit⸗ stern dient und zum Trost im Herzen grünt. 6. Rede, Herr, so will ich hören, und dein Wille wird erfüllt! Nichts laß meine Andacht stören, wenn der Brunn des Lebens guillt; speise mich mit Himmelsbrot, tröste mich in aller Not! B. Schmolck, 4 1737. Der Tag des Herrn. 5 Mel. Liebster Jesu, wir sind ꝛc. 9 Hae vor deinem An⸗ gesicht hat die An⸗ dacht uns versammelt; ach, verwirf die Bitten nicht, die dein Volk dir, Höchster, stammelt! Hör auf unsre schwachen Lieder und sieh gnädig Lad uns nieder! 2. Laß dein Wort, das hier erschallt, viele gute Früchte bringen, und mit göttlicher Gewalt 959 in unsre Seelen dringen. Laß es unsern Sinn erneuen und das Herz mit Trost erfreuen! 3. Dein Gebot mach uns bekannt, und hilf selbst es treulich üben, dich und den, den du gesandt, Jesum Chri⸗ stum, herzlich lieben, daß kein Schmerz und keine Freude uns von deiner Liebe scheide! Dan. Schiebeler, 4 1771. Mel. O Durchbrecher aller Bande ꝛc. 10 O wie freun wir uns der Stunde, da wir dir, Herr Jesu, nahn,‚ um aus deinem heilgen Munde Lebensworte zu em⸗ pfahn! Laß uns heute nicht vergebens Hörer deines Wor⸗ tes sein; schreibe selbst das Wort des Lebens tief in unsre Herzen ein. 2. Sieh, wir sitzen dir zu Füßen; großer Meister, rede du; sieh, wir hören deiner süßen Rede heilsbegierig zu. Lehr uns, wie wir selig werden; lehr uns, wie wir unsre Zeit, diese kurze Zeit auf Erden, nützen für die Ewigkeit. 3. Nun so lege Licht und Liebe, Kraft und Feuer auf dein Wort; laß es mit lebendgem Triebe in uns wirken fort und fort; hilf uns, daß wir treu bewahren, was wir in das Herz gefaßt, und laß andre auch erfah⸗ ren, daß du Lebensworte hast. K. J. Ph. Spitta, 4 1859. Zum Schlusse des Gottes⸗ dienstes. Mel. Liebster Jesu, wir sind ꝛe. 11 Uern Ausgang segne Gott, un⸗ sern Eingang gleichermaßen; segne unser täglich Brot, segne unser Thun und Lassen, segne uns mit selgem Sterben, und mach uns zu Himmels⸗ erben. Hartm. Schenk, 1 1681. Mel. Zeuch mich, zeuch mich mit den Armen. 12 ater, dir sei Preis gesungen, daß du uns so wohl gelehrt, daß dein Werk an uns gelungen, daß wir jetzt dein Wort ge⸗ hört; laß die Lehr den Glau⸗ ben stärken, mach uns reich an guten Werken! 6 Der Tag des Herrn. 2. Jesu, dein Wort ist sehr süße, habe Dank für diese Lehr! Lenke nur auch unsre Füße, daß wir wandeln dir zur Ehr; laß uns deinen Trost erquicken, bis wir deinen Thron erblicken! 3. Heilger Geist, schreib alle Worte nun in unsre Herzen ein, daß man stets an allem Orte deren eingedenk mag sein, daß wir täglich Früchte bringen und im Him⸗ mel Amen singen! Mich. Wiedemann. 4 1719. Mel. Liebster Jesu, wir sind ꝛc. 13 H 0nt Gott, wir danken dir, daß du uns dein Wort gegeben; hilf uns ferner, daß auch wir nach demselben heilig leben; gieb dem Glauben solche Stärke, daß er thätig sei im Werkel 2. Uns, o Vater! lehrest du, was wir thun und glau⸗ ben sollen; schenk uns deine Kraft dazu, gieb zum Wissen auch das Wollen und zum Wollen das Vollbringen, so wird alles wohl gelingen. 3. Gieb uns eh wir gehn nach haus, deinen väterlichen Segen, breite deine Hände aus, leite uns auf deinen Wegen, laß uns hier im Segen gehen, dort gesegnet auferstehen! Joh. Ad. Haßlocher, 4 1726. Mel. Christus, der ist mein Leben ꝛc. 14 A sei mit deiner Gnade bei uns, Herr Jesu Christ, daß uns fortan nicht schade des bösen Feindes List. 2. Ach sei mit deiner Liebe, Gott Vater, um uns her; denn wenn uns die nicht bliebe, fiel uns die Welt zu schwer. 3. Ach heilger Geist, be⸗ halte Gemeinschaft allezeit mit unserm Geist und walte nun und in Ewigkeit! C. B. Garve, 1 1841. II. Advent. 15 Matbach die Thür, die Thor macht weit! Es kommt der Herr der Herrlichkeit, ein König aller Königreich, ein Heiland aller Welt zugleich, der Heil und Leben mit sich bringt; derhalben jauchzt, mit Freu⸗ den singt: gelobet sei mein Gott, mein Schöpfer, reich von Rat! 2. Er ist gerecht, ein Helfer wert, Sanftmütigkeit ist sein Gefährt, sein Königs⸗ kron ist Heiligkeit, sein Scep⸗ ter ist Barmherzigkeit; all unsre 5 — Æ E — SRO& DSNVS Ee—5 o5= Advent. 7 unsre Not zu End er bringt, derhalben jauchzt, mit Freu⸗ den singt: gelobet sei mein Gott, mein Heiland, groß von That! 3. O wohl dem Land,‚ o wohl der Stadt, so diesen König bei sich hat; wohl allen Herzen insgemein, da dieser König ziehet ein! Er ist die rechte Freudensonn, bringt mit sich lauter Freud und Wonn. Gelobet sei mein Gott, mein Tröster früh und spat! 4. Macht hoch die Thür, die Thore weit, das Herz zum Tempel macht bereit; die Palmen der Gottseligkeit streut hin mit Andacht, Lust und Freud; so kommt der Vonig auch zu euch, ja Heil und Leben mit zugleich. Ge⸗ lobet sei mein Gott, voll Rat, voll That, voll Gnad! 5. Komm, o mein Heiland, Jesu Christ, des Herzens Thür dir offen ist; ach, zeuch mit deiner Gnade ein, dein Freundlichkeit auch uns er⸗ schein. Dein heilger Geist uns führ und leit den Weg zur ewgen Seligkeit! Dem Namen dein, o Herr, sei ewig Preis und Ehr! G. Weißel, 4 1635. Mel. Nun komm, der Heiden ꝛc. 16 Geit sei Dank durch alle Welt, der sein Wort beständig hält und der Sünder Trost und Rat zu uns hergesendet hat. 2. Was der alten Väter Schar höchster Wunsch und Sehnen war, und was sie einst icheit. ist erfüllt in Herrlichkeit. 3. Zions Hilf und Abrams Lohn, Jakobs Heil und Da⸗ vids Sohn, Wunderbar, Rat, Kraft und Held hat sich treu⸗ lich eingestellt. 4. Sei willkommen, o mein Heil, dir Hosianna, o mein Teil! Richte du auch eine Aun dir in meinem Herzen an! 5. Zeuch, du Ehrenkönig, ein, es gehöret dir allein; mach es, wie du gerne thust, rein von aller Sündenlust! 6. Und wie du voll Sanft⸗ mut kamst, jedes Armen dich annahmst, also sei auch jederzeit deine Sanftmut mir bereit! 7. Tröste, tröste meinen Sinn, weil ich schwach und blöde bin, daß im Glauben ich fortan treu dir bleibe zugethan! 8. Daß, wenn du, o Lebens⸗ fürst, prächtig wieder kommen wirst, ich dir mög entgegen gehn und vor dir gerecht be⸗ stehn! H. Held, 4 um 1660. Mel. Von Gott will ich ꝛc. 17 Mit Ernst, o Men⸗ schenkinder, das Herz 8 Advent. Herz in euch bestellt! Bald wird das Heil der Sünder, der wunderstarke Held, den Gott aus Gnad allein der Welt zum Licht und Leben versprochen hat zu geben, bei allen kehren ein. 2. Bereitet doch fein tüch⸗ tig den Weg dem großen Gast, macht seine Steige richtig, laßt alles was er haßt; macht eben jeden Pfad, die Thale rings erhöhet, macht niedrig, was hoch stehet, was krumm ist, macht gerad! 3. Ein Herz, das Demut liebet, bei Gott am höchsten steht; ein Herz, das Hochmut übet, mit Angst zu grunde geht; ein Herz, das richtig ist und folget Gottes Leiten, das kann sich recht bereiten, zu dem kommt Jesus Christ. Ach, mache du mich Armen in dieser Gnadenzeit aus Güte und Erbarmen, Herr Jesu, selbst bereit! Zeuch in mein Herz hinein, mach es zu deiner Krippen; so werden Herz und Lippen dir ewig dankbar sein. V. Thilo, 4 1662. Mel. Aus meines Herzens ꝛc. 18 Auf, auf, ihr Reichs⸗ genossen, der König kommt heran; empfahet un⸗ verdrossen den großen Wun⸗ dermann. Ihr Christen, geht herführ, laßt uns vor allen Dingen ihm Hosianna singen mit heiliger Begier! Auf, ihr betrübten Herzen! Der König ist nicht fern. Hinweg all Angst und Schmerzen! Dort kommt der Morgenstern. Der Herr will in der Not mit reichem Trost euch speisen; er will euch Hilf erweisen, ja dämpfen gar den Tod. 3. Frisch auf in Gott, ihr Armen, der König sorgt für euch; er will durch sein Er⸗ barmen euch machen groß und reich; der alles hat be⸗ dacht, der wird auch euch ernähren; was Menschen nur begehren, das steht in seiner acht. 4. Frisch auf, ihr Hoch⸗ betrübten, der König kommt mit Macht. An uns, die Herzgeliebten, hat er schon längst gedacht. Nun wird kein Angst, noch Pein, noch Zorn hinfür uns schaden, dieweil uns Gott aus Gnaden läßt seine Kinder sein. 5. Auf, auf, mit schnellen Schritten den König eilt zu sehn! Er kommt in unsre Mitten stark, herrlich, sanft und schön. Nun tretet all heran, den Heiland zu be⸗ grüßen, der alles Kreuz ver⸗ süßen und uns erlösen kann. 6. Der König will beden⸗ ken die, so er herzlich liebt, mit köstlichen Geschenken, als der sich selbst uns giebt durch Advent. 9 seine Gnad und Wort. Ja, König, hoch erhoben, wir alle wollen loben dich freudig hier und dort. 7. Nun, Herr, du giebst uns reichlich, wirst selbst doch arm und schwach; du liebest unvergleichlich, du eilst den Sündern nach; drum wolln wir insgemein die Stimmen hoch erschwingen, dir Ho⸗ sianna singen und ewig dank⸗ bar sein. J. Rist, 4 1667. Mel. Aus meines Herzens Grunde. 19 Nem jauchzet all, ihr Frommen, in die⸗ ser Gnadenzeit, weil unser Heil ist kommen, der Herr der Herrlichkeit; zwar ohne stolze Pracht, doch mächtig, zu verheeren und gänzlich zu zerstören des Teufels Reich und Macht. 2. Kein Scepter, keine Krone sucht er auf dieser Welt; im hohen Himmels⸗ throne ist ihm sein Reich be⸗ stellt. Er will hier seine Macht und Majestät ver⸗ hüllen, bis er des Vaters Willen im Leiden hat voll⸗ bracht. 3. Ihr Mächtigen auf Erden, nehmt diesen König an, wollt ihr beraten werden und gehn die rechte Bahn, die zu dem Himmel führt; sonst, wo ihr ihn verachtet und nur nach Hoheit trachtet, des Höchsten Zorn euch rührt. 4. Ihr Armen und Elen⸗ den in dieser bösen Zeit, die ihr an allen Enden müßt haben Angst und Leid, seid dennoch wohlgemut, laßt eure Lieder klingen, dem König Gnt, der euer höchstes ut 5. Er wrid nun bald er⸗ jcheinen in seiner Herrlichkeit und euer Leid und Weinen verwandeln ganz in Freud; er ists, der helfen kann. Macht eure Lampen fertig und seid stets sein gewärtig! Er ist schon auf der Bahn. M. Schirmer, 1673. Mel. Valet will ich dir geben ꝛc. 20 Wie soll ich dich empfangen, und wie begegn ich dir, o aller Welt Verlangen, o meiner Seele Zier? O Jesu, Jesu, setze mir selbst die Fackel bei, damit, was dich ergötze, be⸗ wußt und kund mir sei. 2. Dein Zion streut dir Palmen und grüne Zweige hin, und ich will dir in Psalmen ermuntern meinen Sinn. Mein Herze soll dir grünen in stetem Lob und Preis und deinem Namen dienen, so gut es kann und weiß. 3. Was hast du unter⸗ lassen zu meinem Trost und Freud? Als Leib und Seele saßen in ihrem groößten Leid, als mir das Reich genommen, da 10 bist du, mein Heil, gekommen und hast mich froh gemacht. 4. Ich lag in schweren Banden, du kommst und machst mich los; ich stand in Spott und Schanden, du kommst und machst mich groß, und hebst mich hoch zu Ehren und schenkst mir großes Gut, das sich nicht läßt verzehren, wie irdscher Reichtum thut. 5. Nichts, nichts hat dich getrieben zu mir vom Him⸗ melszelt, als dein getreues Lieben, damit du alle Welt in ihren tausend Plagen und großer Jammerslast, die kein Mund aus kann sagen, so fest umpfangen hast. 6. Das schreib dir in dein Herze, du hochbetrübtes Heer, bei welchem Gram und Schmerze sich häuft je mehr und mehr; seid unverzagt, ihr habet die Hilfe vor der Thür; der eure Herzen labet und tröstet, steht allhier, 7. Ihr dürft euch nicht bemühen, noch sorgen Tag und Nacht, wie ihr ihn wollet ziehen mit eures Armes Macht; er kommt, er kommt mit Willen, ist voller Lieb und Lust, all Angst und Not zu stillen, die ihm an euch bewußt. 8. Auch dürft ihr nicht erschrecken vor eurer Sünden⸗ schuld; nein. Jesus will sie Advent. da Fried und Freude lacht,. decken mit seiner Lieb und Huld. Er kommt, er kommt den Sündern zum Trost und wahren Heil, schafft, daß bei Gottes Kindern verbleib ihr Erb und Teil. 9. Was fragt ihr nach dem Schreien der Feind und ihrer Tück? Der Herr wird sie zerstreuen in einem Augen⸗ blick. Er kommt, er kommt, ein König, dem alle Macht und List der Feinde viel zu wenig zum Widerstande ist. 10. Er kommt zum Welt⸗ gerichte, zum Fluch dem, der ihm flucht, mit Gnad und süßem Lichte dem, der ihn liebt und sucht Ach komm, ach komm, o Sonne, und hol uns allzumal zum Licht, zur ewgen Wonne in deinen Freudensaal! P. Gerhardt, 4 1676. Mel. Wie nach einer Wasserquelle ꝛc. 21 arum willst du draußen stehen, du Gesegneter des Herrn? Laß dir, bei mir einzugehen, wohlgefallen, du mein Stern, du mein ZJesu, meine Freud, Helfer in der rechten Zeit! Hilf, o Heiland, meinem Herzen von den Wunden, die mich schmerzen. 2 In der Welt ist alles nichtig, nichts ist, das nicht kraftlos wär. Hab ich Ho⸗ heit, die ist flüchtig, hab ich Reichtum, was ists mehr, als ein bei ihr wird igen⸗ mmt, ach ist. Velt⸗ ihn omm, einen elle ꝛc. t du ehen, errn? ehen, 'tern, reud, Zeit! inem nden, alles nicht Ho⸗ ib ich r, als ein Advent. 11 ein Stäublein armer Erd? Hab ich Lust, was ist sie wert? Was ists, das mich heut erfreue, das mich mor⸗ gen nicht gereue? 3. Aller Trost und alle Freude ruht in dir, Herr Jesu Christ, dein Erfreuen ist die Weide, da man erst recht fröhlich ist. Leuchte mir, o Freudenlicht, ehe mir mein Herze bricht; laß mich, Herr, an dir erquicken, Jesu, komm, laß dich erblicken! 4. Freu dich, Herz, du bist erhöret, jetzo kommt und zeucht er ein; sein Gang ist zu dir gekehret, heiß ihn nur willkommen sein und bereite dich ihm zu, gieb dich ganz zu seiner Ruh, öffne dein Gemüt und Seele, klag ihm, was dich drück und quäle! 5. Alles dient zu deinem Frommen, auch was bös und schädlich scheint, weil dich Christus angenommen und es treulich mit dir meint. Bleibest du dem wieder treu, ists gewiß und bleibt dabei, daß du mit den Engeln droben ihn dort ewig werdest loben. P. Gerhardt, 4 1676. Mel. Ach, was soll ich Sünder machen ꝛc. ommst du, kommst 22 K du, Licht der Hei⸗ den? Ja, du kommst und säumest nicht, weil du weißt, was uns gebricht. O du starker Trost im Leiden, Jesu, meines Herzens Thür steht dir offen, komm zu mir! 2. Ja, du bist bereits zu⸗ gegen, du Weltheiland, Gottes Sohn! Meine Sinnen spüren schon deinen gnadenvollen Segen und die Wunder deiner Kraft, welche Frucht und Leben schafft. 3. Adle mich durch deine Liebe, Jesu, nimm mein Flehen hin! Schaffe, daß mein Geist und Sinn sich in deinem Lieben übe, denn zu lieben dich, mein Licht, steht in meiner Kraft sonst nicht. 4. Jesu, rege mein Ge⸗ müte, Jesu, öffne mir den Mund. daß dich meines Herzens Grund innig preise für die Güte, die du mir. o Seelengast, lebenslang er⸗ wiesen hast. 5. Laß durch deines Geistes Gaben, Liebe, Glauben und Geduld, durch Bereuung meiner Schuld, mich zu dir sein hoch erhaben! Dann so will ich für und für Ho⸗ sianna singen dir. E Ch. Homburg, i 1681. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag ꝛc. kommt das 23 mene Kirchenjahr, des freut sich alle Christen⸗ schar. 2— König kommt, drum drum freue dich, du wertes Zion, ewiglich. Hallelujah! 2. Wir hören noch das Gnadenwort, das Wort vom Heiland immerfort, das uns den Weg zum Leben weist; Gott, sei für solche Gnad gepreist. Hallelujah! 3. Gott! was uns deine Wahrheit lehrt, die unsern Glauben stärkt und mehrt, das bringe Frucht, auf daß wir dir lobsingen dankbar für und für. Hallelujah. Dr. Johann Olearius, 4 1684. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht 1. 24 Hohn Davids Sohn kommt in Zion eingezogen; ach, be⸗ reitet ihm den Thron, setzt ihm tausend Ehrenbogen; streuet Palmen, machet Bahn, daß er Einzug halten kann! 2. Hosianna, sei gegrüßt! Komm, wir gehen dir ent⸗ gegen; unser Herz ist schon gerüst, will sich dir zu Füßen legen. Zeuch zu unsern Tho⸗ ren ein, du sollst uns will⸗ kommen sein! 3. Hosianna Friedefürst, Ehrenkönig, Held im Streite! Alles, was du schaffen wirst, das ist unsre Siegesbeute. Deine Rechte bleibt erhöht, und dein Reich allein besteht. 4. Hosianna, lieber Gast, wir sind deine Reichsge⸗ nossen, die du dir erwählet Advent. hast, ach, so laß uns unver⸗ drossen deinem Seepter dienst⸗ bar sein; herrsche du in uns allein! 5. Hosianna, komme bald, die Verheißung zu erfüllen! Sollte gleich die Knechtsge⸗ slalt deine Majestät verhüllen, o, so kennet Zion schon Gottes und auch Davids Sohn. 6. Hosianna, steh uns bei! O Herr, hilf, laß wohl⸗ gelingen, daß wir ohne Heu⸗ chelei dir das Herz zum Opfer bringen. Du nimmst keinen Jünger an, der dir nicht gehorchen kann. 7. Hosianna, nah und fern! Eile bei uns einzu⸗ gehen. Du Gesegneter des Herrn, warum willst du draußen stehen? Hosianna, bist du da? Ja, du kommst, Hallelujah! B. Schmolck, 4 1737. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht 1. 0 ieh, dein König 25 S kommt zu dir! Seele, das sind frohe Worte. Sprich: mein König, komm zu mir, sieh, ich öffne dir die Pforte, zeuch mit deiner Sanftmut ein! findest, das ist dein. 2. Komm, ich bin dein Eigentum schon seit deinem Wasserbade; komm; dein Evangelium werde mir ein Wort Was du Advent. Wort der Gnade! Du schickst ja dein Wort voran, daß mein König kommen kann. 3. Komm und räume alles aus, was du hassest, was mich reuet: komm und reinige dein Haus, das die Sünde hat entweihet. Mache selbst mit deinem Blut alles wieder rein und gut! 4. Komm in deinem Abend⸗ mahl. das du uns zum Heil gegeben, daß wir schon im Erdenthal mit dir als im Himmel leben. Komm, Herr Jesu, leb in mir, und mein Leben sei in dir! 5. Komm und bring den Geist auch mit, deinen Geist, der dich verkläret, der mich im Gebet vertritt und des Königs Willen lehret, daß ich bis auf jenen Tag: komm, Herr Jesu, rufen mag. Phl. L. Hiller, 4 1779. Mel. Aus meines Herzens Grunde ꝛc. 26 Erheb. den Herrn, ihr Frommen! Er hält, was er verspricht. Der Heiland ist gekommen, der Bölker Trost und Licht. Gott, der uns nicht verstößt, hat uns zum Heil und Leben selbst seinen Sohn gegeben; durch ihn sind wir erlöst. 2. Erlöst! O welche Liebe hat uns der Herr erzeigt, mit welchem Vatertriebe sein Herz zu uns geneigt! 13 Von seiner Himmel Thron kommt, Rettung vom Ver⸗ derben uns Sündern zu er⸗ werben, sein eingeborner Sohn. 3. Er kommt zu uns auf Erden in tiefer Niedrig⸗ keit, nimmt auf sich die Beschwerden von unsrer Pilgerzeit, enthält sich seiner Macht, verleugnet Himmels⸗ freuden, bis er durch Todes⸗ leiden sein großes Werk vollbracht. 4. Er hats vollbracht: o bringet Gott euren Lob⸗ gesang! Erlöste Menschen, singet dem Mittler ewig Dankl Wo niemand helfen kann, da hilft er aus Er⸗ barmen, wird Licht und Trost uns Armen: o nehmt ihn gläubig an! 5. Du Freund der Men⸗ schenkinder, verwirf uns, Jesu, nicht! Dein Name, Heil der Sünder, ist unsre Zuversicht. Gieb unsren Seelen Ruh; hilf jeden Reiz zu Sünden uns glücklich überwinden; gieb Mut und Kraft dazu! 6. Dich wollen wir er⸗ heben hier und in Ewigkeit, wo uns ein bessres Leben vor deinem Thron erfreut. Dann sind wir ewig dein, und nichts wird uns mehr fehlen, dann werden unsre Seelen vollkommen selig sein. 2 4 1707. Mel. Wie schön leuchtet der Morgen⸗ stern ꝛc. 27 Der Heiland kommt, lobsinget ihm, dem Herrn, dem alle Seraphim das Heilig, Heilig singen! Er kommt, der eingeborne Sohn, und steigt von seines Himmels Thron, der Welt das Heil zu bringen. Preis dir, daß wir von den Sünden Rettung finden; höchstes Wesen, durch dich werden wir genesen. 2. Willkommen, Friede⸗ fürst und Held, Rat, Vater, Kraft und Heil der Welt! willkommen hier auf Erden! Du kleidest dich in Fleisch und Blut, wirst Mensch und willst der Welt zu gut selbst unser Bruder werden. Ja du, Jesu, kommst uns Armen voll Erbarmen nun entgegen, wandelst unsern Fluch in Segen. 3. Du bringst uns Trost, Zufriedenheit, Heil, Leben, ewge Seligkeit, sei hoch dafür gepriesen! O Herr, wie viel zu schwach sind wir, die Treue zu vergelten dir, die du an uns bewiesen! Von dir, da wir im Verder⸗ ben müßten sterben, kommt das Leben O was kannst du Größres geben! 4 Wir bringen dir ein dankbar Herz, gebeugt durch Buße, Reu und Schmerz. bereit vor dir zu wandeln. Advent. und dir und unsrem Nächsten treu, aufrichtig, ohne Heuche⸗ lei, zu denken und zu handeln. Zu dir flehn wir, hilf uns Schwachen, daß wir wachen, beten, ringen und des Fleisches Lust bezwingen. 5 Laß uns zu unserm ewgen Heil an dir im wahren Glauben Teil durch deinen Geist erlangen, auch wenn wir leiden, auf dich sehn, im Guten immer weiter gehn, nicht an der Erde hangen, bis wir zu dir mit den Frommen ewig kommen, dich erheben und in deinem Reiche leben. S Diterich. 4 1797. Mel. Die Tugend wird durchs Kreuz geübet ꝛc 28 Wa⸗ war ich ohne dich gewesen? Was würd ich ohne dich nicht sein? Zu Furcht und Angsten auserlesen, ständ ich in weiter Welt allein. Nichts wüßt ich sicher, das ich liebte;, die Zukunft wär ein dunkler Schlund, und wenn mein Herz sich tief betrübte, wem thät ich meine Sorge kund? 2. Einsam verzehrt von Lieb und Sehnen, erschien mir nächtlich jeder Tag; ich folgte nur mit heißen Thränen dem wilden Lauf des Lebens nach; ich fände Unruh im Getümmel und hoff⸗ Advent. hoffnungslosen Gram zu Haus; wer hielte ohne Freund im Himmel, wer hielte da auf Erden aus? 3. Hat Christus sich mir kund gegeben, und bin ich seiner erst gewiß, wie schnell verzehrt ein lichtes Leben die bodenlose Finsternis! Durch ihn erhalt ich tausend Gaben, durch ihn bin ich ja Gottes Kind, gewiß, ihn unter uns zu haben, wo zwei auch nur versammelt sind. 4. O geht hinaus auf allen Wegen und holt die Irrenden herein; streckt jedem eure Hand entgegen und ladet froh sie zu uns ein! Der Himmel ist bei uns auf Erden, im Glauben schauen wir ihn an. Die eines Glau⸗ bens mit uns werden, auch denen ist er aufgethan. 5. Das Herz, des Lebens reichste Quelle, ein böses Wesen wohnte drin; und wards in unserm Geiste helle, so war nur Unruh der Ge⸗ winn. Ein eisern Band hielt an der Erde die bebenden Gefangnen fest; Furcht vor des Todes Richterschwerte verschlang der Hoffnung Uberrest. 6. Da kam ein Heiland, ein Befreier, ein Menschen⸗ sohn voll Lieb und Macht und hat ein allbelebend nt in unserm Innern angefacht. 15 Nun sahn wir erst den Him⸗ mel offen als unser wahres Vaterland; wir konnten glauben nun und hoffen und fühlten uns mit Gott ver⸗ wandt. 7. Noch steht in wunder⸗ samem Glanze der heilige Geliebte hier; gerührt von seinem Dornenkranze und seiner Treue, weinen wir Ein jeder Mensch ist uns willkommen, der seine Hand mit uns ergreift und, in sein Herz mit aufgenommen, zur Frucht des Paradieses reift. Novalis(Fr. v. Hardenberg), 1 1801. Mel. Wachet auf, ruft uns ꝛc. 29 H wir singen deiner Ehre, erbarm dich unser und er⸗ höre, nimm gnädig unser Loblied an! Herr, wir danken voll Entzücken; wo ist ein Gott, der so beglücken, so lieben und so segnen kann? Der Gott, den wir erhöhn, er, dessen Heil wir sehn, ist die Liebe; schon vor der Zeit, in Ewigkeit war Gott die Liebe, wird sie sein. 2. Um zu dir uns zu erheben, hauchst du in unsre Brust das Leben und schenkest uns der Erde Glück; um zu dir uns zu erheben, entziehst du unsrer Brust das Leben und schenkest uns des Him⸗ mels 16 mels Glück. Du giebst das Leben, Gott! Du sendest uns den Tod nur zum Segen, bist liebevoll; nur unser Wohl, nicht unser Elend schaffest dul 3. Als wir, von der Sünde Plagen gequält, in unserm Elend lagen und Nacht des Todes uns um⸗ fing, fern von deiner Wahr⸗ heit Pfade, da war es, Gott, als deine Gnade erbarmend vor uns überging. Da rief der Liebe Blick ins Leben uns zurück; von der Sünde, von ihrer Macht sind wir erwacht, erwacht, um Gottes Licht zu sehn. 4. Preiset ihn, ihr Jubel⸗ lieder! Zur Erde stieg sein Sohn hernieder, ward Mensch und starb der Sünder Tod. Christus hat den Tod be⸗ zwungen; ein neues Lied werd ihm gesungen! Uns segnet und begnadigt Gott. Wir sind mit ihm versöhnt; ihr Lobgesänge, tönt, tönt zum Himmel! Erschallt schon hier! Einst knieen wir an seinem Thron und beten an. J. J. Eschenburg, 1829. 30 Dein König kommt in niedern Hüllen sanftmütig auf der Esflin Füllen; empfang ihn froh, Jerusaieml Trag ihm ent⸗ gegen Friedenspalmen, be⸗ Advent. streu den Pfad mit grünen Halmen, so ists dem Herren angenehm. 2 O mächtger Herrscher ohne Heere, gewaltger Kämpfer ohne Speere, o Friedensfürst von großer Macht! Es wollen dir der Erde Herren den Weg zu deinem Throne sperren; doch du gewinnst ihn ohne Schlacht. 3. Dein Reich ist nicht von dieser Erden; doch aller Erden Reiche werden dem, das du gründest, unterthan. Bewaffnet mit des Glaubens Worten zieht deine Schar nach den vier Orten der Welt hinaus und macht dir Bahn. 4. Und wenn du kommest hergezogen, da ebnen sich des Meeres Wogen, es schweigt der Sturm, von dir bedroht. Du kommst, auf den em⸗ pörten Triften des Lebens neuen Bund zu stiften, und Rad in Fessel Sünd und od. 5. O Herr von großer Huld und Treue, o komme du auch jetzt aufs neue zu uns, die wir sind schwer ver⸗ stört! Not ist es, daß du selbst hienieden kommst, zu erneuern deinen Frieden, da⸗ gegen sich die Welt empört. 6. O laß dein Licht auf Erden siegen, die Macht der Finster⸗ Weihnachten. 17 Finsternis erliegen und lösch der Zwietracht Glimmen aus, daß wir, die Völker und die Thronen, vereint als Brüder wieder wohnen in deines großen Vaters Haus. Fr. Rückert, 1866, III. Weihnachten. 31 Eĩ ist ein Ros ent⸗ sprungen aus einer Wurzel zart, als uns die alten sungen, von Jesse kam die Art, und hat ein Blümlein bracht mitten im kalten Winter, wohl zu der halben Nacht. 2. Das Röslein, das ich meine, davon Jesaias sagt, hat uns gebracht alleine Marie, die reine Magd. Aus Gottes ewgem Rat hat sie ein Kind geboren, wohl zu der halben Nacht. Aus dem 16. Jahrhundert. Ein Kinderlied auf die Weihnachten vom Kind⸗ lein Jesu. om Himmel hoch, 32 V da komm ich her, ich bring euch gute neue Mär; der guten Mär bring ich so viel, davon ich singn und sagen will. 2. Euch ist ein Kindlein heut geborn, von einer Jung⸗ frau auserkorn, ein Kinde⸗ lein, so zart und fein, das soll eur Freud und Wonne sein. 3. Es ist der Herr Christ, unser Gott, der will euch führn aus aller Not; er will eur Heiland selber sein, von allen Sünden machen rein. 4. Er bringt euch alle Seligkeit, die Gott, der Vater, hat bereit, daß ihr in seinem Himmelreich mit uns sollt leben allzugleich. 5. So merket nun das Zeichen recht: die Krippen, Windelein so schlecht, da findet ihr das Kind gelegt, das alle Welt erhält und trägt. 6. Des laßt uns alle fröhlich sein und mit den Hirten gehn hinein, zu sehn, was Gott uns hat bescheert, mit seinem lieben Sohn ver⸗ ehrt. 7. Sei uns willkommen, edler Gast, den Sünder nicht verschmähet hast, und kommst ins Elend her zu mir: wie soll ich immer danken dir? 8. Ach, Herr, du Schöpfer aller Ding, was bist du e 0 18 Weihnachten. so gering, daß du da liegst auf dürrem Gras, der in dem Schoß des Vaters saß! 9. Und wär die Welt viel⸗ mal so weit, mit Edelstein und Gold bereit', so wäre sie doch viel zu klein, um eine Wiege dir zu sein. 10. Der Sammet und die Seiden dein, das müssen Heu und Windeln sein, worin du, König, groß und reich, her⸗ prangst, als wärs dein Him⸗ melreich. 11. Das hat also gefallen dir, die Wahrheit anzuzeigen mir, wie aller Welt Macht, Ehr und Gut vor dir nichts gilt, nichts hilft noch thut. 12. Ach, du herzlieber Jesu mein, mach dir ein Bette sanft und rein, zu ruhn in meines Herzens Schrein, daß ich nimmer vergesse dein; 18. Davon ich allzeit fröh⸗ lich sei, zu springen, singen immer frei zu Ehren dir, o Gottessohn, mit Herzenslust den süßen Ton. 14. Lob, Ehr sei Gott im höchsten Thron, der uns schenkt seinen eingen Sohn; des freuet sich der Engel Schar und singet uns solch neues Jahr. Luther, 1 1546. 33 elobet seist du, Jesu Christ, daß du Mensch geboren bist von einer Jungfrau, das ist wahr; des freuet sich der Engel Schar. Hallelujah! 2. Des ewgen Vaters einig Kind jetzt man in der Krippen findt; in unser armes Fleisch und Blut verkleidet sich das ewge Gut. Hallelujah! Den aller Weltkreis nie beschloß, der liegt in Mariens Schoß; er ist ein Kindlein worden klein, der alle Ding erhält allein. Hallelujah! 4. Das ewge Licht geht da herein, giebt der Welt ein neuen Schein; es leucht wohl mitten in der Nacht und uns des Lichtes Kinder macht. Hallelujah! 5. Der Sohn des Vaters, Gott von Art, ein Gast in der Welt hie ward und führt uns aus dem Jammerthal, macht Erben uns in seinem Saal. Hallelujah! 6. Er ist auf Erden kom⸗ men arm, daß er unser sich erbarm und uns im Himmel mache reich und seinen lieben Engeln gleich. Hallelujah! Das hat er alles uns gethan, sein groß Lieb zu zeigen an; des freu sich alle Christenheit und dank ihm des in Ewigkeit. Hallelujah! Luther, 4 1546. 3 4 Lobt Gott ihr Chri⸗ sten allzugleich, in seinem höchsten Thron, der heut schleußt auf sein Him⸗ melreich Weihnachten. 19 melreich und schenkt uns sei⸗ nen Sohn. 2. Er kommt aus seines Vaters Schoß und wird ein Kindlein klein; er liegt dort elend, nackt und bloß in einem Krippelein. 3. Der Herr begiebt sich der Gewalt, wird niedrig und gering, nimmt an sich eines Knechts Gestalt, der Schöpfer aller Ding. 4. Er wechselt mit uns wunderbar, nimmt Fleisch an, wird uns gleich und beut uns Gottes Klarheit dar in seines Vaters Reich. 5. Er wird ein Knecht und ich ein Herr, das mag ein Wechsel sein! Wie könnte doch sein freundlicher das liebe Christkindlein! 6. Heut schleußt er wieder auf die Thür zum schönen Paradeis; der Cherub steht nicht mehr dafür, Gott sei Lob, Ehr und Preis! N. Hermann, 1 1561. 35 Früden soll mein Herze springen dieser Zeit, da vor Freud alle Engel singen. Hört, hört, wie mit vollen Chören alle Luft 17 und ruft: Chri⸗ stus ist geboren! 2. Heute geht aus seiner Kammer Gottes Held, der die Welt reißt aus allem Jammer. Gott wird Mensch, dir, Mensch, zu gute; Gottes Kind, das verbindt sich mit unserm Blute. 3. Sollt uns Gott nun können hassen, der uns giebt, was er liebt über alle Maßen? Gott giebt, unserm Leid zu wehren, seinen Sohn aus dem Thron seiner Macht und Ehren. 4. Nun, er liegt in seiner Krippen, ruft zu sich mich und dich, spricht mit süßen Lippen: lasset fahren, lieben Brüder, was Euch quält, was euch fehlt; ich bring alles wieder. 5. Ei, so kommet ohn Ver⸗ weilen, stellt euch ein, groß und klein, laßt uns zu ihm eilen! Liebt den, der vor Liebe brennet, schaut den Stern, der uns gern Licht und Labsal gönnet. 6. Die ihr schwebt in großen Leiden, sehet hier ist die Thür zu den wahren Freuden. Faßt ihn wohl, er wird euch führen an den Ort, da hinfort euch kein Kreuz wird rühren. 7. Wer sich fühlt beschwert im Herzen, wer empfindt seine Sünd und Gewissensschmer⸗ zen, sei getrost: hier wird gefunden, der in Eil machet heil auch die tiefsten Wunden. 8. Die ihr arm seid und elende, kommt herbei, füllet frei eures Glaubens Hände! Hier sind alle guten Gaben und das Gold, dran ihr sollt eure Herzen laben. 20 Weihnachten. 9. Süßes Heil! laß dich umfangen, laß mich dir, meine Zier, unverrückt anhangen! Du bist meines Lebens Leben, nun kann ich mich durch dich wohl zufrieden geben. 10. Ich will dich mit Fleiß bewahren, ich will dir leben hier und mit dir heim⸗ fahren; mit dir will ich endlich schweben voller Freud, ohne Zeit dort im andern Leben. P. Gerhardt, 4 1676. Mel. Erschienen ist der herrlich ꝛc. 36 Wir singen dir, Im⸗ manuel, du Le⸗ bensfürst und Gnadengquell, daß du, o lang gewünschter Gast, dich nunmehr einge⸗ stellet hast. Halleluja! 2. Vom Anfang, da die Welt gemacht, hat so manch Herz nach dir gewacht; dich hat gehofft so lange Jahr der Väter und Propheten Schar. Hallelujah! 3. Ach, daß der Herr aus Zion käm und unsre Bande von uns nähm! Ach, daß die Hilfe bräch herein, so würde dein Volk fröhlich sein. Hallelujah! 4. Nun, du bist hier, da liegest du, hältst in dem Kripplein deine Ruh, bist klein und machst doch alles groß, bekleidst die Welt und kommst doch bloß. Hallelujah! 5. Du kehrst in fremde Hausung ein, und sind doch alle Himmel dein; du liegst an einer Menschenbrust und bist doch aller Engel Lust. Hallelujah! 6. Du bist der Ursprung aller Freud und duldest so viel Herzeleid; du bist der größte Menschenfreund, doch sind dir so viel Menschen feind. Hallelujah! 7. Ich aber, dein geringster Knecht, ich sag es frei und mein es recht: ich liebe dich, doch nicht so viel, als ich dich gerne lieben will. Halle⸗ lujahl 8. Der Will ist da, die Kraft ist klein; doch wird dir nicht zuwider sein mein armes Herz, und was es kann, wirft du in Gnaden nehmen an. Hallelujah! 9. Darum hab ich so guten Mut, du wirst auch halten mich für gut; o Jesu Christ, dein frommer Sinn macht, daß ich so voll Trostes bin. Hallelujah! 10. Und bin ich gleich der Sünde voll, hab ich gelebt nicht, wie ich soll, so kommst du doch deswegen her, daß sich der Sünder zu dir kehr. Hallelujah!“— 11. So faß ich dich nun ohne Scheu; du machst mich alles Jammers frei; du trägst die Schuld, erwürgst den Tod, verkehrst in Freud all Angst und Not. Hallelujah! 12. Du bist mein Hai hin⸗ Weihnachten. 21 hinwiederum bin ich dein Glied und Eigentum und will, soviel dein Geist mir giebt, stets dienen dir, wie dirs beliebt. Hallelujah! 13. Ich will dein Halle⸗ lujah hier mit Freuden singen R. und für und dort in deinem Ehrensaal solls schal⸗ len ohne Zeit und Zahl. Hallelujah! P. Gerhardt, 1 1676. Mel. Nun freut euch, lieben Christen ꝛc. 37 J Occh steh an deiner Krippe hier, o Jesu, du mein Leben! Ich stehe, bring und schenke dir, was du mir hast gegeben. Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn, Herz, Seel und Mut, nimm alles hin, und laß dirs wohl gefallen! 2. Da ich noch nicht ge⸗ boren war, da bist du mir geboren, und hast mich dir zu eigen gar, eh ich dich kannt, erkoren; eh ich noch war ans Licht gebracht, da hat dein Herze schon bedacht, wie du mein wolltest werden. 3. Ich lag in tiefer Todes⸗ nacht, du wurdest meine Sonne, die Sonne, die mir zugebracht Licht, Leben, Freud und Wonne. O Sonne, die das werte Licht des Glau⸗ bens in mir zugericht, wie 194 sind deine Strahlen! sehe dich mit Freuden an und kann nicht satt mich sehen, und weil ich nun nicht weiter kann, so preis ich, was geschehen. O daß mein Sinn ein Ab⸗ grund wär und meine Seel ein weites Meer, daß ich dich möchte fassen! 5. Wenn oft mein Herz vor Leide weint und keinen Trost kann finden, da ruft mirs zu: ich bin dein Freund, ein Tilger deiner Sünden: was trauerst du, o Bruder mein? Du sollst ja guter Dinge sein, ich zahle deine Schulden. 6. Du fragest nicht nach Lust der Welt, noch nach des Leibes Freuden; du hast dich bei uns eingestellt, an unsrer Statt zu leiden; suchst meiner Seele Trost und Freud durch dein selbst⸗ eignes Herzeleid; das will ich dir nicht wehren. 7. Eins aber, hoff ich, wirst du mir, mein Heiland, nicht versagen: daß ich dich möge für und für in meinem Herzen tragen. So laß mich deine Wohnung sein, komm, komm und kehre bei mir ein 505 allen deinen Freuden! Zwar sollt ich denken, We gering ich dich bewirten werde; du bist ein Schöpfer aller Ding, ich bin nur Staub und Erde; doch bist du ein so lieber Gast, daß du noch nie verschmähet hast den, der dich gerne siehet. P. Gerhardt, 1676, 22 Weihnachten. Mel. O daß ich tausend Zungen ꝛe. 38 Dies ist die Nacht, da mir erschienen des großen Gottes Freund⸗ lichkeit. Das Kind, dem alle Engel dienen, bringt Licht in meine Dunkelheit, und dieses Welt⸗ und Himmels⸗ licht weicht hunderttausend Sonnen nicht. 2. Laß dich erleuchten, meine Seele, versäume nicht den Gnadenschein! Der Glanz in dieser kleinen Höhle streckt sich in alle Welt hinein; er treibet weg der Höllen Macht, der Sünden und des Todes Nacht. 3. In diesem Lichte kannst du sehen das Licht der klaren Seligkeit. Wenn Sonne, Mond und Stern vergehen dereinst am Ende dieser Zeit, wird dieses Licht mit seinem Schein dein Himmel und dein Alles sein. 4. Laß nur indessen helle scheinen dein Glaubens⸗ und dein Liebeslicht; mit Gott mußt du es treulich meinen, sonst hilft dir diese Sonne nicht; willst du genießen diesen Schein, so darfst du nicht mehr dunkel sein. 5. Drum, Jesu, schöne Weihnachtssonne, bestrahle mich mit deiner Gunst; dein Licht sei meine Weihnachts⸗ wonne und lehre mich die Weihnachtskunst, wie ich im Lichte wandeln soll und sei des Weihnachtsglanzes voll. K. F. Nachtenhöfer, 4 1685. Mel. Lobe den Herren, den ꝛc. 39 Jauchzet, ihr Himmel, * frohlocket ihr Engel, in Chören! Singet dem Herren, dem Heiland der Menschen, zu Ehren! Sehet doch da, Gott will so freund⸗ lich und nah zu den Ver⸗ lornen sich kehren. 2. Jauchzet, ihr Himmel, frohlocket, ihr Enden der Erden! Gott und der Sünder, die sollen zu Freunden nun werden. Friede und Freud wird uns verkündiget heut; freuet euch, Hirten und Herden! 3. Sehet dies Wunder, wie tief sich der Höchste ge⸗ neiget! Sehet die Liebe, die ganz sich als Liebe nun zeiget! Sie wird ein Kind, träget und tilget die Sünd; alles anbetet und schweiget. 4. Gott ist im Fleische! wer kann dies Geheimnis verstehen? Hier ist die Pforte des Lebens nun offen zu sehen. Gehet hinein, eins mit dem Kinde zu sein, die ihr zum Vater wollt gehen. 5. Hast du denn, Höchster, auch meiner noch wollen gedenken? Du willst dich selber, dein Herze voll Liebe mir Weihnachten. 23 mir schenken; sollt nicht mein Sinn innigst sich freuen darin und sich in Demut versenken. 6. König der Ehren, aus Liebe geworden zum Kinde, dem ich auch wieder mein Herze in Liebe verbinde, du sollst es sein, den ich erwähle allein; ewig entsag ich der Sünde. 7. Treuer Immanuel, werd auch in mir noch ge⸗ boren; komm doch, mein Heiland, und laß mich nicht länger verloren! Wohne in mir, mache ganz eins mich mit dir, in dir zum Leben erkoren! 8. Menschenfreund, Jesu, dich lieb ich, dich will ich erheben, laß mich doch einzig nach deinem Gefallen nun leben! gieb mir auch bald, Jesu, die Kindesgestalt, völlig mich dir zu ergeben! G. Terstegen, 4 1769. Mel. Vom Himmel hoch ꝛe. 40 ies ist der Tag, den Gott gemacht, sein werd in aller Welt ge⸗ dacht; ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist. 2. Die Völker haben dein geharrt, bis daß die Zeit erfüllet ward, da sandte Gott von seinem Thron das Heil der Welt, dich, seinen Sohn. 3. Wenn ich dies Wunder fassen will, so steht mein Geist vor Ehrfurcht still; er betet an, und er ermißt, daß Gottes Lieb unendlich ist. Damit der Sünder Gnad erhält, erniedrigst du dich, Herr der Welt, nimmst selbst an unsrer Menschheit teil, erscheinst im Fleisch zu unserm Heil. 5. Dein König, Zion, kommt zu dir.„Ich komm, im Buche steht von mir; Gott, deinen Willen thu ich gern.“ Gelobt sei, der da kommt im Herrn! 6. Herr, der du Mensch geboren wirst, Immanuel und Friedensfürst, auf den die Väter hoffend sahn, dich, Gott, mein Heiland, bet ich an! 7. Du, unser Heil und höchstes Gut, vereinest dich mit Fleisch und Blut, wirst unser Freund und Bruder hier, und Gottes Kinder werden wir. 8. Durch Eines Sünde fiel die Welt, Ein Mittler ists, der sie erhält. Was zagt der Mensch, wenn der ihn schützt, der in des Vaters Schoße sitzt! 9. Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erfuhrt, den Tag der heiligsten Geburt; und Erde, die ihn heute sieht, sing ihm, dem Herrn ein neues Lied! 10. Dies ist der Tag, den Gott gemacht, sein werd in aller Welt gedacht; ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist. Chr. F. Gellert, 4 1769. Mel. Kommt her zu mir ꝛc. 41 Boich an, du schönes Morgenlicht! Das ist der alte Morgen nicht, der täglich wiederkehret; es ist ein Leuchten aus der Fern, es ist ein Schimmer, ist ein Stern, von dem ich längst gehöret. 2. Nun wird ein König aller Welt, von Ewigkeit zum Heil bestellt, ein zartes Kind geboren; der Teufel hat sein altes Recht am ganzen menschlichen Geschlecht verspielt und schon verloren. 3. Der Himmel ist jetzt nimmer weit, es naht die selge Gotteszeit der Freiheit und der Liebe; wohlauf, du frohe Christenheit, daß jeder sich nach langem Streit in Friedenswerken übe. 4. Ein ewig festes Liebes⸗ band hält jedes Haus und jedes Land und alle Welt umfangen; wir alle sind ein heilger Stamm, der Löwe spielet mit dem Lamm, das Kind am Netz der Schlangen. 5. Wer ist noch, welcher sorgt und sinnt? Hier in Weihnachten. der Krippe liegt ein Kind mit lächelnder Geberde. Wir preisen dich, du Sternenheldl Willkommen, Heiland aller Welt! Willkommen auf der Erde! M. v. Schenkendorf, 1 1817. Mel. Lobe den Herren, den ꝛe. 42 Ebre sei Gott in der Höhe! der Herr ist geboren! Laßt uns ihm singen, o Christen; auch wir sind erkoren, sein uns zu freun, und durch ihn selig zu sein; Christen, wir sind nicht verloren. 2. Schatten und Dunkel bedeckten den Erdkreis; es irrten Völker umher, wie die Herden, verlassen vom Hirten. Jesus erschien, Nächte verschwanden durch ihn, die auch den Weisen verwirrten. 3. Menschen, berufen, durch Liebe die Gottheit zu ehren, folgten der Zwietracht und haßten sich vor den Altären. Jesus erschien, und es ward Friede durch ihn; singet es laut ihm zu Ehren! 4. Ehre sei Gott in der Höhe! Ein ewiges Leben hat er durch ihn, den Geliebten, uns allen gegeben. Bis in das Grab stieg er vom Himmel herab, einst uns zum Himmel zu heben. 5. Selige Aussicht! Wie werd ich im Lichte der Höhe, Retter, Weihnachten. 25 Retter, dich preisen, wenn dort ich verherrlicht dich sehe! Danket schon hier, Christen, o dankt ihm mit mir: Ehre sei Gott in der Höhe! A. H. Niemeyer, 1 1827. Mel. Herr Gott, dich loben alle wir ꝛc. 43 Envor zu Gott, mein Lobgesang! Er, dem das Lied der Engel klang, der hohe Freudentag ist da; lobsinget ihm: Hallelujah! 2. Vom Himmel kam in dunkler Nacht, der uns das Lebenslicht gebracht; nun leuchtet uns ein milder Strahl wie Morgenrot im dunklen Thal. 3. Er kam, des Vaters Ebenbild, von schlichtem Pilgerkleid umhüllt, und führet uns mit sanfter Hand, ein treuer Hirt, ins Vater⸗ land. 4. Er, der jetzt bei dem Vater thront, hat unter uns, ein Mensch, gewohnt, damit auch wir ihm werden gleich auf Erden und im Himmel⸗ reich. 5. Einst führet er zur Himmelsbahn uns, seine Brüder, auch hinan und wandelt unser Pilgerkleid in Dan en und Herrlich⸗ eit. 6. Empor zu Gott, mein Lobgesang! Er, dem der Engel Lied erklang, der hohe Freudentag ist da; ihr Chri⸗ sten, singt Hallelujah! F. A. Krummacher, 1845. Mel. Valet will ich dir geben ꝛe. 4 4 Exrullt sind Stund und Zeiten, der neue Tag bricht an; das Licht der Ewigkeiten tritt auf die Siegesbahn; zur Mitternacht verschwiegen hat es sich ein⸗ gestellt; die Engel Gottes fliegen und rufens in die Welt. 2. Hier liegts im Mutter⸗ schoße und ist noch schwach und klein; nur zu geringem Lose scheint es bestimmt zu sein, als sollt es sich ver⸗ lieren in tiefer Dunkelheit, und doch soll es regieren die Welt in Herrlichkeit. 3. Es muß vor diesem Lichte der Erde Glanz ver⸗ gehn, vor diesem Angesichte die Sonne finster stehn. Sein still verborgnes Wesen hat eine solche Macht, daß Kranke drin genesen und Totes neu erwacht. 4. Es freuen sich die Armen, die Müden in dem Schein; es ladet voll Er⸗ barmen die Schwachen zu sich ein. Die Stolzen nur erquicken sich nicht an seinem Strahl; nur den verkehrten Blicken ist dieses Licht zur Qual. 5. O Licht, laß uns hie⸗ nieden als deine Kinder stehn, bis wir dereinst in Frieden den höhern Aufgang sehn! O Jesu, Stern der Gnade, des Vaters Glanz und Zier, o leucht auf unsre Pfade, damit sie gehn zu dir. Chr. R. Puchta, 1858. Mel. Aus meines Herzens Grunde. 45 Der heilge Christ ist kommen, der teure Gottessohn; des freun sich alle Frommen am höchsten Himmelsthron. Auch was auf Erden ist, soll preisen hoch und loben mit allen Engeln droben den lieben heilgen Christ. 2. Das Licht ist aufge⸗ gangen, die lange Nacht ist hin; die Sünde liegt ge⸗ Mel. Herr Jesu Christ, dich ꝛe. 46 Doas alte Jahr ver⸗ gangen ist; wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du in Not uns und Gefahr behütet hast lang Zeit und Jahr. 2. Wir bitten dich, den ewgen Sohn des Vaters in dem höchsten Thron: du wollst dein arme Christenheit bewahren ferner allezeit. Vr Weihnachten. IV. Jahres wechel. . fangen, erlöst ist Herz und Sinn. Die Sündenangst ist weg, der Glaube geht zum Himmel nun aus dem Welt⸗ getümmel auf einem sichern Steg. 3. Nun sind nicht mehr die Kinder verwaist und vaterlos; Gott rufet selbst die Sünder in seinen Gnaden⸗ schoß, er will, daß alle, rein von ihren alten Schulden, vertrauend seinen Hulden, gehn in den Himmel ein. 4. Drum freuet euch und preiset, ihr Seelen fern und nah! Der euch den Vater weiset, der heilge Christ ist da; er ruft so freundlich drein mit süßen Liebesworten Ge⸗ öffnet sind die Pforten, ihr Kinder, kommt herein! E. M. Arndt, 4 1860. 3. Entzeuch uns nicht dein heilsam Wort, der See⸗ len höchsten Trost und Hort; von Irrlehr und Abgötterei behüt uns, Herr, und steh uns bei! ö 4. Hilf, daß wir fliehn die Sündenbahn und fromm zu werden fangen an; der Sünd im alten nicht gedenk, ein gnadereich neu Jahr uns schenk! 888 nicht See⸗ Hort; ötterei d steh fliehn fromm n; der gedenk, ihr uns Jahreswechsel. 5. Hilf christlich leben stetiglich, in dir einst sterben seliglich und darnach fröhlich auferstehn und mit dir in den Himmel gehn. 6. Zu loben und zu preisen dich mit allen Engeln ewig⸗ lich. O Jesu, unsern Glau⸗ ben mehr zu deines Ramens Lob und Ehr. Von J. Steuerlein und J. Tapp, um 1620. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt ꝛc. 47 Hec⸗ Herr Jesu, laß gelingen, hilf, das neue Jahr geht an; laß es neue Kräfte bringen, daß aufs neu ich wandeln kann. Neues Glück und neues Leben wollest du aus Gnaden geben. 2. Meiner Hände Werk und Thaten, meiner Zunge Red und Wort müssen nur durch dich geraten und ganz glücklich gehen fort. Neue Kraft laß mich erfüllen, zu verrichten deinen Willen. 3. Was ich dichte, was ich mache, das gescheh in dir allein; wenn ich schlafe, wenn ich wache, wollest du, Herr, bei mir sein; geh ich aus, wollst du mich leiten, kehr ich heim, steh mir zur Seiten. 4. Laß mich beugen meine Kniee nur zu deines Namens Ehr; hilf, daß ich mich stets 27 bemühe, dich zu preisen mehr und mehr. Laß mein Bitten, Flehn und Singen zu dir in den Himmel dringen. 5. Laß dies sein ein Jahr der Gnade, laß bereun mich meine Sünd; hilf, daß sie mir nimmer schade und ich bald Verzeihung find, Herr, in dir; denn du, mein Leben, kannst die Sünd allein ver⸗ geben. 6. Tröste mich mit deiner Liebe, nimm, o Gott, mein Flehen hin, sieh, wie sehr ich mich betrübe, ja voll Angst und Zagen bin. Stärke mich in meinen Nöten, daß mich Sünd und Tod nicht töten. 7. Herr, du wollest Gnade geben, daß dies Jahr mir heilig sei, und ich christlich könne leben, sonder Trug und Heuchelei, daß ich noch allhier auf Erden fromm und selig möge werden. 8. Jesu, richte mein Be⸗ ginnen, Jesu, bleibe stets bei mir; Jesu, zähme mir die Sinnen, Jesu, sei nur mein Begier; Jesu, sei mir in Gedanken, Jesu, lasse nie mich wanken. 9. Jesu, laß mich fröhlich enden dieses angefangne Jahr; trage stets mich auf den Händen, halte bei mir in Gefahr. Freudig will ich dich umfassen, wenn ich soll die Welt verlassen. 9050— + 1667. Mel. Nun laßt uns Gott, dem Herren ꝛc. 48 Nem laßt uns gehn und treten mit Singen und mit Beten zum Herrn, der unserm Leben bis hierher Kraft gegeben. 2. Wir gehn dahin und wandern von einem Jahr zum andern, wir leben und gedeihen vom alten bis zum neuen. 3. Denn wie von treuen Müttern in schweren Unge⸗ wittern die Kindlein hier auf Erden mit Fleiß bewahret werden: 4. Also auch und nicht minder läßt Gott ihm seine Kinder, wenn Not und Trüb⸗ sal blitzen, in seinem Schoße sitzen. 5. Ach, Hüter unsers Le⸗ bens, fürwahr es ist ver⸗ gebens mit unserm Thun und Machen, wo nicht dein Augen wachen. 6. Gelobt sei deine Treue, die alle Morgen neue; Lob sei den starken Händen, die alles Herzleid wenden! 7. Laß ferner dich erbitten, o Vater, und bleib mitten in unserm Kreuz und Leiden, ein Brunnen unsrer Freuden. 8. Gieb uns und allen denen, die sich von Herzen sehnen nach dir und deiner Hulde, ein Herz, das sich gedulde. Jahreswechsel. 9. Sprich deinen milden Segen zu allen unsern We⸗ gen, laß Großen und auch Kleinen die Gnadensonne scheinen! 10. Sei der Verlassnen Vater, der Irrenden Be⸗ rater, der Unversorgten Gabe, der Armen Gut und Habe! 11. Hilf gnädig allen Kranken, gieb fröhliche Ge⸗ danken den hochbetrübten Seelen, die sich mit Schwer⸗ mut quälen! 12. Und endlich, was das meiste, füll uns mit deinem Geiste, der uns hier herrlich ziere und dort zum Himmel führe! 13. Das alles wollst du geben, o unsres Lebens Leben, uns und der Christenschare zum selgen neuen Jahrel P. Gerhardt, 4 1676. Mel. Wie nach einer Wasserquelle ꝛc. 49 Aberm ein Jahr verflossen näher zu der Ewigkeit! Wie ein Pfeil wird abgeschossen, so vergehet meine Zeit, o Jehovah Zebaoth! unver⸗ änderlicher Gott! Ach, was soll, was soll ich bringen, deiner Langmut Dank zu singen? 2. Ich erschrecke, mächtig Wesen! Ich versink in Angst und Not; denn mein Beten, Singen, S& —4.— SE S — SG DꝗEDDDEENEEE& — Jahreswechsel. 29 Singen, Lesen, ach, das ist so träg und tot. Heilig! Heilig! Heiliger! Großer Seraphinen⸗Herr! Wehe mir! ich muß vergehen; denn wer kann vor dir bestehen? 3. Aber du bist auch sanft⸗ mütig, o getreues Vater⸗ herz! In dem Bürgen bist du gütig, der gefühlt des Todes Schmerz. Steh ich nicht in deiner Hand einge⸗ zeichnet als ein Pfand, das du ewig willst bewahren vor des bösen Feindes Scha⸗ ren? 4. Auf, mein Herz, gieb dich nun wieder ganz dem Friedensfürsten dar! Opfre dem des Dankes Lieder, wel⸗ cher krönet Tag und Jahr. Fang ein neues Leben an, das zum Ziel dich führen kann, wo du durch ein selig Sterben wirst die Himmels⸗ kron ererben. 5. Soll ich denn in dieser Hütten mich ein Zeit lang plagen noch, so wirst du mich überschütten mit Ge⸗ duld, das weiß ich doch. Trag auf deinem Herzen mich, Jesu Christe, dir will ich heut von neuem mich ver⸗ schreiben, dir auf ewig treu zu bleiben. 6. An dem Abend und dem Morgen, Gott, mein Rat, besuche mich! Laß der Heiden Nahrungssorgen nim⸗ mer scheiden mich und dich! Prüf mich jeden Augenblick, gieb, daß ich mein Haus be⸗ schick, daß ich wache, bet und flehe, ehe denn ich schnell vergehe. J. Neander, 4 1680. Mel. Herzlich thut mich verlangen ꝛc. 50 Durch Trauern und durch Plagen, durch Not, durch Angst und Pein, durch Hoffnung und durch Klagen, durch Sorgen groß und klein bin ich, Gott ob, gedrungen, dies Jahr ist nun dahin: dir, Gott, sei Lob gesungen! Bewegt ist Herz und Sinn. 2. Der du mich hast er⸗ bauet, in dir besteht mein Heil: dir ist mein Glück ver⸗ trauet, du bist und bleibst mein Teil. Du hast mich wohl erhalten, du bist mein Trost und Hort; dich laß ich ferner walten; Herr, führ mich fort und fort. 3. Mein Gott, o meine Liebe, was du willst, will auch ich; gieb, daß ich nichts verübe, was irgend wider dich; dir ist mein Will ergeben, ja, er ist nicht mehr mein, dieweil mein ganzes Leben dein eigen wünscht zu sein. 4. Nach dir soll ich mich schicken, und, Herr, ich wills auch thun. Soll mich die Armut drücken? Ich will dabei beruhn. Soll mich Verfolgung plagen? Ja, 3⁴ Herr, 30 Jahreswechsel. Herr, befiehl du mir! Soll ich Verachtung tragen? Ach, ich gehorch auch hier. 5. Soll ich verlassen leben? Herr Gott, dein Wille gilt. Soll ich in Aengsten schwe⸗ ben? Mein Heiland, wie du willt. Soll ich denn Krank⸗ heit leiden? Ich will gehor⸗ sam sein. Soll ich von hinnen scheiden? Herr, dein Will ist auch mein. 6. Heut ist das Jahr be⸗ schlossen; Herr, deine Gnade sei heut auf mich neu er⸗ gossen, mein Herze werd auch neu. Laß ich die alten Sün⸗ den, so werd ich, Gott, bei dir auch neuen Segen fin⸗ den, dein Wort verspricht es mir. G. W. Sacer. 1699. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht 2. 51 Qesus soll die Losung NI sein, da ein neues Jahr erschienen; Jesu Name soll allein denen zum Paniere dienen, die in seinem Bunde stehn und auf seinen Wegen gehn. 2. Jesu Name, Jesu Wort soll in der Gemeinde schallen, und so oft wir an den Ort, der nach ihm genannt ist, wallen, mache seines Namens Ruhm unser Herz zum Hei⸗ ligtum. 3. Sein Versühnen und sein Heil wollen wir im Glauben ehren; also wird es uns zu teil, wird sich täglich bei uns mehren, auch fürs neue Jahr uns beut Jesu Name Seligkeit. 4. Unsere Wege wollen wir nun in Jesu Namen gehen; geht uns dieser Leitstern für, so wird alles wohl bestehen, und durch seinen Gnaden⸗ schein alles voller Segen sein. 5. Alle Sorgen, alles Leid soll sein Name uns versüßen, so wird alle Bitterkeit uns ein Segen werden müssen. Jesu Nam sei Sonn und Schild, welcher allen Kum⸗ mer stillt. 6. Jesus, aller Bürger Heil, unserm Ort ein Gna⸗ denzeichen, unsres Landes bestes Teil, dem kein Kleinod zu vergleichen, Jesus, unser Schutz und Hort, bleib uns Losung fort und fort. B. Schmolck, 4 1737. Mel. Es ist das Heil uns ꝛc. 52 Goett ruft der Sonn und schafft den Mond, das Jahr danach zu teilen; er schafft es, daß man sicher wohnt, und heißt die Zeiten eilen; er ordnet Jahre, Tag und Nacht. Auf, laßt uns ihm, dem Gott der Macht, Ruhm, Preis und Dank erteilen! Herr, der da ist und der da war! Von danker⸗ füllten Zungen sei dir 595 a 0 9 . d . 9 d . N 1 9 Jahreswechsel. 31 das verflossne Jahr ein heilig Lied gesungen, für Le⸗ ben, Wohlfahrt, Trost und Rat, für Fried und Ruh, für jede That, die uns durch dich gelungen. 3. Laß auch dies Jahr ge⸗ segnet sein, das du uns neu gegeben, verleih uns Kraft — die Kraft ist dein—, in deiner Furcht zu leben! Du schützest uns, und du ver⸗ mehrst der Menschen Glück, wenn sie zuerst nach deinem Reiche streben. 4. Hilf deinem Volke vä⸗ terlich in diesem Jahre wie⸗ der, erbarme der Verlassnen dich und der bedrängten Glieder; gieb Glück zu jeder guten That, und laß dich, Gott, mit Heil und Rat auf unsern Fürsten nieder. 5. Daß Weisheit und Ge⸗ rechtigkeit auf seinem Stuhle throne, daß Tugend und Zufriedenheit in unserm Lande wohne; daß Treu und Liebe bei uns sei: dies, lieber Vater, dies verleih in Christo, deinem Sohne! Chr. F. Gellert, 4 1769. V. Darstellung und Erscheinung Jesu Christi. Mel. Unser Herrscher, unser König, ꝛc. 53 erde Licht, du Stadt der Hei⸗ den, und du, Salem, werde Licht; schaue, welch ein Glanz mit Freuden über deinem Haupt anbricht! Gott hat derer nicht vergessen, die im Finstern sind gesessen. 2. Dunkelheit, die mußte weichen, als dies Licht kam in die Welt, dem kein andres zu vergleichen, welches alle Ding erhält. Die nach diesem Glanze sehen, dürfen nicht im Finstern gehen. 3. Ach, wie waren wir verblendet, ehe noch dies Licht brach an! Ja, da hatte sich gewendet schier vom Himmel jedermann; unsre Augen und Geberden hingen einzig an der Erden. 4. Gottes Rat war uns verborgen, seine Gnade schien uns nicht, Klein und Große mußten sorgen, jedem fehlt es an dem Licht, das zum rechten Himmelsleben seinen Glanz uns sollte geben. 5. Aber wie hervorge⸗ gangen ist der Aufgang aus der Höh, haben wir das Licht empfangen, welches so viel Angst und Weh aus der Welt hinweggetrieben, daß nichts Dunkles ist ge⸗ blieben. 6. Dieses Licht läßt uns nicht wanken in der rechten Glaubensbahn. Ewig, Herr, will ich dir danken, daß du hast so wohl gethan und uns diesen Schatz ge⸗ schenket, der zu deinem Reich uns lenket. 7. Gieb, Herr Jesu, Kraft und Stärke, daß wir dir zu jeder Zeit durch der Liebe Glaubenswerke folgen in Ge⸗ rechtigkeit und hernach im Freudenleben heller als die Sterne schweben. 8. Dein Erscheinen müß erfüllen mein Gemüt in aller Not; dein Erscheinen müsse stillen meine Seel auch gar im Tod; Herr, in Freuden und im Weinen müsse mir dein Licht er⸗ scheinen! 9. Jesu, laß mich endlich gehen freudig aus der bösen Welt, dein so helles Licht zu sehen, das mir dort schon ist bestellt, wo wir sollen unter Kronen in der schön⸗ sten Klarheit wohnen. Joh. Rist, 4 1667. Mel. Valet will ich dir geben ꝛc. 54. Jesu, Licht der Heiden, der From⸗ men Schatz und Lieb! Wir kommen jetzt mit Freuden durch deines Geistes Trieb in diesen deinen Tempel und 32 Darstellung und Erscheinung Jesu Christi. suchen mit Begier, nach Simeons Exempel, dich, Gottes Sohn, allhier. 2. Du wirst von uns gefunden, o Herr, an jedem Ort, dahin du dich verbun⸗ den durch dein Verheißungs⸗ wort; vergönnst noch heut⸗ zutage, daß man dich glei⸗ cherweis auf Glaubensarmen trage, wie hier der fromme Greis. 3. Sei unser Glanz in Wonne, ein helles Licht in Pein, in Schrecken unsre Sonne, im Kreuz ein Gnaden⸗ schein, in Zagheit Glut und Feuer, in Not ein Freuden⸗ strahl, in Banden ein Be⸗ freier, ein Stern in Todes⸗ qual! 4. Herr, laß auch uns gelingen, daß einst, wie Simeon, ein jeder Christ kann singen den schönen Schwanenton: mir werden nun mit Frieden die Augen zugedrückt, nachdem ich schon hienieden den Heiland hab erblickt. 5. Ja, ja, ich hab im Glauben, mein Jesu, dich geschaut; kein Feind kann dich mir rauben, dräut er auch noch so laut. Ich wohn in deinem Herzen, und in dem meinen du; uns scheiden keine Schmerzen, kein Angst, kein Tod dazu. Joh. Franck, 5 1677. —— See V8.SS Een — Darstellung und Erscheinung Jesu Christi. 33 Mel. Lobt Gott, ihr Christen all⸗ zugleich ꝛc. 5 5 N. Seele, auf und — säume nicht! Es bricht das Licht herfür; den Wunderstern giebt dir Be⸗ richt, der Held sei vor der Thür. 2. Geh aus von deinem Vaterland, zu suchen solchen Herrn, laß deine Augen sein gewandt auf diesen Morgen⸗ stern! 3. Gieb acht auf diesen hellen Schein, der aufge⸗ gangen ist; er führet dich zum Kind hinein, das heißet Jesu Christ. 4. Er ist der Held aus Davids Stamm, der alle Feinde schlägt; er ist das teure Gotteslamm, das unsre Sünde trägt. 5. Drum mache dich be⸗ hende auf, befreit von aller Last, und laß nicht ab von deinem Lauf, bis du dies Kindlein hast. 6. Halt dich im Glauben an das Wort, das fest ist und gewiß; das führet dich zum Lichte fort aus aller Finsternis. 7. Drum sinke nur vor seinem Glanz in tiefste De⸗ mut ein, und laß dein Herz erleuchten ganz von solchem Freudenschein! 8. Gieb dich ihm selbst zum Opfer dar mit Geist und Leib und Seel und singe mit der Engel Schar:„Hier ist Immanuel!“ 9. Hier ist das Ziel, hier ist der Ort, wo man zum Leben geht; hier ist des Pa⸗ radieses Pfort, die wieder offen steht. 10. Hier fallen alle Sorgen hin, zur Lust wird alle Pein; es wird erfreuet Herz und Sinn; denn Gott ist wieder dein. 11. Der zeigt dir einen andern Weg, als du vorher gekannt: den stillen Ruh⸗ und Friedenssteg zum ewgen Vaterland. M. Müller, 4 1701. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht J. 56 Jesu, großer Wunder⸗ * stern, der aus Jakob ist erschienen, meine Seele will so gern dir an deinem Feste dienen; nimm doch, nimm doch gnädig an, was ich Armer schenken kann. 2. Nimm das Gold des Glaubens hin, wie ichs von dir selber habe und damit beschenket bin, so ist dirs die liebste Gabe; laß es auch bewährt und rein in dem Trübsalsfeuer sein! Nimm den Weihrauch des Gebets, laß denselben zu dir dringen; Herz und Lippen sollen stets ihn als Opfer vor dich bringen; wenn ich bete, nimm es auf, und sprich Ja und Amen drauf! 4. Nimm die Myrrhen bitt⸗ rer Reu: ach, mich schmerzet meine Sünde! Aber du bist fromm und treu, daß ich Trost und Gnade finde und nun fröhlich sprechen kann: Jesus nimmt mein Opfer an. E. Neumeister, 4 1756. Mel. Kommt her zu mir oe. — ohlauf, mein Herz, 57 W̃ verlaß die Welt, dem, der für dich sich dar⸗ gestellt, nun dich auch dar⸗ zustellen! Er ist das Licht, drum sei gewiß, er wird auch deine Finsternis durch seinen Glanz erhellen. 2. Ach, du sollst ihm ein Tempel sein! Er selbst macht dich von Sünden rein und hat Lust hier zu wohnen. Doch, finstres Herz, auf, werde Licht! Denn Jesus wohnt in Herzen nicht, die noch der Lüste schonen. 58 Lamm Gottes unschuldig, am Stamm des Kreuzes ge⸗ schlachtet, allzeit erfunden geduldig, wiewohl du warest verachtet; all Sünd hast du getragen, sonst müßten wir verzagen; erbarm dich unser, o Jesu! 34 Darstellung und Erscheinung Jesu Christi. VI. Passton. 3. Wer dich begehret, Gottes Sohn, vom Geist er⸗ weckt, wie Simeon, zu seinem Heil zu haben, Gott fürchtet, sich der Welt entwöhnt, aus ihr sich nach dem Himmel sehnt, der opfert rechte aben. 4. Wer auf die Treue Gottes baut, im Glauben seinen Heiland schaut, der kann im Frieden fahren. Der Heiland hält, was er verspricht, er wird sich ihm in seinem Licht dort herrlich offenbaren. 5. Herr, mache mich ge⸗ recht und rein, Herr, laß mich stets voll Glaubens sein, mich stets im Geiste leben, bis du auch mich, wenn dirs gefällt, im Frieden wirst aus dieser Welt zu deiner Wonn er⸗ heben. Nach Laurenti(1722) von J. A. Schlegel, 4 1793. 2. O Lamm Gottes un⸗ schuldig, am Stamm des Kreuzes geschlachtet, allzeit erfunden geduldig, wiewohl du warest verachtet; all Sünd hast du getragen, sonst müßten wir ver⸗ zagen; erbarm dich unser, o Jesu! *——————— * u it f d d Passion. 35 3. O Lamm Gottes un⸗ schuldig, am Stamm des Kreuzes geschlachtet, allzeit erfunden geduldig, wiewohl du warest verachtet: all Sünd hast du getragen, sonst müßten wir verzagen; gieb deinen Frieden, o Jesu! N. v. Hof, 1 541. Mel. Wie nach einer Wasser⸗ quelle ꝛc. 59 Qesu, deine tiefen N Wunden, deine Qual und bittrer Tod geben mir zu allen Stunden Trost in Leibs⸗ und Seelennot; fällt mir etwas Arges ein, denk ich bald an deine Pein, die verleidet meinem Herzen, mit der Sünde je zu scherzen. 2. Will sich dann in Lüsten weiden mein ver⸗ derbtes Fleisch und Blut, so gedenk ich an dein Leiden: bald wird alles wieder gut. Setzet der Versucher mir heftig zu, halt ich ihm für deine Gnad und Gnaden⸗ zeichen: bald muß er von dannen weichen. 3. Will die Welt mein Herz verführen auf die breite Sündenbahn, wo so viele sich verlieren, alsdann schau ich emsig an deiner Marter Zentnerlast, die du ausge⸗ standen hast; so kann ich in Andacht bleiben, alle böse Lust vertreiben. 4. Ja, für alles, das mich kränket, mir dein Leiden Hilfe schafft; wenn mein Herz hinein sich senket, schöpf ich neue Lebenskraft. Deines Trostes Süßigkeit wendet mir das bittre Leid, der du mir das Heil erworben, da du bist für mich gestorben. 5. Auf dich setz ich all mein Hoffen, du bist meine Zuversicht; dein Tod hat den Tod getroffen, daß er mich kann töten nicht. Daß ich an dir habe teil, bringet Trost mir, Schutz und Heil; deine Gnade wird mir geben Auferstehung, Licht und eben. 6. Hab ich dich in meinem Herzen, du Brunn aller Gütigkeit, so empfind ich keine Schmerzen auch im letzten Kampf und Streit. Ich verberge mich in dich, kein Feind kann verletzen mich; wer vertraut auf deine Wunden, der hat selig über⸗ wunden. J. Heermann, 4 1647. 60 Oaamdu werdrochen hast du verbrochen, daß man ein solch scharf Urteil hat gesprochen? Was ist die Schuldꝰ In was für Missethaten bist du ge⸗ raten? 2. Du wirst gegeißelt und mit Dorn gekrönet, ins An⸗ gesicht geschlagen und ver⸗ höhnet, höhnet, du wirst mit Essig und mit Gall getränket, ans Kreuz gehenket. 3. Was ist doch wohl die Ursach solcher Plagen? Ach, meine Sünden haben dich geschlagen; ich, o Herr Jesu, habe dies verschuldet, was du erduldet. 4. Wie wunderbarlich ist doch diese Strafe: der gute Hirte leidet für die Schafe, die Schuld bezahlt der Herre, der Gerechte, für seine Knechte. 5. O große Lieb, o Lieb ohn alle Maße, die dich ge⸗ bracht auf diese Marterstraße; ich lebte mit der Welt in Lust und Freuden, und du mußt leiden. Ach, großer König, groß zu allen Zeiten, wie kann ich genugsam solche Treu ausbreiten? Kein Menschenherz vermag es auszudenken, was dir zu schenken. 7. Ich kanns mit meinen Sinnen nicht erreichen, wo⸗ mit doch dein Erbarmen zu vergleichen; wie kann ich dir denn deine Liebesthaten im Werk erstatten. 8. Doch ist noch etwas, was dir angenehme: wenn ich des Fleisches Lüste dämpf und zähme, daß sie aufs neue nicht mein Herz entzünden mit alten Sünden. Passion. 9. Weil aber es nicht steht in eignen Kräften, fest die Begierden an das Kreuz zu heften, so gieb mir deinen Geist, der mich regiere, zum Guten führe. 10. Dann werd ich dir zu Ehren alles wagen, kein Kreuz mehr achten, keine Schmach und Plagen, nichts von Verfolgung, nichts von Todesschmerzen nehmen zu Herzen. 11. Dies alles, obs für schlecht zwar ist zu schätzen, wirst du es doch nicht gar bei seite setzen, in Gnaden wirst du dies von mir an⸗ nehmen, mich nicht beschämen. 12. Wenn dort, Herr Jesu, wird vor deinem Throne auf meinem Haupte stehn die Ehrenkrone, da will ich dir, wenn alles wird wohl klingen, Lob und Dank singen. J. Heermann, 1 1647. Mel. Wie nach einer Wasserquelle ꝛc. 61 Der am Kreuz ist meine Liebe, meine Lieb ist Jesus Christ! Weg, ihr argen Sündentriebe, Welt und Fleisch mit eurer List! Eure Lieb ist nicht von Gott, eure Lieb ist gar der Tod. Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. Passion. 37 2. Der am Kreuz ist meine Liebe! Frevler, was befremdets dich, daß ich mich im Glauben übe? Jesus gab sich selbst für mich. So ward er mein Friedeschild, aber auch mein Lebensbild. Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 3. Der am Kreuz ist meine Liebe! Sünde, du be⸗ siegst mich nicht. Weh mir, wenn ich den betrübe, der für mich ging ins Gericht! Kreuzigt ich nicht Gottes Sohn? Spräch ich seinem Blut nicht Hohn? Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 4. Der am Kreuz ist meine Liebe! Keine Not, wie hart und groß, Hunger, Blöße, Geißelhiebe, nichts macht mich von Jesus los; nicht Gewalt, nicht Gold, nicht Ruhm, Engel nicht, kein Fürstentum. Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 5. Der am Kreuz ist meine Liebe! Komm, Tod, komm, mein bester Freund! Wenn ich wie ein Staub zerstiebe, wird mein Jesus mir vereint. Da, da schau ich Gottes Lamm, meiner Seele Bräutigam. Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 1668. 62 enn mich mein Sünden kränken, o mein Herr Jesu Christ, so laß mich wohl bedenken, wie du gestorben bist und alle meine Sündenlast am Stamm des heilgen Kreuzes auf dich genommen hast. 2. OWunder ohne Maßen, wenn mans betrachtet recht! Es hat sich martern lassen der Herr für seinen Knecht; selbst seinen eingen Sohn hat Gott für mich verlornen Menschen gegeben in den Tod. 3. Was kann mir denn nun schaden der Sünden große Zahl? Ich bin bei Gott in Gnaden; die Schuld ist allzumal bezahlt durch Christi teures Blut, daß ich nicht mehr darf fürchten der Hölle Qual und Glut. 4. Drum sag ich dir von Herzen, jetzt und mein Leben lang, für deine Pein und Schmerzen, o Jesu, Lob und Dank, für deine Not und Angstgeschrei, für dein un⸗ schuldig Sterben, für deine Lieb und Treu. 5. Herr, laß dein bittres Leiden mich reizen für und für, mit allem Ernst zu mei⸗ den die sündliche Begier, daß mir nie komme aus dem Sinn, wie viel es dich gekostet, daß ich erlöset bin. 6. Mein Kreuz und meine Plagen, sollts auch sein Schmach und Spott, hilf mir geduldig geduldig tragen; gieb, o mein Herr und Gott, daß ich ver⸗ leugne diese Welt und treu dem Beispiel folge, das du mir vorgestellt. 7. Laß mich an andern üben, was du an mir ge⸗ than, und meinen Nächsten lieben, gern dienen jeder⸗ mann ohn Eigennutz und Heuchelschein, und, wie du mir erwiesen, aus reiner Lieb allein. 8. Laß endlich deine Wun⸗ den mich trösten kräftiglich in meinen letzten Stunden und des versichern mich: weil ich auf dein Verdienst nur trau, du werdest mich annehmen, daß ich dich ewig schau. Just. Gesenius, 4 1673. Mel. Herzlich thut mich verlangen ꝛc. 6 3 O Haupt voll Blut und Wunden, voll Schmerz und voller Hohn; o Haupt, zum Spott gebun⸗ den mit einer Dornenkron; o Haupt, sonst schön gekrönet mit höchster Ehr und Zier, jetzt aber höchst verhöhnet, gegrüßet seist du mir! 2. Du edles Angesichte, davor das Reich der Welt erschrickt und wird zu nichte, wie bist du so entstellt, wie bist du so erbleichet! Wer hat dein Augenlicht, dem sonst kein Licht mehr gleichet, so schändlich zugericht? Passion. 3. Nun, was du, Herr, erduldet, ist alles meine Last, ich hab es selbst verschuldet, was du getragen hast. Schau her, hier steh ich Armer, der Zorn verdienet hat; gieb mir, o mein Erbarmer, den An⸗ blick deiner Gnad! 4. Erkenne mich, mein Hüter, mein Hirte, nimm mich an! Von dir, Quell aller Güter, ist mir viel Guts gethan; dein Wort hat mich gelabet mit süßer Gnadenkost, dein Geist hat mich begabet mit reichem Himmelstrost. 5. Ich will hier bei dir stehen, verachte mich doch nicht; von dir will ich nicht gehen, wenn dir dein Herze bricht; wenn dein Haupt wird erblassen im letzten Todesstoß, alsdann will ich dich fassen in meinen Arm und Schoß. 6. Es dient zu meinen Freuden und kommt mir herzlich wohl, wenn ich in deinem Leiden, mein Heil, mich finden soll. Ach, möcht ich, o mein Leben, an deinem Kreuze hier mein Leben von mir geben, wie wohl geschähe mir! danke dir von Teeud o Jesu, liebster Freund, für deines Todes Schmerzen, da dus so gut gemeint. Ach, gieb, daß ich mich halte zu dir und deiner Treu, 23*— 2—2 Passion. Treu, und, wenn ich nun erkalte, in dir mein Ende sei. 8. Wenn ich einmal soll scheiden, so scheide nicht von mir; wenn ich den Tod soll leiden, so tritt du dann her⸗ für; wenn mir am aller⸗ bangsten wird um das Herze sein, so reiß mich aus den Aengsten kraft deiner Angst und Pein. 9. Erscheine mir zum Schilde, zum Trost in meinem Tod, und laß mich sehn dein Bilde in deiner Kreuzesnot; da will ich nach dir blicken, da will ich glaubensvoll dich fest an mein Herz drücken. Wer so stirbt, der stirbt wohl. P. Gerhardt, 4 1676. Mel. O Welt, ich muß dich lassen ꝛc. 6 4 Welt, sieh hier dein Leben am Stamm des Kreuzes schwe⸗ ben, dein Heil sinkt in den Tod! Der große Fürst der Ehren läßt willig sich be⸗ schweren mit Schlägen, Hohn und großem Spott. 2. Tritt her und schau mit Fleiße, wie er mit Todes⸗ schweiße und Blut ist über⸗ füllt; aus seinem edlen Herzen vor unerschöpften Schmerzen ein Seufzer nach dem andern quillt. 3. Wer hat dich so ge⸗ schlagen, mein Heil, und dich mit Plagen so übel zugericht? 39 Du bist ja nicht ein Sünder, wie wir und unsre Kinder, von Uebelthaten weißt du nicht. 4. Ich, ich und meine Sünden, die sich wie Körn⸗ lein finden des Sandes an dem Meer, die haben dir erreget das Elend, das dich schläget, und deiner Martern ganzes Heer. 5. Du setzest dich zum Bürgen, ja lässest dich er⸗ würgen für mich und meine Schuld; mir lässest du dich krönen mit Dornen, die dich höhnen, und leidest alles mit Geduld. 6. Ich bin, mein Heil, ver⸗ bunden all Augenblick und Stunden dir überhoch und sehr; was Leib und Seel ver⸗ mögen, das soll ich billig legen allzeit an deinen Dienst und Ehr. 7. Nun, ich kann nicht viel geben in diesem armen Leben, eins aber will ich thun: es soll dein Tod und Leiden, bis Leib und Seele scheiden, mir stets in meinem Herzen ruhn. 8. Ich wills vor Augen setzen, mich stets daran er⸗ götzen, ich sei auch, wo ich sei; es soll mir sein ein Spiegel der Unschuld und ein Siegel der Lieb und unver⸗ fälschten Treu. 9. Ich will darin erblicken, wie ich mein Herz soll schmücken 40 schmücken mit stillem, sanftem Mut, und wie ich die soll lieben, die mich doch sehr betrüben mit Werken, so die Bosheit thut. 10. Ich will mich mit dir schlagen ans Kreuz und dem absagen, was meinem Fleisch gefällt; was deine Augen hassen, das will ich fliehn und lassen, gefiel es auch der ganzen Welt. 11. Dein Seufzen und dein Stöhnen und die viel tausend Thränen, die für mich weintest du, die sollen mich am Ende in deinen Schoß und Hände begleiten zu der ewgen Ruh. P. Gerhardt, 4 1676. Mel. An Wasserflüssen Babylon ꝛc. 6 5 Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld der Welt und ihrer Kinder; es geht und träget in Geduld die Sünden aller Sünder; es geht dahin, wird matt und krank, ergiebt sich auf die Würgebank, verzicht auf alle Freuden; es nimmt auf sich Schmach, Hohn und Spott, Angst, Wunden, Striemen, Kreuz und Tod und spricht: ich wills gern leiden. 2. Das Lämmlein ist der große Freund und Heiland unsrer Seelen; den, den hat Gott zum Sündenfeind und Passion. Sühner wollen wählen: geh hin, mein Kind, und nimm dich an der Kinder, die von Anfang an verdienet Straf und Ruten; die Straf ist schwer, der Zorn ist groß, du kannst und sollst sie machen los durch Sterben und durch Bluten. 3. Ja, Vater, ja, von Herzensgrund, leg auf, ich wills gern tragen! Mein Wollen hängt an deinem Mund, mein Wirken ist dein Sagen. O Wunderlieb, o Liebesmacht, du kannst, was nie ein Mensch gedacht, Gott seinen Sohn abdringen; o Liebe, Liebe du bist stark, du streckest den in Grab und Sarg, vor dem die Felsen springen. 4. Mein Lebetage will ich dich aus meinem Sinn nicht lassen; dich will ich stets, gleich wie du mich, mit Liebes⸗ armen fassen; du sollst sein meines Herzens Licht, und wenn mir auch mein Herz zerbricht, sollst du mein Herze bleiben; ich will mich dir, mein höchster Ruhm, hiermit zu deinem Eigentum bestän⸗ diglich verschreiben 5. Ich will von deiner Lieblichkeit bei Nacht und Tage singen, mich selbst auch dir zu aller Zeit zum Freuden⸗ opfer bringen. Mein Bach des Lebens soll sich dir und deinem 2222 Passion. 41 deinem Namen für und für in Dankbarkeit ergießen, und was du mir zu gut gethan, das will ich stets so tief ich kann, in mein Gedächtnis ließen. sch P. Gerhardt, 1676. 66 Jesu, meines Lebens N Leben, Jesu, mei⸗ nes Todes Tod, der du dich für mich gegeben in die tiefste Seelennot, in das außerste Verderben, nur daß ich nicht möchte sterben; tau⸗ send, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 2. Du, ach du hast aus⸗ gestanden Lästerreden, Spott und Hohn, hast getragen Strick und Banden, du ge⸗ rechter Gottessohn, nur mich Armen zu erretten von den schweren Sündenketten; tau⸗ send, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 3. Willig ließest du dich schlagen, mich zu lösen von der Pein, ließest fälschlich dich anklagen, daß ich könnte sicher sein; daß ich möchte trostreich prangen, hast du sonder Trost gehangen; tau⸗ send, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 4. Du hast dich in Not versenket, wurdest, ach, für meine Schuld mit dem Todes⸗ kelch getränket, littest alles mit Geduld; daß ich würde freigegeben, gabst du hin dein teures Leben; tausend, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 5. Deine Demut hat ge⸗ büßet meinen Stolz und Uebermut, dein Tod meinen Tod versüßet; es kommt alles mir zu gut; dein Ver⸗ lassensein, dein Schreien muß zu Ehren mir gedeihen: tau⸗ send, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 6. Nun, ich danke dir von Herzen, Jesu, für ge⸗ samte Not, für die Wunden, für die Schmerzen, für den herben, bittern Tod; für dein Zittern, für dein Zagen, deine tausendfachen Plagen, für dein Ach und tiefe Pein will ich ewig dankbar sein. C. Chr. Homburg, 4 1681. 67 O du Liebe meiner Liebe, du erwünschte Seligkeit, die du dich aus höchstem Triebe in das jammervolle Leid deines Leidens, mir zu gute, als ein Opfer eingestellt und be⸗ zahlt mit deinem Blute alle Missethat der Welt. 2. Liebe, die mit heißen Thränen an dem Oelberg sich betrübt; Liebe, die mit heißem Sehnen unaufhörlich fest geliebt; Liebe, die den eignen Willen in des Vaters Willen legt und, den dper er 42 Passion. der Welt zu stillen, treu die Last des Kreuzes trägt. 3. Liebe, die mit starkem Herzen Schmach und Läste⸗ rung gehört; Liebe, die in Angst und Schmerzen bis zum Tod blieb unversehrt; Liebe, die sich liebend zeiget, da der Atem geht zu End; Liebe, die sich liebend neiget; da sich Leib und Seele trennt. 4. Liebe, die für mich gestorben und ein immer⸗ während Gut an dem Kreuzesholz erworben, ach, wie denk ich an dein Blut! Ach, wie dank ich deinen Wunden, du verwundte Liebe du, wenn ich in den letzten Stunden sanft an deinem Herzen ruh. 5. Liebe, die sich tot gekränket und für mein er⸗ kaltet Herz in ein kaltes Grab gesenket, ach, wie dank ich deinem Schmerz! Habe Dank, daß du gestorben, daß ich ewig leben kann, und der Seelen Heil erworben: nimm mich ewig liebend an! A. Drese, 4 1701. Mel. Wer weiß. wie nahe mir mein Ende ꝛc. 68 Es ist vollbrachtl Er ist verschieden, mein Jesus schließt die Augen zu; der Friedefürst entschläft im Frieden, die Lebenssonne geht zur Ruh und sinkt in stille Todesnacht. O großes Wort: es ist vollbracht! 2. Es ist vollbracht! Er hats gesprochen, das ewge Wort muß sprachlos sein; das Herz der Treue wird gebrochen, den Fels des Heils umschließt ein Stein, die höchste Kraft ist nun ver⸗ schmacht. O wahres Wort: es ist vollbracht! 3. Es ist vollbracht! Ihr, meine Sünden, verdammet nun mein Herz nicht mehr. Vom Himmel her hör ich verkünden: des Sohnes Blut erlangt Gehör; am Kreuz hats Frieden uns gemacht. O süßes Wort: es ist voll⸗ bracht! 4. Es ist vollbracht! O welch Verlangen zieht mich zu deinem Grabe hin; dich wünschen Engel zu um⸗ fangen: ruh auch in mei⸗ nem Herzen drin, wo dir die Liebe Raum gemacht. O tröstlich Wort: es ist voll⸗ bracht! 5. Es ist vollbracht! Ich will mich legen zur Ruh auf Christi Grabesstein; die Engel sind allhier zugegen, ich schlummre sanft wie Jakob ein; die Himmels⸗ pfort ist aufgemacht. O Lebenswort: es ist voll⸗ bracht! Sal. Frank 1725. — Passion. 43 Nach einer Prüfung kurzer Tage. 69 Du gehest in den Garten beten, mein treuer Jesu, nimm mich mit; laß mich an deine Seite treten, ich weiche von dir keinen Schritt; ich will an dir, mein Lehrer, sehn, wie mein Gebet soll recht ge⸗ schehn. 2. Du gehst mit Zittern und mit Zagen und bist bis in den Tod betrübt; ach, dies soll mir ans Herze schlagen, daß ich die Sünde so geliebt; drum willst du, daß mein Herz voll Reu — 7 Anfang zum Gebete ei. 3. Du reißt dich von der Jünger Seiten, du suchst die stille Einsamkeit; so muß auch ich mich wohl bereiten und fliehen, was mein Herz zerstreut. Zieh mich von aller Welt allein, daß nur wir zwei beisammen sein. 4. Zur Erde beugst du deine Glieder, fällst nieder auf dein Angesicht; so sinkt die stille Demut nieder; drum rühm ich Asch und Staub mich nicht; ich bieg und beuge mich mit dir vor meinem Gott in Demut hier. 5. Du betest zu dem lieben Vater und rufest:„Abba!“ wie ein Kind; dein Vater ist auch mein Berater, sein Vaterherz ist treu gesinnt. Ich halte mich getrost an dich und rufe:„Abba, höre mich! 6. Du greifst voll Zuver⸗ sicht und Liebe dem Vater tief ins treue Herz und rufst aus stärkstem Herzenstriebe: „O Vater, Vater!“ himmel⸗ wärts. Ach, Glaub und Liebe sind mir not, sonst ist doch all mein Beten tot. 7. Geduldig Lamm, wie hältst du stille und im Ge⸗ bete dreimal an! Dabei ist auch für mich dein Wille, daß ich soll thun, wie du gethan. Gott hilft nicht stets aufs erstemal; drum fleh und ruf ich ohne Zahl. 8. Dein Wille senkt sich in den Willen des allerbesten Vaters ein; in ihm muß auch mein Herz sich stillen, wofern ich will erhöret sein; drum bet ich in Gelassenheit: „Was mein Gott will, ge⸗ scheh allzeit.“ 9. Du, Herr, erlangest auf dein Flehen Trost, Kraft, Sieg, Leben, Herrlichkeit; und so wirds auch mit mir geschehen, daß ich zur ange⸗ nehmen Zeit auf ernstlich Beten freudevoll den gleichen Segen ernten soll. 10. Drum, Jesu, hilf mir stets so beten, wie mich dein heilig Vorbild lehrt; so kann ich frei 4— Vater* un 4⁴ und werde stets von ihm erhört; so bet ich mich zum Himmel ein und will dir ewig dankbar sein. J. Mentzer, 4 1734. Mel. Sieh, hier bin ich, Ehren⸗ könig ꝛc. 70 Rubehier mein Geist, ein wenig und schau an dies Wunder groß, wie dein Herr und Ehren⸗ könig hängt am Kreuze bleich und bloß, den sein Lieben hat getrieben zu dir aus des Vaters Schoß. 2. Wie dich Jesus liebt von Herzen, kannst du hier am Kreuze sehn; schau, wie bittre Todesschmerzen ihm durch Leib und Seele gehn, Fluch und Schrecken ihn be⸗ decken; höre doch sein Klag⸗ getön! 3. Dies sind meiner Sün⸗ den Früchte, die, mein Hei⸗ land, ängstgen dich; dieser Leiden schwer Gewichte zöge sonst zum Abgrund mich; diese Nöten, die dich töten, sollt ich fühlen ewiglich. 4. Doch du hast für mich besieget Sünde, Tod und Höllenmacht, Gottes ewgem Recht genüget, seinen Willen ganz vollbracht, durch dein Sterben mich zum Erben deines Lebens dort gemacht. „ich Sündenkind auf Erden! Jesu, stirbst du mir zu gut? Soll dein Feind 2 Passion. erlöset werden durch dein eigen Herzensblut? Ich muß schweigen und mich beugen für dies unverdiente Gut. 6. Seel und Leben, Leib und Glieder, alles giebst du für mich hin; sollt ich dir nicht schenken wieder alles, was ich hab und bin? Ich bin deine ganz alleine, dir verschreib ich Herz und Sinn. 7. Zeuch durch deines Todes Kräfte mich in deinen Tod hinein; laß mein Fleisch und sein Geschäfte, Herr, mit dir gekreuzigt sein, daß mein Wille sanft und stille und die Liebe werde rein. 8. Laß in allen Leidens⸗ wegen deine Leiden stärken mich, daß mein Leiden mir zum Segen mag gedeihen stetiglich, daß mein Herze auch im Schmerze ohne Wanken liebe dich. 9. Wenn mich schrecken meine Sünden, wenn mich böse Lust anficht, ich nicht Kraft noch Gnad kann fin⸗ den, wollst du mich verlassen nicht! Laß dein Sterben mir erwerben Trost im Tod und im Gericht! 10. Jesu, nun will ich ergeben meinen Geist in deine Hand; laß mich dir alleine leben, bis ich nach dem Lei⸗ densstand bei dir wohne, in der Krone dich beschau im Vaterland. (G. Terstegen. 4 1769. V — — 5( A In IDDD ⸗ Passion. Mel. Herzliebster Jesu, was hast du ꝛc. 7 1 H stärke mich, dein Leiden zu bedenken, mich in das Meer der Liebe zu versenken, die dich bewog, von aller Schuld des Bösen uns zu erlösen! 2. Du wolltest, Herr, ein Mensch gleich uns auf Erden und bis zum Tod am Kreuz gehorsam werden, an unsrer statt gemartert und zerschla⸗ gen, die Sünde tragen. 3. Welch wundervoll hoch⸗ heiliges Vollbringen! Mein Geist kann nicht in seine Tiefe dringen. Mein Herz erbebt; ich seh und ich em⸗ pfinde den Fluch der Sünde. 4. Gott ist gerecht, ein Rächer alles Bösen; Gott ist die Lieb und läßt die Welt erlösen; dies kann mein Geist mit Schrecken und Entzücken am Kreuz erblicken. 5. Es schlägt den Stolz und mein Verdienst dar⸗ nieder; es stürzt mich tief und es erhebt mich wieder, lehrt mich mein Glück, macht mich aus Gottes Feinde zu Gottes Freunde. 6. O Herr, mein Heil, an dessen Blut ich glaube, ich liege hier vor dir gebückt im Staube, verliere mich mit dankendem Gemüte in deine Güte. 7. Das größt in Gott ist: Gnad und Lieb erweisen. Uns kommt es zu, sie de⸗ 45⁵ mutsvoll zu preisen, zu sehn, wie hoch, wenn Gott uns Gnad erzeiget, die Gnade steiget. 8. So sei denn ewig auch von mir gepriesen für das Erbarmen, das du mir be⸗ wiesen. Du hast, mein Hei⸗ land, auch für mich dein Leben dahin gegeben. 9. Du liebest mich; ich will dich wieder lieben und stets mit Freuden deinen Willen üben. O gieb du, Herr, zu diesem heilgen Werke mir Kraft und Stärke. Chr. F. Gellert, 4 1769. Mel. O Traurigkeit ꝛc. 72 Aun Kreuz erblaßt, der Marter Last, der Todesqualen müde, fin⸗ det mein Erlöser erst in dem Grabe Friede. 2. Ein heilger Schmerz durchdringt mein Herz, und, Herr, was kann ich sagen? Nur an meine Brust kann ich tief gebeuget schlagen. 3. Du schützest mich, und über dich gehn aller Trübsal Wetter; sterben wolltest du für mich, einziger Erretter! 4. Du hasts gethan, dich bet ich an, du König der Erlösten! Dein will ich im Tode mich glaubensvoll ge⸗ trösten. 5. Es ist vollbracht! riefst du mit Macht; du zeigst. 4* daß 46 daß du dein Leben, mein Versöhner, göttlich frei habest hingegeben. 6. Hochheilge That! Des Höchsten Rat will ich in Demut preisen; mein Er⸗ löser wird mir einst seine Tiefen weisen. 7. Allmächtig rief er, der entschlief, den Toten; sie erstanden. Leicht entschwingt der Lebensfürst sich des Todes Banden. 8. Das finstre Thal will ich einmal durchwandeln ohne Grauen; denn durch dich, Erlöser, ists mir der Weg zum Schauen. 9. Ich preise dich, erforsche mich und siehe, wie ichs meine; ja, du siehst es, wenn ich still meinen Dank dir weine. 10. Vergeß ich dein, so werde mein in Ewigkeit ver⸗ gessen. Herr, ich will, so lang ich bin, deine Lieb er⸗ messen. Chr. F. Neander, 4 1802. Begräbnis Jesu. Mel. Nun laßt uns den Leib ꝛc. 73 Der du, Herr Jesu Ruh und Rast in deinem Grab gehalten hast, gieb, daß wir in dir ruhen all und unser Leben dir gefall. 2. Verleih, o Herr, uns Stärk und Mut, die du Passion. erkauft mit deinem Blut, und führ uns in des Him⸗ mels Licht zu deines Vaters Angesicht. 3. Wir danken dir, o Got⸗ tes Lamm, getötet an des Kreuzes Stamm: laß ja uns Sündern deine Pein den Eingang in das Leben sein. G. Werner, 1 1643. 7 4 O Traurigkeit, o Herzeleid! Ist das nicht zu beklagen? Gott des Vaters einger Sohn wird ins Grab getragen. O große Not, der Herr liegt tot! Am Kreuz ist er gestorben, hat dadurch das Himmelreich uns aus Lieb erworben. 3. O Menschenkind, nur deine Sünd hat dieses ange⸗ richtet, da du durch die Misse⸗ that warest ganz vernichtet. 4. Dein Bräutigam, das Gotteslamm, liegt hie mit Blut begossen, welches er ganz mildiglich hat für dich vergossen. 5. O selig ist zu aller Frist, der dieses recht beden⸗ ket, wie der Herr der Herr⸗ lichkeit wird ins Grab ver⸗ senket. 6. O Jesu, du mein Hilf und Ruh, ich bitte dich mit Thränen; hilf, daß ich mich bis ins Grab nach dir möge sehnen! J. Rist, 1667. Passion. 47 Mel. O Traurigkeit ꝛc. 0 5 So ruhest du, o meine Ruh, in deiner Grabeshöhle und erweckst durch deinen Tod meine tote Seele. 2. Man senkt dich ein nach vieler Pein, du meines Lebens Leben! Dich hat jetzt ein Felsengrab, Fels des Heils, Uumgeben. 3. Ach, du bist kalt, mein Hort und Halt! Das macht dein heißes Lieben, das dich in das kalte Grab mir zu gut getrieben. 4. Doch Preis sei dir! Du konntest hier nicht die Verwesung sehen; bald ließ dich des Vaters Macht aus dem Grab erstehen. 5. O Lebensfürst, ich weiß, du wirst mich wieder auferwecken; sollte denn mein gläubig Herz vor der Gruft erschrecken? 6. Sie wird mir sein ein Kämmerlein, da ich im Frie⸗ den liege, weil ich nun 6139 deinen Tod Tod und Gra besiege. 7. Nein, nichts verdirbt, der Leib nur stirbt; doch wird er auferstehen und in ganz verklärter Zier aus dem Grabe gehen. 8. Indes will ich, mein Jesu, dich in meine Seele senken und an deinen bittern Tod bis zum Tod gedenken. S. Franck, 4 1725. VII. Ostern. 76 Cbrist ist erstanden von der Marter alle. Des solln wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Hallelujah! Wär er nicht erstanden, die Welt, die wär vergangen; seit daß er erstanden ist, so lobn wir den Herrn Jesum Christ. Hallelujah! Hallelujah, Hallelujah, Hallelujah! Des solln wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Hallelujah! Vor 1300, 7 7 Christ lag in Todes⸗ banden, für unsre Sünd gegeben; der ist wie⸗ der erstanden und hat uns bracht das Leben; des wir sollen fröhlich sein, Gott loben und ihm dankbar sein und singen: Hallelujah, Halle⸗ lujah! 2. Den Tod niemand bezwingen konnt bei allen Menschenkindern; das machte alles unsre Sünd, kein Un⸗ schuld war zu finden. Davon kam der Tod sobald und nahm 48 Ostern. nahm auch über uns Ge⸗ walt; sein Reich hielt uns gefangen. Hallelujah! 3. Jesus Christus, Gottes Sohn, an unsrer statt ist kommen und hat die Sünde abgethan, damit dem Tod genommen all sein Recht und sein Gewalt: da bleibet nichts denn Todsgestalt, den Stachl hat er verloren. Hallelujah! 4. Es war ein wunder⸗ licher Krieg, da Tod und Leben rungen; das Leben, das behielt den Sieg, es hat den Tod verschlungen. Die Schrift uns die Kunde bringt, wie da sein Tod den Tod bezwingt; ein Spott der Tod ist worden. Halle⸗ lujah! 5. Hier ist das rechte Osterlamm, davon wir sollen leben; das ist uns an des Kreuzes Stamm aus heißer Lieb gegeben. Des Blut zeichnet unsre Thür, das hält der Glaub dem Tode für; nicht rührn kann uns der Würger. Hallelujah! 6. So feiern wir das hohe Fest mit Herzensfreud und Wonne, das uns der Herr erscheinen läßt; er selber ist die Sonne, der durch seiner Gnade Glanz erleuchtet unsre Herzen ganz; der Sünd Nacht ist ver⸗ gangen. Hallelujah! Luther, 7 1546. Mel. Heut triumphieret Gottes ꝛc. 78 Frrd morgens, da die Sonn aufgeht, mein Heiland Christus auf⸗ ersteht. Hallelujah, Halle⸗ lujah! Vertrieben ist der Sünden Nacht, Licht, Heil und Leben wiederbracht. Hallelujah, Hallelujah! 2. Nicht mehr als nur drei Tage lang hält meinen Heiland Todeszwang. Halle⸗ lujah, Hallelujah! Am drit⸗ ten Tag durchs Grab er dringt, mit Ehren seine Siegsfahn schwingt. Halle⸗ lujah, Hallelujah! 3. Jetzt ist der Tag, da mich die Welt mit Schmach am Kreuz gefangen hält. Hallelujah, Hallelujah! Drauf folgt der Sabbath in dem Grab, allda ich Ruh und Frieden hab. Halle⸗ lujah, Hallelujah! 4. In kurzem wach ich fröhlich auf, mein Ostertag ist schon im Lauf. Hallelujah, Hallelujah! Ich wach auf durch des Herren Stimm, veracht den Tod mit seinem Grimm. Hallelujah, Halle⸗ lujah! 5. O Wunder groß, o starker Held, wo ist ein Feind, den er nicht fällt? Hallelujah, Hallelujah! Kein Angststein liegt so schwer auf mir, er wälzt ihn von des Herzens Thür. Hallelujah, Halle⸗ lujah! tes ꝛc. da geht, auf⸗ alle⸗ der Heil acht. nur inen alle⸗ drit⸗ er eine Ule⸗ da lach ält. jah! in tuh ille⸗ ich tag ah, auf Ostern. 49 6. Lebt Christus, was bin ich betrübt? Ich weiß, daß er mich herzlich liebt. Halle⸗ lujah, Hallelujah! Wenn mir gleich alle Welt stürb ab, gnug, daß ich Christum bei mir hab. Hallelujah, Hallelujah! 7. Er nährt, er schützt, er tröstet mich; sterb ich, so nimmt er mich zu sich. Hallelujah, Hallelujah! Wo er jetzt lebt, da muß i hin, weil seines Leibes Glied ich bin. Hallelujah, Hallelujah! 8. Durch seiner Aufer⸗ stehung Kraft komm ich zur Engel⸗Brüderschaft. Halle⸗ lujah, Hallelujah! Durch ihn bin ich mit Gott versöhnt, mit Gnad und ewgem Heil gekrönt. Hallelujah, Halle⸗ lujah! 9. Mein Herz darf nicht entsetzen sich: Gott und die Engel lieben mich. Halle⸗ lujah, Hallelujah! Die Freude, die mir ist bereit, vertreibet Furcht und Trau⸗ rigkeit. Hallelujah! Halle⸗ lujahl 10. Für diesen Trost, o großer Held, Herr Jesu, dankt dir alle Welt. Hallelujah, Hallelujah! Dort, wollen wir mit größerm Fleiß er⸗ heben deinen Ruhm und Preis. Hallelujah, Halle⸗ lujahl Joh. Heermann, + 1647. 79 Lasset uns den Herren preisen, o ihr Christen überall! Kommet, laßt uns Dank erweisen unserm Gott mit frohem Schall! Jauchzet: frei von Todesbanden ist der Held aus Judas Stamm; der zu uns vom Himmel kam, Jesus Christus, ist erstanden! Nun ist aus der lange Streit; freue dich, o Christenheit! 2. Christus hat nun über⸗ wunden des ergrimmten Todes Macht; der im Tode lag gebunden, hat das Leben neu gebracht und die Finster⸗ nis bezwungen. Die Ver⸗ wesung schaute nicht, der des Todes Retten bricht; nun zum Himmelsthron gedrungen, giebt er uns ein frei Geleit; freue dich, o Christenheit! 3. War er gleich am Kreuz gestorben, war er gleich ins Grab gelegt: dennoch blieb er unverdorben. Als die Erde ward erregt, hat der Lebensfürst erhoben sein verklärtes Angesicht, stirbet nun und nimmer nicht. Ewig werden wir ihn loben; Harf und Psalter, seid bereit! Freue dich, o Christenheitl 4. Grab, wo sind nun deine Schrecken? Hölle, wo ist dein Triumph? Tod, du kannst kein Graun erwecken, deine Pfeile sind jetzt stumpf. Christus ist dein Gift ge⸗ wesen, 50 held, hat d dich, o Christenheit! Herrn und worbnes Teil. ein zum Himmel gehn, wo er stillet alle Schmerzen. Wonne wird dann alles Leid; freue dich, o Christenheit! 6. Meinen Leib wird man begraben, doch er schläft auf ewig nicht; neues Leben wird er haben, schön ver⸗ klärt im Glanz und Licht. Das Verwesliche muß ster⸗ ben, irdisch wird es ausge⸗ sät, bis es himmlisch einst ersteht, um das Reich des Herrn zu erben, ihn zu schauen allezeit. Freue dich,‚ o Christenheit! Nach Joh. Rist, 4 1687. Mel. Nun freut euch, lieben Christen ꝛc. 80 ach auf, mein Herz, die Nacht ist hin, die Sonn ist aufge⸗ gangen! Ermuntre deinen Geist und Sinn, den Heiland zu empfangen, der heute durch des Todes Thor ge⸗ Ostern. wesen, er, der starke Gottes⸗ ir deinen Trotz gefällt, und wir Menschen sind genesen. Nun, vom schweren Joch befreit, freue 5. Sehnsuchtsvoll laßt uns verlangen nach dem seinem Heil; auch wir werden dann em⸗ pfangen unser teuer er⸗ Er geht auf in unsern Herzen; laßt uns mit ihm auferstehn, mit ihm brochen aus dem Grab her⸗ vor, der ganzen Welt zur Wonne. 2. Steh aus dem Grab der Sünden auf und such ein neues Leben, vollführe deinen Glaubenslauf und laß dein Herz sich heben gen Himmel, da dein Jesus ist, und such, was droben, als ein Christ, der geistlich auf⸗ erstanden. 3. Vergiß nur, was da⸗ hinten ist, und tracht nach dem, was droben, damit dein Herz zu jeder Frist zu Jesu sei erhoben. Tritt unter dich die böse Welt und strebe nach des Himmels Zelt, wo Jesus ist zu finden. Drückt dich ein schwerer Sorgenstein, dein Jesus wird ihn heben; es kann ein Christ bei Kreuz und Pein in Freud und Wonne leben. Wirf dein Anliegen auf den Herrn und sorge nicht, er ist nicht fern, weil er ist auferstanden. 5. Drum auf, mein Herz, fang an den Streit, weil Jesus überwunden; er wird auch überwinden weit in dir, weil er gebunden der Feinde Macht, daß du auf⸗ stehst und in ein neues Leben gehst und Gott im Glauben dienest. Ach, mein Herr Jesu, der du bist vom Tode auf⸗ erstanden, bewahr uns vor des Ostern. 51 des Feindes List, rett uns aus Todesbanden, damit wir alle insgemein zum neuen Leben gehen ein, das du uns hast erworben. 7. Sei, Herr, gelobt in dieser Zeit von allen Gottes⸗ kindern, und ewig in der Herrlichkeit von allen Ueber⸗ windern, die überwunden durch dein Blut! Herr Jesu, gieb uns Kraft und Mut, daß wir auch überwinden! L. Laurenti, 4 1722. Mel. Valet will ich dir geben ꝛc. Occh geh zu deinem 8¹* Grabe, du großer Osterfürst, weil ich die Hoff⸗ nung habe, daß du mir zeigen wirst, wie man kann fröhlich sterben und fröhlich auferstehn, auch mit des Himmels Erben ins Land des Lebens gehn. 2. Du liegest in der Erde und hast sie eingeweiht, wenn ich begraben werde, daß sich mein Herz nicht scheut, auch in den Staub zu legen, was Asch und Staub vermehrt, weil dir doch allerwegen die Erde zugehört. 3. Du schläfest in dem Grabe, daß ich auch meine Ruh an diesem Orte habe; du schließt die Augen zu, so soll mir gar nicht grauen, wenn mein Gesicht vergeht: ich werde den wohl schauen, der mir zur Seite steht. 4. Dein Grab schließt Stein und Siegel, und du wirst dennoch frei; auch meines Grabes Riegel bricht deine Hand entzwei. Du wirst den Stein schon rücken, der auch mein Grab bedeckt; da werd ich den erblicken, der mich vom Tode weckt. 5. Du fährest in die Höhe und zeigest mir die Bahn, wohin ich endlich gehe, da ich dich finden kann. Dort ist es sicher wohnen, wo lauter Glanz um dich; da warten lauter Kronen in deiner Hand auf mich. 6. O meines Lebens Leben, o meines Todes Tod, ich will mich dir ergeben in meiner letzten Not; ich will mein Lager machen in deine liebe Gruft, da werd ich schon erwachen, wenn deine Stimme ruft. B. Schmolck, 1737. Mel. Christus, der ist mein Leben ꝛc. 82 illjommen, Held im Streite, aus deines Grabes Kluft! Wir triumphieren heute um deine leere Gruft. 2. Der Feind wird schau⸗ getragen und heißt nunmehr ein Spott; wir aber können sagen: mit uns ist unser Gott. 3. In der Gerechten Hütten schallt schon das Siegeslied; du trittst selbst in 52 Ostern. in die Mitten und bringst den Osterfried. 4. Ach, teile doch die Beute bei deinen Gliedern aus! Wir alle kommen heute deswegen in dein Haus. 5. Schwing deine Sieges⸗ fahne auch über unser Herz, und unsern Weg uns bahne vom Grabe himmelwärts! 6. Laß unser aller Sünden ins Grab verscharret sein, uns einen Schatz hier finden, der ewig kann erfreun! 7. Wir sind mit dir ge⸗ storben, so leben wir mit dir. Was uns dein Tod er⸗ worben, das stell uns täg⸗ lich für! 8. Wir wollen hier ganz fröhlich mit dir zu Grabe gehn, wenn wir dereinst nur selig mit dir auch auferstehn. Der Tod kann uns nicht schaden, sein Stachel ist nun stumpf; wir stehn bei Gott in Gnaden und rufen schon Triumph! B. Schmolck, 4 1737. Mel. Jesus, meines Lebens Leben. 83 3⁴¹ der Jünger gehn mit Sehnen über Feld nach Emmaus; ihre Augen sind voll Thränen, ihre Seelen voll Verdruß; man hört ihre Klageworte; doch es ist von ihrem Orte unser Jesus gar nicht weit ——5 vertreibt die Traurig⸗ eit. 2. Ach, es gehn noch manche Herzen ihrem stillen Kummer nach, sie bejammern voller Schmerzen ihre Not und Ungemach. Manches wandert ganz alleine, daß es nur zur Gnüge weine; doch mein Jesus ist dabei, fragt, was man so traurig sei. 3. Oft schon hab ichs auch empfunden, Jesus läßt mich nie allein; Jesus stellt zur rechten Stunden sich mit seinem Beistand ein. Wenn ich mich bei ihm beschwere, gleich als ob er ferne wäre, o so ist er mehr als nah und mit seiner Hilfe da. 4. Treuster Freund von allen Freunden, bleibe ferner noch bei mir; kommt die Welt, mich anzufeinden, ach, so sei du auch allhier! Wenn mich Trübsalswetter schrecken, wollst du kräftig mich be⸗ decken; komm in meinem Geist zu ruhn: was du willst, das will ich thun. 5. Bin ich traurig und betrübet, Herr, so ruf mir in den Sinn, daß mich deine Seele liebet und daß ich der Deine bin. Laß dein Wort mich fester gründen, laß es auch mein Herz ent⸗ zünden, daß es voller Liebe brennt und dich immer besser kennt! 6. Tröst auch andre, die voll Jammer einsam durch die Fluren gehn, oder 9 er —...—„ KM 7— ⏑⏑— Ostern. 53 der stillen Kammer tiefbe⸗ kümmert zu dir flehn. Wenn sie von der Welt sich trennen, daß sie satt sich weinen können, so sprich ihrer Seele zu liebes Kind, was trauerst du? 7. Hilf, wenn es will Abend werden und der Le⸗ benstag sich neigt, wenn dem dunklen Aug auf Erden nir⸗ gends sich ein Helfer zeigt; bleib alsdann in unsrer Mit⸗ ten, wie dich deine Jünger bitten, bis du sie getröstet hast; bleibe, bleibe, teurer Gast! J. Neunherz, 4 1737. Mel. Jesus, meine Zuversicht ꝛc. 8 4 CWesus lebt, mit ihm N auch ich; Tod, wo sind nun deine Schrecken? Er, er lebt und wird auch mich von den Toten aufer⸗ wecken. Er verklärt mich in sein Licht; dies ist meine Zuversicht. 2. Jesus lebt, ihm ist das Reich uber alle Welt gegeben; mit ihm werd auch ich zu⸗ gleich ewig herrschen, ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht; dies ist meine Zu⸗ versicht. 3. Jesus lebt, wer nun verzagt, lästert ihn und Gottes Ehre; Gnade hat er zugesagt, daß der Sünder sich bekehre. Gott verstößt in Christo nicht; dies ist meine Zuversicht. 4. Jesus lebt, sein Heil ist mein; sein sei auch mein ganzes Leben; reines Herzens will ich sein und den Lüsten widerstreben. Er verläßt den Schwachen nicht; dies ist meine Zuversicht. 5. Jesus lebt, ich bin gewiß, nichts soll mich von Jesu scheiden, keine Macht der Finsternis, keine Herr⸗ lichkeit, kein Leiden. Er giebt selbst mir Kraft und Licht; dies ist meine Zuversicht. 6. Jesus lebt, nun ist der Tod mir der Eingang in das Leben. Welchen Trost in Todesnot wird er meiner Seele geben, wenn sie gläubig zu ihm spricht; Herr, Herr, meine Zuversicht! Chr. F. Gellert, 4 1769. Mel. O Jesu Christ, meins Lebens ꝛc. 85 Cechn dich, mein Geist, erfreut des hohen Tags der Herrlichkeit; halt im Gedächtnis Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist! 2. Entbrenn in Lieb und Dank für ihn, als ob er heute dir erschien und spräche: „Friede sei mit dir!“— So freue dich, mein Geist, in mir! 3. Schau über dich und bet ihn an; er mißt den Sternen ihre Bahn; er lebt und herrscht mit Gott ver⸗ eint 5⁴4 Ostern. eint und ist dein König und dein Freund. 4. Mein Heiland ist für mich erhöht; was ist der Erde Majestät, wenn sie mein Geist mit der vergleicht, die ich durch Gottes Sohn er⸗ reicht? 5. Vor seinem Thron, in seinem Reich, unsterblich, heilig, Engeln gleich und ewig, ewig selig sein: ach, welche Herrlichkeit ist mein! 6. Herr, der du in dem Himmel thronst, ich soll da wohnen, wo du wohnst, und du erfüllest mein Vertraun, dich in der Herrlichkeit zu schaun. 7. Ich soll, wenn du, o Lebensfürst, in Wolken wie⸗ derkommen wirst, verklärt aus meinem Grabe gehn und froh zu deiner Rechten stehn. 8. Mit deiner heilgen Engel Schar soll ich dich loben immerdar; mit allen Frommen aller Zeit soll ich mich freun in Ewigkeit. Nie komm es mir aus meinem Sinn, was ich, mein Heil, dir schuldig bin! Gieb Kraft, daß ich in Lieb und Treu mich stets zu deinem Bild erneu! 10. Macht, Ruhm und Hoheit immerdar dem, der da ist und der da war! Sein Name sei gebenedeit von nun an bis in Ewigkeit! 11. Sein ist das Reich, sein ist die Kraft; er ists, der alles in uns schafft. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist! Chr. F. Gellert, T 1769. Mel. Lasset uns den Herren 75 preisen ꝛc. 86 berwinder, nimm die Palmen, die dein Volk dir heute bringt, das mit frohen Osterpsalmen den erkämpften Sieg besingt. Wo ist nun der Feinde Pochen und der Würger Mordge⸗ schrei, da des Todes Nacht vorbei und sein Stachel ist zerbrochen? Tod und Hölle liegen da: Gott sei Dank, Hallelujah! 2. Stecke nun dein Sieges⸗ zeichen aus der dunklen Gruft empor! Was kann deinem Ruhme gleichen? Held und König tritt hervor! Laß dir tausend Engel dienen; denn nach harter Leidenszeit ist dein Tag der Herrlichkeit, höchste Majestät, erschienen; Erd und Himmel jauchzen da: Gott sei Dank, Hallelujah! 3. Teile, großer Fürst, die Beute deiner armen Herde mit, die in froher Sehnsucht heute vor den Thron der Gnade tritt! Deinen Frieden gieb uns allen! O so jauchzet Herz und Mut, weil das Los uns 7.—2 — SEr E& S FSSH A= Ce& Ostern. 5⁵ uns wundergut und aufs lieblichste gefallen; denn der Olzweig grünet da: Gott sei Dank, Hallelujah! 4. Laß, o Sonne der Ge⸗ rechten, deinen Strahl ins Herze gehen; gieb Erleuchtung deinen Knechten, daß sie geist⸗ lich auferstehn. Hält der Schlaf uns noch gefangen, o so fördre du den Lauf, rufe mächtig: Wachet auf! Denn die Schatten sind ver⸗ gangen, und der helle Tag ist da: Gott sei Dank, Halle⸗ lujah! 5. Tilg in uns des Todes Grauen, wenn die letzte Stunde schlägt, weil du denen, die dir trauen, schon die Krone beigelegt. Gieb uns in den höchsten Nöten, gieb uns mitten in der Pein deinen Trost und Glauben ein; o so kann der Tod nicht töten, denn die Hoffnung blühet da: Gott sei Dank, Hallelujah! 6. Zeige, wenn der blöde Kummer über Sarg und Grüften weint, wie die Schwachheit nach dem Schlummer dort in voller Kraft erscheint. Sind wir sterblich hier geboren, o so streift das kühle Grab nur, was sterblich heißt, uns ab, und der Staub ist unver⸗ loren; unser Hirte hütet da: Gott sei Dank, Hallelujah! 7. Rufe die zerfallnen Glieder endlich aus der dunklen Nacht; wenn der Deinen Asche wieder in ver⸗ klärtem Glanz erwacht, dann wirst du die Krone geben, dann wird unsre volle Brust, Herr, mit engelgleicher Lust ewig deinen Sieg erheben, und wir sprechen auch allda: Gott sei Dank, Hallelujahl Chr. L. Taddel, 4 1775. Mel. Lasset uns den Herren preisen ꝛc. 87 Gedßte⸗ Morgen, der die Erde nach der tiefsten Nacht belebt, der sie nach dem Wort:„es werde!“ nochmals aus dem Nichts erhebt! Nach der Nacht voll düstrer Sorgen, da man angst⸗ und kummervoll ohne Jesum leben soll, bringt der allerschönste Morgen Jesum aus des Todes Thor, Jesum, unser Licht, hervor. 2. Lebt nun auf, ihr stillen Seelen, die in Thränen ihr zerfloßt, die ihr euch in Kum⸗ merhöhlen ohne Licht und Kraft verschloßt! Lebt nun auf: er ist erstanden! Er, an den ihr doch geglaubt, ist vom Tode nichtgeraubt, nein, er lebt, ist frei von Banden und mit Klarheit angethan; betet euren König an! 3. Jauchz, o Erde, Himmel, tönet, rühme, neu geschaffne⸗ Welt! Gott und Menschheit sind 56 sind versöhnet! Seht, wie glänzt der große Held, der des Abgrunds und der Höllen und der Himmel Schlüssel führt und, mit Ehr und Schmuck gezieret, seine Kirche sicher stellen und nach tiefem Gottesplan ewig selig machen kann! 4. Großer Hirte deiner Schafe, von den Toten aus⸗ geführt, dem, nach ganz er⸗ littner Strafe unsrer Schuld, der Preis gebührt! Nimm ihn von den Millionen derer, die das Grab noch deckt, derer, die dein Ruf schon weckt, derer, die im Himmel wohnen, auch von uns hier unten an, wie dich jeder preisen kann. 5. Hilf uns aus den Fesseln gehen, womit uns die Welt bestrickt; laß uns geist⸗ lich auferstehen, allem Sün⸗ dendienst entrückt! Schenk uns Kraft zum neuen Wesen, daß es täglich Ostern sei, dann kommt einst der Tag herbei, da du völlig uns er⸗ lösen und zu direrheben wirst, auferstandener Siegesfürst. J. A. Lehmus. 4 1788. Mel. Lasset uns den Herren preisen ꝛc. 88 Arrerstanden. aufer⸗ standen ist der Herr, der uns versöhnt; seht, wie hat nach Schmach und Banden Gott mit Ehren ihn Ostern. gekrönt! Dort auf seines Vaters Throne, über Schmerz und Tod erhöht, herrscht er nun in Majestät. Fallet nieder vor dem Sohne, der uns einst zu sich erhebt! Hallelujah! Jesus lebt. 2. Singt dem Herrn! Er ist erstanden, da er starb auf Golgatha; rühmt es laut in allen Landen: was sein Mund verhieß, geschah. Wer kann ihm noch widerstreben? Mächtig steigt der Held em⸗ por, im Triumph bricht er hervor. Seht des Abgrunds Pforten beben, da ihr Sieger leht erhebt! Hallelujah! Jesus ebt. 3. Uns vom Tode zu be⸗ freien, sank er in des Grabes Nacht; uns zum Leben zu erneuen, steht er auf durch Gottes Macht. Tod, du bist in Sieg verschlungen; deine Schrecken sind gedämpft, deine Herrschaft ist bekämpft, und das Leben ist errungen; ob man unsern Leib begräbt, Hallelujah! Jesus lebt. 4. Aus dem Grab uns zu erheben, ging er zu dem Vater hin. Laßt uns ihm zur Ehre leben, dann ist Sterben uns Gewinn. Haltet unter Lust und Leiden im Gedächtnis Jesum Christ, der vom Tod erstanden ist; unvergänglich sind die Freu⸗ den des, der nach dem—— me ———————‚‚‚‚‚‚‚ĩJF—‚—J——————————h— Ostern. 57 strebt. Hallelujah! Jesus lebt. 5. Freut euch seiner, Gottes Kinder! Er sei euer Lobgesang! Bringt dem Todesüberwinder ewig Ehre, Preis und Dank. Rühmt es in Versuchungsstunden, wenn euch Sünd und Elend droht, rühmt es in der Todes⸗ not: unser Herr hat über⸗ wunden! Der uns einst zu 1bi erhebt, Hallelujah! Jesus ebt. Nach J. F. Danneil,(+ 1772) von Chr. Sturm, 4 1786, und C. Lavater, + 1801. Mel. Lobt Gott, ihr Christen, all⸗ zugleich ꝛc. Och sag es jedem, daß 89 Wer lebt und aufer⸗ standen ist, daß er in unsrer Mitte schwebt und ewig bei uns ist. 2. Ich sag es jedem, jeder sagt es seinen Freunden gleich, daß bald an allen Orten tagt das neue Himmel⸗ reich. 3. Jetzt scheint die Welt dem neuen Sinn erst wie ein Vaterland; ein neues Leben nimmt man hin ent⸗ zückt aus seiner Hand. Hinunter in das tiefe Meer versank des Todes Graun, und jeder kann nun leicht und hehr in seine Zu⸗ kunft schaun. 5. Der dunkle Weg, den er betrat, geht in den Himmel aus; und wer nur hört auf seinen Rat, kommt auch ins Vaterhaus. 6. Nun weint auch keiner mehr allhie, wenn eins die Augen schließt; vom Wieder⸗ sehn, spät oder früh, wird dieser Schmerz versüßt. 7. Es kann zu jeder guten That ein jeder frischer glühn; denn herrlich wird ihm diese Saat in schönern Fluren blühn. 8. Er lebt und wird nun bei uns sein, wenn alles uns verläßt, und so soll dieser Tag uns sein ein Weltverjüngungsfest. Novalis(Fr. v. Hardenberg), + 1801. Mel. Wie schön leuchtet der Morgen⸗ stern ꝛe. 90 Ebohter sarssost und Held! Dir jauchzet die erlöste Welt am Feste deiner Wonne; du gehst aus deines Grabes Thor als wie ein Bräutigam her⸗ vor, schön wie die Morgen⸗ sonne. Mächtig, prächtig kommst du heute aus dem Streite, kommst mit Segen uns aus deiner Gruft ent⸗ gegen. 2. Wie majestätisch bauest du am dritten Tage deiner Ruh den Leibestempel wie⸗ der! Trotz aller Feinde List und Macht hast du dein großes Wort er 58 sterb und lebe wieder. Gehet, sehet: alle Riegel, Band und Siegel sind zerstöret, Jesus lebt und ist verkläret! 3. Erlöste, kommt zu diesem Grab und blicket glaubensvoll hinab; ist dies die Gruft der Schrecken? Seit Jesus hier geschlummert hat, sind Gräber eine Ruhe⸗ statt, die Fried und Hoff⸗ nung decken. Zagt nicht! Klagt nicht! Diese Glieder werden wieder sich erheben und das Leben Christi leben. 4. Dann werd ich ihn im Lichte sehn gekrönt vor seinem Throne stehn mit himmlischem Entzücken. Dann ist mein Aug von Thränen leer, dann schreckt mich Sünd und Tod nicht mehr, nichts kann mich ihm entrücken. Ewig selig, ohne Mängel, wie die Engel werd ich leben und ihm Preis und Ehre geben. 5. Indes zerstöre, starker Held, was mich hier noch zurücke hält, daß ich zu dir mich schwinge. O gieb mir deinen Geist, dein Licht, daß ich, wenn Herz und Auge bricht, vom Tod ins Leben dringe! Mach mich mutig in dem Streite und bereite mich bei Zeiten zum Triumph der Ewigkeiten! Chr. G. Götz, 4 1803. Ostern. Mel. Wachet auf, rust uns ꝛc. 91 jauchzt, ihr Chöre, singt Jesu Christo Preis und Ehre! Wie groß und herrlich ist sein Tag! Er, der Held, ist von den Banden des Todes siegreich auferstanden, er, der für uns im Grabe lag. Sein ist Gewalt und Macht. Preis ihm, er hats vollbracht! Hallelujah! Er hats voll⸗ bracht, er, der die Macht des Todes und des Grabes hat. 2. Glorreich hat der Held gerungen, hat mächtig Grab und Tod bezwungen, von ihren Schrecken uns befreit. Wir von Gott gewichne Sünder sind nun mit ihm versöhnte Kinder und Erben seiner Seligkeit. Bald, bald entschlafen wir, entschlafen, Christo, dir, ruhn in Frieden die kurze Nacht, bis deine Macht, das Licht des ewgen Tages ruft. 3. Unsern Staub mag Staub bedecken, du wirst ihn herrlich auferwecken, der du des Staubes Schöpfer bist. Du wirst unvergänglich Leben und Kraft und Herrlichkeit ihm geben, dem Staube, der dir teuer ist. Wir werden ewig dein, gerecht und selig sein. Hallelujah! Tod und Gericht erschreckt uns nicht; —1— Jesus, unser Mittler, ebt. E e S= Ostern. 59 4. Ja, er lebt, uns zu erfreuen und alles, alles zu zerstreuen, was uns den Lebensfrieden raubt. Groß ist seines Namens Ehre, und ewig giltig seine Lehre, und ewig selig, wer ihm glaubt. Wir gehn an seiner Hand durch dieses Thränenland hin zum Himmel, und dort erhebt er, der da lebt, uns hoch zu Ehren ewiglich. 5. Tag des Lebens, Tag der Wonne, wie wird uns sein, wenn Gottes Sonne durch unsres Grabes Dunkel bricht! O, was werden wir empfinden, wenn Nacht und Finsternis verschwinden und uns umstrahlt des Himmels Licht! Vollender, führe du uns diesem Tage zu, uns, die Deinen. Die Todesbahn gingst du voran; wir folgen dir in deine Ruh. G. Bened. Funk, 4 1814. Mel. Lasset uns den Herren preisen ꝛc. 92 men! Deines Gra⸗ bes Friede wird auch unser Grab durchwehn, wann wir, von der Wallfahrt müde, ruhn, um froher auf⸗ zustehn. Amen! Fürst der Auferstehung, der des Todes Siegel brach, zeuch durch Tod und Grab uns nach zu der seligen Erhöhung, wo dem Lamm, das uns versöhnt, aller Himmel Loblied tönt. 2. Preis dem Herrn, wir werden leben; weil du auf⸗ erstanden bist, muß das Grab uns wieder geben; Preis und Dank dir, Jesu Christ! Du das Haupt und wir die Glieder; weil du lebst, so leben wir. Alle ziehst du nach zu dir, großer Erstling deiner Brüder. Preis und Dank, wir leben hier, leben ewig dort mit dir. B. Garve, 4 1841. VIII. Himmelfahrt. hrist fuhr gen Him⸗ 93 C mel; da sandt er uns hernieder den Tröster, den heiligen Geist, zu Trost der armen Christenheit. Hallelujah! 2. Hallelujah! Hallelujah! Hallelujah! Des solln wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Hallelujah! Aus dem 14. Jahrhundert. 9 4 Af diesen Tag be⸗ denken wir, daß Christus aufgefahren, und flehn mit herzlicher Begier, Gott wolle nun bewahren uns arme Sünder hier auf Erd, die wir, von Not und Tod beschwert, ohn ihn kein Hoffnung haben. Hallelujah! Hallelujah! 2. Gottlob, nun ist der 5 Weg 60 Himmelfahrt. Weg gemacht, uns steht der Himmel offen! Christus schleußt auf mit großer Pracht, vorhin konnts nie⸗ mand hoffen. Wers glaubt, des Herz ist freudenvoll, da⸗ bei er sich doch rüsten soll, dem Herren nachzufolgen. Hallelujah! Hallelujah! 3. Wer nun nicht seinen Willen thut, dem ists nicht Ernst zum Herren; der aber wird vor Fleisch und Blut sein Himmelreich versperren. Am Glauben liegts, so der ist echt, wird auch gewiß das Leben recht, zum Himmel sein gerichtet. Hallelujah! Hallelujah! 4. Solch Himmelfahrt fäht in uns an, wenn wir den Vater finden und fliehen stets die breite Bahn, thun uns zu Gottes Kindern; wir sehn hinauf, Gott sieht herab, an Treu und Lieb geht uns nichts ab, bis wir zusammen kommen. Hallelujah! Halle⸗ lujah! 5. Dann wird der Tag erst freudenreich, wenn Gott uns zu sich nehmen und seinem Sohn wird machen gleich, den wir hier treu be⸗ kennen. Da wird sich finden Freud und Mut in Ewigkeit deim höchsten Gut. Gott woll, daß wirs erleben! Hallelujah! Hallelujah. Zoh. Zwick, 4 1542. Mel. Erschienen ist der herrlich Tagꝛe. 95 Nf. Jesu Jünger, freuet euch! Der Herr fährt auf zu seinem Reich. Er triumphiert; lob⸗ singet ihm! Lobsinget ihm mit lauter Stimm! Halle⸗ lujah! 2. Sein Werk auf Erden ist vollbracht; zerstört hat er des Todes Macht. Er hat die Welt mit Gott ver⸗ söhnt, und Gott hat ihn mit Preis gekrönt. Halle⸗ lujah! 3. Weit, über alle Himmel weit, geht seine Macht und Herrlichkeit; ihm dienen selbst die Seraphim: lobsinget ihm mit lauter Stimm! Halle⸗ lujah! 4. Sein sind die Völker aller Welt; er herrscht als sieggewohnter Held; er herrscht, bis unter seinen Fuß der Feinde Heer sich beugen muß. Hallelujah! 5. Er schützet seine Chri⸗ stenheit, erhält sie bis in Ewigkeit; er ist ihr Haupt; lobsinget ihm! Lobsinget ihm mit lauter Stimm! Halle⸗ lujah! 6. Ja, Heiland, wir er⸗ heben dich, und unsre Herzen freuen sich der Herrlichkeit und Majestät, dazu dich Gott, dein Gott, erhöht. Halle⸗ lujah! 7. Bereitet hast du schon den Ort, wo wir dich io ort — — Himmelfahrt. 6¹1 fort und fort. Nach treu vollbrachtem Glaubenslauf nimmst du uns in den Him⸗ mel auf. Hallelujah! 8. Dein Eingang in die Herrlichkeit stärk uns in unsrer Prüfungszeit, nur dir zu leben, dir zu traun, bis wir dereinst dein Antlitz schaun. Hallelujah! 9. Dann werden wir uns ewig dein, erhöheter Erlöser, freun. Dann singen wir von deinem Ruhm ein neues Lied im Heiligtum. Halle⸗ lujah! Nach E. Alberus(T 1553) von S. Diterich, 4 1791. Mel. Nun freut euch, lieben Christen ꝛe. 96 Auf Christi Himmel⸗ fahrt allein ich meine Nachfahrt gründe und alle Zweifel, Angst und Pein hiermit stets überwinde. Denn weil das Haupt im Himmel ist, wird seine Glie⸗ der Jesus Christ zur rechten Zeit nachholen. Weil er gezogen him⸗ melan und große Gab em⸗ pfangen, mein Herz auch nur im Himmel kann, sonst nirgends Ruh erlangen. Denn wo mein Schatz ge⸗ kommen hin, dahin steht auch mein Herz und Sinn; nach ihm mich sehr verlanget. 3. Ach, Herr, laß diese Gnade mich von deiner Auf⸗ fahrt spüren, daß mit dem wahren Glauben ich mög meine Nachfahrt zieren, und dann einmal, wenn dirs ge⸗ fällt, mit Freuden scheiden aus der Welt; Herr, höre dies mein Flehen! Nach Josua Wegelin(+ 1640) von J. Gesenius, 1673, Mel. Wie schön leuchtet der Morgen⸗· stern ꝛc. 97 Ab⸗ wundergroßer Siegesheld, du Sündentilger aller Welt, heut bist du aufgefahren zur Rechten Gottes in der Kraft, hast herrlich dir den Sieg verschafft trotz aller Feinde Scharen; mächtig, prächtig triumphierst du und regierst du; Tod und Leben ist, Herr Christ, dir unter⸗ geben. 2. Dir dienen alle Che⸗ rubim, viel tausend hohe Seraphim dich Siegesfürsten loben: du hast den Segen wieder bracht und dich mit Majestät und Macht zur Herrlichkeit erhoben. Singet, bringet Jubellieder, fallet nieder, rühmt und ehret den, der auf zum Himmel fähret. Du, Herr, bist unser Haupt, und wir sind deine Glieder; nur von dir kommt auf uns Heil und Leben; Trost, Friede, Freude, Licht und Kraft, und was dem Herzen Labsal schafft, wird 32—— 3 uis 62 Himmelfahrt. uns durch dich gegeben. Dringe, zwinge, ewge Güte, mein Gemüte, daß es preise, dir Lob, Ehr und er⸗ weise. 4. Zeuch, Jesu, uns, zeuch uns nach dir; hilf, daß wir forthin für und für nach deinem Reiche trachten; laß unsern Wandel himmlisch sein, daß wir der Erde eiteln Schein und Uppigkeit ver⸗ achten; Unart, Hoffart laß uns meiden, christlich leiden, wohl ergründen, wo die Gnade sei zu finden. 5. Sei, Jesu, unser Schirm und Hort und gründ uns auf dein göttlich Wort, dar⸗ auf wir uns verlassen. Laß suchen uns, was droben ist; auf Erden wohnet Trug und List und Feinde, die dich hassen. Lügen, Trügen, Angst und Zagen, ach, sie plagen, ach, sie quälen stündlich arme Christenseelen. 6. Herr Jesu, komm, du Gnadenthron, du Sieges⸗ fürst, Held, Davids Sohn, komm, stille das Verlangen! Du, du bist allen uns zu gut, o Jesu, durch dein teures Blut ins Heiligtum gegangen. Dafür soll dir von uns allen Preis er⸗ schallen; Herr, am Ende in deine nimm uns auf Hände! E. Chr. Homburg, 1681. Mel. Aus meines Herzens Grunde ꝛc. 6 er Herr fährt auf 9 8 D gen Himmel mit frohem Jubelton aus diesem Weltgetümmel empor zu sei⸗ nem Thron. Lobsingt, lob⸗ singet Gott! Lobsingt, lobsingt mit Freuden dem Könige der Heiden, dem Herren Zebaoth! 2. Der Herr wird auf⸗ genommen in seines Himmels Pracht; um ihn stehn alle Frommen, die er hat frei gemacht. Es holen Jesum ein die heilgen Cherubinen, den lichten Seraphinen muß er willkommen sein. 3. Wir wissen nun vom Siege, der unser Haupt er⸗ höht, wir wissen zur Genüge, wie man zum Himmel geht; der Heiland geht voran, will uns zurück nicht lassen; er zeiget uns die Straßen, er bricht uns sichre Bahn. 4. Wir sollen himmlisch werden, der Herr macht selbst uns Platz; wir gehen von der Erden dorthin, wo unser Schatz. Ihr Herzen, macht euch auf! Wo Jesus hinge⸗ gangen, dahin sei das Ver⸗ langen, bahnt sei euer Lauf. 5. Laßt uns gen Himmel dringen mit herzlicher Be⸗ gier; laßt uns einmütig singen: Dah Jesus, suchen wir! Dich, o du Gottes Sohn, dich Weg, dich wahres Leben, ,v, Himmelfahrt. 63 Leben, dem alle Macht ge⸗ geben, dich, unsers Hauptes Kron! 6. Fahr hin mit deinen Schätzen, du trugesvolle Welt; dein Tand kann nicht ergötzen! Weißt du, was uns gefällt? Der Herr ist unser Preis, der Herr ist unsre Freude und köstliches Ge⸗ schmeide; zu ihm gilt unsre Reis'. 7, Wann soll es doch ge⸗ schehen? Wann kommt die liebe Zeit, daß wir ihn wer⸗ den sehen in seiner Herrlich⸗ keit? Du Tag, wann wirst du sein, daß wir den Hei⸗ land grüßen und fallen ihm zu Füßen? Komm, stelle dich doch ein! G. W. Sacer, 1699. Mel. Wie nach einer Wasserquelle ꝛc. 99 Han auf Erden — muß ich leiden und bin voller Angst und Weh, warum willst du von mir scheiden, warum fährst du in die Höh? Nimm mich Armen auch mit dir, oder bleibe doch in mir, daß ich dich und deine Gaben täg⸗ lich möge bei mir haben. 2. Laß dein Herze mir zurücke, und nimm meines mit hinauf; wenn ich Seufzer zu dir schicke, thue mir den Himmel auf und, so ich nicht beten kann, rede du den Vater an; denn du sitzst zu seiner Rechten; darum hilf uns, deinen Knechten. 3. Zeuch die Sinne von der Erde über alles Eitle hin, daß ich mit dir himmlisch werde, ob ich gleich noch sterb⸗ lich bin und im Glauben meine Zeit richte nach der Ewigkeit, bis wir auch zu dir gelangen, wie du bist vorangegangen. 4. Meine Wohnung mache fertig droben in des Vaters Haus, da ich werde gegen⸗ wärtig bei dir gehen ein und aus. Dahin bringe mich zur Ruh, denn der Weg dahin bist du, und nimm an dem letzten Ende meinen Geist in deine Hände. 5. Komme, wenn es Zeit ist, wieder, wie dein Wort uns hoffen lehrt, und erlöse meine Glieder, die das dunkle Grab beschwert; richtest du dann diese Welt, die dein Wort für Lügen hält, dann nach überstandnem Leide führ uns ein zu deiner Freude. C. Neumann, f 1715. Mel. Jesu, meines Lebens Leben 1. 100 Großer Mittler, der zur Rechten seines großen Vaters sitzt und die Schar von seinen Knechten in dem Reich der Gnaden schützt, den auf dem erhabnen Throne in der könig⸗ lichen 6⁴ Himmelfahrt. lichen Krone alles Heer der Ewigkeit mit verhülltem Antlitz scheut! 2. Dein Erlösungswerk auf Erden und dein Opfer ist vollbracht; was vollendet sollte werden, ist geschehn durch deine Macht. Da du bist für uns gestorben, ist uns Gnad und Heil erwor⸗ ben, und dein siegreich Auf⸗ erstehn läßt uns in die Frei⸗ heit gehn. 3. Nun bist du ja Hort und Hüter in des Vaters Heiligtum, die erworbnen Segensgüter durch dein Evangelium allen denen mit⸗ zuteilen, die zum Thron der Gnade eilen; nun wird uns durch deine Hand Heil und Segen zugewandt. 4. Deines Volkes teure Namen trägst du stets auf deiner Brust, und die gläu⸗ big zu dir kamen, sind und bleiben deine Lust. Du ver⸗ trittst, die an dich glauben, daß sie nichts dir möge rauben, bittest in des Vaters Haus ihnen eine Wohnung aus. 5. Doch vergißt du auch der Armen, die der Welt noch dienen, nicht, weil das Herz dir vor Erbarmen über ihrem Elend bricht; daß mein Vater ihrer schone, daß er nicht nach Werken lohne, daß er ändre ihren Sinn, darauf zielt dein Bitten hin. 6. Die Verdienste deiner Leiden stellest du dem Vater dar und vertrittst vor ihm mit Freuden deine teur er⸗ löste Schar, daß er wolle Kraft und Leben deinem Volk auf Erden geben und die Seelen zu dir ziehn, die noch deine Freundschaft fliehn. 7. Großer Mittler, sei ge⸗ priesen, daß du in dem Hei⸗ ligtum so viel Treu an uns bewiesen; dir sei Ehre, Dank und Ruhm! Laß uns dein Verdienst vertreten, wenn wir zu dem Vater beten; sprich für uns in letzter Not, wenn den Mund verschließt der Tod! J. J. Rambach, 4 1735. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele ꝛc. 101 önig, dem kein König gleichet, dessen Ruhm kein Mund er⸗ reichet, dem als Gott das Reich gebühret, der als Mensch das Scepter führet, dem das Recht gehört zum Throne als des Vaters ein⸗ gem Sohne, den so viel Voll⸗ kommenheiten krönen, zieren und begleiten! 2. Himmel, Erde, Luft und Meere nebst dem unge⸗ zählten Heere der Geschöpfe in den Feldern, in den Seeen, in den Wäldern sind, Herr, über n* uu unenrr Himmelfahrt. 65 über Tod und Leben, dir zum Eigentum gegeben. Tiere, Menschen, Geister scheuen, Menschensohn, dein mächtig Dräuen. 3. In des Gnadenreiches Grenzen sieht man dich am schönsten glänzen, wo viel tausend treue Seelen dich zu ihrem Haupt erwählen, die durchs Scepter deines Mundes, nach dem Recht des Gnadenbundes, sich von dir regieren lassen und wie du das Unrecht hassen. 4. In dem Reiche deiner Ehren kann man stets dich loben hören von dem himm⸗ lischen Geschlechte, von der Menge deiner Knechte, die dort ohne Furcht und Grauen dein verklärtes Antlitz schau⸗ en, die dich unermüdet preisen und dir Ehr und Dienst er⸗ weisen. 5. Herr in allen diesen Reichen! Dir ist niemand zu vergleichen an dem Ueber⸗ fluß der Schätze, an der Ordnung der Gesetze, an Vollkommenheit der Gaben, welche deine Bürger haben; du beschützest deine Freunde, du bezwingest deine Feinde. 6. Herrsche auch in meinem Herzen über Zorn, Lust, Furcht und Schmerzen; laß mich deinen Schutz genießen, gläubig dich ins Herze schlie⸗ ßen, ehren, fürchten, loben, liehen und mich im Gehor⸗ sam üben; hier mitringen, dulden, streiten, dort mit⸗ herrschen dir zu Seiten. J. J. Rambach, 4 1735. Mel. Jesu, meines Lebens Leben 1. 102 Siegesfürst und Ehrenkönig höchstoerklärte Majestät! Alle Himmel sind zu wenig, du bist drüber hoch erhöht. Sollt ich nicht zu Fuß dir fallen und mein Herz vor Giaude wallen, wenn mein laubensaug entzückt deine Herrlichkeit erblickt? 2. Weit und breit, du Himmelssonne, deine Klar⸗ heit sich ergießt, daß ein Strom von Glanz und Wonne durch die Himmels⸗ geister fließt; prächtig wirst du aufgenommen, freudig heißt man dich willkommen: schau, dein armes Kind auch hier rufet Hosianna dir. 3. Sollt ich deinen Kelch nicht trinken, da ich deine Klarheit seh? Sollt mein Mut noch wollen sinken, da ich deine Macht versteh? Meinem König will ich trauen, nicht vor Welt noch Teufel grauen, nur in Jesu Namen mich beugen hier und ewig⸗ lich. 4. Geist und Kraft nun überfließen; drum wirk in uns kräftiglich, bis zum Schemel deinen Füßen alle Feinde 66 Himmelfahrt. Feinde legen sich. Herr, zu deinem Scepter wende alles bis zum Weltenende; mache dir auf Erden Bahn, alle Herzen unterthan. Du kannst alles aller Orten nun erfülln und nahe sein; meines armen Herzens Pforten stehen offen, komm herein! Komm, du König aller Ehren, du mußt auch bei mir einkehren; ewig in mir leb und wohn, als in deinem Himmelsthron! 6. Dein zum Himmel Sicherheben bringt mir Gott und Himmel nah; lehr mich nur im Geiste leben als vor deinen Augen da; fremd der Welt, der Zeit, den Sinnen, bei dir abgeschieden drinnen, in das Himmelreich versetzt, da mich Jesus nur ergötzt. G. Terstegen, 4 1769. Mel. Alles ist an Gottes Segen ꝛc. Qesus Christus 103 A5n heushn als König, alles wird ihm unter⸗ thänig, alles legt ihm Gott zu Fuß. Jede Zunge soll bekennen, Jesus sei der Herr zu nennen, dem man Ehre geben muß. 2. Fürstentümer und Ge⸗ walten, Mächte, die die Thronwacht halten, geben ihm die Herrlichkeit. Alle Herrschaft dort im Himmel, hier im irdischen Getümmel, ist zu seinem Dienst bereit. 3. Gott ist Herr, der Herr ist Einer, und demsel⸗ ben gleichet keiner; nur der Sohn, der ist ihm gleich; dessen Stuhl ist unumstöß⸗ lich, dessen Leben unauflös⸗ lich, dessen Reich ein ewig Reich. 4. Nur in ihm— o Wundergaben!— können wir Erlösung haben, die Erlösung durch sein Blut. Hörts! das Leben ist erschienen, und ein ewiges Versühnen kommt in Jesus uns zu gut. 5. Gebt ihr Sünder, ihm die Herzen, klagt, ihr Kran⸗ ken, ihm die Schmerzen, sagt ihr Armen, ihm die Not. Er kann alle Wunden heilen, Reichtum weiß er auszuteilen, Leben schenkt er nach dem Tod. 6. Eil, es ist nicht Zeit zum Schämen! Willst du Gnade? du sollst nehmen! Willst du leben? es soll sein! Willst du erben? du wirsts sehen! Soll der Wunsch aufs höchste gehen, willst du Jesum? er ist dein. 7. Zwar auch Kreuz drückt Christi Glieder hier auf kurze Zeit darnieder, und das Leiden geht zuvor. Nur Geduld! Es folgen Freuden, nichts kann sie von Jesu scheiden, und ihr Haupt zieht sie empor. 8. Ihnen steht ein Him⸗ mel offen, welcher über alles Hoffen Himmelfahrt. 67 Hoffen, über alles Wünschen ist. Die gereinigte Gemeine weiß, daß eine Zeit erscheine, wo sie ihren König grüßt. 9. auchz ihm, Menge heilger Knechte, rühmt, voll⸗ endete Gerechte, und du Schar, die Palmen trägt, und ihr Märtrer mit der Krone, und du Chor vor seinem Throne, der die Gottesharfen schlägt! 10. Ich auch auf der tiefsten Stufen, ich will glauben, reden, rufen, ob ich schon noch Pilgrim bin: Jesus Christus herrscht als König, alles sei ihm unter⸗ thänig, ehret, liebet, lobet ihn! Ph. F. Hiller, 4 1769, Mel. Wie schön leuchtet der Morgen⸗ stern ꝛc. 10 4 HMablih Wie lieblich stehn hoch über uns die Himmels⸗ höhn, seit du im Himmel sitzest, seit du vom ewgen Zion dort aussendest dein lebendig Wort und deine Herde schützest! Glaube selig schaut der laube von dem Staube auf zum Sohne: meine Heimat ist am Throne! 2. Die Sterne leuchten ohne Zahl; was ist ihr tausendfacher Strahl? Waͤs ist der Glanz der Sonne? Ein Schatten nur von jenem Licht, das dir vom holden Angesicht ausgeht mit ewger Wonne! Spende, sende deine hellen Lebensquellen reichlich nieder, großes Haupt, auf deine Glieder! 3. Verhüllt den Erdkreis düstre Nacht, ich weiß, daß dort ein Auge wacht, das einst um uns geweinet, das einst für uns im Tode brach; es ist dein Aug, es bleibet wach, bis neu die Sonne scheinet. O wer nun⸗ mehr nimmer klagte, nim⸗ mer zagte, seit du wachest und aus Nächten Tage machest! 4. Wohin wir ziehn durch Land und Meer, ein Himmel neigt sich drüber her, dein Himmel voller Gnaden. Da steigt erhörlich das Gebet, da wallt man sicher früh und spät vor Feindeslist und Schaden. Keiner deiner Auserwählten, Geistbeseelten bleibt verlassen; treu will ihn dein Arm umfassen. 5. Wir fliehn zu dir mit allem Schmerz, zu dir, wenn sich das arme Herz abhärmt in bittrer Reue. Du brichst nicht das zerstoßne Rohr, und wenn der Docht sein Ol verlor, so tränkst du ihn aufs neue. Im Licht soll nicht eine fehlen von den Seelen, die zum Leben dir dein Vater übergeben. 6. O selger König Jesu Christ! Wie wundervoll und heilig ist, was uns in dir geschenket! In dir, der Gottes Kinder 68 Himmelfahrt. Kinder schirmt, bleibt unser Anker, wenn es stürmt, auf ewig eingesenket. Hier, hier sind wir festgebunden; unsre Stunden fliehn in Eile; dann hinauf zum ewgen Heile! A. Knapp, 4 1864. Mel. Lobe den Herren, den ꝛe. 10 5 Lamm; das gelitten, und Löwe, der siegreich gerungen; blutendes Opfer und Held, der die Hölle bezwungen; brechendes Herz, das sich aus irdischem Schmerz über die Himmel geschwungen! 2. Du hast in schauriger Tiefe das Höchste vollendet, Gott in die Menschheit ge⸗ hüllt, daß sein Licht uns nicht blendet. Würdig bist du,— jauchzt dir die Ewig⸗ keit zu,— Preises und Ruhms der nicht endet. 3. Himmlische Liebe, die Namen der Erde nichtnennen! Fürst deiner Welten, den einst alle Zungen bekennen! Gingest du nicht selbst in der Sünder Gericht, Sünder entlassen zu können? 4. Über des Todes um⸗ nachteten, graunvollen Klüf⸗ ten schwangst du die Palme des Sieges in himmlischen Lüften. Wer an dich glaubt, trägt nun, von Hoffnung umlaubt, ewiges Leben aus Grüften. 5. Menschensohn, Heiland, in dem sich das ewge Er⸗ barmen milde zu eigen ge⸗ geben den schuldigen Armen! Dir an der Brust darf nun in Leben und Lust jeder Erstarrte erwarmen. 6. Wahl voller Wunderl Der einzige Reine von allen eint sich mit Seelen, die sündig im Staube hier wallen, trägt ihre Schuld, hebt in unendlicher Huld, das, was am tiefsten gefallen. 7. Mir auch ist süß über⸗ windend dein Rufen ertönet; Herr, auch mein feindliches Herz hat dein Lieben ver⸗ söhnet; ja deine Hand, zu dem Verirrten gewandt, hat mich mit Gnade gekrönet. 8. Lobe den Herrn, meine Seele! Er hat dir vergeben,. heilt dein Gebrechen, legt in dich ein ewiges Leben; Frie⸗ den im Streit, Wonnen im irdischen Leid weiß dir dein Heiland zu geben. 9. Hoffnung und Glaube und Liebe, sie tragen auf Flügeln dich in das Land der Verheißung zu ewigen Hügeln, wo deine Wahl, dort in der Herrlichkeit Strahl, Lieb und Erbarmen besiegeln. 10. Jauchze, Natur, in des Frühlings beginnendem Wehen; singe, du Welt, die das Werk der Erlösung ge⸗ sehen! Jauchze, du Heer dort am krystallenen Meer:„Ehre sei Gott in den Höhen!“ M. Heuher⸗Schweizer, 4 1876. „„—. ——.- — Pfingsten. 69 IE. Ysingsten. Mel. Herr Gott, dich loben alle wir ꝛc. 106 Komm heilger Geist, o Schöpfer du, sprich deinen armen Seelen zu; erfüll mit Gnaden, süßer Gast, die Brust, die du ge⸗ schaffen hast. 2. Der du ein Tröster bist genannt, des allerhöchsten Gottes Pfand, du Liebes⸗ quell, du Lebensbronn, du Herzenssalbung, Gnaden⸗ sonn! 3. Du siebenfaches Gnaden⸗ gut, du Hand des Herrn, die Wunder thut, du lösest aller Zungen Band, giebst frei das Wort in alle Land. 4. Zünd uns ein Licht an im Verstand, entflamm das Herz in Liebesbrand, stärk unser schwaches Fleisch und Blut durch deiner Gott⸗ heit starken Mut. 5. Den Feind treib von uns fern hinweg und bring uns auf des Friedens Steg, daß wir, durch deine Hand geführt, vom Argen bleiben unberührt. 6. Lehr uns den Vater kennen wohl, und wie den Sohn man ehren soll; im Glauben mache uns bekannt, wie du von beiden wirst gesandt. 7. Ehr sei dem Vater, unserm Herrn, und seinem Sohn, dem Lebensstern; dem heilgen Geiste gleicherweis sei jetzt und ewig Lob und Preis! Alte Kirche. 1 07 omm, heiliger Geist, Herre Gott, erfüll mit deiner Gnaden Gut der Gläubigen Herz, Mut und Sinn, dein brünstig Lieb entzünd in ihn! O Herr, durch deines Lichtes Glanz zum Glauben du versammelt hast das Volk aus aller Welt Zungen. Das sei dir, Herr, zu Lob gesungen! Hallelujah! Halle⸗ lujah! 2. Du heiliges Licht, edler Hort, laß uns leuchten des Lebens Wort und lehr Gott uns recht erkennen, von Herzen Vater ihn nennen. O Herr, behüt vor fremder Lehr, daß wir nicht Meister suchen mehr, denn Jesum mit rechtem Glauben, und ihm aus ganzer Macht ver⸗ trauen. Hallelujah! Halle⸗ lujah! 3. Du heilige Glut, süßer Trost, nun hilf uns fröhlich und getrost in dei⸗ nem Dienst beständig bleibn, die Trübsal uns von dir nicht treibn. Durch deine Kraft 70 Kraft uns, Herr, bereit und stärk des Fleisches Blödig⸗ keit, daß wir hier ritterlich ringen, durch Tod und Leben zu dir dringen. Hallelujah! Hallelujah! V. 1 vorreformatorisch; V. 2 u. 3 von Luther, 4 1546. 108 Nun bitten wir den heiligen Geist um den rechten Glau⸗ ben allermeist, daß er uns behüte an unserm Ende, wenn wir heimfahrn aus diesem Elende. Erbarm dich, Herr! 2. Du wertes Licht, gieb uns deinen Schein, lehr uns Jesum Christ kennen allein, daß wir an ihm bleiben, dem treuen Heiland, der uns bracht hat zum rechten Vaterland. Erbarm dich, Herr! 3. Du süße Lieb, schenk uns deine Gunst, laß uns empfiuden der Liebe Brunst, daß wir uns von Herzen einander lieben und im Frie⸗ den auf einem Sinn bleiben. Erbarm dich, Herr! 4. Du höchster Tröster in aller Not, hilf, daß wir nicht fürchten Schand noch Tod; daß in uns die Sinne nimmer verzagen, wenn der Rager wird das Leben ver⸗ lagen. Erbarm dich, Herr! Luther, 4 1546. V. Waus dem 13. Jahrhundert. Pfingsten. 109 Koum, o komm, du Geist des Lebens, wahrer Gott von Ewigkeit! Deine Kraft sei nicht vergebens, sie erfüll uns jederzeit, so wird Geist und Licht und Schein in dem dunklen Herzen sein. 2. Gieb in unser Herz und Sinnen Weisheit, Rat, Verstand und Zucht, daß wir anders nicht beginnen, als nur, was dein Wille sucht. Dein Erkenntnis werde groß und mach uns von Irr⸗ tum los. 3. Zeig uns, Herr, die rechten Stege zu der wahren Wohlfahrt an, räume alles aus dem Wege, was im Lauf uns hindern kann; wirke Reu durch deine Gnad, hat. der Fuß gestrauchelt at. 4. Laß dein Zeugnis uns empfinden, daß wir Gottes Kinder sind, die auf ihn allein sich gründen, wenn sich Not und Drangsal findt; denn was Vaterliebe thut, ist uns allewege gut. Reiz uns, daß wir zu ihm treten frei mit aller Freudigkeit: seufz auch in uns, wenn wir beten, und vertritt uns alle Zeit; so wird unsre Bitt erhört und die Zuversicht vermehrt. ird uns auch nach Troste bange, daß das Herz oft rufen muß: ach, mein SSSH S&E Gott, mein Gott, wie lange? Ei, so mach du den Beschluß; sprich der Seele tröstlich zu 9 gieb Mut, Geduld und h. 7. O du Geist der Kraft und Stärke, du gewisser, neuer Geist, fördre in uns deine Werke, wenn die Welt uns an sich reißt. Schenk uns Waffen in dem Krieg und erhalt in uns den Sieg. Herr, bewahr auch unsern Glauben, daß kein Feind, kein Tod, noch Spott uns bin Suu möge rauben; du bist unser Schutz und Gott. Sagt das Fleisch gleich immer nein, laß dein Wort gewisser sein! 9. Wenn wir endlich sollen sterben, so versichr uns mehr und mehr, als des Himmelreiches Erben, jener Herrlichkeit und Ehr, die Gott giebt durch Jesum Christ und die unaus⸗ sprechlich ist.. Held, 4 1661. Mel. Wie Raft leuchtet der Morgen⸗ stern ꝛc. 110 O heilger Geist, kehr bei uns ein und laß uns deine Wohnung sein; o komm, du Herzenssonne! Du Himmels⸗ licht, laß deinen Schein bei uns und in uns kräftig sein zu steter Freud und Wonne! Sonne, Wonne, himmlisch Leben willst du geben, wenn Pfingsten. 71 wir beten; zu dir kommen wir getreten. 2. Du Quell, draus alle Wahrheit fließt, die sich in fromme Seelen gießt, laß deinen Trost uns hören, daß wir in Glaubenseinigkeit auch andre in der Christen⸗ heit dein wahres Zeugnis lehren. Höre, lehre, daß wir können Herz und Sinnen dir ergeben, dir zum Lob und uns zum Leben. 3. Steh uns stets bei mit deinem Rat und führ uns selbst den rechten Pfad, die wir den Weg nicht wissen. Gieb uns Beständigkeit, daß wir getreu dir bleiben für und für auch wenn wir leiden müssen. Schaue, baue, was zerrissen und beflissen, dich zu schauen und auf deinen Trost zu bauen. 4. laß uns deine Gotteskraft empfinden und zur Ritterschaft dadurch ge⸗ stärket werden; auf daß wir unter deinem Schutz begegnen aller Feinde Trutz mit freudigen Geberden. Laß dich reichlich auf uns nieder, daß wir wieder Trost empfinden, alles Unglück 95. 5 en. 5. O starker Fels und Lebenshort, laß doch dein mildes Himmelswort in unsern Herzen brennen, daß wir uns mögen nimmer⸗ mehr von deiner weisheits⸗ reichen 72 Pfingsten. reichen Lehr und reiner Liebe trennen. Fließe, gieße deine Güte ins Gemüte, daß wir können Christum unsern Heiland nennen. 6. Du milder Himmels⸗ tau, senk dich in unsre Seelen kräftiglich und schenk uns deine Liebe, daß unser Sinn verbunden sei dem Nächsten stets mit Liebes⸗ treu und sich darinnen übe. Kein Neid, kein Streit dich betrübe, Fried und Liebe müß umschweben und durch⸗ dringen unser Leben. 7. Gieb, daß in reiner Heiligkeit wir führen unsre Lebenszeit, sei unsres Geistes Stärke, daß uns forthin sei unbewutzt die Eitelkeit, des Fleisches Lust und seine toten Werke. Rühre, führe unser Sinnen und Beginnen von der Erden, daß wir Himmelserben werden. M. Schirmer, 4 1673. 111 51 ein zu dei⸗ nen Thoren, sei du d Herzens Gast, der du, da ich geboren, mich neu Atberen hast, o hochge⸗ liebter Geist des Vaters und des Sohnes, mit beiden gleichen Thrones, mit beiden gleich gepreist. 2. Zeuch ein, laß mich empfinden und schmecken deine Kraft, die Kraft, die uns von Sünden Hilf und Errettung schafft; entsündge meinen Sinn, daß ich mit reinem Geiste dir Ehr und Dienste leiste, die ich dir schuldig bin 3. Du bist ein Geist, der lehret, wie man recht beten soll; dein Beten wird er⸗ höret, dein Singen klinget wohl, es steiget himmelan, es steiget sonder Ende, bis der sich zu uns wende, der allen helfen kann. 4. Du bist ein Geist der Freuden, mit Trauern hältst dus nicht, erleuchtest uns im Leiden mit deines Trostes Licht. Ach ja, wie manches⸗ mal hast du mit süßen Worten mir aufgethan die Pforten zum güldnen Freu⸗ densaal! 5. Du bist ein Geist der Liebe, ein Freund der Freund⸗ lichkeit, willst nicht, 4. 8 uns betrübe Zorn, Zant, Haß, Neid und Streit. Der Feind⸗ schaft Feind du bist willst, daß in Liebesflammen sich wieder thu zusammen, was voller Zwietracht ist. 6. Du, Herr, hast selbst in Händen die ganze weite Welt, kannst Menschenherzen wenden, wie dir es wohlge⸗ fällt. So gieb doch deine Gnad zu Fried und Liebes⸗ banden, verknüpf in allen mt. was sich getrennet hat. 24„*—4 3 C·ISSISIRD ¶c — Pfingsten. 73 7. Beschirm die Obrig⸗ keiten, bau unsers Fürsten Thron; gieb Glück zu diesen Zeiten; schmück, als mit einer Kron, die Alten mit Verstand, mit Frömmigkeit die Jugend, mit Gottesfurcht und Tugend das Volk im ganzen Land. 8. Erfülle die Gemüter mit reiner Glaubenszier, die Häuser und die Güter mit Segen für und für; vertreib den bösen Geist, der dir sich widersetzet und, was dein Herz ergötzet, aus unsern Herzen reißt. 9. Richt unser ganzes Leben allzeit nach deinem Sinn, und wenn wirs sollen geben in Todes Hände hin, wenns mit uns hie wird aus, so hilf uns fröhlich sterben und nach dem Tod ererben des ewgen Lebens Haus. P. Gerhardt, 4 1676. Mel. Wie nach einer Wasserquelle ꝛc. 112 O du allersüßte Freude, o du allerschönstes Licht, der du uns in Lieb und Leide un⸗ besuchet lässest nicht, Geist des Höchsten, höchster Fürst, der du hältst und halten wirst ohn Aufhören alle Dinge, höre, höre, was ich singe! 2. Du bist ja die beste Gabe, die ein Mensch nur nennen kann; wenn ich dich erwünsch und habe, geb ich alles Wünschen dran. Ach, ergieb dich, komm zu mir in mein Herze, das du dir, da ich in die Welt geboren, selbst zum Tempel auserkoren. 3. Du wirst als ein milder Regen ausgegossen von dem Thron, bringst uns nichts als lauter Segen von dem Vater und dem Sohn. Laß doch, o du werter Gast, Got⸗ tes Segen, den du hast und verwaltst nach deinem Willen, mich an Leib und Seel er⸗ füllen. 4. Du bist weis' und voll Verstandes, was geheim ist, ist dir kund, zählst den Staub des kleinsten Sandes, gründst des tiefsten Meeres Grund; nun, du weißt auch zweifels⸗ frei, wie verderbt und blind ich sei; drum gieb Weisheit und vor allen, wie ich möge Gott gefallen. 5. Du bist heilig, läßt dich finden, wo man rein und redlich ist, fleuchst hin⸗ gegen Schand und Sünden, hassest Schlangentrug und List. Mache du, o Gnaden⸗ quell, meine Seele rein und hell; laß mich fliehen, was du fliehest, gieb mir, was du gerne siehest. 6. Deine Huld hat keine Schranken, du bist fromm und sanftem Muts, bleibst im Leben ohne Wanken. thust 7⁴ Pfingsten. thust uns Bösen alles Guts. Ach, verleihe mir doch auch deinen edlen Sinn und Brauch, daß ich Freund und Feinde liebe, keinen, den du liebst, betrübe. 7. Mein Hort, ich bin wohl zufrieden, wenn du mich nur nicht verstößt; bleib ich von dir ungeschie⸗ den, so bin ich genug getröst. Laß mich sein dein Eigen⸗ tum; ich versprech hinwie⸗ derum, hier und dort all mein Vermögen dir zu Ehren anzulegen. 8. Nur allein, daß du mich stärkest und mir treu⸗ lich stehest bei; hilf mein Helfer, wo du merkest, daß mir Hilfe nötig sei. Brich des bösen Fleisches Sinn, nimm den alten Willen hin, daß er sich in dir erneue und mein Gott sich meiner freue. 9. Sei mein Retter, führ mich eben; wenn ich sinke, sei mein Stab; wenn ich sterbe, sei mein Leben; wenn ich liege, sei mein Grab; wenn ich wieder aufersteh, o so hilf mir, daß ich geh hin, wo du in ewgen Freu⸗ den wirst die Auserwählten weiden. P. Gerhardt, 4 1676. Mel. Wie nach einer Wasserquelle ꝛc. 1 1 3 Gott. gieb einen milden Regen, denn mein Herz ist dürr wie Sand; Vater, gieb vom Himmel Segen, tränke du dein dürstend Land! Laß des heilgen Geistes Gab auf mich Armen doch herab wie in starken Strömen fließen und sich in mein Herz er⸗ gießen. 2. Jesu, der du hinge⸗ gangen zu dem Vater, sende mir deinen Geist, den mit Verlangen ich erwarte, Herr, von dir. Laß den Tröster ewiglich bei mir sein und lehren mich, in der Weisheit fest zu stehen und auf dich im Glauben sehen. 3. Heilger Geist, du Kraft der Frommen, kehre bei mir Armen ein und sei tausend⸗ mal willkommen, laß mich deinen Tempel sein. Reinige du selbst das Haus meines Herzens, wirf hinaus alles, was mich hier kann scheiden von den süßen Himmels⸗ freuden. 4. Schmücke mich mit deinen Gaben, mache neu mich, rein und schön; laß mich wahre Liebe haben und in deiner Gnade stehn. Gieb mir einen starken Mut, heilige mein Fleisch und Blut, lehre mich vor Gott hin⸗ treten und im Geist und Wahrheit beten. 5. So will ich mich dir ergeben; dir zu Ehren soll mein Sinn dem, was himm⸗ lisch ist, nachstreben, bis ich werde ——— Pfingsten. 7⁵ werde kommen hin, da mit Vater und dem Sohn dich im höchsten Himmelsthron ich erheben kann und preisen mit den süßen Engelsweisen. M. Kramer. 4 1702. Mel. Wie nach einer Wasserquelle ꝛc. 11 4 eist vom Vater und vom Sohne, der du unser Tröster bist und von unsres Gottes Throne hilfreich auf uns Schwache siehst: stehe du mir mächtig bei, daß ich Gott ergeben sei, o so wird mein Herz auf Erden schon ein Tempel Gottes werden. 2. Laß auf jedem meiner Wege deine Weisheit mit mir sein, wenn ich bange Zweifel hege, deine Wahr⸗ heit mich erfreun. Lenke kräftig meinen Sinn auf mein wahres Wohlsein hin; lehrst du mich, was recht ist, wählen, werd ich nie mein Heil verfehlen. 3. Heilige des Herzens Triebe, daß ich über alles treu meinen Gott und Vater liebe, daß mir nichts so wichtig sei, als in seiner Huld zu stehn; seinen Namen zu erhöhn, seinen Willen zu vollbringen, müsse mir durch dich gelingen. 4. Stärke mich, so oft zur Sünde mein Gemüt versuchet wird, daß sie mich nicht überwinde; hab ich irgend mich verirrt, o so strafe selbst mein Herz, daß ich unter Reu und Schmerz mich vor Gott darüber beuge und mein Herz zur Bessrung neige. 5. Reize mich, mit Flehn und Beten, wenn mir Hülfe nötig ist, zu dem Gnaden⸗ stuhl zu treten. Gieb, daß ich auf Jesum Christ als auf meinen Mittler schau und auf ihn die Hoffnung bau, Gnad um Gnad auf mein Verlangen von dem Vater zu empfangen. Stehe mir in allen Leiden stets mit deinem Troste bei, daß ich auch als⸗ dann mit Freuden Gottes Führung folgsam sei. Gieb mir ein gelassen Herz; laß mich selbst im Todesschmerz bis zum frohen Überwinden dieses Trostes Kraft em⸗ pfinden. Nach Mel. Jesu, meine Freude ꝛe. 11 5 Somihtt das Fest mit Maien, lasset Blumen streuen, zündet Opfer an, denn der Geist der Gnaden hat sich einge⸗ laden; machet ihm die Bahn! Nehmt ihn ein, so wird sein Schein euch mit Licht und Heil erfüllen und den Kum⸗ mer stillen. Tröster der Betrübten, Steß der Geliebten, vo 76 Pfingsten. voll Rat und That, starker Gottesfinger, Friedensüber⸗ bringer. Licht auf unsrem Pfad, gieb uns Kraft zur Pilgrimschaft, laß uns deine teuren Gaben Herz und Seele laben. 3. Laß die Zungen brennen, wenn wir Jesum nennen, führ den Geist em⸗ por; gieb uns Kraft zu beten und vor Gott zu treten, sprich du selbst uns vor. Gieb uns Mut, du höchstes Gut, tröst uns kräftiglich von oben bei der Feinde Toben. 4. Goldner Himmels⸗ regen, schütte deinen Segen auf das Kirchenfeld; lasse Ströme fließen, die das Land begießen, wo dein Wort hinfällt, und verleih, daß es gedeih; hundertfältig Frucht zu bringen, laß ihm stets gelingen. 5. Schlage deine Flam⸗ men über uns zusammen, heilge Liebesglut; laß dein sanftes Wehen über uns er⸗ gehen, dämpfe Fleisch und Blut; laß uns doch am Sündenjoch mit der Welt nicht ferner ziehen und das Böse fliehen. 6. Gieb zu allen Dingen Wollen und Vollbringen, führ uns ein und aus; wohn in unsrer Seele, unser Herz erwähle dir zum eignen Haus. Wertes Pfand, mach uns bekannt, wie wir Jesum recht erkennen und Gott Vater nennen. 7. Mach das Kreuz uns süße, und durch Finsternisse sei du unser Licht; trag nach Zions Hügeln uns mit Glaubensflügeln und verlaß uns nicht, wenn der Tod die letzte Not, mit uns will zu Felde liegen, daß wir fröhlich siegen. 8. Laß nns hier indessen nimmermehr vergessen, daß wir Gott verwandt. Dem laß uns stets dienen, und im Guten grünen, als ein fruchtbar Land, bis wir dort, du werter Hort, bei den grünen Himmelsmaien ewig uns erfreuen. B. Schmolck, 4 1737. Mel. Erquicke mich, du Heil der Sünder ꝛc. 116 O Gott, o Geist, o Licht des Lebens, das uns im Todes⸗ schatten scheint, du scheinst und lockst so lang vergebens, weil Finsternis dem Lichte feind! O Geist, dem keiner kann entgehen, dich laß ich gern mein Herze sehen. 2. Entdecke alles und verzehre, was nicht in deinem Lichte rein; wenn mirs gleich noch so schmerzlich wäre, die Wonne folget nach der Pein; du wirst mich aus dem finstern Alten in Jesu Klarheit umgestalten. * ‚‚aimhhh⁊).. —SN—.. Pfingsten. 77 3. Ich kann nicht selbst der Sünde steuern, das ist dein Werk, du Quell des Lichts! Du mußt von Grund aus mich erneuern, sonst hilft mein eignes Trachten nichts. O Geist, sei meines Geistes Leben; ich kann mir selbst nichts Gutes geben. 4. Du Odem aus der ewgen Stille, durchwehe sanft der Seele Grund; füll mich mit aller Gottes⸗ fülle, und da, wo Sünd und Greuel stund, laß Glauben, Lieb und Ehrfurcht grünen, in Geist und Wahrheit Gott zu dienen. 5. Mein Wirken, Wollen und Beginnen sei kindlich folgsam deinem Trieb; be⸗ wahr mein Herz mit allen Sinnen untadelig in Gottes Lieb. Dein in mir Beten, Lehren, Kämpfen laß mich auf keine Weise dämpfen. 6. O Geist, o Strom, der uns vom Sohne eröffnet, und krystallenrein aus Gottes und des Lammes Throne nun quillt in stille Herzen ein, ich öffne meinen Mund und sinke hin zu der Quelle, daß ich trinke. 7. Ich laß mich dir und bleib indessen, von allem ab⸗ gewandt, dir nah; ich will die Welt und mich vergessen und innigst glauben: Gott ist da! O Gott, o Geist, o Licht des Lebens, man harret deiner nie vergebens. G. Terstegen, 4 1769. Mel Kommt her zu mir ꝛc. 117 Essoß ein frommes Häuflein dort und wollte nach des Herren Wort einmütig Pfingsten halten. Ach, laß auch jetzt im Christenstand, Herr Jesu, deiner Liebe Band bei from⸗ men Gliedern walten. 2. Schnell fiel hernieder auf das Haus ein starker Wind, der mit Gebraus sich wundersam erhoben. O Gotteshauch, ach, lasse dich bei uns auch spüren kräftig⸗ lich und weh uns an von oben! 3. Er füllete die Wohnung ganz, zerteilter Zungen Feuer⸗ glanz ließ sich auf jedem spüren. Ach, nimm auch unsre Kirchen ein, laß feurig unsre Lehrer sein, und deine Sprach uns rühren! 4. Sie wurden all des Geistes voll und fingen an zu reden wohl, wie er gab auszusprechen. Erfüll auch uns mit heilger Glut, daß wir des Herzens blöden Mut mit freier Rede brechen! 5. Das Volk von allen Zungen kann, was Gott zum Heil der Welt gethan, in 6* seiner 78 Pfingsten. seiner Sprache hören. Ach, heb der Zungen Irrsal auf; laß, Jesu, deinem Wort den Lauf, daß dich die Völker ehren! 6. Die Welt zwar treibt nur ihren Spott, und wer nicht merkt die Kraft von Gott, spricht leider:„Sie sind trunken!“ Den rechten Freudenwein uns gieb, er⸗ quick, o Herr, in deiner Lieb, was noch in Angst versunken! 7. Dein Licht treib in des Herzens Haus mit hellen Strahlen gänzlich aus die alten Finsternisse, daß Blind⸗ heit, Irrtum, falscher Wahn und, was uns sonst verlei⸗ ten kann, auf ewig weichen müsse. 8. Dein Feuer töt in unsrer Brust, was sich noch regt von Sündenlust; erwecke reine Triebe, auf daß wir schmecken wahre Freud, an⸗ statt der schnöden Eitelkeit, in Jesu süßer Liebe. Hier. Annoni, 4 1770. Mel. Fröhlich soll mein Herze ꝛc. 118 HO nn Tröster, komm hernie⸗ der; Geist des Herrn, sei nicht fern, stärke Christi Glieder. Er hat nie sein Wort ge⸗ brochen, Jesus hat deinen Rat seinem Volk ver⸗ sprochen. 2. Schöpfer unsres neuen Lebens, jeder Schritt, jeder Tritt ist ohn dich vergebens. Mache unser Heil uns wichtig; wer ist wohl, wie er soll, treu zu handeln tüchtig? 3. Herr, wir fallen dir zu Fuße; eins ist not für den Tod: Buße, wahre Buße. Zeig uns selbst den Greul der Sünde, daß das Herz Angst und Schmerz, Reu und Scham empfinde. 4. Zeig uns des Erlösers Wunden, ruf uns zu: ihr habt Ruh, ihr habt Heil gefunden! Er hat Gnade euch erworben, Jesu Blut machet gut, was die Welt verdorben. 5. Weck uns auf vom Sündenschlafe, rette doch heute noch die verlornen Schafe. Reiß die Welt aus dem Verderben, laß sie nicht im Gericht der Verstockung sterben. 6. Geist der Weisheit, gieb uns allen durch dein Licht Unterricht, wie wir Gott gefallen. Lehr uns freudig vor Gott treten, sei uns nah, und sprich: jal wenn wir gläubig beten. 7. Hilf den Kampf des Glaubens kämpfen, gieb uns and delt ch und Blut, Sünd und Welt zu dämpfen. Laß uns Trübsal, Kreuz und Lei⸗ den, Angst und Not, Eund un —.— ——*———87 —-— E&E·— — 86860 Pfingsten. 79 und Tod nicht von Jesu scheiden. 8. Hilf uns nach dem Besten streben, schenk uns Kraft, tugendhaft und gerecht zu leben; gieb, daß wir nie stille stehen, treib uns an, froh die Bahn deines Worts zu gehen. 9. Sei in Schwachheit unsre Stütze, steh uns bei, mach uns treu in der Prü⸗ fungshitze. Führ, wenn Gott uns nach dem Leide sterben heißt, unsern Geist in des Himmels Freude. E. Liebich, 4 1780. Mel. Wie nach einer Wasser⸗ quelle ꝛc. 1 19 er du uns als Vater liebest, treuer Gott, und deinen Geist denen, die dich bitten, giebest, ja, uns um ihn bitten heißt, demutsvoll fleh ich zu dir: Vater, send ihn auch zu mir, daß er meinen Geist erneue und mich dir zum Tempel weihe. 2. Ohne ihn fehlt meinem Wissen Leben, Kraft und Fruchtbarkeit, und mein Herz bleibt dir entrissen und dem Dienst der Welt geweiht, wenn er nicht durch seine Kraft die Gesinnung in mir schafft, daß ich dir mich ganz lebe. und zu deiner Ehre ehe. mir findet, ist dein Gnaden⸗ 3. Ewge Quelle wahrer Güter, hochgelobter Gottes⸗ geist, der du menschliche Ge⸗ müter heiligst und mit Trost erfreust! Nach dir, Herr, ver⸗ langt auch mich, ich ergebe mich an dich; mache mich zu Gottes Preise heilig und zum Himmel weise. 4. Fülle mich mit heilgen Trieben, daß ich Gott, mein höchstes Gut, über alles möge lieben, daß ich mit getrostem Mut seiner Vaterhuld mich freu und mit wahrer Kindes⸗ treu stets vor seinen Augen wandle und rechtschaffen denk und handle. 5. Geist des Friedens und der Liebe, bilde mich nach deinem Sinn, daß ich Lieb und Sanftmut übe und mirs rechne zum Gewinn, wenn ich je ein Friedensband knüpfen kann, wenn meine Hand zur Erleichtrung der Beschwerden kann dem Nächsten nützlich werden. 6. Wenn der Anblick meiner Sünden mein Ge⸗ wissen niederschlägt, wenn sich in mir Zweifel finden, die mein Herz mit Zittern hegt, wenn mein Aug in Nöten weint und Gott nicht zu hören scheint: o dann laß es meiner Seelen nicht an Trost und Stärkung fehlen. 7. Was sich Gutes in werk 80 Pfingsten. werk in mir; selbst den Trieb hast du entzündet, daß mich, Herr, verlangt nach dir. O so setze durch dein Wort deine Gnadenwirkung fort, bis sie durch ein selig Ende herrlich sich an mir vollende. Dav. Bruhn, 1782. Mel. Nun komm, der Heiden Heiland ꝛe. 120 Geist vom Vater und vom Sohn weihe dir mein Herz zum Thron! Schenke dich mir immerdar, so wie einst der Jünger Schar! 2. Geist der Wahrheit, leite mich! Eigne Leitung täuschet sich, da sie leicht des Wegs verfehlt und den Schein sür Wahrheit wählt. 3. Geist des Lichtes, mehr in mir meinen Glauben für und für, der mich Christo einverleibt und durch Liebe Früchte treibt. 4. Geist der Andacht, schenke mir Salbung, In⸗ brunst, Feur von dir; laß mein Bitten innig rein und vor Gott erhörlich sein. 5. Geist der Liebe, Kraft und Zucht! Wenn mich Welt und Fleisch versucht, o dann umterstühe mich, daß ich ringe; rette mich! 6. Geist der Heiligung, verklär Jesum in mir mehr und mehr und erquicke inner⸗ lich durch den Frieden Gottes mich. 7. Geist der Hoffnung führe du mich dem Himmels⸗ erbe zu; laß mein Herz sich deiner freun und in Hoff⸗ nung selig sein! G. J. Tode, 1797. Mel. O Jesu Christ, meins Lebens ꝛe. 0 Gottes Geist und 121 O Christi Geist, der uns den Weg zum Him⸗ mel weist, der uns die dunkle Erdennacht durch seine Lich⸗ ter helle macht. 2. Du Hauch, der durch das Weltall weht als Gottes stille Majestät, du aller Lichter reinstes Licht, er⸗ leucht uns Herz und Ange⸗ sicht. 3. Komm, leuchte mit dem Gnadenschein hell in die weite Welt hinein; komm, mach uns in der Finsternis des lichten HDimmelswegs gewiß. 4. Ach, hier ist alles Staub und Nacht, die Wahn und Sünde trübe macht; ach, hier ist alles Not und Tod, geht uns nicht auf dein Morgenrot. 5. Das Morgenrot der bessern Welt, das wie ein Strahl vom Himmel fällt, als Gottes Macht und Gottes Lust durchblitzt die kranke Menschenbrust. Schlußlied der Weihnacht⸗ 6. O Gottes Geist und Christi Geist, der uns wie Kinder beten heißt, der uns wie Kinder glauben heißt, o komm, o komm, du heilger Geist! 7. Komm, Gottes Frieden, Gottes Mut! Komm, stille Kraft, die nimmer ruht, komm, gieße deinen Gnaden⸗ schein in Seele, Sinn und Herz mir ein. Dann wandl ich, wie ein Kind des Lichts, im Glanze deines Angesichts schon meinen kurzen Erden⸗ lauf stets himmelein und himmelauf. E. M. Arndt, 4 1860. Schlußlied der Weihnacht⸗, Oster⸗ und Pfingstzeit. I. 12²2 O du fröhliche, o du selige, gnaden⸗ bringende Weihnachtszeit! Welt ging verloren, Christ ist geboren; freue, freue dich, o Christenheit! 2. O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit! Christ ist erschienen, uns zu versühnen; freue, freue dich, o Christen⸗ heit! 3. O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit! König der „Oster⸗ u. Pfingstzeit. 81 Ehren, dich wolln wir hören; freue, freue dich, o Christen⸗ heit! I 4. O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Osterzeit! Welt lag in Banden, Christ ist erstanden; freue, freue dich, o Christen⸗ heit! 5. O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Osterzeit! Tod ist bezwungen, Leben errungen; freue, freue dich, o Christenheit! 6. O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Osterzeit! Kraft ist gegeben, laßt uns ihm leben; freue, freue dich, o Christenheit! III. 7. O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Pfingstenzeit! Christ, unser Meister, heiligt die Geister; freue, freue dich, o Christen⸗ heit! 8. O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Pfingstenzeit! Führ, Geist der Gnade, uns deine Pfade; freue, freue dich, o Christen⸗ heit! 9. O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Pfingstenzeit! Uns, die Er⸗ lösten, Geist, willst du trösten; freue, freue dich, o Christen⸗ heit! 3. Daniel Falk, f 1826. 8²2 Trinitatisfest. X. Trinitatisfest. llein Gott in 123 A der Höh sei Ehr und Dank für seine Gnade, darum, daß nun und nimmermehr uns rühren kann ein Schade. Ein Wohl⸗ gefalln Gott an uns hat, nun ist groß Fried ohn Unterlaß, all Fehd hat nun ein Ende. 2. Wir beten an und loben dich, wir bringen Ehr und danken, daß du, Gott Vater, ewiglich regierst ohn alles Wanken; ganz ohne Maß ist deine Macht, allzeit geschieht, was du bedacht: wohl uns des starken Herren. 3. O Jesu Christe, Gottes Sohn, für uns ein Mensch geboren, der uns vertritt vor Gottes Thron und rettet, was verloren; Lamm Gottes, heilger Herr und Gott, nimm an die Bitt von unsrer Not, erbarm dich unser aller! 4. O heilger Geist, du höchstes Gut, mit deinem Heil uus tröste! Vor Satans Macht nimm uns in Hut, die Jesus Christ erlöste durch Marter groß und bittern Tod, wend unsern Jammer ab nnd Not; darauf wir uns verlassen! N. v. Hof, 4 1541. Mel. Nun danket alle Gott ꝛc. 12⁴4 Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Licht, mein Leben, mein Schöpfer, der mir Leib und Seele hat gegeben, mein Vater, der mich schützt von Mutterleibe an, der jeden Augenblick viel Guts an mir gethan. 2. Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Heil, mein Leben, des Vaters liebster Sohn, der sich für mich ge⸗ geben, der mich erlöset hat mit seinem teuren Blut, der mir im Glauben schenkt sich selbst, das höchste Gut. 3. Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Trost, mein Leben, des Vaters werter Geist, den mir der Sohn gegeben, der mir mein Herz erquickt, der mir giebt neue Kraft, der mir in aller Not Rat, Trost und Hilfe schafft. 4. Gelobet sei der Herr, mein Gott, der ewig lebet, den alles rühmt und lobt, was durch ihn lebt und webet; gelobet sei der Herr, des Name heilig heißt, Gott Vater, Gott der Sohn und Gott der werte Geist. Dem wir Hallelujah mit Freuden lassen klingen und Trinitatisfest. 83 und mit der Engelschar das Heilig! Heilig! singen; den herzlich lobt und preist die ganze Christenheit; gelobet sei mein Gott in alle Ewigkeit! J. Olearius, 4 1684. Mel Wie schön leuchtet der Morgen⸗ stern ꝛc. 12 5 Lob, Preis und Ehr sei unserm Gott je mehr und mehr für alle seine Werke! Von Ebwigkeit zu Ewigkeit sei in uns allen ihm bereit Dank, Weisheit, Kraft und Stärke! Klinget, singet: Gott ist heilig, heilig, heilig! Preis und Ehre sei dem Herrn der Himmelsheere. 2. Hallelujah! Preis, Ehr und Macht sei auch dem Gotteslamm gebracht, in dem wir sind erwählet, das uns mit seinem Blut erkauft, da⸗ mit besprenget und getauft und sich mit uns vermählet. Heilig, selig ist die Freund⸗ schaft und Gemeinschaft, die wir haben, und darinnen uns erlaben. 3. Hallelujah! Gott heil⸗ ger Geist, sei ewiglich von uns gepreist, durch den wir neu geboren, der uns mit Glauben ausgeziert, dem Bräutigam uns zugeführt, den Hochzeits⸗ tag erkoren. Heil uns, Heil uns! Da ist Freude, da ist Weide, da ist Manna und ein ewig Hosianna. 4. Hallelujah! Lob, Preis und Ehr sei unserm Gott je mehr und mehr und seinem großen Namen! Stimmt an mit aller Himmelsschar und singet nun und immerdar mit Freuden: Amen, Amen. Klinget, singet: Gott ist heilig, heilig, heilig! Preis und Ehre sei dem Herrn der Himmels⸗ heere. Vor 1698. Mel. Wie schön leuchtet der Morgen⸗ stern ꝛc. * as freut mich 126 Wĩ noch, wenn dus nicht bist, Herr Gott, der doch mein Alles ist, mein Trost und meine Wonne? Bist du nicht Schild, wer decket mich? Bist du nicht Licht, wo finde ich im Finstern eine Sonne? Keine reine, wahre Freude, auch im Leide, auch für Sünden, ist, Herr, außer dir zu finden. 2. Was freut mich noch, wenn dus nicht bist, mein Herr Erlöser, Jesus Christ, mein Friede und mein Leben? Heilst du mich nicht, wo find ich Heil? Bist du nicht mein, wo ist mein Teil? Giebst du nicht, wer wird geben? Meine eine wahre Freude, wahre Weide, wahre Gabe hab ich, wenn ich Jesum habe. 3. Was freut mich noch, wenn dus nicht bist, o 9der er 8⁴ Allgemeine Lob-⸗ und Danklieder. der uns gegeben ist zum Führer der Erlösten? Bist du nicht mein, was sucht mein Sinn? Führst du mich nicht, wo komm ich hin? Hilfst du nicht, wer will trösten? Meine eine wahre Freude, Trost im Leide, Heil für Schaden ist in dir, o Geist der Gnaden. V. I. u. 2 von Ph. Fr Hiller, 4 1769. V. 3. von A. Knapp, 4 1864. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag ꝛc. ank und An⸗ 127 D betung bringen wir, Herr, unser Gott und Vater, dir. Du bist es, der die ganze Welt erschaffen hat und noch erhält. Halle⸗ lujah! 2. Dank und Anbetung bringen wir, Herr, unser Gott und Heiland, dir. Du littst für uns des Todes Pein, uns vom Verderben zu befrein. Hallelujah! 3. Gelobet seist du, Geist des Herrn! Wir waren einst von Christo fern; du hast durch deines Wortes Macht auch uns zum Licht und Heil gebracht. Hallelujah! J. Christ. Stockhausen, 4 1784. XI. Allgemeine Lob- und Danklieder. 128 Erster Chor: Herr Gott, dich loben wir, Dich, Vater in Ewigkeit, all Engel und Himmelsheer, auch Cherubim und Sera⸗ phim heilig ist unser Gott! Zweiter Chor od. Gemeinde: Herr Gott, wir danken dir! ehrt die West weit und breit; und was dienet deiner Ehr, Sim immer mit hoher Stim heilig Fit unser Gott! Beide Chöre: Heilig ist unser Gott! der Herre Zebaoth. Erster Chor: Zweiter Chor od. Gemeinde: 2. Dein göttlich Macht geht über Himmel und Erden und Herrlichkeit weit; der heiligen zwölf Boten Zahl uund die lieben Propheten all, die teuren Märtrer allzu⸗ loben dich, Herr, mit großem mal Schall; ——.9— S Allgemeine Lob⸗ Erster Chor: die ganze werte Christenheit dich, Gott Vater, im höchsten Thron, den heilgen Geist und Tröster wert 3. Du König der Ehren, Jesu Christ, du nahmest an, der Welt zu gut, du hast dem Tod zerstört sein Macht du sitzst zur Rechten Gottes gleich ein Richter du zukünftig bist Nun hilf uns, Herr, den Dienern dein, laß uns im Himmel haben teil Hilf deinem Volk, Herr Jesu Christ, wart und pfleg sein zu aller Zeit 5. Täglich, Herr Gott, wir loben dich Behüt uns heut, o treuer Gott, sei uns gnädig, o Herre Gott, zeig uns deine Barmherzig⸗ eit, auf dich hoffen wir, lieber Herr, und Danklieder. 85 Zweiter Chor od. Gemeinde: rühmt dich auf Erden alle Zeit; deinen rechten und eingen Sohn, mit rechtem Dienst sie lobt und ehrt. Gott Vaters ewger Sohn du bist; gleich Menschenkindern Fleisch und Blut: und all Christen zum Himmel bracht; mit aller Ehr ins Vaters eich; allem, das tot und lebend ist. die durch dein teur Blut er⸗ löset sein; mit den Heilgen am ewgen Heil. 3— segne, was dein Erbteil Ist; und heb es hoch in Ewigkeit. und deinen Namen stetiglich. von aller Sünd und Misse⸗ that; sei uns gnädig in aller Not: wie unsre Hoffnung zu dir teht; in Schanden laß uns nimmer⸗ mehr! Beide Chöre: Amen. 129 un lob, mein Seel, den Herren, was in mir ist, den Namen sein; sein Wohlthat Luther, 4 1546. thut er mehren, vergiß es nicht, o Herze mein; hat dir dein Sünd vergeben, heilt deine Schwachheit groß, 7 öst 86 Allgemeine Lob- und Danklieder. löst dein armes Leben, nimmt dich in seinen Schoß, mit Trost dich überschüttet, ver⸗ jüngt dem Adler gleich; der Herr schafft Recht, behütet, die leiden für sein Reich. Er hat uns wissen lassen sein heilig Recht und sein Gericht, dazu sein Güt ohn Maßen; es mangelt an Erbarmung nicht; den Zorn läßt er wohl fahren, straft nicht nach unsrer Schuld; die Gnad thut er nicht sparen, den Blöden ist er hold; sein Güt ist hoch erhaben ob dem, der fürchtet ihn. So fern der Ost vom Abend, ist unsre Sünd dahin. 3. Wie Väter sich erbar⸗ men ob ihrer jungen Kinde⸗ lein, so thut der Herr uns Armen, wenn wir ihn kindlich fürchten rein; er kennt uns arme Knechte und weiß, wir sind nur Staub, ein bald ver⸗ welkt Geschlechte, wie Gras und fallend Laub; der Wind nur drüber wehet, so ist es nimmer da, also der Mensch . sein Ende ist ihm nah. 4. Die Gottesgnad alleine steht fest und bleibt in Ewig⸗ keit; sie bleibt bei der Ge⸗ meine, die, stets in seiner Furcht bereit, will seinen und bewahren. Er herrscht im Himmelreich; ihr starken Engelscharen, lobt ihn mit uns zugleich, und dient dem Herrn der Ehren und breitet aus sein Wort; mein Seel soll auch vermehren sein Lob an allem Ort. Joh. Grammann, 1 1541. 130 Non preiset alle Gottes Barm⸗ herzigkeit; lob ihn mit Schalle, dank ihm, o Christen⸗ heit! Er läßt dich freundlich zu sich laden, freue dich, Js⸗ rael, seiner Gnaden! 2. Der Herr regieret über die ganze Welt; was sich nur rühret, alles zu Fuß ihm fällt; viel tausend Engel um ihn schweben, Psalter und Harfe ihm Ehre geben. 3. Wohlauf, ihr Heiden, lasset das Trauern sein, zur grünen Weiden stellet euch willig ein; da läßt er uns sein Wort verkünden, machet uns ledig von allen Sün⸗ den. 4. Er giebet Speise reich⸗ lich und überall, nach Vaters Weise sättigt er allzumal; er schaffet Früh⸗ und späten Regen, füllet uns alle mit seinem Segen. 5. Drum preis und ehre seine Barmherzigkeit, sein Lob vermehre, dank ihm, o Christenheit; uns soll hin⸗ fort kein Unfall schaden; freue dich, Israel, seiner Gnaden! Math. A. v. Löwenstern, 4 1648. — V Allgemeine Lob- und Danklieder. 87 131 Nu danket alle Gott mit Her⸗ zen, Mund und Händen, der große Dinge thut an uns und allen Enden, der uns von Mutterleib und Kindes⸗ beinen an unzählig viel zu gut und noch jetzund ge⸗ than. 2. Der ewig reiche Gott woll uns bei unserm Leben ein immer fröhlich Herz und edlen Frieden geben, und uns in seiner Gnad erhalten fort und fort, und uns aus aller Not erlösen hier und dort. 3. Lob, Ehr und Preis sei Gott, dem Vater und dem Sohne, und dem, der beiden gleich, im höchsten Himmelsthrone, dem ewig höchsten Gott; als es an⸗ fänglich war und ist und bleiben wird jetzund und immerdar. M. Rinkart, 4 1649. Mel. Nun lob, mein Seel, den Herren ꝛc. —1 32 Men lobt dich in der Stille, du hocherhabner Zions⸗Gott! Des Rühmens ist die Fülle vor dir, du starker Zebaoth! Du bist doch Herr auf Erden, der Frommen Zuversicht, in Trübsal und Beschwerden läßt du die Deinen nicht. Drum soll dich stündlich ehren mein Mund vor jeder⸗ mann und deinen Ruhm vermehren, so lang er lallen kann. 2. Es müsse dein sich freuen, wer deine Macht und Gnade kennt, und deinem Dienst sich weihen, wer dich in Christo Vater nennt. Hoch seist du stets gepriesen; du bists, der Wunder thut, und hast auch mir erwiesen das, was mir nütz und gut. Nun, das ist meine Freude, zu halten fest an dir, daß nichts von dir mich scheide, so lang ich walle hier. 3. Herr, du hast deinen Namen sehr herrlich in der Welt gemacht; wenn Schwache zu dir kamen, hast du gar bald an sie gedacht. Du hast mir Gnad erzeiget; nun, wie vergelt ichs dir? Ach, bleibe mir geneiget, so will ich für und für den Kelch des Heils erheben und preisen alle Zeit dich, Herr Gott, hier im Leben und dort in Ewigkeit. Joh. Rist, F 1667. Mel. Nun danket all und bringet ꝛc. 133 Och singe dir mit * Herz und Mund, Herr, meines Herzens Lust! Ich sing und mach auf Er⸗ den kund, was mir von dir bewußt. 2. Ich weiß, daß du der Brunn der Gnad und ewge Quelle 88 Allgemeine Lob⸗ Quelle seist, daraus uns allen früh und spat viel Heil und Gutes fleußt. Was sind wir doch, was haben wir auf dieser ganzen Erd, das uns, o Vater, nicht von dir allein gegeben werd? 4. Wer hat das schöne Himmelszelt hoch über uns gesetzt? Wer ist es, der uns unser Feld mit Tau und Regen netzt? 5. Wer wärmet uns in Kält und Frost? Wer schützt uns vor dem Wind? Wer macht es, daß man Ol und Most zu seinen Zeiten findt? Wer giebt uns Leben und Geblüt? Wer hält mit seiner Hand den güldnen, edlen, werten Fried in un⸗ serm Vaterland? 7. Ach, Herr, mein Gott, das kommt von dir, und du mußt alles thun! Du hälst die Wacht an unsrer Thür und läßt uns sicher ruhn. Du nährest uns von Jahr zu Jahr, bleibst immer fromm und treu und stehst uns, wenn wir in Gefahr geraten, herzlich bei. 9. Du strafst uns Sünder mit Geduld und schlägst nicht allzu sehr, ja endlich nimmst du unsre Schuld und wirfst sie in das Meer. Wenn unser Herze seufzt und schreit, wirst du gar leicht erweicht und giebst und Danklieder. uns, was uns hoch erfreut und dir zur Ehr gereicht. 11. Du zählst, wie oft ein Christe wein und was sein Kummer sei; kein Zähr⸗ und Thränlein ist so klein, du hebst und legst es bei. 12. Du füllst des Lebens Mangel aus mit dem, was ewig steht, und führst uns in des Himmels Haus, wenn uns die Erd entgeht. 13. Wohl auf, mein Herze, sing und spring und habe guten Mut! Dein Gott, der Ursprung aller Ding, ist selbst und bleibt dein Gut. 14. Er ist dein Schatz, dein Erb und Teil, dein Glanz und Freudenlicht, dein Schirm und Schild, dein Hilf und Heil, schafft Rat und läßt dich nicht. 15. Was kränkst du dich in deinem Sinn und grämst dich Tag und Nacht? Nimm deine Sorg und wirf sie hin auf den, der dich gemacht! 16. Hat er dich nicht von Jugend auf versorget und ernährt? und manchen schweren Unglückslauf zum Segen dir gekehrt? 17. Er hat noch niemals was versehn in seinem Re⸗ giment; nein, was er thut und läßt geschehn, das nimmt ein gutes End. 18. Ei nun, so laß ihn ferner thun und red ihm nichts 134 Allgemeine Lob⸗ nichts darein, so wirst du hier in Frieden ruhn und ewig fröhlich sein. P. Gerhardt, 1 1676. un danket all und bringet Ehr, ihr Menschen in der Welt, dem, dessen Lob der Engel Heer im Himmel stets vermeldt. 2. Ermuntert euch und singt mit Schall Gott un⸗ serm höchsten Gut, der seine Wunder überall und große Dinge thut. 3. Der uns von Mutter⸗ leibe an frisch und gesund erhält und, wo kein Mensch mehr helfen kann, sich selbst zum Helfer stellt. 4. Der, ob wir ihn gleich hoch betrübt, doch bleibet gutes Muts, die Straf er⸗ läßt, die Schuld vergiebt und thut uns alles Guts. 5. Er gebe uns ein fröh⸗ lich Herz, erfrische Geist und Sinn und werf all Angst, Furcht, Sorg und Schmerz in Meeres Tiefe hin. 6. Er lasse seinen Frieden ruhn auf unserm Vaterland; er gebe Glück zu unserm Thun und Heil in allem Stand. 7. Er lasse seine Reb und Güt um, bei und mit uns gehn, was aber ängstet und und Danklieder. 89 bemüht, gar ferne von uns stehn. 8. So lange dieses Leben währt, sei er stets unser Heil und bleib auch, wenn wir von der Erd abscheiden, unser Teil. 9. Er drücke, wenn das Herze bricht, uns unsre Au⸗ gen zu und zeig uns drauf sein Angesicht dort in der ewgen Ruh. P. Gerhardt, 4 1676. 13 5.45 den Herren, den mächtigen König der Ehren; stimme, du Seele, mit ein zu den himmlischen Chören. Kom⸗ met zu Hauf; Psalter und Harfe wacht auf, lasset den Lobgesang hören. 2. Lobe den Herren, der alles so herrlich regieret, der wie auf Flügeln des Adlers dich sicher geführet, der dich erhält, wie es dir selber ge⸗ fällt; hast du nicht dieses verspüret? 3. Lobe den Herren, der künstlich und fein dich be⸗ reitet, der dir Gesundheit verliehen, dich freundlich ge⸗ leitet; in wie viel Not hat nicht der gnädige Gott über dir Flügel gebreitet? Lobe den Herren, der deinen Stand sichtbar ge⸗ segnet, der aus dem Himmel mit Strömen der Liebe ge⸗ regnet; 90 regnet; denke daran, was der Allmächtige kann, der dir mit Liebe begegnet. 5. Lobe den Herren; was in mir ist, lobe den Namen; alles, was Odem hat, lobe des Heiligen Namen! Er ist dein Licht; Seele, vergiß es ja nicht: lob ihn in Ewig⸗ keit! Amen. J. Neander, 7 1680. 136 Wunderbarer Kö⸗ nig, Herrscher von uns allen, laß dir un⸗ ser Lob gefallen; deine Va⸗ tergüte hast du lassen flie⸗ ßen, ob wir schon dich oft verließen; hilf uns noch, stärk uns doch! Laß die Zunge singen, laß die Stimm erklingen! 2. Himmel, lobe prächtig deines Schöpfers Stärke, mehr als aller Menschen Werke. Großes Licht der Sonne, lob ihn mit den Strahlen, die das große Rund bemalen. Lobet gern, Mond und Stern, seid be⸗ reit, zu ehren einen solchen Herren! 3. O du meine Seele, singe fröhlich, singe, singe deine Glaubenslieder! Was da Odem holet, jauchze, preise, klinge; wirf dich in den Staub darnieder. Er ist Gott Zebaoth; er nur ist zu loben hier und ewig droben. Allgemeine Lob⸗ und Danklieder. 4. Hallelujah bringe, wer den Herren kennet, wer den Herren Jesum liebet; Halle⸗ lujah singe, welcher Christum nennet, sich vom Herzen ihm ergiebet. O wohl dir! Glaube mir, endlich wirst du droben ohne Sünd ihn loben. J. Neander, 1 1680. Mel. Es ist das Heil uns ꝛc. 137 Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut, dem Vater aller Güte, dem Gott, der alle Wunder thut, dem Gott, der mein Gemüte mit seinem reichen Trost erfüllt, dem Gott, der allen Jammer stillt: gebt unserm Gott die Ehre! 2. Es danken dir die Himmelsheer, o Herrscher aller Thronen, und die in Lüften, Land und Meer in deinem Schatten wohnen, die preisen deine Schöpfer⸗ macht, die alles hat so wohl bedacht: gebt unserm Gott die Ehre! 3. Was unser Gott ge⸗ schaffen hat, das will er auch erhalten, darüber will er früh und spat mit seiner Gnade walten. In seinem ganzen Königreich ist alles recht, ist alles gleich, gebt unserm Gott die Ehre. 4. Ich rief dem Herrn in meiner Not: ach Gott, ver⸗ nimm mein Schreien! Da half mein Helfer mir 205 0 —* . n Allgemeine Lob⸗ Tod und ließ mir Trost ge⸗ deihen. Drum dank, ach Gott, drum dank ich dir; ach, danket, danket Gott mit mir; gebt unserm Gott die Ehre! 5. Der Herr ist noch und nimmer nicht von seinem Volk geschieden; er bleibet ihre Zuversicht, ihr Segen, Heil und Frieden. Mit Mutterhänden leitet er die Seinen stetig hin und her; gebt unserm Gott die Ehre! 6. Wenn Trost und Hilfe mangeln muß, wie sie die Welt erzeiget, so kommt und hilft der Ueberfluß, der Schöpfer selbst und neiget die Vateraugen denen zu, die sonsten nirgends finden Ruh; gebt unserm Gott die Ehre! 7. Ich will dich all mein Leben lang, o Gott, von nun an ehren; man soll, Gott, deinen Lobgesang an allen Orten hören; mein ganzes Herz ermuntre sich, mein Geist und Leib erfreue dich; gebt unserm Gott die Ehre! 8. Ihr, die ihr Christi Namen neynt, gebt unserm Gott die Ehre! Ihr, die ihr Gottes Macht bekennt, gebt unserm Gott die Ehre! Die falschen Götzen macht zu Spott; der Herr ist Gott! der Herr ist Gott! Gebt unserm Gott die Ehre! und Danklieder. 91 9. So kommet vor sein Angesicht, mit Jauchzen Dank zu bringen; bezahlet die ge⸗ lobte Pflicht, und laßt uns fröhlich singen: Gott hat es alles wohl bedacht und alles, alles recht gemacht; gebt unserm Gott die Ehre! J. J. Schütz, 4 1690. Mel. Allein Gott in der Höh ꝛc. 138 Bringt her dem Herren Lob und Ehr aus freudigem Ge⸗ müte! Ein jeder Gottes Ruhm vermehr und preise seine Güte! Ach, lobet, lobet alle Gott, der uns befreiet aus der Not, und danket seinem Namen! 2. Lobt Gott und rühmet allezeit die großen Wunder⸗ werke, die Majestät und Herrlichkeit, die Weisheit, Kraft und Stärke, die er beweist in aller Welt und dadurch alle Ding erhält; drum danket seinem Na⸗ men! 3. Lobt Gott, der uns erschaffen hat, Leib, Seele, Geist und Leben aus lauter väterlicher Gnad uns allen hat gegeben, der uns durch seine Engel schützt und täg⸗ lich giebet, was uns nützt; drum danket seinem Na⸗ men! 4. Lobt Gott, der uns schenkt seinen Sohn, der für uns ist W und des es 92 Allgemeine Lob⸗ des ewgen Lebens Kron durch seinen Tod erworben, der Tod und Hölle macht zum Spott und uns versöhnt mit unserm Gott; drum danket seinem Namen! 5. Lobt Gott, der in uns durch den Geist den Glau⸗ ben angezündet uns alles Gute noch verheißt, uns stärket, kräftigt, gründet; der uns erleuchtet durch sein Wort, regiert und heiligt fort und fort; drum danket seinem Namen! 6. Lobt Gott, der auch das gute Werk, so in uns angefangen, vollführen wird und geben Stärk, das Kleinod zu erlangen, das er hat allen dargestellt und seinen Gläub⸗ gen vorbehält; drum danket seinem Namen! 7. Lobt Gott, ihr starken Seraphim, ihr Fürsten und ihr Thronen! Es loben Gott mit heller Stimm, die hier auf Erden wohnen. Lobt Gott und preist ihn früh und spat! Ja alles, was nur Odem hat, das danke seinem Namen! C. Günther, 4 1704. 1 39 Lobe den Herren, o meine Seele! Ich will ihn loben bis zum Tod; weil ich noch Stunden auf Erden zähle, will ich lobsingen meinem Gott. Der Leib und Seel gegeben hat, und Danklieder. werde gepriesen früh und spat. Hallelujah, Hallelujah! 2. Fürsten sind Menschen, vom Weib geboren, und sin⸗ ken nieder in den Staub; ihre Anschläge sind auch ver⸗ loren, wenn nun das Grab nimmt seinen Raub. Weil dann kein Mensch uns helfen kann, rufe man Gott um Hilfe an. Hallelujah, Halle⸗ lujah! 3. Selig, ja selig ist der zu nennen, des Hilfe der Gott Jakobs ist, der sich vom Glauben durch nichts läßt trennen und hofft getrost auf Jesum Christ. Wer die⸗ sen Herrn zum Beistand hat, findet am besten Rat und That. Hallelujah, Halle⸗ lujah! 4. Dieser hat Himmel und Meer und Erden und, was darinnen ist, gemacht; alles muß treulich erfüllet werden, was er uns einmal zugedacht. Er ists, der Herrscher aller Welt, welcher uns ewig Glauben hält. Hallelujah, Hallelujah! 5. Zeigen sich solche, die Unrecht leiden, er ists, der ihnen Recht verschafft; Hung⸗ rigen will er zur Speis be⸗ scheiden, was ihnen dient zur Lebenskraft. Die hart Gebundnen macht er frei, und seiner Gnad ist man⸗ cherlei. Hallelujah, Halle⸗ lujahl * Allgemeine Lob⸗ 6. Sehende Augen giebt er den Blinden, erhebt, die tief gebeuget gehn; wo er kann einige Frommen fin⸗ den, die läßt er seine Liebe sehn. Sein Aufsehn ist des Fremden Trutz, Wittwen und Waisen hält er Schutz. Hallelujah, Hallelujah! 7. Aber der Gottesver⸗ gessnen Tritte kehrt er mit starker Hand zurück, daß sie nur machen verkehrte Schritte und fallen selbst in ihren Strick. Der Herr ist König ewiglich; Zion, dein Gott sorgt stets für dich. Halle⸗ lujah! Hallelujah! 8. Rühmet, ihr Menschen, den hohen Namen des, der so große Wunder thut! Alles, was Odem hat, rufe Amen und bringe Lob mit frohem Mut. Ihr Kinder Gottes, lobt und preist Va⸗ ter und Sohn und heilgen Geist. Hallelujah, Halle⸗ lujah! J. D. Herrnschmidt, 4 1723. daß ich t d 140 O Haugen hätte und einen tausendfachen Mund, so stimmt ich damit um die Wette vom aller⸗ tiefsten Herzensgrund ein Loblied nach dem andern an von dem, was Gott an mir gethan. und Danklieder. 93 2. O daß doch meine Stimme schallte bis dahin, wo die Sonne steht! O daß mein Blut mit Jauchzen wallte, so lang es noch im Laufe geht! Ach, wär ein jeder Puls ein Dank und jeder Odem ein Ge⸗ sang! 3. Was schweigt ihr denn, ihr meine Kräfte? Auf, auf, braucht allen euren Fleiß und stehet munter im Ge⸗ schäfte zu Gottes, meines Herren, Preis! Mein Leib und Seele, schicke dich und lobe Gott herzinniglich. 4. Ihr grünen Blätter in den Wäldern, bewegt und regt euch doch mit mir! Ihr schwanken Gräslein in den Feldern, ihr Blumen, laßt doch eure Zier zu Gottes Ruhm belebet sein und stim⸗ met lieblich mit mir ein. 5. Ach alles, alles, was ein Leben und einen Odem in sich hat, soll sich mir zum Gehilfen geben; denn mein Vermögen ist zu matt, die großen Wunder zu er⸗ höhn, die allenthalben um mich stehn. 6. Wer überströmet mich mit Segen? Bist du es nicht, o reicher Gott? Wer schützet mich auf meinen Wegen? Du, du, o Herr, Gott Zebaoth! Du trägst mit meiner Sündenschuld unsäglich gnädige Geduld! 7 9⁴ 7. Auch hab ich es mein Lebetage schon so manch liebes Mal gespürt, daß du mich unter vieler ohl zwar wunderbar, doch wohl geführt; denn in der größe⸗ sten Gefahr ward ich dein Trostlicht stets gewahr. 8. Wie sollt ich nun nicht voller Freuden in deinem steten Lobe stehn? Wie sollt ich auch im tiefsten Leiden nicht triumphierend einher⸗ gehn? Und fiele auch der Himmel ein, so will ich doch nicht traurig sein. 9. Ich will von deiner Güte singen, so lange sich die Zunge regt; ich will dir Freudenopfer bringen, so lange sich mein Herz be⸗ wegt; ja, wenn der Mund wird kraftlos sein, so stimm ich doch mit Seufzen ein. 10. Ach, nimm das arme Lob auf Erden, mein Gott, in allen Gnaden hin; im Himmel soll es besser wer⸗ den, wenn ich verklärt und selig bin; da sing ich dir im höhern Chor viel tausend Hallelujah vor! Joh. Mentzer, 4 1734. Mel. Jesu meines Lebens Leben 2. 141 Womit soll ich dich wohl loben, mächtiger Herr Ze⸗ baoth? Sende mir dazu von oben deines Geistes Kraft, Allgemeine Lob⸗ und Danklieder. mein Gott; denn ich kann mit nichts erreichen deine Gnad und Liebeszeichen. Tausend, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 2. Herr, entzünde mein Gemüte, daß ich deine Wundermacht, deine Gnade, Treu und Güte stets erhebe Tag und Nacht; denn von deinen Gnadengüssen Leib und Seele zeugen müssen. Tausend, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür. 3. Denk ich, wie ich dich verlassen und gehäufet Schuld auf Schuld, so möcht ich vor Scham erblassen vor der Langmut und Geduld, womit du, o Gott, mich Armen hast getragen voll Erbarmen. Tausend, tau⸗ sendmal sei dir, großer Kö⸗ nig, Dank dafür! 4. Bald mit Lieben, bald mit Leiden kamst du, Herr, mein Gott, zu mir, nur mein Herze zu bereiten, ganz sich zu ergeben dir, daß mein gänzliches Verlangen möcht an deinem Willen hangen. Tausend, tausend⸗ mal sei dir, großer König, Dank dafür! 5. Wie ein Vater nimmt und giebet, wie's den Kindern nützlich ist, so hast du mich auch geliebet, Herr, mein Gott, zu jeder Frist, und dich meiner angenommen, wenns aufs höchste auch gleich ** Allgemeine Lob⸗ höchste kommen. Tausend, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 6. Mich hast du auf Ad⸗ lersflügeln oft getragen vä⸗ terlich, in den Thälern, auf den Hügeln wunderbar er⸗ rettet mich; wenn schien alles zu zerinnen, ward doch deiner Hilf ich innen. Tau⸗ send, tausendmal sei dir, großer König. Dank dafür! 7. Fielen tausend mir zu Seiten und zur Rechten zehn⸗ mal mehr, ließest du mich doch begleiten durch der Engel starkes Heer, daß den Nöten, die mich drangen, ich bin dennoch stets ent⸗ gangen. Tausend, tausend⸗ mal sei dir, großer König, Dank dafür! 8. Vater, du hast mir erzeiget lauter Gnad und Gütigkeit; und du hast zu mir geneiget, Jesu, deine Freundlichkeit; und durch dich, o Geist der Gnaden, werd ich stets noch einge⸗ laden. Tausend, tausendmal sei dir; großer König, Dank für! 9. Tausendmal sei dir ge⸗ sungen, Herr, mein Gott, Preis, Lob und Dank, daß es mir bisher gelungen; ach, laß meinen Lebensgang serner noch durch Jesu Leiten nur gehn in die Ewigkeiten; da will ich, Herr, für und für ewig, ewig danken dir. L. A. Gotter, 4 1735. 9⁵ Mel. Wunderbarer König. 2. 4 Uunbodun Liebe, gönne blöden Augen, die sonst kaum auf Erden taugen, daß sie in die Strahlen deiner Langmut blicken, die den Erdkreis wärmend schmücken, und zugleich freu⸗ denreich Bösen und den Deinen mit der Sonne scheinen. 2. Wasser, Luft und Erde, ja dein ganz Gebiete ist ein Schauplatz deiner Güte, deiner Langmut Ehre wird durch neue Proben immer herrlicher erhoben. O wie weit, o wie breit, über Berg und Hügel streckt sie ihre Flügel! 3. Was wir davon denken, was wir sagen können, ist ein Schatten nur zu nennen. Tag für Tag zu schonen, Tag für Tag zu dulden so viel Millionen Schulden, und dazu ohne Ruh lieben für das Hassen: Herr, wer kann das fassen? 4. Du vergiebest Sünde, hörst der Sünder Ilehen, wenn sie weinend vor dir stehen; deine Rechte dräuet und erbarmt sich wieder, legt die Pfeile gerne nieder, da man doch, wenn du noch sie kaum weggeleget, dich zum Zorn erreget. Herr, es hat noch keiner, der zu dir gegangen, statt und Danklieder. 90—0 Allgemeine Lob⸗ statt der Gnade Recht em⸗ pfangen. Wer zu deinen Füßen sich mit Thränen senket, dem wird Straf und Schuld geschenket. Unser Schmerz rührt dein Herz, und du willst der Armen gnädig dich erbarmen. König sei gepriesen, daß du so verschonest und uns nicht nach Werken lohnest; deiner Hand sei Ehre, die so wohl regieret und mit Ruhm das Scepter führet. Fahre fort, Zions Hort, Langmut auszuüben und die Welt zu lieben. Joh. Jak. Rambach, 4 1735. Mel. Es ist das Heil uns ꝛc. enn ich, o 143 Wẽ Schöpfer, deine Macht, die Weisheit deiner Wege, die Liebe, die für alle wacht, anbetend überlege, so weiß ich, von Bewundrung voll, nicht, wie ich dich erheben soll, mein Gott, mein Herr und Vater. 2. Mein Auge sieht, wo⸗ hin es blickt, die Wunder deiner Werke; der Himmel, prächtig ausgeschmückt, preist dich, du Gott der Stärke. Wer hat die Sonn an ihm erhöht? Wer kleidet sie mit Majestät? Wer ruft dem Heer der Sterne? 3. Wer mißt dem Winde seinen Lauf? Wer heißt die Himmel regnen? Wer schließt und Danklieder. den Schoß der Erde auf, mit Vorrat uns zu segnen? O Gott der Macht und Herrlichkeit! Gott, deine Güte reicht so weit, so weit die Wolken reichen. 4. Dich predigt Sonnen⸗ schein und Sturm, dich preist der Sand am Meere. Bringt, ruft auch der ge⸗ ringste Wurm, bringt meinem Schöpfer Ehre! Mich, ruft der Baum in seiner Pracht, mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht, bringt unserm Schöpfer Ehre! 5. Der Mensch, ein Leib, den deine Hand so wunder⸗ bar bereitet, der Mensch, ein Geist, den sein Verstand, dich zu erkennen, leitet, der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis, ist sich ein täg⸗ licher Beweis von deiner Güt und Größe. 6. Erheb ihn ewig, o mein Geist, erhebe seinen Namen! Gott, unser Vater, sei gepreist, und alle Welt sag Amen! Und alle Welt fürcht ihren Herrn und hoff auf ihn und dien ihm gern! Wer wollte Gott nicht dienen? Chr. F. Gellert, 4 1769. Mel Die Tugend wird durchs Kreuz geübet ꝛe. 144 Wie groß ist des Allmächtgen Güte! Ist der ein en SSS‚ Allgemeine Lob⸗ den sie nicht rührt? der mit verhärtetem Gemüte den Dank erstickt, der ihm gebührt? Nein, seine Liebe zu ermessen, sei ewig meine größte Pflicht. Der Herr hat mein noch nie vergessen, vergiß mein Herz, auch seiner nicht. 2. Wer hat mich wunder⸗ bar' bereitet? Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Langmut mich geleitet? Er, dessen Rat ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Gewissen? Wer giebt dem Geiste neue Kraft? Wer läßt mich so viel Glück genießen? Ists nicht sein Arm, der alles schafft? 3. Schau, o mein Geist, in jenes Leben, zu welchem du erschaffen bist, wo du, mit Herrlichkeit umgeben, Gott ewig sehn wirst, wie er ist. Du hast ein Recht zu diesen Freuden, durch Gottes Güte sind sie dein. Sieh, dar⸗ um mußte Christus leiden, damit du könntest selig sein. 4. Und diesen Gott sollt ich nicht ehren und seine Güte nicht verstehn? Er sollte rufen, ich nicht hören? den Weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein Will ist mir ins Herz geschrieben; sein Wort bestärkt ihn ewig⸗ lich. Gott soll ich über alles und Danklieder. 9⁷ lieben und meinen Nächsten gleich als mich. „Dies ist mein Dank, dies ist sein Wille: ich soll vollkommen sein, wie er. Solang ich dies Gebot er⸗ fülle, stell ich sein Bildnis in mir her. Lebt seine Lieb in meiner Seele, so treibt sie mich zu jeder Pflicht, und ob ich schon aus Schwachheit fehle, herrscht doch in mir die Sünde nicht. 6. O Gott, laß deine Güt und Liebe mir immerdar vor Augen sein! Sie stärk in mir die guten Triebe, mein ganzes Leben dir zu weihn. Sie tröste mich zur Zeit der Schmerzen, sie leite mich ur Zeit des Glücks, und l besieg in meinem Herzen die Furcht des letzten Augen⸗ blicks. Chr. F. Gellert, 4 1769. 145⁵ G⁰⁰ ist mein Lied! Er ist der Gott der Stärke; groß ist sein Nam, und groß sind seine Werke, und alle Himmel sein Gebiet. 2. Er will und sprichts, so sind und leben Welten, und er gebeut, so fallen durch sein Schelten die Himmel wieder in ihr Nichts. 3. Licht ist sein Kleid, und seine Wahl das Beste; er herrscht als Gott, und seines Thrones 9 Allgemeine Lob⸗ und Danklieder. Thrones Veste ist Wahrheit und Gerechtigkeit. 4. Unendlich reich, ein Meer von Seligkeiten, ohn Anfang Gott und Gott in ewgen Zeiten, Herr aller Welt, wer ist dir gleich? 5. Was ist und war, im Himmel, Erd und Meere, das kennet Gott, und seiner Werke Heere sind ewig vor ihm offenbar. 6. Er ist um mich, schafft, daß ich sicher ruhe; er schafft, was ich vor oder nachmals thue, und er erforschet mich und dich. 7. Er ist dir nah, du sitzest oder gehest; ob du ans Meer, ob du gen Himmel bobest, so ist er allenthalben a. 8. Er kennt mein Flehn und allen Rat der Seele. Er weiß, wie oft ich Gutes thu und fehle, und eilt, mir gnädig beizustehn. 9. Er wog mir dar, was er mir geben wollte, schrieb auf sein Buch, wie lang ich leben sollte, da ich noch un⸗ bereitet war. 10. Nichts, nichts ist mein, das Gott nicht angehöre; Herr, immerdar soll deines Namens Ehre, dein Lob in meinem Munde sein. 11. Wer kann die Pracht von deinen Wundern fassen? Ein jeder Staub, den du hast werden lassen, verkündigt seines Schöpfers Macht. 12. Der kleinste Halm ist deiner Weisheit Spiegel. Du, Luft und Meer, ihr Auen, Thal und Hügel, ihr seid sein Loblied und sein Pfalm. 13. Du tränkst das Land, führst uns auf grüne Weiden, und Nacht und Tag, und Korn und Wein und Freuden empfangen wir aus deiner Hand. 14. Kein Sperling fällt, Herr, ohne deinen Willen; sollt ich mein Herz nicht mit dem Troste stillen, daß deine Hand mein Leben hält? 15. Ist Gott mein Schutz, will Gott mein Retter wer⸗ den: so frag ich nichts nach Himmel und nach Erden und biete selbst der Hölle rutz. Chr. F. Gellert, 4 1769. 1 46 Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre; ihr Schall pflanzt seinen Namen fort; ihn rühmt der Erdkreis, ihn preisen die Meere, vernimm, o Mensch, ihr göttlich Wort. 2. Wer trägt der Himmel unzählbare Sterne? Wer führt die Sonn aus ihrem Zelt? Sie kommt und leuchtet und lacht uns von ferne und läuft den Weg gleich wie ein Held. 2*——..— 2*——.——.. Allgemeine Lob⸗ 3. Vernimms und siehe die Wunder der Werke, so die Natur dir aufgestellt. Verkündigt Weisheit und Ordnung und Stärke dir nicht den Herrn, den Herrn der Welt? 4. Kannst du der Wesen unzählbare Heere, den klein⸗ sten Staub fühllos beschaun? Durch wen ist alles? gieb ihm die Ehrel„Mir,“ ruft der Herr,„sollst du ver⸗ traun!“ 5.„Mein ist die Kraft, mein ist Himmel und Erde, an meinen Werken kennst du mich. Ich bins, der ich war und der ich sein werde, dein Gott und Vater ewig⸗ lich. 6.„Ich bin dein Schöpfer, bin Weisheit und Güte, ein Gott der Ordnung und dein Heil. Ich bins, mich liebe von ganzem Gemüte und nimm an meiner Gnade teil!“ Chr. F. Gellert, 4 1769. Mel. O daß ich tausend Zungen ꝛe. ht hin, i 147 Galauben Gedanken, ins weite Feld der Ewigkeit; erhebt euch über alle Schranken der alten und der neuen Zeit; erwägt, daß Gott die Liebe sei, die ewig alt und ewig neu. und Danklieder. 99 2. Der Grund der Welt war nicht geleget, der Him⸗ mel war noch nicht gemacht, so hat Gott schon den Trieb geheget, der mir das Beste zugedacht; da ich noch nicht geschaffen war, da reicht er mir schon Gnade dar. 3. Sein Ratschluß war, ich sollte leben durch seinen eingebornen Sohn; den wollt er mir zum Mittler geben, den macht er mir zum Gna⸗ denthron; in dessen Blute sollt ich rein, geheiliget und selig sein. 4. O Wunderliebe, die mich wählte vor allem An⸗ beginn der Welt und mich zu ihren Kindern zählte, für welche sie das Reich bestellt! O Vaterhand, o Gnaden⸗ trieb, der mich ins Buch des Lebens schrieb! 5. Wie wohl ist mir, wenn mein Gemüte hinauf zu dieser Quelle steigt, von welcher sich ein Strom der Güte zu mir durch alle Zei⸗ ten neigt, daß jeder Tag ein Zeugnis giebt: Gott hat mich je und je geliebt! 6. Wer bin ich unter Mil⸗ lionen der Kreaturen seiner Macht, die in der Höh und Tiefe wohnen, daß er mich bis hierher gebracht? Ich bin ja nur ein dürres Blatt, 0 Staub, der keine Stätte at. 10⁰ 7. Ja freilich bin ich zu geringe der herzlichen Barm⸗ herzigkeit, womit, o Schöpfer aller Dinge, mich deine Liebe stets erfreut; ich bin, o Vater, selbst nicht mein, dein bin ich, Herr, und bleibe dein. 8. Im sichern Schatten deiner Flügel find ich die ungestörte Ruh. Der feste Grund hat dieses Siegel: wer dein ist, Herr, den ken⸗ nest du. Laß Erd und Him⸗ mel untergehn, dies Wort der Wahrheit bleibet stehn. 9. Wenn in dem Kampfe schwerer Leiden der Seele Mut und Kraft gebricht, so salbest du mein Haupt mit Freuden, so tröstet mich dein Angesicht; da spür ich deines Geistes Kraft, die in der Schwachheit alles schafft. 10. Die Hoffnung schauet in die Ferne durch alle Kirche und Gnadenmittel. Schatten dieser Zeit; der Glaube schwingt sich durch die Sterne und sieht ins Reich der Ewigkeit; da zeigt mir deine milde Hand mein Erbteil und gelobtes Land. 11. Ach, könnt ich dich nur besser ehren, welch edles Loblied stimmt ich an! Es sollten Erd und Himmel hören, was du, mein Gott, an mir gethan; nichts ist so köstlich, nichts so schön, als, höchster Vater, dich erhöhn. 12. Doch nur Geduld! Es kommt die Stunde, da mein, durch dich erlöster Geist im höhern Chor mit frohem Munde dich, schönste Liebe, schöner preist; drum eilt mein Herz aus dieser Zeit und sehnt sich nach der Ewigkeit. J. G. Hermann, 4 1791. XII. Kirche und Gnadenmittel. Kirche. 1 48 Ein feste Burg ist unser Gott, ein gute Wehr und Waffen; er hilft uns frei aus aller Not, die uns jetzt hat be⸗ troffen Der alt böse Feind, mit Ernst ers jetzt meint! groß Macht und viel List sein grausam Rüstung ist; auf Erd ist nicht seins Gleichen. 2. Mit unsrer Macht ist nichts gethan, wir sind gar bald verloren; es streit für uns der rechte Mann, den Gott hat selbst erkoren. Fragst du, wer der ist: er heißt Jesus Christ, der Herr Zebaoth, 2 *— Kirche. Zebaoth, und ist kein andrer Gott; das Feld muß er be⸗ halten. 3. Und wenn die Welt voll Teufel wär und wollt uns gar verschlingen, so fürchten wir uns nicht so sehr, es soll uns doch gelingen. Der Fürst dieser Welt, wie saur er sich stellt, thut er uns doch nicht; das macht, er ist gericht, ein Wörtlein kann ihn fällen. 4. Das Wort, sie sollen lassen stan und kein Dank dazu haben; er ist bei uns wohl auf dem Plan mit seinem Geist und Gaben. Rehmen sie den Leib, Gut, Chr, Kind und Weib: laß fahren dahin, sie habens kein Gewinn; das Reich muß uns doch bleiben! Luther, 4 1546. 1 49 Eibalt uns, Herr, bei deinem Wort und steur der Feinde Trug und Mord, die Jesum Chri⸗ stum, deinen Sohn, wollen stürzen von deinem Thron. 2. Beweis dein Macht, Herr Jesu Christ, der du Herr aller Herren bist; be⸗ schirm dein arme Christen⸗ heit, daß sie dich lob in Ewigkeit. 3. Gott heilger Geist, du Tröster wert, gieb deim Volk einerlei Sinn auf Erd; steh 10¹ bei uns in der letzten Not, leit uns ins Leben aus dem Tod. Luther 4 1546. 150 A Gott, vom Himmel sieh darein und laß dich des er⸗ barmen: wie wenig sind der Heilgen dein, verlassen sind wir Armen. Dein Wort man läßt nicht haben wahr, der Glaub ist auch verloschen gar bei allen Menschen⸗ kindern. 2. Sie lehren eitel falsche List, was eigner Witz erfindet; ihr Herz—— eines Sinnes ist, in Gottes Wort gegründet; der wählet dies, der andre das, sie trennen uns ohn alles Maß und gleißen schön von außen. 3. Gott woll ausrotten aller Lehr, die falschen Schein uns lehren, und sich vermessen hoch und sehr: Trotz dem, ders uns will wehren! Wir haben Recht und Macht allein, was wir setzen, gilt allgemein; wer ist, der uns soll meistern? 4. Darum spricht Gott: Ich muß auf sein, die Armen sind zerstöret; ihr Seufzen dringt zu mir herein, ich hab ihr Klag erhöret; mein heil⸗ sam Wort soll auf den Plan, getrost und frisch sie greifen an, und sein die Kraft der Armen. 10² 5. Das Silber, durchs Feuer siebenmal bewährt, wird lauter funden; an Gottes Wort man warten soll desgleichen alle Stun⸗ den. Es will durchs Kreuz bewähret sein; da wird sein Kraft erkannt und Schein, und leucht stark in die Lande. 6. Das wollst du, Gott, bewahren rein vor diesem argn Geschlechte; und laß uns dir befohlen sein, daß sichs in uns nicht flechte. Der gottlos Hauf sich um⸗ her findt, wo diese losen Leute sind in deinem Volk erhaben. Luther, 4 1546. Mel. Erhalt uns, Herr, bei ꝛc. 1 51 Ac, bleib bei uns, Herr Jesu Christ, weil es nun Abend worden ist; dein göttlich Wort, das helle Licht, laß ja bei uns auslöschen nicht. 2. In dieser schwerbe⸗ trübten Zeit verleih uns, Herr, Beständigkeit, daß wir dein Wort und Sakra⸗ ment behalten rein bis an das End. 3. Gieb Glück und Heil zu deinem Wort, damit es schall an allem Ort; gieb deiner Kirche Gnad und Huld, Fried, Einigkeit, Mut und Geduld. Kirche und Gnadenmittel. 4. Den stolzen Geistern wehre doch, die mit Gewalt sich heben hoch und bringen stets was Neues her, zu fälschen deine rechte Lehr. 5. Die Sach und Ehr, Herr Jesu Christ, nicht unser, sondern dein ja ist; darum, so steh du denen bei, die sich auf dich verlassen frei. 6. Dein Wort ist unsers Herzens Trutz und deiner Kirche wahrer Schutz; dabei erhalt uns, lieber Herr, daß wir nichts andres suchen mehr. 7. Hilf leben uns in deinem Wort und darauf mutig fahren fort von hin⸗ nen aus dem Jammerthal zu dir in deinen Himmels⸗ saal. N. Selnecker, 4 1592. Mel. Christus, der ist mein Leben ꝛc. 152 AbC, bleib mit deiner Gnade bei uns, Herr Jesu Christ, daß uns hinfort nicht schade des bösen Feindes List. 2. Ach, bleib mit deinem Worte bei uns, Erlöser wert, auf daß uns hier und dorte sei Güt und Heil beschert. 3. Ach, bleib mit deinem Glanze bei uns, du wertes Licht; dein Wahrheit uns umschanze, damit wir irren nicht. 4. Ach, bleib mit deinem Segen bei uns, du reicher Herr; Kirche. 103³3 Herr; dein Gnad und all Vermögen in uns reichlich vermehr. 5. Ach, bleib mit deinem Schutze bei uns, du starker Held, daß uns der Feind nicht trutze, noch fäll die böse Welt. 6. Ach bleib mit deiner Treue bei uns, mein Herr und Gott, Beständigkeit ver⸗ leihe, hilf uns aus aller Not! Josua Stegmann, 4 1632. Gustav Adolfs Feldlied. Mel. Kommt her zu mir ꝛc. 1 53 Veraae nicht, du Häuflein klein, obschon die Feinde willens sein, dich gänzlich zu zer⸗ stören, und suchen deinen Untergang, davon dir wird ganz angst und bang; es wird nicht lang mehr währen. 2. Des tröst dich nur, daß deine Sach ist Gottes, dem befiehl die Rach, und laß es ihn nur walten; er wird durch einen Gideon, den er wohl weiß, dir helfen schon, dich und sein Wort erhalten. 3. So wahr Gott Gott ist und sein Wort, muß Teufel, Welt und Höllen⸗ pfort, und was dem thut anhangen, endlich werden zu Hohn und Spott; Gott ist mit uns und wir mit Gott; den Sieg wolln wir erlangen. J. Altenburg, 1 1640. Mel. Zion klagt mit Angst ꝛc. 1 5 4—3⁰³ gieb dich nur zufrieden, Gott ist noch bei dir darin; du bist nicht von ihm geschieden, er hat einen Vatersinn. Wenn er straft, so liebt er auch, dies ist sein geliebter Brauch; Zion lerne dies bedenken; warum willst du dich so kränken? 2. Treiben dich die Meeres⸗ wellen in der wilden, tiefen See; wollen sie dich gar zerschellen, mußt du rufen: Ach und Wehl schweigt dein Heiland still dazu, gleich als schlafend in der Ruh: Zion, laß dich nicht bewegen; diese Flut wird bald sich legen. 3. Berg und Felsen mögen weichen, ob sie noch so feste stehn; ja die ganze Welt desgleichen, möchte gar auch untergehn; dennoch hat es keine Not in dem Leben und im Tod: Zion, du kannst doch nicht wanken aus des ewgen Bundes Schranken. 4. Müssen schon allhier die Thränen deine schönsten Perlen sein; stellt sich Seuf⸗ zen nur und Stöhnen dir statt schöner Lieder ein; der er 10⁴ der Spott dein täglich Brot und dein Trank die bittre Not: Zion, laß dir doch nicht grauen; du kannst deinem Gott vertrauen. 5. Droht man dir mit Schmach und Banden, mit viel Qual und Herzeleid, dennoch wirst du nicht zu schanden, denk nur an die Ewigkeit; sei getrost und wohlgemut, denn der Herr ists, der es thut; Zion, Gott wird dich schon stärken, dieses mußt du eben merken. 6. Freue dich, es kommt das Ende und der Abend schon herbei; gieb dich nur in Gottes Hände, der macht dich von allem frei. Für die Trübsal, Spott und Hohn giebt er dir die Freu⸗ denkron; Zion, Gott, dein Schutz, wird wachen und die Welt zu schanden machen. 7. Hallelujah! Deine Wonne bricht anjetzt mit Macht herfür; denn die schöne Gnadensonne, Jesus Christus, naht zu dir, giebt dir einen Freudengruß und den rechten Friedenskuß; Zion, wo ist jetzt dein Kla⸗ gen? Jetzt kannst du von Freuden sagen. 8. Freuet euch, ihr Him⸗ melserben, freuet euch mit Zion hier! Die vor Jam⸗ mer wollten sterben, sollen Dort ist leben für und für. Kirche und Gnadenmittel. nicht mehr Angst und Qual in dem schönen Himmelssaal. Zion, wer will dich nun scheiden von dem Lamm und ewgen Freuden? Joachim Pauli, nach 1674. Mel. Valet will ich dir geben ꝛc. 155 Erbalt uns deine Lehre, Herr, in der letzten Zeit; erhalt dein Reich und mehre dein edle Christenheit; erhalt standhaften Glauben, der Hoffnung hellen Strahl; laß uns dein Wort nicht rauben in diesem Jammer⸗ thal. 2. Erhalt dein Ehr und wehre dem, was dir wider⸗ spricht; erleuchte und bekehre, allwissend ewges Licht, was dich noch nicht erkennet; ent⸗ decke doch der Welt, der du dein Licht gegönnet, was einzig dir gefällt. 3. Erhalt, was du gebauet und durch dein Blut erkauft, was du dir hast vertrauet und mit dem Geist getauft. Ob grimme Feinde stürmen zu deiner Kirche Fall, so wolltest du sie schirmen als Hort und Felsenwall. 4. Erhalt uns, Herr, dein Erbe, dein wertes Heiligtum, zerbrich, zernicht, verderbe, was wider deinen Ruhm; laß dein Gesetz uns führen, gönn *— —.— V.— Kirche. gönn uns dein Himmels⸗ brot; laß deinen Schmuck uns zieren, heil uns durch deinen Tod. 5. Erhalt und laß uns hören dein Wort, das selig macht, den Spiegel deiner Ehren, das Licht in finstrer Nacht; laß diesen Born uns fränken im dürren Thal der Welt; laß diese Stimm uns lenken hinauf zum ewgen Zelt. 6. Erhalt in Sturm und Wellen der Kirche heilig Schiff und laß es nicht zerschellen an Sand und Felsenriff; gieb, Herr, daß wir entrinnen der wilden Flut der Zeit, laß uns den Port gewinnen der selgen Ewigkeit. Nach Jos. Stegmann,(4. 163²) v. A. Gryphius, 1664. öwen, laßt euch wiederfinden, wie 156 im ersten Christentum, die nichts konnte überwinden; seht nur an ihr Märtyrtum, wie in Lieb sie glühten, wie sie Feuer sprühten, daß sich vor der Sterbenslust selbst die Hölle fürchten muß. 2. In Gefahren uner⸗ schrocken und von schnöden Lüsten rein, die zum Eitlen konnten locken, war damals des Herrn Gesmein. Ihr Sinn drang zum Himmel; 10⁵ fern aus dem Getümmel war erhoben Herz und Geist, suchte nicht, was zeitlich heißt. 3. Ganz großmütig sie ver⸗ lachten, was die Welt für Vorteil hält; nach dem Reiche Gottes trachten, darauf war ihr Sinn gestellt. Im Un⸗ glück glückselig waren sie und fröhlich, fern von Menschen⸗ klaverei und von ihren Ban⸗ den frei. 4. O daß ich, wie diese waren, mich befänd auch in dem Stand! Laß mich doch im Grund erfahren deine starke Helfershand, mein Gott, recht lebendig! Gieb, daß ich beständig bis zum Tod durch deine Kraft übe gute Ritterschaft. 5. Gieb, daß ich mit Geisteswaffen kämpf in meines Jesu Stärk, und ja niemals mög erschlaffen; daß mir dieses große Werk durch dich mög gelingen, und ich tapfer ringen; daß ich in die Luft nicht streich, sondern bald das Ziel erreich. 6. Es dürft wieder dazu kommen, daß der Feinde tolle Wut zu der Schlachtbank deine Frommen führte und vergöß ihr Blut. Nach ge⸗ meiner Sage große Trübsals⸗ tage werden kommen uns zu Haus und noch ein sehr harter Strauß. 106 7. Ei wohlan, nur fein standhaftig! O ihr Brüder, tapfer drauf! Lasset uns doch recht herzhaftig folgen jener Zeugen Lauf. Steht als Zesu Glieder, wenn der Feind sich wider euren Christenglau⸗ ben setzt und das Schlacht⸗ schwert auf uns wetzt. 8. Gebt euch in das Leiden wacker! Mit dem Blut der Märtyrer wird getränkt der Kirchenacker, und so treibt er um so mehr; alle Pflanzen sprossen, so damit begossen; o wie trägt er reichlich Frucht, von der Trübsal heimgesucht! 9. Komm, befrucht, o goldner Regen, uns, dein Erb, die dürre Erd, daß wir dir getreu sein mögen und nicht achten Feur und Schwert, als in Liebe trunken und in dir versunken; mach die Kirch an Glauben reich, daß das End dem Anfang gleich! 1712. 1 57 Fibrt fort, fahre fort, Zion, fahre fort im Licht! Mache deinen Leuchter helle, laß die erste Liebe nicht, suche stets die Lebensquelle. Zion, dringe durch die enge Pfort! Fahre fort, fahre fort! 2. Leide dich, leide dich, Zion, leide ohne Scheu Trüb⸗ sal, Angst mit Spott und Kirche und Gnadenmittel. Hohne! Sei bis in den Tod getreu, siehe auf die Lebens⸗ krone. Zion, fühlest du der Schlange Stich, leide dich, leide dich! 3. Folge nicht, folge nicht, Zion, folge nicht der Welt, wenn sie dich sucht groß zu machen. Achte nichts ihr Gut ihr Geld, nichts ihr Dräuen, nichts ihr Lachen. Zion, wenn sie dir viel Lust uichtu folge nicht, folge tl ni 4. Prüfe recht, prüfe recht, Zion, prüfe recht den Geist, der dir ruft zu beiden Seiten; thue nicht, was er dich heißt, laß nur deinen Stern dich leiten. Zion, beides, was da gut und schlecht, prüfe recht, prüfe recht! 5. Dringe ein, dringe ein, Zion, dringe ein in Gott! Stärke dich mit Geist und Leben, sei nicht wie die an⸗ dern tot, sei du gleich den grünen Reben. Kraft, statt in den Schein, dringe ein, dringe ein! 6. Brich herfür, brich her⸗ für, Zion, brich herfür in Kraft! Weil die Bruderliebe brennet, zeige, was der in dir schafft, der als seine Braut dich kennet. Zion, durch die dir gegebne Thür brich her⸗ für, brich herfür! 7. Halte aus, halte aus, Zion, halte deine Treu! Laß nicht Zion, in die * 2— —* Kirche. nicht lau und träg dich finden. Auf, das Kleinod rückt herbei! Auf, verlasse, was dahinten! Zion, in dem letzten Kampf und Strauß, halte aus, halte aus. J. E. Schmidt, 1 1745. Mel. O Durchbrecher aller Bande ꝛc. 1 58 H und Herz vereint zu⸗ sammen, sucht in Gottes Herzen Ruh; lasset eure Liebesflammen lodern auf den Heiland zu! Er das Haupt, wir seine Glieder, er das Licht und wir der Schein, er der Meister, wir die Brüder, er ist unser, wir sind sein. 2. Kommt, ach kommt, ihr Gnadenkinder, und erneuert euern„Bund! Schwöret unsermÜberwinder Lieb und Treu von Herzensgrund! Und wenn eurer Liebeskette Festigkeit und Stärke fehlt, 0 so flehet um die Wette, bis sie Jesus wieder stählt! 3. Legt es unter euch, ihr Glieder, auf so treues Lieben an, daß ein jeder für die Brüder auch das Leben lassen kann. So hat uns der Herr geliebet, so vergoß er dort sein Blut; denkt doch, wie es ihn betrübet, wenn ihr euch selbst Eintrag thut. 4. Hallelujah! Welche Höhen, welche Tiefen reicher Gnad, daß wir dem ins 10⁷ Herze sehen, der uns so ge⸗ liebet hat; daß der Vater aller Geister, der der Wunder Ab⸗ grund ist, daß du, unsichtbarer miester, uns so fühlbar nahe ist! 5. O du treuster Freund, vereine deine dir geweihte Schar, daß sie es so herzlich meine, wies dein letzter Wille war, und daß, wie du eins mit ihnen, also sie auch eines sein, sich in wahrer Liebe dienen und einander gern erfreun. 6. Liebe, hast du es ge⸗ boten, daß man Liebe üben soll, o so mache doch die toten, trägen Geister liebesvoll! Zünde an die Lebensflamme, daß ein jeder sehen kann: wir, als die von einem Stamme, stehen auch für einen Mann. 7. Laß uns so vereinigt werden, wie du mit dem Vater bist, bis schon hier auf dieser Erden kein getrenntes Glied mehr ist, und allein von deinem Brennen nehme unser Licht den Schein. Also wird die Welt erkennen, daß wir deine Jünger sein. N L. v. Zinzendorf, 1760. Mel. Ein feste Burg ꝛc., und Eigne Melodie 159 Wenn Christus seine Kirche schützt, so mag die Hölle wüten; er, der zur Rechten 8 Gottes Gottes sitzt, hat Macht, ihr zu gebieten. Er ist mit Hilfe nah; wenn er gebeut, stehts da. Er schützet seinen Ruhm und hält sein Heilig⸗ tum; mag doch die Hölle wüten. 2. Gott sieht die Fürsten auf dem Thron sich wider ihn empören, denn den Ge⸗ salbten, seinen Sohn, den wollen sie nicht ehren. Sie schämen sich des Worts des Heilands, unsers Horts; sein Kreuz ist selbst ihr Spott; doch ihrer lachet Gott, sie mögen sich em⸗ pören. 3. Der Frevler mag die Wahrheit schmähn; uns kann er sie nicht rauben. Der Unchrist mag ihr widerstehn. wir halten fest am Glauben. Gelobt sei Jesus Christ! Wer hier sein Jünger ist, sein Wort von Herzen hält, dem kann die ganze Welt die Seligkeit nicht rauben. 4. Auf, Christen, die ihr ihm vertraut, laßt euch kein Drohn erschrecken! Der Gott, der von dem Himmel schaut, wird uns gewiß bedecken. Der Herr Herr Zebaoth, hält über sein Gebot, giebt uns Geduld in Not und Kraft und Mut im Tod; was will uns denn erschrecken? Chr. F. Gellort, 1 1769. Kirche und Gnadenmittel. Mel. Mein Jesu, dem die Sera⸗ phinen ꝛc. 160 ein Wort, o Herr, bringt uns zusammen, daß wir in der Gemeinschaft stehn; es läßt an uns die heilgen Flammen des Glaubens und der Liebe sehn. Wir werden durch das Wort der Gnaden auch zur Gemeinschaft jener Schar, die bei dem Herrn ist immerdar, gelockt und kräftig eingeladen. 2. Nur Menschen, die von Gott geboren, die unter einem Haupte stehn, die hat der Herr sich auserkoren, die läßt er Wunderliebe sehn; Gemeinschaft mit dem Vater haben und mit dem Sohn im heilgen Geist, das ist, was ihre Seelen speist; nur das kann sie vollkommen laben. 3. Der Glaubensgrund, auf dem wir stehen, ist Christus und sein teures Blut; das einge Ziel, darauf wir sehen, ist Christus, unser höchstes Gut; sein Wort die Regel, die wir kennen, sein Geist das Band, das uns verbindt; die Seelen all, die er gewinnt, sind, was wir heilge Kirche nennen. 4. Was ist das für ein himmlisch Leben, mit Vater, Sohn und heilgem Geist in seliger Gemeinschaft schweben, genießen * Kirche. genießen das, was Gott ver⸗ heißt! Wie flammen da die selgen Triebe! Gott schüttet in sein geistlich Haus die ganze Gnadenfülle aus. Hier wohnet Gott, die ewge Liebe. 5. Der Vater liebt und trägt die Kinder und schenkt den Geist, der Abba schreit; des Sohnes Treue schmückt die Sünder mit ewiger Ge⸗ rechtigkeit; der heilge Geist tritt mit dem Ole des Frie⸗ dens und der Freude zu; die Herzen schmecken Gottes Ruh, die Kraft durchdringet Leib und Seele. 6. Die Kinder so ein Brot gegessen, die stehen auch für einen Mann; macht sich der Feind an eins ver⸗ messen, sobald greift er sie alle an. Sie fallen betend Gott zu Hunen und siegen in des Herren Kraft; sie wollen von der Brüderschaft auch das geringste Glied nicht missen. 7. Sie wallen mit verbund⸗ nen Herzen durchs Thränen⸗ thal ins Vaterland, versüßen sich die bittern Schmerzen; eins reicht dem andern seine Hand; sie wollen sich mit Freuden dienen, mit Herz und Auge, Hand und Fuß bis zu dem völligen Genuß des großen Guts:„Ich, ich in ihnen.“ J. B. K. Allendors. T 1773. 109 Mel. Wenn Christus seine Kirche schützt und Ein feste Burg ꝛc. 161 Hdar deine Kirche danket dir; noch wohnt dein Wort im Lande; von deiner Gnade haben wir noch deinen Geist zum Pfande. Kommt sie in Gefahr durch der Feinde Schar, dann, o Jesu Christ, besiege Macht und List und herrsch in jedem Lande. 2. Sei, Herr, mit uns! Verlaß uns nie, uns, deines Leibes Glieder; hilf deiner Kirch und schütze sie, denn wir sind deine Brüder. Sie, die dir vertraut, hast du selbst erbaut: ach, erhalt sie rein, und die den Bund ent⸗ weihn, die heilige dir wieder. 3. Eins, Herr, ists, was den Frommen kränkt, daß unter deinen Christen noch mancher deiner nicht gedenkt, beherrscht von seinen Lüsten. Vieler Glaub ist schwach, kalt die Lieb, und ach, sie bedenken nicht, es wartet ein Gericht auf träge, sichre Christen. 4. Und, du, o Jesu, bist so treu! Ach, daß wir frömmer wären! Mach alle Herzen rein und neu, laß alle sich bekehren. Gieb uns Wissenschaft, Glaube, Lieb und Kraft, gieb Entschluß und Mut, zu wagen Ehr und Blut zum Preise deiner Lehren. 110 5. Entferne Zwietracht, Krieg und Mord, erhalt uns Ruh und Frieden. Laß uns, gestärket durch dein Wort, im Guten nie ermüden. Mache leicht, was drückt, gieb uns, was beglückt. Nach der Prüfungszeit ruf uns zur Seligkeit, zu deines Himmels Freuden. 6. Herr, deine Kirche streitet noch: Hilf deiner Kirche siegen! Wie schwer ihr Kampf ist, müsse doch kein Kämpfer unterliegen. Hör ihr kindlich Flehen, eil, ihr beizustehen, daß sie stand⸗ haft sei, stets deiner Wahrheit treu, hilf deiner Kirche siegen., Nach Borchward, 1776, und Cramer, 1778. Mel. Es ist das Heil uns ꝛcf. 162 Die Feinde deines Kreuzes drohn, dein Reich, Herr, zu zerstören; du aber, Mittler, Gottes Sohn, kannst ihrem Trotze wehren. Dein Thron bestehet ewiglich; vergeblich wird sich wider dich die Macht der Hölle rüsten. 2. Dein Reich ist nicht von dieser Welt, kein Werk von Menschenkindern; drum konnt auch keine Macht der Welt, Herr, deinen Fortgang hindern. Dein Erbe bleibt dir immerdar und wird selbst durch der Feinde Schar zu deinem Ruhm sich mehren. Kirche und Gnadenmittel. 3. Du wollest deine Herr⸗ schaft noch auf Erden weit verbreiten, und unter deinem sanften Joch zum Heil die Völker leiten. Vom Aufgang bis zum Niedergang bring alle Welt dir Preis und Dank und glaub an deinen Namen. 4. Auch deine Feinde, die dich schmähn, die frevelnd sich empören, laß deiner Gnade Wunder sehn, daß sie sich noch bekehren. Lehr sie mit uns gen Himmel schaun und unerschüttert im Ver⸗ traun auf deine Zukunft warten. 5. Uns, deine Gläubgen, wollest du fest in der Wahr⸗ heit gründen, daß wir für unsre Seelen Ruh in deiner Gnade finden. Mach unsers Glaubens uns gewiß; vor Irrtum und vor Finsterniß bewahr uns bis ans Ende. 6. Dein Geist führ uns auf ebner Bahn und heilge unsern Willen, so wird dein Volk dir unterthan, gern dein Gesetz erfüllen, bis du erscheinest zum Gericht und dann vor deinem Angesicht die Menschenkinder sammelst. 7. Voll Zuversicht erwarten dich, Herr, alle deine From⸗ men und freun des großen Tages sich, da du wirst wieder kommen. Dann werden wir, o Menschensohn, den uns ver⸗ Kirche. verheißnen Gnadenlohn, dein Himmelreich, ererben. Balth. Münter, 1793. Mel. Valet will ich dir geben ꝛc. 163 Bis hierher und nicht weiter! Noch lebt der starke Held, der sich, ein rechter Streiter, für seine Kirche stellt. Ihr Feinde möget wüten, euch schon des Sieges freun; uns wird der Herr behüten, euch auseinander streun. 2 Wir stehn auf festem Grunde, wir haben Jesum Christ, der unserm Glaubens⸗ bunde ein Fels und Eckstein ist. Wir wandeln in dem Glanze, der von dem Herrn ausgeht, und er ist unsre Schanze, wenn unser Feind aufsteht. Wer will von ihm uns scheiden, der blutend uns erwarb, als er nach schwerem Leiden den Tod am Kreuze starb? Wir bleiben an ihm hangen, in Not und Traurigkeit ge⸗ bunden und gefangen, mit Christenfreudigkeit. 4. Ungläubge, ihr mögt spotten, erfinden bösen Rat und euch zusammenrotten zu jeder Frevelthat: Er, Christus ganz alleine, be⸗ schützt, die ihm vertraut, die heilige Gemeine, auf ihn, den Fels, gebaut. 5. Und wenn auch Berge weichen und Hügel sinken 111 ein, die Kirche ohne gleichen wird wohl bewahret sein. Er wohnet bei ihr drinnen und hütet früh und spät; hell glänzen ihre Zinnen, darauf sein Zeichen steht. Chr. A. Bähr, 1 184, Mel. Wachet auf, ruft uns ꝛc. 16 4 Gottes Stadt steht fest gegründet auf heilgen Bergen; es ver⸗ bündet sich wider sie die ganze Welt. Dennoch steht sie und wird stehen; man wird an ihr mit Staunen sehen, wer hier die Hut und Wache hält. Der Hüter Israels ist ihres Heiles Fels. Hallelujah! Lobsingt und sprecht: wohl dem Geschlecht, das in ihr hat das Bürger⸗ recht. 2. Zions Thore liebt vor allen der Herr mit gnädgem Wohlgefallen, macht ihre Riegel stark und fest, segnet, die darinnen wohnen, weiß überschwenglich dem zu lohnen, der ihn nur thun und walten läßt. Wie groß ist seine Huld, wie trägt er mit Geduld all die Seinen! O Gottes Stadt, du reiche Stadt, die solchen Herrn und König hat! 3. Große, heilge Dinge werden in dir gepredigt wie auf Erden sonst unter keinem Volk man hört. Gottes Wort 112 Wort ist deine Wahrheit, du hast den Geist und hast die Klarheit, die alle Finster⸗ nis zerstört. Da hört man fort und fort das teuer⸗ werte Wort ewger Gnade. Wie lieblich tönt, was hier versöhnt und dort mit ewgem Leben krönt. 4. Auch die nichts davon vernommen, die fernsten Völker werden kommen und in die Thore Zions gehn. Denen, die im Finstern saßen, wird auch der Herr noch predgen lassen, was einst für alle Welt geschehn. Wo ist der Gottessohn? Wo ist sein Gnadenthron? wird man fragen. Dann kommt die Zeit, wo weit und breit erscheint der Herr der Herrlichkeit. 5. Darum stellet ein die Klagen! Man wird noch einst zu Zion sagen: wie mehrt sich deiner Bürger Zahl! Voll Erstaunens wird man schauen, wie Gott sein Zion mächtig bauen und herrlich weitern wird einmal. Er⸗ hebet Herz und Sinn! Es ist die Nacht schier hin für die Heiden; es kommt ihr Tag, sie werden wach, und Israel folgt ihnen nach. 6. Gottes Stadt, du wirst auf Erden die Mutter aller Bölker werden, die ewges Leben fanden hier. Welch Kirche und Gnadenmittel. ein Jubel, wie im Reigen, wird einst von dir zum Himmel steigen! Die Lebens⸗ brunnen sind in dir. In dir das Wasser quillt, das alles Dürsten stillt. Hallelujah! Von Sünd und Tod, von aller Not erlöst nur Einer, Zions Gott. K. J. Ph. Spitta, 4 1859. Kirchweihe. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht 2 sch, wie heilig ist 165 A der Ort! Ach, wie selig ist die Stätte! Hier, hier ist des Himmels Pfort; hier erhöret Gott Gebete; hier erschallt sein teures Wort; o wie heilig ist der Ort! 2. Heil war in des Zöllners Haus, weil er Christum aufgenommen, und hier rufet Jesus aus: selig sind, die zu mir kommen! Deren Herzen nimmt er ein, daß sie seine Tempel sein. 3. O welch Heil ist bis hierher diesem Hause wider⸗ fahren! Wenn der Herr nicht bei uns wär, der sich uns will offenbaren, woher hätten wir den Geist, der den Weg zum Himmel weist? 4. O wie lieblich, o wie schön sind des Herren Gottes⸗ dienste! Laßt uns froh zu ihnen gehn; hier erlangt man * —— ñ— Kirchweihe. man zum Gewinnste einen Schatz, der ewig währt, den kein Rost noch Raub verzehrt. 5. Bleibe bei uns, liebster Gast; speis uns gnädig mit dem Worte, das du uns gegeben hast, Jesu, stets an diesem Orte! Laß die Kirche feste stehn, bis die Welt wird untergehn! B. Schmolck, 4 1737. Mel. Wie schön leuchtet der Morgen⸗ stern ꝛc. 166 Gett Vater, aller Dinge Grund, gieb deinen Vaternamen kund an diesem heilgen Orte. Wie lieblich ist die Stätte hier! Die Herzen wallen auf zu dir: hier ist des Himmels Pforte. Wohne, throne hier bei Sündern, als bei Kindern, voller Klarheit, heilge uns in deiner Wahrheit! 2. Sohn Gottes, Herr der Herrlichkeit, dies Gottes⸗ haus ist dir geweiht, o laß dirs wohlgefallen! Hier schalle dein lebendig Wort, dein Segen walte fort und fort in diesen Friedenshallen. Einheit, Reinheit gieb den Herzen; Angst und Schmerzen tilg in Gnaden, heil uns ganz vom Sündenschaden. 3. Gott, heilger Geist, du wertes Licht, wend her dein göttlich Angesicht, daß wir erleuchtet werden. Geuß über uns und dieses Haus 113 dich mit allmächtgen Flam⸗ men aus; mach himmlisch uns auf Erden. Lehrer, Hörer, Kinder, Väter, früher, später gehts zum Sterben. Hilf uns Jesu Reich ererben. 4. Dreieinger Gott, Lob Dank und Preis sei dir von allen gleicherweis für dies dein Haus gesungen! Du hasts geschenkt und aufer⸗ baut, dir ists geheiligt und vertraut mit Herzen, Händen, Zungen. Ach, hier sind wir noch in Hütten; Herr, wir bitten: stell uns droben in den Tempel, dich zu loben. A. Knapp. 4 1864. Ausbreitung der Kirche. (Missionslieder.) 167 Es wolle Gott uns gnädig sein und seinen Segen geben; sein Antlitz uns mit hellem Schein erleucht zum ewgen Leben, daß wir erkennen seine Werk und was ihm lieb auf Erden, und Jesus Christus Heil und Stärk bekannt den Heiden werden und sie zu Gott be⸗ kehren. So danken dir und loben dich, o Gott, die Völker alle, und alle Welt die freue sich und sing mit großem Schalle, daß du auf Erden Richter bist und läßt die Sünd 114 Sünd nicht walten; dein Wort die Hut und Weide ist, die alles Volk erhalten, in rechter Bahn zu wallen. Es danke, Gott, und lobe dich das Volk in guten Thaten. Das Land bringt Frucht und bessert sich, dein Wort ist wohl geraten. Uns segne Vater und der Sohn, und segne Gott der heilge Geist, dem alle Welt die Ehre thu, vor ihm sich fürchte allermeist. Nun sprecht von Herzen: Amen. Luther, 4 1546. Mel. Dir, dir, Jehovah ꝛc. 168 Woch auf, du Geist, — der ersten Zeugen, der Wächter, die auf Zions Mauern stehn, die Tag und Nächte nimmer schweigen, und die getrost dem Feind entgegengehn, ja deren Schall die ganze Welt durchdringt und aller Völker Scharen zu dir bringt. 2. O daß doch bald dein Feuer brennte! O möcht es doch in alle Lande gehn! Gieb zu der Ernte doch die Händel! Gieb Knechte, die in treuer Arbeit stehn! O Herr der Ernte, siehe doch darein: die Ernt ist groß, die Zahl der Knechte klein. 3. Dein Sohn hat ja mit klaren Worten uns diese Bitte in den Mund gelegt. O siehe, wie an gllen Orten Kirche und Gnadenmittel. sich deiner Kinder Herz und Sinn bewegt, dich herzin⸗ brünstig darum anzuflehn; drum hör, o Herr, und sprich: es soll geschehn. 4. So gieb dein Wort doch großen Scharen, die in der Kraft Evangelisten sein; laß eilend Hilf uns wider⸗ fahren und brich in Satans Reich und Macht hinein. O breite, Herr, auf weitem Erdenkreis dein Reich bald aus zu deines Namens Preis! 5. Ach, daß die Hilf aus Zion käme! Odaß dein Geist, so wie dein Wort verspricht, dein Volk aus dem Gefäng⸗ nis nähme! O würd es doch nur bald vor Abend licht! Ach, reiß, o Herr, den Him⸗ mel bald entzwei und komm herab zur Hilf und mach uns frei! 6. Ach, laß dein Wort recht schnelle laufen! Es sei kein Ort ohn dessen Glanz und Schein. Ach, führe bald dadurch mit Haufen der Feinden Füll zu allen Thoren ein! Ja, wecke doch auch Israel bald auf, und also segne deines Wortes Lauf! 7. O bessre Zions wüste Stege, und was dein Wort im Laufe hindern kann, das räume bald aus jedem Wege; vertilg, o Herr, den falschen Glaubenswahn, und mach uns bald von jedem Mietling Ausbreitung der Kirche(Missionslieder). 115 daß Kirch Mietling frei, ein Garten und Schul Gottes sei. 8. Laß jede hoh und niedre Schule die Werkstatt deines guten Geistes sein, ja, sitze du nur auf dem Stuhle und präge dich der Jugend selber ein, daß treue Lehrer wir und Beter sehn, die kräftig vor dem Riß der Kirche stehn. K. H. v. Bogatzty, 4 1774. Mel. O Durchbrecher aller Bande ꝛe. 169 Vatr, deines 5 Geistes Wehen durch die ganze Christenheit läßt uns schon von ferne sehen, deines Reiches Herr⸗ lichkeit; denn dein Wort wird ausgespendet durch die ganze weite Welt, millionenweis versendet auf das große Ackerfeld. 2. Dieser Samen wird bald blühen allenthalben hoch und hehr; denn Evan⸗ gelisten ziehen über Inseln, Land und Meer, um die Saaten zu begießen; Geist der Pfinsten, komm herab; laß uns Lebensströme fließen bis zum Grabe tief hinab. 3. Sei gegrüßt, du ewger Morgen! Steige, Sonne, bald empor; weicht nun, all ihr bangen Sorgen, Tagver⸗ künder, tritt hervor! Seht, der Berge Spitzen glühen schon im ewgen Morgenlicht, und die Frühlingsblumen blühen: Brüder alle, sorget nicht! Joh. J. Jung, gen. Stilling, 4 1817. Mel. Nun komm, der Heiden Heiland ꝛc. 170 Wolte walte nah und fern, all⸗ gewaltig Wort des Herrn, wo nur seiner Allmacht Ruf Menschen für den Himmel schuf. 2. Wort vom Vater, der die Welt schuf und in den Armen hält und aus seinem Schoß herab seinen Sohn zum Heil uns gab. 3. Wort von des Erlösers Huld, der der Erde schwere Schuld durch des heilgen Todes That ewig wegge⸗ nommen hat. 4. Kräftig Wort von Gottes Geist, der den Weg zum Himmel weist und durch seine heilge Kraft Wollen und Vollbringen schafft. 5. Wort des Lebens, stark und rein, alle Völker harren dein. Walte fort, bis aus der Nacht alle Welt zum Tag erwacht. 6. Auf, zur Ernt in alle Welt! Weithin wogt das weiße Feld; klein ist noch der Schnitter Zahl, viel der Garben überall. 7. Herr der Ernte, groß und gut, weck zum Werke Lust Kirche und Gnadenmittel. Lust und Mut; laß die Völ⸗ ker allzumal schauen deines Lichtes Strahl. Jonath. F. Bahnmaier, 4 1841. Mel. Lasset uns den Herren Herr, preisen ꝛc. 17 1 omm, o komm bald, du Treuer! Gieb, ach gieb dich allen kund, und entzünd dein heilges Feuer auf dem ganzen Erdenrund. Großes hast du schon begonnen, Großes willst du ferner thun; deine Liebe kann nicht ruhn, bis die ganze Welt gewonnen, bis ein jedes Herz besiegt, Herr, zu deinen Füßen liegt. K. A Döring. + 1844. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht 2. 172 Eine Herde und ein Hirt! Wie wird dann dir sein, o Erde, wenn sein Tag erscheinen wird! Freue dich, du kleine Herde, mach dich auf und werde Licht; Jesus hält, was er verspricht. 2. Hüter, ist der Tag noch fern? Schon ergrünt es auf den Weiden, und die Herrlichkeit des Herrn nahet dämmernd sich den Heiden; blinde Pilger flehn um Licht: Jesus hält, was er verspricht. 3. Komm, o komm, du treuer Hirt, daß die Nacht zum Tage werde! Ach, wie manches Schäflein irrt fern von dir und deiner Herde! Kleine Herde, zage nichtl Jesus hält, was er verspricht. 4. Sieh, das Heer der Nebel flieht vor des Morgen⸗ rotes Helle, und der Sohn der Wüste kniet dürstend an der Lebensquelle; ihn um⸗ leuchtet Morgenlicht; Jesus hält, was er verspricht. 5. Gräber harren aufge⸗ than; rauscht, verdorrete Ge⸗ beine! Macht dem Bundes⸗ engel Bahn! Großer Tag des Herrn, erscheine! Jesus ruft: es werde Licht! Jesus hält, was er verspricht. 6. O des Tags der Herr⸗ lichkeit! Jesus Christus, du die Sonne, und auf Erden weit und breit Licht und Wahrheit, Fried und Wonne! Mach dich auf; es werde Licht! Jesus hält, was er verspricht. F. A. Krummacher, 4 1845. Mel. Valet will ich dir geben ꝛc. 173 er du in Todes⸗ nächten erkämpft das Heil der Welt und dich als den Gerechten zum Bürgen dargestellt, der du den Feind bezwungen, den Himmel aufgethan, dir stimmen unsre Zungen ein Hallelujah an! 2. Im Himmel und auf Erden ist alle Macht nun dein. —— Ausbreitung der Kirche(Missionslieder). 117 dein, bis alle Völker werden zu deinen Füßen sein, bis die von Süd und Norden, bis die von Ost und West sind deine Gäste worden bei deinem Hochzeitsfest. 3. Noch werden sie ge⸗ laden, noch gehn die Boten aus, um mit dem Ruf der Gnaden zu füllen dir dein Haus. Es ist kein Preis zu teuer, es ist kein Weg zu schwer, zu streun dein Lebens⸗ feuer ins weite Völkermeer. 4. So ziehen deine Flam⸗ men wie Sonnen um die Welt; Getrenntes fließt zu⸗ sammen, das Dunkle wird erhellt, und wo dein Name schallet, du König Jesu Christ, ein selig Häuflein wallet dahin, wo Frieden ist. 5. O sammle deine Herden dir aus der Völker Zahl, daß viele selig werden und ziehn zum Abendmahl! Schleuß auf die hohen Pforten! Es strömt dein Volk heran. Wo's noch nicht Tag geworden, da zünd ein Feuer an! E. G. Bart, 1 1862. Mel. Gott des Himmels ꝛc. 17 4 Lich das in die Welt gekommen, Sonne voller Glanz und Pracht, Morgenstern, aus Gott entglommen, treib hin⸗ weg die alte Nacht. Zeuch in deinen Wunderschein bald die ganze Welt hinein. 2. Gieb dem Wort, das von dir zeuget, einen recht gepriesnen Lauf, daß noch manches Knie sich beuget, sich noch manches Herz thut auf, eh die Zeit erfüllet ist, wo du richtest, Jesu Christ. 3. Heile die zerbrochnen Herzen, baue dir Jerusalem und verbinde unsre Schmer⸗ zen; denn so ist dirs ange⸗ nehm. Herr, thu auf des Wortes Thür, rufe allen: kommt zu mir! 4. Es sei keine Sprach noch Rede, da man nicht die Stimme hört, und kein Land so fern und öde, wo nicht dein Gesetz sie lehrt. Laß den hellen Freudenschall siegreich ausgehn überall! 5. Geh, du Bräutgam aus der Kammer, laufe deinen Heldenpfad; strahle Tröstung in den Jammer, der die Welt umdunkelt hat. O erleuchte, ewges Wort, Ost und West und Süd und Nord! 6. Komm, erquick auch unsre Seelen; mach die Augen hell und klar, daß wir dich zum Lohn erwählen; vor den Stolzen uns bewahr; ja, laß deinen Himmelsschein unsres Fußes Leuchte sein! N. Stier, 1862. Wachet auf, ruft uns die Stimme ꝛcf. Mel. 175 iner ists, an dem wir hangen, der für uns in den Tod gegangen und uns erkauft mit seinem Blut. Unsre Leiber, unsre Herzen gehören dir, o Mann der Schmerzen; in deiner Liebe ruht sichs gut. Nimm uns zum Eigentum, bereite dir zum Ruhm deine Kinder! Verbirg uns nicht das Gnadenlicht von deinem heil⸗ gen Angesicht! 2. Nicht wir haben dich erwählet; du selbst hast unsre Zahl gezählet nach deinem ewgen Gnadenrat. Unsre Kraft ist schwach und nichtig, und keiner ist zum Werke tüchtig, der nicht von dir die Stärke hat. Drum brich den eignen Sinn; denn De⸗ mut ist Gewinn für den Him⸗ mel. Wer in sich schwach, folgt, Herr, dir nach und trägt mit Ehren deine Schmach. O Herr Jesu, Ehren⸗ könig! Die Ernt ist groß, der Schnitter wenig, drum sende treue Zeugen aus; send auch uns hinaus in Gnaden, viel frohe Gäste einzuladen zum Mahl in deines Vaters Haus. Wohl dem, den deine Wahl beruft zum Abendmahl im Reich Gottes. Da ruht der Streit, da währt die Freud heut, gestern und in Ewigkeit, Kirche und Gnadenmittel. 4. Schau auf deine Mil⸗ lionen, die noch im Todes⸗ schatten wohnen, von deinem Himmelreiche fern! Seit Gpnueliun ⸗ ist ihnen kein vangelium erschienen, kein Glane en Morgenstern. lanz der Gerechtigkeit, geh auf, denn es ist Zeit! Komm, Herr Jesu, zeug uns voran, und mach uns Bahn; gieb deine Thüren aufgethan! 5. Deine Liebe, deine Wunden, die uns ein ewges Heil erfunden, dein treues Herz, das für uns fleht, wollen wir den Seelen preisen und auf dein Kreuz so lange weisen, bis es durch ihre Herzen geht. Denn kräftig ist dein Wort; es richtet und durchbohrt Geist und Seele; dein Joch ist süß, dein Geist gewiß, und offen steht dein Paradies. 6. Heiland, deine größten Dinge beginnest du still und geringe; was sind wir Armen, Herr, vor dir? Aber du wirst für uns streiten und uns mit deinen Augen leiten; auf deine Kraft vertrauen wir. Dein Senfkorn, arm und klein, wächst endlich ohne Schein doch zum Baume, weil du, Herr Christ, sein Hüter bist, dem es von Gott vertrauet ist. A. Knapp, 1864. 7+ Ausbreitung der Kirche(Missionslieder). 119 Mel. Valet will ich dir geben ꝛc. 176 Der du zum Heil erschienen der allerärmsten Welt und von den Cherubinen zu Sündern dich gesellt, den sie mit frechem Stolze verhöhnt für seine Huld, als du am Marterholze versöhntest ihre Schuld: 2. Damit wir Kinder würden, gingst du vom Vater aus, nahmst auf dich unsre Bürden und bautest uns ein Haus. Von Westen und von Süden, von Morgen ohne Zahl sind Gäste nun beschieden zu deinem Abend⸗ mahl. 3. Im schönen Hochzeits⸗ kleide, von allen Flecken rein, führst du zu deiner Freude die Völkerscharen ein, und welchen nichts verkündigt, kein Heil verheißen war, die bringen nun entsündigt dir Preis und Ehre dar. 4. Drum kann nicht Ruhe werden, bis deine Liebe siegt, bis dieser Kreis der Erden zu deinen Füßen liegt, bis du im neuen Leben die aus⸗ gesöhnte Welt dem, der sie dir gegeben, vors Angesicht gestellt. 5. Und siehe, tausend Fürsten mit Völkern ohne Licht stehn in der Nacht und dürsten nach deinem Ange⸗ sicht. Auch sie hast du ge⸗ graben in deinen Priester⸗ schild, am Brunnauell sie zu laben, der dir vom Herzen quillt. 6. So sprich dein gött⸗ lich„Werde!“ Laß deinen Odem wehn, daß auf der finstern Erde die Toten auferstehn, daß, wo man Greueln fröhnet und vor den Götzen kniet, ein willig Volk versöhnet zu deinem Tempel zieht. 7. Wir rufen, du willst hören: wir fassen, was du sprichst. Dein Wort muß sich bewähren, womit du Fesseln brichst. Wie viele sind zer⸗ brochen! Wie viele sinds noch nicht! O du, ders uns versprochen, werd aller Heiden Licht! A. Knapp, 1864. Gnadenmittel. Wort Gottes. Mel. Wie nach einer Wasserquelle ꝛc. 177 Rede, liebster Jesu, rede; denn dein Kind giebt acht darauf. Stärke mich, denn ich bin blöde, daß ich meines Lebens Lauf dir zu Ehren setze fort. Ach, laß stets dein heilig Wort in mein Herze sein verschlossen, dir zu folgen unverdrossen. 12⁰ 2. Ach, wer wollte dich nicht hören, dich, du liebster Menschenfreund! Sind doch deine Wort und Lehren alle herzlich wohlgemeint. Sie vertreiben alles Leid; aller Freuden Süßigkeit muß vor deinen Worten weichen, nichts ist ihnen zu ver⸗ gleichen. 3. Deine Worte sind mein Stecken, dessen ich mich trö⸗ sten kann, will der Feind zurück mich schrecken von der schmalen Lebensbahn; ja, sie führen ohne Qual mich selbst durch des Todes Thal, schirmen mich auf allen Wegen, machen auch das Kreuz zum Segen. 4. Jesu, dein Wort soll mich laben, deine trosterfüllte Lehr will ich in mein Herze graben; ach, nimm sie doch nimmermehr von mir weg in dieser Zeit, bis ich in der Ewigkeit werde kommen zu den Ehren, dich, o Jesu selbst zu hören. 5. Unterdes vernimm mein Flehen, liebster Jesu, höre mich! Laß bei dir mich feste stehen, so will ich dich ewiglich preisen mit Herz, Sinn und Mund; ich will dir zu jeder Stund Ehr und Dank in Demut bringen und dein hohes Lob be⸗ singen. Anna Sophie Landgräfin von Hessen⸗Darmstadt, 1683. Kirche und Gnadenmittel. Mel. Gott des Himmels ꝛc. 178 Teures Wort aus Gottes Munde, das mir lauter Segen trägt, dich allein hab ich zum Grunde meiner Seligkeit ge⸗ legt. In dir treff ich alles an, was zu Gott mich führen kann. 2. Will ich einen Vor⸗ schmack haben von des Him⸗ mels Seligkeit, so kannst du mich herrlich laben, weil bei dir ein Tisch bereit, der mir lauter Manna schenkt und mit Lebenswasser tränkt. 3. Geist der Gnaden, der im Worte mich an Gottes Herze legt, öffne mir des Himmels Pforte, daß mein Geist hier recht erwägt, was für Schätze Gottes Hand durch sein Wort ihm zuge⸗ sandt. 4. Gieb dem Samen einen Acker, der die Frucht nicht schuldig bleibt; mache mir die Augen wacker und, was hier dein Finger schreibt, präge meinem Herzen ein, laß den Zweifel ferne sein. 5. Was ich lese, laß mich merken; was du sagest, laß mich thun; wird dein Wort den Glauben stärken, laß es nicht dabei beruhn, sondern 011 daß auch dabei ihm das eben ähnlich sei. 6. Hilf, daß alle meine Wege nur nach dieser Richt⸗ schnur „—— —2——2——————5‚ ———— Wort Gottes. schnur gehn; was ich hier zum Grunde lege, müsse wie ein Felsen stehn, daß mein Geist auch Rat und That in den größten Nöten hat. 7. Laß dein Wort mir einen Spiegel, Jesu, deines Vorbilds sein; drück darauf dein Gnadensiegel, schließ den Schatz im Herzen ein, daß ich fest im Glauben steh, bis ich dort zum Schauen geh. B. Schmolck, 4 1737. O Durchbrecher aller Bande ꝛe. 179 Hd dein Wort, die edle Gabe, diesen Schatz erhalte mir; denn ich zieh es aller Habe und dem größten Reichtum für. Wenn dein Wort nicht mehr soll gelten, worauf soll der Glaube ruhn? Mir ists nicht um tausend Welten, aber um dein Wort zu thun. 2. Hallelujah, Ja und Amen! Herr, du wollest auf mich sehn, daß ich mög in deinem Namen fest bei deinem Worte stehn! Laß mich eifrig sein beflissen, dir zu dienen früh und spat und zugleich zu deinen Füßen sitzen, wie Maria that. Mel. N. L. Graf v. Zinzendorf, + 1760. 121¹ Mel. Schmücke dich, o liebe Seele ꝛe. 180 Peeg der süßen Lehre, die ich mit Erstaunen höre, großer Arzt der Menschenkinder, du Cvangelist der Sünder und Prophet des neuen Bundes, laß die Worte deines Mun⸗ des, deine Stimme an die Herden mir zu Geist und Leben werden! 2. Herr, dein Wort ist wie ein Hammer, schlägt und zeigt den Seelenjammer; es erquickt mich wie der Regen, leuchtet mir auf allen Wegen, stärket meines Geistes Kräfte, giebt mir neue Lebenssäfte, ist ein Stab für matte Glie⸗ der und ein Schwert dem Feind zuwider. 3. Diesem Worte will ich trauen und darauf beständig schauen; sonst ist doch kein Licht vorhanden, fremde Lehre macht zu schanden; aber dein Gesetz und Gnade leiten mich auf rechtem Pfade. Herr, mein Glauben und mein Lieben hat den Grund: es steht geschrieben. 4. Lehre mich dein Wort betrachten, mit Begierde dar⸗ auf achten; lehre michs im Geist verstehen, laß es mir zu Herzen gehen; mache, daß ichs fröhlich glaube, und kein Zweifel mir es raube, daß ichs mit Gehorsam ehre und sonst keine Stimme höre. 12² 5. Was die Welt bekennt und lehret, was mein Herz erdenkt und ehret, was der böse Geist erdichtet, wird von Gottes Wort gerichtet. Weg mit euch, ihr falschen Geister! Mir ist gnug an einem Meister. Wißt, daß euch der Fluch verzehret, wenn ihr selbst auch Engel wäret. 6. Selig, selig sind die Seelen, die sich sonst kein Licht erwählen, als allein das Wort des Lebens! Diese glauben nicht vergebens, weil sie Gottes Rat ergründen und sein Herz im Worte finden. O ein unschätzbares Wissen! Andre Weisheit kann ich missen. 7. Licht und Kraft und Mut und Freude, wahrer Trost im tiefsten Leide, Schutz vor allerlei Gefahren und ein ewiges Bewahren: das sind dieses Wortes Früchte. Alles andre wird zu nichte; alles andre muß vergehen; Gottes Wort bleibt ewig stehen. C. G. Woltersdorf, 4 1761. Mel. Ach Gott und Herr ꝛe. 181 Goett ist mein Hort, und auf sein Wort soll meine Seele trauen; ich wandle hier, mein Gott, vor dir im Glaͤuben, nicht im Schauen. Kirche und Gnadenmittel. 2. Dein Wort ist wahr; laß immerdar mich seine Kräfte schmecken. Laß keinen Spott, o Herr, mein Gott, mich von dem Glauben schrecken. 3. Wo hätt ich Licht, wo⸗ fern mich nicht dein Wort die Wahrheit lehrte? Gott, ohne sie verständ ich nie, wie ich dich würdig ehrte. 4. Dein Wort erklärt der Seele Wert, Unsterblichkeit und Leben; zur Ewigkeit ist diese Zeit von dir mir über⸗ geben. 5. Den ewgen Rat, die Missethat der Sünder zu versühnen, den kennt ich nicht, wär dies mein Licht nicht durch dein Wort er⸗ schienen. 6. Nun darf mein Herz in Reu und Schmerz der Sünden nicht verzagen; nein, du verzeihst, lehrst meinen Geist ein gläubig Abba sagen. 7. Mich zu erneun, mich dir zu weihn, ist meines Heils Geschäfte. Durch meine Müh vermag ichs nie; dein Wort giebt mir die Kräfte. 8. Herr, unser Hort, laß uns dies Wort; denn du hast es gegeben. Es sei mein Teil, es sei mein Heil und Kraft zum ewgen Leben. Chr. F. Gellert, 4 1769. Wort Gottes. 123 Mel. Was Gott thut, das ist ꝛc. 1 82 Dein Wort, o Herr, ist milder Tau für trostbedürftge Seelen laß keinem Pflänzchen deiner Au den Himmelsbalsam fehlen. Erquickt durch ihn laß jedes blühn und in der Zukunft Tagen dir Frucht und Samen tragen. 2. Dein Wort ist, Herr, ein Flammenschwert, ein Blitz, der Felsen splittert, ein Feuer, das im Herzen zehrt und Mark und Bein durchschüttert. O laß dein Wort noch fort und fort der Sünde Macht zerscheitern und alle Herzen läutern! 3. Dein Wort ist uns der Wunderstern für unsre Pil⸗ gerreise; es führt die Thoren hin zum Herrn und macht die Einfalt weise. Dein Him⸗ melslicht verlösch uns nicht und leucht in jede Seele, daß keine dich verfehle. 4. Ich suchte Trost und fand ihn nicht; da ward das Wort der Gnade mein Labsal, meine Zuversicht, die Fackel meiner Pfade. Sie zeigte mir den Weg zu dir und leuchtet meinen Schritten bis zu den ewgen Hütten. 5. Auf immer gilt dein Segensbund; dein Wort ist Ja und Amen; nie weich es uns aus Herz und Mund, zu preisen deinen Namen. Laß immerfort dein helles Wort in allen Lebenszeiten uns trösten, warnen, leiten. 6. O sende bald von Ort zu Ort den Durst nach deinen Lehren, den Hunger aus, dein Lebenswort und deinen Geist zu hören, und send ein Heer von Meer zu Meer, der Herzen Durst zu stillen und dir dein Reich zu füllen. C. B. Garve, 4 1841. Mel. Herr Jesu Christ, dich ꝛc. 183 Nom geh uns auf, du Morgenstern, du seligmachend Wort des Herrn, du Pfand des Heils, das uns im Sohn der Vater gab von seinem Thron. 2. Bereitet ist für dich die Bahn, die Herzen sind dir auf⸗ gethan; wir sehnen uns nach deinem Licht und seufzen auf: versäum uns nicht! 3. Du Wort der Wahr⸗ heit, lautrer Quell, mach unsere dunklen Augen hell, daß wir die Wege Gottes sehn, nicht in der Wahrheit irre gehn. 4. Du Wort der Buße, füll das Herz uns an mit tiefem Reueschmerz, daß unser Flehn und Seufzen sei: Gott steh uns armen Sündern beil! 5. Du Wort der Gnade, tröstend Wort, o bring uns Botschaft fort und fort von 9 ihm, 12⁴4 ihm, der für uns litt und starb und uns Gerechtigkeit erwarb 6. Du Wort des Glaubens, gieb uns Kraft, daß wir, der Eitelkeit entrafft, im gnädig dargebotnen Heil ergreifen unser ewges Teil So geh uns auf, du Gottesglanz, durchdring uns und verklär uns ganz, du Wort, das noch in Kraft be⸗ steht, wenn Erd und Himmel untergeht. Julius Sturm, geb. 1816. Die Sakramente. Die heilige Taufe. Mel. Liebster Jesu, wir sind ꝛc. 184 Lubne, Jesu, wir sind hier, deinem Worte nachzuleben; dieses Kindlein kommt zu dir, weil du den Befehl gegeben, daß man sie zu dir hinführe; denn das Himmelreich ist ihre. 2. Ja, es schallet aller⸗ meist dieses Wort zu unsern Ohren: wer durch Wasser und durch Geist nicht zuvor ist neugeboren, wird von dir nicht aufgenommen und in Gottes Reich nicht kom⸗ men. 3. Darum eilen wir zu dir, nimm das Pfand von unsern Armen, tritt mit Kirche und Gnadenmittel. deinem Glanz herfür und erzeige dein Erbarmen, daß dein Kind es hier auf Erden und im Himmel möge wer⸗ den. 4. Hirte, nimm dein Schäf⸗ lein an, Haupt, mach es zu deinem Gliede, Himmelsweg, zeig ihm die Bahn, Daede fürst, sei du sein Friede, zeinstock, hilf, daß diese Rebe auch im Glauben dich umgebe! 5. Nun, wir legen an dein Herz, was von Herzen ist gegangen; führ die Seufzer himmelwärts und erfülle das Verlangen; ja, den Namen, den wir geben, schreib ins Lebensbuch zum Leben! B. Schmolck, + 1737. Mel. Liebster Jesu, wir sind ꝛc. 18 5 un Gottlob, es ist vollbracht, und der Bund mit Gott ge⸗ schlossen; was uns rein und selig macht, ist auf dieses Kind geflossen; Jesus hat es eingesegnet und mit Himmels⸗ tau beregnet. 2. O du dreimal selig Kind, vom Dreieinigen ge⸗ geliebet, dem der Vater sich verbindt, dem der Sohn das Leben giebet, dem der Geist ist eingeflossen und der Him⸗ mel aufgeschlossen! 3. Nun so denk an diesen Bund, weil du einen Odem hegest Die heil. Taufe. 12⁵ hegest, daß auf einen festen Grund du stets deinen Glau⸗ hen legest. Wer sich läßt auf Jesum Lausen muß in Jesu Wegen 1 laufen. 4. Werde fromm und wachse groß, werde deiner Eltern Freude, und dein jetzt erlangtes Los tröste dich in allem Leide; deine Taufe sei die Thüre, welche dich zum Himmel führe. B. Schmolck, 1737. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten ꝛc 18 Bermherzigen laß deiner Gnade jetzt dieses Kind empfohlen sein, das wir im heilgen Wasserbade nach deines Sohns Befehl dir weihn; erfülle, was dein Wort ver⸗ heißt, an ihm. Gott Vater, Sohn und Geist. 2. Regiere nun das ganze Leben auch dieses Kindes, treuer Gott! Dir sei und bleib es stets ergeben; sei du mit ihm in Glück und Not; ach, führ es selbst auf rechter Bahn, nimm es zu⸗ letzt in Ehren an! 3. Laß uns die Wohlthat recht ermessen, die uns die Taufe zugewandt, und nie o Herr, den Bund vergessen, der uns so fest mit dir ver⸗ band; uns alle stärk zu neuer Treu, daß über uns dein Friede seil Mel. Schmücke dich, o liebe Seele ꝛc 187 O du reicher Herr der Armen, mit welch herzlichem Erbarmen bist du uns zuvorgekommen, hast dich unser angenommen! Wie kamst du mit allem Segen uns erbarmungsvoll entgegen schon an deines Reiches Pforte durch das Wasserbad im Worte. 2. Sind wir selbst doch unaussprechlich kraftlos, hilf⸗ los und gebrechlich, ja, als Fleisch von Fleisch geboren, sündlich, sterblich und ver⸗ loren; aber reinigend und heilend, Geist und Leben uns erteilend, schenkest du uns reiche Gnade in der Taufe heilgem Bade. Und wir glauben dei⸗ nem Worte. Darum bringen wir zur Pforte deines teuren Gnadenreiches dieses Kind; thu an ihm gleiches! Die Verheißung, die zum Leben deinem Volke du gegeben, geht nach deiner Huld nicht minder über deines Volkes Kinder. 4. Sei auch diesem Kinde gnädig, mach es aller Sünde ledig; schenke ihm die reine Seide der Gerechtigkeit zum Kleide; salbe es mit deinem Geiste und ihm alle Hilfe leiste, daß der Segen deiner Hände auf ihm bleibe bis ans Ende! K. J. Ph. Spitta, 4 1859. * 126 Konfirmation. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten ꝛc. 188 Och bin getauft auf * deinen Namen, Gott Vater, Sohn und heil⸗ ger Geist! Und so ist alles Ja und Amen, was mir dein teures Wort verheißt; ich bin iu Christum eingesenkt, ich bin mit seinem Geist beschenkt. 2. Du hast zu deinem Kind und Erben, mein lieber Vater, mich erklärt; du hast die Frucht von deinem Ster⸗ ben, mein treuer Heiland, mir gewährt; du willst in aller Not und Pein, o guter Geist, mein Tröster sein. 3. Doch hab ich dir auch Furcht und Liebe, Treu und Gehorsam zugesagt; ich hab, o Herr, aus reinem Triebe dein Eigentum zu sein ge⸗ wagt; hingegen sagt ich bis ins Grab der Sünde schnöden Werken ab. 4. Mein treuer Gott, auf deiner Seite bleibt dieser Bund wohl feste stehn; wenn aber ich ihn überschreite, so laß mich nicht verloren gehn; nimm mich, dein Kind, zu Gnaden an, wenn ich hab einen Fall gethan. 5. Ich gebe dir, mein Gott, aufs neue Leib, Seel und Herz zum Opfer hin; erwecke mich zu neuer Treue, und nimm Besitz von meinem Kirche und Gnadenmittel. Sinn. Es sei in mir kein Tropfen Blut, der nicht, Herr, deinen Willen thut. 6. Laß diesen Vorsatz nimmer wanken, Gott Vater, Sohn und heilger Geist! Halt mich in deines Bundes Schranken, bis mich dein Wille sterben heißt; so leb ich dir, so sterb ich dir, so lob ich dich dort für und für. J. J. Rambach, 4 1735. (Gesang der Gemeinde vor der Konfirmation.) Peel. Den die Hirten lobten sehre ꝛc. 189 Volt des Herrn, bring dein Ge⸗ schlechte nach dem altem Licht und Rechte her zum König aller Knechte, sprich:„Herr, hie ist dein Geschöpf!“ Dämpfe Fleisch und Blut in ihnen, laß sie nicht der Sünde dienen! Ziehe sie durch dein Versühnen, eh sie sterben, an dein Herz! 3. Kommt, ihr Kinder, die wir haben als viel teure Gottesgaben, nehmt vom Schatz, dran wir uns laben, den euch zugedachten Teil. 4. Einen Teil am Liebes⸗ bande mit dem ewgen Vater⸗ lande, aber auch am Kreuzes⸗ stande und am Weltverleug⸗ nungssinn. 5. Wollet ihr euch binden lassen? Jesu Kreuz mit Freu⸗ den fassen und die fRuhe uhe Konfirmation. 12⁷ Ruhe hassen? Willst du, liebes Kindervolk? 6. Ach, die ewig treue Liebe schenk euch ihre selgen Triebe, daß ein jedes Glauben übe, bis ihr seht, was ihr geglaubt! Graf N. L, v. Zinzendorf, 4 1760. Mel. Es ist das Heil uns ꝛc. 190 Die hier vor deinem Antlitz stehn sind Jesu Christi Glieder. Blick, wenn vereint wir für sie flehn, erbarmend auf sie nieder! Gieb ihnen, Vater, Sohn und Geist, das Gute, das dein Wort verheißt, im Leben und im Sterben! 2. Sie kennen, Vater, dei⸗ nen Sohn und dessen heilge Lehren. Ist Freude, Gott, vor deinem Thron, wenn Sünder sich bekehren, wie groß ist unsre Freude nun, da diese das Gelübde thun, dir treulich anzuhangen. 3. O laß sie nimmer zum Gericht sich dem Altare nahen! Laß sie in Glaubens⸗ zuversicht das Bundesmahl empfahen! Dies stärke sie in aller Not; dies reize sie, des Heilands Tod zu preisen durch ihr Leben. 4. Lacht ihnen bei dem Christenlauf der Reiz der Welt entgegen,— hilf ihrem schwachen Glauben auf, wenn dann sich Lüste regen! Laß sie hinauf auf Jesum sehn, die Welt mit ihrer Lust ver⸗ schmähn, beharren bis ans Ende! 5. Den wichtgen Lohn der Ewigkeit, die Herrlichkeit dort oben, zeig ihnen, die auf alle Zeit jetzt Treue dir geloben! Der Blick muß ihnen Kraft verleihn! Herr, segne sie, denn sie sind dein: erhalt sie in der Wahrheit! H. v. Hippel, 1 1796. (Gesang der Konfirmanden vor der Einsegnung.) Mel. Seelenbräutigam ꝛc. 191 Von des Himmels Thron sende, Gottes Sohn, deinen Geist, den Geist der Stärke! Gieb uns Kraft zum heilgen Werke, dir uns ganz zu weihn, ewig dein zu sein. 2. Mach uns selbst bereit, gieb uns Freudigkeit, unsern Glauben zu bekennen und dich unsern Herrn zu nennen, dessen teures Blut floß auch uns zu gut. 3. Richte Herz und Sinn zu dem Himmel hin, wenn wir unsern Bund erneuern und gerührt vor dir beteuern, deine Bahn zu gehn, Welt⸗ lust zu verschmähn. 4. Wenn wir betend nahn, Segen zu empfahn, wollest du auf unsre Bitten uns mit Gnade 128 Gnade überschütten! Licht und Kraft und Ruh ströme dann uns zu. 5. Gieb auch, daß dein Geist, wie dein Wort ver⸗ heißt, unauflöslich uns ver⸗ eine mit der gläubigen Ge⸗ meine, bis wir dort dich sehn und dein Lob erhöhn. S. Marot. 4 1865 (Gesang der Konfirmanden nach der Einsegnung.) Mel. O du Liebe meiner Liebe ꝛc. 192 Bei dir, Jesu, will ich bleiben, stets in deinem Dienste stehn; nichts soll mich von dir ver⸗ treiben, deine Wege will ich zehn, Du bist meines Lebens Leben, meiner Seele Trieb und Kraft, wie der Weinstock seinen Reben zuströmt Kraft und Lebenssaft. 2. Könnt ichs irgend besser haben, als bei dir, der alle⸗ zeit so viel tausend Gnaden⸗ gaben für mich Armen hat bereit? Könnt ich je getroster werden, als bei dir, Herr Jesu Christ, dem im Himmel und auf Erden alle Macht gegeben ist? 3. Wo ist solch ein Herr zu finden, der, was Jesus that, mir thut, mich erkauft von Tod und Sünden mit dem eignen, teuren Blut? Sollt ich dem nicht angehören, der sein Leben für mich gab? Kirche und Gnadenmittel. Sollt ich ihm nicht Treue schwören, Treue bis in Tod und Grab? 4. Ja, Herr Jesu, bei dir bleib ich, so in Freude, wie in Leid; bei dir bleib ich, dir verschreib ich mich für Zeit und Ewigkeit. Deines Winks bin ich gewärtig, auch des Rufs aus dieser Welt; denn der ist zum Sterben 25 der sich lebend zu dir ält. 5. Bleib mir nur auf dieser Erden nahe, bis mein Tag sich neigt! Wenn es einst will Abend werden und die Nacht hernieder⸗ steigt, wenn mein Aug wird dunkler, trüber, dann er⸗ leuchte meinen Geist, daß ich fröhlich zieh hinüber, wie man nach der Heimat reist. K. J. Ph. Spitta f 1859. Mel. Mein Glaub ist meines Lebens Ruh ꝛc. 193(Ich bin in dir * und du in mir! Nichts soll mich, ewge Liebe, dir in dieser Welt entreißen! Auf Erden, wo nur Sünder sind, nennst du mich freund⸗ lich schon dein Kind, o laß michs ewig heißen und treu mit Wandel, Herz und Mund bewahren deinen Friedens⸗ bund! 2. Ich bin in dir und du in mir; dreieinger 4*90 u Konfirmation. 129 du hast zu dir mich frühe schon berufen. Was mir, dem Kindlein, war bereit, ergreif ich heut voll Innig⸗ keit an des Altares Stufen und sag: o Liebe, du bist mein, ich will dein Kind auf ewig sein! 3. Ich bin in dir und du in mir; noch wohn ich völlig nicht bei dir, weil ich auf Erden walle; drum führ mich, Jesu, treuer Hirt, daß mich, was locket, schreckt und irrt, nicht bringe je zu Falle! O daß, was ich dir heut versprach, mir gehe tief und ewig nach! 4. Ich bin in dir und du in mir; komm, Herr, mir deine Tugendzier früh⸗ zeitig anzulegen, daß mir des Lebens Glück und Not, ja selbst der letzte Feind, der Tod, nur kommen mög im Segen! Mit dir will ich durchs Leben gehn, dir leiden, sterben, auferstehn! A. Knapp, + 1864. (Gesang der Gemeinde nach der Konfirmation.) Mel. Wie nach einer Wasserquelle ꝛc. 19 4 Gedber König unsrer Erden, Jesu, dem die ganze Welt ewiglich muß dienstbar wer⸗ den, dessen Hand das Scepter hält, wir, dein Volk und Eigentum, wollen deines Namens Ruhm mit ver⸗ dientem Lob erheben und dir Preis und Ehre geben. 2. Herr, wir danken dir einmütig, daß du dir ein Volk erwählt und auch uns Verlorne gütig deiner Kirche zugezählt; wir sind Christen, wir sind dein, laß uns, was wir heißen, sein und auf⸗ richtig darnach streben, wie wir dir zu Dienste leben. 3. Dir sei Dank für deine Gaben, so du in die Kinder legst, die den Bund bestätigt haben, die du in den Armen trägst. Herr, laß ihnen ewig nicht, was ihr Mund allhier verspricht, was sie heut sich vorgenommen, aus dem Sinn und Herzen kommen. 4. Gieb, daß sie durch dei⸗ nen Segen, dir, o Heilund, treu gesinnt, bessre Christen werden mögen, als wir lei⸗ der alle sind. Durch sie sei dein Reich vermehrt, durch sie werdest du geehrt, bis wir all in Zions Höhen einst dein Jubelfest begehen. Das heilige Abendmahl. ¶Vor und während der Feier.) 19 5 Chaiste du Lamm Gottes, der du trägst die Sünd der Welt, erbarm dich unser!l 130 2. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünd der Welt, erbarm dich unser! 3. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünd der Welt, gieb uns deinen Frieden! Amen. Alte Kirche. 196 Schmücke dich, o liebe Seele, laß die dunkle Sündenhöhle, komm ans helle Licht ge⸗ gangen, fange herrlich an zu prangen; denn der Herr voll Heil und Gnaden will dich jetzt zu Gaste laden; der den Himmel kann ver⸗ walten, will jetzt Herberg in dir halten. 2. Dürstend nach dem Himmelssegen eile deinem Herrn entgegen, der mit süßen Gnadenworten klopft an deines Herzens Pforten; eile, sie ihm aufzuschließen, wirf dich hin zu seinen Füßen; sprich: o Herr, laß dich umfassen, von dir will ich nimmer lassen! Ach, wie hungert mein Gemüte, Menschenfreund, nach deiner Güte; ach, wie pfleg ich oft mit Thränen mich nach deinem Mahl zu sehnen: ach, wie pfleget mich zu dürsten nach dem Trank des Lebensfürsten, daß mit diesem Brot und Weine sich mein Heiland mir vereine. Kirche und Gnadenmittel. 4. Jesu, meine Lebens⸗ sonne, Jesu, meine Freud und Wonne, Jesu, du mein ganz Beginnen, Lebensquell und Licht der Sinnen, hier fall ich zu deinen Fü⸗ ßen! Laß mich würdiglich genießen diese deine Him⸗ melsspeise, mir zum Heil und dir zum Preise. 5. Herr, es hat dein treues Lieben dich vom Himmel hergetrieben, daß du willig hast dein Leben in den Tod für uns gegeben und dazu ganz unverdrossen, Herr, dein Blut für uns vergossen, das uns jetzt kann kräftig tränken, deiner Liebe zu ge⸗ denken. 6. Jesu, wahres Brot des Lebens, hilf, daß ich doch nicht vergebens, oder mir wohl gar zum Schaden sei zu deinem Tisch geladen; laß mich durch dies Seelen⸗ essen deine Liebe recht er⸗ messen, daß ich auch, wie jetzt auf Erden, mög dein Gast im Himmel werden! Joh. Franck, 4 1677. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit ꝛc. 197 Jesu Christ, du höchstes Gut, du Brunngquell aller Gna⸗ den! Wir kommen, deinen Leib und Blut, wie du uns hast geladen, zum Preise deiner Herrlichkeit und unsrer Seelen Das heilige Seelen Seligkeit zu essen und zu trinken. 2. O Jesu, mach uns selbst bereit zu diesem hohen Werke! Schenk uns dein schönes Ehrenkleid durch deines Geistes Stärke; hilf, daß wir würdge Gäste sein und wer⸗ den dir gepflanzet ein zum ewgen Himmelswesen. 3. Bleib du in uns, daß wir in dir auch bis ans Ende bleiben; laß Sünd und Not uns für und für von dir nicht wieder treiben, bis wir durch deines Nachtmahls Kraft in deines Himmels Bürgerschaft dort ewig selig werden. Vor 1698. Mel. Wie nach einer Wasserquelle ꝛc. 198 H du hast für alle Sünder einen reichen Tisch gedeckt, wo das Brot der armen Kinder nach des Vaters Liebe schmeckt. Heute nun bin ich dein Gast, wie du mir befohlen hast; aber hilf auch, daß mein Herze deine Wohlthat nicht verscherze. 2. Räume mir aus dem Gemüte olles Arge völlig aus, daß auch meines Her⸗ zens Hütte werde dein ge⸗ weihtes Haus. Denn ich hoffe nur auf dich, liebster Jesu, liebe mich und laß dei⸗ nen Tisch auf Erden mir des Himmels Vorschmack werden. Abendmahl. 131 3. Kann der Herr dem Knechte schenken auch sein eigen Fleisch und Blut: ach, so hilf mir recht bedenken, was hier deine Liebe thut, und verleihe, daß ich nicht eß und trinke zum Gericht, was du, Jesu, für mein Leben zur Erlösung hast gegeben. 4. Wirke heilige Gedanken in der Seel, die dir gehört; halte meinen Sinn in Schran⸗ ken, wenn mich Furcht und Zweifel stört. Fühl ich meiner Sünden Not, so erfülle mich dies Brot, dieser Kelch mit neuem Mute, dein Blut floß auch mir zu gute. 5. Sind wir doch aus dir geboren, nähr uns auch durch deine Kraft, und weil alles da verloren, wo nicht Jesus Hilfe schafft: ach, so laß dein Brot und Wein meines Herzens Labsal sein, daß die Wirkung dieser Speise künftig in der That sich weise. 6. Laß mich deine Liebe schmecken und die Güter jener Welt; oder wenn auch Furcht und Schrecken mich zuweilen überfällt, so verschaffe mir dein Blut einen rechten Freu⸗ denmut, daß ich meinen Trost im Glauben mir durch nie⸗ mand lasse rauben. 7. Hilf mir recht ins Herze fassen deinen herben, bittern Tod: lasse mich auch nie⸗ mand hassen, der mit mir genießt dein Brot: nimm mich 132 mich ganz vollkommen ein, bis ich werde bei dir sein und die Fülle deiner Gaben, meinen Gott und alles haben. K. Neumann, 7 1715. Mel. Erquicke mich, du Heil der Sünder ꝛe. 199 Mein Jesu, der du vor dem Scheiden in deiner letzten Trauernacht uns hast die Früchte deiner Leiden in einem Testament vermacht: es prei⸗ sen gläubige Gemüter dich, Stifter dieser hohen Güter! 2. So oft wir dieses Mahl genießen, wird dein Gedächt⸗ nis bei uns neu; man kann aus frischen Proben schließen, wie brünstig deine Liebe sei. Dein Blut, dein Tod und deine Schmerzen erneuern sich in unsern Herzen. 3. Es wird dem zittern⸗ den Gewissen ein neues Sie⸗ gel aufgedrückt, daß unser Schuldbrief sei zerrissen, daß unsre Handschrift sei zerstückt, daß wir Vergebung unsrer Sünden in deinen blutgen Wunden finden. 4. Und fester, als es je gewesen, wird nun das Band, das uns vereint; von allem Seelenschmerz genesen schaun wir in dir den liebsten Freund! wir fühlen uns in solchen Stunden mit dir zu einem Geist verbunden. 5. Dies Brot kann wahre Kirche und Gnadenmittel. Nahrung geben, und dieser Kelch erquickt den Geist; es mehrt sich unser innres Leben, wenn unser Glaube dich geneußt; wir fühlen neue Kraft und Stärke in unserm Kampf und Glau⸗ benswerke. 6. Wir treten in genaure Bande mit deines Leibes Gliedern ein; wir müssen all in solchem Stande ein Herz und eine Seele sein; der Geist muß mehr zusammen⸗ fließen, da wir ein Fleisch und Blut genießen. Dein Leib muß uns zum Pfande dienen, daß unser Fleisch, jetzt schwachheits⸗ voll, einst herrlich aus dem Staube grünen und unver⸗ weslich werden soll; ja, daß du uns ein ewig Leben nach diesem kurzen werdest geben. O teures Lamm, so edle Gaben hast du in dieses Mahl gelegt! Da wir dich selbst zur Speise haben, wie wohl ist unser Geist gepflegt! Dies Mahl ist unter allen Leiden ein wahrer Vorschmack jener Freuden. 9. Dir sei Lob, Ehr und Preis gesungen! Ein solcher hoher Liebesschein verdient, daß aller Engel Zungen zu dessen Ruhm geschäftig sein. Wird unser Geist zu dir er⸗ hoben, so wird er dich voll⸗ kommen loben. J. Jak. Rambach, 4 1735. 6 Das heilige Abendmahl. 133 Mel. Herr, wie du willst, so schicks ꝛc. 0 ie heilig ist die 200 Wẽĩ Stätte hier, wo ich voll Andacht stehel Sie ist des Himmels Pforte mir, die ich nun offen sehe. O Lebensthor, o Tisch des Herrn! Vom Himmel bin ich nicht mehr fern und fühle Gottes Nähe. 2. Wie heilig ist dies Le⸗ bensbrot, dies teure Gna⸗ denzeichen, vor dem des Her⸗ zens Angst und Not und alle Qualen weichen. Brot, das meine Seele nährt, o Manna, das mir Gott beschert, dich will ich jetzt genießen, 3. Wie heilig ist doch dieser Trank, der mein Verlangen stillet, der mein Gemüt mit Lob und Dank und heilger Freud erfüllet! O Lebens⸗ trank, o heilges Blut, das einst gefloßen mir zu gut, dich will ich jetzt empfan⸗ gen! 4. Welch unaussprechlich Glück ist mein, welch Heil hab ich gefunden! Mein Jesus kehret bei mir ein; mit ihm werd ich verbunden. Wie ist mein Herz so freu⸗ denvoll, daß ich in Jesu leben soll und er in mir will leben! 5. O wär doch auch mein Herz geweiht zu einer heilgen Stätte, damit der Herr der Herrlichkeit an mir Gefallen hätte! O wäre doch mein Herz der Ort, an welchem Jesus fort und fort aus Gnaden Wohnung machte! 6. Mein Jesu, komm und heile mich, was sündlich ist, vertreibe, damit ich nun und ewiglich dein Tempel sei und bleibe. Von dir sei ganz mein Herz erfüllt; Herr, laß dein heilig Eben⸗ bild beständig in mir leuch⸗ ten. 7. Nun, du hast himmlisch mich erquickt, du hast dich mir gegeben, in dir, der mich so hoch beglückt, will ich nun stündlich leben. Luß mich, mein Heiland, allezeit von nun an bis in Ewigkeit mit dir vereinigt bleiben! V. Wöscher, 4 1749. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele ꝛc. 201 Komm, mein Herz, aus Jesu Leiden strömt auch dir ein Quell der Freuden. Stille hier dein sehnlich Dürsten aus dem Kelch des Lebensfürsten. Daß ich einen Heiland habe und in seinem Heil mich labe und in sein Verdienst mich kleide, das ist meines Her⸗ zens Freude. 2. Darum will ich mit Verlangen nun sein Abend⸗ mahl empfangen; hier darf ich mich ihm verbinden, und so werd ichs tief e a 134 daß ich einen Heiland habe, der am Kreuz und in dem Grabe, wie sein Wort mir sagt und schreibet, mein Er⸗ löser war und bleibet. Ach, wie werd ich oft so müde! Wie entweicht der süße Friede! Sünd und Welt kann mich verwunden, wenn mir dieses Licht ent⸗ schwunden: daß ich einen Heiland habe, der mit seinem Hirtenstabe, sanft und mild und voll Vergeben, mir nichts ist, als Heil und Leben. 4. Sei gesegnet, ewge Liebe, daß du mir aus treuem Triebe, da das Miß⸗ traun mich vergiftet, solch ein Denkmal selbst gestiftet: daß ich einen Heiland habe, der den Gang zum Kreuz und Grabe gern gethan, mich zu erretten von des ewgen Todes Ketten. 5. Heilges Brot, sei mir gesegnet, weil mir der mit dir begegnet, der mit seinen Todeswunden die Erlösung mir erfunden! Daß ich einen Heiland habe, der erblaßt und tot im Grabe auch für meine Schuld gelegen, In ann schmecken und er⸗ 19 Heilger Kelch, sei mir gesegnet, weil mir der mit dir begegnet, dessen Blut mich lässet finden die Ver⸗ gebung aller Sünden! Daß ich einen Heiland habe, der Kirche und Gnadenmittel. die dürre Seele labe, muß nicht dies mein Dürsten stillen und mein Herz mit Wonne füllen? Er gebietet mir zu essen, meines Jammers zu vergessen; er gebietet mir zu trinken und in Freude zu versinken, daß ich einen Hei⸗ land habe, der sich selbst als Opfergabe hat für mich da⸗ hingegeben, mir zu Speis und Trank und Leben! 8. Will hinfort mich etwas quälen, oder wird mir etwas fehlen, oder wird die Kraft zerrinnen, so will ich mich nur besinnen, daß ich einen Heiland habe, der vom Kripp⸗ lein bis zum Grabe, bis zum Thron, wo man ihn ehret, mir, dem Sünder, zugehöret! E. G. Woltersdorf, 4 1761. Mel. An Wasserflüssen Babylon ꝛc. (Ein Lämmlein geht.) 2 0²2 J Occh komme, Herr, Wund suche dich, mühselig und beladen; Gott, mein Erbarmer, würdge mich des Wunders deiner Gnaden! Ich liege hier vor deinem Thron, Sohn Gottes und des Menschen Sohn, mich deiner zu getrösten; ich fühle meiner Sünden Müh; ich suche Ruh und finde sie im 425 der Erlösten. Dich bet ich zuver⸗ sichlich an, du bist das 967 er Das heilige Abendmahl. der Sünder, du hast die Handschrift abgethan, und wir sind Gottes Kinder. Ich denk an deines Leidens Macht und an dein Wort: es ist vollbracht! Du hast mein Heil verdienet: du hast für mich dich dargestellt; Gott war in dir und hat die Welt in dir mit sich versühnet. 3. So freue dich, mein Herz, in mir! Er tilget deine Sünden und läßt in seinem Mahle hier dich Gnad um Gnade finden. Du rufst, und er erhört dich schon, spricht liebreich: sei getrost, mein Sohn, die Schuld ist dir vergeben; du bist in meinen Tod getauft, und du wirst dem, der dich erkauft, von ganzem Herzen leben. 4. Dein ist das Glück der Seligkeit; bewahr es hier im Glauben, und laß durch keine Sicherheit dir deine Krone rauben. Sieh, ich vereine mich mit dir, ich bin der Weinstock, bleib an mir, so wirst du Früchte bringen. Ich helfe dir, ich stärke dich, und durch die Liebe gegen mich wird dir der Sieg gelingen. 5. Ja, Herr, mein Glück ist dein Gebot, ich will es treu erfüllen und bitte dich durch deinen Tod um Kraft zu meinem Willen. Laß 135⁵ mich von nun an würdig sein, mein ganzes Herz dir, Herr, zu weihn und deinen Tod zu preisen; laß mich den Ernst der Heiligung durch eine wahre Besserung mir und der Welt beweisen! Chr F. Gellert, 1769. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele ꝛc. 203 QJesu, Freund der Menschenkinder, Heiland der verlornen Sün⸗ der, der zur Sühnung unsrer Schulden Kreuzesschmach hat wollen dulden, wer kann fassen das Erbarmen, das du trägest mit uns Armen! In der Schar erlöster Brü⸗ der fall ich dankend vor dir nieder. 2. Ja, auch mir strömt Heil und Segen, Herr, aus deiner Füll entgegen; in dem Elend meiner Sünden soll bei dir ich Hilfe finden; meine Schuld willst du be⸗ decken, mich befrein von Furcht und Schrecken, willst ein ewig selig Leben als des Glaubens Frucht mir geben. 3. Herr, du kommst, dich mit den Deinen in dem Nachtmahl zu vereinen; du, der Weinstock, giebst den Reben neue Kraft zum neuen Leben. Nun, so steh bei mir und stärke mich zu jedem guten Werke; hilf, daß ich die Lust der Sünde durch dich kräftig überwinde. 136 Kirche und Gnadenmittel. 4. Nun, so sei der Bund erneuet, unser Herz dir ganz geweihet! Auf dein Vorbild wolln wir sehen und dir nach, mein Heiland, gehen. Schaff ein neues Herz uns Sündern, mache uns zu Gotteskindern, die dir leben, leiden, sterben, deine Herr⸗ lichkeit zu erben. 5. Großes Abendmahl der Frommen, Tag des Heils, wann wirst du kommen, daß wir mit der Engel Chören, Herr, dich schaun und ewig ehren? Hallelujah, welche Freuden sind die Früchte deiner Leiden! Danket, dan⸗ ket fromme Herzen, ewig ihm für seine Schmerzen. K. Lavater, 1801. Mel. Wachet auf, ruft uns ꝛc. 204 Herr, du wollst uns vollbereiten zu deines Mahles Seligkei⸗ ten, sei mitten unter uns, o Gott! Laß uns, Leben zu empfahen, mit glaubens⸗ vollem Herzen nahen, und sprich uns los von Sünd und Tod. Wir sind, o Jesu, dein; dein laß uns ewig sein! Amen, Amen! Anbetung dir! Einst feiern wir das große Abendmahl bei dir. 2. Nehmt und eßt zum ewgen Leben das Brot, das euch der Herr gegeben; die Gnade Jesu sei mit euch! Nehmt und trinkt zum ewgen Leben den Kelch des Heils, auch euch gegeben, ererbt, ererbt des Mittlers Reich! Wacht, eure Seele sei bis in den Tod getreu! Amen! Amen! Der Weg ist schmal; klein ist die Zahl, die dort eingeht zum Abendmahl. F. G. Klopstock, 4 1803. Mel. Herzlich thut mich verlangen ꝛc. 205 ie könnt ich sein vergessen, der mein noch nie vergaß? Kann ich die Lieb ermessen, dadurch mein Herz genas? Ich lag in bittern Schmerzen, er schafft mein Leben neu, und stets quillt aus dem Herzen ihm neue Lieb und reu! 2. Wie sollt ich ihn nicht lieben, der mir so hold sich zeigt? Wie jemals ihn be⸗ trüben, der so zu mir sich neigt? Er, der ans Kreuz erhoben, getragen meine Schmach, ruft er mir nicht von oben: komm, folge du mir nach! 3. Ich will ihn ewig lieben, der mir aus Todes⸗ nacht, von meinem Schmerz getrieben, Unsterblichkeit ge⸗ bracht; der noch zur letzten Stunde mir reicht die treue Hand, daß mich kein Feind verwunde im Lauf zum Heimatland. ö Das heilige 4. Er giebt zum heilgen Pfande mir seinen Leib, sein Blut, hebt mich aus Nacht und Schande, füllt mich mit Himmelsmut, will selber in mir thronen mit heilgem Gnadenschein. Sollt ich bei ihm nicht wohnen? in ihm nicht selig sein? 5. Bei Freuden und bei Scherzen durchleuchte mich dein Bild, wie du, o Herz der Herzen, geblutet hast so mild Mein Lieben und mein Hoffen, mein Dulden weih ich dir. Laß mir die Heimat asun und dein Herz für und ür! 3 Chr. Kern, 4 1835. Mel. Zeuch ein zu deinen ꝛc. 206 Kemmt her, ihr seid geladen, der Hei⸗ land rufet euch, der treue Herr der Gnaden, an Huld und Liebe reich; der Erd und Himmel lenkt, will Gastmahl mit euch halten und wunder⸗ bar gestalten, was er in Liebe schenkt. 2. Kommt her, verzagte Sünder, und werft die Angste weg; kommt her, versöhnte Kinder, hier ist der Lebens⸗ steg! Empfangt die Himmels⸗ lust, die heilge Geistesspeise, die auf verborgne Weise er⸗ quicket jede Brust. 3. Kommt her, betrübte Seelen, die Not und Jammer drückt, mit Gott euch zu ver⸗ Abendmahl. mählen, der wunderbar be⸗ glückt. Kommt, legt auf ewig ab der Sünde bange Säum⸗ nis; empfanget das Geheim⸗ nis, das Gott vom Himmel gab. 4. O Wonne kranker Herzen, die mir von oben kam! Verschwunden sind die Schmerzen, getröstet ist der Gram; was von dem Him⸗ mel fleußt, hat lieblich sich ergossen; mein Herz ist gar durchflossen vom süßen Lie⸗ besgeist. 5. Drum jauchze, meine Seele, hell aus der Sünden⸗ nacht; verkünde und erzähle die tiefe Wundermacht, die unermeßlich süß, ein Born der Liebe, quillet und jeden Jammer itillet, der fast ver⸗ zweifeln ließ. 6. Drum jauchze, meine Seele, drum jauchze deinem Herrn; verkünde und erzähle die Gnade nah und fern, den Wunderborn im Blut, die selge Himmelsspeise, die auf verborgne Weise dir giebt das höchste Gut. E. M. Arndt, 1 1860. (Nach der Feier des heiligen Abendmahls.) Mel. Nun laßt uns Gott, dem Herren ꝛe. 0 Jesu, meine 207 O Wonne, du meiner Seelen Sonne, du Freund⸗ 138 Freundlichster auf Erden, laß mich dir dankbar werden! 2. Wie kann ich gnugsam schätzen dies himmlische Er⸗ götzen und diese teuren Ga⸗ ben, die uns gestärket haben? 3. Wie soll ich dirs ver⸗ danken, o Herr, daß du mich Kranken gespeiset und ge⸗ tränket, ja selbst dich mir geschenket? 4. Ich lobe dich von Her⸗ zen für alle deine Schmerzen; dir dank ich für dein Leiden, den Ursprung meiner Freu⸗ den. 5. Dir dank ich für dein Lieben, das standhaft ist ge⸗ blieben; dir dank ich für dein Sterben, das mich dein Reich läßt erben. 6. Du wollest ja die Sünde, die ich noch in mir finde, aus meinem Herzen treiben und kräftig in mir bleiben. 7. Laß mich sie ernstlich meiden, laß mich geduldig leiden; laß mich mit Andacht beten, von deinem Weg nie treten. 8. So kann ich nicht ver⸗ derben, drauf will ich selig sterben und freudig aufer⸗ stehen, o Jesu, dich zu sehen. Joh. Rist, T 1667. Mel. Jesu, meines Lebens Leben ꝛc. 208 Drderen Freuden, danket ihm mit Kirche und Gnadenmittel. Herz und Mund! Macht die großen Seligkeiten dieses heilgen Mahles kund, was der Herr für Gnaden schenket, da er selbst uns speist und tränket;, danket ihm vor dem Altar, daß er uns so freund⸗ lich war. 2. Ja, wir preisen Gottes Güte, denn sie währet ewig⸗ lich. O wie freut sich das Gemüte, daß der Herr so gnädig sich gegen uns auch jetzt erwiesenl Immerdar sei er gepriesen; groß ist seine Huld und Treu; sie war diesesmal auch neu. 3. Heilig, heilig, heilig werde, Gott, dein Nam uns mehr und mehr; alle Him⸗ mel samt der Erde zeugen laut von deiner Ehr. Dir, Herr, singen Seraphinen dreimal heilig, die dir dienen; droben in dem Heiligtum schallet deines Namens Ruhm. 4. Gott, der Herr und Vater, segne uns in seinem lieben Sohn; und des Va⸗ ters Sohn begegne uns von seinem Gnadenthron; und der Herr, der Geist, bereite uns zur Herrlichkeit und leite uns zu seinem Frieden! Ja! Amen! sprecht Halle⸗ lujah! N. Kaiser, 4 1800. —..— Sai EEEOENAEE ——— 8 8E: —2„—5n“ DS.. —..— Das heilige Mel. O daß ich tausend Zungen ꝛc. 209 Nimu. hin den Dank für deine Liebe, erhöhter Mittler, Jesu Christ! Gieb, daß ich dich nicht mehr betrübe, der du für mich gestorben bist; laß deines Leidens Angst und Pein mir immerdar vor Augen sein. Im Streite hilf mir überwinden und stärke mich zu jeder Pflicht; bewahre mich vor neuen Sünden, verlaß mich in Versuchuug nicht, und dein für mich vergossnes Blut schenk mir im Todeskampfe Mut. 3. Hilf, daß ich deines Leibes Glieder, die heut dein Heil, wie mich, erfreut, von Herzen lieb als meine Brüder, als Erben einer Herrlichkeit. Wir haben einen Herrn und Gott, uns speist und tränkt ein Kelch, ein Brot. Abendmahl. 139 4. Wie jetzt, o Herr, in deinem Namen dein Volk vor dir versammelt war, so bring einst wieder uns zu⸗ sammen, daß wir mit deiner Engelschar, anbetend als dein Eigentum, stets preisen deines Namens Ruhm. G. J. Zollikofer, 4 1788, und J. C. Lavater, 4 1801. Mel. Die Tugend wird durchs Kreuz geübet ꝛc. 210 Vooracht ist nun die heilge Feier; verkündet ward von uns dein Tod. O dein Gedächtniß sei uns teuer und unvergeß⸗ lich dein Gebot! Laß nie des Himmels Vorgefühle in uns erkalten und vergehn; laß würdig einst am Kronenziele, Herr, deine Herrlichkeit uns sehn! J. Ch. Wagner, 1 1825. XIII. Wiedergeburt und Heiligung. Buße. chaffe in mir, 21 1 S Gott, envenes Herze und gieb mir einen neuen, gewissen Geist„: Ver⸗ wirf mich nicht„ von deinem Angesicht ½ und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir. Pf. 51, V. 12, 13. 212 Aus tiefer Not schrei ich zu dir, Herr Gott, erhör mein Rufen! Dein gnädig Ohr neig her zu mir und meiner Bitt es öffne; denn so du willst das sehen an, was Sünd und Unrecht ist ge⸗ 10 than; 14⁰ than; wer kann, Herr, vor dir bleiben? 2. Bei dir gilt nichts denn Gnad und Gunst, die Sünde zu vergeben; es ist doch unser Thun umsunst auch in dem besten Leben; vor dir niemand sich rühmen kann; des muß dich fürchten jedermann und deiner Gnaden leben. 3. Darum auf Gott will hoffen ich, auf mein Verdienst nicht bauen; auf ihn allein verlassen mich und seiner Güte trauen, die mir zusagt sein wertes Wort; das ist mein Trost und treuer Hort; des will ich allzeit harren. 4. Und ob es währt bis in die Nacht und wieder an den Morgen, doch soll mein Herz an Gottes Macht ver⸗ zweifeln nicht noch sorgen. So thu das Volk von rechter Art, das aus dem Geist er⸗ zeuget ward und seines Gottes harre. 5. Ob bei uns ist der Sünden viel, bei Gott ist viel mehr Gnaden; sein Hand zu helfen hat kein Ziel, wie groß auch sei der Schaden. Er ist allein der gute Hirt, der Js⸗ rael erlösen wird aus seinen Sünden allen. Luther, 1546. 213 Alein zu dir, Herr Jesu Christ, mein Hoffnung steht auf Erden! Ich weiß, daß du mein Wiedergeburt und Heiligung. Tröster bist, kein Trost mag mir sonst werden. Von An⸗ beginn ist nichts erkorn, auf Erden ward kein Mensch ge⸗ born, der mir aus Nöten helfen kann: dich ruf ich an, du bist der rechte Helfersmann. 2. Mein Sünd ist schwer und übergroß und reuet mich von Herzen; derselben mach mich frei und los durch dei⸗ nen Tod und Schmerzen, und nimm dich mein beim Vater an, der du für mich genug gethan, so werd ich los der Sünden Last; mein Glaub erfaßt, was du mir, Herr, versprochen hast. 3. Ach, stärk durch dein Barmherzigkeit in mir ein recht Vertrauen, auf daß ich deine Freundlichkeit mög inniglich anschauen, vor allen Dingen lieben dich und meinen Nächsten gleich als mich; send mir dein Hilf am letzten End, damit behend des Todes Gram sich von mir wend. 4. Ehr sei Gott in dem höchsten Thron, dem Vater aller Güte, und Jesu Christo, seinem Sohn, der uns allzeit behüte, und seinem werten heilgen Geist, der uns sein Hilfe allzeit leist, daß wir ihm wohlgefällig sein hier in der Zeit und dort hernach in Ewigkeit. C. Huber, 4 1577, oder Joh. Schneesing, 1567. —ENN wCC9CCRRCPSTCECPDPT..ee„ ꝗ— V4H DD Buße. Mel. Erhalt uns, Herr, bei ꝛc. 21 4 O frommer und getreuer Gott, ich hab gebrochen dein Gebot und sehr gesündigt wider dich! Das ist mir leid und reuet mich. 2. Weil aber du, o gnädger Gott, nicht Lust hast an des Sünders Tod, so ist dein herz⸗ liches Begehr, daß ich mich wieder zu dir kehr. 3. Auf dies Wort, lieber Vater fromm, ich armer Sünder zu dir komm und bitt durch deines Sohnes Tod: erbarm dich mein in meiner Not. 4. Verschon, o Herr, laß deine Huld zudecken alle meine Schuld, so werd ich arm ver⸗ lornes Kind ledig und los all meiner Sünd. 5. Ich will, o Herr, nach deinem Wort mich bessern, leben fromm hinfort, damit ich mag nach dieser Zeit ge⸗ langen zu der Seligkeit. B. Ringwald,(2), 4+ 1598. 21 5 A Gott und Herr, wie groß und schwer sind mein begangne Sünden! Da ist niemand, der helfen kann, in dieser Welt zu finden. 2. Lief ich gleich weit zu dieser Zeit, bis an der Erden Enden, und wollt los sein des Elends mein, würd ich es doch nicht wenden. 14¹ 3. Zu dir flieh ich, ver⸗ stoß mich nicht, wie ichs wohl hab verdienet. Ach, geh doch nicht, Gott, ins Gericht; dein Sohn hat mich versühnet. 4. Solls ja so sein, daß Straf und Pein auf Sünde folgen müssen, so fahr hie fort und schone dort, und laß mich hier wohl büßen. . Gieb, Herr, Geduld, vergiß die Schuld, schaff ein gehorsam Herze, daß ich mein Heil, mein bestes Teil, durch Murren nicht ver⸗ scherze. 6. Handle mit mir, wie's dünket dir, ich will es gerne leiden; nur wollst du mich nicht ewiglich von deiner Gnade scheiden. M. Rutilius, 16 18. Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu dir ꝛc. Vater der Barm⸗ 2 1 6 herzigkeit, ich falle dir zu Fuße; verstoß den nicht, der zu dir schreit und thut noch endlich Bußel Was ich begangen wider dich, verzeih mir alles Gme. durch deine große Güte. 2. Durch deiner Allmacht Wunderthat nimm von mir, was mich quälet; durch deine Weisheit schaffe Rat in allem, wo mirs fehlet; gieb Willen, Mittel, Kraft, und Stärk, daß 10² ich 14² ich mit dir all meine Werk anfange und vollende. 4. O Jesu Christe, der du hast am Kreuze für mich Armen getragen aller Sün⸗ den Last, wollst meiner dich erbarmen! O Gottes und des Menschen Sohn, erbarm dich mein und mein verschon, hör auf mein kläglich Rufen! 4. O heilger Geist, du wahres Licht, Regierer der Gedanken, wenn mich die Sündenlust anficht, laß mich von dir nicht wanken; verleih,‚ daß nun und nimmermehr Begierd nach Reichtum, Lust und Ehr in meinem Herzen herrsche. 5. Und wenn mein Stünd⸗ lein kommen ist, so hilf mir treulich kämpfen, daß ich des Satans Trutz und List durch Christi Sieg mag dämpfen, auf daß mir Krankheit, Angst und Not und dann der letzte Feind, der Tod, nur sei die Thür zum Leben. Dav. Denicke, 4 1680. Mel. Hüter, wird die Nacht der Sünden ꝛc. 217 Ab, was bin ich, mein Erretter und Vertreter bei dem un⸗ sichtbaren Licht? Ich verzag in meinem Mute; denn das Gute, das ich will, das thu ich nicht. Wiedergeburt und Heiligung. 2. Ach, was bin ich, mein Erbarmer? Sieh, ich Armer bin ein schwankes Rohr im Wind; wie ein Weberschifflein schießet, so verfließet meines Lebens Lauf geschwind. 3. Ach, was bin ich, mein Erlöser? Immer böser find ich meiner Seele Stand; drum, mein Helfer, nicht ver⸗ weile, Jesu eile, reiche mir die Gnadenhand. 4. Ach, wann wirst du mich erheben zu dem Leben? Komm, ach komm, und hilf mir doch! Demut kann dich bald bewegen, lauter Segen wirst du lassen fließen noch. 5. Trotzig ist, o Gott, mein Herze, mir zum Schmerze, ja es ist mir leid dazu! Höre mich, hör an das Quälen; Arzt der Seelen, schaffe mei⸗ nem Herzen Ruh! 6. Gieb, daß mir der Tod nicht schade; Herr, gieb Gnade, laß mich sein dein liebes Kind! Ein Demütiger und Kleiner, aber Reiner, end⸗ lich Ruh und Gnade findt, J. Neander, 1 1680. Nun sich der Tag geendet hat ꝛe. Mel. 218 ein Gott, das Herz ich bringe dir als Gabe und Geschenk; du forderst dieses ja von mir, des bin ich eingedenk. Buße. 2. Gieb mir, mein Sohn, dein Herz, sprichst du, das ist mir lieb und wert; du findest anders auch nicht Ruh im Himmel und auf Erd. 3. Nun, du, mein Vater, nimm es an, mein Herz, ver⸗ acht es nicht. Ich gebs, so gut ichs geben kann; kehr zu mir dein Gesicht! 4. Zwar ist es voller Sündenlust und voller Eitel⸗ keit, des Guten aber unbe⸗ wußt und wahrer Frömmig⸗ keit. 5. Doch aber steht es nun in Reu, fühlt seinen Übel⸗ stand und träget jetzt vor allem Scheu, daran es Lust erst fand. 6. Schenk mir, Herr Christ, nach deiner Huld, Gerechtigkeit und Heil; nimm von mir meine Sünden⸗ schuld und meiner Strafe Teil. 7. O heilger Geist, nimm du auch mich in die Gemein⸗ schaft ein; ergieß um Jesu willen dich tief in mein Herz hinein. 8. Dein göttlich Licht ström in mich aus und Glut der reinen Lieb; tilg Finsternis, Haß, Falschheit aus; schenk mir stets deinen rieb. 9. Hilf, daß ich sei von Herzen treu im Glauben dir, mein Gott, daß mich im 143 Guten nicht mach scheu der Welt List, Macht und Spott. 10. Hilf, daß ich sei von Herzen fest in Hoffen und Geduld, daß, wenn auch alles mich verläßt, mich tröste deine Huld. 11. Hilf, daß ich sei von Herzen rein im Lieben, und erweis, daß mein Thun nicht sei Heuchelschein, durch Werke dir zum Preis. 12. Nimm ganz, o Gott, zum Tempel ein mein Herz hier in der Zeit; ja, laß es deine Wohnung sein auch in der Ewigkeit. Casp. Schade, 4 1698. Mel. Wer weiß, wie nahe mir mein Ende ꝛe. 219 ch armer Mensch, N ich armer Sün⸗ der steh hier vor Gottes An⸗ gesicht! Ach Gott, ach Gott, verfahr gelinder und geh nicht mit mir ins Gericht! Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 2. Wie ist mir doch so angst und bange, wie kränkt mich meine große Sünd! Hilf, daß ich wieder Gnad erlange, ich armes und ver⸗ lornes Kind! Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 3. Hör, ach erhör mein seufzend Schreien, und neig zu mir dein Vaterherz; wollst 14⁴⁴ Wiedergeburt und Heiligung. wollst alle Sünden mir ver⸗ zeihen und lindern meines Herzens Schmerz! Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 4. Nicht, wie ich hab ver⸗ schuldet, lohne, und handle nicht nach meiner ünd; o treuer Vuter, schone, schone, erkenn mich wieder als dein Kind! Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 5. Sprich nur ein Wort, so werd ich leben; sprich, daß ich armer Sünder hör: geh hin, die Sünd ist dir vergeben; nur sündige hin⸗ fort nicht mehr! Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich. 6. Ich zweifle nicht, ich bin erhöret, erhöret bin i zweifelsfrei; weil sich der Trost im Herzen mehret, drum will ich enden mein Geschrei. Ich weiß ja, du erbarmest dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! Chr. Titius, 4 1703. Mel. Zeuch meinen Geist ꝛc. 220 He legt mein Sinn sich vor dir nieder, mein Geist sucht seinen Ursprung wieder; Herr, dein erfreuend Ange⸗ sicht auf meine Armut gnä⸗ dig richt. 2. Schau her, ich fühle mein Verderben; laß mich in Christi Tode sterben; o möchte doch in seiner Pein die Eigenheit ertötet sein! 3. Ich fühle wohl, daß ich dich liebe und mich in deinen Wegen übe; jedoch ist von Unlauterkeit die Liebe noch nicht ganz befreit. 4. Ich muß noch mehr auf dieser Erden durch dei⸗ nen Geist geheiligt werden; der Sinn muß tiefer in dich gehn, der Fuß muß unbe⸗ weglich stehn. 5. ch weiß mir zwar nicht selbst zu raten, hier gelten nichts der Menschen Thaten; wer macht sein Herz wohl selber rein? Es muß durch dich gewirket sein. 6. Doch kenn ich wohl dein treues Lieben: du bist noch immer treu geblieben. Ich weiß gewiß, du stehst mir bei und machst mich von mir selber frei. 7. Indessen will ich treu⸗ lich kämpfen und stets die falsche Regung dämpfen, bis du dir deine Zeit ersiehst und aus der Sünde Netz mich ziehst. 8. In Hoffnung kann ich fröhlich sagen: Gott hat der Hölle Macht geschlagen, Gott führt mich aus dem Kampf und Streit in seine Ruh und Sicherheit. 9. Drum will die Sorge meiner Seelen ich dir, mein Vater, ganz befehlen. Ach,‚ drücke u, bis siehst Netz Buße. drücke tief in meinen Sinn, daß ich in dir schon selig bin! Chr. Fr. Richter, 4 1711. Mel. An Wasserflüssen Babylon ꝛc 5 König, dessen 221 O Majestät weit über alles steiget, dem Erd und Meer zu Dienste steht, vor dem die Welt sich neiget, der Himmel ist dein helles Kleid, du bist voll Macht und Herrlichkeit, sehr groß und wunderthätig. Ich Armer, ich vermag nichts mehr, als daß ich ruf zu deiner Ehr: Gott, sei mir Sünder gnädig! 2. Hier steh ich, wie der Zöllner that, beschämet und von ferne, ich suche deine Hilf und Gnad, o Herr, von Herzen gerne. Doch weil ich voller Fehler bin und, wo ich mich nur wende hin, des Ruhmes vor dir ledig, so schlag ich nieder mein Gesicht vor dir, du reines Himmels⸗ licht: Gott, sei mir Sünder gnädig! 3. Die Schulden, der ich mir bewußt, durchängsten mein Gewissen; drum schlag ich reuig an die Brust und will von Herzen büßen. Ich bin, o Vater, ja nicht wert, daß ich noch wandle auf der Erd; doch, weil du winkst, so bet ich mit ganz zer⸗ 14⁵ knirschtem, bangem Geist, der gleichwohl dich noch Bater heißt: Gott, sei mir Sünder gnädig! 4. Mein Vater, schaue Jesum an, den Heiland aller Sünder, der für die Welt genug gethan, durch den wir Gottes Kinder im gläubigen Vertrauen sind: der ists, bei dem ich Ruhe find, sein Herz ist ja gutthätig. Ich fasse ihn und laß ihn nicht, bis dir das Herz mitleidig bricht: Gott, sei mir Sünder gnädigl 5. Regiere doch mein Herz und Sinn in diesem ganzen Leben; du bist mein Gott und was ich bin, bleibt ewig dir ergeben. Ach, heilige mich ganz und gar, laß meinen Glauben immerdar sein durch die Liebe thätig. Und geht es nicht so, wie ich soll, so ruf ich wie mein Herz ist voll: Gott, sei mir Sünder gnädig. 6. Mein Leben und mein Sterben ruht allein auf deiner Gnade; mir geh es böse oder gut, gieb nur, daß es nicht schade. Kommt dann das letzte Stündlein an, so sei mir auf der Todesbahn, mein Jesu, selbst noch gnädig. Und wenn ich nicht mehr spechen kann, so nimm den letzten Seufzer an: Gott sei mir Sünder gnädig! V. Köscher, 4 1749. 146 Wiedergeburt und Heiligung. 222 RA dir allein, an dir hab ich ge⸗ sündigt und übel oft an dir gethan. Du siehst die Schuld, die mir den Fluch verkündigt, sieh, Gott, auch meinen Jam⸗ mer an. 2. Dir ist mein Flehn, mein Seufzen nicht verborgen, und meine Thränen sind vor dir. Ach, Gott, mein Gott, wie lange soll ich sorgen. Wie lang entfernst du dich von mir? 3. Herr, handle nicht mit mir nach meinen Sünden, vergilt mir nicht nach meiner Schuld. Ich suche dich; laß mich dein Antlitz finden, du Gott der Langmut und Ge⸗ duld! 4. Früh wollst du mich mit deiner Gnade füllen, Gott, Vater der Barmherzig⸗ leit! Erfreue mich um deines Sohnes willen; du bist ein Gott, der gern erfreut. 5. Laß deinen Weg mich wieder freudig wallen und lehre du dein heilig Recht mich täglich thun nach deinem Wohlgefallen; du bist mein Gott, ich bin dein Knecht! 6. Herr, eile du, mein Schutz, mir beizustehen, und leite mich auf ebner Bahn! Er hört mein Schrein, der Herr erhört mein Flehen und nimmt sich meiner Seelen an. Chr. F. Gellert. 4 1769. Mel. Wie nach einer Wasser⸗ quelle ꝛc. 223 Gun vor dessen Angesichte nur ein reiner Wandel gilt, ewges Licht, aus dessen Lichte nichts als reinste Klarheit quillt, laß uns doch zu jeder Zeit deinen Strahl der Heiligkeit so durch Herz und Seele dringen, daß auch wir nach Heilgung ringen! 2. Du bist rein im Werk und Wesen, und dein unbe⸗ flecktes Kleid, das von Ewig⸗ keit gewesen, ist die reinste Heiligkeit. Du bist heilig, aber wir, großer Schöpfer, stehn vor dir, wie in einem Kleid voll Flecken, die wir dir umsonst verstecken. 3. Was dein Geist und Herze sinnet, was dein weiser Wille thut, was dein starker Arm beginnet, ist stets heilig, rein und gut. Und so bleibst du ewiglich, während wir auf Erden dich durch das Böse, das wir üben, stets von Jugend auf betrüben. 4. Herr, du willst, daß deine Kinder deinem Bilde ähnlich sein. Es besteht vor dir ein Sünder, denn du bist vollkommen rein; du bist nur der Frommen Freund, Uebel⸗ thätern bist du Feind; wer beharrt in seinen Sünden, kann vor dir nicht Gnade finden. ts Buße. 147⁷ 5. Uns von Sünden zu erlösen, giebst du deinen Sohn dahin; o so reinige vom Bösen durch ihn unsern ganzen Sinn. Gieb uns, wie dein Wort verheißt, gieb uns deinen guten Geist, daß er unsern Geist regiere und zu allem Guten führe. 6. Hilf, o Vater, unsern Seelen, glaubensvoll auf dich zu sehn, deinen ewgen Weg zu wählen und ihn ohne Falsch zu gehn, bis wir mit der selgen Schar der Erlösten immerdar Heilig! Heilig! Heilig! singen und die reinsten Opfer bringen. J. Chr. Zimmermann, 1 1783. Mel. Sieh, hier bin ich, Ehren⸗ könig ꝛc. 22 4 eine Seele, voller ö Fehle, suchet in dem Dunkeln Licht; Jesu, neige dich und zeige mir dein tröstlich Angesicht; auf mein Flehen laß dich sehen, und verbirg dich länger nicht. 2. Ich empfinde, meine Sünde sei an allem Kummer schuld; ich gestehe dirs und flehe um Vergebung und Ge⸗ duld. Du, mein Leben, kannst mir geben neue Hilfe, neue Huld. 3. Ach, von Herzen und, mit Schmerzen such ich dich mein Trost und Heil. Wie so lange ist es bange meiner Seele! Komm in Eil, laß dich nieder, komme wieder, meines Herzens bestes Teil. 4. Richtig wandeln, weise handeln, wollst du künftig mir verleihn; gieb die Triebe reiner Liebe voller in mein Herz hinein. Welch ein Segen ist zugegen, wenn es heißt: du mein, ich dein! 5. Lehre, leite, vollbereite, mich, wie du mich haben willt; gieb mir Klarheit, Geist und Wahrheit, daß ich gleich sei deinem Bild; daß man merke, meine Stärke sei in dir und du mein Schild. 6. Bis im Lichte dein Ge⸗ sichte mir sich droben völlig zeigt, wenn die Deinen nicht mehr weinen und die Klage⸗ stimme schweigt. Drum so zeige mir die Steige, da man auf zum Himmel steigt! Magd. Sib. Rieger, 4 1786. Mel. Wie nach einer Wasser⸗ quelle ꝛc. 225 Hau b.0 ich an die Güte, die du mir bisher erzeigt, o so wird mein ganz Ge⸗ müte zu der tiefsten Scham gebeugt, daß ich dich gering geschätzt, häufig dein Gebot verletzt und dich, der mich so geliebet, mit Vergehungen be⸗ trübet. 2. Alle meine Seelen⸗ kräfte, meine Glieder sind ja dein, 148 dein, und sie sollten zum Ge⸗ schäfte deines Dienstes fertig sein; doch ich hab der Eitel⸗ keit unbedachtsam sie geweiht: ja zum schnöden Dienst der Sünden ließ ich mich oft willig finden. 3. Deine Huld war jeden Morgen über mir, o Vater, neu. Von wie manchen schweren Sorgen machtest du das Herz mir frei!l Was mir nützte, gabst du mir; aber, ach, wie dank ich dir? O wie hab ich so vermessen deines Wohlthuns Zweck vergessen! 4. Bei so hellem Licht der Gnaden sollt ich ja die Sünde fliehn und um Rettung von dem Schaden meiner Seele mich bemühn. Deine Güte lockte mich oft zur Buße, aber ich floh vor ihrem sanften Locken, suchte mich selbst zu verstocken. 5. Ich erkenne meine Sünden, beuge mich, mein Gott, vor dir; laß mich bei dir Gnade finden, neige, Herr dein Ohr zu mir! Ach, ver⸗ gieb, was ich gethan! Nimm mich doch erbarmend an! Führe mich vom Sündenpfade schnell zurück durch deine Gnade! 6. Dir ergeb ich mich aufs neue; gieb, daß mein gebeugter Geist deiner Vater⸗ huld sich freue, die dein tröstend Wort verheißt. Was Wiedergeburt und Heiligung. dein Sohn auch mir erwarb, als er für die Sünder starb, Fried und Freude im Ge⸗ wissen, ach, das laß auch mich genießen! 7. Stärke selbst in meiner Seele den Entschluß, mich dir zu weihn: gieb, daß mirs an Kraft nicht fehle, folgsam deinem Wort zu sein. Stehe mir stets mächtig bei, mache du mich selbst getreu! Dich zu lieben, dir zu leben, sei mein ernstlichstes Bestreben! Nach Fabricius, 1703 von S. Diterich, 4 1797. Mel. Jesu, meines Lebens Leben ꝛc. Och erhebe mein 226* Gemüte sehn⸗ suchtsvoll, mein Gott, zu dir; ich erkenne deine Güte, o wie teuer ist sie mir! Gott der Liebe und des Lebens, keiner harrt auf dich ver⸗ gebens; nur Verächter deiner Huld stürzet ihre eigne Schuld. 2. Lehre mich, Herr, deine Wege, zeige deinen Willen mir; daß ich richtig wandeln möge, führe du mich selbst zu dir. Gott, du siehest mein Vertrauen; sicher kann ich auf dich bauen; deine Vater⸗ treue ist ewig, wie du selber bist. 3. Ach, gedenke, Herr, der Sünden meiner Jugendjahre nicht; laß mich Gnade—— Ir ö Buße. dir finden, geh nicht mit mir ins Gericht. Alle Sünden, die uns reuen, willst du Vater, ja verzeihen. O so höre denn auch mich! Meine Seele hofft auf dich. 4. Gott, du willst des Sünders Leben; dir ist seine Seele wert, Gnädig willst du ihm vergeben, wenn er sich zu dir bekehrt. Mitten auf dem Sündenwege machst du sein Gewissen rege. Wohl dem, der zu seiner Pflicht umkehrt, du verwirfst ihn nicht. 5. Allen, die zu dir sich wenden, über ihre Schuld betrübt, willst du Trost und Rettung senden, wenn ihr Herz sich dir ergiebt. Freude schenket deine Güte dem ge⸗ ängsteten Gemüte, welchem du die Sündenlast liebreich abgenommen hast. 6. Dir will ich mich denn ergeben; Gott, mein Gott, verlaß mich nicht! Laß mich immer heilig leben, Herr, vor deinem Angesicht! Keine schnöde Lust der Sünden soll mich ferner üÜberwinden. Ach, bewahr, ich bitte dich, meinen Geist und stärke mich! K. Lavater, 4 1801. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit ꝛc. 227 Wonn kommt der Herr der Herr⸗ lichkeit mit seines Reiches 149 Freuden? Wann kommt der Richter, Freud und Leid und Bös und Gut zu scheiden? Er ist nicht fern, er ist uns nah; in unserm Herzen ist er da; du kannst ihn nimmer meiden. 2. In unserm Herzen spricht sein Spruch; wer mag vor ihm bestehen? Frei auf⸗ geschlagen ist sein Buch mit jeglichem Vergehen. Sein Blick wie Feuerflamme fährt und teilt. wie ein zweischneidig Schwert, was keine Augen sehen. 3. Was keines Feindes Mund erzählt, erzählt uns das Gewissen; was sich der Heuchler lang verhehlt, wird er sich sagen müssen, wenn Gottes Zeit kommt und ihn schilt, wenn Gottes Zeit kommt und vergilt und läßt den Frevler büßen. 4. Wem kam nicht diese Gotteszeit so oft und oft im Leben? Wer muß nicht die Gerechtigkeit anflehn, ihm zu vergeben? und fühlt in sei⸗ nem Innern noch viel stumme Schuld, ob deren doch er einst wird müssen beben! 5. Du Herzensrichter, auf, erfahr und prüfe, wie wirs meinen! Mach uns die Fehler offenbar; was nützt es, gut zu scheinen? Dem Äusspruch des Gewissens treu und feind sein jeder Heuchelei, 15⁰0 Heuchelei, dies stellt uns zu den Deinen. 6. Denn wen sein eignes Herz beschämt mit innerstem Beschämen, die Schuld, die uns im Innern grämt, wer könnt uns die entnehmen? Herr, gieb, daß wir der Sünde Schritt und deiner Strafe leisen Tritt, eh sie uns naht, vernehmen! 7. Und wenn die letzte Stunde schlägt, der niemand kann entgehen, so gieb, Herr daß wir unbewegt auf unser Innres sehen, daß unser eben uns dann klar und rein erschein, und offenbar auch das geringst Vergehen. 8. Dann sprich in uns, o Richter:„Komm! Dein Lohn ist dir beschieden. Was du gethan hast, gut und fromm, dem Dürftigen hienieden, das hast du deinem Herrn gethan, dem Menschensohne; komm hinan! Genieße Him⸗ melsfrieden!“ J. G. von Herder, 4 1803. Mel. Adnig bin ich, Ehren⸗ önig ꝛc. 228 ott der Gnaden! Schwer beladen neigt sich unser Haupt vor dir; unsre Herzen sind voll Schmerzen, Staub und Asch ist unsfre Zier. Hab Er⸗ barmen mit uns Armen! Aus der Tiefe rufen wir. Wiedergeburt und Heiligung. 2. Wir verzagen, denn wir tragen auf uns aller Sünden Last, aller Qualen volle Schalen, die du aus⸗ gegossen hast. Hab Erbarmen mit uns Armen, Angst und Not hat uns erfaßt. 3. Wir bekennen, Herr wir nennen laut vor dir die Missethat; es ist keiner hier ein Reiner, jeder erntet böse Saat. Hab Erbarmen mit uns Armen! Sieh auf ihn, der für uns bat. 4. Herr, verzeihe; Jesu, leihe uns dein priesterlich Gebet! Gott, verschone, wenn vom Sohne das Erbarmen zu dir fleht! Hab Erbarmen mit uns Armen, wenn der Mittler vor dir steht! 5. Jesu, rette! Brich die Kette unsrer Finsternis ent⸗ zwei, daß der Glaube tief im Staube unser Trost und Zuflucht sei. Hab Erbarmen mit uns Armen, Jesu, mach uns wieder freil 6. Sei uns gnädig, mach uns ledig, führ uns aus dem finstern Thal! Du kannst lindern und vermindern alle Not und Herzensqual. Hab Erbarmen mit uns Armen; Jesu, hilf noch diesesmal. 7. Du mußt siegen, wir erliegen, du bist frei wir sind in Haft; du alleine bist der Reine, wir sind schwach, dein ist die Kraft. Hab Er⸗ barmen SS * Buße. barmen mit uns Armen; denk an deine Pilgrimschaft! 8. Wenn du Frieden uns beschieden, fürchten wir die Strafe nicht; dein Versöhnen wird uns krönen mit Ge⸗ rechtigkeit und Licht; dein Erbarmen hilft uns Armen; du bist unsre Zuversicht. H. Puchta, 1858. 229 Kebre wieder, kehre wieder, der du dich verloren hast! Sinke reuig bittend nieder vor dem Herrn mit deiner Last! Wie du bist, so darfst du kommen und wirst gnädig aufge⸗ nommen. Sieh, der Herr kommt dir entgegen, und sein heilig Wort verspricht dir Bergebung, Heil und Segen; kehre wieder, zaudre nicht! 2. Kehre aus der Welt Zerstreuung in die Einsam⸗ keit zurück, wo in geistiger Erneuung deiner harrt ein neues Glück, wo sich bald die Stürme legen, die das Herz so wild bewegen; wo des heilgen Geistes Mahnen du mit stillem Beben hörst und von neuem zu den Fahnen Jesu Christi heilig schwörst. 3. Kehre wieder, irre Seele! Deines Gottes treues Herz beut Vergebung deinem Fehle, Balsam für den Sün⸗ denschmerz; sieh auf den, der voll Erbarmen dir mit aus⸗ 151 gestreckten Armen winket von des Kreuzes Stamme: kehre wieder, fürchte nicht, daß der Gnädge dich verdamme, dem sein Herz vor Liebe bricht. 4. Kehre wieder, neues Leben trink in seiner Liebes⸗ huld; bei dem Herrn ist viel Vergeben, große Langmut und Geduld. Faß ein Herz zu seinem Herzen; er hat Trost für alle Schmerzen; er kann alle Wunden heilen, macht von allen Flecken rein; darum kehre ohne Weilen zu ihm um und bei ihm ein. 5. Kehre wieder, endlich kehre in der Liebe Heimat ein, in die Fülle aus der Leere, in das Wesen aus dem Schein; aus der Lüge in die Wahrheit, aus dem Dunkel in die Klarheit, aus dem Tode in das Leben, aus der Welt ins Himmelreich! Doch was Gott dir heut will geben, nimm auch heute: kehre gleich! Ph. Spitta 4. 1859. Am Bußtage. Mel. Herzlich lieb hab ich dich, o Herr ꝛc 2 30 Gett⸗ der du unsre Zuflucht bist, Herr, unser Mittler, Jesu Christ, Geist Gottes, Geist der Gnaden! Unendlicher, verwirf uns nicht! Wir kommen 152 Wiedergeburt und Heiligung. kommen vor dein Angesicht, mit Missethat beladen. Nimm von uns unsre Sün⸗ denschuld, du Gott der Lang⸗ mut und Geduld! Erhöre gnädig unser Flehn, daß wir dein Heil, Erbarmer, sehn. Herr, unser Gott, verbirg uns nicht dein Angesicht, und geh mit uns nicht ins Gericht! 2. Ward Recht und Pflicht von uns entweiht, gebrochen unsres Bundes Eid, dein Weg von uns verlassen: o sieh, wir kehren voller Reu zurück zu dir; laß, Herr, aufs neu uns deine Gnade fassen! Sie leit uns auf den ebnen Pfad, den uns dein Wort bezeichnet hat, daß Irrtum und Versuchung nie uns auf die Bahn des Lasters zieh. Herr, unser Gott, groß von Geduld, vor neuer Schuld behüt uns deine Vaterhuld! 3. Dein Segen komm auf unser Land; laß es, beschirmt von deiner Hand, des Frie⸗ dens Ruh genießen! end ab von uns der Flammen Wut und die Verwüstung wilder Flut, des Krieges Blutvergießen; sei unser Retter, wenn uns Not des Mangels und der Seuchen droht. Du, Vater, wollest mit uns sein, daß wir uns deines Schutzes freun. Herr, unser Gott, verleih uns Mut! In deiner Hut sind wir, und was du thust, ist gut. 4. Gieb Frieden, wo sonst Zwietracht war; vereine, was getrennet war; schenk uns der Eintracht Segen! Uns leite, Gott, dein guter Geist, und was dein teures Wort verheißt, sei Licht auf unsern Wegen! Laß, Herr, in Lehr und Wandel rein die Diener deines Wortes sein, und bringe zu der Wahrheit Glück zu dir die Irrenden zurückl Herr, unser Gott, breit aus dein Wort an jedem Ort, gieb Geist und Kraft zu deinem Wort! 5. Auch die Regenten lenke du, daß weise sie in sichrer Ruh der Völker Wohl⸗ stand heben. Dem Fürsten, der uns schützt und liebt, gieb, der in ihm so viel uns giebt, ein frohes, langes Leben. Noch lange sei sein Vaterblick uns, seinen Kin⸗ dern, Schutz und Glück! O schütt auf ihn und auf sein Haus und seine Räte Seg⸗ nung aus! Herr, unser Gott, in deiner Hand ist unser Land, beglück es, segne jeden Stand! 6. Vernimm der Leiden⸗ den Gebet! Wer in der Not um Rettung fleht, dem hilf aus seinen Nöten; gieb Kranken Linderung und Ruh; die Sterbenden erlöse du, SDSSS— 15J..—. Glaube und Rechtfertigung. du, erhör ihr letztes Beten! Sei aller Unterdrückten Heil, der Witwen und der Waisen Teil, vereitle der Verfolger Rat und lehre sie den rechten Pfad. Herr, unser Gott, durch alles Leid der Pilger⸗ zeit führ uns zu deiner Herrlichkeit. 7. Du thust weit mehr, als wir verstehn, kannst mehr gewähren, als wir flehn; laß uns Erhörung finden! O neig auf unser 9225 dein Ohr, heb unser erz zu dir empor und mach uns rein von Sünden! Laß uns dir nun geheiligt sein, im Leben und im Tode dein! Wir sind durch Christi Blut erlöst; o du, der Sün⸗ der nicht verstößt, Herr, unser Gott, erbarme dich, erbarme dich, vergieb uns, leit uns väterlich! J. J. Eschenburg, 4 1820. Glaube und Recht⸗ fertigung. 231 Non freut auch, lieben Christen gmein, und laßt uns fröh⸗ lich springen, daß wir ge⸗ trost und all in ein mit Lust und Liebe singen, was Gott an uns gewendet hat und seine süße Wunderthat; gar teur hat ers erworben. 2* 153 2. Dem Teufel ich ge⸗ fangen lag, im Tod war ich verloren; mein Sünd mich quälte Nacht und Tag, darin ich war geboren; ich fiel auch immer tiefer drein, es war kein Guts am Leben mein, die Sünd hat mich besessen. 3. Mein gute Werk, die galten nicht, es war mit ihn verdorben; der frei Will haßte Gotts Gericht, zum Guten gar erstorben; die Angst mich zu verzweifeln trieb, daß nichts denn Ster⸗ ben bei mir blieb, zur Höllen mußt ich sinken. 4. Da jammert Gott in Ewigkeit mein Elend über⸗ maßen; er dacht an sein Barmherzigkeit, er wollt mir helfen lassen; er wandt zu mir das Vaterherz, es war bei ihm fürwahr kein Scherz, ließ es sein Bestes kosten. 5. Er sprach zu seinem lieben Sohn: es ist Zeit, zu erbarmen; fahr hin, meins Herzens werte Kron, und sei das Heil dem Armen, und hilf ihm aus der Sün⸗ den Not, erwürg für ihn den bittern Tod und laß ihn mit dir leben. 6. Der Sohn Gott gern gehorsam ward, er kam zu mir auf Erden, von einer Jungfrau rein und zart; er sollt mein Bruder werden. In meiner armen Knechts gestalt 15⁴4 Wiedergeburt und Heiligung. gestalt ging er einher, um die Gewalt des Teufels zu zerstören. 7. Er sprach zu mir: Halt dich an mich, es soll dir jetzt gelingen; ich geb mich selber ganz für dich, da will ich für dich ringen; denn ich bin dein und du bist mein, und wo ich bleib, da sollst du sein; uns soll der Feind nicht scheiden. 8. Vergießen wird er mir mein Blut, dazu mein Leben rauben; das leid ich alles dir zu gut, das halt mit festem Glauben. Den Tod verschlingt das Leben mein, mein Unschuld trägt die Sünde dein, da bist du selig worden. 9. Gen Himmel zu dem Vater mein fahr ich von diesem Leben; da will ich sein der Meister dein, den Geist will ich dir geben, der dich in Trübnis trösten soll und lehren mich erkennen wohl und in der Wahrheit leiten. 10. Was ich gethan hab und gelehrt, das sollst du thun und lehren, daß Gottes Reich hier werd gemehrt zu seinem Lob und Ehren; und hüt dich vor der Menschen Satz, davon verdirbt der edle Schatz; das laß ich dir zur Letze.“ Luther, 4 1546. zum Abschied. Mel. Vater unser im Himmel⸗ reich ꝛc. 2 32 So wahr ich lebe, spricht dein Gott, mir ist nicht lieb des Sünders Tod, vielmehr ist dies mein Wunsch und Will, daß er von Sünden halte still, von seiner Bosheit kehre sich und lebe mit mir ewig⸗ ich. 2. Dies Wort bedenk, o Menschenkind, verzweifle nicht in deiner Sünd! Hier findest du Trost, Heil und Gnad, die Gott dir zugesaget hat und zwar durch einen teuren Eid. O selig, dem die Sünd ist leid! 3. Doch hüte dich vor Sicherheit; denk nicht: es ist noch gute Zeit, ich will erst fröhlich sein auf Erd, und wenn ich lebensmüde werd, alsdann will ich bekehren mich, Gott wird wohl noch erbarmen sich. 4. Wahr ist es, Gott ist stets bereit dem Sünder mit Barmherigkeit; doch wer auf Gnade sündigt hin, fährt fort in seinem bösen Sinn und seiner Seele selbst nicht. schont, dem wird mit Un⸗ gnad einst gelohnt. 5. Gnad hat dir zugesaget Gott durch Jesu Christi Blut und Tod; doch sagen hat er nicht gewollt, ob du bis morgen leben sollt. Daß du mußt Glaube und Rechtfertigung. mußt sterben, ist dir kund: verborgen ist des Todes Stund. 6. Heut lebst du, heut bekehre dich! hamorgen kommt, kanns ändern sich. Wer heut ist frisch, gesuünd und rot, ist morgen krank, ja gar wohl tot. So du nun stirbest ohne Buß, dein Leib und Seel verderben muß. 7. Hilf, o Herr Jesu, hilf du mir, daß ich noch heut mich wend zu dir und Buße thu den Augenblick, eh mich der schnelle Tod entrück, auf daß ich heut und jeder Zeit zu meiner Heimfahrt sei be⸗ 135 J. Heermann, 4 1647. Mel. Wie nach einer Wasserquelle ꝛc. 2 33 Enge Liebe, mein Gemüte waget einen kühnen Blick in den Abgrund deiner Güte! Send ihm einen Blick zurück, einen Blick voll Heiterkeit, der die Finsternis zerstreut, die mein blödes Auge drücket, wenn es nach dem Lichte blicket. 2. Ich verehre dich, o Liebe, daß du dich erbarmet hast und aus einem freien Triebe den erwünschten Schluß ge⸗ faßt, der im Fluch versenk⸗ ten Welt durch ein teures Lösegeld, durch des eignen Sohnes Sterben Gnad und Freiheit zu erwerben. 15⁵ 3. O ein Ratschluß voll Erbarmen, voller Huld und Freundlichkeit, der so einer Welt voll Armen, Gnade, Trost und Hilfe beut! Liebe, die den Sohn nicht schont, der in ihrem Schoße wohnt, um die Sünder zu erretten aus den schweren Sünden⸗ ketten. 4. Doch du hast, o weise Liebe, eine Ordnung auch be⸗ stimmt daß sich der darin⸗ nen übe, der am Segen Anteil nimmt; wer nur an den Mittler gläubt und ihm treu ergeben bleibt, der soll nicht verloren gehen, sondern Heil und Leben sehen. 5. Liebe, dir sei Lob ge⸗ sungen für den gnadenvollen Schluß, den die Schar ver⸗ klärter Zungen rühmen und bewundern muß, den der Glaub in Demut ehrt, die Vernunft erstaunet hört und umsonst sich unterwindet, wie sie dessen Tief ergründet. 6. Liebe, laß mich dahin streben, meines Heils gewiß zu sein! richte selbst mein ganzes Leben so nach deinem Willen ein, daß des Glau⸗ bens Frucht und Kraft, den dein Geist in mir geschafft, mir zum Zeugnis dienen möge, ich sei auf dem Him⸗ melswege. 7. Laß mich meinen Na⸗ men schauen in dem Buch des Lebens stehn; dann so 11 werd 156 werd ich ohne Grauen selbst dem Tod entgegen gehn. Keine Kreatur wird mich, deinen Liebling, ewiglich dei⸗ ner Hand entreißen können, noch von deiner Liebe tren⸗ nen. J. J. Rambach, i 1735. 23 4 Men Heiland nimmt die Sünder an; die unter ihrer Last der Sünden kein Mensch, kein Engel trösten kann, die nirgend Ruh und Rettung finden, für deren Angst und Seelenpein die weite Welt ist selbst zu klein, weil über sie der Stab gebrochen, der Himmel ihnen abgesprochen, die sehn die Freistatt aufge⸗ than: mein Heiland nimmt die Sünder an.) 2. Sein mehr als mütter⸗ liches Herz trieb ihn von seinem Thron auf Erden; ihn drang der Sünder Not und Schmerz, an ihrer statt ein Fluch zu werden; er senkte sich in ihre Not und litt für sie den bittern Tod; nun, da er denn sein eigen Leben für sie als Lösegeld gegeben und seinem Vater gnug gethan, so heißts: er nimmt die Sünder an. 3. O solltest du sein Herze sehn, wie sichs nach armen Sündern sehnet, sowohl wenn sie noch irre gehn, als wenn ihr Auge vor ihm thränet! Wiedergeburt und Heiligung. Wie streckt es sich nach Zöll⸗ nern aus, wie eilt er in Zachäi Haus, wie sanft stillt er dort Magdalenen den Strom der heißen Reue⸗ thränen und denkt nicht, wie sie sonst gethan. Mein Heiland nimmt die Sünder an. 2 4. Wie freundlich blickt er Petrum an, so tief der Jünger auch gefallen. Nun, dies hat er nicht nur ge⸗ than, da er auf Erden mußte wallen; nein, er ist immer⸗ dar sich gleich, an Liebe, Treu und Gnade reich, und wie er unter Schmach und Lei⸗ den, so ist er auf dem Thron der Freuden den Sündern liebreich zugethan. Mein Heiland nimmt die Sünder an. 5. So komme denn, wer Sünder heißt, wen seine Sündenschuld betrübet, zu dem, der keinen von sich weist und der zerschlagne Herzen liebet. Wie, willst du dir im Lichte stehn und ohne Not verloren gehn? Willst du der Sünde länger die⸗ nen, da, dich zu retten, er erschienen? O nein! verlaß die Sündenbahn! Mein Hei⸗ land nimmt die Sünder an. 23 6. Komm nur mühselig und gebückt, komm nur, so gut du weißt zu kommen; wenn x x Glaube und Rechtfertigung. 157⁷ wenn gleich die Last dich niederdrückt, du wirst auch so noch angenommen. Sieh, wie sein Herz dir offen steht, und wie er dir entgegen geht! Wie lang hat er mit vielem Flehen sich brünstig nach dir umgesehen! So komm denn, armer Mensch, heran! Mein Heiland nimmt die Sünder an. 7. Sprich nicht: ich sün⸗ digte zu schwer, ich bin zu sehr mit Schuld beladen, für mich ist keine Rettung mehr, mich nimmt der Herr nicht an zu Gnaden. Wo⸗ fern dus jetzt nur redlich meinst und deinen Fall mit Ernst beweinst, so soll ihm nichts die Hände binden, und du sollst seine Gnade finden. Er hilft, wenn sonst nichts helfen kann. Mein Heiland nimmt die Sünder an. 8. Doch sprich auch nicht: es ist noch Zeit, ich muß erst noch der Welt genießen; Gott wird ja eben nicht gleich heut die offne Gnaden⸗ pforte schließen. Nein, weil er ruft, so höre du und tritt zum Gnadenstuhl hinzu; wer seiner Seele Heil ver⸗ träumet, der hat die Gna⸗ denzeit versäumet, ihm wird hernach nicht aufgethan; heut komm, heut nimmt dich Jesus an. 9. Ja zeuch uns selber recht zu dir, holdselger Heiland aller Sünder, erfüll mit sehnender Gebühr auch uns und alle Adams⸗Kin⸗ der. Zeig uns bei unserm Seelenschmerz dein aufge⸗ schlossnes Liebesherz, und wenn wir unser Elend sehen, so laß uns ja nicht stille stehen, bis daß ein jeder sagen kann: Gottlob, auch mich nimmt Jesus an. L. F. F. Lehr, 4 1744. Mel. Jesus, meine Zuversicht ꝛc. 235 Qesus nimmt die Sünder an! Saget doch dies Trostwort allen, welche von der rechten Bahn auf verkehrten Weg verfallen. Hier ist, was sie retten kann: Jesus nimmt die Sünder an. 2. Keiner Gnade sind wir wert, doch hat er in seinem Worte eidlich sich dazu er⸗ klärt; sehet nur, die Gnaden⸗ pforte ist hier völlig aufge⸗ than: Jesus nimmt die Sün⸗ der an. 3. Wenn ein Schaf ver⸗ loren ist, suchet es ein treuer Hirte; Jesus, der uns nie vergißt, suchet treulich das Verirrte, daß es nicht ver⸗ derben kann: Jesus nimmt die Sün der an. 4. Kommet alle, kommet her, kommet, ihr betrübten Sünder, Jesus rufet euch, und er macht aus Sündern 11* Gottes 158 Wiedergeburt und Heiligung. Gottes Kinder; glaubt es doch und denkt daran: Jesus nimmt die Sünder an. 5. Ich Betrübter komme hier und bekenne meine Sün⸗ den; laß, mein Heiland, mich bei dir Gnade und Ver⸗ gebung finden, daß dies Wort mich trösten kann: Jesus nimmt die Sünder an. 6. Nun so faß ich frohen Mut, auf dich werf ich meine Sünden; dein am Kreuz vergossnes Blut lässet mich Vergebung finden, daß ich gläubig sprechen kann: Jesus nimmt die Sünder an. 7. Jesus nimmt die Sün⸗ der an! Er hat mich auch angenommen und den Him⸗ mel aufgethan, daß ich selig zu ihm kommen und auf den Trost sterben kann: Je⸗ sus nimmt die Sünder an. E. Neumeister, 4 1756. Mel. O daß ich tausend Zungen ꝛc. 2 36 Och habe nun den Grund gefun⸗ den, der meinen Anker ewig hält; wo anders als in Jesu Wunden? Da lag er vor der Zeit der Welt, der Grund, der unbeweglich steht, wenn Erd und Himmel unter⸗ geht. 2. Es ist das ewige Er⸗ barmen, das alles Denken übersteigt, des, der mit off⸗ nen Liebesarmen sich zu uns armen Sündern neigt, dem allemal das Herze bricht, wir kommen oder kommen nicht. 3. Wir sollen nicht ver⸗ loren werden, Gott will, uns soll geholfen sein; des⸗ wegen kam sein Sohn auf Erden und nahm hernach den Himmel ein; deswegen klopft er für und für so stark an unsers Herzens Thür. 4. O Abgrund, welcher alle Sünden durch Christi Tod verschlungen hat! Das heißt die Wunden recht ver⸗ binden; hier findet kein Ver⸗ dammen statt, weil Christi Blut beständig schreit: Barm⸗ herzigkeit, Barmherzigkeit! 5. Darein will ich mich gläubig senken, dem will ich mich getrost vertraun, und wenn mich meine Sünden kränken, nur bald nach Got⸗ tes Herzen schaun; da findet sich zu aller Zeit unendliche Barmherzigkeit. 6. Wird alles andre mir entrissen, was Seel und Leib erquicken kann; darf ich von keinem Troste wissen und scheine völlig ausgethan; ist die Errettung noch so weit: mir bleibet doch Barmher⸗ zigkeit. 7. Muß ich an meinen besten Werken, darinnen ich gewandelt qISISIIEeee= — x gewandelt bin, viel Unvoll⸗ kommenheit bemerken, so fällt wohl alles Rühmen hin; doch ist auch hier der Trost bereit ich hoffe auf Barm⸗ herzigkeit 8. Es gehe mir nach dessen Willen, bel dem so viel Er⸗ barmen ist; er wolle selbst mein Herze stillen, damit es dies nur nicht vergißt; so stehet es in Lieb und Leid in, durch und auf Barm⸗ herzigkeit. 9. Bei diesem Grunde will ich bleiben, so lange mich die Erde trägt; das will ich denken, thun und treiben, so lange noch mein Herze schlägt; so sing ich einst in Ewigkeit: o Abgrund der Barmherzigkeit! J. A. Rothe, 1 1758. Mel. O daß ich tausend Zungen ze. 27 us Gnaden soll 237 A ich selig wer⸗ den! Herz, glaubst dus oder glaubst dus nicht? Was willst du dich so blöd ge⸗ berden? Ists Wahrheit, was die Schrift verspricht, so muß auch dieses Wahrheit sein: aus Gnaden ist der Himmel dein! 2. Aus Gnaden! Hier gilt kein Verdienen, die eignen Werke fallen hin. Der Mitt⸗ ler, der im Fleisch erschienen, hat diese Ehre zum Gewinn, Glaube und Rechtfertigung. 159 daß uns sein Tod das Heil gebracht und uns aus Gna⸗ den selig macht. 3. Aus Gnaden! Merk dies Wort„aus Gnaden“, so oft dich deine Sünde plagt, so schwer du immer bist beladen, so oft dich dein Gewissen nagt: was die Ver⸗ nunft nicht fassen kann, das beut dir Gott aus Gnaden an. 4. Aus Gnaden kam sein Sohn auf Erden und über⸗ nahm die Sündenlast; was nötigt ihn, dein Freund zu werden? Sprich, wo du was zu rühmen hast! Wars nicht, daß er dein Bestes wollt und dir aus Gnaden helfen solltꝰ 5. Aus Gnaden! Dieser Grund wird bleiben, so lange Gott wahrhaftig heißt; was alle Knechte Jesu schreiben, was Gott in seinem Worte preist, worauf all unser Glaube ruht, ist Gnade durch des Sohnes Blut. 6. Aus Gnaden! Doch, du sichrer Sünder, denk nicht: „wohlan, ich greif auch zu.“ Wahr ists, Gott rufet Adams Kinder aus Gnaden zur ver⸗ heißnen Ruh; doch nimm' er nicht zu Gnaden an, der noch auf Gnade sündgen kann. 7. Aus Gnaden! Wer dies Wort gehöret, tret ab von aller Heuchelei; nur wenn 160 Wiedergeburt und Heiligung. wenn der Sünder sich be— kehret, dann lernt er erst, was Gnade sei; beim Sünd⸗ gen scheint die Gnad gering, dem Glauben ists ein Wun⸗ derding! 8. Aus Gnaden bleibt dem blöden Herzen das Herz des Vaters aufgethan, wenns unter Angst und hei⸗ ßen Schmerzen nichts sieht und nichts mehr hoffen kann. Wo nähm ich oftmals Stär⸗ kung her, wenn Gnade nicht mein Anker wär? 8. Aus Gnaden! Hierauf will ich sterben; ich glaube, darum ist mir wohl; ich kenn mein sündliches Ver⸗ derben, doch den auch, der mich heilen soll. Mein Geist ist froh, die Seele lacht, weil mich die Gnade selig macht. Chr. L. Scheidt, 4 176J. Mel O daß ich tausend Zungen ꝛc⸗ 55 ir ist Erbar⸗ 238 M mung wider⸗ fahren, Erbarmung, deren ich nicht wert; das zähl ich zu dem Wunderbaren, mein stolzes Herz hats nie begehrt. Nun weiß ich das und bin erfreut und rühme die Barm⸗ herzigkeit. 2. Ich hatte nichts als Zorn verdienet und soll bei Gott in Gnaden sein; er hat mich mit sich selbst ver⸗ sühnet, macht durch das Blut des Sohns mich rein. Warum? ich war ja Gottes Feind! Erbarmung hats so treu gemeint! 3. Das muß ich dir, mein Gott, bekennen, das rühm ich, wenn ein Mensch mich fragt; ich kann es nur Er⸗ barmung nennen, so ist mein ganzes Herz gesagt. Ich beuge mich und bin erfreut beit rühme die Barmherzig⸗ eit. 4. Dies laß ich kein Ge⸗ schöpf mir rauben, dies soll mein einzig Rühmen sein; auf dies Erbarmen will ich glauben, auf dieses bet ich auch allein, auf dieses duld ich in der Not, auf dieses hoff ich noch im Tod. 5. Gott, der du reich bist an Erbarmen, nimm dein Erbarmen nicht von mir und führe durch den Tod mich Armen, durch meines Heilands Tod zu dir; da bin ich ewig hoch erfreut und rühme die Barmherzig⸗ keit. Pb. F. Hiller, 4 1769. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛc. 239 Ir weiß von keinem andern Grunde, als den der Glaub in Christo hat; ich weiß von keinem andern Bunde, von keinem andern Weg und Rat, als daß man elend, arm und bloß sich legt in seines Vaters Schoß. Glaube und Rechtfertigung. 2. Ich bin zu meinem Heiland kommen und eil ihm immer besser zu; ich bin auch von ihm aufgenommen und finde bei ihm wahre Ruh; er ist mein Kleinod und mein Teil, und außer ihm weiß ich kein Heil. 3. Ich bleib in Christo nun erfunden und bin in ihm gerecht und rein; bleib ich mit ihm nur stets ver⸗ bunden, so kann ich immer sicher sein; Gott sieht auch mich in Christo an,— wer ist, der mich verdammen kann? 4. Ich fühle noch in mir die Sünde; doch schaden kann sie mir nicht mehr, weil ich in Christo mich befinde; wohl aber beuget sie mich sehr. Ich halte nichts gering und klein, sonst dringt ein sichres Wesen ein. 5. Ich kämpfe gegen mein Verderben im Glauben und in Christi Kraft; der alte Mensch muß täglich sterben, der noch nicht tot am Kreuze haft; dies aber macht mich rein und klein und lehrt zu Jesu ernstlich schrein. 6. Und da ich so in Christo bleibe, stets vor ihm wandelnd auf ihn seh, das Wort des Friedens fröhlich treibe und unablässig zu ihm fleh, so bleib ich stets im Grunde stehn, da kann mein Wachs⸗ thum vor sich gehn. 161 7. Ich bleib im tiefsten Demutsgrunde und will von Christo nimmer gehn; ich bleib im allgemeinen Bunde, in allgemeiner Liebe stehn und hang an Christo ganz allein; dies soll mein Grund auf ewig sein! 8. O Jesu, laß mich in dir bleiben, o Jesu, bleibe du in mir; laß deinen guten Geist mich treiben, daß ich im Glauben folge dir; laß stets mich fromm und wach⸗ sam sein, so reißet nichts den Grund mir ein. K. H. v. Bogatzky, 4 1774. Mel. Herzlich lieb hab ich dich, o Herr ꝛc. Och komme, Frie⸗ 2⁴40 N densfürst, zu dir; erbarmend rufest du auch mir, den Frieden zu empfangen. Der Sünden Last ist mir zu schwer: o laß mich nicht vom Troste leer, laß mich zur Ruh ge⸗ langen. Sieh an mein tief⸗ gebeugtes Herzl Sieh meiner Seele Angst und Schmerz! Wer tröstet mich, als du allein? wer machet mich von Sünden rein? Herr Jesu Christ, mein Trost, mein Licht, mein Trost, mein Licht, verwirf mein sehnlich Flehen nicht. 2. Du, du bist meine Zuversicht! Durch dich ent⸗ flieh ich dem Gericht, dem schweren 162 Wiedergeburt und Heiligung. schweren Lohn der Sünden. Durch dich kann ich dem Fluch entgehn und mich mit Gott vereinigt sehn, durch dich das Leben finden. Dein Tod ist der Verlornen Heil; sein Segen werd auch mir zu Teil; er sei auch mir Be⸗ ruhigung und meines Lebens Heiligung. Herr Jesu Christ. ich hoff auf dich, ich hoff auf dich, in dieser Hoffnung stärke mich! 3. Mein ganzes Leben preise dich! Erlöst, mein Mittler, hast du mich, dein Eigentum zu werden. Bin ich nur dein, so fehlt mir nichts, nichts einst am Tage des Gerichts, nichts hier auf dieser Erden. Auf dieser Bahn zum Vaterland ent⸗ zeuch mir niemals deine Hand; zu deinem Dienste stärke mich, und laß mich siegen einst durch dich. Herr Jesu Christ, erhöre mich; einst preis ich dich für deine Gnade ewiglich. Chr. Sturm, 1 1786. Mel. Jesu. meines Lebens Leben ꝛc. 2 41 Du sollst glauben, o du Armer, und du zweifelst, zweifle nicht; du sollst beten zum Erbarmer, und du kannst, du kannst es nicht. Du sollst unbedingt vertrauen, dort wirst du den Ausgang schauen. Jesu Ausgang ward erst klar, als er auferstanden war. 2. Glaube giebt der An⸗ dacht Flügel, Glaube hebt zu Gott empor, Glaube bricht des Grabes Siegel, selbst der Ewigkeiten Thor; Glaube geht durch Flamm und Flu⸗ ten, ließ die Zeugen Jesu bluten und sie überwinden weit, sicher ihre Seligkeit. 3. Glaube hilft in allem siegen, macht die schwerste Tuͤgend leicht; alles muß zu Füßen liegen, selbst ge⸗ wohnte Sünde weicht. Ob du auch im Kampf erlagest, schon an Glaubenskraft verzagest: kämpfe stärker, kämpfe mehr, deine Hilfe ist der Herr. 4. Hast du nicht des Wunderbaren Wunderaus⸗ gang oft gesehn? siehst du nicht den Unsichtbaren groß durch Thaten bei dir stehn? mußt du denn ihn immer sehen? bald des Ewgen Rat verstehen? bald dich seiner Hilfe freun? würde dies dein Bestes sein. 5. Glaube dann noch, wenn zu glauben fast kein Hoffnungsstrahl mehr bleibt; laß dir nichts sein Macht⸗ wort rauben:„Selig, selig ist, wer glaubt!“ Ach, die ersten dort am Throne glaubten ohne Schaun die Krone, jRIIIIIIIR Krone, rangen, starben, wank⸗ ten nie, und— empfingen! — Sei, wie sie! G. Reiber, 4 1809. Mel. Valet will ich dir geben ꝛc. 242 Och weiß, an wen N ich glaube, ich weiß, was fest besteht, wenn alles hier im Staube wie Staub und Rauch verweht; ich weiß, was ewig bleibet, wo alles wankt und fällt, wo Wahn die Weisen treibet und Trug die Klugen hält. 2. Ich weiß, was ewig dauert, ich weiß, was nie verläßt; auf ewgen Grund gemauert steht diese Schutz⸗ wehr fest. Es sind des Heilands Worte, die Worte fest und klar; an diesem Felsenhorte halt ich unwan⸗ delbar. 3. Auch kenn ich wohl den Meister, der mir die Feste baut: es ist der Herr der Geister, auf den der Himmel schaut, vor dem die Seraphinen anbetend nieder⸗ knien, um den die Heilgen dienen! Ich weiß und kenne ihn. 4. Das ist das Licht der Höhe, das ist mein Jesus Christ, der Fels, auf dem ich stehe, der diamanten ist, der nimmermehr kann wan⸗ ken, mein Heiland und mein Hort,— die Leuchte der Glaube und Rechtfertigung. 163 Gedanken, die leuchtet hier und dort. 5. Er, den man blutbe⸗ decket am Abend einst be⸗ grub; er, der, von Gott er⸗ wecket, sich aus dem Grab erhub; der meine Schuld ver⸗ söhnet, der seinen Geist mir schenkt, der mich mit Gnade krönet und ewig mein ge⸗ denkt. 6. Drum weiß ich, was ich glaube, ich weiß, was fest besteht und in dem Erden⸗ staube nicht mit als Staub verweht. Es bleibet mir im Grauen des Todes unge⸗ raubt; es schmückt auf Him⸗ melsauen mit Kronen einst mein Haupt. E. M. Arndt, 1 1869. Heiligung. Nachfolge Christi. Mel. Wie nach einer Wasserquelle ꝛc. 2 43 Sei getreu bis an das Ende, daß nicht Marter, Angst und Not dich von deinem Jesu wende; sei ihm treu bis in den Tod! Ach, das Leiden dieser Zeit ist nicht wert der Herrlich⸗ keit, die dein Jesus dir will geben dort in jenem Freuden⸗ leben. 2. Sei getreu in deinem Glaubenl Laß dir dessen festen 164 Wiedergeburt und Heiligung. festen Grund ja nicht aus dem Herzen rauben, halte treulich deinen Bund, den dein Gott durchs Wasserbad fest mit dir geschlossen hat. Ach, du gingest ja verloren, wenn du treulos ihm ge⸗ schworen! 3. Sei getreu in deiner Liebe gegen Gott, der dich geliebt; auch die Lieb am Nächsten übe, wenn er dich auch oft betrübt. Denke, was dein Heiland that, als er für die Feinde bat! Du mußt, soll dir Gott vergeben, auch verzeihn und liebreich leben. 4. Sei getreu in deinem Leiden! Lasse dich kein Un⸗ gemach, laß dich nichts von Jesu scheiden, murre nicht in Weh und Ach! Denn du machest deine Schuld größer nur durch Ungeduld; leichter trägt, wer willig träget, was sein Gott ihm aufer⸗ leget. 5. Sei getreu in deinem Hoffen! Traue fest auf Gottes Wort; hat dich Kreuz und Not betroffen und Gott hilft nicht alsofort:— hoff auf ihn doch festiglich, sein Herz bricht ihm gegen dich, seine Hilf ist schon vor⸗ handen, Hoffnung machet nie zu schanden. 6. Nun wohlan, so bleib im Leiden, Glauben, Liebe, Hoffnung fest! Ich will treu sein bis zum Scheiden, weil mein Gott mich nicht ver⸗ läßt. Herr, den meine Seele liebt, dem sie sich im Kreuz ergiebt, sieh, ich fasse deine Hände: hilf mir treu sein bis zum Endel Nach Benj. Prätorius, um 1659. Mel. Machs mit mir, Gott, nach deiner Güt ꝛe. 2 4 4 Mir nach, spricht Christus, unser Held, mir nach, ihr Christen alle, verleugnet euch, verlaßt die Welt, folgt mei⸗ nem Ruf und Schalle: nehmt euer Kreuz und Ungemach auf euch, folgt meinem Wandel nach! 2. Ich bin das Licht, ich leucht euch für mit heilgem Tugendleben; wer zu mir kommt und folget mir, darf nicht im Finstern schweben; ich bin der Weg, ich weise wohl, wie man wahrhaftig wandeln soll. 3. Mein Herz ist voll Demütigkeit, voll Liebe mein Gemüte, mein Mund voll Huld und Freundlichkeit, voll Sanftmut und voll Güte; mein Geist und Wille, Kraft und Sinn ist Gott ergeben, schaut auf ihn. 4. Ich zeig euch das, was schädlich ist, zu fliehen und zu meiden, und euer Herz von arger List zu 1* un — e S.TSi) eðen und zu scheiden; ich bin der Seelen Fels und Hort und führ euch zu der Himmels⸗ pfort. 5. Fällts euch zu schwer, ich geh voran, ich steh euch an der Seite, ich kämpfe selbst, ich brech die Bahn, bin alles in dem Streite. Ein böser Knecht, der still mag stehn, sieht er voran den Feldherrn gehn! 6. Wer seine Seel zu finden meint, wird sie 99n mich verlieren; wer sie hier zu verlieren scheint, wird sie in Gott einführen. Wer nicht sein Kreuz nimmt und folgt mir, ist mein nicht wert und meiner Zier. 7. So laßt uns denn dem lieben Herrn mit Leib und Seel nachgehen und wohlge⸗ mut, getrost und gern in allen Leiden stehen. Denn wer nicht kämpft, trägt auch die Kron des ewgen Lebens nicht davon. Joh. Scheffler, 4 1677. Mel. Lasset uns den Herren preisen ꝛc. 245 Lasset uns mit Jesu ziehen, seinem Vorbild e nach, in der Welt der Welt ent⸗ fliehen, auf der Bahn, die er uns brach, immerfort zum Himmel reisen, irdisch noch, schon himmlisch sein, glauben Nachfolge Christi. 165 recht und leben rein, in der Lieb den Glauben weisen! Treuer Jesu, bleib bei mir; geh voran, ich folge dir. 2. Lasset uns mit Jesu leiden, seinem Vorbild wer⸗ den gleich! Nach dem Leiden folgen Freuden, Armut hier macht droben reich; Thränen⸗ saat, die erntet Wonne, Hoffnung tröstet mit Geduld; denn es scheint durch Gottes Huld nach dem Regen bald die Sonne. Jesu, hier leid ich mit dir; dort teil deine Freud mit mir! 3. Lasset uns mit Jesu sterben! Sein Tod rettet uns vom Tod, rettet von der Seel Verderben, von der ewiglichen Not Laßt uns töten, weil wir leben, unser Fleisch, ihm sterben ab, so wird er uns aus dem Grab in das Him⸗ melsleben heben. Jesu, sterb ich, sterb ich dir, daß ich lebe für und für. 4. Lasset uns mit Jesu leben! Weil er auferstanden ist, muß das Grab uns wiedergeben. Jesu, unser Haupt du bist, wir sind deines Leibes Glieder; wo du lebst, da leben wir; ach, erkenn uns für und für, treuer Freund, als deine Brüder! Jesu, dir ich lebe dir⸗ dorten ewig auch bei ir. Siegmund v. Birken, 1681. 166 QJesu, hilf siegen, du Fürste des Lebens! Sieh, wie die Finsternis dringet herein, wie sie ihr drohendes Heer nicht vergebens mächtig auf⸗ führet, mir schädlich zu sein! Schau, wie sie sinnet auf allerlei Ränke, deß sie mich sichte, zerstöre und kränke. Jesu, hilf siegen; ach wer muß nicht klagen! Herr, mein Gebrechen ist immer vor mir; hilf, wenn die Sünden der Jugend mich nagen, die mein Gewissen mir täglich hält für! Ach, laß mich schmecken dein kräftig Versühnen und dies zu meiner Demütigung dienen. 3. Jesu, hilf siegen, wenn in mir die Sünde, Eigen⸗ lieb, Hoffart und Mißgunst sich regt, wenn ich die Lust der Begierden empfinde, und sich mein tiefes Verderben darlegt. Hilf dann, daß ich vor mir selber erröte und durch dein Leiden die Sünden⸗ lust töte. 4. Jesu, hilf siegen und lege gefangen in mir die Lüste des Fleisches und gieb, daß in mir lebe des Geistes Verlangen, aufwärts sich 246 schwingend durch heiligen Trieb. Laß mich eindringen ins aibun Wesen, so wird der nesen. eib und die Seele ge⸗ Wiedergeburt und Heiligung. 5. Jesu, hilf siegen, da⸗ mit auch mein Wille dir, Herr, sei gänzlich zu eigen ge⸗ schenkt, und ich mich so in dein Wollen verhülle, daß sich die Seele zur Ruhe hin⸗ lenkt. Laß mich mir sterben und alle dem Meinen, daß ich mich zählen darf unter die Deinen. 6. Jesu, hilf siegen und laß mich nicht sinken! Wenn sich die Kräfte der Lügen aufblähnn und mit dem Scheine der Wahrheit sich schminken, laß doch viel heller dann deine Kraft sehn. Steh mir zur Rechten, o König und Meister, lehre mich kämpfen und prüfen die Geister. 7. Jesu, hilf siegen im Wachen und Beten; Hüter, du schläfst ja und schlum⸗ merst nicht ein. Laß dein Gebet mich unendlich ver⸗ treten, der du versprochen, Fürsprecher zu sein. Wenn mich die Nacht mit Ermü⸗ dung will decken, wollst du mich, Jesu, ermuntern und wecken. 8. Jesu, hilf siegen, wenn alles verschwindet, und ich mein Nichts und Verderben nur seh: wenn kein Ver⸗ mögen zu beten sich findet, wenn ich muß sein ein ver⸗ schüchtertes Reh, ach, Herr, so wollst du im Grunde der Seelen SSSSAe Nachfolge Seelen dich mit dem innersten Seufzen vermählen. 9. Jesu, hilf siegen, wenns nun kommt zum Sterben: mach du uns würdig und stetig bereit, daß ich mich nenne des Himmelreichs Erben dort in der Ewiakeit, hier in der Zeit. Jesu, mein Jesu, dir bleib ich ergeben, hilf du mir siegen, mein Heil, Trost und Leben! J. H. Schröder, 4 1699. Mel. Eins ist not ꝛc. 247 Hst unsrer Se⸗ ligkeiten, zeuch uns in dein Heiligtum, da du uns die Stätt bereiten und zu deines Namens Ruhm als deine Erlösten sieg⸗ prächtig willst führen! Laß unsre Bitte dein Herze jetzt rühren; wir wollen dem Vater zum Opfer dastehn und mit dir durch Leiden zur Herrlichkeit gehn. 2. Er hat uns zu dir ge⸗ zogen, und du wieder zu ihm hin; Liebe hat uns überwogen, daß an dir hängt Herz und Sinn. Nun wollen wir gerne mit dir auch absterben dem ganzen natürlichen Seelenverderben; in deinen Tod, Herr, laß verpflanzet uns sein, sonst dringen wir nimmer ins Leben hinein. 3. Fürst des Lebens, komm und eile, führ das Todes⸗ Christi. 167⁷ urteil aus; brich entzwei des Mörders Pfeile, wirf die Sünde ganz hinaus! Ach, laß sich dein neues, erstandenes Leben in unsern erstorbenen Herzen erheben; erzeig dich verkläret und herrlich noch hier und bringe ein neues Geschöpfe herfür. 4. Kehre die zerstreuten Sinnen aus der Vielheit in das Ein, daß sie wieder Raum gewinnen, nur von dir erfüllt zu sein! Ach, wirf du die Mächte der Fin⸗ sternis nieder, erneure die Kräfte des Geistes uns wie⸗ der, daß er aus der Fülle der Gnade sich nähr und gegen der Gottheit Verächter sich wehr. 5. Lebe denn und lieb und labe in der neuen Kreatur, Lebensfürst, durch deine Gabe die genesene Na⸗ tur! Erwecke dein Paradies wieder im Grunde der See len und bringe noch näher die Stunde, da du dich in allen den Deinen verklärst und ihnen das ewige Leben gewährst. 6. Gönne uns noch Frist auf Erden, Zeugen deiner Kraft zu sein, deinem Bilde gleich zu werden, in dem Tod zu nehmen ein des Le⸗ bens vollkommene Freiheit und Rechte, als eines voll⸗ endeten Heilands e er 168 Der Unglaub mag denken: wir bitten zu viel; du hörst unsre Bitten, thust über ihr Ziel! G. Arnold, 1714. Durchbrecher 248 O aller Bande, der du immer bei uns bist, bei dem Schaden, Spott und Schande lauter Lust und Himmel ist, übe ferner dein Gerichte wider unsern Adamssinn, bis uns dein so treu Gesichte führet aus dem Kerker hin. 2. Ists doch deines Va⸗ ters Wille, daß du endest dieses Werk; hierzu wohnt in dir die Fülle aller Weis⸗ heit, Lieb und Stärk, daß du nichts von dem verlierest was er dir geschenket hat, und es aus der Unruh führest zu der selgen Ruhestatt. 3. Ach, so mußt du uns vollenden, willst und kannst ja anders nicht; denn wir sind in deinen Händen, dein Herz ist auf uns gericht, ob wir wohl von allen Leu⸗ ten als gefangen sind geacht, weil des Kreuzes Niedrig⸗ keiten uns der Welt zum Spott gemacht. 4. Schau doch aber unsre Ketten, da wir mit der Kreatur seufzen, ringen, schreien, beten um Erlösung der Natur von dem Dienst der Eitelkeiten, der uns noch Wiedergeburt und Heiligung. so hart bedrückt, ob auch schon der Geist in Zeiten sich auf etwas Bessres schickt. 4. Ach, erheb die matten Kräfte, reiße du das Band entzwei, daß wir durch die Weltgeschäfte durchgebrochen, stehen frei! schenfurcht und Zagen, weich, Vernunftbedenklichkeit; fort mit Scheu vor Schmach und Plagen; weg des Fleisches Zärtlichkeit! 6. Herr, zermalme, Herr, zerstöre diese Macht der Finsternis; denn der preist nicht deine Ehre, den sie fort zum Tode riß. Heb uns aus dem Staub der Sünden, wirf die Lust der Welt hinaus; laß uns wahre Freiheit finden, Freiheit in des Vaters Haus! 7. Wir verlangen keine Ruhe für das Fleisch in dieser Zeit; wie dus nötig findest, thue noch vor unsrer Abschiedszeit; aber unser Geist, der bindet dich im Glauben, läßt dich nicht, bis er die Erlösung findet, die dein treuer Muͤnd ver⸗ spricht. 8. Herrscher, herrsche, Sieger, siege; König, brauch dein Regiment, führe deines Reiches Kriege, mach der Sklaverei ein End! Ach, die Last treibt uns zu rufen, alle flehen wir dich an: zeig Weg mit Men⸗ EEEEE ....... ——————————— e ..— ——. = Sen 2—2———99„„Eee Ss en EEEeeeeeeeeeee 2. —— DEEEEEEEeeeeeeeeee E— 2— V I U V I + U 8 U Nachfolge Christi. 169 zeig doch nur die ersten Stufen der gebrochnen Frei⸗ heitsbahn! 9. Ach, wie teur sind wir erworben, nicht der Menschen Knecht zu sein! Drum, so wahr du bist ge⸗ storben, mußt du uns auch machen rein, rein und frei und ganz vollkommen, in dein heilig Bild verklärt; der hat Gnad um Gnad enommen, wer aus deiner üll sich nährt. 10. Liebe, zeuch uns in dein Sterben, laß mit dir gekreuzigt sein, was dein Reich nicht kann ererben; führ ins Paradies uns ein! Doch wohlan, du wirst nicht säumen, laß nur uns nicht lässig sein; werden wir doch als wiʃ träumen, wenn die Freiheit bricht herein. G. Arnold, 1 1714. Mel. O Ich. u. meins 2 49 En Lenes Herz, Herr, schaff in mir, schleuß zu der Sünde Thor und Thür, vertreibe sie und laß nicht zu, daß sie in meinem Herzen ruh! 2. Dir öffn ich, Jesu, meine Thür; ach, komm und wohne du bei mir; was un⸗ rein ist, das treib hinaus aus deinem Tempel, deinem Haus. 3. Laß deines guten Geistes Licht und dein hell⸗ glänzend Angesicht erleuchten mein Herz und Gemüt, o Brunnen unerschöpfter Güt! 4. Und mache denn mein Herz zugleich an Himmels-⸗ gut und Segen reich; gieb Weisheit, Stärke, Rat, Ver⸗ stand aus deiner milden Gnadenhand: 5. So will ich deines Namens Ruhm ausbreiten als dein Eigentum und dieses achten für Gewinn, wenn ich nur dir ergeben bin. G. H. Neuß, f 1716. Mel. Straf mich nicht in deinem ꝛc. 2 50 Moche dich mein Geist, bereit, wache, fleh und bete, daß dich nicht die böse Zeit un⸗ verhofft betrete; denn es ist Satans List über viele From⸗ men zur Versuchung kommen. 2. Aber wache erst recht auf von dem Sündenschlafe; denn es folget sonst darauf eine lange Strafe, und die Not samt dem Tod möchte dich in Sünden unvermutet finden. 3. Wache auf, sonst kannst du nicht Christi Klarheit sehen; wache, sonst wird dir sein Licht ewig ferne stehen; denn Gott will für die Füll seiner Gnadengaben offne Augen haben. 170⁰ Wiedergeburt und Heiligung. 4. Wache, daß dich nicht die Welt durch Gewalt be⸗ zwinge, oder, wenn sie sich verstellt, wieder an sich bringe; wach und sieh, daß dich nie falsche Brüder fällen, die dir Netze stellen. 5 Wach, und hab auf dich wohl acht, trau nicht deinem Herzen; leicht kann, wer es nicht bewacht, Gottes Gnad verscherzen; denn es ist voller List, kann sich selber heucheln und in Hoffart schmeicheln. 6. Bete aber auch dabei mitten in dem Wachen; denn der Herr nur kann dich frei von dem allen machen, was dich druckt und bestrickt, daß du schläfrig ble best und sein Werk nicht treibest. 7. Doch getrost, es muß uns schon alles glücklich gehen, wenn wir ihn durch seinen Sohn im Gebet an⸗ flehen; denn er will alle Füll seiner Gunst aus⸗ schütten, wenn wir gläubig bitten. 8. Drum so laßt uns immerdar wachen, flehen, beten, weil die Angst, Not und Gefahr immer näher treten; denn die Zeit ist nicht weit, da uns Gott wird richten und die Welt vernichten. Joh. Burchh. Freystein, 4 1720. Mel. Wachet auf! ruft uns ꝛc. 251 Rüsset euch, ihr Christenleute! Die Feinde suchen euch zur Beute, ja, Satan selbst hat eur begehrt. Wappnet euch mit Gottes Worte und kämpfet frisch an jedem Orte, damit ihr bleibet un⸗ versehrt! W5 euch der Feind zu schnell, hier ist Im⸗ manuel; Hosianna! Der Starke fällt durch diesen Held, und wir behalten mit das Feld. 2. Reinigt euch von euren Lüsten, besieget sie, die ihr seid Christen, und stehet in des Herren Kraft. Stärket euch in Jesu Namen, daß ihr nicht strauchelt wie die Lahmen. Wo ist des Glau⸗ bens Ritterschaft? Wer hier ermüden will, der schaue auf das Ziel: da ist Freudel Wohlan, so seid zum Kampf bereit, so krönet euch die Ewigkeit. 3. Streitet recht die wengen Jahre, eh ihr kommt auf die Totenbahre; kurz, kurz ist unser Lebenslauf. Wenn Gott wird die Toten wecken und das Gericht die Welt wird schrecken, so stehen wir mit Freuden auf. Gott⸗ lob, wir sind versöhnt! Daß uns die Welt noch höhnt, währt nicht lange, und Gottes Sohn hat längstens schon —S 2„.—— 233—3— e2:- 6 π 74 schon uns beigelegt die Ehren⸗ kron. 4. Jesu, stärke deine Kin⸗ der und mach aus ihnen Überwinder, die du erkauft mit deinem Blut; schaff in uns ein neues Leben, daß wir uns stets zu dir erheben, wenn uns entfallen will der Mut! Gieß aus auf uns den Geist, dadurch die Liebe fleußt in die Herzen; so halten wir getreu an dir im Tod und Leben für und für. W. C. Arends, 4 1721. Mel. Wachet auf! ruft uns ꝛe. 252 H eilger Jesu, 9 Heilgungs⸗ quelle, mehr als Krystall rein, klar und helle, du lautrer Strom der Heilig⸗ keit! Aller Glanz der Che⸗ rubinen, die Heiligkeit der Seraphinen ist gegen dich nur Dunkelheit. Ein Vorbild bist du mir; ach bilde mich nach dir, du mein Alles! Hilf, Jesu, du auch mir da⸗ zu, daß ich mag heilig sein wie du. 2. Stiller Jesu, wie dein Wille dem Willen deines Vaters stille und bis zum Tod gehorsam war, also mach auch gleichermaßen mein Herz und Willen dir gelassen; ach, stille meinen Willen gar! Mach mich dir gleichgesinnt, wie ein gehor⸗ sam Kind stille, stille; hilf, Nachfolge Christi. 17¹ Jesu, du auch mir dazu, daß ich fein stille sei wie du. 3. Wacher Jesu, ohne Schlummer, in großer Ar⸗ beit, Müh und Kummer bist du gewesen Tag und Nacht; mußtest täglich viel aus⸗ stehen, des Nachts lagst du vor Gott mit Flehen und hast gebetet und gewacht. Gieb mir auch Wachsamkeit, daß ich wie du allzeit wach und bete! Hilf, Jesu, du auch mir dazu, daß ich stets wachsam sei wie du. 4. Gütger Jesu, ach, wie gnädig, wie liebreich bist du und gutthätig doch gegen Freund und Feind gesinnt! Deine Sonne scheinet allen, dein Regen muß auf alle fallen, ob sie dir gleich un⸗ dankbar sind. Mein Herr, ach, lehre mich, damit auch hierin ich dir nacharte! Hilf, Jesu, du auch mir dazu, daß ich so gütig sei wie du. 5. Sanfter Jesu, ganz unschuldig ertrugst du alle Schmach geduldig und übtest niemals Rache aus. Wer kann deine Sanftmut messen, bei der du dennoch nie ver⸗ gessen den Eifer um des Vaters Haus! Mein Hei⸗ land, ach, verleih mir Sanft⸗ mut und dabei guten Eifer! Hilf, Jesu, du auch mir dazu, daß ich sanftmütig sei wie du. —— 17² Wiedergeburt und Heiligung. 6. Hoher Jesu, Ehren⸗ könig, du suchtest deine Ehre wenig und wurdest niedrig und gering; wandeltest ein⸗ her auf Erden in Demut und in Knechtsgeberden, erhobst dich selbst in keinem Ding. Herr, solche Demut lehr mich auch je mehr und mehr stetig üben! Hilf, 19 ich du auch mir dazu, daß ich demütig sei wie du. 7. Liebster Jesu, liebstes Leben, mach mich in allem dir ergeben und deinem heilgen Vorbild gleich; gieb, daß mich dein Geist durch⸗ dringe, daß ich viel Glaubens⸗ früchte bringe und tüchtig werd zu deinem Reich. Ach, zeug mich ganz zu dir, behalt mich für und für, treuer Heiland! Hilf mir dazu, daß ich wie du, und wo du bist, einst finde Ruh. Nach dem Holländ. des Jod. v. Lo⸗ denstein, von B. Crasselius, 1 1724. Mel. Wie nach einer Wasser⸗ quelle ꝛc. 253 Schaffer schaffet Menschenkinder, schaffet eure Seligkeit! Bauet nicht, wie freche Sünder, nur auf gegenwärtge Zeit, sondern schauet über euch, ringet nach dem Himmel⸗ reich, und bemühet euch auf Erden, wie ihr möget selig werden. 2. Daß uns dieses mög geschehen, müßt ihr nicht nach Fleisch und Blut und nach dessen Neigung gehen, sondern was Gott will und thut, das muß ewig und allein eures Lebens Richtschnur sein, mag es eure schwachen Herzen nun erfreuen oder schmerzen. 3. Ihr habt Ursach zu bekennen, daß in euch noch Sünde ist, daß ihr Fleisch von Fleisch zu nennen, daß ihr fehlt zu jeder Frist, und daß Gottes Gnadenkraft nur allein das Gute schafft, daß nichts außer seiner Gnade in euch ist als Seelenschade. Selig, wer im Glau⸗ ben kämpfet! Selig, wer im Kampf besteht und die Sün⸗ den in sich dämpfet! Selig, wer die Welt verschmäht!l Unter Christi Kreuzesschmach jaget man dem Frieden nach; wer den Himmel will er⸗ erben, muß zuvor mit Christo sterben. 5. Werdet ihr nicht treu⸗ lich ringen, sondern träg und lässig sein, eure Neigung zu bezwingen, so bricht eure Hoffnung ein. Ohne tapfern Streit und Krieg folget nie ein rechter Sieg. Nur den Siegern wird die Krone bei⸗ gelegt 21 Gnadenlohne. 6. Mit der Welt nach Lust zu jagen, findet nicht bei Christen statt; an dem Fleisch Gefallen 2“„‚„CJ‚„˖E‚.i,HA es R SS DS E mög icht nur oder Nachfolge Christi. 173 Gefallen tragen, macht des Geistes Kräfte matt; unter Christi Kreuzesfahn geht es wahrlich gar nicht an, daß man noch mit frechem Her⸗ zen wolle sicher thun und scherzen. 7. Furcht muß herrschen vor dem Richter, dessen Hand das Scepter trägt, der die sichern Bösewichter zur Ver⸗ dammnis niederschlägt. Er ists, der, wie's ihm beliebt, Wollen und Vollbringen giebt; o so laßt uns zu ihm gehen, ihn um Gnade anzu⸗ flehen! 8. Und, zu werden Christi Glieder, die sein reiner Geist bewegt, kämpft den alten Menschen nieder, bis ihm seine Macht gelegt. Was euch hindert, werfet ab; was euch ärgert, senkt ins Grab; und denkt stets an Christi Worte:„Dringet durch die enge Pforte!“ 9. Zittern will ich vor der Sünde und dabei auf Jesum sehn, bis ich seinen Beistand finde, in der Gnade zu be⸗ stehn. Ach, mein Heiland, geh doch nicht mit mir Armen ins Gericht! Gieb mir deines Geistes Waffen, meine Selig⸗ keit zu schaffen. 10. Amen, es geschehe, Amen! Gott versiegle dies in mir, auf daß ich in Jesu Namen meinen Kampf zu Ende führ. Er verleihe Kraft und Stärk und regiere selbst das Werk, daß ich wache, bete, ringe und also zum Himmel dringe. L. A. Gotter. 4 1735. Mel. Jesus, meine Zuversicht ꝛc, 2 5 4 Hauumte geht unsre Bahn; wir sind Gäste nur auf Erden, bis wir dort nach Kanaan durch die Wüste kommen werden. Hier ist unser Pilgrimsstand, droben unser Vaterland. 2. Himmelan schwing dich, mein Geist; denn du bist ein himmlisch Wesen und kannst das, was irdisch heißt, nicht zu deinem Ziel erlesen; ein von Gott erleuchter Sinn kehrt in seinen Ursprung hin. 3. Himmelan, ruft Gott mir zu, wenn ich ihn im Worte höre; das weist mir den Ort der Ruh, wo ich ein⸗ mal hingehöre. Wenn mich dieses Wort bewahrt, halt ich eine Himmelfahrt. 4. Himmelan! Mein Glaube zeigt mir das schöne Los von ferne, daß mein Herz schon aufwärts steigt über Sonne, Mond und Sterne, denn ihr Licht ist viel zu klein gegen jenen Glanz und Schein. 5. Himmelan wird mich der Tod in die rechte Heimat 12* führen, 17⁴ Wiedergeburt und Heiligung. führen, da ich über alle Not ewig werde triumphieren. Jesus geht mir selbst voran, daß ich freudig folgen kann. 6. Himmelan! Ach, him⸗ melan! Das soll meine Losung bleiben. Ich will allen eitlen Wahn durch die Himmelsluft vertreiben. Himmelan steht nur mein Sinn, bis ich in dem Him⸗ mel bin. B. Schmolck, 4 1737. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛc. 255 Wes hinket ihr betrognen Seelen noch immerhin auf jeder Seit? Fällts euch zu schwer, das zu erwählen, was euch des Himmels Ruf anbeut? O sehts mit offnen Augen an und brecht hin⸗ durch auf schmaler Bahn. 2. Bedenkt, es sind nicht Kaiserkronen, nicht Reichtum, Ehr und Lust der Welt, womit euch Gott will ewig lohnen, wenn euer Kampf den Sieg erhält: Gott selbst ists und die Ewigkeit, voll Lust und Ruh, voll Selig⸗ keit. 3. Es gilt hier nur ein ganzes Leben, Gott krönet kein geteiltes Herz; wer Jesu sich nicht recht ergeben, der macht sich selber Müh und Schmerz und träget zum verdienten Lohn hier Unruh, dort die Qual da⸗ von. 4. Wer aber mit Gebet und Ringen auf ewig allem Abschied giebt und Gott, den Herrn von allen Dingen, von Herzen und allein nur liebt, der wird der Krone wert ge⸗ schätzt und auf des Königs Stuhl gesetzt. 5. Zerreißt doch die ge⸗ legten Schlingen, die euch in diesem schönen Lauf ver⸗ hindern und zum Säumen bringen, und rafft euch heut von neuem auf! Auf, auf, verlaßt die falsche Ruh! Auf, auf, es geht dem Him⸗ mel zu! 6. Die Allmacht stehet euch zur Seiten; die Weis⸗ heit hält bei euch die Wach; die Gottheit selber will euch leiten, folgt nur mit treuen Schritten nach. Wie manchen hat nicht diese Hand schon durchgeführt ins Vaterland! 7. Nur spart es nicht auf andre Zeiten, ihr habt schon jetzo viel versäumt; ihr mehrt euch selbst die Schwie⸗ rigkeiten, wenn ihr das süße Heut verträumt. Eilt, eilet, denn die Gnadenzeit fliegt pfeilgeschwind zur Ewigkeit. 8. Eilt, faßt einander bei den Händen! Seht, wie ist unser Ziel so nah! Wie bald wird unser Kampf sich endenz da steht dann unser• a: AnE3HONNI &Æ=— da: der führt uns ein zur stillen Ruh und urteilt uns das Kleinod zu. L. F. F. Lehr, 4 1744. Mel. Ach, was soll ich Sünder machen ꝛe. 2 56 Auf, ihr Streiter, durchgedrungen, auf und folgt dem Heiland nach, der durch Marter, Tod und Schmach sich zum Him⸗ mel aufgeschwungen! Ringt ihm nach in seiner Kraft; er ists, der den Sieg ver⸗ schafft. 2. Kein Erlöster müsse sagen, ihm gebreche Kraft und Mut zu dem Kampf mit Fleisch und Blut. Alles soll der Jünger wagen, weil der Herr die Wunden heilt und den Schwachen Kraft erteilt. 3. Sind wir schwach: bei ihm ist Stärke; sind wir arm: der Herr ist reich; wer ist unserm Führer gleich? Unser Gott thut Wunder⸗ werke. Sagt, ob der nicht helfen kann, dem die Him⸗ mel unterthan? 4. Ja, Gott kann und will uns schirmen. Drum, so dringet mutig ein; schämt euch, träg und feig zu sein! Mag es drohen, mag es stürmen: nur durch Müh, Geduld und Streit führt der Weg zur Seligkeit. Nachfolge Christi. 17⁵ 5. Nun, so wachet, kämpft und ringet, bleibet wacker im Gebet, bis ihr auf der Höhe steht, wo der Sieg die ahne schwinget! Ist der rde Werk gethan, hebt des Himmels Sabbat an. Nach J. S. Buchka, 4 1752. Mel. Jesus, meine Zuversicht ꝛc. 2 57 Seele⸗ was ermüdst du dich in den Dingen dieser Erden, die doch bald verzehren sich und zu Staub und Asche werden? Suche Jesum und sein Licht; alles andre hilft dir nicht. 2. Sammle den zerstreuten Sinn, laß ihn sich zu Gott aufschwingen, richt ihn stets zum Himmel hin, laß ihn in die Gnad eindringen. Suche Jesum und sein Licht; alles andere hilft dir nicht. 3. Oft verlangst du Trost und Ruh, dein betrübtes Herz zu laben; eil der Lebens⸗ quelle zu, da kannst du sie reichlich haben. Suche Jesum und sein Licht; alles andre hilft dir nicht. 4. Geh in Einfalt stets einher; laß dir nichts das Ziel verrücken; Gott wird aus dem Liebesmeer dich, den Kranken, wohl erquicken. Suche Jesum und sein Licht; alles andre hilft dir nicht. 5. Du bist ja ein Hauch aus Gott und aus seinem Geist geboren, bist erlöst durch 176 Wiedergeburt und Heiligung. durch Christi Tod und zu seinem Reich erkoren. Suche Jesum und sein Licht; alles andre hilft dir nicht. 6. Schwinge dich fein oft im Geist über alle Himmels⸗ höhen; laß, was dich zur Erde reißt, weit von dir entfernet stehen. Suche Jesum und sein Licht; alles andre hilft dir nicht. 7. Nahe dich dem lautern Strom, der vom Thron des Lammes fließet und auf die, so keusch und fromm, sich in reichem Maß ergießet. Suche Jesum und sein Licht; alles andre hilft dir nicht. 8. Laß dir seine Majestät immerdar vor Augen schwe⸗ ben; laß mit brünstigem Ge⸗ bet sich dein Herz zu ihm er⸗ heben. Suche Jesum und sein Licht; alles andre hilft dir nicht. 9. Sei im übrigen ganz still, du wirst schon zum Ziel gelangen; glaube, daß sein Liebeswill stillen werde dein Verlangen. Drum such Je⸗ sum und sein Licht; alles andre hilft dir nicht. J. G. Wolf, 1754. Mel. Valet will ich dir geben ꝛc. 2 58 QIn unsers Königs VNamen betreten wir die Bahn. So viele von ihm stammen, o schließt euch freudig an! Wir ziehn zum Friedenslande, ein Herz, ein Leib, ein Geist. Wohl dem, der alle Bande voll Helden⸗ mut zerreißt! 2. Der Weg ist schmal, doch eben, und führt zur Seligkeit; die Straße dort daneben ist zwar bequem und breit, doch wer sie geht, muß sterben, an. ihrem Ende droht ein ewiges Verderben, 205. Zorn und Qual und od. 3. Wir folgen deinem Locken, du ewig treuer Freund! Wer könnte sich verstocken? Du hasts so gut gemeint! Wir wandern abgeschieden, und eh es geht zur Rast, trägt jeder still zu⸗ frieden sein Kreuz und seine Last. 4. Der große Hirt der Herde geht seinem Volk voran; sein Allmachtswort „es werde!“ bereitet selbst die Bahn; es lähmt er⸗ zürnten Feinden Herz, Zunge, Fuß und Hand, knüpft zwischen frommen band. 3 der Liebe Bruder⸗ and. 5. So wandeln wir ent⸗ schlossen dem Himmelsführer nach und dulden unver⸗ drossen und tragen seine Schmach und flehn im fin⸗ stern Thale: O Jesu, steh uns bei und mach im Hoch⸗ mut bald alles, alles neu 29— CFEND esa. 6. Seht wie die Krone schimmert, die unser Haupt einst schmücktl Und wird der Leib zertrümmert, der Wel⸗ tenbau zerstückt, erlöschen Sonn und Sterne: kein Pilger werde matt! Dort glänzt uns schon von ferne des großen Königs Stadt. 7. Hinan, hinan, ihr Frommen, es koste Schweiß und Blut! Hinan, hinan geklommen, mit wahrem Heldenmut! Bald hebt uns unser Sehnen hoch über Tod und Grab; bald trock⸗ net unsre Thränen die Hand der Liebe ab. J. L. Frickert, 2 1766. Mel. Zeuch ein zu deinen Thoren ꝛc. 25 ommt, Brüder, 259 K laßt uns gehen, der Abend kommt herbei; es ist gefährlich stehen in dieser Wüstenei. Kommt, stärket euren Mut, zur Ewigkeit zu wandern, von einer Kraft zur andern, es ist das Ende gut. 2. Es soll uns nicht ge⸗ reuen der schmale Pilger⸗ pfad; wir kennen ja den Treuen, der uns gerufen hat. Kommt, folgt und trauet dem; ein jeder sein Gesichte mit ganzer Wendung richte fest nach Jerusalem. 3. Schmückt euer Herz aufs beste, und mehr als Leib und Haus; wir sind Nachfolge Christi. 177⁷ hier fremde Gäste und ziehen bald hinaus. Wir gehn ins Ewge ein; mit Gott muß unser Handel, im Himmel unser Wandel und Herz und alles sein. 4. Kommt, Brüder, laßt uns gehen; der Vater gehet mit! Er selbst will bei uns stehen in jedem sauren Tritt. Das Aug dahin gekehrt, wo seine Liebe winket und dem, der folgt und sinket, den wahren Ausgang lehrt. 5. Kommt, Brüder, laßt uns wandern; wir gehen Hand in Hand; eins freuet sich am andern in diesem fremden Land. Kommt, laßt uns kindlich sein, uns auf dem Weg nicht streiten; die Engel selbst begleiten als Brüder unsre Reihn. 6. Und sollt ein Schwacher fallen, so greif der Stärkre zu; man trag, man helfe allen, man pflanze Fried und Ruh. Kommt, schließt euch fester an! Ein jeder sei der Kleinste, doch wohl auch gern der Reinste auf unsrer Pilgerbahn. 7. Kommt, laßt uns mun⸗ ter wandern; der Weg nimmt immer ab; ein Tag, der folgt dem andern; bald fällt das Fleisch ins Grab. Nur noch ein wenig Mut, nur noch ein wenig treuer, von allen Dingen freier, gewandt zum ewgen Gut! 8. Es wird nicht lang mehr währen; harrt noch ein wenig aus! Es wird nicht lang mehr währen, so kommen wir nach Haus; da wird man ewig ruhn, wenn wir mit allen From⸗ men heim zu dem Vater kommen; wie wohl, wie wohl wirds thun. 9. Drauf wollen wirs denn wagen, es ist wohl Wagens wert, und gründ⸗ lich dem absagen, was auf⸗ hält und beschwert. Welt, du bist uns zu klein! Wir gehn durch Jesu Leiten hin in die Ewigkeiten; es soll nur Jesus sein. G. Terstegen, 4 1769. Mel. Herzlich thut mich ver⸗ langen ꝛc. 260 Oncch soll zum Leben V dringen, für welches Gott mich schuf, soll nach dem Himmel ringen, das, das ist mein Beruf! In einer Welt von Sünden soll ich nur ihm mich weihn, sie fliehn, sie überwinden, und dann erst selig sein. 2. Und wenn der Pilger Gottes der Sünder Lust verschmäht, wenn er, trotz ihres Spottes, auf seinem Pfade geht; was wird ihm nicht zum Lohne, wenn er die kurze Zeit getreu war! Welche Krone! Welch eine Seligkeit! Wiedergeburt und Heiligung. 3. O Herr, auch mich verlanget, dein treues Kind zu sein, und meine Seele hanget doch nicht an dir allein; ich weiß, ich werde sterben, und liebe doch die Welt; o Herr, welch ein Verderben, das mich ge⸗ fangen hält! 4. Entsagt hab ich dem Bösen, und doch wird es vollbracht; ach, wer wird mich erlösen aus dieses Todes Nacht! Ich lasse nach zu ringen, und doch ists mein Beruf: ich soll zum Leben dringen, zu welchem Gott mich schuf. 5. Dir, seufz ich, anzu⸗ hangen, Erbarmer, dir allein! Du hast es ange⸗ fangen, das gute Werk ist dein! Vollende, Gott vollende, was mir dein Wort verheißt; in deine Vaterhände befehl ich mei⸗ nen Geist. J. A. Cramer, 1 1788. Mel. Jesu, meines Lebens Leben ꝛc. 261 Urser Wandel ist im Himmel! Köstlich Wort, wie strömest du mir, umringt vom Welt⸗ getümmel, Mut und süße Hoffnung zu! Jeder Fuß⸗ tritt, den ich thue, bringet mich dem Land der Ruhe näher, immer näher zu. Wort, wie hoch erfreuest dul ————4—— S** I 2. Haltets fest, ihr treuen Brüder, haltets fest, dies werte Wort! Nichts schlag eure Hoffnung nieder, wallet immer mutig fort! Mutig blicket hin zum Ziele; viele schon ergriffens, viele! Wir, so wahr es Gott verhieß, wir ergreifens auch gewiß. 3. Nur, wie fromme Pil⸗ ger müssen, bleibet wacker, seid nie laß! Stets des hohen Zwecks beflissen, wacht und kämpft ohn Unterlaß! Feinde stehn an euren Wegen, Stürme toben euch entgegen, Nebel, Klüfte, Felsen drohn; faßt nur Mut, groß ist der Lohn. 4. Was kein Auge je gesehen, was kein Ohr ge⸗ höret hat, was kein Herz hier zu erflehen je sich unter⸗ wunden hat: das, das hat Gott dem bereitet, der hier ktapfer kämpft und streitet; drum verlaßt nicht eure Bahn, Jesus selbst ging euch voran. 5. Unser Wandel ist im Himmel! Köstlich Wort, wie strömest du mir, umringt vom Weltgetümmel, Mut und süße Hoffnung zu! Auf, mein Geist, ermüde nimmer; schon seh ich des Zieles Schimmer. Wenig, wenig Schritte noch: und getragen ist mein Joch. 9 Ch. Fröbing, 4 1805. Nachfolge Christi. 179 Mel. O Ewigkeit, du Donnerwort ꝛc. ott, der du 262 Herzenskenner bist, Herr, dem die Falschheit Greuel ist und jede Lüg Verbrechen; kein Wort spricht je ein falscher Mund, das dir, Allwissender, nicht kund; du, Heiliger, wirsts rächen! Laß jederzeit mein Ja und Nein, wie's Christen ziemt, aufrichtig sein! 2. Und wenn ich schwörend vor dir steh, dir in dein heilig Antlitz seh, die Hand zum Himmel hebe, wenn ich zum Zeugen feierlich anrufe, Hocherhabner, dich, durch den ich bin und lebe: dann sei von Trug und Heuchelei mein Herz und meine Zunge frei. 3. Wenn Zrevler dich auch da noch schmähn und frech mit Lügen vor dir stehn, dann laß mein Herz erschrecken Weh dem, der Gott und Gottes Macht zum Siegel seiner Bosheit macht, sie vor der Welt zu decken! Herz, schau den Gott mit Zittern an, der Seel und Leib verderben kann. 4. Gott, wenn du nicht mein Gott mehr bist, dein Sohn nicht mehr mein Heiland ist, dein Himmel nicht mein Erbe; wenn mich beim Leiden dieser Zeit kein Trost vom Himmel mehr erfreut, 18⁰ Wiedergeburt und Heiligung. erfreut, kein Trost mehr, wenn ich sterbe; wenn Gott und Jesus nicht mehr mein: — dann besser, nie geboren sein! 5. Nein, Ehre nicht, nicht Gut und Geld, kein Fürsten⸗ tum und keine Welt soll mich so weit verführen; um alle Leiden dieser Zeit will ich doch Gott und Seligkeit mutwillig nicht verlieren! Wie klein mein Glück auch immer sei: nur Gott und reines Herz dabei. 6. Gott, lehre mich bei jedem Eid, aus Furcht vor deiner Heiligkeit die Wahr⸗ heit treulich sprechen. Be⸗ schwör ich aber Amt und Pflicht, so laß mich auch im kleinsten nicht die teure Zusag brechen! Auch dir, Gott, schwur ich treu zu sein, erhalt mich ewig, ewig dein. J. K. D. Bickel, 4 1809. Mel. Gott des Himmels ꝛc. 263 H das Wort voll Ernst und Liebe, das zu euch der Hei⸗ land spricht, hörts und prüft des Herzens Triebe bei des Wortes hellem Licht! Was der Mund des Herrn gebeut, das ist eure Seligkeit. 2. Nicht aus Sinais Ge⸗ wittern donnert hier des Herrn Gebot. daß die Herzen bang erzittern, weil es Zorn und Strafe droht; selig preisend thut sein Mund euch den Sinn des Vaters kund: 3.„Selig sind die geist⸗ lich Armen, denn das Him⸗ melreich ist ihr! Ihnen öffnet voll Erbarmen Gott der ewgen Gnade Thür; da wird ohne Maß gewährt, was ihr sehnend Herz begehrt.“ 4.„Selig sind, die Leid empfinden auf des Lebens schmaler Bahn! Ihre Trau⸗ rigkeit wird schwinden, reicher Trost wird sie umfahn; denn sie wirkt zur Seligkeit Reue, welche nie gereut.“ 5.„Selig sind, die sanf⸗ ten Mutes und in Demut milde sind! Sie erfreuen sich des Gutes, das kein Trotz und Streit gewinnt. Durch der Sanftmut stille Macht wird das Schwerste leicht vollbracht.“ 6.„Selig sind, die hier mit Schmachten dürsten nach Gerechtigkeit, die nach Gottes Reiche trachten, nicht nach Gütern dieser Zeit! Wo der Born des Lebens quillt, wird ihr Seelendurst gestillt.“ 7.„Selig sind die voll Erbarmen auf der Brüder Leiden sehn und den Schwa⸗ chen, Kranken, Armen freu⸗ dig eilen beizustehn! Noch vor Gottes Thron erfreut einst auch sie Barmherzigkeit.“ 8.„Selig sind, die reinen Herzen, die nicht Sünd und Welt Nachfolge Christi. 181 Welt umstrickt, die mit schnöder Lust nicht fcherzen, weil nur Heilges sie entzückt! Einst im reinen Himmels⸗ licht schaun sie Gottes An⸗ gesicht.“ 9.„Selig sind die Frie⸗ den bringen, Schuld und Kränkung übersehn, Feindes⸗ haß mit Huld bezwingen, für Verfolger segnend flehn! Trifft sie auch der Menschen Spott, seine Kinder nennt sie Gott.“ 10.„Selig sind, die als Gerechte dulden Kreuz, Ver⸗ folgung, Schmach, als des Herrn getreue Knechte bis zum Tod ihm folgen nach! Groß ist dort vor Gottes Thron seiner Überwinder Lohn.“ 11.„Seid ein Salz, ein Licht der Erde, laßt der Wahrheit Früchte sehn, daß durch euch verherrlicht werde euer Vater in den Höhn. Ob der Erdball untergeht, sein Gebot, sein Wort be⸗ steht! K. L. Garve. 1 1841. Mel. Valet will ich dir geben ꝛc. 264 Asimumn Ge⸗ tümmel, wo nichts das Herz erquickt, wer zeigt den Weg zum Himmel, dahin die Hoffnung blickt? Wer leitet unser Streben, wenn es das Ziel vergißt? Wer führt durch Tod zum Leben? Der Weg heißt Jesus Christ. 2. Hier irren wir und fehlen, gehüllt in tiefe Nacht; durch wen wird unsern Seelen ein wahres Licht ge⸗ bracht? Von oben kommt die Klarheit, die alles uns erhellt; denn Christus ist die Wahrheit, er ist das Licht der Welt. 3. Wer giebt uns hier schon Freuden, die niemand rauben kann? Wer zeiget uns im Leiden den Himmel aufgethan? Wenn vor dem Tod wir beben, wer giebt dem Herzen Ruh? Heil! Christus ist das Leben, führt uns dem Vater zu. K. J. Aschenfeld, 4 1858. Mel. Valet will ich dir geben ꝛc. 2 6 5 Eꝰ kennt der Herr die Seinen und hat sie stets gekannt, die Großen und die Kleinen in jedem Volk und Land; er läßt sie nicht verderben, er führt sie aus und ein; im Leben und im Sterben sind sie und bleiben sein. 2. Er kennet seine Scharen am Glauben, der nicht schaut und doch dem Unsicht⸗ baren, als säh er ihn, ver⸗ traut; der aus dem Wort gezeuget und durch das Wort sich nährt und vor dem Wort sich beuget und mit dem Wort sich wehrt. 182 3. Er kennt sie als die Seinen an ihrer Hoffnung Mut, die fröhlich auf dem Einen, daß er der Herr ist, ruht, in seiner Wahrheit Glanze sich sonnet frei und kühn, die wunderbare Pflanze, die immerdar ist grün. Er kennt sie an der Liebe, die seiner Liebe Frucht, und die mit lauterm Triebe ihm zu gefallen sucht; die andern so begegnet, wie er das Herz bewegt; die segnet, wie er segnet, und trägt, wie er sie trägt. So kennt der Herr die Seinen, wie er sie stets gekannt, die Großen und die Kleinen in jedem Volk und Land: am Werk der Gnaden⸗ triebe durch seines Geistes Stärk“' an Glauben, Hoffnung, Liebe, als seiner Gnade Werk. 6. So hilf uns, Herr, zum Glauben, und halt uns fest dabei; laß nichts die Hoffnung rauben; die Liebe herzlich sei! Und wird der Tag erscheinen, da dich die Welt wird sehn, so laß uns als die Deinen zu deiner Rechten stehn! K. J. Ph. Spitta, 4 1859. Mel. O Durchbrecher aller Bande ꝛc. 266 Bleibt bei dem, der euretwillen auf die Erde nieder kam, der, um euren Schmerz zu stillen, Wiedergeburt und Heiligung. tausend Schmerzen auf sich nahm! Bleibt bei dem, der einzig bleibet, wenn auch alles untergeht, der, wenn alles auch zerstäubet, siegend überm Staube steht. 2. Alles schwindet, Herzen brechen, denen ihr euch hier ergabt, und der Mund hört auf zu sprechen, der euch oft mit Trost gelabt, und der Arm, der euch zum Stabe und zum Schilde ward, er⸗ starrt, und das Auge schläft im Grabe, das euch sorgsam einst bewahrt. 3. Alles stirbt, das Irdsche findet in dem Irdischen sein Grab; alle Lust der Welt verschwindet, und das Herz stirbt selber ab. Irdsches Wesen muß verwesen, irdsche Flamme muß verglühn, irdsche Fessel muß sich lösen, irdsche Blüte muß verblühn. Doch der Herr steht überm Staube alles Irdischen und spricht: stütze dich auf mich und glaube, hoffe, lieb und fürchte nicht! Darum bleibt bei dem, der bleibet, und der geben kann, was bleibt, der, wenn ihr euch ihm verschreibet, euch ins Buch des Lebens schreibt. K. J. Ph. Spitta, 4 1859. Mel. O Durchbrecher aller Bande ꝛc. 267 Volt des Herrn! du hast hienie⸗ den einen langen, schweren Streit; 5——3—.—— ./ Streit; Kämpfe sind dir hier beschieden, Friede in der Ewigkeit. Lege an die rechte Wehre, stehe auf dem ewgen Fels, daß dir Sieg und Heil beschere er, der Heiland Israels! 2. Träumest du von guten Tagen, oder wachst du auf zum Streit? Wiegst du dich in alten Sagen, oder kennst du deine Zeit? Hörest du den Ruf der Wächter: „Glaubet ihr, so bleibt ihr stehn! Aber wehe dem Ver⸗ ächter, denn sein Trost wird untergehn!“ 3. Volk des Herrn! du hast hinieden einen langen, schweren Streit; nun, so suche keinen Frieden in der bösen Zeitlichkeit. Führe deines Gottes Kriege; Jesu Kreuz ist das Panier, unter diesem Zeichen siege! Seine Schmach sei deine Zier! S. Preiswerk, 4 1871. Liebe. ezlich lieb hab 268 Herd eh oHem ich bitt, wollst sein von mir nicht fern mit deiner Hilf und Gaben! Die ganze Welt erfreut mich nicht, nach Erd und Himmel frag ich nicht, wenn ich nur dich kann haben, und wenn mir gleich mein Herz zerbricht, bist du Liebe. 183 doch meine Zuversicht, mein Trost und meines Herzens Teil, durch dessen Wunden ich werd heil. Herr Jesu Christ, mein Gott und Herr, mein Gott und Herr, in Schanden laß mich nimmer⸗ mehr! 2. Es ist ja dein Geschenk und Gab mein Leib und Seel und, was ich hab in diesem armen Leben; damit ichs brauch zum Lobe dein, zu Nutz und Dienst des Nächsten mein, wollst deine Gnad mir geben! Behüt mich, Herr, vor falscher Lehr, des Satans Mord und Lügen wehr, in allem Kreuz erhalte mich, auf daß ichs trag geduldiglich! Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, tröst mir mein Seel in Todesnot! 3. Ach, Herr, laß einst die Engel dein am letzten End die Seele mein in Abrahams Schoß tragen, den Leib in seinem Kämmer⸗ lein gar sanft ohn einge Qual und Pein ruhn bis zum jüngsten Tage; alsdann vom Tod erwecke mich, daß meine Augen sehen dich in aller Freud, o Gottessohn, mein Heiland und mein Gnadenthron! Herr Jesu Christ, erhöre mich, erhöre mich! Ich will dich preisen ewiglich. Mart. Schalling, 4 1608. 18⁴ 269 Wie schön leuchtet der Morgen⸗ stern, voll Gnad und Wahr⸗ heit von dem Herrn, aus Juda aufgegangen! Du Davids Sohn, aus Jakobs Stamm, du Gottessohn und Gotteslamm, erfüllst mich mit Verlangen, lieblich, freundlich, schön und mächtig, groß und prächtig, reich an Gaben, über alles hoch er⸗ haben. 2. O meine Perl, du werte Kron, Sohn Gottes und Marien Sohn, ein hoch⸗ geborener König! Du meines Herzens schönste Blum, dein süßes Evangelium ist lauter Milch und Honig. Jesu, Jesu, Hosianna! Himmlisch Manna, das wir essen, deiner kann ich nicht vergessen. 3. Geuß sehr tief in mein Herz hinein, du helles Licht und Himmelsschein, die Flamme deiner Liebe, und stärk mich, daß ich ewig bleib an deinem auserwählten Leib ein Glied voll Lebenstriebe. In dir laß mir, ohn Auf⸗ hören, sich vermehren Lieb und Freude, daß uns selbst der Tod nicht scheide. 4. Von Gott kommt mir ein Freudenschein, wenn mich die heilgen Augen dein so mildiglich anblicken. O Jesu, du mein trautes Gut, dein Wort, dein Geist, dein Leib Wiedergeburt und Heiligung. und Blut mich innerlich er⸗ quicken! Tröst mich freund⸗ lich, hilf mir Armen aus Erbarmen, hilf in Gnaden! Auf dein Wort komm ich geladen. 5. Gott Vater, o mein starker Held, du hast mich ewig vor der Welt in deinem Sohn geliebet; dein Sohn hat mich ihm selbst ver⸗ traut, auf ihn mein Herz mit Freuden schaut, drum mich auch nichts betrübet. Heil mir, Heil mir! Himm⸗ lisch Leben wird er geben mir dort oben; ewig soll mein Herz ihn loben. Spielt unserm Gott mit Saitenklang, und laßt den süßesten Gesang ganz freudenreich erschallen; ich will mit meinem Jesus Christ, der mir mein Eins und Alles ist, in steter Liebe wallen. Singet, klinget, ju⸗ bilieret, triumphieret, dankt dem Herren; groß ist der König der Ehren. 7. Wie freu ich mich, Herr Jesu Christ, daß du der erst und letzte bist, der Anfang und das Ende! Du wirst mich einst zu deinem Preis aufnehmen in dein Paradeis; drauf faß ich deine Hände. Amen, Amen, komm, du schöne Freudenkrone, bleib nicht lange; deiner wart ich mit Verlangen. Ph. Nikolai, 4 1608. Te— NN — Mel Es ist gewißlich an der Zeit ꝛc. 270 Such, wer da will, ein ander Ziel, die Seligkeit zu finden, mein Herz allein bedacht soll sein, auf Christum sich zu gründen, Sein Wort ist wahr, sein Werk ist klar; sein heilger Mund hat Kraft und Grund, all Feind zu über⸗ winden. 2. Such, wer da will, Nothelfer viel, die uns doch nichts erworben; hier ist der Mann, der helfen kann, bei dem nie was verdorben. Uns wird das Heil durch ihn zu Teil; uns macht gerecht der treue Knecht, der für uns ist gestorben. ö 3. Ach, sucht doch den, laßt alles stehn, die ihr das Heil begehret! Er ist der Herr und keiner mehr, der euch das Heil gewähret. Sucht ihn all Stund aus Herzensgrund, sucht ihn allein; denn wohl wird sein dem, der ihn herz⸗ lich ehret. 4. Mein Herzenskron, mein Freudensonn sollst du, Herr Jesu, bleiben; laß mich doch nicht von deinem Licht durch Eitelkeit vertreiben; bleib du mein Preis, dein Wort mich speis; bleib du mein Ehr, dein Wort mich lehr, an dich stets fest zu glauben. Liebe. 185⁵5 5. Wend von mir nicht dein Angesicht, laß mich in Kreuz nicht zagen; weich nicht von mir, mein höchste Zier, hilf mir mein Leiden tragen; hilf mir zur Freud nach die⸗ sem Leid, hilf, daß ich mag nach dieser Klag dir ewig dort Lob sagen. 6. Weißel, + 1635. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht 1. 271 MI Jesum laß ich nicht! Weil er sich für mich ge⸗ geben, so erfordert meine Pflicht, unverrückt nur ihm zu leben; er ist meines Lebens Licht, meinen Jesum laß ich nicht. 2. Jesum laß ich ewig nicht, weil ich soll auf Erden leben; ihm hab ich voll Zu⸗ versicht, was ich bin und hab, ergeben; alles ist auf ihn gericht, meinen Jesum laß ich nicht. 3. Laß vergehen das Ge⸗ sicht, alle Sinne mir ent⸗ weichen; laß das letzte Tages⸗ licht mich auf dieser Welt erreichen: wenn der Lebens⸗ faden bricht, meinen Jesum laß ich nicht. 4. Ich werd ihn auch lassen nicht, wenn ich nun dahin gelanget, wo vor sei⸗ nem Angesicht meiner Väter Glaube pranget; mich erfreut sein Angesicht, meinen Jesum laß ich nicht. 186 Wiedergeburt und Heiligung. 5. Nicht nach Welt, nach Himmel nicht meine Seel in mir sich sehnet: Jesum wünscht sie und sein Licht, der mich hat mit Gott ver⸗ söhnet und befreiet vom Ge⸗ richt; meinen Jesum laß ich nicht. 6. Jesum laß ich nicht von mir, geh ihm ewig an der Seiten; Christus läßt mich für und für zu den Lebens⸗ bächen leiten. Selig, wer mit mir so spricht: meinen Je sum laß ich nicht! Chr. Keymann, 4 1662. Mel. Komm, o komm, du Geist des Lebens ꝛe. 272 CJesus, Jesus, nichts XVals Jesus soll mein Wunsch sein und mein Ziel! Jetzund mach ich ein Verbündnis, daß ich will, was Jesus will; denn mein Herz mit ihm erfüllt, rufet nur: Herr, wie du willt. 2. Einer ist es, dem ich lebe, den ich liebe früh und spat: Jesus ist es, dem ich gebe, was er mir gegeben hat; ich bin in dein Blut verhüllt, führe mich, Herr, wie du willt. 3. Scheinet was, es sei mein Glücke, und ist doch zu⸗ wider dir, ach, so nimm es bald zurücke, Jesu, gieb, was nützet mir; gieb dich mir, mein Jesu mild; nimm mich dir, Herr, wie du willt. 4. Und vollbringe deinen Willen in und an mir, o mein Gott; deinen Willen laß erfüllen mich im Leben, Freud und Not, sterben als dein Ebenbild, Herr, wann, wie und wo du willt. 5. Sei auch, Jesu, stets gepriesen, der du dich und viel dazu hast geschenkt und mir erwiesen, daß ich fröh⸗ lich singe nu: mir geschehe, Gott, mein Schild, wie du willt, Herr, wie du willt! Ludämilia Elisabeth, Gräfin zu Schwarzburg⸗Rudolstadt, 4 1672. 273 Och will dich lieben, meine Stärke, ich will dich lieben, meine Zier; ich will dich lieben mit dem Werke und immer⸗ währender Begier; ich will dich lieben, schönstes Licht, bis mir das Herze bricht. 2. Ich will dich lieben, o mein Leben, als meinen aller⸗ besten Freund; ich will dich lieben und erheben, so lange mir dein Glanz erscheint; ich will mit reiner Liebes⸗ flamm dich lieben, Gottes⸗ lamm. 2. Ach, daß ich dich so spät erkannte, du hochgelobte Liebe du, daß ich nicht eher mein dich nannte, du höchstes Gut und wahre Ruh! Es ist mir leid, ich bin betrübt, daß ich so spät geliebt. ——.—.—2—2———.— Rrnnn Liebe. 187 4. Ich lief verirrt und war verblendet, ich suchte dich und fand dich nicht; ich hatte mich von dir gewendet und liebte das geschaffne Licht; nun aber ists durch dich geschehn, daß ich dich hab gesehn. 5. Ich danke dir, du wahre Sonne, daß mir dein Glanz hat Licht gebracht; ich danke dir, du Himmels⸗ wonne, daß du mich froh und frei gemacht; ich danke dir, du güldner Mund, daß du mich machst gesund. 6. Erhalte mich auf deinen Stegen, und laß mich nicht mehr irre gehn; laß meinen Fuß in deinen Wegen nicht straucheln oder stille stehn; erleucht mir Leib und Seele ganz, du starker Himmels⸗ glanz. 7. Ich will dich lieben, meine Krone, ich will dich lieben, meinen Gott, dich lieben auch bei Schmach und Hohne, auch in der aller⸗ größten Not; ich will dich lieben, schönstes Licht, bis mir das Herze bricht. I. Scheffler, 4 1677. Mel. Komm, o komm, du Geist des Lebens ꝛc. 27 4 Liebe, die du mich zum Bilde deiner Gottheit hast gemacht; Liebe, die du mich so milde nach dem Fall zurück gebracht; Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 2. Liebe, die du mich er⸗ koren, eh denn ich geschaffen war; Liebe, die du Mensch geboren und mir gleich wardst ganz und gar; Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 3. Liebe, die für mich gelitten und gestorben in der Zeit; Liebe, die mir hat er⸗ stritten ewge Lust und Selig⸗ keit; Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 4. Liebe, die du Kraft und Leben, Licht und Wahrheit, Geist und Wort; Liebe, die sich ganz ergeben mir zum Heil und Seelenhort; Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 5. Liebe, die mich hat ebunden an ihr Joch mit Leib und Sinn; Liebe, die mich überwunden und mein Herz hat ganz dahin; Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 6. Liebe, die mich ewig liebet, die für meine Seele litt; Liebe, die das Lösgeld giebet und mich kräftiglich vertritt; Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewig⸗ lich. 7. Liebe, die mich wird entrücken aus dem Grab der Sterblichkeit; Liebe, die mich 13 einst 188 Wiedergeburt und Heiligung. einst wird schmücken mit der Kron der Herrlichkeit; Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. J. Scheffler, 4 1677. Mel. Jesu, meines Lebens Leben 1. 275 Jesus schwebt mir V in Gedanken, Jesus liegt mir stets im Sinn, von ihm will ich nimmer wanken, weil ich hier im Leben bin. Es ist meiner Augen Weide, meines Herzens höchste Freude, meiner Seele schönste Zier; Jesum lieb ich für und für. 2. Jesus funkelt mir im Herzen, wie ein Stern mit goldnem Schein; er vertreibt mir Angst und Schmerzen, er ist mein und ich bin sein. Drum ergreif ich ihn mit Freuden, wenn ich soll von hinnen scheiden; er ist meines Lebens Licht; Jesum laß ich von mir nicht. 3. Jesum will ich bei mir haben, wenn ich gehe aus und ein; seines Geistes Trost und Gaben ruhn in meines Herzens Schrein. Wenn ich mich zur Ruh begebe, oder mich vom Schlaf erhebe, bleibt doch Jesus früh und spat meiner Seelen Schutz und Rat. 4. Jesum will ich lassen raten, der am besten raten kann: er gesegne meine Thaten, die ich fröhlich fange an, daß in seinem teuren Namen alles glücklich sei und Amen; so wird alles werden gut, wenn nur Jesus Hilfe thut. 5. Jesus, meiner Jugend Leiter von des Lebens An⸗ beginn, wird auch sein mein Trostbereiter, wenn ich alt und kraftlos bin; wenn sich krümmen meine Glieder und die Lebenssonn geht nieder, wenn verdunkelt mein Ge⸗ sicht: meinen Jesum laß ich nicht! 6. Jesus soll in allen Leiden mein getreuer Bei⸗ stand sein; nichts, nichts soll mich von ihm scheiden; keine Angst und Herzenspein, keine Trübsal, keine Schmerzen reißen ihn aus meinem Herzen; ob mir gleich das Herze bricht, laß ich dennoch Jesum nicht. 7. Jesu leben, Jesu sterben, Jesu einzig eigen sein und mit Jesu dorten erben: dies ist mein Gewinn allein. Jesu will ich sein und bleiben, nichts, nichts soll mich von ihm treiben; laß ich gleich Gut, Blut und Ehr: Jesum laß ich nimmermehr. Vor 1692. Mel. Jesu, meines Lebens Leben 1. 276 CJesu, meiner Seele ** Leben, meines Herzens höchste Freud, dir will ——282———— & will ich mich ganz ergeben, jetzo und in Ewigkeit; meinen Herrn will ich dich nennen, und vor aller Welt bekennen, daß ich dein bin und du mein; ich will keines andern ein. 2. Deine Güt hat mich umfangen, eh mich noch die Welt empfing; du bist mir schon nachgegangen, als ich noch nach dir nicht ging, und du hast mich aufgenommen, da ich an das Licht gekom⸗ men: ich bin dein und du bist mein; ich will keines andern sein. 3. Auf der Kindheit wilden Wegen folgte mir stets deine Güt; deines Geistes Trieb und Segen regte mir oft mein Gemüt, wenn ich etwa über⸗ treten, daß ich wiederkäm mit Beten: ich bin dein und du bist mein; ich will keines andern sein. 4. Ach, wie oft hat meine Jugend deine Gnadenhand gefaßt, wenn die Frömmig⸗ keit und Tugend war in meinem Sinn verhaßt. Ach, ich wäre längst gestorben ohne dich, und längst ver⸗ dorben! Ich bin dein, und du bist mein; ich will keines andern sein. 5. Ja, in meinem ganzen Leben hat mich stets dein Licht geführt; du hast, was ich hab, gegeben, du hast meinen Lauf regiert; deine Liebe. 189 Güt, die täglich währet, hat mich immerdar ernähret: ich bin dein und du bist mein; ich will keines andern sein. 6. Irr ich, sucht mich deine Liebe; fall ich, hilfet sie mir auf; ist es, daß ich mich betrübe, stärkt sie mich in meinem Lauf; bin ich arm, sie giebt mir Güter; schlaf ich ein, sie ist mein Hüter: ich bin dein, und du bist mein; ich will keines andern sein. 7. Dein Geist zeiget mir das Erbe, das mir droben beigelegt; ich weiß, wenn ich heute sterbe, wo man meine Seel hinträgt: zu dir, Jesu, in die Freude, daß mich nichts mehr von dir scheide! Ich bin dein, und du bist mein; ich will keines andern sein. 8. Drum ich sterbe oder lebe, bleib ich doch dein Eigentum; dir allein ich mich ergebe, du bist meiner Seelen Ruhm, meine Zu⸗ versicht und Freude, meines Herzens Trost im Leide: ich bin dein und du bist mein; ich will keines andern sein. Ch. Scriver, 4 1693. 277 ins ist not, ach, Herr, dies eine lehre mich erkennen doch! Alles andre, wie's auch scheine, ist ja nur ein 13* schweres 190 Wiedergeburt und Heiligung. schweres Joch, darunter das Herze sich naget und plaget und dennoch kein wahres Ver⸗ gnügen erjaget. Erlang ich dies eine, das alles ersetzt, so werd ich mit einem in allem ergötzt. 2. Seele, willst du dieses finden, suchs bei keiner Krea⸗ tur; laß, was irdisch ist, da⸗ hinten, schwing dich über die Natur. Wo Gott und die Menschheit in einem vereinet, wo alle vollkommene Fülle erscheinet, da, da ist das beste, notwendigste Teil, mein ein und mein alles, mein seligstes Heil. 3. Darum ist auch mein Verlangen, liebster Jesu, nur bei dir; laß mich treulich an dir hangen, schenke dich zu eigen mir. Wie viele dich auch mit der Menge ver⸗ lassen, so will ich in Liebe dich dennoch umfassen; denn dein Wort, o Jesu, ist Leben und Geist, der einzig den Weg uns zur Seligkeit weist. 4. Aller Weisheit höchste Fülle in dir ja verborgen liegt; gieb nur, daß sich auch mein Wille fein in solche Schranken fügt, worinnen die Demut und Einfalt regieret und mich zu der Weisheit, die himmlisch ist, führet. Ach, wenn ich nur Jesum recht kenne und weiß, so hab ich der Weisheit voll⸗ kommenen Preis. 5. Nichts kann ich vor Gott ja bringen, als nur dich, mein höchstes Gut; Jesu, es muß mir gelingen durch dein heilig teures Blut. Die höchste Gerechtigkeit ist mir erworben, da du bist am Stamme des Kreuzes jestorben; da hab ich die leider des Heiles erlangt, worinnen mein Glaube in Ewigkeit prangt. 6. Nun so gieb, daß meine Seele auch nach deinem Bild erwacht: du bist ja, den ich erwähle, mir zur Heiligung gemacht, Was dienet zum göttlichen Wandel und Leben, ist in dir, mein Heiland, mir alles gegeben; entreiße mich aller vergäng⸗ lichen Lust; dein Leben sei, Jesu, mir einzig bewußt. 7. Ja, was soll ich mehr verlangen? Auf mich strömt die Gnadenflut; du bist ein⸗ mal eingegangen in das Heilge durch dein Blut: du hast mir die ewge Er⸗ lösung erfunden, daß ich nun von Tod und Verdamm⸗ nis entbunden, dein Ein⸗ gang die völlige Freiheit mir bringt; im kindlichen Geiste das Abba nun klingt. 8. Volles Gnügen, Fried und Freude jetzo meine Seel ergötzt, weil auf eine frische Weide mein Hirt Jesus mich gesetzt, mir eiste ried Seel ische ch mi setzt, gesetzt. Nichts Süßres kann also mein Herze erlaben, als wenn ich nur, Jesu, dich immer soll haben; nichts, nichts ist, das also mich innig erquickt, als wenn ich dich, Jesu, im Glauben er⸗ blickt. 9. Drum auch, Jesu, du alleine sollst mein ein und alles sein; prüf, erfahre, wie ichs meine, tilge allen Heuchelschein; sieh, ob ich auf bösem, betrüglichem Stege, und leite mich, Höchster, auf ewigem Wege; laß Schmach mich nicht achten, nicht Leiden noch Tod, und Jesum gewinnen; dies eine ist not. J. H. Schröder 4 1728. 278 Seelonkräucigan, Jesu, Gottes Lamm! Habe Dank für deine Liebe, die für mich aus reinem Triebe starb am Kreuzesstamm, Jesu, Gottes Lamm. 2. Deine Liebesglut stärket Mut und Blut, wenn du freundlich mich anblickest und mit deinem Geist erquickest, macht mich wohlgemut dei⸗ ner Liebe Glut. 3. Wahrer Mensch und Gott, Trost in Not und Tod! Du bist darum Mensch geboren, zu ersetzen, was verloren, durch den Kreuzes⸗ tod, wahrer Mensch und Gott. Liebe. 191 4. Meines Glaubens Licht laß verlöschen nicht! Salbe mich mit Freudenöle, daß hinfort in meiner Seele ja verlösche nicht meines Glau⸗ bens Licht. 5. So werd ich in dir bleiben für und für; deine Liebe will ich ehren und in mir dein Lob vermehren, weil ich für und für bleiben werd in dir. 6. Held aus Davids Stamm, deine Liebesflamm mich ernähre, und verwehre, daß die Welt mich nicht versehre, ob sie mir auch gram, Held aus Davids Stamm! 7. Deinen Frieden gieb aus so großer Lieb uns, den Deinen, die dich kennen, und nach dir sich Christen nennen; denen du bist lieb, deinen Frieden gieb. 8. Wer der Welt abstirbt, sich mit Ernst bewirbt dir zu leben und zu trauen, der wird bald mit Freude schauen, daß niemand verdirbt. der der Welt abstirbt. 9. Nun ergreif ich dich, du mein ganzes Ich, ich will nimmermehr dich lassen, sondern gläubig dich um⸗ fassen, weil im Glauben ich nun ergreife dich. 10. Hier durch Spott und Hohn, dort die Ehrenkron; hier im Hoffen und Ver⸗ trauen, dort im Haben und im 192 im Schauen; denn die Ehrenkron folgt auf Spott und Hohn. 11. Jesu, hilf, daß ich allhier ritterlich alles durch dich überwinde und in deinem Sieg empfinde, wie so ritterlich du gekämpft für mich. 12. Du mein Preis und Ruhm, werte Himmelsblum! In mir soll nun nichts er⸗ schallen, als was dir nur kann gefallen, werte Him⸗ melsblum, du, mein Preis und Ruhm! A. Drese, 1701. Mel. Es ist das Heil uns ꝛc. 279 Hen im Gedächt⸗ nis Jesum Christ, den Heiland, der auf Erden vom Thron des Himmels kommen ist, dein Bruder da zu werden; ver⸗ giß nicht, daß er dir zu gut hat angenommen Fleisch und Blut; dank ihm für diese Liebe! 2. Halt im Gebächtnis Jesum Christ, der für dich hat gelitten und dir, da er gestorben ist, am Kreuz das Heil erstritten. Besieget hat er Sünd und Tod und dich erlöst aus aller Not; dank ihm für diese Liebe! 3. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, der auch am dritten Tage siegreich vom Wiedergeburt und Heiligung. Tod erstanden ist, befreit von Not und Plage; bedenke, daß er Fried gemacht, das Leben wieder hat gebracht; dank ihm für diese Liebe! 4. Halt im Gedächtnis Laden Christ, der nach den eidenszeiten gen Himmel aufgefahren ist, die Stätt dir zu bereiten, da du sollst bleiben allezeit und sehen seine Herrlichkeit; dank ihm für diese Liebe! 5. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, der einst wird wiederkommen und sich, was tot und lebend ist, zu richten vorgenommen. O sorge, daß du da bestehst und mit ihm in sein Reich eingehst, ihm ewiglich zu danken. 6. Gieb, Jesu, gieb, daß ich dich kann mit wahrem Glauben fassen, und nie, was du an mir gethan, mö aus dem Herzen lassen, daß dessen ich in aller Not mich trösten mag und durch den Tod zu dir ins Leben dringen. Cyriak. Günther, 4 1704. Mel. Nun freut euch, lieben Christen ꝛc. 280 Oren wie soll ich dich mit Lobe würdig zieren? In deine Tiefen will ich mich, o volle See, verlieren. Es flammet Gottes Herrlichkeit, es Liebe. 193 es brennt die ganze Ewig⸗ keit: bleibt noch mein Herz erkaltet? O Liebe, die Gott seinen Sohn aus seinem Schoß genommen! Er ist von dem gestirnten Thron zu uns herabgekommen; sein Mangel, Knechtschaft, Kreuz und Grab sind uns ein Bild, zu malen ab, wie stark Gott lieben könne. 3. Hör auf zu grübeln, glaub allein! Kannst du dies Meer nicht gründen, so wirf dich blindlings nur hinein mit allen deinen Sünden; laß dem das Herze sein ge⸗ währt, der dir sein Herz hat ausgeleert; gieb Herz für Herz zum Opfer. 4. O liebster Vater, nimm es hin! Gieb Kraft um dich zu lieben; Herz und Begier⸗ den, Mut und Sinn sei dir hiermit verschrieben; brenn aus das Feuer böser Lust, laß ewig nichts in dieser Brust als deine Liebe glühen. F. A. Lampe, 4 1729. Mel. O fröhliche Stunden ꝛe. 281 O Ursprung des Lebens, o ewiges Licht, da niemand vergebens sucht, was ihm gebricht! Lebendige Quelle, die lauter und helle sich aus seinem heiligen Tempel ergießt und in die begierigen Seelen ein⸗ fließt. 2. Du sprichst: wer be⸗ gehret zu trinken von mir, was ewiglich nähret, der komme; allhier sind himm⸗ lische Gaben, die kräftiglich laben; er trete im Glauben zur Quelle heran; hier ist, was ihn ewig beseligen kann. 3. Mein Hirt und mein Hüter, ich komme zu dir, ge⸗ währe die Güter des Heiles auch mir; du kannst dein Versprechen mir Armen nicht brechen; du siehest, wie elend und dürftig ich bin, drum gieb deine Gaben aus Gna⸗ den nur hin. 4. O Brunngquell, du labest Geist, Seele und Mut, und wen du begabest, hat ewiges Gut; wenn man dich genießet, wird alles versüßet; es jauchzet und singet das fröhliche Herz, es weichet zu⸗ rücke der bittere Schmerz. 5. Drum gieb mir zu trinken, wie dein Wort ver⸗ heißt, laß gänzlich versinken den sehnenden Geist im Meer deiner Liebe, laß heilige Triebe mich immerfort trei⸗ ben zum Himmlischen hin; es werde mein Herze ganz selig darin. 6. Wenn du auch vom Leiden was schenkest mit ein, so laß mich mit Freuden gehorsam dir sein; denn alle die, welche mittrinken vom e 19⁴ Wiedergeburt und Heiligung. vom Kelche, den du hast ge⸗ trunken im Leide allhier, die werden dort ewig sich freuen mit dir. 7. Drum laß mich auch werden, mein Jesu, erquickt, da, wo deine Herden kein Leiden mehr drückt, wo Freude die Fülle, wo lieb⸗ liche Stille, wo Wonne und Jauchzen, wo Herrlichkeit wohnt, wo heiliges Leben wird ewig belohnt. Ch. J. Koitsch, 4 1735. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele ꝛc. 282 H deine Menschenliebe war die Quelle deiner Triebe, die dein treues Herz bewogen, dich in unser Fleisch gezogen, dich mit Schwachheit über⸗ decket, dich vom Kreuz ins Grab gestrecket. O der unge⸗ meinen Triebe deiner treuen Menschenliebe! 2. Über seine Feinde weinen, jedermann mit Hilf erscheinen, sich der Blinden, Lahmen, Armen mehr als väterlich erbarmen, der Be⸗ trübten Klagen hören, sich in andrer Dienst verzehren, sterben für die ärgsten Sün⸗ der, das ist Lieb, o Menschen⸗ kinder! O du Zuflucht der Elenden, wer hat nicht von deinen Händen Segen, Hilf und Heil genommen, der ge⸗ beugt zu dir gekommen? O wie ist dein Herz gebrochen, wenn dich Kranke ange⸗ sprochen? O wie pflegtest du zu eilen, das Erbetne mit⸗ zuteilen! 4. Die Betrübten zu er⸗ quicken, zu den Kleinen sich zu bücken, die Unwissenden zu lehren, die Verführten zu bekehren, Sünder, die sich selbst verstocken, täglich lieb⸗ reich zu sich locken: das war deines Werkes Weise, Herr, und deine liebste Speise. 5. Deine Lieb hat dich getrieben, Sanftmut und Ge⸗ duld zu üben, ohne Schelten, Drohen, Klagen andrer Schmach und Last zu tragen, allen freundlich zu begegnen, für die Lästerung zu segnen, für der Feinde Schar zu beten und die Mörder zu vertreten. 6. O wie hoch stieg dein Erbarmen, da du für die ärmsten Armen dein unschätz⸗ bar teures Leben in den ärgsten Tod gegeben; da du in der Sünder Händen, alle Leiden zu vollenden, und den Segen zu erwerben, als ein Fluch hast wollen sterben! Herr, laß deine Liebe decken meiner Sünden Meng und Flecken: du hast das Gesetz erfüllet, seinen Fluch hast du gestillet; laß mich wider dessen Stürmen deiner Liebe Schild beschirmen; heilge —.E—„nssSs& ⁰KRNn N- Liebe. 19⁵ heilge meines Herzens Triebe, salbe sie mit deiner Liebe. J. J. Rambach, 1 1735. Mel: Wie wohl ist mir, o Freund ꝛc. 283 Lebst du in mir, o wahres Leben, so sterbe nur, was du nicht bist; ein Blick von dir kann mehr mir geben, als was der Welt das liebste ist. O Jesu, du sollst mein ver⸗ bleiben, nichts wird mich von der Liebe treiben, die du mir zugesaget hast. O süße Wonne, die mich tränket, wenn sich die Seel in dich versenket und dich, o Seelen⸗ freund, umfaßt! Herz, das in Liebes⸗ lut gestorben, ach laß mein erz in Flammen stehn; entzünd das Herz, das du erworben, und laß darinnen untergehn, was du nicht bist, o mein Vergnügen; laß mich in deiner Liebe siegen, ja, siege du nur selbst in mir: so werd ich fröhlich trium⸗ phieren, so wird dein Todes⸗ sieg mich zieren, so leb und leid und sterb ich dir. 3. Zünd auch in mir die Liebesflammen zum Dienste deiner Glieder an; bind mich und ihre Not zusammen, da⸗ mit ich mich versichern kann, ich sei also wie du gesinnet, wenn mein Geist die Gestalt gewinnet, die deinem Sinn recht ähnlich ist; so werd ich Freund und Feinde lieben, so wird ihr Kummer mich betrüben, wie du mir vorge⸗ gangen bist. 4. Gieb mir des Glaubens Licht und Kräfte, damit er wahre Früchte zeigt; mach mich zur Rebe voller Säfte, die sich nach dir, dem Wein⸗ stock, neigt; du bist der Fels, auf den ich baue, du bist mein Heiland, dem ich traue, du bist des Glaubens fester Grund. Wenn sich die Zweifelsstunden finden, so laß die Hilfe nicht verschwinden, und mach den kranken Geist gesund. 5. Hilf, daß die Hoffnung nicht erlieget, und daß dein Kreuz ihr Anker ist, gieb, daß sie alle Angst besieget durch dich, der du mein Alles bist. Die Welt mag auf das Eitle bauen, ich aber will auf dich nur schauen, o Jesu, meiner Hoffnung Licht; ich will dich stets in Lieb umfassen, dich, der du mich nicht wirst ver⸗ lassen, denn deine Liebe wanket nicht. 6. Willst du mich noch im Leben wissen, so leb ich, weil es dir beliebt; werd ich vom Tode hingerissen, so bin ich gleichfalls nicht betrüht; dein Leben laß stets in mir leben, dein Sterben laß mir Stärke geben, wenn meines Lebens Ziel erscheint. nn, wi 196 Wiedergeburt und Heiligung. will dir meinen Willen schen⸗ ken, ich will im Tod und Leben denken, daß du es gut mit mir gemeint. Ph. Balth. Sinold, + 1742. Mel. Nun sich der Tag geendet hat ꝛc. 284 Der du noch in der letzten Nacht, eh du für uns er⸗ blaßt, den Deinen von der Liebe Macht so schön gepre⸗ digt hast. 2. Erinnre deine kleine Schar, die sich so leicht ent⸗ zweit, daß deine letzte Sorge war: der Glieder Einigkeit. Graf N. L. v. Zinzendorf, 1760. Mel. Alles ist an Gottes Segen ꝛc. 285 Nem so will ich denn mein Leben völlig meinem Gott ergeben; nun wohlan, es ist geschehn; Sünd, ich will von dir nicht hören; Welt, ich will mich von dir kehren, ohne je zurück zu sehn. 2. Hab ich sonst mein Herz geteilet, hab ich hie und da verweilet: endlich sei der Schluß gemacht, meinen Willen ganz zu geben, meinem Gott allein zu leben, ihm zu dienen Tag und Nacht. 3. Herr, ich opfre dir zur Gabe all mein Liebstes, das ich habe; schau, ich halte nichts zurück; schau und prüfe Herz und Nieren; solltest du was Falsches spüren, nimm es diesen Augenblick. 4. Ich scheu keine Müh und Schmerzen; gründlich und von ganzem Herzen will ich folgen deinem Zug. Kann ich stetig und in allem deinen Augen nur gefallen, ach, so hab ich ewig gnug. 5. Eines will ich nur be⸗ trachten, und nicht wissen, noch drauf achten, was sonst draußen mag geschehn; fremd der Welt und ihren Sorgen, will ich hier, in dir verborgen, als ein wahrer Pilger gehn. 6. Dich allein will ich erwählen; alle Kräfte meiner Seelen nimm nur ganz in deine Macht, ja, ich will mich dir verschreiben, laß es ewig feste bleiben, was ich dir hab ugesagt. 55 sag G. Terstegen, 1769. Mel. Was Gott thut, das ist ꝛc. 286 Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; dir bleibt mein Herz ergeben; du kennst dies Herz, das red⸗ lich spricht: nur Einem will ich leben. Du, du allein, du sollst es sein; du sollst mein Trost auf Erden, mein Glück im Himmel werden. 2. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; ich halte dich im Glauben! Nichts kann mir meine Zuversicht und deine Gnade ——2—56563— 7—— 8— Gnade rauben. Der Glau⸗ bensbund hat festen Grund; die deiner sich nicht schämen, die kann dir niemand neh⸗ men. 3. Dich. Jesum, laß ich ewig nicht; aus göttlichem Erbarmen gingst du für Sünder ins Gericht und büßtest für mich Armen. Aus Dankbarkeit will ich allzeit um deines Leidens willen die Pflicht der Treu erfüllen. 4. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; du stärkest mich von oben. Auf dir steht meine Zurersicht, wenn meine Feinde toben. Ich flieh zu dir, du eilst zu mir; wenn mich die Feinde hassen, wirst du mich nicht verlassen. 5. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; nichts soll von dir mich scheiden. Es bleibet jedes Gliedes Pflicht, mit seinem Haupt zu leiden. Doch all mein Leid währt kurze Zeit; bald ist es über⸗ standen, und Ruh ist dann vorhanden. 6. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; nie soll mein Glaube wanken; und wenn des Leibes Hütte bricht, sterb ich mit dem Gedanken: mein Freund ist mein und ich bin sein; er ist mein Schutz und Tröster, und ich bin sein Er⸗ löster. Ehrenfried Liebich, 2 1780. Liebe. 197 Mel. Herr, ich habe miß⸗ gehandelt ꝛc 287 Seid barmherzig, Menschen, höret, hört das heiligste Gebot, das uns Jesus Christus lehret: seid barmherzig, seids wie Gott; gebt, so wird auch euch gegeben, was euch not ist, Heil und Leben. 2. So viel Menschen, so viel Brüder! Ein Gott ists, der uns erschuf. Wir sind alle Christi Glieder; allge⸗ mein ist Gottes Ruf. So den Bösen, wie den Seinen läßt der Herr die Sonne scheinen. 3. Gottes Bild in euch zu sehen, seid barmherzig, so wie er; eilt, den Armen beizustehen; was ihr gebt, empfängt der Herr. Weiß es Gott und dein Gewissen, darfs die linke Hand nicht wissen. 4. Was ihr habt, mit Armern teilen, sehn, was jedem frommt und nützt, des Verlassnen Wunden heilen, schützen den, den niemand schützt, ohne Stolz, von Pflicht gedrungen, heißt: nach Ruhm bei Gott ge⸗ rungen. 5. Herr, wir geben von dem Deinen, Geber, dem der Dank gebührt! Laß, wenn unsre Brüder weinen, unser Herz nie ungerührt; daß, wenn wir zu dir uns nahen, 198 nahen, wir auch Hilf und Trost empfahen! Th. G. v. Hippel, 4 1796. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛc. 288 u Vater deiner Menschenkinder, der du die Liebe selber bist, und dessen Herz auch gegen Sünder noch gütig und voll Mitleid ist, laß mich von ganzem Herzen dein, laß michs mit allen Kräften sein! 2. Gieb, daß ich als dein Kind dich liebe, da du mich als dein Vater liebst, und so gesinnt zu sein mich übe, wie du mir selbst die Vor⸗ schrift giebst! Was dir ge⸗ fällt, gefall auch mir; nichts bin mich, mein Gott, von ir! 3. Vertilg in mir durch deine Liebe den Hang zur Liebe dieser Welt, und gieb, daß ich Verleugnung übe, wenn mir was eitles noch gefällt. Wie sollte ich die Kre⸗ atur dir vorziehn, Schöpfer der Natur? 4. Laß mich um deiner Liebe willen gern thun, was mir dein Wort gebeut! Kann ichs nicht, wie ich soll, erfüllen, so sieh auf meine Willigkeit und rechne mir nach deiner Huld die Schwachheit, Vater, nicht zur Schuld! Wiedergeburt und Heiligung. 5. Der liebt dich nicht, der noch mit Freuden das thut, was dir, o Gott, miß⸗ fällt; drum laß es mich mit Ernst vermeiden, gefiel es auch der ganzen Welt. Die kleinste Sünde selbst zu scheun, laß, Vater, mich be⸗ flissen sein. Aus Liebe laß mich alles leiden, was mir dein weiser Rat bestimmt; du führst durch Trübsal den zu Freuden, der seine Last gern auf sich nimmt; und wer sein Leiden weislich nützt, wird mächtig von dir unter⸗ stützt. 7. In deiner Liebe laß mich sterben, dann wird selbst Sterben mein Gewinn; dann werd ich deinen Him⸗ mel erben, wo ich dir ewig nahe bin. Da lieb ich in Vollkommenheit dich, Vater der Barmherzigkeit. Nach B. Schmolck, 4 1737, von S. Diterich, 4 1797. Mel. Nun sich der Tag geendet hat ꝛc. 289 O Christ, wenn Arme manches⸗ mal vor deiner Thüre stehn, merk auf, ob nicht in ihrer Zahl der Herr sei ungesehn. 2. Und wenn ihr matter Ruf so bang erschallt zu dir herein, horch auf, ob seiner Stimme Klang nicht möchte drunter sein. et V h u 2 0 f 2 D —. Liebe. 3. O nicht so fest und eng verschließ die Thüren und das Herz; ach, wer den Heiland von sich stieß, was träfe den für Schmerz! 4. Drum reiche mild der Liebe Zoll dem Dürftigen hinaus, und öffne gern und mitleidsvoll dem Flehenden dein Haus. 5. Denn ehe du dich wirst versehn, wird dein Herr Jesus Christ hinein zu deiner Thüre gehn, weil sie so gast⸗ lich ist. 6. Und ehe du ihn noch erkannt, der arm erschien vor dir, erhebt er seine heilge Hand zum Segen für und für; 7. Zum Segen über deinen Tisch und über all dein Gut, und über deine Kinder frisch und deinen frohen Mut; 8. Zum Segen über deine Zeit, die du hienieden gehst, und über deine Ewigkeit, wo du dort oben stehst: 9. Dort oben, wo er dann die Thür dir auf mit Freu⸗ den thut, wie ihm und sei⸗ nen Brüdern hier du thatst mit frommem Mut. W. Hey, 1 1854. Mel. Jesu, meines Lebens Leben 2. 0 Wenn auch wie ein 290 Psalter klänge meine Rede fromm und schön; ja, wenn meine Zunge 199 sänge Engeln gleich in Him⸗ melshöhn: hätt ich keine Lieb im Herzen, ach, so wär ich gleich den Erzen, gleich der Schelle, die erklingt, doch kein Leben hat noch bringt. 2. Wenn ich mit Pro⸗ phetenklarheit schon die Zu⸗ kunft säh erfüllt; wenn mir kund wär alle Wahrheit, kein Geheimnis mehr ver⸗ hüllt; wenn ich jenen Glau⸗ ben hätte, der versetzt der Berge Stätte: ach, das alles hilft mir nicht, wenns an Liebe mir gebricht. 3. Wenn ich alle meine Habe teilte den Bedürftgen aus, und den Greis am Bettelstabe gastlich führte in mein Haus; wenn ich, Chri⸗ stum zu bekennen, meinen Leib selbst ließe brennen: ach, das alles hilft mir nicht, wenns an Liebe mir gebricht. 4. Liebe, Liebe ist die Krone, die den Baum des Glaubens schmückt, dran man, Dank dem Gottessohne, seiner Liebe Früchte pflückt. O welch edle Tugendblüte ziert das liebende Gemüte: Langmut, Freundlichkeit, Ge⸗ duld, Demut, Sanftmut, Güt und Huld! 5. Und wie herrlich ist die Liebe! Ewig hört sie nimmer auf; da sonst nichts ist, das da bliebe, das nicht schlösse EAUru 200 Wiedergeburt schlösse seinen Lauf. Sprach und Weissagung vergehen, Glaub und Hoffnung wird zum Sehen; alles währet seine Zeit, Liebe bleibt in Ewigkeit. 6. Herr, mein Gott, du bist die Liebe, bist der Liebe Quell allein! Hauche deines Geistes Triebe mir auch tief ins Herz hinein. O daß ich doch in der Liebe bis zum letzten Atem bliebe; Jesu, so bleib ich in dir, und du ewiglich in mir! A. Stöber, geb. 1810. Gebet. 291 ater unser im Himmelreich, der du uns alle heißest gleich Brüder sein und dich rufen an und willst, daß werd Gebet gethan; gieb, daß nicht bet allein der Mund, hilf, daß es geh von Herzens Grund. Geheiligt werd der Name dein; dein Wort bei uns hilf halten rein, daß wir auch leben heiliglich,‚ nach deinem Namen würdig⸗ lich; behüt uns, Herr, vor falscher Lehr, das arm ver⸗ führte Volk bekehr. Es komm dein Reich zu dieser Zeit und dort her⸗ nach in Ewigkeit; der heilge Geist uns wohne bei mit und Heiligung. seinen Gaben mancherlei; des Satans Zorn und groß Gewalt zerbrich; vor ihm dein Kirch erhalt. 4. Dein Will gescheh, Herr Gott, zugleich auf Erden wie im Himmelreich; gieb uns Geduld in Leidenszeit, ge⸗ horsam sein in Lieb und Leid, und wehre allem Fleisch und Blut, das wider deinen Willen thut. 5. Gieb uns heut unser täglich Brot, und was man braucht zur Leibesnot; be⸗ hüt uns vor Unfried und Streit, vor Seuchen und vor teurer Zeit, daß wir in gutem Frieden stehn, der Sorg und Geizes müßig gehn. 6. All unsre Schuld ver⸗ gieb uns, Herr, daß sie uns nicht betrübe mehr, wie wir auch unsern Schuldigern ihr Schuld und Fehl vergeben gern; zu dienen mach uns all bereit in rechter Lieb und Einigkeit. 7. Führ uns, Herr, in Versuchung nicht, wenn uns der böse Geist anficht; zur linken und zur rechten Hand hilf uns thun starken Wider⸗ stand, im Glauben fest und wohl gerüst, und durch des heilgen Geistes Trost. ö 8. Von allem Übel uns erlös, es sind die Zeit und Tage bös; erlös uns von dem ewgen Tod, und tröst uns EVE EES8S uns in der letzten Not; be⸗ scher uns auch ein selig End, nimm unsre Seel in deine Händ. 9. Amen, das ist, es werde wahr! Stärk unsern Glau⸗ ben immerdar, auf daß wir ja nicht zweifeln dran, es sei die Bitte wohl gethan; auf dein Wort, in dem Namen dein: so sprechen wir das Amen fein. Luther, 1546. 0 ch ruf zu dir, 292 herr Jesu Christ, ich bitt, erhör mein Klagen! Verleih mir Gnad zu dieser Frist, laß mich doch nicht verzagen. Den rechten Weg, o Herr, allein, den wollest du mir geben, dir zu leben, dem Nächsten nütz zu sein, nach deinem Reich zu streben. 2. Ich bitt noch mehr, o Herre Gott, du kannst es mir wohl geben: daß ich nicht wieber werd zu Spott; die Hoffnung gieb daneben; vor⸗ aus, wenn ich muß hie da⸗ von, daß ich dir mög ver⸗ trauen und nicht bauen auf all mein eignes Thun, sonst wirds mich ewig reuen. 3. Verleih, daß ich aus Herzensgrund den Feinden mög vergeben; verzeih mir auch zu dieser Stund, schaff mir ein neues Leben. Dein Wort mein Speis laß all⸗ weg sein, damit mein Seel Gebet. 201 zu nähren, mich zu wehren, wenn Unglück geht daher, das mich möcht von dir kehren. 4. Laß mich nicht Lust noch Furcht von dir in die⸗ ser Welt abwenden; Getreu⸗ sein bis ans End gieb mir, du hasts allein in Händen, und wem du's giebst, der hats umsonst; es mag nie⸗ mand ererben noch erwerben durch Werke deine Gnad, die uns erlöst vom Sterben. 5. Ich lieg im Streit und widerstreb; hilf, o Herr Christ, dem Schwachen! Von deiner Gnad allein ich leb, du kannst mich stärker machen. Kommt nun An⸗ fechtung und Gefahr, wollst du mich nicht verlassen, fest mich fassen, behüten immer⸗ dar, ich weiß, du wirsts nicht lassen. P. Speratus, 4 1551,(9, oder J. Agricola, 1566. Mel. In dich hab ich gehoffet ꝛc. 293 AI dich hab ich gehoffet, Herr, hilf, daß ich nicht zu schan⸗ den werd, noch ewiglich zu Spotte. Das bitt ich dich: erhalte mich dir treu, dir, meinem Gotte. 2. Dein gnädig Ohr neig her zu mir, erhör mein Bitt, tritt du herfür, eil, bald mich zu erretten. In Angst 202 Angst und Weh ich lieg und steh; hilf mir in meinen Nöten. 3. Mein Gott und Schir⸗ mer, steh mir bei, sei meine Burg, darin ich frei und ritterlich mög streiten, ob mich bedräng der Feinde Meng hier und auf allen Seiten. 4. Du bist mein Stärk, mein Fels, mein Hort, mein Schild, mein Kraft, sagt mir dein Wort, mein Hilf, mein Heil, mein Leben, mein star⸗ ker Gott in aller Not: wer mag mir widerstreben? 5. Mir hat die Welt oft zugericht viel Lug und Trug und falsch Gedicht, viel Netz und heimlich Stricke; nimm meiner wahr, Herr, in Ge⸗ fahr; behüt vor falscher Tücke. 6. Herr, meinen Geist befehl ich dir; mein Gott, mein Gott, weich nicht von mir, nimm mich in deine Hände! O wahrer Gott, aus aller Not hilf mir am letzten Ende. 7. Lob, Ehre, Preis und Herrlichkeit sei Vater, Sohn und Geist bereit! Lobt Got⸗ tes heilgen Namen! Die göttlich Kraft mach uns sieg⸗ haft durch Jesum Christum! Amen. A. Reißner, 4 um 1575. Wiedergeburt und Heiligung. 294 Hel wie du willst, so schicks mit mir im Leben und im Sterben! Allein zu dir steht mein Begier, laß mich, Herr, nicht verderben. Erhalt mich nur in deiner Huld, sonst wie du willst; gieb mir Geduld, denn dein Will ist der beste. 2. Zucht, Ehr und Treu verleih mir, Herr, und Lieb zu deinem Worte; behüt mich, Herr, vor falscher Lehr und gieb mir hier und dorte, was dient zu meiner Seligkeit; wend ab all Ungerechtigkeit in meinem ganzen Leben! 3. Soll ich einmal nach deinem Rat von dieser Welt abscheiden, verleih mir, Herr, nur deine Gnad, daß es gescheh mit Freuden. Mein Leib und Seel befehl ich dir; o Herr, ein selig End gieb mir durch Jesum Christum. Amen. Kaspar Bienemann, 1 1591, Mel. Herzlich thut mich ver⸗ langen ꝛc. 29 5 Laß mich dein sein und bleiben, du treuer Gott und Herr! Von dir laß mich nichts treiben, halt mich bei deiner Lehr. Herr, laß mich nur nicht wanken, gieb mir W den eit; . =EE=E E ...„C CcM keit; dafür will ich dir danken in alle Ewigkeit! N. Selnecker, 4 1592. 296 Gott, du frommer 7 Gott, du Brunn⸗ quell guter Gaben, ohn den nichts ist, was ist, von dem wir alles haben, gesunden Leib gieb mir, und daß in solchem Leib ein unverletzte Seel und rein Gewissen bleib. 2. Gieb, daß ich thu mit Fleiß, was mir zu thun gebühret, wozu mich dein Befehl in meinem Stande führet; gieb, daß ichs thue bald, zu der Zeit, da ich soll, und wenn ichs thu, so gieb, daß es gerate wohl. 3. Hilf, daß ich rede stets, womit ich kann bestehen, laß kein unnützes Wort aus meinem Munde gehen; und wenn in meinem Amt ich reden soll und muß, so gieb den Worten Kraft und Nach⸗ druck ohn Verdruß. 4. Findt sich Gefährlich⸗ keit, so laß mich nicht ver⸗ zagen, gieb einen Heldenmut, das Kreuz hilf selber tragen; gieb, daß ich meinen Feind mit Sanftmut überwind und, wenn ich Rat bedarf, auch guten Rat erfind. 5. Laß mich mit jeder⸗ mann in Fried und Freund⸗ schaft leben, so weit es christ⸗ lich ist; willst du mir etwas Gebet. 203 geben an Reichtum, Gut und Geld, so gieb auch dies dabei, daß von unrechtem Gut nichts untermenget sei. 6. Soll ich auf dieser Welt mein Leben höher brin⸗ gen, durch manchen sauren Tritt hindurch ins Alter dringen, so gieb Geduld, vor Sünd und Schanden mich bewahr, auf daß ich tragen mag mit Ehren graues Haar. 7. Laß mich an meinem End auf Christi Tod ab⸗ scheiden; die Seele nimm zu dir hinauf zu deinen Freu⸗ den; dem Leib ein Räum⸗ lein gönn bei seiner Eltern Grab, auf daß er seine Ruh an ihrer Seite hab. 8. Wenn du die Toten wirst an jenem Tag erwecken, so woll auch deine Hand zu meinem Grab ausstrecken; laß hören deine Stimm, er⸗ wecke mein Gebein und führ mich schön verklärt in deinen Himmel ein. J. Heermann, 1 1647. Mel. Da Christus geboren war ꝛe. 297 weierlei bitt ich von dir, zweier⸗ lei trag ich dir für, dir, der alles reichlich giebt, was uns dient und dir beliebt; gieb mein Bitten, das du weißt, eh ich sterb und sich mein Geist aus des Leibes Ban⸗ den reißt. 20⁴ Wiedergeburt 2. Gieb, daß ferne von mir sei Lügen und Abgöt⸗ terei; Armut, so die Maße bricht, großen Reichtum gieb mir nicht; allzu arm und allzu reich ist nicht gut, stürzt beides gleich unsre Seel ins Sündenreich. 3. Laß mich aber, o mein Heil, nehmen mein bescheiden Teil und beschere mir zur Not hier mein täglich Biß⸗ lein Brot, ein klein wenig, da der Mut und ein gut Gewissen ruht, ist fürwahr ein großes Gut. 4. Sonst wohl möcht im Überfluß ich empfinden Über⸗ druß, dich verleugnen, dir zum Spott fragen: wer ist Herr und Gott? Denn das Herz ist Frechheit voll, weiß oft nicht, wenn ihm ist w0ll. wie es sich erheben oll. 5. Wiederum, wenns stehet bloß und die Armut wird zu groß, wirds leicht untreu, stiehlt und stellt nach des Nächsten Gut und Geld, thut Gewalt, braucht Rant und List, ist mit Unrecht ausgerüst, fragt gar nicht, was christlich ist. 6. Ach, mein Gott, mein Schatz, mein Licht! Dieses beides ziemt mir nicht; bei⸗ des schändet deine Ehr, bei⸗ des stürzt ins Höllenmeer; drum so gieb mir Hüll und und Heiligung. Füll also, wie dein Herze will, nicht zu wenig, nicht zu viel. P. Gerhardt, + 1676. 298 Sich. hier bin ich, Ehrenkönig, lege mich vor deinen Thron; schwache Thränen, Sehnen bring ich dir, du Menschensohn. Laß dich fin⸗ den, laß dich finden, bin ich gleich nur Asch und Thon. 2. Sieh doch auf mich, Herr, ich bitt dich, lenke mich nach deinem Sinn. Dich alleine ich nur meine, dein erkaufter Erb ich bin. Laß dich finden, laß dich finden; gieb dich mir und nimm mich hin! 3. Herr, erhöre, ich be⸗ gehre nichts als deine freie Gnad, die du giebest, wo du liebest, und man dich liebt in der That. Laß dich finden, laß dich finden; der hat alles, wer dich hat. 4. Hör, wie kläglich, wie beweglich dir die treue Seele singt, wie demütig und wehmütig deines Kindes Stimme klingt. Laß dich finden, laß dich finden; denn mein Herze zu dir dringt. 5. Dieser Zeiten Eitelkei⸗ ten, Reichtum, Wollust, Ehr und Freud sind nur Schmer⸗ zen meinem Herzen, welches sucht kindlich — —— — * —— —————— 28 Gebet. 20⁵ sucht die Ewigkeit. Laß dich finden, laß dich finden! Großer Gott, ich bin bereit. J. Neander, 4 1680. 0 ir, dir, Jehovah, 299 D will ich singen; denn wo ist doch ein solcher Gott wie du? Dir will ich meine Lieder bringen; ach, gieb mir deines Geistes Kraft dazu, daß ich es thu mim Namen Jesu Christ, so wie es dir durch ihn gefällig ist. Zeuch mich, o Vater, zu dem Sohne, damit dein Sohn mich wieder zieh zu dir; dein Geist in meinem Herzen wohne und meine Sinnen und Verstand regier, daß ich den Frieden Gottes schmeck und fühl und dir darob im Herzen sing und spiel. 3. Verleih mir, Höchster, solche Güte, so wird gewiß mein Singen recht gethan, so klingt es schön in meinem Liede, und ich bet dich im Geist und Wahrheit an; so hebt dein Geist mein Herz zu dir empor, daß ich dir Psalmen sing im höhern hor. 4. Dein Geist kann mich bei dir vertreten mit Seuf⸗ zern, die ganz unaussprech⸗ lich sind; der lehret mich recht gläubig beten, giebt Zeugnis meinem Geist, daß ich dein Kind und ein Mit⸗ erbe Jesu Christi sei, daher ich Abba, lieber Vater, schrei. 5. Was mich dein Geist selbst bitten lehret, dem neiget sich dein gnädger Wille zu, das wird gewiß von dir erhöret, weil ichs im Namen deines Sohnes thu, durch welchen ich dein Kind und Erbe bin, und nehme von dir Gnad um Gnade hin. 6. Wohl mir, daß ich dies Zeugnis habe; drum bin ich voller Trost und Freudigkeit und weiß es, alle aute Gabe, die ich von dir verlanget jederzeit, die giebst du und thust überschwenglich mehr, als ich verstehe, bitte und begehr. 7. Wohl mir! Ich bitt in Jesu Namen, der mich zu deiner Rechten selbst vertritt; in ihm ist alles Ja und Amen, was ich von dir im Geist und Glauben bitt. Wohl mir! Lob dir jetzt und in Ewigkeit, daß du mir schenkest solche Seligkeit! Barthol. Crasselius, 1 1724. Mel. O Gott. du frommer Gott ꝛc. 300 Ab⸗ Gott, verlaß mich nicht! Reich mir die Gnadenhände; ach, führe mich, dein Kind, daß ich den Lauf vollende zu meiner Seligkeit; sei du mein Lebenslicht, mein Stab, 14*³ mein 206 mein Hort, mein Schutz; ach, Gott, verlaß mich nicht! 2. Ach, Gott, verlaß mich nicht! Regiere du mein Wal⸗ len; ach, laß mich nimmer⸗ mehr in Sünd und Schande fallen; gieb mir den guten Geist, gieb Glaubens⸗Zuver⸗ sicht, sei meine Stärk und Kraft; ach Gott, verlaß mich nicht. 3. Ach, Gott, verlaß mich nicht! Ich ruf aus Herzens⸗ grunde: ach, Höchster, stärke mich in jeder bösen Stunde; wenn mich Versuchung plagt und meine Seel anficht, so weiche nicht von mir; ach, Gott, verlaß mich nicht! 4. Ach, Gott, verlaß mich nicht! Ach, laß dich doch be⸗ wegen, ach, Vater, kröne doch mit reichem Himmelssegen die Werke meines Amts, die Werke meiner Pflicht, zu thun, was dir gefällt; ach, Gott, verlaß mich nicht! 5. Ach, Gott, verlaß mich nicht! Ich bleibe dir ergeben, hilf mir, o großer Gott, recht glauben, christlich leben und selig scheiden ab, zu sehn dein Angesicht, hilf mir in Not und Tod; ach, Gott, verlaß mich nicht! S. Frank, 4 1724. Mel. Wunderbarer König 1. 301 Gelt ist gegenwär⸗ tig; lasset uns anbeten und in Ehrfurcht Wiedergeburt und Heiligung. vor ihn treten. Gott ist in der Mitten! Alles in uns schweige und sich innigst vor ihm beuge. Wer ihn kennt, wer ihn nennt, schlag die Augen nieder; gebt das Herz ihm wieder. 2. Gott ist gegenwärtig, dem die Cherubinen Tag und Nacht in Demut dienen. Heilig, heilig, heilig, singen ihm zur Ehre aller Engel hohe Chöre. Herr, vernimm unsre Stimm, da auch wir Geringen unsre Opfer brin⸗ gen. 3. Wir entsagen willig allen Eitelkeiten, dieser Erden Lust und Freuden; da liegt unser Wille, Seele, Leib und Leben, dir zum Eigentum ergeben; du allein sollst es sein, unser Gott und Herre, dir gebührt die Ehre. 4. Majestätisch Wesen, möcht ich recht dich preisen und im Geist dir Dienst er⸗ weisen! Möcht ich, wie die Engel, immer vor dir stehen und dich gegenwärtig sehen! Laß mich dir für und für trachten zu gefallen, liebster Gott, in allen. 5. Geist, der alles füllet, drin wir sind und weben, aller Dinge Grund und Le⸗ ben! Meer ohn Grund und Ende, Wunder aller Wunder, ich senk mich in dich hinunter; ich in dir, du in mir, laß mich ‚—. X e———————8————.———f——— —35—————...—„ 222 2IrseenS-YEI Geb mich ganz Ind snden dich nur sehn und finden. 6. Du durchdringest alles; laß mit deinem Lichte, Herr, berühren mein Gesichte; wie die zarten Blumen willig sich entfalten und der Sonne stille halten, laß mich so still und froh deine Strahlen fassen und dich wirken lassen. Mache mich einfältig, innig abgeschieden, sanft und still in deinem Frieden; mach mich reines Herzens, daß ich deine Klarheit schauen mag in Geist und Wahrheit; laß mein Herz himmelwärts wie ein Adler schweben und in dir nur leben. Herr, komm in mir wohnen, laß den Geist auf Erden dir ein Heiligtum noch werden; komm, du nahes Wesen, dich in mir verkläre, daß ich dich stets lieb und ehre; wo ich geh, sitz und steh, laß mich dein gedenken, mich in dich ver⸗ senken. G. Terstegen, 4 1769. Mel. Es ist das Heil uns ꝛc. ott, 01 05 Güte 302 reicht s o weit, so weit die Wolken gehen; du krönst uns mit Barm⸗ herzigkeit und eilst uns bei⸗ zustehen. Herr, meine Burg, mein Fels, mein Hort, ver⸗ nimm mein Flehn, merk auf mein Wort; denn, ich will vor dir beten. et. 207 2. Ich bitte nicht um Überfluß und Schätze dieser Erden; laß mir, so viel ich haben muß, nach deiner Gnade werden. Gieb mir nur Weisheit und Verstand, dich, Gott, und den, den du gesandt, und mich selbst zu erkennen. 3. Ich bitte nicht um Ehr und Ruhm, so sehr sie Men⸗ schen rühren; des guten Na⸗ mens Eigentum laß mich nur nicht verlieren; mein wahrer Ruhm sei meine Pflicht, der Ruhm vor dei⸗ nem Angesicht und frommer Freunde Liebe. 4. So bitt ich dich, mein Herr und Gott, auch nicht um langes Leben. Im Glücke Demut, Mut in Not, das wollest du mir geben. In deiner Hand steht meine Zeit, laß du mich nur Barmherzig⸗ keit vor dir im Tode finden. Chr. F. Gellert, 4 1769. Mel. Wenn wir in höchsten Nöten ꝛc. 303 Bedent ich deine große Treue, bedenk ich meine tiefe Schuld, dann fühl ich heiße Scham und Reue und preis in De⸗ mut deine Huld. 2. Ich bin nur Staub, aus Staub geboren, bin irdisch und verweslich noch, und bin zur Herrlichkeit er⸗ koren, bin himmlisch auch und ewig doch. 208 3. O Vater, deine große Liebe, wie kann ein Mensch sie hier verstehn? Gieb, daß ich mich in Einfalt übe, den Weg, den du mich führst, zu gehn. 4. Gieb, daß ich dir nicht widerstrebe, wenn Dornen meinen Pfad umziehn, und daß ich dir im Glauben lebe und nicht von dieser Erde bin. 5. Gieb, daß der Erde Eitelkeiten mir unbewußt vorübergehn, und daß ich mag zu allen Zeiten auf Jesu Kreuz und Sterben sehn. 6. Gieb, daß ich nimmer möge schwanken, wenn mir der Erde Reichtum blinkt; laß mich von deinem Weg nicht wanken, wo mir am Ziel die Palme winkt. 7. Gieb, daß ich dulden mag und hoffen, und gieb mir deinen heilgen Geist, und zeige mir den Himmel offen, wenn mir der Tod das Herz zerreißt. L. Hensel, 4 1876. Allgemeine Fürbitte. Mel. O Welt, ich muß dich lassen ꝛc 304 H höre! Herr, erhöre! Breit deines Namens Ehre an allen Orten aus! Behüte alle Stände durch deiner Wiedergeburt und Heiligung. Allmacht Hände, beschütze Kirche, Land und Haus. 2. Ach, laß dein Wort uns allen noch ferner reich⸗ lich schallen, zu unsrer See⸗ len Nutz! Bewahr uns vor den Rotten, die deiner Wahr⸗ heit spotten, beut allen dei⸗ nen Feinden Trutz. 3. Gieb du getreue Lehrer und unverdrossne Hörer, die beide Thäter sein: auf Pflanzen und Begießen laß dein Gedeihen fließen und Früchte reichlich ernten ein. 4. Du wollst uns hoch beglücken, mit hellen Gnaden⸗ blicken auf unsern Fürsten sehn, ihn schützen auf dem Throne, auf seinem Haupt die Krone in vollem Glanze lassen stehn. 5. Laß alle, die regieren, ihr Amt getreulich führen, schaff jedermann sein Recht, daß Fried nnd Treu sich müssen in unserm Bunde küssen, segn uns als dein erwählt Geschlecht. 6. Erhalt in jeder Ehe beim Glücke wie beim Wehe rechtschaffne Frömmigkeit! in Unschuld und in Tugend gedeihe unsre Jugend, zu deines Reiches Dienst bereit. 7. O Vater, wend in Gna⸗ den Krieg, Seuche und den Schaden der Elemente ab! Bewahr des Landes Früchte und mache nicht zu nichte, was deine milde Hand uns gab. 33 chütze Wort veich⸗ See⸗ vor Zahr⸗ dei⸗ ehrer hörer, auf laß und ein. hoch aden⸗ ürsten dem Haupt lanze ieren, ühren, Recht, sich Bunde dein Ehe Wehe igkeitl ugend d, zu bereit. Gna⸗ id den e ab! früchte e, was ĩgab. Allgemeine 8. Gedenke voll Erbarmen der Leidenden und Armen; Verirrte bring herein; die Witwen und die Waisen wollst du mit Troste speisen, wenn sie zu dir um Hilfe schrein. 9. Hilf als ein Arzt den Kranken, und die im Glau⸗ ben wanken, laß nicht zu Grunde gehn, die Alten heb und trage, damit sie ihre Plage geduldig mögen über⸗ stehn. 10. Die Reisenden be⸗ schütze, bleib den Verfolgten Stütze, die Sterbenden geleit mit deinen Engelscharen, daß sie in Frieden fahren zu Zions Freud und Herr⸗ lichkeit. 11. Nun, Herr, du wirst erfüllen, was wir nach dei⸗ nem Willen in Demut jetzt begehrt:; wir sprechen gläu⸗ big Amen, in unsers Jesu Namen, so ist gewiß der Wunsch gewährt! B. Schmolck, 1 1737. Mel Alles ist an Gottes Segen ꝛc. 305 QJesu, der du bist * alleine Haupt und König der Gemeine, segne mich, dein armes Glied! Wollst mir neuen Einfluß geben deines Geistes, dir zu leben; stärke mich durch deine Güt. 2. Ach, dein Lebensgeist durchdringe, Gnade, Kraft Fürbitte. 209 und Segen bringe deinen Gliedern allzumal, wo sie hier zerstreuet wohnen unter allen Nationen, die du kennest überall. 3. O wie lieb ich, Herr, die Deinen, die dich suchen, die dich meinen; o wie köst⸗ lich sind sie mir! Du weißt, wie michs oft erquicket, wenn ich Seelen hab erblicket, die sich ganz ergeben dir. 4. Ich umfasse, die dir dienen, ich vereinge mich mit ihnen, und vor deinem An⸗ gesicht wünsch ich allen tau⸗ send Segen; stärke sie in deinen Wegen, führ sie selbst zu deiner Pflicht. 5. Die in Kreuz und Lei⸗ den leben, stärke, daß sie ganz ergeben ihre Seel in deine Hand; laß sie dadurch werden kleiner und von allen Schlacken reiner, ganz allein in dich gewandt. 6. Laß die Deinen noch auf Erden ganz nach deinem Herzen werden, mache deine Kinder schön, abgeschieden, klein und stille, sanft, ein⸗ fältig, wie dein Wille und wie du sie gern willst sehn. 7. Sonderlich gedenke de⸗ ren, die es, Herr, von mir begehren, daß ich für sie be⸗ ten soll. Auf dein Herz will ich sie legen, gieb du jedem solchen Segen, wie es not; du kennst sie wohl, 210 8. Ach, besuch zu dieser Stunde ihre Herzen, und im Grunde sie erfreu in dir allein; zeuch mit deinen Liebeszügen ihre Lust und ganz Vergnügen wesentlich in dich hinein. 9. Ach, du hast uns teur erworben, da du bist am Kreuz gestorben; denke, Jesu, wir sind dein! Halt uns fest, so.—— wir leben und in dieser Wüste schweben; laß uns nimmermehr allein. 10. Bis wir einst mit allen Frommen dort bei dir zusammen kommen und, von allen Flecken rein, dort vor deinem Throne stehen, uns in dir, dich in uns sehen, ewig eins in dir zu sein. G. Terstegen, 4 1769. Friede und Freude. Mel Lasset uns den Herren preisen ꝛc. — ollt ich meinem 306 Scounchtsingen, sollt ich ihm nicht fröhlich sein? Denn ich seh in allen Dingen, wie so gut ers mit mir mein. Ists doch nichts als lauter Rieben, das sein treues Herze regt, das ohn Ende hebt und trägt, die in seinem Dienst sich üben. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. Wiedergeburt und Heiligung. 2. Wie ein Adler sein Gefieder über seine Jungen streckt, also hat auch immer wieder mich des Höchsten Arm gedeckt, alsobald im Mutterleibe, da er mir mein Wesen gab und das Leben, das ich hab und noch diese Stunde treibe. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 3. Sein Sohn ist ihm nicht zu teuer, nein, er giebt ihn für mich hin, daß er mich vom ewgen Feuer durch sein teures Blut gewinn; o du Brunnen ohn Ergründen, wie will doch mein schwacher Geist, ob er sich gleich hoch befleißt, deines Grundes Tiefe finden? Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 4. Seinen Geist, den edlen Führer, giebt er mir in sei⸗ nem Wort, daß er werde mein Regierer durch die Welt zur Himmelspfort, daß er mir mein Herz erfülle mit dem hellen Glaubenslicht, das des Todes Reich zerbricht und die Hölle selbst macht stille. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 5. Meiner Seelen Wohl⸗ ergehen hat er ja recht wohl bedacht: will dem Leibe Not entstehen, nimmt ers gleichfalls wohl in acht; wenn mein Können, mein Vermögen Friede und Freude. 211 Vermögen nichts vermag, nichts helfen kann, kommt mein Gott und hebt mir an, sein Vermögen beizulegen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 6. Himmel, Erd und ihre Heere hat er mir zum Dienst bestellt; wo ich nur mein Aug hinkehre, find ich, was mich nährt und hält: Tier und Kräuter und Getreide, in den Gründen, in der Höh, in den Büschen, in der See: überall ist meine Weide. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 7. Wenn ich schlafe, wacht sein Sorgen und ermuntert mein Gemüt, daß ich alle liebe Morgen schaue neue Lieb und Güt. Wäre nicht mein Gott gewesen, hätte nicht sein Angesicht mich ge⸗ leitet, wär ich nicht aus so mancher Angst genesen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 8. An wie mancher schwe⸗ ren Plage hat er mich vor⸗ beigeführt, daß sie mich mein Lebetage niemals noch bis⸗ her berührt: und der Engel, den er sendet, hat das Böse, das der Feind anzurichten war gemeint, in die Ferne weggewendet. Alles Din währt seine Zeit, Gottes Lie in Ewigkeit. 9. Wie ein Vater seinem Kinde niemals ganz sein Herz entzeucht, ob es wohl bisweilen Sünde thut und von der Bahn abweicht, also hält auch mein Verbrechen mir mein frommer Gott zu gut, will mein Fehlen mit der Rut und nicht mit dem Schwerte rächen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 10. Seine Strafe, seine Schläge, ob es mir gleich bitter scheint, sind, wenn ich es recht erwäge, dennoch Zeichen, daß mein Freund, der mich liebet, mein gedenke und mich von der schnöden Welt, die uns hart gefangen hält, durch das Kreuze zu sich lenke. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 11. Das weiß ich fürwahr und lasse mirs nicht aus dem Sinne gehn: Christenkreuz hat seine Maße und muß endlich stille stehn; wenn der Winter ausgeschneiet, tritt der schöne Sommer ein: also wird auch nach der Pein, wers erwarten kann, er⸗ freuet. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 12. Weil denn weder Ziel noch Ende sich in Gottes Liebe findt, ei so heb ich meine Hände zu dir, Vater, als dein Kind, bitte: wollst mir Gnade geben, dich aus aller meiner Macht zu um⸗ fangen 212 fangen Tag und Nacht, hier in meinem ganzen Leben, bis ich dich nach dieser Zeit lob und lieb in Ewigkeit. P. Gerhardt, 1 1676. 307 Cesu, meine Freude, meines Herzens Weide, Jesu, meine Zier! Ach, wie lang, ach, lange ist dem Herzen bange und ver⸗ langt nach dir! Hab ich dich, wie reich bin ich! Außer dir soll mir auf Erden nichts sonst lieber werden. 2. Unter deinem Schirmen bin ich vor den Stürmen aller Feinde frei; laß von Ungewittern rings die Welt erzittern, mir steht Jesus bei. Wenn die Welt in Trümmer fällt, wenn gleich Sünd und Hölle schrecken: Jesus will mich decken. 3. Trotz des Feindes Lauern, trotz des Todes Schauern, trotz der Furcht dazu! Tobe, Welt, geringe halt ich dich und singe in gar sichrer Ruh; Gottes Macht hält mich in acht; Erd und Abgrund muß sich scheuen, ob sie noch so dräuen. 4. Weg mit allen Schätzen; du bist mein Ergötzen, Jesu, meine Lust! Weg, ihr eiteln Ehren, ich mag euch nicht hören, bleibt mir unbewußt! Elend, Not, Kreuz, Schmach und Tod soll mich, ob ich Wiedergeburt und Heiligung. viel muß leiden, nicht von Jesu scheiden. 5. Gute Nacht, o Wesen, das die Welt erlesen, mir gefällst du nicht; gute Nacht, ihr Sünden, bleibet weit dahinten, kommt nicht mehr ans Licht; gute Nacht, du Stolz und Pracht; dir sei ganz, du Sündenleben, gute Nacht gegeben. ů 6. Weicht, ihr Trauer⸗ geister, denn mein Freuden⸗ meister, Jesus, tritt herein. Denen, die Gott lieben, muß auch ihr Betrüben lauter Freude sein; duld ich schon hier Spott und Hohn, den⸗ noch bleibst du auch im Leide, Jesu meine Freude. Zoh, Franck, 1677. 308 Eꝰ glänzet der Christen in⸗ wendiges Leben, obgleich sie von außen die Sonne ver⸗ brannt; was ihnen der König des Himmels gegeben, ist keinem, als ihnen nur selber bekannt; was niemand ver⸗ spüret, was niemand be⸗ rühret, hat ihre erleuchteten Sinne gezieret und sie zu der göttlichen Würde ge⸗ führet. 2. Denn innerlich sind sie von göttlichem Stamme, geboren aus Gott durch sein mächtiges Wort; es lodert in ihnen die himmlische Flamme, entzündet von oben, genähret Friede und Freude. 213 genähret von dort; die Engel sind Brüder, die ihre Lob⸗ lieder mit ihnen holdselig und inniglich singen; das muß denn ganz herrlich und prächtig erklingen. 3. Sie wandeln auf Erden, und leben im Himmel; sie bleiben ohnmächtig, und schützen die Welt; sie schmecken den Frieden bei allem Ge⸗ tümmel, sie haben, die Arm⸗ sten, was ihnen gefällt. Sie stehen in Leiden, und blei⸗ ben in Freuden; sie scheinen ertötet den äußeren Sinnen, und führen das Leben des Glaubens nach innen. 4. Wenn Christus, ihr Leben, wird offenbar werden, wenn es sich einst dar in der Herrlichkeit stellt, so werden sie mit ihm als Fürsten der Erden auch herrlich erscheinen zum Wunder der Welt. Sie werden regieren, mit ihm triumphieren, den Himmel als prächtige Lichter aus⸗ ieren; da wird man die Preudr gar offenbar spüren. 5. Frohlocke, du Erde, und jauchzet, ihr Hügel, die⸗ weil ihr solch göttlichen Samen geneußt; denn das ist des Ewigen göttliches Siegel, zum Zeugnis, daß er euch noch Segen verheißt; ihr sollt noch mit ihnen aufs prächtigste grünen, wenn erst ihr verborgenes Leben er⸗ scheinet, wonach sich eur Seufzen mit ihnen vereinet. 6. O Jesu, verborgenes Leben der Seelen, du heim⸗ liche Zierde der inneren Welt! Laß deinen verborgenen Weg uns erwählen, wenn gleich uns die Schmach deines Kreuzes entstellt. Hier übel genennet und wenig erkennet, hier heimlich mit Christo im Vater gelebet, dort öffent⸗ lich mit ihm im Himmel ge⸗ schwebet. Chr. Fr. Richter, 4 1711. 309 Wie wohl ist mir, o Freund der Seele, wenn ich in deiner Liebe ruh; ich steige aus der Schwermutshöhle und eile deinen Armen zu; da muß die Nacht des Trauerns scheiden, wenn mit der Fülle selger Freuden die Liebe strahlt aus deiner Brust. Hier ist mein Himmel schon auf Erden; wer sollte nicht beseligt werden, der in dir suchet Ruh und Lust? 2. Die Welt mag meine Feindin heißen: es sei also! ich trau ihr nicht, wenn sie mir gleich will Lieb erweisen bei einem freundlichen Ge⸗ sicht. In dir vergnügt sich meine Seele, du bist mein Freund, den ich erwähle, du bleibst mein Freund, wenn Freundschaft weicht; der Welt Haß kann mich doch nicht άππ⁷⁰⁰ẽ⁰⁰⁰9˙ 21⁴ nicht fällen, weil in den hanten Unglückswellen mir deine Treu den Anker reicht. 3. Will mich der Sünde Last erdrücken, blitzt auf mich des Gesetzes Weh, droht mir die Strafe schon im Rücken, so steig ich gläu⸗ big in die Höh und flieh zu deinen heilgen Wunden, a hab ich schon den Ort gefunden, wo mich kein Fluch⸗ strahl treffen kann. Tritt alles wider mich zusammen, du bist mein Heil, wer will verdammen? Die Liebe nimmt sich meiner an. 4. Lenkst du durch Wüsten meine Reise, ich folg und. lehne mich auf dich; du giebst aus Wolken mir die Speise und labest aus den Felsen mich. Ich traue deinen Wunderwegen, sie enden sich in Lieb und Segen: genug, wenn ich dich bei mir hab! Ich weiß, wen du willst herrlich zieren und über Sonn und Sterne führen, den führest du zuvor hinab. 5, Der Tod mag andern düster scheinen, mir nicht, weil Seele, Herz und Mut in dir, der du verlässest keinen, in dir, mein liebstes Leben, ruht. Wen macht des Weges End erzittern, wenn aus Gefahr und Ungewittern er eingeht in die Sicherheit? Mein Licht, so will ich auch mit Freuden aus dieser Wiedergeburt und Heiligung. finstern Wildnis scheiden zu deiner Ruh der Ewigkeit. 6. Wie ist mir dann, o Freund der Seelen, so Wohl⸗ Mich ich mich lehn auf dich! Mich kann Welt, Not und Tod nicht quälen, weil du, mein Gott, vergnügest mich. Laß solche Ruh in dem Ge⸗ müte nach deiner unum⸗ schränkten Güte des Himmels süßen Vorschmack sein. Weg, Welt, mit allen Schmeiche⸗ leieni Nichts kann, als Jesus, mich erfreuen. O reicher Trost: mein Freund ist mein! Wolfg. Chr. Deßler, 4 1722. 3 10 Frien ach Friede, ach, göttlicher riede, vom Vater durch Ehristum im heiligen Geist, welcher der Frommen Herz, Sinn und Gemüte in Christo zum ewigen Leben auf⸗ schleußt! Den sollen die gläu⸗ bigen Seelen erlangen, die alles verleugnen und Christo anhangen. 2. Richte deswegen, fried⸗ liebende Seele, dein Herze im Glauben zu Jesu hinan! Was da ist droben bei Christo, erwähle, verleugne dich selbst und den irdischen Wahn; nimm auf dich das sanfte Joch Christi hienieden, so findest du Ruhe und gött⸗ lichen Frieden. ö x ö x ö 3. Nahm doch der Mittler des Friedens viel Schmerzen, die Sünder mit Gott zu versöhnen, auf sich. Nimm dies, o Seele, recht fleißig zu Herzen, und siehe, was thut nicht dein Jesus für dich! Am Kreuze dort bringt er dir Frieden zuwege und hilft dir, daß Jammer und Unruh sich lege. 4. Nun, dafür bist du Friede und Freude. 7. Jesu, du Herzog der Frie⸗ densheerscharen, o König des Friedens, ach, zeuch uns nach dir, daß wir den Frie⸗ densbund treulich bewah⸗ ren, im Wege des Friedens dir folgen allhier; ach, laß uns doch deinen Geist kräf⸗ tig regieren und dir nach im Frieden zum Vater hin⸗ führen! B. Crasselius, 1724. ihm ewig verbunden, du sollst dafür gänzlich sein Eigentum sein; er hat die ewge Erlösung erfunden und schließt in den Bund seines Friedens dich ein; drum siehe, daß du dich ihm gänz⸗ lich ergiebest und immer be⸗ ständig von Herzen ihn liebest. 5. Siehe, von all seinen Friedensgenossen erfordert er herzliche Liebe und Treu; drum sollst du treulich und tapfer ausstoßen, was Jesus dir zeiget, das wider ihn sei. Welt, Satan und Sünde, die mußt du bestreiten, was Jesu zuwider ist, fliehen und meiden. 6. Liebe und übe, was Jesus dich lehret, und was er dir saget, dasselbige thu; hasse und lasse, was sein Wort verwehret, so findest du Frieden und ewige Ruh. Ja, selig, die also sich Jesu ergeben und gläubig und heilig nach seinem Wort leben. Mel. Unser Herrscher, unser König ꝛc. 311 Weicht. ihr Berge, fallt, ihr Hügel, alle Felsen, brechet ein! Gottes Gnade hat das Siegel, sie will unverändert sein; laßt die Welt zu Trümmern gehn, Gottes Gnade wird bestehn. ů 2. Gott hat Gnade mir versprochen, Gott hat einen Bund gemacht, der wird nimmermehr gebrochen, bis er alles hat vollbracht; er, die Wahrheit, trüget nicht; es geschieht, was er ver⸗ spricht. 3. Seine Gnade soll nicht weichen, wenn gleich alles bricht und fällt, sondern ihren Zweck erreichen, bis sie mich zufrieden stellt. Ist die Welt voll Heuchelei, Gott ist fromm und gut und treu. 4. Will die Welt den Frieden brechen, hat sie lauter Krieg im Sinn, Gott hält immer immer sein Versprechen; so fällt aller Zweifel hin, als wär er nicht immerdar, was er ist und was er war. 5. Laßt sein Antlitz sich verstellen, ist sein Herz doch treu gesinnt und bezeugt in allen Fällen, daß ich sein geliebtes Kind, dem er beide Hände reicht, wennauchGrund und Boden weicht. 6. Er will Friede mit mir halten, wenn die Welt sich auch empört; ihre Liebe mag erkalten, achtet doch mein Gott mich wert; ob die Sonne sich verhüllt, bleibt er mir doch Sonn und Schild. 7. Er, der Herr, ist mein Erbarmer, so hat er sich selbst genennt; das ist Trost: so werd ich Armer nimmer⸗ mehr von ihm getrennt; sein Erbarmen läßt nicht zu, daß er mir was Leides thu. 8. Nun, so soll mein ganz Vertrauen ankerfest auf ihm beruhn: Felsen will ich auf ihn bauen, was er saget, will er thun. Erd und Him⸗ mel kann vergehn, sein Bund bleibet feste stehn. B. Schmolck, 4 1737. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht 2. abe deine Lust 312 H am Herrn, der dir schenket Lust und Leben, so wird dir dein Gnaden⸗ stern tausend holde Strahlen 216 Wiedergeburt und Heiligung. geben; denn er beut dir treulich an, was dein Herz 4 nur wünschen kann. 2. Laß der Welt die eitle Lust, die in Weinen sich verkehret; wer das Herz in seiner Brust Gott allein zur Lust gewähret, dieser trifft in allem an, was das Herz nur wünschen kann. 3. Lust an Gott erfüllt mit Licht, wenn man ihn durchs Wort erkennet: Lust am Herrn stärkt den zur Pflicht, der in seiner Liebe brennet“ Lust am Herrn beut alles an, was das Herz nur wünschen kann. 4. Wer nur Lust am Herren hat, hat auch Lust an seinem Willen und be⸗ müht sich früh und spat, solchen Willen zu erfüllen; und so wird er auch empfahn, was das Herz nur wünschen kann. 5. Ist die Lust nicht ohne Last, trag geduldig die Be⸗ schwerden; wenn du wohl gelitten hast, wirst du erst recht fröhlich werden und triffst dort im Himmel an, was dein Herz nur wünschen kann. B. Schmolck, 4 1737. Mel. Seelenbräutigam ꝛc. 313 Wer ist wohl wie du, Jesu, süße Ruh? Für uns alle auser⸗ koren, Leben derer, die ver⸗ loren, h u d 2 — „—.— 2‚8 C loren, und ihr Licht dazu, Jesu, süße Ruh! 2. Leben, das den Tod, mich aus aller Not zu er⸗ lösen, hat geschmecket, meine Schuld hat zugedecket und mich aus der Not hat ge⸗ führt zu Gott! 3. Glanz der Herrlichkeit! Du bist vor der Zeit zum Erlöser uns geschenket und in unser Fleisch versenket in der Füll der Zeit, Glanz der Herrlichkeit; 4. Großer Siegesheld! Tod, Sünd, Höll und Welt hast du mächtig überwunden und ein ewges Heil erfunden durch das Lösegeld deines Bluts, o Held! 5. Höchste Majestät, König und Prophet! Deinen Seepter will ich küssen, wie Maria dir zu Füßen sitzen früh und spät, höchste Majestät! 6. Laß mich deinen Ruhm, als dein Eigentum, durch des Geistes Licht erkennen, stets in deiner Liebe brennen, als dein Eigentum, allerschönster Ruhm! 7. Deiner Sanftmut Schild, deiner Demut Bild mir anlege, in mich präge, daß kein Zorn noch Stolz sich rege; vor dir sonst nichts gilt, als dein eigen Bild. . Steure meinem Sinn, der zur Welt will hin, daß ich nicht mög von dir wanken, sondern bleiben in Friede und Freude. den Schranken; sei du mein Gewinn, gieb mir deinen Sinn! 9. Wecke mich recht auf, daß ich meinen Lauf unver⸗ rückt zu dir fortsetze und die Sünd in ihrem Netze mich nicht halte auf; fördre meinen Lauf! 10. Deines Geistes Trieb in die Seele gieb, daß ich wachen mög und beten, freudig vor dein Antlitz treten; ungefärbte Lieb in die Seele gieb! 11. Wenn der Wellen Macht in der trüben Nacht will des Herzens Schifflein decken, wollst du deine Hand ausstrecken; habe auf mich acht, Hüter in der Nacht! 12. Einen Heldenmut, der da Gut und Blut gern um deinetwillen lasse und des Fleisches Lüste hasse, gieb mir, höchstes Gut, durch dein teures Blut!l 13. Solls zum Sterben gehn, wollst du bei mir stehn, mich durchs Todesthal be⸗ gleiten und zur Herrlichkeit bereiten, daß ich einst mag sehn mich zur Rechten stehn. J. A. Freylinghausen, + 1739. Mel. O du Hüter Israel ꝛc. 31 4 Cbristen sind ein göttlich Volk, aus dem Geist des Herrn gezeuget, ihm gebeuget und von von seiner Flammenmacht angefacht; vor des Bräut⸗ gams Augen schweben, das ist ihrer Seelen Leben, und sein Blut ist ihre Pracht, 2. Königskronen sind zu bleich für der Gottverlobten Würde; ein Hürde wird zum himmlischen Palast; und die Last, drunter sich die Helden plagen, wird den Kindern leicht, zu tragen, die des Kreuzes Kraft gefaßt. 3. Ehe Jesus unser wird, ehe wir uns selbst vergessen und gesessen zu den Füßen unsers Herrn, sind wir fern von der ewgen Bundesgnade, von dem schmalen Lebens⸗ pfade, von dem hellen Morgenstern. 4. Pilgrimschaft zur Ewig⸗ keit bleibet immerdar be⸗ schwerlich, ja gefährlich, bis man ringt und dringt zu dir, einge Thür, einge Ursach der Vergebung, Glut der gött⸗ lichen Belebung, Jesu, unser Liebspanier! 5. Zeuch uns hin, erhöhter Henn der zeuch uns an dein erz der Liebe! Deine Triebe führen mich, du Siegesheld, durch die Welt, daß ich deine Seele bleibe und so lange an dich gläube, bis ich lieb im innern Zelt. 6. Da ist meine Hand und Herz! Du hast deine Seel gewaget, unverzaget und das alles blos allein, daß ich dein 218 Wiedergeburt und Heiligung. und du meine heißen könntest; wenn du nicht von Liebe brenntest, hätte das nicht können sein. 7. Nun, ihr Kronen, fahret hin, fahre hin, er⸗ laubte Freude! Meine Weide sei des Herren letztes Mahl vor der Qual, meine Ehre seine Schande, meine Freiheit seine Bande, meine Zier die Ros im Thal. N. L, Graf v. Zinzendorf, 4 1760. Mel. Jesu, meine Freude ꝛc. (llgenugsamWesen, 315 A das ich hab er⸗ lesen mir zum höchsten Gut, du vergnügst alleine völlig, innig, reine, Seele, Geist und Mut. Wer dich hat, ist still und satt; wer dir kann im Geist anhangen, darf nichts mehr verlangen. 2. Wem du dich gegeben, kann in Frieden leben; er hat, was er will; wer im Herzensgrunde lebt mit dir im Bunde, liebet und ist still. Bist du da und innig nah, muß das Schoͤnste bald erbleichen und das Beste weichen. 3. Höchstes Gut der Güter, Ruhe der Gemüter, Trost in aller Pein; was Geschöpfe haben, kann den Geist nicht laben; du ver⸗ gnügst allein. Was ich mehr als dich begehr, kann mein Selig⸗ G 2..... E SSE. geben, n; er r im it dir d ist innig bald Beste der tüter, was den ver⸗ mehr mein delig⸗ Friede und Freude. Seligsein nur hindern und den Frieden mindern. 4. Was genannt kann werden droben und auf Erden, alles reicht nicht zu; einer kann nur geben Freude, Ruh und Leben, eins ist not: nur du! Hab ich dich nur wesentlich, so mag Leib und Seel verschmachten: will ichs doch nicht achten. 5. Komm, du selges Wesen, das ich mir erlesen, werd mir offenbar! Meinen Hunger stille, und mein Herz erfülle mit dir selber gar! Bleib nur du mein Gut und Ruh, bis du wirst in jenem Leben dich mir völlig geben. G. Terstegen. 1 1769. 316 ein Glaub ist meines Lebens Ruh und führt mich deinem Himmel zu, o du, an den ich glaube! Ach, gieb mir, Herr, Beständigkeit, daß diesen Trost der Sterblichkeit nichts meiner Seele raube! Tief präg es meinem Herzen ein, welch Glück es ist, ein Christ zu sein! 2. Du hast dem sterblichen Geschlecht zur selgen Ewigkeit ein Recht durch deinen Tod erworben; zu Staube kehrt zurück der Staub, der Geist wird nicht des Todes Raub; du bist für mich gestorben. 219 Mir, der ich dein Erlöster bin, ist dieses Leibes Tod Gewinn. 3. Ich bin erlöst und bin ein Christ! Mein Herz ist ruhig und vergißt die Schmerzen dieses Lebens. Ich dulde, was ich dulden soll, und bin des hohen Trostes voll: ich leide nicht vergebens. Gott selber mißt mein Teil mir zu, hier kurzen Schmerz, dort ewge Ruh. 4. Was seid ihr, Leiden dieser Zeit, mir, der ich jener Herrlichkeit mit Ruh entgegen schaue? Bald ruft mich Gott, und ewiglich belohnet und erquickt er mich, weil ich ihm hier vertraue. Bald, bald ver⸗ schwindet aller Schmerz, und Himmelsfreuden schmeckt mein Herz. 5. Bin ich gleich schwach, so trag ich doch nicht mehr der Sünde schmählich Joch in meinem Lauf auf Erden; mit Freuden üb ich meine Pflicht; doch fühl ich wohl, ich bin noch nicht, was ich dereinst soll werden. Mein Trost ist dies: Gott hat Ge⸗ duld und straft mich nicht nach meiner Schuld. 6. Der du den Tod für mich bezwangst, du hast mich, Mittler, aus der Angst, in der ich lag, gerissen! Dir, 15⁵ dir 22⁰0 Wiedergeburt und Heiligung. dir rerdank ich meine Ruh; Seele mußt immer fragen: denn meine Wunden heiltest wer ist wie du? du und stilltest mein Ge⸗„Barmherzig, gnädig, wissen: und fall ich noch in geduldig sein, uns täglich meinem Lauf, so richtest du reichlich die Schuld verzeihn, mich wieder auf. heilen, trösten, stillen, er⸗ 7. Dank sei dir, Vater, freun und segnen und unsrer Dank und Ruhm, daß mich Seel als Freund begegnen, dein Evangelium lehrt glau⸗ ift deine Lust. ben, hoffen, lieben. Was Ach, gieb an deinem mir schon jetzt in dieser kostbaren Heil uns alle Tage Zeit den Vorschmack giebt vollkommenen Teil, und laß der Seligkeit, wie soll ich unsre Seelen sich immer das nicht uben? Gott, schicken, aus Not und Liebe präg es meinem Herzen ein, nach dir zu blicken ohn welch Glück es sei, ein Christ Unterlaß. ö zu sein. 6. Und wenn wir weinen, Balth. Münter, 21793. so tröst uns bald mit deiner heiligen Todsgestalt; ja, laß Mel. Run bitten wir den sie uns immer vor Augen heilgen ꝛc. schweben und dein wahrhaf⸗ 317 Ab, mein Herr tiges Inunsleben zu spüren Jesu, dein sein. Nahesein bringt großen Frie⸗ 7. Ein herzlich Wesen den ins Herz hinein, und und Kindlichkeit sei unsre dein Gnadenanblick macht Zierde zu aller Zeit, und die uns so selig, daß Leib und Tröstung aus deinen Todes⸗ Seele darüber fröhlich und wunden erhalt uns Frieden dankbar wird. zu allen Stunden, bei Freud 2. Wir sehn dein freund⸗ und Leid. liches Angesicht voll Huld 8. So werden wir in und Gnade wohl leiblich Himmel hinein in dir ver⸗ nicht; aber unsre Seele kanns gnügt wie die Kinder sein. schon gewahren, du kannst Muß gleich unser Aug sich ihr fühlbar dich offenbaren, noch einmal netzen, wenn auch ungesehn. sich das Herz nur an dir O, wer nur immer ergötzen und stillen kann. bei Tag und Nacht dein zu 9. Du reichst uns deine genießen recht wär bedacht! durchgrabene Hand, die so Der hätt ohne Ende von viel Treue an uns gewandt, Glück zu sagen, und seine daß wir, daran denkend,‚ be⸗ schämt 3 VE S 66 ...‚— schämt dastehen, und unser nun Auge muß übergehen vor Lob und Dank. Chr Gregor, 1 1801. 318 Wenn ich ihn nur habe, wenn er mein nur ist, wenn mein Herz bis hin zum Grabe seine Treue nie vergißt; weiß ich nichts von Leide, fühle nichts, als Andacht. Lieb und Freude. 2. Wenn ich ihn nur habe, laß ich alles gern, folg an meinem Wanderstabe treu gesinnt nur meinem Herrn, lasse still die andern breite, lichte, volle Straßen wandern. 3. Wenn ich ihn nur habe, schlaf ich fröhlich ein; ewig wird zu süßer Labe seines Herzens Flut mir sein, die mit sanftem Zwingen alles wird erreichen und durchdringen. 4. Wenn ich ihn nur habe, hab ich auch die Welt. weil des Himmels schonste Gabe meinen Blick nach oben halt: hingesenkt im Schauen kann mir vor dem Irdischen nicht grauen 5. Wo ich ihn nur habe, ist mein Vaterland, und es sällt mir jede Gabe wie ein Erbteil in die Hand. Langst vermißte Brüder find ich Friede und Freude 221 in seinen Jüngern wieder. Novalis(Fr v. Hardenberg), + 18017 Mel. Jesu, meine Freude ꝛc. 319 Wie getrost und heiter, Herr, mein Licht und Leiter, machst du meinen Geist! Der du, die dir trauen, führst zu grünen Auen und so gern erfreust! Niemals wird bei dir, o Hirt und Beruhiger der Seelen, mir Erquickung jehlen. 2. Deinem Rat ergeben, freu ich mich zu leben; was du willst, ist gut. Nichts vermag ich Schwacher; du, mein Seligmacher, rüstest mich mit Mut. Wenn die Welt erbebt und fallt, wenn Gericht und Hölle schrecken, willst du mich bedecken. 3 Ich kann ohne Grauen Gräber vor mir schauen; mein Erlöser lebt; ich weiß, wem ich glaube, weiß, daß aus dem Staube mich sein Arm erhebt. Todestag, dein Schrecken mag eines Frevlers Herz erschüttern: was brauch ich zu zittern? 4. Auch in mir ist Sünde; doch ich überwinde sie, mein Hort, durch dich. Sink ich oft noch nieder, du erhebst mich wieder, du begnadigst mich. Deine Huld tilgt meine entziehst du 22 deinem Schuld; nie 1⁵ 22½ deinem Knechte der Erlösten echte. 5. Daß ich Gott erkenne und ihn Vater nenne und mich ewig sein, daß ich hier am Grabe Trost und Hoff⸗ nung habe, dank ich dir allein. Daß dein Geist mich unterweist und mich führt auf deinem Pfade, das ist deine Gnade. 6. Der du Blut und Leben für mich hingeben, daß in meiner Not ich nicht hilflos bliebe, groß ist deine Liebe, stärker als der Todl Herr, und ich, ich sollte mich deiner Huld nicht dankbar freuen, dir mein Herz nicht weihen? 7. Würdig dir zu leben, dies sei mein Bestreben, meine Lust und Pflicht! Was die Welt vergnüget, o mein Heil, das genüget meiner Seele nicht. Hab ich dich, wie gern will ich das, wonach die Heiden trachten, reich in dir, verachten! 8. Macht ein Gut der Erde, daß ich glücklich werde durch Zufriedenheit? Sind nicht auch die Ehren, die die Welt bethören, Traum und Eitelkeit? Du erfreust des Menschen Geist; Herr, du willst, die dich verehren, ewig wieder ehren. 9. Deinen hohen Frieden, schmeck ich schon hienieden, und was hoff ich dort? Unbegrenzte Zeiten voller Wiedergeburt und Heiligung. Seligkeiten hoff ich auf dein Wort. dich allein. getreu im Glauben! kann sie mir rauben? 10. Voll von deiner Güte frohlockt mein Gemüte, Gott, mein Heiland, dir Dieser Geist der Freuden starke mich im Leiden, weiche nie von mir! Laß mich so beherzt und froh einst durchs Thal des Todes dringen, dort dein Lob zu singen. Chr F. Neander 4 1802. Mel Schmücke dich o liebe Seele ꝛc. 320 Ven Gerausch der Welt geschieden, schmeck ich des Erlösers Frieden und die Freude schon auf Erden, Gott, mit dir vereint zu werden; sehe diese Welt der Sünden unter meinen Füßen schwinden und das Glück von jenem Leben den entzückten Geist umgeben. 2. Was ist aller Reiz von Lüsten über sie er⸗ habnen Christen? Was der Glanz der eiteln Freuden? Was des Lebens kurze Lei⸗ den? Wenn sie deinen Lohn erblicken, der sie ewig wird beglücken, und des Kranzes Wert empfinden, den dort Engel für sie winden? 3. Nun mag Trübsal auf mich stürmen! Gottes Trost wird mich beschirmen. 700 in Sie sind mein durch Bleib ich dir wer —.—..— S—(„Ix *FF“e— 802. sind dieses Lebens Pfade; ewig währt der Lohn der Gnade. Mit des Dankes stillen Zähren will ich Gottes Rat verehren, unter keiner Plage sinken und den Kelch der Leiden trinken. 4. Du hast selbst der Menschen Plagen, Heiland, voll Geduldertragen, mit dem schwersten Tod gestritten, tausendfaches Leid erlitten! Laß mich deine Kraft beleben, wenn die matten Hände beben! Hilf mir wachen, kämpfen, siegen! Friede lohnet nach den Kriegen. J. J. Eschenburg, 4 1820. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht 2. 321 Meinen Frieden geb ich euch! Also hat der Herr verheißen. Auf, mein Herz, die Sorgen fleuch! Er wird aus der Angst dich reißen. Sei ge⸗ troft und unverzagt, glaube, was er zugesagt. 2. Herr, du hälst, was du versprichst, giebst noch immer deinen Frieden, wenn du in die Herzen brichst mit dem Wahrheitsglanz hie⸗ nieden. Kehre eilig bei mir ein, laß in dir mich selig sein! 3. Güter, die die Erde giebt, sind nur mangelhafte Gaben; ewig, Herr, wird, wer dich liebt, in dir volle Friede und Freude. 223 Gnüge haben. Schütte auf mein ganzes Haus deine Gnadenfülle aus! 4. Ohne dich vermag ich nichts; eignes Ringen ist ver⸗ gebens; du allein, o Quell des Lichts, bist der Grund des neuen Lebens. Rühre mich mit deiner Kraft, die den neuen Menschen schafft! 5. Führe du mein Glau⸗ bensschiff durch die sturm⸗ bewegten Wellen, daß es nicht am Felsenriff harter Zweifel mög zerschellen! Wenn ichs nicht mehr lenken kann, so sei du der Steuermann. 6. Rette mich in jenen Port, wo die Erdenstürme schweigen und vor dir, o Gnadenhort, alle Seligen sich neigen! Dann in deines Vaters Haus werf ich meinen Anker aus. Chr. A. Bähr 7 1846. Mel. Valet will ich dir geben ꝛe. 322 O Jesu, meine Sonne, vor der die Nacht entfleucht, o Jesu, meine Wonne, die alle Not verscheucht! Im Herzen klingt mir täglich der eine helle Ton: wie hast du so unsäglich geliebt, o Gottes Sohn! 2. Es faßt mich so ein tiefes, ein himmlisches Ge⸗ fühl: es ist mir stets, als rief es: hier ist dein einzig Ziel! 22⁴ Ziel! Ja, wenn mir gar nichts bliebe, ich gäb mit frohem Sinn um Jesu Christi Liebe auch noch das Letzte hin. 3. Um diese Perle wäre mir alles andre feil, selbst Hab und Gut und Ehre, mein ganzes Erdenteil. Wie gerne will ich meiden das alles froh und still, wenns von dem Herrn mich scheiden und ihn mir rauben will! 4. Ich kenn auch gar kein Leben, von dir, mein Herr, getrennt; du bist mein einzig Leben und Lebens⸗ element. Ich kenne gar kein Sterben, seitdem ich leb in dir; denn was mich konnt verderben, die Sünde, nahmst du mir. 5. Ich weiß nichts mehr von Leiden, denn alles Kreuz und Leid kann mich von dir nicht scheiden, du Born der Seligkeit; ja, wenn ich dich nur habe, dann gilt mir alles gleich, ich bin am Bettelstabe noch wie ein König reich. 6. Ich bin schon hier auf Erden so selig und so leicht, und was wird dort erst werden, wo alle Schwach⸗ heit weicht! Das macht ein selig Sterben, daß ich als Gnadenlohn ein Königreich soll erben und eine ewge Kron. Wiedergeburt und Heiligung. 7. O lieber Herr, so präg es recht meinen Sinnen ein; o lieber Herr, so leg es mir tief ins Herz hinein, daß ohne deine Liebe ich ganz verloren wär und ohne Hoffnung triebe auf wüstem Meer umher! 8. Doch daß du mich allmählich zum Hafen hast gebracht und mich so über⸗ selig aus Gnaden hast ge⸗ macht, daß ich vor nichts erschrecke, was andern schreck⸗ lich ist, weil ich es seh und schmecke, wie du mein Hei⸗ land bist. K. J. Ph. Spitta, 4 1859. Mel. Herzlich thut mich verlangen ꝛc. in Wohlstand 323 Eohnegleichen ist eines Christen Stand, wie er bei keinem Reichen von dieser Welt bekannt. Den kann auch niemand rauben, wie feindlich er gesinnt; ein Christ ist durch den Glau⸗ ben des reichsten Vaters Kind. 2. Er kann mit Freuden kommen vor Gottes Ange⸗ sicht; da wird er angenom⸗ men, und niemand wider⸗ spricht. Was alles ihn be⸗ troffen, seis Freude oder Leid: ihm steht der Zugang offen zum Vater allezeit. 3. Er kann in großen Scharen als Diener um sich sehn, die einst ihm Herren waren EG — E Friede und Freude. 225 waren und nun zu Dienste stehn. Er ist umringt von ihnen den ganzen Lebenstag; denn ihm muß alles dienen, was ihm begegnen mag. 4. Und geht einmal auf Erden die Kindeszeit zu End, er weiß, was ihm muß werden nach Christi Testament: ein Erbteil in dem reichen, ge⸗ liebten Vaterland. Solch Wohlstand ohnegleichen ist eines Christen Stand. K. J. Ph. Spitta, 4 1859. Mel. Ringe recht. wenn Gottes Gnade ꝛc. 324 Haht Herz, nicht in der Weite, in der Nähe wohnt das Glück! Glaube, liebe, hoffe, leide, und kehr in dich selbst zurück! 2. Wüchsen über Nacht dir Flügel, schneller als der Sonne Strahl, trügst doch über Berg und Hügel rast⸗ los deiner Sehnsucht Qual. 3. Denn die Welt kann dir nicht bieten das, wonach du heiß verlangst; denn die Welt hat keinen Frieden, hat nur Streit und Not und Angst. 4. Ewig wechselnd ist ihr Streben, ewig wechselnd ist ihr Ziel; was ihr heute Rast egeben, morgen ists der inde Spiel. 5. Drum, mein Herz, nicht in der Weite, in der Nähe such das Glück! Glaube, liebe, hoffe, leide, und kehr in dich selbst zurück! J. Sturm, geb. 1816. Vertrauen. 325 Mas mein Gott will, gescheh allzeit, sein Will ist stets der beste; zu helfen dem er ist be⸗ reit, der an ihn glaubet feste. Er hilft aus Not, der fromme Gott, er züchtiget mit Maßen. Wer Gott vertraut, fest auf ihn baut, den will er nicht verlassen. Gott ist mein Trost, mein Zuversicht, mein Hoff⸗ nung und mein Leben; was mein Gott will, das mir ge⸗ schieht, will ich nicht wider⸗ streben. Sein Wort ist wahr; denn all mein Haar er selber hat gezählet. Er schützt und wacht, nimmt uns in acht, auf daß uns gar nichts fehlet. 3. Nun muß ich Sünder von der Welt hinfahrn nach Gottes Willen zu meinem Gott, wenns ihm gefällt, ich will ihm halten stille. Mein arme Seel ich Gott befehl in meiner letzten Stunden; du frommer Gott, Sünd, Höll und Tod hast du mir über⸗ wunden. 4. Noch eins, Herr, will ich bitten dich, du wirst mirs nicht versagen: wenn mich mich der böse Geist anficht, laß mich, Herr, nicht ver⸗ zagen; hilf und auch wehr, ach Gott, mein Herr, zu ehren deinen Namen. Wer das begehrt, dem wirds ge⸗ währt; drauf sprech ich fröh⸗ lich Amen. Markgras Albrecht von Branden⸗ burg(2) 4 1557. 326 arum betrübst du dich, mein Herz, bekümmerst dich und trägest Schmerz nur um das zeitlich Gut? Vertrau du deinem Herrn und Gott, der alle Ding erschaffen hat. 2. Er kann und will dich lassen nicht, er weiß gar wohl, was dir gebricht; Himmel und Erd ist sein; er ist mein Vater und mein Gott, der mir beisteht in aller Not. 3. Weil du mein Gott und Vater bist, dein Kind du nimmermehr vergißt, du väterliches Herz. Ich bin nur Erd und weiß ohn dich auf Erden keinen Trost für mich. 4. Der Reiche trotzt auf zeitlich Gut, ich trau auf dich mit festem Mut, ob ich gleich werd veracht; ich weiß und glaube festiglich, wer dir vertraut, dem mangelts nicht. 5. Du bist, o Gott, so reich noch heut, als du es 226 Wiedergeburt und Heiligung. warst von Ewigkeit, zu dir steht mein Vertraun; mach reich an meiner Seele mich, so gnügt mir hier und ewiglich. 6. Der eitlen Ehr ich gern entbehr; das Ewige mir nur gewähr, das du erworben hast durch deinen herben, bittern Tod; das bitt ich dich, mein Herr und Gott. Denn alles, was auf dieser Welt, es sei Gold, Silber oder Geld, Reichtum und zeitlich Gut, das währt nur eine kleine Zeit und hilft doch nichts zur Seligkeit. 8. danke dir, Herr Jesu Christ, daß solches kund mir worden ist durch dein göttliches Wort; verleih mir auch Beständigkeit zu meiner Seelen Seligkeit. 9. Lob, Ehr und Preis sei dir gebracht, daß du hast alles wohlgemacht; ich bitt demütig dich, du wollst von deinem Angesicht mich ewig⸗ lich verstoßen nicht. Hans Sachs, 4 1576. Mel. Mag ich Unglück nicht ꝛc. 0 Icch weiß, daß 327 V mein Erlöser lebt; was widerstrebt die Welt denn meinem Glauben? Ohn meinen Gott krümmt sie fürwahr mir nicht ein Haar, er woll es denn erlauben. Führt mich sein Rat auf rauhem Pfad durch diese Welt: I„A 8 E 2382 dein mir iner sei hast bitt von vig⸗ 76. ꝛc. daß öser die den? t sie aar, ben. auf hiese elt: Vertrauen. 227 Welt: wie's ihm gefällt! Nur daß ichs mög ertragen. Ich weiß, daß mein Herr Jesus Christ viel grö⸗ ßer ist, als alle Macht der Erden. O liebe Seel, was zagest du? Gieb dich zur Ruh! Es kann bald besser werden. Aus aller Not hilft dir dein Gott, das ist gewiß; trau fest auf dies! Im Glau⸗ ben muß mans fassen. 3. Von Herzen, Herr, ver⸗ trau ich dir; bleib stets bei mir, du König aller Ehren! Mein Hoffen steht zu dir allein; laß ferne sein, was mich von dir möcht kehren, daß ich dein Wort, du treuer Hort, bekenne frei, ohne alle Scheu, auch in den größten Nöten. 4. Ich weiß, daß du mein Heiland bist, o Jesu Christ, drum laß ich mir nicht grauen. Mein Helfer ist des Höchsten Sohn auf Gottes Thron; auf den will ich fest bauen. Lebt er doch noch im Himmel hoch! Er wird mich wohl, wenns werden soll, nach meinem Leid ergötzen. K. Vienemann, 1 1591. 328 on Gott will ich nicht lassen, denn er läßt nicht von mir, führt mich auf rechter Straßen, sonst ging ich in der Irr; er reicht mir seine Hand, den Abend wie den Morgen will er mich wohl versorgen, wo ich auch sei im Land. 2. Wenn sich der Menschen Treue und Wohlthat all ver⸗ kehrt, wird bald an mir aufs neue die Huld des Herrn bewährt; er hilft aus aller Not, befreit von Sünd und Schanden, von Ketten und von Banden, und wenns auch wär der Tod. 3. Auf ihn will ich ver⸗ trauen in meiner schweren Zeit; so kann mir gar nicht grauen, er wendet alles Leid. Ihm sei es heimge⸗ stellt; mein Leib, mein Seel, mein Leben sei Gott, dem Herrn, ergeben, er machs, wie's ihm gefällt. 4. Es kann ihm nichts gefallen, denn was mir nützlich ist; er meints gut mit uns allen, schenkt uns den Herren Christ, den ein⸗ gebornen Sohn; durch ihn er uns bescheret, was Leib und Seele nähret; lobt ihn im Himmelsthron! 5. Lobt ihn mit Herz und Munde, die er uns heide schenkt; das ist ein selge Stunde, darin man sein ge⸗ denkt; sonst ist all unsre Zeit verloren hier auf Erden; wir sollen selig werden und sein in Ewigkeit. 6. Darum, ob ich schon dulde hier Widerwärtigkeit, wie ichs auch wohl ver⸗ schulde, 228 Wiedergeburt schulde, kommt doch die Ewigkeit, die, aller Freuden voll, dieweil ich Christum kenne und mich von ihm nicht trenne, mein Erbteil werden soll. 7. Das ist des Vaters Wille, der uns geschaffen hat; sein Sohn giebt uns die Fülle der Wahrheit und der Gnad; auch Gott, der heilge Geist, im Glauben uns regieret, zum Reich der Himmel führet; drum sei er hoch gepreist! L. Helmbold, 4 1598. 329 RIR meinen lieben Gott trau ich in Angst und Not; er kann mich allzeit retten aus Trübsal, Angst und Nöten; mein Unglück kann er wen⸗ den: es steht in seinen Händen. 2. Ob mich die Sünd ansicht, will ich verzagen nicht; auf Christum will ich bauen und ihm allein ver⸗ trauen; ihm will ich mich ergeben im Tod und auch im Leben. 3. Ob mich der Tod nimmt hin, ist Sterben mein Gewinn, und Christus ist mein Leben; dem will ich mich ergeben. Ich sterb heut oder morgen, mein Seel wird er versorgen. 4. O mein Herr Jesu Christ, der du geduldig bist und Heiligung. für mich am Kreuz ge⸗ storben, hast mir das Heil erworben, uns allen auch beschieden den ewgen Him⸗ melsfrieden! 5. Erhöre gnädig mich, mein Trost, das bitt ich dich; hilf mir am letzten Ende, nimm mich in deine Hände, daß selig ich ab⸗ scheide zur ewgen Himmels⸗ freude. 6. Amen zu aller Stund sprech ich aus Herzensgrund. Du wollest selbst uns leiten, Herr Christ, zu allen Zeiten, auf daß wir deinen Namen ohn Ende preisen. Amen. F. Beurhaus, 1609. Mel. O Welt, ich muß dich lassen ꝛe. 330 In allen meinen NI Thaten laß ich den Höchsten raten, der alles kann und hat; er muß zu allen Dingen, solls anders wohl gelingen, selbst geben Segen, Rat und That. 2. Nichts ist es spät und frühe um alle meine Mühe, mein Sorgen ist umsonst; er mags mit meinen Sachen nach seinem Willen machen, ich stells in seine Vater⸗ gunst. 3. Es kann mir nichts geschehen, als was er aus⸗ ersehen, und was mir selig ist. Ich nehm es, wie ers giebet; was ihm von mir beliebet, beliebet, das hab ich willig auch erkiest. 4. Ich traue seiner Gna⸗ den, die mich vor allem Schaden, vor allem Übel schützt. Leb ich nach seinen Sätzen, so wird mich nichts verletzen, nichts fehlen, was mir ewig nützt. 5. Er wolle meiner Sün⸗ den in Gnaden mich ent⸗ binden, durchstreichen meine Schuld. Er wird auf mein Verbrechen nicht stracks das Urteil sprechen und mit mir haben noch Geduld. 6. Leg ich mich späte nie⸗ der, erwach ich frühe wieder, lieg oder zieh ich fort, in Schwachheit und in Banden, und was mir stößt zu handen, so tröstet mich sein göttlich Wort. 7. Hat er es denn be⸗ schlossen, so will ich unver⸗ drossen an mein Verhäng⸗ nis gehn; kein Unfall unter allen wird je zu hart mir fallen, ich will mit Gott ihn überstehn. 8. Ihm hab ich mich er⸗ geben, zu sterben und zu leben, sobald er mir gebeut; es sei heut oder morgen, dafür laß ich ihn sorgen; er weiß allein die rechte Zeit. 9. So sei nun, Seele, seine, und traue dem alleine, der dich geschaffen hat!l Es gehe, wie es gehe, dein Vertrauen. 229 Vater in der Höhe, der weiß zu allen Sachen rat. P. Flemming, 1640. 331 Gicb dich zufrieden und sei stille in dem Gotte deines Lebens; in ihm ruht aller Freuden Fülle, ohn ihn mühst du dich vergebens; er ist dein Quell und deine Sonne, scheint täglich hell zu deiner Wonne; gieb dich zufrieden. 2. Er ist voll Lichtes, Trost und Gnaden, unge⸗ färbten treuen Herzens; wo er steht, thut dir keinen Scha⸗ den auch die Pein des größten Schmerzens: Kreuz, Angst und Not kann er bald wenden, ja, auch den Tod hat er in Händen; gieb dich zufrieden. 3. Wie dirs und andern oft ergehe, ist ihm wahrlich nicht verborgen; er sieht und kennet aus der Höhe der betrübten Herzen Sorgen; er zählt den Lauf der heißen Thränen und faßt zu hauf all unser Sehnen; gieb dich zufrieden. 4. Wenn gar kein Ein⸗ ger mehr auf Erden, dessen Treue du darfst trauen, als⸗ dann will er dein Treuster werden und zu deinem Besten schauen. Er weiß dein Leid und heimlich Grämen, auch weiß er Zeit, dirs zu beneh⸗ men; gieb dich zufrieden. 230 Wiedergeburt und Heiligung. 5. Er hört die Seufzer deiner Seelen und des Her⸗ zens stilles Klagen, und was du keinem darfst erzählen, magst du Gott gar kühnlich sagen; er ist nicht fern, steht in der Mitten, hört bald und gern der Armen Bitten; gieb dich zufrieden. 6. Laß dich dein Elend nicht bezwingen; halt an Gott, so wirst du siegen; ob alle Fluten dich um⸗ ringen, sollst du doch nicht unterliegen; denn wenn du wirst zu hoch beschweret, hat Gott, dein Fürst, dich schon erhöret; gieb dich zufrieden. 7. Was sorgst du für dein armes Leben, wie dus halten wollst und nähren? Der dir das Leben hat ge⸗ geben, wird auch Unterhalt bescheren. Er hat die Hand voll aller Gaben, davon sich Land und See muß laben; gieb dich zufrieden. Sprich nicht: ich sehe keine Mittel; wo ich such, ist nichts zum besten; denn das ist Gottes Ehrentitel: helfen, wenn die Not am größten. Wenn ich und du ihn nicht mehr spüren, tritt er herzu, uns wohl zu füh⸗ ren; gieb dich zufrieden. 9. Bleibt gleich die Hilf in etwas lange, wird sie dennoch endlich kommen; macht dir das Harren angst und bange, glaube mir, es ist dein Frommen. Was langsam schleicht, faßt man gewisser, und was verzeucht, ist desto süßer; gieb dich zu⸗ frieden. 10. Es kann und mag nicht anders werden: alle Menschen müssen leiden; was lebt und webet auf der Erden, kann das Unglück nicht vermeiden. Des Kreuzes Stab schlägt unsre Lenden bis in das Grab, dann wird sichs enden; gieb dich zu⸗ frieden. 11. Es ist ein Ruhetag vorhanden, da uns unser Gott wird lösen; er wird uns reißen aus den Banden dieses Leibes und vom Bö⸗ sen: es wird einmal der Tod herdringen und aus der Qual uns sämtlich bringen; gieb dich zufrieden. 12. Er wird uns bringen zu den Scharen der Erwähl⸗ ten und Getreuen, die hier mit Frieden heimgefahren, sich auch nun in Frieden freuen, da sie den Grund, der nicht kann brechen, den ewgen Mund selbst hören sprechen: gieb dich zufrieden. P. Gerhardt, 4 1676. 332 Warum sollt ich mich denn grämen? Hab ich doch Chri⸗ stum noch, wer will mir den nehmen? Wer will mir den Himmel rauben, den mir Vertrauen. mir schon Gottes Sohn bei⸗ gelegt im Glauben? 2. Arm und bloß kam ich ins Leben, da es mir, Herr, von dir ward zuerst gegeben. Arm und bloß werd ich hinziehen, wenn ich werd von der Erd als ein Schatten fliehen. 3. Gut und Blut, Leib, Seel und Leben ist nicht mein, Gott allein ist es, ders gegeben. Will ers wieder zu sich kehren, nehm ers hin, ich will ihn dennoch fröhlich ehren. 4. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen, dringt her⸗ ein Angst und Pein, sollt ich drum verzagen? Der es schickt, der wird es wenden, er weiß wohl, wie er soll all mein Unglück enden. 5. Gott hat mich bei guten Tagen oft ergötzt, sollt ich jetzt nicht auch etwas tragen? Fromm ist Gott und übt mit Maßen sein Gericht, kann mich nicht ganz und gar verlassen. 6. Unverzagt und ohne Grauen soll ein Christ, wo er ist, stets sich lassen schauen; wollt ihn auch der Tod auf⸗ reiben, soll der Mut dennoch gut und fein stille bleiben. 7. Kann ja doch kein Tod uns töten, sondern reißt unsern Geist aus viel tausend Nöten, schleußt das Thor der 231 bittern Leiden und macht Bahn, da man kann gehn zu Himmelsfreuden. 8. Allda will in süßen Schätzen ich mein Herz auf den Schmerz ewiglich ergötzen. Hier ist kein recht Gut zu finden; was die Welt in sich hält, muß wie Rauch ver⸗ schwinden. 9. Was sind dieses Lebens Güter? eine Hand voller Sand, Kummer der Ge⸗ müter. Dort, dort sind die edlen Gaben, da mein Hirt Christus wird mich ohn Ende laben. 10. Herr, mein Hirt, Brunn aller Freuden, du bist mein, ich bin dein, nie⸗ mand kann uns scheiden. Ich bin dein, weil du dein Leben und dein Blut mir zu gut in den Tod gegeben. 11. Du bist mein, weil ich dich fasse und dich nicht, o mein Licht, aus dem Herzen lasse. Laß mich, laß mich hin⸗ gelangen, wo du mich und ich dich ewig werd umfangen. P. Gerhardt, 4 1676. Mel. Herzlich thut mich ver⸗ langen ꝛe. 333 Bahehl du deine Wege, und was dein Herze kränkt, der aller⸗ treusten Pflege deß, der den Himmel lenkt; der Wolken, Luft und Winden giebt Wege, Wege, Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann. Dem Herren mußt du trauen, wenn dirs soll wohlergehn; auf sein Werk mußt du schauen, wenn dein Werk soll bestehn. Mit Sor⸗ gen und mit Grämen und mit selbsteigner Pein läßt Gott sich gar nichts nehmen: es muß erbeten sein. Dein ewge Treu und Gnade, o Vater, weiß und sieht, was gut sei oder schade dem sterblichen Geblüt; und was du dann erlesen, das treibst du, starker Held, und bringst zum Stand und falll.. was deinem Rat ge⸗ ällt. 4. Weg hast du aller⸗ wegen, an Mitteln fehlts dir nicht; dein Thun ist lauter Segen, dein Gang ist lauter Licht; dein Werk kann nie⸗ mand hindern, dein Arbeit darf nicht ruhn, wenn du, was deinen Kindern ersprieß⸗ lich ist, willst thun. 5. Und ob gleich alle Teufel hier wollten wider⸗ stehn, so wird doch ohne Zweifel Gott nicht zurücke gehn; was er sich vorge— nommen und was er haben will, das muß doch endlich kommen zu seinem Zweck und Ziel. 6. Hoff, o du arme Seele, hoff und sei unver⸗ 232 Wiedergeburt und Heiligung. zagt! Gott wird dich aus der Höhle, da dich der Kummer plagt, mit großen Gnaden rücken; erwarte nur die Zeit, so wirst du schon schonna——— Sonn der önsten Freud. 7. Auf, auf, gieb deinem Schmerze und Sorgen gute Nacht; laß fahren, was das Herze betrübt und traurig macht; bist du doch nicht Regente, der alles führen soll: Gott sitzt im Regimente und führet alles wohl. Ihn, ihn laß thun und walten; er ist ein weiser Fürst und wird sich so ver⸗ halten, daß du dich wundern wirst, wenn er, wie ihm ge⸗ bühret, mit wunderbarem Rat das Werk hinausge⸗ n das dich bekümmert at. 9. Er wird zwar eine Weile mit seinem Trost ver⸗ ziehn und thun an seinem Teile, als hätt in seinem Sinn er deiner sich begeben und solltst du für und für in Angst und Nöten schwe⸗ ben, als fragt er nichts nach dir. 10. Wirds aber sich be⸗ finden, daß du ihm treu verbleibst, so wirst du Hilfe finden, da dus am mindsten gläubst; er wird dein Herze lösen von der so schweren Last, die du zu keinem Bösen bisher getrager hast. Sese E ....ee Vertrauen. 11. Wohl dir, du Kind der Treue, du hast und trägst davon mit Ruhm und Dankgeschreie den Sieg und Ehrenkron! Gott giebt dir selbst die Palmen in deine rechte Hand, und du singst Freudenpsalmen dem, der dein Leid gewandt. 12. Mach End, o Herr, mach Ende mit aller unsrer Not; stärk unsre Füß und Hände, und laß bis in den Tod uns allzeit deiner Pflege und Treu empfohlen sein, so gehen unsre Wege gewiß zum Himmel ein. P. Gerhardt, 4 1676. Mel. Da Christus geboren war ꝛc. 334 Af den Nebel folgt die Sonn, auf das Trauern Freud und Wonn, auf die schwere, bittre Pein stellt sich Trost und Labsal ein. Meine Seele, die zuvor sank bis zu des Todes Thor, steigt nun bis zum Himmelschor. 2. Gott läßt keinen trau⸗ rig stehn, noch mit Schimpf zurücke gehn, der sich ihm zu eigen schenkt und ihn in sein Herze senkt; wer auf Gott sein Hoffnung setzt, findet endlich und zuletzt, was ihm Leib und Seel ergötzt. 3. Kommts nicht heute, wie man will, sei man nur ein wenig still; ist doch 233 morgen auch ein Tag, da die Wohlfahrt kommen mag. Gottes Zeit hält ihren Schritt; wenn die kommt, kommt unsre Bitt und die Freude reichlich mit. 4. Als ich furchtsam und verzagt mich mit schwerem Gram geplagt, als ich manche liebe Nacht mich mit Wachen krank gemacht, als mir aller Mut entfiel, tratst, mein Gott, du selbst ins Spiel, gabst dem Unfall Maß und Ziel. 5. Nun, so lang ich in der Welt haben werde Haus und Zelt, soll mir dieser Wunder⸗ schein stets vor meinen Augen sein; ich will all mein Leben lang meinem Gott mit Lob⸗ gesang hierfür bringen Preis und Dank. 6. Allen Jammer, allen Schmerz, den des ewgen Vaters Herz mir schon jetzo ungezählt oder künftig aus⸗ erwählt, will ich hier in diesem Lauf meines Lebens allzuhauf frisch und freudig nehmen auf. 7. Ich will gehn in Angst und Not, ich will gehn bis in den Tod, ich will gehn ins Grab hinein, und doch allzeit fröhlich sein. Wem der Stärkste bei will stehn, wen der Höchste will erhöhn, kann nicht ganz zu grunde gehn. P. Gerhardt. 1 1676. III N ————— 234 Mel. Valet will ich dir geben ꝛc. 335 st Gott für mich, so trete gleich alles wider mich; so oft ich ruf und bete, weicht alles hinter sich. Hab ich das Haupt zum Freunde und bin geliebt bei Gott, was kann mir thun der Feinde und Wiedersacher Rott? 2. Nun weiß und glaub ich feste, ich rühms auch ohne Scheu, daß Gott, der Höchst und Beste, mein Freund und Vater sei, und daß in allen Fällen er mir zur Rechten steh und dämpfe Sturm und Wellen und was mir bringet Beh. 3. Der Grund, drauf ich mich gründe, ist Christus und sein Blut; das machet, daß ich finde das ewge wahre Gut. An mir und meinem Leben ist nichts auf dieser Erd: was Christus mir gegeben, das ist der Liebe wert. 4. Mein Christus ist mein Ehre, mein Glanz und helles Licht; wenn der nicht in mir wäre, könnt ich be⸗ stehen nicht. In ihm kann ich mich freuen, hab einen Heldenmut, darf kein Ge⸗ richte scheuen, wie sonst ein Sünder thut. 5. Sein Geist wohnt mir im Herzen, regieret meinen Sinn, vertreibt mir Sorg und Schmerzen, nimmt allen Wiedergeburt und Heiligung. Kummer hin, giebt Segen und Gedeihen dem, was er in mir schafft, hilft mir das Abba schreien aus aller meiner Kraft. 6. Und wenn an mein⸗ nem Orte sich Furcht und Schwachheit findt, so seufzt und spricht er Worte, die unaussprechlich sind mir zwar und meinem Munde, Gott aber wohl bewußt, der an des Herzens Grunde er⸗ siehet seine Lust. 7. Sein Geist spricht meinem Geiste manch süßes Trostwort zu, wie Gott dem Hilfe leiste, der bei ihm suchet Ruh, und wie er hab erbauet ein edle neue Stadt, da Aug und Herze schauet, was es geglaubet hat. 8. Da ist mein Teil, mein Erbe mir prächtig zugericht: wenn ich gleich fall und sterbe, fällt doch mein Himmel nicht. Muß ich auch gleich hier feuchten mit Thränen meine Zeit, mein Jesus und sein Leuchten durchsüßet alles Leid. 9. Die Welt, die mag zer⸗ brechen, du stehst mir ewig⸗ lich; nicht Feur und Schwert der Frechen soll trennen mich und dich; kein Hunger und kein Dürsten, kein Armut, keine Pein, kein Zorn der großen Fürsten soll mir ein Hindrung sein. 12 — Sn 6 SI E*-9 Vertrauen. 10. Kein Engel, keine reuden, kein Thron, kein errlichkeit, kein Lieben und kein Leiden, kein Angst, kein Herzeleid, was man nur kann erdenken, es sei klein oder groß, der keines soll mich lenken aus deinem Arm und Schoß. 11. Mein Herze geht in Sprüngen und kann nicht traurig sein, ist voller Freud und Singen, sieht lauter Sonnenschein: die Sonne, die mir lachet, ist mein Herr Jesus Christ; das, was mich singen machet, ist, was im Himmel ist. P. Gerhardt, 4 1676. chwing dich auf 336 S zu deinem Gott, du betrübte Seele! Warum liegst du, Gott zum Spott, in der Schwermutshöhle? Merkst du nicht des Feindes List? Er will durch sein Kämpfen deinen Trost, den Jesus Christ dir erworben, dämpfen. 2. Stürme, Feind und Welt und Tod, was könnt ihr mir schaden? Deckt mich doch in meiner Not Gott mit seinen Gnaden, der Gott, der mir seinen Sohn selbst geschenkt aus Liebe, daß der ewge Spott und Hohn mich dort nicht betrübe. 3. Spreche alle Welt, es sei Gott mir nicht gewogen; 235 weiß ich doch er bleibt ge⸗ treu, hat mich nie betrogen. Wär er gnädig nicht gesinnt, würd er seine Gaben, die mein eigen worden sind, wohl behalten haben. 4. Was ist unterm Him⸗ melszelt, was im tiefen Meere, was ist Gutes in der Welt, das nicht mir gut wäre? Wem erglänzt das Sternenlicht? Wozu ist ge⸗ geben Luft und Wasser? Dient es nicht mir und meinem Leben? 5. Meine Seele lebt in mir durch die heilgen Lehren, so die Christen mit Begier alle Tage hören. Gott eröffnet früh und spat meinen Geist und Sinne, daß sie seines Geistes Gnad freudig werden inne. 6. Nun, auf diesen heilgen Grund bau ich mein Gemüte, sehe, wie der Feind zur Stund zwar dawider wüte; gleichwohl muß er lassen stehn, was Gott aufgerichtet, aber schmählich muß vergehn, was er selber dichtet. 7. Ich bin Gottes, Gott ist mein; wer ist, der uns scheide? Dringt auch schweres Kreuz herein mit dem bittern Leide: laß es dringen, kommt es doch von geliebten Hän⸗ den; schnell zerbricht des Kreuzes Joch, wenn es Gott will 2—81. 6 236 8. Kinder, die der Vater soll ziehn zu allem Guten, die gedeihen selten wohl ohne Zucht und Ruten. Bin ich denn nun Gottes Kind, warum will ich fliehen, wenn er mich von meiner Sünd will zum Guten ziehen. 9. Es ist herzlich gut gemeint mit der Christen Plagen; wer hier zeitlich wohl geweint, darf nicht ewig klagen, sondern hat vollkommne Lust dort in Christi Garten, dem sein Leiden ist bewußt, endlich zu erwarten. 10. Gottes Kinder säen zwar traurig und mit Thränen, aber endlich bringt das Jahr, wonach sie sich sehnen; denn es kommt die Erntezeit, da sie Garben binden, da wird all ihr Gram und Leid ewiglich verschwinden. 11. Ei, so faß, o Christen⸗ herz, alle deine Schmerzen; wirf sie fröhlich hinterwärts, laß des Trostes Rerzen dich entzünden mehr und mehr; gieb dem großen Namen deines Gottes Preis und Ehr! Er wird helfen! Amen. P. Gerhardt, 4 1676. Mel. Von Gott will ich ꝛc. 337 Geduld ist euch von nöten, wenn Sorge, Gram und Schmerz und, was euch Wiedergeburt und Heiligung. mehr will töten, euch schnei⸗ det in das Herz. O auser⸗ wählte Schar! Soll euch kein Tod je töten, ist euch Geduld von nöten; das ist gewißlich wahr. ö 2. Geduld ist Gottes Gabe und seines Geistes Gut; er schenkt sie uns zum Stabe, sobald er in uns ruht. Der edle werte Gast erlöst uns von dem Zagen und hilft uns treulich tragen die größte Bürd und Last. 3. Geduld kommt aus dem Glauben und hängt an Gottes Wort; das läßt sie sich nicht rauben, das ist ihr Heil und Hort; das ist ihr hoher Wall, da hält sie sich verborgen, läßt Gott, den Vater, sorgen und fürchtet keinen Fall⸗ 7 4. Geduld ist wohl zu⸗ frieden mit Gottes weisem Rat, läßt sich nicht leicht er⸗ müden durch Aufschub seiner Gnad, hält frisch und fröh⸗ lich aus, läßt sich getrost beschweren und denkt; wer wills ihm wehren? Ist er doch Herr im Haus. 5. Geduld dient Gott zu Ehren und läßt sich nimmer⸗ mehr von seiner Liebe kehren; und schlüg er noch so sehr, so ist sie doch bedacht, die heilge Hand zu loben, spricht: Gott, der hoch erhoben, hat alles wohlgemacht.—220 1.— Vertrauen. 237 6. Geduld macht große reude, bringt aus dem immelsthron ein schönes alsgeschmeide, dem Haupt ein edle Kron, ist wie ein schönes Licht, davon, wer an ihr hanget, mit Gottes Hilf erlanget ein fröhlich Ange⸗ sicht. 7. Geduld ist mein Ver⸗ langen und meines Herzens Lust, nach der ich oft ge⸗ gangen: das ist mir wohl bewußt. Herr, voller Gnad und Huld! Ach, gieb mir und gewähre mein Bitten; ich be⸗ gehre nichts anders, als Ge⸗ duld. 8. Geduld ist meine Bitte, die ich sehr oft und viel aus dieser Leibeshütte zu dir, Herr, schicken will. Kommt dann der letzte Zug, so gieb durch deine Hände auch ein geduldig Ende, so hab ich alles gnug. P. Gerhardt, T 1676. 338 Alles ist an Gottes Segen und an seiner Gnad gelegen, über alles Geld und Gut. Wer auf, Gott sein Hoffnung setzet, der behält ganz unver⸗ lezet einen freien Helden⸗ mut. 2. Der mich hat bisher ernähret und so manches Glück bescheret, ist und blei⸗ bet ewig mein; der mich wunderbar geführet und noch leitet und regieret, wird hin⸗ fort mein Helfer sein. 3. Viele mühen sich um Sachen, die nur Sorg und Unruh machen und ganz unbeständig sind; ich begehr, nach dem zu ringen, was den Frieden pflegt zu brin⸗ gen, und man jetzt gar sel⸗ ten findt. ö 4. Hoffnung kann das Herz erquicken; was ich wün⸗ sche, wird sich schicken, so es anders Gott gefällt. Meine Seele, Leib und Leben hab ich seiner Gnad ergeben und ihm alles heimgestellt. 5. Er weiß schon nach seinem Willen mein Ver⸗ langen zu erfüllen; es hat alles seine Zeit. Ich hab ihm nichts vorzuschreiben; wie Gott will, so muß es bleiben; wann Gott will, ich bin bereit. 6. Soll ich länger allhier leben, will ich ihm nicht widerstreben; ich verlasse mich auf ihn. Ist doch nichts, das lang bestehet, alles Irdische vergehet und fährt wie ein Strom dahin. er nur den lie⸗ Vor 1676. 339 ben Gott läßt walten und hoffet auf ihn allezeit, den wird er wunder⸗ bar erhalten in aller Not 16* und 238 und Traurigkeit. Wer Gott, dem Allerhöchsten, traut, der hat auf keinen Sand ge⸗ baut. 2. Was helfen uns die schweren Sorgen? Was hilft kan uns unser Weh und Ach? Was hilft es, daß wir alle worge, beseufzen unser Un⸗ gemach? Wir machen unser Kreuz und Leid nur größer durch M Traurigkeit. 3. Man halte nur ein wenig stille und sei doch in sich selbst vergnügt, wie un⸗ sers Gottes Gnadenwille, wie sein Allwissenheit es fügt. Gott, der uns ihm hat auserwählt, der weiß auch sehr wohl, was uns fehlt. 4. Er kennt die rechten Freudenstunden, er weiß wohl, wann es nützlich sei; wenn er uns nur hat treu erfunden und merket keine Heuchelei, so kommt Gott, eh wirs uns versehn, und lässet uns viel Guts ge⸗ schhn. e 5. Denk nicht in deiner Drangsalshitze, daß du von Gott verlassen seist, und daß ihm der im Schoße sitze, der sich mit stetem Glücke speist; die Folgezeit verän⸗ dert viel und setzet jeglichem sein Ziel. 6. Es sind ja Gott sehr leichte Sachen und ist vem Höchsten alles gleich, den Wiedergeburt und Heiligung. Reichen klein und arm zu machen, den Armen aber groß und reich; Gott ist der rechte Wundermann, der bald erhöhn, bald stürzen n. ö 7. Sing, bet und geh auf Gottes Wegen, verricht das Deine nur getreu und trau des Himmels reichem Segen, so wird er werden bei dir neu; denn welcher seine Zu⸗ versicht auf Gott setzt, den verläßt er nicht. G. Neumark, 1 1681. 3 40 Sollt es gleich bis⸗ weilen scheinen, als verließe Gott die Seinen, o so glaub und weiß ich ei Gott hilft endlich doch wiß. 92 Hilfe, die er aufgescho⸗ ben, hat er drum nicht auf⸗ gehoben hilft er nicht zu jeder Frist, hilft er doch, wanns Wien ist. 3. Wie oft Väter nicht gleich geben, wonach ihre Kinder Maß 1 so hält Gott auch Maß und Ziel; er giebt, wem und wann er will. 4. Seiner kann ich mich getrösten, wenn die Not am allergrößten, er ist gegen mich, sein Kind, mehr 4—8 väterlich gesinnt. 5. Will der Feind dum bange machen,— ich kann seine Macht verlachen; uuh mi ———— SSMDR. e.n mich schwer des Kreuzes Joch,— Gott, mein Vater, lebet noch. 6. Mögen mich die Men⸗ schen kränken, mag auf mein Verderben denken, wer mir ohne Ursach feind! Gott im Himmel ist mein Waltr 7. Laß die Welt nur immer neiden! Will sie mich nicht länger leiden, ei, so frag ich nichts danach; Gott ist Richter meiner Sach. 8. Will sie mich gleich von sich treiben, muß mir doch der Himmel bleiben; ist der Himmel mein Gewinn, geb ich alles andre hin. 9. Herr, kann ich nur dich umfassen, will ich alles andre lassen; legt man mich dereinst ins Grab, genug, Herr, wenn ich dich nür hab! Ch Titius, + 1703. Mel. Jesu, meine Freude ꝛc. 3 41 QJesus ist mein V Leben, dem ich mich ergeben fest bis in den Tod; er ist meine Sonne, meine Freud und Wonne in der größten Not. Leid ich gleich in seinem Reich, so werd ich mit ihm regieren und dort triumphieren. 2. Die mit Jesu leiden, werden mit ihm weiden in dem Sternenzelt; die mit Jesu sterben, werden mit ihm erben, wo ihr Reich Ihre Kron und bestellt. Vertrauen. 239 Siegeslohn sind, wo Gott die Engel loben, sicher auf⸗ gehoben. 3. Die mit Thränen säen, wenn die Winde wehen, die der Feind erweckt, werden dort mit Freuden ernten nach dem Leiden, wo kein Feind mehr schreckt. Nach der Müh, die sie allhie dul⸗ den, wird sie Gott ergötzen mit des Himmels Schätzen. 4. O ihr frommen Seelen, die ihr euch mit Quälen bringet durch die Welt, die ihr öfters weinet, wenn kein Trost erscheinet, wenn euch Kreuz befällt, denket doch bei diesem Joch an die Kron in jenem Leben, die euch Gott wird geben. 5. Wenn uns Sünden kränken, lasset uns bedenken Gottes Gnadenrat! Jesus hat erduldet, was wir hier verschuldet; er giebt Gnad um Gnad. Kämpfen wir mit ihm allhier, so wird er uns helfen kämpfen und die Sünde dämpfen. 6. Seid getreu, ihr Herzen, bei des Kreuzes Schmerzen, treu bis in den Tod! Jesus wird euch trösten, wenn er die Erlösten führt aus aller Not. Auf das Leid folgt Fried und Freud; Gott wird lassen nach dem Weinen euch die Sonne scheinen. 7. Nun, Herr Jesu, stärke uns zum guten Werke, hilf uns 240 uns durch die Welt! Komm, du Herr der Ehren, unser Herz zu kehren nach dem Himmelszelt. Sei uns Schutz und starker Trutz, jetzt im Leben, dort im Sterben, daß wir alles erben. Freylingshausens Gesangbuch, 1704. Mel. Wie nach einer Wasser⸗ quelle ꝛc. 3 42 eine Sorgen, Angst und Plagen laufen mit der Zeit zu End; alles Seufzen, alles Klagen, das der Herr alleine kennt, wird Gottlob nicht ewig sein; nach dem Regen wird ein Schein von viel tausend Sonnenblicken mei⸗ nen matten Geist erquicken. 2. Meine Saat, die ich ge⸗ säet, wird zur Freude wachsen aus; wenn die Dornen ab⸗ emähet, so trägt man die Frucht nach Haus; wenn ein Wetter ist vorbei, wird der Himmel wieder frei; nach dem Kämpfen, nach dem Streiten kommen die Erquickungszeiten. 3. Unser Weg geht nach den Sternen, der mit Kreu⸗ en ist besetzt; hier muß man sich nicht entfernen, ob er gleich mit Blut benetzt. Zu dem Schloß der Ewigkeit kommt kein Mensch hin ohne Streit; die in Salems Mauern wohnen, zeigen ihre Dornenkronen. Wiedergeburt und Heiligung. 4. Es sind wahrlich alle rommen, die des Himmels larheit sehn, aus viel Trüb⸗ sal her gekommen; darum siehet man sie stehn vor des Lammes Stuhl und Thron, prangend in der Ehrenkron und mit Palmen ausge⸗ zieret, weil sie glücklich trium⸗ phieret. 5. Gottes Ordnung stehet feste und bleibt ewig unver⸗ rückt: seine Freund und Hochzeitsgäste werden nach dem Streit beglückt; Jsrael behält den Sieg nach ge⸗ führtem Kampf und Krieg; Kanaan wird nicht gefunden, wenn man nicht hat über⸗ wunden. 6. Darum trage deine Ketten, meine Seel, und dulde dich! Gott wird dich gewiß erretten, das Gewitter leget sich; nach dem Blitz und Donnerschlag folgt ein angenehmer Tag; auf den Abend folgt der Morgen, und die Freude nach den Sorgen. Freylingshausens Gesangbuch, 1704. Mel. Zu Gott im Himmel ö droben ꝛc. 343 Sol ich denn mich täglich kränken, ängstlich an das Künftge denken? Soll ich abends nie mit Ruh meine Augen schließen zu? Soll es immer vor mir stehen: wie wirds einst E SSSE eer 3 Rerl einst noch mir ergehen? Da die Sorge mich nur quält, und doch ihres Ziels ver⸗ fehlt? 2. Gott, der mich bisher erhalten, höret nimmer auf zu walten; oder sollt er jetzt allein seines Waltens müde sein? Wohl, ich will das Sorgen lassen und zu ihm Vertrauen fassen; wie er mich auch führen will, meine Seele bleibe still, 3. Wies auch in der Welt mir gehet, er ists, der allein verstehet, was mir heilsam ist und gut, oder was mir Schaden thut. Laß ich ihn für mich nur wählen, wird kein wahres Gut mir fehlen; aber eigner Will und Rat wählt oft einen falschen Pfad. 4. Bleib ich stehn auf nie⸗ dern Stufen, will ich in das Herz mir rufen, daß ich, vieler Sorgen frei, vor dem Sturz gesichert sei. Doch, wenn Gott mich wollt er⸗ heben, will ich ihm nicht widerstreben; er wird mir die Kraft verleihn, im Be⸗ ruf getreu zu sein. 5. Will die Armut mei⸗ ner Hütten er mit Segen überschütten, so verleih er nur zugleich, daß die Seele werde reich. Doch ist Ar⸗ mut mir beschieden, bin ich auch damit zufrieden; denn auf diese arme Zeit folgt die reiche Ewigkeit. Vertrauen. 241 6. Wird mir Gott Ge⸗ sundheit geben, will ich eifrig darnach streben, daß ich fördre mehr und mehr mei⸗ nes Gottes Ruhm und Ehr. Aber auch in Krankheits⸗ tagen möge Gottes Geist mir sagen, daß solch herbe Arzenei mir zum Heile nötig sei. 7. Soll ich noch viel Jahre zählen, mit des Lebens Not mich quälen, kommt doch auch noch mancher Tag, daß mein Herz sich freuen mag. Aber käm ich bald hinüber, wär mir solches desto lieber, weil ich käm aus aller Not hin zu mei⸗ nem Herrn und Gott. 8. Alles sei Gott heimge⸗ geben, Freud und Trübsal, Tod und Leben; es geschehe, was sein Rat über mich beschlossen hat. Ich will mich nicht länger kränken, sondern dies allein bedenken, daß nach Gottes Gnaden⸗ schluß Christen alles from⸗ men muß. Ph. Jak. Spener, 4 1705. 344 Was Gott thut, das ist wohl gethan, es bleibt gerecht sein Wille; wie er fängt meine Sachen an, will ich ihm halten stille. Er ist mein Gott, der in der Not mich wohl weiß zu erhalten; drum laß ich ihn nur walten. 2⁴² 2. Was Gott thut, das ist wohl gethan; er kann ja nimmer trügen, er führet mich auf rechter Bahn; so laß ich mir genügen an seiner Huld und hab Ge⸗ duld, er wird mein Unglück wenden; es steht in seinen Händen. 3. Was Gott thut, das ist wohl gethan; er wird mich wohl bedenken; er, als mein Arzt, der helfen kann, wird mir nicht Gift ein⸗ schenken für Arzenei, Gott ist getreu; drum will ich auf ihn bauen und seiner Güte trauen. 4. Was Gott thut, das ist wohl gethan; er ist mein Licht und Leben, der mir nichts Böses gönnen kann; ich will mich ihm ergeben in Freud und Leid, es kommt die Zeit, da öffent⸗ lich erscheinet, wie treulich er es meinet. 5. Was Gott thut, das ist wohl gethan; muß ich den Kelch gleich schmecken, der bitter ist nach meinem Wahn, laß ich mich doch nicht schrecken, weil doch zu⸗ letzt ich werd ergötzt mit süßem Trost im Herzen; da weichen alle Schmerzen. 6. Was Gott thut, das ist wohl gethan; dabei will ich verbleiben; es mag mich auf die rauhe Bahn Not, Tod und Elend treiben, so Wiedergeburt und Heiligung. wird Gott mich ganz väter⸗ lich in seinen Armen halten; drum laß ich ihn nur walten. S Rodigast, 1708. Mel. Alles ist an Gottes Segen ꝛe. 3 45 Wunderanfang, herrlichs Ende, wo die wunderweisen Hände Gottes führen ein und aus! Wunderweislich ist sein Raten, wunderreich sind seine Thaten, und du sprichst: wo wills hinaus? Denke doch: es muß so gehen, was Gott weislich heißt geschehen ihm und dir zur Herrlichkeit; ob der An⸗ fang seltsam scheinet, ist das Ende gut gemeinet; Friede folget nach dem Streit. 3. Gottes Weg ist wie in Flüssen und in großen Wassergüssen, und du spürst nicht seinen Fuß; so auch in dem Meer der Sorgen hält Gott seinen Pfad ver⸗ borgen, daß man nach ihm suchen muß. 4. Kein Besinnen mag er⸗ sinnen, wo man Hilfe kann gewinnen, die Vernunft ist hier zu blind; nicht für das Verborgne taugen ihre halb⸗ gebrochnen Augen, weil sie allzu blöde sind. 5. Gott muß man in allen Sachen, weil er alles wohl kann machen, End und An⸗ fang geben frei. Er läßt, was er angefangen, so zum Ende IeLC „ Vertrauen. Ende stets gelangen, daß es wunderherrlich sei. 6. Drum laß dir doch nimmer grauen, lerne deinem Gott vertrauen, sei getrost und gutes Muts. Er, für⸗ wahr, er wird es führen, daß du wirst am Ende spüren, wie er dir thut lau⸗ ter Guts. 7. Deinem Glauben wirds nicht fehlen; du wirst noch der Welt erzählen, was die blinde Welt nicht kennt. Er wird dir dein Kreuz ver⸗ süßen, daß du wirst be⸗ kennen müssen: Wunder⸗ anfang, herrlichs End! H. A. Stockfleth, 4 1708. 346 Gel lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Gott ist gut, der aus Erbarmen alle Hilf auf Erden thut, der mit Kraft und starken Armen machet alles wohl und gut; Gott kann besser, als wir denken, alle Not zum besten lenken. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herr⸗Gott noch. 2. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Sollt der schlummern oder schla⸗ fen, der das Aug hat zu⸗ gericht? Der die Ohren hat erschaffen, sollte dieser hören nicht? Gott ist Gott, der hört und siehet, wo den 243 Frommen weh geschiehet. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herr⸗Gott noch. 3. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Der den Erdenkreis verhüllet mit den Wolken weit und breit, der die ganze Welt erfüllet, ist von uns nicht fern und weit. Wer Gott liebt, dem will er senden Hilf und Trost an allen Enden. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herr⸗Gott noch. 4. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Bist du schwer mit Kreuz be⸗ laden, nimm zu Gott nur deinen Lauf. Gott ist groß und reich von Gnaden, hilft den Schwachen gnädig auf. Gottes Gnade währet immer, seine Treu vergehet nimmer. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herr⸗Gott noch. 5. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Wenn dich deine Sünden kränken, dein Verbrechen quält dich sehr: komm zu Gott, er wird versenken deine Sünden in das Meer; mitten in der Angst der Höllen kann er dich zufrieden stellen. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herr⸗Gott noch. 6. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Will dich alle Welt verlassen, weißt du weder aus noch ein. 2⁴4⁴4 Wiedergeburt und Heiligung. ein, Gott wird dennoch dich umfassen und im Leiden bei dir sein. Gott ists, der es herzlich meinet, wo die Not am größten scheinet. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herr⸗Gott noch. 7. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Mußt du schon geängstigt wallen auf der harten Dornenbahn; es ist Gottes Wohlgefallen, dich zu führen himmelan; Gott will nach dem Jammer⸗ leben Fried und Freud und Himmel geben. Drum, o Seel, bedenke doch: lebt doch unser Herr⸗Gott noch! Joh. Fr. Zihn, 4 1719. Och laß dich nicht, 347 Jn Hilf in allen Nöten; leg Joch auf Joch, ich hoffe doch, guch wenn es scheint, als wolltest du mich töten. Machs, wie du willst, mit mir: ich weiche nicht von dir; verstelle dein Gesicht: du Hilf in allen Nöten, ich laß dich nicht, ich laß dich nicht! 2. Ich laß dich nicht! Sollt ich den Segen lassen? Mein Jesu, nein, du bleibest mein, dich halt ich noch, wenn ich nichts mehr kann fassen. Nach kurzer Nächte Lauf geht mir der Segen auf von dir, dem Segenslicht: sollt ich den Segen lassen? Ich laß dich nicht, ich laß dich nicht! Uittn 3. Ich laß dich nicht, mein Gott, mein Herr, mein Leben! Mich reißt das Grab von dir nicht ab, der du dich hast für mich, in Tod Uibe m Du starbst aus iebe mir; ich sag in Liebe dir, auch wenn das Herz zerbricht: mein Gott, mein Herr, mein Leben, ich laß dich nicht, ich laß dich nichtl M. Ch. Deßler, 4 1722. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht 2. 348 Meine Seele sen⸗ ket sich hin in Gottes Herz und Hände und erwartet ud End. seiner Wege Ziel und Ende, liegt fein stille, arm und bloß in des liebsten Vaters Schoß. 2. Meine Seele murret nicht, ist mit allem wohl ufrieden; was der eigsie ille spricht, ist zum Tode schon beschieden; was die Ungeduld erregt, ist in Christi Grab gelegt.** 3. Meine Seele forget nicht, will vielmehr an nichts gedenken, was gleich spitzen Dornen sticht und den Frieden nur kann kränken; Sorgen kommt dem Schöpfer Ruh Seele sucht nur U 1798 4. Meine Seele grämt sich nicht, liebt hingegen Gott im Leiden; E v 22 **F der das Herze bricht, trifft und ängstet nur die Heiden. Wer Gott in dem Schoße liegt, bleibt in aller Not vergnügt. 5. Meine Seele klaget nicht; denn sie weiß von keinen Nöten, hängt an Gottes Angesicht auch als⸗ dann, wenn er will töten. Wo sich Fleisch und Blut beklagt, wird der Freudengeist verjagt. 6. Meine Seel ist still zu Gott, und die Zunge bleibt gebunden: also hab ich allen Spott, alle Schmerzen über⸗ wunden, bin gleich wie ein stilles Meer voll von Gottes Preis und Ehr. J. J. Winkler, 4 1722. Mel. Ringe recht, wenn Gottes nade ꝛc. 349 Geit wills machen, daß die Sachen, gehen wie es heilsam ist; laß die Wellen ringsum schwellen, wenn du nur bei Jesu bist! 2. Wer sich kränket, weil er denket, Jesus liege in dem Schlaf, wird mit Klagen nur sich plagen, daß der Unglaub leide Straf. 3. Du Verächter! Gott, dein Wächter, schläfet ja noch schlummert nicht; zu den Höhen aufzusehen, wäre deine Glaubenspflicht. Vertrauen. 24⁵ 4. Im Verweilen und im Eilen bleibt er stets ein Vaterherz; laß dein Weinen bitter scheinen, dein Schmerz ist ihm auch ein Schmerz. 5. Glaub nur feste, daß das Beste über dich beschlossen sei; wenn dein Wille nur ist stille, wirst du von dem Kummer frei. 6. Willst du wanken in Gedanken, faß dich in Ge⸗ lassenheit; laß den sorgen, der auch morgen Herr ist über Leid und Freud. 7. Gottes Hände sind ohn Ende, sein Vermögen hat kein Ziel; ist beschwerlich, scheints gefährlich, deinem Gott ist nichts zu viel. 8. Wenn die Stunden sich gefunden, bricht die Hilf mit Macht herein, und dein Grämen zu beschämen, wird es unversehens sein. 9. Drum wohl denen, die sich sehnen nach der stillen Willensruh! Auf das Wollen fällt dem Sollen bald auch das Vollbringen zu. 10. Nun so trage deine Plage fein getrost und mit Geduld! Wer das Leiden will vermeiden, häufet seine Sündenschuld. 11. Aber denen, die mit Thränen küssen ihres Jesu Joch, wird die Krone vor dem Throne ihres Heilands werden noch ö 246 12. Amen, Amen! In dem Namen meines Jesu halt ich still; es geschehe und er⸗ gehe, wie und wann und was er will. J. D. Herrnschmidt, 4 1723. Mel. Jesu, meine Freude ꝛc. 350 Seele, sei zufrie⸗ den! Was dir Gott beschieden, das ist alles gut; treib aus deinem Herzen Ungeduld und Schmerzen, fasse frischen Mut. Ist die Not dein täglich Brot, mußt du weinen mehr als lachen: Gott wirds doch wohl machen. 2. Scheint der Himmel trübe und der Menschen Liebe stirbt dir ganz dahin; kommt das Mißgeschicke fast all Augenblicke und quält deinen Sinn: nur Geduld! Des Himmels Huld sieht auf alle deine Sachen: Gott wirds doch wohl machen. 3. Ungeduld und Grämen kann nichts von uns nehmen, macht nur größern Schmerz. Wer sich widersetzet, wird nur mehr verletzet; drum Geduld, mein Herz! Aus dem Sinn die Sorgen hin! Drücket gleich die Last die Schwachen: Gott wirds doch wohl machen. 4. Auf die Wasserwogen folgt ein Regenbogen, und die Sonne blickt; so muß auf das Weinen lauter Freude scheinen, die das Herz er⸗ Wiedergeburt und Heiligung. quickt. Laß es sein, wenn Angst und Pein mit div schlafen, mit dir wachen: Gott wirds doch wohl machen. 5. Kronen sollen tragen, die des Kreuzes Plagen in Geduld besiegt; fröhlich aus⸗ zuhalten und Gott lassen walten, das macht recht ver⸗ gnügt; drum nimm dir, o Seele, für, stets zu beten und zu wachen: Gott wirds doch wohl machen. 6. Also soll es bleiben! Ich will mich verschreiben, Gott getreu zu sein; beides, Tod und Leben, bleibe ihm ergeben, ich bin sein, er mein; denn mein Ziel ist: wie Gott will! Drum sag ich in allen Sachen: Gott wirds doch wohl machen. B. Schmolck, 4 1737. Mel Rach einer Prüfung kurter Tage ꝛc. Je größer Kreuz, je 351 NI näher Himmel; wer ohne Kreuz, ist ohne Gott, denn bei dem eitlen Weltgetümmel vergißt man Hölle, Fluch und Tod. O selig ist der Mann geschätzt, den Gott in Kreuz und Trüb⸗ sal setzt. 2. Je größer Kreuz, je bessre Christen; Gott prüft uns mit dem Probestein. Wie mancher Garten muß gleich Wüsten, weil ohne Thränen⸗ Vertrauen. 2⁴⁷ Thränenregen, sein! Das Gold wird auf dem Feuer⸗ herd, ein Christ in mancher Not bewährt. 3. Je größer Kreuz, je stärkrer Glaube: die Palm erstarket durch die Last; die Süßigkeit fließt aus der Traube erst, wenn du sie ge⸗ keltert hast; und wie die Perl in Salzesflut, so wächst im Kreuz der Glaubensmut. 4. Je größer Kreuz, je größre Liebe; der Sturm faͤcht nur die Flammen auf; scheint auch der Himmel noch so trübe, so lacht doch bald die Sonne drauf, und gleich wie Ol das Feuer nährt, wird Liebesglut durch Kreuz vermehrt. 5. Je größer Kreuz, je mehr Gebete, sie strömen aus dem Herzen fort; wenn um das Schiff kein Sturmwind wehte, so fragte man nicht nach dem Port. Wo kämen Davids Pfsalmen her, wenn Kreuz ihm ferngeblieben wär? 6. Je größer Kreuz, je mehr Verlangen; im Thale steiget man bergan; wer durch die Wüsten oft ge⸗ gangen, der sehnet sich nach Kanaan. Die Seele findet hier nicht Ruh, drum eilt sie Zions Hütten zu. 7. Je größer Kreuz, je lieber Sterben; man freut sich recht auf seinen Tod, denn man entgehet dem Verderbent es stirbt auf ein⸗ mal alle Not. Das Kreuz, das unsre Gräber ziert, be⸗ zeugt, man habe triumphiert. 8. Je größer Kreuz, je schönre Krone, die Gott den Seinen beigelegt, und die einmal vor seinem Throne der: Überwinder Scheitel trägt; ach, dieses teure Kleinod macht, daß man das größte Kreuz nicht acht. 9. Gekreuzigter! laß mir dein Kreuze je länger desto lieber sein; daß mich die Ungeduld nicht reize, so pflanz ein solches Herz mir ein, das Glaube, Liebe, Hoffnung hegt, bis dort mein Kreuz die Krone trägt. B. Schmolck, 4 1787. Mel. Was Gott thut, das ist ꝛe. 352 ott lebt! Wie kann ich traurig sein, als wär kein Gott zu finden? Er weiß ja wohl von meiner Pein, die ich hier muß empfinden; er kennt mein Herz und meinen Schmerz, so darf ich nicht verzagen und ihm nur alles klagen. 2. Gott hört! Wenn niemand hören will: wie soll ich lange sorgen, mein Seufzen dringe nicht zum Ziel und bleibe Gott ver⸗ borgen? 2⁴ borgen? Schrei ich empor, so hört sein Ohr, so steigt die Hilfe nieder, so schallt das Amen wieder. 3. Gott siehtl Wie klaget denn mein Herz, als säh er nicht mein Weinen! Vor ihm muß auch der tiefste Schmerz ganz offenbar er⸗ scheinen; kein Thränlein fällt, so er nicht zählt und sich vor Augen setzet, bis er uns drauf ergötzet. 4. Gott führtl So geh ich ruhig fort auf allen meinen Wegen; und wenn die Welt bald hier, bald dort will ihre Stricke legen, so pflegt er mich zwar wunderlich, doch selig auch zu führen, daß mich kein Fall kann rühren. 5. Gott giebt! Und wär ich noch so arm, doch soll ich nicht verderben; was hilft mir denn mein steter Harm, als müßt ich Hungers sterben; er hat ja Brot und wenn die Not uns nach der Wüste weiset, doch werden wir gespeiset. 6. Gott lebt, wohlan, ich merke das; Gott hört, ich wills ihm sagen; Gott sieht, er setzt den Thränen Maß; Gott führt, ich darf nicht klagen; Gott giebt und liebt, nur unbetrübt! Er wird mir endlich geben, auch dort mit ihm zu leben. B. Schmolck, 4 1737. Wiedergeburt und Heiligung. Mel. Was Gott thut, das ist ꝛc. 353 ott, ist, mein Gott, er sorgt für mich, was soll ich mich denn grämen? Will er doch alle Last auf sich von meinen Schultern nehmen. Wenn noch so schwer mein Kreuz auch wär, es soll mich nicht erdrücken; er will mich stets erquicken. 2. Gott ist mein Schild, er decket mich dei allen Un⸗ gewittern, auch wenn der Hölle Pforten sich mit aller Macht erbittern; ist sein Panier nur über mir, so kann ihr blinder Schrecken mir keine Furcht erwecken. Gott ist mein Licht, er leitet mich auf allen meinen Wegen und führet mich ganz wunderlich bei Sonnenschein und Regen; sein Wort geht mir als Leitstern für und leuchtet meinen Füßen bei allen Finsternissen. 4. Gott ist mein Fels, er träget mich; laßt alle Berge sinken, so steh ich un⸗ veränderlich und werde nicht ertrinken; obgleich die Flut mit aller Wut an meinen Anker schläget: doch werd ich nicht beweget. 5. Gott ist mein Teil, er sättigt mich; mir wird kein Gutes fehlen; was sollte denn mein Herze sich mit vielen Sorgen 9 198 er I-— Vertrauen. 2⁴49 Wer Gott nur hat, ist in der That der reichste Mensch auf Erden, ihm muß der Himmel werden. 6. Gott ist mein Heil, er segnet mich; ich soll in Christo leben; mein Heiland hat aus Liebe sich für mich in Tod gegeben. So fiel mein Los in Gottes Schoß; wer kann bei diesem Glau⸗ ben mir Gott und Himmel rauben? 7. Gott ist mein Hirt, er weidet mich auf reinen, grünen Auen, und seiner treuen Hut kann ich mich ohne Furcht vertrauen; zeigt hier und da sich auch Ge⸗ fahr, er gehet mir zur Seiten, sein Auge muß mich leiten. 8. Gott ist mein Alles hier und dort, im Himmel und auf Erden; es soll mir auch mein Gott hinfort noch immer lieber werden, bis ich dorthin gelanget bin, wo ich, mit Gott verbunden, das höchste Gut gefunden. B. Schmolck, 4 1737. Mel. Alles ist an Gottes Segen ꝛc. 354 Herr mein Licht, mein Heil, mein Leben, wie kann ich dich gnug erheben? Was für Lieder stimm ich an? Was soll ich für Dank er⸗ weisen? Wie soll ich das Gute preisen, so du, Herr, an mir gethan? 2. Zwar du hattest mich gebeuget, aber auch dabei gezeiget, wie du seist mit Hilfe nah. In der Nacht warst du verborgen, doch kam bald ein froher Mor⸗ gen, da ich, Herr, dein Antlitz sah. 3. Also hast du mich geführet, wie ichs tausend⸗ mal verspüret, selbst von meiner Jugend an, mit Ge⸗ duld und Liebesarmen, mit viel Gnade und Erbarmen, daß ichs nicht verdanken kann. 4. Dich recht lieben, heißt dich loben, dich recht loben, führt nach oben, wo du ewig wirst verklärt. O, so laß denn alle Sinnen, Reden, Schweigen und Beginnen nach dem Himmel sein ge⸗ kehrt. 5. Hier will ich dir fest vertrauen und auf deine Gnade schauen, wenn des Kreuzes Last mich drückt: ich will in der Stille hoffen, bis mein Glaub dich ange⸗ troffen und dein Antlitz mich erquickt. 6. Willst du mit der Hilf verziehen, eine Zeit lang von mir fliehen? Herr, ich bin ein sündger Knecht. Willst du strafen, willst du schlagen? Willst du züchtgen, willst I. 250 willst du plagen? Herr, du bleibest stets gerecht. — 7. Nun, so stärke mir den Glauben; laß mir nichts denselben rauben, keine Welt⸗ lust, keine Pein. Deine Liebe laß mich schmecken, deine Gnade mich erwecken, immer dankbar dir zu sein. . G. Wolf, 1 1754. Mel. Was Gott thut, das ist ꝛc. 3 55 Aauf Gott und nicht auf meinen Rat will ich mein Glücke bauen und dem, der mich erschaffen hat, mit ganzer Seele trauen. Er, der die Welt allmächtig hält, wird mich in meinen Tagen als Gott und Vater tragen. 2. Er sah von aller Ewig⸗ keit, wie viel mir nützen würde, bestimmte meine Lebenszeit, mein Glück und meine Bürde. Was zagt mein Herz? Ist auch ein Schmerz, der zu des Glau⸗ bens hre nicht zu besiegen wäre? 3. Gott kennet, was mein Herz begehrt, und hätte, was ich bitte, mir gnädig, eh ichs bat, gewährt, wenns seine Weisheit litte. Er sorgt für mich stets väterlich; nicht, was ich mir ersehe, sein Wille, der geschehe! 4. Ist nicht ein unge⸗ störtes Glück weit schwerer Wiedergeburt und Heiligung. oft zu tragen, als selbst das widrige Geschick, bei dessen Last wir klagen? Die größte Not hebt doch der Tod, und Ehre, Glück und Habe ver⸗ läßt mich doch im Grabe. 5. An dem, was wahrhaft glücklich macht, läßt Gott es keinem fehlen; Gesundheit, Ehre, Glück und Pracht sind nicht das Glück der Seelen. Wer Gottes Rat vor Augen hat, dem wird ein gut Ge⸗ wissen die Trübsal auch ver⸗ süßen. 6. Was ist des Lebens Herrlichkeit? Wie bald ist sie verschwunden! Was ist das Leiden dieser Zeit? Wie bald ists überwunden! Hofft auf den Herrn, er hilst uns gern. Seid fröhlich, ihr Gerechten; der Herr hilft seinen Knechten. Chr. F. Gellert, 4 1769. Mel. Was Gott thut, das ist ꝛc. 3 56 Dzwoeri ist meine Zuversicht, mein bester Trost im Leben. Dem fehlt es nie an Heil und Licht, der sich dem Herrn er⸗ geben. Gott ist mein Gott; auf sein Gebot wird meine Seele stille; mir gnügt des Vaters Wille. 2. Wer wollte dir, 2 nicht vertraun? Du bist des Schwachen Stärke; die Augen, die auf dich nur schaun, Vertrauen. 251 schaun, sehn deine Wunder⸗ werke. Herr, groß von Rat und stark von That, mit gnadenvollen Händen wirst du dein Werk vollenden. 3. Noch nie hat sich, wer dich geliebt, verlassen sehen müssen, du läßt ihn. wenn ihn Not umgiebt, doch dei⸗ nen Trost genießen. Des Frommen Herz wird frei von Schmerz, der Sünder eitles Dichten wird einst dein Rat vernichten. 4. Drum hoff, o Seele, hoff auf Gott; der Thoren Trost verschwindet, wenn der Gerechte in der Not Hilf und Erbarmung findet. Wenn jener fällt, ist er ein Held; er steht, wenn Sünder zittern, ein Fels in Ungewittern. 5. Wirf nicht die große Hoffnung hin, die dir dein Glaube reichet. Weh denen, die zu Menschen fliehn: weh dem, der von Gott weichet! Dein Heiland starb; ja, er erwarb auf seinem Todes⸗ hügel dir deines Glaubens Siegel. 6. Sei unbewegt, wenn um dich her sich Wetterwol⸗ ken sammeln; Gott hilft, wenn Christen freudenleer zu ihm um Gnade stammeln. Die Zeit der Qual, der Thränen Zahl zählt er, er wägt die Schmerzen und wälzt sie weg vom Herzen. 7. Herr, du bist meine Zuversicht; auf dich hofft meine Seele. Du weißt, was meinem Glück gebricht, wenn ich mich sorgend quale. Wer wollte sich nicht ganz auf dich, Allmächtiger, ver⸗ lassen und sich im Kummer fassen? 8. In deine Hand befehl ich mich, mein Wohlsein und mein Leben. Mein hoffend Auge blickt auf dich, dir will ich mich ergeben; sei du mein Gott und einst im Tod mein Fels, auf den ich traue, bis ich dein Antlitz schaue. Ch. Sturm, 7 1786. Mel Alles ist an Goties Segen ꝛe. 357 Furen und fortgerungen bis zum Lichte durchgedrun⸗ gen muß es, bange Seele, sein. Durch die tiefsten Dunkelheiten, kann dich Jesus hinbegleiten; Mut spricht er den Schwachen ein. 2. Bei der Hand will er dich fassen; scheinst du gleich von ihm verlassen, glaube nur und zweifle nicht! Bete, kämpfe sonder Wanken: bald wirst du voll Freude danken, bald umgiebt dich Kraft und Licht. 3. Bald wird dir sein Antlitz funkeln: hoffe, harre, glaub im Dunkeln! Nie ge⸗ reut ihn seine Wahl. Er 17 will 252 Wiedergeburt und Heiligung. will dich im Glauben üben; Gott, die Liebe, kann nur lieben); Wonne wird bald deine Qual. 4. Weg von aller Welt die Blicke! Schau nicht seit⸗ wärts, nicht zurücke, nur auf Gott und Ewigkeit; nur zu deinem Jesus wende Aug und Herz und Sinn und Hände, bis er himmlisch dich erfreut. 5. Aus des Jammers wilden Wogen hat dich oft herausgezogen seiner All⸗ macht treue Hand. Nie zu kurz ist seine Rechte; wo ist einer seiner Knechte, der bei ihm nicht Rettung fand? 6. Schließ dich ein in deine Kammer, geh und schütte deinen Jammer aus in Gottes Vaterherz; kannst du gleich ihn nicht empfin⸗ den, Worte nicht, nicht Thränen finden, klag ihm schweigend deinen Schmerz! 7. Kräftig ist dein tiefes Schweigen. Gott wird sich als Vater zeigen; glaube nur, daß er dich hört! Glaub, daß Jesus dich vertreten, glaube, daß, was er ge⸗ beten, Gott, sein Vater, ihm gewährt. 793—7 8. Drum, so will ich nicht verzagen, mich vor Gottes Antlitz wagen, flehen, ringen fort und fort; ja, ich werde überwinden; wer ihn sucht, der wird ihn finden, wird ihn haben hier und dort. J. K. Lavater, 4 1801. Mel. Wie nach einer Wasser⸗ quelle ꝛc. 358 Wenn der Herr einst die Ge⸗ fangnen ihrer Bande ledig macht, o dann schwinden die vergangnen Leiden, wie ein Traum der Nacht. Dann wird unser Herz sich freun, unser Mund voll Dankes sein; jauchzend werden wir erheben ihn, der Freiheit uns gegeben. 2. Herr, erhebe deine Rechte, gieb uns deinen Vater⸗ blick, aus der Fremde ruf die Knechte in die Heimat bald zurück! Ach, der Pfad ist steil und weit! Kürze unsre Prüfungszeit; führ uns, wenn wir treu gestrit⸗ ten, in des Friedens stille Hütten. 3. Ernten werden wir mit Freuden, was wir wei⸗ nend ausgesät; jenseits reift die Frucht der Leiden, und des Sieges Palme weht. Unser Gott auf seinem Thron, er, en selbst ist unser Lohn; die ihm lebten, die ihm starben, bringen jauch⸗ zend ihre Garben. S. G. Bürde, + 1831. —2————„——— IsrK — IINI& stille wir wei⸗ reift und veht. nem inser die uch⸗ 31• Vertrauen. Mel. O Jesu Christ, meines Lebens Licht ꝛc. 3 59 Der Himmel hängt voll Wolken schwer, ich seh das blaue Zelt kaum mehr; doch über Wolken hell und klar nehm ich ein freundlich Auge wahr. 2. Es tobt der Sturm mit wilder Macht, sie wird so dunkel oft, die Nacht; doch wenn auch meine Seele bebt, sie weiß, daß dort mein Heiland lebt. 3. Sie zöge gar zu gern hinaus ins große, weite Vaterhaus; doch hält in seiner Kraft sie still, bis er, bis er sie lösen will. 4. Die Erd ist mir ein morsches Boot, das unter mir zu sinken droht; ich steh, nach oben hingewandt, mit einem Fuß auf seinem Rand. 5. Gebeutst du, Herr, mit einem Blick, so schleudr ichs hinter mich zurück und schwinge mich an deiner Hand hinauf, hinauf und jauchze: Land! 6. Ich ginge gern, so gern zu dir! Doch wenn du mich noch länger hier in Sturm und dunklen Nächten läßt, so halt du meine Seele fest: 7. Daß sie in Sturm und Nächten treu, zu deiner Ehre wacker sei, bis du mir 25⁵53 rufst:„Nun ist mirs recht, nun kannst du kommen, treuer Knecht!“ H. Möwes, + 1834. Mel. Wie nach einer Wasser⸗ quelle ꝛc. 360 O mein Herz, gieb dich zufrieden! O verzage nicht so bald! Was dein Gott dir hat be⸗ schieden, nimmt dir keiner Welt Gewalt. Keiner hindert, was er will; harre nur, ver⸗ traue still; geh des Wegs, den er dich sendet; er begann und er vollendet. 2. Hüllt er dich in Dunkel⸗ heiten, so lobsing ihm aus der Nacht: sieh, er wird dir Licht bereiten, wo dus nim⸗ mermehr gedacht. Häuft sich Not und Sorg umher, wird die Last dir allzu schwer, faßt er plötzlich deine Hände und führt selber dich ans Ende. 3. Wär auch alle Welt dir feindlich, rottete sich wider dich: dank ihm! O. der Herr ist freundlich, seine Huld währt ewiglich. Sind auch Trauer, Angst und Leid seines Segens dunkles Kleid: dank ihm! Er schickt seinen Segen auf geheimnisvollen egen. 4. Endlich wird dein Mor⸗ gen grauen; kennst du nicht sein Morgenrot? Darfst du zagend rückwärts schauen, 17⁷ wenn 25⁴ wenn dich Glut und Sturm bedroht? Denn auch Feuer⸗ flamm und Wind Boten seines Willens sind; und kanns nur ein Wunder wenden: auch ein Wunder kann 21 senden. 5. O so laß denn alles Bangen! Wirke frisch, halt XIV. CLieder für Lieder für besondere Zeiten. mutig aus! Was mit ihm du angefangen, führet er mit dir hinaus. Und ob alles widersteht: in Ver⸗ traun und in Gebet bleib am Werke deiner Hände, so Endr ers zum schönsten nde V. v. Strauß, geb. 1809. besondere Zeiten,‚ Stände und Verhältnisse. Jahreszeiten. Frühling. Mel. Lobe den Herren, den ꝛc. 361 Her ich euch wie⸗ der, ihr Töne des Frühlings, erklingen, jubelnde Stimmen des Preises sich himmelwärts schwingen? Tief in der Brust regt sich die sehnende Lust, mit euch ein Loblied zu singen. 2. Soll mich die Amsel und soll mich die Lerche be⸗ schämen? Sang ist ihr Leben und freudiges Lob ohne Grämen. Schweigest nur du, Seele, berufen dazu, Gnade um Gnade zu nehmen? 3. Ist nicht dein Früh⸗ ling, der himmlische, dir auch erschienen? Sahst du die Auen der Hoffnung in ihm nicht ergrünen, der bis ins Grab ch aus dem Himmel herab, all deinen Jammer zu sühnen? 4. König des Himmels und Freund einer sündigen Seele, jeder Gedanke und jede Empfindung erzähle, was du mir bist; aus dir ein Lebensstrom fließt, daß ich mich nimmermehr quäle. 5. Laß mich dich loben! ch weinte dir lange nur klagen, wähnte dich hart, wenn aus Liebe du Wunden geschlagen, habe die Hand ewiger Güte verkannt, irre von Sorgen und Zagen. 6. Doch wie der Winter von starrenden schneeigen Höhen spurlos zerrinnt, wenn sie Lüfte des Früh⸗ lings umwehen, also ent⸗ fliehn, giebst du dem Herzen dich hin, all seine starrenden Wehen. à 8 u d SISSSSSSSEye Jahreszeiten. 25⁵⁵ 7. Gieb mir die Harfe und laß mich die himmlischen Lieder fernher vernehmen! Sie hallen im Thränenthal wieder. Engelgesang und der Erlöseten Dank schwebe hinauf und hernieder! 8. Schön ist die Schöpfung, die, ewiges Wort, du ge⸗ gründet; wundervoll hast du die Berge und Thäler ge⸗ ründet; Frühlinges Pracht hat, wie der Tag und die Nacht, längst deinen Namen verkündet. 9. Jauchze, Natur, in des Frühlings beginnendem Wehen! Singe, du Welt, die das Werk der Erlösung gesehen! Jauchze, du Heer, dort am krystallenen Meer: „Ehre sei Gott in den Höhen!“ Meta Heußer⸗Schweizer, 1 1876. Sommer. 362 Gesd aus, mein Herz, und suche Freud in dieser lieben Som⸗ merzeit an deines Gottes Gaben, schau an der schönen Gärten Zier und siehe, wie sie mir und dir sich ausge⸗ schmücket haben. 2. Die Bäume stehen voller Laub, das Erdreich decket seinen Staub mit einem grünen Kleide; die Blümlein auf dem Wiesen⸗ plan, die ziehen sich viel schöner an, als Salomonis Seide. 3. Die Lerche schwingt sich in die Luft, das Täub⸗ chen fleucht aus seiner Kluft und macht sich in die Wälder; die hochbegabte Nachtigall ergötzt und füllt mit ihrem Schall Berg, Hügel, Thal und Felder. 4. Die Glucke führt ihr Völklein aus, der Storch baut und bewohnt sein Haus, das Schwälblein speist die Jungen; der schnelle Hirsch, das leichte Reh ist froh und kommt aus seiner Höh ins tiefe Gras gesprungen. 5. Die unverdrossne Bie⸗ nenschar fleugt hin und her, sucht hier und da sich edle Honigspeise; des süßen Wein⸗ stocks starker Saft bringt täglich neue Stärk und Kraft in seinem schwachen Reise. 6. Der Weizen wächset mit Gewalt: darüber jauchzet Jung und Alt und rühmt die große Güte des, der so überflüssig labt und mit so manchem Gut begabt das menschliche Gemüte. 7. Ich selber kann und mag nicht ruhn; des großen Gottes großes Thun erweckt mir alle Sinnen; ich singe mit, wenn alles singt, und lasse, was dem Höchsten klingt, — 25⁶ klingt, aus meinem Herzen rinnen. 8. Ach, denk ich, bist du hier so schön, und läßt dus uns so lieblich gehn auf dieser armen Erden: was will doch wohl nach dieser Welt dort in dem reichen Himmelszelt und güldnen Schlosse werden! 9. Welch hohe Lust, welch heller Schein wird wohl in Christi Garten sein! Wie muß es da wohl klingen, da so viel tausend Seraphim aus einem Mund mit heller Stimm, ihr Hallelujah singen! 10. O wär ich da, o stünd ich schon, ach, lieber Gott, vor deinem Thron und trüge meine Palmen! So wollt ich nach der Engel Weis erhöhen deines Namens Preis mit tausend schönen Psalmen. 11. Doch will ich gleich⸗ wohl, weil ich noch hier trage dieses Leibes Joch, auch nicht gar stille schwei⸗ gen; mein Herze soll sich fort und fort an diesem und an allem Ort zu deinem Lobe neigen. 12. Hilf nur und segne meinen Geist mit Segen, der vom Himmel fleußt, daß ich dir stetig blühe; gieb, daß der Sommer deiner Gnad in meiner Seele früh Lieder für besondere Zeiten. und spat viel Glaubensfrücht erziehe. 13. Mach in mir deinem Geiste Raum, laß mich als einen guten Baum am Lebenswasser will ich dir und deiner Ehr allein und keinem andern mehr, hier und dort ewig dienen. P. Gerhardt, 4 1676. Herbst. Mel. Kommt her zu mir ꝛe. 363 Des Jahres schöner Schmuck ent⸗ weicht, die Flur wird kahl, der Wald erbleicht, der Vöglein Lieder schweigen. Ihr Gotteskinder, schweiget nicht und laßt hinauf zum ewgen Licht des Herzens Opfer steigen! 2. Gott ließ der Erde Frucht gedeihn; wir greifen zu, wir holen ein, wir sammeln seinen Herr Jesu, laß uns gleichen Fleiß an deiner Liebe Ruhm und Preis mit Herzensfreude legen. 3. Was Gottes Hand für uns gemacht, das ist nun alles eingebracht, hat Dach und Raum gefunden. So sammle dir zur Gnaden⸗ zeit, o Seele, was dein Herr dir beut, für deine Kreuzes⸗ stunden. grünen; so Segen. Jahreszeiten. 25⁷ 4. Denn wie die Felder öde stehn, die Nebel kalt darüber wehn und Reif ent⸗ färbt die Matten: so endet alle Lust der Welt, des Lebens Glanz und Kraft zerfällt; schnell wachsen seine Schatten. 5. Es braust der Sturm, der Wald erkracht, der Wandrer eilt, um noch vor Nacht zu flüchten aus den Wettern. O Jesu, sei uns Dach und Thurm, wenn oft des Lebens rauher Sturm uns will zu Boden schmettern. 6. Es fällt der höchsten Bäume Laub und mischt sich wieder mit dem Staub, von dannen es gekommen. Ach, Mensch, sei noch so hoch und wert; du mußt hinunter in die Erd, davon du bist genommen! 7. Doch wie der Land⸗ mann seine Saat ausstreuet, eh, der Winter naht, um künftig Frucht zu sehen: so treuer Vater, deckest du auch unsern Leib mit Erde zu, daß er soll auferstehen. 8. Indes, wie über Land und Meer der Störche Zug, der Schwalben Heer der Sonn entgegen streben: so laß zu dir die Seele fliehn, zu deinem Paradiese ziehn, an deiner Sonne leben! V. v. Strauß, geb. 1809. Winter. Mel, Gott sei Dank durch alle Welt ꝛc. 36 4 Großer Schöpfer, Herr der Welt, dessen Hand die Himmel hält! Zu der Sonne sprichst du: lauf, gehe unter, gehe auf! 2. Deine Macht und Herrlichkeit leuchtet auch zur Winterzeit in der wolken⸗ vollen Luft, in den Flocken, in dem Duft. 3. Alles ruht; auf dein Geheiß wird der Wasser⸗ strom zu Eis. Du giebst, was der Landmann bat, deckst und wärmest seine Saat. 4. Der des Sperlings nicht vergißt, sorgt noch mehr für dich, o Christ! Gott sei dir in Hitz und . Freude, Zuversicht und rost. 5. Bleibe du, mein Herz,/ nur warm! Ist ein Bruder nackt und arm, brich ihm liebevoll dein Brot, lindre freundlich seine Not. 6. Nach des Winters kalter Nacht lebet alles, alles lacht; Bäume, Wiesen, Wäl⸗ der blühn, und die dürre Welt wird grün. 7. Also blüht nach kurzer Zeit aus dem Staub Un⸗ sterblichkeit; neu und umge⸗ schaffen einst sind wir, wenn du, Herr, erscheinst. 25⁸ 8. Eile, Freudentag, heran, dem kein Winter folgen kann! Sonne, die nie unter⸗ geht, sei gelobet und erhöht! J. K. Lavater, 4+ 1801. Morgen. us meines Her⸗ 365 zens Grunde sag ich dir Lob und Dank in dieser Morgenstunde und all mein Leben lang, Herr Gott auf deinem Thron, zu Lob dir, Preis und Ehren durch Christum unsern Her⸗ ren, dein eingebornen Sohn; 2. Daß du mich hast aus Gnaden in der vergangnen Nacht vor Not, Gefahr und Schaden behütet und be⸗ wacht. Ich bitt demütiglich, wollst mir mein Sünd ver⸗ geben, womit in diesem Leben ich hab erzürnet dich. 3. Du wolltest auch be⸗ hüten mich gnädig diesen Tag vor Satans List und Wüten, vor Sünden und vor Schmach, vor Am und Wassersnot, vor Armut und vor Schan⸗ den, vor Ketten und vor Banden, vor bösem, schnellen Tod. 4. Mein Leib und Seel, mein Leben, mein Weib, Gut, Ehr und Kind sei dir, Herr, übergeben, dazu mein Haus⸗ gesind, als dein Geschenk und Gab, die Eltern und Ver⸗ Lieder für besondere Zeiten. wandten, Geschwister und Bekannten und alles, was ich hab. 5. Gott will ich lassen raten, der alle Ding ver⸗ mag; er segne meine Thaten auch an dem heutgen Tag. Ihm hab ich heimgestellt Leib, Seele, Gut und Leben, und was er sonst gegeben; er machs, wies ihm gefällt. 6. Darauf so sprech ich Amen und zweifle nicht dar⸗ an, Gott nimmt in Jesu Namen mein Flehen gnädig an. Nun streck ich aus die Hand, greif an mein Werk mit Freuden, was Gott mir will bescheiden in meinem Amt und Stand. Joh. Matihesius(2), + 1565. 366 Gott des Himmels und der Erden, Vater, Sohn und heil⸗ ger Geist, der es Tag und Nacht läßt werden, Sonn und Mond uns scheinen heißt, dessen starke Hand die Welt und, was drinnen ist, erhält: 2. Gott ich danke dir von Herzen, daß du mich in die⸗ ser Nacht vor Gefahr, Angst, Not und Schmerzen hast behütet und bewacht und bei aller meiner Schuld mich noch trägst mit Vaterhuld. 3. Laß die Nacht auch meiner Sünden jetzt mit dieser f x Morgen. 259 dieser Nacht vergehn; o, Herr Jesu, laß dich finden und dein Herz mir offen stehn, da alleine Hilf und Rat ist für meine Missethat. 4. Hilf, daß ich mit die⸗ sem Morgen geistlich auf⸗ erstehen mag und für meine Seele sorgen, daß, wenn nun dein großer Tag uns erscheint und dein Gericht ich davor erschrecke nicht. 5. Führe mich, o Herr, und leite meinen Gang nach deinem Wort; sei und bleibe du auch heute mein Beschützer und mein Hort! Nirgends, als von dir allein, kann ich recht bewahret sein. 6. Meinen Leib und meine Seele samt den Sinnen und Verstand, großer Gott, ich dir befehle unter deine starke Hand; Herr, mein Schild, mein Ehr und Ruhm, nimm mich auf, dein Eigen⸗ tum! 7. Deinen Engel zu mir sende, der des bösen Feindes Macht, List und Anschlag von mir wende und mich halt in guter Acht; der auch endlich mich zur Ruh trage nach dem Himmel zu! H. Alberti, 1651. Mel. Herr Jesu Christ, dich ꝛc. 367 Die Nacht nun⸗ mehr vergan⸗ gen ist; wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du uns frei von aller Plag gesund läßt sehen jeden Tag. 2. Wir bitten dich, du Gnadenstrahl, leucht uns in diesem Erdenthal; beschirm uns täglich und auch heut, bewahr uns ferner allezeit. 3. Daneben gieb uns Fried und Ruh und, was uns nötig ist, dazu; durch deine starke Gnadenhand beschütze uns und unser Land. 4. All Sünd und Schwach⸗ heit uns verzeih, ein gut Gewissen stets verleih; gieb,‚ daß wir deines Namens Ehr ausbreiten immer mehr und mehr. 5. Und wenn es dir, o Herr, gefällt, uns abzufor⸗ dern aus der Welt, so gieb ein selig Ende hier, daß wir dort ewig sein bei dir. 6. O Jesu Christ, erbarme dich, hör unsre Bitten gnä⸗ diglich; durch dein Verdienst, durch deinen Tod erlöse uns aus aller Not. Vor 1664. 368 Die güldne Sonne, voll Freud und Wonne, bringt unsern Gren⸗ zen mit ihrem Glänzen ein herzerquickendes, liebliches Licht. Mein Haupt und Glieder, die lagen darnieder, aber nun steh ich, bin mun⸗ ter und fröhlich, schaue den Himmel mit meinem Gesicht. 2. Mein Auge schauet, was Gott gebauet zu seinen hren, 260 Lieder für besondere Zeiten. Ehren, und uns zu lehren, nen nach Gut mit Sünde, wie sein Vermögen sei mäch⸗ das tilge geschwinde von ke tig und groß, und wo die meinem Herzen und wirf es se Frommen dann sollen bin⸗ hinaus. w kommen, wenn sie mit Frie⸗ 7. Menschliches Wesen, e⸗ ö den von hinnen geschieden was ists gewesen? In einer 9 ö aus dieser Erden vergäng- Stunde geht es zu grunde, li lichem Schoß. sobald die Lüfte des Todes b 3. Lasset uns singen, dem drein wehn. Alles in allen h Schöpfer bringen Güter und muß brechen und fallen; n aben; was wir nur haben, Himmel und Erden, die alles das sei Gott zum Opfer müssen das werden, was sie gesetzt. Die besten Güter gewesen vor ihrem Bestehn. sind unsre Gemüter; vor ihn 8. Alles vergehet, Gott * zu treten mit Singen und aber stehet ohn alles Wan⸗ ö V Beten, das ist ein Opfer, ken; seine Gedanken, sein dran er sich ergötzt. Wort und Willen hat ewigen I Abend und Morgen Grund. Sein Heil und 127 — ———.2—. 2 2 2 sind seine Sorgen; segnen Gnaden, die nehmen nicht und mehren, Unglück ver⸗ Schaden, heilen im Herzen ö wehren, sind seine Werke und die tötlichen Schmerzen, Thaten allein Wenn wir halten uns zeitlich und ewig uns legen, so ist er zugegen; gesund. I. wenn wir aufstehen, so läßt 9. Gott, meine Krone, ver⸗ er aufgehen über uns seiner gieb und schonel Laß meine IRN Barmherzigkeit Schein. Schulden in Gnad und Hul⸗ 5. Ich hab erhoben zu den von deinen Augen sein dir hoch droben mein ganzes ferne gewandt! Sonsten re⸗ IW Sinnen; laß mein Beginnen giere, mich lenke und führe, NI ohn allen Anstoß und glück⸗ wie dirs gefället; ich habe ö— lich ergehn. Laster und gestellet alles in deine Be⸗ Schande, der Finsternis liebung und Hand. Bande, Fallen und Tücke 10. Willst du mir geben, treib ferne zurücke, laß mich womit mein Leben ich kann auf deinen Geboten bestehn. ernähren, so laß mich hören 6. Laß mich mit Freu⸗ allzeit im Herzen dies heilige ö den, ohn alles Neiden, sehen Wort: Gott ist das Größte, den Segen, den du wirst das Schönste, das Beste, Gott legen in meines Nächsten und ist das Süßte und Allerge⸗ Mitbruders Haus. Geiziges wißte, aus allen Schätzen Brennen, unchristliches Ren⸗ der edelste Hort. S- rrs ohur Morgen. 26 1 11. Willst du mich krän⸗ ken, mit Galle tränken, und soll von Plagen ich auch was tragen, wohlan, so mach es, wie dir es beliebt! Was gut und tüchtig, was schäd⸗ lich und nichtig meinem Ge⸗ beine, das weißt du alleine, hast niemals einen zu sehr noch betrübt. 12. Kreuz und Elende, das nimmt ein Ende; nach Meeresbrausen und Windes⸗ sausen leuchtet der Sonne erwünschtes Gesicht. Freude die Fülle und selige Stille darf ich erwarten im himm⸗ lischen Garten; dahin sind meine Gedanken gericht. P. Gerhardt, 4 1676. Mel. Nun laßt uns Gott, dem Herren ꝛc. 369 Woch auf, mein Herz, und singe dem Schöpfer aller Dinge, dem Geber aller Gü⸗ ter, dem treuen Menschen⸗ hüter. 2. Heut, als die dunklen Schatten mich ganz umfan⸗ gen hatten, bedecktest du mich Armen, o Vater, mit Er⸗ barmen. 3. Du sprachst: mein Kind, nun liege, kein Schrecken dich besiege; schlaf wohl, laß dir nicht grauen, du sollst die Sonne schauen. 4. Dein Wort, das ist geschehen, ich kann das Licht noch sehen; von Not blieb ich befreiet, dein Schutz hat mich erneuet. 5. Du willst ein Opfer haben: hier bring ich meine Gaben und opfere dir wie⸗ der mein Herz und meine Lieder. 6. Die wirst du nicht verschmähen; du kannst ins Herze sehen und weißt wohl, daß zur Gabe ich ja nichts Bessres habe. 7. So wollst du nun vollenden dein Werk an mir und senden, der mich an die⸗ sem Tage auf seinen Händen trage. 8. Sprich Ja zu meinen Thaten, hilf selbst das Beste raten, den Anfang, Mitt und Ende, ach, Herr, zum besten wende. 9. Mit Segen mich be⸗ schütte, mein Herz sei deine Hütte, dein Wort sei meine Speise, bis ich gen Himmel reise. P. Gerhardt, 4 1676. Mel. O Herr, dein Ohren zu mir lehre ꝛe. 370 O allerhöchster Menschenhüter, du unbegreiflich großes Gut, ich will hir opfern Herz und Mut; stimmt an mit mir, gedenkt der Güter, all ihr Gemüter! + ö ö —' 4 262 2. Herr, deiner Kraft ichs nur zuschreibe, daß ich noch Odem schöpfen kann; ach, nimm dich meiner gnä⸗ dig an, du Vaterherz, mich nicht vertreibe, heut bei mir bleibe! 3. JIsraels Gott, da ist mein Wille, der sich dir wil⸗ lig untergiebt, dich über alles gerne liebt; das ist mein Wunsch in früher Stille, o Gnadenfülle! 4. Dein Angesicht mich heilig leite, dein Auge kräf⸗ tig auf mich seh; ich reise, sitz, E oder steh, mich zu der Ewigkeit begleite; Herr, mich bereite! 5. Laß Seel und Leib, so du gegeben, stets sein in deiner Furcht bereit, als Glieder der Gerechtigkeit bis in den Tod dir sein ergeben, o Seelenleben! 6. Gesegne mich auf mei⸗ nen Wegen, mein Thun und Lassen lenke du; in Unruh bleibe meine Ruh, bis ich uletzt mich werde legen in Fried und Segen. Joach. Neander, 4 1680. 371 Mergenglan der Ewigkeit, Licht vom unerschöpften Lichte, schick uns diese Morgenzeit deine Strahlen zu Gesichte, und vertreib durch deine Macht unsre Nacht. Lieder für besondere Zeiten. 2. Deiner Güte Morgen⸗ tau fall auf unser matt Gewissen; laß die dürre Le⸗ bensau lauter süßen Trost genießen, und erquick uns, deine Schar, immerdar. 3. Gieb, daß deiner Liebe Glut unsfre kalten Werke töte, und erweck uns Herz und Mut bei erstandner Morgenröte, daß wir, eh wir gar vergehn, recht auf⸗ t ehn. 4. Ach, du Aufgang aus der Höh, gieb, daß auch am jüngsten Tage unser Leib verklärt ersteh und, entfernt von aller Plage, sich auf jener Freudenbahn freuen kann. Leucht uns selbst in jene Welt, du verklärte Gnadensonne, führ uns durch das Thränenfeld in das Land der süßen Wonne, wo die Lust, die uns erhöht, nie vergeht. Chr. Knorr v. Rosenroth, F 1689. Mel. Hüter, wird die Nacht der Sünden ꝛc. eele, du mußt 372 S munter werden, denn der Erden blickt her⸗ vor ein neuer Tag; komm, dem Schöpfer dieser Strahlen zu Rliedi was dein schwa⸗ cher Trieb vermag. 2. Deine Pflicht, die kannst du lernen von den Sternen: deren Gold der Sonne weicht, so laß auch vor Gott zer⸗ rinnen, rinnen, was den Sinnen hier im Finstern schöne däucht. 3. Schau, wie das, was Odem ziehet, sich bemühet um der Sonne holdes Licht, wie sich, was nur Wachs⸗ tum spüret, freudig rühret, wenn ihr Glanz die Schatten bricht. 4. So laß dich auch fertig finden, anzuzünden deinen Weihrauch, weil die Nacht, da dich Gott vor Unglücks⸗ stürmen wollen schirmen, ist so glücklich hingebracht. 5. Bitte, daß er dir Ge⸗ deihen mag verleihen, wenn du auf was Gutes zielst, aber daß er dich mag stören und bekehren, wenn du böse Regung fühlst. 6. Kränkt dich etwas diesen Morgen, laß ihn sor⸗ gen, der es wie die Sonne macht, welche freundlich pflegt die Höhen anzusehen und auch in die Thäler lacht. 7. Denk, daß er auf dei⸗ nen Wegen ist zugegen und erkennet, was du thust; daß er auch verborgne Flecken kann entdecken und die tiefste Sündenlust. 8. Wir sind an den Lauf der Stunden festgebunden, der entführt, was eitel heißt, und der dein Gefäß, o Seele, nach der Höhle eines Sterb⸗ gewölbes reißt. Morgen. daß mein Scheiden 263 9. Drum so seufz ich, nicht ein Leiden, sondern sanftes Schlafen sei, und daß i mit Lust und Wonne se die Sonne, wenn des Todes Nacht vorbei. F. R. L. v. Canitz, 1699. 373 HW wird die Nacht der Sün⸗ den nicht verschwinden? Hüter, ist die Nacht schier hin? Wird die Finsternis der Sinnen bald zerrinnen, darein ich verhüllet bin? 2. Möcht ich wie das Rund der Erden lichte wer⸗ den! Seelensonne, gehe auf! Ich bin finster, kalt und trübe; Jesu, Liebe, komm, beeile deinen Lauf! 3. Wir sind ja im neuen Bunde, da die Stunde der Erscheinung kommen ist; und ich muß mich stets im Schatten so ermatten, weil du mir so ferne bist. 4. Wir sind ja der Nacht entnommen, weil du kommen; aber ich bin lauter Nacht; darum wollst du mir, dem Deinen, auch erscheinen, der nach Licht unb Rechte tracht. 5. Wie kann ich des Lich⸗ tes Werke ohne Stärke in der Finsternis vollziehn? Wie kann ich die Liebe üben, Demut lieben und der Nacht Geschäfte fliehn? 6. Ach, daß länger meine Seele, sich nicht quäle, zünd dein Feuer in mir an! Laß mich finstres Kind der Erden helle werden, daß ich Gutes wirken kann. 7. Das Vernunftlicht kann das Leben mir nicht geben; Lieder für besondere Zeiten. immer älter werde und nie⸗ mals rein von Missethat. O Gott, der täglich mich ernährt, wär ich doch deiner Gnad auch wert! 3. Du siehst am Morgen mich aufstehen, regier mich auch in dieser Welt; ich weiß nicht, wie mirs heut wird Jesus und sein heller Schein, Jesus muß das Herz an⸗ blicken und erquicken, Jesus muß die Sonne sein. I 8. Nur die Decke vor den gehen, mach alles so, wie dirs gefällt; schließ mich in deine Vorsicht ein; dein will ich tot und lebend Augen kann nicht taugen, seine Klarheit kann nicht ein; wenn sein helles Licht den Seinen soll erscheinen, muß das Auge reine sein. 9. Jesu, gieb gesunde Au⸗ gen, die was taugen, rühre meine Augen an! Denn das ist die größte Plage, wenn am Tage man das Licht nicht sehen kann. Chr. Fr. Richter, 1 1711. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten ꝛc. 37 4 ein Gott, nun ist es wieder Morgen, die Nacht vollendet ihren Lauf; nun wachen alle meine Sorgen auf ein⸗ mal wieder mit mir auf. Die Ruh ist aus, der Schlaf dahin; ich sehe wieder, wo ich bin. 2. Ich bin noch immer auf der Erde, wo jeder Tag sein Elend hat, wo ich nur sein. 4. Vergieb mir, Vater, meine Sünden, die ich bei Tag und Nacht beging, und laß mich vor dir Gnade finden, erhöre, was ich bet und sing; denn wenn ich nur bei dir wohl steh, so acht ich gar nicht, wie es geh. 5. Hilf du in allen Sachen raten, denn ich bin selber mir nicht klug; behüte mich vor Missethaten, vor böser Menschen List und Trug; laß mich den Tag wohl legen an und Gutes schaffen, wo ich kann. 6. Behüte mir mein Leib und Leben, mein Weib und Kind, mein Hab und Gut, und laß den Himmel Segen geben, wenn meine Hand das Ihre thut; hilf, daß ich alles wohl verricht! Du wirst es thun, ich zweifle nicht, C. Neumann, 1 1715. —.—eeee BST W —— Morgen. Mel. Wie nach einer Wasser⸗ quelle ꝛc. 375 Gett, du Licht, das ewig bleibet, das ohn allen Wechsel ist, das die Finsternis vertreibet, der du bleibest, wie du bist, ich verlasse meine Ruh; rufe: werde Licht! mir zu, daß ich, der ich Nacht und Erde, durch dein Licht ver⸗ kläret werde. 2. Wecke, da der Leib geschlafen, auch die Seele geistlich guf, gieb ihr deines Lichtes Waffen, richt und leite ihren Lauf: laß mich sein des Lichtes Kind, hilf mir, da ich geistlich blind, Jesu, daß ich wieder sehe und in deinem Lichte gehe. 3. Schenke mir, Herr, und gewähre, was die arme Seele stillt; ach, erneure und verkläre stets in mir dein Ebenbild! Sende mir den Geist der Kraft, der ein neues Leben schafft, daß ich himmlisch auf der Erde und ein Geist in Christo werde. 4. Segne meiner Hände Werke, fördre mich in mei⸗ ner Pflicht; bleibe meiner Schwachheit Stärke, meines Lebens Kraft und Licht; laß mein Lebensziel allein deines Namens Ehre sein; hilf, daß ich stets wahre — gegen meinen Nächsten übe. 265⁵ 5. Führ mich einst zu jenem Lichte deiner höchsten Majestät, wo vor deinem Angesichte die verklärte Seele steht, heller als der Sonnen⸗ schein, schön, unsterblich, engelrein, laß sie sein mit dir vereinet, wenn mein letzter Tag erscheinet. Sal. Franck, 4 1725. Mel. Den die Hirten lobten sehre ꝛc. 376 Frro am Morgen Jesus gehet und vor allen Thüren stehet, klopfet an, wo man geflehet: komm, Herr Jesu, unser Gast! 2. Nun, so lasset ihn nicht dorten, thut ihm auf des Herzens Pforten und ruft ihn mit süßen Worten: eile, Jesu, kehre ein! 3. Wollest täglich bei uns bleiben, alle Feinde von uns treiben, uns ins Buch des Lebens schreiben und der gute Hirte sein! 4. Weiden uns auf grünen Auen, daß wir deine Fülle schauen und auf deinen Reichtum bauen, mit dir gehen aus und ein. 5. Amen, ja, es soll ge⸗ schehen! Jesus wird heut mit uns gehen, und wir werden fröhlich sehen, daß er uns nicht läßt allein. 266 Mel. O Gott, du feommer Gott ꝛc. 377 O Zesu, süßes Licht, nun ist die Nacht vergangen; nun hat dein Gnadenglanz aufs neue mich umfangen; nun ist, was an mir ist, vom Schlafe auf⸗ geweckt und hat sich, Herr, nach dir verlaͤngend ausge⸗ streckt. 3 2. Was soll ich dir denn nun, mein Gott, für Opfer schenken? Ich will mich ganz und gar in deine Gnade senken mit Leib, mit Seel, mit Geist, heut diesen ganzen Tag; das soll mein Opfer sein, weil ich sonst nichts vermag. 3. Mein Jesu, schmücke mich mit Weisheit und mit Liebe, mit Keuschheit und Geduld durch deines Geistes Triebe; auch mit der De⸗ mut mich vor allem kleide an, so bin ich wohl geschmückt und köstlich angethan. 4. Gieb, daß mir diesen Tag stets vor den Augen schwebe, daß dein Allgegen⸗ wart mich wie die Luft um⸗ ebe, auf daß mein ganzes hun durch Herz, durch Sinn und Mund dich lobe innig⸗ lich, mein Gott, zu aller Stundl ö 5. Ach, segne, was ich thu, ja rede und gedenke; durch deines Geistes Kraft es also führ und lenke, daß alles Lieder für besondere Zeiten. nur gescheh zu deines Na⸗ mens Ruhm, und daß ich unverückt verbleib dein Ei⸗ gentum. J. Lange, 1 1744. Mel. Ich dank dir schon ꝛ2t. 378 Mein erst Gefühl Y/ sei Preis und Dank; erheb ihn, meine Seele! Der Herr hört dei⸗ nen Lobgesang; lobsing ihm, 1.crbn schüßen Mich selbst zu schützen ohne Macht, lag ich und schlief in Frieden. Wer schafft die Sicherheit der Nacht und Ruhe für die Müden?ꝰ 3. Du bist es, Gott und Herr der Welt, und dein ist unser Leben; du bist es, der es uns erhält und mirs jetzt neu gegeben. 4. Gelobet seist du, Gott des Macht, gelobt sei deine Treue, daß ich nach einer sanften Nacht mich dieses Tags erfreue. 5. Laß deinen Segen auf mir ruhn, mich deine Wege wallen, und lehre du mich selber thun nach deinem Wohlgefallen. 6. Nimm meines Lebens gnädig wahr, auf dich hofft meine Seele; sei mir ein Retter in Gefahr, ein Vater, wenn ich fehle. ö 7. Gieb mir ein Herz voll Zuversicht, erfüllt mit und un E h v se n 0 2 0 qS.SE..EEEeian Morgen. und Ruhe, ein weises Herz, das seine Pflicht erkenn und willig thue; 8. Daß ich als ein ge⸗ treuer Knecht nach deinem Reiche strebe, gottselig, züchtig und gerecht durch deine Gnade lebe; 9. Daß ich das Glück der Lebenszeit in deiner Furcht genieße und meinen Lauf mit Freudigkeit, wenn du gebeutst, beschließe. Chr. F Gellert, 4 1769. Mel. Wie nach einer Wasser⸗ quelle ꝛc 379 Wern ich einst von jenem Schlummer, welcher Tod heißt, aufersteh und, erlöst von allem Kummer, jenen schönren Morgen seh: o dann wach ich anders auf. Schon am Ziel ist dann mein Lauf; Träume sind des Pilgers Sorgen, großer Tag, an deinem Morgen! 2. Hilf, daß keiner meiner Tage, Geber der Unsterb⸗ lichkeit, einst mich im Gericht verklage, daß ich frevelnd ihn entweiht. Auch noch heute wacht ich auf; Dank sei dir! Zu dir hinauf führ mich jeder meiner Tage, jede Freude, jede Plage: 3. Daß ich froh gen Himmel sehe, wenn mein letzter Tag erscheint. Wenn zum dunklen Thal ich gehe, 26²⁷ von den Meinigen beweint, lindre dann des Todes Pein, laß mich stark und freudig sein, daß ich sie zum Himmel weise und dich, Herr des Todes, preise. F. G. Klopstock, 4 1808. Mittag. Vor Tische. Mel. O Jesu Christ, meins Lebeus Licht ꝛc. 380 Gesegn uns, Herr, die Gaben dein, die Speis laß unsre Nah⸗ rung sein; hilf, daß dadurch erquicket werd der dürftge Leib auf dieser Erd! 2. Doch dieses zeitlich Brot allein kann uns nicht gnug zum Leben sein; dein göttlich Wort die Seele speist, hilft uns zum Leben allermeist. 3. Drum gieb uns beides, Herr und Gott, hilf endlich auch aus aller Not: so preisen wir dein Gütigkeit hier und auch dort in Ewig⸗ keit. Vor 1562. Mel. Schmülcke dich, o liebe Seele ꝛc. 381 Sdeis, 0o Gott, uns, deine Kinder, tröste die betrübten Sünder, sprich den Segen zu den Gaben, die wir jetzo vor uns haben, daß sie uns zu diesem Leben Starke, Kraft 18 und 268 und Nahrung geben, bis wir endlich mit den Frommen zu dem Himmelsmahle kommen. J. Heermann, 1 1647. Mel. Jesu, als du erstlich kamest ꝛc. 382— wir kommen zu dem Essen; laß uns deiner nicht ver⸗ gessen, denn du bist das Himmelsbrot; speis die Leiber, stärk die Seelen, die wir dir jetzt anbefehlen, steh uns bei in aller Not; hilf uns, daß wir nach der Er⸗ den deine Gäst im Himmel werden. Nach Tische. Mel. Nun lobt und dankt Gott all⸗ zusammen ꝛc. 383 ir danken Gott für seine Gaben, die wir von ihm empfangen haben, wir bitten unsern lieben Herrn, er woll auch ferner sie beschern und speisen uns mit seinem Wort, daß wir satt werden hier und dort; ach, lieber Gott, du wollst uns geben nach dieser Welt das ewge Leben. Vor 1588. Mel. Da Christus geboren war ꝛc (Um Erbarmen flehen wir.) 384 Us Rebt der uns, was uns gut ist, giebt, Lieder für besondere Zeiten. gab auch jetzt uns Speis und Trank; lobt ihn, sagt ihm frohen Dank. Aller Segen kommt vom Herrn; dankt ihm und gehorcht ihm gern, liebt ihn, freuet euch des Herrn! 110 Mel. Gott sei Dank ducch alle Welt ꝛc. 385 Guter Geber, Dank sei dir; du belebst, drum leben wir; du giebst Speise uns und Trank, dir sei ewig Lob und Dankl Amen. J. K. Lavater, 4 1801. Abend. Mel. Erhalt uns, Herr, dei ꝛc. 386 H Sonsd ist der Sonnen Schein, die finstre Nacht bricht stark herein; leucht uns, o Herr, du wahres Licht, laß uns im Finstern straucheln nicht. 2. Dank sei dir, daß du uns den Tag vor Schaden, Angst und maͤncher Plag durch deine Engel hast behnt aus Gnad und väterlicher Güt. ö 3. Womit wir heut er⸗ zürnet dich, das, Herr, ver⸗ zeih uns gnädiglich und rechn es unsrer Seel nicht zu; laß schlafen uns in Fried und uh.—88 4. Die Engel dein zur Wach bestell, daß üt öse f SGSS= GA.EE I Abend. böse Feind nicht fällt; vor Schrecken, Angst und Feuers⸗ not behüt uns diese Nacht, o Gottl N. Hermann, 1 1561, Mel. In dich hab ich gehoffet ꝛc 387 Mein schöne Zier und Kleinod bist auf Erden du, Herr Jesu Christ; dich will ich lassen walten und allezeit, in Lieb und Leid in meinem Herz behalten, 2. Dein Lieb und Treu für alles geht, kein Ding auf Erd so fest besteht: das muß ich frei bekennen: drum soll nicht Tod, nicht Angst, nicht Not von deiner Lieb mich trennen. 3. Dein Wort ist wahr und trüget nicht und hält gewiß, was es verspricht, im Tod und auch im Leben. Du bist nun mein, und ich bin dein; dir hab ich mich ergeben. 4. Der Tag nimmt ab; ach, schönste Zier, Herr Jesu Christ, bleib du bei mir; es will nun Abend werden; laß doch dein Licht auslöschen nicht bei uns allhier auf Erden. ö‚ Aus dem 16. Jahrhundert. 388 erde munter, mein Gemüte, und ihr Sinne, geht herfür, daß ihr preiset Gottes Güte, 269 die er hat gethan an mir, da er mich den ganzen Tag vor so mancher schweren Plag durch sein gnaden⸗ reiches Walten hat beschir⸗ met und erhalten. 2. Lob und Dank sei dir gesungen, Vater der Barm⸗ herzigkeit, daß mir ist mein Werk gelungen, daß du mich vor allem Leid und vor Sünden mancher Art so getreulich hast bewahrt, auch die Feinde weggetrieben, daß ich unversehrt geblieben. Herr, ich bin von dir gewichen, doch ich stell mich wieder ein; denn dein Sohn hat ausgeglichen meine Schuld durch seine Pein. Ich verleugne nicht die Schuld; aber deine Gnad und Huld ist viel größer, als die Sünde, die ich täglich in mir finde. 4. O du Licht der frommen Seelen, o du Glanz der Ewigkeit, dir will ich mich ganz befehlen diese Nacht und alle Zeit. Bleibe doch, mein Gott, bei mir, weil es nunmehr dunkel hier; daß kein Unfall mich betrübe, tröste mich mit deiner Liebe. 5. Laß mich diese Nacht empfinden eine sanfte, süße Ruh; alles Übel laß ver⸗ schwinden, decke mich mit Segen zu; Leib und Seele, Mut und Blut, Weib und Kinder, Hab und Gut, 18³ Freunde, 270⁰ Freunde, Feind und Haus⸗ genossen sein in deinen Schutz geschlossen. 6. Ach, bewahre mich vor Schrecken, schütze mich vor Überfall; laß mich Krank⸗ heit nicht aufwecken, halte fern des Krieges Schall; wend ab Feur und Wassers⸗ not, Pestilenz und schnellen Tod; laß mich nicht in Sünden sterben, noch an Leib und Seel verderben. 7. O du großer Gott, erhöre, was dein Kind ge⸗ beten hat; Jesu, den ich stets verehre, bleibe du mein Schutz und Rat; und mein Hort du werter Geist, der du Freund und Tröster heißt, höre doch mein sehn⸗ lich Flehen Amen, ja es soll geschehen. Joh. Rist, 41667. Mel. O Welt, ich muß dich lassen ꝛe. 389 N ruhen alle Wälder, Vieh, Menschen, Städt und Felder, es schläft die ganze elt; ihr aber, meine Sinnen, auf, auf, ihr sollt beginnen, was eurem Schöpfer wohlgefällt. 2. Wo bist du, Sonne, blieben? Die Nacht hat dich vertrieben, die Nacht, des Tages Feind. Fahr hin, ein andre Sonne, mein Jesus, meine Wonne, gar hell in meinem Herzen scheint. Lieder für besondere Zeiten. 3. Der Tag ist nun ver⸗ gangen; die güldnen Stern⸗ lein prangen am lauen Himmelssaal; also werd ich auch stehen, wenn mich wird heißen gehen mein Gott aus diefem Jammerthal. 33 4. Der Leib, der eilt zur Ruhe, legt ab das Kleid und Schuhe, das Bild der Sterblichkeit; die zieh ich aus; dagegen wird Christus mir anlegen den Rock der Ehr und Herrlichkeit. 5. Das Haupt, die Füß und Hände sind froh, daß nun zum Ende die Arbeit kommen sei; Herz, freu dich, du sollst werden vom Elend dieser Erden und von der Sünden Arbeit frei. 6. Nun geht, ihr matten Glieder, geht hin und legt euch nieder, der Betten ihr begehrt; es kommen Stund und Zeiten, da man euch wird bereiten zur Ruh ein Bettlein in der Erd. 7. Mein Augen stehn verdrossen, im Nu sind sie geschlossen, wo bleibt dann Leib und Seel? Nimm sie u deinen Gnaden, sei für allen Schaden, du und Wächter Jsrael! beide, o Jesu, meine Freude, und nimm ein! Will mich der Feind verschlingen, so laß die Eng⸗ lein 10 8. Breit aus die Flügel dein Küchlein um sie ei gut u Aug Flügel Freude, WFeind ein e Eng⸗ lein Abend. lein singen: dies Kind soll unverletzet sein. 9. Auch euch, ihr meine Lieben, soll heute nicht be⸗ trüben ein Unfall noch Ge⸗ fahr; Gott laß euch ruhig schlafen, stell euch die güld⸗ nen Waffen ums Bett und seiner Helden Schar. P. Gerhardt, 1676. 390 Der Tag mit seinem Lichte fleucht hin und wird zu nichte, die Nacht kommt angegangen, mit Ruhe zu umfangen den matten Erden⸗ kreis. Der Tag, der ist ge⸗ endet; mein Herz zu dir sich wendet, der Tag und Nacht geschaffen zum Wachen und zum Schlafen, will singen deinen Preis. 2. Wohlauf, wohlauf, mein Psalter! Erhebe den Erhalter, der mir an Leib und Seelen viel mehr, als ich kann zählen, hat heute Guts gethan. Augen⸗ blick und Stunden hat sich gar viel gefunden, womit er sein Gemüte und uner⸗ schöpfte Güte mir klar ge⸗ zeiget hat. 3. Gleich wie des Hirten Freude, ein Schäflein auf der Weide, sich unter seiner Treue ohn alle Furcht und Scheue ergötzet in dem Feld und sich mit Blumen füllet, den Durst mit Quellen stillet, 271 so hat mich heut geführet, mit manchem Gut gezieret, der Hirt in aller Welt. 4. Gott hat mich nicht verlassen, ich aber hab ohn Maßen mich nicht gescheut, mit Sünden und Unrecht zu entzünden das treue Vater⸗ herz. Ach, Vater, laß nicht brennen den Eifer, noch mich trennen von deiner Hand und Seiten; mein Thun und Überschreiten erweckt mir Reu und Schmerz. 5. Erhöre, Herr, mein Beten und laß mein Über⸗ treten zur Rechten und zur Linken ins Meeres Tiefe sinken und ewig untergehn. Laß aber, laß hingegen sich deine Engel legen um mich mit ihren Waffen; mit dir will ich entschlafen, mit dir auch auferstehn. 6. Darauf so laß ich nieder mein Haupt und Augenlider, will ruhen ohne Sorgen, bis daß der güldne Morgen mich wieder munter macht. Dein Flügel wird mich decken, so wird mich nicht erschrecken der Feind mit tausend Listen, der mich und alle Christen verfolget Tag und Nacht. 7. Ich lieg hier oder stehe, ich sitz auch oder gehe, so bleib ich dir ergeben, und du bist auch mein Leben, das ist ein wahres Wort. Was ich beginn und Rüh i 272 ich schlaf ein oder wache, wohn ich, als wie im Schlosse, in deinem Arm und Schoße, bin selig hier und dort. P. Gerhardt, 4 1676. Mel. Werde munter, mein ꝛe⸗ 391 Urse müden Au⸗ genlider schlie⸗ ßen sich jetzt schläfrig zu, und des Leibes matte Glieder grüßen schon die Abendruh; denn die dunkle finstre Nacht hat des hellen Tages Pracht nun versenkt im tiefen Meere und entflammt der Sterne Heere. 2. Ach, bedenk, eh du Lene schlafen, du o meines eibes Gast, ob du den, der dich erschaffen, heute nicht erzürnet hast; thu, ach, thu beizeiten Buß, geh und falle ihm zu Fuß und bitt ihn, daß er aus Gnaden dich der Strafe woll entladen. 3. Sprich: Herr, dir ist unverhohlen, daß ich diesen Tag verbracht anders, als du mir befohlen; ja, ich habe nicht bedacht des Berufes schmalen Steg, deinen vor⸗ geschriebnen Weg, sondern dich, mein Gott, verlassen, bin gefolgt der Weltlust Straßen. 4. Ach, Herr, laß mich Gnad erlangen, gieb mir nicht verdienten Lohn, laß mich deine Huld umfangen, Lieder für besondere Zeiten. sieh an deinen lieben Sohn, der für mich genug Burden Vater, nimm den Bürgen an! Dieser hat für mich er⸗ duldet, was ich Sünder hab verschuldet. 5. Laß mich, Herr, von dir nicht wanken; in dir schlaf ich sanft und wohl; gieb mir heilige Gedanken, und bin ich gleich Schlafes voll, so laß doch den Geist in mir zu dir wachen für und für, bis die Morgenröt angehet und die Sonn am Himmel stehet. „Vater droben in der Höhe, dessen Nam uns teuer wert, dein Reich komm, dein Will geschehe, unser Brot werd uns beschert, und ver⸗ gieb uns unsre Schuld, schenk uns deine Gnad und Huld; laß uns nicht Versuchung töten, hilf uns, Herr, aus allen Nöten. ů Joh. Franck, 4 1677. Mel. O höchster Gott, o unser lieber Herre ꝛc. 392 er Tag ist hin, mir bleibe! O Seelenlicht, der Sünden Nacht vertreibe; geh auf in mir, Glanz der Gerechtigkeit, erleuchte mich o Herr, denn es ist Zeit! 2. Lob, Preis und Dank sei dir, mein Gott, gesungen; dir sei die Ehr, wenn alles wohl gelungen nach deinem Rat, mein Jesu, bei ——— 2 —....— —.9‚ 2...99 einem Rat, Abend. 273 Rat, ob ichs gleich nicht versteh; du bist gerecht, es gehe, wie es geh. 3. Nur eines ist, das mich empfindlich quälet: Be⸗ ständigkeit im Guten mir noch fehlet; das weißt du wohl, o Herzenskündiger, ich strauchle noch wie ein Un⸗ mündiger. 4. Vergieb mir, Herr! Es sagt mir mein Gewissen: der Sünde Lust hat mich von dir gerissen: es ist mir leid, ich stell mich wieder ein; hier ist mein Herz, ich dein, Herr, und du mein! 5. Mein Herr und Gott, mein Hüter und mein Hirte, zu meinem Trost dein sieg⸗ haft Schwert umgürte; be⸗ wahre mich durch deine große Macht, wenn mir der Feind nach meiner Seele tracht. 6. Du schlummerst nicht, wenn matte Glieder schla⸗ fen: ach, laß die Seel im Schlaf auch Gutes schaffen; 0. Lebenssonn, erquicke mei⸗ nen Sinn; dich laß ich nicht, mein Fels; der Tag ist hin! J. Neander, 4 1680. 393 Nom sich der Tag geendet hat und keine Sonn mehr scheint, schläft alles, was von Arbeit matt, und was zuvor ge⸗ weint. 2. Nur du, mein Gott, hast keine Rast, du schläfst noch schlummerst nicht; die Finsternis dich nicht um⸗ faßt, weil du bist selbst das Licht. 3. Gedenke, Herr, doch auch an mich in dieser fin⸗ stern Nacht, und schirme du mich gnädiglich mit deiner Engel Wacht. 4. Zwar fühl ich wohl der Sünden Schuld, die mich bei dir klagt an; doch deines lieben Sohnes Huld hat gnug für mich gethan. 5. Drauf thu ich meine Augen zu und schlafe fröh⸗ lich ein; mein Gott wacht jetzt in meiner Ruh, wer wollte traurig sein? 6. Weicht, nichtige Ge⸗ danken, hin, hemmt nicht der Andacht Lauf! Ich baue jetzt in meinem Sinn Gott einen Tempel auf. 7. Soll diese Nacht dir letzte sein in diesem Jammer⸗ thal, so führ mich, Herr, zum Himmel ein zur aus⸗ erwählten Zahl. 8. Und also leb und sterb ich dir, du Herr Gott Ze⸗ baoth; im Tod und Leben hilfst du mir aus aller Angst und Not. 9. F. Hertog, 4. 1659, 274 Mel. Werde munter, mein ꝛc. 394 es ist von meinem Leben wiederum ein Tag dahin; lehre mich nun Achtung ge⸗ ben, ob ich fromm gewesen bin; zeige mir auch selber an, so ich was nicht recht gethan, und hilf jetzt in allen Sachen guten Feierabend machen. 2. Freilich wirst du man⸗ ches finden, das dir nicht gefallen hat; denn ich bin noch voller Sünden in Ge⸗ danken, Wort und That, und zu jeder Tagesstund pfleget Herz und Hand und Mund so geschwind und oft zu fehlen, daß ichs selber nicht kann zählen. 3. Aber, o du Gott der Gnaden, habe noch einmal Geduld! Ich bin freilich schwer beladen, doch vergieb mir alle Schuld! Deine große Vatertreu werde diesen Abend neu; so will künftig deinen Willen ich noch mehr als heut erfüllen. 4. Heilige mir das Ge⸗ müte, daß der Schlaf nicht sündlich sei; decke mich mit deiner Güte, und dein Engel steh mir bei. Lösche Licht und Feuer aus, und be⸗ wahre selbst das Haus, daß ich morgen mit den Meinen nicht weinen. im Unglück müsse Lieder für besondere Zeiten. 5. Steure den gottlosen Leuten, die im Finstern Böses thun; sollte man gleich was bereiten, uns zu scha⸗ den, wenn wir ruhn, so zer⸗ störe du den Rat und ver⸗ hindere die That; wend auch allen andern Schrecken, den die Bosheit kann er⸗ wecken. 6. Herr, dein Auge geht nicht unter, wenn es bei uns Abend wird; denn du bleibest ewig munter und bist wie ein guter Hirt, der auch in der finstern Nacht über seine Herde wacht; darum hilf uns, deinen Schafen, daß wir alle sicher schlafen. 7. Laß mich dann gesund erwachen, wenn es rechte Zeit wird sein, daß ich fer⸗ ner meine Sachen richte dir zu Ehren ein; oder hast du, lieber Gott, heut bestimmet meinen Tod, so befehl ich dir am Ende Leib und Seel in deine Hände. 131 Casp. Neumann, 1 1715, Mel. Ach, was soll ich Sünder ee. 395 Ab, mein Jesu, sieh, ich trete, da der Tag nunmehr sich neigt und die Finsternis sich zeigt, hin zu deinem Thron und bete: neige du zu dei⸗ nem Sinn auch mein Herz und Sinnen hin. ö ——————89...—————————————————98 2—— Abend. 27⁵ 2. Meine Tage gehn ge⸗ schwinde wie ein Pfeil zur Ewigkeit; auch die aller⸗ längste Zeit rauscht vorüber wie die Winde, fließt dahin als wie ein Fluß mit dem schnellsten Wasserguß. 3. Aber, Jesu, sieh, ich Armer nehme mich doch nicht in acht, daß ich dich bei Tag und Nacht herzlich suchte, mein Erbarmer; o wie mancher Tag geht hin, daß ich kalt und träge bin. 4. Ach, ich muß mich herzlich schämen; du erhältst und schützest mich Tag und Nacht so gnädiglich, und ich will mich nicht bequemen, daß ich ohne Heuchelei dir dafür recht dankbar sei. 5. Nun, ich komme mit Verlangen, o mein Herzens⸗ freund, zu dir: neige du dein Licht zu mir, da der Tag nunmehr vergangen; sei du selbst mein Sonnenlicht, das durch alles Finstre bricht. 6. Laß mich meine Tage zählen, die du mir noch gönnen willt; von dir sei mein Herz erfüllt, so wird mich nichts tönnen quälen; denn wo du bist, Tag und Licht, schaden uns die Nächte nicht. Lev Zoh. Schlicht, 21723. Mel. Jesu, meine Freude ze. 396 der wonsdemen der von keinem Schlafe etwas wissen mag, deine Treu und Milde diente mir zum Schilde den ver⸗ gangnen Tag; sei die Nacht auch auf der Wacht und laß mich von deinen Scharen um und um bewahren. 2. Decke mich von oben vor der Feinde Toben mit der Vaterhuld; ein versöhnt Gewissen sei mein Ruhekissen, drum vergieb die Schuld! Denn dein Sohn hat mich davon durch die tiefgeschlag⸗ nen Wunden gnädiglich ent⸗ bunden. 3. Laß auch meine Lieben keine Not betrüben, sie sind mein und dein. Schließ uns mit Erbarmen in den Vater⸗ armen wohlgeborgen ein. Du bei mir und ich bei dir; also sind wir ungeschieden, und ich schlaf in Frieden. 4. Komm, verschließ die Kammer und laß allen Jammer ferne von uns sein. Sei du Schloß und Riegel, unter deine Flügel nimm dein Küchlein ein; deck uns zu mit Schutz und Ruh, so wird uns kein Grauen wecken, noch der Feind uns schrecken. 5. Wie, wenn ich mein Bette heut zum Grabe hätte? Wie bald rot, bald tot! Doch, hast du beschlossen, daß mein Ziel verflossen, kommt die Todesnot, so will ich nichts wider dich. e wel 276 Lieder für besondere Zeiten. weil ich Eu gefunden, sterb ich alle Stunden. 6. Nun wohlan! ich thue in vergnügter Ruhe meine Augen zu. Seele, Leib und Leben hab ich dir ergeben, treuer Hüter dul Gute Nacht, nimm mich in acht; und erleb ich ja den Morgen, wirst du weiter sorgen. B. Schmolck, 4 1737. Mel. Herzlich thut mich ver⸗ langen ꝛc. 397 Hür es gescheh dein Wille! Der Körper eilt zur Ruh, es fallen in der Stille die müden Augen zu. Vergieb der Schwachheit Sünden, ver⸗ schon mit Zorn und Straf; laß mich bereitet finden zum Tode wie zum Schlaf. 2. Dein Heil hab ich ge⸗ sehenz in Frieden fahr ich hin, weil ich eim Auferstehen in deinem Reiche bin. Wohl dem, der bis ans Ende sich als ein Christ erweist! Mein Gott, in deine Hände befehl ich meinen Geist. J. F. v. Cronegk, 4 1758. Mel. O Welt, ich muß dich lassen ꝛc. 398 Nun sich der Tag geendet, mein Herz zu dir sich wendet und danket inniglich; dein holdes Angesichte zum Segen auf mich richte, erleuchte und entzünde mich. 2. Ich schließe mich aufs neue in deine Vatertreue und Schutz und Herze ein; die fleischlichen Geschäfte und alle finstren Kräfte vertreibe durch dein Nahesein. 3. Daß du mich stets umgiebest, daß du mich herz⸗ lich liebest und rufst zu dir empor, daß du allein den Frieden mir geben kannst⸗ hienieden, das stelle früh und spät mir vor. 4. Ein Tag der sagts dem. andern, mein Leben sei ein Wandern zur großen Ewig⸗ keit. O Ewigkeit, du schöne, mein Herz an dich gewöhnel Mein Heim ist nicht in dieser Zeit. G. Terstegen, 4 1769. Mel. O Welt, ich muß dich lassen rei 399 Hede der du mir. das Leben bis diesen Tag gegeben, dich bet ich kindlich an. Ich bin viel zu geringe der Treue, die ich singe und die du heut an mir gethan. 2. Mit dankendem Ge⸗ müte freu ich mich deiner Güte; ich freue mich in dir, Du giebst mir Kraft und Stärke, Gedeihn zu meinem Werke und schaffst ein reines Herz in mir. 3. Gott, welche Ruh der⸗ Seelen, nach deines Worts Befehlen einher im Leben gehn, gehn, auf deine Güte hoffen, im Geist den Himmel offen und dort den Preis des Glaubens sehn! 4. Ich weiß, an wen ich glaube, und nahe mich im Staube zu dir, o Gott, mein Heil. Ich bin der Schuld entladen, ich bin bei dir in Gnaden, und in dem Him⸗ mel ist mein Teil. 5. Bedeckt mit deinem Segen eil ich der Ruh ent⸗ gegen; dein Name sei ge⸗ preist! Mein Leben und mein Ende ist dein; in deine Haͤnde befehl ich, Vater, meinen Geist. Chr. F. Gellert, 4 1769. Mel. O Welt, ich muß dich lassen ꝛc. 400 Der Mond ist auf⸗ gegangen, die goldnen Sternlein prangen am Himmel hell und klar. Der Wald steht schwarz und schweiget, und aus den Wiesen steiget der weiße Nebel wun⸗ derbar. 2. Wie ist die Welt so stille und in der Dämmrung Hülle so traulich und so hold, als eine stille Kammer, wo ihr des Tages Jammer verschlafen und vergessen sollt. 3. Seht ihr den Mond dort stehen? Er ist nur halb zu sehen und ist doch rund und schön. So sind Abend. 27⁷ wohl manche Sachen, die wir Auen belachen, weil unsre uügen sie nicht sehn. 4. Wir stolzen Menschen⸗ kinder sind eitel arme Sün⸗ der und wissen gar nicht viel: wir spinnen Luft⸗ espinste und suchen viele künste und kommen weiter von dem Ziel. 5. Gott, laß dein Heil uns schauen, auf nichts Vergänglichs trauen, nicht Eitelkeit uns freun; laß uns einfältig werden und vor dir hier auf Erden wie Kinder fromm und fröhlich sein! 6. Wollst endlich sonder Grämen aus dieser Welt uns nehmen durch einen sanften Tod; und wenn du uns genommen, laß uns in Himmel kommen, du unser Herr und unser Gott! 7. So legt euch denn, ihr Brüder, in Gottes Namen nieder; kalt ist der Abend⸗ hauch. Verschon uns, Gott, mit Strafen und laß uns ruhig schlafen und unsern kranken Nachbar auch. M. Claudius, 4 1815. Für Kinder. 401 Mide bin ich, geh 1 zu Ruh, schließe beide Auglein zu. Vater,— ie 278 die Augen dein über meinem Bette sein! 2. Hab ich Unrecht heut gethan, sieh es, lieber Gott, nicht an! Deine Gnad und Jesu Blut macht ja allen Schaden gut. 3. Alle, die mir sind verwandt, Gott, laß ruhn in deiner Hand; alle Men⸗ schen, groß und klein, sollen dir befohlen sein. 4. Kranken Herzen sende Ruh, nasse Augen schließe zu; laß den Mond am Himmel stehn und die stille Welt besehn. Louise Hensel, 4 1876. Lieder für besondere Zeiten. 3. Doch sei dir ganz an⸗ heimgestellt die rechte Zeit und Stunde, wie wohl ich weiß, daß dirs gefällt, wenn ich mit Herz und Munde dich kommen heiße und darauf von nun an richte meinen Lauf, daß ich dir komm ent⸗ gegen. 4 4. Ich bin vergnügt, daß mich nichts kann von deiner Liebe trennen und daß ich frei vor jedermann dich meinen Freund darf nennen, und daß du dort, o Lebens⸗ fürst, dich ganz mit mir vereinen wirst und mir dein Erbe schenken. 5. Drum preis ich dich aus Dankbarkeit, daß sich die u Woch geendet, und also auch 16 Am Schlusse der Woche. Mel. 402 ott Lob, ein Schritt zur Ewigkeit ist abermals vollen⸗ det; zu dir im Fortgang dieser Zeit mein Herz sich sehnlich wendet, o Quell, daraus mein Leben fließt und alle Gnade sich ergießt zu meiner Seele Leben. 2. Ich zähle Stunden, Tag und Jahr und wird mir fast zu lange, bis es erscheine, daß ich gar, o Leben, dich umfange, damit, was sterb⸗ lich ist an mir, verschlungen werde ganz in dir und ich unsterblich werde. Du Lebensbrot ꝛc. von dieser Zeit ein neuer 9 Schritt vollendet, und freudig schreit ich weiter fort, bis ich gelange an die Pfort Jerusalems dort oben. Wenn meine Hände lässig sind und meine Kniee beben, so biet mir deine Hand geschwind, mich wieder zu erheben; erfüll mit deiner Kraft mein Herz, damit ich freudig himmelwärts ohn Unterlaß aufsteige. 0 7. Geh, Seele, frisch im Glauben dran und sei nur unerschrocken; laß dich nicht von der rechten Bahn die Lust der Welt ablocken; so, dir der Lauf zu langsam deucht, so eile, wie ein Adler fleugt, mit Flügeln süßer fleugt, Liebe. 8. O Jesu, meine Seele ist zu dir schon aufgeflogen; du hast, weil du voll Liebe bist, mich ganz zu dir ge⸗ zogen. Fahr hin, was heißet Stund und Zeit! Ich bin schon in der Ewigkeit, weil ich in Jesu lebe. A. H. Francke, 2 1727. Mel. Valet will ich dir geben ꝛc. 403 Die Woche geht zu Ende, nicht aber Gottes Treu; denn wo ich mich hinwende, da ist sie immer neu. Die Zeit kann wohl verschwinden, nur Gottes Güte nicht, sie läßt sich täglich finden und giebt mir Trost und Licht. 2. Du gnädigster Erhalter von allem, was ich bin, hör meines Mundes Psalter und nimm mein Opfer hin. Unzählbar sind die Gaben, die du geschenket mir, und was ich nur kann haben, ist alles ja von dir. 3. Die ganze Woche zeuget von deiner Gütigkeit, die du zu mir geneiget, getreu zu jeder Zeit. Auf meines Lebens Pfade rühmt jeder Augenblick die Wunder dei⸗ ner Gnade im Unglück, wie im Glück. 4. Allein mein Herze bebet, wenn es zurücke denkt, wie übel ich gelebet und Am Schlusse der Woche. 279 dich, mein Gott, gekränkt; drum ruf ich: Herr, erbarme, erbarm dich über mich! Ich fall dir in die Arme: ach, schone gnädiglich. 5. Mein Glaube heißt mich hoffen, es sei durch Christi Blut ein neuer Bund getroffen und alles wieder gut; drum will ich dir ge⸗ loben, auf ewig treu zu sein; dein guter Geist von oben wird mir die Kraft verleihn. 6. Ich bin dein Kind aufs neue; drum gieb, daß diese Nacht mich auch dein Schutz erfreue, der alles sicher macht. werde gleichsam sterben; der Schlaf ist wie ein Tod; doch kann ich nicht verderben: du lebst in mir, mein Gott. 7. Soll das in diesem Leben die letzte Woche sein, will ich nicht widerstreben, nein, mich im Geiste freun auf jenen Feierabend, den Christi Tod gemacht, und diese Hoffnung habend sprech ich nun: gute Nacht! B. Schmolck, 4 1737. Beruf. Mel. O Welt, ich muß dich lassen ꝛc 404 Du sollst in allen Sachen mit Gott den Anfang machen aus aus treuer Schuld und Pflicht. Wem hast du Dank zu geben, als ihm, für Heil und Leben? Von dir, o Mensch, entspringt es nicht. 2. Was will dein kaltes Sinnen, du Staub der Zeit, beginnen legt er nicht Hilfe bei? Der Mensch mit seinem Dichten, weiß wenig auszu⸗ richten, das wahrhaft gut zu heißen sei. Drum sei nicht zu verwegen auf des Berufes Stegen und bilde dir nicht ein, als könntest du Ver⸗ trauen auf deine Kräfte bauen; denn sie sind Gottes und nicht dein. 4. Wo Gottes Hand sich reget, den Grund zur Arbeit leget, da zieht der Segen ein; verkehrt er sein Gesichte, so wird ein Werk zunichte, wie trefflich auch die Meister sein. 5. Schlag an die Himmels⸗ pforten mit starken Glau⸗ bensworten, da bitte Beistand aus. Daher wird Segen fließen und reichlich sich ergießen auf dich und auf dein ganzes Haus. A. Tscherning, 1 1659. Mel. O Durchbrecher aller Bande ꝛc. 405 Jesu, komm, sei N eingebeten. Meine Hände leg ich an; wollest mir zur Seite treten, daß mein Thun sei wohlge⸗ Lieder für besondere Stände. than. Auf dein Wort, zu deiner Ehre, will mein Netz ich senken ein; einen guten Zug beschere, laß es voller Segen sein. 2. Ohne dich macht nichts mein Machen, nichts kann alle meine Kunst; ohne dich in allen Sachen alle Müh ist ganz umsonst. Ach, du mußt mit Hand anlegen, meine Hand ist viel zu schwach. Nun so komm mit Hilf und Segen, meine Ohnmacht mächtig mach! 3. Gerne will ich thun das Meine, will es thun auf dein Geheiß; thu auch du dabei das Deine und beglücke meinen Fleiß. Laß mich und mein Haus er⸗ freuen einen reichen guten Zug; doch sollt es nicht gleich gedeihen, hab ich dich, hab ich genug. Zwar, wie sollt es mir nicht glücken, da du selbst Mithelfer bist? Ach, du kannst und willst er⸗ quicken, wenn man fromm und gläubig ist. Ist nur Gott, so ist daneben alles andre auch im Haus; du wirst segnen, du wirst geben, der du allen teilest aus. 5. Ich verseh mich deiner Gnaden, ob ich keines Segens wert; wirst du mir mein Netz beladen, sollst du sein mit Dank verehrt; giebst du, will ich wieder geben; ja, ein 388. IE SEE S ——— m ein Teil davon soll dein, dein 0 Gott, und auch daneben meines armen Nächsten sein. S. v. Birken, + 1681. Mel. Es ist das Heil uns ꝛc. 406 UIn Gottes Namen * fang ich an, was mir zu thun gebühret; mit Gott wird alles wohlgethan und glücklich ausgeführet. Was man in Gottes Namen thut, ist allenthalben recht und gut und muß uns auch gedeihen. 2. Gott ists, der das Vermögen schafft, das Gute zu vollbringen, er giebt uns Segen, Mut und Kraft und läßt das Werk gelingen, daß uns ein reicher Zug entsteht und Gottes Gab in Fülle geht, daß wir zur gnüge haben. 3. Gott ist der Frommen Schild und Lohn, er krönet sie mit Gnaden; der bösen Welt Haß, Neid und Hohn kann ihnen gar nicht schaden. Gott decket sie mit seiner Hand, er segnet ihren Weg und Stand und füllet sie mit Freuden. 4. Drum komm, Herr, Jesu, stärke mich, hilf mir in meinen Werken; laß du mit deiner Gnade dich bei meiner Arbeit merken. Gieb dein Gedeihen selbst dazu, daß ich in allem, was ich ihu, erfahre deinen Segen. Beruf. 28¹ 5. Regiere mich durch deinen Geist, den Müßiggang zu meiden, daß das, was du mich schaffen heißt, ge⸗ scheh mit lauter Freuden, auf daß ich dir mit aller Treu auf dein Gebot ge⸗ horsam sei und meinem Nächsten diene. 6. Nun, Jesu, komm und bleib bei mir; die Werke meiner Hände befehl ich, liebster Heiland, dir; hilf, daß ich sie vollende zu deines Namens Herrlichkeit, und gieb, daß ich zur Abendzeit erwünschten Lohn empfange! S. Liscow, 1 1698. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag ꝛc. 407 as walte Gott, der helfen kann! Mit Gott fang ich die Arbeit an, mit Gott nur geht es glücklich fort; drum ist auch dies mein erstes Wort: das walte Gott! 2. All mein Beginnen, Thun und Werk erfordert Gottes Kraft und Stärk; mein Herz sucht Gottes An⸗ gesicht: drum auch mein Mund mit Freuden spricht: das walte Gott! 3. Wenn Gott nicht hilft, so kann ich nichts; wo Gott nicht giebet da gebrichts; Gott giebt und thut mir alles Guts; drum sprech ich nun 282 nun auch gutes Muts: das walte Gott! 4. Will Gott mir etwas geben hier, so will ich dank⸗ bar sein dafür; auf sein Wort werf ich aus mein Netz und sag in meiner Arbeit stets: das walte Gott! 5. Anfang und Mitte samt dem End stell ich allein in Gottes Händ; er gebe, was mir nützlich ist; drum sprech ich auch zu jeder Frist: das walte Gott! 6. Legt Gott mir seinen Segen bei nach seiner großen Güt und Treu, so gnügets mir zu jeder Stund; drum sprech ich auch von Herzens⸗ grund: das walte Gott! 7. Trifft mich ein Un⸗ glück: unverzagt! Ist doch mein Werk mit Gott gewagt; er wird mir gnädig stehen bei; drum dies auch meine Losung sei: das walte Gott! 8. Er kann mich segnen früh und spat, bis all mein Thun ein Ende hat; er giebt und nimmt, machts, wie er will; drum sprech ich auch fein 10 der Still: das walte Gottl 9. Gott steht mir bei in aller Not und giebt mir auch mein täglich Brot; nach seinem alten Vaterbrauch thut er mir Guts; drum sprech ich auch: das walte Gottl Lieder für besondere Stände. 10. Nichts glücket ohne Gottes Gunst, nichts hilft Verstand, Witz oder Kunst; mit Gott gehts fort, gerät auch wohl, daß ich kann sagen glaubensvoll: das walte Gott! 11. Teilt Gott was mit aus Gütigkeit, so acht ich keiner Feinde Neid; laß hassen, wers nicht lassen kann, ich stimme doch mit Foitr n an: das walte ott! ö ‚ 12. Thu ich dann was mit Gottes Rat, der mir beistehet früh und spat, dann alles wohl geraten muß; drum sprech ich nochmals zum Beschluß: das walte Gottl J. Betichius, T 1722. Ehe und Hausstand. Mel. Nicht so traurig, nicht so sehr ꝛc. 408 V'le Wunder, voller Kunst, voll von hoher Weisheit Preis, voller Hulde, Gnad und Gunst, Labsal bei des Lebens Schweiß, voller Wunder sag ich noch, ist der keuschen Liebe Joch. 2. Die sich nach dem Angesicht niemals je zuvor gekannt, auch sonst im ge⸗ ringsten nicht mit Gedanken zugewandt, derer Herzen, derer nd. sehr ꝛc. under, Kunst, eisheit Gnad ei des voller ist der dem zuvor m ge⸗ danken Herzen, derer derer Hand knüpft Gott in ein Liebesband. 3. Dieser Vater zieht sein Kind, jener seins dagegen auf, beide treibt ihr sondrer Wind, ihre sondre Bahn und Lauf; aber wenn die Bahn nun dar, wirds ein wohl⸗ geratues Paar. 4. Hier wächst ein geschickter Sohn, dort ein edle Tochter zuz eines ist des andern Kron, eines ist des andern Ruh, eines ist des andern Licht, wissens aber beide nicht. Bis solang es dem beliebt, der die Welt im Schoße hält und zur rechten Stunde giebt jedem, was ihm wohlgefällt, da erscheint im Werk der That der so tief verborgene Rat. 6. Jeder findet, jeder nimmt, was der Höchst ihm ausersehn; was im Himmel ist bestimmt, pflegt auf Erden zu geschehn, und was dann nun so geschicht, das ist sehr wohl ausgericht. 7. Ofters denkt man: das und dies hätte können besser sein; aber wie die insternis nicht erreicht den Sonnenschein, also geht auch Menschensinn hinter Gottes Weisheit hin. 8. Laß zusammen, was Gott fügt; der weiß, wies am besten sei; unser Denken fehlt und trügt, sein Gedank ist mangelfrei; Gottes Werk Ehe und Hausstand. 283 hat festen Fuß, wenn sonst alles fallen muß. Siehe frommen Kin⸗ dern zu, die im heilgen Stande stehn, wie so wohl Gott ihnen thu, wie so schön er lasse gehn alle Thaten ihrer Händ auf ein Gutes selges End. 10. Ihrer Tugend werter Ruhm steht in steter voller Blüt; wenn sonst aller Liebe Blum als ein Schatten sich verzieht, und wenn auf⸗ hört alle Treu, ist doch ihre Treue neu. 11. Ihre Lieb ist immer frisch und verjüngt sich fort und fort; Liebe zieret ihren Tisch und versüßet alle Wort; Liebe giebt dem Her⸗ zen Rast in der Müh und Sorgenlast. 12. Gehts nicht allzeit wie es soll, ist doch diese Liebe still, hält sich in dem Kreuze wohl, denkt, es sei des Herren Will, und ver⸗ sichert sich mit Freud einer künftig bessern Zeit. 13. Unterdessen geht und fleußt Gottes reicher Segens⸗ bach, speist die Leiber, tränkt den Geist, stärkt des Hauses Grund und Dach, und was klein, gering und bloß, macht er mächtig, viel und groß. 14. Endlich, wenn nun ganz vollbracht, was Gott hier in dieser Welt frommen Kindern 284 Kindern zugedacht, nimmt er sie ins Himmelszelt und drückt sie mit großer Lust selbst an seinen Mund und Brust. 15. Nun so bleibt ja voller Gunst, voll von hoher Weisheit Preis, voller Wun⸗ der, voller Kunst, Labsal bei des Lebens Schweiß, voller Wunder sag ich noch, bleibt der keus chen Liebe Joch. P. Gerhardt, + 1676. leuchtet der Morgen⸗; ern ꝛc. 409 Wie schön ists doch. Herr Jesu Christ, im Stande, da dein Segen ist, im Stande heilger Ehe! Wie steigt und neigt sich deine Gab und alles Gut so mild herab aus deiner heilgen Höhe, wenn sich an dich fleißig halten Jung und Alten, die im Orden eines Lebens einig worden. 2. Wenn Mann und Weib sich wohl verstehn und Hand in Hand durchs Leben gehn im Bunde reiner Treue, da blüht das Glück von Jahr zu Jahr, da sieht man wie der Engel Schar im Himmel selbst sich freue. Kein Sturm, kein Wurm kann zerschlagen, kann zer⸗ nagen, was Gott giebet dem Paar, das in ihm sich liebet. Mel. Wie 298 Lieder für besondere Stände. 3. Der Mann wird einem Baume gleich, an Asten schön, an Zweigen reich, das Weib gleich einem Reben, der seine Träublein trägt und nährt und sich je mehr und mehr vermehrt mit Wobw dit die da leben. gohl dir, o Zier, Mannes⸗ wonne, Hausessonne, Ehren⸗ krone! Gott denkt dein auf seinem Throne. 4. Sei gutes Muts! Nicht Menschenhand hat auf⸗ gerichtet solchen Stand: es ist ein höhrer Vater; der hat uns je und je geliebt und bleibt, wenn unsre Sorg uns trübt, der beste Freund und Rater. Anfang, gang aller Sachen, die zu machen wir gedenken, wird er wohl und weislich lenken. 5. Zwar bleibts nicht aus, es kommt ja wohl ein Stündlein, da man Leides voll die Thränen lässet fließen, doch wer sich still und in Geduld ergiebt, des Leid wir Gottes Huld in großen Freuden schließen Zage, trage nur ein wenigl Unser König wird behende machen daß die Angst sich wende. 6 Wohl denn, mein König, nah herzu! Gieb Rat in Kreuz, in Nöten Ruh. in Angsten Trost und Freude! Des sollst du haben Ruhm und Preis; wir wollen singen SSS& — Hn RN. Aus⸗ „ 669. E DN bester mes⸗ hren⸗ mauf duts! wauf- 5. es Inder eliebt Sorg reund Aus⸗ ie zu wird enken. nicht hlein Leides lässet till t, des ld in ließen. venigl ehende st sich mein b Rat Ruh. reude! Ruhm singen bester Ehe und Hausstand. 28⁵ bester Weis und danken alle beide, bis wir bei dir, deinen Willen zu erfüllen, deinen Namen ewig loben werden, Amen! P. Gerhardt, 4 1676. Mel. Werde munter, mein ꝛc. 410 Sorge doch für meine Kinder, Vater, nimm dich ihrer an; ob sie gleich vor dir sind Sünder, sind sie dir doch zugethan, und du hast sie in der Tauf väterlich ge⸗ nommen auf, daß sie, wenn sie sollten sterben, wären deines Reiches Erben. 2. Du hast sie bisher er⸗ nähret und so manchem Un⸗ glücksfall mehr als väterlich gewehret, der sie hier und überall hätt in Angst und Not gestürzt, ja das Leben abgekürzt; aber deine Vater⸗ treue bleibt bei ihnen täglich neue. 3. Sollt ich nicht für solche Güte immer dir ver⸗ pflichtet sein und mit dank⸗ barem Gemüte solchen Glücks⸗ und Sonnenschein rühmen und vor jedermann deine Wohlthat zeigen an, ach, so müßt ich ganz vermessen Gottes, meines Heils, ver⸗ gessen. 4. Sammeln andre große Schätze, suchen in der Welt ihr Heil, daß sie Geld und Gut ergötze, so bist du mein einzig Teil. Bleib auch meiner Kinder Gott, lasse sie in keiner Not und in keinem Kreuz verderben, bis sie end⸗ lich selig sterben. 5. Der du sie bisher erhalten, wollest stets ihr Schützer sein, wollst in Gnaden ihrer walten, bricht Gefahr für sie herein. Regt in ihrer eignen Brust sich mit Macht die böse Lust: gieb dann, daß sie mutig kämpfen und den Reiz der Sünde dämpfen. 6. Schütze sie vor bösen Leuten und vor der Ver⸗ führer Schar, daß ihr Fuß nicht möge gleiten, laß sie ihre Lebensjahr in der Gnade bringen zu, bis du sie, wie mich, zur Ruh wirst ins kühle Grab versenken und die Seligkeit uns schenken. 7. Können sie in diesem Leben hier und wo es dir gefällt, was zu deiner Ehre Wilt so laß in der ganzen Welt ihnen, wo sie immer gehn, deine Furcht vor Augen stehn, daß sie dich im Thun und Lassen stets in ihre Herzen fassen. 8. Gönne mir die große Freude, daß einst an dem jüngsten Tag, nach so vielem Kreuz und Leide, ich mit Jauchzen sagen mag: liebster Vater, ich bin hier und die Kinder, die du mir hast in 19* jener 286 jener Welt bescheret; ewig sei dein Nam geehret! L. H. Schlosser, 1 1723. Mel. Seelenbräutigam ꝛc. 41 Qesu, geh voran ** auf der Lebens⸗ bahn, und wir wollen nicht verweilen, dir getreulich nach⸗ zueilen; führ uns an der Hand bis ins Vaterland. 2. Solls uns hart ergehn, laß uns feste stehn und auch in den schwersten Tagen niemals über Lasten klagen; denn durch Trübsal hier geht der Weg zu dir. 3. Rühret eigner Schmerz irgend unser Herz, kümmert uns ein fremdes Leiden, o so gieb Geduld zu beiden; richte unsern Sinn auf das Ende hin. 4. Ordne unsern Gang Jesu, lebenslang; führst du uns durch rauhe Wege, gieb uns auch die nötge Pflege; thu uns nach dem Lauf deine Thüre auf. Graf N. L. v. Zinzendorf, 1760. Mel. O Jesu Christ, meins Lebens Licht e 412 Wohleuen Harg. da Jesus Christ allein das All in allem ist! Ja, wenn er nicht darinnen wär, so stünd es öd und wüst und leer. 2. Wohl ihm, wenn Mann und Weib und Kind im Lieder für besondere Stände. rechten Glauben einig sind, zu dienen ihrem Herrn und Gott nach seinem Willen und Gebot. 2 3. Wohl, wenn ein solches Haus der Welt ein Vorbild vor die Augen stellt, daß ohne Gottesdienst im Geist das äußre Werk nichts ist, noch heißt. 10— 4. Wohl, wenn der Herzen fromm Gebet beständig in die Höhe geht, und man nichts treibet fort und fort, als Gottes Werk und Gottes Wort. 5. Wohl, wenn im äußer⸗ lichen Stand mit fleißiger getreuer Hand ein jegliches nach seiner Art im Glauben seine Pflicht bewahrt. 6. Wohl, wenn die Eltern gläubig sind, und wenn sie Kind und Kindeskind ver⸗ säumen nicht Glück, so bleibet ihrer keins zurück. 7. Wohl solchem Haus, denn es gedeiht; die Eltern werden hoch erfreut, und ihren Kindern sieht mans an, wie Gott die Seinen segnen kann. ö 8. So mach ich denn zu dieser Stund samt meinem Hause diesen Bund: Wenn alles Volk vom Herren wich, so dienen wir ihm ewiglich. Ch E. L. v. Pfeil, 4 1184. am ewgen sind, und und lches rbild daß Geist Nist, erzen g. in man fort, ottes ußer⸗ ßiger liches zuben Atern in sie ver⸗ wgen keins Haus, Eltern und mans Seinen nn zu leinem Wenn wich, iglich. 1184. Ehe und Hausstand. 28⁷ Mel Wie schön leuchtet der Morgen⸗ stern ꝛe 413 Ich und mein V Haus, wir sind bereit, dir, Herr, die ganze Lebenszeit mit Seel und Leib zu dienen. Du sollst der Herr im Hause sein; gieb deinen Segen nur darein, daß wir dir⸗ willig dienen. Eine kleine, fromme, reine Hausgemeine mach aus allen. Dir nur soll sie wohlge⸗ fallen. 2. Es wirke durch dein kräftig Wort dein guter Geist stets fort und fort an unser aller Seelen; es leucht uns wie das Sonnenlicht, damits am rechten Lichte nicht im Hause möge fehlen. Reiche gleiche Seelenspeise auch zur Reise durch dies Leben uns, die wir uns dir ergeben. 3. Gieß deinen Frieden auf das Haus und alle, die drin wohnen, aus, im Glau⸗ ben uns verbinde; laß uns in Liebe allezeit zum Dulden, Tragen sein bereit, demütig, sanft und linde. Liebe übe jede Seele; keinem fehle, dran man kennet den, der sich den Deinen nennet. 4. Laß unser Haus ge⸗ gründet sein auf deine Gnade ganz allein und deine große Güte. Auch laß uns in der Nächte Graun auf deine treue Hilfe schaun mit kind⸗ lichem Gemüte; selig, fröh⸗ lich, selbst mit Schmerzen in dem Herzen dir uns lassen und dann in Geduld uns fassen. 5. Giebst du uns irdisch Glück ins Haus, so schließ den Stolz, die Weltlust aus, des Reichtums böse Gäste; denn wenn das Herz an Demut leer und voll von eitler Weltlust wär, fo fehlte uns das Beste: jene schöne, tiefe, stille Gnadenfülle, die mit Schätzen einer Welt nicht zu ersetzen. 6. Und endlich flehn wir allermeist, daß in dem Haus kein andrer Geist, als nur dein Geist regiere; daß er, der alles wohl bestellt und gute Zucht und Ordnung hält, uns alles lieblich ziere. Sende, spende ihn uns allen, bis wir wallen heim und droben dich in deinem Hause loben. K. J. Ph. Spitta, 4 1859. 414 O selig Haus, wo man dich auf⸗ genommen, du wahrer Seelenfreund, Herr Jesu Christ! wo unter allen Gästen, die da kommen, du der gefeiertste und liebste bist; wo aller Herzen dir entgegenschlagen und aller Augen freudig auf dich sehn; wo aller Lippen dein Gebot erfragen und alle deines Winks gewärtig stehn. 288 2. O selig Haus, wo Mann und Weib in einer, in deiner Liebe eines Geistes sind, als beide eines Heils gewürdigt, keiner im Glau⸗ bensgrunde anders ist ge⸗ sinnt; wo beide unzertrenn⸗ bar an dir hangen in Lieb und Leid, Gemach und Un⸗ gemach, und nur bei dir zu bleiben stets verlangen, an jedem guten, wie am bösen Tagl 3. O selig Haus, wo man die lieben Kleinen mit Händen des Gebets ans Herz dir legt, du Freund der Kinder, der sie als die Seinen mit mehr als Mutterliebe hegt und pflegt; wo sie zu deinen Füßen gern sich sammeln und horchen deiner süßen Rede zu und lernen früh dein Lob mit Freuden stammeln, sich deiner freun, du lieber Heiland, du! 4. O selig Haus, wo Knecht und Magd dich kennen und wissen, wessen Augen auf dich sehn, bei allem Werk in einem Eifer brennen, daß es nach deinem Willen mag geschehn; als deine Diener, deine Hausgenossen, in Demut willig und in Liebe frei, das Ihre schaffen, froh und unverdrossen, in kleinen Dingen zeigen große Treu! Lieder für besondere Stände. 5. O selig Haus, wo du die Freude teilest, wo man bei keiner Freude dein ver⸗ gißt! O selig Haus, wo du die Wunden heilest und aller Arzt und aller Tröster bist; bis jeder einst sein Tagewerk vollendet, und bis sie endlich alle ziehen aus dahin, woher der Vater dich gesendet, ins große, freie, schöne Vaterhaus. K. J. Ph. Spitta, 4 1859. Vor der Trauung. Mel. Wie schön leuchtet ꝛc. 41 5 on dir, du Gott der Einigkeit, ward einst der Ehebund ge⸗ weiht; von dir kommt auch der Segen. O segn auch jetzt von deinen Höhn, die hier vor deinem Antlitz stehn, um Hand in Hand zu legen. Laß sie, Vater, dir ergeben einig leben, treu sich lieben und in deinem Wort sich üben. Nach der Trauung. Mel. Wie schön leuchtet ꝛc. Nimm sie in deine Vater⸗ hut, halt ihren Sinn bei frohem Mut, ihr Herz dem Himmel offen, und lehre sie, sich deiner freun, ein Herz und eine Seele sein im Glauben, Lieben, Hoffen! Laß sie, Vater, dir ergeben, glück⸗ Obrigkeit. glücklich leben, freudig sterben und vereint den Himmel erben! G. E Waldau, 4 1817. Obrigkeit. Mel. Aus meines Herzens Grunde ꝛc. 416 WJehova, Herr und V König der Könige und Herrn, dir sind wir unterthänig, du herrschest nah und fern; du Herr im Himmelszelt, laß unter dei⸗ nem Leiten bestehn die Obrig⸗ keiten, zu herrschen in der Welt. 2. Es zeugen deine Knechte, daß keine Obrigkeit, als nur durch deine Rechte und deine Macht gebeut. Du hast sie hoch geschätzt; wer ihr zuwider lebet, der trotzt und widerstrebet dem, was du hast gesetzt. 3. Du, Gott der Ordnung, lehre mich selbst durch deinen Geist, daß ich die Obern ehre, wie uns dein Wort es heißt. Sie tragen ja dein Bild; gieb, daß ich Demut übe und sie mit Ehrfurcht liebe, so wird dein Wort erfüllt. 4. Verleihe deine Güte und sende Recht und Licht; gieb ihnen ins Gemüte viel Weisheit zum Gericht. Du herrschest selbst im Land; das Herz der Obrigkeiten Predigtamt. 289 kannst du wie Bäche leiten; es steht in deiner Hand. 5. Gieb, daß durch ihr Regieren wir mit Zufrieden⸗ heit ein ruhig Leben führen in wahrer Frömmigkeit. Laß sie die Pfleger sein der gläubigen Gemeinde und als getreue Freunde ihr heilge Sorgfalt weihn. 6. Die uns allhier re⸗ gieren, Herr, die regiere du; laß deinen Geist sie führen, dein Rat sprech ihnen zu. Herr Gott, du segnest gern; o, walte du hienieden, gieb deinem Volke Frieden durch Jesum, unsern Herrn. Nach Ph. Frd. Hiller, 4 1769. Predigtamt. Mel. Wie schön leuchtet der ꝛc. 417 O Jesu, Herr der Herrlichkeit, du König deiner Christenheit, du Hirte deiner Herde, du siehst auf die erlöste Welt, regierst sie, wie es dir gefällt, sorgst, daß sie selig werde. Von dir sind wir auch er⸗ wählet, zugezählet den Er⸗ lösten, die du segnen willst und trösten. 2. Wohl deinem Volk, daß du es liebst, nach deinem Sinn ihm Hirten giebst, die es zum Himmel führen, und die voll Eifer, Geist und Kraft, voll Glauben, Liebe, Wissen⸗ 290 Wissenschaft das Herz der Sünder rühren. Treue Hir⸗ ten laß den Seelen niemals fehlen, daß die Herden mit den Hirten selig werden. 3. Wir nehmen hier von deiner Hand den Lehrer, den du uns gesandt; Herr, segne sein Geschäfte! Die Seelen, die sich ihm vertraun, durch Lehr und Leben zu erbaun, ieb Weisheit ihm und Kräfte. dehr ihn, hilf ihm thun und leiten, dulden, streiten, beten, wachen, selig sich und uns zu machen. 4. Herr, deinen Geist laß auf ihm ruhn; laß ihn sein Amt mit Freuden thun; nichts sei, das ihn betrübe! Wenn er uns deine Wahr⸗ heit lehrt, gieb uns ein Herz, das folgsam hört, ein Herz voll treuer Liebe. Lehrer, Hörer, laß in Freundschaft und Gemeinschaft feste stehen und den Weg zum Himmel gehen. 5. Wenn einst dein großer Tag erscheint, laß unsern Lehrer, unsern Freund, uns dir entgegen führen. Du giebst ihm unter seine Hand die Seelen als ein teures Pfand; laß keine ihn ver⸗ lieren. Jesu, hilf du, beut die Hände, daß am Ende Hirt und Herde treu vor dir erfunden werde. 6. Sei uns gesegnet, Knecht des Herrn! Wir heißen dich Lieder für besondere Verhältnisse. willkommen gern in Jesu Christi Namen. O Hirte, nimm uns bei der Hand, führ uns zum ewgen Vater⸗ land. Gott mit dir! Amen! Amen! Mit dir gehn wir durch die Leiden dieser ZBeiten zu dem Leben, das uns unser Gott will geben. J. D. K. Bickel, 4 1809. Allgemeine Not. enn wir in 41 8 höchsten Nöten sein und wissen nicht, wo aus noch ein, und finden weder Hilf noch Rat, ob wir gleich sorgen früh und spat: 2. So ist dies unser Trost allein, daß wir zusammen insgemein anrufen dich, o treuer Gott, um Rettung aus der Angst und Not. 3. Und heben unser Aug und Herz zu dir in wahrer Reu und Schmerz und bitten um Begnadigung und aller Strafen Linderung, 4. Die du verheißest gnä⸗ diglich all denen, die drum bitten dich im Namen des Herrn Jesu Christ, der unser Heil und Mittler ist. 5. Drum kommen wir, o Herre Gott, und klagen dir all unsre Not, weil wir jetzt stehn verlassen gar in großer Trübsal und Gefahr. —= 6 ——583 **eeeeeenn irte, Uer⸗ nen! iten nser unser ir, o dir ietzt roßer Allgemeine Not. 291 6. Sieh nicht an unsre Sünden groß, sprich uns davon in Gnaden los, steh uns in unserm Elend bei, mach uns von allen Plagen rei: 7. Auf daß von Herzen können wir nachmals mit Freuden danken dir, gehor⸗ sam sein nach deinem Wort, dich allzeit preisen hier und dort. P Eber, 1569. Mel Da Christus geboren ꝛc. 419 FTreuer Wächter Zsrael, des sich freuet Leib und Seel, der du kennest alles Leid deiner armen Christenheit; o du Wächter, der du nicht schläfst noch schlummerst, zu uns richt jetzt dein hilfreich An⸗ gesichtl 2. Schau, wie große Not und Qual trifft dein Volk jetzt überall! Täglich wird der Trübsal mehr: hilf, ach hilf, schütz deine Ehr! Ach, wir Armen, wir vergehn, Trost wir nicht vor Augen sehn, wo du nicht bei uns wirst stehn. 3. Kläglich schreien wir zu dir, klopfen an die Gnaden⸗ thür, wir, die du mit höch⸗ stem Ruhm hast erkauft zum Eigentum. Dein Erbarmen hat kein End, deines Vaters Zorn abwend, der jetzt wie ein Feuer brennt. 4. Jesu, der du Jesus heißt, als ein Jesus Hilfe leist! Hilf mit deiner star⸗ ken Hand, Menschenhilf hat sich gewandt; eine Mauer um uns bau, daß dem Feinde davor grau, er mit Zittern sie anschau. 5. Höchster Hort, Imma⸗ nuel, du Beschützer meiner Seel, Gott mit uns in aller Not, Gott um uns und in uns Gott, Gott für uns zu aller Zeit! Trotz dem, der uns thut ein Leid; Gottes Straf ist ihm bereit. 6. Du, des Vaters starker Arm, komm und unser dich erbarm; laß jetzt sehen deine Macht, drauf wir hoffen Tag und Nacht; aller Feinde Rotten trenn, daß dich alle Welt erkenn, aller Herren Herrn dich nenn. 7. Du bist ja der Held und Mann, der den Kriegen steuern kann, der da Spieß und Schwert zerbricht, der die Bogen macht zunicht, der die Wagen gar verbrennt, der der Menschen Herzen wendt, daß der Krieg ge⸗ winnt ein End. 8. O du wahrer Friedens⸗ fürst, der der Schlange Kopf zerknirscht und durch seinen Kreuzestod Frieden wieder⸗ bracht bei Gott, gieb uns Frieden gnädiglich! So wird dein Volk freuen sich und dich preisen ewiglich. J. Heermann, 1 1647. 292 Lieder für besondere Verhältnisse. Mel. Herzlich thut mich ver⸗ langen ꝛc. 420 Ii tiefen Angsten schreien wir dich, Erbarmer, an, dich, der allein befreien, allein erhören kann. Hast du denn ganz verbor⸗ en dein Vaterangesicht? ommt uns in finstern Sorgen nicht mehr ein Strahl von Licht? 2. Die Not von so viel Seiten beraubt uns aller Ruh; wir sehn dem Sturm der Zeiten mit bangem Her⸗ zen zu. Die Hilfe im Ge⸗ dränge, wonach das Auge thränt, verzieht sich in die Länge und ist noch nicht ersehnt. 3. Wir fallen, müd im Herzen, nachts auf die La⸗ gerstatt und träumen, was mit Schmerzen uns tags gefoltert hat; erwachen wir, so beben wir vor der neuen Last. Wie qualvoll ist dies Leben! Herr, wir erliegen fast! 4. Willst du noch länger schweigen zu unserm Kum⸗ merstand, nicht uns Ver⸗ laßnen zeigen die Allmacht deiner Hand? Laß endlich dich bewegen! Errett uns dir zum Ruhm! Kehr doch den Fluch in Segen, das Leid in Freuden um! 5. Verdienten wir als Sünder die Rut, ach, so ver⸗ gieb; hab uns und unsre Kinder in Christo dennoch lieb! Gieb uns, daß wir auch ehren, den Sinn, der dir gefällt! Komm, komm uns zu erhören, Erbarmer aller Welt! 3. G. Schöner, T 1818. Krieg und Frieden. 421 W Herr Gott, zu unsern Zei⸗ ten; es ist ja doch kein andrer nicht, der für uns könnte streiten, denn du, unser Gott, alleine. Luther, 4 1546. Mel. Nun lob, mein Seel, den Herren ꝛc. 0 ttlob/ ist ö —422 G aollncdas edle Fried⸗ und Freudenwort, daß nunmehr ruhen sollen die Spieß und Schwerter und ihr Mord! Wohlaufl und nimm nun wieder, dein Saitenspiel hervor, o Deutsch⸗ land und sing Lieder im hohen vollen Chor; erhebe dein Gemüte zu deinem Gott und sprich: Herr, deine Gnad und Güte bleibt dennoch ewiglich! 2. Sei tausendmal will⸗ kommen, du teure werte Friedensgab! Jetzt sehn wir, was für Frommen dein Bei⸗ unswohnen in sich hab. In dich hat Gott versenket all unser ——„inseS S&Æ RnER unser Krieg und Frieden. 293 unser Glück und Heil; wer dich betrübt und kränket, der drückt sich selbst den Pfeil des Herzleids in das Herze und löscht aus Unver⸗ stand die güldne Freuden⸗ kerze mit seiner eignen Hand. 3. Ach, laß dich doch er⸗ wecken! Wach auf, wach auf, du harte Welt, eh, als das letzte Schrecken dich schnell und plötzlich überfällt. Wer aber Christum liebet, sei unerschrocknen Muts; der Friede, den er giebet, be⸗ deutet alles Guts. Er will die Lehre geben: das Ende naht herzu, da sollt ihr bei Gott leben in Fried und ewger Ruh. P. Gerhardt, 4 1676. Mel. Nun danket alle Gott ꝛc⸗ 423 Her Gott, dich loben wir, wir preisen deine Güte, wir rühmen deine Macht mit herzlichem Gemüte; es stei⸗ get unser Lied bis an des Himmels Thür und tönt mit großem Schall: Herr Gott, dich loben wir! 2. Herr Gott, dich loben wir für deine großen Gna⸗ den, daß du das Vaterland von Kriegeslast entladen, daß du uns blicken läßt des güld⸗ nen Friedens Zier; drum jauchzet alles Volk: Herr Gott, dich loben wir! 3. Herr Gott, dich loben wir, die wir in langen Jahren der Waffen schweres Joch und frechen Grimm erfahren; jetzt rühmet unser Mund mit herzlicher Begier: Gottlob wir sind in Ruhl Herr Gott, wir danken dir! 4. Herr Gott, dich loben wir, daß du uns zwar ge⸗ strafet, jedoch in deinem Zorn nicht gar hast weggeraffet. Es hat die Vaterhand uns deine Gnadenthür jetzt wie⸗ der aufgethan; Herr Gott, wir danken dir! 5. Herr Gott, wir danken dir und bitten, du wollst geben, daß wir auch künftig stets in guter Ruhe leben. Krön uns mit deinem Gut, erfülle für und für, o Va⸗ ter, unsern Wunsch; Herr Gott, wir danken dir! Joh. Franck, 4 1677. Mißwachs und Teurung. Mel. Jesu, hilf siegen, du Fürsle des Lebens ꝛc. 42 4 Christen erwarten in allerlei Fällen Jesum mit seiner allmäch⸗ tigen Hand; mitten in Stürmen und tobenden Wellen sind sie gebauet auf felsiges Land. Wenn sie die Nächte der Trübsal bedecken, kann doch ihr Grauen sie wenig erschrecken. 2. Jauchzen die Feinde zur Rechten und Linken, drohet 29⁴ drohet und hauet ihr blin⸗ kendes Schwert, lassen doch Christen die Häupter nicht sinken, denen sich Jesus im Herzen verklärt. Wüten die Feinde mit Schnauben und Toben, schaun doch die Chri⸗ sten voll Trostes nach oben. 3. Geben die Felder den Samen nicht wieder, bringen die Gärten und Auen nichts ein, schlagen die Schloßen die Früchte darnieder, brennen die Berge von hitzigem Schein: kann doch ihr Herze den Frieden erhalten, weil es den Schöpfer in allem läßt walten. 4. Viele verzehren in ängstlichen Sorgen Kräfte, Gesundheit und Kürze der Zeit, da doch im Rate des Höchsten verborgen, wann und wo jedem sein Ende bereit. Sind es nicht alles unnötige Schmerzen, die ihr euch machet, ihr thörich⸗ ten Herzen? 5. Zweifel und Schmer⸗ zen verderben die Frommen; Glauben und Hoffen bringt Ehre bei Gott; Seele, ver⸗ langst du zur Ruhe zu kommen, hoffe geduldig in Jammer und Not! Ob auch die göttliche Hilfe ver⸗ borgen, traue dem Höchsten und meide die Sorgen! 6. Gutes und alle erbe⸗ tenen Gaben folgen dir, bis man dich leget ins Grab, Lieder für besondere Verhältnisse. ja, du wirst selber den Him⸗ mel noch haben; ei, warum sagst du den Sorgen nicht ab? Werde doch in dir recht ruhig und stille! Das ist des Vaters, des ewigen, Wille. 7. Völlige Wonne, ver⸗ klärete Freude, himmlische Güter, undenkliches Heil wer den dir dort auf der ewigen Weide unter den Menschen und Engeln zu teil, wenn einst in Herrlichkeit Christus wird kommen und zu sich sam⸗ meln die Herde der Frommen. 8. Seine allmächtige Stärke beweiset in den Ohnmächti⸗ gen mächtige Kraft; dann wird alleine sein Name ge⸗ preiset, wenn er den Zagen⸗ den Freudigkeit schafft. Dar⸗ um, o Jesu, gieb, daß ich dir traue, wenn ich die Hilfe nicht sichtbarlich schaue. Ch. L Edeling, 14 1742. Ernte. Mel. O daß ich tausend ꝛc. 42 5 Gott, von dem wir alles ha⸗ ben, die Welt ist ein sehr großes Haus; du aber teiz lest deine Gaben recht wie ein Vater drinnen aus. Dein Segen macht uns alle reichz ach, lieber Gott, wer ist dir gleich?. 2. Wer kann die Men⸗ schen alle zählen, die 993 ei Ernte. bei dir zu Tische gehn? Doch darf die Notdurft keinem fehlen; denn du weißt allen vorzustehn und schaffest, daß ein jedes Land sein Brot empfängt aus deiner Hand. 3. Du machst, daß man auf Hoffnung säet und end⸗ lich auch die Frucht genießt. Der Wind, der durch die Felder wehet, die Wolke, so das Land begießt, des Him⸗ mels Tau, der Sonne Strahl sind deine Diener allzumal. 4. Und also wächst des Menschen Speise, der Acker selbst wird ihm zu Brot, es mehret sich vielfältger Weise, was anfangs schien, als wär es tot, bis in der Ernte Jung und Alt erlanget sei⸗ nen Unterhalt. 5. Nun Herr, wer kanns genug bedenken? Der Wun⸗ der sind hier gar zu viel. So viel als du, kann nie⸗ mand schenken, und dein Erbarmen hat kein Ziel; denn immer wird uns mehr beschert, als wir zusammen alle wert. 6. Wir wollen es auch nie vergessen, was uns dein Segen träget ein; ein jeder Bissen, den wir essen, soll deines Namens Denkmal sein, und Herz und Mund soll lebenslang für unsre Rahrung sagen Dank. C. Naumann, 1 1715. 29⁵ Mel. Zeuch mich, zeuch mich ꝛc. 426 Hes im Himmel, Gott auf Erden, Herrscher dieser ganzen Welt! Laß den Mund voll Lobes werden, da man dir zu Füßen fällt, für den reichen Ernte⸗ segen Dank und Opfer dar⸗ zulegen. 2. Vater, du hast aus Erbarmen uns Unwürdige genährt, du hast Reichen, du hast Armen milder Gaben viel gewährt. Sei gelobt und hochgepriesen, daß du so viel Guts erwiesen. 3. Du hast Sonnenschein und Regen uns zu rechter Zeit geschickt, und so hat man allerwegen Auen voller Korn erblickt; Berg und Thäler, Tiefen, Höhen sahen wir im Segen stehen. 4. Ach, wer ist, der solche Güte dir genug verdanken kann? Nimm ein dankbares Gemüte für die große Wohl⸗ that an! Alle Felder sollen schallen: du machst satt mit Wohlgefallen. 5. Lehr uns auch wohl anzuwenden, was uns deine Huld gewährt; nie zur Sünd es zu verschwenden, daß es nicht der Fluch verzehrt. Bleiben wir in alten Sün⸗ den, kann der Segen leicht verschwinden. 6. Schenk uns auch zu⸗ friedene Herzen, Stolz und Geiz laß ferne sein; laß den ndank Undank nichts verscherzen, streu das Samkorn wieder ein, daß wir jetzt und künftig haben, auch die Dürftigen zu laben. 7. Laß dein Wort auch Früchte bringen, daß man reichlich ernten kann, so wird man hier jährlich singen, wie du uns so wohl gethan. Gieb uns nach dem Thränen⸗ samen Freudenernt im Him⸗ mel. Amen. B. Schmolck, 4 1737. Mel. Was Gott thut, das ist wohl⸗ gethan! Es bleibt ꝛc. 427 Wes Gott thut, das ist wohl⸗ Rmder So denken Gottes inder. Wenn man nicht reichlich ernten kann, liebt er uns doch nicht minder. Er zieht das Herz nur himmel⸗ wärts, wenn er uns läßt auf Erden ein Ziel der Plagen werden. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Im Nehmen und im Geben sind wir bei ihm stets wohl daran und können ruhig leben. Er nimmt und giebt, weil er uns liebt, und seine Hände müssen wir stets in Demut küssen. 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Er zeigt uns oft den Segen, und ehe man ihn ernten kann, muß sich die Hoffnung legen; weil 296 Lieder für besondere Verhältnisse. er allein der Schatz will sein, so nimmt er andre Güter zum Heile der Gemüter. 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Es geh nach seinem Willen, und läßt sichs auch zum Mangel an, so weiß er ihn zu stillen. Obgleich das Feld nicht viel enthält, man kann bei wenig Gaben satt werden und sich laben. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Das Feld mag traurig stehen; wir gehn getrost auf seiner Bahn und wollen ihn erhöhen. Sein Wort verschafft uns Lebens⸗ kraft, es nennt uns Gottes Erben; wie können wir ver⸗ derben? 6. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Sd wollen wir stets schließen; ist gleich bei uns kein Kanaan, wo Milch und Honig fließen: er, unser Gott, weiß, was uns not, und wird es gern uns geben; kommt, laßt uns ihn erheben! 0 B. Schmolck, 1737. Wetterlieder. Mel. Wo Gott der Herr nicht bel uns hält ꝛc. 428 O Gott, der du das Firmament mit Wolken heißt sich decken, der du ingleichen kannst behend das Sonnenlicht er⸗ wecken, ke 3 W V n 8 d v it i . 5 1 2 3„92„ 2—2.2 uicht bel er du ament decken, kannst cht er⸗ vecken, Wetterlieder. wecken, halt doch mit vielem Regen ein, und gieb uns wieder Sonnenschein, daß unser Land sich freue. 2. Die Felder trauern weit und breit, die Früchte leiden Schaden, weil sie von vieler Feuchtigkeit und Nässe sind beladen; dein Segen, Herr, den du gezeigt uns Armen, sich zur Erde neigt und will fast gar ver⸗ schwinden. 3. Das machet unsre Missethat und ganz ver⸗ kehrtes Leben, so deinen Zorn entzündet hat, daß wir in Nöten schweben. Wir müssen zeigen unsre Schuld; weil wir die Buße nicht gewollt, so muß der Himmel weinen. 4. Doch denke wieder an die Treu, die du uns hast versprochen, und wohne uns in Gnaden bei, die wir dich kindlich suchen. Wie hält so hart sich diese Zeit dein Herz und saufte Freund⸗ lichkeit? Du bist ja unser Vater! 5. Gieb uns von deinem Himmelssaal dein klares Licht und Sonne, und laß uns wieder überall empfin⸗ den Went und Wonne, daß alle Welt erkenne frei, daß außer dir kein Segen sei im Himmel wie auf Erden. M. Schirmer, 4 1678. 29² Mel Auf meinen lieben Gott ꝛc. 429 Ein Wetter steiget auf: mein Herz; zu Gott hinauf! Fall kindlich ihm zu Fuße durch wahre Reu und Buße, da⸗ mit gleich deine Sünden durch Christi Tod ent⸗ schwinden. 2. Herr, der du gut und fromm, zu dir ich gläubig komm, ich bitt um dein Er⸗ barmen, sieh Christum in mir Armen; um dessenwillen schone, mir nicht nach Sün⸗ den lohne. 3. Durch Christi teures Blut mach mir ein Herz und Mut, das sich nicht knechtisch scheue, vielmehr auf deine Treue in allem kindlich traue und auf dein Helfen baue. 4. Ich will mit dem was mein, dir ganz ge⸗ lassen sein; dein Flügel wird uns decken, verjagen allen Schrecken, und lassen uns aus Gnaden das Wetter gar nicht schaden. 5. Wohlan! Verlaß uns nicht: bleib unsre Zuversicht und laß dein Vaterlieben auch jetzt an uns sich üben, so wolln wir, weil wir leben, dir Preis und Ehre geben. Aemilie Juliane, Gräfin v. Schwarzburg⸗Rudolstadt, 7 1706. 298 Reise. Mel. O Welt, ich muß dich lassen ꝛc. Och zieh in ferne 430 XWVande, zu nützen einem Stande, zu dem mich Gott bestellt; sein Segen wird mich lassen, was gut und recht ist, fassen, zu dienen treulich seiner Welt. 2. Gott wird zu diesen Reisen gewünschten Fortgang weisen, wohl helfen hin und Lebe Gesundheit, Heil und eben, Zeit Wind und Wetter geben, und was in Demut ich begehr. 3. Sein Engel, der ge⸗ treue, macht meine Feinde scheue, tritt zwischen mich und sie; durch seinen Schutz, den frommen, bin ich so weit gekommen, und weiß doch selber fast nicht wie. 4. Leg ich mich späte nieder, erwach ich frühe wieder, lieg oder zieh ich fort, in Schwachheit und in Banden, und was mir stößt zu handen, so tröstet mich sein göttlich Wort. 5. Hat er es denn be⸗ schlossen, so will ich unver⸗ drossen an mein Verhängnis gehn; kein Unfall unter allen wird je zu hart mir fallen: ich will mit Gott ihn über⸗ stehn. 6. Ihm hab ich mich er⸗ geben, zu sterben und zu Lieder für besondere Verhältnisse. leben, sobald er mir gebeut; es sei heut oder morgen, dafür laß ich ihn sorgen er weiß allein die rechte Zeit. 7. Gefällt es seiner Güte, und sagt mir mein Gemüte nicht was Vergeblichs zu: so werd ich Gott noch preisen mit manchen schönen Weisen daheim in meiner stillen Ruh. 8. Indes wird er den Meinen mit Segen auch er⸗ scheinen, ihr Schutz wie meiner sein; wird beiderseits gewähren, was unser Wunsch und Zähren ihn bitten mögen insgemein. 9. So sei nun, Seele, seine und traue dem alleine, der dich erschaffen hat! Es gehe, wie es gehe, dein Vater in der Höhe, der weiß zu allen Sachen Rat. P. Flemming, 1 1640. Krankheit. 0 Mel. O Welt, ich muß dich lassen ꝛe. 431 Och hab in guten NI Stunden des Lebens Glück empfunden und Freuden ohne Zahl; so will ich denn gelassen mich auch in Leiden fassen: welch Leben hat nicht seine Qual? . Ja, Herr, ich bin ein Sünder, und stets strafst du gelinder, als es der Mensch verdient. V VEHSes Ieeeeee x allen 1640. lassen ꝛe. guten nm des n und o will h auch Leben in ein fst du Mensch rdient. Krankheit. verdient. Sollt ich, beschwert mit Schulden, kein zeitlich Weh erdulden, das doch zu meinem Besten dient? 3. Dir will ich mich er⸗ eben, nicht meine Ruh, mein leben mehr lieben als den Herrn; dir, Gott, will ich vertrauen und nicht auf Menschen bauen; du hilfst und du errettest gern. 4. Laß du mich Gnade finden, mich alle meine Sünden erkennen und bereun. Jetzt hat mein Geist noch Kräfte; sein Heil laß mein Geschäfte, dein Wort mir Trost und Leben sein. 5. Wenn ich in Christo sterbe, bin ich des Himmels Erbe; was schreckt mich Grab und Tod? Auch auf des Todes Pfade vertrau ich deiner Gnade; du, Herr, bist bei mir in der Not. 6. Ich will dem Kummer wehren, Gott durch Geduld verehren, im Glauben zu ihm flehn. Ich will den Tod be⸗ denken, der Herr wird alles lenken, und was mir gut ist, wird geschehn. Chr. F. Gellert, 1 1769. Schwing dich auf zu deinem Gott ꝛc. Mel. 432 err! Ein ganzer Leidenstag ist nun überwunden. Ach, wie viel der Mensch vermag, das 299 hab ich empfunden. Wie gebrechlich ist die Kraft, wie verzagt der Glaube! Wenn der Herr nicht Hilfe schafft, liegen wir im Staube. 2. Ach, wie könnt ich diese Nacht ohne dich be⸗ stehen? Ohne deine Huld und Macht müßt ich ganz vergehen. Trübe fällt der Abend ein, stille wirds auf Erden; doch in diesem Kämmerlein wirds so still nicht werden. 3. Jedes Auge Z thut sich zu, alles sucht den Schlummer; doch hier ist noch keine Ruh, denn es wacht der Kummer. O so komm und bleibe hier bei dem armen Kranken; liebster Jesu, schenke mir tröstliche Gedanken. 4. Zeuch empor das matte Herz aus der finstern Höhle; salbe diesen Leib voll Schmerz mit dem Lebensölel Herr, du kannst die Furcht und Pein in der Seele stillen. Laß mich gaͤnz ergeben sein in des Vaters Willen! 5. Wenn ich diese ganze Nacht wachen muß und weinen: Herr, du bists, der bei mir wacht, du wirst mir erscheinen. Du wirst in der Dunkelheit freundlich mit mir sprechen, sollte gleich vor Traurigkeit mir das Wort gebrechen. 20 300 6. Wo ich auch gebettet bin, lieg ich dir in Händen; wo mein Augeé siehet hin, wirds zu dir sich wenden. Mein Gebet bestärke du, laß es nicht ermatten; laß mich finden sanfte Ruh unter deinem Schatten. H. Puchta, 4 1858. Am Geburtstage. Mel. O Welt, ich muß dich lassen ꝛc. 433 ir dank ich für mein Leben, Gott, der du mirs gegeben, ich danke dir dafür. Du hast, von Huld bewogen, mich aus dem Nichts gezogen, durch deine Güte bin ich hier 2. Du, Herr, hast mich bereitet, mich väterlich ge⸗ leitet bis diesen Augenblick. Du gabst mir frohe Tage und wandtest auch die Plage zu meiner Seelen wahrem Glück. 3. Ich bin nicht wert der Treue, der ich mich täglich freue, der Huld, die mich bewacht. Damit ich Staub und Erde auf ewig glücklich werde, hast du schon ewig mein gedacht. 4. Du kanntest schon mein Sehnen und zähltest meine Thränen, eh ich bereitet war; noch konnt ich dich nicht denken, zu dir das Herz nicht Lieder für besondere Verhältnisse. lenken, da wogst du schon mein Teil mir dar. 4. Für alle meine Sünden, Herr, ließest du mich finden in Christo Gnad und Huld. O Höchster, welch Erbarmen! Du nahmest an mich⸗ Ar⸗ men und tilgtest alle aneine Schuld. 6. Daß du mich liebreich führest, mit deinem Geist ich dir dies, Vater, dank ich dir. Daß du mein Leben fristest, mit deiner Kraft mich rüstest, dies alles, Vater, dank ich dir. 7. Was noch in diesem Leben mir frommt, wirst du mir geben. Du giebsts, ich hoff auf dich. Ja, Vater, ich befehle dir kindlich Leib und Seele; Herr segne und behüte mich! Nach Chr. F. Gellert, 4 1769. Im Alter. Mel. Jesu, meines Lebens Leben 1. chster lfer, 434 Hssichrase Mein Beschirmer, steh mir bei, hilf mir, daß ich thu und lerne, was dein heilger Wille sei. Leite mich nach deiner Güte und erleuchte mein Gemüte; laß mir deine Batertreu alle Morgen wer⸗ den neu. Im Alter. 2. Halte mich, o mein Erhalter! O mein Führer, weiche nicht; führe mich in meinem Alter. wenn mir Lebenskraft gebricht. Gieb, daß ich recht christlich lebe und stets nach dem Himmel strebe; hilf mir durch, wenn Qual und Schmerz bricht mein halb zerbrochnes Herz. 3. Stoß mich nicht von deiner Seiten, wenn sich Angst und Ohnmacht häuft, wenn die schwachen Tritte gleiten und man nach dem Stabe greift; fasse du mich bei dem Arme, o mein Hei⸗ land, und umarme mich auch in der letzten Not, bis er⸗ folgt ein selger Tod. 4. Herrscher über Tod und Leben, höchster Tröster, tritt herbei! Wenn ich soll den Geist aufgeben, so ver⸗ nimm mein Angstgeschrei; wenn mein Auge wird er⸗ blinden und die Lebensgeister schwinden, o so sei du selbst mein Licht, daß ich seh dein Angesicht. 5. Meine Seele soll er⸗ heben dich, o Herr der Herr⸗ lichkeit, dort in jenem Freu⸗ denleben, wenn ich nach voll⸗ brachtem Streit dir mein Danklied werde bringen und vor deinem Throne singen, daß du mich so wohl be⸗ dacht und zum Himmel hast gebracht. Zach Hensel, vor 1736. 301 Mel. O Welt, ich muß dich lassen ꝛc. 435 Gelt hat in mei⸗ nen Tagen mich väterlich getragen von mei⸗ ner Jugend auf; ich sah auf meinen Wegen des Höchsten Huld und Segen: er lenkte meines Lebens Lauf. 2. Sein Weg war oft verborgen; doch wie der helle Morgen aus dunkeln Nächten bricht, so hab ich stets gespüret: der Weg, den Gott mich führet, bringt mich durchs finstre Thal zum Licht. 3. War Menschenhilf ver⸗ ebens, so kam der Herr des Lebens und half und machte Bahn; wußt ich mir nicht zu raten, so that Gott große Thaten und nahm sich meiner mächtig an. 4.„Bis zu des Alters Tagen will ich dich heben, tragen und dein Erretter sein“: dies hat mir Gott versprochen, der nie sein Wort gebrochen; ich werde sein mich ewig freun. 5. Er wird mir schwachem Alten, was er verheißen, halten; denn er ist fromm und treu. Bin ich gleich matt und müde, er giebt mir Trost und Friede und steht mit Mut und Kraft mir bei. ———— 6. Noch wenig bange Stunden, dann hab ich über⸗ wunden: ich bin vom Ziel nicht weit. O welche große Freuden sind nach dem letz⸗ ten Leiden vor Gottes Thron für mich bereitl Die letzten Dinge. 7. Ich harre froh und stille, bis meines Gottes Wille mich nach dem Kampfe krönt. An meiner Laufbahn Ende sink ich in Jesu Hände, der mich dem Vater hat ver⸗ söhnt. J. f. Feddersen, 4 1788. XV. Die letzten Dinge. Tod. Sterbelieder. 436 enn mein Stünd⸗ lein vorhanden ist, und ich soll fahrn mein Straße, geleit du mich, Herr Jesu Christ, mit Hilf mich nicht verlasse! Mein Seel an meinem letzten End be⸗ fehl ich dir in deine Händ, du wollst sie mir bewahren! 2. Mein Sünde wird mich kränken sehr und mein Ge⸗ wissen nagen; denn ihr ist viel, wie Sand am Meer, doch will ich nicht verzagen; will denken in der letzten Not, Herr Jesu Christ, an deinen Tod, der wird mich wohl erhalten. 3. Ich bin ein Glied an deinem Leib, des tröst ich mich von Herzen! Von dir ich ungeschieden bleib in Todesnot und Schmerzen; wenn ich gleich sterb, so sterb ich dir: ein ewig Leben hast du mir mit deinem Tod er⸗ worben. 4. Weil du vom Tod er⸗ standen bist, werd ich im Grab nicht bleiben; mein höchster Trost dein Auffahrt ist, kann Todesfurcht ver⸗ treiben; denn wo du bist da komm ich hin, daß i stets bei dir leb und bin: drum fahr ich hin mit Freuden. N. Hermann, 4 1561. Mel. Vater unser im Himmel⸗ reich ꝛc. 437 Herre Christe, wah⸗ rer Mensch und Gott, der du littst Marter, Angst und Spott, für mich am Kreuz auch endlich starbst und mir des Baters Huld erwarbst: ich bitt durchs bittre Leiden dein, du wollst mir Sünder gnädig sein. 2. Wenn ich nun komm in Sterbensnot und ringen werde mit dem Tod, wenn mir vergeht all mein Gesicht und meine Ohren hören nicht, EFEF ören nicht, Sterbelieder. 303 nicht, wenn meine Zunge nicht mehr spricht und mir vor Angst mein Herz zer⸗ bricht; 3. Wenn mein Verstand sich nichts besinnt und mir all menschlich Hilf zerrinnt: so komm, Herr Christe, mir behend zur Hilf an meinem letzten End und führ mich aus dem Jammerthal, ver⸗ kürz mir auch des Todes Qual! 4. Die bösen Geister von mir treib, mit deinem Geist stets bei mir bleib, bis sich die Seel vom Leibe trennt; dann nimm sie, Herr, in deine Händ! Der Leib hab in der Erde Ruh, bis naht der jüngste Tag herzu. 5. Ein fröhlich Auferstehn verleih, in dem Gericht mein Fürsprech sei, und meiner Sünd nicht mehr gedenk; aus Gnaden mir das Leben schenk, wie du hast zugesaget mir in deinem Wort, das trau ich dir: 6. Fürwahr, fürwahr, euch sage ich, wer mein Wort hält und glaubt an mich, der wird nicht kommen ins Gericht, den Tod auch ewig schmecken nicht; und ob er gleich hie zeitlich stirbt, mit nichten er drum gar ver⸗ dirbt. 7. Vielmehr will ich mit starker Hand ihn reißen aus des Todes Band und zu mir nehmen in mein Reich; da soll er denn mit mir zugleich in Freuden leben ewiglich. Dazu hilf uns ja gnädiglich! 8. Ach, Herr, vergieb all unsre Schuld; hilf, daß wir warten mit Geduld, bis unser Stündlein kommt her⸗ bei; auch unser Glaub stets wacker sei, aufs Wort zu trauen festiglich, bis wir enschlafen seliglich. P. Eber, 7 1569, 438 Och hab mein Sach . Gott heimge⸗ stellt; er machs mit mir, wies ihm gefällt! Lang oder kurz sei meine Zeit, ich bin bereit zu allem, was mein Herr gebeut. 2. Mein Zeit und Stund ist, wann Gott will; ich schreib ihm vor nicht Maß und Ziel; es sind gezählt all Härlein mein, groß oder klein, fällt keines ohn den Willen sein. 3. Es ist allhier ein Jam⸗ merthal, Angst, Not und Trübsal überall: des Blei⸗ bens ist nur kurze Zeit, voll Müh und Leid, und wers bedenkt, ist stets im Streit. 4. Heut sind wir frisch, gesund und stark, schon mor⸗ gen liegen wir im Sarg; heut blühn wir wie die Rosen rot, bald krank 1 ot; 30⁴4 tot; ist; allenthalben Müh und Not. 5. Man irägt eins nach dem andern hin; wohl aus den Augen, aus dem Sinn! Die Welt vergisset unser bald, jung oder alt, auch unsrer Ehren mannigfalt. 6. Das macht die Sünd, du treuer Gott, dadurch kam uns der bittre Tod, der reißt dahin all Menschen⸗ kind, wie er sie findt, fragt nicht, von welchem Stand sie sind. 7. Doch ob mich schon mein Sünd anficht, dennoch will ich verzagen nicht; ich weiß, daß mein getreuer Gott für mich in Tod den eingen Sohn gegeben hat. 8. Dem leb und sterb ich allezeit, vom ihm der Tod mich nimmer scheidt; leb oder sterb ich, bin ich sein: er ist allein der einge Trost und Helfer mein. 9. Das ist mein Trost zu aller Zeit, in aller Not und Traurigkeit; ich weiß, daß ich am jüngsten Tag ohn alle Klag werd auferstehn aus meinem Grab. 10. Den lieben Gott von Angesicht werd ich dann schaun, dran zweifl ich nicht, in ewger Freud und Selig⸗ keit, die mir bereit; ihm sei Lob, Preis in Ewigkeit! 11. Amen, mein lieber frommer Gott, bescher uns Die letzten Dinge. einen selgen Tod; hilf, daß wir deinen Engeln gleich in deinem Reich mit dir dann leben allzugleich. Nach J. Leon, um 1597. 439 Christus, der ist. mein Leben und Sterben mein Gewinn; dem hab ich mich ergeben, mit Fried fahr ich dahin. 2. Mit Freud fahr ich von dannen zu Christ, dem Bruder mein, daß ich mög zu ihm kommen und ewig bei ihm sein. 3. Nun hab ich überwun⸗ den Kreuz, Leiden, Angst und Not, durch seine heilgen Wunden bin ich versöhnt mit Gott. 4. Wenn meine Kräfte brechen, ich kaum mehr at⸗ men kann und kann kein Wort mehr sprechen, nimm, Herr, mein Seufzen an. 5. Wenn Sinne und Ge⸗ danken zergehn als wie ein Licht, das hin und her muß wanken, wenn ihm die Flamm gebricht: ö 6. Alsdann fein sanft und stille laß mich, Herr, schlafen ein, wie es dein Rat und Wille, wenn kommt mein Stündelein. 7. Laß mich gleich einem Reben anhangen dir allzeit und ewig bei dir leben in Himmelswonn und Freud. Vor 1608. mmt inem llzeit n in id. 608. Sterbelieder. 305 Mel. Wie nach einer Wasser⸗ quelle ꝛc. 440 Fren dich sehr, o meine Seele, und vergiß all Not und Qual, weil dich Christus nun, dein Herre, ruft aus diesem Jammerthal. Aus der Trüb⸗ sal, Angst und Leid sollst du fahren in die Freud, die kein Ohr hat je gehöret, die in Ewigkeit auch währet. 2. Tag und Nacht hab ich gerufen zu dem Herren, meinem Gott, weil mich stets viel Kreuz betroffen, daß er mir hülf aus der Not. Wie sich sehnt ein Wandersmann nach dem Ende seiner Bahn, so hab ich gewünscht mein Leben hin in Gottes Händ zu geben. 3. Denn gleich wie die Rosen stehen unter einer Dornenschar, also auch die Christen gehen stets in Angsten und Gefahr. Wie die Meereswellen sind und der ungestüme Wind, also ist allhier auf Erden unser Lauf voll von Beschwerden. 4. Wenn die Morgen⸗ röt aufgehet Und der Schlaf sich von uns wendt, Sorg und Kummer uns Uistehet, Müh sich findt an allem End; unsre Thränen sind das Brot, so wir essen früh und spat; wenn die Sonn qufhört zu scheinen, hört doch nicht auf Klag und Weinen. 5. Drum, Herr Christ, du Morgensterne, der du ewig⸗ lich gufgehst, sei du jetzt von mir nicht ferne, weil dein Blut mich hat erlöst. Hilf, daß ich mit Fried und Freud mög hinfahren aus der Zeit; ach, sei du mir Licht und Straße, mich mit Beistand nicht verlasse! 6. Ob mir schon die Augen brechen, ob mir das Gehör verschwindt, meine Zung nicht mehr kann sprechen, mein Verstand sich nichts besinnt, bist du doch mein Licht, mein Hort, Leben, Weg und Himmelspfort; du wirst selig mich regieren und die Bahn zum Himmel führen. 7. Freu dich sehr, o meine Seele, und vergiß all Not und Qual, weil dich Christus nun, dein Herre, ruft aus diesem Jammer⸗ thal. Seine Freud und Herrlichkeit sollst du sehn in Ewigkeit, mit den Engeln jubilieren und auf ewig triumphieren. K. v. Warnberg, vor 1620. 4 41 Hererk thut mich verlangen nach einem selgen End, weil ich hier bin umfangen mit Trübsal und Elend. Ich hab Lust 306 Die letzten Dinge. Lust abzuscheiden von dieser argen Welt, sehn mich nach ewgen Freuden; o Jesu, komm nur bald! 2. Du hast mich ja er⸗ löset von Sünde, Tod und Höll; es hat dein Blut ge⸗ kostet, drauf ich mein Hoff⸗ uung stell; warum sollt mir denn grauen vor Hölle, Tod und Sünd? Weil ich auf dich kann bauen, bin ich ein selig Kind. 3. Wenn gleich süß ist das Leben, der Tod sehr bitter mir, will ich mich doch ergeben, zu sterben willig dir. Ich weiß ein besser Leben, da meine Seel fährt hin: des freü ich mich gar eben; Sterben ist mein Gewinn. 4. Der Leib zwar in der Erden zum Staube wieder kehrt, doch auferweckt wird werden durch Christum, schön verklärt, wird leuchten als die Sonne und leben ohne Not in ewger Freud und Wonne; was schadet mir der Tod? 5. Ob mich die Welt auch reizet, zu leben länger hier, und mir auch immer zeiget Ehr, Gut und all ihr Zier: doch ich das gar nicht achte, es währt nur kurze Zeit; nach Himmlischem ich trachte, das bleibt in Ewigkeit. 6. Wenn ich auch gleich nun scheide von meinen Freunden gut, für mich und sie zum Leide: doch tröstet meinen Mut, daß wir in größern Freuden zusammen kommen schon, wo nichts uns mehr wird scheiden, dort an des Himmels Thron. 7. Muß ich auch hinter⸗ lassen betrübte Waiselein, dern Not mich über Maßen jammert im Herzen mein, will ich doch gerne sterben und trauen meinem Gott; er läßt sie nicht verderben, er hilft aus aller Not. 8. Gesegn euch Gott, der Herre, ihr Vielgeliebten mein! Trauert nicht allzu sehre über den Abschied mein! Beständig bleibt im Glauben! Wir werdn in kurzer Zeit einander wieder schauen dort in der Ewigkeit.. 9. Nun will ich mich ganz wenden zu dir, Herr Christ, allein; gieb mir ein selig Ende, send mir die Engel dein; führ mich ins ewge Leben, das du er⸗ worben hast, als du dich hingegeben für meine Sün⸗ denlast. 10. Hilf, daß ich ja nicht wanke von dir, Herr Jesu Christ, den schwachen Glau⸗ ben stärke in mir zu aller Frist! Hilf ritterlich mir ringen, dein Hand mich halt mit Macht, daß ich mög fröhlich singen: Gottlob, es ist vollbracht! Chr. Knoll, 1621, Sterbelieder. 307 442 B eben zuurg⸗ falsche Welt; dein sündlich böses Leben durchaus mir nicht gefällt. Ich Himmel ist gut wohnen, hinauf steht mein Begier, da wird Gott herrlich lohnen dem, der ihm dient allhier. 2. Rat mir nach deinem Herzen, Jesu, Gottes Sohn! Sollt ich ja dulden Schmerzen, hilf mir, Herr Christ, davon; verkürz mir alles Leiden, stärk meinen blöden Mut, laß selig mich abscheiden, schenk mir dein ewig Gut. 3. In meines Herzens Grunde dein Nam und Kreuz allein funkelt all Zeit und Stunde; drauf kann ich fröhlich sein. Erschein mir in dem Bilde, zum Trost in meiner Not, wie du dich, Herr, so milde ge⸗ blutet hast zu Tod. 4. Herr, meinen Namen schreibe ins Buch des Lebens ein; laß mich an deinem Leibe ein Glied mit jenen sein, die in dem Himmel grünen und vor dir leben frei: so will ich ewig rüh⸗ men, daß treu dein Herze sei. V. Herberger, 4 1627. 443 M Gonmacdel ner Güt, hilf mir in meinem Leiden! Versag mir nicht, was ich dich bitt: wenn meine Seel will scheiden, so nimm sie, Herr, in deine Händl's ist alles gut, wenn gut das End. 2. Gern will ich folgen, liebster Herr, du läßt mich nicht verderben; ach, du bist doch von mir nicht fern, ob ich gleich hie muß sterben und lassen meine lieben Freund, dies mit mir herzlich gut gemeint. 3. Ruht doch der Leib sanft in der Erd, die Seel sich zu dir schwinget, in deiner Hand sie unversehrt durch Tod ins Leben dringet. Hier ist doch nur ein Thrä⸗ nenthal, Angst, Not und Mühe überall. 4. Der Tod, die Hölle, Welt und Sünd mir können nichts mehr schaden; an dir, o Herr, ich Rettung find, ich tröst mich deiner Gnaden; dein einger Sohn aus Lieb und Huld für mich bezahlt hat alle Schuld. 5. Was sollt ich denn nun traurig sein, weil ich kann wohl bestehen, ge⸗ schmückt mit Christi Unschuld rein zu meinem Gotte gehen? Gehab dich wohl, du schnöde Welt! Bei Gott zu leben mir gefällt. J. H. Schein, 1 1630. 308 Mel. Herzlich ihut mich ver⸗ langen ꝛc. 444 J Ich hab mich Gott ergeben, dem liebsten Dote mein; hier ist kein Immerleben, es 100 geschieden sein. Der T kann mir nicht schaden, 5 ist nur mein Gewinn; in Gottes Fried und Gnaden fahr ich, mit Freud da⸗ hin. 2. Mein Weg geht jetzt vorüber; o Welt, was acht ich dein? Der Himmel ist mir lieber, da muß ich gehen ein und mich nicht mehr beladen, weil ich wegfertig bin; in Gottes Fried und Gnaden fahr ich mit Freud dahin. 3. Ach, selge Freud und Wonne hält mir der Herr bereit, da Christus ist die Sonne der ewgen Seligkeit. Was kann mir doch nun schaden, weil ich bei Christo bin? In Gottes Fried und Gnaden fahr ich in Freud dahin. 4. Gesegn euch Gott, ihr Meinen, ihr Liebsten allzu⸗ mal! Um mich sollt ihr nicht weinen, ich weiß von keiner Qual. Was Christus euch beschieden, laßt nicht aus eurem Sinn; in Gottes Gnad und Frieden fahrt dann auch ihr dahin. 9. Siegfried, 4 1636. Die letzten Dinge. Mel. O Welt, ich muß dich lassen 20. 4 4 5 die Herrlichkeit der Erden muß Rauch und Asche werden⸗ kein Fels, kein Erz bestehn. Was uns hier mag ergötzen, was wir für ewig schätzen wird als ein leichter Traum vergehn. 2. Der Ruhm nach dem wir trachten, den wir un⸗ sterblich achten, ist nur ein falscher Wahn; sobald der Geist gewichen und dieser Mund erblichen, fragt keiner, was man hier gethan. 3. Es hilft nicht Kunst noch Wissen; wir werden hin⸗ gerissen, der morgen, dieser heut. Was nützt der Güter Menge? Dem hier die Welt zu enge, dem wird ein enges Grab zu weit. 14⁰ 4. Dies alles wird zer⸗ rinnen, was Müh und Fleiß gewinnen und saurer Schweiß erwirbt; was Menschen hier befitzen, kann vor dem Tod nicht schützen: dies alles stirbt uns, wenn man stirbt.. 5. Ist eine Lust, ein Scher Ech die nicht ein heimlich Schmerzen mit Herzensangst vergällt? Was ists, womit wir prangen? Wo wirst du Ehr erlangen, die nicht in Hohn und Schmach verfällt“ 6. Was pocht man auf die Throne, da keine Macht noch Krone kann unver⸗ gänglich ssen ꝛc. Sterbelieder. gänglich sein? Es mag vom Totenreihen kein Scepter dich befreien, kein Purpur, Gold noch Edelstein. 7. Wir rechnen Jahr auf Jahre, indessen wird die Bahre uns vor die Thür gebracht; drauf müssen wir von hinnen und, eh wir uns besinnen, der Erde sagen gute Nacht. 8. Wach auf, Herz, und bedenke, daß dieser Zeit Ge⸗ schenke den Augenblick nur dein; was du zuvor genossen, ist als ein Strom verflossen; was künftig— wessen wird es sein? 9. Trau nicht auf Men⸗ schenlehre, auf Weltgunst, Macht und Ehre, und fleh den Herren an, der immer König bleibet, den keine Zeit vertreibet, der einzig ewig machen kann. 10. Wohl dem, der auf ihn trauet! Er hat recht fest gebauet, und ob er hier gleich fällt, wird er doch dort bestehen und nimmer⸗ mehr vergehen, weil ihn die Stärke selbst erhält. A. Gryphius, 4 1664. Mel. Herzlich ihut mich ver⸗ langen ꝛc. 446 I Christo will ich sterben wenns meinem Gott gefällt: hier ist nichts zu erwerben in dieser argen Welt. Es 309 ist ein elend Leben in dieser schnöden Zeit; dort wird ein bessres geben Gott in der Ewigkeit. 2. Mit Christo will ich scheiden von dieser Erden⸗ qual, der wird mich selber leiten durchs finstre Todes⸗ thal; drum laß ich mir nicht grauen vor diesem Augen⸗ blick: bald werd ich ewig schauen mein einzig wahres Glück. 3. Zu Christo will ich fah⸗ ren in das gelobte Land, der wird mich wohl bewah⸗ ren in seiner starken Hand. Trotz sei dem Feind geboten, daß er mich reiß heraus: dort will ich seiner spotten im schönen Friedenshaus. 4. Bei Christo will ich bleiben in alle Ewigkeit und ohn Aufhören treiben sein Lob mit höchster Freud: mit Jauchzen und mit Singen will ich ihm dankbar sein; nun laß mirs, Herr, gelingen zu deinem Preis allein. P. Frank, 4 1675. Mel. Herzlich thut mich ver⸗ langen ꝛc. 447 Ich bin ein Gast N auf Erden und hab hier keinen Stand; der Himmel soll mir werden, da ist mein Vaterland. Hier muß ich Unruh haben, hier reis ich ab und zu, dort wird ö 310 wird mein Gott mich laben in seiner ewgen Ruh. 2. Was ist mein ganzes Wesen von meiner Jugend an, als Müh und Not ge⸗ wesen? So lang ich denken kann, hab ich so manchen Morgen, so manche liebe Nacht mit Kummer und mit Sorgen des Herzens zuge⸗ bracht. 3. So gings den lieben Alten, an deren Fuß und Pfad wir uns noch täglich halten, wenns fehlt an gutem Rat. Sie zogen hin und wieder, ihr Kreuz war immer groß, bis daß der Tod sie 0 legt in des Grabes choß. 4. Ich habe mich ergeben in gleiches Glück und Leid; was will ich besser leben in dieser Zeitlichkeit? Es muß ja durchgedrungen, es muß gelitten sein; wer nicht hat wohl gerungen, geht nicht zur Freude ein. 5. So will ich zwar nun treiben mein Leben durch die Welt, doch denk ich nicht zu bleiben in diesem fremden Zelt; ich wandre meine Straße, die zu der Heimat führt, da mich ohn alle Maße mein Vater trösten wird. 6. Mein Heimat ist dort oben, da aller Engel Schar den großen Herrscher loben, der alles ganz und gar in seinen Händen träget und Die letzten Dinge. für und für erhält, auch alles hebt und leget, nach dems ihm wohlgefällt. 7. Zu dem steht mein Ver⸗ langen, da wollt ich gerne hin; die Welt bin ich durch⸗ gangen, daß ichs fast müde bin; je länger ich hier walle, je wenger find ich Freud, die meinem Geist gefalle; das meist ist Eitelkeit. 8. Die Herberg ist zu böse, der Trübsal ist zu viel; ach, komm, mein Gott, und löse mein Herz, wenn dein Herz will! Komm, mach ein selig Ende mit meiner Wander⸗ schaft, und was mich kränkt, das wende durch deinen Arm und Kraft. 10 9. Wo ich bisher gesessen, ist nicht mein rechtes Haus; wenn mein Ziel ausgemessen, so tret ich dann hinaus, und was ich hier gebrauchet, das leg ich alles ab, und wenn ich ausgehauchet, so legt man mich ins Grab. 10. Du aber, meine Freude, du meines Lebens Licht, du zeuchst mich, wenn ich scheide, hin vor dein Angesicht, ins Haus der ewgen Wonne, da ich stets freudenvoll, gleich als die helle Sonne, nächst andern leuchten soll. 11. Da will ich immer wohnen und nicht nur als ein Gast, bei denen, die mit Kronen du ausgeschmücket hast; da will ich herrlich singen sit 3 6 h u e n d n —==s—T⏑— 2..‚.„ cheide, t, ins ie, da gleich nächst mmer ur als e mit nücket errlich ingen singen von deinem großen Thun und, frei von schnöden Dingen, in meinem Erbteil 448 ruhn. P. Gerhardt, 4 1676. er weiß, wie nahe mir mein Ende! Hin geht die Zeit, her kommt der Tod; ach, wie geschwinde und behende kann kommen meine Todes⸗ not! Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: machs nur mit meinem Ende gut! 2. Es kann vor Nacht leicht anders werden, als es am frühen Morgen war; dieweil ich leb auf dieser Erden, leb ich in steter Tods⸗ gefahr. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: machs nur mit meinem Ende gut! 3. Herr, lehr mich stets mein End bedenken und, wenn ich einmal sterben muß, die Seel in Jesu Tod versenken und ja nicht spa⸗ ren meine Buß. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: machs nur mit meinem Ende gut! 4. Laß mich bei Zeit mein Haus bestellen, daß ich bereit sei für und für und sage frisch in allen Fällen: Herr, wie du willst, so schicks mit mir! Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Sterbelieder. machs nur 311 mit meinem Ende gut! 5. Ach, Herr, mach süße mir den Himmel und bitter mir die Lust der Welt; gieb, daß mir in dem Weltgetüm⸗ mel die Ewigkeit sei vorge⸗ stellt. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: machs nur mit meinem Ende gut! 6. Ach, Vater, deck all meine Sünde mit dem Ver⸗ dienste Jesu zu, darauf ich mich festgläubig gründe, dies giebt mir die ersehnte Ruh. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: machs nur mit meinem Ende gut! 7. Nichts ist, das mich von Jesu scheide, nichts, es sei Leben oder Tod; ich leg die Hand in seine Seite und sage: o, mein Herr und Gott! Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: machs nur mit meinem Ende gut! 8. Ich habe Jesum ange⸗ zogen schon längst in meiner heilgen Tauf; du bist mir daher auch gewogen, hast mich zum Kind genommen auf. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: machs nur mit meinem Ende gut! 9. Ich habe Jesu Leib gegessen, ich hab sein Blut getrunken hier; nun kannst du meiner nicht vergessen; ich bleib in ihm und er in mir. Mein Gott, ich bitt durch 31² duͤrch Christi Blut: machs nur mit meinem Ende gut! 10. So komm mein End heut oder morgen, ich weiß, daß mirs mit Jesu glückt; ich bin und bleib in deinen Sorgen, mit Jesu Gnaden schön geschmückt. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: machs nur mit mei⸗ nem Ende gut! 11. Ich leb indes in dir vergnüget und sterb ohn alle Kümmernis; mir gnü⸗ get, wie mein Gott es füget; ich glaub und bin es ganz gewiß: durch deine Gnad und Christi Blut machst dus mit meinem Ende gut! Armilie Juliane, Gräfin von Schwarzburg⸗Rudolstadt, 4 1706. 449 Ab⸗ was ist doch unsre Zeit? Flüchtigkeit, Nebel, Rauch und Wind und Schatten; Menschen können nicht be⸗ stehn; sie vergehn wie die Blumen auf den Matten. Unser Leben fleucht behende: Mensch, bedenke doch das Ende! 2. Menschen sind zerbrech⸗ lich Glas, nichtig Gras, Blu⸗ men, die nicht lange stehen; ach wie bald wird ihre Kraft hingerafft, wenn die Todes⸗ lüfte wehen. Unser Leben fleucht behende: Mensch, be⸗ denke doch das Ende! Die letzten Dinge. 3. Jugend, die den Ro⸗ sen gleicht, die verbleicht; ihre Schönheit muß ver⸗ schwinden: es vergeht durch Todesmacht alle Pracht, die wir an dem Menschen finden. Unser Leben fleucht behende: Mensch, bedenke doch das Ende! 4. Menschen sind der Zei⸗ ten Spiel und ein Ziel, drauf die Todespfeile flie⸗ gen; wie die schlanke Cedern stehn, groß und schön, müs⸗ sen durch den Tod erliegen. Unser Leben fleucht behende: Mensch, bedenke doch das Ende! 5. Ach, der Tod ist dir gewiß, drum vergiß alles Eitle dieser Erden; lenke dich zur Ewigkeit jederzeit, willst du dort unsterblich werden. Unser Leben fleucht behende: Mensch, bedenke doch das Ende! ö 6. Schwinge dein Ge⸗ müt und Herz himmel⸗ wärts, wo nicht Tod, nicht Not, nicht Leiden; denk an das, was ewig ist, lieber Christ, soll dich einst der Himmel weiden. Unser Le⸗ ben fleucht behende: Mensch, bedenke doch das Ende! Sal. Francl, 4 1725. Mel. O Gott. der du ein Heerfürst e. 450 Mein Leben ist Uein Pilgrim⸗ stand; ich reise nach dem Vaterland, SEE. I nke dich „willst verden. ehende: ch n Ge⸗ immel⸗ „ nicht denk an lieber ist der ser Le⸗ Mensch, del 1725. erfürst ie. ben ist zilgrim⸗ haᷓ dem erland, Vaterland, nach dem Jeru⸗ salem dort oben, wo eine ewge Ruhestatt Gott selber mir gegründet hat; da werd ich ohne End ihn loben. Mein Leben ist ein Pilgrim⸗ stand: ich reise nach dem Vaterland. 2. Wie Schatten vor der Sonne fliehn, so flieht mein Leben schnell dahin, und was vorbei ist, kommt nicht wie⸗ der; ich eile zu der Ewigkeit; Herr Jesu, mach mich nur bereit und öffne meine Au⸗ genlider, daß ich, was zeit⸗ lich ist, veracht und nur nach dem, was ewig, tracht. 3. Der Sonne Glanz mir oft gebricht, der Sonne, die ihr Gnadenlicht in unver⸗ fälschte Herzen strahlet. Wind, Regen stürmen auf mich zu, mein matter Geist find nir⸗ gends Ruh; doch alle Müh ist schon bezahlet, wenn ich die güldne Himmelsthür mir stell im festen Glauben für. 4. Du treuer Hüter, Jesu Christ, der du ein Pilgrim worden bist, der du mein Fleisch hast angenommen, zeig mir im Worte deine Tritt, laß mich bei einem jeden Schritt zu deinem Heil stets näher kommen. Mein Leben fleucht; ach, eile du, und fleuch mit Gnad und Hilf herzu. 5. Durch deinen Geist mich heilig leit, gieb in Sterbelieder. 313 Geduld Beständigkeit; vor Straucheln meinen Fuß be⸗ schütze. Ich falle stündlich, hilf mir auf und richte zu dir meinen Lauf; sei mir ein Schirm in Trübsalshitze; laß deinen milden Gnaden⸗ schein in Finsternis nie ferne sein. 6. Wenn mir mein Herz, o Gnadenfüll, vor Durst nach dir verschmachten will, so laß mich dich zum Labsal finden; und schließ ich meine Augen zu, so bring mich zu der Siegesruh, wo Streit und alle Müh verschwinden, und wo ich kann, von Sün⸗ den rein, dein Freund und Hausgenosse fein. 7. Bin ich denn hier, im fremden Land, der blinden Welt gleich unbekannt: dort sind die Freunde, die mich kennen; dort werd ich mit der Himmelsschar dir jauch⸗ zend dienen immerdar und in der reinsten Liebe brennen. Mein Heiland, komm, ach, bleib nicht lang! Hier in der Fremde wird mir bang. F. A. Lampe, 1 1729. Mel. Wer weiß, wie nahe mir mein Ende ꝛc. Icchh sterbe täglich 451 Wund mein Le⸗ ben eilt immerfort zum Grabe hin. Wer kann mir einen Bürgen geben, ob ich noch morgen lebend bin! Die Die Zeit geht hin, der Tod kommt her: ach, wer nur immer fertig wär! 2. Es schickt der Tod nicht immer Boten; er kommet oft unangemeldt und fordert uns ins Reich der Toten; wohl dem, der Haus und Herz bestellt! Denn ewig Unglück oder Glück hängt nur an einem Augenblick. 3. Herr aller Herren, Tod und Leben hast du allein in deiner Hand. Wie lange du mir Frist willst geben, das ist und bleibt mir unbekannt; hilf, daß ich jeden Glocken⸗ schlag an meinen Abschied denken mag. 4. Es kann vor Abend anders werden, als es am Morgen mit mir war; den einen Fuß hab ich auf Erden, den andern auf der Toten⸗ bahr; ein kleiner Schritt ist nur dahin, wo ich der Wür⸗ mer Speise bin. 5. Ein einzger Schlag kann alles enden und Fall und Tod beisammen sein; doch schlage nur mit Vater⸗ händen und schließ in Christi Tod mich ein, daß, wenn der Leib zu Boden fällt, die Seel an Jesu Kreuz sich hält. 6. Kann ich bie Meinen nicht mehr segnen, so segne du sie mehr als ich; wenn lauter Thränen um mich regnen, o Tröster, so erbarme Die letzten Dinge. dich und lasse der Verlassnen Schrein durch deinen Trost erhörlich sein. 7. Dringt mir der letzte Stoß zum Herzen, so schließe mir den Himmel auf; ver⸗ kürze mir des Todes Schmer⸗ zen und hole mich zu dir hinauf; so wird mein Ab⸗ schied keine Pein, zwar eilig, dennoch selig sein. B. Schmolck, T 1737. Mel. Wer nur den lieben Gott ze. 452 ein Gott, ich weiß wohl, daß ich sterbe, ich bin ein Mensch, der bald vergeht, und finde hier kein solches Erbe, das unveränderlich besteht; drum zeige mir in Gnaden an, wie ich recht selig sterben kann. ů 2. Mein Gott, ich weiß nicht, wann ich sterbe, kein Augenblick geht sicher hin; wie bald zerbricht doch eine Scherbe! Wie kann die Blume schnell verblühn! Drum mache mich nur stets bereit hier in der Zeit zur Ewigkeit. 3. Mein Gott, ich weiß nicht, wie ich sterbe, dieweil der Tod viel Wege halt; dem einen wird das Scheiden herbe, ein andrer sanft in Schlummer fällt. Doch wie du willst; gieb nur dabei, fel mir mein Ende selig ei. 1737. mir in 9 recht ö weiß se, kein hin; ch eine n die blühn! ir stets eit zur )weiß dieweil halt; cheiden anft in och wie dabei, e selig 4. Mein Gott, ich weiß nicht, wo ich sterbe, und welche Erde mich einst deckt; doch wenn ich nur den Trost erwerbe, daß mich dein Ruf zum Leben weckt, so nehm ich jede Stelle ein; die Erd ist allenthalben dein. 5. Nun, liebster Gott, wenn ich einst sterbe, so nimm du meinen Geist zu dir, auf daß ich dort mit Christo erbe; hab ich nur den im Glauben hier, so gilt mirs gleich und geht mir wohl, wann, wo und wie ich sterben soll. B. Schmolck, 4 1737. Mel. O du Liebe meiner Liebe ꝛc. 4 53 Uiser keiner lebt ihm selber, keiner stirbt ihm selber hier; was wir leben, was wir sterben, kommt, o Herr, allein von dir. Du mußt helfen, tragen, heben, du bist unser bestes Teil, bleibst im Tode, bleibst im Leben unser Trost und unser Heil. 2. Glauben, schauen,— leben, sterben, gilt mit dir uns alles gleich; wenn wir nur mit Christo erben, macht der Tod uns ewig reich. Dann erst fängt des Christen Leben und das rechte Wohl⸗ sein an, wenn er sich zu dir erheben und dein Untlitz schauen kann. Sterbelieder. 31⁵ 3. Nun, es scheiden oder bleiben unsre Lieben oder wir: Jesu, dir uns einver⸗ leiben, das sei unsre Sorge hier! Selig, wer entschläft in Frieden, selig wir, die noch nicht tot! Sind die Leiber auch geschieden, sind die Geister doch in Gott. Heil und Wahrheit, Kraft und Stärke giebt Jehovah mehr und mehr. Alle seine Weg und Werke sind voll Herrlichkeit und Ehr. Singet ihm, ihr Got⸗ teskinder, der uns liebt am Kreuzesstamm! Bringet Ruhm, ihr UÜberwinder, Gott, dem Vater, und dem Lamm! Ph. H. Weissensee, 4 1767. Mel. Jesus, meine Zuversicht ꝛc. 45 4 Meine debenszeit verstreicht, stündlich eil ich zu dem Grabe, und wie wenig ists vielleicht, das ich noch zu leben habe! Denk, o Mensch, an deinen Tod, säume nicht: denn eins ist not. 2. Lebe, wie du, wenn du stirbst, wünschen wirst, ge⸗ lebt zu haben! Güter, die du hier erwirbst, Würden, die dir Menschen gaben, nichts wird dich im Tod erfreun; diese Güter sind nicht dein. 3. Nur ein Herz, das Jesum liebt, nur ein ruhiges Gewissen, Gewissen, das vor Gott dir Zeugnis giebt, wird dir dei⸗ nen Tod versüßen; dieses Herz, von Gott erneut, giebt im Tode Freudigkeit. 4. Daß du dieses Herz erwirbst, fürchte Gott und bet und wache; sorge nicht, wie früh du stirbst; deine Zeit ist Gottes Sache. Lern nicht nur den Tod nicht scheun, lern auch seiner dich erfreun. 5. Überwind ihn durch Vertraun, sprich: ich weiß, an wen ich glaube, und ich weiß, ich werd ihn schaun; denn er weckt mich aus dem Staube; er, der rief: es ist vollbracht! nahm dem Tode seine Macht. Tritt im Geist zum Grab oft hin, siehe dein Gebein versenken; sprich: Herr, daß ich Erde bin, lehre du mich stets bedenken; lehre du mich jeden Tag, daß ich weiser werden mag. Chr. F. Gellert, 4 1769. Mel. Erhalt uns, Herr, bei ꝛc. 455 Wie sicher lebt der Mensch, der Staub! Sein Leben ist ein fallend Laub, und dennoch schmeichelt er sich gern, der Tag des Todes sei noch fern. 2. Der Jüngling hofft des Greises Ziel, der Mann noch seiner Jahre viel, der 316 Die letzten Dinge. Greis zu vielen noch ein Jahr, und keiner nimmt den Irrtum wahr. 3. Sprich nicht: ich denk in Glück und Not im Her⸗ zen oft an meinen Tod; der, den der Tod nicht weiser macht, hat nie mit Ernst an ihn gedacht. 4. Wir leben hier zur Ewigkeit, zu thun, was uns der Herr gebeut, und unsres Lebens kleinster Teil ist eine Frist zu unserm Heil. 5. Der Tod rückt Seelen vor Gericht; da bringt Gott alles an das Licht und macht, was hier ver⸗ borgen war, den Rat des Herzens, offenbar. 6 Drum, da dein Tod dir täglich dräut, so sei doch wacker und bereit, prüf dei⸗ nen Glauben als ein Christ, ob er durch Liebe thätig ist. 7. Ein Herz, das Gottes Stimme hört, ihr folgt und sich vom Bösen kehrt, ein gläubig Herz, von Lieb er⸗ füllt, dies ist es, was vor Gott nur gilt. 8. Gieb, Herr, daß ich mit jedem Tag vor dir mein Herz erforschen mag, ob Liebe, Demut, Fried und Treu die Frucht des Geistes in mir sei. Daß ich zu dir um Gnade fleh, stets meiner Schwachheit widersteh und einstens zur 3 uns Insres st eine Seelen bringt Licht ver⸗ it des Tod i doch üf dei⸗ Christ, tig ist. Gottes gt und t, ein ieb er⸗ 18 vor ich mit mein g, ob d und Heistes ir um meiner und instens Sterbelieder. einstens in des Glaubens Macht mit Freuden ruf: es ist vollbracht. Chr. F. Gellert, 4 1769. Mel. Herzlich thut mich ver⸗ langen ꝛce. 456 Die auf der Erde wallen, die Sterblichen, sind Staub; sie blühen auf und fallen, des Todes sichrer Raub. Ver⸗ borgen ist die Stunde, da Gottes Stimme ruft; doch jede, jede Stunde bringt näher uns der Gruft. 2. Getrost gehn Gottes Kinder die öde dunkle Bahn, zu der verstockte Sünder verzweiflungsvoll sich nahn, wo selbst der freche Spötter nicht mehr zu spotten wagt, vor dir, Gott, seinem Retter, erzittert und verzagt. 3. Wenn diese Bahn zu gehen, dein Will einst mir gebeut, wenn nahe vor mir stehen Gericht und Ewigkeit, wenn meine Kräfte beben und schon das Herz mir bricht: Herr über Tod und Leben, o dann verlaß mich nicht! 4. Hilf, Todesüberwinder, hilf mir in dieser Angst, der du zum Heil der Sünder selbst mit dem Tode rangst; und wenn des Kampfes Ende gewaltiger mich faßt, nimm mich in deine Hände, den du erlösest hast. 317 5. Des Himmels Wonn und Freuden ermißt kein sterblich Herz; o Trost für kurze Leiden, für kurzen Todesschmerz! Dem Todes⸗ überwinder sei ewig Preis und Dank: Preis ihm, der für uns Sünder den Kelch des Todes trank. 6. Heil denen, die auf Erden sich schon dem Himmel weihn, die aufgelöst zu wer⸗ den, mit heilger Frucht sich freun! Bereit, es Gott zu geben, wenn er, ihr Herr, gebeut, gehn sie getrost durchs Leben, hin zur Unsterblichkeit. G. Bened. Funck, 4 1814. Mel. Christus, der ist mein Leben ꝛc. 457 Och weiß, an wen ich glaube und daß mein Heiland lebt, der aus dem Todesstaube den Geist zu sich erhebt. 2. Ich weiß, an wem ich hange, wenn alles wankt und weicht, der, wenn dem Herzen bange, die Retter⸗ hand mir reicht. 3. Ich weiß, wem ich vertraue, und, wenn mein Auge bricht, daß ich ihn ewig schaue, ihn selbst von Angesicht. 4. Er trocknet alle Thränen so tröstend und so mild, und mein unendlich Sehnen wird nur durch ihn gestillt. 5. Ich weiß, beim Auf⸗ erstehen, wenn ich verkläret bin, werd ich mit Jesu gehen durch Ewigkeiten hin. Vers 1—4 von A. H. Niemeyer, + 1828. 577 1961. A. Knapp, Begräbnislieder. Mel. Schwing dich auf zu ꝛe. 4 5 8 Eitat Hinannde Welt Oltautpiet. denn Gott hat mir gnädiglich all mein Leid gedämpfet; daß ich meines Lebens Lauf seliglich vollendet und die Seele him⸗ melauf Christo zugesendet. 2. Forthin ist mir bei⸗ gelegt der Gerechten Krone, die mir wahre Freud erregt vor des Himmels Throne; forthin meines Lebens Licht, dem ich hier vertrauet; mei⸗ nes Gottes Angesicht meine Seele schauet. 3. Diese gar verderbte Welt ist, was meinem Leben nunmehr gänzlich nicht ge⸗ fällt; drum ich mich ergeben meinem Jesu, da ich bin jetzt in lauter Freuden; denn sein Tod ist mein Gewinn, mein Verdienst sein Leiden 4. Gute Nacht, ihr meine Freund ihr, o meine Lieben! Alle, die ihr um mich weint, laßt euch nicht betrüben diesen Schritt, den ich nun thu in Die letzten Dinge. die Erde nieder; schaut, die Sonne geht zur Ruh, kommt doch morgen wieder. H. Alberti, 4 1651. 459 Roubet wohl, ihr Totenbeine, in der stillen Einsamkeit! Ruhet, bis das End erscheine, da der Herr euch zu der Freud rufen wird aus euren Grüften zu den freien Himmelslüften. Nur getrost, ihr werdet leben, weil das Leben, euer Hort, die Verheißung hat ge⸗ geben durch sein teuer wertes Wort: die in seinem Namen sterben, sollen nicht im Tod verderben. 5. Und wie sollt im Grabe bleiben, der ein Tem⸗ pel Gottes war, den der Herr ließ einverleiben seiner auserwählten Schar, die er selbst mit seinem Sterben hat gemacht zu Himmels⸗ erben? 4. Nein, die kann der Tod nicht halten, die des Herren Glieder sind. Muß der Leib im Grab erkalten, da man nichts als Asche findt: wenn des Herren Hauch drein bläset, grünet neu, was hier verweset. 10 5. Jesus wird, wie er erstanden, auch die Seinen einst mit Macht führen aus des Todes Banden, führen aus des Grabes Nacht' 0 de⸗ ö x ö ö it, die kommt 1651. H, ihr ine, in Ruhet, ne, da Freud zrüften lüften. werdet , euer hat ge⸗ wertes Namen m Tod llt im n Tem⸗ en der seiner die er Sterben mmels⸗ Begräbnislieder. dem ewgen Himmelsfrieden, den er seinem Volk be⸗ schieden. 6. Ruhet wohl, ihr Toten⸗ beine, in des Grabes Dun⸗ kelheit! Ruhet, bis der Herr erscheine an dem Ende die⸗ ser Zeit! Da sollt ihr mit neuem Leben herrlich ihm entgegen schweben. F. C. Hiller, 4 1726. Mel. Jesus, meine Zuversicht ꝛc. 460 Heno mir und morgen dir! So hört man die Glocken klin⸗ gen, wenn wir die Ver⸗ storbnen hier auf den Todes⸗ acker bringen. Aus den Gräbern rufts herfür: heute mir und morgen dir! 2. Heute rot und mor⸗ gen tot! Unser Leben eilt auf Flügeln, und wir habens täglich not, daß wir uns an andern spiegeln; wie bald ruft des Herrn Gebot: heute rot und morgen tot! 3. Mensch, es ist der alte Bund, und der Tod zählt keine Jahre; bist du heute noch gesund, denk an deine Totenbahre; jedem kommt die letzte Stund: Mensch, das ist der alte Bund. 4. Ach, wer weiß, wie nah mein Tod! Ich will sterben, eh ich sterbe; so wird mir die letzte Not, wenn sie kommt, doch nicht 319 so herbe. Rüste mich dazu, mein Gott! Ach, wer weiß, wie nah mein Tod! 5. Selig, wer in Christo stirbt! denn ihm wird der Tod zum Leben; wer das Leben hier erwirbt, dem nur wird es dann gegeben. Wer nicht lebet, der verdirbt; se⸗ lig, wer in Christo stirbt! B. Schmolck, 4 1737. Mel. Der lieben Sonne Licht und ꝛc. 461 Die Christen gehn von Ort zu Ort durch mannigfaltgen Jam⸗ mer, und kommen in den Friedensport und ruhn in ihrer Kammer. Gott nimmt sie nach dem Lauf in seinen Armen auf; das Weizen⸗ korn wird in sein Beet auf Hoffnung reicher Frucht gesät. 2. Wie seid ihr doch so wohl gereist! Gelobt sein eure Schritte, du allbereits befreiter Geist, du jetzt ver⸗ lassne Hüttel Du, Seele, bist beim Herrn, dir glänzt der Morgenstern; euch Glie⸗ der deckt mit sanfter Ruh der Liebe stiller Schatten zu. 3. Wir freun uns in Gelassenheit der großen Of⸗ fenbarung; indessen bleibt das Pilgrimkleid in heiliger Verwahrung. Wie ist das Glück so groß: in Jesu Arm und Schoß! Die Jur ühr 320 führ uns gleiche Bahn, so tief hinab, so hoch hinan. N. L. Graf v. Zinzendorf. 4 1760. Mel. Jesu komm doch selbst zu mir ꝛe. 462 ller Gläubgen Sammelplatz ist da, wo ihr Herz und Schatz, wo ihr Heiland Je⸗ sus Christ und ihr Leben hier schon ist. 2. Eins geht da, das andre dort in die ewge Hei⸗ mat fort, ungefragt, ob die und der uns nicht hier noch nützlich wär. 3. Doch der Herr kann nichts versehn; und wenn es nun doch geschehn, hat man nichts dabei zu thun, als zu schweigen und zu ruhn. 4. Manches Herz, das nicht mehr da, geht uns freilich innig nah; doch, o Liebe, wir sind dein, und du willst uns alles sein. Nach N. L. Graf v. Zinzendorf, + 1760, und Chr. Gregor, 1801. Mel. Nun laßt uns den Leib ꝛc. 63 Nun bringen wir den Leib zur Ruh und decken ihn mit Erde zu, den Leib, der nach des Schöpfers Schluß zu Staub und Erde werden muß. 2. Er bleibt nicht immer Asch und Staub, nicht im⸗ mer der Verwesung Raub; Die letzten Dinge. er wird, wenn Christus einst erscheint, mit seiner Seele neu vereint. 3. Hier, Mensch, hier lerne, was du bist, lern hier, was unser Leben ist. Nach Sorge, Furcht und mancher Not kommt endlich noch zuletzt der Tod. 4. Schnell schwindet unsre Lebenszeit; auf Sterben folgt die Ewigkeit. Wie wir die Zeit hier angewandt, so folgt der Lohn aus Got⸗ tes Hand. 5. So währen Reichtum, Ehr und Glück, wie wir selbst, einen Augenblick; so währt auch Kreuz und Trau⸗ rigkeit, wie unser Leben, kurze Zeit. 6. O sichrer Mensch, be⸗ sinne dich! Tod, Grab und Richter nahen sich. In allem, was du denkst und thust, bedenke, daß du sterben mußt. 7. Hier, wo wir bei den Gräbern stehn, soll jeder zu dem Vater flehn: ich bitt, o Gott, durch Christi Blut, machs einst mit meinem Ende gut! 8. Laßt alle Sünden uns bereun, vor unserm Gott uns kindlich scheun. Wir sind hier immer in Gefahr; nehm jeder seine Seele wahr! 9. Wenn unser Lauf voll⸗ endet ist, so sei uns nah, Herr x ö S einst Seele hier lern en ist. und endlich unsre terben zie wir wandt, Got⸗ ichtum, ie wir ick; so Frau⸗ Leben, sch, be⸗ aäb und allem, thust, sterben bei den eder zu h bitt, i Blut, meinem en uns 1 Gott Wir Gefahr; Seele If voll⸗ 3 nah, Herr Begräbnislieder. Herr Jesu Christ! Mach uns das Sterben zum Ge⸗ winn; zieh unsre Seelen zu dir hin! 10. Und wenn du einst, du Lebensfürst, die Gräber mächtig öffnen wirst, dann laß uns fröhlich auferstehn und dort dein Antlitz ewig sehn! Ehrenf. Liebich, 4 1780. 46 4 Auersthn. ja, auf⸗ erstehn wirst du, mein Staub, nach kurzer Ruh! Unsterblichs Leben wird, der dich schuf, dir geben! Hallelujah! 2. Wieder aufzublühn, werd ich gesät! Der Herr der Ernte geht und sammelt Garben uns ein, uns ein, die starben! 3. Tag des Danks, der Freudenthränen Tag! du meines Gottes Tag! Wenn ich im Grabe genug ge⸗ schlummert habe, erweckst du mich! 4. Wie den Träumenden wirds dann uns sein; mit Jesu gehn wir ein zu seinen Ladenin Der müden Pilger eiden sind dann nicht mehr. 5. Ach, ins Allerheiligste führt mich mein Mittler dann, lebt ich im Heilig⸗ tume zu seines Namens Ruhme. Hallelujah! F. G. Klopstock, T 1808. 321 Mel. Jesus, meine Zuversicht ꝛc. 465 Gebt nun hin und grabt mein Grab, denn ich bin des Wanderns müde; von der Erde scheid ich ab, denn mir ruft des Himmels Friede, denn mir ruft die süße Ruh von den Engeln droben zu. 2. Geht nun hin und grabt mein Grab; meinen Lauf hab ich vollendet, lege nun den Wanderstab hin, wo alles Irdsche endet; lege selbst mich nun hinein in das Bette sonder Pein. 3. Was soll ich hienieden noch in dem dunkeln Thale machen? Denn wie mächtig, stolz und hoch wir auch stellen unsfre Sachen, muß es doch wie Sand zergehn, wenn die Winde drüber wehn. 4. Darum, Erde, fahre wohl, laß mich nun in Frieden scheiden! Deine Hoffnung, ach, ist hohl, deine Freuden selber Leiden, deine Schönheit Unbestand, eitel Wahn und Trug und Tand. 5. Darum letzte gute Nacht, Sonn und Mond und liebe Sterne, fahret wohl mit eurer Pracht! Denn ich reis in weite Ferne, reise hin zu jenem Glanz, worin ihr verschwindet ganz. 6. Die ihr nun in Trauern geht, fahret wohl, ihr lieben Freunde; 32² Freunde; was von oben niederweht, tröstet ja des Herrn Gemeinde; weint nicht b dem eitlen Schein, droben nur kann ewig sein. 7. Weinet nicht, daß ich nun will von der Welt den Abschied nehmen, daß ich aus dem Irrtum will, aus dem Schatten, aus dem Schemen, aus dem Eiteln, aus dem Nichts hin ins Land des ewgen Lichts. 8. Weinet nicht! Mein süßes Heil, meinen Heiland hab ich funden, und ich habe auch mein Teil in den warmen Herzenswunden, woraus einst sein heilges Blut floß der ganzen Welt zu gut. 9. Weint nicht, mein Er⸗ löser lebt! Hoch vom finstern Erdenstaube hell empor die Hoffnung schwebt, und der Himmelsheld, der Glaube, und die ewge Liebe spricht: Kind des Vaters, zittre nichtl E. M. Arndt, 1 1860. Mel. Ich hab mein Sach ꝛe. A. 466 Woblauf, wohlan, zum letzten Gang! Kurz ist der Weg, die Ruh ist lang. Gott führet ein, Gott führet aus: wohlan, hinaus! Kein Blei⸗ ben ist im Erdenhaus. Die letzten Dinge. 2. Du Herberg in der Wanderzeit, gehab dich wohl und laß dein Leid! Schleuß nur getrost die Pforte zu! Was trauerst du? Dein Gast geht hin zur ewgen Ruh. 113. Tragt ihn fein sanft ins Schlafgemach, ihr Lie⸗ ben, folgt ihm segnend nach! Hab gute Nacht! Der Tag war schwül im Erdgewühl: hab gute Nacht, die Nacht ist kühl. 4. Ein Festschmuck ist des Sarges Tuch, ein Siegeszug der Leichenzug. Triumph, der Herr macht gute Bahn; sein Kreuz voran,— das winkt und deutet himmelan. 5. Ihr Glocken, tönt hoch⸗ festlich drein und läutet hell den Sabbat ein, der nach des Wertags kurzer Frist durch Jesum Christ für Gottes Volk vorhanden ist. b. 6. O selig, wer das Heil erwirht, daß er im Herrn, in Christo stirbt! O selig, wer, vom Laufe matt, die Gottesstadt, die droben ist, gefunden hat! 7. Was suchst du, Mensch, bis in den Tod? Du suchst o. viel, und eins ist notl Die Welt beut ihre Güter feil; denk an dein Heil, und Til. in Gott das beste Teil. 6 Begräbnislieder. 8. Was sorgst du bis zum letzten Tritt? Nichts brachtest du, nichts nimmst du mit. Die Welt vergeht mit Lust und Schmerz; schau himmelwärts! Da, wo dein Schatz ist, sei dein Herz. 9. Mit Gott bestell dein Haus bei Zeit, eh dich der Tod an Tote reiht; sie rufen: gestern wars an mir, heut ists an dir! Hier ist kein Stand, kein Bleiben hier. 10. Vom Freudenmahl zum Wanderstab, aus Wieg und Bett in Sarg und Grab! Wann, wie und wo, ist Gott bewußt. Schlag an die Brust! Du mußt von dannen, Mensch, du mußt! 11. Da ist kein Sitz zu reich, zu arm, kein Haupt zu hoch, kein Herz zu warm, da blüht zu schön kein Wangenrot; im Finstern droht der Tod und überall der Tod. 12. Ach, banges Herz im Leichenthal, wo ist dein Licht, dein Lebensstrahl? Du bist es, Jesu, der mit Macht aus Gräbernacht, das Leben hat ans Licht gebracht. 13. Dein Trostwort klingt so hoch und hehr:„Wer an mich glaubt, stirbt nimmer⸗ mehr!“ Dein Kreuz, dein Grab, dein Auferstehn, dein Himmelgehn läßt uns den Himmel offen sehn. 323 14. Wohl dem, der, Herr, mit dir vertraut, schon hier die ewgen Hütten baut! Er sieht das Kleinod in der Fern und kämpfet gern und harrt der Zukunft seines Herrn. C. 15. Nun, Thor des Frie⸗ dens, öffne dich! Hinein“— hier schließt die Wallfahrt sich. Ihr Schlummernden im Friedensreich, gönnt all⸗ zugleich auch ihm(ihr) ein Räumlein neben euch. 16. Viel Gräber sind an diesem Ort, viel Wohnungen im Himmel dort; bereitet ist die Stätte schon am Gnadenthron, bereitet ihm (ihr) durch Gottes Sohn. 17. Sein ist das Reich mit Allgewalt; er zeugt und spricht: Ich komme bald! Ja, komm, Herr Jesu, führ uns ein! Wir harren dein; Amen, dein laß uns ewig sein! Chr. Fr. H. Sachse, 4 1860. Beim Tode von Eltern. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt ꝛc. 467 ater, hier im Erdenschoße ruhst du lange nun forthin; bald wird auch mit grünem Moose sich dein stilles Grab umziehn; Stürme werden drüber fliegen, Schnee auf deinem Bette liegen. 2. Doch in unsern treuen Herzen wird dein Geist, dein Bild, dein Wort unter tiefen Liebesschmerzen unvergäng⸗ lich leben fort, wie du liebend uns umfangen und in Frie⸗ den hingegangen. 3. O wie heilig ist dies Bette, wo der Herr dich hingelegt! O wie teuer diese Stätte, die nun dein Gebeine hegt, das im ewgen Osterwehen himmlisch klar soll auferstehen! 4. Schlafe wohl, o Vater, schlafe deiner Wallfahrt Lei⸗ den aus, bis der Hirte seine Schafe sammelt in des Va⸗ ters Haus! Sanft sei dir der letzte Schlummer, dein Erwachen ohne Kummer! 5. Jesus Christus, Herr der Toten! der du nichts von dem verlierst, was dein Vater dir geboten, daß dus zur Vollendung führst: dieses Vaters Geist und Ende legen wir in deine Hände! 6. Komm in unser Herz zu geben deiner Wahrheit hellen Schein, daß, wenn sich die Toten heben, unser Vater ohne Pein spreche bei des Herrn Erscheinen:„Sieh, hier bin ich und die meinen!“ A. Knapp, T 1864. Mel. Wie nach einer Wasserquelle ꝛc. 468 Eingesargt zum letzten Schlum⸗ mer, blaß, in weißem Die letzten Dinge. (schwarzem) Sterbekleid, ohne Schmerzen, ohne Kum⸗ mer, seh ich dich mit stillem Leid, vielgetreue Mutter dul Jetzo trägt man dich zur Ruh: schlummre süß im kühlen Grunde bis zur Auf⸗ erstehungsstunde! 2. Auge, das mit Lieb und Sehnen oft die Seinen angeblickt, segnend, mit viel tausend Thränen haben wir dich zugedeckt. Nie auf dieser Erde mehr blickst du zärtlich auf uns her; doch zu Wiedersehens Grüßen wirst du heller dich er⸗ schließen. 3. Hand, die treulich uns geleitet, die uns nichts als Liebe gab, Freud und Trost um uns verbreitet, ruhe nun im stillen Grahl Unermüdet war dein Fleiß, und dein Tagewerk war heiß. Wenn die Toten auf⸗ erstehen, wird in dir die Palme wehen. 4. Edler Mund, zum Reinen, Großen, und zu Lieb und mildem Wort freund⸗ lich, lieblich aufgeschlossen nimmer tönest du hinfort; aber was die Lippe sprach, tönt in unserm Herzen nach, bis du, wenn die Gräber springen, Gott wirst Halle⸗ lujah singen. u 5. Herz, das ohne Falsch geschlagen, das in Liebe nie das uns sterbend no geruht, SSE NE — e ekleid, treulich nichts d und breitet, Grab! Fleiß, k war en auf⸗ dir die „ zum zu Lieb freund⸗ chlossen hinfort; sprach, n nach, Gräber Halle⸗ Falsch iebe nie sterbend noch Beim Tode von Ehegatten. 32⁵ noch getragen, ruhe sanft in Gottes Hut! Weinend, dankend rufen wir: ewger Segen folge dir! Wenn die Grüfte sich bewegen, schlage wieder uns entgegen! 6. Dann wird froh die Thräne fließen, wie sie jetzt in Trauer fließt; froh wird dich dein Kind begrüßen, das dich heut in Thränen grüßt; dann, dann wird der schwere Stein weg von dei⸗ nem Grabe sein. Christus war im Tod dein Leben; ewig darfst du vor ihm schweben. A. Knapp, 1 1864. Beim Tode von Ehe⸗ gatten. Mel. Nach einer Prüfung kurzer Tage ꝛe. etrübtes Herze, 469 sei zufrieden, ob dich schon schwerer Kummer plagt; der Himmel bleibt dir doch beschieden, den dir dein Jesus zugesagt; kein Kummer, keine Not und Pein kann dir, mein Herz, im Wege sein. 2. Zwar schwimmest du in heißen Thränen, das ist der Witwen täglich Brot; du quälest dich mit bangem Sehnen, denn dein Geliebter ist ja tot. Ists möglich, wenn das Herz entzwei, daß leis der Mensch lebendig ei 3. Die Krone fiel von deinem Haupte, der Baum starb, so dir Schatten gab; die Sonne, die kein Nebel raubte, geht unter und sinkt in ihr Grab. O welch ein Schmerz, welch eine Nacht, in welche dich der Tod ge⸗ bracht! 4. Die armen Waisen stehn verlassen, wie Schäf⸗ lein, wenn der Hirte fehlt; ihr Herze weiß sich nicht zu fassen, indem es sieht, was deines quält; ihr fragend Wort, ihr Schmerzensblick ruft dir, was du verlorst, zurück. 5. So weine nur, be⸗ trübtes Herze, und klage Gott dein schweres Leid; er ist auch in dem größten Schmerze mit seiner Hilf und Trost bereit; er ists, der, was dich jetzt erfüllt, er ists, der deinen Jammer stillt. 6. Drum halte ein mit deinen Thränen, versinke nicht in ihrem Meer; es bringt kein Klagen und kein Sehnen dir, was du wünschest, wieder her; doch wirst du, glaub, es wird geschehn, einst, den du liebest, wiedersehn. 7. Da wird kein Tod die Herzen scheiden, kein Kummer um das Lager stehn; da werdet ihr in tau⸗ send Freuden auf Salems schönen Höhen gehn und, heller als der Sterne Schein, Mann, ö 326 Die letzten Dinge. Mann, Weib und Kinder ewig sein. 8. Indessen stille dein Gemüte, dein Jesus sorget selbst für dich; er hört der frommen Witwen Bitte, sein treues Herz erbarmet sich; er ist und bleibet allezeit auch dir mit Hilf und Trost bereit. G. B. Scharf, 4 1744. Mel. Wenn mein Stündlein ꝛc. 470 A Gott, ich muß in Traurigkeit mein Leben nun beschließen, dieweil der Tod von meiner Seit so eilends hat gerissen mein treues Herz, der Tugend Schein; des muß ich jetzt beraubet sein. Wer kann mein Elend wenden? 2. Wenn ich an ihre Freundlichkeit gedenk in meinem Herzen, die sie mir hat zu jeder Zeit, in Freud und auch in Schmerzen, er⸗ wiesen ganz beständiglich, mein Kreuz und Weinen mehret sich, vor Angst möcht ich vergehen. 3. Bei wem soll ich auf dieser Welt rechtschaffne Liebe finden? Der meiste Teil nicht Glauben hält, die Treu will gar verschwinden. Ich glaub und red es ohne Scheu: die best ist doch getraute Treu; der muß ich jetzt ent⸗ raten. 4. Fürwahr, mir geht ein scharfes Schwert jetz⸗ und durch meine Seele, die abzuscheiden oft begehrt aus ihres Leibes Höhle“ Wo du nicht, o Herr Jesu Christ, in solchem Kreuz mein Tröster bist, muß ich vor Leid ver⸗ zagen. 5. O treugeliebtes selig Herz, zu dir will ich mich wenden in diesem meinem großen Schmerz, ob sich mein Angst wollt wenden; ich will betrachten deinen Stand, wie Gott dir alles Kreuz gewandt in höchste Freud und Wonne. 6. Kein Angst, kein Trüb⸗ sal, Weh und Not kann dich jetzund verletzen; im Him⸗ mel will der fromme Gott mit Liebe dich ergötzen. Die Seele schaut mit Lust und Freud den Herrn in seiner Herrlichkeit mit allen Aus⸗ erwählten. Du kommst nicht wieder her zu mir in dies betrübte Leben, ich aber komm hinauf zu dir; da werd ich mit dir schweben in höchster Freude, Wonn und Lust, die deine Seele täglich kost, drauf ich mich herzlich freue. 8. O wie mit großer Freudigkeit wolln wir ein⸗ ander kennen; da wird uns dann zu keiner Zeit der bittre Tod mehr trennen. Ach, welche Freude wird dann sein, wenn ich** ie Beim Tode von Ehegatten. die ich jetzt bewein, mit Freuden werd umfangen. 9. Dies will ich stets in meinem Leid mir zu Ge⸗ müte führen, erwarten in Geduld die Zeit, wie Christen will gebühren. Gott alles Trostes steh bei mir und mich durch seinen Geist regier zu seines Namens Ehren. Joh. Heermann, 1 1647. Mel. Sieh, hier bin ich, Ehren⸗ könig ꝛce. 471 Gob zum Schlum⸗ mer ohne Kum⸗ mer, teures, goltvertrautes Herz! Nun ists stille, deine Hülle schläft hier aus den letzten Schmerz, und die Liebe, wenn auch trübe, schaut durch Thränen him⸗ melwärts. Geh zur Ruhe, thu, o thue friedevoll die Augen zu! Vielgeliebte, Vielgeübte, deines Gatten Wonne du! All die Deinen, die hier weinen, gönnen doch dir deine Ruh! 3. Schlafe, schlafe! Seine Schafe kennt auch hier der treue Hirt O hier schwindet, was da bindet, was die Seelen quält und irrt! Dies Verwesen schafft Ge⸗ nesen, das dich ewig freuen wird. 4. Jauchzend stehen, wiedersehen wird dich unsre 32⁷7 Liebe dann, deren Zähre Gott zur Chre bitter, doch im Glauben rann. Dann beim Krönen wird ertönen, was die ewge Liebe kann. 5. Herr, umfasse uns und lasse leuchten hell dein Angesicht; stets behüte deine Güte dieses Grab mit Freudenlicht! Laß dich loben hier und droben; denn die Liebe stirbet nicht: A. Knapp, 1 1864. Beim Tode von Kindern. Mel. Ermuntre dich, mein ꝛc. 472 Du bist zwar mein und bleibest mein; wer will mirs anders sagen? Doch bist du nicht nur mein allein; der Herr von ewgen Tagen, der hat das meiste Recht an dir, der fordert und erhebt von mir— dich, o mein Kind, mein Wille, mein Herz und Wunsches Fülle. 2. Ach, gält es wünschen, wollt ich dich, du Sternlein meiner Seelen, vor allem Weltgut ewiglich mir wün⸗ schen und erwählen; ich wollte sagen:„Bleib bei mir; du sollst sein meines Hauses Zier; an dir will ich mein Lieben bis in mein Sterben üben.“ 3. So sagt mein Herz und meint es gut; Gott aber meints noch besser; groß 328 Die letzten Dinge. groß ist die Lieb in meinem Mut; in Gott ist sie noch größer. Ich bin ein Vater und nichts mehr,— Gott ist der Väter Haupt und Ehr, ein Quell, daraus die Jungen und Alten sind ent⸗ sprungen. 4. Ich sehne mich nach meinem Sohn, und der mir ihn gegeben, will, daß er nah an seinem Thron im Himmel solle leben. Ich sprech: Ach weh, mein Licht verschwindt! Gott spricht: Willkommen, liebes Kind, dich will ich bei mir haben und ewig reichlich laben. 5. O süßer Rat, o schönes Wort und heilger, als wir denken! Bei Gott ist ja kein böser Ort, kein Unglück und kein Kränken, kein Angst, kein Mangel, kein Versehn; bei Gott kann keinem Leid geschehn; wen Gott versorgt und liebet, wird nimmer⸗ mehr betrübet. 6. Ach dürft ich doch von ferne stehn und nur ein wenig hören, wenn deine Sinne sich erhöhn und Gottes Namen ehren, der heilig, heilig, heilig ist, durch den du auch geheiligt bist; ich weiß, ich würde müssen vor Freuden Thränen gießen. 7. Nun denn, es sei und bleib also! Ich will nicht um dich weinen; du lebst; und bist von Herzen froh, siehst lauter Sonnen scheinen, die Sonnen ewger Freud und Ruh: da leb und bleib nur immer zu; wills Gott, will ich mit andern auch bald hinüber wandern. P. Gerhardt, 4 1676. Mel. Vater unser im Himmel⸗ reich ꝛc. 473 So geh nun hin, dem Grabe zu, du liebes Kind so hold und fein! Geh hin und schlaf in stiller Ruh in deinem engen Kämmerlein! Schlaf, bis der Toten Schar erwacht, schlaf sanst! Viel tausend gute Nacht! 2. Wohl dir, du schlossest früh den Lauf in diesem armen Fremdlingsland; die Seele eilte himmelauf, zu ruhen in des Herren Hand. Schlaf, bis der Toten Schar erwacht, schlaf sanft! Viel tausend gute Nacht! 3. Dich hat noch nie die Welt betrübt mit ihrer fal⸗ schen Sündenlust; nun hast. du, was die Wonne giebt, du ruhst an deines Jesu Brust und schläfst, bis alle Welt erwacht. Schlaf sanft! Viel tausend gute Nacht. 4. Dich hat des Vaters Herz versorgt, du lebst in seinem Himmelshaus; 96 at lebst; froh, einen, Freud bleib Gott, auch 1676. nmel⸗ hin, be zu, d und laf in engen „bis wacht, msend lossest diesem 5) die Beim Tode von Kindern. hat er deinen Leib geborgt der Erd, daß sie ihn geb heraus, wenn wieder alle Welt erwacht. Schlaf sanft! Viel tausend gute Nacht! 5. Ihr Engel, stehet um die Gruft, bewahret freund⸗ lich dies Gebein, bis der⸗ maleinst die Stimme ruft: „Komm her, mein Kind, ach, komm herein!“— Nun schlaf, bis alle Welt erwacht. Schlaf sanft! Viel tausend gute Nacht. 6. Geh hin! Ich folge dieser Bahn, die Seligkeit mit dir zu sehn; da werd ich, neu dir zugethan, er⸗ freut vor meinem Heiland stehn. Wohl mir, wenn ich, dir gleich gemacht, der Welt darf geben gute Nacht! S. Bornmeister, 4 1688. Mel. Herzlich thut mich ver⸗ langen ꝛc. 474 So hab ich obge⸗ sieget, mein Lauf ist nun vollbracht; ich bin gar wohl vergnüget und sag euch gute Nacht! Ihr aber, meine Lieben, klagt nicht so ängstiglich. Was wollt ihr euch betrüben? Stehts doch sehr gut um mich. 2. Fahrt hin, o Angst und Schmerzen, fahrt im⸗ mer, immer hin! Ich freue mich von Herzen, daß ich erlöset bin. Ich leb in tau⸗ 329 send Freuden in meines Schöpfers Hand; mich trifft und rührt kein Leiden, so dieser Welt bekannt. 3. Die noch auf Erden wallen in irrtumsvoller Zeit, vermögen kaum zu lallen von froher Ewigkeit. Viel besser wohl gestorben, als in der Welt gelebt; die Schwachheit ist verdorben, worinnen ich geschwebt. 4. Zum Schmucke bringt mir Kränze, damit mein Sarg noch prangt; aus jenem Himmelslenze hat meine Seel erlangt die ewig grüne Krone; die werte Siegespracht rührt her von Gottes Sohne, der hat mich so bedacht. 5. Noch netzet ihr die Wangen, ihr Eltern, über mir; euch hat das Leid um⸗ fangen, das Herze bricht euch schier. Des Vaters treue Liebe sieht sehnlich in mein Grab, die Mutter stehet ab und kehrt die Augen ab. 6. Ich war euch nur ge⸗ liehen auf eine kurze Zeit; Gott will mich zu sich ziehen, drum werfet hin das Leid und sprecht: Gott hats ge⸗ geben, Gott hats zu nehmen Macht; er nimmts zum ewgen Leben, er hat es wohl gemacht. G. W. Sacer, 4 1699. 330 Die letzten Dinge. Mel. Es ist genug, so nimm, err ꝛc. 47 5 J3 hin, mein Kind! Gott selber fordert dich aus dieser argen Welt. Ich leide zwar, dein Tod betrübet mich; doch weil es Gott gefällt, so unterlaß ich alles Klagen und will mit stillem Geiste sagen: Zeuch hin, mein Kind! ½ 2. Zeuch hin, mein Kind! Der Schöpfer hat dich mir nur in der Welt geliehn; die Zeit ist aus, darum be⸗ fiehlt er dir, nun wieder fortzuziehn. Zeuch hin, Gott hat es so versehen, was dieser will, das muß ge⸗ schehen; zeuch hin, mein Kind! /½ 3. Zeuch hin, mein Kind! Im Himmel findest du, was dir die Welt versagt; denn nur bei Gott ist wahrer Trost und Ruh, kein Schmerz, der Seelen plagt. Hier müssen wir in Angsten schweben, dort kannst du ewig fröhlich leben; zeuch hin, mein Kind! ½ 4. Zeuch hin, mein Kind! Wir folgen alle nach,‚ sobald es Gott gefällt; du eilest fort, eh dir das Ungemach verbittert diese Welt. Wer lange lebt, steht lang im Leide, wer frühe stirbt, kommt bald zur Freude; zeuch hin, mein Kind! ½ 5. Zeuch hin, mein Kindl Die Engel warten schon auf deinen frommen Geist; nun siehest du, wie Gottes lieber Sohn dir selbst die Krone weist. Nun wohl, die Seele ist entbunden, du hast durch Jesum überwunden; zeuch hin, mein Kind! 2 G. Hoffmann, 1712. Mel. O Welt, ich muß dich lassen ꝛc. Meenn kleine Him⸗ 476 Wé melserben in ihrer Unschuld sterben, so büßt man sie nicht ein; sie werden nur dort oben vom Bater aufgehoben, damit sie unverloren sein. 2. Sie sind ja in der Taufe zu ihrem Christen⸗ laufe für Jesum eingeweiht; sie sind bei Gott in Gnaden; was soll es ihnen schaden, wenn er nun über sie gebeut? 3. O wohl auch diesem Kinde; es stirbt nicht zu ge⸗ schwinde. Zeuch hin, du liebes Kind! Du gehest ja nur schlafen und bleibest bei den Schafen, die ewig unsers Jesu sind. A. Rothe, 4 1758. Gericht und Ewigkeit. 477 Aaum dem guhn stürzt die Welt in Feuer⸗ lohen, wie Prophetenschwüre drohen. S Ee OSE 6 ——— **0 Kindl n auf nun lieber Krone Seele durch zeuch 171¹2. assen ꝛc. Him⸗ en in n, so n; sie uvom mit sie in der risten⸗ weiht; naden; haden, ebeut? diesem zu ge⸗ liebes a nur bei den r8 Jesu 1758. gkeit. orntag, hohen, Feuer⸗ schwüre Gericht und Ewigkeit. 2. Welch ein Graun wird sein zur Stunde, wenn der Richter kommt und Kunde nimmt von allem bis zum Grunde! 3. Die Posaun im Wun⸗ dertone dröhnt durch Grüfte jeder Zone, sammelt alle vor dem Throne. 4. Erd und Tod wird schaun mit Beben alle Krea⸗ tur sich heben, Antwort vor Gericht zu geben. 5. Und ein Buch wird aufgeschlagen, drin steht alles eingetragen, des die Welt ist anzuklagen. 6. Wenn der Richter also sitzet, wird, was dunkel war, durchblitzet, vor der Rache nichts beschützet. 7. Ach, wie werd ich Armer stehen? wen zum Anwalt mir erflehen, wenn Gerechte schier vergehen? 8. König voll erhabner Schrecken! Gnade nur deckt unsre Flecken,— Gnade, Gnade laß mich decken! 9. Jesu, milder Heiland, siehe, wie ich Ziel war deiner Mühe, daß ich jenem Zorn entfliehe! 10. Hast dich matt um mich geschritten, hast am Kreuze mich erstritten; das sei nicht umsonst gelitten. 11. Richter mit der heil⸗ gen Wage, tilge wider mich die Klage vor dem großen Rachetage. 331 12. Sieh, ich seufze schuldbeladen, schamrot über schweren Schaden! Hör mein Flehen, Gott, in Gnaden! 13. Du, der schuldfrei sprach Marien und dem Schächer noch verziehen, hast auch Hoffnung mir verliehen. 14. Mein Gebet gilt nicht so teuer, aber laß mich, o du Treuer, nicht vergehn im ewgen Feuer! 15. Zu den Schafen mich geleite, von den Böcken in die Weite stelle mich zur rechten Seite. 16. Wenn Verworfne sich entfärben, die du hinsprichst ins Verderben, rufe mich mit deinen Erben. 17. Tief im Staub ring ich die Hände; zum zerknirschten Geist dich wende; Herr, ver⸗ walte du mein Ende! Nach dem Lateinischen(dies irae) des Thomas von Celano(Fum 1255) von A. Knapp, 1 1864. 478 Miiken wir im Leben sind mit dem Tod umfangen. Wer ist, der uns Hilfe thu, daß wir Gnad erlangen? Das bist du, Herr, alleine. Uns reuet unsre Missethat, die dich, Herr, erzürnet hat. Heiliger Herre Gott, heiliger, starker Gott, heiliger, barmherziger Heiland, du ewiger Gott, laß uns nicht versinken in des 22 bittern 332 Die letzten Dinge. bittern Todes Not! Erbarm dich unser! 2. Mitten in dem Tod anficht uns der Höllen Ra⸗ chen. Wer will uns aus solcher Not frei und ledig machen? Das thust du, Herr, alleine. Es jammert dein Barmherzigkeit unsre Sünd und großes Leid. Hei⸗ liger Herre Gott, heiliger, starker Gott, heiliger, barm⸗ herziger Heiland, du ewiger Gott, laß uns nicht verzagen vor der tiefen Höllen Glut! Erbarm dich unser! 3. Mitten in der Höllen Angst unsre Sünd uns trei⸗ ben. Wo solln wir denn fliehen hin, da wir mögen bleiben? Zu dir, Herr Christ, alleine! Vergossen ist dein teures Blut, das gnug für die Sünde thut. Heiliger Herre Gott, heiliger, starker Gott, heiliger, barmherziger Heiland, du ewiger Gott, laß uns nicht entfallen von des rechten Glaubens Trost! Erbarm dich unser! Luther, 4 1546. 479 Wochet auf! ruft uns die Stimme der Wächter sehr hoch auf der Zinne, wach auf, du Stadt Jerusalem! Mitternacht heißt diese Stunde; sie rufen uns mit hellem Munde:„Wo seid ihr klugen Jungfrauen? Wohl⸗ auf, der Bräutgam kömmtl Stehtauf, die Lampen nehmt! Hallelujah! Macht euch be⸗ reit zu der Hochzeit; ihr müsset ihm entgegen gehn.“ 2. Zion hört die Wächter singen, das Herz will vor Freude springen, sie wachet und steht eilend auf. Ihr Freund kommt vom Himmel prächtig, von Gna⸗ den stark, von Wahrheit mächtig, ihr Licht wird hell, ihr Stern geht auf. Nun komm du werte Kron, Herr Jesu, Gottes Sohns Hosianna! Wir folgen all zum Freudensaal und halten mit das Abendmahl. 1 3. Ehr und Preis sei dit gesungen mit Menschen⸗ und mit Engelzungen, mit Harfen und mit Cumbeln schön. Von zwölf Perlen sind die Thore an deiner Stadt; wir stehn im Chore der Engel hoch um deinen Thron. Kein Aug hat je gesehn, kein Ohr hat je gehört solche Freude; drum jauchzen wir und singen dir das Hallelujah für und für. Ph. Nicolai,. 1608. 480 J. bachg D hochgebaute Stadt, wollt Gott, ich wär in dir! Mein sehnlich He so groß Verlangen hat un ist nicht mehr bei mir. Weit über Berg und Hügel, weit über Thal und Feld, ichmi m, du gebaute ich wär ich Hen hat und r. Weit el, weit schwingt 6 Gericht und Ewigkeit. es die Glaubensflügel und eilt aus dieser Welt, 2. O schöner Tag und noch viel schönre Stund, wann bist du endlich hier, da ich mit Lust und freiem Freudenmund die Seele geb von mir in Gottes treue Hände, zum auserwählten Pfand, daß sie mit Heil an⸗ lände in jenem Vaterland! 3. O Ehrenburg, sei nun gegrüßet mir, thu auf der Gnaden Pfort! Wie große Zeit hat mich verlangt nach dir, eh ich bin kommen fort aus jenem bösen Leben, aus jener Nichtigkeit, und mir hat Gott gegeben das Erb der Ewigkeit! 4. Was für ein Volk, was für ein edle Schar kommt dort gezogen schon? Was in der Welt von Aus⸗ erwählten war, seh ich, die beste Kron, die Jesus mir, der Herre, entgegen hat gesandt, da ich noch war von ferne in meinem Thränenland. 5. Propheten groß und Patriarchen hoch, auch Chri⸗ sten insgemein, die weiland dort trugen des Kreuzes Joch und der Tyrannen Pein, schau ich in Ehren schweben, in Freiheit überall, mit Klar⸗ heit hell umgeben, mit son⸗ nenlichtem Strahl. 6. Wenn dann zuletzt ich angelanget bin im schönen Paradeis, von höchster Freud 333 erfüllet wird der Sinn, der Mund von Lob und Preis; das Hallelujah reine man singt in Heiligkeit, das Ho⸗ sianna feine ohn End in Ewigkeit: 7. Mit Jubelklang, mit Instrumenten schön, in Chö⸗ ren ohne Zahl, daß von dem Schall und lieblichen Getön sich regt der Freudensaal, mit hunderttausend Zungen, mit Stimmen noch viel mehr, als von Anfang gesungen das selge Himmelsheer. J. M. Meyfart, 4 1642. 481 Sthöner Himmels⸗ saal, Vaterland der Frommen, die aus gro⸗ ßer Qual dieses Lebens kom⸗ men, und von keiner Lust in der Welt gewußt! 2. Sei mir hoch gegrüßt; dich such ich vor allen, weil ich öd und wüst in der Welt muß wallen und von Kreuz und Pein nie befreit kann sein. 3. Deinetwegen bloß trag ich dies mein Leiden, diesen Herzensstoß willig und mit Freuden; du versüßest mir alles Bittre hier. 4. Trüg mein armes Herz nicht nach dir Verlangen, o, in meinem Schmerz wär ich längst vergangen; du bist, einzig du, nichts sonst meine Ruh. 2²² 5. Gott, du kennst vor⸗ hin alles, was mich kränket, und woran mein Sinn Tag und Nacht gedenket; niemand weiß um mich, als nur du und ich. 6. O wie werd ich mich dort an dir erquicken! Du wirst mich, und ich werde dich erblicken, ewig herrlich, reich und den Engeln gleich. 7. Schöner Himmelssaal, Vaterland der Frommen, Ende meiner Qual, heiß mich zu dir kommen! Denn ich wünsch allein bald bei dir zu sein. S. Dach, 1659. 482 O wie selig seid ihr doch, ihr Frommen, die ihr durch den Tod zu Gott gekommen! Ihr seid entgangen aller Not, die uns noch hält gefangen. 2. Muß man hier doch wie im Kerker leben, da nur Sorge, Furcht und Schrecken schweben; was wir hier ken⸗ nen ist nur Müh und Herze⸗ leid zu nennen. 3. Ihr dagegen ruht in eurer Kammer, sicher und befreit von allem Jammer; kein Kreuz und Leiden ist euch hinderlich in euren Freuden. 4. Christus wischet ab euch alle Tränen; ihr habt das schon, wonach wir uns sehnen; euch wird gesungen, was in keines Ohr allhier gedrungen. 33⁴4 Die letzten Dinge. 5. Ach, wer wollte denn nicht gerne sterben und den Himmel für die Welt er⸗ werben? Wer wollt hier bleiben, sich vom Jammer lassen treiben? 118 6. Komm, o Herr, uns aus dem Joch zu spannen, lös uns auf und führ uns bald von dannen! Bei dit, o Sonne, ist der frommen Seelen Freud und Wonne. S. Dach, 1 1659. 483 Iipe meine Zu⸗ versicht und mein Heiland, ist im Leben. Dieses weiß ich, sollt ich nicht darum mich zufrieden geben, was die lange Todes⸗ nacht mir auch für Gedanken macht? 5 2. Jesus, er mein Hei land, lebt, ich werd auch das Leben schauen, sein, wo mein Erlöser schwebt, warum sollte mir denn grauen? Lässet auch ein Haupt sein Glied, welches es nicht nach sich ziehtꝰ 3. Ich bin durch der Hoff— nung Band zu genau mit ihm verbunden; meine starke Glaubenshand wird in ih gelegt befunden, daß mit auch kein Todesbann ewig von ihm trennen kann. 4. Ich bin Fleisch und muß daher auch einmal zu Asche werden. Dieses weß ich; doch wird er mich ei⸗ wecken WE& HS0S au mit e starke in ihn iß mich n ewig m. sch. und imal zu s weiß mich wecken Gericht und Ewigkeit. wecken aus der Erden, daß ich in der Herrlichkeit um ihn sein mög allezeit. 5. Dann wird meiner Augen Licht diesen meinen Heiland kennen, und ich selbst, ich zweifle nicht werd in seiner Liebe brennen; nur die Schwachheit um und an wird von mir sein abgethan. 6. Seid getrost und hoch⸗ erfreut, Jesus trägt euch, seine Glieder; gebt nicht statt der Traurigkeit! Sterbt ihr, Christus ruft euch wie⸗ der, wenn einst die Posaun erklingt, dieé auch durch die Gräber dringt. 7. Nur, daß ihr den Geist erhebt von den Lüsten dieser Erden, und euch dem schon jetzt ergebt, dem ihr dort vereint sollt werden. Schickt das Herze da hinein, wo ihr ewig wünscht zu sein. Luise Henriette, Churfürstin von Brandenburg, 4 1667. 484 O Ewigkeit, du Donnerwort, o Schwert, das durch die Seele bohrt, o Anfang sonder Ende! O Ewigkeit, Zeit ohne Zeit, ich weiß vor großer Traurigkeit nicht, wo ich mich hinwende; mein ganz erschrocknes Herz erbebt, wenn mir dies Wort im Sinne schwebt. 33⁵ 2. Kein Unglück ist in aller Welt, das endlich mit der Zeit nicht fällt, nicht endlich muß vergehen, nur die unselge Ewigkeit ist ohne Maße, Ziel und Zeit, bleibt unverändert stehen; ja, wie mein Heiland selber spricht: ihr Wurm und Feuer stirbet nicht. 3. O Ewigkeit, du machst mir bang! O ewig, ewig ist zu lang! Hier gilt fürwahr kein Scherzen. Drum wenn ich diese lange Nacht zusamt der großen Pein betracht, erschreck ich recht von Herzen. Nichts ist zu finden weit und breit so schrecklich, als die Ewigkeit. 4. Ach, Gott, wie bist du so gerecht, wie strafest du den bösen Knecht so hart mit ewgen Schmerzen! Auf kurze Sünden dieser Welt hast du so lange Pein be⸗ stellt. Ach, nimm es wohl zu Herzen, bedenk es oft, o Menschenkind: kurz ist die Zeit, der Tod geschwind! 5. Wach auf, o Mensch, vom Sündenschlaf, ermuntre dich, verlornes Schaf, und bessre bald dein Leben! Wach auf, es ist sehr hohe Zeit, es kommt heran die Ewig⸗ keit, dir deinen Lohn zu geben. Vielleicht ist heut der letzte Tag; wer weiß doch, wie er sterben mag! 336 Die letzten Dinge. 6. O Ewigkeit, du Donner⸗ wort, o Schwert, das durch die Seele bohrt, o Anfang sonder Ende! O Ewigkeit, Zeit ohne Zeit, ich weiß vor großer Traurigkeit nicht, wo ich mich hinwende. Nimm du mich, wenn es dir ge⸗ fällt, Herr Jesu, in dein Freudenzelt! — Zoh. Rist, 1667. Mel. O Ewigkeit, du Donnerwort ꝛc. 485 O Ewigkeit, du Freudenwort, das mich erquicket fort und fort, o Anfang sonder Ende! O Ewigkeit, Freud ohne Leid, ich weiß vor Herzens⸗ fröhlichkeit nichts mehr vom Weltelende, das uns in die⸗ sem Leben quält, weil ich die Ewigkeit erwählt. 2. Kein Herrlichkeit ist in der Welt, die endlich mit der Zeit nicht fällt und gänzlich muß vergehen; allein die selge Ewigkeit bleibt ohne Jahre, Ziel und Zeit, bleibt unver⸗ ändert stehen; ja wie das Wort des Herren spricht, sie welket und vergehet nicht. 3. O Ewigkeit, du währest lang! Wenn mir auf Erden gleich ist bang, weiß ich, daß dies aufhöret; drum, wenn ich diese lange Zeit erwäge samt der Seligkeit, die ewig nichts zerstöret, so acht ich alles Leiden kaum als einen ängstlich bösen Traum. 4. Im Himmel lebt der Christen Schar bei Gott viel tausend, tausend Jahr und werden des nicht müde; sie haben mehr als Sonnenlicht, sie sehen Gottes Angesicht, sie haben goldnen Frieden wo Christus giebt, wie er verheißt, das Manna, so die Engel speist. 5. Ach, wie verlanget doch nach dir mein mattes Herze mit Begier, du über⸗ selig Leben! Ach, bringe mich, mein Gott, dahin, wo⸗ nach jetzt Seele, Mut und Sinn mit allen streben. Der schnöden Welt vergeß ich ganz und sehn mich nach Glanz. ö 6. O Ewigkeit, du Freu⸗ denwort, das mich erquicket fort und fort, o Anfang sonder Ende! O Ewigkeit, Freud ohne Leid, ich weiß von keiner Traurigkeit, wenn ich mich zu dir wende. Herr Zesu, gieb mir solchen Sinn, bis ich dort ewig bei dir bin. Nach C. Heunisch, 4 1690. Eigne Mel. u. Jesu. meines Lebens Leben 1. 486 Alle Meuschenus sen sterben, allez Fleisch vergeht wie Heu; was da lebet, muß verderben, soll es anders werden neu. Die: ser Leib, der muß verwesen, wenn er anders soll genesen I Kräften des Himmels t der viel und . Nie ilicht, esicht, ieden ie er 0 die anget iattes über⸗ Hringe , wo⸗ und räften Welt sehn nmels Freu⸗ quicket nfang Higkeit, weiß wenn Herr Sinn, ir bin. 1690. 3 Lebens Gericht und Ewigkeit. zu der großen Herrlichkeit, die den Frommen ist bereit. 2. Drum, so will ich dieses Leben, weil es meinem Gott beliebt, auch ganz willig von mir geben, bin darüber nicht betrübt; denn in mei⸗ nes Jesu Wunden hab ich schon Erlösung funden, und mein Trost in Todesnot ist des Herren Jesu Tod. 3. Christus ist für mich gestorben, und sein Tod ist mein Gewinn; er hat mir das Heil erworben; drum fahr ich mit Freuden hin, hin aus diesem Weltgetüm⸗ mel in den schönen Gottes⸗ himmel, da ich werde allezeit schauen Gottes Herrlichkeit. 4. Da wird sein das Freudenleben, da viel tau⸗ send Seelen schon sind mit Himmelsglanz umgeben, die⸗ nen Gott vor seinem Thron, da die Seraphinen prangen und das hohe Lied anfangen: Heilig, heilig, heilig heißt Gott, der Vater, Sohn und Geist! 5. Da die Patriarchen wohnen, die Propheten all⸗ zumal; wo auf ihren Ehren⸗ thronen sitzet der Apostel Zahl; wo in so viel tausend Jahren alle Frommen hin⸗ gefahren, wo dem Herrn, der uns versöhnt, ewig Halle⸗ lujah tönt. 337 6. O Jerusalem, du schöne, ach, wie helle glänzest du! Ach, wie lieblich Lobgetöne hört man da in sanfter Ruh! O der großen Freud und Wonne! Jetzo gehet auf die Sonne, jetzo gehet an der Tag, der kein Ende nehmen mag. 7. Ach, ich habe schon erblicket alle diese Herrlich⸗ keit; jetzo werd ich schön ge⸗ schmücket mit dem weißen Himmelskleid, mit der güld⸗ nen Ehrenkrone, stehe da vor Gottes Throne, schaue solche Freude an, die kein Ende nehmen kann. J. G. Albinus, 1679. stellt 2 487 Wi—s⸗ fleucht dahin der Menschen Zeit, wie eilet man zur Ewigkeit! Wie wenig denken an die Stund von Herzens⸗ grund, wie schweigt davon der träge Mund! 2. Das Leben ist gleich wie ein Traum, ein nichtger leerer Wasserschaum, ein Augenblick, der schnell ver⸗ geht und nicht besteht, wie ihr dies täglich vor euch seht. 3. Nur du, Jehovah, bleibest mir das, was du bist; ich traue dir. Laß Berg und Hügel fallen hin, mir ists Gewinn, wenn ich allein bei Jesu bin. Mel. Ich hab mein Sach Gott heim⸗ geste 0 338 Die letzten Dinge. 4. So lang ich in der Hütte wohn, so lehre mich, o Gottes Sohn! Gieb, daß ich zähle meine Tag und munter wach, daß, eh ich sterb, ich sterben mag. 5. Was hilft die Welt in letzter Not? Lust, Ehr und Reichtum in dem Tod? O Mensch, du läufst dem Schatten zu! Das merke du; du kommst sonst nicht zu wahrer Ruh. Weg, Eitelkeit, der Thoren Lust! Mir ist das höchste Gut bewußt; das such ich nur, das bleibet mir, so dort, wie hier; Herr dul zeuch mein Herz nach ir! 7. Was wird das sein, wenn ich dich seh und bald vor deinem Throne steh? Du unterdessen lehre mich, daß stetig ich mit klugem Herzen suche dich. J. Neander, 4 1680. Mel. Herzlich thut mich ver⸗ langen ꝛc. 488 Boedenke Mensch, das Ende, be⸗ denke deinen Tod! Der Tod kommt oft behende; der heute frisch und rot, kann morgen und geschwinder hinweg⸗ gestorben sein; drum bilde dir, o Sünder, ein täglich Sterben ein. 2. Bedenke, Mensch, das Ende, bedenke das Gericht! Es müssen alle Stände vor Jesu Angesicht; kein Mens ist ausgenommen, dort mu ein jeder nahn und wird den Lohn bekommen, nachdem er hier gethan. 3. Bedenke, Mensch, das Ende, der Hölle Angst und Leid, daß dich die Welt nicht blende mit ihrer Eitelkeit. Hier ist ein kurzes Freuen, dort aber ewiglich ein kläg⸗ lich, schmerzlich Schreien; ach, Sünder, hüte dich! 4. Bedenke, Mensch, das Eude, bedenke doch die Zeit, daß dich ja nichts abwende von jener Herrlichkeit, wo⸗ mit vor Gottes Throne die Seele wird gepflegt; dort ist die Lebenskrone den Frommen beigelegt 5. Herr, lehre mich be⸗ denken der Zeiten letzte Zeit, daß, sich nach dir zu lenken, mein Herze sei bereit. Laß mich den Tod betrachten und deinen Richterthron, laß mich auch nicht verachten der Hölle Sündenlohn! 6. Hilf, Gott, daß ich in Zeiten auf meinen letzten Tag mit Buße mich bereiten und täglich sterben mag. Im Tod und vor Gerichte steh mir, o Jesu, bei, daß ich im Himmelslichte zu wohnen würdig sei. Sam. Liscov(e) 4 1689, ich in ethten reiten mag. richte daß e zu 1689, Gericht und Ewigkeit. Mel. Erquicke mich, du Heil der ꝛc. Och ruhe nun in 489 JGottes Armen, mein Leib schläft sanft und selig ein; die Liebe lässet mich erwarmen bei ewig gnaden⸗ reichem Schein. Dort hatt ich wenig Ruhestunden, hier hab ich sie in Gott gefunden. 2. Hier hab ich alles zu genießen, worauf mein Glaube sich gefreut; der Lebensquell läßt auf mich fließen die Ströme seiner Seligkeit. Mein Freuden⸗ meer ist Gottes Fülle; bei dem ist meine Seele stille. 3. Mein matter Leib schläft in der Erden, er schläft, bis ihn mein Freund erweckt. Die Asche wird zur Sonne werden, ob sie gleich finstre Nacht jetzt deckt; er wird mit Freuden auferstehn, mit mir vereint zur Hochzeit gehn. 4. Da wird das Lamm mich ewig weiden auf Auen selger Sicherheit; da ist das Himmelsbrot der Freuden in Ewigkeit für mich bereit; das hab ich schon von Gott em⸗ pfangen mit denen, die vor⸗ angegangen. 5. Ihr, die ihr jetzo Thränen speiset, denkt an des Himmels Freudenmahl; ob ihr noch durch die Wüste reiset, Gott bringt euch in den Ehrensaal: da werdet 339 ihr mit Freuden sehen, wie wohl mir durch den Tod geschehen. Vor 1694. Mel. Valet will ich dir geben ꝛc, 490 3rmuntert euch, ihr Frommen! Zeigt eurer Lampen Schein; der Abend ist gekommen, die finstre Nacht bricht ein; es hat sich aufgemachet der Bräuti⸗ gam mit Pracht. Auf, betet, kämpft und wachet! Bald ist es Mitternacht. 2. Macht eure Lampen fertig und füllet sie mit Ol und seid des Herrn gewär⸗ tig; bereitet Leib und Seel. Die Wächter Zions schreien: der Bräutigam ist nah. Be⸗ gegnet ihm in Reihen und singt Hallelujah! 3. Ihr klugen Jungfraun alle, hebt nun das Haupt empor mit Jauchzen und mit Schalle zum frohen Engelchor! Die Thür ist aufgeschlossen, die Hochzeit ist bereit; auf, auf, ihr Reichs⸗ genossen! Der Bräutgam ist nicht weit. 4. Er wird nicht lang verziehen: drum schlafet nicht mehr ein! Man sieht die Bäume blühen, der schönste Frühlingsschein verheißt Er⸗ quickungszeiten; die Abend⸗ röte zeigt den schönen Tag von weitem, davor das Dunkel weicht, 34⁴0 Die letzten Dinge. 5. Begegnet ihm auf Er⸗ den, ihr, die ihr Zion liebt, mit freudigen Geberden und seid nicht mehr betrübt! Es sind die Freudenstunden ge⸗ kommen, und der Braut wird, weil sie überwunden, die Krone nun vertraut. 6. Die ihr Geduld ge⸗ tragen und mit gestorben seid, sollt nun nach Kreuz und Klagen in Freuden sonder Leid mit leben und regieren und vor des Lammes Thron mit Jauchzen triumphieren in eurer Siegeskron. 7. Hier sind die Sieges⸗ palmen, hier ist das weiße Kleid; hier stehn die Weizen⸗ halmen in Frieden nach dem Streit und nach den Winter⸗ tagen; hier grünen die Ge⸗ bein, die dort der Tod er⸗ schlagen; hier quillt der Freudenwein. 8. Hier ist die Stadt der Freuden, Jerusalem, der Ort, wo die Erlösten weiden; hier ist die sichre Pfort, hier sind die güldnen Gassen; hier ist der Freudensaal, da wir uns niederlassen zum ewgen Hoch⸗ zeitsmahl. ‚ 9. O Jesu, meine Wonne, komm bald und mach dich auf! Geh auf, ersehnte Sonne, und fördre deinen Lauf! O Jesu, mach ein Ende und führ uns aus dem Streit; wir heben Haupt und Hände nach der Erlösungszeit. V. Laurenti, 4 1722. Mel. Gott des Himmels ꝛc. er sind die vor 491 W̃ Gottes Throne, was ist das für eine Schar? Jeder träget eine Krone, glänzet gleich den Sternen klar; Hallelujah singen all, loben Gott mit hohem Schall. 2. Wer sind die, so Palmen tragen, wie ein Sieger in der Hand, wenn er seinen Feind erschlagen, hingestrecket in den Sand? Welcher Streit und welcher Krieg hat er⸗ zeuget diesen Sieg? 3. Wer sind die in reiner Seide göttlicher Gerechtigkeit, angethan mit weißem Kleide, das bestäubet keine Zeit und veraltet nimmermehr? Wo sind diese kommen her? 4. Es sind die, so wohl gekämpfet für des großen Gottes Ehr, haben Fleisch und Blut gedämpfet, folgend nicht dem Sündenheer; die erlanget auf den Krieg durch des Herren Arm den Sieg. 5. Es sind die, so durch⸗ gedrungen durch viel Trüb⸗ sal, Angst und Not, im Gebet auch oft gerungen mit dem hochgelobten Gott; nun hat dieser Kampf ein End, Gott hat all ihr Leid gewendt. 6. Es sind die, so stets erschienen hier als Priester vor dem Herrn, Tag und Nacht bereit zu dienen, 10 un einer gkeit, leide, t und Wo wohl roßen leisch lgend Die durch Sieg. Hurch⸗ Trüb⸗ „im ungen Gott; fein Leid stets riester und Leib und ö Gericht und Ewigkeit. und Seel geopfert gern; nunmehr stehn sie all herum vor dem Stuhl im Heilig⸗ tum. 7. Dahin streck auch ich die Hände, o Herr Jesu, zu dir aus; mein Gebet zu dir ich wende, der ich noch in deinem Haus hier auf Erden steh im Streit: treibe, Herr, die Feinde weitl 8. Hilf mir in dem Kampfe siegen wider Sünde, Höll und Welt; laß mich nicht darnieder liegen, wenn ein Sturm mich überfällt; führe mich aus aller Not, Herr, mein Fels, mein treuer Gott! 9. Daß mein Teil sei bei den Frommen, welche, Herr, dir ähnlich sind, und aus großer Trübsal kommen; hilf, daß ich auch überwind alle Trübsal, Not und Tod, bis ich komm zu meinem Gott. 10. O, wie groß wird sein die Wonne, wenn ich mit der heilgen Schar in dem Strahl der reinen Sonne leuchte wie die Sterne klar! Amen, Lob sei dir bereit, Dank und Preis in Ewigkeit! Th. Schenck, 4 1727. Mel. Jesu, meines Lebens Leben I. 492 O wie fröhlich, o wie selig werden wir im Himmel sein! Dro⸗ ben ernten wir unzählig 34¹ unsre Freudengarben ein. Gehen wir hier hin und wei⸗ nen, dorten wird die Sonne scheinen; dort ist Tag und keine Nacht, dort, wo man nach Thränen lacht. 2. Ach, wer wollte sich nicht sehnen, dort in Zion bald zu stehn, und aus die⸗ sem Thal der Thränen an den Freudenort zu gehn, wo sich unser Kreuz in Palmen, unser Klagelied in Psalmen, unsre Last in Lust verkehrt und das Jauchzen ewig währtl 3. O wie werden wir so schöne bei der Klarheit Got⸗ tes sein! Wie wird uns das Lobgetöne seiner Engelschar erfreun! Wie wird unsre Krone glänzen bei so vielen Siegeskränzen! Wie wird unser Kleid so rein, heller als die Sonne sein! 4. Ach, wann werd ich dahin kommen, daß ich Got⸗ tes Antlitz schau? Werd ich nicht bald aufgenommen in den schönen Himmelsbau, dessen Grund den Perlen glei⸗ chet, dessen Glanz die Sonne weichet, dessen wundervolle Pracht alles Gold beschämet macht? 5. Nun, so stille mein Ver⸗ langen, o du großer Lebens⸗ fürst! Laß mich bald dahin gelangen, wo du mich recht trösten wirst. Unterdessen laß auf Erden schon mein Herz DSDSSeeeeeeeeeeeeeeeee.ete.e.e Herz recht himmlisch werden, bis mein Los auf jener Welt auf das Allerhöchste fällt. B. Schmolck, 4 1737. 49 22 Nach einer Prüfung kurzer Tage er⸗ wartet uns die Ewigkeitl Dort, dort verwandelt sich die Klage in göttliche Zu⸗ friedenheit. Hier übt die Tugend ihren Fleiß, und jene Welt reicht ihr den Preis. 2. Wahr ists, der Fromme schmeckt auf Erden schon manchen selgen Augenblick; doch alle Freuden, die ihm werden, sind ihm ein unvoll⸗ kommnes Glück. Er bleibt ein Mensch, und seine Ruh nimmt in der Seele ab und zu. 3. Bald stören ihn des Körpers Schmerzen, bald das Geräusche dieser Welt, bald kämpft in seinem eignen Herzen ein Feind, der öfter siegt, als fällt; bald sinkt er durch des Nächsten Schuld in Kummer und in Ungeduld. 4. Hier, wo die Tugend oftmals leidet, das Laster ostmals glücklich ist, wo man den Glücklichen beneidet und des Bekümmerten vergißt, hier kann der Mensch nie frei von Pein, nie frei von eig⸗ ner Schwachheit sein. 5. Hier such ichs nur, dort werd ichs finden; dort werd ich, heilig und verklärt, der Die letzten Dinge. Tugend ganzen Wert em⸗ pfinden, den unaussprechlich roßen Wert; den Gott der ziebe werd ich sehn, ihn lieben, ewig ihn erhöhn. Da wird des Vaters heilger Wille mein Will und meine Wohlfahrt sein und lieblich Wesen, Heil die Fülle am Throne Gottes mich er⸗ freun. Dann läßt Gewinn stets auf Gewinn mich fühlen, daß ich ewig bin. 7. Da werd ich das im Licht erkennen, was ich auf Erden dunkel sah, das wun⸗ derbar und heilig nennen, was unerforschlich hier ge⸗ schah; da denkt mein Geist mit Preis und Dank die Schickung im Zusammen⸗ hang. 8. Da werd ich zu dem Throne dringen, wo Gott mein Heil sich offenbart, ein Heilig, Heilig, Heilig! singen dem Lamme, das erwürget ward, und Cherubim und Seraphim und alle Himmel jauchzen ihm. Da werd ich in der Engel Scharen mich ihnen gleich und heilig sehn, das nie gestörte Glück erfahren, stets fromm mit Frommen umzugehn. Da wird durch je⸗ den Augenblick ihr Heil mein Heil, ihr Glück mein Glück. 10. Da werd ich dem den Dank bezahlen, der Gottes Weg mich gehen hieß, ahn ihn ——.——& s?ese em⸗ lich der ihn ters und und ülle er⸗ inn len, im auf jun⸗ nen, ge⸗ feist die ien⸗ dem Bott ein gen rget und mel der nen das ren, nen je⸗ lem ück. den ttes ind ihn Gericht und Ewigkeit. 3⁴3 ihn zu millionen Malen noch segnen, daß er ihn mir wies; da find ich in des Höchsten Hand den Freund, den ich auf Erden fand. 11. Da ruft, o möchte Gott es geben, vielleicht auch mir ein Selger zu: Heil sei dir; denn du hast mein Leben, die Seele mir gerettet, du! O Gott, wie muß dies Glück erfreun, der Retter einer Seele sein! 12. Was seid ihr, Leiden dieser Erden, doch gegen diese Herrlichkeit, die offenbar an uns soll werden von Ewig⸗ keit zu Ewigkeit! Wie nichts, wie gar nichts gegen sie ist doch ein Augenblick voll Müh! Chr. Fr. Gellert. 4 1769. Mel. Zu dir erhebt sich ꝛe. 49 4 Dis Seele ruht in Jesu Armen, der Leib schläft sanft im Erden⸗ schoß; nun kann sich Herz an Herz erwarmen; die Ruh ist unaussprechlich groß, die sie nach wenig Kampfesstun⸗ den bei ihrem holden Freund gefunden; sie schwimmt im stillen Friedensmeer. Gott hat die Thränen abgewischet, ihr Geist wird durch und durch erfrischet, des Herren Glanz ist um sie her. 2. Sie ist nun aller Not entnommen, ihr Schmerz und Seufzen ist dahin; sie ist zur Freudenkrone kommen, sie steht als Braut und Kö⸗ nigin im Golde ewger Herr⸗ lichkeiten dem großen König an der Seiten; sie sieht sein klares Angesicht. Sein freu⸗ denvolles lieblich Wesen macht sie nun durch und durch genesen; sie ist ein Licht im großen Licht. 3. Sie jauchzt dem Sterb⸗ lichen entgegen: Ja, ja, nun ist mir ewig wohl! Ich bin durch meines Mittlers Segen des Lebens, Lichts und Freu⸗ den volll Mein schönes Erb⸗ teil ist mir worden; viel tausend aus der Selgen Orten bewundern jauchzend meine Pracht. Man kann in allen Himmelschören gleichwie mit Donnerstim⸗ men hören: der Herr hat alles wohl gemacht. 4. Ja wohl gemacht durchs ganze Leben, recht wohl in meiner Todespein! Sein mütterliches Tragen, Heben bracht mich heraus, hindurch, hinein: heraus aus dieser Erde Lüsten, hindurch durch die Versuchungswüsten, hin⸗ ein ins schönste Kanaan. Da darf ich auf den grünen Auen den Helden, der mich führte, schauen, der große Ding an mir gethan. 5. Nun kann das Kind den Vater sehen, es fühlt den sanften Liebestrieb; nun kann es Jesu Wort verstehen: er 3⁴4⁴4 er selbst, der Vater, hat mich lieb! Ein unergründlich Meer des Guten, ein Abgrund ewger Segensfluten entdeckt sich dem verklärten Geist; er schauet Gott von Ange⸗ sichte und weiß, was Gottes Erb im Lichte und ein Mit⸗ erbe Christi heißt. 6. Der matte Leib ruht in der Erden, er schläft, bis Christus ihn erweckt, dann wird der Staub zur Sonne werden, den jetzt die finstre Gruft bedeckt; dann werden wir mit allen Frommen, wer weiß, wie bald, zusam⸗ menkommen und bei dem Herrn sein allezeit; dann werden wir ihn ewig sehen. Wie wohl, wie wohl wird uns geschehen! Herr Jesu, komm, mach uns bereit! J. B. E. Allendorf. 4 1773. Mel. Zu dir erhebt sich ꝛc. 495 E ist noch eine Ruh vorhanden; auf, müdes Herz, und werde Licht! Du seufzest hier in deinen Banden und deine Sonne scheinet nicht. Sieh auf das Lamm, das dich mit Freuden dort wird vor seinem Stuhle weiden; wirf hin die Last und eil herzu! Bald ist der heiße Kampf eendet, bald, bald der saure Lauf vollendet; so gehst du ein zu deiner Ruh! Die letzten Dinge. 2. Die Ruhe hat Gott auserkoren, die Ruhe, die kein Ende nimmt; es hat, da noch kein Mensch geboren, die Liebe sie uns schon be⸗ stimmt. Der gute Hirte wollte sterben, uns diese Ruhe zu erwerben; er ruft, er locket weit und breit: Ihr müden Seelen und ihr Frommen, versäumet nicht, heut einzukommen zu meiner Ruhe Lieblichkeit! M 3. So kommet denn, ihr matten Seelen, die manche Last und Bürde drückt; eilt, eilt aus euren Kummerhöh⸗ len, geht nicht mehr müde und gebückt. Ihr habt des Tages Last getragen, dafür läßt euch der Heiland sagen: Ich selbst will eure Ruhstatt sein! Ihr seid sein Voll, gezeugt von oben; ob Sünde, Welt und Hölle toben, seid nur getrost und gehet ein! 4. Da wird man Freuden⸗ garben bringen, denn unsre Thränensaat ist aus. O, welch ein Jubel wird er⸗ klingen und süßer Ton im Vaterhaus! Schmerz, Seuf⸗ zen, Leid wird ferne weichen, es wird kein Tod uns mehr erreichen, wir werden den Erlöser sehn; die Thräne wird vom Aug er wischen, sein Lebensstrom wird uns erfrischen. Wer weiß, was sonst noch soll geschehn! SE Sae e Gott „ die hat, boren, nbe⸗ Hirte diese ruft, breit: id ihr nicht, neiner n, ihr nanche eilt, erhöh⸗ müde bt des dafür sagen: uhstatt Voll, Sünde, „ seid einl euden⸗ unsre 3. Y, rd er⸗ on im Seuf⸗ eichen, mehr n den Thräne ischen, d uns „ was ni! ewig sorgenlos. Gericht und Ewigkeit. 5. Kein Durst, noch Hunger wird uns schwächen, denn die Erquickungszeit ist da; die Sonne wird uns nicht mehr stechen; der Herr ist seinem Volke nah. Er selbst will über ihnen wohnen und ihre Treue wohl belohnen mit Licht und Trost, mit Ehr und Preis. Es werden die Gebeine grünen, der große Sabbath ist erschienen, da man von keiner Arbeit weiß. 6. Da ruhen wir und sind in Frieden und leben Ach, fasset dieses Wort, ihr Müden! Legt euch dem Heiland in den Schoß! Ach, Flügel her! Wir müssen eilen und uns nicht länger hier ver⸗ weilen, dort wartet schon die frohe Schar. Jabu fort, mein Geist, zum Jubilieren, auf, gürte dich zum Trium⸗ phieren! Auf, auf, es kommt das Ruhejahr! J. S. Kunth, 4 1779. Mel. Wie schön leuchtet der Morgen⸗ t stern ꝛc. 496 ein Geist, o Gott, wird ganz entzückt, wenn er hinauf gen Himmel blickt, dahin dein Rat uns leitet; wo deine milde Vaterhand aus neuen Wundern wird erkannt, die du daselbst verbreitet. Mächtig fühl ich mich er⸗ hoben, dich zu loben, der 3⁴⁵ zum Leben, das dort ist, mich will erheben. 2. Was sind die Freuden dieser Zeit, Herr, gegen jene Herrlichkeit, die dort bei dir zu finden? Du stellst uns hier auf Erden zwar viel Wunder deiner Güte dar, zum fröhlichen Empfinden; doch hier sind wir bei den Freuden noch mit Leiden stets umgeben; dort nur ist voll⸗ kommnes Leben. 3. Kein Tod ist da mehr und kein Grab; dort wischest du die Thränen ab von deiner Kinder Wangen. Da ist kein Leid mehr, kein Ge⸗ schrei; denn du, o Herr, machst alles neu, das Alte ist vergangen; hinfort sind dort von gerechten Gottes⸗ knechten keine Plagen mehr zur Prüfung zu ertragen. In unsres Gottes Heiligtum schallt seines Namens hoher Ruhm von lauter frohen Zungen. Hier strahlt die Herrlichkeit des Herrn; hier schaut man sie nicht mehr von fern, hier wird sie neu besungen. Völlig giebt sich, sie zu trösten, den Erlösten zu erkennen der, den sie schon Vater nennen. Vor seinem Antlitz wandeln sie, auf ewig frei von aller Müh, und schmecken seine Güte. Hier stört den Frieden ihrer Brust und ihre tausendfache Lust kein feind⸗ liches liches Gemüte; kein Neid, kein Streit hemmt die Triebe reiner Liebe unter Seelen, die hinfüro nicht mehr fehlen. 6. Gott, welche Schar ist dort vereint! Die Frommen, die ich hier beweint, die find ich ewig wieder. Dort sam⸗ melt deine Vaterhand, die deine Liebe hier verband, Herr, alle deine Glieder. Ewig werd ich, frei von Mängeln, selbst mit Engeln Freundschaft pflegen; o ein Umgang voller Segen! 7. Wo ist mein Freund, des Höchsten Sohn, der mich geliebt? Wo glänzt sein Thron? In jenen Himmels⸗ höhen, da werd ich dich, Herr Jesu Christ, so menschen⸗ freundlich als du bist, auch mit Entzücken sehen; da wird, mein Hirt, von den Freuden nichts mich scheiden, die du droben deinen Freunden auf⸗ gehoben. 1104 8. Wie herrlich ist die neue Welt, die Gott den Frommen vorbehält! Kein Mensch kann sie erwerben. O Jesu, Herr der Herrlich⸗ keit, du hast die Stätt auch mir bereit; hilf sie mir auch ererben! Laß mich eifrig darnach streben und so leben auf der Erde, daß ich dort dein Erbe werde. J. S. Diterich, T 1797 inach Ahasverus Fritsch, 1 170¹. Die letzten Dinge. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit ꝛc. ist der T 497 S5en G de stimmt, da, wer auf Erden, wandelt, sein Los aus Gottes Händen nimmt, nachdem er hier gehandelt. Er kommt, er kommt des Menschen Sohn: er kommt und Wolken sind sein Thron, der Erde Kreis zu richten. 2. Hier an dem Rand der Ewigkeit, versammeln sich die Scharen, die seit dem ersten Tag der Zeit der Erde Bürger waren, nur dem Allwissenden bekannt, unzählbar, wie des Meeres Sand; hier stehn sie vor dem Richter. 3. Hier muß der falsche Wahn der Welt der Wahr⸗ heit unterliegen. Hier, wo das Recht die Wage hält, wird keine Sünde siegen. Hier ist zur Buße nicht mehr Beut hier gilt nicht mehr etrug und List, hier gilt kein falscher Zeuge. ö 4. Der Richter spricht; der Himmel schweigt, und alle Völker hören erwartungsvoll und tief gebeugt: Kommt, erbt das Reich der Ehren! So spricht er zu der frommen Schar; zu der, die ihm nicht folgsam war: Hinweg von mir, Verbrecher! 5. Sie gehn verzweifelnd, jammern, flehn: Stürzt über uns Gericht und Ewigkeit. uns zusammen, ihr Welten, fallt, daß wir vergehn, die wir uns selbst verdammen! Die Frommen aber stehn im Licht des Friedens, und ihr Angesicht strahlt seliges Entzücken. 6. Frohlockend ziehn sie in das Reich, das Gott für sie bereitet, wo er sie, seinen Engeln gleich, von Licht zu Lichte leitet. Das Stück werk wird Vollkommenheit; kein Kummer, keine Trau⸗ rigkeit stört ihre selgen Freuden. 7. Mein Heiland, laß mich dein Gericht oft und mit Ernst bedenken! Es stärke mich mit Zuversicht, so oft mich Leiden kränken! Es reize mich, gewissenhaft und, eingedenk der Rechen⸗ schaft, nach deinem Wort zu wandeln. s Diterich, 4 1797. Mel. Wachet auf, ruft uns ꝛc. 498 Selig sind des Himmels Er⸗ ben, die Toten, die im Herren sterben, zur Aufer⸗ stehung eingeweiht! Nach den letzten Augenblicken des Todesschlummers folgt Ent⸗ zücken, folgt Wonne und Un⸗ sterblichkeitl Im Frieden ruhen sie, frei von der Erde Müh, Hosianna! Vor Gottes Thron zu seinem Sohn be⸗ gleiten ihre Werke sie. 347 2. Dank, Anbetung, Preis und CEhre, Macht, Weisheit ewig, ewig Ehre sei dir, Ver⸗ söhner Jesu Christ! Ihr, der Überwinder Chöre, bringt Dank, Anbetung, Preis und Ehre dem Lamme, das geopfert ist! Er sank wie wir ins Grab, wischt unsre Thränen ab, alle Thrä⸗ nen! Er hats vollbracht! Nicht Tag, nicht Nacht wird an des Lammes Throne sein. 3. Nicht der Mond, nicht mehr die Sonne scheint uns alsdann; er ist uns Sonne, der Sohn, die Herrlichkeit des Herrn. Heil, nach dem wir weinend rangen, nun bist du, Heil, uns aufge⸗ gangen, nicht mehr im Dunkeln, nicht von fern Nun weinen wir nicht mehr; das Alte ist nicht mehr. Hallelus Er sank hinab, wie wir, ins Grab; er ging zu Gott, wir folgen ihm. F. G. Klopflock, 1803. Mel. Nun preiset alle ꝛc. 499 nach hab von ferne, Herr, deinen Thron erblickt, und hätte gerne mein Herz vorausge⸗ schickt und hätte gern mein müdes Leben, Schöpfer der Geister, dir hingegeben! 2. Das war so prächtig, was ich im Geist gesehn! 23 Du 34⁴8 Die letzten Dinge. Du bist allmächtig: drum ist dein Licht so schön! Könnt ich an diesen hellen Thronen doch schon von heute an ewig wohnen! 3. Nur bin ich sündig, der Erde noch geneigt; das hat mir bündig dein heilger Geist gezeigt; ich bin noch nicht genug gereinigt, noch nicht ganz innig mit dir vereinigt. ½ 4. Doch bin ich fröhlich, daß mich kein Bann er⸗ schreckt; ich bin schon selig, seitdem ich das entdeckt. ch will mich noch im eiden üben und dich zeit⸗ lebens inbrünstig lieben.) 5. Ich bin zufrieden, daß ich die Stadt gesehn, und ohn Ermüden will ich ihr näher gehn und ihre hellen, goldnen Gassen lebenslang nicht aus den Augen lassen.:, J. Timoth. Hermes, 1 1821. 500 ir werden bei dem Herrn sein allezeit! Du Heimatland in fremden Pilgerthalen! Tiefdunkel ist die ernste Ewigkeit,— doch wie durch Nachtgewölk des Mondes Strahlen, glänzt der Verheißung Licht durch Todesleid: wir werden bei dem Herrn sein allezeit! 2. Bei ihm daheim! In seiner Liebe ruht die Seele aus von ihrer Irrfahrt Schmerzen. Der langen Sehnsucht Ziel, das höchste Gut, der Herzen Heimat ist in seinem Herzen; er ging voran, die Stätte steht bereit: wir werden bei dem Herrn sein allezeit! 3. Bei ihm versammeltl Seinem Salem geht die Wall⸗ fahrt zu. Wie oft in guten Stunden, wenn seiner Nähe Odem uns umweht, hat es sein Volk vor ihm vereint empfunden; das ist die Fülle aller Seligkeit: wir werden bei dem Herrn sein allezeit! 4. Hier trennt die Welt; was heut sich liebend fand, sehnt morgen sich nach Blick und Wort vergebens; es drängt sich zwischen Seelen Meer und Land, und starrer noch das Machtgebot des Lebens. Der Himmel sam⸗ melt, was die Welt zer⸗ streut; wir werden bei dem Hern sein allezeit! 0 5. Und waren wir hier jemals ganz vereint? Ach, nur das Reine eint sich mit. dem Reinen! Die Schuld, die täglich noch, das Herz beweint, sie scheidet es von den geliebten Seinen. Der Fürst des Friedens tilgt, was uns entzweit; wir werden bei dem Herrn sein allezeit! 5 fahrt ingen öchste eimat 3. er steht dem meltl Wall⸗ guten Nähe at es Anhang. 6. Wir irren alle, sind erlöst noch nicht von alter Sinnverwirrung schweren Banden; die Sprache, die ein Kind des Hauses spricht, wird von dem andern Kinde nicht verstanden. Das Wort des Vaters löst der Rede Streit: wir werden bei dem Herrn sein alle⸗ zeit. 349 7. Du Gotteswort, dem froh der Glaube traut, wohl magst du allen Erdenjammer stillen, das finstre Thal, vor dem der Seele graut, mit Morgenrot und heilgem Frieden füllen! O Heimat⸗ licht aus dunkler Ewigkeit: wir werden bei dem Herrn sein allezeit! Meta Heußer⸗Schweizer, 14 1876 An h Hen acht auf mich in aller Not, o großer Gott, Herr aller Herren, wann Satans Wut, die Höllenrott den Rachen gegen mich auf⸗ sperren, wann sie mich suchen zu verschlingen und in die höchste Not zu bringen, so bitt ich dich herzinniglich, mein Vater, so hab acht auf mich. 2. Hab acht auf mich; wann mich die Sünd will von dem höchsten Gut ab⸗ wenden, so halte mich, Herr, als dein Kind mit deinen treuen Vaterhänden; bleib du mir stets in dem Ge⸗ danken, laß mich von deinem Wort nicht wanken; wann Sünden in mir regen sich, mein Vater, so hab acht auf mich. aen g. 3. Hab acht auf mich, wanns gehet wohl; wann mir die Glückessonn will scheinen, die meine Seel macht freudenvoll, daß sie nichts wissen mag von Weinen, daß ich dem blinden Glück nicht traue, vielmehr auf deine Güte schaue, weil oft das Glücksrad wendet sich: mein Vater, so hab acht auf mich. 4. Hab acht auf mich und steh mir bei, wann mir das Unglück braust entgegen, daß ich nicht zu verzaget sei und weichen mög von deinen Wegen, die mir zu wandeln sind befohlen; und wann mir auch des Kreuzes Kohlen mein Herze brennen bitterlich, mein Vater, so hab acht auf mich. 23* 350 5. Hab acht auf mich, wann ich gesund, wann ich empfinde keine Schmerzen, wann keine Klag in meinem Mund noch Trauern ist in meinem Herzen; damit ich bei gesundem Leibe dir dank⸗ bar und gehorsam bleibe; auf daß ich nie vergesse dich, mein Vater, so hab acht auf mich. 6. Hab acht auf mich, auch wann ich krank, wann die Gesundheit will ver⸗ schwinden, daß ich geduldig und mit Dank annehme die Arznei der Sünden; laß mich nicht ungeduldig wer⸗ den und denke, daß ich Staub und Erden; auch wann die Schmerzen mehren sich, mein Vater, so hab acht auf mich. Anhang. 7 Hab endlich dann auch acht auf mich, wann ich der Welt Valet soll geben, daß ich im Glauben halte dich, bis ich komm in ein ander Leben, da mir das frohe Glaubensende erteilen wer⸗ den deine Hände; daß ich bei dir leb ewiglich, mein Vater, so hab acht auf mich. 8. Ach, laß mich doch nicht aus der Acht, wann uns dein jüngster Tag er⸗ scheinet, der Tag, da vor Gericht wird bracht auch das, so man hier nicht gemeinet; laß mich zu deiner Rechten stehn und zu des Lammes Hochzeit gehn; mein Jesu, dann hab acht auf mich, so will ich ewig preisen dich . L. Schlosler, 1 1723. — Gebete zur häuslichen Andacht. I. Allgemeine Gebete. 1. Psalm 67. Gott sei uns gnädig und segne uns; er lasse uns sein Antlitz leuchten, daß wir auf Erden erkennen seinen Weg, unter allen Heiden sein Heil. Es danken dir, Gott, die Bölker; es danken dir alle Völker. Die Völker freuen sich und jauchzen, daß du die Leute recht richtest und regierest die Leute auf Erden. Es danken dir, Gott, die Völker, es danken dir alle Völker. Das Land giebt sein Gewächs; es segne uns Gott, unser Gott. Es segne uns Gott, und alle Welt fürchte ihn! Amen. 2. Vitte um die Gabe des Gebets. Herr, höre meine Worte, merke auf meine Rede, ver⸗ nimm mein Schreien, mein König und mein Gott, denn ich will vor dir beten. Ps. 5, I. 2. Gnädiger, liebreicher Vater! Du hast mir befohlen zu beten, und dein lieber Sohn hat es mich gelehrt; dein heiliger Geist erinnert mich oft in meinem Herzen des Gebets. Ich weiß auch, daß meine vollkommenen Gaben von dir, Vater des Lichtes, kommen müssen, und daß kein wahres beständiges Gut, keine Hilfe und kein rechter Trost ohne Gebet erlangt werden können. Dennoch bin 2 Allgemeine Gebete. ich so lässig und träge zum Gebet und rechne mehr auf meine Arbeit und Klugheit, als auf deine Hilfe und Gnade. Ach, vergieb mir diese Sicherheit und Thorheit! Wende von mir die Strafe, womit du den Verächtern deiner Gnade drohest, und gieb mir den Geist der Gnade und des Gebets. Laß mich deine tröstliche Verheißung bedenken: daß selig werden soll, wer deinen Namen an⸗ ruft; daß du antworten willst, wenn wir zu dir reden; daß du nahe bist denen, die dich anrufen. Entzünde mein Herz mit inniger Andacht, damit mein Gebet dir angenehm sei. Erfreue mein Gemüt mit dem Lichte deiner Gnade und reinige meine Lippen durch das Feuer deines Geistes. Erhöre mein Gebet und laß es dir wohlgefallen, wenn ich meine Hände zu dir auf⸗ hebe. Erwecke in mir einen heiligen Durst nach deiner Gnade und laß mich deine Herrlichkeit im Glauben sehen, wenn mein eignes Elend mich niederbeugt und meine Augen mit Thränen füllt. Ach, Herr, der du die Herzen kennst, du weißt, wie unbeständig menschliche Gemüter sind, viel beweglicher als die Welle vom Winde. Befestige selbst meine Seele und nimm von mir den zerstreuten Sinn, daß ich nicht durch mancherlei Gedanken hin und her bewegt werde. Regiere du das Schifflein meines Herzens mit dem Hauche deines Geistes und bezwinge den Sturm, daß es ruhig in mir werde, um dich ohne Hindernisse anzuschauen und in himmlischer Stille mit dir vereinigt zu bleiben. Führe mich in die Einsamkeit, wo ich die Welt vergesse und du dich mir offenbarst. Erneure mir Herz und Sinn und entferne alles, was die Liebe zu dir hindert, jegliche Neigung des sündigen Willens und des Unglaubens. Laß mein Gemüt eine Wohnung deines heiligen Geistes sein, daß ich dich anrufe, dich lobe und dir danke und damit ein Zeugnis meiner Kindschaft bei dir empfange. Erfülle mich mit Liebe, Trost und Stärke; gieb mir den Frieden, der von dir kommt, die Andacht, die dich über⸗ all sucht und findet, und die Freude, die nie von mir kann genommen werden. Laß mich mit dir, mein Vater/ und mit deinem Sohne, als meinem Herrn und Haupte, durch die Wirkung deines Geistes immer mehr vereinigt werden, und mache mich zu einem lebendigen Gliede der einer ehen, neine wie licher Seele nicht Herde. auche ruhig und Führe id du und gliche bens. deistes und fange. rden über⸗ mir Bater/ aupte, einigt de der Allgemeine Gebete. 3 Gemeinde auf Erden und im Himmel, die deinen Willen thut und dich mit gläubiger Zuversicht der Erhörung im Namen Jesu Christi anruft. Lied Nr. 301: Gott ist gegenwärtig. 3. Allgemeine Fürbitte. 10 655 5 Gebet, darum kommt alles Fleisch zu dir. Herr Gott, dreieiniger Gott, du hast in deinem heiligen Worte uns geboken, daß wir für einander beten sollen. Darum unterwinden wir uns, mit dir zu reden und dir unseres Herzens Anliegen vorzutragen. Du wollest unser Flehen nicht verwerfen, sondern gnädiglich annehmen und erhören. Wir bitten dich, du getreuer Gott und Heiland, für deine Kirche; erhalte, schütze, regiere und führe sie; schenke ihr allezeit treue Hirten und Lehrer und salbe dieselben mit deinem Geiste und segne die Arbeit; wehre allen Feinden, dämpfe alle Irrlehren, bewahre deine Gemeinde vor Argernis und Spaltung und laß die Ehre deines heiligen Namens in der Welt immer mehr ausgebreitet werden. Erleuchte die Irrenden, bekehre die Gottlosen, habe Langmut mit uns armen Sündern, vergieb den Bußfertigen und züchtige die losen Verächter zu ihrem Heil. Erbarme dich aller Heiden und segne die Boten des Friedens, welche du zu ihnen sendest, daß sie dir ein großes Volk gewinnen und dein Name an allen Enden der Erde geheiligt werde. Segne die christlichen Schulen, alle Lehrer und die liebe Jugend, damit dieselbe aufwachse in wahrhaftiger Gottesfurcht und rechtschaffenem Glauben. Nimm in deine gnädige Obhut alle Anstalten, die zur Förderung deines Reiches und zur Ausbreitung deines Evangeliums dienen, und erfülle mit deinem Geiste alle, die daran arbeiten. Beschütze auch, du starker, allmächtiger Gott, unser Regiment und gemeines Wesen und gieb allen Fürsten und Obrigkeiten rechte Weisheit und Gottseligkeit. Hilf, daß sie deiner Kirche, des ganzen Vaterlandes und aller Unterthanen sich treulich annehmen, und segne ihr Thun reichlich. Insbesondere befehlen wir in deine Gnadenhand 4 Allgemeine Gebete. den deutschen Kaiser und unsern Großherzog samt dem ganzen Großherzoglichen Hause. Pflanze in die Herzen aller Gewaltigen Gedanken des Friedens; gieb allen Räten heilsame Ratschläge; verleihe allen Richtern Gerechtigkeit, allen Beamten Barmherzigkeit, auf daß bei uns und überall das Böse bestraft, das Gute belohnt, dem Übel gesteuert und, was löblich ist, erhalten und gefördert werde. Sei mit allem Volke, daß es die Obrigkeit liebe, ihre Herrschaft ehre und den Gesetzen folge. Segne einen jeden in seinem Stande und Berufe; walte gnädig über unserer Gemeinde und unserem ganzen Vaterlande. Segne auch den Hausstand und verleihe allen Hausvätern und Hausmüttern Frieden in ihrer Ehe, Glück in ihrer Nahrung und ihrem Gewerbe und Freude an ihren Kindern. Den Kindern gieb willigen Gehorsam, kindliche Furcht, rechtschaffne Demut und Ehrerbietung und laß allen Segen ihrer Eltern reichlich an ihnen erfüllt werden. Beschere allen Hausherren und Hausfrauen gute Dienst⸗ boten; allem Gesinde aber verleihe herzliche Liebe und Gehorsam, Treue und Reblichkeit. 146 Laß dir, o Herr, alle Menschen befohlen sein und gieb einem jeden, was er bedarf. Insbesondere erbarme dich aller Armen und Elenden; tröste alle Traurigen und Betrübten; nimm dich der Kranken an; bekehre alle Ver⸗ brecher und erlöse alle unschuldig Gefangenen. Versorge die Witwen und Waisen, trage die Alten, stärke und tröste die Sterbenden. Sei gnädig allen, die uns feind sind, und mache sie uns freundlich gesinnt. Halte in deiner Gnade alle, die sich unserem Gebet befohlen haben und die du gar wohl kennst.(Insbesondere bitten wir dich für u. s. w. Hier sind etwaige besondere Fürbitten einzuschalten) Zuletzt aber laß dir, lieber Gott, noch besonders befohlen sein alle unsere Ange⸗ hörigen in der Nähe und in der Ferne: behüte sie vor allem Übel, gieb ihnen alles Gute und regiere sie mit deinem heiligen Geiste. Sei mit ihnen und uns allen heute und alle Tage, und hilf uns endlich, wenn unser Stündlein kommt, aus zum ewigen Leben. Amen. Lied Nr. 304: Herr, höre! Herr, erhöre! E E S Allgemeine Gebete. 5 4. Cuthers Morgensegen. Wenn ich mich zu Bette lege, so denke ich an dich; wenn ich erwache, so rede ich von dir. Pf. 63, 7. Das walte Gott Vater, Sohu und heilger Geist! Amen. Ich danke dir, mein lieber himmlischer Vater, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, daß du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte dich, du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, auf daß dir all mein Thun und Leben gefalle. Ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen. Lied Nr. 291: Vater unser im Himmelreich. 5. Cuthers Abendsegen. Herr, ich gedenke des Nachts an deinen Namen. Ps. 119, 55. 4 Das walte Gott Vater, Sohn und heilger Geist! men. Ich danke dir, mein lieber himmlischer Vater, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, daß du mich diesen Tag so gnädiglich behütet hast; und bitte dich, du wollest mir vergeben alle meine Sünden, wo ich Unrecht gethan und dich beleidigt habe, und mich diese Nacht auch so gnädiglich behüten. Ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen. Lied Nr. 386: Hinunter ist der Sonnenschein. II. Morgen⸗ und Abendgebete auf die Tage der Woche. 6. Morgengebet am Sonntage. Eins bitte ich vom Herrn, das hätte ich gern, daß ich im Hause des Herrn, bleiben möge mein Leben lang, zu schauen die schönen Gottesdienste des Herrn und seinen Tempel zu besuchen. Ps. 27, 4 6 Morgen⸗ und Abendgebete. Vater des Lichts, der du das natürliche Licht dieser Welt uns scheinen lässest, sende doch auch heute und alle Zeit das wahrhaftige Licht, Jesum Christum, in unsere Herzen und lasse ihn darin leuchten und alle Finsternis vertreiben, damit wir dich, ewger Gott, in deinem lieben Sohne erkennen und liebgewinnen mögen. Siehe, wir sind durch die Sünde in der Finsternis der Eitelkeit dieser Welt gefangen: darum lehre uns selber durch deinen heiligen Geist aus deinem Worte, wie wir uns zu dir bekehren und dir im Glauben gehorsam werden können. Lieber himmlischer Vater, wir danken dir im Namen Jesu Christi, daß du uns in der vergangnen Nacht vor jedem Unfall so väterlich bewahrt und gesund zu diesem Tag hast kommen lassen O getreue Liebe, laß doch mit der vergangnen Nacht auch das Gedächtnis unserer Sünden vor deinem Ange⸗ sicht vergangen sein. Und weil heute der Tag der Auf⸗ erstehung deines Sohnes ist, so erwecke uns vom Schlaf. der Thorheit und Trägheit unserer Herzen zu einem neuen Leben in dir. Vater des Lichts und Geber aller guten und vollkommnen Gaben, gönne uns heute dein heiliges Wort und laß es unseres Herzens höchste Freude und Wonne sein. Lehre uns durch dasselbige den alten Menschen aus⸗ und den neuen anziehen, der nach dir ge⸗ schaffen ist in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit. Gieb uns zu diesem Ende reichlich die Gabe deines heiligen Geistes, daß wir schnell und aufmerksam seien am heutigen Tage, dein köstliches Wort zu hören, langsam aber zu reden allerlei eitle Dinge und faule Geschwätze, die nicht zur Besserung dienen und nicht holdselig sind zu hören Stärke uns, alles zu meiden, was deinen heiligen Tag entheiligt, und schenke uns sehende Augen, hörende Ohren, verständige Herzen, zu merken, wo es uns fehlt. Pflanze dein Wort selbst in uns, daß es unsre Seelen selig mache. Gieb auch allen denen, die hier und an anderen Orten der ganzen Christenheit heute dein Wort verkündigen, die Gabe des heiligen Geistes, daß sie deine und nicht ihre Worte predigen, und daß sie solches thun mit fröhlichem Aufthun ihres Mundes zum Heile derer, die sie hören. Ja komme selbst mit deinem heiligen Geiste zu uns und halte deinen Sabbath und Feiertag in unsern Seelen hieser alle nsere ernis leuen zuten liges und alten ge⸗ Morgen⸗ und Abendgebete. 7 Laß unser Herz deinen Tempel sein, in welchem dein Geist durch wahren Glauben das Verdienst deines Sohnes uns zueigne, uns in rechter Liebe gegen dich entzünde, zu dankbarem Gehorsam führe, und wir also einen dir gefälligen Gottesdienst alle Tage verrichten. Führe uns aus Glauben in Glauben, aus Liebe in Liebe, aus Kraft in Kraft, aus Leben in Leben, aus Licht in Licht, bis an das Endel unserer Wallfahrt; bis wir würdig werden, jene Welt zu erlangen und den ewigen Sabbath mit dem Volke Gottes in den sicheren Wohnungen des Friedens zu feiern; dann wollen wir dich für alle deine Liebe und deine Wohlthaten herzlich lieben, loben und preisen ewig⸗ lich, durch Jesum Christum unsern Herrn. Amen. Lied Nr. 3: Licht vom Licht, erleuchte mich. 7. Abendgebet am Sonntage. Das ist ein köstlich Ding, dem Herrn danken und lobsingen deinen Namen, du Höchster, des Morgens deine Gnade und des Nachts deine Wahrheit verkündigen. Pf. 92, 2, 3. ö Herr, allmächtiger Gott und himmlischer Vater, wir danken dir von Grund unserer Herzen für deine Güte und Wohlthat, die du uns an diesem heiligen Tag so väterlich erzeigt hast. Insbesondere sagen wir dir Lob und Dank für dein göttliches Wort, welches du uns auch heute hast verkündigen lassen, und bitten dich, du wollest uns solches allezeit rein und lauter erhalten, auch dasselbe immer weiter ausbreiten und deine Kirche mehren und gnädiglich schützen und bewahren. Wir bitten dich auch, du treuer Gott, als deine lieben Kinder, du wollest uns bei deinem allein seligmachenden Wort bis an unser letztes Seufzen erhalten und unsere Herzen mit deinem heiligen Geist erleuchten, daß wir mögen erkennen, was gut und böse ist. Du wollest auch alle Sünden, die wir heute wissentlich oder unwissentlich gethan haben, auch die ver⸗ borgenen Fehler, durch deine Barmherzigkeit uns vergeben, und in der kommenden Nacht uns eine christliche Ruhe ver⸗ leihen, daß wir frisch und gesund zu deinem Lobe morgen wieder aufstehn. Hilf endlich, lieber Vater, daß wir durch deine Gnade ein neues, dir wohlgefälliges Leben anfangen 8 Morgen⸗ und Abendgebete. zu unserer Seelen Seligkeit, in Christo Jesu, deinem lieben Sohn, unserem einigen Helfer. Amen. Lied Nr. 151: Ach bleib bei uns, Herr Jesu Christ. 8. Morgengebet am Montag. Der Herr, unser Gott, sei uns freundlich und fördere das Werk unserer Hände bei uns; ja das Werk unserer Hände wolle er fördern. Pf. 90, 14. O Herr! Durch deine Güte fangen wir mit diesem Morgen unsere Wochenarbeit von neuem an. Laß des⸗ halb deine ewige Liebe und Treue, die uns mit deinem Segen bisher überschüttet hat, auch heute uns abermals aufgehen. Wer sind wir, o Gott, daß du uns bis hier⸗ her gebracht hast? Wir sind allzumal Sünder und mangeln des Ruhms, den wir an dir haben sollten. Ach, so ge⸗ denke denn auch heute unser nach deiner großen Barm⸗ herzigkeit und nach deiner Verheißung, daß alle, die an deinen Sohn glauben und nach diesem Glauben leben, nicht sollen verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Verlaß uns nicht und ziehe deine Hand nicht von uns ab, Gott unser Heil! Lehre uns heute und die ganze Woche thun nach deinem Wohlgefallen; dein guter Geist führe uns auf ebener Bahn. Wir wissen nicht, was uns in dieser angefangenen Woche begegnen kann. Ach, be⸗ hüte uns vor allem ÜUbel, behüte unsre Seele und unseren Leib, unseren Eingang und Ausgang. Wehre allem Bösen, welches uns das Ziel unseres Christenlaufs verrücken könnte. Laß uns aufsehen auf Jesum, den Anfänger und Vollender unseres Glaubens, damit alles, was wir thun, in dir gethan sei! Gieb zu unserer Arbeit dem Leibe Kraft und Gesundheit, dem Gemüte Ruhe und Zufriedenheit und erhalte uns den Segen, den du seither uns hast zufließen lassen. Ernähre, versorge, be⸗ schühe uns. Gieb uns Weisheit, unsere Zeit wohl anzu⸗ wenden. Legest du uns eine Last auf, so hilf sie uns auch tragen, und laß uns allezeit erfahren, daß du ein Gott seiest, der uns von allem Ubel erlösen will. Sei mit uns und zeige uns dein Heil. Und wie alles auf dich wartet, so segne auch heute und in dieser Woche alle dir wohlgefällige Arbeit und gieb, daß ein jeder sich ——„‚„ sss— rdere nserer iesem des⸗ einem rmals hier⸗ mngeln so ge⸗ Zarm⸗ ie an leben, Leben Wehre nlaufs „den alles, Arbeit Ruhe en du e, be⸗ anzu⸗ e uns du ein .Sei auf he alle er sich Morgen⸗ und Abendgebete. 9 redlich nähre und mit gutem Gewissen vor dir wandle. Ja denke an uns und segne uns! Segne, die dich lieben, beide, Große und Kleine! Segne uns je mehr und mehr um deines lieben Sohnes Jesu Christi willen. Amen. Lied Nr. 365: Aus meines Herzens Grunde. 9. Abendgebet am Montag. Ich liege und schlafe ganz in Frieden: denn du allein, Herr, hilfst mir, daß ich sicher wohne. Ps. 4, 9. Ich lobe und preise deinen heiligen Namen, ewiger Gott, daß du mich erhört und mein Gebet nicht ver⸗ schmäht hast, das ich heute in der Morgenstunde vor dein heiliges Angesicht gebracht habe. Ich preise dich mit Herz und Mund nach dem Maße deiner Gnade, die du mir dazu darreichest, beides für die erkannten und unerkannten Wohlthaten, die ich heute wieder von dir empfangen habe. Ich preise dich auch für das Kreuz, welches du mir, als einem Jünger Jesu, täglich auflegst, um meine Seele von den Lüsten dieser Welt zu entwöhnen und zu dir zu ziehen. So nimm mich denn jetzt zur Ruh, lieber Vater! Ich lege mich in deine Arme, in gläubigem Ver⸗ trauen auf deine Gnade. Schließe du mir mit deiner segnenden Vaterhand die Augen zu und bleibe indessen vereinigt mit meinem Geiste. Behüte gnädiglich meinen Leib und meine Seele und alles, was du mir gegeben hast Behüte insbesondere auch alle meine Lieben und laß sie niemand aus deiner Hand reißen. Erbarme dich aller Menschen in der Welt, vornehmlich meiner Mitbrüder und Mitschwestern in Christo Jesu, und laß sie auch einer Frucht aus meinem armen Gebet teilhaftig werden.— An dem morgenden Tag aber öffne wieder meine Augen und erfülle meinen Mund auss neue mit deinem Lobe, damit ich solange dich preise und dir zur Ehre lebe, bis mein Abend dieses zeitlichen Lebens herankommt, du meinen Leib ins Grab zur Ruhe legst und mich aufweckst zum großen Freudentag deiner Kinder, da meine Sonne ewiglich nicht untergehen wird, sondern ich immerdar in Waͤhrheit und Klarheit vor dir leben werde! Amen. Lied Nr. 300: Ach, Gott, verlaß mich nicht. 10 Morgen⸗ und Abendgebete. 10. Morgengebet am Dienstag. Bei dir ist die lebendige Quelle und in deinem Licht sehen wir das Licht. Breite deine Güte aus über die, die dich kennen, und deine Gerechtigkeit über die Frommen. Pf. 36, 10. 11. ö O du allmächtiger Gott und Vater des Lichts, der du wohnest in einem Lichte, da niemand zukommen kann, der du aus der Finsternis den Morgen machst und die Sonne dem Tage zum Lichte giebst, dir bringe ich das⸗ frühe Dankopfer meines Mundes dar, weil du mich das Sonnenlicht nach der Finsternis wieder hast erblicken und den Tag gesund antreten lassen. Ach, Herr, laß mit dem Tageslicht mir und den Meinen, allen Christen und allen Menschen, meinen Freunden und denen, die mir feind sind, auch deine Gnade neu aufgehen Gieb allenthalben neues Licht, neue Freudigkeit, neues Leben und neue Seligkeit! Laß mein Glück und meine Wohlfahrt hervor⸗ brechen, wie die schöne Morgenröte, und wenn ich in Finsternis und Schatten des Todes wandle, so sei du mein Licht. O Herr Jesu Christe, du Sonne der Ge⸗ rechtigkeit, gehe auf mit deiner Gnade in meinem Herzen. Erleuchte, erwärme und erfreue dasselbe. Lehre mich denken an dein Gericht, bewahre mich vor den Werken der Finsternis, laß mich in deinem Lichte wandeln, dir⸗ folgen, immer frommer werden und dereinst gelangen zu Amen himmlischen Klarheit um deines Verdienstes willen. men. Lied Nr. 373: Hüter, wird die Nacht der Sünden. 11. Abendgebet am Dienstag. Gehe nicht ins Gericht mit deinem Knecht; denn vor dir ist kein Lebendiger gerecht. Ps. 143, 2. ö Herr, du Hüter JIsraels, der du weder schläfst noch schlummerst, gedenke unser und wache über uns mit deinem Vaterauge auch in dieser Nacht. Deine Hand decke alles, was da lebet! Erhöre in dieser Abendzeit, ö barm⸗ herziger Vater, aller frommen Christen Abbaruf. Schone nach deiner großen Güte derer, die heute wider dich ge⸗ sündigt haben. Laß niemand unter uns deiner Gerichte Morgen⸗ und Abendgebete. 11 vergessen und daß wir offenbar werden müssen vor dem Richterstuhl Christi, auf daß ein jeglicher empfange, nach dem er gehandelt hat bei Leibes Leben, es sei gut oder böse. Laß uns bedenken, daß wir sterben müssen, auf daß wir klug werden; denn es ist uns gesetzt einmal zu sterben und dann das Gericht!— Gieb, daß alle, die heute uneins miteinander geworden sind, die Sonne nicht über ihrem Zorn untergehen lassen,. Ach, erbarme dich auch derer, die ohne Andacht und Gebet sich niederlegen. Er⸗ quicke mit sanfter Ruhe alle Menschen, welche diesen Tag über müde geworden sind. Stärke die, welche aus Not auch in dieser Nacht arbeiten müssen. Hilf den Reisenden zurecht, die jetzt noch auf der Straße wallen. Schaffe denen ihr Unterkommen, welche heute keine Herberge fanden. Labe, die sich hungrig niederlegen müssen. Wache selbst über den Kranken, pflege der Kinder und Säuglinge, kürze die Zeit denen, die nicht schlafen können, und stehe mit deinem Trost allen Notleidenden bei, die heute eine elende Nacht haben werden.— Behüte unsre R Gemeinde in dieser Nacht vor Lärm und Aufruhr, vor Not und Gewalt, vor Feuers⸗ und Wassersgefahr, vor Mord und Totschlag, vor allem Schaden und Unglück. Hilf, daß alle, die für uns wachen, treulich auf ihrer Hut stehen, und erhalte einem jeden das Seine in Ruhe und Frieden, bis wir endlich aus der Finsternis dieser Welt kommen zu deinem ewigen Licht! Amen. Lied Nr. 296: O Gott, du frommer Gott. 12. Morgengebet am Mittwoch. Herr, lehre mich thun nach deinem Wohlgefallen, denn du bist mein Gott; dein guter Geist führe mich auf ebner Bahn. Ps. 143, 10. Lieber himmlischer Vater, durch deine Gnade bin ich wieder in die Mitte einer Woche eingetreten und preise dafür deinen heiligen Namen. Deine Güte ists, daß wir nicht gar aus sind, deine Barmherzigkeit hat noch kein Ende, sondern sie ist alle Morgen über uns neu, und deine Treue ist groß. So laß auch an diesem neuen Morgen und immerdar das rechte göttliche, geistliche und 12 Morgen⸗ und Abendgebete. himmlische Leben, das aus dir ist, durch den Geist der Gnade in mir neu werden, damit nicht ich lebe, sondern Christus in mir. Dir ergeb ich mich aufs neue, o Bater; mache mit mir, was dir wohlgefällt. Reinige, läutere und bewähre mich, daß ich ein rechtschaffener Christ sei; denn ich begehre keine Ehre, als deine Kindschaft, keinen Reichtum, als die Gerechtigkeit Christi, keine Freude, als die gnadenreiche Einwohnung deines heiligen Geistes. Für meine leibliche Notdurft wirst du wohl sorgen; denn du hast gesagt: ich will dich nicht verlaßen noch versäumen. Doch bewahre mich vor Müßiggang und laß mich arbeiten, nicht aus Geiz, sondern weil es dein Wille ist, und aus herzlicher Liebe gegen meinen Nächsten. Laß deine Barmherzigkeit sich ausbreiten über alle Menschen und deine Güte über alle deine Geschöpfe. Ge⸗ denke deiner Kinder, die dich kennen und in der Einigkeit des Geistes verbunden sind, als lebendige Glieder an ihrem hochgelobten Haupte, Jesu Christo Laß unser aller Gebet Ein Gebet sein vor dir durch Christum, in welchem du uns dir selbst angenehm gemacht hast. Sei du eine ewige Bergeltung denen, die mir Liebe beweisen. Meine Beleidiger siehe mit erbarmendem Auge an und vergieb ihnen, gleichwie ich ihnen von Herzen vergebe. Alle meine Anverwandten lege ich in deine Liebesarme. Kirchen und Schulen, Obrigkeiten und Unterthanen befehle ich dir, mein Gott. Ach, siehe an das Sündenelend in allen Ständen; mache dich auf und hilf uns, daß deine Ehre gerettet und des gottlosen Wesens ein Ende werde. Hilf den Armen und Elenden, die zu dir schreien. Herr, mein Gott, verschmähe mein Gebet nicht, sondern erhöre mich um Jesu Christi willen! Amen. Lied Nr. 111: Zeuch ein zu deinen Thoren. 13. Abendgebet am Mittwoch. Gott, erhöre mein Gebet und verbirg dich nicht vor meinem Flehen; merke auf mich und erhöre mich. Ps. 55, 1.2. Barmherziger Gott, lieber himmlischer Vater! Ich sage dir Lob und Dank für alles Gute, das du mir in meinem bisherigen Leben erwiesen hast, für allen Segen, cht vor 5,1.2 Och mir in Segen, Morgen⸗ und Abendgebete. 13 mit welchem du mich im Leiblichen, wie im Geistlichen gekrönt, für alle Hilfe und allen Beistand, den du mich immer wieder erfahren, und alle Rettungen, welche du mir ohne mein Verdienst und Würdigkeit hast zu teil werden lassen. Insbesondere danke ich dir von ganzem Herzen für deine Gnade und Wohlthat, die du mir, o Gott, an dem vergangenen Tage erzeigt, für die Freude, die du mir geschenkt, für den Schutz gegen alle Ubel des Leibes und der Seele, den du mir gewährt, und für die Langmut und Geduld, womit du meine Fehler getragen hast. Ich bin zu gering aller Barmherzigkeit und Treue, die du an mir gethan hast, und bitte dich mit herzlicher Reue um Vergebung alles Bösen, das ich begangen und womit ich bis heute und auch diesen Tag deine Gnade mißbraucht habe. Herr, gehe nicht ins Gericht mit mir, sondern erbarme dich mein, und laß deine Güte und Treue mich auch diese Nacht und ferner behüten. In deine Hand befehle ich meinen Leib und meine Seele, mein Gut und Vermögen, mein Wachen und Schlafen, mein Leben und Sterben. Decke mich mit deinem Schilde und bewahre mich vor allem Übel und vor aller Gefahr. Laß mich morgen wieder fröhlich erwachen, damit ich aufs neue dir die Opfer meines Dankes bringe und meinen Christenlauf zu deinem Preise fortsetze. Und wenn einst die Nacht auch für mich kommt, da niemand mehr wirken kann, dann reiche mir deine allmächtige Hand und nimm mich auf zu dir in dein himmlisches Reich! Amen. Lied Nr. 298: Sieh, hier bin ich, Ehrenkönig. 14. Morgengebel am Donnerstag. Herr, höre meine Worte, merke auf meine Rede, vernimm mein Schreien, mein König und mein Gott, denn ich will vor dir beten! Herr, frühe wollest du meine Stimme hören, frühe will ich mich zu dir schicken. Ps. 5, 2—4. O allmächtiger, starker und gewaltiger Gott, lieber himmlischer Vater, der du uns bis auf diese Stunde lebendig erhalten hast, wir kommen vor dein heiliges An⸗ gesicht an diesem Morgen und preisen dich 74 alle deine 14 Morgen⸗ und Abendgebete. Barmherzigkeit, die du wiederum in dieser Nacht an uns erwiesen hast. Du hast uns sicher ruhen lassen, unseren Leib und alle unsere Kräfte neu erquickt und uns fröhlich gemacht im Anschauen deines freundlichen Lichtes. Du, unser Gott und Herr, erforschest und kennest uns; du siehest auf unsere geheimsten Gedanken; wir aber müssen mit herzlichem Leid bekennen, daß wir nicht also vor dit wandeln, wie sichs gebührt, und des Ruhmes mangeln, ö den wir vor dir haben sollten. Wir sündigen oft und werden übereilt von unserm eignen Fleisch und Blut. Es ist uns leid, ja es ist uns leid, daß wir dich so oft versuchen. Ach, Vater, vergieb uns doch um deines Namens willen unsere Übertretungen! Gedenke der Fürbitte deines Sohnes, unseres gekreuzigten Heilands, und nimm uns wieder zu Gnaden an. Du bist ja unser Vater; von Ewigkeit her ist das dein Name. ein heiliger Geist re⸗ giere uns zu allem Guten. Siehe, o Herr, unseren Leib und unsere Seele und alles, was uns deine Gnadenhand gegeben hat, befehlen wir in deine treuen Vaterhände. Sei du unser und aller Menschen, die dich erkennen und fürchten, Licht und Heil. Sei mit uns in all unserem Thun; gieb, daß wir mit aller Treue warten des Berufes⸗ in den du uns gesetzt hast. Laß alles wohlgelingen; laß uns auch heute unser täglich Brot nach deiner Zusage von deiner Hand mit Danksagung empfangen. Ach, Herr, bewahre unsere Zunge und alle unsere Glieder vor dem Bösen. Laß uns diesen Tag in deiner Furcht zubringen, dir zur Ehre und uns zur Seligkeit, um Jesu Christi, unseres Heilands willen. Amen. 1 Lied Nr. 369: Wach auf, mein Herz, und singe. N 90 15. Abendgebet am Donnerstag. Behüte mich wie ein Augapfel im Auge; beschirmt mich unter dem Schatten deiner Flügel. Pf. 17, 8. un 4 00⁰ Lieber barmherziger Gott und Vater! Wir kommen vor dein Angesicht, um dir zu danken, daß du uns auch diesen Tag wieder durch deinen Schutz vor Schaden und Gefahr gnädiglich behütet hast. Wir sind nicht wert aller der Güte und Treue, die du auch heute wieder an ung — — —— ingen, Christi, Morgen⸗ und Abendgebeke. 15⁵ gethan hast. So du, Herr, wolltest Sünde zurechnen, wer wird bestehen? Aber du bist langmütig und freund⸗ lich und lässest dich gnädig finden denen, die dich suchen. Darum bitten wir dich, du wollest uns alle Sünden ver⸗ geben, welche wir in Gedanken, Worten und Werken be⸗ gangen haben, und uns auch jetzt in dieser Nacht und alle Zeit unseres Lebens vor aller Gefahr und allem Schaden des Leibes und der Seele gnädiglich beschirmen. Zu dir steht unsre Hoffnung; denn du bist unser Gott, der Hort, auf den wir bauen. Darum laß deine Augen offen stehen über uns und decke uns mit deinem Schilde. Laß uns heute in Frieden entschlafen und morgen fröhlich u deinem Preise wieder erwachen. Führe uns durch acht zum Licht, bis endlich der letzte Tag unseres Lebens kommt und ein Tag anbricht, der kein Ende nimmt; dann führe uns gnädig in die ewigen Hütten. Amen. Lied Nr. 396: Hirte deiner Schafe. 16. Morgengebet am Freitag. Gott, sei mir gnädig nach deiner Güte und tilge meine Sünden nach deiner großen Barmherzigkeit. Wasche mich wohl von meiner Missethat und reinige mich von meiner Sünde; denn ich erkenne meine Missethat, und meine Sünde ist immer vor mir. Ps. 51, 3-5. Gnädiger und liebreicher Gott! Ich erhebe in dieser Morgenstunde mein Herz und meine Hände auf zu dem Thron deiner göttlichen Majestät, von welchem mir Zeit meines Lebens und auch wieder in der vergangenen Nacht so viele Wohlthaten zugeflossen sind. Du bist in derselben meine Stärke und meine Burg, mein Schutz und Schirm gewesen. Mitten in der Finsternis hast du an mich ge⸗ dacht und, da mich die dunkeln Schatten umgaben, mir Leib und Seele vor Gefahr und Schaden bewahrt. Darum danke ich dir und preise deinen heiligen Namen; du hast Großes an mir gethan, des bin ich fröhlich. Sei, o lieb⸗ reicher Gott, auch heute mein Beistand, leite mich nach deinem Rat und nimm mich endlich mit Ehren an. Gieb mir heute und allezeit ein, was ich reden soll, daß ich nichts Ubels rede; lehre mich, was ich thun soll, daß ich nichts Böses thue. Laß deines Sia an mein 16 Morgen⸗ und Abendgebete. Herz klopfen, wenn meine Gedanken sich von dir verirren wollen. Und da der heutige Tag ein Gedenktag des Leidens und Sterbens meines Herrn und Heilands ist, so stelle sein Kreuz vor meine Augen, damit ich schaue, was er für mich gelitten hat, und alle Lust meines Herzens zur Sünde erlösche. Laß mir diesen Freitag einen rechten Freiheitstag von allem Bösen werden und einen Wegweiser zur herrlichen Freiheit der Kinder Gottes. Gedenke auch im Leiblichen an mich und segne mich, laß mich aber auch alles Irdische als ein vergängliches Gut ansehen, daß ich meine Seele nicht daran hänge, sondern nach dem Ewigen trachte. Wenn ich arbeite, so stärke mich; wenn ich bete, so erhöre mich; wenn ich ausgehe, so begleite mich; wenn ich heimkehre, so weiche nicht von mir. Umgieb mich und die Meinen mit deinem Schutze, daß wir den Abend fröhlich erleben. Halte traurige Botschaft fern und laß uns hören Freude und Wonne. Amen. Lied Nr. 62: Wenn mich mein Sünden kränken. 17. Abendgebet am Fireitag. Herr, auf dich traue ich; laß mich nimmermehr zu Schanden werden; errette mich durch deine Gerechtigkeit Ps. 31, 2. 3101 Wir danken dir, Herr, unser Gott, für die wunder⸗ bare Liebe, mit welcher du uns Unwürdige durch deinen geliebten Sohn errettet hast. Also hast du die Welt ge⸗ liebt, daß du deinen Eingebornen dahin gabst, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. O unermeßliche Liebe, du gabst den Sohn dahin um den Knecht zu erlösen und jeder Ge⸗ walt des Bösen zu entreißen. Wie sollen wir dich loben und dir Dank sagen sür diese deine Barmherzigkeik? Laß dir wohlgefallen das Stammeln unseres Mundes und den kindlichen Dank unseres Herzens. Vernimm in deiner Herrlichkeit die schwachen Seufzer unserer Seelen, die wir dir darbringen für alle Erbarmungen, womit du uns in deinem Sohne, unserem Heiland, zu Hilfe kamst. Er starb für unsere Sünden und stand auf zu unseret Gerechtigkeit und herrschet nun in Ewigkeit zu deinel Rechten und bittet für uns. Du hast ihm alle Macht virren g des ist, schaue, erzens ehr zu tigkeit hunder⸗ deinen zelt ge⸗ Rundes mm in Seelen, nit du kamst. unserer deiner Machl Morgen⸗ und Abendgebete. 17 gegeben, daß in seinem Namen sich unsere Kniee beugen und alle Zungen bekennen sollen, daß er der Herr sei zu deiner Ehre. Gott, allmächtiger Vater, gelobet sei dein heiliger Name in Ewigkeit! O mache uns würdig, himmlischer Vater, der großen Verheißung deines Sohnes, daß wir in ihm Leben und Seligkeit haben sollen. Vollende, was du begonnen hast, und laß uns immer reichlicher zum Genusse deiner Gnade gelangen. Würdige uns tieferer Blicke in das Geheimnis deiner Erbarmungen und zerstreue alle Finsternisse unseres Herzens durch die Strahlen deines ewigen Lichtes. Stärke, kräftige, gründe uns durch die helle Erkenntnis unseres Erlösers. Siehe, wir lieben ihn, hilf uns stärker ihn lieben. Siehe, wir glauben, hilf unserem Unglauben. Amen. Lied Nr. 387: Mein schönste Zier und Kleinod bist. 18. Morgengebet am Samstag. Herr Gott, du bist unsere Zuflucht für und für. Ehe denn die Berge worden und die Erde und die Welt geschaffen worden, bist du, Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Pf. 90, 2. Rühmet den Herrn, die ihr ihn fürchtet; denn er hat nicht verachtet noch verschmäht das Elend der Armen und sein Antlitz vor ihnen nicht verborgen! Ja, du erhörst das Gebet, du getreuer Gott; darum kommt alles Fleisch zu dir. Du machst fröhlich, was da lebt, beides des Morgens und des Abends. Auch in dieser Nacht hast du uns wieder geholfen und lässest uns heute unter deinem Schutze den Schluß einer Woche erleben. O Herr, deine Güte reicht, so weit der Himmel ist, und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen. Darum danken wir dir für alle deine Gnade und lobsingen deinem Namen, du Höchster. Ach, gieb doch, daß wir ohne Unterlaß deiner Treue gedenken und des Morgens deine Gnade, des Nachts deine Wahr⸗ heit verkündigen. Und hilf uns, daß auch all unser Wandel dich preise und unser Thün und Lassen dich ehre. Heilige du uns zu Opfern, die dir angehören und die da lebendig, heilig, unsträflich und dir wohlgefällig sind. Dazu erwecke uns alle Morgen; wirke beständig in unseren Herzen durch deinen heiligen Geist und mache uns zu neuen Menschen, auf daß wir in dir bleiben und einen ——.—— 18 Morgen⸗ und Abendgebete. Fels des Heils haben mögen, wenn auch eine Woche um die andere dahinflieht. Es ist alles eitel; alles Fleisch ist wie Gras und alle Herrlichkeit des Menschen wie des Grases Blume. Das Gras verdorrt, die Blume fällt ab, du allein bleibst, wie du bist, und deine Jahre nehmen kein Ende. Darum nehmen wir unsere Zuflucht zu dir und bitten dich: sei unser allmächtiger Schutz und leite uns an deiner Hand, daß wir nicht von deinen Wegen abweichen. Hilf uns zu einem gesegneten Schlusse dieser Woche; segne uns zu ernstlicher Selbstprüfung, damit wir unsere Gedanken und Werke dieser Woche überschauen und merken, wo wir gefehlt haben, und uns demüthigen vor dir. O Herr, wirke du selbst in uns eine wahre Buße an Herz und Sinn. Bereite uns zu, daß du unter uns wohnen könnest; mache uns den heutigen Tag zu einem stillen Vorsabbath unserer Seelen, damit wir morgen deinen heiligen Sabbath: tag im rechten Segen feiern mögen. O treuer Vater, schenke uns heute deine Hilfe unter allen Umständen und laß nichts Böses über uns herrschen. Sei uns gnädig und erfülle an uns deine Verheißung: es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen, aber meine Gnade soll nicht von euch weichen und der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen. Ja, offenbare an uns deine Treue, Vater, Sohn und heiliger Geist. Hilf, o Herr, und laß alles wohlgelingen. Erhebe dein Angesicht über uns und gieb uns deinen zeitlichen und ewigen Frieden! Amen. Lied Nr. 375: Gott, du Licht. 19. Abendgebet am Sams lag. Herr, lehre mich, daß es ein Ende mit mir haben muß und mein Leben ein Ziel hat und ich davon muß. Siehe, meine Tage sind einer Hand breit bei dir, und mein Leben ist wie nichts vor dir. Wie gar nichts sind alle Menschen, die doch so sicher leben! Sie gehen daher wie ein Schatten und machen sich viele vergebliche Unruhe; sie sammeln und wissen nicht, wer es kriegen wird. Nun, Herr, wes soll ich mich trösten? Ich hoffe auf dich. Pf. 39, 5—8. Danket dem Herrn, denn er ist freundlich und seine Güte währet ewiglich! Ich lobe dich täglich und preise auch jetzt, am letzten Abend dieser Woche, deinen heiligen IsSSE v9en he um Fleisch ie des llt ab, ehmen zu dir d leite Wegen dieser lit wir n und or dir. rz und ynnest; abbath bbath⸗ Vater, n und gnädig wohl Gnade iedens Treue, nd laß 3 und nen. n muß Siehe, Leben nschen, chatten n und es soll 8. d seine preise eiligen Morgen⸗ und Abendgebete. 19 Namen. Denn wer bin ich, Herr, und was ist mein Haus, daß du mich bis hierher gebracht hast? Du hast in dieser Woche nicht mit mir gehandelt nach meinen Sünden und mir nicht vergolten nach meiner Missethat, hast mir Leben und Wohlthat erzeigt und durch dein Aufsehen meinen Odem bewahrt; des Tages bin ich unter veinem Schatten gesessen und des Nachts durfte ich unter deinem Schirm ruhen. Du warst und bist meine Zuver⸗ sicht und meine Burg, mein Gott, auf den ich traue. Darum danke ich dir von Grund meines Herzens, und wenn du auch mich und die Meinen mit allerlei Leiden dieser Welt heimsuchst, so lobe ich doch deine Güte, die durch Trübsal uns in dein Reich führen will. Ach, vergieb mir um Jesu Christi willen meine Sün⸗ den, welche ich wider dich, meinen Nächsten und mich selbst in dieser Woche begangen habe. Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz durch das Blut deines Sohnes und einen neuen Geist durch deinen heiligen Geist. Und wie du aus Gnaden mir meine Sünden erlässest, so neige auch mein Herz, daß ich denen vergebe, die sich wider mich versündigt haben. Ich weiß ja nicht, ob du nicht mit dem Ende dieser Woche und in dieser Nacht mich aus dem zeitlichen Leben abrufst. Darum laß mich weder in der Sünde des Zornes und der Unversöhnlichkeit, noch sonst in einem Laster sterben oder verderben, sondern in Jesu Christo, meinem Heiland, erfunden werden. Herr, du bist unsere Zuflucht für und für! Sei mit mir, mit den Meinen, mit allen Menschen, schütze und schirme sie und laß sie immerdar deine Wege gehen. Durch deine Kraft bereite alle, die nach dir fragen und dein Heil lieb haben, daß ein jeder das Werk, das du ihm befohlen hast, von Tag zu Tag treulich ausrichte und am Ende seines Lebens mit Freuden vollendet habe, damit das Ende, es komme heut oder morgen, eine Befreiung von dem Dienst des vergänglichen Wesens und ein Anfang der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes in jener Welt sei. Bereite uns zum ewigen Sabbath, da nicht Leid noch Geschrei noch Schmerz mehr ist, sondern Freude in Fülle und liebliches Wesen zu deiner Rechten. Das thue, lieber Vater, um esu Christi, deines Sohnes, willen Amen. 1 Lied Nr. 402; Gott Lob, ein Schritt zur Ewigteit. IV Festgebete. III. Festgebete. 20. Auf Weihnachten. Laß dir wohlgefallen die Rede meines Mundes und das Gespräch meines Herzens vor dir, Herr, mein Hort und mein Erlöser. Pf. 19, 15. ö Ewiger und allmächtiger Gott, du hast also die Welt geliebt, daß du deinen eingeborenen Sohn sandtest, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Wir danken dir dafür von Grund unserer Herzen und loben deine große Barm⸗ herzigkeit, daß uns besucht hat der Aufgang aus der Höhe, dein Sohn Jesus Christus, und unser Fleisch und Blut angenommen, damit er durch sein Leben unser Leben heilige und durch seinen Tod dem Tode die Macht nähme und Leben und unvergängliches Wesen an das Licht bringe durch das Evangelium.— Wir bitten dich herzlich, verleihe uns die Gnade, daß wir dir unser Leben lang danken und von Tag zu Tag mehr erkennen, wie uns dein Sohn gemacht ist zur Weisheit, zur Gerechtigkeit, zur Heiligung und Erlösung, daß wir alles für Schaden achten gegen die überschwengliche Erkenntnis Jesu Christi. Gieb, daß wir an ihn, unsern Heiland, aufrichtig glauben, uns ihm gänzlich ergeben, ihm willig dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit, und durch ihn deine Kinder und Mit⸗ erben sein mögen deiner ewigen Herrlichkeit. Ehre sei dir in der Höhe, Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen! Amen. Lied Nr. 38: Ich steh an deiner Krippe hier. 21. Zum Jahreswechsel. Mein Gott, nimm mich nicht weg in der Hälsfte meiner Tage. Deine Jahre währen für und für. Du hast vorhin die Erde gegründet, und die Himmel sind deiner Hände Werke. Sie werden vergehen; aber du bleibest. Sie werden alle veralten, wie ein Gewand; sie werden verwandelt, wie ein Kleid, wenn du sie ver⸗ PfFfFff I und Hort die dtest, rden, dafür Arm⸗ der und unser Nacht das dich deben wie gkeit, haden hristi. uben, igkeit Mit⸗ ei dir n ein hälfte Du sind r du ; sie Ver⸗ Festgebete. 21 wandeln wirst. Du aber bleibest, wie du bist, und deine Jahre nehmen kein Ende. Ps. 102, 25—28. Allmächtiger, ewiger Gott, barmherziger Vater, wir haben jetzt abermals ein Jahr unserer Pilgerschaft auf Erden zu Ende gebracht und fangen in deinem Namen ein neues an. Ach, Herr und Gott, wie groß ist deine Gnade, die du uns seither erzeigt hast, da wir doch durch unsere Sünden so viel Strafen verdient hätten. Wir rühmen und preisen deine große Barmherzigkeit und danken dir für alle deine Güte und Treue.— Wir bitten dich aber auch durch deinen Sohn, unsern Heiland, gehe nicht mit uns ins Gericht und vergilt uns nicht nach unserer Missethat, sondern vergieb uns unsere Sünden und führe uns auf deinen Wegen. Regiere uns, daß wir keine alte Unreiniakeit in das neue Jahr bringen, sondern den alten Menschen aus⸗ und den neuen anziehen, der nach dir geschaffen ist. Fange an, o Vater, uns aufs neue zu segnen Gieb uns rechten Mut, rechten Glauben und rechte Werke. Nimm von uns alles Herzeleid, und weil wir im künftigen Jahre, wie in unserer ganzen Lebenszeit, vor allem deines Schutzes bedürftig sind, so halte deine Gnadenhand väterlich uber uns.—. Getreuer Gott, erhöre unser Gebet und erbarme dich aller Menschen; erhalte uns dein reines Wort, heilige alle Lehrer und Prediger; erbaue Kirchen und Schulen. Behüte uns vor falscher Lehre. Stärke alle Regenten, fördere jeden guten Rat und jede gute That. Segne Väter und Mütter, regiere Kinder und Gesinde. Bewahre uns vor Krieg und Blutvergießen, vor Feuers⸗ und Wassersnot, vor Teuerun und Krankheiten. Kröne das Jahr mit deinem Gut; 9100 Frieden im Lande, unseren Herzen Frieden, unserem Leibe Gesundheit. Segne unsere Nahrung und fördere das Werk unserer Hände. Bekebre die Sünder, stärke die Frommen, bringe zurecht die Irrenden, erleuchte unsere Feinde, wehre allen Versolgern, schütze Witwen und Waisen, versorge die Armen, tröste die Elenden, errette die Bedrängten, pflege die Kranken, sei bei den Sterbenden, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, unseren Hei⸗ land und Erlöser. Amen. Lied Nr. 48: Nun laßt uns gehn und treten. 22 Festgebete. 22. Auf Charfreitag. Der Gerechte muß viel leiden, aber der Herr hilft ihm aus dem allen. Ps. 34, 20. Herr Gott, heiliger, barmherziger Vater, der du kein Gefallen hast an unserem Tode, sondern willst, daß wir uns bekehren und leben: in tiefer Demut preisen wir deine Gnade, daß du deines eingeborenen Sohnes nicht verschont, sondern ihn für uns alle dahingegeben hast zum Opfer und Löseged für unsere Sünden.— Herr esus Christus, du Mittler des neuen Bundes, demütige uns heute durch den Anblick deines Leidens und Sterbens. Wir, wir haben dir Mühe und Arbeit gemacht mit unseren Sünden, und um unserer Missethat willen bist du verwundet. O laß es uns nie vergessen, wie schwer die Strafe auf dir lag, damit wir Friede hätten für unsere Seelen. Treuer Heiland und Versöhner! Du hast das große Werk unserer Erlösung vollbracht. O laß dein Sterben unser Leben, deine Gerechtigkeit unser Heil, deinen Todeskampf unsern Sieg und ewigen Frieden werden. Ergreife uns mit der Hand deines heiligen Geistes und versetze uns in die Gemeinschaft deines Lebens, daß von heute an unser alter Mensch samt dir gekreuzigt und begraben werde in den Tod, und wir zu einem neuen Leben mit dir auferstehen. Entzünde unsere Herzen durch die Liebe, damit du uns geliebt hast bis in den Tod, daß wir dich wiederum lieben mit rechter Inbrunst des Geistes und dir dein Kreuz nachtragen im Glauben und in Geduld. Herr Jesu, wie du selbst deinen Geist be⸗ fohlen hast in die Hände deines himmlischen Vaters, so befehlen auch wir in festem Vertrauen auf die Kraft deiner Erlösung unsern Geist ganz samt Seele und Leib in deine allmächtige Hand.— Laß, Here, das Wort vom Kreuz eine Gotteskraft und Friedensbotschaft werden bei allen Menschen und unter allen Völkern, damit auch die, welche noch ferne stehen, erlöst werden von ihren Sünden und samt uns deine Gnade und Herrlichkeit rühmen. Denn du, Herr, hast uns erkauft mit deinem Blute; du bist würdig zu nehmen Preis und Ehre und Kraft und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. ö Lied Nr. 63; O Haupt voll Blut und Wunden. 5KKK e CE EHNEECC&C Festgebete. 23 23. Auf Ostern. Alles, was Odem hat, lobe den Herrn! Ps. 150, 6. Wir loben und preisen dich, allbarmherziger Gott, und danken dir von Herzen, daß du deinen Sohn, Jesum Christum, den großen Hirten der Schafe, ausgeführt hast von den Toten und ihm die Herrlichkeit gegeben, welche er hatte, ehe denn die Welt war. Und dir, du großer Siegesfürst, sei ewig Ehre und Preis gebracht für deine unaussprechliche Liebe und den Segen deiner Auferstehung. Stärke und mehre nun unseren schwachen Glauben, daß wir gewiß werden, du seiest um unserer Sünden willen gestorben und um unserer Gerechtigkeit willen auferweckt. Wirke in uns durch deine Gnade, daß wir die Frucht und Kraft deiner herrlichen Auferstehung recht an unseren Seelen fühlen und den beständigen Trost empfinden, daß weder Tod noch Hölle uns schrecken können. Erwecke uns durch deinen Geist zu einem neuen Leben in dir und stärke uns, die Lüste des Fleisches zu besiegen und die Werke des Geistes zu vollbringen. Erhalte uns und unseren Nachkommen die Predigt von deiner Auferstehung. Sei mit allen, die für dein Reich arbeiten, damit das Reich dieser Welt seine Macht verliere auf Erden. Kehre ein mit dem Segen deiner Auferstehung in alle Häuser und gieb, daß in unserem Lande Ehre wohne, Güte und Treue einander begegnen, Gerechtigkeit und Friede sich küssen. Komme zu Hilfe deiner bedrängten Kirche und erwecke auch sie zu neuem Leben und neuer Kraft; gieb ihr Sieg gegen ihre Feinde. Tröste mit deiner Osterbotschaft alle betrübten Herzen und errette alle, die in Not und Gefahr sind. Beschere uns durch die Kraft deiner Auf⸗ erstehung einen seligen Heimgang zu deinem und unserem Vater und gieb, daß wir an jenem Tage fröhlich von den Toten auferstehen und mit dir in himmlischer Freude und Herrlichkeit ewig leben mögen. Amen. Lied Nr. 86: Ueberwinder, nimm die Palmen. 24. Auf Himmelfahrt. Du bist in die Höhe gefahren und hast das Gefängnis gefangen: du hast Gaben empfangen für die Menschen, auch die Abtrünnigen. Gelobet sei der Herr täglich! Gott legt uns eine Last auf, aber er hilft uns auch. Festgebete. Wir haben einen Gott, der da hilft, und den Herrn Herrn, der vom Tode errettet. Ps. 68, 19—21. Allmächtiger Gott, Vater unseres Herrn Jesu Christi, ich sage dir von Herzen Dank für deine große Gnade, die du uns armen Sündern erzeigt hast durch deinen Sohn, unseren Herrn, welcher auferstanden ist von den Toten, aufgefahren gen Himmel, sitzet zu deiner Rechten und vertritt uns. Ich bitte dich, du wollest auch mich er⸗ wecken aus dem Grabe aller Sünden und zu dir hinauf ziehen, daß ich allein Lust, Liebe und Verlangen habe nach den himmlischen Gütern. Laß meinen Leib auf Erden leben und seines Berufs warten, mein Herz aber, Ge⸗ danken und Sinne laß bei dir im Himmel sein. Behüte und bewahre mich vor Sünden und allem Übel, erhalte mich in deiner wahren Erkenntnis, so lange ich noch hier auf Erden zu leben habe, bis ich einst ganz zu dir komme, dich von Angesicht zu Angesicht sehe und ewig bei dir bleibe in deiner Herrlichkeit. Amen. Lied Nr. 96: Auf Christi Himmelfahrt allein. 25. Auf Psingsten. Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz und gieb mir einen neuen gewissen Geist. Verwirf mich nicht von deinem Angesicht und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir. Tröste mich wieder mit deiner Hilfe, und der freudige Geist enthalte mich Pf. 51, 12—14. O Gott, der du die Herzen deiner Gläubigen so gnädig und reichlich mit deinem heiligen Geist am heili⸗ gen Pfingstfest besucht und begabt hast: ach, gieße diesen deinen Geist auch über unsere dürren, verschmachtenden Her⸗ zen aus; erquicke doch dein Erbteil und labe die Elenden. Romm, o heiliger Geist, und ziere uns mit deinen so vielfältigen Gaben, daß wir die großen Thaten Gottes, welche durch Jesum Christum geschehen, den dem. Wort kennen und preisen und mit neuen Zungen dein Wort reden, rühmen und ausbreiten. Komme in deiner Fülle in die Kirche, welche durch dich gegründet ist, und laß sie immerdar deine Wohnung sein. Entzünde uns mit dem Feuer deiner göttlichen Liebe, brenne aus alle innerliche ́FPFIFIFfIF FFF ‚ Festgebete. 2⁵ Bosheit, samt allen andern fleischlichen Lüsten und Be⸗ gierden. Zünde an das Licht deiner Wahrheit, daß wir inbrünstig mit rechtem Ernst und Eifer unserm Gotte dienen. O du Geist des Friedens, verbinde unsere Her⸗ zen mit deinem Bande des Friedens, daß wir in Sanft⸗ mut und Demut, in Friede und Einigkeit bei einander bleiben und leben. O du Geist der Geduld, gieb uns Geduld in Leidenszeit und bis ans Ende Beständigkeit. O du Geist des Gebets, erwecke unsere Herzen, damit wir sie samt heiligen Händen zu Gott erheben und ihn in allen Nöten anrufen. Und da wir nicht wissen, was wir bitten sollen, noch wie es sich gebührt, so vertritt du uns mit unaussprechlichem Seufzen. Sei unser Schutz in der Not, unsere Hilfe in Trübsal, unser Trost in aller Widerwärtigkeit. Komm, du starker Gott, und stärke die Schwachen, lehre die Elenden deinen Weg, hilf den Gefallenen auf, bringe die Irrenden zurecht und erhalte sie bei deiner treuen Hand. Komm, o du ewiges Licht, sei unser Licht im Finstern, unser Heil im Leben, unser Trost im Sterben und führ uns auf ebner Bahn zum ewigen Leben, damit wir dich, heiliger Geist, samt dem Vater und dem Sohne mit allen Engeln und Auserwählten dort in deinem Reich am rechten Pfingsttag rühmen und preisen immer und ewiglich. Amen. Lied Nr. 110: O heilger Geist, kehr bei uns ein. 26. Am Bußtage. Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir. Herr, höre meine Stimme, laß deine Ohren merken auf die Stimme meines Flehens. So du willst, Herr, Sünde zurechnen: Herr, wer wird bestehen? Denn bei dir ist Vergebung, daß man dich fürchte. Ps. 130, 1—3. Herr der Welten, Richter der Seelen, Vater in Christo! Heute bekennen wir dir unsere Sünden, und ein Volk von vielen tausenden bekennt sie dir mit uns. Wir sind ja allzumal Sünder und mangeln des Ruhms, den wir an dir haben sollten, und wenn unsere Lippen hiervon schwiegen, so würden unsere Thaten reden. Bei dir, Herr, aber ist Gnade und Erbarmung, darum sinken wir vor dir nieder und bitten dich: Herr, gehe nicht mit uns ins 26 Festgebete. Gericht und vergilt uns nicht nach unserer Missethat. Barmherzig und gnädig bist du, geduldig und von großer Güte, und kein Wechsel des Lichts und der Finsternis ist in dir. O lege das Gefühl davon recht tief in unsere kranken, verwundeten Herzen; laß uns nicht erliegen unter der Last unserer Schuld. Siehe an unsere Trauer und unser Heimweh nach deinem Himmel. Siehe auch an unser Vertrauen auf die Gnade, die du uns angeboten hast in Christo. Um Jesu Christi willen vergieb uns unsere Sünden. Verstoße uns nicht von deinem Angesicht und laß es nicht mit uns gar aus sein, sondern wie sich ein Vater über seine Kinder erbarmt, also erbarme dich auch über uns. Siehe an, Herr, unseren Entschluß, der Sünde abzusterben und der Gerechtigkeit zu leben; gründe ihn, stärke ihn, vollbereite ihn, damit der Zustand unserer Seelen und unserer Werke zu deinem Preise und zu unse⸗ rer Seligkeit erneuert werde. O erleuchte unsere Herzen, daß wir rechtschaffne wahre Buße thun, alle wissentlichen, vorsätzlichen Sünden fliehen und meiden, hingegen dich und dein heiliges Wort stets vor Augen haben und durch deine Gnade dem wohlverdienten Verderben zeitlich und ewiglich entgehen mögen. Erbarme dich deines Christen⸗ volkes und aller Völker, daß sie suchen und finden dein Heil. Weihe uns zu deinen Tempeln. Sei bei uns in all unserer Not und höre auf unser Flehen in unserer Trübsal. Das alles wollest du thun, o treuer und barm⸗ herziger Gott, um des teuern Verdienstes und der kräftigen Fürbitte deines geliebten Sohnes, Jesu Christi, unseres Herrn und Heilandes, willen. Amen. ö Lied Nr. 230: Gott, der du unsre Zuflucht bist. IV. Gebete in besonderen Lebenslagen und Verhältnissen. 27. Am Beichltage(Vorbereitung zum h. Abendmahh). a. Anleitung zur Selbstprüfung. Erforsche mich, Gott, und erfahre mein Herz; prüfe mich und erfahre, wie ich es meine, und siehe, ob ich SEeESES Se AS 16 Gebete in besonderen Lebenslagen. 27 auf bösem Wege bin, und leite mich auf ewigem Wege. Ps. 139, 23—24. Erforsche und frage dich, ob du nicht immer noch: so fleischlich und weltlich gesinnt bist,— so wenig frei von Leidenschaften,— so voll von Regungen der bösen Lust,— so unbewacht in Rücksicht auf das, was den Sinnen schmeichelt,— so ergehen vielen eitlen Träume⸗ reien.— so sehr geneigt zum Außeren, so nachlässig in Rücksicht auf das Innere,— so schnell aufgelegt zur Freude und Zerstreuung,— so schwer zu bewegen zur Reue und Zerknirschung,— so bereit zur Gemächlichkeit und Unthätigkeit,— so träge zur Verleugnung deiner selbst und zur Tugendübung,— so begierig, Neues zu hören und Schönes zu sehen,— so wenig bereit, das Geringe und Verachtete dir gefallen zu lassen,— so be⸗ gierig zu haben, so karg im Geben, so hartnäckig im Be⸗ halten,— so unvorsichtig im Reden, so unenthaltsam im Schweigen,— so unordentlich im Betragen, so heftig im Handeln,— so unmäßig in Speise und Trank,— so taub gegen Gottes Wort,— so schnell zur Ruhe, so lang⸗ sam zur Arbeit,— so munter zu unnützem Geschwätz, so schläfrig zu frommen Betrachtungen,— so nachlässig im Gebet, so lau im Gottesdienst, so kalt beim Abendmahl,— so schnell zerstreut, so selten ganz gesammelt,— so plötz⸗ lich zum Zorn bewegt, so leicht bereit, andern wehe zu thun, so streng im Tadel, so vorschnell zum Verdammen,— so wenig treu den Freunden, so unversöhnlich gegen die Feinde,— so fröhlich im Glück, so verzagt im Unglück,— so voll frommer Entschlüsse und so arm an guten Werken. (Die Selbstprüfung kann auch nach den 10 Geboten geschehen.) Der Mensch prüfe sich selbst und also esse er von diesem Brot und trinke von diesem Kelch. Denn welcher unwürdig isset und trinket, der isset und trinket sich selber das Gericht. 1. Cor. 11, 28. 29. b. Sündenbekenntnis. Ich bekenne dir meine Sünde und verhehle dir meine Missethat nicht. Ich sprach: ich will dem Herrn meine Übertretung bekennen; da vergabst du mir die Missethat meiner Sünde. Ps. 32, 5 28 Gebete in besonderen Lebenslagen. O allmächtiger Gott, barmherziger Vater! Ich armer, elender Sünder bekenne vor deinem Angesicht alle meine Missethat und Sünde, womit ich dich erzürnt und deine Strafe zeitlich und ewig wohl verdient habe. Sie sind mir aber alle herzlich leid und reuen mich sehr. Darum bitte ich um deiner unergründlichen Barmherzigkeit und des unschuldigen, bitteren Leidens und Sterbens deines lieben Sohnes, Jesu Christi, meines Heilands, willen, du wollest mir meine Sünden verzeihen und deinen heiligen Geist geben, daß ich durch sein Eingeben mein Leben bessere und von Herzen fromm werde. Ach, Gott, sei mir Sünder gnädig! Amen. c. Gebet um Vergebung der Sünden. Die Angst meines Herzens ist groß, führe mich aus meinen Nöten. Siehe an meinen Jammer und Elend und vergieb mir alle meine Sünden. Ps. 25, 17. 18. Mein Gott und Herr! Meine Seele ist betrübt, mein Herz voll Angst und mein Gewissen voll Traurigkeit um meiner Sünden willen. Sie gehen über mein Haupt und sind mir wie eine schwere Last. Du aber bist voll Gnade. Darum komme ich zu dir und flehe: gedenke nicht meiner Sünden, gedenke aber an deine Barmherzigkeit, die von der Welt her gewesen ist. Vergieb mir um deines Sohnes willen, der gekommen ist, das Verlorene zu suchen und die Sünder selig zu machen. Hier bin ich als verlorenes Kind; nimm mich in Gnaden an und schenke mir deine Barmherzigkeit. Hilf mir meine Sünden herzlich bereuen und deine Verzeihung mit gläubigem Herzen ergreifen. Stärke mich durch deinen heiligen Geist, daß ich hinfort ein christliches und gottseliges Leben führe und dir alle⸗ zeit diene in Heiligkeit und Gerechtigkeit, wie es dir wohl⸗ gefällig ist. Laß mir den Genuß des heiligen Mahles deines lieben Sohnes gereichen zur Kräftigung meines schwachen Glaubens, zur Besserung meines sündlichen Lebens und zum Pfand meiner ewigen Seligkeit. Und sollte ich wieder straucheln und fallen, dann, Herr, richte mich auf um deines heiligen Namens willen. Hilf, daß mein Leben eine stete Buße sei, daß ich mich allezeit nach deinem Wort und Willen richte, bis ich endlich in dein E — E SOSE esn Ss..-. rmer, neine deine sind arum d des lieben Hollest Geist essere ünder aus d und mein t um t und nade. teiner von ohnes und renes deine reuen eifen. infort alle⸗ wohl⸗ ahles eines lichen Und richte „daß nach dein Gebete in besonderen Lebenslagen. 29 Reich komme, wo alle Schwachheit aufhört und keine Sünde mehr begangen wird, wo man dich anschaut und dir dient in vollkommener Liebe und Freude von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Lied Nr. 224: Meine Seele, voller Fehle. 28. Am Abendmahlstag. a. Vor dem Abendmahl. Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser. Er erquicket meine Seele; er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen. Pf. 23, 1—8. Herr Jesus Christus, mein getreuer Hirte und Bischof meiner Seele, du hast gesagt: ich bin das Brot des Lebens, wer zu mir kommt, den wird nicht hungern, und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten. Siehe, ich komme zu dir und bitte dich, du selbst wollest mich recht bereiten und zum würdigen Gast deines himmlischen Mahles machen. Bewahre mich vor dem einen, daß ich unwürdig von dem heiligen Brot esse und von dem heiligen Kelche trinke und damit mir selbst esse und trinke das Gericht. Gieb rechte Reue über meine Sünden in mein Herz und festen Glauben an dein heiliges Verdienst zum Trost in meine Seele. Gieb mir auch einen demütigen und versöhnlichen Sinn, daß ich meinen Feinden vergebe, und tilge in mir die Wurzel aller Bitterkeit und Feindseligkeit. Pflanze in mein Gemüt herzliche Liebe und Barmherzigkeit, daß ich meinen Bruder und Nächsten, ja alle Menschen, wie mich selber in dir lieb habe. Ach, Herr, ich komme zu dir mit Sünden beladen, nimm die Last von mir; ich komme als Unreiner, reinige mich; als Blinder, erleuchte mich; als Armer, mache meine Seele reich; als Verirrter, suche mich; als Ver⸗ lorener, mache mich selig. Mein himmlischer Arzt, ich bringe zu dir eine kranke Seele, heile sie; ein Herz, das Mangel hat an wahrer Gottseligkeit, Heiligkeit und Ge⸗ rechtigkeit, erfülle es mit deiner Gnade, mit deinem Geiste, deiner Liebe, deiner Demut und Sanftmut, deiner Ge⸗ duld und deinem Frieden. Du 250.25 Brot des 30 Gebete in besonderen Lebenslagen. Lebens, speise mich zum ewigen Leben. Nur in dir habe ich volles Genüge, darum bleibe ewig in mir und laß mich ewig in dir bleiben, wie du gesagt hast: wer mein Fleisch isset und trinket mein Blut, der bleibt in mir und ich in ihm, und ich werde ihn auferwecken am jüngsten Tage. Amen. Lied Nr. 202: Ich komme, Herr, und suche dich. b. Vor dem Hintritt zum Tische des Herrn, O Gott, sei mir armem Sünder gnädig; gieb deinen heiligen Geist in mein Herz, daß ich das heilige Sakrament würdiglich empfangen, meinen schwachen Glauben stärken, mein blödes Gewissen trösten, mein Leben bessern und ewig selig werden möge. Solches verleihe mir, o Gott, um Jesu Christi willen. Amen. c. Nach dem Abendmahl. 90 Ich danke dir, Herr, mein Gott, von ganzem Herzen und ehre deinen Namen ewiglich. 86, 12. Barmherziger Gott und Vater, ich lobe und preise deinen heiligen Namen und danke dir für deine unaus sprechliche Güte, daß du mich armen, unwürdigen Sünder mit dem Leibe und Blute deines Sohnes Jesu Christi ge⸗ speist und getränkt hast. Ach, Herr, ich bin zu gering aller Barmherzigkeit und Treue, die du an mir thust. So hilf mir denn, getreuer Gott, daß an mir dieses Mahl edeihen möge zur Stärkung meines Glaubens und zur Aebe gegen die Brüder, zum Wachstum in der Gottselig⸗ keit, zur Geduld im Leiden und dereinst zu einem freu⸗ digen seligen Sterben. Ma ue mich brünstig im Geist, fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, laß mich an⸗ halten am Gebet, auf daß ich die guten Vorsätze, welche ich durch deine Gnade gefaßt habe, durch deine Kraft nun auch ins Werk setzen und alle Anfechtungen der Welt und des Fleisches überwinden möge. Erhalte deine Kirche im rechten Glauben und in wahrer Einigkeit des Geistes und hilf uns allesamt aus zu deinem himmlischen Reiche, das du aufgerichtet hast durch Jesum Christum, welchem sei samt dir und dem heiligen Geiste Dank, Lob, Ehre, Preis und Herrlichkeit von nun an bis in Ewigkeit. Amen. Lied Nr. 207: O Jesu, meine Wonne. 139 errn. Gebete in besonderen Lebenslagen. 31 d. Gebet eines Kranken vor dem Abendmahl. Ich will zu Gott rufen, und der Herr wird mir helfen. Ps. 55, 17. Mein Herr und Heiland, der du das Seufzen der Elenden hörst und ein geängstetes und zerschlagenes Herz nicht verachtest, blicke auf mich in meiner Trübsal und Anfechtung in Gnaden herab und erquicke meine Seele, die nach deiner Erbarmung dürstet, mit himmlischem Troste. Nahe dich zu mir in deinem heiligen Mahle und stärke mich durch den Genuß deines Leibes und Blutes. Gieb mir Kraft, daß auch Krankheit und Schmerz mein Vorhaben nicht hindern, mich mit dir zu vereinigen. Lehre du selbst mich deinen Tod auf rechte Art verkündig en und an dein Leiden und Sterben, deine Marter und Pein und alles gedenken, was du für mich gethan und gelitten hast. Ich weiß, das ich in deinem Mahle dich selbst empfange zur Versöhnung mit Gott, und bin gewiß, daß ich nicht soll verloren gehen, sondern das ewige Leben haben. Erhalte mich bei diesem beseligenden Glauben und stärke ihn durch deine Kraft. Mein Herr und mein Gott, tröste mich in meinem Leide und sei bei mir in meiner Trübsal, und hast du bestimmt, daß ich abscheiden soll von dieser Erde, so scheide nicht von mir. Stehe mir bei im letzten Kampfe und laß deinen Tod mein Leben sein. Ists aber dein gnädiger Ratschluß, daß ich noch länger ein Pilgrim sein soll in dieser argen Welt, dann reinige mir Herz und Sinn, daß ich nach deinem Wohl⸗ gefallen meine Wege gehe. Herr, wie du willst, so schicks mit mir im Leben und im Sterben. Amen. Lied Nr. 294: Herr, wie du willst, so schicks mit mir. e. Gebet eines Kranken nach dem Abendmahl. Ich danke dir, Gott, denn du kannst es wohl machen, und will harren auf deinen Namen. Pf. 52, 11. O du gnädiger und getreuer Gott und Vater, ich sage dir Lob und Dank, daß du mich durch dieses heilige Mahl erquickt und gestärkt hast. Ich bitte dich um deiner Barmherzigkeit willen, du wollest durch diese himmlische Sypeise und durch diesen Trank des 257 meine Seele 32 Gebete in besonderen Lebenslagen. heiligen, damit ich meinen Lauf im Glauben vollende, deinem väterlichen Willen mich demütig unterwerfe und auch unter Kreuz und Trübsal deinen Namen preise. Gieb, daß ich ewig dein Eigentum bleibe, und daß weder Gegen; wärtiges noch Zukünftiges, weder Leben noch Tod mich scheiden möge von deiner Liebe in Christo. Amen. A Lied Nr. 295: Laß mich dein sein und bleiben. 29. Gebete in Krankheit. . Herr, sei mir gnädig, heile meine Seele, denn ich habe an dir gesündigt, Ps. 41, 5. 1 Es hat dir gefallen, mein Schöpfer und Vater, mi mit Krankheit heimzusuchen. Meine Kraft hat mich ver⸗ lassen; mein Odem ist schwach, meine Heiterkeit dahin; Mattigkeit und Schmerzen haben meine Glieder befallen, und mein natürliches Leben ist dem Grabe nahe. All⸗ mächtiger, der du gesagt hast:„Ich bin der Herr, dein Gott“, zu dir nehme ich meine Zuflucht, auf dich setze ich auch in dieser Prüfung mein Vertrauen. Vor allen Dingen bitte ich dich, daß du dich gnädig meiner Seele annehmen, mir um Christi willen meine Sünden ver⸗ geben und mir Hoffnung und Glaubensfreudigkeit im Tode schenken wollest. Laß die Krankheit meines Leibes zur Gesundheit meiner Seele gereichen, daß das Gefühl meiner Schwachheit den Glauben an dich stärke und meine Buße aufrichtiger und ernsthaft mache. Sei mir freund⸗ lich, mein Gott, in diesem Leiden, und laß die Gebeine, die du zerschlagen hast, wieder Freude und Wonne fühlen; denn ich habe niemand im Himmel und auf Erden, der mir helfen, mich stärken und beruhigen könnte, als dich, den treuen Helfer in aller Not. O mein Vater, du hast mir eine Last aufgelegt, hilf sie mir auch tragen; lindere meine Schmerzen; erquicke meine matte Seele mit deinem himmlischen Troste; schenke mir christliche Geduld und Gelassenheit; läutere meinen Glauben in der Hitze der Trübsal und segne den Gebrauch der Arzneimittel zut Wiederherstellung meiner verlorenen Gesundheit. Herr, nr ich mich ver⸗ ahin; allen, All⸗ dein setze allen Seele ver⸗ tim eibes efühl meine eund⸗ beine, ihlen; „der dich, hast indere einem And Gebete in besonderen Lebenslagen. 33 du Allmächtiger, bei dir ist kein Ding unmöglich; wenn du willst, kannst du mich wieder gesund machen. Bin ich noch nicht bereit zum Sterben, noch nicht reif für die Ewigkeit, o so verlängere noch meine Gnadenzeit. Reiß mich nicht weg aus dem Lande der Lebendigen, sondern stärke mich noch ferner durch deinen Geist, daß ich künftig als ein fruchtbarer Baum dir wohlgefällige Früchte bringen möge. Ja, Herr, ich gelobe es, daß ich mit Leib und Seele mich dir heiligen will, wenn du mich wieder aufkommen lässest. Sollte aber in deinem heiligen Rat mein Ende beschlossen sein, so bitte ich dich flehentlich um die Gnade, selig sterben zu dürfen. Ach, nur selig, welchen Ausgang auch die Krankheit nehmen wird; sie mag zum Leben oder zum Tode sein, laß sie nur zu deiner Ehre und zu meinem wahren Besten dienen. Vater, nicht mein, sondern dein Wille geschehe. Herr, dir lebe ich; Herr, dir sterbe ich; Herr, dein bin ich tot und lebendig. Amen. Lied Nr. 293: Auf dich hab ich gehoffet. b. Die Angst meines Herzens ist groß; führe mich aus meinen Nöten. Ps. 25, 17. Du frommer und getreuer Gott und Vater unseres Herrn Jesu Christi, ich bitte dich von Herzen, du wollest mich in meiner Not nicht verlassen, sondern mit dem Licht deiner wahren Erkenntnis erleuchten, daß ich in demselben aus der Finsternis dieser Welt und meiner schweren Krankheit zu dir, dem ewigen Lichte, möge wan⸗ deln. O Herr, sei du bei mir, wenn ich sterben soll; stehe du mir zur rechten Hand, wenn ich meinen Geist auf⸗ geben muß; errette mich aus der Hand des Feindes unserer Seelen, tröste und stärke mich, erhalte mich in deiner Erkennt⸗ nis und im festen, starken Vertrauen auf deine große Gnade und Barmherzigkeit. Ach, Herr, laß das letzte Wort deines lieben Sohnes am Stamme des Kreuzes auch mein letztes Wort sein, daß ich mit gläubiger Zuversicht im Herzen sagen darf: Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist; denn du hast mich erlöset, du getreuer Gott. Und wenn ich aus Schwachheit und Größe meiner Krankheit solches 34 Gebete in besonderen Lebenslagen. nicht mehr konnte mit dem Munde reden, so laß doch mein Herz also in der Stille zu dir rufen und seufzen. Amen. Lied Nr. 439: Christus, der ist mein Leben. c. Morgengebet eines Kranken. Ich komme früh und schreie; auf dein Wort hoffe ich. Ps. 119, 17. Herr, du Vater des Lebens, dessen Güte alle Morgen neu ist, sei gelobt und gepriesen, daß du mich armen Kranken in dieser Nacht so gnädig bewahrt und erhalten hast. Noch kann ich das Licht schauen im Lande der Lebendigen und deine über mich erneuerte Güte preisen. Sollte aber dieser Tag mein letzter auf Erden sein, ach, so bewahre doch in meinem Herzen das Licht des Glaubens und laß Jesum Christum, das ewige Licht, mit seiner Gnade mir leuchten bis ans Ende, daß ich selig einschlafen möge in seiner selig machenden Erkenntnis. Nun, Herr, dein Wille geschehe! Nimm dich meiner Seele treulich an, daß sie nicht verderbe. Mein Gott und Vater, erbarme dich über mich! Mein treuer Heiland, Herr Jesu, erbarme dich meiner! O heilger Geist, du Tröster in aller Not, erbarme dich über mich und gieb mir deinen Frieden! Amen. Lied Nr. 371: Morgenglanz der Ewigkeit. d. Abendgebet eines Kranken. Der Herr ist mein Licht und mein Heil; vor wem sollte ich mich fürchten? Pf. 27, 1. Deinem Namen, mein treuer Gott und Heiland, sage ich von Herzen Dank und Lob, daß du mir diesen Tag hast überwinden helfen, und daß deine Kraft in mir Schwachen mächtig war. Aber siehe, hier liege ich noch unter deiner Heimsuchung und seufze zu dir: ach, Herr, mein Gott, wie lange verziehst du mit deiner Hilfel Siehe doch an meinen Jammer und mein Elend, vergieb mir alle meine Sünden und errette mich! Dir befehle ich meinen hinfälligen Leib und meine so teuer erkaufte Seele. Laß meinen Leib ruhen, die Seele aber stets zu dir wachen, damit ich deine herrliche Ankunft mit Ver⸗ langen erwarte. Stärke mich im Glauben und in der E SE SGOSSSE nein nen. Gebete in besonderen Lebenslagen. 3⁵ Geduld also, daß ich vor dir bestehen und das himmlische Erbe durch deine Gnade erlangen möge. Dazu hilf mir, mein Heiland und Erlöser, um deines bitteren Leidens und Sterbens willen! Amen. Lied Nr. 397: Herr, es gescheh dein Wille. e. Gebet der Eltern beiErkrankungen eines Kindes. Erhöre mich, wenn ich rufe, Gott meiner Gerechtig⸗ keit, der du mich tröstest in der Angst; sei mir gnädig und erhöre mein Gebet. Pf. 4, 2. Barmherziger, gnädiger Gott und Vater, du siehst, welcher Jammer unser Herz erfüllt. Die Freude an unserem lieben Kinde ist in schwere Sorge und großes Herzeleid verwandelt. Da liegt es vor unseren Augen, und jeder Zug seines Antlitzes bricht unser Herz. Wir möchten gern helfen und können doch nicht. Darum er⸗ barme du dich, allmächtiger Helfer, denn bei dir ist kein Ding unmöglich. Gebiete du, dann wird die Krankheit weichen; laß es dein Wohlgefallen sein, so werden wir die heißersehnte Freude haben, unser Kind genesen zu sehen. Doch es ist dein Kind, du bist sein rechter Vater, denn du hast es geschaffen und in der heiligen Taufe als dein Kind aufgenommen. So hast du ein größeres Anrecht an es, als wir. Deshalb, dein Wille geschehe. Wir wollen nicht murren, wenn du es uns nimmst aus unseren Armen in deine treuen Vaterarme. Vor dir liegt ja alle Zukunft, wie ein aufgeschlagnes Buch, und du weißt am besten, was unserem teuren Kinde heilsam ist, Leben oder Sterben. Gedenest du es zu versetzen als Pflanze in dein Paradies, dann wollen wir uns trösten, daß du es auch bewahrst vor den Sünden dieser Welt und es frühe führest zu deinem ewigen Heile. Willst du unser liebes Kind uns aber noch lassen, dann, o Herr wollen wir es von neuem freudig aus deiner Vaterhand nehmen als lebendigen Zeugen deiner Macht und deiner Gnade. Dann aber schenke uns auch Kraft und Weisheit, es für dich und dein himmlisches Reich zu erziehen. Endlich, getreuer Gott, laß uns wieder vereinigt werden in dem Himmel⸗ reich unseres Herrn und Heilandes Jesu Christi, da, wo 36 Gebete in besonderen Lebenslagen. kein Leid, kein Schmerz, kein Tod mehr unsere Freude stört und wo wir in vollkommener Seligkeit dich ewig loben und preisen werden. Amen. Lied Nr. 333: Befiehl du deine Wege. f. Fürbitte der Angehörigen für einen Kranken. Hilf uns, Gott, unser Helfer, um deines Namen Ehre willen! Pf. 79, 9. Vater, wir flehen zu dir für den Kranken, der uns so wert und teuer ist. Kann es nach deiner Weisheit, die höher ist, als alle Weisheit dieser Welt, geschehen, so laß ihn genesen und erhalte uns ihn, den wir so innig lieben. Doch wir unterwerfen uns mit Demut deinem heiligen Willen, wenn auch mit banger Besorgnis und mit Thränen. Ach, verwandle unsere Angst und Traurig⸗ keit durch Erhörung unseres heißen Gebetes in Freude und Wonne. Hilf, Helfer, hilf, denn wenn du willst, so kannst du uns wohl belfen. In deinem heiligen Worte hast du uns ja gesagt: rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten, so sollst du mich preisen. Vater, wir rufen dich an: ist es möglich, so laß uns den bittern Kelch der Trennung nicht trinken, gieb vielmehr, daß wir für Rettung und Erhaltung dich preisen und dir danken können. Mildere, o Gott, die Schmerzen unseres lieben Kranken und tröste, beruhige, stärke ihn durch deinen Geist. Und soll, o Herr über Leben und Tod, nach deinem väterlichen Ratschluß seine Todesstunde herannahen, ach, so mache sie ihm sanft und selig. Stärke dann mit Kraft aus der Höhe den Scheidenden und uns, die Zurückblei⸗ benden. Laß ihn und uns im Geiste hinüberblicken in die ewigen Wohnungen, wohin diejenigen, die vor uns sterben, vorangehen und wohin wir ihnen folgen werden. Laß ihn und uns alle feststehen im Glauben an unseren Er⸗ löser und Heiland, der dem Tode die Macht genommen und Leben und unvergängliches Wesen ans Licht gebracht hat. In solchem Glauben laß uns leben, leiden und sterben! Amen. Lied Nr. 344: Was Gott thut, das ist wohlgethan. eude ewig Ehre uns heit, n, so innig inem und urig⸗ reude st, so Vorte will wir ittern wir anken lieben einen Gebete in besonderen Lebenslagen. 37 g. Fürbitte der Angehörigen für einen Sterbenden. Wo ist jemand, der da lebet und den Tod nicht sehe? Ps. 89, 40. Heiliger, barmherziger Vater, siehe in Gnaden an unseren Miterlösten, der mit dem Tode ringt. Erbarme dich seiner in seiner letzten Angst. Erbarme dich seiner im Gerichte. Wir empfehlen dir seine Seele, die du zum ewigen Leben erschaffen hast; erlöse sie von allem Ubel und nimm sie auf in deine Hände. Göttlicher Erlöser, Jesus Christus, auch für diesen Sterbenden hast du dein Blut vergossen, auch für ihn die heißen Todeskämpfe gekämpft. Stehe ihm bei in seiner letzten Not. Du hast seine unsterbliche Seele erlöst zum ewigen Leben. Rufe den scheidenden Geist in die Heimat zu dir, auf daß er deine Herrlichkeit schaue. Heiliger Geist, göttlicher Tröster, sei Licht, Trost und Kraft diesem Sterbenden, dessen Auge jetzt bricht. Stärke ihn in seinem letzten Kampfe; hilf ihm durchdringen durch die enge Pforte zum ewigen Leben. Bringe seine Seele zum ewigen Frieden. Amen. Lied Nr. 453: Unser keiner lebt ihm selber. h. Kurze Sprüche, Sterbenden vorzusprechen. O BVater, ich befehle meinen Geist in deine Hände! Du hast mich erlöset und wirst mich auch jetzt erlösen, o Herr, du getreuer Gott. Amen. Ach Herr, erlöse mich von allem Übel und hilf mir zu deinem himmlischen Reiche. Herr Jesu, dein bitteres Leiden und Sterben komme mir zu Hilfe in meiner Todesnot und vor deinem Ge⸗ richte. Amen. Herr, ich warte auf dein Heil! Führe mich nach deinem Worte ins rechte Vaterland. Herr Jesu, dir leb ich, Herr Jesu, dir sterb ich; dein bin ich tot und lebendig. Amen. 38 Gebete in besonderen Lebenslagen. Ich bin gewiß, daß weder Tod noch Leben, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes, noch keine andere Kreatur mich scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christo Jesu ist, unserem Herrn. Amen. Erlöse mich, o mein Gott, von meinem Leiden: doch nicht wie ich will, sondern wie du willst; Herr, dein Wille geschehe. Amen. 30. Gebet nach dem Verscheiden eines Kranllen. Nun, Herr, wes soll ich mich trösten? Ich hoffe auf dich. Ps. 39, 8. Herr, allmächtiger Gott und Vater, verleihe unserem Dahingeschiedenen um deines lieben Sohnes willen die ewige Freude und Ruhe; laß ihm leuchten dein ewiges Licht und gieb ihm das ewige Leben! Uns aber, die wir hienieden bleiben und dem Ent⸗ schlafenen nachschauen, tröste aus der Fülle deiner Barm⸗ herzigkeit! Sei unser aller Pfleger, Helfer und Beistand und laß uns deine Güte und Gnade reichlich erfahren, bis auch unser Stündlein kommt und wir selig dahinfahren. O getreuer Herr und Heiland, geleite die Seele unseres Entschlafenen, die du selber durch dein Blut erkauft hast, in die Herrlichkeit Gottes um deiner Liebe willen. Amen. Lied Nr. 242: Ich weiß, an wen ich glaube. 31. Dansgebet nach erlangter Genesung. Lobe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen. Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat; der ditr alle deine Sünden vergiebt und heilet alle deine Gebrechen; der dein Leben vom Verderben erlöst; der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit. Ps. 103, 1—4. Ich preise, dich, Herr, denn du hast mich erhöret; da ich schrie zu dir, machtest du mich gesund. Du hast mein Herzeleid in Herzensfreude verwandelt. Herr, mein Gott, ich will dir danken in Ewigkeit. Siehe, um Trost war mir sehr bange, aber du, Herr, hast dich meiner Seele eder efes, der errn. doch Ville u. auf erem die viges Ent⸗ arm⸗ tand hren, hren. seres hast, men. ist, zeele, dir hen; mit da nein Bott, war Seele Gebete in besonderen Lebenslagen. 39 angenommen, daß sie nicht verdürbe. Stricke des Todes umfingen mich und ich dachte: nun bin ich gar dahin. Aber du hast mein Flehen erhört und meine Seele vom Tode errettet. Herr, mein Gott, wie groß sind deine Wunder, die du an mir bewiesen hast! Ich will sie verkündigen, so lange ich lebe. Gelobet seist du, Herr, täglich, und gerühmt sei dein herrlicher Name immer und ewiglich. Getreuer Vater, wende nun deine Barmherzigkeit nicht von mir, sondern vollführe das gute Werk, das du in mir ange⸗ fangen hast, und stärke mich von Tag zu Tag mehr und mehr; leite mich durch deinen guten Geist, daß ich hin⸗ fort nicht mehr sündige, damit mir nichts Argeres wider⸗ fahre, sondern daß ich dir mein Lebenlang diene in Heiligkeit nnd Gerechtigkeit, die dir gefällig ist. Laß deine Güte und Treue allewege mich behüten und befiehl deinen heiligen Engeln, deinen starken Helden über mir, daß sie mich auf meiner Lebensreise begleiten und auf den Händen tragen, damit ich meinen Fuß nicht an einen Stein stoße. Verlaß mich nicht, Herr, mein Gott; sei nicht fern von mir; eile, mir immerdar beizustehen, Herr, meine Hilfe, auf daß ich allezeit deinen heiligen Namen lobe und deine Erbarmung und Gnade preise. Herr, mein Gott, ich will dir danken in Ewigkeit! Amen. Lied Nr. 137: Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut. 32. Gebet in innerer Ansechtung. Siehe mein Elend und errette mich; hilf mir aus, denn ich vergesse deines Gesetzes nicht. Führe meine Sache und erlöse mich; erquicke mich durch dein Wort. Ps. 119, 153. 154. Lieber himmlischer Vater, ich danke dir, daß du mich in der heiligen Taufe zu deinem Kinde aufgenommen und durch dein Wort geheiligt und bisher in demselben er⸗ halten hast. Weil ich aber mit großer Traurigkeit meines Herzens beladen bin und täglich geängstigt werde, so daß ich meine Betrübnis nicht aussagen noch beschreiben kann, so bitte ich dich, treuer Gott, verlaß mich doch nicht, und 40 Gebete in besonderen Lebenslagen. halte mich fest bei deiner Hand, daß ich nimmermehr sinke, noch von dir geschieden werde. Mit traurigem Herzen stehe ich des Morgens auf, mit betrübtem Geiste esse ich meine Speise, mit Angst lege ich mich nieder und habe keine Ruhe in mir. Ach Gott, siehe an meinen Kummer! Ich wollte dir gerne mit fröhlichem Herzen dienen, aber ich vermag es nicht; wie stark ich mich wehre und wider das Elend meines Herzens streite, ich bin zu schwach zu diesem großen Kampfe. Darum hilf mir Schwachen, o du starker Gott, und gieb mir deinen heiligen Geist, daß er mich tröste und erfreue in aller meiner Traurigkeit. Ich bin ja dein im Tode und im Leben, und weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Trübsal noch Angst kann mich scheiden von dir und deiner Liebe, obgleich ich jetzt in Angst und Kumme schwebe. ö Herr, ich hoffe auf deine Gnade, du wirst mich nicht unerhört lassen, sondern alle Angst aus meinem Herzen nehmen. Darum will ich dich für deine Güte rühmen, loben, preisen, dir danken und dienen hier und in Ewig⸗ keit. Amen. ö Lied Nr. 334: Auf den Nebel folgt die Sonn. 33. Gebet in äußerer Armut. Ich bin arm und elend; der Herr aber sorget für mich; du bist mein Helfer und Erretter; mein Gott, ver⸗ ziehe nicht. Ps. 40, 18. Allmächtiger, allbarmherziger Gott und Vater, der du die Schicksale der Menschen in deiner Hand trägst und jedem das seine zuteilst nach deinem Wohlgefallen, von dir kommt Armut und Reichtum, Mangel und Über⸗ fluß. Ich preise deine Güte für alle deine Gaben und danke dir für alle deine Geschenke, selbst für die in den Augen der Menschen kleinsten und geringsten. Ich danke dir auch für die Armut, die du mir beschieden hast, denn du weißt am besten, was deinen Menschenkindern um Frieden dient, das große Gut des Reichen oder die Arbeit, Sorge und Bangigkeit des Armen. Du hun ia Gedanken des Friedens mit mir mitten in meiner Armut VoSonnnen 288*—4.822 Gebete in besonderen Lebenslagen. 41 und Not; nur mein schwaches Herz will nicht tragen, was du mir auferlegtest. Darum bitte ich dich, stärke und tröste mich und laß an mir wahr werden das Wort deiner Verheißung: rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten, so sollst du mich preisen. Erhalte und mehre in mir den tröstlichen Glauben an deine väterliche Güte und Erbarmung und an die Gewißheit, daß denen, die dich lieben, alle Dinge müssen zum besten dienen. Es ist ein köstlich Ding, daß das Herz fest werde; so mache denn mein Herz fest, im Aufsehen auf dich treulich auszuharren in meinem Elend, aber auch treu und fleißig zu wirken und zu arbeiten, daß ich mein bescheiden Teil Speise dahinnehme. Bewahre mich durch deine Kraft vor aller Trägheit, vor aller Untreue, vor allem Verzagen und allem Murren. Lehre mich in Geduld leiden, was ich nach deinem Ratschluß leiden soll, immerdar aber auch auf dich hoffen und dir vertrauen. Und da du die Herzen der Menschen lenkest wie Wasserbäche, so erwecke mir liebreiche Freunde, die sich meiner Not annehmen und als deine Boten an mir Barmherzigkeit thun, wie du sie an ihnen gethan hast.— Gieb mir ein dankbares Herz, daß jede Gabe der Menschen mich bereit mache zum Lobe gegen sie und gegen dich, den Geber aller guten und vollkommenen Gabe.— Vor allem aber stehe mir bei durch deinen heiligen Geist, daß ich mich nicht gegen dich ver⸗ sündige in meiner Armut, und daß meine Not mich nicht errege, deine und der Menschen Gesetze zu übertreten. Laß mir vielmehr mein Elend zur Besserung dienen und lehre mich erkennen, daß, gleich wie Gold durchs Feuer, also werden die, so dir gefallen, durchs Feuer der Trübsal bewährt. Lehre mich, daß Trübsal bringt Ge⸗ duld, Geduld aber bringt Erfahrung, Erfahrung bringt Hoffnung, und Hoffnung läßt nicht zu schanden werden.— Ja, Herr, laß mich nicht zu schanden werden; sende den Armen wieder bessere Zeit und gieb meiner Seele die rechte Kraft, auch das Argste zu überwinden und das Feld zu behalten. In deine treue Vaterhand befehle ich Ame Leben; du bist der Armen Schutz und Zuversicht Amen. Lied Nr. 328: Von Gott will ich nicht lassen. 4² Gebete in besonderen Lebenslagen. 34. Gebete in allgemeiner Not. Gott ist unsere Zuversicht und Stärke, eine Hilfe in den großen Nöten, die uns getroffen haben; darum fürchten wir uns nicht, wenn gleich die Welt 40.2 und die Berge mitten ins Meer sänken. Ps. 4 O du Richter alles Fleisches, der du nicht em richtest, was vor Augen ist, sondern das Herz ansiehst, erwecke unsere Herzen, daß wir uns freiwillig richten, damit wir nicht von dir gerichtet werden. Wir wissen und fühlen es, daß wir die große Not, welche du uns gesandt hast, wohl verdient haben durch unsere mannig⸗ faltigen und großen Sünden. Aber dennoch bringen wir unsere Klagen vor dich, weil die dringende Gefahr uns antreibt, vor dir niederzufallen mit Bitten und Flehen. Ach, räche nicht die Untreue und Falschheit des mensch⸗ lichen Herzens, sondern erwecke uns aus dem Schlafe der Sicherheit, damit wir uns nicht mehr versündigen, und erlöse uns von Schuld und Strafe um deines Sohnes Willen! Beweise also an deinen Geschöpfen anstatt des gedrohten Untergangs deine große Geduld und Er⸗ barmung, auf daß wir Vertrauen zu dir schöpfen, uns in der Not an dich halten und nach ihr beständig an dir hangen. Hilf uns aus unseren Trübsalen! Ergreife die Deinigen durch deine starke Rechte, reiße sie aus der Gefahr und laß sie deine Kraft und Gnade erfahren. Den Blöden und Schwachen sende Rettung, daß sie im Elend nicht verzagen, und den Trostlosen komme zur Hilfe, daß sie ihre Trübsal überwinden. Segne uns die jezige Hefahr zur rechten Buße, und leite die Feinde deines Wortes dnt Umkehr, daß ihr Gewissen aufwache und sie die Zeit der Gnade recht anwenden. Mache allen fleischlichen Trost zu nichte, hinter welchen sich so viele Dulidlen möchten, und füge es also, daß wir nur auf dich trauen und bauen, denn deiner Hand können wir nicht entfliehen. Verlaß an den heimgesuchten Orten die Deinen nicht und erbarme dich auch derer, die wider dich sind. Und weil so manche dir bisher nur wenig gedient haben und gehorsam waren, so lehre sie auf dein Wort merken, deine Stimme in ihrem Gewissen wahrnehmen und so ihr ewiges Heil suchen.— Ach Herr, laß alle Gnade Gebete in besonderen Lebenslagen. 43 finden, die im Namen Jesu Christi vor dich kommen. Sei barmherzig gegen dein armes Volt und schone deiner Geschopfe, die du gemacht hast. Gieb allen Seelen Buße und Vergebung der Sünden, erhöre diejenigen, welche mit dem Tode ringen, und erzeige dich ihnen gnädig und freundlich. Wir trauen auf dich, denn wir haben einen Gott, der da hilft, einen Herrn, Herrn, der vom Tode errettet. Amen. Lied Nr. 418: Wenn wir in höchsten Nöten sein. 35. Danlgebet für Errettung aus der Not. Ps. 103. Lobe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen! Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Guts gethan hat. Der dir alle deine Sünden vergiebt und heilet alle deine Gebrechen; der dein Leben vom Verderben erlöset; der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit; der deinen Mund fröhlich macht, und du wieder jung wirst wie ein Adler. Der Herr schafft Gerechtigkeit und Gericht allen, die Unrecht leiden. Er hat seine Wege Mosen wissen lassen, die Kinder Israels sein Thun. Barmherzig und gnädig ist der Herr, geduldig und von großer Güte. Er wird nicht immer hadern, noch ewiglich Zorn halten. Er handelt nicht mit uns nach unsern Sunden und vergilt uns nicht nach unserer Missethat. Denn so hoch der Himmel über der Erde ist, laßt er seine Gnade walten über die, so ihn furchten. So fern der Morgen ist vom Abend, läßt er unsere Übertretungen von uns sein. Wie sich ein Vater über Kinder erbarmet, so erbarmet sich der Herr über die, so ihn furchten. Denn er kennet, was für ein Gemächte wir sind; er gedenkt daran, daß wir Staub sind. Der Mensch ist in seinem Leben wie Gras, er blühet wie eine Blume auf dem Felde. Wenn der Wind darüber geht, so ist sie nimmer da und ihre Stätte kennt sie nicht mehr. Die Gnade aber des Herrn währet von Ewigkeit zu Ewigkeit uber die, so ihn furchten und seine Gerechtig⸗ keit auf Kindeskind, bei denen, die seinen Bund halten und denken an seine Gebote, daß sie darnach thun. Der Herr hat seinen Stuhl im Himmel bereitet, und sein 4⁴4 Gebete in besonderen Lebenslagen. Reich herrschet über alles. Lobet den Herrn, ihr seine Engel, ihr starken Helden, die ihr seinen Befehl ausrichtet, daß man hore die Stimme seines Wortes. Lobet den Herrn alle seine Heerscharen, seine Diener, die ihr seinen Willen thut. Lobet den Herrn, alle seine Werke an allen Aren seiner Herrschaft. Lobe den Herrn, meine Seele! men. —— rseine richtet, et den seinen nallen Seele! Gottesdienstordnung für den Geburtstag Sr. Königlichen Hoheit des Großherzogs von Hessen. Lied der Gemeinde. „Komm, heiliger Geist,“ oder ein anderes passendes Ein⸗ gangslied. Der Geistliche: Im Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes. Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht at. Lasset uns zu dem allheiligen Gott also beten: Allmächtiger Gott, barmherziger Vater! In tiefer Demut erkennen und bekennen wir vor dir, daß wir durch Gedanken, Worte und Werke deine heiligen Gebote vielfach übertreten haben. Wir haben dich nicht geliebt von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüte, auch nicht unsern Nächsten wie uns selbst, und sind abgewichen von deinen Wegen. Aber unsere Sünden sind uns von Herzen leid, und mit reuigem Gemüte suchen wir deine Gnade.— Siehe erbarmend auf uns herab, vergieb uns um deines lieben Sohnes, unseres Herrn und Heilandes, willen und sende uns deinen hei⸗ ligen Geist, damit wir allem Bösen von ganzem Herzen entsagen und dir dienen mögen in der Gerechtigkeit, welche dir wohlgefällt. Chor: Amen. Amen. Amen. — — 46 Gottesdienstordnung. Der Geistliche: Der allmächtige Gott erbarmt sich über uns und vergiebt uns alle unsere Sünden, so wir Buße thun und glauben an den Namen seines eingebornen Sohnes, der um unserer Sünden willen gestorben und um unserer Gerechtigkeit willen auf⸗ erwecket ist. Darum sei gelobet der Herr, der Gott aller Gnade, denn er hat besuchet und erlöset sein Volk, hat uns aufgerichtet einen Fels des Heils und unsere Füße gesetzt auf den Weg des Friedens. Amen. Chor: Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geiste, wie es war von Anfang, jetzt und immerdar, von Ewigkeit zu Ewigkeit.— Hallelujah, Hallelujah, Hallelujah. ö Der Geistliche: Ehre sei Gott in der Höhe! ö Chor: Und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen. Der Geistliche: Der Herr sei mit euch! Chor: Und mit deinem Geiste. Der Geistliche: Allmächtiger Gott, der du durch deinen heiligen Geist die ganze Christenheit heiligst und regierest, erhöre unser Gebet und gieb gnädiglich, daß wir dein Wort mit Andacht vernehmen, und alle, die den Namen deines eingebornen Sohnes bekennen, in reinem Glauben durch deine Gnade dir dienen, durch Jesum Christum, unseren Heiland und Herrn. Chor: Meine Seele erhebe den Herrn, und mein Geist freue sich Gottes, meines Heilands! Der Geistliche: Vernehmet mit Andacht, was geschrieben steht Psalm 21, 2—8: Herr, der König freuet sich in deiner Kraft, und wie sehr fröhlich ist er über deine Hilfe! Du giebst ihm seines Herzens Wunsch und weigerst nicht, was sein Mund bittet. Denn du überschüttest ihn mit gutem Segen, du setzest eine goldene Krone auf sein Haupt. Er bittet dich um das Leben, so giebst du ihm langes Leben immer und ewiglich. Er hat große Ehre an deiner Hilfe, du legest Lob und Schmuck auf ihn. Denn du ein irch igst lich, und nes dir und Zeist eben und ihm sein tem lupt. nges einer du Gottesdienstordnung. 47 setzest ihn zum Segen ewiglich, du erfreuest ihn mit Freuden deines Anklitzes. Denn der König hoffet auf Dleib Herrn und wird durch die Güte des Höchsten fest eiben. Chor: Hallelujah, Hallelujah, Hallelujah. Oder: 1. Petr. 2, 13—17: Seid unterthan aller mensch⸗ lichen Ordnung um des Herrn willen, es sei dem Könige, als dem Obersten, oder den Hauptleuten, als den Ge sandten von ihm, zur Rache über die Übelthäter und zu Lobe der Frommen. Denn das ist der Wille Gottes, daß ihr mit Wohlthun verstopfet die Unwissenheit der thörichten Menschen, als die Freien, und nicht als hättet ihr die Freiheit zum Deckel der Bosheit, sondern als die Knechte Gottes. Thut Ehre jedermann. Habt die Brüder lieb. Fürchtet Gott, ehret den König. Hauptlied der Gemeinde. 1. Allein Gott in der Höh sei Ehr und Dank für seine Gnade, derum daß nun und nimmermehr uns rühren kann ein Schade. Ein Wohlgefalln Gott an uns hat, nun ist groß Fried ohn Unterlaß, all Fehd hat nun ein Ende. 2. Wir beten an und loben dich, wir bringen Ehr und danken, daß du, Gott Vater, ewiglich regierst ohn alles Wanken; ganz ohne Maß ist deine Macht, allzeit ge schioht, 8 du bedacht; wohl uns des starken Herren. 3. O Jesu Christe, Gottes Sohn, für uns ein Mensch geboren, der uns vertritt vor Gottes Thron und rettet, was verloren; Lamm Gottes, heilger Herr und Gott, nimm an die Bitt von unsrer Not, erbarm dich unser aller! Predigt. V. U. Fr. G 4. O heilger Geist, du höchstes Gut, mit deinem Heil uns tröste! Vor Satans Macht nimm uns in Hut, die Jesus Christ erlöste durch Marter groß und bittern Tod, wend unsern Jammer ab und Not; darauf wir uns verlassen. 5• 2 Gottesdienstordnung. Gebet an dem Altar. Allmächtiger Gott, himmlischer Vater! Wir stehen vor deinem Angesicht, um deine Gnade zu preisen, die die du verherrlicht hast an unserem Großherzoge und seinem ganzen Hause. Nimm heute, wo wir des Tages gedenken, an dem du unseren Landesfürsten das Licht der Welt hast erblicken lassen, die Opfer unseres Dankes für all den Segen, womit du ihn kröntest, gnädig an. Unzählige Wohlthaten hast du ihm vom Anfange seines Lebens bis auf diese Stunde erwiesen. Du hast deine allmächtige Hand über sein teures Leben gehalten und bist ihm in allen Gefahren nahe gewesen mit deinem himmlischen Schutze. Du bast auf sein Haupt die Krone gesetzt und ihn auf den Thron seiner Väter erhöht. Schütze ihn auch ferner, du treuer Gott. Erleuchte ihn mit deinem Geiste, daß er sich halte in deinen Wegen und seinen Wandel führe in deiner Furcht. Rüste ihn aus mit Weisheit, Mut und Kraft, daß er sein Volk zu deinem Preise regiere. Laß ihn ein rechter Schutz und Schirm deiner Kirche sein, damit auch durch ihn ihr heiliges Werk gefördert werde. Verbreite die Erweisungen deiner Güte über die Groß⸗ herzogin, seine Gemahlin, über den Erbgroßherzog, über das ganze Großherzogliche Haus und alle, die ihm an⸗ verwandt sind. Gieb unserem Fürsten allezeit treue Diener, die mit Weisheit, Gerechtigkeit und Liebe ihres Amtes warten, und laß ihre Dienste gesegnet sein. Gieße deinen Geist aus in alle Kirchen und Schulen, in alle Herzen, Familien und Gemeinden, damit ein lebendiger Glaube und eine thatkräftige Liebe wachse und sich mehre in unserem ganzen Volke. Vereinige Fürst und Volk durch das Band der Liebe und des Friedens. Beschütze unser ganzes deutsches Vaterland und wende gnädig alles ab, was seine Ruhe und seinen Wohlstand stört. Segne den Kaiser und laß wohlgelingen, was er zu Deutsch⸗ lands Ehre und Wohlfahrt unternimmt. Hilf einem jeden in seiner Not und sei ein Heiland aller Menschen, vor⸗ züglich deiner Gläubigen. Herr unser Gott, dir befehlen wir unsern Großherzog und sein Haus, unser Volk und alle Menschen. Herr, wir bauen auf dich; gelobt sei dein hochheiliger Name. Amen. Gottesdienstordnung. 49 Lied der Gemeinde. 1. Nun danket alle Gott mit Herzen, Mund und Händen, der große Dinge thut an uns und allen Enden, der uns von Mutterleib und Kindesbeinen an unzählig viel zu gut und noch jetzund gethan. 2. Der ewig reiche Gott woll uns bei unserm Leben ein immer fröhlich Herz und edeln Frieden geben, und uns in seiner Gnad erhalten fort und fort, und uns aus aller Not erlösen hier und dort. 3. Lob, Ehr und Preis sei Gott dem Vater und dem Sohne und dem, der beiden gleich, im höchsten Himmelsthrone, dem ewig höchsten Gott, als es anfäng⸗ lich war Uund ist und bleiben wird jetzund und immerdar! Segen. Register. Nr. Abermals ein Jahr verfl. 49 Ach bleib bei uns, Herr 151 Ach bleib mit deiner 152 Ach Gott, ich muß in 470 Ach Gott und Herr, wie 215 Ach Gait verlaß mich n. 300 Ach Gott, vom Himmel 150 Ach, mein Herr Jesu 317 Ach, mein Jesu, sieh, ich 14 Ach sei mit deiner Gnade 1 Ach, was bin ich, mein 217 Ach, was ist doch unsre 449 Ach, wie heilig ist der 165 Ach wundergroßer Sieg. 97 Allein Gott in der Höh s. 123 Alle Rie dir, Herr Jesu 213 Alle Menschen müssen 486 Aller Gläubgen Samm. 462 Alles ist an Gottes S. 338 Allgenugsam Wesen 315 Amen, deines Grabes 92 Am Kreuz erblaßt 72 An dem Zorntag, an 477 An dir allein, an dir 222 uf, auf, ihr Reichsgen. 18 Christi Himmelfahrt 96 f den Nebel folgt d. 334 fdich hab ich gehoffet 293 diesen Tag bedenken 94 Aufer tanden, auferst. 88 Auferstehn, ja auferst. 464 Auf Gott und nicht auf 355 f, ihr Streiter, durchg. 256 Nr. Auf, Jesu Jünger, fr. 95 Auf meinen lieben Gott 329 Auf, Seele, auf, und 5⁵ Aus Gnaden soll ich 237 Aus irdischem Getümm. 264 Aus meines Herzens 365 Aus tiefer Not schrei 212 Barmherziger, laß d. 186 Bedenke, Mensch, das 488 Bedenk ich deine— oße 303 Befiehl du deine Wege 333 Bei dir, Jesu, will ich 192 Beschwertes Herz, leg ab 1 Betrübtes Herze, sei zuf. 469 Bis hierher und nicht w. 163 Bleibt bei dem, der 266 Brich an, du schönes 41 Bringt her dem Herren 138 Christe, du Lamm G. 195 Christen erwarten in 424 Christen sind ein göttl. 314 Christ fuhr gen Himmel 93 Christ ist erstanden von 76 Christ lag in Todesb. 77 Christus der ist mein 439 Danket, danket Gott m. 208 Dank und Anbetung 127 Das alte Jahr verg. 46 Das walte Gott, der Dein König kommt in 30 2 Register. —3 f Dein Wort, o Herr, br. 160 Dein Wort, o Herr, ist 182 Der am Kreuz ist meine 61 Der du, Herr Jesu, Ruh 73 Der du in Todesnächten 173 Der du noch in der l. 284 Der du uns als Vater 119 Der du zum Heil ersch. 176 Der Helhen kommt 27 Der heilge Christ ist k. 45 Der Herr fährt auf gen 98 Der Herr ist meine Z. 356 Der Himmel hängt voll 359 Der Mond ist aufgeg. 400 Der Tag ist hin, mein 392 Der Tag mit seinem 390 Des Jahres schöner S. 363 Dich Jesum laß ich ewig 286 Die auf der Erde wallen 456 Die Christen gehn von 461 Die Feinde deines K. 162 Die güldne Sonne, voll 368 Die Herrlichkeit der E. 445 Die hier vor deinem A. 190 Die Himmel rühmen des 146 Die Nacht nunmehr ver. 367 Die Seele ruht in Jesu 494 Dies ist der Tag, den G. 40 Dies ist die Nacht, da 38 Die Woche geht zu E. 403 Dir dank ich für m. L. 433 Dir, dir, Jehovah will 299 Du bist zwar mein und 472 Du gehest in den Garten 69 Durch Trauern und d. 50 Du sollst glauben, o du 241 Du sollst in allen Sach. 404 Du Vater deiner Men. 288 Ehre sei Gott in der 42 Eine Herde und ein 172 Nr. Einen guten Kampf hab 458 Einer ists, an dem wir 175 Ein feste Burg ist unser 148 Eingesargt zum letzten 468 Ein Lämmlein geht und 65 Ein reines Herz, Herr 249 Eins ist not, ach Herr 277 Ein Wetter steiget auf 429 Ein Wohlstand ohne G. 323 Empor zu Gott, mein 43 Erfüllt sind Stund und 44 Erhalt uns deine Lehre 155 Cchebt uns, Herr, bei 149 Erhebt den Herrn, ihr F. 26 Erhöhter Siegesfürst u. 90 Errinnre dich, mein Geist 85 Ermuntert euch, ihr F. 490 Es glänzet der Christen 308 Es ist ein Ros entspr. 31 Es ist noch eine Ruh 495 Es ist vollbracht!l Er 68 Es kennt der Herr die Es saß ein frommes Es wolle Gott uns g. 167 Ewge Liebe, mein Gem. 233 Pahre fort, fahre fort 157 ortgekämpft und fortg. 357 reu dich sehr, o meine 440 riede, ach Friede, ach 310 röhlich soll mein H. 35 rüh am Morgen Jesus 376 rüh Morgens, da die 78 Geduld ist euch von 337 Geh aus, mein Herz, u. 362 Geht hin, ihr gläubigen 147 Geht nun hin und grabt 465 Geh zum Schlummer 471 Geist vom Vater und 114 Geist v. Vater u. v. S. 120 HSSSSESS- SSSSSSSSSSSS Register. 3 —* 1 Gelobet sei der Herr 124 Gelobet seist du, Jesu 33 Gesegn uns, Herr, die 380 Gieb dich zufrieden und 331 Gott, deine Güte reicht 302 Gott, der du Herzensk. 262 Gott der du unsre Zufl. 230 Gott der Gnaden, schw. 228 Gott des Himmels und 366 Gott, du Licht, das ewig 375 Gottes Stadt steht festg. 164 5 Gott, gieb einen milden 113 Gott hat in meinen T. 435 Gott ist gegenwärtig 301 Gott ist mein Gott, er 353 Gott ist mein Hort, u. 181 Gott ist mein Lied 14⁵ Gott lebet noch! Seele 346 Gott lebt, wie kann ich 352 Gott Lob, ein Schritt 402 Gott Lob, nun ist ersch. 422 Gott ruft der Sonn u. 52 Gott sei Dank durch 16 Gott Vater, aller Dinge 166 Gott, vor dessen Anges. 223 H Gott wills machen, daß 349 Größter Morgen, der die 87 Großer Gott von alten 2 Großer König unsrer 194 H Großer Mittler, der zur 100 5 Großer Schöpfer, Herr 364 Guter Geber, Dank sei 385 Hab acht auf mich(501) Habe deine Lust am 312 Hallelujah! jauchzt, ihr 91 Hallelujah! Lob, Preis 125 Hallelujah! wie lieblich 104 Halt im Gedächtnis J. 279 Helgert deine Menschenl. 282 eilger Jesu, Heilgungs. 252 Nr. Herr, auf Erden muß ich 99 Lerr Christe, wahrer M. 437 err, deine Kirche dank. 161 Herr, dein Wort, die 179 Herr, der du mir das 399 Herr, du hast für alle 198 Herr, du wollst uns vollb. 204 Herr, ein ganzer Leid. 432 Herr, es gescheh dein 397 Herr, es ist ein Tag ersch. 7 err, es ist von meinem 394 Herr Gott, dich loben wir, Herr Gott, wir 128 Herr Gott, dich loben w. 423 Herr, höre, Herr, erhöre 304 Herr im Himmel, Gott 426 Herr Jesu Christ, dich 5 Herr 3 Christ, du 197 Herr Jesu, Licht der H. 54 Herr, mein Licht, mein 354 Herr, stärke mich, dein 71 Herr, vor deinem Anges. 9 Herr wie du willst, so 294 err, wir kommen zu 382 err, wir singen deiner 29 Herzlich lieb hab ich d. 268 Herzlich thut mich verl. 441 Herzliebster Jesu, was 60 erz, mein Herz, nicht 324 erzog unsrer Seligk. 247 Herz und Herz vereint 158 Heute mir und morgen 460 Hier legt mein Sinn sich 220 Hilf, Herr Jesu, laß 47 Himmelan geht unsre 254 Hinunter ist der Sonn. 386 Hirte deiner Schafe, d. 396 Höchster, denk ich an 225 Höchster Gott, wir d. 13 Höchster Helfer, sei n. 434 Höchster Tröster, komm 118 . Hör ich euch wieder 361 Hört das Wort voll E. 263 Hosianna! Davids Sohn 24 Hüter, wird die Nacht 373 Jauchzet, ihr Himmel 39 ch armer Mensch, ich 219 ch bin ein Gast auf 447 ch bin getauft auf d. 188 ch bin in dir und du 193 ch erhebe mein Gem. 226 ch geh zu deinem Grabe 81 ch habe nun den Grund 236 ch hab in guten St. 1 hab mein Sach G. 438 hab mich Gott erg. 444 hab von ferne 499 komme Friedensf. 240 komme, Herr, und 202 laß dich nicht, du 347 ruf zu dir, Herr 292 ruhe nun in Gottes 489 ch sag es jedem, daß 89 ch singe dir mit Herz 133 ch soll zum Leben dring. 260 ch steh an deiner Krippe 37 ch sterbe täglich und 451 ch und mein Haus, w. 413 ch weiß, an wen ich gl. 242 ch weiß, an wen ich gl. u. 451 ch weiß, daß mein Erl. 327 ch weiß von keinem a. 239 ch will dich lieben, m. 273 ch zieh in ferne Lande 430 e größer Kreuz, je 351 ehovah, Herr u. Kön. 416 erusalem, du hochgeb. 480 esu, deine tiefen Wunden 59 esu, der du bist allein 305 esu, Freund der Men. 203 esu, geh voran 411 SSS Register. N Nr. u, großer Wunderst. 56 u, hilf siegen, du F. 246 u, komm, sei eingeb. 405 u, meine Freude 307 u, meiner Seele Leb. 276 u, meines Lebens L. 66 us Christus herrscht 103 us, Jesus, nichts als 272 us ist mein Leben 341 us lebt, mit ihm 8⁴ us, meine Zuversicht 483 us nimmt die Sünder 235 us schwebt mir 27⁵ us soll die Losung s. 51 nallen meinen Thaten 330 n Christo will ich st. 446 n Gottes Namen fang 406 n tiefen Angsten schr 420 n unsers Königs Nam. 258 st Gott für mich, so 335 Kehre wieder, kehre 229 König, dem kein König 101 Komm, heiliger Geist, erf. 4 Komm, heiliger Geist 107 Komm heilger Geist, o 106 Komm, mein Herz, aus 201 Komm, o Herr, komm 171 Komm, o komm, du 109 Kommst du, kommst du, 22 Kommt, Brüder, laßt 259 Kommt her, ihr seid 206 Lamm, das gelitten, u. 105 Lasset uns dem Herren 79 Lasset uns mit Jesu z. 245 Laß mich dein sein und 295 Lebst du in mir, o. w. 283 Licht, das in die Welt 174 Licht vom Licht, erleuchte 3 Liebe, die du mich zum 274 .C. L.EEEESEESEE Li Li SSDD SSSSSSSSSSSSS Register. 5 T+. N Liebster Jesu, w. s. hier, deinem 18⁴ Liebster Jesu, wir sind 6 Lobe den Herren, den 135 Lobe den Herren, o m. 139 Lobt Gott, ihr Christen 34 Löwen, laßt euch wieder 156 Mache dich, mein Geist 250 Machs mit mir, Gott 443 Macht hoch die Thür 15 Man lobt dich in der 132 Mein erst Gefühl sei P. 378 Meine Lebenszeit verstr. 454 Meinen HJehunt geb ich 321 Meinen Jesum laß ich 271 Meine Seele senket sich 348 Meine Seele, voller F. 224 Meine Sorgen, Angst 342 Mein Geist, o Gott, w. 496 Mein Glaub ist meines 316 Mein Gott, das Herz 218 Mein Gott, ich weiß w. 452 Mein Gott, nun ist es 374 5 Mein Heiland nimmt 234 Mein ebel der du vor 199 Mein Leben ist ein P. 450 Mein schönste Zier und 387 Mir ist Erbarmung w. 238 Mir nach, spricht Christ. 244 Mit Ernst, o Menschenk. 17 Mitten wir im Leben 478 Morgenglanz der Ewigk. 371 Müde bin ich, geh 4⁰¹ Nach einer Prüfung k. 493 Nimm hin den Dank 209 Nun bitten wir den h. 108 Nun bringen wir den 463 Nun danket alle Gott 131 Run danket all und br. 134 Nun freut euch, lieben 231 Nr. Nun geh uns auf, du 183 Nun Gott Lob! Es ist 185 Nun jauchzet, all ihr 19 Nun kommt das neue 23 Nun laßt uns gehn und 48 Nun lob, mein Seel 129 Nun preiset alle Gottes 130 Nun ruhen alle Wälder 389 Nun sich der Tag geendet 393 Nun sich der Tag g., m. 398 Nun so will ich denn 285 O allerhöchster Mensch. 370 O Christ, wenn Arme 289 O daß ich tausend 3. 140 O du allersüßte Freude 112 O du fröhliche, o du 122 O du Liebe meiner L. 67 O O Jesu, meine Sonne 322 O Jesu, meine Wonne 207 O Jesu, süßes Licht 377 O König, dessen Majest. 221 O Lamm Gottes, unsch. 58 O Liebesglut, wie soll 280 O mein Herz, gieb dich 360 O selig Haus, wo man 414 O Traurigkeit, o Herzel. 74 O Ursprung des Lebens 281 6 Register. Nr. O Vater der Barmherz. 216 O Welt, sieh hier dein 64 O wie freun wir uns 10 O wie fröhlich, o wie s. 492 O wie selig seid ihr d. 482 Prediger der süßen L. 180 Rede, liebster Jesu, r. 177 Rüstet euch, ihr Chr. 251 Ruhe hier, mein Geist 70 Ruhei wohl, ihr Totenb. 459 Schaffe in mir, Gott 211 Schaffet, schaffet, M. 253 Schmücke dich, o liebe 196 Schmückt das Fest mit 115 Schöner Himmelssaal 481 Schon ist der Tag von 497 Schwing dich auf zu 336 Seele, du mußt munter 372 Seelenbräutigam, Jesu 278 Seele, sei zufrieden 350 Seele, was ermüdst du 257 Seid barmherzig, M. 287 Sei getreu bis an das 243 Sei Lob und Ehr dem 137 Selig sind des Himmels 498 Siegesfürst und Ehrenk. 102 Sieh dein König kommt 25 Sieh, hier bin ich 298 So geh nun hin, dem 473 So hab ich obgesieget 474 Soll ich denn mich tägl. 343 Sollt es gleich bisweil. 340 Sollt ich meinen Gott 306 Sorge doch für meine 410 So ruhest du, o meine 75 So wahr ich lebe, spr. 232 Speis, o Gott, uns 381 Such, wer da will, ein 270 Voller Nr. Teures Wort aus 178 Thut mir auf die schöne 8 Treuer Wächter Israel 419 Ueberwinder, nimm die 86 Unser keiner lebt ihm 453 Unser Ausgang segne 11 Unser Vater, der uns 384 Unser Wandel ist im 261 Unsre müden Augenl. 391 Unumschränkte Liebe 142 Valet will ich dir geben 442 Vater, deines Geistes 169 Vater, dir sei Preis 12 Vater, hier im Erdensch. 467⁷ Vater unser im Himm. 291 Verleih uns Frieden 421 Verzage nicht, du Häufl. 153 Volk des Herrn, bring 189 Volk des Herrn, du h. 267 Vollbracht ist nun die 210 under, voller 408 Zom Geräusch der W. 320 Vom Himmel hoch, da 32 Von des Himmels Thron 191 Von dir, du Gott der E. 415 Von Gott will ich nicht 328 Wach auf, du Geist der 168 Wach auf, mein Herz, die 80 Wach auf, mein Herz, u. 369 Wachet auf, ruft uns 479 Walte, walte nah und 170 Wann kommt der Herr 227 Warum betrübst du dich 326 Warum sollt ich mich 332 Warum willst du dr. 21 Was freut mich noch 126 Was Gott thut, das ist wohlgethan NNNNSSSSSSSES E 7 Was Gott thut, das un wohlgethan, so denken 427 Was hinket ihr betrog. 255 Was mein Gott will 325 Was wär ich ohne dich 28 Weicht ihr Berge, fallt 311 Wenn auch wie ein Ps. 290 Wenn Christus seine 159 Wenn der Herr einst 358 Wenn ich einst von jenem 379 Wenn ich ihn nur habe 318 Wenn ich, o Schöpfer 143 Wenn kleine Himmelserb. 476 Wenn mich mein Sünden 62 Wenn mein Stündlein 436 Wenn wir in höchsten 418 Werde Licht, du Stadt 53 Werde munter, mein G. 388 Wer ist wohl wie du 313 Wer nur den lieben 339 Wer sind die vor Gottes 491 Wer weiß, wie nahe m. 448 Wie fleucht dahin der 487. Wie getrost und heiter 319 Nr. Wie groß ist des Allm. 144 Wie heilig ist die Stätte 200 Wie könnt ich sein verg. 205 Wie schön ists doch, Herr 409 Wie schön leuchtet der 269 Wie sicher lebt der M. Wie soll ich dich empf. Wie wohl ist mir, o Willkommen, Held im Wir danken Gott für Wir singen dir, Imm. Wir werden bei dem Wohlauf, mein Herz Wohlauf⸗ wohlan zum Wohl einem Haus, da Womit soll ich dich Wunderanfang, herrlichs 345 Wunderbarer König 136 Zeuch ein zu deinen 111 Zeuch hin, mein Kind 475 Zion, gieb dich nur zufr. 154 zwei der Jünger gehn 83 Zweie lei bitt ich von 297 .. e —— 28 —8 8* V 2 2 — 5 D. D E — D .....— SIE Eranung.„ I Ich aber und mein Haus wollen dem Herrn dienen. Jos. 24, 15. Am Pamen Goltes des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes haben wir: ö geboren am 18 Zetanst Zu und geboren am NE getauft am Eu 8 zu den heiligen Ehebund geschlossen und sind in der Kirche zu: von dem Ofarrer Herrn christlich eingesegnet worden. Amm 48.haben wir durch Gottes Gnade unser Hauswesen begonnen. Golk sei uns gnädig und segne uns! Amen. ...— Kinder. „ EI ———— Lasset die Kindlein zu mir kommen, und wehret ihnen nicht; denn solcher ist das Reich Gottes. Geburtstag, Caufe, Coufirmation, Verheirathung ete Luc. 18, 16. Rinder. 4 Geburtstag, Taufe, Consirmation, Verheirathung etc. Pathenkinder. Ich will euer Vater sein, und ihr sollt meine Söhne und Cöchter sein, spricht der allmächtige Herr. II. Cor. 6, 18. D 4 Dyreltern.„ +QII Ich der Herr, dein Gott, bin ein starker eifriger Hott; denen, so mich lieben und meine Gebote halten, thue ich wohl bis ins tausendste Glied. II. Mose 20. E Cudestagr. Selig sind die Todten, die in dem Herrn sterben. Offenb. 14, 13. 4 Familien⸗Geilenkrage. W I wir wissen aber, daß denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen. Röm. 8, 28. Deee.—————————9——————————ͤ——7 N 7 511% NM eeeeeeeeeer