Imünn 14 108 211 ——*——.———— HBleibet in Mir und Ich in ench! —3 S 52 2 . 8 2 — —— = — 2 4 1* — 2 / HBleibet in Mir und Ich in ench! Evangelisches Kirchengesangbuch für den Konsistorialbezirk Cassel. Herausgegeben vom Königlichen Konsistorium zu Cassel unter Mitwirkung des Gesamt⸗-Synodal-Ausschusses. Cassel, 1907. Hof- und Waisenhaus⸗Buchdruckerei. Unw. 101. Giessen Selig sind, die reines Herzens sind; denn sie werden Gott schauen. Ev. Matth. 5, 8. a/a Sur Srinnerung G Wir wissen aber, daß denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen. Röm. 8, 28. .πνιιιπ⁰έ⁰ο⁰ʒ πάι¹ι Geburts · und Tauftage Der Segen des Herrn macht reich ohne Mühe. Sprüche 10, 22. ————8 Gonfirmation, Tranung Selig sind die Toten, die in dem Herrn sterben. Offenb. 14, 13. huu,. H H- ⁹⁷0 ur, Hterbe⸗Fage Ordnung des Hauptgottesdienstes an gewöhnlichen Sonntagen. 23) —— Gemeinde: Komm, heiliger Geist oder ein anderes passendes Eingangslied. Pfarrer: Eingangsspruch. Gemeinde: IIꝗ Eh⸗ re sei dem Va⸗ ter und dem Soh⸗ ———.————.— ...—— ne und dem hei⸗ li⸗gen Gei⸗ ste, ———— S wie es war im An⸗fang, jetzt und im⸗mer⸗ leit. A— men. —— *) Dieselbe gilt im wesentli chen auch für den Gottesdienst an Fest⸗ und Feiertagen Pfarrer: Sündenbekenntnis. Gemeinde: —.——— 7———— ISSDSISIIIIIIIII. 1— +*— Herr, er ⸗ bar⸗ me dich un ⸗ ser! ——— E 2 + 3 4— 3 Chri⸗ste, er ⸗bar⸗me dich un⸗ ser! 9 —9*—.—. SSEEEEEEEEEEEEEEEEE— 33— Herr, er ⸗ bar-me dich un ⸗ ser! Pfarrer: Gnadenverkündigung mit„Ehre sei Gott Pfa in der Höhe“. Gemeinde: Ger Eh⸗re sei Gott in der Hö ⸗he und — den und den ———— n Men ⸗schen ein Wohl⸗ ge fal ⸗ len. 8— SISSPISI——— PP— A⸗ men, A⸗men, A men.) [Statt dessen kann an Festtagen der Chor mit dem großen„Gloria“ eintreten.] 7*) Kann auch mit„Und Friede“ beginnen und ohne „Amen“ gesungen werden. IIEE E 5 * Pfarrer: Der Herr sei mit auh Gemeinde: SSDSISIIIIT. Und mit dei⸗ nem Gei ⸗ ste. Pfarrer: Gebet. Gemeinde: —..—.— — „ men. A. men. Pinn Schriftverlesung. Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren; oder: Chre sei dir, o Herr; oder: Lob sei dir, o Christe. Gemeinde: Q NE— v. 112... 7 V.—— —.*—— Hal ⸗le i lu⸗ 39— Hal⸗le Un ja! In der Passionszeit und am Bußtag: Amen.] Pfarrer: Glaubensbekenntnis. Gemeinde: + V — — — * — E — — FN + 1 ꝗDSPIPIIITITITTT — A⸗ men, A⸗men, A ⸗ men.) *) Dieses dretmalige„Amen“ ist auch nach dem Segen bei der Abendmahlsfeier zu nehmen. Ehr — 75—.— +—— 0— 2——. 4 + I—. 2— sei dem Va⸗ter und dem Sohn, dem heil-gen Geist in ei⸗ nem Thron; . + + 22292 1 2 2 2 7—— —————.—.— 1—— + der hei ⸗li⸗ gen Drei⸗ ei⸗ nig⸗keit —————— 2— 4 ———— sei Lob und Preis in E⸗wig ⸗keit. Gemeinde: Hauptlied. Pfarrer: Predigt.“) Das allgemeine Kirchengebet usw. Gemeinde: Schlußvers. Pfarrer: Gebet, wo es üblich ist. Segen. ö Gemeinde: 0 A⸗ men,. men. men, *) Nach Schluß der Predigt und vor dem Kanzelgebet kann ein Liedvers gesungen werden. Druck und Verlag des reformierten Waisenhauses zu Cassel. Inhalt. A. Lieder zum Anfang und 3 des Gottesdienstes B. Lieder für die Festzeiten des Kirchenjahres IJ. Advent II. Weihnachten III. Neujahr IV. Epiphanias V. Passionszeit VI. Ostern VII. Himmelfahrt VIII. Pfingsten. IX. Trinitatis X. Kleine Feste. C. Lieder von der christlichen Kirche J. Bitte und Trost der Ki rche II. Ausbreitung der Kirche III. Kirchweih und Einführung von Pfarrern* O. Lieder von den Gnadenmitteln J. Wort Gottes—— II. Taufe und Konfirmation III. Abendmahl H V IVIV 1—14 15—139 15— 88 29— 43 44— 52 53— 56 57— 81 82—104 10⁵—11⁷ 118— 130 131— 134 13⁵— 139 140—169 140— 156 15⁷7—165 166— 169 17⁰0—20¹ 170— 17⁵ 176— 185 186—20¹ E. Lieder von den Haben und Wir⸗ Rungen des heiligen Geistes I. Buße und Bekehrung II. Glaube und III. Heiligung 1. Wandel im Licht 2. Liebe zu Jesu 2 3. Vertrauen auf Gott A. Gebetslieder a. Bitte b. Lob und Dant C. Lieder für besondere Zeiten und Stände Morgenlieder. „Tischlieder Abendlieder Ehe und Hausstand „Obrigkeit . Landesnot, Krieg und Friede 7. Wetter und Ernte B. Kreuz⸗ und Trostlieder F. Lieder von den letzten Dingen J. Sterben und Begräbnis II. Zukunft Christi, Auferstehung, Gericht und ewiges Leben 6. Anhang geistlicher Lieder Verzeichnis der Episteln und Evangelien Verzeichnis der Liederdichter Verzeichnis der Lieder Nr. 202— 418 20²—225 2²6— 243 2⁴4— 418 2⁴⁴—266. 267—28⁷7 28⁸— 418 288—372 288— 298 299—318 319—37² 31¹9—333 334—337 338—352 353—361 362— 365 366— 369 370—37½ 373— 418 4¹9— 464 4¹9— 451 45²— 464 465— 50⁷ Seite 705⁵ * 11 « 7²⁷ A. Jieder zum Aufang und Schluß Nes Gottesdienstes. Eigene Melodie. 1.* Komm, heiliger Geist! Erfüll die Herzen deiner Gläubigen Und entzünd in ihnen das Feuer Deiner göttlichen Liebe, Der du durch Mannigfaltigkeit der Zungen Die Völker der ganzen Welt versammelt hast In Einigkeit des Glaubens. Halleluja! Halleluja!(Hallelujal) Alte Kirche. Mel.: Wunderbarer König. 2. Gott ist gegenwärtig! Lasset uns anbeten Und in Ehrfurcht vor ihn treten. Gott ist in der Mitten! Alles in uns schweige Und sich innigst vor ihm beuge. Wer ihn kennt, Wer ihn nennt, Schlagt die Augen nieder, Gebt das Herz ihm wieder! Die mit* bezeichneten Lieder finden sich in dem Militär⸗Gesangbuch. Vergleiche Verzeichnis der Lieder. — —————— T 2 Anfang und Schluß des Gottesdienstes. 2. Gott ist gegenwärtig, Dem die Cherubinen Tag und Nacht gebücket dienen. Heilig, heilig, heilig, Singen ihm zur Ehre Aller Engel hohe Chöre. Herr, vernimm Unsre Stimm, Da auch wir Geringen Unser Opfer bringen. 3. Wir entsagen willig Allen Eitelkeiten, Aller Erdenlust und Freuden; Da liegt unser Wille, Seele, Leib und Leben, Dir zum Eigentum ergeben. Du allein Sollst es sein, Unser Gott und Herre, Dir gebührt die Ehre. 4. Majestätisch Wesen, Möcht ich recht dich preisen Und im Geist dir Dienst erweisen! Möcht ich wie die Engel Immer vor dir stehen Und dich gegenwärtig sehen! Laß mich dir Für und für Trachten zu gefallen, Liebster Gott, in allem. 5. Du durchdringest alles; Laß dein schönes Lichte, Herr, berühren mein Gesichte! Anfang und Schluß des Gottesdienstes. 3 Wie die zarten Blumen Willig sich entfalten Und der Sonne stille halten, Laß mich so Still und froh Deine Strahlen fassen Und dich wirken lassen. 6. Mache mich voll Einfalt, Innig, abgeschieden, Sanfte und in stillem Frieden; Mach mich reines Herzens, Daß ich deine Klarheit Schauen mag im Geist und Wahrheit, Laß mein Herz Überwärts Wie ein Adler schweben Und in dir nur leben. 7. Herr, komm in mir wohnen, Laß mein Geist auf Erden Dir ein Heiligtum noch werden; Komm, du nahes Wesen, Dich in mir verkläre, Daß ich stets dich lieb und ehre; Wo ich geh, Sitz und steh, Laß mich dich erblicken Und vor dir mich bücken. Gerhard Tersteegen, 1697— 1769. Mel.: Erschienen ist der herrlich Tag. 3. Gottlob, der Sonntag kommt herbei, Die Woche wird nun wieder neu. Heut hat mein Gott das Licht gemacht, Mein Heil hat mir das Leben bracht. Halleluja. 1* 4 Anfang und Schluß des Gottesdienstes. 2. Das ist der Tag, da Jesus Christ Vom Tod für mich erstanden ist Und schenkt mir die Gerechtigkeit, Trost, Leben, Heil und Seligkeit. Halleluja. 3. Das ist der rechte Sonnentag, Da man sich nicht gnug freuen mag, Da wir mit Gott versöhnet sind, Daß nun ein Christ heißt Gottes Kind. Halleluja. 4. Mein Gott, laß mir dein Lebenswort, Führ mich zur Himmels⸗Ehrenpfort; Laß mich hier leben heiliglich Und dir lobsingen ewiglich. Halleluja. Johann Olearius, 1611—1684. Mel.: Gott des Himmels und der Erden. 4. Großer Gott von alten Zeiten, Dessen Hand die Welt regiert, Dessen Treu auf allen Seiten Mich von Jugend auf geführt, Heute weck des Tages Lauf Mich zu lauter Andacht auf. 2. Ach, wie lieb ich diese Stunden, Denn sie sind des Herren Fest, Das mit so viel Trost verbunden, Da mein Gott mich ruhen läßt Und durch seinen guten Geist Mir den Weg zum Leben weist. 3. Habe Dank für diesen Morgen, Der mir Zeit zum Guten schenkt. Das sind unsre besten Sorgen, Wenn der Mensch an Gott gedenkt Und von Herzen bet und singt, Daß es durch die Wolken dringt. Anfang und Schluß des Gottesdienstes. 5 4. Was ist schöner als Gott dienen, Was ist süßer als sein Wort, Da wir sammeln wie die Bienen Und den Honig tragen fort? Selig ist, wer Tag und Nacht Also nach dem Himmel tracht. 5. O mein Gott, sprich selber Amen; Denn wir sind dein Eigentum. Alles preise deinen Namen, Alles mehre deinen Ruhm, Bis es künftig wird geschehn, Daß wir dich im Himmel sehn. Kaspar Neumann, 1648—1715. Mel.: Gott des Himmels und der Erden. 5.“* Halleluja, schöner Morgen, Schöner, als man denken mag! Heute fühl ich keine Sorgen, Denn das ist ein lieber Tag, Der durch seine Lieblichkeit Recht das Innerste erfreut: 2. Süßer Ruhetag der Seelen, Sonntag, der voll Lichtes ist, Heller Tag der dunklen Höhlen, Zeit, in der der Segen fließt, Stunde voller Seligkeit, Du vertreibst mir alles Leid. 3. Ach, wie schmeck ich Gottes Güte Recht als einen Morgentau, Die mich führt aus meiner Hütte Zu des Vaters grüner Au. Da hat wohl die Morgenstund Edlen Schatz und Gold im Mund. 4. Ruht nur, meine Weltgeschäfte, Heute hab ich sonst zu tun; 6 Anfang und Schluß des Gottesdienstes. Denn ich brauche alle Kräfte, In dem höchsten Gott zu ruhn. Heut schickt keine Arbeit sich Als nur Gotteswerk für mich. 5. Wie soll ich mich heute schmücken, Daß ich Gott gefallen mag? Jesus wird das Kleid mir schicken, Das ich ihm zu Ehren trag. Sein Blut und Gerechtigkeit Ist das schönste Sonntagskleid. 6. Ich will in der Zionsstille Heute voller Arbeit sein; Denn da sammle ich die Fülle Von den höchsten Schätzen ein, Wenn mein Jesus meinen Geist Mit dem Wort des Lebens speist. 7. Herr, ermuntre meine Sinnen Und bereite selbst die Brust; Laß mich Lehr und Trost gewinnen, Gib zu deinem Manna Lust, Daß mir deines Wortes Hall Recht tief in mein Herze fall. 8. Segne deiner Knechte Lehren, Offne selber ihren Mund, Mach mit allen, die dich hören, Heute deinen Gnadenbund, Daß, wenn man hier bet und singt, Solches in dein Herze dringt. 9. Gib, daß ich den Tag beschließe, Wie er angefangen ist; Segne, pflanze und begieße, Der du Herr des Sabbats bist, Bis ich einst auf jenen Tag Ewig Sabbat halten mag. Jonathan Krause, 1701— 1762, 2..—nn 7 5—8 899NNl Anfang und Schluß des Gottesdienstes. 7 5 Eigene Melodie. 6. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend, Dein heilgen Geist du zu uns send; Mit Hilf und Gnad er uns regier Und uns den Weg zur Wahrheit führ. 2. Tu auf den Mund zum Lobe dein, Bereit das Herz zur Andacht fein, Den Glauben mehr, stärk den Verstand, Daß uns dein Nam werd wohl bekannt. 3. Bis wir singen mit Gottes Heer: Heilig, heilig, ist Gott der Herr, Und schauen dich von Angesicht In ewger Freud und selgem Licht. 4. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, Dem heilgen Geist in einem Thron; Der heiligen Dreieinigkeit Sei Lob und Preis in Ewigkeit! Wilhelm II., Herzog v. Sachsen-Weimar(9), 1598.—1662. Mel.: Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. 7. Herr, öffne mir die Herzenstür, Zeuch mein Herz durch dein Wort zu dir, Laß mich dein Wort bewahren rein, Laß mich dein Kind und Erbe sein. 2. Dein Wort bewegt des Herzens Grund, Dein Wort macht Leib und Seel gesund, Dein Wort ist, das mein Herz erfreut, Dein Wort gibt Trost und Seligkeit. 3. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, Dem heilgen Geist in einem Thron, Der heiligen Dreieinigkeit Sei Lob und Preis in Ewigkeit! Johann Olearius, 1611—1684. 8 Anfang und Schluß des Gottesdienstes. Mel.: Liebster Jesu, wir sind hier. 8. Höchster Gott, dir danken wir, 10 Daß du uns dein Wort gegeben, B Innig bitten wir von dir: G Hilf uns heilig danach leben, M Gib dem Glauben solche Stärke, Daß er tätig sei im Werke. D 2. Uns, o Vater, lehrest du, 9 Was wir tun und glauben sollen;. Schenk uns deine Kraft dazu, M Gib zum Wissen uns das Wollen Und zum Wollen das Vollbringen, So wird alles wohlgelingen. Le 3. Gib uns, eh wir gehn nach Haus, De S6 Deinen väterlichen Segen; Breite deine Hände aus, Leite uns auf deinen Wegen; Laß uns hier im Segen gehen, Dort gesegnet auferstehn. Johann Adam Haßlocher, 1645— 1726. Mel.: Herzlich tut mich verlangen. 9 Laß mich dein sein und bleiben, Du treuer Gott und Herr, Von dir laß mich nichts treiben, Halt mich bei deiner Lehr. Herr, laß mich nur. nicht wanken, Gib mir Beständigkeit; Dafür will ich dir danken In alle Ewigkeit. Nikolaus Selnecler, 1532— 1592. Anfang und Schluß des Gottesdienstes. 9 Mel.: Jesus, meine Zuversicht. 10. Licht vom Licht, erleuchte mich Bei dem neuen Tageslichte; Gnadensonne, zeige dich Meinem muntern Angesichte. Wohne mir mit Glanze bei, Daß mein Sabbat fröhlich sei. 2. Brunnguell aller Seligkeit, Laß mir deine Ströme fließen; Mache Mund und Herz bereit, Deiner Gnade zu genießen. Streu das Wort mit Segen ein, Laß es hundertfrüchtig sein. 3. Zünde selbst das Opfer an, Das auf meinen Lippen lieget; Sei mir Weisheit, Licht und Bahn, Daß kein Irrtum mich betrüget Und kein fremdes Feuer brennt, Welches dein Altar nicht kennt. 4. Laß mich heut und allezeit Heilig, heilig, heilig singen, Und mich in die Ewigkeit Mit des Geistes Flügeln schwingen. Gib mir einen Vorschmack ein, Wie es wird im Himmel sein. 5. Ruh in mir und ich in dir, Bau ein Paradies ins Herze. Offenbare dich doch mir Und gieß meiner Andachtskerze Immer neue Nahrung zu, O du Liebesflamme du. 6. Dieser Tag sei dir geweiht, Weg mit allen Eitelkeiten! 10 Anfang und Schluß des Gottesdienstes. Ich will deiner Herrlichkeit Einen Tempel zubereiten, 1 Nichts sonst wollen, nichts sonst tun, O Als in deiner Liebe ruhn. 8 7. Du bist mehr als Salomon, 8 Laß mich deine Weisheit hören; Ich will deinen Gnadenthron Mit gebeugten Knieen ehren, Bis mir deine Sonne lacht 8 Und den schönsten Sonntag macht. Benjamin Schmolck, 1672— 1737. Eigene Melodie. 11.“* Liebster Jesu, wir sind hier, Dich und dein Wort anzuhören; Lenke Sinnen und Begier Auf die süßen Himmelslehren, Daß die Herzen von der Erden Ganz zu dir gezogen werden. 2. Unser Wissen und Verstand Ist mit Finsternis umhüllet, Wo nicht deines Geistes Hand Uns mit hellem Licht erfüllet. Gutes denken, tun und dichten Mußt du selbst in uns verrichten. 3. O du Glanz der Herrlichkeit, Licht vom Licht aus Gott geboren, Mach uns allesamt bereit, Offne Herzen, Mund und Ohren. Unser Bitten, Flehn und Singen Laß, Herr Jesu, wohlgelingen. Tobias Clausnitzer, 1618— 1684. Anfang und Schluß des Gottesdienstes. 11 Mel.: Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort. 12. O heilger Geist, laß uns dein Wort So hören heut und immerfort, Daß sich in uns durch deine Lehr Glaub, Lieb und Hoffnung reichlich mehr. 2. Erleuchte uns, du wahres Licht, Entzeuch uns deine Gnade nicht, All unser Tun also regier, Daß wir Gott preisen für und für. ö Unbekannt 1646. RRARÄRARTRSe Mel.: Unser Herrscher, unser König. 13.* Tut mir auf die schöne Pforte, Führet mich in Zion ein. Ach, wie wird an diesem Orte ö Meine Seele fröhlich sein! ö Hier ist Gottes Angesicht, Hier ist lauter Trost und Licht. 2. Ich bin, Herr, zu dir gekommen, Komme du nun auch zu mir; Wo du Wohnung hast genommen, Da ist lauter Himmel hier. Zieh doch in mein Herz hinein; Laß es deinen Tempel sein. 3. Laß in Furcht mich vor dich treten, Heilge du Leib, Seel und Geist, Daß mein Singen und mein Beten Ein gefällig Opfer heißt. Heilge du, Herr, Mund und Ohr, Zieh das Herze ganz empor. 4. Mache mich zum guten Lande, Wenn dein Samkorn auf mich fällt; Gib mir Licht in dem Verstande, Und was mir wird vorgestellt, Präge meinem Herzen ein, Laß es mir zur Frucht gedeihn. 5. Stärk in mir den schwachen Glauben Laß dein teures Kleinod mir Nimmer aus dem Herzen rauben; Halte stets dein Wort mir für, Daß es mir zum Leitstern dient Und zum Trost im Herzen grünt. 6. Rede, Herr, so will ich hören, Und dein Wille werd erfüllt; Nichts laß meine Andacht stören, Wenn der Brunn des Lebens quillt; Speise mich mit Himmelsbrot, Tröste mich in aller Not. 7. Offne mir die grünen Auen, Daß dein Lamm sich weiden kann; Lasse mir dein Manna tauen, Zeige mir die rechte Bahn Hier in diesem Jammertal, Herr, zu deinem Ehrensaal. Benjamin Schmolck, 1672— 1737. Mel.: Liebster Jesu, wir sind hier. 14.* Unsern Ausgang segne Gott, Unsern Eingang gleichermaßen. Segne unser täglich Brot, Segne unser Tun und Lassen, Segne uns mit selgem Sterben Und mach uns zu Himmelserben. Hartmann Schenk, 1634—1681. 13 B. gieder für die Festzeiten des Kirchenjahres. I. Advent. Mel.: Aus meines Herzens Grunde. 15.* Auf, auf, ihr Reichsgenossen! Der König kommt heran. Empfanget unverdrossen Den großen Wundermann. Ihr Christen geht herfür, Laßt uns vor allen Dingen Ihm Hosianna singen Mit heiliger Begier. 2. Auf, ihr betrübten Herzen! Der König ist gar nah. Hinweg all Angst und Schmerzen, Der Helfer ist schon da. Seht, wie so mancher Ort Hoch tröstlich ist zu nennen, Da wir ihn finden können In Nachtmahl, Tauf und Wort. 3. Auf, auf, ihr Vielgeplagten! Der König ist nicht fern. Seid fröhlich, ihr Verzagten, Dort kommt der Morgenstern. Der Herr will in der Not Mit reichem Trost euch speisen, ö Er will euch Hilf erweisen, ö Ja dämpfen gar den Tod. Advent. 4. Frisch auf, ihr Hochbetrübten! Der König kommt mit Macht. An uns, sein Herzgeliebten, Hat er schon längst gedacht. Nun wird kein Angst noch Pein Noch Zorn hinfür uns schaden, Dieweil uns Gott aus Gnaden Läßt seine Kinder sein. 5. So lauft mit schnellen Schritten, Den König zu besehn, Dieweil er kommt geritten Stark, herrlich, sanft und schön. Nun tretet all heran, Den Heiland zu begrüßen, Der alles Kreuz versüßen Und uns erlösen kann. 6. Der König will bedenken Die, so er herzlich liebt, Mit köstlichen Geschenken, Als der sich selbst uns gibt Durch seine Gnad und Wort. O König, hoch erhoben, Wir alle wollen loben Dich freudig hier und dort. 7. Nun, Herr, du gibst uns reichlich, Wirst selbst doch arm und schwach; Du liebest unvergleichlich, Du gehst den Sündern nach; Drum wolln wir all in ein Die Stimmen hoch erschwingen, Ein Hosianna singen Und ewig dankbar sein. Johann Rist, 1607—1667. V 0 Advent. 15 Eigene Melodie. 16. Dein König kommt in niedern Hüllen, Ihn trägt der lastbarn Es'lin Füllen. Empfang ihn froh, Jerusalem! Trag ihm entgegen Friedenspalmen, Bestreu den Pfad mit grünen Halmen! So ists dem Herren angenehm. 2. O mächtger Herrscher ohne Heere, Gewaltger Kämpfer ohne Speere, O Friedensfürst von großer Macht! Es wollen dir der Erde Herren Den Weg zu deinem Throne sperren; Doch du gewinnst ihn ohne Schlacht. 3. Dein Reich ist nicht von dieser Erden, Doch alle Erdenreiche werden Dem, das du gründest, untertan. Bewaffnet mit des Glaubens Worten, 9 Zieht deine Schar nach den vier Orten Der Welt hinaus und macht dir Bahn. 4. Und wo du kommest hergezogen, Da ebnen sich des Meeres Wogen, Es schweigt der Sturm, von dir bedroht. ö Du kommst, auf den empörten Triften Des Lebens neuen Bund zu stiften, 4 Und schlägst in Fesseln Sünd und Tod. 5. O Herr von großer Huld und Treue, O komme du auch jetzt aufs neue Zu uns, die wir sind schwer verstört. Not ist es, daß du selbst hienieden Kommst zu erneuen deinen Frieden, Dagegen sich die Welt empört. 6. O laß dein Licht auf Erden siegen, Die Macht der Finsternis erliegen 16 Advent. Und lösch der Zwietracht Glimmen aus, Daß wir, die Völker und die Thronen, Vereint als Brüder wieder wohnen In deines großen Vaters Haus. Friedrich Rückert, 1788—1866. — Mel.: Nun freut euch, lieben Christen gmein. 17. Gottlob, ein neues Kirchenjahr Macht uns die große Treue Des ewgen Gottes offenbar; Und nun will er aufs neue Den alten hochbeschwornen Bund, Den einzig festen Glaubensgrund, Durch seinen Geist uns lehren. 2. Auf, Zion, Preis und Ehr und Ruhm Dem höchsten Herrn zu singen! Dein königliches Priestertum Muß Dank zum Opfer bringen. Gelobt sei Gott, der durch sein Wort Die Christenheit und diesen Ort Zu seinem Tempel weihet! 3. Wir sind nicht wert der neuen Huld Des Gottes aller Gnaden; Des alten Menschen alte Schuld, Die wir auf uns geladen, Nimmt unsern eignen Ruhm dahin; Denn sie bewies den alten Sinn Noch stets mit neuen Sünden. 4. Ach Herr, gib uns den neuen Geist Und mach uns durch die Güte, Die sich an uns aufs neu erweist, Erneuert im Gemüte. Den neuen Menschen zieh uns an, Der dir allein gefallen kann In seinem ganzen Leben. — Advent. 17 5. Hierzu erhalt uns, Herr, dein Wort Samt Tauf und Abendmahle, So wandern wir mit Freuden fort In diesem finstern Tale. Herr, segne dieses Kirchenjahr, Laß Kirche, Schul, Tauf und Altar Uns deine Wege zeigen. 6. Gib deinen Hirten Kraft und Geist Zu reiner Lehr und Leben, Dein Wort, das Gottes Weide heißt, Der Herde rein zu geben. Laß alle Hörer Täter sein, Damit kein heuchlerischer Schein Des Glaubens Kraft verleugne. 7. So halten und vollenden wir Das Kirchenjahr auf Erden. Dabei befehlen wir es dir, Wie wir es enden werden. Hier bleibt die Kirche noch im Streit; Kommt aber einst die Ewigkeit, Dann wird sie triumphieren. Heinrich Cornelius Hecker, 1699—1743. Eigene Melodie. ö 18.“ Gott sei Dank durch alle Welt, Der sein Wort beständig hält Und der Sünder Trost und Rat Zu uns hergesendet hat. 2. Was der alten Väter Schar Höchster Wunsch und Sehnen war, Und was sie geprophezeit, 1 Ist erfüllt in Herrlichkeit. 3. Zions Hilf und Abrams Lohn, Jakobs Heil, der Jungfrau Sohn, Der wohl zweigestammte Held Hat sich treulich eingestellt. 18 Advent. 4. Sei willkommen, o mein Hosianna, o mein Teil! Richte du auch eine Bahn Dir in meinem Herzen an. 5. Zeuch, du Ehrenkönig, ein, Es gehöret dir allein; Mach es, wie du gerne tust, Rein von allem Sündenwust. 6. Und gleichwie dein Zukunft war Voller Sanftmut, ohn Gefahr, Also sei auch jederzeit Deine Sanftmut mir bereit. 7. Tröste, tröste meinen Sinn, Heil! 7. Weil ich schwach und blöde bin, Und des Satans schlaue List Sich zu hoch vor mir vermißt. 8. Tritt der„Schlange Kopf entzwei, Daß ich, aller Angste frei, Dir im Glauben um und an Selig bleibe zugetan; 9. Daß, wenn du, o Lebensfürst, Prächtig wiederkommen wirst, Ich dir mög entgegen gehn Und vor dir gerecht bestehn. Heinrich Held, um 1650. Mel.: Meinen Jesum laß ich nicht. 19. Hosianna, Davids Sohn ö Kommt in Zion eingezogen. Auf, bereitet ihm den Thron, Setzt ihm tausend Ehrenbogen, Streuet Palmen, machet Bahn, Daß er Einzug halten kann! — 2. Hosianna, sei gegrüßt! Komm, wir gehen dir entgegen. Unser Herz ist schon gerüst, Will sich dir zu Füßen legen, Zeuch zu unsern Toren ein; Du sollst uns willkommen sein. 3. Hosianna, Friedefürst, Ehrenkönig, Held im Streite, Alles, was du schaffen wirst, Das ist unsre Siegesbeute. Deine Rechte bleibt erhöht, Und dein Reich allein besteht. 4. Hosianna, lieber Gast, Wir sind deine Reichsgenossen, Die du dir erwählet hast; Ach, so laß uns unverdrossen Deinem Zepter dienstbar sein; Herrsche du in uns allein. 5. Hosianna, komme bald, Die Verheißung zu erfüllen. Wollte gleich die Knechtsgestalt Deine Majestät verhüllen, Ei, so kennet Zion schon Gottes und auch Davids Sohn. 6. Hosianna, steh uns bei; O Herr, hilf, laß wohlgelingen, Daß wir ohne Heuchelei Dir das Herz zum Opfer bringen. Du nimmst keinen Jünger an, Der dir nicht gehorchen kaͤnn. Hosignna, laß uns hier An den Olberg dich begleiten, Bis wir einstens für und für Dir ein Psalmenlied bereiten. Dort ist unser Bethphage: Hosianna in der Höhl — 2* 20 Advent. 8. Hosianna, nah und fern! Eile, bei uns einzugehen, Du Gesegneter des Herrn, Warum willst du draußen stehen? Hosianna, bist du da? Ja, du kommst. Halleluja! Benjamin Schmolck, 1672— 1737. Mel.: Meinen Jesum laß ich nicht. 20. Komm, du wertes Lösegeld, Dessen alle Heiden hoffen. Komm, o Heiland aller Welt, Tor und Türen stehen offen; Komm in göttlich hoher Zier, Komm, wir warten mit Begier! 2. Zeuch auch in mein Herz hinein, O du großer Ehrenkönig; Laß mich deine Wohnung sein. Bin ich armer Mensch zu wenig, Ei, so soll mein Reichtum sein, Wenn du bei mir ziehest ein. 3. Nimm mein Hosianna an Mit den Sieges⸗Palmenzweigen. So viel ich nur immer kann, Will ich Ehre dir erzeigen Und im Glauben dein Verdienst Mir zueignen zum Gewinst. 4. Hosianna, Davids Sohn! Ach Herr, hilf, laß wohlgelingen, Laß dein Zepter, Reich und Kron Uns viel Heil und Segen bringen, Daß in Ewigkeit besteh: Hosianna in der Höh! Johann Gottfried Olearius, 1635— 1711. VEAA 39ëe 28 9 3* C/ CG) Se Advent. 21 Eigene Melodie. 21.“ Macht hoch die Tür, die Tor macht weit! Es kommt der Herr der Herrlichkeit, Ein König aller Königreich, Ein Heiland aller Welt zugleich, Der Heil und Leben mit sich bringt; Derhalben jauchzt, mit Freuden singt: Gelobet sei mein Gott, Mein Schöpfer reich von Rat. 2. Er ist gerecht, ein Helfer wert, Sanftmütigkeit ist sein Gefährt, Sein Königskron ist Heiligkeit, Sein Zepter ist Barmherzigkeit. All unser Not zu End er bringt, Derhalben jauchzt, mit Freuden singt: Gelobet sei mein Gott, Mein Heiland groß von Tat. 3. O wohl dem Land, o wohl der Stadt, So diesen König bei sich hat; Wohl allen Herzen insgemein, Da dieser König ziehet ein. Er ist die rechte Freudensonn, Bringt mit sich lauter Freud und Wonn. Gelobet sei mein Gott, Mein Tröster früh und spat. 4. Macht hoch die Tür, die Tor macht weit, Eur Herz zum Tempel zubereit. Die Zweiglein der Gottseligkeit Steckt auf mit Andacht, Lust und Freud; So kommt der König auch zu euch, Ja Heil und Leben mit zugleich. Gelobet sei mein Gott, Voll Rat, voll Tat, voll Gnad! — Advent. 5. Hommt, 0 61— Hei kland Jesu 4HEhris, Meins Herzens T Tür dir offen ist; Ach zeuch mit deiner Gnaden ein, Dein Freundlichkeit auch uns erschein. Dein heilger Geist uns führ und leit Den Weg zur ewgen Seligkeit. Dem Namen dein, o Herr, Sei ewig Preis und Ehr. Georg Weissel, 1590— 1635. Mel.: Von Gott will ich nicht lassen. 22.* Mit Ernst, o Menschenkinder, Das Herz in euch bestellt. Bald wird das Heil der Sünder, Der wunderstarke Held, Den Gott aus Gnad allein Der Welt zum Licht und Leben Versprochen hat zu geben, Bei allen kehren ein. 2. Bereitet doch fein tüchtig Den Weg dem großen Gast, Macht seine Steige richtig, Laßt alles, was er haßt; Macht alle Bahnen recht, Die Tal laßt sein erhöhet, Macht niedrig, 417 hoch ste het, Was krumm ist, gleich und schlecht. 3. Ein Herz, das Demut liebet, Bei Gott 990 höchsten steht; Ein Herz, das Hochmut übet, Mit Angst zugrunde geht; Ein Herz, das richtig ist Und folget Gottes Leiten, Das kann sich recht bereiten, Zu dem kommt Jesus Christ. Advent. 4. Ach, mache du mich Armen In dieser Gnadenzeit Aus Güte und Erbarmen, Herr Jesu, selbst bereit. Zeuch in mein Herz hinein Vom Stall und von der Krippen, So werden Herz und Lippen Dir ewig dankbar sein. V. 1—3 Valentin Thilo, 1607— 1662. Mel.: Aus meines Herzens Grunde. 23. Nun jauchzet, all ihr Frommen, Zu dieser Gnadenzeit, Weil unser Heil ist kommen, Der Herr der Herrlichkeit, Zwar ohne stolze Pracht, Doch mächtig zu verheeren Und gänzlich zu zerstören Des Teufels Reich und Macht. 2. Kein Zepter, keine Krone Sucht er auf dieser Welt; Im hohen Himmelsthrone Ist ihm sein Reich bestellt. Er will hier seine Macht Und Majestät verhüllen, Bis er des Vaters Willen Im Leiden hat vollbracht. 3. Ihr Mächtigen der Erden, Nehmt diesen König an, Wollt ihr beraten werden Und gehn die rechte Bahn, Die zu dem Himmel führt; Sonst, wo ihr ihn verachtet Und nur nach Hoheit trachtet, Des Herren Zorn euch rührt. 24 Advent. 5. Er wird nun bald erscheinen In seiner Herrlichkeit Und alles Leid und Weinen Verwandeln ganz in Freud. Er ist, der helfen kann; Halt eure Lampen fertig Und seid stets sein gewärtig, Er ist schon auf der Bahn. Michael Schirmer, 1606— 1673. Mel.: Erschienen ist der herrlich Tag. 24. Nun kommt das neue Kirchenjahr, Des freut sich alle Christenschar. Dein König kommt, drum freue dich, Du wertes Zion, ewiglich. Halleluja! 2. Wir hören noch das Gnadenwort Vom Anfang immer wieder fort, Das uns den Weg zum Leben weist; Gott sei für seine Gnad gepreist. Halleluja! 3. Gott, was uns deine Wahrheit lehrt, Die unsern Glauben stets vermehrt, Laß in uns bleiben, daß wir dir Lob und Preis sagen für und für. Halleluja! Johann Olearius, 1611— 1684. 575 ⁰ SS........ SHOHEE DOH 75 2⁵ Advent. — Wie schön leuchtet der Morgenstern. 25. O Friedensfürst aus Davids Stamm! O meiner Seelen Bräutigam! Mein Trost, mein Heil, mein Leben! Dank sei dir, o Immanuel! Du kommst zu uns. Nach Leib und Seel Will ich mich dir ergeben. Heil dir! Heil mir! Weicht ihr Leiden! Singt mit Freuden: Hosianna! Seht, er kommt jetzt, Hosianna! 2. Ich selbst bin nun von Freuden voll Und weiß nicht, was ich schenken soll Dem auserwählten König. O teurer Jesu, nimm doch hin Mich selbst und was ich hab und bin; Ach, freilich ist es wenig. Schließ mich in dich. Nichts auf Erden, nicht Beschwerden, Keine Leiden Sollen mich je von dir scheiden. Bleib, höchstes Gut, du Himmelszier, Mein Leitstern stets, o bleib bei mir, Du Hoffnung der Verzagten! Du Lebensguell, erquicke mich, Du süßes Manna, schenke dich Zum Troste den Geplagten! Laß nicht dein Licht Hier auf Erden dunkel werden, Laß den Deinen Hier dein Wort noch ferner scheinen. Philipp von Zesen, 1619— 1689. 26 Advent. Mel.: Meinen Jesum laß ich nicht. 26. Sieh, dein König kommt zu dir! Seele, das sind frohe Worte. Sprich: Mein König, komm zu mir, Sieh, ich öffne dir die Pforte; Zeuch mit deiner Sanftmut ein, Was du findest, das ist dein! 2. Komm, ich bin dein Eigentum Schon seit deinem Wasserbade. Komm, dein Evangelium Werde mir ein Wort der Gnade. Du schickst ja dein Wort voran, Daß mein König kommen kann. 3. Komm und räume alles aus, Was du hassest, was mich reuet. Komm und reinige dein Haus, Das die Sünde hat entweihet. Mache selbst mit deinem Blut Alles wieder rein und gut. 4. Komm in deinem Abendmahl, Das du uns zum Heil gegeben, Daß wir schon im Erdental Mit dir als im Himmel leben. Komm, Herr Jesu, leb in mir, Und mein Leben sei in dir. 5. Komm und bring den Tröster mit, Deinen Geist, der dich verkläret, ‚ Der mich im Gebet vertritt Und des Königs Willen lehret, Daß ich bis auf jenen Tag: Komm, Herr Jesu, rufen mag. Philipp. Triedrich Hiller, 1699—1769. Uowv.-Siol. Glessen Advent. Mel.: Werde munter, mein Gemüte. 27. Warum willst du draußen stehen, Du Gesegneter des Herrn? Laß dir, bei mir einzugehen, Wohl gefallen, du mein Stern! Du mein Jesu, meine Freud, Helfer in der rechten Zeit, Hilf, o Heiland, meinem Herzen Von den Wunden, die mich schmerzen. 2. Meine Wunden sind der Jammer, Welchen oftmals Tag und Nacht Des Gesetzes starker Hammer Mir mit seinem Schrecken macht. O der schweren Donnerstimm, Die mir Gottes Zorn und Grimm Also tief ins Herze schläget, Daß sich all mein Blut beweget! 3. Dazu kommt des Teufels Lügen, Der mir alle Gnad absagt, Als müßt ich nun ewig liegen In der Hölle, die ihn plagt. Ja auch, was noch ärger ist, So zermartert und zerfrißt Mich mein eigenes Gewissen Mit vergiften Schlangenbissen. 4. Will ich denn mein Elend lindern Und erleichtern meine Pein Bei der Welt und ihren Kindern, Fall ich vollends tief hinein. Da ist Trost, der mich betrübt, Freude, die mein Unglück liebt, Helfer, die mir Herzleid machen, Gute Freunde, die mein lachen. 28 Advent. 5. In der Welt ist alles nichtig, Nichts ist, das nicht kraftlos wär; Hab ich Hoheit, die ist flüchtig; Hab ich Reichtum, was ists mehr Als ein Stücklein armer Erd? Hab ich Lust, was ist sie wert? Was ist, das mich heut erfreuet, Das mich morgen nicht gereuet? 6. Aller Trost und alle Freude Ruht in dir, Herr Jesu Christ; Dein Erfreuen ist die Weide, Da man sich recht fröhlich ißt. Leuchte mir, o Freudenlicht, Ehe mir mein Herze bricht, Laß mich, Herr, an dir erquicken, Jesu, komm, laß dich erblicken! 7. Freu dich, Herz, du bist erhöret, Jetzo zeucht er bei dir ein. Sein Gang ist zu dir gekehret, Heiß ihn nur willkommen sein Und bereite dich ihm zu, Gib dich ganz zu seiner Ruh, Offne dein Gemüt und Seele, Klag ihm, was dich drück und quäle. 8. Was du Böses hast begangen, Das ist alles abgeschafft. Gottes Liebe nimmt gefangen Deiner Sünden Macht und Kraft. Christi Sieg behält das Feld, Und was Böses in der Welt Sich will wider dich erregen, Wird zu lauter Glück und Segen. 9. Alles dient zu deinem Frommen, Was dir bös und schädlich scheint, Weil dich Christus angenommen Und es treulich mit dir meint. Advent. Bleibst du dem nur wieder treu, Ists gewiß und bleibt dabei, Daß du mit den Engeln droben Ihn dort ewig werdest loben. Paul Gerhardt‚, 1607— 1676. „Mel.: Valet will ich dir geben. 28.* Wie soll ich dich empfangen Und wie begegn' ich dir, O aller Welt Verlangen, O meiner Seelen Zier? O Jesu, Jesu, setze Mir selbst die Fackel bei, Damit, was dich ergetze, Mir kund und wissend sei. 2. Dein Zion streut dir Palmen Und grüne Zweige hin, Und ich will dir in Psalmen Ermuntern meinen Sinn. Mein Herze soll dir grünen In stetem Lob und Preis Und deinem Namen dienen, So gut es kann und weiß. 3. Was hast du unterlassen Zu meinem Trost und Freud? Als Leib und Seele saßen In ihrem größten Leid, Als mir das Reich genommen, Da Fried und Freude lacht, Da bist du, mein Heil, kommen Und hast mich froh gemacht. 4. Ich lag in schweren Banden, Du kommst und machst mich los. Ich stand in Spott und Schanden, Du kommst und machst mich groß 30 Advent. Und hebst mich hoch zu Ehren Und schenkst mir großes Gut, Das sich nicht läßt verzehren, Wie irdscher Reichtum tut. 5. Nichts, nichts hat dich getrieben Zu mir vom Himmelszelt Als das geliebte Lieben, Damit du alle Welt In ihren tausend Plagen Und großen Jammers Last, Die kein Mund kann aussagen, So fest umfangen hast. 6. Das schreib dir in dein Herze, Du herzbetrübtes Heer, Bei denen Gram und Schmerze Sich häuft je mehr und mehr. Seid unverzagt! Ihr habet Die Hilfe vor der Tür; Der eure Herzen labet Und tröstet, steht allhier. 7. Ihr dürft euch nicht bemühen, Noch sorgen Tag und Nacht, Wie ihr ihn wollet ziehen Mit eures Armes Macht. Er kommt, er kommt mit Willen, Ist voller Lieb und Lust, All Angst und Not zu stillen, Die ihm an euch bewußt. 8. Auch dürft ihr nicht erschrecken Vor eurer Sündenschuld. Nein, Jesus will sie decken Mit seiner Lieb und Huld. Er kommt, er kommt den Sündern Zum Trost und wahren Heil, Schafft, daß bei Gottes Kindern Verbleib ihr Erb und Teil. SSSD A Weihnachten. 81 9. Was fragt ihr nach dem Schreien Der Feind und ihrer Tück? Der Herr wird sie zerstreuen In einem Augenblick. Er kommt, er kommt ein König, Dem wahrlich alle Feind Auf Erden viel zu wenig Zum Widerstande seind. 10. Er kommt zum Weltgerichte, Zum Fluch dem, der ihm flucht, Mit Gnad und süßem Lichte Dem, der ihn liebt und sucht. Ach komm, ach komm, o Sonne, Und hol uns allzumal Zum ewgen Licht und Wonne In deinen Freudensaal. Paul Gerhardt,‚, 1607— 1676. II. Weihnachten. Mel.: Lobt Gott, ihr Christen, alle gleich. 29. Also hat Gott die Welt geliebt, Daß er aus freiem Trieb Den eingebornen Sohn uns gibt. Wie hat er uns so lieb! Wie hat er uns so lieb! 2. Was sein erbarmungsvoller Rat Beschloß von Ewigkeit, Die große wundervolle Tat Vollführt er in der Zeit; Vollührt er in der Zeit. 3. Er, unser Heil und höchstes Gut, Der alle segnen kann, 32 Weihnachten. Nimmt wie die Kinder Fleisch und Blut, Doch ohne Sünde an; Doch ohne Sünde an. 4. Du, Sohn des Allerhöchsten, wirst Mir Rat und Kraft und Held, Mein Vater und mein Friedefürst, Der Heiland aller Welt; Der Heiland aller Welt. 5. Was mir zum Seligsein gebricht, Das, Herr, erwirbst du mir; Versöhnung, Leben, Trost und Licht, Das hab ich nur in dir; Das hab ich nur in dir. 6. Dein Mangel wird mein Überfluß, Dein Leiden stillt mein Leid, Dein Niedrigsein schafft mir Genuß Der höchsten Herrlichkeit; Der höchsten Herrlichkeit. 7. Gelobt sei Gott, gelobt sein Sohn In dieser Freudenzeit! Lobt, Engel, ihn vor seinem Thron, Erheb ihn, Christenheit! Erheb ihn, Christenheit! Heinrich Cornelius Hecker, 1699— 1748. Mel.: Aus meines Herzens Grunde. 30. Der heilge Christ ist kommen, Der teure Gottessohn. Des freun sich alle Frommen Am höchsten Himmelsthron. Auch was auf Erden ist,‚ Soll preisen hoch und loben Mit allen Engeln droben Den lieben heilgen Christ. 2. Das Licht ist aufgegangen, Die lange Nacht ist hin. 85.—8— AQro a „HS 7 7 9686 N 6* Weihnachten. Die Sünde ist gefangen, Erlöset ist der Sinn. Die Sündenangst ist weg, Der Glaͤube geht zum Himmel Nun aus dem Weltgetümmel Auf einem sichern Steg. 3. Nun sind nicht mehr die Kinder Verwaist und vaterlos. Gott rufet selbst die Sünder In seinen Gnadenschoß. Er will, daß alle rein Von ihren alten Schulden, Vertrauend seinen Hulden, Gehn in den Himmel ein. 4. Drum freuet euch und preiset, Ihr Seelen fern und nah! Der euch den Vater weiset, Der heilge Christ ist da. Er ruft euch insgemein Mit süßen Liebesworten: „Geöffnet sind die Pforten, Ihr Kinder, kommt herein!“ Ernst Moritz Arndt, 1769— 1860. Mel.: Vom Himmel hoch, da komm ich her. 31.“ Dies ist der Tag, den Gott gemacht, Sein werd in aller Welt gedacht. Ihn preise, was durch Jesum Christ Im Himmel und auf Erden ist. 2. Die Völker haben dein geharrt, Bis daß die Zeit erfüllet ward; Da sandte Gott von seinem Thron Das Heil der Welt, dich, seinen Sohn. 3. Wenn ich dies Wunder fassen will, So steht mein Geist vor Ehrfurcht still; 3 3⁴ Weihnachten. Er betet an, und er ermißt, Daß Gottes Lieb unendlich ist. 4. Damit der Sünder Gnad erhält, Erniedrigst du dich, Herr der Welt; Nimmst selbst an unsrer Menschheit keil, Erscheinst im Fleisch und wirst uns Heil. 5. Dein König, Zion, kommt zu dir: „Ich komm, im Buche steht von mir; Gott, deinen Willen tu ich gern“. Gelobt sei, der da kommt im Herrn. 6. Herr, der du Mensch geboren wirst, Immanuel und Friedefürst, Auf den die Väter hoffend sahn, Dich, Gott Messias, bet ich an. 7. Du, unser Heil und höchstes Gut, Vereinest dich mit Fleisch und Blut, Wirst unser Freund und Bruder hier, Und Gottes Kinder werden wir. 8. Gedanke voller Majestät, Du bist es, der das Herz erhöht. Gedanke voller Seligkeit, Du bist es, der das Herz erfreut. 9. Durch Eines Sünde fiel die Welt; Ein Mittler ists, der sie erhält. Was zagt der Mensch, wenn der ihn schützt, Der in des Vaters Schoße sitzt? 10. Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erfuhrt, Den Tag der heiligsten Geburt, Und Erde, die ihn heute sieht, Sing ihm, dem Herrn, ein neues Lied. 11. Dies ist der Tag, den Gott gemacht, Sein werd in aller Welt gedacht. Ihn preise, was durch Jesum Christ Im Himmel und auf Erden ist. Christian Fürchtegott Gellert, 1715— 1769. ESEV/ Weihnachten. 35 Mel.: O daß ich tausend Zungen hätte. 32.“* Dies ist die Nacht, da mir erschienen Des großen Gottes Freundlichkeit. Das Kind, dem alle Engel dienen, Bringt Licht in meine Dunkelheit; Und dieses Welt⸗ und Himmelslicht Weicht hunderttausend Sonnen nicht. 2. Laß dich erleuchten, meine Seele, Versäume nicht den Gnadenschein. Der Glanz in dieser kleinen Höhle Streckt sich in alle Welt hinein; Er treibet weg der Höllen Macht, Der Sünden und des Kreuzes Nacht. 3. In diesem Lichte kannst du sehen Das Licht der klaren Seligkeit. Wenn Sonne, Mond und Stern vergehen, Vielleicht schon in gar kurzer Zeit, Wird dieses Licht mit seinem Schein Dein Himmel und dein alles sein. 4. Laß nur indessen helle scheinen Dein Glaubens⸗ und dein Liebeslicht; Mit Gott mußt du es treulich meinen, Sonst hilft dir diese Sonne nicht. Willst du genießen diesen Schein, So darfst du nicht mehr dunkel sein. 5. Drum, Jesu, schöne Weihnachtssonne, Bestrahle mich mit deiner Gunst; Dein Licht sei meine Weihnachtswonne Und lehre mich die Weihnachtskunst, Wie ich im Lichte wandeln soll Und sei des Weihnachtsglanzes voll. Kaspar Friedrich Nachtenhöfer, 1624— 1685. 3* 36 Weihnachten. 5 Eigene Melodie. 33. Ermuntre dich, mein schwacher Geist, Und trage groß Verlangen, Ein Kind, das Ewigvater heißt, Mit Freuden zu empfangen. Dies ist die Nacht, darin es kam Und menschlich Wesen an sich nahm, Dadurch die Welt mit Treuen Als seine Braut zu freien. 2. Willkommen, Held aus Davids Stamm, Du König aller Ehren! Willkommen, Jesu, Gottes Lamm, Ich will dein Lob vermehren; Ich will dir all mein Leben lang Von Herzen sagen Preis und Dank, Daß du, da wir verloren, Für uns bist Mensch geboren. 3. O großer Gott, wie konnt es sein, Dein Himmelreich zu lassen, Zu kommen in die Welt hinein, Da nichts, denn Neid und Hassen? Wie konntest du die große Macht, Dein Königreich, die Freudenpracht, Ja dein erwünschtes Leben Für solche Feind hingeben? 4. O großes Werk, o Wundernacht, Dergleichen nie gefunden! Du hast den Heiland hergebracht, Der alles überwunden. Du hast gebracht den starken Mann, Der Feur und Wolken zwingen kann, Vor dem die Himmel zittern Und alle Berg erschüttern. Vẽꝰ; ⸗- ꝗ CE6O Weihnachten. 37 5. O liebes Kind, o süßer Knab, Holdselig von Gebärden, Mein Bruder, den ich lieber hab Als alle Schätz auf Erden, Komm, Heiland, in mein Herz hinein, Komm eilend, laß die Krippe sein. Komm, komm, ich will bei Zeiten Die Stätte dir bereiten. 6. Sag an, mein Herzensbräutigam, Mein Hoffnung, Freud und Leben, Mein edler Zweig aus Jakobs Stamm, Was soll ich dir doch geben? Ach nimm von mir Leib, Seel und Geist, Ja alles, was Mensch ist und heißt. Ich will mich ganz verschreiben, Dir ewig treu zu bleiben. 7. Lob, Preis und Dank, Herr Jesu Christ, Sei dir von mir gesungen, Daß du mein Bruder worden bist Und hast die Welt bezwungen. Hilf, daß ich deine Gütigkeit Stets preis' in dieser Gnadenzeit Und mög hernach dort oben In Ewigkeit dich loben. Johann Rist, 1607— 1667. 2 Eigene Melodie. 34. Fröhlich soll mein Herze springen Dieser Zeit, Da vor Freud Alle Engel singen. Hört, hört, wie mit vollen Chören Alle Luft Laute ruft: Christus ist geboren! 38 Weihnachten. 2. Heute geht aus seiner Kammer Gottes Held, Der die Welt Reißt aus allem Jammer. Gott wird Mensch dir, Mensch, zu gute; Gottes Kind Das verbindt Sich mit unserm Blute. 3. Sollt uns Gott nun können hassen, Der uns gibt, Was er liebt Über alle Maßen? Gott gibt, unserm Leid zu wehren, Seinen Sohn Aus dem Thron Seiner Macht und Ehren. 4. Sollte von uns sein gekehret, Der sein Reich Und zugleich Sich uns selbst verehret? Sollt uns Gottes Sohn nicht lieben, Der jetzt kömmt, Von uns nimmt, Was uns will betrüben? 5. Er nimmt auf sich, was auf Erden Wir getan, Gibt sich an, Unser Lamm zu werden, Unser Lamm, das für uns stirbet Und bei Gott Für den Tod Heil und Fried erwirbet. 6. Nun er liegr in seiner Krippen, Ruft zu sich Mich und dich, Spricht mit süßen Lippen: X&M„58 —— 7n D QS ESẽr/ Weihnachten. 39 Lasset fahren, lieben Brüder, Was euch quält, Was euch fehlt, Ich bring alles wieder. 7. Ei, so kommt und laßt uns laufen; Stellt euch ein, Groß und klein, Kommt mit großen Haufen. Liebt den, der vor Liebe brennet, Schaut den Stern, Der uns gern Licht und Labsal gönnet. 8. Die ihr schwebt in großen Leiden, Sehet, hier Ist die Tür Zu den wahren Freuden. Faßt ihn wohl, er wird euch führen An den Ort, Da hinfort Euch kein Kreuz wird rühren. 9. Wer sich findt beschwert im Herzen, Wer empfindt Seine Sünd Und Gewissensschmerzen, Sei getrost, hier wird gefunden, Der in Eil Machet heil Auch die tiefsten Wunden. 10. Die ihr arm seid und elende, Kommt herbei, Füllet frei Eures Glaubens Hände! Hier sind alle guten Gaben Und das Gold, 40 Weihnachten. Da ihr sollt Euer Herz mit laben. 11. Süßes Heil, laß dich umfangen, Laß mich dir, Meine Zier, Unverrückt anhangen. Du bist meines Lebens Leben; Nun kann ich Mich durch dich Wohl zufrieden geben. 12. Meine Schuld kann mich nicht drücken Denn du hast Meine Last All auf deinem Rücken. Kein Fleck ist an mir zu finden, Ich bin gar Rein und klar Aller meiner Sünden. 13. Ich bin rein um deinetwillen; Du gibst gnug Ehr und Schmuck, Mich drin einzuhüllen. Ich will dich ins Herze schließen; O mein Ruhm, Edle Blum, Laß dich recht genießen! 14. Ich will dich mit Fleiß bewahren, Ich will dir Leben hier, Dir will ich abfahren. Mit dir will ich endlich schweben Voller Freud, Ohne Zeit, Dort im andern Leben. Paul Gerhardt, 1607— 1676. IA— *——— —SEE/ G Weihnachten. 41 Eigene Melodie. 35.“ Gelobet seist du, Jesus Christ, Daß du Mensch geboren bist Von einer Jungfrau, das ist wahr, Des freuet sich der Engel Schar. Halleluja! 2. Des ewgen Vaters einig Kind Jetzt man in der Krippe findt; In unser armes Fleisch und Blut Verkleidet sich das ewig Gut. Halleluja! 3. Den aller Weltkreis nie beschloß, Der liegt in Marien Schoß. Er ist ein Kindlein worden klein, Der alle Ding erhält allein. Halleluja! 4. Das ewge Licht geht da herein, Gibt der Welt ein neuen Schein; Es leucht wohl mitten in der Nacht Und uns des Lichtes Kinder macht. Halleluja! 5. Der Sohn des Vaters, Gott von Art, Ein Gast in der Welt hier ward Und 16 uns aus dem Jammertal, Macht Erben uns in seinem Saal. Hallelujal 6. Er ist auf Erden kommen arm/ Daß er unser sich erbarm Und in dem Himmel mache reich Und seinen lieben Engeln gleich. Halleluja! 7. Das hat er alles uns getan, Sein groß Lieb zu zeigen an. Des freu sich alle Christenheit Und dank ihm des in Ewigkeit. Halleluja! Dr. Martin Luther, 1483—1546. 42 Weihnachten. Mel.: Lobet den Herren, den mächtigen König der Ehren. 36. Jauchzet, ihr Himmel, frohlocket, ihr Engel in Chören, Singet dem Herren, demHeiland der Menschen, Sehet doch da, zu Ehren; Gott will so freundlich und nah Zu den Verlornen sich kehren. 2. Jauchzet, ihr Himmel, frohlocket, ihr Enden der Erden, Gott und der Sünder die sollen zu Freunden Friede und Freud snun werden. Wird uns verkündiget heut; Freuet euch, Hirten und Herden. 3. Sehet dies Wunder, wie tief sich der Höchste hier beuget; Sehet die Liebe, die endlich als Liebe sich Gott wird ein Kind,[zeiget. Träget und hebet die Sünd; Alles anbetet und schweiget. 4. Gott ist im Fleische! Wer kann dies Ge⸗ heimnis verstehen? Hier ist die Pforte des Lebens nun offen zu Gehet hinein, sehen. Macht euch dem Kinde gemein, Die ihr zum Vater wollt gehen. 5. Hast du denn, Höchster, auch meiner noch wollen gedenken? Du willst dich selber, dein Herze der Liebe mir Sollt nicht mein Sinn(schenken. Innigst sich freuen darin Und sich in Demut versenken? EVA Weihnachten. 43 Dem ich auch wieder mein Herze in Liebe Du sollst es sein,(verbinde, Den ich erwähle allein; Ewig entsag ich der Sünde. 7. Treuer Immanuel, werd auch in mir nun geboren. Komm doch, mein Heiland, denn ohne dich bin Wohne in mir, lich verloren. Mach mich ganz eines mit dir, Der du mich liebend erkoren. 8. Menschenfreund Jesu, dich lieb ich, dich will ich erheben. Laß mich doch einzig nach deinem Gefallen Gib mir doch bald nur streben. Völlige Kindesgestalt, Um dir allein nur zu leben! Gerhard Tersteegen, 1697— 1769. Eigene Melodie. 37. Ich steh an deiner Krippe hier, O Jesu, du mein Leben, Ich stehe, bring und schenke dir, Was du mir hast gegeben. Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn; Herz, Seel und Mut, nimm alles hin Und laß dirs wohlgefallen. 2. Da ich noch nicht geboren war, Da bist du mir geboren Und hast mich dir zu eigen gar, Eh ich dich kannt, erkoren. Eh ich durch deine Hand gemacht, Da hat dein Herze schon bedacht, Wie du mein wolltest werden. 44 Weihnachten. 3. Ich lag in tiefer Todesnacht, Du wurdest meine Sonne, Die Sonne, die mir zugebracht Licht, Leben, Freud und Wonne. O Sonne, die das werte Licht Des Glaubens in mir zugericht, Wie schön sind deine Strahlen! 4. Ich sehe dich mit Freuden an Und kann mich nicht satt sehen, Und weil ich nun nicht weiter kann, Bleib ich anbetend stehen. O daß mein Sinn ein Abgrund wär Und meine Seel ein weites Meer, Daß ich dich möchte fassen! 5. Du fragest nicht nach Lust der Welt, Noch nach des Leibes Freuden; Du hast dich bei uns eingestellt, An unsrer Statt zu leiden; Suchst meiner Seelen Trost und Freud Durch dein selbsteignes Herzeleid; Das will ich dir nicht wehren. 6. Eins aber, hoff ich, wirst du mir, Mein Heiland, nicht versagen, Daß ich dich möge für und für In, bei und an mir tragen. So laß mich doch dein Kripplein sein, Komm, komm und lege bei mir ein Dich und all deine Freuden. 7. Zwar sollt ich denken, wie gering Ich dich bewirten werde; Du bist der Schöpfer aller Ding, Ich bin nur Staub und Erde; Doch bist du so ein lieber Gast, Daß du noch nie verschmähet hast Den, der dich gerne siehet. Paul Gerhardt, 1607—1676. — sgnenr 757—— FPEERDPN 9— S GGO 99— Weihnachten. 4⁵ Eigene Melodie. 38. Lobt Gott, ihr Christen, alle gleich In seinem höchsten Thron, Der heut aufschleußt sein u Und schenkt uns seinen Sohn, Und schenkt uns seinen Sohn. 2. Er kommt aus seines Vaters Schoß Und wird ein Kindlein klein, Er liegt dort elend, nackt und bloß In einem Krippelein, In einem Krippelein. 3. Er äußert sich all seiner G'walt, Wird niedrig und gering Und nimmt an sich eins Knechts Gestalt, Der Schöpfer aller Ding, Der Schöpfer aller Ding. 4. Er liegt an seiner Mutter Brust, Nimmt von ihr seine Speis, An dem die Engel sehn ihr Lust, Denn er ist Davids Reis, Denn er ist Davids Reis, 5. Das seinem Stamm entsprießen sollt In dieser letzten Zeit, Durch welchen Gott aufrichten wollt Sein Reich, die Christenheit Sein Reich, die Christenheit. 6. Er wechselt mit uns wunderlich, Fleisch und Blut nimmt er an Und gibt uns in des Vaters Reich Die klare Gottheit dran, Die klare Gottheit dran. 7. Er wird ein Knecht und ich ein Herr; Das mag ein Wechsel sein! 46 Weihnachten. Wie könnte wohl noch freundlicher Der treue Jesus sein! Der treue Jesus sein! 8. Heut schleußt er wieder auf die Tür Zum schönen Paradeis. Der Cherub steht nicht mehr dafür, Gott sei Lob, Ehr und Preis! Gott sei Lob, Ehr und Preis! Nikolaus Herman, 1561. Eigene Melodie. 39. Nun singet und seid froh, Jauchzt alle und sagt so: Unsers Herzens Wonne Liegt in der Krippe bloß Und leucht doch als die Sonne In seiner Mutter Schoß. Du bist A und O, Du bist A und O. 2. Sohn Gottes in der Höh, Nach dir ist mir so weh, Tröst mir mein Gemüte, O Kindlein zart und rein, Und durch deine Güte, O liebster Jesu mein, Zeuch mich hin nach dir, Zeuch mich hin nach dir. 3. Groß ist des Vaters Huld, Der Sohn tilgt unsre Schuld. Da wir ganz verdorben Durch Sünd und Eitelkeit, Hat er uns erworben Die ewge Himmelsfreud. Eia, wärn wir da, Eia, wärn wir da! ——„ n-- r / 78 9 6 Weihnachten. 47 4. Wo ist der Freudenort? Ach, nirgend mehr denn dort, Da die Engel singen Dem lieben Jesu mein, Und die Psalmen klingen Im Himmel hell und rein. Eia, wärn wir da, Eia, wärn wir da! Nach dem Lateinischen In dulei jubilo. Eigene Melodie. 40.“ Vom Himmel hoch, da komm ich herz Ich bring euch gute neue Mär; Der guten Mär bring ich so viel, Davon ich singn und sagen will. 2. Euch ist ein Kindlein heut geborn Von einer Jungfrau auserkorn, Ein Kindelein so zart und fein Das soll eur Freud und Wonne sein. 3. Es ist der Herr Christ, unser Gott, Der will euch führn aus aller Not, Er will eur Heiland selber sein, Von allen Sünden machen rein. 4. Er bringt euch alle Seligkeit, Die Gott der Vater hat bereit, Daß ihr mit uns im Himmelreich Sollt leben nun und ewiglich. 5. So merket nun das Zeichen recht, Die Krippe, Windelein so schlecht, Da findet ihr das Kind gelegt, Das alle Welt erhält und trägt. 6. Des laßt uns alle fröhlich sein Und mit den Hirten gehn hinein, Zu sehn, was Gott uns hat beschert, Mit seinem lieben Sohn verehrt. 48 Weihnachten. 7. Merk auf, mein Herz, und sieh dort hin: Was liegt doch in der Krippe drin? Wer mag das schöne Kindlein sein? Es ist der liebe Heiland mein. 8. Sei uns willkommen, edler Gast, Den Sünder nicht verschmähet hast Und kommst ins Elend her zu mir; Wie soll ich immer danken dir? 9. Ach Herr, du Schöpfer aller Ding, Wie bist du worden so gering; Auf dürrem Gras liegt Jesus Christ, Er, der der Herr vom Himmel ist. 10. Und wär die Welt vielmal so weit Von Edelstein und Gold bereit, So wär sie doch dir viel zu klein, Zu sein ein enges Wiegelein. 11. Der Sammet und die Seide dein Das ist grob Heu und Windelein, Darauf du König groß und reich Her prangst, als wärs dein Himmelreich. 12. Das hat also gefallen dir, Die Wahrheit anzuzeigen mir, Wie aller Welt Macht, Ehr und Gut Vor dir nichts gilt, nichts hilft noch tut. 13. Ach du herzlieber Jesu mein, Mach dir ein Bette sanft und rein, Zu ruhn in meines Herzens Schrein, Daß nimmer ich vergesse dein. 14. Lob, Ehr sei Gott im höchsten Thron, Der uns schenkt seinen eingen Sohn! Des freuen sich der Engel Schar Und singen uns solch neues Jahr. Dr. Martin Luther, ein Kinderlied auf die Weihnacht Christi, 1535. —S 4 De H E N, Weihnachten. 49 Mel.: Vom Himmel hoch, da komm ich her. 41. Vom Himmel kam der Engel Schar, Erschien den Hirten offenbar. Sie sagten ihn'n: Ein Kindlein zart Das liegt dort in der Krippen hart, 2. Zu Bethlehem in Davids Stadt, Wie Micha das verkündet hat. Es ist der Herre Jesus Christ, Der euer aller Heiland ist. 3. Des sollt ihr billig fröhlich sein, Daß Gott mit euch ist worden ein. Er ist geborn eur Fleisch und Blut; Eur Bruder ist das ewig Gut. 4. Was kann euch tun die Sünd und Tod? Ihr habt mit euch den wahren Gott; Laßt zürnen Teufel und die Höll, Gotts Sohn ist worden eur Gesell. 5. Er will und kann euch lassen nicht, Setzt ihr auf ihn eur Zuversicht; Es mögen euch viel fechten an, Dem sei Trotz, ders nicht lassen kann. 6. Zuletzt müßt ihr doch haben recht, Ihr seid nun worden Gotts Geschlecht. Des danket Gott in Ewigkeit, Geduldig, fröhlich allezeit. Dr. Martin Luther, 1483.— 1546. Eigene Melodie. 42. Wir Christenleut Haben jetzund Freud, Weil uns zum Trost ist Christus Mensch Woe uns erlöst;(geboren, er sich des tröst Und glaubet fest, soll nicht werden verloren. 4 50 Weihnachten. 2. Ein Wunder⸗Freud! Gott selbst wird heut Ein wahrer Mensch von Maria geboren. Ein Jungfrau zart Sein Mutter ward, Von Gott dem Herren selbst dazu erkoren. 3. Die Sünd macht Leid; Christus bringt Freud, Weil er zu uns in diese Welt ist kommen. Mit uns ist Gott Nun in der Not. Wer ist, der jetzt uns Christen kann ver⸗ 4. Drum sag ich Dank[dammen? Mit dem Gesang Christo dem Herrn, der uns zu gut Mensch Daß wir durch ihn worden, Nun all los sein Der Sündenlast und unträglichen Bürden. 5. Halleluja! Gelobt sei Gott! Singen wir all aus unsers Herzens Grunde; Denn Gott hat heut Gemacht solch Freud, Der wir vergessen solln zu keiner Stunde. Kaspar Füger, 1592. Mel.: Erschienen ist der herrlich Tag. 43. Wir singen dir, Immanuel, Du Lebensfürst und Gnadenquell, Du Himmelsblum und Morgenstern, Du Jungfraun Sohn, Herr aller Herrn. Halleluja! 2. Wir singen dir mit deinem Heer Aus aller Kraft Lob, Preis und Ehr, Daß du, o längst gewünschter Gast, Dich nunmehr eingestellet hast. Halleluja! S VH en. rn. Weihnachten. 51 3. Von Anfang, da die Welt gemacht, Hat so manch Herz nach dir gewacht; Dich hat gehofft so lange Jahr Der Väter und Propheten Schar. Halleluja! 4. Vor andern hat dein hoch begehrt Der Hirt und König deiner Herd, Der Mann, der dir so wohl gefiel, Wenn er dir sang auf Saitenspiel. Halleluja! 5. Ach daß der Herr aus Zion käm Und unsre Bande von uns nähm; Ach daß die Hilfe bräch herein, So würde Jakob fröhlich sein. Halleluja! 6. Nun du bist hier, da liegest du, Hältst in dem Kripplein deine Ruh, Bist klein und machst doch alles groß, Bekleidst die Welt und kommst doch bloß. Halleluja! 7. Du kehrst in fremder Hausung ein, Und sind doch alle Himmel dein; Du liegst an deiner Mutter Brust Und bist doch aller Engel Lust. Hallelujal 8. Du bist der süße Menschenfreund, Doch sind dir so viel Menschen feind; Herodis Heer hält dich für Greul Und bist doch nichts als lauter Heil. Halleluja! 9. Ich aber, dein geringster Knecht, Ich sag es frei und mein es recht: Ich liebe dich, doch nicht so viel, Als ich dich gerne lieben will. Halleluja! 10. Der Will ist da, die Kraft ist klein; Doch wird dir nicht zuwider sein Mein armes Herz, und was es kann, Wirst du in Gnaden nehmen an. Halleluja! 4*⁴ 5² Neujahr. 11. Bin ich gleich Sünd und Schulden voll, Hab ich gelebt nicht, wie ich soll, Ei kommst du doch deswegen her, Daß sich der Sünder zu dir kehr. Halleluja! 12. So faß ich dich nun ohne Scheu, Du machst mich alles Jammers frei, Du trägst den Zorn, du würgst den Tod, Verkehrst in Freud all Angst und Not. Halleluja! 13. Du bist mein Haupt, hinwiederum Bin ich dein Glied und Eigentum, Und will, so viel dein Geist mir gibt, Stets dienen dir, wie dirs beliebt. Halleluja! 14. Ich will dein Halleluja hier Mit Freuden singen für und für, Und dort in deinem Ehrensaal Soll schallen ohne Zeit und Zahl: Halleluja! Paul Gerhardt, 1607—1676. III. Neujahr. Mel.: Allein Gott in der Höh sei Ehr. 44. Bis hieher hat mich Gott gebracht Durch seine große Güte; Bis hieher hat er Tag und Nacht Bewahrt Herz und Gemüte; Bis hieher hat er mich geleit; Bis Hieber hat er mich erfreut; Bis hieher mir geholfen. 2. Hab Lob, hab Ehr, hab Preis und Dank Für die bisherge Treue, Die du, o Gott, mir lebenslang Bewiesen täglich neue; In mein Gedächtnis schreib ich an: Der Herr hat Groß's an mir getan, Bis hieher mir geholfen. WR (8 Hja! 6. ank Neujahr. 53 3. Hilf fernerweit, mein treuster Hort, Hilf mir zu allen Stunden, Hilf mir an all und jedem Ort, Hilf mir durch Jesu Wunden, Damit ich sag bis in den Tod: Durch Christi Blut hilft mir mein Gott, Er hilft, wie er geholfen. Amilie Juliane Gräfin v. Schwarzburg⸗Rudolstadt, 1637.—1706. 45. Das alte Jahr vergangen ist. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, Daß du uns in so großer G'fahr Behütet hast lang Zeit und Jahr. 2. Wir bitten dich ewigen Sohn Des Vaters in dem höchsten Thron, Du wollst dein arme Christenheit Bewahren ferner allezeit. 3. Entzeuch uns nicht dein heilsam Wort, Das ist der Seelen höchster Hort; Vor falscher Lehr, Abgötterei Behüt uns, Herr, und steh uns bei. 4. Hilf, daß wir fliehn der Sünde Bahn Und fromm zu werden fangen an, Keinr Sünd im alten Jahr gedenk, Ein gnadenreich Neujahr uns schenk: 5. Christlich zu leben, seliglich Zu sterben und hernach dtha⸗ Am jüngsten Tage aufzuste n/ Mit dir in Himmel einzugehn; 6. Zu danken und zu loben dich Mit allen Engeln ewiglich. O Jesu, unsern Glauben mehr Zu deines Namens Lob und Ehr! Johann Steuerlein, 1546—1613. Nach andern: Jakob Tapp, um 1620. 5⁴ Neujahr. Mel.: Herzlich tut mich verlangen. 46. Das Jahr geht still zu Ende, Nun sei auch still, mein Herz. In Gottes treue Hände Leg ich nun Freud und Schmerz, Und was dies Jahr umschlossen, Was Gott der Herr nur weiß, Die Tränen, die geflossen, Die Wunden brennend heiß. 2. Warum es so viel Leiden, So kurzes Glück nur gibt? Warum denn immer scheiden, Wo wir so sehr geliebt? So manches Aug gebrochen Und mancher Mund nun stumm, Der erst noch hold gesprochen— Du armes Herz, warum? 3. Daß nicht vergessen werde, Was man so gern vergißt, Daß diese arme Erde Nicht unsre Heimat ist. Es hat der Herr uns allen, Die wir auf ihn getauft, In Zions goldnen Hallen Ein Heimatrecht erkauft. 4. Hier gehen wir und streuen Die Tränensaat ins Feld, Dort werden wir uns freuen Im selgen Himmelszelt. Wir sehnen uns hienieden Dorthin ins Vaterhaus Und wissens, die geschieden, Die ruhen dort schon aus, 1 CH DS& S& S660 Sn= — Neujahr. 5⁵ 5. O das ist sichres Gehen Durch diese Erdenzeit, Nur immer vorwärts sehen Mit selger Freudigkeit; Wird uns durch Grabeshügel Der klare Blick verbaut, Herr, gib der Seele Flügel, Daß sie hinüberschaut. 6. Hilf du uns durch die Zeiten Und mache fest das Herz, Geh selber uns zur Seiten Und führ uns heimatwärts. Und ist es uns hienieden So öde, so allein, O laß in deinem Frieden Uns hier schon selig sein. Eleonore, Fürstin Reuß, 1835— 1903. Mel.: Es ist das Heil uns kommen her. 47. Das liebe neue Jahr geht an, Das alte hat ein Ende; Drum jauchzt und freut sich jedermann, Erhebt sein Herz und Hände Zu unserm Gott im Himmelsthron, Dankt ihm und seinem lieben Sohn, Auch Gott dem heilgen Geiste. 2. Gott Vater hat den Sohn gesandt, Gott Sohn ist Mensch geboren, Gott heilger Geist macht das bekannt Uns, die wir warn verloren. Im selgen, lieben Gotteswort Geschrieben ists an manchem Ort Und wird uns klar verkündet. 56 Neujahr. 3. Die reine Lehr und Sakrament Wir habn in unserm Lande, Fromm Obrigkeit, gut Regiment, Glück, Heil in allem Stande. Gott krönt das Jahr mit seinem Gut, Hält Kirch und Schul in guter Hut, Auch aller Christen Häuser. 4. Das danken wir dem lieben Herrn Und freun uns solcher Güte. Er woll den Feinden steurn und wehrn Und uns hinfort behüten. Er geb ein selig neues Jahr Und helf uns zu der Engel Schar, Da wolln wir ihn schön preisen! Cyriakus Schneegaß, 1546—157. Mel.: Herzlich tut mich verlangen. 48. Durch Trauern und durch Plagen, Durch Not, durch Angst und Pein, Durch Hoffnung und durch Klagen, Durch Sorgen groß und klein Bin ich, gottlob, gedrungen; Dies Jahr ist hingelegt; Dir, Gott, sei Lob gesungen, Mein Herze wird erregt. 2. Der du mich hast erbauet, In dir besteht mein Heil; Dir ist mein Glück vertrauet, Du bist und bleibst mein Teil. Du hast mich wohl erhalten, Du bist mein fester Trost; Dich laß ich ferner walten, Wenn mich die Not anstoßt. 3. Mein Gott, o meine Liebe, Was du willst, will auch ich; 9He0 06 S66 GSG (H 9 99 Neujahr. 5⁷ Gib, daß ich nichts verübe, Was irgend wider dich. Dir ist mein Will ergeben, Ja, er ist nicht mehr mein, Dieweil mein ganzes Leben Dein eigen wünscht zu sein. 4. Nach dir soll ich mich schicken, Und, Herr, ich wills auch tun. Soll mich die Armut drücken, Ich will dabei beruhn. Soll mich Verfolgung plagen, Ja, Herr, befiehl du mir. Soll ich Verachtung tragen, Ach, ich gehorch auch hier. 5. Soll ich verlassen leben, Herr Gott, dein Wille gilt. Soll ich in Angsten schweben, Mein Heiland, wie du willt. Soll ich denn Krankheit leiden, Ich will gehorsam sein. Soll ich von hinnen scheiden, Herr, dein Will ist auch mein. 6. Soll ich zum Himmel dringen, Gar gern, o Gott, mein Licht. Soll mich die Höll Umichmo. Ach, dieses willst du nicht. Ich habe zwar verdienet Der tiefen Hölle Glut; Du aber bist versühnet Durch deines Sohnes Blut. 7. Heut ist das Jahr beschlossen; Herr, deine Gnade sei Heut auf mich neu ergossen, Mein Herze, werd auch neu. 58 Neujahr. Laß ich die alten Sünden, So werd ich, Gott, bei dir Auch neuen Segen finden; Dein Wort verspricht es mir. Gottfried Wilhelm Sacer, 1635—1699. Mel.: O Gott, du frommer Gott. 49. Ein Jahr der Sterblichkeit, Der kurzen Lebenstage Ist abermal dahin Mit seiner Lust und Plage Und wiederum ein Teil Von unsrer Pilgerschaft Nunmehr zurückgelegt Durch Gottes Schutz und Kraft. 2. Herr, deine Güte machts, Die niemals uns zu lieben Ermüdet noch vergißt, Daß wir noch übrig blieben. Nimm unsers Herzens Dank In Gnaden von uns an Für das, was du an uns In diesem Jahr getan. 3. Wir schließen uns aufs neu In dein so treues Sorgen, In dein Erbarmen ein; Da sind wir wohl geborgen, Da ist das feste Schloß Vor aller Feinde Trutz, Da findet allezeit Dein Volk in Nöten Schutz. 4. Gib mit dem neuen Jahr Uns neue Stärk im Glauben; Laß uns den alten Grund Der Wahrheit niemand rauben. INe- C Neujahr. Erneure Herz und Sinn, Und das geschenkte Licht Des ewig wahren Worts Erlösche bei uns nicht. 5. Entzünde neue Lieb Und Sanftmut in uns allen, Und soll uns dieses Jahr Auch neue Not befallen, So stärke die Geduld Und mache deine Treu, O Vater, über uns Mit jedem Tage neu. 6. Gib, daß wir mehr und mehr Den alten Menschen töten; Verleih an Seel und Leib, Was jedem ist von nöten, Und laß uns, Herr, mit dem, Was deine Weisheit tut, Stets wohl zufrieden sein; Du machst doch alles gut. 7. Wem du das Ziel bestimmt, In diesem Jahr zu scheiden, Den wollst du, treuer Gott, In Gnaden vollbereiten. Laß ihn im Glauben hier Beschließen seinen Lauf Und nimm in deine Hand Die Seele gnädig auf! Mel.: Werde Licht, du Stadt der Heiden. 50.“ Hilf, Herr Jesu, laß gelingen, Hilf, das neue Jahr geht anz Laß es neue Kräfte bringen, Daß aufs neu ich wandeln kann. Henriette Katharine v. Gersdorf, 1648— 1726. 60 Neujahr. Neues Glück und neues Leben Wollest du aus Gnaden geben. 2. Laß dies sein ein Jahr der Gnade, Gib mir Buße für die Sünd; Hilf, daß sie mir nimmer schade, Sondern bald Verzeihung find, Herr, in dir; nur du, mein Lebon, Kannst die Sünd allein vergeben. 3. Tröste mich mit deiner Liebe, Nimm, o Gott, mein Flehen hin, Weil ich mich so sehr betrübe, Ja voll Angst und Zagen bin; Stärke mich in meinen Nöten, Daß mich Sünd und Tod nicht töten. 4. Herr, du wollest Gnade geben, Daß dies Jahr mir heilig sei Und ich christlich könne leben Sonder Trug und Heuchelei, Daß ich noch allhier auf Erden Fromm und selig möge werden. 5. Jesu, laß mich fröhlich enden Dieses angefangne Jahr, Trage stets mich auf den Händen, Halte bei mir in Gefahr; Freudig will ich dich umfassen, Wenn ich soll die Welt verlassen. Johann Rist, 1607— 1667. Mel.: Meinen Jesum laß ich nicht. 51. Jesus soll die Losung sein, Da ein neues Jahr erschienen; Jesu Name soll allein Denen zum Paniere dienen, Die in seinem Bunde stehn Und auf seinem Wege gehn. 72— ornen VNVN Neujahr. 61 2. Jesu Name, Jesu Wort Soll in seinem Zion schallen; Und so oft wir nach dem Ort, Da sein Name thronet, wallen, Mache seines Namens Ruhm Unser Herz zum Heiligtum. 3. Sein Versühnen und sein Heil Wollen wir im Glauben ehren; Also wird es uns zu teil, Wird sich täglich bei uns mehren; Auch fürs neue Jahr uns beut Jesu Name Seligkeit. 4. Unsre Wege wollen wir Nun in Jesu Namen gehen; Geht uns dieser Leitstern für, So wird alles wohl bestehen Und durch seinen Gnadenschein Alles voller Segen sein. 5. Alle Sorgen, alles Leid Soll sein Name uns versüßen; So wird alle Bitterkeit Uns zum Segen werden müssen. Jesu Nam sei Sonn und Schild, Welcher allen Kummer stillt. Benjamin Schmolck, 1672— 1737. Mel.: Nun laßt uns Gott dem Herren. 52.* Nun laßt uns gehn und treten Mit Singen und mit Beten Zum Herrn, der unserm Leben Bis hieher Kraft gegeben. 2. Wir gehn dahin und wandern Von einem Jahr zum andern; Wir leben und gedeihen Vom alten zu dem neuen; 6² Neujahr. 3. Durch so viel Angst und Plagen, Durch Zittern und durch Zagen, Durch Krieg und große Schrecken, Die alle Welt bedecken. 4. Denn wie von treuen Müttern In schweren Ungewittern Die Kindlein hier auf Erden Mit Fleiß bewahret werden, 5. Also auch und nicht minder Läßt Gott ihm seine Kinder, Wenn Not und Trübsal blitzen, In seinem Schoße sitzen. 6. Ach Hüter unsres Lebens, Fürwahr es ist vergebens Mit unserm Tun und Machen, Wo nicht dein Augen wachen. 7. Gelobt sei deine Treue, Die alle Morgen neue! Lob sei den starken Händen, Die alles Herzleid wenden! 8. Laß ferner dich erbitten, O Vater, und bleib mitten In unserm Kreuz und Leiden Ein Brunnen unsrer Freuden. 9. Gib mir und allen denen, Die sich von Herzen sehnen Nach dir und deiner Hulde, Ein Herz, das sich gedulde. 10. Schleuß zu die Jammerpforten Und laß an allen Orten Auf so viel Blutvergießen Die Friedensströme fließen. 7979⁰9 Den 79n C08 880 SSr Epiphanias. 6³ 11. Sprich deinen milden Segen Zu allen unsern Wegen; Laß Großen und auch Kleinen Die Gnadensonne scheinen. 12. Sei der Verlaßnen Vater, Der Irrenden Berater, Der Unversorgten Gabe, Der Armen Gut und Habe. 13. Hilf gnädig allen Kranken, Gib fröhliche Gedanken Den hochbetrübten Seelen, Die sich mit Schwermut quälen. 14. Und endlich, was das meiste, Füll uns mit deinem Geiste, Der uns hier herrlich ziere Und dort zum Himmel führe. 15. Das alles wollst du geben, O meines Lebens Leben, Mir und der Christen Schare Zum selgen neuen Jahre. Paul Gerhardt, 1607—1676. V. Epiphanias. Mel.: Gott des Himmels und der Erden. 53. Gott der Juden, Gott der Heiden, Aller Völker Heil und Licht! Saba sieht den Stern mit Freuden, Der von dir am Himmel spricht. Sem und Japhet kommt von fern, Dich zu sehn, o Jakobsstern! ...———————— 2. Wir gesellen uns zu denen, Die vom Morgenlande sind. Unser Fragen, unser Sehnen Ist nach dir, du großes Kind! Unsre Kniee beugen sich, Unser Arm umfasse dich. 3. Nimm die aufgetanen Schätze, Schatz, der unser Herz erfreut! Deine Mildigkeit ersetze Unsrer Hände Dürftigkeit. Reichtum suchen wir bei dir, Lauter Armut bringen wir. 4. Nimm für Gold und andre Gaben Glaube, Lieb und Hoffnung an; Laß dich einen Weihrauch laben, Den die Andacht geben kann. Und als Myrrhen bringen wir Die Geduld und Buße dir. 5. Diese Opfer nimm in Gnaden Von ergebnen Herzen an, Und laß keinen Feind uns schaden, Der dich nicht vertragen kann; Wenn Herodis Schwert gewetzt, So behalt uns unverletzt! 6. Nun, wir gehn von deiner Krippen: Laß mit Segen uns von dir. Zeig uns Bahn durch Dorn und Klippen, Still der Feinde Mordbegier; Mach uns selbst den Weg bekannt, Der uns führt ins Vaterland. Benjamin Schmolck, 1672— 1737. 79 8 7 I he Epiphanias. 6⁵ Mel.: Meinen Jesum laß ich nicht. 54.* Jesu, großer Wunderstern, Der aus Jakob ist erschienen, Meine Seele will so gern Dir an deinem Feste dienen. Nimm doch, nimm doch gnädig an, Was ich Armer schenken kann. 2. Nimm das Gold des Glaubens hin, Wie ichs von dir selber habe Und damit beschenket bin; So ist dirs die liebste Gabe; Laß es auch bewährt und rein In dem Trübsalsofen sein. 3. Nimm den Weihrauch des Gebets, Laß ihn gnädig dir genügen; Herz und Lippen sollen stets, Ihn zu opfern, vor dir liegen. Wenn ich bete, nimm es auf Und sprich Ja und Amen drauf. 4. Nimm die Myrrhen bittrer Reu; Ach, mich schmerzet meine Sünde! Aber du bist fromm und treu, Daß ich Trost und Gnade finde Und nun fröhlich sprechen kann: Jesus nimmt mein Opfer an! Erdmann Neumeister, 1671— 1756. n: Mel.: Valet will ich dir geben. 55. O König aller Ehren, en, Dein Jesu, Davids Sohn, ein Reich soll ewig währen, Im Himmel ist dein Thron. Hilf, daß allhier auf Erden 37. Den Menschen weit und breit 66 Epiphanias. Dein Reich bekannt mag werden Zur ewgen Seligkeit. 2. Von deinem Reiche zeugen Die Leut aus Morgenland, Die Knie sie vor dir beugen, Dieweil sie dich erkannt. Der Stern auf dich hinweiset, Dazu das göttlich Wort; Drum man dich billig preiset, Daß du bist unser Hort. 3. Du bist ein großer König, Wie uns die Schrift vermeldt, Doch achtest du gar wenig Vergänglich Gut und Geld, Prangst nicht auf hohem Rosse, Trägst keine güldne Kron, Sitz'st nicht im festen Schlosse; Hier hast du Spott und Hohn. 4. Doch bist du schön gezieret, Dein Glanz erstreckt sich weit, Dein Güt allzeit regieret Und dein Gerechtigkeit. Du wollst die Frommen schützen Durch dein Macht und Gewalt, Daß sie im Frieden sitzen, Die Bösen stürzen bald. 5. Du wollst dich mein erbarmen, In dein Reich nimm mich auf, Dein Güte schenk mir Armen Und segne meinen Lauf. Den Feinden wollst du wehren, Dem Teufel, Sünd und Tod, Daß sie mich nicht versehren; Rett mich aus aller Not. 0 Epiphanias. 6²⁷ 6. Du wollst in mir entzünden Dein Wort, den schönen Stern, Halt falsche Lehr und Sünden Von meinem Herzen fern. Hilf, daß ich dich erkenne Und mit der Christenheit Dich meinen König nenne Jetzt und in Ewigkeit. Martin Behm,‚ 1557— 1622. Eigene Melodie. 56. Werde Licht, du Stadt der Heiden, Und du Salem, werde Licht; Schaue, welch ein Glanz mit Freuden Über deinem Haupt anbricht! Gott hat derer nicht vergessen, Die im Finstern sind gesessen. 2. Dunkelheit die mußte weichen, Als dies Licht kam in die Welt, Dem kein andres ist zu gleichen, Welches alle Ding erhält. Die nach diesem Glanze sehen, Dürfen nicht im Finstern gehen. 3. Ach, wie waren wir verblendet, Ehe noch dies Licht brach an! Ja, da hatte sich gewendet Schier vom Himmel jedermann; Unsre Augen und Gebärden Hafteten nur an der Erden. 4. Gottes Rat war uns verborgen, Seine Gnade schien uns nicht; Klein und Große mußten sorgen, Jedem fehlt' es an dem Licht, Das zum rechten Himmelsleben Seinen Glanz uns sollte geben. 5 68 Epiphanias. 5. Aber wie hervorgegangen Ist der Aufgang aus der Höh, Haben wir das Licht empfangen, Welches soviel Angst und Weh Aus der Welt hinweggetrieben, Daß nichts Dunkles übrig blieben. 6. Dieses Licht läßt uns nicht wanken In der rechten Glaubensbahn. Ewig, Herr, will ich dir danken, Daß du hast so wohl getan Und uns diesen Schatz geschenket, Der zu deinem Reich uns lenket. 7. Gib, Herr Jesu, Kraft und Stärke, Daß wir dir zu jeder Zeit Durch des Glaubens Liebeswerke Folgen in Gerechtigkeit Und hernach im Freudenleben Heller als die Sterne schweben. 8. Dein Erscheinung müss' erfüllen Mein Gemüt in aller Not; Dein Erscheinung müsse stillen Meine Seel auch gar im Tod. Herr, in Freuden und im Weinen Muͤsse mir dein Licht erscheinen. 9. Jesu, laß mich endlich gehen Freudig aus der bösen Welt, Dein so helles Licht zu sehen, Das mir dort schon ist bestellt, Wo wir sollen unter Kronen In der schönsten Klarheit wohnen. Johann Rist,‚ 1607—1667. — 8 (S8 69 V. Passionszeit. Eigene Melodie. 57.* Christe, du Lamm Gottes, Der du trägst die Sünd der Welt, Erbarm dich unser! 2. Christe, du Lamm Gottes, Der du trägst die Sünd der Welt, Erbarm dich unser! 3. Christe, du Lamm Gottes, Der du trägst die Sünd der Welt, Gib uns deinen Frieden! Amen. — Alte Kirche. Mel.: Freu dich sehr, o meine Seele. 58. Der am Kreuz ist meine Liebe Und sonst nichts in dieser Welt. O daß ers doch ewig bliebe, Der mir jetzt so wohl gefällt! Nun mein Herz soll immerfort Fest bestehn auf diesem Wort, Sei es heiter oder trübe: Der am Kreuz ist meine Liebe. 2. Zwar es ist mir unverborgen, Was die Lieb oft nach sich zieht: Schmach, Verfolgung, Not und Sorgen, Kreuz und Armut bringt sie mit. Ja, wenn er, mein Heiland, will, Ist kein bittrer Tod zu viel. Doch es komme noch so trübe, Der am Kreuz ist meine Liebe. 3. Lieber wähl ich solche Plage Und der Liebe schweren Stand, Als ohn ihn die besten Tage Und der Ehren eitlen Tand. 70⁰ Passionszeit. Heißt mich immer wunderlich, Spotte man auch über mich, Daß ich, was er haßt, nicht übe, Der am Kreuz ist meine Liebe. 4. Aber wißt ihr meine Stärke Und was mich so mutig macht, Daß mein Herz des Fleisches Werke Und des Satans Grimm verlacht? Jesu Lieb ist mir gewiß, Seine Lieb ist stark und süß! Was ist, das mich noch betrübe? Der am Kreuz ist meine Liebe. 5. Diese Liebe lohnet endlich, Führt zu ihm ins Vaterhaus, Ist zur letzten Zeit erkenntlich Und teilt Kränz und Kronen aus. Ach, ach wollte Gott, daß doch Alle Welt dereinst sich noch Dieses in das Herz einschriebe; Der am Kreuz ist meine Liebe! Johann Ernst Greding, 1676— 1748. Mel.: An Wasserflüssen Babylon. 59. Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld Der Welt und ihrer Kinder; Es geht und träget in Geduld Die Sünden aller Sünder; Es geht dahin, wird matt und krank, Ergibt sich auf die Würgebank, Verzeiht sich aller Freuden; Es nimmet an Schmach, Hohn und Spott, Angst, Wunden, Striemen, Kreuz und Tod Und spricht: Ich wills gern leiden. — 22* 9 —— tt, Passionszeit. 7¹ 2. Das Lämmlein ist der große Freund Und Heiland meiner Seelen; Den, den hat Gott zum Sündenfeind Und Sühner wollen wählen. „Geh hin, mein Kind, und nimm dich an Der Kinder, die ich ausgetan Zu Straf und Zornesruten; Die Straf ist schwer, der Zorn ist groß, Du kannst und sollst sie machen los Durch Sterben und durch Bluten.“ 3.„Ja, Vater, ja, von Herzensgrund, Leg auf, ich will dirs tragen; Mein Wollen hängt an deinem Mund, Mein Wirken ist dein Sagen.“ O Wunderlieb, o Liebesmacht, Du kannst, was nie kein Mensch gedacht, Gott seinen Sohn abzwingen. O Liebe, Liebe, du bist stark, Du streckest den in Grab und Sarg, Vor dem die Felsen springen. 4. Mein Lebetage will ich dich Aus meinem Sinn nicht lassen; Dich will ich stets gleich wie du mich Mit Liebesarmen fassen. Du sollst sein meines Herzens Licht, Und wenn mein Herz in Stücke bricht, Sollst du mein Herze bleiben. Ich will mich dir, mein höchster Ruhm, Hiermit zu deinem Eigentum Beständiglich verschreiben. 5. Ich will von deiner Lieblichkeit Bei Nacht und Tage singen, Mich selbst auch dir zu aller Zeit Zum Freudenopfer bringen. 7² Passionszeit. Mein Bach des Lebens soll sich dir Und deinem Namen für und für In Dankbarkeit ergießen; Und was du mir zu gut getan, Das will ich stets, so tief ich kann, In mein Gedächtnis schließen. 6. Erweitre dich, mein Herzensschrein, Du sollst ein Schatzhaus werden Der Schätze, die viel größer sein Als Himmel, Meer und Erden. Weg mit den Schätzen dieser Welt Und allem, was der Welt gefällt, Ich hab ein Bessres funden; Mein großer Schatz, Herr Jesu Christ, Ist dieses, was geflossen ist Aus deines Leibes Wunden. 7. Das soll und will ich mir zu nutz Zu allen Zeiten machen; Im Streite soll es sein mein Schutz, In Traurigkeit mein Lachen, In Fröhlichkeit mein Saitenspiel, Und wenn mir nichts mehr schmecken will, Soll mich dies Manna speisen; Im Durst solls sein mein Wasserquell, In Einsamkeit mein Sprachgesell, Zu Haus und auch auf Reisen. 8. Was schadet mir des Todes Gift? Dein Blut das ist mein Leben. Wenn mich der Sonne Hitze trifft, So kann mirs Schatten geben; Setzt mir der Wehmut Schmerzen zu, So find ich bei dir meine Ruh, Als auf dem Bett ein Kranker. 7 „ Passionszeit. 73 Und wenn des Kreuzes Ungestüm Mein Schifflein treibet um und um, So bist du dann mein Anker. 9. Wann endlich ich soll treten ein In deines Reiches Freuden, So soll dies Blut mein Purpur sein, Ich will mich darein kleiden. Es soll sein meines Hauptes Kron, In welcher ich will vor den Thron Des 91. der Vaters gehen Und dir, dem er mich anvertraut, Als eine wohlgeschmückte Braut An deiner Seite stehen. Paul Gerhardt, 1607—1676. Mel.: Wer nur den lieben Gott läßt walten. 60. Es ist vollbracht! Er ist verschieden, Mein Jesus schließt die Augen zu; Der Friedefürst entschläft im Frieden, Die Lebenssonne geht zur Rul Und sinkt in stille Todesnacht. O großes Wort: Es ist vollbracht! 2. Es ist vollbracht! Er hats gesprochen; Das ewge Wort muß sprachlos sein, Das Herz der Treue wird gebrochen, Den Fels des Heils umfaßt ein Stein; Die höchste Kraft ist nun verschmacht. O wahres Wort: Es ist vollbracht! 3. Es ist vollbracht! Ihr, meine Sünden, Verdammet nun mein Herz nicht mehr. Vom Himmel her hör ich verkünden: Des Sohnes Blut erlangt Gehör; Am Kreuz hats Frieden uns gemacht. O süßes Wort: Es ist vollbracht! 7⁴ Passionszeit. 4. Es ist vollbracht! O welch Verlangen Zieht mich zu deinem Grabe hin, Bich wünschen Engel zu umfangen, Ruh auch in meinem Herzen drin, Wo dir die Liebe Raum gemacht. O tröstlich Wort: Es ist vollbracht! 5. Es ist vollbracht! Ich will mich legen Zur Ruh auf Christi Grabesstein; Die Engel sind allhier zugegen, Ich schlummre sanft mit Jakob ein; Die Himmelspfort ist aufgemacht. O Lebenswort: Es ist vollbracht! Salomo Franck, 1659—1725. Mel.: O Jesu Christ, meins Lebens Licht. 61. Herr Jesu Christ, dein teures Blut Ist meiner Seele höchstes Gut; Das stärkt, das labt, das macht allein Mein Herz von allen Sünden rein. 2. Dein Blut mein Schmuck, mein Ehren⸗ Dein Unschuld und Gerechtigkeit kleid, Macht, daß ich kann vor Gott bestehn Und zu der Himmelsfreud eingehn. 3. O Jesu Christe, Gottes Sohn, Mein Trost, mein Heil, mein Gnadenthron, Dein teures Blut, dein Lebenssaft Gibt mir stets neue Lebenskraft. 4. Herr Jesu, in der letzten Not, Wenn mich schreckt Teufel, Höll und Tod, So laß ja dies mein Labsal sein: Dein Blut macht mich von Sünden rein. Johann Olearius, 161¹1—1684. Passionszeit. 75 Mel.: Herr Jesu Christ, du höchstes Gut. 62. Herr Jesu, deine Angst und Pein Und dein betrübtes Leiden Laß mir vor Augen allzeit sein, Die Sünde zu vermeiden. Laß mich an deine große Not Und deinen herben, bittern Tod, Dieweil ich lebe, denken. 2. Die Wunden alle, die du hast, Hab ich dir helfen schlagen, Auch meine große Sündenlast Dir aufgelegt zu tragen. Ach liebster Heiland, schone mein, Laß diese Schuld vergessen sein, Laß Gnad für Recht ergehen. 3. Du hast verlassen deinen Thron, Bist in das Elend gangen, Ertrugest Schläge, Spott und Hohn, Mußtest am Kreuze hangen, Auf daß du für uns schafftest Rat Und unsre schwere Missetat Bei Gott versöhnen möchtest. 4. Drum will ich jetzt aus Dankbarkeit Von Herzen dir lobsingen, Und wenn du zu der Seligkeit Mich wirst hinkünftig bringen, So will ich daselbst noch viel mehr Zusamt dem ganzen Himmelsheer Dich ewig dafür loben. 5. Herr Jesu, deine Angst und Pein Und dein betrübtes Leiden Laß meine letzte Zuflucht sein, Wenn ich von hier soll scheiden. 76 Passtonszeit. Ach hilf, daß ich durch deinen Tod Fein sanft beschließe meine Not Und selig sterbe. Amen. Unbekannt 1674. Mel.: Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen. 63. Herr, stärke mich, dein Leiden zu bedenken, Mich in das Meer der Liebe zu versenken, Die dich bewog, von aller Schuld des Bösen Uns zu erlösen. 2. Du wolltest, Herr, ein Mensch gleich uns auf Erden Und bis zum Tod am Kreuz gehorsam werden, An unsrer Statt gemartert und zerschlagen Die Sünde tragen. 3. Welch wundervoll hochheiliges Geschäfte! Sinn ich ihm nach, so zagen meine Kräfte, Mein Herz erbebt, ich seh und ich empfinde Den Fluch der Sünde. 4. Gott ist gerecht, ein Rächer alles Bösen; Gott ist die Lieb und läßt die Welt erlösen. Dies kann mein Geist mit Schrecken und Am Kreuz erblicken.[Entzücken 5. Es schlägt den Stolz und mein Verdienst darnieder; Es stürzt mich tief und es erhebt mich wieder, Lehrt mich mein Glück, macht mich aus Gottes Zu Gottes Freunde. Feinde 6. O Herr, mein Heil, an dessen Blut ich glaube, Ich liege hier vor dir gebückt im Staube, Verliere mich mit dankendem Gemüte In deine Güte. Passionszeit. 7⁷ 7. So sei denn ewig auch von mir gepriesen Für das Erbarmen, das du mir erwiesen, Da du, mein Heiland, auch für mich dein Dahingegeben. Leben 8. Du liebtest mich: ich will dich wiederlieben Und stets mit Freuden deinen Willen üben. O gib zu diesem seligen Geschäfte Stets neue Kräfte. Christian Fürchtegott Gellert, 1715—1769. Eigene Melodie. 64.* Herzliebster Jesu, was hast du ver⸗ brochen, Daß man ein solch scharf Urteil hat gesprochen? Was ist die Schuld, in was für Missetaten Bist du geraten? 2. Du wirst gegeißelt und mit Dorn gekrönet, Ins Angesicht geschlagen und verhöhnet; Du wirst mit Essig und mit Gall getränket, Ans Kreuz gehenket. 3. Was ist doch wohl die Ursach solcher Plagen? Ach, meine Sünden haben dich geschlagen. Ich, ach Herr Jesu, habe dies verschuldet, Was du erduldet. 4. Wie wunderbarlich ist doch diese Strafe! Der gute Hirte leidet für die Schafe; Die Schuld bezahlt der Herre, der Gerechte, Für seine Knechte. 5. O große Lieb, o Lieb ohn alle Maße, Die dich gebracht auf diese Marterstraße! Ich lebte mit der Welt in Lust und Freuden, Und du mußt leiden. 78 Passtonszeit. 6. Ach großer König, Iher zu allen Zeiben, Wie kann ich gnugsam solche Treu ausbreiten? Kein menschlich Herz vermag es auszudenken, Was dir zu schenken. 7. Ich kanns mit meinen Sinnen nicht erreichen, Womit doch dein Erbarmen zu vergleichen. Wie kann ich dir denn deine Liebestaten Im Werk erstatten 8. Doch ist noch etwas, was dir angenehme, Wenn ich des Fleisches Lüste dämpf und zähme, Daß sie aufs neu mein Herze nicht entzünden Mit alben Sünden. 9. Weil aber dies nicht steht in eignen Kräften, Fest die Begierden an das Kreuz zu heften, So gib mir deinen Geist, der mich regiere, Zum Guten führe. 10. Dann werd ich dir zu Ehren alles wagen, Kein Kreuz nicht achten, keine Schmach noch Plagen, Nichts von Verfolgung, nichts von Todes⸗ Nehmen zu Herzen.(schmerzen 11. Dies alles, obs für schlecht zwar ist zu schätzen, Wirst du es doch nicht gar beiseite setzen; In Gnaden wirst du dies von mir annehmen, Mich nicht beschämen. 12. Wenn dort, Herr Jesu, wird vor deinem Throne Auf meinem Haupte stehn die Ehrenkrone, Da will 198 dir, wenn alles wird wohl klingen, Lob und Dank singen. Johann Heermann, 1585— 1647. νν Passionszeit. 79 Mel.: Es ist gewißlich an der Zeit. 65. Ich danke dir für deinen Tod, Herr Jesu, und die Schmerzen, Die du in deiner letzten Not Empfandst in deinem Herzen. Laß die Verdienste solcher Pein Ein Labsal meiner Seele sein, Wenn mir die Augen brechen. 2. Ich danke dir für deine Huld, Die du mir hast erzeiget, Da du mit Zahlung meiner Schuld Dein Haupt zu mir geneiget. Ach neig dich auch zu mir, mein Gott, Wenn ich gerat in Todesnot, Damit ich Gnade spüre. 3. Laß meine Seel in deiner Gunst Aus ihrem Leibe scheiden, Auf daß an mir nicht sei umsonst Dein teuer wertes Leiden. Nimm sie hinauf zur selben Frist, Wo du ihr liebster Jesus bist, Und laß mich ewig leben. Johann Scheffler(Angel.), 1624—1677. Mel.: Christus, der uns selig macht. 66. Jesu, deine Passion Will ich jetzt bedenken, Wollest mir vom Himmelsthron Geist und Andacht schenken. In dem Bilde jetzt erschein, Jesu, meinem Herzen, Wie du, unser Heil zu sein, Littest alle Schmerzen. 8⁰ Passionszeit. 2. Gib, daß ich recht sehen mag Deine Angst und Bande, Dein Verspeien, Schläg und Schmach, Deine Kreuzesschande, Deine Geißel, Dornenkron, Speer⸗ und Nägelwunden, Deinen Tod, o Gottessohn, In den Marterstunden. 3. Doch laß mich ja nicht allein Deine Marter sehen, Laß mich auch die Ursach fein Und die Frucht verstehen. Ach, die Ursach war auch ich, Ich und meine Sünde; Diese hat gemartert dich, Daß ich Gnade finde. 4. Jesu, lehr bedenken mich Dies mit Buß und Reue; Hilf, daß ich mit Sünden dich Martre nicht aufs neue. Sollt ich dazu haben Lust Und nicht wollen meiden, Was mein Heiland büßen mußt Mit so großen Leiden? 5. Wenn mir meine Sünde will Machen heiß die Hölle, Jesu, mein Gewissen still, Dich ins Mittel stelle. Dich und deine Passion Laß mich gläubig fassen. Liebet mich sein lieber Sohn, Wie kann Gott mich hassen? 6. Gib auch, Jesu, daß ich gern Dir das Kreuz nachtrage, Daß ich Demut von dir lern Und Geduld in Plage, N8 98 9² S ꝗ S* (60 — Passionszeit. 81 Daß ich dir geb Lieb um Lieb. Indes laß dies Lallen— Bessern Dank ich dorten geb— Jesu, dir gefallen. Sigismund v. Birken, 1626— 1681. * Eigene Melodie. 67.“ Jesu, deine tiefen Wunden, Deine Qual und bittrer Tod Geben mir zu allen Stunden Trost in Leibs⸗ und Seelennot. Fällt mir etwas Arges ein, Denk ich bald an deine Pein; Die verleidet meinem Herzen, Mit der Sünde je zu scherzen. 2. Will sich denn in Lüsten weiden Mein verderbtes Fleisch und Blut, So gedenk ich an dein Leiden, Bald wird alles wieder gut. Kommt der Satan und setzt mir Heftig zu, halt ich ihm für Deine Gnad und Gnadenzeichen, Bald muß er von dannen weichen. 3. Will die Welt mein Herze führen Auf die breite Sündenbahn, Da nichts ist als Jubilieren, Alsdann schau ich emsig an Deiner Marter Zentnerlast, Die du ausgestanden hast; So kann ich in Andacht bleiben, Alle böse Lust vertreiben. 4. Ja, für alles, das mich kränket, Geben deine Wunden Kraft; Wenn mein Herz hinein sich senket, Schöpf ich neuen Lebenssaft. 6 8² Passionszeit. Deines Trostes Süßigkeit Wendt in mir das bittre Leid, Der du mir das Heil erworben, Da du bist für mich gestorben. 5. Auf dich setz ich mein Vertrauen, Du bist meine Zuversicht; Dein Tod hat den Tod zerhauen, Daß er mich kann töten nicht. Daß ich an dir habe teil, Bringet mir Trost, Schutz und Heil; Deine Gnade wird mir geben Auferstehung, Licht und Leben. 6. Hab ich dich in meinem Herzen, Du Brunn aller Gütigkeit, So empfind ich keine Schmerzen Auch im letzten Kampf und Streit. Ich verberge mich in dich; Kein Feind kann verletzen mich. Wer sich legt in deine Wunden, Der hat glücklich überwunden. Johann Heermann, 1585— 1647. Mel.: Jesu, meines Lebens Leben. 68. Jesu, der du wollen büßen Für die Sünden aller Welt Durch dein teures Blutvergießen, Der du dich hast dargestellt Als ein Opfer für die Sünder, Die verlornen Adamskinder; Ach, laß deine Todespein Nicht an mir verloren sein! 2. Rette mich durch deine Plagen, Wenn mich meine Sünde plagt; Laß, ach, laß mich nicht verzagen, Weil du selbst für mich gezagt. D KC 8 2889 IEESEE Passionszeit. 83 Hilf, daß mich dein Angstschweiß kühle, Wenn ich eeer fühle; Ach, laß deine Todespein Nicht an mir verloren sein! 3. Mache mich durch deine Bande Von des Satans Banden frei; Hilf, daß dein erlittne Schande Meine Kron und Ehre sei. Trost der Seelen, Heil der Erden, Laß mich nicht zu Schanden werden; Ach, laß deine Todespein Nicht an mir verloren sein! 4. Rede durch dein Stilleschweigen, Liebster Jesu, mir das Wort, Wenn mich Sünden überzeugen Und verklagen fort und fort, Wenn mein bös Gewissen schreiet Und mir mit Verdammnis dräuet; Ach, laß deine Todespein Nicht an mir verloren sein! 5. Laß mich Freudenrosen brechen, Liebster Jesu, meine Zier, Von den Dornen, die dich stechen; Jesu, nahe dich zu mir; Kröne mich mit Huld und Gnade, Daß kein Sündendorn mir schade; Ach, laß deine Todespein Nicht an mir verloren sein! 6. Ach, laß deine tiefen Wunden Frische Lebensbrunnen sein, Wenn mir alle Kraft verschwunden, Wenn ich schmacht in Seelenpein; Senk in Abgrund deiner Gnaden Alle Schuld, die mich beladen; Ach, 1a deine Todespein Nicht an mir verloren sein! 8⁴ Passionszeit. 7. Ach, zerbrich des Eifers Rute, Ach, erzeige Gnad und Huld! Tilge doch mit deinem Blute Meine schwere Sündenschuld; Laß mich in der Angst der Sünden Ruh in deiner Seite finden; Ach, laß deine Todespein Nicht an mir verloren sein! 8. Hilf, daß mir dein Dürsten nütze, Das am Kreuze dich geplagt; Wenn ich lechze, wenn ich schwitze, Wenn mich meine Sünde jagt, Laß mich deinen Durst genießen, Laß mir Lebensströme fließen; Ach, laß deine Todespein Nicht an mir verloren sein! 9. Jesu, komm mich zu befreien Durch dein lautes Angstgeschrei; Wenn viel tausend Sünden schreien, Stehe doch mir Armen bei; Wenn mir Wort und Sprach entfallen, Laß mich sanft von hinnen wallen; Laß mir deine Todespein Leben, Heil und Himmel sein! Unbekannt 1697. 1— Eigene Melodie. 69.* Jesu, meines Lebens Leben, Jesu, meines Todes Tod, Der du dich für mich gegeben In die tiefste Seelennot, In das äußerste Verderben, Nur daß ich nicht möchte sterben! Tausend, tausendmal sei dir, Liebster Jesu, Dank dafür. Passionszeit. 85⁵ 2. Du, ach, du hast ausgestanden Lästerreden, Spott und Hohn, Speichel, Schläge, Strick und Banden, Du gerechter Gottessohn, Nur mich Armen zu erretten Von des Teufels Sündenketten. Tausend, tausendmal sei dir, Liebster Jesu, Dank dafür. 3. Wunden ließest du dir schlagen, Ohnemaßen littest du, Um zu heilen meine Plagen, Um zu setzen mich in Ruh. Ach, du hast zu meinem Segen Lassen dich mit Fluch belegen. Tausend, tausendmal sei dir, Liebster Jesu, Dank dafür. 4. Man hat dich sehr hart verhöhnet, Dich mit großem Schimpf belegt, Gar mit Dornen dich gekrönet; Was hat dich dazu bewegt? Daß du möchtest mich ergetzen, Mir die Ehrenkron aufsetzen. Tausend, tausendmal sei dir, Liebster Jesu, Dank dafür. 5. Du hast wollen sein geschlagen, Mich zu lösen von der Pein, Fälschlich lassen dich anklagen, Daß ich könnte sicher sein. Daß ich möchte trostreich prangen, Hast du sonder Trost gehangen. Tausend, tausendmal sei dir, Liebster Jesu, Dank dafür. 6. Du hast dich in Not gestecket, Hast gelitten mit Geduld, Gar den herben Tod geschmecket, Um zu büßen meine Schuld. 86 Passionszeit. Daß ich würde losgezählet, Hast du wollen sein gequälet. Tausend, tausendmal sei dir, Liebster Jesu, Dank dafür. 7. Deine Demut hat gebüßet Meinen Stolz und Übermut; Dein Tod meinen Tod versüßet; Es kommt alles mir zu gut. Dein Verspotten, dein Verspeien Muß zu Ehren mir gedeihen. Tausend, tausendmal sei dir Liebster Jesu, Dank dafür. 8. Nun, ich danke dir von Herzen, Jesu, für gesamte Not, Für die Wunden, für die Schmerzen, Für den herben, bittern Tod; Für dein Zittern, für dein Zagen, Für dein tausendfaches Plagen, Für dein Angst und tiefe Pein Will ich ewig dankbar sein. Ernst Christoph Homburg, 1605— 1681. — Mel.: Herzlich lieb hab ich dich, o Herr. 70. Laßt uns doch Christo dankbar sein, Daß er für uns in große Pein Sich willig hingegeben. Auch laßt uns sein der Sünde feind Und, weil Gott nunmehr unser Freund, Nach seinem Willen leben, Die Lieb erzeigen jedermann, Wie Christus selbst an uns getan. O Menschenkind, betracht es recht, Wie Gottes Zorn die Sünde schlägt! Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott! Von Sünden schrecke mich dein Tod. E 8 „ ein Passionszeit.» 8 Eigene Melodie. 71.* O du Liebe meiner Liebe, Du erwünschte Seligkeit, Die du dich aus höchstem Triebe In das jammervolle Leid Deines Leidens mir zu gute Als ein Opfer eingestellt Und bezahlt mit deinem Blute Alle Missetat der Welt; 2. Liebe, die mit Schweiß und Tränen An dem Olberg sich betrübt, Liebe, die mit heißem Sehnen Unaufhörlich fest geliebt; Liebe, die den eignen Willen In des Vaters Willen legt Und, um Gottes Zorn zu stillen, Treu die Last des Kreuzes trägt; 3. Liebe, die mit starkem Herzen Alle Schmach und Hohn gehört, Liebe, die mit Angst und Schmerzen Nicht der strengste Tod versehrt, Liebe, die sich liebend zeiget, Als sich Kraft und Atem endt, Liebe, die sich liebend neiget, Als sich Leib und Seele trennt; 4. Liebe, die mit ihren Armen Mich zuletzt umfangen wollt, Liebe, die aus Liebserbarmen Mich zuletzt in höchster Huld Ihrem Vater überlassen, Die selbst starb und für mich bat, Daß mich nicht der Zorn sollt fassen, Weil mich ihr Verdienst vertrat; 885 Passionszeit. 5. Liebe, die für mich gestorben Und ein immerwährend Gut An dem Kreuzesholz erworben, Ach, wie denk ich an dein Blut! Ach, wie dank ich deinen Wunden, Du verwundte Liebe du, Wenn ich in den letzten Stunden Sanft an deinem Herzen ruh! 6. Liebe, die sich tot gekränket Und für mein erkaltet Herz In ein kaltes Grab gesenket, Ach, wie dank ich deinem Schmerz! Habe Dank, daß du gestorben, Daß ich ewig leben kann, Und der Seelen Heil erworben, Nimm mich ewig liebend an. Elisabeth v. Senitz, 1629— 1679. — Mel.: Herzlich tut mich verlangen. ö 2. O Haupt voll Blut und Wunden, Voll Schmerz und voller Hohn, O Haupt, zum Spott gebunden Mit einer Dornenkron, O Haupt, sonst schön gekrönet Mit höchster Ehr und Zier, Jetzt aber höchst verhöhnet: Gegrüßet seist du mir! 2. Du edles Angesichte Davor sonst schrickt und scheut Das große Weltgewichte, Wie bist du so bespeit, Wie bist du so erbleichet, Wer hat dein Augenlicht, Dem sonst kein Licht mehr gleichet, So schändlich zugericht? — Qꝰ/ 9 — + — P— FEFPANE ⸗- 9. Passionszeit. 89 3. Die Farbe deiner Wangen, Der roten Lippen Pracht Ist hin und ganz vergangen; Des blassen Todes Macht Hat alles hingenommen, Hat alles hingerafft, Und daher bist du kommen Von deines Leibes Kraft. 4. Nun was du, Herr, erduldet, Ist alles meine Last; Ich hab es selbst verschuldet, Was du getragen hast. Schau her, hier steh ich Armer, Der Zorn verdienet hat; Gib mir, o mein Erbarmer, Den Anblick deiner Gnad. 5. Erkenne mich, mein Hüter, Mein Hirte, nimm mich an! Von dir, Quell aller Güter, Ist mir viel Guts getan. Dein Mund hat mich gelabet Mit Milch und süßer Kost, Dein Geist hat mich begabet Mit mancher Himmelslust. 6. Ich will hier bei dir stehen, Verachte mich doch nicht; Von dir will ich nicht gehen, Wenn dir dein Herze bricht. Wenn dein Haupt wird erblassen Im letzten Todesstoß, Alsdann will ich dich fassen In meinen Arm und Schoß. 7. Es dient zu meinen Freuden Und kommt mir herzlich wohl, Wenn ich in deinem Leiden, Mein Heil, mich finden soll. 7 9⁰ Passionszeit. ö—— Ach, möcht ich, o mein Leben, An deinem Kreuze hier Mein Leben von mir geben, Wie wohl geschähe mir! 8. Ich danke dir von Herzen, O Jesu, liebster Freund, Für deines Todes Schmerzen, Da dus so gut gemeint. Ach gib, daß ich mich halte Zu dir und deiner Treu, Und wenn ich nun erkalte, In dir mein Ende sei. 9. Wenn ich einmal soll scheiden, So scheide nicht von mir; Wenn ich den Tod soll leiden, So tritt du dann herfür; Wenn mir am allerbängsten Wird um das Herze sein, So reiß mich aus den Angsten Kraft deiner Angst und Pein.“ 10. Erscheine mir zum Schilde, Zum Trost in meinem Tod, Und laß mich sehn dein Bilde In deiner Kreuzesnot. Da will ich nach dir blicken, Da will ich glaubensvoll Dich fest an mein Herz drücken. Wer so stirbt, der stirbt wohl. Paul Gerhardt‚, 1607— 4676. Mel.: Christus, der uns selig macht. 73. O hilf, Christe, Gottes Sohn, Durch dein bitter Leiden, Daß wir dir stets untertan, All Untugend meiden, 1 — 280 72e HS ?/eo Passionszeit. 9¹ Deinen Tod und sein Ursach Fruchtbarlich bedenken, Dafür, wiewohl arm und schwach, Dir Dankopfer schenken. Michael Weiße, 4 1542. Eigene Melodie. 74.“ O Lamm Gottes, unschuldig Am Stamm des Kreuzes geschlachtet, Allzeit erfunden gduldig, Wiewohl du wurdest verachtet; All Sünd hast du getragen, Sonst müßten wir verzagen. Erbarm dich unser, o Jesu, Jesu! 2. O Lamm Gottes, unschuldig Am Stamm des Kreuzes geschlachtet, Allzeit erfunden gduldig, Wiewohl du wurdest verachtet; All Sünd hast du getragen, Sonst müßten wir verzagen. Erbarm dich unser, o Jesu, Jesu! 3. O Lamm Gottes, unschuldig Am Stamm des Kreuzes geschlachtet, Allzeit erfunden gduldig, Wiewohl du wurdest verachtet; All Sünd hast du getragen, Sonst müßten wir verzagen. Gib uns dein Frieden, o Jesu, Jesu! Nikolaus Decius, 4 1541. — Eigene Melodie. 75. O Traurigkeit, o Herzeleid! Ist das nicht zu beklagen? Gott des Vaters einig Kind Wird ins Grab getragen. 92 Passionszeit. 2. O große Not! der Herr ist tot, Am Kreuz ist er gestorben; Hat dadurch das Himmelreich Uns aus Lieb erworben. 3. O Menschenkind, nur deine Sünd Hat dieses angerichtet, Da du durch die Missetat Warest ganz vernichtet. 4. Dein Bräutigam, das Gotteslamm, Liegt hier mit Blut beflossen, Welches er ganz mildiglich Hat für dich vergossen. 5. O süßer Mund, o Glaubensgrund, Wie bist du doch zerschlagen! Alles, was auf Erden lebt, Muß dich ja beklagen. 6. O selig ist zu jeder Frist, Der dieses recht bedenket, Wie der Herr der Herrlichkeit Wird ins Grab gesenket. 7. O Jesu, du mein Hilf und Ruh, Ich bitte dich mit Tränen: Hilf, daß ich mich bis ins Grab Nach dir möge sehnen. Johann Rist, 1607— 1667. 1— Mel.: O Welt, ich muß dich lassen. 76. O Welt, sieh hier dein Leben Am Stamm des Kreuzes schweben, Dein Heil sinkt in den Tod. Der große Fürst der Ehren Läßt willig sich beschweren Mit Schlägen, Hohn und großem Spott. *+. IA S.öEVE—288522592 7 Passionszeit. 93 2. Tritt her und schau mit Fleiße, Sein Leib ist ganz mit Schweiße Des Blutes überfüllt; Aus seinem edlen Herzen Vor unerschöpften Schmerzen Ein Seufzer nach dem andern quillt. 3. Wer hat dich so geschlagen, Mein Heil, und dich mit Plagen So übel zugericht? Du bist ja nicht ein Sünder Wie wir und unsre Kinder, Von Übeltaten weißt du nicht. 4. Ich, ich und meine Sünden, Die sich wie Körnlein finden Des Sandes an dem Meer, Die haben dir erreget Das Elend, das dich schläget, Und das betrübte Marterheer. 5. Ich bins, ich sollte büßen, An Händen und an Füßen Gebunden in der Höll; Die Geißeln und die Banden Und was du ausgestanden, Das hat verdienet meine Seel. 6. Du nimmst auf deinen Rücken Die Lasten, die mich drücken Viel schwerer als ein Stein; Du wirst ein Fluch, dagegen Verehrst du mir den Segen, Dein Schmerzen muß mein Labsal sein. 7. Du setzest dich zum Bürgen, 7. Ja lässest dich gar würgen Für mich und meine Schuld; 9⁴ Passionszeit. Mir lässest du dich krönen Mit Dornen, die dich höhnen, Und leidest alles mit Geduld. 8. Ich bin, mein Heil, verbunden All Augenblick und Stunden Dir überhoch und sehr; Was Leib und Seel vermögen, Das soll ich billig legen Allzeit an deinen Dienst und Ehr. 9. Nun ich kann nicht viel geben In diesem armen Leben, Eins aber will ich tun: Es soll dein Tod und Leiden, Bis Leib und Seele scheiden, Mir stets in meinem Herzen ruhn. 10. Ich wills vor Augen setzen, Mich stets daran ergetzen, Ich sei auch, wo ich sei; Es soll mir sein ein Spiegel Der Unschuld und ein Siegel Der Lieb und unverfälschten Treu. 11. Ans Kreuz will ich mich schlaͤgen Mit dir und dem absagen, Was dir, Herr, nicht gefällt; Was deine Augen hassen, Das will ich fliehn und lassen, Gefiel es auch der ganzen Welt. 12. Dein Seufzen und dein Stöhnen Und die viel tausend Tränen, Die dir geflossen zu, Die sollen mich am Ende In deinen Schoß und Hände Begleiten zu der ewgen Ruh. Paul Gerhardt, 1607— 1676. — ⁊ 79 GCG ²e² ½& S DDD 52..7„52 E/ 76. Passionszeit. 9⁵ Mel.: Jesus, meine Zuversicht. T. Seele, geh auf Golgatha, Setz dich unter Jesu Kreuze Und bedenke, was dich da Für ein Trieb zur Buße reize; Willst du unempfindlich sein, O so bist du mehr als Stein. 2. Schaue doch das Jammerbild Zwischen Erd und Himmel hangen, Wie das Blut mit Strömen quillt, Daß ihm alle Kraft vergangen. Ach, der übergroßen Not, Es ist ja mein Jesus tot! 3. O Lamm Gottes ohne Schuld, Alles das hab ich verschuldet, Und du hast aus großer Huld Pein und Tod für mich erduldet. Daß ich nicht verloren bin, Gibst du dich ans Kreuze hin. 4. Unbeflecktes Gotteslamm, Ich verehre deine Liebe. Schaue von des Kreuzes Stamm, Wie ich mich um dich betrübe. Dein im Blute wallend Herz Setzet mich in tausend Schmerz. 5. Ich kann nimmer, nimmermehr Diese Plagen dir vergelten, Du verbindest mich zu sehr; Alle Güter, tausend Welten, Alles wäre noch kein Dank Nur für deinen Gallentrank. 6. Nun, ich weiß noch was für dich: Ich will dir mein Herze geben; Dieses soll beständiglich Unter deinem Kreuze leben. 9 Passionszeit. Wie du mein, so will ich dein Lebend, leidend, stärbend sein. 7. Laß dein Herz mir offen stehn, Offne deiner Wunden Türe; Da hinein will ich stets gehn, Wenn ich Kreuz und Not verspürec, Wie ein Hirsch nach Wasser dürst, Bis du mich erquicken wirst. 8. Kreuzige mein Fleisch und Blut, Lehre mich die Welt verschmähen; Laß mich dich, du höchstes Gut, Immer vor den Augen sehen. Führ in allem Kreuze mich Wunderlich und seliglich. 9. Endlich laß mich meine Not Auch geduldig überwinden. Nirgend sonst wird mich der Tod Als in deinen Wunden finden. Wer sich hier sein Bette macht, Spricht zuletzt: Es ist vollbracht! Benjamin Schmolck, 1672—1737. Mel.: Freu dich sehr, o meine Seele. 78. Sei mir tausendmal gegrüßet, Der mich je und je geliebt, Jesu, der du selbst gebüßet Das, womit ich dich betrübt. Ach, wie ist mir doch so wohl, Wann ich knien und liegen soll An dem Kreuze, da du stirbest Und um meine Seele wirbest! 2. Heile mich, o Heil der Seelen, Wo ich krank und traurig bin; Nimm die Schmerzen, die mich quälen, Und den ganzen Schaden hin, (S2 7 290 5 5— 2—75225 2 SanAvA Passionszeit. 97⁷ Den mir Adams Fall gebracht Und ich selber mir gemacht. Wird, o Arzt, dein Blut mich netzen, Wird sich all mein Jammer setzen. 3. Schreibe deine blutgen Wunden Mir, Herr, in das Herz hinein, Daß sie mögen alle Stunden Bei mir unvergessen sein. Du bist doch mein schönstes Gut, Da mein ganzes Herze ruht: Laß mich er zu deinen Füßen Deiner Lieb und Gunst genießen. 4. Diese Füße will ich halten, Auf das best ich immer kann. Schaue meiner Hände Falten Und mich selber freundlich an Von des hohen Kreuzes Baum Und gib meiner Bitte Raum, Sprich: Laß all dein Trauern schwinden, Ich, ich tilg all deine Sünden. Paul Gerhardt, 1607— 1676. Mel.: O Traurigkeit, o Herzeleid. 79. So ruhest du, O meine Ruh, In deiner Grabeshöhle Und erweckst durch deinen Tod Meine tote Seele. 2. Man senkt dich ein Nach vieler Pein, Du meines Lebens Leben! Dich 968 jetzt ein Felsengrab, Fels des Heils, umgeben. 9 Passionszeit. 3. O Lebensfürst, Ich weiß, du wirst Mich wieder auferwecken; Sollte denn mein gläubig Herz Vor der Gruft erschrecken? 4. Sie wird mir sein Ein Kämmerlein, Da ich auf Rosen liege, Weil ich nun durch deinen Tod Tod und Grab besiege. 5. Gar nichts verdirbt, Der Leib nur stirbt; Doch wird er auferstehen Und in ganz verklärter Zier Aus dem Grabe gehen. 6. Indes will ich, Mein Jesu, dich In meine Seele senken Und an deinen bittern Tod Bis ins Grab gedenken. Salomo Franck, 1659— 1725. Mel.: Herr Christ, der einig Gottssohn. 80.* Wenn meine Sünd mich kränken, O mein Herr Jesu Christ, So laß mich wohl bedenken, Wie du gestorben bist Und alle meine Schuldenlast Am Stamm des heilgen Kreuzes Auf dich genommen hast. 2. O Wunder ohnemaßen, Wer es betrachtet recht! Es hat sich martern lassen Der Herr für seinen Knecht; 5. Passionszeit. 90 Es hat sich selbst der wahre Gott Für mich verlornen Menschen Gegeben in den Tod. 3. Was kann mir denn nun schaden Der Sünden große Zahl? Ich bin bei Gott in Gnaden; Die Schuld ist allzumal Bezahlt durch Christi teures Blut, Daß ich nicht mehr darf fürchten Der Hölle Qual und Glut. 4. Drum sag ich dir von Herzen Jetzt und mein Leben lang Für deine Pein und Schmerzen, O Jesu, Lob und Dank, Für deine Not und Angstgeschrei, Für dein unschuldig Sterben, Für deine Lieb und Treu. 5. Herr, laß dein bitter Leiden Mich reizen für und für, Mit allem Ernst zu meiden Die sündliche Begier, Daß mir nie komme aus dem Sinn, Wie viel es dich gekostet, Daß ich erlöset bin. 6. Mein Kreuz und meine Plagen, Sollts auch sein Schmach und Spott, Hilf mir geduldig tragen! Gib, o mein Herr und Gott, Daß ich verleugne diese Welt Und folge dem Exempel, Das du mir vorgestellt. 7. Laß mich an andern üben, Was du an mir getan, Und meinen Nächsten lieben, Gern dienen jedermann 7² 10⁰ Passionszeit. Ohn Eigennutz und Heuchelschein Und, wie du mir erwiesen, Aus reiner Lieb allein. 8. Laß endlich deine Wunden Mich trösten kräftiglich In meinen letzten Stunden Und des versichern mich, Weil ich auf dein Verdienst nur trau, Du werdest mich annehmen, Daß ich dich ewig schau. Justus Gesenius, 1601— 1673. Mel.: Nun laßt uns den Leib begraben. 81.* Wir danken dir, Herr Jesu Christ, Daß du für uns gestorben bist Und hast uns durch dein teures Blut Gemacht vor Gott gerecht und gut. 2. Und bitten dich, wahr Mensch und Gott, Durch deine heilgen Wunden rot, Erlös uns von dem ewgen Tod Und tröst uns in der letzten Not. 3. Behüt uns auch vor Sünd und Schand, Reich uns dein allmächtige Hand, Daß wir im Kreuz geduldig sein, Uns trösten deiner schweren Pein, 4. Und schöpfen draus die Zuversicht, Daß du uns wirst verlassen nicht, Sondern ganz treulich bei uns stehn, Daß wir durchs Kreuz ins Leben gehn. Christoph Fischer, 4 1600. VI. Ostern. Eigene Melodie. 82. Auf, auf, mein Herz, mit Freuden Nimm wahr, was heut geschicht! Wie kömmt nach großem Leiden Nun ein so großes Licht! Mein Heiland war gelegt Da, wo man uns hinträgt, Wenn von uns unser Geist Gen Himmel ist gereist. 2. Er war ins Grab geseket, Der Feind trieb groß Geschrei. Eh ers vermeint und denket, Ist Christus wieder frei Und ruft Viktoria, Schwingt fröhlich hier und da Sein Fähnlein als ein Held, Der Feld und Mut behält. 3. Das ist mir anzuschauen Ein rechtes Freudenspiel; Nun soll mir nicht mehr grauen Vor allem, was mir will Entnehmen meinen Mut Zusamt dem edlen Gut, So mir durch Jesum Christ Aus Lieb erworben ist. 4. Die Höll und ihre Rotten, Die krümmen mir kein Haar; Der Sünden kann ich spotten, Bleib allzeit ohn Gefahr; Der Tod mit seiner Macht Wird nichts bei mir geacht; Er bleibt ein totes Bild, Und wär er noch so wild. 10² Ostern. 5. Die Welt ist mir ein Lachen Mit ihrem großen Zorn; Sie zürnt und kann nichts machen, All Arbeit ist verlorn. Die Trübsal trübt mir nicht Mein Herz und Angesicht; Das Unglück ist mein Glück, Die Nacht mein Sonnenblick. 6. Ich hang und bleib auch hangen An Christo als ein Glied; Wo mein Haupt durch ist gangen, Da nimmt er mich auch mit. Er reiset durch den Tod, Durch Welt, durch Sünd und Not. Er reiset durch die Höll; Ich bin stets sein Gesell. 7. Er dringt zum Saal der Ehren, Ich folg ihm immer nach Und darf mich gar nicht kehren An einig Ungemach. Es tobe, was da kann, Mein Haupt nimmt sich mein an, Mein Heiland ist mein Schild, Der alles Toben stillt. 8. Er bringt mich an die Pforten, Die in den Himmel führt, Daran mit güldnen Worten Der Reim gelesen wird: Wer dort wird mit verhöhnt, Wird hier auch mit gekrönt; Wer dort mit sterben geht, Wird hier auch mit erhöht. Paul Gerhardt, 1607— 1676. 0 0 0 7— AS—n Ostern. 103 Mel.: Dennoch bleib ich stets an dir. 83. Auf mein Herzl Ein froher Tag Hat die Nacht der Furcht vertrieben. Christus, der im Grabe lag, Ist im Tode nicht geblieben. O, wie hoch sind wir getröst! Jefus hat die Welt erlöst. 2. Er ist Gottes ewger Sohn; Ewig sei er auch gepriesen! Seiner Feinde Schar zum Hohn Hat er sichtbar es bewiesen. Er erfüllet durch die Tat, Was sein Mund geredet hal. 3. Unsre Schulden sind zwar groß, Doch wir dürfen nicht verzagen; Gott läßt unsern Bürgen los, Der sie büßend hat getragen. Jesus ist mit Preis gekrönt, Und wir sind mit Gott versöhnt. 4. Sterben war der Sünden Sold; Nun ist Christus unser Leben, Der für unsre Schuld nicht Gold, Nein, sich selber hingegeben. Er hat aus des Grabes Nacht Neues Leben mitgebracht. 5. Tod, wo ist nun deine Kraft? Grab, wo sind nun deine Ketten? Hier ist Gott, der Hilfe schafft, Hier ist Jesus, der kann retten, Wenngleich unser Fleisch und Bein Wird in Staub verwandelt sein. 10⁴ Ostern. 6. Herr, dies glaub ich dir zum Ruhm, Und mein Trost ist nicht vergebens; Denn ich bin dein Eigentum, Du die Quelle meines Lebens. Hoch erfreuet sing ich dir Jetzt und ewig Dank dafür. Kaspar Neumann, 1648— 1715. Eigene Melodie. 84. Christ ist erstanden Von der Marter alle; Des solln wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Halleluja! 2. Wär er nicht erstanden, So wär die Welt vergangen; Seit daß er erstanden ist, Lobn wir den Vater Jesu Christ. Halleluja! 3. Halleluja, Halleluja, Halleluja! Des solln wir alle froh sein. Christ will unser Trost sein. Halleluja! Alte Kirche. —— Eigene Melodie. 85. Christ lag in Todes Banden Für unsre Sünd gegeben; Der ist wieder erstanden Und hat uns bracht das Leben; Des wir sollen fröhlich sein, Gott loben und dankbar sein Und singen: Halleluja, Halleluja! 22558222 5 XIX.- e. Ostern. 10⁵ 2. Den Tod niemand zwingen konnt Bei allen Menschenkindern; Das macht alles unsre Sünd, Kein Unschuld war zu finden. Davon kam der Tod so bald Und nahm über uns Gewalt, Hielt uns in seim Reich gefangen. Halleluja! 3. Jesus Christus, Gottes Sohn. An unser Statt ist kommen Und hat die Sünde abgetan, Damit dem Tod genommen All sein Recht und sein Gewalt, Da bleibt nichts denn Tods Gestalt, Den Stachel hat er verloren. Halleluja! 4. Es war ein wunderlicher Krieg, Da Tod und Leben rungen; Das Leben das behielt den Sieg, Es hat den Tod verschlungen. Die Schrift hat verkündet das, Wie ein Tod den andern fraß, Ein Spott aus dem Tod ist worden. Hallelujal 5. Hier ist das rechte Osterlamm, Das hat uns Heil erworben; Das ist an des Kreuzes Stamm In heißer Lieb gestorben; Des Blut zeichnet unsre Tür; „Das hält der Glaub dem Tod für; Der Würger kann uns nicht rühren. Halleluja! 6. So feiern wir das hohe Fest Mit Herzens Freud und Wonne, Das uns der Herr scheinen läßt. Er ist selber die Sonne, 106 Ostern. Der durch seiner Gnaden Glanz Erleuchtet unsre Herzen ganz. Der Sünden Nacht ist vergangen. Halleluja! 7. Wir essen und leben wohl, Zum süßen Brot geladen; Der alt Sauerteig nicht soll Sein bei dem Wort der Gnaden. Christus selbst die Kost will sein Und speisen die Seel allein; Der Glaub will keins andern leben. Halleluja! Dr. Martin Luther, 1483— 1546. Mel.: Es ist das Heil uns kommen her. 86. Der Hölle Pforten sind zerstört, Der Tod ist nun verschlungen, Des Satans Reich ist ganz verheert. Lob sei dir, Gott, gesungen! Der Sünden Macht ist abgetan; Durch Christum ist die Himmelsbahn Uns wieder aufgeschlossen. 2. Was uns des ersten Adams Schuld Im Paradies verloren, Das und noch mehr hat Christi Huld Uns wiederum erkoren. Der starke Held aus Davids Stamm Hat seines Vaters Zornesflamm Gelöscht mit seinem Blute. 3. Heut ist er aus dem Grab herfür Mit großer Macht gebrochen Und stecket auf das Heils-Panier, Gleichwie er hat gesprochen. Er bringt nach wohlgeführtem Streit Uns wieder Fried und Freudigkeit, Ja alle Himmelsschätze. Ostern. 10⁷ 4. Drum lasset uns in Fröhlichkeit Herz und Gemüt erheben, Weil uns ist diese Gnadenzeit Vom Himmel wieder geben. Wir haben Christi Reich und Macht: Er ist hinweg, der Tag und Nacht Vor Gott uns hat verklaget. 5. Der alle Welt verführt in Not, Liegt in dem Staub der Erden; Der vormals starke Seelentod Hat müssen kraftlos werden. Des Lammes Blut hat ihn bekriegt, Sein wahres Zeugnis obgesiegt Und uns zum Heil erhalten. 6. Wir werden auch nach dieser Zeit Wie Christus auferstehen Und mit ihm in die Herrlichkeit Und Himmelsfreud eingehen; Denn wo das Haupt geblieben ist, Da müssen auch, wie Paulus schließt, Die andern Glieder wohnen. Michael Schirmer, 1606— 1673. Eigene Melodie. 87. Erschienen ist der herrlich Tag, Dran sich niemand gnug freuen mag; Christ, unser Herr, heut triumphiert, All seine Feind gefangen führt. Halleluja! ö 2. Die alte Schlange, Sünd und Tod, Die Höll, all Jammer, Angst und Not Hat überwunden Jesus Christ, Der heut vom Tod erstanden ist. Halleluja! 3. Sein Raub der Tod mußt geben her, Weil ihn besiegt des Lebens Herr; 10 Ostern. Zerstört ist nun all seine Macht, Christ hat das Leben wiederbracht. Halleluja! 4. Die Sonn, die Erd, all Kreatur, All's, was betrübet war zuvor, Das freut sich heut an diesem Tag, Da der Welt Fürst darniederlag. Halleluja! 5. Drum wir auch billig fröhlich sein, Singen das Halleluja fein Und loben dich, Herr Jesu Christ; Zu Trost du uns erstanden bist. Halleluja! Nikolaus Herman, 7 1561. Mel.: Erschienen ist der herrlich Tag. 88. Frühmorgens, da die Sonn aufgeht, Mein Heiland Christus aufersteht. Vertrieben ist der Sünden Nacht, Licht, Heil und Leben wiederbracht. Halleluja! 2. Wenn ich des Nachts oft lieg in Not Verschlossen, gleich als wär ich tot, Läßt du mir früh die Gnadensonn Aufgehn, nach Trauern Freud und Wonn. Halleluja! 3. Nicht mehr als nur drei Tage lang Mein Heiland bleibt in Todes Zwang. Am dritten Tag durchs Grab er dringt, Als Sieger seine Fahne schwingt. Halleluja! 4. Jetzt ist der Tag, da mich die Welt Mit Schmach am Kreuz gefangen hält, Drauf folgt der Sabbat in dem Grab, Darin ich Ruh und Frieden hab. Hallelujal! kot Ostern. 109 5. In kurzem wach ich fröhlich auf, Mein Ostertag ist schon im Lauf; Ich wach auf durch des Herren Stimm, Veracht den Tod mit seinem Grimm. Halleluja! 6. O Wunder groß, o starker Held! Wo ist ein Feind, den er nicht fällt? Kein Angststein liegt so schwer auf mir, Er wälzt ihn von des Herzens Tür. Halleluja! 7. Wie tief Kreuz, Trübsal oder Pein, Mein Heiland greift allmächtig drein, Führt mich heraus mit seiner Hand; Wer mich will halten, wird zu schand. Halleluja! 8. Lebt Christus, was bin ich betrübt? Ich weiß, daß er mich herzlich liebt; Wenn mir gleich alle Welt stürb ab, G'nug, daß ich Christum bei mir hab. Halleluja! 9. Er nährt, er schützt, er tröstet mich; Sterb ich, so nimmt er mich zu sich. Wo er jetzt lebt, da muß ich hin, Weil ich ein Glied seins Leibes bin. Halleluja! 10. Mein Herz darf nicht entsetzen sich, Gott und die Engel lieben mich; Die Freude, die mir ist bereit, Vertreibet Furcht und Traurigkeit. Halleluja! 11. Für diesen Trost, Delt. Held, Herr Jesu, dankt dir alle Welt. Dort wollen wir mit größerm Fleiß Erheben deinen Ruhm und Preis. Halleluja! Johann Heermann, 1585—1647. 11⁰ Ostern. Mel.: Wachet auf, ruft uns die Stimme. 89. Halleluja! Jauchzt ihre Chöre, Singt Jesu Christo Preis und Ehre, Wie groß, wie heilig ist sein Tag! Er, der Held, zerriß die Banden Des Todes und ist auferstanden, Er, der für uns im Grabe lag. Sein ist Gewalt und Macht. Preis ihm, er hats vollbracht. Hallelujal! Er hats vollbracht, Er, der die Macht Des Todes und des Grabes hat. 2. Glorreich hat der Held gerungen, Hat mächtig Satans Reich bezwungen, Von Todesketten uns befreit. Wir von Gott gefallne Sünder Sind nun mit ihm versöhnt, sind Kinder Und Erben seiner Seligkeit. Bald, bald entschlafen wir, Entschlafen, Christe, dir, Ruhn im Frieden Die kurze Nacht, Bis deine Macht Das Licht des ewgen Tages ruft. 3. Unsern Staub mag Staub bedecken, Du wirst ihn herrlich auferwecken, Der du des Staubes Schöpfer bist. Du wirst unvergänglich Leben Und Kraft und Herrlichkeit ihm geben, Dem Staube, der dir teuer ist. Wir werden ewig dein, Gerecht und selig sein. Halleluja! ν en, Ostern. 111 Tod und Gericht Erschreckt uns nicht, Denn Jesus, unser Mittler, lebt. 4. Tag des Lebens, Tag der Wonne, Wie wird uns sein, wenn Gottes Sonne Durch unsres Grabes Dunkel bricht! O, was werden wir empfinden, Wenn Nacht und Finsternis verschwinden Und uns umstrahlt des Himmels Licht! Vollender, führe du Uns diesem Tage zu, Uns die Deinen. Die Todesbahn Gingst du voran, Wir folgen dir in deine Ruh. Gottfried Benedikt Funk, 1734—1814. Mel.: Wachet auf, ruft uns die Stimme. 90. Halleluja, Jesus lebet! Erlöste Menschen, kommt, erhebet Des Welterlösers Majestät! Hörts, betrübte Sünder, gebet Der Freude Raum, denn Fesus lebet, Gott hat ihn aus dem Staub erhöht. O Seele, dein Gesang Erschalle ihm zum Dank, Ihm zur Ehre! Dich, großer Held, Erhebt die Welt, Weil deine Hand den Sieg behält. 2. Jesu Jünger, wehrt dem Leide, Lobsinget ihm und nehmt voll Freude Am Siege teil, den er erstritt. Seid ihr gleich des Grabes Kinder, Er ist des Todes Überwinder, Er herrscht, der für euch starb und litt. 11² Ostern. Was wollt ihr traurig sein? Getrost könnt ihr euch freun. Jesus lebet In Ewigkeit; Zu aller Zeit Ist er zur Hilfe uns bereit. 3. Nun verzagt auch nicht, Verbrecher! Gott ist euch nun kein strenger Rächer, Wenn ihr die Schuld mit Ernst bereut. Durch des Todes Überwinder Ist er dem reuerfüllten Sünder Ein Vater der Barmherzigkeit. Er nimmt ihn liebreich auf, Mit Kraft zum Glaubenslauf Ihn zu segnen. Preis sei der Huld, Die unsre Schuld Vertilgt und trägt uns mit Geduld. 4. Tod, wo sind nun deine Schrecken? Nicht ewig wird das Grab uns decken, Verwest der Leib gleich in der Gruft. Einst wird er zum bessern Leben Sich aus des Todes Staub erheben, Wenn Jesus den Entschlafnen ruft. Dann wird des Todes Feld Zu einer regen Welt. Alles lebet, Sowie verneut Zur Frühlingszeit Sich alles regt und alles freut. 5. O Erstandner, welch ein Segen Erwartet uns, wenn wir auf Wegen Einhergehn, die dein Fuß betrat! Unerforschte Seligkeiten, Die ewig währen, sind die Beuten, Die uns dein Sieg erkämpfet hat. 2 Ostern. 11³ Einst sind sie unser Teil, Einst krönet uns das Heil Deines Lebens. Gelobt sei Gott! Auch noch im Tod Ist er und bleibet unser Gott. Christoph Christian Sturm, 1740— 1786. Mel.: Jesus, meine Zuversicht. 91. Halleluja! Jesus lebt! Tod und Hölle sind bezwungen; Gruft und Kluft und Erde bebt, Da der Held hindurchgedrungen. Geht nicht mehr nach Golgatha; Jesus lebt, Halleluja! 2. Halleluja! Seht das Grab, Die ihr seinen Tod beweinet; Wischet eure Tränen ab, Weil die helle Sonne scheinet. Euer Heiland ist nicht da; Jesus lebt, Halleluja! 3. Halleluja! Suchet nicht Den Lebendgen bei den Toten, Glaubet aber dem Bericht Der verklärten Osterboten. Diese wissen, was geschah: Jesus lebt, Halleluja! 4. Halleluja! Dieses Wort Soll mich wiederum beleben, Kann ich gleich nicht an den Ort Seines Grabes mich begeben; Gnug, daß es mein Glaube sah: Jesus lebt, Halleluja! 8 11⁴ Ostern. 5. Hallelujal Er wird mir Leben in dem Tode geben. Also sterb ich freudig hier, Christi Tod ist nun mein Leben. Nur getrost, ich glaube ja: Jesus lebt, Halleluja! Benjamin Schmolck, 1672— 1737. Eigene Melodie. 92. Heut triumphieret Gottes Sohn, Der von dem Tod erstanden schon, Halleluja, Halleluja, Mit großer Pracht und Herrlichkeit, Des dankn wir ihm in Ewigkeit. Halleluja, Halleluja! 2. Dem Teufel hat er seine Macht Zerstört, verheert mit großer Kraft, Halleluja, Halleluja, Wie pflegt zu tun ein starker Held, Der seinen Feind gewaltig fällt. Halleluja, Halleluja! 3. O lieber Herre Jesu Christ, Der du der Sünder Heiland bist, Halleluja, Halleluja! Führ uns durch dein Barmherzigkeit Mit Freuden in dein Herrlichkeitl Halleluja, Halleluja! 4. Hier ist doch nichts denn Angst und Not; Wer glaubet und hält dein Gebot, Halleluja, Halleluja! Der Welt ist er ein Hohn und Spott, Muß leiden oft ein schnöden Tod. Halleluja, Halleluja! 5. Nun kann kein Feind uns schaden mehr, Ob er gleich wütet noch so sehr; Halleluja, Halleluja! Not; iehr, Ostern. 11⁵ Er liegt im Staub, der arge Feind, Und wir nun Gottes Kinder seind. Halleluja, Halleluja! 6. Dafür wir danken allzugleich Und sehnen uns ins Himmelreich. Halleluja, Halleluja! Es ist am End; Gott helf uns all, So singen wir mit großem Schall: Halleluja, Halleluja! 7. Gott Vater in dem höchsten Thron Samt seinem eingebornen Sohn, Halleluja, Halleluja, Dem heilgen Geist in gleicher Weis In Ewigkeit sei Lob und Preis. Halleluja, Halleluja! Basilius Förtsch, 4 1619. Mel.: Werde munter, mein Gemüte. 93. Jauchzet Gott in allen Landen! Jauchze, du erlöste Schar! Denn der Herr ist auferstanden, Der für uns getötet war. Jesus hat durch seine Macht Das Erlösungswerk vollbracht, Welches er auf sich genommen, Da er in das Fleisch gekommen. 2. Sünde, was kannst du mir schaden? Nun erweckst du keine Not. Alle Schuld, die mich beladen, Ist bezahlt durch Christi Tod. Das Gesetz hat er erfüllt, Also Fluch und Zorn gestillt Und mir durch sein Wiederleben Die Gerechtigkeit gegeben. 8* 11 Ostern. 3. Hölle, wo sind deine Banden? Strick und Ketten sind entzwei; Da mein Jesus auferstanden, Vin ich vom Gefängnis frei, Und wie seine Höllenfahrt Im Triumph vollzogen ward, Sio ist seinen Reichsgenossen Nun der Himmel aufgeschlossen. 4. Tod, du kannst an mir nichts haben, Muß ich gleich zu Grabe gehn; Die mit Jesu sind begraben, Werden mit ihm auferstehn. Sterben ist nun mein Gewinn, Also fahr ich freudig hin, Da der Trost vor Augen schwebet: Jesus, mein Erlöser, lebet. 5. Jesus, mein Erlöser, lebet, Welches ich gewißlich weiß. Gebet, ihr Erlösten, gebet Sieinem Namen Dank und Preis! Singet, singt Halleluja! Rufet, ruft: Der Sieg ist da! Singt und ruft in allen Landen: Heut ist Christus auferstanden! Erdmann Neumeister, 1671— 1756. Mel.: Valet will ich dir geben. 94. Ich geh zu deinem Grabe, Du großer Osterfürst, Weil ich die Hoffnung habe, Daß du mir zeigen wirst, Wie man kann fröhlich sterben Und fröhlich auferstehn, Auch mit des Himmels Erben Ins Land des Lebens gehn. Hden, Ostern. 11⁷ 2. Du liegest in der Erde Und hast sie eingeweiht, Wenn ich begraben werde, Daß sich mein Herz nicht scheut, 95 2 in den Staub zu legen, Was Asch und Staub vermehrt, Weil dir doch allerwegen Die Erde zugehört. 3. Du schläfest in dem Grabe, Daß ich auch meine Ruh An diesem Orte habe; Du drückst die Augen zu; So soll mir gar nicht grauen, Wenn mein Gesicht vergeht; Ich werde den wohl schauen, Der mir zur Seite steht. 4. Dein Grab war wohl versiegelt, Doch brichst du es entzwei; Wenn mich der Tod verriegelt, So bin ich dennoch frei. Du wirst den Stein schon rücken, Der auch mein Grab bedeckt; Da werd ich den erblicken, Der mich vom Tod erweckt. 5. Du fährest in die Höhe Und zeigest mir die Bahn, Wohin ich endlich gehe, Da ich dich finden kann. Dort ist es sicher wohnen, Wo lauter Glanz um dich; Da warten lauter Kronen In deiner Hand auf mich. 6. O meines Lebens Leben, O meines Todes Tod! Ich will mich dir ergeben In meiner letzten Not. 11⁸ Ostern. Ich will mein Bette machen In deine liebe Gruft, Da werd ich schon erwachen, Wenn deine Stimme ruft. 7. Du wirst den Olberg zeigen, Wo man gen Himmel fährt; Da will ich fröhlich steigen, Bis daß ich eingekehrt In Salems Friedenshäuser, Da heißts: Viktoria! Da trägt man Siegesreiser; Ach, wär ich nur schon da! Benjamin Schmolck, 1672— 1737. 0 Eigene Melodie. 95. Jesus Christus, unser Heiland, Der den Tod überwand, Ist auferstanden. Die Sünd führt er gefangen. Erbarm dich unser! 2. Der ohne Sünde war geborn, Trug für uns Gottes Zorn, Hat uns versöhnet, Daß uns Gott sein Huld gönnet. Erbarm dich unser! 3. Tod, Sünd, Teufel, Leben und Gnad, Alles in Händen er hat. Er kann erretten Alle, die zu ihm treten. Erbarm dich unser! Dr. Martin Luther, 1483— 1546. — Mel.: Jesus, meine Zuversicht. 96. Jesus lebt, mit ihm auch ich; Tod, wo sind nun deine Schrecken? 7. iad, Ostern. 119 Er, er lebt und wird auch mich Von den Toten auferwecken. Er verklärt mich in sein Licht; Dies ist meine Zuversicht. „2. Jesus lebt! Ihm ist das Reich Über alle Welt gegeben. Mit ihm werd auch ich zugleich Ewig herrschen, ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht; Dies ist meine Zuversicht. 3. Jesus lebt! Wer nun verzagt, Lästert ihn und Gottes Ehre. Gnade hat er zugesagt, Daß der Sünder sich bekehre. Gott verstößt in Christo nicht; Dies ist meine Zuversicht. 4. Jesus lebt! Sein Heil ist mein; Sein sei auch mein ganzes Leben. Reines Herzens will ich sein Und den Lüsten widerstreben. Gr verläßt den Schwachen nicht; Dies ist meine Zuversicht. 5. Jesus lebt! Ich. bin gewiß, Nichts soll mich von Jesu scheiden, Keine Macht der Finsternis, Keine Herrlichkeit, kein Leiden. Er gibt Kraft zu dieser Pflicht; Dies ist meine Zuversicht. 6. Jesus lebtl Nun ist der Tod Mir der Eingang in das Leben. Welchen Trost in Todesnot Wird es meiner Seele geben, Wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht! Christian Fürchtegott Gellert, 1715—1769. 12⁰ Ostern. —— Eigene Melodie. 97.“* Jesus, meine Zuversicht Und mein Heiland, ist im Leben; Dieses weiß ich, sollt ich nicht Darum mich zufrieden geben, Was die lange Todesnacht Mir auch für Gedanken macht? 2. Jesus, er mein Heiland, lebt, Ich werd auch das Leben schauen, Sein, wo mein Erlöser schwebt, Warum sollte mir denn grauen? Lässet auch ein Haupt sein Glied, Welches es nicht nach sich zieht? 3. Ich bin durch der Hoffnung Band Zu genau mit ihm verbunden; Meine starke Glaubenshand Wird in ihm gelegt befunden, Daß mich auch kein Todesbann Ewig von ihm trennen kann. 4. Ich bin Fleisch und muß daher Auch einmal zu Asche werden; Das gesteh ich, doch wird er Mich erwecken aus der Erden, Daß ich in der Herrlichkeit Um ihn sein mög allezeit. 5. Dieser meiner Augen Licht Wird ihn, meinen Heiland, kennen. Ich, ich selbst, kein Fremder nicht, Werd in seiner Liebe brennen. Nur die Schwachheit um und an Wird von mir sein abgetan. 6. Was hier kranket, seufzt und fleht, Wird dort frisch und herrlich gehen; Irdisch werd ich ausgesät, Himmlisch werd ich auferstehen; 5—N— ð DSꝰ?'e 72 225 .. A —255 3 Ostern. 12¹ Hier geh ich natürlich ein, Dort, da werd ich geistlich sein. 7. Seid getrost und hoch erfreut, Jesus trägt euch, meine Glieder; Gebt nicht statt der Traurigkeit, Sterbt ihr, Christus ruft euch wieder, Wann die letzt Posaun erklingt, Die auch durch die Gräber dringt. 8. Lacht der finstern Erdenkluft, Lacht des Todes und der Höllen; Denn ihr sollt euch durch die Luft Eurem Heiland zugesellen. Dann wird Schwachheit und Verdruß Liegen unter eurem Fuß. 9. Nur daß ihr den Geist erhebt Von den Lüsten dieser Erden Und euch dem schon jetzt ergebt, Dem ihr beigefügt wollt werden. Schickt das Herze da hinein, Wo ihr ewig wünscht zu sein. Luise Henriette, Kurfürstin v. Brandenburg(2), 1627— 1667. Mel.: Was Gott tut, das ist wohlgetan. 98. O auferstandner Siegesfürst, Du Leben aller Leben, Heut bringst du Friede, da du wirst Zur Freude uns gegeben. Bracht unsre Not Dich in den Tod, Jetzt bist du auferstanden Und frei von Todesbanden. 2. Die Last und unsrer Sünden Schuld Ließ dich in Fesseln fallen, Du gabest dich aus großer Huld Ans Kreuz zum Heil uns allen. 12² Ostern. Nun sind wir frei Von Sklaverei, Darinnen wir gefangen, —3 du hervorgegangen. 3. Nun geht uns fröhlich wieder auf Die rechte Gnadensonne. Die erst erstarb in ihrem Lauf, Gibt Strahlen neuer Wonne. Jetzt ist die Seel Mit Freudenöl Von dir gesalbet worden Und steht im neuen Orden. 4. Die Kraft von deiner Majestät Bricht selbst durch Grab und Steine; Dein Sieg ists, der uns mit erhöht Zum vollen Gnadenscheine. Des Todes Wut, Der Hölle Glut Hat alle Macht verloren, Und wir sind neu geboren. 5. O daß wir diesen teuren Sieg Lebendig möchten kennen, Und unser Herz bei diesem Krieg Im Glaͤuben möchte brennen! Denn anders nicht Kann dieses Licht Uns in das Leben führen, Wo wir nicht Glauben spüren. 6. So brich denn selbst durch unser Herz, O Jesu, Fürst der Ehren, Und laß vorher die Glaubenskerz Sich in uns Schwachen mehren, Daß wir in dir Die offne Tür Zur ewgen Ruhe finden Und auferstehn von Sünden. 87— PTRTN 5„D IN 5„ Ostern. 12³ 7. Erscheine uns mit deiner Güt, Wenn wir in Buße weinen, Und laß uns deinen teuren Fried Zum ersten Anblick scheinen, So können wir, O Held, mit dir Die rechten Ostern feiern Und uns in dir erneuern. 8. Laß uns das wahre Auferstehn Von Herzensgrund erfahren Und aus des Todes Grabe gehn, Daß wir den Schatz bewahren, Das teure Pfand, Das deine Hand Zum Siegen uns gegeben, So gehn wir ein zum Leben. Justus Henning Böhmer, 1674— 1749. Mel.: Es ist das Heil uns kommen her. 99.* O Tod, wo ist dein Stachel nun, Wo ist dein Sieg, o Hölle? Was kann uns jetzt der Teufel tun, Wie grausam er sich stelle? Gott sei gedankt, der uns den Sieg So herrlich hat nach diesem Krieg Durch Jesüm Christ gegeben. 2. Wie sträubte sich die alte Schlang, Da Christus mit ihr kämpfte! Mit List und Macht sie auf ihn drang, Jedennoch er sie dämpfte. Ob sie ihn in die Fersen sticht, So sieget sie doch darum nicht, Der Kopf ist ihr zertreten. 12⁴4 Ostern. 3. Lebendig Christus kommt herfür, Den Feind nimmt er gefangen, Zerbricht der Höllen Schloß und Tür, Trägt weg den Raub mit Prangen. Nichts ist, das in dem Siegeslauf Den starken Held kann halten auf; Er ist der Überwinder. 4. Des Herren Rechte die behält Den Sieg und ist erhöhet; Des Herren Rechte mächtig fällt, Was ihr entgegen stehet. Tod, Teufel, Hölle, Welt und Sünd Durch Christi Sieg gedämpfet sind, Ihr Zorn ist kraftlos worden. 5. Es war getötet Jesus Christ, Und sieh, er lebet wieder. Weil nun das Haupt erstanden ist, Stehn wir auch auf, die Glieder. So jemand Christi Worten gläubt, Im Tod und Grabe der nicht bleibt, Er lebt, ob er gleich stirbet. 6. Wer täglich hier durch wahre Reu Mit Christo auferstehet, Ist dort vom andern Tode frei, Derselb ihn nicht angehet. Genommen ist dem Tod die Macht, Unschuld und Leben wiederbracht Und unvergänglich Wesen. 7. Das ist die reiche Osterbeut, Der wir teilhaftig werden: Fried, Freude, Heil, Gerechtigkeit Im Himmel und auf Erden. Hier sind wir still und warten fort, Bis unser Leib wird ähnlich dort Christi verklärtem Leibe. 28— 7 eeeee* 9 e — 939 7E — D7* 5 Uẽ²e —— 27 Ostern. 12⁵ 8. O Tod, wo ist dein Stachel nun, Wo ist dein Sieg, o Hölle? Was kann uns jetzt der Teufel tun, Wie grausam er sich stelle? Gott sei gedankt, der uns den Sieg So herxlich hat in diesem Krieg 2 Jesum Christ gegeben. Justus Gesenius, 1601— 1673. Mel.: Es ist das Heil uns kommen her. 100. Sei fröhlich alles weit und breit, Was vormals war verloren, Weil heut der Herr der Herrlichkeit, Den Gott selbst auserkoren Zum Sündenbüßer, der sein Blut Am Kreuz vergossen uns zu gut, Vom Tod ist auferstanden. 2. Wie schön hast du durch deine Macht, Du wilder Feind des Lebens, Den Lebensfürsten umgebracht! Dein Stachel ist vergebens Durch ihn geschossen, schnöder Feind, Du hättest wahrlich wohl gemeint, Er würd im Staube bleiben. 3. Nein, nein, er trägt sein Haupt empor, Ist mächtig durchgedrungen Durch deine Bande, durch dein Tor, Ja hat im Sieg verschlungen Dich selbst, daß wer an ihn nur gläubt, Von dir jetzt ein Gespötte treibt Und spricht: Wo ist dein Stachel? 4. Denn deine Macht, die ist dahin Und keinen Schaden bringet Dem, der sich stets mit Herz und Sinn Zu diesem Fürsten schwinget, Ostern. Der fröhlich spricht:„Ich leb, und ihr Sollt mit mir leben für und für, Weil ich es euch erworben. 5. Der Tod hat keine Kraft nicht mehr, Ihr dürfet ihn nicht scheuen. Ich bin sein Siegsfürst und sein Herr, Des sollt ihr euch erfreuen: Dazu so bin ich euer Haupt, Drum werdet ihr, wenn ihr mir glaubt, Als Glieder mit mir leben. 6. Der Höllen Sieg, der ist auch mein, Ich habe sie zerstöret; Es darf nicht fürchten ihre Pein, Wer mich und mein Wort höret. Und weil des Teufels Macht und List Gedämpft, sein Kopf zertreten ist, Mag er ihm auch nicht schaden.“ 7. Nun Gott sei Dank, der uns den Sieg Durch Jesum hat gegeben Und uns den Frieden für den Krieg Und für den Tod das Leben Erworben, der die Sünd und Tod, Welt, Teufel, Höll und was in Not Uns stürzet, überwunden! Paul Gerhardt, 1607— 1676. Mel.: Nun freut euch, lieben Christen gmein. 101. Wach auf, mein Herz, die Nacht ist hin, Die Sonn ist aufgegangen! Ermuntre deinen Geist und Sinn, Den Heiland zu empfangen, Der heute durch des Todes Tür Gebrochen aus dem Grab herfür! Der ganzen Welt zur Wonne. 5* 2— S7 E 720 88899 18 VSoE 7— —2.— A?/e 39— r, „ eg in, Ostern. 127 2. Steh aus dem Grab der Sünden auf Und such ein neues Leben; Vollführe deinen Glaubenslauf Und laß dein Herz sich heben Gen Himmel, da dein Jesus ist, Und such, was droben, als ein Christ, Der geistlich auferstanden. 3. Vergiß nun, was dahinten ist, Und tracht nach dem, was droben, Damit dein Herz zu jeder Frist Zu Jesu sei erhoben. Tritt unter dich die böse Welt Und strebe nach des Himmels Zelt, Wo Jesus ist zu finden. 4. Quält dich ein schwerer Sorgenstein, Dein Jesus wird ihn heben; Es kann ein Christ bei Kreuzespein In Freud und Wonne leben. Wirf dein Anliegen auf den Herrn Und sorge nicht, er ist nicht fern, Weil er ist auferstanden. 5. Geh mit Maria Magdalen Und Salome zum Grabe, Die früh dahin aus Liebe gehn Mit ihrer Salbungsgabe, So wirst du sehn, daß Jesus Christ Vom Tod heut auferstanden ist Und nicht im Grab zu finden. 6. Es hat der Löw aus Judas Stamm Heut siegreich überwunden, Und das erwürgte Gotteslamm Hat uns zum Heil gefunden Das Leben und Gerechtigkeit, Weil er nach überwundnem Streit Die Feinde schaugetragen. 12⁸ Ostern. 7. Drum auf, mein Herz, fang an den Streit, Weil Jesus überwunden; Er wird auch überwinden weit In dir,—— er gebunden Der Feinde Macht, daß du aufstehst Und in ein neues Leben gehst Und Gott im Glauben dienest. 8. Scheu weder Teufel, Welt noch Tod Noch gar der Hölle Rachen; Denn Jesus lebt, es hat kein Not, Er ist noch bei den Schwachen Und den Geringen in der Welt Als ein gekrönter Siegesheld; Drum wirst du überwinden. 9. Ach mein Herr Jesu, der du bist Von Toten auferstanden, Rett uns aus Satans Macht und List Und aus des Todes Banden, Daß wir zusammen insgemein Zum neuen Leben gehen ein, Das du uns hast erworben. 10. Sei hochgelobt in dieser Zeit Von allen Gotteskindern Und ewig in der Herrlichkeit Von allen Überwindern, Die überwunden durch dein Blut. Herr Jesu, gib uns Kraft und Mut, Daß wir auch überwinden. Laurentius Laurenti, 1660— 1722. Eigene Melodie. 102.* Willkommen, Held im Streite, Aus deines Grabes Kluft! Wir triumphieren heute Um deine leere Gruft. Ostern. 129 2. Hier ist der alten Schlange Der harte Kopf zerknirscht, Und uns ist nicht mehr bange Bei dir, o Siegesfürst. 3. Der Feind wird schaugetragen Und heißt nunmehr ein Spott; Wir aber können sagen: Mit uns ist unser Gott! 4. In der Gerechten Hütten Schallt schon das Siegeslied. Du trittst selbst in die Mitten Und bringst den Osterfried. 5. Ach teile doch die Beute Bei deinen Gliedern aus. Wir alle kommen heute Deswegen in dein Haus. 6. Schwing deine Siegesfahnen Auch über unser Herz Und zeig uns einst die Bahnen Vom Grabe himmelwärts. 7. Laß unser aller Sünden Ins Grab verscharret sein, Uns einen Schatz hier finden, Der ewig kann erfreun. 8. Wir sind mit dir gestorben, So leben wir mit dir. Was uns dein Tod erworben, Das stell uns täglich für. 9. Wir wollen hier ganz fröhlich Mit dir zu Grabe gehn, Wenn wir nur dorten selig Mit dir auch auferstehn. 130⁰ Ostern. 10. Der Tod kann uns nicht schaden, Sein Pfeil ist nunmehr stumpf. Wir stehn bei Gott in Gnaden Und rufen schon Triumph! Benjamin Schmolck, 1672— 1737. Mel.: Erschienen ist der herrlich Tag. 103. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, Daß du vom Tod erstanden bist Und hast dem Tod zerstört sein Macht Und uns das Leben wiederbracht. Hallelujal 2. Wir bitten dich durch deine Gnad: Nimm von uns unsre Missetat Und hilf uns durch die Güte dein, Daß wir dein treue Diener sein. Halleluja! 3. Gott Vater in dem höchsten Thron Samt seinem eingebornen Sohn, Dem heilgen Geist in gleicher Weis In Ewigkeit sei Lob und Preis. Hallelufat Thomas Hartmann, um 1604. Mel.: Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort. 104. Wo willst du hin, weils Abend ist, O liebster Pilgrim, Jesu Christ? Komm, laß mich so glückselig sein Und kehr in meinem Herzen ein. 2. Laß dich erbitten, liebster Freund, Dieweil es ist so gut gemeint. Du weißt, daß du zu aller Frist Ein herzenslieber Gast mir bist. Himmelfahrt. 131 3. Es hat der Tag sich sehr geneigt, Die Nacht sich schon von ferne zeigt; Drum wollest du, o wahres Licht, Mich Armen ja verlassen nicht. 4. Erleuchte mich, daß ich die Bahn Zum Himmel sicher finden kann, Damit die dunkle Sündennacht Mich nicht verführt noch irre macht. 5. Besonders aus der letzten Not Hilf mir durch einen sanften Tod. Herr Jesu, bleib, ich halt dich fest; Ich weiß, daß du mich nicht verläßt. Unbekannt. VII. Himmelfahrt. Mel.: Wie schön leuchtet der Morgenstern. 105.“ Ach wundergroßer Siegesheld, Du Sündenträger aller Welt, Heut hast du dich gesetzet Zur Rechten deines Vaters Kraft, Der Feinde Schar gebracht zur Haft, Bis auf den Tod verletzet; Mächtig, prächtig Triumphierest, jubilierest, Tod und Leben Ist, Herr Christ, dir untergeben. 2. Dir dienen alle Cherubim, Viel tausend hohe Seraphim Dich Siegesfürsten loben, Weil du den Segen wiederbracht, Mit Majestät und großer Macht Zur Glorie bist erhoben. 9³ 132 Himmelfahrt. 3. Du bist das Haupt, hingegen wir Sind Glieder, ja es kommt von dir Auf uns Licht, Trost und Leben. Heil, Fried und Freude, Stärk und Kraft, Und was dem Herzen Labsal schafft, Wird uns von dir gegeben. Bringe, zwinge Mein Gemüte, mein Geblüte, Daß es preise, Dir als Siegsherrn Ehr erweise. 4. Zeuch, Jesu, uns, zeuch uns nach dir, Hilf, daß wir forthin für und für Nach deinem Reiche trachten. Laß unser Tun und Wandel sein, Wo Zucht und Demut tritt herein, All Üppigkeit verachten. Unart, Hoffart Laß uns meiden, christlich leiden, Wohl ergründen, Wo die Gnade sei zu finden. 5. Sei, Jesu, unser Schutz und Schatz, Sei unser Ruhm und fester Platz, Darauf wir uns verlassen. Laß suchen uns, was droben ist; Auf Erden wohnet Trug und List, Es ist auf allen Straßen Lügen, Trügen, Angst und Plagen, die da nagen, Die da quälen Stündlich arme Christenseelen. D — S H SEE S OSN E ir, 6/ Himmelfahrt. 133 6. Herr Jesu, komm, du Gnadenthron, Du Siegesfürst, Held, Davidssohn, Komm, stille das Verlangen! Du, du bist allen uns zu gut, O Jesu, durch dein teures Blut Ins Heiligtum gegangen. Komm schier, hilf mir; Dann so sollen, dann so wollen Wir ohn Ende Fröhlich klopfen in die Hände. Ernst Christoph Homburg, 1605— 1681. Mel.: Es ist gewißlich an der Zeit. 106.* Auf Christi Himmelfahrt allein Ich meine Nachfahrt gründe Und allen Zweifel, Angst und Pein Hiermit stets überwinde; Denn weil das Haupt im Himmel ist, Wird seine Glieder Jesus Christ Zur rechten Zeit nachholen. 2. Weil er 9.apf himmelan Und große Gab empfangen, Mein Herz auch nur im Himmel kann, Sonst nirgends, Ruh erlangen; Denn wo mein Schatz gekommen hin, Da ist auch stets mein Herz und Sinn, Nach ihm mich sehr verlanget. 3. Ach Herr, laß diese Gnade mich Von deiner Auffahrt spüren, Daß mit dem wahren Glauben ich Mag meine Nachfahrt zieren Und dann einmal, wenn dirs gefällt, Mit Freuden scheiden aus der Welt. Herr, höre doch mein Flehen. Nach Josua Wegelin, 1604— 1640. 134⁴ Himmelfahrt. Eigene Melodie. 107. Auf diesen Tag bedenken wir, Daß Christ gen Himml gefahren, Und danken Gott aus höchster Bgier Mit Bitt, er woll bewahren Uns arme Sünder hier auf Erd, Die wir von wegen mancher Gfährd Ohn ihn kein Hoffnung haben. Halleluja, Halleluja! 2. Drum sei Gott Lob, der Weg ist gmacht, Uns steht der Himmel offen; Christus schließt auf mit großer Pracht, Vorhin war alls verschlossen. Wers glaubt, des Herz ist freudenvoll, Dabei er sich doch rüsten soll, Dem Herren nachzufolgen. Halleluja, Halleluja! 3. Wer nicht folgt und sein Willen tut, Dem ists nicht ernst zum Herren; Denn der wird auch vor Fleisch und Blut Sein Himmelreich versperren. Am Glauben liegts, wird der sein recht, Wird auch gewiß das Leben recht, Zu Gott im Himmel grichtet. Halleluja, Halleluja! 4. Solch Himmelfahrt fährt in uns an, Wenn wir den Vater finden Und fliehen stets die weltlich Bahn, Tun uns zu Gottes Kindern; Die sehn hinauf, der Vater h'rab, An Treu und Lieb geht ihn'n nichts ab, Bis sie zusammen kommen. Halleluja, Halleluja! Himmelfahrt. 135⁵ 5. Dann wird der Tag erst freudenreich, Wenn Gott uns zu ihm nehmen Und seinem Sohn wird machen gleich, Als wir denn jetzt bekennen. Da wird sich finden Freud und Mut Zu ewger Zeit beim höchsten Gut. Gott woll, daß wirs erleben. Halleluja, Halleluja! Johann Zwick, 1496— 1542. Eigene Melodie. 108. Einer ist König, Immanuel sieget, Bebet, ihr Feinde, und gebet die Flucht. Zion hingegen, sei innig vergnüget, Labe dein Herze mit himmlischer Frucht. Ewiges Leben, unendlichen Frieden, Freude die Fülle hat er uns beschieden. 2. Stärket die Hände, ermuntert die Herzen, Trauet mit Freuden dem ewigen Gott. Jesus, die Liebe, versüßet die Schmerzen, Reißet aus Angsten, aus Jammer und Not. Ewig muß unsere Seele genesen In dem holdseligsten, lieblichen Wesen. 3. Halte, o Seele, im Leiden fein stille, Schlage die Rute des Vaters nicht aus. Bitte und schöpfe aus göttlicher Fülle Kräfte, zu siegen im Kampfe und Strauß. Fluten der Trübsal verrauschen, vergehen; Jesus, der Treue, bleibt ewig dir stehen. 4. Zion, wie lange hast du nun geweinet? Auf, und erhebe dein sinkendes Haupt! Siehe, die Sonne der Freuden erscheinet Tausendmal heller als du es geglaubt. Jesus, der lebet, die Liebe regieret, Die zu den Quellen des Lebens dich führet. 136 Himmelfahrt. 5. Laufet nicht hin und her, eilet zur Quelle; Jesus, der bittet: Kommt alle zu mir! Sehet, wie lieblich, wie lauter und helle Fließen die Ströme des Lebens allhier. Trinket, ihr Lieben, und werdet erquicket, Hier ist Erlösung für alles, was drücket. 6. Streitet nur unverzagt, seht auf die Krone, Die euch der König des Himmels anbeut; Selbst er, Jehovah, wird Siegern zum Lohne. Wahrlich, dies Kleinod verlohnt sich den Streit. Streitet nur unverzagt, seht auf die Krone, Selber Jehovah wird Siegern zum Lohne. 7. Droben in Salem, da, da wird man sehen Eine gewaltige, siegende Schar Deine unendliche Hoheit erhöhen, Alles, was Odem hat, ruft: Er ists gar! Sehet, wie Kronen und Throne hinfallen; Höret, wie donnernde Stimmen erschallen: 8. Reichtum, Kraft, Weisheit, Preis, Stärke, Lob, Ehre Gott und dem Lamm und dem heiligen Geist! Wenn ich da stünde, o wenn ich da wäre! Springet, ihr Bande, ihr Fesseln, zerreißt. Amen, die Liebe wird wahrlich erhören. Alles, was in mir ist, lobe den Herren! Johann Ludwig Konrad Allendorf, geb. zu Josbach in Oberhessen 1693, gest. zu Halle 1773. Mel.: Aus meines Herzens Grunde. 109. Gott fähret auf gen Himmel Mit frohem Jubelschall, Mit prächtigem Getümmel Und mit Posaunenhall. Himmelfahrt. 137 Lobsingt, lobsinget Gott! Lobsingt, lobsingt mit Freuden Dem Könige der Heiden, Dem Herren Zebaoth! 2. Der Herr wird aufgenommen; Der ganze Himmel lacht; Um ihn gehn alle Frommen, Die er hat frei gemacht. Es holen Jesum ein Die lautern Cherubinen; Den hellen Seraphinen Muß er willkommen sein. 3. Wir wissen nun die Stiege, Die unser Haupt erhöht; Wir wissen zur Genüge, Wie man zum Himmel geht. Der Heiland geht voran, Will uns zurück nicht lassen; Er zeiget uns die Straßen, Er bricht uns sichre Bahn. 4. Wir sollen himmlisch werden, Der Herr macht selbst uns Platz. Wir gehen von der Erden Dorthin, wo unser Schatz. Ihr Herzen, macht euch auf! Wo Jesus hingegangen, Dahin sei das Verlangen, Dahin sei euer Lauf! 5. Laßt uns gen Himmel dringen Mit herzlicher Begier; Laßt uns zugleich auch singen: Dich Jesu suchen wir, Dich, o du Gottes Sohn, Dich Weg, dich Wahrheit, Leben, 138 Himmelfahrt. Dem alle Macht gegeben, Dich, unsers Hauptes Kron. 6. Ade mit deinen Schätzen, Du trugesvolle Welt! Dein Tand kann nicht ergetzen. Weißt du, was uns gefällt? Der Herr ist unser Preis, Der Herr ist unsre Freude Und köstliches Geschmeide; Zu ihm geht unsre Reis'. 7. Wann soll es doch geschehen, Wann kommt die liebe Zeit, Daß wir ihn werden sehen In seiner Herrlichkeit? Du Tag, wann wirst du sein, Daß wir zu seinen Füßen Anbetend ihn begrüßen? Komm, stelle dich doch ein! Gottfried Wilhelm Sacer, 1635— 1699. Mel.: Wachet auf, ruft uns die Stimme. 110. Gott fährt auf! Was soll ich klagen? Mein König fährt im Siegeswagen Hoch über alle Himmel hin. Cherubinen fallen nieder, Und Seraphinen bringen Lieder, Und alle Himmel preisen ihn. Lobsingt, lobsinget Gott Jehovah Zebaoth! Halleluja! Er ists, der itzt Den Thron besitzt, Des Zepter durch den Himmel blitzt. Himmelfahrt. 139 2. Gott fährt auf! Des Olbergs Höhen, Die zitternd seinen Kampf gesehen, Sind zum Triumphplatz eingeweiht. Hier stand er vor dem Gerichte, Hier bebt' er unter dem Gewichte Der Schrecknisse der Ewigkeit. Heil ihm, er hat gesiegt! Sünd, Tod und Hölle liegt Ihm zu Füßen. Wie scheidet er So hoch und hehr! Nun rühret 1 kein Feind nicht mehr. 3. Gott fährt auf! O Tag der Freuden! Wie herrlich enden sich die Leiden, Die er als Mittler für uns trug! Golgatha, du sahst ihn bluten; Wie rauschten da des Zornes Fluten, Und niemand rief: Es ist genug! Nun ist der Zorn gestillt Und das Gesetz erfüllt. Halleluja! Er hats vollbracht; Durch seine Macht Ist uns der Himmel zugedacht. 4. Die Erlösung ist versiegelt, Der Höllen Tore sind verriegelt, Des Himmels Pforten aufgetan. Dorther läßt er Segen strömen, Daß alle Gnad um Gnade nehmen Und seines Geistes Trost empfahn. Nun dringt des Glaubens Lauf Zum Himmel froh hinauf; Halleluja! Sein Licht und Wort Wirkt immerfort, Und er empfängt die Sieger dort, 14⁴⁰ Himmelfahrt. 5. Schau herab, Gott, und erscheine, Befestge, gründe die Gemeine, Die hier noch um ihr Kleinod ringt. Rufe, sammle und bekehre Die Völker bis zum fernsten Meere, Daß alle Welt dich preist und singt: Heilig ist unser Gott Jehovah Zebaoth! Preis und Ehre Und Herrlichkeit Sei ihm geweiht Von Ewigkeit zu Ewigkeit!l Christian Gottlieb Göz, 1746— 1803. Mel.: Alle Menschen müssen sterben. 111. Großer Mittler, der zur Rechten Seines großen Vaters sitzt Und die Schar von seinen Knechten In dem Reich der Gnaden schützt, Den auf dem erhabnen Throne In der königlichen Krone Alles Heer der Ewigkeit Mit verhülltem Antlitz scheut: 2. Dein Geschäft auf dieser Erden Und dein Opfer ist vollbracht; Was vollendet sollte werden, Das ist gänzlich ausgemacht; Da du bist für uns gestorben, Ist uns Gnad und Heil erworben, Und dein siegreich Auferstehn Läßt uns in die Freiheit gehn. 3. Nun ist dieses dein Geschäfte In dem obern Heiligtum, Die erworbnen Segenskräfte Durch dein Evangelium E E EEE Himmelfahrt. 14¹ Allen denen mitzuteilen, Die zum Thron der Gnade eilen. Nun wird uns durch deine Hand Heil und Segen zugewandt. 4. Deines Volkes werte Namen Trägest du auf deiner Brust Und an den gerechten Samen Denkest du mit vieler Lust. Du vertrittst, die an dich gläuben, Daß sie dir vereinigt bleiben, Bittest in des Vaters Haus Ihnen eine Wohnung aus. 5. Doch vergißt du auch der Armen, Die der Welt noch dienen, nicht, Weil dein Herz dir vor Erbarmen Über ihrem Elend bricht; Daß dein Vater ihrer schone, Daß er nicht nach Werken lohne, Daß er ändre ihren Sinn, Ach, da zielt dein Bitten hin. 6. Zwar in deines Fleisches Tagen, Da die Sünden aller Welt Dir auf deinen Schultern lagen, Hast du dich vor Gott gestellt, Bald mit Seufzen, bald mit Weinen Für die Sünder zu erscheinen; O mit welcher Niedrigkeit Batest du zur selben Zeit! 7. Aber nun wird deine Bitte Von der Allmacht unterstützt, Da in der vollkommnen Hütte Die verklärte Menschheit sitzt. Nun kannst du des Satans Klagen Majestätisch niederschlagen, Und nun macht dein redend Blut Unsre böse Sache gut. 14² Himmelfahrt. 8. Die Verdienste deiner Leiden Stellst du deinem Vater dar Und vertrittst nunmehr mit Freuden Deine teur erlöste Schar, Daß er möge Kraft und Leben Deinem Volk auf Erden geben Und die Seelen zu dir ziehn, Die noch deine Freundschaft fliehn. 9. Großer Mittler, sei gepriesen, Daß du in dem Heiligtum So viel Treu an uns bewiesen; Dir sei Ehre, Dank und Ruhm. Laß uns dein Verdienst vertreten, Wenn wir zu dem Vater beten; Sprich für uns in letzter Not, Wenn den Mund verschließt der Tod. Johann Jakob Rambach, 1693—1735. Mel.: Wenn ich, o Schöpfer, deine Macht. 112. Herr Jesu, deiner Glieder Ruhm, Du starkes Haupt der Schwachen! Du hast ein ewig Priestertum, Kannst allzeit selig machen; Du bist, der das Gebet erhört Und der des Glaubens Wunsch gewährt, Sobald wir zu dir kommen. 2. Uns muß durch deine Himmelfahrt Der Himmel offen stehen. Du hast den Weg geoffenbart, Wie wir zum Vater gehen. Der Glaube weiß und ist gewiß, Du habest uns im Paradies Die Stätte zubereitet. 3. Geht unser Haupt zum Himmel ein, So werden auch die Glieder U 9e 60 9 Himmelfahrt. 143 Gewiß nicht ausgeschlossen sein, Du bringst sie alle wieder; Sie werden da sein, wo du bist, Und dich verklärt, Herr Jesu Christ, Dir ähnlich, ewig schauen. 4. Zeuch uns dir nach, so laufen wir; Laß uns ein himmlisch Wesen In Worten, Werken und Begier Von jetzund an erlesen. Zeuch unser Herz dem Himmel zu, Daß unser Wandel, Schatz und Ruh Nur sei bei dir dort oben. 5. Was droben ist, laß künftighin Uns unablässig suchen, Was eitel ist, das laß uns fliehn, Was sündlich ist, verfluchen. Weg, Welt! Dein Lust⸗ und Freudenschein Ist viel zu elend, viel zu klein Für himmlische Gemüter. 6. O Kleinod, das im Himmel strahlt, Ich will nach dir nur laufen! O Perle, die die Welt nicht zahlt, Dich will ich an mich kaufen! O Erbteil voll Zufriedenheit, O Himmel voller Seligkeit, Sei mein aus Jesu Gnaden! 7. Wann fahr ich auf aus dieser Not? Wann komm ich, Heilserstatter, Zu deinem und zu meinem Gott, Zu dein- und meinem Vater? Wann komm ich zu dir, höchstes Licht, Wann seh ich einst dein Angesicht? Komm bald, o Jesu! Amen. Philipp Friedrich Hiller, 1699— 1769. 14⁴ Himmelfahrt. Mel.: Alles ist an Gottes Segen. 113. Jesus Christus herrscht als König; Alles wird ihm untertänig, Alles legt ihm Gott zu Fuß. Alle Zunge soll bekennen, Jesus sei der Herr zu nennen, Dem man Ehre geben muß. 2. Nur in ihm— o Wundergaben!— Können wir Erlösung haben, Die Erlösung durch sein Blut. Hörts, das Leben ist erschienen, Und ein ewiges Versühnen Kommt in Jesu uns zu gut! 3. Gebt, ihr Sünder, ihm die Herzen, Klagt, ihr Kranken, ihm die Schmerzen, Sagt, ihr Armen, ihm die Not! Er kann alle Wunden heilen, Reichtum weiß er auszuteilen, Leben schenkt er nach dem Tod. 4. Jauchzt ihm, Menge heilger Knechte, Rühmt, vollendete Gerechte Und du Schar, die Palmen trägt, Und ihr Märtrer mit der Krone Und du Chor vor seinem Throne, Der die Gottesharfen schlägt! 5. Ich auch auf den tiefsten Stufen, Ich will glauben, reden, rufen, Ob ich schon noch Pilgrim bin: Jesus Christus herrscht als König, Alles sei ihm untertänig; Ehret, liebet, lobet ihn! Philipp Friedrich Hiller, 1699— 1769. Himmelfahrt. 14⁵ Mel.: Schmücke dich, o liebe Seele. 114.* König, dem kein König gleichet, Dessen Ruhm kein Mund erreichet, Dem als Gott das Reich gebühret, Der als Mensch das Zepter führet, Dem das Recht gehört zum Throne Als des Vaters eingem Sohne, Den so viel Vollkommenheiten Krönen, zieren und begleiten: 2. Himmel, Erde, Luft und Meere Nebst dem ungezählten Heere Der Geschöpfe in den Feldern, In den Seen, in den Wäldern Sind, Herr über Tod und Leben, Dir zum Eigentum gegeben. Tiere, Menschen, Geister scheuen, Menschensohn, dein mächtig Dräuen. 3. In des Gnadenreiches Grenzen Sieht man dich am schönsten glänzen, Wo viel tausend treue Seelen Dich zu ihrem Haupt erwählen, Die durchs Zepter deines Mundes Nach dem Recht des Gnadenbundes Sich von dir regieren lassen Und wie du das Unrecht hassen. 4. In dem Reiche deiner Ehren Kann man stets dich loben hören Von dem himmlischen Geschlechte, Von der Menge deiner Knechte, Die dort ohne Furcht und Grauen Dein verklärtes Antlitz schauen, Die dich unermüdet preisen Und dir Ehr und Dienst erweisen. 10 146 Himmelfahrt. 5. Herr in allen diesen Reichen, Dir ist niemand zu vergleichen An dem Uberfluß der Schätze, An der Ordnung der Gesetze, An Vortrefflichkeit der Gaben, Welche deine Bürger haben. Du beschützest deine Freunde, Du bezwingest deine Feinde. .6. Herrsche auch in meinem Herzen Über Zorn, Furcht, Lust und Schmerzen; Laß mich deinen Schutz genießen, Laß mich dich im Glauben küssen, Ehren, fürchten, loben, lieben Und mich im Gehorsam üben, Hier mit ringen, dulden, streiten, ort mit herrschen dir zur Seiten! Johann Jakob Rambach, 1693— 1735, „Mel.: Alle Menschen müssen sterben. 115.“ Siegesfürste, Ehrenkönig, Höchstverklärte Majestät, Alle Himmel sind zu wenig, Du bist drüber hoch erhöht! Sollt ich nicht zu Fuß dir fallen Und mein Herz vor Freude wallen, Wenn mein Glaubensaug betracht Deine Herrlichkeit und Macht? 2. Seh ich dich gen Himmel fahren, Seh ich dich zur Rechten da, Seh ich, wie der Engel Scharen Alle rufen Gloria, Sollt ich nicht zu Fuße fallen Und mein Herz vor Freude wallen, Da der Himmel jubiliert, Weil mein König triumphiert? 35. Himmelfahrt. 1⁴⁷ 3. Weit und breit, du Himmelssonne, Deine Klarheit sich ergeußt Und mit neuem Glanz und Wonne Alle Himmelsgeister speist; Prächtig wirst du aufgenommen, Freudig heißt man dich willkommen; Schau, ich armes Kindlein hier Ruf auch Hosianna dir. 4. Sollt ich deinen Kelch nicht trinken, Da ich deine Klarheit seh? Sollt mein Mut noch wollen sinken, Da ich deine Macht versteh? Meinem König will ich trauen, Nicht vor Welt und Teufel grauen, Nur in Jesu Namen mich Beugen hrer und ewiglich. 5. Geist und Kraft nun überfließen; Drum wirk in mir kräftiglich, Bis zum Schemel deiner Füße Alle Feinde legen sich. Aus Zion das Zepter sende Weit und breit bis zur Welt Ende. Mache dir auf Erden Bahn, Alle Herzen untertan. 6. Du kannst alles aller Orten Nun erfülln und nahe sein; Meines armen Herzens Pforten Stell ich offen: Komm herein! Komm, du König aller Ehren! Du mußt auch bei mir einkehren; Ewig in mir leb und wohn Als in deinem Himmelsthron. Gerhard Tersteegen, 1697— 1769. 1⁰²⁰ 148 Himmelfahrt. Mel.: Erschienen ist der herrlich Tag. 116. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, Daß du gen Himmel fahren bist. O starker Gott, Immanuel, Stärk uns an Leib, stärk uns an Seel. Halleluja! 2. Nun freut sich alle Christenheit Und jubiliert ohn alles Leid. Gott Lob und Dank im höchsten Thron, Unser Bruder ist Gottes Sohn. Halleluja! 3. Gen Himmel aufgefahren hoch, Ist er doch allzeit bei uns noch; Sein Macht und Reich unendlich ist, Wahr Gott und Mensch zu aller Frist. Halleluja! 4. Wohl dem, der ihm vertrauen tut Und hat in ihm nur frischen Mut. Welt, wie du willst, wer fragt nach dir? Nach Christo steht unser Begier. Halleluja! 5. Er ist der Herr und unser Trost, Der uns durch sein Blut hat erlöst; Das Gfängnis er gefangen hat, Daß uns der bittre Tod nicht schad. Halleluja! 6. Wir freuen uns aus Herzensgrund Und singen fröhlich mit dem Mund: Der unser Bruder, Fleisch und Blut, Ist unser allerhöchstes Gut. Halleluja! 7. Durch ihn der Himmel unser ist. Hilf uns, o Bruder Jesu Christ, Himmelfahrt. 149 Daß wir nur fest trauen auf dich Und durch dich leben ewiglich. Halleluja! 8. Amen, Amen, Herr Jesu Christ, Der du gen Himmel fahren bist, Behalt uns, Herr, bei reiner Lehr, Des Teufels Trug und Listen wehr. Halleluja! 9. Komm, lieber Herr, komm, es ist Zeit Zum Weltgericht in Herrlichkeit; Führ uns aus diesem Jammertal In deinen ewgen Himmelssaal. Halleluja! 10. Amen singen wir noch einmal, Wir sehnen uns ins Himmels Saal, Da wir mit allen Engeln dein Das Amen wollen singen fein. Halleluja! Unbekannt 1611. Mel.: Ach Gott und Herr. 117. Zeuch uns nach dir, So laufen wir Mit herzlichem Verlangen Hin, da du bist, O Jesu Christ, Aus dieser Welt gegangen. 2. Zeuch uns nach dir In Liebsbegier, Ach reiß uns doch von hinnen, So dürfen wir Nicht länger hier Den Kummerfaden spinnen. 15⁰ Pfingsten. 3. Zeuch uns nach dir, Herr Christ, ach führ Uns deine Himmelsstege; Wir irrn sonst leicht, Sind abgeneigt Vom rechten Lebenswege. 4. Zeuch uns nach dir, So folgen wir Dir nach in deinen Himmel, Daß uns nicht mehr Allhier beschwer Das böse Weltgetümmel. 5. Zeuch uns nach dir Nur für und für Und gib, daß wir nachfahren Dir in dein Reich, Und mach uns gleich Den auserwählten Scharen. Friedrich Fabricius, 1642— 1703. VIII. Pfingsten. Mel.: Freu dich sehr, o meine Seele. 118. Der du uns als Vater liebest, Treuer Gott, und deinen Geist Denen, die dich bitten, gibest, Ja um ihn uns bitten heißt, Demutsvoll fleh ich vor dir: Vater, send ihn auch zu mir, Daß er meinen Geist erneue Und ihn dir zum Tempel weihe. 2. Ohne ihn fehlt meinem Wissen Leben, Kraft und Fruchtbarkeit, . Pfingsten. 15¹ Und mein Herz bleibt dir entrissen Und dem Dienst der Welt geweiht, Wenn er nicht durch seine Kraft Die Gesinnung in mir schafft, Daß ich dir mich ganz ergebe Und zu deiner Ehre lebe. 3. Auch dich kann ich nicht erkennen, Jesu, noch mit echter Treu Meinen Gott und Herrn dich nennen, Stehet mir dein Geist nicht bei. Drum so laß ihn kräftiglich In mir wirken, daß ich dich Glaubensvoll als Mittler ehre Und auf deine Stimme höre. 4. Ewge Quelle heilger Güter, Hochgelobter Gottesgeist, Der du menschliche Gemüter Besserst und mit Trost erfreust, Nach dir, Herr, verlangt auch mich. Ich ergebe mich an dich. Mache mich zu Gottes Preise Heilig und zum Himmel weise. 5. Fülle mich mit heilgen Trieben, Daß ich Gott, mein höchstes Gut, Über alles möge lieben, Daß ich mit getrostem Mut Seiner Vaterhuld mich freu Und mit wahrer Kindestreu Stets vor seinen Augen wandle Und rechtschaffen denk und handle. 6. Geist des Friedens und der Liebe, Bilde mich nach deinem Sinn, Daß ich Lieb und Sanftmut übe Und mirs rechne zum Gewinn, 152 Pfingsten. Wenn ich je ein Friedensband Knüpfen kann, wenn meine Hand Zur Erleichtrung der Beschwerden Kann dem Nächsten nützlich werden. 7. Gib mir wahre Selbsterkenntnis, Daß ich meine Fehler seh Und durch demutsvoll Bekenntnis Gott um die Vergebung fleh. Mache täglich Ernst und Treu, Sie zu bessern, in mir neu. Zu dem Heiligungsgeschäfte Gib mir immer neue Kräfte. 8. Wenn der Anblick meiner Sünden Mein Gewissen niederschlägt; Wenn sich in mir Zweifel finden, Die mit Angst mein Herze hegt; Wenn mein Aug in Nöten weint, Und Gott nicht zu hören scheint, O, dann laß es meiner Seelen Nicht an Trost und Stärkung fehlen. 9. Was sich Gutes in mir findet, Ist dein Gnadenwerk in mir. Selbst den Trieb hast du entzündet, Daß mich, Herr, verlangt nach dir. O, so setze durch dein Wort Deine Gnadenwirkung fort, Bis sie durch ein selig Ende Herrlich sich an mir vollende. Casseler Gesangbuch v. 1770. Mel.: Freu dich sehr, o meine Seele. 119. Geist vom Vater und vom Sohne, Der du unser Tröster bist Und von unsers Gottes Throne Hilfreich auf uns Schwache siehst, .. O, so wird mein Herz auf Erden Schon ein Tempel Gottes werden. 2. Laß auf jedem meiner Wege Deine Weisheit mit mir sein, Wenn ich bange Zweifel hege, Deine Wahrheit mich erfreun. Lenke kräftig meinen Sinn Auf mein wahres Wohlsein hin. Lehrst du mich, was recht ist, wählen, Werd ich nie mein Heil verfehlen. 3. Heilige des Herzens Triebe, Daß ich über alles treu Meinen Gott und Vater liebe, Daß mir nichts so wichtig sei, Als in seiner Huld zu stehn. Seinen Namen zu erhöhn, Seinen Willen zu vollbringen, Müsse mir durch dich gelingen. 4. Stärke mich, wenn wo zur Sünde Mein Gemüt versuchet wird, Daß sie mich nicht überwinde. Hab ich irgend mich verirrt, O, so strafe selbst mein Herz, Daß ich unter Reu und Schmerz Mich vor Gott darnieder beuge Und mein Herz zur Bessrung neige. 5. Reize mich mit Flehn und Beten, Wenn mir Hilfe nötig ist, Zu dem Gnadenstuhl zu treten. Gib, daß ich auf Jesum Christ Als auf meinen Mittler schau Und auf ihn die Hoffnung bau, Gnad um Gnad auf mein Verlangen Von dem Vater zu empfangen. 15⁵⁴4 Pfingsten. 6. Stehe mir in allen Leiden Stets mit deinem Troste bei, Daß ich auch alsdann mit Freuden Gottes Führung folgsam sei. „Gib mir ein gelassen Herz. Laß mich selbst im Todesschmerz Bis zum frohen Überwinden Deines Trostes Kraft empfinden! Casseler Gesangbuch v. 1770. Mel.: Freu dich sehr, o meine Seele. 120. Gott, gib einen milden Regen, Denn mein Herz ist dürr wie Sand; Vater, gib vom Himmel Segen, Tränke du dein durstig Land; „Laß des heilgen Geistes Gab Über mich von oben ab Wie die starken Ströme fließen Und mein ganzes Herz durchgießen. 2. Kann ein Vater hier im Leben, Der doch bös ist von Natur, Seinen lieben Kindern geben Nichts als gute Gaben nur, Solltest du denn, der du heißt Guter Vater, deinen Geist Mir nicht geben und mich laben Mit den guten Himmelsgaben? 3. Jesu, der du hingegangen Zu dem Vater, sende mir Deinen Geist, den mit Verlangen Ich erwarte, Herr, von dir. Laß den Tröster ewiglich Bei mir sein und lehren mich, In der Wahrheit fest zu stehen Und auf dich im Glauben sehen. Pfingsten. 15⁵⁵ 4. Heilger Geist, du Kraft der Frommen, Kehre bei mir Armen ein Und sei tausendmal willkommen; Laß mich deinen Tempel sein. Säubre du nur selbst das Haus Meines Herzens; wirf hinaus Alles, was mich hier kann scheiden Von den süßen Himmelsfreuden. 5. Schmücke mich mit deinen Gaben, Mache mich neu, rein und schön; Laß mich wahre Liebe haben Und in deiner Gnade stehn. Gib mir einen starken Mut, Heilige mein Fleisch und Blut; Lehre mich vor Gott hintreten Und im Geist und Wahrheit beten. 6. So will ich mich dir ergeben; Dir zu Ehren soll mein Sinn Dem, was himmlisch ist, nachstreben, Bis ich werde kommen hin, Da mit Vater und dem Sohn Dich im höchsten Himmelsthron Ich erheben kann und preisen Mit den süßen Engelweisen. Moritz Kramer, 1646— 1702. Mel.: Fröhlich soll mein Herze springen. 121. Höchster Tröster, komm hernieder, Geist des Herrn, Sei nicht fern, Salbe Jesu Glieder. Er, der nie sein Wort gebrochen, Jesus hat Deinen Rat Seinem Volk versprochen. 156 Pfingsten. 2. Schöpfer unsres neuen Lebens, Jeder Schritt, Jeder Tritt Ist ohn dich vergebens. Ach, das Seelenwerk ist wichtig; Wer ist wohl, Wie er soll, Treu zu handeln tüchtig? 3. Weck uns auf vom Sündenschlafe; Rette doch Heute noch Die verlornen Schafe. Reiß die Welt aus dem Verderben, Laß sie nicht Im Gericht Der Verstockung sterben. 4. Geist der Weisheit, gib uns allen Durch dein Licht Unterricht, Wie wir Gott gefallen. Lehr uns freudig vor Gott treten; Sei uns nah Und sprich: Ja, Wenn wir gläubig beten. 5. Hilf den Kampf des Glaubens kämpfen Gib uns Mut, Fleisch und Blut, Sünd und Welt zu dämpfen. Laß uns Trübsal, Kreuz und Leiden, Angst und Not, Schmerz und Tod Nicht von Jesu scheiden. 6. Hilf uns nach dem Besten streben! Schenk uns Kraft, Tugendhaft Und gerecht zu leben. CE66GO 388988 290— SES G606 Pfingsten. 157⁷ Gib, daß wir nie stille stehen; Treib uns an, Froh die Bahn Deines Worts zu gehen. 7. Sei in Schwachheit unsre Stütze, Steh uns bei, Mach uns treu In der Prüfungshitze. Führ, wenn Gott uns nach dem Leide Sterben heißt, Unsern Geist Freudig in die Freude. Ehrenfried Liebich, 1713— 1780. Mel.: Die Tugend wird durchs Kreuz geübet. 122. Ihr Christen, rühmt, erhebt und preiset, Erhebet froh mit Herz und Mund Die Gnade, die uns Gott erweiset; Mit uns macht er den neuen Bund. Er segnet reichlich, und wir nehmen Den Geist der Kraft und Kindschaft hin. Sein Segen fließt in vollen Strömen; Er schreibt sein Wort in unsern Sinn. 2. Gesalbet mit dem Ol der Freuden Vollendet Jesus seinen Lauf. Nun herrschet er nach seinem Leiden Und tut uns seine Schätze auf. Sein Geist, in den Aposteln kräftig, Schmückt ihm ein Volk zu seinem Ruhm, Das nun, in seinem Dienst geschäftig, Ihm danket als sein Eigentum. 3. Auf, auf, ihr Herzen, auf, ihr Zungen! Verkündigt Gottes hohen Ruhm. Sein Name werde stets besungen Von seinem heilgen Eigentum. 1⁵³ Pfingsten. O, daß ein Geist des Lebens wehe Und, was nur Odem hat, erfüll, Daß alle Welt die Wunder sehe, Die Gott in Christo schaffen will. 4. So laßt uns denn die Pfingsten halten Im Geist und nicht im Fleischessinn. Verbleiben wir allzeit im Alten, So ist dies Fest uns kein Gewinn. Wir müssen neu geboren werden, So daß sein Geist auch in uns lebt, Und unser Geist schon hier auf Erden Mit ihm vereint im Himmel schwebt. 5. Ach Jesu, schenk uns armen Sündern Durch deinen Geist Genad und Kraft, Mach uns zu Gottes echten Kindern, Teilhaftig deiner Eigenschaft; Ach zünde deine reine Liebe In unser aller Herzen an Und schaffe, daß mit heilgem Triebe, Was lebt, dich ewig loben kann. Casseler Gesangbuch v. 1770. Mel.: Komm, Gott Schöpfer, heiliger Geist. 123. Komm, heilger Geist, o Schöpfer du, Sprich deinen armen Seelen zu, Erfüll mit Gnaden, süßer Gast, Die Brust, die du geschaffen hast. 2. Der du der Tröster bist genannt, Des allerhöchsten Gottes Pfand, Du Liebesquell, du Lebensbronn, Du Herzenssalbung, Gnadensonn! 3. Du siebenfaches Gnadengut, Du Finger Gotts, der Wunder tut, Du lösest aller Zungen Band, Gibst frei das Wort in alle Land. E.. 1 283—22— AAH CArEnssnrenArnA 29768— — 222w55868888—05.—5— ten rn u, Pfingsten. 159 4. Zünd uns ein Licht an im Verstand, Entflamm das Herz in Liebesbrand, Stärk unser schwaches Fleisch und Blut Durch deiner Gottheit starken Mut. 5. Den Feind treib uns von fern hinweg Und bring uns auf des Friedens Steg, Daß wir, durch deine Huld geführt, Vom Argen bleiben unberührt. 6. Lehr uns den Vater kennen wohl, Und wie den Sohn man ehren soll; Im Glauben mache uns bekannt, Wie du von beiden wirst gesandt. Altkirchlich, nach Karls des Großen „Veni, creator Spiritus“, gegen 800 n. Chr. Eigene Melodie. 124.“ Komm, heiliger Geist, Herre Gott! Erfüll mit deiner Gnaden Gut Deiner Gläubgen Herz, Mut und Sinn, Dein brünstig Lieb entzünd in ihn'n. O Herr, durch deines Lichtes Glanz Zu dem Glauben versammelt hast Das Volk aus aller Welt Zungen, Das sei dir, Herr, zu Lob gesungen. Halleluja, Halleluja! 2. Du heiliges Licht, edler Hort, Laß uns leuchten des Lebens Wort Und lehr uns Gott recht erkennen, Von Herzen Vater ihn nennen. O Herr, behüt vor fremder Lehr, Daß wir nicht Meister suchen mehr Denn Jesum mit rechtem Glauben Und ihm aus ganzer Macht vertrauen. Halleluja, Halleluja! 16⁰ Pfingsten. 3. Du heilige Brunst, süßer Trost, Nun hilf uns fröhlich und getrost In deim Dienst beständig bleiben, Die Trübsal uns nicht abtreiben. O Herr, durch dein Kraft uns bereit Und stärk des Fleisches Blödigkeit, Daß wir hie ritterlich ringen, Durch Tod und Leben zu dir dringen. Halleluja, Halleluja! Dr. Martin Luther, 1483— 1546. Eigene Melodie. 125.* Komm, o komm, du Geist des Lebens, Wahrer Gott von Ewigkeit, Deine Kraft sei nicht vergebens, Sie erfüll uns jederzeit; So wird Geist und Licht und Schein In den dunkeln Herzen sein. 2. Gib in unser Herz und Sinnen Weisheit, Rat, Verstand und Zucht, Daß wir anders nichts beginnen, Als nur was dein Wille sucht; Dein Erkenntnis werde groß Und mach uns vom Irrtum los. 3. Zeig uns selbst die rechten Stege Zu der wahren Wohlfahrt an, Räume alles aus dem Wege, Was im Lauf uns hindern kann; Wirke Reu an Sünden statt, Wenn der Fuß gestrauchelt hat. 4. Laß uns stets dein Zeugnis haben, Daß wir Gottes Kinder sind, Stärk uns dann mit deinen Gaben, Wenn sich Not und Drangsal findt; Ur ns, Pfingsten. 161 Denn des Vaters liebe Rut Ist uns allewege gut. 5. Reiz uns, daß wir zu ihm treten Frei mit aller Freudigkeit; Seufz auch in uns, wenn wir beten, Und vertritt uns allezeit; So wird unsre Bitt erhört Und die Zuversicht vermehrt. 6. Wird uns auch nach Troste bange, Daß das Herz oft rufen muß: Ach mein Gott, mein Gott, wie lange? O, so mach uns den Beschluß, Sprich der Seele tröstlich zu Und gib Mut, Geduld und Ruh. 7. O du Geist der Kraft und Stärke, Du gewisser, neuer Geist, Fördre in uns deine Werke, Wenn des Satans Macht sich weist; Schenk uns Waffen in dem Krieg Und erhalt in uns den Sieg. 8. Herr, bewahr auch unsern Glauben, Daß kein Teufel, Tod und Spott Uns denselben möge rauben; Du bist unser Schutz und Gott; Sagt das Fleisch gleich immer nein, Laß dein Wort gewisser sein. 9. Wenn wir endlich sollen sterben, So versichre uns je mehr Als des Himmelreiches Erben Jener Herrlichkeit und Ehr, Die uns unser Gott erkiest Und nicht auszusprechen ist. Heinrich Held, um 1650. 1¹ 16² Pfingsten. Eigene Melodie. 126. Nun bitten wir den heiligen Geist Um den rechten Glauben allermeist, Daß er uns behüte an unserm Ende, Wenn wir heimfahrn aus diesem Elende. Herr, erbarm dich unser! 2. Du wertes Licht, gib uns deinen Schein, Lehr uns Jesum Christ kennen allein, Daß wir an ihm bleiben, dem treuen Heiland, Der uns bracht hat zum rechten Vaterland. Herr, erbarm dich unser! 3. Du süße Lieb, schenk uns deine Gunst, Laß uns empfinden der Liebe Brunst, Daß wir uns von Herzen einander lieben Und im Frieden auf einem Sinn bleiben. Herr, erbarm dich unser! 4. Du höchster Tröster in aller Not, Hilf, daß wir nicht fürchten Schand noch Tod, Daß in uns die Sinne nimmer verzagen, Wenn der Feind wird das Leben verklagen. Herr, erbarm dich unser! Dr. Martin Luther, 1483— 1546. Mel.: Werde munter, mein Gemüte. 127.“ O du allersüßte Freude, O du allerschönstes Licht, Der du uns in Lieb und Leide Unbesuchet lässest nicht: Geist des Höchsten, höchster Fürst, Der du hältst und halten wirst Ohn Aufhören alle Dinge, Höre, höre, was ich singe. ——————. Pfingsten. 163 2. Du bist ja die beste Gabe, Die ein Mensch nur nennen kann; Wenn ich dich erwünsch und habe, Geb ich alles Wünschen dran. Ach ergib dich, komm zu mir In mein Herze, das du dir, Da ich in die Welt geboren, Selbst zum Tempel auserkoren. 3. Du wirst aus des Himmels Throne Wie ein Regen ausgeschütt, Bringst vom Vater und vom Sohne Nichts als lauter Segen mit. Laß doch, o du werter Gast, Gottes Segen, den du hast Und verwaltst nach deinem Willen, Mich an Leib und Seele füllen. 4. Du bist weis' und voll Verstandes, Was geheim ist, ist dir kund, Zählst den Staub des kleinen Sandes, Gründst des tiefen Meeres Grund. Nun, du weißt auch zweifelsfrei, Wie verderbt und blind ich sei; Drum gib Weisheit und vor allen, Wie ich möge Gott gefallen. 5. Du bist heilig, läßt dich finden, Wo man rein und lauter ist; Fliehst hingegen Schand und Sünden, Weil du lauter Klarheit bist. Mache mich, o Gnadenquell, Durch dein Waschen rein und hell; Laß mich fliehen, was du fliehest, Gib mir, was du gerne siehest. 6. Du bist, wie ein Hirte pfleget, Frommes Herzens, sanftes Muts, Bleibst im Lieben unbeweget, Tust uns Bösen alles Guts. 11² 16⁴ Pfingsten. Ach, verleih und gib mir auch Diesen edlen Sinn und Brauch, Daß ich Freund und Feinde liebe, Keinen, den du liebst, betrübe. 7. Mein Hort, ich bin wohl zufrieden, Wenn du mich nur nicht verstößt; Bleib ich von dir ungeschieden, Ei, so bin ich g'nug getröst; Laß mich sein dein Eigentum; Ich versprech hinwiederum, Hier und dort all mein Vermögen Dir zu Ehren anzulegen. 8. Nur allein, daß du mich stärkest Und mir treulich stehest bei. Hilf, mein Helfer, wo du merkest, Daß mir Hilfe nötig sei. Brich des bösen Fleisches Sinn, Nimm den alten Willen hin, Mach ihn allerdinge neue, Daß mein Gott sich meiner freue. 9. Sei mein Retter, halt mich eben, Wenn ich sinke, sei mein Stab; Wenn ich sterbe, sei mein Leben; Wenn ich liege, sei mein Grab. Wenn ich wieder aufersteh, Ei, so hilf mir, daß ich geh Hin, da du in ewgen Freuden Wirst dein Auserwählten weiden. Paul Gerhardt, 1607— 1676. Mel.: Wie schön leuchtet der Morgenstern. 128. O heilger Geist, kehr bei uns ein Und laß uns deine Wohnung sein, O komm du Herzenssonne! Du Himmelslicht, laß deinen Schein ...... 576. ein Pfingsten. Bei uns und in uns kräftig sein Zu steter Freud und Wonne. Sonne, Wonne, Himmlisch Leben willst du geben, Wenn wir beten; Zu dir kommen wir getreten. 2. Du Quell, draus alle Weisheit fleußt, Die sich in fromme Seelen geußt, Laß deinen Trost uns hören, Daß wir in Glaubenseinigkeit Auch können alle Christenheit Dein wahres Zeugnis lehren. Höre, lehre, Daß wir können Herz und Sinnen Dir ergeben, Dir zum Lob und uns zum Leben. 3. Steh uns stets bei mit deinem Rat Und führ uns selbst den rechten Pfad, Die wir den Weg nicht wissen; Gib uns Beständigkeit, daß wir Getreu dir bleiben für und für, Wenn wir nun leiden müssen. Schaue, baue, Was zerrissen und beflissen Dich zu schauen Und auf deinen Trost zu bauen. 4. Laß uns dein edle Balsamkraft Empfinden und zur Ritterschaft Dadurch gestärket werden, Auf daß wir unter deinem Schutz Begegnen aller Feinde Trutz Mit freudigen Gebärden. Laß dich reichlich Auf uns nieder, daß wir wieder Trost empfinden, Alles Unglück überwinden. 166 Pfingsten. 5. O starker Fels und Lebenshort, Laß uns dein himmelsüßes Wort In unsern Herzen brennen, Daß wir uns mögen nimmermehr Von deiner weisheitreichen Lehr Und reinen Liebe trennen. Fließe, gieße Deine Güte ins Gemüte, Daß wir können Christum unsern Heiland nennen. 6. Du süßer Himmelstau, laß dich In unsre Herzen kräftiglich Und schenk uns deine Liebe, Daß unser Sinn verbunden sei Dem Nächsten stets mit Liebestreu Und sich darinnen übe. Kein Neid, kein Streit Dich betrübe; Fried und Liebe Müssen schweben, Fried und Freude wirst du geben. 7. Gib, daß in reiner Heiligkeit Wir führen unsre Lebenszeit; Sei unsres Geistes Stärke, Daß uns forthin sei unbewußt Die Eitelkeit, des Fleisches Lust Und seine toten Werke. Rühre, führe Unser Sinnen und Beginnen Von der Erden, Daß wir Himmelserben werden. Michael Schirmer, 1606— 1673. Mel.: Jesu, meine Freude. 129.* Schmückt das Fest mit Maien, Lasset Blumen streuen, Zündet Opfer an; r+ Pfingsten. Denn der Geist der Gnaden Hat sich eingeladen, Machet ihm die Bahn. Nehmt ihn ein, So wird sein Schein Euch mit Licht und Heil erfüllen Und den Kummer stillen. 2. Tröster der Betrübten, Siegel der Geliebten, Geist voll Rat und Tat, Starker Gottesfinger, Friedensüberbringer, Licht auf unserm Pfad/ Gib uns Kraft Und Lebenssaft, Laß uns deine teuren Gaben Zur Genüge haben. 3. Laß die Zungen brennen, Wenn wir Jesum nennen, Führ den Geist empor; Gib uns Kraft zu beten Und vor Gott zu treten, Sprich du selbst uns vor; Gib uns Mut, Du höchstes Gut, Tröst uns kräftiglich von oben Bei der Feinde Toben. 4. Goldner Himmelsregen, Schütte deinen Segen Auf das Kirchenfeld; Lasse Ströme fließen, Die das Land begießen, Wo dein Wort hinfällt; Und verleih, Daß es gedeih, 168 Pfingsten. Hundertfältig Früchte bringe Und ihm stets gelinge. „5. Schlage deine Flammen Über uns zusammen, Wahre Liebesglut; Laß dein sanftes Wehen Auch bei uns geschehen, Dämpfe Fleisch und Blut; Laß uns doch Am Sündenjoch Nicht mehr wie vor diesem ziehen Und das Böse fliehen. 6. Gib zu allen Dingen Wollen und Vollbringen, Führ uns ein und aus; Wohn in unsrer Seele, Unser Herz erwähle Dir zum eignen Haus; Wertes Pfand, Mach uns bekannt, Wie wir Jesum recht erkennen Und Gott Vater nennen. 7. Mach das Kreuz uns süße Und durch Finsternisse Sei du unser Licht; Trag nach Zions Hügeln Uns mit Glaubensflügeln Und verlaß uns nicht, Wenn der Tod, Die letzte Not, Mit uns will zu Felde liegen, Daß wir fröhlich siegen. 8. Laß uns hier indessen Nimmermehr vergessen, Daß wir Gott verwandt; 5 .. 9 979 Pfingsten. Dem laß uns stets dienen Und im Guten grünen Als ein fruchtbar Land, Bis wir dort, Du werter Hort, Bei den grünen Himmelsmaien Ewig uns erfreuen. Benjamin Schmolck, 1672— 1737. Eigene Melodie. 130.* Zeuch ein zu deinen Toren, Sei meines Herzens Gast, Der du, da ich geboren, Mich neu geboren hast, O hochgeliebter Geist Des Vaters und des Sohnes, Mit beiden gleiches Thrones, Mit beiden gleich gepreist! 2. Zeuch ein, laß mich empfinden Und schmecken deine Kraft, Die Kraft, die uns von Sünden Hilf und Errettung schafft. Entsündge meinen Sinn, Daß ich mit reinem Geiste Dir Ehr und Dienste leiste, Die ich dir schuldig bin. 3. Ich war ein wilder Reben, Du hast mich gut gemacht; Der Tod durchdrang mein Leben, Du hast ihn umgebracht Und in der Tauf erstickt Als wie in einer Flute Mit dessen Tod und Blute, Der uns im Tod erquickt. —=.——: Pfingsten. 4. Du bist das heilge Ole, Dadurch gesalbet ist Mein Leib und meine Seele Dem Herren Jesu Christ Zum wahren Eigentum, Zum Priester und Propheten, Zum König, den in Nöten Gott schützt im Heiligtum. 5. Du bist ein Geist, der lehret, Wie man recht beten soll; Dein Beten wird erhöret, Dein Singen klinget wohl; Es steigt zum Himmel an, Es steigt und läßt nicht abe, Bis der geholfen habe, Der allen helfen kann. ö 6. Du bist ein Geist der Freuden, Vom Trauern hältst du nicht, Erleuchtest uns im Leiden Mit deines Trostes Licht. Ach ja, wie manches Mal Hast du mit süßen Worten Mir aufgetan die Pforten Zum güldnen Freudensaal. 7. Du bist ein Geist der Liebe, Ein Freund der Freundlichkeit, Willst nicht, daß uns betrübe Zorn, Zank, Haß, Neid und Streit. Der Feindschaft bist du feind, Willst, daß durch Liebesflammen Sich wieder tun zusammen Die voller Zwietracht seind. Du, Herr, hast selbst in Händen Die ganze weite Welt, Kannst Menschenherzen wenden, Wie dir es wohlgefällt; —— So gib doch deine Gnad Zu Fried und Liebesbanden, Verknüpf in allen Landen, Was sich getrennet hat. 9. Erhebe dich und steure Dem Herzleid auf der Erd, Bring wieder und erneure ö Die Wohlfahrt deiner Herd! Laß blühen wie zuvor Die Länder, so verheeret, Die Kirchen, so zerstöret Durch Krieg und Feuerszorn. 10. Beschirm die Obrigkeiten, Bau unsres Fürsten Thron, ö Steh ihm und uns zur Seiten; ö Schmück, als mit einer Kron, Die Alten mit Verstand, Mit Frömmigkeit die Jugend, Mit Gottesfurcht und Tugend Das Volk im ganzen Land. 11. Erfülle die Gemüter Mit reiner Glaubenszier, Die Häuser und die Güter Mit Segen für und für; Vertreib den bösen Geist, Der dir sich widersetzet Und, was dein Herz ergetzet, Aus unserm Herzen reißt. 12. Gib Freudigkeit und Stärke Zu stehen in dem Streit, Den Satans Reich und Werke Uns täglich anerbeut; Hilf kämpfen ritterlich, Damit wir überwinden Und ja zum Dienst der Sünden Kein Christ ergebe sich. 17² Trinitatis. 13. Richt unser ganzes Leben Allzeit nach deinem Sinn, Und wenn wirs sollen geben Ins Todes Hände hin, Wenns mit uns hier wird aus, So hilf uns fröhlich sterben Und nach dem Tod ererben Des ewgen Lebens Haus. Paul Gerhardt, 1607— 1676. IX. Trinitatis. Eigene Melodie. 131.* Allein Gott in der Höh sei Ehr Und Dank für seine Gnade, Darum daß nun und nimmermehr Uns rühren kann kein Schade; Ein Wohlgefalln Gott an uns hat, Nun ist groß Fried ohn Unterlaß, All Fehd hat nun ein Ende. 2. Wir loben, preisn, anbeten dich Für deine Ehr; wir danken, Daß du, Gott Vater, ewiglich Regierst ohn alles Wanken. anz unermessen ist dein Macht, Fort gschieht, was dein Will hat bedacht. Wohl uns des feinen Herren! 3. O Jesu Christ, Sohn eingeborn Deines himmlischen Vaters, Versöhner der, die warn verlorn, Du Stiller unsers Haders, Lamm Gottes, heilger Herr und Gott, Nimm an die Bitt von unsrer Not: Erbarm dich unser aller! 1 9 2 2 FPERENE VIIATA SA/.ꝗ3S Darauf wir uns verlassen. Nikolaus Decius, 4 1541. Mel.: Nun danket alle Gott. 132. Gelobet sei der Herr, Mein Gott, mein Licht, mein Leben, Mein Schöpfer, der mir hat Mein Leib und Seel gegeben, Mein Vater, der mich schützt Von Mutterleibe an, Der alle Augenblick Viel Guts an mir getan. 2. Gelobet sei der Herr, Mein Gott, mein Heil, mein Leben, Des Vaters liebster Sohn, Der sich für mich gegeben, Der mich erlöset hat Mit seinem teuren Blut, Der mir im Glauben schenkt Das allerhöchste Gut. 3. Gelobet sei der Herr, Mein Gott, mein Trost, mein Leben, Des Vaters werter Geist, Den mir der Sohn gegeben, Der mir mein Herz erquickt, Der mir gibt neue Kraft, Der mir in aller Not Rat, Trost und Hilfe schafft. 17⁴ Trinitatis. 4. Gelobet sei der Herr, Mein Gott, der ewig lebet, Den alles rühmt und lobt, Was in den Lüften schwebet. Gelobet sei der Herr, Des Name heilig heißt, Gott Vater, Gott der Sohn Und Gott der werte Geist, 5. Dem wir das Heilig jetzt Mit Freuden lassen klingen Und mit der Engelschar Das Heilig, Heilig singen, Den herzlich lobt und preist Die ganze Christenheit, Gelobet sei mein Gott In alle Ewigkeit. Johann Olearius, 1611— 1684. Mel.: Wie schön leuchtet der Morgenstern. 133.* Halleluja, Lob, Preis und Ehr Sei unserm Gott je mehr und mehr Für alle seine Werke; Von Ewigkeit zu Ewigkeit Sei in uns allen ihm bereit Dank, Weisheit, Kraft und Stärke. Klinget, Singet: Heilig, heilig, Bth und herrlich, Heilig ist Gott, Unser Gott, der Herr Zebaoth! 2. Halleluja, Preis, Ehr und Macht Sei auch dem Gotteslamm gebracht, In dem wir sind erwählet, Das uns mit seinem Blut erkauft, Damit besprenget und getauft Und sich mit uns vermählet. SV 70909 9O- — 6 ——5 öIIAMMM Trinitatis. Und darinnen uns erlaben. 3. Halleluja, Gott heilger Geist, Sei ewiglich von uns gepreist, Durch den wir neu geboren, Der uns mit Glauben ausgeziert, Dem Bräutigam uns zugeführt, Den Hochzeitstag erkoren. Heil uns! Heil uns! Da ist Freude, da ist Weide, Da ist Manna Und ein ewig Hosianna! 4. Halleluja, Lob, Preis und Ehr Sei unserm Gott je mehr und mehr Und seinem großen Namen. Stimmt an mit aller Himmel Schar Und singet nun und immerdar Mit Freuden: Amen, Amen! Klinget, singet: Heilig, heilig, hoch und herrlich, Heilig ist Gott, Unser Gott, der Herr Zebaoth! Bartholomäus Crasselius(2), 1677— 1724. Eigene Melodie. 134. Wir glauben all an einen Gott, Schöpfer Himmels und der Erden, Der sich zum Vater geben hat, Daß wir seine Kinder werden. Er will uns allzeit ernähren, Leib und Seel auch wohl bewahren; Allem Unfall will er wehren, Kein Leid soll uns widerfahren; 176 Kleine Feste. Er sorgett für uns, hüt und wacht, hüt und Es steht alles in seiner Macht.(wacht; 2. Wir glauben auch an Jesum Christ, Seinen Sohn und unsern Herren, Der ewig bei dem Vater ist, Gleicher Gott von Macht und Ehren, Von Maria der Jungfrauen Ist ein wahrer Mensch geboren Durch den heilgen Geist im Glauben; Für uns, die wir warn verloren, Am Kreuz gestorben und vom Tod, und vom Wieder auferstanden durch Gott. Tod 3. Wir Mlauben an den heilgen Geist, Gott mit Vater und dem Sohne, Der aller Blöden Tröster heißt Und mit Gaben zieret schöne, Die ganz Cl hristenheit auf Erden Hält in einem Sinn gar eben; Hie all Sünd vergeben werden, Das Fleisch soll auch wieder leben; Nach diesem Elend ist bereit, ist bereit Uns ein Leben in Ewigkeit. Dr. Martin Luther, 1483— 1546. X. Kleine Feste. a. Darstellung Zesu im Tempel. Mel.: Valet will ich dir geben. 2R + N* 135. Herr Jesu, Licht der Heiden, Der Frommen Schatz und Lieb, Wir kommen jetzt mit Freuden Durch deines Geistes Trieb Kleine Feste. In diesen deinen Tempel Und suchen mit Begier Nach Simeons Exempel Dich großen Gott allhier. 2. Du wirst von uns gefunden, O Herr, an jedem Ort, Dahin du dich verbunden Durch dein Verheißungswort, Vergönnst noch heutzutage, Daß man dich gleicherweis Auf Glaubensarmen trage, Wie hier der fromme Greis. 3. Sei unser Glanz in Wonne, Ein helles Licht in Pein, In Schrecken ünsre Sonne, Im Kreuz ein Gnadenschein, In Zagheit Glut und Feuer, In Not ein Freudenstrahl, In Krankheit ein Befreier, Ein Stern in Todesqual. 4. Herr, laß auch uns gelingen, Daß einst wie Simeon Ein jeder Christ kann singen Den schönen Schwanenton: Mir werden nun mit Frieden Mein Augen zugedrückt, Nachdem ich 1935 hienieden Den Heiland hab erblickt. 5. Ja, ja, ich hab im Glauben, Mein Jesu, dich geschaut; Kein Feind kann dich mir rauben, Wie heftig er auch dräut. Ich wohn in deinem Herzen, Und in dem meinen du; Uns scheiden keine Schmerzen, Kein Angst, kein Tod dazu. 178 Kleine Feste. 6. Hier blickst du zwar die Deinen Oft fremd und strafend an, So daß vor Angst und Weinen Ich dich nicht sehen kann; Dort aber wirds geschehen, Daß ich von Angesicht Zu Angesicht soll sehen Dein immer klares Licht. Johann Franck, 1618— 1677. Eigene Melodie. 136. Mit Fried und Freud ich fahr dahin In Gottes Wille; Getrost ist mir mein Herz und Sinn, Sanft und stille; Wie Gott mir verheißen hat, Der Tod ist mein Schlaf worden. 2. Das macht Christus, wahr Gottes Sohn, Der treue Heiland, Den du mich, Herr, hast sehen lan Und gmacht bekannt, Daß er sei das Leben Und Heil in Not und Sterben. 3. Den hast du allen vorgestellt Mit großen Gnaden, Zu seinem Reich die ganze Welt Heißen laden Durch dein teuer heilsam Wort, An allem Ort erschollen. 4. Er ist das Heil und selig Licht —4 die Heiden, u'rleuchten, die dich kennen nicht, Und zu weiden. Er ist deins Volks Israel Preis, Ehre, Freud und Wonne. Dr. Martin Luther, 1483— 1546. 15 D — A SHHO ẽ 67⁷. ahin ohn, Kleine Feste. b. Johannistag. — Mel.: Freu dich sehr, o meine Seele. 137. Tröstet, tröstet meine Lieben, Tröstet mein Volk, spricht mein Gott. Tröstet, die sich jetzt betrüben Über Feindes Hohn und Spott! Weil Jerusalem wohl dran, Redet sie gar freundlich an, Denn ihr Leiden hat ein Ende, Ihre Ritterschaft ich wende. 2. Ich vergeb all ihre Sünden, Ich tilg ihre Missetat, Ich will nicht mehr sehn noch finden, Was die Straf erwecket hat; Sie hat ja zwiefältig Leid Schon empfangen, ihre Freud Soll sich täglich neu vermehren Und ihr Leid in Freud verkehren. 3. Eine Stimme läßt sich hören In der Wüste weit und breit, Alle Menschen zu bekehren: Macht dem Herrn den Weg bereit! Machet Gott ein ebne Bahn! Alle Welt soll heben an Alle Tale zu erhöhen, Daß die Berge niedrig stehen. 4. Ungleich soll nun eben werden Und, was höckricht, gleich und schlecht, Alle Menschen hier auf Erden Sollen leben schlecht und recht; Denn der Herr der Herrlichkeit, Der erscheint zur rechten Zeit, Macht, daß alles Fleisch kann sehen, Wie, was Gott spricht, muß geschehen. Johann Olearius, 1611— 1684. 12*³ Kleine Feste. C. Michaelistag. Mel.: O Welt, ich muß dich lassen. 138. Du Herr der Seraphinen, Dem tausend Engel dienen Und zu Gebote stehn: Du wundergroßer Meister Der reinen Himmelsgeister, 2. Die Fürsten und die Thronen, Die in dem Himmel wohnen, Gibst du zu meiner Wacht. Sie sehn dein Angesichte Im höchst vollkommnen Lichte, Doch nehmen sie auch mich in acht. 3. Ich preise deine Güte Mit dankbarem Gemüte Für diese Wunderschar. Ich rühme deine Rechte Für diese deine Knechte, Die mich beschirmen vor Gefahr. 4. Laß ferner mich behüten Vor aller Feinde Wüten Durch diese Himmelswach; Laß sie auf meinen Wegen Die Hand mir unterlegen, So bleib ich frei von Ungemach. 5. Doch sollen sie nicht weichen, So laß mich ihnen gleichen In wahrer Heiligkeit. Wie sie die Kinder lieben Und wahre Demut üben, So mach auch mich dazu bereit. Mein Mund soll deinen Ruhm erhöhn. — — 76826-D ASe ININ Kleine Feste. 6. Sie tun ja deinen Willen; Den laß auch mich erfüllen. Sie leben keusch und rein; O laß mich nichts beflecken, Auch wenn mich Schatten decken, Stets diese reinen Geister scheun. 7. Und endlich, wenn ich scheide, So führe mich zur Freude Auf ihren Armen ein. Da werd ich dich erst loben Und in dem Himmel droben Dir und den Engeln ähnlich sein. Benjamin Schmolck, 1672—1737. Mel.: Meinen Jesum laß ich nicht. 139. Herr, du hast in deinem Reich Große Scharen vieler Engel. Diesen bin ich noch nicht gleich; Denn mein Herz ist voller Mängel. Ach, wann werd ich auch so rein Als die guten Engel sein? 2. Mich beschweret Fleisch und Blut; Hilf du, daß ich geistlich werde; Gib mir einen Engelmut, Der sich trenne von der Erde, Daß ich als dein liebes Kind Allzeit himmlisch sei gesinnt. 3. Mache mir dein Wort bekannt Durch des heilgen Geistes Gabe, Daß ich Weisheit und Verstand Wie ein Engel Gottes habe, Bis wir einst in jenem Licht Völlig sehn dein Angesicht. 4. Auch dein Wille soll geschehn In dem Himmel und auf Erden; 18² Bitte und Trost der Kirche. Darum laß uns dahin sehn, Daß wir dir gehorsam werden, Und verleih, daß ich dabei Aller Engel Mitknecht sei. 5. Unsre Welt ist voll Gefahr, Voll Gefahr ist unser Leben. Sende deiner Engel Schar, Daß sie schützend uns umgeben, Und da, wo wir schlafen ein, Laß sie unsre Wächter sein. 6. Mach es wie mit Lazaro, Wenn ich künftig werde sterben, Und damit ich ebenso Möge Trost und Segen erben, Heiß die Engel mich zur Ruh Tragen nach dem Himmel zu. Kaspar Neumann, 1648—1715. C. Jieder von der christlichen Kirche. IJ. Bitte und Trost der Kirche. Mel.: Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort. 140.* Ach bleib bei uns, Herr Jesu Christ, Weil es nun Abend worden ist; Dein göttlich Wort, das helle Licht, Laß ja bei uns auslöschen nicht. 2. In dieser letzt betrübten Zeit Verleih uns, Herr, Beständigkeit, Daß wir dein Wort und Sakrament Rein bhalten bis an unser End. — C Bitte und Trost der Kirche. 3. Herr Jesu, hilf, dein Kirch erhalt, Wir sind gar sicher, träg und kalt: Gib Glück und Heil zu deinem Wort, Damit es schall an jedem Ort. 4. Erhalt uns nur bei deinem Wort Und wehr des Teufels Trug und Mord. Gib deiner Kirche Gnad und Huld, Fried, Einigkeit, Mut und Geduld. 5. Ach Gott, es geht gar übel zu, Auf dieser Erd ist keine Ruh, Viel Sekten und groß Schwärmerei Auf einen Haufen kommt herbei. 6. Den stolzen Geistern wehre doch, Die sich mit Gwalt erheben hoch Und bringen stets was Neues her, Zu fälschen deine rechte Lehr. 7. Die Sach und Ehr, Herr Jesu Christ, Nicht unser, sondern dein ja ist; Darum so steh du denen bei, Die sich auf dich verlassen frei. 8. Dein Wort ist unsres Herzens Trutz Und deiner Kirche wahrer Schutz; Dabei erhalt uns, lieber Herr, Daß wir nichts anders suchen mehr. 9. Gib, daß wir lebn in deinem Wort Und darauf ferner fahren fort Von hinnen aus dem Jammertal Zu dir in deinen Himmelssaal. Nikolaus Selnecker, 1532—1592. 183 Mel.: Christus, der ist mein Leben. 141.* Ach bleib mit deiner Gnade Bei uns, Herr Jesu Christ, Daß uns hinfort nicht schade Des bösen Feindes List. 184. Bitte und Trost der Kirche. 2. Ach bleib mit deinem Worte Bei uns, Erlöser wert, Daß uns beid hier und dorte Sei Güt und Heil beschert. 3. Ach bleib mit deinem Glanze Bei uns, du wertes Licht, Dein Wahrheit uns umschanze, Damit wir irren nicht. 4. Ach bleib mit deinem Segen Bei uns, du reicher Herr, Dein Gnad und all's Vermögen In uns reichlich vermehr. 5. Ach bleib mit deinem Schutze Bei uns, du starker Held, Daß uns der Feind nicht trutze, Noch fäll die böse Welt. 6. Ach bleib mit deiner Treue Bei uns, mein Herr und Gott, Beständigkeit verleihe, Hilf uns aus aller Not. Josua Stegmann, 1588— 1632. Psalm 12. Eigene Melodie. 142. Ach Gott, vom Himmel sieh darein Und laß dich des erbarmen! Wie wenig sind der Heilgen dein, Verlassen sind wir Armen! Dein Wort man läßt nicht haben wahr; Der Glaub ist auch verloschen gar Bei allen Menschenkindern. 2. Sie lehren eitel falsche List, Was eigen Witz erfindet; Peo S ein ahr; Bitte und Trost der Kirche. 18⁵ Ihr Herz nicht eines Sinnes ist In Gottes Wort gegründet; Der wählet dies, der andre das, Sie trennen uns ohn alle Maß Und gleißen schön von außen. 3. Gott woll ausrotten alle gar, Die falschen Schein uns lehren, Dazu ihr Zung stolz offenbar Spricht:„Trotz, wer wills uns wehren? Wir haben Recht und Macht allein, Was wir setzen, das gilt gemein; Wer ist, der uns soll meistern?“ 4. Darum spricht Gott:„Ich muß auf sein, Die Armen sind verstöret; Ihr Seufzen dringt zu mir herein, J0 hab ihr Klag erhöret. Mein heilsam Wort soll auf den Plan, Getrost und frisch sie greifen an Und sein die Kraft der Arinen.“ 5 Das Silber, durchs Feuer siebenmal Bewährt, wird lauter funden; An Gottes Wort man warten soll Desgleichen alle Stunden. Es will durchs Kreuz bewähret sein, Da wird sein Kraft erkannt und Schein Und leucht stark in die Lande. 6. Das wollst du, Gott, bewahren rein Vor diesem argen Gschlechte, Und laß uns dir befohlen sein, Daß sichs in uns nicht flechte. Der gottlos Hauf sich umher findt, Wo diese losen Leute sind In deinem Volk erhaben. Dr. Martin Luther, 1483— 1546. 186 Bitte und Trost der Kirche. Mel.: Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen. 143. Christe, du Beistand deiner Kreuz⸗ gemeine, Eile, mit Hilf und Rettung uns erscheine! Steure den Feinden; ihre Blutgerichte Mache zu nichte. 2. Streite doch selber für uns arme Kinder, Wehre dem Teufel, seine Macht verhinder; Alles, was kämpfet wider deine Glieder, Stürze darnieder. 3. Friede bei Kirch und Schulen uns beschere, Friede zugleich der Obrigkeit gewähre. Friede dem Herzen, Friede dem Gewissen Gib zu genießen. 4. Also wird zeitlich deine Güt erhoben, Also wird ewig und ohn Ende loben Dich, o du Wächter deiner armen Herde, Himmel und Erde. Matthäus Apelles v. Löwenstern, 1594— 1648. Mel.: Christus, der ist mein Leben. 144. Die Gnade sei mit allen, Die Gnade unsers Herrn, Des Herrn, dem wir hier wallen Und sehn sein Kommen gern. 2. Auf dem so schmalen Pfade Gelingt uns gar kein Tritt, Es gehe seine Gnade Denn bis zum Ende mit. 3. Auf Gnade darf man trauen, Man traut ihr ohne Reu, Und wenn uns je will grauen, So bleibt der Herr doch treu. — 9988— SEE Bitte und Trost der Kirche. 4. Wird stets der Jammer größer, So glaubt und ruft man noch: Du mächtiger Erlöser, Du kommst; so komme doch! 5. Damit wir nicht erliegen, Muß Gnade mit uns sein; Denn sie flößt zu den Siegen Geduld und Glauben ein. 6. So scheint uns nichts ein Schade, Was man um Jesum mißt; Der Herr hat eine Gnade, Die über alles ist. 7. Bald ist es überwunden Nun durch des Lammes Blut, Das in den schwersten Stunden Die größten Taten tut. 8. Herr, laß es dir gefallen! Noch immer rufen wir: Die Gnade sei mit allen, Die Gnade sei mit mir! Philipp Friedrich Hiller, 1699— 1769. Eigene Melodie. 145.* Ein feste Burg ist unser Gott, Ein gute Wehr und Waffen; Er hilft uns frei aus aller Not, Die uns jetzt hat betroffen. Der alt böse Feind Mit Ernst ers jetzt meint; Groß Macht und viel List Sein grausam Rüstung ist, Auf Erd ist nicht seinsgleichen. 2. Mit unsrer Macht ist nichts getan, Wir sind gar bald verloren; 18 Bitte und Trost der Kirche. Es streit für uns der rechte Mann, 2. Den Gott hat selbst erkoren. Den Fragst du, wer der ist? Erl. Er heißt Jesus Christ, Allu Der Herr Zebaoth, 2 Und ist kein andrer Gott, Ent Das Feld muß er behalten. Der 3. Und wenn die Welt voll Teufel wär Wa Und wollt uns gar verschlingen, 3 So fürchten wir uns nicht so sehr, Der Es soll uns doch gelingen. Err Der Fürst dieser Welt, Die Wie saur er sich stellt, 2 Tut er uns doch nicht; Lei Das macht, er ist gericht; Tro Ein Wörtlein kann ihn fällen. Un⸗ 4. Das Wort sie sollen lassen stahn ö Und kein Dank dazu haben; 4 Er ist bei uns wohl auf dem Plan De Mit seinem Geist und Gaben. Her Nehmen sie den Leib, We Gut, Ehr, Kind und Weib, 8 Laß fahren dahin, Gö Sie habens kein Gewinn, La Das Reich muß uns doch bleiben. He Dr. Martin Luther, 1483— 1546. Mel.: Valet will ich dir geben. 146. Erhalt uns deine Lehre, De Herr, zu der letzten Zeit, 355 Grhalt' dein Reich, vermehre ö Di Dein edle Christenheit, Un Erhalt standhaften Glauben, D Der Hoffnung Leitstern strahl! Laß uns dein Wort nicht rauben In diesem Jammertal. D wär 46. Bitte und Trost der Kirche. 2. Erhalt dein Ehr und wehre Dem, der dir widerspricht; Erleucht, Herr, und bekehre, Allwissend ewig Licht, Was dich bisher nicht kennet; Entdecke doch der Welt, Der du dich Licht genennet, Was ewig dir gefällt. 3. Erhalt, Herr, deine Schafe, Der grimme Wolf kommt an; Erweck aus ihrem Schlafe, Die niemand retten kann Als du, o großer Hirte; Leit uns auf gute Weid, Treib, nähr, erfreu, bewirte Uns in der wüsten Heid. 4. Erhalt uns, Herr, dein Erbe, Dein wertes Heiligtum, Zerreiß, zernicht, verderbe, Was wider deinen Ruhm; Laß dein Gesetz uns führen, Gönn uns dein Himmelbrot, Laß deinen Schmuck uns zieren, Heil uns durch deinen Tod. 5. Erhalt und laß uns hören Dein Wort, das selig macht, Den Spiegel deiner Ehren, Das Licht in dieser Nacht, Daß dieser Brunn uns tränke, Dein Himmelstau uns netz, Uns deine Richtschnur lenke, Dein Honigseim ergetz. 6. Erhalt in Sturm und Wellen Dein Häuflein, laß doch nicht 19⁰ Bitte und Trost der Kirche. Uns Wind und Wetter fäl en, Steur selbst dein Schiff und richt Den Lauf, das wir nicht weichen Vom Ziel der Seligkeit, Des Hafens Ruh erreichen Zu selger Ewigkeit. Adam Gretgen, 1 1660. Eigene Melodie. 147.* Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort Und steure deiner Feinde Mord, Die Jesum Christum, deinen Sohn, Wollen stürzen von deinem Thron. 2. Beweis dein Macht, Herr Jesu Christ, Der du Herr aller Herren bist, Beschirm dein arme Christenheit, Daß sie dich lob in Ewigkeit. 3. Gott heilger Geist, du Tröster wert, Gib deim Volk einen Sinn auf Erd; Steh bei uns in der letzten Not, Gleit uns ins Leben aus dem Tod. Dr. Martin Luther, 1483— 1546. Psalm 67. Eigene Melodie. 148. Es wolle Gott uns gnädig sein Und seinen Segen geben; Sein Antlitz uns mit hellem Schein Erleucht zum ewgen Leben, Daß wir erkennen seine Werk Und was ihm lieb auf Erden, Und Jesus Christus Heil und Stärk Bekannt den Heiden werden Und sie zu Gott bekehren. 60. Wort hrist, ert, 46. Bitte und Trost der Kirche. 191 2. So danken, Gott, und loben dich Die Heiden überalle, Und alle Welt die freue sich Und sing mit großem Schalle, Daß du auf Erden Richter bist Und läßt die Sünd nicht walten; Dein Wort die Hut und Weide ist, Die alles Volk erhalten, In rechter Bahn zu wallen. 3. Es danke, Gott, und lobe dich Das Volk in guten Taten; Das Land bringt Frucht und bessert sich, Dein Wort ist wohlgeraten. Uns segne Vater und der Sohn, Uns segne Gott, der heilge Geist, Dem alle Welt die Ehre tu, Vor ihm sich fürchte allermeist. Nun sprecht von Herzen: Amen! Dr. Martin Luther, 1483—1546. Mel.: Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen. 149. Herr, unser Gott, laß nicht zu Schanden werden Die, so in ihren Nöten und Beschwerden Bei Tag und Nacht auf deine Güte hoffen Und zu dir rufen! 2. Mache zu Schanden alle, die dich hassen, Die sich allein auf ihre Macht verlassen. Ach, kehre dich mit Gnaden zu uns Armen, Laß dichs erbarmen; 3. Und schaff uns Beistand wider unsre Feinde; Wenn du ein Wort sprichst, werden sie bald Freunde, ————— 192 Bitte und Trost der Kirche. Sie müssen Wehr und Waffen niederlegen, Kein Glied mehr regen. 4. Wir haben niemand, dem wir uns vertrauen, Vergebens ists, auf Menschenhilfe bauen; Mit dir wir wollen Taten tun und kämpfen, Die Feinde dämpfen. 5. Du bist der Held, der sie kann untertreten Und das bedrängte kleine Häuflein retten. Wir traun auf dich, wir schrein in Jesu Namen: Hilf, Helfer! Amen. Johann Heermann, 1585— 1647. Mel.: O Jesu Christ, meins Lebens Licht. 150. O Jesu Christe, wahres Licht, Erleuchte, die dich kennen nicht, Und bringe sie zu deiner Herd, Daß ihre Seel auch selig werd. 2. Erfüll mit deinem Gnadenschein, Die in Irrtum verführet sein, Auch die, so heimlich noch ficht an In ihrem Sinn ein falscher Wahn. 3. Und was sich sonst verlaufen hat Von dir, das suche du mit Gnad, Und sein verwundt Gewissen heil, Laß sie am Himmel haben teil. 4. Den Tauben öffne das Gehör, Den Stummen richtig reden lehr, Die nicht bekennen wollen frei, Was ihres Herzens Glaube sei. 5. Erleuchte, die da sind verblendt, Bring her, die sich von uns getrennt, Versammle, die zerstreuet gehn, Mach feste, die im Zweifel stehn. Bitte und Trost der Kirche. 193 6. So werden sie mit uns zugleich Auf Erden und im Himmelreich, Hier zeitlich und dort ewiglich, Für solche Gnade preisen dich. Johann Heermann, 1585— 1647. Mel.: Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen. 151. Schütze die Deinen, die nach dir sich nennen Und dich, o Jesu, vor der Welt bekennen. Laß deinen Händen, wie du selbst verheißen, Nichts sie entreißen. 2. Laß deine Wahrheit rein verkündigt werden. Mach ihre Siege herrlicher auf Erden. Gib Mut und Weisheit denen, die sie lehren, Dein Reich zu mehren. 3. Du hast noch niemals, Herr, dein Wort gebrochen. Führe die Deinen, wie du selbst versprochen, Hu sie endlich aus dem Kampf hienieden um ewgen Frieden. 4. Ewig, o Heiland, sei dein Nam erhoben. Ewig frohlockend müsse dich einst loben, O du Beherrscher deiner schwachen Herde, Himmel und Erde! Casseler Gesangbuch v. 1770. Mel.: Kommt her zu mir, spricht Gottes Sohn. 152. Verzage nicht, du Häuflein klein, Obschon die Feinde willens sein, Dich gänzlich zu verstören, Und suchen deinen Untergang, Davon dir wird recht angst und bang; Es wird nicht lange währen. 13 194 Bitte und Trost der Kirche. 2. Tröste dich nur, daß deine Sach Ist Gottes, dem befiehl die Rach Und laß es ihn nur walten. Er wird durch seinen Gideon, Den er wohl weiß, dir helfen schon, Dich und sein Wort erhalten. 3. So wahr Gott Gott ist und sein Wort, Muß Teufel, Welt und Höllenpfort Und was dem tut anhangen, Endlich werden zu Schand und Spott. Gott ist mit uns und wir mit Gott, Den Sieg wolln wir erlangen. Michael Altenburg, 1584— 1640. Gustav Adolfs Feldlied vor der Schlacht bei Lützen 1632. Psalm 124. Mel.: Wo Gott der Herr nicht bei uns hält. 153. Wär Gott nicht mit uns diese Zeit, So soll Israel sagen, Wär Gott nicht mit uns diese Zeit, Wir müßten gar verzagen, Die so ein armes Häuflein sind, Veracht von so viel Menschenkind, Die an uns setzen alle. 2. Auf uns so zornig ist ihr Sinn; Wo Gott hätt das zugeben, Verschlungen hätten sie uns hin Mit ganzem Leib und Leben; Wir wärn, als die ein Flut ersäuft Und über die groß Wasser läuft Und mit Gewalt verschwemmet. .9298 FE GE SSE SC Bitte und Trost der Kirche. 195 3. Gott Lob und Dank, der nicht zugab, Daß ihr Schlund uns möcht fangen. Wie ein Vogel des Stricks kommt ab, Ist unsre Seel entgangen. Strick ist entzwei, und wir sind frei; Des Herren Name steht uns bei, Des Gotts Himmels und Erden. Wort, Dr. Martin Luther, 1483—1546. Eigene Melodie. 154. Wo Gott der Herr nicht bei uns hält, Wenn unsre Feinde toben, Und er nicht unsrer Sach zufällt lacht Im Himmel hoch dort oben, Wo er Israels Schutz nicht ist Und selber bricht der Feinde List, So ists mit uns verloren. 2. Was Menschenkraft und Witz anfäht, Soll uns billig nicht schrecken, Zeit, Er sitzet an der höchsten Stätt, Der wird ihr'n Rat aufdecken. Wenn sies aufs klügste greifen an, So geht doch Gott ein andre Bahn; Es steht in seinen Händen. 3. Sie wüten fast und fahren her Und tun gar hochvermessen; Zu würgen sihn all ihr Begehr, Gotts ist bei ihn'n vergessen. Wie Meereswellen einhergehn, Nach Leib und Leben sie uns stehn; Des wird sich Gott erbarmen. 4. Sie stellen uns wie Ketzern nach, Nach unserm Blut sie trachten; 13• 196 Bitte und Trost der Kirche. Noch rühmen sie sich Christen hoch, Die Gott allein groß achten. Ach Gott, der teure Name dein Muß ihrer Schalkheit Deckel sein; Du wirst einmal aufwachen. 5. Aufsperren sie den Rachen weit Und wollen uns verschlingen; Lob und Dank sei Gott allezeit, Es wird ihn'n nicht gelingen. Er wird ihrn Strick zerreißen sehr Und stürzen ihre falsche Lehr; Sie werdens Gott nicht wehren. 6. Ach Herr Gott, wie reich tröstest du, Die gänzlich sind verlassen. Die Gnadentür steht nimmer zu, Vernunft kann das nicht fassen, Sie spricht: Es ist nun all's verlorn, Da 990 das Kreuz hat neugeborn, Die deiner Hilfe warten. 7. Die Feind sind all in deiner Hand, Dazu all ihr Gedanken, Ihr Anschlag ist dir wohlbekannt, Hilf nur, daß wir nicht wanken; Vernunft wider den Glauben ficht, Aufs Künftge will sie trauen nicht, Da du wirst selber trösten. 8. Den Himmel und die Erden dein Hast du, Herr Gott, gegründet! Laß leuchten deines Lichtes Schein, Das Herz uns werd entzündet In rechter Lieb des Glaubens dein, Hilf bis ans End beständig sein. Die Welt laß immer murren. Justus Jonas, 1493— 1555. —.— Bitte und Trost der Kirche. 197 Mel.: Zion klagt mit Angst und Schmerzen. 155. Zion, gib dich nur zufrieden, Gott ist noch bei dir darin, Du bist nicht von ihm geschieden; Er hat einen Vatersinn. Wenn er straft, so liebt er auch; Dies ist sein beliebter Brauch. Zion, lerne dies bedenken; Warum willst du dich so kränken? 2. Trelben dich die Meereswellen In der wilden, tiefen See, du Wollen sie dich gar zerschellen, Mußt du rufen ach und weh, Schweigt dein Heiland still dazu, Gleich als schliefe er in Ruh: Zion, laß dich nicht bewegen, 2 Diese Flut wird bald sich legen. 3. Berg und Felsen mögen weichen, ud, Ob sie noch so feste stehn; Ja die ganze Welt desgleichen Möchte gar auch untergehn; Dennoch hat es keine Not In dem Leben und im Tod. Zion, du kannst doch nicht wanken Aus des ewgen Bundes Schranken. 4. Müssen schon allhier die Tränen Deine schönsten Perlen sein, Dringt dein Seufzen und dein Stöhnen Auch in deine Lieder ein, Muß dein Purpur sein das Blut Und der Mangel Hab und Gut: 555 Du k laß dir doch nicht grauen, u kannst deinem Gott vertrauen. 198 Bitte und Trost der Kirche. 5. Droht man dir mit Schmach und Banden, Mit dem Tod und Herzeleid; Ei, du wirst doch nicht zu Schanden, Denk nur an die Ewigkeit. Sei nur fröhlich, wohlgemut; Denn der Herr ists, der es tut. Zion, Gott wird dich schon stärken; Dieses mußt du eben merken. 6. Freue dich, nun kommt das Ende Und der Abend schon herbei; Gib dich nur in Gottes Hände, Der dich nun will machen frei. Für die Trübsal, Spott und Hohn Gibt er dir die Freudenkron. Zion, du wirst wieder lachen; Drum so laß die Welt nur machen. 7. O ihr Engel, Himmelserben, Freuet euch mit Zion hier; Denn die jetzt hat wollen sterben, Soll nun leben für und für Und sich freuen ohne Zahl In dem schönen Himmelssaal. Zion, wer will dich nun scheiden Von dem Lamm und ewgen Freuden? Joachim Pauli, 4 nach 1674. 156. Zion klagt mit Angst und Schmerzen, Eigene Melodie. Zion, Gottes werte Stadt, Die er trägt in seinem Herzen, Die er sich erwählet hat: Ach, spricht sie, wie hat mein Gott Mich verlassen in der Not Und läßt mich so harte pressen, Meiner hat er ganz vergessen! NEν E EE Bitte und Trost der Kirche. 199 den, 2. Der Gott, der mir hat versprochen Seinen Beistand jederzeit, Der läßt sich vergebens suchen Jetzt in meiner Traurigkeit. Ach, will er denn für und für So gar grausam zürnen mir? Kann und will er sich der Armen Jetzt nicht wie vorhin erbarmen? 3. Zion, o du Vielgeliebte, Sprach zu ihr des Herren Mund, Zwar bist du jetzt die Betrübte, Seel und Geist ist dir verwundt; Doch stell alles Trauern ein, Wo mag eine Mutter sein, Die ihr eigen Kind kann hassen Und aus shrer Sorge lassen? 4. Ja, wenn du gleich möchtest finden Einen solchen Muttersinn, Da die Liebe kann verschwinden, So bleib ich doch, wer ich bin. Meine Treue bleibet dir, Zion, o du meine Zier; Du hast mir mein Herz besessen, Deiner kann ich nicht vergessen. 5. Laß dich nicht den Satan blenden, 74. Der sonst nichts als schrecken kann. Siehe, hier in meinen Händen Hab ich dich geschrieben an. zen, Wie mag es denn anders sein? Ich muß ja gedenken dein; Deine Mauern muß ich bauen Und dich fort und fort anschauen. 6. Du bist mir stets vor den Augen, Du liegst mir auf meinem Schoß Wie die Kindlein, die noch saugen; Meine Treu zu dir ist groß. 200 Ausbreitung der Kirche. Dich und mich kann keine Zeit, Keine Not, Gefahr und Streit, Ja der Satan selbst nicht scheiden. Bleib getreu in allem Leiden! Johann Heermann, 1585—1647. II. Ausbreitung der Kirche. Mel.: Valet will ich dir geben. 157. Der du in Todesnächten Erkämpft das Heil der Welt Und dich als den Gerechten Zum Bürgen dargestellt, Der du den Feind bezwungen, Den Himmel aufgetan, Dir stimmen unsre Zungen Ein Halleluja an. 2. Im Himmel und auf Erden Ist alle Macht nun dein, Bis alle Völker werden Zu deinen Füßen sein, Bis die von Süd und Norden, Bis die von Ost und West Sind deine Gäste worden Bei deinem Hochzeitsfest. 3. Noch werden sie geladen, Noch gehn die Boten aus, Um mit dem Ruf der Gnaden Zu füllen dir dein Haus. Es ist kein Preis zu teuer, Es ist kein Weg zu schwer, Hinauszustreun dein Feuer eit über Land und Meer. + 1. 7—* N E VIAI . * 47. e. Ausbreitung der Kirche. 201 4. So sammle deine Herden Dir aus der Völker Zahl, Daß viele selig werden Und ziehn zum Abendmahl. Schleuß auf die her Pforten, Es strömt dein Volk heran; Wo nd nicht Tag geworden, Da zünd dein Feuer an! Mel.: Herzlich tut mich verlangen. 158. Der du zum Heil erschienen Der allerärmsten Welt Und von den Cherubinen Zu Sündern dich gesellt, Den sie mit frechem Stolze Verhöhnt für seine Huld, Als du am dürren Holze Versöhntest ihre Schuld: 2. Damit wir Kinder würden, Gingst du vom Vater aus, Nahmst auf dich unsre Bürden Und bautest uns ein Haus; Von Westen und von Süden, Von Morgen ohne Zahl Sind Gäste nun beschieden Zu deinem Abendmahl. 3. Im schönen Hochzeitskleide, Von allen Flecken rein, Führst du zu deiner Freude Die Völkerscharen ein; Und welchen nichts verkündigt, Kein Heil verheißen war, Die bringen nun entsündigt Dir Preis und Ehre dar. * 20² Ausbreitung der Kirche. 4. Drum kann nicht Friede werden, Bis deine Liebe siegt, Bis dieser Kreis der Erden Zu deinen Füßen liegt, Bis du im neuen Leben Die ausgesöhnte Welt Dem, der sie dir gegeben, Vors Angesicht gestellt. 5. Und siehe, tausend Fürsten Mit Völkern ohne Licht Stehn in der Nacht und dürsten Nach deinem Angesicht; Auch sie hast du gegraben In deinen Priesterschild, Am Borne sie zu laben, Der dir vom Herzen quillt. 6. So sprich dein göttlich Werde, Laß deinen Odem wehn, Daß auf der finstern Erde Die Toten auferstehn, Daß, wo man Teufeln fröhnet Und vor den Götzen kniet, Ein willig Volk versöhnet Zu deinem Tempel zieht! 7. Wir rufen, du wirst hören; Wir fassen, was du sprichst; Dein Wort muß sich bewähren, Womit du Fesseln brichst. Wie viele sind zerbrochen, Wie viele sinds noch nicht! O du, ders uns versprochen, Werd aller Heiden Licht! Albert Knapp,‚, 1708— 1864. 89 2 4. Ausbreitung der Kirche. Eigene Melodie. 159. Eine Herde und ein Hirt! Wie wird dann dir sein, o Erde, Wenn sein Tag erscheinen wird! Freue dich, du kleine Herde, Mach dich auf und werde licht! Jesus hält, was er verspricht. 2. Hüter, ist der Tag noch fern? Schon ergrünt es auf den Weiden, Und die Herrlichkeit des Herrn Nahet dämmernd sich den Heiden, Blinde Pilger flehn um Licht; Jesus hält, was er verspricht. 3. Komm, o komm, getreuer Hirt, Daß die Nacht zum Tage werde! Ach, wie manches Schäflein irrt Fern von dir und deiner Herde! Kleine Herde, zage nicht; Jesus hält, was er verspricht. 4. Sieh, das Heer der Nebel flieht Vor des Morgenrotes Helle, Und der Sohn der Wüste kniet Dürstend an der Lebensquelle, Ihn umleuchtet Morgenlicht; Jesus hält, was er verspricht. 5. Gräber harren aufgetan; Rauscht, verdorrete Gebeine, Macht dem Bundesengel Bahn; Großer Tag des Herrn, erscheine! Jesus ruft: Es werde Licht! Jesus hält, was er verspricht. 6. O des Tags der Herrlichkeit! Jesus Christus, du die Sonne, 20⁴ Ausbreitung der Kirche. Und auf Erden weit und breit Licht und Wahrheit, Fried und Wonne! Mach dich auf, es werde Licht! Jesus hält, was er verspricht. Friedrich Adolf Krummacher, 1767— 1845. Mel.: Wachet auf, ruft uns die Stimme. 160. Einer ists, an dem wir hangen, Der für uns in den Tod gegangen Und uns erkauft mit seinem Blut. Unsre Leiber, unsre Herzen Gehören dir, o Mann der Schmerzen, In deiner Liebe ruht sichs gut. Nimm uns zum Eigentum, Bereite dir zum Ruhm Deine Kinder; Verbirg uns nicht Das Gnadenlicht Von deinem heilgen Angesicht. 2. Nicht wir haben dich erwählet; Du selbst hast unsre Zahl gezählet Nach deinem ewgen Gnadenrat. Unsre Kraft ist schwach und nichtig, Und keiner ist zum Werke tüchtig, Der nicht von dir die Stärke hat. Drum brich den eignen Sinn; Denn Armut ist Gewinn Für den Himmel. Wer in sich schwach, Folgt, Herr, dir nach Und trägt mit Ehren deine Schmach. 3. O Herr Jesu, Ehrenkönig, Die Ernt ist groß, der Schnitter wenig, Drum sende treue Zeugen aus! e 3 — 8 8 DSEDDS VV 93829 Ausbreitung der Kirche. 20⁵ Send auch uns hinaus in Gnaden, Viel frohe Gäste einzuladen Zum Mahl in deines Vaters Haus. Wohl dem, den deine Wahl Beruft zum Abendmahl Im Reich Gottes! Da ruht der Streit, Da währt die Freud Heut, gestern und in Ewigkeit. 4. Schau auf deine Millionen, Die noch im Todesschatten wohnen, Von deinem Himmelreiche fern. Seit Jahrtausenden ist ihnen Kein Evangelium erschienen, Kein gnadenreicher Morgenstern. Glanz der Gerechtigkeit, Geh auf, denn es ist Zeit! Komm, Herr Jesu, Zeuch uns voran Und mach uns Bahn; Gib deine Türen aufgetan! 5. Deine Liebe, deine Wunden, Die uns ein ewges Heil erfunden, Dein treues Herz, das für uns fleht, Wollen wir den Seelen preisen Und auf dein Kreuz so lange weisen, Bis es durch ihre Herzen geht. Denn kräftig ist dein Wort, Es richtet und durchbohrt 0 Geist und Seele; Dein Joch ist süß, Dein Geist gewiß, Und offen steht dein Paradies. 6. Heiland, deine größten Dinge Beginnest du still und geringe. 206 Ausbreitung der Kirche. Was sind wir Armen, Herr, vor dir? Aber du wirst für uns streiten Und uns mit deinen Augen leiten, Auf deine Kraft vertrauen wir. Dein Senfkorn, arm und klein, Wächst endlich ohne Schein Doch zum Baume, Weil du, Herr Christ, Sein Hüter bist, Dem es von Gott vertrauet ist. Albert Knapp, 1798—1864. Mel.: Wachet auf, ruft uns die Stimme. 161. König Jesu, streite, siege, Daß alles bald dir unterliege, Was lebt und webt in dieser Welt. Blick auf deine Friedensboten, Laß wehen deinen Lebensodem Durchs ganze weite Totenfeld. Erhöre unser Flehn Und laß es bald geschehn! Amen, Amen! So rühmen wir Und jauchzen dir Ein Halleluja für und für. Albert Knapp, 1798— 1864. Mel.: Gott des Himmels und der Erden. 162. Licht, das in die Welt gekommen, Sonne voller Glanz und Pracht, Morgenstern, aus Gott entglommen, Treib hinweg die alte Nacht. Zeuch in deinen Wunderschein Bald die ganze Welt hinein. — 6(6668888— 9662 7N — FPENNE IK 864. n/ Ausbreitung der Kirche. 20⁷ 2. Gib dem Wort, das von dir zeuget, Einen recht gepriesnen Lauf, Daß noch manches Knie sich beuget, Sich noch manches Herz tut auf, Eh die Zeit erfüllet ist, Wo du richtest, Jesu Christ. 3. Geh, du Bräutgam, aus der Kammer, Laufe deinen Heldenpfad; Strahle Tröstung in den Jammer, Der die Welt umdunkelt hat; O erleuchte, ewges Wort, Ost und West und Süd und Nord, 4. Und erquick auch unsre Seelen, Mach die Augen hell und klar, Daß wir dich zum Lohn erwählen. Vor den Stolzen uns bewahr; Ja, laß deinen Himmelsschein Unsres Fußes Leuchte sein. Rudolf Ewald Stier, 1800—1862. Mel.: Errett mich, o mein lieber Herre. 163. O daß doch bald dein Feuer brennte, Du unaussprechlich Liebender, Und bald die ganze Welt erkennte, Daß du bist König, Gott und Herr! 2. Zwar brennt es schon in heller Flamme Jetzt hier, jetzt dort in Ost und West, Dir, dem am Kreuz erwürgten Lamme, Ein herrlich Pfingst- und Freudenfest. 3. Und noch entzünden Himmelsfunken So manches kalte, tote Herz Und machen Durstge freudetrunken Und heilen Sünd und Höllenschmerz, 208 Ausbreitung der Kirche. 4 Derbehren Stolz ulld Cigenliebe Und sondern ab, was unrein ist, Und mehren jener Flamme Triebe, Die nur auf dich gerichtet ist. 5. Erwecke, läutre und vereine Des ganzen Christenvolkes Schar Und mach in deinem Gnadenscheine Dein Heil noch jedem offenbar. 6. Du unerschöpfter Quell des Lebens, Allmächtig starker Gotteshauch, Dein Feuermeer ström nicht vergebens; Ach, zünd in unsern Herzen auch! 7. Schmelz alles, was sich trennt, zusammen Und baue deinen Tempel aus; Laß leuchten deine heilgen Flammen Durch deines Vaters ganzes Haus. Beleb, erleucht, erwärm, entflamme Doch bald die ganze weite Welt Und zeig dich jedem Völkerstamme Als Heiland, Friedefürst und Held. 9. Dann tönen dir von Millionen Der Liebe Jubelharmonien, Und alle, die auf Erden wohnen, Knien vor den Thron des Lammes hin. Johann Ludwig Fricker, 4 1766. Mel.: Dir, dir Jehovah, will ich singen. 164.* Wach auf, du Geist der ersten Zeugen, Die auf der Maur als treue Wächter stehn, Die Tag und Nächte nimmer schweigen Und die getrost dem Feind entgegengehn, Ja deren Schall die ganze Wer durerdringt Und aller Völker Scharen zu dir bringt. 8, men Ausbreitung der Kirche. 209 2. O daß dein Feur doch bald entbrennte, O möcht es doch in alle Lande gehn; Ach Herr, gib doch in deine Ernte Viel Knechte, die in treuer Arbeit stehn! O Herr der Ernte, siehe doch darein! Die Ernt ist groß, da wenig Knechte sein. 3. Dein Sohn hat ja mit klaren Worten Uns diese Bitt in unsern Mund gelegt. O siehe, wie an allen Orten Sich deiner Kinder Herz und Sinn bewegt, Dich herzinbrünstig hierum anzuflehn! Drum hör, o Herr, und sprich: Es soll geschehn. 4. So gib dein Wort mit großen Scharen, Die in der Kraft Evangelisten sein, Laß eilend Hilf uns widerfahren Und brich in Satans Reich mit Macht hinein. O breite, Herr, auf weitem Erdenkreis Dein Reich bald aus zu deines Namens Preis! 5. Ach, daß die Hilf aus Zion käme! O, daß dein Geist, so wie dein Wort verspricht, Dein Volk aus dem Gefängnis nähme! O, würd es doch nur bald vor Abend licht! Ach reiß, o Herr, den Himmel bald entzwei Und komm herab zur Hilf und mach uns frei. 6. Ach laß dein Wort recht schnelle laufen; Es sei kein Ort ohn dessen Glanz und Schein! Ach führe bald dadurch mit Haufen Der Heiden Füll in alle Tore ein! Ja, wecke doch auch Israel bald auf Und also segne deines Wortes Lauf! 7. O, bessre Zions wüste Stege, Und was dein Wort im Laufe hindern kann, 14 21⁰ Ausbreitung der Kirche. Das räum, ach räum aus jedem Wege; Vertilg, o Herr, den falschen Glaubenswahn, Und mach uns bald von jedem Mietling frei, Daß Kirch und Schul ein Garten Gottes sei. 8. Laß jede hoh und niedre Schule Die Werkstatt deines guten Geistes sein; Ja, sitze du nur auf dem Stuhle Und präge dich der Jugend selber ein, Daß treuer Lehrer viel und Beter sein, Die für die ganze Kirche flehn und schrein. 9. Herr, zürne nicht, daß ich so bitte, Da ich vor dir nur Staub und Asche bin. Du, als der Brunnquell aller Güte, Gibst selber mir etwas von deinem Sinn, Daß mich der Menschen Elend jammern kann; Drum bitt ich, Herr, o nimm mein Bitten an! Karl Heinrich v. Bogatzky, 1690— 1774. Mel.: Wachet auf, ruft uns die Stimme. 165. Zieht in Frieden eure Pfade! Mit euch des großen Gottes Gnade Und seiner heilgen Engel Wacht! Wenn euch Jesu Hände schirmen, Gehts unter Sonnenschein und Stürmen Getrost und froh bei Tag und Nacht. Lebt wohl, lebt wohl im Herrn! Er sei euch nimmer fern Spät und frühe! Vergeßt uns nicht In seinem Licht Und wenn ihr sucht sein Angesicht. Gustav Friedrich Ludwig Knak, 1806— 1878. 211 II. Kirchwei ahn, ö 11 5 frei, Einführung von Pfarrern. Mel.: Wie schön leuchtet der Morgenstern. n 166. Gott Vater, aller Dinge Grund, Gib deinen Vaternamen kund ö An diesem heilgen Orte! — Wie lieblich ist die Stätte hier! rein. Die Herzen wallen auf zu dir; E Hier ist des Himmels Pforte. bin. Wohne, throne ö Hier bei Sündern als bei Kindern inn, Voller Klarheit; nern Heilge uns in deiner Wahrheit. 2. Sohn Gottes, Herr der Herrlichkeit, wan! Dies Gotteshaus ist dir geweiht, 774. O laß dirs wohlgefallen! ö Hier schalle dein lebendig Wort, Dein Segen walte fort und fort In diesen Friedenshallen. Einheit, Reinheit Gib den Herzen; Angst und Schmerzen Tilg in Gnaden Und nimm von uns allen Schaden. en 3. Gott heilger Geist, du wertes Licht, Wend her dein göttlich Angesicht, Daß wir erleuchtet werden! Gieß über uns und dieses Haus Dich mit allmächtgen Flammen aus, Mach himmlisch uns auf Erden. Lehrer, Hörer, 3 Kinder, Väter, früher, später 878. Gehts zum Sterben; Hilf uns Jesu Reich ererben. 14* 21² Kirchweih und Einführung ꝛc. 4. Dreieinger Gott! Lob, Dank und Preis Sei dir vom Kinde bis zum Greis Für dies dein Haus gesungen! Du hasts geschenkt und auferbaut, Dir ists geheiligt und vertraut Mit Herzen, Händen, Zungen. Ach, hier sind wir Noch in Hütten, Herr, wir bitten: Stell uns droben In den Tempel, dich zu loben! Albert Knapp, 1798— 1864. Mel.: Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen. 167. O Herr, vor dem sich Erd und Himmel beuget, Du Gottessohn, von lehn keit gezeuget, Blick auf der Deinen Flehn und Dankeslieder Huldreich hernieder! 2. Dies Haus, o Herr, ist deinem Dienst geweihet; Hier schmecken deine Gläubgen hocher zenet Das Blut, den Leib, den du zu unserm Leben Dahingegeben. 3. Hier wird in deinem hei lgen Wasserbade Die Schuld getilgt, geheilt der Seelenschade; Hier weihen wir, o Todesüberwinder, Dir unsre Kinder. 4. Hier finden Kranke Heilung, Kraft die Müden, Die Blinden Licht, die Sünder Seelenfrieden; Hier atmen freier bei des Lebens Schmerzen Die nen Herzen. Des Ewgen Vorhof ist an diesem Orte, Das WOeilintum des Herrn, des Himmels Pforte, reis Kirchweih und Einführung ꝛc. 213 Stets offen allen, die dem ewgen Leben Entgegenstreben. 6. Mag bei der Stürme Wüten alles zittern, Die Kirche steht ein Fels in Ungewittern Und bleibet bei der Hölle wildstem Trutze In Christi Schutze. 7. Drum freun wir uns der heilgen Tempel⸗ weihe Und bitten: Herr, Allgütiger, verleihe, Daß uns geleite dein mildreicher Segen Auf allen Wegen! 8. Nichts raube uns des Herzens fromme Freude, Oft kehre dieser Tag zurück, oft weide Dein Volk, o Herr, sich an den Himmelsgaben, Die hier uns laben. 9. Lob und Anbetung töne dir, o Vater, Dir Gottes Sohn, dir Tröster und Berater! Lehr uns, dein Volk, durch alle Ewigkeiten Dein Lob ausbreiten. 59— 5 Alte Kirche. Mel.: Werde munter, mein Gemüte. 168. Hilf uns, Herr, in allen Dingen, Daß wir unser Amt und Werk Wohl anfangen und vollbringen, Gib uns Weisheit, Kraft und Stärk. Ohne deine Hilf und Gunst Ist all unser Werk umsonst; Hilf uns, Herr, in allen Dingen Und laß alles wohlgelingen. 2. Hilf uns, Herr, an allen Orten, Wo wir dein bedürftig sein; Brich der Hölle Macht und Pforten Und gib deinem Häufelein, 214 Kirchweih und Einführung ꝛc. Deiner armen Christenheit, Liebe, Fried und Einigkeit. Hilf uns, Herr, in allen Dingen Und laß alles wohlgelingen. 3. Hilf uns, Herr, in allen Nöten, Aller Trübsal und Gefahr; Laß uns keine Drangsal töten, Nimm doch unser also wahr, Daß Kreuz, Elend und Verdruß Uns zum besten dienen muß. Hilf uns, Herr, in allen Dingen Und laß alles wohlgelingen. 4. Hilf uns, Herr, aus allem Leide In der letzten Todesnot, Laß uns fahren hin mit Freude Und durch deinen bittern Tod Kommen in das Paradeis, Uns zur Freude, dir zum Preis. Hilf uns, Herr, in allen Dingen Und laß alles wohlgelingen. 5. Hilf uns, Herr, in letzten Zügen, Hilf nach unsrer Zuversicht, Laß uns ritterlich obsiegen Und zu Schanden werden nicht. O Herr Jesu, deine Hand Leist uns Hilfe und Beistand, Daß wir nach vollbrachtem Ringen Lob und Dank dir ewig singen. Martin Rinckart‚, 1586—1649. Mel.: Wie schön leuchtet der Morgenstern. 169. O Jesu, Herr der Herrlichkeit, Du König deiner Christenheit, Du Hirte deiner Herde, Du siehst auf die erlöste Welt, G S —SSe —0 — 49. Kirchweih und Einführung ꝛc. 215 Regierst sie, wie es dir gefällt, Sorgst, daß sie selig werde! Von dir sind wir Auch erwählet, zugezählet Den Erlösten, Die du segnen willst und trösten. 2. Wohl deinem Volk, daß du es liebst, Nach deinem Sinn ihm Hirten gibst, Die es zum Himmel führen, Und die voll Eifer, Geist und Kraft, Voll Glaubens, Liebe, Wissenschaft Das Herz der Sünder rühren. Treue Hirten Laß den Seelen niemals fehlen Und die Herden Mit den Hirten selig werden. 3. Wir nehmen hier von deiner Hand Den Lehrer, den du uns gesandt. Aie. segne seine Werke! ie Seelen, die sich ihm vertraun, Durch Lehr und Leben zu erbaun, Gib Weisheit ihm und Stärke. Lehr ihn, hilf ihm Tun und leiden, dulden, streiten, Beten, wachen, Selig sich und uns zu machen. 4. Herr, deinen Geist laß auf ihm ruhn, Laß ihn sein Amt mit Freuden tun, Nichts sei, das ihn betrübe. Wenn er uns deine Wahrheit lehrt, Gib uns ein Herz, das folgsam hört, Ein Herz voll treuer Liebe. Lehrer, Hörer Laß in Freundschaft und Gemeinschaft Feste stehen Und den Weg zum Himmel gehen. 216 Wort Gottes. 5. Wenn einst dein großer Tag erscheint, Laß unsern Lehrer, unsern Freund Uns dir entgegenführen. Du hast die Seelen all gezählt, Du willst es nicht, daß eine fehlt, Laß keine ihn verlieren. Jesu, hilf du, Reich die Hände, daß am Ende Hirt und Herde Treu von dir erfunden werde. 6. Sei uns gesegnet, Knecht des Herrn, Du kommst im Namen unsers Herrn, In Jesu Christi Namen. O Hirte, nimm uns bei der Hand, Führ uns zum ewgen Vaterland. Gott mit dir, Amen, Amen! Mit dir gehn wir Durch die Leiden dieser Zeiten Zu dem Leben, Das uns unser Gott will geben. Johann Daniel Karl Bickel, 1737— 1809. D. Jieder von den Gnadenmitteln. IJ. Wort Gottes. Mel.: Was Gott tut, das ist wohlgetan. 170. Dein Wort, o Herr, ist milder Tau Für trostbedürftge Seelen; Laß keiner Pflanze deiner Au Den Himmelsbalsam fehlen; Erquickt durch ihn Laß jede blühn 1 — ¶MA——— heint, rrn, 809. Tau Wort Gottes. 21⁷ Und in der Zukunft Tagen Dir Frucht und Samen tragen. 2. Dein Wort ist, Herr, ein Flammen⸗ Ein Keil, der Felsen spaltet, schwert, Ein Feuer, das im Herzen zehrt Und Mark und Bein durchschaltet. O, laß dein Wort Noch fort und fort Der Sünde Macht zerscheitern Und alle Herzen läutern! 3. Dein Wort ist uns der Wunderstern Für unsre Pilgerreise; Es führt auch Toren hin zum Herrn Und macht die Einfalt weise. Dein Himmelslicht Verlösch uns nicht Und leucht in jede Seele, Daß keine dich verfehle. 4. Ich suchte Trost und fand ihn nicht; Da ward das Wort der Gnade Mein Labsal, meine Zuversicht, Die Fackel meiner Pfade. Sie zeigte mir Den Weg zu dir Und leuchtet meinen Schritten Bis zu den ewgen Hütten. 5. Nun halt ich mich mit festem Sinn Zu dir, dem sichern Horte; Wo wendet ich mich anders hin? Herr, du hast Lebensworte. Noch hör ich dein: „Komm, du bist mein!“ Das rief mir nicht vergebens, Ein Wort des ewgen Lebens. 21⁸ Wort Gottes. 6. Auf immer gilt dein Segensbund, Dein Wort ist Ja und Amen. Nie weich es mir aus„Geist und Mund Und nie von unserm Samen. Laß immerfort Dein helles Wort In allen Lebenszeiten Uns trösten, warnen, leiten. 7. O sende bald von Ort zu Ort Den Durst nach deinen Lehren, Den Hunger aus, dein Lebenswort Und deinen Geist⸗ zu hören; Und send ein Heer Von Meer zu Meer, Der Herzen Durst zu stillen Und dir dein Reich zu füllen. Mel.: Ach Gott und Herr. 171. Gott ist mein Hort, Und auf sein Wort Soll meine Seele trauen. N Ich wandle hier, Mein Gott, vor dir Im Glauben, nicht im Schauen. 2. Dein Wort ist wahr; Laß immerdar Mich seine Kräfte schmecken; Laß keinen Spott O Herr, mein Gott, Mich von dem Glauben schrecken. 3. Wo hätt ich Licht, Wofern mich nicht Dein Wort die Wahrheit lehrte? Karl Bernhard Garve, 1763— 1841. Vẽe OesE /0 V/ES539 —— n ——— Wort Gottes. 219 Gott, ohne sie Verstünd ich nie, Wie ich dich würdig ehrte. 4. Dein Wort erklärt Der Seele Wert, Unsterblichkeit und Leben; Zur Ewigkeit Ist diese Zeit Von dir mir übergeben. 5. Dein ewgen Rat, Die Missetat Der Sünder zu versühnen, Den kennt ich nicht, Wär mir dies Licht Nicht durch dein Wort erschienen. 6. Nun darf mein Herz In Reu und Schmerz Der Sünden nicht verzagen; Nein, du verzeihst, Lehrst meinen Geist Ein gläubig Abba sagen. 7. Mich zu erneun, Mich dir zu weihn, Ist meines Heils Geschäfte. Durch meine Müh Vermag ichs nie; Dein Wort gibt mir die Kräfte. 8. Herr, unser Hort, Laß uns dies Wort; Denn du hasts uns gegeben. Es sei mein Teil, Es sei mir Heil Und Kraft zum ewgen Leben. Christian Fürchtegott Gellert, 1715—1769. Wort: Gottes. — Mel.: O dn Liebe meiner Liebe. 172. Herr, dein Wort, die edle Gabe, Diesen Schatz erhalte mir; Denn ich zieh es aller Habe Und dem größten Reichtum für. Wenn dein Wort nicht mehr, soll gelten, Worauf soll der Glaube ruhn? Mir ists nicht um tausend Welten, Aber um dein Wort zu tun. 2. Hallelujal Ja und Amen! Herr, du wollest auf mich sehn, Daß ich mög in deinem Namen Fest bei deinem Worte stehn. Laß mich eifrig sein beflissen, Dir zu dienen früh und spat, Und zugleich zu deinen Füßen Sitzen, wie Maria tat. Nikolaus Ludwig Graf v. Zinzendorf, 1700— 1760. Mel.: Gott des Himmels und der Erden. 173. Teures Wort aus Gottes Munde, Das mir lauter Segen trägt, Dich allein hab ich zum Grunde Meiner Seligkeit gelegt; In dir treff ich alles an, Was zu Gott mich führen kann. 2. Will ich einen Vorschmack haben, Welcher nach dem Himmel schmeckt, So kannst du uuner herrlich laben, Weil bei dir ein Tisch gedeckt, Der mir lauter Manna schenkt Und mit Lebenswasser tränkt. 3. Du, mein Paradies auf Erden, Schließ mich stets im Glauben ein; 1760. Wort Gottes. Laß mich täglich klüger werden, Daß dein heller Gnadenschein Mir bis in die Seele dringt Und die Frucht des Lebens bringt. 4. Geist der Gnade, der im Worte Mich an Gottes Herze legt, Offne mir des Himmels Pforte, Daß mein Geist hier recht erwägt, Was für Schätze Gottes Hand Durch sein Wort ihm zugesandt. 5. Lasse mich in diesen Schranken Sonder eitle Sorgen sein. Schließe mich mit dem Gedanken In ein stilles Wesen ein, Daß die Welt mich gar nicht stört, Wenn mein Herz dich reden hört. 6. Gib dem Samkorn einen Acker, Der die Frucht nicht schuldig bleibt; Mache mir die Augen wacker, Und was hier dein Finger schreibt, Präge meinem Herzen ein, Laß den Zweifel ferne sein. 7. Was ich lese, laß mich merken, Was du sagest, laß mich tun. Wird dein Wort den Glauben stärken, Laß es nicht dabei beruhn, Sondern gib, daß auch dabei Ihm das Leben ähnlich sei. 8. Hilf, daß alle meine Wege Nur nach dieser Richtschnur gehn. Was ich hier zu Grunde lege, üsse wie ein Felsen stehn, Daß mein Geist auch Rat und Tat In den größten Nöten hat. 2²² Wort Gottes. 9. Laß dein Wort mir einen Spiegel In der Folge Jesu sein. Drücke drauf ein Gnadensiegel, Schließ den Schatz im Herzen ein, Daß ich fest im Glauben steh, Bis ich dort zum Schauen geh. Benjamin Schmolck, 1672— 1737. Mel.: Es ist gewißlich an der Zeit. 174. Wir Menschen sind zu dem, o Gott, Was geistlich ist, untüchtig; Dein Wesen, Wille und Gebot Ist viel zu hoch und wichtig. Wir wissens und verstehens nicht, Wo uns dein göttlich Wort und Licht Den Weg zu dir nicht weiset. 2. Drum sind vor Zeiten ausgesandt Propheten, deine Knechte, Daß durch sie würde wohlbekannt Dein heilger Will und Rechte. Zum letzten ist dein lieber Sohn, O Vater, von des Himmels Thron Selbst kommen uns zu lehren. 3. Für solches Heil sei, Herr, gepreist, Laß uns dabei verbleiben Und gib uns deinen heilgen Geist, Daß wir dem Worte gläuben, Dasselb annehmen jederzeit Mit Sanftmut, Ehre, Lieb und Freud Als Gottes, nicht der Menschen. 4. Hilf, daß der losen Spötter Hauf Uns nicht vom Wort abwende; Denn ihr Gespött samt ihnen drauf! Mit Schrecken nimmt ein Ende. tt, Wort Gottes. 2²3 Gib du selbst deinem Donner Kraft, Daß deine Lehre in uns haft, Auch reichlich bei uns wohne. 5. Offn uns die Ohren und das Herz, Daß wir das Wort recht fassen, In Lieb und Leid, in Freud und Schmerz Es aus der Acht nicht lassen; Daß wir nicht Hörer nur allein Des Wortes, sondern Täter sein, Frucht hundertfältig bringen. 6. Am Weg der Same wird sofort Vom Teufel hingenommen. In Fels und Steinen kann das Wort Die Wurzel nicht bekommen. Der Same, so in Dornen fällt, Von Sorg und Wollust dieser Welt Verdirbet und ersticket. 7. Ach hilf, Herr, daß wir werden gleich Dem guten, fruchtbarn Lande Und sein an guten Werken reich In unserm Amt und Stande; Viel Früchte bringen in Geduld, Bewahren deine Lehr und Huld In feinem, gutem Herzen. 8. Laß uns, so lang wir leben hier, Den Weg der Sünder meiden; Gib, daß wir halten fest an dir In Anfechtung und Leiden; Rott aus die Dornen allzumal, Hilf uns die Weltsorg überall Und böse Lüste dämpfen. 9. Dein Wort, o Herr, laß allweg sein Die Leuchte unsern Füßen; Erhalt es bei uns klar und rein; Hilf, daß wir draus genießen 22⁴4 Wort Gottes. Kraft, Rat und Trost in aller Not, Daß wir im Leben und im Tod Beständig darauf trauen. 10. Gott Vater, laß zu deiner Ehr Dein Wort sich weit ausbreiten. Hilf, Jesu, daß uns deine Lehr Erleuchten mög und leiten. O heilger Geist, dein göttlich Wort Laß in uns wirken fort und fort Glaub, Lieb, Geduld und Hoffnung. David Denicke, 1603—1680. Mel.: Jesu, meine Freude. 175. Wort des höchsten Mundes, Engel meines Bundes, Jesu, unser Ruhm! Bald, da wir gefallen, Ließest du erschallen Evangelium: Eine Kraft, die Glauben schafft, Eine Botschaft, die zum Leben Uns von dir gegeben. 2. Was dein Wohlgefallen Vor der Zeit uns allen Fest bestimmet hat, Was der Opfer Schatten Vorgebildet hatten, Das vollführt dein Rat; Was die Schrift verspricht, das trifft Alles ein in deinem Namen Und ist Ja und Amen. 3. Alles ist vollendet, Jesu Gnade wendet Allen Zorn und Schuld. Wort Gottes. Jesus ist gestorben, Jesus hat erworben Alle Gnad und Huld. Auch ist dies fürwahr gewiß: Jesus lebt in Preis und Ehre; O erwünschte Lehre! 4. Uns in Sünden Toten Machen Jesu Boten Dieses Leben kund. Lieblich sind die Füße Und die Lehren süße, Teuer ist der Bund. Aller Welt wird nun vermeldt Durch der guten Botschaft Lehre, Daß man sich bekehre. 5. Kommt, zerknirschte Herzen, Die in bittern Schmerzen Das Gesetz zerschlug; Kommt zu dessen Gnaden, Der für euch beladen Alle Schmerzen trug. Jesu Blut stärkt euren Mut. Gott ist hier, der euch geliebet Und die Schuld vergibet. 6. Dieser Grund bestehet; Wenn die Welt vergehet, Fällt er doch nicht ein. Darauf will ich bauen, So soll mein Vertrauen Evangelisch sein; Auch will ich nun würdiglich Dieser Kraft, die mir gegeben, Evangelisch leben. 7. Jesu, deine Stärke Schaffet diese Werke; 15 226 Taufe. Stehe du mir bei! x Nichts kann uns nun scheiden, Ar Hilf, daß auch mein Leiden De Evangelisch sei. De Auch laß mich einstmals auf dich, Un Als ein Kind mit dir zu erben, Evangelisch sterben. FI Heinrich Kornelius Hecker, 1699— 1743. Ir II. Taufe(und Konfirmation). Wĩ Eigene Melodie. 176. Christ unser Herr zum Jordan kam 3 Nach seines Vaters Willen, Von Sankt Johann die Taufe nahm, Sein Amt nun zu erfüllen; G Da wollt er stiften uns ein Bad, Di Zu waschen uns von Sünden,— Ersäufen auch den bittern Tod—8 Durch sein selbst Blut und Wunden; Es galt ein neues Leben. 5 2. So hört und merket alle wohl, Was Gott heißt selbst die Taufe 955 Und was ein Christe glauben soll, Zu meiden Ketzerhaufen. D Gott spricht und will, daß Wasser sei, U Doch nicht allein schlecht Wasser, Tũ Sein heilig Wort ist auch dabei Mit reichem Geist ohnmaßen, Al Der ist allhier der Täufer. 3. Solchs hat er uns beweiset klar Mit Bildern und mit Worten; Des Vaters Stimm man offenbar Daselbst am Jordan hörte. W im Taufe. 2²⁷ Er sprach: Das ist mein lieber Sohn, An dem ich hab Gefallen, Den will ich euch befohlen han, Daß ihr ihn höret alle Und folget seinen Lehren. 4. Auch Gottes Sohn hier selber steht »In seiner zarten Menschheit, Der heilge Geist herniederfährt, In Taubenbild verkleidet, Daß wir nicht sollen zweifeln dran, Wenn wir getaufet werden, All drei Person getaufet han, Damit bei uns auf Erden Zu wohnen sich ergeben. 5. Sein Jüngern heißt der Herre Christ: Geht hin, all Welt zu lehren, Daß sie verlorn in Sünden ist, Sich soll zur Buße kehren. Wer gläubet und sich taufen läßt, Soll dadurch selig werden, Ein neugeborner Mensch er heißt, Der nicht mehr könne sterben, Das Himmelreich soll erben. 6. Wer nicht gläubt dieser großen Gnad, Der bleibt in seinen Sünden Und ist verdammt zum ewgen Tod Tief in der Höllen Grunde. Nichts hilft sein eigne Heiligkeit, All sein Tun ist verloren, Die Erbsünd machts zur Nichtigkeit, Darin er ist geboren; Er mag sich selbst nicht helfen. 7. Das Aug allein das Wasser sieht, Wie Menschen Wasser gießen, 15· 228 Des Blutes Jesu Christi, Und ist vor ihm ein rote Flut, Von Christi Blut gefärbet, Die allen Schaden heilen tut, Von Adam her geerbet, Auch von uns selbst begangen. Dr. Martin Luther, 1483— 1546. 0 Mel.: Liebster Jesu, wir sind hier. 177. Herr, wir stehen hier vor dir; Laß dies Kind auf unsern Armen Dir gefallen, bitten wir, Und erzeige dein Erbarmen, Daß es dein Kind hier auf Erden Und im Himmel möge werden. 2. Wasch es, o Herr Jesu, rein Durch dein Blut von seinen Sünden, Laß es deinen Geist erneun Und mit dir genau verbinden. Da wir ihm den Namen geben, Schreib es in dein Buch zum Leben. 3. Hirte, nimm dies Schäflein an! Haupt, mach es zu deinem Gliede! Lehrer, zeig ihm deine Bahn! Friedefürst, sei du sein Friede! König, laß es deinen Willen Künftig immer treu erfüllen! 4. Laß uns alle in der Welt Als rechtschaffne Christen leben, Endlich auch, wenn dirs gefällt, Christlich unsern Geist aufgeben Und im Himmel zu den Frommen, Zu den wahren Christen kommen. Casseler Gesangbuch v. 1770. ISSEE —— E Taufe. 2²9 Mel.: Wer nur den lieben Gott läßt walten. 178.* Ich bin getauft auf deinen Namen, Gott Vater, Sohn und heilger Geist, Ich bin gezählt zu deinem Samen, Zum Volk, das dir geheiligt heißt. Ich bin in Christum eingesenkt; Ich bin mit seinem Geist beschenkt. 2. Du hast zu deinem Kind und Erben, Mein lieber Vater, mich erklärt. Du hast die Frucht von deinem Sterben, Mein treuer Heiland, mir gewährt. Du willst in aller Not und Pein, O guter Geist, mein Tröster sein. 3. Doch hab ich dir auch Furcht und Liebe, Treu und Gehorsam zugesagt; Ich habe mich aus reinem Triebe Dein Eigentum zu sein gewagt; Hingegen sagt ich bis ins Grab Des Satans schnöden Werken ab. 4. Mein treuer Gott, auf deiner Seite Bleibt dieser Bund wohl feste stehn; Wenn aber ich ihn überschreite, So laß mich nicht verloren gehn; Nimm mich, dein Kind, zu Gnaden an, Wenn ich hab einen Fall getan. 5. Ich Run dir, mein Gott, aufs neue Leib, Seel und Herz zum Opfer hin; Erwecke mich zu neuer Treue Und nimm Besitz von meinem Sinn. Es sei in mir kein Tropfen Blut, Der nicht, Herr, deinen Willen tut. 6. Weich, weich, du Fürst der Finsternisse, Ich bleibe mit dir unvermengt; Hier ist zwar ein befleckt Gewissen, Jedoch mit Jesu Blut besprengt. 230 Taufe. Weich, eitle Welt, du Sünde, weich; Gott hört es, ich entsage euch. 7. Laß diesen Vorsatz nimmer wanken, Gott Vater, Sohn und heilger Geist; Halt mich in deines Bundes Schranken, Bis mich dein Wille sterben heißt. So leb ich dir, so sterb ich dir, So lob ich dich dort für und für. Johann Jakob Rambach, 1693— 1735. Mel.: Zeuch ein zu deinen Toren. 179. Lasset die Kindlein kommen Zu mir, spricht Gottes Sohn, Sie sind mein Freud und Wonne, Ich bin ihr Schild und Kron; Auch für die Kindelein, Daß sie nicht wärn verloren, Bin ich ein Kind geboren; Drum sie mein eigen sein. 2. Der Herr gar freundlich küsset Und herzt die Kindelein, Bezeugt mit Worten süße, Der Himmel ihr soll sein, Dieweil sein teures Blut, Das aus sein heilgen Wunden Am Kreuzesstamm geronnen, Auch ihnen kommt zu gut. 3. Drum nach Christi Verlangen Bringet die Kindlein her, Damit sie Gnad erlangen, Niemand es ihnen wehr. Führet sie Christo zu; Er will sich ihr erbarmen, Legt sie in seine Arme, Darin sie finden Ruh. — IE 6 00 83 5SA-r— D;/ 9 2³..2255 62 Dort bei der Engel Schar. Kornelius Becker, 1561— 1604. Mel.: Alle Menschen müssen sterben. 180. Lasset mich voll Freuden sprechen: Ich bin ein getaufter Christ, Der bei menschlichen Gebrechen Dennoch ein Kind Gottes ist! Was sind alle Schätze nütze, Da ich einen Schatz besitze, Der mir alles Heil gebracht Und mich ewig selig macht. 2. Keine Sünde macht mir bange, Ich bin ein getaufter Christ! Denn ich weiß gewiß, so lange Dieser Trost im Herzen ist, Kann ich mich von Angst der Sünden, Jesu, durch dein Blut entbinden, Weil das teure Wasserbad Mich damit besprenget hat. 3. Satan, laß dir dieses sagen: Ich bin ein getaufter Christ! Und damit kann ich dich schlagen, Ob du noch so grausam bist. Da ich bin zur Taufe kommen, Ist dir alle Macht genommen, Und von deiner Tyrannei Machet Gottes Bund mich frei. 2 Taufe. 4. Freudig sag ich, wenn ich sterbe: Ich bin ein getaufter Christ! Denn das bringet mich zum Erbe, Das im Himmel droben ist. Lieg ich gleich im Todesstaube, So versichert mir der Glaube, Daß mir auch der Taufe Kraft Leib und Leben wiederschafft. 5. Nun so soll ein solcher Segen Mir ein Trost des Lebens sein. Muß ich mich zu Grabe legen, Schlaf ich auch auf solchen ein. Ob mir Herz und Augen brechen, Soll die Seele dennoch sprechen: Ich bin ein getaufter Christ, Der nun ewig selig ist. Erdmann Neumeister‚, 1671— 1756. Mel.: Liebster Jesu, wir sind hier. 181. Liebster Jesu, hier sind wir, Deinem Worte nachzuleben. Dieses Kindlein kommt zu dir, Weil du den Befehl gegeben, Daß man sie zu Christo führe, Denn das Himmelreich ist ihre. 2. Ja, es schallet allermeist Dieses Wort in unsern Ohren: „Wer durch Wasser und durch Geist Nicht zuvor ist neu geboren, Wird von dir nicht aufgenommen Und in Gottes Reich nicht kommen.“ 3. Darum eilen wir zu dir, Nimm das Pfand von unsern Armen; Tritt mit deinem Glanz herfür Und erzeige dein Erbarmen, Konfirmation. 233 Daß es dein Kind hier auf Erden Und im Himmel möge werden. 4. Wasch es, Jesu, durch dein Blut Von den angeerbten Flecken, Und zugleich mit dieser Flut Laß es dein Verdienst bedecken; Schenk ihm deiner Unschuld Seide, Daß es ganz in dich sich kleide. 5. Hirte, nimm dein Schäflein an! Haupt, mach es zu deinem Gliede! Himmelsweg, zeig ihm die Bahn! Friedefürst, schenk ihm den Friede! Weinstock, hilf, daß diese Rebe Auch im Glauben dich umgebel 6. Nun, wir legen an dein Herz, Was von Herzen ist gegangen; Führ die Seufzer himmelwärts Und erfülle das Verlangen; Ja, den Namen, den wir geben, Schreib ins Lebensbuch zum Leben. Benjamin Schmolck, 1672— 1737. Konfirmation. Mel.: O du Liebe meiner Liebe. 182. Bei dir, Jesu, will ich bleiben, Stets in deinem Dienste stehn; Nichts soll mich von dir vertreiben, Will auf deinen Wegen gehn. Du bist meines Lebens Leben, Meiner Seele Trieb und Kraft, Wie der Weinstock seinen Reben Zuströmt Kraft und Lebenssaft. 234 Konfirmation. 2. Könnt ichs irgend besser haben Als bei dir, der allezeit So viel tausend Gnadengaben Für mich Armen hat bereit? Könnt ich je getroster werden Als bei dir, Herr Jesu Christ, Dem im Himmel und auf Erden Alle Macht gegeben ist? 3. Wo ist solch ein Herr zu finden, Der, was Jesus tat, mir tut, Mich erkauft von Tod und Sünden Mit dem eignen teuren Blut? Sollt ich dem nicht angehören, Der sein Leben für mich gab? Sollt ich ihm nicht Treue schwören, Treue bis in Tod und Grab? 4. Ja, Herr Jesu, bei dir bleib ich So in Freude wie in Leid; Bei dir bleib ich, dir verschreib ich Mich in Zeit und Ewigkeit. Deines Winks bin ich gewärtig, Auch des Rufs aus dieser Welt; Denn der ist zum Sterben fertig, Der sich lebend zu dir hält. 5. Bleib mir nah auf dieser Erden, Bleib auch, wenn mein Tag sich neigt, Wenn es nun will Abend werden Und die Nacht hernieder steigt! Lege segnend dann die Hände ö Mir aufs müde, schwache Haupt, Sprich dann: Kind, hier gehts zu Ende, Aber dort lebt, wer hier glaubt! 6. Bleib mir dann zur Seite stehen, Wann mir Grauen macht der Tod = +— 9 7— IA 7 63 ä‚RRRRA Konfirmation. 235⁵5 Als das kühle, scharfe Wehen Vor des Himmels Morgenrot. Wird mein Auge dunkler, trüber, Dann erleuchte meinen Geist, Daß ich fröhlich zieh hinüber, Wie man nach der Heimat reist. Karl Johann Philipp Spitta, 1801— 1859. Mel.: Jesu, meines Lebens Leben. 183. Jesu, meiner Seele Leben, Meines Herzens höchste Freud, Dir will ich mich ganz ergeben Jetzo und in Ewigkeit. Meinen Gott will ich dich nennen Und vor aller Welt bekennen, Daß ich dein bin und du mein, Ich will keines andern sein. 2. Deine Güt hat mich umfangen, Als mich erst die Welt empfing; Dir bin ich schon angehangen, Als an Mutterbrust ich hing; Dein Schoß hat mich aufgenommen, Da ich erst ans Licht gekommen. Ich bin dein, und du bist mein, Ich will keines andern sein. 3. Irr ich, sucht mich deine Liebe; Fall ich, hilfet sie mir auf; Ist es, daß ich mich betrübe, Tröst sie mich in meinem Lauf; Bin ich arm, sie gibt mir Güter; Schlaf ich ein, sie ist mein Hüter. Ich bin dein, und du bist mein, Ich will keines andern sein. 4. Ja, in meinem ganzen⸗ Leben Hat mich stets dein Licht geführt; 3 Konfirmation. Du hast, was ich hab, gegeben, Du hast meinen Lauf regiert; Deine Güt, die täglich währet, Hat mich immerdar ernähret. Ich bin dein, und du bist mein, Ich will keines andern sein. 5. Dein Geist zeiget mir das Erbe, Das im Himmel beigelegt; Ich weiß, wenn ich heute sterbe, Wo man meine Seel hinträgt: Zu dir, Jesu, in die Freude. Trotz dem, der mich von dir scheide! Ich bin dein, und du bist mein, Ich will keines andern sein. 6. Drum, ich sterbe oder lebe, Bleib ich doch dein Eigentum; Dir ich völlig mich ergebe; Du bist meiner Seele Ruhm, Meine Zuversicht und Freude, Meine Süßigkeit im Leide. Ich bin dein, und du bist mein, Ich will keines andern sein. Christian Scriver, 1629— 1693. Mel.: Was mein Gott will, gescheh allzeit. 184. Sei Gott getreu, halt seinen Bund, O Mensch, in deinem Leben! Leg diesen Stein zum ersten Grund, Bleib ihm allein ergeben! Denk an den Kauf In deiner Tauf, Da er sich dir verschrieben Bei seinem Eid, In Ewigkeit Als Vater dich zu lieben. 2. Des Ist Wa⸗ D Ma Kan Nich Mei Im 3 Laf In Vot Wi Sei We Da ind, Konfirmation. 237⁷7 2. Sei Gott getreu, laß keine Not Des Kreuzes dich abkehren; Ist er dein Vater und dein Gott, Was willst du mehr begehren? Dies höchste Gut Macht rechten Mut; Kann seine Huld dir werden, Nichts besser ist, Mein lieber Christ, Im Himmel und auf Erden. 3. Sei Gott getreu von Jugend auf, Laß dich nicht Lust noch Leiden In deinem ganzen Lebenslauf Von seiner Liebe scheiden. Sein alte Treu Wird täglich neu, Sein Wort steht nicht auf Schrauben. Was er verspricht, Das bricht er nicht, Das sollst du kühnlich glauben. 4. Sei Gott getreu in deinem Stand, Darin er dich gesetzet; Wenn er dich hält mit seiner Hand, Wer ist, der dich verletzet? Wer seine Gnad Zur Brustwehr hat, Kein Teufel kann ihm schaden; Wen dies Panier Beschützet hier, Dem bleibet wohl geraten. 5. Sei Gott getreu, sein liebes Wort Standhaftig zu bekennen, Steh fest darauf an allem Ort, Laß dich davon nicht trennen. Was diese Welt In Armen hält, 238 Konfirmation. Muß alles noch vergehen; Sein liebes Wort 18² Bleibt ewig fort Ser Ohn alles Wanken stehen. 1— 6. Sei Gott getreu, als welcher sich Dir Läßt treu und gnädig finden; Ew Streit unter ihm nur ritterlich, Laß über dich den Sünden ö 2 Ja wider Pflicht Gil Den Zügel nicht. Un Wär ja der Fall geschehen, Un So sei bereit, De Durch Buß beizeit Fle Nur wieder aufzustehen. ö 3 7. Sei Gott getreu bis in den Tod, Zu Und laß dich nichts abwenden. We Er wird und kann in aller Not un Dir treuen Beistand senden; De Und käm auch gleich We Das Höllenreich Mit aller Macht gedrungen, Se Wollt auf dich zu, — Wi So glaube du, Un Du bleibest unbezwungen. Lie 8. Wirst du Gott also bleiben treu, St Wird er sich dir erweisen, Daß er dein lieber Vater sei, 0 Wie er dir hat verheißen, W Und eine Kron Un Zum Gnadenlohn M. Im Himmel dir aufsetzen; Bi Da wirst du dich ö Un Dann ewiglich In seiner Treu ergetzen. V Michael Franck, 1609— 1667. 4. Konfirmation. 239 Mel.: Seelenbräutigam. 185. Von des Himmels Thron Sende, Gottes Sohn, Deinen Geist, den Geist der Stärke! Gib uns Kraft zum heilgen Werke, Dir uns ganz zu weihn, Ewig dein zu sein. 2. Mach uns selbst bereit, Gib uns Freudigkeit, Unsern Glauben zu bekennen Und dich unsern Herrn zu nennen, Dessen teures Blut Floß auch uns zu gut. 3. Richte Herz und Sinn Zu dem Himmel hin, Wenn wir unsern Bund erneuern Und gerührt vor dir beteuern, Deine Bahn zu gehn, Weltlust zu verschmähn. 4. Wenn wir betend nahn, Segen zu empfahn, Wollest du auf unsre Bitten Uns mit Gnade überschütten; Licht und Kraft und Ruh Ströme dann uns zu. 5. Gib auch, daß dein Geist, Wie dein Wort verheißt, Unauflöslich uns vereine Mit der gläubigen Gemeine, Bis wir dort dich sehn Und dein Lob erhöhn. Samuel Marot, 1770—1865. II. Abendmahl. Eigene Melodie. TI 186. Heilig, heilig, heilig ist der Herre Ze⸗ 2 Alle Land sind seiner Ehre voll.(baoth! 30 ö Hosianna in der Höhe! ö Gebenedeit sei, der da kommt im Namen des I Hosianna in der Höhe![Herrn! — Eigene Melodie. He/ 187. Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz M Und gib mir einen neuen, gewissen Geist! ö * WI Verwirf mich nicht, verwirf mich nicht M WD Von deinem Angesicht, von deinem Angesicht, ö Und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir! NW 8 Mel.: Meinen Jesum laß ich nicht. I 188. Dich, mein Jesu, laß ich nicht, I Du kannst Seelen recht erquicken! U ö Du bist meine Zuversicht, Du allein kannst mich beglücken! 8 Du, mein Jesus, sollst allein Meines Herzens Freude sein. 2. Nun mag das Gesetze noch Mich verklagen und verfluchen;— Weiß es mein Gewissen doch, Wo ich soll den Segen suchen. Jesus macht durch seine Huld Mich gerecht von aller Schuld. 1 3. Ach, was hab ich für ein Gut! Was für Schätze kann ich zeigen! 60 Meines Jesu Fleisch und Blut Ist und bleibet nun mein eigen; Heil und Leben und was sein, Ist mit ihm auch alles mein. 7 Abendmahl. 24⁴¹ 4. Kann die Liebe höher gehn? Läßt sie sich wohl tiefer finden? Mag die Treue fester stehn Oder näher sich verbinden, Als da dieser, der uns liebt, Uns sich selbst zum Pfande gibt? 5. Brenne, Seel und Geist, in mir! Lodre, Herz, in vollen Flammen! Halt mit feuriger Begier Mich und Jesum stets zusammen, Daß ich ewig gegen ihn Mög in heißer Liebe glühn. 6. Erd und Himmel fahre hin; Leib und Seele mag verschmachten; Kein Verlust und kein Gewinn Ist doch gegen das zu achten, Daß mein Jesus in mir bleibt Und mich seine Liebe treibt. 7. Jesus ist des Herzens Teil; Jesus ist mir Trost und Leben; Jesus ist der Seele Heil; Jesus kann mir alles geben. Drum, was in mir lebt, das spricht: Dich, mein Jesu, laß ich nicht! Casseler Gesangbuch v. 1770. Mel.: Es ist gewißlich an der Zeit. 189. Du Lebensbrot, Herr Jesu Christ, Mag dich ein Sünder haben, Der nach dem Himmel hungrig ist Und sich mit dir will laben, So bitt ich dich demütiglich, Du wollest so bereiten mich, Daß ich recht würdig werde. 16 2⁴ Abendmahl. 2. Auf grüner Aue wollest du, Herr, diesen Tag mich leiten, Den frischen Wassern führen zu, Den Tisch für mich bereiten. Ich bin zwar sündlich, matt und krank; Doch laß mich einen Gnadentrank Aus deinem Becher schmecken. 3. Du gnadenreiches Himmelsbrot, Du wollest mir verleihen, Daß ich in meiner Seelennot Zu dir mag kindlich schreien. Des Glaͤubens Kleid bedecke mich, Auf daß ich möge würdiglich An deiner Tafel sitzen. 4. Tilg allen Haß und Bitterkeit, O Herr, aus meinem Herzen, Laß mich die Sünd in dieser Zeit Bereuen ja mit Schmerzen. Du hingeopfert Osterlamm, Du meiner Seele Bräutigam, Laß mich dich recht genießen. 5. Zwar bin ich deiner Gunst nicht wert, Als der ich jetzt erscheine Mit Sünden allzuviel beschwert, Die schmerzlich ich beweine. In solcher Trübsal tröstet mich, Herr Jesu, daß du gnädiglich Der Sünder dich erbarmest. 6. Ich bin ein Mensch ganz voller Sünd, Laß deine Hand mich heilen; Erleuchte mich, denn ich bin blind, Du kannst mir Gnad erteilen; Ich bin verdammt, erbarme dich; Ich bin verloren, suche mich Und hilf aus lauter Gnaden! E42 PPNNE ank; wert, Sünd, Abendmahl. 2⁴3 7. Mein Bräutigam, komm her zu mir Und wohn in meiner Seele, Daß sie dich liebe für und für Und sich mit dir vermähle. Ach laß doch deine Süßigkeit Für meine Seele sein bereit Und stille ihren Jammer. 8. Du Lebensbrot, Herr Jesu Christ, Komm selbst, dich mir zu schenken; O Blut, das du vergossen bist, Komm 4n⸗ mich zu tränken. Ich bleib in dir, du bleibst in mir, Drum wirst du, goldne Himmelstür, Mich dort auch auferwecken. Johann Rist, 1607— 1667. Mel.: Es ist gewißlich an der Zeit. 190.* Halt im Gedächtnis Jesum Christ, O Mensch, der auf die Erden Vom Thron des Himmels kommen ist, Dein Bruder da zu werden. Vergiß nicht, daß er dir zu gut Hat angenommen Fleisch und Blut; Dank üm für diese Liebe! 2. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, Der für dich hat gelitten, Ja gar am Kreuz gestorben ist Und dadurch hat bestritten Welt, Sünde, Teufel, Höll und Tod Und dich erlöst aus aller Not; Dank ihm für diese Liebe! 3. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, Der auch am dritten Tage Siegreich vom Tod erstanden ist, Befreit von Not und Plage; 16³ ικ⁰ Iι ———... 2⁴⁴ Abendmahl.—— Bedenke, daß er Fried gemacht, 2 Sein Unschuld Leben wiederbracht; 1 Dank ihm für diese Liebe! 65 4. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, Der nach den Leidenszeiten. Ist Gen Himmel aufgefahren ist, Wi Die Stätt dir zu bereiten, Sei Da du sollst bleiben allezeit ö 3 Und sehen seine Herrlichkeit; 15 Dank ihm für diese Liebe! Au 5. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, Un Der einst wird wiederkommen 9 Und sich, was tot und lebend ist, Mi Zu richten vorgenommen. Nu O sorge, daß du da bestehst Jes * Und mit ihm in sein Reich eingehst, ö * Ihm ewiglich zu danken. 6. Gib, Jesu, gib, daß ich dich kann Mit wahrem Glauben fassen 19 Und nie, was du an mir getan, Ein ö Mög aus dem Herzen lassen; 98 Daß dessen ich in aller Not 90 Mich trösten mög und durch den Tod—8 Zu dir ins Leben dringen. Wi Cyriakus Günther, 1050—170f. ö Ab ½ Mel.: Schmücke dich, o liebe Seele. 191. Herr, dein herzliches Verlangen, Re I Da du in den Tod gegangen, De ö Mit den Deinen dich zu letzen ö 9. Und dein Nachtmahl einzusetzen, 3* Dringt auch mich zum Tisch der Gnaden; Ki, Du hast mich auch eingeladen; Un Denn auch ich bin unter allen M Dir nicht aus dem Sinn entfallen. 2 ist, un 1704. 1, naden; Abendmahl. 2⁴⁵ 2. Mich verlangt nach dieser Speise, Eh ich noch von hinnen reise; Mich verlangt nach diesem Tränken, Eh man mich ins Grab wird senken; Denn, ist Jesu Leib und Leben, Ist sein Blut mir eingegeben, Wird mein Leib im Auferstehen Seinem Leibe ähnlich sehen. 3. Ich hab— du stillst mein Verlangen— Jesu Leib und Blut empfangen; Nun hat mich sein Tod durchdrungen Und selbst meinen Tod verschlungen; Nun hat er sein ewges Leben Mir in seinem Blut Mermr Nun entschlaf ich voll Vertrauen, Jesum bald verklärt zu schauen. Christoph Karl Ludwig v. Pfeil, 1712—1784. Mel.: Freu dich sehr, o meine Seele. 192. Herr, du hast für alle Sünder Einen reichen Tisch gedeckt, Wo das Brot der armen Kinder Nach des Vaters Liebe schmeckt. Heute nun bin ich dein Gast, Wie du mir befohlen hast; Aber hilf auch, daß mein Herze Nicht mit deiner Wohltat scherze. 2. Räume, bitt ich, mein Gemüte Rein von allem Argen aus, Daß auch meines Herzens Hütte Werde dein geweihtes Haus. Denn ich hoffe nur auf dich; Liebster Jesu, segne mich, Und laß deinen Tisch auf Erden Mir des Himmels Vorschmack werden. Abendmahl. 3. Kann der Herr dem Knechte schenken Auch sein eigen Fleisch und Blut, Ach, so hilf mir recht bedenken, Was hier deine Liebe tut, Und verleihe, daß ich nicht Eß und trinke zum Gericht, Was du, Jesu, für mein Leben Zur Erlösung hast gegeben. 4. Nimm jetzt die Vernunft gefangen, Daß ich glaube schlecht und recht, Und erwecke mein Verlangen, Wenn das Fleisch den Eifer schwächt, Bis ich fühle meine Not Und mich sehne nach dem Brot, Welches allen Hunger stillet Und mein Herz mit Gott erfüllet. 5. Denke doch, du Fürst des Lebens, Denke, daß du Jesus heißt; Denke, daß du nicht vergebens Für die Welt gestorben seist. Drum erhöre, was ich bitt, Teile mir dich selber mit Und laß heut in mein Gewissen Blut aus deinen Wunden fließen. 6. Sind wir doch aus dir geboren, Nähr uns auch durch deine Kraft; Und weil alles da verloren, Wo nicht Jesus Hilfe schafft, Ach, so laß dein Brot und Wein Meines Herzens Manna sein, Daß die Wirkung dieser Speise Künftig in der Tat sich weise. 7. Laß mich deine Liebe schmecken Und die Güter jener Welt; Oder wenn auch Furcht und Schrecken Mich zuweilen überfällt, IWU 2879 iken en, Abendmahl. 2⁴47⁷ So verschaffe mir dein Blut Einen rechten Freudenmut, Daß ich meinen Trost im Glauben Mir durch niemand lasse rauben. 8. Hilf mir recht ins Herze fassen Deinen herben, bittern Tod; Laß mich auch niemanden hassen, Der mit mir genießt dein Brot. Nimm mich ganz vollkommen ein, Bis ich werde bei dir sein Und die Fülle deiner Gaben, Meinen Gott und alles haben. Kaspar Neumann, 1648—1715. Mel.: Wachet auf, ruft uns die Stimme. 193. Herr, du wollst uns vollbereiten Zu deines Mahles Seligkeiten, Sei mitten unter uns, o Gott! Laß uns, Leben zu empfahen, Mit glaubensvollem Herzen nahen, Und sprich uns los von Sünd und Tod. Wir sind, o Jesu, dein, Dein laß uns ewig sein! Amen, Amen! Anbetung dir! Einst feiern wir Das große Abendmahl bei dir. Friedrich Gottlieb Klopstock, 17²24—1803. Mel.: Es ist gewißlich an der Zeit. 194. Herr Jesu Christ, du höchstes Gut, Du Brunnquell aller Gnaden, Wir kommen, deinen Leib und Blut, Wie du uns hast geladen, —— 2⁴ Abendmahl. Zu deiner Liebe Herrlichkeit Und unsrer Seelen Seligkeit Zu essen und zu trinken. 2. O Jesu, mach uns selbst bereit Zu diesem hohen Werke; Schenk uns dein schönes Ehrenkleid Durch deines Geistes Stärke. Hilf, daß wir würdge Gäste sein Und werden dir gepflanzet ein Zum ewgen Himmelswesen. 3. Bleib du in uns, daß wir in dir Auch bis ans Ende bleiben; Laß Sünd und Not uns für und für Nicht wieder von dir treiben, Bis wir durch deines Nachtmahls Kraft In deines Himmels Bürgerschaft Dort ewig selig werden. Bartholomäus Ringwald, 1530— 1598. Mel.: Wie schön leuchtet der Morgenstern. 195. Herr Jesu, dir sei Preis und Dank Für diese Seelenspeis und Trank, Damit du uns begabet; Im Brot und Wein dein Leib und Blut Kommt uns wahrhaftig wohl zu gut Und unsre Herzen labet, Daß wir in dir Und nach allem Wohlgefallen Heilig leben; Solches wollest du uns geben. 2. Du kehrest, o Immanuel, Ja selber ein in unsre Seel, Dir Wohnung da zu machen; Drum uns ein solches Herz verleih, Das von der Weltlieb ledig sei Und allen eitlen Sachen; raft 508. Jank ut Abendmahl. 2⁴9 Bleibe, treibe Unser Sinnen und Beginnen, Daß wir trachten Alles Irdsche zu verachten. 3. Ach Herr, laß uns doch nehmen nicht Dein wertes Nachtmahl zum Gericht; Ein jeder recht bedenke, Daß wir mit diesem Lebensbrot Im Glauben stillen unsre Not, Der Fels des Heils uns tränke, Züchtig, tüchtig Dich dort oben stets zu loben, Bis wir werden Zu dir kommen von der Erden. 4. O, daß wir solche Seligkeit Erwarten möchten allezeit In Hoffnung und Vertrauen, Und folgends aus dem Jammertal Eingehen in des Himmels Saal, Da wir Gott werden schauen, Tröstlich, köstlich Und als Gäste auf das beste Bei ihm laben Und ganz voll Genüge haben. 5. Das gib du uns von deinem Thron, O Jesu Christe, Gottes Sohn, Gibs durch dein bitter Leiden. Dasselbe, weil wir leben hier, Laß uns betrachten für und für Und alles Böse meiden. Amen, Amen! Hilf uns kämpfen, hilf uns dämpfen Alle Sünden, Hilf uns fröhlich überwinden. Vers 1, 3 u. 4 von Bernhard v. Derschow, 1591—1639. Vers 2 u. 5 Zusätze des hannov. Gesangb. von 1657. Abendmahl. Mel.: An Wasserflüssen Babylon. 196. Ich komme, Herr, und suche dich Mühselig und beladen. Gott, mein Erbarmer, würdge mich Des Wunders deiner Gnaden. Ich liege hier vor deinem Thron, Sohn Gottes und des Menschen Sohn, Mich deiner zu getrösten. Ich fühle meiner Sünden Müh, Ich suche Ruh und finde sie Im Glauben der Erlösten. 2. Dich bet ich zuversichtlich an, Du bist das Heil der Sünder; Du hast die Handschrift abgetan, Und wir sind Gottes Kinder. Ich denk an deines Leidens Macht Und an dein Wort:„Es ist vollbracht!“ Du hast mein Heil verdienet; Du hast für mich dich dargestellt, Gott war in dir und hat die Welt In dir mit sich versühnet. 3. So freue dich, mein Herz, in mir, Er tilget deine Sünden Und läßt an seinem Tische hier Dich Gnad um Gnade finden. Du rufst, und er erhört dich schon, Spricht liebreich: Sei getrost, mein Sohn, Die Schuld ist dir vergeben, Du bist in meinen Tod getauft Und du wirst dem, der dich erkauft, Von ganzem Herzen leben. 4. Dein 1. das Glück der Seligkeit, Bewahr es hier im Glauben Und laß durch keine Sicherheit Dir deine Krone rauben. zohn, Abendmahl. 251 Sieh, ich vereine mich mit dir, Ich bin der Weinstock, bleib an mir, So wirst du Früchte bringen. Ich helfe dir, ich Aärke dich, Und durch die Liebe gegen mich Wird dir der Sieg gelingen. 5. Ja, Herr, mein Heil ist dein Gebot; Ich will es treu erfüllen Und bitte dich durch deinen Tod Um Kraft zu meinem Willen. Laß mich von nun an würdig sein, Mein ganzes Herz dir, Herr, zu weihn Und deinen Tod zu preisen. Laß mich den Ernst der Heiligung Durch eine wahre Besserung Mir und der Welt beweisen. Christian Fürchtegott Gellert, 1715—1769. Mel.: O Jesu Christ, meins Lebens Licht. 197. O Jesu, du mein Bräutigam, Der du aus Lieb am Kreuzesstamm Für mich den Tod gelitten hast, Genommen weg der Sünden Last: 2. Ich komm zu deinem Abendmahl, Verderbt durch manchen Sündenfall, Ich bin krank, unrein, arm und bloß, Ach Herr, mein Gott, mich nicht verstoß! 3. Du bist der Arzt, du bist das Licht, Du bist der Herr, dem nichts gebricht, Du bist der Brunn der Heiligkeit, Du bist das rechte Hochzeitskleid. 4. Drum, o Herr Jesu, bitt ich dich, In meiner Schwachheit heile mich; Was unrein ist, das mache rein Durch deinen hellen Gnadenschein. N 3 25² Abendmahl. 5. Erleuchte mein verfinstert Herz, Zünd an die schöne Glaubenskerz; Mein Armut in Reichtum verkehr Und meinem Fleische steur und wehr, 6. Daß ich das wahre Himmelsbrot, Dich, Jesu, wahrer Mensch und Gott, Mit solcher Ehrerbietung nehm, Wie mir es heilsam, dir genehm. 7. Lösch alle Laster aus in mir, Mein Herz mit Lieb und Glauben zier, Und was sonst ist von Tugend mehr, Das pflanz in mich zu deiner Ehr. 8. Gib, was nütz ist für Seel und Leib; Was schädlich ist, fern von mir treib. Komm in mein Herz, laß mich mit dir Vereinigt bleiben für und für. 9. Hilf, daß durch deines Mahles Kraft Das Bös in mir werd abgeschafft, Erlassen alle Sündenschuld, Erlangt des Vaters Lieb Und Huld. 10. Vertreibe alle meine Feind, Die sichtbar und unsichtbar seind; Den guten Vorsatz, den ich führ, Durch deinen Geist mach fest in mir. 11. Mein Leben, Sitten, Sinn und Pflicht Nach deinem heilgen Willen richt; Ach laß mich meine Tag in Ruh Und Frieden bringen christlich zu, 12. Bis du mich, o du Lebensfürst, Zu dir in Himmel nehmen wirst, Daß ich bei dir dort ewiglich An deiner Tafel freue mich. Johann Heermann, 1585—1647. ib; icht Abendmahl. 253 Mel.: Nun laßt uns Gott dem Herren. 198. O Jesu, meine Wonne, Du meiner Seelen Sonne, Du Freundlichster auf Erden, Laß mich dir dankbar werden. 2. Wie kann ich gnugsam schätzen Dies himmlische Ergetzen Und diese teuren Gaben, Die uns gestärket haben? 3. Wie soll ichs dir verdanken, O Herr, daß du mich Kranken Gespeiset und getränket, Ja selbst dich mir geschenket? 4. Ich lobe dich von Herzen Für alle deine Schmerzen, Für deine Schläg und Wunden, Die du für mich empfunden. 5. Dir dank ich für dein Leiden, Den Ursprung meiner Freuden, Dir dank ich für dein Sehnen Und heißvergossne Tränen. 6. Dir dank ich für dein Lieben, Das standhaft ist geblieben, Dir dank ich für dein Sterben, Das mich dein Reich läßt erben. 7. Jetzt schmecket mein Gemüte Dein übergroße Güte; Dies teure Pfand der Gnaden Tilgt allen meinen Schaden. 8. Herr, laß mich nicht vergessen, Daß du mir zugemessen Die kräftge Himmelsspeise, Wofür mein Herz dich preise. 25⁴ 9. Du wollest ja die Sünde, Die ich noch in mir finde, Aus meinem Fleische treiben Und kräftig in mir bleiben. 10. Nun bin ich losgezählet Von Sünden und vermählet Mit dir, mein liebstes Leben; Was kannst du Wertres geben? 11. Laß mich die Sünde meiden, Laß mich geduldig leiden, Laß mich mit Andacht beten Und von der Welt abtreten. 12. Nun kann ich nicht verderben; Drauf will ich selig sterben Und freudig auferstehen, O Jesu, dich zu sehen. Johann Rist, 1607— 1667. Abendmahl. Eigene Melodie. 199.* Schmücke dich, o liebe Seele, Laß die dunkle Sündenhöhle; Komm ans helle Licht gegangen, Fange herrlich an zu prangen; Denn der Herr voll Heil und Gnaden Will dich jetzt zu Gaste laden; Der den Himmel kann verwalten, Will jetzt Herberg in dir halten. 2. Eile, wie Verlobte pflegen, Deinem Bräutigam entgegen, Der mit süßen Gnadenworten Klopft an deines Herzens Pforten; Eile, sie ihm aufzuschließen, Wirf dich hin zu seinen Füßen, Sprich: Mein Heil, laß dich umfassen, Von dir will ich nicht mehr lassen. 667. en , Abendmahl. 25⁵⁵ 3. Ach, wie hungert mein Gemüte, Menschenfreund, nach deiner Güte! Ach, wie pfleg ich oft mit Tränen Mich nach dieser Kost zu sehnen! Ach, wie pfleget wich u dürsten Nach dem Trank des Lebensfürsten; Wünsche stets, daß mein Gebeine Sich durch Gott mit Gott vereine. 4. Beides, Freude und auch Bangen, Nimmt mein Herze jetzt gefangen. Das Geheimnis dieser Speise Und die unerforschte Weise Machet, daß ich früh vermerke, Herr, die Größe deiner Werke. Ist auch wohl ein Mensch zu finden, Der dein Allmacht kann ergründen? 5. Nein, Vernunft die muß hier weichen, Kann dies Wunder nicht erreichen, Daß dies Brot nie wird verzehret, Ob es gleich viel Tausend nähret, Und daß mit dem Saft der Reben Uns wird Christi Blut gegeben. O der großen Heimlichkeiten, Die nur Gottes Geist kann deuten! 6. Jesu, meine Lebenssonne, Jesu, meine Freud und Wonne, Jesu, du mein ganz Beginnen, Lebensquell und Licht der Sinnen, Hier fall ich zu deinen Füßen; Laß mich würdiglich genießen Dieser deiner Himmelsspeise Mir zum Heil und dir zum Preise. 7. Herr, es hat dein treues Lieben Dich vom Himmel her getrieben, 256 Abendmahl. Daß du willig hast dein Leben In den Tod für uns gegeben Und dazu ganz unverdrossen, Herr, dein Blut für uns vergossen, Das uns jetzt kann kräftig tränken, Deiner Liebe zu gedenken. 8. Jesu, wahres Brot des Lebens, Hilf, daß ich doch nicht vergebens Oder mir vielleicht zum Schaden Sei zu deinem Tisch geladen. Laß mich durch dies Seelenessen Deine Liebe recht ermessen, Daß ich auch, wie jetzt auf Erden, Mög dein Gast im Himmel werden. Johann Franck, 1618— 1677. 2 Eigene Melodie. 200. Herr, sei gelobet, daß du hast dein Leben Für uns Sünder hingegeben! Stärk unsern Glauben. Deine Himmelsspeise Heilige uns dir zum Preise, Du Versöhner Gottes! Mel.: O daß ich tausend Zungen hätte. 201. Hier liege ich zu deinen Füßen Mit Dank und Lob, Gebet und Flehn. Laß neue Gnade auf mich fließen, Mein Heiland, laß es doch geschehn, Daß mir zur Stärkung meiner Treu Dein Abendmahl gesegnet sei! David Bruhn, 1727— 1782. 1677. Leben 25⁷ E. Lieder von den Gaben und Wirkungen des heiligen Geistes. IJ. Buße und Bekehrung. Eigene Melodie. 202. Ach Gott und Herr, Wie groß und schwer Sind mein begangne Sünden! Da ist niemand, Der helfen kann, In dieser Welt zu finden. 2. Lief ich gleich weit Zu dieser Zeit Bis an der Welt ihr Ende Und wollt los sein Des Kreuzes mein, Würd ich es doch nicht wenden. 3. Zu dir flieh ich, Verstoß mich nicht, Wie ichs wohl hab verdienet; Ach Gott, zürn nicht, Geh nicht ins Gricht; Dein Sohn hat mich versühnet! 4. Solls ja so sein, Daß Straf und Pein Auf Sünde folgen müssen, So fahr hier fort, Nur schone dort Und laß mich hier wohl büßen. 5. Gib, Herr, Geduld, Vergib die Schuld, Schenk ein gehorsam Herze, 17⁷ Wies oft geschicht, Mein Heil murrend verscherze. 6. Handle mit mir, Wies dünket dir, Auf dein Gnad will ichs leiden; Wollst mich nur nicht Dort ewiglich Von deiner Liebe scheiden. Martin Rutilius, 1550— 1618. 203. Allein zu dir, Herr Jesu Christ, Mein Hoffnung steht auf Erden! Ich weiß, daß du mein Tröster bist, Kein Trost mag mir sonst werden. Von Anbeginn ist nichts erkorn, Auf Erden war kein Mensch geborn, Der mir aus Nöten helfen kann; Ich ruf dich an, Zu dem ich mein Vertrauen han. 2. Mein Sünd ist schwer und übergroß Und reuet mich von Herzen; Derselben mach mich frei und los Durch deinen Tod und Schmerzen; Und zeig mich deinem Vater an, Daß du hast gnug für mich getan, So werd ich los der Sünden Last. Herr, halt mir fest, Wes du dich mir versprochen hast. 3. Gib mir nach deinr Barmherzigkeit Den wahren Christenglauben, Auf daß ich deine Süßigkeit Mög inniglich anschauen, RRSRIHIRee 618. hroß keit Buße und Bekehrung. 259 Vor allen Dingen lieben dich Und meinen Nächsten gleich als mich. Am letzten End dein Hilf mir send, Damit behend Des Teufels List sich von mir wend. 4. Ehr sei Gott in dem höchsten Thron, Dem Vater aller Güte, Und Jesu Christ, seim lieben Sohn, Der uns allzeit behüte, Und Gott, dem werten heilgen Geist, Der uns sein Hilfe allzeit leist, Damit wir ihm gefällig sein Hier in der Zeit Und folgens in der Ewigkeit. Johann Schneesing, 4 1567. Psalm 130. 5 Eigene Melodie. 204.“ Aus tiefer Not schrei ich zu dir, Herr Gott, erhör mein Rufen, Dein gnädig Ohren kehr zu mir Und meiner Bitt sie öffnez Denn so du willst das sehen an, Was Sünd und Unrecht ist getan, Wer kann, Herr, vor dir bleiben? 2. Bei dir gilt nichts, denn Gnad und Die Sünde zu vergeben;[Gunst, Es ist doch unser Tun umsonst Auch in dem besten Leben. Vor dir niemand sich rühmen kann, Des muß dich fürchten jedermann Und deiner Gnade leben. 3. Darum auf Gott will hoffen ich, Auf mein Verdienst nicht bauen; 17³ 260 Buße und Bekehrung. Auf ihn mein Herz soll lassen sich Und seiner Güte trauen, Die mir zusagt sein wertes Wort; Das ist mein Trost und treuer Hort, Des will ich allzeit harren. 4. Und ob es währt bis in die Nacht Und wieder an den Morgen, Doch soll mein Herz an Gottes Macht Verzweifeln nicht noch sorgen. So tu Israel rechter Art, Der aus dem Geist erzeuget ward, Und seines Gotts erharre. 5. Ob bei uns ist der Sünden viel, Bei Gott ist viel mehr Gnade; Sein Hand zu helfen hat kein Ziel, Wie groß auch sei der Schade. Er ist allein der gute Hirt, Der Israel erlösen wird Aus seinen Sünden allen. Dr. Martin Luther, 1483— 1546. Eigene Melodie. 205. Durch Adams Fall ist ganz verderbt Menschlich Natur und Wesen; Das Gift ist auch auf uns geerbt, Wir konnten nicht genesen Ohn Gottes Trost, Der uns erlöst Hat von dem großen Schaden, Seitdem die Schlang Eva bezwang, Den Zorn auf sich zu laden. 2. Weil denn die Schlang Eva hat bracht, Daß sie ist abgefallen Von Gottes Wort, das sie veracht, Dadurch sie in uns allen 1546. derbt bracht, Buße und Bekehrung. 261 Bracht hat den Tod, So war es not, Daß uns auch Gott sollt geben Sein lieben Sohn, Den Gnadenthron, In dem wir möchten leben. 3. Wie uns nun hat ein fremde Schuld In Adam all verhöhnet, Also hat uns ein fremde Huld In Christo all versöhnet; Und wie wir all Durch Adams Fall Sind ewgen Tods gestorben, Also hat Gott Durch Christi Tod Erneut, was war verdorben. 4. So er uns seinen Sohn geschenkt, Da wir ihm feind noch waren, Der für uns ist ans Kreuz gehenkt, Gestorben, aufgefahren, Dadurch wir sein Von Tod und Pein Erlöst, so wir vertrauen Auf diesen Hort, Des Vaters Wort, Wem wollt vorm Sterben grauen? 5. Er ist der Weg, das Licht, die Pfort, Die Wahrheit und das Leben, Des Vaters Rat und ewges Wort, Den er uns hat gegeben Zu einem Schutz, Daß wir mit Trutz An ihn fest sollen glauben; Darum uns bald Kein Macht noch Gwalt Aus seiner Hand wird rauben. 262 Buße und Bekehrung. 6. Der Mensch ist gottlos und verflucht, Sein Heil ist auch noch ferne, Der Trost bei einem Menschen sucht Und nicht bei Gott dem Herren. Denn wer sich will Ein ander Ziel Ohn diesen Tröster stecken, Den mag gar bald Des Teufels Gwalt Mit seiner List erschrecken. 7. Wer hofft auf Gott und ihm vertraut, Wird nimmermehr zu Schanden; Denn wer auf diesen Felsen baut, Hat Hilfe stets zu Handen. Hab ich doch nie Im Unglück hie Den Menschen sehen fallen, Der sich verläßt Auf Gottes Trost; Er hilft sein Gläubgen allen. 8. Ich bitt, o Herr, aus Herzensgrund, Du wollst nicht von mir nehmen Dein heilig Wort aus meinem Mund, So wird mich nicht beschämen Mein Sünd und Schuld, Denn in dein Huld Setz ich all mein Vertrauen; Wer sich nur fest Darauf verläßt, Der wird den Tod nicht schauen. 9. Mein Füßen ist dein heilges Wort Ein Licht, das leuchtet ferne, Die Leuchte, die den Weg weist fort; So dieser Morgensterne raut, und, vort Buße und Bekehrung. 263 In uns aufgeht, Sobald versteht Der Mensch die hohen Gaben, Die Gottes Geist Denen verheißt, Die Hoffnung darein haben. Lazarus Spengler, 1479— 1534. Mel.: Allein zu dir, Herr Jesu Christ. 206. Du weinest vor Jerusalem, Herr Jesu, heiße Zähren, Bezeugst, es sei dir angenehm, Wenn Sünder sich bekehren. Wenn ich vor dir mit Buß erschein Und über meine Sünden wein, So wäschst du ab aus lauter Gnad Die Missetat, So mich bisher gequälet hat. 2. Wenn deines Vaters Zorn entbrennt Von wegen meiner Sünde, Zu deinen Tränen ich mich wend, Da ich Erquickung finde. Vor Gott sind sie so hoch geschätzt; Wer damit seine Sünde netzt, Den blickt Gott an mit Gütigkeit Zu jeder Zeit Und sein betrübtes Herz erfreut. 3. Hier muß ich auch im Tränenhaus Vor großer Angst oft weinen, Der Welt aushalten manchen Strauß, Sie martert stets die Deinen. Auf allen Seiten, wo sie kann, Fängt sie mit mir zu hadern an; Dies tröstet mich zu aller Frist: 3 Jesu Christ, n Not du auch gewesen bist. 4 Du zählest alle Tränen mein, Ich weiß, sie sind gezählet, Und ob sie nicht zu Hlet. sein/ Dennoch dir keine fehlet. So oft sie vor dir regen sich, So oft sie auch bewegen dich, Daß du dich mein erbarmen mußt. Dir ist bewußt Mein Kreuz, drum hilfst du mir mit Lust. 5. Wer jetzund säet Tränen aus, Hält in Geduld Gott stille, Wird fröhlich sein in deinem Haus, Da Freude I1 die Fülle; Ja, solche Freude, die kein Mann und seiner Zung aussprechen kann, Und die da bleibt in Ewigkeit. ö Mein Kreuz und Leid Wird werden dort zu lauter Freud. 6. Für diese Tränen dank ich dir, Daß du die Freudenkrone, Herr Christ, dadurch erworben mir Ve dir im Himmelsthrone. Wenn du mich holen wirst hinauf 3u deiner nch recht i0pi Hauf, Zartn will ich recht lobsingen dir, O höchste Zier, Für deine Tränen für und für. Johann Heermann, 1585—1647. Eigene Melodie. 207. Herr, ich habe mißgehandelt, Ja mich drückt der Sünden Last; Ich bin nicht den Weg gewandelt, Den du mir Hut ich hast; Und jetzt wollt ich gern aus Schrecken Mich vor deinem Zorn verstecken. Buße und Bekehrung. 26⁵ 2. Doch wie könnt ich dir entfliehen? Du wirst allenthalben sein; Wollt ic über See gleich ziehen, Stieg ich in die Gruft hinein Hätt 0 Flügel gleich den Winden, Gleichwohl würdest du mich finden. 3. Drum, ich muß es nur bekennen: 5 Herr, ich habe mißgetan, Lust. Darf mich nicht dein Kind mehr nennen, Ach nimm mich zu Gnaden an; Laß die Menge meiner Sünden Deinen Zorn nicht gar entzünden. 4. Könnt ein Mensch den Sand gleich zählen An dem großen weiten Meer, Dennoch würd es ihm wohl fehlen, Daß er meiner Sünden Heer, Daß er alle mein Gebrechen Sollte wissen auszusprechen. 5. Aber, Christe, deine Wunden Und dein teuerwertes Blut Machen meine Seel gesunden, Löschen meiner Sünden Glut; Drum will ich, mein Angst zu stillen, Mich in deine Wunden hüllen. 6. Dir will ich die Last aufbinden, Wirf sie in die tiefe See, 1647. Wasche mich von meinen Sünden, Mache mich so weiß als Schnee; Laß dein guten Geist mich treiben, Einzig stets bei dir zu bleiben. Johann Franck, 1618—1677. Eeigene Melodie ken 208.* Herr Jesu Christ, du höchstes Gut, Du Brunngquell aller Gnaden, —.——‚‚-:˖'˖''˖:⸗⸗:⸗:⸗e— 266 Buße 2 und Bekehrung. Sieh Wach, wie ich in meinem Mut Mit Schmerzen bin beladen Und in mir hab der Pfeile viel, Die im Gewissen ohne Ziel Mich armen Sünder drücken. 2. Erbarm dich mein in solcher Last, Nimm sie aus meinem Herzen, Dieweil du sie gebüßet hast Am Holz mit Todesschmerzen, Auf daß ich nicht vor großem Weh In meinen Sünden untergeh Noch ewiglich verzage. 3. Fürwahr, wenn mir das kommet ein, Was ich mein Tag begangen, So fällt mir auf das Herz ein Stein, Und bin mit Furcht umfangen; Ja, ich weiß weder aus noch ein Und müßte stracks verloren sein, Wenn ich dein Wort nicht hätte. 4. Aber dein heilsam Wort das macht Mit seinem süßen Singen, Daß mir das Herze wieder lacht, Als wenns beginnt zu springen, Dieweil es alle Gnad verheißt Denen, die mit zerknirschtem Geist Zu dir, o Jesu, kommen. 5. Und weil ich denn in meinem Sinn, Wie ich zuvor geklaget, Auch ein betrü— Sünder bin, Den sein Gewissen naget, Und gerne möcht im Blute dein Von Sünden abgewaschen sein, Wie David und Manasse, 6. So komm ich auch zu dir allhie In meiner Angst geschritten ein, cht zinn, Buße und Bekehrung. 267 Und tu dich mit gebeugtem Knie Von ganzem Herzen bitten: Verzeihe mir doch gnädiglich, Was ich mein Lebtag wider dich Auf Erden hab begangen. 7. O Herr, vergib, vergib mirs doch Um deines Namens Willen Und tu in mir das schwere Joch Der Übertretung stillen, Daß sich mein Herz zufrieden geb Und dir hinfort zu Ehren leb Mit kindlichem Gehorsam. 8. Stärk mich mit deinem Freudengeist, Heil mich mit deinen Wunden, Tröst mich mit deinem Todesschweiß In meiner letzten Stunden Und nimm mich einst, wenn dirs gefällt, Im rechten Glauben von der Welt Zu deinen Auserwählten. Bartholomäus Ringwald, 1530— 1598. Mel.: Freu dich sehr, o meine Seele. 209. Höchster, denk ich an die Güte, Die du mir bisher erzeigt, O so wird mein ganz Gemüte Zu der tiefsten Scham gebeugt, Daß ich dich gering geschätzt, Dein Gebot hintangesetzt Und dich, der du mich geliebet, Mit Vergehungen betrübet. 2. Alle meine Seelenkräfte, Meine Glieder sind ja dein, Und sie sollten zum Geschäfte Deines Dienstes fertig sein. Buße und Bekehrung. 05 wie hab ich sie entweiht! Ach, zur Ungerechtigkeit Und zum schnöden Dienst der Sünden Ließ ich mich oft willig finden. „3. Deine Huld war jeden Morgen Über mir, o Vater, neu. Von wie manchen schweren Sorgen Machtest du mein Herze frei! Was mir nützte, gabst du mir. Aber ach, wie dankt ich dir? O, wie hab ich so vermessen Deines Wohltuns Zweck vergessen! 4. Bei dem hellen Licht der Gnaden Sollt ich ja die Sünde fliehn Und um Rettung von dem Schaden Meiner Seele mich bemühn. Deine Güte lockte mich F0 zur Buße, aber ich Floh vor ihrem sanften Locken, Suchte mich selbst zu verstocken. 5. Ach, an dir hah ich gesündigt, Gott, mein Vater, zürne nicht! Dir hab ich oft aufgekündigt Meine schuldge Kindespflicht. Ach, vergib, was ich getan! Nimm mich noch erbarmend an! Führe mich vom Sündenpfade Schnell zurück durch deine Gnade! 6. Dir ergeb ich mich aufs neue. Gib, daß mein beschwerter Geist Deiner Vaterhuld sich freue, Die dein.—— Wort verheißt. Was dein Sohn auch mir erwarb, Da er für die Sünde starb, Fried und Freude im Gewissen, Ach das laß auch mich genießen. S·. —4259 Buße und Bekehrung. 269 7. Stärke selbst in meiner Seele Den Entschluß, mich dir zu weihn. Gib, daß keine Kraft mir fehle, Folgsam deinem Wort zu sein. Stehe mir stets mächtig beil! Mache du mich selbst recht treu, Dich zu lieben, dir zu leben. Ewig will ich dich erheben. Casseler Gesangbuch v. 1770. Mel.: Wer nur den lieben Gott läßt walten. 210. Ich armer Mensch, ich armer Sünder Steh hier vor Gottes Angesicht. Ach Gott, ach Gott, verfahr gelinder Und geh nicht mit mir ins Gericht! Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 2. Wie ist mir doch so herzlich bange Von wegen meiner großen Sünd; Hilf, daß ich wieder Gnad erlange, Ich armes und verlornes Kind. Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 3. Hör, ach, erhör mein seufzend Schreien, Du allerliebstes Vaterherz; Wollst alle Sünden mir verzeihen Und lindern meines Herzens Schmerz; Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 4. Nicht, wie ich hab verschuldet, lohne Und handle nicht nach meiner Sünd; O treuer Vater, schone, schone, Erkenn mich wieder für dein Kind! Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! Buße und Bekehrung. 5. Sprich nur ein Wort, so werd ich leben, Sprich, daß der arme Sünder hör: „Geh hin, die Sünd ist dir vergeben, Nur sündige hinfort nicht mehr.“ Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 6. Ich zweifle nicht, ich bin erhöret, Erhöret bin ich zweifelsfrei, Weil sich der Trost im Herzen mehret; Drum will ich enden mein Geschrei: Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! Christoph Tietze, 1641— 1703. Mel.: Es ist gewißlich an der Zeit. 211.“* Ich will von meiner Missetat Zum Herren mich bekehren. Du wollest selbst mir Hilf und Rat Hiezu, o Gott, bescheren Und deines guten Geistes Kraft, Der neue Herzen in uns schafft, Aus Gnaden mir gewähren. 2. Ein Mensch kann von Natur doch nicht Sein Elend selbst empfinden; Er ist ohn deines Wortes Licht Blind, taub und tot in Sünden, Verkehrt ist Will, Verstand und Tun; Des großen Jammers wollst du nun, O Vater, mich entbinden. 3. Klopf durch Erkenntnis bei mir an Und führ mir wohl zu Sinnen, Was Böses ich vor dir getan; Du kannst mein Herz gewinnen, Daß ich aus Kummer und Beschwer Laß über meine Wangen her Viel heiße Tränen rinnen. 703. nicht Buße und Bekehrung. 27 4. Wie hast du doch auf mich gewandt Den Reichtum deiner Gnaden! Mein Leben dank ich deiner Hand, Die hat mich überladen Mit Ruh, Gesundheit, Ehr und Brot; Du machst, daß mir noch keine Not Bis hieher konnte schaden. 5. Du hast in Christo mich erwählt Tief aus der Hölle Fluten, So daß es niemals mir gefehlt An irgend einem Guten; Und daß ich ja dein eigen sei, Hast du mich auch aus bloßer Treu Gestäupt mit Vaterruten. 6. Bisher hab ich in Sicherheit Gar unbesorgt geschlafen, Gesagt:„Es hat noch lange Zeit, Gott pflegt nicht bald zu strafen; Er fähret nicht mit unsrer Schuld So strenge fort, es hat Geduld Der Hirt mit seinen Schafen.“ 7. Dies alles jetzt zugleich erwacht, Mein Herz will mir zerspringen; Ich sehe deines Donners Macht, Dein Fener auf mich dringen; Du regest wider mich zugleich Des Todes und der Hölle Reich, Die wollen mich verschlingen. 8. Wo bleib ich denn in solcher Not? Nichts helfen Tor und Riegel. Wo flieh ich hin? Du Morgenrot, Erteil mir deine Flügel; Verbirg mich wo, du fernes Meer, Stürzt hoch herab, fallt auf mich her, Ihr Klippen, Türm und Hügel. ——— 2⁷² Buße und Bekehrung. 9. Ach, nur umsonsti Und könnt ich 15— Bis in den Himmel steigen, Hönnt ich mich 909 5 hinab ins Reich Der tiefsten Hölle doch pet So würde mich doch deine Hand Da finden und von Welnen Schand Und großen Sünde zeugen. 10. Herr Jesu, nimm mieh zu dir ein, Ich flieh zu deinen Wunden! Laß mich da eingeschl ossen sein Und bleiben alle Stunden. Dir ist ja, o du Gotteslamm, All meine Schuld am Kreuzesstäͤmm Zu tragen aufgebunden. 11. Dies stell du deinem Vater für, Daß er sein Herze lenke, Daß er sich gnädig kehr zu mir, Nicht meiner Sünden denke Und wegen dieser Straf und Last, Die du auf dich Liente. hast, Ins Meer sie alle senke Luise Henriette, Kurfürstin v. Brandenburg(9), 1627— 1667. 3—— Alle Menschen müssen sterben. 21². Jesu, der du meine Seele Hast durch deinen bittern Tod Aus des Teufels finstrer Höhle Und der schweren Sündennot Kräftiglich herausgerissen Und mich solches lassen wissen Durch dein angenehmes Wort, Sei doch jetzt, o Gott, mein Hort. 2. Treulich hast du ja gesuchet Die verlornen Schäfelein, Heich in, 3 0, Buße und Bekehrung. 27³ Die sonst Würden ganz verfluchet Laufen in die Höll hinein; Ja, du Satansüberwinder Hast die 2n In der Ou Sünder So gerufen zu der Buß, Daß ich billig kommen muß. 3. Ach, ich bin ein Kind der Sünden! Ach, ich irre weit und breit! Es ist nichts an mir zu finden Als nur Ungerechtigkeit; All mein Dichten, all mein Trachten Heißet unsern Gott verachten; Böslich leb ich ganz und gar Und sehr gottlos immerdar. 4. Herr, ich muß es ja bekennen, Daß nichts Gutes wohnt in mir; Das zwar, was wir Wollen nennen, Halt ich meiner Seele für; Aber Fleisch und Blut zu zwingen Und das Gute zu vollbringen Folget gar nicht, wie es soll; Was ich nicht will, tu ich wohl. 5. Aber, Herr, ich kann nicht wissen, Wie viel meiner Fehler sein; Mein Gemüt ist ganz zerrissen Durch der Sünden Schmerz und Pein, Und mein Herz ist matt von Sorgen; Ach, vergib mir, was verborgen, Rachne nicht die Miffetat, Die dich, Herr, erzürnet hat. 6. Jesu, du hast weggenommen Meine Schulden durch dein Blut; Laß es, o Erlöser, kommen Meiner Seligkeit zu gut:; Und dieweil du so zerschlagen, Hast die Sünd am Kreuz getragen, 18 —⁴ Buße und Bekehrung. Ei, 10 sprich mich ndlich frei, Daß ich ganz dein eigen sei. 7. Wann ich vor Gericht soll treten, Da man nicht entfliehen kann, Ach, so wollest du mich retten⸗ Und dich meiner nehmen an. Du allein, Herr, kannst es wehren, Daß ich nicht den Fluch darf hören: „Ihr zu meiner linken Hand Seid von mir noch nie erkannt!“ 8. Du ergründest meine Schmerzen, Du erkennest meine Pein; Es ist nichts in meinem Herzen Als dein herber Tod allein. Dies mein Herz, von Leid bedränget Und mit deinem Blut besprenget, Das am Kreuz vergossen ist, Geb ich dir, Herr Jesu Christ. 9. Nun ich weiß, du wirst mir stillen Mein Gewissen, das mich plagt; Es wird deine Treu erfüllen, Was du selber hast gesagt, Daß auf dieser weiten Erden Keiner je verloren werden, Sondern ewig leben soll, Wenn er nur ist glaubensvoll. 10. ch ich glaube, hilf mir Schwachen, Laß mich ja Emthnl nicht! Du, du kannst mich stärker machen, Wenn mich Sünd und Tod anficht. Deiner Güte will ich trauen, Bis ich fröhlich werde schauen Dich, Herr Jesu, nach dem Streit In der süßen Ewigkeit. Johann Rist, 1607— 1667. chen, 667. Buße und Bekehrung. 27⁵ Mel.: Kommt her zu mir, spricht Gottes Sohn. 2¹3. Ihr armen Sünder, kommt zuhauf, Kommt eilig, kommt und macht euch auf Mühselig und beladen. Hier öffnet sich das Jesusherz Für alle, die in Reu und Schmerz Erkennen ihren Schaden. 2. Es heißt:„Er nimmt die Sünder an!“ Drum komm, dein Jesus will und kann Dich retten und umarmen. Komm weinend, komm in wahrer Buß Und fall im Glauben ihm zu Fuß: Er wird sich dein erbarmen. 3. Ein Hirt verläßt sein Schäflein nicht, Dems in der Irr an Hilf gebricht, Er sucht es mit Verlangen; Er lässet neun und neunzig stehn Und sie gar in der Wüste gehn, Das eine zu umfangen. 4. Es sucht der liebste Jesus Christ Das Schäflein, das verloren ist, Bis daß ers hat gefunden. So laß dich finden, liebe Seel, Und flieh in Jesu Wundenhöhl; Noch sind die Gnadenstunden. 5. O Jesu, deine Lieb ist groß! Ich komm mühselig, nackt und bloß; Ach laß mich Gnade finden! Ich bin ein Schaf, das sich verirrt; Ach nimm mich auf, weil ich verwirrt Im Strick und Netz der Sünden. 6. Ach wehe mir, daß ich von dir Gewichen bin zum Abgrund schier! Ach laß mich wiederkehren 18² Buße und Bekehrung. 276 Zu deiner Herde, nimm mich an Und mach mich frei von Fluch und Bann; Dies ist mein Herzbegehren. 7. Laß mich dein Schäflein ewig sein, Sei du mein treuer Hirt allein Im Leben und im Sterben; Laß mich vom eitlen Weltgesind Ausgehn und mich als Gottes Kind Um dich, mein Heil, bewerben. 8. Ich will von nun an sagen ab Der Sündenlust bis in mein Grab Und in dem neuen Leben In Heiligkeit, Gerechtigkeit Dir dienen noch die kurze Zeit, Die mir zum Heil gegeben. Laurentius Laurenti, 1660— 1722. Mel.: Wenn wir in höchsten Nöten sein. 214. O frommer und getreuer Gott, Ich hab gebrochen dein Gebot Und sehr gesündigt wider dich, Das ist mir leid und reuet mich. 2. Weil aber du, o gnädger Gott, Nicht hast Gefalln an meinem Tod Und ist dein herzliches Begehrn, Daß ich mich soll zu dir bekehrn: 3. Auf dies Wort, lieber Vater fromm, Ich armer Sünder zu dir komm Und bitte dich durch Christi Tod Und seine heilgen Wunden rot; 4. Ich bitte dich durch Jesum Christ, Der mir zu gut Mensch worden ist: Laß deine Gnad und Gütigkeit Mehr gelten denn Gerechtigkeit. im, Buße und Bekehrung. 277 5. Verschon, o Herr, laß deine Huld Zudecken alle meine Schuld; So werd ich arm, verloren Kind Ledig und los all meiner Sünd. 6. Ich will, o Herr, nach deinem Wort Mich bessern, leben fromm hinfort, Damit ich mög nach dieser Zeit Gelangen zu der Seligkeit. Bartholomäus Ringwald, 1530— 1598. Mel.: An Wasserflüssen Babylon. 215. O König, dessen Majestät Weit über alles steiget, Dem Erd und Meer zu Diensten steht, Vor dem die Welt sich neiget, Der Himmel ist dein helles Kleid, Du bist voll Macht und Herrlichkeit, Sehr groß und wundertätig; Ich armer Mensch vermag nichts mehr Als daß ich ruf zu deiner Ehr: Gott, sei mir Sünder gnädig. 2. Hier steh ich, wie der Zöllner tat, Beschämet und von ferne; Ich suche deine Hilf und Gnad, O Herr, von Herzen gerne. Doch weil ich voller Fehler bin, Und Sünde meinen ganzen Sinn Zum Guten macht untätig, So schlag ich nieder mein Gesicht Vor dir, du reines Himmelslicht: Gott, sei mir Sünder gnädig. 3. Die Schulden, der ich mir bewußt, Durchängsten mein Gewissen; Drum schlag ich reuig an die Brust Und will von Herzen büßen. 278 Buße und Bekehrung. Ich bin, o Vater, ja nicht wert, Daß ich noch wandle auf der Erd; Doch weil du winkst, so bet ich Mit ganz zerknirschtem, bangem Geist, Der gleichwohl! dich noch Abba heißt: Gott, sei mir Sünder nädig 4. Mein Vater, schaue Jesum an, Den Gnadenthron der Sünder, Der für die Welt genug getan, Durch den wir Gottes Kinder Im gläubigen Vertrauen sind, Der ists, bei dem ich Ruhe find, Sein Herz ist ja guttätig. Ich fasse ihn und laß ihn nicht, Bis Gottes Herz mitl eidig bricht: Gott, sei mir Sünder gnädig. 5. Regiere du mein Herz und Sinn In diesem ganzen Leben; Du bist mein Gott, und was ich bin, Bleibt ewig dir ergeben. Ach, heilige mich ganz und gar, Laß meinen Glauben immerdar Sein durch die Liebe tätig; Und will es nicht fort, wie es soll, So ruf ich, wie mein Herz ist voll: . sei mir Sünder gnädig. Mein Leben und mein Sterben ruht Alein auf deiner Gnade; Mir geh es gleich bös oder gut, Gib nur, daß es nicht schade. Kommt dann das letzte Stündlein an, So sei mir auf der Todesbahn, Mein Jesu, selbst beirätig; Und wenn ich nicht mehr sprechen kann, So nimm den letzten Seufzer an: Gott, sei mir Sünder Rcbhe Valentin Ernst Löscher, 1673— 1749. 9— R 72 2 Buße und Bekehrung. 279 Mel.: Herr, wie du willst, so schicks mit mir. 216. O Vater der Barmherzigkeit, Ich falle dir zu Fuße; Verstoß den nicht, der zu dir schreit Und tut noch endlich Buße. Was ich begangen wider dich, Verzeih mir alles gnädiglich Durch deine große Güte. 2. Durch deiner Allmacht Wundertat Nimm von mir, was mich quälet; Durch deine Weisheit schaffe Rat, Worinnen mirs sonst fehlet; Gib Willen, Mittel, Kraft und Stärk, Daß ich mit dir all meine Werk Anfange und vollende. 3. O Jesu Christe, der du hast Am Kreuze für mich Armen Getragen aller Sünden Last, Wollst meiner dich erbarmen! O wahrer Gott, o Davids Sohn, Erbarm dich mein und mein verschon; Sieh an mein kläglich Rufen! 4. Laß deiner Wunden teures Blut, Dein Todespein und Sterben Mir kommen kräftiglich zu gut, Daß ich nicht müß verderben. iht Bitt du den Vater, daß er mir Im Zorn nicht lohne nach Gebühr, Wie ich es hab verschuldet. 5. O heilger Geist, du wahres Licht, „ Regierer der Gedanken, Wenn mich die Sündenlust anficht, Laß mich von dir nicht wanken. Verleih, daß nun und nimmermehr Begierd nach Wollust, Geld und Ehr In meinem Herzen herrsche. 28⁰ Buße und Bekehrung. 6. Und wenn mein Stündlein kommen ist, So hilf mir treulich kämpfen, Daß ich des Satans Trutz und List Durch Christi Sieg mög dämpfen, Auf daß mir Krankheit, Angst und Not Und dann der letzte Feind, der Tod, Nur sei die Tür zum Leben. David Denicke, 1603— 1680. — Mel.: Christus, der uns selig macht. 217. Schlage, Jesu, an mein Herz, Rühre mein Gewissen, Damit aus der Sünden Schmerz Heiße Tränen fließen. Blicke mich wie Petrum an, Daß ich in mich schlage, Daß ich stets gedenke dran Und doch nicht verzage. 2. Weck mich durch den Glockenschall Aus dem Schlaf der Sünden, Laß für meiner Schulden Fall Mich Erbarmung finden Und nimm mich zu Gnaden auf, Meinen Glauben stärke, Daß mein ganzer Lebenslauf Sei voll Tugendwerke. 3. Dein Blut sei mein Lebenssaft Und mein Trost im Leiden, Meiner Seele Stärk und Kraft, So sterb ich mit Freuden; In der Stunde letzter Not Wollst du mein gedenken Und ein selig End im Tod Mir, o Jesu, schenken. Veit Ludwig Megander, 1 1709. D V Ui D EVE E Buße und Bekehrung. 28¹ Mel.: Vater unser im Himmelreich. 218. So wahr ich lebe, spricht dein Gott, Mir ist nicht lieb des Sünders Tod, Vielmehr ist dies mein Wunsch und Will, Daß er von Sünden halte still, Von seiner Bosheit kehre sich Und lebe mit mir ewiglich. 2. Dies Wort bedenk, o Menschenkind, Verzweifle nicht in deiner Sünd. Hier findest du Trost, Heil und Gnad, Die Gott dir zugesaget hat Und zwar mit einem teuern Eid. O selig, dem sein Sünd ist leid. 3. Doch hüte dich vor Sicherheit, Denk nicht: Es ist noch lange Zeit, Ich will erst fröhlich sein auf Erd, Und wenn ich lebensmüde werd, Alsdann will ich bekehren mich, Gott wird wohl mein erbarmen sich. 4. Wahr ists, Gott ist zwar stets bereit Dem Sünder mit Barmherzigkeit; Doch wer auf Gnade sündigt hin, Fährt fort in seinem bösen Sinn Und seiner Seelen selbst nicht schont, Dem wird mit Ungnad abgelohnt. 5. Gnad hat dir zugesaget Gott Von wegen Christi Blut und Tod; Doch sagen hat er nicht gewollt, Ob du bis morgen leben sollt; Daß du mußt sterben, ist dir kund, Verborgen ist des Todes Stund. 6. Heut lebst du, heut bekehre dich, Eh morgen kommt, kanns ändern sich; Wer heut ist frisch, gesund und rot, Ist morgen krank, ja wohl gar tot. Buße und Bekehrung. So du nun stirbest ohne Buß, Dein Leib und Seel dort brennen muß. 7. Hilf, o Herr Jesu, hilf du mir, Daß ich noch heute komm zu dir Und Buße tu den Augenblick, Eh mich der schnelle Tod hinrück, Auf daß ich heut und jederzeit Zu meiner Heimfahrt sei bereit. Johann Heermann, 1585— 1647. Psalm 6. Eigene Melodie. 219. Straf mich nicht in deinem Zorn, Großer Gott, verschone! Ach laß mich nicht sein verlorn, Nach Verdienst nicht lohne. Hat die Sünd Dich entzündt, Lösch ab in dem Lamme Deines Grimmes Flamme. 2. Zeig mir deine Vaterhuld, Stärk mit Trost mich Kranken; Ach Herr, hab mit mir Geduld, Mein Gebeine wanken; Heil die Seel Mit dem Ol Deiner großen Gnaden, Wend ab allen Schaden. 3. Herr, wer denkt im Tode dein? Wer dankt in der Höllen? Rette mich aus jener Pein Der verdammten Seelen, Daß ich dir Für und für Dort an jenem Tage, Höchster Gott, lobsage. 47. Buße und Bekehrung. 283 4. Ach sieh mein Gebeine an, Wie sie all erstarren; Meine Seele gar nicht kann Deiner Hilfe Harden Ich verschmacht; Tag und Nacht Muß mein Lager fließen Von den Tränengüssen. 5. Ach, ich bin so müd und matt Von den schweren Plagen; Mein Herz ist der Seufzer satt, Die nach Hilfe fragen. Wie so lang Machst du bang Meiner armen Seele In der Schwermutshöhle! 6. Weicht, ihr Feinde, weicht von mir, Gott erhört mein Beten. Nunmehr darf ich mit Begier Vor sein Antlitz treten. Teufel weich, Hölle fleuch! Was mich vor gekränket, Hat mir Gott geschenket. 7. Vater, dir sei ewig Preis Hier und auch dort oben, Wie auch Christo gleicherweis, Der allzeit zu loben; Heilger Geist, Sei gepreist, Hoch gerühmt, geehret, Daß du mich erhöret. Johann Georg Albinus, 1624— 1679. 28⁴ Buße und Bekehrung. Mel.: Meine Serke, willst du nehn. 220. Sünder, willst du sicher sein Und befreit von Furcht und Pein, Schaffe, daß du dich bekehrest, Da du Gottes Stimme hörest. Auf! Gott rufet dich zu sich; Eile und errette dich! 2. Eile! Sodom lehret dich, Wie der Herr so fürchterlich Auf verstockte Sünder blitzet; Such ein Zoar, das dich schützet! Auf! Gott rufet dich zu sich; Eile und errette dich! 3. Denke, daß es Schaden bringt, Wenn dein schnödes Fleisch dich zwingt, Nur nach seiner Lust zu leden, Weil ihm stets wird Frist gegeben. Auf! Gott rufet dich zu sich; Eile und errette dich! 4. Die Verstörer deiner Ruh, Deine Sünden, nehmen zu. Dein Gewissen wird beschweret Und der Strafe Maß vermehret. Auf! Gott ruft dich noch zu sich; Eile und errette dich! 5. Deines Herzens Härtigkeit Wächst und f steiget mit der Zeit. Sünden, die dich jetzt noch schrecken, Wirst du bald mit Lust vollstrecken. Auf! Gott rufet dich zu sich; Eile und errette dich! 6. Was du Böses an dir hast, Wird sonst wie ein alter Ast; Dessen Krümmen gleich zu ziehen, Wird man sich umsonst bemühen. Buße und Bekehrung. 28⁵ Aufl Gott ruft dich 108 zu sich; Eile und errette di 7. Eile, denn es kömmt der Tod, Und wie groß wird dann die Not, Wenn man aus der Welt soll gehen Und vor Gott nicht kann bestehen! Auf! Gott ruft dich noch zu sich; Eile und errette dich! 8. Brauch, ach brauch die Gnadenzeit! Denn es kommt die Ewigkeit Wie ein starker Strom geflossen, Der durch Damm und Deich geschossen. Auf! Gott ruft dich noch zu sich; Eile und errette dich! 9. Suche, wo du weise bist, Was von dir versäumet ist, Schleunig wieder einzubringen Und mit Eifer durchzudringen. Auf! Gott ruft dich noch zu sich; Eile und errette dich! 10. Vater der Barmherzigkeit, Gib doch, daß die Gnadenzeit Nicht von mir versäumet werde; Führ mich selbst zu deiner Herde! Vater, ach ich bitte dich, Eile und errette mich! Casseler Gesangbuch v. 1770. Mel.: Herzlich lieb hab ich dich, o Herr. 221. Vor Gricht, Herr Jesu, steh ich hie, Ich beug in Demut meine Knie Und seufze mit Wehklagen: Mein große Sünd und Missetat Mich verklagt und verdammet hat; Doch will ich nicht verzagen. 286 Buße und Bekehrung. Herr« Jesu Christ, dein Blut allein Wab⸗ mich von allen Sünden rein, Weil ich fest glaube und dabei Im Herzen habe wahre Reu. Herr Jesu Christ, des dank ich dir, —5 dank ich dir Ich will mich bei sern, hilf du mir! Unbetannt 1629. Mel.: Zeuch ein zu deinen Toren. 222. Wie treu, mein guter Hirte, Gehst du dem Sünder nach, Der 100 von dir verirrte, Der, elend, krank und schwach, In sein Verderben läuft, Wo deine Hand den Armen Nicht selber aus Erbarmen, Eh er verfsinkt, ergreift. 2. Wie tröstlich ist die Stimme, Die alle Sünder lockt! Ach, sprächest du im Grimme: „Weicht, die ihr euch verstockt, Weicht, Sünder, weicht von mir, Ich will Luch nicht erkennen!“ Wer wollt es Unrecht nennen? Wer bist du? Wer sind wir? 3. Doch h heißt dein Ruf uns kommen, Und Werken wir nicht drauf, Ob wir ihn schon vernommen, So suchst du selbst uns auf. Dein Herz, o Heiland, brennt, Daß doch das Schaf zur Herde Zurückgeführet werde, Davon es sich getrennt. Buße und Bekehrung. 28⁷ 4. Nimmt nun der freche Sünder Den Gnadenruf nicht an, So bist du viel gelinder, Als man es denken kann. Sein Ziel verlängerst du, Er kann noch Gnade hoffen, Der Zugang steht ihm offen, Er eile nur herzu. 5. Liebhaber unsrer Seelen, Mein Hirt, mein treuster Freund! Was sollt ich es verhehlen, Wie wohl du es gemeint? Ich war auf meiner Flucht Ein Raub der schnödsten Lüste; Doch du hast in der Wüste Mich huldreich aufgesucht. 6. Dein Wort schallt noch im Herzen, Das mich zur Buße rief, Als ich zu deinen Schmerzen Den Weg zur Hölle lief. Du aber brachtest mich Von diesem breiten Wege Durch Kreuz zum wahren Stege. Mein Hirt, ich preise dich! 7. Ach daß ich deiner Liebe Nur immer folgsam wär, Nicht oft zurücke bliebe, An Lieb und Eifer leer, Nicht wie viel du getan, Mir oft entfallen ließe, Da ich ja mehr genieße, Als ich verdanken kann! 288 8. Nun, Jesu, ich beklage Den blöden Unverstand, Und daß ich meine Tage So übel angewandt. Verstoß den Sünder nicht! Mich reut und schmerzt mein Schade, Verwandle deine Gnade Nicht in ein Zorngericht! Buße und Bekehrung. 9. Für uns gemacht zum Fluche, Gabst du dein Leben dar, Daß so dein Eifer suche, Was ganz verloren war. Ja, Nam und Tat erweist, Daß du, Herr, nicht vergebens Das rechte Brot des Lebens, Der Sünder Heiland seist. 10. Das laß mich herzlich gläuben; Doch gib mir selber Kraft, Dem Heile treu zu bleiben, Das mir dein Tod geschafft, Und wie ich, glaubensvoll Aus deinem Uberflusse Zum wirklichen Genusse Stets Gnade schöpfen soll. 11. Doch sollt ich mich aufs neue, Ich schwach Geschöpf, vergehn, So laß mir deine Treue, Mein Hirte, nie entstehn; Erweck und führe mich, Daß nichts von dir mich wende; So preis ich sonder Ende Als meinen Hirten dich. Casseler Gesangbuch v. 1770. 17⁷⁰. Buße und Bekehrung. 289 Mel.: Wer nur den lieben Gott läßt walten. 223. Wir liegen hier zu deinen Füßen, Ach Herr von großer Güt und Treu, Und fühlen leider im Gewissen, Wie sehr dein Zorn entbrennet sei. Das Maß der Sünden ist erfüllt; Ach weh uns, wenn du strafen willt. 2. Doch, Vater, denk an deinen Namen, Gedenk an deinen lieben Sohn. Dein Wort heißt immer Ja und Amen, Dein Eidschwur zeuget selbst davon. Du willst der Sünder Tod ja nicht; Ach geh nicht mit uns ins Gericht. 3. Wir liegen vor dir in dem Staube, Und unser Herz ist ganz zerknirscht; Nur tröstet uns allein der Glaube, Daß du dich noch erbarmen wirst. Ja, du hast noch ein Vaterherz, Drum sieh doch jetzt auf unsern Schmerz. 4. Das teure Blut von deinem Sohne Schreit für uns um Barmherzigkeit. Schau doch von deinem Gnadenthrone Und denke noch der alten Zeit, Da du auch Gnade hast erzeigt, Dein Herz dem Sünder zugeneigt. 5. Ach laß die wohlverdiente Strafe Nicht über unsre Häupter gehn, Daß wir nicht als verlorne Schafe Von deiner Hut verlassen stehn. Ach sammle uns in deinen Schoß Und mach uns aller Plagen los. 6. Gib Fried im Land und im Gewissen, Gesunde Luft, wohlfeile Zeit, Laß Lieb und Treu sich stetig küssen, Und fördre die Gerechtigkeit. 19 N 290 Buße und Bekehrung. Krön unser Feld Mit deinem Gut, Nimm Kirch und Haus in deine Hut. 7. So wollen wir dir Opfer bringen Und deine sein mit Leib und Seel. Es soll dein Lob gen Himmel dringen, Und dein erlöstes Israel Stimm in die Lieder Zions ein: Der Herr soll mein Gott ewig sein. En Schmolck, 1672— 1737. Mel.: Auf meinen lieben Gott. 224. Wo soll ich fliehen hin, Weil ich beschweret bin Mit vielen, großen Sünden? Wo kann ich Rettung finden? Wenn alle Welt herkäme, Mein Angst sie nicht wegnähme. 2. O Jesu voller Gnad, Auf dein Gebot und Rat Kommt mein betrübt Gemüte Zu deiner großen Güte; Laß du auf mein Gewissen Ein Gnadentröpflein fließen. 3. Ich, dein betrübtes Kind, Werf alle meine Sünd, So viel ihr in mir stecken Und mich so heftig schrecken, In deine tiefen Wunden, Da ich stets Heil gefunden. 4. Durch dein unschuldig Blut, Vergossen mir zu gut, Wasch ab all meine Sünde, Mit Trost mein Herz erbinde, Der Schuld nicht mehr gedenke, Ins Meer sie tief versenke. Buße und Bekehrung. 291 5. Du bist der, der mich tröst, Weil du 15 se lbst erlöst; Was ich gesündigt habe, Hast du versenkt im Grabe; Da hast du es verschlossen, Da wirds auch bleiben müssen. 6. Ist meine Sünde groß, So werd ich ihr doch los, Wenn ich dein Blut auffasse Und mich darauf verlasse. Wer sich zu dir nur findet, All Angst ihm bald verschwindet. 7. Mir mangelt zwar sehr viel, Doch was ich haben will, Ist alles mir zu gute Erlangt mit deinem Blute, Damit 701 überwinde Tod, Teufel, Höll und Sünde. 8. Und wenn des Satans Heer Mir ganz entgegen wär, Darf ich doch 1— verzagen, Mit dir kann ich sie schlagen; Dein Blut darf ich nur zeigen, So muß ihr Trutz bald schweigen. 9. Darum allein auf dich, Herr Christ, verlaß ich mich; Jetzt kann ich nicht verderben, Dein dn muß ich ererben; Denn du hast mirs erworben, Da du für mich gestorben. 10. Führ auch mein Herz und Sinn Durch deinen Geist dahin, Daß ich mög alles meiden, Was mich und dich kann scheiden, 19³ 292 Buße und Bekehrung. Und ich an deinem Leibe Ein Gliedmaß ewig bleibe. Johann Heermann, 1585—1647. 33— Mel.: Aus tiefer Not schrei ich zu dir. 225. Wo soll ich hin, wer hilfet mir, Wer führet mich zum Leben? Zu niemand, Herr, als nur zu dir Will ich mich frei begeben. Du bist, der das Verlorne sucht; Du segnest das, so war verflucht. Hilf, Jesu, dem Elenden! 2. Herr, meine Sünden ängsten mich, Der Todesleib mich plaget. O Lebens⸗Gott, erbarme dich, Vergib mir, was mich naget! Du weißt es wohl, was mir gebricht; Ich weiß es auch und sag es nicht. Hilf, Jesu, dem Betrübten! 3. Du sprichst zu mir: Verzage nicht! Du rufst: Ich bin das Leben. Drum ist mein Herz auf dich gericht; Du kannst mir alles geben. Im Tode kannst du bei mir stehn, In Not als Herzog vor mir gehn. Hilf, Jesu, dem Zerknirschten! 4. Bist du der Arzt, der Kranke trägt,— Auf dich will ich mich legen. Bist du der Hirt, der Schwache pflegt,— Erquicke mich mit Segen! Ich bin gefährlich krank und schwach; Heil und verbind, hör an die Klag! Hilf, Jesu, dem Zerschlagnen! 5. Ich tue nicht, Herr, was ich soll; Wie kann ich doch bestehen? ö ö Glaube und Rechtfertigung. 293 Dies ängstigt mich, das weißt du wohl; Wie wird es endlich gehen? Elender ich, wer wird mich doch Erlösen von des Todes Joch? Ich danke Gott durch Christum. Joachim Neander, 1650— 1680. I. Glaube und Rechtfertigung. Mel.: O daß ich tausend Zungen hätte. 226. Aus Gnaden soll ich selig werden! Herz, glaubst dus oder glaubst dus nicht? Was willst du dich so blöd gebärden? Ists Wahrheit, was die Schrift verspricht, So muß auch dieses Wahrheit sein: Aus Gnaden ist der Himmel dein. 2. Aus Gnaden! Hier gilt kein Verdienen, Die eignen Werke fallen hin. Der Mittler, der im Fleisch erschienen, Hat diese Ehre zum Gewinn, Daß uns sein Tod das Heil gebracht Und uns aus Gnaden selig macht. 3. Aus Gnaden!. Merk dies Wort„Aus So oft dich deine Sünde plagt,[Gnaden“, So schwer du immer bist beladen, So oft dich dein Gewissen nagt; Was die Vernunft nicht fassen kann, Das beut dir Gott aus Gnaden an. 4. Aus Gnaden kam sein Sohn auf Erden Und übernahm die Sündenlast. Was nötigt ihn, dein Freund zu werden? Sags, wenn du was zu rühmen hast. Wars nicht, daß er dein Bestes wollt Und dir aus Gnaden helfen solltꝰ —944 Glaube und Rech tfertigung. 5. Aus Gnaden! Dieser Srufz wird So lange Gott ne Sein i san(bleiben, Was alle Knechte Jesu schrei ben, Was Gott in seinem Wort anpreist, Worauf all unser Glaube ruht, Ist Gnade durch des Lammes Blut. 6 Aus Onnden Doch, du sichrer Sünder, ö Dent nicht: Wohlan, ich greif auch zu! Wahr ists, Gott rufet Adams Kinder Aus Gnaden zur verheißnen Ruh; Doch nimmt er nicht zu Gnaden an, Wer noch auf Gnade sündgen kann. 7. Aus Gnaden! Wer dies Wort gehöret, Tret ab von aller Heuchelei. x Denn wenn der Sünder sich bekehret, ö So lernt er erst, was Gnade sei; Beim S Sündgen scheint die Gnad gering; Dem Glauben ists ein Wunderding. 8. Aus Gnaden bleibt dem blöden Herzen Das Herz des Vaters aufgetan, Wenns unter Angst und heißen Schmerzen ö Nichts sieht und nichts mehr hoffen kann. Wo nähm ich oftmals Stärkung her, Wenn Gnade nicht mein Anker wär? 9. Aus Gnaden! Hierauf will ich sterben; J5 fühle nichts, doch mir ist woht; —47— mein sündliches Verderben, Doch auch den, der mich heilen soll. Mein Geist ist froh, mein üdt n lacht Weil mich die Gnad schon selig macht. 10. Aus Gnaden! Dies hör Sünd und Ich schwinge meine Glaubensfahn Teufel; Und geh getrost, trotz allem Zweifel, Durchs rote Meer nach Kanaan. Glaube und Rechtfertigung. — Ich glaub, was Jesu Wort verspricht, Ich fühl es oder fühl es nicht. Christian Ludwig Scheidt‚, 1709— 176t. 29⁵ Es ist gewißlich an der Zeit. 227. Der Glaub ist eine Zuversicht r, Zu Gottes Gnad und Güte; Der bloße Beifall tut es nicht; Es muß Herz und Gemüte Durchaus zu Gott gerichtet sein Und gründen sich auf ihn allein Ohn Wanken und ohn Zweifel. 2. Wer sein Herz also stärkt und steift In völligem Vertrauen Und Jesum Christum recht ergreift, Auf sein Verdienst zu bauen, Der hat des Glaubens rechte Art Und kann zur seligen Hinfahrt Sich schicken ohne Grauen. en 3. Dies aber ist kein Menschenwerk, Der Glaub kommt von dem Herren; en Drum bitt, daß er in dir ihn stärk Und täglich woll vermehren. Laß aber auch des Glaubens Schein, Die guten Werke, an dir sein; N; Sonst ist dein Glaube eitel. 4. Es ist ein schändlich böser Wahn, Des Glaubens sich zu rühmen Und böse Werk doch nehmen an, Die Christen nicht geziemen. Wer das tut, der soll wissen frei, Sein Glaube sei nur Heuchelei 5 Und werd zur Höll ihn bringen. 5. Drum lasse sich ein frommer Christ 1 Mit Ernst sein angelegen, x 296 Glaube und Rechtfertigung. Daß er aufrichtig jeder Frist Sich halt in Gottes Wegen, Daß sein Glaub ohne Heuchelei Vor Gott dem Herrn rechtschaffen sei Und vor dem Nächsten leuchte. Unbekannt 1714. 5 Eigene Melodie. 228.* Eins ist not! Ach Herr, dies eine Lehre mich erkennen doch; Alles andre, wies auch scheine, Ist ja nur ein schweres Joch, Darunter das Herze sich naget und plaget Und dennoch kein wahres Vergnügen erjaget. Erlang ich dies eine, das alles ersetzt, So werd ich mit einem in allem ergetzt. 2. Seele, willst du dieses finden, Suchs bei keiner Kreatur; Laß, was irdisch ist, dahinten, Schwing dich über die Natur; Wo Gott und die Menschheit in einem ver⸗ Wo alle vollkommene Fülle erscheinet, seinet, Da, da ist das beste, notwendigste Teil, Mein ein und mein alles, mein seligstes Heil. 3. Wie Maria war beflissen Auf des einigen Genieß, Da sie sich zu Jesu Füßen Voller Andacht niederließ; Ihr Herze entbrannte, dies einzig zu hören, Was Jesus, ihr Heiland, sie wollte belehren; Ihr alles war gänzlich in Jesum versenkt Und wurde ihr alles in einem geschenkt: 4. Also ist auch mein Verlangen, Liebster Jesu, nur nach dir; Laß mich treulich an dir hangen, Schenke dich zu eigen mir. —X 2 9 EE ne er⸗ et, Glaube und Rechtfertigung. 297 Ob viel auch umkehren zum größesten Haufen, So will ich dir dennoch in Liebe nachlaufen; Denn dein Wort, o Jesu, ist Leben und Geist; Was ist wohl, das man nicht in Jesu geneußt? 5. Aller Weisheit höchste Fülle In dir ja verborgen liegt. Gib nur, daß sich auch mein Wille Fein in solche Schranken fügt, Worinnen die Demut und Einfalt regieret Und mich zu der Weisheit, fil himmlisch ist, ühret. Ach wenn ich nur Jesum recht kenne und weiß, So hab ich der Weisheit vollkommenen Preis. 6. Nichts kann ich vor Gott ja bringen Als nur dich, mein höchstes Gut. Jesu, es muß mir gelingen Durch dein heilges, teures Blut. Die höchste Gerechtigkeit ist mir er⸗ worben, Da du bist am Stamme des Kreuzes gestorben; Die Kleider des Heils ich da habe erlangt, Worinnen mein Glaube in Ewigkeit prangt. 7. Nun so gib, daß meine Seele Auch nach deinem Bild erwacht; Du bist ja, den ich erwähle, Mir zur Heiligung gemacht. Was dienet zum Hopdrddes Wandel und Leben, Ist in dir, mein Heiland, mir alles gegeben; Entreiße mich aller vergänglichen Lust, Dein Leben sei, Jesu, mir einzig bewußt. 8. Ja, was soll ich mehr verlangen? Mich umströmt die Gnadenflut. Du bist einmal eingegangen In das Heilge durch dein Blut. 298 Glaube und Rechtfertigung. Da hast du die ewge Erlösung erfunden, Daß ich nun der höllischen Herrschaft ent⸗ bunden; Dein Eingang die völlige Freiheit mir bringt, Im kindlichen Geiste das Abba nun klingt. 9. Volles Gnügen, Fried und Freude Jetzo meine Seel ergetzt, Weil auf eine frische Weide Mein Hirt Jesus mich gesetzt. Nichts Süßers kann also mein Herze erlaben, Als wenn ich nur, Jesu, dich immer soll haben; Nichts, nichts ist, das also mich innig erquickt, Als wenn ich dich, Jesu, im Glauben erblickt. 10. Drum auch, Jesu, du alleine Sollst mein ein und alles sein; Prüf, erfahre, wie ichs meine, Tilge allen Heuchelschein. Sieh, ob ich auf bösem, betrüglichem Stege, Und leite mich, Höchster, auf ewigem Wege. Gib, daß ich hier alles nur achte für Spott Und Jesum gewinne, dies eine ist not! Johann Heinrich Schröder, 1666—1699. Eigene Melodie. 229. Es ist das Heil uns kommen her Von Gnad und lauter Güte, Die Werk, die helfen nimmermehr, Sie mögen nicht behüten. Der Glaub sieht Jesum Christum an, Der hat genug für uns getan, Er ist der Mittler worden. 2. Was Gott uns im Gesetz gebot, Da man es nicht konnt halten, Erhob sich Zorn und große Not Vor Gott so mannigfalten. VS- 9 9(— V XIQANV/VY Glaube und Rechtfertigung. 299 Vom Fleisch wollt nicht heraus der Geist, Vom G''setz erfordert allermeist, Es war mit uns verloren. 3. Es war ein falscher Wahn dabei, Gott hätt sein G'setz drum geben, Als ob wir möchten selber frei Nach seinem Willen leben; Und ist doch nur ein Spiegel zart, Der uns zeigt an die sündge Art, In unserm Fleisch verborgen. 4. Nicht möglich war, dieselbe Art Aus oakn Kraft zu lassen, Wiewohl es oft versuchet ward, Doch mehrt sich Sünd ohnmaßen. Denn Gleisners Werk Gott hoch verdammt, Und jedem Fleisch der Sünde Schand Allzeit war angeboren. 5. Doch mußt das G'setz erfüllet sein, Sonst wärn wir all verloren; Drum schickt Gott seinen Sohn herein, Der selber Mensch geboren. Der hat es ganz für uns erfüllt, Damit seins Vaters Zorn gestillt, Der über uns ging alle. 6. Und weil es nun erfüllet ist Durch den, der es konnt halten, So lerne jetzt ein frommer Christ Des Glaubens recht Gestalten. Nicht mehr denn: Lieber Herre mein, Dein Tod wird mir das Leben sein, Du hast für mich bezahlet. 7. Daran ich keinen Zweifel trag, Dein Wort kann nicht betrügen; Nun sagst du, daß kein Mensch verzag, Das wirst du nimmer lügen: III.I.I...I.I''''é'é'c“*“*““*“cccc WN 30⁰ Glaube und Rechtfertigung. Wer glaubt an mich und wird getauft, Dem ist die Seligkeit erkauft, Daß er nicht werd verloren. 8. Er ist gerecht vor Gott allein, Der diesen Glauben fasset; Der Glaub gibt aus von ihm den Schein, So er die Werk nicht lasset. Mit Gott der Glaub ist wohl daran, Dem Nächsten wird die Lieb Guts tun, Bist du aus Gott geboren. 9. Die Sünde, durchs Gesetz erkannt, Schlägt das Gewissen nieder; Das Evangelium kommt zur Hand Und stärkt den Sünder wieder Und spricht: Komm nur zum Kreuz herzu, Im G'setz ist weder Rast noch Ruh Mit allen seinen Werken. 10. Die Werk gewißlich kommen her Aus einem rechten Glauben; Denn das nicht rechter Glaube wär, Dem man die Werk wollt rauben; Doch macht allein der Glaub gerecht, Die Werke sind des Nächsten Knecht, Dran wir den Glauben merken. 11. Die Hoffnung harrt der rechten Zeit, Was Gottes Wort zusage; Wann das geschehen soll zur Freud, Setzt Gott nicht feste Tage. Er weiß wohl, wenns am besten ist, Und braucht an uns kein arge List, Das solln wir ihm vertrauen. 12. Ob sichs anließ, als wollt er nicht, Laß dich es nicht erschrecken, Denn wo er ist am besten mit, Da will ers nicht entdecken; zeit, zu, Glaube und Rechtfertigung. 301 Sein Wort laß dir gewisser sein, Und ob dein Herz spräch lauter„Nein“, So laß dir doch nicht grauen. 13. Sei Lob und Ehr mit hohem Preis Um dieser Guttat willen Gott Vater, Sohn und heilgem Geist. Der woll mit Gnad erfüllen, Was er in uns begonnen hat Zu Ehren seiner Majestät, Daß heilig werd sein Name. 14. Sein Reich zukomm, sein Will auf Erd G'scheh wie im Himmelsthrone, Das täglich Brot noch heut uns werd, Wollst unsrer Schuld verschonen, Als wir auch unsern Schuldgern tun, Laß uns nicht in Versuchung stehn, Lös uns vom Übel. Amen. . Speratus, 1484— 1554. Mel.: Freu dich sehr, o meine Seele. 230. Ewge Liebe, mein Gemüte Waget einen kühnen Blick In den Abgrund deiner Güte; Send ihm einen Blick zurück, Einen Blick voll Heiterkeit, Der die Finsternis zerstreut, Die mein blödes Auge drücket, Wenn es nach dem Lichte blicket. 2. Ich verehre dich, o Liebe, Daß du dich erbarmet hast Und aus freiem edlen Triebe Den allweisen Rat gefaßt, Der verdammniswerten Welt Durch ein teures Lösegeld, Durch des eignen Sohnes Sterben, Gnad und Freiheit zu erwerben. 302 Glaube und Rechtfertigung. 3. O, ein Ratschluß voll Erbarmen, Voller Huld und Freundlichkeit, Welcher uns hilflosen Armen Gnade, Trost und Hilfe beut. Liebe, die des Sohns nicht schont, Der in ihrem Schoße wohnt, Um die Sünder zu erretten Aus den schweren Sündenketten. 4. Doch du hast, o weise Liebe, Eine Ordnung auch bestimmt, Daß sich jeder darin übe, Der am Segen Anteil nimmt; Wer nur an den Mittler gläubt Und ihm treu ergeben bleibt, Der soll nicht verloren gehen, Sondern Heil und Leben sehen. 5. Da du keinen zum Verderben Ohne Grund verdammet hast, Tragen Sünder, wenn sie sterben, Ihrer eignen Bosheit Last. Wer nicht glaubt an deinen Sohn, Der hat Fluch und Tod zum Lohn, Sein mutwillig Widerstreben Schließt ihn aus vom Heil und Leben. 6. Ewig sei mit Dank besungen, Was dein Rat beschlossen hat. Mit uns preisen Engelzungen Diesen weisen heilgen Rat, Den der Glaub in Demut ehrt, Die Vernunft erstaunend hört; Wo der Engel Tiefen findet, Die er niemals ganz ergründet. 7. Liebe, laß mich dahin streben, Meiner Wahl gewiß zu sein. Richte selbst mein ganzes Leben So nach deinem Willen ein, V D — V Glaube und Rechtfertigung. 3⁰³ Daß des Glaubens Frucht und Kraft, Den dein Geist in mir geschafft, Mir zum Zeugnis dienen möge, Ich sei auf dem rechten Wege. 8. Laß mich hier schon nt Vertrauen Meinem Heil entgegensehn; Alsdann werd ich ohne Grauen Selbst dem Tod Züldeenaehn. Keine Kreatur wird mich, Den du liebest, ewiglich Deiner Hand entreißen können, Noch von deiner Liebe trennen. Casseler Gesangbuch v. 1770. Mel.: Ich weiß, mein Gott, daß all mein Tun. 231. Ich freue mich, mein Gott, in dir Und bin getrost, wenn ich dich hier Zu meinem Teil erwähle. Du, 10. 5. bist mein, Und ich bin dein; Was Wangelt meiner Seele? 2. Du hast mich von der Welt erwählt Und deinen Kindern zugezählt; Mag mich die Welt doch hassen. Du liebst mein Wohl, Wirst gnadenvoll Mich nimmermehr verlassen. 3. Du trägst mich liebreich mit Geduld, Vergibst in Christo mir die Schuld, Wenn ich aus Schwachheit fehle. Du gibst mir Teil An seinem Heil; Dies tröstet meine Seele. 4. Du bist mir der bewährte Freund, Der es aufs beste mit mir meint, Wo find ich deinesgleichen? 30⁴ Glaube und Rechtfertigung. Du stehst mir bei Und bleibst mir treu, Wenn Berg und Hügel weichen. 5. Du bist mein Leben, Trost und Licht, Mein Fels und Heil; drum frag ich nicht Nach Himmel und nach Erde. Herr, ohne dich Ist nichts für mich, Das mir erfreulich werde. 6. Du bist mein allerhöchstes Gut, Darauf mein wahres Wohl beruht; In dir leb ich zufrieden. So dort als hier, Herr, bleiben wir In Liebe ungeschieden. 7. Du segnest mich, wenn man mir flucht, Und wer hier mein Verderben sucht, Dem wirds doch nicht gelingen. Mit deiner Treu Stehst du mir bei, Daß ich kann fröhlich singen. 8. Du läßt mirs ewig wohl ergehn. Einst werd ich dich noch näher sehn, Du Ursprung wahrer Freuden. An dir wird sich Dann ewiglich Mein ganzes Herze weiden. 9. Noch hats kein menschlich Ohr gehört, Was uns dein Himmel einst gewährt; Doch seh ichs schon im Glauben. Vollkommnes Heil Ist da mein Teil, Das wird mir niemand rauben. Salomo Liscow, 1640— 1689. S hört, Glaube und Rechtfertigung. 305 Mel.: Wer nur den lieben Gott läßt walten. 232. Der meinen Anker ewig hält; Wo anders, als in Jesu Wunden? Da lag er vor der Zeit der Welt; Der Grund, der unbeweglich steht, Wenn Erd und Himmel untergeht. 2. Es ist das ewige Erbarmen, Das alles Denken übersteigt; Es sind die offnen Liebesarme Des, der sich zu dem Sünder neigt; Dem allemal das Herze bricht, Wir kommen oder kommen nicht. 3. Wir sollen nicht verloren werden; Gott will, uns soll geholfen sein; Deswegen kam der Sohn auf Erden Und nahm hernach den Himmel ein; Deswegen klopft er für und für So stark an unsres Herzens Tür. 4. O Abgrund, welcher alle Sünden Durch Christi Tod verschlungen hat! Das heißt die Wunde recht verbinden, Da findet kein Verdammen statt, Weil Christi Blut beständig schreit: Barmherzigkeit, Barmherzigkeit! 5. Darein will ich mich gläubig senken, Dem will ich mich getrost vertraun, Und wenn mich meine Sünden kränken, Nur bald nach Gottes Herze schaun; Da findet sich zu aller Zeit Unendliche Barmherzigkeit. 6. Wird alles andre weggerissen, Was Seel und Leib erquicken kann; 20 Ich habe nun den Grund gefunden, 306 Glaube und Rechtfertigung. Darf ich von keinem Troste wissen Und scheine völlig ausgetan; Ist die Errettung noch so weit, Mir bleibet die Barmherzigkeit. 7. Muß ich an meinen besten Werken, Darinnen ich gewandelt bin, Viel Unvollkommenheit bemerken, So fällt wohl alles Rühmen hin; Doch ist auch dieser Trost bereit: Ich hoffe auf Barmherzigkeit. 8. Es gehe mir nach dessen Willen, Bei dem so viel Erbarmen ist. Er wolle selbst mein Herze stillen, Damit es das nur nicht vergißt; So stehet es in Lieb und Leid In, durch und auf Barmherzigkeit. 9. Bei diesem Grunde will ich bleiben, So lange mich die Erde trägt. 5 Das will ich denken, tun und treiben, So lange sich ein Glied bewegt. So sing ich einstens höchst erfreut: O Abgrund der Barmherzigkeit! Johann Andreas Rothe, 1688— 1758. Mel.: Valet will ich dir geben. 233.* Ich weiß, an wen ich glaube; Ich weiß, was fest besteht, Wenn alles hier im Staube Wie Staub und Rauch verweht. Ich weiß, was ewig bleibet, Wo alles wankt und fällt, Wo Wahn die Weisen treibet Und Trug die Klugen hält. 2. Ich weiß, was ewig dauert, Ich weiß, was nie verläßt; Glaube und Rechtfertigung. Auf ewgen Grund gemauert, Steht diese Schutzwehr fest: Es sind des Heilands Worte, Die Worte fest und klar; An diesem Felsenhorte Halt ich unwandelbar. 3. Auch kenn ich wohl den Meister, Der mir die Feste baut: Es ist der Herr der Geister, Auf den der Himmel schaut, Vor dem die Seraphinen Anbetend niederknien, Um den die Heilgen dienen,— Ich weiß und kenne ihn. 4. Das ist das Licht der Höhe, Das ist mein Jesus Christ, N, Der Fels, auf dem ich stehe, Der diamanten ist, Der nimmermehr kann wanken, Mein Heiland und mein Hort, Die Leuchte der Gedanken, Die leuchtet hier und dort. 5. Er, den man blutbedecket Am Abend einst begrub; Er, der von Gott erwecket, Sich aus dem Grab erhub; Der meine Schuld versöhnet, Der seinen Geist mir schenkt, Der mich mit Gnade krönet Und ewig mein gedenkt. 6. Drum weiß ich, was ich glaube, Ich weiß, was fest besteht Und in dem Erdenstaube Nicht mit als Staub verweht. 20* 30⁸ Glaube und Rechtfertigung. Es bleibet mir im Grauen Des Todes ungeraubt; Es schmückt auf Himmelsauen Mit Kronen einst mein Haupt. Ernst Moritz Arndt, 1769—1860. Mel.: Mein Herzens Jesu, meine Lust. 234. Ich weiß, an wen mein Glaub sich hält; Kein Feind soll mir ihn rauben! Als Bürger einer bessern Welt Leb ich hier nur im Glauben. Dort schau ich, was ich hier geglaubt. Wer ist, der mir mein Erbteil raubt? Es ruht in Jesu Händen. 2. Mein Leben ist ein kurzer Streit; Lang ist der Tag des Sieges. Ich kämpfe für die Ewigkeit,— Erwünschter Lohn des Krieges! Der du für mich den Tod geschmeckt, Durch deinen Schild werd ich bedeckt; Was kann mir denn nun schaden? 3. O Herr, du bist mein ganzer Ruhm, Mein Trost in diesem Leben, In jener Welt mein Eigentum; Du hast dich mir gegeben. Von fern lacht mir mein Kleinod zu, Drum eile ich ihm freudig zu; Du reichst mir meine Krone. 4. Herr, lenke meines Geistes Blick Von dieser Welt Getümmel Auf dich, auf meiner Seele Glück, Auf Ewigkeit und Himmel. Die Welt mit ihrer Herrlichkeit Vergeht und währt nur kurze Zeit. Im Himmel sei mein Wandel! m, Glaube und Rechtfertigung. 309 5. Jetzt, da mich dieser Leib beschwert, Ist mir noch nicht erschienen, Was jene bessre Welt gewährt, Wo wir Gott heilig dienen. Dann, wenn mein Auge nicht mehr weint Und mein Erlösungstag erscheint, Dann werd ichs froh empfinden. 6. Im Dunkeln seh ich hier mein Heil; Dort ist mein Antlitz heiter. Hier ist die Sünde noch mein Teil; Dort ist sie es nicht weiter. Hier ist mein Wert mir noch verhüllt; Dort wird er sichtbar, wenn dein Bild Mich, Gott, vollkommen schmücket. 7. Zu diesem Glück bin ich erkauft, O Herr, durch deine Leiden. Auf deinen Tod bin ich getauft; Wer will mich von dir scheiden? Du zeichnest mich in deine Hand; Herr, du bist mir, ich dir bekannt. Mein sind des Himmels Freuden. 8. Wie groß ist meine Herrlichkeit! Empfinde sie, o Seele! Vom Tand der Erde unentweiht, Erhebe Gott, o Seele! Der Erde glänzend Nichts vergeht, Nur des Gerechten Ruhm besteht Durch alle Ewigkeiten. Christoph Christian Sturm, 1740— 1786. Mel.: Alle Menschen müssen sterben. 235. Jesu, sieh mich an in Gnaden! Sieh mein Elend, meine Not! Laß dichs jammern, hilf dem Schaden! Ach, er bringt mir sonst den Tod. 310 Glaube und Rechtfertigung. Solltest du Erlöser heißen Und mich nicht dem Tod entreißen? Wie dein Nam ist auch dein Ruhm, Das erfährt dein Eigentum. 2. Gottes ewiges Erbarmen, Das in dir sich zu uns lenkt, Hat dich eingen Sohn den Armen Und auch mir zum Trost geschenkt. Ach, wie hoch bedarf ich deiner! Jesu, so gedenk auch meiner; Denk an mich, sprich nur ein Wort, O, so weicht mein Jammer fort. 3. Alle Worte deiner Lippen, Alle Taten deiner Hand, Ja dein Leben von der Krippen, Bis man dich am Olberg band, Dein für uns geschmecktes Leiden, Dein am Kreuz so schmerzlich Scheiden Ist, so hat es Gott versehn, Zu der Sünder Heil geschehn. 4. Wenn die Hände sich nur regten, War die Hilfe schon bereit; Wenn die Lippen sich bewegten, Schallte lauter Seligkeit; Ach, sie hießen zu dir kommen Nicht die Heilgen, Starken, Frommen; Nur den Sündern riefen sie, Die voll Arbeit, Angst und Müh. 5. Jesu, sollt ichs denn nicht wagen? Sollt ich denn zu dir nicht fliehn? Sollt ich darum ganz verzagen, Weil ich so verdorben bin? Nie verstießest du den Armen; x Meiner wirst du dich erbarmen, ö Weil doch deine Gnad und Huld ö Größer ist als meine Schuld. —59‚————— Glaube und Rechtfertigung. 311 6. Wo die Sünde mit Beschwerden Also mächtig worden ist, Da laß mir auch kundbar werden, Wozu du geschenket bist. Reiß mich los aus Satans Stricken, Brich der Hölle Band in Stücken. Nimm mein ganzes Herz und Sinn, Leib und Seel und alles hin. 7. Mach mich dir auf ewig eigen, Führ mich, wie es dir beliebt. Lehr mich meiden, leiden, schweigen, Folgen, wie dein Rat mich übt. Ach, so still mein ängstlich Quälen, Daß ich mit erfreuter Seelen Dich hier preise in der Zeit Und dort in der Ewigkeit! Casseler Gesangbuch v. 1770. Mel.: Jesus, meine Zuversicht. 236.* Jesus nimmt die Sünder an, Saget doch dies Trostwort allen, Welche von der rechten Bahn Auf verkehrten Weg verfallen. Hier ist, was sie retten kann: Jesus nimmt die Sünder an. 2. Keiner Gnade sind wir wert; Doch hat er in seinem Worte Eidlich sich dazu erklärt. Sehet nur, die Gnadenpforte Ist hier völlig aufgetan: Jesus nimmt die Sünder an. 3. Wenn ein Schaf verloren ist, Suchet es ein treuer Hirte. Jesus, der uns nie vergißt, Suchet treulich das Verirrte, 312 Glaube und Rechtfertigung. Daß es nicht verderben kann: Jesus nimmt die Sünder an. 4. Kommet alle, kommet her, Kommet, ihr betrübten Sünder! Jesus rufet euch und er Macht aus Sündern Gottes Kinder. Glaͤubets doch und denket dran: Jesus nimmt die Sünder an. 5. Ich Betrübter komme hier Und bekenne meine Sünden; Laß, mein Heiland, mich bei dir Gnade und Vergebung finden, Daß dies Wort mich trösten kann: Jesus nimmt die Sünder an. 6. Ich bin ganz getrosten Muts; Ob die Sünden blutrot wären, Müssen sie kraft deines Bluts Dennoch sich in schneeweiß kehren, Da ich gläubig sprechen kann: Jesus nimmt die Sünder an. 7. Mein Gewissen zaget nicht, Wer will mich vor Gott verklagen? Der mich frei und ledig spricht, Hat die Schulden abgetragen, Daß mich nichts verdammen kann; Jesus nimmt die Sünder an. 8. Jesus nimmt die Sünder an, Mich hat er auch angenommen Und den Himmel aufgetan, Daß ich selig zu ihm kommen Und auf den Trost sterben kann: Jesus nimmt die Sünder an. Erdmann Neumeister, 1671—1756. Glaube und Rechtfertigung. — Mel.: Valet will ich dir geben. 237.* Ist Gott für mich, so trete Gleich alles wider mich. So oft ich ruf und bete, Weicht alles hinter sich. Hab ich das Haupt zum Freunde Und bin geliebt bei Gott, Was kann mir tun der Feinde Und Widersacher Rott? 2. Nun weiß und glaub ich feste, Ich rühms auch ohne Schen, Daß Gott, der Höchst und Beste, Mein Freund und Vater sei, Und daß in allen Fällen Er mir zur Rechten steh Und dämpfe Sturm und Wellen, Und was mir bringet Weh. 3. Der Grund, da ich mich gründe, Ist Christus und sein Blut; Das machet, daß ich finde Das ewge, wahre Gut. An mir und meinem Leben Ist nichts auf dieser Erd; Was Ehristus mir gegeben, Das ist der Liebe wert. 4. Mein Jesus ist mein Ehre, Mein Glanz und helles Licht; Wenn der nicht in mir wäre, So dürft und könnt ich nicht Vor Gottes Augen stehen Und vor dem strengen Sitz; Ich müßte stracks vergehen. Wie Wachs in Feuerhitz. 5. Mein Jesus hat gelöschet, Was mit sich führt den Tod; 31⁴ Glaube und Rechtfertigung. Der ists, der rein mich wäschet, Macht schneeweiß, was ist rot. In ihm kann ich mich freuen, Hab einen Heldenmut, Darf kein Gerichte scheuen, Wie sonst ein Sünder tut. 6. Nichts, nichts kann mich verdammen, Nichts nimmet mir mein Herz; Die Höll und ihre Flammen, Die sind mir nur ein Scherz. Kein Urteil mich erschrecket, Kein Unheil mich betrübt, Weil mich mit Flügeln docket Mein Heiland, der mich liebt. 7. Sein Geist wohnt mir im Herzen Regieret meinen Sinn, Vertreibt mir Sorg und Schmerzen, Nimmt allen Kummer hin, Gibt Segen und Gedeihen Dem, was er in mir schafft, Hilft mir das Abba schreien Aus aller meiner Kraft. 8. Und wenn an meinem Orte Sich Furcht und Schwachheit findt, So seufzt und spricht er Worte, Die unaussprechlich sind Mir zwar und meinem Munde, Gott aber wohl bewußt, Der an des Herzens Grunde Ersiehet seine Lust. 9. Sein Geist spricht meinem Geiste Manch süßes Trostwort zu, Wie Gott dem Hilfe leiste, Der bei ihm suchet Ruh, Glaube und Rechtfertigung. Und wie er hab erbauet Ein edle, neue Stadt, Da Aug und Herze schauet, Was es geglaubet hat. 10. Da ist mein Teil und Erbe Mir prächtig zugericht; Wenn ich gleich fall und sterbe, Fällt doch mein Himmel nicht. Muß ich auch gleich hier feuchten Mit Tränen meine Zeit, Mein Jesus und sein Leuchten Durchsüßet alles Leid. 11. Wer sich mit dem verbindet, Den Satan fleucht und haßt, Der wird verfolgt und findet Ein harte, schwere Last Zu leiden und zu tragen, Gerät in Hohn und Spott; Das Kreuz und alle Plagen, Die sind sein täglich Brot. 12. Das ist mir nicht verborgen, Doch bin ich unverzagt, Dich will ich lassen sorgen, Dem ich mich zugesagt. Es koste Leib und Leben Und alles, was ich hab, An dir will ich fest kleben Und nimmer lassen ab. 13. Die Welt, die mag zerbrechen, Du stehst mir ewiglich; Kein Brennen, Hauen, Stechen Soll trennen mich und dich; Kein Hunger und kein Dürsten, Kein Armut, keine Pein, Kein Zorn des großen Fürsten Soll mir ein Hindrung sein. 316 Glaube und Rechtfertigung. 4. Kein Engel, keine Freuden, Kein Thron, kein Herrlichkeit, Kein Lieben und kein Leiden, Kein Angst und Fährlichkeit, Was man nur kann erdenken, Es sei klein oder groß, Der keines soll mich lenken Aus deinem Arm und Schoß. 15. Mein Herze geht in Sprüngen Und kann nicht traurig sein, Ist voller Freud und Singen, Sieht lauter Sonnenschein. Die Sonne, die mir lachet, Ist mein Herr Jesus Christ, Das, was mich singen machet, Ist, was im Himmel ist. Paul Gerhardt, 1607— 1676. Eigene Melodie. 238. Mein Heiland nimmt die Sünder an, Die unter ihrer Last der Sünden Kein Mensch, kein Engel trösten kann, Die nirgend Ruh und Rettung finden; Den'en selbst die weite Welt zu klein, Die sich und Gott ein Greuel sein; Den'n Moses schon den Stab gebrochen Und sie der Hölle zugesprochen, Wird diese Freistatt aufgetan: Mein Heiland nimmt die Sünder an! 2. Sein mehr als mütterliches Herz Trieb ihn von seinem Thron auf Erden; Ihn drang der Sünder Weh und Schmerz, An ihrer Statt ein Fluch zu werden. Er senkte sich in ihre Not Und schmeckte den verdienten Tod; ISEae-——— MÆM=Ne rR Saaa )—ꝰẽ· H .ꝗj— Nun, da er denn sein eigen Leben Zur teuren Zahlung hingegeben Und seinem Vater gnug getan, So heißts: Er nimmt die Sünder an! 3. Nun ist sein aufgetaner Schoß Ein sichres Schloß gejagter Seelen; Er spricht sie von dem Urteil los Und tilget bald ihr ängstlich Quälen. Es wird ihr ganzes Sündenheer Ins unergründlich tiefe Meer Von seinem reinen Blut versenket; Der Geist, der ihnen wird geschenket, Schwingt über sie die Gnadenfahn: Mein Heiland nimmt die Sünder an! 4. So bringt er sie dem Vater hin In seinen blutbeflossnen Armen; Das neiget dann den Vatersinn Zu lauter ewigem Erbarmen. Er nimmt sie an an Kindes Statt, Ja alles, was er ist und hat, Wird ihnen eigen übergeben, Und selbst die Tür zum ewgen Leben Wird ihnen fröhlich aufgetan: Mein Heiland nimmt die Sünder an! 5. O, solltest du sein Herze sehn, Wie sichs nach armen Sündern sehnet, Sowohl wenn sie noch irre gehn, Als wenn ihr Auge vor ihm tränet! Wie streckt er sich nach Zöllnern aus, Wie eilt er in Zachäus Haus! Wie sanft stillt er der Magdalenen Den milden Fluß erpreßter Tränen Und denkt nicht, was sie sonst getan! Mein Heiland nimmt die Sünder an! Glaube und Rechtfertigung. 317 31⁸ Glaube und Rechtfertigung. 6. Wie freundlich blickt er Petrum an, Ob er gleich noch so tief gefallen! Nun, dies hat er nicht nur getan, Da er auf Erden mußte wallen, Nein, er ist immer einerlei, Gerecht und fromm und ewig treu; Und wie er unter Schmach und Leiden, So ist er auf dem Thron der Freuden Den Sündern liebreich zugetan. Mein Heiland nimmt die Sünder an! 7. So komme denn, wer Sünder heißt Und wen sein Sündengreul betrübet, Zu dem, der keinen von sich weist, Der sich gebeugt zu ihm begibet! Wie, willst du dir im Lichte stehn Und ohne Not verloren gehn? Willst du der Sünde länger dienen, Da dich zu retten er erschienen? O nein, verlaß die Sündenbahn! Mein Heiland nimmt die Sünder an! 8. Komm nur mühselig und gebückt; Komm nur, so gut du weißt zu kommen. Wenn gleich die Last dich niederdrückt, Du wirst auch seufzend angenommen. Sieh, wie sein Herz dir offen steht, Und wie er dir entgegen geht! Wie lang hat er mit vielem Flehen Sich brünstig nach dir umgesehen! So komm denn, armes Herz, heran! Mein Heiland nimmt die Sünder an! 9. Sprich nicht:„Ich habs zu grob gemacht, Ich hab die Güter seiner Gnaden So lang und schändlich umgebracht, Er hat mich oft umsonst geladen.“ X7— SS VES& ißt acht, Glaube und Rechtfertigung. 319 Wenn du es jetzt nur redlich meinst Und deinen Fall mit Ernst beweinst, So soll ihm nichts die Hände binden, Und du sollst jetzt noch Gnade finden; Er hilft, wenn sonst nichts helfen kann. Mein Heiland nimmt die Sünder an! 10. Doch sprich auch nicht:„Es ist noch Zeit, Ich muß erst diese Lust genießen, Gott wird ja eben nicht gleich heut Die offne Gnadenpforte schließen.“ Nein, weil er ruft, so höre du Und greif mit beiden Händen zu. Wer seiner Seele Heil verträumet, Der hat die Gnadenzeit versäumet; Ihm wird hernach nicht aufgetan. Heut komm, heut nimmt dich Jesus an! 11. Ja, zeuch uns selber recht zu dir, Holdselig süßer Freund der Sünder! Erfüll mit sehnender Begier Auch uns und alle Adamskinder! Zeig uns bei unserm Seelenschmerz Dein aufgeschloßnes Liebesherz; Und wenn wir unser Elend sehen, So laß uns ja nicht stille stehen, Bis daß ein jeder sagen kann: Gottlob, auch mich nimmt Jesus an! Leopold Franz Friedrich Lehr, 1709— 1744. Mel.: O daß ich tausend Zungen hätte. 239.* Mir ist Erbarmung widerfahren, Erbarmung, deren ich nicht wert; Das zähl ich zu dem Wunderbaren, Mein stolzes Herz hats nie begehrt. Nun weiß ich das und bin erfreut Und rühme die Barmherzigkeit. 320 Glaube und Rechtfertigung. 2. Ich hatte nichts als Zorn verdienet Und soll bei Gott in Gnaden sein; Gott hat mich mit sich selbst versühnet Und macht durchs Blut des Sohns mich rein. Wo kam dies her? Warum geschichts? Erbarmung ists und weiter nichts. 3. Das muß ich dir, mein Gott, bekennen, Das rühm ich, wenn ein Mensch mich fragt; Ich kann es nur Erbarmung nennen, So ist mein ganzes Herz gesagt. Ich beuge mich und bin erfreut Und rühme die Barmherzigkeit. 4. Dies laß ich kein Geschöpf mir rauben, Dies soll mein einzig Rühmen sein; Auf dies Erbarmen will ich glauben, Auf dieses bet ich auch allein, Auf dieses duld ich in der Not, Auf dieses hoff ich noch im Tod. 5. Gott, der du reich bist an Erbarmen, Nimm dein Erbarmen nicht von mir, Und führe einst im Tod mich Armen Durch meines Heilands Tod zu dir. Da bin ich ewig recht erfreut Und rühme die Barmherzigkeit. Philipp Friedrich Hiller, 1699— 1709. Eigene Melodie. 240. Nun freut euch, lieben Christen gmein, Und laßt uns fröhlich springen, Daß wir getrost und all in ein Mit Lust und Liebe singen, Was Gott an uns gewendet hat Und seine süße Wundertat; Gar teur hat ers erworben. 0 8 A„- —— XxXJ⁰ee ben, ien, 09. lein, Glaube und Rechtfertigung. 3 2. Dem Teufel ich gefangen lag, Im Tod war ich verloren, Mein Sünd mich quälte Nacht und Tag Darin ich war geboren. Ich fiel auch mmer tiefer drein, Es war kein Guts am Leben mein, Die Sünd hatt' mich besessen. 3. Mein gute Werk, die galten nicht Es war mit ihn'n verdorben; Der frei Will haßte Gotts Gericht, Zum Guten gar erstorben; Die Angst mich zu verzweifeln trieb, Daß nichts denn Sterben bei mir blieb, Zur Höllen mußt ich sinken. 4. Da jammert Gott in Ewigkeit Mein Elend übermaßen; Er dacht an sein Barmherzigkeit, Er wollt mir helfen lassen; Er wandt zu mir das Vaterherz, Es war bei ihm fürwahr kein Scherz, Er ließ sein Bestes kosten. 5. Er sprach zu seinem lieben Sohn: Es ist Zeit zu erbarmen, Fahr hin, meins Herzens werte Kron, Und sei das Heil dem Armen, Und hilf ihm aus der Sünden Not, Erwürg für ihn den bittern Tod Und laß ihn mit dir leben.“ 2 6. Der Sohn dem Vater g'horsam ward; Er kam zu mir auf Erden, Von einer Jungfrau rein und zart; Er sollt mein Bruder werden. Gar heimlich führt er sein Gewalt, Er ging in meiner armen G'stalt, Den Teufel wollt er fangen. 32² Glaube und Rechtfertigung. 7. Er sprach zu mir: Halt dich an mich, Es soll dir jetzt gelingen; Ich geb mich selber ganz für dich, Da will ich für dich ringen; Denn ich bin dein, und du bist mein, ö Und wo ich bleib, da sollst du sein; Uns soll der Feind nicht scheiden. 8. Vergießen wird er mir mein Blut, Dazu mein Leben rauben, ö Das leid ich alles dir zu gut, x ů Das halt mit festem Glauben. Den Tod verschlingt das Leben mein, Mein Unschuld trägt die Sünde dein, Da bist du selig worden. 9. Gen Himmel zu dem Vater mein Fahr ich von diesem Leben; Da will ich sein der Meister dein, 7 Den Geist will ich dir geben, 7 Der dich in Trübnis trösten soll Und lehren mich erkennen wohl Und in der Wahrheit leiten. 10. Was ich getan hab und gelehrt, 5 Das sollst du tun und lehren, 2 Daß Gottes Reich hier werd gemehrt Zu Lob und seinen Ehren: 8 Und hüt dich vor der Menschen Satz, Davon verdirbt der edle Schatz; Das laß ich dir zur Letze. Dr. Martin Luther, 1483— 1546. A Mel.: Es ist gewißlich an der Zeit. 241. O Gottes Sohn, Herr Jesu Christ, Daß man recht könne gläuben, A Nicht jedermannes Ding es ist, Noch standhaft zu verbleiben; Drum hilf du mir von oben her, Den wahren Glauben mir gewähr, Und daß ich drin beharre. 2. Lehr du und unterweise mich, Daß ich den Vater kenne, Daß ich, o Christe Jesu, dich Den Sohn des Höchsten nenne, Daß ich auch ehr den heilgen Geist, Zugleich gelobet und gepreist In dem dreieingen Wesen. 3. Laß mich vom großen Gnadenheil Die wahr Erkenntnis finden, Wie der nur an dir habe teil, Dem du vergibst die Sünden. Hilf, daß ichs such, wie mir gebührt; Du bist der Weg, der mich recht führt, Die Wahrheit und das Leben. 4. Gib, daß ich traue deinem Wort, Es wohl zu Herzen fasse; Daß sich mein Glaube immerfort Auf dein Verdienst verlasse; Daß zur Gerechtigkeit mir werd, Wenn ich von Sünden bin beschwert, Dein Kreuztod zugerechnet. 5. Den Glauben, Herr, laß trösten sich Des Bluts, so du vergossen, Auf daß in deinen Wunden ich Bleib allzeit eingeschlossen Und durch den Glauben auch die Welt Und was dieselb am höchsten hält, Allzeit für Schaden achte. 6. Wär auch mein Glaub wie Senfkorn klein Und daß man ihn kaum merke, 32⁴ Glaube und Rechtfertigung. Wollst du doch in mir mächtig sein, Daß deine Gnad mich stärke, Die das zerknickte Rohr nicht bricht, Das glimmend Docht auch vollends nicht Auslöschet in dem Schwachen. 7. Hilf, daß ich stets sorgfältig sei, Den Glauben zu behalten, Ein gut Gewissen auch dabei, Und daß ich so mög walten, Daß ich sei lauter jederzeit, Ohn Anstoß, mit Gerechtigkeit Erfüllt und ihren Früchten. 8. Herr, durch den Glauben wohn in mir, Laß ihn sich in mir stärken, Daß er sei fruchtbar für und für Und reich in guten Werken, Daß er sei tätig durch die Lieb, Mit Freuden und Geduld sich üb, Dem Nächsten treu zu dienen. 9. Insonderheit gib mir die Kraft, Daß vollends bei dem Ende Ich üb die gute Ritterschaft, Zu dir allein mich wende In meiner letzten Stund und Not, Des Glaubens End durch deinen Tod, Die Seligkeit, erlange. 10. Herr Jesu, der du angezündt Das Fünklein in mir Schwachen, Was sich vom Glauben in mir findt, Du wollst es stärker machen; Was du gefangen an, vollführ Bis an das End, daß dort bei dir Auf Glauben folgt das Schauen. David Denicke, 1603—1680. A)/ 7— cht mir, 1680. Glaube und Rechtfertigung. 325 Mel.: Nun freut euch, lieben Christen gmein. 242.5 Such, wer da will, ein ander Ziel, Die Seligkeit zu finden; Mein Herz allein bedacht soll sein, Auf Christum sich zu gründen. Sein Wort ist wahr, sein Werk sind klar, Sein heilger Mund hat Kraft und Grund, All Feind zu überwinden. 2. Such, wer da will, Nothelfer viel, Die uns doch nichts erworben; Hier ist der Mann, der helfen kaunn, Bei dem nie was verdorben. Uns wird das Heil durch ihn zu teil, Uns macht gerecht der treue Knecht, Der für uns ist gestorben. 3. Ach, sucht doch den, laßt alles stehn, Die ihr das Heil begehret; Er ist der Herr und keiner mehr, Der euch das Heil gewähret. Sucht ihn all Stund von Herzensgrund, Sucht ihn allein, denn wohl wird sein Dem, der ihn herzlich ehret. 4. Meins Herzens Kron und Freudensonn Sollst du, Herr Jesu, bleiben; Laß mich doch nicht von deinem Licht Durch Eitelkeit vertreiben. Bleib du mein Preis, dein Wort mich speis; Bleib du mein Ehr, dein Wort mich lehr, An dich stets fest zu gläuben. 5. Wend von mir nicht dein Angesicht, Laß mich im Kreuz nicht zagen. Weich nicht von mir, mein höchste Zier, Hilf mir mein Leiden tragen, 326 Glaube und Rechtfertigung. ö Hilf mir zur Freud nach diesem Leid, Hilf, daß ich mag nach dieser Klag Dort ewig dir lobsagen. Georg Weissel, 1590— 1635. Mel.: Unser Herrscher, unser König. 243.* Weicht, ihr Berge, fallt, ihr Hügel, Brechet, alle Felsen, ein! Gottes Gnade hat das Siegel, Sie will unverändert sein. Laßt die Welt zu Trümmern gehn, Gottes Gnade wird bestehn. 2. Gott hat mir ein Wort versprochen, Gott hat einen Bund gemacht, Der wird nimmermehr gebrochen, Bis er alles hat vollbracht. Er, die Wahrheit, trüget nicht, Was er saget, das geschicht. 3. Seine Gnade soll nicht weichen, Wenn gleich alles bricht und fällt, Sondern ihren Zweck erreichen, Bis sie mich zufriedenstellt. Gott ist fromm und gut und treu, Ob die Welt voll Heuchelei. 4. Will die Welt den Frieden brechen, Hat sie lauter Krieg im Sinn, Gott hält immer sein Versprechen; So fällt aller Zweifel hin, Als wär er nicht immerdar, Was er ist und was er war. 5. Laßt sein Antlitz sich verstellen, Ist sein Herz doch treu gesinnt Und bezeugt in allen Fällen, Daß ich sein geliebtes Kind, 0 0 Wandel im Licht. Dem er beide Hände reicht, Wenn auch Grund und Boden weicht. 6 Er will Friede mit mir halten, Wenn die Welt gleich Lärmen macht; Ihre Liebe mag erkalten, Ich bin bei ihm wert geacht, Und wenn Höll und Abgrund brüllt, Bleibt er mir doch Sonn und Schild. 7. Er, der Herr, ist mein Erbarmer, So hat er sich selbst genennt; Das ist Trost, so werd ich Armer Nimmermehr von ihm getrennt. Sein Erbarmen läßt nicht zu, Daß er mir was Leides tu. 8. Nun, es bleibt mein ganz Vertrauen Auf ihn ankerfest gericht, Auf ihn will ich Felsen bauen, Denn ich weiß, daß es geschicht. Erd und Himmel kann vergehn, Sein Bund bleibet feste stehn. Benjamin Schmolck, 1672—1737. III. Heiligung. 1. Wandel im Licht. Mel.: Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. 244. Ein reines Herz, Herr, schaff in mir, Schleuß zu der Sünde Tor und Tür, Vertreibe sie und laß nicht zu, Daß sie in meinem Herzen ruh. 2. Dir öffn ich, Jesu, meine Tür, Ach komm und wohne du bei mir, ———..— ——————— 32 Wandel im Licht. Treib all Unreinigkeit hinaus Aus deinem Tempel und Wohnhaus. 3. Laß deines guten Geistes Licht Und dein hellglänzend Angesicht Erleuchten mein Herz und Gemüt, O Brunnen unerschöpfter Güt! 4. Und mache dann mein Herz zugleich An Himmelsgut und Segen reich; Gib Weisheit, Stärke, Rat, Verstand Aus deiner milden Gnadenhand. 5. So will ich deines Namens Ruhm Ausbreiten als dein Eigentum Und dieses achten für Gewinn, Wenn ich nur dir ergeben bin. Heinrich Georg Neuß, 1654— 1716. Mel.: Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort. — 7 3 245. Erneure mich, o ewges Licht, Und laß von deinem Augesicht Mein Herz und Seel mit deinem Schein Durchleuchtet und erfüllet sein. 2. Ertöt in mir die schnöde Lust, Feg aus den alten Sündenwust; Ach rüst mich aus mit Kraft und Mut, Zu streiten wider Fleisch und Blut. 3. Schaff in mir, Herr, den neuen Geist, Der dir mit Lust Gehorsam leist Und nichts sonst, als was du willst, will, Ach Herr, mit ihm mein Herz erfüll. 4. Auf dich laß meine Sinne gehn, Laß sie nach dem, was droben, stehn, Bis ich dich schau, o ewges Licht, Von Angesicht zu Angesicht. Johann Friedrich Ruopp, 4 1708. Wandel im Licht. 329 Eigene Melodie. 246.* Fahre fort, fahre fort, Zion, fahre fort im Licht, Mache deinen Leuchter helle, Laß die erste Liebe nicht, Suche stets die Lebensquelle; Zion, dringe—. die enge Pfort, ch Fchre fort, 50 fort! 2. Leide dich, leide dich, Zion, leide ahne Scheu ö Trübsal, Angst mit Spott und Hohne; Sei bis in den Tod getreu, Siehe auf die Lebenskrone; Zion, fühlest du der Schlange Stich, Leide dich, leide dich! 16. 3. Folge nicht, folge nicht, Zion, folge nicht der Welt, Die dich suchet groß zu machen, ö Achte nicht ihr Gut und Geld; Nimm nicht an das Bild des Drachen; n Zion, wenn sie dir viel Lust verspricht, ö ö Folge nicht, folge nicht! Prüfe recht, prüfe recht, Zi prüfe recht den Geist, Der dir ruft zu beiden Seiten; ů Tue nicht, was er dich heißt, Laß nur deinen Stern dich leiten; jeist, Zion, beides, das was krumm und schlecht, Prüfe recht, prüfe recht! ill, 5. Dringe ein, dringe ein, Zion, dringe ein in Gott:; Stärke dich mit Geist und Leben; Sei nicht wie die andern tot, Sei du gleich den grünen Reben; Zion, in die Kraft für Deuchelschein 708. Dringe ein, dringe ein! 330 Wandel im Licht. 6. Brich herfür, brich herfür, Zion, brich herfür in Kraft, Weil die Bruderliebe brennet, Zeige, was der in dir schafft, Der als seine Braut dich kennet; j Zion, durch die dir gegebne Tür Brich herfür, brich herfür! 7. Halte aus, halte aus, Zion, halte deine Treu, Laß dich ja nicht laulich finden. Auf, das Kleinod rückt herbei; Auf, verlasse was dahinten; Zion, in dem letzten Kampf und Strauß Halte aus, haͤlte aus! Johann Eusebius Schmidt, 1669—1745. Mel.: Herr Christ, der einig Gotissohn. 247.* Herr Jesu, Gnadensonne, Wahrhaftes Lebenslicht, Laß Leben, Licht und Wonne Mein blödes Angesicht Nach deiner Gnad erfreuen Und meinen Geist erneuen; Mein Gott, versag mirs nicht. 2. Vergib mir meine Sünden Und wirf sie hinter dich; Laß allen Zorn verschwinden Und hilf mir gnädiglich, Laß deine Friedensgaben Mein armes Herze laben; Ach Herr, erhöre mich. 3. Vertreib aus meiner Seelen Den alten Adamssinn, Und laß mich dich erwählen, Auf daß ich mich forthin Wandel im Licht. 331 Zu deinem Dienst ergebe Und dir zu Ehren lebe, Weil ich erlöset bin. 4. Befördre dein Erkenntnis In mir, mein Seelenhort, Und öffne mein Verständnis Durch dein heiliges Wort, Damit ich an dich gläube Und in der Wahrheit bleibe Zu Trutz der Höllenpfort. 5. Mit deiner Kraft mich rüste, Zu kreuzgen mein Begier Und alle bösen Lüste, Auf daß ich für und für Der Sündenwelt absterbe Und nach dem Fleisch verderbe, Hingegen leb in dir. 6. Ach, zünde deine Liebe In meiner Seele an, Daß ich aus innerm Triebe Dich ewig lieben kann Und dir zum Wohlgefallen Beständig möge wallen Auf rechter Lebensbahn. 7. Nun, Herr, verleih mir Stärke, Verleih mir Kraft und Mut; Denn das sind Gnadenwerke, Die dein Geist schafft und tut; Hingegen all mein Sinnen, Mein Lassen und Beginnen Ist böse und nicht guͤt. 8. Darum, du Gott der Gnaden, Du Vater aller Treu, Wend allen Seelenschaden Und mach mich täglich neu; ... —— 332 Wandel im Licht. Gib, daß ich deinen Willen Stets suche zu erfüllen, Und steh mir kräftig bei. Ludwig Andreas Gotter, 1661— 1735. 2 Mel.: Jesus, meine Zuversicht. 248.* Himmelan geht unsre Bahn, Wir sind Gäste nur auf Erden, Bis wir dort in Kanaan Durch die Wüste kommen werden; Hier ist unser Pilgrimstand, Droben unser Vaterland. 2. Himmelan schwing dich, mein Geist, Denn du bist ein himmlisch Wesen Und kannst das, was irdisch heißt, Nicht zu deinem Zweck erlesen. Ein von Gott erleuchter Sinn Kehrt in seinen Ursprung hin. 3. Himmelan, ruft er mir zu, Wenn ich ihn im Worte höre; Das weist mir den Ort der Ruh, Wo ich einmal hingehöre; Wenn mich dieses Wort bewahrt, Halt ich eine Himmelfahrt. 4. Himmelan, denk ich allzeit, Wenn er mir die Tafel decket, Und mein Geist hier allbereit Eine Kraft des Himmels schmecket. Nach der Kost im Jammertal Folgt des Lammes Hochzeitsmahl. 5. Himmelan! Mein Glaube zeigt Mir das schöne Los von ferne, Daß mein Herz schon aufwärts steigt Über Sonne, Mond und Sterne; st, Wandel im Licht. 333 Denn ihr Licht ist viel zu klein Gegen jenen Glanz und Schein. 6. Himmelan wird mich der Tod In die rechte Heimat führen, Da ich über alle Not Ewig werde triumphieren; Jesus geht mir selbst voran, Daß ich freudig folgen kann. 7. Himmelan, ach himmelan! Das soll meine Losung bleiben. Ich will allen eitlen Wahn Durch die Himmelslust vertreiben. Himmelan steht nur mein Sinn, Bis ich in dem Himmel bin. Benjamin Schmolck, 1672— 1737. Eigene Melodie. 249. Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ, Ich bitt, erhör mein Klagen; Verleih mir Gnad zu dieser Frist, Laß mich doch nicht verzagen; Den rechten Glauben, Herr, ich mein, Den wollest du mir geben, Dir zu leben, Dem Nächsten nütz zu sein, Dein Wort zu halten eben. 2. Ich bitt noch mehr, o Herre Gott, Du kannst es mir wohl geben, Daß ich nicht wieder werd zu Spott; Die Hoffnung gib daneben, Voraus wenn ich muß hie davon, Daß ich dir mög vertrauen Und nicht bauen Auf all mein eigen Tun, Sonst wirds mich ewig reuen. N —— — Wandel im Licht. 3. Verleih, daß ich aus Herzensgrund Den Feinden mög vergeben; Verzeih mir auch zu dieser Stund, Schaff mir ein neues Leben. Dein Wort mein Speis laß allweg sein, Damit mein Seel zu nähren, Mich zu wehren, Wenn Unglück geht daher, Das mich bald mög abkehren. 4. Laß mich kein Lust noch Furcht von dir In dieser Welt abwenden: Getreu sein bis ans End gib mir, Du hasts allein in Händen; Und wem dus gibst, der hats umsonst, Es mag niemand erwerben Noch ererben Durch Werke deine Gunst, Die uns errett vom Sterben. 5. Ich lieg im Streit und widerstreb; Hilf, o Herr Christ, dem Schwachen! An deiner Gnad allein ich kleb, Du kannst mich stärker machen. Kommt nun Anfechtung her, so wehr, Daß sie mich nicht umstoße; Du kannst machen, Daß mirs nicht bringt Gefahr. Ich weiß, du wirsts nicht lassen. Johann Agricola, 1492— 1566. Eigene Melodie. 250. Jesu, hilf siegen, du Fürste des Lebens, Sieh, wie die Finsternis dringet herein, Wie sie ihr höllisches Heer nicht vergebens Mächtig aufführet, mir schädlich zu sein. Satan, der sinnet auf allerhand Ränke, Wie er mich sichte, verstöre und kränke. in, dir Wandel im Licht. 335 2. Jesu, hilf siegen, der du mich erkaufet, Rette, wenn Fleisch und Blut, Satan und Welt Mich zu berücken ganz grimmig anlaufet Oder auch schmeichelnd sich listig verstellt. Wüten die Feinde von außen und innen, Laß mir, Herr, niemals die Hilfe zerrinnen. 3. Jesu, hilf siegen! Ach, wer muß nicht klagen: Herr, mein Gebrechen ist immer vor mir! Hilf, wenn die Sünden der Jugend mich nagen, Die mein Gewissen mir täglich hält für. Ach laß mich schmecken dein kräftig Ver⸗ sühnen Und dies zu meiner Demütigung dienen. 4. Jesu, hilf siegen, wenn in mir die Sünde, Eigenlieb, Hoffart und Mißgunst sich regt. Wenn ich die Last der Begierden empfinde Und sich mein tiefes Verderben darlegt, So hilf, daß ich vor mir selbst mag erröten Und durch dein Leiden mein sündlich Fleisch töten. 5. Jesu, hilf siegen und lege gefangen In mir die Lüste des Fleisches und gib, Daß bei mir lebe des Geistes Verlangen, Aufwärts sich schwingend durch heiligen Trieb. Laß mich eindringen ins göttliche Wesen, So wird mein Geist, Leib und Seele genesen. 6. Jesu, hilf siegen! Wer mag sonst bestehen Wider den listigen, tückischen Feind? Wer mag doch dessen Verfuchung entgehen, Der wie ein Engel des Lichtes erscheint? Ach Herr, wo du weichst, so muß ich ja irren, Wenn mich der Schlange List sucht zu ver⸗ wirren. 336 Wandel im Licht. 7. Jesu, hilf siegen und laß mich nicht sinken; Wenn sich die Kräfte der Lügen aufblähn Und mit dem Scheine der Wahrheit sich schminken, Laß doch viel heller dann deine Kraft sehn! Steh mir zur Rechten, o König und Meister, Lehre mich kämpfen und prüfen die Geister. 8. Jesu, hilf siegen im Wachen und Beten! Hüter, du schläfst ja und schlummerst nicht ein; Laß dein Gebet mich unendlich vertreten, Der du versprochen, mein Fürsprech zu sein. Wenn mich die Nacht Wideen will ecken, Wollst du mich, Jesu, ermuntern und wecken. 9. Jesu, hilf siegen, wenn alles verschwindet Und ich mein Nichts und Verderben nur seh! Wenn kein Vermögen zu beten sich findet, Wenn ich muß sein ein verschüchtertes Reh, Ach Herr, so wollst du im Grunde der Seelen Dich mit dem innersten Seufzen vermählen. 10. Jesu, hilf siegen und laß mirs gelingen, Daß ich das Zeichen des Sieges erlang; So will ich ewig dir Lob und Dank singen, Jesu, mein Heiland, mit frohem Gesang. Wie wird dein Name da werden gepriesen, Wo du, o Held, dich so mächtig erwiesen. 11. Jesu, hilf siegen! Wenns nun kommt zum Sterben, Mach du mich würdig und stetig bereit, Daß ich könn nennen mich recht deinen Erben Dort in der Ewigkeit, hier in der Zeit. Jesu, mein Jesu, dir bleib ich ergeben, Hilf du mir siegen, mein Heil, Trost und Leben. Johann Heinrich Schröder, 1666—1699. 1 S EIE mmt 1, „ rben 1 en, eben. 699. Wandel im Licht. 337 Mel.: Von Gott will ich nicht lassen. 251.* Kommt, Kinder, laßt uns gehen, Der Abend kommt herbei Es ist gefährlich stehen In dieser Wüstenei. Kommt, stärket euren Mut, Zur Ewigkeit zu wandern, Von einer Kraft zur andern; Es ist das Ende gut. 2. Es soll uns nicht gereuen Der schmale Pilgerpfad; Wir kennen ja den Treuen, Der uns gerufen hat. Kommt, folgt und trauet dem; Ein jeder sein Gesichte Mit ganzer Wendung richte Fest nach Jerusalem. 8. Gehts der Natur entgegen, So gehts gerade doch. Die Fleisch und Sinne pflegen, Sind schlechte Pilger noch. Verlaßt die Kreatur Und was euch sonst will binden; Laßt gar euch selbst dahinten, Es geht durchs Sterben nur! 4. Man muß wie Pilger wandeln, Frei, bloß und wahrlich leer; Viel sammeln, halten, haͤndeln Macht unsern Gang nur schwer. Wer will, der trag sich tot, Wir reisen abgeschieden, Mit wenigem zufrieden; Wir brauchens nur zur Not. 5. Schmückt euer Herz aufs beste, Sonst weder Leib noch Haus; 5 22 338 Wandel im Licht. Wir sind hier fremde Gäste Und ziehen bald hinaus. Gemach bringt Ungemach; Ein Pilger muß sich schicken, Sich dulden und sich bücken Den kurzen Pilgertag. 6. Ist gleich der Weg sehr enge, So einsam, krumm und schlecht, Der Dornen in der Menge Und manches Kreuze trägt; Es ist doch nur ein Weg; Laß sein, wir gehen weiter, Wir folgen unserm Leiter Und brechen durchs Geheg. 7. Kommt, Kinder, laßt uns gehen, Der Vater gehet mit; Er selbst will bei uns stehen Bei jedem sauren Tritt. Er will uns machen Mut, Mit süßen Sonnenblicken Uns locken und erquicken; Ach ja, wir habens gut. 8. Sollt wo ein Schwacher fallen, So greif der Stärkre zu; Man trag, man helfe allen, Man pflanze Lieb und Ruh. Kommt, schließt euch fester an; Ein jeder sei der Kleinste, Doch wohl auch gern der Reinste Auf unsrer Liebesbahn. 9. Kommt, laßt uns munter wandern, Der Weg kürzt immer ab; Ein Tag, der folgt dem andern, Bald fällt das Fleisch ins Grab. Wandel im Licht. 339 Nur noch ein wenig Mut, Nur noch ein wenig treuer, Von allen Dingen freier Gewandt zum ewgen Gut. 10. Es wird nicht lang mehr währen, Halt noch ein wenig aus; Es wird nicht lang mehr währen, Dann kommen wir nach Haus. Da wird man ewig ruhn, Wenn wir mit allen Frommen Daheim zum Vater kommen, Wie wohl, wie wohl wirds tun! 11. Drauf wollen wirs denn wagen, Es ist wohl wagenswert, Und gründlich dem absagen, Was aufhält und beschwert. Welt, du bist uns zu klein, Wir gehn durch Jesu Leiten Hin in die Ewigkeiten, Es soll nur Jesus sein. Gerhard Tersteegen, 1697— 1760. 1 Mel.: Freu dich sehr, o meine Seele. 252. Kommt, laßt euch den Herren lehren, Kommt und lernet allzumal, Welche die sind, die gehören In der rechten Christen Zahl: Die bekennen mit dem Mund, Glauben auch von Herzensgrund Und bemühen sich daneben Guts zu tun, so lang sie leben. 2. Selig sind, die Demut haben Und sind allzeit arm im Geist, Rühmen sich gar keiner Gaben, Daß Gott werd allein gepreist, 221 3⁴0 Wandel im Licht. Danken dem auch für und für; Denn das Himmelreich ist ihr. Gott wird dort zu Ehren setzen, Die sich selbst gering hier schätzen. 3. Selig sind, die Leide tragen, Da sich göttlich Trauern findt‚ Die beseufzen und beklagen Ihr und andrer Leute Sünd; Die deshalben traurig gehn, Oft vor Gott mit Tränen stehn; Diese sollen noch auf Erden Und dann dort getröstet werden. 4. Selig sind die frommen Herzen, Da man Sanftmut spüren kann, Welche Hohn und Trotz verschmerzen, Weichen gerne jedermann; Die nicht suchen eigne Rach Und befehlen Gott die Sach; Diese will der Herr so schützen, Daß sie noch das Land besitzen. 5. Selig sind, die sehnlich streben Nach Gerechtigkeit und Treu, Daß an ihrem Tun und Leben Kein Gewalt noch Unrecht sei; Die da lieben gleich und recht, Sind aufrichtig, fromm und schlecht, Geiz, Betrug und Unrecht hassen, Die wird Gott satt werden lassen. 6. Selig sind, die aus Erbarmen Sich annehmen fremder Not, Sind mitleidig mit den Armen, Bitten treulich für sie Gott; Die behilflich sind mit Rat, Auch womöglich mit der Tat, Werden wieder Hilf empfangen Und Barmherzigkeit erlangen. 6 E Ur Wandel im Licht. 3⁴¹ 7. Selig sind, die funden werden Reines Herzens jederzeit, Die in Werk, Wort und Gebärden Lieben Zucht und Heiligkeit. Diese, welchen nicht gefällt Die unreine Lust der Welt, Sondern sie mit Ernst vermeiden, Werden schauen Gott mit Freuden. 8. Selig sind, die Frieden machen Und drauf sehn ohn Unterlaß, Daß man mög in allen Sachen Fliehen Hader, Streit und Haß; Die da stiften Fried und Ruh, Raten allerseits dazu, Sich auch Friedens selbst befleißen, Werden Gottes Kinder heißen. 9. Selig sind, die müssen dulden Schmach, Verfolgung, Angst und Pein, Da sie es doch nicht verschulden Und gerecht befunden sein; Ob des Kreuzes gleich ist viel, Setzet Gott doch Maß und Ziel, Und hernach wird ers belohnen Ewig mit der Ehrenkronen. 10. Herr, regier zu allen Zeiten Meinen Wandel hier auf Erd, Daß ich solcher Seligkeiten Doch aus Gnaden fähig werd. Gib, daß ich mich acht gering, Meine Klag oft vor dich bring, Sanftmut auch an Feinden übe, Die Gerechtigkeit stets liebe; 11. Daß ich Armen helf und diene, Immer hab ein reines Herz, Die in Unfried stehn, versühne, Dir anhang in Freud und Schmerz. 3⁴² Wandel im Licht. Vater, hilf von deinem Thron, Daß ich glaub an deinen Sohn Und durch deines Geistes Stärke Mich befleiße rechter Werke. Unbekannt 1680. Mel.: Lasset uns den Herren preisen. 253.* Lasset uns mit Jesu ziehen, Seinem Vorbild folgen nach, In der Welt der Welt entfliehen, Auf der Bahn, die er uns brach, Immerfort zum Himmel reisen, Irdisch noch, schon himmlisch sein, Glauben recht und leben rein, In der Lieb den Glauben weisen. Treuer Jesu, bleib bei mir; Geh voran, ich folge dir. 2. Lasset uns mit Jesu leiden, Seinem Vorbild werden gleich. Nach dem Leide folgen Freuden, Armut hier macht dorten reich, Tränensaat die erntet Lachen, Hoffnung tröstet mit Geduld; Es kann leichtlich Gottes Huld Aus dem Regen Sonne machen. Jesu, hier leid ich mit dir, Dort teil deine Freud mit mir. 3. Lasset uns mit Jesu sterben; Sein Tod uns vom andern Tod Rettet und vom Seelverderben, Von der ewiglichen Not. Laßt uns töten, weil wir leben, Unfer Fleisch, ihm sterben ab, So wird er uns aus dem Grab In das Himmelsleben heben. & — 4 I„ HA/ VS?;/e/e EA EV S ESS0 S 1680. Wandel im Licht. Jesu, sterb ich, sterb ich dir, Daß ich lebe für und für. 4. Lasset uns mit Jesu leben; Weil er auferstanden ist, Muß das Grab uns wiedergeben; Jesu, unser Haupt du bist, Wir sind deines Leibes Glieder; Wo du lebst, da leben wir; Ach, erkenn uns für und für, Trauter Freund, für deine Brüder. Jesu, dir ich lebe hier, Dorten ewig auch bei dir. Sigismund v. Birken, 1626— 1681. Mel.: Straf mich nicht in deinem Zorn. 254.* Mache dich, mein Geist, bereit, Wache, fleh und bete, Daß dich nicht die böse Zeit Unverhofft betrete; Denn es ist Satans List Über viele Frommen Zur Versuchung kommen. 2. Aber wache erst recht auf Von dem Sündenschlafe, Denn es folget sonst darauf Eine lange Strafe; Und die Not Samt dem Tod Möchte dich in Sünden Unvermutet finden. 3. Wache auf, sonst kann dich nicht Unser Herr erleuchten; Wache, sonsten wird dein Licht Dir noch ferne deuchten; 344 Wandel im Licht. Denn Gott will Für die Füll Seiner Gnadengaben Offne Augen haben. 4. Wache, daß dich Satans List Nicht im Schlaf mag finden, Weils ihm sonst ein leichtes ist, Dich zu überwinden; Und Gott gibt, Die er liebt, Oft in seine Strafen, Wenn sie sicher schlafen. 5. Wache, daß dich nicht die Welt Durch Gewalt bezwinge, Oder wenn sie sich verstellt, Wieder an sich bringe. Wach und sieh, Es fehlt nie Hier an falschen Brüdern Unter Christi Gliedern. 6. Wache dazu auch für dich, Für dein Fleisch und Herze, Damit es nicht freventlich Gottes Gnad verscherze; Denn es ist Voller List Und kann sich bald heucheln Ind in Hoffart schmeicheln. 7. Bete aber auch dabei Mitten in dem Wachen, Denn der Herre muß dich frei Von dem allen machen, Was dich drückt Und bestrickt, Daß du schläfrig bleibest Und sein Werk nicht treibest. —893—— 5 H— E OSEHE- 7 Wandel im Licht. 3⁴⁵ 8. Ja, er will gebeten sein, Wenn er was soll geben; Er verlanget unser Schrein, Wenn wir wollen leben Und durch ihn Unsern Sinn, Feind, Welt, Fleisch und Sünden Kräftig überwinden. 9. Doch wohl gut, es muß uns schon Alles glücklich gehen, Wenn wir ihn durch seinen Sohn Im Gebet anflehen; Denn er will Uns mit Füll Seiner Gunst beschütten, Wenn wir glaubend bitten. 10. Drum so laßt uns immerdar Wachen, flehen, beten, Weil die Angst, Not und Gefahr Immer näher treten; Denn die Zeit* Ist nicht weit, Da uns Gott wird richten Und die Welt vernichten. Johann Burkhard Freystein, 1671— 1720. Mel.: O Gott, der du ein Heerfürst bist. 255. Mein Leben ist ein Pilgrimstand; Ich reise nach dem Vaterland, Nach dem Jerusalem, das droben Gott selbst als eine feste Stadt Auf Bundesblut gegründet hat; Da werd ich meinen Gott stets loben. Mein Leben ist ein Pilgrimstand, Ich reise nach dem Vaterland. 346 Wandel im Licht. 2. So schnell ich Land und Sand verlaß, Läuft meines Lebens Stundenglas, Und was vorbei ist, kommt nicht wieder; Ich eile zu der Ewigkeit. Herr Jesu, mach mich nur bereit, Eröffne meine Augenlider, Daß ich, was zeitlich ist, veracht Und nur nach dem, was ewig, tracht. 3. Kein Reisen ist ohn Ungemach; Der Lebensweg hat auch sein Ach! Man wandelt nicht auf weichen Rosen; Der Steg ist eng, der Feinde viel, Die mich abreißen von dem Ziel; Ich muß mich oft in Dornen stoßen, Ich muß durch dürre Wüsten gehn Und kann selbst keinen Ausweg sehn. 4. Der Sonne Glanz mir oft gebricht, Der Sonne, die ihr Gnadenlicht In unverfälschte Herzen strahlet; Wind, Regen stürmen auf mich zu, Mein matter Geist findt nirgends Ruh; Doch alle Müh ist schon bezahlet, Wenn ich das güldne Himmelstor Mir stell in Glaub und Hoffnung vor. 5. Israels Hüter, Jesu Christ, Der du ein Pilgrim worden bist, Da du mein Fleisch hast angenommen, Zeig mir im Worte deine Tritt, Laß mich bei einem jeden Schritt Zu deinem Heil stets näher kommen. ö Mein Leben fleucht; ach, eile du Und fleug mit Gnad und Hilf herzu. 6. Durch deinen Geist mich heilig leit, Gib in Geduld Beständigkeit, Vor Straucheln meinen Fuß beschütze. Wandel im Licht. 3⁴47⁷ Ich falle stündlich, hilf mir auf, Zeuch mich, damit ich dir nachlauf, Sei mir ein Schirm in Trübsalshitze. Laß deinen süßen Gnadenschein In Finsternis nie ferne sein. 7. Wenn mir mein Herz, o Gnadenfüll, Vor Durst nach dir verschmachten will, So laß mich dich zum Labsal finden; Und wenn ich schließ die Augen zu, So bring mich zu der stolzen Ruh, Da Streit und alle Müh verschwinden; Laß mich da sein in Abrams Schoß Dein Liebling und dein Hausgenoß. 8. Bin ich in diesem Pilgerland Der blinden Welt gleich unbekannt, Dort sind die Freunde, die mich kennen, Dort werd ich mit der Himmelsschar Dir jauchzend dienen immerdar Und in der reinsten Liebe brennen. Mein Heiland, komm, o bleib nicht lang, Hier in der Wüste wird mir bang. Friedrich Adolf Lampe, 1683— 1729. Mel.: Machs mit mir, Gott, nach deiner Güt. 256.* Mir nach, spricht Christus unser Held, Mir nach, ihr Christen alle, Verleugnet euch, verlaßt die Welt, Folgt meinem Ruf und Schalle; Nehmt euer Kreuz und Ungemach Auf euch, folgt meinem Wandel nach. 2. Ich bin das Licht, ich leucht euch für Mit heilgem Tugendleben; Wer zu mir kommt und folget mir, Darf nicht im Finstern schweben; 348 Wandel im Licht. Ich bin der Weg, ich weise wohl, Wie man wahrhaftig wandeln soll. 3. Mein Herz ist voll Demütigkeit, Voll Liebe mein Gemüte; Mein Mund der fleußt zu jeder Zeit Von Sanftmut und von Güte; Mein Geist, Gemüte, Kraft und Sinn Ist Gott ergeben, schaut auf ihn. 4. Ich zeig euch das, was schädlich ist, Zu fliehen und zu meiden Und euer Herz von arger List Zu reingen und zu scheiden; Ich bin der Seelen Fels und Hort Und führ euch zu der Himmelspfort. 5. Fällts euch zu schwer, ich geh voran, Ich steh euch an der Seite; Ich kämpfe selbst, ich brech die Bahn, Bin alles in dem Streite. Ein böser Knecht, der still darf stehn, Wenn er den Feldherrn sieht angehn. 6. Wer seine Seel zu finden meint, Wird sie ohn mich verlieren; Wer sie hier zu verlieren scheint, Wird sie in Gott einführen. Wer nicht sein Kreuz nimmt und folgt mir, Ist mein nicht wert und meiner Zier. 7. So laßt uns denn dem lieben Herrn Mit unserm Kreuz nachgehen Und wohlgemut, getrost und gern In allen Leiden stehen; Wer nicht gekämpft, trägt auch die Kron Des ewgen Lebens nicht davon. Johann Scheffler(Angel.), 1624— 1677. 3 S S 5 — —— 6 * an, nir, rn Wandel im Licht. 349 — Eigene Melodie. 257.“ O Durchbrecher aller Bande, Der du immer bei uns bist, Bei dem Schaden, Spott und Schande Lauter Lust und Himmel ist, Übe ferner dein Gerichte Wider unsern Adamssinn, Bis uns dein so treu Gesichte Führet aus dem Kerker hin. 2. Ists doch deines VBaters Wille, Daß du endest dieses Werk; Hierzu wohnt in dir die Fülle Aller Weisheit, Lieb und Stärk, Daß du nichts von dem verlierest, Was er dir geschenket hat, Und es von dem Treiben führest Zu der süßen Ruhestatt. 3. Ach, so mußt du uns vollenden, Willst und kannst ja anders nicht; Denn wir sind in deinen Händen, Dein Herz ist auf uns gericht, Ob wir wohl vor allen Leuten Als gefangen sind geacht, Weil des Kreuzes Niedrigkeiten Uns veracht und schnöd gemacht. 4. Schau doch aber unsre Ketten, Da wir mit der Kreatur Seufzen, ringen, schreien, beten Um Erlösung von Natur, Von dem Dienst der Eitelkeiten, Der uns noch so harte drückt, Ungeacht der Geist in Zeiten Sich auf etwas Bessres schickt. 5. Ach, erheb die matten Kräfte, Sich einmal zu reißen los 350 Wandel im Licht. Und durch alle Weltgeschäfte Durchgebrochen stehen bloß. Weg mit Menschenfurcht und Zagen, Weich, Vernunftbedenklichkeit, Fort mit Scheu vor Schmach und Plagen, Weg des Fleisches Zärtlichkeit. 6. Herr, zermalme, brich, zerstöre Diese Macht der Finsternis, Denn der preist nicht deine Ehre, Den sie fort zum Tode riß. Heb uns aus dem Staub der Sünden, Wirf die Schlangenbrut hinaus, Laß uns wahre Freiheit finden In des ewgen Vaters Haus. 7. Wir verlangen keine Ruhe Für das Fleisch in Ewigkeit; Wie dus nötig findst, so tue Noch vor unsrer Abschiedszeit; Aber unser Geist, der bindet Dich im Glauben, läßt dich nicht, Bis er die Erlösung findet, Die dein treuer Mund verspricht. 8. Herrscher, herrsche, Sieger, siege, König, brauch dein Regiment; Führe deines Reiches Kriege, Mach der Sklaverei ein End; Laß doch aus der Grub die Seelen Durch des neuen Bundes Blut; Laß uns länger nicht so quälen, Denn du meinsts mit uns ja gut. 9. Haben wir uns selbst gefangen In Lust und Gefälligkeit, Ach, so laß uns nicht stets hangen In dem Tod der Eitelkeit; V A E EE SeS?² CS 82 SOOON C) 5 286 en, Wandel im Licht. 35¹ Denn die Last treibt uns zu rufen, Alle schreien wir dich an: Zeig doch nur die ersten Stufen Der gebrochnen Freiheitsbahn. 10. Ach wie teur sind wir erworben, Nicht der Menschen Knecht zu sein. Drum, so wahr du bist gestorben, Mußt du uns auch machen rein, Rein und frei und ganz vollkommen Nach dem besten Bild gebildt; Der hat Gnad um Gnad genommen, Wer aus deiner Füll sich füllt. 11. Liebe, zeuch uns in dein Sterben, Laß mit dir gekreuzigt sein, Was dein Reich nicht kann ererben, Führ ins Paradies uns ein. Doch wohlan, du wirst nicht säumen, Wo wir nur nicht lässig sein; Werden wir doch als wie träumen, Wenn die Freiheit bricht herein. Gottfried Arnold, 1666— 1714. — Mel.: Wer nur den lieben Gott läßt walten. 258. O großer Gott, du reines Wesen, Der du die reinen Herzen dir Zur steten Wohnung auserlesen, Ach schaff ein reines Herz in mir, Ein Herz, das von der argen Welt Sich rein und unbefleckt erhält. 2. Vor allem mache mein Gemüte Durch ungefärbte Buße rein Und laß es, Herr, durch deine Güte In Christi Blut gewaschen sein. Dann mache mich zur Reinigkeit Des Lebens fertig und bereit. 35²2 Wandel im Licht. 3. Regiere mich nach deinem Geiste, Der mein getreuer Beistand sei Und mir erwünschte Hilfe leiste. Gott, stehe mir aus Gnaden bei Und gib mir einen solchen Geist, Der neu, gewiß und willig heißt. 4. Doch weil ich meine Schwachheit merke, Mein Vater, so verwirf mich nicht Und stoß mich wegen meiner Werke Ja nicht von deinem Angesicht. Laß mich hier in der Gnade stehn Und dort in deinen Himmel gehn. 5. Nimm deinen Geist, den Geist der Liebe, Ja nun und nimmermehr von mir Und leite mich durch seine Triebe, Durch seinen Beistand für und für. Auch führe du mich durch die Zeit Hin zu der reinen Ewigkeit. Johann Olearius, 1611—1684. Mel.: Die Tugend wird durchs Kreuz geübet. 259. O süßer Stand, o selig Leben, Das aus der wahren Einfalt quillt, Wenn sich ein Herz Gott so ergeben, Daß Christi Sinn es ganz erfüllt, Wenn sich der Geist nach Christi Bilde In Licht und Recht hat aufgericht Und unter solchem klaren Schilde Durch alle falschen Höhen bricht! 2. Was andern schön und lieblich scheinet, Ist solchem Herzen Kinderspiel; Was mancher für unschuldig meinet, Ist solchem Herzen schon zu viel. 1 SE T HE- S Eσ erke, iebe, 84. de inet, Wandel im Licht. 353 Warum? Es gilt der Welt absagen, Hier heißts: Rührt kein Unreines an! Das Kleinod läßt sich nicht erjagen, Es sei denn alles abgetan. 3. Die Einfalt weiß von keiner Zierde, Als die im Blute Christi liegt; Die reine himmlische Begierde Hat solche Torheit schon besiegt. An einem reinen Gotteskinde Glänzt Gottes Name schön und rein; Wie könnt es denn vom eitlen Winde Der Welt noch eingenommen sein? 4. Von Sorgen, Not und allen Plagen, Damit die Welt sich selbst anficht, Vom Neid, damit sich andre tragen, Weiß Christi Sinn und Einfalt nicht. Den Schatz, den sie im Herzen heget, Behält sie wider allen Neid; Ist jemand, der Lust dazu träget, Das macht ihr lauter Herzensfreud. 5. O schönes Bild, ein Herz zu schauen, Das sich mit Christi Einfalt schmückt! Geht hin, ihr törichten Jungfrauen, Harrt nur, bis euch die Nacht berückt! Ihr laßt das Ol den Lampen fehlen, Ein falscher Schein trügt euren Sinn; Sucht doch was Bessres für die Seelen Und gebt der Welt das Ihre hin! 6. Ach Jesu, drücke meinem Herzen Den Sinn der lautern Einfalt ein; Reiß aus, obschon mit tausend Schmerzen, Der Welt ihr Wesen, Tand und Schein! Der alten Schlange Bild und Zeichen Trag ich nicht mehr, drum laß mich nur 23 35⁴ Wandel im Licht. Der Einfalt Zier und Schmuck erreichen; Das ist die neue Kreatur. Johann Joseph Winckler, 1670— 1722. Mel.: Wie wohl ist mir, o Freund der Seelen. 260. O Vaterherz, o Licht, o Leben, O treuer Hirt, Immanuel, Dir bin ich einmal übergeben, Dir, dir gehöret Leib und Seel. Ich will mich nicht mehr selber führen, Der Vater soll das Kind regieren, So geh nun mit mir aus und ein Und leite mich auf allen Tritten; Ich geh(ach hör, o Herr, mein Bitten) Für mich nicht einen Schritt allein. 2. Was kann dein schwaches Kind voll⸗ Ich weiß mir gar in keinem Rat;([bringen? Drum sei in groß und kleinen Dingen Mir immer selber Rat und Tat. Du willst dich meiner gar nicht schämen, Ich mag dich ja zu allem nehmen, Du willst mir selber alles sein; So sollst du denn in allen Sachen Den Anfang und das Ende machen, Dann stellt sich lauter Segen ein. 3. Du leitest mich, ich kann nicht gleiten. Dein Wort muß ewig feste stehn; Du sprichst, dein Auge soll mich leiten, Dein Angesicht soll vor mir gehn, Ja deine Güt und dein Erbarmen Soll mich umfangen und umarmen. O daß ich nur recht kindlich sei, Bei allem gläubig zu dir flehe Und stets auf deinen Wink nur sehe, So spür ich täglich neue Treu. — 9 ² — — C ten. Wandel im Licht. 4. O, daß ich auch im Kleinsten merke Auf deine Weisheit, Güt und Treu, Damit ich mich im Glauben stärke, Dich lieb und lob und ruhig sei Und deine Weisheit lasse walten, Stets Ordnung, Maß und Ziel zu halten; Denn lauf ich vor, so lauf ich an. Drum mach im Besten mich gelassen, Nichts ohne dich mir anzumaßen; Was du nur tust, ist wohlgetan. 5. Ach, mach einmal mich treu und stille, Daß ich dir immer folgen kann. Nur dein, nur dein vollkommner Wille Sei für mich Schranke, Lauf und Bahn. Laß mich nichts mehr für mich verlangen, Ja laß mir nichts am Herzen hangen Als deines großen Namens Ruhm; Der sei allein mein Ziel auf Erden; Ach laß mirs nie verrücket werden, Denn ich bin ja dein Eigentum. 6. Ich sehne mich, nur dir zu leben, Der du mein Herr und Bräutgam bist. Was dir sich nicht will ganz ergeben Ind was nicht deines Willens ist, Das strafe bald in dem Gewissen; Laß Blut und Wasser auf mich fließen Und tilge, was nicht lauter heißt. Laß nur dein Lob zur Lust mir werden Und dann das Heil der armen Herden Nach einer reinen Lieb im Geist. So lob und lieb ich in der Stille Und ruh als Kind in deinem Schoß. Das Schäflein trinkt aus deiner Fülle, Die Braut ist aller Sorgen bloß; Sie sorget nur allein, in allem Dir, ihrem Bräutgam, zu gefallen, 356 Wandel im Licht. Sie schmückt und hält sich dir bereit. Ach, zeuch mich, zeuch mich weit von hinnen; Was du nicht bist, laß ganz zerrinnen, O reiner Glanz der Ewigkeit. Karl Heinrich v. Bogatzty, 1690— 1774. —— Eigene Melodie. 5 261.* Ringe recht, wenn Gottes Gnade Dich nun ziehet und bekehrt, Daß dein Geist sich recht entlade Von der Last, die ihn beschwert. 2. Ringe, denn die Pfort ist enge, Und der Lebensweg ist schmal; Hier bleibt alles im Gedränge, Was nicht zielt zum Himmelssaal. 3. Kämpfe bis aufs Blut und Leben, Dring hinein in Gottes Reich; Will der Satan widerstreben, Werde weder matt noch weich. 4. Ringe, daß dein Eifer glühe Und die erste Liebe dich Von der ganzen Welt abziehe; Halbe Liebe hält nicht Stich⸗ 5. Ringe mit Gebet und Schreien, Halte damit feurig an, Laß dich keine Zeit gereuen, Wärs auch Tag und Nacht getan. 6. Hast du dann die Perl errungen, Denke ja nicht, daß du nun Alles Böse hast bezwungen, Das uns Schaden pflegt zu tun. 7. Nimm mit Furcht ja deiner Seele, Deines Heils mit Zittern wahr; Hier in dieser Leibeshöhle Schwebst du täglich in Gefahr. 2 S86 GOS / 9⁰⁷ Wandel im Licht. 357⁷ 8. Halt ja deine Krone feste, Halte männlich, was du hast. Recht beharren ist das beste, Rückfall ist ein böser Gast. 9. Laß dein Auge ja nicht gaffen Nach der schnöden Eitelkeit; Bleibe Tag und Nacht in Waffen, Fliehe Träg- und Sicherheit. 10. Laß dem Fleische nicht den Willen, Gib der Lust den Zügel nicht; Willst du die Begierden stillen, So verlischt das Gnadenlicht. 11. Wahre Treu führt mit der Sünde Bis ins Grab beständig Krieg, Richtet sich nach keinem Winde, Sucht in jedem Kampf den Sieg. 12. Wahre Treu liebt Christi Wege, Steht beherzt auf ihrer Hut, Weiß von keiner Wollustpflege, Hält sich selber nichts zu gut. 13. Wahre Treu kommt dem Getümmel Dieser Welt niemals zu nah; Ist ihr Schatz doch in dem Himmel, Drum ist auch ihr Herz allda. 14. Dies bedenket wohl, ihr Streiter, Streitet recht und fürchtet euch; Geht doch alle Tage weiter, Bis ihr kommt ins Himmelreich. 15. Denkt bei jedem Augenblicke, Obs vielleicht der letzte sei; Bringt die Lampen ins Geschicke, Holt stets neues Ol herbei. 16. Liegt nicht alle Welt im Bösen? Steht nicht Sodom in der Glut? Seele, wer soll dich erlösen? Eilen, eilen ist hier gut. 358 Wandel im Licht. 17. Eile, wo du dich erretten Und nicht mitverderben willt; Mach dich los von allen Ketten, Flieh als ein gejagtes Wild. 18. Lauf der Welt doch aus den Händen, Dring ins stille Zoar ein; Eile, daß du mögst vollenden, Mache dich von allem rein. 19. Laß dir nichts am Herzen kleben, Fleuch vor dem verborgnen Bann, Such in Gott geheim zu leben, Daß dich nichts beflecken kann. 20. Eile, zähle Tag und Stunden, Bis dein Bräutgam kommt und winkt, Und wenn du nun überwunden, Dich zum Schauen Gottes bringt. 21. Eile, lauf ihm doch entgegen, Sprich:„Mein Licht, ich bin bereit, Nun mein Hüttlein abzulegen Mich dürst nach der Ewigkeit.“ Johann Joseph Aen 1670— 1722. Mel.: Wachet duf, ruft uns die Stimme. 262.* Rüstet euch, ihr Christenleute, Die Feinde suchen euch zur Beute, Ja Satan selbst hat eur begehrt. Wappnet euch mit Gottes Worte Und kämpfet frisch an jedem Orte, Damit ihr bleibet unversehrt. Ist euch der Feind zu schnell? Hier ist Immanuel! Hosianna! Der Starke fällt Durch diesen Held, Und wir behalten mit das Feld. SD EH EE H-- Ss SV⁷r- SOeD n, Wandel im Licht. 359 2. Reinigt euch von euren Lüsten; Besieget sie, die ihr seid Christen, Und stehet in des Herren Kraft. Stärket euch in Jesu Namen, Daß ihr nicht strauchelt wie die Lahmen. Wo ist des Glaubens Eigenschaft? Wer hier ermüden will, Der schaue auf das Ziel; Da ist Freude. Wohlan, so seid Zum Kampf bereit; So krönet euch die Ewigkeit. 3. Streitet recht die wenig Jahre, Eh ihr kommt auf die Totenbahre; Kurz, kurz ist unser Lebenslauf. Wenn Gott wird die Toten wecken, Und Christus wird die Welt erschrecken, So stehen wir mit Freuden auf. Gottlob, wir sind versöhnt. Daß uns die Welt noch höhnt, Währt nicht lange, Und Gottes Sohn Hat längstens schon Uns beigelegt die Ehrenkron. 4. Jesu, stärke deine Kinder Und mache die zu Überwindern, Die du erkauft mit deinem Blut. Schaffe in uns neues Leben, Daß wir uns stets zu dir erheben, Wenn uns entfallen will der Mut. Geuß aus auf uns den Geist, Dadurch die Liebe fleußt In die Herzen; So halten wir Getreu an dir Im Tod und Leben für und für. Wilhelm Erasmus Arends, 4 1721. 360 Wandel im Licht. 90 Mel.: Freu dich sehr, o meine Seele. 263.“ Schaffet, schaffet, Menschenkinder, Schaffet eure Seligkeit; Bauet nicht, wie freche Sünder, Nur auf gegenwärtge Zeit, Sondern schauet über euch, Ringet nach dem Himmelreich Und bemühet euch auf Erden, Wie ihr möget selig werden. 2. Daß nun dieses mög geschehen, Müßt ihr nicht nach Fleisch und Blut Und desselben Neigung gehen, Sondern was Gott will und tut, Das muß einzig und allein Eures Lebens Richtschnur sein, Es mag Fleisch und Blut in allem Ubel oder wohl gefallen. 3. Ihr habt Ursach zu bekennen, Daß in euch noch Sünde steckt, Daß ihr Fleisch vom Fleisch zu nennen, Daß euch lauter Elend deckt, Und daß Gottes Gnadenkraft Nur allein das Gute schafft, Ja daß außer seiner Gnade In euch nichts denn Seelenschade. 4. Selig, wer im Glauben kämpfet; Selig, wer im Kampf besteht Und die Sünden in sich dämpfet; Selig, wer die Welt verschmäht. Unter Christi Kreuzesschmach Jaget man dem Frieden nach. Wer den Himmel will ererben, Muß zuvor mit Christo sterben. 5. Werdet ihr nicht treulich ringen, Sondern träg und lässig sein, GSS 88 SVSe See— 0 88 89 WV 66 2 Wandel im Licht. 361 Eure Neigung zu bezwingen, So bricht eure Hoffnung ein. Ohne tapfern Streit und Krieg Folget niemals rechter Sieg; Wahren Siegern wird die Krone Nur zum beigelegten Lohne. 6. Mit der Welt sich lustig machen Hat bei Christen keine Statt; Fleischlich reden, tun und lachen Schwächt den Geist und macht ihn matt. Ach, bei Christi Kreuzesfahn Geht es wahrlich niemals an, Daß man noch mit frechem Herzen Sicher wolle tun und scherzen. 7. Furcht muß man vor Gott stets tragen, Denn er kann mit Leib und Seel Uns zur Hölle niederschlggen; Er ist, der des Geistes Ol Und, nach dem es ihm beliebt, Wollen und vollbringen gibt. O, so laßt uns zu ihm gehen, Ihn um Gnade anzuflehen. 8. And dann schlagt die Sündenglieder, Welche Adam in euch regt, In den Kreuzestod darnieder, Bis ihm seine Macht gelegt. Hauet Händ und Füße ab; Was euch ärgert, senkt ins Grab Und denkt immer an die Worte: „Dringet durch die enge Pforte!“ 9. Zittern will ich vor der Sünde Und dabei auf Jesum sehn, Bis ich seinen Beistand finde, In der Gnade zu bestehn. 862 Wandel im Licht. Ach mein Heiland, geh doch nicht Mit mir Armen ins Gericht! Gib mir deines Geistes Waffen, Meine Seligkeit zu schaffen. 10. Amen, es geschehe, Amen! Gott versiegle dies in mir, Auf daß ich in Jesu Namen So den Glaubenskampf ausführ. Er, er gebe Kraft und Stärk Und regiere selbst das Werk, Daß ich wache, bete, ringe Und also zum Himmel dringe. Ludwig Andreas Gotter, 1661—1735. Mel.: Jesus, meine Zuversicht. 264.* Seele, was ermüdst du dich In den Dingen dieser Erden, Die doch bald verzehren sich Und zu Staub und Asche werden? Suche Jesum und sein Licht, Alles andre hilft dir nicht. 2. Sammle den zerstreuten Sinn, Laß ihn sich zu Gott aufschwingen; Richt ihn stets zum Himmel hin, Laß ihn in die Gnad eindringen. Suche Jesum und sein Licht, Alles andre hilft dir nicht. 3. Du verlangst oft süße Ruh, Dein betrübtes Herz zu laben; Eil zum Lebensquell hinzu, Da kannst du sie reichlich haben. Suche Jesum und sein Licht, Alles andre hilft dir nicht. 4. Fliehe die unselge Pein, So das finstre Reich gebieret, Wandel im i Licht. 363 Laß nur den dein Labsal sein, Der zur Glaubensfreude führet. Suche Jesum und sein Licht, Alles andre hilft dir nicht. 5. Geh einfältig stets einher, Laß dir nichts das Ziel verrücken, Gott wird aus dem Liebesmeer Dich, den Kranken, wohl erquicken. Suche Jesum und sein Licht, Alles andre hilft dir nicht. 6. Weißt du nicht, daß diese Welt Ein ganz ander Wesen heget, Als dem Höchsten wohlgefällt Und dein Ursprung dir vorleget? Atles an Jesum und sein Licht, lles andre hilft dir nicht. Du bist ja ein Hauch aus Gott und aus seinem Geist geboren, Bist erlöst durch Christi Tod Und zu seinem Reich erkoren. Suche Jesum und sein Licht, Alles andre hilft dir nicht. 8. Schwinge dich fein oft im Geist über alle Himmelshöhen; Laß, was dich zur Erde reißt, Weit von dir entfernet stehen. Suche Jesum und sein Licht, Alles andre hilft dir nicht. 9. Nahe dich dem lautern Strom, Der vom Thron des Lammes fließet Und auf eich so keusch und fromm Sich in reichem Maß ergießet. Suche Jesum und sein Licht, Alles andre hilft dir nicht. 36⁴ Wandel im Licht. 10. Laß dir seine Majestät Immerdar vor Augen schweben; Laß mit brünstigem Gebet Sich dein Herz zu ihm erheben. Suche Jesum und sein Licht, Alles andre hilft dir nicht. 11. Sei im übrigen ganz still, Du wirst schon zum Ziel gelangen; Glaube, daß sein Liebeswill Stillen werde dein Verlangen; Drum such Jesum und sein Licht, Alles andre hilft dir nicht. Jakob Gabriel Wolf, 1684— 1754. Mel.: Freu dich sehr, o meine Seele. 265. Sei getreu bis an das Ende, Daure redlich aus den Streit, Leidest du gleich harte Stände, Endlich ist der Sieg bereit. Ach, das Leiden dieser Zeit Ist nicht wert der Herrlichkeit, Die dein Jesus dir will geben Dort in jenem Freudenleben. 2. Sei getreu in deinem Glauben! Lasse dir den festen Grund Niemals aus dem Herzen rauben, Halte den Gewissensbund, Der geschlossen in der Tauf, Sag ihn Gott nicht wieder auf. Der ist gottlos und verloren, Wer ihm treulos hat geschworen. 3. Sei getreu in deiner Liebe Gegen Gott, der dich geliebt! An dem Nächsten Gutes übe, Ob er dich gleich hat betrübt. — 666 282 2 7 (SEE E C SVEN Wandel im Licht. Denke, wie dein Heiland tat, Als er für die Feinde bat; So mußt du verzeihen eben, Soll Gott anders dir vergeben. 4. Sei getreu in deinem Leiden! Lasse dich kein Ungemach Von der Liebe Jesu scheiden, Murre nicht in Weh und Ach. Hilft denn was die Ungeduld? Ach, sie häufet nur die Schuld! Der trägt leichter, der das träget Mit Geduld, was Gott aufleget. 5. Sei getreu in deinem Hoffen! Hilft Gott gleich nicht, wie du willt. Er hat bald ein Mittel troffen, Daß dein Wünschen wird erfüllt. Denke, wie er manche Zeit Dir zu helfen war bereit, Obschon du dein Ohr verstopfet, Wenn er bei dir angeklopfet. 6. Drum getreu, getreu aushalten Mußt du deinem lieben Gott, Ihn mußt du nur lassen walten, Wenn du nicht willst haben Spott. Rufe nur, er ist schon hier, Sein Herz bricht ihm gegen dir; Rufe nur, Gott ist vorhanden, Hoffnung machet nicht zu schanden. Benjamin Prätorius, 1571, 4 nach 1668. „Mel. Machs mit mir, Gott, nach deiner Güt. 266. So jemand spricht: Ich liebe Gott, Und haßt doch seine Brüder, Der treibt mit Gottes Wahrheit Spott Und reißt sie ganz darnieder. 36⁵ 366 Wandel im Licht. Gott ist die Lich und will, daß ich 22 Nächsten liebe gleich als mich. Wir haben einen Gott und Herrn, Sind eines Leibes Glieder; Drum diene deinem Nächsten gern, Denn wir sind alle Brüder. Gott schuf die Welt nicht bloß für mich, Mein Nächster ist sein Kind wie ich. 3. Ein Heil ist unser aller Gut; Ich sollte Brüder hassen, Die Gott durch seines Sohnes Blut So hoch erkaufen lassen? Daß Gott mich schuf und mich versühnt, Hab ich dies mehr als sie verdient? 4. Du schenkst mir täglich so viel Schuld, Du Herr von meinen Tagen! Ich aber sollte nicht Geduld Mit meinen Brüdern tragen, Dem nicht verzeihn, dem du vergibst, Und den nicht lieben, den du liebst? 5. Was ich den Frommen hier getan, Den kleinsten auch von diesen, Das sieht er, mein Erlöser, an, Als hätt ichs ihm erwiesen. Und ich, ich sollt ein Mensch noch sein Und Gott in Brüdern nicht erfreun? 6. Ein unbarmherziges Gericht Wird über den ergehen, Der nicht barmherzig ist, der nicht Die rettet, die ihn flehen. Drum gib mir, Gott, durch deinen Geist Ein Herz, das dich durch Liebe preist. Christign Fürchtegott Gellert, 1715—1769. N, ich, nt, uld, 2. Ciebe zu Zesu. Mel.: Nun bitten wir den heiligen Geist. 267. Ach mein Herr Jesu, dein Nahesein Bringt großen Frieden ins Herz hinein, Und dein Gnadenanblick macht uns so selig, Daß Leib und Seele darüber fröhlich Und dankbar wird. 2. Wir sehn dein freundliches Angesicht Voll Huld und Gnade wohl leiblich nicht, Aber unsre Seele kanns schon gewahren, Du kannst dich fühlbar gnug offenbaren Auch ungesehn. 3. O, wer nur immer bei Tag und Nacht Dein zu genießen recht wär bedacht, Der hätt ohne Ende von Glück zu fagen, Und Leib und Seele müßt immer fragen: Wer ist wie du? 4. Barmherzig, gnädig, geduldig sein, Uns täglich reichlich die Schuld verzeihn, Heilen, stilln und trösten, erfreun und segnen Und unsrer Seele als Freund begegnen, Ist deine Lust. 5. Ach gib an deinem kostbaren Heil Uns alle Tage vollkommnern Teil, Und laß unsre Seele sich immer schicken, Aus Not und Liebe nach dir zu blicken Ohn Unterlaß. 6. Und wenn wir weinen, so tröst uns bald Mit deiner blutgen Todsgestalt; Ja, die laß uns immer vor Augen schweben Und dein wahrhaftiges Inunsleben Zu sehen sein. 7. Ein herzlich Wesen und Kindlichkeit Sei unsre Zierde zu aller Zeit, 368 Liebe zu Jesu. Und die Blutbesprengung aus deinen Wunden Erhalt uns solche zu allen Stunden Bei Freud und Leid. 8. So werden wir bis in Himmel'nein Mit dir vergnügt wie die Kindlein sein; Muß man gleich die Wangen noch manchmal netzen, Wenn sich das Herz nur an dir stets letzen Und stillen kann. 9. Du reichst uns deine durchgrabne Hand, Die so viel Treue an uns gewandt, Daß wir beim Drandenken beschämt dastehen, Und unser Auge muß übergehen Vor Lob und Dank. Christian Gregor, 1723— 1801. 526 Mel.: O daß ich tausend Zungen hätte. 268. Ach sagt mir nicht von Gold und Schätzen, Von Pracht und Schönheit dieser Welt; Es kann mich ja kein Ding ergetzen, Was mir die Welt vor Augen stellt. Ein jeder liebe, was er will; Ich liebe Jesum, der mein Ziel. 2. Er ist alleine meine Freude, Mein Gold, mein Schatz, mein schönstes Bild, An dem ich meine Augen weide Und finde, was mein Herze stillt. Ein jeder liebe, was er will; Ich liebe Jesum, der mein Ziel. 3. Die Welt vergeht mit ihren Lüsten, Des Fleisches Schönheit dauert nicht; Die Zeit kann alles das verwüsten, Was Menschenhände zugericht. Ein jeder liebe, was er will; Ich liebe Jesum, der mein Ziel. 1 00 —SS C S8O C C C 8—5 GS ESSEN iden nein 131 mal tzen and, hen, 01. tzen, 5 Liebe zu Jesu. 369 4. Sein Schloß kann keine Macht zerstören, Sein Reich vergeht nicht mit der Zeit; Sein Thron bleibt stets in gleichen Ehren Von nun an bis in Ewigkeit. Ein jeder liebe, was er will; Ich liebe Jesum, der mein Ziel. 5. Sein Reichtum ist nicht zu ergründen, Sein allerschönstes Angesicht, Und was von Schmuck um ihn zu finden, Verbleichet und veraltet nicht. Ein jeder liebe, was er will; Ich liebe Jesum, der mein Ziel. 6. Er kann mich über all's erheben Und seiner Klarheit machen gleich; Er kann mir so viel Schätze geben, Daß ich werd unerschöpflich reich. Ein jeder liebe, was er will; Ich liebe Jesum, der mein Ziel. 7. Und ob ichs zwar noch muß entbehren, So lang ich wandre in der Zeit, So wird er mirs doch wohl gewähren Im Reiche seiner Herrlichkeit. Drum tu ich billig, was ich will, Und liebe Jesum, der mein Ziel. Johann Scheffler(Angel.), 1624— 1677. Mel.: Machs mit mir, Gott, nach deiner Güt. 269. Das ist ein teuer wertes Wort, Ein Wort, sehr lieb zu hören, Daß Jesus ist der Sünder Hort Und will die Armen lehren. Das ist ein teuer wertes Wort, Daß Jesus ist der Sünder Hort. 2. Mein Jesus nimmt die Kranken an, Er heilet allen Schaden; 2⁴ 370 Liebe zu Jesu. Er ist ein Gast bei jedermann, Der ihn zu sich geladen. Das ist ein teuer wertes Wort, Daß Jesus ist der Sünder Hort. 3. Mein Jesus ist ein treuer Hirt, Er suchet, was verloren, Er holt zurücke, was verführt, Ist uns zum Heil geboren. Das ist ein teuer wertes Wort, Daß Jesus ist der Sünder Hort. 4. Lob sei dir, Jesu, Gottes Sohn, Du hast die Schuld getragen, Du Osterlamm, du Gnadenthron, Du Freistatt, wenn wir zagen! Das ist ein teuer wertes Wort, Daß Jesus ist der Sünder Hort. 5. Ach gib mir, daß ich diese Gnad Und meine Schuld erkenne, Daß ich, dein Schäflein, früh und spat Nach dir vor Liebe brenne. Erfüll an mir das werte Wort, Daß Jesus ist der Sünder Hort. Heinrich Georg Neuß, 1654— 1716. — Mel.: Dennoch bleib ich stets an dir. 270. Habe deine Lust am Herrn, Bei dem Herrn ist Freud und Leben, Und er wird, denn er gibt gern, Dir auch, was dir dienet, geben. Seine Liebe beut dir an, Was dein Herz nur wünschen kann. 2. Laß der Welt die eitle Lust, Die in Weinen sich verkehret. Glaube, wer in seiner Brust Gottes Liebe fühlt und nähret, A 16. Liebe zu Jesu. 371 Findet stets auf seiner Bahn, Was das Herz nur wünschen kann. 3. Lust an Gott erfüllt mit Licht, Wenn man Gott im Worte kennet; Lust an Gott stärkt uns zur Pflicht, Wenn man in der Liebe brennet. Solche Lust beut alles an, Was das Herz nur wünschen kann. 4. Wer die Lust am Herren hat, Hat auch Lust an seinem Willen, Suchet ihn durch Wort und Tat Unverdrossen zu erfüllen, Und so trifft er alles an, Was das Herz nur wünschen kann. 5. Bleibst du auch nicht ohne Last, Trag geduldig die Beschwerden; Wenn du wohl gelitten hast, Wird dir ewge Freude werden, Und du triffst im Himmel an, Was dein Herz nur wünschen kann. Casseler Gesangbuch v. 1770. Mel.: Schmücke dich, o liebe Seele. 271. Heiland, deine Menschenliebe War die Quelle aller Triebe, Die dein treues Herz bewogen, Dich in unser Fleisch gezogen, Dich mit Schwachheit überdecket, Dich vom Kreuz ins Grab gestrecket. O, der ungemeinen Triebe Deiner treuen Menschenliebe! 2. Über seine Feinde weinen, Jedermann mit Hilf erscheinen, Sich der Blinden, Lahmen, Armen Mehr als väterlich erbarmen, 2⁴ 37² Liebe zu Jesu. Der Betrübten Klagen hören, Sich in andrer Dienst verzehren, Sterben für die ärgsten Sünder, Das ist Lieb, o Menschenkinder! 3. O, du Zuflucht der Elenden, Wer hat nicht von deinen Händen Segen, Hilf und Heil genommen, Der gebeugt zu dir gekommen? O wie ist dein Herz gebrochen, Wenn dich Kranke angesprochen! O wie pflegtest du zu eilen, Das Gebetne mitzuteilen! 4. Die Betrübten zu erquicken, Zu den Kleinen sich zu bücken, Die Unwissenden zu lehren, Die Verführten zu bekehren, Sünder, die sich selbst verstocken, Täglich liebreich zu sich locken, War mit Schwächung deiner Kräfte Dein gewöhnliches Geschäfte. 5. O wie hoch stieg dein Erbarmen, Da du für die ärmsten Armen Dein unschätzbar teures Leben In den ärgsten Tod gegeben, Da du in der Sünder Orden Aller Schmerzen Ziel geworden Und, den Segen zu erwerben, Als ein Fluch hast wollen sterben! 6. Deine Lieb hat dich getrieben, Sanftmut und Geduld zu üben, Ohne Schelten, Drohen, Schlagen Andrer Schmach und Last zu tragen, Allen freundlich zu begegnen, Für die Lästerung zu segnen, Liebe zu Jesu. 373 Für der Feinde Schar zu beten Und die Mörder zu vertreten. 7. Demut war bei Spott und Hohne Deiner Liebe Schmuck und Krone; Diese machte dich zum Knechte Einem sündlichen Geschlechte, Diese war, gleichwie die Tauben, Ohne Falsch, voll Treu und Glauben, Mit Gerechtigkeit gepaaret, Durch Vorsichtigkeit bewahret. 8. Komm, laß deine Liebe decken Meiner Sünden Meng und Flecken, Du hast das Gesetz erfüllet Und desselben Fluch gestillet; Laß mich wider dessen Stürmen Deiner Liebe Schild beschirmen. Heilge meines Herzens Triebe, Salbe sie mit deiner Liebe. Johann Jakob Rambach, 1693— 1735. Mel.: Herzlich lieb hab ich dich, o Herr. 272. Herr Jesu Christ, mein höchstes Gut, Mein Seelenschatz, mein Herzensmut Und aller Sinnen Freude! Ich bleibe dennoch stets an dir, So ist auch nichts, das dich von mir Und unsre Liebe scheide. Du machst mir deinen Weg bekannt, Hältst mich bei meiner rechten Hand, Regierst und führst den Lebenslauf Und hilfest meiner Schwachheit auf. Herr Jesu Christ, du bist mein Licht, Du bist mein Licht, Ich folge dir, so irr ich nicht. 37⁴ Liebe zu Jesu. 2. Du leitest mich nach deinem Rat, Der anders nichts beschlossen hat, Als was mir Segen bringet; Gehts gleich zu Zeiten wunderlich, So weiß ich dennoch, daß durch dich Der Ausgang wohl gelinget. Nach hartem Tritt auf rauher Bahn Nimmst du mich dort mit Ehren an, Wo mich vor deinem Thron erfreut Die Krone der Gerechtigkeit. Herr Jesu Christ, ach voll Begier, Ach voll Begier Wünscht ich mich heute noch bei dir. 3. Mein alles ist auf dich gericht; Hab ich nur dich, so frag ich nicht Nach Himmel und nach Erden; Denn wär der Himmel ohne dich, So könnte keine Lust für mich In tausend Himmeln werden. Wärst du nicht schon auf Erden mein, Möcht ich auch nicht auf Erden sein; Denn auch die ganze weite Welt Hat nichts, das mir wie du gefällt. Herr Jesu Christ, wo du nicht bist, Wo du nicht bist, Ist nichts, was mir erfreulich ist. 4. Und sollte mir durch Kreuz und Not, Durch Marter, durch Gewalt und Tod Auch Seel und Leib verschmachten, Dies alles wird, wenns auch noch mehr, Ja gar als wie die Hölle wär, Mein Glaube doch nichts achten. Du bist und bleibest doch mein Heil Und meines Herzens Trost und Teil, So wird und muß durch dich allein Auch Leib und Seele selig sein. EE/ O 79 Ee SE WDeS7e DEEDN 1, —.—— Liebe zu Jesu. 37⁵ Har Jesu Christ, ich hoffe fest, Ich hoffe fest, Daß deine Kraft mich nicht verläßt. 5. Wer von dir weicht und auf der Welt Dir nicht beständig Glauben hält, Muß freilich wohl verderben Und kann, weil er die Lust und Pracht Des Fleisches hier zum Himmel macht, Den Himmel dort nicht erben. Wer dir nicht folgt und ärgerlich In Sünden lebet wider dich Und denket auch der Buße nicht, Den bringst du um durch dein Gericht; Herr Jesu Christ, du bist dabei, Du bist dabei Dem, der dir treu ist, 9910 treu. 6. Drum halt ich mich getrost zu dir, Du aber hältst dich auch zu mir, Und das ist meine Freude. Ich setze meine Zuversicht Nuf dich, mein Fels, der nicht zerbricht, In Freud und RIal im Leide. Dein Tun soll alles und allein Im Ich in mir und Munde sein, Bis ich dich kann mit Augen sehů; Ach möchte solches bald geschehn! Herr Jesu Christ, ich warte drauf, Ich warte drauf, Komm, komm, mein Heiland, nimm mich auf! Erdmann Neumeister, 1671— 1756. Eigene Melodie. * Herzlich lieb hab ich dich, o Herrz 5— bitt, wollst sein von mir nicht fern Mit deiner Güt und Gnaden. Die ganze Welt erfreut mich nicht, 376 Liebe zu Jesu. Nach Himml und Erde frag ich nicht, Wenn ich dich nur kann haben; Und wenn mir gleich mein Herz zerbricht, So bist du doch mein Zuversicht, Mein Teil und meines Herzens Trost, Der mich durch sein Blut hat erlöst. Herr Jesu Christ, mein Gott und Herr, Mein Gott und Herr, In Schanden laß mich nimmermehr! 2. Es ist ja dein Geschenk und Gab Mein Leib und Seel und was ich hab In diesem armen Leben; Damit ichs brauch zum Lobe dein, Zu Nutz und Dienst des Nächsten mein, Wollst mir dein Gnade geben. Behüt mich, Herr, vor falscher Lehr, Des Satans Mord und Lügen wehr; In allem Kreuz erhalte mich, Auf daß ichs trag geduldiglich. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, Mein Herr und Gott, Tröst mir mein Seel in Todesnot. 3. Ach Herr, laß dein lieb Engelein Am letzten End die Seele mein In Abrahams Schoß tragen, Den Leib in seim Schlafkämmerlein Gar sanft ohn einge Qual und Pein Ruhn bis am jüngsten Tage. Alsdann vom Tod erwecke mich, Daß meine Augen sehen dich In aller dand n o Gottes Sohn, Mein Heiland und mein Gnadenthron! Herr Jesu Christ, erhöre mich, Erhöre mich, Ich will dich preisen ewiglich. Martin Schalling, 1532— 1608. RAHDES ¶»H——75275 A S5S2 VV H-& 5 ES/7ꝰ7 9 — cht, Liebe zu Jesu. 377 9— Eigene Melodie. 274.“ Ich will dich lieben, meine Stärke, Ich will dich lieben, meine Zier, Ich will dich lieben mit dem Werke Und immerwährender Begier. Ich will dich lieben, schönstes Licht, Bis mir das Herze bricht. 2. Ich will dich lieben, o mein Leben, Als meinen allerbesten Freund: Ich will dich lieben und erheben, So lange mich dein Glanz bescheint. Ich will dich lieben, Gottes Lamm, Als meinen Bräutigam. 3. Ach, daß ich dich so spät erkennet, Du hochgelobte Schönheit du, Und dich nicht eher mein genennet, Du höchstes Gut und wahre Ruh. Es ist mir leid und bin betrübt, Daß ich so spät geliebt. 4. Ich lief verirrt und war verblendet, Ich suchte dich und fand dich nicht; Ich hatte mich von dir gewendet Und liebte das geschaffne Licht: Nun aber ists durch dich geschehn, Daß ich dich hab ersehn. 5. Ich danke dir, du wahre Sonne, Daß mir dein Glanz hat Licht gebracht; Ich danke dir, du Himmelswonne, Daß du mich froh und frei gemacht; Ich danke dir, du güldner Mund, Daß du mich machst gesund. 6. Erhalte mich auf deinen Stegen Und laß mich nicht mehr irre gehn; Laß meinen Fuß in deinen Wegen Nicht straucheln oder stille stehn; 378 Liebe zu Jesu. Erleucht mir Leib und Seele ganz, Du starker Himmelsglanz. 7. Ich will dich lieben, meine Krone, Ich will dich lieben, meinen Gott, Ich will dich lieben ohne Lohne Auch in der allergrößten Not. Ich will dich lieben schönstes Licht, Bis mir das Herze bricht. Johann Scheffler(Angel.), 1624— 1677. 25 Mel.: Jesu, meines Lebens Leben. 275. Jesu, frommer Menschenherden Guter und getreuer Hirt, Laß mich auch dein Schäflein werden, Das dein Stab und Stimme führt. Ach, du hast aus Lieb dein Leben Für die Schafe hingegeben, Und du gabst es auch für mich, Laß mich wieder lieben dich. 2. Herden ihre Hirten lieben, Und ein Hirt liebt seine Herd; Laß uns auch so Liebe üben, Du im Himmel, ich auf Erd. Schallet deine Lieb hernieder, Soll dir meine schallen wieder; Wenn du rufst: Ich liebe dich! Ruft mein Herz: Dich liebe ich! 3. Schafe ihren Hirten kennen, Dem sie auch sind wohlbekannt; Laß mich auch für dich entbrennen, Wie du bist für mich entbrannt. Als des Höllenwolfes Rachen Eine Beut aus mir wollt machen, Riefest du: Ich kenne dich! Ich auch rief: Dich kenne ich! . Liebe zu Jesu. 379 4. Herden ihre Hirten hören, Folgen ihrer Stimm allein; Hirten auch zur Herd sich kehren, Wenn sie rufen, groß und klein. Wenn du rufest, laß mich eilen, Wenn du dräuest, nicht verweilen, Laß mich horchen stets auf dich, Jesu, höre du auch mich. 5. Höre, Jesu, und erhöre Meine, deines Schäfleins, Stimm; Mich auch zu dir schreien lehre, Wenn sich naht des Wolfes Grimm. Laß mein Schreien dir gefallen, Deinen Trost hernieder schallen; Wenn ich bete, höre mich, Jesu, sprich: Ich höre dich! Höre, Jesu, und erhöre, Wenn ich ruf, anklopf und schrei; Jesu, dich von mir nicht kehre, Steh mir bald in Gnaden bei. Ja, du hörst; in deinem Namen Ist ja alles Ja und Amen. Nun, ich glaub und fühle schon Deinen Trost, o Gottessohn. Unbekannt 1675. * Eigene Melodie. 276.* Jesu, meine Freude, Meines Herzens Weide, Jesu, meine Zier; Ach wie lang, ach lange Ist dem Herzen bange Und verlangt nach dir! Gottes Lamm, mein Bräutigam, Außer dir soll mir auf Erden Nichts sonst Liebers werden. 38⁰ Liebe zu Jesu. 2. Unter deinem Schirmen Bin ich vor den Stürmen Aller Feinde frei. Laß den Satan wittern, Laß die Welt erschüttern, Mir steht Jesus bei. Ob es itzt gleich kracht und blitzt, Ob gleich Sünd und Hölle schrecken, Jesus will mich decken. 3. Trotz dem alten Drachen, Trotz dem Todesrachen, Trotz der Furcht dazu; Tobe, Welt, und springe, Ich steh hier und singe In gar sichrer Ruh. Gottes Macht hält mich in acht, Erd und Abgrund muß sich scheuen, Ob sie noch so dräuen. 4. Weg mit allen Schätzen, Du bist mein Ergetzen, Jesu, meine Lust. Weg, ihr eitlen Ehren, Ich mag euch nicht hören, Bleibt mir unbewußt! Elend, Not, Kreuz, Schmach und Tod Soll mich, ob ich viel muß leiden, Nicht von Jesu scheiden. 5. Gute Nacht, o Wesen, Das die Welt erlesen, Mir gefällst du nicht. Gute Nacht, ihr Sünden, Bleibet weit dahinten, Kommt nicht mehr ans Licht. Gute Nacht, du Stolz und Pracht; Dir sei ganz, du Lasterleben, Gute Nacht gegeben. E C Hires C E 88 W 796 od Liebe zu Jesu. 38¹ 6. Weicht, ihr Trauergeister, Denn mein Freudenmeister Jesus tritt herein. Denen, die Gott lieben, Muß auch ihr Betrüben Lauter Freude sein. Duld ich schon hier Spott und Hohn, Dennoch bleibst du auch im Leide, Jesu, meine Freude. Johann Franck, 1618— 1677. Mel.: Komm, o komm du Geist des Lebens. 277. Jesus, Jesus, nichts als Jesus Soll mein Wunsch sein und mein Ziel; Jetzund mach ich ein Verbündnis, Daß ich will, was Jesus will; Denn mein Herz, mit ihm erfüllt, Rufet nur: Herr, wie du willt! 2. Einer ist es, dem ich lebe, Den ich liebe früh und spat: Jesus ist es, dem ich gebe, Was er mir gegeben hat. Ich bin in dein Blut verhüllt, Führe mich, Herr, wie du willt. 3. Scheinet was, es sei mein Glücke, Und ist doch zuwider dir; Ach, so nimm es bald zurücke, Jesu, gib, was nützet mir. Gib dich mir, Herr Jesu, mild; Nimm mich dir, Herr, wie du willt; 4. And vollbringe deinen Willen In,—4.— und an mir, mein Gott. Deinen Willen laß erfüllen Mich im Leben, Freud und Not, Sterben als dein Ebenbild, Herr, wann, wo und wie du willt. 382 Liebe zu Jesu. 5. Sei auch, Jesu, stets gepriesen, Daß du dich und viel dazu Hast geschenkt und mir erwiesen, Daß ich fröhlich singe nu: Es geschehe mir, mein Schild, Wie du willt, Herr, wie du willt! Ludämilie Elisabeth, Gräfin von Schwarzburg⸗ Rudolstadt, 1640— 1672. — Mel:: Gott des Himmels und der Erden. 278.“ Liebe, die du mich zum Bilde Deiner Gottheit hast gemacht, Liebe, die du mich so milde Nach dem Fall hast wiederbracht, Liebe, dir ergeb ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. 2. Liebe, die du mich erkoren, Eh als ich geschaffen war, Liebe, die du Mensch geboren Und mir gleich wardst ganz und gar, Liebe, dir ergeb ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. ö 3. Liebe, die für mich gelitten Und gestorben in der Zeit, Liebe, die mir hat erstritten Ewge Lust und Seligkeit, Liebe, dir ergeb ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. 4. Liebe, die du Kraft und Leben, Licht und Wahrheit, Geist und Wort, Liebe, die sich hingegeben Mir zum Heil und Seelenhort, Liebe, dir ergeb ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. 5. Liebe, die mich hat gebunden An ihr Joch mit Leib und Sinn, ——2— ** 8——— 7—„ 8922 S? VD-r& SA Liebe zu Jesu. 383 Liebe, die mich überwunden Und mein Herze hat dahin, Liebe, dir ergeb ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. 6. Liebe, die mich ewig liebet, Die für meine Seele bitt, Liebe, die das Lösgeld gibet Und mich kräftiglich vertritt, Liebe, dir ergeb ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. 7. Liebe, die mich einst wird führen Aus dem Grab der Sterblichkeit, Liebe, die mich dort wird zieren Mit dem Kranz der Herrlichkeit, Liebe, dir ergeb ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. Johann Scheffler(Angel.), 1624— 1677. —‚— Eigene Melodie. 279.“* Meinen Jesum laß ich nicht; Weil er sich für mich gegeben, So erfordert meine Pflicht, Klettenweis an ihm zu kleben. Er ist meines Lebens Licht: Meinen Jesum laß ich nicht. 2. Jesum laß ich nimmer nicht, Weil ich soll auf Erden leben; Ihm hab ich voll Zuversicht, Was ich bin und hab, ergeben; Alles ist auf ihn gericht: Meinen Jesum laß ich nicht. 3. Tatß vergehen das Gesicht, Hören, Schmecken, Fühlen weichen; Laß das letzte Tageslicht Mich auf dieser Welt erreichen, 384 Liebe zu Jesu. Wenn der Lebensfaden bricht: Meinen Jesum laß ich nicht. 4. Ich werd ihn auch lassen nicht, Wenn ich nun dahin gelanget, Wo vor seinem Angesicht Meiner Väter Glaube pranget, Mich erfreut sein Angesicht: Meinen Jesum laß ich nicht. 5. Nicht nach Welt, nach Himmel nicht Meine Seele wünscht und sehnet, Jesum wünscht sie und sein Licht, Der mich hat mit Gott versöhnet, Der mich freiet vom Gericht: Meinen Jesum laß ich nicht. 6. Jesum laß ich nicht von mir, Geh ihm ewig an der Seiten; Christus läßt mich für und für Zu dem Lebensbächlein leiten. Selig, wer mit mir so spricht: Meinen Zesum laß ich nicht. Christian Keymann, 1607— 1662. Mel.: Ach Gott und Herr. 280. Mein Freund ist mein, Und ich bin sein, Ihm hab ich mich ergeben; In Freud und Leid Bin ich bereit Dir, Jesu, stets zu leben. 2. Ich glaub an dich, An dir bleib ich Und will dich auch nicht lassen, Bis du mich wirst, Du Lebensfürst, Mit deiner Gnad umfassen. 1 7 6947 99 88D eDeDe —E SNVO HSSEE Liebe zu Jesu. 38⁵ 3. Dein ganz Verdienst Ist mein Gewinst, Dein Höllenangst und Sterben Hat mich versöhnt, Ja gar gekrönt Zu einem Himmelserben. 4. Die Kreuzeslast, Die du hier hast cht Für mich auf dich genommen, Macht mich befreit Von allem Leid, Das sonst auf mich gekommen. 5. Für mich hast du Dich aus der Ruh In diese Welt gegeben, Ja gar in Tod Und Höllennot, Damit ich möchte leben. 6. Nun werd ich gleich In deinem Reich 2 Den frohen Engeln werden 662. Und sicher sein Von aller Pein, Von allen Lastbeschwerden. 7. Trotz sei dem Tod Und aller Not! Von dir kann mich nichts wenden, Weil ich forthin Verwahret bin In deiner Seit und Händen. 8. Trotz sei nunmehr Des Teufels Heer! Denn du, du hast gebunden Die alte Schlang, Die auf mich drang Mich tödlich zu verwunden. 386 Liebe zu Jesu. 9. Trotz sei der Höll, Weil mein Gesell Sie gänzlich hat zerstöret. ö Der Höllen Macht Und dunkle Nacht ö Ist nun ganz umgekehret. 10. Trotz aller Welt! Hier ist der Held, Der für mich ist gestorben, Dadurch er hat Die güldne Stadt Des Himmels mir erworben. ö 11. Herr Jesu Christ, Allein du bist Mein höchster Schatz auf Erden; Ach laß mich nicht, Mein Lebenslicht, Von dir geschieden werden. 12. Denn du bist mein, Und ich bin dein, Dir hab ich mich ergeben In Glück und Freud, In Kreuz und Leid, Im Sterben und im Leben. Anna Sophie, Landgräfin von Hessen-Darmstadt, 1638— 1683. Mel.: Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ. 281. O Jesu Christ, mein schönstes Licht, Der du in deiner Seelen So hoch mich liebst, daß ich es nicht Aussprechen kann noch zählen, Gib, daß mein Herz dich wiederum Mit Lieben und Verlangen Mög umfangen V//— 7 53—7 SeS²e Liebe zu Jesu. 38⁷ Und als dein Eigentum Nur einzig an dir hangen. 2. Gib, daß sonst nichts in meiner Seel Als deine Liebe wohne; Gib, daß ich deine Lieb erwähl Als meinen Schatz und Krone. Stoß alles aus, nimm alles hin, Was mich und dich will trennen Und nicht gönnen, ů Daß all mein Mut und Sinn In deiner Liebe brennen. 3. Wie freundlich, selig, süß und schön Ist, Jesu, deine Liebe! Wo diese wohnt, kann nichts entstehn, Was meinen Geist betrübe. Drum laß nichts anders denken mich, ö Nichts sehen, fühlen, hören Lieben, ehren Als deine Lieb und dich, Der du sie kannst vermehren. 4. O, daß ich dieses hohe Gut Mein ewig möchte nennen! O, möchte diese edle Glut In mir ohn Ende brennen! Ach hilf mir wachen Tag und Nacht nstadt, Und diesen Schatz bewahren Vor den Scharen, Die wider uns mit Macht Aus Satans Reiche fahren. Licht, 5. Mein Heiland, du bist mir zulieb In Not und Tod gegangen Und hast am Kreuze wie ein Dieb Und Mörder dagehangen, Verhöhnt, verspottet und verwundt. Ach laß mich deine Wunden Alle Stunden 5 25• 388 Liebe zu Jesu. Im tiefsten Herzensgrund Zur Gegenlieb verwunden. 6. Was ists, ach Schönster, das ich nicht An deiner Liebe habe? Sie ist mein Stern, mein Sonnenlicht, Mein Quell, da ich mich labe, Mein süßer Wein, mein Himmelsbrot, Mein Kleid vor Gottes Throne, Meine Krone, Mein Schutz in aller Not, Mein Haus, darin ich wohne. 7. Ach liebste Lieb, wenn du entweichst, Was hilft mir sein geboren? Wenn du mir deine Lieb entzeuchst, Ist all mein Gut verloren. So gib, daß ich dich, meinen Gast Wohl such und bestermaßen Möge fassen, Und wenn ich dich gefaßt, In Ewigkeit nicht lassen. 8. Du hast mich je und je geliebt Und auch nach dir gezogen; Eh ich noch etwas Guts geübt, Warst du mir schon gewogen. Ach laß doch ferner, edler Hort, Mich deine Liebe leiten Und begleiten, Daß sie mir immerfort Beisteh auf allen Seiten. 9. Laß meinen Stand, darin ich steh, Herr, deine Liebe zieren, Und wo ich etwa irre geh, Alsbald zurechte führen. Laß sie mich allzeit guten Rat Und weise Werke lehren, st, „ Liebe zu Jesu. 389 Steuern, wehren Der Sünd und nach der Tat Bald wieder mich bekehren. 10. Laß sie sein mein Freud in Leid, In Schwachheit mein Vermögen, Und wenn ich nach vollbrachter Zeit Mich soll zur Ruhe legen, Alsdann laß deine Liebestreu, Herr Jesu, bei mir stehen, Luft zuwehen, Daß ich getrost und frei Mög in dein Reich eingehen! Paul Gerhardt, 1607— 1676. Mel.: Wie schön leuchtet der Morgenstern. 282.* O Jesu, Jesu, Gottes Sohn, Mein Bruder und mein Gnadenthron, Mein Schatz, mein Freud und Wonne! Du weißt es, daß ich rede wahr, Vor dir ist alles sonnenklar Und klarer als die Sonne. Herzlich lieb ich Mit Gefallen dich vor allen; Nichts auf Erden Kann und mag mir lieber werden. 2. Dies ist mein Schmerz, dies kränket mich, Daß ich nicht gnug kann lieben dich, Wie ich dich lieben wollte; Ich werd von Tag zu Tag entzündt, Je mehr ich lieb, je mehr ich find, Daß ich dich lieben sollte. Von dir laß mir Deine Güte ins Gemüte Lieblich fließen, So wird sich die Lieb ergießen. 3. Durch deine Kraft treff ich das Ziel, Daß ich, so viel ich soll und will, Dich allzeit lieben könne. Nichts auf der ganzen weiten Welt, Pracht, Wollust, Ehre, Freud und Geld, Wenn ich es recht besinne, Kann mich ohn dich Gnugsam laben; ich muß haben Reine Liebe, Die tröst, wenn ich mich betrübe. 4. Denn wer dich liebt, den liebest du, Schaffst seinem Herzen Fried und Ruh, Erfreuest sein Gewissen. Es geh ihm, wie es woll, auf Erd, Wenn ihn gleich ganz das Kreuz verzehrt, Soll er doch dein genießen. In Glück ewig Nach dem Leide große Freude Wird er finden, Alles Trauern muß verschwinden. 5. Kein Ohr hat dies jemals gehört, Kein Mensch gesehen noch gelehrt, Es kanns niemand beschreiben, Was denen dort für Herrlichkeit Bei dir und von dir ist bereit, Die in der Liebe bleiben. Gründlich läßt sich Nicht erreichen noch vergleichen Den Weltschätzen Dies, was uns dort wird ergetzen. 6. Drum laß ich billig dies allein, O Jesu, meine Freude sein, Daß ich dich herzlich liebe, Daß ich in dem, was dir gefällt Und mir dein klares Wort vermeldt, Aus Liebe mich stets übe, ——3 u, rt, Liebe zu Jesu. Bis ich endlich Werd abscheiden und mit Freuden Zu dir kommen, Aller Trübsal ganz entnommen. 7. Da werd ich deine Süßigkeit Die jetzt berühmt ist weit und breit, In reiner Liebe schmecken Und sehn dein liebreich Angesicht Mit unverwandtem Augenlicht Ohn alle Furcht und Schrecken. Reichlich werd ich Sein erquicket und geschmücket Vor deim Throne Mit der schönen Himmelskrone. 7 Johann Heermann, 1585— 1647. Eigene Melodie. 283. Seelenbräutigam, Jesu, Gottes Lamm! Habe Dank für deine Liebe, Die mich zieht aus reinem Triebe Von der Sünden Schlamm, Jesu, Gottes Lamm. 2. Deine Liebesglut Stärket Mut und Blut. Wenn du freundlich mich anblickest Und an deine Brust mich drückest, Macht mich wohlgemut Deine Liebesglut. 3. Wahrer Mensch und Gott, Trost in Not und Tod! Du bist darum Mensch geboren, Zu ersetzen, was verloren, Durch dein Blut so rot, Wahrer Mensch und Gott. 7 Liebe zu Jesu. 4. Meines Glaubens Licht Laß verlöschen nicht; Salbe mich mit Freudenöle, Daß hinfort in meiner Seele Ja verlösche nicht Meines Glaubens Licht. 5. So werd ich in dir Bleiben für und für; Deine Liebe will ich ehren Und in dir dein Lob vermehren, Weil ich für und für Bleiben werd in dir. 6. Held aus Davids Stamm! Deine Liebesflamm Mich ernähre und verwehre, Daß die Welt mich nicht versehre, Ob sie mir gleich gram, Held aus Davids Stamm. 7. Großer Friedefürst! Wie hast du gedürst Nach der Menschen Heil und Leben Und dich in den Tod gegeben, Da du riefst:„Mich dürst!“ Großer Friedefürst. 8. Deinen Frieden gib Aus so großer Lieb Uns, den Deinen, die dich kennen Und nach dir sich Christen nennen; Denen du bist lieb, Deinen Frieden gib. 9. Wer der Welt abstirbt, Emsig sich bewirbt Nur um den lebendgen Glauben, Der wird bald empfindlich schauen, Daß niemand verdirbt, Der der Welt abstirbt. Liebe zu Jesu. 393 10. Nun ergreif ich dich, Du mein ganzes Ich! Ich will nimmermehr dich lassen, Sondern gläubig dich umfassen, Weil im Glauben ich Nun ergreife dich. 11. Hier durch Spott und Hohn, Dort die Ehrenkron; Hier im Hoffen und im Glauben, Dort im Haben und im Schauen; Denn die Ehrenkron Folgt auf Spott und Hohn. 12. Jesu, hilf, daß ich Allhier ritterlich Alles durch dich überwinde Und in deinem Sieg empfinde, Wie so ritterlich Du gekämpft für mich. 13. Du mein Preis und Ruhm, Werte Saronsblum! In mir soll nun nichts erschallen, Als was dir nur kann gefallen, Werte Saronsblum, Du mein Preis und Ruhm! Adam Drese, 1620— 1701. Eigene Melodie. 284.* Sieh, hier bin ich, Ehrenkönig, Lege mich vor deinen Thron; Schwache Tränen, kindlich Sehnen Bring ich dir, du Menschensohn. Laß dich finden, laß dich finden Von mir, der ich Asch und Ton! 2. Sieh doch auf mich, Herr, ich bitt dich, Lenke mich nach deinem Sinn, Liebe zu Jesu. Dich alleine ich nur meine, Dein erkaufter Erb ich bin. Laß dich finden, laß dich finden, Gib dich mir und nimm mich hin. 3. Ich begehre nichts, o Herre, Als nur deine freie Gnad, Die du gibest, den du liebest, Und der dich liebt in der Tat. Laß dich finden, laß dich finden, Der hat alles, wer dich hat! 4. Himmelssonne, Seelenwonne, Unbeflecktes Gotteslamm! In der Höhle meine Seele Suchet dich, o Bräutigam. Laß dich finden, laß dich finden, Starker Held aus Davids Stamm! 5. Hör, wie kläglich, wie beweglich Dir die treue Seele singt; Wie demütig und wehmütig Deines Kindes Stimme klingt. Laß dich finden, laß dich finden, Denn mein Herze zu dir dringt! 6. Dieser Zeiten Eitelkeiten, Reichtum, Wollust, Ehr und Freud Sind nur Schmerzen meinem Herzen, Welches sucht die Ewigkeit. Laß dich finden, laß dich finden, Großer Gott, ich bin bereit! Joachim Neander, 1650—1680. Mel.: Seelenbräutigam. 285.* Wer ist wohl wie du, Jesu, süße Ruh! Unter vielen auserkoren, Leben derer, die verloren, Liebe zu Jesu. 39⁵ Und ihr Licht dazu, Jesu, süße Ruh! 2. Leben, das den Tod, Mich aus aller Not Zu erlösen, hat geschmecket, Meine Schulden zugedecket Und mich aus der Not Hat geführt zu Gott. 3. Glanz der Herrlichkeit, Du bist vor der Zeit Zum Erlöser uns geschenket Und in unser Fleisch versenket In der Füll der Zeit, Glanz der Herrlichkeit! 4. Großer Siegesheld, Tod, Sünd, Höll und Welt, Alle Kraft des großen Drachen Hast du wolln zu Schanden machen Durch das Lösegeld Deines Bluts, o Held! 5. Höchste Majestät, König und Prophet, Deinen Zepter will ich küssen, Ich will sitzen dir zu Füßen, Wie Maria tät, Höchste Majestät! 6. Laß mich deinen Ruhm Als dein Eigentum Durch des Geistes Licht erkennen, Stets in deiner Liebe brennen Als dein Eigentum, Allerschönster Ruhm! 7. Deiner Sanftmut Schild, Deiner Demut Bild 396 Liebe zu Jesu. Mir anlege, in mich präge, Daß kein Zorn noch Stolz sich rege; Vor dir sonst nichts gilt Als dein eigen Bild. 8. Steure meinem Sinn, Der zur Welt will hin, Daß ich nicht mög von dir wanken, Sondern bleiben in den Schranken; Sei du mein Gewinn, Gib mir deinen Sinn. 9. Wecke mich recht auf, Daß ich meinen Lauf Unverrückt zu dir fortsetze,‚ Und mich nicht in seinem Netze Satan halte auf; Fördre meinen Lauf! 10. Deines Geistes Trieb In die Seele gib, Daß ich wachen mög und beten, Freudig vor dein Antlitz treten. Ungefärbte Lieb In die Seele gib. 11. Wenn der Wellen Macht In der trüben Nacht Will des Herzens Schifflein decken, Wollst du deine Hand ausstrecken; Habe auf mich acht, Hüter, in der Nacht! 12. Einen Heldenmut, Der da Gut und Blut Gern um deinetwillen lasse Und des Fleisches Lüste hasse, Gib mir, höchstes Gut, Durch dein teures Blut! 13. Solls zum Sterben gehn, Wollst du bei mir stehn, Liebe zu Jesu. 397 Mich durchs Todestal begleiten Und zur Herrlichkeit bereiten, Daß ich einst mag sehn Mich zur Rechten stehn! Johann Anastasius Freylinghausen, 1670— 1739. 9— Eigene Melodie. 286.* Wie schön leuchtet der Morgenstern Voll Gnad und Wahrheit von dem Herrn, Die süße Wurzel Jesse! Du Sohn Davids aus Jakobs Stamm, Mein König und mein Bräutigam, Hast mir mein Herz besessen; Lieblich, freundlich, Schön und herrlich, groß und ehrlich, Reich an Gaben, Hoch und sehr prächtig erhaben. 2. Ei meine Perl, du werte Kron, Wahr Gottes und Marien Sohn, Ein hochgeborner König! Mein Herz heißt dich ein Himmelsblum; Dein süßes Evangelium Ist lauter Milch und Honig. Jesu, Jesu, Hosianna, himmlisch Manna, Das wir essen, Deiner kann ich nicht vergessen. 3. Geuß sehr tief in mein Herz hinein, O du mein Herr und Gott allein, Die Flamme deiner Liebe. Ach möcht es sein, daß ich durch dich An deinem Leibe ewiglich Ein lebend Gliedmaß bliebe! Nach dir wallt mir Mein Gemüte, ewge Güte, Liebe zu Jesu. Bis es findet Dich, des Liebe mich entzündet. 4. Von Gott kommt mir ein Freudenlicht, Wenn du mit deinem Angesicht Mich freundlich tust anblicken. O Herr Jesu, mein trautes Gut, Dein Wort, dein Geist, dein Leib und Blut Mich innerlich erquicken. Tröst mich freundlich, Hilf mir Armen mit Erbarmen, Hilf in Gnaden! Auf dein Wort komm ich geladen. 5. Herr Gott Vater, mein starker Held, Du hast mich ewig vor der Welt In deinem Sohn geliebet. Dein Sohn hat mich ihm selbst vertraut, Er ist mein Freund, ich seine Braut, Kein Unglück mich betrübet. Heil mir, Heil mir, Himmlisch Leben wird er geben Mir dort oben; Ewig soll mein Herz ihn loben. 6. Zwingt die Saiten zu süßem Klang Und laßt den hohen Lobgesang Ganz freudenreich erschallen Dem liebsten Jesu nur allein, Dem wunderschönen Bräutgam mein, Zu Ehren und Gefallen. Singet, springet, Jubilieret, triumphieret, Dankt dem Herren, Groß ist der König der Ehren. 7. Wie bin ich doch so herzlich froh, Daß mein Schatz ist das A und O, Der Anfang und das Ende! Er wird mich doch zu seinem Preis —e1 SHN& —278184 2 2 2 7 Liebe zu Jesu. 399 Aufnehmen in das Paradeis, Des klopf ich in die Hände. Amen, Amen, Komm du schöne Freudenkrone, Bleib nicht lange; Deiner wart ich mit Verlangen. Philipp Nicolai, 1556— 1608. Eigene Melodie. 287.* Wie wohl ist mir, o Freund der Seelen, Wenn ich in deiner Liebe ruh! Ich steige aus der Schwermut Höhlen Und eile deinen Armen zu; Da muß die Nacht des Trauerns scheiden, Wenn mit so angenehmen Freuden Die Liebe strahlt aus deiner Brust. Hier ist mein Himmel schon auf Erden; Wer wollte nicht vergnüget werden, Der in dir suchet Ruh und Lust? 2. Die Welt mag meine Feindin heißen; Es sei also, ich trau ihr nicht, Wenn sie mir gleich will Lieb erweisen Bei einem freundlichen Gesicht. In dir vergnügt sich meine Seele, Du bist mein Freund, den ich erwähle; Du bleibst mein Freund, wenn Freundschaft weicht. Der Welt Haß kann mich doch nicht fällen, Weil in den stärksten Unglückswellen Mir deine Treu den Anker reicht. 3. Will mich des Moses Eifer drücken, Blitzt auf mich des Gesetzes Weh, Droht Straf und Hölle meinem Rücken, So steig ich gläubig in die Höh Und flieh in deiner Seite Wunden, Da hab ich schon den Ort gefunden, 400 Liebe zu Jesu. Wo mich kein Fluchstrahl treffen kann. Tritt alles wider mich zusammen, Du bist mein Heil, wer will verdammen? Die Liebe nimmt sich meiner an. ö 4. Führst du durch Wüsten meine Reise, Ich folg und lehne mich auf dich, ö ö Du nährest mich mit Himmelsspeise ö Und labest aus den Felsen mich. Ich traue deinen Wunderwegen, ö Sie enden sich in Lieb und Segen. Genug, wenn ich dich bei mir Hab. Ich weiß, wen du willst herrlich zieren ů Und über Sonn und Sterne führen, ö Den führest du zuvor hinab. ö Der Tod mag andern düster scheinen, ö * Mir nicht, weil Seele, Herz und Mut . In dir, der du verlässest keinen, O allerliebstes Leben, ruht. ů Wen kann des Weges End erschrecken, Wenn er aus mördervollen Hecken Gelanget in die Sicherheit? Mein Licht, so will ich auch mit Freuden Aus dieser finstern Wildnis scheiden Zu deiner Ruh der Ewigkeit. 6. Wie ist mir dann, o Freund der Seelen, So wohl, wenn ich mich lehn auf dich! Mich kann Welt, Not und Tod nicht quälen, Weil du, mein Gott, vergnügest mich. Laß solche Ruh in dem Gemüte Nach deiner unumschränkten Güte Des Himmels süßen Vorschmack sein. Weg, Welt, mit allen Schmeicheleien, Nichts kann, als Jesus, mich erfreuen. O reicher Trost, mein Freund ist mein! Wolfgang Christoph Deßler, 1660— 1722. ise, ien, en len, ilen, 122. Bitte. 401 3. Vertrauen auf Gott. A. Gebetslieder. a. Bitte. Mel.: O Gott, du frommer Gott. 288.* Ach Gott, verlaß mich nicht! Gib mir die Gnadenhände, Ach, führe mich, dein Kind, Daß ich den Lauf vollende Zu meiner Seligkeit! Sei du mein Lebenslicht, Mein Stab, mein Hort, mein Schutz; Ach Gott, vexlaß mich nicht! 2. Ach Gott, verlaß mich nicht!l Regiere du mein Wallen; Ach, laß mich nimmermehr In Sünd und Schande fallen. Gib mir den guten Geist, Gib Glaubenszuversicht, „Sei meine Stärk und Kraft; Ach Gott, verlaß mich nicht! 3. Ach Gott, verlaß mich nicht! Ich ruf aus Herzensgrunde: Ach Höchster, stärke mich In jeder bösen Stunde; Wenn mich Versuchung plagt Und meine Seel anficht, So weiche nicht von mir; Ach Gott, verlaß mich nicht! 4. Ach Gott, verlaß mich nicht! Ach, laß dich doch bewegen, Ach Vater, kröne doch Mit reichem Himmelssegen 26 Die Werke meines Amts, Die Werke meiner Pflicht, Zu tun, was dir gefällt. Ach Gott, verlaß mich nicht! 5. Ach Gott, verlaß mich nicht! Ich bleibe dir ergeben; Hilf mir, o großer Gott, Recht glauben, christlich leben Und selig scheiden ab, Zu sehn dein Angesicht. Hilf mir in Not und Tod; Ach Gott, verlaß mich nicht! Salomo Franck, 1659— 1725. Eigene Melodie. 289.* Dir, dir Jehovah, will ich singen, Denn wo ist doch ein solcher Gott wie du? Dir will ich meine Lieder bringen; Ach gib mir deines Geistes Kraft dazu, Daß ich es tu im Namen Jesu Christ, So wie es dir durch ihn gefällig ist. 2. Zeuch mich, o Vater, zu dem Sohne, Damit dein Sohn mich wieder zieh zu dir. Dein Geist in meinem Herzen wohne Und meine Sinne und Verstand regier, Daß ich den Frieden Gottes schmeck und fühl Und dir darob im Herzen sing und spiel. 3. Verleih mir, Höchster, solche Güte, So wird gewiß mein Singen recht getan; So klingt es schön in meinem Liede, Und ich bet dich im Geist und Wahrheit anz So hebt dein Geist mein Herz zu dir empor, Daß ich dir Psalmen sing im höhern Chor. 4. Denn der kann mich bei dir vertreten Mit Seufzern, die ganz unaussprechlich sind; 1 = 75 Bitte. 40³ Der lehret mich recht gläubig beten, Gibt Zeugnis meinem Geist, daß ich dein Kind Und ein Miterbe Jesu Christi sei, Daher ich: Abba, lieber Vater, schrei. 5. Wenn dies aus meinem Herzen schallet Durch deines heilgen Geistes Kraft und Trieb, So bricht dein Vaterherz und wallet Ganz brünstig gegen mich vor heißer Lieb, Daß mirs die Bitte nicht versagen kann, Die ich nach deinem Willen hab getan. 6. Was mich dein Geist selbst bitten lehret, Das ist nach deinem Willen eingericht Und wird gewiß von dir erhöret, Weil es im Namen deines Sohns geschicht, Durch welchen ich dein Kind und Erbe bin Und nehme von dir Gnad um Gnade hin. + 7. Wohl mir, daß ich dies Zeugnis habe, Drum bin ich voller Trost und Freudigkeit Und weiß, daß alle gute Gabe, Die ich von dir verlange jederzeit, Die gibst du und tust überschwenglich mehr, Als ich verstehe, bitte und begehr. 8. Wohl mir, ich bitt in Jesu Namen, Der mich zu deiner Rechten selbst vertritt; In ihm ist alles Ja und Amen, Was ich von dir im Geist und Glauben bitt. Wohl mir, Lob dir jetzt und in Ewigkeit, Daß du mir schenkest solche Seligkeit. Bartholomäus Crasselius, 1677— 1724. Mel.: Mein Herzens Jesu, meine Lust. 290. Gott, deine Güte reicht so weit, So weit die Wolken gehen. Du krönst uns mit Barmherzigkeit Und eilst, uns beizustehen. 26* 40⁴ Bitte. Herr, meine Burg, mein Fels, mein Hort, Vernimm mein Flehn, merk auf mein Wort, Denn ich will vor dir beten. 2. Ich bitte nicht um Überfluß Und Schätze dieser Erden. Laß mir, so viel ich haben muß, Nach deiner Gnade werden. Gib mir nur Weisheit und Verstand, Dich, Gott, und den, den du gesandt, Und mich selbst zu erkennen. 3. Ich bitte nicht um Ehr und Ruhm, So sehr sie Menschen rühren. Des guten Namens Eigentum Laß mich nur nicht verlieren. Mein wahrer Ruhm sei meine Pflicht, Der Ruhm vor deinem Angesicht Und frommer Freunde Liebe. 4. So bitt ich dich, Herr Zebaoth, Auch nicht um langes Leben. Im Glücke Demut, Mut in Not, Das wollest du mir geben. In deiner Hand steht meine Zeit. Laß du mich nur Barmherzigkeit Vor dir im Tode finden. Christian Fürchtegott Gellert, 1715—1769. Mel.: O Welt, ich muß dich lassen. 291. Herr, höre, Herr, erhöre, Breit deines Namens Ehre An allen Orten aus; Behüte alle Stände Durch deiner Allmacht Hände, Schütz Kirche, Obrigkeit und Haus. 2. Ach, laß dein Wort uns allen Noch ferner reichlich schallen Zu unsrer Seelen Nutz; 2* D B 1769. Bitte. 40⁵ Bewahr vor allen Rotten, Die deiner Wahrheit spotten, Beut allen Widersachern Trutz. 3. Gib du getreue Lehrer Und unverdroßne Hörer, Die beide Täter sein; Auf Pflanzen und Begießen Laß dein Gedeihen fließen Und ernte reiche Früchte ein. 4. Gib unserm König Glücke, Laß deine Gnadenblicke Auf den Gesalbten gehn, Schütz ihn auf seinem Throne Und lasse seine Krone In segensvollem Glanze stehn. 5. Laß alle, die regieren, Ihr Amt getreulich führen, Schaff jedermann sein Recht, Daß Fried und Treu sich müssen In unserm Lande küssen, Und segne beide, Herrn und Knecht. 6. Wend ab in allen Gnaden Krieg, Feuer, Wasserschaden, Treib Sturm und Hagel ab; Bewahr des Landes Früchte Und mache nicht zu nichte, Was deine milde Hand uns gab. 7. Gib Ruhe uns und Friede, Mach alle Feinde müde, Verleih gesunde Luft; Laß Not und teure Zeiten Nicht übers Land sich breiten, Da man umsonst nach Brote ruft. 406 Bitte. 8. Die Hungrigen erquicke Und bringe die zurücke, Die sonst verirret gehn. Die Witwen und die Waisen Wollst du mit Troste speisen, Wenn sie zu dir um Hilfe flehn. 9. Sei allen Kindern Vater, Den Müttern sei Berater, Den Kleinen gib Gedeihn. Zieh unsre zarte Jugend Zur Frömmigkeit und Tugend, Daß sich die Eltern ihrer freun. 10. Komm als ein Arzt der Kranken, Und die im Glauben wanken, Laß nicht zugrunde gehn. Die Alten heb und trage, Auf daß sie ihre Plage Geduldig mögen überstehn. 11. Bleib der Verfolgten Stütze, Die Reisenden beschütze, Die Sterbenden begleit Mit deinen Engelscharen, Daß sie in Frieden fahren Zu Zions Freud und Herrlichkeit. 12. Nun, Herr, du wirst erfüllen, Was wir nach deinem Willen In Demut jetzt begehrt. Wir sprechen nun das Amen In unsres Jesus Namen, So ist gewiß der Wunsch gewährt. Benjamin Schmolck, 1672— 17837. Eigene Melodie. 292.* Herr, wie du willst, so schicks mit mir Im Leben und im Sterben; Bitte. 40⁷ Allein zu dir steht mein Begier, Laß mich, Herr, nicht verderben. Erhalt mich nur in deiner Huld, Sonst wie du willst; gib mir Geduld, Denn dein Will ist der beste. 2. Zucht, Ehr und Treu verleih mir, Herr, Und Lieb zu deinem Worte; Behüt mich, Herr, vor falscher Lehr Und gib mir hier und dorte, Was dient zu meiner Seligkeit; Wend ab all Ungerechtigkeit In meinem ganzen Leben. 3. Soll ich einmal nach deinem Rat Von dieser Welt abscheiden, Verleih mir, Herr, nur deine Gnad, ö Daß es gescheh mit Freuden. ö Mein Leib und Seel befehl ich dir; ö O Herr, ein selig End gib mir ö Durch Jesum Christum, Amen. Kaspar Bienemann(Melissander), 1540— 1591. Mel.: Wer nur den lieben Gott läßt walten. 293. Mein Gott, ich klopf an deine Pforte Mit Seufzen, Flehn und Bitten an; Ich halte mich an deine Worte: „Klopft an, so wird euch aufgetan!“ Ach, öffne mir die Gnadentür, In Jesu Namen steh ich hier. 2. Wer kann was von sich selber 17³⁷½• Das nicht von dir den Ursprung hat Du bist der Geber aller Gaben, 28 Bei dir ist immer Rat und Tat; t mir Du bist der Brunn, der immer quillt, Du bist das Gut, das immer gilt. —SI 408 Bitte. 3. Drum komm ich auch mit meinem Beten, Das voller Herz und Glauben ist; Der mich heißt freudig vor dich treten, Ist mein Erlöser Jesus Christ, Und der in mir das Abba schreit, Ist, Herr, dein Geist der Freudigkeit. 4. Gib, Vater, gib nach deinem 1086 Was deinem Kinde nötig ist Nur du kannst mein Verlangen stillen, Weil du die Segensquelle bist; Doch gib, o Geber, allermeist, Was mich dem Sündendienst entreißt. 5. Verleih Beständigkeit im Glauben, Laß meine Liebe brünstig sein; Will Satan mir das Kleinod rauben, So halt mit der Versuchung ein, Damit mein schwaches Fleisch und Blut Dem Feinde nichts zu willen tut. 6. Erweck in mir ein gut Gewissen, Das weder Welt noch Teufel scheut; Und wenn ja Strafen folgen müssen, So schick sie in der Gnadenzeit. Durchstreich die Schuld mit Jesu Blut mach das Böse wieder gut. Vom Kreuze darf ich wohl nicht bitten, Daß es mich gar verschonen soll, Hat doch mein Jesus selbst gelitlen, Und also leid ich billig wohl; Doch wird Geduld mir nötig sein, Die wollest du mir, Herr, verleihn. 8. Ich bitte nicht um langes Leben, Nur, daß ich christlich leben mag; Laß mir den Tod vor Augen schweben Und meinen letzten Sterbetag, en, lut t ten, Bitte. 409 Damit mein Ausgang aus der Welt Den Eingang in den Himmel hält. 9. O Gott, was will ich mehr begehren? Du weißt schon, was ich haben muß, Du wirst auch alles mir gewähren, Denn Jesus macht den süßen Schluß, Ich soll in seinem Namen schrein, So wird es Ja und Amen sein. Benjamin Schmolck, 1672— 1737. Mel.: Wer nur den lieben Gott läßt walten. 294. Mein lieber Gott, gedenke meiner Im besten jetzt und allezeit; Denn außer dir ist nirgends einer, Der mich mit Rat und Trost erfreut. Dein Wort macht mich voll Zuversicht Und sagt mir, du vergißt mein nicht. 2. Gedenke meiner, wenn ich höre Dein süßes Evangelium, Und mache mir die Himmelslehre Zu Saft und Kraft im Christentum, Daß deine Aussaat wohl gelingt Und tausendfache Früchte bringt. 3. Gedenke meiner, wenn ich bete, Und merke du mit Gnaden drauf; Weil ich in Christo vor dich trete, So schleuß dein Vaterherze auf. Doch gib mir nichts als das allein, Was mir kann gut und selig sein. 4. Gedenke meiner, wenn ich falle, Und wirf mich nicht im Zorne hin; Weil ich wie andre Menschen alle Im Fleische schwach und blöde bin, So fördre meinen Gang und Stand Durch Kraft und Stärke deiner Hand. 41⁰ Bitte. 5. Gedenke meiner, wenn ich leide; Wen hab ich sonst als dich allein, Der bei der Menschen Haß und Neide Mein Freund und Tröster könnte sein? Und hab ich dich, so lacht mein Mut, ö Wenn Welt und Teufel böse tut. 6. Gedenke meiner auch in allem, Woran ich nicht gedenken kann, Und blicke mich mit Wohlgefallen In meinem ganzen Leben an; Denn gibst du mir, was dir gefällt, So ists um mich recht gut bestellt. 7. Gedenke meiner, wenn ich sterbe; Und wenn mich alle Welt vergißt, Versetze mich in jenes Erbe, Wo du mein Teil und Leben bist; Denn bleibst du nicht im Himmel mein, So wollt ich nie geboren sein. 8. Ich will mich über nichts betrüben; In deine Hände hast du mich Zum Heil und Segen angeschrieben; Drum sieht die Hoffnung bloß auf dich Und denkt im Glauben ungekränkt, Daß Gott im besten meiner denkt. Erdmann Neumeister, 1671—1756. Eigene Melodie. ö 295.“ O Gott, du frommer Gott, ö Du Brunnquell guter Gaben, Ohn den nichts ist, was ist, Von dem wir alles haben, Gesunden Leib gib mir, Und daß in solchem Leib Ein unverletzte Seel Und rein Gewissen bleib. in, Bitte. 4¹¹ 2. Gib, daß ich tu mit Fleiß, Was mir zu tun gebühret, Wozu mich dein Befehl In meinem Stande führet. Gib, daß ichs tue bald, Zu der Zeit, da ich soll, Und wenn ichs tu, so gib, Daß es gerate wohl. 3. Hilf, daß ich rede stets, Womit ich kann bestehen; Laß kein unnützlich Wort Aus meinem Munde gehen, Und wenn in meinem Amt Ich reden soll und muß, So gib den Worten Kraft Und Nachdruck ohn Verdruß. 4. Findt sich Gefährlichkeit, So laß mich nicht verzagen; Gib einen Heldenmut, Das Kreuz hilf selber tragen. Gib, daß ich meinen Feind Mit Sanftmut berwind, Und wenn ich Rat bedarf, Auch guten Rat erfind. 5. Laß mich mit jedermann In Fried und Freundschaft leben, So weit es christlich ist. Willst du mir etwas geben An Reichtum, Gut und Geld, So gib auch dies dabei, Daß von unrechtem Gut Nichts untermenget sei. 6. Soll ich auf dieser Welt Mein Leben höher bringen, Durch manchen sauren Tritt Hindurch ins Alter dringen, 4¹1² Bitte. So gib Geduld; vor Sünd Und Schanden mich bewahr, Auf daß ich tragen mag Mit Ehren graues Haar. 7. Laß mich an meinem End Auf Christi Tod abscheiden; Die Seele nimm zu dir Hinauf zu deinen Freuden; Dem Leib ein Räumlein gönn Bei frommer Christen Grab, Auf daß er seine Ruh An ihrer Seite hab. 8. Wenn du die Toten wirst An jenem Tag erwecken, So tu auch deine Hand Zu meinem Grab ausstrecken; Laß hören deine Stimm Und meinen Leib weck auf Und führ ihn schön verklärt Zum auserwählten Hauf. Johann Heermann, 1585— 1647. Mel.: Wunderbarer König. 296. Unumschränkte Liebe, gönne blöden Augen, Die sonst kaum auf Erden taugen, Daß sie in die Strahlen deiner Langmut blicken, Die den Erdkreis wärmend schmücken Und zugleich freudenreich Bösen und den Deinen Mit der Sonne scheinen. 2. Wasser, Luft und Erde, ja dein ganz Ist ein Schauplatz deiner Güte.(Gebiete Deiner Langmut Ehre wird durch neue Proben Immer herrlicher erhoben. nz e * Bitte. 413 „O wie weit, o wie breit Über Berg und Hügel, Streckt sie ihre Flügel! 3. Was wir davon denken, was wir sagen können, Ist ein Schatten nur zu nennen: Tag für Tag zu schonen, Tag für Tag zu dulden So viel Millionen Schulden, Und dazu ohne Ruh Lieben für das Hassen; Herr, wer kann das fassen? 4. Du vergibest Sünde, hörst der Sünder Flehen, Wenn sie weinend vor dir stehen. Deine Rechte dräuet und erbarmt sich wieder, Legt die Pfeile gerne nieder. Tiefen Schmerz fühlt dein Herz, Wenn durch ernste Strafen Du mußt Bessrung schaffen. 5. Herr, es hat noch keiner, der zu dir ge⸗ gangen, Statt der Gnade Recht empfangen. Wer zu deinen Füßen sich mit Tränen senket, Dem wird Straf und Schuld geschenket. Unsern Schmerz rührt dein Herz, Und du willst der Armen Gnädig dich erbarmen. 6. König, sei gepriesen, daß du so verschonest Und uns nicht nach Werken lohnest. Deiner Hand sei Ehre, die so wohl regieret Und mit Ruhm das Zepter führet. Fahre fort, Zions Hort, Langmut auszuüben Und die Welt zu lieben. Johann Jakob Rambach, 1693 W 4¹1⁴ Bitte. Eigene Melodie. 297. Vater unser im Himmelreich, Der du uns alle heißest gleich Brüder sein und dich rufen an Und willst das Beten von uns han, Gib, daß nicht bet allein der Mund, Hilf, daß es geh von Herzensgrund. 2. Geheiligt werd der Name dein, Dein Wort bei uns hilf halten rein, Daß auch wir leben heiliglich, Nach deinem Namen würdiglich. Behüt uns, Herr, vor falscher Lehr, Das arm verführet Volk bekehr. 3. Es komm dein Reich zu dieser Zeit Und dort hernach in Ewigkeit. Der heilge Geist uns wohne bei Mit seinen Gaben mancherlei. Des Satans Zorn und groß Gewalt Zerbrich, vor ihm dein Kirch erhalt. 4. Dein Will gescheh, Herr Gott, zugleich Auf Erden wie im Himmelreich. Gib uns Geduld in Leidenszeit, Gehorsam sein in Lieb und Leid; Wehr und steur allem Fleisch und Blut, Das wider deinen Willen tut. 5. Gib uns heut unser täglich Brot, Was man bedarf zur Leibesnot; Behüt uns vor Unfried und Streit, Vor Seuchen und vor teurer Zeit, Daß wir in gutem Frieden stehn, Der Sorg und Geizes müßig gehn. 6. All unsre Schuld vergib uns, Herr, Daß sie uns nicht betrübe mehr, * 5—— DE —2282—2—.282883 eich rr/ Bitte. 41⁵ Wie wir auch unsern Schuldigern Ihr Schuld und Fehl vergeben gern; Zu dienen mach uns all bereit In rechter Lieb und Einigkeit. 7. Führ uns, Herr, in Versuchung nicht. Wenn uns der böse Feind anficht, Zur linken und zur rechten Hand Hilf uns tun starken Widerstand, Im Glauben fest und wohlgerüst Und durch des heilgen Geistes Trost. 8. Von allem Ubel uns erlös, Es sind die Zeit und Tage bös; Erlöse uns vom ewgen Tod Und tröst uns in der letzten Not; Bescher uns auch ein selig End, Nimm unsre Seel in deine Händ. 9. Amen, das ist: Es werde wahr! Stärk unsern Glauben immerdar, Auf daß wir ja nicht zweifeln dran, Was wir hiermit gebeten han Auf dein Wort in dem Namen dein; So sprechen wir das Amen fein. Dr. Martin Luther, 1483— 1546. Mel.: O Gott, du frommer Gott. 298. Wohl auf, mein Herz, zu Gott Dein Andacht fröhlich bringe, Daß dein Wunsch und Gebet Durch alle Wolken dringe, Weil dich Gott beten heißt, Weil dich sein lieber Sohn So freudig treten heißt Vor seinen Gnadenthron. 2. Dein Vater ists, der dir Befohlen hat zu beten. 416 Lob und Dank. Dein Bruder ists, der dich Vor ihn getrost heißt treten. Der werte Tröster ists, Der dir die Wort gibt ein, Drum muß auch dein Gebet Gewiß erhöret sein. 3. Da siehst du Gottes Herz, Das dir nichts kann versagen. Sein Mund, sein teures Wort Vertreibt ja alles Zagen. Was dir unmöglich deucht, Kann seine Vaterhand Noch geben, die von dir So viel Not abgewandt. 4. Komm nur, komm freudig her In Jesu Christi Namen, Sprich: Lieber Vater, hilf, Ich bin dein Kind, sprich Amen! Ich weiß, es wird geschehn, Du wirst mich lassen nicht, Du wirst, du willst, du kannst Tun, was dein Wort verspricht. Johann Olearius, 1611- 1684. b. Lob und Dank. Psalm 146. Mel.: Valet will ich dir geben. 299. Du meine Seele, singe, Wohlauf und singe schön Dem, welchem alle Dinge Zu Dienst und Willen stehn. Ich will den Herren droben Hier preisen auf der Erd; Ich will ihn herzlich loben, So lang ich leben werd. 1684. Lob und Dank. 41⁷ 2. Wohl dem, der einzig schauet Nach Jakobs Gott und Heil. Wer dem sich anvertrauet, Der hat 905 beste Teil, Das höchste Gut erlesen, Den schönsten Schatz geliebt; Sein Herz und ganzes Wesen Bleibt ewig unbetrübt. 3. Hier sind die starken Kräfte, Die unerschöpfte Macht; Das weisen die Geschäfte, Die seine Hand gemacht, Der Himmel und die Erde Mit ihrem ganzen Heer Und die unzählge Herde Im großen, wilden Meer. 4. Hier sind die treuen Sinnen, Die niemand unrecht tun, All denen Gutes gönnen, Die in der Treu beruhn. Gott hält sein Wort mit Freuden, Und was er spricht, geschicht, Und wer Gewalt muß leiden, Den schützt er im Gericht. 5. Er weiß viel tausend Weisen, Zu retten aus dem Tod. Er nährt und gibet Speisen Zur Zeit der Hungersnot, Macht schöne rote Wangen Oft bei geringem Mahl, Und die da sind gefangen, Die reißt er aus der Qual. 6. Er ist das Licht der Blinden, Erleuchtet ihr Gesicht Und die sich schwach b befinden, Die stellt er aufgericht. 418 Lob und Dank. Er liebet alle Frommen, Und die ihm günstig seind, Die finden, wenn sie kommen, An ihm den besten Freund. 7. Ach, ich bin viel zu wenig, Zu rühmen seinen Ruhm. Der Herr ist ewger König, Ich eine welke Blum; Jedoch weil ich gehöre Gen Zion in sein Zelt, Ists billig, daß ich ehre Sein Lob vor aller Welt. Paul Gerhardt, 1607— 1676. Mel.: Meinen Jesum laß ich nicht. 300. Großer Gott, wir loben dich; Herr, wir preisen deine Stärke! Vor dir beugt die Erde sich Und bewundert deine Werke! Wie du warst vor aller Zeit, So bleibst du in Ewigkeit. 2. Alles, was dich preisen kann, Cherubim und Seraphinen, Stimmen dir ein Loblied an; Alle Engel, die dir dienen, Rufen dir in selger Ruh: Heilig, Heilig, Heilig zu. 3. Heilig, Herr Gott Zebaoth! Heilig, Herr der Kriegesheere! Starker Helfer in der Not! Himmel, Erde, Luft und Meere Sind erfüllt von deinem Ruhm Alles ist dein Eigentum. 4. Der Apostel heilger Chor, Der Propheten große Menge 676. Lob und Dank. 419 Schickt zu deinem Thron empor Neue Lob⸗ und Dankgesänge; Der Blutzeugen große Schar Lobt und preist dich immerdar. 5. Auf dem ganzen Erdenkreis Loben Große und auch Kleine Dich, Gott Vater; dir zum Preis Singt die heilige Gemeine. Sie verehrt auf seinem Thron Deinen eingebornen Sohn. 6. Sie verehrt den heilgen Geist, Welcher uns mit seinen Lehren Und mit Troste kräftig speist, Der, o König aller Ehren, Der mit dir, Herr Jesu Christ, Und dem Vater ewig ist. 7. Herr, erbarm, erbarme dich! Auf uns komme, Herr, dein Segen. Deine Güte zeige sich Allen der Verheißung wegen. Auf dich hoffen wir allein; Laß uns nicht verloren sein. Unbekannt. Eigene Melodie. 301.* Herr Gott, dich loben wir, Herr Gott, wir danken dir; Dich, Vater in Ewigkeit, Ehrt die Welt weit und breit; All Engel und Himmelsheer Und was dienet deiner Ehr, Auch Cherubim und Seraphim Singen immer mit hoher Stimm: Heilig ist unser Gott! Heilig ist unser Gott! Heilig ist unser Gott, der Herre Zebaoth! 27⁷⁵⁷ 42⁰ Lob und Dank. 2. Dein göttlich Macht und Herrlichkeit Geht über Himml und Erden weit; Der heiligen zwölf Boten Zahl Und die lieben Propheten all, Die teuren Märtrer allzumal Loben dich, Herr, mit großem Schall. Die ganze werte Christenheit Rühmt dich auf Erden allezeit; Dich, Gott Vater im höchsten Thron, Deinen rechten und eingen Sohn, Den heilgen Geist und Tröster wert Mit rechtem Dienst sie lobt und ehrt. 3. Du König der Ehren, Jesu Christ, Gott Vaters ewger Sohn du bist; Der Jungfrau Leib nicht hast verschmäht, Zu erlösen das menschlich Geschlecht; Du hast dem Tod zerstört sein Macht Und all Christen zum Himmel bracht. Du sitzst zur Rechten Gottes gleich Mit aller Ehr ins Vaters Reich; Ein Richter du zukünftig bist Alles, das tot und lebend ist. 4. Nun hilf uns, Herr, den Dienern dein, Die mit deim teurn Blut erlöset sein; Laß uns im Himmel haben teil Mit den Heiligen in ewgem Heil. Hilf deinem Volk, Herr Jesu Christ, Und segne, das dein Erbteil ist, Wart und pfleg ihr zu aller Zeit Und heb sie hoch in Ewigkeit. 5. Täglich, Herr Gott, wir loben dich Und ehrn dein Namen stetiglich. Behüt uns heut, o treuer Gott, Vor aller Sünd und Missetat; A 3 8 V ENEE DS ENE —— HDHHꝰ Lob und Dank. 42¹ Sei uns gnädig, o Herre Gott, Sei uns gnädig in aller Not; Zeig uns deine Barmherzigkeit, Wie unsre Hoffnung zu dir steht; Auf dich hoffen wir, lieber Herr, In Schanden laß uns nimmermehr. Amen. Der ambrosianische Lobgesang, verdeutscht durch Dr. Martin Luther. Mel.: Nun danket all und bringet Ehr. 302.“* Ich singe dir mit Herz und Mund, Herr, meines Herzens Lust; Ich sing und mach auf Erden kund, Was mir von dir bewußt. 2. Ich weiß, daß du der Brunn der Gnad Und ewge Quelle bist, Daraus uns allen früh und spat Viel Heil und Segen fließt. 3. Was sind wir doch? Was haben wir Auf dieser ganzen Erd, Das uns, o Vater, nicht von dir Allein gegeben werd? 4. Wer hat das schöne Himmelszelt Hoch über uns gesetzt? Wer ist es, der uns unser Feld Mit Tau und Regen netzt? 5. Wer wärmet uns in Kält und Frost? Wer schützt uns vor dem Wind? Wer macht es, daß man Ol und Most Zu seinen Zeiten findt? 6. Wer gibt uns Leben und Geblüt? Wer hält mit seiner Hand Den güldnen, edlen, werten Fried In unserm Vaterland? 42² Lob und Dank. 7. Ach Herr, mein Gott, das kommt von dir, Du, du mußt alles tun; Du hältst die Wach an unsrer Tür Und läßt uns sicher ruhn. 8. Du nährest uns von Jahr zu Jahr, Bleibst immer fromm und treu Und stehst uns, wenn wir in Gefahr Geraten, treulich bei. 9. Du strafst uns Sünder mit Geduld Und schlägst nicht allzusehr, Ja endlich nimmst du unsre Schuld Und wirfst sie in das Meer. 10. Wenn unser Herze seufzt und schreit, Wirst du gar leicht erweicht Und gibst uns, was uns hoch erfreut Und dir zur Ehr gereicht. 11. Du zählst, wie oft ein Christe wein, Und was sein Kummer sei; Kein Zähr⸗ und Tränlein ist so klein, Du hebst und legst es bei. 12. Du füllst des Lebens Mangel aus Mit dem, was ewig steht, Und führst uns in des Himmels Haus, Wenn uns die Erd entgeht. 13. Wohlauf, mein Herze, sing und spring Und habe guten Mut, Dein Gott, der Ursprung aller Ding, Ist selbst und bleibt dein Gut. 14. Er ist dein Schatz, dein Erb und Teil, Dein Glanz und Freudenlicht, Dein Schirm und Schild, dein Hilf und Heil, Schafft Rat und läßt dich nicht. 15. Was kränkst du dich in deinem Sinn Und grämst dich Tag und Nacht? uld hreit, wein, pring Teil, Heil, Sinn Lob und Dank. 423 Nimm deine Sorg und wirf sie hin Auf den, der dich gemacht. 16. Hat er dich nicht von Jugend auf Versorget und ernährt? Wie manchen schweren Unglückslauf Hat er zurückgekehrt! 17. Er hat noch niemals was versehn In seinem Regiment; Nein, was er tut und läßt geschehn, Das nimmt ein gutes End. 18. Ei nun, so laß ihn ferner tun Und red ihm nicht darein, So wirst du hier in Frieden ruhn Und ewig fröhlich sein. Paul Gerhardt, 1607— 1676. Psalm 33. Mel.: Wachet auf, ruft uns die Stimme. 303. Jauchze, auserwählt Geschlechte! Freut euch des Herrn Herrn, ihr Gerechte! Ihr Frommen, preist den Höchsten hoch! Lasset eure Harfen klingen, Ihr müßt ein neues Lied ihm singen; So kommt und rühmt und danket doch! Macht es mit frohem Mut Auf Saitenspielen gut. Halleluja! Sein Wort ist süß; Was er verhieß, Ist Wahrheit, und er hälts gewiß. 2. Er wohnt in dem reinsten Lichte, Gerechtigkeit ist sein Gerichte, Die Welt ist seiner Güte voll. 42⁴ Lob und Dank. Droben schuf er ihm z zur Ehre Der lichterfüllten Sterne Heere, —698 Sonne, die uns leuchten soll. 5 fürchte alle Welt Dun Herrn, der sie erhält! Halleluja! Er will, er sprichts, Sogleich geschichts; Gebeut er, wird etwas aus nichts. 3. Unser Gott herrscht ohne Schranken, Er wendet Völkern die Gedanken, Er macht zu nicht der Heiden Rat. Ewig kann sein Rat nicht wanken, Er ändert sich nicht in Gedanken, Er ist Pdem groß an Rat und Tat. Wohl dem Volk, dessen Gott Heißt Herr, Herr Zcbaoth! Halleluja! Wo selig ist, Wen Gott erkiest 14. 11 zum Erbteil auserliest. O Herr, deine Güte gleichet Dan Himmel, deine Wahrheit reichet So weit, als aller Wolken Heer; Ja, als wie der Berge Höhen Bleibt die Gerechtigkeit stets stehen, Dein Recht wie Tiefen in dem Meer. Eh Meer und Berge sein, Bist du, o Gott, allein. Des Hum es Himmels Rund, Der Erden Grund Ward durch den Geist aus deinem Mund. 5. Sende zu mir voller Klarheit, Mein Gott, dein Licht und deine Wahrheit, Daß sie mich leiten, wo ich bin, * / 9 e ² SE 7 S C 0— * SE Lob und Dank. 42⁵ Und mich bringen zu den Hügeln, Zu deiner Cherubinen Flügeln Und zu dem Stuhl der Gnaden hin. So geh ich da hinein, Um Gottes mich zu freun, Halleluja,— Da, wo Gott wohnt, Da, wo er thront, Der unser wie der Kinder schont. u, 6. Ach, da will ich dann mit Beten Vor den Altar des Höchsten treten, Zu dem Gott, der die Schuld vergißt, Zu dem Gott, der Schild und Sonne, Der meine Freud und meine Wonne Durch Christi großes Opfer ist. Ich spiel ein Danklied dir Da auf der Harfe für, Halleluja,— Dir Gott, mein Gott, Herr Zebaoth, Du bist mein Helfer in der Not. Casseler Gesangbuch v. 1770. Eigene Melodie. 304.* Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren, Meine geliebete Seele, das ist mein Begehren; Kommet zuhauf, Iseulter und Harfe wacht auf, Lasset den Lobgesang hören. 2. Lobe den Herren, der alles so herrlich regieret, id. Der dich auf Adelers Fittichen sicher geführet, Der dich erhält, heit, Wie es dir selber gefällt; Hast du nicht dieses verspüret? 426 Lob und Dank. 3. Lobe den Herren, der künstlich und fein dich bereitet, Der dir Gesundheit verliehen, dich freundlich In wie viel Not(geleitet; Hat nicht der gnädige Gott Über dir Flügel gebreitet! 4. Lobe den Herren, der deinen Stand sicht⸗ bar gesegnet, Der aus dem Himmel mit Strömen der Liebe Denke daran,(geregnet; Was der Allmächtige kann, Der dir mit Liebe begegnet. 5. Lobe den Herren; was in mir ist, lobe den Namen, Alles, was Odem hat, lobe mit Abrahams Er ist dein Licht;(Samen. Seele, vergiß es ja nicht, Lob ihn in Ewigkeit. Amen. Joachim Neander, 1650— 1680. Psalm 146. Eigene Melodie. 305.* Lobe den Herren, o meine Seele! Ich will ihn loben bis in Tod; Weil ich noch Stunden auf Erden zähle, Will ich lobsingen meinem Gott. Der Leib und Seel gegeben hat, Werde gepriesen früh und spat. Halleluja, Halleluja! 2. Fürsten sind Menschen, vom Weib ge⸗ Und kehren um zu ihrem Staub;(boren, Ihre Anschläge sind auch verloren, Wenn nun das Grab nimmt seinen Raub. ES7/ 0. Lob und Dank. 42⁷7 Weil denn kein Mensch uns helfen kann, Rufe man Gott um Hilfe an. Halleluja, Halleluja! 3. Selig, ja selig ist der zu nennen, Des Hilfe der Gott Jakobs ist; Welcher vom Glauben sich nicht läßt trennen Und hofft getrost auf Jesum Christ. Wer diesen Herrn zum Beistand hat, Findet am besten Rat und Tat. Halleluja, Halleluja! 4. Dieser hat Himmel, Meer und die Erden Und was darinnen ist, gemacht. Alles muß pünktlich erfüllet werden, Was er uns einmal zugedacht. Er ists, der Herrscher aller Welt, Welcher uns ewig Glauben hält. Halleluja, Halleluja! 5. Zeigen sich welche, die Unrecht leiden, Er ists, der ihnen Recht verschafft; Hungrigen will er zur Speis bescheiden, Was ihnen dient zur Lebenskraft; Die hart Gebundnen macht er frei, Und seine Gnad ist mancherlei. Halleluja, Halleluja! 6. Sehende Augen gibt er den Blinden, Erhebt, die tief gebeuget gehn; Wo er kann einige Fromme finden, Die läßt er seine Liebe sehn. Sein Aufsicht ist des Fremden Trutz, Witwen und Waisen hält er Schutz. Halleluja, Halleluja! 7. Aber der Gottesvergeßnen Tritte Kehrt er mit starker Hand zurück, Daß sie nur machen verkehrte Schritte Und fallen selbst in ihren Strick. 4²⁸ Lob und Dank. Der Herr ist König ewiglich; Zion, dein Gott sorgt stets für dich! Halleluja, Halleluja! 8. Rühmet, ihr Menschen, den hohen Namen Des, der so große Wunder tut. Alles, was Odem hat, rufe Amen Und bringe Lob mit frohem Mut. Ihr Kinder Gottes, lobt und preist Vater und Sohn und heilgen Geist. Halleluja, Halleluja! Johann Daniel Herrnschmidt, 1675— 1723. Eigene Melodie. 306. Lobet den Herren, alle Heiden, Preiset ihn, alle Völker; Denn seine Gnade und Wahrheit Waltet über uns in Ewigkeit. Halleluja, Halleluja! 2. Ehr sei dem Vater und dem Sohne Und auch dem heilgen Geiste, Als es im Anfang war und nun Bleibet bis in Ewigkeit, Amen. Halleluja, Halleluja! Casseler Gesangbuch v. 1770. Mel.: Nun lob, mein Seel, den Herren. 307. Man lobt dich in der Stille, Du hocherhabner Zionsgott; Des Rühmens ist die Fülle Vor dir, o Herr Gott Zebaoth. Du bist doch Herr auf Erden, Der Frommen Zuversicht, In Trübsal und Beschwerden Läßt du die Deinen nicht. &/ Ne — 757 2 ůAIXNXV —SSNI len Lob und Dank. 429 Drum soll ich stündlich ehren Mein Mund vor jedermann Und deinen Ruhm vermehren, So lang er lallen kann. 2. Es müssen, Herr, sich freuen Von ganzer Seel und jauchzen schnell, Die unaufhörlich schreien: Gelobt sei der Gott Israel! Sein Name sei gepriesen, Der große Wunder tut, Und der auch mir erwiesen Das, was mir nütz und gut. Nun, dies ist meine Freude, Zu hangen fest an dir, Daß nichts mich von dir scheide, So lang ich lebe hier. 3. Herr, du hast deinen Namen Sehr herrlich in der Welt gemacht; Denn als die Schwachen kamen, Hast du gar bald an sie gedacht. Du hast mir Gnad erzeiget, Nun, wie vergelt ichs dir? Ach, bleibe mir geneiget, So will ich für und für Den Kelch des Heils erheben Und preisen weit und breit Dich hier, mein Gott, im Leben Und dort in Ewigkeit. Johann Rist, 1607— 1667. Eigene Melodie. 308.* Nun danket alle Gott Mit Herzen, Mund und Händen, Der große Dinge tut An uns und allen Enden, 43⁰ Lob und Dank. Der uns von Mutterleib Und Kindesbeinen an Unzählig viel zu gut Und noch jetzund getan. 2. Der ewigreiche Gott Woll uns bei unserm Leben Ein immer fröhlich Herz Und edlen Frieden geben Und uns in seiner Gnad Erhalten fort und fort Und uns aus aller Not Erlösen hier und dort. 3. Lob, Ehr und Preis sei Gott, Dem Vater und dem Sohne Und dem, der beiden gleich Im höchsten Himmelsthrone, Dem dreieinigen Gott, Als der im Anfang war Und ist und bleiben wird Jetzund und immerdar. Martin Rinckart, 1586— 1649. Eigene Melodie. 309. Nun danket all und bringet Ehr, Ihr Menschen in der Welt, Dem, dessen Lob der Engel Heer Im Himmel stets vermeldt. 2. Ermuntert euch und singt mit Schall Gott, unserm höchsten Gut, Der seine Wunder überall Und große Dinge tut; 3. Der uns von Mutterleibe an Frisch und gesund erhält Und, wo kein Mensch nicht helfen kann, Sich selbst zum Helfer stellt; 97 S CE * Lob und Dank. 431 4. Der, ob wir ihn gleich hoch betrübt, Doch bleibet gutes Muts, Die Straf erläßt, die Schuld vergibt Und tut uns alles Guts. 5. Er gebe uns ein fröhlich Herz, Erfrische Geist und Sinn Und werf all Angst, Furcht, Sorg und Schmerz Ins Meeres Tiefe hin. 6. Er lasse seinen Frieden ruhn Auf seines Volkes Land; Er gebe Glück zu unserm Tun Und Heil in allem Stand. 7. Er lasse seine Lieb und Güt Um, bei und mit uns gehn, Was aber ängstet und bemüht, Gar ferne von uns stehn. 8. Solange dieses Leben währt, Sei er stets unser Heil Und bleib auch, wann wir von der Erd Abscheiden, unser Teil. 9. Er drücke, wenn das Herze bricht, Uns unsre Augen zu Und zeig uns drauf sein Angesicht Dort in der ewgen Ruh. Paul Gerhardt, 1607—1676. Psalm 103. Eigene Melodie. hall 310. Nun lob, mein Seel, den Herren, Was in mir ist, den Namen sein. Sein Wohltat tut er mehren, Vergiß es nicht, o Herze mein; Hat dir dein Sünd vergeben Und heilt dein Schwachheit groß, ö Errett dein armes Leben, Nimmt dich in seinen Schoß, 432 Lob und Dank. Mit rechtem Trost beschüttet, Verjüngt dem Adler gleich; Der Herr schafft Recht, behütet, Die leiden in seim Reich. 2. Er hat uns wissen lassen Sein heilig Recht und sein Gericht, Dazu sein Güt ohnmaßen, Es mangelt an Erbarmung nicht; Den Zorn läßt er wohl fahren, Straft nicht nach unsrer Schuld, Die Gnad tut er nicht sparen, Den Blöden ist er hold; Sein Güt ist hoch erhaben Ob dem, der fürchtet ihn; So fern der Ost vom Abend, Ist unsre Sünd dahin. 3. Wie Väter sich erbarmen Ob ihren jungen Kindelein, So tut der Herr uns Armen, So wir ihn kindlich fürchten rein. Er kennt uns arme Knechte Und weiß, wir sind nur Staub, Ein bald verwelkt Geschlechte, Ein Blum und fallend Laub; Der Wind nur drüber wehet, So ist es nimmer da; Also der Mensch vergehet, Sein Ende ist ihm nah. 4. Die Gottesgnad alleine Steht fest und bleibt in Ewigkeit Bei seiner lieben Gmeine, Die steht in seiner Furcht bereit, Die seinen Bund behalten. Er herrscht im Himmelreich. Ihr starken Engel, waltet Seins Lobs und dient zugleich Lob und Dank. 43 Dem großen Herrn zu Ehren Und treibt sein heilges Wort. Mein Seel soll auch vermehren Sein Lob an allem Ort. Johann Gramann, 1487— 1541. Eigene Melodie. 311. Nun preiset alle Gottes Barmherzigkeit! Lob ihn mit Schalle, Werteste Christenheit! Er läßt dich freundlich zu sich laden, Freue dich, Israel, seiner Gnaden; Freue dich, Israel, seiner Gnaden. „2. Der Herr regieret Über die ganze Welt; Was sich nur rühret, Alles zu Fuß ihm fällt; Viel tausend Engel um ihn schweben, Psalter und Harfe ihm Ehre geben; Psalter und Harfe ihm Ehre geben. 3. Wohlauf, ihr Heiden, Lasset das Trauern sein, Zur grünen Weiden Stellet euch willig ein; Da läßt er uns sein Wort verkünden, Machet uns ledig von allen Sünden; Machet uns ledig von allen Sünden. 4. Er gibet Speise Reichlich und überall, Nach Vaters Weise Sättigt er allzumal; Er schaffet früh und späten Regen, Füllet uns alle mit seinem Segen; Füllet uns alle mit seinem Segen. 28 434 Lob und Dank. 5. Drum preis und ehre Seine Barmherzigkeit, Sein Lob vermehre, Werteste Christenheit! Uns soll hinfort kein Unfall schaden, Freue dich, Israel, seiner Gnaden; Freue dich, Israel, seiner Gnaden. Matthäus Apelles v. Löwenstern, 1594— 1648. Eigene Melodie. 312.* O daß ich tausend Zungen hätte Und einen tausendfachen Mund, So stimmt ich damit um die Wette Vom allertiefsten Herzensgrund Ein Loblied nach dem andern an Von dem, was Gott an mir getan. 2. O daß doch meine Stimme schallte Bis dahin, wo die Sonne steht; O daß mein Blut mit Jauchzen wallte, So lang es noch im Laufe geht! Ach, wäre jeder Puls ein Dank Und jeder Odem ein Gesang! 3. Was schweigt ihr denn, ihr meine Kräfte? Auf, auf, braucht allen euren Fleiß Und stehet munter im Geschäfte Zu Gottes, meines Herren, Preis. Mein Leib und Seele, schicke dich Und lobe Gott herzinniglich. 4. Ihr grünen Blätter in den Wäldern, Bewegt und regt euch doch mit mir; Ihr schwanken Gräschen in den Feldern, Ihr Blumen, laßt doch eure Zier Zu Gottes Ruhm belebet sein Und stimmet lieblich mit mir ein. 5. Ach alles, alles, was ein Leben Und einen Odem in sich hat, SG V- — 03 ——DDS 9 966 — 20 48. E ern, Lob und Dank. 43⁵ Soll sich mir zum Gehilfen geben; Denn mein Vermögen ist zu matt, Die großen Wunder zu erhöhn, Die allenthalben um mich stehn. 6. Dir sei, o allerliebster Vater, Unendlich Lob für Seel und Leib; Lob sei dir, mildester Berater, Für allen edlen Zeitvertreib, Den du mir in der ganzen Welt Zu meinem Nutzen hast bestellt. 7. Mein treuster Jesu, sei gepriesen, Daß dein erbarmungsvolles Herz Sich mir so hilfreich hat erwiesen Und mich durch Blut und Todesschmerz Von Satans List und Grausamkeit Zu deinem Eigentum befreit. 8. Auch dir sei ewig Ruhm und Ehre, O heilger, werter Gottesgeist, Für deines Trostes süße Lehre, Die mich ein Kind des Lebens heißt. Ach, wo was Guts von mir geschicht, Das wirket nur dein göttlich Licht. 9. Wer überströmet mich mit Segen? Bist du es nicht, o reicher Gott? Wer schützet mich auf meinen Wegen? Du, du, o Herr Gott Zebaoth. Du trägst mit meiner Sündenschuld Unsäglich gnädige Geduld. 10. Ich hab es ja mein Lebetage Schon so manch liebes Mal gespürt, Daß du mich unter vieler Plage Recht wunderbarlich hast geführt; Denn in der größesten Gefahr Ward ich dein Trostlicht stets gewahr. 11. Wie sollt ich nun nicht voller Freuden In deinem steten Lobe stehn? 28˙⁷ 436 Lob und Dank. Wie sollt ich auch im tiefsten Leiden Nicht triumphierend einhergehn? Und fiele auch der Himmel ein, So will ich doch nicht traurig sein. 12. Ich will von deiner Güte singen, Solange sich die Zunge regt; Ich will dir Freudenopfer bringen, Solange sich mein Herz bewegt; Ja, wenn der Mund wird kraftlos sein, So stimm ich doch mit Seufzen ein. 13. Ach, nimm das arme Lob auf Erden, Mein Gott, in allen Gnaden hin! Im Himmel soll es besser werden; Wenn ich bei deinen Engeln bin, Da sing ich dir im höhern Chor Viel tausend Halleluja vor. ö 4 Johann Mentzer, 1658—1734. Psalm 34. Mel.: Es ist das Heil uns kommen her. 313.* Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut, Dem Vater aller Güte, Dem Gott, der alle Wunder tut, Dem Gott, der mein Gemüte Mit seinem reichen Trost erfüllt, Dem Gott, der allen Jammer stillt. Gebt unserm Gott die Ehre! 2. Es danken dir die Himmelsheer, O Herrscher aller Thronen; Und die auf Erden, Luft und Meer In deinem Schatten wohnen, Die preisen deine Schöpfermacht, Die alles also wohl bedacht. Gebt unserm Gott die Ehre! 3. Was unser Gott geschaffen hat, Das will er auch erhalten, — S —SS S 2— 7 ut, Lob und Dank. 437 Darüber will er früh und spat Mit seiner Gnade walten. In seinem ganzen Königreich Ist alles recht und alles gleich. Gebt unserm Gott die Ehre! 4. Ich rief dem Herrn in meiner Not: Ach Gott, vernimm mein Weinen! Da half mein Helfer mir vom Tod Und ließ mir Trost erscheinen. Drum dank, ach Gott, drum dank ich dir, Ach danket, danket Gott mit mir. Gebt unserm Gott die Ehre! 5. Der Herr ist noch und nimmer nicht Von seinem Volk geschieden; Er bleibet ihre Zuversicht, Ihr Segen, Heil und Frieden. Mit Mutterhänden leitet er Die Seinen stetig hin und her. Gebt unserm Gott die Ehrel 6. Wenn Trost und Hilf ermangeln muß, Die alle Welt erzeiget,„ So kommt, so hilft der Überfluß, Der Schöpfer selbst, und neiget Die Vateraugen denen zu, Die nirgends sonsten finden Ruh. Gebt unserm Gott die Ehre! 7. Ich will dich all mein Leben lang, O Gott, von nun an ehren, Man soll, Gott, deinen Lobgesang An allen Orten hören. Mein ganzes Herz ermuntre sich, Mein Geist und Leib erfreue dich! Gebt unserm Gott die Ehre! 8. Ihr, die ihr Christi Namen nennt, Gebt unserm Gott die Ehre. 438⁸ Lob und Dank. Ihr, die ihr Gottes Macht bekennt, Gebt unserm Gott die Ehre. Die falschen Götzen macht zu Spott, Der Herr ist Gott, der Herr ist Gott. Gebt unserm Gott die Ehre! 9. So kommet vor sein Angesicht Mit jauchzenvollem Springen; Bezahlet die gelobte Pflicht Und laßt uns fröhlich singen: Gott hat es alles wohlbedacht Und alles, alles recht gemacht! Gebt unserm Gott die Ehre! Johann Jakob Schütz, 1640— 1600. — Eigene Melodie. 314. Sollt ich meinem Gott nicht singen? Sollt ich ihm nicht dankbar sein? Denn ich seh in allen Dingen, Wie so gut ers mit mir mein. Ist doch nichts als lauter Lieben, Das sein treues Herze regt, Das ohn Ende hebt und trägt, Die in seinem Dienst sich üben. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. „2. Wie ein Adler sein Gefieder Über seine Jungen streckt, Also hat auch hin und wieder Mich des Höchsten Arm bedeckt, Alsobald im Mutterleibe, Da er mir mein Wesen gab Und das Leben, das ich hab Und noch diese Stunde treibe. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. — 9 S S&EOSE 08 OE. H 7 0 Lob und Dank. 439 3. Sein Sohn ist ihm nicht zu teuer, Nein, er gibt ihn für mich hin, Daß er mich vom ewgen Feuer Durch sein teures Blut gewinn. O du unergründter Brunnen, Wie will doch mein schwacher Geist, Ob er sich gleich hoch befleißt, Deine Tief ergründen können? Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 4. Seinen Geist, den edlen Führer. Gibt er mir in seinem Wort, Daß er werde mein Regierer Durch die Welt zur Himmelspfort, Daß er mir mein Herz erfülle Mit dem hellen Glaubenslicht, Das des Todes Reich zerbricht Und die Hölle selbst macht stille. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 5. Meiner Seele Wohlergehen Hat er ja recht wohl bedacht; Will dem Leibe Not zustehen, Nimmt ers gleichfalls wohl in acht. Wenn mein Können, mein Vermögen Nichts vermag, nichts helfen kann, Kommt mein Gott und hebt mir an Sein Vermögen beizulegen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 6. Himmel, Erd und ihre Heere Hat er mir zu Dienst gestellt; Wo ich nur mein Aug hinkehre, Find ich, was mich nährt und hält. Tier und Kräuter und Getreide In den Gründen, in der Höh, —4⁴⁰ Lob und Dank. In den Büschen, in der See, Überall ist meine Weide. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 7. Wenn ich schlafe, wacht sein Sorgen Und ermuntert mein Gemüt, Daß ich alle liebe Morgen Schaue neue Lieb und Güt. Wäre mein Gott nicht gewesen, Hätte mich sein Angesicht Nicht geleitet, wär ich nicht Aus so mancher Angst genesen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 8. Wie so manche schwere Plage Wird vom Satan hergeführt, Die mich doch mein Lebetage Niemals hat bisher berührt. Gottes Engel, den er sendet, Hat das Böse, was der Feind Anzurichten ist gemeint, In die Ferne weggewendet. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 9. Wie ein Vater seinem Kinde Sein Herz niemals ganz entzeucht, Ob es gleich bisweilen Sünde Tut und aus dem Wege weicht; Also hält auch mein Verbrechen Mir mein frommer Gott zu gut, Will mein Fehlen mit der Rut o Und nicht mit dem Schwerte rächen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 10. Seine Strafen, seine Schläge, ö Ob sie mir gleich bitter seind, x 3. —25327— ——— 5 XQ —— eue zen Lob und Dank. 441 Dennoch, wenn ichs recht erwäge, Sind es Zeichen, daß mein Freund, Der mich liebet, mein Welt, Und mich von der schnöden Welt Die uns hart gefangen hält, 0 das Kreuze zu ihm lenke. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 11. Das weiß ich fürwahr und lasse Mirs nicht aus dem Sinne gehn: Christenkreuz hat seine Maße Und muß endlich stille stehn. Wenn der Winter ausgeschneiet, Tritt der schöne Sommer ein, Also wird auch nach der Pein, Wers erwarten kann, erfreuet. Alles Dahng währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 12. Weil denn weder Ziel noch Ende Sich in Gottes Liebe findt, Ei, so heb ich meine Hände Zu dir, Vater, als dein Kind; Bitte, wollst mir Gnade geben, Dich aus aller meiner Macht Zu umfangen T Tag und Nacht Hier in meinem ganzen Leben, Bis ich dich nach dieser Zeit Lob und lieb in Ewigkeit. 45 Gerhardt, 1607— 1676. 5 Eigene Melodie. 315. Wenn ich, o Schöpfer, deine Macht, Die Weisheit deiner Wege, Die Liebe, die für alle wacht, Anbetend überlege, 442 Lob und Dank. So weiß ich von Bewundrung voll Nicht, wie ich dich erheben soll, Mein Gott, mein Herr und Vater! 2. Mein Auge sieht, wohin es blickt, Die Wunder deiner Werke: Der Himmel, pächtig ausgeschmückt, Preist dich, du Gott der Stärke! Wer hat die Sonn an ihm erhöht? Wer kleidet sie mit Majestät? Wer ruft dem Heer der Sterne? 3. Wer mißt dem Winde seinen Lauf? Wer heißt die Himmel regnen? Wer schließt den Schoß der Erde auf, Mit Vorrat uns zu segnen? O Gott der Macht und Herrlichkeit, Gott, deine Güte reicht so weit, So weit die Wolken reichen. 4. Dich predigt Sonnenschein und Sturm, Dich preist der Sand am Meere. Bringt, ruft auch der geringste Wurm, Bringt meinem Schöpfer Ehre! Mich, ruft der Baum in seiner Pracht, Mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht; Bringt unserm Schöpfer Ehre! 5. Der Mensch, ein Leib, den deine Hand So wunderbar bereitet; Der Mensch, ein Geist, den sein Verstand Dich zu erkennen leitet; Der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Ist sich ein täglicher Beweis[Preis, Von deiner Güt und Größe. 6. Erheb ihn ewig, o mein Geist, Erhebe seinen Namen; Gott, unser Vater, sei gepreist, Und alle Welt sag Amen! —58 I ẽ 9e IARNAA— 5822 5„ H/ —5——— * rm, Lob und Dank. 443 Und alle Welt fürcht ihren Herrn Und hoff auf ihn und dien ihm gern! Wer wollte Gott nicht dienen? Christian Vütthn Gellert, 1715-1769. Mel.: Die Tugend wird dure chs Kreuz geübet. 316. Wie groß ist des Allmächtgen Güte! Ist der ein Mense h, den sie nicht rührt, Der mit verhärtetem Gemüte Den Dank erstickt, der ihr gebührt? Nein, seine Liebe zu ermessen, Sei ewig meine größte Pflicht. Der Herr hat mein noch nie vergessen, Vergiß, mein Herz, auch seiner nicht! Wer hat mich wunderbar bereitet? Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Langmut mich ge leitet? Er, dessen Rat ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Gewissen? Wer gibt dem Geiste neue Kraft? Wer läßt mich so viel Glück genießen? Ists nicht sein Arm, der alles schafft? 3. Schau, o mein Geist, in jenes Leben, Zu welchem du erschaffen bist, Wo du mit Herrlichkeit umgeben Gott ewig sehn wirst, wie er ist. Du hast ein Recht zu diesen Freuden, Durch Gottes Güte sind sie dein. Sieh, darum mußte Christus leiden, Damit du könntest selig sein. 4. Und diesen Gott sollt ich nicht ehren Und seine Güte nicht verstehn? Er sollte rufen, ich nicht hören, Den Weg, den er mir belgt; nicht gehn? Sein Will ist mir ins Herz geschrieben, Sein Wort bestärkt ihn ewiglich; 444 Lob und Dank. Gott soll ich über alles lieben Und meinen Nächsten gleich als mich. 5. Dies ist mein Dank, dies ist sein Wille: Ich soll vollkommen sein wie er. So lang ich dies Gebot erfülle, Stell ich sein Bildnis in mir her. Lebt seine Lieb in meiner Seele, So treibt sie mich zu jeder Pflicht; Und ob ich schon aus Schwachheit fehle, Herrscht doch in mir die Sünde nicht. 6. O Gott, laß deine Güt und Liebe Mir immerdar vor Augen sein! Sie stärk in mir die guten Triebe, Mein ganzes Leben dir zu weihn; Sie tröste mich zur Zeit der Schmerzen. Sie leite mich zur Zeit des Glücks, Und sie besieg in meinem Herzen Die Furcht des letzten Augenblicks. Christian Fürchtegott Gellert, 1715—1769. Mel.: Alle Menschen müssen sterben. 317. Womit soll ich dich wohl loben, Mächtiger Herr Zebaoth? Sende mir dazu von oben Deines Geistes Kraft, mein Gott. Denn ich kann mit nichts erreichen Deine Gnad und Liebeszeichen. Tausend⸗, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür. 2. Herr, entzünde mein Gemüte, Daß ich deine Wundermacht, Deine Gnade, Treu und Güte Stets erhebe Tag und Nacht; Denn von deinen Gnadengüssen Leib und Seele zeugen müssen. Tausend⸗, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür. le: en. Lob und Dank. 44⁵ 3. Denk ich, wie ich dich verlassen Und gehäufet Schuld auf Schuld, So möcht ich vor Scham erblassen Vor der Langmut und Geduld, Womit du, o Gott, mich Armen Hast getragen mit Erbarmen. Tausend⸗, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür. 4. Ach ja, wenn ich überlege, Mit was Lieb und Gütigkeit Du durch so viel Wunderwege Mich geführt die Lebenszeit, So weiß ich kein Ziel zu finden, Noch den Grund hier zu ergründen. Tausend⸗, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür. 5. O, wie hast du meine Seele Stets gesucht zu dir zu ziehn, Daß ich aus der Sündenhöhle Möchte zu den Wunden fliehn, Die mich ausgesöhnet haben Und mit Kraft zum Leben laben. Tausend⸗, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür. 6. Bald mit Lieben, bald mit Leiden Kamst du, Herr mein Gott, zu mir, Nur mein Herze zu bereiten, Sich ganz zu ergeben dir, Daß mein gänzliches Verlangen Möcht an deinem Willen hangen. Tausend⸗, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür. 7. Wie ein Vater nimmt und gibet, Nach dems Kindern nützlich ist, So hast du mich auch geliebet, Herr mein Gott, zu jeder Frist. Und dich meiner angenommen, Wenns aufs höchste war gekommen. Tausend⸗, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür. 8. Mich hast du auf Adlersflügeln Oft getragen väterlich, In den Tälern, auf den Hügeln Wunderbar errettet mich. Schien auch alles zu zerrinnen, Ward doch deiner Hilf ich innen. Tausend⸗, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür. 9. Fielen kausend mir zur Seiten Und zur Rechten zehnmal mehr, Ließest du mich doch begleiten Durch der Engel starkes Heer, Daß den Nöten, die mich drangen, Ich jedennoch bin entgangen. Tausend⸗, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür. 10. Vater, du hast mir erzeiget Lauter Gnad und Gütigkeit, Und du hast zu mir geneiget, Jesu, deine Freundlichkeit, Und durch dich, o Geist der Gnaden, Werd ich stets noch eingeladen. Tausend⸗, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür. 11. Tausendmal sei dir gesungen, Herr mein Gott, Preis, Lob und Dank, Daß es mir bisher gelungen! Ach, laß meines Lebens Gang Jemer noch durch Jesu Leiten Nur gehn in die Ewigkeiten; Da will ich, Herr, für und für Ewig, ewig danken dir. Ludwig Andreas Gotter, 1661—1735. SED ESO GOES GH — 8 735. Lob und Dank. 4⁴⁷ Eigene Melodie. 318.“ Wunderbarer König, Herrscher von uns allen, Laß dir unser Lob gefallen. Deine Vatergüte hast du lassen triefen, Ob wir schon von dir wegliefen. Hilf uns noch, Stärk uns doch; Laß die Zunge singen, Laß die Stimm erklingen. 2. Himmel, lobe prächtig deines Schöpfers Taten, Mehr als aller Menschen Staaten. Großes Licht der Sonnen, sende deine Strahlen, Die das große Rund bemalen! Lobet gern, Mond und Stern, Seid bereit zu ehren Einen solchen Herren! 3. O du meine Seele, singe fröhlich, singe, Singe deine Glaubenslieder; Was den Odem holet, jauchze, preise, klinge; Wirf dich in den Staub darnieder. Er ist Gott Zebaoth, Er ist nur zu loben Hier und ewig droben. 4. Halleluja bringe, wer den Herren kennet, Wer den Herren Jesum liebet; Halleluja singe, welcher Christum nennet, ich von Herzen ihm ergibet. O wohl dir, Glaube mir: Ewig wirst du droben Ohne Sünd ihn loben. Joachim Neander, 1650— 1680. 4⁴48⁸ Morgenlieder. c. Lieder für besondere Zeiten und Stünde. 1. Morgenlieder. Eigene Melodie. 319. Aus meines Herzens Grunde Sag ich dir Lob und Dank In dieser Morgenstunde, Dazu mein Leben lang, O Gott, in deinem Thron, Dir zu Lob, Preis und Ehren Durch Christum unsern Herren, Dein eingebornen Sohn: 2. Daß du mich hast aus Gnaden In der vergangnen Nacht Vor Not und allem Schaden Behütet und bewacht. Ich bitt demütiglich, Wollst mir mein Sünd vergeben, Womit in diesem Leben Ich hab erzürnet dich. 3. Du wollest auch behüten Mich gnädig diesen Tag Vors Teufels List und Wüten, Vor Sünden und vor Schmach, Vor Feur und Wassersnot, Vor Armut und vor Schanden, Vor Ketten und vor Banden, Vor bösem, schnellem Tod. 4. Mein Seel, mein Leib, mein Leben, Mein Ehr und Gut bewahr; Dir will ich übergeben Jetzund und immerdar Als dein Geschenk und Gab Mein Eltern und Verwandte, 6 U 7 S82060 (S6 S S Cc&e VSVEE0 en, Morgenlieder. 449 Gefreundte und Bekannte Und alles, was ich hab. 5. Dein Engel laß auch bleiben Und weichen nicht von mir, Den Satan zu vertreiben, Auf daß der Feind allhier In diesem Jammertal Sein Tück an mir nicht übe, Leib und Seel nicht betrübe Und bring mich nicht zu Fall. 6. Gott will ich lassen raten, Der alle Ding vermag; Er segne meine Taten, Mein Vornehmen und Sach. Ihm hab ichs heimgestellt; Mein Leib, mein Seel, mein Leben Sei Gott dem Herrn ergeben, Er machs, wies ihm gefällt. 7. Darauf so sprech ich Amen Und zweifle nicht daran, Gott wird es allzusammen In Gnaden sehen an; Und streck nun aus mein Hand, Greif an das Werk mit Freuden, Dazu mich Gott beschieden In meim Beruf und Stand. Johann Mathesius(2), 1504— 1565. Mel.: Erschienen ist der herrlich Tag. 320. Das walte Gott, der helfen kann! Mit Gott fang ich mein Arbeit an, Mit Gott nur geht es glücklich fort, Drum ist auch dies mein erstes Wort: Das walte Gott! 20 45⁰ Morgenlieder. 2. All mein Beginnen, Tun und Werk Erfordert Gottes Kraft und Stärk; Mein Herz sucht Gottes Angesicht, Drum auch mein Mund mit Freuden spricht: Das walte Gott! 3. 8o Gott nicht hilft, so kann ich nichts, Wo Gott nicht gibet, da gebrichts; Gott gibt und tut mir alles Guts, Drum sprech ich nun auch gutes Muts: Das walte Gott! 4. Will Gott mir etwas geben hier, So will ich dankbar sein dafür; Auf sein Wort werf ich aus mein Netz Und sag in meiner Arbeit stets: Das walte Gott! 5. Anfang und Mitte samt dem End Stell ich allein in Gottes Händ; Er gebe, was mir nützlich ist, Drum sprech ich auch zu jeder Frist: Das walte Gott! 6. Legt Gott mir seinen Segen bei Nach seiner großen Güt und Treu, So gnüget mir zu jeder Stund, Dirum sprech ich auch von Herzensgrund: Das walte Gott! 7. TFrifft mich ein Unglück, unverzagt, Ist doch mein Werk mit Gott gewagt; Er wird mir gnädig stehen bei, Drum dies auch meine Losung sei: Das walte Gott! 8. Er kann mich segnen früh und spat, Bis all mein Tun ein Ende hat, Er gibt und nimmt, machts, wie er will, Drum sprech ich auch fein in der Still: Das walte Gott! IN—2—* D — 99897 — 32 EILN CS VEe derk richt: lichts, ——— Morgenlieder. 45¹ 9. Gott steht mir bei in aller Not Und gibt mir auch mein täglich Brot, Nach seinem glten Vaterbrauch Tut er mir Guts, drum sprech ich auch: Das walte Gott! 10. Ohn Gott nichts glückt und seine Gunst, Nichts hilft Verstand, Witz oder Kunst; Mit Gott gehts fort, gerät auch wohl, Daß ich kann sagen glaubensvoll: Das walte Gott!l 11. Teilt Gott was mit aus Gütigkeit, So acht ich keiner Feinde Neid, Laß hassen, wers nicht lassen kann, Ich stimme doch mit Freude an: Das walte Gott! 12. Tu ich denn was mit Gottes Rat, Der mir beistehet früh und spat, Dann alles wohl geraten muß; Drum sprech ich nochmals zum Beschluß: Das walte Gott! Johann Betichius, 1650— 1722. Mel.: Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. 321. Das walt Gott Vater und Gott Sohn, Gott heilger Geist im Himmelsthron. Man dankt dir, eh die Sonn aufgeht, Wenns Licht anbricht, man vor dir steht. 2. Drum beug ich diesen Morgen früh In rechter Andacht meine Knie Und ruf zu dir mit heller Stimm: Dein Ohren neig, mein Red vernimm. 3. Ich rühm von Herzen deine Güt, Weil du mich gnädig hast behüt, Daß ich nun hab die finstre Nacht In Ruh und Frieden zugebracht. 29⁴ 4⁵²2 Morgenlieder. 7. Hilf, daß ich zu regieren wiss' Mein Augen, Ohren, Händ und Füß, Mein Lippen, Mund und ganzen Leib, All bös Begierden von mir treib. 8. Bewahr mein Herz vor Sünd und Schand, Daß ich, vom Übel abgewandt, Mein Seel mit Sünden nicht beschwer Und mein Gewissen nicht versehr. 9. Behüt mich heut und allezeit Vor Schaden, Schand und Herzeleid, Tritt zwischen mich und meine Feind. Die sichtbar und unsichtbar seind. 10. Mein Aus⸗ und Eingang heut bewahr, Daß mir kein Übel widerfahr; Und: li mich vor schnellem Tod Und hilf mir, wo mir Hilf ist not. Martin Behm, 1557— 1622. Mel.: Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. 322. Des Morgens, wenn ich früh aufsteh, Und abends, wenn 19 schlafen geh, Sehn meine Augen, Herr, auf dich; Herr Jesu, dir befehl ich mich. D D W D D M SSEOEE G&SUSSEEE I hand, 1622. d. ufsteh, Morgenlieder. 4⁵3 2. In den heilgen fünf Wunden dein Da kann ich ruhn und sicher sein Mit Leib und Seele, Hab und Gut; Mein Schutz ist dein heiliges Blut. 3. Denn, o Herr Christ, am Kreuzesstamm Dein heilges Blut die Sünd hinnahm, Drum ich wach oder schlafe ein, Wollst du, Herr, allzeit bei mir sein. 4. Dein Engel mir stets halten Wacht, Drum weder Feind noch Tod ich acht; Denn wo ich bin, bist du bei mir; Mein Glück und Kreuz kommt all von dir. 5. Ich leb, ich sterb, so bin ich dein; Darum ich dir die Seele mein Befehle jetzt und auch im Tod; Nimm sie zu dir, o treuer Gott. Unbekannt 1593. Eigene Melodie. 323.“ Die güldne Sonne Voll Freud und Wonne Bringt unsern Grenzen Mit ihrem Glänzen Ein herzerquickendes, liebliches Licht. Mein Haupt und Glieder Die lagen darnieder, Aber nun steh ich, Bin munter und fröhlich, Schaue den Himmel mit meinem Gesicht. 2. Mein Auge schauet, Was Gott erbauet Zu seinen Ehren Und uns zu lehren, Wie sein Vermögen sei mächtig und groß, 4⁵⁴4 Morgenlieder. 3. Lasset uns singen, Dem Schöpfer bringen Güter und Gaben;: Was wir nur haben, Alles sei Gotte zum Opfer gesetzt. Die besten Güter Sind unsre Gemüter, Dankbare Lieder Sind Weihrauch und Widder, An welchen er sich am meisten ergetzt. 4. Abend und Morgen Sind seine Sorgen; Segnen und mehren, Unglück verwehren Sind seine Werke und Taten allein. Wenn wir uns legen, So ist er zugegen; Wenn wir aufstehen, So läßt er aufgehen Über uns seiner Barmherzigkeit Schein. 5. Ich hab erhoben Zu dir hoch droben All meine Sinnen, Laß mein Beginnen Ohn allen Anstoß und glücklich ergehn. Laster und Schande, Des Satanas Bande, Fallen und Tücke Treib ferne zurücke; Laß mich auf deinen Geboten bestehn. Morgenlieder. 4⁵⁵ 6. Laß mich mit Freuden Ohn alles Neiden Sehen den Segen, Den du wirst legen In meines Bruders und Nähesten Haus. Geiziges Brennen, Unchristliches Rennen Nach Gut mit Sünde, Das tilge geschwinde Von meinem Herzen und wirf es hinaus. 7. Menschliches Wesen, Was ists gewesen? In einer Stunde Geht es zugrunde, Sobald die Lüfte des Todes drein wehn. Alles in allen Muß brechen und fallen, Himmel und Erden Die müssen das werden, Was sie gewesen vor ihrem Bestehn. 8. Alles vergehet, Gott aber stehet Ohn alles Wanken, Seine Gedanken, Sein Wort und Wille hat ewigen Grund. Sein Heil und Gnaden Die nehmen nicht Schaden, Heilen im Herzen Die tödlichen Schmerzen, Halten uns zeitlich und ewig gesund. 9. Gott, meine Krone, Vergib und schone! Laß meine Schulden In Gnad und Hulden Aus deinen Augen sein abgewandt. Morgenlieder. Sonsten regiere Mich, lenke und führe, Wie dirs gefället, Ich habe gestellet Alles in deine Beliebung und Hand. 10. Willst du mir geben, Womit mein Leben Ich kann ernähren, So laß mich hören Allzeit im Herzen dies heilige Wort: Gott ist das Größte, Das Schönste und Beste, Gott ist das Süßte Und Allergewißte, Aus allen Schätzen der edelste Hort. 11. Willst du mich kränken, Mit Galle tränken, Und soll von Plagen Ich auch was tragen, Wohlan, so mach es, wie dir es beliebt. Was gut und tüchtig, Was schädlich und nichtig Meinem Gebeine, Das weißt du alleine, Der du nie keinen zu sehr hast betrübt. 12. Kreuz und Elende Das nimmt ein Ende; Nach Meeres Brausen Und Windes Sausen Leuchtet der Sonne gewünschtes Gesicht. Freude die Fülle Und selige Stille Hab ich zu'rwarten Im himmlischen Garten; Dahin sind meine Gedanken gericht. Paul Gerhardt, 1607— 1676. 59 9 S/ 7880 0 9 ————2. 676. Morgenlieder. 4⁵⁷ Mel.: Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. 324. Die helle Sonn leucht jetzt herfür, Fröhlich vom Schlaf aufstehen wir. Gottlob, der bes Feim diese Nacht Behütet vor des Feindes Macht. 2. Herr Christ, den Tag uns auch behüt Vor Sünd und Schand durch deine Güt; Laß deine lieben Engelein Unsre Hüter und Wächter sein, 3. Daß unser Herz gehorsam leb, Deim Wort und Will nicht widerstreb, Daß wir stets wandeln deine Bahn In allem, was wir fangen an. 4. Laß unser Werk geraten wohl, Das ein jeder ausrichten soll, Daß unsre Arbeit, Müh und Fleiß Gereich zu deinem Lob und Preis. Nikolaus Herman, 4 1561. Mel.: O daß ich tausend Zungen hätte. 325. Ein neuer Tag, ein neues Leben Geht mit der neuen Woche an, Gott will mir heut aufs neue geben, Was mir sonst niemand geben kann; Denn hätt ich seine Gnade nicht, Wer gäbe mir sonst Trost und Licht? 2. Ich grüße diesen lieben Morgen Und küsse Gottes Vaterhand, Die diese Nacht so manche Sorgen In Gnaden von mir abgewandt. Ach Herr, wer bin ich Armer doch! Du sorgst für mich, ich lebe noch. 4⁵⁸ Morgenlieder. 3. Nun, das erkennet meine Seele Und gibt sich selbst zum Opfer hin; Doch weil ich noch in dieser Höhle Mit Not und Tod umgeben bin, So weich auch heute nicht von mir, Denn meine Hilfe steht bei dir. 4. Mein Glück in dieser neuen Woche Soll nur in deinem Namen blühn. 1 laß mich nicht am Sündenjoche Mit meinem Fleisch und Blute ziehn; Gib deinen Geist, der mich regier Und nur nach deinem Willen führ. 5. Soll ich mein Brot mit Kummer essen, So laß es doch gesegnet sein, Und was du sonsten zugemessen, Das richte mir zum besten ein. Ich bitt um keinen Überfluß, Nur was ich nötig haben muß. 6. So tue nun, mein Gott, das Deine Und laß mich auch das Meine tun; Behüte beides, groß und kleine, Daß sie auf deiner Huld beruhn, Und daß ein jedes diesen Tag Mit dir vergnügt beschließen mag. Benjamin 5 1672— 1737. Eigene Melodie. 326.* Gott des Himmels und der Erden, Vater, Sohn und heilger Geist, Der es Tag und Nacht läßt werden, Sonn und Mond uns scheinen heißt, Dessen starke Hand die Welt Und was drinnen ist, erhält 2. Gott, ich danke dir von Herzen, Daß du mich in dieser Nacht I C* sen, den, Morgenlieder. 459 Vor Gefahr, Angst, Not und Schmerzen Hast behütet und bewacht, Daß des bösen Feindes List Mein nicht mächtig worden ist. 3. Laß die Nacht auch meiner Sünden Jetzt mit dieser Nacht vergehn; O Herr Jesu, laß mich finden Deine Wunden offen stehn, Da alleine Hilf und Rat Ist für meine Missetat. 4. Hilf, daß ich mit diesem Morgen Geistlich auferstehen mag Und für meine Seele sorgen, Daß, wenn nun dein großer Tag Uns erscheint und dein Gericht, Ich davor erschrecke nicht. 5. Führe mich, o Herr, und leite Meinen Gang nach deinem Wort; Sei und bleibe du auch heute Mein Beschützer und mein Hort; Nirgends als bei dir allein Kann ich recht bewahret sein. 6. Meinen Leib und meine Seele Samt den Sinnen und Verstand, Großer Gott, ich dir befehle Unter deine starke Hand. Herr, mein Schild, mein Ehr und Ruhm, Nimm mich auf, dein Eigentum. 7. Deinen Engel zu mir sende, Der des bösen Feindes Macht, List und Anschläg von mir wende Und mich halt in guter Acht, Der auch endlich mich zur Ruh Trage nach dem Himmel zu. Heinrich Albert, 1604- 1651. 46⁰ Morgenlieder. Mel.: Jesu, Arzt todkranker Seelen. 327. Hüter, wird die Nacht der Sünden Nicht verschwinden? Hüter, ist die Nacht schier hin? Wird die Finsternis der Sinnen Bald zerrinnen, Darin ich verwickelt bin? 2. Möcht ich wie das Rund der Erden Lichte werden, Seelensonne, gehe auf! Ich bin finster, kalt und trübe, Jesu, Liebe, Komm, beschleunige den Lauf! 3. Wir sind ja im neuen Bunde, Da die Stunde Der Erscheinung kommen ist, Und ich muß mich stets im Schatten So ermatten, Weil du mir so ferne bist. 4. Wir sind ja der Nacht entnommen, Da du kommen; Aber ich bin lauter Nacht. Darum wollst du mir, dem Deinen, Auch erscheinen, Der nach Licht und Rechte tracht. 5. Laß doch nicht den Geist der Seelen Sich so quälen, Zünd dein Feuer in mir an; Laß mich finstres Kind der Erden Helle werden, Daß ich Gutes wirken kann. 6. Das Vernunftlicht kann das Leben Mir nicht geben; Jesus und sein heller Schein, —— en len en Morgenlieder. 461 Jesus muß das Herz anblicken Und erquicken, Jesus muß die Sonne sein. 7. Nur die Decke vor den Augen Kann nicht taugen,— Seine Klarheit kann nicht ein; Wenn sein klares Licht den Seinen Soll erscheinen, Muß das Auge reine sein. 8. Jesu, gib gesunde Augen, Die was taugen, Rühre meine Augen an; Denn das ist die größte Plage, Wenn am Tage Man das Licht nicht sehen kann. Christian Friedrich Richter, 1676—1711. Mel.: Es ist das Heil uns kommen her. 328. In Gottes Namen fang ich an Was mir zu tun gebühret; Mit Gott wird alles wohlgetan Und glücklich ausgeführet; Was man in Gottes Namen tut, Ist allenthalben recht und gut Und kann uns auch gedeihen. 2. Gott ists, der das Vermögen schafft, Was Gutes zu vollbringen. Er gibt uns Segen, Mut und Kraft Und läßt das Werk gelingen, Daß uns ein reicher Zug entsteht Und dergestalt zur Nahrung geht, Daß wir Genüge haben. 3. Wer erst nach Gottes Reiche tracht Und bleibt auf seinen Wegen, 46² Morgenlieder. Der wird ja leichtlich reich gemacht Durch Gottes milden Segen; Da wird der Fromme froh und satt, Daß er von seiner Arbeit hat Auch Armen Brot zu geben. 4. Gott ist der Frommen Schild und Lohn, Er krönet sie mit Gnaden; Der bösen Welt ihr Neid und Hohn Kann ihnen gar nicht schaden. Gott decket sie mit seiner Hand, Er segnet ihre Stadt, ihr Land Und füllet sie mit Freuden. 5. Drum komm, Herr Jesu, stärke mich, Hilf mir in meinen Werken; Laß du mit deiner Gnade dich Bei meiner Arbeit merken. Gib dein Gedeihen selbst dazu, Daß ich in allem, was ich tu, Ererbe deinen Segen. 6. Regiere mich durch deinen Geist, Den Müßiggang zu meiden, Daß das, was du mich schaffen heißt, Gescheh mit lauter Freuden, Auf daß ich dir mit aller Treu Auf dein Gebot gehorsam sei Und meinen Nächsten liebe. 7. Nun, Jesu, komm und bleib bei mir; Die Werke meiner Hände Befehl ich, liebster Heiland, dir; Hilf, daß ich sie vollende Zu deines Namens Herrlichkeit, Und gib, daß ich zur Abendzeit Erwünschten Lohn empfange. Salomo Liscow, 1640— 1689. ohn, nich, mir; 689. Morgenlieder. 463 Mel.: Ich dank dir schon durch deinen Sohn. 329. Mein erst Gefühl sei Preis und Dank, Erhebe Gott, o Seelel Der Herr hört deinen Lobgesang, Lobsing ihm, meine Seele. 2. Mich selbst zu schützen ohne Macht Lag ich und schlief in Frieden; Wer schafft die Sicherheit der Nacht Und Ruhe für die Müden? 3. Wer wacht, wenn ich von mir nichts weiß, Mein Leben zu bewahren? Wer stärkt mein Blut in seinem Fleiß Und schützt mich vor Gefahren? 4. Wer lehrt das Auge seine Pflicht, Sich sicher zu bedecken? Wer ruft dem Tag und seinem Licht, Die Seele zu erwecken? 5. Du bist es, Gott und Herr der Welt, Und dein ist unser Leben. Du bist es, der es uns erhält Und mirs jetzt neu gegeben. 6. Gelobet seist du, Gott der Macht, Gelobt sei deine Treue, Daß ich nach einer sanften Nacht Mich dieses Tags erfreue. 7. Laß deinen Segen auf mir ruhn, Mich deine Wege wallen, Und lehre du mich selber tun Nach deinem Wohlgefallen. 8. Nimm meines Lebens gnädig wahr, Auf dich hofft meine Seele. Sei mir ein Retter in Gefahr, Ein Vater, wenn ich fehle. 46⁴ Morgenlieder. 9. Gib mir ein Herz voll Zuversicht, Erfüllt mit Lieb und Ruhe, Ein weises Herz, das seine Pflicht Erkenn und willig tue, 10. Daß ich als ein getreuer Knecht Nach deinem Reiche strebe, Gottselig, züchtig und gerecht Durch deine Gnade lebe; 11. Daß ich, dem Nächsten beizustehn, Nie Fleiß und Arbeit scheue, Mich gern an andrer Wohlergehn Und ihrer Tugend freue; 12. Daß ich das Glück der Lebenszeit In deiner Furcht genieße Und meinen Lauf mit Freudigkeit, Wenn du gebeutst, beschließe. Christian Fürchtegott Gellert, 1715—1769. Eigene Melodie. 330. Morgenglanz der Ewigkeit, Licht vom unerschöpften Lichte, Schick uns diese Morgenzeit Deine Strahlen zu Gesichte Und vertreib durch deine Macht Unsre Nacht. 2. Deiner Güte Morgentau Fall auf unser matt Gewissen, Laß die dürre Lebensau Lauter süßen Trost genießen Und erquick uns, deine Schar, Immerdar. 3. Gib, daß deiner Liebe Glut Unsre kalten Werke töte, Und erweck uns Herz und Mut Bei entstandner Morgenröte, 90 ESO Morgenlieder. 46⁵ Daß wir, eh wir gar vergehn, Recht aufstehn. 4. Laß uns ja das Sündenkleid Durch des Bundes Blut vermeiden, Daß uns die Gerechtigkeit Mög als wie ein Rock bekleiden, Und wir so vor aller Pein Sicher sein. 5. Ach du Aufgang aus der Höh, Gib, daß auch am jüngsten Tage Unser Leichnam aufersteh Und entfernt von aller Plage Sich auf jener Freudenbahn Freuen kann. 6. Leucht uns selbst in jene Welt, Du verklärte Gnadensonne, Führ uns durch das Tränenfeld In das Land der süßen Wonne, Da die Lust, die uns erhöht, Nie vergeht. Christian Knorr v. Rosenroth, 1636— 1689. Mel.: Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. 2* 2 331. O heilige Dreifaltigkeit, O hochgelobte Einigkeit, ö Gott Vater, Sohn und heilger Geist, Heut diesen Tag mir Beistand leist. 2. Mein Seel, Leib, Ehr und Gut bewahr, Daß mir kein Böses widerfahr Und mich der Satan nicht verletz, Noch mich in Schand und Schaden setz. 3. Des Vaters Huld mich heut anblick, Des Sohnes Weisheit mich erquick, 3⁰ 466 Morgenlieder. Des heilgen Geistes Glanz und Schein Erleucht meins finstern Herzens Schrein. 4. Mein Schöpfer, steh mir kräftig bei! O mein Erlöser, hilf mir frei! O Tröster wert, weich nicht von mir, Mein Herz mit werten Gaben zier! 5. Herr, segne und behüte mich; Erleuchte mich, Herr, gnädiglich; Herr heb auf mich dein Angesicht Und deinen Frieden auf mich richt. Martin Behm, 1557— 1622. Mel.: O Gott, du frommer Gott. 332. O Jesu, süßes Licht, Nun ist die Nacht vergangen, Nun hat dein Gnadenglanz Aufs neue mich umfangen; Nun ist, was an mir ist, Vom Schlafe aufgeweckt Und hat nun in Begier Zu dir sich ausgestreckt. 2. Was soll ich dir denn nun, Mein Gott, für Opfer schenken? Ich will mich ganz und gar In deine Gnad einsenken. Mit Leib, mit Seel, mit Geist Heut diesen ganzen Tag; Das soll mein Opfer sein, Weil ich sonst nichts vermag. 3. Drum siehe da, mein Gott, Da hast du meine Seele, Sie sei dein Eigentum, Mit ihr dich heut vermähle — Hee SGES S C 99 Morgenlieder. 467 In deiner Liebeskraft; Da hast du meinen Geist, Darinnen wollst du dich Verklären allermeist. 4. Da sei denn auch mein Leib Zum Tempel dir ergeben, Zur Wohnung und zum Haus, Ach allerliebstes Leben! Ach wohn, ach leb in mir, Beweg und rege mich; So hat Geist, Seel und Leib Mit dir vereinigt sich. 5. Dem Leibe hab ich jetzt Die Kleider angeleget. Laß meiner Seele sein Dein Bildnis eingepräget Im güldnen Glaubensschmuck, In der Gerechtigkeit, Die allen Seelen ist Das rechte Ehrenkleid. 6. Mein Jesu, schmücke mich Mit Weisheit und mit Liebe, Mit Keuschheit, mit Geduld Durch deines Geistes Triebe; Auch mit der Demut mich Vor allem kleide an, So bin ich wohlgeschmückt Und köstlich angetan. 7. Bleib du mir diesen Tag Stets vor den Augen schweben, Laß dein Allgegenwart Mich wie die Luft umgeben, Auf daß mein ganzes Tun Durch Herz, durch Sinn und Mund Dich lobe inniglich, Mein Gott, zu aller Stund. 3⁰² 468 Morgenlieder. 8. Ach seane, was ich tu, Ja rede und gedenke; Durch deines Geistes Kraft Es also führ und lenke, Daß alles nur gescheh Zu deines Namens Ruhm, Und daß ich unverrückt Verbleib dein Eigentum. Joachim Lange, 1670— 1744. Mel.: Nun laßt uns Gott dem Herren. 222* R N 333. Wach auf, mein Herz, und singe Dem Schöpfer aller Dinge, Dem Geber aller Güter, Dem frommen Menschenhüter. 2. Heint,“) als die dunklen Schatten Mich ganz uingeben hatten, Hast du, o Gott, gewehret, Daß mich kein Leid versehret. Du sprachst: Mein Kind, nun liege, Trotz dem, der dich betrüge! Schlaf wohl, laß dir nicht grauen, Du sollst die Sonne schauen. 4. Dein Wort, Herr, ist geschehen, Ich kann das Licht noch sehen; Von Not bin ich befreiet, Dein Schutz hat mich erneuet. 5. Du willst ein Opfer haben, Hier bring ich meine Gaben; Mein Weihrauch und mein Widder Sind mein Gebet und Lieder. 20 Heute Nacht. 79 — —2 797989 4 ⁰D — — 2 44. ge/ Tischlieder. 469 6. Die wirst du nicht verschmähen, Du kannst ins Herze sehen Und weißt wohl, daß zur Gabe Ich ja nichts Bessres habe. 7. So wollst du nun vollenden Dein Werk an mir und senden, Der mich an diesem Tage Auf seinen Händen trage. 8. Sprich Ja zu meinen Taten; Hilf selbst das Beste raten; Den Anfang, Mitt und Ende, Ach Herr, zum besten wende. 9. Mit Segen mich beschütte, Mein Herz sei deine Hütte, Dein Wort sei meine Speise, Bis ich gen Himmel reise. Paul Gerhardt, 1607— 1676. 2. Tischlieder. Mel.: Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. 25—* 334. Bescher uns, Herr, das täglich Brot; Vor Teurung und vor Hungersnot Behüt uns durch dein lieben Sohn, Gott Vater in dem höchsten Thron. 2. O Herr, tu auf dein milde Hand, Mach uns dein Gnad und Güt bekannt; Ernähre uns, die Kinder dein, Der du speis'st alle Vögelein. 3. Erhörst du doch der Raben Stimm, Drum unsre Bitt, Herr, auch vernimm. Denn aller Ding du Schöpfer bist Und allem Vieh sein Futter gibst. 47⁰ Tischlieder. 4. Gedenk nicht unsrer Missetat Und Sünd, die dich erzürnet hat; Laß scheinen dein Barmherzigkeit, Daß wir dich lobn in Ewigkeit. 5. O Herr, gib uns ein fruchtbar Jahr, Den lieben Kornbau uns bewahr; Vor Teurung, Hunger, Seuch und Streit Behüt uns, Herr, zu dieser Zeit. 6. Du unser lieber Vater bist, Weil Christus unser Bruder ist; Drum trauen wir allein auf dich Und wolln dich preisen ewiglich. Nikolaus Herman, 4 1561. Eigene Melodie. 335. Nun laßt uns Gott dem Herren Dank sagen und ihn ehren Von wegen seiner Gaben, Die wir empfangen haben. 2. Den Leib, die Seel, das Leben Hat er allein uns eben; Dieselben zu bewahren Tut er nie etwas sparen. 3. Nahrung gibt er dem Leibe, Die Seele muß auch bleiben, Wiewohl tödliche Wunden Sind kommen von den Sünden. 4. Ein Arzt ist uns gegeben, Der selber ist das Leben: Christus, für uns gestorben, Der hat das Heil erworben. 5. Sein Wort, sein Tauf, sein Nachtmahl Dient wider allen Unfall, Der heilge Geist im Glauben Lehrt uns darauf vertrauen. 0 1 zahr, treit htmahl Tischlieder. 6. Durch ihn ist uns vergeben Die Sünd, geschenkt das Leben; Im Himmel solln wir haben, O Gott, wie große Gaben! 7. Wir bitten deine Güte, Daß sie hinfort behüte Die Großen mit den Kleinen, Du kannsts nicht böse meinen. 8. Erhalt uns in der Wahrheit, Gib ewigliche Freiheit, Zu preisen deinen Namen Durch Jesum Christum! Amen. Ludwig Helmbold, 1532— 1598. Mel.: Schmücke dich, o liebe Seele. 336. Speis uns, Vater, deine Kinder, Tröste die betrübten Sünder, Sprich den Segen zu den Gaben, Die wir jetzo vor uns haben, Daß sie uns zu diesem Leben Stärke, Kraft und Nahrung geben, Bis wir endlich zu den Frommen An die Himmelstafel kommen. Johann Heermann, 1585— 1647. Mel.: Herr Gott, dich loben alle wir. 337. Wir danken Gott für seine Gabn, Die wir von ihm empfangen habn, Und bitten unsern lieben Herrn, Er woll hinfort uns mehr beschern. 2. Er woll uns speisen mit seim Wort, Daß wir satt werden hier und dort; Ach lieber Gott, du wollst uns gebn Nach dieser Zeit das ewge Lebn. 472 Abendlieder. 3. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, 3 den unsr Gast gewesen bist; Bleib du bei uns, so hats nicht not, Du bist das rechte Lebensbrot. Unbekannt 1589. 3. Abendlieder. Mel.: Unerschaffne Lebenssonne. 338. Ach mein Jesu, sieh, ich trete, Da der Tag nunmehr sich neigt Und die Finsternis sich zeigt, Hin zu deinem Thron und bete. Neige du zu deinem Sinn Auch mein Herz und Sinnen hin. 2. Meine Tage gehn geschwinde Wie ein Pfeil zur Ewigkeit, Und die allerlängste Zeit Saust vorbei als wie die Winde, Fließt vorbei als wie ein Fluß Mit dem schnellsten Wasserguß. 3. Und, mein Jesu, sieh, ich Armer Nehme mich doch nicht in acht, Daß ich dich bei Tag und Nacht Herzlich suchte; mein Erbarmer, Mancher Tag geht so dahin, Da ich nicht recht wacker bin. 4. Ach, ich muß mich herzlich schämen, Du erhältst, du schützest mich Tag und Nacht so gnädiglich, Und ich will mich nicht bequemen, Daß ich ohne Heuchelei Dir dafür recht dankbar sei. 5. Nun ich komme mit Verlangen, O O mein Herzensfreund, zu dir; Abendlieder. Neige du dein Licht zu mir, Da der Tag nunmehr vergangen; Sei du selbst mein Sonnenlicht, Das durch alles Finstre bricht. 6. Laß mich meine Tage zählen, Die du mir noch gönnen willt; Mein Herz sei mit dir erfüllt, So wird mich nichts können quälen; Denn wo du bist Tag und Licht, Schaden uns die Nächte nicht. 7. Nun, mein teurer Heiland, wache, Wache du in dieser Nacht; Schütze mich mit deiner Macht; Deine Liebe mich anlache. Laß mich selbst auch wachsam sein, Ob ich gleich jetzt schlafe ein. Levin Johann Schlicht, 1681— 1723. Mel.: Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort. 339. Christ, der du bist der helle Tag, Vor dir die Nacht nicht bleiben mag; Du leuchtest uns vom Vater her Und bist des Lichtes Prediger. 2. Ach lieber Herr, behüt uns heint In dieser Nacht vorm bösen Feind Und laß uns in dir ruhen fein Und vor dem Satan sicher sein. 3. Obschon die Augen schlafen ein, So laß das Herz doch wacker sein; Halt über uns dein rechte Hand, Daß wir nicht falln in Sünd und Schand. 4. Wir bitten dich, Herr Jesu Christ, Behüt uns vor des Teufels List, Der stets nach unsrer Seele tracht, Daß er an uns hab keine Macht. 47⁴ Abendlieder. 5. Sind wir doch dein ererbtes Gut, Erworben durch dein teures Blut; Das war des ewgen Vaters Rat, Als er uns dir geschenket hat. 6. Befiehl deim Engel, daß er komm Und uns bewach, dein Eigentum, Gib uns die lieben Wächter zu, Daß wir vorm Satan haben Ruh. 7. So schlafen wir im Namen dein, Dieweil die Engel bei uns sein. Du heilige Dreieinigkeit, Wir loben dich in Ewigkeit. Erasmus Alberus, um 1500— 1553. Hat nun den Tag vollführet, Die Welt hat sich zur Ruh gemacht, Tu, Seel, was dir gebühret, Tritt an die Himmelstür Und bring ein Lied herfür; Laß deine Augen, Herz und Sinn Auf Jesum sein gerichtet hin. 2. Ihr hellen Sterne leuchtet wohl Und gebet eure Strahlen, Ihr macht die Nacht des Lichtes voll, Doch noch zu tausend Malen Scheint heller in mein Herz Die ewge Himmelskerz, Mein Jesus, meiner Seele Ruhm, Mein Schatz, mein Schutz, mein Eigentum. 3. Der Schlaf zwar herrschet in der Nacht Bei Menschen und bei Tieren, Doch einer ist, der oben wacht, Bei dem kein Schlaf zu spüren. 553. racht Abendlieder. 47⁵ Es schlummert, Jesu, nicht Dein Aug, auf mich gericht, Drum soll mein Herz auch wachend sein, Daß Jesus wache nicht allein. Verschmähe nicht dies schlechte Lied, Das ich dir, Jesu, singe; In meinem Herzen ist kein Fried, Bis ich es zu dir bringe. Ich bringe, was ich kann, Ach nimm es gnädig an! Es ist doch herzlich gut gemeint, O Jesu, meiner Seele Freund. 5. Mit dir will ich zu Bette gehn, Dir will ich mich befehlen, Du wirst, mein Schutzherr, auf mich sehn Zum Besten meiner Seelen. Ich fürchte keine Not, Auch selber nicht den Tod; Denn wer mit Jesu schlafen geht, Mit Freude wieder aufersteht. 6. So oft die Nacht mein Ader schlägt, Soll dich mein Geist umfangen; So vielmal sich mein Herz bewegt, Soll dies sein mein Verlangen, Daß ich mit lautem Schall Möcht rufen überall: Ach Jesu, Jesu, du bist mein, Und ich auch bin und bleibe dein. 7. Nun, matter Leib, gib dich zur Ruh Und schlafe sanft und stille; Ihr müden Augen, schließt euch zu, Denn das ist Gottes Wille. Schließt aber dies mit ein: Herr Jesu, ich bin dein; So wird der Schluß recht wohl gemacht. Nun Jesu, Jesu, gute Nachtl (Christian Scriver, 1629—1693. 476 Abendlieder. Mel.: O Welt, ich muß dich lassen. 341. Der Sabbat ist vergangen, Ich habe mein Verlangen Nach Herzenswunsch erfüllt; Gott hat mich unterweiset, Mit Lebensbrot gespeiset Und meiner Seele Durst gestillt. 2. Gott ruht durchs Wort im Herzen; Drum leg ich ohne Schmerzen Auch meinen Leib zur Ruh; Denn allen Sündenschaden Deckt Jesus nun in Gnaden Mit seinem Purpurmantel zu. 3. O du dreieinigs Wesen, Mein Geist ist schon genesen, Weil ich dein Tempel bin; Ich habe Licht vom Lichte, Dein leuchtend Angesichte Treibt alle Finsternisse hin. 4. Du wirst schon bei mir wachen Und eine Sonne machen Auch mitten in der Nacht, Bis bei den Cherubinen Ein Sonntag ist erschienen, Der alle Nacht zu schanden macht. 5. Ich schlafe ganz vergnüget; Denn wo mein Herze lieget, Da ist der Engel Heer. Mich stört kein Weltgetümmel; Es träumt mir nur vom Himmel; Ach, wer doch nur bald droben wär! Benjamin Schmolck, 1672—1737. „S5 E/V—DHEVE —5 Abendlieder. 47⁷ Eigene Melodie. 342. Der Tag ist hin, mt Hel bei mir leibe; O Seelenlicht, der Sünden Nacht vertreibe; Geh auf in mir, Glanz der Gerechtigkeit; Erleuchte mich, ach Herr, denn es ist Zeit. 2. Lob, Preis und Dank sei dir, mein Gott, gesungen! Dir sei die Ehr, daß alles wohlgelungen Nach deinem Rat, ob ichs gleich nicht versteh; Du bist gerecht, es gehe, wie es geh. 3. Nur eines ist, was mich empfindlich quälet: Beständigkeit im Guten mir noch fehlet. Das weißt du wohl, o Herzenskündiger, Ich strauchle noch wie ein Unmündiger. 4. Vergib es, Herr, was mir sagt mein Gewissen; Welt, Teufel, Sünd hat mich von dir gerissen; Es ist mir leid, ich stell mich wieder ein, Da ist die Hand: Du mein und ich bin dein. 5. Israels Schutz, mein Hüter und mein Hirte, Zu meinem Trost dein sieghaft Schwert umgürte; Bewahre mich durch deine große Macht, Wenn mir der Feind nach meiner Seele tracht. 6. Du schummerst nicht, wenn matte Glieder schlafen. Ach laß die Seel im Schlaf auch Gutes schaffen. O Lebenssonn, erquicke meinen Sinn. Dich laß ich nicht, mein Fels; der Tag ist hin. Joachim Neander, 1650— 1680. 478 Abendlieder. Mel.: O Welt, ich muß dich lassen. 343. Herr, der du mir das Leben Bis diesen Tag gegeben, Dich bet ich kindlich an. Ich bin viel zu geringe Der Treue, die ich singe, Und die du heut an mir getan. 2. Mit dankendem Gemüte Freu ich mich deiner Güte, Ich freue mich in dir. Du gibst mir Kraft und Stärke, Gedeihn zu meinem Werke Und schaffst ein reines Herz in mir. 3. Gott, welche Ruh der Seelen, Nach deines Worts Befehlen Einher im Leben gehn, Auf deine Güte hoffen, Im Geist den Himmel offen Und dort den Preis des Glaubens sehn! 4. Ich weiß, an wen ich glaube, Und nahe mich im Staube Zu dir, o Gott, mein Heil. Ich bin der Schuld entladen, Ich bin bei dir in Gnaden, Und in dem Himmel ist mein Teil. 5. Bedeckt mit deinem Segen, Eil ich der Ruh entgegen: Dein Name sei gepreist! Mein Leben und mein Ende Ist dein, in deine Hände Befehl ich, Vater, meinen Geist. Christian Fürchtegott Gellert, 1715—1769. „H SEE 722880 AA Abendlieder. 479 Mel.: Werde munter, mein Gemüte. 344. Herr, es ist von meinem Leben Wiederum ein Tag dahin. Lehre mich nun Achtung geben, Ob ich fromm gewesen bin; Zeige mirs auch selber an, So ich was nicht recht getan, Und hilf jetzt in allen Sachen Guten Feierabend machen. 2. Freilich wirst du manches finden, Was dir nicht gefallen hat, Denn ich bin noch voller Sünden In Gedanken, Wort und Tat, Und vom Morgen bis jetzund Pfleget Herze, Hand und Mund So geschwind und oft zu fehlen, Daß ichs selber nicht kann zählen. 3. Aber, o du Gott der Gnaden, Habe noch einmal Geduld. Ich bin freilich schwer beladen; Doch vergib mir alle Schuld. Deine große Vatertreu Werde diesen Abend neu; So will ich noch deinen Willen Künftig mehr als heut erfüllen. 4. Heilige mir das Gemüte, Daß der Schlaf nicht sündlich sei; Decke mich mit deiner Güte, Auch dein Engel steh mir bei. Lösche Feur und Lichter aus Und bewahre selbst das Haus, Daß ich morgen mit den Meinen Nicht im Unglück dürfe weinen. Abendlieder. 5. Steure den gottlosen Leuten, Die im Finstern Böses tun; Sollte man gleich was bereiten, Uns zu schaden, wenn wir ruhn, So zerstöre du den Rat Und verhindere die Tat; Wend auch alles andre Schrecken, Das der Satan kann erwecken. 6. Herr, dein Auge geht nicht unter, Wenn es bei uns Abend wird, Denn du bleibest ewig munter Und bist wie ein guter Hirt, Der auch in der finstern Nacht über seine Herde wacht; Darum hilf uns deinen Schafen, Daß wir alle sicher schlafen. 7. Laß mich denn gesund erwachen, Wenn es rechte Zeit wird sein, Daß ich ferner meine Sachen Richte dir zu Ehren ein; Oder hast du, lieber Gott, Heut bestimmet meinen Tod, So befehl ich dir am Ende Leib und Seel in deine Hände. Kaspar Neumann, 1648— 1715. —W— Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort. 345.“ Hinunter ist der Sonne Schein, Die finstre Nacht bricht stark he ahres Leucht uns, Herr Christ, du wahres Licht, Laß uns im Finstern wandeln nicht. 2. Dir sei Dank, daß du uns den Tag Vor Schad, Gefahr und hütbac Plag Durch deine Engel hast behüt Aus Gnad und väterlicher Güt. 1* 759 75 — 9889 0 .— Abendlieder. 48¹ 3. Womit wir habn erzürnet dich, Dasselb verzeih uns gnädiglich Und rechn es unsrer Seel nicht zu; Laß uns schlafen in Fried und Ruh. 4. Durch dein Engel die Wacht bestell, Daß uns der böse Feind nicht fäll; Vor Schrecken, Angst und Feuersnot Behüt uns heint, o lieber Gott. Nikolaus Herman, 4 1561. Mel.: Jesu, meine Freude. 346. Hirte deiner Schafe, Der von keinem Schlafe Etwas wissen mag, Deine Wundergüte War mein Schild und Hüte Den vergangnen Tag. Sei die Nacht auch auf der Wacht Und laß mich von deinen Scharen Um und um bewahren. Decke mich von oben Vor der Feinde Toben Mit der Vaterhuld; Ein versöhnt Gewissen Sei mein Ruhekissen; Drum vergib die Schuld. Denn dein Sohn hat mich davon Durch die tiefgeschlagnen Wunden Gnädiglich entbunden. 3. Laß auch meine Lieben Keine Not betrüben; Sie sind mein und dein. 482 Abendlieder. Schließ uns mit Erbarmen In den Vaterarmen Ohne Sorgen ein. Du bei mir und ich bei dir, Also sind wir ungeschieden, Und ich schlaf in Frieden. 4. Komm, verschließ die Kammer Und laß allen Jammer Ferne von uns sein. Sei du Schloß und Riegel, Unter deine Flügel Nimm dein Küchlein ein. Decke zu mit Schutz und Ruh, So wird uns kein Graun erwecken, Noch der Satan schrecken. 5. Wie, wenn ich mein Bette Heut zum Grabe hätte? Wie bald rot, bald tot! Doch hast du beschlossen, Daß mein Ziel verflossen, Kommt die Todesnot, So will ich nicht wider dich; Lieg ich nur in Jesu Wunden, Sterb ich alle Stunden. 6. Nun wohlan, ich tue In vergnügter Ruhe Mund und Augen zu. Seele, Leib und Leben Hab ich dir ergeben, O du Hüter du! Gute Nacht! Nimm mich in acht; Und erleb ich ja den Morgen, Wirst du weiter sorgen. Benjamin Schmolck, 1672— 1737. SDEE ꝰ/e 1 5355 äERY 1737. Abendlieder. 47 Mel.: O Welt, ich muß dich lassen. 347. Nun ruhen alle Wälder, Vieh, Menschen, Städt und Felder, Es schläft die ganze Welt; Ihr aber, meine Sinnen, Auf, auf, ihr sollt beginnen, Was eurem Schöpfer wohlgefällt. 2. Wo bist du, Sonne, blieben? Die Nacht hat dich vertrieben, Die Nacht, des Tages Feind; Fahr hin, ein andre Sonne, Mein Jesus, meine Wonne, Gar hell in meinem Herzen scheint. 3. Der Tag ist nun vergangen, Die güldnen Sternlein prangen Am blauen Himmelssaal; Also werd ich auch stehen, Wenn mich wird heißen gehen Mein Gott aus diesem Jammertal. 4. Der Leib eilt nun zur Ruhe, Legt ab das Kleid und Schuhe, Das Bild der Sterblichkeit; Die zieh ich aus, dagegen Wird Christus mir anlegen Den Rock der Ehr und Herrlichkeit. 5. Das Haupt, die Füß und Hände Sind froh, daß nun zum Ende Die Arbeit kommen sei; Herz, freu dich, du sollst werden Vom Elend dieser Erden Und von der Sündenarbeit frei. 6. Nun geht, ihr matten Glieder, Geht hin und legt euch nieder, Der Betten ihr begehrt; 31²⁷ 483 484 Abendlieder. Es kommen Stund und Zeiten, Da man euch wird bereiten Zur Ruh ein Bettlein in der Erd. 7. Mein Augen stehn verdrossen, Im Nu sind sie geschlossen, Wo bleibt dann Leib und Seel? Nimm sie zu deinen Gnaden, Sei gut für allen Schaden, Du Aug und Wächter Israel. 8. Breit aus die Flügel beide, O Jesu, meine Freude, Und nimm dein Küchlein ein; Will Satan mich verschlingen, So laß die Englein singen: Dies Kind soll unverletzet sein. 9. Auch euch, ihr meine Lieben, Soll heute nicht betrüben Kein Unfall noch Gefahr; Gott laß euch ruhig schlafen, Stell euch die güldnen Waffen Ums Bett und seiner Helden Schar. Paul Gerhardt, 1607— 1676. Eigene Melodie. 348.* Nun sich der Tag geendet hat Und keine Sonn mehr scheint, Schläft alles, was sich abgematt, Und was zuvor geweint. 2. Nur du, mein Gott, hast keine Rast, Du schläfst noch schlummerst nicht; Die Finsternis ist dir verhaßt, Weil du bist selbst das Licht. 3. Gedenke, Herr, doch auch an mich In dieser schwarzen Nacht, Abendlieder. 48⁵ Und schenke du mir gnädiglich Den Schirm von deiner Wacht. 4. Zwar fühl ich wohl der Sünden Schuld, Die mich bei dir klagt an; Doch aber deines Sohnes Huld Hat gnug für mich getan. 5. Den setz ich dir zum Bürgen ein, Wenn ich muß vors Gericht; Ich kann ja nicht verloren sein In solcher Zuversicht. 6. Drauf tu ich meine Augen zu Und schlafe fröhlich ein; Mein Gott wacht jetzt in meiner Ruh, Wer wollte traurig sein? 7. Weicht, nichtige Gedanken, hin, Wo ihr habt euren Lauf; Ich baue jetzt in meinem Sinn Gott einen Tempel auf. 8. Soll diese Nacht die letzte sein In diesem Jammertal, So führ mich, Herr, in Himmel ein 76. Zur auserwählten Zahl. 9. Und also leb und sterb ich dir, Du Herr Gott Zebaoth; Im Tod und Leben hilfst du mir Aus aller Angst und Not. Johann Friedrich Herzog, 1647— 1699. Mel.: Meinen Jesum laß ich nicht. ast, 349. Treuer Jesu, wache du, Weil ich jetzund will einschlafen. Gib mir und den Meinen Ruh, Bleib, o Hirte, bei den Schafen, Schließ die Türe selber zu, Treuer Jesu, wache du. 486 Abendlieder. 2. Treuer Jesu, weiche nicht, Sonst wird Grauen, Furcht und Schrecken, Das oft mit der Nacht einbricht, Uns viel Ach und Weh erwecken. Bleib bei uns mit deinem Licht, Treuer Jesu, weiche nicht. 3. Treuer Jesu, steh uns bei, Daß in uns der Geist und Glaube, Wenn wir schlafen, wacker sei, Und kein Feind uns solchen raube. Deine Hilfe mach uns frei; Treuer Jesu, steh uns bei. 4. Treuer Jesu, wenn es nu Einmal mit mir kommt zum Sterben, So bring mich zu deiner Ruh, Mache mich zum Himmelserben, Schließ mir selbst die Augen zu; Treuster Jesu, hilf mir du! 5. Treuer Jesu, nimm zu dir Endlich mich und all die Meinen. Wenn der Tag nun bricht herfür, Da du selber wirst erscheinen, Führ uns durch die Himmelstür, Liebster Jesu, ein zu dir. Unbekannt 1697. Mel.: Werde munter, mein Gemilte. 350. Unsre müden Augenlider Schließen sich jetzt schläfrig zu, Und des Leibes matte Glieder Grüßen schon die Abendruh; Denn die trüb und finstre Nacht Hat des hellen Tages Pracht In der tiefen See verdecket Und die Sterne aufgestecket. 1697. Abendlieder. 48⁷ 2. Ach bedenk, eh du gehst schlafen, Du o meines Leibes Gast, Ob du den, der dich erschaffen, Heute nicht erzürnet hast! Tu, ach tu beizeiten Buß, Geh und falle ihm zu Fuß Und bitt ihn, daß er aus Gnaden Dich der Strafe woll entladen. 3. Sprich: Herr, dir ist unverhohlen, Daß ich diesen Tag vollbracht Anders, als du mir befohlen; Ja, ich habe nicht betracht Meines Lebens Ziel und Zweck, Habe gleichfalls deinen Weg Schändlich, o mein Gott, verlassen, Bin gefolgt der Sünde Straßen. 4. Ach Herr, laß mich Gnad erlangen, Gib mir nicht verdienten Lohn; Laß mich deine Huld umfangen, Sieh an deinen lieben Sohn, Der für mich genug getan; Vater, nimm den Bürgen an; Dieser hat für mich erduldet, Was mein Unart hat verschuldet. 5. Sende deiner Engel Scharen Als zur Wache mir herab, Meine Seele zu bewahren, Daß des Todes finstres Grab, Daß das Übel, so bei Nacht Unsern Leib zu fällen tracht, Mich nicht mit dem Netz umdecke, Noch ein böser Traum mich schrecke. 6. Laß mich, Herr, von dir nicht wanken, In dir schlaf ich sanft und wohl; Gib mir heilige Gedanken, Und bin ich gleich Schlafes voll, 488 Abendlieder. So laß doch den Geist in mir Zu dir wachen für und für, Bis die Morgenröt aufgehet Und man von dem Bett aufstehet. 7. Vater droben in der Höhe, Dessen Nam uns teur und wert, Dein Reich komm, dein Will geschehe, Unser Brot werd uns beschert, Und vergib uns unsre Schuld, Schenk uns deine Gnad und Huld, Laß uns nicht Versuchung töten, Hilf uns, Herr, aus allen Nöten. Johann Franck, 1618— 1677. Eigene Melodie. 351. Werde munter, mein Gemüte, Und ihr Sinne, geht herfür, Daß ihr preiset Gottes Güte, Die er hat getan an mir; Da er mich den ganzen Tag Vor so mancher schweren Plag Durch sein gnadenreiches Walten Hat beschützet und erhalten. 2. Lob und Dank sei dir gesungen, Vater der Barmherzigkeit, Daß mir ist mein Werk gelungen, Daß du mich vor allem Leid Und vor Sünden mancher Art So getreulich hast bewahrt, Auch die Feind hinweggetrieben, Daß ich unbeschädigt blieben. 3. Keine Klugheit kann ergründen Deine Güt und Wundertat, Ja kein Redner kann verkünden, Was dein Hand erwiesen hat. 677. Abendlieder. 489 Deiner Wohltat ist zu viel, Sie hat weder Maß noch Ziel; Ja, du hast mich so geführet, Daß kein Unfall mich berühret. 4. Dieser Tag ist nun vergangen, Die betrübte Nacht bricht an, Es ist hin der Sonne Prangen, So uns all erfreuen kann; Stehe mir, o Vater, bei, Daß dein Glanz stets vor mir sei Und mein kaltes Herz erhitze, Ob ich gleich im Finstern sitze. 5. Herr, verzeihe mir aus Gnaden Alle Sünd und Missetat, Die mein armes Herz beladen Und so gar vergiftet hat, Daß auch Satan durch sein Spiel Mich zur Hölle stürzen will; Da kannst du allein erretten, Strafe nicht mein Übertreten. 6. Bin ich gleich von dir gewichen, Stell ich mich doch wieder ein, Hat uns doch dein Sohn verglichen Durch sein Angst und Todespein. Ich verleugne nicht die Schuld; Aber deine Gnad und Huld Ist viel größer als die Sünde, Die ich stets in mir befinde. 7. du Licht der frommen Seelen, O du Glanz der Ewigkeit, Dir will ich mich ganz befehlen Diese Nacht und allezeit. Bleibe doch, mein Gott, bei mir, Weil es nünmehr dunkel schier; Da ich mich so sehr betrübe, Tröste mich mit deiner Liebe. 490 Abendlieder. 8. Schütz mich vor des Teufels Netzen, Vor der Macht der Finsternis, Die mir oft des Nachts zusetzen Und a. Kümmernis. Laß mich dich, o wahres Licht, Immerdar verlieren nicht; Wenn ich dich nur hab im Herzen, Fürcht ich nicht der Seele Schmerzen. 9. Wenn mein Augen schon sich schließen Und ermüdet schlafen ein, Soll mein Herz dennoch geflissen Nur auf dich gerichtet sein. Meine Seele mit Begier Träume stets, o Gott, von dir, Daß ich fest mit Seel und Leibe Auch im Schlafe dein verbleibe. 10. Laß mich diese Nacht empfinden Eine sanfte, süße Ruh; Alles Übel laß Derschwinden, Decke mich mit Segen zu. Leib und Seele, Mut und Blut, Weib und Kinder, Hab und Gut, Freunde, Feind und Hausgenossen 2411. in deinen Schutz geschlossen. Ach bewahre mich vor Schrecken, Schite mich vor Überfall; Laß mich Krankheit nicht aufwecken, Treibe weg des Krieges Schall; Wend ab Feur und Wassersnot, Pestilenz und schnellen Tod; Laß mich nicht in Sünden sterben, Noch an Leib und Seel verderben. 12. O du großer Gott, erhöre, Was dein Kind gebeten hat; Jesu, den ich stets verehre, Bleibe du mein Schutz und Rat; zen, ießen Abendlieder. 491 Und mein Hort, du werter Geist, Der du Freund und Tröster heißt, Höre doch mein sehnlich Flehen! Amen, ja es soll geschehen! Sabann Rist, 1607— 1667. Mel.: O daß ich tausend Zungen hätte. 352. So ist die Woche nun geschlossen, Doch, treuer Gott, dein Herze nicht! Wie sich dein Segensquell ergossen, So bin ich noch der Zuversicht, Daß er sich weiterhin ergießt Und unaufhörlich auf mich fließt. 2. Ich preise dich mit Hand und Munde; Ich lobe dich, so hoch ich kann; Ich rühme dich von Herzensgrunde Für alles, was du mir getan, Und weiß, daß dir durch Jesum Christ Mein Dank ein süßer Weihrauch ist. 3. Hat mich bei meinen Wochentagen Das liebe Kreuz auch mit besucht, So gabst du auch die Kraft zu tragen; Zudem ist es voll Heil und Frucht Durch deine Lieb, o Herr, zu mir, Und darum dank ich auch dafür. 4. Nur eines bitt ich über alles, Ach, du versagst mir solches nicht, Gedenke keines Sündenfalles, Weil mich mein Jesus aufgericht, Mein Jesus, der die Missetat Auf ewig schon gebüßet hat. 5. Dein Schwur ist ja noch nicht gebrochen, Du brichst ihn nicht in Ewigkeit, Da du dem Sünder hast versprochen, Daß er, wenn ihm die Sünd ist leid, 492 Ehe und Hausstand. Nicht sterben, sondern gnadenvoll Als ein Gerechter leben soll. 6. Mein Glaube hält an diesem Segen Und will also den Wochenschluß Vergnügt und froh zurücke legen, Da der Trost mich ergetzen muß, Daß ich ja soll in Christo dein Und schon in Hoffnung selig sein. 7. Doch da mein Leben zugenommen, So bin ich auch der Ewigkeit Um eine Woche näher kommen Und warte nun der letzten Zeit, Da du die Stunde hast bestimmt, Die mich zu dir in Himmel nimmt. 8. Und wenn ich morgen früh aufs neue Den Sonntag wieder sehen kann, So blickt die Sonne deiner Treue Mich auch mit neuen Gnaden an. Ach ja, da teilt dein Wort und Haus Den allerbesten Segen aus. 9. So will ich das im voraus preisen, Was du mir künftge Woche gibst. Du wirst es in der Tat erweisen, Daß du mich je und immer liebst Und leitest mich nach deinem Rat, Bis Leib und Zeit ein Ende hat. Erdmann Neumeister, 1671— 1756. 4. Ehe und Hausstand. Mel.: Schwing dich auf zu deinem Gott. 353. Fang dein Werk mit Jesu an, Jesus hats in Händen; Jesum ruf zum Beistand an, Jesus wirds wohl enden. S E G S& SE SS 8 — 6 A gen neue en, Ehe und Hausstand. 493 Steh mit Jesu morgens auf, Geh mit Jesu schlafen, Führ mit, Jesu deinen Lauf, Lasse Jesum schaffen. 2. Morgens soll der Anfang sein, Jesum anzubeten, Daß er woll dein Helfer sein Stets in allen Nöten. Morgens, abends und bei Nacht Will er stehn zur Seiten, Wenn des Satans List und Macht Dich sucht zu bestreiten. 3. Wenn dein Jesus mit dir ist, Laß die Feinde wüten; Er wird dich vor ihrer List Schützen und behüten. Setz nur das Vertrauen dein In sein Allmachtshände Und glaub sicher, daß allein Er dein Unglück wende. 4. Wenn denn deine Sach mit Gott Also angefangen, Ei, so hat es keine Not, Wirst den Zweck erlangen; Es wird folgen Glück und Heil Hier in diesem Leben, Endlich wird dir Gott dein Teil Auch im Himmel geben. 5. Nun, Herr Jesu, all mein Sach Sei dir übergeben, Es nach deinem Willen mach Auch im Tod und Leben. All mein Werk greif ich jetzt an, Herr, in deinem Namen; Laß es doch sein wohlgetan! Ich sprech darauf: Amen. Unbekannt, um 1700. 494 Ehe und Hausstand. —ẽ 8 17—. Wie schön leuchtet der Morgenstern. 354. Ich und mein Haus, wir sind bereit, Dir, Herr, die ganze Lebenszeit Mit Seel und Leib zu dienen. Du sollst der Herr im Hause sein, Gib deinen Segen nur darein, Daß wir dir willig dienen. Eine kleine, Fromme, reine Hausgemeine Mach aus allen; Dir nur soll sie wohlgefallen. 2. Es wirke durch dein kräftig Wort Dein guter Geist stets fort und fort An unser aller Seelen; Es leucht uns wie das Sonnenlicht, Damits am rechten Lichte nicht Im Hause möge fehlen. Reiche gleiche Seelenspeise auch zur Reise Durch dies Leben Uns, die wir uns dir ergeben. 3. Gieß deinen Frieden auf dies Haus Und alle, die drin wohnen, aus, Im Glauben uns verbinde; Laß uns in Liebe allezeit Zum Dulden, Tragen sein bereit Voll Demut, sanft und linde. Liebe übe Jede Seele; keinem fehle, Dran man kennet Den, der sich den Deinen nennet. 4. Laß unser Haus gegründet sein Auf deine Gnade ganz allein Und deine große Güte. Auch laß uns in der Nächte Graun E e D WS GESVS SV 6CO PEEEEel 5— eit, s Ehe und Hausstand. 49⁵ Auf deine treue Hilfe schaun Mit kindlichem Gemüte; Selig, fröhlich, Selbst mit Schmerzen in dem Herzen Dir uns lassen Und dann in Geduld uns fassen. 5. Gibst du uns irdisch Glück ins Haus, So schließ den Stolz, die Weltlust aus, Des Reichtums böse Gäste; Denn wenn das Herz an Demut leer Und voll von eitler Weltlust wär, So fehlte uns das Beste: Jene schöne, Tiefe, stille Gnadenfülle, Die mit Schätzen Einer Welt nicht zu ersetzen. 6. Und endlich flehn wir allermeist, Daß in dem Haus kein andrer Geist Als nur dein Geist regieret. Der ists, der alles wohlbestellt, Der gute Zucht und Ordnung hält, Der alles lieblich zieret. Sende, spende Ihn uns allen, bis wir wallen Heim und oben Dich in deinem Hause loben. Karl Johann Philipp Spitta, 1801— 1859. ö Mel.: Seelenbräutigam. 355.“ Jesu, geh voran Auf der Lebensbahn; Und wir wollen nicht verweilen, Dir getreulich nachzueilen; Führ uns an der Hand Bis ins Vaterland. 496 Ehe und Hausstand. 2. Solls uns hart ergehn, Laß uns feste stehn Und auch in den schwersten Tagen Niemals über Lasten klagen; Denn durch Trübsal hier Geht der Weg zu dir. 3. Rühret eigner Schmerz Irgend unser Herz, Kümmert uns ein fremdes Leiden, O, so gib Geduld zu beiden; Richte unsern Sinn Auf das Ende hin. 4. Ordne unsern Gang, Liebster, lebenslang. Führst du uns durch rauhe Wege, Gib uns auch die nötge Pflege; Tu uns nach dem Lauf Deine Türe auf. Nikolaus Ludwig Graf v. Zinzendorf, 1700— 1760. Mel.: Vom Himmel hoch, da komm ich her. 356. O Gott, des gnadenvoller Rat Den Ehstand eingesetzet hat, Der du ihn segnest, schützest, liebst Und ihm Glück, Heil und Gnade gibst; 2. Gib diesen, daß sie stets mit Flehn In Lieb und Eintracht zu dir gehn, Und wenn ihr Herz voll Andacht schreit, Gib, daß ihr Werk auch wohl gedeiht. 3. Auch wenn sie Kreuz und Kummer drückt, So zeige, daß du es geschickt. Hilf bald und gib, daß sie zuletzt Dein gnadenreicher Trost ergetzt. 1760. ückt, Ehe und Hausstand. 497⁷7 4. Laß Eltern Schand und Sünde fliehn Und fromme Kinder auferziehn, Daß Einigkeit, Zucht, Scham und Treu Zu aller Zeit im Wachstum sei. 5. Laß, die im Chestande stehn, Sich, Herr, durch dich gesegnet fehn. Gib, daß sie deinen Willen tun Und unter deinem Schutze ruhn. 6. O treuer Gott, wir bitten dich, Regiere sie stets gnädiglich, Erhalte sie die Lebenszeit In deiner Furcht und Heiligkeit. 7. So bringen sie dir lebenslang Für solche Gnade herzlich Dank, Bis dich, Gott Vater, Sohn und Geist, Ihr froher Mund dort ewig preist. Casseler Gesangbuch v. 1770. 2 Eigene Melodie. 357. O selig Haus, wo man dich aufge— nommen, Du wahrer Seelenfreund, Herr Jesu Christ; Wo unter allen Gästen, die da kommen, Du der gefeiertste und liebste bist; Wo aller Herzen dir entgegenschlagen Und aller Augen freudig auf dich sehn; Wo aller Lippen dein Gebot erfragen. Und alle deines Winks gewärtig stehn. 2. O selig Haus, wo Mann und Weibineiner, In deiner Liebe eines Geistes sind, Als beide eines Heils gewürdigt, keiner Im Glaubensgrunde anders ist gesinnt; Wo beide unzertrennbar an dir hangen In Lieb und Leid, Gemach und Ungemach, 3² 498 Ehe und Hausstand. Und nur bei dir zu bleiben stets verlangen An jedem guten wie am bösen Tag! 3. O selig Haus, wo man die lieben Kleinen Mit Händen des Gebets ans Herz dir legt, Du Freund der Kinder, der sie als die Seinen Mit mehr als Mutterliebe hegt und pflegt; Wo sie zu deinen Füßen gern sich sammeln Und horchen deiner süßen Rede zu Und lernen früh dein Lob mit Freuden stammeln, Sich deiner freun, du lieber Heiland, du! 4. O selig Haus, wo Knecht und Magd dich kennen, Und wissend, wessen Augen auf sie sehn, Bei allem Werk in einem Eifer brennen, Daß es nach deinem Willen mag geschehn; Als deine Diener, deine Hausgenossen, In Demut willig und in Liebe frei, Das Ihre schaffen froh und unverdrossen, In kleinen Dingen zeigen große Treu. 5. O selig Haus, wo du die Freude teilest, Wo man bei keiner Freude dein vergißt! O selig Haus, wo du die Wunden heilest Und aller Arzt und aller Tröster bist; Bis jeder einst sein Tagewerk vollendet, Und bis sie endlich alle ziehen aus Dahin, woher der Vater dich gesendet, Ins große, freie, schöne Vaterhaus. Karl Johann Philipp Spitta, 1801— 1859. Mel.: Werde munter, mein Gemüte. 358. Sorge doch für meine Kinder, Gott, der du ihr Vater bist. Sie sind freilich vor dir Sünder, Doch versöhnt durch Jesum Christ, igen inen legt, inen legt; neln uden du! tagd n, Ehe und Hausstand. 499 Und in ihrer Kindheit schon Dir und Jesu, deinem Sohn, Bei der Taufe übergeben, Dein zu sein und dir zu leben. 2. Du hast sie bisher genähret, Du hast manchem Unglücksfall Mehr als väterlich gewehret, Da dein Engel überall, Ob er gleich dein Antlitz sieht, Sich doch für sie froh bemüht; O so muß mich ihr Gedeihen, Herr, mit jedem Tag erfreuen. 3. Sollt ich denn für solche Güte Dir nicht herzlich dankbar sein Und mit dankendem Gemüte Mich bei solchem Glücke freun? Zeigt ich nicht voll Rühmens an, Was du, Herr, an mir getan, Ach, so würde dies mein Schweigen Von dem schnödsten Kaltsinn zeugen. 4. Herr, du bists, was mich ergetzet, Meiner Seele Trost und Heil, Das mein Herz am höchsten schätzet; Herr, du bist mein Gut und Teil; Bleib auch meiner Kinder Gott; Laß sie doch in keiner Not, Auch im Glücke nicht verderben, Christlich leben, selig sterben. 5. Laß sie nicht ihr Herz verstocken, Heb es stets zu dir empor. Wenn sie böse Buben locken, O, dann höre nicht ihr Ohr. Laß der Toren Wahn und Scherz Nicht ihr jugendliches Herz, 3²² 50⁰ Ehe und Hausstand. Das nur dir gehört, entweihen; Deiner müß es sich erfreuen. 6. Laß du sie schon hier auf Erden Dir zum Ruhm geschäftig sein Und den Menschen nützlich werden. Deine Furcht pflanz ihnen ein, Daß in einer argen Welt Sie stets tun, was dir gefällt, Und nach deinem heilgen Willen Treulich ihre Pflicht erfüllen. 7. Gib, Herr, daß sie stets mit Ehren, Nicht dem Feind zum bittern Spott, Nicht dem Freund zur Last, sich nähren. Segne du ihr täglich Brot, Baß sie nie ein Unfall schreckt, Der zu herbes Leid erweckt. Schlägst du sie, so laß es ihnen Stets zum wahren Besten dienen. 8. Still laß ihre Tage fließen. Laß sie ihre Prüfungszeit Tugendsam und fromm genießen. Wenn sie dann zur Ewigkeit Endlich einmal übergehen, So laß sie vor dir bestehen. Laß sie sanft und ruhig sterben Und dort deinen Himmel erben. 9. Gönne mir die große Freude, Daß ich an dem jüngsten Tag Nach hier überstandnem Leide Einst mit Jauchzen sagen mag: Liebster Vater, ich bin hier Nebst den Kindern, die du mir Einst in deiner Gunst gegeben; Ewig will ich dich erheben. Casseler Gesangbuch v. 1770. 7 9293064 · ——8 e — 59e ren, 177⁷⁰. Ehe und Hausstand. 501 — Mel.: O Gott, du frommer Gott. 359. Was Gott zusammenfügt, Das soll der Mensch nicht scheiden, Drum gehen wir dahin In Gottes Fried und Freuden. Der unsre Namen schreibt Ins Buch des Lebens ein, Er selbst, Herr Zebaoth, Wird Schild und Lohn uns sein. Benjamin Schmolck(2), 1672— 1737 Mel.: Wie schön leuchtet der Morgenstern. 360. Wie schön ists doch, Herr Jesu Christ, Im Stande, da dein Segen ist, Im Stande heilger Ehe! Wie steigt und neigt sich deine Gab Und alles Gut so mild herab Aus deiner heilgen Höhe, Wenn sich an dich Fleißig halten Jung und Alten, Die im Orden Eines Lebens einig worden. 2. Wenn Mann und Weib sich wohl begehn Und unverrückt beisammen stehn Im Bande reiner Treue, Da geht das Glück in vollem Lauf, Da sieht man, wie der Engel Hauf Im Himmel selbst sich freue. Kein Sturm, kein Wurm Kann zerschlagen, kann zernagen, Was Gott gibet Dem Paar, das in ihm sich liebet. 3. Der Mann wird einem Baume gleich, An Asten schön, an Zweigen reich; 50² Ehe und Hausstand. Das Weib gleich einer Reben, Die feine Träublein trägt und nährt Und sich je mehr und mehr vermehrt Mit Früchten, die da leben. Wohl dir, o Zier, Mannes Sonne, Hauses Wonne, Ehrenkrone! Gott denkt dein bei seinem Throne. 4. Sei gutes Muts; wir sind es nicht, Die diesen Orden aufgericht, Es ist ein höhrer Vater; Der hat uns je und je geliebt Und bleibt, wenn unsre Sorg uns trübt, Der beste Freund und Rater; Anfang, Ausgang Aller Sachen, die zu machen Wir gedenken, Wird er wohl und weislich lenken. 5. Zwar bleibts nicht aus, es kommt ja wohl Ein Stündlein, da man Leides voll Die Tränen lässet schießen; Jedennoch, wer sich in Geduld Ergibt, des Leid wird Gottes Huld In großen Freuden schließen. Sitze, schwitze Nur ein wenig, unser König Wird behende— Machen, daß die Angst sich wende. 6. Wohl her, mein König, nah herzu! Gib Rat im Kreuz, in Nöten Ruh, In Angsten Trost und Freude! Des sollst du haben Ruhm und Preis, Wir wollen singen bester Weis Und danken alle beide, hohl ul Ehe und Hausstand. 503 Bis wir bei dir, Deinen Willen zu erfüllen, Deinen Namen Ewig loben werden. Amen. Paul Gerhardt, 1607— 1676. Mel.: O Jesu Christ, meins Lebens Licht. 361. Wohl einem Haus, da Jesus Christ Allein das All in allem ist. Ja, wenn er nicht darinnen wär, Wie finster wärs, wie arm und leer! 2. Wohl, wenn der Mann, das Weib, das Im rechten Glauben einig sind,(Kind Zu dienen ihrem Herrn und Gott Nach seinem Willen und Gebot! 3. Wohl, wenn ein solches Haus der Welt Ein Vorbild vor die Augen f stellt, Daß ohne Gottesdienst im Geist Das äußre Werk nichts ist und heißt! 4. Wohl, wenn das Rauchwerk im Gebet Beständig in die Höhe geht Und man nichts treibet fort und fort Als Gottes Werk und Gottes Wort! 5. Wohl, wenn im äußerlichen Stand Mit fleißiger, getreuer Hand Ein jegliches nach seiner Art Den Geist der Eintracht offenbart! 6. Wohl, wenn die Eltern gläubig sind Und wenn sie Kind und Kindeskind Versäumen nicht am ewgen Glück! Dann bleibet ihrer keins zurück. 7. Wohl solchem Haus, denn es gedeiht! Die Eltern werden hocherfreut, 50⁴4 Obrigkeit. Und ihren Kindern sieht mans an, Wie Gott die Seinen segnen kann. 8. So mach ich denn zu dieser Stund Samt meinem Hause diesen Bund: „Wich alles Volk auch von ihm fern, Ich und mein Haus stehn bei dem Herrn!“ Christoph Karl Ludwig v. Pfeil, 1712— 1784. 5. Obrigkeit. Mel.: Aus meines Herzens Grunde. 362. Jehovah, Herr und König Der Könige und Herrn! Dir ist man untertänig, Du herrschest nah und fern. Du hocherhabner Fürst Von Himmel, Erd und Zeiten, Du setzest Obrigkeiten, Die du erhalten wirst. 2. Es sagen deine Knechte, Daß keine Obrigkeit Als nur durch deine Rechte Und dein Gebot gebeut; Du hast sie hoch geschätzt, Wer ihr zuwider lebet, Derselbe widerstrebet Dem selbst, was Gott gesetzt. 3. Ach lieber Vater, lehre Mich selbst durch deinen Geist, Daß ich erkenn und ehre, Was deine Ordnung heißt. Sie tragen ja dein Bild; Gib, daß ich Demut übe V — S8708 käSESES 979 88 8 DD 7.0 — 22 VSFee Obrigkeit. 50⁵ Und sie in Ehrfurcht liebe, Wie du es haben willt. 4. Verleihe deine Güte Und sende Recht und Licht. Gib ihnen ins Gemüte Viel Weisheit zum Gericht, Damit ihr Regiment Den Untertanen nützet, Die Untertanen schützet, Den Guten Sieg vergönnt, 5. Dainit durch ihr Regieren Wir mit Zufriedenheit Ein ehrbar Leben führen In wahrer Frömmigkeit. Du herrschest selbst im Land; Das Herz der Obrigkeiten Kannst du wie Bäche leiten, x Es steht in deiner Hand. 6. Die uns allhie regieren, Herr, die regiere du Durch deines Geistes Rühren Und Weisheit immerzu. Laß sie die Pfleger sein Der gläubigen Gemeinde Und als getreue Freunde Ihr heilge Sorgfalt weihn. 7. Verschone ihre Mängel, Laß's ihnen wohl ergehn, Laß deine guten Engel Als Wächter um sie stehn. Herr Gott, du segnest gern; Wir bitten ohn Ermüden, Schaff unsern Grenzen Frieden Durch Jesum, unsern Herrn. Philipp Friedrich Hiller, 1699— 1769. 506 Obrigkeit. Mel.: Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort. 363. O heilige Dreieinigkeit, Erhalt uns unsre Obrigkeit, Die deine treue Vaterhand Gesetzet selbst in diesen Stand. 2. Dein guter Geist sie leit und führ Und segne ihr Tun für und für, Daß sie voll Weisheit und Verstand Christlich regiere Leut und Land, 3. Damit wir führen unter ihr Ein still, geruhig Leben hier Und dermaleinst mit ihr, mein Hort, Bestehen wohl im Himmel dort. Amilie Juliane Gräfin v. Schwarzburg⸗Rudolstadt, 1637—1700. 637— Mel.; Freu dich sehr, o meine Seele. 364.“ Vater, kröne du mit Segen Unsern König und sein Haus, Führ durch ihn auf deinen Wegen Herrlich deinen Ratschluß aus. Deiner Kirche sei er Schutz, Deinen Feinden biet er Trutz; Sei du dem Gesalbten gnädig, Segne, segne unsern König! 2. Rüst ihn mit des Glaubens Schilde, Reich ihm deines Geistes Schwert, Daß Gerechtigkeit und Milde Ihm des Friedens Heil gewährt. Mach ihm leicht die schwere Last, Die du auferlegt ihm hast; Sei in Jesu du ihm gnädig, Schütze, segne unsern Königl ͤ 080 ISANY EXVXAVA V.N stadt, lde, Obrigkeit. 3. Sammle um den Thron die Treuen, Die mit Rat und frommem Flehn Fest in deiner Streiter Reihen Für des Landes Wohlfahrt stehn. Baue um den Königsthron Eine Burg, o Gottes Sohn; Sei du ihm auf ewig gnädig, — 4 10 Nahte unsern König! 4. Nähre du die heilge Flamme, Die das Herz des Volks erneut, Daß es unserm Königsstamme Liebe bis zum Tode weiht. In der Zeiten langer Nacht Hast du über ihm gewacht; Du erhieltest ihn uns guigls⸗ Segne, segne unsern König! 5. Fürchtet Gott, den König ehretl Das, o Herr, ist dein Gebot, Und du hast es selbst bewähret, Warst gehorsam bis zum Tod. Wer dich liebt, der folget dir; Drum so beten alle wir: Vor dem Bösen schütz uns gnädig, Gott, erhalte unsern König! 6. Gib uns Mut in den Gefahren, Wenn der Feind uns ernst bedroht, Daß wir Treue dann bewahren, Gehen freudig in den Tod. Du bist unser Siegspanier; Gott mit uns, so siegen wir. Deine Treuen krönst du gnädig, Segne, segne unsern König! 7. Breite, Herr, dein Reich auf Erden Auch in unserm Lande aus, Daß wir deine Bürger werden, Ziehen in dein Vaterhaus. 508 Landesnot, Krieg und Friede. Frieden und Gerechtigkeit Gib uns, Gott, zu aller Zeit; Sei du deinem Volke gnädig, Segne, segne unsern König! Wilhelm Hülsemann, 1781— 1865. Licht, Heil und vielen Segen, Daß wir gottselig allezeit, Gerecht und züchtig mögen Ein ruhigs Leben führn. Amen. Dr. Martin Luther, 1483— 1546. 6. Landesnot, Krieg und Friede. Mel.: Wenn wir in höchsten Nöten sein. 366. Ach Gott, in Gnaden von uns wend Dies schwere Kreuz und groß Elend, Damit wir sind umgeben gar Und stehn beständig in Gefahr. 2. Behüte uns, die Kinder dein, Um Christi unsers Herren Pein Vor Pestilenz und schnellem Tod Und laß uns nicht in dieser Not. 3. In dieser Not, ach, laß uns nicht! Wend von uns, Herr, dein Zorngericht, Daß dir lobsinge unser Mund Für deinen Schutz aus Herzensgrund. Bartholomäus Ringwald, 1530— 1598. 0. 98. Landesnot, Krieg und Friede. 509 Psalm 85. Mel.: Herr, wie du willst, so schicks mit mir. 367. Herr, der du vormals hast dein Land Mit Gnaden angeblicket Und des gefangnen Volkes Band Gelöst und es erquicket; Der du die Sünd und Missetat, Die dein Volk vorbegangen hat, Hast väterlich verziehen; 2. Herr, der du deines Eifers Glut Hast vorher abgewendet Und nach dem Zorn das süße Gut Der Lieb und Huld gesendet, Ach frommes Herz, ach unser Heil, Nimm weg und heb auf in der Eil, Was uns anjetzo kränket. 3. Lösch aus, Herr, deinen großen Grimm Im Brunnen deiner Gnaden! Erfreu und tröst uns wiederum Nach ausgestandnem Schaden! Willst du denn zürnen ewiglich, Und sollen deine Fluten sich Ohn alles End ergießen? 4. Willst du, o Vater, uns denn nicht Nun einmal wieder laben, Und sollen wir an deinem Licht Nicht wieder Freude haben? Ach gieß aus deines Himmels Haus, Herr, deine Güt und Segen aus Auf uns und unsre Häuser. 5. Ach, daß ich hören sollt das Wort Erschallen bald auf Erden, 510 Landesnot, Krieg und Friede. Daß Friede sollt an allem Ort, Wo Christen wohnen, werden! Ach, daß uns doch Gott sagte zu Des Krieges Schluß, der Waffen Ruh Und alles Unglücks Ende! 6. Ach, daß doch diese böse Zeit Sich stillt in guten Tagen, Damit wir in dem großen Leid Nicht möchten ganz verzagen! Doch ist ja Gottes Hilfe nah, Und seine Gnade stehet da All denen, die ihn fürchten. 7. Wenn wir nur fromm sind, wird sich Gott Schon wieder zu uns wenden, Den Krieg und alle andre Not Nach Wunsch und also enden, Daß seine Ehr in unserm Land Und überall werd recht erkannt, Ja stetig bei uns Wohne⸗ 8. Die Güt und Treue werden schön Einander grüßen müssen; Gerechtigkeit wird einhergehn Und Friede wird sie küssen. Die Treue wird mit Lust und Freud Auf Erden blühn, Gerechtigkeit Wird von dem Himmel schauen. 9. Der Herr wird uns viel Gutes tun: Das Land wird Früchte geben, Und die in seinem Schoße ruhn, Die werden davon leben. Gerechtigkeit wird dennoch stehn Und stets in vollem Schwange gehn Zur Ehre seines Namens. Paul Gerhardt, 1607—1676. Gott ön ud tun: 1676. Landesnot, Krieg und Friede. 511 Mel.: Nun lob, mein Seel, den Herren. 368.* Gottlob, nun ist erschollen Das edle Fried- und Freudenwort, Daß nunmehr ruhen sollen Die Spieß und Schwerter und ihr Mord. Wohlauf und nimm nun wieder Dein Saitenspiel hervor, O Deutschland, und sing Lieder Im hohen, vollen Chor. Erhebe dein Gemüte Zu deinem Gott und sprich: Herr, deine Gnad und Güte Bleibt dennoch ewiglich! 2. Wir haben nichts verdienet Als schwere Straf und großen Zorn, Weil stets noch bei uns grünet Der freche, schnöde Sündendorn. Wir sind fürwahr geschlagen Mit Dennoc scharfer Rut Und dennoch muß man fragen: Wer ist, der Buße tut? Wir sind und bleiben böse, Gott ist und bleibet treu, Hilft, daß sich bei uns löse Der Krieg und sein Geschrei. 3. Das drückt uns niemand besser In unsre Seel und Herz hinein Als ihr zerstörten Schlösser Und Städte voller Schutt und Stein, Ihr vormals schönen Felder, Mit frischer Saat bestreut, Jetzt aber lauter Wälder Und dürre, wüste Heid, Ihr Gräber voller Leichen Und blutgem Heldenschweiß 512 Landesnot, Krieg und Friede. Der Helden, deren gleichen Auf Erden man nicht weiß. 4. Sei tausendmal willkommen, Du teure, werte Friedensgab! Jetzt sehn wir, was für Frommen Dein Beiunswohnen in sich hab. In dich hat Gott versenket All unser Glück und Heil; Wer dich betrübt und kränket, Der drückt sich selbst den Pfeil Des Herzleids in das Herze Und löscht aus Unverstand Die güldne Freudenkerze Mit seiner eignen Hand. 5. Ach laß dich doch erwecken, Wach auf, wach auf, du harte Welt, Eh als das letzte Schrecken Dich schnell und plötzlich überfällt. Wer aber Christum liebet, Sei unerschrocknen Muts; Der Friede, den er gibet, Bedeutet alles Guts. Er will die Lehre geben: Das Ende naht herzu, Da sollt ihr bei Gott leben In ewgem Fried und Ruh. Paul Gerhardt, 1607— 1676. Mel.: Nun danket alle Gott. 369. Herr Gott, dich loben wir, Regier, Herr, unsre Stimmen, Laß deines Geistes Glut In unsern Herzen glimmen. Komm, komm, o edle Flamm, Ach komm zu uns allhier, C 8 s 595 SSSvrana 25 —1676. Landesnot, Krieg und Friede. So singen wir mit Lust: Herr Gott, dich loben wir! 2. Herr Gott, dich loben wir; Wir preisen deine Güte, Wir rühmen deine Macht Mit freudigem Gemüte. Es steiget unser Lied Bis an die Himmelstür Und tönt mit lautem Schall: Herr Gott, dich loben wir! 3. Herr Gott, dich loben wir Dan deine großen kandt Daß du das Vaterland Von Kriegeslast entladen, Daß du uns blicken läßt Des güldnen Friedens Zier; Drum jauchzet alles Volk: Herr Gott, dich loben wir! 4. Herr Gott, dich loben wir, Die wir in langen Jahren Der Waffen schweres Joch Und frechen Grimm erfahren. Jetzt rühmet unser Mund Mit herzlicher Begier: Gottlob, wir sind in Ruh, Herr Gott, wir danken dir! 5. Herr Gott, dich loben wir, Daß du die Pfeil und Wagen, Schild, Bogen, Spieß und Schwert Zerbrochen und zerschlagen. Der Strick ist nun entzwei; Darum so singen wir Mit Herz und Zung und Mund: Herr Gott, wir danken dir! 33 51⁴4 Wetter und Ernte. 6. Herr Gott, dich loben wir, Daß du uns zwar gestrafet, 9 Jedoch in deinem Zorn Nicht gar hast weggeraffet; 8 Es hat die Vaterhand Uns deine Gnadentür Jetzt wieder aufgetan: 8 Herr Gott, wir danken dirl 7. Herr Gott, wir danken dir, Daß du Land, Kirch und Häuser, 8 Den frommen Fürstenstamm Und dessen grüne Reiser Bisher erhalten hast; Gib ferner Gnad allhier, Daß auch die Nachwelt sing: 8 Herr Gott, wir danken dir! 8. Herr Gott, wir danken dir Und bitten, du wollst geben, 9 Daß wir auch künftig stets ö 9 In guter Ruhe leben. Krön uns mit deinem Gut, Erfülle nach Begier, O Vater, unsern Wunsch. Herr Gott, wir danken dir! Johann Franck, 1618— 1677. 2 ——— E 7. Wetter und Ernte. 4 Mel.: Aus meines Herzens Grunde. 8 370. Die Ernt ist nun zu Ende, 8 Der Segen eingebracht, 9 Woraus Gott alle Stände 8 Satt, reich und fröhlich macht; 677. — * Wetter und Ernte. Der alte Gott lebt noch, Man kann es deutlich merken An so viel Liebeswerken, Drum preisen wir ihn hoch. 2. Wir rühmen seine Güte, Die uns das Feld bestellt Und oft ohn unsre Bitte Getan, was uns gefällt, Die immer noch geschont, Obgleich wir gottlos leben, Die Fried und Ruh gegeben, Daß jeder sicher wohnt. 3. Zwar manchen schönen Segen Hat böses Tun verderbt, Den wir auf guten Wegen Sonst hätten noch ererbt; Doch hat Gott mehr getan Aus unverdienter Güte, Als Mund, Herz und Gemüte Nach Würden rühmen kann. 4. Er hat sein Herz geneiget, Uns Sünder zu erfreun, Und gnugsam sich bezeiget Durch Regn und Sonnenschein; Wards aber nicht geacht, So hat er sich verborgen Und durch verborgnes Sorgen Zum Beten uns gebracht. 5. O allerliebster Vater, Du hast viel Dank verdient; Du mildester Berater Machst, daß uns Segen grünt. Wohlan, dich loben wir Für abgewandten Schaden, 33˙ 516 Wetter und Ernte. Für viel und große Gnaden, Herr Gott, wir danken dir. 6. Zum Danke kommt das Bitten: Du wollest, frommer Gott, Vor Feuer uns behüten Und aller andern Not! Gib friedevolle Zeit, Erhalte deine Gaben, Daß wir uns damit laben, Regier die Obrigkeit. 7. Besonders laß gedeihen Dein reines, wahres Wort, Daß wir uns dessen freuen Und auch an unserm Ort Dies gute Samkörnlein Verlangte Früchte bringe Und wir in allem Dinge Recht fromme Leute sein. 8. Gib, daß zu dir uns lenket, Was du zum Unterhalt Des Lebens hast geschenket; Daß wir dich mannigfalt In deinen Gaben sehn, Mit Herzen, Mund und Leben Dir Dank und Ehre geben, O laß es doch geschehn! 9. Kommt unser Lebensende, So nimm du unsern Geist In deine Vaterhände, Da er der Ruh geneußt, Da ihm kein Leid bewußt; So ernten wir mit Freuden Nach ausgestandnem Leiden Die Garben voller Lust. Gottfried Tollmann, geb. 1680. 680. Wetter und Ernte. 5¹⁷ Mel.: Nun lob, mein Seel, den Herren. 371. Nun lasset uns Gott preisen Für seine Güt und Wundertat; Laßt uns ihm Dank erweisen, Da er uns so gesegnet hat; Die Frucht hat er gegeben Gar reichlich auf dem Land, Hat unser armes Leben Versorgt mit milder Hand, Daß alles wohlgeraten, Was man gesäet aus, Und durch seine Guttaten Ist wohl gebracht nach Haus. 2. Wer sollt das nicht erkennen Für Gottes Macht und weisen Rat! Wer sollt das nicht bekennen Für unsres Gottes Wundertat! Nichts ist der, welcher säet, Nichts, der da schneidet ein, Nichts, der damit umgehet, Nichts, der es führet ein; Gott muß mit seinem Segen Uns selbst zur Seite stehn, An dem ist es gelegen, Er krönt mit Wohlergehn. 3. Und da er nun in Gnaden Dies Jahr an unser Feld gedacht, Daß wir ohn allen Schaden Die Frucht in unsre Scheuern bracht, So soll man ihn ja preisen Und rühmen die Wohltat, Ihm Ehr und Lob erweisen Für solche große Gnad, Von Herzensgrund 2 danken Und loben mit dem Mund, 518 Wetter und Ernte. In Werken auch nicht wanken Von ihm zu keiner Stund. 4. Da solches nun geschehen, So leite mich, du treuer Gott, Und laß von deiner Höhe Gesegnet sein mein täglich Brot; Laß mich es auch genießen Christlich in meinem Haus, Daß milde Gaben fließen Zu Armen auch heraus, Und ich nicht nur hier zeitlich An Früchten werde reich, Sondern dereinst auch selig Ererb das Himmelreich. Josua Wegelin, 1604—1640. 4— Mel.: O daß ich tausend Zungen hätte. 372. O Gott, von dem wir alles haben, Die Welt ist ein sehr großes Haus, Du aber teilest deine Gaben Recht wie ein Vater drinnen aus. Dein Segen macht uns alle reich; Ach lieber Gott, wer ist dir gleich? 2. Wer kann die Menschen alle zählen, Die heut bei dir zu Tische gehn? Doch muß die Notdurft keinem fehlen, Denn du weißt allen vorzustehn Und schaffest, daß ein jedes Land Sein Brot bekommt aus deiner Hand. 3. Du machst, daß man auf Hoffnung säet Und endlich auch die Frucht genießt; Der Wind, der durch die Felder wehet, Die Wolke, die das Land begießt, Des Himmels Tau, der Sonnenstrahl Sind deine Diener allzumal. 640. ben, Kreuz⸗ und Trostlieder. 519 4. Und also wächst des Menschen Speise, Der Acker selbst wird ihm zum Brot; Es mehret sich vielfältger Weise, Was anfangs schien, als wär es tot, Bis in der Ernte jung und alt Erlanget seinen Unterhalt. 5. Nun, Herr, was soll man erst bedenken? Der Wunder hier ist gar zu viel. So viel als du kann niemand schenken, Und dein Erbarmen hat kein Ziel; Denn immer wird uns mehr beschert Als wir zusammen alle wert. 6. Wir wollens auch keinmal vergessen, Was uns dein Segen träget ein. Ein jeder Bissen, den wir essen, Soll deines Namens Denkmal sein, Und Herz und Mund soll lebenslang Für unsre Nahrung sagen Dank. Kaspar Neumann, 1648—1715. B. Kreuz⸗ und Trostlieder. Mel.: Vater unser im Himmelreich. 373. Ach Gott, wie manches Herzeleid Begegnet mir zu dieser Zeit; Der schmale Weg ist Trübsal voll, Den ich zum Himmel wandern soll; Wie schwerlich läßt doch Fleisch und Blut Sich zwingen zu dem ewgen Gut! 2. Wo soll ich mich denn wenden hin? Zu dir, Herr Jesu, steht mein Sinn. Bei dir mein Herz Trost, Hilf und Rat Allzeit gewiß gefunden hat; Niemand jemals verlassen ist, Der fest getraut auf Jesum Christ. 5²⁰ Kreuz⸗ und Trostlieder. 3. Jesu, mein Herr und Gott allein, Wie süß ist mir der Name dein. Es kann kein Trauern sein so schwer, Dein süßer Nam erfreut vielmehr; Kein Elend mag so bitter sein, Dein süßer Nam der linderts fein. 4. Ob mir gleich Leib und Seel verschmacht, So weißt du, Herr, daß ichs nicht acht; Wenn ich dich hab, so hab ich wohl, Was ewig mich erfreuen soll. Dein bin ich ja mit Leib und Seel, Was kann mir tun Sünd, Tod und Höll? 5. Kein bessre Treu auf Erden ist Denn nur bei dir, Herr Jesu Christ; Ich weiß, daß du mich nicht verläßt, Dein Wahrheit bleibt mir ewig fest. Du bist mein rechter treuer Hirt, Der mich ewig behüten wird. 6. Jesu, mein Freund, mein Ehr und Ruhm, Meins Herzens Schatz und mein Reichtum, Ich kanns doch ja nicht zeigen an, Wie hoch dein Nam erfreuen kann; Wer Glaub und Lieb im Herzen hat, Der wirds erfahren mit der Tat. 7. Drum hab ichs oft und viel geredt: Wenn ich an dir nicht Freude hätt, So wollt ich den Tod wünschen her, Ja, daß ich nie geboren wär; Denn wer dich nicht im Herzen hat, Der ist fürwahr lebendig tot. 8. Jesu, du edler Bräutgam wert, Mein höchste Zier auf dieser Erd, An dir allein ich mich ergetz Weit über alle güldnen Schätz; uühm, tum, dt: Kreuz⸗ und Trostlieder. 5²21 So oft ich nur gedenk an dich, All mein Gemüt erfreuet sich. 9. Wenn ich mein Hoffnung stell zu dir, So fühl ich Fried und Trost in mir; Wenn ich in Nöten bet und sing, So wird mein Herz recht guter Ding; Dein Geist bezeugt, daß solches frei Des ewgen Lebens Vorschmack sei. 10. Drum will ich all mein Lebetag Das Kreuz dir fröhlich tragen nach; Mein Gott, mach mich dazu bereit, Es dient zum besten allezeit, Hilf mir mein Sach recht greifen an, Daß ich mein Lauf vollenden kann. 11. Hilf mir auch zwingen Fleisch und Blut, Vor Sünd und Schanden mich behüt, Erhalt mein Herz im Glauben rein, So leb und sterb ich dir allein. Jesu, mein Trost, hör mein Begier: O mein Heiland, wär ich bei dir! Martin Moller, 1547— 1606. Eigene Melodie. 374. Alles ist an Gottes Segen Und an seiner Gnad gelegen Über alles Geld und Gut. Wer auf Gott sein Hoffnung setzet, Der behält ganz unverletzet Einen freien Heldenmut. 2. Der mich hat bisher ernähret Und so manches Glück bescheret, Ist und bleibet ewig mein; Der mich wunderlich geführet Und noch leitet und regieret, Wird fortan mein Helfer sein. 52² Kreuz⸗ und Trostlieder. 3. Viel bemühen sich um Sachen, Die nur Sorg und Unruh machen Und ganz unbeständig sind; Ich begehr nach dem zu ringen, Was Vergnügung pflegt zu bringen Und man jetzt gar selten findt. 4. Hoffnung kann das Herz erquicken, Was ich wünsche, wird sich schicken, So es anders Gott gefällt. Meine Seele, Leib und Leben Hab ich seiner Gnad ergeben Und ihm alles heimgestellt. 5. Er weiß schon nach seinem Willen Mein Verlangen zu erfüllen, Es hat alles seine Zeit. Ich hab ihm nichts vorzuschreiben; Wie Gott will, so muß es bleiben; Wenn Gott will, bin ich bereit. 6. Soll ich länger allhier leben, Will ich ihm nicht widerstreben, Ich verlasse mich auf ihn; Ist doch nichts, das lang bestehet, Alles Irdische vergehet Und fährt wie ein Strom dahin. Unbekannt 1676. — Mel.: Was Gott tut, das ist wohlgetan. 375. Auf Gott und nicht auf meinen Rat Will ich mein Glücke bauen Und dem, der mich erschaffen hat, Von ganzer Seele trauen. Er, der die Welt Allmächtig hält, Wird mich in meinen Tagen Als Gott und Vater tragen. Kreuz⸗ und Trostlieder. 5²3 2. Er sah von aller Ewigkeit, Wie viel mir nützen würde, Bestimmte meine Lebenszeit, Mein Glück und meine ĩBürde. Was zagt mein Herz? Ist auch ein Schmerz, Der zu des Glaubens Ehre Nicht zu besiegen wäre? 3. Gott kennet, was mein Herz begehrt, Und hätte, was ich bitte, Mir gnädig, eh ichs bat, gewährt, Wenns seine Weisheit litte. Er sorgt für mich Stets väterlich. Nicht was ich mir ersehe, Sein Wille der geschehe. 4. Ist nicht ein ungestörtes Glück Weit schwerer oft zu tragen, Als selbst das widrige Geschick, Bei dessen Last wir klagen? Die größte Not Hebt doch der Tod, Und Ehre, Glück und Habe Verläßt mich doch im Grabe. 5. An dem, was wahrhaft glücklich macht, Läßt du es keinem fehlen. Gesundheit, Ehre, Glück und Pracht Sind nicht das Glück der Seelen. Wer deinen Rat Vor Augen hat, Dem wird ein gut Gewissen Die Trübsal auch versüßen. 6. Was ist des Lebens Herrlichkeit? Wie bald ist sie verschwunden! 52⁴ Kreuz⸗ und Trostlieder. Was ist das Leiden dieser Zeit? Wie bald ists überwunden! Hofft auf den Herrn, Er hilft uns gern. Seid fröhlich, ihr Gerechten; Der Herr hilft seinen Knechten. Christian Fürchtegott Gellert, 1715—1769. 0 Eigene Melodie. 376. Auf meinen lieben Gott Trau ich in Angst und Not; Der kann mich allzeit retten Aus Trübsal, Angst und Nöten; Mein Unglück kann er wenden, Steht alls in seinen Händen. 2. Ob mich mein Sünd anficht, Will ich verzagen nicht; Auf Christum will ich bauen Und ihm allein vertrauen; Ihm tu ich mich ergeben Im Tod und auch im Leben. 3. Ob mich der Tod nimmt hin, Sterben ist mein Gewinn, Und Christus ist mein Leben; Dem tu ich mich ergeben; Ich sterb heut oder morgen, Mein Seel wird er versorgen. 4. O mein Herr Jesu Christ, Der du so gdulbig bist Für mich am Kreuz gestorben, Hast mir das Heil erworben, Auch uns allen zugleiche Das ewge Himmelreiche: 5. Erhöre gnädig mich, Mein Trost, das bitt ich dich; IISAIANNXNXN 69. Kreuz⸗ und Trostlieder. 5²⁵ Hilf mir am letzten Ende, Nimm mich in deine Hände, Daß selig ich abscheide Zur ewgen Himmelsfreude. 6. Amen zu jeder Stund Sprech ich aus Herzensgrund; Du wollest selbst uns leiten, Herr Christ, zu allen Zeiten, Auf daß wir deinen Namen Ewiglich preisen. Amen. Sigismund Weingärtner, um 1600. Psalm 37, 5. Mel.: Herzlich tut mich verlangen. 377. Besiehl du deine Wege Und was dein Herze kränkt, Der allertreusten Pflege Des, der den Himmel lenkt; Der Wolken, Luft und Winden Gibt Wege, Lauf und Bahn, Der wird auch Wege finden, Da dein Fuß gehen kann. 2. Dem Herren mußt du trauen, Wenn dirs soll wohlergehn; Auf sein Werk mußt du schauen, Wenn dein Werk soll bestehn. Mit Sorgen und mit Grämen Und mit selbsteigner Pein Läßt Gott ihm gar nichts nehmen, Es muß erbeten sein. 3. Dein ewge Treu und Gnade, O Vater, weiß und sieht, Was gut sei oder schade Dem sterblichen Geblüt; 526 Kreuz⸗ und Trostlieder. Und was du dann erlesen, Das treibst du, starker Held, Und bringst zum Stand und Wesen, Was deinem Rat gefällt. 4. Weg hast du allerwegen, An Mitteln fehlt dirs nicht; Dein Tun ist lauter Segen, Dein Gang ist lauter Licht; Dein Werk kann niemand hindern, Dein Arbeit darf nicht ruhn, Wenn du, was deinen Kindern Ersprießlich ist, willst tun. 5. And ob gleich alle Teufel Hier wollten widerstehn, So wird doch ohne Zweifel Gott nicht zurücke gehn; Was er sich vorgenommen, Und was er haben will, Das muß doch endlich kommen Zu seinem Zweck und Ziel. 6. Hoff, o du arme Seele, Hoff und sei unverzagt! Gott wird dich aus der Höhle, Da dich der Kummer plagt, Mit großen Gnaden rücken; Erwarte nur die Zeit, So wirst du schon erblicken Die Sonn der schönsten Freud. 7. Auf, auf, gib deinem Schmerze Und Sorgen gute Nacht; Laß fahren, was das Herze Betrübt und traurig macht! Bist du doch nicht Regente, Der alles führen soll, Gott sitzt im Regimente Und führet alles wohl. Kreuz⸗ und Trostlieder. 5²2⁷ 8. Ihn, ihn laß tun und walten, Er ist ein weiser Fürst Und wird sich so verhalten, Daß du dich wundern wirst, Wenn er, wie ihm gebühret, Mit wunderbarem Rat Das Werk hinausgeführet, Das dich bekümmert hat. 9. Er wird zwar eine Weile Mit seinem Trost verziehn Und tun an seinem Teile, Als hätt in seinem Sinn Er deiner sich begeben, Und solltst du für und für In Angst und Nöten schweben, Als fragt er nichts nach dir. 10. Wirds aber sich befinden, Daß du ihm treu verbleibst, So wird er dich entbinden, Da dus am mindsten gläubst; Er wird dein Herze lösen Von der so schweren Last, Die du zu keinem Böfen Bisher getragen hast. 11. Wohl dir, du Kind der Treue, Du hast und trägst davon Mit Ruhm und Bankgeschreie Den Sieg und Ehrenkron. Gott gibt dir selbst die Palmen In deine rechte Hand, Und du singst Freudenpsalmen Dem, der dein Leid gewandt. 12. Mach End, o Herr, mach Ende An aller unser Not; 5²⁸ Kreuz⸗ und Trostlieder. Stärk unsre Füß und Hände Und laß bis in den Tod Uns allzeit deiner Pflege Und Treu empfohlen sein, So gehen unsre Wege Gewiß zum Himmel ein. Paul Gerhardt, 1607—1676. Psalm 73, 23 u. 24. — Eigene Melodie. 378. Dennoch bleib ich stets an dir, Wenn mir alles gleich zuwider; Keine Trübsal drückt in mir Die gefaßte Hoffnung nieder, Daß, wenn alles bricht und fällt, Dennoch deine Hand mich hält. 2. Leite mich nach deinem Rat, Der wohl wunderlich geschiehet, Aber endlich in der Tat Nur auf meine Wohlfahrt siehet; Denn du führst es wohl hinaus, Sieht es gleich verkehret aus. 3. Nimm mich dort mit Ehren an, Wenn ich ausgekämpfet habe; Führe mich die Lebensbahn Zu dem Himmel aus dem Grabe; Endlich zeige mir das Los In der Auserwählten Schoß. 4. Mag es doch indessen hier Wunderlich mit mir ergehen; Dennoch bleib ich stets an dir, Dennoch bleib ich feste stehen; Ich muß, Trotz sei aller Pein, Dennoch, dennoch selig sein. Benjamin Schmolck, 1672—1737. 737. Kreuz⸗ und Trostlieder. 529 Psalm 23. : Nun laßt uns Gott dem Herren. 379. Der Herr, der allerenden Regiert mit seinen Händen, Der Brunn der ewgen Güter, Der ist mein Hirt und Hüter. 2. So lang ich diesen habe, Tehlt mirs an keiner Gabe, Der Reichtum seiner Fülle Gibt mir die Füll und Hülle. 3. Er lässet mich mit Freuden Auf Tuich Aue weiden, Tührt mich zu frischen Quellen, Rat in ichmren Fällen. 4. Wenn meine Seele zaget Und sich mit Sorgen plaget, Weiß er sie zu erquicken, Aus aller Not zu rücken. 5. Er lehrt mich tun und lassen, Führt mich auf rechter Straßen, Läßt Furcht und Angst sich stillen Um seines Namens willen. 6. Und ob ich gleich vor andern Im finstern Tal muß wandern, Fürcht ich doch keine Tücke, Bin frei 27 dem Unglücke. 7. Denn du stehst mir zur Seiten, Schützst mich vor bösen Leuten; Dein Stab, Herr, und dein Stecken Benimmt mir all mein Schrecken. 8. Du setzest mich zu Tische, Machst, daß ich mich erfrische, Wenn mir mein Feind viel Schmerzen Erweckt in meinem Herzen. 3⁴ Und füllest meine Seele, Die leer und durstig saße, Mit vollgeschenktem Maße. 10. Barmherzigkeit und Gutes Wird mein Herz gutes Mutes, Voll Lust, voll Freud und Lachen, So lang ich lebe, machen. 11. Ich will dein Diener bleiben Und dein Lob herrlich treiben Im Hause, da du wohnest Und Frommsein wohl belohnest. 12. Ich will dich hier auf Erden Und dort, da wir dich werden Selbst schaun im Himmel droben, Hoch rühmen, singn und loben. Paul Gerhardt, 1607— 1676. Mel.: Was Gott tut, das ist wohlgetan. 380. Der Herr ist meine Zuversicht, Mein einzger Trost im Leben. Dem fehlt es nie an Trost und Licht, Der sich dem Herrn ergeben. Gott ist sein Gott; Auf sein Gebot Wird seine Seele stille; Ihm gnügt des Vaters Wille. 2. Wer wollte dir, Herr, nicht vertraunl Du bist des Schwachen Stärke. Die Augen, welche auf dich schaun, Sehn deine Wunderwerke. Herr, groß von Rat Und stark von Tat, Mit gnadenvollen Händen Wirst du dein Werk vollenden. rtraun! Kreuz⸗ und Trostlieder. 531 3. Noch nie hat sich, wer Gott geliebt, Verlassen sehen müssen; Du läßt ihn, wenn ihn Not umgibt, Doch deinen Trost genießen. Des Frommen Herz Wird frei von Schmerz; Der Sünder eitles Dichten Pflegst du, Herr, zu zernichten. 4. Drum hoff, o Seele, hoff auf Gott! Der Toren Trost verschwindet, Wenn der Gerechte in der Not Das Herz des Schöpfers findet. Wenn jener fällt, Ist er ein Held; Er steht, wenn jene zittern, Als Fels in Ungewittern. 5. Wirf nicht die große Hoffnung hin, Die dir dein Glaube reichet! Verflucht sind, die zu Menschen fliehn; Verflucht, wer von Gott weichet. Dein Heiland starb; Er, er erwarb Auf seinem Todeshügel Dir deines Glaubens Siegel. 6. Sei unbewegt, wenn um dich her Sich Ungewitter sammeln! Gott hilft, wenn Christen freudenleer Zu ihm um Gnade stammeln. Die Zeit der Qual, Der Tränen Zahl Zählt er, er wiegt die Schmerzen Und wälzt sie von dem Herzen. 7. Herr, du bist meine Zuversicht, Auf dich hofft meine Seelel Du weißt, was meinem Glück gebricht, Wenn ich mich sorgend quäle. 3⁴²⁵ 532 Kreuz- und Trostlieder. Wer wollte sich Nicht ganz auf dich, Allmächtiger, verlassen Und sich im Kummer fassen! 8. In deine Hand befehle ich Mein Wohlsein und mein Leben. Mein hoffend Auge blickt auf dich; Dir will ich mich ergeben. Sei du mein Gott Und einst im Tod Mein Fels, auf den ich traue, Bis ich dein Antlitz schaue. Casseler Gesangbuch v. 1770. 0 Mel.: Was Gott tut, das ist wohlgetan. 381. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein; Drum laß dichs nicht betrüben, Wenn Gott versucht mit Kreuz und Pein Die Kinder, die ihn lieben. Je lieber Kind, Je ernster sind Des frommen Vaters Schläge. Schau, das sind Gottes Wege! 2. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein; Gott wills nicht anders haben. Auch dieses Lebens Not und Pein Sind deines Vaters Gaben. Solls denn so sein, So geh es ein; Es kommt von Liebeshänden, Gott wird nichts Böses senden. 3. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein; Das Kreuz lehrt fleißig beten, Zieht ab vom eiteln Trug und Schein Und lehrt zu Jesu treten. FSSERAN 172 —— S8Ve 177⁰. t sein; bein t sein; t sein in Kreuz⸗ und Trostlieder. 533 Drum wirfs nicht hin Mit schnödem Sinn, Wenns nun zu dir gekommen; Es soll der Seele frommen. 4. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein; Das muß uns immer wecken, Wir schliefen sonst. Sünden ein. Wie müßten wir erschrecken, Wenn unbereit Die Ewigkeit Und der Posaunen Schallen Uns würde überfallen! 5. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein; Es lehrt die Sünde hassen Und unsern lieben Gott allein Mit rechter Lieb umfassen. Die Welt vergeht, Und Gott besteht. Bedenks und laß dich üben, Das ewge Gut zu lieben. 6. Auch ich will ohne Kreuz nicht sein; Was Gott schickt, will ich tragen. Schickts doch der liebste Vater mein, Sinds doch nur kurze Plagen Und wohlgemeint! Wer gläubig weint, Lebt dort in steten Freuden. Ich will mit Christo leiden. David Nerreter, 1649— 1726. Mel.: Von Gott will ich nicht lassen. 382. Geduld ist euch von nöten, Wenn Sorge, Gram und Leid Und was euch mehr will töten, Euch in das Herze schneidt. 53⁴ Kreuz- und Trostlieder. O auserwählte Zahl, Soll euch kein Tod nicht töten, Ist euch Geduld von nöten, Das sag ich noch einmal. 2. Geduld ist Gottes Gabe Und seines Geistes Gut, Der schenket sie zur Habe, Sobald er in uns ruht; Der edle, werte Gast Erlöst uns von dem Zagen Und hilft uns treulich tragen Die große Bürd und Last. 3. Geduld kommt aus dem Glauben Und hängt an Gottes Wort, Das läßt sie sich nicht rauben, Das ist ihr Heil und Hort; Das ist ihr hoher Wall, Da hält sie sich verborgen, Läßt Gott den Vater sorgen Und fürchtet keinen Fall. 4. Geduld ist wohl zufrieden Mit Gottes weisem Rat, Läßt sich nicht leicht ermüden Durch Aufschub seiner Gnad, Hält frisch und fröhlich aus, Läßt sich getrost beschweren Und denkt, wer wills ihm wehren, Ist er doch Herr im Haus. 5. Geduld dient Gott zu Ehren Und läßt sich nimmermehr Von seiner Liebe kehren; Und schlüg er noch so sehr, So ist sie doch bedacht, Sein heilge Hand zu loben, 2.. VS SEE V ——..— Kreuz⸗ und Trostlieder. 535 Spricht: Gott, der hoch erhoben, Hat alles wohlgemacht. 6. Geduld erhält das Leben, Vermehrt der Jahre Zahl, Vertreibt und dämpft daneben Manch Angst und Herzensqual, Ist wie ein schönes Licht, Davon, wer an ihr hanget, Mit Gottes Hilf erlanget Ein fröhlich Augesicht. 7. Geduld ist mein Verlangen Und meines Herzens Lust, Nach der ich oft gegangen; Das ist dir wohl bewußt, Herr voller Gnad und Huld, Ach gib mir und gewähre ein Bitten, ich begehre Nichts andres als Geduld. 8. Geduld ist meine Bitte, Die ich sehr oft und viel Aus dieser Leibeshütte Zu dir, Herr, schicken will. Kommt dann der letzte Zug, So gib durch deine Hände Auch ein geduldig Ende, So hab ich alles g'nug. Paul Gerhardt, 1607— 1676. Eigene Melodie. 383. Gib dich zufrieden und sei stille In dem Gotte deines Lebens; In ihm ruht aller Freuden Fülle, Ohn ihn mühst du dich vergebens; Er ist dein Quell und deine Sonne, Scheint täglich hell zu deiner Wonne. Gib dich zufrieden. 536 Kreuz⸗ und Trostlieder. 2. Er ist voll Lichtes, Trost und Gnaden, Ungefärbten, treuen Herzens; Wo er steht, tut dir keinen Schaden Auch die Pein des größten Schmerzens. Kreuz, Angst und Not kann er bald wenden, Ja, auch den Tod hat er in Händen. Gib dich zufrieden. 3. Wie dirs und andern oft ergehe, Ist ihm wahrlich nicht verborgen; Er sieht und kennet aus der Höhe Der betrübten Herzen Sorgen. Er zählt den Lauf der heißen Tränen Und faßt zu Hauf all unser Sehnen. Gib dich zufrieden. 4. Wenn gar kein einger mehr auf Erden, Dessen Treue du darfst trauen, Alsdann will er dein Treuster werden Und zu deinem Besten schauen. Er weiß dein Leid und heimlich Grämen, Auch weiß er Zeit, dirs zu benehmen. Gib dich zufrieden. 5. Er hört die Seufzer deiner Seelen Und des Herzens stilles Klagen, Und was du keinem darfst erzählen, Magst du Gott gar kühnlich sagen. Er ist nicht fern, steht in der Mitten, Hört bald und gern der Armen Bitten. Gib dich zufrieden. 6. Laß dich dein Elend nicht bezwingen, 2587 an Gott, so wirst du siegen; Ob alle Fluten einhergingen, Dennoch mußt du oben liegen. Denn wenn du wirst zu hoch beschweret, Hat Gott, dein Fürst, dich schon erhöret. Gib dich zufrieden. den, Kreuz⸗ und Trostlieder. 537 7. Was sorgst du für dein armes Leben, Wie dus halten wollst und nähren? Der dir das Leben hat gegeben, Wird auch Unterhalt bescheren. Er hat ein Hand voll aller Gaben, Da See und Land sich muß von laben. Gib dich zufrieden. 8. Der allen Vöglein in den Wäldern Ihr bescheidnes Körnlein weiset, Der Schaf und Rinder in den Feldern Alle Tage tränkt und speiset, Der wird ja auch dich eingen füllen Und deinen Leib zur Notdurft stillen. Gib dich zufrieden. 9. Sprich nicht: Ich sehe keine Mittel; Wo ich such, ist nichts zum besten. Denn das ist Gottes Ehrentitel: Helfen, wenn die Not am größten. Wenn ich und du ihn nicht mehr spüren, Da schickt er zu, uns wohl zu führen. Gib dich zufrieden. 10. Bleibt gleich die Hilf in etwas lange, Wird sie dennoch endlich kommen; Macht dir das Harren angst und bange, Glaube mir, es ist dein Frommen. Was langsam schleicht, faßt man gewisser, Und was verzeucht, ist desto süßer. Gib dich zufrieden. 11. Nimm nicht zu Herzen, was die Rotten Deiner Feinde von dir dichten; Laß sie nur immer weidlich spotten. Gott wirds hören und recht richten. Ist Gott dein Freund und deiner Sachen, Was kann dein Feind, der Mensch, groß Gib dich zufrieden.(machen? 538 Kreuz⸗ und Trostlieder. 12. Hat er doch selbst auch wohl das Seine,⸗ Wenn ers sehen könnt und wollte. Wo ist ein Glück so klar und reine, Dem nicht etwas fehlen sollte? Wo ist ein Haus, das könnte sagen: Ich weiß durchaus von keinen Plagen? Gib dich zufrieden. 13. Es kann und mag nicht anders werden, Alle Menschen müssen leiden; Was webt und lebet auf der Erden, Kann das Unglück nicht vermeiden. Des Kreuzes Stab schlägt unsre Lenden Bis in das Grab, da wird sichs enden. Gib dich zufrieden. 14. Es ist ein Ruhetag vorhanden, Da uns unser Gott wird lösen; Er wird uns reißen aus den Banden Dieses Leibs und allem Bösen. ‚ Es wird einmal der Tod herdringen Und aus der Qual uns sämtlich bringen. Gib dich zufrieden. 15. Er wird uns bringen zu den Scharen Der Erwählten und Getreuen, Die hier mit Frieden abgefahren, Sich auch nun in Frieden freuen, Da sie den Grund, der nicht kann brechen, Den ewgen Mund selbst hören sprechen: Gib dich zufrieden! Paul Gerhardt, 1607— 1676. Mel.: Jesu, meine Freude. 384. Gott der wirds wohl machen, Dem ich alle Sachen Allzeit heimgestellt. Kreuz- und Trostlieder. 539 en Er hat mich erkoren, Eh ich noch geboren Bin auf diese Welt; Hat mir auch nach seinem Brauch, Was von nöten, stets gegeben Hier in diesem Leben. 2. Gott der wirds wohl machen, Der mir manches Lachen, Freud und Lust geschenkt; Der mich nie vergessen, Der mit Kleid und Essen Täglich mich bedenkt; Auch wenn fast die Kreuzeslast Oft die Seinen ziemlich drücket, Hat er mich erquicket. 3. Gott der wirds wohl machen, Laß die Wetter krachen Und die Stürme gehn; Wenn mit großem Grausen Alle Wellen brausen, Will er bei dir stehn. Nur Geduld, trau seiner Huld! Schlägt dich Unglück auch darnieder, Gott erhebt dich wieder. 4. Gott der wirds wohl machen, Er wird selber wachen Über deiner Not. Wenn du willst verzagen Unter deinen Plagen, Ist der fromme Gott Auf dem Plan und nimmt dich an; Dann verstäubt die Angst geschwinde Wie der Rauch im Winde. 5. Gott der wirds wohl machen, Mächtig in den Schwachen Ist er allezeit. 5⁴0 Kreuz⸗ und Trostlieder. Wem hats je gefehlet, Der sich Gott erwählet In dem Herzeleid? Drum, mein Herz, vergiß den Schmerz! Alles steht in seinen Händen, Gott kann alles wenden. 6. Gott der wirds wohl machen, Wenn des Todes Rachen Gleich ist aufgetan; Wenn die Lebensjahre Liegen auf der Bahre, Führt er himmelan. Dieser Bund hat seinen Grund: Die gelebt und leben werden, Kommen in die Erden. 7. Gott der wirds wohl machen, Der den alten Drachen Dämpfet ritterlich; Führt er gleich die Seinen Über Stock und Steinen Vielmals wunderlich, Sei bereit zu Freud und Leid, Gott befiehl nur deine Sachen; Gott der wirds wohl machen. Ernst Stockmann, 1634—1712. Mel.: O Gott, du frommer Gott. 385. Gott ist und bleibt getreu, Sein Herz bricht ihm vom Lieben, Pflegt er gleich öftermal Die Seinen zu betrüben. Er prüfet durch das Kreuz, Wie rein der Glaube sei, Wie standhaft die Geduld; Gott ist und bleibt getreu. Kreuz- und Trostlieder. 541 2. Gott ist und bleibt getreu; Er hilft ja selber tragen, Was er uns auferlegt, Die Last der schweren Plagen; Er braucht die Ruten oft Und bleibet doch dabei Ein Vater, der uns liebt; Gott ist und bleibt getreu. 3. Gott ist und bleibt getreu; Er weiß, was wir vermögen, Er pfleget nie zu viel Den Schwachen aufzulegen. Er macht die Seinen gern Von Last und Banden frei, Wenn große Not entsteht; Gott ist und bleibt getreu. 4. Gott ist und bleibt getreu, Er tröstet nach dem Weinen; Er läßt nach trüber Nacht Die Freudensonne scheinen. Der Sturm, der Kreuzessturm, Geht augenblicks vorbei; Sei, Seele, nur getrost! Gott ist und bleibt getreu. 5. Gott ist und bleibt getreu, Er stillet dein Begehren, Er will dein Glaubensgold In Trübsalsglut bewähren. Nimm an von Gottes Hand Den Kreuzkelch ohne Scheu; Der Lebensbecher folgt: Gott ist und bleibt getreu. 6. Gott ist und bleibt getreu. Laß alle Wetter krachen, Gott wird der Trübsal doch Ein solches Ende machen, Dir ewig nützlich sei; So liebt der Höchste dich. Gott ist und bleibt getreu. Unbekannt 1695. Eigene Melodie. 386. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Gott ist gut, der aus Erbarmen Alle Hilf auf Erden tut, Der mit Macht und starken Armen Machet alles wohl und gut. Gott kann besser, als wir denken, Alle Not zum besten lenken. Seele, so bedenke doch: Lebt doch unser Herrgott noch! 2. Gott lebet noch! x Seele, was verzagst du doch? Sollt der schlummern oder schlafen, Der das Aug hat zugericht? Der die Ohren hat erschaffen, Sollte dieser hören nicht? Gott ist Gott, der hört und siehet, Wo den Frommen Weh geschiehet. Seele, so bedenke doch: Lebt doch unser Herrgott nochl 3. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Der den Erdenkreis verhüllet Mit den Wolken weit und breit, Der die ganze Welt erfüllet, Ist von uns nicht fern und weit. Wer Gott liebt, dem will er senden Hilf und Trost an allen Enden. 95. Kreuz- und Trostlieder. Seele, so bedenke doch: Lebt doch unser Herrgott noch! 4. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Bist du schwer mit Kreuz beladen, Nimm zu Gott nur deinen Lauf; Gott ist groß und reich von Gnaden, Hilft dem Schwachen gnädig auf. Gottes Gnade währet immer, Seine Treu vergehet nimmer. Seele, so bedenke doch: Lebt doch unser Herrgott noch! 5. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Wenn dich deine Sünden kränken, Dein Verbrechen quält dich sehr, Komm zu Gott, er wird versenken Deine Sünden in das Meer. Mitten in der Angst der Höllen Kann er dich zufrieden stellen. Seele, so bedenke doch: Lebt doch unser Herrgott noch! 6. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Will dich alle Welt verlassen, Weißt du weder aus noch ein, Gott wird dennoch dich umfassen Und im Leiden bei dir sein. Gott ists, der es herzlich meinet, Wo die Not am größten scheinet. Seele, so bedenke doch: Lebt doch unser Herrgott noch! 7. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? 5⁴4 Kreuz⸗ und Trostlieder. Laß den Himmel samt der Erden Immerhin in Trümmer gehn, Laß die Höll entzündet werden, Laß den Feind erbittert stehn, Laß den Tod, den Abgrund blitzen; Wer Gott traut, den will er schützen. Seele, so bedenke doch: Lebt doch unser Herrgott noch! 8. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Mußt du schon geängstet wallen Auf der harten Dornenbahn, Es ist Gottes Wohlgefallen, Dich zu führen himmelan; Gott wird nach dem Jammerleben Friede, Freud und Wonne geben. Seele, so bedenke doch: Lebt doch unser Herrgott noch! Johann Friedrich Zihn, 1650— 1719. Eigene Melodie. 387.“ Gott wills machen, daß die Sachen Gehen, wie es heilsam ist. Laß die Wellen sich verstellen, Wenn du nur bei Jesu bist! 2. Wer sich kränket, weil er denket, Jesus liege in dem Schlaf, Wird mit Klagen nur sich plagen, Da der Unglaub leidet Straf. 3. Du Verächter, Gott, dein Wächter Schläfet ja noch schlummert nicht; Zu den Höhen aufzusehen Wäre deine Glaubenspflicht. 4. Im Verweilen und im Eilen Bleibt er stets ein Vaterherz. Kreuz- und Trostlieder. 5⁴4⁵ Laß dein Weinen bitter scheinen, Dein Schmerz ist ihm auch ein Schmerz. „5. Glaub nur feste, daß das Beste Über dich beschlossen sei; Wenn dein Wille nur ist stille, Wirst du von dem Kummer frei. 6. Nimmer klage, niemals zage, Wenn der Herr dir Leiden gibt; Der sie sendet, auch sie wendet, Der hat nie ohn Frucht betrübt. 7. Willst du wanken in Gedanken, Faß dich in Gelassenheit. Laß den sorgen, der auch morgen Herr ist über Freud und Leid. 8. Gottes Hände sind ohn Ende, Sein Vermögen hat kein Ziel. Ists beschwerlich, scheints gefährlich, 119. Deinem Gott ist nichts zu viel. 9. Seine Wunder sind der Zunder, ö Da der Glaube Funken fängt. achen ö Alle Taten sind geraten Jedesmal, wie ers verhängt. 10. Wenn die Stunden sich gefunden, Bricht die Hilf mit Macht herein, Und dein Grämen zu beschämen, Wird es unversehens sein. 11. Eignen Willen zu erfüllen, Leidet sichs noch ziemlich wohl; er Da ist Plage, Not und Klage, Wo man leiden muß und soll. 12. Drum wohl denen, die sich sehnen Nach der stillen Willensruh! 1 Auf das Wollen fällt dem Sollen Die Vollbringungskraft bald zu. 3⁵ 546 Kreuz- und Trostlieder⸗ 13. Mehr zu preisen sind die Weisen, Die schon in der Übung stehn, Die das Leiden und die Freuden Nur mit Hiobs Aug ansehn. 14. Nun, so trage deine Plage Fein getrost und mit Geduld! Wer das Leiden will vermeiden, Häufet seine Sündenschuld. 15. Die da weichen und das Zeichen Ihres Bräutigams verschmähn, Mässen laufen zu den Haufen, Die zur linken Seite stehn. 16. Aber denen, die mit Tränen Küssen ihres Jesu Joch, Wird die Krone auf dem Throne Ihres Heilands werden noch. 17. Amen, Amen! In dem Namen Meines Jesu halt ich still; Es geschehe und ergehe, Was und wie und wann er will. Johann Daniel Herrnschmidt, 1675— 1723. Mel.: Wenn wir in höchsten Nöten sein. 388. Hilf, Helfer, hilf in Angst und Not, Erbarm dich mein, du treuer Gott, Ich bin ja doch dein liebes Kind Trotz Teufel, Welt und aller Sünd. 2. Ich trau auf dich, o Gott, mein Herr. Wenn ich dich hab, was will ich mehr? Ich hab ja dich, Herr Jesu Christ, Du mein Gott und Erlöser bist. d Not, Herr. Irꝰ Kreuz- und Trostlieder. 5⁴⁷7 3. Des freu ich mich von Herzen fein, Bin gutes Muts und harre dein, Verlaß mich gänzlich auf dein Namn; Hilf, Helfer, hilf! Drauf sprech ich Amn. Martin Moller, 1596, nach Nikolaus Selnecker, 1565. Mel.: Wenn wir in höchsten Nöten sein. 389. Hilf, Helfer, hilf in Angst und Notl Du kannst es tun, du starker Gott; Denn du bist groß von Rat und Tat, Wies mancher Christ erfahren hat. 2. Hilf, Helfer, hilf in Angst und Not! Du willst es tun, du lieber Gott; Denn du sprichst: Ich will reißen dich Aus aller Not, glaubs sicherlich. 3. Hilf, Helfer, hilf in Angst und Not! Du mußt es tun, du treuer Gott; Denn dir dein Vaterherze bricht, Daß du mich kannst verlassen nicht. 4. Hilf, Helfer, hilf in Angst und Not! Du wirst es tun, wahrhaftger Gott; Denn obs gleich währt bis in die Nacht, So hilfst du doch durch deine Macht. 5. So hilf nun allen in der Welt, Wie, wo und wann es dir gefällt; So hilf auch mir zur rechten Zeit Zu meiner Seelen Seligkeit. 6. Du kannst, du willst, du mußt es tun, Du wirst dein Wort erfüllen nunz So will ich dir stets dankbar sein. Hilf, Jesu, hilf, du kannsts allein! Johann Jakob Lang, 1646— 1690. 5⁴48 Kreuz- und Trostlieder. Mel.: Was mein Gott will, gescheh allzeit. 390. Ich hab in Gottes Herz und Siun Mein Herz und Sinn ergeben. Was böse scheint, ist mir Gewinn, Der Tod selbst ist mein Leben. ö Ich bin ein Sohn des, der den Thron Des Himmels aufgezogen; Ob er gleich schlägt und Kreuz auflegt, Bleibt doch sein Herz gewogen. 2. Das kann mir fehlen nimmermehr, Mein Vater muß mich lieben. Wenn er mich auch gleich wirft ins Meer, So will er mich nur üben Und mein Gemüt in seiner Güt Gewöhnen fest zu stehen; Halt ich denn stand, weiß seine Hand Mich wieder zu erhöhen. 3. Ich bin ja von mir selber nicht Ans Licht der Welt geführet; é Mein Gott ist, der mich zugericht, An Leib und Seel gezieret. & 1 2——1—— V 9 8 Es ist sein Arm, der alles warm, Gesund und fröhlich machet; Was er nicht hält, das bricht und fällt; Was er erfreut, das lachet. 4. Zudem ist Weisheit und Verstand Bei ihm ohn alle Maßen; Zeit, Ort und Stund ist ihm bekannt Zu tun und auch zu lassen. Er weiß, wann Freud, er weiß, wann Leid Uns, seinen Kindern, diene, Und was er tut, ist alles gut, Obs noch so traurig schiene. 5. Du denkest zwar, wenn du nicht hast, Was Fleisch und Blut begehret, Leid hast, Kreuz⸗ und Trostlieder. 549 Als sei mit einer guoßer Last Dein Glück und Heil Heschweretz Hast spat und früh viel Sorg und Müh, An deinen Wunsch zu kommen, Und denkest nicht, daß, was geschicht, Gescheh zu deinem Frommen. 6. Fürwahr, der dich geschaffen hat Und ihm zur Ehr erbauet, Der hat schon längst in seinem Rat Ersehen und beschauet Aus wahrer Treu, was dienlich sei Dir und den Deinen allen; Laß ihm doch zu, daß er nur tu Nach seinem Wohlgefallen. 7. Wenns Nuat gefällt, so kanns nicht sein, Es wird dich letzt erfreuen; Was du jetzt nennest Kreuz und Pein, Wird dir zum Trost gedeihen. Wart in Geduld, die Gnad und Huld Wird sich doch endlich finden; All Angst und Qual wird auf einmal Gleich wie ein Dampf verschwinden. 8. Das Feld kann ohne Ungestüm Gar keine ch Mer chenwo So fällt auch Menschenwohlfahrt hin Bei lauter auten Tagen. Wie bitter sei die Arzenei, Sie macht doch rote Wangen; So muß ein I. durch Angst und Schmerz Zu seinem Heil gelangen. 9. Ei nun, mein Gott, so fall ich dir Getrost in deine Hände; Nimm mich und mach es du mit mir Bis an mein letztes Ende, 5⁵⁰0 Kreuz⸗ und Trostlieder. Wie du wohl weißt, daß meinem Geist Dadurch sein Nutz entstehe, Und deine Ehr je mehr und mehr Sich in ihr selbst erhöhe. 10. Willst du mir geben Sonnenschein, So nehm ichs an mit Freuden; Solls aber Kreuz und Unglück sein, Will ichs geduldig leiden. Soll mir allhier des Lebens Tür Noch ferner offen stehen, Wie du mich führst und führen wirst, So will ich gern mitgehen. 11. Soll ich denn auch des Todes Weg Und finstre Straße reisen, Wohlan, so tret ich Bahn und Steg, Den mir dein Augen weisen. Du bist mein Hirt, der alles wird Zu solchem Ende kehren, Daß ich einmal in deinem Saal Dich ewig möge ehren. Paul Gerhardt, 1607— 1676. Mel.: O Welt, ich muß dich lassen. 391. Ich hab in guten Stunden Des Lebens Glück empfunden Und Freuden ohne Zahl; So will ich denn gelassen Mich auch im Leiden fassen; Welch Leben hat nicht seine Qual! 2. Ja, Herr, ich bin ein Sünder, Und stets strafst du gelinder, Als es der Mensch verdient. Will ich, beschwert mit Schulden, Kein zeitlich Weh erdulden, Das doch zu meinem Besten dient? Kreuz⸗ und Trostlieder. 551 3. Dir will ich mich ergeben, Nicht meine Ruh, mein Leben Mehr lieben als den Herrn⸗ Dir, Gott, will ich vertrauen Und nicht auf Menschen bauen; Du hilfst und du errettest gern. 4. Laß du mich Gnade finden, Mich alle meine Sünden Erkennen und bereun. Jetzt hat mein Geist noch Kräfte; Sein Heil laß mein Geschäfte, Dein Wort mir Trost und Leben sein. 5. Wenn ich in Christo sterbe, Bin ich des Himmels Erbe. Was schreckt mich Grab und Tod? Auch auf des Todes Pfade Vertrau ich deiner Gnade. Du, Herr, bist bei mir in der Not. 6. Ich will dem Kummer wehren, Gott durch Geduld verehren, Im Glauben zu ihm flehn. Ich will den Tod bedenken. Du, Herr, wirst alles lenken; Und was mir gut ist, wird geschehn. Christian Fürchtegott Gellert, 1715—1769. Psalm 121. Mel.: Wenn wir in höchsten Nöten sein. 392. Ich heb mein Augen sehnlich auf Und seh die Berge hoch hinauf, Wann mir mein Gott vom Himmelsthron Mit seiner Hilf zu statten komm. 2. Mein Hilfe kommt mir von dem Herrn, Er hilft uns ja von Herzen gern; Himmel und Erd hat er gemacht, Er hält über uns Hut und Wacht. 5⁵52 Kreuz⸗ und Trostlieder. 3. Er führet dich auf rechter Bahn, So daß dein Fuß nicht gleiten kann; Setz nur auf Gott dein Zuversicht, Der uns behütet, schläfet nicht. 4. Der treue Hüter Israel Bewahret dir dein Leib und Seel; Er schläft nicht weder Tag noch Nacht, Wird auch nicht müde von der Wacht. 5. Vor allem Unfall gnädiglich Der fromme Gott behütet dich; Unter dem Schatten seiner Gnad Bist du gesichert früh und spat. 6. Der Sonne Hitz, des Mondes Schein Dir sollen nicht beschwerlich sein. Gott wendet alle Trübsal schwer Zu deinem Nutz und seiner Ehr. 7. Kein Übel muß begegnen dir, Des Herren Schutz ist gut dafür. In Gnad bewahret deine Seel Der treue Hüter Israel. 8. Der Herr dein Ausgang stets bewahr, Zu Weg und Steg gesund dich spar, Bring dich zu Haus in seim Geleit Von nun an bis in Ewigkeit. Kornelius Becker, 1561— 1604. Eigene Melodie. 393. Ich laß dich nicht, du mußt mein Jesus Will rauhe Not,(bleiben. Welt, Höll und Tod Mich aus der festen Burg der Treue treiben, Nur her, ich halte mich, Mein starker Held, an dich. Hör, was mein Herze spricht: Du mußt mein Jesus bleiben! Ich laß dih nicht! Ich laß dich nicht! ꝰe r- HeHe 5oeH?/ E/ 2 in r/ Kreuz⸗ und Trostlieder. 553 2. Ich laß dich nicht, du allerhöchste Liebe, Wenn Zweifel sich Setzt wider mich; Ich weiß, wie dich der Liebe Flamme triebe. Du trugest Schuld und Pein, Sollt ich verurteilt sein An jenem Weltgericht? Du allerhöchste Liebe, Ich laß dich nicht! Ich laß dich nicht! 3. Ich laß dich nicht, du süße Seelenstärke, Die mich erlabt, Mit Kraft begabt, Wenn ich in mir des Glaubens Schwachheit Hält mich der Krankheit Ach(merke. In Schmerzensnächten wach, So spricht die Seele doch: Du süße Seelenstärke, Ich laß dich nicht! Ich laß dich nichtl 4. Ich laß dich nicht, du Hilf in allen Nöten, Leg Joch auf Joch, Ich hoffe doch Auch wenn es scheint, als wolltest du mich töten. Machs, wie du willst mit mir, Ich weiche nicht von dir. Verbirg auch dein Gesicht, Du Hilf in allen Nöten; Ich laß dich nicht! Ich laß dich nicht! 5. Ich laß dich nicht, sollt ich den Segen Nein, Jesu, nein, lassen? Du bleibest mein, Ich halt dich noch, wenn ich nichts fastr kann assen. 554 Kreuz- und Trostlieder. Nach kurzer Nächte Lauf Geht mir der Segen auf Von dir, dem Segenslicht; Sollt ich den Segen lassen? Ich laß dich nicht! Ich laß dich nicht! 6. Ich laß dich nicht, mein Gott, mein Herr, Mich reißt das Grab[(mein Leben, Von dir nicht ab, Der in den Tod du dich für mich gegeben. Du starbst aus Liebe mir; Ich sags in Liebe dir, Auch wenn mein Herze bricht: Mein Gott, mein Herr, mein Leben, Ich laß dich nicht! Ich laß dich nicht! Wolfgang Christoph Deßler, 1660— 1722. Psalm 30. Mel.: Aus meines Herzens Grunde. 394. Ich preise dich und singe, Herr, deine Wundergnad, Die mir so große Dinge Bisher erwiesen hat; Denn das ist meine Pflicht, In meinem ganzen Leben Dir Lob und Dank zu geben; Mehr hab und kann ich nicht. 2. Herr, mein Gott, da ich Kranker Vom Bette zu dir schrei, Da wird dein Heil mein Anker, Da stehst du treulich bei. Da andre fahren hin Zur finstern Todeshöhle, Da hältst du meine Seele Und mich noch, wo ich bin. Kreuz- und Trostlieder. 3. Ihr Leidensbrüder, singet Und danket unserm Herrn, Der, wenn die Not eindringet, Bald hört und herzlich gern Uns Gnad und Hilfe gibt; Rühmt ihn, des Hand uns träget Und, wenn er uns ja schläget, Nicht allzusehr betrübt. 4. Gott hat ja Vaterhände Und strafet mit Geduld, Sein Zorn nimmt bald ein Ende, Sein Herz ist voller Huld Und gönnt uns lauter Guts. Den Abend währt das Weinen, Des Morgens macht das Scheinen Der Sonn uns gutes Muts. 5. Ich sprach zur guten Stunde, Da mirs noch wohl erging: Ich steh auf festem Grunde, Acht alles Kreuz gering; Ich werde nimmermehr, Das weiß ich, niederliegen; Denn Gott, der kann nicht trügen, Der liebt mich gar zu sehr. 6. Als aber dein Gesichte, Mein Gott, sich von mir wandt, Da war mein Trost zu nichte, Da lag mein Heldenstand; Es war mir angst und bang, Ich führte schwere Klagen Mit Zittern und mit Zagen: Herr, mein Gott, wie so lang! 7. Nun wohl, ich bin erhöret, Mein Seufzen ist erfüllt; Mein Kreuz ist umgekehret, Mein Herzleid ist gestillt; 55⁵6 Kreuz⸗ und Trostlieder. Mein Grämen hat ein End, Es sind von meinem Herzen Der bittern Sorgen Schmerzen Durch dich, Herr, abgewendt. 8. Ach daß zu deiner Ehre Mein Ehre sich erhüb Und nimmer stille wäre, Bis daß ich deine Lieb Und ungezählte Zahl Der großen Wunderdinge Mit ewgen Freuden singe Im güldnen Himmelssaal. Paul Gerhardt, 1607— 1676. Mel.: Nach einer Prüfung kurzer Tage. 395.* Je größer Kreuz, je näher Himmel; Wer ohne Kreuz, ist—50— Gott. Bei Sündenlust und Weltgetümmel Vergißt man Hölle, Fluch und Tod. O, selig ist der Mensch geschätzt, Den Gott in Kreuz und Trübsal setzt! 2. Je größer Kreuz, je bessrer Christe; Gott prüft uns an dem Probestein. Wie mancher Garten wird zur Wüste, Fällt nie ein Tränentau hinein! Das Gold wird auf dem Feuerherd, Ein Christ in mancher Not bewährt. 3. Je größer Kreuz, je stärkrer Glaube; Die Palme wächset bei der Last, Die Süßigkeit fließt aus der Traube, Wenn du sie wohl gekeltert hast. Im Kreuze wächset uns der Mut Wie Perlen in gesalzuer Flut. 4. Je 1.. Kreuz, je größre Liebe; Der Wind bläst nur die Flammen auf; el; be; Kreuz⸗ und Trostlieder. 55⁵5⁷ Und scheinet gleich der Himmel trübe, So lachet doch die Sonne drauf. Das Kreuz vermehrt der Liebe Glut, Gleichwie das Ol im Feuer tut. „5. Je größer Kreuz, je mehr Gebete; Geriebne Kräuter riechen wohl. Wenn um das Schiff kein Sturmwind wehte, So fragte man nicht nach dem Pol. Wo kämen Davids Psalmen her, Wenn er nicht auch versuchet wär? 6. Je größer Kreuz, je mehr Verlangen; Im Tale steiget man bergan. Wer durch die Wüste oft gegangen, Der sehnet sich nach Kanaan. Das Täublein, findt es hier nicht Ruh, So fleugt es nach der Arche zu. 7. Je größer Kreuz, je lieber Sterben; Man freut sich recht auf seinen Tod; Denn man entgehet dem Verderben, Es stirbt auf einmal alle Not. Das Kreuze, das die Gräber ziert, Bezeugt, man habe triumphiert. 8. Je größer Kreuz, je schönre Krone, Die Gottes Schatz uns beigelegt, Und die einmal vor seinem Throne Der Überwinder Scheitel trägt. Ach, dieses teure Kleinod macht, Daß man das größte Kreuz nicht acht. 9. Gekreuzigter, laß mir dein Kreuze Je länger und je lieber sein; Daß mich die Ungeduld nicht reize, So pflanz ein solches Herz mir ein, Das Glaube, Lieb und Hoffnung hegt, Bis dort mein Kreuz die Krone trägt. Benjamin Schmolck, 1672—- 1737. 558 Kreuz⸗ und Trostlieder. Mel.: O Gott, du frommer Gott. 396. Ihr Waisen, weinet nicht! Wie, könnt ihr euch nicht fassen? Verlasset euch auf Gott, Der wird euch nicht verlassen. Sind gleich die Eltern tot, So lebet dennoch Gott; Weil aber Gott noch lebt, So habt ihr keine Not. 2. Gott ist und bleibet stets Ein Vater aller Waisen, Der will sie insgesamt Ernähren, kleiden, speisen. Demselben trauet nur, Der nimmt sich euer an; Seht, er ist euer Schutz Und euer Helfersmann. 3. Gott ist ein reicher Gott, Er wird euch wohl versorgen; Er weiß ja eure Not, Sie ist ihm nicht verborgen; Ob ihr schon wenig habt, Ist auch der Vorrat klein, So will fürs Künftige Gott der Versorger sein. 4. Habt einen guten Mut! Gott hat es ja verheißen, Er woll Verlassene Aus jeder Trübsal reißen; Dies Wort geht euch auch an. Ihr werdet es schon sehn, Wie es auch noch an euch Wird in Erfüllung gehn. 5. Ja, glaubet, bleibet fromm Und geht auf Gottes Wegen, Kreuz- und Trostlieder. Erwartet mit Geduld Den euch verheißnen Segen, Und weichet nicht von Gott, Vertraut ihm allezeit; So werdt ihr glücklich sein In Zeit und Ewigkeit. Johann Friedrich Starck, 1680— 1756. Mel.: O Welt, ich muß dich lassen. 397.“ In allen meinen Taten Laß ich den Höchsten raten, Der alles kann und hat; Er muß zu allen Dingen, Solls anders wohlgelingen, Uns selber geben Rat und Tat. 2. Nichts ist es spät und frühe Um alle meine Mühe, Mein Sorgen ist umsonst; Er mags mit meinen Sachen Nach seinem Willen machen, Ich stells in seine Vatergunst. 3. Es kann mir nichts geschehen, Als was er hat versehen Und was mir selig ist; Ich nehm es, wie ers gibet, Was ihm von mir beliebet, Dasselbe hab ich auch erkiest. 4. Ich traue seiner Gnaden, Die mich vor allem Schaden, Vor allem Übel schützt; Leb ich nach seinen Sätzen, So wird mich nichts verletzen, Nichts fehlen, was mir ewig nützt. 5. Er wolle meiner Sünden In Gnaden mich entbinden, Durchstreichen meine Schuld; 560 Kreuz⸗ und Trostlieder. Er wird auf mein Verbrechen Nicht stracks das Urteil sprechen Und mit mir haben noch Geduld. 6. Leg ich mich späte nieder, Erwach ich frühe wieder, Lieg oder zieh ich fort, In Schwachheit und in Banden, Und was mir stößt zu Handen, So tröstet mich allzeit sein Wort. 7. Hat er es denn beschlossen, So will ich unverdrossen An mein Verhängnis gehn; Kein Unfall unter allen Wird mir zu harte fallen, Mit Gott will ich ihn überstehn. 8. Ihm hab ich mich ergeben, Zu sterben und zu leben, Sobald er mir gebeut; Es sei baß oder morgen, Dafür laß ich ihn sorgen, Er weiß allein die rechte Zeit. 9. So sei nun, Seele, seine Und traue dem alleine, Der dich geschaffen hat; Es gehe wie es gehe, Dein Vater in der Höhe Der weiß zu allen Sachen Rat. Paul Fleming, 1609—1640. Eigene Melodie. 398. In dich hab ich gehoffet, Herr; Hilf, daß ich nicht zu Schanden werd Noch ewiglich zu Spotte. Das bitt ich dich: Erhalte mich In deiner Treu, Herr Gotte! Kreuz⸗ und Trostlieder. 561 2. Dein gnädig Ohr neig her zu mir, Erhör mein Bitt, tu dich herfür, Eil bald, mich zu erretten; In Angst und Weh ich lieg und steh, Hilf mir in meinen Nöten! 3. Mein Gott und Schirmer, steh mir bei, Sei mir ein Burg, darin ich frei Und ritterlich mög streiten, Ob mich gar sehr der Feinde Heer Anficht auf beiden Seiten! 4. Du bist mein Stärk, mein Fels, mein Hort, Mein Schild, mein Kraft, sagt mir dein Wort, Mein Hilf, mein Heil, mein Leben, Mein starker Gott in aller Not; Wer mag mir widerstreben? 5. Mir hat die Welt trüglich gericht Mit Lügen und durch falsch Gedicht Viel Netz und heimlich Stricke; Herr, nimm mein wahr in der Gefahr, Behüt vor falscher Tücke! 6. Herr, meinen Geist befehl ich dir; Mein Gott, mein Gott, weich nicht von mir, Nimm mich in deine Händel O wahrer Gott, aus aller Not Hilf mir am letzten Ende! 7. Lob, Preis und Ehr und Herrlichkeit Sei Gott Vater und Sohn bereit, Dem heilgen Geist mit Namen. Die göttlich Kraft mach uns sieghaft Durch Jesum Christum. Amen. Adam Reusner,‚, 1496 bis um 1575. Mel.: Jesus, meine Zuversicht. 399. Meine Seele senket sich Hin in Gottes Herz und Hände 3 562 Kreuz⸗ und Trostlieder. Und erwartet williglich Seiner Wege Ziel und Ende, Liegt fein ruhig, still und bloß In des liebsten Vaters Schoß. 2. Meine Seele murret nicht, Ist mit allem wohl zufrieden; Was der eigne Wille spricht, Ist zum Tode schon beschieden; Was die Ungeduld erregt, Ist in Christi Grab gelegt. 3. Meine Seele sorget nicht, Will vielmehr an nichts gedenken, Was gleich spitzen Dornen sticht Und den Frieden nur kann kränken. Sorgen kommt dem Schöpfer zu, Meine Seele sucht nur Ruh. 4. Meine Seele grämt sich nicht, Liebt hingegen Gott im Leiden; Kummer, der das Herze bricht, Trifft und ängstet nur die Heiden. Wer Gott in dem Schoße liegt, Bleibt in aller Not vergnügt. 5. Meine Seele klaget nicht; Denn sie weiß von keinen Nöten, Hängt an Gottes Angesicht 2— alsdann, wenn er will töten. o sich Fleisch und Blut beklagt, Wird das Freudenlicht verjagt. 6. Meine Seel ist still zu Gott, Und die Zunge bleibt gebunden; Also hab ich allen Spott, Alle Marter überwunden, Bin gleich wie ein stilles Meer Voll von Gottes Preis und Ehr. Johann Joseph Winckler, 1670—1722. SU GEeGO OH Kreuz⸗ und Trostlieder. 563 Mel.: Jesu, meine Freude. 400. Meine Seel ist stille Zu Gott, dessen Wille Mir zu helfen steht; Mein Herz ist vergnüget Mit dem, wies Gott füget, Nimmt an, wie es geht. Geht es nur dem Himmel zu, Und bleibt Jesus ungeschieden, So bin ich zufrieden. 2. Meine Seele hanget An dir und verlanget, Gott, bei dir zu sein Aller Ort und Zeiten Und mag keinen leiden, Der ihr redet ein. Von der Welt, Ehr, Lust und Geld, Wonach sind so viel beflissen, Mag sie gar nichts wissen. 3. Nein, ach nein, nur einer, Sagt sie, und sonst keiner Wird von mir geliebt; Jesus, der Getreue, In dem ich mich freue, Sich mir ganz ergibt. Er allein, er soll es sein, Dem ich wieder mich ergebe Und ihm einzig lebe. 4. Gottes Güt erwäge Und dich gläubig lege Sanft in seinen Schoß; Lerne ihm vertrauen, So wirst du bald schauen, Wie die Ruh so groß, 365 56⁴ Kreuz⸗ und Trostlieder. Die da fleußt aus stillem Geist. Wer sich weiß in Gott zu schicken, Den kann er erquicken. 5. Meine Seele senket Alles, was sie kränket, Tief in Jesu Brust; Sie wird stark durch Hoffen; Was sie je betroffen, Träget sie mit Lust, Fasset sich ganz männiglich Durch Geduld und Glauben feste; Am End kommt das Beste. 6. Amen, es geschiehet; Wer zu Jesu fliehet, Wird es recht erfahrn, Wie Gott seinen Kindern Pflegt das Kreuz zu mindern Und das Glück zu sparn Bis zu End; alsdann sich wendt Das zuerst gekoste Leiden, Und gehn an die Freuden. Johann Kaspar Schade,‚ 1666— 1698. Mel.: Freu dich sehr, o meine Seele. 401. Meine Sorgen, Angst und Plagen Laufen mit der Zeit zu End; Alles Seufzen, alles Klagen, Das der Herr alleine kennt, Wird, gottlob, nicht ewig sein. Nach dem Regen wird ein Schein Von viel tausend Sonnenblicken Meinen matten Geist erquicken. 2. Meine Saat, die ich gesäet, Wird zur Freude wachsen aus; Wenn die Dornen abgemähet, So trägt man die Frucht nach Haus; Kreuz⸗ und Trostlieder. 565 Wenn ein Wetter ist vorbei, Wird der Himmel wieder frei; Nach dem Kämpfen, nach dem Streiten Kommen die Erquickungszeiten. 3. Wenn man Rosen will abbrechen, Muß man leiden in der Still, Daß uns auch die Dornen stechen; Es geht alles, wie Gott will. Er hat uns ein Ziel gezeigt, Das man nur im Kampf erreicht; Will man hier das Kleinod finden, So muß man erst überwinden. 4. Unser Weg geht nach den Sternen, Der mit Kreuzen ist besetzt; Hier muß man sich nicht entfernen, Ob er gleich mit Blut benetzt. Zu dem Schloß der Ewigkeit Kommt kein Mensch hin ohne Streit; Die in Salems Mauern wohnen, Zeigen ihre Dornenkronen. 5. Es sind wahrlich alle Frommen, Die des Himmels Klarheit sehn, Aus viel Trübsal hergekommen; Darum siehet man sie stehn Vor des Lammes Stuhl und Thron, Prangend in der Ehrenkron Und mit Palmen ausgezieret, Weil sie glücklich triumphieret. 6. Gottes Ordnung stehet feste Und bleibt ewig unverrückt; Seine Freund und Hochzeitsgäste Werden nach dem Streit beglückt. Israel erhält den Sieg Nach geführtem Kampf und Krieg; Kanaan wird nicht gefunden, Wo man nicht hat überwunden. 566 Kreuz⸗ und Trostlieder. 7. Darum trage deine Ketten, Seele, und gedulde dich, Gott wird dich gewiß erretten; Das Gewitter leget sich, Nach dem Blitz und Donnerschlag Folgt ein angenehmer Tag; Auf den Abend folgt der Morgen, Und die Freude nach den Sorgen. Unbekannt 1704. Mel.: O Welt, ich muß dich lassen. 402. Mein Herz, gib dich zufrieden Und bleibe ganz geschieden Von Sorge, Furcht und Gram; Die Not, die dich jetzt drücket, Hat Gott dir zugeschicket; Sei still und halt dich wie ein Lamm! 2. Mit Sorgen und mit Zagen, Mit unmutsvollen Klagen Häufst du nur deine Pein; Durch Stillesein und Hoffen Wird, was dich jetzt betroffen, Erträglich, sanft und lieblich sein. 3. Kanns doch nicht ewig währen, Oft hat Gott unsre Zähren, Eh mans meint, abgewischt; Wenns bei uns heißt: Wie lange Wird mirs so angst und bange, So hat er Leib und Seel erfrischt. 4. Gott pflegt es so zu machen, Nach Weinen schafft er Lachen, Nach Regen Sonnenschein, Nach rauhen Wintertagen Muß uns der Lenz behagen; Er führt in Höll und Himmel ein. 889ꝙqͤ99.4.— VAEVA ISII R/Mp 04. Kreuz⸗ und Trostlieder. 567 5. Indes ist abgemessen Die Last, die uns soll pressen, Auf daß wir werden klein; Was aber nicht zu tragen, Darf sich nicht an uns wagen, Und solls auch nur ein Quentlein sein. 6. Denn es sind Liebesschläge, Wenn ich es recht erwäge, Womit er uns belegt; Nicht Schwerter, sondern Ruten Sinds, damit Gott zum guten Die Seinigen hienieden schlägt. 7. Er will uns dadurch ziehen Zu Kindern, die da fliehen Das, was ihm mißbehagt, Den alten Menschen schwächen, Den Eigenwillen brechen, Die Lust ertöten, die uns plagt. 8. Er will uns dadurch lehren, Wie wir ihn sollen ehren Mit Glauben und Geduld Und, sollt er uns in Nöten Auch lassen, ja gar töten, Uns doch getrösten seiner Huld. 9. Denn was will uns auch scheiden Von Gott und seinen Freuden, Dazu er uns versehn? Man lebe oder sterbe, So bleibet uns das Erbe Des Himmels ewiglich doch stehn. 10. Ist Christus unser Leben, So muß uns, seinen Reben, Der Tod sein ein Gewinn. Er mag die Leibeshöhle Zerbrechen, doch die Seele Fliegt auf zum Bau des Himmels hin. 568 Kreuz- und Trostlieder. 11. Drum gib dich ganz zufrieden, Mein Herz, und bleib geschieden Von Sorge, Furcht und Gram. Vielleicht wird Gott bald senden, Die dich auf ihren Händen Hintragen zu dem Bräutigam. Johann Anastasius Freylinghausen, 1670— 1739. Mel.: Vater unser im Himmelreich. 403. Nimm von uns, Herr, du treuer Gott, Die schwere Straf und große Not, Die wir mit Sünden ohne Zahl Verdienet haben allzumal. Behüt vor Krieg und teurer Zeit, Vor Seuchen, Feur und großem Leid. 2. Erbarm dich deiner bösen Knecht, Wir bitten Gnad und nicht das Recht; Denn so du, Herr, den rechten Lohn Uns geben wolltst nach unserm Tun, So müßt die ganze Welt vergehn, Und könnt kein Mensch vor dir bestehn. 3. Ach Herr Gott, durch die Treue dein Mit Trost und Rettung uns erschein! Beweis an uns dein große Gnad Und straf uns nicht auf frischer Tat. Wohn uns mit deiner Güte bei, Dein Zorn und Grimm fern von uns sei. 4. Die Sünd hat uns verderbet sehr, Der Teufel plagt uns noch viel mehr, Die Welt, auch unser Fleisch und Blut Uns allezeit verführen tut. Solch Elend kennst du, Herr, allein, Ach laß es dir befohlen sein! 5. Gedenk an deines Sohnes Tod, Sieh an sein heilgen Wunden rot, zott, Kreuz- und Trostlieder. 569 Die sind ja für die ganze Welt Die Zahlung und das Lösegeld. Des trösten wir uns allezeit Und hoffen auf Barmherzigkeit. 6. Leit uns mit deiner rechten Hand Und segne gnädig Stadt und Land. Gib uns allzeit dein heilges Wort, Behüt vors Teufels List und Mord. Verleih ein selig Stündelein, Auf daß wir ewig bei dir sein! Martin Moller, 1547.—1606. Eigene Melodie. 404. Schwing dich auf zu deinem Gott, Du betrübte Seele, Warum liegst du Gott zum Spott In der Schwermutshöhle? Merkst du nicht des Satans List? Er will durch sein Kämpfen Deinen Trost, den Jesus Christ Dir erworben, dämpfen. 2. Schüttle deinen Kopf und sprich: Fleuch, du alte Schlange! Was erneust du deinen Stich, Machst mir angst und bange? Ist dir doch der Kopf zerknickt, Und ich bin durchs Leiden Meines Heilands dir entrückt In den Saal der Freuden. 3. Wirfst du mir mein Sündgen für? Wo hat Gott befohlen, Daß mein Urteil ich bei dir Über mich soll holen? 57⁰ Kreuz⸗ und Trostlieder. Wer hat dir die Macht geschenkt, Andre zu verdammen, Der du selbst doch liegst versenkt In der Hölle Flammen? 4. Hab ich was nicht recht getan, Ist mirs leid von Herzen; Dahingegen nehm ich an Christi Blut und Schmerzen; Denn das ist das Lösegeld Meiner Missetaten; Dadurch ist der ganzen Welt Und auch mir geraten. 5. Christi Unschuld ist mein Ruhm, Sein Recht meine Krone, Sein Verdienst mein Eigentum, Da ich frei in wohne Als in einem festen Schloß, Das kein Feind kann fällen, Brächt er gleich davor Geschoß Und Gewalt der Höllen. 6. Stürme, Teufel und du Tod, Was könnt ihr mir schaden? Deckt mich doch in meiner Not Gott mit seiner Gnaden, Der Gott, der mir seinen Sohn Selbst verehrt aus Liebe, Daß der ewge Spott und Hohn Mich nicht dort betrübe. 7. Ich bin Gottes, Gott ist mein; Wer ist, der uns scheide? Dringt das liebe Kreuz herein Mit dem bittern Leide, Laß es dringen, kommt es doch Von geliebten Händen; Kreuz⸗ und Trostlieder. 571 Schnell zerbricht des Kreuzes Joch, Wenn es Gott will wenden. 8. Kinder, die der Vater soll Ziehn zu allem Guten, Die gedeihen selten wohl Ohne Zucht und Ruten; Bin ich denn nun Gottes Kind, Warum will ich fliehen, Wenn er mich von meiner Sünd Auf was Guts will ziehen? 9. Es ist herzlich gut gemeint Mit der Christen Plagen; Wer hier zeitlich wohl geweint, Darf nicht ewig klagen. Wem hier Christus recht bewußt, Hat in Gottes Garten Droben die vollkommne Lust Endlich zu gewarten. 10. Gottes Kinder säen zwar Traurig und mit Tränen; Aber endlich bringt das Jahr, Wonach sie sich sehnen. Denn es kommt die Erntezeit, Da sie Garben machen; Da wird all ihr Gram und Leid Lauter Freud und Lachen. 11. Ei, so faß, o Christenherz, Alle deine Schmerzen; Wirf sie fröhlich hinterwärts, Laß des Trostes Kerzen Dich entzünden mehr und mehr; Gib dem großen Namen Deines Gottes Preis und Ehr. Er wird helfen. Amen. Paul Gerhardt, 1607— 1676. 57² Kreuz- und Trostlieder. — Mel.: Jesu, meine Freude. 405. Seele, sei zufrieden! Was dir Gott beschieden, Das ist alles gut; Treib aus deinem Herzen Ungeduld und Schmerzen, Fasse frischen Mut! Ist die Not dein täglich Brot, Mußt du weinen mehr als lachen, Gott wirds doch wohl machen. 2. Bringt der Feinde Menge Alles ins Gedränge, Was die Wahrheit liebt; Will man deinen Glauben Von dem Herzen rauben, Sei drum unbetrübt! Stellt man dir viel Elend für, Drohen der Verfolger Rachen, Gott wirds doch wohl machen. 3. Scheint der Himmel trübe, Fällt der Menschen Liebe Immer mehr dahin, Droht ein hart Geschicke Alle Augenblicke Dem erschrocknen Sinn, Nur Geduld, des Himmels Huld Sieht auf alle deine Sachen; Gott wirds doch wohl machen. 4. Ungeduld und Grämen Kann von uns nichts nehmen, Macht nur größern Schmerz; Wer sich widersetzet, Wird nur mehr verletzet; Drum Geduld, mein Herz! S.„ I„ V —— .—5668985569 Kreuz⸗ und Trostlieder. 5⁷ Aus dem Sinn mit Sorgen hin! Drücket gleich die Last dich Schwachen, Gott wirds doch wohl machen. 5. Wer ein Christ will heißen, Muß sich auch bellaßen, Alles anszwitehm Mag bei Ungewittern Erd und Himmel zittern, Ja zu Grunde gehn, Der steht fest, den Gott nicht läßt; Drum laß alle Wetter krachen; Gott wirds doch wohl machen. 6. Kronen soll der tragen, Der des Kreuzes Plagen In Geduld besiegt; Fröhlich ausgehalten, Und Gott lassen walten, Das macht recht vergnügt. Drum nimm dir, o Seele, für, Alles Unglück zu verlachen; Gott wirds doch wohl machen. Casseler Gesangbuch v. 1770. Eigene Melodie. 406.* Sollt es gleich bisweilen scheinen, Als wenn Gott verliez die Seinen, O, so glaub und weiß ich dies: Gott hilft endlich doch gewiß. 2. Hilfe, die er aufgeschoben, Hat er drum nicht aufgehoben; Hilft er nicht zu Aeder Frist, Hilft er doch, wenns nötig ist. 3. Gleich wie Väter nicht bald geben, Wonach ihre Kinder streben, Kreuz⸗ und Trostlieder. So hält Gott auch Maß und Ziel; Er gibt, wem und wann er will. 4. Seiner kann ich mich getrösten, Wenn die Not am allergrößten; Er ist gegen mich, sein Kind, Mehr als väterlich gesinnt. 5. Laß die Welt nur immer neiden, Will sie mich nicht länger leiden, Ei, so frag ich nichts darnach; Gott ist Richter meiner Sach. 6. Will sie mich gleich von sich treiben, Muß mir doch der Himmel bleiben; Wenn ich nur den Himmel krieg, Hab ich alles zur Genüg. 7. Ach Herr, wenn ich dich nur habe, Frag ich nicht nach andrer Gabe; Legt man mich gleich in das Grab, Gnug, Herr, wenn ich dich nur hab! Christoph Tietze, 1641— 1703. Mel.: Da Christus geboren war. 407. Treuer Wächter Israel, Des 1 freuet meine Seel, Der du weißt um alles Leid Deiner armen Christenheit, O du Wächter, der du nicht Schläfst noch schlummerst, zu uns richt Dein hilfreiches Angesicht. 2. Schau, wie große Not und Qual Trifft dein Volk jetzt überall; Täglich wird der Trübsal mehr; Hilf, ach hilf, schütz deine Lehr. Wir verderben, wir vergehn; Nichts wir sonst vor Augen ehn. Wo du nicht bei uns wirst stehn. A„-- L&EOO?ꝰe l 8.. X& Kreuz⸗ und Trostlieder. 57⁵ 3. Hoherpriester Jesu Christ, Der du eingegangen bist In den heilgen Ort zu Gott Durch dein Kreuz und bittern Tod, Uns versöhnt mit deinem Blut, Ausgelöscht der Hölle Glut, Wiederbracht das höchste Gut, 4. Sitzest in des Vaters Reich, Ihm an Macht und Ehre gleich, Unser einger Gnadenthron, Seine höchste Freud und Kron, Den er in dem Herzen trägt, Wie sich selbst zu lieben pflegt, Dem er keine Bitt abschlägt: 5. Kläglich schreien wir zu dir, Klopfen an die Gnadentür, Wir, die du mit höchstem Ruhm Dir erkauft zum Eigentum; Dein Erbarmen hat kein End; Deines Vaters Zorn abwend, Der jetzt wie ein Feuer brennt!l 6. Zeig ihm deine Wunden rot, Deine Marter, deinen Tod, Und was du mehr hast getan, Zeig ihm unsertwegen an; Sage, daß du unsre Schuld Hast bezahlet in Geduld, Uns erlanget Gnad und Huld! 7. Jesu, der du Jesus heißt, Als ein Jesus Hilfe leist! Hilf durch deine starke Hand, Menschenhilf hat sich gewandt; Eine Mauer um uns bau, Daß dem Feinde davor grau Und mit Zittern sie anschau. 576 Kreuz- und Trostlieder. 8. Liebster Herr, Immanuel, Du Beschützer meiner Seel, Gott mit uns in aller Not, Neben uns und in uns Gott, Gott für uns zu aller Zeit: Trotz dem, der uns tut ein Leid! Gottes Straf ist ihm bereit. 9. Deines Vaters starker Arm, Komm und unser dich erbarm, Jetzt laß sehen deine Macht, Drauf wir hoffen Tag und Nacht; Aller Feinde Macht zertrenn, Auf daß dich die Welt erkenn, Aller Herren Herren nenn. 10. Andre traun auf ihre Kraft, Auf ihr Glück und Ritterschaft, Deine Christen sehn auf dich, Trauen dir sich festiglich. Laß sie werden nicht zu Schand, Bleib ihr Helfer und Beistand, Sind sie dir doch ganz bekannt! 11. Du bist ja der Held und Mann, Der den Kriegen steuern kann, Der da Spieß und Schwert zerbricht, Der die Bogen macht zunicht, Der die Wagen gar verbrennt Und der Menschen Herzen wendt, Daß der Krieg gewinnt ein End. 12. Jesu, wahrer Friedensfürst, Der der Schlange hat zerknirscht Ihren Kopf durch seinen Tod, Frieden wiederbracht bei Gott, Gib uns Frieden gnädiglich, So wird dein Volk freuen sich, Dafür ewig preisen dich. Johann Heermann, 1585— 1647. SSSSCOSOESEEE SSVU SGoEDS SSOie 78 7 Kreuz⸗ und Trostlieder. Eigene Melodie. 408.* Von Gott will ich nicht lassen, Denn er läßt nicht von mir, Führt mich auf rechter Straßen, Da ich sonst irrte sehr. Er reicht mir seine Hand; Den Abend wie den Morgen Tut er mich wohl versorgen, Sei, wo ich woll, im Land. 2. Wenn sich der Menschen Hulde Und Wohltat all verkehrt, So findt sich Gott gar balde, Sein Macht und Gnad bewährt; Er hilft aus aller Not, Errett von Sünd und Schanden, Von Ketten und von Banden, Und wenns auch wär der Tod. 3. Auf ihn will ich vertrauen In meiner schweren Zeit; Es kann mich nicht gereuen, Er wendet alles Leid. Ihm sei es heimgestellt; Mein Leib, mein Seel, mein Leben Sei Gott dem Herrn ergeben; Er schaffs, wies ihm gefällt. 4. Es tut ihm nichts gefallen, Denn was mir nützlich ist; Er meints gut mit uns allen, Schenkt uns den Herren Christ, Sein allerliebsten Sohn. Durch ihn er uns bescheret, Was Leib und Seel ernähret; Lobt ihn ins Himmels Thron! 5. Lobt ihn mit Herz und Munde, Ihn, der uns beides schenkt!l 37 57⁸ Kreuz⸗ und Trostlieder. Das ist ein selge Stunde, Darin man sein gedenkt. Sonst verdirbt alle Zeit, Die wir zubringn auf Erden; Wir sollen selig werden Und bleibn in Ewigkeit. 6. Auch wenn die Welt vergehet Mit ihrem Stolz und Pracht, Nicht Ehr noch Gut bestehet, Das vor war groß geacht; Ja auch nach diesem Tod, Tief in die Erd begraben, Wenn wir geschlafen haben, Will uns erwecken Gott. 7. Die Seel bleibt unverloren, „Geführt in Abrams Schoß; Der Leib wird neugeboren, Von allen Sünden los, Ganz heilig, rein und zart, Ein Kind und Erb des Herren; Daran muß uns nicht irren Des Teufels listig Art. 8. Darum, ob ich schon dulde Hier Widerwärtigkeit, Wie ich auch wohl verschulde, Kommt doch die Ewigkeit, Ist aller Freuden voll; Dieselb ohn einigs Ende, Dieweil ich Christum kenne, Mir widerfahren soll. 9. Das ist des Vaters Wille, Der uns geschaffen hat;: Sein Sohn hat Guts die Fülle Erworben uns und Gnad; 6ee n— NN. 7 Kreuz⸗ und Trostlieder. 579 Auch' Gott der heilge Geist Im Glauben uns regieret, Zum Reich der Himmel führet. Ihm sei Lob, Ehr und Preis! Ludwig Helmbold, 1532— 1598. Eigene Melodie. 409. Warum betrübst du dich, mein Herz, Bekümmerst dich und trägest Schmerz Nur um das zeitlich Gut? Vertrau du deinem Herrn und Gott, Der alle Ding erschaffen hat! 2. Er kann und will dich lassen nicht, Er weiß gar wohl, was dir gebricht, Himmel und Erd ist sein, Mein Vater und mein Herre Gott, Der mir beisteht in aller Not. 3. Weil du mein Gott und Vater bist, Dein Kind wirst du verlassen nicht, Du väterliches Herz! Ich Staub und Asche habe hier Sonst keinen Trost als nur in dir. 4. Der Reich verläßt sich auf sein Gut, Ich aber will dir traun, mein Gott; Ob ich gleich werd veracht, So weiß ich und glaub festiglich: Wer dir vertraut, dem mangelts nicht. 5. Ach Gott, du bist noch heut so reich Als du gewesen ewiglich! Mein Trauen steht zu dir; Mach mich an meiner Seele reich, So hab genug ich ewiglich. 6. Der zeitlich Ehr will ich entbehrn, Willst du das Ewge mir gewährn, 37⁷⁷⁵ 58⁰0 Kreuz⸗ und Trostlieder. Das du erworben hast Durch deinen herben, bittern Tod, Das bitt ich dich, mein Herr und Gott! 7. Alles was ist auf dieser Welt, Es sei Gold, Silber oder Geld, Reichtum und zeitlich Gut, Das währt nur eine kleine Zeit Und hilft doch nicht zur Seligkeit. 8. Ich dank dir, Christ, o Gottes Sohn, Daß du mir solches kund getan Durch dein göttliches Wort. Verleih mir auch Beständigkeit Zu meiner Seelen Seligkeit! 9. Lob, Ehr und Preis sei dir gesagt Für all dein erzeigte Wohltat; Ich bitt demütiglich: Laß mich nicht von deim Angesicht Verstoßen werden ewiglich. Unbekannt 1545. Eigene Melodie. 410.* Warum sollt ich mich denn grämen? Hab ich doch Christum noch, Wer will mir den nehmen? Wer will mir den Himmel rauben, Den mir schon Gottes Sohn Beigelegt im Glauben? 2. Nackend lag ich auf dem Boden, Da ich kam, Da ich nahm Meinen ersten Odem. SE SE SEEEE ² SSS& V SOU G* hn/ en? Kreuz⸗ und Trostlieder. 58¹ Nackend werd ich auch hinziehen Wenn ich werd Von der Erd Als ein Schatten fliehen. 3. Gut und Blut, Leib, Seel und Leben Ist nicht mein, Gott allein Ist es, ders gegeben. Will ers wieder zu sich kehren, Nehm ers hin, Ich will ihn Dennoch fröhlich ehren. 4. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen, Dringt herein Angst und Pein, Sollt ich drum verzagen? Der es schickt, der wird es wenden; Er weiß wohl, Wie er soll All mein Unglück enden. 5. Gott hat mich bei guten Tagen Oft ergetzt; Sollt ich jetzt Nicht auch etwas tragen? Fromm ist Gott und schärft mit Maßen Sein Gericht, Kann mich nicht Ganz und gar verlassen. 6. Satan, Welt und ihre Rotten Können mir Nichts mehr hier Tun als meiner spotten. Laß sie spotten, laß sie lachen; Gott, mein Heil, Wird in Eil Sie zu schanden machen. 58² Kreuz⸗ und 2 Trostlieder. 7. Unverzagt und ohne Eranen Soll ein 55 rist,‚ Wo er ist Stets sich lassen schauen; Wollt ihn auch der Tod aufreiben, Soll der Mut Dennoch gut Und fein stille bleiben. 8. Kann uns doch kein Tod nicht töten, Sondern reißt Unsern Geist Aus viel tausend Nöten, Schleußt das Tor der bittern Leiden Und macht Bahn Da man kann Gehn zu Himmelsfreuden. 9. Allda will in süßen Schätzen Ich mein Herz Auf den Schmerz Ewiglich ergetzen. Hier ist kein vecht Gut zu sinden; Was die Welt In sich hält, Muß im Nu verschwinden. 10. Was sind dieses Lebens Güters Eine Hand Voller Sand, Kummer der Gemüter. Dort, dort sind die edlen Gaben, Da mein Hirt Christus wird Mich ohn Ende laben. 11. Herr, mein Hirt, Brunn aller Freuden, Du bist mein, Ich bin dein, Miemand kann uns scheiden. ten, uden, Kreuz⸗ und Trostlieder. 58³ Ich bin dein, weil du dein Leben Und dein Blut Mir zu gut In den Tod gegeben. 12. Du bist mein, weil ich dich fasse Und dich nicht, O mein Licht, Aus dem Herzen lasse. Laß mich, laß mich hingelangen, Da du mich Und ich dich Ewig werd umfangen. Paul Gerhardt. 1607-1676. Eigene Melodie. 411.* Was Gott tut, das ist wohlgetan, Es bleibt gerecht sein Wille. Wie er fängt meine Sachen an, Will ich ihm halten stille. Er ist mein Gott, Der in der Not Mich wohl weiß zu erhalten, Drum laß ich ihn nur walten. 2. Was Gott tut, das ist wohlgetan, Er wird mich nicht betrügen. Er führet mich auf rechter Bahn, So laß ich mir genügen An seiner Huld Und hab Geduld; Er wird mein Unglück wenden, Es steht in seinen Händen. 3. Was Gott tut, das ist wohlgetan, Er wird mich wohl bedenken. Er als mein Arzt und Wundermann Wird mir nicht Gift einschenken 58⁴4 Kreuz⸗ und Trostlieder. Für Arzenei. Gott ist getreu, Drum will ich auf ihn bauen Und seiner Güte trauen. 4. Was Gott tut, das ist wohlgetan, Er ist mein Licht und Leben, Der mir nichts Böses gönnen kann. Ich will mich ihm ergeben In Freud und Leid; Es kommt die Zeit, Da öffentlich erscheinet, Wie treulich er es meinet. 5. Was Gott tut, das ist wohlgetan; Muß ich den Kelch gleich schmecken, Der bitter ist nach meinem Wahn, Laß ich mich doch nicht schrecken, Weil doch zuletzt Ich werd ergetzt Mit süßem Trost im Herzen, Da weichen alle Schmerzen. 6. Was Gott tut, das ist wohlgetan, Dabei will ich verbleiben; Es mag mich auf die rauhe Bahn Not, Tod und Elend treiben, So wird Gott mich Ganz väterlich In seinen Armen halten; Drum laß ich ihn nur walten. Samuel Rodigast, 1649— 1708. Eigene Melodie. 412.* Was mein Gott will, gescheh allzeit, Sein Will der ist der beste. Zu helfen den'n er ist bereit, Die an ihn glauben feste. ——— Kreuz⸗ und Trostlieder. 58⁵5 Er hilft aus Not, der fromme Gott, Und züchtiget mit Maßen; Wer Gott vertraut, fest auf ihn baut, Den will er nicht verlassen. 2. Gott ist mein Trost, mein Zuversicht, Mein Hoffnung und mein Leben. Was mein Gott will, daß mir geschicht, Will ich nicht widerstreben; Sein Wort ist wahr, denn all mein Haar Er selber hat gezählet; Er hüt und wacht, stets für uns tracht, Auf daß uns gar nichts fehlet. 3. Drum will ich gern von dieser Welt Hinfahrn nach Gottes Wille Zu meinem Gott; wenns ihm gefällt, Will ich ihm halten stille. Mein arme Seel ich Gott befehl In meiner letzten Stunden; Du frommer Gott, Sünd, Höll und Tod Hast du mir überwunden. ö 4. Noch eins, Herr, will ich bitten dich, Du wirst mirs nicht versagen: Wenn mich der böse Feind ansicht, Laß mich, Herr, nicht verzagen. Hilf, steur und wehr, ach Gott, mein Herr, Zu Ehren deinem Namen. Wer das begehrt, dem wirds gewährt; Drauf sprech ich fröhlich Amen. Albrecht, Markgraf von Brandenburg⸗Kulmbach(2), 1522—1557. Eigene Melodie. 413.* Wenn wir in höchsten Nöten sein Und wissen nicht, wo aus noch ein Und finden weder Hilf noch Rat, Ob wir gleich sorgen früh und spat, 586 Kreuz⸗ und Trostlieder. So ist dies unser Trost allein, Daß wir zusammen insgemein Dich anrufen, o treuer Gott, Um Rettung aus der Angst und Not, 3. Und heben unser Aug und Herz Zu dir in wahrer Reu und Schmerz Und flehen um Begnadigung Und aller Strafen Linderung, 4. Die du verheißest gnädiglich Allen, die darum bitten dich Im Namen deins Sohns Jesu Christ, Der unser Heil und Fürsprech ist. 5. Drum kommen wir, o Herre Gott, Und klagen dir all unsre Not, Weil wir jetzt stehn verlassen gar In großer Trübsal und Gefahr. 6. Sieh nicht an unsre Sünden groß, Sprich uns davon aus Gnaden los; Steh uns in unserm Elend bei, Mach uns 1 allen Plagen frei, 7. Auf daß von Herzen können wir Nachmals mit Freuden danken dir, Gehorsam sein nach deinem Wort, Dich allzeit preisen hier und dort. Paul Eber,‚, 1511— 1569. Mel.: Was mein Gott will, gescheh allzeit. 414. Wer Gott duf Erd hat wohl gebaut Im Himmel und auf Erden; Wer sich verläßt auf Jesum Christ, Dem muß der Himmel werden. Darum auf dich all Hoffnung ich Will fest und sicher setzen, Herr Jesu Christ, mein Trost du bist In Todesnot und Schmerzen. Kreuz⸗ und Trostlieder. 587 2. Und wenns gleich wär dem Teufel sehr Und aller Welt zuwider, Dennoch so bist du, Jesu Christ, Der sie all schlägt darnieder. Und wenn ich dich nur hab um mich Mit deinem Geist und Gnaden, So kann fürwahr mir ganz und gar Nicht Tod noch Teufel schaden. 3. Dein tröst ich mich ganz sicherlich; Denn du kannst mirs wohl geben, Was mir ist not, du treuer Gott, Für dies und jenes Leben. Gib wahre Reu, mein Herz erneu, Errette Leib und Seele. Ach höre, Herr, dies mein Begehr, Und laß mein Bitt nicht fehlen. Vers 1 von Joachim Magdeburg, 1525—1588. — Eigene Melodie. 415.* Wer nur den lieben Gott läßt walten Und hoffet auf ihn allezeit, Den wird er wunderlich erhalten In aller Not und Traurigkeit. Wer Gott, dem Allerhöchsten, traut, Der hat auf keinen Sand gebaut. 2. Was helfen uns die schweren Sorgen, Was hilft uns unser Weh und Ach? Was hilft es, daß wir alle Morgen Beseufzen unser Ungemach? Wir machen unser Kreuz und Leid Nur größer durch die Traurigkeit. 3. Man halte nur ein wenig stille Und sei doch in sich selbst vergnügt, Wie unsres Gottes Gnadenwille, Wie sein Allwissenheit es fügt. 588 Kreuz⸗ und Trostlieder. Gott, der uns ihm hat auserwählt, Der weiß auch sehr wohl, was uns fehlt. 4. Er kennt die rechten Freudenstunden, Er weiß wohl, wann es nützlich sei; Wenn er uns nur hat treu erfunden Und merket keine Heuchelei, So kommt Gott, eh wirs uns versehn, Und lässet uns viel Guts geschehn. 5. Denk nicht in deiner Drangsalshitze, Daß du von Gott verlassen seist, Und daß der Gott im Schoße sitze, Der sich mit stetem Glücke speist. Die Folgezeit verändert viel Und setzet jeglichem sein Ziel. 6. Es sind ja Gott sehr leichte Sachen, Und ist dem Höchsten alles gleich, Den Reichen klein und arm zu machen, Den Armen aber groß und reich; Gott ist der rechte Wundermann, Der bald erhöhn, bald stürzen kann. 7. Sing, bet und geh auf Gottes Wegen, Verricht das Deine nur getreu Und trau des Himmels reichem Segen, So wird er bei dir werden neu; Denn welcher seine Zuversicht Auf Gott setzt, den verläßt er nicht. Georg Neumark, 1621—1681. Mel.: Herr, wie du willst, so schicks mit mir. 416. Wie Gott mich führt, so will ich gehn Ohn alles Eigenwählen:; Geschieht, was er mir ausersehn, Wird mirs an keinem fehlen. , Kreuz⸗ und Trostlieder. 589 Wie er mich führt, so geh ich mit Und folge willig Schritt vor Schritt In kindlichem Vertrauen. 2. Wie Gott mich führt, so bin ich still Und folge seinem Leiten, Obgleich im Fleisch der Eigenwill Will öfters widerstreiten. Wie Gott mich führt, bin ich bereit In Zeit und auch in Ewigkeit Stets seinen Schluß zu ehren. 3. Wie Gott mich führt, bin ich vergnügt, Ich ruh in seinen Händen. Wie er es schickt und mit mir fügt, Wie ers will kehrn und wenden, Sei ihm hiermit ganz heimgestellt; Er mach es, wie es ihm gefällt, Zum Leben oder Sterben. 4. Wie Gott mich führt, so geb ich mich In seinen Vaterwillen. Scheints der Vernunft gleich wunderlich, Sein Rat wird doch erfüllen, Was er in Liebe hat bedacht, Eh er mich an das Licht gebracht; Ich bin ja nicht mein eigen. 5. Wie Gott mich führt, so bleib ich treu Im Glauben, Hoffen, Leiden. Steht er mit seiner Kraft mir bei; Was will mich von ihm scheiden? Ich fasse in Geduld mich fest; Was Gott mir widerfahren läßt, Muß mir zum besten dienen. 6. Wie Gott mich führt, so will ich gehn, Es geh durch Dorn und Hecken. Von vornen läßt sich Gott nicht sehn, Zuletzt wird ers aufdecken, 590 Kreuz⸗ und Trostlieder. Wie er nach seinem Vaterrat Mich treu und wohl geführet hat; Dies sei mein Glaubensanker. Lampertus Gedicke, 16838— 1735. Mel.: Alles ist an Gottes Segen. 41⁷. Wunderanfang, herrlich Ende, Wo die wunderweisen Hände Gottes führen ein und aus! Wunderweislich ist sein Raten, Wunderherrlich seine Taten, Und du sprichst: Wo wills hinaus? 2. Denke doch, es muß so gehen, Was Gott weislich heißt geschehen Ihm und dir zur Herrlichkeit. Ob der Anfang seltsam scheinet, Ist das End doch gut gemeinet, Friede folget nach dem Streit. 3. Gottes Weg ist in den Flüssen Und in großen Wassergüssen, Und du spürst nicht seinen Fuß; So auch in dem Meer der Sorgen Hält Gott seinen Pfad verborgen, Daß man nach ihm suchen muß. 4. Kein Besinnen kann ersinnen, Wo man könne Hilf gewinnen, Die Vernunft ist hier zu blind; Ihre halbgebrochnen Augen Nicht in das Verborgne taugen, Dem sie allzu blöde sind. 5. Gott muß man in allen Sachen, Weil er alles wohl kann machen, End und Anfang geben frei. Er wird, was er angefangen, Lassen so ein End erlangen, Daß es wunderherrlich sei. *— Kreuz⸗ und Trostlieder. 591 6. Drum so laß dir nimmer grauen, Lerne deinem Gott vertrauen, Sei getrost und gutes Muts. Er, fürwahr, er wird es führen, Daß dus wirst am Ende spüren, Wie er dir tut lauter Guts. 7. Du wirst an den Fingern zählen Und nicht vor der Welt verhehlen, Was die blinde Welt nicht kennt. Er wird dir dein Kreuz versüßen, Daß du wirst bekennen müssen: Wunderanfang, herrlich End! Heinrich Arnold Stockfleth, 1643— 1708. Mel.: Vater unser im Himmelreich. 418. Zu deinen Füßen liege ich, Mein Jesu, blicke doch auf mich! Du bist der Arzt und Wundermann, Der allezeit erretten kann; Drum, bin ich gleich von Hilfe bloß, Leg ich mich doch in deinen Schoß. 2. Die Seele mach am ersten heil, Mein Jesu, meines Herzens Teil; Besprenge mich mit deinem Blut Und mach all meine Sünden gut Und gib mir nach vergebner Schuld Bei meiner Schwachheit auch Geduld. 3. Berühre mich mit deiner Hand, Die so viel Böses abgewandt. Dein Leib mich speise, da ich krank, Dein Blut sei meiner Seele Trank. Ich will wie Lazarus allein In Krankheit auch der deine sein. 592 Sterben und Begräbnis. 4. Wenns meiner Seele selig ist, So heile mich, Herr Jesu Christ! Soll sterben aber besser sein, Wohl mir, auf Jesum schlaf ich ein. Machs, Jesu, Jesu, durch dein Blut Mit mir an Leib und Seele gut! Christoph Heinrich Zeibich, 1677.—1748. F. Jieder von den letzten Ningen. I. Sterben und Begräbnis. 419 Eigene Melodie. 419. Ach wie flüchtig, ach wie nichtig Ist der Menschen Leben! Wie ein Nebel bald entstehet Und auch wieder bald vergehet, So ist unser Leben, sehet! 2. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig Sind der Menschen Tage! Wie ein Sturm beginnt zu rinnen Und mit Laufen nicht hält innen, So fährt unsre Zeit von hinnen. 3. Ach wie flüchtig, ach wie nichtig Ist der Menschen Freude! Wie sich wechseln Stund und Zeiten, Licht und Dunkel, Fried und Streitén, So sind unsre Fröhlichkeiten. 4. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig Ist der Menschen Schöne! Wie ein Blümlein bald vergehet, Wenn ein rauhes Lüftlein wehet, So ist unsre Schöne, sehet! Sterben und Begräbnis. 593 5. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig Sind der Menschen Schätze! Es kann Glut und Flut entstehen, Dadurch, eh wirs uns versehen, Alles muß zu Trümmern gehen. 6. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig Ist der Menschen Prangen! Der in Purpur hoch vermessen Ist als wie ein Gott gesessen, Dessen wird im Tod vergessen. 7. Ach wie flüchtig, ach wie nichtig Sind der Menschen Sachen! Alles, alles, was wir sehen, Das muß fallen und vergehen. Wer Gott fürcht, wird ewig stehen. Michael Franck, 1609— 1667. Eigene Melodie. 420.4* Alle Menschen müssen sterben, Alles Fleisch vergeht wie Heu; Was da lebet, muß verderben, Soll es anders werden neu. Dieser Leib der muß verwesen, Wenn er anders soll genesen Der so großen Herrlichkeit, Die den Frommen ist bereit. 2. Drum so will ich dieses Leben, Wenn es meinem Gott beliebt, Auch ganz willig von mir geben, Bin darüber nicht betrübt; Denn in meines Jesu Wunden Hab ich nun Erlösung funden, Und mein Trost in Todesnot Ist des Herren Jesu Tod. 38 594 Sterben und Begräbnis. 3. Jesus ist für mich gestorben, Und sein Tod ist mein Gewinn. Er hat mir das Heil erworben; Drum fahr ich mit Freuden hin, Hin aus diesem Weltgetümmel In den schönen Gotteshimmel, Da ich werde allezeit Schauen die Dreifaltigkeit. 4. Da wird sein das Freudenleben, Da viel tausend Seelen schon Sind mit Himmelsglanz umgeben, Dienen Gott vor seinem Thron; Da die inn prangen Und das hohe Lied anfangen: Heilig, heilig, heilig heißt Gott der Vater, Sohn und Geist! 5. Da die Patriarchen wohnen, Die Propheten allzumal, Wo auf ihren Ehrenthronen Sitzet der zwölf Boten Zahl; Wo in so viel tausend Jahren Alle Frommen hingefahren, Da wir unserm Gott zu Ehrn Ewig Halleluja hörn. 6. O Jerusalem, du schöne, Ach wie helle glänzest du! Ach wie lieblich Lobgetöne Hört man da in sanfter Ruh!l O der großen Freud und Wonnel Jetzund gehet auf die Sonne, Jetzund gehet an der Tag, Der kein Ende nehmen mag. 7. Ach, ich habe schon erblicket Alle diese Herrlichkeit; Jetzo werd ich schön geschmücket Mit dem weißen Himmelskleid; Mit der goldnen Ehrenkrone Steh ich da vor Gottés Throne, Schaue solche Freude an, Die kein Ende nehmen kann. Johann Georg Albinus, 1624— 1679. Mel.: Herzlich tut mich verlangen. 421. Bedenke, Mensch, das Ende, Bedenke deinen Tod. Der Tod kommt oft behende; Wer heute frisch und rot, Kann morgen und geschwinder Hinweg gestorben sein; Drum bilde dir, o Sünder, Ein täglich Sterben ein. 2. Bedenke, Mensch, das Ende, Bedenke das Gericht. Es müssen alle Stände Vor Jesu Angesicht. Kein Mensch ist ausgenommen, Hier muß ein jeder dran Und wird den Lohn bekommen, Nachdem er hat getan. 3. Bedenke, Mensch, das Ende, Der Höllen Angst und Leid, Daß dich nicht Satan blende Mit seiner Eitelkeit. Hier ist ein kurzes Freuen, Dort aber ewiglich Ein kläglich Schmerzensschreien; Ach Sünder, hüte dich! 4. Bedenke, Mensch, das Ende, Bedenke stets die Zeit, Sterben und Begräbnis. 38⁷ 596 Sterben und Begräbnis. Daß dich ja nichts abwende Von jener Herrlichkeit, Damit vor Gottes Throne Die Seele wird gepflegt. Dort ist die Lebenskrone Den Frommen beigelegt. 5. Herr, lehre mich bedenken Der Zeiten letzte Zeit, Daß sich nach dir zu lenken, Mein Herze sei bereit. Laß mich den Tod betrachten Und deinen Richterstuhl, Laß mich auch nicht verachten Der Hölle Feuerpfuhl. 6. Hilf, Gott, daß ich in Zeiten. Auf meinen letzten Tag Mit Buße mich bereiten Und täglich sterben mag. Im Tod und vor Gerichte Steh mir, o Jesu, bei, Daß ich im Himmelslichte Zu wohnen würdig sei. Salomo Liscow, 1640— 1689. Mel.: Nun laßt uns den Leib begraben. 422. Begrabt den Leib in seine Gruft, Bis ihm des Richters Stimme ruft! Wir säen ihn, einst blüht er auf Und steigt verklärt zu Gott hinauf. 2. Aus Staube schuf ihn einst der Herr; Er war schon Staub und wirds nun mehr; Er liegt, er schläft, verwest, erwacht Dereinst aus dieses Todes Nacht. Vz Sterben und Begräbnis. 597 3. Des Frommen Seele lebt bei Gott, Der sie aus aller ihrer Not, Aus aller ihrer Missetat Durch seinen Sohn erlöset hat. 4. Er wandelt' hier im finstern Tal, Er duldete viel Schmerz und Qual. Du trugest Jesu Christi Joch, Entschlümmertest und lebest noch. 5. Er litt viel mehr, der uns versöhnt Und himmlisch seine Sieger krönt; O Lohn, o Lohn für wenig Pein! Dann wirds wie Träumenden uns sein. 6. Nun, du Erlöster, schlaf in Ruh! Wir gehn nach unsern Hütten zu Und machen zu der Ewigkeit Mit Freud und Zittern uns bereit. 7. Ach Jesu Christ, dein bittrer Tod Stärk uns in unsrer letzten Not! Laß unsre ganze Seele dein Und selig unser Ende sein! Nach Michael Weiße, 4 1542. Eigene Melodie. 423.* Christus, der ist mein Leben, Sterben ist mein Gewinn; Dem tu ich mich ergeben, Mit Fried fahr ich dahin. 2. Mit Freud fahr ich von dannen Zu Christ, dem Bruder mein, Auf daß ich zu ihm komme Und ewig bei ihm sei. 3. Ich hab nun überwunden Kreuz, Leiden, Angst und Not; Durch seine heilgen Wunden Bin ich versöhnt mit Gott. 598 Sterben und Begräbnis. 4. Wenn meine Kräfte brechen, Mein Atem geht schwer aus, Und kann kein Wort mehr sprechen, Herr, nimm mein Seufzen auf! 5. Wenn mein Herz und Gedanken Zergehn als wie ein Licht, Das hin und her tut wanken, Wenn ihm die Flamm gebricht, 6. Alsdann fein sanft und stille, Herr, laß mich schlafen ein Nach deinem Rat und Willen, Wann kommt mein Stündelein, 7. Und laß mich an dir kleben Wie eine Klett am Kleid Und ewig bei dir leben In Himmelswonn und Freud. 8. Wohl in des Himmels Throne Sing ich Lob, Ehr und Preis Gott Vater und dem Sohne Und auch dem heilgen Geist. Mel.: O Welt, ich muß dich lassen. 424. Die Herrlichkeit der Erden Muß Rauch und Asche werden, Kein Fels, kein Erz kann stehn. Was uns hier kann ergötzen, Was wir für ewig schätzen, Wird als ein leichter Traum vergehn. 2. Der Ruhm, nach dem wir trachten, Den wir unsterblich achten, Ist nur ein falscher Wahn; Sobald der Geist gewichen Und dieser Mund erblichen, Fragt keiner, was man hier getan. Unbekannt 1609. Sterben und Begräbnis. 599 3. Es hilft nicht Kunst noch Wissen, Wir werden hingerissen Ohn einen Unterscheid. Was nützt der Schlösser Menge? Dem hie die Welt zu enge, Dem wird ein enges Grab zu weit. 4. Dies alles wird zerrinnen, Was Müh und Fleiß gewinnen Und saurer Schweiß erwirbt. Was Menschen hier besitzen, Kann für den Tod nicht nützen; Dies alles stirbt uns, wenn man stirbt. 5. Ist eine Lust, ein Scherzen, Das nicht ein heimlich Schmerzen Mit Herzensangst vergällt? Was ists, womit wir prangen? Wo wirst du Ehr erlangen, Die nicht in Hohn und Schmach verfällt? 6. Was pocht man auf die Throne, Da keine Macht noch Krone Kann unvergänglich sein? Es mag vom Totenreihen Kein Zepter dich befreien, Kein Purpur, Gold noch edler Stein. 7. Wie eine Rose blühet, Wenn sie die Sonne siehet Begrüßen diese Welt, Die, eh der Tag sich neiget, Eh sich der Abend zeiget, Verwelkt und unversehns abfällt, 8. So wachsen wir auf Erden Und hoffen groß zu werden, Von Schmerz und Sorgen frei; Doch eh wir zugenommen Und recht zur Blüte kommen, Bricht uns des Todes Sturm entzwei. 600 Sterben und Begräbnis. 9. Wir rechnen Jahr auf Jahre; Indessen wird die Bahre Uns vor die Tür gebracht. Drauf müssen wir von hinnen Und, eh wir uns besinnen, Der Erde sagen gute Nacht. 10. Auf, Herz, wach und bedenke, Daß dieser Zeit Geschenke Den Augenblick nur dein. Was du zuvor genossen, Ist als ein Strom verflossen; Was künftig,— wessen wird es sein? 11. Verlache Welt und Ehre Samt falscher Kunst und Lehre Und geh den Herren an, Der immer König bleibet, Den keine Zeit vertreibet, Der einzig ewig machen kann. 12. Wohl dem, der auf ihn trauet, Er hat recht fest gebauet, Und ob er hier gleich fällt, Wird er doch dort bestehen Und nimmermehr vergehen, Weil ihn die Stärke selbst erhält. Andregs Gryphius, 1616—1664. „Mel.: Schwing dich auf zu deinem Gott. 425. Einen guten Kampf hab ich Auf der Welt gekämpfet; Denn Gott hat so gnädiglich Meine Not gedämpfet, Daß ich meines Lebens Lauf Seliglich vollendet Und die Seele himmelauf Christo zugesendet. — S SDGO Sterben und Begräbnis. 60¹ 2. Forthin ist mir beigelegt Der Gerechten Krone, Die mir wahre Freud erregt In des Himmels Throne; Forthin meines Lebens Licht, Dem ich hier vertrauet, Nämlich Gottes Angesicht Meine Seele schauet. 3. Dieser schnöden, bösen Welt Jämmerliches Leben Mir nun länger nicht gefällt; Drum ich mich ergeben Meinem Jesu, da ich bin Jetzt in lauter Freuden, Denn sein Tod ist mein Gewinn Und mein Trost sein Leiden. 4. Gute Nacht, ihr meine Freund, Ihr, o meine Lieben! Alle, die ihr um mich weint, Laßt euch nicht betrüben Diesen Hingang, den ich tu In die Erde nieder; Schaut, die Sonne geht zur Ruh, Kommt doch endlich wieder. Heinrich Albert, 1604—1651. 7 Eigene Melodie. 426. Es ist genug! Mein matter Sinn Sehnt sich dahin, Wo meine Väter schlafen. Ich habe endlich guten Fug; Es ist genug, Ich muß mir Ruh verschaffen. 2. Ich bin ermüdt, ich hab geführt Des Tages Bürd, Es muß einst Abend werden. 60 Sterben und Begräbnis. Erlös mich, Herr, spann aus den Pflug, Es ist genug! Nimm von mir die Beschwerden. 3. Die große Last hat mich gedrückt, Ja fast erstickt So manche lange Jahre. Ach laß mich finden, was ich such! Es ist genug, Ist Zeit, daß ich heimfahre. 4. Nun gute Nacht, ihr meine Freund, Ihr meine Feind, Ihr Guten und ihr Bösen, Euch folgt die Treue für Betrug. Es ist genug, Mein Gott will mich auflösen. 5. So nimm nun hin, Herr, meine Seel, Die ich befehl In deine Händ und Pflege; Schreib sie ein in das Lebensbuch! Es ist genug, Ich will mich schlafen legen. 6. Nicht besser soll es mir ergehn, Als wie geschehn Den Vätern, die erworben Durch ihren Tod des Lebens G'ruch. Es ist genug, Es sei also gestorben. Eigene Melodie. 427. Es ist genug! So nimm, Herr, meinen Zu Zions Geistern hin,(Geist Lös auf das Band, das allgemächlich reißt, Befreie diesen Sinn, Unbekannt. Sterben und Begräbnis. 60 Der sich nach seinem Gotte sehnet, Der täglich klagt und nächtlich tränet: Es ist genug. 2. Es ist genug des Jammers, der mich Die sündliche Begier(drückt; Mit ihrem Gift hat mich fast gar erstickt, Nichts Gutes wohnt in mir. Was kläglich mich von Gotte trennet, Was täglich im Gewissen brennet, Des ist genug. 3. Es ist genug des Kreuzes, das mir fast Den Rücken wund gemacht. Wie schwer, o Gott, wie hart ist diese Last! Ich netze manche Nacht Die harte Lagerstatt mit Tränen; Wie lang, wie lang muß ich mich sehnen? Es ist genug. 4. Es ist genug, wenn nur mein Jesus will, Er kennet ja mein Herz; Ich harre sein und halt indessen still, Bis er mir allen Schmerz, Der meine sieche Brust abnaget, Zurücke legt und zu mir saget: Es ist genug. 5. Es ist genug! Herr, wenn es dir gefällt, So spanne mich doch aus! Mein Jesus kommt; nun gute Nacht, O Welt, ich fahr ins Himmels Haus; Ich fahre sicher hin im Frieden, Mein großer Jammer bleibt darnieden. Es ist genug. Franz Joachim Burmeister, 4 1688. 60⁰⁴ Sterben und Begräbnis. Eigene Melodie. 428.“* Freu dich sehr, o meine Seele, Und vergiß all Not und Qual, Weil dich nun Christus, dein Herre, Ruft aus diesem Jammertal. Aus Trübsal und großem Leid Sollst du fahren in die Freud, Die kein Ohr jemals gehöret, Die in Ewigkeit auch währet. 2. Tag und Nacht hab ich gerufen Zu dem Herren, meinem Gott, Weil mich stets viel Kreuz betroffen, Daß er mir Entt aus der Not. Wie sich sehnt ein Wandersmann Nach dem Ende seiner Bahn, So hab ich gewünschet eben, Daß sich enden mög mein Leben. 3. Denn gleich wie die Rosen stehen Unter Dornenspitzen gar, Also auch die Christen gehen Durch viel Not, Angst und Gefahr. Wie die Meereswellen sind Und der ungestüme Wind, Also ist allhier auf Erden Unser Lauf voller Beschwerden. 4. Welt und Teufel, Sünd und Hölle, Unser eigen Fleisch und Blut Plagen stets hier unsre Seele, Lassen uns bei keinem Mut. Wir sind voller Angst und Plag, Lauter Kreuz sind unfre Tag; Gleich wenn wir geboren werden, Findt sich Jammer gnug auf Erden. 5. Wenn die Morgenröt herleuchtet Und der Schlaf sich von uns wendt, Sterben und Begräbnis. 60⁵ Sorg und Kummer daher schleichet, Müh findt sich an allem End. Unsre Tränen sind das Brot, So wir essen früh und spät; Wenn die Sonn nicht mehr tut scheinen, Ist nur lauter Klag und Weinen. 6. Drum, Herr Christ, du Morgensterne, Der du ewiglich aufgehst, Sei von mir jetzund nicht ferne, Weil mich dein Blut hat erlöst; Hilf, daß ich mit Fried und Freud Mög von hinnen fahren heut; Ach, sei du mein Licht und Straße, Mich mit Beistand nicht verlasse. 7. In dein Seite will ich fliehen Auf dem bittern Todesgang; Durch dein Wunden will ich ziehen Ins himmlische Vaterland. In das schöne Paradies, Das dein Wort dem Schächer wies, Wirst du mich, Herr Christ, einführen Und mit ewger Klarheit zieren. 8. Ob mir schon die Augen brechen, Das Gehör auch gar verschwindt, Meine Zung nicht mehr kann sprechen, Mein Verstand sich nicht besinnt, Bist du doch mein Licht und Hort, Leben, Weg Uund Himmelspfort; Du wirst mich in Gnad regieren, Auf der rechten Bahn heimführen. 9. Laß dein Engel mit mir fahren Auf Elias Wagen rot, Meine Seele wohl bewahren Wie einst Lazarum im Tod. 60 Sterben und Begräbnis. Laß sie vuhn in deinem Schoß Und erfülle sie mit Trost, Bis der Leib kommt aus der Erden, Und sie beid vereinigt werden. 10. Freu dich sehr, o meine Seele, Und vergiß all Not und Qual, Weil dich nun Christus, dein Herre, Ruft aus diesem Jammertal. Seine Freud und Herrlichkeit Sollst du sehn in Ewigkeit, Mit den Engeln jubilieren, In Ewigkeit triumphieren. Unbekannt, um 1615. Mel.: Jesus, meine Zuversicht. 429. Geht nun hin und grabt mein Grab, Denn ich hin des Wanderns müde; Von der Erde scheid ich ab, Denn mir ruft des Himmels Friede, Denn mir winkt die süße Ruh Von den Engeln droben zu. 2. Geht nun hin und grabt mein Grab, Meinen Lauf hab ich vollendet; Lege nun den Wanderstab Hin, wo alles Irdsche endet, Lege selbst mich nun hinein In das Bette sonder Pein. 3. Was soll ich hienieden noch In dem dunkeln Tale machen? Denn wie mächtig, stolz und hoch Wir auch stellen unsfre Sachen, Muß es doch wie Sand zergehn, Wenn die Winde drüber wehn. 4. Darum, Erde, fahre wohl, Laß mich nun in Frieden scheiden! Sterben und Begräbnis. 60⁷ Deine Hoffnung, ach, ist hohl, Deine Freuden selber Leiden, Deine Schönheit Unbestand, Eitel Wahn und Trug und Tand. 5. Darum letzte gute Nacht, Sonn und Mond und liebe Sterne, Fahret wohl mit eurer Pracht, Denn ich reis in weite Ferne, Reise hin zu jenem Glanz, Worin ihr verschwindet ganz. 6. Die ihr nun in Trauern geht, Fahret wohl, ihr lieben Freundel Was von oben niederweht, Tröstet ja des Herrn Gemeinde; Weint nicht ob dem eiteln Schein; Droben nur kann ewig sein. 7. Weinet nicht, daß nun ich will Von der Welt den Abschied nehmen, Daß ich aus dem Irrtum will, Aus dem Schatten, aus dem Schemen, Aus dem Eiteln, aus dem Nichts Hin ins Land des ewgen Lichts. 8. Weinet nicht! Mein süßes Heil, Meinen Heiland hab ich funden, Und ich habe auch mein Teil In den warmen Herzenswunden, Woraus einst sein heilig Blut Floß der ganzen Welt zu gut. 9. Weint nicht! Mein Erlöser lebt! Hoch vom finstern Erdenstaube Hell empor die Hoffnung schwebt, Und der Himmelsheld, der Glaube, Und die ewge Liebe spricht: Kind des Vaters, zittre nicht! Ernst Moritz Arndt, 1769— 1860. 60⁰⁸ Sterben und Begräbnis. Mel.: Vater unser im Himmelreich. 430.Herr Jesu Christ, wahr Menschund Gott, Der du littst Marter, Angst und Spott, Für mich am Kreuz auch endlich starbst Und mir des Vaters Huld erwarbst, Ich bitt durchs bittre Leiden dein, Du wollst mir Sünder gnädig sein. 2. Wenn ich nun komm in Sterbensnot; Und ringen werde mit dem Tod, Wenn mir vergeht all mein Gesicht Und meine Ohren hören nicht, Wenn meine Zunge nicht mehr spricht Und mir vor Angst mein Herz zerbricht, 3. Wenn mein Verstand sich nicht besinnt, Mir alle Menschenhilf zerrinnt, So komm, o Herr Christ, mir behend Zu Hilf an meinem letzten End Und führ mich aus dem Jammertal; Verkürz mir auch des Todes Qual. 4. Die bösen Geister von mir treib, Mit deinem Geist stets bei mir bleib, Bis sich die Seel vom Leib abwendt, So nimm sie, Herr, in deine Händ; Der Leib hab in der Erd sein Ruh, Bis kommt der jüngste Tag herzu. 5. Ein fröhlich Auferstehn verleih, Dann im Gericht mein Fürsprech sei Und meiner Sünd nicht mehr gedenk, Aus Gnaden mir das Leben schenk, Wie du hast zugesaget mir In deinem Wort, das trau ich dir: 6.„Fürwahr, fürwahr, euch sage ich, Wer mein Wort hält und glaubt an mich, Sterben und Begräbnis. 609 Der wird nicht kommen ins Gericht Und den Tod ewig schmecken nicht; Und ob er gleich hier zeitlich stirbt, Mit nichten er drum gar verdirbt; 7. Sondern ich will mit starker Hand Ihn reißen aus des Todes Band Und zu mir nehmen in mein Reich; Da soll er dann mit mir zugleich In Freuden leben ewiglich.“ Dazu hilf uns ja gnädiglich. 8. Ach Herr, vergib all unsre Schuld, Hilf, daß wir warten mit Geduld, Bis unser Stündlein kommt herbei, Auch unser Glaub stets wacker sei, Dem Wort zu trauen festiglich, Bis wir entschlafen seliglich. Paul Eber, 1511— 1569. Eigene Melodie. 431. Herzlich tut mich verlangen Nach einem selgen End, Weil ich hier bin umfangen Mit Trübsal und Elend; Ich hab Lust abzuscheiden Von dieser argen Welt, Sehn mich nach ewgen Freuden; O Jesu, komm nur bald. 2. Du hast mich ja erlöset Von Sünd, Tod, Teufel, Höll; Es hat dein Blut gekostet, Drauf ich mein Hoffnung stell. Warum sollt mir denn grauen Vorm Tod, dem Fluch der Sünd? Weil ich auf dich tu bauen, Bin ich ein selig Kind. 6¹⁰ Sterben und Begräbnis. 4. Der Leib zwar in der Erden Zu Staub und Asche kehrt, Doch auferweckt soll werden, Durch Christum schön verklärt, Wird leuchten als die Sonne Und leben ohne Not In Himmels Freud und Wonne; Was schadt mir denn der Tod? 5. Ob mich die Welt auch reizet, Länger zu bleiben hier, Und mir auch immer zeiget Ehr, Geld, Gut, all ihr Zier, Doch ich das gar nicht achte; Es währt ein kleine Zeit; Das Himmlisch ich betrachte, Das bleibt in Ewigkeit. 6. Ob ich auch hinterlasse Betrübte Waiselein, Dern Not mich über Maße Jammert im Herzen mein, Will ich doch gerne sterben Und trauen meinem Gott; Er wird sie wohl versorgen, Retten aus aller Not. 7. Gesegn euch Gott der Herre, Ihr Vielgeliebten mein! Sterben und Begräbnis. 61¹ Trauert nicht allzu sehre Über den Abschied mein! Beständig bleibt im Glauben! Wir werdn in kurzer Zeit Einander wiederschauen Dort in der Ewigkeit. 8. Nun will ich mich ganz wenden Zu dir, Herr Christ, allein; Gib mir ein selig Ende, Send mir dein Engelein, Führ mich ins ewge Leben, Das du erworben hast Durch dein Leiden und Sterben Und blutiges Verdienst. 9. Hilf, daß ich ja nicht wanke Von dir, Herr Jesu Christ, Den schwachen Glauben stärke In mir zu aller Frist. Hilf ritter rlich mir ringen, Dein Hand mich halt mit Macht Daß ich mög fröhl 109 singen: Gottlob, es ist vollbracht! Christoph Knoll, 1563—1621. Mel.: Herzlich tut mich verlangen. 432.* Ich bin ein Gast auf Erden Und hab hier keinen Stand, Der Himmel 197 mir werden, Da ist mein Vaterland; Hier reis ich bis zum Grabe, Dort in der ewgen Ruh Iit Gottes nl Arbeir Die schließt all Arbeit zu. 2. Was ist mein ganzes Wesen Von meiner Jugend an 39⁷ 61² Sterben und Begräbnis. Als Müh und Not gewesen? So lang ich denken kann, Hab ich so cbonpan Morgen, So manche liebe Nacht Mit Kummer und mit Sorgen Des Herzens zugebracht. 3. Mich hat auf meinen Wegen Manch harter Sturm erschreckt; Blitz, Donner, Wind und Regen Hat mir manch Angst erweckt; Verfolgung, Haß und Neiden, Ob ichs gleich nicht verschuldt, Hab ich doch müssen leiden Und tragen mit Geduld. 4. So gings den lieben Alten, An deren Fuß und Pfad Wir uns noch täglich halten, Wenns fehlt an gutem Rat; Wie mußten sie sich plagen, In was für Weh und Schmerz, In was für Furcht und Zagen Sank oft ihr armes Herz! 5. Ich habe mich ergeben In gleiches Glück und Leid; Was will ich besser leben Als solche große Leut? Es muß ja durchgedrungen, Es muß gelitten sein; Wer nicht hat wohl gerungen, Geht nicht zur Freude ein. 6. So will ich zwar nun treiben Mein Leben durch die Welt; Doch denk ich nicht zu bleiben In diesem fremden Zelt. Sterben und Begräbnis. 61³ Ich wandre meine Straße, Dis zu der Heimat sührt, Da mich ohn alle Maße Mein Vater trösten wird. 7. Mein Heimat ist dort oben, Da aller Engel Schar Den großen Herrscher loben, Der alles ganz und gar In seinen Händen träget Und für und für erhält, Auch alles hebt und leget, Nach dems ihm wohlgefällt. Zu dem steht mein Verlangen, Da wollt ich gerne hin; Die Welt bin ich durchgangen, Daß ichs fast müde bin. Je länger ich 10 walle, Je wenger find ich Freud, Die meinem Geist gefalle; Das meist ist Eitelkeit. 9. Die Herberg ist zu böse, Der Trübsal ist 0 viel. Ach komm, mein Gott, und löse Mein Herz, wenn dein Herz will Komm, mach ein selges Ende An meiner Wanderschaft, Und was mich kränkt das wende Durch deinen Arm und Kraft. 10. Wo ich bisher gesessen, Ist nicht mein rechtes Haus. Wenn mein Ziel ausgemessen, So tret ich dann hinaus, Und was ich hier gebrauchet, Das leg ich alles ab, Und wenn ich aus sgehauchet, So legt man mich ins Grab. 614 Sterben und Begräbnis. 11. Du aber, meine Freude, Du meines Lebens Licht, Du ziehst mich, wenn ich scheide, Hin vor dein Angesicht Ins Haus der ewgen Wonne, Da ich stets freudenvoll Gleich als die helle Sonne Nebst andern leuchten soll. 12. Da will ich immer wohnen Und nicht nur als ein Gast Bei denen, die mit Kronen Du ausgeschmücket hast; Da will ich herrlich singen Von deinem großen Tun Und frei von schnöden Dingen In meinem Erbteil ruhn. Paul Gerhardt, 1607—1676. Eigene Melodie. 433. Ich bin ja, Herr, in deiner Macht, Du hast mich an das Licht gebracht, Du unterhältst mir auch das Leben; Du kennest meiner Monden Zahl, Weißt, wann ich diesem Jammertal Auch wieder gute Nacht muß geben; Wo, wie und wann ich sterben soll, Das weißt du, Vater, mehr als wohl. 2. Wen hab ich nun als dich allein, Der mir in meiner letzten Pein Mit Trost und Rat weiß beizuspringen? Wer nimmt sich meiner Seele an, Wenn nun mein Leben nichts mehr kann, Und ich muß mit dem Tode ringen, Wenn aller Sinne Kraft gebricht: Tust du es, Gott mein Heiland, nicht? Sterben und Begräbnis. 6¹⁵ 3. Mich dünkt, da lieg ich shon d vor mir In großer Hitz, ohn Kraft und Zier, Mit höchster Herzensangst befallen; Gehör und Rede nehmen ab, Die Augen werden wie ein Grab; 425— kränkt die Sünde mich vor allen; Des Satans Anklag hat nicht Ruh, Setzt mir auch mit Versuchung zu. 4. Ich höre der Posaunen Ton, Ich sehe den Gerichtstag schon, Der mir auch wird ein Urteil fällen. Hier weiset mein Gewissensbuch, Da aber des Gesetzes Fluch Mich Sündenkind hinab zur Höllen, Da, wo man ewig, ewig: Leid, Qual, Jammer, Angst und Wehe schreit. 5. Kein Geld und Gut errettet mich, Umsonst erbeut ein Bruder sich, Den andern hier erst los zu machen; Er muß es ewig lassen stehn; Wir werden ewig nicht entgehn, Hat einmal uns der Hölle Rachen. Wer hilft mir sonst in dieser Not, Wo du nicht, Gott, du Todes Todꝰ 6. Der Teufel hat nicht Macht an mir, Ich habe bloß gesündigt dir, Dir, der du Mißetat vergibest. Was maßt sich Satan dessen an, Der kein Gesetz mir geben kann, Nichts hat an dem, was du, Herr, liebest? Er nehme das, was sein ist, hin; Ich weiß, daß ich des Herren bin. 7. Herr Jesu, ich dein teures Gut, Bezeug es selbst mit deinem Blut, Daß ich der Sünde nicht gehöre. 616 Sterben und Begräbnis. Was schont denn Satan meiner nicht Und schreckt mich durch das Zorngericht? Komm, rette deines Leidens Ehre! Was gibest du mich fremder Hand Und hast so viel an mich gewandt? 8. Nein, nein, ich weiß gewiß, mein Heil, Du lässest mich, dein wahres Teil, Zu tief in deinen Wunden sitzen. Hier lach ich aller 1 d. und Not, Es mag Gesetz, Höll oder Tod Auf mich her donnern oder blitzen. Dieweil ich lebte, war ich dein, Jetzt kann ich keines Fremden sein. Simon Dach, 1605— 1659. Mel.: Herzlich tut mich verlangen. 434.“ Ich habe Lust zu scheiden, Mein Sinn geht aus der Welt; Ich sehne mich mit Freuden Nach Zions Friedenszelt. Doch weil die Abschiedsstunde Hienieden keiner kennt, So hört aus meinem Munde Mein letztes Testament. 2. Gott Vater, meine Seele Bescheid ich deiner Hand; ühr sie aus dieser Höhle Ins rechte Vaterland. Du hast sie mir gegeben, So nimm sie wieder hin, Daß ich in Tod und Leben Nur dein alleine bin. 3. Was werd ich, Jesu, finden, Das dir gefallen kann? Ach, nimm du meine Sünden Als ein Vermächtnis an; Sterben und Begräbnis. 61¹⁷ Wirf sie in deine Wunden, Ins Rote Meer hinein, So hab ich Heil gefunden Und schlafe selig ein. 4. Dir, o du Geist der Gnade, Laß ich den letzten Blick; Zieh ich des Todes Pfade, So sieh auf mich zurück; Ach seufz in meinem Herzen, Wenn ich kein Glied mehr rühr, Und stell in meinen Schmerzen Mir nichts als Jesum für. 5. Ihr Engel, nehmt die Tränen Von meinen Wangen an; Ich weiß, daß euer Sehnen Sonst nichts erfreuen kann. Wenn Leib und Seele scheiden, Tragt mich in Abrams Schoß, So bin ich voller Freuden Und aller Tränen los. 6. Euch aber, meine Lieben, Die ihr mich dann beweint, Euch hab ich was verschrieben: Gott, euren besten Freund. Drum nehmt den letzten Segen, Es wird gewiß geschehn, Daß wir auf Zions Wegen Einander wiedersehn. 7. Zuletzt sei dir, o Erde, Mein blasser Leib vermacht, Damit dir wieder werde, Was du mir zugebracht. Mach ihn zu AÄsch und Staube, Bis Gottes Stimme ruft; Denn dieses sagt mein Glaube: Er bleibt nicht in der Gruft. 61⁸ Sterben und Begräbnis. 8. Dies ist mein letzter Wille; Gott drückt das Siegel drauf. Nun wart ich in der Stille, Bis daß ich meinen Lauf Durch Christi Tod vollende, So geh ich freudig hin Und weiß, daß ich ohn Ende Des Himmels Erbe bin. Benjamin Schmolck, 1672— 1737. „Mel.: Herzlich tut mich verlaͤngen. 435. Ich hab mich Gott ergeben, Dem liebsten Vater mein; Hier ist kein Immerleben, Es muß geschieden sein. Der Tod kann mir nicht schaden, Er ist nur mein Gewinn; In Gottes Fried und Gnaden Fahr ich mit Freud dahin. 2. Mein Weg geht jetzt vorüber; O Welt, was acht ich dein? Der Himmel ist mir lieber, Da muß ich trachten ein, Mich nicht zu sehr beladen, Weil ich wegfertig bin; In Gottes Fried und Gnaden Fahr ich mit Freud dahin. 3. Ach, selge Freud und Wonne Hat mir der Herr bereit, Da Christus ist die Sonne, Leben und Seligkeit. Was kann mir doch nun schaden, Weil ich bei Christo bin? In Gottes Fried und Gnaden Fahr ich mit Freud dahin. Sterben und Begräbnis. 619 4. Gesegn euch Gott, ihr Meinen, Ihr Liebsten allzumal! Um mich sollt ihr nicht weinen, Ich weiß von keiner Qual. Den rechten Port noch heute Nehmt ja fleißig in acht! In Gottes Fried und Freude Fahrt mir bald alle nach! Johann Siegfried, 1564— 1637. Mel.: Wer weiß, wie nahe mir mein Ende. 436.“ Ich sterbe täglich, und mein Leben Eilt immerfort zum Grabe hin. Wer kann mir einen Bürgen geben, Ob ich noch morgen lebend bin? Die Zeit geht hin, der Tod kommt her, Ach, wer nur immer fertig wär! 2. Ein Mensch, der sich mit Sünden träget, Ist immer reif zu Sarg und Grab. Der Apfel, der den Wurm schon heget, Fällt endlich unversehens ab. Ich weiß, es ist der alte Schluß, Daß ich zu Erde werden muß. 3. Es schickt der Tod nicht immer Boten, Er kommet oft unangemeldt Und fordert uns ins Land der Toten; Wohl dem, der Haus und Herz bestellt! Denn ewig Unglück oder Glück Hängt nur an einem Augenblick. 4. Herr aller Herren, Tod und Leben Hast du allein in deiner Hand; Wie lange du mir Frist gegeben, Das ist und bleibt mir unbekannt. Hilf, daß ich jeden Glockenschlag An meinen Aschied denken mag. 6²⁰ Sterben und Begräbnis. 5. Es kann vor Abend anders werden, Als es am Morgen mit mir war; Den einen Fuß hab ich auf Erden, Den andern auf der Totenbahr. Ein kleiner Schritt ist nur dahin, Wo ich der Würmer Speise bin. 6. Ein einzger Schlag kann alles enden, Wenn Fall und Tod beisammen sein; Doch schlage nur mit Vaterhänden Und schließ in Christi Tod mich ein, Daß, wenn der Leib zu Boden fällt, Die Seel an Jesu Kreuz sich hält. 7. Vielleicht kann ich kein Wort mehr sagen, Wenn Auge, Mund und Ohr sich schleußt; Drum bet ich bei gesunden Tagen: Herr, ich befehl dir meinen Geist! Verschließen meine Lippen sich, So schreie Jesu Blut für mich. 8. Kann ich die Meinen nicht gesegnen, So segne du sie mehr als ich; Wenn lauter Tränen um mich regnen, O Tröster, so erbarme dich Und lasse der Verlassnen Schrein Durch deinen Trost erhörlich sein. 9. Dringt mir der letzte Stoß zum Herzen, So schließe mir den Himmel auf; Verkürze mir des Todes Schmerzen Und hole mich zu dir hinauf; So wird mein Abschied keine Pein, Zwar eilig, dennoch selig sein. Benjamin Schmolck, 1672—1737. Mel.: Vater n tri Himmelreich. 437. In Christi Wunden schlaf ich ein, Die machen mich von Sünden rein. Sterben und Begräbnis. 62¹ Christi Blut und Gerechtigkeit Das ist mein Schmuck und Ehrenkleid, Damit will ich vor Gott bestehn, Wenn ich zum Himmel werd eingehn. 2. Mit Fried und Freud ich fahr dahin, Ein Gotteskind ich allzeit bin. Dank hab, mein Tod, du führest mich, Ins ewge Leben wandre ich, Mit Christi Blut gereinigt fein. Herr Jesu, stärk den Glauben mein! Paul Eber,‚ 1511— 1569. Eigene Melodie. 438. Machs mit mir, Gott, nach deiner Güt, Hilf mir in meinem Leiden: Was ich dich bitt, versag mir nicht: Wenn sich mein Seel soll scheiden, So nimm sie, Herr, in deine Händ! Ist alles gut, wenn gut das End. 2. Gern will ich folgen, liebster Herr, Du wirst mich nicht verderben; Denn du bist ja von mir nicht fern, Ob ich gleich hier muß sterben, Verlassen meine lieben Freund, Dies mit mir herzlich gut gemeint. 3. Ruht doch der Leib sanft in der Erd, Die Seel zu dir sich schwinget, In deiner Hand sie unversehrt Durch Tod ins Leben dringet. Hier ist doch nur ein Tränental, Angst, Not und Trübsal überall. 4. Tod, Teufel, Höll, die Welt und Sünd Mir können nichts mehr schaden; Bei dir, o Herr, ich Rettung find, Ich tröst mich deiner Gnaden. 62 Sterben und Begräbnis. Dein einger Sohn aus Lieb und Huld Für mich bezahlt hat alle Schuld. 5. Warum sollt ich denn traurig sein, Weil ich so wohl bestehe, Bekleidt mit Christi Unschuld rein Wie eine Braut hergehe? Gehab dich wohl, du schnöde Welt! Bei Gott zu leben mir gefällt. Johann Hermann Schein, 1586—1630. Mel.: Wer weiß, wie nahe mir mein Ende. 439. Mein Gott, ich weiß wohl, daß ich sterbe, Ich bin ein Mensch, der bald vergeht, Und finde hier kein solches Erbe, Das ewig in der Welt besteht; Drum zeige mir in Gnaden an, Wie ich recht selig sterben kann! 2. Mein Gott, ich weiß nicht, wann ich Kein Augenblick geht sicher hin.[sterbe; Wie bald zerbricht doch eine Scherbe, Die Blume kann ja leicht verblühn; Drum mache mich nur stets bereit, Hier in der Zeit zur Ewigkeit! 3. Mein Gott, ich weiß nicht, wie ich sterbe, Dieweil der Tod viel Wege hält; Dem einen wird das Scheiden herbe, Wenn sonst ein andrer sanfte fällt; Doch wie du willst, gib, daß dabei Mein End in dir nur selig sei. 4. Mein Gott, ich weiß nicht, wo ich sterbe, Und welcher Sand mein Grab bedeckt; Doch wenn ich dieses nur ererbe, Daß deine Hand mich auferweckt, So nehm ich jede Stelle ein, Die Erd ist allenthalben dein. Sterben und Begräbnis. 6²³ 5. Nutz, liebster Gott, wann ichj ja sterbe, So nimm du meinen Geist zu dir, Auf daß ich dort mit Christo erbe; Und hab ich den am Grabe hier, So gilt mirs gleich und geht mirs wohl, Wann, wo und wie ich sterben soll. Benjamin Schmolck, 1672— 1737. Eigene Melodie. 440.“* Mitten wir im Leben sind Mit dem Tod adte Wilf Wen suchn wir, der Hilfe tu, —— wir Gnad er langen? Das bist du, Herr, alleine! Uns reuet unfte Missetat, Die dich, Herr, erzürnet hat. Heiliger Herre Gott, Heiliger starker Gott, Heiliger barmherziger Heiland, du ewiger ——7 2.—— Laß uns nicht versinken in des bittern Todes Erbarm dich unser![Not! 2. Mitten in dem Tod anficht Uns der Hölle Rachen. Wer will uns aus solcher Not .— und ledig machen? Das tust du, Herr, alleine! Es jammert dein Barmherzigkeit Unser Sünd und großes Leid. Heiliger Herre Gott, Heiliger starker Gott, Heiliger barmherziger Heiland, du ewiger Gott, Laß uns nicht verzagen vor der tiefen Höllen Erbarm dich unser!(Glut! 6²⁴ Sterben und Begräbnis. 3. Mitten in der Höllen Angst Unser Sünd uns treiben; Wo solln wir denn fliehen hin, Da wir mögen bleiben? Zu dir, Herr Christ, alleine! Vergossen ist dein teures Blut, Das gnug für die Sünde tut. Heiliger Herre Gott, Heiliger starker Gott, Heiliger barmherziger Whi50u du ewiger Got Laß uns nicht entfallen von des rechten Erbarm dich unser!(Glaubens Trost! Dr. Martin Luther, 1483—1546. Eigene Melodie. 441. O Welt, ich muß dich lassen, Ich fahr dahin mein Straßen Ins ewge Vaterland. Mein Geist will ich aufgeben, Dazu mein Leib und Leben Setzen in Gottes gnädge Hand. 2. Mein Zeit ist nun vollendet, Der Tod das Leben endet, Sterben ist mein Gewinn; Kein Bleiben ist auf Erden, Das Ewge muß mir werden Mit Fried und Freud ich fahr dahin. 3. Ob mich gleich hat betrogen Die Welt, von Gott gezogen Durch Schand und Büberei, Will ich doch nicht verzagen, Sondern mit Glauben sagen, Daß mir mein Sünd vergeben sei. Sterben und Begräbnis. 6²⁵ 4. Auf Gott steht mein Vertrauen, Sein Antlitz will ich schauen Wahrlich durch Jesum Christ, Der für mich ist gestorben, Des Vaters Huld erworben; Mein Mittler er auch worden ist. 5. Die Sünd mag mir nicht schaden, Erlöst bin ich aus Gnaden Umsonst durch Christi Blut. Kein Werk kommt mir zu frommen, So will ich zu ihm kommen Allein durch wahren Glauben gut. 6. Wir sind unnütze Knechte, Mein Tun ist viel zu schlechte, Denn daß ich ihm bezahl Damit das ewge Leben; Umsonst will er mirs geben Und nicht nach meim Verdienst und Wahl 7. Drauf will ich fröhlich sterben, Das Himmelreich ererben, Wie er mirs hat bereit; Hier mag ich nicht mehr bleiben, Der Tod tut mich vertreiben, Mein Seel sich von dem Leibe scheidt. 8. Damit fahr ich von hinnen. O Welt, tu dich besinnen, Denn du mußt auch hernach; Tu dich zu Gott bekehren Und von ihm Gnad begehren; Im Glauben sei du auch nicht schwach. 9. Die Zeit ist schon vorhanden, Hör auf von Sünd und Schanden Und richt dich auf die Bahn Mit Beten und mit Wachen; Sonst all irdische Sachen Sollst du gutwillig geben dran. 40 62 Sterben und Begräbnis. 10. Das schenk ich dir am Cudder Ade, ban Gott dich wende! Zu ihm steht mein Begehr. Hüt dich vor Pein und Schmerzen, Nimm mein Aöschied zu Herzen. Meins Bleibens ist jetzt hier nicht mehr. Johann Hesse, 14908.1510. Eigene Melodie. 442. Valet will ich dir geben, Du arge, falsche Welt, Dein fündlich böses Leben Durchaus mir nicht gefällt. Im Himmel ist gut wohnen, Hinauf steht mein Begier; Da wird Gott ewig lohnen Dem, der ihm dient allhier. 2. Nat mir nach deinem Herzen, O Jesu, Gottes Sohn! Soll ich ja dulden Schmerzen, Hilf mir, Herr Christ, davon. Verkürz mir alles Leiden, Stärk meinen blöden Mut. Laß mich selig abscheiden, Setz mich in dein Erbgut. 3. In meines Herzens Grunde Dein Nam und Kreuz allein Funkelt all Zeit und Stunde, Drauf kann ich fröhlich sein. Erschein mir in dem Bilde 0 Trost in meiner Not, ie du, Herr Christ, so milde Dich haft geblut zu Tod. 4. Verbirg mein Seel aus Gnaden In deiner offnen Seit; Rück sie aus allem Schaden Zu deiner Herrlichkeit. Sterben und Begräbnis. 6² Der ist wohl hier gewesen, Wer kommt ins Himmels Schloß, Der ist ewig genesen, Wer bleibt in deinem Schoß. 5. Schreib meinen Nam aufs beste Ins Buch des Lebens ein Und bind mein Seel fein feste Ins schöne Bündelein Der, die im Himmel grünen Und vor dir leben frei, So will ich ewig rühmen, Daß dein Herz treue sei. Valerius Herberger, 1562—1627. Eigene Melodie. 443. Wenn mein Stündlein vorhanden ist Und soll hinfahrn mein Straße, So gleit du mich, Herr Jesu Christ, Mit Hilf mich nicht verlasse. Mein Seel an meinem letzten End Befehl ich dir in deine Händ, Du wollst sie mir bewahren! 2. Mein Sünd mich werden kränken sehr, Mein Gwissen wird mich nagen; Denn ihr sind viel wie Sand am Meer, Doch will ich nicht verzagen; Will denken, Herr, an deinen Tod Und deine heilgen Wunden rot; Die werden mich erhalten. 3. Ich bin ein Glied an deinem Leib, Des tröst ich mich von Herzen: Von dir ich ungeschieden bleib In Todesnot und Schmerzen; Wenn ich gleich sterb, so sterb ich dir, Ein ewges Leben hast du mir Durch deinen Tod erworben. 40² 6²⁸ Sterben und Begräbnis. 4. Weil du vom Tod erstanden bist, Werd ich im Grab nicht bleiben; Mein höchster Trost dein Auffahrt ist, Todsfurcht kann sie vertreiben; Denn wo du bist, da komm ich hin, Daß ich stets bei dir leb und bin; Drum fahr ich hin mit Freuden! 5. So fahr ich hin zu Jesu Christ, Mein Arm tu ich ausstrecken; So schlaf ich ein und ruhe fein, Kein Mensch kann mich aufwecken: Denn Jesus Christus, Gottes Sohn, Der wird die Himmelstür auftun, Mich führn zum ewgen Leben. Nikolaus Herman, 4 1561. Eigene Melodie. 444.* Wer weiß, wie nahe mir mein Ende! Hin geht die Zeit, her kommt der Tod. Ach wie geschwinde und behende Kann kommen meine Todesnot! Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! 2. Es kann vor Nacht leicht anders werden, Als es am frühen Morgen war; Denn weil ich leb auf dieser Erden, Leb ich in steter Todsgefahr. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! 3. Herr, lehr mich stets mein End bedenken Und, wenn ich einstens sterben muß, Die Seel in Jesu Wunden senken Und jaͤ nicht sparen meine Buß. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! Sterben und Begräbnis. 6² 4. Laß mich beizeit mein Haus bestellen, Daß ich bereit sei für und für Und sage frisch in allen Fällen: Herr, wie du willst, so schicks mit mir! Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! 5. Mach mir stets süße deinen Himmel Und bitter diese eitle Welt; „Gib, daß mir in dem Weltgetümmel Die Ewigkeit sei vorgestellt. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! 6. Ach Vater, deck all meine Sünde Mit dem Verdienste Jesu zu, Darein ich mich fest gläubig winde; Das gibt mir recht erwünschte Ruh. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! 7. Ich weiß, in Jesu Blut und Wunden Hab ich mich recht und wohl gebett; Da find ich Trost in Todesstunden Und alles, was ich gerne hätt. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! 8. Nichts ist, das mich von Jesu scheide, Nichts, es sei Leben oder Tod. Ich leg die Hand in seine Seite Und sage: Mein Herr und mein Gott; Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! 9. Ich habe Jesum angezogen Schon längst in meiner heilgen Tauf; Du bist mir auch daher gewogen, Hast mich zum Kind genommen auf. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! 63⁰ Sterben und Begräbnis. 10. Ich habe Jesu Fleisch gegessen, Ich hab sein Blut getrunken hier, Nun kannst du meiner nicht vergessen, Ich bleib in ihm und er in mir. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! 11. So komm mein End heut oder morgen, Ich weiß, daß mirs mit Jesu glückt, Ich bin und bleib in deinen Sorgen, Mit Jesu Blut schön ausgeschmückt. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! 12. Ich leb indes in dir vergnüget Und sterb ohn alle Kümmernis. Mir gnüget, wie mein Gott es füget; Ich glaub und bin es ganz gewiß: Durch deine Gnad und Christi Blut Machst dus mit meinem Ende gut. Amilie Juliane Gräfin v. Schwarzburg⸗Rudolstadt, 1637—1706. Mel.: Ich hab mein Sach Gott heimgestellt. 445. Wie fleucht dahin der Menschen Zeit, Wie eilet man zur Ewigkeit! Wie wenig denken an die Stund Von Herzensgrund, Wie schweigt hiervon der träge Mund! 2. Das Leben ist gleich wie ein Traum, Ein nichtger, leerer Wasserschaum; Im Augenblick es bald vergeht Und nicht besteht, Gleich wie ihr dieses täglich seht. 3. Nur du, Jehovah, bleibest mir Das, was du bist; ich traue dir. Sterben und Begräbnis. 63¹ Laß Berg und Hügel fallen hin, Mir ist Gewinn, Wenn ich allein bei Jesu bin. 4. So lang ich in der Hütte wohn, So lehre mich, o Gottes Sohn, Gib, daß ich zähle meine Tag Und munter wach, Daß, eh ich sterb, ich sterben mag! 5. Was hilft die Welt in letzter Not, Lust, Ehr und Reichtum in dem Tod? O Mensch, du läufst dem Schatten zu, Bedenk es nu, Du kommst sonst nicht zu wahrer Ruh. 6. Weg Eitelkeit, der Toren Lust, Mir ist das höchste Gut bewußt, Das such ich nur, das bleibet mir. O mein Begier, Herr Jesu, zieh mein Herz nach dir! 7. Was wird das sein, wenn ich dich seh Und bald vor deinem Throne steh! Du unterdessen lehre mich, Daß stetig ich Mit klugem Herzen suche dich. Joachim Neander, 1650— 1680. Mel.: Wie schön leuchtet der Morgenstern. 446. Wie wird mir dann, mein Heiland, sein, Wenn ich, mich deiner ganz zu freun, In dir entschlafen werde! Dann, Seele, wirst du, ganz befreit Von Sünde und von Sterblichkeit, Entfliehen dieser Erde. Freu dich innig, Stärke, tröste dich, erlöste, Mit dem Leben, Das dir dann dein Gott wird geben. 632 Sterben und Begräbnis. 2. Ich freue mich und bebe doch; So drückt mich meines Elends Joch, Der Fluch der Sünder nieder. Doch du, o Herr, erleichterst mir Dies Joch; mein Herz stärkt sich in dir, Glaubt und erhebt sich wieder. Jesus Christus, Laß mich streben, dir zu leben, Dir zu sterben Und dein Himmelreich zu erben. 3. Verachte denn des Todes Graun, Mein Geist, er ist ein Weg zum Schaun In jenem bessern Leben. Er sei dir nicht mehr fürchterlich; Zum Allerheiligsten wird dich Der Herr dadurch erheben. Hier wird dein Hirt Nach den Tränen, nach dem Sehnen Dich Erlösten Völlig und auf immer trösten. 4. Herr, Herr, ich weiß die Stunde nicht, Die mich, wenn nun mein Auge bricht, Zu deinen Toten sammelt. Vielleicht umgibt mich ihre Nacht, Eh ich dies Flehen noch vollbracht, Mein Lob dir ausgestammelt. Mach mich fertig! Ich befehle meine Seele Deinen Händen. Laß mich meinen Lauf gut enden! 5. Vielleicht sind meiner Tage viel; Ich bin vielleicht noch fern vom Ziel, An dem die Krone schimmert. Bin ich von meinem Ziel noch weit, So sei mein Leben dir geweiht, Bis einst mein Leib zertrümmert. Sterben und Begräbnis. 633 Hilfr mir, Herr, dir Ganz mein Leben zu ergeben, Daß ich droben Dich unendlich könne loben. 6. Wie wird mir dann, mein Heiland, sein, Wenn ich mich deiner ganz erfreun, Dich dort anbeten werde? Dann bin ich frei von Sünd und Leid, Ein Mitgenoß der Herrlichkeit, Nicht mehr ein Mensch von Erde. Preis dir, daß mir Durch dein Leiden jene Freuden Offen stehen! Ewig will ich dich erhöhen. Casseler Gesangbuch v. 1770. Beim Tode von Kindern. Ermuntre dich, mein schwacher Geist. 447. Du bist zwar mein und bleibest mein (Wer will mir anders sagen?); Doch bist du nicht nur mein allein, Der Herr von ewgen Tagen, Der hat das meiste Recht an dir, Der fordert und erhebt von mir Dich, o mein Sohn, mein Wille, Mein Herz und Wunsches Fülle. 2. Ach, gält es wünschen, wollt ich dich, Du Sternlein meiner Seelen, Vor allem Weltgut williglich Mir wünschen und erwählen. Ich wollte sagen: Bleib bei mir! Du sollst sein meines Hauses Zier, An dir will ich mein Lieben Bis in mein Sterben üben. 6³⁴ Sterben und Begräbnis 3. So sagt mein Herz und meint es gut, Gott aber meints noch besser. Groß ist die Lieb in meinem Mut, In Gott ist sie noch größer. Ich bin ein Vater und nichts mehr, Gott ist der Väter Haupt und Ehr, Ein Quell, da Alt und Jungen In aller Welt entsprungen. 4. Ich sehne mich nach meinem Sohn, Und der mir ihn gegeben, Will, daß er nah an seinem Thron Im Himmel solle leben. Ich sprech: Ach weh, mein Licht verschwindt! Gott spricht: Willkomm, du liebes Kind, Dich will ich bei mir haben Und ewig reichlich laben. 5. O süßer Rat, o schönes Wort Und heilger, als wir denken! Bei Gott ist ja kein böser Ort, Kein Unglück und kein Kränken, Kein Angst, kein Mangel, kein Versehn, Bei Gott kann keinem Leid geschehn; Wen Gott versorgt und liebet, Wird nimmermehr betrübet. 6. Wir Menschen sind ja auch bedacht, Die Unsrigen zu zieren; Wir gehn und sorgen Tag und Nacht, Wie wir sie wollen führen In einen feinen, selgen Stand, Und ist doch selten so bewandt Mit dem, wohin sie kommen, Als wirs uns vorgenommen. 7. Wie manches junge, fromme Blut Wird jämmerlich verführet Durch bös Exempel, daß es tut, Was Christen nicht gebühret. beim Tode von Kindern. 635⁵5 Da hats denn Gottes Zorn zum Lohn, Auf Erden nichts als Spott und Hohn; Der Vater muß mit Grämen Sich seines Kindes schämen. 8. Ein solches darf ich ja nun nicht An meinem Sohn erwarten: Der steht vor Gottes Angesicht Und geht in Christi Garten, Hat Freude, die ihn recht erfreut, Und ruht von allem Herzeleid; Er sieht und hört die Scharen, Die uns allhier bewahren. 9. Er sieht und hört der Engel Mund, Sein Mündlein hilft selbst singen; Weiß alle Weisheit aus dem Grund Und redt von solchen Dingen, Die unser keiner noch nicht weiß, Die auch durch unsern Fleiß und Schweiß Wir, weil wir sind auf Erden, Nicht ausstudieren werden. 10. Ach, sollt ich doch von ferne stehn Und nur ein wenig hören, Wenn deine Sinne sich erhöhn Und Gottes Namen ehren, Der heilig, heilig, heilig ist, Durch den auch du geheiligt bist, Ich weiß, ich würde müssen Vor Freude Tränen gießen. 11. Ich würde sprechen: Bleib allhier! Nun will ich nicht mehr klagen: Ach mein Sohn, wärst du noch bei mir! Nein, sondern: Komm, du Wagen Eliä, hole mich geschwind Und bring mich dahin, da mein Kind Und soviel liebe Seelen So schöne Ding erzählen. 636 Sterben und Begräbnis 12. Nun sei es ja und bleib also, Ich will dich nicht beweinen; Du lebst und bist von Herzen froh, Siehst lauter Sonnen scheinen, Die Sonnen ewger Freud und Ruh; Hie leb und bleib nun immerzu, Ich will, wills Gott, mit andern Auch bald hinüber wandern. Paul Gerhardt, 1607— 1676. Mel.: O Welt, ich muß dich lassen. 448. Gottlob, die Stund ist kommen, Da ich werd aufgenommen Ins schöne Paradeis. Ihr Eltern dürft nicht klagen, Mit Freude sollt ihr sagen: Dem Höchsten sei Lob, Ehr und Preis. 2. Kurz ist mein irdisch Leben, Ein bessres wird mir geben Gott in der Ewigkeit. Da werd ich nicht mehr sterben, In keiner Not verderben, Mein Leben wird sein lauter Freud. 3. Gott eilet mit den Seinen, Läßt sie nicht lange weinen In diesem Tränental. Ein schnell und selig Sterben Ist schnell und glücklich erben Des schönen Himmels Ehrensaal. 4. Wie öfters wird verführet Manch Kind, an dem man spüret Rechtschaffne Frömmigkeit! Die Welt voll List und Tücke Legt heimlich ihre Stricke Bei Tag und Nacht, zu jeder Zeit. beim Tode von Kindern. 63⁷7 5. Ihr Netze mag sie stellen, Mich wird sie nun nicht fällen, Sie wird mir tun kein Leid; Denn wer kann den verletzen, Den Christus jetzt wird setzen Ins Schloß vollkommner Sicherheit? 6. Zuvor bracht ich euch Freude, Jetzt, nun ich von euch scheide, Betrübt sich euer Herz; Doch wenn ihrs recht betrachtet Und was Gott tut, hochachtet, Wird sich bald lindern aller Schmerz. 7. Gott zählet alle Stunden, Er schlägt und heilet Wunden, Er kennet jedermann; Nichts ist jemals geschehen, Das er nicht vorgesehen, Und was er tut, ist wohlgetan. 8. Wenn ihr mich werdet finden Vor Gott, frei aller Sünden In weißer Seide stehn Und tragen Siegespalmen In Händen und mit Psalmen Des Herren Lob und Ruhm erhöhn, 9. Da werdet ihr euch freuen, Es wird euch herzlich reuen, Daß ihr euch so betrübt. Wohl dem, der Gottes Willen Gedenket zu erfüllen Und ihm sich in Geduld ergibt. 10. Ade, nun sei gesegnet! Was euch jetzund begegnet, Ist andern auch geschehn; Viel müssens noch erfahren. Nun, Gott woll euch bewahren! Dort wollen wir uns wiedersehn. Johann Heermann, 1585— 1647. 638 Sterben und Begräbnis Mel.: O Gott, du frommer Gott. 449. Ihr Eltern, gute Nacht! Nun geht es an ein Scheiden; Ich fahr zu Jesu hin In seine Himmelsfreuden, Zu Jesu, welcher mich In Ewigkeit anlacht. .— weinet, weinet nicht! Ihr Eltern, gute Nacht! 2. Ihr Eltern, gute Nacht! Hört auf, um mich zu klagen, Da jetzt mein zarter Leib Wird in das Grab getragen. Wißt, daß die Seele ist Zur Himmelsruh gebracht. Ach, weinet, weinet nicht! Ihr Eltern, gute Nacht! 3. Ihr Eltern, gute Nacht! Sehr herrlich ist zu wohnen Im schönen Himmelsschloß, Da man erblicket Kronen, Die Gott den Frommen hat Aus Gnaden zugedacht. Ach, weinet, weinet nicht! Ihr Eltern, gute Nacht! 4. Ihr Eltern, gute Nacht!l Muß ich euch schon verlaͤssen, So werdet ihr mich doch Mit Herzenslust umfassen, Wenn Gott mit euch und mit Der Welt ein Ende macht. Ach, weinet, weinet nicht! Ihr Eltern, gute Nacht! 5. Ihr Eltern, gute Nacht! Die Angst⸗ und Marterstunden, beim Tode von Kindern. 639 Die sind in dieser Welt Nun völlig überwunden; Mein Leib schläft sanft, bis daß Er wiederum erwacht. Ach, weinet, weinet nichtl Ihr Eltern, gute Nacht! Gotthard Schuster, 1673-1761. Mel.: O Welt, ich muß dich lassen. 450. Wenn kleine Himmelserben In ihrer Unschuld sterben, So büßt man sie nicht ein; Sie werden nur dort oben Vom Vater aufgehoben, Damit sie unverloren sein. 2. Sie sind ja in der Taufe Zu ihrem Christenlaufe Für Jesum eingeweiht Und noch bei Gott in Gnaden; Was sollt es ihnen schaden, Daß Jesus sie zu sich entbeut? 3. O wohl auch diesem Kinde! Es stirbt nicht zu geschwinde. Zeuch hin, du liebes Kind! Du gehest ja nur schlafen Und bleibest bei den Schafen, Die ewig unsers Jesu sind. Johann Andreas Rothe, 1688— 1758. Mel.: Es ist genug! So nimm, Herr, meinen Geist. 451. Zieh hin, mein Kind, denn Gott selbst Aus dieser argen Welt.[fordert dich Ich leide zwar, dein Tod betrübet mich; Doch weil es Gott gefällt, 6⁴⁰ Sterben und Begräbnis ꝛc. So unterlaß ich alles Klagen Und will mit stillem Geiste sagen: Zieh hin, mein Kind! 2. Zieh hin, mein Kind! Der Schöpfer hat Nur in der Welt geliehn.(dich mir Die Zeit ist weg, darum befiehlt er dir, Jetzt wieder fortzuziehn. Zieh hin, Gott hat es so versehen; Was dieser will, das muß geschehen. 5610 hin, mein Kindl 3. Zieh hin, mein Kind! Im Himmel on. Was dir die Welt ersagt Denn nur bei Gott ist wahrer Trost und Rah, Da wird kein Schmerz erfragt. Hier müssen wir in Angsten schweben, Dort kannst du ewig fröhlich leben. Zieh hin, mein Kind! 4. Zieh hin, mein Kind! Wir folgen alle nach, Sobald es Gott gefällt. Du eilest fort, eh denn das Ungemach Mit Haufen sich einstellt. Wer lange lebt, steckt lang im Leide; Wer frühe stirbt, kommt bald zur Freude. Zieh hin, mein Kind! 5. Zieh hin, mein Kind! Die Engel warten Auf deinen frommen Geist. schon Du siehest auch, wie Gottes lieber Sohn Dir schon die Krone weist. Nun wohl, die Seele ist entbunden, Du hast im Herren überwunden. Zieh hin, mein Kind! Gottfried Hoffmann, 1658— 1712. 6⁴¹ II. Zukunft Christi, Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. — Mel.: O Ewigkeit, du Donnerwort. 452. Erhöhter Jesu, Gottes Sohn, Der du schon längst der Himmel Thron Als Herrscher eingenommen, Du wirst dereinst zu rechter Zeit In großer Kraft und Herrlichkeit Vom Himmel wiederkommen. Gib, daß dann froh und mit Vertraun Dich, Herr, auch meine Augen schaun. 2. Wer faßt, o Heiland, jetzt die Pracht, Die deinen Tag einst herrlich macht? Wie groß wirst du dich zeigen, Wenn du auf lichten Wolken einst Mit deiner Engel Heer erscheinst, Die jetzt schon dir sich beugen! Dann sieht die Welt die Majestät, Dazu dich Gott, dein Gott, erhöht. 3. Dann tönt dein Ruf in jedes Grab Mit allmachtvoller Kraft hinab Und schafft ein neues Leben. Auf deinen Wink muß Erd und Meer Das unzählbare, große Heer Der Toten wiedergeben. Sie stehn durch dich, Herr, neubeseelt Nun alle auf, und keiner fehlt. 4. Du sammelst sie vor deinem Thron, Um jedem den verdienten Lohn Nach seiner Tat zu geben. Dann trifft den Bösen Schmach und Pein, Den Frommen aber führst du ein In das verheißne Leben. 4¹ 642 Zukunft Christi, Auferstehung, Wer leugnet dann noch, Jesu Christ, Daß du der Erden Richter bist? 5. O gib, wenn nun dein Tag erscheint, Daß ich in dir dann noch den Freund Und Heiland wiederfinde, Daß ich mit Freuden vor dir steh Und mit dir in den Himmel geh, Ganz frei von Fluch und Sünde. Laß mich im Glauben wacker sein Und auch die kleinste Sünde scheun. 6. Dein Name sei mir ewig wert, Und was dein Wort von mir begehrt, Das laß mich treulich üben. Niemals ermüde hier mein Geist, Dich, den schon jetzt der Himmel preist, Aus aller Kraft zu lieben; So hab ich in der Ewigkeit Auch teil an deiner Seligkeit. Christian Samuel Ulber, 1714—1776. Mel.: Valet will ich dir geben. 453. Ermuntert euch, ihr Frommen, Zeigt eurer Lampen Schein! Der Abend ist gekommen, Die finstre Nacht bricht ein. Es hat sich aufgemachet Der Bräutigam mit Pracht; Auf, betet, kämpft und wachet, Bald ist es Mitternacht! 2. Macht eure Lampen fertig Und füllet sie mit Ol Und seid des Heils gewärtig, Bereitet Leib und Seel; Die Wächter Zions schreien: Der Bräutigam ist nah, Gericht und ewiges Leben. 64⁴3 Begegnet ihm in Reihen Und singt Halleluja! 3. Ihr klugen Jungfraun alle, Hebt nun das Haupt empor Mit Jauchzen und mit Schalle Zum frohen Engelchor. Die Tür ist aufgeschlossen, Die Hochzeit ist bereit; Auf, auf, ihr Reichsgenossen, Der Bräutgam ist nicht weit! 4. Er wird nicht lang verziehen, Drum schlafet nicht mehr ein; Man sieht die Bäume blühen, Der schönste Frühlingsschein Verheißt Erquickungszeiten; Die Abendröte zeigt Den schönen Tag von weiten, Davor das Dunkel weicht. 5. Wer wollte denn nun schlafen? Wer klug ist, der ist wach; Gott kommt, die Welt zu strafen, Zu üben Grimm und Rach An allen, die nicht wachen Und die des Tieres Bild Anbeten samt dem Drachen; Drum auf, der Löwe brüllt! 6. Begegnet ihm auf Erden, Ihr, die ihr Zion liebt, Mit freudigen Gebärden Und seid nicht mehr betrübt; Es sind die Freudenstunden Gekommen, und der Braut Wird, weil sie überwunden, Die Krone nun vertraut. 7. Die ihr Geduld getragen Und mitgestorben seid, 41⁴ 644 Zukunft Christi, Auferstehung, Sollt nun nach Kreuz und Klagen In Freuden sonder Leid Mitleben und regieren Und vor des Lammes Thron Mit Jauchzen triumphieren In euer Siegeskron. 8. Hier sind die Siegespalmen, Hier ist das weiße Kleid; Hier stehn die Weizenhalmen In Frieden nach dem Streit Und nach den Wintertagen; Hier grünen die Gebein, Die dort der Tod erschlagen; Hier schenkt man Freudenwein. 9. Hier ist die Stadt der Freuden, Jerusalem, der Ort, Wo die Erlösten weiden, Hier ist der sichre Port, Hier sind die güldnen Gassen, Hier ist das Hochzeitsmahl, Hier soll sich niederlassen Die Braut im Freudensaal. 10. O Jesu, meine Wonne, Komm bald und mach dich auf; Geh auf, verlangte Sonne, Und fördre deinen Lauf. O Jesu, mach ein Ende Und führ uns aus dem Streit, Wir heben Haupt und Hände Nach der Erlösungszeitl Laurentius Laurenti, 1660— 1722. Eigene Melodie. 454. Es ist gewißlich an der Zeit, Daß Gottes Sohn wird kommen In seiner großen Herrlichkeit, Zu richten Bös und Frommen. Gericht und ewiges Leben. 6⁴⁵ Da wird das Lachen werden teur, Wenn alles wird vergehn im Feur, Wie Petrus davon schreibet. 2. Posaunen wird man hören gehn An aller Welten Ende; Darauf bald werden auferstehn Die Toten gar behende. Da wird der Tod erschrecken sehr, Wenn er wird hören neue Mär, Daß alles Fleisch soll leben. 3. Ein Buch wird da gelesen bald, Darinnen steht geschrieben, Wie Gott will richten jung und alt, Nichts soll verborgen bleiben. Da wird ein jeder seinen Lohn Empfahen, wie er hat getan In seinem ganzen Leben. 4. Hilf, heilige Dreifaltigkeit, Daß mein Nam werd gefunden Im Buch des Lebens allezeit! An meiner letzten Stunden Weich nicht von mir, Herr Jesu Christ, Der du allzeit mein Helfer bist, Du wollst von mir nicht scheiden! 5. Was werd ich armer Sünder dann Vor deinem Richtstuhl sagen? Was werd ich für ein Fürsprech han, Der mein Sach wird austragen? Das wirst du tun, Herr Jesu Christ, Dieweil daß du gekommen bist, All Sünder zu erlösen. 6. Wenn ich, Herr, meine Sünd bedenk, Mein Augen die tun weinen; Wenn ich die ewge Freud bedenk, Mein Herz das tut sich freuen. Herr, hilf, daß ich dein Angesicht Mög sehn mit meiner Augen Licht Dort in dem ewgen Leben! 7. Herr Jesu Christ, du machst es lang Mit diesen bösen Tagen. Den Leuten wird auf Erden bang, Laß sie doch nicht verzagen; Send ihnen deinen heilgen Geist, Der sie leit in das Himmelreich Durch Jesum Christum! Amen. Nach dem lateinischen Dies irae. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund der Seelen. 455. Es ist noch eine Ruh vorhanden; Auf, müdes Herz, und werde licht! Du seufzest hier in deinen Banden, Und deine Sonne scheinet nicht; Sieh auf das Lamm, das dich mit Freuden Dort wird vor seinem Stuhle weiden; Wirf hin die Last und eil herzu! Bald ist der heiße Kampf geendet, Bald, bald der saure Lauf pollendet, So gehst du ein zu deiner Ruh. 2. Die Ruhe hat Gott auserkoren, Die Ruhe, die kein Ende nimmt. Es hat, da noch kein Mensch geboren, Die Liebe sie uns schon bestimmt. Das Gotteslamm wollt darum sterben, Uns diese Ruhe zu erwerben; Es ruft, es locket weit und breit: Ihr müden Seelen und ihr frommen, Versäumet nicht, heut einzukommen Zu meiner Ruhe Lieblichkeit. 3. So kommet denn, ihr matten Seelen, Die manche Last und Bürde drückt; Gericht und ewiges Leben. 6⁴⁷ Eilt, eilt aus euren Kummerhöhlen, Geht nicht mehr traurig und gebückt! Ihr habt des Tages Last getragen, Dafür läßt euch der Heiland sagen: Ich selbst will eure Ruhstatt sein. Ihr seid sein Volk, gezeugt von oben; Ob Sünde, Welt und Teufel toben, Seid nur getrost und gehet ein! 4. Was mag wohl einen Kranken laben Und einen müden Wandersmann? Wo jener nur ein Bettlein haben Und sanfte darauf ruhen kann, Wenn dieser sich darf niedersetzen, An einem frischen Trunk ergetzen, Wie sind sie beide so vergnügt! Doch dies sind kurze Ruhestunden; Es ist noch eine Ruh erfunden, Da man auf ewig stille liegt. 5. Da wird man Freudengarben bringen, Denn unsre Tränensaat ist aus. O, welch ein Jubel wird erklingen Und süßer Ton im Vaterhaus! Schmerz, Seufzen, Leid, Tod und dergleichen Wird müssen fliehn und von uns weichen. Wir werden auch das Lamm dort sehn; Es wird beim Brünnlein uns erfrischen, Die Tränen von den Augen wischen; Wer weiß, was sonst noch soll geschehn? 6. Kein Durst noch Hunger wird uns Denn die Erquickungszeit ist da;(schwächen, Die Sonne wird uns nicht mehr stechen, Das Lamm ist seinem Volke nah, Es will selbst über ihnen wohnen Und ihre Treue wohl belohnen Mit Licht und Trost, mit Ehr und Preis; 648 Zukunft Christi, Auferstehung, Es werden die Gebeine grünen; Der große Sabbat ist erschienen, Da man von keiner Arbeit weiß. 7. Da ruhen wir und sind im Frieden Und leben ewig sorgenlos. Ach, fasset dieses Wort, ihr Müden, Legt euch dem Lamm in seinen Schoß! Ach, Flügel her, wir müssen eilen Und uns nicht länger hier verweilen, Dort wartet schon die frohe Schar. Fort, fort, mein Geist, zum Jubilieren, Begürte dich zum Triumphieren! Auf, auf, es kommt das Ruhejahr. Johann Sigismund Kunth, 1700— 1779. Mel.: Herzlich tut mich verlangen. 456. Ich denk an dein Gerichte, Du Richter aller Welt; Der Tor nennts ein Gedichte, Das Schwachen nur gefällt. Mich soll sein Wahn nicht stören, Weil mich dein göttlich Licht Und mein Gewissen lehren, Du haltest ein Gericht. 2. Ich höre die Posaunen, O Herr, im Geiste schon; Ich sehe mit Erstaunen Dich auf dem Richterthron, Um den die heilge Menge Erhabner Engel steht. Welch bohe Ma Gepränge, Welch hohe Majestät! 3. Umsonst sucht nun der Sünder Vor deiner Macht zu fliehn. Wirst alle Menschenkinder irst du zur Rechnung ziehn. Gericht und ewiges Leben. Du rufst, und sie erscheinen Vor deinem Richterthron, Den Sündern und den Deinen Gibst du gerechten Lohn. 4. Frohlockend sehn die Frommen Dein göttlich Angesicht; Schon hier dem Fluch entnommen, Zagt ihre Seele nicht. Nun triumphiert ihr Hoffen; Erlöst von aller Müh, Sehn sie den Himmel offen, Und du, Herr, segnest sie. 5. Wie angstvoll aber beben, Die hier dein Wort verhöhnt Und durch ein fleischlich Leben Das eitle Herz verwöhnt. Du gibst der Sünde Knechten Ihr Teil in ewger Pein Und führest die Gerechten Zu deiner Freude ein. 6. Laß, Jesu, dein Gerichte Mir stets vor Augen sein, Und drücke sein Gewichte In mein Gewissen ein! Laß fromm vor dir mich wandeln Und hier zu aller Zeit So wie ein Weiser handeln, Der seinen Richter scheut! 7. Ist dann dein Tag vorhanden, Wird diese Welt vergehn, So werd ich nicht mit Schanden Vor deinem Thron bestehn. Du stellst mich dann zur Rechten, Von aller Schuld befreit, Führst mich mit deinen Knechten In deine Herrlichtee Casseler Gesangbuch v. 1770. 650 Zukunft Christi, Auferstehung, Mel.: Was Gott tut, das ist wohlgetan. 457. Ich freue mich der frohen Zeit, Da ich werd auferstehen, Dann werd ich in der Herrlichkeit Dich, Gott mein Heiland, sehen. Dann werd auch ich, O Herr, durch dich, Vereint mit allen Frommen, Zur ewgen Ruhe kommen. 2. Ja, Herr, du führst sie einst heran Die Stunde der Erlösung, Die Stunde, da ich hoffen kann Trost, Freiheit und Genesung, Da Engeln gleich Im Himmelreich Mich Ruhe, Lust und Leben In Ewigkeit umgeben. 3. Der du die Auferstehung bist, Du bists, an den ich gläube. Ich weiß, daß ich durch dich, Herr Christ, Im Tod nicht ewig bleibe. Auch werd ich nicht Vor dein Gericht Wie die, die dich verschmähten, Mit Angst und Schrecken treten. 4. Ich hoffe dann mit Freudigkeit Vor dir, mein Haupt, zu stehen Und mit dir in die Herrlichkeit Frohlockend einzugehen. O hilf mir doch Aus Gnaden noch, Zum Glück der Ewigkeiten Mich würdig zu bereiten! Peter Busch, 1682— 1744. Umg 4. Tu Wie Eh A Aus Und Das 5. Kon Gericht und ewiges Leben. 6⁵¹ 1. Eigene Melodie. 458.* Jerusalem, du hochgebaute Stadt, Wollt Gott, ich wär in dir! Mein sehnlich Herz so groß Verlangen hat Und ist nicht mehr bei mirz Weit über Berg und Tale, Weit über blaches Feld Schwingt es sich über alle Und eilt aus dieser Welt. 2. O schöner Tag und noch viel schönre Stund, Wann wirst du kommen schier, Da ich mit Lust und freiem Freudenmund Die Seele geb von mir In Gottes treue Hände Zum auserwählten Pfand, Daß sie mit Heil anlände In jenem Vaterland! 3. Im Augenblick wird sie erheben sich Bis an das Firmament, Wenn sie verläßt so sanft, so wunderlich Die Stätt der Element, Fährt auf Eliä Wagen Mit heilger Engelschar, Die sie in Händen tragen, Umgeben ganz und gar. 4. O Ehrenburg, sei nun gegrüßet mir, Tu auf die Gnadenpfort! Wie große Zeit hat mich verlangt nach dir, Eh ich bin kommen fort Aus jenem bösen Leben, Aus jener Nichtigkeit, Und Gott mir hat gegeben Das Erb der Ewigkeit. 5. Was für ein Volk, was für ein edle Schar Kommt dort gezogen schon? 652 Zukunft Christi, Auferstehung, Was in der Welt von Auserwählten war, Seh ich, die beste Kron, Die Jesus mir, der Herre, Entgegen hat gesandt, Da ich noch war so ferne In meinem Tränenland. 6. Propheten groß und Patriarchen hoch, Auch Christen insgemein, Die weiland dort trugen des Kreuzes Joch Und der Tyrannen Pein, Schau ich in Ehren schweben, In Freiheit überall, In Klarheit hell umgeben Mit sonnenlichtem Strahl. 7. Wenn dann zuletzt ich angelanget bin Im schönen Paradeis, Von höchster Freud erfüllet wird der Sinn, Der Mund von Lob und Preis. Das Halleluja reine Singt man in Heiligkeit, Das Hosianna feine Ohn End in Ewigkeit, 8. Mit Jubelklang, mit Instrumenten schön, Auf Chören ohne Zahl, Daß von dem Schall und von dem süßen Ton Sich regt der Freudensaal, Mit hunderttausend Zungen, Mit Stimmen noch viel mehr, Wie von Anfang gesungen Das große Himmelsheer. Johann Matthäus Meyfart, 1590— 1642. Mel.: Wie schön leuchtet der Morgenstern. 459. Mein ganzer Geist, Gott, wirdentzückt, Wenn er nach jenem Himmel blickt, „ n Gericht und ewiges Leben. 6⁵³ Den du für uns bereitet, Wo deine milde Vaterhand Aus neuen Wundern wird erkannt, Die du daselbst verbreitet. Mächtig fühl ich Mich erhoben, dich zu loben, Der zum Leben, Das dort ist, mich will erheben. 2. Was sind die Freuden dieser Zeit, Herr, gegen jene Herrlichkeit, Die dort bei dir zu finden! Du stellst uns hier auf Erden zwar Viel Wunder deiner Güte dar Zum fröhlichen Empfinden; Doch hier sind wir Bei den Freuden noch mit Leiden Stets umgeben; Dort nur ist vollkommnes Leben. 3. Kein Tod ist da mehr und kein Grab; Dort wischest du die Tränen ab Von deiner Kinder Wangen. Da ist kein Leid mehr, kein Geschrei; Denn du, o Herr, machst alles neu, Das Alte ist vergangen. Hinfort sind dort Von gerechten Gottesknechten Keine Plagen Mehr zur Prüfung zu ertragen. 4. In unsers Gottes Heiligtum Schallt seines Namens hoher Ruhm Von lauter frohen Zungen. Hier strahlt die Herrlichkeit des Herrn, Hier schaut man sie nicht mehr von fern, Hier wird sie neu besungen. 654 Zukunft Christi, Auferstehung, Völlig gibt sich Den Erlösten, sie zu trösten, Der zu kennen, Den sie hier schon Vater nennen. 5. Vor seinem Antlitz wandeln sie Auf ewig frei von aller Müh Und schmecken seine Güte. Hier stört den Frieden ihrer Brust Und ihre tausendfache Lust Kein feindliches Gemüte. Kein Neid, kein Streit Hemmt die Triebe reiner Liebe Unter Seelen, Die hinfüro nicht mehr fehlen. 6. Gott, welche Schar ist dort vereint! Die Frommen, die ich hier beweint, Die find ich ewig wieder. Dort sammelt deine Vaterhand, Die deine Liebe hier verband, Herr, alle deine Glieder. Ewig werd ich, Frei von Mängeln, selbst mit Engeln Freundschaft pflegen; O, ein Umgang voller Segen! 7. Wo ist mein Freund, des Höchsten Sohn, Der mich geliebt? Wo glänzt sein Thron? In jenen Himmelshöhen; Da werd ich dich, Herr Jesu Christ, So menschenfreundlich als du bist, Auch mit Entzücken sehen. Da wird, mein Hirt, Von den Freuden nichts mich scheiden, Die du droben Deinen Freunden aufgehoben. Gericht und ewiges Leben. 6⁵5⁵ 8. Wie herrlich ist die neue Welt, Die Gott den Frommen vorbehält! Kein Mensch kann sie erwerben. O Jesu, Herr der Herrlichkeit, Du hast die Stätt auch mir bereit, Hilf sie mir auch ererben. Laß mich eifrig Darnach streben und so leben Auf der Erde, Daß ich dort dein Erbe werde. Johann Samuel Diterich, 1721—1797, nach Ahasverus Fritsch, 1629—1701. Eigene Melodie. 460. O Ewigkeit, du Donnerwort, O Schwert, das durch die Seele bohrt, O Anfang sonder Ende! O Ewigkeit, Zeit ohne Zeit, Ich weiß vor großer Traurigkeit Nicht, wo ich mich hinwende. Mein ganz erschrocknes Herz erbebt, Daß mir die Zung am Gaumen klebt. 2. Kein Unglück ist in aller Welt, Das endlich mit der Zeit nicht fällt Und ganz wird aufgehoben; Die Ewigkeit nur hat kein Ziel, Sie treibet fort und fort ihr Spiel, Läßt nimmer ab zu toben, Ja, wie mein Heiland selber spricht, Aus ihr ist kein Erlösung nicht. 3. O Ewigkeit, du machst mir bang, O ewig, ewig ist zu lang; Hier gilt fürwahr kein Scherzen. Drum wenn ich diese lange Nacht Zusamt der großen Pein betracht, Erschreck ich recht von Herzen! 6⁵⁶ Zukunft Christi, Auferstehung, Nichts ist zu finden weit und breit So schrecklich als die Ewigkeit. 4. Ach Gott, wie bist du so gerecht, Wie strafest du die bösen Knecht Im heißen Pfuhl der Schmerzen; Auf kurze Sünden dieser Welt Hast du so lange Pein bestellt! Ach, nimm dies wohl zu Herzen Und merk auf dies, o Menschenkind: Kurz ist die Zeit, der Tod geschwind. 5. Wach auf, o Mensch, vom Sündenschlaf; Ermuntre dich, verlornes Schaf, Und bessre bald dein Leben! Wach auf, es ist doch hohe Zeit, Es kommt heran die Ewigkeit, Dir deinen Lohn zu geben! Vielleicht ist heut der letzte Tagz Wer weiß noch, wie man sterben mag? 6. O Ewigkeit, du Donnerwort, O Schwert, das durch die Seele bohrt, O Anfang sonder Ende! O Ewigkeit, Zeit ohne Zeit, Ich weiß vor großer Traurigkeit Nicht, wo ich mich hinwende. Nimm du mich, wenn es dir gefällt, Herr Jesu, in dein Freudenzelt! Johann Rist, 1607— 1667. Mel.: Wachet auf, ruft uns die Stimme. 461. Selig sind des Himmels Erben, Die Toten, die im Herren sterben, Zur Auferstehung eingeweiht. Nach den letzten Augenblicken Des Todesschlummers folgt Entzücken, Folgt Wonne der Unsterblichkeit. Gericht und ewiges Leben. 6⁵⁷ In Frieden ruhen sie, Los von der Erde Müh. Hosianna! Vor Gottes Thron Zu seinem Sohn Begleiten ihre Werke sie. 2. Dank, Anbetung, Preis und Ehre, Macht, Weisheit, ewig, ewig Ehre, Sei dir, Versöhner Jesu Christ! Ihr, der ÜUberwinder Chöre, Bringt Dank, Anbetung, Preis und Ehre Dem Lamme, das geopfert ist! Er sank wie wir ins Grab, Wischt unsre Tränen ab, Alle Tränen. Er hats vollbracht; Nicht Tag, nicht Nacht Wird an des Lammes Throne sein. 3. Nicht der Mond, nicht mehr die Sonne Scheint uns alsdann; er ist uns Sonne, Der Sohn, die Herrlichkeit des Herrn. Heil, nach dem wir weinend rangen, Nun bist du, Heil, uns aufgegangen, Nicht mehr im Dunkeln, nicht von fern. Nun weinen wir nicht mehr, Das Alt ist nun nicht mehr. Hallelujal— Er sank hinab Wie wir ins Grab; Er ging zu Gott, wir folgen ihm. Friedrich Gottlieb Klopstock, 1724— 1803. Eigene Melodie. 462. Unter Lilien jener Freuden Sollst du weiden, Seele, schwinge dich empor! 42 658 Zukunft Christi, Auferstehung, Als ein Adler fleug behende, Jesu Hände Offnen schon das Perlentor. 2. Laßt mich gehen, laßt mich laufen Zu dem Haufen Derer, die des Lammes Thron Nebst dem Chor der Seraphinen Schon bedienen Mit dem reinsten Jubelton. 3. Löse, erstgeborner Bruder, Doch die Ruder Meines Schiffleins, laß mich ein In den sichern Friedenshafen Zu den Schafen, Die der Furcht entrücket sein! 4. Nichts soll mir am Herzen kleben, Süßes Leben, Was die Erde in sich hält. Sollt ich noch in diesen Wüsten Länger fristen? Nein, ich eil ins Himmelszelt. 5. Herzensheiland, laß den Glauben Mir nicht rauben, Glauben, der durch alles dringt! Nach dir sehnt sich meine Seele In der Höhle, Bis sie sich von hinnen schwingt. 6. O wie bald kannst du es machen, Daß mit Lachen Unser Mund erfüllet seil Du kannst durch des Todes Türen Träumend führen Und machst uns auf einmal frei. 7. Du hast Sünd und Straf getragen; Furcht und Zagen Muß nun ferne von mir gehn. Gericht und ewiges Leben. 6⁵9 Tod, dein Stachel liegt darnieder, Meine Glieder Werden fröhlich auferstehn. 8. Gotteslamm, dich will ich loben Hier und droben Mit der herzlichsten Begier. Du hast dich zum ewgen Leben Mir gegeben, Hole mich, mein Gott, zu dir! Johann Ludwig Konrad Allendorf, geb. zu Josbach in Oberhessen 1693, gest. zu Halle 1773. Eigene Melodie. 463.“ Wachet auf, ruft uns die Stimme Der Wächter sehr hoch auf der Zinne, Wach auf, du Stadt Jerusalem! Mitternacht heißt diese Stunde, Sie rufen uns mit hellem Munde: Wo seid ihr klugen Jungfrauen? Wohlauf, der Bräutgam kömmt, Steht auf, die Lampen nehmt! Halleluja! Macht euch bereit Zu der Hochzeit; Ihr müsset ihm entgegengehn. 2. Zion hört die Wächter singen, Das Herz tut ihr vor Freuden springen, Sie wachet und steht eilend auf. Ihr Freund kommt vom Himmel prächtig, Von Gnaden stark, von Wahrheit mächtig, Ihr Licht wird hell, ihr Stern geht auf. Nun komm, du werte Kron, Herr Jesu, Gottes Sohn! Hosianna! 4²⁷⁵ 660 Zukunft Christi, Auferstehungg. Wir folgen all Zum Freudensaal Und halten mit das Abendmahl. 3. Gloria sei dir gesungen Mit Menschen-⸗ und mit Engelzungen, Mit Harfen und mit Zimbeln schön! Von zwölf Perlen sind die Tore An deiner Stadt, wir stehn im Chore Der Engel hoch um deinen Thron. Kein Aug hat je gespürt, Kein Ohr hat je gehört Solche Freude. Drum jauchzen wir Und singen dir Das Halleluja für und für. Philipp Nicolai, 1556.— 1608. Mel.: Unser Herrscher, unser König. 464. Wer sind die vor Gottes Throne? Was ist das für eine Schar? Träget jeder eine Krone, Glänzet gleich den Sternen klar; Halleluja singen all, Loben Gott mit hohem Schall. 2. Wer sind die, so Palmen tragen Wie ein Sieger in der Hand, Welcher seinen Feind geschlagen, Hingestrecket in den Sand? Welcher Streit und welcher Krieg Hat gezeuget diesen Sieg? 3. Wer sind die in reiner Seide, Welche ist Gerechtigkeit, Angetan mit weißem Kleide, Das zerreibet keine Zeit Und veraltet nimmermehr? Wo sind diese kommen her? Gericht und ewiges Leben. 661 4. Es sind die, die wohl gekämpfet Für des großen Gottes Ehr, Haben Fleisch und Blut gedämpfet, Nicht gefolgt des Satans Heer, Die erlanget auf den Krieg Durch des Lammes Blut den Sieg. 5. Es sind die, so viel gelitten Trübsal, Schmerzen, Angst und Not, Im Gebet auch oft gestritten Mit dem hochgelobten Gott; Nun hat dieser Kampf ein End, Gott hat all ihr Leid gewendt. 6. Es sind Zweige eines Stammes, Der uns Huld und Heil gebracht; Haben in dem Blut des Lammes Ihre Kleider hell gemacht, Sind geschmückt mit Heiligkeit, Prangen nun im Ehrenkleid. 7. Es sind die, so stets erschienen Hier als Priester vor dem Herrn, Tag und Nacht bereit zu dienen, Leib und Seel geopfert gern; Nun stehn alle sie herum Vor dem Stuhl im Heiligtum. 8. Wie ein Hirsch am Mittag lechzet Nach dem Strom, der frisch und hell, So hat ihre Seel geächzet Nach dem rechten Lebensquell; Nun ihr Durst gestillet ist, Da sie sind bei Jesu Christ. 9. Auf dem Zionsberg sie weidet Gottes Lamm, die Lebenssonn, Mitten in dem Stuhl sie leitet Zu dem rechten Lebensbronn; 662 Zukunft Christi, Auferstehung ꝛc. Hirt und Lamm, das ewge Gut, Lieblich sie erquicken tut. 10. Ach Herr Jesu, meine Hände Ich zu dir nun strecke aus; Im Gebet mich zu dir wende, Der ich noch in deinem Haus Hier auf Erden steh im Streit: Treibe, Herr, die Feinde weit! 11. Hilf mir Fleisch und Blut besiegen, Teufel, Sünde, Höll und Welt; Laß mich nicht darnieder liegen, Wenn ein Sturm mich überfällt. Führe mich aus aller Not, Herr mein Fels, mein treuer Gottl 12. Gib, daß ich sei neugeboren, An dir als ein grünes Reis Wachse und sei auserkoren, Durch dein Blut gewaschen weiß, Meine Kleider halte rein, Meide aͤllen falschen Schein; 13. Daß mein Teil sei bei den Frommen, Welche, Herr, dir ähnlich sind Und aus großer Trübsal kommen. Hilf, daß ich auch überwind Alle Trübsal, Not und Tod, Bis ich komm zu meinem Gott. 14. O wie groß wird sein die Wonne, Wenn wir werden allermeist Schauen auf dem hohen Throne Vater, Sohn und heilgen Geist! Amen, Lob sei dir bereit, Dank und Preis in Ewigkeit! Heinrich Theobald Schenck, 1 1727(Hessischer Dichter), 3⁰ 66³ G. Anhang geistlicher Lirder zum Gebrauch bei freien Versammlungen und auch bei Nebengottesdiensten. Eigene Melodie. 465. Der Tag, der ist so freudenreich Aller Kreature; Denn Gottes Sohn vom Himmelreich Über die Nature Von einer Jungfrau ist geborn. Maria, du bist auserkorn, Daß du Mutter wärest. Was geschah so wundergleich? Gottes Sohn vom Himmelreich, Der ist Mensch geboren. 2. Ein Kindelein, so löbelich, Ist uns geboren heute Von einer Jungfrau säuberlich Zu Trost uns armen Leuten. Wär uns das Kindlein nicht geborn, So wärn wir allzumal verlorn, Das Heil ist unser aller. Ei, du süßer Jesu Christ, Der du Mensch geboren bist, Behüt uns vor der Hölle! 15. Jahrhundert. Eigene Melodie. 466. Es ist ein Ros entsprungen Aus einer Wurzel zart, Wie uns die Alten sungen; Von Jesse kam die Art 664 Anhang. Und hat ein Blümlein bracht Mitten im kalten Winter, Wohl zu der halben Nacht. 2. Das Röslein, das ich meine, Davon Jesaja sagt, Hat uns gebracht alleine Marie, die reine Magd; Aus' Gottes ewgem Rat Hat sie ein Kind geboren Wohl zu der halben Nacht. 3. Das Blümelein so kleine, Das duftet uns so süß; Mit seinem hellen Scheine Vertreibts die Finsternis. Wahr Mensch und wahrer Gott Hilft uns aus allen Leiden, Rettet von Sünd und Tod. 4. O Jesu, bis zum Scheiden Aus diesem Jammertal Laß dein Hilf uns geleiten Hin in den Freudensaal, In deines Vaters Reich, Da wir dich ewig loben; O Gott, uns das verleih! 15. Jahrhundert. Eigene Melodie. 467. Zu Bethlehem geboren Ist uns ein Kindelein, Das hab ich auserkoren, Sein eigen will ich sein. Ei ja, ei ja, Sein eigen will ich sein. 2. In seine Lieb versenken Will ich mich ganz hinab; Mein Herz will ich ihm schenken Und alles, was ich hab. Ei ja, ei ja, Und alles, was ich hab. 3. Aus ganzem, reinem Herzen Möcht ich dich lieben, Herr, In Freuden und in Schmerzen Je länger und je mehr. Ei ja, ei ja, Je länger und je mehr. 4. Die Gnade mir doch gebe, Bitt ich aus Herzensgrund, Daß ich allein dir lebe, Jetzt und zu aller Stund. Ei ja, ei ja, Jetzt und zu aller Stund. Unbekannt. Eigene Melodie. Weihnachten. 468. O du fröhliche, o du selige, Gnadenbringende Weihnachtszeitl Welt ging verloren, Christ ist geboren: Freue, freue dich, o Christenheit! 2. O du fröhliche, o du selige, Gnadenbringende Weihnachtszeit! Christ ist erschienen, Uns zu versühnen: Freue, freue dich, o Christenheit! 3. O du fröhliche, o du selige, Gnadenbringende Weihnachtszeit! Himmlische Heere Jauchzen dir Ehre: Freue, freue dich, o Christenheitl 666 Anhang. Ostern. du 11— 0o du selige, Gnadenbringende Osterzeit! Welt lag in Banden, Christ ist erstanden: Freue, freue dich, o Christenheitl 2. O du fröhliche, o du selige, Gnadenbringende Osterzeit! Tod ist bezwungen, Leben errungen: Freue, freue dich, o Christenheit! 3. O du fröhliche, o du selige, Gnadenbringende Osterzeitl! Kraft ist gegeben, Laßt uns ihm leben! Freue, freue dich, o Christenheit! Pfingsten. 1. O du fröhliche, o du selige, Gnadenbringende Pfingstenzeit! Christ, unser Meister, Heiligt die Geister! Freue, freue dich, o Christenheit! 2. O du fröhliche, o du selige, Gnadenbringende Pfingstenzeit! Führ, Geist der Gnade, Uns deine Pfade! Freue, freue dich, o Christenheitl! 3. O du fröhliche, o du selige, Gnadenbringende Pfingstenzeit! Uns, die Geit tu Willst du Geist trösten! Freue, freue dich, o Christenheit! Johannes Daniel Falk, 1768— 1826. Anhang. 66⁷ Mel.: Herr und Altster dener Freutgenteinde. 469.* Eines wünsch ich mir vor allem andern, Eine Speise früh und spät, Selig läßts im Tränental sich wandern, Wenn dies eine mit uns geht: Unverrückt auf einen Mann schauen, Der mit blutgem Schweiß und Todesgrauen Auf sein Antlitz niedersank Und den Kelch des Vaters trank. 2. Ewig soll er mir vor Augen stehen, Wie er als ein stilles Lamm Dort so blutig und so bleich zu sehen, Hangend an des Kreuzes Stamm, Wie er dürstend rang um meine Seele, Daß sie ihm zu seinem Lohn nicht fehle, Und dann auch an mich gedacht, Als er rief: Es ist vollbracht! 3. Ja, mein Jesu, laß mich nie vergessen Meine Schuld und deine Huld! Als ich in der Finsternis gesessen, Trugest du mit mir Geduld, Hattest längst nach deinem Schaf getrachtet, Eh es auf des Hirten Ruf geachtet, Und mit teurem Lösegeld Mich erkauft von dieser Welt. 4. Ich bin dein,— sprich du darauf dein Treuster Jesu, du bist mein![Amen! Drücke deinen süßen Jesusnamen Brennend in mein Herz hinein! Mit dir alles tun und alles lassen, In dir leben und in dir erblassen, Das sei bis zur letzten Stund Unser Wandel, unser Bund! Albert Knapp,‚, 1798—1864. 668 Anhang. Karfreitag. Eigene Melodie. 470. O Tag, so schwarz und trübe Wie düstre Mitternacht! O Tag, so warm von Liebe, Wies keine Sonne macht! 2. Dich schwärzen finstre Taten, Du brütest schweres Leid,— Du zeigst den Herrn verraten, Den Herrn der Herrlichkeit. 3. An grauenhafte Gründe Führst du den scheuen Fuß, Und ungeheure Sünde, Das ist dein Morgengruß. 4. Und Liebe ohne Ende Aus Gottes Vaterhaus, Sie breitet hier die Hände Am Kreuze segnend aus. 5. Verfolgt von blutgem Hassen, Vergießt sie für die Welt— Sie kanns, sie kanns nicht lassen— Ihr Blut als Lösegeld. 6. O Tag, so schwarz und trübe, Du zeugst von meiner Nacht; O Tag, so warm von Liebe, Ich seh der Gnade Macht! Heinrich Möwes, 1793—1834. Eigene Melodie. 471. Ostern, Ostern, Frühlingswehen! Ostern, Ostern, Auferstehen Aus der tiefen Grabesnacht, Aus der tiefen Grabesnacht! Anhang. 669 Blumen sollen fröhlich blühen, Herzen sollen heimlich glühen, Denn der Heiland ist erwacht. 2. Trotz euch, höllische Gewalten! Hättet ihn wohl gern behalten, Der euch in den Abgrund zwang, Der euch in den Abgrund zwang. Mochtet ihr das Leben binden? Aus des Todes düstern Gründen Dringt hinan sein ewger Gang. 3. Der im Grabe lag gebunden, Hat den Satan überwunden, Und der lange Kerker bricht, Und der lange Kerker bricht. Frühling spielet auf der Erden, Frühling solls im Herzen werden, Herrschen soll das ewge Licht. 4. Alle Schranken sind entriegelt, Alle Hoffnung ist versiegelt Und beflügelt jedes Herz, Und beflügelt jedes Herzz Und es klagt bei keiner Leiche Nimmermehr der kalte, bleiche, Gottvergeßne Heidenschmerz. 5. Alle Gräber sind nun heilig, Grabesträume schwinden eilig, Seit im Grabe Jesus lag, Seit im Grabe Jesus lag. Jahre, Monden, Tage, Stunden, Zeit und Raum, wie schnell verschwunden! Und es scheint ein ewger Tag. Mar von Schenkendorf, 1783—1817. Eigene Melodie. 472. Auferstehn, ja auferstehn wirst du, Mein Staub, nach kurzer Ruh. 67⁰ Anhang. Unsterblich Leben Wird, der dich schuf, dir geben. Halleluja! 2. Wieder aufzublühn, werd ich gesät. Der Herr der Ernte geht Und sammelt Garben Uns ein, die in ihm starben. Halleluja! 3. Tag des Danks, der Freudentränen Tag, Du meines Gottes Tag! Wenn ich im Grabe Genug geschlummert habe, Erweckst du mich. 4. Wie den Träumenden wird dann uns Mit Jesu gehn wir ein sein, Zu seinen Freuden; Der müden Pilger Leiden Sind dann nicht mehr. 5. Ach, ins Allerheiligste führt mich Mein Mittler dann, lebt ich Im Heiligtume Zu seines Namens Ruhme! Halleluja! Friedrich Gottlieb Klopstock, 1724— 1803. Eigene Melodie. 473. Das Leben welkt wie Gras, Wie Blumen auf der Flur. Sobald der Wind darüber geht, Verschwindet ihre Spur. 2. Doch Gottes Gnade bleibt Dem Frommen ewig stehn. Wer seinen Bund von Herzen hält, Wird nimmermehr vergehn. Schottisches Kirchenlied. Anhang. 67¹ 2 Eigene Melodie. 474. Der beste Freund ist in dem Himmel, Auf Erden sind die Freunde rar; Denn bei dem falschen Weltgetümmel Ist Redlichkeit oft in Gefahr. Drum hab ichs immer so gemeint: Mein Jesus ist der beste Freund. 2. Die Welt ist gleich dem Rohr im Winde; Mein Jesus stehet felsenfest. Wenn ich mich ganz verlassen finde, Mich seine Freundschaft doch nicht läßt. In Freud und Schmerz ers redlich meint, Mein Jesus ist der beste Freund. 3. Die Welt verkaufet ihre Liebe Dem, der am meisten nützen kann, Und scheinet dann das Glücke trübe, So steht die Freundschaft hinten an; Doch hier ist es nicht so gemeint, Mein Jesus ist der beste Freund. 4. Er läßt sich selber für mich töten, Vergießt für mich sein eigen Blut; Er steht mir bei in allen Nöten; Er sagt für meine Schulden gut. Er hat mir niemals was verneint; Mein Jesus ist der beste Freund. 5. Mein Freund,‚ der mir sein Herze gibet, Mein Freund, der mein ist und ich sein, Mein Freund, der mich beständig liebet, Mein Freund bis in das Grab hinein. Ach, hab ichs nun nicht recht gemeint? Mein Jesus ist der beste Freund. 6. Behalte, Welt, dir deine Freunde! Sie sind doch gar zu wandelbar. Und hätt ich hunderttausend Feinde, So krümmen sie mir nicht ein Haar. 67² Anhang. Hier immer Freund und nimmer Feind, Mein Jesus ist der beste Freund. Benjamin Schmolck, 1672— 1737. 0 Mel.: O Welt, ich muß dich lassen. 475. Der Mond ist aufgegangen, Die goldnen Sternlein prangen Am Himmel hell und klar. Der Wald steht schwarz und schweiget, Und aus den Wiesen steiget Der weiße Nebel wunderbar. 2. Wie ist die Welt so stille Und in der Dämmrung Hülle So traulich und so hold, Als eine stille Kammer, Wo ihr des Tages Jammer Verschlafen und vergessen sollt! 3. Seht ihr den Mond dort stehen? Er ist nur halb zu sehen Und ist doch rund und schön. So sind wohl manche Sachen, Die wir getrost belachen, Weil unsre Augen sie nicht sehn. 4. Wir stolze Menschenkinder Sind eitel arme Sünder Und wissen gar nicht viel. Wir spinnen Luftgespinste Und suchen viele Künste Und kommen weiter von dem Ziel. 5. Gott, laß uns dein Heil schauen, Auf nichts Vergänglichs trauen, Nicht Eitelkeit uns freun. Laß uns einfältig werden Und vor dir hier auf Erden Wie Kinder fromm und fröhlich sein! Anhang. 673 6. Wollst endlich sonder Grämen Aus dieser Welt uns nehmen Durch einen sanften Tod; Und wenn du uns genommen, Laß uns in Himmel kommen, Du unser Herr und unser Gott! 7. So legt euch denn, ihr Brüder, In Gottes Namen nieder; Kalt ist der Abendhauch. Verschon uns, Gott, mit Strafen Und laß uns ruhig schlafen Und unsern kranken Nachbar auch! Matthias Claudius, 1740— 1815. Eigene Melodie. 476. Der Pilger aus der Ferne Zieht seiner Heimat zu; Dort leuchten seine Sterne, Dort sucht er seine Ruh. 2. Sein Sehnen geht hinüber, Der Leib fällt in das Grab; Die Blumen wachsen drüber, Die Blumen fallen ab. 3. In Königsstädten schimmert Des Goldes reiche Pracht, Und morgen sind zertrümmert Die Städte und die Macht. 4. Die Ströme ziehn hinunter Ins wogenreiche Meer; Die Wellen gehn drin unter, Man sieht sie nimmermehr. 5. Der Harfenton verklinget Im stillen Windeswehn; Der Tag, den er besinget, Muß heute noch vergehn. 43 67⁴ Anhang. 6. Der von dem Honigseime Der Ewigkeit geschmeckt, Der Pilger ist daheime Nur, wenn das Grab ihn deckt. 7. Drum weckt ihn auch hienieden Das Heimweh früh und spät; Er sucht dort oben Frieden, Wohin sein Sehnen geht. Christian Gottlob Barth, 1799— 1862. Eigene Melodie. 477. Die Nacht ist vor der Tür Und liegt schon auf der Erden. Mein Jesu, tritt herfür Und laß es lichte werden! Bei dir, o Jesu mein, Ist lauter Sonnenschein. 2. Gib deinen Gnadenschein In mein verfinstert Herze. Laß in mir brennend sein Die helle Glaubenskerze. Vertreib die Sündennacht, Die mir viel Jammer macht. 3. Ich habe diesen Tag Viel Eitelkeit, getrieben, Du hast den Überschlag Gemacht und angeschrieben. Ich selber stelle mir Die schwere Rechnung für. 4. Soll meine Sünde mir Nun angeschrieben bleiben, So bitt ich, wollst du sie Mit deinem Blute schreiben; Denn diese Schrift allein Schreibt keine Schulden ein. Anhang. 67⁵ 5. Soll etwa meine Schuld Wo angeschrieben stehen, Da steht jetzt Gottes Huld, Die kann mir nicht entgehen; Dein heilig, teures Blut Macht alle Rechnung gut. 6. Wohlan, so leg ich mich In deinem Namen nieder, Und morgen ruf ich dich Zu meiner Arbeit wieder. Denn du bist Tag und Nacht Auf meinen Nutz bedacht. 7. Ich schlafe, wache du, Ich schlaf in Jesu Namen. Sprich du zu meiner Ruh Ein kräftig Ja und Amen! Und also setz ich dich Zum Wächter über mich. 8. Ich schließ die Augen zu, Weil Jesus mich bewachet. Ich schlaf in guter Ruh, Bis mich das Licht anlachet. Mein Jesu, halte Wacht! Mein Jesu, gute Nacht! Unbekannt. 8 Eigene Melodie. 478. Die Sach ist dein, Herr Jesu Christ, Die Sach, an der wir stehn, Und weil es deine Sache ist, Kann sie nicht untergehn. Allein das Weizenkorn, bevor Es fruchtbar sproßt zum Licht empor, Muß sterben in der Erde Schoß, Zuvor vom eignen Wesen los, Durch Sterben los, Vom eignen Wesen los. 43* 676 Anhang. 2. Du gingst, o Jesu, unser Haupt, Durch Leiden himmelan Und führest jeden, der da glaubt, Mit dir die gleiche Bahn. Wohlan, so nimm uns allzugleich Zum Teil am Leiden und am Reich; Führ uns durch deines Todes Tor Samt deiner Sach zum Licht empor, Zum Licht empor, Durch Nacht zum Licht empor! Samuel Preiswerk, 1799— 1871. Mel.: Herr und Altster deiner Kreuzgemeinde. 479. Die wir uns allhier beisammen finden, Schlagen unsre Hände ein, Uns auf deine Marter zu verbinden, Dir auf ewig treu zu sein; Und zum Zeichen, daß dies Lobgetöne Deinem Herzen angenehm und schöne, Sage„Amen“ und zugleich: „Friede, Friede sei mit euch“! Christian Renatus Graf von Zinzendorf, 1727—1752. Eigene Melodie. 480. Geh aus, mein Herz, und suche Freud In dieser lieben Sommerzeit An deines Gottes Gaben! Schau an der schönen Gärten Zier Und siehe, wie sie mir und dir Sich ausgeschmücket haben! 2. Die Bäume stehen voller Laub, Das Erdreich decket seinen Staub Mit einem grünen Kleide. Narzissen und die Tulipan, Die ziehen sich viel schöner an Als Salomonis Seide. Anhang. 67⁷ 3. Die Lerche schwingt sich in die Luft, Das Täublein fleugt aus seiner Kluft Und macht sich in die Wälder; Die hochbegabte Nachtigall Ergötzt und füllt mit ihrem Schall Berg, Hügel, Tal und Felder. 4. Die Glucke führt ihr Völklein aus, Der Storch baut und bewohnt sein Haus, Das Schwälblein ätzt die Jungen; Der schnelle Hirsch, das leichte Reh Ist froh und kommt aus seiner Höh Ins tiefe Gras gesprungen. 5. Die Bächlein rauschen in dem Sand Und malen sich und ihren Rand Mit schattenreichen Myrten; Die Wiesen liegen hart dabei Und klingen ganz vom Lustgeschrei Der Schaf und ihrer Hirten. 6. Ich selber kann und mag nicht ruhn, Des großen Gottes großes Tun Erweckt mir alle Sinnen; Ich singe mit, wenn alles singt, Und lasse, was dem Höchsten klingt, Aus meinem Herzen rinnen. 7. Ach, denk ich, bist du hier so schön Und läßt dus uns so lieblich gehn Auf dieser armen Erden,— Was will doch wohl nach dieser Welt Dort in dem reichen Himmelszelt Und güldnen Schlosse werden! 8. Welch hohe Lust, welch heller Schein Wird wohl in Christi Garten sein! Wie muß es da wohl klingen, Da so viel tausend Seraphim Mit eingestimmtem Mut und Stimm Ihr Halleluja fingen! 67⁸ Anhang. 10. Doch will ich gleichwohl, weil ich noch Hier trage dieses Leibes Joch, Auch nicht gar stille schweigen; Mein Herze soll sich fort und fort An diesem und an allem Ort Zu deinem Lobe neigen. 11. Hilf mir und segne meinen Geist Mit Segen, der vom Himmel fleußt, Daß ich dir stetig blühe; Gib, daß der Sommer deiner Gnad In meiner Seele früh und spat Viel Glaubensfrucht erziehe! 12. Erwähle mich zum Paradeis Und laß mich bis zur letzten Reis An Leib und Seele grünen; So will ich dir und deiner Ehr Allein und sonsten keinem mehr Hier und dort ewig dienen. Paul Gerhardt, 1607— 1676. Eigene Melodie. 481. Harre, meine Seele, Harre des Herrn! Alles ihm befehle, Hilft er doch so gern. Sei unverzagt, Bald der Morgen tagt, Und ein neuer Frühling folgt dem Winter nach. 9 ch. Anhang. 679 In allen Stürmen, In aller Not Wird er dich beschirmen, Der treue Gott. 2. Harre, meine Seele, Harre des Herrn! Alles ihm befehle, Hilft er doch so gern. Wenn alles bricht, Gott verläßt uns nicht; Größer als der Helfer ist die Not ja nicht. Ewige Treue, Retter in Not, Rett auch unsre Seele, Du treuer Gott! Johann Friedrich Räder, 1815-1872. Mel.: O du Liebe meiner Liebe. (Zweite Melodie.) 482.* Herz und Herz vereint zusammen Sucht in Gottes Herzen Ruh. Lasset eure Liebesflammen Lodern auf den Heiland zu! Er das Haupt, wir seine Glieder; Er das Licht und wir der Schein; Er der Meister, wir die Brüder; Er ist unser, wir sind sein. 2. Kommt, ach kommt, ihr Gnadenkinder, Und erneuert euren Bund! Schwöret unserm Überwinder Lieb und Treu aus Herzensgrund, Und wenn eurer Liebeskette Festigkeit und Stärke fehlt, O, so flehet um die Wette, Bis sie Jesus wieder stählt! 3. Halleluja! Welche Höhen, Welche Tiefen reicher Gnad, 68⁰ Anhang. Daß wir dem ins Herze sehen, Der uns so geliebet hat, Daß der Vater aller Geister, Der der Wunder Abgrund ist, Daß du, unsichtbaxer Meister, Uns so fühlbar nahe bist! 4. Ach du holder Freund, vereine Deine dir geweihte Schar, Daß sie es so herzlich meine, Wies dein letzter Wille war; Ja, verbinde in der Wahrheit, Die du selbst im Wesen bist, Alles, was von deiner Klarheit In der Tat erleuchtet ist! 5. Liebe, hast du es geboten, Daß man Liebe üben soll, O so mache doch die toten, Trägen Geister lebensvoll; Zünde an die Liebesflamme, Daß ein jeder sehen kann, Wir, als die von einem Stamme, Stehen auch für einen Mann. 6. Laß uns so vereinigt werden, Wie du mit dem Vater bist, Bis schon hier auf dieser Erden Kein getrenntes Glied mehr ist, Und allein von deinem Brennen Nehme unser Licht den Schein. Also wird die Welt erkennen, Daß wir deine Jünger sein. Nikolans Ludwig Graf v. Zinzendorf, 1700— 1760. Mel.: Soviel Stern am Himmel stehen. 483. Hin nach oben möcht ich ziehen Weit von meines Vaters Haus. Anhang. 68¹ Wo die Bergesspitzen glühen, Wo die fremden Blumen blühen, Ruhte meine Seele aus, Ruhte meine Seele aus. 2. Hätt ich Flügel, hätt ich Flügel, Flög ich auf zu meinem Stern; Über Meere, Täler, Hügel, Sonder Schranke, sonder Zügel Folgt ich immer meinem Herrn, Folgt ich immer meinem Herrn. 3. Still und selig mit Marien Ihm zu Füßen säß ich da, Immer müöcht ich vor ihm knieen, In mich seine Worte ziehen, Hätt ihn immer hold und nah, Hätt ihn immer hold und nah. 4. Ach, das war ein schöner Segen, Wenn er mit den Jüngern ging, Auf den Feldern, auf den Wegen Jedes Herz wie Maienregen Seinen Trost, sein Wort empfing, Seinen Trost, sein Wort empfing. 5. Ander Los ward uns bereitet; Wie auch blühet rings das Land, Wie sich rings die Ferne breitet— Der uns rufet, der uns leitet, Unser holder Freund verschwand, Unser holder Freund verschwand. 6. Aufgehoben, aufgenommen In den Himmel ist er nur; Herrlich will er wiederkommen, Seine Treuen, Stillen, Frommen Folgen immer seiner Spur, Folgen immer seiner Spur. 7. Will mich denn zufrieden geben, Fassen mich im stillen Sinn; 68² Anhang. All mein Denken, Sehnen, Streben, Meine Lieb und auch mein Leben Geb ich meinem Freunde hin, Geb ich meinem Freunde hin. 8. Seinen Schwestern, seinen Brüdern Will ich mich in Treue nahn; An den Armen, Blöden, Niedern Will ich dankend ihm erwidern, Was er liebend mir getan, Was er liebend mir getan. 9. Einst erklingen andre Stunden, Und das Herz nimmt andern Lauf; Erd und Himmel ist verschwunden, In den selgen Liebeswunden Löset aller Schmerz sich auf, Löset aller Schmerz sich auf. 10. Meine Seele, gleich der Taube, Die sich birgt im Felsenstein, Wird der Erde nicht zum Raube; In den Himmel dringt mein Glaube, Meine Lieb und Sehnsucht ein, Meine Lieb und Sehnsucht ein. 11. Dort ist Gnade, dort Erbarmen, Ewge Füll und reiche Lust. All ihr Kranken, all ihr Armen, Zum Genesen, zum Erwarmen Kommt an eures Heilands Brust, Kommt an eures Heilands Brust. Max von Schenkendorf, 1783— 1817. Eigene Melodie. 484. Ich bete an die Macht der Liebe, Die sich in Jesu offenbart; Ich geb mich hin dem freien Triebe, Mit dem ich Wurm geliebet ward; Anhang. 68³ Ich will, anstatt an mich zu denken, Ins Meer der Liebe mich versenken. 2. Wie bist du mir so sehr gewogen, Und wie verlangt dein Herz nach mir! Durch Liebe sanft und stark gezogen, Neigt sich mein Alles auch zu dir. Du traute Liebe, gutes Wesen, Du hast mich, ich hab dich erlesen. 3. Ich fühls, du bists; dich muß ich haben. Ich fuͤhls, ich muß für dich nur sein; Nicht im Geschöpf, nicht in den Gaben, Mein Leben ist in dir allein. Hier ist die Ruh, hier ist Vergnügen; Drum folg ich deinen selgen Zügen. 4. O Jesu, daß dein Name bliebe Im Grunde tief gedrücket ein! Möcht deine süße Jesusliebe In Herz und Sinn gepräget sein! In Wort und Werk, in allem Wesen Sei Jesus und sonst nichts zu lesen. 5. Lob sei dem hohen Jesusnamen, In dem der Liebe Quell entspringt; Von dem hier alle Bächlein kamen, Aus dem die selge Schar dort trinkt. Wie beugen sie sich ohne Ende! Wie falten sie die frohen Hände! Gerhard Tersteegen, 1697— 1769. Eigene Melodie. 485. Ich hab von ferne, Herr, deinen Thron erblickt Und hätte gerne Mein Herz vorausgeschickt Und hätte gern mein müdes Leben, Schöpfer der Geister, dir hingegeben. 6⁸⁴ Anhang. 2. Das war so prächtig, Was ich im Geist gesehn, Du bist allmächtig, Drum ist dein Licht so schön. Könnt ich an diesen hellen Thronen Doch schon von heute an ewig wohnen! 3. Nur bin ich sündig, Der Erde noch geneigt, Das hat mir bündig Dein heilger Geist gezeigt. Ich bin noch nicht genug gereinigt, Noch nicht ganz innig mit dir vereinigt. 4. Doch ich bin fröhlich, Daß mich kein Bann erschreckt; Ich bin schon selig, Seitdem ich das entdeckt. Ich will mich noch im Leiden üben Und dich zeitlebens inbrünstig lieben. 5. Ich bin zufrieden, Daß ich die Stadt gesehn, Und ohn Ermüden Will ich ihr näher gehn Und ihre hellen, goldnen Gassen Lebenslang nicht aus den Augen lassen. Johann Timotheus Hermes, 1738— 1821. Eigene Melodie. 486. Ich will streben Nach dem Leben, Wo ich selig bin; Ich will ringen Einzudringen, Bis daß ichs gewinn. Hält man mich, so lauf ich fort; Bin ich matt, so ruft das Wort: EEEEEI Anhang. 68⁵ Fortgerungen, Durchgedrungen Bis zum Kleinod hinl 2. Als berufen Zu den Stufen Vor des Lammes Thron, D5 ich eilen, 5 Verweilen Bungt oft bösen Lohn. Wer auch läuft und läuft zu schlecht, Der versäumt sein Kronenrecht. Was dahinten, Das mag schwinden; Ich will nichts davon. 3. Jesu, richte Mein Gesichte Nur auf jenes Ziel; Lenk die Schritte, Stärk die Tritte, Wenn ich Schwachheit fühl! Lockt dieé Welt, so sprich mir zu, Schmäht sie mich, so tröste du. Deine Gnade Führ gerade Mich aus ihrem Spiel. 4. Du mußt ziehen, Mein Bemühen Ist zu ehe Wo ihrs fehle, Fühlt die Seele, Aber du hast Kraft, Weil dein Wort ein Leben bringt Und dein Geist das Herz durchdringt. Dort wirds tönen Bei dem Krönen: Gott ists, der es schafftl Philipp Friedrich Hiller, 1699—1769. 68⁶ Anhang. Eigene Melodie. 487. Jesu, komm doch selbst zu mir Und verbleibe für und für; Komm doch, werter Seelenfreund, Liebster, den mein Herze meint! 2. Tausendmal begehr ich dich, Weil sonst nichts vergnüget mich; Tausendmal schrei ich zu dir: Jesu, Jesu, komm zu mir! 3. Keine Lust ist in der Welt, Die mein Herz zufrieden stellt. Jesu, nur dein Beimirsein Nenn ich meine Lust allein. 4. Keinem andern sag ich zu, Daß ich ihm mein Herz auftu; Dich alleine laß ich ein, Dich alleine nenn ich mein. 5. Dich alleine, Gottes Sohn, Heiß ich meine Kron und Lohn; Du für mich verwundtes Lamm Bist allein mein Bräutigam. 6. O, so komm denn, süßes Herz, Und vermindre meinen Schmerz; Denn ich schrei doch für und für: Jesu, Jesu, komm zu mir! 7. Nun, ich warte mit Geduld, Bitte nur um diese Huld, Daß du mir in Todespein Wollst ein treuer Jesus sein. Johann Scheffler(Angel.), 1624— 1677. Eigene Melodie. 488. Laßt mich gehn, laßt mich gehn, Daß ich Jesum möge sehn; Anhang. 68⁷ Meine Seel ist voll Verlangen, Ihn auf ewig zu umfangen Und vor seinem Thron zu stehn. 2. Süßes Licht, süßes Licht, Sonne, die durch Wolken bricht! O, wann werd ich dahin kommen, Daß ich dort mit allen Frommen Schau dein holdes Angesicht? 3. Ach wie schön, ach wie schön Ist der Engel Lobgetön! Hätt ich Flügel, hätt ich Flügel, Flög ich über Tal und Hügel Heute noch nach Zions Höhn! 4. Wie wirds sein, wie wirds sein, Wenn ich zieh in Salem ein, In die Stadt der goldnen Gassen! Herr mein Gott, ich kanns nicht fassen, Was das wird für Wonne sein! 5. Paradies, Paradies, Wie ist deine Frucht so süß! Unter deinen Lebensbäumen Wird uns sein, als ob wir träumen. Bring uns, Herr, ins Paradies! Gustav Friedrich Ludwig Knak, 1806— 1878. Eigene Melodie. 489. Meinen Heiland im Wrzen da schlaf n ich so süß, Da träum ich so selig vom Paradies, Da träum ich so selig vom Paradies. 2. Meinen Heiland im Auge, da schreckt mich kein Feind, Er bleibet dem betenden Kinde vereint, Er bleibet dem betenden Kinde vereint. 688 Anhang. 3. Meinen Heiland im Sinne, bleibt Böses mir fern; Die Sünde entweichet vor Gott, meinem Herrn, Die Sünde entweichet vor Gott, meinem Herrn. 4. Drum will ich ihn halten fest, fest und getreu; Mein Vater im Himmel, o stehe mir bei, Mein Vater im Himmel, o stehe mir bei. Agnes Franz, 1794— 1848. Eigene Melodie. 490. Mein schönste Zier und Kleinod bist Auf Erden du, Herr Jesu Christ, Dich will ich lassen walten Und allezeit, In Lieb und Leid, In meinem Herz behalten. 2. Dein Lieb und Treu für alles geht, Kein Ding auf Erd so fest besteht, Solchs muß man frei bekennen; Drum soll nicht Tod, Nicht Angst und Not Von deiner Lieb mich trennen. 3. Dein Wort ist wahr und trüget nicht Und hält gewiß, was es verspricht, Im Tod und auch im Leben; Du bist nun mein, Und ich bin dein, Dir hab ich mich ergeben. 4. Der Tag nimmt ab, o schönste Zier, Herr Jesu Christ, bleib du bei mir, Es will nun Abend werden. Laß doch dein Licht Auslöschen nicht Bei uns allhie auf Erden. unbetannt 1597. Anhang. 689 Mel.: Nun sich der Tag Toeindet bat 491. Merk, Seele, dir das große Wort: Wenn Jesus winkt, so geh; Wenn er dich zieht, so eile fort; Wenn Jesus hält, so steh. 2. Wenn er dich Lodetz bücke dich; Wenn er dich liebt, so ruh; Wenn er dich aber schilt, o sprich: 3 brauchs, Herr, schlage zu! Wenn Jesus seine Gnadenzeit Bald da, bald dort verklärt, So freu dich der Barmherz igkeit, Die andern widerfährt. 4. Wenn er dich aber brauchen will, So steig in Kraft empor; Wird Jesus in der Seele still, So nimm auch du nichts vor. 5. Kurz, liebe Seel, dein ganzes Herz Sei von dem Tage an Bei Schmach, bei Mangel und bei Schmerz Dem Lamme zugetan. Nikolaus Ludwig Graf v. Zinzendorf, 1700— 1760. Wiegengesang. Mel.: Nun sich der Tag geendet hat. 492. Nun schlaf, mein liebes Kindelein, Und tu dein Auglein zu, Der lieb Gott will dein Vater sein, Drum schlaf in guter Ruh! 2. Dein Vater ist der liebe Gott Und wills auch ewig sein, Der Leib und Seel dir geben hat Wohl durch die Eltern dein. 44 690 Anhang. 3. Und da du warst in Sünd geborn Wie Menschenkinder all Und lagst dazu in Gottes Zorn Um Adams Sünd und Fall, 4. Da schenkt er dir sein lieben Sohn, Den gibt er in den Tod, Der kam auf Erd vons Himmels Thron, Half dir aus aller Not. 5. Ein Kindlein klein ward er geborn, Am Kreuz sein Blut vergoß; Damit stillt er seins Vaters Zorn, Macht dich von Sünden los. 6. Hör, was dir Christ erworben hat Mit seiner Marter groß: Dein heilig Tauf, das selig Bad, Aus seiner Seiten floß. 7. Darum bist du nun neugeborn Durch Christi Wunden rot, Verschlungen ist Gotts grimmig Zorn, Deinr Schuld bist quitt und los. 8. Mit seinem Geist er dich vegiert Aus lauter Lieb und Treu, Der auch dein zartes Herzlein rührt Und macht dich völlig neu. 9. Er send dir auch sein Engelein Zu hüten Tag und Nacht, Daß sie bei deiner Wiege sein Und halten gute Wacht, 10. Damit der böse Geist kein Teil An deiner Seele find. Das bringt dir alles Christi Heil, Drum bist ein selges Kind. 11. Der heilig Geist, der segne dich Bewahr dich allezeit, x Anhang. 69¹ Sein 3. heilger Nam behüte 110 Schütz dich vor allem Leid! Johann Mathesius, 1504— 1565. Mel.: Jesu, komm doch selbst zu mir. 493. Nun, so bleibt es fest dabei, Daß ich Jesu eigen sei. Welt und Sünde, fahret hin! 5 nach Jesu steht mein Sinn. Jesus ist mein höchstes Gut; Deun er gab sein teures Blut Auch für mich verlornes Kind, Daß mein Glaube Gnade find. 3. Herr, ich Doelt allein an dir! Nimm nur alles selbst von mir, Was dir nicht gefällig ist, Weil du doch mein Alles bist. 4. Amen, ja du hörest mich, Und ich Armer lobe dich; Ja⸗ zum voraus werd ich schrein: Jesus wird mein Helfer sein. unbekannt. Eigene Melodie. 494. Schönster Herr Jesu, Herrscher aller Enden, Gottes 1 9030 Marien Sohn! Dich will h lieben, Dich will ich ehren, Du meiner Seele Freud und Kron. 2. Schön sind die Felder, Schöner sind die Wälder In der hen Frühlingszeit. Jesus ist schöner, Jesus ist reiner, Der unser traurig Herz erfreut. 44* 69² Anhang. 3. Schön leucht die Sonne, Schöner leucht der Monden Und die Sternlein allzumal. Jesus leucht schöner, Jesus leucht reiner, Als all die Engl im Himmelssaal. Altes geistliches Volkslied. Mel.: Wie könnt ich ruhig schlafen. 495. So nimm denn meine Hände Und führe mich Bis an mein selig Ende Und ewiglich! Ich mag allein nicht gehen, Nicht einen Schritt; Wo du wirst gehn und stehen, Da nimm mich mit! 2. In dein Erbarmen hülle Mein schwaches Herz, Und mach es gänzlich stille In Freud und Schmerz; Laß ruhn zu deinen Füßen Dein armes Kind, Es will die Augen schließen Und glauben blind. 3. Wenn ich auch gar nichts fühle Von deiner Macht, Du führst mich doch zum Ziele Auch durch die Nacht. So nimm denn meine Hände Und führe mich Bis an mein selig Ende Und ewiglich! Julie v. Hausmann, 1825— 1901. Anhang. 693 „ Mel.: Herzlich tut mich verlangen. 496. Was du vor tausend Jahren, Mein Heiland, hast getan, Läßt du noch jetzt erfahren Die, so dir gläubig nahn. So wie den armen Blinden, Nach deines Worts Bericht Ließt du mich Gnade finden Und gabst mir Freud und Licht. 2. Betrübt saß ich am Wege, Tiefblind in meinem Geist, Sehnsucht im Herzen rege, Doch Wehmut allermeist; Die Psalmen hört ich singen, Die Palmen fühlt ich wehn, Die dir die Gläubgen bringen, Und konnte dich nicht sehn. 3. Zu groß wards mit dem Schmerze, Zu drückend ward die Pein, Da faßt ich mir ein Herze, Hub an nach dir zu schrein: Sohn Davids, rette, heile, Wie dus verheißen hast; O liebster Jesu, eile, Nimm von mir Nacht und Last! 4. Und immer heißer weinend, Mit immer lauterm Wort Stets mehr mein Herz entsteinend, Fuhr ich zu rufen fort. Da ward mein Angsten minder, Da sagte was zu mir: Getrost, du armer Blinder, Getrost, er rufet dir! 694 Anhang. Du sprachst: Es soll geschehn. 6. Und was du hast gesprochen, Das fehlt ja nimmer nicht; Mein Zagen ward gebrochen; Du meiner Seele Licht, Du gibst mir deinen Segen; Frei von der alten Schmach Folg ich auf deinen Wegen Dir, Herr, in Freuden nach. Friedrich de la Motte⸗Fouqué, 1777— 1848. Eigene Melodie. 497. Was macht ihr, daß ihr weinet Und brechet mir das Herz? Im Herrn sind wir vereinet Und bleibens allerwärts. Das Band, das uns verbindet, Löst weder Zeit noch Ort; Was in dem Herrn sich findet, Das währt in ihm auch fort. 2. Man reicht sich wohl die Hände, Als sollts geschieden sein, Und bleibt doch ohne Ende Im innigsten Verein; Man sieht sich an, als sähe Man sich zum letzten Mal, Und bleibt in gleicher Nähe Dem Herrn doch überall⸗ Anhang. 695⁵5 3. Man spricht: Ich hier, du dorten, Du ziehest, und ich bleib, Und ist doch allerorten Ein Glied an einem Leib; Man spricht vom Scheidewege Und grüßt sich einmal noch Und geht auf einem Wege In gleicher Richtung doch. 4. Was sollen wir nun weinen Und so gar traurig sehn, Wir kennen ja den Einen, Mit dem wir alle gehn In einer Hut und Pflege, Geführt von einer Hand, Auf einem sichern Wege Ins eine Vaterland. 5. So sei denn diese Stunde Nicht schwerem Trauerleid, Nein, einem neuen Bunde Mit unserm Herrn geweiht. Wenn wir uns ihn erkoren Zu unserm höchsten Gut, Sind wir uns nicht verloren, Wie weh auch Scheiden tut. Karl Johann Spitta, 1801—4859. Mel.: Die Tugend wird durchs Kreuz geübet. 498. Was wär ich ohne dich gewesen, Was würd ich ohne dich nicht sein? Zu Furcht und Angsten Eralletn un Stünd ich in weiter Welt allein. Nichts wüßt ich sicher, was ich liebte, Die Zukunft wär ein dunkler Schlund, Und wenn mein Herz sich tief betrübte, Wem tät ich meine Sorge kund? 696 Anhang. 2. Einsam, verzehrt von Lieb und Sehnen, Erschien mir nächtlich jeder Tag; Ich folgte nur mit heißen Tränen Dem wilden Lauf des Lebens nach. Ich fände Unruh im Getümmel Und hoffnungslosen Gram zu Haus. Wer hielte ohne Freund im Himmel, Wer hielte da auf Erden aus? 3. Hat Christus sich mir kund gegeben, Und bin ich seiner erst gewiß, Wie schnell verzehrt ein lichtes Leben Die bodenlose Finsternis! Für alle seine tausend Gaben Bleib ich sein demutvolles Kind, Gewiß, ihn unter uns zu haben, Wenn zwei auch nur versammelt sind. 4. O geht hinaus auf allen Wegen Und holt die Irrenden herein, Streckt jedem eure Hand entgegen Und ladet froh sie zu uns ein! Der Himmel ist bei uns auf Erden, Im Glaͤuben schauen wir ihn an; Die eines Glaubens mit uns werden, Auch denen ist er aufgetan. 5. Das Herz, des Lebens reiche Quelle, Ein böses Wesen wohnte drin; Und wards in unserm Geiste helle, So war nur Unruh der Gewinn. Ein eisern Band hielt an der Erde Die bebenden Gefangnen fest; Furcht vor des Todes Richterschwerte Verschlang der Hoffnung Überrest. 6. Da kam ein Heiland, ein Befreier, Ein Menschensohn voll Lieb und Macht, Und hat ein allbelebend Feuer In unserm Innern angefacht. Anhang. 697 Nun sahn wir erst den Himmel offen Als unser altes Vaterland, Wir konnten glauben nun und hoffen Und fühlten uns mit Gott verwandt. 7. Seitdem verschwand bei uns die Sünde, Und fröhlich wurde jeder Schritt, Man gab zum schönsten Angebinde Den Kindern diesen Glauben mit; Durch ihn geheiligt, zog das Leben Vorüber wie ein selger Traum, Und ewger Lieb und Lust ergeben Bemerkte man den Abschied kaum. 8. Noch steht in wunderbarem Glanze Der heilige Geliebte hier; Gerührt von seinem Dornenkranze Und seiner Treue weinen wir. Ein jeder Mensch ist uns willkommen, Der seine Hand mit uns ergreift Und, in sein Herz mitaufgenommen, Zur Frucht des Paradieses reift. Friedrich v. Hardenberg(Novalis), 1772-1801. Eigene Melodie. 499. Weil ich Jesu Schäflein bin, Freu ich mich nur immerhin Über meinen guten Hirten, Der mich wohl weiß zu bewirten, Der mich liebet, der mich kennt Und bei meinem Namen nennt. 2. Unter seinem sanften Stab Geh ich aus und ein und hab Unaussprechlich süße Weide, Daß ich keinen Mangel leide, Und so oft ich durstig bin, Führt er mich zum Brunnquell hin. 698 Anhang. 3. Sollt ich denn nicht fröhlich sein, Ich beglücktes Schäfelein? Denn nach diesen schönen Tagen Werd ich endlich heimgetragen In des Hirten Arm und Schoß. Amen, ja, mein Glück ist groß. Henriette Luise v. Hayn, 1724— 1782. Mel.: Herzlich tut mich verlangen. 500. Wenn alle untreu werden, So bleib ich dir doch treu, Daß Dankbarkeit auf Erden Nicht ausgestorben sei. Für mich umfing dich Leiden, Vergingst für mich im Schmerz; Drum geb ich dir mit Freuden Auf ewig dieses Herz. 2. Oft muß ich bitter weinen, Daß du gestorben bist Und mancher von den Deinen Dich lebenslang vergißt. Von Liebe nur durchdrungen Hast du so viel getan, Und doch bist du verklungen, Und keiner denkt daran. 3. Du stehst voll treuer Liebe Noch immer jedem bei, Und wenn dir keiner bliebe, So bleibst du dennoch treu. Die treuste Liebe sieget, Am Ende fühlt man sie, Weint bitterlich und schmieget Sich kindlich an dein Knie. 4. Ich habe dich empfunden, O lasse nicht von mir; SES S 857 AAÆA V6880—20 eEN A Anhang. 699 Laß innig mich verbunden Auf ewig sein mit dir! Einst schauen meine Brüder Auch wieder himmelwärts Und sinken liebend nieder Und fallen dir ans Herz. Friedrich v. Hardenberg(Novalis). 1772— 1801. Eigene Melodie. 501. Wenn ich ihn nur habe, Wenn er mein nur ist, Wenn mein Herz bis hin zum Grabe Seine Treue nie vergißt, Weiß ich nichts von Leide, Fühle nichts als Andacht, Lieb und Freude. 2. Wenn ich ihn nur habe, Laß ich alles gern, Folg an meinem Wanderstabe Treugesinnt nur meinem Herrn, Lasse still die andern Breite, lichte, volle Straße wandern. 3. Wenn ich ihn nur habe, Schlaf ich fröhlich ein, Ewig wird zu süßer Labe Seines Herzens Flut mir sein, Die mit sanftem Zwingen Alles wird erweichen und durchdringen. 4. Wo ich ihn nur habe, Ist mein Vaterland, Und es fällt mir jede Gabe Wie ein Erbteil in die Hand; Längst vermißte Brüder Find ich nun in seinen Jüngern wieder. Friedrich v. Hardenberg(Rovalis), 177²2—1801, 700 Anhang. Eigene Melodie. 502. Wie bist du mir so innig gut, Mein Hoherpriester du! Wie teur und kräftig ist dein Blut! Es bringt mich stets zur Ruh. 2. Wenn mein Gewissen zagen will Vor meiner Sünden Schuld, So macht dein Blut es wieder still, Setzt mich bei Gott in Huld. 3. Hab ich gestrauchelt hier und da Und will verzagen fast, So spür ich dein Versöhnblut nah, Das nimmt mir meine Last. 4. Es stillet meinen tiefen Schmerz Durch seine Gotteskraft; Es stärket mein gestörtes Herz Zu neuer Ritterschaft. 5. So senkt sich denn mein blöder Sinn In dein Erbarmen ein Und kann auf solche Gnade hin Gar froh und kindlich sein. 6. Ich hab vergessen meine Sünd, Als wär sie nie geschehn; Du sprichst: Sei still in mir, mein Kind, Du mußt auf mich nur sehn. 7. So will ich denn nur sehn auf dich, Mein Gott, mein Trost, mein Teil! Ich will nicht denken mehr an mich, In dir ist all mein Heil. Gerhard Tersteegen, 1697— 1769. Eigene Melodie. 503. Wie könnt ich ruhig schlafen In dunkler Nacht, ES79 EEE —0 98 E — 20 Anhang. 70¹ 2. O decke meine Mängel Mit deiner Huld; Du bist ja, Gott, die Liebe Und die Geduld. Gib mir, um was ich flehe, Ein reines Herz, Das dir voll Freuden diene In Glück und Schmerz. 3. Auch hilf, daß ich vergebe, Wie du vergibst, Und meinen Bruder liebe, Wie du mich liebst; So schlaf ich ohne Bangen Im Frieden ein Und träume süß und stille Und denke dein! Agnes Franz, 1794— 1843. Mel.: Erwacht von süßem Schlummer. 504. Wie lieblich ists hienieden, Wenn Brüder treu gesinnt In Eintracht und in Frieden Vertraut beisammen sind. 2. Wie Tau vom Himmel nieder Auf Gottes Berge fließt, Also auf treue Brüder Der Segen sich ergießt. 70 Anhang. 3. Und einstens wird erneuet Durch sie die heilge Stadt; Was Knecht ist, wird befreiet, Und rein, was Flecken hat. 4. Und alles Volk der Erde Geht nun zum Lichte ein; Dann wird nur eine Herde Und nur ein Hirte sein. Unbekannt. Eigene Melodie. 505. Wo findet die Seele„iup210.5 die u Wer deckt sie mit schützenden Fittichen zu? Ach, bietet die Welt keine Freistatt mir an? Wo Sünde nicht herrschen, nicht anfechten kann? Nein, nein, nein, nein, hier ist sie nicht; Die Heimat der Seele ist droben im Licht. 2. Verlasse die Erde, die Heimat zu sehn, Die Heimat der Seele, so herrlich, so schön! Jerusalem droben, von Golde erbaut, Ist dieses die Heimat der Seele, der Braut? Ja, ja, ja, ja, dieses allein Kann Ruhplatz und Heimat der Seele nur sein. 3. Wie selig die Ruhe bei Jesu im Licht! Tod, Sünde und Schmerzen, die kennt man dort nicht; Das Rauschen der Harfen, der liebliche Klang, Bewillkommt die Seele mit süßem Gesang. Ruh, Ruh, 1% Ruh, himmlische Ruh Im Schoße des Mittlers, ich eile dir zu. Unbekannt. CG SDE S E SOO SV Anhang. 703³3 Eigene Melodie. 506. Wo ist Jesus, mein Verlangen, Mein Geliebter und mein Freund? Ach, wo ist er hingegangen? Wo mag er zu finden sein? Meine Seel ist sehr betrübet Mit viel Sünd und Ungemach; Wo ist Jesus, den sie liebet, Den sie suchet Nacht und Tag? 2. Ach, ich ruf vor Pein und Schmerzen; Wo ist denn mein Jesus hin? Keine Ruh hab ich im Herzen, Bis ich endlich bei ihm bin. Ach, wer gibt mir Taubenflügel, Daß ich kann zu jeder Frist Fliegen über Berg und Hügel, Suchen, wo mein Jesus istꝰ 3. Er vertreibt mir Angst und Schmerzen, Er vertreibt mir Sünd und Tod. Quält mich was in meinem Herzen, Er hilft wiederum aus Not. Darum will ich nicht ablassen, Will ihn suchen hin und her, In den Wäldern, auf den Straßen, Will ihn suchen mehr und mehr. 4. Liebster Jesu, laß dich finden! Meine Seele ruft nach dir. Ach vergib mir meine Sünden! Heiland, zieh mich ganz nach dir. Stille, Jesu, mein Verlangen, Sei und bleibe du doch mein; Laß mich einzig dir anhangen Und auf ewig bei dir sein! Unbekannt. 70⁴ Anhang. Eigene Melodie. 507. Wollt ihr wissen, was mein Preis? Wollt ihr lernen, was ich weiß? Wollt 01 sehn mein Eigentum? Wollt ihr hören, was mein Ruhm? Jesus der Gekreuzigte! 2. Wer ist meines Glaubens Grund? Wer stärkt und erweckt den Mund? Wer trägt meine Straf und Schuld? Wer schafft mir des Vaters Huld? Jesus der Gekreuzigte! 3. Wer ist meines Leidens Trost? Wer schützt, wenn der Feind erbost? Wer erquickt mein mattes Herz? Wer verbindet meinen Schmerz? Jesus der Gekreuzigte! 4. Wer ist meines Todes Tod? Wer hilft in der letzten Not? Wer versetzt mich in sein Reich? Wer macht mich den Engeln gleich? Jesus der Gekreuzigte! Johann Christoph Schwedler, 1672—1730. 70⁵ Verzeichnis der Episteln und Evangelien an Sonn⸗ und Festtagen. 1. Advent. Epist. Röm. 13, 11—14. Evang. Matth. 21, 1- 9. 2. Advent. Epist. Röm. 15, 4—13. Evang. Luk. 21, 25— 36. 3. Advent. Epist. 1. Kor. 4, 1—- 5. Evang. Matth. 11, 2— 10. 4. Advent. Epist. Philipp. 4, 4— 7. Evang. Joh. 1, 19— 28. 1. Weihnachtstag. Epist. Tit. 2, 11—14. Evang. Luk. 2, 1—14. 2. Weihnachtstag. Epist. Tit. 3, 4 + 7. Evang. Luk. 2, 15— 20. Sonntag nach Weihnachten. Epist. Gal. 4, 1—7. Evang. Luk. 2, 33— 40. Neujahr. Epist. Gal. 3, 23—29. Evang. Luk. 2, 21. Sonntag nach Neujahr. Epist. 1. Petri 4, 12— 19. Evang. Matth. 2, 13— 23. Epiphanias. Epist. Jes. 60, 1—6. Evang. Matth. 2, 1— 12. 4⁵ 706 Verzeichnis der Episteln 1. Sonntag nach Epiphanias. Epist. Röm. 12, 1—6. Evang. Luk. 2, 41—52. 2. Sonntag nach Epiphanias. Epist. Röm. 12, 7— 16. Evang. Joh. 2, 1— 11. 3. Sonntag nach Epiphanias. Epist. Röm. 12, 17.—21. Evang. Matth. 8, 1— 13. 4. Sonntag nach Epiphanias. Epist. Röm. 13, 110. Evang. Matth. 8, 23— 27. 5. Sonntag nach Epiphanias. Epist. Kol. 3, 12—17. Evang. Matth. 13, 24—30. 6. Sonntag nach Epiphanias. Epist. 2. Petri 1, 16—2. Evang. Matth. 17, 1-9. Septuagesimä. Epist. 1. Kor. 9, 2⁴—27. Evang. Matth. 20, 1— 16. Sexagesimä. Epist. 2. Kor. 12, 1—10. Evang. Luk. 8, 4—15. Estomihi. Epist. 1. Kor. 13. Evang. Luk. 18, 31—43. Invokavit. Epist. 2. Kor. 6, 1—10. Evang. Matth. 4, 1—11. Reminisoere. Epist. 1. Thess. 4, 1—12. Ebang. Matth. 15, 21— 28. uli. Epist. Ephes. 5, 1- 9. Ebang. Luk. 11, 14— 28. und Evangelien. 70⁷ Lätare. Epist. Röm. 5, 1—11. Evang. Joh. 6, 1—15. Judika. Epist. Hebr. 9, 11—15. Ebang. Joh. 8, 46—59. Palmarum. Epist. Philipp. 2, 5— 11. Evang. Matth. 21, 1—-9. Gründonnerstag. Epist. 1. Kor. 11, 23—32. Evang. Joh. 13, 1— 15. Karfreitag. Epist. Jes. 53. Evang. die Leidensgeschichte. 1. Ostertag. Epist. 1. Kor. 5, 7—8. Evang. Mark. 16, 1—8. 2. Ostertag. Cpist. Apostelgesch. 10, 34— 41. Evang. Luk. 24, 13.35. Quasimodogeniti. Epist. 1. Joh. 5, 1—5, Evang. Joh. 20, 19— 31. Miserikordias Domini. Epist. 1. Petri 2, 21— 25. Evang. Joh. 10, 12—16. Jubilate. Epist. 1. Petri 2, 11— 20. Evang. Joh. 16, 16— 23. Kantate. Epist. Jak. 1, 16.—21. Evang. Joh. 16, 5— 15. Rogate. Epist. Jak. 1, 22—27. Evang. Joh. 16, 23— 33. 45⁷ 70 Verzeichnis der Episteln Himmelfahrt. Epist. Apostelgesch. I, 1—11. Evang. Mark. 16, 14—20. Exaudi. Epist. 1. Petri 4, 8—11. Evang. Joh. 15, 26 bis 16, 4. 1. Pfingsttag. Epist. Apostelgesch. 2, 1—18. Evang. Joh. 14, 23—31. 2. Pfingsttag. Epist. 4 oßelgesch 10, 42— 48. Evang. Joh. 3, 16—21. Trinitatisfest. Epist. Röm. 11, 33—36. Ebang. Joh. 3, 1— 15. 1. Sonntag nach Trinitatis. Epist. 1. Joh. 4, 16—.21. Ebang. Luk. 16, 19—31. 2. Sonntag nach Trinitatis. Cpist. I. Joh. 5, 13—18. Cvang. Luk. 14, 16—24. 3. Sonntag nach Trinitatis. Epist. I. Petri 5, 5—I. Evang. Luk. 15, 1— 10. 4. Sonntag nach Trinitatis. Cpist. Röm., 18—27. Evang. Luk. 6, 36—42. 5. Sonntag nach Trinitatis. Cpist. I. Petri 3, 8—15. Evang. Luk. 5, 1— 11. 6. Sonntag nach Trinitatis. Epist. Röm. 6, 3—I1. Evang. Matth. 5, 20— 26. 7. Sonntag nach Trinitatis. Epist. Röm. 6, 19—28. Evang. Matth. 9, 35— 38. und Evangelien. 709 8. Sonntag nach 5 0 Epist. Röm. 8, 12— Evang. Matth. e, 23— 25. 9. 619— 1 807 Trinitatis. 10. 11. 12. 13. 14. 18. 19. Epist. 1. Kor. 10, 1—13. Evang. Luk. 16, 11. 7 nach Trinitatis. Epist. I. Kor. 12, 1—11. Evang. Luk. 19, 41—48. Sonntag nach Trinitatis. Epist. I. Kor. 15, 1—10. Evang. Luk. 18, 9— 14. Sonntag nach Trinitatis. Epist. 2. Kor. 3, 4- 9. Evang. Mark. 7, 31—- 37. Sonntag nach Trinitatis. Epist. Röm. 3, 21— 28. Evang. Luk. 10, 23—37. Sonntag nach Trinitatis. Epist. Gal. 5, 16—24. Evang. Luk. 17, 11— 19. „Sonntag nach Trinitatis. Epist. Gal. 5, 25 bis 6, 10. Evang. Matth. 6, 24— 3⁴. Sonntag nach Trinitatis. Epist. Eph. 3, 13— 21. Evang. Luk. 7, 11—17. „Sonntag nach—6 tis. Epist. Eph. 4, 1 Evang. Luk. 14, 1—11. Sodin nach Irinitatis. —9. Epist. I. Kor. 1, Ebang. Matth. 2 34⁴— 46. 940 Zhitatis. Epist. Evang. Matth 9 2—5 8. 7¹⁰ Verzeichnis der Episteln ꝛc. 20. Sonntag nach Trinitatis. Epist. Eph. 5, 15—21. Evang. Matth. 22, 1— 14. 21¹. Sorimae nach Trinitatis. Epist. Eph. 6, 10—1. Evang. Joh. 4, 47— 54. 22. Sonntag nach Trinitatis. Epist. Philipp. 1, 3.—11. Cbang. Matth. 18, 21—35. 23. Sonntag nach Trinitatis. Epist. Philipp. 3, 17—21. Evang. Matth. 22, 15— 22. 24. Sonntag nach Trinitatis. Epist. Kol. 1, 9—14. Evang. Matth. 9, 18— 26. 25. Sonntag nach Trinitatis. Epist. 1. Thess. 4, 13—18. Evang. Matth. 24, 15—28. 26. Sonntag nach Trinitatis. Epist. 2. Thess. 1. 3.—10. Cvang. Matth. 25, 31— 46. 27. Sonntag nach Trinitatis. Epist. 2. Petri 3, 3— 4. Ebang. Matth. 25, 1— 13. Michaelistag. Epist. Offenb. 12, 7—12. Ebang. Matth. 18, 1.— 11. Reformationsfest. Epist. Gal. 5, 1—15. Evang. Matth. 5, 1— 12. Erntedankfest. Epist. Pfalm 145, 15.—2l. Evang. Luk. 12, 15— 21. Kirchweihtag. Epist. Offenb. 21, 1—5. Evang. Luk. 19, 1—10. D. Verzeichnis der Liederdichter. Amilie Juliane, Gräfin von Schwarzburg⸗Rudolstadt, ——167 Gräfin von Barby; geb. 1637, 1706. Nr. 363. 444. 0 Anrirong, Johann; geb. 1492 zu Eisleben, 1566 als Hosprediger in Berlin. Nr. 249. Albert, Heinrich; geb. 1604 zu Lobenstein im V Bogt⸗ lande, 41651 als Organist zu Königsberg in Preußen. Nr. 326. 425. Alberus, Erasmus; geb. um 1500 zu Sprendlingen in der Wetterau, Freund Luthers, + 1553 als Ge neralsuperintendent zu Neubrandenburg in Mecklen⸗ burg. Nr. 339. Albinus, Johann Georg; geb. 1624 zu Unternessa bei Weißenfels, 4 1679 als Pfarrer in Naumburg. Nr. 219. 420. Albrecht, Markgraf von Brandenburg⸗Kulmbach; geb. 1522 zu Ansbach, 4 1557 zu Pforzheim. Nr. 412(2). Allendorf, Johann Ludwig Konrad; geb. 1693 zu Josbach in Oberhessen, 4 1773 als Pastor und Scholarch zu Halle. Nr. 108. 462. Altenburg, Michael; geb. 1584 zu Alach bei Erfurt, + 1640 als Pastor zu Erfurt. Nr. 152. Anna Sophie, Landgräfin von Hessen⸗Darmstadt; geb. 1638, 4 168s als Abtissin des Stifts Quedlinburg. Nr. 280. Arends, Wilhelm Erasmus; 1721 als Pastor in Halberstadt. Nr. 262. 712 Verzeichnis der Liederdichter. Arndt, Ernst Moritz; geb. 1769 zu Schoritz auf Rügen, + 1860 als Professor der Geschichte zu Bonn. Nr. 30. 233. 429. Arnold, Gottfried; geb. 1666 zu Annaberg im König⸗ reich Sachsen, 4 1714 als Pastor und Inspektor zu Perleberg. Nr. 257. Barth, Christian Gottlob; geb. 1799 in Stutigart, Pfarrer in Möttlingen bei Calw, unermüidlicher Förderer der Heidenmission, 4 1862 zu Calw. Nr. 157. 476. Becker, Kornelius; geb. 1561 zu Leipzig, 4 1604 als Professor der Theologie und Pastor zu St. Nicolai in seiner Vaterstadt. Nr. 179. 392. Behm, Martin; geb. 1557 zu Lauban, daselbst als Pastor prim. 1622. Nr. 55. 321. 331. Betichius, Johann; geb. 1650 zu Stöckby in Anhalt, + 1722 als Diakonus in Zerbst. Nr. 320. Bickel, Johann Daniel Karl; geb. 1737 zu Altweilnau in Nassau, 4 1809 als Konsistorialrat in Usingen. Nr. 169. Bienemann, Kaspar(Melissander); geb. 1540 in Nürn⸗ berg, + 1591 als Generalsuperintendent in Alten⸗ burg. Nr. 292. Birken, Sigismund, von(Betulius); geb. 1626 zu Wildenstein bei Eger, 4 1681 als Privatgelehrter zu Nürnberg. Nr. 66. 253. Böhmer, Justus Henning; geb. 1674 in Hannover, + 1749 in Halle als Professor der Rechte und Kanzler des Herzogtums Magdeburg. Nr. 98. Bogatzly, Karl Heinrich, von; geb. 1690 zu Jankowe in Niederschlesien, 1774 als Privatmann im Waisenhause zu Halle. Nr. 164. 260, Bruhn, David; geb. 1727 zu Memel, 4 1782 als Prediger zu Berlin. Nr. 201. 1 Burmeister, Franz Jvachim; um 1670 Pfarrer in seiner Vaterstadt Lüneburg. 1688. Nr. 427. Busch, Peter; geb. 1682 zu Lübeck, 1744 als Pastor der Kreuzkirche zu Hannover. Nr. 457. —1 044 25 + 25 8 Verzeichnis der Liederdichter. 718 Claudius, Matthias; geb. 1740 zu Reinfeld bei Lübeck, 7 1615 zu Hamburg als Revisor der schleswig⸗ holsteinschen Bank zu Altona. Nr. 475. Clausnitzer, Tobias; geb. 16 18 zu Thum bei Anna⸗ berg, 4 1684 als Kirchenrat zu Weiden in der Oberpfalz. Nr. 11. Crasselius, Bartholomäus; geb. 1677 zu Wernsdorf im Königreich Sachsen, F 1724 als Pfarrer zu Düsseldorf. Nr. 133()). 289. Dach, Simon; geb. 1605 zu Memel, 4 1659 als Professor der Dichtkunst zu Königsberg in Preußen. Nr. 433. Decius, Nikolaus(Howesch); 4 1541 als Pfarrer in Stettin. Nr. 74. 131. Denicke, David; geb. 1603 zu Zittau, 4 1680 als Konsistorialrat in Hannover. Nr. 174. 216. 241. Derschow, Bernhard, von; geb. 1591 zu Königsberg, + daselbst 1639 als Konsistorialrat und Professor der Theologie. Nr. 195, Vers 1, 3 u. 4. Deßler, Wolfgang Christoph; geb. 1660 in Nürnberg, 1+ daselbst 1722 als Konrektor. Nr. 287. 393. Diterich, Johann Samuel; geb. 1721 in Berlin, 1+ daselbst 1797 als Oberkonsistorialrat. Nr. 459. Drese, Adam; geb. 1620 in Thüringen, 4 1701 als Kapellmeister zu Arnstadt. Nr. 288. Eber, Paul; geb. 1511 zu Kitzingen in Franken, Freund Luthers, 1569 als Generalsuperintendent in Witten⸗ berg. Nr. 413. 430. 437. Eleonore, Fürstin Reuß, geborene Gräfin Stolberg⸗ Wernigerode, geb. 1835 zu Gedern am Vogelsberg, + 1903 zu Ilsenburg. Nr. 46. siabricius, Friedrich; geb. 1642 zu Stettin, 4 daselbst 1703 als Pfarrer. Nr. 117. Fall, Johannes Daniel; geb. 1768 zu Danzig, 1 1826 als Legationsrat zu Weimar. Nr. 468. 714 Verzeichnis der Liederdichter. Fischer(Vischer), Christoph; geb. zu Joachimsthal in Böhmen, 4 1600 als Generalsuperintendent und Hofprediger in Celle. Nr. 81. Fleming, Paul; geb. 1609 zu Hartenstein in Sachsen, + 1640 als praktischer Arzt in Hamburg. Nr. 397. Förtsch, Basilius; geb. zu Roßla in der Grafschaft Stolberg, 4 1619 als Pfarrer in Gumberta bei Orlamünde. Nr. 92. Franck, Johann; geb. 1618 zu Guben, 4 daselbst 1677 als Bürgermeister. Nr. 135. 199. 207. 276. 350. 369. Franck, Michael; geb. 1609 in Schleusingen, 1667 als Lehrer zu Koburg. Nr. 184. 419. Franck, Salomo; geb. 1659 zu Weimar, daselbst 1725 als Oberkonsistorialsekretär. Nr. 60. 79. 288. Franz, Agnes; geb. 1794 zu Militsch in Schlesien, + 1843 in Breslan. Nr. 489. 503. Freylinghausen, Johann Anastasius; geb. 1670 zu Gandersheim in Braunschweig, Schwiegersohn Franckes, + 1739 als Pastor und Direktor der Francke'schen Anstalten zu Halle. Nr. 285. 402. Freystein, Johann Burkhard; 1720 als Hof⸗ und Justizrat zu Dresden. Nr. 254. Fricker, Johann Ludwig; T 1756 als Psarrer zu Dettingen in Württemberg. Nr. 168. Fritsch, Ahasverus; geb. 1629 zu Mücheln bei Frei⸗ burg in Sachsen, 4 1701 als Kanzleidirektor und Konsistorialpräsident zu Rudolstadt. Nr. 459. Füger, Kaspar; 1592 als Diakonus an der Kreuz⸗ kirche zu Dresden. Nr. 42. Funk, Gottfried Benedikt; geb. 1734 zu Hartenstein in Sachsen, 1814 als Konsistorialrat und Direktor des Domgymnasiums zu Magdeburg. Nr. 89. Garpe, Karl Vernhard; geb. 1763 zu Jeinsen bei Hannover, 1 1841 zu Herrnhut als Prediger der Brüdergemeinde. Nr. 170. Gedicke, Lampertus; geb. 1683 zu Gardelegen, 4 1785 als Feldprobst zu Berlin. Nr. 4416. 6 Verzeichnis der Liederdichter. 71⁵ Gellert, Ohen, Fürchtegott; geb. 1715 zu Hainichen in Sachsen, 1769 zu Leipzig als Professor der Moral. Nr. 91. 63. 96. 171. 196. 266. 290. 315. 316. 329. 348. 375. 391. Gerhardt, Paul; geb. 1607 zu Gräfenhainichen bei Wittenberg, 1676 als Archidiakonus in Lübben. Nr. 27. 28. 34. 37. 43. 52. 59. 72. 76. 78. 82. 100. 127. 130. 237. 281. 299. 302. 309. 314. 323. 333. 347. 360. 367. 368. 377. 379. 382. 383. 390. 394. 404. 410. 432. 447. 480. Gersdorf, Henriette Katharine, von; geb. 1648 zu Sulzbach in Baiern, Großmutter des Grafen von e + 1726 zu Großhennersdorf in Sachsen. Nr. 49. Gesenius, Justus; geb. 1601 zu Esbeck in Hannover, + 1678 als Sberhofprediger und Generalsuperintendent in Hannover. Nr. 80. 99. Göz, Christian Gottlieb; geb. 1746 zu Hengen in Württemberg, 4 1803 als Pfarrer zu Hohenheim bei Stuttgart. Nr. 110. Gotter, Ludwig Andreas; geb. 1661 zu Gotha, 4 da⸗ selbst 1735 als Hofrat. Nr. 247. 263. 317. Gramann(Poliander), Johann; geb. 1487 zu Neu stadt in der Oberpfalz, 4 1541 als Pfarrer zu Königs berg in Preußen. Nr. 310. Aals 5 Johann Ernst; geb. 1676 zu Weimar, 4 1748 5 Pfarrer bei Hanau. Nr. 58. Eradr. Christian; geb. 1723 zu Dirsdorf in Schlesien, + 1801 als Bischof der Brüdergemeinde zu Berthels⸗ dorf. Nr. 267. Gretgen, Adam; Advokat zu Sorau, 4 1660. Nr. 146. Gryphius, Andreas; geb. 1616 zu Glogau, 4 1664 daselbst als Landschaftssyndikus. Nr. 424. Günther, Cyriakus; geb. 1650 zu Goldbach bei& apo + 1704 als Gymnasiallehrer zu Gotha. Nr. 190. Hardenberg, Friedrich Freiherr von(Novalis); geb. 1772 zu Wiederstedt in der Grafschaft Mansfeld, + 1801 als Bergamtsassessor zu Weißenfels. Nr. 498. 500. 501. 7¹ Verzeichnis der Liederdichter. Hartmann, Thomas; um 1604 Diakonus zu Eisleben. Nr. 108. Haßlocher, Johann Adam; geb. 1645 zu Speier, 41726 als Konsistorialrat und Hofprediger des Grafen Johann Ernst von Nassau zu Weilburg an der Lahn. Nr. 8. Hausmann, Julie, von; geb. 1825 zu Mitau, 1901 zu Wossö an der Ostsee. Nr. 495. Hayn, Henriette Luise, von; geb. 1724 zu Idstein in Nassau, 1 1782 zu Herrnhut. Nr. 499. Hecker, Heinrich Kornelius; geb. 1699 zu Hamburg, + 1743 als Pfarrer zu Meuselwitz bei Altenburg. Nr. 11. 29 755 Heermann, Johann; geb. 1585 zu Raudten in Schlesien, Pastor zu Köben, 4 1647 zu Lissa in Posen. Nr. 64. 67. 88. 149. 150. 156. 197. 206. 218. 224. 282. 295. 336. 407. 448. Held, Heinrich; um 1650 Rechtsanwalt zu Guhrau in Schlesien. Nr. 18. 125. Helmbold, Ludwig; geb. 1532 zu Mühlhausen in Thüringen, T daselbst 1595 als Superintendent. Nr. 335. 408. Herberger, Valerius; geb. 1562 zu Fraustadt in Posen, + 1627 als Pfarrer daselbst. Nr. 442. Herman, Nikolaus; 4 1561 in hohem Alter als Kantor zu Joachimsthal in Böhmen. Nr. 38. 87. 324. 334. 345. 443. Hermes, Johann Timotheus; geb. 1738 zu Petznick bei Stargard in Pommern, 4 1821 als Oberkon⸗ sistorialrat zu Breslau. Nr. 485. Herrnschmidt, Johann Daniel; geb. 1675 zu Bopfingen in Württemberg, 4 1723 als Professor der Theologie und Mitdirektor der Franckeschen Stiftungen zu Halle. Nr. 305. 387. Herzog, Johann Friedrich; geb. 1647 zu Dresden, +daselbst 1699 als Rechtsanwalt. Nr. 348. Hesse, Johann; geb. 1490 zu Nürnberg, 4 1547 als Pfarrer zu Breslau. Nr. 441. Verzeichnis der Liederdichter Hiller, Philipp Friedrich; geb. 1699 zu Mühlhausen in Württemberg, + 1769 als Pfarrer zu Steinheim bei Nördlingen. Nr. 26. 112. 113. 144. 239. 362. 486. Hoffmann, Gottfried; geb. 1658 zu Löwenberg in Schlesien, 4 1712 als Rektor des Gymnasiums zu Zittau. Nr. 451. Homburg, Ernst Christoph; geb. 1605 zu Mühla bei Eisenach, 4 1681 als Rechtsanwalt in Naumburg. Nr. 69. 105. Hülsemann, Wilhelm; geb. 1781 zu Soest in West⸗ falen, 4 1865 als Superintendent zu Elsey bei Iserlohn. Nr. 364. Jonas Justus; geb. 14983 zu Nordhausen, Freund und Gehilfe Luthers, Professor in Wittenberg, 4 1555 als Superintendent zu Eisfeld bei Koburg. Nr. 154. Keymann, Christian; geb. 1607 zu Pankraz in Böhmen, + 1662 als Rektor des Gymnasiums zu Zittau. Nr. 279. Klopstock, Friedrich Gottlieb; geb. 1724 zu Quedlin⸗ burg, 4+ 1803 als Legationsrat in Hamburg. Nr. 193. 461. 472. Knak, Gustav Friedrich Ludwig; geb. 1806 in Berlin. Pastor daselbst, 4 1878 auf einer Reise zu Dünow bei Stolpmünde. Nr. 165. 488. Knapp, Albert; geb. 1798 zu Tübingen, + 1864 als Pfarrer zu Stuttgart. Nr. 158. 160. 161. 166. 469. Knoll, Christoph; geb. 1563 zu Bunzlau, 1621 als Diakonus zu Sprottau. Nr. 431. Knorr von Rofenroth, Christian; geb. 1636 zu Alt⸗ rauden in Schlesien, 4 1689 als Geheimer Rat zu Sulzbach. Nr. 330. Kramer, Moritz; geb. 1646 zu Ammerswort in Hol⸗ stein, 4 1702 als Pfarrer zu Marne in Süder⸗ dithmarschen. Nr. 120. Krause, Jonathan; geb. 1701 zu Hirschberg in Schlesien, + 1762 als Superintendent in Liegnitz. Nr. 5. 718 Verzeichnis der Liederdichter. Krummacher, Friedrich Adolf; geb. 1767 zu Tecklen⸗ burg in Westfalen, 2 1845 als Pfarrer in Bremen. Nr. 159. Kunth, Johann Sigismund; geb. 1700 zu Liegnitz, + 1779 als Superintendent zu Baruth in der Ober⸗ lausitz. Nr. 455. Campe, Friedrich Adolf; geb. 1683 zu Bremen, + daselbst 1729 als Pfarrer. Nr. 255. Lang, Johann Jakob; geb. 1646 zu Nürtingen, + 1690 als Pfarrer in Stuttgart. Nr. 389. Lange, Joachim; geb. 1670 zu Gardelegen in der Alt⸗ mark, 4 1744 als Professor der Theologie zu Halle. Nr. 332. Laurenti, Laurentius(Lorenz Lorenzen); geb. 1660 zu Husum, 4 1722 als Musikdirektor und Kantor in Bremen. Nr. 101. 213. 453. Lehr, Leopold Franz Friedrich; geb. 1709 zu Kronberg bei Frankfurt a. M., Pfarrer in Köthen, 4 1744 in Magdeburg. Nr. 238. Liebich, Ehrenfried; geb. 1713 zu Probsthagen bei Liegnitz, 4 1780 als Pastor zu Lomnitz in Schlesien. Nr. 121. Liscow, Salomo; geb. 1640 zu Niemitzsch in der Niederlausitz, 4 1689 als Diakonus zu Wurzen. Nr. 231. 328. 421. Löscher, Valentin Ernst; geb. 1673 zu Sondershausen, + 1749 als Oberkonsistorialrat zu Dresden. Nr. 215. Löwenstern, Matthäus Apelles, von; geb. 1594 zu Neustadt bei Oppeln, 4 1648 als Staatsrat zu Breslau. Nr. 143. 311. Ludämilie Elisabeth, Gräfin von Schwarzburg⸗Rudol⸗ stadt; geb. 1640. 4 1672. Nr. 277. Luise Henriette, Kurfürstin von Brandenhurg: geb. 1627 im Haag, Gemahlin des großen Kurfürsten von Brandenburg; 4 1667 zu Berlin. Nr. 97(2). 211(2). Luther, Martin; geb. 1483 zu Eisleben, 4 daselbst 1546. Nr. 35. 40. 41. 85. 95. 124. 126. 134. 136. 142. 145. 147. 148. 153. 176. 204. 240. 297. 301. 365. 440. .— 9 n Verzeichnis der Liederdichter. 719 Magdeburg, Jvachim; geb. 1525 zu Gardelegen in der Altmark, 4 1588 als Pfarrer im Osterreichischen. Nr. 414, Vers 1. Marot, Samuel; geb. 1770 zu Magdeburg, 4 1865 als Konsistorialrat zu Berlin. Nr. 185. Mathesius, Johann; geb. 1504 zu Rochlitz in Sachsen, als Student Luthers Haus⸗ und Tischgenosse, 1565 als Pastor in Joachimsthal. Nr. 319(5). 492. Megander, Veit Ludwig; aus Schweinitz in Sachsen, + daselbst 1709 als Amtsinspektor. Nr. 217. Mentzer, Johann; geb. 1658 zu Jahma in der Ober⸗ lausitz, 21734 als Pfarrer zu Kemnitz bei Bernstadt in der Lausitz. Nr. 312. Meyfart, Johann Matthäus; geb. 1590 zu Walwinkel oder Waltershausen bei Gotha, 4 1642 als Pfarrer in Erfurt. Nr. 458. Möwes, Heinrich; geb. 1793 zu Magdeburg, 4 1834 als Pfarrer in Altenhausen bei Magdeburg. Nr. 470. Moller, Martin; geb. 1547 zu Kropstädt bei Witten⸗ berg, 4 1606 als Pfarrer in Görlitz. Nr. 373. 388. 408. de la Motte⸗Fouqus, Friedrich; geb. 1777 zu Branden⸗ burg, 4 1843. Nr. 496. Nachtenhöfer, Kaspar Friedrich; geb. 1624 zu Halle, + 1685 als Pfarrer in Koburg. Nr. 32. Neander, Joachim; geb. 1650 zu Bremen, daselbst 1680 als Pfarrer. Nr. 225. 284. 304. 318. 342. 445. Nerreter, David; geb. 1649 zu Nürnberg, + 1726 zu Stargard als Generalsuperintendent von Hinter⸗ pommern. Nr. 381. Neumann, Kaspar; geb. 1648 zu Breslau, 4. daselbst 1715 als Pastor. Nr. 4. 83. 139. 192. 344. 372. Neumark, Georg; geb. 1621 zu Mühlhausen in Thü⸗ ringen, 4 1681 als Bibliothekar in Weimar. Nr. 415. 720 Verzeichnis der Liederdichter. Neumeister, Erdmann; geb. 1671 zu üchteritz bei Weißensels, 4 1756 als Hauptpastor in Hamburg. Nr. 54. 93. 180. 236. 272. 294. 352. Neuß, Heinrich Georg; geb. 1654 zu Elbingerode im Harz, 4 1716 als Konsistorialrat zu Wernigerode. Nr. 244. 269. Nicolai, Philipp; geb. 1556 zu Mengeringhausen in Waldeck, 1608 als Hauptpastor in Hamburg. Nr. 286. 468. Olearius, Johann; geb. 1611 zu Halle, 2 1684 als Hofprediger zu Weißenfels. Nr. 3. 7. 24. 61. 132. 137. 258. 298. Olearius, Johann Gottfried; geb. 1635 zu Halle, + 1711 als Konsistorialrat in Arnstadt. Nr. 20. Pauli, Joachim; geb. um 1636 zu Wilsnack in der Mittelmark, 1674 Hauslehrer zu Berlin. Nr. 155. Pfeil, Christoph Karl Ludwig, von; geb. 1712 zu Grünstadt in Bayern, 4 1784 auf seinem Gut Deuf⸗ stetten. Nr. 191. 361. Prätorius, Benjamin; geb. 1571 zu Weißenfels, Tnach 1668 als Pastor zu Lissa bei Delitzsch. Nr. 265. Preiswerk, Samuel; geb. 1799 zu Römlingen, Kanton Basel, 4 1871 als Prediger und Professor zu Basel. Nr. 478. Räder, Johann Friedrich: geb. 1615 zu Elberfeld, 1daselbst 1872 als Handlungsgehilfe. Nr. 481. Rambach, Johann Jakob; geb. 1693 zu Halle, f1735 als Professor der Theologie und Superintendent zu Gießen. Nr. 111. 114. 178. 274. 296. Reusner, Adam; geb. 1496 zu Mündelheim bei Düssel⸗ dorf, T um 1575 in seiner Vaterstadt. Nr. 398. Richter, Christian Friedrich; geb. 1676 zu Sorau, + 1711 als Arzt am Waisenhaus zu Halle. Nr. 327. Rinckart, Martin; geb. 1586 zu Eilenburg in Sachsen, + 1649 als Archidiakonus daselbst. Nr. 168. 308. Verzeichnis der Liederdichter. 721 Ringwaldt, Bartholomäus; geb. 1530 zu Frankfurt an der Oder, 4 1598 als Pfarrer zu Langfeld in der Neumark. Nr. 194. 208. 214. 366. Rist, Johann; geb. 1607 zu Ottensen bei Hamburg, + 1667 zu Wedel bei Altona. Nr. 15. 38. 50. 56. 75. 189. 198. 212. 307. 351. 460. Rodigast, Samuel; geb. 1649 zu Gröben bei Jena, + 1708 als Rektor am grauen Kloster zu Berlin. Nr. 411. Rothe, Johann Andreas; geb. 1688 zu Lissa bei Görlitz, Zinzendorfs Patronatspfarrer zu Berthelsdorf, 4 1758 als Pfarrer zu Thommendorf bei Bunzlau. Nr. 282. 450. Rückert, Friedrich; geb. 1788 zu Schweinfurt, Professor der orientalischen Sprachen zu Berlin, 4 1866 auf seinem Landgute Neuses bei Koburg. Nr. 16. Ruopp, Johann Friedrich; geb. in Straßburg, 4 1708 als Waisenhaus-⸗Inspektor zu Halle. Nr. 245. Rutilius, Martin; geb. 1550 zu Düben bei Bitterfeld, + 1618 als Diakonus zu Weimar. Nr. 202. Sacer, Gottfried Wilhelm; geb. 1635 zu Naumburg, + 1699 als Kammeradvokat zu Wolfenbüttel. Nr. 48. 109. Schade, Johann Kaspar; geb. 1666 zu Kühndorf bei Meiningen, + 1698 als Diakonus zu Berlin. Nr. 400. Schalling, Martin; geb. 1532 zu Straßburg, 1608 als Pfarrer zu Nürnberg. Nr. 278. Scheffler, Johann(Angelus Silesius); geb. 1624 zu Breslau, 4 1677 als geistlicher Rat des Fürstbischofs zu Bres slau. Nr. 65. 256. 268. 274. 278. 487. Scheidt, Christian Ludwig; geb. 1709 zu Waldenburg in Württemberg, 4 1761 als Hofrat und Bibliothekar zu Hannover. Nr. 226. Schein, Johann Hermann; geb. 1586 zu Grünhain in Sachsen, 1630 als Musikdirektor zu Leipzig. Nr. 438. 46 722 Verzeichnis der Liederdichter. Schenck, Heinrich Theobald; geb. in Hessen, 1727 als Pfarrer in Gießen. Nr. 464. Schenk, Hartmann; geb. 1634 zu Ruhla bei Eisenach, + 1681 als Pfarrer zu Ostheim vor der Rhön. Nr 14. Schenkendorf, Max, von; geb. 1788 zu Tilsit, 4 1817 als Regierungsrat zu Koblenz. Nr. 471. 483. Schirmer, Michael; geb. 1606 zu Leipzig, 1673 als Konrektor in Berlin. Nr. 23. 86. 128. Schlicht, Levin Johann; geb. 1681 zu Kalbe in der Altmark, 4 1723 als Pfarrer in Berlin. Nr. 338. Schmidt, Johann Eusebius; geb. 1669 zu Hoheufeld bei Erfurt, 4 1745 als Pfarrer zu Siebleben bei Gotha. Nr. 246. Schmolck, Benjamin; geb. 1672 zu Brauchitschdorf in Schlesien, 41737 als Pfarrer zu Schweidnitz. Nr. 10. 15. 19. 51. 58. 77. 91. 94. 102. 129. 138. 173. 181. 228. 243. 248. 291. 293. 325. 341. 346. 359(2). 378. 395. 434. 436. 439. 474. Schneegaß, Cyriakus; geb. 1546 zu Bufleben bei Gotha, + 1597 als Pastor zu Friedrichroda in Thüringen. Nr. 47. Schneesing, Johann; geb. zu Frankfurt a. M., 4 1567 als Pfarrer zu Friemar bei Gotha. Nr. 208. Schröder, Johann Heinrich; geb. 1666 zu Hallerspringe in Hannover, 4 1699 als Pfarrer zu Merseberg bei Magdeburg. Nr. 228. 250. Schütz, Johann Jakob; geb. 1640 zu Frankfurt a. M., daselbst 1690 als Rechtsanwalt. Nr. 3183. Schuster, Gotthard; geb. 1673 zu Langenhessen bei Zwickau, 4 1761 als Archidiakonus zu Zwickau. Nr. 449. Schwedler, Johann Christoph; geb. 1672 zu Krebsdorf in Schlesien, 4 1730 als Pfarrer zu Niederwiesa in der Oberlausitz. Nr. 507. Scriver, Christian; geb. 1629 zu Rendsburg, 1693 als Hofprediger zu Quedlinburg. Nr. 183. 340. Selnecker, Nikolaus; geb. 1532 zu Hersbruck bei Nürn⸗ berg, 4 1592 als Professor der Theologie in Leipzig. Nr. 9. 140. Verzeichnis der Liederdichter. 723 Senitz, Elisabeth, von; geb. 1629 zu Rankau bei Brieg, 7+ 1679 zu Oels. Nr. 71. Siegfried, Johann; geb. 1564, 1637 als Super⸗ intendent zu Schleiz. Nr. 435. Spengler, Lazarus; geb. 1479 zu Nürnberg, 1534 als Rechtsgelehrter u. Ratsschreiber daselbst. Nr. 205. Speratus, Paul(von Spretten); geb. 1484 zu Rott⸗ weil in Württemberg, 41554 zu Marienwerder als Bischof von Pomesanien. Nr. 229. Spitta, Karl Johann Philipp; geb. 1801 zu Hannover, + 1859 als Superintendent zu Burgdorf. Nr. 182. 354. 357. 497. Starck, Johann Friedrich; geb. 1680 zu Hildesheim, + 1756 als Konsistorialrat zu Frankfurt a. M. Nr. 396. Stegmann, Josua; geb. 1588 zu Sulzfeld bei Mei⸗ ningen, 4 1632 als Superintendent und Professor der Theologie zu Rinteln. Nr. 141. Steuerlein, Johann; geb. 1546 zu Schmalkalden, + 1613 als Stadtschultheiß zu Meiningen. Nr. 45. Stier, Rudolf Ewald; geb. 1800 zu Fraustadt in Posen, + 1862 als Superintendent und Oberpfarrer zu Eis⸗ leben. Nr. 162. Stockfleth, Heinrich Arnold; geb. 1643 zu Alfeld in Hannover, 4 1708 als Generalsuperintendent zu Mönchberg in Bayern. Nr. 417. Stockmann, Ernst; geb. 1634 in Lützen, 4 1712 als Oberkonsistorialrat zu Eisenach. Nr. 384. Sturm, Christoph Christian; geb. 1740 zu Augsburg, + 1786 als Hauptpastor in Hamburg. Nr. 90. 234. Tapp, Jakob; um 1620 Superintendent zu Schöningen bei Helmstädt. Nr. 45. Tersteegen, Gerhard; geb. 1697 zu Mörs, 1769 als Bandwirker zu Mülheim an der Ruhr. Nr. 2. 36. 115. 251. 484. 502. Thilo, Valentin, der jüngere; geb. 1607 zu Königsberg, +daselbst 1662 als Professor der Beredsamkeit. Nr. 22, Vers 1—3. 46* 724 Verzeichnis der Liederdichter. Tietze, Christoph; geb. 1641 zu Wilkau bei Breslau, + 1703 als Pfarrer zu Hersbruck bei Nürnberg. Nr. 210. 406. Tollmann, Gottfried; geb. 1680 zu Lauban in Schlesien, um 1723 Pfarrer zu Leube in der Oberlausitz. Nr. 370. Zliber, Christian Samuel; geb. 1714 zu Landshut in Schlesien, 4 1776 als Hauptpastor zu St. Jacobi in Hamburg. Nr. 452. Wegelin, Josua; geb. 1604 zu Augsburg, 4 1640 als Pfarrer zu Preßburg in Ungarn. Nr. 106. 371. Weingärtner, Sigismund; angeblich um 1600 Prediger in Heilbronn. Nr. 376. Weiße, Michael; geb. zu Neiße in Schlesien, 1542 zu Neutomischl als Vorsteher der Böhmischen Brüder. Nr. 73.(422.) Weissel, Georg; geb. 1590 zu Domnau in Ostpreußen, + 1635 als Prediger zu Königsberg in Preußen. Nr. 21. 22. Wilhelm II., Herzog von Sachsen⸗Weimar; geb. 1598 auf Schloß Altenburg, 4 1662 zu Weimar. Nr. 6(2). Winckler, Johann Joseph; geb. 1670 zu Luckau in Sachsen⸗Altenburg, 4 1722 als Konsistorialrat zu Magdeburg. Nr. 259. 261. 399. Wolf, Jakob Gabriel; geb. 1684 zu Greifswald, + 1754 als Professor der Rechte zu Halle. Nr. 264. Zeibich, Christoph Heinrich; geb. 1677 zu Mölbis bei Leipzig, 4 1748 als Prosessor der Theologie und Probst zu Wittenberg. Nr. 418. Zesen, Philipp, von; geb. 1619 zu Priorsau an der Mulde, 4 1689 als Privatgelehrter zu Hamburg. Nr. 25. Zihn, Johann Friedrich; geb. 1650 zu Suhl, daselbst 1719 als Archidiakonus. Nr. 386. Verzeichnis der Liederdichter. 725 Zinzendorf, Nikolaus Ludwig, Graf von; geb. 1700 zu Dresden, Stifter der Brüdergemeinde, 4 1760 zu Herrnhut. Nr. 172. 355. 482. 491. Zinzendorf, Christian Renatus, Graf von; geb. 1727 zu Herrnhut, 4 1752 in London. Nr. 479. Zwick, Johann; geb. 1496 zu Konstanz, 4 1542 als Pfarrer zu Konstanz an der Pest zu Bischoffszell (Verfasser des ersten Kirchengesangbuchs in der reformierten Schweiz, Zürich 1536). Nr. 107. —W—.— schwer. Ach Gott, verlaß miich nicht Ach Gott, vom Himmel sieh darein Ach Gott, wie manches Herzeleid Ach mein Herr Jesu, dein Nahesein Ach mein Jesu, sieh, ich trete Ach, sagt mir nicht von Gold und Schätzen Ach wie flüchtig, ach wie 8 nichtig⸗ Ach wundergroßer Siegesheld Allein Gott in der Höh sei Ehr Allein zu dir, Herr Jesu Christ. *) In der mit M. be Nummern angegeben, welche Militärgesangbuch haben. Verzeichnis der Lieder. Ach bleib bei uns, Ach bleib mit deiner Gnade. Ach Gott, in Gnaden von uns wend Ach Gott und Herr, wie Ha und Nr. M.*) Herr Jesu Christ 140 69 144 366 202 288 142 373 267 338 268 419 105 131 203 70 81 11⁵ eichneten Reihe sind die ie betreffenden Lieder im 728 Verzeichnis der Lieder. Nr. M. Alle Menschen müssen sterben.. 420 129 Alles ist an Gottes Segen374 Also hat Gott die Welt geliebt.. 29 Auf, auf, ihr Reichsgenossen... 15 22 Auf, auf, mein Herz, mit Freuden 82 Auf Christi Himmelfahrt allein. 106 59 Auf diesen Tag bedenken wirr. 107 Auferstehn, ja auferstehn wirst du„472 Auf Gott und nicht auf meinen Rat 375 116 Auf meinen lieben Gott trau 0 in Angst und Not.. 376 Auf mein Herz! Ein froher Tag„483 Aus Gnaden soll ich selig werden„226 Aus meines Herzens Grunde„ 319 Aus tiefer Not schrei ich zu dir.. 204 82 B. Bedenke, Mensch, das Ende.»421 Befiehl du deine Wege.377 117 Begrabt den Leib in seine Gruft„422 Bei dir, Jesu, will ich bleiben„. 182 Bescher uns, Herr, das täglich Brot 334 Bis hieher hat mich Gott gebracht„44 C. Christ, der du bist der helle Tag. 389 Christe, du Beistand deiner 57 gemeine 143 Christe, du Lamm Gottes i Verzeichnis der Lieder. Christ ist erstanden von der Marter alle Christ lag in Todes Banden. Christ, unser Herr, zum Jordan kam Christus, der ist mein Leben. D * Das alte Jahr vergangen ist. Das Jahr geht still zu Enden. Das ist ein teuer wertes Wort Das Leben welkt wie Gras Das liebe neue Jahr geht an Das walte Gott, der helfen kann 7 Dein König kommt in niedern Hüllen Dein Wort, o Herr, ist milder Tau Dennoch bleib ich stets an dir Der am Kreuz ist meine Liebe Der beste Freund ist in dem Himmel Der du in Todesnächten Der du uns als Vater liebest Der du zum Heil erschienen Der Glaub ist eine Zuversicht Der heilge Christ ist kommen Der Herr, der allerenden Der Herr ist meine Zuversicht Der Hölle Pforten sind zerstört. Der lieben Sonne Licht und Pracht k Der Mond ist aufgegangen Das walt Gott Vater und Gott Sohn 729 Nr. M. 84 85 176 423 130 34 Verzeichnis der Lieder. Dies ist die Nacht, da mir erschienen 32 29 ö Die wir uns allhier beisammen finden 479 Dir, dir Jehovah, will ich singen„289 Du bist zwar mein und bleibest mein 447 Nr. M. Der Pilger aus der Ferne 476 6 ö Der Sabbat ist vergangen. 341 E Der Tag, der ist so freudenreich„465 6 Der Tag ist hin, mein Jesu, bei mir 6 Hi 342 Des Morzent wenn ich rüh aufsteh 322 Dich, mein Jesu, laß ich nicht„„ 188 0 Die Ernt ist nun zu Ende 370 0 Die Gnade sei mit allen144 0 Die güldne Sonne voll 010 und Wonne. 323 142 Die helle Sonn leucht hebt herfür 324 Die Herrlichkeit der Erden.. 424 ö Die Nacht ist vor der Tutrurr 477 ö Die Sach ist dein, Herr Jesu Christ 478 Dies ist der Tag, den Gott gemacht 31 28 ö ⁰ Du Herr der Seraphinen138 Du Lebensbrot, Herr Jesu Christ„189 ö Du, meine Seele, sinngne299 Durch Adams Fall ist ganz verderbt 205 Durch Trauern und durch Plagen„ 48 Du weinest vor Jerusalem 1 ⁰ Verzeichnis der Lieder. E. Nr. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein 381 Eine Herde und ein Hirt.159 Einen guten Kampf hab ich..425 Einer ist König, Immanuel sieget„108 Einer ists, an dem wir hangen..160 Eines wünsch ich mir vor allem andern 469 Ein feste Burg ist unser Gott.. 145 Ein Jahr der Sterblichkeit... 49 Ein Lämmlein geht und trägt die Schuns 59 Ein neuer Tag, ein neues Leben +32⁵ Ein reines Herz, Herr, schaff in mir 244 Eins ist not! Ach Herr, dies eine„228 Erhalt uns deine Lehsre146 Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort 147 Erhöhter Jesu, Gottes Sohcn452 Ermuntert euch, ihr Frommen. 453 Ermuntre dich, mein schwacher Geist 33 Erneure mich, o ewges Licht... 245 Erschienen ist der herrlich Tag.. 87 Es ist das Heil uns kommen her„229 Es ist ein Ros entsprungen. 466 Es ist genug! Mein matter Sinn„ 426 Es ist genug! So nimm, Herr, meinen Geist 427 Es ist gewißlich an der Zeit.. 454 Es ist noch eine Ruh vorhanden„ 455 731 M. 43 71 73² Verzeichnis der Lieder. Nr. M. Es ist vollbracht! Er ist verschieden 60 Es wolle Gott uns gnädig sein„148 Ewge Liebe, mein Gemütrte 230 F. Fahre fort, fahre fort, Zion, fahre fort 246 73 Fang dein Werk mit Jesu an 353 Freu dich sehr, o meine Seele428 131 Fröhlich soll mein Herze springen„34 30 Frühmorgens, da die Sonn aufgeht 88 G. Geduld ist euch von nöten 382 Geh aus, mein Herz, und suche Freud 480 Geht nun hin und grabt mein Grab 429 Geist vom Vater und vom Sohne„119 Gelobet sei der Herr, mein Gott 132 Gelobet seist du, Jesus Christ 35 31 Gib dich zufrieden und sei stille„383 Gott, deine Güte reicht so weit 290 Gott der Juden, Gott der Heiden„ 53 Gott der wirds wohl machen 384 Gott des Himmels und der Erden 326 148 Gott fähret auf gen Himmel. 109 Gott fährt auf! Was soll ich klagen 110 Gott, gib einen milden Regen 120 Gott ist gegenwärtig 2 83 Gott ist mein Hort, und auf sein Wort 171 Gott ist und bleibt getreuu 385 — —„.c Verzeichnis der Lieder. Gott lebet noch! Seele, was verzagst u doch 386 Gottlob, der S Sonntag—0 setei 3 Gottlob, die Stund ist kommen.„448 Gottlob, ein neues Kirchenjahr. 17 73 Gottlob, nun ist erschollen... 368 149 Gott sei Dank durch alle Welt.. 18. 23 131 Gott Vater, aller Dinge Grund. 166 30⁰ Gott wills machen, daß die Sachen 387 118 Großer Gott von alten Zeiten. 4 Großer Gott, wir loben dich. 300 Großer Mittler, der zur Rechten„111 0 H. 0 Habe deine Lust am Herrn270 9 Halleluja! Jauchzt, ihr Chöre 89 52 2 Halleluja, Jesus lebet! Erlöste Menschen 90 5 31 Halleluja, Jesus lebt! Tod und Hölle 91 3 Halleluja, Lob, Preis und Ehr. 133 67 50 Halleluja, schöner Morgen 5 15 53 Halt im Gedächtnis Jesum Christ„190 78 34 Harre, meine Seele, harre des Herrn 481 26 148 Heiland, deine Menschenliebe„ 271 0 Heilig, heilig, heilig 0 der Herre 0 Zebaoth 186 20 Herr, dein heraliches Vertanden 491 2 3 Herr, dein Wort, die edle Gabe„172 71 Herr, der du mir das Leben. 343 8⁵ Herr, der du vormals hast dein Land 367 4⁷7 734 Verzeichnis der Lieder. Nr. M Herr, du hast für alle Sünder 192 Herr, du hast in deinem Reich 139 Herr, du wollst uns vollbereiten„193 Herr, es ist von meinem Leben„„ 344 Herr Gott, dich loben wir, Herr Gott 301 Herr Gott, dich loben wir, regier, Herr 369 Herr, höre, Herr, erhörrr 291 Herr, ich habe mißgehandelt 207 Herr Jesu Christ, dein teures Blut 61 Herr Jesu Christ, dich zu uns wend 6 16 Herr Jesu Christ, du höchstes Gut, du Brunnquellaller Gnaden, sieh doch 208 83 Herr Jesu Christ, du höchstes Gut, du Brunnquell.. wir kommen. 194 Herr Jesu Christ, mein höchstes Gut 272 W Shrist. 1115 555. 1 Herr Jesu, deinte⸗ Angst und Pein i Herr Jesu, deiner Glieder Ruhm 112 Herr Jesu, dir sei Preis und Dant 19⁵ Herr Jesu, Gnadensonne 247 91 Herr Jesu, Licht der Heiden 135⁵5 Herr, öffne mir die Herzenslͤr7 Herr, sei gelobet, daß du hast 200 Herr, stärke mich, dein Leiden zu be⸗ denken Herr, unser Gott, r iscnden werden 149 Herr, wie du willst% schichs mit mir 292 119 Verzeichnis der Lieder. Herr, wir stehen hier vor dir..177 Herzlich lieb hab ich dich, o Herr 273 Herzlich tut mich verlangen.. 431 Herzliebster Jesu, was 11 du ver⸗ brochen 6⁴ Herz und Herz Eerrint zusammen 482 Heut triumphieret Gottes Sohn.. 92 Hier liege ich zu deinen Füßen.. 201 Hilf, Helfer, hilf in Angst und Not! Du kannst es tunn 389 Hilf, Helfer, hilf in Angst und N0 eürm dich mein 1 388 Hilf, Herr Jesu, laß gelingen 50 Hilf uns, Herr, in allen Dingen„ 168 Himmelan geht unsre Bahn 248 Hin nach oben möcht ich ziehen.. 483 ö Hinunter ist der Sonne Schein.. 345 Hirte deiner Schafte 346 Höchster, denk ich an die Güte.. 209 Höchster Gott, dir danken wirr 8 Höchster Tröster, komm hernieder.121 Hosianna, Davids Sohn. 19 Hüter, wird die Nacht der Sünden 327 V. Jauchze, auserwählt Geschlechte.. 303 Jauchzet Gott in allen Landen.. 93 Jauchzet, ihr Himmel, end 34 9 Engel 47* M. 736 Verzeichnis der Lieder. Ich armer Mensch, ich armer Sünder Ich bete an die Macht der Liebe Ich bin ein Gast auf Erden Ich bin getauft auf deinen Namen Ich bin ja, Herr, in deiner Macht Ich danke dir für deinen Tod Ich denk an dein Gerichte Ich freue mich der frohen Zeit Ich freue mich, mein Gott, in dir Ich geh zu deinem Grabe. Ich habe Lust zu scheiden Ich habe nun den Grund gefunden Ich hab in Gottes Herz und Sinn Ich hab in guten Stunden Ich hab mich Gott ergeben Ich hab von ferne, Herr, deinen Thron erblickt Ich heb mein Augen sehnlich auf Ich komme, Herr, und suche dich Ich laß dich nicht, du mußt mein Jesus bleiben 705. Ich preise dich und singe. Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ Ich singe dir mit Herz und Mund Ich steh an deiner Krippe hier Ich sterbe täglich, und mein Leben Ich und mein Haus, wir sind bereit Nr. 210 484 432 178 433 65⁵ 456 457 231 94 434 232 390 391 435 485 392 196 393 394 249 302 3⁷ 436 35⁴4 53 133 9⁴4 5 134 Ich weiß, an wen ich glaube. 233 95 Verzeichnis der Lieder. Nr. Ich weiß, an wen mein Glaub sich hält 234 Ich will dich lieben, meine Stärke 274 Ich will streben nach dem Leben„486 Ich will von meiner Missetat. 211 Je größer Kreuz, je näher Himmel 395 Jehovah, Herr und König 362 Jerusalem, du hochgebaute Stadt„458 Jesu, deine Passioo„ 606 Jesu, deine tiefen Wunden 7 Jesu, der du meine Seele.. 212 Jesu, der du wollen büßen 68 Jesu, frommer Menschenherden..275 Jesu, geh voran 41355 Jesu, großer Wunderstern.. 54 Jesu, hilf siegen, du Fürste des Lebens 250 Jesu, komm doch selbst zu mir. 487 Jesu, meine Freude 276 Jesu, meiner Seele Leben.. 183 Jesu, meines Lebens Leben. 69 Jesu, sieh mich an in Gnaden.. 235 Jesus Christus herrscht als König„113 Jesus Christus, unser Heiland. 95 Jesus, Jesus, nichts als Jesus.. 277 Jesus lebt, mit ihm auch ich... 96 Jesus, meine Zuversicht 97 Jesus nimmt die Sünder an.236 Jesus soll die Losung sein.. 51 Ihr armen Sünder, kommt zuhauf 213 737 M. 96 54 136 99 738 Verzeichnis der Lieder. Ihr Christen, rühmt, erhebt und preiset 122 00 Ihr Eltern, gute Nacht 449 Ihr Waisen, weinet nicht 396 In allen meinen Taten 10½1 397½ 11 In Christi Wunden schlaf ich ein. 437 In dich hab ich gehoffet, Herr 398 In Gottes Namen fang ich an 328 Ist Gott für mich, so trete 237 122 K. Komm, du wertes Lösegeld 20 Komm, heilger Geist, o Schöpfer 1 123 Komm, heiliger Geist, erfüll die Herzen 19 61 Komm, heiliger Geist, Herre Gott. 1243 Komm, o komm, du Geist des Lebens 125 62 Kommt, Kinder, laßt uns gehen 251 101¹ Kommt, laßt euch den Herren lehren 25²2 König, dem kein König gleichet 114 10⁰ König Jesu, streite, siege;. 0¹ L. Lasset die Kindlein kommen zu mir 179 Lasset mich voll Freuden sprechen 18⁰ Lasset uns mit Jesu ziehen 53 38 Laß mich dein sein und bleiben 9 17 Laßt mich gehn, laßt mich gehn 488 Laßt uns doch Christo dankbar sein 70 Licht, das in die Welt gekommen 162 Verzeichnis der Lieder. Licht vom Licht, erleuchte mich Liebe, die du mich zum Bilde 278 Liebster Jesu, hier sind wir. 181 Liebster Jesu, wir sind hier... 11 Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren nnacsuoile s 304 Lobe den Herren, o meine Seele 305 Lobet den Herren, alle Heiden. 306 Lobt Gott, ihr Christen, alle gleich M. Mache dich, mein Geist, bereit. 254 Machs mit mir, Gott, nach deiner Güt 438 Macht hoch die Tür, die Tor macht weit 21 Man lobt dich in der Stille.. 307 Meinen Heiland im Herzen.. 489 Meinen Jesum laß ich nicht... 279 Mein erst Gefühl sei Preis und Dank 329 Meine Seele senket sich 399 Meine Seel ist stille 400 Meine Sorgen, Angst und Plagen. 401 Mein Freund ist mein, und ich bin sein 280 Mein ganzer Geist, Gott, wird entzückt 459 Mein Gott, ich klopf an deine Pforte 293 Mein Gott, ich weiß wohl, daß ich sterbe 439 Mein Heiland nimmt die Sünder an 238 Mein Herz, gib dich zufrieden.. 402 Mein Leben ist ein Pilgrimstand 104 Mein lieber Gott, gedenke meiner Mein schönste Zier und Kleinod bist Merk, Seele, dir das große Wort Mir ist Erbarmung widerfahren Mir nach, spricht Christus, unser Held Mit Ernst, o Menschenkinder Mit Fried und Freud ich fahr dahin Mitten wir im Leben sind. Morgenglanz der Ewigkeit N. Nimm von uns, Herr, du treuer Gott Nun bitten wir den heiligen Geist Nun danket alle Gott Nun danket all und bringet Ehr Nun freut euch, lieben Christen gmein Nun jauchzet, all ihr Frommen Nun kommt das neue Kirchenjahr Nun lasset uns Gott preisen Nun laßt uns gehn und treten Nun laßt uns Gott dem Herren Nun lob, mein Seel, den Herren Nun preiset alle Gottes Barmherzigkeit Nun ruhen alle Wälder Nun schlaf, mein liebes Kindelein Nun sich der Tag geendet hat Nun singet und seid froh Nun, so bleibt es fest dabei 26 36 146 14⁷ Verzeichnis der Lie der. O. O auferstandner Siegesfürst O daß doch bald dein Feuer brennte O daß ich tausend Zungen hätte O du allersüßte Freude O du fröhliche, o du selige O du Liebe meiner Liebe O Durchbrecher aller Bande. O Ewigkeit, du Donnerwort. O Friedensfürst aus Davids Stamm O frommer und getreuer Gott O Gott, des gnadenvoller Rat O Gott, du frommer Gott O Gottes Sohn, Herr Jesu Christ! O Gott, von dem wir alles haben. O großer Gott, du reines Wesen O Haupt voll Blut und Wunden O heilger Geist, kehr bei uns ein O heilger Geist, laß uns dein Wort O heilige Dreieinigkeit, erhalt uns unsre Obrigkeit. O heilige Dreifaltigkeit, o bochetobe Einigkeit O Herr, vor dem sich Erd und Himmel beuget. 35 O hilf, Christe, Gottes Sohn O Jesu Christe, wahres Licht O Jesu Christ, mein schönstes Licht O Jesu, du mein Bräutigam 742 Verzeichnis der Lieder. Jesu, Herr der Herrlichkeit Jesu, Jesu, Gottes Sohn. Jesu, meine Wonne. Jesu, süßes Licht. König aller Ehren O König, dessen Majestät. O Lamm Gottes, unschuldig. 98 808— O selig Haus, wo man dich aufge nommen Ostern, Ostern, Frühlingswehen O süßer Stand, o selig Leben O Tag, so schwarz und trübe O Tod, wo ist dein Stachel nun O Traurigkeit, o Herzeleid O Vater der Barmherzigkeit O Vaterherz, o Licht, o Leben O Welt, ich muß dich lassen. O Welt, sieh hier dein Leben R. Ringe recht, wenn Gottes Gnade Rüstet euch, ihr Christenleute S. Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz Schaffet, schaffet, Menschenkinder Schlage, Jesu, an mein Herz Schmücke dich, o liebe Seele. 107 49 50 Verzeichnis der Lieder. Schmückt das Fest mit Maien Schönster Herr Jesu, D aller Enden 494 Schütze die Deinen, die nach dir sich nennen 151 Schwing dich auf zu d Gott 404 Seelenbräutigam, Jesu, Gottes Lamm 283 Seele, geh auf Golgatha 77 Seele, sei zufrieden 4»05 Seele, was ermüdst du dich... 264 111 Sei fröhlich alles weit und breit 100 Sei getreu bis an das Ende.. 265 Sei Gott getreu, halt seinen Bund 184 Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut 3138 11 Sei mir tausendmal gegrüßet. 78 Selig sind des Himmels Erben. 461 Siegesfürste, Ehrenkönig... 115 60 Sieh, dein König kommt zu dir. 26 Sieh, hier bin ich, Ehrenkönig.. 284 19 So jemand spricht: Ich liebe Gott„266 So ist die Woche nun geschlossen„352 Sollt es gleich bisweilen scheinen„406 123 Sollt ich meinem Gott nicht singen 314 12 So nimm denn meine Hände..495 Sorge doch für meine Kinder 358 So ruhest du, o meine Ruh. 79 So wahr ich lebe, spricht dein Gott 218 Speis uns, Vater, deine Kinder 7⁴⁴ Verzeichnis der Lieder. Straf mich nicht in deinem Zorn Such, wer da will, ein ander Ziel. Sünder, willst du sicher sein. 2. Teures Wort aus Gottes Munde Treuer Jesu, wache du. Treuer Wächter Israel Tröstet, tröstet, meine Lieben Tut mir auf die schöne Pforte U. Unsern Ausgang segne Gott. Unsre müden Augenlider Unter Lilien jener Freuden Unumschränkte Liebe, 2 blöden Augen. 156 V. Valet will ich dir geben Vater, kröne du mit Segen Vater unser im Himmelreich Verleih uns Frieden gnädiglich Verzaͤge nicht, du Häuflein klein Vom Himmel hoch, da komm ich her Vom Himmel kam der Engel Schar Von des. Himmels Thron Von Gott will ich nicht lassen Vor Gricht, Herr Jesu, steh ich hie 242 112 296 442 139 364150 297 365 72 152 148 40 32 41 185 408 124 221 Verzeichnis der Lieder. W. Nr. M. Wach auf, du Geist der ersten Zeugen 164 75 Wach auf, mein Herz, die Nacht ist hin 101 56 Wach auf, mein Herz, und singe„333 144 Wachet auf, ruft uns die Stimme„463 140 Wär Gott nicht mit uns diese Zeit 153 Warum betrübst du dich, mein Herz 409 Warum sollt ich mich denn grämen 410 125 Warum willst du draußen stehen„ 27 Was du vor tausend Jahren.. 496 Was Gott tut, das ist wohlgetan„411 126 Was Gott zusammenfügt 359 Was macht ihr, daß ihr weinet.„497 Was mein Gott will, gescheh allzeit 412 127 Was wär ich ohne dich gewesen„ 498 Weicht, ihr Berge, fallt, ihr Hügel 243 113 Weil ich Jesu Schäflein bin.. 499 Wenn alle untreu werden 500 Wenn ich ihn nur habe 501 Wenn ich, o Schöpfer, deine Macht 315 Wenn kleine Himmelserben.450 Wenn meine Sünd mich kränken„ 80 85 Wenn mein Stündlein vorhanden ist 443 Wenn wir in höchsten Nöten sein„418 86 Werde Licht, du Stadt der Heiden„ 56 Werde munter, mein Gemüte. 351 Wer Gott vertraut, hat wohl gebaut 414 Wer ist wohl wie du, Jesu, süße Ruh 285 40 Wer nur den lieben Gott läßt walten 415 128 746 Verzeichnis der Lieder. Wer sind die vor Gottes Throne Wer weiß, wie nahe mir mein Ende Wie bist du mir so innig gut Wie fleucht dahin der Menschen Zeit Wie Gott mich führt, so will ich gehn Wie groß ist des Allmächtgen Güte Wie könnt ich ruhig schlafen. Wie lieblich ists hienieden Wie schön ists doch, Herr Jesu Christ Wie schön leuchtet der Morgenstern Wie soll ich dich empfangen. Wie treu, mein guter Hirte Wie wird mir dann, mein Heiland, sein Wie wohl ist mir, o Freund der Seelen Willkommen, Held im Streite Wir Christenleut habn jetzund Freud Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du für uns gestorben bist. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du gen Himmel fahren bist Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du vom Tod erstanden bist Wir danken Gott für seine Gabn Wir glauben all an einen Gott. Wir liegen hier zu deinen Füßen Wir Menschen sind zu dem, o Gott Wir singen dir, Immanuel Wo findet die Seele die Heimat, die Ruh Wo Gott der Herr nicht bei uns hält Nr. 464 444 502 44⁵ 416 316 503 504 360 286 28 222 446 287 102 42 81 116 103 337 134 223 174 43 50⁵5 154 M. 141 13 8⁷ 33 Verzeichnis der Lieder. 747 Wohl auf, mein Herz, zu Gott. Wohl einem Haus, da Jesus Christ Wo ist Jesus, mein Verlangen. Wollt ihr wissen, was mein Preis Womit soll ich dich wohl loben. Wort des höchsten Mundes Wo soll ich fliehen hin. Wo soll ich hin, wer hilfet mir. Wo willst du hin, weils Abend ist. Wunderanfang, herrlich Ende Wunderbarer König. 3. Zeuch ein zu deinen Toren Zeuch uns nach dir, so laufen wir Zieh hin, mein Kind Zieht in Frieden eure Pfade. Zion, gib dich nur zufrieden. Zion klagt mit Angst und Schmerzen Zu deinen Füßen liege ich, mein Jesu Zu Bethlehem geboren ist uns ein Kindelein. Nr. 298 361 506 507 317 175 224 225 104 417 318 130 117 451 165 155 156 418 467 M. * — *