—— n, nmden urna ITT 6— 8 STR —* 22960 25 97 0 49 20 ö 275 V 0 EE Schlesiches rovinzinl esangbuch Nach dem Beschluß der Provinzinlsynode 1008 mit Genehmigung des Evangel. Ober⸗Kirchen⸗ rats herausgegeben vom Königlichen Ronsistorium Zeichnungen van Franz Stassen 191¹3 Verlag von Wilh Gottl. Korn RE — 7 N—. 2 2 C * das Wort Christi reichlich unter euch wohnen in aller Weisheit; lehret und vermahnet euch selbst mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen, lieblichen Liedern und singet dem Herrn in euerm Herzen. Paulus an die Kolosser 3, 16 Dꝰs geistliche Lieder singen gut und Gott angenehm sei, acht ich, sei keinem Christen verborgen, dieweil jedermann nicht allein das Exrempel der Propheten und Könige im alten Testament, die mit Singen und Klingen, mit Tichten und allerlei Saitenspiel Gott gelobt haben, sondern auch solcher Brauch, sonderlich mit Psalmen, gemeiner Christenheit von Anfang kund ist. Ja auch St. Paulus solches 1. Kor. 14 einsetzt und zu den Kolossern gebeut, von Herzen dem Herrn singen geistliche Lieder und Psalmen, auf daß dadurch Gotteswort und christliche Lehre auf allerlei Weise getrieben und geübt werden. Martin Luther Ein Gesangbuchlein geistlicher 15²⁴ Gesange. Breslau. 1525 Schlesisches Provinzlal⸗Gesangbuch a Wi Menschen haben der göttlichen Majestät nichts zu schenken noch Il geben denn unsere Leiber, ja uns selbst anz und gar zum Opfer, und danach das zob und den Ruhm seines heiligen Namens, welches die heilige Schrift nennet Opfer des Lobes und unserer Lippen, die wir ihm auch täglich für die mannigfaltigen empfangenen Guttaten zu opfern und zu geben schuldig sind, wie die heilige Schrift oft vermahnet. Und obgleich ein jeder Christenmensch solches von sich selbst und bei sich selbst allein nach seiner Andacht tun könnte, so ist dennoch die Anleitung und Anreizung untereinander vielmehr da⸗ 60 dienstlich, daß nämlich ein Gliedmaß hristi das andere aufmuntert und zum Lob Gottes vermahnet und der göttlichen Gütigkeit, Allmächtigkeit, Weisheit, Ge⸗ rechtigkeit und Wahrheit erinnert, wie uns viele Psalmen und sonderlich St. Paulus dazu ermahnen. Auch über das die edle Kunst Musika, so wunderlich und wunder⸗ samlich von Gott geschaffen und gegeben, mit so mannigfaltigen Harmonien und unterschiedlichen Tönen, daß man ihn da⸗ mit loben und uns untereinander zum Lobe Gottes und zur Andacht reizen mögen. Valentin Triller Panthenau Kr. Nimptsch 15⁵⁵ IRSISISSSSSSe Inhaltsübersicht Ordnung des Gottesdienstes Seite XXVI A. Der Hauptgottesdienst S. IX. B. Beichte und Abendmahlsfeier S. XIII C. Die Litanei S. XVI Kirchenlieder Seite 1474 I. Kirchliche Zeiten Nr. 1—161 a) Festlieder Nr. 1—139 1. Advent Nr. 1—15 2. Weihnachten Nr. 16—32 3. Jahreswende Nr. 33—43 4. Fpiphanien Nr. 44—50 5. Passion Nr. 51—82 6. Ostern Nr. 83—103 7. Mungsien Nr. 104—111 8. Pfingsten Nr. 112—125 9. Trinitatis Nr. 126—130 10. Michaelisfest Nr. 131 11. Erntedankfest Nr. 132—135 12. Reformationsfest Nr. 136—139 b) Lieder für den Sonntagsgottesdienst Nr. 140—161 I. Kirche, Wort und Sakrament Nr. 162—230 1. Kirche Nr. 162—180 2. Mission Nr. 181—193 3. Wort Gottes Nr. 194-200 4. Taufe und Konfirmation Nr. 201—210 5. Abendmahl Nr. 211—230 III. Das christliche Leben Nr. 231—483 Buße Nr. 231—250 Glaube Nr. 251—295 Heiligung Nr. 296—342 Kreuz und Trost Nr. 343—387 Lob und Dank Nr. 388—406 Haus und Beruf Nr. 407—422 a) Ehestand Nr. 407—415 b) Beruf Nr. 416—422 7. Ernte und tägliches Brot Nr. 423—430 a) Ernte Nr. 423—426 b) Tägliches Brot Nr. 427—430 NS VII Inhaltsübersicht 8. Vaterland und Obrigkeit Nr. 431—438 9. Morgen⸗ und Abendlieder Nr. 439—483 a) Morgenlieder Nr. 439—463 b) Abendlieder Nr. 464—483 IV. Tod und Ewigkeit Nr. 484—545 1. Tod und Begräbnis Nr. 484—531 Beim Tode der Gatten Nr. 525—526 Beim Tode von Kindern Nr. 527—531 2. Ewigkeit Nr. 532—545 Geistliche Volkslieder Seite 475—512 Advent Nr. 546—547 Weihnachten Nr. 548555 . Epiphanien Nr. 556 „Ostern Nr. 557—560 Misten Nr. 561 8 Mission Nr. 562—564 Gedächtnis der Entschlafenen Nr. 565—572 Christliches Leben Nr. 573—600 AD* Anhang Seite 513—592 I. Der kleine Katechismus Luthers S. 513 Die Haustafel S. 520 II. Die Geschichte des Leidens und Sterbens unsers Herrn Jesu Christi S. 522 III. Gebete für den häuslichen Gebrauch S. 538 A. Morgengebete S. 538 B. Tischgebete S. 540 C. Abendgebete S. 541 D. Festgebete S. 543 E. Beichte und Abendmahl S. 551 F.—3— besondere Lebenslagen S. 554 G. Für Krankheit und Todesnot S. 556 IV. Verzeichnisse S. 562 1. Verzeichnis der Liederdichter S. 562 2. Hefenn St der Lieder von unbekannten Ver⸗ fassern S. 581 3. Melodien⸗Verzeichnis S. 582 , Parallelmelodien S. 585 5. Alphabetisches Liederverzeichnis S. 586 de,F. Ft. Ordnung des Gottesdienstes A. Der Hauptgottesdienst Stilles Eingangsgebet: Je komm ich in dein Haus, o großer Gott, getreten, da dir dienen will mit Singen, Hören, Beten. Diemwell ich aber weiß, daß ich ein Sünder bin, so rühr durch deinen Geist mir selber Herz und Sinn. Amen. Eingangslied Geistlicher: Im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. Amen. Unsre Hilfe stehet im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat. Eingangsspruch Gemeinde: Eh⸗re sei dem Va⸗ ter— dem Soh⸗ne und dem I 1 +1 2 135 + s EIE* 50. I hei⸗li⸗gen Gei⸗ste, wie es war im An⸗fang, jetzt und im⸗ mer⸗ EEEEEEEEEE dar und von E-wig⸗keit zu E⸗wig⸗ keit. A⸗men. Geistlicher: 0 vor dem Herrn unsre Sünden be⸗ ennen: Sündenbekenntnis Gemeinde: —..J—..+ +ꝗ +.— Herr, er⸗ bar-me dich Iitr„ser; Chri⸗ ste, er⸗ i———— +——— 22— IDiiee= —— bar⸗me dich un ⸗ ser; Herr, er⸗bar⸗me dich un⸗ser. Geistlicher: Gnadenverkündigung Ehre sei Gott in der Höhe. Hauptgottesdienst Gemeinde: Und Frie⸗de auf Er⸗den und den Men⸗ schen ein I H—— EE EIE E —.— 4 EEEI Wohl⸗ ⸗fal-len. A⸗men, A⸗men, A⸗-men. Chor( 90 Festtagen): Wir loben dich, wir benedeien dich, wir beten dich an, wir preisen dich, wir sagen dir Dank um deiner großen Herrlichkeit willen. Herr Gott, himmlischer König, allmächtiger Vater! Herr, du eingeborner Sohn, Jesus Christus! Herr Gott, du Lamm Gottes, Sohn des aters, der du die Sünde der Welt trägst, erbarme dich unser! Der du die Sünde der Welt krägst, nimm an unser Gebet! Der du sitzest zur Rechten des Vaters, erbarme dich unser! Denn du allein bist heilig, du allein — der Hen du allein bist der Allerhöchste, Jesus Christus mit dem heiligen Geiste in der Herklichteit Gottes des Vaters: Amen, Amen, Amen. Geistlicher: Der Herr sei mit euch. Gemeinde:—.86 * I + I 1 I Und mit dei⸗nem Gei ⸗ ste. LAn Festtagen: Geistlicher(bezw. Geistlicher und Gemeinde): Festspruch.] Geistlicher: Lasset uns beten: Gebet vor der Schriftverlesung SE + + II Gemeinde: men. Geistlicher Die Epistel 25 des(Eenenuun des Sonn⸗ oder Festtages) steht Epistel. Verlesung der Pass— Spruch nach der Epistel. Halleluja. LIn der Passionszeit und an Bußtagen: Amen. 1 Gemeinde: E l Hal⸗le-lu⸗ ja, Hal⸗le⸗ lu⸗ sa, Hal⸗le⸗lu In der Passionszeit und an Bußtagen: EE—— + — —— men oder, wo es üblich, ein Liedervers. *) Die Verlesung darf auf eine Perikope eingeschränkt werden. * Hauptgottesdienst Geistlicher verliest das Evangelium. Gelobt seist du, o Christus. Gemeinde: ES Eh⸗re sei dir, Herr. Geistlicher: Glaubensbekenntnis CLasset uns in Einmütigkeit des Glaubens mit der ge⸗ samten Christenheit also bekennen:J n, Ich glaube an Gott den Vater, den Allmächtigen, Schöp⸗ es fer Himmels und der Erde; und an Jesum Christum, seinen ich eingebornen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist vom hei⸗ an ligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter rs, Pontio Pilato, gekreuziget, gestorben und begraben, nieder⸗ in gefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von us den Toten, aufgefahren gen Himmel, sitzend 90 Rechten Got⸗ eit tes, des allmächtigen Vaters, von dannen er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Toten. Ich glaube an den heiligen Geist, eine heilige(allgemeine) christliche Kirche, die Gemeine der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen. —— 1 1 + 1 N Cemeinde: EE EEE A⸗men, A⸗men, A⸗⸗ men. Oder, wo es bisher üblich war, kann statt des Glaubensbekenntnisses gesungen werden: —.— Langenöls 1742 V 1 1 7 —— 4 + + EEEE—— ir glau⸗ben all an ei⸗nen Gott, Schöp⸗fer Him⸗mels X ir glau⸗ben auch an Je⸗sum Christ, sei⸗ nen Sohn und Wir glau⸗ben an den heil⸗gen Geist, Gott mit Va⸗ ter 1 — und der Er⸗den, der sich zum Va⸗ter Jeeben hat, daß wir sei⸗ne a. un:sern Her⸗ren, der e⸗wig bei dem Va⸗ter ist glei⸗cher Gott von und dem Soh⸗ne, der al⸗ler Blöden Tröster heißt und mit Ga⸗ben Kin⸗der wer⸗den. Er will uns er⸗näh⸗ren, Leib Macht und Eh⸗ren. Von Ma⸗ri⸗ a, der Jung⸗frau⸗en, ist zie⸗ret schö⸗ne; die ganz Chri⸗sten⸗heit auf Er⸗den hält Hauptgottesdienst ————— und Seel auch wohl be⸗wah⸗rell; al-lem Un⸗fall will er ein wah⸗rer Mensch ge⸗bo⸗ren durch den heil⸗gen Geist, im in ei⸗nem Sinn gar e-ben: hier all Sünd ver⸗ge⸗ben + 127 7 ZEEE weh⸗ren, kein Leid soll uns wi⸗der⸗fah⸗ arxn; er sor⸗get Glau ⸗ben für uns, die wir warn ver⸗lo⸗ren, am Kreuz ge⸗ wer⸗-den; das Fleisch soll auch wie⸗der le⸗ ben; nach die⸗sem —.———— I— + 1=I für uns, hüt't und wacht: es steht al⸗les in sei- ner Macht. stor⸗ben und vom Tod wie⸗der auf⸗er⸗stan⸗den durch Gott. E⸗lend ist be⸗reit uns ein Le-ben in E-wig⸗keit. Martin Luther 1483—1546 Predigtlied Predigt Liedervers— Abkündigungen— Kanzelsegen Liedervers (Geistlicher: Erhebet eure Herzen. V + 1 E— M Gemeinde: EEE 2 Wir er⸗he⸗ben sie zum Herrn. Geistlicher: Lasset uns danken dem Herrn, unserem Gott. Gemeinde: EEE Recht und wür⸗dig ist es. Geistlicher: Daukgebet Gemeinde: 8———— Hei⸗lig, hei⸗lig, hei⸗ lig ist der 9— 5 Ze⸗ba⸗oth. Al⸗le + + + X + H——nä—. E +— I + + 3 65 +—.—* 4 Lan⸗de sind sei⸗ner Eh⸗re voll. Ho⸗sian⸗na, Ho⸗sian⸗na in der I + + +—.——.——— W— WHM 1 + V—4—4— +— EIH f Lc— Höh. Ge⸗lobt sei, der da kommt im Na⸗men des Herrn. Ho⸗ 1 H ESeeeeeeeeeee sian-na, Ho⸗sian⸗-na, Ho⸗-sian ⸗na in der Höh.J XII tt. IIE ⸗ Beichte und Abendmahl Geistlicher: Denn dein ist das Reich und die Kraft und die — ‚Ie DD —— —— 8 II 2— Herr-lich⸗keit in E-wig⸗keit. A⸗men. Geistlicher: Segen 2.—— I— 1— Gemeinde: 1. A⸗men, A⸗men, A⸗ ⸗men. Schlußvers Stilles Ausgangsgebet: a. Weil der Gottesdienst ist aus, b. Laß deinen Segen auf uns ruhn, mitgeteilet auch der Segen, uns deine Wege wallen so gehn wir mit Freud nach Haus, und lehre du Uns selber tun wandeln fein auf Gottes Wegen: nach deinem Wohlgefallen! Amen. Gottes Geist uns ferner leite und uns alle wohl bereite! Amen. B. Beichte und Abendmahlsfeier Stilles Gebet zu Beginn der Feier: Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz und gib mir einen neuen branen h. Geist; verwirf mich nicht von deinem Angesicht und nimm einen heiligen Geist nicht von mir. Amen. Bußlied Beichtrede Beichte Geistlicher: Allmächtiger Gott, barmherziger Vater. Ich ar⸗ mer, elender, sündiger Mensch bekenne dir alle meine Sünde und Missetat, die ich begangen mit Gedanken, Worten und Werken, damit ich dich jemals erzürnt und deine Strafe zeit⸗ lich und ewiglich verdienet habe. Sie sind mir aber alle herzlich leid und reuen mich sehr, und ich bitte dich, um dei⸗ ner grundlosen Barmherzigkeit und um des unschuldigen bittern Leidens und Sterbens deines lieben Sohnes Jesu Christi willen, du wollest mir armen sündhaften Menschen gnädig und barmherzig sein, mir alle meine Sünden ver⸗ geben und zu meiner Besserung deines Geistes Kraft ver— leihen. Amen. Absolntion— Gebet XIII Beichte und Abendmahl Abendmahls⸗Liturgie Geistlicher: Der Herr sei mit euch. Gemeinbe: SSSS Und mit dei⸗ nem Gei ste. Geistlicher: Erhebet eure Herzen. Gemeinder 2 Wir er⸗he⸗ben sie zum Herrn. Geistlicher: Lasset uns danken dem Herrn, unserem Gott. Gemeinde: — Recht und wür⸗dig ist es. Geistlicher: Dankgebet Gemeinde: Hei⸗lig, hei⸗lig, hei⸗lig ist der Herr Ze⸗ba⸗oth. Al. le S..... d rt BEs Hat s, an. EAER S...— Lan⸗de sind sei⸗ner Eh⸗re voll. Ho⸗sian⸗na, Ho⸗sian⸗na in der + V* 1 + I 1 +— 1—3 Höh. Gen sei, der da kommt im Namen des Herrn. Ho⸗ sian⸗ na, Ho⸗-sian⸗na, Ho stan⸗ na in der Höh. Geistlicher: LGebet—] Gebet des Herrn Gemeinder E E + Se.—— E Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herr⸗lich keit in E⸗wig⸗keit. A⸗men. Geistlicher: Einsetzungsworte XIV II ie I Beichte und Abendmahl Gemeinde: 22 + + + I II + + 1 —.—— Chri⸗ste, du Lamm Got⸗tes, der du trägst die Sün⸗de *—————=I— 4Z—— der Welt, er⸗bar⸗me dich un.ser. Chri⸗ste, du Lamm Got⸗tes, I H V ——1—— I — Chri⸗ste, du Lamm Got⸗tes, der du trägst die Sün: de der Welt, 1+——.* Z.. 117 +— gib uns dei⸗ nen Frie⸗den. A—— men. Geistlicher: Der Friede des Herrn sei mit euch allen. Amen. Gebet Gemeinde:— A⸗ ⸗ men. Geistlicher: So spricht der Herr: Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken. Gebet beim Hinzutreten zum Altar: Herr, ich bin nicht wert, daß du unter mein Dach eingehest, aber sprich nur ein Wort, so wird meine Seele genesen. Austeilung begleitet vom Abendmahlslied Geistlicher: Danket dem Herrn, denn er ist freundlich. Halleluja. Gemeinde: 2— HEEE Und sei⸗ne Gü⸗te wäh⸗ret e⸗wig⸗lich. Hal⸗le⸗-lu⸗ ja. Geistlicher: Gebet— Segen Gemeinder EEEEEEEEEE H— A⸗ men, A⸗men, A ⸗⸗men. Schlußvers — O. Die Litanei Kyrie, eleisonl Christe, anmenz Kyrie, eleison! Christe, erhöre uns! err Gott Vater im Himmel, err Gott Sohn, der Welt Hei⸗ land, Herr Gott heiliger Geist: erbarm dich über uns! Sei uns gnädig! Verschon uns, lieber Herre Gott! Sei uns gnädig! Hilf uns, lieber Herre Gott! Vor allen Sünden, vor allem Irrsal, vor allem Ubel, vor des eufels Trug und List, vor bö⸗ sem, schnellem Tod, vor Pesti⸗ lenz und teurer Zeit, vor Krieg und Blutvergießen: behüt uns, lieber Herre Gott! Vor Aufruhr und Zwietracht, vor Hagel und Ungewitter, vor Feur und Wassersnot, vor dem ewigen Tod: behüt uns, lieber Herre Gott! Durch deine heilige Geburt: hilf uns, lieber Herre Gott! Durch deinen Todeskampf und blutigen Schweiß, durch dein Kreuz und Tod, durch dein hei⸗ liges Auferstehn und Himmel⸗ fahrt, in unsrer letzten Stund, am jüngsten Gericht: hilf uns, lieber Herre Gottl Wir armen Sünder bitten: du wollst uns erhören, lieber Herre Gottl und deine heilige christliche Kir⸗ ch regieren und führen, alle Bi⸗ öfe, Pfarrherren und Kirchen⸗ iener im heilsamen Wort und heiligen Leben behalten, allen Rotten und Argernissen ürte ren, alle Irrige und Verführte wiederbringen, den Satan un⸗ ter unsere Füße treten: erhör uns, lieber Herre Gott! treue Arbeiter in deine Ernte senden, deinen Geist und Kraft den Worte geben, allen Betrüb⸗ en und Blöden helfen und sie trösten: erhör uns, lieber Herre Gott! allen Königen und Fürsten Fried undEintracht geben, unserm Kö⸗ nige die Erkenntnis der Wahr⸗ 0 heit und steten Sieg wider seine Feinde gönnen und geben und ihn mit allen seinen Gewaltigen leiten und schützen, unsern Rat und Gemeinde segnen und be⸗ hüten: erhör uns, lieber Herre Gott! allen, so in Not und Gefahr sind, mit Hilfe erscheinen, allen Schwangern und Säugenden fröhliche Frucht und Gedeihen geben, aller Kinder und Kran⸗ ken pflegen und warten alle un⸗ schuldig Gefangenen los und ledig lassen, alle Witwen und Waisen verteidigen und versor⸗ en, die Seefahrenden und Rei⸗ enden vor allem Unglück be⸗ wahren, aller Menschen dich erbarmen: erhör uns, lieber Herre Gott!— unsern Feinden, Verfolgern und komu Lästerern vergeben und sie be⸗ Wur kehren, die Früchte auf dem— Lande geben und bewahren und—— uns gnädiglich erhören: al erhör uns, lieber Herre Gottl O Jesu Christe, Gottes Sohn:— erhör uns, lieber Herre Gott! O du Gottes Lamm, das der hei⸗ Welt Sünde trägt: erbarm dich über uns! 2. O du Gottes Lamm, das der weg Welt Sünde trägt: wie s erbarm dich über uns! finde .2—2N I 2 O du Sottes Lamm, das der 3 Welt Sünde trägt: fröhl verleih uns steten Fried! Herr Christe, erhöre uns! euch Kyrie, elnont Christe, eleison! 8 ö Kyrie, eleison! Amen!— me schick XVI Schl 1. Kirchliche Zeiten a. Festlieder 1. Advent Aus meines Herzens Grunde 1 Hamburg 1598 SEEEEEEEEEEEEEEEEEE , n—.—..— 2 uf, auf, ihr Reichs⸗ge-nos⸗sen, eur Kö⸗ nig emp⸗fan⸗get un ⸗ver⸗dros⸗sen den gro⸗ßen + 1 II— 1 SSSSDIEiIEEE.. kommt her⸗ an; 70 4 ffi Wun⸗der ⸗männ. Ihr Chri⸗sten, geht her⸗ für, laßt uns vor SDDiiieee= al⸗len Din⸗gen ihm Ho⸗si⸗-an⸗-na sin ⸗gen mit N —5 II — + + E J + — IAU—. 1H——— XI U hei⸗li⸗ger Be⸗gier. 2. Auf, ihr betrübten Herzen, der König ist gar nah. Hin⸗ weg all Angst und 4. hrchiron der Helfer ist schon da. Seht, wie so mancher Ort hochtröstlich ist zu nennen, da wir ihn finden können in Nachtmahl, Tauf und Wort. 3. Auf, auf, ihr Vielgeplagten, der König ist nicht fern. Seid fröhlich, ihr Verzagten, dort kommt der Morgenstern. Der Herr will in der Not mit reichem Trost euch speisen; er will euch Hilf erweisen, ja dämpfen gar den Tod. 4. Seid fromm, ihr Untertanen, der König ist gerecht. Laßt uns den Weg ihm bahnen und machen alles recht. Fürwahr, er meint es gut, drum lasset uns die Plagen, die er uns schickt, ertragen mit unerschrocknem Mut. Schlesisches Provinzial⸗Gesangbuch 1 1 Advent 2 5. Frisch auf in Gott, ihr Armen, der König sorgt für euch. Er will durch sein Erbarmen euch machen groß und reich. Der alles hat bedacht, der wird auch euch ernähren; was Men⸗ schen nur begehren, das steht in seiner Macht. 6. isch auf, ihr Hochbetrübten, der König kommt mit Macht. An uns, sein Herzgeliebten, hat er schon längst ge⸗ dacht. Nun wird kein Augst noch Pein noch Zorn hinfür uns schaden, dieweil uns Gott aus Gnaden läßt seine Kinder sein. 7. So laͤuft mit schnellen Schritten, den König zu besehn. Er kommt in unsre Mitten stark, herrlich, sanft und schön. Nun tretet all heran, den Heiland zu begrüßen, der alles Kreuz versüßen und uns erlösen kann. 8. Der König will bedenken die, so er herzlich liebt, mit köstlichen Geschenken, als der sich selbst uns gibt durch seine Gnad und Wort. Ja, König, hoch erhoben, wir alle wollen loben dich freudig hier und dort. 9. Nun, Herr, du gibst uns reichlich, wirst selbst doch arm und schwach; du liebest unvergleichlich, du gehst den Sündern nach. Drum wolln wir all in ein die Stimmen hoch er⸗ schwingen, dir Hosianna singen und ewig dankbar sein. Johann Rist 1607—-1667 Er ist mein Himmel meine Sonne 2 Brüdergemeine 1784 E*—5 1 IFEDE ET +— 8 1 III 12 — 5———35— Dein Kö⸗nig kommt in nie-dern Hül⸗len, ihn 2 1— E 1 Z,, e. trägt der last⸗- barn Es-lin Fül ⸗len: emp⸗ 1——. DD.— 2.—. .‚ 5 fang ihn froh, Je⸗ru⸗sa⸗ lem! Trag ihm ent⸗ ge⸗gen Zb, — *— CEC +* 1 4 +—.̃— r ———— 1 + Hal⸗men, so ists dem Her⸗ren an⸗-ge- nehm. 2. O mächtger Herrscher ohne Heere, gewaltger Kämpfer ohne Speere, o Friedefürst von großer Macht! Es wollen dir der Erde Herren den Weg zu deinem Throne sperren; doch du gewinnst ihn ohne Schlacht. 3. Dein Reich ist nicht von dieser Erden, doch alle Erden— reiche werden dem, das du gründest, untertan. Bewaffnet 2 euch. Der Nen⸗ mit t ge⸗ uns sein. ehn. hön. Alles mit eine len arm dern Rer⸗ . 1667⁷ Advent 3 mit des Glaubens Worten, zieht deine Schar nach den vier Orten der Welt hinaus und macht dir Bahn. 4. Und wo du kommest hergezogen, da ebnen sich des Meeres Wogen, es schweigt der Sturm, von dir bedroht. Du kommst, auf den empörten Triften des Lebens neuen Bund zu stiften, und schlägst in Fessel Sünd und Tod. 5. O Herr von großer Huld und Treue, o komme du auch jetzt aufs neue zu uns, die wir sind schwer verstört! Not ist es, daß du selbst hienieden kommst, zu erneuen deinen Frieden, dagegen sich die Welt empört. 6. O laß dein Licht auf Erden siegen, die Macht der Finster⸗ nis erliegen, und lösch der Zwietracht Glimmen aus, daß wir, die Völker und die Thronen, vereint als Brüder wieder wohnen in deines großen Vaters Haus. Friedrich Rückert 17881866 3 Um 1400, bei Michael Weiße 1531 .. 17 V IE!— ., d,n. —97 2— 777 From⸗-men hier auf die⸗-se Er-den in ar⸗men Ge⸗ TTTTT 5r. e. S S.SS. III.. bär⸗den, daß er uns von Sün⸗de frei⸗e und ent-bin⸗de. 2, Er kommt auch noch heute und lehret die Leute, wie sie sich von Sünden zur Buß sollen wenden, von Irrtum und Torheit treten zu der Wahrheit. 3. Die sich sein nicht schämen und sein'n Dienst annehmen durch ein'n rechten Glauben mit ganzem Vertrauen, denen wird er eben ihre Sünd vergeben. 4. Denn er tut ihn'n schenken in den Sakramenten sich selber zur Speise, sein Lieb zu beweisen, daß sie sein ge⸗ nießen in ihrem Gewissen. 5. Die also fest gläuben und beständig bleiben, dem Herrn in allem trachten zu gefallen, die werden mit Freuden auch von hinnen scheiden. 6. Denn bald und behende kommt ihr letztes Ende: da wird er vom Bösen ihre Seel erlösen und sie mit ihm führen zu der Engel Chören. 7. Von da wird er kommen, wie denn wird vernommen, wenn die Toten werden erstehn von der Erden und zu seinen Füßen sich darstellen müssen. 3 Advent 4 8. Da wird er sie scheiden: seines Reiches Freuden erben alle Frommen; doch die Bösen kommen dahin, wo sie müssen ihr Untugend büßen. 9. Ei nun, Herre Jesu, schick unsre Herzen zu, daß wir alle Stunden recht gläubig erfunden, darinnen verscheiden zur ewigen Freuden. Johann Horn 4 1547 Nun freut euch lieben Christen 4 Wittenberg 1524 ......—— —————.— — ott⸗lob! ein neu⸗es Kir⸗chen⸗jahr macht uns die des ew⸗gen Got-tes of⸗fen⸗bar; und nun will ꝗ.— 4— 14— + 7———— 2——. — gro⸗ße Treu⸗e er aufs neu⸗e den al⸗ten hoch⸗be⸗schwor⸗nen Bund, den 2——— EE= E— 8 21 ein⸗zig fe⸗sten Glau⸗bens⸗grund durch sei⸗nen Geist uns leh⸗ren. 2. Auf, Zion, Preis und Ehr und Ruhm dem höchsten Herrn u singen! Dein königliches Priestertrum muß Dank zum Opfer bringen. Gelobt sei Gott, der durch sein Wort die Christenheit und diesen Ort zu seinem Tempel weihet. 3. Wir sind nicht wert der neuen Huld des Gottes aller Gnaden. Des alten Menschen alte Schuld, die wir auf uns geladen, nimmt unsern eignen Ruhm dahin; denn sie bewies den alten Sinn noch ftets mit neuen Sünden. 4. Ach Herr, gib uns den neuen Geist und mach uns durch die Güte, die sich an uns aufs neu erweist, erneuert im Gemüte. Den neuen Menschen zieh uns an, der dir allein gefallen kann in seinem ganzen Leben. 5. Hierzu erhalt uns, Herr, dein Wort samt Tauf und Abend⸗ mahle, so wandern wir mit Freuden fort in diesem finstern Tale. Herr, segne dieses Kirchenjahr, laß Kirch und Schul, Tauf und Altar uns deine Wege zeigen. 6. Gib deinen Hirten Kraft und Geist zu reiner Lehr und Leben, dein Wort, das Gottes Weide heißt, der Herde rein zu geben; laß alle Hörer Täter sein, damit kein heuchlerischer Schein des Glaubens Kraft verleugne. 7. So halten und vollenden wir das Kirchenjahr auf Erden; dabei befehlen wir es dir, wie wir es enden werden. Hier bleibt die Kirche noch im Streit; kommt aber einst die Ewig⸗ keit, dann wird sie triumphieren. Heinrich Kornelius Hecker 1699—1743 4 uns Zie und rein cher hen; Hier vig⸗ 17⁴3 Advent 5. 6 Nun tomm der Heiden Heiland 5 Altkirchlich, ev. 1524 EVV—* + 1 I + IIIISS Gott sei Dank durch al-le Welt, der sein Wort be— E DD — 1 stän⸗dig hält und der Sün⸗ der Trost mid Rat e + ö 1+2——— + zu uns her⸗ge⸗ sen⸗det hat. 2. Was der alten Väter Schar höchster Wunsch und Sehnen war, und was sie geprophezeit, ist erfüllt in Herrlichkeit. 3. Zions Hilf und Abrams Lohn, Jakobs Heil, der Jungfrau Sohn, der Wohlzweivestammte Held hat sich treulich eingestellt. 4. Sei willkommen o mein Heil! Hosianna, o mein Teil! Richte du auch eine Bahn dir in meinem Herzen an. 5. Zieh, du Ehrenkönig, ein! Es gehöret dir allein; mach es, wie du gerne tust, rein von aller Sündenlust. 6. Und wie deine Ankunft war voller Sanftmut, ohn Gefahr, also sei auch jederzeit deine Sanftmut mir Vereil. 7. Tröste, tröste meinen Sinn, weil ich schwach und blöde 105 und des Satans schlaue List sich zu hoch für mich vermißt. Tritt der Schlange Kopf entzwei, daß ich, aller Angste srei dir im Glauben um und an selig bleibe zugetan, 9. daß, wenn du, o Lebensfürst, prächtig wiederkommen wirst, ich dir mög entgegengehn und vor dir gerecht bestehn. Heinrich Held 1620—-1659 Meinen Jesum laß ich nicht 1 6 Johann Ulich 1674 E+—.‚— P— H+++ 7— 2——. Ha„si⸗ an⸗ na! Da⸗vids Sohn kommt in Zi⸗on Ach be⸗rei-tet ihm den Dron, setzt ihm tau⸗send EEEE EEEEE 11—— ein ⸗ge⸗ zo ⸗gen. 04 2 Eh ⸗ren⸗bo Sen; streu⸗et Pal-men, ma⸗chet Bahn, —— ͤͤ„5 — er Ein⸗zug hal⸗ten kann! 2. Hosiannal sei gegrüßt; komm, wir gehen dir entgegen; unser Herz ist schon gerüst't, will sich dir zu Füßen legen. Zieh zu unsern Toren ein, du sollst uns willkommen sein. w I jss,s,s‚ 7. 8 Advent 3. Hosiannal Friedensfürst, Ehrenkönig, Held im Streite, alles, was du schaffen wirst, das ist unfre Siegesbeute. Deine Rechte bleibt erhöht, und dein Reich allein besteht. 4. Hosiannal lieber Gast, wir sind deine Reichsgenossen, die du dir erwählet hast. Ach, so laß uns unverdrossen dei⸗ nem Zepter dienstbar sein; herrsche du in uns allein. 5. Hosianna! komme bald, laß uns deine Sanftmut küssen. Wollte gleich die Knechtsgestalt deine Majestät verschließen. ei, so kennet Zion schon Gottes und auch Davids Sohn. 6. Hosianna! steh uns bei, o Herr, hilf, laß wohlgelingen, daß wir ohne Heuchelei dir das Herz zum Opfer bringen. Du nimmst keinen Jünger an, der dir nicht gehorchen kann. 7. Hosiannal laß uns hier an den Slberg dich begleiten, bis wir einstens für und für dir ein Psalmenlied bereiten. Dort ist unser Bethphage, Hosianna in der Höh! 8. Hosianna nah und fern! Eile, bei uns einzugehen. Du Gesegneter des Herrn, warum willst du draußen stehen? Hosiannal bist du da? Ja, du kommst. Hallelujal Benjamin Schmolck 1672—1737 Meinen Jesum laß ich nicht 1 7 Johann Ulich 1674 ESSSEEEEE— SSII.I.... — omm, du wer⸗tes Lö⸗se⸗geld, des⸗sen al⸗le komm, o Hei⸗land al⸗ler Welt! Tor und Tü⸗ren ——= + II + + +— Rnhen 32 an: komm in dei⸗ner Got⸗tes⸗zier, — V+ + I I— + 2——— komm, wir war⸗ten mit Be⸗gier. 2. Zieh auch in mein Herz hinein, o du großer Ehrenkönig, laß mich deine Wohnung sein! Bin ich armer Mensch zu wenig, so soll das mein Reichtum sein, wenn du bei mir ziehest ein. 3. Nimm mein Hosianna an mit des Sieges Palmenzweigen; soviel ich nur immer kann, will ich Ehre dir erzeigen und im Glauben dein Verdienst mir zueignen zum Gewinst. 4. Hosianna! Davids Sohn, ach Herr, hilf, laß wohlgelingen, laß dein Zepter, Reich und Kron uns viel Heil und Segen bringen, daß in Ewigkeit besteh: Hosianna in der Höhl Johann Gottfried Olearius 1635—1711 XI Ach was soll ich Sünder machen 8 Weltlich 1653, geistlich 1661 E— 3— +P* TFE +— 1 + 1 E. Kommst du, kommst du, Licht der Hei⸗ den? Advent 9 EESSEEEEEE Ja, du kommst und säu-mest nicht, weil du weißt, was + EIII e n 2. Ja, du bist bereits zugegen, du Weltheiland, Jungfraun⸗ sohn; meine Sinne spüren schon deinen gnadenvollen Segen, deiner Seele Wunderkraft, welche Frucht und Leben schafft. 3. Adle mich durch deine Liebe, Jesu, nimm mein Fienen hin, schaffe, daß mein Geist und Sinn sich in deinem Lieben übe! Sonst zu lieben dich, mein Licht, steht in meinen Kräften nicht. 4. Jesu, rege mein Gemüte, Jesu, öffne mir den Mund, daß dich meines Herzens Grund innig preise für die Güte, die du mir, o Seelengast, lebenslang erwiesen hast. 5. Laß durch deines Geistes Gaben, Liebe, Glauben und Geduld, durch Bereuung meiner Schuld mich mit dir Gemein⸗ schaft haben; alsdann will ich singen dir Hosianna für und für. Ernst Christoph Homburg 1605—1681 9 Halle 1704 —.— 2.— Macht hoch die Tür, die Tor macht weit! Es kommt der I I IIIIIIIIIIIIIIIII Herr der Herr-lich⸗keit, ein Kö⸗nig al⸗ler Kö⸗nig⸗reich, ein 1 + T — +—E—.— + 2—.———ͤ„ S.S..S.II..III III + I 1 1 Hei⸗land al-ler Welt zu⸗gleich, der Heil und Le⸗ben E.— + 1 mit sich bringt; der-hal⸗ben jauchzt, mit Freu⸗den singt: Ge⸗ ——— 3—— 4 ́—.—.—3 .—————.. lo ⸗bet sei mein Gott, mein Schöp⸗fer, reich von Rall 7 — 10 Advent 2. Er ist gerecht, ein Helfer wert, Sanftmütigkeit ist sein Gefährt, sein Königskron ist Heiligkeit, sein Zepter ist Barm⸗ herzigkeit. All unsre Not zum End er bringt; derhalben jauchzt, mit Freuden singt: Gelobet sei mein Gott, mein Heiland, groß von Tat! 3. O wohl dem Land‚, o wohl der Stadt, so diesen König bei sich hat! Wohl allen Herzen insgemein, da dieser Köni ziehet ein! Er ist die rechte Freudensonn, bringt mit si lauter Freud und Wonn. Gelobet sei mein Gott, mein Tröster früh und spat! 4. Macht hoch die Tür, die Tor macht weit, eur Herz zum Tempel macht bereit! Die Zweige der Gottseligkeit steckt auf mit Andacht, Lust und Freud, so kommt der König auch t. euch, ja Heil und Leben mit zugleich. Gelobet sei mein Gokt, voll Rat, voll Tat, voll Gnad! 5. Komm, o mein Heiland Jesu Christ! Mein Herzenstür dir offen ist; ach zieh mit deiner Gnade ein, dein Freundlichkeit auch uns erschein! Dein heilger Geist uns führ und leit den Weg zur ewgen Seligkeit. Dem Namen dein, o Herr, sei ewig Preis und Ehr! Georg Weißel 1590—1635 Von Gott will ich nicht lassen I 10 Urspr. weltlich, geistlich 1571 —+ =— 3— h 1 rxnKee Faneün en n — 1— + 1. it Ernst, o Men⸗schen ⸗ kin⸗der, das Bald wird das Heil der Sün-⸗der, der — Herz in euch be-stellt!. wun ⸗der-star ⸗ke Held, den Gott aus Gnad al⸗ IE——8—— SIIIIIIII.... ↄä——.— E.—.—1.— SSS lein der Welt zum Licht und Le⸗ben ver⸗spro⸗chen hat zu + 1 1 D ge⸗ben, bei al-len keh-ren ein. 2. Bereitet doch fein tüchtig den Weg dem großen Gast. Macht seine Steige richtig, laßt alles, was er haßt. Macht alle Bahnen recht, die Tal laßt sein erhöhet, macht niedrig, was hoch stehet, was krumm ist, gleich und schlecht. 8 nein zum auf Advent 11 3. Ein Herz, das Demut liebet, bei Gott am höchsten steht; ein Herz, das Hochmut übet, mit Angst zugrunde geht; ein Herz, das richtig ist und folget Gottes—.—.— das kann sich recht bereiten, zu dem kommt Jesus Christ. 4. Ach mache du mich Armen zu dieser heilgen Zeit aus Güte und Erbarmen, Herr Jesu, selbst bereit! Zieh in mein Herz hinein vom Stall und von der Krippen, so werden Herz und Lippen dir allzeit dankbar sein. V. 1—3 Valentin Thilo 1607—1662, V. 4 1657 11 Leipzig 1627 DD Nos jauch-zet all, ihr From⸗men, in weil un-ser Heil ist kom ⸗-men, der Hert⸗ 8 Hert lich⸗ l zwar oh-ne stol⸗ze Pracht, doch enne mäch⸗ 1i0, zu ver⸗- hee⸗-ren und gänz⸗ lich zu zer⸗ rt,t ieet 3—— stö⸗ren des Teu-fels Reich und Macht. 2. Kein Zepter, keine Krone sucht er auf dieser Welt; im hohen Himmelsthrone ist ihm sein Reich bestellt. Er will hier seine Macht und Majestät verhüllen, bis er des Vaters Willen im Leiden hat vollbracht. 3. Ihr Mächtigen auf Erden, nehmt diesen König an; soll euch geraten werden, so geht die rechte Bahn, die zu dem Himmel führt; sonst. wo ihr ihn verachtet und nur nach Hoheit trach tet, des Herren Zorn euch whrt. 4. Ihr Armen und Elenden zu dieser bösen Zeit, die ihr an allen Enden müßt haben Angst und Leid, seid dennoch wohlgemut, laßt eure Lieder klingen, dem König Lob zu singen, der euer höchstes Gut. 5. Er wird nun bald erscheinen in seiner Herrlichkeit und all eur Klag und Weinen verwandeln dann in Freud. Er ists, der helfen kann. Macht eure Lampen fertig und seid stets sein gewärtig: er ist schon auf der Bahn. Michael Schirmer 1606-1673 Schlesisches Provinzial⸗Gesangbuch 2. 9 12. 13 Advent Erschienen ist der herrlich Tag 12 Nikolaus Herman 1560 e e 122. DI L L Nun kommt das neu⸗e Kir⸗chen⸗-jahr, des freut sich — 1— 4 — 2.. 1 I 2—* +—*— 40 I 1 2—*—— 2— + 1 — 1 2— 1 + al⸗le Chri⸗ sten ⸗-schar. Dein Kö⸗nig kommt, drum II D D..... E.= 1* 2—— 2.———...22 I 1—— freu⸗e dich, du wer⸗ tes Zi⸗ on, e-wig⸗-lich. Hal⸗ —..—— EUEEE le⸗lu ⸗jal 2. Wir hören noch das Gnadenwort vom Anfang immer wieder fort, das uns den Weg zum Leben weist. Gott sei für seine Gnad gepreist. Halleluja! 3. Gott, was uns deine Wahrheit lehrt, die unsern Glauben stets vermehrt, laß in uns bleiben, daß wir dir Lob und Preis sagen für und für. Halleluja! Johann Olearius 1611—1684 Meinen Jesum laß ich nicht 1 13 Johann Ulich 1674 1 D— 2 Soeh dein Kö⸗nig kommt zu dir. See⸗le, das sind Sprich: Mein Kö⸗nig, komm zu mir, sieh, ich öff⸗ne 1—— 2 ö + +— +— Ar die—.— 16 zieh mit dei⸗ner Sanft⸗mut ein; 5 S 2—— AH ———— was du fin⸗dest, das ist dein. 2. Komm, ich bin dein Eigentum schon seit deinem Wasser⸗ bade. Komm, dein Evangelium werde mir ein Wort der Gnade. Du ͤschickst ja dein Wort voran, daß mein König kommen kann. 3. Komm und räume alles aus, was du hassest, was mich reuet. Komm und reinige dein Haus, das die Sünde hat ent⸗ weihet. Mach mit deinem Opferblut alles wieder rein und gut. 4. Komm in deinem Abendmahl, das du uns zum Heil gegeben, daß wir schon im Erdental mit dir als im Himmel leben. Komm, Herr Jesu leb in mir, und mein Leben sei in dir. 10 Advent 1⁴ 5. Komm und bring den Geist auch mit, deinen Geist, der dich verkläret, der mich im Gebet vertritt und des Königs Willen lehret, daß ich bis auf jenen Tag: Komm, Herr Jesu! rufen mag. Philipp Friedrich Hiller 1699—1769 Werde munter mein Gemüte 14 Johann Schop 1642 —.— H—.1— 1— I 1 Wor⸗ Um willst du drau⸗ßen ste-hen, du Ge⸗seg⸗ne⸗ Laß dir bei mir ein-zu⸗ge⸗hen wohl⸗ge⸗fal⸗len, 2— du meit ternr Du mein Je⸗su, mei⸗ne Freud, Hel⸗fer —— 1.——— in der rech⸗ten Zeit, hilf, o Hei-⸗land, mei-nem IIIDR Her⸗-zen von den Wun⸗den, die mich schmer⸗zen! 2. Denn will ich mein Elend lindern und erleichtern meine Not bei der Welt und ihren Kindern, sink ich vollends in den Tod: da 5 Trost, der mich betrübt, Freude, die mein Unglück liebt, Helfer, die mir Herzleid machen, gute Freunde, die mein lachen. 3. In der Welt ist alles nichtig, nichts ist, das nicht kraftlos wär; hab ich Hoheit, die ist flüchtig, hab ich Reichtum, was ists mehr als ein Stücklein armer Erd? Hab ich Lust, was ist sie wert? Was ist, das mich heut erfreuet, das mich morgen nicht gereuet? 4. Aller Trost und alle Freude ruht in dir, Herr Jesu Christ; dein Erfreuen ist die Weide, da man erst recht fröhlich ist. Leuchte mir, o Freudenlicht, ehe mir mein Herze bricht; laß mich, Herr, an dir erquicken, Jesu, komm, laß dich erblicken! 5. Freu dich, Herz, du bist erhöret, jetzo zieht er bei dir ein; sein Gang ist zu dir gekehret, heiß ihn nur willkommen sein und bereite dich ihm zu, gib dich ganz zu Iumd Ruh, öffne dein Gemüt und Seele, klag ihm, was dich drück und quäle. 6. Was du Böses hast begangen, das ist alles abgeschafft; Gottes Liebe nimmt gefangen deiner Sünden Macht und Kraft. Christi Sieg behält das Feld und was Böses in der Welt sich will wider dich erregen, wird zu lauter Glück und Segen. 7. Alles dient zu deinem Frommen, was dir bös und schädlich scheint, weil dich Christus angenommen und es treulich mit dir meint. Bleibst du dem nux wieder treu, ists Lort und bleibt dabei, daß du mit den Engeln droben ihn dort ewig werdest loben. Paul Gerhardt 1607—1676 11 Advent — Valet will ich dir geben 15⁵ Leipzig 1615 3—.——.—— 5 I I + 1 5 Wie soll ich dich emp⸗fan⸗gen, und wie be⸗gegn ich o al-ler Welt Ver-lan⸗gen, o mei⸗ner See⸗le dir,‚ Zier? O Je⸗su, Je⸗su, set⸗ze mir selbst die Fak⸗kel bei, da⸗ DIDqD‚i‚iiii‚ee.ee re, E. mit, was dich er-göt- ze, mir kund und wis- send sei. 2. Dein Zion streut dir Palmen und grüne Zweige hin, und ich will dir in Pfalmen ermuntern meinen Sinn. Mein Herze soll dir grünen in stetem Lob und Preis und deinem Namen dienen, so gut es kann und weiß. 3. Was hast du unterlassen zu meinem Trost und Freud? Als Leib und Seele saßen in ihrem größten Leid, als mir das Reich genommen, da Fried und Freude lacht, da bist du, mein Heil, kommen und hast mich froh gemacht. 4. Ich lag in schweren Banden, du kommst und machst mich los; ich stand in Spott und Schanden, du kommst und machst mich groß und hebst mich hoch zu Ehren und schenkst mir großes Gut, das sich nicht läßt verzehren, wie irdisch Reichtum tut. 5. Nichts, nichts hat dich getrieben zu mir vom Himmels⸗ dau als das geliebte Lieben, damit du alle Welt in ihren ausend Plagen und großen Jammers Last, die kein Mund kann aussagen, so fest umfangen hast. 6. Das schreib dir in dein Herze, du hochbetrübtes Heer, bei denen Gram und Schmerze sich häuft je mehr und mehr. Seid unverzagt, ihr habet die Hilfe vor der Tür; der eure Herzen labet und tröstet, steht allhier. 7. Ihr dürft euch nicht bemühen noch sorgen Tag und Nacht, wie ihr ihn wollet ziehen mit eures Armes Macht; er kommt, er kommt mit Willen, ist voller Lieb und Lust, all Angst und Not zu stillen, die ihm an euch bewußt. 8. Auch dürft ihr nicht erschrecken vor eurer Sündenschuld; nein, Jesus will sie decken mit seiner Lieb und Huld. Er kommt, er kommt den Sündern zu Trost und wahrem Heil, schafft, daß bei Gottes Kindern verbleib ihr Erb und Teil. 9. Was fragt ihr nach dem Schreien der Feind und ihrer Tück? Der Herr wird sie zerstreuen in einem Augenblick. Er kommt, er kommt, ein König, dem wahrlich alle Feind auf Erden viel zu wenig zum Widerstande seind. 10. Er kommt 255 Weltgerichte, zum Fluch dem, der ihm flucht, mit Gnad und süßem Lichte dem, der ihn liebt und sucht. Ach komm, ach komm, o Sonne, und hol uns allzumal zum ewgen Licht und Wonne in deinen Freudensaal. 12 Paul Gerhardt 1607—1676 11111 EE 2. Weihnachten Aus meines Herzens Grunde 16 Hamburg 1598 EI EEEEEEEEE Der heil-ge Christ ist kom-men, der sü⸗ße Got⸗tes⸗ des freun sich al ⸗le From-men am höch-sten Himmels⸗ —1— H—..—.——.— 4—.— EE thüon. Auch was auf Er⸗den ist, muß prei⸗sen hoch und F——.——— IE .— lo⸗-ben mit al⸗len En⸗geln dro- ben den lie-ben, ,— — I—DIIIIII‚I‚—¶n—— heil⸗gen Christ. 2. Das Licht ist aufgegangen, die lange Nacht ist hin; die Sünde ist gefangen, erlöset ist der Sinn. Die Sündenangst ist weg, und Liebe und Entzücken baun weite Himmelsbrücken aus jedem schmalsten Steg. 3. Verwaiset sind die Kinder nicht mehr und vaterlos; Gott rufet selbst die Sünder in seinen Gnadenschoß; er will, daß alle rein von ihren alten Schulden, vertrauend seinen Hulden gehn in den Himmel ein. 4. Drum freuet euch und preiset, ihr Kindlein, fern und nah! Der euch den Vater weiset, der heilge Christ ist da. Er ruft so freundlich drein mit süßen Liebesworten: Geöffnet sind die Pforten, ihr Kinder, kommt herein! Ernst Moritz Arndt 1769—1860 13 17. 18 Weihnachten Vom Himmel hoch da komm ich 17 Leipzig 1539 4 SSPIꝑI‚IꝑIIItItItItItItIxIT T T 2.— 4 E I Dies ist der Tag, den Gott ge-macht, sein werd in al⸗ler Welt ge⸗dacht; ihn prei.se, was durch Je⸗sum Christ im 44— N II + +— —.—0 E+ t. LI +— Him⸗mel und auf Er-⸗den ist. 2. Die Völker haben dein geharrt, bis daß die Zeit erfüllet ward; da sandte Gott von seinem Thron das Heil der Welt, dich, seinen Sohn. 3. Wenn ich dies Wunder fassen will, so steht mein Geist vor Ehrfurcht still; er betet an und er ermißt, daß Gottes Lieb unendlich ist. 4. Damit der Sünder Gnad erhält, erniedrigst du dich, Herr der Welt, nimmst selbst an unsrer Menschheit teil, erscheinst im Fleisch, wirst unser Heil. 5. Dein König, Zion, kommt zu dir:„Ich komm, im Buche — von mir; Gott, deinen Willen tu ich gern.“ Gelobt sei, er da kommt im Herrn! 6. Herr, der du Mensch eneit⸗ wirst, Immanuel und Friedefürst, auf den die Väter hoffend sahn, dich, Gott, mein Heiland, bet ich an. 7. Du, unser Heil und höchstes Gut, vereinest dich mit Gotle und Blut, wirst unser Freund und Bruder hier, und Gottes Kinder werden wir. 8. Gedanke voller Majestät, du bist es, der das Herz erhöht! Gedanke voller Seligkeit, du bist es, der das Herz erfreut! 9. Durch eines Sünde fiel die Welt; ein Mittler ists, der sie erhält. Was zagt der Mensch, wenn der ihn schützt, der in des Vaters Schoße sitzt? 10. Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erfuhrt, den Tag der heilig⸗ sten Geburt, und Erde, die ihn heute fieht, sing ihm, dem Herrn, ein neues Lied! 11. Dies ist der Tag, den Gott gemacht, sein werd in aller Welt gedacht; ihn preise, was durch Jesum Christ im Him⸗ mel und auf Erden ist. Christian Fürchtegott Gellert 1715—1769 O daß ich tausend Zungen II 18 Langenöls 1742 — 6— 2 f + +——. ies ist die Nacht, da mir er⸗schie- nen des gro⸗ßen das Kind, dem al ⸗le En⸗gel die⸗nen, bringt Licht in T IHN 59 Weihnachten 19 1. FD.I— —(‚——..——— —— 1——— 1 4 — 2— Got⸗tes Freund⸗-lich⸗ keit; 125 Mei ne Dun ⸗tel: heit, und die⸗ses Welt⸗ und HAf I—————— 2.———— E. 2.— + W..—— ar 2— — Him⸗mels⸗licht weicht hun⸗dert- tau-send Son⸗nen nicht. 2. Laß dich erleuchten, meine Seele, versäume nicht den Gnadenschein! Der Glanz in dieser kleinen Höhle streckt sich in alle Welt hinein: er treibet weg der Hölle Macht, der Sünden und des Kreuzes Nacht. 3. In diesem Lichte kannst du sehen das Licht der klaren Seligkeit; wenn Sonne, Mond und Stern acht unlt viel⸗ mit seinem leicht schon in gar kurzer Zeit, wird dieses Lich Schein dein Himmel und dein alles sein. 4. Laß nur indessen helle scheinen dein Glaubens⸗ und dein Liebeslicht; mit Gott mußt du es treulich meinen, sonst hilft dir diese Sonne nicht; willst du genießen diesen Schein, so darfst du nicht mehr dunkel sein. 5. Drum, Jesu, schöne Weihnachtssonne, bestrahle mich mit deiner Gunst; dein Licht sei meine Weihnachtswonne und lehre mich die Weihnachtskunst, wie ich im Lichte wandeln soll und sei des Weihnachtsglanzes voll. Kaspar Friedrich Nachtenhöfer 1624—1685 Vom Himmel hoch da lomm ich 19 Leipzig 1539 Em ⸗por zu Gott, mein Lob⸗ge-sangl Er, ————— dem das Lied der En⸗gel klang, der ho⸗he Freu⸗den⸗ 0 2 +— H — 2 1— + 1— tag ist da. Lob ⸗sin⸗get, Got⸗-tes Heil ist nahl 2. Vom Himmel kam in dunkler Nacht, der uns des Lebens Licht gebracht; nun leuchtet uns ein milder Strahl wie Morgenrot im dunklen Tal. 3. Er kam, des Vaters Ebenbild, vom armen Pilgerkleid umhüllt, und führet uns mit sanfter Hand, ein treuer Hirt, ins Vaterland. 4. Er, der im Himmel herrlich thront, hat unter uns als Mensch gewohnt, damit auch wir ihm werden gleich auf Erden und im Himmelreich. I I H.EV 15 20 Weihnachten 5. Er leitet auf des Himmels Bahn uns, seiner Brüder Schar, hinan und wandelt unser Pilgerkleid in Sternenglanz und Herrlichkeit. 6. Empor zu Gott, mein Lobgesang! Er, dem der Engel Lied erklang, der hohe Freudentag ist da. Lobsinget, Gottes Heil ist nah! Friedrich Adolf Krummacher 1767—1845 Nach Johann Schop 1641 —.—.— EH 25 DD—— ——..—..—— r⸗ mun ⸗tre dich, mein schwa-⸗cher Geist, und ein Kind, das E⸗wig-va⸗-ter heißt, mit ——4— I— ,,,, . tra ⸗ ge groß Ver⸗ lan ⸗ gen, ö ů Freu⸗-den zu emp⸗ fan-gen. Dies ist die ———————— 5— 2.—— 53—5 ̃—.——— — Nacht, dar-in es kam und mensch-lich We-⸗sen SII an sich nahm, da⸗ durch die Welt mit Treu⸗ E AH E I I—.— ..—— I— *—— en als sei-ne Braut zu frei-en. 2. Willkommen, Held aus Davids Stamm, du König aller Ehren, willkommen, Jesu, Gotteslamm! Ich will dein Lob vermehren; ich will dir all mein Leben lang von Herzen sagen Preis und Dank, daß du, da wir verloren, für uns bist Mensch geboren. 3. O großes Werk! O Wundernacht, dergleichen nie ge⸗ funden! Du hast den Heiland hergebracht, der alles über⸗ wunden; du hast gebracht den starken Mann, der Feur und ¶ Wolken zwingen kann, vor dem die Himmel zittern und 7 alle Berg erschüttern. 4. O liebes Kind, o süßer Knab, holdselig von Gebärden, mein Bruder, den ich lieber hab als alle Schätz auf Erden: komm, Schönster, in mein Herz hinein, komm eilend, laß die Krippe sein; komm, komm, ich will beizeiten die Stätte dir bereiten. 5. Lob, Preis und Dank, Herr Jesu Christ, sei dir von mir gesungen, daß du mein Bruder worden bist und hast 16 8 2 DDEED Weihnachten 21 die Welt bezwungen! Hilf, daß ich deine Gütigkeit stets preis in dieser Gnadenzeit und mög hernach dort oben in Ewig⸗ f i Hen! keit dich loben! Johann Rist 1607—1667 21 Hammerschmid 1646 19—.—— + + + U— ö +———3„—— Freu⸗et euch, ihr Chri-sten al⸗-le, freu⸗e sich, wer H+———(&¶ E im⸗mer kann! Gott hat viel an uns ge⸗tan. Freu-et euch mit ——— 2——4 5 dr, e,. Lds gro⸗ßem Schal-le, daß er uns so hoch ge⸗acht't, sich mit ‚SEEE uns be⸗freundt ge⸗macht. Freu⸗de, Freu⸗de ü-ber Freu˖de, I — ..........I‚I.I.I..II T II.IIIAII Chri-stus weh⸗ret al-lem Lei-de. Won⸗ ne, Won-ne Eii ü⸗ber Won⸗-ne, Chri⸗-stus ist die Gna-den-son⸗ne. 2. Siehe, siehe, meine Seele, wie dein Heiland kommt zu dir, brennt in Liebe für und für, daß er in der dunklen Höhle hart sich bettet dir zugut, dich zu lösen durch sein Blut. Freude, Freude über Freude, Christus wehret allem Leide. Wonne, Wonne über Wonne, Chriftus ist die Gna⸗ densonne. 3. Jesu, wie soll ich dir danken? Ich bekenne, daß von dir meine Seligkeit herrühr: so laß mich von dir nicht wanken; nimm mich dir zu eigen hin, so empfindet Herz und Sinn Freude, Toune über Woune⸗ Christus wehret allem Leide. onne, Wonne über Wonne, Christus ist die Gnadensonne. 4. Jesu, nimm dich deiner Glieder ferner noch in Gnaden an; schenke, was man bitten kann, zu erquicken deine Brüder; gib der ganzen Christenschar Frieden und ein selig Jahr. Freude, Freude über Freude, Christus wehret allem Leide. Wonne, Wonne über Wonne, Christus ist die Gnadensonne. Christian Keimann 1607—1662 17 Weihnachten Johann Crüger 1653 Y. + — ——..—.——. ——— Fröh-lich soll mein Her-ze sprin„gen die ⸗-ser Zeit, da vor Freud al⸗le En⸗gel sin⸗ gen. Hört, hört, FEHH . I.......I..I...I....I...... wie mit vol⸗len Chö⸗ren»le Luft lau⸗te ruft: I Chri⸗stus ist ge ⸗bo-⸗ren! 2. Heute geht aus seiner Kammer Gottes Held, der die Welt reißt aus allem Jammer. Gott wird Mensch dir Anferm Dnte Gottes Kind, das verbindt sich mit unserm Blute 3. Er nimmt auf sich, was auf Erden wir getan, beut sich an, an. Lamm zu werden, unser Lamm, das für uns stir⸗ bet und bei Gott für den Tod Gnad und Fried erwirbet. 4. Nun, er liegt in seiner Krippen, ruft zu sich mich und dich, spricht mit süßen Lippen: Lasset fahren, liebe Brüder, was euch quält! as euch fehlt, ich bring alles wieder. 5. Ei, so kommt und laßt uns laufen, stellt euch ein, groß und klein; kommt mit großen Haufen! Liebt den, der vor Liebe brennet schaut den Stern, der uns gern Licht und Labsal gönnet. 6. Die ihr schwebt in großen Leiden, sehet, hier ist die Tür zu den Währem Freuden. Faßt ihn wohl, er wird euch führen an den Ort, da hinfort euch kein Kreuz wird rühren. 7. Wer sich fühlt beschwert im Herzen, wer empfindt seine Sünd und Gewissensschmerzen, sei getrost; hier wird gefunden, der in Eil machet heil auch die tiefsten Wunden. 8. Die ihr arm seid und elende, kommt herbei, füllet frei 0815 Glaubens Hände! Hier sind alle guten Gaben und das Gold, da ihr sollt euer Herz mit laben. 9. Süßes Heil, laß dich umfangen, laß mich dir, meine Zier, unverrückt anhangen! Du bist meines Lebens Leben; 810 kann ich mich durch dich wohl zufrieden geben. Ich will dich mit Fleiß bewahren; ich will dir leben hier Ind mit dir heimfahren. Mit dir will ich endlich schweben voller Freud ohne Zeit dort im andern Leben. Paul Gerhardt 1607—1676 18 1644 Weihnachten 23. 24 23 Vorreformat., ev. 1524 r d in. EEE—.— + Ge ⸗lo⸗bet seist du, Je⸗su Christ, daß du Mensch ge⸗ ,.. bo-⸗ ren bist von ei⸗ner Jung-⸗frau, das ist wahr; des . ———.———ñ—.—3— I Z. 1 + 1 1 EI 1411 + 1 E+ 4 freu⸗et sich der En⸗gel Schar. Ky⸗-ri⸗e⸗leis. 2. Des ewgen Vaters einig Kind jetzt man in der Krippe findt; in unser armes Fleisch und Blut verkleidet sich das ewge Gut. Kyrieleis. 3. Den aller Weltkreis nie beschloß, der liegt in Mariens Schoß; er ist ein Kindlein worden klein, der alle Ding erhält allein. Kyrieleis. 4. Das ewge Licht geht da herein, gibt der Welt ein'n neuen Schein es leucht't wohl mitten in der Nacht und uns des Lichtes Kinder macht. Kyrieleis. 5. Der Sohn des Vaters, Gott von Art, ein Gast in der Welt hier ward und führt uns aus dem Jammertal, macht Erben uns in seinem Saal. Kyrieleis. 6. Er ist auf Erden kommen arm, daß er unser sich erbarm und in dem Himmel mache reich und seinen lieben Engeln gleich. Kyrieleis. 7. Das hat er alles uns getan, sein groß Lieb zu zeigen an. Des freu sich alle Christenheit und dank ihm des in Ewigkeit. Kyrieleis. Martin Luther 1483—1546, Vers 1 aus dem Mittelalter Lobe den Herren den mächtigen 24 Stralsund 1665 1.— P..I......———— 0 ISin det ihr Him ⸗-mel, froh ⸗lok⸗ ket, ihr Sin⸗ get dem Her-ren, dem Hei⸗ land der E D E.EESEEESESE Muschen zur Ehrei Se⸗het doch da, Gott willso 2* freund⸗lich und nah zu den Ver⸗lor⸗nen sich keh⸗ren. 49 25 Weihnachten 2. Jauchzet, ihr Himmel, frohlocket, ihr Enden der Erden! Gott und der Sünder, die sollen zu Freunden nun werden, Huten und Freud wird uns verkündiget heut. Freuet euch, irten und Herden! 3. Sehet dies Wunder, wie tief sich der Höchste hier beugetl Sehet die Liebe, die endlich als Liebe sich zeiget! Sie wird ein Kind, träget und tilget die Sünd; alles anbetet und schweiget. 4. Gott ist im Fleische. Wer kann dies Geheimnis verstehen? Hier ist die Pforte des Lebens nun offen zu sehen. Date hinein, eins mit dem Kinde zu sein, die ihr zum Vater wollt gehen. 5. Hast du denn, Höchster, auch meiner noch wollen gedenken? Du willst dich selber, dein Herz voller Liebe mir schenken. Sollt nicht mein Sinn innigst sich freuen darin und sich in Demut versenken? 6. König der Ehren, aus Liebe geworden zum Kinde, dem ich auch wieder mein Herze in Liebe verbinde, du sollst es sein, den ich erwähle allein; ewig entsag ich der Sünde. 7. Süßer Immanuel, werd auch in mir nun geboren! Komm doch, mein Heiland, denn ohne dich bin ich verloren. Wohne in mir, mache ganz eins mich mit dir, der du mich liebend erkoren. 8. Menschenfreund, Jesu, dich lieb ich, dich will ich erheben; laß mich doch einzig nach deinem Gefallen nun leben. Gib mir auch bald, Jesu, die Kindesgestalt, mach mich dir völlig ergeben. Gerhard Tersteegen 1697—1769 Nun freut euch lieben Christen 25 Wittenberg 1524 9 I H + FEAEEE—2——.— +——— ch steh an dei⸗ ner Krip⸗pe hier, o Je⸗-su, ich kom-me, bring und schen-ke dir, was du mir — L + N—+— D du mein Lesben, hast ge ⸗ ge-ben. Sie...—— E f II.......... Seel und Mut, nimm al-les hin und laß dirs Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn, Herz, SSPSPSSPIPIEPE‚ ————— wohl- ge⸗ fal-len! 2. Da ich noch nicht geboren war, da bist du mir geboren und hast mich dir zu eigen gar, eh ich dich kannt, erkoren; Weihnachten 26 eh ich durch deine Hand gemacht, da hast du schon bei dir bedacht, wie du mein wolltest werden. 3. Ich lag in tiefster Todesnacht, du warest meine Sonne, die Sonne, die mir zugebracht Licht, Leben, Freud und Wonne! O Sonne, die das werte Licht des Glaubens in mir zugericht't, wie schön sind deine Strahlen! 4. Ich sehe dich mit Freuden an und kann nicht satt mich sehen, und weil ich nun nicht weiter kann, bleib ich anbetend stehen; o daß mein Sinn ein Abgrund' wär und meine Seel ein weites Meer, daß ich dich möchte fassen! 5. O daß doch ein so lieber Stern soll in der Krippe liegen: für edle Kinder großer Herrn gehören güldne Wiegen. Ach, Heu und Stroh ist viel zu schlecht, Samt, Seide, Purpur wären recht, dies Kindlein drauf zu legen. 6. Nehmt weg das Stroh, nehmt weg das Heu, ich will mir Blumen holen, daß meines Heilands Lager sei auf Rosen und Violen. Mit Tulpen, Nelken, Rosmarin aus schönen Gärten will ich ihn von oben her bestreuen. 7. Du fragest nicht nach Lust der Welt noch nach des Leibes Freuden; du—— dich bei uns eingestellt, an unsrer Statt zu leiden, suchst meiner Seelen Herrlichkeit durch Elend und Armseligkeit; das will ich dir' nicht wehren. 8. Eins aber, hoff ich, wirst du mir, mein Heiland, nicht versagen, daß ich dich möge für und für in, bei und an mir tragen. So laß mich doch dein Kripplein sein, komm, komm und lege dich hinein mit allen deinen Freuden. Paul Gerhardt 1607—1676 Einer ist König 26 17³3 —— V 1— X +I— I 1 1 N 1 +— S.SPSS.S....I.II IIIIIIIII Ee⸗ süs ist kom ⸗-men, Grund e⸗ wi⸗ ger Gott⸗heit und Mensch⸗heitt ver ei⸗ nen sich 1 — —. 2.1.. +— Freu ⸗de, An⸗faug und En⸗de, der Hei⸗land ist bei ⸗ dez; Schöp⸗fer, wie kommst du uns Men⸗schen so 1 + 1— EIEEEiE naht Him-mel und Er⸗de, er-zählt es den Hei⸗den: .—.—.—.—... Je⸗sus ist kom⸗men, Grund e⸗wi⸗ ger Freu⸗den. 27 Weihnachten 2. Jesus ist kommen, die lieblichste Krone seines erhabenen Vaters ist hier, holet sich Sünder und führt sie zum Throne: o welch ein herrliches Rettungspanier! Danket der Liebe, ergebt euch dem Sohne! Jesus ist kommen, die lieblichste Krone. 3. Jesus ist kommen, nun springen die Bande; Stricke des Todes, die reißen entzwei. Er, unser König im Pilgergewande, weil er der Freie ist, macht er uns frei, bringet zu Ehren aus Sünd und aus Schande: Jesus ist kommen, nun sprin⸗ gen die Bande. 4. Jesus ist kommen, der starke Erlöser, bricht dem gewapp⸗ neten Starken ins Haus; sprenget des Feindes befestigte Schlösser, führt die Gefangenen siegend heraus. Fühlst du den Stärkeren, Erbfeind, du böser? Jesus ist kommen, der starke Erlöser. 5. Jesus ist kommen, die ewige Liebe. Liebe, du bist uns recht nahe verwandt; Liebe, du liebst uns mit feurigem Triebe; Liebe, du bist unser König genannt. O daß mein alles sich zu dir erhübe! Jesus ist kommen, die ewige Liebe. 6. Jesus ist kommen, die Sünde zu sühnen. Welt, deine Schuld trägt als Opfer dies Lamm! Sünder, euch ist der Erlöser erschienen. Iu für euch starb er am blutigen Stamm. Tag der Versöhnung, du bist uns erschienen: Jesus ist kom⸗ men, die Sünde zu sühnen. 7. Jesus ist kommen, die Quelle der Gnaden. Komme, wer dürstet, und trinke, wer will. Holet für euren verderblichen Schaden Gnade aus dieser unendlichen Füll; hier kann das Herze sich laben und baden: Jesus ist kommen, die Quelle der Gnaden. Nach Johann Ludwig Konrad Allendorf 1693—1773 Den die Hirten lobten sehre 27 Bei Valentin Triller, (Quem pastores laudavere) Breslau 1555 1. Chor 2. Chor Kommt und laßt uns Chri⸗stum eh⸗ren, Herz und 3. Chor .—— H.̃— E 22—.— Ln en 1 2. 1 I 1 2. —— 5 Sin⸗ nen zu ihm keh-⸗ren, sin⸗get fröh-lich, 4. Chor IIEEEEEEEEEE — EEEEE laßt euch hö-ren, wer⸗-tes Volk der Chri⸗sten-heit. 22 Weihnachten 28 2. Sünd und Hölle mag sich grämen, Tod und Teufel mag sich schämen, wir, die unser Heil annehmen, wersen allen Kummer hin. 3. Sehet, was hat Gott gegeben: seinen Sohn zum ewgen Leben! Dieser kann und will uns heben aus dem Leid ins Himmels Freud. 4. Seine Seel ist uns gewogen, Lieb und Gunst hat ihn gezogen, uns, die Satan hat betrogen, zu besuchen aus der Höh. 5. Jakobs Stern ist aufgegangen, stillt das sehnliche Ver⸗ langen, bricht den Kopf der alten Schlangen und zerstört der Hölle Reich. 6. O gebenedeite Stunde, da wir das von Herzensgrunde glauben und mit unserm Munde danken dir, o Jesu Christ. 7. Schönstes Kindlein in dem Stalle, sei uns freundlich, bring uns alle dahin, da mit süßem Schalle dich der Engel Heer erhöht! Paul Gerhardt 16071676 28 Nikolaus Herman 1554 —.— N 05 2 14.—— 2—— Lobt Gott, ihr Chri-sten all⸗ zu⸗gleich, in DSPISIPSPIPIPIPIIIII.II. I II.. I sei⸗ nem höch- sten Thron, der heut auf⸗-schließt sein E Him⸗-mel⸗reich und schenkt uns sei-nen Sohn. 2. Er kommt aus seines Vaters Schoß und wird ein Kindlein klein; er liegt dort elend, nackt und bloß in einem Krippelein. 3. Er äußert sich all seiner Gwalt, wird niedrig und gering und nimmt an sich eins Knechts Gestalt, der Schöpfer aller Ding. 4. Er liegt an seiner Mutter Brust, ihr Milch, die ist sein Speis, an dem die Engel sehn ihr Lust, denn er ist Davids Reis, 5. das seinem Stamm entsprießen sollt in dieser letzten Zeit, durch welches Gott aufrichten wollt sein Reich, die Christenheit. 6. Er wechselt mit uns wunderlich, Fleisch und Blut nimmt er an, gibt uns in seines Vaters Reich die klare Gottheit dran. 7. Er wird ein Knecht und ich ein Herr? das mag ein Wechsel sein! Wie könnt es doch sein freundlicher, das liebe Jesulein? 8. Heut schließt er wieder auf die Tür zum schönen Para⸗ deis, der Cherub steht nicht mehr dafür: Gott sei Lob, Ehr und Preis! Nikolaus Herman gest. 1561 23 Weihnachten Wie herrlich ists ein Schäflein 29 Langenöls 1742— F*. 4 ö SII.I... EEEETT O Lie-⸗ be, die den Him ⸗mel hat zer⸗ E was für ein Trieb hat dich be- we-gen 16 .— 1.———.————— 2. ris⸗ sen, die sich zu mir ins E⸗lend nie-der⸗ n müs⸗sen, der di zu mir ins————8 ver⸗ EEEE ließ,— che 8 4. wies Die Lie-be hat es selbst ge-tan, sie schaut als Lere — I ,.,, 232 er, nar en.—. 5. Mut⸗ter mich in mei-nem Jam-mer an. 2. 2. Die Liebe ist mein Anverwandter worden, mein Bruder 6. ist selbst die Barmherzigkeit; der Gottheit Quell lebt nun in hine meinem Orden; die Ewigkeit vermählt sich mit der Zeit. Sol Das Leben selbst ist Mensch geborn, der Glanz der Herrlichkeit, 7. das Licht, das wir verlorn. in d 3. Die Weisheit spielt nun wieder auf der Erden, dadurch das das Paradies im Menschen grünt; nun können wir aus Gott 8. geboren werden, weil die Geburt des Herren dazu dient. vers Die neugeborne Seele spürt, daß sie ein andrer Geist aus ich ihrem Ursprung rührt. 9 4. Ich habe nun ein ewig Leben funden, viel Reichtum, so 0 Ehr und Wonne schenkt er mir; ich bin mit ihm er ist mit hohe mir verbunden, den ich in mir mit Liebeswirkung spür. Ich 16 bin vergnügt und ganz gestillt, weil mich der laͤutre Strom Gol aus seiner Lieb erfüllt. 5. Auf, auf, mein Geist, vergiß die Trauerlieder, erfreue dich in dieser Liebesmacht! Des Himmels Kraft und Glanz bestrahlt dich wieder, und der Daß ie ist völlig wiederbracht. O ewig, ewig wohl ist mir, daß ich in Christo nun ein Wohlgefallen spür. Christian Friedrich Richter 1676—1711 Wie 30 Leipzig 1539 sanf nim EIIE... 11 Vom Him-mel hoch, da komm ich her, ich bring euch süße 2⁴4 Weihnachten 30 Sannee e L, an,., —— gu⸗te neu—e Mär; der gu ⸗ten Mär bring r — *— ich so viel, da ⸗von ich singn und sa⸗gen will: 2.„Euch ist ein Kindlein heut geborn, von einer Jungfrau auserkorn, ein Kindelein, so zart und fein, das soll dur Freud und Wonne sein. 3. Es ist der Herr Christ, unser Gott, der will euch führn aus aller Not; er will eur Heiland selber sein, von allen Sünden machen rein. 4. Er bringt euch alle Seligkeit, die Gott der Vater hat bereit't, daß ihr mit uns im Himmelreich sollt leben seinen Engeln gleich. 5. So merket nun die Zeichen recht, die Krippe und die Windeln schlecht, da findet ihr das Kind gelegt, das alle Welt erhält und trägt.“ 6. Des laßt uns alle fröhlich sein und mit den Hirten gehn hinein, zu sehn, was Gott uns hat beschert, mit seinem lieben Sohn verehrt. 7. Merk auf, mein Herz, und sieh dorthin: Was liegt dort in der Krippe drin? Wes ist das schöne Kindelein? Es ist das liebe Jesulein! 8. Sei mir willkommen, edler Gast! Den Sünder nicht verschmähet hast und kommst ins Elend her zu mir; wie soll ich immer danken dir? 9. Ach Herr, du Schöpfer aller Ding, wie bist du worden so gering, daß du da liegst im finstern Stall, als wärs ein hoher Königssaal. 10. Und wär die Welt vielmal so weit, von Edelstein und Gold bereit't, so wär sie doch dir viel zu klein, zu sein ein enges Wiegelein. 11. Der Sammet und die Seiden dein, das ist grob Heu und Windelein, darauf du, König, groß und reich, herprangst, als wärs dein Himmelreich. 12. Das hat also gefallen dir, die Wahrheit anzuzeigen mir, wie aller Welt Macht, Ehr und Gut vor dir nichts gilt, nichts hilft noch tut. 13. Ach mein herzliebstes Jesulein, mach dir ein Bette sanft und rein, zu ruhn in meines Herzens Schrein, daß nimmer ich vergesse dein! 14. Davon ich allzeit fröhlich sei. zu springen, singen immer frei zu Ehren dir, o Gottessohn, ein Wiegenlied in süßem Ton. + ——⁰ 2 e, E 1 ———0 H 11 + + Iis iii IIIB 4 25 31. 32 Weihnachten 15. Lob, Ehr sei Gott im höchsten Thron, der uns schenkt seinen eingen Sohn; des freuet sich der Engel Schar und singet uns solch neues Jahr. Martin Luther 1483—1546 Vom Himmel hoch da komm ich 31 Leipzig 1539 Vom Him-mel kam der En-gel Schar, er⸗ 2———————— schien den Hir-ten of-fen-bar, sie sag- ten ihn'n: Ein ESEE...EEI Kind⸗lein zart, das liegt dort in der Krip-pe har 2. zu Bethlehem, in Davids Stadt, wie Micha das ver⸗ kündet hat. Es ist der Herre Jesus Christ, der euer aller Heiland ist. 3. Des sollt ihr billig fröhlich sein, daß Gott mit euch ist worden ein. Er ist geborn eur Fleisch und Blut, eur Bruder ist das ewig Gut. 4. Was kann euch tun die Sünd und Tod? Ihr habt mit euch den wahren Gott. Laßt zürnen Teufel und die Höll, Gotts Sohn ist worden eur Gesell. 5. Er will und kann euch lassen nicht, setzt ihr auf ihn eur Zuversicht. Es mögen euch viel fechten an, dem sei Trotz, ders nicht lassen kann! 6. Zuletzt müßt ihr doch haben recht, ihr seid nun worden Gotts Geschlecht. Des danket Gott in Ewigkeit geduldig, fröhlich allezett. Martin Luther 1483—1546 Erschienen ist der herrlich Tag 32 Nikolaus Herman 1560 .. 1— 1.— — 2—— 2—— EEEEEENEE— — Wir sin⸗gen dir, Im⸗ma- nu⸗el, du Le-bens⸗ + EEEEIEEEEEEEEEEEE — Z32————. 4 fürst und Gna-den⸗-quell, du Him-mels-blum und + +. 1 1 + 2.— 4 ES — Mor⸗gen-stern, du Jung⸗fraun⸗sohn, Herr al-ler 26 Un.- Sidt. — Weihnachten 32 UEU ——— 2. Herrn. Hal⸗le⸗ lu⸗ ja. 2. Wir—— dir mit deinem Heer aus aller Kraft Lob, Preis und Ehr, daß du, o lang gewünschter Gast, dich nun⸗ mehr eingestellet hast. Halleluja. 3. Von Anfang, da die Welt gemacht, hat so manch Herz nach dir gewacht, dich hat erhofft so lange Jahr der Väter und Propheten Schar. Halleluja. 4. Vor andern hat dein hochbegehrt der Hirt und König deiner Herd, der Mann, der dir so wohl gefiel, wenn er dir sang auf Saitenspiel: Halleluja. 5.„Ach, daß der Herr aus Zion käm und unsre Bande von uns nähm; ach, daß die Hilfe bräch herein, so würde Jakob fröhlich sein!“ Halleluja. 6. Nun bist du hier, da machst du, hältst in der Krippe deine Ruh, bist klein und machst doch alles groß, bekleidst die Welt und kommst doch bloß. Halleluja. 7. Du kehrst in fremder Wohnung ein, und sind doch alle Himmel dein; du liegst an deiner Mutter Brust und bist doch selbst der Engel Lust. Halleluja. 8. Du bist der Ursprung aller Freud und duldest so viel Herzeleid; bist aller Heiden Trost und Licht, suchst selber Trost und findst ihn nicht. Halleluja. 9. Ich aber, dein geringster Knecht, ich sag es frei und mein es recht, ich liebe dich, doch nicht so viel, als ich dich gerne lieben will. Halleluja. 10. Der Will ist da, die Kraft ist klein; doch wird dir nicht zuwider sein mein armes Herz, und was es kann, wirst du in Gnaden nehmen an. Halleluja. 11. Darum, so hab ich guten Mut, du wirst auch halten mich für gut. O Jesu Christ, dein frommer Sinn macht, daß ich so voll Trostes bin. Halleluja. 12. Und bin ich gleich der Sünde voll, hab ich gelebt nicht, wie ich soll, so kommst du doch deswegen her, daß sich der Sünder zu dir kehr. Halleluja. 13. So faß ich dich nun ohne Scheu, du machst mich alles Jammers frei, du trägst den Zorn, erwürgst den Tod, ver⸗ kehrst in Freud all Angst und Not. Halleluja. 14. Du bist mein Haupt, hinwiederum bin ich dein Glied und Eigentum und will, soviel dein Geist mir gibt, stets dienen dir, wie dirs beliebt. Halleluja. 15. Ich will dein Halleluja hier mit Freuden singen für und für, und dort in deinem Ehrensaal solls schallen ohne Zeit und Zahl: Halleluja! Paul Gerhardt 1607—-1676 27 33. 34 3. Jahreswende Es ist das Heil uns kommen 33 Alte Osterweise; ev. 1524 F◻—.—. 7 ————-- is hier⸗her hat mich Gott ge-bracht durch bis hier-her hat er Tag und Nacht be— 1—— ͤ— EiEE sei ⸗ ne gro⸗ be Gü⸗ te, erhe wahrt Herz und Ge⸗mü-⸗ te, eis hier ⸗ her hat er —— 1—5—m EE——— ES mich ge⸗leit't, bis hier⸗her hat er mich er⸗-freut, bis + + 1 2——⁴ + l ET—— , n e hier-her mir ge⸗ hol⸗fen. 2. Hab Lob, hab Ehr, hab Preis und Dank für die bisherge Treue, die du, o Gott, mir lebenslang bewiesen täglich neue! In mein Gedächtnis schreib ich an: Der Herr hat Großes mir getan, bis hierher mir geholfen. 3. Hilf fernerweit, mein treuster Hort, hilf mir zu allen Stunden, hilf mir an all und jedem Ort, hilf mir durch Jesu Wunden, damit ich sag bis in den Tod: durch Christi Blut hilft mir mein Gott, er hilft, wie er geholfen! Amilie Juliane Gräfin von Schwarzburg-Rudolstadt 16371706 HI I II II Erhalt uns Herr bei deinem 34 Wittenberg 1543 E EEE Das al=te Jahr ver⸗gan⸗gen ist; wir dan⸗ken dir, Herr 12— I. 4 4 4 121— 1—— 4—.—.——— Je-su Christ, daß du in Not uns und Ge⸗fahr be⸗ ——— II ů— nrr, hü⸗tet gnä⸗dig ⸗ lich dies Jahr. 2. Wir bitten dich, den ewgen Sohn des Vaters in dem höchsten Thron, du wollst dein arme Christenheit bewahren ferner allezeit. 28 m n Jahreswende 35 3. Entzieh uns nicht dein heilsam Wort, das unsrer Seelen Trost und Hort; vor falscher Lehr, Abgötterei behüt uns, Herr, und steh uns bei. 4. Hilf, daß wir fliehn der Sünde Bahn und fromm zn werden fangen an. Der Sünd vom alten Jahr nicht denk, ein gnadenreich neu Jahr uns schenk. 5. Hilf christlich leben, seliglich einst sterben und laß fröhlich mich am jüngsten Tage auferstehn und mit dir in den Himmel gehn, 6. zu danken und zu loben dich mit allen Engeln ewiglich; o Jesu, unsern Glauben mehr zu deines Namens Lob 1— 1 99 Herzlich tut mich verlangen 35 Weltlich 1601, in 1613 22f7.— 5—— 2* as Jahr geht still zu En⸗de, nun sei auch still, mein In Got⸗tes treu⸗e Hän⸗ de leg ich nun Freud und D S..·.·...............— Herz. 1190 e Schmerz, und was dies Jahr um⸗schlos-sen, was Gott, der ——— Herr, nur weiß, die Trä⸗nen, die ge flof⸗sen, die —— —— Wun ⸗den bren⸗nend heiß. 2. Warum es so viel Leiden, so kurzes Glück nur gibt? Warum denn immer scheiden, wo wir so sehr geliebt? So manches Aug gebrochen und mancher Mund nun stumm, der erst noch hold gesprochen— du armes Herz, warum? 3. Daß nicht vergessen werde, was man so gern vergißt: daß diese arme Erde nicht unsre Heimat ist. Es hat der Herr uns allen, die wir auf ihn getauft, in Zions goldnen Hallen ein Heimatrecht erkauft. 4. Hier gehen wir und streuen die Tränensaat ins Feld, dort werden wir uns freuen im selgen Himmelszelt; wir sehnen uns hienieden dorthin ins Vaterhaus und wissens: die geschieden, die ruhen dort schon aus. 5. O, das ist sichres Gehen durch 918 Erdenzeit: nur immer vorwärts sehen mit selger Freudigkeit; wird uns durch Grabeshügel der klare Blick verbaut, Herr, gib der Seele Flügel, daß sie hinüberschaut. 6. Hilf du uns durch die Zeiten und mache fest das Herz, geh selber uns zur Seiten Und führ uns heimatwärts. Und 29 36. 37 Jahreswende ist es uns hienieden Fin! öde, so allein, o laß in deinem Frieden uns hier schon selig sein! Eleonore Fürstin Reuß 1835—1903 2 Herzlich tut mich verlangen 36 Weltlich 1601, geistlich 1613 I 6 I —— EEE.— —.— 2— — 2—— α ů*.— — Dunc Trau⸗ ern und durch Pla-gen, durch Not, durch durch Hoff⸗-nung und durch Kla⸗gen, durch Sor⸗ gen SSI ISTITITITITIIII. Angst und Pein, 2 3 groß und klein bin ich, gott⸗lob, ge drun⸗ gen; dies S.......T..—— Jahr ist nun da-hin: dir, Gott, sei 200 0 Lesune sun-gen, be⸗ 12.——— 11 0. wegt ist Herz und Sinn. 2. Der du mich hast erbauet, in dir besteht mein Heil; dir* mein Glück vertrauet, du bist und bleibst mein Teil. hast mich wohl erhalten, du bist mein Trost und Licht; dich laß ich ferner walten, wenn mich die Not anficht. 3. Mein Gott, o meine Liebe, was du willst, will auch ich; gib, daß ich nichts verübe, was irgend wider dich; dir ist mein Will Lreben, ja, er ist nicht mehr mein, dieweil mein ganzes Leben dein eigen wünscht zu sein. 4. Nach dir soll ich mich schicken, und, Herr, ich wills auch tun. Soll mich die Armut drücken, ich will dabei beruhn. Soll mich Verfolgung plagen, ja, Herr befiehl du mir. Soll ich Verachtung tragen, ach, ich gehorch auch hier. 5. Soll 4. verlassen leben, Herr Gott, dein Wille gilt. Soll ich in Angsten schweben, mein Heiland, wie du willt. Soll ich denn Krankheit leiden, ich will gehorsam sein. Soll ich von dannen scheiden, Herr, dein Will ist auch mein. 6. Heut ist das Jahr beschlossen; Herr, deine Gnade sei heut auf mich ausgegossen, mein Herze werd auch neu. Laß ich die alten Sünden, so werd ich, Gott, bei dir auch neuen Segen finden; dein Wort verspricht es mir. Gottfried Wilhelm Sacer 1635-1699 Machs mit mir Gott 37 Johann Hermann Schein 1628 2— 3 E I—— +—..— —— En Jahr geht nach dem an- dern hin der ach möch⸗ te doch der trä- ge Sinn dies Jahreswende 38 EiEEEE.. Er wiß»keit ent ze⸗gen Ach brüch⸗ te doch ein flei⸗ ßi ⸗ger er ⸗wä⸗ gen! — 1 U4— H E il—. I je⸗des Jahr viel neu⸗e, gu⸗te Früch⸗te dar! 2. Allein wo ist, wo ist die Frucht, die wir bisher getragen? Wie oft hat Gott umsonst gesucht, wie hat er müssen klagen! Es tat ihm weh, wenn seine Hand anstatt der Frucht nur Blätter fand. 3. Haut ab, spricht er, den kahlen Baum, der keine Früchte träget! Was nimmt er andern Saft und Raum? Komm, Tod, der alles schläget, komm, leg die Art der Wurzel an, tu einen Streich, so ists getan! 4. Allein der treue Heiland spricht: Laß ihn dies Jahr noch stehen; trägt er noch immer Früchte nicht, ich hoff sie noch zu sehen. Ach halt des strengen Urteils Lauf doch dies Jahr noch, mein Vater, auf! 5. So gib denn, lieber Heiland, Kraft, dies Jahr viel Frucht zu bringen. Ach laß doch deines Geistes Saft in unsre Zweige dringen! Schütt auch auf unsrer Lieben Haus viel Gnade, Kraft und Segen aus. Johann Jakob Rambach 1693—1735 Die Tugend wird durchs Kreuz 38 Halle 1704 + —.7 1—— I n H, SPSISISISIII — in neu⸗es Jahr ist an⸗ge⸗fan⸗gen, laß es ein Herr, je⸗der Plik⸗ket voll Ver⸗lan⸗gen in die ⸗se I HI— 1 1 + IE EiIiEEEEEEE Jahr der Gna⸗de sein. denfin⸗ refäh⸗ fünft⸗ge Zeit hin⸗ein. Laß je⸗den fin⸗den und er⸗fah⸗ren, —.—— 6 EEES ———½ 2 öIII... + was sei⸗ner See⸗le dient und frommt. O Heil uns, wenn in HH+— al⸗len Jah⸗ren dein Reich uns im-⸗ mer nä⸗ her kommt. 2. Die Tage fliehn und tauchen nieder, die Jahre schwinden wie ein Rauch. Du sprichst: Ihr Menschen kommet wieder! und nimmst sie weg mit einem Hauch. Du führst heraus 31 39 Jahreswende die Zahl der Sterne; vor dir ist alles Fleisch wie Heu; was du gebeutst, das kommt von ferne, und deine Hand macht alles neu. 3. O laß auch uns ein Neues hören in dieser neuen Gnadenzeit, ein Neues aus des Himmels Chören, ein Neues aus der Ewigkeit, ein neues Wort von alter Treue, die täglich neu die Hand uns beut, ein Wort, das unser Herz erfreue, so oft es seine Kraft erneut. 4. Hilf, Gott, mit deinem Gnadengeiste, daß dieses ange⸗ fangne Jahr in deinem Reich ein Beßres leiste, als der Gewinn des alten war. Erwecke du den Trieb der Seelen, der ein erneutes Herz alte M. und laß es nicht an Früchten fehlen, wenn sich der alte Mensch bekehrt. 5. Laß deinen Namen neu erschallen, so weit dein Reich die Erde deckt; laß alle falschen Götter fallen, so weit das Kreuz die Arme streckt. Du hast den heilgen Christusnamen zum Gnadenthrone hingestellt, aus diesem Lebenskeim und Samen erneure die erstorbne Welt. 6. Laß Trost und Frieden neun verkünden den Herzen, die zerschlagen sind, zerbrich das Joch der alten Sünden und rette das verirrte Kind. Vergib Uns, Herr, was wir bereuen, und lege du den bessern Grund, auf dem wir Tag für Tag erneuen den festgeschloßnen Gnadenbund. Heinrich Puchta 18081858 Herr wie du willst so schicks 39 Straßburg 1525 ,. IED ott⸗lob! ein Schritt zur E⸗wig⸗keit ist a⸗ber⸗ Nzu dir im Fort-gang die⸗ ser Zeit mein Herz sich —. E 4 enn dn, n di. nen, mer n mals voll-⸗en⸗det; Aun mei»hen flie sehn⸗lich wen⸗det, o Quell, dar⸗aus mein Le⸗ben fließt und 1 ů——=n E——. 2 2 4—6—.— al⸗le Gna-de sich er⸗gießt in mei- ne Seel zum Le⸗ben. 2. Ich zähle Stunden, Tag und Jahr, und wird mir allzu⸗ lange, bis es erscheine, daß ich gar, o Leben, dich umfange, damit, was sterblich ist an mir, verschlungen werde ganz in dir und ich unsterblich werde. 3. Vom Feuer deiner Liebe glüht mein Herz, daß sich ent⸗ zündet, was in mir ist, und mein Gemüt sich so mit dir verhinbet, daß du in mir und ich in dir und ich doch immer noch allhier will näher an dich dringen. 32 Jahreswende 40 4. Ich bin vergnügt, daß mich nichts kann von deiner Liebe trennen, und daß ich frei vor jedermann dich darf mein eigen nennen, und daß du, teurer Lebensfürst, dich dort mit mir vereinen wirst und mir mein Erbe schenken. 5. Drum preis ich dich aus Dankbarkeit, daß sich das Jahr geendet und also auch von dieser Zeit ein neuer Schritt vollendet, und schreite hurtig weiter fort, bis ich gelange an die Pfort Jerusalems dort oben. 6. Wenn auch die Hände lässig sind und meine Kniee wan⸗ ken, so biet mir deine Hand geschwind in meines Glaubens Schranken, damit durch deine Kraft mein Herz sich stärke und ich himmelwärts ohn Unterlaß aufsteige. 7. Geh, Seele, frisch im Glauben dran und sei nur uner⸗ schrocken; laß dich nicht von der rechten Bahn die Lust der Welt ablocken. So dir der Lauf zu langsam deucht, so eile, wie ein Adler fleugt, mit Flügeln süßer Liebe. 8. O Jesu, meine Seele ist zu dir schon aufgeflogen; du hast, weil du voll Liebe bist, mich ganz zu dir gezogen. Fahr hin, was heißet Stund und Zeit! Ich bin schon in der Ewigkeit, weil ich in Jesu lebe. August Hermann Francke 1663—1727 Unser Herrscher unser König 40 Bremen 1680 ———.—. —.——— t.t.... +— RE Af, Herr Je ⸗su, laß ge⸗ lin⸗gen, hilf, s laß es neu ⸗e Kräf⸗te brin⸗gen, daß aufs —————— ——— + 1 I—4 +— + II— E— + + geht an; ück Dein konit. Neu⸗es Glück und neu⸗es neu⸗e Jahr neu ich wan ö NXIP + M d e.. ——— Le⸗ben wol-lest du aus Gna⸗den ge⸗ben. 2. Laß dies 191 ein Jahr der Gnade; sprich mich los von meiner Sünd, hilf, daß sie mir nimmer schade, sondern bald Verzeihung find, Herr, bei dir; nur du, mein Leben, kannst die Sünde mir vergeben. 3. Tröste mich mit deiner Liebe; nimm, o Gott, mein Flehen hin, went ich mich so sehr betrübe und voll Angst und Zagen bin. Stärke Wch in meinen Nöten, daß mich Sünd und Tod nicht töten. 4. Herr, du wollest Gnade geben, daß dies Jahr mir heilig sei und ich christlich könne leben sonder Trug und Heuchelei, daß ich noch allhier auf Erden möge fromm und selig werden. Schlesisches Provinzial⸗Gesangbuch 3 33 41.42 Jahreswende 5. Jesu, laß mich fröhlich enden dieses angefangne Jahr; Wahe sieit mich auf den Händen, stehe bei mir in Geahr Freudig will ich dich umfassen, wenn ich soll die Welt ver⸗ assen. Johann Rist 1607—1667 Jesus meine Zuversicht 1 41 Berlin 1653 — E.——— 4 ES. Je⸗ sus soll die Lo⸗sung sein, da ein neu⸗es Je⸗su Na-me soll al⸗ lein de⸗nen zum Pa⸗ 45 V e. Jahr er⸗schie nen; ie i i⸗ un⸗de stehn nie⸗re die-nen, die in sei⸗nem B steh . und auf sei⸗ nem We˖⸗ge gehn. 2. Jesu Name, Jesu Wort soll bei uns in Zion schallen, und so oft wir an den Ort, der nach ihm genannt ist, wallen, mache seines Namens Ruhm unser Herz zum Heiligtum. 3. Unsre Wege wollen wir nur in Jesu Namen gehen; geht uns dieser Leitstern für, so wird alles wohl bestehen und durch seinen Gnadenschein alles voller Segen sein. 4. Alle Sorgen, alles Leid soll der Name uns versüßen; so wird alle Bitterkeit uns ein Segen werden müssen. esu Nam sei Sonn und Schild, welcher allen Kummer stilfß 5. Jesus, aller Bürger Heil, unserm Gott ein Gnadenzeichen, unsers Landes bestes Teil, dem kein Kleinod zu vergleichen, Jesus, unser Schutz und Hort, sei die Losung fort und fort. Benjamin Schmolck 1672—1737 Nun laßt uns Gott 42 Leipzig 1587 PZ. 4* Hè᷑—Sꝑ:e + + 1 1 H2— +— F V 44 f. E— ö—— Nun laßt uns gehn und tre⸗ten mit Sin⸗gen ——————— 244— eᷣ En EÆ —— 2. 2 1— 1 2— —7 — + 2 E——— hier-her Kraft ge⸗ge⸗-ben. und mit Be⸗ten zum Herrn, der un⸗serm Le-ben bis Jahreswende 43 2. Wir gehn dahin und wandern von einem Jahr zum andern, wir leben und gedeihen vom alten bis zum neuen 3. durch so viel Angst und Plagen, durch Zittern und durch Zagen, durch Krieg und große Schrecken, die alle Welt bedecken. 4. Denn wie von treuen Müttern in schweren Ungewittern die Kindlein hier auf Erden mit Fleiß bewahret werden, 5. also auch und nicht minder läßt Gott uns, seine Kinder, wenn Not und Trübsal blitzen, in seinem Schoße sitzen. 6. Ach Hüter unsers Lebens, fürwahr, es ist vergebens mit unserm Tun und Machen, wo nicht dein Augen wachen. 7. Gelobt sei deine Treue, die alle Morgen neue; Lob sei den starken Händen, die alles Herzleid wenden. 8. Laß ferner dich erbitten, o Vater, und bleib mitten in unserm Kreuz und Leiden ein Brunnen unsrer Freuden. 9. Gib mir und allen denen, die sich von Herzen sehnen nach dir und deiner Hulde, ein Herz, das sich gedulde. 10. Schließ zu die Jammerpforten; behüt uns aller Orten vor Krieg und Blutvergießen, laß Freudenströme fließen. 11. Sprich deinen milden Segen zu allen unsern Wegen; laß Großen und auch Kleinen die Gnadensonne scheinen. 12. Sei der Verlaßnen Vater, der Irrenden Berater, der Unversorgten Gabe, der Armen Gut und Habe. 13. Hilf gnädig allen Kranken; gib fröhliche Gedanken den hochbetrübten Seelen, die sich mit Schwermut quälen. 14. Und endlich, was das meiste, füll uns mit deinem Geiste, der uns hier herrlich ziere und dort zum Himmel führe. 15. Das alles wollst du geben, o meines Lebens Leben, mir und der Christenschare zum selgen neuen Jahre. Paul Gerhardt 1607—1676 Liebster Jesu wir sind hier 43 Johann Rudolf Ahle 1664 EV 1H1 + ——— eg- net uns gu⸗ter Letzt auch noch die⸗ses seg⸗net künf⸗ 0 seg⸗net jetzt, o ihr treu⸗en I.— 1E 5—„ + 1 + 1 + Jah⸗-res En-de; 2 nei 4 Fe⸗sus⸗hän⸗ dez seg⸗net, daß an Leib und See⸗le + + äötKĩ«⸗aͤOͤseL. nie⸗mand et-was Gu⸗tes feh-le. ++ * X 2* I 35 — — 44 Epiphanien 2. Helft, so wir gefallen sind, helft uns wieder aufzustehen: Whrt uns treulich und geschwind in den Wegen Jesu gehen, daß an Weisheit, Gnad und Segen wir auch täglich wachsen mögen. 3. Ja, versiegelt dieses noch, o ihr treuen Jesushände, am Beschluß des Jahres doch, daß wir alle bis ans Ende Glauben immer fester fassen, nichts von ihm uns trennen lassen. Christoph Karl Ludwig von Pfeil 1712—1784 4. Epiphanien Y DEE Lobt Gott ihr Christen 44 Nikolaus Herman 1554 Auf, See⸗le, auf und säu⸗me nicht! Es bricht das SSISISISSSSS SII Licht her⸗für; der Wun⸗der⸗stern gibt dir Be- richt, der .— Held sei vor der Tür. 2. Geh aus von deinem Vaterland, zu suchen solchen Herrn; laß deine Augen sein gewandt auf diesen Morgenstern. 3. Gib acht auf diesen hellen Schein,‚ der aufgegangen ist; er führet dich zum Kind hinein, das heißet Jesus Christ. 4. Drum mache dich behende auf, befreit von aller Last, und laß nicht ab von deinem Lauf, bis du dies Kindlein hast. 5. Halt dich im Glauben an das Wort, das fest ist und gewiß; das führet dich zum Lichte fort aus aller Finsternis. 6. Gib dich ihm selbst zum Opfer dar mit Geist und Leib und Seel und singe mit der Engelschar: Hier ist Immanuel! Epiphanien 45 7. Hier ist das Ziel, hier ist der Ort, wo man zum Leben geht; hier ist des Paradieses Pfort, die wieder offen steht. 8. Hier fallen alle Sorgen hin, zur Lust wird alle Pein; es wird erfreuet Herz und Sinn, denn Gott ist ja nun dein. 9. Der zeigt dir einen andern Weg, als du vorher gekannt, den stillen Ruh⸗ und Friedenssteg zum ewgen Vaterland. Michael Müller 1673—1704 Dank sei Gott in der Höhe 45 16⁰⁵ EEE=......I I Hwi Je⸗su, Licht der Hei-den, der From⸗men wir kom⸗men setzt mit Freu-den durch dei-nes H—— I.— SSSSSC SSSIA 2.. sies Tunes in die⸗sen dei⸗ nen Tem⸗pel und su⸗chen mit Be-⸗gier nach Si⸗me⸗ons Er⸗em⸗pel dich, Got⸗ tes Sohn, all-hier. 2. Du wirst von uns gefunden. o Herr, an jedem Ort, da⸗ hin du dich verbunden durch dein Verheißungswort; ver⸗ önnust noch heutzutage, daß man dich gleicherweis auf laubensarmen trage wie hier der fromme Greis. 3. Sei unser Glanz in Wonne, ein helles Licht in Pein, in Schrecken unsre Sonne, im Kreuz ein Gnadenschein, in Tchmer Glut und Feuer, in Not ein Freudenstrahl, im Schmerz Arzt und Befreier, ein Stern in Todesqual. 4. Herr, laß auch uns gelingen, was Simeon gelang, daß jeder Christ kann singen den schönen Schwanensang: Mir werden nun mit Frieden die Augen zugedrückt, nachdem ich schon hienieden den Heiland hab erblickt. 5. Ja, ja, ich hab im Glauben, mein Jesu, dich geschaut. Kein Feind kann dich mir rauben, droht er auch noch so laut. Ich wohn in deinem Herzen und in dem meinen du; uns scheiden keine Schmerzen, kein Angst, kein Tod dazu. 6. Hier blickst du zwar die Deinen oft streng und strafend an, daß ich vor Angst und Weinen dich nicht erkennen kann; dort aber wirds geschehen, daß ich von Angesicht zu Angesicht soll sehen dein immer klares Licht. Johann Franck 1618167⁷ 37 mumumi —— 46.47 Epiphanien Meinen Jesum laß ich nicht II 46 1790 ESSS ‚.. Je ⸗su, gro⸗Fer Wun⸗der⸗ stern, der aus Ja⸗kob EEE 142.—— ist er ⸗schie ⸗nen, mei⸗ne See⸗le will so gern dir an E +* IEI 1 4— e 4. —. 21 1— + 1 +—4 ———. dei⸗ nem Fe⸗ste die-nen; nimm doch, nimm doch 1— 1—3———. 5 — DD.— —— gnä⸗dig an, was ich Ar-mer schen-ken kann. 2. Nimm das Gold des Glaubens hin, wie ichs von dir selber habe und damit beschenket bin; so ist dirs die liebste Gabe. Laß es auch bewährt und rein in der Trübsal Feuer sein. 3. Nimm den Weihrauch des Gebets, laß ihn gnädig zu dir dringen; Herz und Lippen sollen stets ihn als Opfer vor dich bringen. Wenn ich bete, nimm es auf und sprich Ja und Amen drauf. 4. Nimm die Myrrhen bittrer Reu; ach, mich schmerzet meine Sünde! Aber du bist fromm und treu, daß ich Trost und Gnade finde und nun fröhlich sprechen kann: Jesus nimmt mein Opfer an. Erdmann Neumeister 1671—1756 Valet will ich dir geben 47 Leipzig 1615 SISISIIS.ISISISIII....I. +— 8 Kö⸗ 990— al⸗ler Eh⸗ren, Herr Je⸗ su, Da⸗vids dein Reich soll e⸗-wig wäh⸗ren, im Him⸗mel 40 dein S daß all⸗hier 2—— Gren den Men⸗ chen weit und — z + IISSSSS breit dein Reich be⸗kannt mag wer⸗den zur See⸗len Se⸗lig⸗ keit. 2. Von deinem Reich auch zeugen die Leut aus Morgen⸗ land; die Knie sie vor dir beugen, dieweil sie dich erkannt. Der neue Stern dich weiset, dazu das göttlich Wort; drum man dich billig preifet, daß du bist unser Hort. 38 Epiphanien 48 3. Du bist ein großer König, wie uns die 5 Geld vermeldt; doch achtest du gar wenig vergänglich Gut und Geld, prangst uicht auf stolzem Rosse, trägst keine güldne Kron, thronst nicht im hohen Schlosse; hier hast du Spott und Hohn. 4. Doch du bist schön gezieret, dein Glan erstreckt sich weit, in deinem Reich regieret Güt und Gerechtigkeit. Du wollst die Frommen schützen durch dein Macht und Gewalt, daß sie im Frieden sitzen, die Bösen stürzen bald. 5. Du wollst dich mein erbarmen, in dein Reich nimm mich auf, dein Güte schenk mir Armen und segne meinen Lauf. Den Feinden wollst du wehren, dem Teufel, Sünd und Tod, daß sie mich nicht versehren; rett mich aus aller Not. 6. Du wollst in mir entzünden dein Wort, den schönen Stern; halt falsche Lehr und Sünden von meinem Herzen fern. Hilf, daß ich dich erkenne und mit der Christenheit dich meinen König nenne jetzt und in Ewigkeit. Martin Behm 1557—1622 Unser Herrscher unser König 48 Bremen 1680 1 065.. EEEEEE 2 22—.— —. er ⸗ de licht, du Stadt der Hei⸗den, und du, schau⸗e, welch ein Glanz mit Freu⸗den ü⸗ber EESSE Sa⸗lem, wer⸗de licht; 2eu dei⸗ nem Haupt an⸗ bricht! Gott hat de⸗ver nicht ver 2—ñ———— E=..... 4—— 1— gef sen, die im Fin⸗ stern sind ge⸗ses⸗sen. 2. Dunkelheit, die mußte weichen, als dies Licht kam in die Welt, dem kein andres ist zu gleichen, welches alle Ding erhellt; die nach diesem Glanze sehen, dürfen nicht im Finstern gehen. 3. Gottes Rat war uns verborgen, seine Gnade hir e uns nicht; Klein und Große mußten sorgen, jedem fehlt' es an dem Licht, das zum rechten Himmelsleben seinen Glanz uns sollte geben. 4. Aber wie hervorgegangen ist der Aufgang aus der Höh, haben wir das Licht empfangen, welches so viel Angst und Weh aus der Welt hinweggetrieben, daß nichts Dunkles übrig blieben. 5. Jesu, reines Licht der Seelen, du vertreibst die Finster⸗ nis; laß es uns an Licht nicht fehlen, mache unsern Tritt gewiß; lasse deine Lieb und Segen leuchten uns auf unsren Wegen. Johann Rist 1607—1667 39 49. 50 Epiphanien Ach was soll ich Sünder 49 Weltlich 1653, geistlich 1661 EV— H1 H 5— — Wer im Her⸗zen will er⸗fah-ren und dar- um be⸗ + 9——— mü⸗ het ist, daß der Kö⸗-nig Je-sus Christ EEE.... der muß su⸗ chen in der Schrift, bis er die-sen Schatz an⸗⸗trifft. 2. Er muß gehen mit den Weisen, bis der Morgenstern aufgeht und im Herzen stille steht; so kann man sich selig preisen, weil des Herren Angesicht glänzt von Klarheit, Recht und Licht. 3. Denn wo Jesus ist geboren, da erweiset sich gar bald seine göttliche Gestalt, die im Herzen war verloren; seine Klarheit spiegelt sich in der Seele kräftiglich. 4. Alles Fragen, alles Sagen wird von diesem Jesu sein und von dessen Gnadenschein, dem sie fort und fort nachjagen, bis die Seele in der Tat diesen Schatz gefunden hat. 5. Jesu, laß mich auf der Erden sonst nichts suchen als allein, daß du mögest bei mir sein und ich dir mög ähnlich werden in dem Leben dieser Zeit und in jener Ewigkeit. 6. So will ich mit allen Weisen, die die Welt für Toren acht't, dich anbeten Tag und Nacht und dich loben, rühmen, preisen, liebster Jesu, und vor dir christlich wandeln für und für. Laurentius Laurenti 1660—1722 Christus der ist mein Leben 50 Melchior Vulpius 1609 EV 27 +——— 1 ,. 2 Wie Si⸗me⸗on ver⸗schie-den, das liegt mir oft im Sinn; ich füh- re gern im Frie-den aus EI * die⸗sem Le⸗ben hin. 40 FffH T„IK 4 IIi S ———— ee Passion 51 2. Ach laß mir meine Bitte, mein treuer Gott, geschehn: Laß mich aus dieser Hütte in deine Wohnung gehn. 3. Dein Wort ist uns geschehen, an diesem nehm ich teil: wer Jesum werde sehen, der sche Gottes Heil. 4. Ich seh ihn nicht mit Augen, doch an der Augen Statt kann mir mein Glanbe taugen, der ihn zum Heiland hat. 5. Ich hab ihn nicht in Armen wie jener Fromme da; doch ist er voll Eibarmen auch meinem Herzen nah. 6. Mein Herz hat ihn gefunden; es rühmt: Mein Freund ist mein; auch in den letzten Stunden ist meine Seele sein. „Ich kenn ihn als mein Leben; er wird mir nach dem Tod bei sich en Leben geben, dem nie der Tod mehr droht. 8. Mein Glaube darf ihn fassen, sein Geist gibt Kraft dazu; er wird auch mich nicht lassen, er führt mich ein zur Ruh. 9. Wenn Aug und Arm erkalten, hängt sich mein Herz an ihn; wer Jesuͤm nur kann halten, der fährt im Frieden hin. Philipp Friedrich Hiller 1699—1769 5. Passion Herzliebster Jesu II 51 Weltlich 1507, geistlich 1609 SE Ee Ach 46688585 Je⸗su, ich dich hät⸗te, und ꝗ—— 4 .— E wenn dein Blut nicht für die Sün⸗der red⸗ te, wo sollt ich — EEH —.— E.— I Arm ⸗ster un · ter den E⸗len⸗den mich sonst hin⸗-wen⸗den? Schlesisches Provinzial⸗Gesangbuch 4 41 35 53 Passi on ů Ich wüßte nicht, wo ich vor Jammer bliebe; denn wo ist sorch ein Herz wie deins voll Liebe? Du, du bist meine Zuversicht alleine, sonst weiß ich keine. Christian Gregor 1723-1801 Sollt ich meinem Gott—0—.— Sobam B 1611 ich N men! dei⸗ 198 Err⸗ i Frie wird auch 3—— wir, von der Wal⸗ ⸗fahrt mü-de, ruhn, um un /ID meser Grab durch⸗wehn, A⸗men! Fürst der Auf⸗er⸗ste⸗hung, du fro⸗her auf ⸗-zu-⸗stehn. no ESSSSSSSSEE in ltn iie——.. der des Gra⸗bes Sie- gel brach, zieh durch Grab und be .—— un * 0 1—. D— ich Tod uns nach zu der Hei⸗li-gen Er⸗hö⸗hung, wo dem f——5.— 1. .— Lamm, das uns ver⸗söhnt, al⸗ler Him⸗mel Lobelied tönt. Karl Bernhard Garve 1763—1841 Schmücke dich o liebe Seele 53 Johann Crüger 1649 . An dein Blu⸗ten und Er⸗blei⸗chen, an dein Op⸗fer an dein prie-ster⸗li⸗ches Fle- hen mah⸗net mich des sssHπ˙I„TH — H 2—— 4 5.. oh⸗- ne Glei⸗chen, ji x ii⸗ Gei⸗stes We⸗hen. Und 6. wünsch ich, ew⸗ge Gü⸗ te, für mein Le⸗ben ei⸗ne mn te, ei- nen Ruhm an 42 Passion 54 ———— + 8— mei⸗ nem Gra⸗be: daß ich dich ge⸗lie⸗bet ha-be. 2. Hoherpriester ohne Tadel, Lebensfürst von großem Adell Licht und Herrlichkeit entfallen, Segnen heißt dein hohes. Walten. egnend trittst du mir entgegen; und so daß ich ich einen Segen, einen Ruhm an meinem Grabe: daß i dich geliebet habe. 3. Elend bin ich und verdorben, in der Sünde fast erstorben. Sünder können nichts verdienen, nichts vergüten, nichts ver⸗ sühnen. Willst 8 in der ewgen Hütte mich vergessen in der Bitte, nicht auf deinem Herzen tragen: muß ich sterben und verzagen. 4. Du nur giltst im Heiligtume, und zu deiner Wunden Ruhme, weil du für die Sünde littest, gibt der Vater, was du bitteft. Wenn schon Zornesflammen lodern, darfst du noch Erbarmen fodern, Hilfe, wo die Engel trauern, Leben in des Todes Schauern. 5. Lieben will ich, flehn und loben, bis der Vorhang weggeschoben; dann zu dir, du Ewigreiner! Jesus Christus, denke meinert Eines schenke mir hienieden: deinen Geist und deinen Frieden und den Ruhm an meinem Grabe, daß ich dich geliebet habe. Albert Knapp 17981864 54 953885 chweig 1528 SSSESEEEEEEEE Chri ⸗ste, du Lamm Got⸗tes, der Lin trägst die E— Sün⸗ de der Welt, er ⸗-barm dich un-ser! Iu V.3 I .n,— · „„ ͤ e„‚„»yyyy—yxy—y—yxy-„-„-. 2* ⸗men. 2. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünde der Welt, erbarm dich unser! 3. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünde der Welt, gib uns deinen Frieden! Amen. Alte Passions⸗Antiphone 43 Passion Wie nach einer Wasserquelle 55 42. französischer Pfalm 1551. er am Kreuz ist mei⸗ne Lie⸗ be, mei⸗ne Weg ihr ar⸗gen Sün⸗den⸗trie⸗ be, Sa ⸗tan, e Lieb ist Je⸗sus Christ. 27 Welt und Flei⸗sches⸗list Eu⸗re Lieb ist nicht von Gott, FE 2 eu⸗re 122 ist gar der Tod. Der am Kreuz ist mei⸗ne Lie⸗ be, weil ich mich im Glau⸗-ben ü⸗ e. 2. Der am Kreuz ist meine Liebe. Freyler, was befremdets dich, daß ich mich im Glauben übe? Jesus gab sich selbst für mich, so ward er mein Friedensschild, aber auch mein Lebensbild. Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 3. Der am Kreuz ist meine Liebe. Sünde, du besiegst mich nicht. Weh mir, wenn ich den betrübe, der für mich ging ins Gericht! Kreuzigt ich nicht Gottes So hn? Trät ich nicht sein Blut mit Hohn? Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. sc 4. Der am Kreuz ist meine Liebe. Schweig, Gewissen, 2 B glaube dran. Gott aus reinem Liebestriebe hat die Hand⸗ schrift abgetan und mit meines Bürgen Blut sie durchstrichen mir zugut. Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 5. Der am Kreuz ist meine Liebe. Keine Trübsal noch so groß, Hunger, Blöße, Geißelhiebe, nichts macht mich von Jesu los, nicht Gewalt nicht Gold, nicht Ruhm, Engel nicht, kein Fürstentum. Der am Krenz ist meine Licbe, weil ich mich im Glauben übe. dn 6. Der am Krenz—. meine Liebe. Komm, Tod, komm, S mein bester Freund! enn ich wie ein Staub zerstiebe, wird Lo mein Jesus mir vereint. Da, da schau ich Gottes Lamm, meiner Seele Bräutigam. Der am Kreuz ist meine Liebe, 6 weil ich mich im Glauben übe. 7 1668 6 4⁴ Pafsion 56.57 Nun lasset uns den Leib 56 Wittenberg 1544 DPiiiDDDEE — Der du, Herr Je-su, Ruh und Rast in dei-nem —. E——. —— ke ,neinr Grab ge-hal⸗-ten hast, gib, daß wir in dir ru⸗hen all und e 1 I— N E un⸗ ser Le-ben dir ge-fall. 2. Verleih, o Herr, uns Stärk und Mut, die du erkauft mit deinem Blut, Und führ uns in des Himmels Licht zu deines Vaters Angesicht. 3. Wir danken dir, o Gotteslamm, getötet an des Kreuzes Stamm; laß ja uns Sündern deine Pein den Eingang in das Leben sein. Georg Werner 1589—1643 O Gott du frommer Gott 1 57 Hannover 1648 E= I H—— SSSEEEEEEEEE 2 1 2— + 1. 1 I I— u gro⸗ßer Schmer⸗zens⸗mann, vom Va⸗ter sehr ge⸗ Herr Je⸗su, dir sei Dank für al⸗le dei⸗ ne P T +. E—— Ppla en für dei⸗ne See⸗len⸗angst, für dei ne 1— —639—. 142—— E 2—— 2 1——**— L Band und Not, für dei ⸗ ne Gei⸗ße⸗ lung, für dei⸗nen bit-tern Tod. 2. Ach, das hat unsre Sünd und Missetat verschuldet, was du an unsrer Statt, was du für uns erduldet; ach, unsre Sünde bringt dich an das Kreuz hinan: o unbeflecktes Lamm, was hast du sonst getan? 3. Doch deines Herzens Lieb erweiset unsern Herzen, wie hoch du uns geliebt; dein Leiden, Tod und Schmerzen hat nun versöhnet Gott den Vater mit der Welt, uns seine Gnad gebracht, zufrieden ihn gestellt. 45 58 Passion 4. Dein Kampf ist unser Sieg, dein Tod ist unser Leben; in deinen Banden ist die Freiheit uns gegeben; dein Kreuz ist unser Trost, die Wunden unser Heil, dein Blut das Lösegeld, der armen Sünder Teil. 5. O hilf, daß wir uns auch zum Kampf und Leiden wagen und unter unsrer Laft des Kreuzes nicht verzagen; 40. tragen mit Geduld durch deine Dornenkron, wenns ommen soll mit uns zum Tode, Schmach und Hohn. 6. Dein Angst komm uns zugut, wenn wir in Angsten liegen, durch deinen Todeskampf laß uns im Tode siegen, durch deine Bande, Herr, bind uns, wie dirs gefällt; hilf, daß wir kreuzigen durch dein Kreuz Fleisch und Welt. 7. Laß deine Wunden sein Arznei für unsre Sünden, laßß uns auf deinen Tod den Trost im Tode gründen; o Jesu, laß an uns durch dein Kreuz. Angst und Pein dein Leiden, Angst und Not ja nicht verloren sein. Adam Thebesius 1596—1652 Herr und Altster deiner 58 Urspr. weltl., Brüdergem. 1735 FH—. 4— f—3 . 6665 2 —5 + Ei ⸗nes wünsch ich mir vor al⸗lem an⸗dern, se⸗lig läßts im Trä⸗nen⸗tal sich wan-dern, E—.— I—— ei ⸗ ne Spei⸗se früh und spät; wenn dies ei- ne mit uns geht: —— I 4.— 153*5— ..... ei⸗ nen Mann zu schau⸗en, der mit blut-gem Schweiß und un⸗ver-rückt auf 1 H+ 1— 4 + + ö ů ꝰW—ᷓ— DID I„—— f — +— To⸗des-grau-en auf sein Ant-litz nie-der-sank .SIS‚..‚. =2=22..22———— 2— 1 und den Kelch des Va⸗ters trank. 2. Ewig soll er mir vor Augen stehen, wie er als ein stilles Lamm dort so blutig und so bleich zu sehen, hängend an des Kreuzes Stamm; wie er dürstend rang um meine Seele, daß sie ihm zu seinem Lohn nicht fehle, und dann auch an mich gedacht, als er rief: Es ist vollbracht! 3. Ja, mein Jesu, laß mich nie vergessen meine Schuld und deine Huld. Als ich in der Finsternis gesessen, trugest 46 du! getre teur⸗ 4. du b in n dir unse +——— Duiinnn Passion 59 du mit mir Geduld, hattest längst nach deinem Schaf getrachtet, eh es auf des Hirten Ruf geachtet, und mit teurem Lösegeld mich erkauft von dieser Welt. 4. Ich bin dein! sprich du darauf ein Amen! Treuster Jesu, du bist mein. Drücke deinen süßen Jesusnamen brennend in mein Herz hinein. Mit dir alles tun und alles lassen, in dir leben und in dir erblassen, das sei bis zur letzten Stund unser Wandel, unser Bund. Albert Knapp 1798—1864 An Wasserflüssen Babylon 59 Straßburg 1525 SDSPDPPSPSPIPI I + Ein Lämm⸗lein geht und trägt die Schuld der es geht und bü⸗ßet in Ge⸗duld die SS.S....... Welt und ih- rer Kin⸗der; ·Hi ů Sün⸗ den al⸗ler Sün⸗der. Es geht da⸗hin, wird 7⁷ I —.— I—— matt und krank, er⸗ gibt sich auf die Wür⸗ge⸗bank, ent⸗ l 25——.—* +———1 zieht sich al⸗len Freu-den; es nimmt auf sich Schmach, —— —.———— ,, dir inn dinnx vr. Kn er. Hohn und Spott, Angst, Wun⸗den, Strie⸗men, Kreuz und eren n Tod und spricht: Ich wills gern lei-den. 2. Das Lämmlein ist der große Freund und Heiland meiner Seelen; den, den hat Gott zum Sündenfeind und Sühner wollen wählen.„Geh hin, mein Kind, und nimm dich an der Kinder, die ich ausgetan zur Straf und Zornes⸗ ruten. Die Straf ist schwer, der Zorn ist groß, du kannst und sollst sie machen los durch Sterben und durch Bluten.“ 3.„Ja, Vater, ja von Herzensgrund, leg auf, ich will dirs tragen, mein Wollen hängt an deinem Mund, mein Wirken ist dein Sagen.“ O Wunderlieb, o Liebesmacht, du kannst, was nie kein Mensch gedacht. Gott seinen Sohn abzwingen. O Liebe, Liebe, du bist stark, du streckest den in Grab und Sarg, vor dem die Felsen springen. I I 47 60 Passion 4. Du lässest ihn am Kreuzesstamm für unsre Sünden büßen, du schlachtest ihn als wie ein Lamm, machst Herz und Adern fließen, das Herze mit der Seufzer Kraft, die Adern mit dem edlen Saft des purpurroten Blutes. O. füßes Lamm was soll ich dir erweisen dafür, daß du mir erzeigest so viel Gutes? 5. Mein Lebetage will ich dich aus meinem Sinn nicht lassen; dich will ich stets, gleich wie du mich, mit Liebes⸗ armen fassen. Du sollst sein meines Herzens Licht, und wenn mein Herz in Stücke bricht, sollst du mein Herze bleiben. Ich will mich dir, mein höchster Ruhm, hiermit zu deinem Eigentum beständiglich verschreiben. 6. Ich will von deiner Lieblichkeit bei Nacht und Tage singen, mich selbst auch dir zu aller Zeit zum Freudenopfer bringen. Mein Bach des Lebens soll sich dir und deinem Namen für und für in Dankbarkeit ergießen; und was du mir zugut getan, das will ich stets, so tief ich kann, in mein Gedächtnis schließen. 7. Erweitre dich, mein Herzensschrein, du sollst ein Schatz⸗ haus werden der Schätze, die viel größer sein als Himmel, Meer und Erden. Weg mit dem Gold der ganzen Welt, weg Ehre, Schönheit, Pracht und Geld: ich hab ein Beßres funden. Herr Jesu Christ, mein Schatz und Gut ist dein für mich vergoßnes Blut, das Heil in deinen Wunden. 8. Das soll und will ich mir zunutz zu allen Zeiten machen; im Streite soll es sein mein Schutz, in Traurigkeit mein Lachen, in Fröhlichkeit mein Saitenspiel, und wenn mich nichts 8 ei will, soll mich dies Manna speisen. Im Durst solls sein mein Wasserquell, in Einsamkeit mein Sprachgesell zu Haus und auch auf Reisen. 9. Was schadet mir des Todes Gift? Dein Blut, das ist mein Leben; wenn mich der Sonne Hitze trifft, so kann mirs Schatten geben. Setzt mir der Schmerz der Wehmut zu, so find ich bei dir meine Ruh, wie auf dem Bett ein Kranker; und wenn des Kreuzes Ungestüm mein Schifflein treibet um und um, so bist du dann mein Anker. 10. Wenn endlich ich soll treten ein in deines Reiches Freuden, so soll dies Blut mein Purpur sein, ich will mich darein kleiden; es soll sein meines Hauptes Kron, mit welcher ich will vor den Thron des höchsten Vaters gehen und dir, dem er mich anvertraut, als eine wohlgeschmückte Braut an deiner Seite stehen. Paul Gerhardt 1607—1676 2 Wer nur den lieben Gott läßt 60 Georg Neumark 1657 F-UEE H H —— s ist voll⸗bracht! Er ist ver ⸗schie⸗den, der Frie⸗ de-⸗fürst schläft ganz in Frie-den, 48 —111 rr Passion 61 35.——— mein Je⸗sus schließt die Au⸗gen zu, die Le⸗ bens ⸗-son- ne geht zur Ruh und sinkt in 1 e stil⸗le To⸗des-nacht. O gro⸗ßes Wort: Es it voll-bracht. 2. Es ist vollbracht! Er hats gesprochen, das ewge Wort muß sprachlos sein. Das Herz der Treue wird gebrochen, den Fels des Heils umfaßt ein Stein. Die höchste Kraft ist nun verschmacht't. O wahres Wort: Es ist vollbracht. 3. Es ist vollbracht! Schweig, mein Gewissen! Ihr Sünder, afset neuen Mut, des Tempels Vorhang ist zerrissen, nun spricht für uns des Lammes Blut. Gebrochen ist der Hölle Macht. O starkes Wort: Es ist vollbracht. 4. Es ist duch wünt Mein Herzverlangen, du allerliebste Liebe du, dich wünschen Engel zu umfangen, nimm auch in meinem Horb. Ruh, wo Liebe dir ein Grab gemacht. O tröstlich Work: Es ist vollbracht. 5. Es ist vollbrachtl Ich will mich legen zur Ruh auf Christi Grabesstein. Die Engel sind allhier zugegen, ich schlummre 9— wie Jakob ein; die Himimelspfort ist aufgemacht. Lebendwort: Es ist vollbracht! Salomo Franck 1659—1725 Herr— Christ du höchstes 61 158⁷ EIEEEEE err Je⸗su, dei⸗ne Angst und Pein und dein be— laß mir vor Au⸗gen all⸗zeit sein, die Sün-de rrrirriririi SSSSI. — trüb⸗tes Lei⸗den ei⸗ und dei⸗n zu ver⸗mei. den. Laß mich an dei⸗ne gro⸗ße Not und dei⸗nen HAr..—.— 25.— her⸗ben, bit⸗tern Tod, die⸗weil ich le⸗be, den⸗ ken. 2. Die Wunden alle, die du hast, hab ich dir helfen schlagen, auch meine große Sündenlast dir aufgelegt zu tragen. Ach 105 81 Heiland, schone mein, laß diese Schuld vergessen sein, laß Gnad für Recht ergehen! 49 62 Passion 3. Du hast verlassen deinen Thron, bist in das Elend gangen, ertrugest Schläge, Spott und Hohn, mußtest am Krenze hangen, auf daß du für uns schafftest Ra]t und unsre schwere Missetat bei Gott versöhnen möchtest. 4. Drum will ich jetzt zur Dankbarkeit von Herzen dir lobsingen, und wenn du zu der Seligkeit mich künftig hin wirst bringen, so will daselbst ich noch viel mehr zusamt dem ganzen Himmelsheer dich ewig dafür loben. 5. Herr Jesu, deine Angst und Pein und dein betrübtes Leiden laß meine letzte Zuflucht sein, wenn ich von hier soll scheiden. Ach hilf, daß ich durch deinen Tod fein sanft beschließe meine Not und selig sterbe. Amen. 167⁴ Herzliebster Jesu II 62 Wielllich 1507, geistlich 1609 F— 22———— 2 s din in.. tirer f Herr, stär⸗ke mich, dein Lei-den zu be⸗ den⸗ken, mich .————.— .. TT D in das Meer der Lie⸗be zu ver⸗ sen⸗ken, die dich be⸗wog, von +—— 7—————— ————— Ze, S— al⸗ler Schuld des Bö⸗sen uns zu er-lö-sen. 2. Vereint mit Gott, ein Mensch gleich uns auf Erden und bis zum Tod am Kreuz gehorsam werden, an unsrer Statt gemartert und zerschlagen, die Sünde tragen: 3. welch wundervoll, hochheiliges Geschäfte! Sinn ich ihm nach, so zagen meine Kräfte, mein Herz erbebt; ich seh und ich empfinde den Fluch der Sünde. 4. Gott ist gerecht, ein Rächer alles Bösen; Gott ist die Lieb und läßt die Welt erlösen; dies kann mein Geist mit Schrecken und Entzücken am Kreuz erblicken. 5Es schlägt den Stolz und mein Verdienst darnieder, es stürzt mich tief und es erhebt mich wieder, lehrt mich mein Glück, macht mich aus Gottes Feinde zu Gottes Freunde. 6. O Herr, mein Heil, an dessen Blut ich glaube, ich liege hier vor dir gebückt im Staube, verliere mich mit dankendem Gemüte in deine Güte. 7. Laß deinen Geist mich stets, mein Heiland, lehren, dein göttlich Kreuz im Glauben zu verehren, daß ich getreu in dem Beruf der Liebe mich christlich übe. 8. Lockt böse Lust mein Herz mit ihrem Reize, so schrecke mich dein Wort, das Wort vom Kreuze, und werd ich matt im Laufe guter Werke, so sei mirs Stärke. 5⁰ Passion 63 9. Seh ich dein Kreuz den Klugen dieser Erden ein Argernis und eine Torheit werden, so seis doch mir trotz allen frechen Spottes die Weisheit Gottes. 10. Wenn endlich, Herr, mich meine Sünden kränken, so laß dein Kreuz mir wieder Ruhe schenken; dein Kreuz, es sei, wenn ich den Tod einst leide, mir Fried und Frende. Christian Fürchtegott Gellert 1715—1769 63 Johann Crüger 1640 E EE SSISSSSSS.— — Herz'lieb⸗ster Je-su, was hast du ver⸗-bro⸗chen, EE — daß man ein solch scharf Ur-teil hat ge⸗spro⸗chen? ——— 1334 5 8—.—— 2 — 1— I . bist du ge ra⸗ ten? 2. Du wirst gegeißelt und mit Dorn gekrönet, ins Angesicht geschlagen und verhöhnet, du wirst mit Essig und mit Gall getränket, ans Kreuz gehenket. 3. Was ist doch wohl die Ursach solcher Plagen? Ach, meine Sünden haben dich geschlagen. Ich, o Herr Jesu, habe dies verschuldet, was du erduldet. 4. Wie wunderbarlich ist doch diese Strafel Der gute Hirte leidet für die Schafe; die Schuld bezahlt der Herre, der Ge⸗ rechte, für seine Knechte. 5. Der Fromme stirbt, der recht und richtig wandelt; der Böse lebt, der wider Gott mißhandelt; der Mensch verwirkt den Tod und ist entgangen: du wirst gefangen. 6. O große Lieb, o Lieb ohn alle Maße, die dich gebracht auf diese Marterstraße! Ich lebte mit der Welt in Lust und Freuden, und du mußt leiden! 7. Ach großer König, groß zu allen Zeiten, wie kann ich gnugsam solche Treu ausbreiten? Kein Menschenherz vermag es auszudenken, was dir zu schenken. 8. Ich kanns mit meinen Sinnen nicht erreichen, womit doch dein Erbarmung zu vergleichen. Wie kann ich dir denn deine Liebestaten im Werk erstatten? 5¹ 64. 65 Passion 9. Doch ist noch etwas, das dir angenehme: wenn ich des Fleisches Lüste dämpf und zähme, daß sie aufs neu mein Herze nicht entzünden mit alten Sünden. 10. Weils aber nicht besteht in eignen Kräften, fest die Begierden an das Kreuz zu heften, so gib mir deinen Geist, der mich regiere, zum Guten führe. 11. Alsdann so werd ich deine Huld betrachten, aus Lieb zu dir die Welt für garnichts achten; bemühen werd ich mich, Herr, deinen Willen stets zu erfüllen. 12. Ich werde dir zu Ehren alles wagen, kein Kreuz nicht achten, keine Schmach noch Plagen, nichts von Verfolgung,. nichts von Todesschmerzen nehmen zu Herzen. 13. Dies alles, ob es gleich gering zu schätzen, wirst du es doch nicht gar beiseite setzen; in Gnaden wirst du dies von mir annehmen, mich nicht beschämen. 14. Wenn dort, Herr Jesu, wird vor deinem Throne auf meinem Haupte stehn die Hrenkrone. da will ich dir, wenn alles wird wohl klingen, Lob und Dank singen. Johann Heermann 1585—1647 Herr Jesu Christ du höchstes 64 15³⁷ e L 4 D.— EEEEEEE —7 dan ke dir für dei-nen Tod, Herr Je-⸗su, die du in dei⸗ner letz-ten Not emp ⸗-fandst in S S.. I. T und die Schmer⸗zen, 4 ö ö ů 4 er⸗ C deinem Her ⸗zen. Laß das Ver⸗dienst von dei⸗ner Pein UHl —.— 2 E SSDSDSS SE SE ein Lab⸗sal mei⸗ner See⸗le sein, wenn mir die Au⸗gen bre⸗chen. 2. Ich danke dir für deine Huld, die du mir hast erzeiget, da du bei Zahlung meiner Schuld dein Haupt zu mir genei⸗ get. Ach neig dich auch zu mir, mein Gott, wenn ich gerat in Todesnot, daß ich dein Gnade spüre! 3. Laß meine Seel in deiner Gunst aus ihrem Leibe scheiden, auf daß an mir nicht sei umsonst dein teuer wertes Leiden; nimm sie hinauf zur selben Frist, wo du, ihr liebster Jesus, bist, und laß mich ewig leben! Johann Scheffler 1624-1677 Christus der uns selig macht 65 Vorreformat., ev. 1531 EE ZSESSiSEIEEEEEEE *—— Je⸗su, dei⸗ne Pos⸗fiI⸗on will ich jetzt be⸗ den⸗ ken; Passion 66 5 H—+— H4 Ee— E I ITP 1 1 + 1 12 4 —— wol⸗lest mir vom Him⸗mels⸗thron Geist und An⸗dacht schen⸗ken. SPIDRIEEE In dem Bil⸗-de jetzt er⸗schein, Je⸗-su, mei-nem Her-⸗zen, wie du, un⸗ser Heil zu sein, lit⸗-test al⸗le Schmer⸗zen. 2. Meine Seele sehen mach deine Angst und Bande, deine Schläge, deine Schmach, deine Kreuzesschande, deine Geißel, Dornenkron, Speer⸗ und Nägelwunden, deinen Tod, o Gottessohn, deine Marterstunden. 3. Doch laß mich ja nicht allein deine Marter sehen, laß mich auch die Ursach fein und die Frucht verstehen. Ach, die Ursach war auch ich, ich und meine Sünde: diese hat gemartert dich, nicht das Volk, das blinde. 4. Jesu, lehr bedenken mich dies mit Buß und Reue; hilf, daß ich mit Sünde dich martre nicht aufs neue. Sollt ich dazu haben Lust und nicht wollen meiden, was du selber büßen mußt mit so großen Leiden? 5. Wenn mich meine Sünde will schrecken mit der Hölle: Jesu, mein Gewissen still, dich ins Mittel stelle. Dich und deine Passion laß mich gläubi fasten liebet mich der liebe Sohn, wie kann Gott mich hassen? 6. Gib auch, Jesu, daß ich gern dir das Kreuz nachtrage, daß ich Demut von dir lern und Geduld in Plage, daß ich dir geb Lieb um Lieb und dir Dank erweise, bis ich dich— o Herr, es gib— dort im Himmel preise. Sigmund von Birken 1626—1681 66 Darmstadt 1699 FU——..— H 21— — r SꝗSISSI‚I‚II..I..‚ e⸗su, dei⸗ne tie⸗fen Wun⸗den, dei ⸗ne Qual und ge⸗ben mir zu al⸗len Stun⸗den Trost in Leibs⸗ und bitt⸗rer Tod Lant miret. e Heien See⸗len⸗not. Fällt mir et · was Ar⸗ges ein, denk ich bald an dei⸗ne HI...e‚ 2 Pein, die ver⸗lei⸗det meinem Herzen, mit der Sünde je zu scherzen. 53 67 Passion 2. Will sich denn in Wollust weiden mein verderbtes Fleisch und Blut, so gedenk ich an dein Leiden: bald wird alles wieder gut. Setzet der Versucher mir heftig zu, halt ich ihm für deine Gnad und Gnadenzeichen, bald muß er von dannen weichen. 3. Will die Welt mein Herze führen auf die breite Sünden⸗ bahn, da nichts ist als Jubilieren, alsdann schau ich emsig an deiner Marter Zenknerlast, die du ausgestanden hast: so kann ich in Andacht bleiben, alle böse Lust vertreiben. 4. Ja, für alles, was mich kränket, geben deine Wunden Kraft; wenn mein Herz hinein sich senket, krieg ich neuen Lebenssaft. Deines Trostes Süßigkeit wendt in mir das bittre Leid, der du mir das Heil erworben, da du bist für mich gestorben. 5. Auf dich setz ich mein Vertrauen, du bist meine Zuversicht; dein Tod tilgt des Todes Grauen, daß er mich kann töten nicht. Daß ich an dir habe teil, bringet mir Trost, Schutz und Heil. Deine Gnade wird mir geben Auferstehung, Licht und Leben. 6. Hab ich dich in meinem Herzen, du Brunn aller Gütigkeit, so empfind ich keine Schmerzen auch im letzten Kampf und Streit. Ich verberge mich in dich, welch Feind kann verletzen mich! Wer sich birgt in deine Wunden, der hat glücklich überwunden. Johann Heermann 1585—1647 67 Wolfgang Weßnitzer 1661 IN 7 1 1———— 4.— 2 ——.—— e⸗ mei⸗nes Le⸗bens Le⸗ben, Je⸗su, mei⸗nes der du dich für mich ge⸗ge-ben in die tief-⸗ ste ———— EH Ceeeten nöt in das äu⸗ßer⸗ste Ver-der⸗ben, nur daß 60.5% aeree ee nennnn, —H———— 1——.— ich nicht möch-te ster-ben: tau⸗-send, tau⸗send⸗mal sei dir, . —— II lieb⸗ster Je⸗su, Dank da⸗für! 2. Du, ach du hast ausgestanden Lästerreden, Spott und Hohn, Speichel, Schläge, Strick und Banden, du gerechter Gottessohn, nur mich Armen zu erretten von den argen Sündenketten: tausend, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür! 5⁴ Passion 68 3. Wunden ließest du dir schlagen, ließest allen Frevel zu, um 0 heilen meine Plagen, um zu setzen mich in Ruh. Ach, du hast zu meinem Segen Wabier dich mit Fluch belegen: tausend, tausendmal sei dir, Dank dafür! 4. Man hat dich sehr hart verhöhnet, dich mit großem Schimpf belegt und mit Dornen dich gekrönet. Was hat dich dazu bewegt? Daß du möchtest mich ergötzen, mir die Ehrenkron aufsetzen: tausend, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür! 5. Du hast wollen sein geschlagen, zu befreien mich von Pein, fälschlich lassen dich anklagen, daß ich könnte sicher sein; daß ich möchte trostreich prangen, hast du sonder Trost gehangen: tausend, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür! 6. Du hast tief in Not gestecket, hast gelitten mit Geduld, gar den herben Tod geschmecket, um zu büßen meine Schuld. Daß ich würde losgezählet, hast du wollen sein gequälet: taufend, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür! 7. Deine Demut hat gebüßet meinen Stolz und Übermut, dein Tod meinen Tod versüßet: es kommt alles mir zugut. Dein Verspotten, dein Verspeien muß zu Ehren mir gedeihen: tausend, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür! 8. Nun, ich danke dir von Herzen, Jesu, für gesamte Not; für die Wunden, für die Schmerzen, für den herben, bittern Tod, für dein Zittern, für dein Zagen, für die tausend⸗ fachen Plagen, für dein Angst und tiefe Pein will ich iebster Jesu, ewig dankbar sein. Ernst Christoph Homburg 1605-1681 Die Tugend wird durchs Kreuz 68 Halle 1704 r=——— DSPSP SSPISIISSIIIII mir die Fei⸗er dei⸗ner Lei⸗den, o gro⸗ßer Sie leh⸗re mich die Sün-de mei⸗den und dir mein —..— EE DEEEE SSS E— Dul⸗der, hei⸗lig seinl dir, des⸗sen Blut für mich ge⸗flos⸗sen, gan-zes Le⸗ben weihn, — 1———— des Herz für mich noch ster⸗bend schlug, und der so ru⸗hig 7 , dree, E e n E und ent⸗schlos⸗sen auch mei⸗ner Sün⸗den Stra⸗fe trug. 5⁵ 69 Passion 2. Wie seid ihr mir so lieb und teuer, Gethsemane und Golgatha, ihr Stätten, wo die Welt die Feier der aller⸗ 21t un Liebe sah! Hier lern ich jede Tugend üben, in Not und Tod gelassen sein, hier stärkt mein Herz sich, Gott zu lieben und selbst dem Feinde zu verzeihn. 3. Drum in den stillsten meiner Stunden will ich nach deinem Kreuze sehn und dich, o Herr, für deine Wunden mit tiefgerührtem Dank erhöhn. O laß mich deine Huld ermessen, die noch kein Sterblicher gefaßt, und nie im Undank es vergessen, was du für mich gelitten hast. 4. Mir sollen diese Feierzeiten der größten Liebe heilig sein; ich will dich an dein Kreuz begleiten und alles, was dir mißfällt, scheun. Dein Leiden sei mein höchster Segen dein Tod mein seligster Gewinn; mein i Herz schlägt dir entgegen, weil ich durch dich errettet bin. 5, Bleibt mir zu allen Zeiten teuer, Gethsemane und Golgatha, ihr Stätten, wo die Welt die Feier der aller⸗ größten Liebe sah! Nach euch will ich voll Andacht schauen, wo mein Erlöser litt und starb, und nur allein auf den vertrauen, der mir die Seligkeit erwarb. Christoph Georg Ludwig Meister 1738—1811 Gottlob es geht nunmehr II 69 Bei Johann Sebastian Bach 1769 FH E=—— 727.— 7 +— 2— EI +— ..—— 32.—.—.., ein Je⸗sus stirbt, was soll ich le-⸗ben? Ach, sollt ich ihm den Geist nicht ge- ben, —.—.——————— EREEEEE.— Mein Haupt er⸗blaßt, wo bleibt sein Glied? 15 da jetzt sein Geist von dan-nen zieht? Ach ja, ich EEEEEE ster⸗be nun mit dir, mein Je⸗su, stirb du auch in mir. 2. Mein Jesus stirbt, die Augen brechen; ach nimm den letzten Blick von mir! Sein Mund verschmacht't, was soll ich sprechen? Mein letztes Wort ist Jesus hier. Ach Jesu, Jesu, laß mich nicht, wenn mir der Tod das Herze bricht. 3. Mein Jesus neigt sein Haupt zur Erden; Welt, gute Nacht, ich scheide mit:; muß er zum Grab getragen werden, was scheu ich denn den letzten Schritt? Ich küsse seinen blassen Mund, er stirbt, so sterb ich auch zür Stund. 4. Mein Jesus wird ins Grab versenket; o legt ihn in mein Herze hin. Und daß man immer dran gedenket, daß ich 56 Passion ö 70 mit ihm gestorben bin, so setzt mir diese Grabschrift bei, daß Jesu Tod auch mein Tod sei. Benjamin Schmolck 16721737 70 Urspr. weltl., Brüdergem. 1735 . O du Lie⸗be mei⸗ner Liebe, du er⸗ wünsch⸗te die du dich aus höch-stem Trie-be in das jam-mer⸗ —.——— 6 2— it 1 — D81e 215 dei⸗nes Lei-dens mir zu-gu⸗te als ein ES — Schlacht-schaf ein ge⸗stellt und be- zahlt mit dei- nem EE Blu⸗te al⸗le Mis⸗se⸗tat der Welt; 2. Liebe, die mit Schweiß und Tränen an dem Slberg sich betrübt: Liebe, die mit heißem Sehnen unaufhörlich fest geliebt, Liebe, die mit allem Willen Gottes Zorn und Eifer trägt; den sonst niemand konnte stillen, hat dein Sterben beigelegt; 3. Liebe, die mit starkem Herzen allen Spott und Hohn ehört, Liebe, die nicht Angst noch Schmerzen noch der senhe Tod versehrt, Liebe, die sich liebend zeiget, als sich Kraft und Atem endt, Liebe, die sich liebend neiget, als sich Leib und Seele trennt; 4. Liebe, die mit ihren Armen mich zuletzt umfangen wollt, Liebe, die aus Liebserbarmen mich zuletzt in höchster Huld ihrem Vater überlassen, die selbst schmachtend für mich bat, daß mich nicht sein Zorn konnt fassen, weil mich ihr Verdienst vertrat; 5. Liebe, die mit so viel Wunden gegen mich, als seine Braut, unauflöslich sich verbunden und auf ewig anver⸗ traut: Liebe, laß auch meine Schmerzen, dieses Lebens Jammerpein, in dem blutverwundten Herzen sanft in dir gestillet sein. 6. Liebe, die für mich gestorben und ein immerwährend Gut an dem Kreuzesholz erworben, ach, wie dank ich 57 7¹ ö Passion deinem Blut! Ach, wie dank ich deinen Wunden, todes⸗ 6. wunde Liebe du, wenn ich in den Leidensstunden süß in von deiner Seite ruh. Wen 7. Liebe, die sich tot gekränket und für mein erkaltet Herz alsd in ein kaltes Grab gesenket, ach, wie dank ich deinem 7. Schmerz!l Habe Dank, daß du gestorben, daß ich ewi woh leben kann, und der Seelen Heil erworben: nimm mich soll. Elisabeth von Senitz 1629—1679 Herzlich tut mich verlangen 7¹1 Weltlich 1601, geistlich 1613 O Haupt voll Blut und Wun⸗den, voll Schmerz und 225 o Haupt, zum Spott ge⸗bun⸗den mit ei ⸗ner und EE vol⸗ler Hohn, e r Da Dor⸗ nen ⸗kron, Haupt, sonst schön ge⸗zie⸗ ret mit fest höch-ster Ehr und Zier, jetzt a-ber hoch schimp-fie-ret: ge⸗ ö ů——— — 44—11— — grü⸗ßet seist du mir! 2. Du edles Angesichte, davor sonst schrickt und scheut 2 das große Weltgewichte, wie bist du so bespeit, wie bist du so erbleichetl Wer hat dein Augenlicht, dem sonst kein Le Licht mehr gleichet, so schändlich zugericht't? 3. Die Farbe deiner Wangen, der roten Lippen Pracht E ist hin und ganz vergangen; des blassen Todes Macht hat— alles hingenommen, hat alles hingerafft, und daher bist tu du kommen von deines Leibes Kraft.—.— 4. Nun, was du, Herr, erduldet, ist alles meine Last;— ich hab es selbst verschuldet, was du getragen hast. Schau 35553 her, hier steh ich Armer, der Zorn verdienet hat: gib mir, lick o mein Erbarmer, den Anblick deiner Gnad!—.— 5. Erkenne mich, mein Hüter, mein Hirte, nimm mich an! Von dir, Quell aller Güter, ist mir viel Guts getan; 5857 dein Mund hat mich gelabet mit Milch und süßer Kost, di dein Geist hat mich begabet mit mancher Himmelslust. 58 — — IIIl Passion 7³ 6. dih will hier bei dir stehen, verachte mich doch nicht; von dir will ich nicht gehen, wenn dir dein Herze bricht. Wenn dein Haupt wird erblassen im letzten Todesstoß, alsdann will ich dich fassen in meinen Arm und Schoß. 7. Es dient zu meinen Freuden und kommt mir herzlich wohl, wenn ich in deinem Leiden, mein Heil, mich finden soll. Ach, möcht ich, o mein Leben, an deinem Kreuze mirt mein Leeen von mir geben, wie wohl geschähe mir 8. Ich danke dir von Herzen, o Jesu, liebster Freund. für deines Todes Schmerzen, da dus so gut gemeint. Ach gib, daß ich mich halte zu dir und deiner Treu, und, wenn ich nun erfalte in dir mein Ende sei. 9. Wenn ich einmal soll scheiden, so o ii nicht von mir; wenn ich den Tod soll leiden, o tritt du dann herfür;? wenn mir am allerbängsten wird um das Herze sein, so reiß mich aus den Angsten kraft deiner Angst und Pein. 10. Erscheine mir zum Schilde, zum Trost in meinem Tod und laß mich sehn dein Bilde in deiner Kreuzesnot. Da will ich nach dir blicken, da will ich glaubensvoll dich fest an mein Herz drücken. Ver so stirbt, der stirbt wohl. Paul Gerhardt 1607—1676 Christus der uns selig macht 7² Vorreformat., ev. 1531 .SSSI.I.I.I O hilf, Chri⸗ste, Got⸗tes Sohn, durch dein bit⸗ter EE—— Lei⸗den, daß wir, dir stets un⸗ter⸗ tan, all Un⸗ *— 1 +—— SSPIPSPIPIPIPIIIIIIII..I.—3 tu⸗gend mei-den, dei⸗nen Tod und sein Ur⸗sach frucht⸗bar⸗ +— + 14— ᷑+ .—— 13 lich be⸗ den-ken, da-für, wie-wohl arm und schwach, ++—.—— +. — dir Dank⸗op⸗fer schen⸗ len. Michael Weiße 14 1534 59 Erfurt 1542 +* O Lamm Got⸗tes un-⸗schul⸗dig, am Stamm des all ⸗ zeit er⸗—. ⸗den ge-dul-dig, wie⸗-wohl du ——.— Kreu⸗zes ge⸗schlach-⸗ bet⸗ 5 wa ⸗rest ver⸗ ach all Sünd hast du ge⸗ SSSEEE Ra⸗ n sonst muz⸗ ⸗ten wir ver- za⸗-gen: er-barm dich I N TCLl 2 un⸗ ser, o Je⸗su, o Je⸗ sul 2. O Lamm Gottes unschuldig, am Stamm des Kreuzes geschlachtet, allzeit erfunden geduldig, wiewohl du warest verachtet; all Sünd hast du getragen, sonft müßten wir verzagen: erbarm dich unser, o Jesu, o Jesu! 3. O Lamm Gottes unschuldig, am Stamm des Kreuzes geschlachtet, al 11. erfunden geduldig, wiewohl du warest verachtet; Sünd hast du getragen, sonst. mnüßten wir verzagen: 90 uns dein'n Frieden, o Jesu, o Jesu! 1531 7⁴ Mainz 1628 —————— 1 DDDIDISee * O Trau⸗rig⸗keit, o Her ⸗ze-leid, ist — 22—.—5——.ne— das nicht zu be⸗kla-gen? Gott des Va⸗ters ei⸗nig Kind —— RI E wird ins Grab ge⸗tra- gen. 2. O große Not, der Herr ist tot! Am Kreuz ist er Vanerber hat Badurch das Himmelreich uns aus Lieb 4 9 2 O Menschenkind, nur deine Sünd hat dieses ange⸗ richtet da du durch die Missetat warest ganz vernichtet. 6⁰ — * F—F⁰ᷣe Passion 75 4. Dein Bräutigam, das Gotteslamm, liegt hier mit Blut beflossen, welches er ganz mildiglich hat für dich vergossen. 5. O süßer Mund, o Glaubensgrund, wie bist du so zerschlagen! Alles, was auf Erden lebt, muß dich ja beklagen. 6. O lieblich Bild. schön, zart und mild noch in den Todeswehen! Niemand soll dein rinnend Blut ohne Reu ansehen. 7. O selig ist zu jeder Frist,‚ der dieses recht bedenket, wie der Herr der Herrlichkeit wird ins Grab gesenket. 8. O Jesu, du mein Hilf und Ruh, ich bitte dich mit Tränen: Hilf, daß ich mich bis ins Grab nach dir möge sehnen. V. 1 1628, V. 2—8 Johann Rist 1607—1667 Nun ruhen alle Wälder 7⁵ Weltlich 1505, geistlich 1550 IIEE O Welt, sieh hier dein Le⸗ben am Stamm des Kreu⸗zes E—.—— H 4 1 schwe⸗ben! Dein Heil sinkt in den Tod. Der gro⸗ße I—— 111 4 4 —. 1———— 1——— Fürst der Eh⸗ren läßt wil⸗lig sich be- schwe⸗ren mit ———. 2.—— 22..—‚‚..‚.‚....... 1 Schlä⸗gen, Hohn und gro⸗ßem Spott. 2. Tritt her und schau mit Fleiße, wie er mit Todesschweiße und Blut ist überfüllt; aus seinem edlen Herzen vor unerschöpften Schmerzen ein Seufzer nach dem andern quillt. 3. Wer hat dich so geschlagen, mein Heil, und dich mit Plagen so übel zugericht't? Du bist ja nicht ein Sünder wie wir und unsre Kinder, von Abeltaten weißt du nicht. 4. Ich, ich und meine Sünden, die sich wie Körnlein finden des Sandes an dem Meer, die haben dir erreget das Elend, das dich schläget, und deiner Marter großes Heer. 5. Ich bins, ich sollte büßen an Händen und an Füßen debunden in der Höll; die Geißeln und die Banden und was du ausgestanden, das hat verdienet meine Seel. 6. Du nimmst auf deinen Rücken die Lasten, die mich drücken viel schwerer als ein Stein. Du wirst ein Fluch, dagegen verehrst du mir den Segen; dein Schmerzen muß mein Labsal sein. 6¹ 76 Passion 7. Du setzest dich zum Bürgen, ja lässest dich erwürgen für mich und meine Schuld. Mir lässest du dich krönen mit Dornen, die dich höhnen, und leidest alles mit Geduld. 8. Ich bin, mein Heil, verbunden all Augenblick und Stunden dir überhoch und sehr. Was Leib und Seel vermögen, das soll ich billig legen allzeit an deinen Dienst und Ehr. 9. Nun, ich kann nicht viel geben in diesem armen Leben; eins aber will ich tun: es soll dein Tod und Leiden, bis Leib und Seele scheiden, mir stets in meinem Herzen ruhn. 10., Ich wills vor Augen setzen,‚ mich stets daran ergötzen, ich sei auch, wo ich sei. Es soll mir sein ein Spiegel der Unschuld und ein Siegel der Lieb und unverfälschten Treu. 11. Ich will daraus studieren, wie ich mein Herz soll zieren mit stillem, sanftem Mut, und wie ich die soll lieben, die mich doch sehr betrüben mit Werken, so die Bosheit tut. 12. Wenn böse Zungen stechen, mir Glimpf und Namen brechen, so will ich zähmen mich. Das Unrecht will ich dulden, dem Nächsten seine Schulden verzeihen gern und williglich. 13. Ich will mich mit dir schlagen ans Kreuz und dem absagen, was meinem Fleisch gelüst't. Was deine Augen hassen, das will ich fliehn und lassen, soviel mir immer möglich ist. 14. Dein Seufzen und dein Stöhnen und die viel tau⸗ send Tränen, die dir geflossen zu, die sollen mich am Ende in deinen Schoß und Hände begleiten zu der ewgen Ruh. Paul Gerhardt 1607-1676 Jesus meine Zuversicht I 76 Berlin 1653 2. + +. 1 II 1 — + — —— ee⸗ le, geh auf Gol⸗ga⸗tha, setz dich un⸗ter und be-den-ke, was dich da für ein Trieb zur — 2 A ů.. B Bu⸗ 5e 4— Willst du un⸗emp⸗find⸗lich sein? .,.. O, so bist du mehr als Stein. 2. Schaue doch das Jammerbild zwischen Erd und Himmel hangen, wie das Blut mit Strömen quillt, daß ihm alle 6² Passion 77 Kraft Pergangen! Ach der übergroßen Not: es ist gar mein Jesus tot! 3. O Lamm Gottes ohne Schuld, alles das hatt ich ver— schuldet, und du hast aus großer Huld Pein und Not für mich erduldet. Daß ich nicht verloren bin, gibst du dich ans Kreuze hin. 4. Unbeflecktes Gotteslamm, ich verehre deine Liebe. Schaue von des Kreuzes Stamm, wie ich mich um dich betrübe. Dein zum Tod verwundet Herz bringt mir tausendfachen Schmerz. 5. Ich kann nimmer, nimmermehr diese Plagen dir ver⸗ gelten. Du verbindest mich zu sehr; schenkt ich dir gleich tausend Welten, ach, das wäre noch kein Dank nur für dei⸗ nen Gallentrank. 6. Nun, ich weiß noch was für dich: ich will dir mein Herze geben; dieses soll beständiglich unter deinem Kreuze leben. Wie du mein, so will ich dein lebend, leidend, sterbend sein. 7. Kreuzige mein Fleisch und Blut, lehre mich die Welt verschmähen; laß mich dich, du höchstes& Gut, immer vor den Augen sehen; führ in allem Kreuze mich wunderlich, nur seliglich. 8. Endlich laß mich meine Not auch geduldig überwinden. Nirgends sonst wird mich der Tod als in deinen Wunden finden; wer hier seine Ruhstatt macht, spricht zuletzt: Es ist vonbragt Benjamin Schmolck 1672—1737 Christus der uns selig macht 417 Vorreformat., ev. 1531 SISIPITITITITITITITITTITTIIITTITITITII + See⸗le, mach dich hei lig auf, Je sum zu be glet⸗ten 5 gen Je⸗ru⸗sa⸗lem hin⸗ auf. tritt ihm an die Sei⸗ten. In der ——.I E— 5 An⸗dacht folg ihm nach zu dem bit⸗ tern—5 den, .—— 1. 2 H.——————2 IIꝗSD..... bis du aus dem Un⸗ge⸗mach zu ihm wirst ab⸗schei⸗den. 2. Seele, siehe, Gottes Lamm gehet zu dem Leiden, deiner Seele Bräutigam, als zu Hochzeitsfreuden. Geht, ihr Töchter 63 78 Passion Zions, hin, Jesum zu empfangen; seht in seiner Krone ihn unter Dornen prangen. 3. Du ziehst als ein König ein, wirst dafür empfangen; aber Bande warten dein, dich damit zu fangen. Für die Ehre— Hohn und Spott wird man dir, Herr, geben, bis du durch den Kreuzestod schließen wirst dein Leben. 4. Das Kreuz ist der Königsthron, drauf man dich wird Feben dein Haupt mit der Dornenkron bis in Tod verletzen. Jesu, dein Reich auf der Welt ist in lauter Leiden: so ist es von dir bestellt bis zum letzten Scheiden. 5. Du wirst, Herr der Herrlichkeit, ja wohl müssen sterben, daß des Himmels Ewigkeit ich dadurch mög erben. Aber ach, wie herrlich glänzt deine Kron von ferne, die dein siegreich Haupt bekränzt schöner als die Sterne. 6. Liebster Jesu, nun Glück zu! Es muß dir gelingen; nach der stillen Sabbatruh wirst du Freude bringen. Tritt nur auf die Todesbahn; die gestreuten Palmen künden dir den Sieg schon an und die Osterpsalmen. 7. Laß mich diese Leidenszeit fruchtbarlich bedenken, voller Andacht, Reu und Leid mich darein versenken. Auch dein Leiden tröste mich bei so vielem Jammer, bis nach allem Leiden ich geh zur Ruhekammer. Abraham Klesel 1635—1702 Bin. klagt mit Angst 78 Johann Crüger 1640 — ä Sei mir tau⸗ send⸗-mal ge⸗ grü⸗ßet, der mich Je⸗su, der du selbst ge⸗bü ßet das, wo⸗ 4 2 je und je ge⸗licbt, ie f. mit ich 335 be⸗trübt! Ach, wie ist mir doch so wohl, . 4 E wenn ich knien und lie-gen soll an dem Kreu-ze, EE da du stir⸗ best und um mei⸗ne See⸗le wir⸗-best. 2. Ich betrachte alle Stunden deiner Leiden große Zahl, 53— deine heilgen Wunden, deine blutgen Nägelmal. O, wer kann doch, schönster Fürst, den so hoch nach uns ge⸗ dürst't, deinen Durst und Liebsverlangen völlig fassen und umfangen? 6⁴ 3. bin; Scha mir sich 6 4. hinei Duel Laß nieße Schat von sprich deine Leber umge 3. dein zugut 4. erweg ersch 5. liege, 6. er a Grab 7. und Passion 79 3. Heile mich, o Heil der Seelen, wo ich krank und traurig bin; nimm die Schmerzen, die mich quälen, und den ganzen Schaden hin, den mir Adams Fall gebracht und ich selber mir gemacht. Wird, o Arzt, dein Blut mich netzen, wird sich all mein Jammer setzen. 4. Schreibe deine blutgen Wunden mir, Herr, in das Herz hinein, daß sie mögen alle Stunden bei mir unvergessen sein. Du bist doch mein liebstes Gut, da mein ganzes Herze ruht. Laß mich hier zu deinen Füßen deiner Lieb und Gunst ge⸗ nießen. 5. Diese Füße will ich halten so fest, als ich immer kann! Schaue meiner Hände Falten und mich selber freundlich an von dem hohen Kreuzesbaum und gib meiner Bitte Raum, sprich: Laß all dein Trauern schwinden, ich, ich tilg all deine Sünden. Paul Gerhardt 1607—1676 O Traurigkeit o Herzeleid 79 Mainz 1628 Fr ri Bee,u. irr, En So ru⸗hest du, o mei⸗ne Ruh, in dei⸗ner Gra⸗bes⸗ SSSS..I höh⸗le und er⸗weckst durch dei-nen Tod mei⸗ne to⸗te See⸗le. 2. Man senkt dich ein nach vieler Pein, du meines Lebens Leben. Dich hat jetzt ein Felsengrab, Fels des Heils, umgeben. 3. Ach, bist du kalt, mein Hort und Halt! Das macht dein heißes Lieben, das dich in das kalte Grab mir zugut getrieben⸗ 4. O Lebensfürst, ich weiß, du wirst mich wieder auf⸗ erwecken; sollte denn mein gläubig Herz vor der Gruft erschrecken? 5. Sie wird mir sein ein Kämmerlein, da ich auf Rosen liege, weil ich nun durch deinen Tod Tod und Grab besiege. 6. Gar nichts verdirbt, der Leib nur stirbt, doch wird er auferstehen und in ganz verklärter Zier aus dem Grabe gehen. 7. Indes will ich, mein Jesu, dich in meine Seele senken und an deinen bittern Tod bis zum Tod gedenken. Salomo Franck 1659—1725 Schlesisches Provinzial⸗Gesangbuch 5 65 Passion 80 ursyr. weltlich, geistlich 1591 * + + + I.——— +4 Wio mei⸗ne Sünd mich krän⸗ken, o mein Herr Fe⸗ su E — mich—— be⸗den⸗ken, wie du— n und al⸗le mei⸗ne Schul⸗den⸗last am Stamm des heil⸗gen = +. 1—————— aen Kreu-zes auf dich ge-nom⸗men hast. uns 2. O Wunder ohne Maßen, wer es betrachtet recht: es u — fel martern lassen der Herr für seinen Knecht, es hat ver 1 sich elbst der wahre Gott für mich verlornen Menschen ge. wir geben in den Tod. 3. Was kann mir denn nun schaden der Sünden große Zahl? Ich bin bei Gott in Gnaden; die Schuld ist allzumal be⸗ aahlt durch Christi teures Blut, daß ich nicht mehr darf fürchten der Hölle Qual und Glut. 4. Drum Pen ich dir von Herzen jetzt und mein Leben lan für solche Pein und Schmerzen, o Jesu, Lob und Dank, ür deine Not und Angstgeschrei, für dein unschuldig Sterben, 45 für deine Lieb und Treu. 5. Herr, laß dein bitter Leiden mich reizen für und für, mit allem Ernst zu meiden die sündliche Begier, daß mir wae nie komme aus dem Sinn, wieviel es dich gekostet, daß 5 erlöset bin. 6. Mein Kreuz und meine Plagen, sollts auch sein Schmach und Spott, ilf mir geduldig diese 3 Gib, o mein Herr Wo und Gott, daß ich verleugne diese Welt und treu dem E Vorbild folge, das du mir vorgestellt. 7. Laß mich an andern üben, was du an mir getan, krer und meinen Nächsten lieben, gern dienen In mir er ohn Eigennutz und Heuchelschein und, wie du mir erwiesen, 2. aus reiner Lieb allein. den 8. Laß endlich deine Wunden mich trösten kräftiglich ber in meinen letzten Stunden und des versichern mich, weil er ich auf dein Verdienst nur trau, du werdest mich annehmen. 3. daß ich dich ewig schau. Justus Gesenius 1601—1673 m6 mi O Jesu Christ meins Lebens 81 Leipzig 1625 EHA eit EEEEEEEE Wir dan ⸗ken dir, Herr Jesu Christ, daß du für 66 Passion 82 — E.— 1—.*ꝗ SIII... ——1 E————— uns ge⸗stor⸗ben bist und hast uns durch dein teu⸗res Blut IEISS 22.————.— ge-macht vor Gott ge-recht und gut. 2. Wir bitten, wahrer Mensch und Gott, durch deine heilgen Wunden rot, erlös uns von dem ewgen Tod und tröst uns in der letzten Not. 3. Behüt uns auch vor Sünd und Schand, und reich uns dein allmächtge Hand, daß wir im Kreuz geduldig sein, uns trösten deiner schweren Pein 4. und icht. draus die Zuversicht, daß du uns wirst verlassen nicht, sondern ganz treulich bei uns stehn, bis wir durchs Kreuz ins Leben gehn. Christoph Fischer 4 1600 82 Joh. Balth. Reimann 17⁴⁷ —— 1——— H—— —*— Wollt ihr wis⸗sen, was mein Preis? Wollt ihr ler⸗nen, ——.—— 4—— H1 ——— was ich weiß? Wollt ihr sehn mein Ei⸗ gen⸗ tum? ——.E‚Ie E.—.— Wollt ihr hö⸗ren, was mein Ruhm? Je⸗sus, der Ge⸗ 12.— 4+.—— ‚(— WCʃ–=— N e dnierr — +— kreu⸗zig⸗tez Je⸗sus, der Ge⸗ kreu⸗zig⸗te! 2. Wer ist meines Glaubens Grund? Wer stärkt und erweckt den Mund? Wer trägt meine Straf und Schuld? Wer her mir des Vaters Huld? Jesus, der Gekreuzigte; Jesus, er Gekreuzigte! 3. Wer ist meines Lebens Kraft? Wer ist meines Geistes Saft? Wer macht fromm mich und gerecht? Wer macht mich zu Gottes Knecht? Jesus, der Gekreuzigte; Jesus, der Gekreuzigte! 4. Wer meines Leidens Trost? Wer schützt, wenn der eind erbost? Wer erquickt mein mattes Herz? Wer ver⸗ indet meinen Schmerz? Jesus, der Gekreuzigtée; Jesus, der Gekreuzigte! 6² eeeeeeeeeeFeeeeee/ —— 83 Ostern 5. Wer ist meines Todes Tod? Wer hilft in der letzten Not? Wer versetzt mich in sein Reich? Wer macht mich den Engeln gleich? Jesus, der Gekreuzigte; Jesus, der Gekreuzigte! 6. Und so wißt ihr, was ich weiß; ihr wißt meinen Zweck und Preis; glaubt, lebt, duldet, sterbet dem, der uns Gott macht angenehm: Jesu, dem Gekreuzigten; Jesu, dem Gekreuzigten! Johann Christoph Schwedler 1672—1730 6. Ostern 7 2 = E — * 10 83 Johann Crüger 1647 ———...— 1 22—— . An auf, mein Herz, mit Freu⸗den nimm wahr, was Wie kommt nach gro⸗ßem Lei-den nun ein so, heut ge⸗-schicht. ö 12 gro⸗ßes Lichti Mein Hei-land war ge-legt da, wo man +——.— S SSPSSISSSISSSISSI * uns hin⸗trägt, wenn von uns un ⸗ser Geist gen IUlUF:— Eiiiii — I E + 1 II I Him-mel ist ge⸗reist. 2. Er war ins Grab gesenket, der Feind trieb groß Geschrei; eh ers vermeint und denket, ist Christus wieder frei und ruft Viktoria,‚ schwingt fröhlich hie und da sein Fähnlein als ein Held, der Feld und Mut behält. 68 mich Sünd 6. nach Eset mein Ostern 84 No 3. Das ist mir anzuschauen ein rechtes Freudenspiel. Nun igeln joll mir nicht mehr grauen vor allem, was mir will ent⸗ e! nehmen meinen Mut zusamt dem edlen Gut, so mir durch zweck Jesum Christ aus Lieb erworben ist. Gott 4. Die Welt ist mir ein Lachen mit ihrem großen Zorn; dem sie zürnt und kann nichts machen, all Arbeit ist verlorn. 1730 Die Trübsal trübt mir nicht mein Herz und Angesicht, das 4. ist mein Glück, die Nacht mein Sonnenblick. Ich hang und bleib auch hangen an Christo als t. Glied; wo er hindurchgegangen, nimmt er, mein Haupt, mich mit. Er reißet durch den Tod‚, durch Welt, Zurch Sünd und Not, er reißet durch die Höll: ich bin stets sein Gesell. 6. Er dringt zum Saal der Ehren, ich folg ihm immer nach und darf mich gar nicht kehren an Not und Ungemach. Es tobe, was da kann, mein Haupt nimmt mein sich an, mein Heiland ist mein Schild, der alles Toben stillt. 7. Er bringt mich an die Pforten, die in den Himmel führt, daran mit güldnen Worten der Spruch gelesen wird: Wer dort wird mit verhöhnt, wird hier auch mit gekrönt; wer dort mit sterben geht, wird hier auch mit erhöht. Paul Gerhardt 1607—1676 84 Um 1200, ev. 1535 — Ky⸗ri⸗e⸗leis. 2. Wär 0 stan⸗den, so wär die Welt ver⸗ + + HH 1 an EI SSSS.... gan⸗gen. Seit daß er c⸗ stan⸗den ist, lobn wir den Va⸗ter Wrninn a. — 5 5 lu⸗ja, Hal ⸗le⸗-jal des solln wir al⸗ Ie froh sein, rei; 2— 3— 5 E 22——.* Christ will un⸗ser Trost sein. Ky⸗ri⸗e⸗ leis. um 1200 69 85. 86 Ostern 85 Wittenberg 1524 2 W..— 222 + Coritt lag in To⸗-des⸗-ban⸗den, für un⸗sre Sünd ge⸗ der ist wie⸗der er⸗stan-den und hat uns bracht das +———— + + 4 + E 7 + +— 1 + SE. Letben; des wir sol⸗len fröh⸗ lich sein, Gott lo⸗ben und ihm 0. ——ẽ— dank⸗bar sein und sin⸗gen: Hal⸗le⸗lu⸗ja, Hal⸗ le ⸗lu⸗jal 2. Den Tod niemand zwingen konnt bei allen Menschen⸗ kindern; das macht alles unsre Sünd, kein Unschuld war zu finden. Davon kam der Tod so balb und nahm sich über uns Gewalt, hielt uns in sein'm Reich gfangen. Hallelujal 3. Christ, unser 1 18& Gottes Sohn, an 1196 Statt ist kommen und hat die Sünde abgetan, damit dem Tod ge⸗ nommen all sein Recht und sein Gewalt; da bleibet nichts denn Todsgestalt, den Stachl hat er verloren. Hallelujal 4. Es war ein wunderlicher Krieg, da Tod und Leben rungen; das Leben, das behielt den Sieg, es hat den Tod verschlungen. Die Schrift hat verkündet das, wie da ein Tod den aͤndern fraß; ein Spott der Tod ist worden. Hallelujal 5. Hier ist das rechte Osterlamm, davon Gott hat geboten, das ist für uns ans Kreuzes Stamm in heißer Lieb gestorben. Des Blut zeichnet unsre Tür, das hält der Glaub dem Tode für; nicht rührn kann uns der Würger. Halleluja! 6. So feiern wir das hohe Fest mit Herzensfreud und Wonne, das uns der Herr erscheinen läßt; er selber ist die Sonne, der durch seiner Gnaden Glanz erleuchtet unsre Herzen ganz; der Sünd Nacht ist vergangen. Halleluja! Martin Luther 1483-1546 Nun freut euch lieben Christen 86 Wittenberg 1524 1— 1———— 5) er Höl⸗len Pfor⸗ten sind berheem der Tod ist des Sa⸗tans Reich ist ganz ver-heert; Lob sei dir, . nun ver⸗schlun⸗gen, tan I e⸗ Gott, ge⸗sun⸗gen. Des Sa⸗tans Macht ist ab⸗ge⸗tan, durch Ostern 87 ....—4, 6 14N IH an wirrnnr—. Christum ist die Him-mels⸗bahn uns wie⸗der auf⸗ge⸗schlos⸗sen. 2. Was uns des ersten Adams Schuld im Paradies ver⸗ loren, das und noch mehr hat Christi Huld uns wiederum erkoren. Der starke Held aus Davids Stamm hat seines Vaters Zornesflamm gelöscht mit seinem Blute. 3. Heut ist er aus dem Grab herfür mit großer Macht ge⸗ brochen und wirft jetzt auf des Heils Panier, gleichwie er hat versprochen; er bringt nach wohlgeführtem Streit uns wieder Fried und Freudigkeit, ja alle Himmelsschätze. 4. Drum lasset uns in Fröhlichkeit Herz und Gemüt er⸗ heben, weil uns ist diese Gnadenzeit vom Himmel wieder⸗ geben. Wir haben Christi Reich und Macht; er ist hin⸗ 5. Wir werden auch nach dieser Zeit wie Christus auf⸗ erstehen und mit ihm in die Herrlichkeit und Himmels⸗ freud eingehen; denn wo das Haupt geblieben ist, da müssen, wie verheißen ist, die andern Glieder wohnen. Michael Schirmer 1606—1673 87 Nikolaus Herman 1560 EH 2—— 4— S.SISISII..... III W— I J LII + 1 + Er ⸗schie⸗ nen ist der herr-lich Tag, dran nie⸗mand — 1 I 1 H 1 sich gnug freu⸗en mag: Christ, un⸗ser Herr, heut tri- um⸗ xn re, ——— 1— Ee I 1— 5 — ö phiert, all sein Feind er ge⸗fan⸗gen führt. Hal⸗le⸗lu⸗a. 2. Die alte Schlange, Sünd und Tod, die Höll, all Jam⸗ mer, Angst und Not hat überwunden Jesus Christ, der heut vom Tod erstanden ist. Halleluja. 3. Den Raub der Tod mußt geben her, das Leben siegt und ward sein Herr: zerstört ist nun des Todes Macht, Christ hat das Leben wiederbracht. Halleluja. 4. Die Sonn, die Erd, all Kreatur, all, was betrübet war uvor, das freut sich heut an diesem Tag, da der Welt⸗ ürst darnieder lag. Halleluja. 5. Drum wir auch billig fröhlich 1 singen das Halle⸗ lusa fein und loben dich, Herr Jesu Christ; zu Trost du uns erstanden bist. Hallelufa. Nikolaus Herman 7 1561 7¹ 88. 89 Erschienen ist der herrlich Tag 88 Nikolaus Herman 1560 7 12— 1 — —— E E Früh⸗mor⸗gens, da die Sonn auf⸗-geht, mein Hei⸗land Ef D—R—— 1— . Chri⸗stus auf⸗er⸗steht; ver⸗trie⸗ben ist der Sün⸗den I 1l + + I I I— + I II .. — Nächt, Licht, Heil und Le-ben wie-der⸗bracht. Hal-le-lu⸗ja. 2. Wenn ich des Nachts oft lieg in Not verschlossen, gleich als wär ich tot, läßt du mir früh die Gnadensonn auf⸗ gehn, nach Trauern Freud und Wonn. Halleluja. 3. Nicht mehr als nur drei Tage lang mein Heiland bleibt in Todeszwang, am dritten Tag durchs Grab er dringt, die Siegesfahn mit Ehren schwingt. Halleluja. 4. Jetzt ist der Tag, da mich die Welt mit Schmach am Kreuz gefangen hält! drauf folgt der Sabbat in dem Grab, darin ich Ruh und Frieden hab. Halleluja. 5. In kurzem wach ich fröhlich auf, mein Ostertag ist schon im Lauf, ich wach auf durch des Herren Stimm, ver⸗ acht den Tod mit seinem Grimm. Halleluja. 6. O Wunder groß, o starker Held! Wo ist ein Feind, den er nicht fällt? Kein Angststein liegt so schwer auf mir, er wälzt ihn von des Herzens Tür. Halleluja. 7. Lebt Christus, was bin ich betrübt? Ich weiß, daß er mich herzlich liebt. Wenn mir gleich alle Welt stürb ab, gnug, daß ich Christum bei mir hab. Halleluja. 8. Er nährt, er schützt, er tröstet mich; sterb ich, so nimmt er mich zu sich“—wo er jetzt lebt, da muß ich hin, weil seines Leibes Glied ich bin. Halleluja. 9. Für diesen Trost, o großer Held, Herr Jesu, dankt dir alle Welt. Dort wollen wir mit größerm Fleiß erheben deinen Ruhm und Preis. Halleluja. Johann Heermann 1585—1647 Wachet auf ruft uns 89 Frankfurt a. M. 1599 *— EEE 2— — al ⸗le⸗lu ⸗ja, jauchzt, ihr Chö⸗re, singt Je⸗-su Er, der Held, zer-riß die Ban⸗den des To⸗-des 1 AI..— En + + I + II 1* + 3—..—.—— 2—— 4———— Chri⸗sto Loh und Eh⸗rel Wie groß, wie hei⸗lig ist sein Tagl und ist auf ⸗er⸗stan⸗den, er, der für uns im Gra⸗be lag. „IIHID Sssr E = Ostern 90 Sein ist Ge⸗walt und Macht. Preis ihm, er hats voll⸗ 1 I .— SDSDDDEEEE EE——.— braͤcht! Hal⸗le⸗lu⸗jal Er hats voll⸗bracht, er, der die Macht — + II +— I I 25. des To-des und des Gra⸗bes hat. 2. Glorreich hat der Held gerungen, hat mächtig Satans Reich bezwungen, von Todesketten uns befreit. Wir von Gott gefallne Sünder sind nun mit ihm versöhnt, sind Kinder und Erben seiner Seligkeit. Bald, bald entschlafen wir, ent⸗ schlafen, Christe, dir, ruhn in Frieden die kurze Nacht, 1— deine Macht den Tag der Ewigkeiten ruft. 3. Unsern Staub mag Staub bedecken, du wirst ihn herrlich auferwecken, der du des Staubes Schöpfer bist. Du wirst unvergänglich Leben und Kraft und Herrlichteit ihm geben, dem Staube, der dir teuer ist. Wir werden ewig dein, gerecht und selig sein, Ha alleluja! Tod und Gericht erschreckt uns nicht, denn Jesus, unser Mittler, lebt. 4. Tag des Lebens, Tag der Wonne! Wie wird uns sein wenn Gottes Sonne durch unsers Grabes Dunkel bricht! O, was werden wir empfinden, wenn Nacht und Finsternis verschwinden und uns umsträahlt das Himmelslichti Voll⸗ ender, führe du uns diesem Tage zu, uns, die Deinen. Die Todesbahn gingst du voran; wir folgen dir in deine Ruh. Gottfried Benedikt Funk 1734—1814 — Jesus meine Zuversicht—⁰ Berlin 1653 al ⸗le ⸗ lu-sal Fe⸗sus lebtl Tod und Teu ⸗fel in und Er⸗de bebt, da der Held hin⸗ +— .....—— sind be⸗zwun⸗gen; ga⸗ durch⸗ge⸗- drun ⸗ gen. Geht nicht mehr nach Gol⸗ga⸗tha, V. Fe I +.——— 2.2. I— Fe sus lebt, Hal⸗ le⸗M⸗ n. 2. Halleluja! seht das Grab, 118 ihr seinen Tod beweinet. Trocknet eure Tränen ab, weil die helle Sonne scheinet. La Heiland ist nicht da, Jesus lebt, Halleluja. 3. Halleluja! suchet nicht den Lebendgen bei den Toten, glaubet aber dem Bericht der verklärten Osterboten. Diese wissen, was geschah: Jesus lebt, Halleluja. Schlesisches Provinzial⸗Gesangbuch 6 73 91. 92 Ostern 4. Hallelufa! dieses Wort soll mich wiederum beleben. Kann ich gleich nicht an den Ort seines Grabes mich begeben, gnug, daß es mein Glaube sah: Jesus lebt, Halleluja. 5. Hallelujal er wird mir Leben in dem Tode geben. Also sterb ich freudig hier, Christi Tod ist nun mein Leben. Nur getrost, ich glaube ja: Jesus lebt, Halleluja. Benjamin Schmolck 1672—1737 9¹ 1601 d.. 2— 4——— Heut tri⸗um⸗phie⸗ret Got⸗-tes Sohn, der vom Tod —.——. E.— E ist er⸗stan⸗den schon, Hal-le-lu⸗-ja, Hal⸗le-lu-ja, . E H——8 E— mit gro⸗ßer Pracht und Herr-lich-keit, des dan-ken wir in P + H 6 1 HI E E 2 E—.—— EEEH E⸗wig⸗keit. Hal⸗le⸗-lu⸗ja, Hal⸗le⸗lu⸗ja! 2. Dem Feufel hat er seine Macht zerstört und ihn zu Fall gebracht, Halleluja, Halleluja, wie pflegt zu tun ein farker Held, der seinen Feind gewaltig fällt. Halleluja, Halleluja! 3. O süßer Herre Jesu Christ, der du der Sünder Heiland bist, Halleluja, Hallelujsa, führ uns durch dein Barmherzigkeit mit Freuden in dein Herrlichkeit! Halleluja, Halleluja! 4. Dafür wir danken allzugleich und sehnen uns ins Himmelreich, Halleluja, Halleluja! Es ist am End, Gott helf uns all, so singen wir mit großem Schall: Halleluja, Halleluja! 5. Gott Vater in dem höchsten Thron samt seinem ein⸗ gebornen Sohn, Halleluja, Halleluja, dem heilgen Geist in gleicher Weis in Ewigkeit sei Lob und Preis! 2—— Halleluja! 1591 Valet will ich dir geben 92 Leipzig 1615 1272— SISISIII.I.I.TT..I.I.ITIT.T T T —————— + 1 2 ch geh zu dei⸗ nem Gra⸗be, du gro⸗ßer O ⸗ster⸗ weil ich die Hoff⸗nung ha⸗-be, daß du mir zei⸗ gen n. Ostern 93 EEEE fürst, wie man kann fröhzlich ster⸗ben und fröh⸗lich auf'er⸗ wirst, EE—————— ISEEEEEEEEE.— stehn, auch mit den Him-mels-er⸗ben ins Land des Le⸗bens gehn. 2. Du liegest in der Erde und hast sie eingeweiht, wenn ich begraben werde, daß sich mein Herz nicht scheut, auch in den Staub zu legen, was Asch' und Staub vermehrt, weil dir doch allerwegen die Erde zugehört. 3. Du ruhest in dem Grabe, daß ich auch meine Ruh an diesem Orte habe; du drückst die Augen zu, so soll mir gar nicht grauen, wenn mein Gesicht vergeht; ich werde den wohl schauen, der mir zur Seite steht. 4. Dein Grab war wohl versiegelt, doch brichst du es ent⸗ wei; wenn mich der Tod verriegelt, so bin ich dennoch frei. u wirst den Stein schon rücken, der auch mein Grab bedeckt, da werd ich den erblicken, der mich vom Tode weckt. 5. Du führest in die Höhe und zeigest mir die Bahn, wo⸗ hin ich endlich gehe, da ich dich finden kann. Dort ist es sicher wohnen, wo lauter Glanz um dich; da warten lauter Kronen in deiner Hand auf mich. 6, O meines Lebens Leben, o meines Todes Tod, ich will mich dir ergeben in meiner letzten Not. Ich will mein Bette machen in deine liebe Gruft, da werd ich schon erwachen, wenn deine Stimme ruft. 7. Du wirst den Slberg zeigen, wo man gen Himmel fährt, da will ich fröhlich steigen, bis daß ich eingekehrt' in Salems Cicgerreiser: da heißts: Halleluja! Da trägt man iegesreiser; ach, wär ich nur schon dal Benjamin Schmolck 1672-1737 Jesus meine Zuversicht 1 93 Berlin 1653 IISSEE IEEEE e⸗ sus lebt, mit ihm auch ich! Tod, wo sind nun Er, er lebt und wird auch mich von den To⸗ten ——.———— + dei ne Schrek⸗ ken? flai auf⸗er ⸗wek⸗ ken. Er ver⸗klärt mich in sein Licht, —.— 1 I + 1 I + + I 24—7 22½%½% I dies ist mei- ne Zu⸗ver⸗sicht. 7⁵ 9⁴4 Ostern mit ihm werd auch ich zugleich 3. Jesus lebt! wer nun verzagt, 2. Jesus lebt! ihm ist das Reich über alle Welt gegeben; ewig herrschen, ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht, dies ist meine Zuversicht. lästert ihn und Gottes Ehre; Gnade hat er zugesagt, verstößt in Christo nicht, daß der Sünder sich bekehre. Gott dies ist meine Zuversicht. 4. Jesus lebt! sein Heil ist mein, sein sei auch mein ganzes Leben; reines Herzens will ich sein und den Lüsten wider⸗ streben. Er verläßt den Schwachen nicht, dies ist meine Zuversicht. 5. Jesus lebt! ich bin gewiß, nichts soll mich von Jesu Leteen keine Macht der Finsternis, keine Herrlichkeit, kein eiden. Er gibt Kraft zu dieser Pflicht, dies ist meine Zuversicht. 6. Jesus lebt! nun ist der Tod mir der Eingang in das Leben. Welchen Trost in Todesnot wird es meiner Seele geben, wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht! Christian Fürchtegott Gellert 1715—1769 9⁴4 Berlin 1653 E 4— 1 — EEEE.. —— SSSS... e ⸗ sus, mei⸗ne Zu⸗ ver⸗sicht und mein Hei⸗land, die⸗ses weiß ichz sollt ich nicht dar⸗ um mich zu⸗ H—— IIE + X CX I — fae⸗den 98 Wen was die lan—ge To⸗des-nacht P....I.....I.I.....I 1.— I — mir auch für Ge⸗dan⸗ken macht? 2. Jesus, er, mein Heiland, lebt! ich werd auch das Leben schauen, sein, wo mein Erlöser schwebt; warum sollte mir denn grauen? Lässet auch ein Haupt sein Glied, welches ö es nicht nach sich zieht? 6 3. Ich bin durch der rde Slaud Band zu genau mit ihm verbunden; meine starke Glaubenshand wird in ihn gelegt befunden, daß mich auch kein Todesbann ewig von ihm trennen kann. 4. Ich bin Fleisch und muß daher auch einmal zu Asche werden, das gesteh ich,—015 wird er mich erwecken aus ant 210. daß ich in der Herrlichkeit um ihn sein mög allezeit. 76 Ostern 9⁵5 5. Dann wird mich, von Gott erbaut, ein verklärter Leib Impeve Gott wird werden angeschnüt dann von mir in ewialich. ben, und in diesem Leib werd ich Jesum sehen ewiglich 6. Dieser meiner Augen Licht wird ihn, meinen Heiland, kennen; ich, ich selbst, ein Fremder nicht,P werd in seiner Liebe brennen; nur die Schwachheit um und an wird von mir sein abgetan. 7. Was 6n kranket, seufzt und fleht, wird dort frisch und herrlich gehen. Irdisch werd ich ausgesät, himmlisch werd ich auherstehen Hier geh ich natürlich ein, dort, da werd ich geistlich sein. 8. Seid getrost und hocherfreut! Jesus trägt euch, meine Glieder. Gebt nicht statt der Traurigkeit; sterbt ihr, Christus ruft euch wieder, wenn die letzt Posaun erklingt, die aurch durch die Gräber dringt. 9. Lacht der finstern Erdenkluft, lacht des Todes und der Höllen; denn ihr sollt euch aus der Gruft eurem Hei⸗ land zugesellen. Dann wird Schwachheit und Verdruß lie⸗ gen unter eurem Fuß. 10. Nur daß ihr den Geist erhebt von den Lüsten dieser Erden und euch dem schon jetzt ergebt, dem ihr beigefügt sollt werden. Schickt das Herze da hinein, wo ihr ewig wünscht zu sein. 16⁵53 Sollt ich meinem Gott 9⁵ Johann Schop 1641 ———— + [EE—— — 2., ,,. 2 Lu„set uns den Her⸗ren prei⸗sen, o ihr kom⸗met, daß wir Dank er⸗-wei⸗sen un⸗serm 2—— 12—.———.—— H Z,.. Chri⸗sten, ü⸗ ber⸗ Gott mit—— n Er ist frei von To⸗des⸗ban⸗den, — F—— Sim⸗son, der vom Him⸗mel Hmeinen don au der Low aus SSIAI EI IH 1 5. Ju⸗das 565555 Chri⸗stus Je⸗sus, ist er⸗stan⸗den. Nun ist — E, hin der lan⸗ge Streit; freu⸗e dich, o Chri⸗ sten ⸗heit! 7⁷ + 1 96 Ostern 2. Tod, wo sind nun deine Waffen? Hölle, wo ist dein Triumph? Satan konnte gar nichts schaffen, seine Pfeile wurden stumpf. Christus ist sein Gift gewesen; er, der Ment Gottesheld, hat ihm seinen Trotz gefällt, und wir enschen sind genesen nur durch seinen tapfern Streit; freue dich, o Christenheit! 3. Gib, Herr Jesu, deine Gnade, daß wir stets mit Reue sehn, wie so groß sei unser Schade, und wir mit dir auf⸗ erstehn. Brich hervor in unsern Herzen, überwinde Sünde, Tod, Teufel, Welt und Höllennot; dämpf in uns Furcht, Angst und Schmerzen samt der Seele Traurigkeit. Freue dich, o Christenheitl 4. Meinen Leib wird man Lanen ha aber gleichwohl ewig nicht. Bald werd ich das Leben haben, wenn das letzte Weltgericht alle Gräber wird aufdecken, und der Engel Feldgeschrei zeigen, was vorhanden sei; dann wird mich mein Gott aufwecken und beschließen all mein Leid. Freue dich, o Christenheit! 5. Alsdann werden meine Glieder, die jetzt Staub und Asche sein, unverweslich leben wieder und erlangen solchen Schein, dessengleichen auf der Erden nimmermehr zu finden ist. Ja, mein Leib, Herr Jesu Christ, soll dem deinen ähnlich werden voller Prachk und Herrlichkeit. Freue dich, o Christenheit! Johann Rist 1607—1667 O daß ich tausend Zungen 1 96 Frankfurt a. M. 1738 6——— 2.—— Ex Mein Je-⸗sus lebt! was soll ich ster-ben? Hier steht mein so muß ich ja das Le⸗ben er-ben, weil Not und +— I— EiiieEiie Haupt und tri⸗ um ⸗phiert; ů Wod die Macht Pirzliert Weg, Trau⸗rig⸗keit, komm, 6——5.jñ——.—— 5 Freu⸗de, her! Mein Je-sus lebt, das Grab ist leer. 2. Mein Jesus siegt, drum liegt zu Füßen, was mir das Leben rauben kann: der Tod muß nun die Erde küssen, der böse Feind wird untertan. Der Hölle Abgrund selber bebt, denn überall schallts: Jesus lebt. „3. Mein Jesus lebt, das Grab ist offen, so geh ich freudi in die Gruff„Hier kann ich auch im Tode hoten, f6 daß mich sein Wort ins Leben ruft. Wie süß erschallt die Stimme hier: Ich leb, und ihr lebt auch in mir. Ostern 4. Mein Jesus bleibt also mein Leben, er lebt in meinem Herzen hier; und soll ich ihm das Leben geben, kommt mir mein Tod nicht schrecklich für, weil er mich in den Himmel hebt, so wahr als Fesus ist und lebt. Benjamin Schmolck 1672—1737 Es ist gewißlich an der Zeit 97 Wittenberg 1535 O Lod, wo ist dein Sta⸗chel nun? Wo ist dein Was kann uns jetzt der Teu-fel tun, wie grau-sam DD. — 817 Ser sich gel⸗ler Gott sei ge⸗dankt, der uns den Sieg so DIiEEEE herr⸗lich hat nach die⸗-sem Krieg durch Je⸗sum Christ ge-ge-ben. 2. Lebendig bricht de kommt herfür; die Feind nimmt er gefangen, zerbricht der Höllen Schloß und Tür, trägt weg den Raub mit Prangen. Nichts ist, das in dem Sieges⸗ lauf den starken Held kann halten auf: er ist der Uberwinder. 3. Des Herren Rechte, die behält den Sieg und ist er⸗ fichet. des Herren Rechte mächtig fällt, was ihr entgegen— stehet. Tod, Teufel, Hölle, Welt und Sünd durch Christi Sieg gedämpfet sind; ihr Zorn ist kraftlos worden. 4. Es war getötet Jesus Christ, und sieh, er lebet wie⸗ der. Weil nun das Haupt erstanden ist, stehn wir auch auf, die Glieder. So jemand Christi Worten gläubt. im Tod und Grabe der nicht bleibt; er lebt, ob er gleich stirbet. 5. Wer täglich hier durch wahre Reu mit Christo auf⸗ erstehet, ist dort vom andern Tode frei; derselb ihn nicht angehet. Genommen ist dem Tod die Macht. Unschuld und Leben wiederbracht und unvergänglich Wesen. 6. Das ist die reiche Osterbeut, der wir teilhaftig werden: Fried, Freude, Heil, Gerechtigkeit im Himmel und auf Erden. ier sind wir still und warken fort, bis unser Leib wird ähnlich dort Christi verklärtem Leibe. 7. O Tod, wo ist dein Stachel nun? Wo ist dein Sieg, o Hölle? Was kann uns jetzt der Teufel tun. wie grausam er sich stelle? Gott sei gedankt, der uns den Sieg so herrlich hat nach diesem Krieg durch Jesum Christ gegeben! 1657(nach Georg Weißel 1590—1635) 79 98 Ostern Nun freut euch lieben Christen 98 Wittenberg 1524 +—— 2——— E*.— Woch auf, Mein Herz, die Nacht ist hin, die er⸗mun ⸗-tre dich, mein Geist und Sinn, den I Sonn ist auf⸗ ge⸗ gan⸗gen; 5 Hei⸗land zu emp⸗fan⸗gen, der heu⸗te durch des To-des 25 I— Tür ge⸗bro⸗chen aus dem Grab her-für der gan⸗zen ——— Welt zur Won⸗ne. 2. Steh aus dem Grab der Sünden auf und such ein neues Leben; vollführe deinen Glaubenslauf und laß dein Herz sich heben gen Himmel, da dein Jesus ist, und such, was droben, als ein Christ, der geistlich auferständen. 3. Vergiß nun, was dahinten ist, und 38. dem, was droben, damit dein Herz zu jeder Frist wedei u sei erhoben. Tritt unter dich die böse Welt und Rüre be nach des Himmels Zelt, wo Jesus ist zu finden. 4. Quält dich ein schwerer Sorgenstein, dein Jesus wird ihn heben; es kann ein Christ bei Kreuzespein in Freud und Wonne leben. Wirf dein Anliegen auf den Herrn und sorge nicht: er ist nicht fern, weil er ist auferstanden. 5. Es hat der Leu aus Judas Stamm heut siegreich überwunden, und das erwürgte Gotteslamm hat uns zum Heil gefunden das Leben und Gerechtigkeit, weil er nach überwundnem Streit die Feinde schaugetragen. 6. Drum auf, mein Herz, fang an den Streit, weil Jesus überwunden; er wird auch überwinden weit in dir, weil er gebunden' der Feinde Macht, daß du aufstehst und in ein neues Leben gehst und Gott im Glauben dienest. 7. Laß weder Teufel, Welt noch Tod dich scheu und zaghaft machen; dein Jesus lebt, es hat kein Not, er ist noch bei den Schwachen und den Geringen in der Welt als ein gekrönter Siegesheld; drum wirst du überwinden. 8. Ach mein Herr Jesu, der du bist vom Tode auferstanden, rett uns aus Satans Macht und Lift und aus des Todes Ostern 99 Banden, daß wir zusammen insgemein zum neuen Leben gehen ein, das du uns hast erworben. 9. Sei hochgelobt in dieser Zeit von allen Gotteskindern und ewig in der Herrlichkeit von allen Uberwindern, die überwunden durch dein Blut. Herr Jesu, gib uns Kraft und Mut, daß wir auch überwindenl Laurentius Laurenti 1660—1722 O du Liebe meiner Liebe 99 Urspr. weltl., Brüdergem. 1735 7 4— d— I—.—— II..T eerdn es Wan ⸗dle leuch⸗ten-der und schö-ner, O»ster⸗ denn dein Herr und mein Ver-söh-ner stieg aus EE son⸗ne, dei⸗ nen Lauf; sei⸗nem Gra · be auf. Als das Haupt er ster⸗bend 6——.—— ——— 1.— 2———1.— 3 —————— S.———— D beug⸗te, bargst du dich in nächt- gen Flor; doch jetzt E.... + 12 * +— komm her⸗vor und leuch⸗te, denn auch er stieg längst em⸗por! 2. Erde, breite dich in Frieden unter deinem Himmel aus; denn dein Herr ist nicht geschieden, er zerbrach des Todes Haus. Deine starken Felsen bebten, als er seinen Geist verhaucht. Grüße nun den Neubelebten, wonnevoll in Licht getaucht! 3. Doch du selber, meine Seele, sag, wie feierst du den Tag. da der Herr des Grabes Höhle mit gewaltgem Arm durchbrach? Feierst du sein Auferstehen auch in rechter Osterfrend? Kann man an dir selber sehen, welch ein hoher Festtag heut? 4. Bist du mit ihm auferstanden aus der Sünde Todesnacht? hast du dich von ihren Banden losgerungen, frei gemacht? Oder liegst du noch verborgen und in deinen Sünden tot? Kündet deinen Ostermorgen noch kein helles Morgenrot? 5. O, dann laß dich nicht bedecken länger mehr die finstre Nacht; b- dein Herr ist, dich zu wecken, von dem Tode auferwacht! Komm, vom Schlaf dich zu erheben, komm, der Fürst des Lebens ruft: Wache auf zum neuen Leben, steig herauf aus deiner Gruft! Philipp Spitta 1801—1850 8¹ 100. 101 Ostern Herr und Altster deiner 100 Ursp. weltl., Brüdergem. 1735 SSSISSISI............. IIIII.I.. 3 Wenn der Herr, der aus dem Grab er⸗wach⸗te, sei⸗nen in die Krei⸗se sei⸗ ner Lie⸗ben brach⸗te: wel⸗che N.n H— 1 Zai,/ Shnnn den doll Ge⸗uuh: Mocht auch uns in die sen Se. gens⸗ t.— +— E—.——— 3., 2——0 ——.—— 4.— ta⸗gen öf⸗ters solch ein Him⸗mels⸗stünd⸗lein schla⸗gen und sein .— I + 6 H S SS S..II........... XI 1 hol-des Frie-dens⸗wehn uns mit Got⸗tes⸗kraft durch⸗gehn! 2. Tränen, die ihm Lieb und Sehnsucht weinen, trocknet er mit milder Hand. Freundlich naht er wandelnd zu den Seinen, setzt ihr Herz in heilgen Brand; freundlich läßt er sich zum Bleiben bitten, gehet ein n unsern Friedenshütten, reicht sein Lebensbrot uns dar, und ihn kennt der Seinen Schar. 3. Oder prüfend tritt er vor die Seele: Hast du, sprich, hast du mich lieb? Wer verdeckt ihm Schwächen oder—4 7 wer den tief verborgnen Trieb? Selig, wessen Herz, durch ihn entzündet, lautre Lieb in Wort und Werk verkündet und, zum Glaubenssieg geübt, ohne Sehen glaubt und liebt. 4. Selig, wen der Herr bei seinem Namen mit der Him⸗ melsstimme nennt; wer, wenn bange Glaubensnächte kamen, froh beschämt ihn wieder kennt. Stammelnd wird er jetzt zu seinen Füßen ihn mit neuer Glaubenswonne grüßen und, entbrannt für ihn, für ihn froh durch Tod und Leben ziehn. 5. Dank sei dir, du Herr und Gott der Deinen, bis ans Ende fühlbar nah! Noch kannst du dem Geist in Kraft er⸗ scheinen, daß er jauchzt: Der Herr ist da! kannst mit deinem Komm neu beleben und den Geist aus Gott uns wiedergeben. omm in deines Geistes Kraft, Herr, zu deiner Jüngerschafti Karl Bernhard Garve 1763—1841 Christus der ist mein Leben 101 Melchior Vulpius 1609 1 12— 1 IIE S 1—— 6 ◻ E Willkom-men, Held im Strei-⸗te, aus dei⸗nes Gra⸗bes Kluft, wir tri⸗um⸗phie· ren heu⸗te um dei⸗ne lee⸗re Gruft. Ostern 102 2. Der Feind wird schaugetragen und heißt nunmehr ein Spott, wir aber können sagen: Mit uns ist unser Gottl 3. In der Gerechten Hütten schallt schon das Siegeslied; du trittst selbst in die Mitten und bringst den Osterfried. 4. Ach teile doch die Beute bei deinen Gliedern aus! Wir alle kommen heute deswegen in dein Haus. 5. Schwing deine Siegesfahne auch über unser Herz; den Lebensweg uns bahne vom Grabe himmelwärts. 6. Laß unser aller Sünden mit dir begraben sein, uns einen Schatz hier finden, der ewig kann erfreun. 7. Wir sind mit dir gestorben, so leben wir mit dir; was uns dein Tod erworben, das stell uns täglich für. 8. Wir wollen hier ganz fröhlich mit dir zu Grabe gehn, wenn wir nur dorten selig mit dir auch auferstehn. 9. Der Tod kann uns nicht schaden, sein Stachel ist nun stumpf; wir sind bei Gott in Gnaden und rufen schon: ů 1 Triumph! Benjamin Schmolck 1672—173³7 O Jesu Christ meins Lebens 102 Leipzig 1625 SSSSSS... Wo willst du hin, weils A⸗bend ist, o lieb⸗ster Pil⸗grim DSDSDDSSS Je-⸗ su Christ? Komm, laß mich so glück⸗se⸗lig sein EEEEEEE und kehr in mei⸗nem Her-⸗zen ein. 2. Laß dich erbitten, liebster Freund. Ddieweil es ist so gut emeint; du weißt, daß du zu aller Frist ein herzenslieber ast mir bist. 3. Es hat der Tag sich sehr geneigt, die Nacht sich schon von ferne zeigt, drum wollest du, o wahres Licht, mich Armen ja verlassen nicht. 4. Erleuchte mich, daß ich die Bahn um Himmel sicher nden kann, damit die dunkle Sündennacht mich nicht ver⸗ ührt noch irre macht. 5. Vor allem aus der letzten Not hilf mir durch einen sanften Tod. Herr Jesu, bleib, ich halt dich fest, ich weiß, daß du mich nicht verläßt. 167⁴ 103 Ostern Jesu meines Lebens Leben 103 Wolfgang Weßnitzer 1661 — 157 SEE L ELI—. I— we⸗en Jün⸗ger gehn mit Seh⸗nen ü⸗ber Feld nach Ih⸗re Au⸗gen sind voll Trä⸗nen, ih⸗re See⸗le 1.— ꝗ——.—— öSDDii‚‚..—.—.———— wu Perounß und sie wech⸗seln Kla⸗ge⸗wor⸗te; doch es — H—.— DDDD.... ist von ih⸗rem Or⸗te un⸗ser Je-sus gar nicht weit .— ...........— und ver⸗treibt die Trau⸗rig⸗keit. 2. Ach, es gehn noch manche Herzen ihrem stillen Kummer nach; sie bejammern voller Schmerzen ihre Not, ihr Un⸗ emach. Manches wandert gar alleine, daß es nur zur nüge weine; doch mein Fehus ist dabei, fragt, was man so traurig sei. 3. Wenn zwei Seelen sich besprechen, so ist Christ der dritte Mann; er bemerket die Gebrechen, redet, was uns trösten kann. Denn er kann uns nicht versäumen, wie wir laubenslos oft träumen. Auf uns ist sein Blick gericht't, eine Treu verläßt uns nicht. 4. Jesus ist mir nachgegangen, wenn ich meiner Eitelkeit und den Sünden nachgehangen; o der unglückselgen Zeit, die man dergestalt verloren! doch er hat mich neugeboren; Jesus hat an mich gedacht und das Schäflein wiederbracht. 5. Hat sich eine Not gefunden, so ließ er mich nicht allein. Jesus stellt zu rechten Stunden sich mit seinem Beistand ein. Venn ich mich bei ihm beschwere, gleich als ob er ferne wäre, o, so ist er mehr als nah und mit seiner Hilfe da. 6. Treuster Freund von allen Freunden, bleibe weiter doch bei mir! Kommt die Welt mich anzufeinden, ach, so sei du auch allhier! Wenn mich Trübsalswetter schrecken, wollst du mächtig mich bedecken. Komm, in meinem Geist zu ruhn; was du willst, das will ich tun. 7. Bin ich traurig und betrübet, so gib mir in meinen Sinn, daß mich deine Seele liebet, und daß ich der Deine bin. Laß dein Wort mich feste gründen, laß es auch mein desse entzünden, daß es voller Liebe brennt und dich immer hesser kennt. 8⁴ FSE IINn n 2963 8— —2—»–⏑2 Himmelfahrt 8. Tröst auch andre fromme Seelen, wenn sie tief in Kummer stehn; wenn sie in verborgne Höhlen. Kammern, Feld und Wälder gehn, ihrem Kummer nachzusinnen, daß sie sich satt weinen können, so sprich ihrer Seele zu: Liebes Kind, was trauerst du? 9. Kannst du bei der Welt nicht weilen, ach, so nimm mich auch mit dir. Laß mich deine Freuden teilen, sei und bleibe stets bei mir. Bleibe doch in unsrer Mitten, wie dich deine Kinder bitten. Dank sei dir, o lieber Gast, daß du mich getröstet hast! Johannes Neunherz 1652—1737 7. Himmelfahrt Wie schön leuchtet 104 Frankfurt a. M. 1599 V 2—————4——.. —.—— 3 8.— Ach wun⸗der⸗gro⸗ßer Sie⸗ges⸗held, du Sün⸗den⸗ zur Rech-ten dei⸗nes Va⸗ters Kraft, der Fein ⸗de 1, — ν III DD—..—— 5.—.— trä⸗ger al ⸗ler Welt, heut hast du dich ge⸗set⸗ zet Schar ge⸗bracht zur Haft, bis auf den Tod ver-let-zet. — E———— Mäch⸗tig, präch-tig tri⸗um⸗phierst du, ju⸗bi⸗lierst du; e + I 5 1 I UI Tod und Le⸗-ben ist, Herr Christ, dir un- ter⸗ge-⸗ben. 2. Dir dienen alle Cherubim; viel tausend hohe Seraphim dich Siegesfürsten loben, weil du den Segen wiederbracht, mit Majestät und großer Pracht zur Herrlichkeit erhoben. Singet, klinget, rühmt und ehret den, der fähret auf zum Throne, zu empfahn die Himmelskrone. 3. Du bist das Haupt, hingegen wir sind Glieder, ja, es kommt von dir auf uns Licht, Trost und Leben; Heil, Friede, Freude, Stärk und Kraft, ja, was dem Herzen Lab⸗ al schafft, wird uns von dir gegeben. Bringe, dringe mein Gemüte, mein Geblüte, dich zu preisen, Ehr dem Siegsherrn zu erweisen. 4. sur Jesu, uns, zieh uns nach dir, hilf, daß wir forthin für und für nach deinem Reiche trachten. Laß unser Tun und Wandel sein, wo Zucht und Demut tritt herein, all Uppig⸗ keit verachten. Unart, Hoffart laß uns meiden, christlich leiden, wohl ergründen. wo die Gnade sei zu finden. 105. 106 Himmelfahrt 5. Sei, Jesu, unser Schutz und Schatz, sei unser Ruhm und fester Platz, darauf wir uns verlassen. Laß suchen uns, was droben ist. Auf Erden wohnet Trug und List; es ist auf allen Straßen Lügen, Trügen, Angst und Plagen, die da nagen, die da quälen stündlich arme Christenseelen. 6. Herr Jesu, komm, du Gnadenthron, du Siegesfürst, Held, Davids Sohn, komm, stille das Verlangen; du, du bist allen uns zugut, o Jesu, durch dein teures Blut ins Heiligtum gegangen. Komm doch, hilf noch! Dann so sollen, dann so wollen wir ohn Ende fröhlich klopfen in die Hände. Ernst Christoph Homburg 1605—1681 Es ist das Heil uns kommen 105 Alte Osterweise, ev. 1524 ,. Arf Chri-sti Him-mel-fahrt al⸗lein ich mei ne und al ⸗len Zwei ⸗fel, Angst und Pein hier-mit stets —.‚.—‚..‚‚..— 2—..— ——E——————— Nach⸗fahrt grün⸗ ü ⸗ber ⸗win⸗ deen H IIIIIII sei⸗ne Glie⸗der Je⸗sus Christ zur rech⸗ten Zeit nach⸗- ho⸗len. 2. Weil er gezogen himmelan und große Gab empfangen, mein Herz auch nur im Himmel kann, sonst nirgends Ruh erlangen. Denn, wo mein Schatz gekommen hin, da ist hinfort mein Herz und Sinn; nach ihm mich stets verlanget. 3. Ach Herr, laß diese Gnade mich von deiner Auffahrt spüren, daß mit dem wahren Glauben ich mag meine Nachfahrt zieren und dann einmal, wenn dirs gefällt, mit n.— Denn, weil das Haupt imHim⸗mel ist, wird Freuden scheiden aus der Welt. Herr, höre doch mein Flehenl 1661(nach Josua Wegelin 1604—1640) Es ist gewißlich an der Zeit 106 Wittenberg 1535 I V——.—. 1 + ö E 8 Auf die⸗sen Tag be⸗den⸗ken wir, daß Chri⸗stus och be⸗ und flehn mit herz⸗li⸗cher Be⸗gier, Gott wol⸗le doch be⸗ ——.—..— ů5 h— e e. ———*— fah-ren, wah ⸗ren uns ar⸗me Sün⸗der hier auf Erd, die wir, von „* Himmelfahrt —.—— SSSI III II..... I Not und Tod be-schwert, Trost nur in Hoff⸗nung ha-ben. 2. Gottlob, nun ist der Weg gemacht, und steht der Himmel offen; Christus schließt auf mit großer Pracht, was vorhin war verschlossen. Wers glaubt, des Herz ist freudenvoll; dabei er sich doch rüsten soll, dem Herren nachzufolgen. 3. Wer nicht des Herren Willen tut, ihm nicht das Herz hält offen, der kann ja doch für Fleisch und Blut das Himmelreich nicht hoffen. Am Glauben liegts; ist der nur echt, so wird gewiß das Leben recht zu Gott hinaufgerichtet. 4. Solch Himmelfahrt fängt in uns an, bis wir den Vater finden, stets fliehn der Weltlust breite Bahn, tun uns zu Gottes Kindern, die sehn hinauf und Gott herab, an Treu und Lieb geht ihn'n nichts ab, bis sie zusammenkommen. 5. Dann wird der Tag erst freudenreich, wenn uns Gott zu sich nehmen und seinem Sohn wird machen gleich, wie wir denn jetzt bekennen. Da wird sich finden Freud und Mut zu ewger Zeit beim höchsten Gut: Gott woll, daß wirs erleben! Johannes Zwick 1496—1542 Jesu meines Lebens Leben 107 Wolfgang Weßnitzer 1661 H + T— 1—H1.— + 1— SSII.— 2 —* 9 ro ßer Mitt⸗ler, der zur Rech-ten sei-nes gro⸗ßen und die Schar von sei⸗nen Knech⸗ten in dem Reich der 12 4. + EI IIRI——2 Va⸗ters sitzt Ena ⸗de schüßt, den auf dem er⸗ hab⸗ nen Thro⸗ne — E.— in der tö⸗ nig=li⸗chen Kro⸗ne al⸗les Heer der E⸗wig⸗keit + + + II ——ꝶt-.— 7 II 1 + 1 + II E- 2 — mit ver⸗hüll⸗tem Ant⸗litz scheut: 2. dein Erlösungswerk auf Erden und dein Opfer vollbracht; was vollendet sollte werden, das vollführtest du mit Macht; da du bist für uns gestorben, ist uns Gnad und Heil erworben, und dein siegreich Auferstehn läßt uns in die Freiheit gehn. 87 108 Himmelfahrt 3. Nun ist dieses dein Geschäfte, in dem obern Heiligtum Wé die erworbnen Segenskräfte durch dein Evangelium allen dig denen mitzuteilen, die zum Thron der Gnade eilen; nun Sa wird uns durch deine Hand Heil und Segen zugewandt. 4. Deines Volkes werte Namen trägst du stets auf deiner sei Brust, und die gläubig zu dir kamen, sind und bleiben ih deine Lust; du vertrittst, die an dich glauben, daß sie nichts de dir möge rauben, bittest in des Vaters Haus ihnen eine ih Wohnung aus. 5. Doch vergißt du auch der Armen, die der Welt noch dienen, nicht, weil dein Herz dir vor Erbarmen über 90 ihrem Elend bricht; daß dein Vater ihrer schone, daß er. nicht nach Werken lohne, daß er ändre ihren Sinn: ach, 80 da zielt dein Bitten hin. 2 6. Großer Mittler, sei gepriesen, daß du in dem Heiligtum so viel Treu an uns bewiesen; dir sei Ehre, Dank und Ruhm! Laß uns dein Verdienst vertreten, wenn wir zu dem Vater beten; sprich für uns in letzter Not, wenn den Mund verschließt der Tod. Johann Jakob Rambach 1693—1735 8 Die Tugend wird durchs Kreuz 108 Halle 1701 EEEEE hr auf ⸗ge⸗hob⸗nen Se⸗gens⸗hän⸗de, voll Heil, voll ihr wirkt und wal⸗tet bis ans En-de, uns un⸗ge⸗ 2 Wun ⸗der-kraft des Herrn, 1d 1 sehn, doch nie-mals fern. Im Seg»nen seid ihr — 4 HVH̃ 2..,.. auf⸗ge⸗fah-ren, im Seg-nen kommt ihr einst zu⸗-rück; auch in des Glau⸗bens Pil⸗ger⸗jah- ren bleibt ihr der r een m. See⸗len Trost und Glück. 2. Ihr segnet Christi Schar hienieden mit Freude, die ohn Ende währt; ihr legt auf sie den hohen Frieden, Hen keine Himmelfahrt 109 Welt uns sonst beschert. Ja, segnend ruht ihr auf den Seinen; dies beugt und stärkt uns bis ans Grab, und wenn wir Sehnsuchtstränen weinen, so trocknet dies die Tränen ab. 3. Ihr zieht mit Gotteskraft die Herzen zu ihm und an sein Herz hinauf; ihr stillt, ihr heilt die Seelenschmerzen, ihr helft der Schwachheit mächtig auf. Ihr brecht den Zwang, der Herzen kettet, ihr faßt und stärkt des Pilgers Hand; Datertun——8 tragt, und ihr errettet und führt uns bis ins aterland. 4. Einst öffnet ihr die Himmelstore der treuen Erden⸗ pilgerschar und reicht dem Uberwinderchore des ewgen Lebens Kronen dar. Dann, dann, mit jeder Gottesgabe, mit jedem Heil begabt durch euch, jauchzt eurem goldnen Königsstabe des weiten Himmels Königreich. Karl Bernhard Garve 1763—1841 Schmücke dich o liebe Seele 109 Johann Crüger 1649 F◻ùR. E 725.—— EEE- + +— 1 i IEI 1 II —— Ks„nig, dem kein Kö⸗nig glei ⸗chet, des⸗sen dem als Gott das Reich ge⸗büh ⸗ret, der als ..— ö— ..— Ruhm kein Mund er⸗rei⸗chet, Mensch das Zep'⸗ ter füh ⸗»ret, dem das Recht ge⸗ 6 ———2— f —— 2.— E——— RB —— f—— hört zum Thro-ne als des Va⸗ters ein⸗gem Soh⸗ ne, 1—— + +. +— I + + 1 E+—— II.— — zie⸗ ren und be⸗glei⸗ten: 2. Himmel, Erde, Luft und Meere nebst dem ungezählten Heere“ der Geschöpfe in den Feldern, in den Seen, in den Wäldern, sind, Herr üher Tod und Leben, dir zum Eigen⸗ tum gegeben; Tiere, Menschen, Geister scheuen, Menschen⸗ sohn, dein mächtig Dräuen. 89 110 Himmelfahrt 3. In des Gnadenreiches Grenzen sieht man dich am schönsten glänzen, wo viel tausend treue Seelen dich zu ihrem Haupt erwählen, die durchs Zepter deines Mundes nach dem Recht des Gnadenbundes sich von dir regieren lassen und wie du das Unrecht hassen. 4. In dem Reiche deiner Ehren kann man stets dich loben hören von dem himmlischen Geschlechte, von der Menge deiner Knechte, die dort ohne Furcht und Grauen dein verklärtes Antlitz schauen, die dich unermüdet preisen und dir Ehr und Dienst erweisen. 5. König du in dreien Reichen, dir ist niemand zu ver⸗ der 66i an dem Überfluß der Schätze, an der Ordnung er Gesetze, an Vortrefflichkeit der Gaben, welche deine Bürger haben; du beschützest deine Freunde, du bezwingest deine Feinde. 6. Herrsche auch in meinem Herzen über Zorn, Furcht, Lust und Schmerzen; laß mich deinen Schutz genießen, gläubig dich ins Herze schließen, ehren, fürchten, loben, lieben und mich im Gehorsam üben, hier mit ringen, dulden, streiten, dort mit herrschen dir zur Seiten. Johann Jakob Rambach 1693—1735 Alle Menschen müssen sterben 110 Jakob Hintze 1678 E˖....— hoch r⸗Hoht; solt ich nicht zu Fuß dir falelen und mein H+— ———— f I‚.. Herz vor Freu⸗de wal⸗len, wenn mein Glau-bens⸗ ASSESEEEE II aug be⸗tracht't dei⸗ne Herr⸗lich-keit und Macht? 2. Seh ich dich gen Himmel fahren, seh ich dich zur Rechten da, seh ich, wie der Engel Scharen alle rufen Gloria: sollt ich nicht zu Fuß dir fallen und mein Herz vor Freude wallen. da der Himmel jubiliert, weil mein König triumphiert? 90⁰ Iiii EE Himmelfahrt 111 3. Weit und breit, du Himmelssonne, deine Klarheit sich ergießt, daß ein Strom von Glanz und Wonne durch die Himmelsgeister fließt. Prächtig wirst du aufgenommen, freudig heißt man dich willkommen. Schau, ich armes Kind steh hier, ruf auch Hosianna dir. 4. Sollt ich deinen Kelch nicht trinken, da ich deine Klar⸗ heit seh? Sollt mein Mut noch wollen sinken, da ich deine Macht versteh? Meinem König will ich trauen, nicht vor Welt noch Teufel grauen, nur in Jesu Namen mich beugen hier und ewiglich. 5. Herr, dein reicher Geist ergieße über uns sich kräftiglich, bis zum Schemel deiner Füße alle Feinde legen sich. Aus Zion dein Zepter sende weithin bis zum Weltenende; mache dir auf Erden Bahn, alle Herzen untertan. 6. Du kannst alles allerorten nun erfülln und nahe sein; meines armen Herzens Pforten stehn dir offen, komm 23. Komm, du König aller Ehren, komm, bei mir auch ein⸗ zukehren! Ewig in mir leb und wohn wie in deinem Himmelsthron! Gerhard Tersteegen 1697—1769 Ach Gott und Herr 11¹ Freiberg i. S. 1655 EU——3 — EHE * 11 I + Zieh uns nach dir, so kom⸗men wir mit herz'li⸗ ———— chem Ver⸗lan⸗gen hin, da du bist, o Je⸗-su Christ, aus II die⸗ser Welt ge ⸗-gan⸗ gen. 2. Zieh uns nach dir in Liebsbegier aus diesem Kummer⸗ leben, so dürfen wir nicht länger hier in Not und Angsten schweben. 3. Zieh uns nach dir, Herr Christ, und führ uns deine Himmelsstege. Wir irren leicht und sind verscheucht vom rechten Lebenswege. 4. Zieh uns nach dir, so folgen wir dir nach in deinen Halt daß uns nicht mehr allhier beschwer das böse eltgetümmel. 5. Zieh uns nach dir nur für und für und gib, daß wir nachfahren dir in dein Reich, und mach uns gleich den auserwählten Scharen. Friedrich Funcke 1642—1699 112 Pfingsten j7%/% 33..———— 0 0 8. Pfingsten Liebster Jesu wir sind hier 11²2 Johann Rudolf Ahle 1664 [ —*4—— drr— A— eist der Wahr⸗-heit, leh re mich al⸗ler Wahr⸗heit Je⸗sum Chri⸗stuml Nur durch dich kann ich mei-nen 4 — N— + 1 +— H —3 I 1 + + + V + ———.— + I—6— Ur⸗quell ken-nen,— Herrn ihn nen⸗ nen; du, du mußt ihn mir ver⸗klä⸗ren, ganz mein Herz zu Gott be-keh- ren. 2. In des Irrtums Finsternis müßt ich ohne Führer wanken; du nur machst das Herz gewiß und erleuchtest die Gedanken, offenbarest Gottes Pfade, zeugst von Wahr⸗ heit und von Gnade. 3. Tröster, Tröster heißest du, überschwenglich kannst du trösten; du erfüllst mit Himmelsruh die durch Jesu Tod Erlösten, daß sie frei von Furcht und Schrecken Gottes Vaterliebe schmecken. 4. Du vertrittst uns im Gebet; jenes inbrunstvolle Sehnen, das mit stillem Seufzen fleht und uns Wonne gibt durch Tränen, Hoffnung und Geduld im Leiden, ist dein Werk, du Geist der Freuden. Pfingsten 113 5. Heiligung und Reinigkeit, ein in Gott verborgnes Leben, allen Tugenden geweiht, wahre Weisheit kannst du geben. Selig, die an deinen Gaben teil durch Lieb und Glauben haben! 6. Ich erflehe sie von dir; tot ist noch mein ganzes Wesen. Komm und wohne selbst in mir, und ich leb und bin ge⸗ nesen. Dann wird meine Ohnmacht Stärke, und ich wirke Gottes Werke. 7. Nimm mein Herz und mach es rein; auch die Läuterung durch Leiden soll mir teurer Segen sein, sie wird Gold und Schlacken scheiden; endlich wird mir am erreichten Ziele Gottes Antlitz leuchten. Samuel Gottlieb Bürde 1753—1831 Nun komm der Heiden Heiland 113 Altkirchlich, ev. 1524 FNUH— I— H — 42——— Geist vom Va⸗ter und vom Sohn, wei⸗he dir mein ———.—— S..............—T ———— Herz zum Thron; so wie heut der from⸗men Schar schen⸗ke eenn.— I..!;bhRl dich mir im-mer-dar. 2. Geist der Wahrheit, leite mich; eigne Leitung täuschet sich, sie, die leicht des Wegs verfehlt und für Heil sich Unglück wählt. 3. Geist des Glaubens, mehr in mir solchen Glauben für und für, der mich Christo einverleibt und durch Liebe Früchte treibt. 4. Geist des Betens, nie entgeh. mir dein Beistand, wenn ich fleh; laß mein Bitten freudig, rein und vor Gott er⸗ hörlich sein. 5. Geist der Liebe, Kraft und Zucht, wenn mich Welt und Fleisch versucht, o, dann unterstütze mich, daß ich ringe ritterlich. 6. Geist der Heiligung, verklär Jesum in mir mehr und mehr, mindre stets, was mich befleckt, mehre, was du selbst erweckt. 7. Geist des Trostes, wenn mir Not. Schrecken im Ge⸗ 60110 droht, dann erquicke innerlich durch den Frieden Gottes mich. 93 114 Pfingsten 8. Geist der Hoffnung, rufe du mir vom Thron ermun⸗ ternd zu; laß mein Herz sich deiner freun und in Hoffnung elig sein. selig f Heinrich Julius Tode 1733- 1797 Werde munter mein Gemüte 114 Johann Schop 1642 4*— 23.—— SSISIPIIIIIIII....— — 23— ott, gib ei-⸗nen mil-den Re-⸗gen, denn mein Va⸗ter, gib vom Him-mel Se-⸗gen, trän ⸗ ke e. 3— Dukestt Aaudt laß des heil⸗gen Gei-⸗stes + + I. Gab aus der Höh auf mich her⸗ab wie die star⸗ken Strö⸗me ———— I——— E 57— 1 II flie⸗en und sich in mein Herz er-gie- ßen. 2. Kann ein Vater hier im Leben, der doch arg ist von Natur, seinen lieben Kindern geben nichts als gute Gaben nur: solltest du denn, der du heißt guter Vater, deinen Geist mir nicht geben, mich nicht laben mit den guten Himmelsgaben? 3. Jesu, der du hingegangen zu dem Vater, sende mir deinen Geist, den mit Verlangen ich erwarte, Herr, von dir; laß den Tröster ewiglich bei mir sein und lehren mich, in sche Wahrheit fest zu stehen und auf dich im Glauben ehen. 4. Heilger Geist, du Kraft der Frommen, kehre bei mir Armen ein und sei tausendmal willkommen; laß mich deinen Tempel sein. Säubre du nur selbst das Haus meines Herzens, wirf hinaus alles, was mich hier kann scheiden von den süßen Himmelsfreuden. 5. Schmücke mich mit deinen Gaben, mache mich neu, rein und schön, laß mich wahre Liebe haben und in deiner Gnade stehn. Gib mir einen starken Mut, heilige mein leisch und Blut; lehre mich vor Gott hintreten und im eist und Wahrheit beten. 6. So will ich mich dir ergeben, dir zu Ehren soll mein Sinn dem, was himmlisch ist, nachstreben, bis ich werde HINIIIN i E Pfingsten 11⁵ kommen hin, da mit Vater und dem Sohn dich im höchsten Himmelsthron ich erheben kann und preisen mit den süßer sen. .— Engelsweisen Moritz Kramer 1646—1702 Warum sollt ich mich denn 11⁵ Johann Georg Ebeling 1666 —— 3———— E.—.—. E—.—— 2—.—— Höch⸗ster Trö⸗ster, komm her⸗nie⸗der, Geist des Herrn, —.— II....—.—.—. EE— 2. 2. sei nicht fern, sal⸗be Je⸗-su Glie⸗derl Er, der nie sein f0 SSEEEE — Wort ge⸗bro⸗chen, Je⸗sus hat dei⸗nen Rat sei⸗ nem Volk ver⸗spro⸗chen. 2. Schöpfer unsers neuen Lebens, jeder Schritt, jeder Tritt ist ohn dich vergebens. Ach, das Seelenwerk ist wichtig; wer ist wohl, wie er soll, treu zu handeln tüchtig? 3. Herr, wir fallen dir zu Fuße; eins ist not für den Tod: Buße, wahre Buße. Zeig uns selbst den Greul der Sünde, daß das Herz Angst und Schmerz. Reu und Scham empfinde. 4. RiR uns des Erlösers Wunden, ruf uns zu: Ihr habt Ruh, ihr habt Heil gefunden. Gott hat uns nun verdrohen Jesu Blut machet gut, was die Welt verbrochen. 5. Weck uns auf vom Sündenschlafe, rette doch heute noch die verlornen Schafe; reiß die Welt aus dem Ver⸗ derben, laß sie nicht im Gericht der Verstockung sterben. 6. Geist der Weisheit, 415 uns allen durch dein Licht Unterricht, wie wir Gott gefallen; lehr uns freudig vor Gott treten, sei uns nah und sprich: Ja! wenn wir gläubig beten. 4. 1 den Kampf des Glaubens kämpfen, gib uns Mut, Trüb und Blut, Sünd und Welt zu dämpfen. Laß une Trübsal, Kreuz und Leiden. Angst und Not, Schmerz und Tod nicht von Jesu scheiden. 8. wol uns nach dem Besten streben, schenk uns Kraft, tugendhaft und gerecht zu leben; gib, daß wir nie 116 Pfingsten stille stehen, treib uns an, froh die Bahn deines Worts zu gehen. 9. Sei in Schwachheit unsre Stütze, steh uns bei, mach uns treu in der Prüfungshitze; führ, wenn Gott uns nach dem Leide sterben heißt, unsern Geist in des Himmels Freude. Ehrenfried Liebich 1713—1780 1¹6 Vorreformat., ev. 1524 ESE Komm, hei⸗li⸗ger Geist, Her⸗-re Gott, er-füll mit dei⸗ ner Gna⸗den Gut dei-ner Gläub⸗gen Herz. Mut und e de e. d.. Sinn, 70 brün⸗stig Lieb ent⸗zünd in ihn'n. O Herr, durch EEEEEE. dei⸗nes Lich⸗tes Glanz zu dem Glau-⸗ben ver⸗sam-melt — 2—— 1— E — hast das Volk aus al⸗ler Welt Zun⸗ gen; das sei dir, ..... Herr, zu Lob ge⸗ sun⸗gen. Hal⸗le⸗lu⸗ Hal⸗le-lu⸗ja. 2. Du heiliges Licht, edler Hort, laß uns leuchten des Lebens Wort und lehr uns Gott recht erkennen, von Herzen Vater ihn nennen. O Herr, behüt vor fremder Leh r, daß wir nicht Meister suchen mehr denn Jesum mit rechtem Halelut und ihm aus ganzer Macht vertrauen. Halleluja, alleluja. 3. Du heilige Brunst, süßer Trost. nun hilf uns, fröhlich und getrost in deinem Dienst beständig bleiben, die Nüb⸗ sal uns nicht abtreiben. O Herr, durch dein Kraft uns bereit und stärk des Fleisches Blödigkeit, daß wir hier ritterlich 90* durch Tod und Leben zu dir dringen. Halleluja, alleluja. Martin Luther 1483—1546. Vers 1 aus dem Mittelalter Pfingsten 117 11⁷ Meiningen 1693 +—— H———— e omm, o komm, du Geist des Le⸗bens, wah⸗ rer Dei⸗ne Kraft sei nicht ver⸗ge⸗bens, sie er⸗ SPSISSISISIIIIIIIIII Keül uns ser bes zeit. so wird Geistund Licht und Schein 1 +—+ + + — I D 1 I 2..— + 2— in den dun⸗keln Her⸗zen sein. 2. Gib in unser daßz und Sinnen Weisheit, Rat, Ver⸗ stand und Zucht, aß wir anders nichts beginnen als nur, was dein Wille sucht; dein Erkenntnis werde gros und mach uns vom Irrtum los. 3. Zeige, Herr, die rechten Stege; das, was wider dich getan, räume ferner aus dem Wege, schlecht und recht sei unsre Bahn. Wirke Reu an Sünden Statt, wenn der Fuß gestrauchelt hat. 4. Laß dein die auf uns empfinden, daß wir Gottes Kinder sind, ie auf ihn allein sich ründen, wenn sich Not und Drangsal findt; denn des Vaters liebe Rut ist uns allerwegen gut. 5. Reiz uns daß wir zu ihm treten frei mit aller Freu⸗ digkeit; seufz auch in uns, wenn wir beten, und veortritt uns 6h1. so wird unsre Bitt erhört und die Zuversicht vermehrt. 6. Wird uns auch nach Troste bange, wenn das Herz oft rufen muß: Ach mein Gott, mein Gott, wie langel ei, so mache den Beschluß, sprich der Seele tröstlich zu und gib Mut, Geduld und Ruh. uns den Sieg. 8. Herr, bewahr auch unsern Glauben, daß kein Teufel, Tod noch Spott uns denselben möge rauben; du bist unser Schutz und Gott. Sagt das Fleisch gleich immer Nein, laß dein Wort gewisser sein. 9. Wenn wir endlich sollen sterben, so versichre uns je mehr als des Himmelreiches Erben jener Herrlichkeit und Ehr, die uns unser Gott erkiest und nicht auszusprechen ist. Heinrich Held 16201659 Schlesisches Provinzial⸗Gesangbuch 7 97 118. 119 Pfingsten 1¹⁸ Vorreformat., ev. 1524 — Nun bit⸗ ten wir den hei⸗li⸗gen Geist um den — EA— 2————.— 1.——4— SSED..‚:.: +..—.— I+ 1 2.2.+—.—5.—.—.. L rech⸗ten Glau⸗ben 0l ⸗ler-meist, daß er uns be⸗ — + 1 .— Z hü⸗te an un⸗serm En⸗de, wenn wir heim⸗fahrn an die⸗sem 2. Du wertes 90. gib uns deinen Schein, lehr uns Jesum Christ kennen allein, daß wir an ihm bleiben, dem treuen Heiland, der uns bracht hat zum rechten Vaterland. Kyrieleis. 3. Du süße Lieb, schenk uns deine Gunst, laß uns emp⸗ finden der Liebe Brunst, daß wir uns von Herzen einander lieben und im Frieden auf einem Sinn bleiben. Kyrieleis. 4. Du höchster Tröster in aller Not, hilf, daß wir nicht fürchten Schand noch Tod, daß in uns die Sinne nicht ver⸗ zagen, wenn der Feind wird das Leben verklagen. Kyrieleis. Martin Luther 1483—1546. Vers 1 aus dem 12. Jahrhundert Werde munter mein Gemüte 119 Johann Schop 1642 4— EI 1.— SSDSISIPIPIIIPIIIIIIIT I.I. TT —— ͤ O du al⸗ler⸗ süß⸗ te Freu⸗del O du al ⸗ler⸗ Der du uns in Lieb und Lei-de un⸗be⸗su⸗chet .dee, E 2 au Aest uich, Geist des Höch⸗sten, höch⸗ster Fürst, der du — bo. 2 kann Wün Herz Tem 2* ausg als Seg mick Pfingsten 4 1 4—— ee.— I hö⸗ re, 95„re, was ich sin⸗gel 2. Du bist ja die beste Gabe, die ein Mensch nur nennen kann; wenn ich dich erwünsch und habe, geb ich alles Wünschen dran. Ach ergib dich, komm zu mir in mein Herze, das du dir, da ich in die Welt geboren, selbst zum Tempel auserkoren. 3. Du wirst aus des Himmels Throne wie ein Regen ausgeschütt't, bringst vom Vater und vom Sohne nichts als lauter Segen mit. Laß doch, o du werter Gast, Gottes Segen, den du hast und verteilst nach deinem Willen, mich an Leib und Seele füllen. 4. Du bist weise, voll Verstandes, was geheim ist, ist dir kund, Reres den Staub des kleinen Sandes, gründst des tiefen Meeres Grund. Nun, du weißt auch zweifelsfrei, wie verderbt und blind ich sei; drum gib Weisheit und ns vor allem, wie ich möge Gott gefallen. 5 5. Du bist heilig, läßt dich finden, wo man rein und nd. lauter ist; fliehst hingegen Schand und Sünden tauben⸗ uuch ohn Falsch und List; mache mich, o Gnadenquell, urch dein Waschen rein und hell; laß mich fliehen, was der du fliehest, gib mir, was du gerne siehest. 18. 6. Du bist, wie ein Schäflein pfleget, frommen Herzens, cht sanften Muts, bleibst im Lieben unbeweget, tust uns er⸗ Bösen alles Guts; ach verleih und gib mir auch diesen is. edlen Sinn und Brauch, daß ich Freund und Feinde liebe, ert keinen, den du liebst, betrübe. 7. Mein Hort, ich bin wohl zufrieden, wenn du mich nur nicht verstößt; bleib ich von dir ungeschieden, ei, so bin ich gnug getröst'tl Laß mich sein dein Eigentum! Ich Drn hinwiederum, hier und dort all mein Vermögen hren anzulegen. 8. Nur allein, daß du mich stärkest und mir treulich stehest beil Hilf, mein Helfer, wo du merkest, daß mir Hilfe We sei; brich des bösen Fleisches Sinn, nimm den t alten Willen hin, mach ihn allerdinge neue, daß mein Gott sich meiner freue. 9. Sei mein Retter! Halt mich eben! Wenn ich sinke, sei mein Stab, wenn ich sterbe, sei mein Leben, wenn ich liege, sei mein Grab, wenn ich wieder aufersteh, ei, so hilf mir, daß ich geh hin, da du in ewgen Freuden wirst die ö Auserwählten weiden! 42 20 dir zu Paul Gerhardt 1607—1676 120. 121 Pfingsten Erquicke mich du Heil 120 Halle 1714 2— DDI‚——— PSI O Gott, o Geist, o Licht des Le⸗ bens, das uns im du scheinst und lockst' so lang ver⸗ge⸗bens, weil Fin⸗ster⸗ To⸗des⸗schat⸗ten scheint, Geist de 1 2 nis dem Lich⸗ te feind. O Geist, dem kei⸗ner kann ent ge 2. Entdecke alles und verzehre, was nicht in deinem Lichte rein, wenn mirs gleich noch so schmerzlich wäre; folgt doch die Wonne nach der Pein. Du wirst mich aus dem finstern Alten in Jesu Klarheit umgestalten. 3. Ich kann nicht selbst der Sünde steuern, das ist dein Werk, du Quell des Lichts; du mußt von Grund aus mich erneuern, sonst hilft mein eignes Trachten nichts. O Geist, sei meines Geistes Leben! Ich kann mir selbst kein Gutes geben. 4. Du Odem aus der ewgen Stille, durchwehe sanft der Seele Grund, füll mich mit aller Gottesfülle, und da, wo Sünd und Greuel stund, laß Glauben, Lieb' und Ehrfurcht grünen, in Geist und Wahrheit dir zu dienen. 5. Mein Wirken, Wollen und Beginnen sei kindlich folg⸗ sam deinem Trieb; bewahr mein Herz und alle Sinnen untadelig in Gottes Lieb; dein in mir Beten, Lehren, Kämp⸗ fen laß mich auf keine Weise dämpfen. 6. O Geist, o Strom, der uns vom Sohne eröffnet und kristallenrein aus Gottes und des Lammes Throne nun quillt in stille Herzen ein, ich öffne meinen Mund und sinke hin zu der Quelle, daß ich trinke. 7. Ich laß mich dir und bleib inde sen, von allem ab⸗ 9105 iun dir nah; ich will die Welt' und mich vergessen, ies innigst glauben: Goti ist da!l O Gott, o Geist, o Licht des Lebeus, man harret deiner nie vergebens. Gerhard Tersteegen 1697—1769 Wie schön leuchtet 121 Frankfurt a. M. 1599 7.. *———— O heil⸗ger Geist, kehr bei uns ein und laß uns Du Him⸗mels⸗licht, laß dei⸗nen Schein bei uns und Pfingsten —3 4 DSS dei⸗ ne Woh⸗nung sein, o komm, du Her⸗zens⸗son⸗ne! in uns kräf⸗tig sein zu ste⸗ter Freud und Won⸗ne. + —— Son⸗ne, Won⸗ne, himm.lisch Le⸗ben willst du ge⸗ben, —— 5, ISISSSS FIIFSS8I3 wenn wir be⸗ten; zu dir kom-men wir ge⸗tre⸗ten. 2. Du Quell, draus alle Weisheit fließt, die sich in fromme Seelen gießt, laß deinen Trost uns hören, daß wir in Glaubenseinigkeit auch können aller Christenheit dein wahres Zeugnis lehren. Höre, lehre, daß wir können Herz 900 Sinnen dir ergeben, dir zum Lob und uns zum Leben. 3. Steh uns stets bei mit deinem Rat und führ uns selbst den rechten Pfad, die wir den Weg nicht wissen; gib uns Beständigkeit, daß wir getreu dir bleiben für und für, wenn wir auch leiden müssen. Schaue, baue, was zerrissen ban beflissen, dich zu schauen und auf deinen Trost zu auen. 4. Laß uns dein edle Balsamkraft empfinden und zur Ritterschaft dadurch gestärket werden, auf daß wir unter deinem Schutz begegnen aller Feinde Trutz mit freudigen Gebärden. Laß dich reichlich auf uns nieder, daß wir wieder Trost empfinden, alles Unglück überwinden. 5. O starker Fels und Lebenshort, laß uns dein himmel⸗ süßes Wort in unsern Herzen brennen, daß wir uns mögen nimmermehr von deiner weisheitsreichen Lehr und treuen Liebe trennen. Fließe, gieße deine Güte ins Gemüte, daß wir können Christum unsern Heiland nennen. 6. Du süßer Himmelstau, laß dich in unsre Herzen kräf⸗ tiglich und schenk uns deine Liebe, daß unser Sinn ver⸗ bunden sei dem Nächsten stets mit Liebestreu und sich darinnen übe. Kein Neid, kein Streit dich betrübe; s du und Liebe müssen schweben, Fried und Freude wirst du geben. 7. Gib, daß in reiner Heiligkeit wir führen unsre Lebens⸗ zeit; sei unsers Geistes Stärke, daß uns forthin sei unbe⸗ wußt die Eitelkeit, des Fleisches Lust und seine toten Werke. Rühre, führe unser Sinnen und Beginnen von der Erden, daß wir Himmelserben werden. Michael Schirmer 1606-1673 —..3— Pfingsten 12² Cöln 1623 O hei⸗li⸗ger Geist, o hei⸗li⸗ger Gott, du Trö⸗ster L + I I LII E=— ö 2 ů— ö‚ — 1 wert in al⸗ler Not, du bist ge⸗sandt vom Him⸗-mels⸗ —— 1— EN HEr thron von Gott dem Va⸗ter und dem Sohn: o hei⸗li⸗ger öE 1 I —3.....— Geist, hei⸗Ii⸗ ger Gottl 2. O heiliger Geist, o heiliger Gott, gib uns die Lieb zu deinem Wort! Zünd an in uns der Liebe Flamm, danach zu lieben allesamk: o heiliger Geist, o heiliger Gott! 3. O heiliger Geist, o heiliger Gott, mehr unsern Glauben immerfort! An Christum niemand glauben kann, es sei denn durch dein Hilf getan: o heiliger Geist, o heiliger Gottl 4. O heiliger Geist, o heiliger Gott, erleucht uns durch dein göttlich Wort; lehr uns den Vater kennen schon, dazu auch seinen lieben Sohn: o heiliger Geist, o heiliger Gottl 5. O heiliger Geist, o heiliger Gott, du zeigst den Weg zur Himmelspfort. Laß uns hier kämpfen ritterlich und zu dir dringen seliglich: o heiliger Geist, o heiliger Gott! — 2— 6. O heiliger Geist, o heiliger Gott, verlaß uns nicht in Not und Tod! Wir sagen dir Lob, Ehr und Dank jetzund und unser Leben lang: o heiliger Geist, o heiliger Gott! 1651 Valet will ich dir geben 123 Leipzig 1615 EV** 1 7 1 E—4 25 0 E + 4+—1 + + El· — O komm, du Geist der Wahr⸗heit, und keh⸗re bei uns ver⸗brei⸗ te Licht und Klar⸗heit, ver⸗ban⸗ne Trug und D I +—.— I 1 2 E=— + I Schein. Gieß aus dein hei⸗lig Feu⸗-er, rühr Herz und Lip⸗pen 10² Pfingsten 12⁴4 ——.— ————— ‚—22 E.— an, daß jeg⸗li⸗cher ge⸗treu⸗er den Herrn be⸗ken⸗nen tann. 2. O du, den unser größter Regent uns zugesagt, komm zu uns, werter Tröster, und mach uns unverzagt. Gib uns in dieser schlaffen und glaubensarmen Zeit die scharf⸗ geschliffnen Waffen der ersten Christenheit. 3. Unglaub und Torheit brüsten sich frecher jetzt denn je, darum mußt du uns rüsten mit Waffen aus der Höh; du —.— uns Kraft verleihen, Geduld und Glaubenstreu und mußt uns ganz befreien von aller Menschenscheu. 4. Es gilt ein frei Geständnis in dieser unsrer Zeit, ein offenes Bekenntnis bei allem Widerstreit, trotz aller Feinde Toben, trotz allem Heidentum zu preisen und zu loben das Evangelium. 5. Fern in der Heiden Lande erschallt dein kräftig Wort; sie werfen Satans Bande und ihre Götzen fort. Von allen Seiten kommen sie in das Reich herein. Ach, soll es uns genommen, für uns verschlossen sein? 6. Du heilger Geist, bereite ein Pfingstfest nah und fern, mit deiner Kraft begleite das Zeugnis von dem Herrn. O öffne du die Herzen der Welt und uns den Mund, daß wir in Freud und Schmerzen das Heil ihr machen kund. Philipp Spitta 1801-1859 Jesu meine Freude 12⁴4 Johann Crüger 1653 — EEE———a——. — 2— Schmuckt das Fest mit Maien, las⸗set Blu⸗men streu⸗en, denn der Geist der Gna⸗den hat sich ein⸗ge⸗la⸗den, a. 2. ——4— ED +L + + zün⸗det Op⸗fer an; ö; 75 ma⸗chet ihm die Bahn; nehmt ihn ein, so wird sein 4 15 *———. 22—.—..— 2— E 2 Schein euch mit Licht und Heil er⸗fül len und den + — + — E +* —1 + + —— Kum⸗mer stil ⸗len. 2. Tröster der Betrübten, Siegel der Geliebten, Geist voll Rat und Tat, starker Gottesfinger, Friedensüber⸗ 103 12⁵ Pfingsten bringer, Licht auf unserm Pfad: gib uns Kraft und Lebens⸗ saft, laß uns deine teuren Gaben zur Genüge laben. 3. Laß die Herzen brennen, wenn wir Jesum nennen, führ den Geist empor; gib uns Kraft, zu beten und vor Gott zu treten, sprich du selbst uns vor. Gib uns Mut, du höchstes Gut, tröst uns kräftiglich von oben bei der Feinde Toben. 4. Helles Licht, erleuchte, klarer Brunn, befeuchte unser R6r und Sinn; heilge Flut, erquicke, Liebeszug, entzücke is zum Himmel hin. Baue dir den Tempel hier, daß dein Herd und Feuer brennet, wo man Gott bekennet. 5. Güldner Himmelsregen, schütte deinen Segen auf das Kirchenfeld. Lasse Ströme fließen, die das Land be⸗ gießen, wo dein Wort hinfällt, und verleih, daß es gedeih, hundertfältig Früchte bringe und ihm stets gelinge. 6. Schlage deine Flammen über uns zusammen, wahre Liebesglut! Laß dein sanftes Wehen auch bei uns ge⸗ schehen, dämpfe Fleisch und Blut. Laß uns doch am Sündenjoch nimmermehr wie vormals ziehen und das Böse fliehen. 7. Gib zu allen Dingen Wollen und Vollbringen, führ uns ein und aus; wohn in unsrer Seele, unser Herz er⸗ wähle dir zu deinem Haus. Wertes Pfand, mach uns bekannt, wie wir Fesum recht erkennen und Gott Vater nennen. 8. Mach das Kreuz uns süße und durch Finsternisse sei du unser Licht; trag nach Zions Hügeln uns mit Glaubens⸗ flügeln und verlaß uns nicht, wenn der Tod, die letzte Not, mit uns will zu Felde liegen, daß wir fröhlich siegen. 9. Laß uns hier indessen nimmermehr vergessen, daß wir Gott verwandt; dem laß uns stets dienen und im Guten rünen als ein fruchtbar Land, bis wir dort, du werter Hort, ei den grünen Himmelsmaien ewig uns erfreuen. Benjamin Schmolck 16721737 12⁵ Johann Crüger 1653 — Z der ein zu dei⸗nen To⸗ ren, sei mei⸗nes Her⸗zens der du, da ich ge⸗bo⸗ ren, mich neu ge⸗bo⸗ ren —————— Las, o hoch⸗ge⸗lieb⸗ter Geist des Va⸗ters und des —52— Pfingsten Soh- nes, mit bei-den glei⸗chen Thro-⸗nes, mit bei-den gleich ge-preist! 2. Zeuch ein, laß mich empfinden und schmecken deine Kraft, die Kraft, die uns von Sünden Hilf und Errettung schafft. Entsündge meinen Sinn, daß ich mit reinem Geiste dir Ehr und Dienste leiste, die ich dir schuldig bin. 3. Ich war wie wilde Reben, du 3 mich gut gemacht; der Tod durchdrang mein Leben, du hast ihn umgebracht, mit Segen mich geschmückt, mir schon im Wasserbade ver⸗ siegelt Gottes Gnade, die mich im Tod eraquickt. 4. Du bist das heilge Sle, dadurch gesalbet ist mein Leib und meine Seele dem Herren Jesu Christ zum wahren Eigentum, zum Priester und Propheten, zum König, den in Nöten. Gott schützt vom Heiligtum. 5. Du bist ein Geist, der lehret, wie man recht beten soll. Dein Beten wird erhöret, dein Singen klinget wohl; es steigt zum Himmel an, es steigt und fleht um Gabe, bis der geholfen habe, der allen helfen kann. 6. Du bist ein Geist der Freuden, vom Trauern hältst du nicht, erleuchtest uns im Leiden mit deines Trostes Licht. Ach ja, wie manchesmal hast du mit süßen Worten mir aufgetan die Pforten zum güldnen Freudensaal! 7. Du 1. ein Geist der Liebe, ein Freund der Freundlichkeit, willst nicht, daß uns beträbe Zorn, Zank, Haß, Neid und Streit. Der Feindschaft bist du feind, willst, daß durch Liebesflammen sich wieder tun zusammen, die voller Zwietracht seind. 8. Du, Herr, hast selbst in Händen die ganze, weite Welt, kannst Menschenherzen wenden, wie dir es wohlgefällt: so gib doch deine Gnad zu Fried und Liebesbanden; verknüpf in allen Landen, was sich getrennet hat. 9. Beschirm die Obrigkeiten, u unsers Fürsten Thron, ib Fried zu unsern Zeiten; schmück als mit einer Kron die Alten mit Verstand, mit Frömmigkeit die Jugend. mit Gottesfurcht und Tugend das Volk im ganzen Land. 10. Erfülle die Gemüter mit reiner Glaubenszier. die Häuser und die Güter mit Segen für und für. 2 ertreib den bösen Geist, der dir sich widersetzet und, was dein Herz ergötzet, aus unsern Herzen reißt. 11. Gib Freudigkeit und Stärke, stehen in dem Streit, den Satans Reich und Werke uns käglich anerbeut. Hilf Schlesisches Provinzial⸗Gesangbuch 8 10⁵ 126. 127 Trinitatis kämpfen ritterlich, damit wir überwinden und ja zum Dienst der Sünden kein Christ ergebe sich. 12. Richt unser ganzes Leben allzeit nach deinem Sinn, und wenn wirs sollen geben ins Todes Hände hin, wenns mit uns hier wird aus, so hilf uns hense sterben und nach dem Tod ererben des ewgen Lebens Haus. Paul Gerhardt 1607—1676 9. Trinitatis 126 Vorreformat., ev. 1539 HE 46— 22—— LI I 1 + + + I + Al»lein Gott in der Höh sei Ehr und Dank für da⸗rum, daß nun und nim⸗mer⸗mehr uns rüh⸗ ren EiE sei⸗ ne Gna⸗de E 06 kann kein Scha⸗de. Ein Wohl⸗ge⸗falln Gott an uns hat, nun — H I.—7 e rar. ist groß Fried ohn Un⸗ter⸗laß, all Fehd hat nun ein En⸗de. 2. Wir loben, preisn, anbeten dich für deine Ehr, wir danken, daß du, Gott Vater, ewiglich regierst ohn alles Wanken. Ganz unermessn ist deine Macht, fort gschieht, was dein Will hat bedacht. Wohl uns des feinen Herren! 3. O Jesu Christ, Sohn eingeborn deines himmlischen Vaters, Versöhner der'r, die warn verlorn, du Stiller unsers Haders, Lamm Gottes, heilger Herr und Gott nimm an die Bitt von unfrer Not, erbarm dich unser aller! 4. O heilger Leuse du höchstes Gut, du allrheilsamster erlbset vors Teufels Gwalt fortan behüt, die Jesus Christ erlöset durch große Martr und bittern Tod; abwend all unsern Jammr und Not, darauf wir uns verlassen. * O Gott du frommer Gott II 12⁷ Leipzig 1675 2 SIDSDAD IIAE 2— 1. 2 2 1 1— . 1———1 1 + + *— Ge ⸗lo⸗bet sei der Herr, mein Gott, mein ——— Trinitatis 128 Leib und Seel ge⸗ ge⸗ben, mein Va⸗ter, der mich .......... schützt von Mut⸗ter-lei-be an, der je⸗den Au⸗gen⸗ E E 2Z2— E + 7 +—— 1 I— + + — — blick viel Guts an mir ge-tan. U + 2. Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Heil, mein Le⸗ ben, des Vaters liebster Sohn, der sich für mich gegeben, der mich erlöset hat mit seinem teuren Blut, der mir im Glauben schenkt sich selbst, das höchste Gut. 3. Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Trost, mein Leben, des Vaters werter Geist, den mir der Sohn gege⸗ ben, der mir mein Herz erquickt, der mir gibt neue Kraft, der mir in aller Not Rat, Trost und Hilfe schafft. 4. Gelobet sei der Herr, mein Gott, der ewig lebet, den alles rühmt und lobt, was durch ihn lebt und webet; ge⸗ lobet sei der Herr, des Name heilig heißt, Gott Vater, Gott der Sohn und Gott der werte Geist, 5. dem Halleluja wir mit Freuden lassen klingen und mit der Engel Schar das Heilig, Heilig singen, den herz⸗ lich lobt und preist die ganze Christenheit. Gelobet sei mein Gott in alle Ewigkeit! Johann Olearius 1611—1684 Wie schön leuchtet 128 Frankfurt a. M. 1599 A 4— F◻** + + +— 1 IEI EI— 1— l— 1 +——— al ⸗le⸗lu⸗ja, Lob, Preis und Ehr set un⸗serm Von E⸗wig⸗ keit zu E⸗wig⸗keit sei in uns — 1 D EI + +—4 .—.I————— Gott je mehr und mehr für al ⸗le sei ⸗ ne Wer⸗kel al⸗len ihm be- reit Dank, Weis⸗heit, Kraft und Stär⸗ke; 1.—— E— II——— klin⸗get, sin⸗get: Drei⸗mal hei⸗lig, hoch und herr⸗lich, E l I +—+ + + N 7 L——5 reich an Eh⸗re ist der Herr der Him-mels⸗-hee⸗re. 10⁷ 129 Trinitatis 2. Halleluja, Preis, Ehr und Macht sei auch dem Gottes⸗ lamm gebracht, in dem wir sind erwählet, das uns mit sei⸗ nem Blut erkauft, damit besprenget und getauft, das sich mit uns vermählet. eilig, selig ist die Freundschaft und Gemeinschaft, die wir haben und darinnen uns erlaben. 3. Halleluja, Gott heilger Geist, sei ewiglich von uns gepreist, durch den wir neu geboren, der uns mit Glauben ausgeziert, dem Bräutigam uns zugeführt, den Hochzeits⸗ tag erkoren. Seele, wähle! Da ist Freude, da ist Weide, da ist Manna und ein ewig Hosianna. 4. Halleluja, Lob, Preis und Ehr sei unserm Gott je mehr und maht und seinem großen Namen! Stimmt an mit aller Himmel Schar und singet nun und immerdar mit Freuden Amen, Amen! Klinget, singet: Dreimal heilig, hoch und herrlich, reich an Ehre ist der Herr der Himmelsheere. 1698 Liebster Jesu wir sind hier 129 Johann Rudolf Ahle 1664 F◻.—————4 EEEEE en ⸗öde, Va⸗ter, dei-nen Geist, da ich vor dein daß, wie du mich sel-ber heißt, ich im Geist und —V˙— H—2=.— 1 ———4—2—— — e e e.— — Wahr⸗ heit 26 16⸗ leh-re mich, dich recht er-ken-nen SS und dich Ab-ba, Va⸗ter, nen-nen. 2. Mein Herr Jesu, hilf du mir, daß ich bet in deinem Namen, daß, was Gott verheißt in dir, mir auch werde Ja und Amen; sprich für mich und laß mich sehen dich zur Rechten Gottes stehen! 3. Heilger Geist, erleuchte mich und entzünde mein Ver⸗ langen, daß ich Gottes Huld durch dich voller Inbrunst mög empfangen; brich die Trägheit, zieh die Sinnen aus der Welt zu dir von hinnen. 4. Heilige Dreieinigkeit, Ursprung aller guten Gaben, laß mich wahre Freudigkeit und im Herzen Zeugnis haben, daß du stets nach deinem Willen wollest meine Bitt er⸗ füͤllen. Johann Schrader 1684—1737 steht al⸗les in sei⸗ ner Macht. Trinitatis 130 130 Vorreformat., ev. 1524 — 4— 4 1 1— +——3——— L V— Wir glau⸗ben all an ei⸗ nen Gott, Schöp⸗fer ———...— + + 2— 15 . Him⸗mels und der Er-den, der sich zum Va⸗ter ge⸗ben hat, + 27 1 ESESS e een en Lere.:.:.. 6— EEE Ral 2—— daß wir sei⸗ne Kin-der wer ⸗den. Er will uns all⸗ ——— I—— en, zeit er⸗ näh⸗ren, Leib und Seel auch wohl be⸗wah⸗ ren; al⸗lem Un⸗fall will er weh-ren, kein Leid soll uns wi⸗der⸗ — 2. Wir glauben auch an Jesum Christ, seinen Sohn und unsern Herren, der ewig bei dem Vater ist, gleicher Gott von Macht und Ehren. Von Maria, der deitden Gen ist ein wahrer Mensch geboren durch den heilgen Geist, im Glauben für uns, die wir warn verloren, am Kreuz gestorben und vom Tod wieder auferstanden durch Gott. 3. Wir glauben an den heilgen Geist, Gott mit Vater und dem Sohne, der aller Blöden Tröster heißt und mit Gaben zieret schöne; die ganz Christenheit auf Erden hält in einem Sinn gar eben: hier all Sünd vergeben werden; das 8 soll auch wieder leben, nach diesem Elend ist bereik uns ein Leben in Ewigkeit. Martin Luther 1483—1546 131. 132 10. Michaelisfest Meinen Jesum laß ich nicht I 131 Johann Ulich 1674 11111 —+ + 4.— + Heie du hast in dei⸗ nem Reich gro⸗ße die-sen bin ich noch nicht gleich, denn mein PP Scha⸗ren heil-ger En ⸗gel; ö Herz ist vol⸗ler Män=gel; ach, wann werd ich auch so ———. H — E—— —., —3 rein als die gu⸗ten En⸗gel sein? i 2. Mich beschweret Fleisch und Blut; hilf du, daß ich geistlich werde, gib mir einen Engelmut, der sich trenne von der Erde, daß ich als dein liebes Kind allzeit himm⸗ lisch sei gefinnt. 3. Mache mir dein Werk bekannt durch des heilgen Geistes Gabe. daß ich Weisheit und Verstand wie ein Engel Gottes habe, bis wir einst in jenem Licht völlig sehn dein Angesicht. 4. Auch dein Wille soll geschehn in dem Himmel und auf Erden; darum laß uns dahin sehn, daß wir dir gehorsam werden, und verleih, daß ich dabei aller Engel Mitknecht sei. ö 5, Unsre Welt ist voll Gefahr, droht mit wilden Meeres⸗ ö wellen. Sende deiner Engel Schar, daß mich niemand könne fällen, und da, wo wir schlafen ein, laß sie meine Wächter sein. 6. Mach es wie mit Lazarus, wenn ich künftig werde sterben, daß auch ich am Lebensschluß möge Trost und Segen erben, heiß die Engel mich zur Rauh tragen nach dem Himmel zu.—7 7. Laß mich dann vor deinem Thron in dem Chor der Engel gehen, in des ewgen Lebens Kron mit den Auser⸗ wählten stehen, daß ich so in deinem Reich lobe dich den Engeln gleich. Kaspar Reumann 1648—1715 11. Erntedankfest Aus meines Herzens Grunde 132 Hamburg 1598 4 —E ie Ernt ist nun zu En⸗de, der Se⸗ gen wor ⸗aus Gott al ⸗le Stän⸗de satt, reich und 99* Erntedankfest ——4.— I 2.—— ö 2 ein⸗ge⸗ bracht, fröh⸗lich macht. Der al ⸗te Gott lebt noch, man kann es deut⸗lich mer⸗ken an so viel Lie⸗bes⸗wer⸗ken; +4 H E — A—=.— H —. A —„*—— drum prei⸗sen wir ihn hoch. 2. Wir rühmen seine Güte, die uns das Feld bestellt und oft ohn unsre Bitte getan, was uns gefällt, die immer noch geschont, ob wir gleich sündlich leben, die Fried und Ruh gegeben, daß jeder sicher wohnt. 3. Zwar manchen schönen Segen hat böses Tun verderbt, den wir auf guten Wegen sonst hätten noch ererbt; doch hat Gott mehr getan aus unverdienter Güte, als Mund. Herz und Gemüte nach Würden rühmen kann. 4. Er hat sein Herz geneiget, uns Sünder zu erfreun, genugsam sich bezeuget durch Regen, Sonnenschein; wards aber nicht geacht't, so hat er sich verborgen und durch verborgnes Sorgen zum Beten uns gebracht. 5. O allerliebster Vater, du hast viel Dank verdient, du, mildester Berater, machst, daß uns Segen grünt. Wohlan, dich loben wir für abgewandten Schaden, für viel und große Gnaden: Herr Gott, wir danken dirl 6. Zum Danken kommt das Bitten: Du wollest, frommer Gott, vor Feuer uns behüten und aller andern Not; gib friedevolle Zeit. erhalte deine Gaben, daß wir uns damit laben; regier die Obrigkeit. 7. Besonders laß gedeihen dein teuer wertes Wort, daß wir uns dessen freuen; und laß an unserm Ort dies gute Samkörnlein verlangte Früchte bringen und uns in allen Dingen recht fromme Leute sein. 8. Gib, daß zu dir uns lenket, was du zum Unterhalt des Lebens hast geschenket, daß wir dich mannigfalt in deinen Gaben sehn, mit Herzen, Mund und Leben dir Dank und Ehre geben: o laß es doch geschehn! 9. Kommt unser Lebensende, so nimm du unsern Geist in deine Vaterhände, wo er dich ewig preist, wo ihm kein Leid bewußt: so ernten wir mit Freuden nach ausge⸗ standnen Leiden die Garben voller Lust. Gottfried Tollmann 1680—1766 133. 134 Erntedankfest Nun laßt uns Gott 133 Leipzig 1587 HH—, —..——.—— 3 Kommt, laßt uns Gott lob⸗-sin⸗-gen und Preis und + f + I + f 1 + +.— + + I + 5 1 .——————— — 4 Dank ihm brin- gen für sei⸗ner Ern⸗te Ga-ben, die + + EE 2—— 1 +— wir ge⸗sam⸗melt ha-ben. 2. Der Herr hat uns gegeben, was nötig ist zum Leben, zum freudigen Genusse aus seinem Überflusse. 3. Die Scheuern sind voll Segen; denn er gab Tau und Regen, der Frucht, der wir uns freuen, Schutz, Wachstum und Gedeihen. 4. Frohlocket seiner Milde, daß Auen und Gefilde, was wir gesäet haben, so reichlich wiedergaben. 5. Frohlockt ihm, dem Erretter! Oft drohten Sturm und Wetter den Untergang der Saaten, und doch sind sie geraten. 6. Er läßt uns Segen ernten. O daß wir dankvoll lernten, ihm ähnlich uns der Armen mitleidig zu erbarmen. 7. Verehret 5 Gnade und wandelt seine Pfade, daß seine Mild und Treue euch auch forthin erfreue. Johann Andreas Cramer 1723—1788 O daß ich tausend Zungen I 134 Frankfurt a. M. 1738 * 1—1—+———..— O daß doch bei der rei⸗chen Ern⸗te, wo⸗mit du, ein je⸗der froh emp⸗fin-den lern⸗ te, wie reich du —. 2 2 SSS Höch⸗ster, uns er⸗freust, ö 34 uns zu seg⸗nen weißt, wie gern du un⸗sern Man⸗gel ...— stillst und uns mit Speis und Freud er⸗füllst! 2. Du siehst es gern, wenn deiner Güte, o Vater, unser Herz sich freut und ein erkenntliches Gemüte auch das, 11² IISlll 2 22 2— EUEE — . Erntedankfest 135 was du für diese Zeit uns zur Erquickung hast bestimmt, mit Dank aus deinen Händen nimmt. 3. So kommt denn, Gottes Huld zu feiern, kommt, Christen, lasset sein uns freun und bei den angefüllten Scheuern dem Herrn der Ernte dankbar sein! Ihm, der uns stets Versorger war, bringt neuen Dank zum Spfer dar! 4. Nimm Inidiß an das Lob der Liebe, das unser Herz dir, Vater, weihtl Dein Segen mehr in uns die Triebe zum tätgen Dank, zur Folgsamkeit, daß Preis für deine Vatertreu auch unser ganzes Leben sei. 5. Du nährest uns bloß aus Erbarmen, das treib auch uns zum Wohltun an: nun sei auch gern ein Trost der Armen, wer ihren Mangel stillen kann. Herr, der du aller Vater bist, gib jedem, was ihm nützlich ist! 6. Tu deine milden Segenshände, uns zu erquicken, ferner auf; versorg uns bis an unser Ende und mach in unserm Lebenslauf uns dir im Kleinsten auch getreu, daß einst uns größres Glück erfreu. 7. Bewahr uns den geschenkten Segen, gib, daß uns sein Genuß gedeih und unser Herz auch seinetwegen dir dank⸗ bar und ergeben sei: der du uns täglich nährst und speist, erquick auch ewig unsern Geist. Johann Samuel Diterich 1721—1797(nach Ehrenfried Liebich 1713—1780) Was Gott tut 135 Weimar 1681 —. W- Gott tut, das ist wohl-ge⸗tan, so den⸗ken Er sie⸗het sie oft stra⸗-fend an und liebt sie —I——— Got⸗tes Kin⸗der. jeht i inr⸗nrela doch nicht min der. Er zieht ihr Herz nur him⸗mel⸗wärts, —.—.—.— P —. 1 + 1E— ..—— 0 2 ů47c0 wenn er sie läßt auf Er⸗den ge⸗plagt und trau⸗rig wer⸗den. 2. Was Gott tut, das ist wohlgetan; gibt er, so kann man nehmen; nimmt er wir sind nicht übler dran, wenn wir uns nur bequemen. Die Linke schmerzt, die Rechte herzt, und beide Hände müssen wir doch in Demut küssen. 3. Was Gott tut, das ist wohlgetan; er weist uns oft den Segen, und, eh er noch gedeihen kann, muß sich die Hoffnung legen; weil er allein der Schatz will sein, so macht er andre Güter durch den Verlust uns bitter. 4. Was Gott tut, das ist wohlgetan; wenn man nach reichem Säen doch wenig Garben ernten kann, so istg viel⸗ 136 Reformationsfest leicht geschehen, weil Gott auch Frucht bei uns gesucht und doch hat müssen klagen, daß wir so schlecht getragen. 5. Was Gott tut, das ist wohlgetan; wir müssen besser werden. Man baue nur die Herzen an, so folgt die Frucht auf Erden. Den Mangel muß ein Überfluß zu andrer Zeit ersetzen und Feld und Herz ergötzen. 6. Was Gott tut, das ist wohlgetan; es geh nach seinem Willen; läßt es sich auch zum Mangel an, er wird ihn wieder stillen, obgleich das Feld nicht viel enthält. Man kann bei wenig Brocken vergnügt sein und frohlocken. 7. Was Gott tut, das ist wohlgetan; das Feld mag trauri stehen, wir gehn getrost zur Kirch hinan und wollen Got erhöhen. Sein Wort ist Brot, so hats nicht Not: die Welt muß eh verderben, als wir vor Hunger sterben. 8. Was Gott tut, das ist wohlgetan! So wollen wir stets schließen; ist 2200 bei uns kein Kanaan, wo Milch und Honig fließen, doch ists genung St Scbesel 1e wenn Gott den Bissen segnet, obs gleich nicht Scheffel regnet. 9. Was Gott tut, das ist wohlgetan! Wie er es nun ge⸗ Hebe so nehmen wir es billig an und sind dabei vergnü⸗ 50 mag gleich nur klein der Vorrat sein; laßt in Ge⸗ uld uns fassen, er wird uns nicht verlassen. Benjamin Schmolck 1672—1737 12. Reformationsfest S....—— ι1. Wehr und Vaf ⸗fen; er hilft uns frei aus al⸗ler Not, die 114 Reformatiousfest ——— HERHA— 4 +— 12:.— + EETIII + 1 EI —— uns jetzt hal be⸗ Tof ⸗fen. Der alt bö⸗se Feind, 1 Oon mit Ernst ers jetzt meint; groß Macht und viel 2— sein E.— grau⸗sam Rü⸗stung ist; auf Erd ist nicht seins⸗ Rel⸗ chen. klt 2. Mit unsrer Macht ist nichts getan, wir sind gar bald verloren; es streit't für uns der rechte Mann, den Gott 18 selbst hat erkoren. Fragst du, wer der ist? Er heißt Jesus d Christ, der Herr Zebaoth, und ist kein andrer Gott; das tt Feld muß er behalten. 3. Und wenn die Welt voll Teufel wär und wollt uns gar verschlingen, so fürchten wir uns nicht so sehr: es soll i⸗ uns doch gelingen. Der 17 dieser Welt, wie saur er sich e⸗ stellt, tut er uns doch nich das macht, er ist gericht't; ein Wörtlein kann ihn fällen. 7 4. Das Wort sie sollen lassen stahn und kein'n Dank da⸗ u haben; er ist bei uns wohl auf dem Plan mit seinem eist und Gaben. Nehmen sie den Leib, Gut, Ehr, Kind und Weib, laß fahren dahin, sie habens keinin Gewinn; das Reich muß uns doch bleiben. Martin Luther 1483—1546 2 1—4 i 15⁴³ — E 2——— Der E— 2 2— 6 44065 uns, den, bei dei- nem Wort und 56665 ·re dei⸗ner Fein⸗de Mord, die Je⸗sum Chri⸗stum, dei⸗nen ——— —— + EA + + ———.— 4.— — ; Sohn, stür-zen wol-len von dei- nem Thron. 2. Beweis dein Macht, Herr Jesu Eieint der du Herr aller Herren bist; beschirm dein arme Christenheit, daß sie dich ö lob in Ewigkeit. 3. Gott, heilger Geist, du Tröster wert, 310 dein'm Volk einen Sinn Auf Erd; steh bei uns in det letzten Not, g'leit uns ins Leben aus Lem Tod. Martin Luther 1483—1546 11⁵ 138. 139 Reformationsfest anune her zu mir spricht 138 66518 weltlich, geistlich 153⁰ be —.... ö Ver⸗za⸗ge nicht, du Häuf⸗lein klein, ob⸗schon die Fein⸗de —. stö-ren, und su⸗chen wil⸗lens sein, dich gänz-lich zu ver⸗ angst und dei⸗nen Un⸗ter⸗gang, da⸗ von dir wird recht — wird nicht lan⸗ge wäh⸗ ren. bang; es 2. Des tröst dich nur, daß deine Sach ist Gottes; dem befiehl die Rach und laß du ihn nur walten. Er wird durch seinen Gideon den er wohl weiß, dir helfen schon, dich und sein Wort erhalten. 3. So wahr Gott Gott ist und sein Wort muß Teufel, Welt und Höllenpfort und was dem tut anhangen, endlich werden zu Schand und Spott. Gott ist mit uns und wir mit Gott; den Sieg wolln wir erlangen. Michael Altenburg 1584— 1640(Gustav Adolfs Feldlied 1632) AEANI 11111— Erhalt uns Herr bei deinem 139 Wittenberg 1543 +* E 4.— 4——— Wach auf, wach auf,'s ist hoehe Zeit! Christ, sei mit ...I.P. I... dei⸗ ner Hilf nicht weit! Das wü⸗tend un⸗ge⸗stü⸗me 25———.— 2—— I ö Meer läuft an mit Macht und drängt uns sehr. 2. Hilfst du nicht bald, so ists geschehn, zu Grund wir müssen eilends gehn. Bedräu der Wellen wild Gebrüll, so ö legt es sich und wird ganz still. ö Sonntagsgottesdienst 140 3. Ach Herr, um deine Namens Ehr halt uns in Fried bei deiner Lehr! Gib deiner Kirche wieder Ruh, Gesundheit, gute Zeit dazu. 4. Laß lästern nicht den Namen dein, dein Völklein halt zusammen fein; und mag es ja nicht anders sein, denn daß der Feind will schlagen drein, 5. so wir doch Frieden hielten gern: wohlan, wir sehn auf dich, den Herrn. Du bist doch der allmächtge Gott, dein Name heißt Herr Zebaoth! 6. Sei du Hauptmann in diesem Streit, dein siegreich Hand helf uns beizeit, damit der Feind, wie groß er istt, muß sehen, daß du größer bist. 7. In deiner Kraft wir liegen ob, daß weit erschall dein Ehr und Lob und alle Welt des inne werd, daß du noch lebst und herrschst auf Erd. Ambrosius Blarer 1492—1564 b) Lieder für den Sonntagsgottesdienst Christus der ist mein Leben 140 Melchior Vulpius 1609 — * 7 4—.— 11 + + + ........ 4 Ach bleib mit dei-ner Gna⸗de bei uns, Herr 1——— S ———. ö— Je⸗su Christ, daß uns hin ⸗fort nicht scha⸗de des .. bö⸗sen Fein⸗des List. 2. bepp hie mit deinem Worte bei uns, Erlöser wert, daß uns beid, hier und dorte, sei Güt und Heil beschert. 3. Ach bleib mit deinem Glanze bei uns, du wertes Licht; dein Wahrheit uns umschanze, damit wir irren nicht. 4. Ach bleib mit deinem Segen bei uns, du reicher— dein Gnad und alls Vermögen in uns reichlich vermehr. 5. Ach bleib mit deinem Schutze bei uns, dpöse We Held, daß uns der Feind nicht trutze noch fäll die böse Welt. 6. Ach bleib mit deiner Treue bei uns, mein Herr und Gott, Beständigkeit verleihe, hilf uns aus aller Not. Josua Stegmann 1588—1632 I II I — 141. 142 Sonntagsgottesdienst Straf mich nicht 141 Urspr. weltlich, geistlich 1694 —.2 i —— Bet ge ⸗mein⸗de, heil⸗ dich mit dem heil⸗gen Je⸗ su Geist er⸗ gie ⸗ße sich dir in Herz 665 EEE Ste⸗ N. 4 den Mund al⸗le Stund von Ge-bet und A.— + +—— — Fle ⸗ hen hei⸗lig ü⸗ber ⸗ge⸗hen. 2. Heilige der Seele Glut, deines Geists Verlangen, dem, der für dich gab sein Blut, heilig anzuhangen. Heil⸗ ger Rauch sei es auch, der zu Gott aufgehet, wenn 5 Herze flehet. 3. Das Gebet der frommen Schar, was sie fleht und bittet, das wird auf dem Rauchaltar vor Gott ausge⸗ schüttet; und da ist Jesus Christ Priester und Ver⸗ sühner aller seiner Diener. 4. Kann ein einiges Gebet einer gläubgen Seelen, wenns zum Herzen Gottes geht, seines Ziels nicht fehlen: was wirds tun, wenn sie nun alle vor ihn treten und zusammen beten! 5. Wenn die Heilgen dort und hier. Große mit den Kleinen, Engel, Menschen, mit Begier alle sich vereinen, und es geht ein Gebet aus von ihnen allen: wie muß das erschallen! 6. O der unerkannten Macht von der Heilgen Beten! Ohne das wird nichts vollbracht so in Freud als Nöten; Schritt für Schritt wirkt es mit wie zum Sieg der Freunde so zum End der Feinde. 7. O, so betet alle drauf, betet immer wiederz; heilge ände hebet auf, heilget eure Glieder, heiliget das ebet, das zu Gott sich schwinget, daß hinauf es dringet. 8. Betet, daß die letzte Zeit vollends übergehe, daß man Christi Herrlichkeit offenbaret sehe; stimmet ein ins⸗ gemein mit der Engel Sehnen nach dem Tag, dem schönen. Christoph Karl Ludwig von Pfeil 1712—1784 — — — — 11 Herr Zesu Christ dich zu usss 142 Görlitz 1618 SSDSPSPSSSII Brunn al⸗les Heils, dich eh⸗ren wir und öffnen 11⁸ Isnn rn Sonntagsgottesdienst ,——.— .——— un⸗sern Mund vor dir; aus dei⸗ner Gott-heit Hei⸗lig⸗ ———— tum dein ho⸗her Se⸗gen auf uns komm. ö 2. Der Herr, der Schöpfer, bei uns bleib; er segne uns nach Seel und Leib, und uns behüte seine Macht vor allem Übel Tag und Nacht. 3. Der Herr, der Heiland, unser Licht, uns leuchten laß sein Angesicht, daß wir ihn schaun und glauben frei, daß er uns ewig gnädig sei. 4. Der Herr, der Tröster, ob uns schweb, sein Antlitz über uns erheb, daß uns sein Bild werd eingedrückt. und geb uns Frieden unverrückt. 5. Jehova, Vater, Sohn und Geist, o Segensbrunn, der ewig Aleußt, durchfleuß Hoss Sinn und Wandel wohl und mach uns deines Segens vo Gerhard Tersteegen 1697—1769 Alle Menschen müssen sterben 143 Jakob Hintze 1678 .——— ö——. ö as ist ei⸗ ne sel⸗ ge Stun⸗de, Je⸗su, da man und das Herz von Her-zens⸗grun⸗de tief in dei⸗ne —5 II I +—H ...——.—..—.— 1—— + I + +— 1 dein ge⸗denkt 11 ů Je Wun⸗den senkt. Wahr⸗lich, nichts als Je⸗sum ken⸗nen, — EH I Je⸗sum su⸗chen, fin⸗den, nen⸗nen, das er⸗fül⸗let un⸗sre — ————— 1 Zeit mit der höch-sten Se⸗lig⸗keit. 2. Jesu, deine Gnadenquelle fließt so gern ins Herz hinein, deine Sonne scheinet helle, denn du willst genossen sein, und bei aller Segensfülle ist dein Wunsch und ernster Wille, daß man, weil dein Brünnlein voll, unaufhörlich schöpfen soll. 3. Nun, so laß auch diese Stunde dein Gedächtnis in uns sein; in dem Herzen, in dem Munde leb und herrsche du 144. 145 Sonntagsgottesdienst allein. Laß uns deiner nie vergessen; wie Maria einst ge⸗ sessen, da sie dir hat zugehört, mach das Herz dir zugekehrt. Ernst Gottlieb Woltersdorf 1725—1761 Herr und Altster deiner 14⁴4 Urspr. weltl., Brüdergem. 1735 .——— 5——— 4— 2—.. — 2 ie wir uns all-hier bei⸗sam⸗men fin⸗ den, uns auf dei- ne Mar⸗ter zu ver-bin⸗den, e e,, de.. 2—. schla⸗gen un⸗sre Hän-de ein, 1. ie dir auf e⸗wig treu zu sein; und zum Zeiechen, daß dies und zu⸗gleich: Frie-de, + + I Frie⸗de sei mit euch! Christian Renatus Graf von Zinzendorf 1727—1752 Kommt her zu mir spricht 145 Urspr. weltlich, geistlich 1530 14.— 5——— 5——.—. 2. L —0 Eins hät⸗ten wir von Her-zen gern und wol- len ————.—. +—‚— un⸗sern lie⸗ben Herrn recht in⸗nig drum an⸗-fle⸗hen: ach LE I 15 1 1 1———— ESeeeE — + + — 1 + II SSEITT— 1 + II 1 I II , +— II ein und aus als dei⸗ ne Kin-der ge⸗ hen. 2. Es ist doch nirgends in der Welt um unser Herz so wohl bestellt, als hier, wo wir erscheinen, den schönen Gottes⸗ dienst zu schaun und an dem Wort uns zu erbaun, womit du dienst den Deinen. sssV Muu„FV. n Sonntagsgottesdienst 146. 147 * 3. Hier legen wir den Pilgerstab und allen Staub der Erde ab und alle Mühn und Sorgen und halten miteinander 1 1 Porhe wir laden uns bei dir zu Gast und fühlen uns ge⸗ orgen. 4. Da wird das Herz so freudenvoll und weiß nicht, wie es danken soll; da beten wir und singen, um dir mit aller Engel Heer demütig Lob und Preis und Ehr als Opfer darzubringen. 5. Ach komm und sei uns Burg und Hort und laß von deinem lautern Wort uns nichts auf Erden treiben und segne gnädig unsern GPang, damit wir unser Leben lang bei deinem Haus verbleiben. Julius Sturm 1816—1896 E 6 Wie schön leuchtet 146 Frankfurt a. M. 1599 —.72 — .— H—— .SPS‚‚................ D Geh auf, du hel⸗ler Mor⸗gen⸗stern, in al ⸗len daß dei⸗ ne gan⸗ze Chri-sten-heit in Lieb und 2 +J— DEAEHII 1 + +I II Her⸗zen nah und fern, daß je⸗der dich er⸗ken⸗-ne, Glau⸗bens⸗ei ⸗nig⸗ keit und heil-gem Ei⸗fer bren- ne. —7 4 Schöp⸗fer, Ret⸗ter, dein Er⸗bar-men geb uns Ar⸗men — neu⸗es Le⸗ben; Le⸗ben wollst du al⸗-len ge⸗ ben. 185⁵³ Wunderbarer König 147 Bremen 1680 E— E 1—— ———.... ott ist in der Mit⸗ tig; las⸗set uns an ⸗be ⸗ten Gott ist in der Mit-ten; al-les in uns schwei⸗ge DiEEEE und in Ehr⸗furcht vor ihn tre⸗ ten. 7067 4 und sich in ⸗nigst vor ihm beu⸗ ge. Wer ihn kennt, wer ihn — 3———.—1 2 nennt, schlag die Au⸗gen nie⸗der. Kommt, er⸗gebt euch wie⸗der. 148 Sonutagsgottesdienst 2. Gott ist gegenwärtig, dem die Cherubinen Tag und RNacht in Ehrfurcht dienen.„Heilig heilig, heilig“ singen ihm zur Ehre aller Engel hohe Ehöre. Herr, vernimm unsre Stimm, da auch wir Geringen unsre Opfer bringen. 3. Wir entsagen willig allen Eitelkeiten, aller Erden⸗ lust und Freuden. Da liegt unser Wille, Seele, Leib und Leben, dir zum Eigentum ergeben! Du allein sollst es sein, unser Gott und Herre, dir gebührt die Ehre. 4. Majestätisch Wesen, möcht ich recht dich preisen und im Geist dir Dienst erweisen; möcht ich wie die Engel im⸗ mer vor dir stehen und dich gegenwärtig sehen! Laß mich dir für und für trachten zu gefallen, liebster Gott, in allem. 5. Luft, die alles füllet, drin wir immer schweben, aller Dinge Grund und Leben! Meer ohn Grund und Ende, Wun⸗ der aller Wunder, ich senk mich in dich hinunter; ich in dir, du in mir, laß mich ganz verschwinden, dich nur sehn und finden. 6. Du durchdringest alles, laß dein schönstes Lichte, Herr, berühren mein Gesichte. Wie die zarten Blumen willig sich entfalten und der Sonne stille halten: laß mich so still und froh deine Strahlen fassen und dich wirken lassen. 7. Mache mich voll Einfalt, innig, abgeschieden, sanft und still in deinem Frieden; mach mich'reines Herzens, daß ich deine Klarheit schauen mag in Geist und Wahrheit; laß mein Herz überwärts wie ein Adler schweben und in dir nur leben. 8. Herr, komni in mir wohnen, daß mein Geist auf Erden dir ein Heiligtum mag werden; komm, du nahes Wesen, dich in mir verkläre, daß ich stets dich lieb und ehre. Wo ich geh, sitz und steh, laß mich dich erblicken und vor dir mich bücken. Gerhard Tersteegen 1697—1769 Nun ruhen alle Wälder 148 Weltlich 1505, geistlich 1550 — 2— Herr, hö⸗rel Herr, er⸗hö⸗rel breit dei⸗nes Na⸗mens E—.—————— ů Eh⸗re an al⸗len Or-ten aus. Be⸗ schüt⸗ze al⸗le — Stän⸗de durch dei-ner All-macht Hän ⸗de, schütz Kir⸗che, 1 + + + + I + 1 II ———.— II Ob⸗rig⸗ keit und Haus. S rn Sonntags gottesdienst 2. Ach laß dein Wort uns allen noch ferner reichlich schallen zu unsrer Seelen Nutz. Bewahr vor allen Rotten, die deiner Wahrheit spotten, biet allen deinen Feinden Trutz. 3. Gib du getreue Lehrer und unverdroßne Hörer, die beide Täter sein. Auf Pflanzen und Begießen laß dein Ge⸗ deihen fließen und ernte reichlich Früchte ein. 4. Du wollst das Land beglücken und stets mit Gnaden⸗ blicken auf unsern Königsehn. Schütz ihn auf seinem Throne, laß allzeit Reich und Krone in segensvollem Glanze stehn. 5. Laß alle, die regieren, ihr Amt getreulich führen; schaff jedermann sein Recht, daß Fried und Treu sich müssen in unserm Lande küssen, und segne beide, Herrn und Knecht. 6. Ach wend in allen Gnaden Krieg, Feuer, Wasserschaden und Sturm und Hagel ab. Bewahr des Landes Früchte und mache nicht zunichte, was deine milde Hand Uns gab. 7. Gib uns den lieben Frieden, laß alle Feind ermüden; 1 uns gesunde Luft. Laß Not und teure Zeiten sich nicht ei uns verbreiten, da man nach Brot vergebens ruft. 8. Sei allen Kindern Vater, den Müttern sei Berater, den Kleinen gib Gedeihn! Zieh unsre zarte Jugend zur Fröm⸗ migkeit und Tugend, daß sich die Eltern ihrer freun. 9. Die Hungrigen erquicke und bringe die zurücke, die sonst verirret gehn. Die Witwen und die Waisen wollst du mit Troste speisen, wenn sie zu dir um Hilfe flehn. 10. Komm als ein Arzt der Kranken und die im Glauben wanken, laß nicht zugrunde gehn. Die Alten heb und trage, auf daß sie ihre Plage geduldig mögen überstehn. 11. Bleib der ait mi Stütze, die Reisenden beschütze, die Sterbenden geleit mit deinen Engelscharen, daß sie im Frieden fahren zu Zions Freud und Herrlichkeit. 12. Nun, Herr, du wirst erfüllen, was wir nach deinem Willen in Demut jetzt begehrt. Wir sprechen nun das Amen in unsers Jesu Namen: so ist gewiß der Wunsch gewährt. Benjamin Schmolck 1672-1737 149 Görlitz 1648 . Herr Je-su Christ, dich zu uns wend, dein'n heil⸗gen —— en d.— Geist du zu uns send; mit Hilf und Gnad er uns re⸗ ..I.I.... ITITITTTTT gier und uns den Weg zur Wahr⸗heit führ. — 150. 151 Sonntagsgottesdienst 2. Tu auf den Mund zum Lobe dein, bereit das Herz zur Andacht fein; den Glauben mehr, stärk den Verstand, daß uns dein Nam werd wohl bekannt, 3. bis wir singen mit Gottes Heer: Heilig, heilig ist Gott der Herr! und schauen dich von Angesicht in ewger Freud und selgem Licht. 4. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, dem heilgen Geist in einem Thron; der heiligen Dreifaltigkeit sei Lob und Preis in Ewigkeit. 1648, V. 4 1651 O Jesu Christ meins Lebens 150 Leipzig 1625 2———4— EISEE Herr, öff⸗ ne mir die Her-zens-tür, zieh mein Herz — 4 durch dein Wort zu dir; laß mich dein Wort be⸗wah⸗ren E =n. —4.—.2—4.—.4...— rein, laß mich dein Kind und Er-be sein. 2. Dein Wort bewegt des Herzens Grund, dein Wort macht Leib und Seel gesund, dein Wort ists, das mein Herz erfreut, dein Wort gibt Trost und Seligkeit. 3. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, dem heilgen Geist in einem Thron; der heiligen Dreieinigkeit sei Lob und Preis in Ewigkeit. Johann Olearius 1611—1684 Liebster Jesu wir sind hier. 151 Johann Rudolf Ahle 1664 1—. de ——— Hach vor dei⸗nem An ⸗ge⸗ sicht hat die ach ver⸗wirf die Bit te nicht, die dein tt.. d be, nanr Fi 305— SSFSFIIF F P——— An⸗dacht uns ver⸗ sam⸗-melt;„ Volk dir, Höch ⸗ster, Ran⸗ melt. Hör auf un=sre * E! D * schwa⸗chen Lie-der und sieh gnä-dig auf uns nie⸗der. 12⁴ Sonntagsgottesdienst 15² 2. Laß dein Wort, das hier erschallt, viele gute Früchte bringen und mit göttlicher Gewalt tief in unsre Herzen dringen; laß es unsern Sinn erneuen und des Irrtums Nacht zerstreuen. 3. Dein Gebot mach uns bekannt und hilf selbst es treulich üben, dich und den, den du gesandt, Jesum Christum, herzlich lieben, daß kein Schmerz und keine Freude uns von deiner Liebe scheide. Daniel Schiebeler 1741—1771 1 O du Liebe meiner Liebe 152 Urspr. weltl., Brüdergem. 1735 SSII.I.I.I.I.. T T T erz und Herz ver-eint zu⸗-sam-men sucht in las⸗set eu⸗-re Lie-bes⸗flam-men lo- dern ö E———— 4 ů 4 ee eeeee Got⸗tes Her⸗zen Ruh; 11 auf den Hei⸗kand zul Er das Haupt, wir sei⸗ ne — 6———.—— AAA Glie-der, er das Licht und wir der Schein, er der Meikster, I + LI———2 ——— 44444 wir die Brü-der, er ist un-ser, wir sind sein. 2. Kommt, ach kommt, ihr Gnadenkinder, und erneuert euren Bund; schwöret unserm Überwinder Lieb und Treu aus Herzensgrund, und wenn eurer Liebeskette estigkeit und Stärke fehlt, o, so flehet um die Wette, bis sie Jesus wieder stählt. 3. Legt es unter euch, ihr Glieder, auf so treues Lieben an, daß ein jeder für die Brüder auch das Leben lassen kann. So hat uns der Freund geliebet, so vergoß er dort sein Blut; denkt doch, wie es ihn betrübet, wenn ihr euch selbst Eintrag tut. 4. Halleluja, welche Höhen, welche Tiefen reicher Gnad, daß wir dem ins Herze sehen, der uns so geliebet hat; daß der Vater aller Geister, der der Wunder Abgrund ist, daß du, unsichtbarer Meister, uns so fühlbar nahe bist. 5. Ach du holder Freund, vereine deine dir geweihte Schar, daß sie es so herzlich meine, wie's dein letzter Wille war. Ja, verbinde in der Wahrheit, die du selbst im Wesen bist, alles, was von deiner Klarheit in der Tat erleuchtet ist. 12⁵ 153. 154 Sonntagsgottesdienst 6. So wird dein Gebet gewähret, daß der Vater alle die, welche du in dir verkläret, auch in seine Liebe zieh, und daß, wie du eins mit ihnen, also sie auch eines sein, in wahrer Liebe dienen und einander gern erfreun. 7. Liebe, hast du es geboten, daß man Liebe üben soll, o, so mache doch die toten, trägen Geister lebensvoll. Zünde an die Liebesflamme, daß ein jeder sehen kann: wir, als die von einem Stamme, stehen auch für einen Mann. 8. Laß uns so vereinigt werden, wie du mit dem Vater bist, bis schon hier auf dieser Erden kein getrenntes Glied mehr ist; und allein von deinem Brennen nehme unser Licht den Schein: also wird die Welt erkennen, daß wir deine Jünger sein. Nach Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf 1700—1760 Valet will ich dir geben 153 Leipzig 1615 ◻+— I 7 40——— H + Hr1 1 1—.— mich dein sein und blei⸗ben, du treu⸗ er Von dir laß mich nichts trei-ben, halt mich bei . Ber Lahr. Herr, laß mich nur nicht wan⸗ken, gib ——————— 5— mir Be⸗stän⸗dig⸗keit; da⸗für will ich dir dan⸗ ken in I. + I I ———— —— +— 1 1 al⸗le E⸗wig ⸗keit. Nikolaus Selnecker 1530—1592 Gott des Himmels 15⁴4 Heinrich Albert 1642 F-— 4—.— 5— 2—— 2—.— +— 1 icht, das in die Welt ge⸗kom-men, Son⸗- ne Mor⸗gen⸗stern aus Gott ent-glom-men, treib hin⸗ — 251 2 A— SI DSDIIII‚I‚I‚II‚I‚I‚I‚ItI‚ITITITITxTtt..t. ——— 995 9t al e acht, zieh in deinen Wun⸗der⸗schein ——⏑ 8 I Sonntagsgottesdienst H I n.n, man — 4— bald die gan⸗ze Welt hin⸗ein. 2. Gib dem Wort, das von dir zeuget, einen recht gepriesnen Lauf, daß noch manches Knie sich beuget, sich noch manches Chrit. auf, eh die Zeit erfüllet ist, wo du richtest, Jesu hrist. 3. Heile die zerbrochnen Herzen, baue dir Jerusalem und verbinde unsre Schmerzen, denn so ists dir angenehm. Herr, tu auf des Wortes Tür, rufe allen: Kommt zu mir! 4. Es sei keine Sprach noch Rede, da man deine Stimm nicht hört, und kein Land so fern und öde, wo nicht dein Gesetz sie lehrt. Laß den hellen Freudenschall siegreich aus⸗ gehn überall. 5. Geh, du Bräutgam, aus der Kammer, laufe deinen Helden⸗ duntt strahle Tröstung in den Jammer, der die Welt um⸗ unkelt hat; o erleuchte Süd und Nord, Ost und West, du ewig Wort. 6. Komm erquick auch unsre Seelen, mach die Augen hell und klar, daß wir dich zum Lohn erwählen; vor dem Strau⸗ cheln uns bewahr. Ja, laß deinen Himmelsschein unsers Fußes Leuchte sein. Ewald Rudolf Stier 1800—1862 Straf mich nicht 155 urpr. welllich,geistlich 1694 .SSSSSSSS 1 2. 1 + + ieb ⸗öster Hei⸗land, na⸗ he uch mei ⸗nen und aus al ⸗lem kräf⸗tig⸗lich mich zu V——1—— ——5 hin⸗füh⸗ve, daß ich dich in⸗nig⸗lich mög in Lie ⸗be — ᷓꝗ 0 I N S... I fas⸗sen, al⸗les an⸗-dre las⸗sen. 2. Sammle den zerstreuten Sinn, treuer Hirt der Seelen; denn wenn ich in dir nicht bin, muß mein Geist 5 quälen. Kreatur ängstet nur; du allein kannst geben Ruhe, Freud und Leben. 3. Mache mich von allem frei, gründlich abgeschieden, daß ich eingekehret sei stets in deinem Frieden, kindlich rein, sanft und klein, dich in Unschuld sehe, in dir leb und stehe. 156. 157 Sonntagsgottesdienst 4. Menschenfreund, Immanuel, dich mit mir vermähle; o du sanfter Liebesquell, salbe Geist und Seele, daß mein 405 sanft und still ohne Widerstreben dir sich mag er⸗ geben. 5. Kreaturen, bleibet fern, und was sonst kann stören. Jesu, ich will schweigen gern und dich in mir hören. Schaffe du wahre Ruh, wirke nach Gefallen; ich halt still in allem. 6. Was noch flüchtig, sammle du; was noch stolz ist, beuge; was verwirret, bring zur Ruh; was noch hart, erweiche; daß in mir nichts hinfür lebe noch erscheine als du, Herr, alleine. Gerhard Tersteegen 1697—1769 156 ü Rudolf Ahle 1664 ieb⸗ster Je⸗su, wir sind hier, dich und dein Wort Len⸗ke Sinznen und Be-⸗gier auf die sü⸗ßen ....——. 2— E——— 55—————— an⸗ zu⸗ hö⸗ ren. Him⸗mels⸗leh⸗ren daß die Her-zen von der Er-⸗-den I— ganz zu dir ge⸗ zo⸗gen wer⸗-den. 2. Unser Wissen und Verstand ist mit Finsternis um⸗ hüllet, wo nicht deines Geistes Hand uns mit hellem Licht erfüllet; Gutes denken, tun und dichten mußt du selbst in uns verrichten. 3. O du Glanz der Herrlichkeit, Licht vom Licht, aus Gott geboren, mach uns allesamt bereit, öffne Herzen, Mund und Ohren; unser Bitten, Flehn und Singen laß Herr Jesu, wohl gelingen. Tobias Clausnitzer 16181684 157 Frankfurt a. M. 1738 E— I——— Gi Si hier bin ich, Eh⸗ren⸗kö⸗nig, le⸗ge mich vor schwa⸗che Trä⸗nen, kind⸗lich Seh⸗nen bring ich dir, du — 2— 12.— 1E Mewschen⸗luhnt Laß dich fin⸗den, laß dich fin⸗den 128 Sonntagsgottesdienst 158 EE.. von mir, der ich Asch und Ton. 2. Sieh doch auf mich, Herr, ich bitt dich, lenke mich nach deinem Sinn! Dich alleine ich nur meine dein erkaufter Erb ich bin. Laß dich finden, laß dich finden, gib dich mir und nimm mich hin. 3. Ich begehre nichts, o Herre, als nur deine freie Gnad, die du Laß di wo du liebest und man dich liebt mit der Tat. aß dich finden, laß dich finden, der hat alles, wer dich hat. 4. Himmelssonne, Seelenwonne, unbeflecktes Gottes⸗ lamm, all mein Sinnen und Beginnen suchet dich, o Bräutigaml Laß dich finden, laß dich finden, starker Held aus Davids Stamm. 5. Dieser Zeiten Eitelkeiten, Reichtum, Wollust, Ehr und Freud sind nur Schmerzen meinem Herzen, welches sucht die Ewigkeit. Laß dich finden, laß dich finden, gro⸗ ßer Gott, ich bin bereitl Joachim Neander 1650—1680 Sieh hier bin ich Ehrenkönig 158 Frankfurt a. M. 1738 E— HN Steh uns fer⸗tig, ge⸗gen⸗wär⸗tig, an⸗zu ⸗be⸗ten, Dir zur Eh⸗re, uns zur Leh⸗- re sind wir all ver⸗ 1— + II 1 —.— 4— gantt Rtett hier Herr, er⸗schei⸗nel Groß und Klei⸗ ne, ——i— — 2— 1 + + + I 4——————— 2.— dei⸗ ner Gna⸗ de har⸗ren wir. 2. Hohe Stille Segensfülle weht um uns an diesem Ort; was zerstreuet und entzweiet, blieb aus diesen Mauern fort; deine Hallen sol durchschallen, Herr, Herr, dein lebendig Wort. 3. Wie mit Wonne für die Sonne Blumenkelche offen stehn voll Verlangen, zu empfangen goldnes Licht aus Himmelshöhn: Herr, so warten wir, dein Garten, Son⸗ ne, laß dein Antlitz sehn. 4. Wie die grane, dürre Aue lechzet in der Sonne Brand, bis im Regen süßer Segen ihr vom Himmel wird gesandt: Herr, so schmachtet, Herr, so trachtet heut nach dir dein durstig Land. Schlesisches Provinzial⸗Gesangbuch 9 129 4 1 159 Sonntagsgottesdienst 5. Wie gerechte, fromme Knechte warten auf den Wink des Herrn, auf ihn schauen, auf ihn trauen, dessen Aug ihr Augenstern: großer Lehrer, laß die Hörer horchen und gehorchen gern. 6. Sieh uns fertig, gegenwärtig, anzubeten, Herr, vor dir; brich die Wolke, zeig dem Volke offen deine Himmelstür. Laß uns brennen und erkennen: ja für⸗ wahr, der Herr ist hier. Karl Gerok 1815—1890 Wer nur den lieben Gott 159 Georg Neumark 1657 HEE I+ ER 1 1 Be e——— E—— o walt es Gott! das ist die Stra⸗ße, die uns den Ihr Pil⸗ger, kommt in sol⸗chem Ma⸗ße, wie uns zu 2 Won nach sii oa führt. O See⸗le, wie steht es so wan⸗dern hier ge-bührt. E schön, mit Got⸗tes Hau⸗fen wal-len gehn! 2. Ein Hirsch läuft nach den kühlen Flüssen, daß er den Durst mit Wasser stillt; so eilen wir mit unsern Füßen da⸗ hin, wo Gottes Brünnlein quillt: denn unsrer Seelen Durst allein kann nur mit Gott gestillet sein. 3. Ihr Augen, seht nach dieser Stätte, wo Gott sein Herd und Feuer hält! Ihr Lippen, schickt euch zum Gebete, brennt Weihrauch an, der Gott gefällt, und ihr, ihr Herzen, seid bereit: der Herzensfreund ist nicht mehr weit. 4. Ach sei gegrüßet in die Ferne, du Haus, das Herz und Geist vergnügt, du Kirchenhimmel voller Sterne, du Krippe, wo mein Jesus liegt, du Berg, den Christi Kreuze ziert, du Pforte, die gen Himmel führt. 5. Schließ auf, Jerusalem, die Tore und laß dein Volk zum Herren ein; die Stimme schallt schon in dem Chore; das muß ein dreimal Heilig sein. Doch hört: Es ist des Herren Haus, drum zieht die Sündenschuh vor aus. 6. O laß den Gang uns wohl gelingen, du heilige Drei⸗ faltigkeit, daß wir dir solche Herzen bringen, die voller Buß und Sündenleid; denn unser erstes Wort wird schrein: Du wollest uns, Herr, gnädig sein. 7. Wohlan du wirst das Werk vollführen, weil es ja dein Werk ist allein. So führ uns einst durch offne Türen ins Allerheiligste hinein: so wie wir gehn zum Tempel ein, so laß uns selber Tempel sein. Benjamin Schmolck 1672-173/ 13⁰ b —5 — Sonntagsgottesdienst 160. 164 Unser Herrscher unser König 160 Bremen 1680 SSSSS—— 1—** ut mir auf Ne schö⸗ ne Pfor⸗te, füh ⸗=rer ach, wie wird an die-sem Or⸗te mei⸗ ne ꝑqꝑ ꝑ.I............——T— E. Eeeele sth⸗lch sein! Hier ist Got⸗tes An⸗ge⸗sicht, —227 ii — I + hier ist lau⸗ter Trost und Licht. 2. Ich bin, Herr, Wo dir gekommen, komme du nun auch zu mir. Wo du Wohnung hast genommen, da ist lauter Himmel hier. Zieh doch in mein Herz hinein, laß es deinen Tempel sein. 3. Laß in Furcht mich vor dich treten, heilige du Leib und Geist, daß mein Singen und mein Beten ein gefällig Opfer heißt; heilige du Mund und Ohr, zieh das Herze ganz empor. 4. Mache mich zum guten Lande, wenn dein Samkorn auf mich fällt; gib mir Licht in dem Verstande und was mir wird vorgestellt, präge meinem Herzen ein, laß es mir zur Frucht gedeihn. 5. Stärk in mir den schwachen Glauben; laß dein teures Kleinod mir nimmer aus dem Herzen rauben; halte mir dein Wort stets für, daß es mir zum Leitstern dient und zum Trost im Herzen grünt. 6. Rede,‚ Herr, so will ich hören, und dein Wille wird er⸗ 993— Nichts laß meine Andacht stören, wenn der Brunn es Lebens quillt. Speise mich mit Himmelsbrot, tröste mich in aller Not. Benjamin Schmolck 16721737 Liebster Jesu wir sind hier 161 Johann Rudolf Ahle 1664 ——ee 35 n⸗sern Aus⸗gang seg⸗ne Gott, un⸗sern Ein⸗gang segsne un⸗ser täg⸗lich Brot, seg- ne un⸗ ser — 1— + + — + + ++ I I— — 2—.— 4 Tun cher⸗ma⸗ hen; seg⸗ne uns mit sel⸗gem Ster⸗ben un und Lase⸗ sen; + I I+ ͤHA E 2—.—1 —— + und mach uns zu Him⸗mels⸗er⸗ben. Hartmann Schenk 1634—-1681 II. Kirche, Wort und Sakrament 1. Kirche 162 Erfurt 1524 A5 Gott, vom Him-⸗mel sieh dar⸗ein und wie we⸗ nig sind der Heil⸗gen dein, ver⸗ — I 4 7 laß dich des er ⸗-bar-men, laf⸗sen sind wir Ar ⸗men. Dein Wort man läßt nicht E 1D———.——.— I 6 4 ae ha⸗ben wahr, der Glaub ist auch ver-lo-schen gar bei 98 .—— mi E— sei al⸗len Men⸗schen-kin ⸗dern. 2. Sie lehren eitel falsche List, was Eigenwitz erfindet; 50 ihr Herz nicht eines Sinnes ist, in Gottes Wort gegründet. W Der wählet dies, der andre das; sie trennen uns— alles Maß und gleißen schön von außen.. 3. Gott woll ausrotten alle gar, die falschen Schein uns w lehren, dazu ihr Zung hab offenbar spricht: Trotz! wer R wills uns wehren? Wir haben Recht und Macht allein, was wir setzen, das gilt gemein: wer ist, der uns sollt meistern? 4. Darum e Se Gott: Ich muß auf sein; die Armen sind 2 ihr Seufzen dringt zu mir herein, ich hab ihr verstöret, Kirche 163 Klag erhöret. Mein heilsam Wort soll auf den Plan, ge⸗ trost und frisch sie greifen an und sein die Kraft der Armen. 5. Das Silber, durchs Feur siebenmal bewährt, wird lauter funden; an Gottes Wort man warten soll desgleichen alle Stunden. Es will durchs Kreuz bewähret sein, da wird sein Kraft erkannt und Schein und leucht't stark in die Lande. 6. Das wollst du, Gott, bewahren rein vor diesem argn Geschlechte und laß uns dir befohlen sein, daß es uns nicht anfechte. Der gottlos Hauf— umher findt, wo diese losen Leute sind in deinem Volk erhaben. Martin Luther 1483—1546 Meinen Jesum laß ich nicht II 163 17⁰ SSPSISISISISISISIFITI.I........ Ach, wie hei⸗lig ist der Ort, ach, wie se⸗lig —————2 ist die Stät ⸗te! Hier ist selbst des Him⸗mels Pfort, hier er⸗ E I—. 4— hö⸗ret Gott Ge⸗be⸗te, hier er⸗ schal⸗let Got⸗tes Wort; , ach, wie hei⸗lig ist der Ortl 2. Heil war in des Zöllners Haus, weil er Christum auf⸗ genommen; und hier rufet Jesus aus: Selig sind, die zu mir kommen! Deren Herzen nimmt er ein, daß sie auch sein Tempel sein. 3 Welch ein Heil ist bis hierher diesem Hause widerfahren! Wenn der Herr nicht bei uns wär, der sich uns will offen⸗ weit woher hätten wir den Geist, der den Weg zum Himmel weif 4. O wie lieblich, o wie schön sind des Herren Gottesdienstel Laßt uns froh zu ihnen gehn; hier erlangt man zum Ge⸗ winste einen Schatz, der ewig währt, den kein Raub noch Rost verzehrt. 5. Bleibe bei uns, lieber Gast, speis uns ferner mit dem Worte, das du uns gegeben hast. Jesu, laß an diesem Orte deine Kirche feste stehn, bis die Welt wird untergehn! Benjamin Schmolck 1672—1737 133 Kirche 164. 165 164 M. A. von Löwenstern 1644 aw —— Chri⸗ste, du Bei⸗stand dei-⸗ner Kreuz⸗ge⸗ mei⸗ne,—— ——.—— Trü E. 2— W 4H ö ei⸗le, mit Hilf und Ret⸗ üt uns er⸗schei⸗ne! 4 ein sche .S.SS.....= 65 1b V Steu⸗re den Fein-den, ih⸗re Blut⸗ge⸗ Ich te mache zu⸗ di + 1 —E E un nich⸗-te, ma⸗che zu⸗ nich⸗tel wa * 2. Streite doch selber für uns arme Kinder; wehre dem * Teufel, seine Macht verhinder; alles, was kämpfet wider deine der 2.—. stürze dardcrer stürze darnieder! Si ö 3. Friede bei Kirch und Schulen uns beschere, Friede zu⸗ der gleich der Obrigkeit gewähre; Friede dem Herzen, Friede dem sel Gewissen gib zu genießen, gib zu genießen! 4. Also wird zeitlich deine Güt erhoben; also wird ewig G. und ohn Ende loben dich, o du Wäshfer deiner armen Herde, da ö Himmel und Erde, Himmel und Erdel Matthäus Apelles von Löwenstern 1594-1648 Al V 165 11 EHE +—. AI3V E Eignr ist Kö⸗ nig, Im⸗ ma-⸗nu⸗el sie⸗get! Zi⸗on hin ⸗ge⸗gen, sei in⸗nig ver⸗gnü⸗get, , v,:.. 1 + Be⸗bet, ihr Fein⸗de, und ge-bet die Fluchtl 1⸗be dein Her⸗ze' mit himmaliescher Frucht: es wi⸗ges + Diie ——1 SPq‚i. Le ⸗ben, un ⸗end⸗li ⸗chen Frie⸗den, Freu⸗de die , — +—— Fül ⸗le hat er uns be-schie-den. 2. Stärket die Hände, ermuntert die Herzen, trauet mit Freuden dem ewigen Gott. Jesus, die Liebe, versüßet die 13⁴4 II W 2. 2 2—. — Kirche 166 Schmerzen, reißet aus Angsten, aus Jammer und Not; ewig muß unsere Seele genesen in dem holdseligsten, lieb⸗ lichen Wesen. 3. Halte, o Seele, im Leiden fein stille, schlage die Rute des Vaters nicht aus, bitte und schöpfe aus göttlicher Fülle Kräfte, zu siegen in Kampf und in Strauß. Fluten der Trübsal verrauschen, vergehen: Jesus, der Treue, bleibt ewig dir stehen. 4. Zion, wie lange hast du nun geweinet? Auf und erhebe dein sinkendes Haupt! Siehe, die Sonne der Freuden er⸗ scheinet tausendmal heller, als du es geglaubt. Jesus, der lebet, die Liebe regieret, die zu den Quellen des Lebens dich führet. 5. Laufet nicht hin und her, eilet zur Quelle! Jesus, der bittet: Kommt alle zu mir! Sehet, wie lieblich, wie lauter und helle fließen die Ströme des Lebens allhier! Trinket, ihr Lieben, und werdet erquicket: hier ist Erlösung für alles, was drücket. 6. Streitet nur unverzagt, seht auf die Krone, die euch der Heiland des Lebens anbeut: selbsten Jehova wird Siegern zum Lohne— wahrlich, dies Kleinod verlohnt sich den Streit! Streitet nur unverzagt, seht auf die Krone: selbsten Jehova wird Siegern zum Lohne. 7. Reichtum, Kraft, Weisheit, Preis, Stärke, Lob, Ehre Gott und dem Lamm und dem heiligen Geist! Wenn ich da stände, o wenn ich da wäre! Springet, ihr Bande, ihr Fesseln, zerreißt! Amen, die Liebe wird wahrlich erhören. Alles, was in mir ist, lobe den Herren! Johann Ludwig Konrad Allendorf 1693—1773 Befiehl du deine Wege 166 Bartholomäus Gesius 1603 5... ö. +.—— r⸗halt uns dei⸗ ne Leh⸗re, Herr, zu der letz⸗ ten er⸗halt dein Reich, ver⸗meh⸗ re dein ed⸗le Chri⸗sten⸗ EE hei; er⸗halt stand⸗haf⸗ten Glau⸗ben, der Hoff-nung hel-len Strahl; laß uns dein Wort nicht rau-ben in ——— die⸗sem Jam-mer ⸗tal. 167 Kirche 2. Erhalt dein Ehr und wehre dem, der dir widerspricht; erleucht, Herr, und bekehre, allwissend ewig Licht, was dich bisher nicht kennet; entdecke doch der Welt, der du noch nicht genennet, was einzig dir gefällt. 3. Erhalt, was du gebauet und durch dein Blut erwarbst, was du dir hast vertrauet, da du am Kreuze starbst. So viele Feinde srmen zu deiner Kirche Fall, du aber wollst sie schirmen als Maur und Felsenwall. 4. Erhalt, Herr, deine Herde, der grimme Wolf kommt an; schaff, daß uns Hilfe werde, weil niemand retten kann ohn dich, du großer Hirte. Leit uns auf guter Weid, treib, nähr, erfreu, bewirte uns in der wüsten Heid. 5. Erhalt uns, Herr, dein Erbe, dein wertes n Huhmn erreiß, zerschmeiß, verderbe, was wider deinen Ruhm. Laß dein Gesetz uns führen, gönn uns dein Himmelsbrot laß deinen Schmuck uns zieren, heil uns durch deinen Todi 6. Erhalt und laß uns hören dein Wort, das hd macht, den Spiegel deiner Ehren, das Licht in dieser Nacht, daß dieser Brunn uns tränke, der Himmelstau uns netz. uns diese Richtschnur lenke, der Honig uns ergötz. 7. Erhalt in Sturm und Wellen dein Häuflein, laß doch nicht uns Wind und Wetter fällen; steur selbst dein Schiff und richt den Lauf, daß wir erreichen die Anfurt nach der Zeit und dann die Segel streichen in selger Ewigkeit. Andreas Gryphius 1616—-1664 167 Halle 1704 SISISISISISIIII Fah ⸗re fort, fah⸗re fort, Zi⸗on, fah⸗re fort im Licht! Ma⸗che dei⸗nen Leuch⸗ter hel⸗le, laß die er⸗ste Lie⸗be ——.— 1 7——— II V½ F.ee,, b..—— —— nicht, su ⸗che stets die Le⸗bens⸗quel-le; Zi⸗on, drin⸗ge — + 1 Ir——— + 1— ee- ——.—.—.— +— durch die en ge Pfort, fah re fort, fah- re fortl 2. Leide dich, leide dich, Zion, leide ohne Scheu Trüb⸗ sieh Angst mit Spott und Hohne; sei bis in den Tod getreu, siehe auf die Lebenskrone; ion, fühlest du der Schlange Stich, leide dich, leide dich!** 2— 181705 136 iPfu 199 Kirche 168 3. Folge nicht, folge nicht, Zion, folge nicht der Welt, die dich suchet groß zu machen; Vachte nichts ihr Gut und Geld, nichts ihr Locken, nichts ihr Lachen; Zion, wenn sie dir viel Lust verspricht, folge nicht, folge nicht! 4. Prüfe recht, prüfe recht, Zion, prüfe recht den Geist, der dir ruft zu beiden Seiten; tue nicht, was er dich heißt, laß nur deinen Stern dich leiten; Zion, beides, das, was gut und schlecht, prüfe recht, prüfe rechtl 5. Dringe ein, dringe ein, Zion, dringe ein in Gott; stärke dich mit Geist und Leben, sei nicht wie die andern tot, sei du gleich den grünen Reben; Zion, in die Kraft statt Heuchel⸗ schein dringe ein, dringe ein! 6. Brich herfür, brich herfür, Zion, brich herfür in Kraft, weil die Bruderliebe brennet; zeige, was der in dir schafft, der als seine Braut dich kennet; ion, durch die dir gegebne Tür brich herfür, brich herfür! 7. Halte aus, halte aus, Zion, halte deine Treu, laß dich ja nicht laulich finden: auf, das Kleinod rückt herbei; auf, verlasse, was dahinten! Zion, in dem letzten Kampf und Strauß halte aus, halte aus! Johann Eusebius Schmidt 1669—1745 Wachet auf ruft uns 168 Frankfurt a. M. 1599 + 2—— EH—— E————————— + E —— 2 Jot⸗tes Stadt steht fest ge⸗grün⸗det auf den⸗noch steht sie und wird ste- hen, man ——..— 2—— E— — E⸗... heil⸗gen Ber⸗gen, es ver ⸗bün-det sich wi⸗der sie die wird an ihr mit Stau⸗nen se⸗ hen, wer hier die Hut und — 2— 1—— —— BDEE gan⸗ze Welt; 5 CQser il Hei⸗l Warche hält. Der Hü⸗ter Is⸗ra⸗els ist ih⸗res Hei⸗les E b + — 85 SDS.. 1— / 4 Fels. Hal⸗le⸗lu⸗jal Lob⸗singt und sprecht: Wohl , E— I EE dem Gee⸗schlecht, das in ihr hat das Bür⸗ger⸗-recht! 2. Zions Tore liebt vor allen der Herr mit gnädgem Wohl⸗ gefallen, macht ihre Riegel stark und sest; segnet, die dar⸗ Schlesisches Provinzial⸗Gesangbuch 10 137 169 Kirche innen wohnen, weiß n dem zu lohnen, der ihn nur tun und walten läßt. Wie groß ist seine Huld, wie trägt er mit Geduld all die Seinen O Gottes Stadt, du reiche Stadt, die solchen Herrn und König hat! 3. Große, heilge Dinge werden in dir gepredigt, wie auf Erden onst unter keinem Volk man hört. Gottes Wort ist deine Wahrheit, du hast den Geist und hast die Klarheit, die alle? 42.20 ternis zerstört. Da hört man fort und fort das teuerwerte Wort ewger Gnade. Wie lieblich tönt, was hier versöhnt und dort mit ewgem Leben krönt! 4. Auch die nichts davon vernommen, die fernsten Völker werden kommen und in die Tore. gehn. Denen, die im Finstern saßen, wird auch der Herr noch predgen lassen, was einst für alle Welt gef geschehn. Wo ist der Gottessohn, wo ist— Gnadenthron? wird man fragen. Dann kommt die Zeit, wo weit und breit erscheint der Herr in Herrlichkeit. 5. Darum stellet ein die Klagen, man wird noch einst zu b sagen: Wie mehrt sich deiner Bürger Zahl! Voll Er⸗ taunen wird man schauen, wie Gott sein Zion mächtig bauen und herrlich weitern wird einmal. Erhebet Herz und Sinn! Es ist die Nacht schier hin für die Heden es kommt ihr Tag, sie werden Wuch, und Israel folgt ihnen nach. 6. Gottes Stadt, du wirst auf Erden die Mutter aller Völker werden, die ewges Leben fanden hier. Welch ein Jubel wie ein Reigen wird einst von 0 zum Himmel Wuner Die Lebensbrunnen sind in dir. In dir das asser quillt, das alles Dürsten stillt. Halleluja! Von Sünd und Tod, von aller Not erlöst nur einer, Zions Gott. Philipp Spitta 1801—1859 Wie schön leuchtet 169 Frankfurt a. M. 1599 2. —— ·;.;;;h;h;WbGR rott Va ⸗ ter, al„ler Din-⸗ ge Grund, gib wie lieb⸗ lich ist die Stät⸗ te hier!l ie ., HH— 1 . an imen da amr ir dei⸗ nen Va⸗ter⸗na⸗men kund an die⸗sem heil⸗gen Her⸗ zen wal-len auf zu dir; hier ist des Him-mels = 4 V—+—— V II + +— + + I +— +—2— 2—.— Or ⸗te; Pfor⸗te Woh⸗ne, thro⸗ne hier bei Sün⸗dern als bei Kirche 170 .. E—.— 3 t0bꝰꝛöe Kin⸗dern vol-ler Klar-heit; heil-ge uns in dei-ner Wahr⸗heit. 2. Sohn Gottes, Herr der Herrlichkeit, dies Gotteshaus ist dir geweiht; o laß dirs wohlgefallen! Hier schalle dein lebendig Wort, dein Segen walte fort und fort in diesen Dufnndn Einheit, Reinheit gib den Herzen; Angst und Schmerzen tilg in Gnaden, und nimm von uns allen Schaden. 3. Gott heilger Geist, du wertes Licht, wend her dein göttlich Angesicht, daß wir erleuchtet werden; gieß über uns und dieses Haus dich mit allmächtgen Flammen aus, mach himmlisch uns auf Erden: Lehrer, Hörer, Kinder, Väter. Früher, später gehts zum Sterben: hilf uns Jesu Reich ererben. 4. Dreieinger Gott, Lob, Dank und Preis sei dir vom Kinde bis zum Greis für dies dein Haus gesungen! Du hasts geschenkt und auferbaut, dir ists geheiligt und vertraut mit Herzen, Händen, Zungen. Ach, hier sind wir noch in Hütten! Herr, wir bitten, stell uns droben in den Tempel, dich zu loben. Albert Knapp 1798— 1864 Herzliebster Jesu I 170 Johann Crüger 1640 1 2— 1 12— P E ,.,——.— 1 Herr, un⸗ser Gott, laß nicht zu⸗schan-den wer⸗ den rthen fn., Wir;3r +—— YHIA⁊᷑-gt: 1—— 4—— 1 E— 2 L 1 + I. die, so in ih⸗ren Nö⸗ten und Be⸗schwer⸗den bei Tag und I— 1— IIE 1 + II ö PSPIPPIAS SPSSISI IPI IPII' IsIIxI.. EEEE—.——— 1 Nacht auf dei-ne Gü⸗te hof⸗fen und zu dir ru⸗fen. 2. Mache zuschanden alle, die dich hassen, die sich allein auf ihre Macht verlassen. Ach kehre dich mit Gnaden zu uns Armen; laß dichs erbarmen! 3. Und schaff uns Beistand wider unsre Feinde. Wenn du ein Wort sprichst, werden sie bald Freunde; sie müssen Wehr und Waffen niederlegen, kein Glied mehr regen. 4. Wir haben niemand, dem wir uns vertrauen; vergebens ists, auf Menschenhilfe bauen, mit dir wir wollen Taten tun und kämpfen, die Feinde dämpfen. 5. Du 2 der Held, der sie kann untertreten und das bedrängte, kleine Häuflein retten. Wir traun auf dich, wir schrein in Jesu Namen: Hilf, Helferl Amen. Johann Heermann 1585—164/ 139 171. 17² Kirche Lobe den Herren o meine 17¹ Ansbach 1665 3—*————— IIiEEESEEEE do„be den Her⸗ ren, o Christ⸗ge⸗mein⸗-de: sinkt in den Staub, ihr, des Kreu ⸗-zes Fein⸗-de: E IDI᷑LI V 40 der sei⸗ ne Kir⸗che mäch-tig hält, ů5 der Herr ist Gott, und sein die Welt! Sein kräf ⸗tig 1 A I 1 IX 1 7— +— 1—+ +—. — 1 ͤ——— 1 +— E—3—4 1 EI—tẽ—— 2—*— —— Wort schallt weit und breit von E-wig-keit zu E-wig⸗ 5—— H E Lin inn L,. keit. Hal⸗le⸗lu⸗ja, Hal⸗le⸗lu⸗jal 2. Ringsumher gehen in alle Lande Apostel aus nach Ost und West, fürchten nicht Martern und scheuen nicht Bande, sie halten am Erlöser fest. Auf aller teuren Märtrer Blut ohn Wanken Christi Kirche ruht. Halleluja, Halleluja! 3. Schon benedeien dich tausend Zungen, o Herr, als Heiland und Gmzdent überall ist ja dein Nam erklungen, des DDenb nadenbild erhöht; den fernen Juseln naht dein Wort, dir jauchzt der Süden und der Nord: Halleluja, Halleluja! 4. Glang. und nahe sind wir nun Brüder: ein Herr, ein Glaub, ein Sakrament. Allzugleich sind wir des Mitt⸗ lers Glieder, der vor dem Vater uns bekennt. Tausend um tausend flehn zugleich: Vater unser im Himmerreich. Halleluja, Halleluja! 5. Lobet den Herren! Einst kommt die Stunde, wo eine Herd, ein Hirte ist! Alle die Völker sind dann im Bunde und beugen sich vor Jesus Christ; wenn dieser selge Tag erscheint, Himmel und Erde sind vereint. Halleluja, Halleluja! Hermann Daniel 18121871 O Jesu Christ meins Lebens 17²2 Leipzig 1625 N E H— 7— O Je⸗su Chri⸗ste, wah-res Licht, er⸗leuch⸗ te, —3...— die dich ken nen nicht, und brin-ge sie zu dei-ner Herd, 14⁰ Kirche 173 EEEEEEEE· 1 E daß ih⸗re Seel auch se⸗lig werd. 2. Erfülle mit dem Gnadenschein, die in Irrtum ver⸗ führet sein; auch die, so heimlich noch ficht an; in ihrem Sinn ein falscher Wahn. 3. Und was sich sonst verlanfen hat von dir, das suche du mit Gnad und ihr verwundt Gewissen heil, laß sie am Himmel haben teil. 4. Den Tauben öffne das Gehör, die Stummen richtig reden lehr, die nicht bekennen wollen frei, was ihres Herzens Glauben sei. 5. Erleuchte, die da sind verblendt, bring her, die sich von uns getrennt, versammle, die zerstreuet gehn, mach feste, die im Zweifel stehn. 6. So werden sie mit uns zugleich auf Erden und im Himmelreich hier zeitlich und dort ewiglich für solche Gnade preisen dich. Johann Heermann 1585—1647 Gelobet seist du großer Gott 1 73 Andreas Hammerschmid 1656 I 12.— O Je⸗su, ei-nig wah⸗ res Haupt der hei⸗li⸗ die an dich, ih-ren Hei⸗land, glaubt und nur auf —— H+———. EI 1 — er ie als ih⸗rem Fel⸗sen steht, der nie un⸗ter⸗ E=SI—= EiSEEEEEEEEEEEE geht, wenn gleich die gan-ze Welt zer⸗ trüm⸗mert und zer⸗ — 2. Laß uns, dein kleines Häufelein, das sich zu dir be⸗ kennet, dir ferner anbefohlen sein, erhalt uns ungetrennet. Wort, Tauf und Abendmahl laß in seiner Zahl und ersten Reinigkeit bis an den Schluß der Zeit zu unserm Troste bleiben. 3. Hilf, daß wir dir zu aller Zeit mit reinem Hießer dienen; laß uns das Licht der Seligkeit, das uns bisher 141 17⁴ Kirche geschienen, zur Buße kräftig sein und zum hellen Schein der unsern Glauben mehrt, der Sünden Macht zerstört und fromme Christen machet. 4. Laß uns beim Evangelio Gut, Blut und Leben wagen; mach uns dadurch getrost und froh, das schwerste Kreuz zu tragen. Gib uns Beständigkeit, daß uns Lust und Leid von dir nicht scheiden mag, bis wir den Jubeltag bei dir im Himmel halten. 5. Erbarm dich deiner Christenheit, vermehre deine Herde; für uns, dein armes Häuflein, streit, daß es erhalten werde. Den Ärgernissen wehr; was dich haßt, bekehr; was sich nicht beugt, zerbrich; mach endlich seliglich an aller Not ein Ende. Johann Mentzer 1658—1734 Wie schön leuchtet 17⁴4 Frankfurt a. M. 1599 FH 12.—— 6 eieier arier; dE. —5 + O Je⸗su, Herr der Herr⸗-lich⸗-keit, du Kö⸗nig du siehst auf die er lö⸗ste Welt, re-gierst sie, .— 1—— SDDRDDDDD dei⸗ner Chri⸗sten⸗heit, du Hir⸗te dei-ner Her⸗ De, wie es dir ge fällt, sorgst, daß sie se⸗ lig wer⸗de. . EEA.,. Von dir sind wir auch er⸗wäh⸗let, zu⸗ge-zäh-let . E R E, den Er⸗lö⸗ sten, die 25 seg⸗nen willit und trö⸗-sten. 2. Wohl deinem Volk, daß du es liebst, nach deinem Sinn ihm Hirten gibst, die es zum Himmel führen, und die voll Eifer, Geist und Kraft, voll göttlich tiefer Wissenschaft das Herz des Sünders rühren. Treue Hirten laß den Seelen Weal fehlen und die Herden mit den Hirten selig werden. 3. Wir nehmen hier von deiner Hand den Lehrer, den du uns gesandt, err, segne seine Werkel Die Seelen, die sich ihm vertraun, urch ehr und Leben zu erbaun, gib Weisheit ihm und Stärke. Lehr ihn, hilf ihm tun und leiden, . 0 streiten, beten, wachen, selig sich und uns zu machen. 4. Herr, deinen Geist laß auf ihm ruhn, laß ihn sein Amt mit Freuden tun; nichts sei, das ihn betrübe. enn er 142 DSA Kirche 17⁵ uns deine Wahrheit lehrt, gib uns ein Herz, das folgsam hört, ein Herz voll treuer Liebe. Lehrer, Hörer laß in Freund⸗ schaft und Gemeinschaft feste stehen und den Weg zum Himmel gehen. 5. Wenn einst dein großer Tag erscheint, laß unsern Lehrer, mmer Freund, uns dir entgegen führen. Du gibst ihm unter seine Hand die Seelen als ein Unterpfand, laß keine ihn verlieren. Jesu, hilf du, biet die Hände, daß am Ende Hirt und Herde treu vor dir erfunden werde. 6. Sei uns gesegnet, Knecht des Herrn, du kommst im Namen unsers Herrn, in Jesu Christi Namen. O Hirte, nimm uns bei der Hand, führ uns zum ewgen Vaterland. Gott mit dir! Amen. Amen. Mit dir gehn wir durch die Leiden dieser Zeiten zu dem Leben, das uns unser Gott will geben. Johann Daniel Karl Bickel 1737—1809 O Jesu Christ meins Lebens 17⁵ Leipzig 1625 —3 Lrr rn So⸗lan⸗ge Je⸗sus bleibt der Herr, wirds al ⸗le + 11 4— 2.—.— 2——— —— — 1 1 I1 n enn, ner. 11.m— 5) L,. bei sei⸗ner gläub⸗gen Kreuz⸗ge⸗mein. 2. Es bleibt bei dem bekannten Wort von Zeit zu Zeit, von Ort zu Ort: Christi Blut und Gerechtigkeit ist seiner Kirche Herrlichkeit. 3. Wir sagen Ja mit Herz und Mund! Das Lamm ist seiner Kirche Grund, der fest und unbeweglich steht, wenn Erd und Himmel untergeht. 4. Du bist und bleibest unser Herr, der Leitstern deiner Wanderer, der Kirche teures Oberhaupt, an das ein jedes Herze glaubt. 5. Dein Geist, der Geist der Herrlichkeit, mit dem der Vater dich geweiht, der ruht nun auch auf der Gemein und lehrt uns deine Zeugen sein. 6. Mach deine Boten herrlicher, Herr, dir und deinem Volk zur Ehr und gib mit uns an deinem Heil der ganzen Welt aus Gnaden teil! Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf 1700—1760 14³ 176 Kirche reu er Hir⸗te dei⸗ ner Her⸗de, dei⸗ner sieh doch, wie der Staub und Er-de, gro⸗ßer 5 SSI.. I II... ieeieieeiii i EEEE Glie-der star- ker Schutz, 49 11 i. 18er dich Gott, mit Grimm und Trutz toöt und wü⸗tet wi⸗der dich EEEEEEEEEEE und ver-mißt sich fre⸗vent⸗lich, dei⸗ne Kir⸗che zu zer⸗stö⸗ ———————— SISSISSII I. D—2—2 1— 2 II ren und dein Erb⸗teil zu ver-hee- ren. 2. Du, Herr, bist ja unser König, wir sind dein mit Leib und Seel; Menschenhilf ist ja zu wenig, wo nicht du, Immanuel, zu der Deinen Rettung wachst und dich selbst u Wein machst, für dein wahres Wort zu kämpfen und er Feinde Rat zu dämpfen. 3. Es trifft deines Namens Ehre, deiner Wahrheit Heiligtum, Wb deines Wortes Lehre, deines Leidens Kraft und Ruhm und den Dienst, den dir allein wir zu leisten schuldig sein; dazu kannst du ja nicht schweigen, deine Machthand wirst du zeigen. 4. Stärke nur den schwachen Glauben, den bei so betrübter Zeit Fleisch und Satan uns zu rauben und mit Furcht und Blödigkeit uns zu schrecken sind bemüht. Deine Weisheit kennt und sieht deiner Kinder schwach Vermögen und wird nicht zu viel auflegen. 5. Hilf den Deinen und bekehre unsrer Feinde blindes Heer; der Verfolgung steur und wehre, daß sie uns nicht werd zu schwer. Nimm dich der Bedrängten an, leit auch die auf rechte Bahn, die noch jetzt durch Satans Lügen sich selbst um ihr Heil betrügen. 6. Laß uns recht und redlich handeln und in Taubeneinfalt dir ganz gelassen, heilig wandeln, auch dabei uns klüglich hier schicken in die böse Zeit und vor falscher Heiligkeit, vor der Feinde Listund Wüten uns mit Schlangenklugheit hüten. 7. Laß mit Beten und mit Wachen stets uns stehn auf unsrer Hut, dich, Herr, alles lassen machen, so wird werden alles gut. Wo Gott selbst Gerichte hält, da wirds anders sein bestellt; muß gleich unser Recht hier schweigen, unsre Sach ist Gottes eigen. Henriette Katharina von Gersdorf 1648-I1726 14⁴⁴ 2—— Kirche 17⁷ —1 7 Singen wir aus Herzensgrund 17 0 Vorref., böhm. Brüder 1544 E REE EEE sera⸗el, des sich freu⸗et mei⸗ne — 8—. + V 1 1 1. Treu⸗er Wäch⸗ter ——— + HN s[ EEEEEEEEEEEE —.— SI Seel, der du weißt um al ⸗-les Leid dei- ner ar⸗men 1—, E P.F. X%—F—— T Ei Chri⸗sten⸗heit: o du Wäch⸗ter, der du nicht schläfst noch —— I H1 25— I H SISSISISI........ schlum-merst, zu uns richt dein hilf⸗rei⸗ches An⸗gesichtl U 2. Schau, wie große Not und Qual trifft dein Volk—5 überall! Täglich wird der Trübsal mehr; hilf, ach hilf, chütz deine Lehr! Wir verderben, wir vergehn; nichts wir sonst vor Augen sehn, wo du nicht bei uns wirst stehn. 3. Hoherpriester, Jesu Christ, der du eingegangen bist in das Heiligtum zu Gott durch dein Kreuz und bittern Tod, uns versöhnt mit deinem Blut, ausgelöscht der Höllen Glut, wiederbracht das höchste Gut, 4. sitzt auch heut in Vaters Reich, ihm an Macht und Ehre gleich, unser Mittler auf dem Thron, seine höchste Freud und Kron, den er in dem—.—— trägt, wie sich selbst zu lieben pflegt, dem er keine Bitt abschlägt: 5. kläglich schreien wir zu dir, klopfen an die Gnadentür, wir, die du mit höchstem Ruhm dir erkauft zum Eigentum: Deines Vaters Zorn abwend, der wie lauter Feuer brennt, als gings mit der Welt zu End. 6. Jesu, der du Jesus heißt, als ein Jesus Hilfe leist, hilf mit deiner starlen Hand; Menschenhilf bar sich gewandt: eine Mauer um uns bau, daß dem Feinde davor grau, er mit Zittern sie anschaul 7. Deines Vaters starker Arm, komm und unser dich er⸗ barm! Laß jetzt sehen deine Macht, drauf wir hoffen Tag und Nacht! Aller Feinde Rotten krenn, daß dich alle Welt erkenn, aller Herren Herrn dich nennl 8. Andre traun auf ihre Kraft, auf ihr Glück und Ritter⸗ schaft, deine Christen traun auf dich, auf dich traun sie jestiglich. Laß sie werden nicht zuschand, bleib ihr Helfer und Beistand, sind sie dir doch all bekannt! 178 Kirche 9. Du bist ja der Held und Mann, der den Kriegen steuern kann, der da Spieß und Schwert zerbricht, der die Bogen macht zunicht, der die Wagen gar verbrennt und der Men⸗ schen Herzen wendt, daß der Krieg gewinnt ein End. 10. Friedefürst voll Rat und Tat, der der Schlaͤnge Kopf Pa an dem Kreuz durch seinen Tod wiederbracht den ried bei Gott: gib uns Frieden gnädiglich, so wird dein olk freuen sich, dafür ewig preisen dich! Johann Heermann 1585—1647 Wachet auf ruft uns 178 Frankfurt a. M. 1599 LPZV +L + + 1 RIE— +*. PE + + + 1 II II II + 14..— iiieeE 4„chet auf, er⸗hebt die Blik ⸗ke! Laut Seht, ge⸗kom-men ist die Stun-de, die — E———3—— —...—— 14ͤ———1 mah⸗nen uns die Welt⸗ ge⸗schik⸗ke, es drän⸗get hart der uns ver⸗eint zu schö-nem Bun⸗de, zu tun, was uns der I H1 1 P.—— EEE ———1—.— 1— 1 5 + 1 Gu⸗tes tun al⸗len Men⸗schen im rech⸗ten Geist, doch, 6 . x e E u —.——— 1—... wie es heißt, an Glau⸗bens⸗brü⸗dern al⸗ler-meist! 2. Wachet auf, schaut an das Gute, das ihr der Väter Mut und Blute und ihrer Glaubenstreu verdankt. Auf und tilgt die alten Schulden! Wie lange soll sich noch ge⸗ dulden das Schifflein, das im Sturme schwankt? Eilt ihm zur Gei herbei! Es rudert froh und frei, wenn ihm Liebe ie Segel schwellt hin durch die Welt: Gott ist es, der das Steuer hält. ů 3. Wachet auf! In allen Landen erheben sich, vom Tod erstanden, die Zeugen frischer Glaubensmacht. Werdet müde nicht im Werke; der Gott des Rechts ist unsre Stärke, und seinem Lichte weicht die Nacht. Drum wirkt, so lang es Tag, Kirche 179 so heiß er glühen mag; reift die Frucht doch im Sonnen⸗ glanz: der Ernte Kranz wiegt auf die Mühe voll und ganz. 4. Wachet auf! Die Zeit zum Wachen soll alle Glieder munter machen, und keines trete chte hintan. Leidet eins leiden alle; drum wachet, daß ni Loe falle, und stehe reudig Mann für Mann. So streitet wacker fort und haltet fest am Wort! Hoch vom Himmel strahlt uns das Licht; es trüget nicht: der Herr ist unsre Zuversicht. Karl Rudolf Hagenbach 1801—1874 Gelobet seist du großer Gott 179 Andreas Hammerschmid 1656 — +.— 6—2—— .SSS........... S enn Chri⸗stus sei⸗ne Eet ien. met so mag die er, der zur Rech-ten Got⸗tes sitzt, hat Macht, ihr IIEI I—— I Hölle wü⸗ten; Er ist mit Hil⸗fe nah, wenn er ö zu ge⸗bie⸗ten. 2—— x +e 2—————I— 6 1 g'beut, stehts da; er schüt-zet sei-nen Ruhm und ———— H— EiiSSESiEE hält das Chri⸗sten-tum. Mag doch die Höl⸗le wü⸗ten! 2. Gott sieht die Fürsten auf dem Thron sich wider ihn empören; denn den Gesalbten, seinen Sohn, den wollen sie nicht ehren. Sie schämen sich des Worts des Heilands, unsers Horts; sein Kreuz ist selbst ihr Spott, doch ihrer lachet Gott. Sie mögen sich empören! 3. Der Frevler mag die Wahrheit schmähn, uns kann er sie nicht ranben; der Unchrist mag ihr widerstehn, wir halten fest am Glauben. Gelobt sei Jesus Christ! Wer hier sein Jünger ist, sein Wort von Herzen hält, dem kann die ganze Welt die Seligkeit nicht rauben. 4. Auf, Christen, die ihr ihm vertraut, laßt euch kein Drohn erschrecken! Der Gott, der von dem Himmel schaut, wird uns gewiß bedecken. Der Herr, der starke Gott, hält über sein Gebot, gibt uns Geduld in Not und Kraft und Mut im Tod. Was will uns denn erschrecken? Christian Fürchtegott Gellert 1715—1769 EIX 14⁷ 180 Johann Crüger 1640 ** [IE.I + + H— + I H— — 2— H—⁵ᷣ—n + 1—— 4 + 2 i⸗ on klagt mit Angst und Schmer⸗zen, Zi⸗on, die er trägt in sei⸗ nem Her ⸗zen, die er + + + R EE — H—— W1 II——. 2.———⁴ 2 + — 2—.——— Got⸗tes wer⸗ te Stadt, andr ů ein C sich er⸗wäh⸗let hat. Ach, spricht sie, wie hat mein Gott 25.e, RISSSSS r=.——— —6 577 7½ mich ver⸗las-sen in der Not, har⸗tes Leid mir zu-ge⸗ II SIH PF‚RqP‚I‚IöI‚t.‚.‚..,..... ——*—— 2— 2..—— mese⸗ sen, mei⸗-ner hat er ganz ver⸗ges-sen! 2. Der Gott, der mir hat versprochen seinen Beistand jederzeit, der läßt sich vergebens suchen jetzt in meiner Traurigkeit. Ach, will er denn für und für grausam zürnen über mir? Kann und will er sich der Armen jeßt nicht wie vorhin erbarmen? 3. Zion, o du Vielgeliebte, sprach zu ihr des Herren Mund, zwar du bist jetzt die Betrübte, Seel und Geist ist dir verwundt; doch stell alles Trauern ein, wo mag eine Mutter sein, die ihr eigen Kind kann hassen und aus ihrer Sorge lassen? 4. Ja, wenn du gleich möchtest finden einen solchen Muttersinn, da die Liebe kann verschwinden, so bleib ich doch, der ich bin. Meine Treue bleibet dir, Zion, o du meine Zier! Du hast mir mein Herz besessen, deiner kann ich nicht vergessen. 5. Laß dich nicht den Satan blenden, der sonst nichts als schrecken kann. Siehe, hier in meinen Händen hab ich dich eschrieben an; wie mag es denn anders dane Ich muß a gedenken dein; deine Mauern muß ich bauen Aund dich fort und fort anschauen. 6. Wie ein Kindlein ohne Sorgen ruht in seiner Mutter Schoß, bist auch du in mir geborgen, meine Treu zu dir ist groß. Dich und mich kann keine Zeit, keine Not, Gefahr und Streit, ja die Hölle selbst nichk scheiden: bleib getreu in allen Leiden. Johann Heermann 1585—164/ 148 194091 a 181 2. Mission Valet will ich dir geben 181 Leipzig 1615 2— 4 +— PPIPIFIFI.I...I. —— Der du zum Heil er⸗schie- nen der al ⸗ler⸗ Dund von den Che⸗ru⸗ bi ⸗nen zu Sün⸗dern Z,.. 11— AęH—0— ürm⸗ sten Welt dich ger sellt; den sie mit fre⸗chem Stol⸗ze ver— EIIEEE.. höhnt für sei⸗ ne Huld, als du am dür⸗ren Hol⸗ze ver⸗ 1 N E — L— söhn⸗test ih re Schuld: 2. damit wir Kinder würden, hinf du vom Vater aus, Den W auf dich unsre Bürden und bautest uns ein Haus. Von Westen und von Süden, von Morgen ohne Zahl sind Gäste nun beschieden zu deinem Abendmahl. 3. Im schönen Hochzeitskleide, von allen Flecken rein, führst du zu deiner Freude die Völkerscharen ein; und welchen nichts verkündigt, kein Heil verheißen war, die bringen nun entsündigt dir Preis und Ehre dar. 4. Du hast dem ärmsten Sklaven, wo heiß die Sonne glüht, wie deinen andern Schafen zu Liebe dich gemüht und selbst den öden Norden, den ewges Eis bedrückt, zu deines Himmels Pforten Eömintend hingerückt. 5. Drum kann nicht Ruhe werden, bis deine Liebe siegt, bis dieser Kreis der Erden zu deinen Füßen liegt; bis du im neuen Leben die ausgesehnte Welt dem, der sie dir gegeben, vors Angesicht gestellt. 6. Und siehe, tausend Fürsten mit Völkern ohne Licht stehn in der Nacht und dürsten nach deinem Angesicht! Auch sie hast du gegraben in deinen Priesterschild, am Brunnquell sie zu laben, der dir vom Herzen quillt. 7. So sprich dein göttlich Werde! Laß deinen Odem wehn, daß auf der finstern Erde die Toten An tier daß, wo man Lersoh fröhnet und vor den Teufeln knie ein willig Volk versöhnet zu deinem Tempel zieht. 8. Wir rufen, du willst hören, wir fassen, was du sprichst; dein Wort muß sich bewähren, womit du Fes Itt brichst. Wie viele sind zerbrochen, wie viele sinds noch ni O du. ders uns versprochen, werd aller Heiden Lichtl Albert Knapp 1798—1864 149. 182. 183 Mission Nun ruhen alle Wälder 182 Weltlich 1505, geistlich 1550 EEEEEE— 5 ESSEEEEE +—*——— Du gro⸗ßer Zi⸗ons⸗-kö⸗nig, dem al⸗les un⸗ter⸗ ii tä⸗ nig und ü⸗ber⸗ge⸗ben ist, vor dem die Erd sich — 1 —— 7 + 7 EI—— EI + +. 1 1 + Feie,— 11.— 2 beu⸗get, dem sich der Him-mel nei⸗get: hör un ⸗ser 1 I +— + I —eee — Flehn, Herr Je⸗su Christ. 2. Vereint mit deinen Frommen will auch dies Häuflein kommen vor deinen Gnadenthron. Laß unser schwaches Lallen dir, Vater, wohlgefallen und segne uns in deinem Sohn. 3. Die, Herr, nach dir sich neunen, dich aber noch nicht kennen, erleucht mit deinem Wort. Weck auf die toten Herzen, die Zeit nicht zu verscherzen zum Seligwerden hier und dort. 4. Tritt unter deine Füße das Reich der Finsternisse zu deines Namens Ruhm. Durchdring der Menschen Herzen zum Lohne deiner Schmerzen mit deinem Evangelium. 5. Stärk, Heiland, deine Knechte, 0 fördern deine Rechte, zu Heuse in Geduld. Gib allen Mut und Kräfte zum großen Heilsgeschäfte und labe sie mit deiner Huld. 6. So hör denn unser Flehen, o Herr, und laß geschehen, was unser Herz begehrt, daß bald die ganze Erde dein Gottestempel werde. Wers glauben kann, dem wirds gewährt. 18²⁷ Jesus meine Zuversicht II 183 Lüneburg 1686 SISISISISIIIIII + + i ⸗ ne Her⸗de und ein Hirt! Wie wird dann dir wenn sein Tag er⸗schei-nen wird? Freu⸗e dich, du —— SEEEEE.....— llet ne Her⸗ de. mach dich auf und wer⸗ de licht 15⁰ Gr Mission 184 1 1 X * N I 1 + 1 —.— + 1 Je⸗sus hält, was er verespricht. 2. Hüter, ist der Tag noch fern? Schon ergrünt es auf den Weiden, und die Herrlichkeit des Herrn! nahet dämmernd sich den Heiden; blinde Pilger flehn um Licht: Jesus hält, was er verspricht. 3. Komm, o komm, getreuer Hirt, daß die Nacht zum Tage werde! Ach, wie manches Schäflein irrt fern von dir und deiner Herde. Kleine Herde, zage nicht: Jesus hält, was er verspricht. 4. Sieh, das Heer der Nebel flieht vor des Morgenrotes Helle, und der Sohn der Wüste kniet dürstend an der Lebens⸗ quelle; ihn umleuchtet Morgenlicht: Jesus hält, was er verspricht. 5. Gräber harren aufgetan: rauscht, verdorrete Gebeine, macht dem Bundesengel Bahn! Großer Tag des Herrn, er⸗ scheine! Jesus ruft: Es werde Licht! Fesus hält, was er verspricht. 6. O des Tags der Herrlichkeit! Jesus Christus, du die Sonne, und auf Erden weit und breit Licht und Wahr⸗ heit, Fried und Wonne. Mach dich auf, es werde Licht: Jesus hält, was er verspricht. Friedrich Adolf Krummacher 1767—1845 Wachet auf ruft uns 184 Frankfurt a. M. 1599 19—.. SPI.II.I..........— HE +—5 L—+.—. IV 1———— I— +— 2 Ei ⸗ner ists, an dem wir han⸗gen, der für uns un⸗-sre Lei⸗ber, un⸗sre Her⸗zen ge⸗ hö⸗ ren EED 1.—— in den Tod ge⸗ gan⸗gen und uns er⸗ kauft mit sei⸗nem dir, o Mann der Schmer⸗zen, in dei⸗ner Lie⸗be ruht sichs Biͤt; 9n. Nimm uns zum Ei⸗gen⸗tum, be⸗ rei⸗te dir zum X + D +I— + I II +— 1 H1— 2 — E 12.— — 1 — +— ——.—. Ruhm dei⸗ne Kin⸗der; ver⸗birg uns nicht das er., d v Ks ——* 5. Gna⸗den⸗licht von dei- nem heil⸗gen An⸗ge⸗sicht. 151 18⁵ Mission 2. Nicht wir haben dich erwählet, du selbst hast en raft i ezählet nach deinem ewgen Gnadenrat. Unsre K Ich und nichtig,———— keiner ist zum Werke kichtig, er nicht von dir die Stärke hat. Drum brich den eignen Sinn; denn Armut ist Gewinn für den Himmel. Wer in sich Schnach. folgt, Herr, dir nach und trägt mit Ehren deine 3. O Herr Jesu, Ehrenkönig, die Ernt ist groß, der Schnitter wenig; drum sende treue Zeugen aus. Send auch uns hinaus in Gnaden, viel frohe Gaste einzuladen zum Mahl in deines Vaters Haus. Wohl dem, den deine ahl beruft um Abendmahl im Reich Gottes! Da ruht der Streit, a währt die Freud heut, gestern und in Ewigkeit. 4. Schau auf deine Millionen, die noch im Todesschatten wohnen, von deinem Himmel reiche fern! Seit Jahrtausen⸗ den ist ihnen kein Evangelium erschienen, kein gnaden⸗ reicher Morgenstern. Glanz der Gerechtigkeit, geh auf, denn es ist Zeit!“ Komm, Herr Jesu, zieh uns voran und mach uns Bahn, gib deine Türen aufgetan! 5. Heiland, deine größten Dinge beginnest du still und geringe; was sind wir Armen, Herr, vor dir? Aber du wirst für uns streiten und uns mit deinen Augen leiten; auf deine Kraft vertrauen wir. Dein Senfkorn, arm und klein, wächst endlich ohne Schein doch zum Baume, weil du, Herr Christ, sein Hüter bist, dem es von Gott vertrauet ist. Albert Knapp 1798—1864 1 5 Straßburg 1525 S Es woll uns Gott 9e„ nä⸗dig sein und sein Ant-litz uns mit hel-lem Schein er⸗ + HI— 4 ,r, d, en,. —..— sei„nen Se⸗gen ge ⸗ben; leucht zum ew-gen Le⸗ ben, daß FE;x;I‚᷑::?:..—— — 2 + 1 sei⸗ ne Werk und was ihm lieb 55 Er ⸗den, und Je⸗su Chri⸗-sti Heil und Stärk be-⸗ kannt den Hei-⸗ den wir er⸗ken⸗nen . — wer⸗den und sie zu Gott be⸗ keh-ren. 15⁵²2 Mission 186 2. So danken, Gott, und loben dich die Heiden überalle, und alle Welt, die freue sich und sing mit großem Schalle, daß du auf Erden Richter bist und läßt die Sünd nicht walten, dein Wort die Hut und Weide ist, die alles Volk erhalten, in rechter Bahn zu wallen. 3. Es danke, Gott, und lobe dich das Volk in guten Taten. Das Land bringt Frucht und bessert sich, dein Wort ist Suit geraten. Uns segne Vater und der Sohn, uns segne Gott der heilge Geist, dem alle Welt die Ehre tut, vor ihm sich fürchte allermeist. Nun sprecht von Herzen: Amen! Martin Luther 1483—1546 Wie schön leuchtet 186 Frankfurt a. M. 1599 F +. E—— 58 ste⸗hen wir von nah und fern in ei nem O Je⸗ su, sel⸗ge Ma⸗je⸗stät, ge⸗ kreu⸗zigt I TI + 1 + +— —+.——.——— Geist vor ei⸗nem Herrn, ver⸗eint zu Dank und einst und nun er„höht, tritt ein in un ⸗sre 1 RIII J Witetet Stimm an, nimm an un ⸗sre Lie⸗der, die wir I + 7 1 +——— + + N S. 1— + 2.... wie⸗der vor dich brin⸗gen, dei⸗ner Lie⸗be Tun zu sin⸗gen. 2. Was ein verborgnes Anit min war, das breitest du von Jahr zu Jahr nun aus mit mächtgen weigen. Zu Tau⸗ enden erwächst dein Bund und öffnet erz und Hand und und, für Gottes Heil zu zeugen; deinen reinen Le⸗ benssamen, deinen Namen durch die Weiten aller Länder auszubreiten. 3. Dein ist die Welt, dein sind auch wir, und alle Völker werden dir einst noch zu Füßen fallen; du weckst sie aus der Todesruh und führst schon Erstlinge herzu zu Salems heilgen Hallen; spendest, sendest Licht und Segen aller⸗ wegen deinen Freunden, herrschest unter deinen Feinden. 4 Dein sind wir, dein in Ewigkeit; drum wollen wir, du eld im Streit, an deinem Auge hängen. Wohlauf, mit Macht umgürte dich, du Arm des Herrn, so werden sich die Völker um dich drängen! Alsdann wird man fröhlich singen, Palmen schwingen, wenn man schauet, wie Jehova Zion bauet. Albert Knapp 1798—1864 15³ 187. 188 Mission Wachet auf ruft uns 187 Frankfurt a. M. 1599 E—.—— 1— SSIESEIEIEIE.. 2 1 I I +1 7„nig Je ⸗su, strei te, sie ⸗ge, daß al⸗les Blick auf dei⸗ ne Frie⸗dens⸗bo⸗ten, laß— =..— E— + + 1+...—.— 3——— ————.— E= bald dir un⸗ter⸗lie⸗ge, was lebt und weht n in die ʒ⸗ ser dei⸗nen Le⸗bens⸗o⸗dem durchs gan⸗-ze, wei⸗ te To⸗ten⸗ 18. IE —— EEEEE 2——— Wi. Er⸗hö⸗ re rir Flehn und laß es bald ge⸗ +2— 1 Hr+r I ———.——..—— schehn! A-⸗men, A-men! So rüh⸗ men wir und 55 e Ken P. SISISqSISISSSPSISISIIIII...... 2 2. jauch⸗zen dir das Hal⸗le⸗lu-⸗ja für und für. 18²⁷ Wie schön leuchtet 85— a. M. 1599 20 + 4— 1— Mis weit die Pfor⸗ten in der Welt, ein Wer von der Sün⸗de sich ge⸗wandt, wer I FEfN— ——————— Kö⸗nig ists, der Ein-zug hält, um⸗glänzt von Gnad und auf vom To ⸗-des⸗schla⸗fe stand, der sie ⸗ het sei ⸗ne E SPEE E— ——.—*—..— Wahr⸗-heit. 414 Klar⸗heit. Seht ihn weit⸗hin herr-lich schrei⸗ten, +— 1— + 5 ö E—— Licht ver⸗brei⸗ten; Nacht zer⸗streut er, Le⸗ ben, 15⁴ Mission 189 . Fried und Won- ne beut er. 2. Es jauchzt um ihn die große Schar, die lang in schweren Fesseln war; er hat sie frei gegeben. Blind waren sie und sehen nun, lahm waren t und gehen nun, tot waren sie und leben. Köstlich, tröstlich allen Kranken ohne Wanken, ohne Schranken walten seine Heilsgedanken. 3. Noch liegt vor ihm so tief und schwer der Sünden ungeheures Heer, das tausend Völker drücket. Um Rache schreit es auf zu Gott; doch lebet er und hat die Not der Sünder angeblicket, betet, rettet, heilt und segnet und begegnet seinen Armen als ein Heiland voll Erbarmen. 4. Längst ist in seinem ewgen Rat für sie zu seinem Reich der Pfad gezeichnet und gebahnet; ohnmächtig droht der Feinde Hohn; schnell steht in Herrlichkeit sein Thron, wo niemand es geahnet. Selig, selig, wer da trauet, bis er schauet; wer sich mühet, bis sein Gott vorüberziehet. 5. Die ihr von Christi Hause seid, kommt, schließet nun mit Freudigkeit den Bund in seinem Namen. Laßt uns auf seine Hände schaun, an seinem Reiche mutig baun; sein Wort ist Ja und Amen. Flehet, gehet, Himmels⸗ erben anzuwerben, harret, ringet: Jesus ist es, der euch dinget. Albert Knapp 1798—1864 Der Herr ist gut ihr Himmel 189 181¹9 1 212— W—— 6 —I — 1 O daß doch bald dein Feu ⸗er brenn ⸗te, E H E 65765 2·2 du un⸗aus⸗sprech-lich Lie-ben⸗der, und bald die gan⸗ze EE ISII Welt er⸗kenn⸗te, daß du bist Kö⸗nig, Gott und Herr! 2. Zwar brennt es schon in heller Flamme jetzt hier, jetzt dort, in Ost und West dir, dem für uns erwürgten Lamme, ein herrlich Pfingst⸗ und Freudenfest. 3. Und noch entzünden Himmelsfunken— manches kalte, tote Herz und machen Durstge freudetrunken und heilen Sünd und Höllenschmerz; 4. verzehren Stolz und Eigenliebe und sondern ab, was unrein t, und mehren jener Flamme Triebe, die dir nur glüht, Herr Jesu Christ. 1⁵⁵ 190 Mission 5. Erwecke, läutre und vereine des ganzen Christenvolkes Schar und mach in deinem Gnadenscheine dein Heil noch jedem offenbar. 6. Du unerschöpfter Quell des Lebens, allmächtig starker antn u dein Feuermeer ström nicht vergebens: ach zünd in unsern Herzen auch! 7. Schmelz alles, was sich trennt, zusammen und baue deinen Tempel aus; laß leuchten deine heilgen Flammen durch deines Vaters ganzes Haus. 8. Beleb, erleucht, erwärm, entflamme doch bald die ganze weite Welt und zeig dich jedem Völkerstamme als Heiland, Friedefürst und Held. 9. Dann tönen dir von Millionen der Liebe Jubelhar⸗ monien, und alle, die auf Erden wohnen, knien vor den Thron des Lammes hin. 18¹⁸ Fahre fort 190 Halle 1704 SIIIIIIITI 2 53 eich des Herrn, Reich des Herrn, brich her-vor in E SSSSSS— vol-lem Tag! Dei⸗ner Strah⸗ len Macht er-hel⸗le, was in ——— To⸗des⸗schat⸗ten lag! Wolk und Zwei⸗ fels ⸗ne-bel H 1 I H. ILI + 1 4— 1 I ——1 + + + I +——1 fäl⸗le; sen⸗de Licht und Wär-me nah und fern, e. —— 1 eich des Herrn, Reich des Herrn. 2. Siege bald, siege bald, komm, das kalte Reich der Nacht aller Enden zu zerstören! Sieh, e0 sammelt seine Macht; doch wer kann den Sieg dir wehren? Denn die Sonne der Gerechtigkeit führt den Streit, führt den Streit. 3. Gottes Held, Gottes Held, mit der Gnade Siegs⸗ ewalt schlage Feind an Feind danieder! Bring in deine bald alles Abgefallne wieder! Dann umarmen reud und Friede sich ewiglich, ewiglich. 4. Aberall, überall laß bis an der Welten Rand, laß durch jeden Kreis der Erden deinen Namen hell erkannt, 15⁵⁶ Mission 191 Kkes deine Kraft verherrlicht werden, bis du als der Völker roch Friedefürst herrschen wirst, herrschen wirst. 5. Aber ihr, aber ihr, die der König ausgesandt, geht Rler voran in alle Zonen; bahnt die Weg und macht bekannt ach unter allen Narionen, wie die Gnade, wo der Herr regiert, triumphiert, triumphiert. aue 6. Welch ein Herr! welch ein Herr! Ihm zu dienen, welch e Hen ein Stand! 1 wir seines Dienstes pflegen, lohnt er unsrer schwachen Hand armes Werk mit reichem Segen. Wallen wir, so wallt sein Friede mit Schritt vor Schritt, inze Schritt vor Schritt. ind. + Kommt herbei, kommt herbei, frohe Zeiten, säumet nicht, daß der Herr sich offenbare als der Völker Recht und Licht! har⸗ Kommt, daß alle Welt erfahre, wie die Menschenherd ihr den großer Hirt weiden wird, weiden wird. 18 Karl Bernhard Garve 1763—1841 17⁰¹ Jesus meine Zuversicht II 191 Süneburg 1686 E◻+—.——..— in Sish. ein wei⸗tes To⸗ ten⸗feld vol⸗ler dür⸗ rer Ach, kein Son⸗nen⸗strahl er⸗hellt die⸗ se Nacht mit —— I +— 2 in—.. Iin⸗hem Schei⸗ ne. Hu ter, ist die Nacht bald hin? A . ——.— Wird dein Mor⸗gen bald er⸗glühn? 2. Blick ich hin auf Israel, ist noch alles fast erstorben. Ach, dein Volk, Immanuel, das du dir mit Blut erworben sieh, wie blind, wie fern von dir! Wie ein Schlachtfeld liegt IIAHE es hier! 3. Schau ich deine Christenheit, die, Herr, deinen Namen . träget, ach, was seh ich weit und breit? Tausend Krafte, 5 wild beweget; wenige, die für dich glühn und in deinem er Dienst sich mühn. 3. 4. Und die große Heidenwelt ist noch finster und verdunkelt, 4*—0 hier und da nur schwach erhellt; Lichtes Schimmer einzeln ine funkelt; Millionen sind noch fern von dem Reiche nen meines Herrn! 5. O, wann bricht der Frühling an nach den langen Wintertagen? Herr, du bist es, der da kann zu den 157⁷ 192 Mission Totenbeinen sagen: Rauschet, regt und füget euch; seid ein Leib für Gottes Reich! 6. Herr, so sprich dein Lebenswort über alle Totenbeine! Odem Gottes, wehe fort, daß sich alles neu vereine! Mache alles wieder neu, alles Alte geh vorbei! Christian Heinrich Zeller 1779—1860 Dir dir Jehova 192 Halle 1704 * S—.——.— DEEE. Woh auf, du Geist der er⸗sten Zeu ⸗gen, die Tag und Näch⸗te nim- mer s wei⸗ gen, E ö—4 die auf der Maur als treu e Wäch ⸗ter stehn, und die ge⸗ trost dem Feind ent- ge ⸗gen⸗gehn, EEEEE ja, de⸗ren Schall die gan⸗ze Welt durch-dringt und ——. ö— al⸗ler Völ-ker Scha⸗ren zu dir bringt. + 4 + 1 2. O daß doch bald dein Feuer brennte, o möcht es doch in alle Lande gehn! Ach Herr, gib doch in deine Ernte viel Knechte, die in treuer Arbeit stehn! O Herr der Ernte, siehe doch darein: die Ernt ist groß, da wenig Knechte sein. 3. Dein Sohn hat ja mit klaren Worten uns diese Bitte in den Mund gelegt. O siehe, wie an allen Orten sich deiner Kinder Herz und Sinn bewegt, dich herzinbrünstig hierum anzuflehn; drum hör, o Herr, und sprich: Es soll geschehn. 4. So gib dein Wort mit großen Scharen, laß sie in Kraft Gbandelten sein; laß eilend Hilf uns widerfahren und brich in Satans Reich mit Macht hinein. O breite, Herr, Pu 1952 Erdenkreis dein Reich bald aus zu deines Namens reis! 5. Ach daß die Hilf aus Zion käme! O daß dein Geist, so wie dein Wort verspricht, dein Volk aus dem Gefängnis nähme! O würd es doch nur bald vor Abend licht! Ach reiß, o Herr, den Himmel bald entzwei und komm herab zur Hilf und mach uns frei! 6. Ach laß dein Wort recht schnelle laufen! Es sei kein Ort ohn dessen Glanz und Schein! Ach führe bald dadurch mit 15⁸ Herr, nens Heist, ignis Ach b zur Ort mit Mission 193 Haufen der Heiden Füll in alle Tore ein! Ja, wecke doch auch Israel bald auf und also segne deines Wortes Lauf. 7. O beßre Zions wüste Stege, und was dein Wort im Laufe hindern kann, das räum, ach räum aus jedem Wege: vertilg, o Herr, den falschen Glaubenswahn und mach uns Holt 9 3 jedem Mietling frei, daß Kirch und Schul ein Garten ottes sei. 8. Laß jede hoh und niedre Schule die Werkstatt deines guten Geistes sein, ja, sitze du nur auf dem Stuhle und präge dich der Jugend selber ein, daß treue Lehrer viel und Beter sein, die für die ganze Kirche flehn und schrein. 9. Herr, zürne nicht, daß ich so bitte, da ich vor dir nur Staub und Asche bin; du als der Brunnquell aller Güte, gib selber etwas mir von deinem Sinn, daß mich der Menschen Elend jammern kann. Drum bitt ich, Herr, o nimm mein Bitten an! Karl Heinrich von Bogatzty 1690—1774 Nun komm der Heiden Heiland 193 Altkirchlich, ev. 1524 7 +—— + I! 1 SSISIIIIII I IEIETEIEIETEIEEIII. *— 275————— +—— Wal-te, wal⸗te nah und fern, all⸗ge⸗wal⸗tig EI 35 —.——— Wort des Herrn, wo nur sei⸗ner Allmacht Ruf Men-⸗schen — für den Him⸗mel schuf! 2. Wort vom Vater, der die Welt schuf und in den Armen hält und der Sünder Trost und Rat zu uns hergesendet hat; 3. Wort von des Erlösers Huld, der der Erde schwere Schuld durch des heilgen Todes Tat ewig weggenommen hat; 4. kräftig Wort von Gottes Geist, der den Weg zum Himmel schaft und durch seine heilge Kraft Wollen und Vollbringen schafft; 5. Wort des Lebens, stark und rein, alle Völker harren dein, walte fort, bis aus der Nacht alle Welt zum Tag erwacht! 6. Auf zur Ernt in alle Welt! Weithin wogt das weiße Dperal klein ist noch der Schnitter Zahl, viel der Garben Uberall. 7. Herr der Ernte, groß und gut, weck zum Werke Lust und Mut, laß die Völker allzumal schauen deines Lichtes Strahl! Jonathan Bahnmaier 1774—1841 159 . 194. 195 3. Wort Gottes Erhalt uns Herr bei deinem 194 Wittenberg 1543 FH 1— 4..‚..—.— P—— + + + + + 1 I 2— —1— h 1 EE— ————. A⸗bend wor⸗den ist: dein gött⸗lich Wort, das hel⸗le der —4 1 + 7 +L II und desr, e der Licht, laß ja bei uns aus ⸗lö⸗schen nicht. 63 2. In dieser letzt betrübten Zeit verleih uns, Herr Beständig⸗ wei keit, daß wir dein Wort und Sakrament behalten rein bis in an das End. 4 3. Herr Jesu, hilf, dein Kirch erhalt, wir sind gar sicher der träg und kalt: gib Glück und Heil zu deinem Wort, dami Pfe es schall an jedem Ort. me 4. Erhalt uns nur bei deinem Wort und wehr des Teufels Trug und Mord. Gib deiner Kirche Gnad und Huld, Fried, Ho Einigkeit, Mut und Geduld. 50 5. Ach Gott, es geht gar übel zu. auf dieser Erd ist keine ö Ruh; viel Sekten und groß Schwärmerei auf einen Haufen kommt herbei. 6. Den stolzen Geistern wehre doch, die sich mit Macht Let erheben hoch und bringen stets was Neues her, zu fälschen deine rechte Lehr. 7. Die Sach und Ehr, Herr Du Christ, nicht unser, sondern G6 dein ja ist; darum so steh du denen bei, die sich auf dich He verlassen frei. 8. Dein Wort 9 unsers Herzens ber o und deiner Kirche wahrer Schutz; dabei erhalt uns, lieber Herr, daß wir nichts andres suchen mehr. 9. Gib, daß wir lebn in deinem Wort und darauf— fahren fort von hinnen aus dem Jammertal zu dir in deinen Himmelssaal. 1611(nach Nikolaus Selnecker 1530—1592) „F Was Gott tut 19⁵ Weimar 1681 H1 rrri G Dn Wort, o Herr, ist mil⸗der Tau für trost ⸗be⸗ laß kei⸗nem Pflänz⸗chen dei⸗ner Au den Him⸗mels⸗ 16⁰ eufels Fried, ndern f dich Kirche nichts aienr ir in 159²) r 16¹ be⸗ mels⸗ Wort Gottes 196 dunst r eh-len. Er-⸗auict purch ihn laß le⸗des blihn und — .SS II PIII — E 1 E— I 5 5— in der Zu⸗kunft Ta⸗gen dir Frucht und Sa⸗men tra⸗gen. 2. Dein Wort ist, Herr, ein Flammenschwert, ein Blitz, der Felsen spaltet, ein Feuer, das im Herzen zehrt und Mark und Bein durchschaltet. Olaß dein Wort noch fort und fort der Sünde Macht zerscheitern und alle Herzen läutern. 3. Dein Wort ist uns der Wunderstern für unsre Pilgerreise; es führt auch Toren hin zum Herrn und macht die Einfalt weise. Dein Himmelslicht verlösch uns nicht und leucht in jede Seele, daß keine dich verfehle. 4. Ich suchte Trost und fand ihn nicht, da ward das Wort der Guade mein Labsal, meine Zuversicht, die Fackel meiner Pfade. Sie zeigte mir den Weg zu dir und leuchtet meinen Schritten bis zu den ewgen Hütten. 5. Nun halt ich mich mit festem Sinn zu dir, dem sichern Horte, wo wendet ich mich anders hin? Herr, du hast Lebensworte. Noch hör ich dein:„Komm, du bist mein,“ das rief mir nicht vergebens, ein Vort des ewgen Lebens. 6. Auf immer gilt dein Segensbund, dein Wort ist Ja und Amen. Nie weich es uns aus Herz und Mund und nie von unserm Samen. Laß immerfort dein helles Wort in allen Lebenszeiten uns trösten, warnen, leiten. 7. O sende bald von Ort zu Ort den Durst nach deinen Lehren. Send Hunger, Herr, dein Lebenswort und deinen Geist zu hören, und send ein Heer von Meer zu Meer, der Herzen Durst zu stillen und dir dein Reich zu füllen. Karl Bernhard Garve 1763—1841 Ach Gott und Herr 196 Freiberg i. S. 1655 14— 2 EE—.—. +— 5.——— Gott ist mein Hort, und auf sein Wort soll mei⸗ne — I— EEEEE See⸗le trau⸗en. Ich wan⸗dle hier, mein Gott, vor dir im .....— Glau⸗ben, nicht im Schau ⸗en. Schlesisches Provinzial⸗Gesangbuch 11 161 ...— 197 Wort Gottes 2. Dein Wort ist wahr; laß immerdar mich seine Kräfte schmecken. Laß keinen Spott, o Herr, mein Gott, mich von dem Glauben schrecken. g. Wo hätt ich Licht, wofern mich nicht dein Wort die Wahrheit lehrte? Gott, ohne sie verstünd ich nie, wie ich dich würdig ehrte. 4. Dein Wort erklärt der Seele Wert, Unsterblichkeit und Leben; zur Ewigkeit ist diese Zeit von dir mir übergeben. 5. Dein ewger Rat, die Missetat der Sünder zu versühnen, den kennt ich nicht,. wär mir dies Licht nicht durch dein Wort erschienen. 6. Nun darf mein 270 in Reu und Schmerz der Sünden nicht verzagen: nein, du verzeihst, lehrst meinen Geist ein gläubig Abba sagen. 7. Mich zu erneun, mich dir zu weihn, ist meines Heils Geschäfte; durch meine Müh vermag ichs nie, dein Wort gibt mir die Kräfte. 8. Herr, unser Hort, laß uns dies Wort; denn du hasts uns gegeben. Es sei mein Teil, es sei mein Heil und Kraft zum ewgen Leben! Christian Fürchtegott Geklert 1715—1769 O du Liebe meiner Liebe 197 Urspr. weltl., Brüdergem. 1735 EE 4 8 2—.——— S.SPSSSS........ ü‚3‚ err, dein Wort, die ed⸗le Ga⸗be, die⸗sen Schatz er⸗ denn ich zieh es al-ler Ha⸗be und dem größ⸗ten + 7 1 + Reich tnn für. Wenn dein Wort nicht mehr soll gel⸗ten, DDS= wor⸗auf soll der Glau⸗be ruhn? Mir ists nicht um tau⸗send ....... Wel⸗ten, a⸗ber um dein Wort zu tun. 2. Halleluja, Ja und Amen! Herr, du wollest auf mich daß ich mög in deinem Namen seh bei deinem sehn, Worte stehn. Laß mich eifrig sein beflissen, ir zu dienen früh und spat, und analeidt zu deinen Füßen sitzen, wie Maria tat. P. 1 Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf 1700 1760. V. 2 Christian Gregor 1723—1801 I N 1 1 II + II * H1 16² Wort Gottes 198. 199 mich den hem mens Seben 198 Leipkig 1625 4.—— H4 I +— die EEEESEEEEE SE e ich Nun geh uns auf, du Mor⸗gen-⸗-stern, du se=lig⸗ n E 980 ma⸗chend Wort des Herrn, du Pfand des Heils, das uns im ein— 2———.——— , E ein Sohn der Va⸗ter gab von sei- nem Thron. 2. Bereitet ist für dich die Bahn, die Herzen sind dir auf⸗ Heils getan; wir sehnen uns nach deinem Licht und seufzen auf: Wort Versäum uns nicht. 3. Du Wort der Wahrheit, lautrer Quell, mach unsre hasts Glaubensaugen hell, daß wir die Wege Gottes sehn und und in der Welt nicht irre gehn. 4. Du Wort der Buße, füll das Herz uns an mit tiefem 176F9 Reueschmerz, daß unser Flehn und Seufzen sei: Gott steh uns armen Sündern bei. 5. Du Wort der Gnade, tröstend Wort, o bring uns Bot⸗ 17³3⁵ schaft fort und fort von ihm, der für uns litt und starb und uns Gerechtigkeit erwarb. 6. Du Wort des Glaubens, gib uns Kraft, daß wir, der Eitelkeit entrafft, im gnädig dargebotnen Heil ergreifen bu unser ewges Teil. 60 7. So geh uns auf, du Gottesglanz, durchdring uns und verklär uns ganz, du Wort, das noch in Kraft besteht, wenn Erd und Himmel untergeht. Julius Sturm 1816—1896 Gott des Himmels 199 Heinrich Albert 1642 .EE..— —. dich al⸗lein hab ich zum Grun⸗de mei⸗ner ..I.......—.—— + UMHEUU= del mich lau⸗ter Se⸗gen trägt, an dir 10 nem Se⸗ lig⸗keit ge⸗legt. EEEEEE enen 2 1— H wie— 176⁰, 1 was zu Gott mich füh⸗ren kann. 200 Wort Gottes 2. Will ich einen Vorschmack haben von des Himmels Seligkeit, so kannst du mich herrlich laben, weil bei dir ein Tisch bereit, der mir lauter Manna schenkt, mich mit Lebenswasser tränkt. 3. Du, mein Paradies auf Erden, schließ mich stets im Glauben ein; laß mich täglich klüger werden, daß dein heller Gnadenschein mir bis in die Seele dringt und die Frucht des Lebens bringt. 4. Geist der Gnaden, der im Worte mich an Gottes Herze legt, öffne mir des Himmels Pforte, daß mein Geist hier recht erwägt, was für Schätze Gottes Hand durch sein Wort ihm zugesandt. 5. Lasse mich in diesen Schranken sonder eitler Sorgen sein, schließe mich mit den Gedanken in ein stilles Wesen ein, daß die Welt mich gar nicht stört, wenn mein Herz dich reden hört. 6. Gib dem Samen einen Acker, der die Frucht nicht schuldig bleibt; mache mir die Augen wacker. und was hier dein Finger schreibt, präge mir im Herzen ein; laß den Zweifel ferne sein. 7. Was ich lese, laß mich merken; was du sagest, laß mi tun. Wird dein Wort den Glauben Paber laß es nich dabei beruhn, sondern gib, daß auch dabei ihm das Leben ähnlich sei. 8. Hilf, daß alle meine Wege nur nach dieser Richtschnur ehn; was ich hier zum Grunde lege, müsse wie ein Felsen stehn, daß mein Geist auch Rat und Tat in den größten Nöten hat. 9. Laß dein Wort mir einen Spiegel in der Folge Jesu sein; drücke drauf ein Gnadensiegel, schließ den Schatz im Herzen ein, daß ich fest im Glauben steh, bis ich dort zum Schauen geh. Benjamin Schmolck 1672-1737 Es ist gewißlich an der Zeit 200 [ + + + + + + + 1 e e, ei Wittenberg 1535 ir Men⸗schen sind zu dem, o Gott, was dein We⸗sen, Wil-le und Ge-⸗bot ist * I +1 I— geist⸗lich ist, un⸗tüch⸗tig; Wir wis⸗ viel zu hoch und wich-tig. Wir wis elens und dei 16⁴4 in mels dir mit im dein die erze hier sein gen esen Herz laß ich ben nur den jesu ort Wort Gottes 200 stehens nicht, wo uns dein gött-lich Wort und Licht den 1 1 5 e— + E 1——. I + I + Weg zu dir nicht wei-set. 2. Drum sind vor Zeiten ausgesandt Propheten, deine Knechte, daß durch dieselben würd bekannt dein heilger Will und Rechte. Zum letzten ist dein einger Sohn, o Hhren von des Himmels Thron selbst kommen, uns zu ehren. 3. Für solches Heil sei, Herr, gepreist; laß uns dabei verbleiben und gib uns deinen heilgen Geist, daß wir dem Worte gläuben, es gern annehmen jederzeit mit Sanftmut, Ehre, Lieb und Freud als Gottes, nicht der Menschen. 4. Hilf, daß der losen Spötter Schar uns nicht vom Wort abwende; ihr Spott verstummt, sie selbst fürwahr ereilt ein schrecklich Ende. Gib du selbst deinem Donner Kraft, daß deine Lehre in uns haft, auch reichlich bei uns wohne. 5. Offn uns die Ohren und das Herz, daß wir das Wort recht fassen in Lieb und Leid, in Freud und Schmerz es aus der Acht nicht lassen; daß wir nicht Hörer nur allein des Wortes, sondern Täter sein, Frucht hundertfältig bringen. 6. Am Weg der Same wird sofort vom Teufel hin⸗ genommen. In Fels und Steinen kann das Wort die Wurzel nicht bekommen. Der Sam, so in die Dornen fällt, sic 1— und Wollust dieser Welt verdirbet und er⸗ icket. 7. Ach hilf, Herr, daß wir werden gleich dem guten, frucht⸗ barn Lande und sein an guten Werken reich in unserm Amt und Stande, viel Früchte bringen in Geduld, be⸗ wahren deine Lehr und Huld in feinem, gutem Herzen. 8. Dein Wort, o Herr, laß allweg sein die Leuchte unsern Füßen. Erhalt es bei uns klar und rein, hilf, daß wir draus genießen Kraft, Rat und Trost in aller Not, daß wir im Leben und im Tod beständig darauf trauen. David Denicke 1603.—1680 16⁵ 4. Taufe und Konfirmation O du Liebe meiner Liebe 201 Urspr. weltl., Brüdergem. 1735 ei dir, Je⸗su, will ich blei⸗ben, stets in nichts soll mich von dir ver⸗ trei-ben, will auf dei⸗ nem Dien⸗ste stehn; ů 1— dei⸗ nen We⸗gen gehn. Du bist mei⸗ nes Le⸗ bens IZ.‚—‚. 1— ++. +— 4— Le⸗ben, mei⸗ner See⸗le Trieb und Kraft, wie der Wein:stock —— 2—— 6—— sei⸗ nen Re⸗ ben zu⸗strömt Kraft und Le⸗bens⸗saft. 2. Könnt ichs irgend besser haben als bei dir, der allezeit so viel tausen Gnadengaben für mich Armen hat bereit? Könnt ich je getroster werden als bei dir, Herr Jesu Christ dem im Himmel und auf Erden alle Macht gegeben istꝰ 3. Wo ist solch ein Herr zu finden, der, was Peen tat, mir tut, mich erkauft von Tod und Sünden mit dem eignen teuren Blut? Sollt ich dem nicht angehören, der sein Leben für mich gab? Sollt ich ihm nicht Treue schwören, Treue bis in Tod und Grab? 4. Ja, Herr Jesu, bei dir bleib ich so in Freude wie in Leid; bei dir bleib ich. dir verschreib ich mich für Zeit und Ewigkeit. Deines Winks bin ich gewärtig, auch des Rufs 166 73⁵ Taufe und Konfirmation 202 aus dieser Welt; denn der ist zum Sterben fertig, der sich lebend zu dir hält. 5. Bleib mir dann zur Seite stehen. graut mir vor dem kalten Tod als dem kühlen, s arfen Wehen vor dem Himmelsmorgenrot. Wird mein Auge dunkler, trüber, dann erleuchte meinen Geist, daß ich fröhlich zieh hinüber, wie man nach der Heimat reist. Philipp Spitta 1801—1859 202 119. französischer Psalm 15⁵¹⁰ Bleibt, Schäf⸗lein, bleibt, ver ⸗lasts set nicht die +1 7 I + 4— Hut des gu⸗ten Hir⸗ten, dem ihr euch er⸗ ge⸗benl So —.————— bit⸗tet euch und fleht durch Chri⸗sti Blut ein Leh⸗rer, —— der nichts wünscht als eu⸗er Le⸗ben; er ruft, weil ihn die hei⸗Be Lie⸗be treibt: Bleibt, Schäf⸗lein, bleibt! 2. Er hats gehört, was euer Mund gesagt: Ich will an Jesum glauben, Jesum lieben. Er war dabei, so oft man euch gefragt, und hat das Fawort in sein Buch geschrieben, er weiß auch alles, was man euch gelehrt; er hats gehört. 3. Er hat euch lieb, bedenket, was er tat, wie er am Kreuz im Blute dagehangen, bedenket, wie er euch so zärtlich bat, bis euer Fuß von Sodom ausgegangen. O, wie viel stärker brennet nun sein Trieb! Er hat euch lieb. 4. Er nimmt euch an, so fündig wie ihr seid, so blind und tot, so kalt und voller Schaden. Bringt gar nichts mit, denn alles ist bereit. Er will euch reich mit Licht und Kraft begnaden. O kommt doch nur, ein jedes, wie es kann, er nimmt euch an. 5. Er hat Geduld, werft nicht den Mut dahin, wenn ihr bald hier, bald da in Schuld gefallen. Er trägt euch gern in seinem Vatersinn; er; liebt den größten Sünder unter allen. Kommt, bittet ab, so weiß er keine Schuld, er hat Geduld. 6. Er läßt euch nichtl das hat er selbst gesagt: Sen soll sie mir aus meinen Händen reißenl Und wenn euch Lust 167 203. 204 Taufe und Konfirmation und Furcht in Schrecken jagt, 0 will er selbst die Mauer den und heißen. Wer nur mit Vorsatz nicht den Bund zerbricht, en läßt er nicht. 7. Ach wehe euch, ihr wäret doppelt tot, wenn ihr euch nun aus seinen Händen risset; ihr häuft euch Gottes Zorn und ewge Not, wo ihr das Wort verachtet, das ihr wisset. Gott ist an Zorn sowie an Gnade reich, ach wehe euch! 8. So bleibt nun, bleibt, o bleibt in Ewigkeit und laßt euch nichts von seiner Liebe trennen! Das ewge Leben ist für euch bereit; die aber weichen, werden ewig brennen. O seht doch, wie euch Fluch und Segen treibt: so bleibt nun, bleibt! Ernst Gottlieb Woltersdorf 1725—1761 Liebster Jesu wir sind hier 203 Johann Rudolf Ahle 1664 ISISS I.I.I.I.I.I.I.I.I..I.I... I I.T.. +*——.——— ott und Va⸗ter, nimm zur Stund die ⸗ses nimm es auf in dei ⸗ nen Bund und er⸗ RR —.— — + Kind von un⸗ sern Ar⸗men, zeig ihm dein Er⸗bar⸗ men, daß es al⸗le Le⸗bens⸗ HI II —4 I ta ⸗ge dei⸗ ner Kind-schaft Zei⸗-chen tra-ge. 2. Wasche es mit deinem Blut, treuer Jesu, von den Sünden, laß in seiner Taufe Flut die ererbte Schuld verschwinden und sein Leben auf der Erden deinem Vorbild ähnlich werden. 3. Und du, werter heilger Geist, schenk ihm deine Gnaden⸗ kräfte, treibe, wie dein Bund verheißt, selbst in ihm des Heils Geschäfte, daß dies Kind an Jesu Leibe ein lebendig Glied verbleibe. Johann Jakob Spreng 1699—1768 O daß ich tausend Zungen I 204 Frankfurt a. M. 1738 ch bin ge⸗tauft auf dei- nen Na⸗men, Gott ich bin ge-zählt zu dei-nem Sa-men, zum ..D..iIe— i Va ⸗ter, Sohn und heil- ger Geist, 9 Volk, das dir ge⸗hei ⸗Ugt heißt; ich bin in Chri- stum 168 Taufe und Konfirmation 205 EE 2.— ein⸗ge⸗senkt, ich bin mit sei⸗nem Geist be⸗schenkt. 2. Du hast zu deinem Kind und Erben, mein lieber Vater, mich erklärt; du hast die Frucht von deinem Sterben, mein treuer Heiland, mir gewährt; du willst in aller Not und Pein, o guter Geist, mein Tröster sein. 3. Doch hab ich dir auch Furcht und Liebe. Treu und Gehorsam zuͤgesagt; ich habe mich aus reinem Triebe dein Eigentum zu sein gewagt; hingegen sagt ich bis ins Grab des Sataus schnöden Werken ab. 4. Mein treuer Gott, auf deiner Seite bleibt dieser Bund wohl feste stehn; wenn aber ich ihn überschreite, so laß mich nicht verloren gehn, nimm mich, dein Kind, zu Gnaden an, wenn ich hab einen Fall getan. 5. Ich gebe dir, mein Gott, aufs neue Leib, Seel und Herz Heit Opfer hin. Erwecke mich zu neuer Treuee und nimm esitz von meinem Sinn. Es sei in mir kein Tropfen Blut, der nicht, Herr, deinen Willen tut. 6. Weich, weich, du Fürst der Finsternisse, ich bleibe mit dir unvermengt; hier ist zwar ein befleckt 1 In Ein jedoch mit Jesu Blut besprengt. Weich, eitle Welt, du Sünde, weich! Gott hört es, ich entsage euch. 7. Laß 2— Vorsatz nimmer wanken, Gott Vater, Sohn und heilger Geist! Halt mich in deines Bundes S ranken, bis mich dein Wille sterben heißt: so leb ich dir, so sterb ich dir, so lob ich dich dort für und für. Johann Jakob Rambach 1693—1735 Jesu meines Lebens Leben 205 Wolfgang Weßnitzer 1661 + 7+ + H+ — —— e⸗ su, mei⸗ner See⸗len Le⸗ben, mei⸗ nes dir will ich mich ganz er⸗ge⸗-ben jet⸗ zo Her-zens höch-ste Freud, 0 ill i amd in E⸗wig ⸗keit. Mei⸗nen Gott will ich dich — V nen⸗nen und vor al⸗ler Welt be⸗ken-nen, daß ich —— 4 22.——— ++— dein bin und du mein: ich will kei⸗nes an⸗dern sein. Schlesisches Provinzial⸗Gesangbuch 12 169 206 Taufe und Konfirmation 2. Auf der Kindheit wilden Wegen folgte mir stets deine Güt; deines Geistes Trieb und Regen regte mir oft das Gemüt, so ich etwa fehlgetreten, daß ich wiederkäm mit Beten: ich bin dein, und du bist mein, ich will keines andern sein. 3. Ach, wie oft in meiner Jugend hat mich deine Hand gefaßt, wenn die h, ich wäre und Tugend meinem Sinn war eine Last! Ach, ich wäre längst gestorben ohne dich und längst verdorben: ich bin dein, und du bist mein, i will keines andern sein. 4. Irr ich, sucht mich deine Liebe; fall ich, so hilft sie mir auf; ist es, daß ich mich betrübe, tröst't sie mich in meinem Lauf; bin ich arm, gibt sie mir Güter; haßt man mich, ist sie mein Hüter: ich bin dein, und du bist mein, ich will keines andern sein. 5. Dein Geist zeiget mir das Erbe, das im Himmel beigelegt; ich weiß, wenn ich heute sterbe, wo man meine Seel hinträgt: zu dir, Jesu, in die Freude. Trotz dem, was mich von dir scheide! Ich bin dein, und du bist mein, ich will keines andern sein. 6. Drum, ich sterbe oder lebe, bleib ich doch dein Eigentum; dir allein ich mich ergebe, du bist meiner Seele Ruhm, meine Zuversicht und Freude und mein ilt Trost im Leide: ich din dein, und du bist mein, ich will keines andern sein. Christian Scriver 1629—1693 Liebster ZJesu wir sind hier 206 Johann Rudolf Ahle 166 H ◻ 4— —— III— ——— III +* ieb ⸗—3 Je⸗su, wir sind hier, dei⸗nem Wor⸗te — die⸗ses Kind⸗lein kommt zu dir, weil du den Be⸗ —.55 +I H 4 18 ———— — 1 II + Rehl ge⸗ge⸗ ben. daß man sie zu Chri⸗sio fühe re denn das Him⸗mel⸗reich ist ih ⸗re. 2. Ja, es schallet allermeist dieses Wort in unsern Ohren: Wer durch Wasser und durch Geist nicht zuvor ist neugeboren, 17⁰ Taufe und Konfirmation 207 wird von dir nicht aufgenommen und in Gottes Reich nicht kommen. 3. Darum eilen wir zu dir; nimm das Pfand von unsern Armen, tritt mit deinem Glanz herfür und erzeige dein Erbarmen, daß es dein Kind hier auf Erden und im Himmel möge werden. 4. Wasch es, Jesu, durch dein Blut von den angeerbten Flecken; laß es nach der Taufe Flut deinen Purpurmantel decken; schenk ihm deiner Unschuld Seide, daß es ganz in dich sich kleide. 5. Hirte, nimm das Schäflein an, Haupt, mach es zu deinem Gliede, Himmelsweg, zeig ihm die Bahn, Fredefürst sei du sein Friede, Weinstock, hilf, daß diese Rebe au im Glauben dich umgebe. 6. Nun, wir legen an dein Herz, was von Herzen ist 99 Deris führ die Seufzer himmelwärts und erfülle as Verlangen; ja, den Namen, den wir geben, schreib ins Lebensbuch zum Leben. Benjamin Schmolck 1672-1737 Errett mich o mein lieber 207 Straßburg 1542 SSPSSIIIIIIIT O Va⸗ter, sieh mit Wohl-ge-fal⸗-len dies Kind⸗lein —7 H I 4 —— 1.7 +.— 1 4 4— EP 1—.— + 1 + 1 — 2—— 4— Zaarern n, an, das wir dir weihn, und laß des Säug⸗-lings schwa⸗ches 5. dv..— d i 3 — Lal⸗len dir Lob⸗ge⸗sang und Psal⸗ter sein. 2. O Hirt voll Liebe und Erbarmen, nimm dieses zarte Schäflein ein und laß in deiner Liebe Armen es immer wohl verwahret sein. 3. O Geist des Lichtes und der Wahrheit, erfülle du mit sanftem Schein das zarte Herz, laß deine Klarheit des Erdenpilgers Leitstern—55 Friedrich Adolf Krummacher 1767-1845 208. 209 Taufe und Konsirmation Was mein Gott will 2 08 Weltlich 1529, geistlich 1540 . 9—— Sei Gott ge⸗ treu, halt sei- nen Bund, o Leg die ⸗sen Stein zum 65 sten Grund, bleib .. SIII......T. Mensch, in dei⸗nem Le-ben! ihm al⸗lein er⸗ ge⸗ ben; denk an den Kauf in — E ů 2— 4 IIIIt..... dei⸗ner Tauf, da er sich dir ver⸗schrie⸗ ben bei Ee sei⸗nem Eid, in E⸗wig⸗keit als Va⸗ter dich zu lie⸗ben. 2. Sei Gott getreu von Jugend auf, laß dich nicht Lust woch Leiden in deinem ganzen Lebenslauf von seiner Liebe scheiden. Sein alte Treu wird täglich neu, auf sein Wort ——5 du bauen; was er verspricht, das bricht er nicht: drauf sollst du kühnlich trauen. 3. Sei Gott getreu in deinem Stand, darein er dich ge⸗ setzee; wenn er dich hält mit seiner Hand, wer ist, der dich verletzet? Wer seine Gnad zum Schilde hat, kein Teufel kann ihm schaden; wo diese Wehr steht um dich her, da ist dir wohlgeraten. 4. Sei Gott getreu, sein liebes Wort standhaftig zu be⸗ kennen, steh fest darauf an allem Ort, laß dich davon nicht trennen. Was diese Welt in Armen hält, muß alles noch vergehen; sein liebes Wort bleibt ewig fort ohn alles Wanken stehen. 5. Sei Gott getreu bis in den Tod und laß dich nichts 35Wnden, er wird und kann in aller Not dir treuen Bei⸗ stand senden; und käm auch gleich der Hölle Reich mit aller Macht gedrungen, wollt auf dich zu, so glaube du, du bleibest unbezwungen. 6. 3.8 5 du Gott also bleiben treu, wird er sich dir er⸗ weisen, daß er dein lieber Vater sel, wie er dir hat ver⸗ heißen, und eine Kron zum Gnadenlohn im Himmel dir aufsetzen, da wirst du dich dann ewiglich in seiner Treu ergötzen. Michael Frank 1609-1667 Seelenbräutigam 2 09 Darmstadt 1698 — ĩ— H 5 SSSSi. eeee== Von des Him⸗mels Thron sen⸗de, Got⸗tes Sohn, 17² Wach Taufe und Konfirmation —4 — 1B* 12— Pl— 5 ** dei⸗nen Geist, den Geist der Stär⸗ke; gib uns Kraft zum I——— heil⸗gen Wer⸗ke, dir uns ganz zu weihn, e-wig dein zu sein. 2. Mach uns selbst bereit, gib uns Freudigkeit, unsern Glauben zu bekennen und dich unsern Herrn zu nennen, dessen teures Blut floß auch uns zugut. 3. Richte Herz und Sinn zu dem Himmel hin, wenn wir unsern Bund erneuern und mit Ernst vor dir beteuern, deine Bahn zu gehn, Weltlust zu verschmähn. 4. Wenn wir betend nahn, Segen zu empfahn, wollest du auf unsre Bitten uns mit Segen überschütten; Licht und Kraft und Ruh ströme dann uns zu. 5. Gib auch, daß dein Geist, wie dein Wort verheißt, unauflöslich uns vereine mit der gläubigen Gemeine, bis wir dort dich sehn und dein Lob erhöhn. Samuel Marot 1770—1865 Wachet auf ruft uns 210 Frankfurt a. M. 1599 . + + + 7 . 2— Nor dir, To⸗-des⸗ü⸗ ber⸗win⸗ der, Gemeinde B5reu-dig gehn sie dir ent-ge⸗ gen, den d Eini nnnin. stehn dei⸗ ne teur er⸗lö⸗sten Kin⸗der; ihr Lob⸗ge⸗ weil du der Lie-be reich⸗sten Se⸗gen den Kin⸗der⸗ 6 —0—— I 2.— 1—— + 1 I— . schmuck vor dir knien und be⸗ten. Herr, sie sind dein! Laß drrine, en,— H .——————.—— ih⸗ve Reihn dir an dein Herz ge-le⸗get sein. 211 Abendmahl Chor der Kinder 2. Friedefürst! ich ward erkoren am ersten 1.— als ich ge⸗ boren, zu deinem selgen Gnadenkind; du gabst mir des Himmels Gaben, weil wir nichts Gutes eigen haben und ohne dich verloren sind. O Jesu, meine Ruh, ich greife freudig zu nach den Gaben, die du mir heut zur Selig⸗ keit durch dein Erbarmen hast erneut. Albert Knapp 1798—1864 5. Abendmahl O daß ich tausend Zungen 1 21¹¹ Frankfurt a. M. 1738 em Kö⸗nig, wel⸗cher Blut und Le⸗ben dem dem Kö-nig wer⸗ de Preis ge⸗ge-ben; er⸗ ——————— D. Le⸗ben sei⸗ner Völ⸗ker weiht, singt al⸗le Wun'der, zählt sein Lob der E-wig⸗keit, n.,. die er tut, doch ü⸗ber al-les rühmt sein Blut! 2. Den König hat mein Herz gefunden, wo anders als auf Golgatha? Da floß mein Heil aus seinen Wunden: auch mich, auch mich n er da, für mich gab er sein Leben hin, der ich aus seinen Feinden bin. 3. Wem anders sollt ich mich ergeben? O König, der am Holz verblich, hier opfr ich dir mein Blut und Leben; mein ganzes Herz ergießet sich. Dir schwör ich zu der Kreuzesfahn als Streiter und als Untertan. 17⁴ Abendmahl 212. 213 4. Gib dich, ein Manna, mir zu essen, dein Freudenwein erfülle mich; o laß mich deiner nie arsen in meinem Geist perkläre dich! So halt ich täglich Abendmahl, denn dein Verdienst ist ohne Zahl. Ernst Gottlieb Woltersdorf 1725—1761 Nun sich der Tag geendet 2¹1² Adam Krieger 1667 PII. FI I I I T T Der du noch in der letz-ten Nacht, eh du— uns er⸗ +— I E EV —— blaßt, den Dei⸗ nen von der Lie⸗be Macht so + schön ge⸗pre⸗ digt hast: 2. erinnre deine kleine Schar, die sich sonst leicht entzweit, daß deine letzte Sorge war er Glieder Einigkeit. Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf 1700—1760 Nun freut—— lieben Christen 2¹3 Wittenberg 15²⁴ 3 DS u.Le bens⸗ brot, Herr Je ⸗su Christ, und der nach dem Him⸗ mel hung⸗rig ist und + + + + I 4 E..——— 2 dich ein Sün⸗der Ha⸗ ben, sich mit dir will 20 ⸗ben, so bitt ich dich de— EEEEE mü⸗ tiglich, du 66466 lest so be⸗ rei ⸗-ten mich, daß IE III ich recht wür⸗dig wer⸗de. 2. Auf grüner Aue wollest du mich diesen Tag, Herr, leiten, 890 0 bin aw. Wassern führen zu, den Tisch für mich bereilen. in zwar sündlich, matt und krank, doch laß mich deinen Iiden aus deinem Becher sch mecken. 3. O du lebendges Himmelsbrot, du wollest mir Wichrrten daß ich in meiner Seelennot zu dir mag kindlich schreien 17⁵ 214. 21⁵5 Abendmahl Des Glaubens Kleid bedecke mich, auf daß ich möge würdig⸗ lich an deiner Tafel sitzen. 4. Tilg allen Haß und Bitterkeit, o Herr, aus meinem Herzen, laß mich die Sünd in dieser Zei bereuen ja mit Schmerzen. Des neuen Bundes Osterlamm, du meiner Seelen Bräutigam, laß mich dich recht genießen. 5. Zwar bin ich deiner Gunst nicht wert, als der ich jetzt erscheine mit Sünden allzuviel beschwert, die schmerzlich ich beweine: in solcher Trübsal tröstet mich, Herr Jesu, daß du gnädiglich der Sünder dich erbarmest. 6. Du Lebensbrot, Herr Jesu Christ, komm, selbst dich mir zu Schwa dein Blut, das mir vergossen ist, woll auch mich Schwachen tränken! Ich bleib in dir, du bleibst in mir, drum wirst du, güldne Himmelstür, auch mich dort einst auf⸗ nehmen. Johann Rist 16071667 Herzliebster Jesu II 2¹⁴ Weltlich 1507, geistlich 1609 + 177 2 + 1 PE*— + ———— I. S.SISPSISISSSSISSISIIIII Er lö⸗ser, der du selbst uns hast ge⸗ —— HH—.— ..————— ru⸗fen, hier ste⸗hen wir an dei- nes Al⸗tars Stu⸗ HAt I. 4 , Lin uen rnen tit urin Hirtnen. fsen; müh ⸗ se-⸗lig und voll Reu, voll tie-fer —..— ũDRDD‚ꝑ́‚;t!;:;:...‚....... ——* 4 +— 2— Schmer⸗zen sind un⸗sre Her-zen. 2. Du ana versprochen, Müde zu erquicken, zu heilen die, die Sündenlasten drücken; du willst, wenn wir hier würdig dein gedenken, dein Mahl uns schenken. 3. Wir kommen jetzt und nehmen deine Speise und deinen Trank zu deines Todes Preise. Nun sind wir dein, sind einzig dir ergeben im Tod und Leben. 1805 555 Gott sei gelobet 21⁵ Vorreformat., ev. 1524 — 2* + 1—. Geit geb uns al⸗klen drn ner Gna⸗de Se⸗gen, in rech⸗ter Lieb und brü⸗der⸗li⸗cher Treu⸗e, 176 I IL H1IU1 1¹ Abendmahl 216 + RN + + I N + + 1 2—.—1 + +— 4 +— 4 — 2—0 — 1 + I—— 4 daß wir gehn auf sei nen We⸗ gen daß uns die Speh nicht ge—ren e. rie e⸗ 20 E—— I SSS S.SPSPIS.SISI.SI...‚....... le ⸗i ⸗son. Herr, dein heil-ger Geist uns nim⸗-mer laß, ——————— E der uns geb zu hal⸗ten rech-te Maß, daß dein —— 27 6— ———————— .—— Ky⸗rie e⸗ le ⸗ Martin Luther 1483— 1546 Wie nach einer Wasserquelle 216 42. französischer Psalm 1551 I JPV Hu du hast für al ⸗le Sün⸗der ei⸗ nen wo das Brot der ar-men Kin-der nach des 2—— iEE rei⸗chen Tisch ge⸗-deckt,— ö Va⸗ters Lie⸗ be schmeckt. Heu-⸗te nun bin ich dein Gast, .... wie du mir be⸗foh-len hast; a⸗ber hilf auch, daß mein —— 6—— I N ——‚= P‚‚I....... Her ⸗ze nicht mit dei- ner Wohl-tat scher-ze. 2. Heilige du mein Gemüte, alles Arge kreibe aus, daß auch meines Herzens Hütte werde dein geweihtes Haus; denn ich hoffe nur auf dich, liebster Jesu, liebe mich und laß deinen Tisch auf Erden mir zur Himmelstafel werden. 3. Kann der Herr den Seinen schenken auch sein eigen Fleisch und Blut, ach, so 161 mirs recht bedenken., was hier deine Liebe tut, und verleihe, daß ich nicht eß und trinke zum 17⁷7 21⁷ Abendmahl Gericht, was du, Jesu, für mein Leben zur Erlösung hast gegeben. 4. Nimm jetzt die Vernunft gefangen, daß* glaube schlecht und recht, und erwecke mein Verlangen, aß mir nichts den Glauben schwächt, bis ich fühle meine Not und mich sehne nach dem Brot, welches allen Hunger stillet und das Herz mit Gott erfüllet. 5. Denke doch, du Fürst des Lebens, dessen Name Jesus ist, denke, daß du nicht vergebens für die Welt gestorben bist; drum erhöre, was ich bitt: Teile mir dich selber mit und laß heut in mein Gewissen Trost aus deinen Wunden fließen. 6. Sind wir doch aus dir geboren, nähr uns auch durch deine Kraft, und weil alles da verloren, wo nicht Jesus Hilfe schafft, ach, so laß dein Brot und Wein meines Herzens Manna sein, daß die Wirkung dieser Speise künftig in der Tat sich weise. 7. Laß mich deine Liebe schmecken und die Güter jener Welt; oder wenn auch Furcht und Schrecken mich zuweilen überfällt, so verschaffe mir dein Blut einen wahren Freuden⸗ mut, daß ich meinen Trost im Glauben mir durch niemand lasse rauben. 8. Hilf mir recht ins Herze 3½ deinen herben, bittern Tod; laß mich auch niemanden hassen, der mit mir genießt ein Brot. Nimm mich ganz vollkommen ein, bis ich werde bei dir sein und die Fülle deiner Gaben, meinen Gott und alles haben. Kaspar Neumann 1648—1715 2¹⁷ 150⁷ EUEE IEE 4.—.— err Je⸗ su Christ, du höch ⸗stes Gut, du wir kom⸗men, dei nen Leib und Blut, wie 21— üI.IE EEE= 2— ñ——.— Brunn⸗quell al⸗ler Gna⸗den, du uns hast ge⸗la⸗den, S..— FE, ———— E + W keit und un⸗srer See⸗len Se⸗lig⸗keit zu es⸗sen zu dei⸗ner Lie⸗be Herr⸗lich⸗ + I 1 2 2 + I 2 EE —— und zu trin⸗ken. 178 II NIl Abendmahl 218 2. O Jesu, mach uns selbst bereit zu diesem hohen Werke; schenk uns dein schönes Ehrenkleid durch deines Geistes Stärke; hilf, daß wir würdge Gäste sein und werden dir gepflanzet ein zum ewgen Kummelswelen. 3. Bleib du in uns, daß wir in dir auch bis ans Ende bleiben. Laß Sünd und Not uns für und für nicht wieder von dir treiben, bis wir durch deines Nachtmahls Kraft ein⸗ gehn zur Himmelsbürgerschaft und ewig selig werden. 17¹³ Wie schön leuchtet 2¹⁸ Frankfurt a. M. 1599 EEE 57 4— — SSISISISSI.....——— H5 Je⸗ su, dir sei Preis und Dank für Im Brot und Wein dein Leib und Blut kommt die⸗se See⸗len⸗speis und Trank, da⸗ mit du uns be⸗ uns wahr⸗haf⸗tig sehr zu ⸗gut und un⸗sre Her⸗zen + N 5 ee, w, D +.— l 41 2.— II I T 44 bat. daß wir in dir und nach al⸗ lem 1——— I 1 SISE 2.. ES EEE—— 2 Wohl⸗ge-fal-len hei⸗lig le⸗ben: sol⸗ches wol⸗lest f 1 3— — 1 1 + 1 du uns ge⸗ben. 2. Ach Herr, laß uns doch nehmen nicht dein wertes Nacht⸗ mahl zum Gericht. Ein jeder recht bedenke, daß er mit diesem Lebensbrot im Glauben stille seine Not, der sets des Heils uns tränke, züchtig, tüchtig dich dort oben stets zu loben, bis wir werden zu dir kommen von der Erden. 3. O daß wir solche Seligkeit erwarten möchten allezeit in Hoffnung und Vertrauen und folgends aus dem Jammer⸗ tal gelangen in den Himmelssaal, da wir Got werden schauen, tröstlich, köstlich uns als Haste auf das beste bei ihm laben und ganz volle Gnüge haben! Bernhard Derschau 1591—1639 179 219 Abendmahl An Wasserflüssen Babylon 219 Straßburg 1525 — I + I + 34 kom ⸗-me, Herr, und su⸗che dich, müh⸗ Gott, mein Er-bar-mer, würd⸗ge mich des —— 1 — 7— 4— 5 4 +—.— 1 + 45 se⸗lig und be⸗la⸗ den. ie: Wun⸗ders dei⸗ner Gna⸗ den! Ich lie ⸗ ge hier vor 5 6 I 2— 4... dei⸗ nem Thron, Sohn Got-tes und des Men⸗-schen Sohn, mich dei-ner zu ge-⸗trö⸗sten. Ich füh⸗le mei⸗ner , ,:. —— 1 1 +— T Sün⸗den Müh, ich su⸗che Ruh und fin-de sie im + ů re, ———.— Glau⸗ben der Er ⸗lö⸗sten. 2. Dich bet ich zuversichtlich an, du bist das Heil der Sünder; du hast die Handschrift abgetan, und wir sind Gottes Kinder. Ich denk an deines Leidens Macht und an dein Wort: Es ist vollbracht! Du hast mein Heil verdienet. Du hast für mich dich dargestellt; Gott war in dir und hat die Welt in dir mit sich versühnet. 3. So freue dich, mein Herz, in mir, er tilget deine Sünden und läßt an seinem Tische hier dich Gnad um Gnade finden. Du rufst, und er erhört dich schon, spricht liebreich:„Sei getrost, mein Sohn, die Schuld ist dir vergeben! Du bist in meinen Tod 13en und du wirst dem, der dich erkauft, von ganzem Herzen leben. 4.„Dein ist das Glück der Seligkeit; bewahr es hier im Glauben und laß durch keine imt dir: dir deine Krone rauben. Sieh, ich vereine mich mit dir; ich bin der Wein⸗ stock, bleib an mir, so wirst du Tiebeg bringen. Ich helfe dir, ich stärke dich, und durch die Liebe gegen mich wird dir der Sieg gelingen.“ 5. Ja, Herr, mein Glück ist dein Gebot, ich will es treu erfüllen und bitte dich durchdeinen Tod um Kraft zu meinem Willen. Laß mich von nun an würdig sein, mein ganzes ö eee D Abendmahl 220 Herz dir, Herr, zu weihn und deinen Tod zu preisen; laß mich den Ernst der Heiligung durch eine wahre Besserung mir und der Welt beweisen. Christian Fürchtegott Gellert 1715—1769 Nun freut euch lieben Christen 220 Wittenberg 1524 E——.—.. *+—.—.— J komm jetzt als ein ar⸗mer Gast, an dei⸗ nem den du, Herr, mir be- rei-tet hast, daß ich dein —— J 1 + Nat ⸗5—7 wenn Hun⸗ger mir am Her⸗zen 1— — nagt, wenn mich der Durst der See⸗le plagt, so EEEEEH e, innnnr„n. i daß ich schier ver ge-⸗ he. 2. Nun sprichst du, Seelenbischof, dort:„Ich bin das Brot zum Leben; dies Brot treibt auch den Hunger fort, den sonst nichts mag aufheben. Ich bin der Trank; wer glaubt an mich, dem wird der Durst nicht ewiglich im Herzen Qualen geben.“ 3. Drum führe mich, o treuer Hirt, auf deine Himmels⸗ auen, bis meine Seel erquicket wird, wenn du sie lässest schauen die Ströme deiner Gütigkeit, die du für alle hast bereit't, so deiner Hut vertrauen. 4. Ich armes Schäflein suche dich auf deiner grünen Weide; dein Lebensmanna speise mich zum Trost in allem Leide; es tränke mich dein teures Blut, auf daß mich ja kein falsches Gut von deiner Liebe scheide. 5. Gleich wie des Hirsches mattes Herz nach frischem Wasser 11 5 so schreiet auch mein Seelenschmerz: Ach laß mich ein befreiet von meiner schweren Sündenpein und schenk en Lebenstrank mir ein, dann bin ich benedeiet. 6. Vor allem aber wirk in mir die ungefärbte Reue, daß ich in heilger Furcht vor dir die Sünde ernstlich scheue; 50 mir das Kleid des Glaubens an, daß dein Verdienst mich ecken kann, damit mein Herz sich freue. 7, Entzünd in mir der Andacht Brunst, daß ich die Welt verlaffe und deine Treue, Gnad und Gunst in dieser Speise 181 221 Abendmahl fasse, daß durch dein Lieben Lieb in mir zu meinen Nächsten wächs herfür und ich niemand mehr hasse. 8. O liebster Heiland, habe Dank für deine Seligkeiten! Mir ist nach deinem Himmel bang und warte auf die Zeiten, in welchen du, o Lebensfürst, mich samt den Auserwählten wirst zur Himmelstafel leiten. Justus Sieber 16281695 Schmücke dich o liebe Seele 221 Johann Crüger 1649 FE———— T— S......... 2—2. 2 e⸗ su, Freund der Men⸗schen kin ⸗ der, der zur Süh⸗-nung un ⸗srer Schul- den — 1——— SEIII III ———.——— Hei⸗land der ver⸗lor⸗nen Sün⸗der, Kreu⸗zes⸗schmach hat wol⸗len dul⸗den: wer kann fas⸗sen —... 2.——— das Er⸗bar- men, das du trä-⸗ gest mit uns E— —.—— 2 +————— Ar⸗men? In der Schar er-lö- ster Brü⸗ 1 + 1 R 1 I— 1 + —. 12— 4— der fall ich dan⸗-kend vor dir nie⸗der. 2. Ja, auch mir strömt Heil und Segen, Herr, aus deiner Füll entgegen: in dem Elend meiner Sünden soll ich bei dir Hilfe finden. Meine Schulden willst du decken, mich befrein von Furcht und Schrecken; willst ein ewig selges Leben als des Glaubens Frucht mir geben. 3. Mich, den Zweifelnden und Schwachen, willst du fest im Glauben machen; ladest mich zu deinem Tische, daß mein Herz sich dort erfrische. So gewiß ich Wein genossen, ist dein Blut für mich geflossen; so gewiß ich Brot empfangen, werd ich Heil in dir erlangen. 4. Ja, du kommst, dich mit den Deinen in dem Nachtmahl u vereinen; du, der Weinstock, gibst den Reben Mut und Kraft zum neuen Leben. Durch dich muß es mir gelingen, reiche, gute Frucht zu bringen und durch Frömmigkeit zu zeigen, daß ich gänzlich sei dein eigen. 5. Nun, so sei der Bund erneuet und mein Herz dir ganz geweihet. Auf dein Vorbild will ich sehen und dir nach, 18² 1111 Abendmahl 2²2² mein Heiland, gehen. Was du hassest, will ich hassen, stets von dir mich leiten lassen; was du liebest, will ich lieben, nie durch Untreu dich betrüben. 6. Großes Abendmahl der Frommen, Tag des Heils, wann wirst du kommen, daß wir mit der Engel Chören, Herr, dich schaun und ewi ehren! Halleluja, welche Freuden sind die Früchte deiner Leiden! Hanket, danket, fromme Herzen, ewig ihm für seine Schmerzen! Johann Samuel Diterich 1721—1797 (nach Johann Kaspar Lavater 1741—180ʃ) Fahre fort 222 Halle 1704 V I + 2 6.— + + 1—— Komm her⸗ein, komm her⸗ein, Haupt der H + + SSPSPSPSISISSISII...I.....— — 1 + 1 I— 5 L— Dei⸗nen, komm her⸗ein! Sprich den Frie-den dei-nes S Mun⸗des ü⸗ber uns: wir har⸗ren dein. Komm, du Stif⸗ter —— 1 7 + 1— 1 7 1 1 1 47— + iis III —— 2— 2— 2 2— un⸗sres Bun⸗des, hal⸗te selbst mit dei⸗ner Glie⸗der 1 +— 1 I. 1 + II + + I—.— 12— H l— 2. Zahl A bend ⸗mahl, A⸗ bend⸗mahl. 2. Weihe selbst, weihe selbst, weih und brich dein Lebens⸗ brot uns zum innern Geistesleben, weil du opfernd in den Tod deinen Leib für uns gegeben. Stärk uns, daß der Geist vom Weltsinn frei himmlisch sei, himmlisch sei. 3. Lebensfürst, Lebensfürst, komm aus deiner Segensflut I uum unsertwn ustillen; daß dein heilig Opferblut willig floß um unsertwillen, geb uns Kraft, dir bis ins Grab hin⸗ ein treu zu sein, treu zu sein. 4. Er wills tun, er wills tun. Spürt ihr seinen Segens⸗ trittꝰ Freundlich naht er unserm Kreise, bringt uns im⸗ melsgüter mit, Lebenstrank und Lebensspeise. Seht, wie Segen—— Hand entströmt! Kommt und nehmt, kommt und nehmt. Karl Bernhard Garve 1763—1841 183 2²23 Abendmahl Von Gott will ich nicht lassen 1 2 20 Urspr. weltlich, geistlich 1571 * 7 + I Y 1 7— ———————— *....—— Ken her, ihr seid ge⸗la-den, der Hei⸗land der sü⸗ße Herr der Gna-den, an Huld und E —— ru⸗fet euch, Lie⸗be reich; der Erd und Him-mel lenkt, will . 2———— 4 — ee,— Gast-mahl mit euch hal-ten und wun⸗der-bar ge— b. 520.— ie—— stal⸗ten, was er in Lie-be schenkt. 2. Kommt her, verzagte Sünder, und werft die Angste weg; kommt her, versöhnte Kinder, hier ist der Liebesweg. Emp⸗ fangt die Himmelslust, die heilge Gottesspeise, die auf verborgne Weise erquicket jede Brust. 3. Kommt her, betrübte Seelen, die Not und Jammer drückt, mit Gott euch zu vermählen, der wunderbar beglückt. Kommt, legt auf ewig ab der Sünde bange Säumnis, emp⸗ fanget das Geheimnis, das Gott vom Himmel gab. 4. O wunderbare Speise, so lockst du mich zu dir? O wunderbare Weise, so nahst du dich zu mir? Ich soll der Sünden Tod in deinem Blute trinken, vergehen und ver⸗ sinken in deiner Liebe, Gott? 5. O Wonne kranker Herzen, die mir von oben kam, ver⸗ schwunden sind die Schmerzen, getröstet ist der Gram; was von dem Himmel fleußt, hat lieblich sich ergossen; mein Herz ist gar durchflossen vom süßen Liebesgeist. 6. Drum jauchze, meine Seele, hell aus der Sünde Nacht; verkünde und ergahle die tiefe Wundermacht, die unermeß⸗ lich füß, ein Born der Liebe, quillet und jeden Jammer stillet, der fast verzweifeln ließ. 7. Drum jauchze, meine Seele, drum jauchze deinem Herrn; verkünde und erzähle die Gnade nah und fern: den Wunder⸗ born im Blut, die selge Himmelsspeise, die auf verborgne Weise dir gibt das höchste Gut.— Erust Moritz Arndt 1769-1860 184 22 HI Abendmahl 22⁴ Schmücke dich o liebe Seele 224 Johann Erüger 1619 2 27 2— 5 22.—.— 4 Kemm, mein Herz, in Je ⸗su Lei ⸗den strömt auch stil le hier dein sehn-lich Sür⸗sten aus dem .——— ———— dir ein Quell der Freu ⸗den; ich ei Kelch des Le bens„für ⸗sten! Daß ich ei⸗nen I II —4— + 1 5 * Hei⸗land ha be und in sei⸗nem Heil mich la ⸗be —— und in sein Ver-dienst mich klei ⸗de, das ist + + + + 2—2 + + — L mei⸗ nes Her-zens Freu⸗de. 2. Zwar ich hab ihn alle Tage, wenn ich Sehnsucht nach ihm trage, er ist auf der Himmelsreise täglich meine Seelen⸗ speise; daß ich einen Heiland habe, bleibt mein alles bis um Grabe, und ich mag nichts andres wissen, als sein eiden zu genießen: 3. dennoch will ich mit Verlangen auch sein Abendmahl empfangen; hier darf Seel und Leib ihn essen, und so kann ichs nicht vergessen, daß ich einen Heiland habe, der am Kreuz und in dem Grabe, wie sein Wort mir sagt und schreibet, mein Erlöser war und bleibet. 4. Ach, wie werd ich oft so müde, wie entweicht der süße Friede! Sünd und Welt kann mich verwunden, wenn mir 13 Licht verschwunden, daß ich einen Heiland habe, der mit seinem Hirtenstabe 6 und mild und voll Vergeben mir nichts ist als Heil und Leben. 5. Sei gesegnet, ewge Liebe, daß du mir aus treuem Triebe, da das Mißtraun mich vergiftet, solch ein Denkmal hast gestiftet, daß ich einen Heikand habe, der den Gang zum Kreuz und Grabe, ja den Schritt in Todes Rachen gern getan, mich loszumachen. 6. Heilges Brot, sei mir gesegnet, weil mir der mit dir begegnet, der mit seinen Todeswunden die Erlösung mir erfunden! Daß ich einen Heiland Huld der erblaßt und tot im Grabe auch für meine Schuld gelegen, will ich schmecken und erwägen. 22⁵ Abendmahl 7. Heilger Wein, sei mir gesegnet, weil mir der mit dir begeguet, dessen Blut mich läͤ set finden die Vergebung aller Sünden. Daß ich einen Heiland habe, der die matte Seele labe, muß dies nicht mein Dürsten stillen und mein Herz mit Wonne füllen? 8. Will hinfort 1555 etwas quälen, oder wird mir etwas fehlen, oder wird die Kraft zerrinnen, so will ich mich nur besinnen, daß ich einen Heiland habe, der vom Kripplein bis zum Grabe, bis Ium Thron, wo man ihn ehret, mir, dem Sünder zugehörek! Ernst Gottlieb Woltersdorf 1725—1761 225 Halle 1704 AE———— E ö E ein Je-su, der du vor dem Schei⸗den in uns hast die Früch⸗te dei⸗ ner Lei⸗den in ...........I. ———— dei⸗ ner letz-ten Trau⸗er ⸗ nacht es prei⸗ sen ei⸗ nem Te⸗sta⸗ ment ver⸗ macht, ho⸗-hen Gü⸗terl 2. So oft wir dieses Mahl genießen, wird dein Gedächtnis bei uns neu, und neue Wiutweine fließen uns zu von deiner Güt und Treu; dein Blut, dein Tod und deine Schmerzen erneuern sich in unsern Herzen. 3. Es wird dem zagenden Gewissen ein neues Siegel aufgedrückt, daß unser Schuldbrief sei zerrissen, daß 1— Handschrift sei zerstückt, daß wir Vergebung unsrer Sünden in deinen blutgen Wunden finden. 4. Das Band wird fester angezogen, das dich und uns zusammenhält; es fühlt die Freundschaft, längst gepflogen, auf neue Stützen sich gestellt. Wir werden mehr in solchen Stunden mit dir zu einem Geist verbunden. 5. Dies Brot kann wahre Nahrung geben, und dieser Kelch erquickt den Geist; es mehrt sich unser innres Leben, wenn 186 Abendmahl 226 11— unser Glaube dich geneußt. Wir fühlen neue Kraft und atte Stärke in unserm Kampf und Glaubenswerke. nein 6. Wir treten in die engsten Bande mit deines Leibes Gliedern ein, mit denen wir in solchem Stande ein Herz was und eine Seele sein; der Geist muß mehr zusammenfließen, uuch da wir ein Fleisch und Blut genießen. vom 7. Dein Leib muß uns zum Pfande dienen, daß unser ihn Leib, der schwachheitsvoll einst herrlich aus dem Staube grünen un unverweslich werden soll; ja, daß du uns ein ewig Leben nach diesem kurzen werdest geben. 8. O teures Lamm, so edle Gaben hast du in dieses Mahl gelegt; da wir dich' selbst zur Speise haben, wie wohl ist unser Geist gepflegt! Dies Mahl ist unter allen Leiden ein 17⁰0⁴ wahrer Vorschmack jener Freuden. Johann Jakob Rambach 1693—1735 Es ist gewißlich an der Zeit 226 Wittenberg 1535 ——— Je⸗su, dir sei e⸗ wig Dank für ——87 7 HH„ sen di ö ach laß durch die se Speis und Trank auch .SI.........— 1—— + + 1— I E 1 + er dei⸗ne Treu und Ga⸗=ben;— 11. —— mich das Le ⸗ben ha ⸗benl Sei mir will⸗ — + + I E 1 ů + 1 — 0 2 0——— +— Inis kom⸗men, ed ⸗ler Gast, den Sün⸗der nicht ver⸗ 1518— 215 rzen E.— E schmä⸗het hast! Wie soll ich Dank dir sa⸗ gen? iegel ante 2. Herr Jesu Christ, du kannst allein mir Leib und Seele nden laben. Nun bin ich dein, und du bist mein mit allen deinen Gaben. Hier habich, was ich haben soll; dein Gnaden⸗ uns brünnlein ist stets voll, hier find ich Trost und Leben. an 3. Laß mich auch ewig sein in dir, laß dir allein mich schen leben, und bleib du ewig auch in mir. Mein Gott, du wirst mirs geben, daß ich kraft dieser Speis und Trank Felch stark bleibe, wenn ich schwach und krank, und fahr zu dir 22 mit Srenden. Johann Olearius 1611—1684 18⁷ 227. 228 Abendmahl Nun laßt uns Gott 227 Leipzig 1587 2 + N E— +H 1 2 —— O Je⸗su, mei⸗ne Won-ne, du mei⸗ner —— 25.——. 2. . See⸗le Son⸗- ne, du Freund=lich- ster auf 2E=—.—— 2.— 2 2.. E+ 2 I I Er⸗den, laß mich dir dank⸗ bar wer⸗den. 2. Wie kann ich gnugsam schätzen dies himmlische Ergötzen und diese teuren Gaben, die uns gestärket haben! 3. Wie soll ich dir doch danken, o Herr, daß du mich Kranken gespeiset und getränket, ja selbst dich mir geschenketl 4. Ich lobe dich von Herzen für alle deine empfunden für deine Schläg und Wunden, die du für mich empfunden. 5. Dir dankich für dein Leiden, den Ursprung meiner Freuden, dir dank ich für dein Sehnen und deine heißen Tränen. 6. Dir dank ich für dein Lieben, das standhaft ist geblieben; dir dank ich für dein Sterben, das mich dein Reich läßt erben. 7. Jetzt schmecket mein Gemüte dein übergroße Güte; dies teure Pfand der Gnaden, tilgt allen meinen Schaden. 8. Herr, laß mich nicht vergessen, daß du mir zugemessen die kräftge Himmelsspeise, wofür ich dich jetzt preise. 9. Du wollest ja die Sünde, die ich noch in mir finde, aus meinem Herzen treiben und kräftig in mir bleiben. 10. Laß mich sie ernstlich meiden, laß mich geduldig leiden, laß mich mit Andacht beten und von der Welt wegtreten. 11. Nun kann ich nicht verderben; drauf will ich selig sterben und fröhlich auferstehen, o Jesu, dich zu sehen. Johann Rist 1607—1667 228 Johann Crüger 1649 4 ů E E———————— Somit ke 80b o lie⸗be See=le, laß die komm ans hel⸗le Licht ge-gan⸗ gen, fan⸗ge 188⁸ Abendmahl 228 nRgunk⸗ le Sün ⸗den⸗höh ⸗le, ö herr-lich an zu pran ⸗gen; denn der Herr voll —— I.DI‚s HF+ E „ner E.—————————— — Heil und Gna⸗-den will dich jetzt zu Ga⸗ste la⸗den; 223..—*—— der den Himmel kann ver⸗wal⸗ ten, will jetzt I +— SS. Her-berg in dir hal- ten. zötzen 2. Cile, wie Verlobte pflegen, deinem Bräutigam entgegen, der mit süßen Gnadenworten klopft an deines Herzens Pforken; anken eile, sie ihm aufzuschließen, wirf dich hin zu seinen Füßen, sprich: O Herr, laß dich umfassen, von dir will ich nimmer erzen, lasseh. nden. 3. Zwar beim Kaufen teurer Waren pflegt man sonst üden kein Geld 6 sparen, aber du willst für die Gaben deiner uld kein Gold nicht haben, weil in allen Bergwerksgründen 5 ein 00 Kleinod ist zu finden, das den Trank in diesen eben: Schalen und dies Manna kann bezahlen. rben. 4. Ach, wie hungert mein Gemüte, Menschenfreund, na Züte; deiner Güte, ach, wie pfleg ich oft mit Tränen mich na aden. dieser Kost zu sehnen! Ach, wie pfleget 46.Oeel dürsten na dem Trank des Lebensfürsten, daß die Seel im Brot und iesen. Weine sich durch Gott mit Gott vereine! 5. Beides, Wonne und auch Bangen, fühl ich jetzt mein inde, Herz umfangen; das Geheimnis dieser Speise und die . unerforschte Weise macht, daß ich voll Staunen merke, Herr, iden, die Größe deiner Werke. Ist auch wohl ein Mensch zu finden, eten. der dein Allmacht sollt ergründen? rben 6. Nein, Vernunft, die muß hier weichen, kann dies Wunder nicht erreichen, daß dies Brot nie wird Sart ob es gleich viel Tausend nähret, und daß mit dem Saft der Reben 1667 uns wird Christi Blut gegeben. O der großen Heimlichkeiten, die nur Gottes Geist kann deuten! J. Jesu, meine Lebenssonne, Jesu, meine Freud und Wonne, 169 Fesu, du mein ganz Beginnen, Lebensquell und Licht der 54 Sinnen: hier fall ich zu deinen Füßen, laß mich würdiglich genieß en diese deine Himmelsspeise mir zum Heil und 4 dir zum Preise! 8. Herr, es hat dein treues Lieben dich vom Himmel hergetrieben, daß du willig hast dein Leben in den Tod 229 Abendmahl —— uns gegeben und dazu ganz unverdrossen, Herr, dein lut für uns vergossen, das uns jetzt kann kräftig tränken, deiner Liebe zu gedenken. 9. Jesu, wahres Brot des Lebens, hilf, daß ich doch nicht vergedens oder mir vielleicht zum Schaden sei zu deinem Tisch geladen; laß mich durch dies Seelenessen deine Liebe recht ermessen, daß ich auch, wie jetzt auf Erden, mög ein Gast im Himmel werden. Johann Franck 1618167⁷ Es ist das Heil uns kommen 229 Alte Osterweise, ev. 1551 H— 4——.—— 8 S.— ie hei⸗lig ist die Stät⸗te hier, wo ich voll Sie ist des Him⸗mels Pfor⸗te mir, die ich jetzt esspen Ie„be. O Le⸗bens⸗tor, o Tisch des Herrn, vom Him⸗-mel bin ich nicht mehr fern und H— 4 I ů 2—— .. füh ⸗le Got⸗tes Nä⸗ he. 2. Wie heilig ist dies Lebensbrot, dies teure Gnadenzeichen vor dem des Herzens Angst und Not und alle Qualen weichen. O Brot, das meine Seele nährt, o Manna, das mir Gott beschert, dich will ich jetzt genießen. 3. Wie heilig ist doch dieser Trank, der mein Verlangen stillet, der mein Gemüt mit Lob und Dank und heilger Freud erfüllet! O Lebenstrank o heilges Blut, das einst geflossen mir zugut, dich will ich jetzt empfangen. 4. Welch unaussprechlich Glück ist mein, welch eil hab ich gefunden! Mein Jesus kehret bei mir ein, mit ihm werd ich verbunden. Wie ist mein Herz so freudenvoll, daß ich in Jesu leben soll und er in mir will leben. 5. O wär doch auch mein Herz geweiht zu einer Waler Stätte, damit der Herr der Herrlichkeit an mir Gefallen hätte! O wäre doch mein Her der Ort, an welchem Jesul fort und fort aus Gnaden Wohnung machtel ö 6. Mein dalni komm und heile mich; was sündlich ist vertreibe, damit ich nun und ewiglich dein Tempel sei und 190⁰ . I S WUWON ssU. Abendmahl 230 bleibe. Von dir sei ganz mein Herz erfüllt; Herr, laß dein heilig Ebenbild beständig an mir leuchten. 7. Nun, du hast himmlisch mich erquickt, du hast dich mir gegeben. In dir, der mich so hoch beglückt, will ich nun stündlich leben. Laß mich, mein Heiland, allezeit von nun an bis in Ewigkeit mit dir vereinigt bleiben. 17² Herzlich tut mich verlangen 230 Weltlich 1601, geistlich 1613 SSISISIII III.I.I...... 2——‚D‚P‚‚——— ie könnt ich sein ver ges⸗sen, der mein noch wie sei ⸗ne Lieb er⸗mes⸗sen, da⸗durch mein DIDRRDRDDDE nie ver⸗ gaß? Herz ge nas? Ich — ——— I 6 1 S. + schafft mein Le⸗ben neu; und stets quillt aus dem lag in bit tern Schmer-zen, er 3—— ö 8 II Lieb und Treu. 2. Wie sollt ich ihn nicht lieben, der mir so hold sich zeigt? wie jemals ihn betrüben, der so zu mir sich neigt? Er, der ans Kreuz erhoben getragen meine Schmach, ruft er mir nicht von oben: Komm, folge du mir nach? 3. Ihn will ich ewig lieben, der mir aus Todesnacht, von meinem lesten&. getrieben, Unsterblichkeit gebracht, der noch zur letzten Stunde mir reicht die treue Hand, bis auch die letzte Wunde ausheilt, die mich gebrannt. 4. Er gibt zum heilgen Pfande mir seinen Leib, sein Blut; hebt mich aus Nacht und Schande, füllt mich mit Himmels⸗ mut; will selber in mir thronen mit heilgem Gnadenschein: sollt ich bei ihm nicht wohnen, in ihm nicht selig sein? 5. Bei Freuden und bei Schmerzen durchleuchte mich dein Bild, wie du, o Herz der Herzen, geblutet hast so mild! Mein Lieben und mein Hoffen, mein Dulden weih ich dir! Laß mir die Heimat offen und dein Herz für und für! Gottlob Christian Kern 1792—1835 Her⸗-zen ihm neu⸗ III. Das christliche Leben 1. Buße 231 Freiberg i. Sa. 1655 F————— SSSEE— + Ach Gott und Herr, wie groß und schwer sind +.—.— UAt 2——— SS.S.. mein be⸗gang⸗ne Sün⸗den! Da ist nie⸗mand, der hel⸗fen kann, in die⸗ser Welt zu fin-den. 2. Lief ich gleich weit zu dieser Zeit bis an der Welt ihr Ende und wollt los sein des Kreuzes mein, würd ich es doch nicht wenden. 3. Zu dir flieh ich: verstoß mich nicht, wie ichs wohl hab verdienet. Geh mit mir nicht, Gott, ins Gericht. Dein Sohn hat mich versühnet. 4. Solls ja so sein, daß Straf und Pein auf Sünde folgen müssen, so fahr hier fort und schone dort und laß mich hier wohl büßen. 5. Gib, Herr, Geduld, vergib die Schuld. Schaff ein ge⸗ horsam Herze, daß ich mein Heil, mein bestes Teil durch Murren nicht verscherze. 6. Handle mit mir, wies dünket dir, durch dein Gnad will ichs leiden; nur wollst du mich nicht ewiglich von deiner Liebe scheiden. 1613 192 Buße 232 232 Weltich 1653, geistlich 1661 6 E 7—.——. Ach, was soll ich Sün⸗der ma⸗chen? Ach, was 14 I ——.— 14 soll ich fan⸗gen an? Mein Ge⸗wis⸗sen klagt mich an, E es be⸗gin⸗net auf⸗ zu⸗wa⸗ chen. Dies ist mei⸗ne 05 I — Zu⸗ver-sicht: mei⸗nen Je⸗sum laß ich nicht. — 2. Zwar es haben meine Sünden meinen Jesum oft be⸗ — trübt; doch weiß, daß er mich liebt, und er läßt sich mädig finden. Drum, ob mich mein Sünd anficht: meinen Jesum laß ich nicht. ——— 3. Ob gleich schweres Kreuz und Leiden, so bei Christen — oft entsteht, mir sehr hart entgegengeht, solls mich doch von ihm nicht scheiden; sein Herz ist auf mich gericht't: er meinen Jesum laß ich nicht. —‚— 4. PI weiß wohl, daß unser Leben nichts als nur ein — Nebel ist, da wir hier zu jeder Frist mit dem Tode sind umgeben, und wer weiß, was heut geschicht! Meinen Je⸗ sum laß ich nicht. Welt 5. Sterb ich bald, ich Ruhe hahe von der Welt Beschwer⸗ würd lichkeit. Ruhe bis zur vollen Freud und weiß, daß im finstern Grabe Jesus ist mein helles Licht: meinen Jesum wohl laß ich nicht. Dein 6. Durch ihn will ich wieder leben; denn er wird zur rechten Zeit wecken mich zur Seligkeit, die er mir wird olgen qädig 18 6 wenn ich gleich komm vors Gericht: meinen mich Jesum laß ich nicht. 7. Jesus soll mein Jesus bleiben, bis ich werde wandern n ge⸗ fort zu des Himmels Freudenpfort, der mich ihm wird durch Racich nicht nehmen in sein Freudenlicht: meinen Jesum laß ich nicht. will Johannes Flitner 16181678 einer 6¹3 Schlesisches Provinzial⸗Gesangbuch 13 193 233. 234 Bußte 233 D1I —. — Al„lein zu dir, Herr Je⸗ su— mein ich weiß, daß du mein Trö⸗ster bist, kein off⸗nung steht auf Er⸗den; 2DeGin Taof mag mir sonst wer⸗ den. Von An⸗be⸗ginn ist 23 312.— D. nichts er⸗-korn, auf Er⸗den ist kein Mensch ge-born, der —I—. 1 +— + 0—— hel⸗fen kann: dich ruf ich an, auf .— H— — 1665 den ich fest ver ⸗ trau- en kann. 2. Mein Sünd ist schwer und übergroß und reuet mich von Herzen. Derselben mach mich frei und los durch deinen Tod und Schmerzen und zeig mich deinem Vater an, daß du u. für mich getan, so werd ich los der Sündenlast. Mein Glaube faßt, was du mir, Herr, versprochen hast. 3. Gib mir durch dein Barmherzigkeit den wahren Christen⸗ mir aus Nö⸗ ten . glauben, auf daß ich deine Freundlichkeit mög inniglich anschauen, vor allen Dingen lieben dich und meinen Nächsten gleich als mich. Am letzten End dein Hilf mir send, damit behend des Teufels List sich von mir wend. 4. Ehr sei Gott in dem höchsten Thron, dem Vater aller Güte, und Christo, seinem lieben Sohn, der uns allzeit behüte, und Gott dem werten heilgen Geist, der uns sein Hilfe allzeit leist, daß wir ihm wohlgefällig sein hier in der Zeit und vollends in der Ewigkeit. Konrad Hubert 1507—157 234 Wittenberg 1524 E E—— 4 1— e, de 27 27 1 + + + EE*— us tie⸗fer Not schrei ich zu dir, Herr dein gnä⸗dig Ohr neig her zu mir und ö Buße 235 SS.......... 154¹ 3 Gott, er⸗hör mein Ru ⸗ fen, Ills meie wer Bit es of ne, emn se dützüst DDSSS.. t I se⸗hen an, was Sünd und Un⸗recht ist ge⸗ tan, wer mein kein — 2 SIFTISIIIH— if.. kann, Herr, vor dir blei⸗ben? 2. Bei dir gilt nichts denn Gnad und Gunst, die Sünde zu vergeben; es ist doch unser Tun umsonst auch in dem „der hesten Leben. Vor dir niemand sich rühmen kann; des muß — dich fürchten jedermann und deiner Gnade leben. 3. Darum auf Gott will hoffen 10 auf mein Verdienst auf nicht bauen; auf ihn mein Herz soll lassen sich und seiner Güte trauen, die mir zusagt sein wertes Wort: das ist — mein Trost und treuer Hort, des will ich allzeit harren. 4. Und ob es währt bis in die Nacht und wieder an den Morgen, doch soll mein Herz an Gottes Macht verzweifeln nicht noch sorgen. So tu Ifrael rechter Art, der aus dem h von Geist erzeuget ward und seines Gotts erharre. edah 5. Ob bei uns ist der Sünden viel, bei.Gott ist viel mehr nlast Gnade; sein Hand zu helfen hat kein Ziel, wie groß auch st. sei der Schade. Er ist allein der gute Hirt, der Israel erlösen wird aus seinen Sünden allen. risten⸗ x Wi— liglich Martin Luther 1483-1546 —— send, Wer nur den lieben Gott 235 Georg Neumark 1657 aller HEEE—.— E .—— 651 2 F—— 4232— ier in Dein Je ⸗sus ru⸗fet dich zur Bu⸗ße; Komm fal⸗le ihm doch bald zu Fu ⸗ße 1⁵⁷⁷ 3 EEEEEEEE 1524 komm, bring dein ar⸗mes Herz her⸗bei! d se uund zeig ihm dei⸗ner See ⸗le Reu, die das Ge⸗setz in derr ind uns er-regt, wenn Leid man ü⸗ber Sün ⸗ de trägt. 19⁵ 2³6 Bushe 2. Dein Jesus ruft dich auch zum Glauben durchs süße Evangelium und will aus Gnaden dir erlauben, zu werden anz sein Eigentum, daß du nun durch sein wertes Wort solls Keli werden hier und dort. 3. So ändre, Jesu, meine Sinnen und schaff in mir das Herze rein; laß mich von neuem nur⸗ beginnen, was dir, mein Jesu, lieb kann sein, und hilf, daß ich nach deinem Sinn recht gläubig und auch heilig bin. 1131 Allein zu dir Herr Jesu 236 1⁵⁴⁰¹ 7 2 E— SSISISIIIII.I....I.... 2 I——.— + 1 +—— + u wei ⸗-nest für Je ⸗ ru⸗ sa⸗ lem, Herr be⸗zeugst, es sei dir an⸗ ge⸗nehm, wenn 2—— N E..— Je⸗su, hei⸗ ße äh ⸗ren, Sun⸗ der sch be⸗ 100 ren. Wenn ich vor dir mit — PPPIPIIIIIIIII* een..:, n, v Buß er⸗schein und ü⸗ber mei- ne Sün⸗de wein, so — D S DSIS DEIE.Ee. ——— til⸗gest du aus lau⸗ter Gnad all Mis-⸗se⸗tat, die EA Zeinn rm nm.n dnn, +—. I mich bis⸗her ge⸗ quä⸗let hat. 2. Wenn deines Vaters Zorn entbrennt von wegen meiner Sünde, zu deinen Tränen ich mich wend, da ich Erquickung finde. Vor Gott sind sie so hoch geschätzt: wer damit seine Sünde netzt, den blickt Gott an mit Gütigkeit zu jeder Zeit und sein betrübtes Herz erfreut. ö 3. Hier muß ich auch im Tränenhaus vor großer Angst oft weinen, der Welt aushalten manchen Strauß, sie martert stets die Deinen. Auf allen Seiten, wo sie kann, fängt sie mit mir zu hadern an. Dies tröstet mich aller Frist, Herr Jesu Christ: in Not du auch gewesen bist. 4. Du zählest alle Tränen mein; ich weiß, sie sind gezählet. Und ob sie nicht zu zählen sein, ennoch dir keine fehlet. So oft vor dir sie regen sich, so ogft sie auch bewegen dich, dah 196 Buße 237 du dich mein erbarmen mußt, dir ist bewußt mein Kreuz; drum hilfst du mir mit Lust. 5 Wer jetzund säet Tränen aus, hält in Geduld Gott stille, wird fröhlich sein in deinem Haus, da Freude ist die Fülle; ja, solche Freude, die kein Mann mit seiner Zung aussprechen kann, und die da bleibt in Ewigkeit. Mein Kreuz und Leid wird werden dort zu lauter Freud. 6. Cartn, o8 Tränen dank ich dir, daß du die Freudenkrone, Herr Christ, dadurch erworben mir bei dir im Himmelsthrone. Wenn du mich holen wirst hinauf zu deiner Auserwählten Hauf, dann will ich 5 t lobsingen dir, o höchste Zier, für deine Tränen für und für. Zohann Heermann 1585—1647 237 Johann Crüger 1619 1.— ö. II... Heich ich ha⸗ be miß⸗ge⸗han⸗delt, ja, mich ich bin nicht den Weg ge⸗wan-delt, den du —— 1! + ——. I—.* 2 2— 2. + I. ie m + +— E I —6*— 1 HE 4— 1 drückt der Sün⸗den Last; mir ge⸗ zei⸗ get hast, und jetzt wollt ich gern aus — 1 + H —— 2——.— H ————————————+—+ Lar Schrek⸗ken mich vor dei ⸗nem Zorn ver⸗stek⸗ken. 2. Doch wie könnt ich dir entfliehen? Du wirst allent⸗ halben sein: wollt ich übers Meer gleich ziehen, 2. in die Gruft hinein, hätt ich Flügel gleich den Winden, gleich⸗ wohl würdest du mich finden. 3. Drum, ich muß es nur bekennen, Herr, ich habe miß⸗ getan, darf mich nicht dein Kind mehr nennen; ach nimm mich zu Gnaden an! Laß die Menge meiner Sünden deinen Zorn nicht gar entzünden. 4. Könnt ein Mensch den Sand gleich zählen an dem großen, weiten Meer, dennoch würd es ihm wohl fehlen, daß er meiner Sünden Heer, daß er alle mein Gebrechen sollte wissen auszusprechen. 5. Aber, Christe, deine Wunden und dein teuerwertes Blut machen meine Seel gesunden, löschen meiner Sünden Glut; drum will ich, mein Angst zu stillen, mich in dein Er⸗ barmen hüllen. 19⁷ Buße 6. Dir will ich die Last aufbinden: wirf sie in die tiefe See; wasche mich von meinen Sünden, mache mich so weiß wie Schnee; lasse deinen Geist mich treiben, einzig stets bei dir zu bleiben! Johann Franck 1618—167 15⁵⁸ —+ E—— 1 I 1 + 1— —. err Je⸗su Christ, du höch⸗stes Gut, du sieh doch, wie ich in mei⸗nem Mut mit SSS......... Brunn⸗quell al⸗ler Gna⸗den, ö ö Schmer⸗ zen bin be⸗ la ⸗den und in mir hab der I 1 I 1—— + ◻+ + + Ang ⸗ste viel, die im Ge⸗wis⸗sen oh⸗ne Ziel mich —*2 I + N SESEEEE 1.—— +1 H ar⸗men Sün⸗ der drük⸗ken. 2. Erbarm dich mein in solcher Last. nimm sie aus meinem Herzen, dieweil du sie gebüßet haft am Holz mit Todes⸗ ö schmerzen, auf daß ich nicht vor großem Weh in meinen ö Sünden untergeh und ewiglich verzage. ö 3. Fürwahr, wenn mir das kommet ein, was ich mein Tag begangen, so fällt mir auf das Herz ein Stein und bin mit Furcht umfangen; ja, ich weiß weder aus noch ein und müßte stracks verloren sein, wenn ich dein Wort nicht hätte. NN 4. Allein dein heilsam Wort, das macht mit seinem süßen N Singen, daß mir das Herze wieder lacht und fast beginnt zu springen, dieweil es alle Gnad verheißt für die, so mit 4 zerknirschtem Geist zu dir, Herr Jesu, kommen. 5. So komm ich auch zu dir allhie in meiner Angst ge⸗ ö schritten und will dich mit gebeugtem Knie von ganzem hing bitten: Verzeihe mir doch gnädiglich, was ich mein ebtag wider dich auf Erden hab begangen. 6. O Herr, vergib, vergib mirs doch um deines Namens willen, nimm weg von mir das schwere Joch und laß die Angst sich stillen, daß sich mein Herz zufrieden geb und dir hinfort zu Ehren leb mit kindlichem ehorsaml 198 ꝛeinem Todes⸗ neinen mein und och ein t hätte. süßen eginnt so mit gst ge⸗ anzem mein amens laß die und Buße 239 7. Stärk mich mit deinem Freudengeist, heil mich mit deinen Wunden, tröst mich mit deinem Tod zumeist in meinen letzten Stunden und nimm mich einst, wenn dirs efällt, im wahren Glauben von der Welt zu deinen AHuim userwählten! Bartholomäus Ringwald 1530—1599 239 Halle 1704 — D..— Hü⸗ter, wird die Nacht der Sün⸗den nicht ver⸗ ee. scéwin⸗den? Hü ter, ist die Nacht schier hin? Wird die ..—5— E Fin⸗ster⸗ nis der Sin⸗nen bald zer⸗ rin⸗ nen, da⸗ von I 1 + I —— E S+ ich um⸗ hül⸗let bin? 2. Möcht ich wie das Rund der Erden lichte werden, Seelensonne, gehe auf! Ich bin finster, kalt und trübe, Jesu, Liebe, komm, beschleunige den Lauf! 3. Wir sind ja im neuen Bunde, da die Stunde der Erscheinung kommen ist, und ich muß mich stets im Schatten so ermatten, weil du mir so ferne bist. 4. Wir sind ja der Nacht entnommen, da du kommen; aber ich bin lauter Nacht. Darum wollst du mir, dem Deinen, auch erscheinen, der nach Licht und Rechte tracht't. 5. Der Vernunft Licht kann das Leben mir nicht geben, Jesus und sein heller Schein, Jesus muß das Herz an⸗ blicken und erquicken; Jesus muß die Sonne sein. 6. Nur die Decke vor den Augen kann nicht taugen, seine Klarheit kann nicht ein; wenn sein helles Licht den Seinen soll erscheinen, muß das Auge reine sein. 7. Jesu, gib gesunde Augen, die was taugen, rühre meine Augen an; denn das ist die größte Plage, wenn am Tage man das Licht nicht sehen kann. Christian Friedrich Richter 1676—1711 199 240. 241 Buße Wer nur den lieben Gott 240 Georg Neumark 165⁷ EEE—— ½ SSSS........ J3 ar⸗ mer Mensch, ich ar-mer Sün⸗der ach Gott, ach Gott, ver⸗fahr ge ⸗lin⸗-der + 1—— + — E.—H—„ I —— E S II— steh hier vor Got⸗ tes An⸗ge⸗sicht; und geh nicht mit mir ins e=richt. dich, er⸗bar⸗me dich, Gott, mein Er⸗bar⸗mer, ü⸗ber mich. 2. Wie ist mir doch so angst und bange von wegen meiner großen Sünd! Hilf, daß ich wieder Gnad erlange, ich armes und verlornes Kind. Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich. 3. Hör, ach erhör mein sehnlich Schreien! Du allertreustes Vaterherz wollst alle Sünde mir verzeihen und lindern meines Herzens Schmerz. Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich. 4. Nicht, wie ich hab verschuldet, lohne und handle nicht nach meiner Sünd; o treuer Vater, schone, schone, erkenn mich wieder für dein Kind. Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich. 5.——3— nur ein Wort, so werd ich leben, sprich, daß ich armer Sünder hör: Geh hin, die Sünd ist dir vergeben nur sündige hinfort nicht mehr. Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich. 6. Ich zweifle nicht, ich bin erhöret, erhöret bin 35 ich von frei, weil 16 der Troft im Herzen mehret, daß ich von dir begnadigt sei. Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich. Christoph Titius 16⁴4¹1—17⁰3 Herr wie du willst 241 Straßburg 13 E 25—— 6 ch will von mei⸗ner Mis⸗se⸗tat er du wol-lest selbst mir Hilf und Rat hier⸗ 20⁰ le lll — —.— mich. meiner armes Gott, reustes indern Gott, e nicht erkenn e dich, 2 Hen geben, e dich, Heifels⸗ ch von mein —17⁰3 Her⸗ren mich be⸗keh⸗ren; zu, o Gott, be ⸗sches ren und dei⸗ nes gu⸗ten ..— ö———— ... 2—— Gei⸗ stes Kraft, der neu⸗e Her⸗zen in uns schafft, aus + + 1 N r, ————.— Gna⸗den mir ge- wäh⸗⸗ren. 2. Ein Mensch kann von Natur doch nicht Huin Elend selbst empfinden, ist ohne deines Geistes Licht lind, taub und tot in Sünden. Verkehrt ist Will, Verstand und Tun; des großen Jammers komm mich nun, o Vater, zu entbinden. 3. Klopf durch Erkenntnis bei mir an und führ mir wohl zu Sinnen, was Böses ich vor dir getan; du kannst mein Herz gewinnen, daß ich aus Kummer und Beschwer laß über meine Wangen her viel heiße Tränen rinnen. 4. Wie hast du doch auf mich gewandt den Reichtum deiner Gnaden; mein Leben dank ich deiner Hand, die hat mich reich beladen mit Ruh, Gesundheit, Ehr und Brot, du machst, daß mir noch keine Not bis hierher konnte schaden; 5. hast auch in Christo mich erwählt aus des Verderbens luten, so daß es niemals mir gefehlt an irgend einem uten, und, daß ich ja dein eigen sei, hast du mich auch aus großer Treu gestäupt mit Vaterruten. 6. Die Torheit meiner jungen Jahr und alle schnöden Sachen verklagen mich zu offenbar, was soll ich Armer machen? Sie stellen, Herr, mir vors Gesicht dein uner⸗ träglich Zorngericht, wo teuer wird das Lachen. 7. Wo bleib ich denn in solcher Not? Nichts helfen Tor und Riegel. Wo flieh ich hin? Du Morgenrot, ach leih mir deine Flügel! Verbirg mich wo, du fernes Meer, stürzt hoch herab, fallt auf mich her, ihr Klippen, Berg und Hügel! 8. Umsonst, umsonst! und könnt ich gleich bis in den Himmel steigen und wieder in der Hölle Reich mich zu verbergen neigen: so würde mich doch deine Hand da finden und mir meine Schand im Licht der Sonne zeigen. 9. Herr Jesu, nimm mich zu dir ein. Ich flieh zu deinen Wunden; laß mich darin geborgen sein und bleiben alle Stunden. Du hast, unschuldig Gotteslamm, für alle Sünd am Kreuzesstamm Erlösung uns gefunden. 10. So will ich mich mein Leben lang vor neuen Sünden scheuen, durch deines guten Geistes Drang, den du mir wollst verleihen, der mir von aller Sünden List und dem, was dir zuwider ist, helf ewig mich befreien. 16⁵³ Schlesisches Provinzial⸗Gesangbuch 14 201 242 Buße un Wasserlässen Babylan 24² Straßburg 1525 Kö⸗ nig, des⸗-sen Ma⸗je⸗stät weit ü⸗ber dem Erd und Meer zu—3——85—— vor dem die nn der Him⸗mel ist dein hel⸗les Kleid, du SSSSS bist voll Macht und Herr-lich- keit sehr groß und ör——.—..—..———.— wun⸗der⸗tä-tig; ich ar-mer Mensch ver- mag nichts 5 aur 3 mehr, als daß ich ruf zu dei ner Ehr: Gott, — 2—— n Fuin nee, wnt. sei mir Sün ⸗der gnä⸗ dig! 2. Hier steh ich, wie der Zöllner tat, beschämet und von Fenne ich suche deine Hilf und Gnad, o Herr, von Herzen gerne; doch weil ich voller Fehler bin und, wo ich mich nur wende hin, des Ruhmes vor dir ledig, so schlag ich nieder mein Gesicht vor dir, du klares Himmelslicht: Golt sei mir Sünder gnädig! 3. Die Schuld, der ich mir bin bewußt, durchängstet mein Gewissen; drum schlag ich reuig an die Brust und will von Herzen büßen. Ich bin, o Vater, ja nicht wert, daß ich noch wandle auf Der Erd; doch weil du winkst, o bet i mit ganz zerknirschtem, bangem Geist, der gleichwohl dich noch Abba heißt: Gott, sei mir Sünder gnädig! 4. Mein Vater, schaue Jesum an, den Gnadenthron der Sünder, der für die Welt genug getan, durch den wir Gottes Kinder im gläubigen Vertrauen sind, der ists, bei dem ich find; sein Herz ist ja guttätig. Ich fäfse ihn und laß ihn nicht, bis Gottes Herz mitleidig dricht: Gott, sei mir Sünder gnädig! 5. Regiere du mein Herz und Sinn in diesem ganzen Leben: ö du bist mein Gott, und was ich bin, bleibt ewig dir ergeben. 20² INE Buße 243 Ach heilige mich ganz und gar, laß meinen Glauben immer⸗ dar sein durch die Liebe tätig; und gehts nicht fort so, wie es soll, so ruf ich, wes mein Herz ist voll: Gott, sei mir Sünder gnädig! 6. Mein Leben und mein Sterben ruht allein auf deiner Gnade; mir geh es gleich bös oder gut, gib nur, daß mir nichts schade. Kommt dann das Whr Stündlein an, so mach mich auf der Todesbahn von allen Angsten ledig; und wenn ich nicht mehr sprechen kann, so nimm den letzten Seufzer an: Gott, sei mir Sünder gnädig! Valentin Ernst Löscher 1673—1749 Es ist gewlßlich an der Zeit 243 Wittenberg 1535 ..2 EE——— 1D3 + O Va⸗ter der Barm ⸗her-zig⸗ keit, ich ver ⸗-stoß den nicht, der zu dir schreit und 6— 1 I——— n— a——— 2. al⸗le dir zu Fu⸗. üut noch endelich he was ich be⸗gan⸗gen wi⸗der ————— ů — + + + ä... dei ⸗ ne gro⸗-ße Gü⸗te 2. Durch deiner Allmacht Wundertat nimm von mir, was mich quälet, durch deine Weisheit schaffe Rat, worinnen mirs sonst fehlet; gib Willen, Mittel, Kraft und Stärk, daß ich mit dir all meine Werk anfange und vollende. 3. O Jesu Christe, der du hast am Kreuze für mich Armen D.wahr aller Sünden Last, wollst meiner dich erbarmen! wahrer Gott, o Davids Sohn, erbarm dich mein und mein verschon: sieh an mein kläglich Rufen! 4. Laß deiner Wunden teures Blut, dein Todespein und Sterben mir kommen kräftiglich zugut, daß ich nicht muß verderben; bitt du den Vater, daß er mir im Zorn nicht lohne nach Gebühr, wie ich es hab verschuldet. 5. O heilger Geist, du wahres Licht, Regierer der Gedanken, wenn mich die Sündenlust anficht, laß mich von dir nicht wanken; verleih, daß nun und nimmermehr Begier nach Reichtum oder Ehr in meinem Herzen herusche. 20³ —.—— —————.— 244 Buße 6. Und wenn mein Stündlein kommen ist, so hilf mir treulich kämpfen, daß ich des Satans Trutz und List durch Christi Sieg mög dämpfen; auf daß mir Krankheit, Angst und Not und dann der letzte Feind, der Tod, nur sei die Tür zum Leben. David Denicke 16031680 Jesus meine Zuversicht 1 244 Berlin 1653 e—.—..— —— E Schaf ⸗fet eu⸗ re Se⸗lig⸗keit al⸗le⸗ zeit mit Mein Gott, ma-che uns be⸗reit, daß mit hei-li⸗ — Llde Furcht und Zit⸗tern! dies ů ier⸗ gem Er⸗schüt⸗ tern dies Wort als ein Don-ner-schlag U un⸗sre Her-zen rüh- ren mag. 2. Schaffet eure Seligkeit! un Wir-mier dech rem Dieses bleibt uns nach der Zeit; sind wir hier doch fremde Gäste, werden eilends weggerafft, wenn man noch so vieles schafft. 3. Schaffet eure Seligkeit! O, es sind nicht leichte Werke, o, es ist ein harter Streit, und man brauchet Gottes Stärke, r Fleisch und Blut bezwingt und zum rechten Leben ringt. 4. Schaffet eure Seligkeit! Ach, da setzt es Furcht und Schrek⸗ ken, eh der Geist sein Abba schreit. Ja, da muß er immer wecken durch die heilge Gottesscheu, daß das Herz nicht sicher sei. 5. Schaffet eure Seligkeit! Ist das auch von uns geschehen? Ach, es fehlet noch gar weit, was für Mängel muß man sehen! O, wie gottlos ist der Sinn, o, wie sicher geht man hin! 6. Schaffet eure Seligkeit! Hartes Herz, zerfließ in Tränen wegen deiner Sicherheit und sei heute unter denen, die in ihrer Sündenpein recht zerknirschten Geistes sein. 7. Schaffet eure Seligkeit! Ach, jetzt denk ich an den Bürgen, der mich von der Schuld befreit und sich selber ließ erwürgen. Ach gottlob, an diesem Heil hat mein Glaube auch sein Teil. 8. Schaffet eure Seligkeit! Jesu, hilf mir selber ringen. Meine Trägheit ist mir leid, laß mich beßre Früchte bringen, daß ich meine Christenbahn selig einst vollenden kann. Gottlob Adolph 1685—1745 20⁴ —2 — Buße 24⁵ Aus tiefer Not schrei ich 245 Wittenberg 1524 —— Schaff in mir, Gott, ein rei⸗nes Herz, mein es füh⸗let von der Sün⸗de Schmerz, die —.—— HIII— . e, Herz ist ganz ver⸗ der-bet, ihm ist an⸗ ge⸗ er⸗bet, —————— Lrer— und die es noch tut oh⸗ ne Scheu; ach ma⸗che, daß es wie-der sei, wie du es 5, S erst ge⸗-schaf-fen. 2. Gib mir auch einen neuen Geist, der wie du sei gesinnet, der dir stets anhängt allermeist und, was du willst, beginnet. Gib, daß er hasse Fleisch und Blut, und üb den Glauben in Demut, Zucht, Sanftmut, Hoffnung, Liebe. 3. Verwirf von deinem Angesicht, ob ich es gleich verdienet, mich, allerliebster Vater, nicht, weil Jesus dich versühnet; darum laß nun und nimmermehr mich, dein Kind, also fallen sehr, daß du es von dir würfest. 4. Den heilgen Geist nimm nicht von mir, den bösen Geist vertreibe, daß ich nie werd entführet dir, stets deine sei und bleibe. Beherrsche du Herz, Sinn und Mut durch deinen Geist, so ist es gut im Leben und im Sterben. 5. Mit deiner Hilfe tröste mich, hilf und vergib die Sünden; wenn meine Seele suchet dich, so laß von ihr dich finden und dein Verdienst, Herr Jesu Christ, darinnen Trost und Hilfe ist trotz Sünde, Tod und Teufel. 6. Dein freudger Geist erhalt mich doch mit seinem Freudenöle, damit nicht der Verzweiflung Joch verderbe meine Seele. Sei meine Freude du allein, ach laß mich deine Freude sein und führe mich zur Freude. Ludämilie Elisabeth Gräfin von Schwarzburg⸗Rudolstadt 1640—1672 20⁵ ——.——..— .....——..——— 246. 247 Buste Vater unser im Himmelreich 246 Leipzig 1530 EFHrE.——— 1— PEÆe.—— +——.— 1 — 27.— So wahr ich le⸗be, spricht dein Gott, mir ——.— ++——— ·—— ist nicht lieb des Sün⸗ders Tod, viel mehr ist dies mein III...I— *— f—— f Wunsch und Will, daß er mit Sün⸗den hal⸗te still, von 1 +———383 I 5⁵⁵⁰5 44— R sei⸗ner Bos⸗heit keh⸗ re sich und le⸗be mit mir e⸗wig⸗lich. 2. Dies Wort bedenk, o Menschenkind. verzweifle nicht in deiner Sünd! Hier findest du Trost, Heil und Gnad, die Gott dir zugesaget hat. und zwar mit einem teuern Eid. O selig, wem die Sünd ist leid! 3. Doch hüte dich vor Sicherheit, denk nicht: Zur Buß ist noch wohl Zeit, ich will erst fröhlich sein auf Erd; wenn ich des Lebens müde werd, alsdann will ich bekehren mich, Gott wird wohl mein erbarmen sich. 4. Wahr ists, Gott ist wohl stets bereit dem Sünder mit Barmherzigkeit; doch wer auf Gnade sündigt hin, fährt fort in seinem bösen Sinn und seiner Seele selbst nicht schont, dem wird mit Ungnad einst gelohnt. 5. Gnad hat dir duhescer: Gott durch Jesu Christi Blut und Tod; zusagen hat er nicht gewollt, ob du bis morgen leben sollt. Daß du mußt sterben, ist dir kund; q verborgen ist des Todes Stund. 6. Heut lebst du, heut bekehre dich, eh morgen kommt, kanns ändern sich; wer heut ist frisch, gesund und rot, ist morgen krank, ja wohl gar tot. So du nun stirbest ohne Buß, dein Leib und Seel verderben muß. 7. Hilf, o Herr Jesu, hilf du mir, daß ich noch heute komm u dir und Buße tu den Augenblick, eh mich der schnelle Tod entrück, auf daß ich heut und jederzeit zu meiner Heimfahrt sei bereit. Johann Heermann 1585—161.7 E——— EHHR. ESEEJ— —. Straf mich nicht in dei ⸗nem Zorn, gro⸗her ach laß mich nicht sein ver⸗lorn, nach Ver⸗ 206 247 uripr. weltlich,geistlich 161 1550 DiD‚Ei‚EEE eee e. Gott, ver⸗ scho ue. Hat die Sünd dich ent⸗züͤndt, dienst nicht loh⸗-ne! ö—+——— HN FWSWee ů ˖/˖DDDieeee laß um Chri-sti wil-len dei-⸗nen Zorn sich stil⸗-len. ein 2. Zeig mir deine Vaterhuld, stärk mit Trost mich Schwachen; — ach r hab mit mir Geduld, wollst gesund mich machen, pon heil die Seel mit dem Ol beiner großen Gnaden, wend ö ö ab allen Schaden.* 3. Ach, ich bin so müd und matt von den 15 fage Plagen; 1 mein Herz ist der Seufzer satt, die nach Hilfe fragen. Wie ch. so lang machst du bang meiner armen Seele in der Schwermutshöhlel 2910 4. Weicht, ihr Feinde, weicht von mir, Gott erhört mein Cid. Beten. Nunmehr darf ich mit Begier vor sein Antlitz treten. —.— Teufel, weich, Hölle, fleuch! Was mich vor gekränket, hat mir Gott geschenket. ö enn 5. Vater, dir sei ewig Preis hier und auch dort oben. nich wie auch Christo gleicherweis, der allzeit zu loben. Heilger Geist, ö 3 sei gepreist, hoch gerühmt, geehret, daß du mich erhöret. Intd Johann Georg Albinus 1624-1679 ährt ont, 248 Lpon 1517 Blut 2.———— 122— — ER.— rgen—E rgen + ö Wenn wir in höch⸗-sten Nö⸗ten sein und wis⸗sen ist—.— ö in. ohne nicht, wo aus noch ein, und fin ⸗den we⸗der mm E I I— 4 H nelle e 2—, ete.,M f E,, iner 7— ö 161⁷ Hilf noch Rat, ob wir gleich sor⸗gen früh und spat: 2. so ist dies unser Trost allein, daß wir zusammen 1690 insgemein dich rufen an, o treuer Gott, um Rettung aree. aus der Angst und Not; ö — 3. und heben unser Aug und Herz zu dir in wahrer Reu er und Schmerz und suchen die Begnadigung und aller jer⸗ Strafen Linderung, 20⁷ 249 Buße 4. die du verheißest gnädiglich allen, die darum bitten dich durch unsern Heiland Jesum Christ, der unser Heil und Fürsprech ist. 5. Drum kommen wir, o Herre Gott, und klagen dir all unsre Not, weil wir jetzt stehn verlassen gar in großer Trübsal und Gefahr. 6. Sieh nicht an unsre Sünde groß, sprich uns davon in Gnaden los; steh uns in unserm Elend bei, mach uns von allen Plagen frei, 7. auf daß von Herzen können wir nachmals mit Freuden danken dir, gehorsam sein nach deinem Wort, dich allzeit preisen hier und dort. Paul Eber 1511—1569 Wer nur den lieben Gott 249 Georg Neumark 1657 2⁴ο H+—— 18 EE——3. 111 +* ir lie ⸗gen hier zu dei⸗ nen Fü⸗hen, und füh⸗-len lei⸗ der im Ge⸗-wis ⸗sen, I— H! + 1—— +—⁷— A L. ach Herr von gro⸗ßer Güt und Treu 56 wie sehr dein Zorn ent⸗bren⸗net sei. Das Maß der PII I 1—.—— Sün⸗den ist er⸗füllt, ach weh uns, wenn du stra⸗fen willt. 2. Du bist gerecht, wir lauter Sünder, wie wollen wir vor dir bestehn? Wir sind die ungeratnen Kinder, die des Verderbens Wege gehn. Kein Wunder, wenn uns Not und Schwert und Hunger hätte aufgezehrt. 3. Doch, Vater, denk an deinen Namen, gedenk an deinen lieben Sohn. Dein Wort heißt immer Ja und Amen; dein Eidschwur zeuget selbst davon: du willst den Tod der Sünder nicht. Ach geh nicht mit uns ins Gericht! 4. Wir liegen vor dir in dem Staube, und unser Herz ist ganz zerknirscht; nur tröstet uns allein der Glaube, daß du dich noch erbarmen wirst. Ach, hast du noch ein Vaterherz, so siehe doch auf unsern Schmerz. 5. Der Mittler steht ja in der Mitten, wir schaun zu seinen Wunden auf; der hat für unsre Schuld gelitten und leistet dir die Zahlung drauf; verbirgst du deinen Gnadenschein, so muß sein Blut verloren sein. 6. Das teure Blut von deinem Sohne schreit für uns um Barmherzigkeit. Schau doch von deinem Gnadenthrone 20⁸ Buße 250 und denke noch der alten Zeit, da du auch Gnade hast erzeigt, dein Herz dem Sünder zugeneigt. 7. Ach laß die wohlverdiente Strafe nicht über unsre Häupter gehn, daß wir nicht als verlorne Schafe von deiner Hut verlassen stehn. Ach sammle uns in deinen Schoß und mach uns aller Plagen los. 8. Gib Fried im Land und im Gewissen, gesunde Luft, wohlfeile Zeit; laß Lieb und Treu sich stetig küssen und fördre die Gerechtigkeit. Krön unser Feld mit deinem Gut, nimm Kirch und Haus in deine Hut. 9. So wollen wir dir Opfer bringen und deine sein mit Leib und Seel. Es soll dein Lob gen Himmel dringen und dein erlöstes Israel in Zionslieder stimmen ein: Der Herr soll mein Gott ewig sein. Benjamin Schmolck 1672—1737 Auf meinen lieben Gott 250 Weltlich 1574, geistlich 1605 E-———.— + Wo soll ich flie-hen hin, weil ich be-schwe⸗ret E 5 EEEEEEE E— bin mit viel und gro⸗ßen Sün-den? Wo kann ich —f. +—— E= + 2—— Ret⸗tung fin⸗den? Wenn al⸗le Welt her⸗kä⸗me, —— H :e nintnnen rtrFi, Bil. mein Angst sie nicht weg⸗näh⸗me. 2. O Jesu, voller Gnad, auf dein Gebot und Rat kommt mein betrübt Gemüte zu deiner großen Güte; laß du auf mein Gewissen ein Gnadentröpflein fließen. 3. Ich, dein betrübtes Kind, werf alle meine Sünd, so viele in mir stecken und mich so heftig schrecken, in deine tiefen Wunden, da ich stets Heil gefunden. 4. Durch dein unschuldig Blut, vergossen mir zugut, tilg alle meine Sünde, mit Trost mein Herz verbinde, der Schuld nicht mehr gedenke, ins Meer sie hien versenke. 5. Du bist es, der mich tröst't, weil du mich selbst erlöst. Was ich gesündigt habe, das liegt in deinem Grabe, da hast du es bedecket, daß es mich nicht mehr schrecket. 6. Ist meine Sünde groß, werd ich doch ihrer los, wenn ich dein Kreuz umfasse und mich darauf verlasse; wer sich zu dir nur findet, all Angst ihm bald verschwindet. 251 Glaube 7. Mir mangelt zwar sehr viel, doch was ich haben will, ist alles mir zugute erlangt in deinem Blute, damit ich überwinde Tod, Teufel, Höll und Sünde. 8. Darum allein auf dich, Herr Christ, verlaß ich mich. Jetzt kann ich nicht verderben, dein Reich muß ich ererben; denn du hast mirs erworben, da du für mich gestorben. 9. Führ auch mein Herz und Sinn durch deinen 5 dahin, daß ich mög alles meiden, was mich und dich kann scheiden, und ich an deinem Leibe ein Glied auf ewig bleibe. Johann Heermann 1585—1647 2. Glaube ld 2 51 Karl Knödel 1853 ——1 +— E— + * Ach mein Herr Je⸗su, dein Na⸗he⸗sein bringt 1 18 1 I 3—. N + + 1 —— 2.. + 1 2 +*—— gro⸗ßen Frie⸗den ins Herz hin ⸗Hein, und dein Gna⸗den⸗ an⸗blick macht uns so se⸗lig, daß Leib und See⸗le D—— +—. 1 —.—— dar⸗ü⸗ber fröh ⸗lich und dank⸗bar wird. 2. Wir sehn dein freundliches Angesicht voll Huld und Gnade wohl leiblich nicht; aber unsre Seele dannt schon ge⸗ 210 + 1 1 + + 1 w'ů 9²e reg un dig ur ko Nü bl un Glaube 252 9ehn du kannst dich fühlbar gnug offenbaren auch un⸗ gesehn. 3. O, wer nur immer bei Tag und Nacht dein zu genießen recht wär bedacht, der hätt ohne Ende von Glück zu fagen, und Leib und Seele müßt immer fragen: Wer ist wie du? 4. Barmherzig, gnädig, geduldig sein, uns täglich reichlich die Schuld verzeihn, heilen, stillen, trösten, erfreun und segnen und unsrer Seele als Freund begegnen, ist deine Lust. 5. Ach gib an deinem kostbaren Heil uns alle Tage voll⸗ kommen teil und laß unsre Seele sich immer schicken, aus Not und Liebe nach dir zu blicken ohn Unterlaß. 6. Und wenn wir weinen, so tröst uns bald mit deiner blutigen Todsgestalt; ja, die laß uns immer vor Augen schweben und dein wahrhaftiges Inunsleben zu sehen sein. 7. Ein herzlich Wesen und Kindlichkeit sei unsre Zierde zu aller Zeit, und die Blutbesprengung aus deinen Wunden er⸗ halt uns Frieden zu allen Stunden bei Freud und Leid. 8. So werden wir bis in Himml hinein mit dir vergnügt wie die Kindlein sein. Muß man gleich die Wangen noch manchmal netzen, wenn sich das Herz nur an dir stets letzen und stillen kann. 9. Du reichst uns deine durchgrabne Hand, die so viel Treue an uns gewandt, daß wir beim Drandenken beschämt da⸗ stehen, und unser Auge muß übergehen vor Lob und Dank. Christian Gregor 1723—-1801 Jesu meine Freude 252 Johann Crüger 1653 SSSII.II........ UI— SPSISISSISSSISISIIIIII. U⸗ge⸗ nug⸗sam We⸗sen, das ich hab er⸗le⸗ sen du ver⸗gnügst al⸗ lei⸗ ne völ⸗lig, in⸗nig, rei ⸗ne r. EEEE mir zum höch⸗ften Gut, ist sti See⸗le, Geist und— Mut. Wer dich hat. ist stil und ——3 E—— 53 2—— e emnn v. 42. 1—— 5 * + + N + 1 II ————1 ———. mehr ver⸗lan⸗gen. 2¹¹ 253 Glaube 2. Wem du dich gegeben, kann in Frieden leben, er hat, was er will; wer im Herzensgrunde mit dir lebt im Bunde, liebet und ist still. Bist du da und innig nah, muß das Schönste bald erbleichen und das Beste weichen. 3. Höchstes Gut der Güter, Ruhe der Gemüter, Trost in aller Pein: was Geschöpfe haben, kann den Geist nicht laben, du vergnügst allein. Was ich mehr als dich begehr, kann mein Seligsein nur hindern und den Frieden mindern. 4. Was genannt mag werden droben und auf Erden, alles reicht nicht zu; einer nur kann geben Freude, Ruh und Leben, eins ist 27 nur du. Hab ich dich nur wesentlich, so mag Leib und Seel verschmachten, will ichs doch nicht achten. 5. Ehre, Lust samt Schätzen und was kann ergötzen, will ich missen gern; Freude, Trost und Gaben, die sonst andre haben, will ich auch entbehrn. Du sollst sein mein Teil allein, der mir soll trotz andern Dingen Ruh und Freude bringen. 6. Komm, du selig Wesen, das ich mir erlesen, werd mir offenbar! Meinen Hunger stille, meinen Grund erfülle mit dir selber gar. Komm,‚ nimm ein mein Kämmerlein, daß ich allem mich verschließe und nur dich genieße. 7. Laß, o Herr, mit Freuden mich von allem scheiden, tot der Kreatur; innig dir ergeben, kindlich in dir leben, sei mein Himmel nur! Bleib nur du mein Gut und Ruh, bis du wirst in jenem Leben dich mir völlig geben. Gerhard Tersteegen 1697—1769 O daß ich tausend Zungen II 253 Langenöls 1742 .—— I EEEEE — us Gna⸗den soll ich se⸗lig wer⸗den: Herz, Was willst du dich so blöd ge-bär⸗-den? Ists ..—.—.— IESI glaubst dus, o⸗der glaubst dus nicht? i Wahr⸗ heit, was die Schrist ver⸗spricht, io muß auch EI H + —.— IDD.—— —— die⸗ses Wahr⸗heit sein: aus Gna⸗den ist der Him⸗-mel dein. 2. Aus Gnaden, hier gilt kein Verdienen, die eignen Werke fallen hin. Der Mittler, der im Fleisch erschienen, hat diese Ehre zum Gewinn, daß uns sein Tod das Heil gebracht und uns aus Gnaden selig macht. 212 FE HEEE. 46 Glaube 254 3. Aus Gnaden! Merk dies Wort: aus Gnaden! so oft dich deine Sünde plagt, so oft die arge Welt will schaden, so oft dich dein Gewissen nagt. Was die Vernunft nicht fassen kann, das beut dir Gott aus Gnaden an. 4. Aus Gnaden kam sein Sohn auf Erden und übernahm die Sündenlast. Was nötigt ihn, dein Freund zu werden? Sags, wo du was zu rühmen hast! Wars nicht, daß er dein Bestes wollt und dir aus Gnaden helfen solli? 5. Aus Gnaden! Dieser Grund wird bleiben, solange Gott wahrhaftig heißt; was alle Knechte Jesu schreiben, was Gott in seinem Worte preist, worauf all unser Glaube ruht, ist Gnade durch des Lammes Blut. 6. Aus Gnaden! Wer dies Wort gehöret, tret ab von aller Heuchelei. Denn wenn der Sünder sich bekehret, so lernt er erst, was Gnade sei; beim Sündgen scheint die Gnad gering, dem Glauben ists ein Wunderding. 7. Aus Gnaden bleibt dem blöden Herzen das Herz des Vaters aufgetan, wenns unter Angst und heißen Schmerzen nichts sieht und nichts mehr hoffen kann. Wo nähm ich oft⸗ mals Stärkung her, wenn Gnade nicht mein Anker wär? 8. Aus Gnaden! Hierauf will ich sterben; ich fühle nichts, doch mir ist wohl; ich kenn mein sündliches Verderben, doch auch den, der mich heilen soll. Mein Geist ist froh, die Seele lacht, weil mich die Gnade selig macht. Christian Ludwig Scheidt 1709—1761 Befiehl du deine Wege 254 Bartholomäus Gesius 1603 — 1—— +— I— 4— 2 DE us ir⸗di⸗ schem Ge⸗ tüm⸗-mel, wo Glück und wer ist mein Weg zum Him-mel, da- hin die —.—.—..——. Lust ver ⸗geht, 14 Stre⸗ Hoff⸗nung steht' Wer lei⸗ tet un⸗ser Stre⸗ben, wenn 66 e EDIT— —— . Der Weg heißt Je⸗-sus Christ. 2. Wenn Irrtum uns befangen, kein Strahl die Nacht durchbricht, wie können wir gelangen zum wahren Lebens⸗ 2¹3 255. 256 Glaube licht? Getrost! es strömt die Klarheit von Gottes ewgem Thron; denn Christus ist die Wahrheit, der eingeborne Sohn. 3. Wer schenkt in Not und Leiden, wenn bang das Herz verzagt, die Hoffnung ewger Freuden, daß einst der Morgen tagt Wer stillt der Seele Beben? Wer gibt im Tode Ruh? Heill Christus ist das Leben, führt uns dem Vater zu. Christoph Aschenfeldt 1792—1855 Nun lasset uns den Leib 255 Wittenberg 1544 H-— EE—3 s 2——⁵ Chri sti Blut und Ge-rech-tig-keit, das ist mein E.— 22—5— —‚‚e.— Schmuck und Eh⸗ren⸗kleid, da- mit will ich vor Gott be— .r —..——————— stehn, wenn ich zum Him-mel werd ein-gehn. 2. Und wenn ich durch des Herrn Verdienst würd noch so treu in seinem Dienst, gewönn den Sieg dem Bösen ab und sündigte nicht bis ins Grab: 3. so will ich, wenn ich zu ihm komm, nicht denken mehr an gut und fromm, sondern: da kommt ein Sünder her, der gern fürs Lösgeld selig wär. 4. Solang ich noch hienieden bin, so ist und bleibet das mein Sinn: ich will die Gnad in Jesu Blut bezeugen mit getrostem Mut. 5. Gelobet seist du, Jesu Christ, daß du ein Mensch ge⸗ boren bist und hast für mich und alle Welt bezahlt ein ewig Lösegeld. 6. Du Ehrenkönig Jesu Christ, des Vaters einger Sohn du bist: erbarme dich der ganzen Welt und segne, was sich zu dir hält. Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf 1700—1760 Machs mit mir Gott 256 Johann Hermann Schein 1628 E I SESEEEEEEE Dos ist ein teu⸗er wer⸗tes Wort, ein Wort, sehr daß Je⸗sus ist der Sün⸗der Hort und will die 21¹⁴ — IIN Glaube 257 Hlrmen leh- ten. Das ist ein ten der wer-tes ——————— H —— — E + E+l Wort, daß Je⸗sus ist der Sün⸗der Hort. 2. Er, Jesus, nimmt die Kranken an, er heilet allen Schaden; er ist ein Gast bei jedermann, der ihn zu sich geladen. Das ist ein teuer wertes Wort, daß Jesus ist der Sünder Hort. 3. Er, Jesus, ist ein treuer Hirt, er suchet, was verloren er holt zurücke, was verführt, er ist zum Heil erkoren. Das ist ein teuer wertes Wort, daß Jesus ist der Sünder Hort. 4. Lob sei dir, Jesu, Gottes Sohn, du hast die Schuld ge⸗ tragen, du Osterkamm, du Gnadenthron, du Freistatt, wenn wir zagen. Das ist ein teuer wertes Wort, daß Jesus ist der Sünder Hort. 5. Ach gib mir, daß ich diese Gnad und meine Sünd er⸗ kenne, daß ich, dein Schäflein, früh und spat nach dir vor Liebe brenne und denk an dieses werte Wort, daß Jesus ist der Sünder Hort. Heinrich Georg Neuß 1654—1716 Nun laßt uns Gott 257 Leipzig 1587 SSSSSSSS Der Herr, der al⸗ler En-den re⸗giert mit sei⸗nen 1 1 4 12 H◻+ 1 EEEE Hän⸗den, der Brunn der ew-gen Gü⸗ ter, der ist mein 6— DS —— 1 II. Hirt und Hü⸗ter. 2. Solang ich diesen habe, fehlt mirs an keiner Gabe; der Reichtum seiner Fülle gibt mir die Füll und Hülle. 3. Er lässet mich mit Freuden auf grüner Aue weiden, führt mich zu frischen Quellen, schafft Rat in schweren Fällen. 4. Wenn meine Seele zaget und sich mit Sorgen plaget, weiß er sie zu erquicken, aus aller Not zu rücken. 5. Er lehrt mich tun und lassen führt mich aufrechter Stra en, läßt Furcht und Angst sich stilen um seines Namens willen. 215 258 Glaube 6. Und ob ich gleich vor andern im finstern Tal muß wandern, fürcht ich doch keine Tücke, bin frei von Mißgeschicke. 7. Denn du stehst mir zur Seiten, schützt mich vor bösen Leuten; dein Stab, Herr, und dein Stecken benimmt mir all mein Schrecken. 8. Du setzest mich zu Tische, machst, daß ich mich erfrische, wenn mir mein Feind viel Schmerzen erweckt in meinem Herzen. 9. Du salbst mein Haupt mit Ole, du füllest meine Seele und schenkst mir, wenn ich leide, den vollen Kelch der Freude. 10. Barmherzigkeit und Gutes wird mein Herz guten Mutes, voll Lust, voll Freud und Lachen, solang ich lebe, machen. 11. Ich will dein Diener bleiben und dein Lob herrlich trei⸗ ben im Hause, da du wohnest und Frommsein wohl be— lohnest. 12. Ich will dich hier auf Erden und dort, wo wir dich werden selbst schaun, im Himmel droben hoch rühmen, singen, loben. Paul Gerhardt 16071676 Was Gott tut 258 Weimar 1681 EV 1—— 4—3 e— — + 1— 1 + 2 Diß Je„su, laß ich e ⸗wig nicht, dir du kennst dies Herz, das red-lich spricht: Nur exx orrt pr rii, bleibt mein Wilt er ⸗ ge⸗ ben; Du du al⸗lein, du ei nem will ich le-ben. —— H 1 + ———— 6 ..— * sollst es sein, du sollst mein Trost auf Er-den, mein e, .— 4—1.—.— Glück im Him⸗mel wer⸗den. 2. Dich, Jesu, laß ich ewig nicht, ich halte dich im Glauben. Nichts kann mir meine Zuversicht und deine Gnade rauben; der Glaubensbund hat festen Grund: du lässest dir nicht nehmen, die deiner sich nicht schämen. 3. Dich, Jesu, laß ich ewig nicht. Aus göttlichem Erbarmen Hinost du für Sünder ins Gericht und büßtest für mich Armen. Aus Dankbarkeit will ich allzeit um deines Leidens willen die Pflicht der Treu erfüllen. 216 Glaube 259 4. Dich, Jesu, laß ich ewig nicht. Du stärkest mich von oben; auf dich steht meine Zuversicht, wenn meine Feinde toben. Ich halt an dir, du bleibst bei mir. Wie sehr mich Feinde hassen, du wirst mich nicht verlassen. 5. Dich, Jesu, laß ich ewig nicht, dich, Gottes größte Gabe; ich weiß, daß mir kein Gut gebricht, err, wenn ich dich nur habe. Sucht mich die Welt durch Gut und Geld dir un⸗ getreu zu machen, so will ich sie verlachen. 6. Dich, Jesu, laß ich ewig nicht; nichts soll mich von dir scheiden. Es bleibet jedes Christen Pflicht, mit seinem Herrn zu leiden. Doch all mein Leid währt kurze Zeit; bald ist es überstanden, und Ruh ist dann vorhanden. 7. Dich, Jesu, laß ich ewig nicht; Waut mein Glaube wanken, und wenn des Leibes it ut bricht, sterb ich mit dem Gedanken: Mein Freund ist mein, und ich bin sein; er ist mein Schutz, mein Tröster, und ich bin sein Erlöster. Ehrenfried Liebich 1713—1780 Christus der ist mein Leben 259 Melchior Vulpius 1609 E-* I I— Die Gna⸗de sei mit al⸗len, die Gna⸗de I 1—— w. un⸗sers Herrn, des Herrn, dem wir hier wal⸗len und +— R + I + 1 1 + + 1 + + —— — +—— * sehn sein Kom⸗men gern. 2. Auf dem so schmalen Pfade gelingt uns ja kein Tritt, es gehe seine Gnade denn bis ans Ende mit. 3. Auf Gnade darf man trauen, man traut ihr ohne Reu; und wenn uns je will grauen, so bleibts: Der Herr ist treul 4. Die Gnade, die den Alten ihr Weh half überstehn, wird uns ja auch erhalten, die wir auch darum flehn. 5. Wird stets der Jammer größer, so glaubtund ruft man noch: Du mächtiger Erlöser, du kommst, o komme doch! 6. Damit wir nicht erliegen, muß Gnade mit uns sein; denn sie flößt zu dem Siegen Geduld und Glauben ein. 7. Bald ist es überwunden nur durch des Sohnes Blut, das in den schwersten Stunden die größten Taten tut. 8. Herr, laß es dir gefallen, noch immer rufen wir: Die Gnade sel mit allen, die Gnade sei mit mirl Philipp Friedrich Hiller w1699—1769 21⁷ 260. 261 Glaube Wollt ihr wissen 260 Joh. 535 Reimann 174⁷ +— E! + II — Ei⸗ner nur ist e⸗wig wert, daß ihm Eh⸗re wi⸗der⸗-fährt; ei-⸗ner nur, daß al⸗le Welt be⸗ tend + 2— 1— + 1 I— vor ihm 6555— 1—„sus, der vom Him-mel + l + 1 15 ä‚t......... H!— + — kam, Je⸗sus, der vom Rhenie kam. 2. Einer hat der Menschheit Last in den treuen Arm ge⸗ faßt; einer nahm ins eigne Grab aller Sünder Schuld hinab: Jesus, der am Kreuze starb, Jesus, der am Kreuze starb. 3. Einer hat aus Todesnacht Leben an das Licht gebracht, daß ein Strahl aus jener Welt unsrer Tage Nacht erhellt: Jesus, der vom Tod erstand, Jesus, der vom Tod erstand. 4. Einer hat den Zorn gestillt, dessen Opfer ewig gilt, der den Sündern jeder Frist ein barmherzger Priester ist: Jesus, der gen Himmel fuühr, Jesus, der gen Himmel fuhr. 5. Einer wohnt im Heiligtum und vollendet Gottes Ruhm, sammelt, heiligt und erbaut leinen Tempel, seine Braut: Jesus, dervom Himmel kommt, Jesus, der vom Himmel kommt. Samuel Preiswerk 1799—1871 261 Alte Osterweise, ev. 1524 i + 1— VFH E EE Es ist das Heil uns kom-men her aus Die Werk, die hel⸗fen nim-mer-mehr, sie —— III——.— nad und lau⸗ter Gü ⸗ te. 2 gen nicht be⸗ hü⸗ ten. Der Glaub sieht Je⸗sum Chri⸗stum an, der hat gnug für uns all ge⸗tan, er .— ist der Mitt⸗ler wor ⸗den. 21⁸ — R e eeee Glaube 261 2. Was Gott im Gsetz geboten hat, da man es nicht konnt halten, erhob sich 4 5 und große Not vor Gott so mannig⸗ falten. Vom Fleisch wollt nicht heraus der Geist, vom Gsetz erfordert allermeist; es war mit uns verloren. 3. Es war ein falscher Wahn dabei, Gott hätts darum gegeben, als ob wir möchten selber frei nach seinem Willen leben; so ist es nur ein Spiegel zart, der uns zeigt an die sündge Art, in unserm Fleisch verborgen. 4. Nicht möglich wars, dieselbe Art aus eignen Kräften lassen, wiewohl es oft versuchet ward, doch mehrt sich Sünd ohn Maßen; denn Gleißners Werk Gott hoch verdammt, und je dem Fleisch der Sünde Schand allzeit war angeboren. 5. Doch mußts Gesetz erfüllet sein, sonst waren wir ver⸗ loren; drum schickt Gott seinen Sohn herein, der ward als Mensch geboren. Das ganz Gesetz hat er erfüllt, dadurch des Vaters Zorn gestillt, der über uns ging alle. 6. Und weil es nun erfüllet ist durch den, der es konnt halten, so lerne jetzt ein frommer Christ des Glaubens recht Gestalten. So sprich denn: Lieber Herre mein, dein Tod wird mir das Leben sein, du hast für mich bezahlet. 7. Daran ich keinen Zweifel trag, dein Wort kann nimmer trügen. Du sprichst ja, daß kein Mensch verzag, und wirst fürwahr nicht lügen: er an mich glaubt und wird getauft, dem ist der Himmel schon erkauft, daß er nicht werd verloren. 8. Es ist gerecht vor Gott allein, der diesen Glauben fuich der Glaub gibt von sich hellen Schein, so er die Werk nicht lasset. Der Glaub ist wohl mit Gott daran, und aus der Nächstenlieb sieht man, daß du aus Gott geboren. 9. Die Sünde, durchs Gesetz erkannt, schlägt das Gewissen nieder, das Evangelium kommt zur Hand und stärkt den Sünder wieder; es spricht: Komm nur zum edes Werken du findest doch nicht Rast und Ruh in des Gesetzes Werken. 10. Die Werke kommen sicher her aus einem rechten Glauben; denn das nicht rechter Glaube wär, wolltst ihn der Werk be⸗ rauben; doch macht allein der Glaub gerecht, die Werke sind des Nächsten Knecht, dran wir den Glauben merken. 11. Die Hoffnung harrt der rechten Zeit. Was Gottes Wort usage, wann dies geschehen soll zur Freud, setzt Gott nicht seste Tage; er weiß wohl, wanns am besten ist, und braucht an uns kein arge List, des solln wir ihm vertrauen. 12. Ob sichs anließ, als wollt er nicht, laß dich es nicht erschrecken; denn wo ers fast schon ausgericht't, da will ers nicht entdecken. Sein Wort laß dir gewisser sein; und ob dein Fleisch spräch lauter Nein, so laß dir doch nicht grauen. 13. Sei Lob und Ehr mit hohem Preis um dieser Guttat willen Gott Vater, Sohn und heilgem Geist. Der woll mit Gnad erfüllen, was er in uns begonnen hat zu Ehren seiner Majestät, daß heilig werd sein Name. 219 262. 263 Glaube 14. Sein Reich zukomm; sein Will auf Erd gscheh wie im Himmelsthrone. Das täglich Brot noch heut uns werd. Woll unsre Schuld verschonen, wie unsern Schuldnern wir verzeihn; laß fern von uns Versuchung sein; lös uns vom übel. Amen. Paul Speratus 1484—1551 Wer nur den lieben Gott läßt 262 Georg Neumark 1657 + + 1 + +* V=.—— —........... L 8 ist noch Raum in Je⸗su Wun⸗den für da hab ich mei ne Ruh ge⸗fun⸗den, da I I RE 2.—.— 1— 1———-. Ki IIE mich, der ich ver⸗wun ⸗det bin, sieht mein Geist mit Freu⸗ den hin, da werd ich ar⸗mer Z—I —— +— I Fe.—— 42.— Kran⸗ker heil, da find ich auch das be⸗ste Teil. 2. Es ist noch Raum in deinem Herzen für mein geängstet, traurig Herz; o lindre doch die Seelenschmerzen und zieh mich, zieh mich himmelwärts; in deine Obhut nimm mich ein und laß mich ewig sicher sein. 3. Es ist noch Raum in deinen Armen, du streckest sie ja täglich aus und trägst uns liebreich mit Erbarmen darauf in deines Vaters Haus; ich fall in diese treue Hand; sie trägt gewiß ins Vaterland. 4. Es ist noch Raum in deinem Himmel, ich möchte gerne Frn sein, ich eil aus diesem Weltgetümmel und geh mit reuden da hinein, in das verheißne Kanaan; da treff ich meinen Heiland an. Johann Schlipalius 1719—1761 O daß ich tausend Zungen II 263 Langenöls 1742 +———— H.— Geht hin, ihr gläu⸗bi⸗gen Ge⸗dan⸗ken, ins er⸗hebt euch ü⸗ ber al ⸗le Schran⸗ken der 12.— +2=D— —— 2**——— wei⸗te Feld der E⸗wig⸗keit,. al ⸗ten und der neu⸗en Zeit, er⸗ wägt, daß Gott die — I + + II — Lie⸗be sei, die e⸗wig alt und e⸗wig neu. 220 — —.— Glaube 263 2. Der Grund der Welt war nicht geleget, der Himmel war noch nicht gemacht, so hat Gott schon den Trieb geheget, der mir das Beste zugedacht. Als ich noch nicht geschaffen war, da reicht er mir schon Gnade dar. 3. Sein Ratschluß war, ich sollte leben durch seinen ein⸗ gebornen Sohn; den wollt er mir zum Mittler geben, den macht er mir zum Gnadenthron, in dessen Blute sollt ich rein, geheiliget und selig sein. 4. O Wunderliebe, die mich wählte vor allem Anbeginn der Welt und mich zu ihren Kindern zählte, für welche sie das Reich bestellt. O Vaterhand, o Gnadentrieb, der mich ins Buch des Lebens schrieb! 5. Wie wohl ist mir, wenn mein Gemüte hinauf zu dieser Quelle steigt, von welcher sich ein Strom der Güte zu mir durch alle Zeiten neigt, daß jeder Tag sein Zeugnis gibt: Gott hat mich je und je geliebt. 6. Wer bin ich unter Millionen der Kreaturen seiner Macht, die in der Höh und Tiefe wohnen, daß er mich bis hierher Derrkeine Ich bin ja nur ein dürres Blatt, ein Staub, er keine Stätte hat. 7. Ja freilich bin ich zu geringe der herzlichen Barm⸗ herzigkeit, womit, o Schöpfer aller Dinge, mich deine Liebe stets erfreut. Ich bin, o Vater, selbst nicht mein, dein bin ich, Herr, und bleibe dein. 8. Im sichern Schatten deiner lügel find ich die unge⸗ störte Ruh. Der feste Grund hat dieses Siegel: Wer dein ist, Herr, den kennest du. Laß Erd und Himmel untergehn, dies Wort der Wahrheit bleibet stehn. 9. Wenn in dem Kampfe schwerer Leiden der Seele Mut und Kraft gebricht, so salbest du mein Haupt mit Freuden, so tröstet mich dein Angesicht; da schaf ich deines Geistes Kraft, die in der Schwachheit alles schafft. 10. Die Hoffnung schauet in die Ferne durch alle Schatten diefer Zeit. Der Glaube schwingt sich über Sterne und sieht ins Reich der Ewigkeit; da zeigt mir deine milde Hand mein Erbteil und gelobtes Land. II. Ach, könnt ich dich nur besser ehren, welch edles Lob⸗ lied stimmt ich an! Es sollten Erd und Himmel hören, was du, mein Gott, an mir Daten nichts ist so köstlich, nichts so schön, als, höchster Bater, dich erhöhn. 12. Doch nur Geduld, es kommt die Stunde, da mein durch dich erlöster Geist im höhern Chor mit frohem Munde dich, schönste Liebe, schöner preist; drum eilt mein Herz aus dieser Zeit und sehnt sich nach der Ewigkeit. Johann Gottfried Herrmann 1707—1791 2²¹ 264. 265 Glaube Herzlich tut mich verlangen 264 Weltlich 1601, geistlich 1613 eri ine.=ent v,eenrd i— . + 44 EEEEE ib Frie⸗den, Herr, gib Frie-den, du mil ⸗der Einst bist du ab⸗ge⸗schie-den mit sü⸗ßem EEEEE Lie⸗bes⸗hort! Freu⸗den⸗wort: 4 4 D S.iDiDS.ꝑqꝑ‚ꝑ ꝑ‚I‚I I.......—— ——*—— Se 7 2—.—.— 1—— die Welt nicht gibt, ver hei⸗ hen und be⸗ schie⸗ Ich geb euch mei-nen Frie-den, wie ....—— den dem, der mich glaubt und liebt. 2. Gib Frieden, Herr, gib Frieden! Die Welt will Streit und Krieg, der Stille wird gemieden, der Wilde hat den Sieg, und Unruh herrscht auf Erden und Lug und Trug und List: ach laß es stille werden, du stiller Jesus Christ. 3. Gib Frieden, Herr, gib Frieden, du milder Liebeshort! Dann wirdes schon hienieden ein Paradiesesort, und Sorgen fliehn und Schmerzen aus jeder schweren Brust; in Freu⸗ den glühn die Herzen, in Lieb und Himmelslust. Ernst Moritz Arndt 1769—1860 Es ist gewißlich an der Zeeet 265 Wittenberg 1535 E-E— +—.— H⁰0 im Ge⸗dächt⸗ nis Je ⸗sum Christ, o vom Thron des Him-mels kom-men ist, dein — , t, i,. Mensch, der auf die Er⸗ den 2 Bru⸗ der da zu wer⸗den. Ver⸗giß nicht, daß er —...........—— ———— dir zu⸗gut hat an⸗ge⸗ nom⸗men Fleisch und Blut; dank ihm für die ⸗se Lie ⸗be. 22² — — E ie IIII E II Glaube 266 2. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, der für dich hat be. litten, ja, gar am Kreuz gestorben ist und dadurch hat be⸗ stritten Welt, Sünde, Teufel, Höll und Tod und dich er⸗ löst aus aller Not; dank ihm für diese Liebe. 3. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, der auch am dritten Tage siegreich vom Tod erstanden ist, befreit von Not und Plage; bedenke, daß er Fried Irmachl sein Unschuld Leben wiederbracht; dank ihm für diese Liebe. 4. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, der nach den Leidens⸗ zeiten gen Himmel aufgefahren ist, die Stätt dir zu be⸗ reiten, da du sollst bleiben allezeit und sehen seine Herrlich⸗ keit; dank ihm für diese Liebe. 5. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, der einst wird wieder⸗ kommen und sich, was tot und lebend ist, zu richten vor⸗ genommen. O denke, daß du da bestehst und mit ihm in sein Reich eingehst. ihm ewiglich zu danken. 6. Gib, Jesu, gib, daß ich dich kann mit wahrem Glauben fassen und nie, was du an mir getan, mög aus dem Herzen lassen, daß dessen ich in aller Not mich trösten mög und durch den Tod zu dir ins Leben dringen. Cyriacus Günther 1650—1704 Schmücke dich o liebe Seele 266 Johann Crüger 1649 . E— + 1 +1 + P + 1 + ISSSEEEEE ei⸗ land, dei ⸗ ne Men⸗schen-lie⸗be war die die dein treu⸗ ses Herz be⸗ wo⸗gen, dich in —........... . E 1 ö 20 — Quel⸗le dei⸗ ner Trie⸗be, 0 un»ser Fleisch ge ⸗zo⸗ gen, dich mit Schwach⸗heit b 4 E—— ü⸗ber⸗dek⸗ ket, dich vom Kreuz ins Grab ge⸗strek⸗ ket: o der wun⸗der ⸗ ba⸗ren Trie ⸗ be dei⸗ner 12—— HA IIS treu en Men⸗schen- lie ⸗-bel 2. Aber seine Minde weinen, jedermann mit Hilf erschei⸗ nen, sich der Blinden, Lahmen, Armen mehr als väterlich erbarmen, der Betrübten Klagen hören, sich in andrer Dienst 223 267 Glaube verzehren, sterben für die ärgsten Sünder: das ist Lieb, o Menschenkinder! 3. O du Zuflucht der Elenden, wer hat nicht von deinen Händen Segen, Hilf und Heil genommen, der gebeugt zu dir gekommen? O, wie ist dein Herz gebrochen, wenn dich Kranke angesprochen! O, wie pflegtest du zu eilen, das Ge⸗ betne mitzuteilen! 4. Die Betrübten zu erquicken, zu den Kleinen dich zu bücken, die Unwissenden zu lehren, die Verführten zu be⸗ kehren, Sünder, die sich selbst verstocken, täglich liebreich u dir locken: das war, Jesu, deine Weise, täglich deine Freud und Speise. 5. O, wie hoch stieg dein Erbarmen, da du für die ärmsten Armen dein unschätzbar teures Leben in den ärgsten Tod gegeben, da du in der Sünder Orden aller Schmerzen Ziel geworden und, den Segen zu erwerben, als ein Fluch hast wollen sterben. 6. Herr, laß deine Liebe decken meiner vielen Sünden Flecken. Du hast das Gesetz erfüllet und hast seinen Fluch gestillet: laß mich wider dessen Stürmen deiner Liebe Schild beschirmen. Heilge meines Herzens Triebe, heilge sie durch deine Liebe. Johann Jakob Rambach 1693—1735 Wenn wir in höchsten Nöten 267 Lyon 154/ E——1—=—.—— ISS Herr Je ⸗su Christ, dein teu⸗res Blut ist meiner 1— .————— Seesle höch⸗stes Gut. Das stärkt, das labt, das macht al⸗ 46— II , el 1 + I— I — lein mein Herz von al⸗len Sün⸗den rein. 2. Dein Blut, mein Schmuck, mein Ehrenkleid, dein Unschuld und Gerechtigkeit macht, daß ich kann vor Gott bestehn und zu der Himmelsfreud eingehn. 3. O Jesu Christe, Gottes Sohn, mein Trost, mein Heil und Gnadenthron, dein teures Blut, dein Lebenssaft gibt mir stets neue Lebenskraft. 4. Herr Jesu, in der letzten Not, wenn mi schreckt Teufel, Höll und Tod, so laß ja dies mein Labsal sein: dein Blut macht mich von Sünden rein! Jahann Olearius 1611—1684 22⁴ — UHS Slaube 268. 269 Valet will ich dir geben 268 Leipzig 1615 SISISISISISISIIIIIII.I IV. 2..—— + 1 + + 1 + ch bin bei Gott in Gna⸗den durch Chri ⸗sti was kann mir nun noch scha⸗den? Was acht ich S3S.SS.I...I. IIII..I I 1... + I I 1— Bal 2t Ist er auf mei⸗ner Sei⸗ten, gleich I + I— f +. 1 I —..—— x, rr E 2— + wie er wahr⸗lich ist, laß im⸗mer mich be⸗strei⸗ten + + auch al⸗le Höl⸗len ⸗Ast. 2. Was wird mich können scheiden von Gottes Lieb und Treu? Verfolgung, Armut, Leiden und Trübsal mancherlei? Laß Schwert und Blöße walten, man mag in tausend Pein mich für verloren halten: der Sieg bleibt dennoch mein. 3. Ich kann um dessen willen, der mich geliebet hat, genug den Unmut stillen und fassen Trost und Rat; denn das ist mein Vertrauen, der Hoffnung bin ich voll, die weder Angst noch Grauen mir ewig rauben soll: 4. daß weder Tod noch Leben und keiner Engel Macht, wie hoch sie möchte schweben, kein Fürstentum kein Pracht, nichts dessen, was zugegen, nichts, was die Zukunft hegt, nichts, was da hochgelegen, nichts, was die Tiefe trägt, 5. noch sonst, was je erschaffen, von Gottes Liebe mich soll scheiden oder raffen; denn diese gründet sich auf Jesu Tod und Sterben, ihn fleh ich gläubig an, der mich, sein Kind und Erben, nicht lassen will noch kann. Simon Dach 1605—1659 O daß ich tausend Zungen 1 269 Frankfurt a. M. 1738 2 J ha⸗be nun den Grund ge⸗fun⸗den, der mei⸗nen Wo + an⸗ders als in Je-⸗ su Wun⸗den, da lag er ——— 4 E DBEIEIEII An⸗ker e⸗wig hält. be⸗ li vor der Zeit der Welt,. 1 I 1 I + +— 2 + I steht, wenn Erd und Him-mel un⸗ter⸗geht. Schlesisches Provinzial⸗Gesangbuch 15 22⁵ am Glaube 2. Es ist das ewige Erbarmen, das alles Denken übersteigt; es sind die offnen Liebesarme des, der sich zu dem Sünder neigt, dem allemal das Herze bricht, wir kommen oder kommen nicht. 3. Wir sollen nicht verloren werden, Gott will, uns soll geholfen sein: deswegen kam der Sohn auf Erden und nahm hernach den Himmel ein; deswegen klopft er für und für so stark an unsers Herzens Tür. 4. O Abgrund, welcher alle Sünden durch Christi Tod verschlungen hatl Das heißt die Wunde recht verbinden, da findet kein Verdammen statt, weil Christi Blut beständig schreit: Barmherzigkeit, Barmherzigkeit! 5. Darein will ich mich gläubig senken, dem will ich mich getrost vertraun, und wenn mich meine Sünden kränken, nur bald nach Gottes Herzen schaun; da findet sich zu aller Zeit unendliche Barmherzigkeit. 6. Wird alles andre weggerissen, was Seel und Leib erquicken kann, darf ich von keinem Troste wissen und scheine völlig ausgetan, ist die Errettung noch so weit, mir bleibet die Barmherzigkeit. 7. Beginnt das Irdische zu drücken, ja, häuft sich Kummer und Verdruß, daß ich mich noch in vielen Stücken mit eitlen Dingen mühen muß, werd ich dadurch oft sehr zer⸗ streut, so hoff ich auf Barmherzigkeit. 8. Muß ich an meinen besten Werken, darinnen ich ge⸗ wandelt bin, viel Unvollkommenheit bemerken. so fällt wohl alles Rühmen hin, doch ist auch dieser Trost bereit: ich hoffe auf Barmherzigkeit. 9. Es gehe mir nach dessen Willen, bei dem so viel Er⸗ barmen ist: er wolle selbst mein Herze stillen, damit es das nur nicht vergißt, so stehet es in Lieb und Leid in, durch und auf Barmherzigkeit. 10. Bei diesem Grunde will ich bleiben, solange mich die Erde trägt; das will ich denken, tun und treiben, solange sich ein Glied bewegt; so sing ich einstens höchst erfreut: O Abgrund der Barmherzigkeit! Johann Andreas Rothe 1688—1758 270 Wittenberg 1535 .— E 1 1 .'—.— ch ruf zu dir, Herr Je ⸗su Christ, ich bitt, er⸗ ver⸗leih mir Gnad zu die ser Frist, laß mich nicht SS...———.—. hör mein Kla⸗gen. Oen rech⸗ten Glau⸗ben, Herr, ich gar ver⸗ za ⸗gen. 226 F2 Glaube 271 —— 4.— I —.—— 6 — E ++ mein, den wol⸗lest du mir ge⸗ben, dir zu le⸗ben, dem T —. Näch⸗sten nütz zu sein, dein Wort zu hal⸗ten e⸗ben! 2. Ich bitt noch mehr, o Herre Gott, du kannst es mir wohl geben, daß ich nicht wieder werd zu Spott, die Hoff⸗ nung gib daneben, zumal wenn ich muß hie davon, daß ich dir mög vertrauen und nicht bauen auf all mein eigen Tun: sonst wirds mich ewig reuen. 3. Verleih, daß ich aus Herzensgrund mein'n Feinden mög vergeben; verzeih mir auch zu dieser Stund, schaff mir ein neues Leben. Dein Wort mein Speis laß allweg sein. damit mein Seel zu nähren, mich zu wehren, wenn Unglück schlägt herein, das mich bald möcht verzehren. 4. Laß mich kein Lust noch Furcht von dir in dieser Welt abwenden; beständig sein ans End gib mir: du hasts allein in Händen, und wem dus gibst, der hats umsonst; es mag niemand erwerben noch ererben durch Werke deine Gunst, die uns errett vom Sterben. 5. Ich lieg im Streit und widerstreb: hilf, o Herr Christ, dem Schwachen! Von deiner Gnad allein ich leb, du kannst mich stärker machen. Kommt nun Anfechtung und Gefahr, wollst du mich nicht verlassen, fest mich fasien, behuten immerdar, ich weiß, du wirsts nicht lassen. Johannes Agrikola 1494 1566 O Jesu Christ meins Lebens 27¹ Leipzig 1625 ———.—— N+— .— +—1 1— +— Ich weiß noch kei⸗nen bes⸗sern Herrn: was mir ge⸗ ——. E. EEEEE fällt, das tut er gern. Doch weiß ich kei⸗nen schlim⸗mern —— +————— IIII Knecht: ich mach ihm kei⸗ ne Sa⸗che recht. 227 Glaube 2. Gottlob, daß mir mein Herr vergibt und mich aus freier Gnade liebt! Gottlob, daß er mich dulden kann! Gottlob; er nimmt die Sünder an! 3. Drum bleib ich schon bei diesem Herrn, und das von ganzem Herzen gern. Bei diesem Wort in seinem Blut hats meine Seele ewig gut. Ernst Gottlieb Woltersdorf 1725—1761 O daß ich tausend Zungen 1 272 Frankfurt a. M. 1738 41—— —————— 1—— E—.——— ů 2.———..— JÍ weiß von kei⸗ nem an⸗ dern Grun-de, als ich weiß von kei⸗ nem an-dern Bun ⸗de, von SDSSSSSI den der Glaub in Chri⸗sto hat; keisnem an⸗dern Weg und Rat, aun daßmane en 1— 1— 1I + + I + I 2.—.—.—.——— arm und bloß sich legt in sei- nes Hei⸗-lands Schoß. 2. Ich bin zu meinem Heiland kommen und eil ihm immer besser zu: ich bin auch von ihm aufgenommen und find in seinen Wunden Ruh; er ist mein Schatz, mein Erb und Teil, und außer ihm weiß ich kein Heil. 3. Ich bleib in Christo nun erfunden und bin in ihm Lerecht und rein; bleib ich mit ihm nur stets verbunden, so kann ich immer sicher sein, Gott siehet mich in Christo an, daher mich nichts verdammen kann. 4. Ich fühle zwar in mir noch Sünde, allein die schadet mir nicht mehr, dieweil ich mich in Christo finde, wohl aber beuget sie mich sehr. Ich halte nichts gering und klein, sonst dringt ein sichres Wesen ein. 5. Ich kämpfe gegen mein Verderben, doch gläubig und in Christi Macht; der alte Mensch muß täglich sterben, der noch nicht ganz ans Kreuz gebracht; jedoch dies macht mich arm und klein und lehrt nach Christo ernstlich schrein. 6. Ich suche stets vor ihm zu stehen und seh in allem ihn nur an, nach seinem Wink einherzugehen, daß nichts das Ziel verrücken kann; ich seufze stets: Herr, steh mir bei, daß ich dein rechter Jünger sei. 7. O Jesu, laß mich in dir bleiben und nie von deiner Seite gehn, laß mich den Geist des Glaubens treiben und 2² Glaube 273 fest in deinem Frieden stehn, stets wachsam, still und niedrig sein, so reißet nichts den Grund mir ein. Karl Heinrich von Bogatzkey 1690—1774 Valet will ich dir geben 273 Leipzig 1615 E— I ————— ů ch weiß, wor⸗an ich glau⸗be, ich weiß, was wenn al ⸗les hier im Stau⸗be wie Sand und Auub ver⸗ weht; ich weiß, was e⸗ wig blei⸗bet, wo — .....———. 1 7 al ⸗les wankt und fällt, wo Wahn die Wei ⸗sen 1 3 + 6 .. + I + + + L 1 1 + — 1 + 2— + + 1 ——— .8 trei⸗bet und Trug die Klu⸗gen hält. 2. Ich weiß, was ewig dauert, ich weiß, was nimmer läßt, mit Diamanten mauert mirs Gott im Wat 6 fest. Ja, recht mit Edelsteinen von allerbester Art hat Gott der Herr den Seinen des Herzens Burg bewahrt. 3. Ich kenne wohl die Steine, die stolze Herzenswehr, sie funkeln ja mit Scheine wie Sterne schön und hehr: die Steine sind die Worte, die Worte hell und rein, wodurch die schwächsten Orte gar feste können sein. 4. Auch kenn ich wohl den Meister, der mir die Feste baut, er heißt der Fürst der Geister, auf den der Himmel schaut, vor dem die Seraphinen anbetend niederknien, um den die Engel dienen; ich weiß und kenne ihn. 5. Das ist das Licht der Höhe, das ist der Jesus Christ, der Fels, auf dem ich stehe, der diamanten ist, der nimmer⸗ mehr kann wanken, der Heiland und der Hort, die Leuchte der Gedanken, die leuchtet hier und dort. 6. Drum weiß ich, was ich glaube, ich weiß, was fest be⸗ steht und in dem Erdenstaube nicht mit als Staub ver⸗ weht; ich weiß, was in dem Grauen des Todes ewig bleibt und jelbst auf Erdenauen des Himmels Blumen treibt. Ernst Moritz Arndt 1769—1860 2²9 r.—. 274. 27⁵ Glaube 27⁴4 Johann Crüger 1653 EEEAE—..— EEE—— * .„su, meine Freu-de, mei- nes Her--zens ach, wie lang, wie lan ⸗ge ist dem Her-zen 5 I + + — I + + 1 * + + I +——— 1 L l 1 I—. Vei- de, Je⸗su, mei⸗ ne Zier, ban ⸗ge und ver⸗langt nach— dir. Got⸗tes E PSI... SIII....... E— Lamm, mein Bräu⸗ti⸗ gam, au⸗ßer dir soll mir auf + 1 1 —HMHD 1I! + + + ä Er⸗den nichts sonst lie- ber wer-⸗ den. 2. Unter deinem Schirmen bin ich vor den Stürmen aller Feinde frei. Laß von Ungewittern rings die Welt erzittern: mir steht Jesus bei. Obs mit Macht gleich blitzt und kracht, ob gleich Sünd und Hölle schrecken, Fesus will mich decken. 3. Satan mag mir nahen, mich der Tod umfahen: Trotz der Furcht dazu) Tobe, Welt, und springe, ich steh hier und singe in gar sichrer Ruh. Gottes Macht hält mich in acht; Erd und Abgrund muß sich scheuen, ob sie noch so dräuen. 4. Weg mit allen Schätzen! Du bist mein Ergötzen, Jesu meine Lust. Weg, ihr eitlen Ehren! Ich mag euch nicht hören, bleibt mir unbewußt“ Elend, Not, Kreuz, Schmach und Tod soll mich, ob ich viel muß leiden, nicht von Jesu scheiden. 5. Gute Nacht, o Wesen, das die Welt erlesen, mir ge⸗ fällst du nicht! Gute Nacht, ihr Sünden, bleibet weit da⸗ hinten, kommt nicht mehr ans Licht; gute Nacht, du Stolz und Pracht, dir sei ganz, du Sündenleben, gute Nacht gegeben. 6. Weicht, ihr Trauergeister, denn mein Freudenmeister, Jesus, tritt herein. Denen, die Gott lieben, muß auch ihr etrüben lauter Freude sein. Duld ich schon hier Spott und Hohn, dennoch bleibst du auch im Leide, Jesu, meine Freude. Johann Franck 1618-167⁷ Alles ist an Gottes Segen 7⁵5 Frankfurt a. M. 1738 + 1 + II + + —..—..—.. 13———— Je⸗sus Chri-stus herrscht als Kö⸗nig, al⸗les 230 ! E je⸗de Zun⸗ge soll be⸗ken⸗nen, Je-⸗ sus sei der Herr⸗zu 1——— H N II I + + 4 + 1 N nen⸗nen, dem man Eh⸗re ge-ben muß. 2. Fürstentümer und Gewalten, Mächte, die die Thron⸗ wacht halten, geben ihm die Herrlichkeit; alle Herrschaft dort im Himmel, hier im irdischen Getümmel ist zu seinem Dienst bereit. 3. Gott ist Herr, der Herr ist einer. und demselben gleichet keiner; einzig ist der Sohn ihm gleich. Dessen Stuhl ist unumstößlich, dessen Leben mnauflöslich, dessen Reich ein ewig Reich. 4. Gleicher Macht und gleicher Ehren sitzt er unter lichten Chören über allen Cherubim. An der Welt und Himmel Enden hat er alles in den Händen; denn der Vater gab es ihm. 5. Nur in ihm, o Wundergaben, können wir Erlösung haben, die Erlösung durch sein Blut. Hörts: Das Leben ist erschienen, und ein ewiges Versühnen kommt in Jesu uns zugut. 6. Gebt, ihr Sünder, ihm die Herzen, ue ihr Kranken, ihm die Schmerzen, sagt. ihr Armen, ihm die ot! Wunden müssen Wunden heilen, Balsam weiß er auszuteilen, Reich⸗ tum schenkt er nach dem Tod. 7. Zwar auch Kreuz drückt Christi Glieder hier auf kurze Zeit danieder, und das Leiden geht zuvor. Nur Geduld: es folgen Freuden; nichts kann sie von Jesu scheiden, und ihr Haupt zieht sie empor. 8. Ihnen steht ein Himmel offen, welcher über alles Hoffen, über alles Wünschen ist; die gereinigte Gemeine weiß, daß“⸗ eine Zeit erscheine, da sie ihren König grüßt. 9. Jauchzt ihm, Menge heilger Knechte, rühmt vollendete Gerechte und du Schar, die Palmen trägt, ihr Blutzeugen mit der Krone und du Chor vor seinem Throne, der die Gottesharfen schlägt! 10. Ich auch auf den tiefsten Stufen ich will glauben, reden, rufen, ob ich schon noch Pilgrim bin: Jesus'Christus herrscht als König, alles sei ihm untertänig, ehret, liebet, lobet ihn! Philipp Friedrich Hiller 1699—1769 231 276. 277 Glaube Komm o komm 276 Meiningen 1693 1— 2 20 Arn 9— e ⸗ sus, Je⸗sus, nichts als Je⸗ sus soll mein Jetz-und mach ich' ein Ver⸗bünd⸗ nis daß ich ——— ꝑP‚ꝑ‚P‚PꝑD/́'t‚Ü᷑⸗.:..... II — 7671 wil 935 Henr ius Wlt Denn mein Herz, mit H 2—— NH— .— 1—.... ihm er⸗ füllt, ru⸗fet nur: Herr, wie du willt! 2. Einer ist es, dem ich lebe, den ich liebe früh und spat: Jesus ist es, dem ich gebe, was er mir gegeben hat. Ich din in dein Blut verhüllt, führe mich, Herr, wie du willtl 3. Scheinet was, es sei mein Glücke, und ist doch zuwider dir, ach, 2 nimm es bald zurücke, Jesu, gib, was nützet mik: gib dich mir, Herr Fesu, mild; nimm mich dir, Herr, wie du willtl 4. Und vollbringe deinen Willen in mir und durch mich, mein Gott! Deinen Willen laß erfüllen mich im Leben, Freud und Not, sterben als dein Ebenbild, Herr, wann, wo und wie du willtl 5. Sei auch, Jesu stets gepriesen, 12 7 du dich und viel dazu hast ascheutt und mir erwiesen, daß ich fröhlich sage wie du willtl Ludämilie Gräfin von Schwarzburg⸗Rudolstadt 1640—1672 nun: Es geschehe mir, mein Schild, wie du willt, Herr, Jesus meine Zuversicht 1 27⁷ Berlin 1653 EV I 45½ II.— 2„sus nimmt die Sün⸗der an! Sa⸗ get wel⸗che von der rech⸗ten Bahn auf ver⸗ K— . doch dies Trost-wort al⸗ len, kehr ten Weg ver⸗fal⸗ len. Hier ist, was sie EIHN 2 .. 2—1— öD. ret⸗ten kann: Je„sus nimmt die Sün ⸗der an. 232 n ——— Glaube 2. Keiner Gnade sind wir wert; doch er hat in seinem Worte eidlich sich dazu erklärt. Sehet nur, die Gnaden⸗ pforte ist hier völlig aufgetan: Jesus nimmt die Sünder an. 3. Wenn ein Schaf verloren ist, suchet es ein treuer Hirte; Jesus, der uns nie vergißt, suchet treulich das Verirrte, daß es nicht verderben kann: Jesus nimmt die Sünder an. 4. Kommet alle, kommet her, kommet ihr betrübten Sünder: Jesus rufet euch, und er macht aus Sündern Gottes Kinder. Glaubets doch und denket dran: Jesus nimmt die Sünder an. 5. Ich Betrübter komme hier und bekenne meine Sünden; laß, mein Heiland, mich bei dir Gnade und Vergebung finden, daß dies Wort mich trösten kann: Jesus nimmt die Sünder an. 6. Ich bin ganz getrosten Muts; ob die Sünden blutrot wären, müssen sie kraft deines Bluts dennoch sich in Schnee⸗ weiß kehren, da ich gläubig sprechen kann: Jesus nimmt die Sünder an. 7. Mein Gewissen quält mich nicht, das Gesetz darf nicht verklagen. Der mich frei und ledig spricht, hat für mich die Schuld getragen, daß mich nichts verdammen kann: Jesus nimmt die Sünder an. 8. Jesus nimmt die Sünder an, mich hat er auch ange⸗ nommen und den Himmel aufgetan, daß ich selig zu ihm kommen und auf den Trost sterben kann: Jesus nimmt die Sünder an. Erdmann Neumeister 1671—1756 278 Nürnberg 1581 In dich hab ich ge⸗ hof⸗fet, Herr! hilf, daß ich ——— EEEEEEIII.. nicht zu schan⸗den werd noch e-wig⸗lich zu Spot⸗te. Das E— 1——— bitt ich dich, er-hal⸗te mich in dir, dem treu⸗en Got⸗te! 2. Dein gnädig Ohr neig her zu mir, erhör mein Bitt; tu dich herfür, eil bald, mich zu erretten, in Angst und Weh ich lieg und steh, hilf mir in meinen Nöten. 3. Mein Gott und Schirmer, steh mir bei, sei mir ein Burg, darin ich frei und ritterlich mög streiten, ob mich gar sehr der Feinde Heer anficht auf beiden Seiten. 4. Du bist mein Stärk, mein Fels, mein Hort, mein Schild, mein Kraft— sagt mir dein Wort— mein Hilf, mein Heil, mein Leben, mein starker Gott in aller Not: wer mag mir widerstreben? Schlesisches Provinzial⸗Gesangbuch 16 233 279 Glaube ö ö 5. Mir hat die Welt oft zugericht't mit Lügen und durch falsch Gedicht viel Netz und heimlich Stricke. Herr, nimm ö mein wahr in der Gefahr, behüt vor falscher Tücke! 6. Herr, meinen Geist befehl ich dir: mein Gott, mein Gott, * weich nicht von mir, nimm mich in deine Händel O wahrer ö Gott, aus aller Not hilf mir am letzten Ende! 0 7. Lob, Preis und Ehr und Herrlichkeit sei Vater, Sohn * und Geist bereit, Lob seinem heilgen Namen! Die göttlich 4* Kraft mach uns sieghaft durch Jesum Christum. Amen. Adam Reußner 1471—1563 Valet will ich dir geben 279 Leipzig 1615 * J‚ Gott für mich, so tre⸗te gleich al⸗les wi⸗der so oft ich ruf und be⸗te, weicht al⸗les hin⸗ter —— BI 7 I 2 ———.— 2 ——.—— Dνινν IDDI + 1 EITE — liebt bei Gott, was kann mir tun der Fein · de und I I Wi⸗der⸗sa⸗cher Rött? 2. Nun weiß und glaub ich feste, ich rühms auch ohne Scheu, daß Gott, der Höchst und Beste, mein Freund und Vater sei, und daß in allen Fällen er mir zur Rechten steh und dämpfe Sturm und Wellen und was mir bringet Weh. 3. Der Grund, da ich mich gründe, ist Christus und sein Blut; das machet, daß ich finde das ewge, wahre Gut. An mir und meinem Leben ist nichts auf dieser Erd; was Christus mir gegeben, das ist der Liebe wert. 4. Mein Jesus ist mein Ehre, mein Glanz und schönes Licht; wenn der nicht in mir wäre, so dürft und könnt ich nicht vor Gottes Augen stehen und vor dem Sternensitz, ö ich müßte stracks vergehen wie Wachs in Feuers Hitz. 5. Der, der hat ausgelöschet, was mit sich führt den Tod, der ists, ber mich rein wäschet, macht schneeweiß, was ist rot. kein Gerichte scheuen, wie sonst ein Sünder tut. 6. Nichts, nichts kann mich verdammen, und nichts nimmt mir mein Herz; die Höll und ihre Flammen, die sind mir I nur ein Scherz. Kein Urteil mich erschrecket, kein Unheil I mich betrübt, weil mich mit Flügeln decket mein Heiland, der mich liebt. 23⁴ In ihm kann ich mich freuen, hab einen Heldenmut, darf e hne Glaube 7. Sein Geist wohnt mir im Herzen, regiert mir meinen Sinn, vertreibet Sorg und Schmerzen, nimmt allen Kum⸗ mer hin, gibt Segen und Gedeihen dem, was er in mir schafft, hilft mir das Abba schreien aus aller meiner Kraft. 8. Und wenn an meinem Orte sich Furcht und Schrecken findt, so seufzt und spricht er Worte, die unaussprechlich sind mir zwar und meinem Munde, Gott aber wohl be⸗ wußt, der an des Herzens Grunde ersiehet seine Lust. 9. Sein Geist spricht meinem Geiste manch süßes Trost⸗ wort zu, wie Gott dem Hilfe leiste, der bei ihm suchet Ruh, und wie er 1 erbauet ein edle, neue Stadt, da Aug und Herze schauet, was es geglaubet hat. 10. Da ist mein Teil und Erbe mir prächtig zugericht't; wenn ich gleich fall und sterbe, fällt doch mein Himmel nicht. Muß ich auch gleich hier feuchten mit Tränen meine Zeit, mein Jesus und sein Leuchten durchsüßet alles Leid. 11. Die Welt, die mag zerbrechen, du stehst mir ewiglich. Kein Brennen, Hauen, Stechen soll scheiden dich und mich, kein Horn de und kein Dürsten, kein Armut, keine Pein, kein Zorn der großen Fürsten soll mir ein Hindrung sein. 12. Kein Engel, keine Freuden, kein Thron, kein Herrlich⸗ keit, kein Lieben und kein Leiden, kein Angst und Fährlich⸗ keit, was man nur kann erdenken, es sei klein oder groß, der keines soll mich lenken aus deinem Arm und Schoß. 13. Mein Herze geht in Sprüngen und kann nicht traurig sein, ist voller Freud und Singen, sieht lauter Sonnenschein. Die Sonne, die mir lachet, ist mein Herr Fesus Christ; das, was mich singen machet, ist, was im Himmel ist. Paul Gerhardt 1607—1676 280 Halle 1714 + 14———— Mein Frie⸗de⸗fürst, dein freund⸗li⸗ches Re⸗gie⸗ren IJ +— L + + I EE. stillt al⸗les Weh, das mei⸗nen Geist be⸗schwert. Wenn sich zu Fo—— dir mein blö⸗des Her⸗ze kehrt, so läßt sich bald dein Frie⸗dens⸗ — + H*— IZ.— + 1 + geist ver⸗spü⸗ren: dein Gna⸗den⸗blick zer⸗schmel⸗zet mei⸗ nen ......—— I H ———. Sinn und nimmt die Furcht und Un⸗ruh von mir hin. 235⁵5 281 Slaube 2. Gewiß. mein Freund gibt solche edle Gaben, die alle Welt mir nicht verschaffen kann. Schau an die Welt, schau ihren Reichtum an; er kann ja nicht die müden Seelen laben: mein Jesus kanns; er tuts im überfluß, wenn alle Welt zurückestehen muß. 3. O süßer Freund, wie wohl ist dem Gemüte, das im Gesetz sich so ermüdet hat und nun zu dir, dem Lebensquell, sich naht und schmeckt in dir die wundersame Güte, die alle Angst, die alle Not verschlingt und unsern Geist zu sanf⸗ ter Ruhe bringt. 4. Gewiß, mein Freund, wenn deiner Liebe Zeichen sieg⸗ reich durch meines Herzens Dunkel bricht, so kann in mir entstehn ein reines Licht, durch das ich kann das Vaterherz erreichen, in dem man nichts als nur Vergebung spürt, da eine Gnadenflut die andre rührt. 5. Je mehr das Herz sich zu dem Vater kehret, je mehr bt, daß es dabei der Eitelkeit es Kraft und Seligkeit genie vergißt, die sonst den Geist gedämpfet und beschweret; je mehr das Herz des Vaters Liebe schmeckt, je mehr wird es zur Heiligkeit erweckt. 6. Wenn sich in dir des Herren Klarheit spiegelt, die Freundlichkeit aus seinem Angesicht, so fängt das Leben an, aus Nacht wird Licht. Die Heimlichkeit der Weisheit wird entsiegelt, ja selbst dein Herz in Gottes Bild verklärt und alle Kraft der Sünden abgekehrt! 7. Was dem Gesetz unmöglich war zu geben, das bringt alsdann die Gnade selbst herfür: sie wirket Lust zur Heiligkeit in dir und ändert nach und nach dein ganzes Leben, in⸗ dem sie dich aus Kraft in Kräfte führt und mit Geduld und Langmut dich regiert. 8. Es müsse doch mein Herz auf Christum schauen; besuche mich, mein Aufgang aus der Höh, daß ich das Licht in deinem Lichte seh und könne schlechterdinzs der Gnade trauen! Kein Fehler sei so groß und schwer in mir, der mich von solchem Blick der Liebe führ. 9. So ruh ich nun, mein Heil, in deinen Armen, du denne sollst mir mein ewger Friede sein; ich hülle mich in deine Gnade ein, mein Element ist einzig dein Erbarmen; und weil du mir mein ein und alles bist, so ists genug, wenn dich mein Geist genießt. Christian Friedrich Richter 1676—1711 281 F. H. Christian Meyer 1740 ö E◻-— 4—.— — + I + ein Hei⸗ land nimmt die Sün⸗der an, die kein Mensch, kein En⸗gel trö⸗-sten kann, die 236 un⸗ ter ih ⸗-rer Last der Sün⸗den ů nir⸗gends Ruh und Ret⸗tung fin ⸗den; den n selbst die ——F 4— I wei⸗te Welt zu klein, die sich und Gott ein Greu⸗ el — 1 E + +—— sein, den'n das Ge⸗-setz den Stab ge⸗bro⸗chen, die J—— 7 E— .—— 2 4W 3 SEEE— der Ver⸗damm-⸗nis zu⸗ge⸗spro⸗chen, wird die⸗se Frei⸗statt .....— auf⸗ge⸗tan: mein Hei⸗land nimmt die Sün⸗der an. 2. Sein mehr als mütterliches Herz trieb ihn von seinem Thron auf Erden; ihn drang der Sünder Weh und Schmerz, an ihrer Statt ein Fluch zu werden; er senkte— in ihre Not und schmeckte den verdienten Tod. Nun da er denn sein eigen Leben zur teuren Zahlung Ammtdie und sei⸗ nem Vater gnug getan, so heißts: Er nimmt die Sünder an! 3. So bringt er sie dem Vater hin in seinen treuen Hirten⸗ armen; das neiget dann den Vatersinn G lauter ewigem Erbarmen; er nimmt sie an an Kindes Statt, ja, alles, was er ist und hat, wird ihnen eigen übergeben, und selbst die Tür tand ewgen Leben wird ihnen fröhlich aufgetan: mein Heiland nimmt die Sünder an! 4. O, solltest du sein Herze sehn, wie sichs nach armen Sündern sehnet, sowohl wenn sie noch irre gehn, als wenn ihr Auge vor ihm tränet! Er streckt die Hand nach Zöllnern aus, er eilt in des Zachäus Haus, der reuevollen Magda⸗ lenen stillt er so mild die heißen Tränen und denkt nicht, was sie sonst getan: mein Heiland nimmt die Sünder an 5. Wie freundlich blickt er Petrum an, ob er gleich noch so tief gefallen! Nun, dies hat er nicht nur getan, da er auf Erden mußte wallen: nein, er ist immerdar sich gleich, gerecht, an Tun und Gnade reich, und wie er unter Schmach und Leiden, so ist er auf dem Thron der Freuden den Sün⸗ dern liebreich zugetan: mein Heiland nimmt die Sünder an! 6. Komm nur mühselig und gebückt, komm nur so gut du weißt zu kommen: wenn gleich die Last dich niederdrückt, du wirst gebeugt auch angenommen. Sieh, wie sein Herz dir offen steht, und wie er dir entgegen geht! Wie lang 237 282 Glaube at er mit vielem Flehen sich brünstig nach dir umgesehen! o komm denn, armes Kind, heran: mein Heiland nimmt die Sünder an! 7. Sprich nicht: Ich sündigte zu schwer, ich bin bei Gott nicht mehr in Gnaden, für mich ist keine Rettung mehr, er hat mich oft umsonst geladen. Wofern dus nur jetzt redlich meinst und deinen Fall mit Ernst beweinst, so soll ihm nichts die Hände binden, und du sollst jetzt noch Gnade finden; er hilft, wenn sonst nichts helfen kann: mein Heiland nimmt die Sünder an! 8. Doch sprich auch nicht: Es ist noch Zeit, ich muß erst diese Lust genießen; Gott wird ja eben nicht gleich heut die offne Gnadenpforte schließen. ein, weil er ruft, so höre du und greif mit beiden Händen zu! Wer seiner Seelen Heil verträumet, der hat die Gnadenzeit versäumet, ihm wird hernach nicht aufgetan: heut komm, heut nimmt bich Jesus an! 9. Ja, zieh uns selber recht zu dir, holdselig süßer Freund der Sünder! Erfüll mit sehnender Begier auch uns und alle Adamskinder; hen uns bei unserm Seelenschmerz dein woilaß und Liebesherz, und wenn wir unser Elend sehen, so laß uns ja nicht stille stehen, bis daß ein jeder sagen kann: Gottlob, auch mich nimmt Jesus an! Leopold Franz Friedrich Lehr 1709—1744 282 Halle 17⁰⁴ [ 1 + +I IB 4 ein Je⸗su, dem die Se⸗ra⸗ phi⸗nen im selbst mit be⸗deck-tem Ant⸗litz die- nen, wenn 1—. + Glanz der höch⸗sten Ma⸗je⸗stät ů dein Be⸗fehl an sie er He, wie soll⸗ten blö⸗de 55)⸗&ar, areertn desrererreere. ——.—.. Flei⸗sches au⸗gen, die der ver⸗haß⸗ten Sün⸗den Nacht 10. I +— + 1 + I 1 I 1 7 I mit ih-rem Schat-ten trüb ge⸗ macht, dein hel⸗les I I 4 + 6 Licht zu schau⸗en tau⸗ gen? 238 Glaube 283 2. Doch gönne meinen Glaubensblicken den Eingang in dein Heiligtum und laß mich deine Gnad erquicken zu meinem Heil und deinem Ruhm. Reich deinen Zepter meiner Seele, die sich in Demut vor dir neigt und dir als deine Braut sich zeigt, sprich: Ja, du bists, die ich erwähle. 3. Ich fall in deine Gnadenhände und bitte mit dem Glaubensgruß: Gerechter König, wende, wende die Gnade zu der Herzensbuß. Ich bin gerecht durch deine Wunden, so ist nichts Sträfliches an mir; bin aber ich versöhnt mit dir, so bleib ich auch mit dir verbunden. 4. Reich mir die Waffen aus der Höhe und— mich durch deine Macht, daß ich im Glauben sieg und stehe, wenn Stärk und List der Feinde wacht: so wird dein Gnadenreich auf Erden, das uns zu deiner Ehre führt und endlich gar mit Kronen ziert, auch in mir ausgebreitet werden. 5. Ja, ja, mein Herz will dich umfassen: erwähl es, Herr, zu deinem Thron; hast du aus Lieb ehmals verlassen des Himmels Pracht und deine Kron, so würdge auch mein Herz, o Leben, und laß es deinen Himmel sein, bis du, wenn dieser Bau fällt ein, mich wirst in deinen Himmel heben. 6. Ich steig hinauf zu dir im Glauben, steig du in Lieb herab zu mir; laß mir nichts diese fürc rauben, erfülle mich nur ganz mit dir. Ich will dich fürchten, lieben, ehren solang in mir das Herz sich regt, und wenn es einmal nicht mehr schlägt, so soll doch noch die Liebe währen. Wolfgang Christoph Deßler 1660—1722 1 283 Johann Ulich 1674 —— EH SSII.I.I. EE Mernen Fursun mz ic ziget Men en ah, sir so er ⸗for⸗dert mei⸗ne Pflicht, un ver=rückt für +L N 1 EI— ———4——— 121 Ihn an Le ben; er ist meines Le. bens Licht * ............ mei⸗nen Je⸗sum laß ich nicht. 2. Jesum laß ich nimmer nicht, weil ich soll auf Erden leben; ihm hab ich voll Zuversicht, was ich bin und hab, ergeben; alles ist auf ihn gericht't: meinen Jesum laß ichnicht. 3. Laß vergehen das Gesicht, ören Schmecken, Fühlen weichen; laß das letzte Tageslich mich auf dieser Welt 239 ꝗSꝗSꝗSꝗSꝗSꝗSꝗS‚..‚.‚— zz;zwzääairie—— 284 Glaube erreichen; wenn der Lebensfaden bricht: meinen Jesum laß ich nicht. 4. Ich werd ihn auch lassen nicht, wenn ich nun dahin gelanget, wo vor seinem Angesicht meiner Väter Glaube ich nicht Mich erfreut sein Angesicht: meinen Jesum laß ich nicht. 5. Nicht nach Welt, nach Himmel nicht meine Seele seufzt und sehnet; Jesum wünscht sie und sein Licht, der mich hat mit Gott versöhnet, der mich frei macht vom Gericht: meinen Jesum laß ich nicht. 6. Jesum laß ich nicht von mir, geh ihm ewig an der Seiten; Christus läßt mich für und für zu den Lebens⸗ bächen leiten. Selig, wer mit mir so spricht: Meinen Jesum laß ich nicht! Christian Keimann 1607—1662 O daß ich tausend Zungen II 284 Langenöls 1742 E————— an fervxb S E 1 ir ist Er⸗bar⸗mung wi⸗der⸗fah⸗ren, Er⸗ das zähl ich zu dem Wun⸗der⸗ba⸗ ren, mein bar⸗mung, de⸗ren ich nicht wert; 01 stol ⸗zes Herz hats nie be'⸗gehrt; nun weiß ich das und TI +4 SI— N E E ee r bin er⸗freut und rüh⸗me die Barm⸗her⸗zig⸗keit. 2. Ich hatte nichts als Zorn verdienet und soll bei Gott in Gnaden sein; Gott hat mich mit ihm selbst versühnet, macht durch das Blut des Sohns mich rein. Wo kam dies her? warum geschichts? Erbarmung ists und weiter nichts. 3. Das muß ich dir, mein Gott, bekennen, das rühm ich, wenn ein Mensch mich fragt; ich kann es nur Erbarmung nennen, 11. mein ganzes Herz gesagt; ich beuge mich und bin erfreut und rühme die Barmherzigkeit. 4. Dies laß ich kein Geschöpf mir rauben, dies soll mein einzig Rühmen sein; auf dies Erbarmen will ich glauben, ur dieses bet ich auch allein, auf dieses duld ich in der Not, auf dieses hoff ich noch im Tod. 5. Gott, der du reich bist an Erbarmen, nimm dein Er⸗ barmen nicht von mir und führe durch den Tod mich Armen durch meines Heilands Tod zu dir: da bin ich ewig recht erfreut und rühme die Barmherzigkeit. Philipp Friedrich Hiller 1699—1769 2⁴⁰ 2 285 Wittenberg 1524 .— E—— — . un freut euch, lie-ben Chri-sten, gmein und S........ EASSSSISSEE laßt uns fröh⸗lich sprin⸗gen, Lust und Lie⸗ be sin⸗ Heh was Gott an uns ge⸗ I———— f———. wen⸗det hat und sei-ne sü⸗ße Wun⸗der⸗tat; gar teur haͤt ers er ⸗ wor⸗ben. 2. Dem Teufel ich gefangen lag, im Tod war ich verloren, mein Sünd mich quälte Nacht und Tag, darin ich war ge⸗ boren; ich fiel auch immer tiefer drein, es war kein Guts am Leben mein, die Sünd hat mich besessen. 3. Mein guten Werk, die galten nicht, es war mit ihn'n verdorben, der frei Will haßte Gotts Gericht, er war zum Gutn erstorben; die Angst mich zu verzweifeln trieb, daß nichts denn Sterben bei mir blieb, zur Hölle mußt ich sinken. 4. Da jammert Gott in Ewigkeit mein Elend über Maßen, er dacht an sein dnd Baterhert er wollt mir helfen lassen; er wandt zu mir das Vaterherz, es war bei ihm fürwahr kein Scherz, er ließ's sein Bestes kosten. 5. Er— zu seinem lieben Sohn:„Zeit ist es zum Erbarmen; fahr hin, meins Herzens werte Kron, und sei das Heil dem Armen und hilf ihm aus der Sündennot, er⸗ würg für ihn den bittern Tod und laß ihn mit dir leben.“ 6. Der Sohn dem Vater ghorsam ward, er kam zu mir auf Erden von einer Jungfrau, rein und zart, er sollt mein Bruder werden; Ges heimlich führt er sein Gewalt, er ging in meiner arm'n Gestalt, den Teufel wollt er fangen. 7. Er sprach zu mir:„Halt dich an mich, es soll dir jetzt elingen; ich geb mich selber ganz für dich, da will ich für dich ringen. Denn ich bin dein, und du bist mein, und wo ich bleib, da sollst du sein; uns soll der Feind nicht scheiden. 8.„Vergießen wird er mir mein Blut, dazu mein Leben rauben; das leid ich alles dir zugut, das halt mit festem Glauben. Den Tod verschlingt das Leben mein, mein Unschuld trägt die Sünde dein, da bist du selig worden. 24¹ schweben ist wahre 286 Glaube 9.„Gen Himmel zu dem Vater mein fahr ich von diesem Leben, da will ich sein der Meister dein; den Geist will ich dir geben, der dich in Trübnis trösten soll und lehren mich erkennen wohl und in der Wahrheit leiten. 10.„Was— getan hab und gelehrt, das sollst du tun und lehren, amit das Reich Gotts werd gemehrt zu Lob und seinen Ehren, und hüt dich vor der Menschen Satz, davon verdirbt der edle Schatz; das laß ich dir zur Letze.“ Martin Luther 1483—1546 Valet will ich dir geben 286 Leipzig 1615 é SS.......I.. EIEEE ͤ SS... — Schab ü⸗ber al ⸗le Schät⸗ze, o Je⸗su, lieb⸗ster an dem ich mich er- göt-ze, hier hab ich ei⸗ nen ͤärrr..... .——.— + II VPaß in mei⸗nem treu⸗en Her⸗zen dir, Schönkster, ———..—.——— ———.— D= zu ge⸗ teilt, weil du mit dei- nen Schmer⸗-zen mir + + 4 P— 22..—.= mei⸗nen Schmerz ge- heilt. 2. Ach Freude meiner Freuden, du wahres Himmelsbrot, damit ich mich kann weiden, das meine Seelennot gan kräftiglich kann stillen und in der Leidenszeit erfreuli mich erfüllen mit Trost und Süßigkeit: 3. laß, Jesu, mich erblicken dein freundlich Angesicht, mein Herze zu erquicken; komm, komm, mein Freudenlicht! Denn ohne dich zu leben lauter Herzeleid; vor deinen Augen eligkeit. 4. O reicher Quell des Lebens, o Jesu, süße Ruh, dich such ich nie vergebens, schickt Gott ein Kreuz mir zu. Ich wills geduldig leiden, und soll mich keine Pein von deiner Liebe scheiden noch mir beschwerlich sein. 5. Mein Herze bleibt ergeben, dir immer für und für zu sterben und zu leben, und will vielmehr mit dir des Kreuzes Schmach erleiden, als, Heiland, ohne dich genießen höchste Freuden friedlos und jämmerlich. 6. O Herrlichkeit der Erden, dich mag und will ich nichtl Mein Geist will himmlisch werden und ist dahin gericht't, 242² Glaube 287 wo Jesus wird geschauet; da sehn ich mich hinein, wo Jesus Hütten bauet; denn dort ist gut zu sein. 7. Nun, Jesu, mein Verlangen, komm hole mich zu dir, daß ich dich mög umfangen, du meiner Seelen Zier, und setze mich aus Gnaden in deine Freudenstadt; so kann mir niemand schaden, so bin ich reich und satt. Salomo Liscov 1640—1689 287 Darmstadt 1698 2— + —9** + R. j—4 4 +* V++ +◻᷑᷑ * — L N EIIE— E=—. ha-be Dank für dei⸗ne Lie⸗be, die mich zieht aus rei⸗nem 12— H— IIII— E Trie⸗be von der Sün⸗-den Schlamm, Je⸗su, Got⸗tes⸗lamm. 2. Deine Liebesglut stärket Mut und Blut; wenn du freundlich mich anblickest und an deine Brust mich drückest, macht mich wohlgemut deiner Liebe Glut. 3. Wahrer Mensch und Gott, Trost in Not und Tod, du bist darum Mensch geboren, 958 ersetzen, was verloren, durch dein Blut so rot, wahrer Mensch und Gott! 4. Meines Glaubens Licht laß verlöschen nicht; salbe mich mit Freudenöle, daß hinfort in meiner Seele ja ver⸗ lösche nicht meines Glaubens Licht. 5. So werd ich in dir bleiben für und für; deine Liebe will ich ehren und in dir dein Lob vermehren, weil ich für und für bleiben werd in dir. 6. Held aus Davids Stamm, deine Liebesflamm mich ernähre und verwehre, daß die Welt mich nicht versehre,‚ ob sie mir gleich gænam, Held aus Davids Stamm. 7. Großer Friedefürst, wie hast du gedürst't nach der Menschen Heil und Leben und dich in den Tod gegeben, da du riefst: Mich dürst't! großer Friedefürst. 8. Deinen Frieden gib aus so großer Lieb uns, den Deinen, die dich kennen und nach dir sich Christen nennen; denen du bist lieb, deinen Frieden gib. 9. Nun ergreif ich dich, du mein ganzes Ich; ich will nimmermehr dich lassen, sondern 10 ig dich umfassen, weil im Glauben ich nun ergreife dich. 2⁴3 288 Glaube 10. Hier durch Spott und Hohn, dort die Ehrenkron; hier im Hoffen und im Glauben dort im Haben und im Schauen; denn die Ehrenkron folgt auf Spott und Hohn. 11. Jesu, hilf, daß ich allhier ritterlich alles durch dich überwinde und in deinem Sieg empfinde, wie so ritterlich du gekämpft für mich. 12. Du mein Preis und Ruhm, werte Saronsblum, in mir soll nun nichts erschallen, als was dir nur kann gefallen, werte Saronsblum, du mein Preis und Ruhm. Adam Drese 1620—1701 Es ist das Heil uns kommen 288 Alte Osterweise, ev. 1524 ** 2.——— 1—— ᷓ P‚‚.———.... — — Such. wer da will, ein an⸗der Ziel, die Se⸗lig⸗ mein Herz al⸗lein be⸗dacht soll sein, auf Chri⸗stum ——— EAHA—— 1—5 DI— keit zu fin⸗den, sich zu grün⸗ den. Sein Wort ist wahr, sein Werk ist ————————————.—— klar, sein heil⸗ger Mund hat Kraft und Grund, all Feind zu I +— ZIp — 34— ü⸗ber ⸗ win ⸗den. 2. Such, wer da will, Nothelfer viel, die uns doch nichts erworben; hier ist der Mann, der helfen kann., bei dem nie was verdorben. Uns wird das Heil durch ihn zuteil; uns macht gerecht der treue Knecht, der für uns ist gestorben. 3. Ach sucht doch den, laßt alles stehn, die ihr das Heil begehret; er ist der Herr und keiner mehr, der euch das Heil gewähret. Sucht ihn all Stund von Herzensgrund, sucht ihn allein, denn wohl wird sein dem, der ihn herzlich ehret. 4. Meins Herzens Kron, mein Freudensonn sollst du, Herr Jesu, bleiben; laß mich doch nicht von deinem Licht durch itelkeit vertreiben. Bleib du mein Preis, dein Wort mich stets bleib du mein Ehr, dein Wort mich lehr, an dich tets fest zu gläuben. 5. Wend von mir nicht dein Angesicht, laß mich im Kreu nicht zagen;„weich nicht von mir, mein Frend Zier, Hin mir mein Leiden tragen. Hilf mir zur Freud nach diesem Leid, hilf, daß ich mag nach dieser Klag dort ewig dir Lob sagen. Georg Weißel 1590—1635 24⁴ Glaube 289 Die Tugend wird durchs Kreuz 289 Halle 1704 —. W' wär ich oh⸗ ne dich ge⸗we⸗sen? Was Zu Furcht und Ang-sten aus⸗er⸗le⸗sen stünd ä I ich in wei⸗ter Welt al-leinl ——— 7 +— was ich lieb⸗ te; die Zu⸗kunft wär ein dunk⸗ler * ö 2— würd ich oh ne dich, Herr, sein? Nichts wüßt ich si⸗cher, . 75 —————— Schiund, und wenn mein Herz sich tief be⸗trüb ⸗te, —— +—— N —. wem tät ich mei⸗ ne Sor⸗ge kund? —— 2. Einsam verzehrt von Lieb und Sehnen, erschien' mir Wudenvaurd Tag. Ich folgte nur mit heißen Tränen dem wilden Lauf des Lebens nach; ich fände Unruh im Getümmel und hoffnungslosen Gram zu Haus; wer hielte ohne Freund im Himmel, wer hielte da auf Erden aus? 3. Hat Christus sich mir kund gegeben, und bin ich seiner erst gewiß, wie schnell verzehrt ein lichtes Leben die boden⸗ lose Finsternis! Für alle seine tausend Gaben bleib ich sein demutvolles Kind, gewiß, ihn unter uns zu haben, wenn zwei auch nur versammelt sind. 4. O geht hinaus auf allen Wegen und holt die Irrenden herein; streckt jedem eure Hand entgegen und ladet froh sie zu uns ein! Der Himmel ist bei uns auf Erden, im Glauben schauen wir ihn an; die eines Glaubens mit uns werden, auch denen ist er aufgetan. 5. Das Herz, des Lebens reiche Quelle, ein böses Wesen wohnte drin, und wards in unserm Geiste helle, so war nur Unruh der Gewinn. Ein eisern Band hielt an der Erde die bebenden Gefangnen fest; Furcht vor des Todes Richter⸗ schwerte verschlang der Hoffnung Überrest. 6, Da kam ein Heiland, ein Befreier, ein Menschensohn voll Lieb und Macht, und hat ein allbelebend Feuer in unserm Innern angefacht. Nun sahn wir erst den Himmel offen als unser altes Vaterland, wir konnten glauben nun und hoffen und fühlten uns mit Gott verwandt. 2⁴⁵ 290. 291 Glaube 7. Noch steht in wunderbarem Glanze der heilige Geliebte hier; gerührt von seinem Dornenkranze und seiner Treue weinen wir. Ein jeder Mensch ist uns willkommen, der seine Hand mit uns 5 und, in sein Herz mit aufgenommen, zur Frucht des Paradieses reift. Friedrich von Harbenberg Novalis) 1772—1801 Ringe recht 290 Herrnhuter Mel., gedr. 174⁵ Wenn doch al⸗le See⸗len wüß⸗ten, Je⸗su, daß du freund-lich bist und der Zu⸗stand wah⸗rer Chri⸗sten un⸗aus ⸗sprech⸗lich se⸗lig ist; 2. ach, wie würden sie mit Freuden aus der Welt Ge⸗ meinschaft gehn und bei deinem Blut und Leiden fest und unbeweglich stehn! Ernst Gottlieb Woltersdorf 1725—1761 Seelenbräutigam 291 Darmstadt 1698 Wer ist wohl wie du, Je⸗su, sü⸗ße Ruh! Un⸗ter N N —— HE——2——— —.—..— DPDSSEEEEEEE * vie⸗len aus⸗er⸗ko⸗ ren, Le⸗ben de⸗rer, die ver⸗lo⸗ren, —. X I—— und ihr Licht da ⸗ zu, Je⸗su, sü⸗ße Ruh. 2. Leben, das den Tod, mich aus aller Not zu erlösen, hat geschmecket, meine Schulden zugedecket und mich aus der Not hat geführt zu Gott. 3. Glanz der Herrlichkeit, du bist vor der Zeit zum Er⸗ löser uns geschenke. und in unser Fleisch versenket in der Füll der Zeit, Glanz der Herrlichkeit. 4. Großer Siegesheld, Tod, Sünd, Höll und Welt hast du mächtig überwunden und ein ewig Heil erfunden durch das Lösegeld deines Bluts, o Held. 246 Glaube 292 5. Höchste Majestät, König und Prophet, deinen Zepter will ich küssen, ich will sitzen dir zu Füßen, wie Maria tät, höchste Majestät. 6. Laß mich deinen Ruhm als dein Eigentum durch des Geistes Licht erkennen, stets in deiner Liebe brennen als dein Eigentum, allerschönster Ruhm. 7. Deiner Sanftmut Schild, deiner Demut Bild mir anlege, in mich präge, daß kein Zorn noch Stolz sich rege: vor dir sonst nichts gilt als dein eigen Bild. 8. Steure meinen Sinn, der zur Welt will hin, daß ich nicht mög von dir wanken, sondern bleiben in den Schranken; sei du mein Gewinn, gib mir deinen Sinn. 9. Wecke mich recht auf, daß ich meinen Lauf unverrückt u dir fortsetze und mich nicht in seinem Netze Satan halte auf: fördre meinen Lauf. 10. Deines Geistes Trieb in die Seele gib, daß ich wachen mög und beten, freudig vor dein Antlitz treten; ungefärbte Lieb in die Seele gib. 11. Wenn der Wellen Macht in der trüben Nacht will des Herzens Schifflein decken, wollst du deine Hand aus⸗ strecken; habe auf mich acht, Hüter in der Nacht. 12. Einen Heldenmut, der da Gut und Blut gern um deinetwillen lasse und des Fleisches Lüste hasse, gib mir, höchstes Gut, durch dein teures Blut. 13. Solls zum Sterben gehn, wollst du bei mir stehn, mich durchs Todestal begleiten und zur Herrlichkeit bereiten, daß ich einst mag sehn mich zur Rechten stehn. Johann Anastasius Freylinghausen 1670—1739 292 Langenöls 1742 —n—— 2 ũ3%J ö—— ie herr-lich ists, ein Schäf⸗lein Chri ⸗sti kein höh⸗rer Stand ist auf der gan ⸗zen —— + I ö—— I 2— + 2 wer⸗den und in der Hut des treu⸗sten Hir⸗ten stehn; Er⸗-den, als un⸗ver⸗rückt dem Lam⸗me nach⸗zu⸗gehn. — 12— H 2— EE Was al ⸗le Welt nicht ge-ben kann, das trifft solch .——— —. +7 EI 2— Schäf⸗lein stets bei sei⸗ nem Hir⸗ten an. 2⁴⁷ 293 Glaube 2. Hier findet es die angenehmsten Auen, hier wird ihm stets ein frischer Ouell entdeckt; kein Auge kann die Gaben über⸗ schauen, die es allhier in reicher Menge schmeckt. Hier wird ein Leben mitgeteilt, das voll Vergnügen ist und nie vorübereilt. 3. Wie läßt Eche da so froh und ruhig sterben, wenn hier das Schaf im Schoß des Hirten liegt! Es darf sich nicht vor Höll und Tod entfärben, sein treuer Hirt hat Höll und Tod besiegt. Büßt Raud der Leib das Leben ein, so wird die Seele doch kein Raub des Todes sein. 4. Das Schäflein bleibt in seines Hirten Händen, wenn⸗ gleich vor Zorn der finstre Abgrund schnaubt; es wird es ihm ein wilder Wolf entwenden, weil der allmächtig ist, an den es glaubt. Es kommt nicht um in Ewigkeit und wird im Todestal von Furcht und Fall befreit. 5. Wer leben will und gute Tage sehen, der mache Wide dieses Hirten Stab; hier wird sein Fuß auf süßer Weide gehen, da ihm die Welt vorhin nur Treber gab. Hier wird nichts Gutes je vermißt, dieweil der Hirt ein Herr der Schätze Gottes ist. 6. Doch ist dies nur der Vorschmack größrer Freuden, es folget noch die lange Ewigkeit, da wird das Lamm die Seinen herrlich weiden, wo der kristallne Strom das Wasser beut. Da siehet man erst klar und frei, wie schön und auserwählt ein Schäflein Christi sei. Johann Jatob Rambach 1693—1735 293 Frankfurt a. M. 1599 FH + 1 N— 14 ,,———.— VV* 1 2——1 1— + 1 — ie schön leuch tet der Mor-⸗-gen=stern, Du Da- vids Sohn aus Ja- kobs Stamm, VV—— EIANR E—— f E— 25— voll Gnad und Wahr⸗heit von dem Herrn, aus Ju ⸗»da mein Kö- nig und mein Bräu⸗ti⸗gam, du hast mein — ISIIIII ++ SDDi‚DiR—-.. auf⸗ ge⸗ ⸗GJenl 33 2 5 5 Innraneden, lieb⸗lich, freund⸗lich, schön und präch-tig, — —4—.—. +—1— —D— E+ + EEE—.——4 groß und mäch⸗tig, reich an Ga⸗ben, ü⸗ber al⸗les hoch er⸗ha⸗ben. 2. Du meine Perl, du werte Kron, Sohn Gottes und Marias Sohn, ein hochgeborner König, du bist des Herzens schönste Blum, dein süßes Evangelium ist lauter Milch und Honig. Herr, dich preif ich, osianna, himmlisch Manna, das wir essen, deiner kann ich nicht vergessen. 2⁴⁸ R I SE 7 S. S. S. * 4 2—. AII —— . E —. 2 Glaube 294 3. Gieß sehr tief in mein Herz hinein, du Gottesglanz und Edelstein, die Flamme deiner Liebe. Erfreu mich, daß ein Glied ich bleib an deinem auserwählten Leib in frischem Lebenstriebe. Nach dir wallt mir, ewge Güte, mein Ge⸗ müte, bis es findet dich, des Liebe mich entzündet. 4. Von Gott kommt mir ein Freudenlicht, wenn du mit deinem Angesicht mich freundlich tust anblicken. O Jesu, du mein trautes Gut, dein Wort, dein Geist, dein Leib und Blut mich innerlich erquicken. Nimm mich freundlich in die Arme, daß ich warme werd von Gnaden; auf dein Wort komm ich geladen. 5. Gott Vater, du mein starker Held, du hast mich ewig vor der Welt in deinem Sohn geliebet. Dein Sohn hat mich ihm selbst vertraut; auf ihn mein Herz mit Freuden schaut, daß nun mich nichts betrübet. Preis dir, Heil mir! Himmlisch Leben wird er geben mir dort oben; ewig soll mein Herz ihn loben. 6. Die Saiten stimmt zu hellem Klang und laßt den süßen Lobgesang ganz freudenreich erschallen, daß ich mit Jesu mög allein, der mir soll ein und alles sein, in steter Liebe wallen. Singet, springet, jubilieret, triumphieret, dankt dem Herren, ihm, dem Könige der Ehren! 7. Wie bin ich doch so herzlich froh, daß mein Schatz ist das A und O, der Anfang und das Ende. Er wird mich auch zu seinem Preis aufnehmen in das Paradeis, des klopf ich in die Hände. Amen, Amen. Komm du schöne Freuden⸗ krone! Bleib nicht lange! Deiner wart ich mit Verlangen. Philipp Nicolat 1556—1608 29⁴4 Halle 1704 25 ie wohl ist mir, o Freund der See⸗len, wenn ich in Ich stei⸗ge aus den Schwer-muts⸗höh⸗len und ei⸗ le SSSSEEEEEEEE dei⸗ner Lie-be ruh! ů 212 deinen Ar⸗men zu. Da muß die Nacht des Trau⸗erns schei ——2———ß;.——— r.i. ů0ᷣ— 4—.—.—.—.—...T—— den, wenn mit der Fül⸗le sel⸗ger Freu⸗den die Lie⸗be strahlt aus —— + + + + V + DSDSDSESEE dei⸗ner Brust. Hier ist mein Himmel schon auf Er⸗den: wer wollete —— 2.— EN EAI ER nicht ver⸗gnü⸗get wer⸗den, der in dir su⸗chet Ruh und Lust! 249 29⁵5 Glaube 2. Die Welt mag meine Feindin heißen— es sei also! Ich trau ihr nicht, wenn sie mir gleich will Lieb erweisen 220 einem freundlichen Gesicht. In dir vergnügt sich meine Seele, du bist mein Freund, den ich erwähle, du bleibst mein Freund, wenn Freundschaft weicht. Der Welt Haß kann mich doch nicht fällen, weil in den stärksten Unglückswellen mir deine Treu den Anker reicht. 3. Will des Gesetzes Last mich drücken, blitzt auf mich seines Fluches Weh, droht Straf und Hölle meinen Blicken, so schau ich 90 fh in die Höh und flieh zu dir und deinen Wunden, da hab ich schon den Ort gefunden, wo mich kein Fluchstrahl treffen kann. Tritt alles wider mich zusam⸗ men, du bist mein Heil, wer will verdammen? Die Liebe nimmt sich meiner an. 4. auf du mich in die Kreuzeswüste, ich folg und lehne mich auf dich; und wenn nach Trost ich dürsten müßte, du labest aus dem Felsen mich. Ich traue deinen Wunder— wegen, sie enden sich in Lieb und Segen, genug, wenn ich dich bei mir hab. Ich weiß, wen du willst herrlich zieren und über Sonn und Sterne führen, den führest du zuvor hinab. 5. Der Tod mag andern düster scheinen, mir nicht, weil Seele, Herz und Mut in dir, der du den ae keinen, o allerliebstes Leben, ruht. Wen kann des Weges End er⸗ schrecken, wenn, droht auch Mord aus dichten Hecken, er doch gelangt zur Sicherheit? Mein Licht, so will auch ich mit Freuden aus dieser finstern Wildnis scheiden zu deiner Ruh der Ewigkeit. 6. Wie ist mir dann, o Freund der Seelen, so wohl, wenn ich mich lehn auf dich! Nich kann Welt, Not und Tod nicht quälen, weil du, mnein Gott, vergnügest mich. Laß solche Ruh in dem Gemüte nach deiner unumschränkten Güte des Himmels süßen Vorschmack sein. Weg, Welt, mit allen Schmeicheleien! Nichts kann als Jesus mich erfreuen. O reicher Trost, mein Freund ist mein. Wolfgang Christoph Deßler 1660—1722 Sollt ich meinem Gott 295 Johann Schop 1641 NAE NEWIWRT———.—..—.—.. 2.—1 +— + E I I + + 1 2 o ist gött ⸗li⸗ ches Er⸗bar⸗ men, das die Lie⸗be, die mit off- nen Ar men Reu⸗i⸗ Sün⸗der nicht ver⸗schmäht ö 2 ö gen ent⸗ge⸗ gen⸗geht? Wo wird al⸗le Schuld ver 2⁵⁰ solcher 4. 2 Nichts gereizt das C Fröhli solcher aufget genief Glaube 295 + EI 4 IIE ͤ———4 DSDSDSDSSDSSSS. ge⸗ben, al⸗le Mis⸗se⸗tat be⸗deckt, und, wenn Tod und — 1 2 + EIL u — 4— öꝑPꝑ‚SꝗS‚i‚i‚.ii‚ii‚i‚i‚ i‚i‚iei= Höl⸗le schreckt, Se⸗Ig⸗keit ge⸗ schenkt und Le⸗ben? Fase se — 2 E 2 I — EE Mut! in Je⸗su Christ sol ⸗cher Gna⸗den Fül ⸗le ist. 2. Wo wird Balsam für die Wunden, wo wird Lindrung für den Schmerz, wo wird Rat und Trost gefunden für ein rat⸗ und trostlos Herz? Wo erquickt man müde Seelen, richtet die Gefallnen in, stärkt zu unverdroßnem Lauf, läßt des rechten Wegs nicht fehlen? Sei getrost! in Fesu Christ solcher Gnaden Fülle ist. 3. Wer gibt Leben, das genüget? Wer gibt Freud in Traurigkeit und mit allem, was Gott füget, völlige Zu; friedenheit? Wer gibt kindliches Vertrauen, legt uns in des Vaters Schoß, macht uns eitler Sorgen los, läßt uns Gottes Wunder schauen? Freue dich! dein Jesus Christ solcher Gnaden Geber ist. 4. Wer gibt Sinn der Kinder Gottes: Demut, die ihr Nichts erwägt, Sanftmut, die den Pfeil des Spottes un⸗ I zur Seite legt, Liebe, die kein Opfer scheuet, der das Geben Seligkeit, die, zu allem Dienst bereit, mit den Fröhlichen sich freuet? anke Gott! dein Jesus Christ solcher Gnaden Geber ist. 5. Wer macht zum Gewinn das Sterben, läßt den Tod uns nimmer sehn und uns ewge Güter erben, wenn wir bloß von hinnen gehn? Wer läßt einmal noch auf Erden für die Saat, die da gesät, daß sie herrlich aufersteht, Frühlin durch sein Wort es werden? Lob und sing! dein Jesus Christ solcher Gnaden Geber ist. 6. O du einer, der du allen alles gibst und alles bist, weil nach Gottes Wohlgefallen alle Fülle in dir ist: alle hast du eingeladen, alle sollen zu dir nahn, allen hast du aufgetan solche Fülle deiner Gnuaden. Selig, wer es recht genießt, was du gibst, und was du bist! Philipp Spitta 1801—1859 296 XNV IX — 3 —— 3. Heiligung é O daß ich tausend Zungen II 296 Langenöls 1742 xDD EEE Ac sagt mir nicht von Gold und Schät⸗zen, von Es kann mich ja kein Ding er⸗göt-zen, was —.—, 2— I—— ———— IE Pracht und Schön-heit die⸗ser Welt!— mir die Welt vor Au⸗gen stellt. Ein jer der lie · be, ———————————T was er will; ich lie be Je-sum, der mein Ziel. 2. Er ist alleine meine Freude, mein Gold, mein Schaß, mein schönstes Bild, an dem ich meine Augen weide und finde, was mein Herze stillt. Ein jeder liebe, was er will; ich liebe Jesum, der mein Ziel. 3. Die Welt vergeht mit ihren Lüsten, des Leibes Schönheit dauert nicht; die Zeit kann alles das verwüsten, was Mens enhände zugericht't. Ein jeder liebe, was er will; ich liebe Jesum, der mein Ziel. 4. Sein Schloß kann keine Macht zerstören, sein Reich vergeht nicht mit der Zeit, sein Thron bleibt stets in gleichen Ehren von nun an bis in Ewigkeit. Ein jeder liebe, wal er will; ich liebe Jesum, der mein Ziel. 25²2 Mensf — hän 2. fröhl Herre 3. gleich und 4. bang uns Ziel. Schatz. und will, önheit was will; Reich leichen e, was Heiligung 297 5. Sein Reichtum läßt sich nicht ergründen, sein aller⸗ schönstes Angesicht und was von Schmuck um ihn zu finden, perbleichet und veraltet nicht. Ein jeder liebe, was er will; ich liebe Jesum, der mein Ziel. 6. Er kann mich über alls erheben und seiner Klarheit machen gleich; er kann mir so viel Schätze geben, daß ich werd unerschöpflich reich. Ein jeder liebe, was er will; ich liebe Jesum, der mein Ziel. 7. Und ob ichs zwar noch muß entbehren, solang ich wandre in der Zeit, so wird er mirs doch wohl gewähren im Reiche seiner Herrlichkeit. Drum tu ich billig, was ich will: ich liebe Jesum, der mein Ziel. Johann Scheffler 1624—1677 Nun danket all und bringet 1 297 Stuttgart 1710 ——————.———— DDee—..-...= Am En⸗de ists doch gar nicht schwer, ein sel-ger ———— 4— 1— Mensch zu sein: man gibt sich ganz dem Her-ren her und I 1 N Sl hängt an ihm al ⸗lein. 2. Man ist nicht Herr, man ist nicht Knecht, man ist ein fröhlich Kind und wird stets selger, wie man recht den Herren lieb gewinnt. 3. Man wirkt in stiller Tätigkeit und handelt ungesucht, gleich wie ein Baum zu seiner Zeit von selbst bringt Blüt und Frucht. 4. Man sieht nicht seine Arbeit an als Müh, vor der uns bangt; der Herr hat stets in uns getan, was er von uns verlangt. 5. Man fügt sich freudig immerfort in alles, was er fügt, ist alle Zeit, an jedem Ort, wo man ihn hat, vergnügt. 6. So selig ist ein gläubger Christ, so reich und sorgenleer, und wenn man so nicht selig ist, so wird mans nimmer⸗ mehr. Philipp Spitta 1801—1859 253 298. 299 Heiligung 6646 mit mir Gott 298 Johann Hermann Schein 163 E——————. Ac, Chri⸗sten⸗mensch, auf, auf zum Streit, auf, In die⸗ser W in die⸗ser Zeit ist Poun 15 u⸗ bwe„win⸗——— kei⸗ ne Ruh zu fin-den. Wer nicht will strei-ten, ——— —42— e, dntrreir n. trägt die Kron des ew-gen Le-bens nicht da-von. 2. Der Teufel kommt mit seiner List, die Welt mit ihrem Prangen, das Fleisch mit Wollust, wo du bist, zu fälln dich und zu fangen. Streitst du nicht wie ein tapfrer Held, so bist du hin und schon gefällt. 3. Gedenke, daß du 0 der Fahn des Feldherrn hast Rebren gedenke, daß du als ein Mann zum Streit ist auserkoren; ja denke, daß ohn Streit und Sieg nie teiner zum Triumph aufstieg. 4. Wer überwindt, soll ewig nicht aus Gottes Tempel ehen, soll drinnen wie ein helles Licht und güldne Säule stehen Der Name Gottes, unsers Herrn, soll leuchten von ihm weit und fern. 5. So streit denn wohl, streit keck und kühn, daß du mögst überwinden; streng an die Kräfte, Mut und Sinn, daß du dies Gut mögst finden. Wer nicht will streiten“ um die Kron, bleibt ewiglich in Spott und Hohn. Johann Scheffler 1624—1677 Meine Hoffnung stehet feste 299 Bremen 1680 E E—.... Auf ihr Chri⸗sten, Chri⸗sti Glie⸗der, die ihr 2————8 auf, er-mannt euch wie⸗ der, eh i ihr ⁊.— 1— noch hangt an dem Häupt, wer⸗det hin⸗-ge-raubt! Sa⸗tan beut an den Streit ———.— ..— Chri⸗sto und der Chri⸗sten-heit. 254 IEI Heiligung 300 —— 2. Nur auf Christi Blut gewaget mit Gebet und Wachsamkeit! in 160 Dieses machet unverzaget und recht tapfre Kriegesleut. .— Christi Blut gibt uns Mut wider aller Feinde Wut. —— 3. Christi Heeres Kreuzesfahne, so mit seinem Blut besprengt, 90 schon auf dem Siegesplane uns zum Troste ausgehängt. ist Wer hier kriegt, nie erliegt, sondern unterm Kreuze siegt. — 4. Diesen Sieg hat auch empfunden vieler ch des starker —Mut, da sie haben überwunden fröhlich durch des Lammes +* Blut. Sollten wir denn allhier nicht auch streiten mit Begier? ten 5. Drum auf! Laßt uns überwinden in dem Blute Jesu Christ alle Feinde, Welt und Sünden; sein Wort uns ein Zeugnis ist, das uns deckt und erweckt und nach Gottes Liebe schmeckt. 6. Unser Leben sei verborgen mit Christo in Gott allein, auf daß wir an jenem Morgen mit ihm offenbar auch sein, ihrem da das Leid dieser Zeit werden wird zu lauter Freud; fälln 7. da Gott seinen treuen Knechten eben wird den Gnaden⸗ Held, lohn und die Hütten der Gerechten Rmmen an den Sieges⸗ ton; da fürwahr Gottes Schar ihn wird koben immerdar. hast Justus Falckner 1672—1724 Streit nie Aach was soll ich Sünder 300 9585 1653, geistlich 1661 N7 EI— empel—— Säule n von Auf ihr Strei⸗ter, durch⸗ge-drun-gen, auf und 1— mögst— 2 d folgt dem Hei⸗-land nach, der durch Marter Hohn und HL H¹ 167⁷—————.—.—— Schmach sich zum Himmel auf⸗ge⸗schwun⸗gen. Nachl das —————4. — Haupt hat schon ge⸗siegt. Weh dem Glied, das mü⸗ßig liegt! 2. Fort, nur nach mit Wachen, Beten! W der Held zieht uns voran. Christus, der den Sieg gewann, hat der Schlange Kopf zertreten. Rufet laut im Siegeston: Schwert des Herrn und Gideon! 3. Kein Erlöster müsse sprechen:„ Ich bin elend, arm und schwach, und durch so viel Ungemach kann der Sünder — nicht durchbrechen“ denn der Herr ists, der uns heilt und — den Schwachen Kraft erteilt. —— 4. Sind wir schwach, bei ihm ist Stärke; sind wir arm, der Herr ist reich. Wer ist unserm König gleich? Unser 25⁵⁵ 301. 302 Heiligung Gott tut Wunderwerke. Sagt, ob der nicht helfen kann, dem der Himmel untertan? 5. Niemand kann zu Salem thronen, der nicht recht mit Jesu kämpft und des Fleisches Lüste dämpft, weil wir noch im Fleische wohnen. Nur durch Ringen, Kampf und Streit kommet man zur Sicherheit. 6. Nun, so wachet, kämpfet, ringet, streitet mit Gebet und Flehn, bis wir auf der Höhe stehn. wo das Lamm die Fahne schwinget. Ist der Erde Werk getan, geht des Himmels Sabbat an. Johann Simon Buchta 1705—1752 O Jesu Christ meins Lebens 301 Leipzig 1629 +. 1 SEEEE DESESSEEESEEeEEE EE EEEEEEE Ein rei⸗nes Herz, Herr, schaff in mir, schließ zu der EEEEE Sün⸗de Tor und Tür, ver⸗trei⸗be sie und laß nicht zu, E daß sie in mei-nem Her- zen ruh. 2. Dir öffn ich, Jesu, meine TFür, ach komm und wohne du bei mir; treib all Unreinigkeit hinaus aus deinem Tempel und Wohnhaus. 3. Laß deines guten Geistes Licht und dein hellglänzend Angesicht erleuchten mein Herz und Gemüt, o Brunnen unerschöpfter Güt. 4. Und mache dann mein Herz zugleich an Himmelsgut und Segen reich, gib Weisheit, Stärke, Rat, Verstand aus deiner milden Gnadenhand. 5. So will ich deines Namens Ruhm ausbreiten als dein Eigentum und dieses achten für Gewinn, wenn ich nur dir ergeben bin. Heinrich Georg Neuß 1654—1716 302 Halle 1704(nach Adam Krieger) EHE.———— 14—— D......... Eins ist not! Ach Herr, dies ei ne leh-=re mich er⸗ al⸗les an⸗dre, wie's auch schei⸗ne, ist ja nur ein 256 vohne einem nzend unnen elsgut aus dein ) nur —17¹⁰ rieger — h er⸗ ein Heiligung 302 S.S.......III schwrres Joch dar⸗un⸗ter das Her⸗ze sich na⸗get und EEEE pla⸗get und den⸗noch kein wah-res Ver-gnü⸗gen er⸗ 2 I—————— EiEEEE ja⸗get. Er⸗lang ich dies ei-ne, das al-les er⸗ setzt, so 2 1—*—4————————— werd ich mit ei⸗-nem in al-⸗lem er-götzt. 2. Seele, willst du dieses finden, suchs bei keiner Kreatur; laß, was irdisch ist, dahinten, schwing dich über die Natur. Wo Gott und die Menschheit in einem vereinet, wo alle voll⸗ lommene Fülle erscheinet, da, da ist das beste, notwendigste eil, mein ein und mein alles, mein seligstes Heil. 3. Wie, dies eine zu genießen, sich Maria dort befliß, als sie sich zu Jesu Füßen voller Andacht niederließ, ihr Herze entbrannte, dies einzig zu hören, was Jesus, ihr Heiland, sie wollte belehren, ihr alles war gänzlich in Jesum versenkt, drum wurde ihr alles in einem geschenkt: 4. also ist auch mein Verlangen, liebster Jesu, nur nach dir; laß mich treulich an dir hangen, schenke dich zu eigen mir. Ob viel auch umkehrten zum größesten Haufen, so will ich dir dennoch in Liebe nachlaufen; denn dein Wort, o Jesu, ist Leben und Geist. Was ist wohl, das man nicht in Jesu geneußt? 5. Aller Weisheit höchste Fülle in dir ja verborgen liegt. Gib nur, daß sich auch mein Wille fein in solche Schranken fügt, worinnen die Demut und Einfalt regieret und mich zu der Weisheit, die himmlisch ist, führet; ach, wenn ich nur Jesum recht kenne und weiß, so hab ich der Weisheit voll⸗ kommenen Preis. 6. Nichts kann ich vor Gott ja bringen als nur dich, mein höchstes Gut; Jesu, es muß mir gelingen durch dein purpur⸗ farbnes Blut. Die höchste Gerechtigkeit ist mir erworben, da du bist am Stamme des Kreuzes gestorben; die Kleider des Heils ich da habe erlangt, worinnen mein Glaube in Ewigkeit prangt. 7. Nun so gib, daß meine Seele auch nach deinem Bild erwacht; du bist ja, den ich erwähle, mir zur Heiligung gemacht. Was dienet zum göttlichen Wandel und Leben, ist Schlesisches Provinzial⸗Gesangbuch 17 25⁷7 303 Heiligung in dir, mein Heiland, mir alles gegeben; entreiße mich aller vergänglichen Lust; dein Leben sei, Jesu, mir einzig bewußt. 8. Ja, was soll ich mehr verlangen? mich umströmt die Gnadenflut. Du bist einmal eingegangen in das Heilge durch dein Blut. Da hast du die ewge Erlösung gefunden, daß ich nun der Herrschaft der Hölle entbunden; dein Ein⸗ gang die völlige Freiheit mir bringt, im kindlichen Geiste das Abba nun klingt. 9. Volles Gnügen, Fried und Freude jetzo meine Seel er⸗ götzt, weil auf eine frische Weide mein Hirt Jesus mich gesetzt. Nichts Süßes kann also mein Herze erlaben, als wenn ich nur, Jesu, dich immer soll haben; nichts, nichts ist, das also mich innig erquickt, als wenn ich dich, Jesu, im Glauben erblickt. 10. Drum auch, Jesu, du alleine sollst mein ein und alles sein. Prüf, erfahre, wie ichs meine, tilge allen Heuchel⸗ schein. Sieh, ob ich auf bösem, betrüglichem Stege, und leite mich, Höchster, auf ewigem Wege; gib, daß ich nichts achte, nicht Leben noch Tod, und Jesum gewinne: dies eine ist not! Johann Heinrich Schröder 1667—1699 Wenn wir in höchsten Nöten 303 Lyon 1547⁷ E... Er⸗neu⸗re mich, o ew-ges Licht, und laß von —.———5—1.— S.—— +— TT dei⸗nem An⸗ge-sicht mein Herz und Seel mit dei⸗nem I. I + 1 I Schein durch-leuch-tet und er⸗-fül-let sein. 2. Hier steh ich vor dir schuldbewußt, ertöte du die schnöde Lust, ach rüst mich aus mit Kraft und Mut, zu streiten wider Fleisch und Blut. 3. Schaff in mir, Herr, den neuen Geist, der dir mit Lust Gehorsam leist, und nur, was du gebietest, will; ach Herr, mit ihm mein Herz erfüll! 4. Auf dich laß meine Sinnen gehn, laß sie nach dem, was droben, stehn, bis ich dich schau, o ewges Licht, von Ange⸗ sicht zu Angesicht. Johann Ruopp, gest. 1708 258 IIRN sTTV I Heiligung 304 304 Halle 1704 EEEEE EEE. glän-⸗zet der Chri- sten in⸗ wen⸗-di⸗ges was ih- nen der Kö-nig des Him-mels ge⸗ E— 1 1—.— ......III ————— Le⸗ben, ob⸗ gleich sie von au⸗ßen die Son-ne ver— ge⸗ben, ist kei- nem als ih-nen nur sel-ber be— EEEEEE Emt. Was nie⸗mand ver-spü⸗ret, was nie⸗mand be— 1 I ** 3 42— 3 rüh⸗ret, hat ih⸗re er⸗leuch-te-ten Sin⸗ne ge⸗ zie⸗ret ——.——— . I und sie zu der gött ⸗Rechen Wür⸗ de ge-⸗füh⸗⸗ret. 2. Sie scheinen von außen oft arm und geringe, ein Schau⸗ spiel der Engel, verlacht von der Welt, doch innerlich sind sie voll lieblicher Dinge, der Zierat, die Krone, die Jesu gefällt, das Wunder der Zeiten, die hier sich bereiten, dem Köni„ der unter den Lilien weidet, zu dienen, mit güldenem Schmucke bekleidet. 3. Sonst sind sie noch Adams natürliche Kinder und tragen das Bildnis des Irdischen auch, sie leiden am Fleische wie andere Sünder, sie essen und trinken nach nötigem Brauch. In leiblichen Sachen, im Schlafen und Wach en sieht man sie vor andern nichts Sonderlichs machen, nur daß sie die Torheit der Weltlust verlachen. 4. Doch innerlich sind sie von göttlichem Stamme, geboren aus Gott durch sein mächtiges Wort; es lodert in ihnen die himmlische Flamme, entzündet von oben, genähret von dort. Die Engel sind Brüder, die ihre Loblieder mit ihnen gar freundlich und wonniglich singen, das muß dann ganz herrlich, ganz prächtig erklingen. 5. Sie wandeln auf Erden und leben im Himmel, sie bleiben ohnmächtig und schützen die Welt. Sie schmecken den Frieden bei allem Getümmel, sie kriegen, die Armsten, was ihnen gefällt. Sie stehen in Leiden und bleiben in Freuden, sie scheinen ertötet den äußeren Sinnen und führen das Leben des Glaubens von innen. 259 305 Heiligung 6. Wenn Christus, ihr Leben, wird offenbar werden, wenn er sich einst dar in der Herrlichkeit stellt, dann werden sie mit ihm als Herren der Erden auch herrlich erscheinen zum Wunder der Welt; sie werden regieren, mit ihm trium⸗ phieren, als leuchtende Sterne das Himmelszelt zieren; da wird man die Freude gar offenbar spüren. 7. O Jesu, verborgenes Leben der Seelen, du heimliche Zierde der inneren Welt, laß deine verborgenen Wege uns wählen, wenngleich uns die Schmach deines Kreuzes entstellt! Hier übel genennet und wenig erkennet, hier heimlich mit Christo im Vater gelebet, dort öffentlich mit ihm im Himmel . ohet! geschwebet! Christian Friedrich Richter 167617¹⁰ Es kostet viel 305 Halle 1704 .— S. .S.SII.III Es ist nicht schwer, ein Christ zu sein und nach dem P————— Sinn des rei⸗nen Gei-stes le-ben. Zwar der Na-tur geht S es gar sau-er ein, sich im-mer-dar in Chri-sti Tod zu EEE ge⸗ben; doch führt die Gna-de selbst zu al-ler Zeit den B— schwe-ren Streit, den schwe⸗ren Streit. 1 + Hꝗ᷑⁊ —.. 1 — 2. Du darfst ja nur ein Kindlein sein, du darfst ja nur die leichte Liebe üben. O blöder Geist, schau doch, wie gut ers mein! Das kleinste Kind kann ja die Mutter lieben. Drum fürchte dich nur ferner nicht so sehr, es ist nicht schwer, es ist nicht schwer. 3. Dein Vater fordert nur das Herz, daß er es selbst mit reiner Gnade fülle; der fromme Gott macht dir gar keinen Schmerz, die Unlust schafft in dir dein Eigenwille. Drum übergib ihn willig in den Tod, so hats nicht Not, so hats nicht Not. 4. Wirf nur getrost den Kummer hin, der nur dein Herz vergeblich schwächt und plaget; erwecke nur zum Glauben deinen Sinn, wenn Furcht und Weh am schwachen Herzen 26⁰ 7F77½½nfr7 * l nnln LLI nnn Heiligung naget. Sprich: Vater, schau mein Elend gnäd getan, so ists getan. 5. Faß nur dein Herze in Geduld, wenn des Vaters Hilfe merkes. Versiehst dus oft eigner Schuld, so sieh, daß du dich durch die so gilt dein Fehl und kindliches Versehn als als nicht geschehn. 6. Laß nur dein Herz im Glauben ruhn, Nacht und Finsternis bedecken; mes mit dir tun, schrecken. nur, so glaube nur. 7. So wird dein Licht aufs neu erstehn, dein Vater wird nichts Schlim⸗ vor keinem Sturm und Wind darfst du er⸗ Ja, siehst du endlich ferner keine Spur, 306 ig au! so ists du nicht gleich und fehlst aus Gnade stärkest; nicht geschehn, wenn dich will so glaube du wirst dein Heil mit großer Klarheit schauen; was du geglaubt, wirst du dann vor dir sehn: Vater trauen. so selig ist, so selig ist. 8. Auf, auf, mein Geist! was säumest du, Gott e kindlich zu ergeben? Geh ein, mein die süße Die Sorg und Last wirf nur getrosst und kühn ihn, allein auf ihn. drum darfst du nur d 306 O Seele, sieh doch, wie ein wahrer Christ uh! In Frieden sollst du vor dem Vater schweben. Christian Friedrich Richter 1676—1711 em frommen dich deinem Herz, genieß allein auf Halle 1704 EEEEEEEEEE I 4— SEEEE Es ko⸗ stet viel, ein Christ zu sein und nach dem Sinn des rei-nen Gei- stes le-ben; denn der Na⸗tur geht ————— e. es gar sau ⸗er ein, sich im⸗mer⸗dar in Chri⸗sti Tod zu ——— 1 SIIIIII.T ge⸗ben; und ist hier gleich ein Kampf wohl aus-ge-richt't, das machts noch nicht, das machts noch nicht. 2. Man muß hier stets auf Schlangen gehn. Gift in unsre Fersen bringen; da kostets Mü Hut zu stehn, Wenn mans versucht, so spürt man mit der Zeit keit, die Wichtigkeit. daß nicht das Gift kann in die Seele dringen. die leicht ihr h, auf seiner die Wichtig⸗ 261 307 Heiligung 3. Doch ist es wohl der Mühe wert, wenn man mit Ernst die Herrlichkeit erwäget, die ewiglich ein solcher Mensch er⸗ fährt, der rechten Sinn fürs Himmlische nur heget. Es hat wohl Müh, die Gnade aber macht, daß mans nicht acht't, daß mans nicht acht't. 4. Man soll ein Kind des Höchsten sein,‚ ein reiner Glanz, ein Licht im großen Lichte; wie wird der Leib, verklärt und hell und rein, so herrlich sein, so lieblich von Gesichte, die⸗ mach——5 da die wesentliche Pracht so schöne macht, so schöne macht. 5. Da wird das Kind den Vater jehn, im Schauen wird es ihn mit Lust empfinden; der lautre Strom wird es da ganz durchgehn und es mit Gott zu einem Geist verbinden. Wer weiß, was da im Geiste wird geschehn? Wer mags ver⸗ stehn, wer mags verstehn? 6. Was Gott genießt, genießt es auch, was Gott bdesitzt, wird ihm in Gott gegeben; der Himmel steht bereit ihm zum Gebrauch, wie lieblich wird es doch mit Jesu leben: Nichts höher wird an Kraft und Würde sein als Gott allein, als Gott allein. 7. Auf, auf, mein Geist, ermüde nicht, dich durch die Macht der Finsternis zu reißen!! Was sorgest du, daß dirs an Kraft gebricht? Bedenke, was für Kraft uns Gott verheißen. Wie gut wird sichs doch nach der Arbeit ruhn! Wie wohl wirds tun, wie wohl wirds tun! Christian Friedrich Richter 1676—1711 Es ist das Heil uns kommen 307 Alte Osterweise, ev. 1524 4——— 2— 6 1—— I.II E 8 SS... ott, dei⸗ne Gü⸗te reicht so weit, so weit die du'krönst uns mit Barm her-zig-keit und eilst uns S S. S.Z. Wol⸗ken ge⸗ hen; bei⸗ zu⸗ste⸗hen. Herr, mei⸗ne Burg, mein Fels, mein 3—— SDPDSS EIEE D Hort, ver⸗nimm mein Flehn, merk auf mein Wort, denn ich will 1+ —4—— D vor dir be⸗ ten. 2. Ich bitte nicht um Uberfluß und Schätze dieser Erden, laß mir, soviel ich haben muß, nach deiner Gnade werden. 26² W Heiligung 308 Gib mir nur Weisheit und Verstand, dich, Gott, und den, den du gesandt, und mich selbst zu erkennen. 3. Ich bitte nicht um Ehr und Ruhm so sehr sie Menschen rühren, des guten Namens Eigentum laß mich nur nicht verlieren. Mein wahrer Ruhm sei meine Pflicht, der Ruhm vor deinem Angesicht und frommer Freunde Liebe. 4. So bitt ich dich, Herr Zebaoth, auch nicht um langes Leben; im Glücke Demut, Mut in Not, das wollest du mir geben. In deiner Hand steht meine Zeit, laß du mich nur Barmherzigkeit vor dir im Tode finden! Christian Fürchtegott Gellert 17151769 4 29 Meinen Jesum laß ich nicht 1 308 Johann Ulich 1674 ·nmnI— f EEEEEEEEEEEEEEE + Ha be dei⸗ne Lust am Herrn, der dir schen⸗ket Oso wird dir dein Guna-den-stern tau-send hol-de EEEEEEEE Lust und Le-ben,. 7% hent dir eu⸗ Has de Strah⸗len ge⸗ben; denn er beut dir treu-lich an, was dein —.— DSDS—————— Her-ze wün⸗schen kann. 2. Laß der Welt die eitle Lust. die in Weinen sich ver⸗ kehret; wer das Herz in seiner Brust Gott allein zur Lust gewähret, dieser trifft in allem an, was das Herze wün⸗ schen kann. 3. Lust an Gott steigt über sicßh, wenn man Gott im Worte kennet; Lust an Gott ist innerlich, wenn man in der Liebe brennet. Solche Lust geht eine Bahn, die das Herze wün⸗ schen kann. 4. Wer die Lust am Herren hat, hat auch Lust an seinem Willen und bemüht sich früh und spat, ihn getreulich zu erfüllen; und so wird ihm auch getan, was das Herze wünschen kann. 5. Ist die Lust nicht ohne Last, trag geduldig die Be⸗ schwerden; wenn du wohl gelitten hast, wird dir wahre Lust erst werden, und triffst dort im Himmel an, was dein erze wünschen kann. 2 1 ö Benjamin Schmolck 167²-17³⁷ 263 309 Heiligung Wachet auf ruft uns 309 Frankfurt a. M. 1599 + 3.— e. i. Eit: eil⸗ger Je-⸗ su, Heil⸗gungs⸗quel⸗le, mehr als Kri⸗ al⸗ler Glanz der Che⸗ ru bi⸗nen, die Hei-lig⸗ +—7 4 I— 4 ESE stall rein, klar und hel⸗le, du lau⸗trer Strom der Hei-lig⸗ keit der Se-ra⸗phi⸗nen ist ge⸗gen dich nur Dun⸗kel⸗ DITTTIT—. IIRREEE + SSSSS dir, du mein al-les! Je-su, hilf du, hilf mir da-zu, E SSSSITIITTTI ——————.—— daß ich auch hei-lig sei wie du. I + 1 2. Stiller Jesu, wie dein Wille dem Willen deines Vaters stille und bis zum Tod gehorsam war: also mach auch gleichermaßen mein Herz und Willen dir gelassen, ach stille meinen Willen gar. Mach mich dir gleichgesinnt, wie ein gehorsam Kind stille, stille! Jesu, hilf du, hilf mir dazu, daß ich fein stille sei wie du. 3. Wacher Jesu, ohne Schlummer in großer Arbeit, Müh und Kummer bist du gewesen Tag und Nacht; mußtest täglich viel ausstehen, des Nachts lagst du vor Gott mit Flehen, du hast gebetet und gewacht. Gib mir auch Wachsamkeit, daß ich mit dir allzeit wach und bete. Jesu, hilf du, hilf mir dazu, daß ich auch wachsam sei wie du. 4. Gütger Jesu, ach, wie gnädig, wie freundlich, liebreich und guttätig bist du doch gegen Freund und Feind“ Deine Sonne scheinet allen, dein Regen muß auf alle fallen, ob sie dir gleich undankbar seind. Mein Gott, ach lehre mich, damit hierinnen ich dir nacharte. Jesu, hilf du, hilf mir dazu, daß ich auch gütig sei wie du. 5. Sanfter Jesu, warst unschuldig und littest alle Schmach geduldig und übtest keine Rache aus. Niemand kann die Sanftmut messen, bei der du dennoch nie vergessen den Eifer um des Vaters Haus. Mein Heiland, ach verleih mir Sanftmut und dabei guten Eifer. Jesu, hilf du, hilf mir dazu, daß ich sanftmütig sei wie du. 26⁴ Heiligung 310 6. Jesu, demutsvoller König, du suchtest deine Ehre wenig und wurdest niedrig und gering, wandeltest ganz schlicht auf Erden in Demut und in Knechtsgebärden, erhobst dich selbst in keinem Ding. Herr, solche Demut lehr mich auch je mehr und mehr stetig üben! Jesu, hilf du, hilf mir dazu, daß ich demütig sei wie du. 7. Liebster Jesu, liebstes Leben, mach mich in allem dir recht eben und deinem heilgen Vorbild gleich. Geist und Kraft mich ganz durchdringe, daß ich viel Glaubensfrüchte bringe und tüchtig werd zu deinem Reich. Ach zieh mich ganz zu dir, behalt mich für und für, treuer Heilandl Jesu, hilf du, laß mich, wie du und wo du bist, einst finden Ruh. 1700(nach einem holländischen Liede des Jodocus van Lodenstein) Herr Christ der einig Gottssohn 310 Weltlich um 1450, geistlich 1524 err Fe„su, Gna⸗den⸗-son-ne, wahr⸗-haf⸗tes laß Le⸗ben, Licht und Won- ne mein blö⸗des — + ,. Le ⸗bens-licht, 12—— 4 An⸗ ge ⸗sicht nach dei-ner Gnad er ⸗freu⸗-en und + 1 ..——.—— EII— 2..—.6001 mei⸗nen Geist er⸗neu⸗en; mein Gott, ver⸗sag mirs nichtl 2. Vergib mir meine Sünden und wirf sie hinter dich; laß allen Zorn verschwinden und hilf mir gnädiglich, laß deine Friedensgaben mein armes Herze laben; ach Herr, erhöre mich! 3 Vertreib aus meiner Seelen den alten Adamssinn und laß mich dich erwählen, auf daß ich mich forthin zu deinem Dienst ergebe und dir zu Ehren lebe, weil ich erlöset bin. 4. Befördre dein Erkenntnis in mir, mein Seelenhort, und öffne mein Verständnis, Herr, durch dein heilig Wort, damit ich an dich gläube und in der Wahrheit bleibe, ja, wachse fort und fort. 5. Mit deiner Kraft mich rüste, zu kreuzgen die Begier und alle bösen Lüste, auf daß ich für und für der Sünden⸗ welt absterbe und nach dem Fleisch verderbe, hingegen leb in dir. 6. Ach zünde deine Liebe in meiner Seele an, daß ich aus innrem Triebe dich ewig lieben kann und dir zum Wohlgefallen beständig möge wallen auf rechter Lebensbahn. Schlesisches Provinzial⸗Gesangbuch 18 265 311 Heiligung 7. Nun, Herr, verleih mir Stärke, verleih mir Kraft und Mut; denn das sind Gnadenwerke, die dein Geist schafft und tut; hingegen all mein Sinnen, mein Lassen und Beginnen ist böse und nicht gut. 8. Darum, du Gott der Gnaden, du Vater aller Treu, wend allen Seelenschaden und mach mich täglich neu; gib, daß ich deinen Willen getreulich mög erfüllen, und steh mir kräftig bei. Ludwig Gotter 1661—1735 31¹ Straßburg 1577 1——.— .. HWDie lich lieb hab ich dich, o Herr! Ich bitt, wollst Die gan⸗ ze Welt ere freut mich nicht, nuch Erd und SI sein von mir nicht fern mit dei-ner Güt und Gna-den. Him⸗-mel frag ich nicht, wenn ich nur dich kann ha-ben. SrcDe 1— Eee Und wenn mir gleich mein Herz zer-bricht, so bist doch +.— + IBII„»HA— +— +—.——— + + du äät 4it 175 mein Teil und mei⸗ nes Her-zens I—— . 1. 4 Trost, der mich durch sein Blut hat er⸗—. ——— —— 2.— ,.— Je⸗su Christ, mein Gott und Herr, mein Gott und 5 1 7 N r r.,. , Herr, in Schan⸗den laß mich nim-mer-mehr! 2. Es ist ja dein Geschenk und Gab mein Leib und Seel und was ich hab in diesem armen Leben; damit ichs brauch zum Lobe dein, zu Nutz und Dienst des Nächsten mein, wollst mir dein Gnade geben. Behüt mich, Herr, vor fal⸗ scher Lehr, des Satans Mord und Lügen wehr; in allem Kreuz erhalte mich, auf daß ichs trag geduldiglich. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, tröst mir mein Seel in Todesnot! 266 —— 7——— Heiligung 312 3. Ach Herr, laß dein lieb Engelein am letzten End die Seele mein in Abrahams Schoß tragen, den Leib in seinem Kämmerlein gar sanft, ohn alle Qual und Pein ruhn bis zum jüngsten Tage. Alsdann vom Tod erwecke mich, daß meine Augen sehen dich in aller Freud, o Gottes Sohn, mein Heiland und mein Gnadenthron! Herr Jesu Christ, erhöre mich, erhöre mich! Ich will dich preisen ewiglich. Martin Schalling 1532—1608 Zeuch meinen Geist 312 Chr. Knorr von Rosenroth 1684 Hier legt mein Sinn sich vor dir nie-der, mein F. ——* + +—+——.————— 2 ——.————— Geist sucht sei- nen Ur-sprung wie-der; laß dein er⸗ w öSS‚SSJI—I— + 1 SDI EEE— 2 EEEE. freu⸗end An⸗ge⸗sicht zu mei⸗-ner Ar⸗mut sein ge⸗richt't. 2. Schau her, ich fühle mein Verderben, laß mich in deinem Tode sterben. O könnte doch in deiner Pein die Eigenheit ertötet sein! 3. Du wollest, Jesu, meinen Willen mit der Gelassenheit erfüllen; brich der Natur Gewalt entzwei und mache meinen Willen frei. 4. Ich fühle wohl, daß ich dich liebe und mich in deinen Wegen übe, nur ist von der Unlauterkeit die Liebe noch nicht ganz befreit. 5. Ich muß noch mehr auf dieser Erden durch deinen Geist geheiligt werden; der Sinn muß tiefer in dich gehn, der Fuß muß unbeweglich stehn. 6. Ich weiß mir zwar nicht selbst zu raten, hier gelten nichts der Menschen Taten; wer macht sein Herz wohl selber rein? Es muß durch dich gewirket sein. 7. Doch kenn ich wohl dein treues Lieben; du bist noch immer treu geblieben. Ich weiß gewiß, du stehst mir bei und machst mich von mir selber frei. 8. Indessen will ich treulich kämpfen und jede falsche Regung dämpfen, bis du dir deine Zeit ersiehst und mich aus solchen Netzen ziehst. 9, In Hoffnung kann ich fröhlich sagen: Gott hat der Hölle Macht geschlagen, Gott führt mich aus dem Kampf und Streit in seine Ruh und Sicherheit. 26⁷ 313 Heiligung 10. Drum will die Sorge meiner Seelen ich dir, mein Vater, ganz befehlen. Ach drücke tief in meinen Sinn, daß ich in dir schon selig bin. 11. Wenn ich mit Ernst hieran gedenke und mich in dein Erbarmen senke, so werd ich von dir angeblickt, und mein Herz wird von dir erquickt. 12. So wächst der Eifer mir im Streite, so faß ich schon des Sieges Beute und fühle, daß es Wahrheit ist, daß du, mein Gott, die Liebe bist. Christian Friedrich Richter 1676—1711 Jesus meine Zuversicht 1 313 Berlin 1653 .—. E e.. , dr im⸗mel⸗an geht un ⸗sre Bahn; wir sind Gä⸗ste bis wir dort nach Ka-na-an durch die Wü⸗ste —— — IISI. DI..i. ii‚.iIiEIE i e EE — iaen Werzdeh. Hier ist un-ser Pil-grim⸗-stand, IIIIFITITTII —— dro⸗ben un⸗ser Va⸗ter-land. 2. Himmelan schwing dich, mein Geist; denn du bist ein himmlisch Wesen und kannst das, was irdisch heißt, nicht 0 deinem Zweck erlesen; ein von Gott erleucht'ter Sinn ehrt in seinen Ursprung hin. 3. Himmelan! die Welt kann dir nur geborgte Güter geben; dein Verlangen muß schon hier nur nach solchen Schätzen streben, die uns bleiben, wenn die Welt in ihr erstes Nichts zerfällt. 4. Himmelan! ich muß mein Herz bei dem ewgen Schatze haben; denn es kann mich anderwärts kein so großer eichtum laben, weil ich schon im Himmel bin, wenn ich nur gedenk an ihn. 5. Himmelan! ruft er mir zu, wenn ich ihn im Worte höre; das weist mir den Ort der Ruh, wo ich einmal hingehöre. Wenn mich dieses Wort bewahrt, halt ich eine Himmelfahrt. 6. Himmelan! denk ich allzeit, wenn er mir die Tafel decket, und mein Geist hier allbereit eine Kraft des Himmels schmecket. Nach der Kost im Jammertal folgt des Lammes Hochzeitsmahl. 268 Heiligung 314 7. Himmelan! mein Glaube zeigt mir das schöne Los von ferne, daß mein Herz schon aufwärts steigt über Sonne, Mond und Sterne; denn ihr Licht ist viel zu klein gegen jenen Glanz und Schein. . Himmelan wird mich der Tod in die rechte Heimat führen, da ich über alle Not ewig werde triumphieren. Jesus geht mir selbst voran, daß ich freudig folgen kann. 9. Himmelan, ach himmelan! das soll meine Losung bleiben; ich will allen eitlen Wahn durch die Himmels⸗ lust vertreiben. Himmelan steht nur mein Sinn, bis ich in dem Himmel bin. Benjamin Schmolck 1672—-1737/ 314 Frankfurt a. M. 1738 EEb 1—.——— REEEEEEEEEE I will dich lie-ben, mei⸗ne Stär⸗ke, ich will dich ich will dich lie-ben mit dem Wer-ke und im-mer⸗ 5 EEE——— ä mah ren der Be. Jier; ich will dich lie⸗ben,schön tes — + 1 I + 1 Licht, bis mir das Her⸗ze bricht. 2. Ich will dich lieben, o mein Leben, als meinen aller⸗ besten Freund; ich will dich lieben und erheben, solange mich dein Glanz bescheint; ich will dich lieben, Gottes⸗ lamm, als meinen Bräutigam. 3. Ach daß ich dich so spät erkennet, du hochgelobte Schönheit du, und dich nicht eher mein genennet, du höchstes Gut und wahre Ruh! Es ist mir leid, ich bin betrübt, daß ich so spät geliebt. 4. Ich lief verirrt und war verblendet, ich suchte dich und fand dich nicht; ich hatte mich von dir gewendet und liebte das geschaffne Licht; nun aber ists durch dich geschehn, daß ich dich hab ersehn. 5. Ich danke dir, du wahre Sonne, daß mir dein Glanz hat Icht gebracht; ich danke dir, du Himmelswonne, daß du mich froh und frei gemacht; ich danke dir, du güldner Mund, daß du mich machst gesund. 6. Erhalte mich auf deinen Stegen und laß mich nicht mehr irre gehn; laß meinen Fuß in deinen Wegen nicht straucheln oder stille stehn; erleucht mir Leib und Seele ganz, du starker Himmelsglanz! 7. Ich will dich lieben, meine Krone, ich will dich lieben, meinen Gott; ich will dich lieben ohne Lohne auch in 269 ie m 31⁵ Heiligung der allergrößten Not; ich will dich lieben, schönstes Licht, bis mir das Herze bricht. Johann Scheffler 1624—1677 Alles ist an Gottes Segen 315 Frankfurt a. M. 1738 SSIIIII Je⸗ su, der du bist al⸗lei-ne Haupt und Kö-nig, +—4 —— ů — 1 1 1 I—. 1 1 — H— *—— * der Ge-mei⸗ne, seg⸗ne mich, dein ar⸗ mes Gied. Wollst mir —+ SSSSS SII——P——— neu⸗en Ein-fluß ge-ben dei⸗nes Gei-stes, dir zu le⸗ben, —— ER 7 EI —— E stär ⸗ke mich durch dei-ne Güt. 2. Ach, dein Lebensgeist durchdringe, Gnade, Kraft und Segen bringe deinen Gliedern allzumal, wo sie hier zer⸗ streuet wohnen unter allen Nationen, die du kennest allzumal. 3. O, wie lieb ich, Herr, die Deinen, die dich suchen, die dich meinen, o, wie östlich sind sie mir! Du weißt, wie michs oft erquicket, wenn ich Seelen hab erblicket, die sich ganz ergeben dir. 4. Ich umfasse, die dir dienen; ich vereinge mich mit ihnen, und vor deinem Angesicht wünsch ich Zion tausend Segen; stärke sie in deinen Wegen, führ sie selbst in deinem Licht. 5. Die ü Kreuz und Leiden leben, stärke, daß sie ganz ergeben ihre Seel in deine Hand; laß sie dadurch werden kleiner und von allen Schlacken reiner, ganz allein zu dir gewandt. 6. Laß die Deinen noch auf Erden ganz nach deinem Herzen werden; mache deine Kinder schön. abgeschieden, klein und stille, sanft, einfältig, wie dein Wille, und wie du sie gern willst sehn. 7. Sonderlich ich für deren, die es, Herr, von mir be⸗ gehren, daß ich für sie beten soll. Auf dein Herz will ich sie legen, gib du jedem solchen Segen, wie es not; du kennst sie wohl. 8. Teuer hast du uns erworben, da du bist am Kreuz gestorben; denke, Jesu, wir sind dein. Halt uns fest, solang wir leben und in dieser Wüste schweben, laß uns nimmermehr allein, 27⁰ 323³„- icht, 16⁷⁷ Heiligung 316. 317 9. bis ich einst mit allen Frommen droben werd zu⸗ sammenkommen und, von allen Flecken rein, da vor deinem Throne stehen, uns in dir, dich in uns sel hen, ewig eins in dir zu sein. Gerhard Tersteegen 1697—-1769 Seelenbräutigam 316 Darmstadt 1698 ..... Je⸗ 665 geh vor⸗an auf 3—— Le-bens- bahn, und 8335 ——— X —.......—— wol⸗len ver⸗wei⸗len dir ge⸗treu⸗lich nach⸗ zu⸗ ei⸗len; ᷓ—.———— führ uns an der Hand bis ins Va⸗ter-land. 2. Solls uns hart ergehn, laß uns feste stehn und auch in den schwersten T8l niemals über Lasten klagen; denn durch Trübsal hier geht der Weg zu dir. 3. Rühret eigner Schmerz irgend unser Herz. kümmert uns ein fremdes Leiden, o so gib Geduld zu beiden; richte unsern Sinn auf das Ende hin. 4. Ordne unsern Gang, Liebster, lebenslang. Führst du uns durch rauhe Wege, gib: uns auch die nötge Pflege; tu uns nach dem Lauf deine Türe auf. Nitolaus Ludwig Graf von Zinzendorf 1700—1760 Einer ist König 317 1733³3 S.⸗ 2 u, hilf sie⸗gen, du ür ⸗ste des Le⸗ henn Wie sie ihr höl⸗li⸗sches Heer nicht ver⸗ge⸗bens ———. Sieh, wie die Fin⸗ster⸗nis drin⸗get her⸗ein, mäch⸗tig auf⸗füh⸗ret, mir schäd-lich zu sein. Ba uten BZiRE E sin⸗ Wer auf al⸗ler⸗lei Rän⸗ke, wie er mich sich⸗te, ver⸗ +— E —— E—— stö⸗re und krän ⸗ke. 27¹ 317 Heiligung 2. Jesu, hilf siegen! Du wollest mich schirmen, Heiland, wenn jemals die Mächte der Welt, mich zu berücken, gewaltig anstürmen oder mirschmeichlerisch nahn und verstellt. Wüten die Feinde von außen und innen, laß deine Hilfe mir nie⸗ mals zerrinnen. 3. Jesu, hilf siegen! Ach, wer muß nicht zagen: Herr, mein Gebrechen ist immer vor mir! Hilf, wenn mich Sünden der Jugend verklagen, die mein itin Wer mir täglich hält für; ach laß mich schmecken dein kräftig Versühnen und dies zu meiner Demütigung dienen! 4. Jesu, hilf siegen! Wenn in mir die Sünde, Eigenlieb, Hoffart und Mißgunst sich regt, wenn ich die Last der Be⸗ gierden empfinde und sich mein tiefes Verderben darlegt: so hilf, daß ich vor mir selbst mag erröten und durch dein Leiden mein sündlich Fleisch töten. 5. Jesu, hilf siegen und lege gefangen in mir die Lüste des Fleisches und gib, daß in mir lebe des Geistes Verlangen, aufwärts sich schwingend durch heiligen Trieb; laß mich ein⸗ dringen ins göttliche Wesen, so wird mein Geist, Leib und Seele genesen. 6. Jesu, hilf siegen, damit auch mein Wille dir, Herr, sei gänzlich zu eigen geschenkt und ich mich stets in dein Wollen einhülle, wo sich die Seele zur Ruhe hinlenkt. Laß mich mir sterben und alle dem Meinen, daß ich mich zählen kann unter die Deinen. 7. Jesu, hilf siegen! Wer mag sonst bestehen wider den listig verschlagenen Feind? Wer mag doch dessen Versuchung entgehen, der wie ein Engel des Lichtes erscheint! Ach Herr, wo du weichst, so muß ich ja irren, wenn mich der Schlange List sucht zu verwirren. 8. Jesu, hilf siegen und laß mich nicht sinken! Wenn sich die Kräfte der Lügen aufblähn und mit dem Scheine der Wahrheit sich schminken, laß doch viel heller dann deine Kraft sehn. Steh mir zur Rechten, o König und Meister, lehre mich kämpfen und prüfen die Geister! 9. Jesu, hilf siegen im Wachen und Beten! Hüter, du schläfst ja und schlummerst nicht ein. Laß dein Gebet mich unendlich vertreten, da du versprochen, mein Fürsprech zu bun Wenn mich die Nacht mit Ermüdung will decken, wollst u mich, Jesu, ermuntern und wecken. 10. Jesu, hilf siegen! Wenn alles euwFein Woer und ich mein Nichts und Verderben nur seh, wenn kein Vermögen zu beten sich findet, wenn ich muß sein ein verschüchtertes Reh: ach Herr, so wollst du im Grunde der Seelen dich mit dem innersten Seufzen vermählen. 11. Jesu, hilf siegen und laß mirs gelingen, daß ich das eichen des Sieges erlang; so will ich ewig dir Lob und ank singen, Jesu, mein Heiland, mit frohem Gesang. Wie 27² ———— Heiligung 318 wird dein Name da werden gepriesen, wo du, o Held, dich so mächtig erwiesen! Johann Heinrich Schröder 16671699 Valet will ich dir geben 318 Leipzig 1615 41— +—— II nun⸗sers Kö⸗nigs Na⸗men be⸗ tre⸗ ten ihr, ihr von sei-nem Sa-men, o schließt euch fenaiz Baul Wir ziehn zum Frie⸗dens ⸗lan⸗de, ein . IPIPIPIPIPIFIFIPIPIPIPIPITIPIPIPIAIAPIPI“ — IIIctctthMns Leib, ein Herz, ein Geist. Wohl dem, der al-le Ban⸗de —.—— ri—1 voll Hel-den-mut zer⸗ retßt. 2. Der Weg ist schmal, doch eben und führt zur Seligkeit. Die Straße dort daneben ist zwar bequem und breit, doch wer sie geht, muß sterben; an ihrem Ende droht ein ewiges Verderben, Fluch, Zorn und Qual und Tod. 3. Wir folgen deinem Locken, du ewig treuer Freund. ö Wer könnte sich verstocken? Du hasts so gut gemeint. Wir wandern abgeschieden, und jeder trägt sein Kreuz ergeben und zufrieden; für Pilger hat es Reiz. 4. Der große Hirt der Herde geht seinem Volk voran. Sein Allmachtswort: Es werde! bereitet selbst die Bahn. Es lähmt erzürnten Feinden Herz, Zunge, Fuß und Hand, knüpft zwischen frommen Freunden der Liebe Bruderband. 5. So wandeln wir entschlossen dem Himmelsführer nach und dulden unverdrossen und tragen seine Schmach und flehn im finstern Tale: O Jesu, steh uns bei und mach im Hochzeitssaale bald alles, alles neu! 6. Saht. wie die Krone schimmert, die unser Haupt einst schmückt! Und wird der Leib zertrümmert, der Welten Bau zerstückt, erlöschen Sonn und Sterne: kein Pilger werde matt; dort glänzt uns schon von ferne des großen Königs Stadt. 7. Hinan, hinan, ihr Frommen, es kostet Schweiß und Blut! Hinan, hinan geklommen mit wahrem Heldenmut! Bald hebt uns unser Sehnen hoch über Tod und Grab; bald trocknet unsre Tränen die Hand der Liebe ab. 1057 273 319 Heiligung Von Gott will ich nicht lassen II 319 Johann Crüger 1640 KK ommt, Kin⸗der, laßt uns ge⸗hen, der A⸗bend kommt her⸗ es ist ge⸗fähr⸗lich ste-hen in die-ser Wü⸗-ste⸗ 1 Kommt, stär-ket eu⸗ren Mut, zur E-wig⸗keit zu Eiie wan⸗dern, von ei⸗ner Kraft zur an⸗dern; es ist das En- de gut. 2. Es soll uns nicht gereuen der schmale Pilgerpfad; wir kennen ja den Treuen, der uns gerufen hat: kommt, folgt und trauet dem! Ein jeder sein Gesichte mit ganzer Wendung richte fest nach Jerusalem. 3. Der Ausgang, der geschehen, ist uns fürwahr nicht leid. Es soll noch besser gehen zur Abgeschiedenheit. Nein, Kinder, seid nichtbang, verachtet tausend Welten, ihr Locken und ihr Schelten und geht nur euren Gang. 4. Gehts der Natur entgegen, so gehts gerad und fein; die Fleisch und Sinne pflegen, noch schlechte Pilger sein. Verlaͤßt die Kreatur und was euch sonst will binden, laßt gar euch selbst dahinten; es geht durchs Sterben nur. 5. Man muß wie Pilger wandeln, frei, bloß und wahrhaft leer: viel Sammeln, Halten, Handeln macht unsern Gang nur schwer. Wer will, der trag sich tot; wir reisen abge⸗ schieden, mit wenigem zufrieden, wir brauchens nur zur Not. 6. Schmückt euer Herz aufs beste, sonst weder Leib noch Haus! Wir sind hier fremde Gäste und ziehen bald hinaus. Gemach bringt Ungemach; ein Pilger muß sich schicken, soll dulden und sich bücken den kurzen Pilgertag. 7. Ist gleich der Weg 110 enge, so einsam, krumm und schlecht, der Dornen in derMenge und manches Kreuze trägt, es ist boch nur ein Weg; laß sein, wir gehen weiter, wir folgen unserm Leiter und brechen durchs Geheg. 8. Kommt, Kinder, laßt uns gehen, der Vater gehet mit; er selbst will bei uns stehen bei jedem Ruicken Tritt. Er will uns machen Mut, mit süßen Sonnenblicken uns locken und erquicken. Ach ja, wir habens gut! 9. Wohlauf, so laßt uns wandern! Wir gehen Hand in Hand, eins freuet sich am andern in diesem fremden Land. Kommt, laßt uns kindlich sein, uns auf dem Weg nicht streiten. Die Engel selbst begleiten als Brüder unsre Reihn. 10. Sollt wo ein Schwacher fallen, so greif der Stärkre zu; man trag, man helfe allen, man pflanze Lieb und Ruh. 27⁴ E Heiligung 320 Kommt, schließt euch fester an; ein jeder sei der Kleinste, doch wohl auch gern der Reinste auf unsrer Lebensbahn. 11. Kommt, laßt uns munter wandern, der Weg kürzt immer ab; ein Tag, der folgt dem andern, bald sinkt der Leib ins Grab. Nur noch ein wenig Mut, nur noch ein wenig treuer, von allen Dingen freier, gewandt zum ew⸗ gen Gut! 12. Es wird nicht lang mehr währen, halt noch ein wenig aus; es wird nicht lang mehr währen, so kommen wir nach Haus. Da wird man ewig ruhn, wenn wir mit allen Frommen daheim zum Vater kommen; wie wohl, wie wohl wirds tun! 13. Drauf wollen wirs denn wagen, es ist wohl Wagens wert, und gründlich dem absagen, was 4bn d und be⸗ schwert. Welt, du bist uns zu klein; wir gehn 18 le Jesu Leiten hin in die Ewigkeiten: es soll nur Jesus sein. Gerhard Tersteegen 1697-1769 Sollt ich meinem Gott 320 Johann Schop 1641 E—..— E RS— Vi⸗ ⸗set uns mit Je⸗ su zie⸗ hen, sei⸗ nem in 32— Welt der Welt ent⸗-flie⸗ 255 auf der Vor⸗bild fol-gen nach, im⸗ f inu⸗ Bahn, die er Uns drach, im mer fort zum Him⸗mel H 14— HH SPPP rei⸗sen, ir-disch noch, doch himm-lisch sein, glau⸗ben T. Hꝑr 1—⁴ — AH+——— —— H— 2——— — 0——— 00——.—.— *— recht und le⸗ben rein, in der Lieb den Glau⸗ben wei⸗sen. ——.......... Eo—— 4.— Treu⸗er Je⸗su, bleib bei mir, ge-he vor, ich fol ge dir. 2. Lasset uns mit Jesu leiden, seinem Vorbild werden gleich. Nach dem Leiden folgen Freuden, Armut hier macht dorten reich, Tränensaat, die erntet Lachen, Hoffnung tröstet mit Geduld; es kann leichtlich Gottes Huld aus dem Regen Sonne machen. Jesu, hier leid ich mit dir, dort teil deine Freud mit mir. 27⁵ 32¹1 Heiligung 3. Lasset uns mit Jesu sterben; sein Tod uns vom andern Tod rettet und vom Seel⸗Verderben, von der ewiglichen Not. Laßt uns töten, weil wir leben, unser Fleisch, ihm sterben ab, so wird er uns aus dem Grab in das Him⸗ melsleben heben. Jesu, sterb ich, sterb ich dir, daß ich lebe für und für. 4. Lasset uns mit Jesu leben; weil er auferstanden ist, muß das Grab uns wiedergeben. Jesu, unser Haupt du bist, wir sind deines Leibes Glieder; wo du lebst, da leben wir. Ach erkenn uns für und für, trauter Freund, für deine Brüder! Dir, o Jesu, leb ich hier und dort ewig auch bei dir. Sigmund von Birken 1626-1681 Komm o komm 321 Meiningen 1693 E + I . ie ⸗be, die du mich zum Bil⸗-de dei⸗ ner Lie⸗ be, die du mich so mil- de nach dem —.——— D——. E Gott-heit hast ge-macht,—— 3.; Fall hast wie⸗der⸗bracht, Lie⸗be, dir er ⸗geb ich mich, 4* —— EIAN 2 4———— in, dein zu blei-ben e-wig-lich. 2. Liebe, die du mich erkoren, eh als ich geschaffen war, Liebe, die du Mensch geboren und mir gleich wardst ganz und gar, Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 3. Liebe, die für mich gelitten und gestorben in der Zeit, Liebe, die mir hat erstritten ewge Lust und Seligkeit, Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 4. Liebe, die mich hat gebunden an ihr Joch mit Leib und Sinn, Liebe, die mich überwunden und mein Herz hat ganz dahin, Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 5. Liebe, die mich ewig liebet, die für meine Seele bitt't, Liebe, die das Lösgeld gibet und mich kräftiglich vertritt, Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 6. Liebe, die mich wird erwecken aus dem Grab der Sterblich⸗ keit, Liebe, die mich wird umstecken mit dem Laub der Herrlich⸗ keit, Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. Johann Scheffler 1624167⁷ 276 Heiligung 322 Straf mich nicht 322 Urspr. weltlich, geistlich 1694 2 4 — DSRDRRSTRTRTRRRRRR 2——*—— Me Iche dich, mein Geist, be⸗reit, wa⸗che, daß dich nicht die bö⸗ se Zeit un⸗ver⸗ —5—— H H+— 2•.— fleh und be⸗te, hofft be⸗tre⸗te; denn es ist Sa⸗tans List ü⸗-ber —— 2— 0 vie le From⸗men zur Ver⸗su⸗chung kom-men. 2. Aber wache erst recht auf von dem Sündenschlafe, denn es folget sonst darauf eine lange Strafe, und die Not samt dem Tod möchte dich in Sünden unvermutet finden. 3. Wache auf, sonst kann dich nicht unser Herr erleuchten. Wache, sonsten wird dein Licht dir noch ferne deuchten; denn Gott will für die Füll seiner Gnadengaben offne Augen haben. 4. Wache, daß dich Satans List nicht im Schlaf umstricke, weil er sonst behende ist, daß er dich berücke; und Gott gibt, die er liebt, oft in seine Strafen, wenn sie sicher schlafen. 5. Wache, daß dich nicht die Welt durch Gewalt bezwinge, oder, wenn sie sich verstellt, wieder an sich bringe. Wach und sieh, damit nie viel von falschen Brüdern unter deinen Gliedern. 6. Wache dazu auch für dich, für dein Fleisch und Herze, damit es nicht freventlich Gottes Gnad verscherze; denn es ist voller List und kann sich bald heucheln und in Hoffart schmeicheln. x 7. Bete aber auch dabei mitten in dem Wachen; denn der Herre muß dich frei von dem allen machen, was dich drückt und bestrickt, daß du schläfrig bleibest und sein Werk nicht treibest. 8. Ja, er will gebeten sein, wenn er was soll geben; er verlanget unser Schrein, wenn wir wollen leben und durch ihn unsern Sinn, Feind, Welt, Fleisch und Sünden kräftig überwinden. 9. Doch wohl gut, es muß uns schon alles glücklich gehen, wenn wir ihn durch seinen Sohn im Gebet anflehen; denn er will uns mit Füll seiner Gunst beschütten, wenn wir glaubend bitten. 323 Heiligung 10. Drum so laßt uns immerdar wachen, flehen, beten, weil die Angst, Not und Gefahr immer näher treten; denn die Zeit ist nicht weit, da uns Gott wird richten und die Welt vernichten. Johann Burchard Freystein 1671—1718 Wer nur den lieben Gott 323 Georg Neumark 1657 — H H— 45.——‚.ʒc‚ e I 2 LI 1 + I Mein Gott, ich klopf an dei-ne Pfor⸗te mit Mlich hal te mich an dei-ne Wor⸗te: Klopft —.—— 4 Seuf-zen und mit Bit⸗ ten an; an, so wird euch auf-ge-tan. Ach öff- ne mir die + 1.—.—— —— 2—2.——— f 2.. +—— .—.‚— 21 277— Gna⸗den-tür, mein Je-sus klop-fet selbst mit mir. 2. Wer kann was von sich selber haben, das nicht von dir den Ursprung hat? Du bist der Geber aller Gaben, bei dir ist immer Rat und Tat. Du bist der Brunn, der immer quillt, du bist das Gut, das immer gilt. 3. Drum komm ich auch mit meinem Beten, das voller Herz und Glauben ist; der mich vor dich hat heißen treten, ist mein Erlöser Jesus Christ, und der in mir das Abba schreit, ist ja dein Geist der Freudigkeit. 4. Gib, Vater, gib nach deinem Willen, wes ich, dein Kind, bedürftig bin; du kannst mir meinen Hunger stillen, in dir muß aller Segen blühn; doch gib, o Geber, allermeist, was meiner Seele selig heißt. 5. Verleih Beständigkeit im Glauben, laß meine Liebe brünstig sein; und will der böse Feind sie rauben, so halte die Versuchung ein, damit mein armes Fleisch und Blut dem Feinde nichts zu Willen tut. 6. Das andre wird sich alles fügen, ich mag nun arm sein oder reich; an deiner Huld laß ich mir gnügen, die macht mir Glück und Unglück gleich; kommt zeitlich Gut nicht reichlich ein, wirds doch genug zur Notdurft sein. 7. Ich bitte nicht um langes Leben, nur daß ich christlich leben mag; laß mir den Tod vor Augen schweben und des Gerichtes großen Tag, damit mein Ausgang aus der Welt den Eingang in den Himmel hält. Benjamin Schmolck 1672—1737 278 en, un Heiligung 32⁴4 O Gott der du ein Heerfürst 324 84. französischer Psalm 1562 I —— I— I — Mein Le⸗ben ist ein Pil-grim⸗stand, ich rei- se SP‚PIPSPS PIPIPIIIIIIISIISISISIIIIII nach dem Va⸗ter⸗land, nach dem Je-ru⸗-sa-lem, das dro⸗ —— I + + + II + , d,.,.. ben Gott selbst als ei⸗ne fe⸗ste Stadtauf Bun⸗des-blut ge⸗ IEII HT 1—— + 1 + +4 EiEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEE grün⸗det hat; da werd ich ihn ohn En-de lo-ben. Mein ——— 14—. .........I..I.II.IIII 1—⁰ I 12—*—. Le⸗ben ist ein Pil⸗grim⸗stand, ich rei⸗se nach dem Va⸗ter ⸗land. E. 6 17 2. Mein Leben ohne Unterlaß rinnt wie der Sand im Stundenglas, und was vorbei ist, kommt nicht wieder. Ich eile zu der Ewigkeit: Herr Jesu, mach mich nur bereit und öffne meine Augenlider, daß ich, was zeitlich ist, veracht und nur nach dem, was ewig, tracht. 3. Kein Reisen ist ohn Ungemach; der Lebensweg hat auch sein Ach, man wandelt nicht auf weichen Rosen; der Steg ist eng, der Feinde viel, die mich wegreißen von dem Ziel. Ich muß mich oft an Dornen stoßen, ich muß durch dürre Wüsten gehn und kann selbst keinen Ausweg sehn. 4. Der Sonne Glanz mir oft gebricht, der Sonne, die ihr Gnadenlicht in unverfälschte Herzen strahlet; Wind, Regen stürmen auf mich zu. mein matter Geist findt nirgend Ruh; doch alle Müh ist schon bezahlet, wenn ich das güldne Himmels⸗ tor mir stell in Glaub und Hoffnung vor. 5. Du treuer Hüter, Jesu Christ, der du ein Pilgrim worden bist, da du mein Fleisch hast angenommen, zeig mir im Worte deine Tritt, laß mich bei einem jeden Schritt zu deinem Heil stets näher kommen. Mein Leben fleucht, ach eile du mit deiner Gnad und Hilf herzul 6. Durch deinen Geist mich heilig leit; cgib in Geduld Beständigkeit, vor Straucheln ön wich set beschütze. Ich falle stündlich, hilf mir auf! Zieh du mich selbst zu dir hinauf, sei mir ein Schirm in Trübsalshitze; laß deinen süßen Gnadenschein in Finsternis nie ferne sein. 7. Wenn mir mein Herz, o Guadenfüll, vor Durst nach dir verschmachten will, so laß mich dich zum Labsal finden, 279 32⁵ Heiligung und wenn ich schließ die Augen zu, so bring mich zu der stolzen Ruh, wo Streit und alle Müh verschwinden; laß mich da sein in Abrams Schoß dein Liebling und dein Hausgenoß. 8. Bin ich in diesem fremden Land der argen Welt gleich unbekannt, dort sind die Freunde, die mich kennen; dort werd ich mit der Himmelsschar dir jauchzend dienen immer⸗ dar und in der reinsten Liebe brennen. Mein Heiland, komm, ach bleib nicht lang, hier in der Wüste wird mir bang. Friedrich Adolf Lampe 1683—1729 O du Liebe meiner Liebe 325 Urspr. weltlich. Brüdergem. 1735 + —— I— SSDSISISISIIIII I I III en„schen-freund, nach dei- nem Bil⸗be bil⸗de Dei⸗ ne Sanft-mut, dei- ne Mil-de sei mein I N 1 . sich mein gan-zer Sinn! köst⸗lich-ster Ge- winn. 1— E———.——57 2 II——— ken⸗nen, liebt ich nicht, wie du ge-liebt, un-wert, mich nach — EE— H q—————— lt. dir zu nen-nen, wenn ich an ⸗dre schwer be-trübt. Un⸗wert wär ich, dich zu 2. Jesu, wo du liebend nahtest, folgte Wohltun deiner Spur, da du segnend Gutes tatest in der Hütte, auf der Flur, an dem Lager kranker Brüder; wo du je nur hin⸗ geblickt, kehrte Freud und Hoffnung wieder, und der Dulder ward erquickt. 3. O du Menschlichster von allen, keinen hast du je ver⸗ schmäht; wer verirrt war, wer gefallen, wer um Trost zu dir gefleht, hat für alle seine Wunden, Herr, in deiner treuen Hand Rettung, Heil und Trost gefunden, Hilfe, die er nirgends fand. 4. Drum, wenn mich mein Bruder kränket, denk ich: Jesus litt noch mehr. Ob er Böses von mir denket, sanfter will ich sein wie er. Ob er Kummer mir bereitet, irrt vielleicht nur sein Verstand. Weil er strauchelt, weil er gleitet, braucht er öfter meine Hand. 5. Nimmer soll mein Herz ermüden, dem Bedrängten bei⸗ milt eu es gewährt so hohen Frieden, seinen Schmerz ge⸗ tillt zu sehn. Wer um Dank und Lohn nur ringet, hat 28⁰ man 3. müt und Got 4. mei schei zu 5. der in d er 6 lier ein mei 7 nac Heiligung 326 dahin der Erde Lohn; wen die Liebe einzig dringet, fühlt in ihr den Himmel schon. 6. Zwar so manche Träne fließet dem, der edle Saat ge⸗ streut, wenn der Hoffnung Feld nicht sprießet oder wenig Frucht ihm beut; aber wer beim Säen weinet, freut doch einst sich, wärs auch spät; denn in ewger Frucht erscheinet, was die Liebe ausgesät. August Hermann Niemeyer 1754-1828 Machs mit mir Gott 326 Johann Hermann Schein 1628 A+ E—. I 1 + + + 1 S— M‚ ir nach, spricht Chri-stus, un-ser Held, mir Ver⸗leug-net euch, ver'-laßt die Welt, folgt —— P nach, ihr Chri⸗sten al⸗le! mei⸗nem Ruf und Schal-le; nehmt eu⸗er Kreuz und —.— 4—8 N ——.————— 4.—. Un⸗ge-mach auf euch, folgt mei-nem Wan-⸗del nach. 2. Ich bin das Licht, ich leucht euch für mit heilgem Tugend⸗ leben; wer zu mir kommt und folget mir, darf nicht im Finstern schweben. Ich bin der Weg, ich weise wohl, wie man wahrhaftig wandeln soll. 3. Mein Herz ist voll Demütigkeit, voll Liebe mein Ge⸗ müte; mein Mund, der fließt zu jeder Zeit von Sanftmut und von Güte. Mein Geist und Wille, Kraft und Sinn ist Gott ergeben, schaut auf ihn. 4. Ich zeig euch das, was schädlich ist, zu fliehen und zu meiden und euer Herz von arger List zu reingen und zu scheiden. Ich bin der Seelen Fels und Hort und führ euch zu der Himmelspfort. 5. Fällts euch zu schwer, ich 00 voran, ich steh euch an der Seite; ich kämpfe selbst, ich brech die Bahn, bin alles in dem Streite. Ein böser Knecht, der still darf stehn, wenn er den Feldherrn sieht angehn. 6. Wer seine Seel zu finden meint, wird sie ohn mich ver⸗ lieren; wer sie um mich verlieren scheint, wird sie in Gott einführen. Wer nicht sein Kreuz nimmt und folgt mir, ist mein nicht wert und meiner Zier. 7, So laßt uns denn dem lieben Herrn mit unserm Kreuz nachgehen und wohlgemut, getrost und gern bei ihm im 28¹ 327. 328 Heiligung Leiden stehen. Wer nicht gekämpft, trägt auch die Kron des ewgen Lebens nicht davon. Johann Scheffler 1624167⁷ Valet will ich dir geben 327 Leipzig 1615 IIIRRSSSSSSRRSEEEE + Nich Op⸗fer und nicht Ga-ben, auch Ruhm und ö noch was sonst Men-schen ha-ben, be-freit uns — Eee —— ——— Nur 8e-su Lie⸗* i i vom Gesricht. Nur Je⸗su Lie-be blei⸗bet, sie ist von —.—.—.—... E⸗wigkeit; was au-⸗ßer ihr uns trei-bet, ver⸗schwin⸗det + 1 1n ——. mit der Zeit. 2. Sie gibt uns Kraft und Leben, bricht jeden Bann ent⸗ zwei, lehrt helfen, trösten, geben, macht von der Lüge frei. Sie muß gerecht uns machen und los von Sündenlust, zum Beten und zum Wachen bewegen unsre Brust. 3. Sie ist die höchste Zierde, des Christentumes Kern, sie gilt als schönste Würde und Krone vor dem Herrn. Was hilfts, mit Engelzungen hochreden ohne Herz? Wen Liebe nicht durchdrungen, der ist ein totes Erz. 4. Geheimnisvolle Lehren und starker Glaubenssinn stehn nicht bei Gott in Ehren, wenn Liebe nicht darin. Der treibt nur arm Geschwätze, wer kalt und liebeleer der größten Weisheit Schätze darleget um sich her. 5. Der Vater ist die Liebe, der Sohn ist Lieb allein; des heilgen Geistes Triebe sind Liebe, heiß und rein. O Liebe, Lebensquelle vom Vater und vom Sohn, mach unsre Seelen helle, du Strom von Gottes Thron. Johannes Rothen 1797—1876 O du Liebe meiner Liebe 328 Urspr. weltlich, Brüdergem. 1735 HASE——— * 1——,—. O Durch-bre⸗cher al ⸗ler Ban⸗de, der du bei dem Scha-den, Spott und Schan-de lau⸗ter im⸗m Lust u 4. 0 seufze von 8 ungeg stehn Der der du ter SSISSS im-⸗-mer bei uns bist, Heiligung 328 N — + — ü⸗be fer⸗ner dein Ge⸗-rich-te IX Lust und Him-mel ist, ô äin,.n in n, ——————. 1—— wi⸗der un-sern A-⸗dams-sinn, bis uns dein so treu Ge— —j— II—H + I— IIiieeeee— sich⸗te füh-ret aus dem Ker-ker hin. 2. Ists doch deines Vaters Wille, daß du endest dieses Werk; hierzu wohnt in dir die Fülle aller Weisheit, Lieb und Stärk, daß du nichts von dem verlierest, was er dir geschenket hat, und es aus dem Treiben führest zu der süßen Ruhestatt. 3. Ach, so mußt du uns vollenden, willst und kannst ja anders nicht, denn wir sind in deinen Händen, dein Herz ist auf uns gericht't, ob wir wohl vor allen Leuten als gefangen sind geacht't, weil des Kreuzes Niedrigkeiten uns der Welt zum Spott gemacht. 4. Schaue doch auf unsre Ketten, da wir mit der Kreatur seufzen, ringen, schreien, beten um Erlösung von Natur, von dem Dienst der Eitelkeiten, der uns noch so harte drückt, ungeacht't der Geist zuzeiten sich auf etwas Beßres schickt. 5. Ach erheb die matten Kräfte, sich einmal zu reißen los und durch alle Weltgeschäfte durchzubrechen frei und groß. Weg mit Menschenfurcht und Zagen! Weich, Vernunft⸗ bedenklichkeit! Fort mit Scheu vor Schmach und Plagen! Weg des Fleisches Zärtlichkeit! 6. Wir verlangen keine Ruhe für das Fleisch in Ewigkeit; wie dus nötig findst, so tue noch vor unsrer Abschiedszeit. Aber unser Geist, der bindet dich im Glauben, läßt dich nicht, bis er die Erlösung findet, die dein treuer Mund verspricht. 7. Herrscher, herrsche, Sieger, siege, König, brauch dein Regiment, führe deines Reiches Kriege, mach der Sklaverei ein End! Aus dem Kerker führ die Seelen durch des neuen Bundes Blut; laß uns länger nicht so quälen, denn du meinst es mit uns gut. 8. Haben wir uns selbst gefangen in der Weltgefälligkeit, ach, so laß uns nicht stets hangen in dem Tod der Eitelkeit; denn die Last treibt uns zu rufen, alle flehen wir dich an: Zeig doch nur die ersten Stufen der gebrochnen Freiheitsbahnl 9. Ach, wie teur sind wir erworben, nicht der Menschen Knecht zu sein! Drum, so wahr du bist gestorben, mußt du uns auch machen rein, rein und frei und ganz vollkommen, nach dem besten Bild gebildt! der hat Gnad um Gnad genommen, wer aus deiner Füll sich füllt. 283 329 Heiligung 10. Liebe, zieh uns in dein Sterben; laß mit dir gekreuzigt Wer nu sein, was dein Reich nicht kann ererben; führ ins Paradie uns ein. Doch wohlan, du wirst nicht säumen, wo win nur nicht lässig sein. Wirds doch sein, als ob wir träumen,—— wenn die Freiheit bricht herein. Gottfried Arnold 1666—17ʃ1 1 329 Hannover 166— EV* 1— 1———.— ESEEEEEEE 110—1 O Gott, du from⸗mer Gott, du Brunn⸗quell gu⸗ter.— ohn den nichts ist, was ist, von dem wir al-le—= E——— Velt ge-sun⸗-den Leib gib mir, und daß in sol⸗chem rein + F + =— de gewasa , re.—. fertig Leib ein unver⸗letz-te Seel und rein Ge-wis ⸗sen bleib, Beista 2. Gib, daß ich tu mit Fleiß, was mir zu tun gebühret mir in wozu mich dein Befehl in meinem Stande führet; gib, neu, g daß ichs tue bald, zu der Zeit, da ich soll, und wenn ichh 4. tu, so gib, daß es gerate wohl. so ver 3. Hilf, daß ich rede stets, womit ich kann bestehen. Laß sa nich kein unnützlich Wort aus meinem Munde gehen, und wenn und d in meinem Amt ich reden soll und muß, so gib den Worten 5. 9 Kraft und Nachdruck ohn Verdruß. nimm 4. Findt sich Gefährlichkeit, so laß mich nicht verzagen durch gib einen Heldenmut, das Kreuz hilf selber tragen; gib, die 3 daß ich meinen Feind mit Sanftmut überwind und, wenn ich Rat bedarf, auch guten Rat erfind. Ich ru 5. Laß mich mit jedermann in Fried und Freundschaft leben, soweit es christlich ist. Willst du mir etwas geben an— Reichtum, Gut und Geld, so gib auch dies dabei, daß von unrechtem Gut nichts untermenget sei. 6. Soll ich auf dieser Welt mein Leben höher bringen— durch manchen sauren Tritt hindurch ins Alter dringen,— so gib Geduld; vor Sünd und Schanden mich Wenn 56.— auf daß ich tragen mag mit Ehren graues Haar. dei⸗ 7. Laß mich an meinem End auf Christi Tod abscheiden: lann die Seele nimm zu dir hinauf zu deinen Freuden; dem= Leib ein Räumlein gönn bei frommer Christen Grab, auf— daß er seine Ruh an ihrer Seite hab. Lie⸗ 8. Wenn du die Toten wirst an jenem Tag Lee so tu auch deine Hand zu meinem Grab ausstrecken; laß E hören deine Stimm und meinen Leib weck auf und führ ihn schön verklärt zum auserwählten Hauf. Ei 284 Johann Heermann 1585-1647 reuzigt Aradiet vo wir iumen, 6—17¹ der 166 —.— zu⸗ter al-les lchem bleib. zühret, gih, in ichs Laß wenn Vorten zagen Hib wenn ngen ingen, wahr, iden; Luf ecken,. laß führ 1b Heiligung 330. 331 Wer nur den lieben Gott 330 Georg Neumark 1657 —————— 223—.——.—.—— Waee O e⸗ten Gott, du rei⸗nes Wesen sen, der du die zur ste ten Woh⸗nung aus⸗er⸗le⸗sen, ach schaff ein —.—— 5 E—.————.——.— Ri⸗ nen Her⸗zen dir 3 rei⸗nes Herz in mir, ein Herz, das von der ar⸗ gen —— 2— E—. Welt sich rein und un-be⸗ fleckt er⸗hält. 2. Vor allem mache mein Gemüte durch ungefärbte Buße rein und laß es, Herr, durch deine Güte in Christi Blut gewaschen sein; so mache mich zur Reinigkeit des Lebens fertig und bereit. 3. Regiere mich mit deinem Geiste, der mein getreuer Beistand sei und mir erwünschte Hilfe leiste; Gott, stehe mir in Gnaden bei und gib mir einen solchen Geist, der neu, gewiß und willig heißt. 4. Doch, weil ich meine Schwachheit——— mein Vater, so verwirf mich nicht und sioß mich wegen meiner Werke ja nicht von deinem Angesicht; laß mich hier in der Gnade stehn und dort in deinen Himmel gehn. 5. Nimm deinen Geist, du Gott der Liebe, ja nun und nimmermehr von mir und leite mich durch seine Triebe, 900 seinen Beistand für und für. So führe du mich durch die Zeit hin zu der reinen Ewigkeit. 17²⁰ Ich ruf zu dir 331 Wittenberg 1535 EE O Je⸗su Christ, mein schön⸗ stes Licht, der du in so hoch mich liebst,— ich es nicht aus⸗spre⸗chen E. S dei⸗ Em ugch 1—— in gib, mein Herz dich—3— mit RRRTRT in,= i. Lie⸗ben und Ver⸗lan⸗ gen mög um-⸗fan⸗ 22— und als dein ..., 25 Ei ⸗gen⸗tum nur ein⸗zig an dir han-genl 332 Heiligung 2. Gib, daß sonst nichts in meiner Seel als deine Liebe wohne; gib, daß ich deine Lieb erwähl als meinen Schatz und Krone; stoß alles aus, nimm alles hin, was mich und dich will trennen und nicht gönnen, daß all mein Mut und Sinn in deiner Liebe brennen! 3. Wie freundlich, selig, süß und schön ist, Jesu, deine Liebel Wenn diese steht, kann nichts entstehn, das meinen Geist be— trübe; drum laß nichts anders denken mich, nichts sehen, fühlen, hören, lieben, ehren als deine Lieb und dich, der du sie kannst vermehren. 4. O daß ich dieses hohe Gut möcht ewiglich besitzen! O daß in mir die edle Glut ohn Ende möchte hitzen! Ach hilf mir wachen Tag und Nacht und diesen Schatz bewahren vor den Scharen, die wider uns mit Macht aus Satans Reiche fahren. 5. Was ists, o Schönster, das ich nicht in deiner Liebe habe? Sie ist mein Stern, mein Sonnenlicht, mein Quell, da ich mich labe, mein süßer Wein, mein Himmelsbrot, mein Kleid vor Gottes Throne, meine Krone, mein Schutz in aller Not, mein Haus, darin ich wohne. 6. Du hast mich je und je geliebt und auch nach dir gezogen; eh ich noch etwas Guts geübt, warst du mir schon gewogen. Ach laß doch ferner, edler Hort, mich diese Liebe leiten und begleiten, daß sie mir immerfort beisteh auf allen Seiten! Paul Gerhardt 1607—1676 Wie schön leuchtet 3332 Frankfurt a. M. 15900 16—.— ö 4.— I— ꝗ2W——— I + —* O Je⸗su, Je⸗su, Got⸗tes Sohn, mein Bru⸗der du weißt es, daß ich re⸗ de wahr, vor dir ist ......— 1 und mein Gna⸗den⸗thron, mein Schatz, mein Freud und al les son- nen- klar und kla ⸗ rer als die 5 715 11¹ 4—— SISISISIISISIISIIIIIIIIIEFEI8 Won⸗ne: Son⸗ne. Herz-lich lieb ich mit Ge-fal-len dich vor d, ,.,, i,. 7——— al⸗len, nichts auf Er-den kann und mag mir lie-ber wer-den. 2. Dies ist mein Schmerz, dies kränket mich, daß ich nicht gnug kann lieben dich, wie ich dich lieben wollte. Ich werd von Tag zu Tag entzündt; je mehr ich lieb, je mehr ich find, daß ich dich lieben sollte. Von dir laß mir deine Güte ins Gemüte lieblich fließen, so wird sich die Lieb ergießen. 28 ö schmü Liebe Schatz h und Mut Liebel ist be⸗ sehen, der werd Heiligung 333 3. Durch deine Kraft treff ich das Ziel, daß ich, soviel ich soll und will, dich allzeit lieben könne. Nichts auf der ganzen weiten Welt, Pracht, Wollust, Ehre, Freud und Geld, wenn ich es recht besönne, kann mich ohn dich gnugsam laben; ich muß haben reine Liebe, die tröst't, wenn ich mich betrübe. 4. Denn wer dich liebt, den liebest du, schaffst seinem Herzen Fried und Ruh, erfreuest sein Gewissen. Es geh ihm, wie es woll, auf Erd, wenn ihn gleich ganz das Kreuz verzehrt, soll er doch dein genießen. Ewig selig nach dem Leide, volle Freude wird er finden, alles Trauern muß verschwinden. 198 Kein Ohr hat jemals dies gehört, kein Mensch gesehen gelehrt, es kanns niemand beschreihen, was denen 30r für Herrlichkeit bei dir und von dir ist bereit't, die in der Liebe bleiben. Gründlich läßt sich nicht erreichen noch vergleichen den Weltschätzen dies, was uns dort wird ergötzen. 6. Drum laß ich billig dies allein, o Jesu, meine Sorge sein, daß ich dich herzlich liebe; daß ich in dem, was dir efällt und mir dein klares Wort vermeldt, aus Liebe mich sets übe, bis ich endlich werd abscheiden und mit Freuden zu dir kommen, aller Trübsal ganz entnommen. 7. Da werd ich deine Süßigkeit, die jetzt gerühmt ist weit und breit, in reiner Liebe schmecken und sehn dein liebreich Angesicht mit unverwandtem Augenlicht ohn alle Furcht und Schrecken. Reichlich werd ich sein erquicket und ge⸗ schmücket vor dem Throne mit der schönen Himmelskrone. Johann Heermann 1585—1647 130 Thomas Selle 1655 FHE— 6 + H + —— E Ur⸗sprung des Le⸗bens, o e-wi⸗ges Licht, da 12— I 1 +— I 6— ——— 1 + 1 + HV ———....—.—— ů nie⸗mand ver⸗ge-bens sucht, was ihm ge-bricht, le⸗ H.: 2 t—.—. .. DDDIII f 43.. + +—2.—— 1 + 1——— ben⸗ di ge Quel⸗le, die——5 und hel⸗le sich E— e aus sei⸗nem hei⸗li-gen Tem⸗pel er⸗ gleßt und in die be⸗ SPIPI.III.I.III ——— gie ⸗ri⸗ gen See⸗len ein-fließt! 334 Heiligung 2. Du sprichst: Wer begehret zu trinken von mir, was ewiglich nähret, der komme; allhier sind himmlische Ga⸗ ben, die kräftiglich laben; er trete im Glauben zur Quelle heran; hier ist, was ihn ewig beseligen kann. 3. Hier komm ich, mein Hirte, mich dürstet nach dir; o Liebster, bewirte dein Schäflein allhier. Du kannst dein Versprechen mir Armen nicht brechen; du siehest, wie elend und bin ich bin, auch gibst du die Gaben aus Gnaden nur hin. 4. Du, süße Flut, labest Geist, Seele und Mut, und wen du begabest, findt ewiges Gut. Wenn man dich ge— nießet, wird alles versüßet, es jauchzet, es singet, es springet das Herz, es weichet zurücke der traurige Schmerz. 5. Drum gib mir zu trinken, wie dein Wort verheißt; laß gänzlich versinken den sehnenden Geist im Meer deiner Liebe, laß heilige Triebe mich immerfort treiben zum Himmlischen hin; es werde mein Herze ganz selig darin. 6. Wenn du auch von Leiden mir schenkest was ein, so gib, dir mit Freuden gehorsam zu sein. Denn alle die, welche mittrinken vom Kelche, den du hast getrunken im Leiden allhier, die werden dort ewig sich freuen mit dir. 7. Drum laß mich auch werden, mein Jesu, erquickt da, wo deine Herden kein Leiden mehr drückt; wo Freude die Herrit wo liebliche Stille, wo Wonne, wo Fbetohnt wo Herrlichkeit wohnt, wo heiliges Leben wird ewig belohnt. Christian Koitsch w1671—1735 Wie wohl ist mir o Freund 334 Halle 1704 +— EEEEEEE + O Va⸗ter⸗ herz, o Licht, o Le⸗ben, o treu ⸗er dir bin ich ein-mal ü- ber- ge-ben, dir, dir ge⸗ — 1——ꝛ— H+—.— S.SꝗS S SP............ Hirt Im-ma⸗ nu=el, hö⸗ret Leib und Seel. — I— 3 6355— 8—.— füh⸗ren, der Va⸗ter soll das Kind re-gie ren! So DDPDP.. geh nun mit mir aus und ein und lei-te mich auf 288 Ich will mich nicht mehr sel⸗ber zum ber Heiligung 334 PIISS al⸗len Trit-ten; ich geh, ach hör, o Herr, mein —— +——.= 90 n II—— Bit⸗ ten, für mich nicht ei-nen Schritt al-lein. 2. Was kann dein schwaches Kind vollbringen? Ich weiß mir gar in keinem Rat; drum sei in groß und kleinen Dingen mir immer selber Rat und Tat. Du willst dich meiner gar nicht schämen, ich mag dich ja zu allem nehmen, du willst mir selber alles sein. So sollst du denn in allen Sachen den Anfang und das Ende machen: dann stellt sich lauter Segen ein. 3. Du leitest mich, ich kann nicht gleiten; dein Wort muß ewig feste stehn. Du sprichst, dein Auge soll mich leiten, dein Angesicht soll vor mir gehn; ja, deine Güt und dein Erbarmen soll mich umfangen und umarmen. O daß ich nur recht kindlich sei, bei allem gläubig zu dir flehe und stets auf deinen Wink nur sehe: so spür ich täglich neue Treu. 4. O daß ich auch im kleinsten merke auf deine Weisheit, Güt und Treu, damit ich mich im Glauben stärke, dich lieb und lob und ruhig sei und deine Weisheit lasse walten, stets Ordnung, Maß und Ziel zu halten; denn lauf ich vor, so lauf ich an. Drum mach im besten mich gelassen, nichts ohne dich mir anzumaßen; nur was du tust, ist wohlgetan. 5. O daß ich mich in nichts verweilte, was mir die Zeit und Kraft verzehrt; o daß ich stets zum Himmel eilte! Mein Held, umgürte du dein Schwert und brich durch alle Hindernisse, ja, laß nach deinem Wort die Füße hinfort gewisse Tritte tun; laß mich in allen Wort und Werken auf deines Geistes Trieb nur merken und nicht in eignem Willen ruhn! 6. Ach mach einmal mich treu und stille, daß ich dir immer folgen kann! Nur dein, nur dein vollkommner Wille sei mir hier Schranke, Lauf und Bahn. Laß mich nichts mehr für mich verlangen, ja, laß mir nichts am Herzen hangen als deines großen Namens Ruhm: der sei allein mein Ziel auf Erden; ach laß mirs nie verrücket werden! denn ich bin ja dein Eigentum. 7. Laß mich in dir den Vater preisen, wie er die Liebe selber ist; laß deinen Geist mir klärlich weisen, wie du von ihm geschenkt mir bist. Ach offenbare deine Liebe und wirke doch die heißen Triebe der wahren Gegenlieb in mir; durchdringe dadurch Herz und Sinnen, daß ich hinfort mein ganz Beginnen allein zu deinem Lobe führ! Karl Heinrich von Bogatzky 1690-I774 * Schlesisches Provinzial⸗Gesangbuch 19 289 Heiligung 335 Herrnhuter Mel. gedr. 1745 IE Rin⸗ge recht, wenn Got-tes Gna⸗de dich nun zie⸗het und be⸗kehrt, daß dein Geist sich recht ent⸗la-de von der + + + UI — EI —— — 2— II Last, die ihn be⸗schwert. 2. Ringe, denn die Pfort ist enge, und der Lebensweg ist schmal; hier bleibt alles im Gedränge, was nicht zielt zum Himmelssaal. 3. Kämpfe bis aufs Blut und Leben, dring hinein in Gottes Reich; will der Satan widerstreben, werde weder matt noch weich. 4. Ringe, daß dein Eifer glühe und die erste Liebe dich von der ganzen Welt abziehe; halbe Liebe hält nicht Stich. 5. Ringe mit Gebet und Schreien, halte damit feurig an; laß dich keine Zeit gereuen, wärs auch Tag und Nacht getan. 6. Hast du dann die Perl errungen, denke ja nicht, daß du nun alles Böse hast bezwungen, das uns Schaden pflegt zu tun. 7. Nimm mit Furcht ja deiner Seele, deines Heils mit ittern wahr; hier in dieser Leibeshöhle schwebst du täg⸗ lich in Gefahr. 8. Halt ja deine Krone feste, halte männlich, was du hast; recht beharren ist das beste, Rückfall ist ein böser Gast. 9. Nichts hab Aug und und schaffen mit der schnöden Eitelkeit; bleibe Tag und Nacht in Waffen, Trägheit flieh und Sicherheit. 10. Laß dem Fleische nicht den Willen, gib der Lust den Zügel nicht; willst du die Begierden stillen, so verlischt das Gnadenlicht. 11. Wahre Treu führt mit der Sünde bis ins Grab be⸗ Idem Krieg, richtet sich nach keinem Winde, sucht in edem Kampf den Sieg. 12. Wahre Treu liebt Christi Wege, steht beherzt auf ihrer Hut, weiß von keiner Weltlust Pflege, hält sich selber nichts zugut. 290 Heiligung 336 13. Wahre Treu kommt dem Getümmel dieser Welt nie⸗ mals zu nah; ist ihr Schatz doch in dem Himmel, drum ist auch ihr Herz allda. 14. Dies bedenket wohl, ihr Streiter; streitet recht und ürchtet euch, dringet alle Tage weiter, bis ihr kommt ins Himmelreich. Johann Josef Winckler 1670—1722 Wachet auf ruft uns 336 Frankfurt a. M. 1599 13— SEEEEIEEEEEE 5.5— Ry„stet euch, ihr Chri-⸗sten-leu⸗te, die Fein⸗de Wappnet euch mit Got⸗tes Wor⸗te und kämp⸗fet SSS. I T I III 1— 1 su⸗chen euch zur Beu-te, ja, Sa⸗tan selbst hat eur be⸗gehrt. frisch an je⸗dem Or⸗te, da⸗mit ihr blei-bet un⸗ver⸗sehrt. EAREEEEE ——.—.—————. I Ist euch der Feind zu schnell? Hier ist Im-ma⸗nu ⸗ el. Ho⸗si⸗ an⸗nal Der Star⸗ke fällt durch die-sen Held, und —=...— H 3,.. wir be⸗hal ⸗ten mit das Feld. 2. Reinigt euch von euren Lüsten, besieget sie, die ihr seid Christen, und stehet in des Herren Kraft. Stärket euch in Jesu Namen, daß ihr nicht strauchelt wie die Lahmen; wo ist des Glaubens Ritterschaft? Wer hier ermüden will, der schaue auf das Ziel; da ist Freude. Wohlan, so seid zum Kampf bereit, so krönet euch die Ewigkeit. 3. Streitet recht die wengen Jahre, eh ihr kommt auf die Totenbahre; kurz, kurz ist unser Lebenslauf. Wenn Gott wird die Toten wecken und Christus wird die Welt erschrecken, so stehen wir mit Freuden auf. Gottlob, wir sind versöhnt; daß uns die Welt verhöhnt, währt nicht lange, und Gottes Sohn hat längstens schon uns bei⸗ gelegt die Ehrenkron. 4. Jesu, stärke deine Kinder und mach aus denen Aber⸗ winder, die du erkauft mit deinem Blut. Schaff in uns ein neues Leben, daß wir uns stets zu dir erheben, wenn 29¹ 337 Heiligung uns entfallen will der Mut. Gieß aus auf uns den Geist, dadurch die Liebe fleußt in die Herzen: so halten wir getreu an dir im Tod und Leben für und für. Wilhelm Erasmus Arends 1677-1721 Wie nach einer Wasserquelle 3 42. französischer Psalm 1551 ..t. ——————— Schaf fet schaf-fet, Men⸗schen⸗kin⸗ der, schaf⸗fet bau⸗et icht wie sich- re Sün⸗»der, nur auf + +—— — 255ᷣ. 95 Weu⸗ ne Zeis son⸗dern schau⸗et ü⸗ber euch, ö.. 1I—..— rin⸗get nach dem Him-mel-reich und be-mü-het euch an IIII „—„— Er⸗ den, wie ihr mö⸗get se⸗lid wer⸗den. 2. Daß nun dieses mög geschehen, müßt ihr nicht nach Fleisch und Blut und nach dessen Neigung gehen; sondern, was Gott will und tut, das muß ewig und allein eures Lebens Richtschnur sein, es mag Fleisch und Blut in allem übel oder wohl gefallen. 3. Ihr habt Ursach zu bekennen, daß in euch noch Sünde steckt, daß ihr Fleisch vom 916005) zu nennen, daß euch lauter Elend eckt, und daß Gottes Gnadenkraft nur allein das Gute sch afft, ja, daß außer seiner Gnade in euch nichts denn Seelenschade. 4. 1 wer im Glauben kämpfet, selig, wer im Kampf besteht und die Sünden in sich dämpfet; selig, wer die Welt verschmäht! Unter Christi Kreuzesschmach jaget man dem Frieden nach; wer den Himmel will ererben, muß zuvor mit Christo sterben. 5. Werdet ihr nicht treulich ringen, sondern träg und lässig sein, eure Neigung zu bezwingen, so bricht eure Hoffnung ein. Ohne tapfern Streit und Krieg folget niemals rechter Sieg; wahren Siegern wird die Krone beigelegt zum Gnadenlohne. 6. Mit der Welt sich lustig machen, hat bei Christen keine Statt, sündlich reden, tun und lachen, schwächt den Geist und macht ihn matt. Unter Christi Krenzesfahn geht 292 —— Heiligung 338 es wahrlich niemals an, daß man noch mit frechem Herzen mit der Sünde wollte scherzen. 7. Furcht muß man vor Gott stets tragen, denn er kann mit Leib und Seel uns im Zorne niederschlagen. Er ists, der des Geistes Ol und, nachdem es ihm beliebt, Wollen und Vollbringen gibt. O, so laßt uns zu ihm gehen, Gott um Gnade anzuflehen. 8. Und dann kreuzigt eure Glieder, drin die Sündenlust sich regt, kämpft den alten Menschen nieder, bis ihm seine Macht gelegt. Was euch ärgert, hauet ab, was euch hindert, senkt ins Grab und denkt stets an Jesu Worte: Oringet durch die enge Pforte! 9. Zittern will ich vor der Sünde und dabei auf Jesum sehn, bis ich seinen Beistand finde, in der Gnade zu be⸗ stehn. Ach niein Heiland, geh doch nicht mit mir Armen ins Gericht: gih mir deines Geistes Waffen, meine Seligkeit zu schaffen. 10. Amen, es geschehe, Amen! Gott versiegle dies in mir, daß ich auch in Jesu Namen so den Glaubenskampf aus⸗ führ. Er verleihe Kraft und Stärk und regiere selbst das Werk, daß ich wache, bete, ringe und also zum Himmel deinge. Ludwig Gotter 1664—1735 Jesus meine Zuversicht 1 338 Berlin 1653 1 4 ES EEEEEEEEEE 9— 50 ee⸗le, was er⸗müdst du dich in den Din⸗gen die doch bald ver-zeh⸗ ren sich und zu Staub und +2— die⸗ser Er ⸗ den, Su⸗che Je⸗ 1011 R Aesche wer⸗ den? Su⸗che Je⸗sum und sein Licht, 2— — ZI+ I I 1 + + I 193——7— I—— + IB— al⸗les an-dre hilft dir nicht. 2. Sammle den zerstreuten Sinn, laß ihn sich zu Gott aufschwingen, richt ihn stets zum Himmel hin, laß ihn in die Gnad eindringen: suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 3. Du verlangst oft süße Ruh, dein betrübtes Herz zu laben; eil zum Lebensquell hinzu, da kannst du sie reich lich haben: suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 293 339 Heiligung 4. Fliehe die unselge Pein, die das finstre Reich gebieret: laß nur den dein Labsal sein, der zur Glaubensfreude führet: suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 5. Geh in Einfalt nur einher, laß dir nichts das Ziel verrücken; Gott wird aus dem Liebesmeer dich, den Kranken, schon erquicken: suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 6. Du bist ja ein Hauch aus Gott und aus seinem Geist geboren, bist erlöst durch Christi Tod und zu seinem Reich erkoren: suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 7. Schwinge dich fein oft im Geist über alle Himmels⸗ höhen, laß, was dich zur Erde reißt, weit von dir ent⸗ fernet stehen: suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 8. Nahe dich dem lautern Strom, der vom Thron des Lammes fließet und auf die, so keusch und fromm, sich in reichem Maß ergießet: suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 9. Laß dir seine Majestät immerdar vor Augen schweben; laß mit brünstigem Gebet sich dein Herz zu ihm erheben: suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 10. Sei im übrigen ganz still, du wirst schon zum Ziel gelangen; glaube, daß sein Liebeswill stillen werde dein Verlangen: drum such Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. Jakob Wolf 1684—1754 Jesus meine Zuversicht II 339 Lüneburg 1686 E—. 8—— IIEEFIIEEIEEI Steil und dor⸗nicht ist der Pfad, der uns zur Voll⸗ Se⸗lig ist, wer ihn be⸗trat und als Strei⸗ ter 6 HE—— HH H4 4—— 2— —.————————— Dein itenetel se⸗lig, wer den Lauf voll⸗bringt und am 2. EH —.—..— EH — 1.m̃————— Ziel erst nie-der-sinkt. 2. berschwenglich ist der Lehn der bis in den Tod Ge⸗ treuen, die, der Lust der Welt entflohn, ihrem Gotte ganz sich weihen, deren Hoffnung unverrückt nach der Sieges⸗ krone blickt. 3. Den wir lieben und nicht sehn, er hat uns den Lohn errungen, von dem Kreuz zu Gottes Höhn hat, der starb, TfTr„ 11 ** Heiligung 340 ch aufgeschwungen. Sieger in des Todes Nacht, sprach er seldst Es ist vollbracht! 4. Herzog unsers Heils, zu dir zieh uns nach, die Schar der Streiter! Sturm und Nacht umfängt uns hier; jen⸗ seits ist es still und heiter. Hoffnung sieht das Morgenrot schimmern hinter Grab und Tod. 5. Auf denn, Mitgenossen, geht mutig durch die kurze Wüste; seht auf Ielum, wachet, fleht, daß Gott selbst zum Kampf euch rüste. Der im Schwachen mächtig ist, gibt uns Sieg durch Jesum Christ. Samuel Gottlieb Bürde 1753-1831 25— * ꝗ + 340 Leipzig 1539 —.— +., 2 E ——————— ö— Va⸗ter un-ser im Him-mel-reich, der du uns al⸗ le I———.— 1—— SSIIPIꝑIꝑPꝑPIPIPIꝑIꝑIPIs‚xI‚IfIII.... —————.— hei⸗ßest gleich Brü- der sein und dich ru-fen an und willst das , Be⸗ten von uns han: gib, daß nicht bet al-lein der Mund; hilf, st + N —— +— 1—— 4.—.— —— E. daß es geh von Her-zens⸗grund. Ea 2. Geheiligt werd der Name dein, dein Wort bei uns hilf halten rein, daß auch wir leben heiliglich, nach deinem Namen würdiglich. Behüt uns, Herr, vor falscher Lehr; das arm, verführte Volk bekehr. 3. Es komm dein Reich zu dieser Zeit und dort hernach in Ewigkeit. Der heilge Geist uns wohne bei mit seinen Gaben mancherlei. Des Satans Zorn und groß Gewalt zerbrich, vor ihm dein Kirch erhalt. 4. Dein Will gescheh, Herr Gott, zugleich auf Erden wie im Himmeereich. Eib uns Geduld in Leidenszeit, gehor⸗ sam sein in Lieb und Leid; wehr und steur allem Fleisch und Blut, das wider deinen Willen tut. 5. Gib uns heut unser täglich Brot, was man bedarf zur Leibesnot; behüt uns, Herr, vor Unfried, Streit, vor Seuchen und vor teurer Zeit, daß wir in gutem Frieden stehn, der Sorg und Geizes müßig gehn. 295 341 Heiligung 6. All unsre Schuld vergib uns, Herr, daß sie uns nicht betrübe mehr, wie wir auch unsern Schuldigern ihr Schuld und Fehl vergeben gern; zu dienen mach uns all bereit in rechter Lieb und Einigkeit. ö 7. Führ uns, Herr, in Versuchung nicht: wenn uns der böse Geist anficht zur linken und zur rechten Hand, hilf uns tun starken Widerstand, im Glauben fest und wohlge⸗ rüst't und durch des heilgen Geistes Trost. 8. Von allem Ubel uns erlös, es sind die Zeit und Tage bös; erlöse uns vom ewgen Tod und tröst uns in der letzten Not; bescher uns auch ein selig End, nimm unsre Seel in deine Händ. 9. Amen, das ist: es werde wahr. Stärk unsern Glauben immerdar, auf daß wir ja nicht zweifeln dran, was wir hiermit gebeten han auf dein Wort, in dem Namen dein: so sprechen wir das Amen fein. Martin Luther 1483—1546 Alle Menschen müssen sterben 341 Jakob Hintze 1678 SIIBIII‚JI—— SSS—— er das Klein-od will er-lan-gen, der muß wer die Kro-ne will emp⸗fan-gen, der muß —— f—.—— 2 f E lau⸗-fen, was er kann; er 921. kämp⸗fen als ein Mann, da ⸗ zn muß er sich bei⸗ ——R 1 D zei⸗ten auf das be-ste zu-be⸗rei⸗ten, al⸗les an⸗-dre + EEEEEIEEEEEEEE I + II las⸗sen gehn, was ihm kann im Wege stehn. 2. Herzens⸗Jesu, deine Güte hält auch mir ein Kleinod für, das enkzückt mir mein Gemüte durch den Reichtum seiner Zier. O, wie glänzt die schöne Krone von dem hohen Ehrenthrone, die du in der Herrlichkeit deinen Streitern hast bereit't! 3. Mich verlangt von ganzem RWit daß sie mög mein eigen sein, ja, ich sehne inich mit Schmerzen nach dem freudevollen Schein; doch das Laufen macht mir bange, und 296 Heiligung 342 der Kampf währt mir zu lange; Welt und eitle Sündenlust drücken schwer auf meine Brust. 4. Drum, mein Jesu, steh mir Armen in so großer Schwach⸗ heit bei, laß dich meiner Not erbarmen, mache mich von allem frei, was mir will mein Ziel verrücken; laß recht in die Zeit mich schicken, gib mir Kraft und Freudigkeit, fördre meinen Lauf und Streit! 5. Es verlohnt sich wohl der Mühe, ob mirs gleich oft sauer wird, wenn ich mich der Welt entziehe, die mich locket und verwirrt. Deine teure Gnadenkrone ist mir übergnug zum Lohne; wirst du nur mein Beistand sein, so ist sie in kurzem mein. Johann Mentzer 16581734 1 + + +— I— 2 IIEE——— 2— + + + 1— 1 22 + 1 E— + 1 + Chri⸗sti Knecht!l Im Sün⸗den-dienst ist Skla⸗ve⸗ + rei, in Chri⸗sto Kin⸗-des-⸗ recht. + + + I 2— 2. Im Sündendienst ist Finsternis, den Weg erkennt man nicht; bei Christo ist der GBang gewiß, man wandelt in dem Licht. 3. Im Sündendienst ist Haß und Leid, man plagt und wird betrübt; in Christi Reich ist Freudigkeit, man liebt und wird geliebt. 4. Die Sünde gibt den Tod zum Lohn, das heißt ja schlimm gedient! Das Leben aber is im Sohn, der uns mit Gott versühnt. 5. O Heiland, dir nur dien ich gern, denn du hast mich erkauft; ich weiß und will sonst keinen Herrn, auf dich bin ich getauft. 6. Wen du frei machst, der ist recht frei, du schenkst ihm alle Schuld, und darum dank ich deiner Treu und rühme deine Huld. 7. Ich bete an, Herr Jesu Christ, und sage: Ich bin dein. Nimm mich zu dir; denn wo du bist, soll auch dein Diener sein. Philipp Friedrich Hiller 1699—1769 Schlesisches Provinzial⸗Gesangbuch 20 297 4. Kreuz und Trost O Gott du frommer Gott 1 343 Hannover 1648 —— + + EEEE. .—.—.— 2—— Ach Gott, ver⸗laß mich nicht, gib mir die Gna-den⸗ ach füh⸗re mich, dein Kind, daß ich den Lauf voll⸗— —2— E ö ö — PPPPPPPPP 2— hän⸗de 2i de zu mei⸗ner Se lig-keit; sei du mein Le-bens⸗ + +I I + III LI ———.—4 E—.— licht, mein Stab, mein Hort, mein Schutz: ach Gott, ver⸗ — I In— — 5——— EI. laß mich nicht. 2. Ach Gott, verlaß mich nicht, regiere du mein Wallen; ach laß mich nimmermehr in Sünd und Schande fallen; gib mir den guten Geist, gib Glaubenszuversicht, sei meine Stärk und Kraft: ach Gott, verlaß mich nicht. 3. Ach Gott, verlaß mich nicht, ich ruf aus Herzensgrunde; ach Höchster, stärke mich in jeder bösen Stunde. Wenn mich Versuchung plagt und meine Seel anficht, so weiche nicht von mir: ach Gott, verlaß mich nicht. 4. Ach Gott, verlaß mich nicht, ach laß dich doch bewegen; ach Vater, kröne doch mit reichem Himmelssegen die Werke des Berufs, die Werke meiner Pflicht, zu tun, was dir gefällt: ach Gott, verlaß mich nicht. 298 Kreuz und Trost 344 5. Ach Gott, verlaß mich nicht; ich bleibe dir ergeben. Hilf mir, o großer Gott, recht glauben, christlich leben und selig cheiden ab, zu sehn dein Angesicht. Hilf mir in Not und od: ach Gott, verlaß mich nicht. Salomo Franck 1659—1725 Bater unser im Himmelreih 344 Leipzig 1539 *— +— +—ẽ— + + 1 N EP + + +—— + +——— H— Ach Gott, wie man⸗ches Her⸗ze⸗leid be⸗ geg⸗net —— 2 1 1—— 2—— —.————.—— 1 mir zu die⸗ser Zeit! Der schma⸗le Weg ist trüb⸗sal-voll, den ich zum Him⸗mel wan⸗dern soll. Wie schwer⸗lich läßt doch ESS— E öäꝑꝑPSSPSPSPSPPI III II ö?,, Fleisch und Blut sich zwin-gen zu dem ew-gen Gut! 2. Wo soll ich mich denn wenden hin? Zu dir, Herr Jesu, steht mein Sinn. Bei dir mein Herz Trost, Hilf und at allzeit gewiß gefunden hat; niemand jemals ver⸗ lassen ist, der hat getraut auf Jesum Christ. 3. Jesu, mein Herr und Gott allein, wie süß ist mir der Name dein! Es kann kein Trauern sein so schwer, dein süßer Nam erfreut viel mehr; kein Elend mag so bitter sein, dein süßer Trost, der linderts fein. 4. Ob mir gleich Leib und Seel verschmacht't, so weißt du, Herr, daß ichs nicht acht; wenn ich dich hab, so hab ich wohl, was ewig mich erfreuen soll. Dein bin ich ja mit Leib und Seel, was kann mir tun Sünd, Tod und Höll? 5. Kein besser Treu auf Erden ist denn nur bei dir, Herr Jesu Christ. Ich weiß, daß du mich nicht verläßt, dein Wahrheit bleibt mir ewig fest; du bist mein rechter, treuer Hirt, der ewig mich behüten wird. 6. Jesu, mein Freud, mein Ehr und Ruhm, meins Herzens Schaß und mein Reichtum, ich kanns doch ja nicht zeigen an, wie hoch dein Nam erfreuen kann. Wer Glaub und Lieb im Herzen hat, der wirds erfahren mit der Tat. 7. Jesu, du edler Bräutgam wert, mein höchste Zier auf dieser Erd, an dir allein ich mich ergötz weit über alle nin Schätz. So oft ich nur gedenk an dich, all mein emüt erfreuet sich. 299 ——sss 345 Kreuz und Trost 8. Wenn ich mein Hoffnung stell zu dir, so fühl ich Fried und Trost in mir. Wenn ich in Nöten bet und sing, so wird mein Herz recht guter Ding; dein Geist bezeugt, daß solches frei des ewgen Lebens Vorschmack sei. 9. Drum will ich, weil ich lebe noch, das Kreuz dir fröhlich tragen nach. Mein Gott, mach mich dazu bereit: es dient zum besten allezeit. Hilf mir mein Sach recht greifen an, daß ich den Lauf vollenden kann. Martin Moller 1547-1606 34⁵5 Frankfurt a. M. 1738 SSSIIISI Al⸗les ist an Got⸗tes Se⸗gen und an sei⸗ner EIE Gnad ge⸗le⸗gen ü⸗ber al⸗-les Geld und Gut. Wer auf 1! +— 1 ————— 3 let-zet ei⸗ nen frei⸗ en Hel⸗-den-⸗ mut. I — 2 II 1 1 I I Auns 4 2. Der mich hat bisher ernähret und so manches Glück bescheret, ist und bleibet eõwig mein. Der mich wunder⸗ lich geführet und noch leitet und regieret, wird forthin mein Helfer sein. 3. Viele mühen sich um Sachen, die nur Sorg und Unruh machen und ganz unbeständig sind; ich begehr nach dem zu ringen, was mir kann Genüge bringen und man jetzt gar selten findt. 4. Hoffnung kann das Herz erquicken; was ich wünsche, wird sich schicken, so es anders Gott gefällt. Meine Seele, Leib und Leben hab ich seiner Gnad ergeben und ihm alles heimgestellt. 5. Er weiß schon nach seinem Willen mein Verlangen zu erfüllen; es hat alles seine Zeit. Ich hab ihm nichts 49911 Wüll. Din wie Gott will, so muß es bleiben; wann Gott will, bin ich bereit. 6. Soll ich hier noch länger leben, will ich ihm nicht widerstreben; ich verlasse mich auf ihn. Ist doch nichts, das lang bestehet, alles Irdische vergehet und fährt wie ein Strom dahin. 1676 300⁰ Kreuz und Trost 346 Singen wir aus Herzensgrund 346 Vorref., böhm. Brüder 1544 —..— 3 SIE Auf den Ne⸗bel folgt die Sonn, auf das Trau⸗ern I III +— 4 + P +* E 1— + Freud und Wonn, auf die schwe⸗re, bitt- re Pein EE 1— stellt sich Trost und Lab⸗sal ein. Mei⸗ne See ⸗le, —— 11 Wi it——— + ꝑS SPSISPS.SPSIPS.PIIIII— die zu ⸗vor sank bis zu dem Höl⸗len-⸗ tor, steigt nun DIie — 24— 1 bis zum Him⸗mels=chor. 2. Gott läßt keinen traurig stehn noch mit Schimpf zu⸗ rücke gehn, der sich ihm zu eigen schenkt und ihn in sein Hn. senkt. Wer auf Gott Lei Hoffnung setzt, findet endlich und zuletzt, was ihm Leib und Seel ergötzt. 3. Kommts nicht heute, wie man will, sei man nur ein wenig still; ist doch morgen auch ein Tag, da die Wohl⸗ fahrt kommen mag. Gottes Zeit hält ihren Schritt, wenn die kommt, kommt unsre Bitt und die Freude reichlich mit. 4. Als ich furchtsam und verzagt mich selbst und mein Rant plagt, als ich manche liebe Nacht mich mit Wachen rank gemacht, als mir aller Mut entfiel: tratst du, mein Gott, selbst ins Spiel, gabst dem Unfall Maß und Ziel. 5. Nun, solang ich in der Welt haben werde Haus und Zelt, soll mir dieser Wunderschein stets vor meinen Augen Dnei ich will all mein Leben lang meinem Gott mit Lobgesang hierfür bringen Lob und Dank. 6. Allen Jammer, allen Schmerz. den des ewgen Vaters Herz mir schon jetzt hat zugezählt oder künftig aus⸗ erwählt, will ich hier in diesem Lauf meines Lebens all⸗ zuhauf frisch und freudig nehmen auf. 7. Ich will gehn in Angst und Not, ich will gehn bis in den Tod, ich will gehn ins Grab hinein und doch all⸗ zeit fröhlich sein. Wem der Stärkste bei will stehn, wen der Höchste will erhöhn, kann nicht ganz zugrunde gehn. Paul Gerhardt 1607—1676 30¹ 347. 348 Kreuz und Trost Was Gott tut 347 Weimar 1681 .— uf Gott und nicht auf mei-nen Rat will ich mein und dem, der mich er-schaf-fen hat, mit gan⸗zer A e en Er, der die Welt all-mäch⸗tig hält, wird See⸗le trau⸗en. —— mich in mei⸗nen Ta⸗gen als Gott und Va⸗ter tra⸗gen. 2. Er sah von aller Ewigkeit, wieviel mir nützen würde, bestimmte meine Lebenszeit, mein Glück und meine Bürde. Was zagt mein Herz? Ist auch ein Schmerz, der zu des Glaubens Ehre nicht zu besiegen wäre? 3. Gott kennet, was mein Herz begehrt, und hätte, was ich bitte, mir gnädig, eh ichs bat, gewährt, wenns seine Weisheit litte. Er sorgt für mich stets väterlich; nicht was ich mir ersehe, sein Wille, der geschehe. 4. Ist nicht ein ungestörtes Glück weit schwerer oft zu tragen als selbst das widrige Geschick, bei dessen Last wir klagen? Die größte Not hebt doch der Tod, und Ehre, Glück und Habe verläßt mich doch im Grabe. 5. An dem, was wahrhaft glücklich macht, läßt Gott es keinem fehlen; Gesundheit, Ehre, Glück und Pracht sind nicht das Glück der Seelen. Wer Gottes Rat vor Augen 127 dem wird ein gut Gewissen die Trübsal auch ver⸗ üßen. 6. Was ist des Lebens Herrlichkeit? wie bald ist sie ver⸗ schwunden! Was ist das Leiden dieser Zeit? wie bald ists überwunden! Hofft auf den Herrn, er hilft uns gern; seid fröhlich, ihr Gerechten, der Herr hilft seinen Knechten! Christian Fürchtegott Gellert 1715—1769 I + II II—— + + + I—q-=——— ....— 348 Weltlich 1574, geistlich 1605 —8 [BS —.UU——.—— Auf mei⸗nen lie-ben Gott trau ich in Angst und —.— 1— 122.—— .— dr. Not; der kann mich all-zeit ret-ten aus Trüb⸗sal, Angst und 30² Kreuz und Trost 349 ......... 2.——.. Nö⸗ten; mein Un⸗glück kann er wen⸗den, steht alls in — H sei⸗ nen Hän⸗den. 2. Ob mich mein Sünd anficht, will ich verzagen nicht; auf Christum will ich bauen und ihm allein vertrauen; ihm will ich mich ergeben im Tod und auch im Leben. 3. Ob mich der Tod nimmt hin, ist Sterben mein Ge⸗ winn, und Christus ist mein Leben; dem will ich mich ergeben; ich sterb heut oder morgen, mein Seel wird er versorgen. 4. O mein Herr Jesu Christ, der du geduldig bist für mich am Kreuz gestorben, hast mir das Heil erworben und führst uns allzugleiche zum ewgen Himmelsreiche: 5. erhöre gnädig mich, mein Trost, das bitt ich dich: hilf mir am letzten Ende, nimm mich in deine Hände⸗ daß selig ich abscheide zu deiner Himmelsfreude. 6. Amen zu aller Stund sprech ich aus Herzensgrund; du wollest selbst uns leiten, Herr Christ, zu allen Zeiten. auf daß wir deinen Namen ewiglich preisen. Amen. 160⁷ 349 Bartholomäus Gesius 1603 —— EE e⸗fiehl du deisne We⸗ge und was dein Her⸗ze der al⸗ler⸗treu⸗sten Pfle⸗ge des, der den Him⸗mel — E 2.— +.—— 1—— kenkt. Der Wol⸗ ken, Luft und Win-den gibt We⸗ge, —— 6— Lauf und Bahn, der wird auch We⸗ ge fin⸗ den, da 2— ö—.— —— dein Fuß ge- hen kann. 2. Dem Herren mußt du trauen, wenn dirs soll wohl er⸗ ehn; auf sein Werk mußt du schauen, wenn dein Werk oll bestehn. Mit Sorgen und mit Grämen und mit selbst⸗ 303 350 Kreuz und Trost eigner Pein läßt Gott sich gar nichts nehmen; es muß erbeten sein. 3. Dein ewge Treu und Gnade, o Vater, weiß und sieht, was gut sei oder schade dem sterblichen Geblüt; und was du dann erlesen, das treibst du, starker Held, und bringst zum Stand und Wesen, was deinem Rat gefällt. 4. Weg hast du allerwegen, an Mitteln fehlt dirs nicht; dein Tun ist lauter Segen, dein Gang ist lauter Licht. Dein Werk kann niemand hindern, dein Arbeit darf nicht ruhn, wenn du, was deinen Kindern ersprießlich ist, willst tun. 5. Und obgleich alle Teufel hier wollten widerstehn, so wird doch ohne Zweifel Gott nicht zurücke gehn. Was er sich vorgenommen 220 was er haben will, das muß doch en—— kommen zu seinem Zweck und Ziel. 6. Hoff, o du arme Seele, hoff und sei unverzagt! Gott wird dich aus der Höhle, da dich der Kummer plagt, mit großen Gnaden rücten; erwarte nur die Zeit, so wirst du schon erblicken die Sonn der schönsten Freud. 7. Aur auf, gib deinem Schmerze und Sorgen gute Nacht; laß fahren, was das Herze betrübt und traurig macht! 1 98 doch nicht Regente, der alles führen soll; Gott sitzt im Regimente und führet alles wohl. 8. Ihn, ihn laß tun und walten, er ist ein weiser Fürst und wird sich 0 verhalten, daß du dich wundern wirst, wenn er, wie ihm gebühret, mit wunderbarem Rat, das Werk hinausgeführet, das dich bekümmert hat. 9. Er wird zwar eine Weile mit seinem Trost un.e und tun an seinem Teile, als hätt in seinem Sinn deiner sich begeben, und solltst du für und für in Angst und Nöten schweben, als frag er nichts nach dir 10. Wirds aber sich befinden, daß du ihm tren verbleibst, so wird er dich entbinden, da dus am mindsten gläubst; er wird dein Herze lösen von der so schweren Last, die du zu keinem Bösen bisher getragen hast. 11. Wohl dir, du Kind der Treue! du hast und trägst da⸗ von mit Ruhm und Dankgeschreie den Sieg und Chren⸗ kron. Gott gibt dir 0 die Palmen in deine rechte Hand, und du singst Freudenpsalmen dem, der dein Leid gewandt. 12. Mach End, o Herr, mach Ende mit aller unsrer Not; stärk unsre Füß und Hände und laß bis in den Tod uns iron deiner Pflege und Treu empfohlen sein: so gehen unsre Wege gewiß zum Himmel ein. Paul Gerhardt 1607—1676 — Meinen Jesum laß ich nicht II 350 179⁰ S.......... Den⸗ noch bleib ich stets an dir, wenn mir al⸗-les 30⁴4 ICOQ◻EUUU P— Kreuz und Trost 351 E— I 412.——— ö — I H◻+ I —— 155 DSDDPDPPIII.—— E faß ⸗-te Hoffnung nie Der, daß, wenn al ⸗les bricht und fällt, ——= 1———. den⸗noch dei ne Hand mich hält. 2. Leite mich nach deinem Rat, der wohl wunderlich ge⸗ schiehet, aber endlich in der Tat auf die schönste Wohlfahrt siehet; denn du führst es wohl hinaus, sieht es gleich ver⸗ kehret aus. 3. Nimm mich dort mit Ehren an, wenn ich gnug ge⸗ kämpfet habe; führe mich die Lebenshahn zu dem Himmel aus dem Grabe; endlich zeige mir das Los in der Aus⸗ erwählten Schoß. 4. Mag es doch indessen hier wunderlich mit mir ergehen, dennoch bleib ich stets an dir, dennoch will ich füel stehen; ich muß, Trotz sei aller Pein, dennoch, dennoch selig sein! Benjamin Schmolck 1672—1737 Ermuntre dich 351 Nach Johann Schop 1641 . S— 1 EH 1.—————.——— — EP—— Du bist ein Mensch, das weißt du wohl, was die Gott, der Höchst, al ⸗lei⸗ ne soll und + 1 I N E 3— I SSSE‚‚.‚ eee E—.— +*..— + 2 2 — 35 strebst du denn nach Din⸗gen, IRrht if ũQ0 kann zu Wer⸗ke brin⸗gen? Du fährst mit dei⸗ nem * 1 H◻+————— + . VD + + 1 1 EEEEEEEEE Vit und Sinn durch so viel tau-send Sor- gen + 1 I —44 42—3 ........ E 1 1I — 7 + E +——— + hin und denkst: Wie wills auf Er⸗den doch end=lich 1. Ef—.——.—— mit mir wer-⸗den? 352 Kreuz und Trost 2. Willst du was tun, was Gott gefällt und dir zum Heil gedeihet, so wirf dein Sorgen auf den Held, den Erd und Himmel scheuet, und gib dein Leben, Tun und Stand nur fröhlich hin in Gottes Hand, so wird er deinen Sachen ein fröhlich Ende machen. 3. Wie oft bist du in große Not durch eignen Willen kommen, da dein verblendter Sinn den Tod fürs Leben angenommen; und hätte Gott dein Werk und Tat er⸗ gehen lassen nach dem Rat, in dem dus angefangen, du wärst zugrund gegangen. 4. Der aber, der uns ewig liebt, macht gut, was wir verwirren, erfreut, wo wir uns selbst betrübt, und führt uns, wo wir irren; und dazu treibt ihn sein Gemüt und die so reine Vatergüt, in der uns arme Sünder er trägt als seine Kinder. 5. Ach, wie so oftmal schweigt er still und tut doch, was uns nützet, da unterdessen unser Will und Herz in Angsten sitzet, sucht hier und da und findet nichts, will sehn und mangelt doch des Lichts, will aus der Angst sich winden und kann den Weg nicht finden. 6. Gott aber geht gerade fort auf——— weisen Wegen, er geht und bringt uns an den Ort, a Wind und Sturm sich legen. Hernachmals, wann das Werk geschehn, so kann alsdann der Mensch ersehn, was der, so ihn regieret, in seinem Rat geführet. 7. Drum, liebes Kei sei wohlgemut und laß von Sorg und Grämen. Gott hat ein Herz, das nimmer ruht, dein Bestes vorzunehmen; es wird doch wahrlich das Kchron was Gott, dein Vater, ausersehn; was er dir zu will kehren, das wird kein Mensch verwehren. 8. Tu als dein Kind und lege dich in deines Vaters Arme, bitt ihn und flehe, bis er sich dein, wie er pflegt, erbarme: so wird er dich durch seinen Geist auf Wegen, die du jetzt nicht weißt, nach wohlgehaltnem Ringen aus allen Sorgen bringen. Paul Gerhardt 1607—1676 — Was Gott tut 352 Weimar 1681 ——..— S.—. ————1———— Fin Christ kann oh⸗ ne Kreuz nicht sein. Drum wenn Gott ver-sucht mit Kreuz und Pein die —— f E laß dichs nicht be⸗ trü⸗ben, Kin⸗der, die ihn lie-ben. 306 Je lie⸗ber Kind, je ern⸗ster Kreuz und Trost 353 I EeR 4. I 11 2—— + + + + +— —— 2555— — 2 + 4 I 1 —— 2— sind des from⸗men Va⸗-ters Schlä-ge. Schau, das sind +—+ 7 1 1 EI — I Cot⸗tes We⸗ge. 2. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein. Gott wills nicht anders haben. Auch dieses Lebens Not und Pein sind deines Vaters Gaben. Solls denn so sein, so komms herein. Es kommt von Liebeshänden, Gott wird nichts Böses senden. 3. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein. Das Kreuz lehrt fleißig beten, Hrdt ab von eitlem Trug und Schein und lehrt zu Jesu treten. Drum wirfs nicht hin mit sprödem Sinn, wenns nun zu dir gekommen: es soll der Seele frommen. 4. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein. Das muß uns immer wecken; wir schliefen sonst in Sünden ein. Wie müßten wir erschrecken, wenn unbereit't die Ewig⸗ keit und der Posaunen Schallen uns würde überfallen! 5. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein. Es lehrt die Sünde hassen und unsern lieben Gott allein mit rechter Lieb umfassen. Die Welt vergeht, und Gott besteht. Bedenks und laß dich üben, das ewge Gut zu lieben. 6. Auch ich will ohne Kreuz nicht sein. Was Gott schickt, will ich tragen, schickts doch der liebe Vater mein, sinds doch nur kurze Plagen und wohlgemeint. Wer gläubig weint, lebt dort in steten Freuden. Ich will mit Christo leiden. David Nerreter 1649—1726 Alles ist an Gottes Segen 353 Frankfurt a. M. 1738 SPSSSSS......... Fort⸗ ge⸗kämpft und fort⸗ge⸗run⸗gen, bis zum Lich⸗te 5 2,—— 4 ——..—— durch⸗ge-drun⸗gen muß es, ban⸗ge See⸗le, sein. Durch die ———..— 1 ————— —— ——————— tief⸗sten Dun⸗kel⸗hei⸗ten kann dich Je⸗s I ES——.— 2— Ea 2——..— Mut spricht er den Schwa⸗chen ein. us hin⸗be⸗ glei⸗ ten; * 307⁷ 354 Kreuz und Trost 2. Bei der Hand will er dich fassen; scheinst du gleich von ihm verlassen, glaube nur und zweifle nicht! Bete, kämpfe sonder Wanken; bald wirst du voll Freude danken, bald umgibt dich Kraft und Licht. 3. Bald wird dir sein Antlitz funkeln; Hr harre, glaub im Dunkeln, nie gereut ihn seine Wahl. r will dich im Glauben üben; nal die Liebe, kann nur lieben; Wonne wird bald deine Qual. 4. Weg von aller Welt die Blicke, schau nicht seitwärts, nicht zurücke, nur auf Gott und Ewigkeit. Nur zu deinem Jesus wende Aug und Herz und Sinn und Hände, bis er himmlisch dich erfreut. 5. Aus des Jammers wilden Wogen hat dich oft heraus⸗ gezogen seiner Allmacht treue Hand. Nie zu kurz ist seine Rechte; wo ist einer seiner Knechte, der bei ihm nicht 210150 fand? Schließ dich ein in deine Kammer, geh und schütte 3 ammer aus in Gottes Vaterherz. Kannst du leich ihn nicht empfinden, Worte nicht, nicht Tränen inden, klage schweigend deinen Schmerz. 7. Kräftig ist dein tiefes Schweigen. Gott wird sich als Vater Hiiß v glaube nur, daß er dich hört; glaub, daß Jesus dich vertreten,— 1 daß, was er gebeten, Gott, sein Vater, ihm gewähr 8. Drum, so will ich nicht verzagen, mich vor Gottes Antlitz wagen, flehen, ringen fort und fort. Ja, ich werd ihn überwinden, was ich bitte, werd ich finden; er gelobts in seinem Wort! Johann Kaspar Lavater 1741-1801 Herzliebster Jesu II 354 Weltlich 1507, geistlich 1609 2— + Hì——— + +— e d —6— dei⸗nen 5—„ uns, 35.16 Im Frie⸗den nur ge⸗ dei⸗hen dei⸗ ne Wer⸗ke; daß wir im + I II SSS—— Kampf mit Sün⸗de nicht er⸗mü⸗den, stärk uns dein Frie⸗den. 2. Des Lebens Tag ist schwül; des Lebens Abend oft stürmisch noch und wenigen nur labend. Ach, es bedarf das Herz im Staub hienieden, Herr, deinen Frieden. 308 * Kreuz und Trost 355 3. Gib Frieden, daß die fromme, dir getreue, oft schon geprüfte Seele sich erneue, daß sie nicht mutlos hingerissen werde vom Geist der Erde. 4. Gib wie den Vätern, die dir wohlgefallen auch uns den Frieden, die im Kampf noch wallen. Gib Honu daß des Glaubens Ehrenkrone dem Sieger lohne. 5. Das ganze Leben auf der dunklen Erde ist auch ein Streit mit Sorgen und Beschwerde. O birg uns, Herr, in deines Friedens Schatten, wenn wir ermatten. 6. Und wenn zuletzt wir mit dem Tode ringen, deck uns dein Engel, Herr, mit mächtgen Schwingen und trag uns hin, von allem Kampf geschieden, zum ewgen Frieden. Karl Bernhard Garve 1763—1841 355 Jakob Hintze 1670 CH H.— + P—— —H— E.*1— I III +——.— I Gib dich zu⸗frie⸗den und sei stil⸗le in dem Got⸗ in ihm ruht al⸗ler Freu⸗den Fül⸗le, ohn ihn mühst an dich dorede⸗ ee Er ist dein Quell und dei⸗ne Son⸗ne, .—— A scheint täg⸗lich hell zu dei⸗ner Won⸗ne: gib dich zu⸗frie⸗den. 2. Er ist voll Lichtes, Trost und Gnaden, ungefärbten treuen Herzens. Wo er steht, tut dir keinen Schaden auch die Pein des größten Schmerzens. Kreuz, Angst und Not kann er bald wenden, ja, auch den Tod hat er in Händen: gib dich zufrieden. 3. Wie dirs und andern oft ergehe, ist ihm wahrlich nicht verborgen; er sieht und kennet aus der Höhe der betrübten Herzen Sorgen; er zählt den Lauf der heißen Tränen und faßt zuhauf all unser Sehnen: gib dich zufrieden. 4. Wenn gar kein einzger mehr auf Erden, dessen Treue du darfst trauen, alsdann will er dein Treuster werden und zu deinem Besten schauen. Er weiß dein Leid und heimlich Grämen, auch weiß er Zeit, dirs abzunehmen: gib dich zufrieden. 5. Er hört die Seufzer deiner Seelen und des Herzens stilles Klagen, und was du keinem darfst erzählen, magst du Gott gar kühnlich sagen; er ist nicht fern, steht in der 309 356 Kreuz und Trost Mitten, hört bald und gern der Armen Bitten: gib dich zufrieden. 6. Laß dich dein Elend nicht bezwingen; halt an Gott, so wirst du siegen. Ob alle Fluten einhergingen, sollst du doch nicht mal Soit d denn, wenn du wirst zu hoch be⸗ schweret, hat Gott, dein Fürst, dich schon erhöret: gib dich zufrieden. 7. Was sorgst du für dein armes Leben, wie dus halten wollst und nähren? Der dir das Leben hat gegeben, wird auch Unterhalt bescheren. Er hat die Hand voll aller Gaben, davon sich See und Land muß laben: gib dich zufrieden. 8. Der allen Vöglein in den Wäldern ihr bescheiden Körnlein weiset, der Schaf und Rinder auf den Feldern alle Tage tränkt und speiset, der wird vielmehr dich einzgen füllen und dein Begehr und Notdurft stillen: gib dich zufrieden. 9. Bleibt gleich die Hilf in etwas lange wird sie den⸗ noch endlich kommen; macht dir das Harren angst und bange, glaube mir, es ist dein Frommen. Was langsam geht, faßt man gewisser, und kommt es spät, ists desto süßer: gib dich zufrieden. 10. Nimm nicht zu Herzen, was die Rotten deiner Feinde von dir dichten; laß sie nur immer weidlich spotten, Gott wirds hören und recht richten. Ist Gott dein Freund und deiner Sachen, was kann dein Feind, der Mensch, groß machen? Gib dich zufrieden. 11. Es ist ein Ruhetag vorhanden, da uns unser Gott wird lösen; er wird uns reißen aus den Banden dieses Leibs und allem Bösen. Es wird einmal der Tod herdringen und aus der Qual uns sämtlich bringen: gib dich zufrieden. 12. Er wird uns bringen zu den Scharen der Erwählten und Getreuen, die hier mit Frieden heimgefahren, sich auch nun im Frieden freuen, da sie den Grund, der nicht kann brechen, den ewgen Mund selbst hören sprechen: Gib dich zufrieden! Paul Gerhardt 1607-1676 — Es ist genug 356 Johann Rudolf Ahle 1662 EV 2—2 I.— ũ——— l t Geatt ist ge⸗ treu. Sein Herz, sein Va ⸗ ter⸗ Gott ist ge⸗ treu bei Wohl⸗sein und bei — +I N + 1ñ 4 IIII herz ist vol⸗-ler Red⸗lich⸗keit. 1 Wei Ber ⸗ge, Schmerz, in gut und bö⸗ser Zeit. Mein Glau⸗-bens⸗ 310 1iii Kreuz und Trost 356 — + —.— ö — 2 I 1 II + + weicht, fallt hin, ih-y Hü⸗gel! ů grund hat die'⸗ses Sie⸗gel: Wert ver wen, %— + N —— 1 II 2— 1I2 II + Gott ist ge-treu. 2. Gott ist getreu. Er ist mein treuster Freund, dies weiß dies glaub ich fest. Ich bin gewiß, daß er mich keinen Feind zu hart versuchen läßt. Er wiegt bei jeder Prüfungs⸗ stunde die Kraft von meinem Glaubenspfunde. Gott ist getreu, Gott ist getreu. 3. Gott ist getreu. Er tut, was er verheißt, er hält, was er verspricht; wenn mir sein Wort den Weg zum Leben weist so gleit und irr ich nicht. Gott ist kein Mensch, er kann nicht lügen, sein Wort der Wahrheit kann nicht trügen. Gott ist getreu, Gott ist getreu. 4. Gott ist getreu. Er handelt väterlich bei allem, was er tut. Sein Liebesschlag erweckt und bessert mich, die Rute meint es gut. Das Kreuz wird mir zur Himmelsleiter, der Kampf macht mich zum guten Streiter. Gott ist getreu, Gott ist getreu. 5. Gott ist getreu. Er gibt der bösen Welt sein einge⸗ bornes Kind. Der Heiligste bezahlt das Lösegeld für die, die Sünder sind. Gott macht den liebsten Sohn zum Bürgen, er läßt ihn martern und erwürgen. Gott ist getreu, Gott ist getreu. 6. Gott ist getreu. Mein Vater, des ich bin, sorgt für mein Seelenwohl. Sein Will und Wunsch, sein Zweck und sein Bemühn ist, daß ich leben soll. Er reinigt mich von allen Sünden, er läßt mich Ruh in Christo finden. Gott ist getreu, Gott ist getreu. 7. Gott ist getreu. Stets hat sein Vaterblick auf seine Kinder acht; er siehts mit Lust, auch wenn ein irdisch Glück 15 froh und dankbar macht. Was uns zu schwer ist, hilft er ragen, und endlich stillt er alle Klagen. Cott ist getreu, Gort ist getreu. 8. Gott ist getreu. Mein Herz, was fehlt dir noch, dich stets im Herrn zu freun? Gott ist getreu, sei unverzagt, mag doch die Welt voll Falschheit sein! Der falschen Brüder Neid und Tücke gereicht am Ende mir zum Glücke. Gott ist getreu, Gott ist getreu. 9. Gott ist getreu. Vergiß, o Seel, es nicht, wie zärt⸗ lich treu Gott ist. Gott treu zu sein, sei deine frohe Pflicht, solang du denkst und bist. Halt fest an Gott, sei treu im Glauben, laß dir den starken Trost nicht rauben: Gott ist getreu, Gott ist getreu. Ehrenfried Liebich 1713—1789 311 357. 358 Kreuz und Trost O Gott du frommer Gott III 357 Meiningen 1693 6 I—.—— 3. 1 2* I 1 + ott ist und bleibt ge ⸗ treu; sein Her⸗ze pflegt er gleich oft- mals hier die ei⸗nen SSIIIIIIRI— EEA RDDDDe‚——— bricht vor Lie-⸗ ben, zu be⸗trü⸗ben. . rein der Glau-be sei, wie stand-haft die Ge-duld: Gott PPPPFT. EE ist und bleibt ge⸗treu. Er prü⸗fet durch das Kreuz, wie 2. Gott ist und bleibt getreu; er hilft ja selber tragen, was er uns auferlegt, die Last der schweren Plagen. Er braucht die Rute oft und bleibet doch dabei ein Vater, der uns liebt: Gott ist und bleibt getreu. 3. Gott ist und bleibt getreu; er weiß, was wir vermögen, er pfleget nie zu viel den Schwachen aufzulegen. Er macht sein Erb und Volk von Last und Banden frei, wenn große Not entsteht: Gott ist und bleibt getreu. 4. Gott ist und bleibt getreu; er tröstet nach dem Weinen, er läßt aus trüber Nacht die Freudensterne scheinen. Es geht des Kreuzes Sturm im Augenblick vorbei; sei, Seele, nur getrost: Gott ist und bleibt getreu. 5. Gott ist und bleibt getreu; er stillet dein Begehren. Er will dein Glaubensgold in Trübsalsglut bewähren. Nimm an von Gottes Hand den Kreuzkelch ohne Scheu; der Lebens⸗ becher folgt: Gott ist und bleibt getreu. 6. Gott ist und bleibt getreu; laß alle Wetter krachen: Gott wird der Trübsal doch ein solches Ende machen, daß alles Kreuz und Not dir ewig nützlich sei. So liebt der Höchste dich: Gott ist und bleibt getreu. 169⁵ 358 17²⁰ Gott le⸗bet noch. See-⸗le, was ver⸗zagst du doch? — 8ne SSSSSte== Kreuz und Trost 358 1 1— + 1 1— 2 STST + 1EN—— en L. Er⸗den tut, der mit Macht und star-ken Ar⸗ men ma⸗chet 1 al⸗les wohl und gut. Gott kann bes-ser, als wir den-ken, IITIITT SSSSS— 1 al⸗le Not zum be⸗sten len⸗-ken. See⸗le, so be-den⸗ke doch: Eee=Ee. lebt doch un-ser Herr-gott noch! 2. Gott lebet noch. Seele, was verzagst du doch? Sollt der schlummern oder schlafen, der das Aug hat zugericht't? Der die Ohren hat erschaffen, sollte dieser hören nicht? Gott ist Gott, der hört und siehet, wo dem Frommen weh geschiehet. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herr⸗ gott noch! 3. Gott lebet noch. Seele, was verzagst du doch? Der den Erdenkreis verhüllet mit den Wolken weit und breit, der die ganze Welt erfüllet, ist von uns nicht fern und weit. Wer Gott liebt, dem will er senden Hilf und Trost an allen Enden. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herrgott noch! 4. Gott lebet noch. Seele, was verzagst du doch? Bist du schwer mit Kreuz beladen, nimm zu Gott nur deinen Lauf; Gott ist groß und reich von Gnaden, hilft den Schwachen gnädig auf. Gottes Gnade währet immer, seine Treu vergehet nimmer; Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herrgott noch! 5. Gott lebet noch. Seele, was verzagst du doch? Wenn dich deine Sünden kränken, dein Verbrechen quälet sehr, komm zu Gott, er wird versenken deine Sünde in das Meer. Mitten in der Angst der Höllen kann er dich zufrieden stellen. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herrgott noch! 6, Gott lebet noch. Seele, was verzagst du doch? Mußt du schon geängstet wallen auf der harten Dornenbahn, es ist Gottes Wohlgefallen, dich zu führen himmelan. Gott wird nach dem Erdenleben Friede, Freud und Wonne zeben. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herrgott nochl Johann Friedrich Zihn 1650—1719 313 Kreuz und Trost Was Gott tut 359 Weimar 1681 ISSSSSSSEE Gact lebt, wie kann ich trau-rig sein, als wär kein Er weiß gar wohl von mei-ner Pein, die ich hier E.— . Gott zu fin- den? muß emp⸗fin⸗den. 55 I +I — +. + 1 + + L + —— kennt mein Herz und mei- nen —— t .—— i————— —.— SSIS8E8I8 ——— 3za⸗ gen und ihm nur S al⸗les kla⸗-gen. 2. Gott hört, wenn niemand hören will; was will der Feind denn sprechen, als könnt mein Seufzen nicht zum iel, nicht durch die Wolken brechen? Schrei ich empor, ist 2 hört sein Ohr, so steigt die Hilfe nieder, so schallt das lmen wider. se 3. Gott sieht, wie klaget denn mein Herz,. als säh er nicht K mein Weinen? Vor ihm muß auch der tiefste Schmerz Ranlt offenbar erscheinen. Kein Tränlein fehlt, das er nicht zähl he und sich vor Augen setzet, bis er uns drauf ergötzet. 4. Gott führt, so geh ich immer fort auf allen meinen Wegen. Mag mir die Welt bald hier, bald dort arglisti kü Stricke legen, so wird er mich zwar wunderlich, doch 6 immer selig führen, daß mich kein Fall kann rühren. 5. Gott gibt, und wär ich noch so arm, doch soll ich nicht 9 verderben. Was hilft mir denn mein steter Harm, als e müßt ich Hungers Reden⸗ Er hat ja Brot; und wenn die Not uns nach der Wüste weiset, doch werden wir gespeiset. 6. Gott lebt, wohlan, ich merke das; Gott hört, ich wills ihm sagen; Gott sieht, er setzt den Tränen Maß; Gott führt, ich darf nicht klagen; Gott gibt und liebt; nur un⸗ betrübt! Er wird mir endlich geben, auch dort mit ihm zu leben. Benjamin Schmolck 1672-1737 Kreuz und Trost 360 360 Halle 1708 Gott wills ma⸗chen, daß die Sa⸗chen ge⸗hen, wie es ——4 1E EiE heil-sam ist; laß die Wel-len hö-her schwel-len, —— N—— ———— wenn du nur bei Je⸗su bist. 2. Wer sich kränket, weil er denket, Jesus liege in dem Schlaf, wird mit Klagen nur sich plagen, daß der Un⸗ glaub leide Straf. 3. Du Verächter! Gott, dein Wächter, schläfet ja noch schlummert nicht; zu den Höhen aufzusehen, das ist deine Glaubenspflicht. 4. Im Verweilen und im Eilen bleibt er stets ein Vaterherz; laß dein Weinen bitter scheinen, dein Schmerz ist ihm auch ein Schmerz. 5. Glaub nur feste, daß das Beste über dich beschlossen sei; wenn dein Wille nur ist stille, wirst du von dem Kummer frei. 6. Willst du wanken in Gedanken, faß dich in Gelassen⸗ heit; laß den sorgen, der auch morgen Herr ist über Leid und Freud. 7. Gottes Hände sind ohn Ende, sein Vermögen hat kein Ziel; ists beschwerlich, scheints gefährlich, deinem Gott ist nichts zu viel. 8. Wenn die Stunden sich gefunden, bricht die Hilf mit Nacht herein; und, dein Grämen zu beschämen, wird es unversehens sein. 9. Nun so trage deine Plage fein getrost und mit Ge⸗ duld! Wer das Leiden will vermeiden, häufet seine Sündenschuld. 10. Aber denen, die mit Tränen küssen ihres Jesu Joch, wird die Krone vor dem Throne ihres Heilands werden noch. 11. Amen, Amen! In dem Namen meines Jesu halt ich still: es geschehe und ergehe, wie und wann und was er will! Johann Daniel Herrnschmidt 1675—1723 31⁵ 361. 36² Kreuz und Trost 361 Straßburg 1525 E H err, wie du willst, so schicks mit mir im Le⸗ ben Hul⸗lein zu dir steht mein Be-gier, laß mich, Herr, —.——H.—.——— 12 1 nicht den Wer 11— Er-⸗halt mich nur in dei-ner Huld, sonst wie du willst; gib mir Ge-duld: dein Wil⸗le ist der be⸗-ste. 2. Zucht, Ehr und Treu verleih mir, Herr, und Lieb zu deinem Worte. Behüt mich, Herr, vor falscher Lehr und gib mir hier und dorte, was dient zu meiner Seligkeit; wend ab all Ungerechtigkeit in meinem ganzen Leben. 3. Soll ich einmal nach deinem Rat von dieser Welt ab⸗ scheiden, verleih mir, Herr, nur deine Gnad, daß es ge⸗ scheh mit Freuden. Mein Leib und Seel be fehl ich dir: o Herr, ein selig End gib mir durch Jesum Christum. Amen. Kaspar Bienemann 1540- 1591 .— wir in höchsten Nöten 362 Lyon 1547 SEEE * Hilf, Hel-fer, hilf in Angst und Not! Er⸗ barm dich e. mein, o treu⸗er Gott! Ich bin ja doch dein lie-bes Kind trotz . Teu⸗fel, Welt und al⸗ler Sünd. — 2. Ich trau auf dich, o Gott, hab Herr. 125 ich dich hab, was will ich mehr? Ich hab ja dich, Herr Jefn Christ, du mein Gott und Erls ser Hist 3. Des freu ich mich von Herzen fein, bin gutes Muts und harre dein, verlaß mich gänzlich auf dein Wort. Hilf, Helfer, hilf, du trener Hort! Martin Moller 1547—1606(nach Nikolaus Selnecker 1530—1592) 316 366—92...286— Kreuz und Trost 363 Was mein Gott will 363 Weltlich 1529, geistlich 1540 —— 6 Lurrrr 1— EE——.— ch hab in Got⸗tes Herz und Sinn mein Herz und Was bö⸗se scheint, ist mir Ge-winn, der Tod selbst n EEE———— .S.S..........— 3.— ven Ich bin ein Sohn des, dem der Thron ge⸗ 5. baut auf Him⸗mels Bo⸗gen; ob er gleich schlägt und Kreuz auf⸗ — 1* 1 + H . legt, bleibt mir sein Herz ge⸗-wo⸗gen. 2. Das kann mir fehlen nimmermehr, mein Vater muß mich lieben. Wenn er mich auch gleich wirft ins Meer, so will er mich nur üben und mein Gemüt in seiner Güt gewöhnen festzustehen. Halt ich dann stand, weiß seine Hand, mich wieder zu erhöhen. 3. Zudem ist Weisheit und Verstand bei ihm ohn alle Maßen; Zeit, Ort und Stund ist ihm bekannt, zu tun und auch zu lassen. Er weiß, wann Freud, er weiß, wann Leid uns, seinen Kindern, diene, und was er tut, ist alles gut, obs noch so traurig schiene. 4. Du denkest zwar, wenn du nicht hast, was Fleisch und Blut begehret, als sei mit einer großen Last dein Glück und Heil beschweret; hast spät und früh viel Sorg und Müh, an deinen Wunsch zu kommen, und denkest nicht, daß, was ge⸗ schicht, gescheh zu deinem Frommen. 5. Ei nun, mein Gott, so fall ich dir getrost in deine Hände, nimm mich und mache dus mit mir bis an niein letztes Ende, wie du wohl weißt, daß meinem Geist dadurch sein Nutz ent⸗ —— und deine Ehr je mehr und mehr sich in ihr selbst erhöhe. 6. Willst du mir geben Sonnenschein, so nehm ichs an mit Freuden; solls aber Kreuz und Unglück sein, will ichs ge⸗ duldig leiden. Soll mir allhier des Lebens Tür noch ferner offen stehen, wie du mich führst und führen wirst, so will ich gern mitgehen. 7. Soll ich dann auch des Todes Weg und finstre Straße reisen, wohlan, so tret ich Bahn und Steg, den mir dein Augen weisen. Du bist mein Hirt, der alles wird zu solchem Ende kehren, daß ich einmal in deinem Saal dich ewig möge ehren. Paul Gerhardt 1607—1676 31⁷ 364. 365 Kreuz und Trost Nun ruhen alle Wälder 364 Weltlich 1505, geistlich 1550 EI RE——— SSSPSPSISISSSISISISIIIISISIIII. Ich hab in gu⸗ten Stun⸗den des Le⸗bens Glück emp⸗ Eiii fun⸗den und Freu⸗-den oh-ne Zahl. So will ich denn ge⸗ Ie. 2 las⸗sen mich auch in Lei-den fas-sen; welch Le-ben hat nicht ö — I. ri —— sei⸗ ne Qual? 5 2. Ja, Herr, ich bin ein Sünder, und stets strafst du ge· m linder, als es der Mensch verdient. Sollt ich, beschwert mit se Schulden, kein zeitlich Weh erdulden, das doch zu meinem so Besten dient? 3. Dir will ich mich ergeben; nicht meine Ruh, mein Leben 0 mehr lieben als den Herrn; dir, Gott, will ich vertrauen und nicht auf Menschen bauen; du hilfst, und du errettest gern. zig 4. Laß du mich Gnade finden, mich alle meine Sünden erkennen und bereun. Jetzt hat mein Geist noch Kräfte; sein be Heil laß mein Geschäfte, dein Wort mir Trost und Leben sein. de 5. Wenn ich in Christo sterbe, bin ich des Himmels Erbe; da was schreckt mich Grab und Tod? Auch auf des Todes Pfade vertrau ich deiner Gnade; du, Herr, bist bei mir in der Not. li 6. Ich will dem Kummer wehren, Gott durch Geduld ver⸗ be ehren, im Glauben zu ihm flehn. Ich will den Tod be⸗ denken; der Herr wird alles lenken, und was mir gut ist, wird geschehn. Christian Fürchtegott Gellert 1715—1769 Wer nur den lieben Gott 365 Georg Neumark 1657 1.— 2—— ö E———. Id grö⸗ßer Kreuz, je nä⸗her Him-mel: wer— Bei Sün⸗den ⸗-lust und Welt⸗ge⸗küm-mel ver⸗ 1I +I 4———D5— d „ oh⸗- ne Kreiz, ist oh ne Gott. 5— gißt man Höl'⸗ le, Fluch und Tod; o serlig ist der Mensch ge⸗ 135 I— EE schätzt, den Gott in Kreuz und Trüb ⸗sal setzt. 318 Kreuz und Trost 366 2. Je größer Kreuz, je besser Christe. Das Kreuz ist unser Probestein. Wie mancher Garten lieget wüste, fällt Tränen⸗ regen nie hinein; das Gold wird auf dem Feuerherd, der Christ in mancher Not bewährt. 3. Je größer Kreuz, je stärker Glaube. Es wächst die Palme bei der Last. Die Süßigkeit fließt aus der Traube, wenn du sie wohl gekeltert hast. Im Kreuze wächset uns der Mut wie Perlen in der salzgen Flut. 4. Je größer Kreuz, je größer Liebe. Der Wind bläst nur die Flammen auf, und scheinet gleich der Himmel trübe, so lachet doch die Sonne drauf. Das Kreuz vermehrt der Liebe Glut, gleich wie das Ol im Feuer tut. 5. Je größer Kreuz, je mehr Gebete. Geriebne Kräuter riechen wohl. Wenn um das Schiff kein Sturmwind wehte, so fragte man nicht nach dem Pol. Wo kämen Davids Psalmen her, wenn er nicht auch versuchet wär? 6. Je größer Kreuz, je mehr Verlangen. Im Tale steiget man bergan. Wer durch die Wüste oft gegangen, der sehnet sich nach Kanaan. Die Taube findet hier nicht Ruh, so fliegt sie nach der Arche zu. 7. Je größer Kreuz, je lieber Sterben, man freut sich recht auf seinen Tod; denn man entgehet dem Verderben, es stirbt auf einmal alle Not. Das Kreuz, das unsre Gräber ziert, bezeugt: wir haben triumphiert. 8. Je größer Kreuz, je schöner Krone, die Gott den Seinen beigelegt, und die einmal vor seinem Throne das Haupt der Überwinder trägt. Ach, dieses teure Kleinod macht, daß man das größte Kreuz nicht acht't. 9. Gekreuzigter, laß mir dein Kreuze je länger und je lieber sein! Daß mich die Ungeduld nicht reize, so pflanz ein solches dord mir ein, das Glaube, Lieb und Hoffnung hegt, bis dork mein Kreuz die Krone trägt. Benjamin Schmolck 1672-1737 Nun ruhen alle Wälder 366 Weltlich 1505, geistlich 1550 E+——.—— 2 4————— —— 2—— 2 In al⸗len mei⸗nen Ta⸗ten, laß ich den — 1—8 — 14.— 6 2. ——..‚e——— I 1—— 2222 ——— 24.——4 +4 ꝗF. I. P.I. I I I I II—AIA———————— al ⸗len Din⸗gen, solls an-ders wohl⸗ge-lin⸗gen, mir Hrtit i, sel⸗ber ge⸗ben Rat und Tat. 367 Krenz und Trost 2. Nichts ist es spät und frühe um alle meine Mühe, mein Sorgen ist umsonst. Er mags mit meinen Sachen nach seinem Willen machen, ich stells in seine Vatergunst. 3. Es kann mir nichts geschehen, als was er hat ersehen und was mir selig ist. Ich nehm es, wie ers gibet; was ihm von mir beliebet, das hab ich willig auch erkiest. 4. Ich traue seiner Gnaden, die mich vor allem Schaden, vor allem Übel schützt. Leb ich nach seinen Sätzen, so wird mich nichts verletzen, nichts fehlen, was mir ewig nützt. 5. Er wolle meiner Sünden in Gnaden mich entbinden, durchstreichen meine Schuld; er wird auf mein Verbrechen nicht stracks das Urteil sprechen und haben noch mit mir Geduld. 6. Leg ich mich späte nieder, erwach ich frühe wieder, lieg oder zieh ich fort, in Schwachheit und in Banden und was mir stößt zuhanden, so tröstet mich allzeit sein Wort. 7. Hat er es denn beschlossen, so will ich unverdrossen an mein Verhängnis gehn; kein Unfall unter allen wird mir zu harte fallen, ich will ihn männlich überstehn. 8. Ihm hab ich mich ergeben, zu sterben und zu leben, sobald er mir gebeut; es sei heut oder morgen, dafür laß ich ihn sorgen, er weiß allein die rechte Zeit. 9. So sei nun, Seele, deine und traue dem alleine, der dich geschaffen hat. Es gehe, wie es gehe, dein Vater in der Höhe, der weiß zu allen Sachen Rat. Paul Fleming 1609—1640 Jesus meine Zuversicht II 367 Lüneburg 1686 ———— IH— .x.:... 2— 9 ei ⸗ne See⸗le sen-ket sich hin in Got⸗tes und er⸗war⸗tet ru⸗hig-lich sei⸗ ner We⸗ ge + —0— ö‚ D 7115 äSIIISIIIIIIIIII— 2225 md Eur de liegt fein still und wil⸗len⸗los — — 2 in des lieb-sten Va⸗ters Schoß. 2. Meine Seele murret nicht, ist mit allem wohl zu⸗ frieden; was der eigne Wille spricht, ist zum Tode schon aateat. was die Ungeduld erregt, ist in Christi Grab gelegt. 32⁰ EE S nneN Kreuz und Trost 368 3. Meine Seele sorget nicht, will vielmehr an nichts ge⸗ denken, was gleich spitzen Dornen sticht und den Frieden nur kann kränken. Sorgen kommt dem Schöpfer zu: meine Seele sucht nur Ruh. 4. Meine Seele grämt sich nicht, liebt hingegen Gott im Leiden: Kummer, der das Herze bricht, trifft und ängstet nur die Heiden. Wer Gott in dem Schoße liegt, bleibt in aller Not vergnügt. 5. Meine Seele klaget nicht, denn sie weiß von keinen Nöten, hängt an Gottes Angesicht auch alsdann, wenn er will töten. Wo sich Fleisch und Blut beklagt, wird der Freude Licht verjagt. 6. Meine Seel ist still zu Gott, und die Zunge bleibt gebunden; also hab ich allen Spott, alle Marter über⸗ wunden, bin gleich wie ein stilles Meer voll von Gottes Preis und Ehr. Johann Josef Winckler 1670—1722 Jesu meine Freude 368 Johann Crüger 1653 EV + + 1 1 + I— + +—7 SPSPSPSPSISISISISISISIIIIIIII.IIII.I..I * vi Moei„ne Seel ist stil ⸗le zu Gott, des⸗sen Mein Herz ist ver⸗gnü⸗get mit dem, wie's Gott E E PIFII.F.IPII.IIII Wil⸗le mir zu hel⸗fen steht. fü⸗get, nimmt an, wie es— geht. Geht es nur dem Him⸗mel zu, und bleibt Je⸗-sus un⸗ge⸗ schie⸗den, so bin 2. Meine Seele hanget an dir und verlanget, Gott, bei dir zu sein aller Ort und Zeiten, und mag keinen leiden, der ihr redet drein von der Welt Ehr, Lust und Geld, dessen viele so beflissen, mag sie gar nichts wissen. 3. Nein, ach nein! nur einer, sagt sie, und sonst keiner wird von mir geliebt: Jesus, der Getreue, in dem ich mich freue, sich mir ganz ergibt! Er allein, er soll es sein, dem ich wieder mich ergebe und ihm einzig lebe! 4. Gottes Güt erwäge und dich gläubig lege sanft in seinen Schoß; lerne ihm vertrauen, so wirst du bald Schlesisches Provinzial⸗Gesangbuch 21 321 369 Kreuz und Trost schauen, wie die Ruh so groß, die da fleußt aus stillem Geist: wer sich weiß in Gott zu schicken, den kann er erquicken. 5. Meine Seele senket alles, was sie kränket, tief in Jesu Brust. Sie wird stark durch Hoffen; was sie je be⸗ troffen, träget sie mit Lust; fasset sich ganz männiglich durch Geduld und Glauben feste: endlich kommt das Bestel 6. Amen, es geschiehet. Wer zu Jesu fliehet, wird es recht erfahrn, wie Gott seinen Kindern pflegt das Kreuz u mindern und das Glück zu sparn bis zu End; als⸗ ann sich wendt das zuerst getragne Leiden, und gehn an die Freuden. Johann Kaspar Schade 1666—1698 Warum sollt ich mich denn 369 Johann Georg Ebeling 1666 .SEEEEEEEEEEE + Mei⸗nes Her⸗zens rein⸗ste Freu-de blei⸗bet die, 4t 1—.— H— 2——— . i daß ich nie mich von Je⸗su schei-de; daß ich ihn durch III 1 P.DT— —.—— Glau⸗-ben eh Te, je⸗der⸗zeit hoch- er⸗freut sei ⸗ne —..—— 1 Stim⸗me hö⸗ re. 2. Freundlich ruft er alle Müden und erfüllt sanft und mild ihren Geist mit Frieden. Seine Last ist leicht zu tragen, er macht Bahn, geht voran, tröstet, wenn wir zagen. 3. Denn er kennt die Leidensstunden; größern Schmerz als sein Herz hat kein Herz empfunden. Darum blickt, wenn seiner Brüder einer weint, unser Freund mit⸗ leidsvoll hernieder. 4. Will das Herz vor Jammer brechen, o, dann pflegt er und trägt uns in unsern Schwächen. Selig, wer in kenen Zeiten, in Gefahr immerdar sich von ihm läßt eiten. 5. Jesu, treuster Freund von allen, mit dir will froh und still ich durchs Leben wallen. Auch der Tod kann 32² II 11441 Kreuz und Trost 370 mich nicht schrecken, denn du wirst, Lebensfürst, mich einst auferwecken. Samuel Gottlieb Bürde 1753—1831 Wie nach einer Wasserquelle 370 42. französischer Psalm 1551 EEE————— —————————.. Mei⸗ ne Seuf⸗ gen, Andst und Pla⸗ 9en lau⸗fen al⸗les Seuf-zen, 3les Kla-gen, das der ——— + .— n n—2.... mit der Zeit zu End; Herr al-lei⸗- ne kennt, 6nessi ta—.— E Nach dem Re⸗gen wird ein Schein von viel tau-send I + DDD‚‚.‚—.—.—.. Son⸗-nen⸗blik⸗ken mei⸗nen mat⸗ten Geist er 17 ken. wird gott⸗lob nicht e-⸗ wig sein. 2. Meine Saat, die ich gesäet, wird zur Freude wachsen aus; wenn die Dornen abgemähet, so trägt man die rucht nach Haus. Wenn ein Wetter ist vorbei, wird der Himmel wieder frei; nach dem Kämpfen, nach dem Streiten kommen die Erquickungs zzeiten. 3. Wenn man Rosen will abbrechen, muß man leiden in der Still, daß 251 auch die Dornen stechen; es geht alles, wie Gott will. Er hat uns ein Ziel gezeigt, das man nur im Kampf erreicht; will man hier das Kleinod finden, so muß man erst überwinden. 4. Unser Weg geht nach den Sternen, der mit Kreuzen ist besetzt; hier muß man sich nicht entfernen, ob er leich mit Blut benetzt. Zu dem Schloß der Ewigkeit Wunnt kein Mensch hin sonder Streit; die in Salems Mauern wohnen, zeigen ihre Dornenkronen. 5. Es sind wahrlich alle Frommen, die des Himmels Klarheit sehn, aus viel Trübsal hergekommen; darum siehet man sie stehn vor des Lammes Stuhl und Thron, prangend in der Ehrenkron und mit Palmen schön ge⸗ zieret, weil sie glücklich triumphieret. 6. Gottes Ordnung stehet feste und bleibt ewig unverrückt: seine Freund und Hochzeitsgäste werden nach dem Streit beglückt; Israel erhält den Sieg nach geführtem Kampf 32³3 371 Kreuz und Trost und Krieg; Kanaan wird nicht gefunden, wo man nicht hat überwunden. 7. Darum trage deine Ketten, meine Seel, und dulde dich! Gott wird dich gewiß erretten. Das Gewitter leget sich) nach dem Blitz und Donnerschlag folgt ein an⸗ x enehmer Tag; auf den Abend folgt der Morgen und die Freude nach den Sorgen. 17⁰⁴ Wer nur den lieben Gott 37¹1 Georg Neumark 1657 13 6— I.—.—— ‚ ein Gott, wie bist du so ver-bor-gen, wie ö Was hel⸗fen al⸗-le mei⸗ne Sor⸗gen? Du 1— N— ———3————— I —— ist dein Rat so wun⸗der⸗bar! hast ge⸗ sor⸗get, eh ich war. Mein Gott und EEEE Va⸗ter, füh⸗re mich nur se⸗lig, ob⸗gleich wun⸗der⸗-lich. dir nur von ferne nach. as du bestimmt, das muß ge⸗ schehen bei unserm Glück und Ungemach. Mein Gott und 5 Vater, führe mich nur selig, obgleich wunderlich. 3. Herr, wer kann deinen Rat ergründen? Dir bleibt ö allein der Weisheit Preis, du kannst viel tausend Wege finden, wo die Vernunft nicht einen weiß. Mein Golt und Vater, führe mich nur selig, obgleich wunderlich. ö 4. Dein allerheiligsten Gedanken sind himmelweit von Menschenwahn; drum leite mich in deinen Schranken und führe mich auf rechter Bahn. Mein Gott und Vater, führe ö mich nur selig, obgleich wunderlich. 5. Dir will ich ganz mich überlassen mit allem, was 5 hab und bin; ich werfe, was ich nicht kann fassen, au deine Macht und Weisheit hin. Mein Gott und Vater, führe mich nur selig, obgleich wunderlich. 6. Hilf, daß ich nie von dir mich kehre; in Glück und Unglück, Freud und Leid schick alles, Herr, zu deiner Ehre und meiner Seele Seligkeit. Mein Gott und Vater, führe mich nur selig, obgleich wunderlich. Salomo Franck 1659—1725 ö 32⁴ 2. Kein Mensch kann, Herr, dein Antlitz sehen, wir sehn Kreuz und Trost 372 372 Hirschberg 17⁴7 ——— + + +4 .. Nur frisch hin ein! Es wird so tief nicht 2. + I + + +— .. sein, das tie fe Meer muß dir den Durch-gang gön-nen. F— H+.— Was kla-gest du? Sollt der nicht hel-fen kön-nen, der 1 1— 1— 7— nach dem Blitz gibt hei-tern Son-nen-schein? Nur —.— 1——3— —.—. Fe —2 35—. H frisch hin ⸗Bein! 2. Der Himmelsheld hat einen Weg bestellt, den nie⸗ mand weiß. Eh sein Volk sollte sinken, muß selbst das Meer auf dieses Helden Winken zur Mauer sein; es herrscht im Flutenfeld der Himmelsheld. 3. Die Tapferkeit ist jederzeit bereit, durch Kreuz und Schmach und durch empörte Wellen zu dringen durch; kein Sturmwind kann sie fällen. Sie hält uns fest in steter Sicherheit, die Tapferkeit. 4. Ein Kriegesmann muß tapfer halten an, es steht nicht wohl, wenn Krieger stille stehen, weil sie das End des Krieges nicht ersehen. Ein Christ ist auch, der tapfer kämpfen kann, ein Kriegesmann. 5. Der Kampf hört auf, wenn hier dein Pilgerlauf das iel erreicht; was einmal angefangen, das nimmt ein End. hrist ist vorangegangen, du folge nach und tritt nur tapfer drauf; es höret auf. 6. Er ist der Hirt, der dich nicht lassen wird, er wird sein Schaf auf seinen Achseln tragen; es wartet schon auf dich der Engel Wagen zum sichern Schutz, und ob du dich verirrt, er ist der Hirt. 7. Ach mein Herr Christ! Wenn du nur bei mir bist, so will ich auch mein Leben willig enden. Zu dir, mein Gott, will ich 10 gänzlich wenden und tragen, was mir auferleget ist, ach mein Herr Christl Michael Kongehl 1646—1710 32⁵ Kreuz und Trost Langenöls 1742 244——11——— 10—.— D L—..——— 3 Schwing dich auf zu dei ⸗nem Gott, du be⸗ War⸗um liegst du Gott zum Spott in der — N 1 —————..———.— trüb ⸗te See⸗lel Merkst 10 e Schwer⸗mute Uöh 10 Merkst du nicht des Sa⸗tans ... List? Er will durch sein Kämp⸗fen dei⸗nen Trost, den —..———— EE Je⸗sus Christ dir er⸗wor⸗ben, dämp⸗fen. 2. Hab ich was nicht recht getan, ist mirs leid von Her⸗ en; dahingegen nehm ich an Christi Blut und Schmerzen, enn das ist das Lösegeld meiner Missetaten, damit ist der ganzen Welt und auch mir geraten. 3. Christi Unschuld ist mein Ruhm, sein Recht meine Krone, sein Verdienst mein Eigentum, darin frei ich wohne wie in einem festen Schloß, das kein Feind kann fällen, brächt er gleich davor Geschoß und Gewalt der Höllen. 4. Stürme, Teufel, Welt und Tod! Was könnt ihr mir schaden? Deckt mich doch in meiner Not Gott mit seiner Gnaden, der Gott, der mir seinen Sohn selbst geschenkt aus Liebe, daß der ewge Spott und Hohn mich nicht dort betrübe. 5. Ich bin Gottes, Gott ist mein: wer ist, der uns schei⸗ de? Dringt das liebe Kreuz herein mit dem bittern Leide: laß es dringen, kommt es doch von geliebten Händen, und geschwind zerbricht sein Joch, wenn es Gott will wenden. 6. Kinder, die der Vater soll ziehn zu allem Guten, die gedeihen selten wohl ohne Zucht und Ruten. Bin ich denn nun Gottes Kind, warum will ich fliehen, wenn er mich von meiner Sünd will zum Guten ziehen? 7. Gottes Kinder säen zwar traurig und mit Tränen; aber endlich bringt das Jahr, wonach sie sich sehnen. Denn es kommt die Erntezeit, da sie Garben machen, da wird all ihr Gram und Leid lauter Freud und Lachen. 8. Ei, so faß, o Christenherz, alle deine Schmerzen, wirf sie fröhlich hinterwärts, laß des Trostes Kerzen dich ent⸗ D MIN Kreuz und Trost 374 Wonten mehr und mehr, gib dem großen Namen deines Gottes Preis und Ehrl' Er wird helfen. Amen. Paul Gerhardt 1607—1676 2 37⁴ Johann Georg Stöhel 1744 .. 5..—. E*—. So führst du doch recht se⸗ lig, Herr, die Dei⸗nen, ja, Wie könn⸗test du es bö⸗se mit uns mei⸗nen, ba u...—. se⸗lig und doch mei⸗stens wun-der⸗ 675 ch. 8 dei⸗ne Treu nicht kann ver⸗leug⸗nen sich? Die We⸗ge —————. —— 4— sind oft krumm und doch ge-rad, dar-auf du läßt die Bi Kin⸗der zu dir gehn: da pflegt es Wwienr een aus⸗zu⸗ IIEAIAA— E sehn, doch tri- um-phiert zu-letzt dein ho⸗her Rat. 2. Dein Geist hängt nie an menschlichen Gesetzen, so die Vernunft und aute Meinung stellt. Des Zweifels Knoten kann dein Schwert verletzen und lösen auf, nachdem es dir gefällt. Du reißest wohl die stärksten Band entzwei; was sich hürtsten En muß sinken hin; ein Wort bricht oft den allerhärtsten Sinn: dann geht dein Fuß auch durch Umwege frei. 3. Was unsre Du Wei will zusammenfügen, teilt Dein Verstand in Ost und Westen aus; was mancher unter Joch und Last will biegen, setzt deine Hand frei an der Sterne Haus. Die Welt zerreißt, und du verknüpfst in Kraft; sie bricht, du baust; sie baut, du reißest ein. Ihr Glanz muß dir ein dunkler Schatten sein; dein Geist bei Toten Kraft und Leben schafft. 4. Will die Vernunft was fromm und selig preisen, so hast dus schon aus deinem Buch getan; wem aber niemand will dies Zeugnis weisen, den nner du in der Still selbst himmel⸗ an. Den Tisch der Pharisäer läßt du stehn und speisest mit den Sündern, sprichst sie frei. Wer weiß, was öfters deine Absicht sei? Wer kann der tiefsten Weish eit Agrundseh n? 5. Was alles ist, gilt nichts in deinen Augen; was nichts ist, hast du, großer Herr, recht lieb? der Worte Pracht und 327 37⁵ Kreuz und Trost Ruhm mag dir nicht taugen, du gibst die Kraft und Nach⸗ druck durch den Trieb. Die besten Werke bringen dir kein Lob: sie sind versteckt, der Blinde geht vorbei; wer Augen hat, sieht sie, doch nie o frei; die Sachen sind zu fein, der Sinn zu grob. 6. Du kennst, o Vater, wohl das schwache Wesen, die Ohn⸗ macht und der Sinnen Unverstand. Man kann uns fast an unsrer Stirn ablesen, wie es um schwache Kinder sei bewandt; drum greifst du zu und hältst und trägest sie, brauchst Vater⸗ recht und zeigest Muttertreu wo niemand meint, daß etwas deine sei, da hegst du selbst dein Schäflein je und je. 7. Also gehst du nicht die gemeinen Wege, dein Fuß wird selten öffentlich gesehn, damit du sehst, was sich im Herzen rege, wenn du in Dunkelheit mit uns willst gehn. Das Widerspiel legst du vor Augen dar von dem, was du in deinem Sinne hast. Wer meint, er hab den Vorsatz recht gefaßt, der wird am End ein andres oft gewahr. 8. So ziehe mich denn recht nach deinem Willen und trag und heb und führ dein armes Kind. Dein innres Zeugnis soll den— 3n stillen, dein Geist die Furcht und Lüste über⸗ wind. Du bist mein alles, denn dein Sohn ist mein; dein Geist regt sich ganz kräftiglich in mir, ich brenne nur nach dir in Liebsbegier: wie oft erquickt mich deiner Klarheit Schein! 9. Drum muß die Kreatur mir immer dienen, kein Engel schämt nun der Gemeinschaft sich; die Geister, die vor dir vollendet grünen, sind meine Brüder und erwarten mich. Wie oft erquicket meinen Geist ein Herz, das dich und mich und alle Christen liebt! Ists möglich, daß mich etwas noch betrübt? Komm, Freudenquell, weich ewig, aller Schmerz! Gottfried Arnold 1666—1714 37⁵5 Breslau 165⁷ EH— 4 4 .— Sollt es gleich bis⸗wei⸗len schei⸗nen, als ver⸗lie⸗ ße ———.—.—5—— 1 H ..—.— Te 3 Gott die Sei-nen, o, so glaub und weiß ich dies: Gott hilft eee end⸗lich doch ge- wiß. 2. Hilfe, die er aufgeschoben, hat er drum nicht aufge⸗ nötig ist hilft er nicht zu jeder Frist, hilft er doch, wenns nötig ist. 328 Kreuz und Trost 376 3. Gleichwie Väter nicht bald geben, wonach ihre Kinder streben, so hält Gott auch Maß und Ziel, er gibt, wem und wann er will. 4. Seiner kann ich mich getrösten, wenn die Not am aller⸗ größten; er ist gegen mich, sein Kind, mehr als väterlich gesinnt. 5. Laß die Welt nur immer neiden! Will sie mich nicht länger leiden, ei, so frag ich nichts danach, Gott ist Richter meiner Sach. 6. Will sie mich gleich von sich treiben, muß mir doch der Himmel bleiben; ist der Himmel mein Gewinn, geb ich alles andre hin. 7. Ach Herr, wenn ich dich nur habe frag ich nicht nach andrer Gabe, legt man mich gleich in das Grab, gnug, Herr, wenn ich dich nur hab. Christoph Titius 1641—1703 Jesus meine Zuversicht 1 376 Berlin 1653 1 4— . Start ist mei⸗ nes Je⸗su Hand, und er wird mich hat zu viel an mich ge⸗wandt, um mich wie⸗der I— 2.——— 12— 2— Wöroneatrhel Mein Er⸗bar⸗mer läßt mich nicht, das ist en Hie: e, —— 4—— — V mei⸗ne Zu⸗ver⸗sicht. 2. Sieht mein Kleinmut auch Gefahr, fürcht ich auch zu unterliegen, Christus beut die Hand mir dar, Christus hilft der Ohnmacht siegen. Daß mich Gottes Held verficht, das ist meine Zuversicht. 3. Wenn der Kläger mich verklagt, Christus hat mich schon vertreten; wenn er mich zu sichten wagt, Christus hat für mich gebeten. Daß mein Mittler für mich spricht, das ist meine Zuversicht. 4. Würd es Nacht vor meinem Schritt, daß ich keinen Ausgang wüßte und mit ungewissem Tritt ohne Licht ver⸗ zagen müßte, Christus ist mein Stab und Licht, das ist meine Zuversicht. 5. Mag die Welt in 1 Giuh beben oder ängstlich klagen! Ohne Halt ist all ihr Glück, wahrlich, sie hat Grund zu Schlesisches Provinzial⸗Gesangbuch 22 329 377 Kreuz und Trost zagen. Daß mein Anker nie zerbricht, das ist meine Zu⸗ versicht. 6. Will der Herr durch strenge Zucht mich nach seinem Bild gestalten, o, so will ich ohne Flucht seiner Hand nur stiller halten. Dann erschreckt mich kein Gericht, das ist meine Zuversicht. 4 Seiner Hand entreißt mich nichts. Wer will diesen Trost mir rauben? Mein Erbarmer selbst versprichts; sollt ich seinem Wort nicht glauben? Jesus läßt mich ewig nicht, das ist meine Zuversicht. Karl Bernhard Garve 1763—1841 Johann Crüger 1640 Von Gott will ich nicht las⸗sen; denn er läßt nicht von führt mich auf rech⸗ter Stra⸗en, da ich sonst irr⸗ te SSSSEEEEEE sehr. Er reicht mir sei⸗ ne Hand; den A⸗bend und den EEI Mor⸗gen tut er mich wohl ver⸗sor⸗gen, wo ich auch EEE ——— sei im Land. 2. Wenn sich der Menschen Hulde und Wohltat all ver⸗ kehrt, so ich mich nur gedulde Gott Macht und Gnad bewährt; er hilft aus aller Not, errett't von Sünd und Schanden, von Ketten und von Banden, und wenns auch wär der Tod. 3. Auf ihn will ich vertrauen in meiner schweren Zeit: es kann vor nichts mir grauen, er wendet alles Leid; ihm sei es heimgestellt; mein Leib, mein Seel, mein Leben sei Gott dem Herrn ergeben: er schaffs, wie's ihm gefällt. 4. Es kann ihm nichts gefallen, denn was mir nützlich ist. Er meints gut mit uns allen, schenkt uns den Herren Christ, ihn, seinen lieben Sohn; durch ihn er uns bescheret, was Leib und Seel ernähret: lobt ihn im Himmelsthron! 5. Lobt ihn mit Herz und Munde, ihn, der uns beides schenkt; das ist ein selge Stunde, darin man sein gedenkt. Verloren alle Zeit, ohn ihn verbracht auf Erden; wir sollen selig werden hier und in Ewigkeit. 33⁰ Kreuz und Trost 378 1⸗ 6. Auch wenn die Welt vergehet mit ihrem Stolz und Pracht, nicht Ehr noch Gut bestehet, das vor war groß m geacht't. Wir werden nach dem Tod tief in die Erd be⸗ I2 graben: wenn wir geschlafen haben, will uns erwecken Gott. st 7. Darum, ob ich schon dulde hier Widerwärtigkeit, wie ich auch wohl verschulde: kommt doch die Ewigkeit, ist st aller Freuden voll; dieselb ohn einigs Ende, dieweil ich ch ö Christum kenne, mir widerfahren soll. t, 8. Das ist des Vaters Wille, der uns geschaffen hat; sein Sohn hat Guts die Fülle erworben und Genad. Auch 41 Gott der heilge Geist im Glauben uns regieret, zum Reich der Himmel führet. Ihm sei Lob, Ehr und Preis. 0 Ludwig Helmbold 1532—1598 378 Johann Georg Ebeling 1666 2.SISISIIIIITITITTTITIIIIIII — War⸗um sollt ich mich deun grä⸗ men? ich doch .— 5 n. Chri-stum noch, wer will mir den neh— nent Wer will 122— I 13— 11— SS...I....I.I.I........ .......— 2— 5 1 mir den Him⸗mel rau⸗ ben, den mir schon Got- tes Sohn bei⸗ge-legt im Glau⸗-ben? r⸗ 2. Nackt und bloß lag ich am Boden, da ich kam, da d ich nahm meinen ersten Odem; mäckt und bloß werd ich · Muztehen, wenn ich werd von der Erd als ein Schatten ch H. en. Gut und Blut, Leib, Seel und Leben ist nicht mein; t: Gott allein ist es, ders gegeben. Will ers wieder zu sich n kehren, nehm ers hin; ich will ihn dennoch fröhlich ehren. ei 4. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen, dringt herein Angst und Pein, sollt ich drum verzagen? Der es schickt, der wird es wenden; er weiß wohl, wie er soll all mein Un⸗ glück enden. 5. Gott hat mich bei guten Tagen oft ergötzt: sollt ich jetzt nicht auch etwas tragen? Fromm ist Gott und schärft 3 mit Maßen sein Gericht, kann mich nicht ganz und gar t. verlassen. ir 6. Satan, Welt und ihre Rotten können mir nichts mehr hier tun, als meiner spotten. Laß sie spotten, laß 331 379 Kreuz und Trost sie lachen: Gott, mein Heil, wird in Eil sie zuschanden machen. 7. Unverzagt und ohne Grauen soll ein Christ, wo er ist, stets sich lassen schauen; wollt ihn auch der Tod auf⸗ reiben, soll der Mut dennoch gut und fein stille bleiben. 8. Kann uns doch kein Tod nicht töten, sondern reißt unsern Geist aus viel tausend Nöten, schließt das Tor der bittern Leiden und macht Bahn, da man kann gehn zur Himmelsfreuden. 9. Allda will in süßen Schätzen ich mein Herz auf den Schmerz ewiglich ergötzen. Hier ist kein recht Gut zu schwin was die Welt in sich hält, muß im Nu ver⸗ chwinden. 10. Was sind dieses Lebens Güter? Eine Hand voller Sand, Kummer der Gemüter; dort, dort sind die edlen laden⸗ da mein Hirt Christus wird mich ohn Ende aben. 11. Herr, mein Hirt, Brunn aller Freuden, du bist mein, ich bin dein, niemand kann uns scheiden. Ich bin dein, weil du dein Leben und dein Blut mir zugut in den Tod gegeben. 12. Du bist mein, weil ich dich fasse und dich nicht, o mein Licht, aus dem Herzen lasse. Laß mich, laß mich hingelangen, da du mich und ich dich ewig werd um— fangen. Paul Gerhardt 1607-1676 Warum sollt ich mich denn 379 Johann Georg Ebeling 1666 2, E.:— — EIEEEE. War⸗ um willst du doch für mor⸗gen, ar⸗mes Herz, E +A—— EEEEEESEEEEEEEEEE im⸗mer⸗wärts als ein Hei⸗de sor⸗gen? Wo-zu dient dein — EI• H+—— EEII.E täg⸗lich Grä⸗ men, weil Gott will in der Still E sich der Not an ⸗ neh⸗ men? 2. Gott hat dir geschenkt das Leben, Seel und Leib; darum bleib ihm allein ergeben. Er wird ferner alles schenken. Traue fest, er verläßt nicht, die an ihn denken. 332 1 2 + L Kreuz und Trost 380 3. Ach, der Glaube fehlt auf Erden. Wär er da, müßt uns ja, was uns not ist, werden. Wer Gott kann im Glauben fassen. der wird nicht, wenns gebricht, von ihm sein verlassen. 4. Laß die Welt denn sich bemühen immerhin. Ach mein Sinn Wast Jesu fliehen. Er wird geben, was mir fehlet, ob ers oft unverhofft eine Weil verhehlet. 5. Nun, Herr Jesu, meine Freude, meine Sonn, meine Wonn, meiner Seele Weide: sorge nur für meine Seele so wird mir auch allhier nichts am Leibe fehlen. 6. Alles sei dir unverhohlen, was mir fehlt, was mi quält, großer Gott, befohlen! Sorge du, so will ich schweigen und vor dir nach Gebühr meine Kniee beugen. 7. Ich will dir mit Freuden danken fort und fort, hier und dort und will nimmer wanken; Lob und Preis sei deinem Namen! Sei mein Teil, Hilf und Heil, liebster en! Jesu, Amen! Laurentius Laurenti 1660—1722 380 Weimar 1681 +— Woin Gott tut, das ist wohl-ge⸗tan, es bleibt ge⸗ wie er fängt mei⸗ne Sa⸗chen an, will ich ihm SIRDIIEIDEIEEIIII EECECEEEEE —— 5.—— 1.— hab en siil ⸗le. Er ist mein Gott, der in der Not mich I + I wohl weiß zu er⸗hal⸗-ten; drum laß ich ihn nur wal⸗ten. 2. Was Gott tut, das ist wohlgetan; er wird mich nicht betrügen, er führet mich auf rechter Bahn: so laß ich mir genügen an seiner Huld und hab Geduld. Er wird mein Unglück wenden, es steht in seinen Händen. 3. Was Gott tut, das ist wohlgetan; er wird mich wohl bedenken. Er als ein Arzt und Wundermann wird mir nicht Gift einschenken für Arzenei. Gott ist getreu; drum will ich auf ihn bauen und seiner Güte trauen. 4. Was Gott tut, das ist wohlgetan; er ist mein Licht und Leben, der mir nichts Böses gönnen kann. Ich will mich ihm ergeben in Freud und Leid. Es kommt die Zeit, da öffentlich erscheinet, wie treulich er es meinet. 333 381 Kreuz und Trost 5. Was Gott tut, das ist wohlgetan; muß ich den Kelch gleich schmecken, der bitter ist nach meinem Wahn, laß ich mich doch nicht schrecken, weil doch zuletzt ich werd ergötzt mit süßem Trost im Herzen; da weichen alle Schmerzen. 6. Was Gott tut, das ist wohlgetan; dabei will ich ver⸗ bleiben. Es mag mich auf die rauhe Bahn Not, Tod und Elend treiben, so wird Gott mich ganz väterlich in seinen Armen halten; drum laß ich ihn nur walten. Samuel Rodigast 1649—1708 381 Weilich 1529, geistlich 1540 Di —2 Was mein Gott will, ge⸗scheh all⸗-zeit; sein Will, der zu hel⸗-fen den'n er ist be-reit, die an ihn ———— Ean 18 235 er hilft aus Not, der from⸗me Gott, und ZIDIi.i‚— züch⸗ti⸗ get mit Ma ⸗ßen; wer Gott ver⸗traut, fest auf ihn —.—— SSDS.. baut, den will er nicht ver⸗las⸗sen. 2. Gott ist mein Trost, mein Zuversicht,. mein Hoffnung und mein Leben. Was mein Bott will, daß mir geschicht, will ich nicht widerstreben. Sein Wort ist wahr, denn all mein Haar er selber 5 gezählet; er hüt't und wacht, stets für uns tracht't, auf daß uns gar nichts fehlet. 3. Drum, muß ich Sünder von der Welt hinfahrn nach Gottes Willen 0 meinem Gott, wenns ihm gefällt, will ich ihm halten stille. Mein arme Seel ich Gott Sund in meinen letzten Stunden. Du frommer Gott, Sünd, Höll und Tod hast du mir überwunden. 4. Noch eins, Herr, will ich bitten dich, du wirst mirs nicht versagen!? wenn mich der böse Feind anficht, laß mich, Herr, nicht verzagen; hilf, steur und wehr, o Gott, mein Herr, zu Ehren deinem Namen! Wer das begehrt, dem wirds gewährt. Drauf sprech ich fröhlich Amen. 15⁵⁴ 33⁴ Kreuz und Trost 382 Unser Herrscher unser König 382 Bremen 1680 — I— — I.III.... T Wiat, ihr Ber⸗ge, fallt, ihr Hü⸗gel, brecht, ihr Got⸗tes Gna⸗de hat' das Sie⸗gel: sie will E Fel⸗sen, al⸗le einl un⸗ver-⸗än⸗dert sein. ee, ——— II Got⸗tes Gna⸗ de wird be ⸗stehn. Laßt die Welt zu Trüm⸗mern gehn, 2. Gott hat mir ein Wort versprochen, Gott hat einen Bund gemacht, der wird nimmermehr gebrochen, bis er alles hat vollbracht. Er, die Wahrheit, trüget nicht, es ge⸗ schieht, was er verspricht. 3. Seine Gnade soll nicht weichen, wenngleich alles bricht und fällt, sondern ihren Zweck erreichen, bis sie mich 1 frieden stellt. Gott ist fromm und gut und treu, ob Welt voll Heuchelei. 4. Will die Welt den Frieden brechen, hat sie lauter Raller im Sinn, Gott hält immer sein Versprechen, so fällt aller Zweifel hin, als wär er nicht immerdar, was er ist und was er war. 5. Laßt sein Antlitz sich verstellen, ist sein Herz doch treu gesinnt und bezeugt in allen Fällen, daß ich f sein geliebtes Kind, dem er beide Hände reicht, wenn uh Grund und Boden weicht. 6. Er will mit mir halten, wenn die Welt Em⸗ pörung macht. Ihre Liebe mag erkalten, ich bin bei ihm wert geacht't. D die Sonne sich verhüllt, bleibt er mir doch Sonn und Schild. 7. Er, der Herr, ist mein Erbarmer, so hat er sich selbst genannt; das ist Trost, so bleib ich Armer immerdar in seiner Hand. Sein Erbarmen läßt nicht zu. daß er mir was Leides tu. 8. Nun, es bleibt mein Een bnren ankerfest auf ihm beruhn; auf ihn will 19 Felsen bauen, was er sagt, das wird er tun. Erd und Himmel kann vergehn, sein Bund bleibet feste stehn. Benjamin Schmolck 1672—1737 383.384 Kreuz und Trost Straf mich nicht 383 Urspr. weltlich, geistlich 1694 2.——8 E— Eiii—— Wei— ne nichtl Gott le-bet noch, du be⸗trüb⸗ te drückt dich gleich ein har⸗tes Joch in der Trau-er⸗ DEEDEEEE See⸗He; höh ⸗le; nur Ge⸗duldl Got-tes Huld macht aus Dor⸗nen 5 I — 1 2 E Ro ⸗sen, läßt dich Freud er⸗lo⸗sen. 2. Weine nicht! Gott denkt an dich; hat man dein ver⸗ 5100 es hat seine Treue sich dir so hoch vermessen, daß ie Welt ehr zerfällt, eh er dich kann lassen oder gar dich hassen. 3. Weine nicht! Gott siehet dich, ist er gleich verborgen. Fassest in Geduld du dich trotz der Last der Sorgen, reicht er dir Trost dafür und läßt nach dem Weinen seine Sonne scheinen. 4. Weine nicht! Gott höret dich, wenn dich Gram verwirret, hättest noch so weit du dich in der Not verirret, ruf ihn sel denn er kann deinen Unglückswellen Ziel und Grenzen tellen. 5. Weine nicht! Gott liebet dich, wenn die Welt auch hasset und voll 10016 b6 wider dich bösen Anschlag fasset. Wen Gott liebt, nichts betrübt, will gleich alls vergehen, Gott wirds wohl versehen. 6. Weine nicht! Gott sorgt für dich, was kann nun dir fehlen? Willst du unablässig dich mit den Sorgen quälen? Wirf auf ihn alles hin; er wird deine Sachen gut und besser machen. 7. Weine nicht! Gott tröstet dich nach den Tränengüssen; endlich wird der Kummer sich in das Grab verschließen. Dur den Tod stirbt die Not, und wenn der erscheinet, hast du ausgeweinet. Benjamin Schmolck 1672—1737 Was mein Gott will 384 Weltlich 1529, geistlich 1540 ————— R Wer Gott ver⸗traut, hat wohl ge-baut im Him⸗mel wer sich ver-läßt auf Je⸗sum Christ, dem muß der 336 Kreuz und Trost 385 — I1 + N + 4——TP + +—— Hum mel Werzden Dar⸗um auf dich all Hoff⸗nung ich ge⸗ IIIE trost und fest will set⸗-zen; Herr Je-su Christ, mein Trost du 4 1 II — I— E. bist in To⸗des Not und Schmer⸗-zen. 2. Und wenns gleich wär dem Teufel sehr und aller Welt zuwider, dennoch so bist du, Jesu Christ, der sie all schlägt danieder. Und wenn ich dich nur hab um mich mit deinem Geist und Gnaden, so kann fürwahr mir ganz und gar nicht Tod noch Teufel schaden. 3. Dein tröst ich mich ganz sicherlich; denn du kannst mirs wohl geben, was mir ist not, du treuer Gott, für dies und jenes Leben. Gib wahre Reu, mein Herz erneu, er⸗ rette Leib und Seele. Ach höre, Herr, dies mein Begehr und laß mein Bitt nicht fehlen. V. Joachim Magdeburg 1571, V. 2 u. 3 1597 II II 385 Georg Neumark 1657 15—— RIISSI ———..—. er nur den lie-ben Gott läßt wal⸗ten und hof⸗fet den wird er wun⸗der-bar er- hal⸗-ten in al⸗ ler E Sa un eleit Wer Gott, dem Al⸗ler⸗höch⸗sten, traut, Not und Trau-rig⸗keit. * + 1 2 UI SPIISIIIE—. /——.——— 1 der hat auf kei-nen Sand ge-baut. 2. Was helfen uns die schweren Sorgen? Was hilft uns unser Weh und Ach? Was hilft es, daß wir alle Morgen beseufzen unser Ungemach? Wir machen unser Kreuz und Leid nur größer durch die Traurigkeit. 3. Man halte nur ein wenig stille und sei doch in sich selbst vergnügt, wie unsers Gottes Gnadenwille und sein All⸗ wissenheit es fügt: Gott, der uns ihm hat auserwählt, der weiß auch sehr wohl, was uns fehlt. 337⁷ 386 Kreuz und Trost 4. Er kennt die rechten Freudenstunden, er weiß wohl, wann es nützlich sei; wenn er uns nur hat treu erfunden und merket keine Heuchelei, so kommt Gott, eh wirs uns versehn, und lässet uns viel Guts geschehn. 5. Denk nicht in deiner Drangsalshitze, daß du von Gott verlassen seist“ und daß ihm der im Schoße sitze, der sich mit stetem Glücke speist. Die Folgezeit verändert viel und setzet jeglichem sein Ziel. 6. Es sind ja Gott geringe Sachen, und ist dem Höchsten alles gleich, den Reichen klein und arm zu machen, den Armen aber groß und reich. Gott ist der rechte Wundermann, der bald erhöhn, bald stürzen kann. 7. Sing, bet und geh auf Gottes Wegen, verricht das Deine nur getreu und trau des Himmels reichem Segen, so wird er bei dir werden neu; denn welcher seine Zu⸗ versicht auf Gott setzt, den verläßt er nicht. Georg Neumark 1621—1681 Es ist das Heil uns kommen 386 Alte Osterweise, ev. 1524 SDSSSSSS ie Gott mich führt, so will ich gehn ohn ge⸗schieht, was er mir 1—W wird I S———..—— al ⸗les Ei⸗gen ⸗-wäh=len; ů ö mirs an kei⸗ nem feh ⸗len. Wie er mich führt, so IEE ————— 4 EIIIISIiIIe geh ich mit und fol- ge wil-lig Schritt vor Schritt in + I SDSDSSD... — W2—— kind⸗li⸗chem Ver⸗trau⸗en. 2. Wie Gott mich führt, so bin ich still und folge seinem Leiten, obgleich im Fleisch der Eigenwill will öfters widerstreiten. Wie Gott mich führt, bin ich bereit, in Zeit und auch in Ewigkeit stets seinen Rat zu ehren. 3. Wie Gott mich führt, bin ich vergnügt, ich ruh in seinen Händen; wie er es schickt und mit mir fügt, wie ers will kehrn und wenden, sei ihm hiermit ganz heim⸗ gestellt. Er mache, wie es ihm gefällt, zum Leben oder Sterben. 4. Wie Gott mich führt, so geb ich mich in seinen Vater. willen; scheints der Vernunft gleich wunderlich, sein Rat 338 Kreuz und Trost 387 wird doch erfüllen, was er in Liebe hat bedacht, eh er mich an das Licht gebracht; ich bin ja nicht mein eigen. 5. Wie Gott mich führt, so bleib ich treu im Glauben, Hoffen, Leiden; steht er mit seiner Kraft mir bei, was will mich von ihm scheiden? Ich fasse in Geduld mich fest; dien Gott mir widerfahren läßt, muß mir zum besten ienen. 6. Wie Gott mich führt, so will ich gehn, es geh durch Dorn und Hecken; kann ichs auch anfangs nicht verstehn, zuletzt wird ers aufdecken, wie er nach seinem Vaterrat mich treu und wohl geführet hat: dies sei mein Glaubens⸗ anker. Lampertus Gedicke 1683—1735 Alles ist an Gottes Segen 387 Frankfurt a. M. 1738 .——— ———————— Wun⸗der⸗an⸗fang, herr-lich En⸗de, wo die —— SEE— ä S I wun⸗der⸗wei⸗sen Hän⸗de Got⸗tes füh⸗ren ein und aus. E——.———— Wun⸗der-weis⸗lich ist sein Ra-ten, wun-der-herr-lich I ————. H EE. sei⸗ne Ta⸗ten, und du sprichst: Wo wills hin⸗aus? 2. Denke doch, es muß so gehen, was Gott weislich heißt geschehen ihm und dir zur Herrlichkeit. Ob der Anfang seltfam scheinet, ist das End doch gut gemeinet; Friede folget nach dem Streit. 3. Gottes Weg geht wie durch Flüsse und durch große Wassergüsse, und du spürst nicht seinen Fuß: so auch in dem Meer der Sorgen hält Gott seinen Pfad verborgen, daß man nach ihm suchen muß. 4. Kein Besinnen kann ersinnen, wo man könne Hilf ge⸗ winnen, die Vernunft ist hier zu blind; unsre angst⸗ gebrochnen Augen nicht in das Verborgne taugen, da sie allzu blöde sind. 5. Weil der Herr im Dunkeln wohnet und sein Reich im Trauen thronet, da man glaubt, ob man nicht sieht, bleibt die Sorge wohl bei Sorgen; wer nicht trauen will auf morgen, dem auch keine Hilfe blüht. 6. Gott muß man in allen Sachen, weil er alles wohl kann machen, End und Anfang geben frei. Er wird, was 339 388 Lob und Dank er angefangen, lassen so ein End erlangen, daß es wunder⸗ herrlich sei. 7. Drum so laß dir nimmer grauen, lerne deinem Gott vertrauen, sei getrost und guten Muts. Er fürwahr, er wird es führen, daß du wirst am Ende spüren, wie er tue lauter Guts. 8. Du wirst freudig dann erzählen und nicht vor der Welt verhehlen, was die blinde Welt nicht kennt. Er wird dir dein Kreuz versüßen. daß du wirst bekennen müssen: Wunderanfang, herrlich End. Heinrich Stockfleth 1643—1708 3. Lob und Dank 388 Halle 1704 EHE— 122——— III ir, dir, Je⸗ ho⸗va, will ich sin⸗ 98, denn Dir will ich mei- ne Lie⸗der brin⸗gen: ach 2 HII— —.— wo ist doch ein sol⸗cher Gott wie du? ö gib mir dei⸗nes Gei⸗stes Kraft da-⸗ zu, daß ich es —.———————... RꝗR tu im Na-⸗men Je-su Christ, so wie es dir durch —..—— ——— ihn ge⸗fäl-lig ist. 2. Zieh mich, o Vater, zu dem Sohne, damit dein Sohn mich wieder zieh zu dir; dein Geist in meinem Herzen 3⁴⁰ Lob und Dank 389 wohne und meine Sinnen und Verstand regier, daß ich den Frieden Gottes schmeck und fühl und dir darob im Herzen sing und spiel. 3. Verleih mir, Höchster, solche Güte, so wird gewiß mein Singen recht getan; so klingt es schön in meinem Liede, und ich bet dich in Geist und Wahrheit an; so hebt dein Geist mein Herz zu dir empor, daß ich dir Pfsalmen sing im höhern Chor. 4. Denn der kann mich bei dir vertreten mit Seufzern, die ganz unaussprechlich sind; der lehret mich recht gläubig beten, gibt Zeugnis meinem Geist, daß ich dein Kind und ein Miterbe Jesu Christi sei, daher ich Abba, lieber Vater, schrei. 5. Wenn dies aus meinem Herzen schallet durch deines heilgen Geistes Kraft und Trieb, so bricht dein Vaterherz und wallet ganz brünstig gegen mich vor heißer Lieb, daß mirs die Bitte nicht versagen kann, die ich nach deinem Willen hab getan. 6. Was mich dein Geist selbst bitten lehret‚ das ist nach deinem Willen eingericht't und wird gewiß von dir erhöret, weil es im Namen deines Sohns geschicht, durch welchen ich dein Kind und Erbe bin und nehme von dir Gnad um Gnade hin. 7. Wohl mir, daß ich dies Zeugnis habe! Drum bin ich voller Trost und Freudigkeit und weiß, daß alle gute Gabe die ich von dir verlanget jederzeit, die gibst du und tust überschwenglich mehr, als ich verstehe, bitte und begehr. 8. Wohl mir! ich bitt in Jesu Namen, der mich zu deiner Rechten selbst vertritt; in ihm ist alles Ja und Amen, was ich von dir im Geist und Glauben bitt. Wohl mir, Lob dir jetzt und in Ewigkeit, daß du mir schenkest solche Seligkeit! Bartholomäus Crasselius 1667—1724 Valet will ich dir geben 389 Leipzig 1615 IPPIPIPI....I..IITIT .—— 1—— u mei⸗ne See⸗le, sin⸗ge, wohl auf und dem, wel⸗chem al-le Din⸗ge zu Dienst und — 2—— D f— —.— 1 II* 1— L 1—— 1 W ken sehn Ich will den Her⸗ren dro- ben hier H 1———— 4 . prei⸗sen auf der Erd, ich will ihn herz-lich lo⸗-ben, so⸗ —— H. *.— lang ich le⸗-ben werd. 34¹1 390 Lob und Dank 2. Ihr Menschen, laßt euch lehren, es wird euch nützlich sein, laßt euch doch nicht betören die Welt mit ihrem Schein! Verlasse sich ja keiner auf Fürsten Macht und Gunst, weil sie wie unsereiner nichts sind als nur ein Dunst. 3. Wohl dem, der einzig schauet nach Jakobs Gott und Heil! Wer dem sich anvertrauet, der hat das beste Teil, das höchste Gut erlesen, den schönsten Schatz geliebt: sein Herz und ganzes Wesen bleibt ewig unbetrübt. 4. Hier sind die starken Kräfte, die unerschöpfte Macht: das weisen die Geschäfte, die seine Hand gemacht, der Him⸗ mel und die Erde mit ihrem ganzen Heer, der Fisch un⸗ zählge Herde im großen, wilden Meer. 5. Hier sind die treuen Sinnen, die niemand Unrecht tun, all denen Gutes gönnen, die in der Treu beruhn. Gott hält sein Wort mit Freuden und was er spricht, geschicht, und wer Gewalt muß leiden, den schützt er im Gericht. 6. Er weiß viel tausend Weisen, zu retten aus dem Tod ernährt und gibet Speisen zur Zeit der Hungersnot, macht schöne rote Wangen oft bei geringem Mahl und die da sind gefangen, die reißt er aus der Qual. 7. Er ist das Licht der Blinden, erleuchtet ihr Gesicht und die sich schwach befinden, die stellt er aufgerichtt; er liebet alle Frommen und die ihm günstig seind, die finden, wenn sie kommen, an ihm den besten Freund. 8. Er ist der Fremden Hütte, die Waisen nimmt er an, erfüllt der Witwen Bitte, wird selbst ihr Trost und Mann. Die aber, die ihn hassen, bezahlet er mit Grimm; ihr Haus und wo sie saßen, stürzt er mit Ungestüm. 9. Ach, ich bin viel zu wenig, zu rühmen seinen Ruhm; der Herr allein ist König, ich eine welke Blum. Jedoch, weil ich gehöre gen Zion in sein Zelt, ists billig, daß ich mehre sein Lob vor aller Welt. Paul Gerhardt 1607—1676. 390 Philipp Emanuel Bach 178/ EU———1 2— n H .———— EE— Gott ist mein Lied, er ist der Gott der Stär⸗ IEEEEEEE kez groß ist sein Nam, und groß sind sei⸗ ne Wer-ke und E 1 1 EE— ..— al ⸗le Him⸗mel sein Ge⸗biet. 34⁴² Lob und Dauk 391 2. Er will und sprichts, so sind und leben Welten; und er ebeut, so fallen durch sein Schelten die Himmel wieder in hr Nichts. 3. Licht ist sein Kleid und seine Wahl das Banin er herrscht als Gott, und seines Thrones Feste ist Wahrheit und Ge⸗ rechtigkeit. 4. Unendlich reich, ein Meer von Seligkeiten, ohn Anfang Gott und Gott in ewgen Zeiten, Herr aller Welt, wer ist dir gleich? 5. Was ist und war im Himmel, Erd und Meere, das ken⸗ net Gott, und seiner Werke Heere sind ewig vor ihm offenbar. 6. Er ist um mich, schafft, daß ich sicher ruhe; er schafft, was ich vor oder nachmals tue, und er erforschet mich und dich. 7. Er ist dir nah, du sitzest oder gehest, ob du ans Meer, ob du gen Himmel fliehest, so ist er allenthalben da. 8. Er kennt mein Flehn und allen Rat der Seele, er weiß, wie oft ich Gutes tu und fehle, und eilt, mir gnädig beizustehn. 9. Er wog mir dar, was er mir geben wollte, schrieb in sein Buch, wie lang ich leben sollte, da ich noch unbereitet war. 10. Nichts, nichts ist mein, das Gott nicht angehöre. Herr, immerdar soll deines Namens Ehre, dein Lob in meinem Munde sein. 11. Wer kann die Pracht von deinen Wundern fassen? Ein jeder Staub, den du hast werden lassen, verkündigt seines Schöpfers Macht. 12. Der kleinste Halm ist deiner Weisheit Spiegel. Du Luft und Meer, ihr Auen, Tal und Hügel, ühr seid sein Loblied und sein Psalm. 13. Kein Sperling fällt, Herr, ohne deinen Willen; sollt ich mein Herz nicht mit dem Troste stillen, daß deine Hand mein Leben hält? 14. Ist Gott mein Schutz, will Gott mein Retter werden, 10 frag ich nichts nach Himmel und nach Erden und biete elbst der Hölle Trutz. Christian Fürchtegott Gellert 1715—1769 391 Vorreformat., ev. 1529 Vers 1 Chor: Gemeinde: E + Herr Gott, dich lo⸗ben wir, Herr Gott, wir dan⸗ken dir. 343 391 Chor: Lob und Dank Gemeinbde: Ie Dich, Va-ter in E-wig⸗keit, ehrt die Welt weit und breit. be, All E En⸗gel und Him-mels-hee und was die-net dei⸗ner Ehr, E— auch Cherubim und Seraphim singen immer mit hoher Stimm: I. —— Hei⸗lig ist un-ser Gott, hei⸗lig ist un-ser Gott, Chor und Gemeinde: I ⁊H„H„cltHéä.—.—.— hei⸗ lig Vers 2 Chor: ist un⸗ser Gott, der Her- re Ze-ba⸗oth. Gemeinde: — Ei Dein gött⸗lich Macht und Herr⸗lich⸗leit Der heiligen Zwölf⸗Boten Zahl die teuren Märtrer allzumal Die ganze werte Christenheit dich, Gott Vater im höchsten Thron, den heilgen Geist und Tröster wert Vers 3 Chor: geht ü⸗ber Himml und Er⸗de weit. und die lieben Propheten all, loben dich, Herr, mit großem Schall. rühmt dich auf Erden allezeit, deinen rechten und eingen Sohn, mit rechtem Dienst sie lobt und ehrt. Gemeinde: . DPI— Du Kö⸗nig der Eh⸗ren, Je⸗su Christ, Der JungfrauLeib nicht hast verschmäht, Du hast dem Tod zerstört sein Macht Du sitzt zur Rechten Gottes gleich Ein Richter du zukünftig bist 34⁴⁴4 Gott Va⸗ters ew⸗ ger Sohn du Uil zu erlösen das menschlich Geschlecht. und all Christen zum Himmel bracht. mit aller Ehr ins Vaters Reich. alles, was tot und lebend ist. EIIU ssüs◻⁊ Lob und Dank 391 Vers 4 Chor: Gemeinde: ——————— Nun hilf uns, Herr, den Die⸗nern dein, die mit dein'm teurn Blut er⸗lö⸗set sein. — IDIiii— S S II.IIII.. Laß uns im Him⸗mel ha-⸗ben teil mit den Heil-gen in ew-gem Heil! DR Hilf dei⸗ nem Volk, Herr Je⸗su Christ, und seg⸗ne, was dein Erb⸗teil ist; + 225— IEAEEE — SEEEE E— wart und pfleg ihr'r zu al⸗ler Zeit und heb sie hoch in E⸗wig⸗keit! Vers 5 Chor: Gemeinde: ö..—.S. Täg=lich, Herr Gott, wir lo⸗ben dich und ehrn dein'n Na-men ste⸗tig⸗lich. —— ů.— t.... Be⸗hüt uns heut, du treu⸗er Gott, vor al⸗ler Sünd und Mis⸗se⸗tat! Sei uns gnädig, o Herre Gott, sei uns gnädig in aller Not; zeig uns deine Barmherzigkeit, wie unsre Hoffnung zu dir steht. In ——.—. . Auf dich hof-fen wir, lie⸗ber Herr, in Schan⸗den laß uns nim⸗mer⸗mehr. Chor und Gemeinde: H I + + ——..... 1 ———— ———— Te deum laudamus, deutsch von Martin Luther 1483—1546 3⁴⁵ Lob und Dank 39²2 Nun danket all und bringet II 392 Johann Crüger 1653 un Her-zens Lust, ich sing und mach auf Er-den kund, was mir von dir be-wußt. 2. Ich weiß, daß du der Brunn der Gnad und ewge Quelle bist, daraus uns allen früh und spat viel Heil und Gutes fließt. 3. Was sind wir doch? was haben wir auf dieser ganzen Erd, das uns, o Vater, nicht von dir allein gegeben so werd? 4. Wer hat das schöne Himmelszelt hoch über uns ge⸗ setzt? Wer ist es, der uns unser Feld mit Tau und Regen netzt? 5. Wer wärmet uns in Kält und Frost? Wer schützt uns 6 vor dem Wind? Wer macht es, daß man Ol und Most zu seinen Zeiten findt? 6. Wer gibt uns Leben und Geblüt? Wer hält mit seiner Hand den güldnen, werten, edlen Fried in unserm Vaterland? 7. Ach Herr, mein Gott, das kommt von dir, du, du mußt alles tun; du hältst die Wach an unsrer TFür und 6 läßt uns sicher ruhn. 0 8. Du nährest uns von Jahr zu Jahr, bleibst immer fromm und treu und stehst uns, wenn wir in Gefahr geraten, treulich bei. 9. Du strafst uns Sünder mit Geduld und schlägst nicht allzusehr, ja, endlich nimmst du unsre Schuld und wirfst sie in das Meer. 10. Wenn unser Herze seufzt und schreit, wirst du gar au leicht erweicht und gibst uns, was uns hoch erfreut und es dir zur Ehr gereicht. 1. Du zählst, wie oft ein Christe wein, und was sein di Kummer sei; kein Zähr und Tränlein ist so klein, du vi hebst und legst es bei. br 346 Lob und Dank 393 12. Du füllst des Lebens Mangel aus mit dem, was ewig steht, und führst uns in des Himmels Haus, wenn uns die Erd entgeht. 13. Wohlauf, mein Herze, sing und spring und habe guten Mut! Dein Gott, der Ursprung aller Ding, ist selbst und bleibt dein Gut. 14. Er ist dein Schat, dein Erb und Teil, dein Glanz und Freudenlicht, dein Schirm 1001 Schi ild, dein Hilf und Heil, schafft Rat und läßt dich nicht 15. Was kränkst du dich in deinem Sinn und grämst dich Tag und Nacht? Nimm deine Sorg und wirf sie hin auf den, der dich gemacht. 16. Hat er dich nicht von Jugend auf versorget und er⸗ nährt? Wie manchen schweren Unglückslauf hat er zurück⸗ gekehrt! 17. Er hat noch niemals was versehn in seinem Regiment; nein, was er tut und läßt geschehn, das nimmt ein gutes End. 18. Ei nun, so laß ihn ferner tun und red ihm nicht darein: so wirst du hier in Frieden ruhn und ewig fröhlich sein. Paul Gerhardt 1607-1676 30³ Stralsund 1665 o⸗be den Her⸗ren, den mäch⸗ti⸗gen Kö-nig der Tmei⸗ne ge⸗ lie⸗be- te See⸗le, das ist mein Be⸗ 905 Kom⸗met zu- hauf, Psal⸗ter und Har-fe, wacht —— 51.—.—. auf, las⸗set den Lob⸗ge⸗sang hö-⸗ ren! 2. Lobe den Herren, der alles so herrlich regieret, der dich auf Adelers Fittichen sicher geführet, der dich erhält, wie es dir selber gefällt; hast du nicht dieses verspüret? 3. Lobe den Herren, der künstlich und fein dich bereitet, der dir Gesundheit verliehen, dich freundlich geleitet; in wie Pbeitet9 hat nicht der gnädige Gott über dir Flügel ge⸗ reite 3⁴⁷ K IIII 394 Lob und Dank 4. Lobe den Herren, der deinen Stand sichtbar gesegnet, der aus dem Himmel mit Strömen der Liebe geregnet; denke Seanet was der Allmächtige kann, der dir mit Liebe be⸗ gegnet. 5. Lobe den Herren, was in mir ist, lobe den Namen! Alles, was Odem hat, lobe mit Abrahams Samen! Er ist dein Licht, Seele, vergiß es ja nicht; lobende, schließe mit Amen! Joachim Neander 1650—1680 394 Ansbach 1665 — EREEEEE La SSISISIIII.II.. „be den Her⸗ren, o mei ⸗ne See ⸗lel Weil ich noch Stun-den auf Er-den zäh⸗le, Ei EE Ich will ihn lo-ben bis zum Tod. ů wil ich ob„sin⸗ gen mernem Gott. Ber Leit undeen e S... ge⸗ben hat, wer⸗de ge⸗prie⸗sen früh und spat. Hal⸗le⸗lu⸗ja, Hal ⸗le⸗lu⸗ ja. 2. Fürsten sind Menschen, vom Weib geboren, und kehren um zu ihrem Staub; ihre Anschläge sind auch verloren, wenn nun das Grab nimmt seinen Raub. Weil denn kein Mensch uns helfen kann, rufe man Gott um Hilfe an. Halle⸗ luja, Halleluja. 3. Selig, ja selig ist der zu nennen, des Hilfe der Gott Jakobs ist, welcher vom Glauben sich nichts läßt trennen und hofft getrost auf Jesum Christ. er diesen Herrn zum Beistand hat, findet am besten Rat und Tat. Hallelufa, Halleluja. 4. Dieser hat Himmel und Meer und Erden und was dar⸗ innen ist, gemacht; alles muß pünktlich erfüllet werden, was er uns einmal zugedacht. Er ists, der Herrscher aller mnia. welcher uns ewig Glauben hält. Halleluja, Halle⸗ uja. 5. Zeigen sich welche, die Unrecht leiden, er ists, der ihnen Recht verschafft; Hungrigen will er zur Speis bescheiden, 348 Lob und Dank 395 egnet, was ihnen dient zur Lebenskraft. Die hart Gebundnen macht denke er frei, und seine Gnad ist mancherlei. Halleluja, Halleluja. be be⸗ 6. Sehende Augen gibt er den Blinden, erhebt, die tief gebeuget gehn; wo er kann einige Fromme finden, die Alles, läßt er seine Liebe sehn; sein Aufsehn ist des Fremden t dein Trutz, Witwen und Waisen hält er Schutz. Halleluja, Halle⸗ Imen! luja. 168⁰ 7. Aber der Gottesvergeßnen Tritte kehrt er mit starker Hand zurück, daß sie nur machen verkehrte Schritte und fallen selbst in ihren Strick. Der Herr ist König ewig⸗ 9 1665 lich: Zion, dein Gott sorgt stets für dich. Halleluja, Hal⸗ leluja. —.— 8. Rühmet, ihr Menschen, den hohen Namen des, der so große Wunder tut; alles, was Odem hat, rufe Amen und AIer bringe Lob mit frohem Mut! Ihr Kinder Gottes, lobt und 13 preist Vater und Sohn und heilgen Geist. Halleluja, Hal⸗ leluja. Johann Daniel Herrnschmidt 1675—1723 Nun lob mein Seel 395 Augsburg 1540 ge⸗ 92 ................. ‚ — +— Man leßt dich in der Siil le, du hoch er. bat des Rüh⸗mens ist die Fül le vor dir, o —.1 DD 3, rn.n, ————..— 1 + + 1 Her Gott 3e. un. ath. Du bist doch, Herr, auf —— 1. + Lehn EIEEIEEE EEEEEEEE 4 Er ⸗den der From-men Zu-ver-sicht; in Halle⸗——=.— Gott Trüb⸗ sal und Be⸗schwer-den läßt du die Dei nen rennen 29——— 955755 22565 1 zum EIEEIESESESEEEEIEEEEE leluja,———*—.— nicht. Drum soll dich stünd-lich eh⸗ren mein Mund vor i8 dar⸗—— 22— erden,—.—— 30 12.. E— Halt je⸗der⸗mann und dei⸗nen Ruhm ver- meh ⸗ren, so⸗ — nr ihnen—— eiden, lang er lal ⸗ len kann. 349 396. 397 Lob und Dank 2. Es müssen, Herr, sich freuen von ganzer Seel und jauchzen hell, die stets das Lob erneuen: Gelobt seist du, Gott Ifrael! Sein Name sei gepriesen, der große Wunder tut, und der auch mir erwiesen das, was mir nütz und gut. Nun, das ist meine Freude, zu hangen fest an dir, daß nichts von dir mich scheide, solang ich lebe hier. 3. Herr, du hast deinen Namen sehr herrlich in der Welt gemacht; denn als die Schwachen kamen, hast du gar bald an sie gedacht. Du hast mir Gnad erzeiget, nun, wie ver⸗ gelt ichs dir? Ach bleibe mir geneiget, so will ich für und für den Kelch des Heils erheben und preisen weit und breit dich hier, mein Gott, im Leben und dort in Ewigkeit. Johann Rist 1607— 1667 396 Johann Crüger 164⁷ ..SI.I.....I.. IIIIIII Nin dan⸗ket al⸗le Gott mit Her-zen, Mund und der gro⸗ße Din⸗ge tut an uns und al ⸗len 6 .....— Aemeden, der uns von Mut-ter-leib und Kin⸗des⸗bei⸗nen — DID‚i˖i‚‚——..— ISDI EEEEEEEEEEEE an un-⸗zäh⸗lig viel zu⸗gut und noch jetz-und ge⸗tan! 2. Der ewig reiche Gott woll uns bei unserm Leben ein immer fröhlich Herz und edlen Frieden geben und uns in seiner Gnad erhalten fort und fort und uns aus aller Not erlösen hier und dort. 3. Lob, Ehr und Preis sei Gott dem Vater und dem Sohne und dem, der beiden gleich im höchsten Himmelsthrone, dem dreimaleinen Gott, als der ursprünglich war und ist und bleiben wird jetzund und immerdar. Martin Rinckart 1586—1649 II 397 Johann Crüger 1653 e d ů SISS— Nun dan⸗ket all und brin⸗get Ehr, ihr Men-schen, 6 I SPIPIPSPSIIIIII —..— 6 in der Welt dem, des⸗sen Lob der En⸗gel Heer im ...... f 1*— 2——— + Him⸗mel stets ver⸗-meldt. 350 Lob und Dank 398 zen 2. Ermuntert euch und singt mit Schall Gott, unserm lel! höchsten Gut, der seine Wunder überall und große Dinge tut; der 3. der uns von Mutterleibe an frisch und gesund erhält das und, wo kein Mensch mehr helfen kann, sich selbst zum hon Hel fer stellt; 4. der, ob wir ihn gleich hoch betrübt, doch und t gutes elt Muts, die Straf erläßt, die Schuld vergibt d tut uns ald alles Guts. und 5. Er gebe uns ein fröhlich Herz, erfris sche Geist und Sinn Reit und werf all Angst, Furcht, Sorg und Schmerz ins Meeres Tiefe hin. 1667⁷ 6. Er lasse seinen Frieden ruhn auf unserm Volk und Land, er gebe Glück zu unserm Tun und Heil in allem Stand. 16⁴a²e 7. Er lasse seine Lieb und Güt um, bei und mit uns gehn, 4 was aber ängstet und bemüht, gar ferne von uns stehn. —— 8. Solange dieses Leben währt, sei er stets unser Heil, und wenn wir scheiden von der Erd, verbleib er unser Teil. 9. Er drücke, wenn das Herze bricht, uns unsre Augen Iu und zeig uns drauf sein Angesicht dort in der ew⸗ gen Ruh. Paul Gerhardt 1607—1676 398 Augsburg 1540 .. + [EnD——— ———.—— 2=— un lob, mein Seel, den Her⸗ren, was in mir ein sein Wohl-tat tut er meh⸗ren, ver-giß es is in— 2 t—.——————— II.T— —— E——— ohne ist, den Na⸗men sein; une nicht, o Her⸗ze mein. Hat dir dein Sünd ver⸗ge-ben 15 29.— e—— 2*— nn.rn. und heilt dein Schwach-heit groß, er⸗ rett't dein ar⸗mes Le⸗ben.—— 305 in seinen 2.—— mit rei⸗chem Trost rorhe 2— 155 ..,. schüt⸗tet, ver⸗jüngt, dem Ad ⸗ler gleich. Der Herr schafft + Jĩ— —— 2..— 2,...—.—.— Recht, be⸗ hü⸗tet, die leidn in sei ⸗ nem Reich. 35¹ Lob und Dank 2. Er hat uns wissen lassen sein heilig Recht und sein Gericht. dazu sein Güt ohn Maßen, es mangelt an Erbarmung nicht. Sein'n Zorn läßt er wohl fahren, straft nicht nach unsrer Schuld, die Gnad tut er nicht sparen, den Blöden ist er hold. Sein Güt ist hoch erhaben ob den'n, die fürchten ihn. So fern der Ost vom Abend, ist unsre Sünd dahin. 3. Wie Väter sich erbarmen ob ihrer jungen Kindelein, so tut der Herr uns Armen, wenn wir ihn kindlich fürchten rein. Gott kennt uns arme Knechte, er weiß, wir sind nur Staub, ein bald verwelkt Geschlechte, ein Blum und fallend Laub; der Wind nur drüber wehet Ende es nimmer da: also der Mensch vergehet, sein Ende ist ihm nah. 4. Die Gottesgnad alleine steht fest und bleibt in Ewig⸗ keit bei seiner liebn Gemeine, die steht in seiner Furcht bereit, die seinen Bund behalten. Er herrscht im Himmel⸗ reich. Ihr starken Engel, waltet seins Lohs und dient zu⸗ gleich dem großen Herrn zu Ehren und treibt sein heilig Wort: mein Seel soll auch vermehren sein Lob an allem Ort. Johann Gramann 1487—1541 399 M. A. von Löwenstern 1644 —5—.———— Nun prei⸗set al le Got-⸗tes Barm⸗her⸗zig⸗keit! Ei Lob ihn mit Schal⸗le, wer⸗te⸗-ste Chri⸗ sten⸗heitl IiEEE —7 —— Er läßt dich freund⸗lich zu sich la⸗den: freu⸗e dich, Is⸗ra⸗el, Ei EEE sei⸗ ner Gna⸗den, freu⸗e dich, Is⸗ ra⸗el, sei⸗ner Gna⸗den! 2. Der Herr regieret über die ganze Welt; was sich nur rühret, alles zu Fuß ihm fällt; viel tausend Engel um ihn schweben; Pfalter und Harfen ihm Ehre geben, Pfalter und Harfen ihm Ehre geben. 3. Wohlauf, ihr Heiden, lafset das Trauern sein, zu grüner Weiden stellet euch willig einl Da läßt er uns sein Wort verkünden, machet uns ledig von allen Sünden, machet uns ledig von allen Sünden. 4. Er gibet Speise reichlich und überall, nach Vater⸗ weise saͤttigt er allzumal; er schaffet früh und späten Regen, 35² geben, zu r uns nden, Bater⸗ egen, Lob und Dank 400 füllet uns alle mit seinem Segen, füllet uns alle mit seinem Segen. 5. Drum preis und ehre seine IInuns on sein Lob vermehre, werteste Christenheit! Uns soll hinfort kein Unfall schaden: freue dich, Israel, seiner Gnaden, freue dich, Israel, seiner Gnaden! Matthäus Apelles von Löwenstern 1594—1648 400 Frankfurt a. M. 1738 1 SPSPSDSPSPSSSS 2 O daß ich tau-send Zun⸗gen hät⸗te und ei⸗nen so stimmt ich da⸗mit um die Wet⸗te aus al⸗ler⸗ n tau⸗send⸗ chen Mund, ein Lob⸗lied nach dem tief⸗stem Hert zens⸗ grund ....... —— i an⸗dern an von dem, was Gott an mir ge⸗tan. 2. O daß doch meine Stimme schallte bis dahin, wo die Sonne steht, o daß mein Blut mit Jauchzen wallte, so⸗ lang es noch im Laufe gehtl Ach wäre jeder Puls ein Dank und jeder Odem ein Gesang! 3. Was schweigt ihr denn, ihr meine Kräfte? Auf, auf, braucht allen euren Fleiß und stehet munter im Geschäfte u Gottes, meines Herren, Preis! Mein Leib und Seele, dich und lobe Gott herzinniglich. Ihr grünen Blätter in den Wäldern, bewegt und regt 018 doch mit mir! Ihr schwanken Gräschen in den Feldern, ihr Blumen, laßt doch eure Zier zu Gottes Ruhm belebet sein und stimmet lieblich mit mir ein! 5. Ach, alles, alles, was ein Leben und einen Odem in sich hat, soll sich mir zum Gehilfen geben, denn mein Vermögen ist zu matt, die großen Wunder zu erhöhn, die allenthalben—— mich stehn. 6. Dir sei, o allerliebster Vater, unendlich Lob für Leib und Geist, für alles, mildester Berater, was deine Güte mir erweist, was du mir in der ganzen Welt zu meinem Nutzen hast bestellt. 7, Mein treuster Jesu, sei gepriesen, daß dein erbarmungs⸗ volles Herz sich mir so hilfreich hat erwiesen und mich Schlesisches Provinzial⸗Gesangbuch 23 353 401 Lob und Dank durch deinen Todesschmerz von Satans Macht und Grau⸗ samkeit zu deinem Eigentum befreit. 8. Auch dir sei ewig Ruhm und Ehre, o heiligwerter Gottesgeist, für deines Trostes süße Lehre, die mich ein Kind des Lebens heißt; denn wo was Guts von mir ge⸗ schicht‚ da wirket nur dein göttlich Licht. 9. Wer überströmet mich mit Segen? Bist du es nicht, o reicher Gott? Wer schützet mich auf meinen Wegen? Du, du, o Herr Gott Zebaoth! Du trägst mit meiner Sündenschuld unsäglich gnädige Geduld. 10. Ich hab es ja mein Lebetage schon so manch liebes Mal gespürt, daß du mich unter vieler Plage zwar wunderbar, doch wohl geführt; denn in der größesten Ge⸗ fahr ward ich dein Trostlicht stets gewahr. 11. Wie sollt ich nun nicht voller Freuden in deinem steten Lobe stehn? Wie sollt ich auch im tiefsten Leiden nicht triumphierend einhergehn? Und fiele auch der Himmel ein, so will ich doch nicht traurig sein. 12. Ich will von deiner Güte singen, solange sich die unge regt; ich will dir Freudenopfer bringen, solange ch mein Herz bewegt; ja, wenn der Mund wird kraftlos ein, so stimm ich noch mit Seufzen ein. 13. Ach nimm das arme Lob auf Erden, mein Gott, in allen Gnaden hin! Im Himmel soll es besser werben, wenn ich bei deinen Engeln bin, da sing ich dir im höhern Chor viel tausend Halleluja vor. Zohann Menter 1658—1734 Es ist das Heil uns kommen 401 Alte Osterweise, ev. 1524 F◻ 1—.— 1—— ——.——.—— ———.—.—.— ei Lob und Ehr dem höch-sten Gut, dem dem Gott, der al⸗le Wun-der tut, dem 2—.—— E—.5— äIBt?:?a⁊ Va ⸗ ter al⸗ ler Gü⸗ te, Gott, der mein Ge⸗ mü⸗te mit sei⸗ nem rei ⸗chen D 2—.———— 7 4..— Trost er⸗füllt, dem Gott, der al-len Jam⸗mer stillt: gebt E un ⸗serm Gott die Eh⸗ rel 354 ** 55 „A 2 4/ Srau⸗ verter h ein ir ge⸗ nicht, egen? ieiner liebes zwar Ge⸗ inem eiden nmel h die lange Iftlos tt, in rben, zhern 17³⁴ Lob und Dank 402 2. Es danken dir die Himmelsheer, o Herrscher aller Thronen, und die auf Erden, Luft und Meer in deinem Schatten wohnen, die preisen deine Schöpfermacht die alles also wohlbedacht: gebt unserm Gott die Ehrel 3. Was unser Gott erschaffen hat, das will er auch er⸗ halten, darüber will er früh und spat mit seiner Gnade walten. In seinem ganzen Königreich ist alles recht, ist alles gleich: gebt unserm Gott die Ehrel 4. Ich rief dem Herrn in meiner Not: Ach Gott, ver⸗ nimm mein Schreien! Da half mein Helfer mir vom Tod und ließ mir Trost gedeihen; drum dank, ach Gott, drum dank ich dir; ach danket, danket Gott mit mir: gebt unserm Gott die Ehre! 5. Der Herr ist noch und nimmer nicht von seinem Volk geschieden; er bleibet ihre Zuversicht, ihr Segen, Heil und Frieden. Mit Mutterhänden leitet er—die Seinen stetig hin und her: gebt unserm Gott die Ehre! 6. Wenn Trost und Hilf ermangeln muß, die alle Welt erzeiget, so kommt, so hilft der Uberfluß, der Schöpfer selbst, und neiget die Vateraugen denen zu, die sonsten nirgends finden Ruh: gebt unserm Gott die Ehrel 7. Ich will dich all mein Leben lang, o Gott, von nun an ehren; man soll, Gott, deinen Lobgesang an allen Orten hören. Mein ganzes Hent ermuntre sich; mein Geist und Leib erfreue dich: gebk unserm Gott die Ehrel 8. Ihr, die ihr Christi[ Namen nennt, gebt unserm Gott die Ehre! Ihr, die ihr Gottes Macht bekennt, gebt unserm Gott die Ehrel Die falschen Götzen macht zu Spott; der 631 ist Gott, der Herr ist Gott: gebt unserm Gott die hre! 9. So kommet vor sein Angesicht mit jauchzenvollem Springen; bezahlet die gelobte Pflicht, und laßt uns fröhlich singen: Gott hat es alles wohlbedacht und alles, alles recht gemacht; gebt unserm Gott die Ehre! Johann Jakob Schütz 1640—1690 402 Johann Schop 1641 EEEE LVV 2 — ollt ich mei⸗ nem Gott nicht sin⸗gen, sollt ich Denn ich seh in al⸗len Din⸗-gen, wie sof — I—3— 1— SSS......— ö 1807 put erg mit mir men. Ii doc nihts als lan ter 35⁵⁵ 402 Lob und Dank , sr, Haee:,rexxe. S PISSISISIISIIIIIIIII— Lie-ben, das sein treu⸗es Her- ze regt, das ohn En-de ———.— 25. ———————— de hebt und trägt, die in sei-nem Dienst sich ü-ben. Al-⸗les ——— EI— 9 Ding währt sei- ne Zeit, Got-tes Lieb in E⸗wig⸗keit. 2. Wie ein Adler sein Gefieder über seine Jungen streckt, also hat auch immer wieder mich des Höchsten Arm gedeckt, alsobald im Mutterleibe, da er mir mein Wesen gab und das Leben, das ich hab und noch diese Stunde treibe. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 3. Sein Sohn ist ihm nicht zu teuer, nein, er gibt ihn für ö mich hin, daß er mich vom ewgen Feuer durch sein teures * Blut gewinn. O du unergründter Brunnen, wie will doch * mein schwacher Geist, ob er sich gleich hoch befleißt, deine Tief ergründen können? Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 4. Seinen Geist, den edlen Führer, gibt er mir in seinem Wort, daß er werde mein Regierer durch die Welt zur Himmelspfort, daß er mir mein O R erfülle mit dem hellen Glaubenslicht, das des Todes Macht zerbricht und die Hölle selbst macht stille. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 5. Meiner Seele Wohlergehen hat er ja recht wohl bedacht; will dem Leibe Not entstehen, nimmt ers gleichfalls wohl in acht. Wenn mein Können, mein Vermögen nichts ver⸗ mag, nichts helfen kann, kommt mein Gott und hebt mir an sein Vermögen beizulegen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 6. 11.5 Erd und ihre Heere hat er mir zum Dienst bestellt; wo ich nur mein Aug hinkehre, find ich, was mich nährt und hält: Tier und Kräuter und Getreide: in den Gründen, in der Höh, in den Büschen, in der See, über⸗ all ist meine Weide. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 7. Wenn ich schlafe, wacht sein Sorgen und ermuntert mein Gemüt, daß ich alle liebe Morgen schaue neue Lieb und Güt. Wäre mein Gott nicht gewesen, hätte mich sein Angesicht nicht geleitet, wär egeit, aus so mancher Angst genesen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 8. Wie ein Vater seinem Kinde sein Herz niemals ganz entzieht, ob es gleich bisweilen Sünde tüuͤt und aus der Es F. 2„ IIIN Lob und Dank 403 ioun entflieht, also hält auch mein Verbrechen mir mein frommer Gott Tawe will mein le d mit der Rut und nicht mit dem werte rächen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 9. Seine Strafe, seine Schläge, ob sie mir gleich bitter seind, dennoch, wenn ichs recht erwäge, sind es Zeichen, daß mein Freund, der mich liebet, mein gedenke und mich von der schnöden“ Welt, die uns hart gefangen hält, durch das Kpeute zu sich lenke. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 10. Das weiß ich fürwahr und lasse mirs nicht aus dem Sinne iue uie Christenkreuz hat seine Maße und muß end⸗ lich stille stehn. Wenn der Winter ch nach der tritt der schöne Sommer ein: 4* wird auch nach der Pein, wers erwarten kann erfreuet. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 11. Weil denn weder Ziel noch Ende sich in Gottes Liebe ftndt, ei, so heb ich meine Hände zu dir, Vater, als dein Kind, bitte, wollst mir Gnade geben, dich aus aller meiner Macht zu umfangen T Tag und Nacht hier in meinem ganzen Leben, bis ich dich nach dieser Zeit lob und lieb in Ewigkeit. Paul Gerhardt 1607-1676 Es ist das Heil uns kommen 403 Alte Osterweise, ev. 1524 *2 N + + + G SESIEIIII.. Ee Wenn ich, o Schöp⸗fer, dei-ne Macht, die Weis⸗ heit die Lie⸗be, die für al ⸗le wacht, an⸗be⸗ dend ————.—— dei⸗ ner We ⸗ge, ü⸗ ber ⸗le⸗ ge: so weiß ich, von Be⸗wun⸗drung EE— voll, nicht, wie ich dich er- he-ben soll, mein Gott, mein Herr und Va ⸗ ter. 2. Mein Auge sieht, wohin es blickt, die Wunder deiner Werke; der Himmel prächtig ausgeschmückt, preist dich, du Gott der Stärke. Wer hat die Sonn an ihm erhöht? Wer kleidet sie mit Majestät? Wer ruft dem Heer der Sterne? 35⁵⁷ 404 Lob und Dank 3. Wer mißt dem Winde seinen Lauf? Wer heißt die 51 Rn. regnen? Wer schließt den Schoß der Erde unb mit Vor⸗ rat uns zu segnen? O Gott der Macht und Herrlichkeit, Gott, deine Güte reicht so weit, so weit die Wolken reichen. 4. Dich predigt Sonnenschein und Sturm, dich preist der Sand am Meere. Bringt, ruft auch der geringste Wurm, bringt meinem Schöpfer Ehre! bat ruft der Baum in seiner 4 8055 mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht, bringt unserm Schöpfer Ehre! 5. Der ader ein Leib, den deine Hand so wunderbar bereitet, der Mensch, ein Geist, den sein Verstand dich zu erkennen leitet, der M ensch, der Schöpfung Ruhm und Preis ist sich ein täglicher Beweis von deiner Güt 5 Größe. 6. Erheb ihn ewig, o mein Geist, erhebe seinen Namen! Gott, unser Vater, sei gepreist, und alle Welt sag Amen! Und alle Welt fürcht ihren Herrn und hoff 3 ihn und dien ihm gern! Wer wollte Gott nicht dienen? Christian Fürchtegott Gellert 1715—1769 Die Tugend wird durchs Kreuz 404 Halle 1704 V— IRIRR ie groß ist des All-mächt-gen Gü⸗te! Ist der mit ver-här⸗te ⸗ tem Ge⸗mü⸗te den 5 der ein Mensch, den sie nicht rührt, ů* Dank er-stickt, der——— ge ⸗bührt? Nein, sei ⸗ne ——.— IR—.—.—. Lie⸗de be zu er-mes⸗sen, sei e⸗-wig mei⸗ne größ⸗te D .— Pflicht. Ser Herr hat mein noch nie ver⸗ges⸗sen; B,. deere,—— ver⸗-giß, mein Herz, auch sei- ner nicht! 2. Wer hat mich wunderbar bereitet? Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Langmut mich geleitet? Er, dessen Rat ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Ge⸗ wissen? Wer gibt dem Geiste neue Kraft? Wer lößt 3—— so viel Glück genießen? Ists nicht sein Arm, der alles schafft Lob und Dank 405 mmel 3. Schau, o mein Geist, in jenes Leben, zu welchem du Vor⸗ erschaffen bist, wo du, mit Herrlichkeit umgeben, Gott chkeit, ewig sehn wirst, wie er ist. Du hast ein Recht zu diesen ichen. Freuden; durch Gottes Güte sind sie dein. Sieh, darum st der mußte Christus leiden, damit du könntest selig sein. Zurm, 4. Und diesen Gott sollt ich nicht ehren und seine Güte m in nicht verstehn? Er sollte rufen, ich nicht hören, den Weg,. bringt den er mir zeigt, nicht gehn? Sein Will ist mir ins Herz. geschrieben, sein Wort bestärkt ihn ewiglich: Gott soll ich Hderbar über alles lieben und meinen Nächsten gleich als mich. ich zu 5. Dies ist mein Dank, dies ist sein Wille: ich soll voll⸗ Preis, kommen sein wie er. Solang ich dies Gebot erfülle, stell he. ich sein Bildnis in mir her. Lebt seine Lieb in meiner amen! Seele, so treibt sie mich zu jeder Pflicht, und ob ich schon Imen! aus Schwachheit fehle, herrscht doch in mir die Sünde nicht. und 6. O Gott, laß deine Güt und Liebe mir immerdar vor Augen I Sie stärk in mir die guten Triebe, mein ganzes —1769 Leben dir zu weihn; sie tröste mich zur Zeit der Schmerzen, ste leite mich zur Zeit des Glücks, und sie besieg in meinem Herzen die Furcht des letzten Augenblicks. Christian Fürchtegott Gellert 1715—1769 Wenm⸗de mir da⸗ zu von o⸗-ben dei-nes + 1 + II + I + + ————————— ——— 2—8— 2— ger Herr Ze⸗-ba⸗ oth? ů 11 Gei stes Kraft, mein Gott; denn ich kann mit nichts er H I— I. 4 n Er rei⸗chen dei ⸗ne Gnad und Lie-bes⸗zei⸗chen. Tau⸗send, . a Hth,o. Arnin m Int Hi urnh:n:. ——.————— ö —— ö I 1H2:. + 1————* tau⸗send⸗mal sei dir, gro⸗ßer Kö⸗nig, Dank da⸗für! einer 2. Herr, entzünde mein Gemüte, daß ich deine Wunder⸗ Er macht, deine Gnade, Treu und Güte stets erhebe Tag und Ge⸗ Nacht. Denn von deinen Gnadengüssen Leib und Seele⸗ mi Hant müssen. Tausend, tausendmal sei dir, großer König, hafft ank dafür! 359 405 Lob und Dank 3. Denk ich, wie ich dich verlassen, wie ich häufte Schuld auf Schuld, so möcht ich vor Scham erblassen ob der Langmut und Geduld, womit du, o Gott, mich Armen hast getragen mit Erbarmen. Tausend, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 4. Ach ja, wenn ich überlege, wie mit Lieb und Gütigkeit du durch so viel Wunderwege mich geführt die Lebenszeit, so weiß ich kein Ziel zu finden, noch den Grund hier zu er⸗ afhrt Tausend, tausendmal sei dir, großer König, Dank afür! 5. O wie hast du meine Seele stets gesucht, zu dir zu iehn daß ich aus der Sündenhöhle möchte zu den unden fliehn, die mich ausgesöhnet haben und mit Kraft zum Leben laben. Tausend, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 6. Ja, Herr, lauter Gnad und Wahrheit sind vor deinem Angesicht; du, du trittst hervor in Klarheit, in Gerechtig⸗ keit, Gericht, daß man soll aus deinen Werken deine Güt und Allmacht merken. Tausend‚ tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 7. Bald mit Lieben, bald mit Leiden kamst du, Herr, mein Gott, zu mir, nur mein Herze zu bereiten, sich ganz be ergeben dir, daß mein gänzliches Verlangen möcht an einem Willen hangen. Tausend, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 8. Wie ein Vater nimmt und gibet, nachdems Kindern nützlich ist, so hast du mich auch geliebet, Herr, mein Gott, zu jeder Frist und dich meiner angenommen, wenns auch gleich aufs höchste kommen. Tausend, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 9. Mich hast du auf Adlers Flügeln oft getragen väter⸗ lich; in den Tälern, auf den Hügeln wunderbar errettet mich. Schien auch alles zu zerrinnen, ward doch deiner Hilf ich innen. Tausend, kausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 10. Fielen tausend mir zur Seiten und zur Rechten Euset mal mehr, ließest du mich doch begleiten durch der Engel starkes Heer daß den Nöten, die mich drangen, ich bin dennoch stets entgangen. Tausend, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 11. Vater, du hast mir erzeiget lauter Gnad und Gütig⸗ keit, und du hast zu mir geneiget, Jesu, deine Freund— lichkeit, und durch dich, o Geist der Gnaden, werd ich stets noch eingeladen. Tausend, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 12. Tausendmal sei dir gesungen, Herr, mein Gott, Preis, Lob und Dank, daß es mir bisher gelungen! Ach laß 360 EHE 4 Lob und Dank 406 meines Lebens Gang ferner doch durch Jesu Leiten nur gehn in die Ewigkeiten: da will ich, Herr, für und für ewig, ewig danken dir! Ludwig Gotter 1661—1735 406 Bremen 1680 [E 4 E + 731 + 7 +— r—— 0— d=. un⸗der⸗ba⸗ rer Kö⸗nig, Herr⸗scher von uns Dei⸗ne Va⸗ter⸗gü⸗te hast du las⸗sen N ——2—— 1 + + —— F⁴r———3 1 IIII—— + V————— .—— D al⸗len, laß dir un ⸗ser Lob ge⸗fal ⸗len.. flie⸗zen, ob wir dich schon oft ver⸗lie ⸗en. Hilf uns 2— H —.—— — ⁴.— 55. Stim⸗me klin⸗gen. 2. Himmel, lobe prächtig deines Schöpfers Stärke mehr als aller Menschen Werke. Großes Licht der Sonne, sende deine Strahlen, die das große Rund bemalen; lobet gern, Mond und Stern, seid bereit, zu ehren einen solchen Herren. 3. O du meine Seele, singe fröhlich, singe, singe deine Glaubenslieder! Was da Odem holet, jauchze, preise, klinge; wirf dich in den Staub daniederl Er ist Gott Zebaoth, er ist nur zu loben hier und ewig droben. 4. Halleluja bringe, wer den Herren kennet, wer den Herren Jesum liebet! Halleluja singe, welcher Christum nennet, sich von Herzen ihm ergibetl O wohl dir! Ieeh. mir, endlich wirst du droben ohne Sünd ihn oben. Joachim Neander 1650-1680 Schlesisches Provinzial⸗Gesangbuch 24 6. Haus und Beruf a) Ehestand Nun danket all und bringet 1 407 Stuttgart 1710 2 Ge⸗schlo⸗sen ist nun un- ser Bund vor dei⸗nem An⸗ge⸗sicht; wir flehn zu dir mit Herz und Mund: Ver⸗ H + 1 + II laß uns, Va⸗ter, nicht! 2. Sieh gnadenvoll auf uns herab, die wir uns deiner freun, daß wir zusammen bis ins Grab ein Herz und Seele sein. 3. Laß deinen Geist stets auf uns ruhn, der alles Gute ö schafft; lehr uns nach deinem Willen tun, stärk uns dazu mit Kraft. 4. Solls uns bei heiterm Sonnenschein in Zukunft glück⸗ lich gehn, so wird das Herz froh dankbar sein und deinen Ruhm erhöhn. 5. Doch sollte manches Leiden sich zu unsrer Hütte nahn, so nimm dich unser gnädiglich in allen Nöten an. 6. Nun, du bist unsre Zuversicht. und wir sind ewig dein. Der Herr verläßt die Seinen nicht, soll unsre Hoffnung sein. 3 DGs m Ehestand 408 Wie schön leuchtet 408 Frankfurt a. M. 1599 —— und mein Haus, wir sind be⸗reit, dir, Herr, die Du sollst der Herr im Hau⸗-se sein, gib dei⸗nen .——— 2————. gan⸗ze Le⸗bens⸗zeit mit Seel und Leib die ⸗nen. Se⸗gen nur dar⸗ein, daß wir dir wil⸗ i die-nen. IIR Ei ne klei⸗ne, from⸗me, rei⸗ ne Haus⸗-ge⸗mei⸗ne Ee— 2———— 4 mach aus al⸗-len: dir nur soll sie wohl⸗ge⸗ fal ⸗len. 2. Es wirke durch dein kräftig Wort dein guter Geist stets fort und fort an unser aller Seelen; er leucht uns wie das Sonnenlicht, damits am rechten Lichte nicht im —Z möge fehlen. Reiche gleiche Seelenspeise auch zur Reise durch dies Leben uns, die wir uns dir ergeben. 3. Gieß deinen Frieden auf das Haus und alle, die drin wohnen, aus; im Glauben uns verbinde. Laß uns in Liebe allezeit zum Dulden, Tragen sein bereit voll Demut, sanft und linde. Liebe übe jede Seele, keinem fehle, dran man kennet den, der sich den Deinen nennet. 4. Laß unser Haus gegründet sein auf deine Gnade ganz allein und deine große Güte. Auch laß uns in der Nächte Graun auf deine treue Hilfe schaun mit kindlichem Ge⸗ müte, selig, fröhlich selbst mit Schmerzen in dem Herzen dir uns lassen und dann in Geduld uns fassen. 5. Gibst du uns irdsches Glück ins Haus, so schließ den Stolz, die Weltlust aus, des Reichtums böse Gäste; denn wenn das Herz an Demut leer und voll von eitler Welt⸗ lust wär, so fehlte uns das Beste, jene schöne, tiefe, seber Gnadenfülle, die mit Schätzen einer Welt nicht zu er— etzen. 6. Und endlich flehn wir allermeist, daß in dem Haus kein andrer Geist als nur dein Geist regiere; der ists, der alles wohl beseellt, der gute Zucht und Ordnung hält, uns alle lieblich ziere. Sende, spende ihn uns allen, bis wir wallen heim und droben dich in deinem Hause loben. Philipp Spitta 1801—1859 363 409. 410 Ehestand O Gott du frommer Gott 1 409 Hannover 1648 SSEE WWII.. aß dich, Herr Je⸗ su Christ, durch mein Ge⸗ kei komm in mein Herz und Haus und 2., 41— 2 Imir 258——— Nichts rich⸗ten Müh und Kunst ohn dei⸗ ne 1l fe 8 Johann Heermann 1585—1647 410 Nach d. 32. französ. Psalm 154⁷ + Ql 2——.— se 8 se⸗ lig Haus, wo man dich auf⸗ ge⸗ nom⸗ wo un⸗ ter al ⸗-len Gä⸗sten, die da kom⸗ ———— f r r men, du wah⸗rer See ⸗len⸗freund, Herr Je⸗su Christ, men, du der ge⸗fei⸗-ert-ste und lieb-ste bist; — SPIPSPISISISISISISISISISIIIIIII wo al⸗ler Her-zen dir ent-ge⸗gen-schla-gen und Ee—.———— al⸗ler Au⸗gen freu-dig auf dich sehn; wo al=ler „3—r E Lp⸗ pen dein Ge⸗ bot er⸗fra ⸗-gen und al ⸗le Ehestand 411 Anns + n dei⸗ nes Winks ge⸗wär⸗tig stehn. 2. O selig Haus, wo Mann und Weib in einer, in deiner Liebe eines Geistes sind, als beide eines Heils gewürdigt, keiner im Glaubensgrunde anders ist gesinnt; wo beide In nn an dir hangen in Lieb und Leid, Gemach und Ungemach, und nur bei dir zu bleiben stets verlangen an jedem guten wie am bösen Tag. 3. O selig Haus, wo man die lieben Kleinen mit Händen des Gebets ans Herz dir legt, du Freund der Kinder, der sie als die Seinen mit mehr als Mutterliebe hegt und pflegt; wo sie zu deinen Füßen gern sich sammeln und horchen deiner süßen Rede zu und lernen früh dein Lob mitsFreuden stammeln, sich deiner freun, du lieber Heiland, du! 4. O selig Haus, wo Knecht und Magd dich kennen und wissen, wessen Augen auf sie sehn, bei allem Werk in einem Eifer brennen, daß es nach deinem Willen mag geschehn; als deine Diener, deine Hausgenossen, in Demut willig und in Liebe frei, das Ihre schaffen froh und unverdrossen, in kleinen Dingen zeigen große Treu. 5. O selig Haus, wo du die Freude teilest, wo man bei keiner Freude dein vergißt; o selig Haus, wo du die Wun⸗ den heilest und aller Arzt und aller Tröster bist; bis jeder einst sein Tagewerk vollendet, und bis sie endlich alle ziehen aus dahin, woher der Vater dich gesendet, ins große, freie, schöne Vaterhaus. Philipp Spitta 1801—1859 Wie nach einer Wasserquelle 41¹ 42. französischer Psalm 1551 H ——5—.... ——— doch iu 96 tan und durch dei⸗nes Soh⸗ nes Blut EEE 5 gleich-wohl dein er⸗wor-bnes Gut. Dar⸗ um wirst du — 9 —.—— re n sie aus Gna⸗den wohl be⸗schüt⸗-zen und be⸗ra ⸗ten. 36⁵ 4¹² Ehestand 2. Sie sind dir von Kindesbeinen und von ihrer ersten Stund übergeben als die Deinen, und durch deinen Gna⸗ denbund haͤst du sie in ihrer Tauf väterlich genommen auf, daß sie, wenn sie sollten sterben, werden deines Rei⸗ ches Erben. 3. Du hast sie bisher ernähret und so manchem Unglücks⸗ fall mehr als väterlich gewehret, der sie hier und überall ins Verderben leicht gestürzt, ja das Leben abgekürzt; aber deine Vatertreue bleibt bei ihnen täglich neue. 4. Sollt ich nicht für solche Güte immer dir verpflichtet sein und mit dankbarem Gemüte solchen Glückes Sonnen⸗ schein rühmen und vor jedermann deine Wohltat zeigen an: ach, so müßt ich ganz vermessen Gottes, meines Heils, vergessen. 5. Sammeln andre große Schätze, 1 dis sie auf Erden Heil, daß sie Geld und Gut ergötze, so bist du mein einzig Teil. Bleib auch meiner Kinder Gott, lasse sie in keiner Not und in keinem Kreuz verderben, bis sie endlich selig sterben. 6. Gönne mir die großen Freuden, daß am lieben, jüngsten Tag nach so vielem Kreuz und Leiden ich mit Jauchzen sagen mag: Liebster Vater, ich bin hier und die Kinder, die du mir hast in jener Welt bescheret. Ewig sei dein Nam geehret! Ludwig Schlosser 1663—1723 O Gott du frommer Gott III 412 Meiningen 1693 e e. —.—— I 1 1 1 as Gott zu⸗ sam-men⸗-fügt, das soll der drum ge⸗-hen wir da- hin in Got ⸗tes Mensß. i ei⸗ den; N 3 Iritd Ane Rne den Der un⸗sre Na⸗men schreibt ins . Buch des Le-bens ein, er selbst, Herr Ze⸗-ba⸗oth, wird ——....— Schild und Lohn uns sein. Benjamin Schmolck 1672—1737 Ehestand 413 Wie schön leuchtet 413 Frankfurt a. M. 1599 4— I*————— — — — Wis schön ists doch, Herr Je-⸗ su Christ, im Wie steigt und neigt sich dei⸗ ne Gab und 1...... +——— N E 1 2—1 + E— Stan⸗de, da dein Se⸗gen ist, im Stan⸗de heil⸗ger E⸗he! al ⸗les Gut so mild her⸗ab aus dei⸗ner heil⸗gen Hö⸗he, 6e de,Himmnin dir. 12.— 2...————.— wenn sich an dich flei-hig hal⸗ten Jung und Al ⸗ten, EZIIR 2.— EEEEEEEEEEEE die im Or⸗den ei⸗ nes Le⸗bens ei⸗nig wor⸗den. 2. Wenn Mann und Weib sich wohl begehn und unverrückt beisammen stehn im Bande reiner Treue, da geht das Glück in vollem Lauf, da sieht man, wie der Engel Hauf im Himmel selbst sich freue. Kein Sturm, kein Wurm kann erschlagen, kann zernagen, was Gott gibet dem Paar, das in ihm sich liebet. 3. Sei gutes Mutsl Wir sind es nicht, die diesen Orden aufgericht't; es ist ein höhrer Vater. Der hat uns je und je geliebt und bleibt, wenn unsre Sorg uns trübt, der beste Freund und Rater. Anfang, Ausgang aller Sachen, die zu machen wir gedenken, wird er wohl und weislich lenken. 4. Zwar bleibts nicht aus, es kommt ja wohl ein Stündlein, da man Leides voll die Tränen lässet fließen. Jedennoch, wer sich in Geduld ergibt, des Leid wird Gottes Huld in großen Freuden schließen. Zage, klage nur ein wenig; unser König wird behende machen, daß die Angst sich wende. 5. Wohlan, mein König, nah herzu. gib Rat im Kreuz, in Nöten Ruh, in Angsten Trost und Freudel Des sollst du haben Ruhm und Preis, wir wollen singen bester Weis und danken alle beide, bis wir bei dir, deinen Willen zu erfüllen, deinen Namen ewig loben werden. Amen. Paul Gerhardt 1607—1676 36⁷ 414. 415 Ehestand Herr Jesu Christ dich zu uns 414 Görlitz 1648 27 EE 4—— I I... —„ Wohl ei-nem Haus, da Je⸗sus Christ al⸗-lein das —————— 2, a..e,=e, L.It all in al⸗lem ist! Ja, wenn er nicht dar- in⸗nen wär, wie ——..—— 5——.——¼ ———— e⸗lend wärs, wie arm und leer! 2. Wohl, wenn sich Mann und Weib und Kind in einem Glaubenssinn verbindt, zu dienen ihrem Herrn und Gott nach seinem Willen und Gebot. 3. Wohl, wenn ein solches Haus der Welt ein Vorbild vor die Augen stellt, daß ohne Gottesdienst im Geist das äußre Werk nichts ist und heißt. 4. Wohl, wenn wie Weihrauch das Gebet beständig in die Höhe geht, und man nichts treibet fort und fort als Gottes Werk und Gottes Wort. 5. Wohl, wenn im äußerlichen Stand mit fleißiger, ge⸗ treuer Hand ein jegliches nach seiner Art im Glauben seinen Weg bewahrt. 6. Wohl, wenn die Eltern gläubig sind und sie an Kind und Kindeskind versäumen nichts zum ewgen Glück, so bleibet ihrer keins zurück. 7. Wohl solchem Haus, denn es gedeiht; die Eltern werden hocherfreut, und ihren Kindern sieht mans an, wie Gott die Seinen segnen kann. 8. So mach ich denn zu dieser Stund samt meinem Hause diesen Bund: Wenn alles Volk vom Herren wich, doch dienen wir ihm ewiglich. Christoph Karl Ludwig von Pfeil 1712—1784 Zum Kirchgang O daß ich tausend Zungen 1 41⁵5 Frankfurt a. M. 1738 . 5.——— ott⸗-lob, ich schlie⸗he mei⸗ ne Wo⸗chen und ich ha⸗ be Gott ein Wort ver-spro⸗chen, der 368 73⁸ rtt d r Beruf 416 ———— IIIITII.IIT prei⸗se mei⸗nes Got⸗tes Kraft; neu⸗es Le⸗ben in mir schafft: .— RRDEE Trost ver-leihn, so soll mein Herz sein Op-fer sein. Wird er mir Rat und 2. Ich komme, meines Lebens Leben, und sage dir, mein Schöpfer, Dank; da tausend Schmerzen mich umgeben und schon der Tod zum Herzen drang, da hast du also mich er⸗ quickt, daß mich mein Kreuz nicht hat erdrückt. 3. Nun, deine Magd wird solches preisen und ewig dafür dienstbar sein; doch wirst du mir noch mehr erweisen und meinem Kinde Kraft verleihn, daß es in deinem Bunde bleibt und dein Geist solches immer treibt. 4. Gib ihm das Wachstum deines Sohnes, bei Gott und Menschen Huld und Gnad; der Fli. deines Gnadenthrones, der es bereits beschattet hat, bedeck es, wo es geht und steht, bis es zum Himmel wird erhöht. 5. Ja, du bist aller Kinder Vater, dein Sohn ist aller Kinder Freund; sei du nun ferner mein Berater, daß, wenn dein letzter Tag erscheint, ich und mein Kind dort vor dir stehn und dir zu deiner Rechten gehn. Benjamin Schmolck 1672-1737 b) Beruf —.— ist der herrlich Tag 416 Nikolaus Herman 1560 . DD..DDi..= Das wal⸗ ke Gott, der hel⸗fen kann! Mit Gott fang EIEEE ich die Ar⸗ 663 an; mit 38885 nur—5 es nd lich 50 drum — . ist auch dies mein er⸗ stes Wort: Das wal⸗ 31 Gottl 2. All mein Beginnen, Tun und Werk Z erfordert Gottes Kraft und Stärk. Mein Herz ist stets zu Gott gericht't, drum auch mein Mund mit Freuden spricht: Das walte Gott! 3. So Gott nicht hilft, so kann ich nichts, wo Gott nicht humt n Gott gibt und tut mir lauter Guts rum sprech ich nun auch gutes Muts: Das walte Gott! 369 — 4¹⁷ Beruf 4. Will Gott mir etwas geben hier, so will ich dankbar sein dafür; auf sein Wort werf ich aus 10 Netz und sag in meiner Arbeit stets: Das walte Gott 5. Anfang und Mitte samt dem End stell ich allein in Got⸗ tes Händ. Er gebe, was mir nützlich ift, drum sprech ich auch zu jeder Frist: Das walte Gott! 6. Legt Gott mir seinen Segen bei nach seiner großen Güt und Treu, so gnüget mirs zu jeder Stund, drum sprech ich auch von Herzensgrund: Das walte Gott! 7. Trifft mich ein Unglück: unverzagt! Ist doch mein Werk mit Gott gewagt. Er wird mir gnädig stehen bei, drum dies auch meine Losung sei: Das walte Gott! 8. Er kann mich segnen früh und spat, bis all mein Tun ein Ende hat; er gibt und nimmt, machts, wie er Gett drum sprech ich auch fein in der Still: Das walte ott! 9. Gott steht mir bei in aller Not und gibt mir auch mein täglich Brot; nach seinem alten Vaterbrauch tut er mir Guts, drum sprech ich auch: Das walte Gott! 10. Ohn Gott nichts glückt und seine Gunst, nichts hilft Verstand, Witz oder Kunst, mit Gott gehts fort, gerät auch wohl, daß ich kann sagen glaubensvoll: Das walte Gott! 11. Teilt Gott was mit aus Gütigkeit, so acht ich keiner Feinde Neid; laß hassen, wers nicht lassen 11 ich stimme doch mit Freuden an: Das walte Gott 12. Tu ich denn was mit Gottes Rat, der mir beistehet früh und spat, dann alles wohl geraten muß; drum sprech ich nochmals zum Beschluß: Das walte Gott! Johann Betichius 1650—1722 Nun ruhen alle Wälder 417 Wellich 1505, geistlich 1550 EEE EEE 363 sollst in al⸗—5 Sa⸗chen mit Gott den An⸗fang e—.—.—.——5—————.— ma⸗ 4.———. aus treu⸗er Schuld und Pflicht. Wem 30— du Dank zu ge⸗ en 0 Mensch für Heil ni Le⸗ Lee MII IT ihm; von dir ent-springt es nicht. kbar sag Sot⸗ auch hen rum nein bei, nein e er alte Beruf 418 2. Wo Gott die Hand dir reget, selbst Grund zur Arbeit leget, da zieht der Segen ein; entzieht er seine Gnaden, so muß das Werk mißraten, wie trefflich auch die Meister sein. 3. Schlag an die Himmelspforten mit starken Glaubens⸗ worten; da bitte Beistand aus. Daher wird Segen fließen und reichlich sich erghießen auf dich und auf dein ganzes Haus. Andreas Tscherning 1611—1659 Christe wahres Seelenlicht 418 Johann Georg Ebeling 1666 1.. S.SISII.II.I.I..II....— * ang dein Werk mit Je⸗su an, Je⸗sus hats in Je⸗sum ruf zum Bei⸗stand an, Fe⸗sus wirds wohl ¹ .... Len Dem Steh mit Je⸗su mor⸗gens auf, geh mit Je⸗su schla⸗fen; führ mit Je⸗ su dei⸗nen Lauf, I S las⸗se Je⸗sum schaf-fen. 2. Morgens soll der Anfang sein. Jesum anzubeten, daß er woll dein Helfer sein stets in allen Nöten. Morgens, abends und bei Nacht will er stehn zur Seiten, wenn des Bösen List und Macht dich sucht zu bestreiten. 3. Wenn dein Jesus mit dir ist, laß die Feinde wüten, er wird dich vor ihrer List schützen und behüten. Setz nur das Vertrauen dein in sein Allmachtshände und glaub sicher, daß allein er dein Unglück wende. 4. Wenn denn deine Sach mit Gott also angefangen, ei, so hat es keine Not, wirst das Ziel erlangen; es wird folgen Glück und Heil hier in diesem Leben, endlich wird⸗ dir Gott dein Teil auch im Himmel geben. 5. Nun, Herr Jesu, all mein Sach sei dir übergeben! Es nach beinem Willen mach im Tod wie im Leben. All mein Werk greif ich jetzt an. Herr, in deinem Namen: laß es doch sein wohlgetan! Ich sprech darauf Amen. 419. 420 Beruf Werde munter mein Gemüte 419 Johann Schop 1642 kebe.,.. Hilf uns, Rung in al⸗len Din⸗gen, daß wir Owol hl an- fan-gen und voll-brin⸗gen; gib uns SSDSISISSSE‚‚.E‚E—— EE un⸗ser Amt und Werk; Weis⸗heit, Kraft und Stärk. Ohe ne dei ne Hilf und . D I E + 1——..—— Gunst ist all un⸗ser Werk um⸗sonst; hilf uns, Herr, in rtnt eteerten Kre Li. al⸗len Din-gen und laß al-les wohl- ge- lin-gen. 2. Hilf uns, Herr, an allen Orten, wo wir dein bedürftig sein; brich der Hölle Macht und Pforten und gib deinem + Celuicteit deiner armen Christenheit, Liebe, Fried und ö inigkeit. Hilf uns, Herr, in allen Dingen und laß alles wohlgelingen. 3. Hilf uns, Herr, in allen Nöten, aller Trübsal und Ge⸗ fahr; laß uns keine Drangsal töten, nimm doch unser also wahr, daß Kreuz, Elend und Verdruß uns zum besten dienen muß. Hilf uns, Herr, in allen Dingen und laß alles wohlgelingen. ö 4. Hilf uns, Herr, aus allem Leide in der letzten Todes⸗ not, laß uns fahren hin mit Freude und durch deinen bittern TJod kommen in das Paradeis uns zur 2 h + dir zum Preis, daß wir nach vollbrachtem Ringen Lob V und n dir ewig singen. Martin Rinckart 1586-1649 In dich hab ich gehoffet 420 Nürnberg 1581 e Eled Ich weiß, mein Gott, daß all mein Tun und Werk in SDSSSDPSPSPSPSPSPSSSISSII dei⸗nem Wil⸗len ruhn; von dir kommt Glück und Se⸗-gen. Was Beruf 420 1. 6 22 + du re⸗gierst, das geht und steht auf rech-ten, gu⸗ten We⸗gen. 2. Es steht in keines Menschen Macht, daß sein Rat werd ins Werk gebracht und seines Gangs sich freue; des Höchsten Rat, der machts allein, daß Menschenrat gedeihe. 3. Oft denkt der Mensch in seinem Mut, dies oder jenes sei ihm gut, und ist doch weit 2* efehlet. Oft sieht er auch 84 schädlich an, was doch Gott selbst erwählet. So fängt auch mancher weise Mann ein gutes Werk fröhlich an und bringts doch nicht zustande; er baut ein Schloß und festes Haus, doch nur auf lauter Sande. 5. Wie mancher 201 in seinem Sinn fast über Berg und hat sen hin, und eh er sichs versiehet, so liegt er da, und hat sein Fuß verzeblich sich bemühet. 6. Drum gib Verstand aus deiner Höh, auf daß ich ja nicht ruh und steh auf meinem eignen Willen. Sei du mein Freund und treuer Rat, was recht ist, zu erfüllen. 7. Was dir gefällt, das laß auch mir, o meiner Seele Sonn und 35 gefallen und belieben. Was dir zuwider, 5 mich nicht in Werk und Tat verüben. 8. Ists Werk von dir, so hilf zu Glück; ists Menschentun, so treibs zurück und äandre meine Sinnen. Was du nicht wirkst, pflegt von sich selbst in kurzem zu zerrinnen. 9. Tritt du zu mir und mache leicht, was mir sonst fast unmöglich deucht, und bring zum guten Ende, was du selbst 5 hast durch Weisheit deiner Hände. Ist gleich der Anfang etwas schwer, und muß ich auch ins 416 e Meer der bittern Sorgen treten, so treib mich nur, ohn Unterlaß zu seufzen und zu beten. 11. Wer fleißig betet und dir traut, wird alles, davor sonst ihm graut, mit tapferm Mut bezwingen; sein Sorgen⸗ stein wird in der Eil in tausend Stücke springen. 12. Der Weg zum Guten ist gar wild, mit Dorn und Hecken ausgefüllt; doch wer ihn freudig gehet, kommt deer, Herr, durch deinen Geist, wo Freud und Wonne tehet. 13. Du bist mein Vater, ich dein Kind; was ich bei mir nicht hab und find, hast du zu aller Gnüge. So hilf nur, daß ich meinen Stand wohl halt und herrlich siege. 14. Dein soll sein aller Ruhm und Ehr; ich will dein Tun je mehr und mehr aus hocherfreuter Seelen vor deinem Volk und aller Welt, solang ich leb, erzählen. Paul Gerhardt 1607— 1676 373 42¹ Beruf Es ist das Heil uns kommen 42¹1 Alte Osterweise, ev. 1524 ͥIIE Got ⸗-tes Na⸗men fang ich an, was mir zu Mit Gott wird al⸗ͤles wohl⸗ ge⸗tan und glück⸗lich EEE aug⸗ 9e⸗füh 2 was man in Got⸗tes Na⸗men tut, ist E e al⸗lent⸗hal⸗ben recht und gut und muß uns auch ge ⸗ dẽl⸗· hen. 2. Gott ists, der das Vermögen schafft, was Gutes zu vollbringen. Er gibt uns Segen, Mut und Kraft und läßt das Werk ar Raht läßt einen reichen Zug uns tun, Gedeihn auf unsrer Nahrung ruhn, daß wir die Fülle haben. 3. Wer erst nach Gottes Reiche tracht't und bleibt uch seinen Wegen, der wird gar leichtlich reich 1e rob. dur Gottes milden Segen. Da wird der Fromme froh und satt, daß er von seiner Arbeit hat auch Armen Brot zu geben. 4. Gott ist der Frommen Schild und Lohn, er krönet sie mit Gnaden; der bösen Welt Haß, Neid und Hohn kann ihnen gar nicht sHaden. Gott decket sie mit seiner Hand,‚ er segnet ihre Stadt, ihr Land und füllet sie mit Freuden. 5. Drum komm, Herr Jesu, stärke mich, hilf mir in mei⸗ nen Werken; laß du mit deiner Gnade dich bei meiner Arbeit merken. Gib dein Gedeihen selbst dazu, daß ich in allem, was ich tu, ererbe deinen Segen. 6. Regiere mich durch deinen Geist, den Müßiggang zu meiden, daß das, was du mich schaffen heißt, I mit lauter Freuden, auf daß ich dir mit aller Treu auf dein Gebot gehorsam sei und meinen Nächsten liebe. 7. Nun, Jesu, komm und bleib bei mir. Die Werke meiner Hände befe 01 ich, liebster Heiland, dir; hilf, daß ich sie vollende zu deines Namens Herrlichkeit, und gib, daß ich zur Abendzeit erwünschten Lohn empfange. Salomo Liscov 1640-1689 Beruf 42² Wer nur den lieben Gott 422 Georg Neumark 1657 E 2 4 E +——— +—— — 5 e er nur mit sei⸗ nem Gott ver⸗rei⸗set, der weil er ihm lau⸗ter We⸗ge wei⸗set, auf fin⸗det im⸗ mer Bahn ge⸗ macht.... wel⸗chen stets sein Au ⸗ge wacht. Hier gilt die Lo⸗sung SE + + früh und spat: Wohl dem, der Gott zum Füͤh ⸗rer hat. 2. Gott hat sich gar zu sehr verbunden, daß er will bei den Seinen sein; kein Ort wird in der Welt gefunden, er zieht mit 111 aus und ein durch Feuer und durch Wassersnot, auch selbsten mitten durch den Tod. 3. Er leitet uns mit seinen Augen, er gängelt uns mit seiner Hand. Wenn Luft und Wetter nicht mehr taugen, so überdeckt uns sein Gewand; ja, seine Liebe kann allein der beste Schild im Sturme sein. 4. Wir reisen, Herr, in deinem Namen; sei du Gefährte, Weg und Stab. Die Engel, die zu Jakob kamen, send auch u unserm Schutz herab; mach Aus⸗ und Eingang so beglückt, aß uns kein Fall das Ziel verrückt. 5. Bleib bei uns, wenns will Abend werden, gib Licht durch deine Gegenwart, sei unser Leitstern hier auf Erden; und ist der Kreuzweg schwer und hart, so tröst uns mit der Rosenbahn, die man dort oben wandeln kann. 6. Wirst du mit uns auf diesem Wege durch deinen Schutz und Leitung sein und auch indessen deine Pflege den Unsrigen daheim verleihn, so soll das unser Opfer sein: Ge⸗ lobet sei der Herr allein. 7. Wir wollen einen Altar bauen, e der Eben⸗Ezer heißen soll; daran soll man die Worte schauen: Gott führet seine Kinder wohl. Und also findt die Losung statt: Wohl dem, der Gott zum Führer hat. Benjamin Schmolck 1672—1737 37⁵ 7. Ernte und tägliches Brot a) Ernte Auf meinen lieben Gott 423 Weltlich 1574, geistlich 1605 .SD............ Ein Wet⸗ter stei⸗get auf: mein Herz zu Gott hin⸗ auf! Fall ihm ge⸗schwind zu Fuße durch wah ⸗re EA BI 1. H+t 2 Reu und Bu⸗ße, da-mit gleich dei-ne Sün-den durch E 1 II N r. Chri⸗sti Tod ver⸗schwin⸗den. 2. Herr, der du gut und fromm, zu dir ich gläubig komm, ich bitt um dein Erbarmen, hab Christum auf den Armen: um dessentwillen schone“ mir nicht nach Sünden lohnel 3. Durch Christi teures Blut mach mir ein Herz voll Mut, das sich nicht knechtisch scheue, viel lieber deiner Treue in allem kindlich traue und auf dein Helfen baue. 4. Ich will mit dem, was mein, dir ganz gelassen sein: dein Flügel wird uns decken, verjagen alles Schrecken und lassen uns aus Gnaden das Wetter gar nicht schaden. 8 in⸗ IIAHE Uh st Ernte 42⁴ 5. Wohlan, verlaß uns nicht! Bleib unsre Zuversicht und laß dein Vater⸗Lieben auch jetzt an uns sich üben, so wolln wir, weil wir leben, dir Preis und Ehre geben. Amilie Juliane Gräfin von Schwarzburg-Rudolstadt 1637-1706 Die Tugend wird durchs Kreuz 42⁴ Halle 1704 1*1 I—— ,. okt ⸗ lob! die Zeit der Ernt ist kom-men, kommt auch und dan-ket Gott, ihr From-men, der Schnit⸗ter schlägt die Si⸗ chel an; und wer jetzt fröh⸗lich ern⸗ten kann. Die An ⸗dacht 5 muß die Ern⸗te wei⸗hen, mit Be⸗ten führt die Gar⸗ben SSSSSSEEEUEEEEE en, den Dank laßt gu⸗ten Sa⸗men streu⸗en: so wird die + 1 + EE Ern ⸗te glück-lich sein. 55 2. Ach treuer Vater deiner Kinder, wie hältst du doch so reichlich haus! Wie sorgst du für uns arme Sünder und teilst uns so viel Gutes aus! Wir müssen alle selbst gestehen, daß wir der Ernte gar nicht wert; wie solln wir deine Hand erhöhen, die wieder so viel Guts beschert? 3. Herr Gott, wir loben deinen Namen und preisen deine Gütigkeit, da du hast wieder Brot und Samen aufs künftige für uns bereit. Kann unser Mund gleich nichts als stammeln, dankt dir das Herz doch soviel mal, soviel wir jetzt der Halme sammeln, soviel der Körner an der Zahl. 4. Barmherzger Gott, so segne heuer die Ernte, die du hast beschert, und bring uns glücklich in die Scheuer, was künftig Vieh und Menschen nährt. Gib deinen Schnittern Kraft und Stärke und unsern Feldern Sonnenschein, daß wir uns über deine Werke, Herr, überschwenglich können freun. 5. Wohlan, so laß uns fröhlich führen das Wort ins Herz, das Korn ins Haus und durch des guten Geists Regieren 377 42⁵5 Erute die Garben ein, die Sünden aus. Laß reifen uns in Gna⸗ denstunden, daß, wenn des Todes Sichel schlägt, man uns als Garben wohl gebunden, Herr, in die Himmelsscheuer trägt. 17⁴⁰ — Nun freut euch lieben Christen 42⁵5 Wittenberg 1524 + 2— 1 2 — e ott Va⸗ter, der du dei⸗ner Schar hast zu⸗ ge⸗ daß sie von dir soll im-mer-⸗dar im Kreuz ge⸗ ———.— .—.—— 3— sagt auf Er⸗· den, IE trö⸗stet wer⸗ den, Esr, HA— 5II Brot samt Schutz und Ret-tung in der Not ge⸗ nä⸗dig 3. ü⸗ber⸗ kom⸗men: da-ne⸗ben auch das täg-lich 2. gib reine Luft, warm Sonnenschein, gut Tau und D. milde Regen, damit die Früchte wachsen fein durch deinen E milden Segen, damit gedeih, was früh und spat der Acker⸗ mann geworfen hat auf dein Wort in die Erde. ö 3. Herr, straf uns nicht in deinem Zorn, gedenk an deine 0. Güte; den Weinstock und das liebe Korn uns gnädiglich 2 behüte vor Hagel, Frost, Sturmwind und Flut, vor Mel⸗ tau und was schaͤden tut den Früchten insgemeine. d 4. Vor großer Dürre uns bewahr, vergib uns unsre Sünde, v auf daß nicht etwa mit Gefahr das Wetter was entzündez v halt auch das Erdreich nicht zu naß, auf daß wir mögen Scheun und Faß durch deinen Segen füllen. i 5. Gib gnädig, was uns deine Hand jetzt tut gar lieblich 0 weisen, und tu damit im ganzen Land die Kreaturen d speisen, so wird dich loben groß und klein, die Alten und die Kinderlein und was auf Erden lebet. 2 6. Wir trauen dir, du höchstes Gut, dein Gnad, die ma es walten; du weißt wohl, was uns mangeln tut, hast i lang Zeit hausgehalten und wirst noch ferner so regiern, daß man wird deinen Segen spürn und deinen Namen preisen. Bartholomäus Ringwaldt 1530—1599 Ernte 426 Wer nur den lieben Gott 426 Georg Neumark 1657 Q—+ h + + .——— EEEE O Gott, es steht dein mil⸗der Se⸗gen in wir soll⸗ten bil⸗lig al ⸗ler„we⸗ gen die I—— + SSSE EEEE.— un⸗ sern Fel⸗dern herr⸗lich schön;— Wohl⸗tat dank⸗ bar⸗lich er⸗ höhn: du lok⸗kest da⸗durch + N SSDDSDRDSDSDSDSSSSSS 2. Allein, wer folget deinem Triebe? Wo ist die wahre Dankbarkeit? Man lebt in Welt und Fleischesliebe in Sünde und in Sicherheit, so daß dein Segensüberfluß uns bloß zur Weltlust dienen muß. 3. Ach Wunder, daß du nicht durch Strafe uns wie manch andres Volk erschreckst und aus dem tiefen Sündenschlafe durch Hunger, Krieg und Seuche weckst; das machet deine Gütigkeit, die schonet unser noch zur Zeit. 4. O Gott, bekehre doch uns Sünder, vergib uns unsre schwere Schuld; erbarm dich deiner armen Kinder und habe noch mit uns Geduld. Wirk in uns kräftig durch dein Wort und treib die Lust zur Sünde fort. 5. Ach segne ferner deine Gaben, die jetzt in unsern Fel⸗ dern stehn; laß uns gut Erntewetter haben und alle Not vorübergehn; gib, lieber Gott, daß jedermann die Früchte völlig ernten kann! 6. Hilf, daß wir sie auch recht genießen, uns ihrer freun in Fried und Ruh, den Armen auch von unserm Bissen aus Lieb und Mitleid teilen zu. Verhüte bei uns allezeit den Mißbrauch deiner Gütigkeit. 7. Und also laß uns künftig leben, wie es dein Will im Worte lehrt, daß wir dir Dank und Ehre geben und sich dein Segen täglich mehrt. Führ endlich uns auch insgemein in deine Himmelsscheuern ein. Gottfried Hoffmann 1658—1712 379 Tägliches Brot 427. 428 b) Tägliches Brot Erhalt uns Herr bei deinem 427 Wittenberg 1543.& E 1 Be⸗ scher uns, Herr, das täg-lich Brot; vor Teu-rung SPIPIPIIIPIIPIIIIIIII... TTT und vor Hun⸗gers-not be- hü⸗te uns durch dei⸗ nen ....... 2*— Sohn, Gott Va⸗ter in dem höch- sten Thron. 2. O Herr, tu auf dein milde Hand, mach uns dein Gnad und Güt bekannt, ernähr uns, deine Kindelein, du speisest ja die Vögelein. 3. Erhörst du doch der Raben Stimm, drum unsre Bitt, Herr, auch vernimm; denn aller Ding du Schöpfer bist und ö allem Vieh sein Futter gibst. * 4. Gedenk nicht unsrer Missetat und Sünd, die dich er⸗— zürnet hat; laß scheinen dein Barmherzigkeit, daß wir dich— lobn in Ewigkeit. 5. Herr, der du unser Vater bist, weil Christus unser Bruder ist, wir trauen ganz allein auf dich und wolln dich preisen ewiglich. u Nikolaus Herman, gest. 1561 u sei 428 Lepzin 168 4 IEIPI... ..DS.S...... S Nun laßt uns Gott dem Her-ren Dank sa⸗gen 9 +—— 12— IEI al . S S.S.IIIIIIIIIIII al und ihn eh⸗ren für al⸗le sei⸗ ne Ga⸗ben, die wir emp⸗ ‚i ——————3 u n n fan⸗gen ha⸗ben! 1 2. Den Leib, die Seel, das Leben hat er allein gegeben; dieselben zu bewahren, tut er nie etwas sparen. Tägliches Brot 429 3. Nahrung gibt er dem Leibe; daß auch die Seele bleibe, ist uns ein Arzt gegeben, der selber ist das Leben. 4. Durch ihn ist uns vergeben die Sünd geschenkt das Leben. Im Himmel solln wir haben, o Gott, wie große Gaben! 5. Wir bitten deine Güte, daß sie hinfort behüte uns Große mit den Kleinen; du kannsts nicht böse meinen. 6. Erhalt uns in der Wahrheit,. u schauen deine Klarheit, zu preisen deinen Namen durch Jesum Christum! Amen. Ludwig Helmbold 1532—1598 O daß ich tausend Zungen 1 429 Frankfurt a. M. 1738 ESEEE + 5 Gott, von dem wir al⸗-les ha⸗ben, die Welt ist du a ⸗ber tei⸗lest dei- ne Ga⸗ ben recht wie ein SSSIII. h es Dü ter Driten 55 dein Se⸗-gen macht uns al-le reich, ach lie⸗-ber Gott, wer ist dir gleich? 2. Wer kann die Menschen alle zählen, die heut bei dir 0 Tische gehn? Und doch läßt du es keinem fehlen, denn u weißt allem vorzustehn und schaffest, daß ein jedes Land sein Brot bekommt aus deiner Hand. 3. Du machst, daß man auf Hoffnung säet und endlich auch die Frucht genießt; der Wind, der durch die Felder wehet, die Wolle, die das Land begießt, des Himmels Tau, der Sonne Strahl sind deine Diener allzumal. 4. Und also wächst des khrentiich Speise, der Acker selbst wird ihm zu Brot; es mehret sich vielfältger Weise, was anfangs schien, als wär es tot, bis in der Ernte jung und alt erlanget seinen Unterhalt. 5. Nun, Herr, was soll man mehr bedenken? Der Wunder hier sind gar zu viel. So viel als du kann niemand schenken, und dein Erbarmen hat kein Ziel; denn immer wird uns mehr beschert, als wir zusammen alle wert. 6. Wir wollens auch keinmal vergessen, was uns dein Segen träget ein, ein jeder Bissen, den wir essen, soll deines Namens Denkmal sein, und Hant und Mund soll lebenslang für unsre Nahrung sagen Dank. Kaspar Neumann 1648-1715 38¹ 430. 431 Vaterland und Obrigkeit 430 —.— 2—— ha 2 + I + BBwÜII Schmücke dich o liebe Seele Johann Crüger 1649 Sbeis uns, Va⸗ter, dei ⸗ne Kin⸗der, trö⸗ste win sprich den Se⸗gen zu den Ga⸗ben, die wir 6⁰ I.EEE träb⸗ un ebe re. r wor ind bn⸗ der, deh se ms desen. an — im 2—. E re—...——.—. alle ben Stär⸗ke, Kraft und Nah-rung 36. ben, bis wir end⸗-lich f 1— H + N gib EEwir mit den From⸗men zu der Him⸗mels⸗mahl⸗zeit kom⸗men. 16⁵⁶ 8. Vaterland und Obrigkeit Es Befiehl du deine Wege 431 Bartholomäus Gesius 1603 ESEEEE u läßt dich wie-der se- hen, des Vol⸗ kes Heil al⸗len, die ver-ste⸗ hen dein Zei⸗chen SSPSPSSPSPSSSSISSPISIII.IT Fei V dein Wrrl. Du wan⸗delst in den Lüf⸗ ten, im ho SSSSISSSSSI.I.I.. Säu⸗seln vor uns her, du rollst in Fel⸗ 90 klüf⸗ten die Ke H 2 ——.—1 Ge un⸗ Don⸗ner stark und schwer. Ka 2. O Herr, wir sinken nieder vor deiner Herrlichkeit, 2990 einmal sende wieder uns deine Gnadenzeit. O hör au W. unser Fiehen und übe du Geduld, wenn wir dir ein⸗ rä gestehen die Armut und die Schuld. 382 1 MuII V Vaterland und Obrigkeit 432 3. Wir haben all verschwendet dein Erbteil und dein Gut n Eitlen uns gewendet vom ehrbar frommen Mut. as du so schön bereitet, was du so wohl bedacht, hat alles uns verleitet zum Trotz auf eigne Macht. 4. Herr Gott, nun gnädig wieder, hier ist all unser Blut; wir sind nun wieder Brüder und eins in Liebesmut; der unsres Volkes Schaden im rechten Grunde kennt, Herr Gott, Herr Gott in Gnaden, den alles Helfer nennt. 5. Ach, alles soll vergessen, vergeben alles sein; nach rechtem Maß gemessen, wer hieße fromm und rein? Und eben weil kein Reiner in unsern Reihen steht, so sei fort⸗ 0 4.— keiner gelästert und geschmäht. Im Leben und im Wandel, im Frieden und im Streit. 7 Hause und im 0 u jeder Frist und Zeit soll alles ehrlich halten auf Zucht und Fleiß und Treu, Lahn wird das Glück der Alten auch wieder bei uns neu. 7. Herr Gott, der allen Sündern in Gnaden gern ver⸗ gibt und an gefallnen Kindern im Strafen Wohltat übt, wir alle sinken nieder und beten dankend an, sind eines Reiches Glieder und stehen Mann für Mann. Max von Schenkendorf 1783—1817 Es ist das Heil uns kommen 432 Alte Osterweise, ev. 1524 ———— H—.—.— ———= Ein Haupt hast du dem Volk ge-sandt und trotz der in Gna-den un⸗ser Va⸗ter-land ge-eint und T hoch er 290 2——7 mit Frie⸗den hast du uns be⸗dacht, den . Kai⸗ser uns be⸗stellt zur Wacht zu dei-nes Na-mens Ch⸗ ve. 2. Wir danken dir mit Herz und Mund, du Retter aus Gefahren, und flehn aus tiefster Seele Grund: du wollest uns bewahren, Herr aller Herrn, dem keiner gleich, den Kaiser und das Deutsche Reich zu deines Namens Ehre. 3. Verwirf, Gott, ur. Flehen nicht, laß auf des Kaisers Wegen dein huldvo heilig Angesicht ihm leuchten uns bhit Segen und salbe ihn mit deinem Geist, daß er sich räftiglich erweist zu deines Namens Ehre. 383 433 Vaterland und Obrigkeit 4. Ach komm wie zu der Väter Zeit, ein Feuer anzu⸗ Glü jünden, daß wir im Frieden und im Streit fest auf dein sich Wort uns gründen, ein frommes Volk, das dir vertraut lösch und dir zum Tempel sich erbaut zu deines Namens Ehre! Julius Sturm 1816—1896 Nun lob mein Seel 433 Augsburg 1545 Sag ott⸗lob! nun ist er⸗ schol len das ed ⸗le 5. daß nun⸗mehr ru-hen sol-len die Spieß und harf 1 + + III + Hy ... Sower er 2—5— ihr Morb. Wohl⸗auf und nimm nun + 1 51*—. .——— wie⸗der dein Sai⸗ten⸗spiel her⸗ vor, o Deutsch⸗land, Nun ——5 FA— e und sing Lie-der im ho- hen, vol-len Chor! Er⸗ PIPIIIIIITITT +T he⸗be dein Ge⸗ mü⸗te zu dei⸗nem Gott und l — ( I d, 2. 0— 30 + 2* 4 1— 1 ö sprich: Herr dei⸗ne Gnad un md Gü⸗te bleibt den⸗-noch— 1— e, —.—.—.—.— e⸗ wig=lich! ö gle 2. Wir haben nichts verdienet als Zorn für unsre Misse⸗ 1— tat, dieweil noch immer grünet bei uns der Sünden arge ken Saat. Wir sind fürwahr geschlagen mit harter, scharfer teu Rut, und dennoch muß man fragen: Wer ist, der Buße tut? Wir sind und bleiben böse, Gott ist und bleibet treu, au hilft, daß sich bei uns löse der Krieg und sein Geschrei. He 3. Sei tausendmal willkommen, du teure, werte Friedens⸗ gab! msi sehn wir, was für Frommen dein Beiuns⸗ wohnen in sich hab! In dich hat Gott versenket all unser 38⁴4 * Vaterland und Obrigkeit 434 Glück und Heil; wer dich betrübt und kränket, der drückt sich selbst den Pfeil des Herzleids in das Herze und löscht aus Unverstand die güldne Freudenkerze mit seiner eignen Hand. 4. Das drückt uns niemand besser in unsre Seel und Herz hinein als ihr zerstörten Schlösser und Städte voller Schutt und Stein; ihr vormals schönen Felder, mit frischer Saat bestreut, jetzt aber lauter Wälder und dürre, wüste Heid; ihr Gräber voller Leichen und blutgem Helden⸗ weih. der Helden, derengleicher auf Erden man nicht weiß. 5. Ach laß dich doch erwecken, wach auf, wach auf, du harte Welt, eh als das harte Schreiken dich schnell und plötzlich überfällt! Wer aber Christum liebet, sei uner⸗ schrocknen Muts; der Friede, den er gibet, bedeutet alles Guts. Er will die Lehre geben: Das Ende naht herzu; da sollt ihr bei Gott leben in ewgem Fried und Ruh. Paul Gerhardt 1607-1676 Run ruhen alle Wälder 434 Weltlich 1505, geistlich 1550 SSSII Gott woll uns hoch be-glük-ken, mit ste-ten Gna⸗den⸗ ö E blik⸗-ken auf un⸗sern Kö⸗nig sehn, ihn schüt-zen auf dem ö —— glanz⸗reich las- sen stehn. 2. Gott woll uns hoch beglücken, mit allem Guten schmük⸗ ken das ganze Königshaus, darüber mächtig walten, den teuern Stamm erhalten bis in die fernste Zeit hinaus. 3. Gott woll uns hoch beglücken, ein Gottessiegel drücken auf jede Königstat, daß Freud aus ihr die Fülle und Heil und Segen quille zum Wohl, das keinen Wandel hat. Klaus Harms 1778-1855 Schlesisches Provinzial⸗Gesangbuch 25 385 435 Vaterland und Obrigkeit Herr wie du willst so schicks 435 Straßburg 1525 E E.. Oan der du vor⸗mals hast dein Land mit Gna⸗den ö und des ge-fang⸗nen Vol-kes Band ge-löst und ..ID‚RIRIJ.— 40 er- duitiet, der du die Sünd und Mis⸗se⸗tat, die en.—1+ 1 2. N IS dein Volk einst be⸗gan⸗gen hat, hast vä⸗ter⸗lich ver⸗zie⸗hen; 2. Herr, der du deines Eifers Glut zuvor oft abgewendet und nach dem Zorn das süße Gut der Lieb und Huld ge⸗ sendet: ach frommes Herz, ach unser Heil, nimm weg und heb auf in der Eil, was uns betrübt und kränket. 3. Lösch aus, Herr, deinen großen Grimm im Brunnen deiner Gnaden, erfreu und tröst uns wiederum nach aus⸗ estandnem Schaden. Willst du denn zürnen ewiglich, und ollen deine Fluten sich ohn alles End ergießen? 4. Willst du, o Vater, uns denn nicht nun einmal wieder laben, und sollen wir an deinem Licht nicht wieder Freude haben? Ach gieß von deines Himmels Haus, Herr, deine Güt und Segen aus auf uns und unsre Häuser. 5. Ach daß ich hören sollt das Wort erschallen bald auf Erden, daß Friede sollt an jedem Ort, wo Christen wohnen, werden! Ach daß uns Gott doch sagte zu des Krieges Schluß, der Waffen Ruh und alles Unglücks Ende! 6. Ach daß doch diese böse Geit bald wiche guten Tagen, damit wir in dem großen Leid nicht möchten ganz ver⸗ zagen! Doch ist ja Gottes Hilfe nah, und seine Gnade stehet da all denen, die ihn fürchten. 7. Wenn wir nur fromm sind, wird sich Gott schon wieder uns wenden, den Krieg und alle andre Not nach Wunsch und also enden, daß seine Ehr in unserm Land und überall recht werd erkannt, ja stetig bei uns wohne. 8. Die Güt und Treue werden schön einander grüßen müssen; Gerechtigkeit wird einhergehn, und Friede wird sie küssen; die Treue wird mit Lust und Freud auf Erden blühn, Gerechtigkeit wird von dem Himmel schauen. 9. Der Herr wird uns viel Gutes tun, das Land wird Früchte geben, und die in seinem Schoße ruhn, die werden davon leben; Gerechtigkeit wird dennoch stehn und stets in vollem Schwange gehn zur Ehre seines Namens. Paul Gerhardt 1607—1676 386 en; endet d ge⸗ und nnen aus⸗ und Vaterlaud und Obrigkeit 436. 437 Nun danket alle Gott 436 Johann Crüger 1647 IEDE Hda Gott, dich lo-ben wir für dei-ne gro⸗ßen daß du das Va⸗ter⸗land von Krie-ges⸗last ent⸗ IIEEEEEEEE Gna⸗den, la⸗den, — EN.—.—— . Zier; drum jauch-zet al ⸗les Volk: Herr Gott, dich lo-ben wir! 2. Herr Gott, dich loben wir, die wir in bangen Tagen der Waffen schweres Joch und wilden Grimm ertragen; jetzt rühmet unser Mund mit herzlicher Begier: Gottlob. wir sind in Ruh! Herr Gott, wir danken dir! 3. Herr Gott, dich loben wir, daß du Geschoß und Wagen, daß du Gewalt und Schwert zerbrochen und zerschlagen. Der Kampf ist nun vorbei; darum so singen wir mit Herzen, Zung und Mund: Herr Gott, wir danken dirl 4. Herr Gott, dich loben wir, daß du uns zwar gestrafet jedoch in deinem Zorn nicht gar hast weggeraͤffet. Es ha die Vaterhand uns deine Gnadentür jetzt wieder aufgetan: Herr Gott, wir danken dir! 5. Herr Gott, wir danken dir und bitten, du wollst geben, daß wir auch künftig stets in guter Ruhe leben. Krön uns mit deinem Gut, erfülle für und für, o Vater, unsern Wunsch: Herr Gott, wir danken dir! 6. Herr Gott, wir danken dir mit Orgeln und Trompeten, mit Harfen, Zimbelschall, Posaunen, Geigen, Flöten; und was nur Odem hat, lobsinge nach Gebühr: Herr Gott, dich loben wir! Herr Gott, wir danken dir! Johann Franck 1618—1677 daß du uns blik-ken läßt des güld⸗nen Frie⸗dens Wie nach einer Wasserquelle 437 42. französischer Psalm 1551 E 1 1—.— ——— t 2.— Va„ter, krö⸗ne du mit Se⸗gen un⸗sern führ durch ihn auf dei- nen We⸗gen herr-lich 12— 1 1 N— ꝓ— IIE dei uen Nateschtuß aus⸗ Dei⸗ner Kir⸗che sei er Schutz, 387 438 dei⸗ nen Fein-den biet er Trutz. Sei du dem Ge⸗ — E e a düee. salb⸗-ten gnä-dig: seg-ne, seg»ne un⸗sern„ nig! 2. Rüst ihn mit des Glaubens Schilde, reich ihm deines Geistes Schwert, daß Gerechtigkeit und Milde ihm des Friedens Heil gewährt. Mach ihm leicht die schwere Last, die du auferlegt ihm hast; sei in Jesu du ihm gnädig: schütze, segne unsern König! 3. Sammle um den Thron die Treuen, die mit Rat und frommem Flehn fest in deiner Streiter Reihen für des Landes Wohlfahrt stehn. Baue um den Königsthron eine Burg, o Gottessohn; sei du ihm auf ewig gnädig: leite, segne unsern König! 4. Nähre du die heilge Flamme, die das Herz des Volks er⸗ neut, daß es unserm Königsstamme Liebe bis zum Tode weiht. In der Zeiten langer Nacht hast du über ihm gewacht; du erhieltest ihn uns gnädig: segne, segne unsern Königl Fürchtet Gott, den König ehret, das, o Herr, ist dein Gebok, und du hast es selbst bewähret, warst gehorsam bis zum Tod. Wer dich liebt, der folget dir; drum so beten alle wir: Vor dem Bösen schütz uns gnädig, Gott, erhalte unsern König! 6. Gib uns Mut in den Gefahren, wenn der Feind uns ernst bedroht, daß wir Treue dann bewahren, gehen freudig in den Tod. Du bist unser Siegspanier, Gott mit uns! so siegen wir. Deine Treuen krönst du gnädig: segne, segne unsern König! 7. Breite, Herr, dein Reich auf Erden auch in unserm Lande aus, daß wir deine Bürger werden, ziehen in dein Vaterhaus. Frieden und Gerechtigkeit gib uns, Gott, zu aller Zeit: sei du deinem Volke gnädig: segne, segne unsern König! Wilhelm Hülsemann 1781—1865 I3⁸ 665.661— ev. 1531 EDDEE—— .—..—..—.—..—.—————.— Ver⸗leih uns Frie-den gnä⸗dig⸗lich, Herr Gott, zu F,d, e.. . un⸗sern Es ist ja doch kein an-drer nicht, der — 4 EIiI für uns üur⸗ te Wer ten, denn du, un⸗ser Gott, al⸗lei⸗ne. Martin Luther 1483—1546 388 Vaterland und Obrigkeit uns eudig unsl segne serm dein Morgenlieder 439 I 9. Morgen⸗ und Abendlieder a) Morgenlieder 439 Hamburg 1598 II——.. us mei⸗nes Her⸗zens Grun⸗de sag ich dir Lob und in die-ser Mor⸗gen⸗stun⸗de, da-zu mein Le⸗ben ———— 1 4 4 SSDR Dee 13„ .———.—.—— Dank —— o Gott, in dei⸗nem Thron, dir zu Lob, Preis und 7* .——4 6 E en. 2 R.= —.—..——— Eh⸗ren durch Chri-stum, un⸗sern Her⸗ren, dein'n ein ⸗ge⸗ ——1 bor⸗nen Sohn, 2. daß du mich hast aus Gnaden in der vergangnen Nacht vor Fährlichkeit und Schaden behütet und bewacht. Ich bitt demütiglich, wollst mir mein Sünd vergeben, womit in diesem Leben ich hab erzürnet dich. 3. Du wollest auch behüten mich gnädig diesen Tag vor Teufels List und Wüten, vor Sünden und vor Schmach, vor Feur und Wassersnot, vor Armut und vor Schanden, vor Ketten und vor Banden, vor bösem, schnellem Tod. 4. Mein Leben, Leib und Seele, mein Weib, Gut, Ehr und Kind in dein Hand ich befehle, dazu mein Hausgesind, als dein Geschenk und Gab, mein Eltern und Verwandten, Gefreundte und Bekannten und alles, was ich hab. 389 440 Morgenlieder 5. Laß deinen Engel bleiben und weichen nicht von mir, den Feind von mir zu treiben, daß der Versucher hier in diesem Jammertal sein Tück an mir nicht übe, nicht Leib und Seel betrübe und bring mich nicht zu Fall. 6. Gott will ich lassen raten, denn er all Ding vermag; er segne meine Taten und fördre meine Sach. Ihm hab ich heimgestellt mein Leib, mein Seel, mein Leben und was er sonst gegeben. Er machs, wie's ihm gefällt. 7. Darauf so sprech ich Amen und zweifle nicht daran, Gott wird es alls zusammen in Gnaden nehmen an. Und streck nun aus mein Hand, greif an das Werk mit Freuden, das Gott mir wird bescheiden in Amt, Beruf und Stand. 1592 Wie schön leuchtet 440 Frankfurt a. M. 1599 ———— 12...I.T eeeee.. — 2*—— + +— 1 + II Blich an, du schö⸗nes Mor-gen⸗licht, und ma⸗che brich an, du teu⸗re An-⸗dachts⸗glut, aus gan⸗zem Sa 1 TV 4 + l ——— 2.——.—— 4 —— ⏑———— mun⸗ter mein Ges⸗sicht, laß dei ⸗ne Strah⸗-len glim⸗men; Her⸗zen, Sinn und Mut ein Dank⸗lied an ⸗-zu ⸗stim⸗men. EEREEHE rrre. IPꝑPꝑqꝑIꝑIqI..I. Prei⸗set, wei⸗set den mit Lo-ben, der von o⸗-ben X mich be⸗hü⸗tet und mit Se⸗gen ü⸗ ber⸗schüt⸗tet. 2. Ach Gott, mein Gott, ich danke dir von ganzem Her⸗ en, daß du mir verliehen deine Güte und mich in dieser snntern Nacht durch deinen Engel hast bewacht an Leib, Scel und Gemüte, daß ich fröhlich meine Glieder habe wieder ohn Verletzen mögen aus der Ruhe setzen. 3. Ach gib, o treues Vaterherz. daß alle Sünden, Angst und Schmerz mit dieser Nacht vergehen, daß ich in deiner Gnad und Huld auch jetzund möge ohne Schuld recht geistlich auferstehen. Laß mich christlich meine Sorgen diesen Morgen so erwägen, daß ich spüre deinen Segen. 4. Herr Jesu, leite meinen Gang, daß ich forthin mein Leben lang; nach deinem Willen walle; behüte mir mein Seel und Leib, mich selbst in deine Hände schreib, damit ich ja nicht falle. Mach mich willig, deine Wunden alle Stunden zu betrachten und die Welt für nichts zu achten. 390 Morgenlieder 441 5. Regiere mich mit deinem Geist, der mir den Weg zum Leben weist, auf daß ich überwinde und deine reiche Segenshand in meiner Nahrung oder Stand zu jeder Zeit empfinde, bis ich endlich werd in Freuden davon scheiden und mit Singen dir ein neues Danklied bringen. 1661 441 Johann Georg Ebeling 1666 D Coie wah⸗res See⸗len⸗licht, dei⸗ner Chri⸗sten Son⸗ ne, o du kla⸗-res An⸗ge ⸗sicht, der Be⸗trüb⸗ten Won⸗ne! I—‚ 14 I EIE Ii in dir bin ich recht er⸗freut, darf nicht üb⸗ rig sor⸗gen. 2. Wecke mich vom Sündenschlaf; der du bist das Leben, neues Leben in mir schaff; denn hast du gegeben dieser Welt das Sonnenlicht, welches all erfreuet, wirst du mich ja lassen nicht täglich unerneuet. 3. Ohne Licht sieht man kein Licht; ohne Gottes Leuchten sieht der Mensch den Heiland nicht, der uns muß befeuchten mit dem hellen Himmelstau seiner süßen Lehre; drum, Herr Christe, auf mich schau und dich zu mir kehre. 4. Kehre zu mir deine Güt, freundlich mich anblicke, daß mein innerstes Gemüt sich in dir erquicke und die süße Himmelslust mit Begierde schmecke; sonsten sei mir nichts bewußt, so da Freud erwecke. 5. Laß ja ferne von mir sein Hoffart, Augenweide; Flei⸗ scheslust und allen Schein, Jesu, mir verleiden Womit sich die Welt ergötzt, bringt sich selbst Verderben; denn was sie fürs Beste schätzt, machet ewig sterben. 6. Nun, so bleibe stets mein Licht. Jesu, meine Freude, bis der frohe Tag anbricht, da nach allem Leide ich in weißer Kleiderpracht freudig werde springen und, daß Gott es wohlgemacht, ohn Aufhören singen! Christoph Prätorius 1631—1713. 39¹ 442. 443 Morgenlieder 442 1605 E—.——.—.——, DaIun sei Gott in der Hö-he zu die⸗ser Mor⸗gen⸗ durch den ich neu auf⸗ste und ge⸗ ̃BIIIREEEEEin hand Mich hat⸗te fest ge-bun-den mit Fin⸗ster-nis die ri. Nacht, ich hab sie ü⸗ber⸗wun⸗den durch Gott, der mich be-wacht. 2. Dich will ich gläubig bitten, o Schutzherr Israel, du wollst treulich behüten den Tag mein Leib und Seel; all di christlich Obrigkeiten, die Schule und Gemein in diesen m bösen Zeiten laß dir befohlen sein. 3. Erhalt durch deine Güte uns bei gesunder Lehr, vor Abfall uns behüte, streit für dein Wort und Ehr, daß wir und unser Same allzeit in einem Geist sprechen: Des Herren Name sei groß und hoch gepreist! 4. Dem Leibe gib daneben Nahrung und guten Fried, be Gesundheit, mäßig Leben, dazu ein froh Gemüt, daß wir in allen Ständen Tugend und Ehrbarkeit lieben und Fleiß drauf wenden als rechte Christenleut. m 5. Gib deinen milden Segen, daß wir auf dein Geheiß wandeln auf guten Wegen, tun unser Amt mit Fleiß: daß jeder seine Netze auswerf und auf dein Wort den Trost, mit Petrus setze; so geht die Arbeit fort. ö 6. Wir sind die zarten Reben, der Weinstock selbst bist du, ö daran wir wachsen, leben und bringen Frucht dazu. Hilf, daß wir an dir bleiben und wach hsen immer mehr; dein guter Geist uns treibe zu Werken deiner Ehr. Johann Mühlmann 1573—1613 11111 Herr Jesu Christ dich zu uns 443 Görlitz 1648 ö —.——.— Das walt Gott Va⸗ter und Gott Sohn, Gott heil⸗ger + W +— 1—— PSSPSPIPIPIIIFITIIITIPIIIIIII Geist im Him⸗mels⸗thron! Man dankt dir, eh die Sonn auf⸗ 392 diesen vor daß echen: Fried, wir Fleiß zeheiß Morgenlieder 444 22 + 4.——— 2—.— wenns Licht an-bricht, man vor dir steht. 2. Drum beug ich diesen Morgen früh in rechter Andacht meine Knie und ruf zu dir mit heller Stimm, dein Ohr 95 neig, mein Red vernimm: Ich rühm von Herzen deine Güt, weil du mich gnädig hast del hüt't, daß ich nun hab die⸗ finstre Nacht in Ruh und Frieden zugebracht. 4. Mein Lott, ich bitt durch Christit Blut, nimm mich auch diesen Tag in Hut; laß deine lieben Engelein mein Wachter und Gefährten sein! 5. Dein Geist mein'n Leib und Seel regier und mich mit Räng Gaben zier; er führ mich heut auf rechter Bahn, aß ich was Guts vollbringen kann. 6. Gib Gnad, daß ich mein Werk und Pflicht mit Freuden diesen Tag verricht zu deinem Lob und meinem Nutz und meinem Nächsten tue Guts. 7. Bewahr mein Herz vor Sünd und Schand, daß ich, vom Übel abgewandt, mein Seel mit Sünden nicht beschwer und mein Gewissen nicht versehr. 8. Behüt mich heut und allezeit vor Schaden, Schand und Herzeleid; tritt zwischen mich und meine Feind, so sicht⸗ bar und unsichtbar s seind. 9. Mein Aus⸗ und Eingang heut bewahr, daß mir kein Übel widerfahr; behüte mich vor shnellent Tod und hilf mir, wo mir Hilf ist not. Martin Behm 1557—1622 4— schön leuchtet 444 Frankfurt a. M. 1599 +—— 1 EEEE E Dis seh ich wie⸗ der, Mor⸗ gen⸗licht, und freu⸗ e Ich will vollf from⸗ mer Dank⸗be⸗ gier, o mil⸗de⸗ — I 1 N —.—.— mich der ed⸗ len Pflicht, dem Höch⸗ sten Lob zu sin⸗gen. ster Er⸗bar⸗mer, dir Preis und An⸗be⸗tung brin⸗gen. —2 IIIRSEESEE Schöp⸗fer, Va⸗ter, dei- ne Treu⸗e rührt aufs neu⸗e .— I.—.— mein Ge⸗mü⸗ te; froh emp⸗find ich dei- ne Gü ⸗te. Schlesisches Provinzial⸗Gesangbuch 26 393 445 Morgenlieder 2. Du warst auch diese Nacht um mich; was wär ich, hättest du nicht dich so hilfreich mir bewiesen? Zu mei⸗ nem Leben fügtest du jetzt einen neuen Tag hinzu, sei hoch dafür dich e Durch dich bin ich, und ich merke neue Stärke; dich erhebe Herz und Geist, solang ich lebe. 3. Verleih, o Gott der Lieb und Macht, daß Sünd und Gram wie diese Nacht auf ewig von mir fliehe, daß ich die kurze Lebenszeit in christlicher Zufriedenheit zu nützen mich bemühe. Prüfe, siehe, wie ichs meine; dir ist keine meiner Sorgen, auch die kleinste nicht, verborgen. 4. Ich bin ein Christ, o Herr, verleih, daß ich des Namens würdig sei! Mein Ruhm sei deine Gnade. Denn ach, was bin ich ohne dich? Ein irrend Schäflein; halte mich, mein Hirt, auf deinem Pfadel Stärk mich, daß ich stets mich üÜbe, deine Liebe zu betrachten, über alles dich zu achten. 5. Auch im Geräusch der Welt soll mich der heilige Ge⸗ dank an dich oft still zu dir erheben. Im dunklen Tale wall ich hier; einst nimmst du mich hinauf zu dir, zum Licht und höhern Leben. Auf dich hoff ich, Herr, i werde mich der Erde gern entschwingen, dir dort ewig Lo zu singen. Christoph Neander 1724—1802 445 Johann Georg Ebeling 1666 EEE=—.— Die gül⸗dne Son ⸗ne voll Freud und Won⸗ne SDSDS·D‚.i‚i..‚...... + 1— + + bringt un⸗sern Gren⸗zen mit ih⸗rem Glän⸗zen ein herz⸗er⸗ quik⸗ken⸗des, lieb⸗li⸗ches Licht. Mein Haupt und Glie⸗der, die la⸗gen da ⸗nie-der, a-⸗ber nun steh ich, bin mun⸗ ter und EEEEEEE fröh⸗lich, schau⸗e den Him-mel mit mei⸗ nem Ge-sicht. 2. Mein Auge schauet, was Gott gebauet zu seinen Ehren und uns zu lehren, wie sein Vermögen sei mächtig 394 Morgenlieder 445 und groß, und wo die Frommen dann sollen hinkommen, wenn sie mit Frieden von hinnen geschieden aus dieser Erden vergänglichem Schoß. 3. Lasset uns singen, dem Schöpfer bringen. Güter und Gaben; was wir nur haben, alles sei Gotte zum Opfer gesetzt. Die besten Güter sind unsre Gemüter; dankbare Lieder sind Weihrauch und Widder, an welchen er sich am meisten ergötzt. 4. Abend und Morgen sind seine Sorgen; segnen und mehren, Unglück verwehren sind seine Werke und Taten allein. Wenn wir uns legen, so ist er zugegen; wenn wir aufstehen, so läßt er aufgehen über uns seiner Barm⸗ herzigkeit Schein. 5. Ich hab erhoben zu dir hoch droben all meine Sinnen. Laß mein Beginnen ohn allen Anstoß und glücklich ergehn. Laster und Schande, des Seelenfeinds Bande, Fallen und Tücke treib ferne zurücke. laß mich auf deinen Geboten bestehn. 6. Laß mich mit Freuden ohn alles Neiden sehen den Segen, den du wirst legen in meines Bruders und Nähesten Haus. Geiziges Brennen, unchristliches Rennen nach Gut mit Sünde, das tilge geschwinde von meinem Her— zen und wirf es hinaus. 7. Menschliches Wesen, was ists?— gewesen! In einer Stunde geht es zugrunde, sobald die Lüfte 1 Todes drein wehn. Alles in allen muß brechen r fallen, Himmel und Erden, die müssen das werden, was sie gewesen vor ihrem Entstehn. 8. Alles vergehet, Gott aber stehet ohn alles Wanken; seine Gedanken, sein Wort und Wille hat ewigen Grund. Sein Heil und Gnaden, die nehmen nicht Schaden, heilen im Herzen die tödlichen Schmerzen, halten uns zeitlich und ewig gesund. 9. Gott, meine Krone, vergib und schone, laß meine Schulden in Gnad und Hulden aus deinen Augen sein ferne gewande! Sonsten regiere mich, lenke und führe, wie dirs gefället; ich habe gestellet alles in deine Belie⸗ bung und Hand. 10. Willst du mir geben, womit mein Leben ich kann ernähren, so laß mich hören allzeit im Herzen dies heilige Wort: Gott ist das Größte, das Schönste, das Beste; Gott ist das Süßte und Allergewißte, aus allen Schätzen der edelste Hort. 11. Willst du mich kränken, mit Galle tränken, und soll von Plagen ich auch was tragen, wohlan, so mach es, wie dir es beliebt. Was gut und tüchtig, was schädlich und nichtig meinem Gebeine, das weißt du alleine; hast niemals keinen zu sehr noch betrübt. 39⁵5 446.447 Morgenlieder 12. Kreuz und Elende, das nimmt ein Ende; nach Meeresbrausen und Windessausen leuchtet der Sonnen erwünschtes Gesicht. Freude die Fülle und selige Stille hab ich zu warten im himmlischen Garten: dahin sind meine Gedanken gericht't. Paul Gerhardt 1607—1676 O 2—6— Christ meins Lebens 446 Leipzig 1625 k E 32——55 hel⸗le Sonn leucht't jetzt her 65 fröh⸗lich vom Schlaf auf»ste⸗ Gott Lob, der —— on F. E die ⸗se Nacht des n Macht. hen wir, uns heut be⸗ i tet vor 2. Herr Christ, den Tag uns auch behüt vor Sünd und Schand durch deine Güt, laß deine lieben Engelein unsre Hüter und Wächter sein: 3. daß 10 Herz gehorsam leb und deinem Wort nicht ö widerstreb, daß wir dich stets vor Augen han in allem, was wir heben an. é ö 4. Laß unser Werk geraten wohl, was ein jeder ausrichten soll, daß unsre Arbeit, Müh und Fleiß gereich zu deinem Lob und Preis. Nikolaus Herman, gest. 1561 ö Dank sei Gott in der Höhe 447 16⁰⁵ —.— äü shat uns hei-ßen tre⸗ten, o Gott, dein 90 ber mit herz⸗li⸗ chen Ge⸗ be⸗ten vor dei nen ho⸗hen E 1——— S S.S. Sohn Thron —5..—— 1— EREE sagt, wenn man in sei⸗ nem Na-men nur bit⸗tet, fleht und klagt. 396 und uns mit teu⸗rem A-men Er-hö⸗rung zu- ge⸗ Morgenlieder 448 2. Darauf komm ich gegangen in dieser Morgenstund; ach laß mich doch erlangen, was ich aus Herzensgrund von dir, mein Gott, begehre im Namen Jesu Christ, und gnädig mir gewähre, was Seelen nützlich ist. 3. Nicht bitt ich, mir zu geben aus deiner reichen Hand Geld, Gut und langes Leben, nicht Ehr noch hohen Stand; denn dieses ist nur nichtig und lauter Eitelkeit, vergäng⸗ lich, schwach und flüchtig und schwindet mit der Zeit. 4. Ich bitte, mir zu schenken ein frommes, keusches Herz, das nimmermehr mag denken auf Sünd und schnöden Scherz, das stets in Liebe flammet zu dir, Gott, himmelan und alle Lust verdammet der sündenvollen Bahn. 5. Hernach laß mich gewinnen nach deiner großen Kraft Kunst, Weisheit, kluge Sinnen, Verstand und Wissenschaft, daß all mein Tun und Handeln dir mag gefällig sein und vor der Welt mein Wandeln ohn allen falschen Schein. 6. So wird von jenem allen: Stand, Leben, Ehr und Geld, in meinen Schoß mir fallen, so viel dir, Gott, ge⸗ fällt. Man muß die Seel erst schmücken, so wirst du all⸗ emach den Leib auch schön beglücken; Glück folgt der ugend nach. Georg Neumark 1621—1681 Den die Hirten lobten sehre 448 Bei Val. Triller, Breslau 1555 3..— 8— DD— EEEEEEEE Früh am Mor⸗gen Je-sus ge-het und vor ⸗ n. PIT E————...—.— al len Tü⸗ren ste-het, klop⸗fet an, wo man ge⸗ EIN DEEDE——— EEEEEEEE fle-het: Komm, Herr Je-⸗su, un⸗ser Gast! 2. Nun, so lasset ihn nicht dorten, tut ihm auf des Herzens Pforten und ruft ihn mit süßen Worten: Eile, Jesu, kehre ein! 3. Wollest täglich bei uns bleiben‚ alle Feinde von uns treiben, uns ins Buch des Lebens schreiben und der gute Hirte fein; 4. weiden uns auf grüner Auen, daß wir deine Fülle schauen und auf deinen Reichtum bauen, mit dir gehen aus und ein. 5. Amen, ja, es soll geschehen, Jesus wird heut mit uns gehen, und wir werden fröhlich sehen, daß er uns nicht läßt allein. Gerhard Stip 1800—1882 397⁷ Morgenlieder Heinrich Albert 1642 14— 1— E 1 + + + V. + ES— 2— 2— ott des Him-mels und der Er-⸗ den, Va⸗ter, der es Tag und Nacht läßt wer-den, Sonn und FIIF.... T. Sohn und heil-ger Geist,—2 Mond uns schei-nen heißt, des⸗sen star⸗ke Hand die Welt Di und was drin⸗ nen ist, er-hält: 2. Gott, ich danke dir von 2• daß du mich in dieser Nacht vor Gefahr, Angst, Not und Schmerzen hast be— hütet und bewacht, daß des bösen Feindes List mein nicht mächtig worden ist. 3. Laß die Nacht auch meiner Sünden jetzt mit dieser Nacht vergehn; o Herr Jesu, laß mich finden deine Wunden offen stehn, da alleine Hilf und Rat ist für meine Missetat. 4. Hilf, daß ich mit diesem Morgen geistlich auferstehen 9 mag und für meine Seele sorgen, daß, wenn nun dein großer Tag uns erscheint und dein Gericht, ich davor erschrecke nicht. x 5. Führe mich, o Herr, und leite meinen Gang nach deinem Wort, sei und bleibe du auch heute mein Beschützer und ö mein Hort. Nirgends als bei dir allein kann ich recht x bewahret sein. ö ö 6. Meinen Leib und meine Seele samt den Sinnen und Verstand, großer Gott, ich dir befehle unter deine starke Hand. Herr, mein Schild, mein Ehr und Ruhm, nimm mich auf, dein Eigentum. ö 7. Deinen Engel zu mir sende, der des bösen Feindes Macht, List und Anschläg von mir wende und mich halt in guter Acht, der auch endlich mich zur Ruh trage nach dem Himmel zu. Heinrich Albert 1604—1651 Werde munter mein Gemüte 450 Johann Schop 1642 ——.————— E—..—.—.—...— Gott; du Licht, das e⸗wig blei⸗bet, das ohn al ⸗len das die Fin⸗ster⸗nis ver⸗trei⸗bet, der du blei⸗best, 398 Morgenlieder 451 DDDP Wech=sel ist, wer du bist, —— ur r Krae rr. b. 2— —— EE E————— Licht! mir zu, daß ich, der ich Nacht und Er-de, durch dein — + I + II Licht ver⸗klä⸗ret wer⸗de. ich ver⸗las⸗se mei⸗ ne Ruh; ru ⸗fe: Wer⸗de 2. Wecke, da der Leib geschlafen, auch die Seele geistlich auf; gib ihr deines Lichtes Waffen, richt und leite ihren Lauf; laß mich sein des Lichtes Kind, hilf mir, weil ich Lichte blind, Jesu, daß ich wieder sehe und in deinem Lichte gehe. 3. Schenke mir, Herr, und gewähre, was die arme Seele stillt; ach erneure und verkläre stets in mir dein Eben⸗ bild. Sende mir den Geist der Kraft, der ein neues Leben schafft, daß ich himmlisch auf der Erde und ein Geist in Christo werde. 4. Segne meiner Hände Werke, fördre mich in meiner Krart bleibe meiner Schwachheit Stärke, meines Lebens Rraft und Licht; laß mein Lebensziel allein deines Namens Ehre sein; hilf, daß ich stets wahre Liebe gegen meinen Nächsten übe. 5. Führ mich einst zu jenem Lichte deiner höchsten Ma⸗ jestät, wo vor deinem Angesichte die verklärte Seele steht heller als der Sonnenschein, schön, unsterblich, engelrein; laß sie sein mit dir vereinet, wenn mein letzter Tag er⸗ scheinet. Salomo Franck 1659—1725 Ich dank dir schon 451 159⁵ —— d, 25 ++ 1.— E SISES.— Mein erst Ge-⸗fühl sei Preis und Dank; er⸗ ESIEE +— he⸗be Gott, o See-⸗lel Der Herr hört dei⸗ nen E— 15 I———— N ————— Lob ⸗ge⸗sang, lob⸗-sing ihm, mei⸗ ne See⸗lel 399 Morgenlieder 2. Mich. Nen schützen ohne Macht, lag ich und schlief im Frieden er schafft die Sicherheit der Nacht und Ruhe für die Müden? 3. Wer wacht, wenn ich von mir nichts weiß, mein Leben zu bewahren? Wer stärkt mein Blut in seinem Fleiß und schützt mich vor Gefahren? 4. Wer lehrt das Auge seine Pflicht, sich sicher zu bedecken? Wer ruft dem Tag und seinem Licht, die Seele zu erwecken? 5. Du bist es, Gott und Herr der Welt, und dein ist unser Leben; du bist es, der es uns erhält und mirs jetzt neu gegeben. 6. Gelobet seist du, Gott der Macht, gelobt sei deine Treue, daß ich nach einer sanften Nacht mich dieses Tags erfreuel 7. Laß deinen Segen auf mir ruhn, mich deine Wege wallen, und lehre du mich selber tun nach deinem Wohl⸗ gefallen. 8. Nimm meines Lebens gnädig wahr, auf dich hofft meine Seele; sei mir ein Retter in Gefahr, ein Vater, wenn ich fehle. 9. Gib mir ein Herz voll Zuversicht, erfüllt mit Lieb und Ruhe, ein weises Herz, das seine Pflicht erkenn und willig tue, 10. daß ich als ein getreuer Knecht nach deinem Reiche strebe, gottselig, züchtig und gerecht durch deine Gnade lebe; 11. daß ich, dem Nächsten beizustehn, nie Fleiß und Arbeit scheue, mich gern an andrer Wohlergehn und ihrer Tugend reue; 12. daß ich das Glück der Lebenszeit in deiner Furcht ge⸗ nieße und meinen Lauf mit Freudigkeit, wenn du gebeukst, beschließe Christian Fürchtegott Gellert 1715—1769 Wer nur den lieben Gott 452 Georg 92669— —95— E. n,, ———— 22— Min Gott, nun ist es wie⸗der mor⸗gen, die nun wa⸗chen al le mei⸗ ne Sor⸗gen auf E 8 I——2.——=— . Nacht voll⸗en⸗det ih ⸗ren Lauf, z, ein⸗mal wie⸗der mit mir auf; die Ruh ist aus, der Schlaf da⸗hin, und ich seh wie-der, wo ich bin. Ich bin noch immer auf der Erde, wo jeder Tag sein Elend hat, wo ich nur immer älter werde und häufe Sünd und Missetat. O Gott, von dessen Brot ich zehr, wenn ich dir doch auch nütze wärl 40⁰ Morgenlieder 453 3. Ohn Zweifel siehst du mich aufstehen: regier mich auch in dieser Welt; ich weiß nicht, wie mirs heut wird geben: mach alles so, wie dirs gefällt; schließ mich in deine Vor⸗ sicht ein: dein will ich tot und lebend sein. 4. Vergib mir, Vater, alle Sünden, die ich mit aus dem Bette bring, und laß mich vor dir Gnade finden, erhöre, was ich bet und sing“ Denn wo ich nur bei dir wohl steh, so acht ich gar nicht, wie es geh. 5. Hilf du in allen Sachen raten, denn ich bin selber mir nicht klug; behüte mich vor Missetaten, vor böser ruiehn List und Trug; laß mich den Tag wohl legen an und Gutes schaffen, wo ich kann. 6. Behüte mir mein Leib und Leben, mein Weib und Kind, wein Hab und Gut und laß den Himmel Segen geben, wenn meine Hand das Ihre tut; hilf,—65 ich alles wohl verricht; du wirst es Eun, ich zweifle nicht. Kaspar Neumann 1648—-1715 Aus meines Herzens Grunde 45³ Hamburg 1598 + V— it Gott will ichs an⸗fan⸗gen, sein rin. nach-dem die Nacht ver-gan-gen und nun der e....·...... 240 sich Weit Hor. mein Herz, zu ruhn, er⸗ EEEE ken⸗ne Got-tes Gü⸗te und rich-te dein Ge- mü⸗te, viel E Gu ⸗tes heut zu tun! 2. Herr, dir ist nicht verborgen, daß wir noch Sünder sind, und daß man alle Morgen auf Erden Kummer findt; drum halt mein Herze rein, wend ab all mein Verderben, und sollt ich heute sterben, so laß es selig sein. 3. Was selig ist und nütze, gib mir von deinem Thron; Gott Vater, mich beschütze, regier mich, Gott der Sohn, stärk mich, Gott herger Geist! Herr, segne und behüte, laß leuchten deine Güte, gib Frieden allermeist! 4. Ja, Vater, der du allen die Sonne scheinen läßt, dein gutes Wahigcfallen steht alle Tage fest. Erbarme dich auch heut der Frommen und der Bösen, wollst allesamt er⸗ lösen jetzt und in Ewigkeit! Kaspar Neumann 1648—1715 401 454. 455 Morgenlieder 454 Halle 1700 S 272..—————— . 1— —— or ⸗ gen-glanz der E-wig⸗ keit, Licht vom erl schick uns die⸗ 0 Mor⸗ 528—— 1605 ne un Lert schöpf-ten Lich⸗ 212. 1 Strah⸗len zu Ge ⸗sich⸗te und ver⸗treib durch dei⸗ne 0 Macht un⸗sre Nacht. 2. Die bewölkte Finsternis mög vor deinem Glanz ent⸗ fliegen, in die Adams Fall uns riß, und in der wir alle liegen, daß wir, Herr, durch deinen Schein selig sein. 3. Deiner Güte Morgentau fall auf unser matt Gewissen, laß die dürre Lebensau lauter süßen Trost genießen und erquick uns, deine Schar, immerdar. 4. Gib, daß deiner Liebe Glut unsre kalten Werke töte, und erweck uns Herz und Mut bei entstandner Morgen⸗ röte, daß wir, eh wir gar vergehn, recht aufstehn. 8 5. Laß uns ja das Sündenkleid heut mit heilgem Ernste fa I meiden; laß uns die Gerechtigkeit wie ein rein Gewand— bekleiden, daß wir so vor aller Pein sicher sein.* 6. Ach, du Aufgang aus der Höh, gib, daß auch am jüng⸗ sten Tage unser Leib verklärt ersteh und, entfernt von aller Plage, sich auf jener Freudenbahn freuen kann. 7. Leucht uns selbst in jene Welt, du verklärte Gnaden⸗ sch sonne, führ uns durch das Tränenfeld in das Land der IN füßen Wonne, da die Lust, die uns erhöht, nie vergeht. To N Christian Knorr von Rosenroth 1636—1689 sie Herr Jesu Christ dich zu uns 455 Görlitz 1648. i EISIII. T TT O hei⸗li⸗ge Drei⸗fal⸗ tig⸗keit, o hoch⸗ge⸗lob⸗ te 10 — 1—— 2——. S EIE Ei⸗nig⸗keit, Gott Va⸗ter, Sohn und heil-ger Geist, heut 6 EE die⸗sen Tag mir Bei⸗stand 10 1 4⁰² Morgenlieder 456 2. Mein Seel, Leib, Ehr und Gut bewaͤhr, daß mir kein Schaden widerfahr und mich der Satan nicht verletz, noch mich in Schand und Schaden setz. 3. Des Vaters Macht mich heut anblick, des Sohnes Weis⸗ heit mich erquick, des heilgen Geistes Glanz und Schein erleucht meins finstern Herzens Schrein. 4. Mein Schöpfer, steh mir kräftig bei; Christ, mein Er⸗ löser, hilf mir frei; o Tröster wert, weich nicht von mir, mein Herz mit werten Gaben zier! 5. Herr, segnr und behüte mich, erleuchte, Herr, mich gnädiglich, Herr, heb auf mich dein Angesicht und deinen Frieden auf mich richt! Martin Behm 1557—1622 O Gott du frommer Gott III 456 Meiningen 1693 —— 4. O Je ⸗su, sü⸗ßes Licht, nun ist die Nacht ver⸗ nun hat dein Gna⸗den⸗glanz aufs neu e mich um⸗ — 8— 12 I— 2... gan⸗gen, fan⸗ gen; Es. e weckt und hat nun in Be-gier zu dir sich aus-ge⸗streckt. nun ist, was an mir ist, vom Schla⸗fe auf⸗ge⸗ 2. Was soll ich dir denn nun, mein Gott, für Opfer schenken? Ich will mich ganz und gar in deine Gnad einsenken mit Leib, mit Seel, mit Geist heut diesen ganzen Tag: das soll mein Opfer sein, weil ich sonst nichts vermag. 3. Drum siehe da, mein Gott, da hast du meine Seele; sie sei dein Eigentum, mit ihr dich heut vermähle in deiner Liebeskraft. Da hast du meinen Geist, darinnen wollst du dich verklären allermeist. 4. Da sei denn auch mein Leib zum Tempel dir ergeben, zur Wohnung und zum Haus, du allerliebstes Leben; ach wohn, ach leb in mir, beweg und rege mich, so hat Geist, Seel und Leib mit dir vereinigt sich. 5. Dem Leibe hab ich 0 die Kleider angeleget; laß meiner Seele sein dein Bildnis eingepräget im güldnen Glaubensschmuck, in der Gerechtigkeit, die allen Seelen ist das rechte Ehrenkleid. 6. Mein Jesu, schmücke mich mit Weisheit und mit Liebe, mit Keuschheit, mit Geduld durch deines Geistes Triebe, 403 457 Morgenlieder auch mit der Demut mich vor allem kleide an, so bin ich wohlgeschmückt und köstlich angetan. 7. Gib, daß an diesem Tag mir stets vor Augen schwebe, daß dein Allgegenwart mich wie die Luft umgebe, auf daß mein ganzes Tun durch Herz, durch Sinn und Mund dich lobe inniglich, mein Gott, zu aller Stund. 8. Ach segne, was ich tu, ja rede und gedenke; durch deines Geistes Kraft es also führ und lenke, daß alles nur gescheh zu deines Namens Ruhm, und daß ich un⸗ verrückt verbleib dein Eigentum. Joachim Lange 1670—1744 Nun laßt uns Gott Leipzig 1587 —.—.— + Men⸗schen- hü⸗ter. halten, hat S Satan mein begehret, Gott aber hats gewehret. 3. Du sprachst: Mein Kind, nun liege trotz dem, der dich betrüge; schlaf wohl, laß dir nicht grauen, du sollst die Sonne schauen. 4. Dein Wort, das ist geschehen, ich kann das Licht mic ö sehen, von Not bin ich befreiet, ein Schutz hat mi erneuet. 5. Du willst ein Opfer haben, hier bring ich meine Gaben: mein Weihrauch und mein Widder sind mein Gebet und Lieder. I 2. Heut, als die dunkeln Schatten mich ganz umgeben 6. Die wirst du nicht verschmähen; du kannst ins Herze sehen und weißt wohl, daß zur Gabe ich ja nichts Beß⸗ res habe. 7. So wollst du nun vollenden dein Werk an mir und senden, der mich an diesem Tage auf seinen Händen trage. G 8. Sprich Ja zu meinen Taten, hilf selbst das Beste raten; de den Aufang, Mitt und Ende, ach Herr, zum besten wende— 9. Mit Segen mich beschütte; mein Herz sei deine Hütte, C dein Wort sei meine Speise, bis ich gen Himmel reise. 2 Paul Gerhardt 1607—1676 40⁴ in ich )webe, auf Mund durch alles h un⸗ —174d4 1587 Morgenlieder 458.459 Zum Sonntagmorgen Erschienen ist der herrlich Tag 458 Herman 1560 7³—— E e. Gott⸗ lob, der Sonn⸗tag kommt her⸗bei! Die Wo⸗che EEE wird nun wie⸗ der neu. Heut hat mein Gott das Licht ge— 15 +4ñ—— S=.. SSS SS macht, mein Heil hat mir das Le⸗ben bracht. Hal⸗le⸗lu-⸗ja. 2. Dies ist der Tag, da Jesus Christ vom Tod für mich erstanden ist und dee mir die Gerechtigkeit, Trost, Leben, Heil und Seligkeit. Halleluja. 3. Das ist der rechte Sonnentag, da man sich nicht gnug freuen mag, da wir mit Gott alnn net sind, daß nun ein Christ heißt Gottes Kind. Halleluja. 4. Mein Gott, laß mir dein Lebenswort, führ mich zur Himmels Chrenpfort, laß mich hier leben heiliglich und dir lobsingen ewiglich! Halleluja. Johann Olearius 1611—1684 Gott des Himmels 459 Heinrich Albert 1642 I + 1 ————.—— + Gese ⸗ßer Gott von al ⸗ten Zei⸗ten, des ⸗sen sen Treu auf al-len Sei⸗ten mich von —.. E= SS Hand die Welt re⸗ giert, Ju⸗gend auf ge⸗führt: heu⸗te weckt des Ta⸗ges Lauf 2——— EIE mich zu lau⸗ter An-⸗dacht auf. 2. Ach, wie lieb ich diese Stunden, denn sie sind des Herren Fest, das mit so viel Trost verbunden, da mein Gott mich ruhen läßt und durch seinen guten Geist mir den Weg zum Himmel weist. 3. Habe Dank für diesen Morgen, der mir Zeit zum Guten schenkt. Das sind unsre besten Sorgen, wenn der Mensch an Gott gedenkt und von Herzen bet't und singt, daß es durch die Wolken dringt. 40⁵ 460 Morgenlieder 4. Was ist schöner, als Gott dienen? Was ist süßer als sein Wort, da wir sammeln wie die Bienen und den seg Honig tragen fort? Selig ist, wer Tag und Nacht also big nach dem Himmel tracht't. 5. O mein Gott, sprich selber Amen, denn wir sind dein Eigentum; alles preise deinen Namen, alles mehre deinen Ruhm, bis es künftig wird geschehn, daß wir dich im Himmel sehn. Kaspar Neumann 1648—1715 Komm o komm 460 Meiningen 1693 E üuf +—.——— 14 — SII.IIIIII H 3le⸗ lu⸗ ja, schö⸗ner Mor⸗gen, schö⸗ner, Heu⸗ te fühl ich kei⸗ ne Sor⸗gen; denn das — den⸗k at ein Uüe ber Tag der durch sei⸗ne Lieb-lich⸗keit 2. EE recht das In⸗-ner-ste er-⸗freut. 2. Süßer Ruhetag der Seele, Sonntag, der voll Lichtes M N 1 II 7 1 2—. II II ist, heller Tag in dunkler Höhle, Zeit, in der viel Segen den fließt, Stunde voller Seligkeit, du vertreibst mir alles List Leid. St 3. Ach, wie schmeck ich Gottes Güte recht als einen Morgenkau, die mich führt aus meiner Hütte zu des um V. Vaters grüner Au; da hat wohl die Morgenstund edlen Schatz und Gold im Mund. Se 4. Ruht nur, meine Weltgeschäfte, heute hab ich sonst 8 tun; denn ich brauche alle Kräfte, in dem höchsten ott zu ruhn. Heut schickt keine Arbeit sich als nur 98— — Me Gotteswerk für mich. 5. Wie soll ich mich heute schmücken, daß ich Gott ge⸗ 6 fallen mag? Jesus wird das Kleid mir schicken, das ich ihm zu Ehren trag: sein Blut und Gerechtigkeit ist das schönste Sonntagskleid. 6. Ich will in der Zionsstille heute voller Arbeit sein; denn da sammle ich die Fülle von den höchsten Schätzen ein, wenn mein Jesus meinen Geist mit dem Wort des 7 Lebens speist. 2 7. Segne deiner Knechte Lehren, öffne selber ihren Mund; mach mit allen, die dich hören, heute deinen Gnadenbund, E drün ZZ man hier bet't und singt, solches in dein Herze 2 ringt. 406 — = Morgenlieder 461.462 8. Gib, daß ich den Tag beschließe, wie er angefangen ist; segne, pflanze und begieße, der du Herr des Sabbats bist, bis ich einst auf jenen Tag ewig Sabbat halten mag. Jonathan Krause 1701—1762 Wie nach einer Wasserquelle 461 42. französischer Psalm 1551 E— E—— ——— 1 3 1 + + Lei, bens ⸗son⸗ ne, de⸗ren Strah⸗ken auch im die nach Wür⸗-den ab⸗ zu ⸗ma len, ist der EEEEEE SareneCuchd en Ileiur al⸗ler Ster⸗ne gol⸗dne Pracht ——— 0—5 E ge⸗gen dich ist lau-ter Nacht; Mond und Son⸗ne müs⸗sen SSEIEEEEEE.... wei⸗chen und vor dei-nem Glanz er ⸗blei⸗-chen. 2. Laß in deinem Licht mich wandeln, o du heller Morgenstern. Lehr mich, daß ich recht zu handeln aus dem Wort des Lebens lern; und gleichwie du für und für list des Vaters Bild und Zier, also laß, Herr, deine Strahlen in mir auch dein Bildnis malen. 3. Wohne, herrsche, leuchte, heile! Dir, dir räum ich Herz und Mut. Leuchte mir als Feuersäule, fülle mich mit Licht und Glut. Eine Sonne wärmt die Welt, eine Sonne mir gefällt; ohne dieses Licht des Lebens lebt ich in der Welt vergebens. Friedrich Adolf Lanipe 1683—1729 Meinen Jesum laß ich nicht 1 462 Johann Ulich 1674 I icht vom Licht, er-leuch-te mich bei dem neu⸗en Gna⸗den-son⸗-ne, zei-ge dich meimnem mun⸗tern EiEE. Ta⸗ges⸗lich ⸗tez An⸗ge⸗wsich-te, 1 25.n.. daß mein Sab ⸗bat fröh ⸗lich sei. woh⸗ ne mir mit Glan⸗ze bei, 407 463 Morgenlieder 2. Brunnquell aller Süßigkeit, laß mir deine Ströme fließen, mache Mund und Herz bereit, deiner Gnade zu genießen; streu das Wort mit Segen ein, laß es hundert⸗ früchtig sein. 3. Zünde selbst das Opfer an, das auf meinen Lippen lieget; sei mir Weisheit, Licht und Bahn, daß kein Irr⸗ tum mich betrüget und kein fremdes Feuer brennt, welches dein Altar nicht kennt. 4. Laß mich heut und allezeit Heilig, heilig, Ingemn singen und mich in die Ewigkeit mit des Geistes Flügeln schwingen; gib mir einen Vorschmack ein, wie es wird im Himmel sein. 5. Ruh in mir und ich in dir, bau ein Paradies im Herzen, offenbare dich doch mir und führ meiner Andacht Kerzen immer neue Nahrung zu, o du Liebesflamme du! 6. Dieser Tag sei dir geweiht; weg mit allen Eitelkeiten! Ich will deiner Herrlichkeit einen Tempel zubereiten, nichts sonst wollen, nichts sonst tun, als in deiner Liebe ruhn. 7. Du bist mehr als Salomon, laß mich deine Weisheit hören. Ich will deinen Gnadenthron mit gebeugten Knieen ehren, bis mir deine Sonne lacht und den schönsten Sonntag macht. Benjamin Schmolck 1672-1737 Zum Wochenanfang — Wer nur den lieben Gott 463 Georg Neumark 1657 5 4— 4— ..— Ei. neu⸗er Tag, ein neu⸗es Le-⸗ben geht Gott will mir heut aufs neu⸗ ge⸗ben, was .— —e 2— mit der nẽu⸗en Wo ⸗che an. mir sonst nie-mand ge-ben kann; ——5.— 1—— ...., ons ⸗de nicht, wer gä-be mir sonst Trost und Licht? 2. Ich grüße diesen lieben Morgen und küsse Gottes Boterhant, die diese Nacht so manche Sorgen in Gnaden von mir abgewandt. Ach Herr, wer bin ich Armer doch? Du sorgst für mich, ich lebe noch. 3. Nun, das erkennet meine Seele und gibt sich selbst zum Opfer hin; doch weil ich in der Leibeshöhle mit Not und Tod umgeben bin, so weich auch heute nicht von mir; denn meine Hilfe steht bei dir. 4. Mein Glück in dieser neuen Woche soll nur in deinem Namen blühn; ach laß mich nicht am Sündenjoche mit 408 denn hätt ich sei⸗ne — „FA 14111 —144* RWMNRNR‚E ——, —7 ö Abendlieder 464 ö + meinem Fleisch und Blute ziehn! Gib deinen Geist, der dert⸗ mich regiert und nur nach deinem Willen führt. 5. Soll ich mein Brot mit Kummer est en, so laß es doch ppen gesegnet sein, und was du sonst noch zugemessen, das Irr⸗ richte b vötta besten ein; ich bitte keinen Uberfluß, nur sches was ich nötig haben muß. 6. So tue nun, mein Gott, das Deine und laß mich auch ilig! das Meine tun; behüte beide, Groß und Kleine, daß sie geln auf deiner Huld beruhn, und daß ein jedes diesen Tag vird mit dir vergnügt beschließen mag. Benjamin Schmolck 1672—1737 im b) Abendlieder acht du! ten! chts heit ö ieen sten N 17³⁷ —3 Ach was soll ich Sünder 464 Weltlich 1653, geistlich 1661 — DDIRI. SDSISee Ach mein Je⸗su, sieh, ich tre⸗te, da der Tag nun⸗ 2 HI. 2 + 2.1 1——— 16 EE. + — 3n P* — mehr sich neigt und die Fin⸗ster⸗nis sich zeigt, hin zu —Im————— V— .............. tes dei⸗nem Thron und be⸗te. Nei⸗ge du zu dei⸗ nem Sinn en 1..—.—— +* 95 EAe— auch mein Herz und Sin⸗nen hin. ö 21 2 Meine Tage gehn geschwinde wie ein Pfeil zur Ewig⸗* 1—8 keit, und die allerlängste Zeit braust voruͤber gleich dem ir; Winde, wie der Strom vom Berge her Well auf Welle trägt ins Meer. uit 3. Und, mein Jesu, sieh, ich Armer nehme mich doch nicht in acht, daß ich dich bei Tag und Nacht herzlich 409 465. 466 Abendlieder suchte. Mein Erbarmer, mancher Tag geht so dahin, daß ich nicht recht wachsam bin. 4. Ach, ich muß mich herzlich schämen; du erhältst und schützest mich Tag und Nacht so gnädiglich, und ich will mich nicht beguemen, fern von jedem Heuchelschein herz⸗ lich dankbar dir zu sein. 5. Nun, ich komme mit Verlangen, o mein Herzensfreund, zu dir, neige du dein Licht zu mir; da der Tag nunmehr vergangen, sei du selbst mein Sonnenlicht, das durch alles Finstre bricht. 6. Laß mich meine Tage zählen, die du mir noch gönnen willt; ist mein Herz von dir erfüllt, dann wird mich nichts dürfen quälen; denn, wo du bist Tag und Licht, schaden uns die Nächte nicht. ihr 7. Nun, mein Heiland, deine Güte schütze mich in dieser Ma Nacht, halte du bei mir die Wacht. Deine Treue ent me behüte; Leib und Seel laß sicher sein, ob ich gleich 17595 me schlafe ein. Lewin Schlicht 1681—17 Eisleben 1568 —.— 2— 1 335 Christ, der du bist der hel-le Tag, vor dir die seh 2 2 z 1 .SIEEEII.— 5 —.———4 nid Nacht nicht blei-ben mag; du leuch-test uns vom Va⸗ter Fro + 1 I I . her und bist des Lich⸗tes Pre⸗di⸗ ger. Din 2. Obschon die Augen schlafen ein, so laß das Herz doch Je wacker sein. Halt über uns dein rechte Hand, daß wir nicht falln in Sünd und Schand. 3. Wir bitten dich, Herr Jesu Christ, behüt uns vor des Teufels List, der stets nach unsrer Seele tracht't, daß er + an uns hab keine Macht. . 4. Sind wir doch dein ererbtes Gut, erworben durch dein teures Blut; das war des ewgen Vaters Rat, als er uns dir geschenket hat. E 5. So schlafen wir im Namen dein, dieweil die Engel bei uns sein. Du heilige Dreieinigkeit, wir loben dich in si Ewigkeit! Erasmus Alber, gest. 1553= 2— — 466 228 — I——— 4.—— ö 5 äöäc),„;.*„,ss= ö er lie⸗ben Son⸗ne Licht und Pracht hat nun den 96 die Welt hat sich zur Ruh ge-macht, tu, Seel, was 410 Abendlieder 467 —3 I—— IIRSRDIDIDIDIDD E——. Tag voll⸗füh⸗ ret; dir ge⸗büh⸗ ret: tritt an die Him⸗mels⸗tür und bring ein . 1 ,.,n. + Lied her⸗für; laß dei⸗ne—— gen, Herz und Sinn auf —— H —— drr. raI I Je-sum sein ge-rich-tet hin. 2. Ihr hellen Sterne, leuchtet wohl und gebet eure Strahlen, ihr macht die Nacht der Pracht so voll: doch noch zu tausend Malen scheint Heller in mein Herz die ewge Himmelskerz, mein Jesus, meiner Seelen Ruhm, mein Schatz, mein Schutz, mein Cigentum. 2. Verschmäh e nicht das schlichte Lied, das ich dir, Jesu, singe! In meinem Herzen ist kein Fried, bis ich es zu dir bringe. Ich bringe, was ich kann: ach nimm es gnädig an! Es ist doch herzlich gut gemeint, o Jesu, meiner Seelen Freund! 4. Mit dir will ich zu Bette gehn, dir will ich mich be⸗ fehlen, du wirst, mein Schutzherr, auf mich sehn zum Besten meiner Seelen. Ich fürchte keine Not, auch selber nicht den Tod; rsteh wer mit Jesu schlafen geht, mit Freuden wieder aufersteht. 5. Nun, matter Leib, schick dich zur Ruh und schlafe sanft und stille; ihr müden Augen, schließt euch zu, denn das ist Gottes Wille. Schließt aber dies mit ein: Herr Jesu, ich bin dein! So ist der Schluß recht wohl gemacht. un, Jesu, Jesu, gute Nacht. Christian Seriver 1629—1693 O Traurigkeit o Herzeleid 467 Mainz 1628 EEEEE 1 S Der Tag ist hin: mein Geist und Sinn sehnt 1 PIII sich nach je- nem Ta⸗ge, der uns völ-lig ma⸗chen wird „———— ——— E frei von al⸗ler Pla⸗ge. 2. Die Nacht ist da: sei du mir nah, Jesu, mit hellen Hereen. treib der Sünden Dunkelheit weg aus meinem erzen. 41¹ 468 Abendlieder 3. Der Sonnen Licht uns jetzt gebricht; o unerschaffne Son⸗ ne, brich mit deinem Licht hervor mir zur Frend und Wonne. 4. Des Mondes Schein fällt nun hinein, die Finsternis zu mindern. Ach daß nichts Vergängliches meinen Lauf mög hindern. 5. Das Sternenheer zu Gottes Ehr am blauen Himmel flimmert. Wohl dem, der in jener Welt gleich den Sternen schimmert! 6. Was sich geregt, zuvor bewegt, ruht jetzt von seinen Wer⸗ ken: laß mich, Herr, in stiller Ruh dein Werk in mir merken. 7. Ein jeder will bei solcher Still der süßen Ruhe pflegen. Laß die Unruh dieser Zeit, Jesu, bald sich legen! 8. Halt du die Wach, damit kein Ach und Schmerz den Geist berühre; sende deiner Engel Schar, die mein Lager ziere. 9. Wann aber soll der Wechsel wohl der Tag und Nächte weichen? Wenn der Tag anbrechen wird, dem kein Tag zu gleichen. 10. Alsdann wird nicht der Sonnen Licht Jerusalem verlieren; denn das Lamm ist selbst das Licht, das die Stadt wird zieren. 11. Halleluja! Ei, wär ich da, da alles lieblich klinget, da man ohne Unterlaß: Heilig, heiligl singet. 12. O Jesu, du mein Hilf und Ruh, laß mich dahin gelangen, daß ich mög in deinem Glanz vor dir ewig prangen! Johann Anastasius Freylinghausen 1670—1739 468 8. französischer Psalm 1542 E Der Tag ist hin; mein Je⸗su, bei mir blei⸗bel O E I H— . See-⸗len-licht, der Sün-den Nacht ver⸗trei-be! Geh ...—. — auf in mir, Glanz der Ge⸗rech-tig-keitl Er-leuch⸗te ..:rx, ii ——W ůU mich, ach Herr, denn es ist Zeit. 2. Lob, Preis und Dank sei dir, mein Gott, gesungen! Dir sei die Ehr, daß alles wohl gelungen nach deinem Rat, ob ichs gleich nicht versteh; du bist gerecht, es gehe, wie es geh. 4¹1² Son⸗ nne. ernis Lauf imel rnen Wer⸗ rken. uhe gen! Beist iere. ichte Tag lem die Abendlieder 469. 470 3. Nur eines ist, das mich empfindlich quälet: Beständig⸗ kleit im Guten mir noch fehlet. Das weißt du wohl, o Herzenskündiger; ich strauchle noch wie ein Unmündiger. 4. Vergib es, Herr, was mir sagt mein Gewissen: Welt, Teufel, Sünd hat mich von dir gerissen. Es ist mir leid, ich den mich wieder ein, da ist die Hand! du mein, und ich bin ein. 5. Israels Schutz, mein Hüter und mein Hirte, zu meinem Trost dein sieghaft Schwert umgürte, bewahre mich durch dei⸗ ne große Macht, wenn mir der Feind nach meiner Seele tracht'tl 6. Du schlummerst nicht, wenn matte Glieder schlafen: ach laß die Seel im Schlaf auch Gutes schaffen! O Lebenssonn, erquicke meinen Sinn! Dich laß ich nicht, mein Fels: der Tag ist hin. Joachim Neander 1650— 1680 Nun ruhen alle Wälder 469 Weltlich 1505, geistlich 1550 28 H +——.— EISS — Die stil⸗-len A-⸗bend-stun-den, sie sind uns SSS....— schnell ver⸗schwun⸗den in häus-lich fro-her Ruh. Die S.SSS....IIIIII ern⸗-ste Nacht sinkt nie-der und drückt uns al ⸗len wie⸗der 2. Laßt uns vor Gott erwägen, welch unverdienten Segen uns dieser Tag gebracht! Laßt uns von Dank entbrennen und tief gerührt bekennen: Der Herr hat alles wohl gemacht. 3. Du, Gott der Treu und Gnade, hast segensvolle Pfade uns bis hierher geführt. Nicht uns, dir sei die Ehre! Ein jeder Tag vermehre in uns den Dank, der dir gebührt. 4. Der Schlaf, den du den Müden nach Tageslast be⸗ schieden, auch er sei dir geweiht; wir schlummern ohne Sorgen, du weckst uns wieder morgen hier oder in der Ewigkeit. Samuel Gottlieb Bürde 1753—1831 In dich hab ich gehoffet 470 Nürnberg 1581 —.=———— + I IIIA Fi/r al ⸗le Gü⸗te sei ge-preist, Gott Va⸗ter, 4¹³ Abendlieder 47¹ SS S Sohn und heil-ger Geist; ihr'r bin ich zu ge- rin⸗ge. Ver⸗ — 5 +——. HIE— E ere,E.ᷣxsEt nimm den Dank, den Lob⸗ge-sang, den ich dir kind⸗lich brin⸗ge. 2. Du nahmst dich meiner herzlich an, hast Großes heut an mir getan, mir mein Gebet gewähret; hast väterlich mein Haus und mich beschützet und genähret. 3. Herr, was ich bin, ist dein Geschenk: der Geist, mit dem ich dein gedenk, ein ruhiges Gemüte; was ich ver⸗ mag bis diesen Tag, ist alles deine Güte. 4. Sei auch nach deiner Lieb und Macht mein Schutz und Schirm in dieser Nacht, vergib mir meine Sünden; und kommt mein Tod, Herr Zebaoth, so laß mich Gnade finden. Christian Fürchtegott Gellert 1715—1769 Nun ruhen alle Wälder 47¹ Weltlich 1505, geistlich 1550 ha .SS‚S............ ur Herr, der du mir das Le-ben bis die-sen Tag ge⸗ se E ge⸗ben, dich bet ich kind lich an; ich bin viel zu ge⸗rin-ge der so n. Treu⸗e, die ich sin⸗ge, und die du heut an mir ge⸗tan. da 2. Mit dankendem Gemüte freu ich mich deiner Güte, ich 10 freue mich in dir; du gibst mir Kraft und Stärke, Gedeihn 0 zu meinem Werke und schaffst ein reines Herz in mir. al 3. Gott, welche Ruh der Seelen: nach deines Worts Be⸗ fel len einh er im Leben gehn, auf deine Güte hoffen, im Geist den Himmel offen und dort den Preis des Glaubens se hu. 4. Ich weiß, an wen ich glaube, und nahe mich im Staube al zu dir, o Gott, mein Heil. Ich bin der Schuld entladen, ich bin bei dir in Gnaden, und in dem Himmel ist mein Teil. — 2 5. Bedeckt mit deinem Segen, eil ich der Ruh entgegen 2 dein Name sei gepreist! Mein Leben und mein Ende ist so dein, in deine Hände befehl ich, Vater, meinen Geist! Chvistian Fürchtegott Gellert 1715—1769 4¹⁴4 Abendlieder 472 Werde munter mein Gemüte 47²2 Johann Schop 1642 ——————— SSSSSII err, es ist von mei⸗nem Le⸗ben wie⸗der⸗ um ein leh⸗re mich nun Ach⸗tung ge⸗ben, ob ich fromm ge⸗ I.—— H ... e— Diw zei⸗ge mirs auch sel⸗ber an, wenn ich EEESESESEEEEEEEEEEEEEEEEE E I 1 was nicht recht ge⸗tan, und hilf jetzt in al⸗len Sa⸗chen 1 +—.— N— —— gu⸗ten Fei⸗er⸗a⸗bend ma⸗chen. 2. Freilich wirst du manches finden, was dir nicht gefallen hat; denn ich bin noch voller Sünden in Gedanken, Wort und Tat, und vom Morgen bis zur Stund pfleget Herze, Hand und Mund so geschwind und oft zu fehlen, daß ichs selber nicht kann zählen. 3. Aber, o du Gott der Gnaden, habe noch einmal Ge⸗ duld. Ich bin freilich schuldbeladen, doch vergib mir alle Schuld. Deine große Vatertren werde diesen Abend neu, so will ich noch deinen Willen künftig mehr als heut erfüllen. 4. Heilige mir das Gemüte, daß der Schlaf nicht sündlich sei; decke mich mit deiner Güte, auch dein Engel steh mir bei, lösche Licht und Feuer aus und bewahre sonst das Haus, daß ich morgen mit den Meinen nicht im Unglück dürfe weinen. 5. Steure den gottlosen Leuten, die im Finstern Böses tun; 510. man gleich was bereiten, uns zu schaden, wenn wir ruhn, o zerstöre du den Rat und verhindere die Tat; wend auch allen andern Schrecken, den die Bosheit kann erwecken. 6. Herr, dein Auge geht nicht unter. wenn es bei uns Abend wird; denn du bleibest ewig munter und bist wie ein guter Hirt, der auch in der finstern Nacht über seine Herde wacht. Darum hilf uns, deinen Schafen, daß wir alle sicher schlafen. 7. Laß mich denn gesund erwachen, wenn es rechte Zeit wird sein, daß ich ferner meine Sachen richte dir zu Ehren ein; oder hast du, lieber Gott, heut bestimmet meinen Tod, so befehl ich dir am Ende Leib und Seel in deine Hände. Kaspar Neumann 1648—1715 41⁵ 473. 474 Abendlieder O Jesu Christ meins Lebes 473 Leipzig 1625 .— D‚‚‚ü‚.— +— 42—.— r—. * 2— 2—.—.—.—..—— Hin⸗un⸗ter ist der Son-ne Schein, die fin⸗stre 4 —— 1 4 IIIIR Nacht bricht stark her-ein, leucht uns, Herr Christ, du 13 1—.—— I H wah⸗res Licht, laß uns im Fin ⸗stern strau-cheln nichtl 2. Dir sei Dank, daß du uns den Tag vor Schad, Ge⸗ fahr und mancher Plag durch deine Engel hast behüt't aus Gnad und väterlicher Güt. 3. Womit wir heut erzürnet dich dasselb verzeih uns gnädiglich und rechn es unsrer Seel nicht zu, laß schlafen uns mit Fried und Ruh. 4. Die Engel dein zur Wach bestell, daß uns der böse hutn nicht fäll; vor Schrecken, Graun und Feuersnot be⸗ üt uns heut, o lieber Gott. Nikolaus Herman gest. 1561 Jesu meine Freude 47⁴4 Johann Crüger 1653 2— SDRS .SSSS‚e ir⸗te dei⸗ner Schaefe, der von kei⸗ nem Schla⸗fe dei⸗ne Wun⸗der⸗gü⸗te war mein Schild und Hüt⸗te SISISSISISSITSISITITITISII.I..I et-was wis⸗ sen mag,‚ Di den ver⸗gang⸗nen— Tag: sei die Nacht auch auf der Wacht —8—— + P q T und laß mich von dei⸗nen Scha⸗ren um und um be⸗wah⸗ren. 2. Decke mich von oben vor der Feinde Toben mit der Vaterhuld. Ein versöhnt Gewissen sei mein Ruhekissen, drum vergib die Schuld; denn dein Sohn hat mich davon durch die tiefgeschlagnen Wunden gnädiglich entbunden. 3. Laß auch meine Lieben keine Not betrüben; sie sind mein und dein. Schließ uns mit Erbarmen in den Vater⸗ armen ohne Sorgen ein. Du bei mir und ich bei dirl also sind wir ungeschieden, und ich schlaf in Frieden. 4. Komm, verschließ die Kammer und laß allen Jammer ferne von uns sein, sei du Schloß und Riegel, unter deine 416 Abendlieder 47⁵ Flügel nimm dein Küchlein ein. Decke zu mit Schutz und Ruh, so wird uns kein Grauen wecken, noch der Feind uns schrecken. 5. Wie, wenn ich mein Bette heut zum Grabe hätte? Wie bald rot, bald tot! Doch hast du beschlossen, daß mein Ziel verflossen, kommt die Todesnot, so will ich nicht wider dich; lieg ich nur in Jesu Wunden, sterb ich alle Stunden. 6. Nun wohlan, ich tue in vergnügter Ruhe meine Augen zu. Seele, Leih und Leben hab ich dir ergeben, o du Hüter du! Gute Nacht! Nimm mich in acht! Und erleb ich ja den Morgen, wirst du weiter sorgen. Benjamin Schmolck 1672—1737 475 Weltiich 1505, geislich 1550 SISSSSSITTTITISS. Nun ru⸗hen al⸗le Wäl⸗der, Vieh, Men⸗schen, Städt und EEEE Fel⸗der, es schläft die gan⸗ze Welt: ihr a⸗ber, mei⸗ne Sin⸗nen, auf, A nee., yᷣ,: irr in i n. nr EiEEE auf, ihr sollt be⸗gin⸗nen, was eu⸗rem Schöp⸗fer wohl⸗ge⸗fällt! 2. Wo bist du, Sonne, blieben? Die Nacht hat dich vertrie⸗ ben, die Nacht, des Tages Feind: fahr hin, ein andre Sonne, mein Jesus, meine Wonne, gar hell in meinem Herzen scheint. 3. Der Tag ist nun vergangen, die güldnen Sterne pran⸗ gen am blauen Himmelssaal: also werd ich auch stehen, wenn mich wird heißen gehen mein Gott aus diesem Jammertal. 4. Der Leib eilt nun zur Ruhe, legt ab das Kleid und Schuhe, das Bild der Sterblichkeit: die zieh ich aus, dagegen wird Christus mir anlegen den Rock der Ehr und Herrlichkeit. 5. Das Haupt, die Füß und Hände sind froh, daß nun zum Ende die Arbeit kommen sei: Herz, freu dich, du sollst werden vom Elend dieser Erden und von der Sünden Ar⸗ beit frei. 6. Nun geht, ihr matten Glieder, geht hin und legt euch nie⸗ der, der Betten ihr begehrt: es kommen Stund und Zeiten, da man euch wird bereiten zur Ruh ein Bettlein in der Erd. 7. Mein Augen stehn verdrossen, im Nu sind sie geschlossen, wo bleibt dann Leib und Seel? Nimm sie zu deinen Gnaden, sei gut für allen Schaden, du Aug und Wächter Ifrael. 8. Breit aus die Flügel beide, o Jesu, meine Freude, und nimm dein Küchlein ein. Will Satan mich verschlingen, so laß die Englein fingen: Dies Kind soll unverletzet sein. Schlesisches Provinzial⸗Gesangbuch 27 417 476. 477⁷ Abendlieder 9. Auch euch, ihr meine Lieben, soll heute nicht betrüben kein Unfall noch Gefahr! Gott laß euch selig schlafen, stell euch die güldnen Waffen ums Bett und seiner Engel Schar. Paul Gerhardt 1607—1676 476 Adam Krieger 1667 SSSSSSS E Nun sich der Tag ge⸗en⸗det hat und kei⸗ne—— mehr E. E. 6 I—. scheint, schläft al⸗les, was sich ab⸗gematt't und was zu⸗vor Lewent 2. Nur du, mein Gott, hast keine Rast. Du schläfst noch schlummerst nicht; die Finsternis ist dir verhaßt, weil du bist selbst das Licht. 3. Gedenke, Herr, doch auch an mich in dieser schwarzen Nacht und schenke du mir gnädiglich den Schirm von deiner Wacht. 4. Zwar fühl ich wohl der Sünden Schuld, die mich bei dir klagt an; doch aber deines Sohnes Huld hat gnug für mich getan. 5. Wch ich dir zum Bürgen ein, wenn ich muß vor Ge⸗ richt; kann ja nicht verloren sein in solcher Zuversicht. 6. Drauf tu ich meine Augen zu und schlafe fröhlich ein; mein Gott wacht jetzt in meiner Ruh, wer wollte traurig sein? 7. Weicht, nichtige Gedanken, hin, wo ihr habt euren Laufl Ich baue jetzt in meinem Sinn Gott einen Tempel auf. 8. Soll diese Nacht die letzte sein in diesem Jammertal, so führ mich in den Himmel ein zur auserwählten Zahl. 9. Und also leb und sterb ich dir, du starker Zebaoth, im Tod und Leben hilfst du mir aus aller Angst und Not. Johann Friedrich Herzog 1647—1699 Nun ruhen alle Wälder 4²⁷⁷ Weltlich 1505, geistlich 1550 Nun sich der Tag ge- en-det, mein Herz zu dir sich 2 S S... wen⸗det und dan⸗ket in⸗nig⸗lich; dein hol⸗ des 335 22— sch⸗ te zum .. Se⸗gen auf mich rich⸗ te, er⸗ ⸗leuch-te und ent⸗zün⸗de mich. 4¹⁸ üben eint. noch il du Irzen von bei gnug Ge⸗ sicht. ein; sein? zaufl uf. ertal, Zahl. aoth, ö Not. 1699 zum nich. Abendlieder 478. 479 2. Ich schließe mich aufs neue in deine Vatertreue und Schutz und Herze ein;„die sündlichen Geschäfte und alle finstern Kräfte vertreibe durch dein Nahesein. 3. Daß du mich stets umgibest, daß du mich herzlich liebest und rufst zu dir hinein, daß du vergnügst alleine so wesentlich und reine: laß früh und spät mir heilig sein. 4. Ein Tag, der sagts dem andern, mein Leben sei ein Wandern zur großen Ewigkeit. O Ewigkeit, du schöne, mein Heit an dich gewöhnel Mein Heim ist nicht in dieser Zeit. Schlußstrophen aus: Wenn sich die Sonn erhebet Gerhard Tersteegen 16971769 Nun lasset uns den Leib 478 Wittenberg 1544 S...... SSSII.III.. O Je⸗su, treu⸗ster Hei⸗land mein, ich geh in PSPSꝗSSS.SI.SI.....—3 mein Schlaf⸗käm⸗mer⸗lein, ich will mich le⸗gen in die S.ii‚iESSEE— Ruh, schleuß du die Tür selbst nach mir zu. 2. Verzeih mein Sünd aus Gnaden mir, treib all schäd⸗ liche Träum von hier. Breit über mich dein Flügel aus, so stehn die Engel um das Haus. 3. Behüt vor Feuer, Wassersnot; vor einem bösen schnellen Tod, vor allem Übel und Gefahr mich und die Meinigen bewahr. 4. Wenn ich nun schlaf, wach du für mich, treib alles Unglück hinter sich; laß mich zu deinem Lob aufstehn und fröhlich an die Arbeit gehn. 1661 479 Johann Schop 1642 SSISISISIIIIII.II Wer de mun⸗ter, mein Ge⸗mü te, und ihr daß ihr prei⸗set Got⸗tes Gü⸗ te, die er — 2 4— 1 EEEE SSSPSSSII. Har ge⸗ gan an 6—— da er mich den gan⸗zen Tag vor so 419 man⸗cher schwe⸗ ren Plag durch sein gna⸗ den ⸗rei⸗ches I—.— Wal⸗ten hat be-schir⸗met und er-hal⸗ten. 2. Lob und Dank sei dir gesungen, Vater der Barmherzig⸗ keit, daß mir ist mein Werk gelungen, daß du mich vor allem Leid und vor Sünden mancher Art so getreulich hast bewahrt, manches Unheil auch vertrieben, daß ich un⸗ beschädigt blieben. 3. Dieser Tag ist nun vergangen, und die trübe Nacht bricht an; es ist hin der Sonne Prangen, so uns all er⸗ freuen kann. Stehe mir, o Vater, bei, daß dein Glanz le stets vor mir sei. Tiefe Nacht herrscht rings auf Erden, laß es hell im Herzen werden. 4. Herr, verzeihe mir aus Gnaden alle Sünd und Missetat, die mein armes Herz beladen und so Del vergiftet hat. Des Versuchers List und Tück treib durch deine Kraft zurück. Gott, du kannst allein mich retten, strafe nicht mein Über⸗ tr treten. d 5. O du Licht der frommen Seelen, o du Macht der Ewigkeit, dir will ich mich ganz befehlen diese Nacht und allezeit. Bleibe doch, mein Gokt, bei mir, weil es nun⸗ N mehr dunkel hier; da ich mich so sehr betrübe, tröste mich— mit deiner Liebe. 6. Laß mich, diese Nacht empfinden eine sanft und süße Ruh, alles Übel laß verschwinden, decke mich mit Segen zu. Leib und Seele, Mut und Blut, Weih und Kinder, Hab und Gut, Freunde, Feinde, Hausgenossen sein in deinen Schutz geschlossen. 7. O du großer Gott, erhöre, was dein Kind gebeten hat!— Jesu, den ich stets verehre, bleibe ja mein Schutz und Rat; und mein Hort, du werter Geist, der du Freund und Tröster heißt, höre doch mein sehnlich Flehen! Amen, ja, es soll Ii III geschehen. Johann Rist 1607—1667 Zum Sonntagabend 40.8.— E Nun ruhen alle Wälder 480 Weltlich 1505, geistlich 1550 EEEEEEEE EEE Hin u lan⸗gen nach Her⸗zens⸗wunsch er⸗füllt; Gott hat mich a 4²⁰ nun⸗ mich süße egen nder, nin hat! Rat; öster soll 1667 — ———I‚I..eeü— Abendlieder 481 ᷣIIDDDDDS un⸗ter⸗wei⸗set, mit Le⸗bens⸗ brot ge⸗ spei-set und 2*——— S.————— mei⸗ ner See⸗le Durst ge⸗stillt. 2. Gott ruht durchs Wort im Herzen, drum leg ich ohne Schmerzen auch meinen Leib zur Ruͤh; denn allen Sünden⸗ schaden deckt Jesus nun in Gnaden mit seinem Purpur⸗ mantel zu. 3. O du dreieinig Wesen, mein Geist ist schon genesen, weil ich dein Tempel bin. J habe Licht vom Lichte, dein leuchtend Angesichte treibt alle Finsternisse hin. 4. Du wirst schon bei mir wachen und eine Sonne macheu auch mitten in der Nacht, bis bei den Cherubinen ein Sonntag ist erschienen, der alle Nacht zuschanden macht. 5. Ich schlafe ganz vergnüget; denn wo mein Herze lieget, da ist der Engel Heer. Mich stört kein Weltgetümmel, es träumt mir nur vom Himmel. Ach, wer doch nur bald droben wär! Benjamin Schmolck 1672—173 7 Nun sich der Tag geendet hat 481 Adam Krieger 1667 EEEEE 5——. 1 Nun bricht die fin⸗stre Nacht her⸗ein, des Ta⸗ges ——..—— üe Glanz ist tot; je-doch, mein Herz, schlaf noch nicht ein, geh, + + + II ——+ EI E 26 2— ———— 2—.—II sprich zu⸗vor mit Gott. 2. O Gott, du großer Herr der Welt, den niemand sehen kann, du siehst mich ja in deinem Zelt, hör auch mein Seufzen an. 3. Der Tag, den ich nunmehr vollbracht, der war be⸗ sonders dein, drum hätt er auch bis in die Nacht mir sollen heilig sein. 4. Vielleicht ist dieses nicht geschehn, denn ich bin Fleisch und Blut und pfleg es öfters zu versehn, wenngleich der Wille gut. 5. Nun such ich deinen Guadenthron, sieh meine Schuld nicht an und denke, daß dein lieber Sohn für mich genug getan. 4²¹ Abendlieder 6. Schreib alles, was man heut gelehrt, in unsre Herzen ein und lasse die, so es gehört, dir auch gehorsam sein. 7. Erhalte ferner noch dein Wort und tu uns immer wohl, damit man stets an diesem Ort Gott diene, wie man soll. 8. Indessen such ich meine Ruh, o Vater, steh mir bei und gib mir deinen Engel zu, daß er mein Wächter sei. 9. Gib allen eine gute Nacht, die heute recht gelebt, und beßre den, der unbedacht hat wider Gott gestrebt. 10. Wofern dir auch mein Tun gefällt, so hilf mir morgen auf, daß ich noch ferner in der Welt vollbringe meinen Lauf. I1. Und endlich führe, wenn es Zeit, mich in den Himmel ein, da wird in deiner Herrlichkeit mein Sabbat ewig sein. Kaspar Neumann 1648—1715 Zum Wochenschluß Herzlich tut mich verlangen 482 Weltlich 1601, geistlich 1613 EV + 1 1 1 4 ———— 2.5—0— ———— 4. 2.—— ie Woche geht zu En⸗de, nicht a-ber Got⸗tes denn wo ich mich hin wen⸗de, da ist sie im⸗-mer EEEEEEEEEEE Wem Die Zeit kann wohl ver⸗schwin⸗den, nur Got⸗tes Treu⸗e 2 H— 1 4I— Bii nicht, sie läßt sich täg⸗lich fin-den und gi-bet Trost und Licht. 2. Die ganze Woche zeuget von deiner Gütigkeit, die du u mir geneiget; ja, meine Lebenszeit vom Anfang meiner fade bis diesen Augenblick rühmt deine Wundergnade im Unglück wie im Glück. 3. Allein mein Herze bebet, wenn es zurücke denkt, wie übel ich gelebet und dich, mein Gott, gekränkt. Drum will ich dir geloben, auf ewig treu zu sein. Dein guter Geist von oben wird mir die Kraft verleihn. 4. Ich bin dein Kind aufs neue; drum gib, daß diese Nacht mich auch dein Schutz erfreue, der alles sicher macht. Ich werde gleichsam sterben, der Schlaf ist wie ein Tod; doch kann ich nicht verderben, du lebst in mir, mein Gott. 5. Soll dies in meinem Leben die letzte Woche sein, will ich nicht widerstreben und mich im Geiste freun auf einen Feierabend, den Christi Tod gemacht; an diesem Trost mich labend sprech ich nun: Gute Nacht! Benjamin Schmolck 1672—1737 4²² Abendlieder 483 O daß ich tausend Zungen 1 483 Frankfurt a. M. 1738 — I— 6 EEE o ist die Wo⸗che nun ge⸗schlos⸗sen, doch, wie sich dein Se⸗gens⸗quell er ⸗gof ⸗ sen, so 2— H I .S.......‚i‚‚.. ‚. ‚IE‚E‚E‚..... treu⸗er Gott, dein Her⸗ze nicht;—.— bin ich noch' der Zu ⸗ver⸗sicht. daß er sich wei⸗ter⸗ EEEEEEEEEE hin er⸗gießt und un-auf⸗-hör⸗lich auf mich fließt. 2. Ich preise dich mit Hand und Munde, ich lobe dich, so hoch ich kann, ich rühme dich von Herzensgrunde für alles, was du mir getan, ich weiß, daß dir durch Jesum Christ mein Dank ein süßer Weihrauch ist. 3. Hat mich an meinen Wochentagen das liebe Kreuz auch mit besucht, so gabst du auch die Kraft zu tragen; zudem ist es voll Heil und Frucht durch deine Liebe, Herr, zu mir, und darum dank ich auch dafür. 4. Nur etwas bitt ich über alles, und du versagst mir dieses nicht: gedenke keines Sündenfalles, weil mich mein Jesus aufgericht't, mein Jesus, der die Missetat auf ewig schon gebüßet hat. 5. Dein Schwur ist ja noch nicht gebrochen, du brichst ihn nicht in Ewigkeit, da du dem Sünder hast versprochen, daß er, wenn ihm die Sünde leid, nicht sterben, sondern gnaden⸗ voll als ein Gerechter leben soll. 6. Mein Glaube hält an diesem Segen und will also den Wochenschluß vergnügt und froh zurückelegen, da der Trost mich erquicken muß: daß ich ja soll in Christo dein und schon in Hoffnung selig sein. 7. Doch da mein Leben zugenommen, so bin ich auch der Ewigkeit um eine Woche näher kommen und warte nun der letzten Zeit, da du die Stunde hast bestimmt, die mich in deinen Himmel nimmt. 8. Und wenn ich morgen früh aufs neue den Sonntag wieder sehen kann, so scheint die Sonne deiner Treue mich auch mit neuen Gnaden an; ach ja, da teilt dein Wort und Haus den allerbesten Segen aus. 9. So will ich das im voraus preisen, was du mir künftge Woche gibst; du wirst es in der Tat erweisen, daß du mich je und immer liebst und leitest mich nach deinem Rat, bis Leid und Zeit ein Ende hat. Erdmann Neumeister 1671—1756 4²3 IV. Tod und Ewigkeit 1. Tod und Begräbnis Jalob Hintze 167⁸ ⸗le Men⸗schen wuh ver ster⸗ben, al⸗les Fleisch ver⸗ was da le-bet, muß ver⸗-der⸗ben, soll es an-ders —. N X 1 +— RUNI + ——1—.—.—.————— geht wie Heu; wer⸗den neu. Die⸗ser Leib, der muß ver-we⸗sen, wenn er .— + I + 323 ö 1 an⸗ders soll ge⸗ ne⸗sen zu der gro⸗ßen Herr-lich-keit, die den From⸗men ist be=reit. 2. Drum so will ich dieses Leben, weil es meinem Gott beliebt, auch ganz willig von mir geben, bin darüber nicht betrübt; denn in meines Jesu Wunden hab ich 923 Erlösung funden, und mein Trost in Todesnot ist es Herren Jesu Tod. 3. Jesus ist für mich gestorhen, und sein Tod 10 mein Gewinn. r hat mir das Heil erworben; drum fahr ich mit Freuden hin,—0— aus diesem Weltgetümmel in den schönen Gotteshimmel, da ich werde allezeit schauen die Dreifaltigkeit. 4. Da wird sein das Freudenleben, da viel tausend Seelen schon sind mit Himmelsglanz umgeben, dienen Gott vor 4²⁴ IIDSSIisis/s/SSSSSeSSeeee Tod und Begräbnis 485. 486 seinem Thron, da die Seraphinen prangen und das hohe Lied anfangen: Heilig, heilig, heilig heißt Gott der Vater, Sohn und Geist; 5. da die Patriarchen wohnen, die Propheten allzumal, wo auf ihren Ehrenthronen sitzet der Zwölfboten Zahl, wo in so viel tausend Jahren alle Frommen hingefahren, wo dem Herrn, der uns versöhnt, ewig Halleluja tönt. 6. O Jerusalem, du schöne, ach, wie helle glänzest du! Ach, wie lieblich Lobgetöne hört man da in sanfter Ruh! Ach der großen Freud und Wonne! Jetzund gehet auf die Sonne, jetzund gehet an der Tag, der kein Ende nehmen mag. 7. Ach, ich habe schon erblicket alle diese Herrlichkeit. Jetzund werd ich schön geschmücket mit dem weißen Himmels⸗ kleid; mit der güldnen Ehrenkrone steh ich da vor Gottes Throne, schaue solche Freude an, die kein Ende nehmen kann. 16⁵² Nun komm der Heiden Heiland 48⁵5 Altkirchlich, ev. 1524 49.9—5— 11 EEEEEE Al-ler Gläub⸗gen Sam-mel⸗platz ist da, wo ihr ——..—— oᷣ Herz und Schatz, wo ihr Hei⸗land Je-sus Christ und ihr Le⸗ben hier schon ist. 2. Eins geht da, das andre dort in die ewge Heimat fort, ungefragt, ob die und der uns nicht hier noch nütz⸗ lich wär. 3. Aber wenns nun schon geschehn, und er kann nie was versehn, hat man nichts dabei zu tun, als zu schweigen und zu ruhn. 4. Manches Herz, das nicht mehr da, geht uns freilich gar sehr nah; aber, Herr, du bist uns mehr, als das eigne Leben wär. Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf 1700- 1760 V. 2 Christian Gregor 1723-1801 Herzlich tut mich verlangen 486 Weltlich 1601, geistlich 1613 EE Be„den ⸗ke, Mensch, das En⸗de, be⸗den⸗ke dei⸗nen Tod! Der Tod kommt oft be-hen⸗de: der heu⸗te frisch und rot, Schlesisches Provinzial⸗Gesangbuch 28 42⁵ Tod und Begräbnis EEE kann mor⸗gen und ge⸗schwin⸗der hin⸗weg⸗ ge⸗stor⸗ben sein; drum I + + I + I + . — bil⸗de dir, o Sün⸗der, ein täg- lich Ster⸗ben ein. 2. Bedenke, Mensch, das Ende, bedenke das Gericht! Es inüssen alle Stände vor Jesu Angesicht. Kein Mensch ist ausgenommen, hier muß ein jeder dran und wird den Lohn bekommen, nachdem er hat getan. 3. Bedenke, Mensch, das Ende, der Höllen Angst und Leid, daß dich die Welt nicht blende mit ihrer Eitelkeit! Hier' ist ein kurzes Freuen, dort aber ewiglich ein bitteres Bereuen; ach Sünder, hüte dich! 4. Bedenke, Mensch, das Ende, bedenke doch die Zeit! daß dich ja nichts abwende von jener Herrlichkeit, womit vor Gottes Throne die Seele wird gepflegt; dort ist die Lebenskrone den Frommen beigelegt. 5. Herr, lehre mich bedenken der Zeiten letzte Zeit, daß, hen nach dir zu lenken, mein Herze sei bereit; laß mich en Tod betrachten und deinen ichterspruch, laß mich auch nicht verachten der Hölle Pein und Fluch. 6. Hilf, Gott, daß ich beizeiten auf meinen letzten Tag mit Buße mich bereiten Und täglich sterben mag. Im Tod und vor Gerichte steh mir, o Jesu bei, daß ich im Himmelslichte zu wohnen würdig seil Salomo Liskov 1640—1689 487.— Vulpius 1609 ,n Chri⸗ ⸗stus, der ist mein Le-ben, Ster⸗ben ist mein Ge⸗ EEE winn; dem tu ich mich er⸗ge-ben, mit Fried fahr ich da-hin. 2. Mit Freud fahr ich von dannen zu Christ, dem Bruder mein, auf daß ich zu ihm komme und ewig bei ihm sei. 3. Ich hab nun überwunden Kreuz, Leiden, Angst und 6515 durch seine heilgen Wunden bin ich versöhnt mit 4. Wenn meine Kräfte brechen, mein Atem geht schwer aus und kann kein Wort mehr sprechen: Herr, nimm mein Seufzen auf! 426 S SD Tod und Begräbnis 488. 489 5. Wenn mein Herz und Gedanken vergehn als wie ein debrtht: das hin und her tut wanken, wenn ihm die Flamm gebri 6. alsdann fein sanft und stille, Herr, laß mich schlafen ein, nach deinem Rat und Willen, wenn kommt mein Stündelein. 7. An dir laß gleich den Reben mich bleiben allezeit und ewig bei dir leben in Himmelswonn und Freud! 16⁰09 Der lieben Sonne Licht 488 17² .2— CEV— I— + LI + 4 ESSEEEEEEEEEE ie Chri⸗sten gehn von Ort zu Ort durch und kom-men in den Frie-dens-port und — +— . man⸗ nig⸗falt⸗gen Jam⸗-mer ruhn in ih⸗ rer Kam⸗-mer. Gott nimmt sie nach dem E 42. —.— Lauf in sei⸗nen Ar⸗men auf; das Wei⸗zen⸗korn wird E..EIEEEEEEEEEEe — +*— + in sein Beet auf Hoff-nung schö- ner Frucht ge⸗sät. 2. Wie seid ihr doch so wohl gereist! Gelobt sein eure Schnitte, du friedevoll befreiter Geist, du jetzt verlaßne üttel Du, Seele,‚, bist beim Herrn, dir glänzt der orgenstern; euch, Glieder, deckt mit sanfter Ruh der Liebe stiller Schatten zu. 3. Wir freun uns in Wdereinn der großen Offenbarung; indessen bleibt das Pilgerkleid in heiliger Verwahrung. Wie ist das Glück so groß in Jesu Arm und Schoß! Die Liebe führ uns gleiche Bahn, 7⁰ tief hinab, so hoch hinan! Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf 1700—1760 Nun ruhen alle Wälder 489 Weltlich 1505, geistlich 1550 SSDSDSSSSISSII.I 8605 Herr⸗lich⸗keit der Er⸗ den muß Rauch und A⸗sche iiD‚D‚D‚D‚Dʒ‚Die‚i.ieee wer⸗den; kein Fels, kein Erz kann stehn. Das, was uns 4²⁷ 7. 490 Tod und Begräbnis IPDDEEE kann er⸗göt⸗-zen, was wir für e-wig schät⸗zen, wird E——— +—. als ein leich⸗ter Traum ver⸗gehn. 2. Was sind doch alle Sachen, die uns so trotzig machen, als Tand und Nichtigkeit? Was ist des Menschen Leben? —— in Unruh schweben als wie ein Schattenspiel der eit. 3. Der Ruhm, nach dem wir trachten, den wir unsterblich achten, ist nur ein falscher Wahn; sobald der Geist ge⸗ wichen und dieser Mund erblichen, fragt keiner, was man hier getan. 4. Es hilft kein weises Wissen; wir werden hingerissen ohn einen Unterschied. Was nützt der Schlösser Menge? Dem hier die Welt zu enge, dem wird ein enges Grab zu weit. 5. Dies alles wird zerrinnen, was Müh und Fleiß ge⸗ winnen und saurer Schweiß erwirbt; was Menschen hier besitzen, kann für den Tod nicht nützen; dies alles stirbt uns, wenn man stirbt. 6. Wie eine Rose blühet, wenn sie die Sonne siehet begrüßen diese Welt, die, eh der Tag sich neiget, eh sich der Abend zeiget, verwelkt und unversehns abfällt: 7. so wachsen wir auf Erden und denken groß zu werden, von Schmerz und Sorgen frei; doch, eh wir zugenommen und recht zur Blüte kommen, bricht uns des Todes Sturm entzwei. 8. Wir rechnen Jahr auf Jahre, indessen wird die Bahre uns vor die Tür gebracht; drauf müssen wir von hinnen und, eh wir uns besinnen, der Erde sagen gute Nacht. 9. Wach auf, mein Herz, und denke, daß dieser Zeit Ge⸗ schenke sei kaum ein Augenblick! was du zuvor genossen ist wie ein Strom verflossen, der niemals wieder kehrt zurück. 10. Wohl dem, der auf Gott trauet! Er hat recht fest gebauet, und ob er hier gleich fällt, wird er doch dort bestehen und nimmermehr vergehen, weil ihn die All— macht selbst erhält. Andreas Gryphius 1616—1664 490 Heinrich Albert 1638 56555 2— 4— Et ⸗ nen gu⸗ten Kampf hab ich auf der Welt ge⸗ denn Gott hat so gnä⸗dig-lich all mein Leid ge⸗ 42⁸ Man e. Tod und Begräbnis 491 DEEE dempen daß ich mei⸗nes Le⸗bens Lauf se-lig⸗lich voll⸗ EiEEEEEEEEEEE ʒ11.— en ⸗det und die See-le him⸗mel⸗auf Chri⸗sto zu⸗ ge⸗sen-det. 2. Forthin ist mir beigelegt der Gerechten Krone, die mir wahre Freud erregt in des Himmels Throne; forthin meines Lebens Licht, dem ich hier vertrauet, nämlich Gottes Angesicht, meine Seele schauet. 3. Dieser schnöden, bösen Welt jämmerliches Leben mir nun länger nicht gefällt, drum ich mich ergeben meinem Jesu, da ich bin jetzt in lauter Freuden; denn sein Tod ist mein Gewinn, mein Verdienst sein Leiden. 4. Gute Nacht ihr, meine Freund, alle meine Lieben! Alle, die ihr um mich weint, laßt euch nicht betrüben diesen Schritt, den ich jetzt uu in die Erde nieder: schaut, die Sonne geht zur Ruh, kommt doch morgen wieder. Heinrich Albert 1604-1651 491 Johann Rudolf Ahle 1662 — 4—.——— ist ge⸗ nug! So nimm, Herr, mei ⸗nen Lös auf das Band, das all-ge- mach zer— ——————— Geist zu Zi⸗ ons Gei⸗stern hin! der sich nach sei⸗ reißt; be⸗-frei⸗ e die- sen Sinn, der täg=lich klagt ...D..... HBot⸗ ⸗ nrn Ent e i e 2. Es ist genug des Jammers, der mich drückt! Die sündliche Begier mit ihrem Gift hat mich fast ganz um⸗ strickt; nichts Gutes wohnt in mir. Was täglich noch von Gott mich trennet, was täglich im Gewissen brennet, es ist genug, es ist genug. 3. Es ist genug des Kreuzes, das mir fast den Rücken wund gemacht! Wie schwer, o Gott, wie hart ist diese Last! Ich schwemme manche Nacht die harte Lagerstatt mit Tränen; wie lang, wie lang muß ich mich sehnen? Es ist genug, es ist genug. 4² 492 Tod und Begräbnis 4. Es ist genug, wenn nur mein Jesus will; er kennet ö ja mein Herz. Ich harre sein und halt indessen still, bis er mir allen Schmerz, der meine sieche Brust zernaget, ab⸗ nimmt und endlich zu mir saget: Es ist genug, es ist genug. 5. Es ist genug! Herr, wenn es dir gefällt, so spanne mich doch aus; mein Jesus kommt, nun gute Nacht, o Welt! Ich fahr ins Himmelshaus; ich fahre sicher hin in Frieden, mein großer Jammer bleibt hienieden. Es ist genug, es ist genug! ranz Joachim Burmeister 1633—1672 Es ist genug ist voll⸗bracht! Gott-lob, es ist voll-brachtl fahr hin, o Welt, ihr Freun⸗-de, gu⸗te Nacht! EE 1—SC2. 1 — e, ........ Mein Je⸗sus nimmt mich auf; bei Je⸗su Kreuz mit Ich en-de mei nen Lauf ich seh ne mich von D————— + 1 I + I I hier ju schetden: Es ist vollbracht, es ist vollbracht! 2. Es ist vollbracht! Mein Jesus hat auf sich genom⸗ men meine Schuld; er selber hat am Kreuzesstamm für mich, o ungemeine Huld, gebüßet, und in Fesu Wunden ö hab ich die rechte Freistatt funden: Es ist vollbracht, es ist ö vollbracht. 3. Es ist vollbracht! Weg Krankheit, Schmerz und Pein! Weg Sorgen, weg Verdruß! Sein Golgatha Iol mir ein Tabor sein; mein matter, müder Fuß wird hier auf diesen Friedenshöhen frei von der Erde Banden gehen: Es ist vollbracht, es ist vollbracht! 4. Es ist vollbracht! Hier bin ich außer Not, Angst und Gefahr gesetzt! Hier speiset mich der Herr mit Himmels⸗ brot; hier bin ich hochgeschätzt. Hier hör ich mit der Selgen Singen den süßen Ton der Engel klingen: Es ist vollbracht, es ist vollbracht! 5. Es ist vollbracht“ Der Leib mag immerhin Raub der Verwesung sein; ich weiß ja, daß ich Staub und Asche bin. Der Herr wird mein Gebein, wenn er die Gräber wird aufdecken, an jenem Tage schon erwecken: Es ist vollbracht, es ist vollbracht! 6. Es ist vollbracht! Ich dringe froh hindurch, wie werd ich nun erfreut! Ich stieg empor zur hohen Himmelsburg, 43⁰ rTDuDKe Wiims Tod und Begräbnis 493 da find ich Sicherheit, wo keine Feinde zu uns brechen, wo weder Dorn noch Disteln stechen: Es ist vollbracht, es ist vollbracht! 7. Es ist vollbracht! Gottlob, es ist vollbracht! Mein Jesus nimmt mich auf; fahr hin, o Welt, ihr Freunde, gute Nacht! Ich schließe meinen Lauf und allen Fammer, der mich troffen. Wohl mir! ich seh den Himmel offen: Es ist vollbracht, es ist vollbracht! 17²⁴ Wie nach einer Wasserquelle 493 42. französischer Psalm 1551 SI.ISI.IIIIII.II.I. IIIII SI.II... — Fwe dich sehr, o mei⸗ne See⸗le, und ver⸗giß all weil dich Chri⸗-stus nun, dein Her⸗re, ruft aus die⸗sem — + IL— I 1 II— ——— anrrr nne e Zammer Anl. Aus der Trüb⸗sal, Angst und Leid sollst du — 6 HH— II fah⸗-ren in die Freud, die kein Ohr je⸗-mals ge⸗hö⸗ + + + 2 1——5 1 1— 1 EEE ret, die in E⸗wig⸗keit auch wäh⸗ret. 2. Tag und Nacht hab ich gerufen zu dem Herren, meinem Gott, weil mich stets viel Kreuz getroffen, daß er mir hülf aus der Not. Wie sich sehnt ein Wandersmann nach dem Ende seiner Bahn, so hab ich gewünscht, mein Leben hin in Gottes Hand zu geben. 3. Denn gleichwie die Rosen stehen unter Dornenspitzen gar, also auch die Christen gehen durch viel Angst, Not und Gefahr. Wie die Meereswellen sind und der unge⸗ stüme Wind, also ist allhier auf Erden unser Lauf voll von Beschwerden. 4. Welt und Teufel, Tod und Hölle, unser eigen 140 und Blut plagen stets hier unsre Seele, lassen uns bei keinem Mut. Wir sind voller Angst und Plag, voller Kreuz sind unsre Tag; wenn wir nur geboren werden findt sich Kummer gnug auf Erden. 5. Wenn die Morgenröt herleuchtet und der Schlaf sich von uns wendt: Sorg und Kummer einherschleichet, Müh sich findt an allem End; unsre Tränen sind das Brot bis zum späten Abendrot, wenn die Sonn aufhört zu scheinen, ist nur lauter Klag und Weinen. 6. Drum, Herr Christ, du Morgensterne, der du ewiglich aufgehst, sei du jetzt von mir nicht ferne, weil dein Blut 431 494 Tod und Begräbnis mich hat erlöst. Hilf, daß ich mit Fried und Freud mög von hinnen fahren heut. Ach sei du mir Licht und Straße, mich mit Beistand nicht verlasse. 7. Gläubig will ich zu dir ntel auf dem bittern Todes⸗ V5i gang, heim Ju dir, o Jesu, ziehen in mein himmlisch Vaterland. In das schöne Paradies, das dein Mund dem ka Schächer wies, wirst du mich, mein Heiland, führen und mit ewger Klarheit zieren. ne 8. Ob mir schon die Augen brechen, das Gehör mir ganz verschwindt, meine Zung nicht mehr kann sprechen, mein Verstand sich nicht besinnt: bist du doch mein Licht und Hort, Leben, Weg und Himmelspfort; du wirst mich in fu Gnad regieren, auf der rechten Bahn heimführen. wâ ö ö 9. Freu dich sehr, o meine Seele, und vergiß all Not und W EI V Qual, weil dich Christus nun, dein Herre, ruft aus diesem Fammertal. Seine Freud und Herrlichkeit sollst du sehn K in Ewigkeit, mit den Engeln jubilieren und dort ewig he triumphieren. 16²⁰ ö ö ö Jesus meine Zuversicht 1 494 Berlin 1653 SSSTTI ö eht nun hin und grabt mein Grab, denn ich bin des V von der Er⸗de scheid ich ab, denn mirruft des Wan⸗derns mü⸗ de; Him⸗mels Frie⸗ de⸗ E—.——.5— E E E denn mir ruft die sü⸗e Ruh E E von den En⸗geln dro⸗ben zu. 2. Geht nun hin und grabt mein Grab; meinen Lauf hab ich vollendet, lege nun den Wanderstab hin, wo alles da Irdsche endet; lege selbst mich nun hinein in das Bette w V. sonder Pein. de 3. Was soll ich hienieden noch in dem dunklen Tale machen? ö ö ö Denn wie mächtig, stolz und hoch wir auch stellen unsre Sachen, muß es doch wie Sand zergehn, wenn die Winde vi ö ö drüber wehn. se 4. Darum, Erde, fahre wohl, laß mich nun in Frieden scheiden! Deine Hosunnd ach! ist hohl, deine Freuden 0l werden Leiden, deine Schönheit Unbestand, alles Wahn m und Trug und Tand. p. ö 5. Darum letzte gute Nacht, Sonn und Mond und liebe Sterne! Fahret wohl mit eurer Pracht, denn ich reis in se 432 IIUI 11994˙1 Tod und Begräbnis 495 weite Ferne, reise hin zu jenem Glanz, worin ihr er⸗ bleichet ganz. 6. Die ihr nun in Trauern geht, fahret wohl, ihr lieben Freunde; was von oben niederweht, tröstet froh des Herrn Gemeinde; weint nicht ob dem eitlen Schein, droben nur kann ewig sein. 7. Weinet nicht, daß nun ich will von der Welt den Abschied nehmen, daßich aus dem Irrsal will, aus den Schatten, aus den Schemen, aus dem Eitlen, aus dem Nichts hin ins Land des ewgen Lichts. 8. Weinet nicht! Mein süßes Heil, meinen Heiland hab ich funden, und ich habe auch mein Teil in den warmen Herzens⸗ wunden, woraus einst sein frommes Blut floß der ganzen Welt zugut. 9. Weint nicht, mein Erlöser lebt! Hoch vom finstern Erden⸗ staube hell empor die Hoffnung schwebt und der Himmels⸗ held, der Glaube, und die ewge Liebe spricht: Kind des Vaters, zittre nicht! Ernst Moritz Arndt 1769—1860 I 495 Gei Zoh. Sebast. Bach 1769 222 2. ott⸗ lob, es geht nun⸗mehr zum En ⸗de, Mein Je ⸗sus reicht mir schon die Hän-de, F— ↄP‚ ꝗFPꝗP...P..E‚I ‚IÜ— ꝑPSPSPSP SPSPISS S SISI I I A—I——— der schwer⸗ste Kampf ist nun voll⸗bracht. mein Je⸗ sus, der mich se⸗lig macht. Drum laßt mich 5.—— . gehn, ich rei⸗se fort, mein Je-sus ist mein letz-tes Wort. 2. Was fragt ihr viel nach meinem Glauben? Ich glaube, daß mich Jesus liebt. Kein Tod soll mir die Freude rauben, wenn Jesus Trost und Leben gibt. Ich fahre wohl und weiß den Ort, denn Jesus ist mein letztes Wort. 3. Die Hoffnung hat mich nie betrogen; ich bin auf seinen Tod getauft, da hab ich Jesum angezogen, da hat er mich vom Tod erkauft. Drum Jesus bleib mein Heil und Hort, sein Name sei mein letztes Wort. 4. Will gleich die Sünde mich noch kränken, wer ist, der ohne Tadel lebt? Allein, ich darf an Jesum denken, der mich in seinen Tod begräbt; so komm ich an den Lebens⸗ port, und Jesus bleibt mein letztes Wort. 5. Mein Jesus hat den Tod bezwungen, als er am Kreuze selbst verschied. Da ward mein Tod zugleich verschlungen, 433 496 Tod und Begräbnis er i mein Haupt, ich bin sein Glied. Was Jesus hat, das hab den ich dort, drum sei er auch mein letztes Wort. stir 6. Gedenkt mir nicht an eitle Sachen, der Höchste sorget 7 für die Welt, befehlt es ihm, er wirds wohl machen, daß des Licht und Recht den Platz beh ält. Gott nehme allen Jammer soll fort durch Jesum als mein letztes Wort. Da. 7. Nun freuet euch, es geht f Ende: mein Jesus bleibt mein letzter Ruhm. Wie fröhlich. ich in die Hände! mit 25 Wo bleibst du doch, mein Eigentum? lch Jesus, Jesus sei Gla ö ö mein Wort; nun schweig ich still und fahre fort. bis Christian Weise 1642—1708 Vater unser im Himmelreich Leipzig 1539 2— [ —. + 1 1 1 1 +——. e dn + + 42.. e du littst Mar⸗ter, Angst und Spott, für mich am Kreuz auch — AHA 4 H T + 2, n n ern, ,. end⸗lich starbst und mir des Va-ters Huld er⸗warbst: ich bitt durchs — + H 2. N..—. nis bitt⸗re Lei-den dein, du wollst mir Sün⸗der gnä⸗dig sein. das 2. Wenn ich nun komm in Sterbensnot und ringen werde hat mit dem Tod, wenn mir vergeht all mein Gesicht und alt meine Ohren hören nicht, wenn meine Zunge nicht meht 4. spricht und mir vor Angst mein Herz derdricht Got 3. wenn mein Verstand sich nicht besinnt und mir all W ö menschlich Hilf zerrinnt: so komm, Herr Christe, mir behend 5. ö 3u Hilf an meinem letzten End und führ mich aus dem auf Jammertal, verkürz mir auch des Todes Qual! um 4. Die bösen Geister von mir treib, mit deinem Geist stets 5 bei mir bleib; wenn sich die Seel vom Leibe trennt, so nimm Kar sie, Herr, in deine Händ! Der Leib hab in der Erde Ruh, bis wil naht der jüngste Tag herzu. 7. 5. Ein fröhlich Aufstehn mir verleih und im Gericht mein die Fürsprech sei und meiner Sünden nicht gedenk, aus Gnaden ich ů mir das Leben schenk, wie du hast zugesaget mir in deinem 428 ů Wort, das trau ich dir: rüh 6.„Fürwahr, fürwahr, euch sage ich, wer mein Wort hält Nar und glaubt an mich, der wird nicht kommen ins Gericht und ö 43⁴ ö Tod und Begräbnis 497 den Tod ewig schmecken nicht; und ob er schon hier zeitlich stirbt, mit nichten er drum gar verdirbt! 7.„Vielmehr will ich mit starker Hand ihn reißen aus des Todes Band und zu mir nehmen in mein Reich, da soll er dann mit mir zugleich in Freuden leben ewiglich!“ Dazu hilf uns ja gnädiglichl 8. Ach Herr, vergib all unsre Schuld; hilf, daß wir warten mit Geduld, bis unser Stündlein kommt herbei, auch unser Glaub stets wacker sei, dein'm Wort zu trauen festiglich, bis wir entschlafen seliglich! Paul Eber 1511—1569 Gottes Sohn ist kommen 497 Um 1400, bei Mich. Weiße 1531 Herr, nun laß in Frie⸗de le⸗bens⸗satt und mü⸗de —— HT + + —. dei⸗nen Die⸗ ner fah-ren zu den Him-mels⸗scha⸗ Ien se⸗lig und im stil⸗len, doch nach dei- nem Wil⸗len! 2. Gerne will ich sterben und den Himmel erben; Christus mich geleitet, welchen Gott bereitet zu dem Licht der Heiden, das uns setzt in Freuden. 3. Hier hab ich gestritten, Ungemach erlitten, ritterlich ekämpfet, manchen Feind gedämpfet, Glauben auch ge⸗ halten richtig mit den Alten. 4. Nunmehr soll sichs wenden, Kampf und Lauf sich enden; Gott will mich erlösen bald von allem Bösen; es soll besser werden, als es war auf Erden. 5. Frieden werd ich finden, ledig sein von Sünden und auf allen Seiten nicht mehr dürfen streiten; mich soll ganz umgeben himmlisch Freudenleben. 6. Mein Erlöser lebet und mich selber hebet aus des Todes Kammer: da liegt aller Jammer; fröhlich ohne Schrecken will er mich aufwecken. 7. Dieser Leib soll leben und in Klarheit schweben, wenn die Toten werden erstehn von der Erden; Christum werd ich schauen, darauf kann ich trauen. 8. Ihm will ich dann singen. Lob und Ehre bringen, rühmen seine Güte mit Seel und Gemüte, preisen seinen Namen ohn Aufhören. Amen. David Behme 1605— 1657 43⁵ 498 Tod und Begräbnis 498 Weltlich 1601, geistlich 163 ic —— ö 1— 6— 2O— Hue=lich tut mich ver⸗lan-gen nach ei⸗nem sel⸗gen weil ich hier bin um⸗fan-gen mit Trüb⸗sal und E⸗ lend! ich hab Lust ab-zu ⸗schei-den von die ⸗ser ar⸗gen ——— 1 + + Welt, sehn mich nach ew⸗gen Freu⸗den: o Je⸗su, komm nur bald! 2. Du hast mich ja erlöset von Sünd, Tod, Teufel, Höll, es hat dein Blut gekostet, drauf ich mein Hoffnung stell. Warum sollt mir denn grauen vor Teufel, Tod und Sünd? Weil ich auf dich kann bauen, bin ich ein selig Kind. 3. Wenngleich süß ist das Leben, der Tod sehr bitter mir, will ich mich doch ergeben, u sterben willig dir. Ich weiß ein besser Leben, da meine Seel fährt hin, des und freu ich mich gar eben: Sterben ist mein Gewinn. bali 4. Der Leib, der in der Erden zum Staube wiederkehrt, doch auferweckt soll werden, durch Christum schön verklärt, den wird leuchten als die Sonne und leben ohne Not in alle Himmelsfreud und Wonne; was schadet mir der Tod? folg 5. Ob mich die Welt auch reizet, zu bleiben länger hier,—4 und mir auch immer zeiget Ehr, Geld, Gut, all ihr Zier, Jal doch ich das garnicht achte, es währt ein kleine Feitz nach Mo Himmlischem ich trachte, das bleibt in Ewigkeit. 6. Und wenn auch gleich das Scheiden von Freunden eh wehe tut, daß ich und sie viel leiden, doch⸗ tröstet meinen Mut, daß wir in großen Freuden beisammen werden wei sein, wo uns kein Tod kann scheiden, anrühren keine Pein. x‚ 6. 7. Muß ich auch hinterlassen, betrübte Waisen hier, sie jam⸗ Leb mern mich ohn Maßen, das Herz will brechen mir, doch auf will ich gerne sterben und trauen meinem Gott, er läßt stirt sie nicht verderben und hilft aus aller Not. 8. Gesegn euch Gott, ihr Lieben, behüt euch Gott der Her; Herr! Und laßt euch nicht betrüben mein Scheiden all⸗ 6 E — 424 zusehr. Steht fest im Gottvertrauen, bis wir nach kurzer Zeit einander wiederschauen dort in der Ewigkeit. 9. Und wenn ich nun mich wende zu dir, Herr Christ, allein, gib mir ein selig Ende, send mir die Engel dein; hich mich ins ewge Leben, das du erworben hast, da du E ich hingegeben für meine Sündenlast.— 10. Hilf, daß ich gar nicht wanke von dir, Herr Jesu Christ, Ste den schwachen Glauben stärke in mir zu aller Frist. Hilf la. 436 Tod und Begräbnis 499.500 ritterlich mir ringen, dein Hand mich halt mit Macht, daß ich mag fröhlich singen: Gottlob, es ist vollbrachtl Christoph Knoll 1563-1650 Jesus meine Zuversicht II 499 Lüneburg 1686 4 ů f1ft EEESEEE + Hw te mir und mor⸗gen dir! So hört wenn wir die Ver⸗stor-bnen hier auf den E 1 HS .,, F—— man die Glok⸗ken klin⸗gen, Got tes 3 ter Drnngen Aus den Grä⸗bern rufts her⸗für: E 00 I. I I heu⸗te mir und mor⸗gen dir! 2. Heute rot und morgen tot! Unser Leben eilt auf Flügeln, und wir habens täglich not, daß wir uns an andern spiegeln; bald ergeht des Herrn Gebot. Heute rot und morgen tot! 3. Eines folgt dem andern nach. Niemand bürgt uns vor dem Sterben, und die Frucht, die Adam brach, wird uns alle noch verderben. Jeder findt sein Schlafgemach. eines folgt dem andern nach. 4. Mensch, es ist der alte Bund: für den Tod gibts keine Jahre; bist du heute noch gesund, denk an deine Totenbahre. Morgen fällt, wer heute stund: Mensch, es ist der alte Bund. 5. Ach, wer weiß, wie nah mein Tod! Ich will sterben, eh ich sterbe; so wird mir die letzte Not, wenn sie kommt, doch nicht so herbe. Rüste mich dazu, mein Gott, ach, wer weiß, wie nah mein Tod! 6. Selig, wer in Christo stirbt! Dessen Tod wird gar zum Leben. Wer in Christo Gnad erwirbt, kann den Geist getrost aufgeben, weil er also nicht verdirbt. Selig, wer in Christo stirbt! Benjamin Schmolck 1672—1737 — Herzlich tut mich verlangen 500 Weltlich 1601, geistlich 1613 SSSSE——.— L IR bin ein Gast auf Er-den und hab hier kei⸗nen der Him-mel soll mir wer⸗den, da ist mein Va⸗ter⸗ Lund. Hier wall ich bis zum Gra⸗be; dort in der ew⸗gen 437⁷ Tod und Begräbnis Eal Ruh ist Got⸗tes Gna⸗den-ga-be, die schließt all Ar⸗beit zu. 2. Was ist mein ganzes Wesen als Müh und Not 9985 ich so manchen Morgen, und mit Sorgen 3. Mich hat auf meinen Wegen schreckt, Angst erweckt; nicht verschuldt, mit Geduld. 4. So gings den lieben Alten, wir uns noch täglich halten, Sie zogen hin und wieder, daß der Tod sie nieder 5. Ich habe mich ergeben will ich besser leben gedrungen, rungen, Welt; Zelt. Ich wandre meine S da mich ohn alle Maße 7. Mein Heimat ist dort oben, großen Herrscher loben, Händen träget leget, die Welt bin ich durchgangen, länger ich hier walle, Geist gefalle; 9. Die Herberg ist zu böse, komm, mein Gott, und löse Komm, mach ein selig Ende was mich kränkt, das wende 10. Wo ich bisher gesessen, wenn mein Ziel ausgemessen, was ich hier gebrauchet, ausgehauchet, 11. Du aber, meine Freude, iehst mich, wenn ich scheide, Haus der ewgen Wonne, die helle Sonne 12. Da will ich immer wohnen, bei denen, die mit Kronen ich herrlich singen schnöden Dingen 438 Blitz, Donner, Wind und Regen Verfolgung, Haß und Neiden, hab ich doch müssen leiden in dieser Pilgerzeit! es muß gelitten sein; geht nicht zur Freude ein. 6. So will ich zwar nun treiben doch denk ich nicht 0 bleiben raße, mein Vater trösten wird. da aller Engel Schar den der alles ganz und gar und für und für erhält, nachdems ihm wohlgefällt. 8. Zu dem steht mein Verlangen, daß ichs fast müde bin. Je je wenger find ich Freud, das meist ist Herzeleid. der Trübsal ist zu viel; a mein Herz, wenn dein Herz will! mit meiner Wanderschaft und durch deines Armes Kraft. ist nicht mein rechtes Haus; so tret ich dann hinaus; und das leg ich alles ab, so senkt man mich ins Grab. du meines Lebens Licht, du hin vor dein bI ins da ich stets freudenvo nebst andern leuchten soll. und nicht nur als ein Gast, du ausgeschmücket hast; von deinem großen Tun in meinem Erbteil ruhn. von meiner Jugend an en? Solang ich denken kann, hab so manche liebe Nacht des Herzens zugebracht. mit Kummer manch harter Sturm er⸗ hat mir manch ob ichs gleich und tragen an deren Fuß und Pfad wenus fehlt an gutem Rat. ihr Kreuz war immer groß, bis legt' in des Grabes Schoß. in gleiches Glück und Leid; was Es muß ja durch⸗ wer nicht hat wohl ge⸗ mein Leben durch die die zu der Heimat führt, in seinen auch alles hebt und da wollt ich gerne hin; die meinem und wenn ich gleich als da will und frei von Paul Gerhardt 1607—1676 in diesem fremden as * 2· — N * — 3 zu. d an hab imer Tod und Begräbnis 501 501 Heinrich Albert 1648 D Dq‚.. Ich bin ja, Herr, in dei⸗ner Macht, du hast mich +— + +—— —.ee..—..—.—— an das Licht ge⸗bracht, du un⸗ter⸗hältst mir auch das Le⸗ EE ben, du ken⸗nest mei⸗ner Mon⸗den Zahl, weißt, wann ich D.iEEEEE — die⸗sem Jam⸗mer⸗tal auch wie-der gu⸗te Nacht muß ge⸗ EEE ben; wo, wie und wann ich ster-ben soll, das weißt du, —.—.— — 2——1 Va⸗ter, mehr als wohl. 2. Wen hab ich nun als dich allein, der mir in meiner letzten Pein mit Trost und Rat weiß beizuspringen? Wer nimmt sich meiner Seele an, wenn nun mein Leben nichts mehr kann und ich muß mit dem Tode ringen, wenn aller Sinnen Kraft gebricht: tust du es, Gott, mein Heiland, nicht? 3. Ich höre der Posaunen Ton und sehe den Gerichtstag schon, der mir auch wird ein Urteil fällen. ier weiset mein Ge⸗ wissensbuch, dort aber des Gesetzes Flu mich Sündenkind hinab zur Höllen. Wer hilft mir sonst in dieser Not, wo du nicht, Gott, des Todes Tod? 4. Herr Jesu, ich, dein teures Gut, bezeugs mit deinem eignen Bind daß ich der Sünde nicht gehöre. Was schont denn Satan meiner nicht und schreckt mich durch das Zorn⸗ gericht? Komm, rette deines Leidens Ehre! Was gibest du mich fremder Hand und hast so viel an mich gewandt? 5. Nein, nein, ich weiß gewiß, mein Heil, du lässest mich, dein wahres Teil, zu fest in deinem Schoße sitzen: hier lach ich aller Macht und Not, es mag Gesetz, Höll oder Tod auf mich her donnern oder blitzen. Dieweil ich lebte, war ich dein: jetzt kann ich keines andern sein. Simon Dach 1605—1659 439 502 Tod und Begräbnis Herzlich tut mich verlangen 502 Weltlich 1601, geistlich 1613 f. 6— I 2 ch ha-be Lust zu schei-den, mein Sinn geht ich seh ne mich mit Freu⸗den nach Zi ons I 1 + I 1 1.—.— SSSSSSISIIIIII Rio.sen feib. Weil a⸗ber uns die Stun-de des Ab'schiede d IDY— + 1 +—6 + 2 — 1— — kei ⸗ner nennt, so hört aus mei-nem Mun⸗de mein U 1 + + + —.v + + H◻+ + II —.—65 1——t½ 2 I —— letz-tes Te- sta- ment. 2. Gott Vater, meine Seele bescheid ich deiner Hand, führ sie aus dieser Höhle ins rechte Vaterland. Du hast sie mir gegeben, so nimm sie wieder hin, daß ich in Tod und Leben nur dein alleine bin. 3. Was werd ich, Jesu, finden, das dir gefallen kann? Ach nimm du meine Sünden als ein Vermächtnis an! Wirf sie in deine Wunden wie in ein Meer hinein, so hab ich Heil gefunden und schlafe selig ein. 4. Dir, o du Geist der Gnade, laß ich den letzten Blick; ieh ich des Todes Pfade, so sieh auf mich zurück. Ach schrei in meinem Herzen, wenn ich kein Glied mehr rühr und stell in meinen Schmerzen mir nichts als Jesum fürl 5. Ihr Engel, nehmt die Tränen von meinen Wangen an, Dich weiß, daß euer Sehnen sonst nichts erfreuen kann. Wenn Leib und Seele scheiden, tragt mich in Jesu Schoß: so bin ich voller Freuden und aller Tränen los. 6. Euch aber, meine Lieben, die ihr mich dann beweint, euch hab ich was verschrieben: Gott, euren besten Freund. Drum nehmt den letzten Segen; es wird gewiß geschehn, daß wir auf Zions Wegen einander wiedersehn. 7. Zuletzt sei dir, o Erde, mein blasser Leib vermacht, da⸗ mit dir wieder werde, was du mir zugebracht. Mach ihn u Asch und Staube, bis Gottes Stimme ruft; denn dieses —1— mein Glaube: er bleibt nicht in der Gruft. 8. Das ist mein letzter Wille; Gott drückt das Siegel drauf. Nun wart ich in der Stille, bis daß ich meinen Lauf; durch Christi Tod vollende; so geh ich freudig hin und weiß, daß ich ohn Ende des Himmels Erbe bin. Benjamin Schmolck 16721737 4⁴⁰ Tod und Begräbnis 503. 504 Befiehl du deine Wege 503 Bartholomäus Gesius 1603 F+ +. EEE E Ic hab mich Gott er⸗ge⸗ben, dem lieb⸗sten Va⸗ter hier ist kein e-wig Le⸗ben, es muß ge⸗schie-den 1 1— E— mein; sein. Der Tod kann mir nicht scha⸗den, er ist nur mein Ge⸗ 1— 1 H+ + +— Ea winn, in Got⸗tes Fried und Gna⸗den fahr ich mit Freud da-hin. 2. Mein Weg geht jetzt vorüber; o Welt, was acht ich dein? Der Himmel ist mir lieber, da trachte ich hinein, darf mich nicht mehr beladen, weil ich wegfertig binz; in 12. 0 Fried und Gnaden fahr ich mit Freud dahin. 3. Ach, selge Freud und Wonne hat mir der Herr bereit't, da Christus ist die Sonne, Leben und Seligkeit. Was kann mir doch nun schaden, weil ich bei Christo bin? In Gottes Fried und Gnaden fahr ich mit Freud dahin. 4. Gesegn euch Gott, ihr Meinen, ihr Liebsten allzumal! Um mich sollt ihr nicht weinen, ich weiß von keiner Qual. Den rechten Port noch heute nehmt fleißig ja in acht; in Gottes Fried und Freude 9.1 mir bald alle nach. 1 Johann Leon. gest. 1597 V. 2—4 Johann Siegfried 15641637 Gottlob es geht nunmehr 1 504 124.—0 17⁴² EEE 7 steh mit ei⸗nem D6 im Gra⸗ 90 es ist um so bricht die Hüt-te, die ich ha⸗ be, die nichts als :.— 5..— ei ⸗-nen Schritt ge⸗tan, Schwach⸗heit ber-gen kann. + + + 4+.— I + ........... TTTT Wort be⸗wußt: Be-den⸗ke, daß du ster-ben mußt. 2. Dem Menschen ist ein Ziel gesetzet, und da wird nun nichts andres draus, wenn man am sichersten sich schätzet, o ist der Lebensseiger aus. Drum schreib ich stets in meine rust: Bedenke, daß du sterben mußt. Drum sei mir stets ein 4⁴41 505 Tod und Begräbnis 3. Wie mancher ist vorangegangen! Wer weiß, wann ich ihm folgen muß? Der Tod gibt oft den frischen Wangen ganz unverhofft den kalten Kuß. Drum weg, mein Herz, mit eitler Lust, bedenke, daß du sterben mußt. 4. Wohlan, so will ich täglich sterben, daß ich nicht ewig sterben muß. Ein Kluger fliehet das Verderben und macht sich diesen festen Schluß: O Mensch, in allem, was du tust, bedenke, daß du sterben mußt. Benjamin Schmolck 1672—1737 Gottlob es geht nunmehr II 505 Bei Joh. Sebast. Bach 1769 ——...—.———————— EiiEEEEEE I ster-be täg⸗lich, und mein Le-ben eilt im⸗-mer⸗ wer kann mir ei-nen Bür⸗gen ge-ben, ob ich noch E EEAEEE. Ror hen ler bend binz Die geit geht hin, der Lod kommt —⁰ 1 EeF* EiE= sher: ach, wer nur im-mer fer-tig wärl 2. Ein Mensch, der sich mit Sünden träget, ist immer reif zu Sarg und Grab; der Apfel, der den Wurm schon I + I 2 + 1 I D heget, fällt endlich unversehens ab. Ich weiß: es ist der alte Schluß, daß ich zu Erde werden muß. 3. Es schickt der Tod nicht immer Boten, er kommet oft unangemeldt und fordert uns ins Land der Toten; wohl dem, der Haus und Herz bestellt! Denn ewig Unglück oder Glück hängt nur an einem Augenblick. 4. Herr aller Herren, Tod und Leben hast du allein in deiner Hand; wie lange du mir Frist gegeben, das ist und bleibt mir unbekannt: hilf, daß ich jeden Glocken⸗ schlag an meinen Abschied denken mag! 5. Es kann vor Abend anders werden, als es am Morgen mit mir war; den einen Fuß hab ich auf Erden, den an⸗ dern auf der Totenbahr; ein kleiner Schritt ist bis dahin, wo ich nur Staub und Asche bin. 6. Ein einzger Schlag kann alles enden und Fall und Tod beisammen sein; doch schlage nur mit Vaterhänden und schließ in Christi Tod mich ein, daß, wenn der Leib zu Bo⸗ den fällt, die Seel an Jesu Kreuz sich hält. 7. Vielleicht kann ich kein Wort mehr sagen, wenn Auge, Mund und Ohr sich schleußt; drum bet ich bei gesunden Tagen: Herr, ich befehl dir meinen Geist! Verschließen meine Lippen sich, so schreie Jesu Blut für mich. 442 11111 Tod und Begräbnis 506.507 8. Kann ich die Meinen nicht mehr segnen, so segne du ste mehr als ich, muß ihnen solches Leid begegnen, o Tröster, so erbarme dich— und lasse der Verlaßnen Schrein durch deinen Trost erhörlich sein! 9. Dringt mir der letzte Stoß zum Herzen, so schließe mir den Himmel auf, verkürze mir des Todes Schmerzen und hole mich zu dir hinauf; so wird mein Abschied keine Pein, zwar eilig, dennoch selig sein. Benjamin Schmolck 1672—1737 Christus der ist mein Leben 506 Melchior Vulpius 1609 D Ich weiß, an wen ich glau⸗be, und mein Er⸗lö⸗ser EEEE 2. Ich weiß, an wem ich hange, wenn alles wankt und weicht, der, wird dem Herzen bange, die Rettungshand mir reicht. 3. Ich weiß, wem ich vertraue, und, wenn dies Auge bricht, daß ich ihn ewig schaue, ihn selbst von Angesicht. 4. Er trocknet alle Tränen so tröstend und so mild, und mein unendlich Sehnen wird nur durch ihn gestillt. August Hermann Niemeyer 17541828 Nun lasset uns den Leib 507 Wittenberg 1544 ISSEEEEEEEEEE In Chri-sti Wun⸗den schlaf ich ein, die ma⸗chen ———..——..— +. 1.— mich von Sün⸗den rein; ja, Chri⸗-sti Blut und Herrtlich⸗ 1—. 4 H DEE— keit, das ist mein Schmuck und Eh⸗ren⸗kleid; 2. damit will ich vor Gott ünd Art wenn ich zum Himmel werd eingehn; mit Fried und Freud fahr ich dahin, ein Gotteskind ich allzeit bin. 3. Dank hab, mein Tod, du förderst mich; ins ewge Leben wandre ich, mit Christi Blut gereinigt fein. Herr Jesu, stärk den Glauben mein! 163⁸ 4⁴3 508. 509 Tod und Begräbnis Die Tugend wird durchs Kreuz 508 Halle 1704 H mir, wenn mei⸗ne Au⸗ gen bre⸗chen, Herr, dei⸗nen komm, dei⸗nen 2—8 mir 45— spre⸗ 130. und— ne Den fihl Aarn 3 Frie⸗den fühl⸗bar sein; Duimiein mätt Ge⸗bein. Gib Ru⸗ 1 mir in dei⸗nen Ar⸗men, riurten.; Kaer. rrni itei ,, dar⸗in ich Gnad und Frie⸗den fand, und trag mich vol⸗lends E mit Er⸗bar⸗men sanft zu dir heim ins Va⸗ter⸗land! 1806 Meinen Jesum laß ich nicht 1 500 Johann Ulich 1674 ren I IIFIF.I n ⸗ster Je⸗su, laß mich nicht, schau⸗e, wie ich wenn der Tod die Glie-der bricht; hilf, daß ich ihn : 0 23 damt⸗ ben und durch dei-nen Kreu⸗zes⸗tod n,m. ü⸗ber⸗win⸗den al⸗le Not. 2. Treuer Jesu, laß 1ic nicht, denn du bist ein Arzt der Schwachen; ja, du hast di mir verpflicht't, daß du willst mich selig machen. MeineKräfte neigen sich: omein Jesu, stärke mich! 3. Starker Jesu, laß mich nicht, weil ich doch an dir nur han⸗ ge. Mich erschreckt zwar das Gericht, und die Sünde macht mir bange; aber dein Verdienst und 4 decket alle meine Schuld. 4. Süßer Jesu, laß mich nich wenn du siehst, ich soll geseg⸗ nen; führe mich, du bi stmein Licht laß die Engel mir begegnen, daß sie mich zur süßen Ruh tragen nach dem Himmel zul 5. Treuer Jesu, laß mich nicht, denn ohn dich will ich nicht ster⸗ ben. Niemand, wie dein Mund selbst spricht, kann ohn dich den au di. darum bleib, ach bleib in mir, daß ich selig sterb in dir. 6. Jesu, laß auch diese nicht, die so bitter um mich weinen; laß dein gnädig Angesicht ihnen stets mit Trost erscheinen; ieh sie aus dem Ungema endlich auch zum Himmel nach! — Zachaund errmann 1643—1716 4⁴⁴ Tod und Begräbnis 510. 511 51⁰ Johann Hermann Schein 1628 Mis mit mir, Gott, nach dei-ner Güt, hilf ver⸗-sag mir nicht, was ich dich bitt! Wenn EEE EE mir in mei⸗nem Lei⸗den 615*. sich wein Seel soll schei⸗ den, so nimm sie, Herr, in dei⸗ne ————————— 4 L 3 Ist al⸗-les gut, wenn gut das End. 2. Gern will ich Iu ilt liebster Herr, du wirst mirs nicht verderben! Ach, du bist doch von mir nicht fern, wenn ich gleich hier muß Rerhen, verlassen meine liebsten Freund, die's mit mir herzlich gut gemeint. 3. Ruht doch der Leib sanft in der Erd, die Seel zu dir sich schwinget; in deiner Hand sie unversehrt durch Tod ins Leben dringet. Hier ist doch nur ein Tränental, Angst, 2—— Müh, Arbeit überall. 4. Tod, Teufel, Höll, die Welt und Sünd mir können nichts mehr schaden; an dir, o Herr, ich Rettung find, ich tröst 5 4 deiner Gnaden: dein einger Sohn aus Lieb und Huld für mich bezahlt hat alle Schuld. 5., Was sollt ich denn lang traurig sein,‚ weil ich so wohl bestehe, bekleidt mit Christi Unschuld rein, wie eine Braut hergehe? Gehab dich wohl, du schnöde Welt, bei Gott zu leben mir gefällt! Johann Hermann Schein 1586—1630 Nun ruhen alle Wälder 511 Weltlich 1505, geistlich 1550 ᷓPP Mein ban⸗ges Herz, sei stil⸗le! Es war des Va⸗ters EEEEEEEEEE Wil⸗le; des Va⸗ters Will ist gut. Was sei⸗ne Hand ge⸗lie⸗hen, darf E 2——.— 2— A — SSISISSII. sie das nicht ent⸗ zie⸗hen? Und darfst du ta⸗deln, was sie tut? 2. Wer wohl den Lauf vollbrachte, dem kommt oft, eh ers dachte, des Kampfes Ruh am Ziel. Er ruht in Vaterhänden; ihn herrlich zu vollenden, entrückt ihn Gott dem Weltgewühl. 4⁴⁵ 51²2 Tod und Begräbnis 3. Des Lebens Freud und Kummer löst sich im sanften Schlummer des Todes endlich auf. Der Tod kommt, uns zu retten von allen unsern Ketten; frei steigt der Geist zu Gott hinauf. 4. Schwer ist der Trennung Stunde, tief ist der Seelen Wunde; ach, es erliezt der Geist, wenn alles nun ver⸗ schwindet, was Herz an Herzen bindet, das letzte Band der Tod zerreißt. 5. Doch konnt es ewig dauern? Es mußte einer trauern; denk, daß dich Gott erkor. Gehorsam seinem Willen, fühl deinen Schmerz im stillen und schaue gläubig dann empor. 6. Sprich: Was du mir gegeben, Herr über Tod und Leben es war mein höchstes Glück; doch blieb es ja das deine; o ich auch klag und weine, geb ichs doch willig dir zurück. 7. Zum Himmel früh erkoren, seid ihr uns nicht verloren, um die die Träne fließt. Hier trübten eure Freuden doch Sorgen oft und Leiden; wir suchen noch, was ihr genießt. 8. Wer weiß, wie bald zum Scheiden von allen Erden⸗ freuden für uns die Stunde schlägt! Drum trocknet, Weh⸗ mutszähren! Es wird nicht lange währen, daß man auch uns zur Ruhe trägt. August Hermann Niemeyer 1754—1828 Gottlob es geht nunmehr 1 Langenöls 1742 ein Gott, ich weiß wohl, daß ich ster⸗be; und fin de hier kein sol⸗ ches Er-be, Ii ich vin em Meusch, der bald versgeht, ⸗geht, das e⸗ wig in der Welt be⸗steht. Drum zei ⸗ ge IH,YN———— EEHAH —————.—— mir in Gna⸗den an, wie ich recht se-lig ster-ben kann. 2. Mein Gott, ich weiß nicht, wann ich sterbe, kein Augen⸗ blick geht sicher hin; wie bald zerbricht doch eine Scherbe! Die Blume kann ja leicht verblühn! Drum mache mich nur stets bereit hier in der Zeit zur Ewigkeit. 3. Mein Gott, ich weiß nicht, wie ich sterbe, dieweil der Tod viel Wege hält: dem einen wird das Scheiden herbe der andre sanft in Schlummer fällt. Doch wie du willsti Gib, daß dabei mein End in dir nur selig sei. 4. Mein Gott, ich weiß nicht, wo ich sterbe, und welcher Sand mein Grab bedeckt; doch wenn ich dieses nur erwerbe, daß deine Hand mich auferweckt, so nehm ich gern ein Räum⸗ lein ein: die Erd ist allenthalben dein. 446 Tod und Begräbnis 513. 514 5. Nun, liebster Gott, wenn ich denn sterbe, so nimm du meinen Geist zu dir, auf daß ich dort mit Christo erbe. Und hab ich ihn nur stets bei mir, so gilt mirs gleich und geht mir wohl, wann, wo und wie ich sterben soll. Benjamin Schmolck 1672—1737 513 Wittenberg 1524 SSSSSEESEEEEEEEEEEEEEEEE Mit Fried und Freud ich fahr da-hin in Got⸗tes Wil⸗ —., H.. S SSISISIIIIIII le; ge⸗trost ist mir mein Herz und Sinn, sanft und Nil⸗ le wie +— I—H I I N EiEEE Gott mir ver⸗hei⸗ßen hat, der Tod ist mein Schlaf wor⸗den. 2. Das macht Christus, wahr'r Gottessohn, der treue Hei⸗ land, den du mich, Herr, hast sehen lan und gemacht be⸗ kannt, daß er mir das Leben sei und Heil in Not und Sterben. 3. Den hast du allen vorgestellt mit großen Gnaden, zu seinem Reich die ganze Welt heißen laden durch dein teuer heilsam Wort, an allem Ort erschollen. 4. Er ist das hell und selig Licht für alle Heiden, zu erleuchten, die dich kennen nicht, und zu weiden. Er ist deins Volks Israel der Preis, Ehr, Freud und Wonne. Martin Luther 1483—1546 514 Vorreformat., ev. 1524 * + I MN— 22—.—.—..— I + LI it ⸗ten wir im Le⸗ben sind mit dem Tod um⸗ wen suchn wir, der Hil⸗ fe tu, daß wir Gnad er⸗ E. +1—— +— ——...———+— —.— SSDSDSSSSS.. 75— lun Lene Das bist du, Herr, al-lei⸗ne. Uns reu ⸗et SSSDSDSDSDSSSSSS un⸗sre Mis⸗se⸗tat, die dich, Herr, er⸗zür⸗net hat. Hei⸗li⸗ger * 11H1 ͤ—— 1— 1 + 2 EEEEEEEEEEEEEEEE Her⸗re Gott, hei⸗li⸗ger, star⸗ker Gott, hei⸗li⸗ger, barm⸗ 4⁴⁷ 51⁵ Tod und Begräbnis I 1 + 4.— 1—— + II H— + 4 SSS her⸗-zi-ger Hei⸗-land, du e⸗wi⸗ger Gott, laß uns nicht ver⸗ — I— +— HEI—. DD I. EIIDEE sin ⸗ken in des bit⸗tern To⸗des Not! Ky⸗-ri⸗e e⸗lei ⸗son. 2. Mitten in dem Tod anficht uns der Hölle Rachen: wer will uns aus solcher Not frei und ledig machen? Das tust du, Herr, alleine. Es jammert dein Barmherzigkeit unsre Sünd und großes Leid. Heiliger Herre Gott heiliger, starker Gott, heiliger, barmherziger Heiland, du ewiger Gott, laß uns nicht verzagen vor der tiefen Hölle Glut. Kyrie eleison. 3. Mitten in der Höllen Angst unsre Sündn uns treiben: wo solln wir denn fliehen hin, da wir mögen bleiben? Zu dir, Herr Christ, alleine. Vergossen ist dein teures Blut, das gnug für die Sünde tut. Heiliger Herre Gott, heiliger, starker Gott, heiliger, barmherziger Heiland, du ewiger Gott, laß uns nicht entfallen von des rechten Glaubens Trost. Kyrie eleison. Martin Luther 1483—1516, Vers 1 aus dem Mittelalter — Nun lasset uns den Leib 51⁵5 Wittenberg 1544 E x— 83—————————————— Nun brin⸗gen wir den Leib zur Ruh und dek⸗ken S ihn mit Er⸗de zu, den Leib, der nach des Schöp-fers n. 1.— H ——————————— Schluß zu Staub und Er-de wer-den muß. 2. Er bleibt nicht immer Asch und Staub, nicht immer der Verwesung Raub, er wird, wenn Christus einst erscheint, mit seiner Seele neu vereint. 3. Hier, Mensch, hier lerne, was du bist; schau hier, was unser Leben ist. Nach Sorge, Furcht und mancher Not kommt endlich noch zuletzt der Tod. 4. Schnell schwindet unsre Lebenszeit; auf Sterben faht die Ewigkeit. Wie wir die Zeit hier angewandt, so folgt der Lohn aus Gottes Hand. 5. So währen Reichtum, Ehr und Glück wie wir selbst einen Augenblick; so währt auch Kreuz und Traurigkeit wie unser Leben kurze Zeit. 4⁴⁸ Tod und Begräbnis 516 6. O sichrer Mensch, besinne dich! Tod, Grab und Richter nahen sich. In allem, was du denkst und tust, bedenke, daß du sterben mußt. 7. Hier, wo wir bei den Gräbern stehn, soll jeder zu dem Vater flehn: Ich bitt, o Gott, durch Christi Blut, machs einst mit meinem Ende gut. 8. Laßt alle Sünden uns bereun, vor unserm Gott uns kindlich scheun. Wir sind hier immer in Gefahr; nehm jeder seiner Seele wahr! 9. Wenn unser Lauf vollendet ist, so sei uns nah, Herr Jesu Christ; mach uns das Sterben zum Gewinn, zieh unsre Seele zu dir hin. .10. Und wenn du einst, du Lebensfürst, die Gräber mächtig öffnen wirst, dann laß uns fröhlich auferstehn und dann dein Antlitz ewig sehn. Ehrenfried Liebich 1713—1780 Gottlob es geht nunmehr II 516 Bei Joh. Sebast. Bach 1769 5——— E iiDSSDiPEEEEE Nun ist der Kreuz⸗berg ü⸗ber⸗ tie⸗gen, mein Ta⸗bor weil ich bei mei⸗nem lan⸗gen Lie⸗gen ge⸗sie⸗chet ——11 N—— 1ů—3 EiEEE schmerzich und gekrantt. Jeht wer⸗de ich in eiener Stund 2—2—. ö—3—.. 33 5 I auf ein⸗mal ganz frisch und ge-sund. 2. Zuvor stand ich auf schwachen Füßen und sah nur immer in die Höh. Mein Gott, wie hab ich steigen müssen! Gott⸗ lob, daß ich nun feste steh! Nun ist der Kreuzberg hinter mir: ach Gott, wie schön ist alles hier! 3. Jor meine Liebsten auf der Erden, die ihr mich herz⸗ lich habt geliebt, ihr wißt am besten die Beschwerden, die mich gedrücket und betrübt, bis mir mein Aug und Herze brach; kommt, seht mir jetzt mit Freuden nach. 4. Besehet doch mein Grabgeschmeide, hier gilt kein Gold, kein Diamant, hier fragt man nicht nach Samt und Seide, das Irdsche ist nur Staub und Sand. Ich hab von Jesu jetzt ererbt den Schmuck, um den ihr erst 3860 werbt. 5. Die Seel ist in dem Hochzeitssaale, da sind die Tafeln schon gedeckt, da setzt man mich zum Abendmahle, da alles nach dem Himmel schmeckt. Da seh und hör ich stimmen an, was auch kein Paulus sagen kann. Schlesisches Provinzial⸗Gesangbuch 29 449 517 Tod und Begräbnis 6. Wer rechnet mir es nicht zum Glücke, daß ich nun dar bei Jesu sein! Denkt, meine Lieben, nur zurücke, wie i nur Haut noch und Gebein; kein Arzt, kein Mittel war für 0 mich, bis Jesus sprach: Ich heile dich 7. Ich konnte sonst kein Wort r di sprechen, doch rief i immer: Jesusl aus, es wollten mir die Augen brechen, da jah ich schon ins Hochzeitshaus, wie schön war da der Freudenort; denn Jesus war mein letztes Wort. 8. Nun ists erfüllt, ich bin genesen: wie wohl hat Gott an mir getan! Nichts ist mein letzter Wunsch gewesen, als daß ich endlich sterben kann; doch machte mich im Tod erfreut der Vorschmack meiner Seligkeit. 9. Ihr Lieben, die ich hier verlasse, lebt wohl, ich treff im Himmel an den Heiland, den ich hier umfasse, mit ihm in Freuden leben kann. Bei Gott werd ich fürs Kreuz ergötzt, bleibt all im Glauben unverletzt! 10. Schaut mein Begräbnis hier auf Erden, die ihr mit mir zu Grabe geht, denkt, daß ihr auch müßt Asche werden die ihr bei meinem Grabe steht, und folget endlich alle nach ˖ in dieses kühle Schlafgemach. Nach 1740 517 Wittenberg 1544 Nun las⸗set uns den Leib be-grabn und dar⸗ an D kei⸗ nen Zwei ⸗fel habn, er werd am jüng-sten Tag auf⸗ stehn und un⸗ver⸗wes⸗lich her⸗vor-gehn. 2. Er ist ja Erd und von der Erd, daß er zur Erde wieder werd, und von der Erd wird er aufstehn, wenn Gotts Posaune wird angehn. 3. Sein Seele ewig lebt in Gott, der sie allhie aus lauter Gnad von aller Sünd und Missetat durch seinen Sohn erlöset hat. 4. Sein Jammer, Trübsal und Elend ist kommen nun zum selgen End. Er hat getragen Christi Joch, ist gestorben und lebet noch. 5. Die Seele lebt ohn alle Klag, der Leib schläft bis zum jüngsten Tag, an welchem Gott ihn wird verklärn und ewge Freude ihm gewährn. 45⁵⁰0 — Tod und Begräbnis 518.519 6. Allhier ist er in Angst gewesn, dort aber wird er ganz 1e hei da wird in ewger Freud und Wonn er leuchten wie ie helle Sonn. 7. Nun lassen wir ihn schlafen fein und gehn all unsre Straßen heim, schicken uns auch mit allem Fleiß; denn der Tod kommt uns gleicherweis. Michael Weiße, gest. 1534 518 Leipzig 1625 3455. H E O Je⸗su Christ, meins Le⸗ bens Licht, mein Hort, —.— SEE mein Trost, mein Zu⸗ver-sicht! Auf Er-den bin ich nur ein EZ SS... E 2—..—. 4 Gast, und drückt mich sehr der Sün-den Last. 2. Ich hab vor mir ein schwere Reis zu dir ins Himmels Paradeis. Da ist mein rechtes Vaterland, daran du hast dein Blut gewandt. 3. Zur Reis ist mir mein Herz sehr matt, der Leib gar wenig Kräfte hat; allein An d—— schreit in mir: Herr, hol mich heim, nimm mich zu d 4. Drum stärk mich durch das Leden dein in meiner letzten Nuh und Dein Kreuz laß sein mein'n Wanderstab, mein Ruh und Rast dein heilges Grab. 5. Auf deinen Abschied, Herr, ich trau, darauf mein letzte Heimfahrt bau. Tu mir die Himmelstür weit auf, wenn ich beschließ meins Lebens Lauf. 6. Am jüngsten Tag erweck den Leib; hilf, daß ich dir zur Rechten bleib, daß mich nicht treffe dein Gericht, welchs das erschrecklich Urteil spricht. 7. Alsdann mein'n Leib erneure ganz, daß er leucht wie der Sonne Glanz und ähnlich sei dein'm klaren Leib und gleich den lieben Engeln bleib. 8. Wie werd ich dann so fröhlich sein, werd singen mit den Engeln dein und mit der auserwählten Schar———— ewiglich dein Antlitz klar! Martin Behm 1557—1622 — Nun ruhen alle Wälder 519 Weltlich 1505, geistlich 1550 SSSSSI O Welt, ich muß dich las⸗sen, ich fahr da⸗hin mein 451 Tod und Begräbnis 5²⁰ S—..——..——= Stra⸗ßen ins ew⸗ge Va⸗ter⸗land. Mein'n Geist will ich auf⸗ ge⸗ SDSSS ben, da⸗zu mein Leib und Le⸗ben set⸗zen in Got⸗tes gnäd⸗ge Hand. 2. Mein Zeit ist nun vollendet, der Tod das Leben endet: Sterben ist mein Gewinn. Kein Bleiben ist auf Erden, das Ewge muß mir werden, mit Fried und Freud ich fahr dahin. 3. Ob mich gleich hat betrogen und von Gott abgezogen die Welt durch Büberei, will ich doch nicht verzagen, sondern mit Glauben sagen, daß meine Sünd vergeben sei. 4. Auf Gott steht mein Vertrauen, sein Antlitz will ich schauen wahrlich durch Jesum Christ, der für mich ist gestorben, des Vaters Huld erworben und auch mein Mittler worden ist. 5. Die Sünd mag mir nicht schaden, erlöst bin ich aus Gna⸗ den umsonst durch Christi Blut. Kein Werk kommt mir zu Frommen, so ich will zu ihm kommen; der wahre Glaub allein es tut. 6. Drauf will ich fröhlich sterben, das Himmelreich ererben, wie er mirs hat bereit't; hier mag ich nicht mehr bleiben, der Tod will mich vertreiben, die Seele sich vom Leibe scheidt. 7. Damit fahr ich von hinnen. O Welt, tu dich besinnen, denn du mußt auch daran! Die Zeit ist schon vorhanden, hör auf mit Sünd und Schanden und richt dich auf die rechte Bahn. Um 1555 ö ö Es ist genug 520 Johann Rudolf Ahle 1662 So ru⸗he wohl! Gott hat an dich ge-dacht und Schlaf, mü⸗der Leib, schlaf wohl zu gu⸗ter Nacht, weil + 2 T— II + + + +4 e„rki, II es sehr gut ge-macht. X Ver⸗schlaf die hier er⸗litt⸗ nen Je⸗sus dich be-wacht. Jwir schlie⸗ßen dich in un⸗sre EHA—————— H SSI Zrde den So ru⸗he wohl! So ru⸗he wohll Beniamin Schmolck 1672-173/ 4⁵² Tod und Begräbnis 521.522 521 Leipzig 1615 SSSS..I.I I..... P IIII E 12.— * Va ⸗lei will ich dir ge⸗ben, du ar ⸗ge, fal⸗sche dein sünd⸗lich bö⸗ses Le⸗ben durch⸗aus mir nicht ge⸗ ———— 4222 + +— 14 1.— II———*.* E— zaut⸗ Im Him-⸗mel ist gut woh⸗nen, hin⸗auf steht mein Be⸗ . ++ E——9—— —..— gier: da wird Gott herr⸗lich loh⸗nen dem, der ihm dient all⸗ Her. 2. Rat mir nach deinem Herzen, o Jesu, Gottes Sohn; soll ich ja dulden Schmerzen, hilf mir, Herr Christ, davon! Verkürz mir alles Leiden, stärk meinen blöden Mut, laß selig mich abscheiden, setz mich in dein Erbgut. 3. In meines Herzens Grunde dein Nam und Kreuz allein funkelt all Zeit und Stunde, drauf kann ich fröhlich sein. Erschein mir in dem Bilde zum Trost in meiner Not, wie du, Herr Christ, so milde dich hast geblut't zu Tod. 4. Verbirg mein Seel aus Gnaden in deiner offnen Seit! Rück sie aus allem Schaden zu deiner Herrlichkeit. Der ist wohl hier gewesen, wer kommit ins Himmels Schloß, und ewig ist genesen, wer bleibt in deinem Schoß. 5. Schreib meinen Nam'n aufs beste ins Buch des Lebens ein und bind mein Seel fein feste ins schöne Bündelein der'r, die im Himmel grünen und vor dir leben frei, so will ich ewig rühmen, daß treu dein Herze sei. Valerius Herberger 1562—1627 522 Frankfurt a. M. 1569 7— I +R—— IEEEEE Wenn mein Stünd⸗lein vor⸗han⸗den ist und soll hin⸗ S..IIIIIIIIIIIIII fahrn mein Stra⸗ße, ge-leit du mich, Herr Je⸗su Christ, mit ————.——— ,—.— Hilf mich nicht ver⸗las⸗se! Mein Seel an mei⸗nem letz⸗ten End be⸗ 2——— 1 4 + ........ fehl ich dir in dei⸗ne Händ: du wollst sie mir be⸗wah-ren. 453 — 2=28 + 523 Tod und Begräbnis 2. Mein Sünd werden mich kränken sehr, mich mein Ge⸗ wissen nagen; denn ihr'r ist viel wie Sand am Meer, doch will ich nicht verzagen, gedenken will ich an dein'n Tod, Herr Jesu, deine Wunden rot, die werden mich erhalten. 3. Ich bin ein Glied an deinem Leib, des tröst ich mich von Herzen; von dir ich ungeschieden bleib in Todesnot und Schmerzen. Wenn ich gleich sterb, so sterb ich dir, ein ewig 4 Leben hast du mir mit deinem Tod erworben. 4. Weil du vom Tod erstanden bist, werd ich im Grab nicht bleiben; mein höchster Trost dein Auffahrt ist, kann Todesfurcht vertreiben; denn wo du bist, da komm ich hin, daß ich stets bei dir leb und bin: drum fahr ich hin mit Freuden. Nikolaus Herman, gest. 1561 Elberfeld 1805 — 4.— I er weiß, wie na⸗ he mir mein En⸗de! Hin II Ach, wie ge-schwin⸗de und be-hen-de kann geht die Zeit, her kommt der Tod. kom⸗men mei⸗ ne To⸗ des noti Mein Gott, mein Gott, ich — iiii —— +——.— ni mn= E 1— 2 1 +— + L — bitt durch Chri-sti Blut, machs nur mit mei⸗nem En⸗de güt. 2. Es kann vor Nacht leicht anders werden, als es am frühen Morgen war; denn, weil ich leb auf dieser Erden, leb ich in steter Todsgefahr. Mein Gott, mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut. 3. Herr, lehr mich stets mein End bedenken und, wenn ich einstens sterben muß, die Seel in Jesu Wunden senken und ja nicht sparen meine Buß. Mein Gott, mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut. 4. Laß mich beizeit mein Haus bestellen, daß ich bereit sei für und für und sage frisch in allen Fällen: Herr, wie du willst, so schics mit mir. Mein Gott, mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut. 5. Mach immer süßer mir den Himmel und immer bittrer diese Welt, gib, daß mir in dem Weltgetümmel die Ewig⸗ ö keit sei vorgestellt. Mein Gott, mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut. 6. Ach Vater, deck all meine Sünde mit dem Verdienste Christi zu, darauf ich mich fest gläubig gründe, das gibt 4⁵⁴ Tod und Begräbnis 524 mir recht gewünschte Ruh. Mein Gott, mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut. 7. Ich weiß, in Jesu Blut und Wunden, da hab ich eine sichre Stätt, da find ich Trost in Todesstunden und alles, was ich gerne hätt. Mein Gott, mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut. 8. Nichts ist, das mich von Jesu scheide, nichts, es sei Leben oder Tod; ich leg die Hand in seine Seite und sage: Mein Herr und mein Gott! Mein Gott, mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut. 9. Ich habe Jesum angezogen schon längst in meiner heil⸗ gen Tauf, du bist mir auch daher gewogen, hast mich zum Kind genommen auf. Mein Gott, mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut. 10. Ich habe Jesu Leib gegessen, ich hab sein Blut getrunken hier; nun kannst du meiner nicht vergessen: ich bleib in ihm' und er in mir. Mein Gott, mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut. 11. So komm mein End heut oder morgen: ich weiß, daß mirs mit Jesu glückt; ich bin und bleib in deinem Sorgen mit Jesu Gnade schön geschmückt. Mein Gott, mein Gott, ich bikt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut. 12. Ich leb indes in Gott vergnüget und sterb ohn alle Kümmernis; mir gnüget, wie mein Gott es füget, ich glaub und bin es ganz gewiß: mein Gott, mein Gott, durch Christi Gnad und Blut machst dus mit meinem Ende gut. Amilie Juliane Gräfin von Schwarzburg⸗Rudolstadt 1637 1706 524 Jena 1609 EEEEEEEE Wohl⸗auf, wohl⸗an zum letz⸗ ten Gang! kurz ist der 2.— —— SDEEEEEE Weg, die Ruh ist lang. Gott füh⸗ret ein, Gott füh⸗ret aus: E 1 1— E 2 D— wohl⸗an hin⸗ausl Kein Blei⸗ben ist im Er⸗ den⸗haus. 2. Du Herberg in der Wanderzeit, gehab dich wohl und laß dein Leid; schließ nur getrost die Pforte zu. was trauerst du? Dein Gast geht hin zur ewgen Ruh! 3. Tragt ihn fein sanft ins Schlafgemach, ihr Lieben, folgt ihm segnend nach. Nun gute Nacht! Der Tag war schwül im Erdgewühl; nun gute Nacht! Die Nacht ist kühl. 4⁵⁵ 52⁴4 Tod und Begräbnis 4. Ein Festschmuck ist das Leichentuch, ein Siegeszug der Leichenzug. Triumph, der Herr macht gute Bahn; sein Kreuz voran, das winkt und deutet himmelan. 5. Ihr Glocken tönt hochfestlich drein und läutet hell den Sabbat ein, der nach des Werktags kurzer Frist durch Jesum Christ für Gottes Volk vorhanden ist. * * * 6. O selig, wer das Heil erwirbt und in dem Herrn, dem Mittler, stirbt! O selig, wer vom Laufe matt die Gottes⸗ stadt, die droben ist, gefunden hatl 7. Was suchst du, Mensch, bis in den Tod? Du suchst so viel, und eins ist not. Die Welt beut 15 Güter feil; denk an dein Heil und wähl in Gott das beste Teil! 8. Was sorgst du bis zum letzten Tritt? Nichts brachtest du, nichts nimmst du mit. Die Welt vergeht mit Lust und Schmerz. Schau himmelwärts; da, wo dein Schatz, da sei dein Herz. 9. Mit Gott bestell dein Haus beizeit, eh dich der Tod an Tote reiht. Sie rufen: Gestern wars an mir, heut ists an dir! Hier ist kein Stand, kein Bleiben hier. 10. Vom Freudenmahl zum Wanderstab, aus Wieg und Bett in Sarg und Grab, wann, wie und wo, ist Gott bewußt, schlag an die Brust! Du mußt von dannen, Mensch, du mußt. 11. Da ist kein Sitz zu reich, zu arm, kein Haupt zu hoch, kein Herz zu warm, da blüht zu schön kein Wangenrot, im Finstern droht der Tod und überall der Tod. 12. Ach, banges Herz im Tränental, wo ist dein Licht, dein Lebensstrahl? Du bists, Herr, der mit Gottesmacht aus Gräbernacht das Leben hat ans Licht gebracht. 13. Dein Trostwort klingt so hoch und hehr: Wer an mich Aferit stirbt nimmermehr. Dein Kreuz, dein Grab, dein Auferstehn, dein Himmelgehn läßt uns den Himmel offen sehn. 14. Wohl dem, der sich, mit dir vertraut, schon hier die ewgen Hütten baut! Er sieht das Kleinod in der Fern und kämpfet gern und harrt der Zukunft seines Herrn. * 2 * 15. Nun, Tor des Friedens, öffne dich! Hinein! Hier schließt die Wallfahrt sich. Ihr Schlafenden im Friedensreich, gönnt allzugleich auch ihm ein Räumlein neben euch. 16. Viel Gräber hier im Ruheport, viel Wohnungen im Himmel dort, bereitet ist die Stätte schon am Gnaden⸗ thron, bereitet uns durch Gottes Sohn. 17. Sein ist das Reich mit Allgewalt; er zeugt und spricht: Ich komme bald. Ja, komm, Herr Jesu, führ uns ein, wir harren dein. Amen, dein laß uns ewig sein. Christian Friedrich Heinrich Sachse 1785—1860 4⁵56 Tod und Begräbnis 52⁵ Beim Tode der Gatten Wenn mein Stündlein 52⁵5 Frankfurt a. M. 1569 .—..—5—— —————— +—— II. Ach Gott, ich muß in Trau⸗rig⸗keit mein Le⸗ben nun be⸗ ———————.—.— Eeeeeeeee— schlie-en, die-weil der Tod von mei-ner Seit so ei⸗lends ——— +I—— DD ee hat ge-ris-sen mein treu⸗es Herz, der Tu⸗-gend Schein, des ——— 1.—— — 1— 2.— 2.—.. muß ich jetzt be⸗rau⸗bet sein, wer kann mein E⸗lend wen⸗den? 2. Wenn ich an ihre Freundlichkeit gedenk in meinem Her⸗ zen, die sie mir hat zu jeder Zeit in Freud und auch in Schmerzen erwiesen ganz beständiglich, mein Kreuz und Weinen mehret sich, vor Angst möcht ich vergehen. 3. Bei wem soll ich auf dieser Welt rechtschaffne Liebe finden? Der meiste Teil nicht Glauben hält, die Treu will gar ver⸗ schwinden. Ich glaub und red es ohne Scheu: Die best ist doch getraute Treu, der muß ich jetzt entraten. 4. Fürwahr, mir geht ein scharfes Schwert jetzund durch meine Seele, die abzuscheiden oft begehrt aus ihres Leibes Höhle. Wo du nicht, o Herr Jesu Christ, in solchem Kreuz mein Tröster bist, muß ich in Leid verzagen. 5. O treu geliebtes, selges Herz, zu dir will ich mich wenden in diesem meinem großen Schmerz, ob sich mein Angst möcht enden. Ich will betrachten deinen Stand, wie Gott dir alles Kreuz gewandt in höchste Freud und Wonne. 6. Kein Angst, kein Trübsal, Weh und Not kann dich jetzt mehr verletzen. Im Himmel wird der fromme Gott mit Liebe dich ergötzen. Die Seele schaut mit Lust und Freud die heilige Dreifaltigkeit mit allen Auserwählten. 7. Du kommst nicht wieder her zu mir in dies betrübte Leben, ich aber komm hinauf zu dir. Da werd ich mit dir schweben in höchster Freude, Wonn und Lust, die deine Seele täglich kost't, drauf ich mich herzlich freue. 8. O, mit wie großer Freudigkeit wolln wir einander kennen! Da wird uns dann zu keiner Zeit der bittre Tod mehr trennen. Ach, welche Freude wird dann sein, wenn ich dich, die ich jetzt bewein, mit Freuden werd umfangen. 9. Dies will ich stets in meinem Leid mir zu Gemüte führen, erwarten in Geduld die Zeit, wie Christen will gebühren. Gott alles Trostes, steh bei mir und mich durch deinen Geist regier zu deines Ramens Ehren. Johann Heermann 1585—1647 Schlesisches Provinzial⸗Gesangbuch 30 45⁵⁷ 526.527 Tod und Begräbnis Es ist genug 526 Johann Rudolf Ahle 1662 2—. —— 5— Ee Vore laß mich nicht, mein Gott, ver-laß mich nicht, da Ach sen-de mir in Fin ⸗ster⸗nis dein Licht, daß P I E+ 2—.— e.— E——— E 2 2— — mich der Judte mer drückt! ch lie ⸗ ge vor dir es mein Herz er⸗-quickt! bald wankt, bald siegt mein SDSDDDi. in dem Stau⸗be; schwa⸗cher Glau⸗be: 2. Verlaß mich nicht, sieh, wie mein mattes Herz im mat⸗ ten Leibe bebt! Schau mitleidsvoll, wie mir vor Angst und Schmerz die Zung am Gaumen klebt; mein Jammer kommt mit jedem Morgen, die finstre Nacht bringt finstre Sorgen: verlaß mich nicht, verlaß mich nicht! 3. Verlaß mich nicht! Befördre deinen Ruhm, ich bin dein Untertan, du bist 99 Herr, dem ich sein Eigentum nicht vorenthalten kann. Was ich besitz, ist deine Gabe, auch dann ists dein, wenn ich esh habe: verlaß mich nicht, verlaß mich nicht! 4. Verlaß mich nicht, wenn mich der beste Freund, den du mir gabst, verläßt!! Wenn meine Treu verlorne Treu beweint, so halt nur du mich fest; wenn du mein Liebstes von mir trennest, so zeige,—⁷ du trösten könnest: verlaß mich nicht, verlaß mich nicht! 5. Verlaß mich nicht! Wenn du nur bei mir bist, so hab ich Hilf und Mut; der bittre Kelch wird mir durch dich versüßt, dir lebt, dir stirbt sichs gut. Wenn die, die für mich lebten, sterben, so laß mich Trost und Segen erben; verlaß mich uicht, verlaß mich nicht! Ehrenfried Liebich 1713-1780 ver⸗laß mich nicht, ver-laß mich nicht! Beim Tode von Kindern Nun ruhen alle Wälder 527 Weltlich 1505, geistlich 1550 H 4 1 E.... 92 855 96 Stund 10 kom⸗-men, da 5 werd auf⸗-ge-nom⸗men ins schö-ne Pa⸗ra-deis! Ihr El⸗tern 458 55⁰ Tod und Begräbnis 528 dürft nicht kla⸗ gen; mit Freu-den sollt ihr sa-gen: Dem — 2 ..—— Höch-sten sei Lob, Ehr und Preis! 2. Kurz ist mein irdisch Leben; ein bessers wird mir geben Gott in der Ewigkeit. Da werd ich nicht mehr sterben, in keiner Not verderben; mein Leben wird sein lauter Freud. 3. Gott eilet mit den Seinen, läßt sie nicht lange weinen in diesem Tränental. Ein schnell und selig Sterben ist schnell und glücklich erben des schönen Himmels Ehrensaal. 4. Wie oftmals wird verführet manch Kind, an dem man spüret rechtschaffne Frömmigkeit! Die Welt voll List und Tücke legt heimlich ihre Stricke bei Tag und Nacht zu jeder Zeit. 5. Ihr Netze mag sie stellen, mich wird sie nun nicht fällen, sie wird mir tun kein Leid. Denn wer kann den verletzen, den Christus jetzt wird setzen ins Schloß vollkommner Sicherheit? 6. Zuvor bracht ich euch Freude, jetzt, da ich von euch scheide, betrübt sich euer Herz; doch, wenn ihrs recht betrachtet und was Gott tut, hoch achtet, wird sich bald lindern aller Schmerz. 7. Gott zählet alle Stunden, er schlägt und heilet Wunden, er kennet jedermann. Nichts ist jemals geschehen, das er nicht vorgesehen, und was er tut, ist wohlgetan. 8. Wenn ihr mich werdet finden vor Gott, frei aller Sünden, in weißer Seide stehn und tragen Siegespalmen in Händen und mit Psalmen des Herren Ruhm und Lob erhöhn: 9. da werdet ihr euch freuen; es wird euch herzlich reuen, daß ihr euch so betrübt. Wohl dem, der Gottes Willen ge⸗ denket zu erfüllen und ihm sich in Geduld ergibt! 10. Lebt wohl nun, seid gesegnet! Was euch zur Stund be⸗ gegnet, ist andern auch geschehn. Viel müssens noch erfahren. Nun, Gott woll euch bewahren! Dort wollen wir uns wiedersehn. Johann Heermann 1585—1647 . + + II + ñ— + I II O Gott du frommer Gott II 528 Leipzig 1675⁵5 I 13.—.—8 4 .———. Ihr El⸗ tern, gu⸗te Nacht! Nun geht es an ein 2 1——— + 4 EIEEA eEEeEEE Schei-den. Ich fahr zu Je⸗su hin in sei- ne Him⸗mels⸗ 459 529 Tod und Begräbnis freu⸗den, zu Je⸗su, wel⸗cher mich in E-wig⸗keit an⸗lacht. Ach 1—.=D— I N wei⸗net, wei⸗net nicht, ihr El⸗tern, gu⸗te Nacht! 2. Ihr Eltern, gute Nacht! Hört auf, um mich zu klagen, da jetzt mein zarter Leib wird hin ins Grab getragen. Wißt, daß die Seele ist Eiter Himmelsruh 1410 Ach weinet, . nicht, ihr Eltern, gute Nach 3. Ihr Eltern, gute Nacht! Seht, Hnrs ists, zu wohnen im schönen dämmen da man erblickt die Kronen, die Gott den Frommen hat aus Gnaden zugedacht. Ach weinet, weinet nicht, ihr Eltern, gute Nachtl 4. Ihr Eltern, gute Nacht! Muß ich euch schon verlassen, so werdet ihr—— doch mit Herzenslust umfassen, wenn eurer Walffahrt auch Gott einst ein Ende macht. Ach weinet, weinet nicht, ihr Eltern, gute Nacht! 5. Ihr Eltern, gute Nacht! Die Angst und Marterstunden, die sind in dieser Welt nun völlig überwunden. Mein Leib schläft sanft, bis daß er wiederum erwacht. Ach weinet, wei⸗ net nicht, ihr Eltern, gute Nacht! Gotthard Schuster 1673—1761 Nun ruhen alle Wälder 529 Weltlich 1505, geistlich 1550 .............. Wenn klei⸗ne Him⸗mels⸗er⸗ben in ih Ter 5865 uld — 1— 4—* ster⸗ben, so büßt man 330 nicht ein; sie wer⸗den nur dort o⸗ 66— — 1 IEE vom Va⸗ter auf⸗ge⸗ho⸗ben, da⸗ mit sie un⸗ ver⸗lo⸗=ren sein. 2. Sie sind ja in der Taufe 60 ihrem Christenlaufe für Jesum eingeweiht und noch bei Gott in Gnaden: was sollt es ihnen schaden, daß Jesus sie zu sich entbeut? 3. Der Unschuld Glück verscherzen, stets kämpfen mit den Schmerzen, mit so viel Seelennot im Angstgefühl der Sünden das Sterben schwer empfinden: davor bewahrt ein früher Tod. 4. Ist einer alt an Jahren, so hat er viel erfahren, das ihn noch heute kränkt, und unter so viel Stunden kaum etliche gefunden, an die er mit Vergnügen denkt. 5. Zwar wer in seiner Jugend den Weg zur wahren Tu⸗ gend durch Jesum Christum findt und sich den heilgen 460 Tod und Begräbnis 530 Glauben hat niemals lassen rauben, der lebt und stirbt, ein glücklich Kind. 6. Allein, wo sind die Reinen, die jetzt noch so erscheinen, wie sie das Wasserbad vor Gottes Augen stellte, und die die Welt nicht fällte, nicht schon in ihrem Netze hat? 7. Sich Jesu zu verschreiben und in der Welt zu bleiben und doch nicht von ihr sein,‚ erfordert größre Kräfte als menschliche Geschäfte: das muß alleine Gott verleihn. 8. O wohl auch diesem Kinde! Es stirbt nicht zu geschwinde. Zieh hin, du liebes Kind! Du gehest ja nur schlafen und bleibest bei den Schafen, die ewig unsers Jesu sind. Johann Andreas Rothe 1688—-1758 Gottlob es geht nunmehr I 530 Langenöls 1742 E˙— 22— 4 EEV ie kurz ist doch der Men⸗schen Le⸗ ben, wie Wir sind mit Sterb⸗lich⸗-keit um⸗ge⸗ben. Wie .·.‚...‚.‚...I....... ei ⸗lend wird man weg⸗ge⸗rafft! I 0 bald ver⸗siegt des Le⸗bens Saft! Wir blü⸗hen auf und tFE——— — I ee 1—— fal⸗len ab, wir stei⸗gen aus der Wieg ins Grab. 2. Wohl aber dem, der also stirbet, daß ihn sein Sterben nicht betrübt, den Gott entrückt, eh er verdirbet, und ihm ein besser Leben gibt, ein Leben in dem Paradeis, da man von keinem Jammer weiß. 3. Ach weinet nicht, daß ich gestorben, ich habe ja nun aus⸗ gekrankt; was mir mein Jesus hat erworben, das hab ich in dem Tod erlangt; ich bin an einen Ort gebracht, da meine Seel in Freuden lacht. 4. Wie lieblich ist mir doch der Himmel, wie süß spricht mir mein Jesus zul Hier schrecket mich kein Angstgetümmel, ich wohne hier in stolzer Ruh, ich habe für ein kurzes Leid erlangt den Schatz der Ewigkeit. 5. Je schneller ich von euch gewichen, je eher bin ich nun bei Goött; bin ich auch jung und früh verblichen, ich schlafe nur und' bin nicht tot. Gott hat mir Sicherheit verschafft und mich vorm Unglück weggerafft. 6. O gönnet mir doch dieses Glücke, das größer ist, als ihr es denkt; enthaltet euch der Tränenblicke, ich werde hier mit Trost getränkt. Ach mäßigt doch das bittre Leid; ich bin in großer Herrlichkeit. 461 531 Tod und Begräbnis 7. Wie wohl bin ich doch aufgehoben! Wie wohl hat mich doch Gott versorgt! Ich will dafür ihn ewig loben, denn ich war euch doch nur geborgt. Mein Gott hat mich der Welt entwandt und mir den Himmel zuerkannt. 8. Verwelkt der Leib gleich in der Erden, er wird doch künftig wieder blühn, von Jesu schön verkläret werden, der wird ihm seinen Glanz anziehn; da werd ich als ein Engel sein, des wird sich euer Herze freun. 9. Ich bin der bösen Welt entflogen, in welcher ihr euch noch betrübt; mich hat der Herr zu sich gezogen, der mich viel mehr als ihr geliebt; ich schaue Jesu Angesicht, daran gedenlt und weinet nicht. Zacharias Herrmann 1643—1716 Es ist genug 531 Johann Rudolf Ahle 1662 .— 3³⁰ hin, mein Kind! denn Gott selbst for-⸗dert dich aus Ich lei-de zwar, dein Tod be-trü-bet mich; doch — I——— I 1—4 e. die⸗ ser ar ⸗-gen Welt. so un⸗ ter⸗ laß ich al⸗les weil es Gott ge⸗fällt, und will mit stil⸗lem Gei⸗- ste ————— H Kla⸗gen sa⸗gen: 2. Zieh hin, mein Kind! Der Schöpfer hat dich mir nur in die Welt geliehn. Die Zeit ist weg, darum befiehlt er dir, nun wieder fortzuziehn. Zieh hin! Gott hat es so versehen; was dieser will, das muß geschehen: Zieh hin, mein Kind, zieh hin, mein Kind! 3. Zieh hin, mein Kind! Im Himmel findest du, was dir die Welt versagt; denn nur bei Gott ist wahrer Trost und Ruh, da dich kein Schmerz mehr plagt. Hier müssen wir in Ängsten schweben, dort kannst du ewig fröhlich leben: Zieh hin, mein Kind, zieh hin, mein Kind! 4. Zieh hin, mein Kind! Wir folgen alle nach, sobald es Gott gefällt. Du eilest fort, eh dir das Ungemach ver⸗ bittert diese Welt. Wer lange lebt, lebt lang im Leide; wer frühe stirbt, kommt bald zur Freude: Zieh hin, mein Kind, zieh hin, mein Kind! 5. Zieh hin, mein Kind! Die Engel warten schon auf deinen frommen Geist. Du siehest auch, wie Gottes lieber Sohn dir selbst die Krone weist. Vorüber sind die Leidens⸗ stunden, du hast im Herren überwunden: Zieh hin, mein Kind, zieh hin, mein Kind! Gottfried Hoffmann 1658—1712 46² Zieh hin, mein Kind,‚ zieh hin, mein Kind! 2. Ewigkeit Valet will ich dir geben 532 Leipzig 1615 EE..— te, + E mun⸗tert euch, ihr From⸗men, zeigt eu⸗rer Lam⸗pen Der A-bend ist ge⸗kom-men, die fin-⸗stre Nacht bricht —.——— + H. 4—23— IIIII.IIIII Am. Es hat sich auf-ge⸗ma⸗chet der Bräu⸗ti⸗gam mit + + I 1 + + 1 + N äöä‚.«Kͤäk———————— Pracht; auf, be⸗tet, kämpft und wa⸗chet, bald ist es Mit ter⸗nacht! 2. Macht eure Lampen fertig und füllet sie mit Ol und seid des Heils gewärtig, bereitet Leib und Seel; die Wäch⸗ ter Zions schreien: Der Bräutigam ist nah“ Begegnet ihm im Reihen und singt Halleluja! 3. Ihr klugen Jungfraun alle, hebt nun das Haupt empor mit Jauchzen und mit Schalle zum frohen Engelchor. Die Tür ist aufgeschlossen, die Hochzeit ist bereit. Auf, auf, ihr Reichsgenossen, der Bräutgam ist nicht weit. 4. Er wird nicht lang verziehen, drum schlafet nicht mehr ein. Man sieht die Bäume blühen, der schönste Frühlings⸗ schein verheißt Erquickungszeiten; die Abendröte zeigt den schönen Tag von weitem, davor das Dunkel weicht. 5. Begegnet ihm auf Erden, ihr, die ihr Zion liebt, mit freudigen Gebärden und seid nicht mehr betrübt. Es sind die Freudenstunden gekommen, und der Braut wird, weil sie überwunden, die Krone nun vertraut. 6. Die ihr Geduld getragen und mit gestorben seid, sollt nun nach Kreuz und Plagen in Freuden sonder Leid mit⸗ 463 533 Ewigkeit leben und ⸗regieren und vor des Lammes Thron mit Jauch⸗ zen triumphieren in eurer Siegeskron. 7. Hier sind die Siegespalmen, hier 0 das weiße Kleid; die Ernte steht in Halmen im Frieden nach dem Streit und nach den Wintertagen hier iünen die Gebein, die dort der Tod zerschlagen; hier schenkt man Freudenwein. 8. Hier ist die Stadt der Freuden, Jerusalem, der Ort, wo die Erlösten weiden, hier ist die Perlenpfort; hier find die güldnen Gassen ra ist das Hochzeitsmahl, hier soll sich niederlassen ie Braut im Rosental. 9. O Jesu, meine Wonne, komm bald und mach dich auf! Geh auf, ersehnte Sonne, und fördre deinen Lauf! O Jesu, mach ein Ende und führ uns aus dem Streit! Wir heben Haupt und Hände nach der Erlöfungszeit. Laurentius Laurenti 1660—1722 533 Wittenberg 1535 ESEEEEEEE ist ge⸗wiß⸗lich an der Zeit, daß Got⸗tes Sohn in sei⸗ner gro⸗ßen Herr⸗lich⸗keit, zu rich⸗ten Bös ————.—.—— wird kom⸗ men D i 0 28 und From⸗men. Dann wird das La-chen wer⸗den teur, wenn — + + I. I——— SIS...I.I..I.— al⸗les wird ver⸗gehn im Feur, wie Got⸗tes Wort be⸗ zeu⸗get. 2. Posaunen wird man hören gehn an aller Welten Ende; da werden alsbald auferstehn die Toten gar behende; die aber noch am Leben dann, die wird der Herr von Stunde an verwandeln und verneuen. 3. Darnach wird man verlesen bald ein Buch, darin geschrie⸗ hen, was alle Menschen, jung und alt, auf Erden je getrieben. Da denn gewiß ein jedermann wird hören, was er hat getan in seinem ganzen Leben. 4. O weh dem Menschen, welcher hat des Herren Wort ver⸗ 8lrde und nur auf Erden früh und spat na großem Gut 96 rachtet! Der wird fürwahr gar schlecht bestehn und mit em Satan müssen gehn von Christo in die Hölle. 5. O Jesu hilf zur selben Zeit durch deine heilgen Wunden, daß ich im Buch der Seligkeit werd eingezeichnet funden, woran ich denn auch zweifle nicht. denn du hast ja den Feind gericht't und meine Schuld bezahlet. 6. Derhalben mein Fürsprecher sei, wenn du nun wirst er⸗ scheinen, und lies mich aus dem Buche frei, darinnen stehn 464 H GSUI bypů —* HH Neee Sunnse Ewigkeit 534 die Deinen, auf daß ich samt den Brüdern mein mit dir geh in den Himmel ein, den du uns hast erworben. 7. O Jesu Christ, du machst es lang mit deinem jüngsten Tage: den Menschen wird auf Erden bang ob vieler Not und Plage. Ach komm, ach komm, du Richter groß. und mache uns in Gnaden los von allem Übel! Amen. Bartholomäus Ringwaldt 1530—1599 Wie—6865 ist mir o Freund 534 Halle 1704 e aret frerereiri 4—— Es ist noch ei⸗ne Ruh vor⸗han⸗den; auf, mü⸗des Du seuf⸗zest hier in dei⸗ nen Ban⸗den, und dei⸗ne *—— I— Herz, und wer⸗de licht. Son'⸗ne schei⸗net nicht. Sieh auf das Lamm, das dich mit E— 2 E Freu⸗ den dort wird vor sei⸗nem Stuh⸗le wei-den; wirf ..———— hin die Last—.— eil her-zu. Bald ist der hei⸗ße 5555 —— 4— e ge⸗ en ⸗det, bald, bald der schweer re Lauf voll- en⸗det, so . gehst du ein zu dei⸗ner Nuh. 2. Die Ruhe hat Gott auserkoren, die Ruhe, die kein Ende nimmt; es hat, da noch kein Mensch geboren, die Liebe sie uns schon bestimmt. Das Gotteslamm wollt darum sterben, uns diese Ruhe zu erwerben; es ruft und locket weit und breit: Ihr müden Seelen und ihr Frommen, persüumet nicht, heut einzukommen zu meiner Ruhe Lieblichkeit! 3. So kommet denn, ihr matten Seelen, die manche Last und Bürde drückt; eilt, eilt aus euren Kummerhöhlen, geht nicht mehr danr und gebückt! Ihr habt des Tages Last getragen; dafür läßt euch der Heiland sagen: Ich selbst will eure Ruhstatt sein. Ihr seid sein Volk, gezeugt von oben, ob Sünde, Welt und Teufel toben, seid nur getrost und gehet ein! 4. Was mag wohl einen Kranken laben und einen müden Wandersmann? Wo jener nur ein Bettlein haben und sanfte darauf ruhen kann, wenn dieser sich darf niedersetzen, an 465⁵ —— 535. 536 Ewigkeit einem frischen Trunk ergötzen: wie sind sie beide so vergnügt! Doch dies sind kurze Ruhestunden; es ist noch eine Ruh er⸗ funden, da man auf ewig stille liegt. 5. Da wird man Freudengarben bringen, denn unsre Tränen⸗ saat ist aus. O welch ein Jubel wird erklingen und süßer Ton im Vaterhaus! Schmerz, Seufzen, Tod und alle Leiden, sie müssen fliehen und uns meiden; wir werden unsern Heiland sehn. Er wird beim Brunngquell uns erfrischen, die Tränen von den Augen wischen, wer weiß, was sonst noch soll geschehn! 6. Kein Durst noch Hunger wird uns schwächen, denn die Erquickungszeit ist da; die Sonne wird uns nicht mehr stechen, das Lamm ist seinem Volke nah. Es will selbst über ihnen wohnen und ihre Treue wohl belohnen mit Licht und Trost, mit Ehr und Preis. Es werden die Gebeine grünen, der große Sabbat ist erschienen, da man von keiner Arbeit weiß. 7. Da ruhen wir und sind im Frieden und leben ewig sorgenlos; ach fasset dieses Wort, ihr Müden, legt euch dem Heiland in den Schoß! Ach, Flügel her! wir müssen eilen und uns nicht länger hier verweilen, dort wartet schon die frohe Schar. Fort, fort, mein Geist, zum Jubilieren, begürte dich zum Triumphieren, auf, auf, es kommt das Ruhefahr. Johann Siegismund Kunth 1700—1779 Christus der ist mein Leben 535 Melchior Vulpius 1609 — ar wun——., EE—.— 2——— Hin-⸗durch, hin⸗durch mit Freu⸗denl das soll die Lo⸗sung —— ——.—. 33 H T—— sein. Hin⸗durch durch al⸗le Lei⸗den, durch Kreuz und Not und Pein! 2. Hindurch, hindurch mit Freuden, mit Gottes Helm und Sieg durch Leiden und durch Streiten in seinem heilgen Krieg! 3. Hin durch die öden Strecken von unsrer Wanderschaft, durch Klüfte und durch Schrecken mit seiner starken Kraft. 4. Und wenn es schwül und traurig und trostlos allwärts steht und das Gewölke schaurig fast bis zur Erde geht: 5. hindurch mit Adlerflügeln, mit Danken und Gebet, hin, wo auf ewgen Hügeln der Tempel Gottes steht. 6. Hindurch, hindurch mit Freuden selbst durch des Todes Nacht! Hin durch die letzten Leiden, bis daß es heißt: Vollbracht! Ernst Albert Zeller 1804—1877 Nun preiset alle Gottes 536 M. A. von Löwenstern 1644 EEE—— 2—— 1 — Ich hab von fer⸗ne, Herr, dei⸗nen Thron er⸗blickt 466 Ewigkeit 537 ....I und hät⸗te ger⸗ne mein Herz vor⸗aus⸗-ge⸗schickt und hät⸗te I 2. Das war so prächtig, was ich im Geist gesehn. Du bist allmächtig, drum ist dein Licht so schön. Könnt ich an diesen hellen Thronen doch schon von heute an ewig wohnen, doch schon von heute an ewig wohnen! 3. Nur bin ich sündig, der Erde noch geneigt, das hat mir bündig dein heilger Geist gezeigt. Ich bin noch nicht genug gereinigt, noch nicht ganz innig mit dir vereinigt, noch nicht ganz innig mit dir vereinigt. 4. Doch bin ich fröhlich, daß mich kein Bann erschreckt: ich bin schon selig, seitdem ich das entdeckt. Ich will mich noch im Leiden üben und dich zeitlebens inbrunstig lieben, und dich zeitlebens inbrünstig lieben. 5. Ich bin zufrieden, daß ich die Stadt gesehn. und ohn Ermüden will ich ihr näher gehn und ihre hellen, goldnen Gassen lebenslang nicht aus den Augen lassen, lebenslang nicht aus den Augen lassen. Johann Timotheus Hermes 1738-1821 537 Erfurt 1663 „ 2 4 +— 4 ————. S Je ⸗ ru⸗ sa ⸗lem, du hoch⸗ge-bau⸗te Stadt, wollt EE groß Ver⸗lan⸗gen hat und —4. 2. + I N.—. 1 i=ine d,d, e. Cott, ich wär in dir!— ist nicht mehr bei— mir. Weit ü⸗ber Berg und 12·.———.— +— Ta⸗le, weit ü⸗ber bla⸗ches Feld schwingt es sich ü⸗ber E —„* al⸗ le und eilt aus die⸗ser Welt. 2. O schöner Tag und noch viel schönre Stund, wann wirst du kommen schier, da ich mit Lust, mit freiem Freudenmund 467⁷ 538 Ewigkeit die Seele geb von mir in Gottes treue Hände zum aus⸗ f erwählten Pfand, daß sie mit Heil anlände in jenem Vaterland! 3. O Ehrenburg, nun sei gegrüßet mir, tu auf die Gnaden⸗ h pfort! Wie große Zeit hat mich verlangt nach dir, eh ich U bin kommen ů275 aus jenem bösen Leben, aus jener Nichtig⸗ il keit und Gott mir hat gegeben das Erb der Ewigkeit. 4. Was für ein Volk, welch eine edle Schar kommt dort 2 ö gezogen schon? Was in der Welt von Auserwählten war, seh 6 ich, die beste Kron, die Jesus mir, der Herre, entgegen hat gesandt, da ich noch war so ferne in meinem Tränenland. 5. Propheten groß und Patriarchen hoch, auch Christen ins⸗ d emein, die weiland dort trugen des Kreuzes Joch und der f yrannen Pein, schau ich in Ehren schweben, in Freiheit überall, mit Klarheit hell umgeben, mit sonnenlichtem Strahl. 6. Wenn dann zuletzt ich angelanget bin im schönen Pa⸗ radeis, von höchster Freud erfüllet wird der Sinn, der Mund voll Lob und Preis. Das Halleluja reine man spielt in Heiligkeit, das Hosianna feine ohn End in Ewigkeit 7. mit Jubelklang, mit Instrumenten schön in Chören ohne Zahl, daß von dem Schall und von dem süßen Ton sich ö tn der Freudensaal, mit hunderttausend Zungen, mit Stimmen noch viel mehr, wie von Anfang gesungen des Himmels selig Heer. Johann Matthäus Meyfart 1590—1642 538 Johann Gottfried Schicht 1819 ◻+==....—— EE——— 25 Na ei⸗ ner Prü⸗fung kur⸗zer Ta⸗ge er⸗war⸗tet öů Dort, dort ver⸗wan⸗delt sich die Kla⸗ge in gött-li⸗ + 21. 55 EE N hh Zriedeneit Hier übt die Tu⸗gend ih⸗ ren Fleiß, DMEE. —— 10 und je ⸗ne Welt reicht ihr den Preis. 2. Wahr ists, der Fromme schmeckt auf Erden schon manchen selgen Augenblick; doch alle Freuden, die ihm werden, sind ihm ein unvollkommnes Glück. Er bleibt ein Mensch, und seine Ruh nimmt in der Seele ab und zu. 3. Bald stören ihn des Körpers Schmerzen, bald das Ge⸗ räusche dieser Welt, bald kämpft in seinem eignen Herzen ein Feind, der öfter siegt als fällt, bald sinkt er durch des Nächsten S uld in Kummer und in Ungeduld. 4. Hier, wo die Tugend öfters leidet, das Laster öfters glück⸗ ö lich ist, wo man den Glücklichen beneidet und des Beküm⸗ 468 Ewigkeit 539 merten vergißt, hier kann der Mensch nie frei von Pein, nie frei von eigner Schwachheit sein. 5. Hier such ichs nur, dort werd ichs finden, dort werd ich, heilig und verklärt, der Tugend ganzen Wert empfinden, den unaussprechlich großen Wert; den Gott der Liebe werd ich sehn, ihn lieben, ewig ihn erhöhn. 6. Da wird der Vorsicht heilger Wille mein Will und meine Wohlfahrt sein, und lieblich Wesen, Heil die Fülle am Throne Gottes mich erfreun. Dann läßt Gewinn stets auf Gewinn mich fühlen, daß ich ewig bin. 7. Da werd ich das im Licht erkennen, was ich auf Erden dunkel sah, das wunderbar und heilig nennen, was uner⸗ forschlich hier geschah; da denkt mein Geist mit Preis und Dank die Schickung im Zusammenhang. 8. Da werd ich zu dem Throne dringen, wo Gott, mein Heil, sich offenbart, ein Heilig, heilig, heilig singen dem Lamme, das erwürget ward, und Cherubim und Seraphim und alle Himmel jauchzen ihm. 9. Da werd ich in der Engel Scharen mich ihnen gleich und heilig sehn, das nie gestörte Glück erfahren, mit Frommen stets fromm umzugehn. Da wird durch jeden Augenblick ihr Heil mein Heil, mein Glück ihr Glück. 10. Da werd ich dem den Dank bezahlen, der Gottes Weg mich gehen hieß, und ihn zu millionen Malen noch segnen, daß er mir ihn wies; da find ich in des Höchsten Hand den Freund, den ich auf Erden fand. 11. Da ruft, o möchte Gott es geben, vielleicht auch mir ein Selger zu: Heil sei dir, denn du hast mein Leben, die Seele mir gerettet du! O Gott, wie muß das Glück erfreun, der Retter einer Seele seinl 12. Was seid ihr Leiden dieser Erden doch gegen jene Herrlich⸗ keit, die offenbart an uns soll werden von Ewigkeit zu Ewig⸗ keit! Wie nichts, wie gar nichts gegen sie ist doch ein Augen⸗ blick voll Müh! Christian Fürchtegott Gellert 1715—1769 539 Johann Schop 1642 A— EEA, ů— ———.—— O Es⸗wig⸗keit, du Don⸗ner⸗wort, o Schwert, das durch O Eswig⸗keit, Zeit oh- ne Zeit, ich weiß vor gro⸗ —.— ö E.—.—.— die See⸗le bohrt, o An⸗fang son⸗der En⸗de! i ßer Trau⸗rig⸗keit nicht, wo ich mich hin⸗wen⸗de. Mein ganz —.. 1 ů 8 2 2— 4 er⸗schrock-nes Herz er⸗bebt, daß mir die Zung am Gau⸗-men klebt. 469 540 Ewigkeit 2. Kein Unglück ist in aller Welt, das endlich mit der Zeit nicht fällt und ganz wird aufgehoben; die Ewigkeit nur hat kein Ziel, der Hölle Strom steht nimmer still, läßt nimmer ab zu toben. Nie stirbt ihr Wurm, wie Jesus spricht, er⸗ löschen wird ihr Feuer nicht. 3. O Ewigkeit, du machst mir bang! O ewig, ewig ist zu lang! Hier gilt fürwahr kein Scherzen. Drum, wenn ich diese lange Nacht zusamt der großen Pein betracht, erschreck ich recht von Herzen. Nichts ist zu finden weit und breit so schrecklich als die Ewigkeit. 4. Ach Gott, wie bist du so gerecht,‚ wie strafest du den bösen Knecht mit nie erhörten Schmerzen! Auf kurze Lüste dieser Welt hast du so lange Pein bestellt. Ach nimm dies wohl zu Herzen und merke drauf, o Menschenkind: Kurz ist die Zeit, der Tod geschwind! 5. Wach auf, o Mensch, vom Sündenschlaf, ermuntre dich, verlornes Schaf, und beßre bald dein Leben! Wach auf, denn es ist hohe Zeit, es kommt heran die Ewigkeit, dir deinen Lohn zu geben. Vielleicht ist heut der letzte Tag: wer weiß, wie man noch sterben magl 6. O Ewigkeit, du Donnerwort, o Schwert, das durch die Seele bohrt, o Anfang sonder Ende! O Ewigkeit, Zeit ohne Zeit, ich weiß vor großer Traurigkeit nicht, wo ich mich hinwende. Nimm du mich, wenn es dir gefällt, Herr Jesu, in dein Himmelszelt. Johann Rist 16071667 Unser Herrscher unser König 540 Bremen 1680 3 2 I 6 — m ined EE. in—— H5 D O Je⸗ ru ⸗sa⸗lem, du schö⸗ne, da man Gott be⸗ und das himm⸗li⸗sche Ge⸗tö⸗ne: Hei⸗lig, hei-lig, I PI— DDiEEEEEEEEEE I— I ihet 19 börtt ach, wann komm ich doch ein⸗-mal hin zu , 2— 1 — + I— II dei⸗ner Bür⸗ger Zahl! 2. Ach, wie wünsch ich, dich zu schauen, Jesu, liebster Seelen⸗ freund, dort auf deinen Salemsauen, wo man nicht mehr zklagt und weint, sondern in dem höchsten Licht schauet Gottes Angesicht. 3. Komm doch, führe mich mit Freuden aus der Fremde hartem Stand; hol mich heim nach vielen Leiden in das 470 Ewigkeit 541 rechte Vaterland, wo dein Lebenswasser quillt, das den Durst auf ewig stillt. 4. O der auserwählten Stätte, o der Wohnung voller Zier! Ach daß ich doch Flügel hätte, mich zu schwingen bald von hier nach der neuerbauten Stadt, welche Gott zur Sonne hat. 5. Soll ich aber länger bleiben auf dem ungestümen Meer, wo mich Sturm und Wellen treiben durch so mancherlei Be⸗ chwer: ach, so laß in Kreuz und Pein Hoffnung meinen nker sein. 6. Laß dein Angesicht nur winken, so ist Wind und Meer gestillt. Christi Schifflein kann nicht sinken, wär das Meer auch noch so wild; obgleich Mast und Segel bricht, läßt doch Gott die Seinen nicht. Friedrich Konrad Hiller 1662—1726 Alle Menschen müssen sterben 541 Jakob Hintze 1678 SSSSSSE O wie fröh⸗lich, o wie se⸗lig wer⸗den wir im Dro-ben ern⸗ten wir un⸗zäh⸗lig un⸗sre Freu⸗-den⸗ B.x... Har⸗hen ein Ge-hen wir hier hin und wei⸗nen, dor⸗ten e.— ISPSIPSISISISISISII...I. 1—. wird die Son⸗ne schei⸗nen; dort ist Tag und kei⸗ne Nacht, E.* S —— I + 1 wo man nach den Trä⸗nen lacht. 2. Es ist doch um dieses Leben nur ein jämmerliches Tun, und die Not, die uns umgeben, lässet uns gar selten ruhn. Von dem Abend bis zum Morgen kämpfen wir mit launre Sorgen, und die überhäufte Not heißet unser täglich Brot. 3. Ach, wer sollte sich nicht sehnen, bald in Zion dort zu stehn und aus diesem Tal der Trüten in den Freudenort zu gehn, wo sich unser Kreuz in Palmen, unser Klageliedi in Psalmen, unsre Last in Lust verkehrt und das Jauchzen ewig währt! 4. Da wird unser Aug erblicken, was ganz unvergleichlich ist, da wird unsern Mund erquicken, was aus Gottes Herzen fließt, da wird unser Ohr nur hören, was die Freude kann vermehren, da empfindet unser Herz lauter Wonne sonder Schmerz. 5. O wie werden wir so schöne bei der Klarheit Gottes sein; wie wird da das Lobgetöne seiner Engel uns erfreun; wie 47¹ 542 Ewigkeit wird unsre Krone glänzen bei so vielen Siegeskränzen; wie wird unser Kleid so rein, heller als die Sonne sein! 6. Manna wird uns dorten tauen, wo Gott selbst den Tisch gedeckt, auf den immergrünen Auen, die kein Gifthauch mehr befleckt; Wonne wird wie Ströme fließen, und wir werden mit den Füßen nur auf lauter Rosen gehn, die in Edens Garten stehn. 7. Ach, wann werd ich dahin kommen, daß ich Gottes Antlitz schau! Werd ich nicht bald aufgenommen in den schönen Himmelsbau, dessen Grund den Perlen gleichet, dessen Glanz die Sonne weichet, dessen wundervolle Pracht alles Gold beschämet macht? 8. Nun, so stille mein Verlangen, o du großer Lebensfürst; laß mich bald dahin gelangen, wo du mich recht trösten wirst! Unterdessen laß auf Erden schon mein Herze himmlisch werden, bis mein Los in jener Welt auf das allerschönste fällt. Benjamin Schmolck 1672-1737 542⁷ Johann Crüger 1647 —— E I—— E— O wie se⸗lig seid ihr doch, ihr From-men, die L I 1 18 + I— + + EEEEE ihr durch den Tod zu Gott ge⸗kom⸗men! Ihr seid ent⸗gan⸗gen 1 +—— N EE —— al⸗ler Not, die uns noch hält ge⸗fan-⸗ gen. 2. Muß man hier doch wie im Kerker leben, da nur Sorge, Furcht und Schrecken schweben; was wir hier kennen, ist nur Müh und Herzeleid zu nennen. 3. Ihr hingegen ruht in eurer Kammer sicher und befreit von allem Jammer; kein Kreuz und Leiden ist euch hinder⸗ lich in euren Freuden. 4. Christus wischet ab euch alle Tränen, ihr habt schon, wonach wir uns erst sehnen; euch wird gesungen, was in keines Ohr allhier gedrungen. 5. Ach wer wollte denn nicht gerne sterben und den Himmel für die Welt ererben; wer wollt hier bleiben, sich den Jam⸗ mer länger lassen treiben? 6. Komm, o Christe, komm, uns auszuspannen, löf uns auf und führ uns bald von dannen! Bei dir, o Sonne, ist der frommen Seelen Freud und Wonne. Simon Dach 1605—1659 ) Der Antwort⸗Chor steht unter Nr. 568 47² 1 IRn G HANMTEUUTNE HssU IHI — 4 — Ewigreit 543.544 Wachet auf ruft uns 543 Frankfurt a. M. 1599 E+ 1 —...,=. Se ⸗ lig sind des Him-mels Er⸗ben, die To⸗ten, Sach den letz-ten Au⸗gen⸗blik⸗ ten des To⸗des⸗ äiꝑPꝑPPISIISIIAIIIT TTTTTT—T—T die im Her ren ster⸗ben, zur Auf⸗er⸗ste⸗hung ein⸗ge⸗ schlum⸗mers folgt Ent⸗zük⸗ken, folgt Won⸗ne der Un-sterb⸗lich⸗ II—— EN + I ——— +. +———1—.— 1— 4 keit. Im Frie⸗den ru⸗hen sie, los von der Er-den Müh. 1 NII + 1—— Ert* 2*— vn d n. Ho ⸗si⸗an⸗-na! Vor Got⸗tes Thron zu sei⸗nem Sohn —— II I— I— —— + + 1 1 be⸗glei⸗-ten ih ⸗re Wer⸗ke sie. Friedrich Gottlieb Klopstock 1724 1803 544 Frankfurt a. M. 1599 E½ W 2 1——..— 1 ,ninerEn EE ————— W chet auf, ruft uns die Stim-me der Mit⸗ ter⸗nacht heißt die se Stun-de! Sie SS.i—— Wa äch⸗ 05 sehr hoch auf der Zin⸗ne, wach auf, du Stadt ru⸗fen uns mit hel-lem Mun⸗ de: Wo seid ihr klu⸗ 11— 7 1 1 d, —— I + + 1 3 Je⸗ ru ⸗ sa⸗ lemn! gen Jung⸗frau ——. ——————— Steht auf, die Lam⸗pen nehmt! Hal⸗ le-lu⸗ja! Macht euch be⸗ EE. EEEE—.— EE——— n reit zu der Hoch⸗ 61 ihr müs⸗set ihm ent⸗ge⸗gen⸗ gehn. 473 545 Ewigkeit 2. Zion hört die Wächter singen, das Herz tut ihr vor Freuden springen, sie wachet und steht eilend auf. Ihr Freund kommt vom Himmel prächtig, von Gnaden stark, von Wahr⸗ heit mächtig, ihr Licht wird hell, ihr Stern geht auf. Nun komm, du werte Kron, Herr Fesu, Gottes Sohn! Hosianna! Wir folgen all zum Freudensaal und halten mit das Abendmahl. 3. Gloria sei dir gesungen mit Menschen-und mit Engel⸗ ungen, mit Harfen und mit Zimbeln schön. Von zwölf erlen sind die Tore an deiner Stadt, wir stehn im Chore der Engel hoch um deinen Thron. Kein Aug hat je gespürt, kein Ohr hat je gehört solche Freude)? drum jauchzen wir und singen dir das Halleluja für und für. Philipp Nicolai 1556—1608 — 545 David Nicolai, Görlitz 1802 H——Z7— SSSIISSISIIIIIITT Wird das nicht Freu⸗de sein, nach gläu⸗bi⸗gem Ver⸗ ˖t——.——— SꝓS SSSISSI.IIIIIIIIIIIIIII trau⸗en dort selbst den Hei⸗land schau⸗en in der Ver⸗klä⸗rung I. 4——3— I 4—.— 2 ——.—————.—. Schein, mit sei⸗nen hol-den Blik⸗ken und Wor⸗ten sich er⸗ —.—.—.— EEEE quik⸗ken: wird das nicht Freu-de sein? 2. Wird das nicht Freude sein, wenn, was der Tod ge⸗ nommen, uns wird entgegenkommen und jauchzend holen ein; wenn man wird froh umfassen, was tränend man verlassen: wird das nicht Freude sein? 3. Wird das nicht Freude sein, sehn zu den Füßen liegen, was hart war zu bekriegen? Gott dienen engelrein, von Schmerzen, Leid, Verdrießen nicht das geringste wissen: wird das nicht Freude sein? 4. Wird das nicht Freude sein, was unaussprechlich, hören, des Höchsten Lob vermehren, mit Engeln stimmen ein, wenn sie mit süßem Klingen ihr dreimal Heilig singen: wird das nicht Freude sein? 5. O das wird Freude sein! Weg Güter dieser Erden, ihr Ehren voll Beschwerden, ihr Freuden auf den Schein! Ge⸗ habt euch wohl, ihr Lieben; muß ich euch jetzt betrüben: denkt, dort wird Freude sein! Hans von Schweinitz 1645—1722 n —.s n ze eil vo fa Geistliche Volkslieder 1. Advent 546 Hermann Menzel 1898 ..— 23———.— 1 +— L 2— J5 klop⸗fe an zum hei⸗li gen Ad⸗vent und ste⸗ he o se⸗lig, wer des Hir-ten Skim⸗me kennt und eilt und 2 S= 2——2——..— 1 öff net Mirt Ich wer⸗de Nacht⸗mahl mit ihm hal⸗ten, ihm Gna⸗de spen⸗den, Licht ent⸗fal⸗ten, der gan⸗ze Him⸗mel —— ————— 0 23— + +4— wird ihm auf⸗ge⸗tan. Ich klop⸗fe an! 2. Ich klopfe an, da draußen ists so kalt in dieser Winter⸗ zeit. Vom Eise starrt der finstre Tannenwald, die Welt ist eingeschneit; auch Menschenherzen sind gefroren, ich stehe vor verschloßnen Toren, wo ist ein Herz, den Heiland zu emp⸗ fahn? Ich klopfe an! 47⁵ 547 Advent 3. Ich klopfe an, sähst du mir nur einmal ins treue An⸗ gesicht, den Dornenkranz, der Nägel blutig Mal, o du ver⸗ würfst mich nicht! Ich trug um dich so heiß Verlangen, ich bin so lang dich suchen gangen, vom Kreuze her komm i die blutge Bahn. Ich klopfe an! 4. Ich klopfe an und bringe nichts als Heil und Segen für und für, Zachäus' Glück, Marias gutes Teil beschert ich gern auch dir! Wie ich den Jüngern einst beschieden in finstrer Nacht den süßen Frieden, so möcht ich dir mit holdem Gruße nahn. Ich klopfe an! 5. Ich klopfe an, klopft dir dein Herze mit bei meiner Stimme Ton? Schreckt dich der treusten Mutterliebe Tritt wie fernen Donners Drohn? Ohör auf deines Herzens Pochen, in deiner Brust hat Gott gesprochen; wach auf, der Morgen graut, bald kräht der Hahn. Ich klopfe an! 6. Ich klopfe an; sprich nicht: Es ist der Wind, er rauscht im dürren Laub. Dein Heiland ists, dein Herr, dein Gott, mein Kind, o stelle dich nicht taub; jetzt komm ich noch im sanften Sausen, doch bald vielleicht im Sturmesbrausen, o glaub, es ist kein eitler Kinderwahn! Ich klopfe an! 7. Ich klopfe an, jetzt bin ich noch dein Gast und steh vor deiner Tür; einst, Seele, wenn du hier kein Haus mehr hast, dann klopfest du bei mir. Wer hier getan nach meinem Worte, dem öffn ich dort die Friedenspforte; wer mich verstieß, dem wird nicht aufgetan. Ich klopfe an! Karl Gerok 1815—1890 547 Georg Friedrich Händel 1747 (I. Chor) Toch ⸗ter Zi⸗ on, freu⸗ ⸗e dich, —3——— + + ——.— II—— I 5 2—— SS 2— 5————— —————————— jauch ⸗⸗ze laut, Je⸗ru sa⸗lem! Sieh, dein E———.———— IIEEEE— — ——— Kö⸗nig kommt zu dir; sieh, er kommt, der EEEEEE ——23———— Frie ⸗de⸗fürst. Toch⸗ter Zi⸗ on, freu T ⸗ e —...S.............. SSSII.SIIIIII. —————————— dich, jauch ⸗⸗ ze laut, Je⸗ru ⸗ sa⸗lem! 476 S S......IIII 11111 e SCO GS —LLI l Weihnachten 548. 549 2(II. Chor) Hosianna, Davids Sohn, sei gesegnet deinem Volk! Gründe nun dein ewig Reich, Hosianna in der Höh! Hosianna, Davids Sohn, sei gesegnet deinem Volk! 3.(Alle) Hosianna, Davids Sohn, sei gegrüßet, König mild! Ewig steht dein Friedensthron, du, des ewgen Vaters Kind! Hosianna, Davids Sohn, sei gegrüßet, König mild! Friedrich Heinrich Ranke 17981876 2. Weihnachten Heut singt die liebe Christenheit 548 Nikolaus Herman 1560 — +———52 EE Brich an, du schö⸗nes Mor⸗gen⸗licht! Das ist der al⸗te ———— 4— 4——— SS Mor⸗gen nicht, der täg-lich wie⸗der⸗keh⸗ret; es ist ein SPSISSISISISIIIIIIIII......—— 1..—— Leuch⸗ten aus der Fern, es ist ein Schim⸗-mer, ist ein ——— 2—— ER 21 Stern, von dem ich längst ge-hö⸗ret. 2. Nun wird ein König aller Welt, von Ewigkeit zum Heil bestellt, ein zartes Kind geboren; der Teufel hat sein altes Recht am ganzen menschlichen Geschlecht verspielt schon und verloren. 3. Der Himmel ist jetzt nimmer weit, es naht die selge Gotteszeit der Freiheit und der Liebe. Wohlauf, du frohe Christenheit, daß jeder sich nach langem Streit in Friedens⸗ werken übe. 4. Ein ewig festes Liebesband hält jedes Haus und jedes Land und alle Welt umfangen; wir alle sind ein heilger Stamm, der Löwe spielet mit dem Lamm, das Kind am Nest der Schlangen. 5. Wer ist noch, welcher sorgt und sinnt? Hier in der Krippe liegt ein Kind mit lächelnder Gebärde: wir grüßen dich, du Sternenheld, willkommen, Heiland aller Welt, will⸗ kommen auf der Erdel Max von Schenkendorf 1783—1817 „ 549 Gottlob Siegert 1821 S.SSII Du lie ⸗ber, heil⸗ger, from⸗mer Christ, der für uns 477⁷7 550 Weihnachten Kin⸗der kom-men ist, da-mit wir sol-len weis und rein und rech-te Kin- der Got-tes sein; 2. o Licht, vom lieben Gott gesandt in unser dunkles Erden— land, du Himmelskind und Himmelsschein, damit wir sollen himmlisch sein; 3. du lieber, heilger, frommer Christ, weil heute dein Ge⸗ burtstag ist, drum ist auf Erden weit und breit bei allen Kindern frohe Zeit. 4. O segne mich, ich bin noch klein, o mache mir das erze rein, o bade mir die Seele hell in deinem reichen immelsquell, 5. daß ich wie Engel Gottes sei in Demut und in Liebe treu; daß ich dein bleibe für und für, du heilger Christ, das schenke mir. Ernst Moritz Arndt 1769—1860 550 Cöln 1599 72 I— f— —9— + + an v. 3;. ist ein Ros ent⸗sprun⸗gen aus ei⸗ner Wur⸗zel als uns die Al⸗ten sun⸗gen, von Jes⸗se kam die + + I I + + 2.—. E—5— 2— Art⸗ und hat ein Blüm⸗lein brächt mit⸗ten im SSS PESIEEF EF I— ———.— +— EEEAEEEE kal⸗ten Win⸗ter wohl zu der hal-ben Nacht. 2. Das Röslein, das ich meine, davon Jesajas sagt, hat uns Ant alleine, Marie, die reine Magd. Aus Gottes ewgem at hat sie ein Kind geboren wohl zu der halben Nacht. 3. Das Blümelein so kleine, das duftet uns so süß; mit seinem hellen Scheine vertreibts die Finsternis. Wahr'r Mensch und wahrer Gott! Hilft uns aus allem Leide, rettet von Sünd und Tod. 4. O Jesu, bis zum Scheiden aus diesem Jammertal laß dein Hilf uns geleiten hin in den Frendensaal, in deines Vaters Reich, da wir dich ewig loben; o Gott, uns das verleih! V. 1. 2 1607, V. 3. 4 1832 478 —656 56 W Weihnachten 551. 552 I. u. II. Chor 551 John Reading 1760 — 0 EEE—...I.....—.———.—— Her bei, o ihr Gläu-bi⸗gen, fröh-lich tri-um⸗ .— 0.—.—— EEE........ phie⸗rend, o kom⸗met, o kom⸗met nach Beth⸗ Chor SS.SSSSS.................. se⸗het das Kind⸗lein, uns ge ⸗bo⸗ren! O Chor IS las⸗set uns an ⸗be⸗ ten, o las⸗ set uns an⸗be⸗ten, I. u. II. Chor SSS...........I o las⸗set uns an be⸗ten den Kö⸗ nig! 2. Du König der Ehren, du Herrscher der Heerscharen, du ruhst in der Krippen im Erdental. Gott, wahrer Gott, von Ewigkeit geboren! O lasset uns anbeten, o lasset uns an⸗ beten, o lasset uns anbeten den König! 3. Kommt, singet dem Herren, o singt, ihr Engelchöre! Froh⸗ locket, frohlocket, ihr Seligen! Ehre sei Gott im Himmel und auf Erden! O lasset uns anbeten, o lasset uns anbeten, o lasset uns anbeten den König! 4. Dir, der du bist heute als Mensch für uns geboren, Herr Jesu, sei Ehre und Preis und Ruhm, dir, fleischgewordͤnes Wort des ewgen Vaters! O lasset uns anbeten, o lasset uns anbeten, o lasset uns anbeten den König! Nach adeste fideles deutsch von Friedrich Heinrich Ranke 1798-1876 552 Joh. Abrah. Peter Schulz 1794 EEEEEEEE — ö I Kin⸗der⸗lein, kom⸗-met, o kom-met doch all, zur Krip⸗pe her kom⸗met in Beth⸗le⸗hems Stall * + IXI VI 1 E ++ N + und seht, was in die⸗ser hoch⸗ hei⸗li⸗gen Nacht der 479 553 Weihnachten .— . 8 1— 2.. ee.—— Va⸗ter im Him-mel für Freu⸗de uns macht. 2. O seht in der Krippe im nächtlichen Stall, seht hier bei des Lichtleins hellglänzendem Strahl in reinlichen Windeln das himmlische Kind, viel schöner und holder, als Engel es sind. 3. Da liegt es, das Kindlein, auf Heu und auf Stroh, Maria und Joseph betrachten es froh; die redlichen Hirten knien be⸗ tend davor, hoch oben schwebt jubelnd der Engelein Chor. 4. O beugt wie die Hirten anbetend die Knie; erhebet die Händchen und danket wie sie; stimmt freudig, ihr Kinder— wer wollt sich nicht freun?— stimmt freudig zum Jubel der Engel mit ein. 5. O betet: Du liebes, du göttliches Kind, was leidest du alles für unsere Sünd! Ach, hier in der Krippe schon Armut und Not, am Kreuze dort gar noch den bittersten Tod. 6. Was geben wir Kinder, was schenken wir dir, du bestes und liebstes der Kinder, dafür? Nichts willst du von Schätzen und Freuden der Welt; ein Herz nur voll Unschuld allein dir gefällt. 7. So nimm unsre Herzen zum Opfer denn hin, wir geben sie froh dir in kindlichem Sinn; o mache sie heilig und selig wie deins und mach sie auf ewig mit deinem in eins. Christoph von Schmid 1768-1854 553 Vorreformat., ev. 1535 4.———— Nun sin⸗get und seid froh,.— jauchzt al⸗le und sagt H—1 E= so:— Un⸗sers Her⸗zens Won⸗ne liegt in der Krip⸗pe —ß7—3—ßiß7..— + 4 K2Z.—.,. I 2. bloß— und leuch⸗tet als die Son⸗ne in sei⸗ner Mut⸗ter 7 EHHXL—.— 1 + L Schoß:.— Du bist A und O..— du bist A und. 2. Sohn Gottes in der Höh, nach dir ist mir so weh! Tröst mir mein Gemüte, o Kindlein, zart und rein, durch alle deine Güte, o liebstes Jesulein; zieh mich hin nach dir, zieh mich hin nach dir. 48⁰ * FT THCO IIIVII — * Weihnachten 554. 555 3. Groß ist des Vaters Huld, der Sohn tilgt unsre Schuld; wir warn all verdorben durch Sünd und Eitelkeit, so hat er uns erworben die ewge Himmelsfreud. Eia, wärn wir da! Eia, wärn wir da! 4. Wo ist der Freuden Ort? Ach, nirgends mehr denn dort, da die Engel singen deene den Heilgen all, und wo die Psalmen klingen im ehen Himmelssaal. Eia, wärn wir da! Eia, wärn wir dal 1646(Verdeutschung des altkirchlichen In dulci jubilo) 554 Sizillanische Volksweise B D du fröh⸗li⸗ che, o du se⸗li⸗ ge, gna⸗den⸗brin⸗ DDiEEEEE 1—— 4—.66.775—.—1 ver⸗lo⸗ren, Christ ist ge⸗ 2—————.— 1 2— bo⸗ ren:—66 427 Haren⸗ e dich o Chri⸗sten⸗heit! 2. O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachts⸗ eit! Christ ist erschienen, uns zu versühnen: freue, freue ich, o Christenheit! 3. O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachts⸗ eit! Himmlische Heere jaͤuchzen dir Ehre: freue, freue ich, o Christenheit! V. 1 Johannes Daniel Falk 1768—1826 555 Franz Gruber 1818 SDDDSDSDSDEE —— — Stil ⸗le Nacht,— Al⸗les schläft, .—— ———.—.——. 2— ein⸗sam wacht nur das trau⸗te, hoch- hei ⸗-li-ge Paar. EEI. Hol⸗-der Kna-be im lok⸗ki⸗gen Haar, schlaf in himm⸗ li⸗ scher — + I. 22 + 1 1 — Ruh, schlaf in himm=li⸗scher Růh. Schlesisches Provinzlal⸗Gesangbuch 31 481 556. 557 Epiphanien. Ostern 2. Stille Nacht, heilige Nacht! Hirten erst kundgemacht, durch der Engel Halleluja—tönt es laut von fern und nah: Christ, der Retter ist da,‚ Christ, der Retter ist da! 3. Stille Nacht, heilige Nacht! Gottes Sohn, o wie lacht Lieb aus deinem göttlichen Mund, da uns schlägt die ret⸗ tende 4. Christ, in deiner Geburt, Christ, in deiner 1 Geburt. Josef Mohr 1792—1848 3. Epiphanien 556 Schles. Boltsweise, gedr. 1842 [ 1——+— + 1——— 1—.—.—.5.— 2 EEEEEEE Schön⸗ster Herr Je„su, Herr-⸗scher al-ler En-den, I. 1 + I +— HI 1— S...... Got⸗tes und Ma ri⸗en Sohn, dich will ich lie⸗ ben, * * — 1 ⁵— + 4.πν— N I— EEEE dich will ich eh⸗ren, du mei⸗nes Her⸗zens Freud und Kron. gilt für die 2., 3.u. 4. Strophe,“ für die 4. u.5. Str., für die 3. Str. 2. Schön sind die Wälder, schön sind die Felder in der schönen Frühlingszeit; Jesus ist schöner, Jesus ist reiner, der unser traurig Herz erfreut. 3. Schön leucht't die Sonne, schön leucht't der Monde und die Sternlein allzumal; Jesus leucht't schöner, Jesus leucht't reiner als all die Engel im Himmelssaal. 4. Schön sind die Blumen, schön sind die Menschen in der frischen Jugendzeit. Sie müssen sterben, müssen ver⸗ derben; Jesus lebt in Ewigkeit. 5. Alle die Schönheit Himmels und der Erden ist ver⸗ faßt in dir allein! keiner auf Erden mir lieber soll werden als der schönste Jesus mein! 167⁷⁷ 4. Ostern Nun danket all und bringet 1 557 Stuttgart 1710 W Ich sag es je⸗dem, daß er lebt und auf⸗er⸗stan⸗den ist, —.— 2———— P—T daß er in un⸗srer Mit⸗te schwebt und e⸗wig bei uns ist. 482 FHD —+——Rul Ostern 558. 559 2. Ich sag es jedem, jeder 2— es seinen Freunden gleich, daß bald an alen Orten tag das neue Himmelreich. 3. Jetzt scheint die Welt dem neuen Sinn erst wie ein Vaterland. Ein neues Leben nimmt man hin entzückt aus seiner Hand. 4. Hinunter in das tiefe Meer versank des Todes Graun, und jeder kann nun leicht und hehr in seine Zukunft schaun. 5. Der dunkle Weg, den er betrat, geht in den Himmel aus, und wer nur hört auf seinen Rat, kommt auch in Vaters Haus. 6. Nun weint auch keiner mehr allhie, wenn eins die Augen schließt; vom Wiedersehn, spät oder früh, wird dieser Schmerz versüßt. 7. Es kann zu jeder guten Tat ein jeder frisch erglühn; 428. herrlich wird ihm diese Saat in schönern Fluren blühn. 8. Er lebt und wird nun bei uns sein, wenn alles uns verläßt; und so soll dieser Tag uns sein ein Weltver⸗ jüngungsfest. Friedrich von Hardenberg Movalis) 1772—1801 — 558 Sizilianische Volksweise HEE= O du fröh⸗li⸗che, o du se⸗li⸗ge, gna⸗den⸗brin⸗ DIDDDDD gen⸗de O⸗ster-zeit! Welt lag in Ban⸗den, Christ ist er⸗ , stan⸗den: freu⸗e, freu⸗e dich, o Chri⸗sten⸗heit! 2. O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende 90 b. Tod ist bezwungen, Leben errungen: freue, freue dich, Christenheit! 3. O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Osterzeit! Kraft ist gegeben, ihm laßt uns leben: freue, freue dich, Chriß itl B. 1 Johannes Daniel Falt 1768—1826 559 Theodor Stoltenberg 1907 2———.—— EEE— E—.— 5 herr⸗li⸗ cher Tag, 0 fröh⸗li⸗che Zeit, da Je⸗sus 48³3 560 Ostern EEEEEEE ebt ohn al⸗les Leid! Er ist er⸗stan⸗den von dem Tod, wir E.... sind er-löst aus al⸗ler Not. O herr-li⸗-cher Tag, o Eii —.— 17 1 h 9 —. fröh⸗li⸗che Zeit! O herr-li⸗-cher Tag, o fröh⸗ li⸗che Zeit! 2. O herrlicher Tag, o fröhliche Zeit, da wir von Sünden sind befreit! Getilget ist nun unsre Schuld, wir sind ge⸗ recht aus Gottes Huld. O herrlicher Tag, o fröhliche Zeit! O herrlicher Tag, o fröhliche Zeit! 3. O herrlicher 90 o fröhliche Zeit! Der Segen ist uns nun bereit, durch hristi Sieg sind wir getröst't und völlig von dem Fluch erlöst. O herrlicher Tag, o fröhliche Zeit! O herrlicher Tag, o fröhliche Zeit! 4. O herrlicher Tag, o fröhliche Zeit!l Die Liebe Gottes uns erfreut; des Herren Sieg hat uns erlöst, uns neues Leben eingeflößt. O herrlicher Tag, o fröhliche Zeit! O herrlicher Tag, o fröhliche Zeit! 5. O herrlicher Tag, o fröhliche Zeit! Erhalt uns, Jesus, diese Freud, zu sagen hier zu aller Stund und dork ein⸗ mal mit selgem Mund: O Herrlicher Tag, o fröhliche Zeit! Oherrlicher Tag, o fröhliche Zeitt! yuacus Günther 1650-1704 560 Volksweise 1819 EEEEEEEE Oestern, O?⸗stern, Früh⸗lings⸗we⸗hen! O⸗stern, O⸗stern, 22 I. — DDSDDPDSD Auf ⸗er ⸗ste⸗hen aus der tie⸗fen Gra⸗-bes⸗nacht, aus der' v e— H1—3 tie⸗fen Gra⸗bes⸗nacht! Blu⸗men sol⸗len fröhlich blü⸗hen, Her⸗zen sol⸗len heimlich glü⸗hen, denn der Hei⸗land ist er-wacht. 48⁴ E743L Pfingsten 561 2. Trotz euch, höllische Gewalten! Mochtet ihn wohl gern behalten, der euch in den Abgrund zwang, der euch in den Abgrund zwang. Mochtet ihr das Leben binden, aus des Todes düstern Gründen dringt hinan sein ewger Gang. 3. Der im Grabe lag gebunden, hat den Satan überwunden, und der lange Kerker bricht, und der lange Kerker bricht. Frühling spielet auf der Erden, Frühling solls im Herzen werden, herrschen soll das ewge Licht. 4. Alle Schranken sind entriegelt, alle Hoffnung ist versiegelt und beflügelt jedes Herz, und beflügelt jedes Herz. Und es klagt bei keiner Leiche nimmermehr der kalte, bleiche, gott⸗ verlassne Heidenschmerz. 5. Alle Gräber sind nun heilig, Grabesträume schwinden eilig, seit im Grabe Jesus lag, seit im Grabe Jesus lag. Jahre, Monde, Tage, Skunden, Zeit und Raum, wie schnell verschwunden! Und es scheint ein ewger Tag. Max von Schenkendorf 17831817 5. Pfingsten 561 Sizilianische Volksweise E O du fröh⸗li Iche, o du se⸗li ⸗ge, gna⸗den⸗ brin⸗gen⸗de Pfing⸗sten⸗zeit! Christ, un⸗ser Mei⸗ster, hei⸗ ——— 1 ligt die Gei⸗ster: freu e, freu ⸗e dich, o Chri⸗sten⸗heit! 2. O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Pfingsten⸗ eit! Führ, Geist der Gnade, uns deine Pfade: freue, sreue dich, o Christenheit! 3. O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Pfingsten⸗ zeit! Uns, die Erlöslen, Geist, willst du trösten: freue, freue dich, o Christenheit! 1 Johannes Daniel Falt 1768—1826 48⁵ 562. 563 6. M ission Nun ruhen alle Wälder 562 Weltlich 1505, geistlich 1550 4— H + +——— 6 Auf, laͤßt uns Zi⸗on bau en mit fröh⸗li⸗chem Ver⸗ —4 2———— EöiEEE trau⸗en im Na⸗men Je⸗su Christl Zi⸗on muß grö⸗ßer wer⸗den, so —.———— EEEEEIEE eee groß, daß auf der Er⸗den kein Mensch mehr au-ßer Zi⸗on ist. 2. Seid ihr so wohl geborgen und lebt nun ohne Sorgen und wollet Brüder sehn, die noch in Finsternissen, vom Satan fortgerissen, ins ewige Verderben gehn? 3. Ach, jetzt sind Millionen noch unter allen Zonen in Satans Hand und Reich; sie müssen Wohnung haben in Zion und sich laben am Lebensquell mit uns zugleich. 4. Ach seht! Die armen Heiden ermangeln noch der Weiden für ihr trostloses Herz. Sie hören nichts von Gnade und wandeln auf dem Pfade, des Ende ewge Qual und Schmerz. 5. O rettet diese Armen und sendet aus Erbarmen zu ihnen Gottes Wort. Laßt euer Herz entflammen und tragt mit Lust zusammen und sendet Glaubensboten fort. 6. Ihr nennet Jesum euer. Ist er euch wirklich teuer und wollt ihr seinen Ruhm, so dürft ihr es nicht sehen, daß Tausende hingehen ohn Licht und Evangelium. 7. Auf, laßt uns Zion bauen mit freudigem Vertrauen, die schöne Gottesstadt“ Wenn wir ans Werk erst gehen, wird sie bald fertig stehen. Wohl dem, der mitgebauet hat! Moritz Görcke 1803-1883 Hier liegt vor deiner Majestät 563 Landshut 177⁷ Die Sach ist dein, Herr Je⸗su Christ, die Sach, an der wir und weil es dei⸗ ne Sa⸗che ist, kann sie nicht un⸗ter⸗ *—. 1 H—1— V EEEEE *— stehn, Al ⸗lein das Wei⸗zen⸗korn, be⸗vor muß ster⸗bend gehn. es frucht⸗bar sproßt zum Licht em⸗por,. zu⸗-vor vom 486 n S˙SIIII NGüänn — Hinn 95 Ben Weten 2 0 im Ster⸗ben los, vom eig⸗nen 2 7 We⸗sen los. 2. Du gingst, o Jesu, unser Haupt, durch Leiden himmelan und führest jeden, der da glaubt, mit dir die gleiche Bahn. Wohlan, so nimm uns allzugleich zum Teil am Leiden und am Reich; führ uns durch deines Todes Tor samt deiner Sach zum Licht empor, zum Licht empor, durch Nacht zum Licht empor. Samuel Pretswerk 1799—1871 O du Liebe meiner Liebe 564 Urspr. weltl., Brüdergem. 1735 ESEEEEEEEEE NRa⸗ ter, dei⸗nes Gei- stes We-hen durch die gan⸗ze läßt uns schon von fer ⸗»ne se⸗hen dei-nes Rei⸗ches * II I +— I +—— P + U Herahch kitz denn dein Wort wird aus⸗ge⸗spen⸗det durch die EEEEEEEE gan⸗ze wei⸗te Welt, mil⸗li⸗o⸗nen⸗weis ge⸗sen⸗det auf das EES gro ße Ak⸗ker ⸗feld. 2. Bald wird dieser Same blühen allenthalben hoch und hehr, denn Evangelisten ziehen über Fnseln, Land und Meer, um die Saaten zu begießen. Geist der Pfingsten, komm herab! Laß die Lebenoströme flieen bis zum Grabe tief hinab. 3. Sei gegrüßt, du ewger Morgen, steige, Sonne, bald empor! Weicht nun, all ihr bangen Sorgen. Glanz des Herrn, brich schnell hervor“ Seht, der Berge Spitzen glühen schon im ewgen Morgenlicht, und die Frühlingsblumen blühen: Brüder alle, zweifelt nicht! Johann Heinrich Jung, genannt Stilling 1740—1817 487 565. 566 7. Gedächtnis der Entschlafenen 565 Karl Heinrich Graun 1758 EEEE —=er⸗——— ja auf⸗ 2 wirst du, mein Staub, nach kur⸗— Rah! 720 sterb⸗lich—.— ben wird, der dich EE E schur,— dir ge⸗ben. Hal⸗ le⸗lu⸗ 01— 5— Hal⸗le-lu⸗ja! 2. Wieder aufzublühn werd ich gesät. Der Herr der Ernte geht und sammelt Garben, uns ein, uns ein, die starben. Halleujal Halleluja! 3. Tag des Danks, der Freudentränen Tag, du, meines Got⸗ tes Tag! Wenn ich im Grabe genug geschlummert habe, erweckst du mich, erweckst du mich. 4. Wie den Träumenden wird dann uns sein; mit Jesu gehn wir ein zu seinen Freuden; der müden Pilger Leiden 25 dann nicht mehr, sind dann nicht mehr. 5. Ach, ins Allerheiligste führt mich mein Mittler dann, lebt 19 im Heiligtume zu seines Namens Ruhme. Halle— lujal Hallelufal Friedrich Gottlieb Klopstoc 1724—1803 2 566 Karl Kuhlo, Berlin um 1870 SSSSSISIIITTITIITII Brich her-ein, sü-ßer Schein sel- ger E-wig⸗keit! + V. II Leucht in un⸗ser ar⸗mes Le⸗ 54665 un⸗sern Fü⸗ßen Kraft zu — + H. N I..— 1 2* I e ge⸗ben, un⸗sern See⸗len Freud, un⸗sern See⸗len Freud. 2. Hier ist Müh morgens früh und des Abends spät; Angst, davon die Augen sprechen, Not, davon die Herzen brechen, kalter Wind oft weht, kalter Wind oft weht. 48⁸ 14411˙1 Gedächtnis der Entschlafenen 567 3. Jesus Christ, du nur bist unsrer Hoffnung Licht; stell uns vor und laß uns schauen jene immergrünen Auen, die dein Wort verspricht, die dein Wort verspricht. 4. Ewigkeit, in die Zeit leuchte hell herein, daß uns werde klein das Kleine und das Große groß erscheine, selge Ewigkeit, selge Ewigkeit. Marie Schmalenbach geb. 1835 567 Volksweise 1637 — 1 Es ist ein Schnit⸗ter, der heißt Tod, hat Gwalt vom — I —v— + 1 V. + V+. 1 + V — döe. E————— ö viel bes-ser, bald wird er drein⸗schnei-den, wir müs⸗sens nur —— X —3 3— V H — EHE———— — lei-den. Hüt dich, schöns Blü⸗me⸗lein! Was heut noch grün und frisch dasteht, wird morgen Weosomant: die edlen Narzissen, die himmlischen Hm dich die schön'n Hyazinth en, die türkischen Bünden. Hüt dich schöns Blümelein! 2 Viel hunderttausend ungezählt da unter die Sichel fällt: rot Rosen, weiß Lilien, euch wird er austilgen; und ihr Kaiser⸗ kronen, er wird euch nicht schonen. Hüt dich, schöns Blümelein! 4. Soviel Maßlieb und Rosmarin schwellt unter der Sichel hin; Vergißmeinnit, du mußt auch mit, und du Tausend⸗ W man läßt dich nit stehn. Hüt dich, schöns Blümelein! 5. Er macht so gar kein'n Unterschied, geht alles in einem Schritt; der stolz Rittersporn und Blumen im Korn, sie egen beisammen, man weiß kaum den Namen. Hüt dich, schöns Blümeleini 6. Trutz, Todl komm her, ich fürcht dich nit, trutz, komm und tu ein'n Schnitt! Wenn er mich verletzet, so werd ich versetzet in himmlischen Garten, darauf will ich warten. Freu dich, schöns Blümelein! 163⁷ Schlesisches Provinzial⸗Gesangbuch 32 489 568.569 Gedächtnis der Entschlafenen 568 O wie selig seid ihr Antwortchor zu Nr 542 Johann Crüger 164⁷ SSS 5. Ja, höchst se⸗lig sind wir, lie⸗be Brü⸗ der! Un⸗ P*— EI 15 EEEEEEEEE ser Mund ist vol⸗ler Freu⸗den⸗lie⸗der; doch was wir schau⸗en, **—2— 2— N Eii-. wird Gott euch gar bald auch an⸗ver⸗trau⸗en. 2. O ihr Lieben, seid doch ja zufrieden, wünscht nicht Freude weil ihr seid hienieden; laßt euren Willen sich nur sanft von Gottes Gnade stillen! 3. Aber gleichwohl mußten wir auch kämpfen, da in uns war Sünd und Tod zu dämpfen. Was euch setzt quälet, daran hat es uns auch nicht gefehlet. 4. Duldet euch nur fort bei euren Tränen, hleibt getreu, euch himmelan zu sehnen: eur jetzig Leiden ist der Same zu den künftgen Freuden. 5. Freilich ist hier gut bei Christo leben; doch könnt ihr euch in Geduld ergeben: all euer Streiten lohnet Christus hier mit Herrlichkeiten. 6. Ach ihr teuren Seelen, eure Kronen, eure Palmen, eure goldnen Thronen sind schon bereitet: schafft nur, daß ihr recht zum Siege streitet! Beide Chöre zusammen 7. Nun wir wollen beiderseits dann loben Gottes Lamm, das uns in Gott erhoben! Ein ewig Leben ist uns beider⸗ eits gewiß gegeben. 8. Lobt, ihr Menschen, loht, ihr Himmels⸗Chöre, gebt dem Gottes Gott allein die Ehre! Die Ewigkeiten werden unsers ottes Lob ausbreiten. Jakob Baumgarten 1668—1722 569 Karl Voigtländer 1853 SSSISIIIII III —... Laßt mich gehn, laßt mich gehn, daß ich Je⸗sum 1 ... mö⸗ ge sehn! Mei⸗ne Seel ist voll Ver⸗lan⸗gen, ihn auf 490 WMN Gedächtnis der Entschlafenen 570 ———“—— V————. SISSEE‚Eee e-wig zu um⸗fan⸗gen und vor sei⸗nem Thron zu stehn. 2. Süßes Licht, süßes Licht,. Sonne, die durch Wolken bricht! O, wann werd ich dahin kommen, daß ich dort mit allen Frommen schau dein holdes Angesicht? 3. Ach, wie schön, ach, wie schön ist der Engel Lobgetön! Hätt ich Flügel, hätt ich Flügel, flög ich über Tal und Hügel heute noch nach Zions Höhn. 4. Wie wirds sein, wie wirds sein, wenn ich zieh in Salem ein, in die Stadt der goldnen Gassen! Herr, mein Gott, ich kanns nicht fassen, was das wird für Wonne sein. 5. Paradies, Paradies, wie ist deine Frucht so süß! Unter deinen Lebensbäumen wird uns sein, als ob wir träumen: bring uns, Herr, ins Paradies. Gustav Knak 1806—1878 570 Karl Voigtländer 1853 ⁰EE Un⸗ter Li⸗lien je⸗ner Freu⸗den sollst du wei-den, See⸗le, schwin⸗ge dich em-por! Als ein Ad⸗ler fleug be— hen⸗de; Je- su Hän⸗de öff⸗nen schon das Per⸗len⸗tor. 2. Löse, erstgeborner Bruder, doch die Ruder meines Schiff⸗ leins, laß mich ein in den sichern Friedenshafen zu den Schafen, die der Furcht entrücket sein. 3. O wie bald kannst du es machen, daß mit Lachen unser Mund erfüllet sei! Du kannst durch des Todes Türen träu⸗ mend führen und machst uns auf einmal frei. 4. Du hast Sünd und Straf getragen;: Furcht und Zagen muß nun ferne von mir gehn. Tod, dein Stachel liegt danieder: meine Glieder werden fröhlich auferstehn. 5. Gotteslamm, dich will ich loben hier und droben mit der herzlichsten Begier; du hast dich sum ewgen Leben mir gegeben; hole, Heiland, mich zu dirl Johann Ludwig Konrad Allendorf 1693—1773 491 ————22 —...— 571.572 Gedächtnis der Entschlafenen 57¹1 Friedr. Burch. Benecken 178/ DDDDDDEEEE Wie sie so sanft ruhn, al⸗le die Se⸗li⸗gen, von ih⸗ rer SSSSSUUTTRTRTRE Ar⸗beit die sie in Gottge⸗ tan, und ih⸗re Wer⸗ke fol⸗ gen —.—— ih⸗nen nach in des e⸗wi⸗gen Frie„⸗dens Hüt⸗ten. E 2. Von ihren Augen wischt er die Tränen ab, sie kommen weudiß, bringen die Garben ein, die weinend gingen, edlen Sa⸗ men trugen in Hoffnung, in Lieb und Glauben. 3. Wenn einst die Stimme wieder sie auferweckt des Menschen⸗ sohnes, die durch die Gräber dringt, dann wird, was irdisch und verweslich, himmlisch und jugendlich auferstehen. 4. Preis, Ruhm und Ehre sei dir, o Gott, gebracht für deine Werke, die du an uns getan: daß, wie in einem alle sterben, also in einem sie wieder leben. Samuel David Roller 1779—1850 57² Nach einer irischen Weise HE SSSEEEE Wo fin⸗det die See⸗le die Hei-mat, die Ruh? Wer deckt sie mit schüt⸗zen⸗den Fit⸗ti⸗chen zu? Ach, bie⸗tet die Welt kei⸗ne —— IIA E⸗—3 S.. Frei⸗statt uns an, wo Sün⸗-de nicht herr⸗schen, nicht an⸗fech⸗ten DDDD——— RISSEEEE kann? Nein, nein, nein, nein, hier ist sie nicht, die Hei-mat der See⸗le ist dro⸗ben im Licht. 492 EII ne + ten Christliches Leben 573 2. Verlasset die Erde, die Heimat zu sehn, die Heimat der Seele, so herrlich, so schön! Jerusalem droben, von Golde erbaut, ist dieses die Heimat der Seele, der Braut? Ja, ja, ja, ja, dieses alltin kann Ruhplatz und Heimat der Seele nur sein. 3. Wie selig die Ruhe bei Jesu im Licht! Tod, Sünde und Schmerzen, die kennt man dort nicht. Das Rauschen der Har⸗ fen, der liebliche Klang bewillkommt die Seele mit süßem Ge⸗ sang. Ruh, Ruh, Ruh, Ruh, himmlische Ruh im Schoße des Mittlers, ich eile dir zu. Ludwig Jörgens 1792—1837 8. Christliches Leben 573 Volksweise 1819 H—1——— E I———— 2.— 8— f 1—.—— * er be⸗ste Freund ist in dem Him⸗-mel, auf denn bei dem fal-schen Welt⸗ge⸗ tüm-mel ist EEEE Er ⸗den sind die Freun-⸗de rar; Redelich Teit oft in Ge⸗fahr. Drum hab ichs im⸗mer X ⁊ so ge⸗meint: mein Je⸗sus ist der be⸗ste Freund. 2. Die Menschen sind wie eine Wiege; mein Jesus stehet felsenfest, daß, wennich gleich daniederliege, mich seine Freund⸗ schaft doch nicht läßt. Er ists, der mit mir lacht und weint: mein Jesus ist der beste Freund. 3. Die Welt verkaufet ihre Liebe dem, der am meisten nützen kann, und scheinet dann das Glücke trübe, so steht die Freund⸗ schaft hintenan; doch hier ist es nicht so gemeint: mein Jesus ist der beste Freund. 4. Er läßt sich selber für mich töten, vergießt für mich sein eigen Blut; er steht mir bei in allen Nöten, er sagt für meine Sünden gut; er hat mir niemals was verneint: mein Jesus ist der beste Freund. 5. Mein Freund, der mir sein Herze gibet, mein Freund, der mein, und ich bin sein; mein Freund, der mich beständig liebet, mein Freund bis in das Grab hinein. Ach, hab ichs nun nicht recht gemeint? Mein Jesus ist der beste Freund. 6. Behalte, Welt, dir deine Freunde! Sie sind doch gar zu wandelbar, und hätt„Her nir dien Feinde, so krümmen sie mir⸗ nicht ein Haar. ier immer Freund und nimmer Feind: mein Jesus ist der beste Freund. Benjamin Schmolck 16721737 493 574. 575 Christliches Leben 57⁴4 Joh. Abrah. Peter Schulz 1790 SSSSS Der Mond ist auf⸗ge⸗ 95 gen, die gol⸗dnen Stern⸗lein pran⸗ —.— — 1 . E 1.——.—.3 gen am Him⸗mel hell und klar; der Wald steht schwarz und schwei⸗ get, und aus den Wie⸗sen stei-get der wei⸗ße Ne⸗bel wun⸗der⸗bar. 2. Wie ist die Welt so stille und in der Dämmrung Hülle so traulich und so hold als eine stille Kammer, wo ihr des Tages Jammer verschlafen und vergessen sollt. 3. Seht ihr den Mond dort stehen? Er ist nur halb zu sehen und ist doch rund und schön. So sind wohl manche Sachen, die wir getrost verlachen, weil unfre Augen sie nicht sehn. 4. Wir stolzen Menschenkinder sind eitel arme Sünder und wissen gar nicht viel. Wir spinnen Luftgespinste und suchen viele Künste und kommen weiter nur vom Ziel. 5. Gott, laß dein Heil uns schauen, auf nichts Vergänglichs bauen, nicht Eitelkeit uns freun! Laß uns einfältig werden und vor dir hier auf Erden wie Kinder fromm und fröhlich sein. 6. Wollst endlich sonder Grämen aus dieser Welt uns nehmen durch einen sanften Tod; und wenn du uns genommen, laß uns in Himmel kommen, du, unser Herr und unser Gottl 7. So legt euch denn, ihr Brüder, in Gottes Namen nieder; kalt ist der Abendhauch. Verschon uns, Gott, mit Strafen und laß uns ruhig schlafen und unsern kranken Nachbar auch. Matthias Claudius 1740—1815 575 urnold Mendelssohn 1905 PSSSSSRR Die be⸗ste 6.5 im Jahr ist mein, da 15—8 gen al ⸗le E Võ· s lein, Him⸗mel und Er⸗den ist der'r voll, viel gut errteree; EE Geesang da lau⸗ tet wohl, viel gut Ge⸗ sang da lau⸗tet wohl. ) Mit Genehmigung des Originalverlegers F. E. C. Leuckart, Leipzig 49⁴4 179⁰0 —2— —— ran⸗ 2 2— — wei — 2—— bar. zülle des ehen hen, und chen lichs rden sein. men laß der; und h. 18¹⁵ Christliches Leben 576 2. Voran die liebe Nachtigall macht alles fröhlich überall mit ihrem lieblichen Gesang, des muß sie haben immer Dank, des muß sie haben immer Dank. 3. Viel mehr der liebe Herre Gott, der sie also geschaffen hat, zu sein die rechte Sängerin, der Musika ein Meisterin, der Musika ein Meisterin. 4. Dem singt und springt sie Tag und Nacht, seins Lobes sie nichts müde macht; den ehrt und lobt auch mein Gesang und sagt ihm einen ewgen Dank, und sagt ihm einen ewgen Dank. Martin Luther 1483—1546 576 Johann Joachim Quanz 1760 1 1 Ea 1 1 Die Him⸗mel rüh⸗men des E⸗wi⸗gen Eh⸗rez ihr Schall pflanzt sei-nen Na⸗men fort. Ihn rühmt der Erd⸗kreis, N II .—— 1 E E ihn prei⸗sen die Mee⸗re; ver⸗nimm, o Mensch, ihr gött⸗lich Wort! 2. Wer trägt der Himmel unzählbare Sterne? Wer führt die Sonn aus ihrem Zelt? Sie kommt und leuchtet und lacht uns von ferne und läuft den Weg gleich als ein Held. 3. Vernimms und siehe die Wunder der Werke, die die Natur dir aufgestellt! Verkündigt Weisheit und Ordnung und Stärke dir nicht den Herrn, den Herrn der Welt? 4. Kannst du der Wesen unzählbare Heere, den kleinsten Staub fühllos beschaun? Durch wen ist alles? O gib ihm die Ehre! Mir, ruft der Herr, sollst du vertraun! 5. Mein ist die Kraft, mein ist Himmel und Erde; an meinen Werken kennst du mich. Ich bin und werde sein, der ich sein werde, dein Gott und Vater ewiglich. 6. Ich bin dein Schöpfer, bin Weisheit und Güte, ein Gott der Ordnung und dein Heil. Ich bins: mich liebe von ganzem Gemüte und nimm an meiner Gnade teil. Christian Fürchtegott Gellert 1715—1769 49⁵ 577 Christliches Leben 0 577 F. Mendelssohn⸗Bartholdy 183/ 2..— NN 4—„„—3—— ö 2 1 V 2 kannt, die Gro-ßen und die Klei⸗nen in je-dem Volk und * Land. Er läßt sie nicht ver-der-ben, er führt sie aus und 5 1— +—— N N EEEEEEEEEEEEE ein; im Le⸗ben und im Ster⸗ben sind sie und blei⸗ ben sein, im Le⸗ben und im Ster-ben sind sie und blei-⸗ben sein. 2. Er kennet seine Scharen am Glauben, der nicht schaut und doch dem Unsichtbaren, als säh er ihn, vertraut, der aus dem Wort gezeuget und durch das Wort sich nährt und vor dem Wort sich beuget und mit dem Wort sich wehrt. 3. Er kennt sie als die Seinen an ihrer Hoffnung Mut, die fröhlich auf dem einen, daß er der Herr ist, ruht, in seiner Wahrheit Glanze sich sonnet frei und kühn, die wunder⸗ bare Pflanze, die immerdar ist grün. 4. Er kennt sie an der Liebe, die seiner Liebe Frucht, und die mit lautrem Triebe ihm zu gefaͤllen sucht; die andern so begegnet, wie er das Herz bewegt, die segnet, wie er segnet, und trägt, wie er sie trägt. 5. So kennt der Herr die Seinen, wie er sie stets gekannt, die Großen und die Kleinen in jedem Volk und Land: am Werk der Gnadentriebe durch seines Geistes Stärk, an Glau⸗ ben, Hoffnung, Liebe als seiner Gnade Werk. 6. So hilf uns, Herr, zum Glauben und halt uns fest da— bei; laß nichts die Hoffnung rauben, die Liebe herzlich sei! Und wird der Tag erscheinen, da dich die Welt wird sehn, so laß uns als die Deinen zu deiner Rechten stehn. Philipp Spitta 1801—1859 *) Im Gemeindegottesdienst zu singen nach der Mel. Valet will ich dir geben. 496 Christliches Leben 578 578 Demetrius Bortniansky 1822 SSSSSSSSSI Für dich sei ganz mein Herz und Le⸗ben, mein sü⸗ßer Gott, und EEERE— all mein Gut; für dich hast du mirs nur ge-ge⸗ben, in dir es nur und—— lig—5 Du Raes mei⸗ nes Fal⸗ les, für dich sei e⸗ wig Herz und ũ—ᷣ—ꝗü · 1es. 2. Ich liebt und lebte recht im Zwange, wie ich mir lebte ohne dich. Ich wollte dich nicht, ach so lange; doch liebtest du und suchtest mich, mich böses Kind aus bösem Samen, im hohen, holden Jesusnamen. 3. Des Vaterherzens tiefste Triebe in diesem Namen zeigen sich; ein Brunn der Freude, Fried und Liebe quillt nun so nah, so mildiglich. Mein Gott, wenns doch der Sünder wüßte, 99 Herz alsbald dich lieben müßte! Ich bete an die Macht der Liebe, die sich in Jesu offen⸗ bart; ich geb mich hin dem freien Triebe, wodurch ich Wurm geliebet ward; ich will, anstatt an mich zu denken, ins Meer der Liebe mich versenken. 5. Wie bist du mir so zart gewogen, und wie verlangt dein Herz nach mir! Durch Liebe sanft und tief gezogen, neigt h mein alles auch zu dir. Du traute Liebe, gutes Wesen, u hast mich und ich dich erlesen. 6. Ich fühls, du bists, dich muß ich haben, ich fühls, ich muß für dich nur sein; nicht im Geschöpf, nicht in den Gaben, mein Ruhplatz ist in dir allein. Hier ist die Ruh, hier ist Vergnügen; drum folg ich deinen selgen Zügen. 7. Ehr sei dem hohen Jesusnamen, in dem der Liebe Quell entspringt, von dem hier alle Bächlein kamen, aus dem der Selgen Schar dort trinkt. Wie beugen sie sich ohne Ende, wie falten sie die frohen Hände! 8. O Jesu, daß dein Name bliebe im Grunde tief gedrücket ein; möcht deine süße Jesusliebe in Herz und Sinn gepräget Wust ichts Wort, im Werk und allem Wesen sei Jesus und onst nichts zu leseni Gerhard Tersteegen 1697—1769 497 Christliches Leben 579 August Eberhard Müller 1797 2—— — 4+ SDSDSISSISISIIE....... Geh aus, mein Herz, und su⸗che Freud in die-ser lie-ben Som-mer⸗-zeit an dei- nes Got-tes Ga⸗ben; schau an der schö-nen Gär⸗ten Zier und sie-he, wie sie mir und „— 2— S—— 2— dir sich aus⸗ge⸗schmük⸗ket ha⸗ben. 2. Die Bäume stehen voller Laub, das Erdreich decket seinen Staub mit einem grünen Kleide. Narzissen und die Tulipan, die ziehen sich viel schöner an als Salomonis Seide. 3. Die Lerche schwingt sich in die Luft, das Täublein fliegt aus seiner Kluft und macht sich in die Wälder. Die hoch⸗ begabte Nachtigall ergötzt und füllt mit ihrem Schall erg, Hügel, Tal und Felder. 4. Die Glucke führt ihr Völklein aus, der Storch baut und bewohnt sein Haus, das Schwälblein speist die Jungen. Der schnelle Hirsch, das leichte Reh ist froh und kommt aus seiner Höh ins tiefe Gras gesprungen. 5. Die Bächlein rauschen in dem Sand und malen sich in ihrem Rand mit schattenreichen Myrten. Die Wiesen liegen hart dabei und klingen ganz von Lustgeschrei der Schaf und ihrer Hirten. 6. Die unverdroßne Bienenschar fliegt hin und her, sucht hier und dar ihr edle Honigspeise. Des süßen Weinstocks starker Saft bringt täglich neue Stärk und Kraft in seinem schwachen Reise. 7. Der Weizen wächset mit Gewalt, darüber jauchzet jung und alt und rühmt die große Güte des, der so überflüssig labt und mit so manchem Gut begabt das menschliche Gemüte. 8. Ich selber kann und mag nicht ruhn; des großen Gottes großes Tun erweckt mir alle Sinnen; ich singe mit, wenn alles singt, und lasse, was dem Höchsten klingt, aus mei⸗ nem Herzen rinnen. 9. Ach, denk ich, bist du hier so schön und läßt dus uns so lieblich gehn auf dieser armen Erden, was will doch wohl nach dieser Welt dort in dem reichen Himmelszelt und güldnem Schlosse werden? 498 Christliches Leben 580 10. Welch hohe Lust, welch heller Schein wird wohl in Christi Garten sein, wie muß es da wohl klingen, da so viel tau⸗ send Seraphim aus einem Mund mit heller Stimm ihr Halleluja singen! 11. O wär ich da, o stünd ich schon, ach süßer Gott, vor deinem Thron und trüge meine Palmen, so wollt ich nach der Engel Weis erhöhen deines Namens Preis mit tausend schönen Psalmen. 12. Erwähle mich zum Paradeis und laß mich bis zur letz⸗ ten Reis an Leib und Seele grünen, so will ich dir und deiner Ehr allein und sonsten keinem mehr hier und dort ewig dienen. Paul Gerharbt 16071676 580 Wien um 1774, ev. 1819 EV V 1——— SSDSS.SSI.. —— Gyn ⸗ßer Gott, wir lo⸗ben dich, Herr, wir prei⸗ sen Vor dir neigt die Er-de sich und be-wun-dert 500 1 Weree Wie du warst vor al⸗ler Zeit, so bleibst LIL——— —— — 2.— du in E⸗wig⸗keit. 2. Alles, was dich preisen kann, Cherubim und Seraphinen —3 men dir ein Loblied an; alle Engel, die dir dienen, rufen ir in selger Ruh Heilig, heilig, heiligl zu. 3. Heilig, Herr Gott Zebaoth, heilig, Herr der Kriegesheere, starker Helfer in der Not: Himmel, Erde, Luft und Meere sind erfüllt von deinem Ruhm, alles ist dein Eigentum. 4. Der Apostel heilger Chor, der Propheten große Menge schickt zu deinem Thron empor neue Lob⸗ und Dankgesänge; der Blutzeugen große Schar lobt und preist dich immerdar. 5. Auf dem ganzen Erdenkreis loben Große und auch Kleine dich, Gott Vater; dir zum Preis singt die heilige Gemeine; sie verehrt auf deinem Thron deinen eingebornen Sohn. 6. Sie verehrt den heilgen Geist, welcher uns mit seinen Lehren und mit Troste kräftig speist, der, o König aller Ehren, der mit dir, Herr Jesu Christ, und dem Vater ewig ist. 7. Du, des ewgen Vaters Sohn, hast die Menschheit an⸗ enommen; du bist auch von deinem Thron zu uns auf ie Welt gekommen. Gnade hast du uns gebracht, von der Sünde frei gemacht. 499 581 Christliches Leben 8. Nunmehr steht das Himmelstor allen, welche glauben, offen; du stellst uns dem Vater vor, wenn wir kindlich auf ihn hoffen; endlich kommst du zum Gericht, Zeit und Stunde weiß man nicht. 9. Steh, Herr, deinen Dienern bei, welche dich mit Demut bitten; alle machtest du ja frei durch den Tod, den du gelitten. Nimm uns nach vollbrachtem Lauf zu dir in den Himmel auf! 10. Sieh dein Volk in Gnaden an, hilf uns, segne, Herr, dein Erbe! Leit es auf der rechten Bah hn, daß der Feind es nicht verderbe! Hilf, daß es durch Buß und Flehn dich im Himmel möge sehn! 11. Alle Tage wollen wir dich und deinen Namen preisen und zu allen Zeiten dir Ehre, Lob und Dank erweisen. Gib, daß jeder sündenfrei deiner Gnade würdig sei. 12. Herr, erbarm, erbarme dich! Auf uns komme, Herr, dein Segen! Deine Güte Lein. sich allen der Verheißung wegen! Auf dich hoffen wir allein, laß uns nicht verloren seinl Te Deum laudamus, deutsch 1744 581 Cöôsar Malan 1827 SSSDS Har⸗ re, mei⸗ne See⸗ e, har⸗ re des Herrn! Al-⸗les 1 H. r ihm be⸗feh⸗ le, hilft er doch so gern. Sei un⸗ver ⸗zagt! H + S,. E.EE Bald der Mor⸗gen tagt, und ein neu⸗er Früh⸗ling folgt dem NN/ H . Win⸗ter nach. In al⸗len Stür⸗men, in ler Not EEEEEEEEEEEEE.. wird er dich be⸗ schir-men, der treu⸗e Gott. 2. Harre, meine Seele, harre des Herrn! Alles ihm befehle, hilft er doch so gern. Wenn alles bricht, Gott verläßt dich nicht größer als der Helfer ist die Not ja nicht. Ewige Treue, Retter in Not, rett auch unsre Seele, du treuer Golt! Friedrich Räder 1815—1872 50⁰ Christliches Leben 582. 583 Lobt Gott ihr Christen 582 Nikolaus Herman 1554 —————.—.— DE RR Ich bin ein klei- nes Kin-de-⸗lein, und mei⸗ne DD Kraft ist schwach; ich möch-te ger ne se-lig sein und P— ů2—, Ee weiß nicht, wie ichs mach. 2. Mein Heiland, du bist mir zugut geworden auch ein Kind und hast mich durch dein teures Blut erlöst von aller Sünd. 3. Mein liebster Heiland, rat mir nun, was ich aus Dank⸗ barkeit dir soll für deine Liebe tun, und was dein Herz erfreut. 4. Ach nimm mein ganzes Herz dir hin, nimms, liebster Heiland, an! Ich weiß, daß ich dein eigen bin, und geb dir, was ich kann. 5. Du hast mich in der Taufe ja mit deinem Heil bekleidt, und, eh ich etwas wußt und sah, zu deinem Kind geweiht 6. Bewahre mir das Herze mein vor allem, was befleckt; du hasts gewaschen, halt es rein, von deiner Gnad bedeckt. 7. Holst du mich früh aus dieser Zeit, was ist es dann wohl mehr? Dann komm ich in die Herrlichkeit zum auserwähl⸗ ten Heer. 8. Und soll ich länger bleiben hier, nehm ich an Jahren zu, so hilf, mein Herzens⸗Jesu, mir, daß ich viel Gutes tu. 9. Beschließ ich endlich meinen Lauf im Glauben seliglich,‚ so hole mich zu dir hinauf und nimm und segne mich. Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf 1700—1760 583 Joh. Friedr. Reichardt 1790 ii Im⸗mer muß ich wie⸗der le⸗sen in dem al⸗ten, heil⸗gen SSSISSSSIIIIIS..... Buch, wie der Herr so gut ge⸗we⸗sen, oh⸗ne Arg und oh⸗ne Trug: 2. wie er ließ die Kindlein kommen, wie er auf sie hingeblickt und sie in den Arm genommen und an seine Brust gedrückt; 3. wie er Hilfe und Erbarmen allen Kranken gern bewies und die Schwachen und die Armen seine lieben Brüder hieß; 50¹ 584 Christliches Leben 4. wie er keinem Sünder wehrte, der mit Reue zu ihm kam, wie er freundlich ihn belehrte, ihm den Tod vom Herzen nahm. 5. Hat die Herde sanft geleitet, die sein Vater ihm verliehn, hat die Arme ausgebreitet, alle an sein Herz zu ziehn. 6. Immer muß ich wieder lesen, und ich lese mich nicht satt, wie der Herr so treu gewesen, wie er uns geliebet hat. Luise Hensel 1798—-1876 584 Friedrich Ernst Fesca 1822 * In die Fer⸗ne möcht ich zie⸗hen, weit von mei⸗nes Va⸗ters Haus; wo die Ber⸗ges⸗spit⸗-zen glü⸗hen, wo die —— frem⸗den Blu⸗men blü⸗hen, ruh⸗te mei⸗ne See⸗le aus. 2. Hätt ich Flügel, hätt ich Flügel, flög ich auf zu meinem Stern; über Meere, Täler, Hügel, sonder Schranke, sonder ö Zügel folgt ich immer meinem Herrn. 3. Ach, das war ein schöner Segen, wenn er mit den Jüngern ging; auf den Feldern, auf den Wegen jedes Herz wie Maien⸗ regen seinen Trost, sein Wort empfing. 4. Ander Los ward uns bereitet. Wie auch blühet rings das ö Land, wie sich rings die Ferne breitet, der uns rufet, der uns leitet, unser holder Freund verschwand. 5. Will mich denn zufrieden geben, fassen mich im stillen Sinn; all mein Denken, Sehnen, Streben, meine Lieb und auch mein Leben geb ich meinem Freunde hin. 6. Seinen Schwestern, seinen Brüdern will ich mich in Treue nahn, an den Armen, Blöden, Niedern will ich dankend ihm erwidern, was er liebend mir getan. 7. Meine Seele, gleich der Taube, die sich birgt im Felsen⸗ stein, wird der Erde nicht zum Raube; in den Himmel dringt mein Glaube, meine Lieb und Sehnsucht ein. 8. Dort ist Gnade, dort Erbarmen, ewge Füll und reiche Lust. All ihr Kranken, all ihr Armen, zum Genesen, zum Erwarmen kommt an eures Heilands Brust! Max von Schenkendorf 1783181⁷7 50² Christliches Leben 585 585 Nach Johann Georg Frech 1843 2—— ◻ 1 1 SISISISIII...III K⸗, wie⸗der, keh⸗re wie⸗der, der du dich ver⸗ sin⸗ke reu⸗ig bit⸗tend nie⸗der vor dem Herrn mit EIIIE Leuer Last Wie du bist, so darfst du kom⸗men und wirst — IL—H◻ꝗ + 1 P—P—— gnä⸗dig auf⸗ge⸗nom⸗men. Sieh, der Herr kommt dir ent⸗ — ———0 27 HER 4 SDSPDPSSPIPIIPII I. — 12—— ge⸗gen, und sein hei⸗lig Wort ver-spricht dir Ver⸗ge⸗bung, EEEEEE ——— I Heil und Se⸗gen; keh⸗re wie⸗der, zau⸗dre nicht! 2. Kehre aus der Welt Zerstreuung in die Einsamkeit zurück, wo in geistiger Erneuung deiner harrt ein neues Glück; wo sich bald die Stürme legen, die das Herz so wild bewegen; wo des heilgen Geistes Mahnen du mit stillem Beben hörst und von neuem zu den Fahnen Jesu Christi heilig schwörst. 3. Kehre wieder, irre Seelel Deines Gottes treues Herz beut Vergebung deinem Fehle, Balsam für den Sündenschmerz. Sieh auf den, der voll Erbarmen dir mit ausgestreckten Armen winket von dem Kreuzesstamme; kehre wieder, fürchte nicht, daß der Gnädge dich verdamme, dem sein Herz vor Liebe brichtl 4. Kehre wiederl Neues Leben trink in seiner Liebeshuld; bei dem Herrn ist viel Vergeben, große Langmut und Geduld. Faß ein Herz zu seinem Herzen, er hat Trost für alle Schmerzen, er kann alle Wunden heilen, macht von allen Flecken rein; darum kehre ohne Weilen zu ihm um und bei ihm ein! 5. Kehre wieder! Endlich kehre in der Liebe Heimat ein, in die Fülle aus der Leere, in das Wesen aus dem Schein, aus der Lüge in die Wahrheit, aus dem Dunkel in die Klarheit, aus dem Tode in das Leben, aus der Welt ins Himmelreich! Doch, was Gott dir heut will geben, nimm auch heute, kehre gleich! Philipp Spitta 1801—1859 503 586. 587 Christliches Leben 586 Hans Georg Nägeli 1815 DDIEE SSDSDSPSSDSDSSS Lobt froh den Herrn, ihr ju⸗gend-li⸗chen Chö⸗rel Er — 1 1 I + V ᷑— 1 III hö⸗ret gern ein Lied zu sei⸗ner Eh⸗re. Lobt froh den — E 1 II — 2 FS II .— 8 +— II —** + 1 I Herrn, lobt froh den Herrn! 2. Es schallt empor zu deinem Heiligtume aus unserm Chor ein Lied zu deinem Rühme, du, der sich Kinder auserkor. 3. Vom Preise voll laz unser Herz dir singen, das Loblied soll zu deinem Throne dringen, das Lob, das unsrer Seel entquoll. 4. Wir stammeln hier; doch hörst du unser Lallen zum Preise dir mit Vaterwohlgefallen. Dir jauchzen wir, uinden wir! 5. Einst kommt die Zeit, wo wir auf tausend Weisen— o Seligkeit!— dich, Unsern Vater, preisen von Ewigkeit zu Ewigkeit. Georg Geßner 1765—1843 Nun danket all und bringet 1 587 Stuttgart 1710 iEEEE= Merk See⸗le, dir das gro⸗ße Wort: Wenn Je⸗sus winkt, so 5..,.,.,dr. ————— geh; wenn er dich zieht, so ei⸗le fort; wenn Je⸗sus hält, so steh. 2. Wenn er dich lobet, bücke dich; wenn er dich liebt, so ruh; wenn er dich aber schilt, so sprich: Ich brauchs, Herr, schlage zul! 3. Wenn Jesus seine Gnadenzeit bald da, bald dort ver⸗ klärt, so freu dich der Barmherzigkeit, die andern widerfährt. 4. Wenn er dich aber brauchen will, so steig in Kraft empor; wird Jesus in der Seele still, so nimm auch du nichts vor. 5. Kurz, liebe Seel, dein ganzes Herz sei von dem Tage an bei Schmach, bei Mangel und bei Schmerz dem Hei⸗ land zugetan. Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf 1700—1760 50⁴ F 1⁵ Christliches Leben 588.589.590 J. G. Witthauer 1785 ————— 2—.—— Mü⸗de bin ich, geh zur——3— bei⸗de Aug⸗lein zu; Va⸗ter, laß die Au⸗gen dein ü⸗ber mei⸗nem Bet⸗te sein. 2. Hab ich Unrecht heut getan, sieh es, lieber Gott, nicht an. Deine Gnad und Fesn Blut macht ja allen Schaden gut. 3. Alle, dir mir sind verwandt, Gott, laß ruhn in deiner Hand; alle Menschen, groß und klein, sollen dir befohlen sein. 4. Kranken Herzen sende Ruh, nasse Augen schließe zu. Laß den Mond am Himmel stehn und die stille Welt besehn. Luise Hensel 1798-1876. N 589 Friedrich Silcher 1842 1— n er——.—.— So nimm denn mei⸗ne Hän⸗de und 15 re mich bis an mein se⸗lig En⸗ de und e-wig=lich. EEEEEE. Ich mag al⸗lein nicht ge⸗hen, nicht ei- nen Schritt: wo EIAESE eee du wirst gehn und ste-hen, da nimm mich mit. 2. In dein Erbarmen hülle mein schwaches Herz und mach es gänzlich stille in Freud und Schmerz. Laß ruhn zu deinen Füßen dein armes Kind, es will die Augen schließen und glauben blind. 3. Wenn ich auch gleich nichts fühle von deiner Macht, du daum mich doch zum Ziele auch durch die Nacht. So nimm enn meine Hände uUnd führe mich bis an mein selig Ende und ewiglich. Julie Hausmann 1826—1901 Alles ist an Gottes Segen 590 Frankfurt a. M. 1738 IIIE— Un⸗ter tau⸗send fro⸗hen Stun⸗den, so im Le⸗ben 50⁵ 591 Christliches Leben E—— +— H—. . *— ich ge⸗fun⸗den, blieb nur ei⸗ne mir ge⸗treu, ei⸗ne, wo in IEI 5..— P e. * tau⸗send Schmer⸗-zen ich er-fuhr in mei- nem Her⸗zen, 1——— +— EIE wer für uns ge⸗stor⸗ben sei. Friedrich von Hardenberg(Novalis) 1772—1801 Nicht so traurig nicht so sehr 591 Johann Georg Ebeling 1666 ‚PRDDRR Vol ⸗ler Wun⸗der, vol⸗ler Kunst, vol⸗ler Weis⸗heit, vol⸗ler Hul-de, Gnad und Gunst, vol⸗ler Lab⸗sal, .., Tuost und Sast. vol⸗ler Wun⸗der, sag ich noch, ist der Ei 25 keu⸗schen Lie⸗be Joch. 8 2. Die sich nach dem Angesicht niemals hier zuvor gekannt, auch sonst im geringsten nicht mit Gedanken zugewandt: deren Herzen, deren Hand knüpft Gott in ein Liebesband. ö 3. Hier wächst ein geschickter Sohn, dort ein edle Tochter 2 zu; eines ist des andern Kron, eines ist des andern Ruh, eines ist des andern Licht, wissens aber beide nicht, b 4. bis so lang es dem beliebt, der die Welt im Schoße hält und zur rechten Stunde gibt jedem, was ihm wohlgefällt. Da erscheint in Werk und Tat der so tief verborgne Rat. 5. Jeder findet, jeder nimmt, was der Höchst ihm ausersehn; was im Himmel ist bestimmt, pflegt auf Erden zu geschehn, und was dann nun so geschicht, das ist sehr wohl ausgericht't. 6. Laß zusammen, was Gott fügt, der weiß, wie's am besten sei: unser Denken fehlt und trügt, sein Gedank ist Mangels frei, Gottes Werk hat festen Fuß, wenn sonst alles fallen muß. ö 7. Siehe frommen Kindern zu, die im heilgen Stande stehn, wie so wohl Gott ihnen tu, wie so schön er lasse gehn alle Taten ihrer Händ auf ein gutes, selges End. ö 8. Ihre Lieb ist immer friscth und verjüngt sich fort undd fort, Liebe zieret ihren Tisch und versüßet alle Wort; Liebe gibt dem Herzen Rast in der Müh und Sorgenlast. ö 506 Christliches Leben 592. 593 9. Gehts nicht allzeit, wie es soll, ist doch diese Liebe still; hält sich in dem Kreuze wohl, denkt, es sei des Herren Will, und versichert sich mit Freud einer künftgen bessern Zeit. 10. Nun, so bleibt ja voller Gunst, voller Labsal, Trost und Saft, voller Wunder, voller Kunst, voller Weisheit, voller Kraft, voller Wunder, sag ich noch, bleibt der keuschen Liebe Joch. Paul Gerhardt 1607-1676 592 Brüdergemeine 1784 + 1—— +I MN ———.———5 ++— 1 —— äIII. Weil ich Je⸗su Schäflein bin, freu ich mich nur im mer⸗hin E ü⸗ber mei⸗nen gu⸗ ten Hir⸗ten, der mich schön weiß zu be⸗wir⸗ten, — * + 1 I + N + 1 I; 1— 1 2— II PEEEE ———— der mich lie⸗bet, der mich kennt und bei mei-nem Na⸗men nennt. 2. Unter seinem sanften Stab geh ich ein und aus und hab unaussprechlich süße Weide, daß ich keinen Hunger leide, und so oft ich durstig bin, führt er mich zum Brunngquell hin. 3. Sollt ich nun nicht fröhlich sein, ich beglücktes Schäfelein? Denn nach diesen schönen Tagen werd ich endlich heimgetragen in des Hirten Arm und Schoß: Amen, ja mein Glück ist groß! Luise Henriette von Hayn 1724—1782 Befiehl du deine Wege 593 Bartholomäus Gesius 1603 [E +————— — SS..I.III.. Wenn al⸗le un⸗treu wer⸗den, so bleib ich dir doch daß Dank⸗bar⸗keit auf Er⸗den nicht aus⸗ge⸗stor⸗ben 1——— + E.——— FSIDI II EEEE——I —8 Für mich um⸗fing dich Lei⸗den, ver⸗gingst für mich in — + ER 1 + + + , Schmerz, drum geb ich dir mit Freu⸗den auf e⸗wig die⸗ses Herz. 2. Oft muß ich bitter weinen, daß du gestorben bist und mancher von den Deinen dich lebenslang vergißt. Von Liebe nur durchdrungen, hast du so viel getan, und doch bist du verklungen, und keiner denkt daran. 507 594. 595 Christliches Leben 3. Du stehst voll treuer Liebe noch immer jedem bei, und wenn dir keiner bliebe, so bleibst du dennoch treu. Die treuste Liebe sieget, am Ende fühlt man sie, weint bitterlich und schmieget sich kindlich an dein Knie. 4. Ich habe dich empfunden; o lasse nicht von mir! Laß innig mich verbunden auf ewig sein mit dir! Einst schauen meine Brüder auch wieder himmelwärts und sinken liebend nieder und fallen dir ans Herz. Friedrich von Hardenberg(Novalis) 1772—1801 594 Heinrich Karl Breidenstein 1825 +——.—. Wenn ich ihn mur bas be, wenn er mein nur ist, wenn SSSSSSSSE miein Herz bis hin zum Gra-be sei⸗ne Treu⸗e nie ver⸗gißt: .n,,, E... — weiß ich nichts von Lei-de, süh⸗ le uchts als An-dacht, — —— Lieb und Freu⸗de. 2. Wenn ich ihn nur habe, laß ich alles gern, folg an meinem Wanderstabe treugesinnt nur meinem Herrn; lasse still die andern breite, lichte, volle Straßen wandern. 3. Wenn ich ihn nur habe, Him ich fröhlich ein; ewig wird zu süßer Labe seines Herzens Flut mir sein, die mit sanftem Zwingen alles wird erweichen und durchdringen. 4. Wenn ich ihn nur habe, hab ich auch die Welt, und des Himmels reiche Gabe meinen Blick nach oben hält. Hinge⸗ senkt im Schauen, kann mir vor dem Irdischen nicht grauen. 5. Wo ich ihn nur habe, ist mein Vaterland, und es fällt mir jede Gabe wie ein Erbteil in die Hand; längst vermißte Brüder find ich nun in seinen Jüngern wieder. Friedrich von Hardenberg(Novalis) 1772—1801 So nimm denn meine Hände 595 Friedrich Silcher 1842 E-E. H+— ee n n ne ————— ie könnt ich ru⸗ hig schla-fen in dun ⸗kler wenn ich, o Gott und Va⸗ter, nicht dein ge⸗ —— Christliches Leben 596 —— +— 12—.— . ducht Es hat des Ta⸗ ges Trei⸗ben mein Herz zer⸗ 345.————— A—— 1 H ...S.S.S.‚.‚E.‚.‚.. streut; bei dir, bei dir ist Frie-den und Se=lig-keit. 2. O decke meine Mängel mit deiner Huld; du bist ja, Gott, die Liebe und die Geduld. Gib mir, um was ich flehe; ein reines Herz, das dir voll Freuden diene in Glück und Schmerz. 3. Auch hilf, daß ich vergebe, wie du schlaft⸗ und meinen Bruder liebe, wie du mich liebst: so schlaf ich ohne Bangen im Frieden ein und Laume süß und stille und denke dein. Agnes Franz 1794-1843 596 Volksweise 1822 +. I II Wie mit grimm⸗gem Un⸗ver⸗stand Wel⸗len sich be⸗ we EI S Sne.——.— gen! Nir⸗-gends Ret⸗tung, nir⸗gends Land vor des Sturmwinds Schlä⸗gen! Ei⸗ner ists, der in der Nacht, ei-⸗ner ists, der uns e, ———— 1..t..— 1 + be⸗wacht: Christ Ky⸗ri⸗e, komm zu uns auf die Seel! 2. Wie vor unserm Angesicht Mond und Sterne schwinden! Wenn des Schiffleins Ruder bricht, wo nun Rettung finden? Wo denn sonst als bei dem Herrn? Seht ihr nicht den Abend⸗ stern? Christ Kyrie, komm zu uns auf die See! 3. Einst in meinerletzten Not laß mich nicht versinken! Soll ich von dem bittern Tod Well auf Welle trinken: reiche mir dann liebentbrannt, Herr, Herr, deine Glaubenshand! Christ Kyrie, komm zu uns auf die Seel 4. Nach dem Sturme fahren wir sicher durch die Wellen, lassen, großer Schöpfer, dir unser Lob erschallen, loben dich mit Herz und Mund, loben dich zu jeder Stund: Christ Kyrie, ja dir gehorcht die See! Johannes Daniel Falk 1770—1826 509 597 Christliches Leben 597 Joh.Abrah.Peter Schulz 1784 E ö5. Einzelne: Wir pflü-gen und wir streu⸗en den ů-men auf das — + I . e 35. Land, doch Wachs-tum und Ge-dei-hen steht in des nn.—— 2—.—, de. 22 Him⸗mels Hand: der tut mit lei⸗sem 9——— sich mild und ———— —. E e. 2.—— heim⸗lich auf und träuft, wenn heim wir ge-hen, Wuchs 13——5 2 0—2— 94008 8. dei⸗ hen drauf. Chor: Al-le gu⸗te Ga⸗be kommt Pꝑꝑqꝑq....I.I.IFI.IFI.I.TT.T.T.... T 12—1— 22 1 her von Gott dem Herrn; drum dankt ihm, dankt, drum ESSEE —........——— 4 dankt ihm, dankt und Hofft auf ihn! 2. Er sendet Tau und Regen und Sonn und Mondenschein und wickelt seinen Segen gar zart und künstlich ein und bringt ihn dann behende in unser Feld und Brot: es geht durch unsre Hände, kommt aber her von Gott. Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn; drum dankt ihm, dankt, drum dankt ihm, dankt und hofft auf ihn! 3. Was nah ist und was ferne, von Gott kommt alles her, der Strohhalm und die Sterne, das Sandkorn und das Meer. Von ihm sind Büsch und Blätter, und Korn und Obst von ihm, das schöne Frühlingswetter und Schnee und Ungestüm. Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn; drum dankt ihm, dankt, drum dankt ihm, dankt und hofft auf ihn! 4. Er läßt die Sonn aufgehen, er stellt des Mondes Lauf; er läßt die Winde wehen und tut die Wolken auf. Er schenkt uns so viel Freude, er macht uns frisch und rot; er gibt dem Viehe Weide und seinen Menschen Brot. Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn; drum dankt ihm, dankt, drum dankt ihm, dankt und hofft auf ihn! Matthias Claudius 1740—1815 5¹⁰ FHHE DIANN Christliches Leben 598. 599 * 598 Bei Adr. Valerius 1626 — + E DD Wir tre⸗ ten zum Be⸗ten vor Gott, den Ge⸗rech⸗ten. ———— I ¹— + +—*— 1 er wal⸗-tet und hal⸗tet ein stren-ges Ge⸗richt; er E läßt von den Schlech-ten nuicht die Gu⸗ ten W1 ten, sem Iu.2 — DRI HN Na⸗me sei ge⸗lobt, er— gißt un⸗ser nichtl zu Vers 3 Z 3. 1 Herr, mach uns freil m Streite zur Seite ist Gott uns gestanden, er wollte, es solte das Recht siegreich sein: da ward, kaum begonnen. die Schlacht schon gewonnen. Du, Gott, warst ja mit uns! Der Sieg, er war dein! 3. Wir loben dich oben, du Lenker der Schlachten, und flehen, mögst stehen uns fernerhin bei, daß deine Gemeinde nicht Opfer der Feinde. Dein Name sei gelobt, o Herr, mach uns frei! Herr, mach uns freil Nach einem altniederländ. Siegeslied vor 1626 Wachet auf ruft uns 599 Frankfurt a. M. 1599 EH 1————— iSPSPSISISISS‚SIESESEE........ icht in Frie⸗ den eu re Pfa ⸗de! Mit Wenn euch Je-⸗ su Hän⸗ de schir-men, gehts — +.—D..—— SISISISPSISISISISISISII..II...I..IJI euch des gro-ßen Got-tes Gna⸗de und sei ⸗ner un⸗ter Son⸗ r und Stür⸗men ge⸗trost und — fih 290—5 und Nuct Lebt wohl, lebt wohl im ) Mit Genehmigung des Originalverlegers F. E. C. Leuckart, Leipzig 511 600 Christliches Leben 4 ——— QꝘ . 4 ——.—— Herrn! Er sei euch nim-mer fern spät und frü⸗he! e, es a 14————— +— Ver-geßt uns nicht in sei- nem Licht, und E—.— 7 ¶ wenn ihr sucht sein An⸗ ge ⸗sicht. Gustav Knak 1806—-1878 O der alles hätt verloren 600 Halle 1705⁵ I SSISISISIIIIIFIFIFIIAIIFII————— * Zi⸗o ons Stil-le soll sich brei-ten um mein Sor⸗gen, 2. de,denn —..—.—.—.— mei ne Pein; denn die Stim-men Got⸗tes läu⸗ten HI E—.— Frie⸗den, ew⸗gen Frie⸗ den em. 2. Ebnen soll sich jede Welle, denn mein König will sich nahn; nur an einer stillen Stelle legt Gott seinen Anker an. 3. Was gewesen, werde stille! Stille, was dereinst wird sein! All mein Wunsch und all mein Wille gehn in Gottes Willen — Rudolf Rögel 1829—1896 5¹² sein! zillen 1896 Anhang 1 Der kleine Katechismus Luthers Erstes Hauptstück Die zehn Gebote Gottes Das erste Gebot. Ich bin der Herr, dein Gott. Du sollst nicht andere Götter haben neben mir. Was ist das? Wir sollen Gott über alle Dinge fürchten, lieben und vertrauen. Das zweite Gebot. Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht unnützlich führen; denn der Herr wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen mißbraucht. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir bei seinem Namen nicht fluchen, schwören, zaubern, lügen oder trügen, sondern denselben in allen Nöten anrufen, beten, loben und danken. Das dritte Gebot. Du sollst den Feiertag heiligen. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir die Predigt und sein Wort nicht verachten, sondern das⸗ selbe heilig halten, gerne hören und lernen. Das vierte Gebot. Du Wh deinen Vater und deine terden ehren, auf daß dirs wohlgehe und du lange lebest auf erden. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unsere Eltern und Herren nicht verachten noch erzürnen, sondern sie in Ehren halten, ihnen dienen, gehorchen, sie lieb und wert haben. Das fünfte Gebot. Du sollst nicht töten. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten an seinem Leibe keinen Schaden noch Leid tun, sondern ihm helfen und fördern in allen Leibesnöten. Das sechste Gebot. Du sollst nicht ehebrechen. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir keusch und züchtig leben in Worten und Werken und ein jeglicher sein Gemahl lieben und ehren. Das siebente Gebot. Du sollst nicht stehlen. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unsers Nächsten Geld oder Gut nicht nehmen, noch mit Schlesisches Provinzial⸗Gesangbuch 33 513 Zweites Hauptstück falscher Ware oder Handel an uns bringen, sondern ihm sein Gut und Nahrung helfen bessern und behüten. Das achte Gebot. Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unsern Nächsten nicht fälschlich belügen, verraten, after⸗ reden oder böfsen Leumund machen, sondern sollen ihn ent⸗ schuldigen, Gutes von ihm reden und alles zum besten kehren. Das neunte Gebot. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten nicht mit List nach seinem Erbe oder Hause stehen und mit einem Schein des Rechts an uns bringen, sondern ihm dasselbe zu behalten förderlich und dienstlich sein. „Das zehnte Gebot. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Knecht, Magd, Vieh oder alles, was sein ist. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten nicht sein Weib, Gesinde oder Vieh ab⸗ spannen, abdringen oder abwendig machen, sondern dieselben anhalten, daß sie bleiben und tun, was sie schuldig sind. Was sagt nun Gott von diesen Geboten allen? Er sagt also: Ich, der Herr, dein Gott, bin ein eifriger Gott der über die, so mich hassen, die Sünde der Väter heimsucht an den Kindern bis ins dritte und vierte Glied; aber denen, so mich lieben und meine Gebote halten, tue ich wohl in tausend Glied. Was ist das? Gott dräuet zu strafen alle, die diese Ge⸗ bote übertreten; darum sollen wir uns fürchten vor seinem Enat und nicht wider solche Gebote tun. Er verheißet aber nade und alles Gute allen, die solche Gebote halten; darum sollen wir ihn auch lieben und vertrauen und gerne tun nach seinen Geboten. Zweites Hauptstück Der Glaube Der erste Artikel. Von der Schöpfung. Ich glaube an Gott den Vater, den Allmächtigen, Schöpfer Himmels und der Erde. Was ist das? Ich glaube, daß mich Gott geschaffen hat samt allen Kreaturen, mir Leib und Seele, Augen, Ohren und alle Glieder, Vernunft und alle Sinne gegeben hat und noch erhält; dazu Kleider und Schuh, her und Trinken, Haus und Hof, Weib und Kind, Acker, Vieh und alle Güter; mit aller Notdurft und Nahrung dieses Leibes und Lebens reichlich und täglich versorget, wider alle Fährlichkeit beschirmet und vor allem Übel behütet und bewahret; und das alles aus lauter väterlicher, göttlicher Güte und Barmherzigkeit, ohne all mein Verdienst und Würdigkeit; des alles ich ihm 51⁴4 — SEe — V sein eden daß fter⸗ ent⸗ hren. eines daß oder igen, sein. eines ist. daß Hab⸗ ben en? Bott, sucht enen, in Ge⸗ inem aber rum nach aube und hat hren und nken, üter; bens rmet alles gkeit, ihm Drittes Hauptstück zu danken und zu loben und dafür zu dienen und gehorsam zu sein schuldig bin. Das ist gewißlich wahr. Der zweite Artikel. Von der Erlösung. Und an Jesum Christum, seinen eingebornen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist vom heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontio Pilato, gekreuziget, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel, Danne zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters, von annen er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Toten. Was ist das? Ich glaube, daß Jesus Christus, wahr⸗ hastiger Gott vom Vater in Ewigkeit geboren und auch wahr⸗ aftiger Mensch von der Jungfrau Maria geboren, sei mein err, der mich verlornen und verdammten Menschen er⸗ set hat, erworben, gewonnen von allen Sünden, vom Tode und von der Gewalt des Teufels; nicht mit Gold oder Silber, schmdig mit seinem heiligen, teuren Blut und mit seinem un⸗ chuldigen Leiden und Sterben; auf daß ich sein eigen sei und in seinem Reich unter ihm lebe und ihm diene in ewiger Gerechtigkeit, Unschuld und Seligkeit; gleichwie er ist auf⸗ erstanden vom Tode, lebet und regieret in Ewigkeit. Das ist gewißlich wahr. Der dritte Artikel. Von der Heiligung. Ich glaube an den heiligen Geist, eine heilige, christliche Kirche, die Gemeine der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen. Was ist das? Ich glaube, daß ich nicht aus eigener Vernunft noch Kraft an Jesum Christum, meinen Herrn, Geist 6. oder zu ihm kommen kann; sondern der heilige eist hat mich durch das Evangelium berufen, mit seinen Gaben erleuchtet, im rechten Glauben geheiliget und erhalten; leichwie er die ganze Christenheit auf Erden berufet, fammelt, erleuchtef heiliget und bei Jesu Christo erhält im rechten, einigen Glauben; in welcher Christenheit er mir und allen Gläubigen täglich alle Sünden reichlich vergibt und am jüngsten Tage mich und alle Toten auferwecken wird und mir samt allen Gläubigen in Christo ein ewiges Leben geben wird. Das ist gewißlich wahr. Drittes Hauptstück Das Vaterunser Die Anrede. Vater unser, der du bist im Himmel. Was ist das? Gott will uns damit locken, daß wir Kinden sollen, er sei unser rechter Vater und wir seine rechten rinder, auf daß wir getrost und mit aller Zuversicht ihn bitten sollen wie die lieben Kinder ihren lieben Vater. 51⁵ Drittes Hauptstück Die erste Bitte. Geheiliget werde dein Name. Was ist das? Gottes Name ist zwar an ihm selbst heilig; aber wir bitten in diesem Gebet, daß er auch bei uns heilig werde. Wie geschieht das? Wo das Wort Gottes lauter und rein gelehrt wird, und wir auch heilig als die Kinder Gottes danach leben; das hilf uns, lieber Vater im Himmel! Wer aber anders lehret und lebet, denn das Wort Gottes lehret, der entheiliget unter uns den Namen Gottes. Davor behüte uns, himmlischer Vater! Die zweite Bitte. Dein Reich komme. Was ist das? Gottes Reich kommt wohl ohne unser Gebet von ihm selbst; aber wir bitten in diesem Gebet, daß es auch zu uns komme. Wie geschieht. das? Wenn der himmlische Vater uns seinen heiligen Geist gibt, daß wirseinem heiligen Wort durch seine Gnade glauben und göttlich leben hier zeitlich und dort ewiglich. Die dritte Bitte. Dein Wille geschehe, wie im Himmel also auch auf Erden. Was ist das? Gottes guter, gnädiger Wille geschieht wohl ohne unser Gebet; aber wir bitten in diesem Gebet, daß er auch bei uns geschehe. Wie geschieht das? Wenn Gott allen bösen Rat und Willen bricht und hindert, so uns den Namen Gottes nicht heiligen und sein Reich nicht kommen lassen wollen, als da ist des Teufels, der Welt und unsers Fleisches Wille, sondern stärket und behält uns fest in seinem Wort und Glauben bis an unser Ende; das ist sein gnädiger, guter Wille. Die vierte Bitte. Unser täglich Brot gib uns heute. Was ist das? Gott gibt täglich Brot auch wohl ohne unsre Bitte allen bösen Menschen; aber wir bitten in diesem Gebet, daß ers uns erkennen lasse und mit Danksagung emp⸗ fangen unser täglich Brot. Was heißt denn täglich Brot? Alles, was zur Leibes⸗ Nahrung und Notdurft gehört, als Essen, Trinken, Kleider, Schuh, Haus, Hof, Acker, Vieh, Geld, Gut, fromm Gemahl, fromme Kinder, fromm Gesinde, fromme und treue Ober⸗ herren, gut Regiment, gut Wetter, Friede, Gesundheit, Zucht, Ehre, gute Freunde, getreue Nachbarn und desgleichen. Die fünfte Bitte. Und vergib uns unsere Schuld, wie wir vergeben unsern Schuldigern. Was ist das? Wir bitten in diesem Gebet, daß der Vater im Himmel nicht ansehn wolle unsre Sünden und um derselben willen solche Bitten nicht versagen; denn wir sind der keines wert, das wir bitten, habens auch nicht verdienet; sondern er wolle es uns alles aus Gnaden geben, denn wir täglich viel sündigen und wohl eitel Strafe verdienen. So wollen wir wiederum auch herzlich vergeben und gerne wohltun denen, die sich an uns versündigen. 516 EEEE Viertes Hauptstück Die sechste Bitte. Und führe uns nicht in Versuchung. Was ist das? Gott versucht zwar niemand; aber wir bitten in diesem Gebet, daß uns Gott wolle behüten und er⸗ halten, auf daß uns der Teufel, die Welt und unser Fleisch nicht betrüge und verführe in Mißglauben, Verzweiflung und andere große Schande und Laster; und ob wir damit an⸗ gefochten würden, daß wir doch endlich gewinnen und den Sieg behalten. Die siebente Bitte. Sondern erlöse uns von dem übel. Was ist das? Wir bitten in diesem Gebet als in der Summa, daß uns der Vater im Himmel von allerlei Ubel Leibes und der Seele, Gutes und Ehre erlöse und zuletzt, wenn unser Stündlein kommt, ein seliges Ende beschere und Hit.— von diesem Jammertal zu sich nehme in den immel. Der Beschluß. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen. Was heißt Amen? Daß ich soll gewiß sein, solche Bitten sind dem Vater im Himmel angenehm und erhöret; denn er selbst hat uns geboten, also zu beten, und verheißen, daß er uns will erhören. Amen, Amen, das heißt: Ja, Ja, es soll also geschehen. Viertes Hauptstück Das Sakrament der heiligen Taufe Zum ersten: Was ist die Taufe? Die Taufe ist nicht allein schlecht undr sondern sie ist das Wasser in Gottes Gebot gefasset und mit Gottes Wort verbunden. Welches ist denn solch Wort Gottes? Da unser Del Christus spricht Matthäi am letzten: Gehet hin in alle elt, lehret alle Völker und taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. Zum andern: Was Eand oder nützet die Taufe? Sie wirkt Vergebung der Sünden, erlöset vom Tode und Teufel und gibt die ewige Seligkeit allen, die es glauben, wie die Worte und Verheißung Gottes lauten. Welches sind solche Worte und Verheißung Gottes? Da unser Herr Christus spricht Marci am letzten: Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig werden; wer aber nicht glaubet, der wird verdammet werden. Zum dritten: Wie kann Wasser solche große Dinge tun? Wasser tuts freilich nicht, sondern das Wort Gottes, so mit und bei dem Wasser ist, und der Glaube, so solchem Worte Gottes im Wasser trauet; denn ohne Gottes Wort ist das Wasser schlecht Wasser und keine Taufe; aber mit dem Worte Gottes ists eine Taufe das ist ein gnaden⸗ reich Wasser des Lebens und ein Bad der neuen Geburt im 5¹1⁷ Fünftes Hauptstück heiligen Geist; wie Sankt Paulus sagt zu Tito im dritten Kapitel: Gott macht uns selig durch das Bad der Wieder⸗ geburt und Erneuerung des heiligen Geistes, welchen er aus⸗ gegossen hat über uns reichlich durch Jesum Christum, unsern Heiland, auf daß wir durch desselben Gnade gerecht und Erben seien des ewigen Lebens nach der Hoffnung. Das ist gewißlich wahr. Zum vierten: Was bedeutet denn solch Wasser⸗ taufen? Es bedeutet, daß der alte Adam in uns durch täg⸗ liche Reue und Buße soll ersäufet werden und sterben mit allen Sünden und bösen Lüsten; und wiederum täglich heraus⸗ kommen und auferstehen ein neuer Mensch, der in Gerechtigkeit und Reinigkeit vor Gott ewiglich lebe. Wo stehet das geschrieben? Sankt Paulus zu den Römern am sechsten spricht: Wir sind samt Christo durch die Taufe begraben in den Tod, auf daß, gleichwie Christus ist von den Toten auferwecket durch die Herrlichkeit des Vaters, also sollen auch wir in einem neuen Leben wandeln. Fünftes Hauptstück Das Sakrament des Altars oder das heilige Abendmahl Was ist das Sakrament des Altars? Es ist der wahre Leib und Blut unsers Herrn Jesu Christi, unter dem Brot und Wein uns Christen zu essen und zu trinken von Christo selbst eingesetzt. Wo stehet das geschrieben? So schreiben die heiligen Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas— und St. Paulus: Unser Herr Jesus Christus, in der Nacht, da er verraten ward, nahm er das Brot, dankete und brachs und gabs seinen Füngern und sprach: Nehmet 1ch und esset; das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; solches tut zu meinem Gedächtnis. Desselbigengleichen nahm er auch den Kelch nach dem Abendmahl, dankete und gab ihnen den und sprach: Nehmet hin und trinket alle daraus; dieser Kelch ist das neue Testa⸗ ment in meinem Blut, das für euch vergossen wird zur Ver⸗ Geduch der Sünden; solches tut, so oft ihrs trinket, zu meinem edächtnis. Was nützet denn solch Essen und Trinken? Das Verge uns diese Worte:„Für euch gegeben und vergossen zur ergebung der Sünden;“ nämlich, daß uns im Sakrament Vergebung der Sünden, Leben und Seligkeit durch solche Worte gegeben wird, denn wo Vergebung der Sünden ist, da ist auch Leben und Seligkeit. Wie kann leiblich Essen und Trinken solche große Dinge tun? Essen und Trinken tuts freilich nicht, sondern 5¹18 der dem von igen lus: aten inen Leib, tnis. dem met esta⸗ Ver⸗ nem Das zur ment olche t, da oße dern Beichte— Taufbund die Worte, so da stehen:„Für euch gegeben und vergossen zur Vergebung der Sünden;“ welche Worte sind neben dem leiblichen Essen und Trinken als das Hauptstück im Sakra⸗ ment. Und wer denselben Worten glaubt, der hat, was sie sagen, und wie sie lauten, nämlich„Vergebung der Sünden.“ Wer empfängtdenn solch Sakrament würdiglich? Fasten und leiblich sich bereiten ist wohl eine feine, äußerliche ucht; aber der ist recht würdig und wohl geschickt, wer den lauben hat an diese Worte:„Für euch gegeben und ver⸗ gossen zur Vergebung der Sünden.“ Wer aber diesen Worten nicht glaubt oder zweifelt, der ist unwürdig und ungeschickt; denn das Wort„Für euch“ fordert eitel gläubige Herzen. Das Lehrstück von der Beichte Was ist die Beichte? Die Beichte begreift zwei Stücke in sich: eins, daß man die Sünde bekenne, das andere, daß man die Absolution oder Vergebung vom Beichtiger empfange, als von Gott selbst, und ja nicht daran zweifle, sondern fest glaube, die Sünden seien dadurch vergeben vor Gott im Himmel. Welche Sünden soll man beichten? Vor Gott soll man sich aller Sünden schuldig geben, auch die wir nicht er⸗ kennen, wie wir im Vaterunser tun. Aber vor dem Beichtiger sollen wir allein die Sünden bekennen, die wir wissen und fühlen im Herzen. Welche sind die? Da siehe deinen Stand an nach den ehn Geboten, ob du Vater, Mutter, Sohn, Tochter, Herr, an Knecht, Magd seiest, ob du ungehorsam, untreu, un⸗ eißig gewesen seiest, ob du jemand Leid getan hast mit Worten oder Werken, ob du gestohlen, versäumet, verwahrlost. oder Schaden getan hast. Wie pflegest du zu beichten? Allmächtiger Gott, barmherziger Vater. Ich armer, elender, Piel Mensch bekenne dir alle meine Bünde und Missetat, die ich begangen mit Gedanken, Worten und Werken, damit ich dich jemals erzürnet und deine Strafe zeitlich und ewiglich verdienet habe. Sie sind mir aber alle herzlich leid und reuen mich sehr, und ich bitte dich um deiner grundlosen Barmherzigkeit und um des unschuldigen, bitteren Leidens und Sterbens deines lieben Sohnes Jesu Christi willen, du wollest mir armen, sündhaften Menschen gnädig und barmherzig sein, mir alle meine Sünden vergeben und zu meiner Besserung deines Geistes Kraft ver— leihen. Amen. Taufbund Ich tem W dem Teufel und allen bnre Werken und allem seinem Wesen und ergebe mich dir, du dreieiniger Gott, Vater, Sohn und heiliger Geist, im Glauben und Gehorsam dir treu zu sein bis an mein Ende. Amen. 519 Die Haustafel etlicher Sprüche für allerlei Stände, dadurch dieselbigen als durch ihre Lektion ihres Amtes und Dienstes zu ermahnen, von Dr. Martin Luther Den Bischöfen, Pfarrherren und Predigern Ein Bischof soll unsträflich sein, eines Weibes Mann, nüchtern, sittig, mäßig, gastfrei, lehrhaftig, nicht ein Wein⸗ säufer, nicht pochen, nicht unehrliche Hantierung treiben, sondern gelinde, nicht haderhaftig, nicht geizig, der seinem eigenen Hause wohl vorstehe, der gehorsame Kinder habe mit aller Ehrbarkeit, nicht ein Neuling, der ob dem Worte halte, das gewiß ist, und lehren kann, auf daß er mächtig sei, zu er⸗ mahnen durch die heilsame Lehre und zu strafen die Wider⸗ sprecher. 1. Timoth. 3, 2—6; Titus 1, 7. 9. Von weltlicher Obrigkeit Jedermann sei untertan der Obrigkeit, die Gewalt über ihn hat; denn es ist keine Obrigkeit ohne von Gott; wo aber Obrigkeit ist, die ist von Gott verordnet. Wer sich nun wider die Obrigkeit setzet, der widerstrebet Gottes Ordnung; die aber widerstreben, werden über—0 ein Urteil empfangen; denn sie trägt das Schwert nicht umsonst; sie ist Gottes Dienerin, eine Rächerin zur Strafe über den, der Böses tut. Röm. 13, 1. 2. 4. Den Ehemännern Ihr Männer, wohnet bei euren Weibern mit Vernunft und gebet dem weiblichen, als dem schwächsten Werkzeuge, seine Ehre als Miterben der Gnade des Lebens, auf daß euer Gebet nicht verhindert werde. 1. Petr. 3, 7. Und seid nicht bitter gegen sie. Kol. 3, 19. Den Ehefrauen Die Weiber seien untertan ihren Männern als dem Herrn, wie Sara Abraham gehorsam war und hieß ihn Herr; welcher Töchter ihr worden seid, so ihr wohl tut, und nicht 1o schüch⸗ tern seid. 1. Petr. 3, 1. 6. Den Eltern Ihr Väter, reizet eure Kinder nicht in Zorn, daß sie nicht scheu werden, sondern ziehet sie auf in der Zucht und Vermahnung zum Herrn. Ephes. 6, 4; Kol. 3, 21. Den Kindern Ihr Kinder, seid gehorsam euren Eltern in dem Herrn; denn das ist billig. Ehre Vater und Mutter, das ist das 5²⁰ n als hnen, t Nann, Wein⸗ ndern genen aller „ das zu er⸗ ider⸗ über aber wider 3 die ngen; rottes 8 tut. nunft zeuge, euer nicht 1900 helcher schüch⸗ aß sie t und Herrn; st das Haustafel erste Gebot, das Verheißung hat: Auf daß dirs wohlgehe und du lange lebest auf Erden. Ephes. 6, 1—3. Den Knechten, Mägden, Tagelöhnern und Arbeitern Ihr Knechte, seid gehorsam euren leiblichen Herren mit Furcht und Zittern, in Einfältigkeit eures Herzens, als Christo, nicht mit Dienst allein vor Augen, als den Menschen zu ge⸗ fallen, sondern als die Knechte Christi, daß ihr solchen Willen Gottes tut von Herzen, mit gutem Willen. 2 euch dünken, daß ihr dem Herrn dienet und nicht den Menschen, und wisset, was ein jeglicher Gutes tun wird, das wird er von dem Herrn empfahen, er sei ein Knecht oder ein Freier. Ephes. 6. 5—8; Kol. 3, 22—25. Den Hausherren und Hausfrauen Ihr Herren, tut auch dasselbige gegen sie und lasset das Dräuen und wisset, daß ihr auch einen Herrn im Himmel habt, und ist bei ihm kein Ansehen der Person. Ephes. 6, 9. Der gemeinen Jugend Ihr Jungen, seid den Alten untertan und beweiset darin die Demut; denn Gott widersteht den hoffärtigen, aber den Demütigen gibt er Gnade. So demütiget euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, daß er euch erhöhe zu seiner Zeit. 1. Petr. 5, 5. 6. Den Witwen Welche eine rechte Witwe und einsam ist, die stellet ihre Hoffnung auf Gott und bleibet am Gebet und Flehen Tag und Nacht; welche aber in Wollüsten lebet, die ist lebendig tot. 1. Timoth. 5, 5. 6. Der Gemeine Liebe deinen Nächsten als dich selbst. In dem Worte sind alle Gebote verfasset. Röm. 13, 9. Und haltet an mit Beten für alle Menschen. 1. Timoth. 2, 1. 2. Ein jeder lern sein Lektion, so wird es wohl im Hause stohn. Schlesisches Provinzial⸗Gesangbuch 34 II Die Geschichte des Leidens und Sterbens unsers Herrn Jesu Christi (nach den vier Evangelien) 1 1. Der Beschluß des Hohenrats Joh. 11, 46-53. Marc. 14, 2 Nach der Auferweckung des Lazarus gingen etliche der Juden hin zu den Pharisäern und sagten ihnen, was Jesus getan hatte. Da versammelten die Hohenpriester und Pharisäer einen Rat und sprachen: Was tun wir? Dieser Mensch tut viel Zeichen. Lassen wir ihn also, so werden sie alle an ihn glauden; so kommen dann die Römer und nehmen uns Land und Leute. Einer aber unter ihnen, Kaiphas, der desselben Jahres Hoherpriester war, sprach zu ihnen: Ihr wißt nichts, bedenkt auch nichts; es ist uns besser, ein Mensch sterbe für das Volk, denn das ganze Volk verderbe. Solches aber redete er nicht von sich selbst, sondern dieweil er desselben Jahres Hoherpriester war, weissagte er; denn Jesus sollte sterben für das Volk, und nicht für das Volk allein, sondern daß er auch die Kinder Gottes, die zerstreut waren, Inmit Lit Rrinen Von dem Tage an ratschlagten sie, wie sie ihn mit List griffen und töteten. Sie sprachen aber: Ja nicht auf das Fest, daß nicht ein Aufruhr im Volk werde! Ein Lämmlein geht und trägt die entzieht sich allen Freuden; Schuld es nimmt auf sich Schmach, Hohn der Welt und ihrer Kinder; und Spott, es geht und büßet in Geduld Angst, Wunden, Striemen, Kreuz die Sünden aller Sünder. und Tod Es geht dahin, wird matt und krank, und spricht: Ich wills gern leiden. ergibt sich auf die Würgebank, 2. Die Salbung in Bethanien Joh. 12, 1—8. Matth. 26, 12. 13 Sechs Tage vor Ostern kam Jesus gen Bethanien, da Lazarus war, der Verstorbene, welchen Jesus auferweckt hatte von den Toten. Daselbst machten sie ihm ein er die miß und Martha diente; Lazarus aber war deren einer, die mi ihm zu Tische saßen. Da nahm Maria ein Pfund Salbe von Müt threwv köstlicher Narde, salbte die Füße Jesu und trocknete mit ihrem Haare seine Füße; das Haus aber ward voll vom Geruch der Salbe. Da sprach seiner Jünger einer, Judas, 5²² ——. 2— 8—.— — ns reuz leiden. „ da hatte mahl e mil e von cknete vom udas, Passion Simons Sohn, Ischariot, der ihn hernach verriet: Warum ist diese Salbe nicht verkauft um dreihundert Groschen und den Armen gegeben? Das sagte er aber nicht, daß er nach den Armen fragte, sondern er war ein Dieb und hatte den Beutel und trug, was gegeben ward. Da sprach Jesus: Laß — mit Frieden; solches hat sie behalten zum Tage meines egräbnisses. Denn Arme habt ihr allezeit bei euch; mich aber habt ihr nicht Ahar ii Daß sie dies Wasser hat auf meinen Leib gegossen, hat sie getan, daß sie mich zum Grabe bereite. Wahrlich, ich sage euch: Wo dies Evangelium ge⸗ predigt wird in der ganzen Welt, da wird man auch sagen zu ihrem Gedächtnis, was sie getan hat. Nun ruhen alle Wälder Ich bin, mein Heil, verbunden was Leib und Seel vermögen, all Augenblick und Stunden das soll ich billig legen dir überhoch und sehr; allzeit an deinen Dienst und Ehr. 3. Das Anerbieten des Judas. Das Osterlamm Mare. 14, 11. 12. Luc. 22, 7—18 Da ging Judas Ischariot hin zu den Hohenpriestern, daß er ihn verriete. Da sie das hörten, wurden sie froh und ver⸗ hießen ihm Geld zu geben; und sie boten ihm dreißig Silber⸗ linge. Von dem an suchte er Gelegenheit, daß er ihn ver⸗ riete. Es kam nun der Tag der süßen Brote, auf welchen man Wewant mußte das Osterlamm. Und Jesus sandte Petrus und Johannes und sprach: Gehet hin, bereitet uns das Oster⸗ lamm, auf daß wirs essen. Sie sprachen zu ihm: Wo willst du, daß wirs bereiten? Er sprach zu ihnen: Siehe, wenn ihr hineinkommt in die Stadt, wird euch ein Mensch begegnen, der trägt einen Wasserkrug; folgt ihm nach in das Haus, da er hineingeht, und sagt zu dem Hausherrn: Der Meister läßt dir sagen: Wo ist die Herberge, darinnen ich das Osterlamm essen möge mit meinen Jüngern? Und er wird euch einen Lernte Saal zeigen, der mit Polstern versehen ist; daselbst ereitet es. ie gingen hin, fanden, wie er ihnen gesagt hatte, und bereiteten das Osterlamm. Und da die Stunde am, setzte er sich nieder und die zwölf Apostel mit ihm. Und er sprach zu ihnen: Mich hat herzlich verlangt, dies Osterlamm mit euch zu essen, ehe denn ich leide. Denn ich age euch, daß ich hinfort nicht mehr davon essen werde, bis aß es erfüllt werde im Reich Gottes. Und er nahm den Kelch, dankte und sprach: Nehmt denselben und teilt ihn unter euch; denn ich sage euch: Ich werde nicht trinken von dem Gewächse des Weinstocks, bis das Reich Gottes komme. Schmücke dich o liebe Seele Komm, mein Herz, in Jesu Leiden Daß ich einen Hen wn habe strömt auch dir ein Quell der Freuden; und in seinem Heil mich labe stille hier dein sehnlich Dürsten und in sein Verdienst mich kleide, aus dem Kelch des Lebensfürsten! das ist meines Herzens Freude. 52³ Passion II 4. Der Jünger Rangstreit Luc. 22, 24—30 Es erhob sich ein Zank unter ihnen, welcher unter ihnen sollte für den Größten gehalten werden. Er aber sprach zu ihnen: Die weltlichen Könige. aber w und die Gewaltigen heißet man gnädige Herrn. Ihr aber nicht also; sondern der Größte unter euch soll sein wie der Jüngste, und der Vor⸗ nehmste wie ein Diener. Denn welcher ist größer: der zu Tisch sitzt, oder der da dient? Ists nicht also: der zu Tische sitzt? Ich bin unter euch wie ein Diener. Ihr seids, die ihr beharrt habt bei mir in meinen Anfechtungen. Und 10 will euch das Reich bescheiden, wie mirs mein Vater beschieden hat, daß ihr essen und trinken sollt über meinem Tische in meinem Reich und sitzen auf Stühlen und richten die zwölf Geschlechter Israels. Nun sich der Tag geendet hat Der du noch in der letzten Nacht. erinnre deine kleine Schar, eh du für uns erblaßt, die sich sonst leicht entzweit, den Deinen von der Liebe Macht daß deine letzte Sorge war so schön gepredigt hast: der Glieder Einigkeit. 5. Die Fußwaschung Joh. 13, 2—18 Bei dem Abendessen, da schon der Teufel hatte dem Judas ins Herz gegeben, daß er ihn verriete, und Jesus wußte, daß ihm der Vater hatte alles in seine Hände gegeben, und daß er von Gott gekommen war und zu Gott ging, stand er vom Abendmahl auf, legte seine Kleider ab, nahm einen Schurz und umgürtete' sich. Darnach goß er Wasser in ein Becken, hob an, den Jüngern die Füße zu waschen, und trocknete sie mit dem Schurze, damit er umgürtet war. Da kam er zu Simon Petrus; derselbe sprach zu ihm: Herr, solltest du mir meine Füße waschen? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Was ich tue, das weißt du jetzt nicht; du wirsts aber hernach erfahren. Da sprach Petrus zu ihm: Nimmermehr sollst du mir die Füße waschen. Jesus antwortete ihm: Werde ich dich nicht waschen, so hast du keinen Teil mit mir. Spricht zu ihm Simon Petrus: Herr, nicht die Füße allein, sondern auch die Hände und das Haupt! Spricht Jesus zu ihm: Wer ge⸗ waschen ist, der bedarf nichts, denn die Füße waschen, sondern er ist ganz rein. Und ihr seid rein, aber nicht alle. Denn er wußte seinen Verräter wohl; darum sprach er: Ihr seid nicht alle rein. Da er nun ihre Füße gewaschen hatte, nahm er seine Kleider, setzte sich wieder nieder und sprach abermal zu ihnen: Wißt ihr, was ich euch getan habe? Ihr heißt mich Meister und Herr und sagt recht dran, ich bins auch. So nun ich, euer Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, so sollt ihr auch euch untereinander die Füße waschen. 52⁴ Passion Ein Beispiel habe ich euch gegeben, daß ihr tut, wie ich euch getan habe. Wahelich, wahrlich, ich sage euch. Der Knecht ist nicht größer denn sein Herr, noch der Apostel größer denn der ihn gesandt hat. So ihr solches wißt, selig seid ihr, so ihrs tut. icht sage ich von euch allen; ich weiß, welche ich erwählt habe. Aber es muß die Schrift ersüllt werden: Der mein Brot ißt, der tritt mich mit Füßen. Herr und Altster deiner Kreuzgemeine Ja, er liebt die Seinen bis ans Herr und Meister, du, an den ich e, glaube, wüßte sie gern alle rein, wasch auch mich von jedem Erden⸗ streckt zu ihnen aus die heilgen staube, Hände, und an Lieb und Demut reich reinigt sie, sein Volk zu sein. mach mein Herz dem deinen gleich. 6. Das Abendmahl Joh. 13, 21—32. Luc. 22, 19. 20 Da Jesus solches gesagt hatte, ward er betrübt im Geist und zeugte und sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Einer unter euch wird mich verraten. Da sahen sich die Jünger untereinander an und ward ihnen bange, von welchem er redete. Es war aber einer unter seinen Jüngern, der zu Tische saß an der Brust Jesu, welchen Jesus lieb hatte. Dem winkte Simon Petrus, daß er forschen sollte, wer es wäre, von dem er sagte; denn derselbe lag an der Brust Jesu. Und er sprach zu ihm: Herr, wer ists? Jesus antwortete: Der ists, dem ich den Bissen eintauche und gebe. Und er tauchte den Aunen ein und gab ihn dem Judas. Und nach dem Bissen fuhr der Satan in ihn. Da sprach Jesus zu ihm: Was du tust, das tue bald. Es wußte aber niemand über dem Tische, wozu ers ihm sagte. Etliche meinten, weil Judas den Beutel hatte, Jesus spräche zu ihm: Kaufe, was Uns not ist auf das Fest; oder, daß er den Armen etwas äbe. Da er nun den Bissen genommen hatte, ging er als⸗ ald hinaus. Und es war Nacht. Da er hinausgegangen war, spricht Jesus: Nun ist des Menschen Sohn verklärt und Gott ist verklärt in ihm. Ist Gott verklärt in ihm, so wird ihn Gott auch verklären in ihm selbst und wird ihn bald ver⸗ klären. Darnach nahm Jesus das Brot, dankte, brachs, gabs ihnen und 8 Das ist mein Leib, der für euch ge⸗ geben wird; das tut zu meinem Gedächtnis. Des⸗ selbengleichen auch den Kelch und sprach: Das ist der Kelch, das neue Testament in meinem Blut, das für euch fie tranden wird zur Vergebung eurer Sünden. Und sie tranken alle daraus. Herzlich tut mich verlangen Er gibt zum heilgen Pfande will selber in mir thronen mir seinen Leib, sein Blut; mit heilgem Gnadenschein: hebt mich aus Nacht und Schande, sollt ich bei ihm nicht wohnen, füllt mich mit Himmelsmut; in ihm nicht selig sein? 5²2⁵ Passion 7. Das neue Gebot Joh. 13, 33—38. Lue. 22, 31. 32 Darnach sprach Jesus: Liebe Kindlein, ich bin noch eine kleine Weile bei euch. Ihr werdet mich suchen; und wie ich 10 den Juden sagte: wo ich hingehe, da könnt ihr nicht hin⸗ ommen, sage ich jetzt auch euch. Ein neu Gebot gebe ich euch, daß ihr euch untereinander liebt, wie ich euch geliebt habe, auf daß auch ihr einander lieb habt. Dabei wird ledermann erkennen, daß ihr meine Jünger seid, so ihr Liebe untereinander habt. Spricht Simon Petrus zu ihm: Herr, wo gehest du hin? Jesus antwortete ihm: Da ich hingehe, kannst du mir diesmal nicht folgen. Petrus spricht zu ihm: Herr, warum kann ich dir diesmal nicht folgen? Ich will mein Leben für dich lassen. Jesus antwortete ihm: Simon, Simon, siehe, der Satanas hat euer begehrt, daß er euch möchte sichten wie den Weizen; ich aber habe für dich gebeten, daß dein Glaube nicht aufhöre. Und wenn du dermaleinst dich bekehrst, so stärke deine Brüder. O du Liebe meiner Liebe Liebe, hast du es geboten, Zünde an die Liebesflamme, daß man Liebe üben soll, daß ein jeder sehen kann: o, so mache doch die toten, wir, als die von einem Stamme, trägen Geister lebensvoll. stehen auch für einen Mann. III 8. Des Petrus Vermessenheit Matth. 26, 30-35 Da sie den Lobgesang gesprochen hatten, gingen sie hin⸗ aus an den Olberg. Da sprach Jesus zu ihnen: In dieser Nacht werdet ihr euch alle ärgern an mir. Denn es steht eschrieben:„Ich werde den Hirten schlagen, und die Schafe der Herde werden sich zerstreuen.“ enn ich aber auferstehe, will ich vor euch hingehen nach Galiläa. Petrus sprach zu ihm: Wenn sie auch alle sich an dir ärgerten, so will ich doch mich nimmermehr ärgern. Jesus der zu ihm: Wahrlich, ich sage dir: In dieser Nachd ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen. Ae wil ich zu ihm: Und wenn ich mit dir sterben müßte, so will ich dich nicht verleugnen. Desgleichen sagten auch alle Jünger. Straf mich nicht in deinem Zorn Mache dich, mein Geist, bereit, denn es ist wache, fleh und bete, Satans List daß dich nicht die böse Zeit über viele Frommen unverhofft betrete; zur Versuchung kommen. 9.„Kein Mangel“.„Zwei Schwerter“ Luc. 22, 35—38 Jesus sprach weiter zu ihnen: So oft ich euch ausgesandt habe ohne Beutel, ohne Tasche und ohne Schuhe, habt ihr auch je Mangel gehabt? Sie sprachen: Nie keinen. Da 526 —EE— —= nn* ne, 4 ihr Da Passion sprach er ihnen: Aber nun, wer einen Beutel hat, der nehme ihn, desselbengleichen auch die Tasche; wer aber nicht hat, verkaufe sein Kleid und kaufe ein Schwert. Denn ich sage euch: Es muß noch auch das vollendet werden an mir, was geschrieben steht:„Er ist unter die Übeltäter gerechnet.“ Denn was von mir geschrieben ist, das hat ein Ende. Sie sprachen: Herr, siehe, hier sind zwei Schwerter. Er aber sprach zu ihnen: Es ist genug. Machs mit mir Gott nach deiner Gült Wer seime Seel zu finden meint, Wer nicht sein Kreuz nimmt und wird sie ohn mich verlieren; folgt mir, wer sie um mich verlieren scheint, ist mein nicht wert und meiner wird sie in Gott einführen. Zier. 10. Jesus in Gethsemane Matth. 26, 36—46 Da kam Jesus mit ihnen zu einem Hofe, der hieß Geth⸗ semane, und sprach zu seinen Füngern: Setzt euch hier, bis daß ich dorthin gehe und bete. Und nahm zu sich Petrus und die zween Söhne des Zebedäus und fing an zu trauern und 1 zagen. Da——.— Jesus zu ihnen: Meine Seele ist betrübt is an den Tod; bleidt hier und wachet mit mir. Und ging hin ein wenig, fiel nieder auf sein Angesicht, betete und sprach: Mein Vater, ists möglich, so gehe dieser Kelch von mir; doch nicht wie ich will, sondern wie du willst. Und er kam zu seinen Jüngern und fand sie schlafend und sprach zu Petrus: Könnt ihr denn nicht eine Stunde mit mir wachen? Wachet und betet, daß ihr nicht in Anfechtung fallet. Der Geist ist willig; aber das Fleisch ist schwach. Zum andern⸗ mal ging er wieder hin, betete und sprach: Mein Vater, ists nicht möglich, daß dieser Kelch von mir gehe, ich trinke ihn denn, so geschehe dein Wille. Und er kam und fand sie aber⸗ mal schlafend, und ihre Augen waren voll Schlafs. Und er ließ sie, ging abermal han betete zum drittenmal und redete dieselben Worte. Da kam er zu Jüngern und sprach zu ihnen: Ach, wollt ihr nun schlafen und ruhen? Siehe, die Stunde ist hier, daß des Menschen Sohn in der Sünder Hände überantwortet wird. Steht auf, laßt uns gehen; siehe, er ist da, der mich verrät. Herr und Altster deiner Kreuzgemeine Eines wünsch ich mir vor allem unverrückt auf einen Mann zu andern, schauen, eine Speise früh und spät; der mit blutgem Schweiß und Todes⸗ selig läßts im Tränental sich wandern, grauen wenn dies eine mit uns geht: auf sein Antlitz niedersank und den Kelch des Vaters trank. 11. Der Verrat Joh. 18, 3—9. Matth. 26, 4850 Da nun Judas zu sich genommen hatte die Schar und der Hohenpriester und Pharisäer Diener, kommt er dahin mit 527 Passion Fackeln, Lampen und mit Waffen. Wie nun Jesus wußte alles, was ihm begegnen sollte, ging er hinaus und sprach zu ihnen: Wen suchet ihr? Sie antworteten ihm: Jesum von Nazareth. Jesus spricht 0 ihnen: Ich bins. Judas aber stand auch bei ihnen. Als nun Jesus zu ihnen sprach: Ich bins, wichen sie zurück und fielen zu Boden. Da fragte er sie abermal: Wen suchet ihr? Sie sprachen: Jesum von Naza⸗ reth. Jesus antwortete: Ich habe euch gefagt, daß ichs sei Sucht ihe mich, so laßt diese gehen.(Hab daß das Wort er⸗ füllt würde, welches er sagte;„Ich e derer keinen ver⸗ loren, die du mir gegeben hast.“) Und der Verräter hatte ihnen ein Zeichen gegeben und Wöbald Welchen ich küssen werde, der ists; den greift. Und alsbald trat er zu Jesu und sprach: Gegrüßet seist du, Rabbi! und küßte ihn. Jesus sprach zu ihm: Mein Freund, warum bist du gekommen? Judas, verrätst du des Menschen Sohn mit einem Kuß? Da traten sie hinzu, legten die Hände an Jesum und griffen ihn. Befiehl du deine Wege Mein Heiland wird verraten, ihn vors Gericht der Heiden geführt zu Spott und Qual; und in der Feinde Hand; ach, meine Missetaten, ich wars, ich sollte leiden, die brachten allzumal was da mein Bürg empfand. 12. Jesu Gefangennahme Matth. 26, 51—56. Marc. 14, 51. 52 Und siehe, einer aus denen, die mit Jesu waren, reckte die Hand aus, zog sein Schwert aus, schlug des Hohenpriesters Knecht und hieb ihm ein Ohr ab. Da sprach Jefus zu ihm: Stecke dein n an seinen Ort, denn wer das Schwert nimmt, der soll durchs Schwert umkommen. Soll ich' den Kelch nicht trinken, den mir mein Vater gegeben hat? Oder meinst du, daß ich nicht könnte meinen Vater bitten, daß er mir zuschickte mehr denn 63 m Legionen Engel? Wie würde aber die Schrift erfüllt? Es muß also gehen. Zu der Stunde sprach Nnd zu den Scharen: Ihr seid ausgegangen als zu einem Mörder mit Schwertern und mit Stangen, mich zu fangen. Bin ich doch täglich gesessen bei euch und habe ge⸗ lehrt im Tempel, und ihr habt mich nicht gegriffen. Aber das ist alles geschehen, daß erfüllt würden die Schriften der Propheten. Da verließen ihn alle JFünger und flohen. Und es war ein JFüngling, der folgte ihm nach; der war mit Leinwand bekleidet auf der bloßen Haut, und die Vioß utoh ergriffen ihn; er aber ließ die Leinwand fahren und floh bloß von ihnen. An Wasserflüssen Babylon „Ja, Vater, ja von Herzensgrund, du kannst, was nie kein Mensch leg auf, ich will dirs tragen, gedacht, mein Wollen hängt an deinem Mund, Gott seinen Sohn abzwingen. mein Wirken ist dein Sagen.“ O Liebe, Liebe, du bist stark, O Wunderlieb, o Liebesmacht, du streckest den in Grab und Sarg, vor dem die Felsen springen. 528 ——2——E73eees 68 889729876 Passion IV 13. Jesus vor Hannas Joh. 18, 12—14. 19—24 Die Schar und der Oberhauptmann und die Diener der Juden nahmen Jesum und banden ihn und führten ihn aufs erste zu Hannas; der war des Kaiphas Schwiegervater, welcher des Jahrs Hoherpriester war. Es war aber Kaiphas, der den Juden riet, es wäre her daß ein Mensch würde umgebracht für das Volk. Aber der Hohepriester fragte Jesum um seine Jünger und um seine Lehre. Jesus antwortete ihm: Ich habe frei öffentlich geredet vor der Welt; ich habe allezeit gelehrt in der Schule und in dem Tempel, da alle Juden zusammenkommen, und habe nichts im Verborgenen ge⸗ redet. Was fragst du mich darum? Frage die darum, die gehört haben, was ich zu ihnen geredet habe; siehe, diese wissen, was ich gesagt habe. Als er solches redete, gab der Diener einer, die dabei standen, Jesu einen Backenstreich und sprach: Sollst du dem oberse also antworten? Jesus antwortete: Habe ich übel geredet, so beweise es, daß es böse sei; habe ich aber recht geredet, was schlägst du mich? Und Hannas sandte ihn gebunden zu dem Hohenpriester Kaiphas. Seelenbräutigam daß kein Zorn noch Stolz sich rege: vor dir sonst nichts gilt als dein eigen Bild. Deiner Sanftmut Schild, deiner Demut Bild mir anlege, in mich präge, 14. Des Petrus Verleugnung Joh. 18, 15-18. Matth. 26, 69—74. Luc. 22, 61 Petrus folgte Jesu nach und ein andrer Jünger. Der⸗ selbe Fünger war dem Hohenpriester bekannt und ging mit Fesu hinein in des Hohenpriesters Palast. Petrus aber stand draußen vor dem Tor. Da ging der andere Jünger hin, re⸗ dete mit der Türhüterin und führte Petrus hinein. Es standen aber die Knechte und Diener und hatten ein Kohlenfeuer gemacht, denn es war kalt, und sie wärmten sich. Petrus stand bei ihnen und wärmte sich. Und es trat zu ihm eine Magd und sprach: Und du warst auch mit dem Jesus aus Galiläal Er leugnete aber vor ihnen allen und sprach: Ich weiß nicht, was du sagst. Als er aber zur Tür hinausging, sah ihn eine andere und sprach zu denen, die da waren: Dieser war auch mit dem Jesus von Nazareth. Und er leugnete abermal und schwur We Ich kenne den Menschen nicht. Und über eine kleine Weile traten hinzu, die da standen und sprachen zu Petrus: Wahrlich, du bist auch einer von denen; denn deine Sprache verrät dich. Da hob er an, sich zu verfluchen und zu schwören: Ich kenne den Menschen nicht. Und alsbald krähte der Hahn. Und der Herr wandte sich und sah Petrus an. Da dachte Petrus an die Worte 529 Passion Jesu, da er zu ihm sagte: Ehe der Hahn krähen wird, wirst du mich dreimal verleugnen. Und ging hinaus und weinte bitterlich. Christus, der uns selig macht Schlage, Jesu, an mein Herz, Blicke mich wie Petrum an, rühre mein Gewissen, daß ich in mich schlage, damit aus der Sünden Schmerz daß ich stets gedenke dran heiße Tränen fließen. und doch nicht verzage. 15. Jesus vor dem Hohenrat Marc. 14, 55—65. Luc. 22, 66—71. Matth. 27, 2 Die Hohenpriester und der ganze Rat suchten Zeugnis wider Jesum, auf daß sie ihn zum Tode brächten, und fanden nichts. Viele gaben falsch Zeugnis wider ihn; aber ihr Zeug⸗ nis stimmte nicht überein. Und etliche standen auf und aben falsch Zeugnis wider ihn und sprachen: Wir haben ge⸗ ört, daß er sagte: Ich will den Tempel, der mit Händen gemacht ist, abbrechen und in drei Tagen einen anderen bauen, der nicht mit Händen gemacht sei. Aber ihr Zeugnis stimmte noch nicht überein. Und der Hohepriester stand auf, trat mitten unter sie und fragte Jesum und sprach: Ant⸗ wortest du nichts zu dem, was diese wi der dich zeugen? Er aber schwieg stille und antwortete nichts. Da fragte ihn der Hohepriester abermal und sprach zu ihm: Bist du Christus, der Sohn des Hochgelobten? Jesus sprach: Ich bins; und ihr werdet sehen des Menschen Sohn sitzen zur rechten Hand der Kraft und kommen mit des Himmels Wolken. Da zerriß der Hohepriester seinen Rock und sprach: Was bedürfen wir weiter Zeugen? Ihr habt gehört die Gotteslästerung. Was dünkt euch? Sie aber verdammten ihn alle, daß er des Todes schuldig wäre. Da fingen etliche an, ihn zu verspeien und zu verdecken sein Angesicht und mit Fäusten zu schlagen und zu ihm zu sagen: ind l uns! Und die Knechte schlugen ihn ins Angesicht. Und als es Tag ward, sammelten sich die Altesten des Volks, die Hohenpriester und Schrift⸗ gelehrten, führten ihn hinauf vor ihren Rat und sprachen: Bist du Christus? sage es uns. Er sprach zu ihnen: Sage ichs euch, so glaubt ihrs nicht; frage ich aber, so antwortet ihr nicht und lasset mich doch nicht los. Darum von nun an wird des Menschen Sohn sitzen zur rechten Hand der Kraft Gottes. Da sprachen sie alle: Bist du denn Gottes Sohn? Er sprach zu ihnen: Ihr sagets, denn ich bins. Sie sprachen: Was bedürfen wir weiter Zeugnisses? Wir habens selbst gehört aus seinem Munde. Und sie bauden ihn, führten ihn hin und übergaben ihn dem Landpfleger Pontius Pilatus. 5 mon ein Jesu, was hast du verbrochen, daß man ein solch scharf Urteil hat gesprochen? Was ist die Schuld? In was für Missetaten bist du geraten 530 E Ero EE“ 2 5„2 wirst einte ignis ze eug⸗ und Passion 16. Des Judas Ende Matth. 27, 3—10 Da das sah Judas, der ihn verraten hatte, daß er ver⸗ dammt war zum Tode, gereute es ihn und brachte wieder die dreißig Silberlinge den Hohenpriestern und den Altesten und sprach: Ich habe übel getan, daß ich unschuldig Blut verraten habe. Sie sprachen: Was geht uns das an? Da siehe du zu. Und er warf die Silberlinge in den Tempel, hob sich davon, ging hin und erhängte sich selbst. Aber die Hohenpriester nahmen die Silberlinge und sprachen: Es taugt nicht, daß wir sie in den Gotteskasten legen; denn es ist Blutgeld. Sie hielten aber einen Rat und kauften den Töpfersacker darum zum Begräbnis der Pilger. Daher ist derselbe Acker genannt der Blutacker bis auf den heutigen Tag. Da ist erfüllt, das gesagt ist durch den Propheten, da er spricht:„Sie haben genommen dreißig Silberlinge, damit bezahlt war der Verkaufte, welchen sie kauften von den Kin⸗ dern Israel, und haben sie gegeben um den Töpfersacker, wie mir der Herr befohlen hat.“ Mitten in der Höllen Angst Heiliger Herre Gott, unsre Sündn uns treiben: heiliger, starker Gott, wo solln wir denn fliehen hin, heiliger, barmherziger Heiland, da wir mögen bleiben? du ewiger Gott, Zu dir, Herr Christ, alleine. laß uns nicht entfallen Vergossen ist dein teures Blut, von des rechten Glaubens Trost. das gnug für die Sünde tut. Kyrie eleison. V 17. Jesus vor Pilatus Joh. 18, 28—38. Mare 15, 3—5 Da führten sie Jesum von Kaiphas vor das Richthaus, und es war frühe. Und sie gingen nicht in das Richthaus, auf daß sie nicht unrein würden, sondern Ostern essen möchten. Da ging Pilatus zu ihnen heraus und sprach: Was bringt ihr für Klage wider diesen Menschen? Sie antworteten und sprachen zu ihm: Wäre dieser nicht ein Abeltäter, wir hätten dir ihn nicht überantwortet. Pilatus sprach zu ihnen: So nehmt ihr ihn hin und richtet ihn nach eurem Gesetz. Da sprachen die Juden zu ihm: Wir dürfen niemand töten. (Auf daß erfüllt würde das Wort Jesu, welches er sagte, da er deutete, welches Todes er sterben würde.) Da ging 9 ilatus wieder hinein ins Richthaus und rief Jesum und sprach zu ihm: Bist du der Juden König? lir antwortete: Redest du das von dir selbst, oder habens dir andere von mir ge⸗ sagt? Pilatus antwortete: Bin ich ein Jude? Dein Volk und die Hohenpriester haben dich mir überantwortet. Was hast du getan? Jesus antwortete: Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Wäre mein Reich von dieser Welt, meine Diener 531 Passion würden drob kämpfen, daß ich den Juden nicht überantwortet würde; aber nun ist mein Reich nicht von dannen. Da sprach Pilatus zu ihm: So bist du dennoch ein König Jesus antwortete: Du sagst es, ich bin ein König. Ich bin dazu geboren und in die Welt gekommen, daß ich für die Wahr⸗ heit zeugen soll. Wer aus der Wahrheit ist, der höret meine Stimme. Spricht Pilatus zu ihm: Was ist Wahrheit! Und da er das gesagt, ging er wieder hinaus zu den Juden und spricht zu ihnen: Ich finde keine Schuld an ihm. Und die Hohenprrehier beschuldigten ihn hart. Pilatus fragte ihn abermal und sprach: Antwortest du nichts? Siehe, wie hart sie dich verklagen! Jesus aber antwortete nichts mehr, also daß sich auch Pilatus verwunderte. O daß ich tausend Zungen hätte Dem König, welcher Blut und Leben erzählt sein Lob der Ewigkeit, dem Leben sener ölker weiht, singt alle Wunder, die er tut; dem König werde Preis gegeben; doch über alles rühmt sein Blut! 18. Jesus vor Herodes Luc. 23, 5—12 Die Juden aber hielten an und sprachen: Er hat das Volk erregt, damit daß er gelehrt hat hin und her im ganzen jüdischen Lande und hat in Galiläa angefangen bis hierher. Da Pilatus Galiläa hörte, fragte er, ob er aus Galiläa wäre. Und als er vernahm, daß er unter des Herodes Obrig⸗ keit gehörte, sandte er ihn zu Herodes, welcher in denselben Tagen auch zu Jerusalem war. Da Herodes Jesum sah, ward er sehr froh; denn er hätte ihn längst gerne gesehen; denn er hatte viel von ihm gehört und hoffte, er würde ein Zeichen von ihm sehen. Und er fragte ihn mancherlei; er antwortete ihm aber nichts. Die Hohenpriester aber und Schriftgelehrten standen und verklagten ihn hart. Aber Herodes mit seinem Hofgesinde verachtete und verspottete ihn, legte ihm ein weiß Kleid an und sandte ihn wieder 52 Pilatus. Auf den Tag wurden Pilatus und Herodes Freunde miteinander; denn zuvor waren sie einander feind. Jesu meines Lebens Leben Du, ach du hast ausgestanden nur mich Armen zu erretten Lästerreden, Spott und Hohn, von den argen Sündenketten: Speichel, Schläge, Strickund Banden, tausend, tausendmal sei dir, du gerechter Gottessohn, liebster Jesu, Dank dafür! 19. Jesus oder Barabbas Matth. 27, 15—23 Auf das Fest hatte der Landpfleger die Gewohnheit, dem Volk einen Gefangenen loszugeben, welchen sie wollten. Er hatte aber zu der Zeit einen Gefangenen, einen sonderlichen vor andern, der hieß Barabbas. Und da sie versammelt waren, sprach Pilatus zu ihnen: Welchen wollt ihr, daß ich euch losgebe? Barabbas oder Jesum, von dem gesagt wird, 532 — 22—2239— 2—2nDrrerteet hortet Da Jesus dazu Jahr⸗ neine Und mund d die ihn hart also , ut! Passion er sei Christus? Denn er wußte wohl, daß sie ihn aus Neid überantwortet hatten. Und da er auf dem Richtstuhl saß, schickte sein Weib zu ihm und ließ ihm sagen: Habe du nichts zu schaffen mit diesem Gerechten; ich habe heute viel erlitten im Traum von seinetwegen. Aber die Hohenpriester und die Altesten überredeten das Volk, daß sie um Barabbas bitten sollten und Jesum umbrächten. Da antwortete nun der Landpfleger und sprach zu ihnen: Welchen wollt ihr unter diesen zweien, den ich euch soll losgeben? Sie sprachen: Barabbas. Pilatus sprach zu ihnen: Was soll ich denn machen mit Jesu, von dem gesagt wird, er sei Christus? Sie sprachen alle: Laß ihn krenziger⸗ Der Landpfleger sagte: Was hat er denn Übels getan? Sie schrieen noch mehr und sprachen: Laß ihn kreuzigen! Der Fromme stirbt, der recht und richtig wandelt; der Böse lebt, der wider Gott mißhandelt; der Mensch verwirkt den Tod und ist entgangen: du wirst gefangen. 20.„Sehet, welch ein Mensch!“ Joh. 19, 1—9 Da nahm Pilatus Jesum und geißelte ihn. Und die Kriegsknechte flochten eine Krone von Dornen, setzten sie auf sein Haupt, legten ihm ein Purpurkleid an und sprachen: Sei gegrüßt, lieber Judenkönig!“ und gaben ihm Backen⸗ streiche. Da ging Pilatus wieder heraus und sprach zu ihnen: Sehet, ich führe ihn heraus zu euch, daß ihr erkennt, daß ich keine Schuld an ihm finde. Also ging Jesus heraus und trug eine Dornenkrone und ein Purpurkleid. Und er spricht zu ihnen: Sehet, welch ein Mensch! Da ihn die Hohenpriester und Diener sahen, schrieen sie und sprachen: Kreuzige! kreu⸗ zigel Pilatus spricht zu ihnen: Nehmt ihr ihn hin und kreuzigt ihn, denn ich finde keine Schuld an ihm. Die Juden antworteten ihm: Wir haben ein Gesetz, und nach dem Ge⸗ setze soll er sterben; denn er hat sich selbst zu Gottes Sohn gemacht. Da Pilatus das Wort hörte, fürchtete er sich noch mehr, ging wieder hinein in das Richthaus und spricht zu Jesu: Von wannen bist du? Aber Jesus gab ihm keine Antwort. Wachet auf ruft uns die Stimme Stiller Jesu, wie dein Wille Mach mich dir gleichgesinnt, dem Willen deines Vaters stille wie ein gehorsam Kind und bis zum Tod gehorsam war. stille, stille! also mach auch gleichermaßen Jesu, hilf du, mein Herz und Willen dir gelassen, hilf mir dazu, ach stille meinen Willen gar. daß ich fein stille sei wie du. 21. Das Todesurteil Joh. 19, 10—15. Matth. 27, 24—26 Pilatus sprach a ihm: Redest du nicht mit mir? Weißt du nicht, daß ich Macht habe, dich zu kreuzigen und Macht 533 Passtion habe, dich loszugeben? Jesus antwortete: Du hättest keine Pincht über mich, wenn sie dir nicht wäre von oben herab gegeben; darum, der mich dir überantwortet hat, der hat größere Sünde. Von dem an trachtete Pilatus, wie er ihn losließe. Die Juden aber schrieen und sprachen: Läßt du diesen los, so bist du des Kaisers Freund nicht; denn wer 200 zum Könige macht, der ist wider den Kaiser. Da Pilatus as Wort hörte, führte er Jesum heraus und setzte sich auf den Richtstuhl an der Stätte, die da heißt Hochpflaster, auf Ebräisch Gabbatha. Es war der Rüsttag zu den Ostern. Und er en: We den Juden: Sehet, das ist euer Königl Sie schrieen: Weg, weg mit dem! Kreuzige ihn! Spricht Pilatus zu ihnen: Soll ich euren König kreuzigen? Die Hohenpriester antworteten: Wir haben keinen König denn den Kaiser. Da Pilatus sah, daß er nichts schaffte, Iyndem daß ein viel größer Getümmel ward, nahm er Wasser, wusch die Hände vor dem Volk und sprach: Ich bin unschuldig an dem Blute dieses Gerechten; sehet ihr zu! Da antwortete das ganze Volk und sprach: Sein Blut komme über uns und unsere Kinder! Da gab er ihnen Barabbas los; aber Jesum ließ er geißeln und überantwortete ihn, daß er gekreuzigt würde. Wollt ihr wissen, was mein Preis?][ Wollt ihr hören, was mein Ruhm? Wollt ihr lernen, was ich weiß?[Jesus, der Gekreuzigte; Wollt ihr sehn mein Eigentum? Jesus, der Gekreuzigte! VI 22. Der Gang nach Golgatha. Die Kreuzigung Matth. 27, 31. 32. Luc. 23, 26—37 Da sie ihn verspottet hatten, zogen sie ihm den Mantel aus, zogen ihm seine Kleider an und führten ihn hin, daß sie ihn kreuzigten. Und er trug sein Kreuz. Und indem sie hinausgingen, fanden sie einen Menschen von Kyrene, mit Namen Simon; den zwangen sie, daß er ihm sein Kreuz trug. Es folgte ihm aber nach ein großer Haufe Volks und Weiber, die klagten und beweinten ihn. Jesus wandte sich um zu ihnen und sprach: Ihr Töchter von Jerusalem, weinet nicht Über mich, sondern weinet über euch selbst und über eure Kinder. Denn siehe, es wird die Zeit kommen, da werden sie anfangen zu sagen zu den Bergen: Fallet über uns! und zu den Hügeln: Decket uns! Denn so man das tut am grünen Holz, was will am dürren werden? Es wurden auch hin⸗ geführt zwei andere Übeltäter, daß sie mit ihm abgetan würden. Und als sie kamen an die Stätte, die da heißt Schädelstätte, kreuzigten sie ihn daselbst und die Übeltäter mit ihm, einen zur Rechten und einen zur Linken. Jesus aber sprach: Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun. Und das Volk stand und sah Er Und die Obersten samt ihnen spotteten sein und sprachen: Er hat andern geholfen, er helfe sich selber, ist er Christ, der 53⁴ noeeee‚eeeer/ees ngen den ünen hin⸗ Pafsion Auserwählte Gottes. Es verspotteten ihn auch die Kriegs⸗ knechte, traten zu ihm, brachten ihm Essig und sprachen: Bist du der Juden König, so hilf dir selber. O Haupt voll Blut und Wunden,] o Haupt, sonst schön gezieret voll Schmerz und voller Hohn, mit höchster Ehr und Zier, o Haupt, zum Spott gebunden ietzt aber hoch schimpfieret: mit einer Dornenborn, gegrüßest seist du mir! 23. Die überschrift. Die Kriegsknechte. Die Schächer Joh. 19, 19—24. Luc. 23, 39—43 Pilatus schrieb eine Aberschrift und setzte sie auf das Kreuz, und war geschrieben:„Jesus von Nazareth, der Juden König.“ Diese Überschrift lasen viele Juden; denn die Stätte war nahe bei der Stadt, da Jesus gekreuzigt ward. Und es war geschrieben in hebräischer, griechischer und lateinischer Sprache. Da sprachen die Hohenpriester der Juden zu Pi⸗ latus: Schreib nicht: Der Juden König, sondern, daß er ge⸗ sagt habe: Ich bin der Juden König. Pilatus antwortete: Was ich geschrieben habe, das hab ich geschrieben. Die Kriegsknechte, da sie Jesum gekreuzigt hatten, nahmen sie seine Kleider und machken vier Teile, einem jeglichen Kriegs⸗ knecht ein Teil, dazu auch den Rock. Der Rock aber war un⸗ genäht, von oben an gewirkt durch und durch. Da sprachen sie untereinander: Laßt uns den nicht zerteilen, sondern darum losen, wes er sein soll.(Auf daß erfüllt würde die Schrift, die da sagt:„Sie haben meine Kleider unter sich geteilt und haben über meinen Rock das Los geworfen.“) Solches taten die Kriegsknechte. Aber der Abeltäter einer, die da gehenkt waren, lästerte ihn und sprach: Bist du Christus, so hilf dir selbst und uns. Da antwortete der andere, strafte ihn und sprach: Und du fürchtest dich auch nicht vor Gott, der du doch in gleicher Verdammnis bist? Und zwar wir sind billig drinnen; denn wir empfangen, was unsere Taten wert sind; dieser aber hat nichts Ungeschicktes getan. Und er sprach zu Jesu: Herr, gedenke an mich, wenn du in dein Reich kommst. And Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradiese sein. Jesus meine Zuversicht Jesus nimmt die Sünder an! auf verkehrten Weg verfallen. Saget doch dies Trostwort allen, Hier ist, was sie retten kann: welche von der rechten Bahn Jesus nimmt die Sünder an. 24. Das Volk. Die Mutter und der Jünger Jesu Matth. 27, 39—43. Joh. 19, 25—27 Die vorübergingen, lästerten ihn, schüttelten ihre Köpfe und sprachen: Der du den Tempel Gottes zerbrichst und baust ihn in drei Tagen, hilf dir selber! Bist du Gottes Sohn, so Iwor herab vom Kreuzl Desgleichen auch die Hohenpriester spokteten sein samt den Schriftgelehrten und Altesten und 53⁵ Passion sprachen: Andern hat er geholfen und kann sich selber nicht helfen. Ist er der König Ifraels, so steige er nun vom Kreuz, so wollen wir ihm glauben. Er hat Gott vertrauet; der er⸗ löse ihn nun, hat er Lust zu ihm; denn er hat gesagt: Ich bin Gottes Sohn. Es stand aber bei dem Kreuze Jesu seine Mutter und seiner Mutter Schwester, Maria, des Kleophas Weib und Maria Magdalena. Da nun Jesus seine Mutter sah und den Jünger dabei stehen, den er lieb hatte, spricht er zu seiner Mutter: Weib, siehe, das ist dein Sohn! Danach spricht er zu dem Jünger: Siehe, das ist deine Mutter! Und von der Stunde an nahm sie der Jünger zu sich. Christus der ist mein Leben Du sorgest für die Deinen o denk auch an die Meinen, noch in der letzten Not; wenn mich ereilt der Tod. 25. Der Tod Matth. 27, 45-47. 49. Joh. 19, 2830. Lue. 23, 46. Joh. 19, 30 Von der sechsten Stunde an ward eine Finsternis über das ganze Land bis au der neunten Stunde. Und um die neunte Stunde schrie Jesus laut und sprach: Eli, Eli, lama asabthani? das ist: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Etliche, die da standen, da sie das hörten, sprachen sie: Der ruft dem Elia. Die andern aber sprachen: Halt, laß sehen, ob Elia komme und ihm helfe! Danach, da Jesus wußte, daß schon alles vollbracht war, daß die Schrift erfüllt würde, spricht er: Mich dürstet. Da stand ein Gefäß voll Essig. Sie aber füllten einen Schwamm mit Essig, legten ihn um einen Ysop und hielten es ihm dar zum Munde. Da nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht. Und er schrie abermals laut und sprach: Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände. Und als er das gesagt hatte, neigte er das Haupt und verschied. Wenn ich einmal soll scheiden, Erscheine mir zum Schilde, so scheide nicht von mir; zum Trost in meinem Tod wenn ich den Tod soll leiden, und laß mich sehn dein Bilde so tritt du dann herfür; in deiner Kreuzesnot. wenn mir am allerbängsten Da will ich nach dir blicken, wird um das Herze sein, da will ich glaubensvoll so reiß mich aus den Angsten dich fest an mein Herz drücken. kraft deiner Angst und Pein. Wer so stirbt, der stirbt wohl. VII 26. Nach dem Tode Matth. 27, 51—56. Joh. 19, 31—37 Und siehe da, der Vorhang im Tempel zerriß in zwei Stücke von oben an bis unten, und die Erde erbebte, und die Felsen zerrissen, und die Gräber taten sich auf, und standen auf viele Leiber der Heiligen, die da schliefen, gingen aus den Gräbern nach seiner Auferstehung, kamen in die heilige Stadt 536 LKAEEEE5s„e AE&EE Passion und erschienen vielen. Aber der Hauptmann und die bei ihm waren und Jesum bewahrten, da sie sahen das Erdbeben und was da geschah, erschraken sie sehr und sprachen: Wahrlich, dieser ist Gottes Sohn gewesen! Und es waren viele Weiber da, die von ferne zusahen, die da Jesu waren nachgefolgt aus Galiläa und hatten ihm gedient; unter welchen war Maria Magdalena und Maria, die Mutter des Jakobus und Joses, und die Mutter der Kinder des Zebedäus. Die Juden aber, dieweil es der Rüsttag war, daß nicht die Leichname am Kreuze blieben den Sabbat über, baten Pilatum, daß ihre Beine gebrochen und sie abgenommen würden. Da kamen die Kriegsknechte und brachen dem ersten die Beine und dem andern, der mit ihm gekreuzigt war. Als sie zu Jesu kamen, da sie sahen, daß er schon gestorben war, brachen sie ihm die Beine nicht, sondern der Kriegsknechte einer öffnete seine Seite mit einem Speer, und alsbald ging Blut und Wasser heraus. Und der das gesehen hat, der hat es bezeuget, und sein Zeug⸗ nis ist wahr; und derselbe weiß, daß er die Wahrheit sagt, auf daß auch ihr glaubet. Denn solches ist geschehen, daß die Schrift erfüllet würde:„Ihr sollt ihm kein Bein zerbrechen,“ und abermals spricht eine andere Schrift:„Sie werden sehen, in welchen sie gestochen haben.“ O Krens Not, der Herr ist tot! hat dadurch das Himmelreich Am Kreuz ist er gestorben, uns aus Lieb erworben. 27. Die Grablegung Matth. 27, 57—66 Am Abend kam ein reicher Mann von Arimathia, der hieß Joseph, welcher auch ein Fünger Jesu war. Der ging zu Piatus und bat ihn um den Leib Jesu. Da befahl Pilatus, man sollte ihn ihm geben. Und Joseph nahm den Leib, wickelte ihn in eine reine Leinwand, legte ihn in Fels eigenes, neues Grab, welches er hatte lassen in einen Fels hauen, wälzte einen großen Stein vor die Tür des Grabes und ging davon. Es war aber allda Maria Magdalena und die andere Maria, die setzten sich gegen das Grab. Des anderen Tages, der da folgt nach dem Rüsttage, kamen die Hohenpriester und Pharisäer sämtlich zu Pilatus und sprachen: Herr, wir haben Wuach daß dieser Verführer sprach, da er noch lebte: Ich will nach drei Tagen auferstehen. Darum befiehl, daß man das Grab verwahre bis an den dritten Tag, auf daß nicht seine Jünger kommen und stehlen ihn und sagen zu dem Volk: Er ist auferstanden von den Toten; und werde der letzte Betrug ärger denn der erste! Pilatus sprach zu ihnen: Da habt ihr die Hüter; ken d. hin und verwahret, wie ihr wisset. Sie gingen hin, verwahrten das Grab mit Hütern und versiegelten den Stein. O Traurigkeit o Herze leid So ruhest du, o meine Ruh, und erweckst durch deinen Tod in deiner Grabeshöhle meine tote Seele. 537 III Gebete für den häuslichen Gebrauch A. Morgengebete 1. Luthers Morgensegen Das walte Gott Vater, Sohn und heiliger Geist! Amen. Ich danke dir, mein lieber himmlischer Vater, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, daß du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte dich, du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem übel, daß dir all mein Tun und Leben gefalle, denn ich be⸗ fehle mich, meinen Leib und Seele und alles in deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht über mich habe. Amen. 2. Sonntag Vater der Barmherzigkeit! Segne uns diesen Tag, an dem wir von irdischen Geschäften ruhen und unsern Geist zu dir erheben dürfen. Rede du selbst heute zu uns. Du hast Worte des Lebens. Erleuchte das Auge umsered Geistes, daß wir die Geheimnisse deines Wortes, den Ratschluß deiner Liebe erkennen. Laß den unvergänglichen Samen deines Wortes Frucht bringen für Zeit und Ewigkeit. Segne unsere Andacht, damit wir dich im Geiste und in der Wahrheit anbeten. Be⸗ iunoi uns vor Gedankenlosigkeit, vor Leichtsinn und vor allen sündhaften Zerstreuungen, durch die dein Tag entheiligt würde. Laß seinen Segen uns auch durch die ganze Woche begleiten. eiliger Vaker, heilige uns in deiner Wahrheit; dein Wort ist die Wahrheit. Heilige uns zu deinem Dienst. Dein Dienst ist Leben und Seligkeit. Amen. 3. Montag Herr Gott, himmlischer Vater, ich danke dir durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, für allen Schutz und alle Wohltat, die du mir bisher erwiesen hast. Auch für diese neue Woche befehle ich mich mit Leib und Seele und mit aller Arbeit meines Berufs, in die du mich hineingestellt hast, in deine treue, gnädige Obhut. Sei du der Anfang meines Denkens, Trachtens und Tuns. Gib, daß ich alles zum Lobe deines Namens beginne, meinem Rächsten damit diene und es in deiner Liebe vollbringe. Dir befehle ich auch mein Weib und Kind, mein Hausgesinde und alles, was ich habe. Erhalte uns deine Gnade in Christo. Hilf auch die Last dieser Woche tragen und gib uns ein fröhliches Gemüt, in allem deinem Gebote zu folgen. Dein heiliger Geist regiere uns, er wirke in uns allen das Wollen und Vollbringen. Amen. 538 Morgengebete 4. Dienstag Herr, unser Gott, du rufst uns nach dem Schlummer der Nacht zu neuem Tagewerke. Darum kommen wir zu dir mit unserem Gebet und Flehen. Schenke uns auch heute lebendigen Glauben, der Freude und Leid aus deinen gnädigen Vater⸗ händen nimmt, schenke uns ungeheuchelte Liebe, die nicht das Ihre sucht, schenke uns unerschütterliche Hoffnung und Geduld, die nicht zuschanden wird. Segne unsern Eingang und Aus⸗ gang, unsere Gedanken, Worte und Werke. Dein Name werde auch bei uns geheiligt, dein Reich komme auch zu uns, dein Wille geschehe auch an uns und durch uns heute und immer⸗ dar. Amen. 5. Mittwoch Allmächtiger, ewiger Gott! Du läßt das Licht scheinen aus der Finsternis. Du hast uns durch den nächtlichen Schlum⸗ mer erquickt und weckst uns wieder, deinen Namen zu preisen und anzurufen. Wir bringen dir auch in dieser Morgenstunde das Opfer unseres Dankes und unserer Anbetung. Wie sich ein Vater über Kinder erbarmt, so erbarmst auch du dich über die, die dich fürchten. Gib uns auch heute alles, was uns heilsam ist. Mache uns zu Kindern des Lichts und zu Erben deiner ewigen Güter. Gedenke, Herr, in deiner Barmherzigkeit auch deines ganzen Volkes, aller, die mit uns beten, aller, die deiner Gnade und Hilfe bedürfen. Schütte über sie alle den Reichtum deiner Liebe, Gnade und Treue aus, damit wir alle als deine erlösten Kinder, unwandelbar in festem Glauben, deinen heiligen und wunderbaren Namen rühmen mögen. Amen. 6. Donnerstag Wir danken dir, Gott, du Vater des Lichts, daß du uns aus der Finsternis der Nacht herausgeführt und uns von neuem den Tag hast sehen lassen. Sei uns auch heute gnädig und erhöre unser Gebet; du allein bist ja unsere Zuflucht für und für, du barmherziger Gott. Laß die wahrhaftige Sonne deiner Gerechtigkeit in unsere Herzen scheinen; erleuchte unsern Verstand und behüte alle unsere Sinne, daß wir ehrbarlich wandeln als am Tage den Weg deiner Gebote. Du bist die lebendige Quelle, und in deinem Lichte sehen wir das Licht. Amen. 7. Freitag Du treuer Heiland! Du hast uns durch dein bittres Leiden und Sterben Gnade bei deinem himmlischen Vater erworben und ewiges Leben gebracht. Wir danken dir von Herzeusgrund für alle deine Liebe, die du uns in deiner Angst und Not bis zum Tode am Kreuze erwiesen hast. Laß uns nie vergessen, wieviel es dich gekostet hat, daß wir erlöst sind. Mache uns im Glauben immer sester in der Liebe immer inniger, in der Hoffnung immer fröhlicher, in der Geduld immer getroster. im en Keten immer williger und treuer. Wir kennen und haben keinen anderen Helfer als dich allein. Wir lassen dich 539 Tischgebete nicht, du segnest uns denn. So sei uns denn auch heute Tade. und behüte und bewahre uns bis zu unserem letzten age. Amen. 8. Sonnabend Mein Gott und Vater, ich danke dir! Leben und Wohl⸗ tat hast du an mir getan, und dein Aufsehen bewahrt meinen Odem. Deine Barmherzigkeit hat noch kein Ende, sondern sie ist alle Morgen neu, und deine Treue ist groß. Du bist mein Teil; darum will ich auf dich hoffen. Wieder neigt sich eine Woche meines Lebens ihrem Ende zu. Er⸗ halte 1 auf deinen Wegen und laß meine Tritte nicht gleiten. Laß mich in lebendigem Glauben meinem Heiland nachfolgen, der allein der Weg, die Wahrheit und das Leben ist. Sei mir auch weiterhin freundlich und fördere das Werk meiner Hände. Behüte mich vor allem Übel, behüte meine Seele, behüte meinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit. Amen. B. Tischgebete 1. Vor dem Essen a. Aller Augen warten auf dich, Herr, und du gibst ihnen ihre Speise zu seiner Zeit. Du tust deine Hand auf und er⸗ füllest alles, was lebet, mit Wohlgefallen. Amen. ö Herr Gott, Wan deme Vater, segne uns und diese deine Gaben, die wir von deiner milden Güte zu uns nehmen, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Herr Gott, lieber himmlischer Vater, wir bitten dich, daß du es uns erkennen lassest und wir mit Danksagung empfangen unser täglich Brot. Amen. b. Speis uns, Vater, deine Kinder,. i die betrübten Sünder, sprich den Segen zu. den Gaben, die wir jetzo vor uns haben, daß sie uns zu diesem Leben Stärke, Kraft und Nahrung geben, bis wir endlich mit den Frommen zu der Himmelsmahlzeit kommen. Amen. Vater, segne diese Speise, uns zur Nahrung, dir zum n Amen. on dir allein kommt alles, was wir haben; gib auch den Segen, Herr, zu deinen Gaben. Amen. 2. Nach dem Essen — a. Danket dem Herrn, denn er ist freundlich und seine Güte währet ewiglich. Amen. Wir danken dir, Herr Gott Vater, durch Jesum Christum, unsern Herrn, für alle deine Wohltat, der du lebest und re⸗ gierest in Ewigkeit. Amen. b. Wir danken Gott für seine Gaben, die wir von ihm empfangen haben; wir bitten unsern lieben Herrn, er woll hinfort uns mehr beschern und speisen uns mit seinem Wort, daß wir satt werden hier und dort. Ach lieber Gott, du wollst uns geben nach dieser Welt das ewge Leben. Amen. 5⁴⁰ heute etzten Vohl⸗ vahrt Ende, groß. zieder Er⸗ nicht iland eben Werk neine nan ihnen id er⸗ deine men, aß du ingen übten o vor und u der zum auch ö seine stum, id re⸗ ihm woll Wort, t, du (men. Abendgebete Mein Herr und Gott, für Speis und Trank sag ich dir herzlich Lob und Dank. Amen. Du gabst uns wieder unser Brot, hab Lob und Dank, du treuer Gott. Amen. C. Abendgebete 1. Luthers Abendsegen Das walte Gott Vater, Sohn und heiliger Geist! Amen. Ich danke dir, mein lieber himmlischer Vater, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, daß du mich diesen Tag gnädiglich behütet hast, und bitte dich, du wollest mir ver⸗ geben alle meine Sünde, wo ich unrecht getan habe, und mich diese Nacht auch gnädiglich behüten. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht über mich habe. Amen. 2. Sonntag Wir preisen dich, Vater und Herr des Himmels und der Erde, für alle Gnade, die du uns an diesem Tage aufs neue erwiesen hast. Speise und Trank hast du den Menschen zur Erquickung gegeben, daß sie dir danken; uns aber spendetest du geistliche Speise und geistlichen Trank und ewiges Leben durch deinen lieben Sohn. Entziehe uns nicht dein lauteres Wort, sondern laß es 191 in unsern Herzen, damit es aufgehe und Frucht bringe. Uud wenn wir heute Unrecht getan und dich durch Gedankenlosigkeit und Weltsinn betrübt haben, so laß es uns nicht entgelten, sondern vergib es uns nach deiner großen Barmherzigkeit. üste uns mit der Kraft deines heiligen Geistes, daß wir wachen und beten, feststehen im Glauben und in heiligem Wandel uns bereiten auf den Tag unseres Herrn Jesu Christi. Gedenke, Herr, deiner ganzen Gemeinde, erlöse sie von allem Übel, vollende sie in deiner Liebe. Tröste alle geängsteten, mühseligen und beladenen Herzen und gib und bewahre uns allen deinen Frieden durch Jesum Christum, unseren einigen Mittler. Amen. 3. Montag Barmherziger, gnädiger Gott! Ich lobe und preise dich, daß du mich diesen Tag hast vollenden und seine Mühe und Plage hast überwinden lassen. Du legst eine Last auf und hilfst sie tragen. Ich danke dir aber auch von Herzen für all das Gute, das ich heute aus deiner Hand empfangen habe; und wieviel Böses hast du in Gnaden abgewendet! Ach Herr, ich bin zu gering all der Paßtr lind d und Treue, die du aufs neue an mir getan hast! nd darum bitte ich dich, lieber himmlischer Vater, vergib mir alle meine Sünde in Gedanken, Worten und Werken. Laß deine Gnade nicht von mir weichen. Behüte auch jetzt meinen Schlummer und laß— ich wache oder schlafe— deinen Namen und dein Gedächtnis 54¹ Abendgebete in meinem Herzen bleiben. Sei du mein Schatten über meiner rechten Hand. Laß deine heiligen Engel sich um mich lagern. Wecke mich morgen zu deinem Lobe und Preise, daß ich mit neuen Kräften dir dienen möge. Amen. 4. Dienstag Herr Gott von großer Güte und Treue, sei uns gnädigz gedenke unserer Sünden nicht, sondern handle mit uns nach deiner großen Barmherzigkeit. Auf dir allein steht unsere Zuversicht; dich rufen wir an als unseren einzigen Helfer in Aller Not. Unter dem Schatten deiner Flügel haben wir unsere Zuflucht, bis du unser Leid wendest und unserem Jammer ein Ende machst. Sei und bleibe du unsere feste Burg, unser Schutz und Schirm, daß uns kein Unglück stürzen könne, wie Dei es auch sei. So wollen wir deinem Namen lobsingen und eine Güte rühmen heute und alle Tage unseres Lebens. Amen. 5. Mittwoch Mein Gott und Vater, du einziges und höchstes Gutl In dir allein findet mein Herz Ruhe, in deiner Gnade allein seine höchste Freude. Wenn ich nur dich habe, so habe ich Leben und volles Genügen. Wie wohl ist meiner Seele, wenn du sie deiner Vergebung gewiß machst und mein Ge⸗ wissen stillst. Erhalte mir deinen Frieden, der höher ist als alle Vernunft und Herz und Sinn bewahrt in Christo Jesu. Sendest du mir Leid, so stärke mich durch den kräftigen Trost deines heiligen Geistes. Soll meine letzte Nacht anbrechen, so führe mich in deinen ewigen Frieden ein, wo ich dich schaue von Angesicht zu Angesicht, wo Freude die Fülle und lieb⸗ liches Wesen ist zu deiner Rechten immer und ewiglich. Amen. 6. Donnerstag Herr Jesu, wir kommen mit Danken vor dein Angesicht. Auch dieser Tag war ein Gnadengeschenk deines Vaters im Himmel. Der dich, seinen lieben Sohn, für uns alle dahin⸗ dich wat wie sollte er uns in dir nicht alles schenken? Durch ich hat er auch uns berufen zu seinen erlösten und versöhnten Kindern. Du hast die Frucht von deinem Leiden und Sterben auch uns gewährt. So gedenke auch ferner unser in Gnaden und laß uns deiner Hirtentreue auch in dieser Nacht befohlen sein. Nimm alle, die dich lieben, an dein Herz und laß sie in dir sicher ruhn. Gib allen Weinenden Trost, allen Müh⸗ seligen Erquickung, allen Friedlosen deinen Frieden, allen Kranken und Schlaflosen sanfte Ruhe, allen Sterbenden die selige Hoffnung der Auferstehung. Zu dir allein flehn wir auch jetzt: Bleibe bei uns, lieber Herr, denn es ist Abend worden, und der Tag hat sich geneigt. Amen. 7. Freitag O Gott, du Brunnquell meines Lebens, sammle alle meine Kräfte und Gedanken jetzt in dir, damit ich dir recht 5⁴² Festgebete danke. Wenn ich noch einmal diesen Tag überschaue, wie könnte ich dir vergelten alle Wohltat, die du wieder an mir getan? Mein ganzes Leben möchte ich dir dafür zum Danke weihen. So befehle ich mich dir mit allem, was ich habe und bin. Umschließe du selbst mein Herz wie mit einer festen Mauer, dann kann ich sicher ruhn und zufrieden sein mit allem, was du mir auch schicken magst. Ich bin dein; dein lieber Sohn hat mich teuer erkauft zu deinem Eigentum. So laß mich in dir leben und in dir ruhen. Dein heiliger Geist sei mir Stärke und Hilfe zu allem Guten, Schutz und Schirm vor allem Bösen. Amen. 8. Sonnabend Danket dem Herrn; denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich. Wer bin ich, Herr, Herr, und was ist mein aus, daß du mich bis hierher gebracht hast? Auch diese Woche ast du mich an deiner Vaterhand gehalten. Des Tages saß ich unter deinem Schutz, du Höchster, und des Nachts ruhte ich unter deinem Schatten, du Allmächtiger. Nun darf ich es von ganzem Herzen bekennen: Du bist meine Zuvoersicht und meine Dug, mein Gott, auf den ich traue. Wohl habe ich solche Güte und Treue nicht verdient; denn auch in dieser vergangenen Woche habe ich dich durch Undank und Untreue gar oft betrübt. Du aber bist tren und barmherzig und deckst alle unsere Fehle mit dem Verdienst deines lieben Sohnes uge Christi. Darum verwirf auch mich nicht von deinem ngesicht und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir. Und wie du mir aus Gnade meine Übertretungen vergibst, so neige auch mein Herz dazu, denen zu verzeihen, die mir wehe getan haben. Und nun laß mich und die Meinen in Frieden ruhen. Gib Friede und Ruhe allen Menschen, be⸗ sonders den Betrübten und Elenden. Laß uns morgen mit Freude erwachen und deinen Tag uns zum Segen begehen. Rüste uns dann mit neuer Kraft, in deinen Wegen zu wan⸗ dein, bis wir einst den ewigen Sabbat feiern dürfen in der herrlichen Freiheit deiner Kinder. Amen. D. Festgebete Advent Wir danken dir, Vater im Himmel, daß du uns deinen Sohn gesandt und zu unserem Heilande und Erlöser geschenkt hast. Er hat uns errettet aus dem Reiche der Finsternis und uns Gerechtigkeit, Heil und Seligkeit gebracht. O laß uns ihn, unsern König und Seligmacher, immer besser und tiefer erkennen, immer dankbarer und fröhlicher loben, daß wir sein eigen bleiben und in seinem Reiche unter ihm leben und ihm dienen. Laß ihn aufs neue einziehen in alle Herzen und Häuser, in jedes Volk und Land, daß er darin mit seinem Wort und Geist regiere und herrsche. Wehre denen, die ihm die Pforte verschließen oder ihn gar vertreiben und von sich 5⁴3 Festgebete stoßen. Sende dein Licht und deine Wahrheit allen, die noch nichts von ihm wissen. Zerbrich die Bande ihres Aberglaubens und Unglaubens. Mache frei alle, die noch in falscher Lehre und gotklosem Wesen gefangen sind. Breite das Reich deines lieben Sohnes immer weiter und herrlicher auf dieser Erde aus, daß alle Lande deiner Ehre voll werden. Dir, dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geiste sei Lob und Preis in Ewigkeit! Amen. Weihnachten Allmächtiger Gott und Vater! Ehre sei dir in der Höhel Du hast Großes an uns getan, des sind wir fröhlich; denn uns ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr. Wir danken dir von Herzen, daß du uns solche Liebe erzeigt und uns deinen eingeborenen Sohn gegeben hast, auf daß wir nicht verloren werden sondern das ewige Leben haben. Preis und Dank sei dir, Herr Jesu! Du bist ein Menschen⸗ kind geworden, damit wir Gottes Kinder würden; du bist arm geworden, damit wir durch deine Gnade reich würden; du hast dich erniedrigt und Knechtsgestalt angenommen, damit wir zum Ebenbilde Gottes erneuert und zu Erben des Him⸗ mels erhoben würden. In dir ist uns aufgegangen die Sonne der Gerechtigkeit. Durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes hat uns besucht der Aufgang aus der Höhe. Nun dürfen wir aus deiner Fülle nehmen Gnade um Gnade. Darum erhebt auch meine Seele den Herrn, und mein Geist freuet sich Gottes, meines Heilandes. Ziehe nun in mein Erb hinein und erfülle es mit allen Gaben deiner Güte und rbarmung. Regiere mich mit deinem heiligen Geiste, bringe mir Vergebung für alle Schuld, verleihe mir Trost in allem Leid, Hilfe in aller Not, Kraft zum Widerstande gegen jede Versuchung und endlich auch Sieg in meinem letzten Kampfe. Deine Heilandsliebe walte über mir und allen, die dein eigen sind; gib uns deinen Frieden, o Jesu. Amen. Jahresschluß Allmächtiger, ewiger Gott, barmherziger, lieber Vater! Wieder neigt sich ein Wit unserer irdischen Pilgerschaft seinem Ende zu. ie groß ist deine Güte, die du uns bisher aus väterlichem Herzen so unzählig bewiesen hast, obwohl wir mit unseren Sünden nur deine Strafe verdient hätten. Du hast uns dein heiliges, seligmachendes Wort und den rechten Ge⸗ brauch der heiligen Sakramente rein erhalten, du hast uns friedliche Zeiten beschert, uns unser tägliches Brot gegeben und unsere Arbeit gesegnet. So manches Unglück hast du in Gnaden von uns abgewendet und Haus und Hof vor Feuers⸗ not und Schaden behütet. Und wenn deine Hand schwer auf uns lag und Kreuz und Trübsal uns heimsuchten, so hast du uns zwar gezüchtigt, aber dein Vaterherz voll Gnade und Treue blieb uns aufgetan. Du hast es uns erkennen lassen, daß denen, die dich lieben, doch alle Dinge zum besten dienen 5⁴⁴ 9 vo w B u M un Ta W di u nein und inge llem jede ipfe. igen iter! nem aus mit hast Ge⸗ uns eben u in lers⸗ auf t du und ssen, enen Festgebete müssen. Lob und Preis sei dir darum, du lieber Vater im Himmel, für alles, was du mir und den Meinen in diesem verflossenen Fahre Gutes getan hast. Aber in Demut bitten wir dich auch: Rechne uns nicht zu, was wir in diesem Jahre Böses getan haben, sondern vergib uns alle unsere Sünde um unseres Heilandes willen. Hilf uns, daß wir nicht alte Missetat in das neue Jahr mit hinübernehmen, sondern laß uns den neuen Menschen anziehen, der nach dir geschaffen ist. Und weil wir nicht wissen, wann auch unseres Lebens letzter Tag sich neigen wird, so laß uns die flüchtigen Jahre unserer Wallfahrt in deiner Furcht hinbringen, laß uns dir leben, dir sterben, damit wir dein seien und bleiben, du treuer Gott und Herr! Mache uns selig, o Jesu! Amen. Neujahr In deinem Namen, du getreuer Herr, fangen wir ein neues Irne unseres Lebens an. Fange du an, uns aufs neue zu segnen. rneue deine Vaterliebe an uns und leite uns mit deiner Gna⸗ denhand. Gib uns neugeborene Herzen, heiligen Mut und rechte Werke. Erhalte uns dazu dein lauteres Evangelium, rüste die Diener deines Wortes mit deinem heiligen Geiste, segne Kirche und Schule. Behüte uns vor falscher Lehre, daß wir im rechten Glauben nur den einen Meister suchen, Jesus Christus. Gib unserer Obrigkeit guten Rat und gute Tat; erhalte in jedem Hause lautere Frömmigkeit und heilige Zucht; verbinde in Liebe und Treue Eltern, Kinder und Hausgesinde. Bewahre uns vor Krieg und Blutvergießen und schenke uns Friede und Eintracht in unserer Gemeinde wie in unserem ganzen Vaterlande. Wende von uns ab Seuchen und Teuerung und kröne auch dieses neue Jahr mit deinem Gut. Gib uns und einem jeden, was Ers irdischen Leben not ist, und fördere das Werk unserer Hände. Erbarme dich aller Menschen, bekehre die Sünder, bringe die Irrenden zurecht, erleuchte unsere Feinde stärke die Frommen. Schütze Witwen und Waisen, versorge die Armen, speise die Hungrigen, erlöse die schuldlos Gefangenen, pflege die Kranken, behüte die Reisenden, Le bei denSterbenden. Das alles wollst du geben, o meines Lebens Leben, mir und der Christenschare zum selgen neuen Jahre. Amen. Epiphanias Du auch Himmelskönig Jesus Christus, wir danken dir, daß du auch den Heiden zu Licht und Trost gekommen bist und uns zu Mitgenossen deines Reiches gemacht hast. Dein Wort sei auf waierer Lebensreise der Stern, dem wir allezeit folgen. Wollen uns eigene oder fremde Gedanken von seinem Lichte abwenden, so führe uns gnädig wieder auf den rechten Weg zurück. Wird es dunkel um uns und in uns, so laß seinen Glanz uns nur um so heller leuchten, bis der Tag anbricht und der Morgenstern uns aufgeht. Dann werden auch wir dich immer wieder finden und dich anbeten in Demut, Liebe und Gehorsam. Dir bringen wir heute aufs neue unser Herz zum Opfer; o nimm es an und heilige es dir selbst zum Eigentum. Amen. Schlesisches Provinzial⸗Gesangbuch 35 54⁵ Festgebete Passionszeit a. Herr Gott, Vater aller Barmherzigkeit, siehe gnädig auf uns, deine Kinder und Hausgenossen. Um unsertwillen hat ja dein lieber Sohn sich nicht geweigert, in der Sünder Arense übergeben zu werden und die schmachvolle Pein des Kreuzes zu leiden, er, der Gerechte für die Ungerechten, damit wir durch ihn den Zugang hätten zu deinem Vaterherzen. Gib uns auch Gnade, nach 98 d Vorbilde all unser Leiden in Geduld zu tragen, auf daß du samt deinem Sohne und dem heiligen Geiste allezeit gepriesen werdest. Amen. b. Herr Jesu, du einiger Mittler zwischen Gott und uns, wir preisen dich für alles, was du für uns getan und er⸗ duldet hast. Wieder urahe wir dich in diesen stillen Wochen auf deiner Marterstraße. Schenke uns dazu den Geist rechter Andacht, damit wir zu ernster Buße, zu lebendigem Glauben und dankbarer Liebe gegen dich erweckt werden. Stehe du selbst uns bei, damit wir dir immer treuer nach⸗ folgen bis in den Tod. Du hast deine Gemeinde geliebt und sie erkauft mit deinem Blute. Dir sei Ehre in Ewigkeit. Amen. . Barmherziger Vater, du Gott unseres Heils, wieder betrachten wir in diesen stillen ernsten Wochen das versöhnende Leiden und Sterben unseres Heilandes und Herrn. Gib uns dazu andächtige, aus aller erstreuung gesammelte Herzen. Laß uns den ewigen Ratschluß deiner Liebe gegen uns sündige Menschen in Demut anbeten und laß es uns dankbar er⸗ kennen, wie teuer wir erkauft sind. Gib, o gnädiger Vater, daß die Verkündigung des Leidens und Todes Jesu Christi in uns allen kräftig und fruchtbar werde, damit wir den für uns gekreuzigten Heiland mit lebendigem Glauben annehmen, unsere vielfachen Versäumnisse und Übertretungen von Herzen bereuen, uns selbst und der Welt absterben und hinfort einzig ö‚ nach dem Willen unseres Erlösers leben. Laß uns das Wort vom Kreuze aufs neue zu göttlicher Kraft und Weisheit werden, uns zur Seligkeit und zum Preise deiner Gnade, die sich so herrlich in dem Geheimnis des Todes Christi offenbart hat. Das hilf um deiner ewigen Liebe willen. Charfreitag Allmächtiger, ewiger Gott, barmherziger Vater! Du hast deines einigen Sohnes nicht verschont, sondern ihn für uns alle dahingegeben. Dank sei dir für deine wunderbare Gnade, daß du den, der von keiner Sünde wußte, für uns zur Sünde gemacht hast, damit wir in ihm würden die Gerechtigkeit, die vor dir gilt. O du mein Heiland, Jesu Christ, du warst der Allerverachtetste und Unwerteste, voller Schmerzen und Krankheit. Denn der Herr warf unser aller Sünde auf dich, und also trugst du unsre Krankheit und ludst auf dich unsere Schmerzen. Um unserer Missetat willen bist du verwundet und um unserer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe lag auf dir, auf daß wir Frieden hätten, und durch deine Wunden sind wir geheilt. 5⁴ —. I AEENE SEASN ädig illen nder des amit rzen. eiden und uns, d er⸗ tillen Geist igem rden. nach⸗ und men. ieder iende uns rzen. ndige r er⸗ zater, sti in uns men, t hast runs nade, zünde r, auf cheilt Festgebete So nimm denn auch heute das Opfer unsers Dankes, daß du dies alles uns zugute auf dich genommen hast und deinem Vater gehorsam geworden bist bis zum Tode, ja bis zum Tode am Kreuz. Erbarm dich auch ferner über uns, deine Erlösten, und hilf, daß unser keiner verloren gehe. Hast du dein heiliges Leben für uns zum Schuldopfer gegeben, so gib uns nun auch deinen heiligen Geist zur wahren Besserung unseres Lebens und mache uns durch deine Erkenntnis gerecht. Laß uns in aufrich⸗ tiger Reue und Buße dein Leiden und Sterben täglich betrachten und in lebendigem und festem Glauben 9 deinen Wunden unsere Zuflucht nehmen. Gib uns allezeit nach deinem Vorbilde ein ge⸗ duldiges Herz, daß auch wir unser Kreuz auf uns nehmen und dir willig nachfolgen. Sterben wir mit dir, so werden wir mit dir leben. Dulden wir mit dir, so werden wir mit dir herrschen und zu deiner ewigen Herrlichkeit erhoben werden. Amen. Ostersonnabend Herr Jesu, du unser ue und unser Leben! Wir treten heute im Geiste an dein stilles Grab, wo du nach allen Schmerzen und Leiden deine Ruhestatt gefunden hast. Du hast durch dein Ruhen im Grabe auch unsere Gräber zu Stätten deines Friedens geweiht. So befreie uns nun im Glauben an dich von aller Todesfurcht, laß uns in unserer letzten Stunde unsern Geist getrost in deine Hände befehlen und mache uns gewiß in der unerschütterlichen Hoffnung, daß, weil du vom Tode erstanden bist, auch wir nicht im Tode bleiben, sondern auferstehen werden zum ewigen Leben. Amen. Ostern Allmächtiger Gott und Vater! Du hast deinen Sohn Jesum lehenie nachdem er die Leiden des Todes überstanden, wieder lebendig gemacht und ihn zum Preise deines Namens und zum Trost aller Gläubigen aus dunkler Grabesnacht siegreich her⸗ vorgeführt. Mit fröhlichem Herzen bringen wir dir heute das Opfer unserer Anbetung und Buseres Dankes. Du hast Großes an uns getan! Du hast durch den Tod deines lieben Sohnes uns freigemacht von Sünde und Schuld, du hast durch seine Auferweckung uns wiedergeboren zu einer lebendigen Hoffnung, zu einem unvergänglichen, unbefleckten und unverwelklichen Erbe, das uns behalten wird im Himmel. O, so gib denn, daß wir hinfort nicht mehr uns selbst leben, sondern dem, der für uns gestorben und auferstanden ist. Schaffe durch die Kraft deines heiligen Geistes in uns immer mehr ein neues Leben, ein Leben in Glaube und Liebe, in Hoffnung und Geduld. Gieße deinen Segen aus auf alle, die heut fröhliche Ostern halten, erbarme dich aber auch aller Armen und Kranken, Notleidenden und Beküm⸗ merten und erquicke sie mit der fröhlichen Osterbotschaft, daß der auferstandene Heiland auch ihnen zuruft: Friede sei mit euch! Be⸗ gleite uns alle auf dem Wege unserer Pilgrimschaft mit deinen tröstlichen Friedensworten, bis wir zur Ruhe kommen und mit Freuden erwachen zum Anschauen deiner Herrlichkeit. Amen. 5⁴7 Festgebete Himmelfahrt Wir danken dir, Herr Jesu, daß du aufgefahren bist zu deinem Vater und zu unserem Vater,— deinem Gott und zu unserem Gott. So hast du uns den Weg gebahnt, der auch uns zum Himmel führt. Bewahre uns nun in deiner Gnade vor allen eitlen, irdischen Gedanken. Sammle unsern zerstreuten Sinn in deiner Gegenwart und mache unser ummnges Her stille in deinem Frieden. Erschließe durch deinen heiligen Geist die Augen unseres Geistes, daß wir die Größe deiner Herrlich⸗ keit und Liebe recht erkennen, und laß dadurch auch unsere Seele himmelwärts gezogen werden. O Herr, vergib uns um deiner Liebe willen, daß wir oft noch so wenig gelucht haben, was droben ist. Laß uns von nun an dir allein die Ehre geben, der du uns so hoch geliebt hast. Laß auch uns deinem ewigen Zep⸗ ter dienen, damit auch wir in Wort und Wandel bekennen, daß du der Herr bist, zur Ehre deines himmlischen Vaters. Amen. Pfingsten Herr, unser Gott, du hast einst am Tage der Pfingsten deinen heiligen Geist über die Herzen deiner Gläubigen aus⸗ gegossen; gieße ihn auch heute über unser dürres, verschmach⸗ tetes Herz. Ja komm, du heiliger Gottesgeist, zieh ein in unsere Seele und ziere sie mit deinen Gaben, daß wir die großen Taten unseres Gottes, die durch Jesum Christum ge⸗ schehen sind, recht erkennen und mit neuen Zungen verkünden. Wandel uns von aller Unbußfertigkeit zu einem neuen heiligen el im Lichte deiner Wahrheit, daß wir immer reiner, immer treuer und immer freudiger unserem Gotte und unserem Wan Heilande dienen. O du Geist des Gebets, erwecke unsere Herzen, damit wir sie zu Gott erheben und ihn in allen Nöten an⸗ rufen. Und wenn wir nicht wissen, was und wie wir bitten sollen, so vertritt du selbst uns mit unaussprechlichem Seufzen. Du Geist der Geduld gib uns Geduld in unserem Leiden und Be. ständigkeit bis ans Ende. Du Geist der Stärke, sei unsere Kraft zu jeder guten Tat, ermutige die Schwachen, hilf den Gefallenen auf, bringe die Irrenden zurecht und halte sie an deiner rechten Hand. Du Geist des Friedens, verbinde unsere Herzen in Sanft⸗ mut und Demut, in Liebe und Eintracht, sei du das starke Band der Einigkeit unter allen Christen, allen Kirchen. Führe uns alle hinan zu einerlei Glauben und Erkenntnis des Sohnes Gottes, bis daß einst eine Herde und ein Hirte wird. Amen. Erntefest a. nach reicher Ernte. Barmherziger Vater! Wir brin⸗ gen heute vor deinen Thron den demütigen Dank für deine ewigreiche Liebe, womit du auch in diesem Jahre deine milde Hand über uns aufgetan und alles, was da lebet, mit Wohl⸗ gefallen gesättigt hast. Du hast uns vom Himmel Regen und fruchtbare Zeiten gegehen, den Segen unserer Felder uns treulich behütet und unsere Herzen erfüllt mit Speise und Freude. Was ist der Mensch, daß du sein gedenkst, und des Menschen 5⁴⁸ Festgebete Kind, daß du dich sein so annimmst! Dich sollen wir finden und fühlen in deinen Wohltaten; aber mit tiefer Beschämung müssen wir es bekennen: wir sind deiner Gaben nicht wert; wir haben deiner oft vergessen; wir haben oft ängstlich gesorgt und ezagt, oft den Reichtum deiner Güte verachtet. Vergi uns, Bater, unsere Sünden! Bewahre uns vor dem Leichtsinn, der deine Gebote vergißt, vor der Unmäßigkeit, die deine Gaben mißbraucht, vor dem Geiz, der Herz und Hand dem Bruder verschließt. Dein Segen allein macht reich, und niemand lebt davon, daß er viele Güter hat. Wenn du unsere Seele von uns forderst, wes wird es sein, was wir gesammelt haben? O, so hilf uns reich werden in dir, unserem Gott; laß deine Güte uns zur Buße leiten und höre nicht auf, uns zu segnen. Gib auch ferner fruchtbare Zeiten; bewahre uns väterlich vor Mangel und Teuerung und laß uns deine Gaben in Frieden und guter Gesundheit genießen. Du machst fröhlich, was da lebt; wohlan, so erfreue auch die Herzen aller Armen, Verlassenen und Betrübten, laß sie inne werden, daß keins unter ihnen von dir vergessen sei. Hilf uns allen, daß wir nicht auf das Fleisch, sondern auf den Geist säen, damit wir vom Geiste das ewige Leben ernten und in der himmlischen Freudenernte dich reiner und freudiger loben durch Jesum Christum, erott⸗ Rebe Amen. b. nach spärlicher Ernte. Gnädiger Gott, lieber Vater im Himmel, du bist reich über alle, die dich anrufen. In Demut rufen auch wir dich heute an und beugen uns in ernster Buße unter deine gewaltige Hand. Schwerer Schaden hat in diesem Jahre unsere Felder, Wiesen und Gärten betroffen und so viele unter uns in große Not gebracht. Wir haben keine andere Zuflucht als dein Erbarmen. Wir danken deiner ewigen Treue, daß du uns immer noch so viel an irdischen Gaben übrig gelassen und auch so vielen Dürftigen bisher durchge⸗ holfen hast. Ach hilf auch ferner um Jesu ul, o willen und gib, daß wir allesamt, wie durch deine Güte, so auch durch deinen Ernst nur zu dir gezogen werden. Behüte uns vor Sünde und Undank, besonders vor Untreue in der Verwaltung unseres zeitlichen Gutes und vor jedem Mißbrauch deiner Gaben damit wir deinen Segen nicht von uns stoßen. Laß uns nicht vergessen, den Armen wohlzutun und mitzuteilen. Wende dein Antlitz wieder zu uns und tue uns Gutes, daß das Land sein Gewächs gebe und die Teuerung, auch die Unbarmherzigkeit der Menschen nicht überhandnehme. Segne ealle ehrliche Arbeit; gib jedem, der sich redlich nähren will, Arbeit und Lohn. Gib uns allen Geduld und stärke unser Vertrauen auf dich. Du hast uns ja verheißen: Ich will dich nicht verlassen noch ver⸗ säumen. Laß uns nur um so eifriger nach dem einen trachten, was not ist, damit wir in dir Freude und Frieden haben. Amen. Reformationsfest 1. Lob und Preis sei dir, du ewiger Vater unseres Herrn Jesu Christi, daß du durch den Dienst Martin Luthers und seiner Gehilfen das helle Licht deines Evangeliums wieder⸗ 5⁴49 Festgebete um hast leuchten lassen. Du lebendiger Gott und Herr deiner Kirche, sammle dir allezeit auch unter uns durch dein lauteres Wort und dein unverfälschtes Sakrament eine gläubige Ge⸗ meinde und regiere unsere Herzen durch deinen heiligen Geist, daß wir dich im Geist und in der Wahrheit anbeten und nach deinem Wohlgefallen dir Gehorsam leisten. Heiliger Vater, beilige uns in deiner Wahrheit; dein Wort ist die Wahrheit. O, so laß dies Wort unseres Herzens Freude und Trost sein, daß wir nimmermehr davon abweichen, sondern fest daran halten, gib uns Eifer und Freudigkeit, daß wir uns treulich zu deinem Gnadentische halten, damit wir selig werden allein aus Gnaden, im Glauben an Unsern Herrn Jesum Christ. Amen. 2. Getreuer Gott und Herrl! Wir danken dir, daß du uns von Kind auf zu dem lauteren Quell deines alleinseligmachen⸗ den Wortes geführt und uns die reine Erkenntnis deiner Wahr⸗ heit erschlossen hast. Laß uns das köstliche Erbe, welches du uns durch deinen Knecht Martin Luther und andere keure Glaubenshelden neu geschenkt hast, treulich bewahren. Laß uns als lebendige Glieder deiner evangelischen Kirche evan⸗ elisch glauben, allein deiner Gnade vertrauen, die uns in deinem Reben Sohne unsere Sünden vergeben und uns gerecht ge⸗ sprochen hat. Laß uns evangelisch leben in der Kraft deines heili⸗ gen Geistes als deine Kinder, treu in unserem Tagewerk, fest und unerschütterlich in der Zuversicht auf deine Hilfe, liebevoll und barmherzig gegen unsere Brüder und Schwestern. Laß uns evan⸗ gelisch leiden, trauend auf deine Verheißung:„Selig sind, die um Gerechtigkeit willen verfolgt werden, denn das Himmelreich ist un ihr“, demütig und ergeben auch in den dunkelsten Stunden un unseres Lebens. Und laß uns einst auch evangelisch sterben das im Glauben an den einigen Mittler, der allein der Weg und übe die Pforte ist zu deinem ewigen Vaterhause. Dazu erhalte uns dein heiliges Wort, beschirme deine Kirche und mehre das Reich deiner Wahrheit und Liebe. Amen. Buß⸗ und Bettag De Herr Gott, barmherzig, gnädig, geduldig und von großer 1 Güte und Treue, der du vergibst Missetat, Übertretung und Sünde, wir bekennen vor dir mit unserem ganzen Volke Unsere Schuld, unsere große Schuld. Oft haben wir dich verlassen, haben der Welt und unserm Fleisch gedient und deine heiligen Gebote übertreten. Du hast uns gerufen, und wir haben nicht geantwortet; du hast uns gedroht, und wir haben vom Bösen nicht abgelassen; du hast uns gezüchtigt, und wir haben uns nicht gedemütigt. Wir sind allzumal Sünder, und mangeln des Ruhmes, den wir an dir haben sollten. Aber im Namen deines lieben Sohnes kommen wir zu dir und bitten: Mache uns durch sein Blut rein von allen unseren Sünden. Sieh uns erbarmend als deine von ihm erlösten Kinder an und schenke uns deinen Geist, daß er uns erleuchte, reinige und ernenere. Nimm einen jeden zu Gnaden an, der heute mit bußfertigem Herzen zu dir aufblickt. Und wer noch in Unbuß⸗ 5⁵⁰ „„ amen Mache Sieh und und e mit nbuß⸗ Gebete für Beichte und Abendmahl fertigkeit verhärtet ist, den erwecke durch dein heiliges Wort zu ernster Umkehr, solange es noch Zeit ist. Alle Kranken und Notleidenden, Betrübten und Angefochtenen befehlen wir deiner treuen Vaterliebe. Stärke und tröste sie und laß ihnen aus ihrer Trübsal eine friedsame Frucht der Gerechtigkeit reifen. Die du aber von dieser Welt abberufen willst, in denen ver⸗ herrliche deine Macht und Gnade, daß sie in getrostem Glauben von hinnen scheiden und die Seligkeit erlangen, die du uns bereitet hast durch Jesum Christum. Amen. Totenfeier Ewiger, allmächtiger Gott, du Herr über Lebende und Tote, wir gedenken heute vor dir unserer Entschlafenen. Du hast sie erlöst von allem Übel dieses vergänglichen Lebens und ihnen, wie wir hoffen, ausgeholfen zu deinem himmlischen Reiche. Wir danken dir für alles, was du vom ersten bis zum letzten Augenblicke ihres Lebens an ihnen getan hast, für'allen leib⸗ lichen und geistlichen Segen, für alle Not und alle Durchhilfe, für alle Trübsal und alle Freude, für alle Trauer und alle Tröstungen, womit du ihre irdischen Tage begnadigt, auch für alles Gute, das du uns in ihnen und durch sie gespendet hast. Setze, barmherziger Vater, ihr Gedächtnis zum Segen. Er⸗ scheine mit deinem Trost allen, die durch den Tod dieser Ent⸗ schlafenen gebeugt und betrübt sind, und erquicke sie durch dein Wort und die Hoffnung des ewigen Lebens. Bereite uns alle mehr und mehr zu einem seligen Ende. Treibe von uns, wenn unser letztes Stündlein kommt, alle Anfechtung und mehre unsern Glauben an deinen Sohn, der die Auferstehung und das Leben ist, daß wir in seiner Kraft alle Schrecken des Todes überwinden. Amen. E. Beichte und Abendmahl Anleitung zur Selbstprüfung Da siehe deinen Stand an nach den heiligen zehn Geboten. 1. Ist Gott, mein Vater in Christo, für mich das höchste Gut? Fürchte und liebe ich ihn über alles? Wende ich mich in allen meinen Anliegen an ihn? Oder ist irgend ein irdisches Gut, ein Geschöpf, ein Mensch mir lieber als mein Gott? Bete ich Gott im Geist und in der Wahrheit an oder ist mein Gottesdienst ein Werk der Gewohnheit und des Scheines? 2. Habe ich vor Gott und göttlichen Dingen wahre Ehrfurcht bewiesen und nie die heiligen Worte und Namen zum Aber⸗ glauben oder zum Scherz mißbraucht? Habe ich nicht durch leichtsinniges Fluchen und Schwören Gottes Namen ent⸗ heiligt? „Ist mir der Tag des Herrn bisher ein Tag des Segens für meine Seele gewesen? Habe ich ihn nicht entheiligt durch gemeines Wochenwerk oder durch sündliche Freuden? Benutze ich den Sonntag zum Heile meiner Seele? Höre ich gern Gottes Wort? Bin ich andächtig bei Gebet, Gesang 5⁵¹ EE Gebete für Beichte und Abendmahl und e und mache ich die Anwendung davon auf mein Herz? Lese ich gern in der heiligen Schrift? Halte ich auch meine Hausgenossen zum Besuch des Gottesdienstes an? 4. Habe ich mich bisher gegen meine Eltern und deren Stell⸗ — 2 vertreter betragen, wie ich als Christ es sollte? Habe ich sie aus Gottesfurcht mit Wort und Tat geehrt und täglich für sie gebetet? Habe ich die Eltern in Krankheit und Alter gepflegt? Habe ich den Lehrern gehorcht? Bin ich gegen die Obrigkeit ehrerbietig und gehorsam gewesen? Bin ich mei⸗ nen Untergebenen nicht zu hart begegnet? Habe ich ihnen nicht vorenthalten, was ihnen zukommt? Habe ich meine Kinder auferzogen in Zucht und Vermahnung zum Herrn? „Habe ich keinem Menschen an Leben und Gesundheit ge⸗ schadet? Habe ich auch Gefahr und Ubel, soviel wie möglich, von ihm abgewendet? Ist auch mein Herz frei von allem Haß und aller Bitterkeit? Habe ich dem NRächsten nicht bloß nichts Übles getan, sondern ihn geliebt in Gedanken, Worten und Werken? Habe ich mit keinem Menschen einen unkeuschen Umgang und suche ich meinen Leib und meine Seele unbefleckt zu erhalten vor Gott, der in das Verborgene sieht? Habe ich nicht durch Unkeuschheit in Wort und Beispiel andere zur Sünde verleitet, nie der Jugend ein AÄrgernis gegeben? Halte ich auch die Treue, die ich vor dem Traualtar gelobt? „Habe ich nie etwas entwendet oder behalten, das mir nicht gehört? Bin ich bereit, jede begangene Untreue zu bereuen und, soviel ich kann, sie wieder gut zu machen? Habe i efundenes oder geliehenes Gut wieder zurückgegeben? de ich keinen Betrug in Handel und Gewerbe begangen, und habe ich die Abgaben und Zinsen an Obrigkeit und Schuldherrn richtig geliefert? Habe ich stets, wie ich soll, die Wahrheit geredet und die Lüge gehasset? War ich nie vor der Obrigkeit ein falscher Zeuge? Habe ich nie List oder Falschheit mir zuschulden kommen lassen? Habe ich mir nicht erlaubt, durch Lüge oder Schmeichelei irgend einen Vorteil zu erlangen? Habe ich meine Zunge im Zaume gehalten? Habe ich anver⸗ traute Geheimnisse bewahrt? Habe ich nie einen Mit⸗ menschen verleumdet? „u. 10. Bemerke und bekämpfe ich in meinem Herzen jede aufsteigende böse Lust? Bedenke ich stets, daß Gott auch die geheimsten Gedanken und Begierden richtet? Bin ich so eifrig bemüht, für das Wohl meiner Seele r sorgen wie für das leibliche Wohl? Habe ich dir, o du reuer Heiland, der du dich für mich in den Tod gabst, für deine Liebe genugsam gedankt? Habe ich mich in deiner Nach⸗ folge geübt, dem Geist der Gnade nie mutwillig widerstrebt? Habe ich meine empfangene Taufgnade bewahrt? Wenn ich heute noch sterben sollte, könnte ich getrost mein Haupt niederlegen, ohne zu beben vor dem Gericht Gottes? 5⁵² Gebete für Beichte und Abendmahl Vater, ich habe gesündigt in den Himmel und vor dir und bin nicht wert, daß ich dein Kind heiße! Erbarme dich mein um deines Sohnes Jesu Christi willen. Vor dem heiligen Abendmahle a. Herr Jesu Christ, du mein getreuer Hirt, du hast ge⸗ sagt:„Ich bin das Brot des Lebens; wer von mir ißt, den wird nicht hungern; und wer an mich glaubt, den wird nimmer⸗ mehr dürsten.“ Zu dir komme ich und bitte dich demütig: Bereite mich durch wahren Glauben zu einem würdigen Gaste deines himmlischen Mahles. Weide auch mich heute auf deiner grünen Au und führe mich zum frischen Wasser des Lebens. Erquicke meine Seele und führe mich auf rechter Straße um deines Namens willen. Bereite auch für mich deinen Tisch und schenke mir voll ein den Kelch deiner Liebe und Erbarmung. Und wie ich mich heute deiner Vergebung aufs neue getrösten will, so gib auch mir ein versöhnliches, demütiges Herz, daß ich meinen Feinden aus Herzensgrund verzeihe. Tilge aus meinem Herzen alle Bitterkeit und Feindseligkeit, pflanze dagegen deine Freundlichkeit und Sanftmut hinein, daß ich meinen Nächsten in dir wahrhaft liebe.— Ach Herr, ich komme mit vielen Sünden beladen, nimm sie von mir. Ich komme als ein Unreiner, reinige mich; als ein Blinder, erleuchte mich; als ein Armer, mache mich reich; als ein Verlorener, suche mich und mache mich selig. Du treuester Freund meiner Seele, führe mich aus aller Selbstsucht heraus zu dir. Nur in dir habe ich Leben; in mir selbst bin ich tot. In mir bin ich unselig, aber in dir finde ich volle Genüge, du dist mir alles. Amen. b. Barmherziger Gott und Vater! Wir wollen heute im heiligen Abendmahl das teure Gedächtnis des bitteren Todes unseres Heilandes begehen. Wirke dazu in unseren Herzen durch deinen heiligen Geist den wahren Glauben an deinen lieben Sohn, damit unsere mühseligen und beladenen Seelen mit seinem Leibe und Blute, mit dem ewigen Himmelsbrote und Tranke erquickt werden. Stärke in uns die Gewißheit, daß wir aufgenommen sind in den neuen Bund der Gnade, und laß uns nimmer daran zweifeln, daß du ewig unser barm⸗ herziger Vater sein, unsere Sünde uns nicht zurechnen, sondern uns als deine Kinder an Leib und Seele versorgen willst. Gib denn, daß wir nicht mehr in unseren Sünden leben, sondern daß Christus in uns lebe und wir in ihm. Verleihe uns Kraft, uns selbst zu verleugnen, unser Kreuz auf uns zu nehmen und nuserem Heilande nachzufolgen, bis du uns einst zum ewigen Abendmahle rufst in deinem Reiche. Amen. Nach dem heiligen Abendmahl Herr Jesu Christe, du hast heute in deinem heiligen Mahle meine Seele gespeist und getränkt. Du hast mir dadurch aufs neue deine Heilandsliebe versiegelt, die auch für mich ihr Leben in den Tod gegeben hat. So laß mich dich von Herzen wieder lieben, an dich wahrhaftig glauben und nach deinem Willen Schlesisches Provinzial⸗Gesangbuch 36 553 Gebete für besondere Lebenslagen leben. Verleihe mir Kraft, daß ich anhalte am Gebet, daß ich ge⸗ duldig sei in der Trübsal, treu sei auch im Geringsten und den guten Kampf des Glaubens kämpfe zu meiner Heiligung. Be⸗ schere mir auch dereinst ein deiden und fröhliches Ende, daß ich mit dir leben und bei dir bleiben möge in Ewigkeit. Amen. F. Für besondere Lebenslagen Lieber himmlis Kinder heißt im H. Herzen, daß du uns dies liebe Kind geschenkt und bisher gnädig behütet hast. Nun wollen wir es heute in d dir zum Eigentume weihen, damit du es in nehmest, wollen es in die Arme seines Heilands legen, damit es in seiner Gemeinschaft wiedergeboren werde zu einem heiligen und seligen Leben in dir. Erhalte es als dein Kind und deinen Erben in dieser Taufgnade; uns aber gib Weisheit und Kraft, es aufzuerziehen in frommer Zucht, daß es ein Mensch Gottes werde, zu allem guten Werk geschickt. Segne dazu Dienst, den treue Paten an diesem Kinde übernehmen. Laß es dein sein und bleiben um deines Namens willen, den du uns kund getan hast durch dein Kind Jesus. Amen. Schulgebete ö 1. Lieber himmlischer Vater! In deinem Namen gehen — — * 4 — wir jetzt wieder an unsere Arbeit und wollen lehren und lernen, was uns befohlen ist. Sende uns dazu dein Licht und deine Wahrheit; erleuchte unseren Verstand und unser Herz. Laß es uns nicht vergessen, daß die Ehrfurcht vor dir der Anfang aller unserer Weisheit ist. Darum laß deinen Geist unsern Lehrer und Leiter sein. Mache unsere Herzen zu einem tiefen, reinen und guten Ackerfelde und laß edlen Samen darauf fallen, daß darin wurzele, aufgehe und Frucht bringe zum ewigen Leben. men. 2. Herr, leite uns in deiner Wahrheit und lehre uns, denn du bist der Gott, der uns hilft. Gedenke nicht der Sünden unserer Jugend, nicht des Unrechts, das wir getan, sondern gedenke unser in deiner Barmherzigkeit und schenke uns auch heute deine Vaterliebe. Lehre uns tun, was dir wohlgefällt; dein guter Geist führe uns auf ebener Bahn. Dann sind und dann bleiben wir deine lieben Kinder. Amen. ser 3. Himmlischer Vater, wir danken dir, daß du uns in die Nacht behütet und uns gesund und fröhlich wieder hier ver⸗ sammelt hast. Laß uns nun auch unsere Arbeit mit Freuden beginnen. Von dir allein haben wir ja die Kraft und die Fähig⸗ keit, all das Gute, was uns hier gelehrt wird, in uns aufzu⸗ nehmen und zu behalten. O, so tue du seloöst unser Auge, unser Ohr und unsern Mund aufz laß uns fleißig, aufmerksam und treu bei unserer Arbeit sein. Fülle uns frühe mit deiner Gnade und segne das Werk unserer Hände. Amen. 5⁵4 — u u u U I 1 jehen rnen, deine aß es aller ehrer einen daß eben. denn inden ndern auch fällt; und dieser r ver⸗ euden zähig⸗ aufzu⸗ Auge, rksam deiner Gebete für besondere Lebenslagen 4. Wir danken dir, lieber Gott und Vater, daß du uns von neuem das Licht des Tages sehen läßt. Sei uns auch heute gnädig, denn du bist ja unsere Zuflucht für und für. Begleite unsere Arbeit mit deinem Segen. Schreibe alles, was uns dein heiliges Wort lehrt, in unser Herz und Gewissen ein. Laß 255 uns nicht bloß zunehmen an Alter und Weisheit, sondern auch an Gnade vor dir und den Menschen. Bewahre uns vor jeder bösen Tat und vor allem, was uns zum Schlechten ver⸗ führen kann, und laß uns mit reinem Herzen dir dienen durch unseren lieben Heiland, Jesus Christus. Amen. Am Konfirmationstage Gebet der Eltern O Herr, hilf, o Herr, laß men wir denn An deinem Segen ist alles gelegen. Darum schauen wir denn auch heute auf zu dir und erbitten für unser geliebtes Kind deinen himmlischen Segen. Du hast es bisher an Leib und Seele behütet. Du hast es einst in der heiligen Taufe zu deinem Kinde angenommen und hineinversetzt in das Reich deines lieben Sohnes. Du hast es durch das Evangelium berufen, mit deinen Gaben erleuchtet und im rechten Glauben geheiligt und erhalten bis auf diesen Tag. Heute soll nun aus seinem Herzen und von seinen Lippen ein fröhliches Ja erklingen zu dieser stillen Arbeit deines heiligen Geistes an seinem inwendigen näbhat Heute soll das, was du in seine junge Seele gepflanzt hast, die erste köstliche Blüte treiben: das Bekenntnis seines Glaubens, das Gelübde un⸗ wandelbarer Treue. Ach Herr, du weißt, seine Erkenntnis ist noch schwach, und seine Kraft ist noch klein. So sei du denn mit deiner Kraft in seiner Schwachheit mächtig, laß es auch u seinem Segen deinem Tisch sich nahen und gib ihm in allen ingen zum Wollen das Vollbringen. Laß es wachsen in deiner Gnade und in der Erkenntnis Jesu Christi und Frucht bringen in Geduld auf den Tag der Ernte. Amen. Gebet der Kinder Deet mein Gott, ich bin zu gering all der Barmherzigkeit und Treue, die du mir vom ersten Tage meines Lebens an er⸗ wiesen hast. Du ließest mich unter treuer Pflege aufwachsen, daß ich dich, meinen Gott und Vater, und meinen Heiland und Herrn kennen lernen durfte. Nun weiß ich, auf wessen Namen ich getauft bin, und an wen ich glaube. Ich weiß, wer mich, wenn ich ihm nachfolge, wahrhaft glücklich und selig macht. Fa dir, Herr Jesu, will ich auf dem schmalen Wege nachfolgen. Bei allen Versuchungen will ich auf deine Stimme hören und dir treu bleiben. Aber ich vermag das nicht ohne dich. Du weißt ja, lieber Herr, wieviel leichter Sinn noch in mir wohnt, wie oft Torheit und Eitelkeit, Trotz und Eigen⸗ wille, Unwahrhaftigkeit und Unlauterkeit noch in mir mächtig nieh Siehe, demütig nahe ich mich heute 11 dir, so nahe du ich auch zu mir: Gib mir heiligen Ernst und beständigen 55⁵ Gebete für Krankheit und Todesnot Glauben, daß ich als ein treues Glied meiner evangelischen Kirche mich allezeit bewähre. Deine Gnade stärke mich zu allem Guten, sie behüte mich vor allem Bösen. Ja, mache du mir diesen Tag zu einem Segenstage für mein ganzes Leben. Amen. Am Trauungstage Herr, unser Gott und Vater! Dein lieber Sohn hat es uns verheißen:„Wo zwei unter euch eins werden auf Erden, worum es auch sei, daß sie bitten wollen, das soll ihnen wider⸗ fahren von meinem Vater im Himmel.“ So erhöre auch uns, die wir heute eins werden fürs ganze Leben. Beim Beginn unseres Ehestandes bitten wir beide dich: Heilige du unsere Liebe 5 durch die Liebe 51 dir. Verbinde uns in dieser Liebe zu wahrer Eintracht und laß uns gemeinsam alles, was du uns sendest, Freude und Leid, aus deinen Händen nehmen. Erhalte durch deinen Geist in uns die rechte Treue gegen dich und gegeneinander. Laß uns vor deinem Angesicht wandeln, laß uns eins dem anderen ein Führer zu allem Guten werden und laß auch in den Stunden der Sorge und des Schmer⸗ zes eins beim andern Halt und Trost finden. Lehre du uns fröhlich sein in Hoffnung, geduldig in Trübsal und anhalten am Gebet. Dann wird auch unser Haus dein heiliger Tempel sein. Das walte du um deiner Liebe und Treue willen. Amen. G. Für Krankheit und Todesnot a. Trost aus Bibel und Gesangbuch Vom Segen des Leidens: Röm. 5, 1—5; 2. Kor. 4, 7—18; Jak. 1, 2—12; Ebr. 12, 5—11.— Lieder Nr. 365. 372. Von dem Vertrauen auf Gott, von der Kraft des Gebets und vom Anhalten am Gebet: Psalm 6. 23. 25. 39. 71. 77. 90. 91. 116; Jes. 38; Lue. 11, 1—13; 18,1-8.— Lieder Nr. 347. 349. 413. Von dem Trost und der Hilfe des Herrn: Matth. 8, 1—13 (der Hauptmann von Kapernaum); Matth. 9, 27—33(der Blinde); Lue. 10, 23—37(der barmherzige Samariter); Joh. 5, 116(der 38 jährige Kranke).— Lieder Nr. 66. 67. 378. „Von Christus, dem Sünderfreunde: Matth. 9, 1—8(der Gichtbrüchige); Lue. 7, 36—50(die Sünderin); Luc. 15(das ver⸗ lorene Schaf usw.); Lue. 23, 39—43(der Schächer); Jes. 53 (das Lamm Gottes).— Lieder Nr. 80. 233. 268. 269. 277. 294. 310. Von der Geduld und Ergebung im Leiden: Matth. 11, 3500. 144.15 ug. 8j 25— Jak. 5, Fesn z Matth. 26. 27; Mare. 14. 15; Lue. 22. 23; Joh. 17—19(Jesu Leiden).— Lieder Nr. 55. 7I. 78. 355. 280. 65 35 2.— Von der Sehnsucht nach dem ewigen Leben: 2.Kor. 5, 1—103 3 tiefster un Kar W— 487. 491. 493. 498. 500. 521. 536. Dn tiefster Angst und Not: Ps. 6. 22. 42. 88. 130.— Li Nr. 7I. 248. 386. 2 3—.——.8 Vom Troste der Auferstehung: Matth. 9, 18—26(Jairi Töch⸗ terlein); Lue. 7,. 11—16(Jüngling zu Nain)t Joh. 11(Lazarus); 1. Kor. 15; Joh. 5, 24—29, 1. Theff. 4, 13—18.—Lieder Nr. 94.534. 5⁵⁶ Gebete für Krankheit und Todesnot Von der Vorbereitung zum Sterben: Joh. 14—17; Psalm 39. 90.— Lieder Nr. 484. 497. 509. 519. 521. 522. 523. Vom ewigen Leben: Jes. 35; Matth. 25; Offbg. 7, 9—17; 21 und 22.— Lieder Nr. 537. 541. 542. b. Gebete in Krankheit 1. Allmächtiger Gott, himmlischer Vater, du hast gesagt: Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten, und du sollst mich preisen. Darum rufe auch ich zu dir in meiner großen Not und bitte dich durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, du wollest mich armen, sündigen Menschen nicht ver⸗ lassen. Soll meine Krankheit nicht zum Tode sein, so hilf mir auf und laß mich genesen, daß ich deine Macht und Barm⸗ herzigkeit verkündige und preise. Willst du mich aber aus dieser Zeitlichkeit und diesem Jammertale abrufen, so geschehe auch an mir dein Wille. Verleihe mir nur Gnade, daß ich mich in diesen deinen Willen geduldig und still ergebe. Erhalte mich im Ver⸗ trauen auf dein Wort und laß mich jeden Tag fester aufschauen auf Jesum, den Anfänger und Vollender unseres Glaubens. Laß auch den Tod mich nicht von dir scheiden, sondern nimm meine Seele aus Gnaden zu dir in dein himmlisches Reich. Amen. 2. Barmherziger Gott, du Arzt der Kranken, du Trost der Betrübten, du Zuflucht der Verlassenen! Mit aufrichtiger Reue bekenne und klage ich dir die Schuld meines Herzens. Immer wieder regt sich bei meiner anhaltenden Krankheit in mir Ungeduld, Mißtrauen und Kleinmut. O vergib mir um Christi willen, daß ich mich so oft durch ängstliches Zagen und bitteres Murren an dir versündige und schenke mir die Er⸗ gebung und Geduld, die mir so nötig ist. Laß mich an deine Verheißungen gedenken und ihre Kraft an meiner Seele er⸗ fahren, daß ich dessen unerschütterlich gewiß werde: du wirst mich nicht vergessen, nicht verlassen noch versäumen. Laß mich aber auch recht verstehen, weshalb und wozu du mir dies Leiden gesandt hast, nicht als ein Zeichen deines Zornes und deiner Ungnade, sondern als eine weise und väterliche Züchtigung. Du willst, daß auch diese Krankheit mich dazu treibe, das Heil meiner Seele zu suchen und nach dem zu trachten, was droben — Stärke mich dazu mit dem freudigen Troste, daß du wohl unden schlägst, aber auch wieder heilst, und daß, wer bis ans Ende beharrt, selig werden soll. Erwecke mich, daß ich auch mein Kreuz nach dem Vorbilde meines Erlösers trage, der dir gehorsam war bis zum Tode, ja bis zum Tode am Kreuz. Gib mir beides, seine Kraft und seinen Frieden! Amen. . 8. Himmlischer Vater, du bist ja ein getreuer Gott und läßt niemand versucht werden über sein Vermögen, sondern du machst, daß die Versuchung so ein Ende gewinne, daß wir es können ertragen. Auch ich bitte dich in meinen großen Nöten und Schmerzen: Laß mir das Kreuz nicht zu schwer werden, sondern hilf du selbst es mir tragen. Stärke mich, daß ich an deiner Barmherzigkeit nimmermehr verzage. Du mein Heiland, Jesus Christus, der du des Kreuzes Pein für 5⁵⁷ Gebete für Krankheit und Todesnot uns gelitten hast und für unsere Sünden gestorben bist, er⸗ barme dich auch über mich und vergib mir alle Übertretungen, die ich in meinem Leben begangen habe. Ich glaube, lieber Herr; hilf meinem Unglauben und laß mich dir treu bleiben bis an mein Ende. Und du heiliger Geist, du Tröster in aller Not, heilige meine Gedanken, lehre mich recht beten, erhalte mich in wahrer Zuversicht und Geduld, steh bei mir in der letzten Not, geleite mich ins Leben aus dem Tod. Amen. 4. Mein Gott, du hast mich auf das Krankenbett gelegt, du hältst mich damit von den Geschäften meines Berufs, aber auch von mancher bösen Gewohnheit fern. Noch mehr, du willst mich dadurch erinnern, daß auch mir gesetzt ist, einmal zu sterben, und danach das Gericht. Wie oft habe ich daran vergessen! So bitte ich dich denn, mein Herr und Gott, lehre mich, daß es ein Ende mit mir haben muß, und mein Leben ein Ziel hat und ich davon muß. Präge es tief in meine Seele ein, daß ich alles verlassen muß, meine Habe, mein Gut, meine Ehre, mein Glück und was ich sonst in der Welt mein nenne, daß ich hier keine bleibende Stadt habe, sondern die ukünftige suchen soll. Du gibst mir ja in diesen Krankheits⸗ Laden Zeit, ernste Einkehr bei mir selbst zu halten und meinen bisherigen Wandel zu prüfen. Treibe mich dadurch zu wahrer Buße und zu lebendigem Glauben, daß ich hinfort nicht mehr mir selbst lebe, sondern dem, der für mich gestorben und auf⸗ erstanden ist. Bereite mich so immer mehr zu einem seligen Ende, damit ich einst in deiner Gnade fröhlich heimfahre. Amen. Morgengebet eines Kranken Mein Gott und Vater! Mit diesem neuen Morgen komme ich aufs neue vor deinen Thron. Du hast mich diesen Tag erleben lassen. Die dunkle Nacht habe ich auf meinem Kranken⸗ bette zugebracht, und nun läßt du mich wieder das Licht der Sonne sehen. Nimm Preis und Dank dafür. Laß auch die Sonne deiner Gnade neu über mir aufgehen. Gib mir neue Kraft und Geduld, mein Leiden willig zu tragen. Ich will auf meinem Krankenlager bleiben, solange es dir gefällt. Du willst mich ja dadurch in die Stille führen, willst allein mit mir reden und mich unterweisen, wie ich für meine Seele sorgen soll. Nun habe ich Zeit, wofür ich so oft keine Zeit gefunden, mich in meinem Gewissen ernst zu prüfen, ob ich in meinem Leben dir gedient, dich geehrt, dir gehorcht habe. Und wenn ich das verneinen muß, o laß es mir von Herzen leid sein, laß mich wahre Buße tun und es dir aufs neue ge⸗ loben, fortan meine Seligkeit mit Furcht und siersn zu schaffen. Gib, o Jesu, daß ich diesen Tag mein Herz stets zu dir erhebe, an dein Leiden und Sterben gedenke und das wahre Heil meiner Seele nicht aus dem Auge verliere. Laß alle deine herrlichen Trostesworte in meinem Herzen lebendig werden und versichere mich dadurch deiner Liebe, deiner Gnade und Hilfe. Erquicke mich in meiner Mattigkeit und stärke mich in meiner Schwach⸗ heit durch deinen heiligen Geist. Herr, mein Gott, bewahre mich 558 e. NMNH&- Gebete für Krankheit und Todesnot vor neuen Schmerzen und trüben Stunden. Soll ich aber aufs neue schweres Leid tragen, so weiche nicht von mir. Hilf mir auch diesen Tag überstehen und alles mit Gelassenheit und stillem Mute auf mich nehmen, was du mir auflegst. Siehe, hier bin ich, mache es mit mir, wie es dir wohlgefällt. Du bist mein Vater, ich bin dein Kind. Ich will dem Herrn singen mein Leben lang und meinen Gott loben, solange ich bin. Amen. Abendgebet eines Kranken Ach du barmherziger Gott, ich habe nun wieder einen Tag überlebt. Du hast nach deiner Güte bis auf diese Stunde mein Leben gefristet, dafür sage ich dir herzlich Lob und Dank. Be⸗ sonders preise ich deinen Namen, daß du diesen Tag meine Schmerzen und meine Krankheit mir hast tragen helfen. Du In dem Müden Kraft und Stärke genug dem Unvermögenden. zu hörest das Schreien des Elenden und hilfst ihm aus. O, so nimm auch mich diese Nacht in deine gnädige Obhut, lindere meine Schmerzen und bewahre mich vor Angst, Schrecken und Unglück. Ach bleibe, himmlischer Vater, bei deinem kranken Kinde. Du bist mein Licht und mein Heil, vor wem sollte ich mich fürchten? Du bist meines Lebens Kraft., vor wem sollte mir grauen? O Jesu, die Sonne ist gewichen; aber du, Sonne der Gerechtigkeit, weiche nicht von mir. Und du werter, heiliger Geist, du Tröster der Betrübten und Beistand der Elenden, stärke mich und erhalte mich in wahrem Glauben und christlicher Ge⸗ duld. Heilige Dreieinigkeit, umgib mich mit deinem Schutze. Herr, segne mich und behüte mich, all die Meinen, auch alle Betrübten und Leidenden. Herr, lasse dein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig. Herr, hebe dein Angesicht über uns und gib uns Frieden. Amen. In Todesnot 1. Ach Fesu, du Sohn Davids, erbarme dich mein! Christe, du Lamm Sottes, das der Welt Sünde trägt, sei mir gnädig und gib mir deinen Frieden! Amen. 2. Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist, du hast mich erlöset, Herr, du treuer Gott. Amen. 3. Ich glaube an dich, o Jesu, laß mich den Tod nicht sehen ewiglich. Amen. Mit dem Sterbenden zu beten 1. Du, mein barmherziger, himmlischer Vater, hilf mir in dem Leid meiner Todesstunde. Du bist ja allezeit mein gnä⸗ diger Gott und mein treuer Beistand gewesen; o sei es auch jetzt. O Jesu, bleibe bei mir, denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneigt. O heiliger Geist, stärke und erhalte mich in festem Glauben bis ans Ende, erleuchte mich zum ewi⸗ gen Leben. Ich will auf Jesu Blut und Wunden sterben, ihm lebe ich, ihm sterbe ich; auf sein Verdienst verlasse ich mich. Amen. 2.„Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser, so schreit meine Seele, Gotk, zu dir. Meine Seele dürstet nach Gott, 559 Gebete für Krankheit und Todesnot nach dem lebendigen Gott. Wann werde ich dahin kommen, daß ich Gottes Angesicht schaue?“ Jesus, du Licht meiner Seele, meine Augen wollen dunkel werden. Laß deine himm⸗ lische Klarheit in mir aufgehen. Meine Augen wollen brechen. Laß mich dein Bild in meiner Seele schauen, wie du dich am Kreuze zu Tode geblutet hast. Und ob ich schon wandere im finstern Tal, du bist bei mir. Ja, mein Jesu, bleibe bei mir, stärke mich im Glauben und la mich dein Eigentum sein in Ewigkeit. Amen. 3. Dennoch bleibe ich stets an dir, denn du hältst mich bei meiner rechten Hand; du leitest mich nach deinem Rat und mit mir, so fürchte ich mich nicht, so bin ich selig. Ich gehe ein zu meines Herrn Freude. Amen. 4. Herr Jesu, dir leb ich, Herr Jesu, dir sterb ich, Herr Jesu, dein bin ich tot und lebendig. Amen. Sprüche, dem Sterbenden vorzusagen Pf. 23, 4. Ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich. Phil. 1, 21. Christus ist mein Leben, und Sterben ist mein Gewinn. Jes. 43, 1. Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöset; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein. 2. Tim. 4, 18. Der Herr wird mich erlösen von allem Abel und aushelfen zu seinem himmlischen Reich; welchem sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. I. Mos. 49, 18. Herr, ich warte auf dein Heil! Joh. 16, 33. In der Welt habt ihr Angst; aber seid ge⸗ trost, ich habe die Welt überwunden. Ps. 38, 22, 23. Verlaß mich nicht, Herr! Mein Gott, sei nicht ferne von mir! Eile, mir beizustehen, Herr, meine Hilfe! Pf. 68, 21. Wir haben einen Gott, der da hilft, und den Herrn, Herrn, der vom Tode errettet. Ap.⸗Gesch. 7, 58. Herr Jesu, nimm meinen Geist auf! Röm. d, 37—39. In dem allen überwinden wir weit um deswillen, der uns geliebet hat. Denn ich bin gewiß, daß weder Tod noch Leben. mag uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christo Jesu ist, unserm Herrn. 31, 6. In deine Hände befehle ich meinen Geist; du hast mich erlöset, Herr, du treuer Gott. Fürbitte für den Sterbenden Gütiger, barmherziger Vater, du, unsere Zuflucht, unsere Stärke und Hilfe in aller Not, wir bitten dich, nimm diese 560 Gebete für Krankheit und Todesnot Seele auf in das himmlische Paradies. Laß deine lieben Engel sie heimtragen, wie die Seele des armen Lazarus und erquicke sie dort, wo Freude die Fülle und liebliches Wesen ist zu deiner Rechten immer und ewiglich. Verleihe uns allen eine fröhliche Auferstehung am jüngsten Tage. Amen. Gebete nach dem Verscheiden 1. Wohlan, du liebe Seele, so wandere denn hin in das himmlische Vaterland zu deinem Schöpfer, Erlöser und Selig⸗ macher. Zu seiner Zeit wollen auch wir dir nachfolgen; und wie wir hier mit Trauern voneinander scheiden, so wollen wir uns dort mit Freuden wieder vereinigen. Dazu helfe uns Gott durch Jesum Christum. Amen. 2. Der allmächtige Gott führe deine Seele in die ewige Freude und Seligkeit. Christus, der Herr, erwecke am jüngsten Tage deinen Leib verklärt zu ewiger Herrlichkeit. Amen. 3. Zieh hin, lieber Christ im Namen des Herrn. Er wolle durch seine heiligen Engel deine Seele in das ewige Vater⸗ haus lassen führen und begleiten und deinem Leibe am jüngsten Tage eine fröhliche Auferstehung verleihen. Amen. 4. So befehlen wir denn, du treuer Gott, die Seele unseres lieben Entschlafenen in deine Gnadenhände und bitten dich, laß sie eingehen zu deinem ewigen Frieden. Uns aber tröste in unserer Trauer mit der Kraft deines Wortes. Laß uns in den schweren Stunden, die nun unser warten, dir treu bleiben in Glaube und Liebe, in Hoffnung und Geduld. Einst aber führe auch uns in dein himmlisches Vaterhaus, wo uns die Stätte bereitet ist durch unsern Herrn Jesum Christ. Amen. Am Begräbnistage Barmherziger, gnädiger Gott! Nach deinem heiligen, un⸗ erforschlichen Willen hast du uns mit schwerem Leide heim⸗ gesucht. Aber wir danken dir, daß wir nicht trauern müssen wie die andern, die keine Hoffnung haben. So wahr Jesus gestorben und auferstanden ist, so wahr dürfen wir auch glauben, daß du alle, die in ihm entschlafen sind, mit ihm emporführen wirst zu deiner Herrlichkeit. Dessen getrösten wir uns auch haben da wir ein edles Samenkorn in deinen Acker gelegt aben für den Tag der Auferstehung. Wohl, deine Gedanken sind nicht unsere Gedanken, und deine Wege sind nicht unsere Wege. Schmerzlich fühlen wir, wieviel wir verloren haben. Lehre uns glauben, daß du doch nur Gedanken des Friedens über uns hast, daß du es wohlgemacht hast mit unserem lieben Entschlafenen, und daß du es auch wohlmachen willst mit uns. Verlaß uns nicht in unserem Leide und tröste uns wieder mit deiner Hilfe. In deine Hände befehlen auch wir uns ganz und gar. Erbarme dich unser und sei uns jetzt und in unserem letzten Stündlein gnädig durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, unsern Herrn. Amen. 561 ö ö 7— ö IV Verzeichnisse 1. Verzeichnis der Liederdichter Die mit einem Steruchen versehenen Dichter sind Schlesier * Gottlob Adolph, geb. 1685 in Niederwiesa bei Greiffen⸗ berg, seit 1720 Pastor in Groß⸗Hennersdorf bei Zittau, — 1727 in Hirschberg, starb 1745, auf der Kanzel vom ö litz getroffen. Er war Mitherausgeber des Hirschberger Gesangbuches.— 244. Johannes Agrikola(eigentlich Schneider, dann durch x Umsetzung Schnitter genannt und hiervon latinisiert)), wahrscheinlich 1494(nach früherer Annahme 1492) geb. in Eisleben, wollte Mediziner werden, durch Luther für die Theologie gewonnen, begeisterter Schüler und persönlicher Freund Luthers, bis der Streit über Gesetz und Evan⸗ gelium seit 1537 Entfremdung brachte. Seit 1525 Leiter der Lateinschule in Eisleben, 1536 in Wittenberg, seit 1540 Hofprediger in Berlin; von dort 1547/48 evan⸗ denGro Mitarbeiter am Augsburger Interim, was ihm en Groll des evangelischen Deutschland Ich e starb 1566. Hochgeschätzter Soriandt verdient auch durch seine Samm⸗* lung deutscher Sprichwörter; steuerte schon zu den ersten I evangelischen Gesangbüchern 1524 bei.— 270. I Erasmus Alber, um 1500 in der Wetterau geboren, 1520 ö auf der Universität Wittenberg,„erfüllt von rastlosem Eifer für das Luthertum und von grimmigem Zorn gegen die Papisten,“ vielseitiger Schriftsteller, auch Dichter, 1527 Pfarrer in Sprendlingen bis 1539, vieljähriges Wander⸗ leben, 1551 Prediger in Neubrandenburg, starb 1553 dort als Superintendent des Landes Stargard.— 465. Heinrich Albert, geb. 1604 in Lobenstein im Fürstentum Reuß, seit 1632 Domorganist in Königsberg, Musiker und Dichter, Mitglied des Königsberger Dichterbundes(s. Simon Dach), dort gest. 1651.— 449. 490.— 0— Johann Georg Albinus, geb. 1624 in Unternessa bei Weißenfels, seit 1657 Pastor in Naumburg, dort gest. 1679. — 247. Johann Ludwig Konrad Allendorf, geb. 1693 in Jos: bach in Hessen, unter Francke in Halle gebildet, Hofprediger in Köthen, wo er zu dem Kreise der pietistisch Gesinnten in den kleinen Residenzen, wie Ebersdorf, Wernigerode, Köstritz u. a. gehörte, dem die„Cöthnischen Lieder“ ent⸗ der Zuom dichterischer Trieb strebte hier nach„Verzärtelung er Frömmigkeit“; später Konsistorialrat in Wernigerode, gest. 1773 als Pastor in Halle.— 26. 165. 570. Michael Altenburg, geb. 1584 in Alach bei Erfurt, Prediger in Erfurt, gest. 1640 daselbst.— 138. 562 — Verzeichnis der Liederdichter Wilhelm Erasmus Arends, geb. 1677, gest. als Pastor in Halberstadt 1721.— 336. Ernst Moritz Arndt, geb. 1769 in Schoritz auf Rügen, bekannter Patriot und Sänger aus den Freiheitskriegen, 130 ft der Geschichte in Greifswald und Bonn, wo er 1860 starb; er trat für den Glauben der Väter und schon 1819 für die alten Kirchenlieder ein,„die rechten, starken und einfältigen Muster.“— 16. 223. 264. 273. 494. 549. Gottfried Arnold, geb. 1666 in Annaberg im sächsischen Erzgebirge, Kirchenhistoriker und Verfasser mystischer Schriften,„der Frühlingssänger des Pietismus“, gest. 1714 als Pastor in Perleberg(Brandenburg).— 328. 374. Christoph Aschenfeldt, geb. 1792 in Kiel, Propst und Konsistorialrat in Flensburg; dort gest. 1856.— 254. Jonathan Bahnmaier, geb. 1774 in Oberstenfeld bei Marbach(Württemberg), von 1815 Professor der Theologie in Tübingen, seit 1819. Dekan in Kirchheim unter Teck, geft. 1841.— 193. Jakob Baumgarten, geb. 1668, war Inspektor des Päda⸗ gogiums in Halle, starb als Pastor in Bertint 1722.— 568. „Martin Behm(Behemb), geb. 1557 in Lauban, 1581 Dia⸗ konus, 1586 Oberpfarrer daselbst, gest. 1622; als erbaulicher Schriftsteller beliebt, gab dreimal, 100 andächtige Gebetlein reimweise“ heraus.— 47. 443. 455. 518. *David Behme, geb. 1605 in Bernstadt(Schlesien) seit 1638 Konsistorialrat daselbst, wo er 1657 gestorben ist.— 497. Johann Betichius, geb. 1650 in Steckby in Anhalt, Diako⸗ nus in Zerbst, dort gest. 1722.— 416. Johann Daniel Karl Bickel, geb. 1737 in Altweilnau bei Usingen im Nassauschen, gest. 1809 als Konsistorial⸗ rat in Usingen.— 174. Kaspar Bienemann(Melissander), geb. 1540 in Nürnberg, mit einer Gesandtschaft Maximilians II. als Dolmetscher in Griechenland, 1571 Professor in Jena, Erzieher am Hofe des Herzogs Joh. Wilhelm von Weimar, 1578 General⸗ superintendent in Altenburg, wo er 1591 starb.— 361. Sigmund von Birken(Betuliuz), geb. 1626 in Wilden⸗ stein bei Eger, Mitglied und später Leiter des Nürnberger Dichterbundes„Blumenorden“ vom Kaiser hen Hent. III. wegen seiner Gedichte in den Adelstand erhoben, gest. 1681 in Nürnberg.— 65. 320. Ambrosius Blarer, geb. in Konstanz 1492, frühzeitig mit Melanchthon befreundet, bis 1522 im Kloster; durch das Studium der Heiligen Schrift und der Schriften Luthers für die evangelische Richtung gewonnen, predigt er seit 1525 das Evangelium, seit 1534 der Reformator Württem⸗ bergs, starb 1564 in Winterthur.— 139. »Karl Heinrich von Bogatzky, geb. 1690 in Jantkawe bei Militsch, studierte zu Halle unter Aug. Herm. Francke Theologie, war aber durch Kränklichkeit am Predigen ver⸗ hindert. Verfaßte das„Goldne Schatzkästlein“ und andere 563 Verzeichnis der Liederdichter Erbauungsschriften; lebte meist in Schlesien, gest. 1774 in Halle.— 192. 272. 334. JohaunSimonBuchka, geb. 1705in Arzberg(Oberfranken), Konrektor und Hilfsprediger in Hof, daselbst gest. 1752.—300. Samuel Gottlieb Bürde, geb. 1753 in Breslau, zuletzt Hofrat und Kanzleidirektor, starb auf einer Reise in Berlin 1831.— 112. 339. 369. 469. Franz Joachim Burmeister, geb. in Lüneburg 1633, Freund und Gehilfe Johann Rists, von diesem zum Dichter gekrönt, gest. als Prediger in Lüneburg 1672.— 491. Matthias Clanudins, geb. 1740 in Reinfeld Golstein), Verfasser des Wandsbeker Boten, gest. 1815 in Hamburg. 574. 597. Tobias Clausnitzer, geb. 1618 in Thum bei Annaberg (Königr. Sachsen), schwedischer Feldprediger, zuletzt Pastor in Pergstein und Weyden(Oberpfalz), gest. 1684.— 156. Johaun Andreas Cramer, geb. 1723 in ZJöhstadt(sächs. Erzgebirge), Freund Gellerts und Klopstocks, Hofprediger in Kopenhagen, wegen seines Freimuts entsetzt, später vom Könige von Dänemark nach Kiel als Professor der Theologie berufen, hier gest. 1788.— 133. Bartholomäus Crasselius, geb. 1667 in Wernsdorf bei Glauchau Gönigr. Sachsen), seit 1708 Pfarrer in Düssel⸗ dorf, daselbst 0 1724.— 388. Simon Dach, geb. 1605 in Memel, erst Konrektor an der Dom⸗ schule in Königsberg, dann Professor der Poesie; Haupt der Königsberger Dichterschule, gest. 1659.— 268. 501. 542. Hermann Daniel, geb. 1812 in Köthen, Inspektor am Pä⸗ dagogium in Halle, berühmter Geograph, Hymnologe und Herausgeber eines Gesangbuchs, gest. 187 Uin Leipzig.— 171. David Denicke, geb. 1603 in Zittau, Jurist und Konsisto⸗ rialrat dort gest. 1680. Vgl. Justus Gesenius. 200. 243. Bernhard Derschan, geb. 1591 in Königsberg, wo er später an der Ullstabtischen Kirche Pastor prim. wurde und Professor, er starb 1639; er gab ein Gesangbuch mit neuen— darunter acht eigenen— Liedern der Königs⸗ berger Dichter heraus.— 218. Wolfgang Christoph Deßler, geb. 1660 in Nürnberg, ursprünglich Fuwelier, dann Theologe; durch Kränklichkeit am Predigen gehindert, wurde er Lehrer in Nürnberg, dort gest. 1722.— 282. 294. Johann Samuel Diterich, geb. 1721 in Berlin und dort als Oberkonsistorialrat und Pastor an der Marien⸗ kirche, gest. 1797; seit 1765 gab er die Anregung zu oft recht kraft⸗ und geschmacklosen Umdichtungen der alten Kirchenlieder.— 134. 221. Adam Drese, geb. 1620, Kapellmeister erst in Weimar und Jena, dann in Arnstadt, wo er mit Speners Schriften bekannt wurde, seitdem viel verfolgt wegen seines Pie⸗ tismus, gest. 1701.— 287. Paul Eber, geb. 1511 in Kitzingen(Unterfranken), Freund 564 Verzeichnis der Liederdichter Melanchthons, nach dessen Tode sein Nachfolger, starb 1569 als Generalsuperintendent in Wittenberg.— 248. 496. Justus Falckner, geb. 1672 in Langenreinsdorf bei Crim⸗ mitschan, ein Schüler Franckes in Halle, ging 1700 als evangelischer Prediger nach New York, starb 1724 in New Jersey.— 299. Johannes Daniel Falk, geb. 1768 in Danzig, seit 1797 in Weimar, freundlich aufgenommen von Goethe, Herder und Wieland. Nach der Schlacht von Jena übte er sich in Werken der Barmherzigkeit in den elenden Lazaretten, nach dem Kriege nahm er sich der verwaisten und ver⸗ wilderten Kinder an und errichtete eine„fromme Missions⸗ anstalt“, in der an 500 Kinder Aufnahme fanden. Er starb 1826.— 554, 1. 558,1. 561,1. 596. Christoph Fischer aus Joachimsthal in Böhmen, seit 1575 Generalsuperintendent in Celle, wo er 1600 starb.— 81. Paul Fleming, geb. 1609 in Hartenstein im sächs. Vogt⸗ lande, Dichter aus der Schule von Opitz; kaum 14jährig schon in Leipzig immatrikuliert, begann er 1628 das medi⸗ zinische Studium, verließ 1633 die Universität und ging mit einer Gesandtschaft des Herzogs Friedrich III. von Holstein nach Persien, von wo er im Herbst 1639 nach Hamburg zurückkehrte; Januar 1640 Doktor der Medizin in Leyden, erlag er schon im April desselben Jahres in Hamburg den Beschwerden der Reise.— 366. Johannes Flitner, geb. 1618 in Suhl, seit 1644 Kantor und dann Diakonus in Grimmen, erlebte viel Drangsal und Zu⸗ rücksetzung und starb auf der Flucht vor dem Brandenburger Heere in Stralsund 1678. Seine Lieder zeichnen sich durch reine Sprache aus und haben meist eigene Melodien.— 232. Johann Franck, geb. 1618 in Guben und hier erst Rechts⸗ anwalt, dann Bürgermeister, Schüler Simon Dachs, gest. 1677.— 45. 228. 237. 274. 436. Salomo Franck, geb. 1659 in Weimar und dort Nachfolger Georg Neumarks als Bibliothekar und Hofpoet, gest. 1725. — 60. 79. 343. 371. 450. August Hermann Francke, geb. 1663 in Lübeck, neben Spe⸗ ner Hauptvertreter des Pietismus, deshalb aus Leipzig und Erfurt vertrieben, seit 1692 in Halle als Pastor und Professor, Gründer des Halleschen Waisenhauses, gest. 1727.— 39. Michael Frank, geb. 1609 in Schleusingen, Bäcker dort, starb 1667 als Lehrer in Koburg.— 208. *Agnes Franz, geb. 1794 in Militsch; nach dem Tode des Va⸗ ters, der gräflich Maltzanscher Regierungs- und Hofrat war, im Jahre 1801, lebte sie mit der Mutter an verschiedenen Orten Schlesiens, zog nach deren Tode 1822 nach Wesel, wo sie eine Arbeitsschule für arme Mädchen gründete, lebte in Siegburg, Brandenburg, seit 1837 in Breslau als Vor⸗ steherin der Armenschule und starb dort 1843.— 595. Johann Anastasius Freylinghausen, geb. 1670 in Gandersheim(Braunschweig), Franckes Gehilfe und Schwie⸗ 565 — ö ö Verzeichnis der Liederdichter gersohn, auch sein Nachfolger in Halle, gab 1704 sein „Geistreiches Gesangbuch“ und 1714 sein„Neues geistreiches Gesangbuch“ heraus mit vielen neuen Liedern aus dem pietistischen Dichterkreis und neuen, vielfach von ihm selbst herrührenden Melodien; gest. 1739.— 291. 467. Johann Burchard Freystein, geb. 1671 in Weißenfels, Hof⸗ und Justizrat in Dresden, dort mit Spener in Ver⸗ bindung, gest. 1718.— 322. Friedrich Funcke, geb. 1642 in Nossen im Erzgebirge, als Pastor in Römstedt bei Lüneburg 1699 gest.— 111. Gottfried Benedikt Funk, geb. 1734 in Hartenstein im Kgr. Sachsen, Erzieher im Hause Johann Cramers, mit diesem sowie mit Gellert und Klopstock in regem Verkehr; hernach Rektor in Magdeburg, dort gest. 1814.— 89. Karl Bernhard Garve, geb. 1763 in Feinsen bei Hannover, verwaltete zuerst eine Lehrerstelle am Pädagogium in Niesky, dann an verschiedenen Brüdergemeinen als Prediger tätig zuletzt in Herrnhut, gest. 1841. Als Dichter angeregt durch Klopstock.— 52. 100. 108. 190. 195. 222. 354. 376. Lampertus Gedicke, geb. 1683 in Gardelegen in der Alt⸗ mark, Theologe aus der Schule A. H. Franckes, gest. 1735 als Feldpropst in Berlin.— 386. Christian Fürchtegott Gellert, geb. 1715 in Hainichen bei Leipzig, Professor der Philosophie in Leipzig, beliebter Fabeldichter, gibt 1757 seine geistlichen Oden und Lieder her⸗ aus, die vorwiegend lehrhaft sind und den Professor der Moral nicht verleugnen, aber wohltuender Wärme und erbaulicher Kraft nicht ermangeln. Sie erregten bei ihrem Erscheinen großes Aufsehen und wurden bald volkstümlich, wie sie es noch immer sind. Gellert starb 1769.— 17. 62. 93. 179. 196. 219. 307. 347. 364. 390. 403. 404. 451. 470. 471. 538. 576. Paul Gerhardt, geb. 1607 in Gräfenhainichen bei Witten⸗ berg, 1651 Propst in Mittenwalde bei Berlin, 1657 Dia⸗ konus in Berlin, legte 1667 sein Amt nieder, weil er sich nicht Vorschriften über Polemik auf der 0 N gegen die Reformierten gefallen lassen wollte, seit 1669 Archidiakonus in Lübben, dort gestorben 1676. Er ist der„zweite Luther des Kirchenliedes, der ihm eine neue Bahn aufschloß.“ Aus der bekennenden Gemeinde heraus strömt das persönliche Glaubensleben nach seinen verschiedenen Außerungen und Umständen durchs Lied aus. Das Sprachgewand ist durch⸗ aus volkstümlich.— 14. 15. 22. 25. 27. 32. 42. 59. 71. 75. 78. 83. 119. 125. 257. 279. 331. 346. 349. 351. 355. 363. 373. 378. 389. 392. 397. 402. 413. 420. 433. 435. 445. 457. 475. 500. 579. 591. Karl Gerok, geb. 1815 in Stuttgart, durch Gustav Schwab in der Poesie angeregt, seit 1849 Pastor, zuletzt Prälat und Oberhofprediger in Stuttgart, am bekanntesten durch seine„Palmblätter“, einer der gefeiertsten unter den geist⸗ lichen Dichtern des 19. Jahrhunderts, wenn auch seine formschönen, herzlichen, biblischen und geistlichen Gedichte 566 7 Verzeichnis der Liederdichter x fast durchweg nicht auf den Ton des kirchlichen Gemeinde⸗ x gesangs gestimmt sind, gest. 1890.— 158. 546. ö Henriette Katharina von Gersdorf, geb. 1648 in Sulz⸗ bach als Tochter des Geheimrats Karl von Friesen, hei⸗ ratete 1671 den späteren Landvogt der Oberlausitz Nikolaus von Gersdorf; 1702 verwitwet, nahm sie ihren Wohnsitz auf dem Gute Groß⸗Hennersdorf, wo sie ihren Enkel Zinzen⸗ dorf erzog, und starb 1726.— 176. Justus Gesenius, geb. 1601 in Esbeck im Lauenburgischen, Schüler Georg Calixts, wegen seiner Vermittelungstheologie in erbitterte Streitigkeiten verwickelt, Domprediger in ö Hildesheim, dann Generalsuperintendent in Hannover, gab 1646 mit Denicke ein Reformgesangbuch, zunächst für die Privaterbauung heraus, in dem sie alte Lieder sprachlich Überarbeiteten, weil sie sie in der ursprünglichen Gestalt nicht mehr für erbaulich hielten, gest. 1673.— 80. Georg Geßner, geb. 1765 in Dübendorf b. Zürich, Antistes und Pfarrer am Großmünster in Zürich, gest. 1843.— 586. Moritz Görcke, geb. 1803 in Stettin, 1827 Hilfsprediger ‚ und Konrektor in Pyritz, w1836 in Zarben, wo er 1883 starb. Er war ein Schwager von Gustav Knak, Verfasser vieler Missionslieder, schrieb seine Briefe auch meist inVersen.—562. Ludwig Gotter, geb. 1661 in Gotha, Hofrat in Gotha, Dich⸗ ter aus der Franckeschen Schule, gest. 1735.— 310. 337. 405. Johann Gramann(Poliander), geb. 1487 in Neustadt a. M. im Stift Würzburg, Rektor in Leipzig, bei der Disputation Luthers mit Eck des letzteren Schreiber, trat bald darauf zur Reformation über und wurde als Nachfolger von Speratus, dem späteren Bischof von Pomesanien, an die Altstädtische Kirche in Königsberg vom Herzog Albrecht berufen; dort gest. 1541.— 398. *Christian Gregor, geb. 1723 in Dirsdorf bei Nimptsch, seit 1742 im Dienst der Brüdergemeine erst als Organist, später in mehreren geistlichen Amtern, zuletzt Bischof, gest. 1801. Er hat die Lieder Zinzendorfs vielsach erst„gemeinde⸗ fähig“ gemacht und hat der Brüdergemeine das wertvolle Gesangbuch von 1778 gegeben.— 51. 197,2. 251. 485,2. »Andregs Gryphins, geb. 1616 in Glogau, dort als Syndikus gest. 1664, berühmter weltlicher Dichter, der bedeutendste Schüler von M. Opitz, in der Fruchtbringenden Gesellschaft der„Unsterbliche“ genannt, der auch einige geistliche Lieder gedichtet hat, Freund Johann Heermanns. Seine Lieder sind tiefernst, wie der Grundton seiner Dichtung schwer⸗ mütig ist.— 166. 489. Cyrigens Günther, geb. 1650 in Goldbach bei Gotha, Lehrer am Gymnasium in Gotha, dort gest. 1704.— 265. 559. Karl Rudolf Hagenbach, geb. 1801 in Basel, seit 1828 dort Professor der Theologie; er war eine„Friedensgestalt in der streitenden Kirche der Gegenwart!; er starb 1874.— 178. Friedrich von Hardenberg(Novalis), geb. 1772 auf dem väterlichen Gute in Wiederstedt(Prov. Sachsen), der geist⸗ 567 Verzeichnis der Liederdichter liche Dichter der Romantik und des ueu erwachten Glaubens⸗ lebens, der erste in der langen Reihe der Dichter des geist⸗ lichen Volksliedes, gest. als Assessor 1801 in Weißenfels.— 289. 557. 590 593. 594. öů Klaus Harms, geb. 1778 in Dithmarschen, seit 1835 Haupt⸗ ö pastor an St. Nikolai in Kiel, emeritiert 1849, starb 1855. Er ist berühmt durch seine 95 Thesen von 1817, auch als bedeutender, eigenartiger Prediger.— 434. Julie Hausmann, geb. 1826 in Riga, verlebte die Kind⸗ heit in Mitau, an verschiedenen Orten als Erzieherin tätig, seit 1870 als Gehilfin im Haushalt an der Annenschule in Petersburg, gest. 1901 im Seebade Wösso. Ihre stimmungs⸗ vollen geistlichen Lieder zuerst durch Knak(„Maiblumen“) I veröffentlicht.— 589. ö Luise Henriette von Hayn, geb.1724 in Idstein im Nassau⸗ ischen; schon als Kind fühlte sie sich als„Jesu Schäflein“ selig, trat 1746 in die Brüdergemeine in Herrnhaag ein, stand seit 1751 der Mädchenanstalt in Herrnhut vor und Übernahm 1766 das Amt der Pflegerin der ledigen Mädchen; sie starb 1782. Sie war eine begabte Dichterin.— 592. Heinrich Kornelins Hecker. geb. 1699 in Hamburg, Pastor in Meuselwitz in Sachsen⸗Altenburg, das. gest. 1743.— 4. Johann Heermann, geb. 1585 in Raudten bei Wohlau, bedeutendster geistlicher Dichter nicht nur der ersten schle⸗ sischen Dichterschule, sondern nächst Luther und Gerhardt der evangelischen Kirche, erfuhr in der Jugend den Ein⸗ fluß von Valerius Herberger; seit 1611 Pastor in Köben bei Steinau, 1636 wegen Kränklichkeit in den Ruhestand getreten, gest. 1647 in Polnisch-Lissa. Sein Leben war eine Kette von Trübsalen.„Seine Lieder sind sein Leben. Was er sang, wird am besten verstanden aus dem, was er litt von Jugend an.“ Daher sind die Passions-, Buß⸗, Trost⸗ und Tranenlieder so zahlreich, aber auch so wahr und tief empfunden.— 63. 66. 88. 170. 172. 177. 180. 236. 246. 250. 329. 332. 409. 525. 527. ö Heinrich Held, geb. 1620 in Guhrau, Rechtsanwalt in Frau⸗ stadt, wo er zum Dichter gekrönt wurde, dann in Stettin, seit 1657 in Altdamm, zuletzt als Kämmerer, in Stettin gest. *V 1659.— 5. 117. Ludwig Helmbold, geb. 1532 in Mühlhausen in Thüringen, * 1562 Professor in Erfurt, das er wegen Ungelegenheiten mit den Katholiken 1570 verließ, wurde Rektor in seiner Vaterstadt, starb dort als Superintendent 1598, von Maxi⸗ milian II. als Dichter gekrönt, wegen seiner vielen geist⸗ lichen Dichtungen der deutsche Assaph genannt.— 377. 428. Luise Hensel, geb. 1798 in Linum bei Fehrbellin, wo der Vater Pastor war, sie trat 1818 zunächst heimlich zur anen kattr Kirche über, hatte aber schon von Jugend auf einen katholischen Zug in sich. Sie war bald rzieherin, bald Krankenpflegerin; 1874 siedelte sie nach Paderborn über in das Kloster der Genossenschaft der Töchter der christlichen Liebe, wo sie 1876 starb. Ihre Lieder im 568 Verzeichnis der Liederdichter „Novaliston“ atmen kindliche Reinheit, Demut und Hin⸗ gabe an Gott.— 583. 588. Valerius Herberger, geb. 1562 in Fraustadt, Pastor da⸗ selbst am Kripplein Christi, gest. 1627.— 521. Nikolaus Herman,„ein guter Musikus, der viel gute Choräle und deutsche Lieder gemacht“, geboren in Altdorf bei Nürnberg am Ende des 15. Jahrhunderts, Kantor an der Lateinschule in Joachimsthal am Erzgeb., wirkte daselbst neben dem Pastor Johann Mathesius, mußte, von Gicht ge⸗ plagt, sein Amt aufgeben, nun erst recht froh und frucht⸗ bar in Liedern, gest. 1561.— 28. 87. 427. 446. 473. 522. »Johann Timotheus Hermes, geb. 1738 in Petznick bei Stargard(Pommern), beliebter Romanschriftsteller, Pastor prim. der Reihe nach an den drei Hauptkirchen in Breslau, gest. 1821.— 536. Johann Gottfried Herrmann, geb. 1707 in Alt⸗Jeßnitz (Kgr. Sachsen), 45 Jahre lang Oberhofprediger in Dresden, als solcher gest. 1791.— 263. *Zacharias Herrmann, geb. 1643 in Namslau, Pastor in Polnisch⸗Lissa und Generalsenior über die evangelischen Kirchen Großpolens, gest. 1716.— 509. 530. Johann Daniel Herrnschmidt, geb. 1675 in Bopfingen (Württemberg), seit 1715 Professor der Theologie in Halle und Subdirektor des Waisenhauses, Franckes Mitarbeiter, der bedentendste unter den dichtenden Professoren des pietistischen Halle, gest. 1723.— 360. 394. Johann Friedrich Herzog, geb. 1647 in Dresden, Rechts⸗ anwalt daselbst, gest. 1699.— 476. Friedrich Konrad Hiller, geb. 1662 in Unteröwisheim bei Bruchsal, schon als Jüngling zu den Pietisten ge⸗ hörend, ein„Vorbild der Gottesfurcht“; über 30 Jahre Kanzleiadvokat in Stuttgart, der neben Handhabung der weltlichen Rechte auch Christo in seinem Reich zu dienen begehrte, verfaßte unter großer Leibesschwachheit„ein⸗ fältige, schlichte Katechismuslieder“, starb 1726.— 540. Philipp Friedrich Hiller, geb. 1699 in Mühlhausen (Württemberg), Pastor in Steinheim bei Nördlingen, ver⸗ lor 1751 die Stimme, seitdem um so tätiger als Schrift⸗ steller, der eigentliche Dichter des württembergischen Pie⸗ tismus, der Verfasser des„geistlichen Liederkästleins“, gest. 1769.— 13. 50. 259. 275. 284. 342. Gottfried Hoffmann, geb. 1658 in Löwenberg, in Leipzig mit Francke bekannt, 1688 Konrektor, dann Rektor in Lauban, wo Benjamin Schmolck zu seinen Schülern ge⸗ hörte, seit 1708 Rektor in Zittau, dessen Gymnasium er, wie früher das in Lauban, zur Blüte brachte; hier gest. 1712. Wie er seinen Schülern Erbauungsstunden hielt, so wollte er auch mit dern⸗ Liedern voran die Gottselig⸗ keit in der Jugend fördern.— 426. 531. Ernst Christoph Homburg, geb. 1605 in Mihla bei Eisenach, Rechtskonsulent in Zeitz(Pr. Sachsen), schon als 569 Verzeichnis der Liederdichter weltlicher Dichter bekannt, bevor er durch geistliche Lieder⸗ dichtung sich einen Namen machte, gest. 1681.— 8. 67. 104. Johann Horn, seit 1532 Senior(Richter) der böhmischen Brüder, Haupt der lutherisch gesinnten Richtung unter den Brüdern, gab 1544 das deutsche Brüdergesangbuch zum 2. Male heraus, starb 1547 in Jungbunzlau.— 3. Konrad Hubert, geb. 1507 in Bergzabern, 1526 in Basel bei Skolampad, 1531 in Straßburg, treuer Gehilfe Martin Butzers, gab 1572 das Straßburger Gesangbuch neu heraus, V starb 1577.— 233. Wilhelm Hülsemann, geb. 1781 in Soest(Westfalen), zu⸗ erst Prediger in der Grafsch. Mark, dann Pfarrer und Super⸗ ö intendent in Elsey bei Iserlohn, dort gest. w1865.— 437. R Ludwig Jörgens, geb. 1792 in Gütersloh, später Prediger ö in Amerika, wo er um 1837 gestorben ist.— 572. Johann Heinrich Jung, gen. Stilling, geb. 1740 im Siegerland, Professor in Heidelberg und Karlsruhe, be— rühmt durch die zahlreichen Staroperationen, die er als Arzt ausführte, tiefsinniger religiöser Schriftsteller, starb als Hofrat in Karlsruhe 1817.— 564. Gottlob Christian Kern, geb. 1792 in Söhnstetten (Württemberg), 1824 Professor am theologischen Seminar in Schönthal, 1829 Pfarrer in Dürrmenz bei Pforzheim, dort 1835 gestorben.— 230. Christian Keimann, geb. 1607 in Pankratz(Böhmen). Erst Konrektor, dann Rektordes Gymnasiums in Zittau, Verf. von ( Schulkomödien und gereimten Perikopen, gest.1662.— 21.283. MI Abraham Klesel, geb. 1635 in Fraustadt(Posen), 1660 Pastor ö in Ulbersdorf bei Fraustadt, 1670 inZedlitz bei Steinau, 1680 Pastor prim. an der Friedenskirche in Jauer, gest. 1702.— 77. Friedrich Gottlieb Klopstock, geb. 1724 in Quedlinburg, berühmter Dichter des„Messias“ und der Oden, gest. 1803 in Hamburg, in seinen geistlichen Liedern zu hoch und zu pathe⸗ tisch, um volkstümlich sein zu können. Sein Vorgang 1758 gab das Signal zur Umdichtung des alten Liederschatzes.—543.565. GustavKnak, geb. 1806 in Berlin, seit 1850 Goßners Nachfol⸗ ger an der Bethlehemskirche in Berlin, gest.1878 auf einerFeri⸗ enreise bei seinem Schwiegersohn in Dünnow(Pommern). Er gehört der Erweckungszeit des 19. Jahrhunderts an, ein Mann von tiefer Einfalt und brünstiger Jesusliebez seine Lieder dichtete er oft auf seinen Missionsreisen.— 569. 599. Albert Knapp, geb. 1798 in Tübingen, Freund Ludwig Hofackers, von 1836 ab Prediger an verschiedenen Kirchen Stuttgarts, daselbst gest. 1864;„der geistliche Klopstock des 19. Jahrhunderts, oft„pathetisch“ von überströmender Fülle; zugleich hymnologisch tätig, der die alten und neuen Dichter nötigt, seine Sprache zu reden und ihre „geglätteten“ Lieder bekaunt macht in seinem„Liederschatz.“ — 53. 58. 169. 181. 184. 186. 188. 210.„ *Christoph Knoll, geb. 1563 in Bunzlau, seit 1586 in Sprottau, 1591 daselbst Diakonus, 1628 vertrieben, gest. 57⁰ 8 1 Verzeichnis der Liederdichter 1650 als Pastor in Wittgendorf, Kr. Sprottau, ein großer Freund der Astronomie.— 498. „Christian Knorr von Rofenroth, von Kaiser Leopold in den Freiherrnstand erhoben, ift 1636 in Alt⸗Raudten, Kr. Steinau, der mystischen Schrif tforschung ergeben, erwarb sich viele Kenntnisse in der„geheimen“, alchimistischen und kabbalistischen Wissenschaft, daher in Gunst bei dem zur kath. Kirche übergetretenen Pfalzgrafen Christian August in Sulz⸗ bach, dem Liebhaber der Goldmacherkunst, der ihn 1688 zu seinem Minister machte; zur jüngeren schlesischen Dichter⸗ schule gehörig, gest. 1689 in Sulzbach(Oberpfalz).— 454. Nudolf Kögel, geb. 1829 in Nakel, dann in Birnbaum, seit 1854 Pastor an der deutschen ev. Gemeinde im Haag, seit 1863 in Berlin, berühmter Kanzelredner, starb als Oberhofprediger undGeneralsuperintendent derKurmarkinBerlin 1896.— 600. Christian Koitsch, geb. 1671 in Meißen, Inspektor am Pädagogium in Halle, seit 1705 Rektor des Gymnasiums in Elbing, daselbst gest. 1735.— 333. Michael Kongehl, geb. 1646 in Kreuzburg(Ostpreußen), Dichter aus der Schule Simon Dachs, gest. als Bürger⸗ meister von Königsberg 1710.— 372. Moritz Kramer, geb. 1646 in Ammerswurth(Holstein), Pastor in Marne, daselbst gest. 1702.— 114. Jonathan Kr aufe, geb. 1701 in Hirschberg, 1732 Diakonus in Probsthain, Kr. Goldberg, seit 1739 Pastor an der Peter-Paulkirche in Liegnitz, dichtete nach Schmolcks Vor⸗ bild Evangelien⸗ und Epistellieder und gab das Liegnitzer Gesangbuch heraus, gest. 1762.— 460. Friedrich Adolf Krummacher, geb. 1767 in Tecklenburg (Westfalen), am bekanntesten durch seine Parabeln, ein Theologe von Herderschem Geist, 1800 Professor der Theologie in Duisburg, 1812 Oberhofprediger in Bern⸗ burg(Anhalt), seit 1824 an der Ansgarikirche in Bremen, daselbst gest. 1845.— 19. 183. 207. Poebann Siegismund Kunth, geb. 1700 in Liegnitz, seit 1730 Pastor, wurde er 1737 nach Löwen Kr. Brieg berufen, 17⁴43 als Süperintendent nach Baruth(Brandenburg), da⸗ selbst gest. 14105 stand in Beziehungen zu dem pietistischen Kreise, dem die„Cöthnischen Vieder“, zu denen er auch bei⸗ steuerte, entstammen(Bgl. Allendorhe— 534. Friedrich Adolf Lampe, geb.1683in Detmold, herporragen⸗ der reformierter Theologe, eine Zeitlang Professor der Theo⸗ logie in Utrecht, gest. als Prediger in Bremen 1729.— 324.461. Joachim Lange, geb. 1670 in Gardelegen(Altmark), Freund und Kollege A. H. Franckes, 1698 Rektor in Berlin, dann Pastor daselbst, 1709 nach Halle als Professor der Ti heologie berufen, dort gest. 1744.— 456. Laurentius Laurenti(Lorenz), geb. 1660 in Husum (Schleswig), zum Spenerschen Dichterkreise gehörig, 1684 Musikdirektor am Dom in Dreuen, daselbst gest. 1722. — 49. 98. 379. 532. 57¹ Verzeichnis der Liederdichter Johann Kaspar Lavater, geb. 1741 in Zürich, zur Poesie durch Bodmer und Breitinger angeregt, in seinen Liedern oft mehrerhetorisch als lyrisch, seit 1769 Prediger in Zürich, starb an einer von einem französischen Soldaten erhaltenen Verwundung 1801.— 221. 353. Leopold Franz Friedrich Lehr, geb. 1709 in Kronberg bei Frankfurt a. M., Hauslehrer bei Freylinghausen, Er⸗ ieher am herzoglichen Hofe von Anhalt⸗Cöthen, seit 1740 iakonus in Cöthen, wo er 1744 starb.— 281. Johann Leon, geb. in Ohrdruf(bei Gotha), Pfarrer in Königssee(chwnren⸗Andoltode später in Groß⸗Mühl⸗ hausen, zuletzt in Wölfis bei Ohrdruf, gest. 1597.— 503,1. »Ehrenfried Liebich, geb. 1713 in Probsthain, Mitheraus⸗ geber der Hirschberger Bibel, von Gellert zum Dichten er⸗ muntert, seit 1742 Pastor in Lomnitz und Erdmannsdorf bei Hirschberg, das. gest. 1780. Er dichtete über 200 geist⸗ liche Lieder und Oden und eiferte gegen die willlürlichen Umarbeitungen der alten Kirchenlieder.— 115. 134. 258. 356. 515. 526. Salomo Liscov, geb. 1640 in Niemitzsch bei Guben, gest. 1689 als Diakonus in Wurzen.— 286. 421. 486. Jodocus van Lodenstein, geb. 1620 in Delfft in Holland, starb als Pastor in Utrecht 1677.— 309. Valentin Ernst Löscher, geb. 1673 in Sondershausen (Schwarzburg), eifriger und frommer Gegner des Pietismus, seit 1709 Superintendent in Dresden, das. gest. 1749.— 242. »Matthänus Apelles von Löwenstern, geb. 1594 in Neu⸗ stadt(Oberschl.). Seine musikalische Begabung erwarb ihm die Gunst dun Mu Heinrich Wenzel von Münsterberg, der ihn 1625 zum Musikdirektor in Bernstadt ernannte, 1631 zum fürstl. Rat und Kammerdirektor; Herzog Karl Friedrich in Oels ernannte ihn schließlich zum Staatsrat, vom Kaiser Ferdinand III. wurde er in den Adelstand erhoben; gest. 1648 in Breslau. Er dichtete sbessiz und gewandt gern in der antiken Strophenform; der Musiker in ihm stand dem Dichter nicht nach.— 164. 399. Martin Luther, der Reformator, geb. 1483 in Eisleben, daselbst gest. 1546; auch der Schöpfer des ev. Gemeinde⸗ esanges, Kirchenliedes und Ange deils Dy Von ihm teils berarbeitungen älterer Gesänge, keils Originaldichtungen. — 23. 30. 31. 85. 116. 118. 130. 136. 137. 162. 185. 215. 234. 285. 340. 391. 438. 513. 514. 575. Joachim Magdeburg, geb. 1525 in Gardelegen(Altmarh), Prediger an vielen Orten, aber um seines treuen evan⸗ gelischen Bekenntnisses willen in den wirren Zeiten immer wieder seines Amtes entsetzt, w1581—1583 in Efferding in Osterreich, von da vertrieben, wird er Pastor in Essen, vorübergehend 1586 in Köln, dann wieder bis 1587 in Essen; späterer Aufenthaltsort unbekannt.— 384,1. Samuel Marot, geb. 1770, Oberkonsistorialrat, Pastor an der neuen Kirche in Berlin, gest. 1865.— 209. 57² 0 Verzeichnis der Liederdichter Christoph Georg Ludwig Meister, geb. 1738 in Halle, gest. 1811 als Pastor prim. und Professor in Bremen.— 68. »Johann Mentzer, geb. 1658 in Jahmen in der Ober⸗ lausitz, Freund Schwedlers und der Großmutter Zinzen⸗ dorfs, der Henriette Katharina von Gersdorf; auch Zinzen⸗ dorf selbst suchte ihn öfters auf und hrin ihn als einen „im Ofen der Trübsal geläuterten“ Christen hoch; seit 1691 im Pfarramt, 1696 Pastor in Kemnitz bei Bernstadt in Sachsen, daselbst gest. 1734.— 173. 341. 400. Johann Matthäus Meyfart, geb. 1590 in Jena, Direktor des berühmten Gymnasiums Casimirianum in Koburg, dann Professor der Theologie in Erfurt, wegen seiner Schriften über Sittenreform auf den Universitäten und auch in der Kirche viel angefeindet; erwecklicher Schrift— steller, der mit wiederholtem Wächterruf die schlafende Christenheit unter Hinweis auf die letzte Zeit erwecken wollte; gest. 1642.— 537. Josef Mohr, geb. 1792 in Salzburg, starb 1848 als katholischer Vikar in Wagrein bei St Johann im Salz⸗ kammergut.— 555. *Martin Moller, geb. 1547 in Kropstädt bei Wittenberg, 1568 Kantor in Löwenberg, 1573 Diakonus dort, 1575 Pastor in Sprottau, seit 1600 in Görlitz, wo er 1605 erblindete, aber sein Amt weiter versah, starb hier 1606; seine erbaulichen Schriften viel gelesen.— 344. 362. Johann Mühlmann, geb. 1573 in Pegau bei Leipzig, Profes⸗ sor der Theologie und Prediger in Leipzig, gest. 1613.— 442. Michael Müller, geb. 1673 in Blankenburg, Schüler Franckes, von Kind an kränklich, so daß er eine schwere Leidensschule durchmachen mußte. Er wurde Hauslehrer in Schaubeck in Württemberg, wo er auch tägliche Bet⸗ stunden hielt, er starb schon 1704. Seine Lieder sind voll kindlichen Glaubens.— 44. Kaspar Friedrich Nachtenhöfer, geb. 1624 in Halle, Pastor in Koburg, dort gest. 1685.— 18. Christoph Neander, geb. 1724 in Eckau(Kurland), Dichter der Aufklärung, Anhänger der Kautschen Philosophie, Propst in Gränzhof(Kurland), hier gest. 1802.— 444. Joachim Neander, geb. 1650 in Bremen, früh mit Spener bekannt, erster bedeutender Dichter der deutsch-reformierten Kirche, ohne daß seine Lieder konfessionell abgestimmt wären, zuerst Rektor in Düsseldorf, unter dem Einflußdes Un⸗ dereykschen Pietismus, wegen der von ihm gehaltenen Privat⸗ erbauungsstunden viel verfolgt, seit 1679 Fünfuhr⸗Prediger in Bremen, hier gest. 1680.— 157. 393. 406. 468. David Nerreter, geb. 1649 in Nürnberg, erst Pastor in Bayern, gest. als Konsistorialrat in Stargard 1726.— 352. Kaspar RNeumann, geb. 1648 in Breslau, daselbst seit 1679 Diakonus bei Maria 15 Sömh gest. 1715 als Pastor bei Elisabeth, Kirchen⸗ und Schulinspektor und Professor der Theologie in Breslau, ein vielseitiger und weitberühmter 57³ Verzeichnis der Liederdichter Gelehrter. In zahllosen Ausgaben ist sein„Kern aller Gebete“ erschienen. Er gab auch ein Gesangbuch heraus und förderte eifrig die damals aufkommende Sitte, das Gesangbuch in die Kirche mitzubringen.— 131.216.429.452. 453.459.472.481. Georg Neumark, geb. 1621 in Langensalza(Pr. Sachsen), un⸗ ter der Einwirkung Simon Dachs in Königsberg, Bibliothe⸗ kar und Hofpoet in Weimar, daselbst gest. 1681.— 385. 447. N Erdmann Neumeister, geb. 1671 in Uchteritz bei Weißen⸗ N fels(Pr. Sachsen), eifriger Gegner des Pietismus, endichher einer deutschen Literaturgeschichte und Kantatendichter, Oberhofprediger in Sorau(Brandenburg), seit 1715 Pastor in Hamburg, daselbst gest. 1756.— 46. 277. 483. *„Johannes Nennherz, geb. 1652 in Waltersdorf bei Kupfer⸗ berg(Schlesien), 1678 Substitut in Lauban, seit 1680 Pastor in Kieslingswalde, 1695 in Geibsdorf und 1706 in Lauban, u 1709 Pastor und Senior in Hirschberg, wo er 1718 die nadenkirche einweihte, daselbst gest. 1737.— 103. Heinrich Georg Neuß, geb. 1654 in Elbingerode(Harz), seit 1690 Pastor in Wolfenbüttel, von dort wegen pie⸗ tistischer Bestrebungen verdrängt, fand er in Wernigerode ö 1696 Zuflucht, dort gest. als Superintendent 1716.- 256.301. Philipp Nicolai, geb. 1556 in Mengeringhausen(Waldech, Verfasser polemischer Schriften gegen die Kalvinisten, dabei der erste, der im Kirchenlied den Ton der Jesusliebe an⸗ schlägt, Pastor im Waldeckschen, in Westfalen, zuletzt in Hamburg, das. gest. 1608.— 293. 544. Anugust Hermann Niemeyer, geb. 1754 in Halle, Enkel Freylinghausens, Oberkonsistorialrat und Professor der Theologie in Halle, daselbst gest. 1828.— 325. 506. 511. Johann Olearius, geb. 1611 in Halle, Superintendent in Querfurt(Pr. Sachsen), wurde 1643 Oberhofprediger in Halle, gest. 1684 in Weißenfels(Pr. Sachsen), der„litur⸗ gische Dichter“ jener Zeit, der die sonntäglichen Feiern mit kraftvollen Liedern weihte.— 12. 127. 150. 226. 267. 458. Johann Gottfried Olearins, geb. 1635 in Halle, ein ruderssohn des Johann Olearius, Diakonus in Halle, seit 1668 Superintendent in Arnstadt, das. gest. 1711.—7. Christoph Karl Ludwig von Pfeil, aus einem altschlesi⸗ schen Rittergeschlecht, geb. 1712 in Grünstadt bei Worms, Staatsmann erst in württembergischen Diensten, dann im Dienst Friedrichs des Großen, gest. 1784.— 43. 141. 414. Christoph Praetorius, geb. 1631 in Stendal, starb dort als Ratskämmerer 1713.— 441. 1 Samuel Preiswerk, geb. 1799 in Rümlingen(Baseh), Pre⸗ 2600. ri Basel, Antistes der Baseler Kirche, gest. 1871.— 260. 563. Heinrich Puchta, geb. 1808 in Cadolzburg(Mittelfranken), mit dem Dichter von Platen befreundet, von Schleiermacher und Schelling beeinflußt, 1839 Professor der Theologie und am Lyceum in Speyer, nach kurzer Krankheit(Trübsinn) Pastor in Eyd bei Ansbach, seit 1852 Pastor in Augsburg, 57⁴4 Cl B. Verzeichnis der Liederdichter te“ das. gest. 1858; Liederter begabt und formgewandt, wünschte rte er„die alten Liedertexte zeitgemäß zu gestalten durch die in reinsten Formen der neuen Sangeskunst.“— 38. 81. Friedrich Räder, geb. 1815 in Elberfeld, gest. dort als un⸗ 3 Wann Ja kob Na nbach the⸗ ohann Jako ambach, geb. 1693 in Halle, Professor 47. der Theologie und Pastor daselbst, aus der Franckeschen en⸗ Schule, doch unter Einwirkung der Wolfschen Philosophie, lur päter in Gießen, ausgezeichnet als Professor wie als er, rediger, Seelsorger und Dichter. Seine Lieder geben stor ein vollständiges Gesangbuch, sind aber oft lehrhaft und nüchtern. Er machte als erster den Versuch, Kirchen⸗ und fe Hauslieder zu scheiden, und durch seine beiden Gesang⸗ stor bücher wurden viele zeitgenössische Lieder zuerst bekannt. dan, Er starb in Gießen 1735.— 37. 107. 109. 204. 225. 266. 292. die Friedrich Heinrich Ranke, geb. 1798 in Wiehe, seit 1826 Prediger, 1840 Professor der Dogmatik in Erlangen, ein Irz). jüngerer Bruder des berühmten Geschichtsforschers Leopold pie⸗ von Ranke, stirbt 1876 als Ober⸗Konsistorialrat in München. rode— 547. 551. 301.»Eleonore Fürstin Neuß, geb. Gräfin Stolberg⸗Wernige⸗ ech, rode, 1835 in Gedern am Vogelsberge geb., lebte in Fänken⸗ ö Abei dorf bei Niesky, starb 1903 in Ilsenburg(Harz).— 35. an⸗ Adam Reußner, geb. wahrscheinlich 1471 in Frankfurt t in a. M., Schüler Reuchlins, Hem Freund und Gesinnungs⸗ genosse Schwenkfelds, mit dem er in Straßburg bekannt nkel geworden, Geheimschreiber von Georg Frundsberg, starb der wohl 1563(nach andern später).— 278. 51¹. Christian Friedrich Richter, geb. 1676 in Sorau(Branden⸗ dent burg), Arzt am Halleschen Waisenhause, Dichter, Kom⸗ iger ponist und Erbauungsschriftsteller, der eigentliche Dichter tur⸗ voll hohen und reinen Fluges unter den Männern des mit Waisenhauses, gest. 1711.— 29. 239. 280. 304. 205. 306. 312. 45⁵8. Martin Rinckart, geb. 1586 in Eilenburg(Pr. Sachsen), ein daselbst als Pastor gest. 1649, Freund und Trübsalsgenosse alle, Johann Heermanns, begeisterter Sänger für Gustav Adolf, —7. unermüdlicher und tapferer Seelsorger in seiner Gemeinde. lesi:— 396. 419. ems, Bartholomäus Ringwaldt, geb. 1530 in Langenfeld bei im Zielenzig(Mark), seit 1556 Pastor, seit 1566 in seiner Hei⸗ 4¹4. mat, bekannter Spruchdichter, gest. 1599.— 238. 425. 533. dort Johann Rist, geb. 1607 in Ottensen bei Hamburg, Stifter ö des Elbschwanenordens, gehörte aber auch der Frucht⸗ Pre⸗ bringenden Gesellschaft als der Rüstige und dem Blumen⸗ I.— orden als Daphnis an, von Kaiser Ferdinand III. zum Dichter gekrönt und in den Adelstand erhoben, 32 Jahre ken)/ lang Pastor in Wedel bei Hamburg, dort gest. 1667. Er icher ist einer der fruchtbarsten und wortreichsten geistlichen und Dichter, man zählt 659 Lieder von ihm; seine Zeitgenossen sinn) nannten ihn den deutschen David und den Cimberschwan. zurg,— 1. 20. 40. 48. 74. 95. 213. 227. 395. 479. 539. 57⁵ Verzeichnis der Liederdichter Samuel Rodigast, geb. 1649 in Gröben(Thüringen), N unter Georg Neumark gebildet, Rektor an dem Gymnasium zum Grauen Kloster in Berlin, dort gest. 1708.— 380. Samuel David Roller, geb. 1779 in 1850. 5 bei ut durc starb als Pastor in Lausa bei Dresden 1850, bekannt dur seine Originalität als Erzieher.— 571. »Johann Andreas Rothe, geb. 1688 in Lissa bei Wfiite N durch Zinzendorf 1722 nach Berthelsdorf berufen, wirkte in der Brüdergemeine bis 1737, von da ab Gegner des Herrnhutertums, erst Pastor in Hermsdorf bei Görlitz, * dann an der Zufluchtskirche in Thommendorf bei Bunzlau, das. gest. 1758.— 269. 529. Johannes Rothen, geb. 1797 in Neueneck(Bern), Lehrer in Basel, starb dort 1876.— 327. Friedrich ückert, geb. 1788 in Schweinfurt(Kgr. Bayern), berühmter Dichter, Professor in Erlangen und Berlin, gest. 1866 in Neuses bei Koburg.— 2. Johann Ruopp, Adjunkt der theol. Fakultät in Halle,„ daselbst gest. 1708.— 303. Gottfried Wilhelm Sacer, geb. 1635 in Naumburg, Mi ö glied des Elbschwanenordens(s. Rist), vom Kaiser zu⸗ RIN Dichter gekrönt, Rechtsgelehrter in Braunschweig un. I Wolfenbüttel, daselbst gest. 1699.— 36. ö Christian Friedrich Heinrich Sachse, geb. 1785 in Ei⸗ senberg(S.-Altenburg), Konsistorialrat und Hofprediger in Altenburg, gest. 1860.— 524. IN Johann Kaspar Schade, geb. 1666 in Künsdorf(Reuß⸗ . Donalt⸗ durch Franke für den Pietismus gewonnen und deshalb in Leipzig hart angefeindet, erhielt er einen Ruf an die Nikolaikirche in Berlin als Kollege Speners, auch hier verkannt und noch nach dem Tode geschmäht, gest. 1698.— 368. V Martin Schalling, geb. 1532 in Straßburg, Schüler Me⸗ lanchthons, Hofprediger in Amberg, wegen Verweigerung der Unterschrift unter die Konkordienformel abgesetzt, zu⸗ letzt Pastor in Nürnberg, daselbst gest. 1608.— 311.1 »Johann Scheffler, geb. 1624 in Breslau, durch Jakob Böh⸗ mes Schriften zur Mystik hingezogen, geriet ex infolge seiner mystischen Anschauungen als Hofmedikus in Ols in Konflikt mit der lutherischen Kirche und trat 1653 zur katholischen Kirche über. Bedeutendster tiefsinniger Dichter der zweiten schlesischen Dichterschule, läßt er in seinen geistlichen Dich⸗ tungen im Stile des Hohenliedes voll Inbrunst die an Jesus hangende Seele ihre Lieder auf ihren Bräutigam singen. In Breslau gest. 1677 als katholischer Priester.— 64. 296. 298. 314. 321. 326. Christian Ludwig Scheidt, geb. 1709 in Waldenburg in Württemberg, starb als Hofrat in Hannover 1761.— 253. Johann Hermann Schein, geb. 1586 in Grünhayn bei Zwickau, Alumnus in Schulpforta, 1613 Kapellmeister am Hofe von Sachsen⸗Weimar, 1615 Kantor an der Thomas⸗ 576 H L 3 2 — 6 8 2** 1 Verzeichnis der Liederdichter ngen annnn schule in Leipzig, hat wertvolle„geistliche Oden“ mit eigenen — 380. Melodien veröffentlicht, starb 1630.— 510.9 eißen Hartmann Schenk, geb. 1634 in Ruhla bei Eisenach, Pastor durch in Ostheim vor der Rhön, daselbst gest. 1681.— 161. Marx von Schenkendorf, geb. 1783 in Tilsit, der fromme zörli Dichter der Freiheitskriege, der dem deutschen Reiche und dem wirkte Himmelreiche so viele herrliche Lieder gesungen hat, gest. als er des Regierungsrat in Koblenz 1817.— 431. 548. 560. 584. örlitz Daniel Schiebeler, geb. 1741 in Hamburg, dort Kanonikus nzlau, beim Domkapitel, gest. 1771.— 151. Michael Schirmer, geb. 1606 in Leipzig, seit 1636 Sub⸗ Lehrer rektor, seit 1651 Konrektor am Gymnasium zum Grauen Kloster in Berlin, Freund Paul Gerhardts, gest. 1673 in (Kg Berlin.— 11. 86. 121. n und Levin Schlicht, geb. 1681 in Kalbe a. d. Milde(Altmark), un⸗ ter Franckes Einfluß, Pastor an mehreren Orten der Mark, Halle zuletzt an der Georgenkirche in Berlin, gest. 1723.— 464. »Johann Schlipalius, geb. 1719 in Ols(Schlesien), gest. „Mit als Pastor in Dresden 1764.— 262. zu Ludwig Schloffer, geb. 1663 in Darmstadt, Lehrer und un. Prediger in Frankfurt a. M., dort gest. 1723.— 411. Marie Schmalenbach, geb. Huhold, geb. 1835 in Holtrup bei Vlotho a. d. Weser als Tochter des dortigen Pastors, hei⸗ aer in ratete den Pastor Theodor Schmalenbach in Mennighüffen 9(Westfalen), der als Superintendent em. in Bethel bei Biele⸗ Reuß⸗ feld 1901 starb; sie lebt als Witwe in Löhne bei Herford.—566. — und Christoph von Schmid, geb. 1768 in Dinkelsbühl, starb Ruf in Augsburg als Domkapitular 1854.— 552. Johann Eusebins Schmidt, geb. 1669 in Hohenfelden west bei Erfurt, befreundet mit A. H. Francke, Pastor in Sieb⸗ gest. leben bei Gotha, daselbst gest. 1745.— 167. r M*Benjamin Schmolck, geb. 1672 in Brauchitschdorf Kr. Lü⸗ ben, durch Gottfried Hoffmann zum Dichten angeregt, seit 43 5 Erscheinen seiner„Heil. Liederflammen“(1704) bewunderter zt, zu⸗ und über Schlesiens Grenzen beliebter Dichter, der„schlesi⸗ sche Rist“, der„Schweidnitzer Chrysostomus“, der in 20 „Böh⸗ Sammlungen fast 1200 Lieder dichtete, durchlief in Schweid⸗ seiner nitz von 1702 an die kirchlichen Amter vom Diakonus bis onflikt Pastor prim., dort gest. 1737, nachdem er bereits seit 1735 lischen erblindet war.— 6. 41. 69. 76. 90. 92. 96. 101. 124. 135. 148. weiten 159. 160. 163. 199. 206. 249. 308. 313. 323. 350. 359. 365. 382. Dich 383. 412. 415. 422. 462. 463. 474. 480. 482. 499. 502. 504. 505. Jesus 512. 520. 541. 573. ingen. Johann Schrader, geb. 1684 in Hamburg, Propft in Ton⸗ 4. 296. dern(Schleswig), gest. 1737.— 129. Johann Heinrich Schröder, geb. 1667 in Hamelspringe urg in(Hannover), durch Francke erweckt, seit 1696 Pastor in Mese⸗ — 253. berg bei Wolmirstedt, Bez. Magdeburg, nach 3 jähriger yn bei Amtstätigkeit gest. 1699.— 302. 317. er am Johann Jakob Schütz, geb. 1640 in Frankfurt a. M., Ad⸗ omas⸗ vokat daselbst, treuer Anhänger Speners, gab die Anregung Schlesisches Provinzial⸗Gesangbuch 37 577 Verzeichnis der Liederdichter zu den pietistischen Privaterbauungsstunden, zuletzt aus der Kirche ausgeschieden, gest. 1690.— 401. Gotthard Schuster, geb. 1673 in Langenhessen bei Zwickau, starb 1761 als Archidiakonus in Zwickau.— 528. Amilie Juliane Gräfin von Schwarzburg⸗Rudolstadt, geb. 1637 auf der Heidecksburg bei Rudolstadt, Gemahlin des Grafen Albert Anton von Schwarzb.-R., im Verkehr mit dem Dichter Ahasverus Fritsch, gest 1706.— 33. 423. 523. Ludämilie Elisabeth Gräfin von Schwarzburg⸗Rudol⸗ stadt, geb. 1640 auf der Heidecksburg als zweite Tochter des Grafen Ludwig Günter. Sie war eine Schwägerin der Gräfin Amilie Juliane und war auch im Lateinischen wohlbewan⸗ dert. Sie hat über 200, meist Jesuslieder, gedichtet; gest. 1672, kurz nachdem sie sich mit ihrem Vetter verlobt hatte.— 245.276. „Johann Christoph Schwedler, geb. 1672 in Krobsdorf bei Friedeberg a. Qu., Pastor in Niederwiesa bei Greiffenberg, stand in Verbindung mit der Brüdergemeine, von Zinzen⸗ dorf hochgeschätzt, gest. 1730.— 82. *Hans von Schweinitz, geb. 1645 in Crayn bei Liegnitz, studierte in Straßburg, Leyden, Paris, machte große Reisen, besonders durch Italien, Landesältester im Görlitzer Sacht zog sich 1708 in die Stille zurück, gest.1722 in Leuba(Sächs. Oberlausitz).— 545. Christian Scriver, geb. 1629 in Rendsburg, Pastor in Sten⸗ dal, Magdeburg und Quedlinburg, Verfasser des„Seelen⸗ schatzes“, gest. 1693.— 205. 466. Nikolaus Selnecker, geb. 1530 in Hersbruck bei Nürnberg,‚ ein Schüler Melanchthons, ein angesehener, aber auch viel angefeindeter Theologe der lutherischen Kirche. Aus Leipzig, wohin er als Superintendent berufen war, durch Kanzler Crell vertrieben, kehrte er nach dessen Tode dahin zurückz da⸗ selbst gest. 1592.— 153. 194. 362. *Elisabeth von Senitz, geb. 1629 in Rankau Kr. Nimptsch, einige Zeit am Hofe von Brieg und Ols, dann in stiller Zurückgezogenheit, gest. 1679.— 70. Justus Sieber, geb. 1628 in Eimbeck in Hannover, starb 1695 als Pastor in Schandau(Sachsen).— 220. Johann Siegfried, geb. 1564, gest. 1637 als Superintendent in Schleiz.— 503. Paul Speratus, geb. 1484 in Schwaben, kam nach vielen Verfolgungen in Würzburg, Salzburg, Wien und Wfall, zu Luther nach Wittenberg, der ihn nach Königsberg emp ahl, gest. 1551 in Marienwerder als Bischof von Pomesanien; sein Lied vom Glauben schon 1523 veröffentlicht.— 261. Philipp Spitta, geb. 1801 in Hannover, aus einer fran⸗ zösischen Familie, an verschiedenen Orten in Hannover Pastor, zuletzt Superintendent in Burgdorf, daselbst gest. 1859. Der Verfasser der in immer neuen Ausgaben weit verbreiteten Liedersammlung„Psalter und Harfe“, gehört er zu den bekanntesten und um der Herzli keit und Klar⸗ heit des Tones seiner Lieder willen am meisten geschätzten 578 „5 ** Verzeichnis der Liederdichter Sängern des vorigen Jahrhunderts.— 99. 123. 168. 201. 295. 297. 408. 410. 577. 585. Johann Jakob Spreng, geb. 1699 in Basel, seit 1743 Professor und Pastor daselbst, gest. 1768.— 203. Josua Stegmann, geb. 1588 in Sulzfeld bei Meiningen, Pro⸗ fessor der Theologie in Rinteln(Pr. Hessen) und Ephorus der Grafschaft Schaumburg, nach dem Restitutionsedikt durch Benediktinermönche zu Tode gekränkt, gest. 1632.— 140. Ewald Rudolf Stier, geb. 1800 in Fraustadt; eine Lehrer⸗ stelle in Basel gab er wegen Kränklichkeit auf, wurde Pastor in Frankleben bei Merseburg, darauf in Wichlinghausen bei Barmen, legte 1847 e5 Amt nieder, trat 3 Jahre später wieder in das kirchliche Amt ein, zuletzt Superintendent in Eisleben; geistvoller theologischer Schriftausleger, gest. 1862. 15⁴. Gerhard Stip, geb. 1809 in Norden, bedeutender Hymno⸗ loge, der sich um Herstellung der originalen Liederterte sehr gemüht hat, starb in Potsdam 1882.— 448. Heinrich Stockfleth, geb. 1643 in Alfeld bei Hildesheim, Generalsuperintendent in Münchberg(Oberfranken) und Gymnasialdirektor in Bayreuth, Mitglied des Nürnberger Dichterordens, Herausgeber eines Reformgesangbuchs mit Textveränderungen, gest. 1708.— 387. Julins Sturm, geb. 1816 in Köstritz(Fürstentum Reuß), zuerst Pastor in Göschitz bei Schleiz, seit 1857 in Köstritz, zum Dichten angeregt durch„Des Knaben Wunderhorn“; die ersten Gedichte erschienen 1850;. gest. 1896. Seine „Frommen Lieder“, in schweren Prüfungen aus einem Goltin voll Gottergebenheit stammend, atmen herzliche ottinnigkeit.— 145. 198. 432. Gerhard Tersteegen, geb. 1697 in Mörs(Rheinprovinz), größter Dichter der reformierten Kirche; von dem Kauf⸗ mannsberuf abgehend, führte er als Bandweber in Mül⸗ heim a. d. Ruhr ein einsiedlerisches Leben, mystischer Be⸗ schaulichkeit ergeben, aus der seine Lieder und Erbauungs⸗ schriften heruohingen; er hielt auch Erbauungsstunden, durch die er die Leute der Kirche zuführen wollte; gest. 1769. Seine Lieder gelten der Anbetung Gottes und der brüder⸗ lichen Gemeinschaft der Gläubigen in der Einheit des Geistes. Gehört er auch zu den Mystikern, ist seine Sprache doch klar, natürlich und wohllautend.— 24. 110. 120. 142. 147. 155. 252. 315. 319. 477. 578. *Adam Thebesius, geb. 1596 in Seiffersdorf, Kr. Liegnitz, 1619 Pastor in Mondschütz, 1627 in Wohlau, 1639 an Peter Paul in Liegnitz, als Prediger berühmt durch eine zneue, anmutige und erbauliche Art, daß er die lateinischen Termini durch deutsche ersetzte und alles logisch klar und genau einteilte“, ein großer Freund der Kirchenlieder und des selbst fleißig geübten häuslichen Singens, 1638 mit dem Dichterlorbeer gekrönt; er starb 1652.— 57. Valentin Thilo, geb. 1607 in Königsberg, Professor der 579 Verzeichnis der Liederdichter Beredsamkeit daselbst, Dichtergenosse von Simon Dach, gest. 1662.— 10. *Christoph Titius(Tietze), geb. 1641 in Wilkau bei Nams⸗ lau, erhielt seine Bildung in Nürnberg und Altdorf, im Nürnberger Gebiet Pastor, zuletzt in Hersbruck Ober⸗ pfarrer, gest. 1703, hat seine 60 Lieder meist in jungen Jahren als Student gedichtet.— 240. 375. Heinrich Julius Tode, geb. 1733 in Zollenspeicher bei Ham⸗ burg, seit 1761 Pastor in Pritzier bei Wittenberg(Mecklen⸗ burg), dann Hofprediger in Schwerin, hier gest. 1797.— 113. * Gottfried Tollmann, geb. 1680 in Lauban, seit 1711 Pastor in Leuba(Sächs. Oberlausitz), gest. 1766.— 132. * Andreas Tscherning, geb. in Bunzlau 1611, Schüler von Opitz, Freund des Apelles von Löwenstern, flüchtete vor den Lichtensteinern nach Görlitz, studierte in Rostock, wurde dort 1644 Professor der Poesie und starb 1659.— 417. Josug Wegelin, geb. 1604 in Augsburg, daselbst Pastor, infolge des Restitutionsedikts zweimal aus der Stadt ver⸗ trieben; das zweitemal siedelte er nach Preßburg(Ungarn) über, wo er 1640 starb.— 105. Christian Weise, geb. 1642 in Zittau, einflußreicher Lehrer der Poesie, erst Professor in Weißenfels, dann Rektor in Zittau, dort Lehrer von Gottfried Hoffmann, gest.1708.— 495. *Michael Weiße, aus Neiße gebürtig, Mönch in Breslau; seiner evangelischen Gesinnung halber vertrieben, fand er mit zwei anderen Aufnahme im Brüderhaus Leitomischl bei den böhmischen Brüdern, ward 1524 zu Luther geschickt, gab 1531 das erste deutsche Gesangbuch der böhmischen Brüder heraus mit Bearbeitungen alter böhmischer Lieder und vielen eignen Liedern, starb in Landskron 1534.— 72. 517. Georg Weißel, geb. 1590 in Domnau(Ostpr.), Pfarrer in Königsberg, Vorläufer von Simon Dach gest. 1635.—9.(97)288. Georg Werner, geb. 1589 in Preußisch-Holland(Ostpreußen), Diakonus in Königsberg, gest. 1643.— 56. Johann Josef Winckler, geb. 1670 in Lucka(S.⸗Alten⸗ burg), aus der Franckeschen Schule, Domprediger in Magde⸗ burg, wegen seiner Förderung der Unionsabsichten Frie⸗ drichs l. von Preußen viel angefeindet, gest. 1722.— 335.367. Jakob Wolf, geb. 1684 in Greifswald, Professor der Rechte in Halle, daselbst gest. 1754— 338. 1— *„Ernst Gottlieb Woltersdorf, geb. 1725 in Friedrichsfelde bei Berlin, seit 1748 Pastor in Bunzlau, erster Leiter des Waisenhauses, gest. 1761.— 143. 202. 211. 224. 271. 290. Christian Heinrich Zeller, geb. 1779 in Hohenentringen bei Tübingen, Freund Pestalozzis, gründete 1820 mit Hilfe von Baseler Freunden in Beuggen am Rhein ein Rettungs⸗ haus mit einer Bildungsanstalt für Armenschullehrer; starb dort 1860.— 191. Ernst Albert Zeller, geb. 1804 in Heilbronn, prakt. Arzt zuerst in Stuttgart, dann Direktor der Irrenanstalt in Winnenthal(Württemberg), gest. 1877.— 535. 58⁰0 Lieder unbekannter Dichter Ienerlor Friedrich Zihn, geb. 1650 in Suhl, wo er 1679 Rektor, 1690 Diakonus, 1708 Archidiakonus wurde und als solcher 1719 starb.— 358. Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf, geb. 1700 in Dresden, im Pädagogium in Halle unter Francke ge⸗ bildet, Hof⸗ und Fustizrat in Dresden, Stifter und Bischof der Brüdergemeine, gest. 1760 in Herrnhut. Zinzendorf war ein geborener Dichter, wenn er auch zu Überschweng⸗ lichkeiten im Ausdruck neigte. Er singt von der Liebe zu dem Gekreuzigten und vom Dienst in der Gemeinde.— 152. 175. 197,1. 212. 255. 316. 485. 488. 582. 587. Christian Renatus Graf von Zinzendorf, Sohn des Nikolaus Grafen v. Z., geb. 1727 in Herrnhut, gest. 1752. — 144. Johannes Zwick, geb. 1496 in Konstanz, erst Jurist, dann eifriger Prediger der evangelischen Sache, seit 1526 in Kon⸗ stanz, Bahnbrecher für das Kirchenlied in der reformierten Kirche der Schweiz, gest. 1542.— 106. 2. Verzeichnis der Lieder von unbekannten Verfassern mit Angabe der Jahre, in denen die Lieder zuerst gedruckt sind Nr. Nr. Alte Passions⸗Antiphone 54165656. 430⁰ Aus d. 12. Jahrh. 84. 118,1ʃ165.u10,4.97 Aus d. Mitkelalter 116,1.5141661. 05. 440. 478 152555 428scc 5 155 736s%.. 0 1554... 38100...9 15555 3393190 33384 15588. e 5 35 nñ 9. 44 1502.. 99 0 270 1599) 384½2 u. 1* 1007.. 348. 550, U. 20 7555 41009 7 7. 1 54 l9 7 1013 7379s35 1020. 5 17½0 1020... 3555½. 39 16288 74s%½ 09... 107 105nU!m... 9 1688 337359½...... 999299 416400 3555. 164. 445, 1651.. 122. 14½%4 22 vb 1652:2. s 1053 3. Melodien⸗Verzeichnis Die einfachen Zahlen geben die Lieder an, zu denen die Melodien vermerkt sind, die fett gedruckten bezeichnen das Lied mit der Originalmelodie. Ach Gott und Herr 111.196.231 Ach Gott, vom Himmel 162 Ach mein Herr Jesu 251 Ach, was soll ich Sünder machen 8. 49. 232. 300. 464 Allein Gott in der Höh 126 Allein zu dir 233. 236 Alle Menschen müssen sterben 110. 143. 341. 484. 541 Alles ist an Gottes Segen 275. 315. 345. 353. 387. 590 An Wasserflüssen 59. 219.242 Auf, auf, mein Herz 83 Auferstehn, ja auferstehn 565 Auf meinen lieben Gott 250. 348. 423 Aus meines Herzens Grunde 1. 16. 132. 439. 453 Aus tiefer Not 234. 245 Befiehl du deine Wege 166. 254. 349. 431. 503. 593 Bleibt, Schäflein, bleibt 202 Brich herein, süßer Schein 566 8405 der du bist der helle Tag 46 Christe, du Beistand 164 Christe, du Lamm Gottes 54 Christe, wahres Seelenlicht 418.441 Christ ist erstanden 84 Christ lag in Todesbanden 85 Christus, der ist mein Leben 50. 101. 140. 259. 487. 506. 535 der uns selig macht 65. 2. 77 Dank sei Gott 45. 442. 44/ Den die Hirten lobten 27.448 Der beste Freund 573 Der Herr ist gut 189 Der lieben Sonne Licht 466.488 Der Mond ist aufgegangen 574 Der Tag ist hin, mein Jesu 468 Die beste Zeit im Jahr 575 Die güldne Sonne 445 Die Himmel rühmen 576 Die Tugend wird durchs Kreuz 38. 68. 108. 289. 404. 424. 508 Dir, dir, Jehova 192. 388 582 Du lieber, heilger, frommer Christ 549 Einen guten Kampf hab ich 490 Einer ist König 26. 165. 317 Ein feste Burg ist unser Gott 136 Eins ist not! 302 Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort 34. 137. 139. 194. 427 Er ist mein Himmel 2 Ermuntre dich 20. 351 Erquicke mich 120 Errett mich 207 Erschienen ist der herrlich Tag 12. 32. 87. 88. 416. 458 Es glänzet der Christen 304 Es ist das Heil uns kommen her 33. 105. 229. 261. 288. 307. 386. 401. 403. 421. 432 Es ist ein Rossentsprungen 550 Es ist ein Schnitter 567 Es ist genug 356. 49 1. 492. 520. 526. 531 Es ist gewißlich an der Zeit 97. 106. 200. 226. 243. 265. 533 Es kennt der Herr die Seinen577 Es kostet viel 305. 306 Es woll uns Gott genädig 185 Fahre fort 167. 190. 222 Freuet euch, ihr Christen 21 röhlich soll mein Herze 22 ür dich sei ganz mein Herz 578 Geh aus, mein Herz 579 Gelobet seist du, großer Gott 173.1709 Gelobet seist du, Jesu Christ 23 Gib dich zufrieden 355 Gott des Himmels 154.199.449. 459 Gottes Sohn ist kommen 3 497 Gott ist mein Lied 390 Gott lebet noch 358 Gottlob, es geht nunmehr zum Ende I. 504. 512. 530. II. 69. 495. 505. 516 Gott sei gelobet 215 Gott wills machen 360 Großer Gott, wir loben dich 580 Harre, meine Seele 581 Herbei, o ihr Gläubigen 551 226768060„0 70- S — —55 lt 8⁰ Melodienverzeichnis W der einig Gottssohn Herr Gott, dich loben wir 391 Herr, ich habe mißgehandelt 237 Herr Jesu Christ, dich zu uns wend 142. 149. 414. 443. 455 Herr Jesu Christ, du höchstes Gut 61. 64. 217. 238 Herr und Altster 58. 100. 144 Herr, wie du willst 39.241. 361. 43⁵ 3 Herzlich lieb hab ich dich 311 Herzlich tut mich verlangen 35. 36.71. 230. 264. 482. 486. 498. 500. 502. Herzliebster Jesu I. 63. 170. II. 51. 62. 214. 354 ——K1 singt die liebe Christenheit 5⁴48 2 Heut triumphieret 91 Huüt liegt vor deiner 563 üter, wird die Nacht 239 Ich bin ja, Herr, in deiner 501 Ich dank dir schon durch 451 Ich klopfe an 546 c ruf zu dir 270. 331 Ich will dich lieben 314 Jerusalem 537 Jesu, deine tiefen Wunden 66 Jesu, meine Freude 124. 252. 274. 368. 474 Jesu, meines Lebens Leben 67. 103. 107. 205 Jesus, meine Zuversicht l. 41. 76. 90. 93. 94. 244. 277. 313. 338. 376. 494. II. 183. 191. 339. 367. 499 Ihr Kinderlein, kommet 552 Immer muß ich wieder lesens83 In dich hab ich gehoffet 278. 420. 470 In die Ferne möcht ich 584 Kehre wieder 585 Komm, heiliger Geist 116 Komm, o komm, du Geist 117. 276.321. 460 Kommt her zu mir 138. 145 Laßt mich gehn 569 ö Liebster Fesu, wir sind hier 43. —— 129. 151. 156. 161. 203. 206 Lobe den Herren, der mächtigen König der Ehren 24. 393 Lobe den Herren, o meine Seele 171. 394 Lobt froh den Herrn 586 Lobt Gott, ihr Christen allzu⸗ gleich 28. 44. 582 Machs mit mir, Gott, nach dei— ner Güt 37.256. 298. 3²26.510 Macht hoch die Tür 9 Meine Hoffnung stehet feste 299 Meinen Jesum laß ich nicht J. 6. 7. 13. 131. 283. 308. 462. 509. II. 46. 163. 350 Mein Friedefürst 280 Mein Heiland nimmt die Sün⸗ der an 281 Mein Jesu, dem die Seraphinen 282 Mein Jesu, der du vor dem Scheiden 225 Mit Fried und Freud 513 Mitten wir im Leben sind 514 Morgenglanz der Ewigkeit 454 Müde bin i 8 Nach einer Prüfung 538 Nicht so traurig 591 Nun bitten wir den heiligen 118 Nun danket alle Gott 396. 436 Nun danket all und bringet Ehr I. 297. 407. 557. 587. II. 342. 392. 397 Nun freut euch 4. 25. 86. 98. 213. 220. 265. 425 Nun jauchzet all 11 Nun komm, der Heiden Heiland 5. 113. 193.485 Nun lasset uns den Leib begrabn 56. 255. 478. 507. 515. 517 Nun laßt uns Gott 42. 133. 227. 257. 428. 457 Nun lob, mein Seel 395.398.433 Nun preiset alle 399. 536 Nun ruhen alle Wälder 75. 148 182. 364. 366. 417. 434. 469. 471. 475. 477. 480. 489. 511. 519. 527. 529. 562 Nun sich der Tag geendet hat 212. 476. 481 Nun singet und seid froh 553 Nur frisch hinein! 372 583 O daß ich tausend Zungen hätte I. 96. 134. 204. 211. 269. 272. 400. 415. 429. 483. II. 18. 253. 263. 284. 296 O der alles hätt verloren 600 O du fröhliche 554. 558. 561 O du Liebe meiner Liebe 70. 99.152. 197. 201. 325. 328. 564 O Ewigkeit 539 O Gott, der du ein Heerfürst 324 O Gott, du frommer Gott J.57. 329. 343. 409. II. 127. 528. III 357. 412. 456 O Lernuch Geist 122 O herrlicher Tag 559 O Jesu Christ, meins Lebens Licht 81. 102. 150. 172. 175 198. 271, 301. 446. 473. 518 O Lamm Gottes unschuldig 73 O selig Haus 410 Ostern, Ostern 560 O Traurigkeit 74. 79. 467 OUrsprung des Lebens 333 Owie selig seid ihr 542. 568 Ringe recht 290. 335 Schmücke dich, o liebe Seele 53. 109. 221. 224. 228. 266. 430. Schönster Herr Jesu 556 Schwing dich auf 373 Seelenbräutigam 209.287.291. 31 Sieh, hier bin ich 157. 158 Singen wir aus Herzensgrund 177. 346 So führst du doch recht selig 374 Sollt es gleich bisweilen 375 Sollt ich meinem Gott nicht sin⸗ gen 52. 95. 295. 320. 402 So nimm denn meine Hände 589. 595 Stille Nacht, heilige Nacht 555 Straf mich nicht in deinem Zorn 141. 155. 247. 322. 383 Tochter Zion, freue dich 547 Unser Herrscher, unser König 40. 48. 160. 382. 540 Unter Lilien jener Freuden 570 Valet will ich dir geben 15.47. 92. 123. 153. 18 1.268. 273. 279. 286. 318. 327. 389. 521. 532 584 Melodienverzeichnis Vater unser 246. 340. 344. 496 Verleih uns Frieden 438 Vom Himmel hoch 17.19. 30.31 Von Gott will ich nicht lassen I. 10. 223. II. 319. 377 Wachet auf 89. 168.178.184.187. 210. 309. 336. 543. 544. 599 Warum sollt ich mich denn grä⸗ men 115. 369. 378. 379 Was Gott tut 135. 195. 258.347. 352. 359. 380 Was mein Gott will 208. 363. 381. 384. Weil ich Jesu Schäflein bin 592 Wenn ich ihn nur habe 594 Wenn meine Sünd mich 80 Wenn mein Stündlein 522.525 Wenn wir in höchsten Nöten sein 248. 267. 303. 362 Werde munter 14. 114. 119.419. 450. 472. 479 Wer nur den lieben Gott läßt walten 60. 159. 235. 240. 249. 262. 323. 330. 365. 371. 385. 422. 426. 452. 463 Wer weiß, wie nahe 523 Wie herrlich ists 29. 292 Wie mit grimmgem 596 Wie nach einer Wasserquelle 55. 176. 216. 337. 370. 411. 437. 461. 493 Wie schön leuchtet der Morgen— stern 104. 121. 128. 146. 169. 174. 186. 188. 218. 293. 332. 408. 413. 440. 444 Wie sie so sanft ruhn 571 Wie wohl ist mir 294. 334.534 Wird das nicht Freude sein 545 Wir glauben all an einen Gott I. 130. II. S. XI Wir pflügen und wir streuen 597 Wir treten zum Beten 598 Wo findet die Seele 572 Wohlauf, wohlan 524 Wollt ihr wissen 82. 260 Womit soll ich dich wohl 405 Wunderbarer König 147. 406 Zeuch ein zu deinen Toren 125 Zeuch meinen Geist 312 Zion klagt mit Angst 78. 180 4. Parallelmelodien, 6 die wegen gleicher Silben- und Zeilenzahl unter Umständen miteinander vertauscht werden können. ö Ach Gott vom Himmel sieh darein Allein Gott in der Höh sei Ehr 7 Aus tiefer Not schrei ich zu dir 0 Es ist das Heil uns kommen her i⸗ Es ist gewißlich an der Zeit Herr Jesu Christ, du höchstes Gut Nun freut euch, lieben Christen, gmein Wenn mein Stündlein vorhanden ist Ach mein Herr Jesu, dein Nahesein Nun bitten wir den heiligen Geist 2 Alle Menschen müssen sterben Jesu meines Lebens Leben Alles ist an Gottes Segen 1 Ostern, Ostern, Frühlingswehen Aus meines Herzens Grunde 9 Von Gott will ich nicht lassen Zeuch ein zu deinen Toren t Befiehl du deine Wege 2 Dank sei Gott in der Höhe 5. Herzlich tut mich verlangen Valet will ich dir geben Es kennt der Herr die Seinen Christ, der du bist der helle Tag Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort 5. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend 7. Nun lasset uns den Leib begrabn O Jesu Christ, meins Lebens Licht — Vom Himmel hoch, da komm ich her 9. Wenn wir in höchsten Nöten sein 2. Christe, du Beistand deiner Kreuzgemeine Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen 4 Christe, wahres Seelenlicht 1 0 5 Christus, der uns selig macht(O hilf Christe, Gottes tt Einen guten Kampf hab ich[Sohn) Schwing dich auf zu deinem Gott 7 Erquicke mich, du Heil der Sünder ‚ Für dich sei ganz mein Herz und Leben(Ich bete an ö die Macht der Liebe) ö Fröhlich soll mein Herze springen Warum sollt ich mich denn grämen 6 ö Gott des Himmels und der Erden 5 Komm, o komm, du Geist des Lebens Gott wills machen, daß die Sachen O der alles hätt verloren Zions Stille soll sich breiten) Ringe recht, wenn Gottes Gnade 58⁵ Alphabetisches Liederverzeichnis Ich bin ja, Herr, in deiner Macht[Pilgrimstand) O Gott, der du ein Heerfürst bist Mein Leben ist ein J Jesus, meine Zuversicht Meinen J Jesum laß ich nicht Kommt her zu mir, u suo Gottes Sohn Geh aus, mein Herz, und suche Freud e Heut singt die liebe Christenheit(Brich an, du schönes Lobt Gott, ihr Christen, allzugleich Run danket l und bringet Ehr Nun sich der Tag geendet hat Nach einer Prüfung kurzer Tage O daß ich taͤusend Zungen häkte Wer nur den Heben Gott läßt walten Wer weiß, wie nahe mir mein Ende Der beste Freund ist in dem Himmel Nun danket alle Gott O Gott, du frommer Gott Nun ruhen alle Wälder Der Mond ist aufgegangen Wie nach einer Wasserquelle eren dich sehr, o ISeete)) Werde munter, mein Gemüte Zion klagt mit Angst und Schmerzen Jesu, deine.—— Wunden SSS SS 5. Alphabetisches Liederverzeichnis Die mit* versehenen Lieder stehen im Militärgesangbuch Nr. Nr. rin bleib bei uns 194 Amen! deines Grabes Friede 52 bleib mit deinerGnade 140 Am Ende ists doch gar nicht 297 Gott, ich muß 525 An dein Bluten 53 Gott und Herr 231 Auf, auf, ihr Reichsgenossen“ 1 ach Gott, verlaß mich nicht 343 Auf, auf, mein Herz 83 Ach Gott, vom Himmel sieh 162 Auf, Christenmensch 298 Ach Gott, wie mauches 344 Au Christi Himmelfahrt 105 —— mein Herr J Jesu, dein 251 Auf den Nebel folgt die Ach mein Herr Jesu, wenn 51Sonn 34⁴ Ach mein Jesu, sieh, ich trete 464 Auf diesen Tag bedenken 106 Ach, sagt mir nicht von Gold 296 Auferstehn, ja auferstehn 5565 Ach, was soll ich Sünder 232 Auf Gott und nicht 3⁴47 Ach, wie heilig ift der Ort 163 Auf, ihr Christen 299 Ach wundergroßer Sieges⸗ Auf, ihr Streiter 30⁰ held 104 Auf, laßt uns Zion bauen 562 Alein Gott in der en 126 Auf meinen lieben Gott 348 Allein zu dir, Herr JFesu 233 Auf, Seele, auf, und säume 44 Alle Menschen müssen 484 Aus Gnaden soll ich selig 255 — DDDDDDDDDD½- 88888888 Aller Gläubgen 485 Aus irdischem Getümmel 254 Alles ist an Gottes Segen 345 Aus meinesHerzens Grunde 439 Allgenugsäm Wesen 252 Aus tiefer Not schrei ich 234 506 Alphabetisches Liederverzeichnis Nr. Bedenke, Mensch, das Ende 486 Befiehl du deine Wege 349 Bei dir, Jesu, will ichbleiben 201 Balnen Uns, Herr 4²⁷ Betgemeinde, heilge dich 141 Bis hierher hat mich Gott* 33 Bleibt, Schäflein, bleibt 202 Brich an, du schönes Mor⸗ genlicht, das ist 5⁴4⁸ Brich an, du schönes Mor⸗ genlicht, und mache 44⁰ Brich herein, süßer Schein 566 Brunn alles Heils 14² Christ, der du bist 46⁵ Christe, du Beistand 16⁴4 Chritte du Lamm Gottes 54 Christe, wahres Seelenlicht 441 Christi Blut 255 Christ ist erstanden* 84 Christ lag in Todesbanden 85 Christus, der ist mein Leben 487 Dank sei Gott in der Höhe 442 Das alte Jahr vergangen ist“ 34 Das Jahr geht stillzu Ende 35 Das ist eine selge Stunde 143 Das ist ein teuerwertes Wort 256 Das walte Gott, der helfen 416 Das walt Gott Vater 443 Dein Jesus rufet dich 23⁵ Dein König kommt 2 Nr. Die Christen gehn von Ort 488 Die Ernt ist nun zu Ende 132 Die Gnade sei mit allen 259 Die güldne Sonne 44⁵ Die helle Sonn 4⁴6 Die Bammeen der Erden 489 Die Himmel rühmen 576 Die Sach ist dein*563 Dies il der Tag 1/ Dies ist die Nacht* 18 Die stillen Abendstunden 469 Die wir uns allhier 144 Die Woche geht zu Ende 482 Dir, dir, Jehova 388 Du bist ein Mensch 35¹ Du großerSchmerzensmann 57 Du großer Zionskönig 18² Du läßt dich wieder sehen 431 Du Lebensbrot 2¹3 Du lieber, heilger 5⁴49 Du meine Seele, singe 389 Durch Trauern 36 Du sollst in allen Sachen 417 Du weinest für Jerusalem 236 Ein Christ kann ohne Kreuz 352 Eine Herde und ein Hirt 183 Einen guten Kampf hab ich 490 Einer ist König, Immanuel 165 Einer ists, an dem 18⁴ Einer nur ist ewig wert 260 Eines wünsch ich mir* 58 Dein Wort, o Herr 195 Ein feste Burg 2136 Dem König, welcher Blut 211 Ein Haupt hast du 432 Dennoch bleib ich stets 350Ein Jahr geht 37 Der am Kreuz 55 Ein Lämmlein geht 4 59 Der beste Freund*573 Ein neuer Tag 463 Der du, Herr Jesu, Ruh 56 Ein neues Jahr 38 Der du noch in der letzten 212 Ein reines Herz 30¹ Der du 186 hr erschienen 181 Eins hätten wir 14⁵ Der heilge Christ 16Eins ist not! 30² Der Holl der aller Enden 257 Ein Wetter steiget auf 4²23 Der Höllen Pforten 86 Empor zu Gott 19 Der lieben Sonne Licht 466 Erhalt uns deine Lehre 166 Der Mond ist aufgegangen 574 Erhalt uns, Herr 4137 Der Sabbat ist vergangen 480 Erlöser, der du selbst 21⁴4 Der Tag ist hin: mein Geist 467 Ermuntert euch 532 Der Tag ist hin; mein Jesu 468 Ermuntre dich 20 Dich, Jesu, laß ich 258 Erneure mich ö 30³ Dich seh ich wieder 444 Erschienen ist derherrlichag 87 Die beste Zeit im Jahr 575 Es glänzet der Christen 304 587 Es hat uns heißen treten 447 Es ist das Heil uns kommen 261 Es ist ein Rof entsprungen*550 Es ist ein Schnitter 567 Es ist genug 49 Es ist Hewißlich an der Zeit 5³³ Es ist nicht schwer 30⁵ Es ist noch eine Ruh 53⁴ Es ist noch Raum 262² Es ist on Er ist ver⸗ chied Es ist voslbrachtt Gottlob 492 Lasbadeth Liederverzeichnis Gott lebet noch 358 Gott lebt, wie kann ich 359 Gottlob, der Sonntag 977 Gottlob, die Stund 2 1 Gottlob! die Zeit der Ernt 20 Gottlob! ein neues Gottlob! ein Schritt 39 Gottlob, es geht nunmehr 495 Gottlob, ich schließe 41⁵ Gottlob! nun ist erschollen 433 0Gott sei Dank durch alle 5 Gott und Vater, nimm 203 Es kennt der Herr*577 Gott Vater, aller Dinge 169 Es kostet viel 306Gott Vater, der du 4²⁵ Es woll uns Gott 185 Gott wills machen*36⁰ Gott woll uns hoch 43⁴ Fahref fort*167 Großer Gott von alten ang Hameft 258 418Zeiten 4⁵9 Re ih 353 GroßerGott, wir loben dich*580 reu dich sehr 493 Großer Mittler 10⁷ Freuet euch, ihr Christen 21 Fröhlich soll mein Herze 22 Habe deine Lust am Herrn 9509 Früh am Morgen 448 Halleluja, jauchzt Lur Alte ute 88 Halleluja! Jesus lebt 9⁰ Halleluja, Lob, Preis 12⁸ ür alle Güte sei gepreist 470 Für dich sei ganz*57 Geh auf, du heller 146 Geh aus, mein Herz*579 Geht hin, ihr gläubigen 263 Geht nun hin und grabt 494 Geist der Wahrheit 11² Geist vom Nalee 113 Gelobet sei der Herr 12⁷ Gelobet seist du, JesuChrist“* 23 Geschlossen ist nun 40 Gib deinen Frieden uns 354 Gib dich zufrieden 35⁵⁵ Gib Frieden, Herr 26⁴ Gott, deine Güte reicht 30⁷ Gott des Himmels 449 Gott, du Licht 4⁵⁰ Gottes Sol hn ist kommen 3 Gottes Stadt steht fest 168 Gott geb uns allen 2¹⁵ Gott, gib einen milden 11⁴4 Gott' ist gegenwärtig 147 Gott ist getreu 356 Gott ist mein Hort 196 Gott ist mein Lied 3 Gott ist und bleibt getreu 35⁷ 58⁸ 8 Haltim schöner Morgen 460 alt im Gedächtnis Jesum 265 arre, meine Seele 581 eiland, deine Menschen⸗ liebe Berbri, Jesu 309 erbei, o ihr Gläubigen 551 Herr, dein Wort 19⁷ Herr, der du mir das Leben 471 Herr, der du vormals 43⁵ 7 Ber, du hast für alle 216 err, du hast in deinem 131 Herr, es ist von meinem 472 HerrGott, dich lobenwir für 436 Herr Gott, dich loben wir, rr 391 err Herr, hörel Herr, erhöre 148 Herr, ich habe mißgehandelt 237 Herr Jesu Christ! dein 267 911 Jesu Christ, dich 149 err JesuChrist, du höchstes Gut... wir üonmmen 2¹⁷ Herr JesuChrist, du höchstes Gut... sieh doch 238 9⁰ 505. Jesu Christ, wahr'r 496 err Jesu, deine Angst 6¹ SSI He) SSeee 5 2 EDEEE An * 3 Alphabetisches Liederverzeichnis Nr. Herr Jesu, dir sei Preis 218 Herr Jesu, Gnadensonne 3310 53 Jesu, Licht der Heiden 45 err, nun laß in Friede 497 Herr, öffne mir 4* Herr, stärke mich Herr, unser Gott, laß nicht 170 Herr, vor deinem Angesicht 151 Herr, wie du willst*361 Hrilic lieb hab ich dich*311 Herzlich tut mich verlangen 498 Lendin er Jesu* 63 erz und Herz vereint 215² Heute mir und morgen dir 499 Heut triumphiexet 9¹ Hier legt mein Sinn sich 312 Hier stehen wir von nah 186 Hil Helfer, hilf in Angst 362 ilf, Herr Jesu, laß gelingen“ 40 Hin Uns, Herr, in allen 419 im melan geh tunsreBahn“313 Hindurch, hindurch 5³⁵ Hinunter ist der Sonne Schein 473 Hirte deiner Schafe 47⁴ Höchster Tröster, komm 11⁵ Hosianna, Davids Sohn* 6 Hüter, wird die Nacht 239 Ja, höchst selig sind wir 568 Jauchzet, ihr Huamel 24 Ich armer Mensch 2⁴⁰ Ich bete an die Macht 578 WanhinehnEant ennerden 268 h bin ein Gast auf Erden 500 800 bin ein kleinesKindelein 582 80 bin getauft 20⁴ bin ja, Herr 501 hdanke dir für deinen Tod 64 I6 geh zu Donen Grabe 92 0 Hi u scheiden 502 h habe nun Len Grund 269 ch hab in Gottes Herz 363 5 in guten Stunden 364 95 mich Gott ergeben 503 chh ab von ferne, Herr 536 ch klopfe an 5⁴ ch komme, Herr, und suche 219 ch komm lehtalseinarmer 2²⁰ ch ruf zu dir, Herr Jesu 270 ch sag es jedein, daß er lebt 55⁷ DISE Nr. Ichf singe dir mit Herz 392 steh an deiner Krippe* 25 Ich steh mit einem Fuß 504 Ich sterbe täglich 50⁵ Ich und mein Haus 408 0J0 weiß, an wen ich glaube 506 15 weiß, mein Gott 4²⁰ Fch weiß noch keinen bessern 271 Ich weiß von keinem andern 272 Ich weiß, woran ich glaube 273 Ich will dich lieben 31⁴4 Ich will von meiner 24¹1 Je größer Kreuz 365⁵ Jerusalem, du hochgebaute*537 Jesu, deine Passion 6⁵ Je u, deine tiefen Wunden* 66 Je u, der du bist alleine 315 Jesu, Freund 22¹ Jesu, geh voran 316 Jesu, großer Wunderstern 46 Jesu, hilf siegen 31⁷7 Jesu, meine Freude 27⁴ Je u, meiner Seelen Leben 205 Jesu, meines LebensLeben“ 67 Jesus Christus herrscht 275 Jesus, Fesus, nichts als 270 Je us ist kommen Jesus lebt, mit ihm auch ich“ 95 Je us, meine Zuwersicht 94 ßesus nimmt die Sünder 277 Jesus soll die Losung sein 41 Ihr aufgehobnen Segens⸗ hände 10⁸ Ihr Eltern, gute Nacht! 528 Ihr Kinderlein, kommet 552 Immer mußsich wieder lesen 583 In allen meinen Taten*366 In Christi Wunden*507 In dich hab ich gehoffet 278 In dieFerne möcht ichziehen 584 In Goltes Namen 42¹ In unsers Königs Namen 318 Ist Gott für mich 279 Kehre wieder, kehre wieder 585 König, dem kein König 109 6König Jesu, streite, siege 187 Komm, du wertes Lösegeld 7 Komm, heiliger Geist 116 Komm herein 2²² Komm, mein Herz—2⁴ 415Hetti Liederverzeichnis Nr. Komm o komm, du Geist 117 Mein Jesu, dem die 282 Kommstdu, kommst du, Licht 8 Mein Fesu, der du vor dem 225 Kommt her, ihrseid geladen 223 Mein Jesus lebt! 96 Kommt, Kinder 319 Mein Fans stirbt 69 Kommt, laßt uns Gott 133Mein Leben ist ein Pil⸗ Kommt und laßt uns*27grimstand 3²⁴ Menschenfreund 3²⁵ Lasset uns denHerren preisen 95 Merk, Seele, dir 58⁷ Laß dich, Herr Fesu Christ 409 Laß mich dein sein 4153 Laß mir die Feier 6⁸ Laß mir, w meine Augen 508 Laßt mich gehn 56 Lebenssonne 461 Licht, das in die Welt 15⁴ icht vom Licht, erleuchte 462 iebe, die du mich zumBilde“321 Wabe Heiland, nahe dich 155 Lasset uns 51— 32⁰ Liebster Jesu, laß mich nicht 509 Liebster Jesu, wir sind hier, deinem Bdicht Jesu, wir sind hier, i Lobe den Herren, den mächtigen König 393 Lobe den Herren, o Christ⸗ Mir ist Wricht—284 Mir nach, spricht Christus 326 MitErnst,o Menschenkinder“ 10 Mit Fried und Freud 513 Mit Gott will ichs anfangen 453 9Mitten wir im Leben sind 514 Morgenglanz der Ewigkeit*454 Müde bin ich, geh zur Ruh 588 Nach einer Prüfung 538 Nicht Opfer und nicht Gaben 327⁷ Nun bitten wir 11⁸ Nun bricht die finstre Nacht 451 206 Nun bringen wir den Leib 515 Nun danket alle Gott*396 156 Nun danket all und bringet 397 Nun freut euch, lieben 285 Nun geh uns auf 198 Nun ist der Kreuzberg 516 gemeinde 171Nun jauchzet all 11 Lobe den Herren, o meine Nun kommt das neue 12 Seele*394 Nun lasset uns den Leib 517 Lobt froh den Herrn 586 Nun laßt uns gehn* 42 Lobt Gott, ihr Christen* 28 Nun laßt uns Gott 4²⁸ Nun lob, mein Seel 398 Mache dich, mein Geist 322 Nun preiset alle 399 Macht hoch die Tür 2 Macht weit die Pforten 188 Man lobt dich in der Stille 395 Mein banges Herz, sei stille 511 Meinen Je um laß ich nicht 283 Mein erst Gefühl sei Preis 867 Meine 1—— n sich Meine Seel ist stille 368 Meines Herzens reinste 369 Meine Sorgen, Angst 37⁰ Mein riedefürst 28⁰ Mein Gott, ich klopf an 323 Mein Gott, ich weiß wohl 512 Mein Gott, nun ist es wieder 452 Mein Gott, wie bist du 37¹1 Mein Heiland nimmt 590 Ran mit mir, Gott 5¹⁰ — Nun ruhen alle Wälder 475 Nun sich derTag geendet hat 476 Nun sich der Tag geendet 477 Nun singet und seid froh*553 Nur frisch hinein! Es wird 37⁰² O daß doch bald dein Feuer 189 7 O daß doch bei der reichen 134 Odaß ich tausend Zungen 400 Odu allersüßte Freude 119 O du* Osterzeit 7558 Pfingstenzeit 561 ——— Weihnachtszeit 554 O du Liebe meiner Liebe 70 O DurchbrecherallerBande“328 OEwigkeit, du Donnerwort 539 281 O Gott, du frommer Gott*329 οοοοσροναννανναονανναννανάαννενννννννννν Ot O rssSeensee eenen Alphabetisches Liederverzeichnis Nr. O Gott es steht dein milder 426 O Gott, o Geist, o Licht 12⁰ OGott, von dem wir alles 429 Ogroßer Gott 3 OHaupt voll Blut 2 7¹ Oheilger Geist, kehr 121 Oheilige Dreifaltigkeit 455 Oheiliger Geist, o heiliger 122 Oherrlicher Tag 559 Ohilf, Christe, Gottes Sohn 72 erusalem, du schöne 540 esuChriste, wahresLicht 172 esuChrist, meinschönstes 331 esuChrist, meinsLebens 518 esu, dir sei ewig Dank 226 esu,cinig wahres Haupt 173 e C e e su, Herr derHerrlichkeit 174 esu, Jesu, Gottes Sohn 332 su, meine Wonne 2²7 zesu, süßes Licht 45⁵⁶ Jesu, treuster Heiland 478 OKönig aller Ehren 4⁷ OKönig, dessen Majestät 242 Okomm, du Geist 123 O LammGottes unschuldig* 73 O Liebe, die den Himmel 29 Oselig Haus, wo man(410 Ostern, Ostern 560 O Tod, wo ist dein Stachel* 9/ OTraurigkeit, o Herzeleid 74 OUrsprung des Lebens 333 OVater orz picht h igkeit 243 O VaterherzoLicht oLeben 334 O Vater, sieh 207 O Welt, ich muß dich lassen 519 O Welt, sieh hier deingeben“ 75 Owie fröhlich, o wie selig 541 Owie selig seid ihr doch 542 Reich des Herrn 19⁰ Ringe recht 4335 Rüstet euch 336 Schaffet eure Seligkeit 2⁴⁴ Schaffet,schaffet, Menschen⸗ 33 8888 e kinder Schaff in mir, Gott 2⁴⁵ Schatz über alle Schätze 286 Schmücke dich, o liebe Seele*228 Schmückt das Fest—42⁴ Schönster Herr Jesu 55⁵6 Schwing dich auf 37³ Seele, geh auf Golgatha 76 Seele, mach dich heilig auf 77 30 Seelenbräutigam 287 Seele, was ermüdst du dich 338 Segnet uns zu guter Letzt 43 Sei Gott getreu 20 Sei Lob und Ehr 401 Sei mir tausendmal 78 Selig sind des Himmels 543 Sende, Vater, deinen Geist 129 Siegesfürste, Ehrenkönig 110 Sieh, dein König kommt 13 Sieh, ein weites Totenfeld 191 Sieh, hier bin ich 15⁷ Sieh unsfertig,gegenwärtig 158 So führst du doch recht selig 374 So ist die Woche 483 Solange Jesus bleibt 17⁵ Sollt es gleich bisweilen 5375 Sollt ich meinem Gott 402 So nimm denn 589 Sorge doch 41¹¹ So ruhest du, o meine Ruh 79 So ruhe wohl! 5²⁰ So wahr ich lebe 246 So walt es Gott! 159 Speis uns, Vater 43⁰ Stark ist meines Jesu Hand 376 Steil und dornicht 339 Stille Nacht, heilige Nacht 555 Straf mich nicht 24⁷ Such, wer da will 288 Teures Wort 199 Tochter Zion, freue dich 547 Treuer Hirte deiner Herde 176 Treuer Wächter Israel 17⁷ Tut mir auf 160 UnsernAusgang segne Gott161 Unter Lilien jener Freuden 570 Unter tausend frohen 59⁰ Valet will ich dir geben 5521 7 Vater, deines GeistesWehen 564 Vater, kröne du mit Segen 437 Vater unser 3⁴⁰ Verlaß mich nicht, 5²26 Verleih uns Frieden 438 Verzage nicht, du Häuflein“138 591 2—199.185 Liederverzeichnis Voller Wunder wollergunst 501 Vom Himmel hoch 430 VomHimmelkam derEngel 31 Von des Himmels Thron 209 Von Gott will ich nicht*377 Vor dir, Todesüberwinder 210 Wach auf, du Geist 192 Wach auf, mein Herz, die Nacht* 98 Wach auf, mein Herz, und singe—45⁵⁷ Wach Auf⸗ wach auf, 139 Pachekaufterheptdielicke 178 Wachet auf, ruft uns*54⁴4 Walte, walte nah und fern 193 Wandle leuchtender 99 Warum sollt ich mich 4378 Warum willst du doch 379 Warum willst du draußen 14 Was Gott tut das ist woh 12. getan, es bleibt Was Gott tut, das ist Nr. Wer nur mit seinem Gott 422 Wer weiß, wie nahe mir*523 Wie Gott mich führt 38 Wie groß ist des gen Güte Wie gut ists, von der Sünde 342 Wie Herun ist dieStättehier 229 Wie herrlich ists Wie könnt ich ruhig schlafen 5095 Wie könnt ich sein vergessen 230 Wie kurz ist doch 5 Wie tand st 596 Wie schön ists doch 4¹3 Wie schön leuchtet 1293 Wie sie so sanft ruhn 57¹ Wie Simeon verschieden 50 Wiesoll ich dichempfangen“ 15 Willkommen, Held 10¹ Wie wohl ist mir, o Freund*294 Wir danken dir, Herr Jesu“ 81 0Wird das nicht Freude sein 150 Wir glauben all getan, so denken 135 Wir liegen hier 200 Was Gott zusammenfügt 412 Wir Menschen sind zu dem 200 Was mein Gott will, gescheh“381 Werpfgenundwirstrenen 597 Was wär ich ohne dich 289 Wir singen dir, Immanuel“ 32 Weicht, ihr Berge 382 Wir treten zum Beten 598 Weil ich Jesu Schäflein bin 592 Wo findet die Seele 57² Weine nicht, Gott lebet noch 383 Wohlauf, wohlan 52⁴ Wenn alle untreu werden Wenn Christus seine Kirche Wenn der Herr, Wenn doch alle Seelen Wenn ich ihn nur habe 594 Wenn ich, o Schöpfer 403 Wenn kleine Himmelserben 529 Wenn meine Sünd 80 Wenn mein Stündlein 3522 Wenn wir in höchsten Nöten“248 Wer das Kleinod will 341 Werde licht, du Stadt 48 Werde munter, mein Gemüte479 Wer Gott vertraut 38⁴ Wer imHerzen will erfahren 49 Wer ist wohl, wie du, 29¹ Wer nur den lieben Gott 5385 593 179 10⁰ 290 Wohl eiwem Haud da Jesus 4¹⁴4 Wo ist göttliches Erbarmen 295 Wollt ihr wissen 8² Womit soll ich dich 40⁵ Wo soll ich fliehen hin 250 Wo willst du hin 10² Wunderanfang, herrlich Ende Wunderbarer König 406 euch ein zu deinen Toren 125 Zieh hin, mein Kind! 531 599 Zieh uns nach dir 11¹ ion klagt mit Angst 18⁰ Ziond Stille soll sich breiten 600 Zween Jünger gehn 103³3 Druck von Wilh. Gottl. Korn in Breslau Papier von der Papierfabrik Sacrau G. m. b. H. in Breslau