4 8 4 4 5 . 4 2 V, .* DEEEEEEEEEE ö ö ů A/ P *3—— 8. 7 22 X * 7 noe S—* + VS N. XS.—— EA.N SI 2.. 2ller iet e A. MlAs lin a laageng, slur, Hir. Igee ge. Elase, A . * 2 EEI * — NNNN. IIIIIIIIII V * — — r LI — * — * — Neues Braunschweigisches Gesangbuch nebst einem kurzen Gebetbuche zum öffentlichen und häuslichen Gottesdienste. Braunschweig, 1887. Druck und Verlag von Joh. Heinr. Meyer. Unlv.t. Gless8 Isaias 4J, 10. bin mit dir; weiche Fürchte dich nicht, i nicht, ich bin dein Gott. —— 0 MIE W ů EN V. E DDD . 0 d WMI von — D E +. N NE 1. 2. —OOS 8 11. 12. Inhalt des Gesangbuchs. Erste Abteilung. Über die Glaubenslehren. N Vom Dasein und Wesen Gottes, Nr. 1—7. Von den göttlichen Eigenschaften insbe— sondere. Ewigkeit und Unveränderlichkeit Gottes 811. Allgegenwart und Allwissenheit 12—17. Weisheit 18. 19. Allmacht 20. 21. eiligkeit 22. Gerechtigkeit 23. 24. Liebe und Güte 25—28. angmut und Geduld 29. Wahrheit und Treue Gottes 30. 31. „Von der heiligen Dreieinigkeit 32—38. Von der Schöpfung 39—41. Von den Engeln 42—44. Von der göttlichen Vorsehung 45—51. Von der Natur und Würde des Menschen 52—56. Von der Bestimmung des Menschen 57—59. Von der Verdorbenheit des Menschen 60—64. 10. Von der Erlösung des Menschen durch Christum 65—71. Von der Menschwerdung und Geburt Jesu 72—84. Der den Weisen geoffenbarte Weltheiland, 85 a) und b). Von der Person und dem Leben Jesu auf Erden. Von der Person Jesu 86. 87. Vom Namen Jesu 88. 89. Auf die Darstellung Jesu im Tempel 90. Von dem Vorläufer⸗ amte Johannis 91. Von dem Lehramte Jesu 92. Von dem heiligen Leben Jesu 93. 94. Über die Thränen Jesu 95. 13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. 20. 21. Inhalt des Gesangbuchs. Vom Leiden und Tode Jesu. Erweckung zur Betrachtung seines Leidens 96—98. Von seinem innerlichen Leiden 99. 100. Leiden Jesu über seine Jünger 101 ußerliche Leiden: Die an ihm verübten Grausamkeiten 102—104. Kreuzigung Jesu 105. 106. Letzte Reden Jesu am Kreuze 107. 108. Seine Fürbitte am Kreuze für seine Feinde 109. Es ist vollbracht 110. Der Tod Jesu 111—113. Erweckung aus dem Leiden Jesu der Dankbarkeit 114—118. Zur Buße 119 bis 121. Zum Glauben 122—125. Zur Gegenliebe 126—127. Zur Tugend 128—130. Zur Geduld im Leiden 131. 132. Zur Selbstverleugnung 133. Zum Troste und Beruhigung 134—136. Begräbnis Jesu 137. Von der Auferstehung Jesu überhaupt 138—141. Jesu Auferstehung, ein Beweis seiner göttlichen Sendung 142. 143. Erweckung, mit Jesu geistlicher Weise zu auferstehen 144. Hoffnung und Trost aus der Auferstehung Jesu 145—150. Von der Himmelfahrt Jesu und seinem Sitzen zur Rechten Gottes 151—153. Königliche Herrlichkeit des erhöhten Jesu 154. 155. Erweckung zu himmlischen Gesinnungen 156. Von der Fürbitte Jesu zur Rechten Gottes 157. 158. Von dem heiligen Geiste und dessen Gaben und Wirkungen 159—167. Von dem Worte Gottes überhaupt 168—172. Erweckung, die heilige Schrift fleißig und auf gehörige Weise zu lesen 173. Über die zehn Gebote 174. 175. Von dem Evan⸗ gelio 176. Vortrefflichkeit der christlichen Religion 177. Von derchristlichen Kirche. Um Erhaltung und Beschützung der christlichen Kirche 178—184. —— Ausbreitung und Beförderung der christlichen Religion 185 is 187. Von der heiligen Taufe. Von der Taufe 188—190. Erneuerung des Taufbundes 191. 192. Bei einer Taufhandlung 193. 194. Vor und nach der Kon⸗ firmation junger Christen 195. 196. Vom heiligen Abendmahl 197—213. Von der Vergebung der Sünden und ihren seligen Folgen 214—217. Dankbare Empfindung über die Vergebung der Sünden 218 bis 220. Friede und Ruhe in Gott 221. Hoffnung der Seligkeit 222. 223. Heiligung des Lebens, eine Frucht der Rechtfertigung 224. 727 — ö 2 3 5 6 .Vom Tode 225—230. Inhalt des Gesangbuchs. Begräbnislieder 231. 232. „Von der Auferstehung der Toten 233—238. Von dem zukünftigen Weltgerichte. Wiederkunft Jesu zum Weltgerichte 239241. Von dem Welt⸗ gerichte selbst 242—245. Vom ewigen Leben 246—252. — Gewißheit der Verdammnis der Gottlosen 253. Zweite Abteilung. über die Sittenlehre. Von der Buße und Bekehrung. Erweckung zur Buße und wider den Aufschub der Bekehrung 254—257. Von dem Gnadenrufe Gottes an die Sünder 258. Ge⸗ horsam gegen den Gnadenruf 259. Selbstprüfung 260 261. Wider den Selbstbetrug 262. Bußgesänge 263— 277. Über Schwachheitssünden 278. 279. Wider die Lieblingssünde 280. Bußlied eines vieljährigen Sünders 281. 282. Bußlied für junge Leute 283. Bei einbrechenden göttlichen Strafgerichten 284. Vom Glauben 285—291. Um Stärkung des Glaubens 292. Standhaftigkeit, getroster Mut, Freudigkeit, Kampf, Sieg des Glaubens 293—299. Thä⸗ tiges Bekenntnis des Glaubens 300. Vom heiligen Leben und Wandel überhaupt. Rotwendigkeit eines frommen Lebens 301—304. Eigenschaften des Frommen 305. 306. Quelle guter Handlungen 307. Ent⸗ schließung zum Dienste Gottes und frommen Leben 308. Vor⸗ teile der Gottseligkeit 309. Um das wahre Christentum 310. 311. Tägliche Erneuerungen zur Frömmigkeit 312. Beharrlichkeit und Wachstum im Guten 313—315. Standhaftigkeit und Kampf der Tugend 316. 317. Wider die Versuchungen 318—321. Frömmigkeit der Jugend 322. Von den Pflichten gegen Gott. Von der Erkenntnis Gottes 323—327. Von der Furcht Gottes 328—330. Heiligkeit des Eidschwurs 331. Von der Liebe und Dankbarkeit gegen Gott 332—339. Von dem Gehorsam gegen Gott 340—342. Von dem Vertrauen auf Gott 343—347. Vertrauen im Leiden, Zufriedenheit mit Gott, und Ergebung in seinen Willen 348—353. Freude in Gott 354. 355. 10. . 12. 13. — 14. ö 15 Inhalt des Gesangbuchs. Vom Gebete. Pflicht des Gebets 356. Erweckung zum Gebet 357. Eigen. schaften des Gebets 358. Fehler des Gebets, auch beim Mangel der Andacht 359. Notwendige Einmütigkeit beim Gebet 360. Um die Gabe des Gebets 361. Zuversicht eines gläubigen Beters 362. Kraft, Nutzen und Segen des Gebets 368. 364. Gebet⸗ und Bittlieder. Das Gebet des Herrn 365. 366. Allgemeine Gebetlieder 367 bis 371. Um geistliche Wohlthaten und Beistand im Guten 372—375, Um göttliche Regierung und Leitung 376—383. Um Gesundheit 384. Um Ernährung und irdischen Segen 385. Um Segen in Berufs⸗ und Nahrungsgeschäften 386. Allgemeine Fürbitte 387. Fürbitte für die Fürsten und Obrigkeit 388. 389. Für angehende Eheleute, vor und nach der Trauung 390. 391. Für die Erziehung der Jugend 392. Für alle Kranke 398. Um langmütige Ver⸗ schonung der Sünder 394. Vom Lobe Gottes. Pflicht des Lobes Gottes 395. Ermunterung zum Lobe Got⸗ tes 396—400. Lob⸗ und Danklieder. Das Te Deum 401. Allgemeine Lob⸗ und Danklieder 402—410. Lobgesang Mariä 411. Preis der Vollkommenheiten Gottes 4412. 413. Lob der Schöpfung 414. Lob der Allmacht und Herrlich⸗ keit Gottes in der Natur 415. 416. Lob der Güte Gottes 417 bis 419. Preis der göttlichen Vorsehung 420. Für geistliche Wohl⸗ thaten 421. 422. Für die Heiligung der Seele 423. Für die seligen Führungen Gottes 424—426. Für die Gesundheit 427. Für die wiedererlangte Gesundheit 428. 429. Fuͤr die Ernährung und irdischen Segen 430. Für Rettung aus Not und Gefahren 431—434. Vom öffentlichen Gottesdienste. Pflicht und Nutzen desselben 435. Würdige Sonntagsfeier 436 bis 439. Vor der Predigt 440. 441. Beim Beschluß des Gottesdien⸗ stes 442. Pflicht und Nutzen des häuslichen Gottesdienstes 443. Pflichtmäßige Gesinnung gegen Jesum, den Erlöser der Menschen. Lobpreisung für die Erlösung 444—446. Gläubige Zuversicht zu Jesu 447. Liebe gegen Jesum 448. 449. Freude an Jesu 450. Sehnsucht nach der Vereinigung mit Jesu 451. Freimütiges Bekenntnis der Religion Jesu 452. Nachfolge Jesu 453—455. Nachfolge Jesu im Leiden 456. Jesus und sein Heil, das einzig Notwendige 457. Von den Pflichten gegen uns selbst. Pflicht der Selbstliebe 458. Selbsterkenntnis 459. Demut 460. 461. Wider Stolz und Vermessenheit 462. 463. Sorge für N* V V —28 16. Inhalt des Gesangbuchs. die Seele 464—466. Bewahrung eines guten Gewissens 467. Wachsamkeit 468. Sorge für den Leib und die Erhaltung des Lebens 469. Mäßigkeit 470. Keuschheit 471. 472. Vorsichtig⸗ keit im Reden und im Umgange 473. Rechtmäßige Anwendung der zeitlichen Güter 474. Wider den Geiz 475. 476. Arbeit⸗ samkeit und Fleiß in Berufsgeschäften 477. 478. Zufriedenheit und Genügsamkeit 479—481. Rechtmäßige Anwendung der Zeit und des Lebens 482—484. Selbstverleugnung 485. Verleugnung der Welt und des Irdischen 486. 487. Vorbereitung zum Tode und zur Ewigkeit 488493. Von den Pflichten gegen den Nächsten. Pflicht der Nächstenliebe 494. 495. Allgemeine Liebe gegen den Nächsten 496—498. Sorgfalt für die Seele des Nächsten 499. Gerechtigkeit gegen den Nächsten 500. 501. Gerechtigkeit gegen das Eigentum des Nächsten 502. Gegen seine Ehre und guten Namen 503. 504. Dienstfertigkeit 505. Wohlthätigkeit und Liebe gegen Arme 506. 507. Aufrichtigkeit 508—510. Freundschaft 511. 512. Sanftmut und Friedfertigkeit 513. Versöhnlichkeit und Liebe gegen Feinde 514—517. Dritte Abteilung. Vom Kreuze und Troste des I. Christen. Vom Leiden und Kreuze des Christen. Wohlthätigkeit und Nutzen des Kreuzes 518. 519. Rechtmäßiges Verhalten im Leiden. Geduld und Gelassenheit 520—522. Ver⸗ trauen und Hoffnung auf Gott 523. 524. Gebet 525. Trostgesänge, oder Ermunterungen zu Geduld, Zufriedenheit, Vertrauen auf Gott und Ergebung in seinen Willen. Allgemeine Trostlieder 526—529. Beim Verzug der göttlichen Hilfe und Erhörung des Gebets 530. In Kleinmütigkeit und beim Mangel an Vertrauen auf Gott 531. Wider Verzagtheit und Trostlosigkeit 532. 533. Bei Schwachheit des Glaubens und Zweifel an der Gnade Gottes 534. In Gewissensangst und Schwermut 535. 536. Trost aus der Erlösung 537—539. Trost aus der göttlichen Vorsehung 540. 541. Bei betrübenden Füh⸗ rungen Gottes 542—544. Trost unter den Mühseligkeiten des Lebens aus der Betrachtung der Ewigkeit 545—547. Bei Unglücks⸗ fällen im Zeitlichen 548. Wider ängstliche Sorgen um das Ir⸗ dische 549— 551. In Dürftigkeit und Armut 552. 553. Bei Haß und Verfolgung böser Menschen 554. Bei dem Glücke der ottlosen und dem Unglücke der Frommen 555. Bei Leiden des Leibes und siechem Leben 556. In Krankheiten 557. 558. Für⸗ bitte für einen Kranken 559. Trost wider die Schrecken des To⸗ des 560—567. Verlangen nach dem Tode 568. 569. Freudigkert des Frommen im Tode 570—572. Gebet eines sterbenden Christen 573. Fürbitte für einen Sterbenden 574. ——— Inhalt des Gesangbuchs. 3. Von der Glückseligkeit des Christen. Würde und Größe des Christen 575—577. Wert der Tugend 578. Glück eines guten Gewissens 579. 580. Ruhe der Seele 581. 582. Irdischer Segen des Christen 583. Häusliches Glück des Christen 584. Ewige Belohnung des Christen 585. 586. Vierte Abteilung. Auf besondere Zeiten, Umstände V und Personen. „Neujahrsgesänge 587—592. Am Reformationsfeste 593. „An öffentlichen Bußtagen 594. „In allgemeinen Nöten und öffentlichen Trübsalen 595—599. In Kriegszeiten 600—602. Danklieder für wiederhergestellten Frieden 608. 604. Um Er⸗ haltung des Friedens 605. 606. „Bei ansteckenden Krankheiten 607. 608. Nach geendigten Seuchen 609. In Teurung 610. Nach geendigter Teurung 611. „Für die Feld⸗ und Landfrüchte überhaupt 612—615. Um Gesegnung der Feldfrüchte 616. Um Regen bei großer Dürre 617. Danklied für verliehenen Regen 618. Bei anhalten⸗ dem Regen um Sonnenschein 619. Danksagung für den Sonnen⸗ schein nach anhaltendem Regen 620. Danklied für die Ernte 621. „Bei Gewittern. Ehrfurcht gegen Gott bei Gewittern 622-624. Nach dem Ge⸗ witter 625. 626. Morgengesänge 627—644. Morgengesang eines Kindes 645. Bei Antretung der Arbeit 646. Morgenlied im Leiden 647. „Tischlieder 648-650. Abendgesänge 651—659. Prüfung am Abend 660. Am Sonnabend Abend 661. Abend⸗ ——— 4.66 Kindes 662. Nach der Arbeit 663. Abendlied im eiden 664. „In besondern persönlichen Umständen. Am Geburtstage 665. 666. Christlicher Eheleute 667. Einer schwangern Frau 668. Der Eltern für ihre Kinder 669. Der Kinder für ihre Eltern 670. Lied eines Jünglings 671. Einer —— 14. VI. Inhalt des Gesangbuchs. Jungfrau 672. Im Alter 673. 674. Fürbitte für abwesende Freunde 675. Einer Herrschaft 676. Eines Dienstboten 677. Der Eltern beim Absterben ihrer Kinder 678. Beim Absterben unserer Anverwandten und Freunde 679. Einer Witwe 680. Einer Waise 681. Vor, auf und nach der Reise 682. 683. Eines in fremde Länder reisenden Jünglings 684. Des sel. Dr. M. Luthers sämtliche Lieder 685—718. Auhang. „Allgemeine Gebets⸗, Lob⸗ und Danklieder 719—730. Sonntag 731—737. „Feste und Festzeiten 738—780. Advent 738—743. Weihnachten 744—746. Neujahr 747—749. Epiphanienzeit 750—754. Passion 755—764. Ostern 765—769. Himmelfahrt 770—772. Pfingsten 773—778. Trinitatis 779—780. Kirche, Wort Gottes, Sakramente 781—790. „Christliches Leben 791—848. Buße 791—796. Glaube und Heiligung 797—823. Kreuz und Trost 824—836. Tod und Ewigkeit 837—848. Besondere Zeiten und Verhältnisse 849—858. Morgen- und Abendlieder 849—854. Krieg und Frieden 855—856. Am Geburtstage des Kaisers oder des Landesherrn 857. 858. Gebete zur häuslichen und Privatandacht Seite 445 bis 485. Kirchengebete Seite 485—500. Register. Die mit* bezeichneten Gesänge befinden sich im Anhang. ö Seite Achn abermal bin ich gefallen 151 Ach bleib bei uns Herr 406 „Ach bleib mit deiner Gnade 407 Ach die zweifelnden Gedanken 288 Ach Gott und Herr 14⁵ *»Ach Gott und Herr 41¹1 Ach Gott, verlaß mich nicht 205 »Ach Gott, verlaß mich nicht 428 Ach Gott, vom Himmel sieh 99 Dasselbe Lied unverändert 370 Ach Gott, wie manches schwere 291 Ach Gott, wir treten jetzt vor 324 Ach hier nicht mehr, ach fern von 360 Ach höchster Gott, verleihe mir 201 Ach Jesu, dessen Treu' 47 Ach Jesu, gieb mir sanften Mut 277 Ach meine Kinder sind nicht 360 Ach nein, mein Auge darf ich 143 Ach rief' Gott seinen 141 Ach Vater, unser Gott 197⁷ Ach, wann werd' ich von der 15⁰ Ach, wie ist der Menschen Liebe 186 Ach wie viel Böses wohnt in mir 153 Ach wird denn dein Erlöster nie 150 *Ach, wundergroßer Siegesheld 401 Ach zürne nicht 149 Allein an dir, mein Gott, hab' 117 Allein Gott in der Höh sei Ehr, 20 „Allein Gott in der Höh sei Ehr' 377 »Allein zu dir Herr Jesu Christ 415 Alle Menschen müssen sterben 135 „Alle Menschen müssen sterben 434 Allen Christen, und auch mir 265 Alles, was ich bin und habe 270 Alle Welt, was ist und lebet 213 Allmächtger Vater, Gott der 207 Allmächtiger, der seinen Thron 200 Allmächtiger, du Gott der Welt 342 Allmächtiger, ich Staub, ich 145 Allmächtig großer Gott 31 Allwissender, vollkommner Geist 8 Also hat Gott die Welt geliebt 40 Als unser Herr zum Jordan 102 Sei Am Kreuz erblaßt 63 Am Kreuze rief der Sohn 58 Anbetungswürd'ger Gott 1 Anbetung und Dank bringen 18 An dich, mein Gott, gedenken 191 Auch außer meinem Vaterland 363 Auch diesen Tag hab' ich 351 Auch zu Haus und in der 236 *Auf, auf ihr Reichsgenossen 385 Auf, Christen, preist mit mir 212 *„Auf Christi Himmelfahrt 401¹ Auf dich allein, Herr JesuChrist 157 Auf dich, Gott der-Güte 282 Auf euch wird Gottes Segen 210 Auf Gott, und nicht auf meinen 186 Auf, jauchzet Gott! Auf alle 213 *Auf, ihr Streiter 4¹⁴ Auf, Jünger Jesu, freuet euch 88 Auf meinen Gott verläßt 19⁵ Auf, meine Seele, singe 226 Auf, mein Geist, dem Herrn 187 Auf, o Seele, werde munter 3⁴46 Auf, schicke dich, recht feierlich 39 Aus dunkler Tiefe, Herr 117⁷ Aus ganzem Herzen lieb' ich 239 Aus tiefer Not schrei ich zu 374 N Bald, oder spät des Todes 247 Befiehl du deine Wege 285 „Besiehl du deine Wege 428 Befreit von Sorg und Kummer 348 Begleite mich nach Golgatha 59 Begrabt den Leib in seine Gruft 12⁴4 Bewahre mich, Herr, daß der 163 Bis hierher hat mich Gott 229 Bringt Preis und Ruhm dem 79 Cyrist, alles was dich kränket 284 Christe, du Lamm Gottes 68 Christ ist erstanden 568 Christ lag in Todesbanden 368 Christum wir sollen loben schon 36⁷ 368⁸ 36⁷ Register. Seite Seite Christ, unser Herr zum Jordan 373 Der Thron der Weltbeherr⸗ *Christus der ist mein Leben 435 scher ist Der unsre Menschheit an sich 128 Dank, bester Vater, will ich 188 Der Weise sagt zu seiner Seele 34 Dank dir, Beschützer meines 363 Der Wollust Reiz zu wider⸗ Das alte Jahr vergangen ist 390 streben 252 Das Grab ist leer, des Höchsten 79 Des Leibes warten und ihn 251 Dein bin ich, Gott, dein istmein 30 Des Morgens erste Stunde 341 Dein bin ich, Herr, dir will ich 166 Des Vaters und des Sohnes 88 Deines Gottes freue dich 159 Dich bet' ich an, erstandner 80 Dein, Gott, ist Majestät und 184 Dich, Herr und Vater aller 226 Dein Heil, o Christ, nicht zu 192 Dich, Jesu, bet' ich an 37 Dein Name sei erhoben 351 Dich preis ich, Herr, mit Herz 12 Dein Reich, o Gott, ist herrlich 25 Dich seh'ichwieder, Morgenlicht 339 Dein Wille, bester Schöpfer 302 Die Bahn ist rauh, auf der 295 Dein Will' ist's, großer Gott 244 Die dich nicht kennen, die nicht 323 Dein Wort, o Höchster ist 93 Die Feinde deines Kreuzes 98 Dem Herrn will ich vertrauen 282*Die güldne Sonne 44⁰ Den Herrn, der an mein Leiden 231 Die Herrlichkeit der Erden 261 Den Höchsten öffentlich 233 Die ihr Christi Jünger seid 112 Der am Kreuz ist meine Liebe 69 Die Nacht ist hin, Gott sei 339 „Der am Kreuz ist meine Liebe 3933 Die Sonne stand verfinstert 62 Der du bist drei in Einigkeit 364 Die Zunge, die vernehmlich 274 Der du das Dasein mir 97 Dies, Christen, ist der Tag 235 Der du dem Tode nah, für 277 Dies ist der Tag, den Gott 39 Der du der Strafen schwere 73 Dies ist der Tag zum Segen 234 Der du die Liebe selber bist 268„Dies ist die Nacht, da mir 388 Der du mich als ein Vater 180 Dies sind die heilgen zehn 371 Der du selbst die Wahrheit 94 Dir allein hab' ich gesündigt 149 Der du stets unsre Zuflucht 236 Dir befehl' ich meine Kinder 354 Der du uns als Vater liebest 90 Dir dank' ich für mein Leben 183 Der du uns das Heil errungen 42„Dir, dir Jehova will ich 377 Der du uns mit deinem Blute 163 Dir Gott, dir will ich fröhlich 225 Der du Verstand und Tugend 253 Dir Gott, sei mein Dank 35⁵5 Der du voll Blut und Wunden 75 Dir, Gott, sei Preis und Dank 28 Der frohe Morgen weckt mich 344 Dir, milder Geber aller Gaben 333 Der Herr ist Gott, singt ihm 214 Dir sei Preis, ich lebe wieder 343 Der Herr ist Gott, und keiner 1 Dir trau' ich, Gott, und wanke 188 Der Herr ist meines Lebens Dir, unser Gott, ist niemand 25 Kraft 300 Dir versöhnt in deinem Sohne 191 Der Herr ist meine Zuversicht 185 Dreiein'ger Gott, ich preise dich 20 Der hohe Himmel dunkelt 334 Du, aller Menschen Vater 272 Der letzte meiner Tage 306 Du, bester Trost der Armen 328 Der Mächtige, der Herr der 333 Du bist's, dem Ehr' und Ruhm 216 Der Mensch, der Menschen⸗ Du, der Herz und Nieren 169 furcht nicht kennet 310 Du, der nichts Böses thut 33 Der mir den Weg zum Heile 87 Du gabst mir, Ew'ger, dieses 258 Der Morgen kommt und meine 345 Du Geist des Herrn, der du 88 Der Spötter Strom reißt viele 99 Du Gott, der unsre Zuflucht 320 Der Tag, der ist so freudenreich 366 Du Gott, du bist der Herr 317 Der Tag ist wieder hin 350 Du hast-es mir gegeben und 299 —— S=.———————— — 2 III Register. Seite Seite Du hast, o gnadenreicher Gott 329 Erhör“, o Gott, das heiße Du hast, o weiser Schöpfer 353 Flehn 10⁵ 23 Erinnre dich, mein Geist 8⁰ Du Herr der Seraphinen Du Herr hast aus Barm⸗ herzigkeit Du klagst, o Christ, in schweren 290 Du klagst und fühlest die 298 Du liebst, o Gott, Gerechtigkeit 269 Du Rächer, Gott, wie schreck⸗ lich drohn 321 Durch Adams Fall ist erst 11⁵ Durch dich, Gott, bin ich, was 359 Durch dich, o großer Gott 22⁴4 Durch viele große Plagen 358 Du Unsichtbarer, dessen Thron 3 Du Vater deiner Menschen⸗ kinder 18² Du weiser Schöpfer aller Dinge 11 Du, welchen keine Welt 358 Du wesentliches Ebenbild 5⁰ Du wiesest, Jesu, nicht die 10⁴ * Eines wünsch' ich mir vor 107 2 + allem 39⁴4 Ein' feste Burg ist unser Gott 371 Ein Fremdling bin ich in 296 *„Ein Haupt hast du 4⁴⁴ Ein Herz, o Gott, in Leid 280 Ein Lamm geht hin und trägt 72 Ein milder Regen sinket 332 Ein starker Schutz ist unser Gott 100 Eins ist not, ach Herr, dies 243 „Eins ist not, ach Herr, dies 41⁵ Endlich muß ich mich ent⸗ schließen 15² Endlich wachet mein Gewissen 152 Entehre nicht, mein Herz mit 257 Entfernet euch, unsel'ge 310 Entflohen sind auch dieses 347 Entschließe dich, beherzt 139 Erbarm' dich, Herr, mein 172 Erforsche mich, erfahr' mein 65 Erhelr u Schöpfer, deine 2²21 Erhalt' uns, Herr, bei deinem 99 Dasselbe Lied unverändert 372 „Erhalt uns Herr, bei deinem 407 Erhebe vom Geräusch der Welt 57 Erheb', o Christ, dein Herz und 242 Erhebt den Herrn, ihr From⸗ men Erhöhter Jesu, Gottes Sohn 129 Er ist erstanden, Jesus Christ 82 Er kommt, er kommt, der starke 40 Er kommt, er kommt, zum 129 Weltgericht Ermuntre, Seele, dich und sei 311 Erniedrigt hatte sich bereits 60 Erwache fröhlich, mein Gemüte 352 Es baut, Herr, deiner 331 Es donnert, Mensch, wer 334 Es eilt der letzte von den 263 Es fliehn die Schatten von der 342 Es hilft uns unser Gott 293 Es ist das Heil uns kommen 154 Es ist noch eine Ruh' vor⸗ handen Es lag die ganze Welt 49 Es sei mein ernstlicher 13 Es spricht der Unweisen Mund 370 Es weinet um Jerusalem 51 Es werde Gott von dir erhoben 29 Es wolle Gott uns gnädig sein 101 Es woll' uns Gott genädig sein 372 Es zieht, o Gott, ein Krieges⸗ wetter 32⁴ 32 * Fahre fort, fahre fort 407 Fest soll mein' Hoffnung 361 Freiwillig hab ichs dargebracht 78 *Freu dich sehr, o meine Seele 435 Freund, der mir alles ist 27⁵ *Fröhlich soll mein Herze 388 Frohlocke mein Gemüte 63 Frohlock', mein Herz, weil Jesus 83 Frohlockt, ihr Christen, preist 76 Für alle Güte sei gepreist 348 ich dich 211 Für alle Kranken bitt 26 Fürwahr, du bist, o Gott Gedanke, der uns Leben giebt 36 Geist vom Vater und vom Sohne 91 Gelobet seist du, Gottes Sohn 41 Gelobet seist du, Jesus Christ 365 Gelobt seist du, Herr Zebaoth 237 Gerechter Gott, du willst 269 Gerechter Gott, vor dein Gericht 13 Gern will ich mich ergeben 306 Getreuer Gott, wie viel Geduld 16 ÆEÆ-e. —S88888888888 88 roeereDenr Register. Seite Geweiht zum Christentume 104 Gieb mir dein Herz/ sprichst du 182 373 i 266 Gott, unser Gott, wie heilig ist 101 Gieb mir, o Gott, ein Herz Seite Gott sei gelobet und gebene⸗ deiet Gieb, Vater, daß mein Herz 177 Gott, unser Vater, der du 197 Gott, deine Gnade sei gepreist 40 Gott, vor dessen Angesichte 12 Gott, deine Gnad' ist unser Gott, deine Güte reicht so 119 Gott, was des Lebens Kräfte 345 199 Gott will's machen 429 Gott, deine weise Macht erhält 230 Großer Gott, erhabnes Wesen 33 Gott, dein unsichtbares Wesen 46 Großer Mittler, der zur Gott, der an allen Enden 86 24 Groß ist des Höchsten Güte 228 Gott, der du die Menschen 276 Gott, der du für uns deinen 6⁴ Dabe deine Lust am Herrn 190 Gott, der Vater wohn' uns 376 Habe deine Lust, o Jugend 174 Gott der Wahrheit, dessen Gott des Himmels und der 287 Hab' ich ein gut Gewissen nur 312 336„Halleluja! jaucht ihr Chöre 398 Gott des Himmels und der 441 Halleluja, Lob, Preis und Ehr' 406 Gott, dessen Aug' uns stets Gott, dessen Hand die Welt 207 Gott, dessen Nam' ist wie dein 208 Gott, dessen starke Hand die 224 Gott, dir gefällt kein gottlos 148 Gott, du bist von Ewigkeit Gott, du bleibst ewig unsrer 257 Gott, du hast in deinem Sohne 92 Gott, durch dessen Macht und 335 ED Gott, durch welchen alle 227 Gottes Sohn ist kommen 42 Gott führt die Seinen wun⸗ derlich 293 Gott, ich weiß es, meine Glieder 12⁵ Gott, ich will mich ernstlich 141 Gott in der Höh' sei Ehr' 20 Gott ist die Liebe selbst 15⁵³3 Gott ist gegenwärtig 377 Gott ist mein Hort 93 Gott ist mein Lied 23 Gott ist's, der das Vermögen 256 Gottlob, mein Lauf eilt früh 124 Gottlob nun ist erschollen 443 Gott, mache du mich selbst bereit 4 Gott, meine ganze Seele 26 Gott, meines Lebens Meister 22 Gott, meines Nächsten bestes 268 Gott, mein höchstes Gut 22⁸ Gott, mein Licht, erleuchte mich 176 Gott, mein Vater, deine Liebe 180 327 Halleluja, schöner Morgen 383 Halt im Gedächtnis Jesum 113 Halt im Gedächtnis Fesum 409 Heiland, deine Menschenliebe 50 Heil deinem Volke, dem du 92 Heilger Vater, du gebietest 252 Heilig, heilig ist dein Wille 184 Heil uns, aus unsrer Sünden⸗ not 35 Helle leuchtet deine Güte 330 Herr, allerhöchster Gott, im 331 Herr, allerhöchster Gott, von dem 158 Herr, deine Allmacht reicht so 11 Worr, deine Rechte und Gebot 96 err, den die Sonnen und 317 Herr, der du alles giebst 2⁴47 Herr, der du als ein stilles Lamm 105 Herr, der du mir das Leben 348 Herr, dessen Augen alles 16⁵ Herr, dir gelob' ich neue Treue 103 Herr, du bist heilig im Gericht 179 Herr, du bist meine Zuversicht 127 Herr, du erforschst und kennest 10 Herr, du fährst mit Glanz 86 Herr, du kennest mein Ver⸗ derben 32 Herr Gott, dich loben wir 215 Dasselbe Lied von Luther 375 Gott, mein Vater, ich dein 119 Herr Gott, du bist die Zuflucht 6 Gott, mein Vater, sei gepriesen 220 Herr Gott, vor deiner Majestät 327 Gott schuf die Sonne und 316 Herr Gott, wir preisen deine 326 „Gott sei Dank durch alle Welt 386 Herr, höre mein Gebet, um 147 Gott sei gedankt zu jeder Zeit 78 Herr, höre mein Gebet, und laß 173 * ö 1 ö Register. Seite Seite Herr, ich bin dein Eigentum 131 Jauchzt unserm Gott, er ist 15 Herr, ich falle vor dir nieder 111 Ich bin ein Christ, Gott ist 17⁰ Herr, ich hab' aus deiner*Ich bin ein Gast auf Erden 436 Treu' 265 Ich bin getauft auf deinen 103 *Herr Jesu Christ, dich zu uns 384„Ich bin getauft auf deinen 409 err Jesu Christ, du höchstes 143 Ich bin ja, Herr, in deiner 121 „Herr Jesu Christ, du höchstes 412 Ich bin, ich lebe, Gott du bist 215 Herr Jesu Christ, mein Herr Ich bin, o Gott, dein Eigentum 31 122 Ich denk' an dein Gerichte 130 und Gott Herr Jesu deine Angst und 65 Ich ergebe mich dem Willen 189 Herr Jesu, Gnadensonne 201 Ich erhebe mein Gemüte 118 Herr Jesu, Gnadensonne 416 Ich frage nichts nach Gold 260 Herr, laß mich doch gewissen⸗ Ich freue mich der frohen Zeit 128 haft 254 Ich freue mich, mein Gott, in 181 Herr, mache meine Seele stille 286*Ich geh' zu deinem Grabe 399 Herr, mein Erlöser, nur von Ich habe, Gott, mir ernstlich 9 dir 202„Ich habe Lust zu scheiden 436 Herr, meiner Seele großen 249 Ich habe nun den Grund 156 Herr, mein Licht, mein Heil 27„Ich habe nun den Grund 417 Herr, mein Versöhner, der 276 Ich hab' in Gottes Herz und 281 Herr, ohne Glauben kann 155 Ich hab' in guten Stunden 301 Herr, sieh, ich bin verdrossen 132 Ich hoff', o Gott, mit frohem 120 Herr, stärke mich, dein Lei⸗ Ich komme, Friedensfürst 157 den zu 52 Ich komme, Herr, und suche 110 Herr und Regent der ganzen 200 Ich komme vor dein Angesicht 199 Herr, unser Gott, laß nicht 325 Ich lag umringt mit Schmerzen 230 Herr, unser Gott, wer ist dir Ich lobe dich, und preise dich 10 gleich 19 Ich preise dich, o Herr, mein 108 Herr, wie du willst, so schicks 206 Ich preise dich, und singe 22² Herr, wie du willst, so schick's 429*Ich singe dir mit Herz und 378 Herr, wie lange muß ich ringen 172 Ich Staub vom Staube, wer 168 Herr, wo ist solch ein Gott wie 212 Ich sterbe täglich! Hier auf 124 Herzlich lieb hab' ich dich 416 Ich sterbe täglich und mein 437 *„Herzliebster Jesu, was hast du 394 Ich trete vor dein Angesicht 355 „Herz und Herz vereint 408 Ich weiß, an wen ich glaube 418 Heute, sprach mein Heiland 308 Ich weiß, an wen mein Glaub' 120 Heut hat den Juden sich dein 45 Ich weiß, mein Gott, daß all 203 Hier bin ich, Herr, du rufest 140 Ich weiß, und bin's gewiß 16⁰ Hier bin ich, Jesu, zu erfüllen 109 Ich will das Abendmahl des 106 Hilf, Herr Jesu, laß gelingen 315 Ich will dich lieben, meine 418 *Hilf, Herr Jesu, laß gelingen 390 Ich will dich noch im Tod 307 Hilf Jesu, daß ich meinen 271 Ich will in meiner Einsamkeit 356 *„Himmelan. geht unsre Bahn 417 Ich will, mein Gott, du König 222 Hin an dein Kreuz zu treten 66 Ich will von meiner Missethat 412 Hinunter ist der Sonne Schein 442 Ich will vor dein Autlitz treten 302 Höchster, denk' ich an die Güte 148*„Je größer Kreuz, je näher 430 Höchster, dessen starke Rechte 23 Jehova, mächtger König 210 Höchster Gott, wir danken 236„Jerusalem, du hochgebaute 438 Hört an die heilgen zehn Jesu Christ, durch deine Wunden 74 Gebot' 96 Jesu Christe, wir sind hier 236 Hör' unser Gebet, Geist de? 88»„Jesu, deine tiefen Wunden 395 SHeeHeee * CEEEE . Eναοσ παορανεοεοανν e I 2—2 * „Komm, heiliger Geist, erfüll 402 „Komm, mein Herz in Jesu „Komm, o komm, du Geist 402 Mein Geist erstaunt, Allmäch⸗ „Kommt, Kinder, laßt uns 420 ů t 84 Mein Gott, du bist gerecht 332 „König, dem kein König gleichet 420 Mein Gott, du wohnest zwar 176 Könnt' ich in meinen Nöten Register. — Seite*0 Seite Jesu, du mein Heil, mein 243 Tasset uns mit Jesu ziehen 391 „Jesu, geh voran auf der 419 Laß deinen Geist mich stets 7¹ Jesu, großer Wunderstern 391 Laß deiner Welt mich dienen 246 Jesu, Jesu, stärke mich 243 Laß doch, o Jesu, laß dein Reich 101 Jesu, meine Freude 240*Laß mich dein sein und 384 Jesu, meine Freude 419 Laß mich doch nicht, o Gott 255 Jesu, meiner Seelen Licht i 27 67 Laß mich, Höchster, darnach 273 Jesu, meines Lebens Leben 64 Laß mich, o Herr, in allen »Jesu, meines Lebens Leben 395 Dingen 18⁵ Jesus Christ, unser Heiland, Laßt unserm Gott uns singen 217 der den Tod 368 Laßt uns mit Danken treten 193 Jesus Christ, unser Heiland, Laßt uns mit Lob und Beten 219 der von uns 373 Laßt uns unserm Gott lobsingen 43 Jesus lebt, mit ihm auch ich 82 Liebe, die du mich zum Bilde 421 Jesus, meine Zuversicht 127„Liebster Jesu, wir sind hier 384 „Jesus, meine Zuversicht 438 Lob, Ehre, Preis und Dank 238 Jesus nimmt die Sünder 419 Lob, Ehr' und Dank sei dir 231 Jetzt leb ich, ob ich morgen lebe 262 Lob, Ehr' und Preis dem höch⸗ Jetzt sinkt die Sonne nieder 349 sten Gut 232 Ihm, der das Licht entstehen Lob sei Gott, der den Frühling 329 hieß 339 Lob sei Gott, der den Morgen 343 Ihr, die ihr euch von Christo 164 ⸗Lobe den Herren, den 379 Ihr Mitgenossen, auf zum 161„Lobe den Herren, o meine 379 Im Frühling meiner Jahre 361 Lobsinget Gott und betet an 222 Im stillen wollen wir dich ehren 313 Lobsingt dem Gott, der unsrer 325 In allen meinen Thaten 189 Lobsingt, ihr Völker, preist 6¹ „In allen meinen Thaten 430 Lobt Gott, den Gott der Stärke 214 In dieser Morgenstund' will ich 337 Lobt Gott, ihr seine Knechte 85 In Gottes Namen fang' ich an 208 N In Trübsal, Christ, sei stark 279 9 lache dich, mein Geist, bereit 421 Ist Gott für mich, so trete 159»Macht hoch die Thür 386 „Ist Gott für mich, so trete 431 Mein bester Trost in diesem 196 Ist nun auch meine Stunde 305 Meine Lebenszeit verstreicht 262 Meinen Jesum laß ich nicht 158 Kaum steigt zu ihrem frohsten 77»Meinen Jesum laß ich nicht 422 Kein Lehrer ist dir, Jesu, gleich 49 Mein Erlöser, auch für mich 73 Kinder gut und fromm er⸗ Mein Erlöser, der du mich 104 ziehen 210 Mein Erlöser, Gottes Sohn 68 Komn betend oft und mit 192 Mein erster Wunsch, mein 226 Komm, Gott Schöpfer, heilger 369 Mein erst Gefühl sei Preis 338 Meine Seel', ermuntre dich 51 368 Mein ganzer Geist, Gott, wird 134 410 Mein Gefühl ist Traurigkeit 300 Komm, heiliger Geist, Herre tiger 21⁸ Kommt, kommt, den Herrn 223 Mein Glaub' ist meines Lebens 314 Kommt, laßt euch den Herren 166 Mein Gott, ach lehre mich 16⁸ Kommt, laßt vor Gott uns 316 Mein Gott, dir ist bewußt König, dem kein König gleiche 283 Mein Gott, nun ist es wieder 338 Seite Mein Gott, wo flieh' ich hin 144 Mein Heiland, deine Größe 46 Mein Heiland lebt, er hat die 126 Mein Heiland, wenn mein 12² Mein Herz ermuntre dich 232 Mein Jesu, du hast unsre Schuld 48 Mein Jesu, für dein Herz 55⁵5 Mein Jesus ist getreu 239 Mein Fesus ist mein Leben 308 Mein Leben ist ein Prüfungs⸗ stand 2⁵ Mein Vater und mein Gott 208 Mensch, willt du leben seliglich 371 »Mir ist Erbarmung 42² „Mir nach, spricht Christus 392 Mit Ernst, o Menschenkinder 38 »Mit Ernst, o Menschenkinder 387 Mit freudigem Gemüte 337 Mit Fried' und Freud' ich fahr' 376 Mit Munterkeit erwachen wir 340 Mit Preis und Danke nah' ich 347 Mit Seufzen klag' ich dir mein 193 Mitten wir im Leben sind 37⁵ Nach dir, o Herr, verlanget 206 Nach einer Prüfung kurzer 132 Nach meiner Seelen Seligkeit 248 Nein, murren will ich nicht 299 Nicht, daß ich's schon ergriffen 250 Nicht nur streiten, überwinden 162 Nie bist du, Höchster, von uns 9 Nie will ich dem zu schaden 278 Nimm von uns, Herr, wir 323 Noch bin ich dein Gast, o Erde 123 Noch immer wechseln ordentlich 330 Noch läßt der Herr mich leben 341 Noch nie hast du dein Wort 16 Nun, Christen, laßt uns fröh⸗ lich sein Nun danket alle Gott „Nun danket alle Gott Register. Seite „Nun sich der Tag geendet 443 Nun wollen wir dir Lob und 327 allgütigster Erhalter 351 Oblinde Wut, o Durst nach 527 O Christe! Eingeborner 47 „O, daß ich tausend Zungen 380 O du allersüß'ste Freude 9 *O du allersüß'ste Freude 403 *O du Liebe meiner Liebe 396 „O Durchbrecher aller Bande 423 59 Offentlich in der Gemeine 11⁵ Oft hab' ich den Bund ge⸗ brochen 147 Oft klagt dein Herz, wie 17¹ O Gott, bei dir ist Heil und 102 O Gott, der du den Himmel 332 O Gott des Himmels und der 21 O Gott, dich fürchten, kindlich 177 O Gott, du bist die Liebe 14 O Gott, du bist mein Preis 234 O Gott, du frommer Gott 202 *O Gott, du frommer Gott 381 O Gott, du Gott der Deinen 359 SO Gott, es fehlt uns Kraft 19⁴ O Gott, sobald der Tag 331 O großer Gott, der alle Ding 7 *O Haupt voll Blut und 396 O heilger Geist, kehr' bei uns 91 *O heil'ger Geist, kehr bei uns 403 O heiliger, gerechter Gott 19 O Heiligster, wen nennst du 164 O Herr, dein seligmachend 319 O Herre Gott, dein göttlich 369 O Herr, mein Gott, der du 71 O Herr, mein Gott, durch den ich bin und lebe O himmlisches, o bestes Leben 133 O Jesu Christ, mein höchstes 239 O Jesu, heilges Gotteslamm 109 35*O Jesu, Jesu, Gottes Sohn 423 219 O Lamm Gottes, im Staube 68 380*O Lamm Gottes, unschuldig 397 Nun freut euch, lieben Christen 364 O stärke, Mittler, stärke sie 10⁵ Nun habe Dank für deine „Nun jauchzet all', ihr 113 S Tod, wo ist dein Stachel 81 387*O Tod, wo ist dein Stachel 399 Nun ist es alles wohl gemacht 62 O Vater der Barmherzigkeit 14⁴ Nun ist es Tag mit frommem 344 O welch ein Glück, ein Mensch 27 Nun komm der Heiden Heiland 365 O welch ein un »Nun laßt uns gehn, und o⸗ 390 S Welt, sieh hier dein Leben unschätzbares Gut 249 70 „Nun ruhen alle Wälder 442„O Welt, sieh hier dein Leben 397 zut 249 Register. Seite O wie selig seid ihr doch 439 —2 wie unaussprechlich selig 135 Vreis, Ehr' und Lob 4⁴⁴ Quälet mich nicht, bange 297 Quelle der Vollkommenheiten 179 ** Ringe recht, wenn Gottes 424 Rühme, Seele, dein Gesang 114 Rüstet euch, ihr Christenleute 424 Schaffet, schaffet, Menschen⸗ kinder 37 Schaffet, schaffet Menschen⸗ kinder 42⁵ *Schmücke dich, o liebe Seele 411 *Schmückt das Fest mit Maien 404 Schon ist der Tag, von Gott 130 Schön ist die Tugend, mein 169 Schon wieder ist von meinem 352 Schöpfer aller Menschenkinder 116 Schütze die Deinen, die nach 100 Schweiget, bange Zweifel 292 Schwing' dich auf gen Golgatha 66 Seele, was ermüdst du dich 426 Seele, willst du Ruhe finden 108 — Sehn wir nur Trübsal um 322 Seht, Gottes Gnade ist 44 Seht, welch ein Mensch 56 Sei du, o mein gerreuer Gott 362 Sei hochgepriesen, Herr, für 63 Sei Lob und Ehr' dem 381 Sei, Seele, stark und unver⸗ zagt 284 Selig, Gott, sind die, die 123 Seite „Sollt' es gleich bisweilen 431 Sollt' ich jetzt noch, da mir 170 Sollt' ich meinem Gott nicht 216 *Sollt' ich meinem Gott nicht 382 So schlummerst du 76 So wahr ich lebe, spricht dein 138 So weit, Herr, deine Himmel 14 Stärke, denn oft will er wanken 161 Stimmt unserm Gott ein 213 Strafe nicht, o Heiligster 1⁴⁷ *Such' wer da will, ein ander 426 Tag, den mir der Herr gemacht 107 *Thut mir auf die schöne Pforte 385 Triumph, verlaßt die leere 77 Um Gnade für die Sünderwelt 60 Umsonst, umsonst verhüllst du 8 Um Weisheit, Höchster, bitte 205 Unermeßlich ewig ist Gott 5 Unschuld'ger Jesu, was hast 5⁵ „Unsern Ausgang segne Gott 385 Uns heilig soll der Eh'stand sein 353 Unsträflich bist du, Gott, und 146 Unwiederbringlich schnell 351 Valet will ich dir geben 439 Vater aller Menschenkinder 309 Vater, heilig möcht' ich leben 173 Vater, laß mich Gnade finden 146 Vater unser im Himmelreich 374 Verächter Gottes, bebt 136 Verleih' uns Frieden gnädig⸗ li 326 Selig sind des Himmels Erben 132*Verleih uns Frieden gnädiglich 407 „Siegesfürst und Ehrenkönig 401 Verzage nicht, du Häuflein 443 „Sieh, hier bin ich, Ehrenkönig 384 Sieh, Seele, hinter dich zurück 357 Sie kommt, sie kommt, die 264 Singt dem Herrn Lob, Preis 346 Singt dem Versöhner, singt 41 So fliehen unsre Tage hin 347 So gehst du, Jesu, williglich 53 Sohn, der du für uns starbst 87 So jemand spricht, ich liebe 267 So dein verderbtes Herz 9⁵ Soll sich mein Geist, o Gott, zu dir erheben 17⁵ Sollten Menschen. meine 266 Vollendet bist du nun vor Gott 81 Voller Ehrfurcht, Dant und 111 Vom Geräusch der Welt 312 Vom Himmel hoch da komm 366 Vom Himmel kam der Engel Schar 36⁷ Von dir, du Gott der Einigkeit 210 Von dir, Gott der Barm⸗ herzigkeit 207 Von dir, o Vater, nimmt mein 287 Von Furcht dahin gerissen 24¹ Von ganzer Seele preis' ich 204 Von Celt will ich nicht lassen 187 Register. Seite „Von Gott will ich nicht lassen 432 Vor dir, Herr Jesu, steh' ich 157 11 Wach auf, du Geist der ersten 408 *„Wach auf, mein Herz, die 40 Wach auf, mein Herz, und 33 *Wach auf, mein Herz, und 442 *„Wachet auf, ruft uns die 439 Wachet auf, so ruft die Stimme 128 Wär' Gott nicht mit uns diese 372 Warum erbebst du, meine 30⁴ Warum sollt' ich mich denn 291 *Warum sollt' ich mich denn 432 Was bist du, o Christ, betrübet 289 Was den Leib erhält und nährt 345 Was für Leiden, starker Held 54 Was fürchtst du, Feind Herodes 367 Was Gott thut, das ist wohl⸗ gethan 188 *Was Gott thut, das ist 433 Was hilft es mir, ein Christ 162 Was ich nur Gutes habe 2⁴⁵ Was in mir ist, mein ganzes 220 Was ist das Leben hier auf 279 Was ist mein Leben auf der Erde 296 Was ist mein zeitlich Leben 259 Was ist, o Gott, im Himmel 174 Was ist's, daß ich mich quäle 288 Was ist vor deinem Angesichte 29 *Was mein Gott will, das 433 Was mein Gott will, gescheh' 188 Was soll ich ängstlich klagen 281 Was soll ich trostlos sorgen 295 Was sorgst du ängstlich für 303 Was zagst du, Gott regiert 293 Was zweifelst du, betrübtes 297 Weg, Welt mit deinen Freuden 53 Weh dem, der leugnet, daß 2 Weicht ihr Berge, fallt ihr 17 »Weicht ihr Berge, fallt ihr 426 Welch Glück, o Gott, ist 27⁵ Welch großes Vorrecht schenkst 195 Welch hohes Beispiel gabst 242 Welch Lob, o Gott, soll unser 219 Welch Lob soll ich dir geben 229 Wenn Christus seine Kirche 100 Wenn du des Nächsten Ehre 271 Wenn einst mein sterbend Auge 306 Wenn ich die Gottesäcker seh' 304 Wenn ich ein gut Gewissen habe 311 Seite Wenn ich einst von jenem 344 Wenn ich nur Gott gefalle 258 Wenn ich, o Gott, von dir 246 Wenn ich, o Schöpfer, deine 21 0 Wenn meine Sünd' mich 41 Wenn mich die Sünden kränken 7⁴ Wenn, Mittler, meine 30⁵5 Wenn nicht zur Übung deiner 165 *„Wenn wir in höchsten Nöten 413 Wen wird, o Gott, die Wonne 314 Wer bin ich, welche wichtge 245 Wer gleicht dir, Gott, undenkbar 7 Wer, Gott, dein Wort, nicht 162 Wer ist dir gleich, du Einziger 4 *Wer ist wehl, wie du 392 Wer kann, Gott, je was Gutes 198 Wer nur den lieben Gott läßt 298 *Wer nur den lieben Gott läßt 434 Wer weiß, wie nahe mir mein 304 „Wer weiß, wie nahe mir mein 440 Wiederum ein Jahr ver⸗ schwunden 318 Wie fürcht' ich mein Herz zu 142 Wie getrost und heiter 15⁵ Wie gnädig ist des Höchsten 335 Wie gnädig warst du, Gott 322 Wie groß ist des Allmächtgen 15 Wie groß ist unsre Seligkeit 309 Wie groß, wie angebetet ist 238 Wie grundlos sind die Tiefen 69 Wie herrlich bist du, Gott 21 Wie herrlich strahlt der Mor⸗ genstern 240 Wie, höchster aller Väter, wie 44 Wie kann ich sattsam doch 11⁴4 Wie lieblich ist doch, Herr, die 235 Wie mächtig spricht in meiner 313 Wie mannigfaltig sind die 251 Wie sanft sehn wir den 307 *„Wie schön leuchtet der 393 Wie selig, Gott, wie selig ist 118 Wie selig, Herr, ist der Ge⸗ rechte 16² Wie selig lebt ein Mensch 27² Wie sicher lebt der Mensch, der Staub 263 Wie soll ich dich empfangen 37 „Wie soll ich dich empfangen 387 Wie teu'r, o Gott, ist deine 120 Wie treu, mein guter Hirte 146 Wie viele Freuden dank' ich dir 225 Register. Seite Wie wichtig ist doch der Beruf 30 Wie wird mir dann, Erlöser 306 ⸗Wie wohl ist mir, o Freund 427 Will Jemand Christi Jünger 260 Willkommen, du Geschenk des 325 Willkommen, Held im Streite 400 Willkommen, Quell der Freuden 42 Will mich, o Gott, hienieden 285 Willst du der Weisheit Quelle 178 Willst du die Buße noch 138 Wir danken dir, Herr Jesu 398 Wir freuen uns, Herr Jesu 8⁴4 Wir glauben all' an einen Gott 364 Wir glauben all' an einen Gott 406 Wir glauben an den ein'gen 18 Wir liegen hier zu deinen 414 Wir Menschen sind zu dem 9³3 »Wir sinaen dir, Immanuel 389 Seite Wo find' ich Gott, den meine 175 Wohlauf, mein Herz, verlaß 48 Wohl dem, der bessre Schätze 259 Wohl dem, der in Gottes Furcht 376 Wohl dem, der redlich wandelt 273 Wohl, wohl dem Menschen 313 Wohlzuthun und mitzuteilen 273 Wort aus Gottes Munde 97⁷ *Wunderbarer König 383 Wunderbar ist Gottes Schicken 294 Wüßt' ich nicht: Gott ist, Gott 2 eit, die ich seufzend zähle 301 *Zeuch ein zu deinen Thoren 405 Zu deinem Throne nah' ich 340 Zur Arbeit, nicht zum Müßig⸗ gang 256 Zu so viel Tagen, die mir schon 350 1 ö Alphabetische Liste der Liederdichter nebst Angabe der Nummern, bei denen jene in Betracht kommen. Bemerkung: Unter einem Liede wurde beispiels⸗ weise gesetzt: 1. Schmolck, wenn dessen Lied entweder gar nicht oder mäßig durch jemand geändert ist, oder 2. Schmolck und Diterich, wenn das Lied Schmolck's durch Diterich erhebliche Zuthaten bekommen hat, oder 3. Diterichnach Schmolck, wenn das Lied Diterich's als die freie Bearbeitung eines Liedes von Schmolck gelten muß, oder 4. Diterich(Schmolck.), wenn das Lied Diterich's starke Nachklänge aus einem Liede Schmolck's enthält. Adolph, Gottlob, geb. zu Niederwiesa in Schlesien 1685, gest. zu Hirschberg 1745. Archidiakonus. 258. Agricola, Joh., geb. zu Eisleben 1492, gest. zu Berlin 1566. Hof⸗ prediger. 375. Ahle, Joh. Gg., geb. zu Mühlhausen a. d. Unstrut 1650, gest. das. 1706. Organist. 607. Alber, Erasm., geb. zu Sprendlingen in der Wetterau um 1500, gest. zu Neubrandenburg 1553. Superintendent. 152. Albert, Hch., geb. zu Hartenstein im Voigtlande 1604, gest. zu Königsberg 1651. Organist. 628. 850. Albinus, Joh. Gg., geb. zu Unternessa bei Weißenfels 1624, gest. zu Naumburg 1679. Pastor. 251. 272. 837. Altenburg, Mich., geb. zu Alach bei Erfurt 1584, gest. zu Erfurt 1640. Pastor. 855. Arends, Wilh. Erasm., gest. zu Halberstadt 1721. Pastor. 818. Arndt, Ernst Mor,, geb. zu Schoritz auf Rügen 1769, gest. zu Bonn 1860. Professor der Geschichte. 804. Arnold, Gottfr., geb. zu Annaberg 1666, gest. zu Perleberg 1714. Past. u. Insp. 815 Bachoff v. Echt, Freiherr Ldw. Hch., geb. zu Gotha 1725, gest. bei Altenburg 1792. Dän. Geh.⸗Rat. 107. 212. Bahrdt, Joh. Froch., geb. zu Lübben 1713, gest. zu Leipzig 1775. Professor der Theologie und Superintendent. 224. Basedow, Joh. Bernhard, geb. zu Hamburg 1724, gest. zu Magdeburg 1790. Früher Pädagog. 428. 648. „ gest. Erfurt 818. Bonn 1714. est. bei 1775. est. zu Alphabetische Liste der Liederdichter. 9 Sienemann(Melissander), Kasp., geb. zu Nürnberg 1540, gest. zu Altenburg 1591. General⸗Superintendent. 382. 827. v. Birken(Betulius), Sigismund, geb. zu Wildenstein bei Eger 1626, gest. zu Nürnberg 1681. Privatgelehrter. 751. v. Bogatzky, Karl Heinr., geb. zu Jankowa in Niederschles. 1690, gest. zu Halle an d. Saale 1774. Privatmann. 786. Borchward, Est. Sam. Jak., geb. zu Berlin 1717, gest. 1776. Legations-Rat. 477. 546. 600. Bornschürer, Joh., geb. zu Schmalkalden 1625, gest. zu Than: 1677. Diakonus. 189. v. Brandenburg⸗Culmbach, Markgraf Albrecht, geb. zu Anspach 1522, gest. zu Pforzheim 1557. 349. 835. v. Brandenburg, Kurfürstin Luise Henr., geb. im Haag 1627, gest. zu Berlin 1667. 236. 793. 844. v. Braunschweig-Bevern, Herzogin Sophie Eleon., geb. 1674, gest. zu Gandersheim 1711. Kanonissin. 83. Breithaupt, Joh. Wilh. Wolfg., geb. zu Helmstedt 1738, gest. zu Braunschweig 1818. Pastor und Superintendent. 634. Bruhn, Dav., geb. zu Memel 1727, gest. zu Berlin 1782. Archi⸗ diakonus. 15. 92. 164. 203. 437. 509. 562. 575. 614. Brunchorst, Christoph, geb. zu Erfurt 1604, gest. zu Gotha 1664. Hofprediger. 359. Bu sch, Pet., geb. zuLübeck 1682, gest. zu Hannover 1744. Pastor. 237. 286 v. Canitz, Freih. Froͤch. Rud. Ludw., geb. zu Berlin 1654, gest. das. 1699. Staatsrat. 562. Clausnitzer, Tob., geb. zu Thum bei Annaberg 1618, gest. zu Weiden in Baiern 1684. Kirchenrat. 118. 440. 734. 780. Cramer, Joh. Andr., geb. zu Jöhstadt im Erzgeb. 1723, gest. zu Kiel 1788. Prof. der Theologie und Prokanzler. 1. 3. 8. 10. 11. 14. 16. 18. 24. 26. 27. 48. 50. 53. 54. 64. 106. 110. 138. 158. 211. 217. 261. 276. 308. 314. 319. 320. 323. 324. 325. 379. 413. 414. 415. 429. 446. 495. 534. 564. 583. 585. 596. 614. Crasselius, Barthol., geb. zu Wernsdorf bei Glaucha 1677, gest. zu Düsseldorf 1724. Pastor. 720. 779. Creutzberg, Amadeus s. Sinold. Creutziger, Elisab., gest. zu Wittenberg 1535, Ehefrau des Prof. der Theologie Creutziger. 87. v. Cronegk, Freih. Joh. Froch., geb. zu Anspach 1731, gest. zu Nürn⸗ berg 1758. Justizrat. 144. 318. 400. Dach, Simon, geb. zu Memel 1605, gest. zu Königsberg 1659. Professor der Dichtkunst. 225. Decius, Nik., angeblich früher Prior des Klosters Steterburg bei Braunschweig und gest. zu Stettin 1541 als Pastor. 36. 37. 719. 762. Denicke, Dav., geb. zu Zittau 1603, gest. zu Hannover 1680. Konsistorial⸗ undsKlosterrat. 17. 171. 175. 266. 309. 396. 411. Deßler, Wolfg. Christoph, geb. zu Nürnberg 1660, gest. das. 1722. Konrektor. 823. Dilthey, Isaak Dan., geb. zu Nürnberg 1752, gest. zu Friedrichs⸗ walde in der Uckermark 1793. Reform. Pastor. 481. 525. Diterich, Joh. Sam., geb. zu Berlin 1721, gest. das. 1797. Ober⸗ Konsistorialrat. 2. 9. 10. 12. 22. 25. 26. 30. 35. 44. 47. 49. 53 56. 57. 58. 59. 61. 62. 63. 65. 68. 74. 76. 81. 86. 93. 97. 109. Alphabetische Liste der Liederdichter. 115. 116. 123. 136. 143. 152. 153. 166. 170. 184. 187. 190. 192. 202. 209. 216. 217. 218. 219. 221. 224. 226. 228. 234. 235. 237. 240. 241. 242. 243. 249. 250. 252. 274. 275. 286. 291. 292. 302. 310. 318. 326. 327. 328. 329. 333. 335. 336. 338. 355. 358. 367. 376. 416. 433. 436. 444. 445. 458. 459. 460. 461. 465. 466. 467. 469. 474. 475. 478. 479. 483. 493. 496. 498. 500. 505. 506. 508. 513. 514. 519. 527. 528. 530. 531. 567. 575. 590. Drese, Adam, geb. in Thüringen 1620, gest. zu Arnstadt 1701. Kapellmeister. 760. Eber, Paul, geb. zu Kitzingen in Franken 1511, gest. zu Witten⸗ berg 1569. Prof. der Theologie und General-Superintendent. 227. 597. 795. Eschenburg, Joh. Joach., geb. zu Hamburg 1743, gest. zu Braun⸗ schweig 1820. Prof. und Justizrat. 36. 37. 148. 270. 313. 331. 348. 383. 390. 391. 423. 492. 502. 570. 581. 584. 594. 603. 641. Fabrieius, Froch., geb. zu Stettin 1642, gest. das. 1703. Pastor. 274. 471. Feddersen, Jak. Frdch., geb. zu Schleswig 1736, gest. zu Altona 1788. Hauptpastor und Konsistorialrat. 552. 674. 676. Finx, gen. Francisci, Erasm., geb. zu Lübeck 1627, gest. zu Nürn⸗ berg 1694. Privatgelehrter. 81. Fischer, Christoph, geb. zu Joachimsthal in Böhmen, gest. zu Celle 1600. Generalsuperintendent. 764. Flemming, Paul, geb. zu Hartenstein an d. Mulde 1609, gest. zu Hamburg 1640. Arzt. 352. 829. Franck, Joh., geb. zu Guben in Schles. 1618, gest. das. 1677. Bürgermeister. 201. 277. 397. 450. 680. 790. 807. Franck, Sal., geb. zu Weimar 1659, gest. das. 1725. Konsistorial⸗ Sekretär. 49. 137. 380. 824. Freylinghausen, Joh. Anast., geb. zu Gandersheim 1670, gest. zu Halle 1739. Pastor und Waisenhaus-Direktor. 89. 115. 162. 291. 528. 590. 753. Freystein, Joh. Burch., geb. zu Weißenfels, gest. zu Dresden 1720. Hof⸗ und Justizrat. 812. Fritsch, Ahasv., geb. zu Mücheln in der Prov. Sachsen 1629, gest. zu Rudolstadt 1701. Kanzler. 250. Funk, Gottfr. Bened., geb. zu Hartenstein a. d. Mulde 1734, gest. zu Magdeburg 1814. Konsistorialrat. 33. 77. 120. 160. 239. 464. 612. 642. 765. Gellert, Christ. Fürchteg., geb. zu Hainichen im Erzgeb. 1715, gest. zu Leipzig 1769. Prof. 28. 39. 45. 67. 69. 72. 73. 97. 119. 130. 142. 145. 149. 169. 173. 182. 205. 222. 247. 256. 257. 300. 307. 317. 338. 344. 353. 357. 358. 368. 369. 403. 416. 461. 463. 468. 472. 475. 476. 489. 490. 496. 497. 505. 517. 520. 533. 536. 551. 556. 560. 580. 589. 632. 655. 656. 660. Gensch, Edler v. Breitenau, Christoph, geb. zu Naumburg 1638, gest. zu Lübeck 1732. Dän. Geh.⸗Rat. 269. 410. 609. Gerhardt, Paul, geb. zu Gräfenhainichen 1607, gest. zu Lübben 1676. Archidiakonus. 21. 70. 82. 128. 131. 136. 163. 294. 377. 381. 404. 428. 449. 473. 521. 529. 537. 588. 627. 722. 729. 743. 745. 746. 749. 761. 762 775. 778. 825. 830. 833. 840. 849. 851. 853. 856. Alphabetische Liste der Liederdichter. 192. v. Gersdorf, Freifrau Henr. Kath., geb. zu Sulzbach 1648, gest. 250• zu Niederwiesa 1726. 46. 234. 342. 433. 620. 626. 202. Gesenius, Justus, geb. zu Esbeck im Kalenbergischen 1601, gest. 367. zu Hannover 1673. Superintendent Generalissimus. 135. 147. 7 — 593. 629. 767. 794. 508. Gotter, Ludw. Andr., geb. zu Gotha 1661, gest. das. 1735. Hofrat. 34. 35. 60. 254. 373. 800. 819.. 1701. Gramann(Poliander), Joh., geb. zu Neustadt in der Pfalz 1487,„ ö gest. zu Königsberg 1541. Pastor 422.— itten⸗ Grötzsch, Joh. Wilh., geb. zu Zeitz 1688, gest. zu Suhl 1752. Super⸗— ident. intendent. 9.* Grüneisen, Karl, geb. zu Stuttgart 1802, gest. das. 1878 als emerit.— raun⸗ Oberhofprediger und Prälat. 858.— 331. Gryphius, Andr., geb. zu Großglogau 1616, gest. das. 1664.— 641. Syndikus. 487. astor. Günther, Cyriakus, geb. zu Goldbach bei Gotha 1649 oder 1650,— tong gest. zu Gotha 1704. Gymnasiallehrer. 209. 398. 788. Günther, Mart., geb. zu Großrückerswalde im Erzgeb. um 1690, — seit 1721 zu Klingemünster in der Kurpfalz Pastor. 371. Nürn⸗ 387. 399. Hagen(Hagius), Pet., geb. in Ostpreußen 1569, gest. zu Königsberg Celle 1620. Rektor. 141. Haßlocher, Joh. Adam, geb. zu Speier 1645, gest. zu Weilburg gest. 1726. Konsistorialrat. 442. Hävecker, Joh. Hch., geb. zu Kalbe a. d. Saale 1640, gest. das. 1677. 1722. Pastor und Inspektor. 474. 510. ö Hecker, Hch. Kornel, geb. zu Hamburg 1699, gest. zu Meuselwitz orial⸗ bei Altenburg 1743. Pastor. 62. 63. 74. 155. 176. 327. Heeren, Hinr. Erh., geb. zu Wremen im L. Wursten 1728, gest. 1201. zu Bremen 1811. Dompastor. 683. Heermann, Joh., geb. zu Raudten in Schles. 1585, gest. als emerit. Pastor von Köben 1647 zu Lissa. 88. 95. 102. 134. 139. 197. 204. esden 255. 265. 374. 602. 727. 757. 758. 816. Held, Hch., geb. zu Guhrau in Schles., gest. das. vor 1661. Rechts⸗ „gest. praktitus. 122. 739. 774. Helmbold, Ldw., geb. zu Mühlhausen in Thür. 1532, gest. das. ö 404 1598. Superintendent 347. 405. 407. 832. Herberger, Valer., geb. zu Fraustadt in Posen 1562, gest. das. . 1627. Pastor. 846. „gest. Herman, Nik., gest. 1561 zu Joachimsthal. Kantor. 565. 852. 119. Herrnschmidt, Joh. Dan., geb. zu Bopfingen in Württemb. 1675, . 300. gest. zu Halle a. d. S. 1723 Professor der Theologie und Mitdirektor . 463. des Waisenhauses. 724. 826. 3. 536. Herzog, Joh. Froch., geb. zu Dresden 1647, gest. das. 1699. Rechts⸗ konsulent. 654. 854. mburg Hiller, Phil. Froͤch., geb. zu Mühlhausen in Württbg. 1699, gest. 9. zu Steinheim 1769. Pastor. 44. 59. 389. 445. 498. 500. 506. 511. ßübben 513. 610. 814. 1. 377. v. Hippel, Th. Gttl. geb. zu Gerdauen in Ostpr. 1741, gest. zu 9. 743. Königsberg 1796. Stadtpräsident. 78. 195. 488. 524. 598. 9. 851. b. Hodenberg, Bodo, geb. 1604, gest. zu Osterode 1650. Land⸗ drost. 637. Alphabetische Liste der Liederdichter. Hoffmann, Gottfr., geb. zu Plagwitz in Schles. 1658, gest. zu Zittau 1712. Rektor. 503. Höjer, Konr., lebte ums J. 1614. 538. Hom burg, Ernst Christoph, geb. zu Mihla bei Eisenach 1605, gest. zu Naumburg 1681. Gerichtsschreiber. 104. 117. 447. 759. 770. Jelpke, Joh. Wilh., geb. zu Braunschweig 1731, gest. das. 1764. Gymnasiallehrer und Professor. 640. Jonas, Justus, geb. zu Nordhausen 1493, gest. zu Eisfeld 1555. Superintendent. 179. Keymann, Christian, geb. zu Pancraz in Böhmen 1607, gest. zu Zittau 1662. Rektor. 293. 813. Klopstock, Froch. Gottl., geb. zu Quedlinburg 1724, gest. zu Hamburg 1803. Bad. Hofrat. 102. 161. 180. 186. 201. 208. 229. 231. 236. 238. 246. 298. 299. 312. 401. 404. 408. 422. 440. 441. 448. 567. 627. 644. Knapp, Alb., geb. zu Tübingen 1798, gest. zu Stuttgart 1864. Stadtpfarrer. 756. Köhler, Benj. Frdch., geb. zu Döbeln a. d. Mulde 1730, gest. zu Dessau 1796. Reg.⸗Rat. 114. 200. 378. 480. 554. 622. König, Sam., geb. im Kanton Bern um 1670, gest. zu Bern 1750. Professor. 162. Kortholt, Christian, geb. zu Burg auf Femern 1632, gest. zu Kiel 1694. Professor der Theologie. 99. Krah, Joh. Gottl., geb. zu Störmthal bei Leipzig 1735, gest. zu Priesnitz bei Borna 1810. Pastor. 253. 432. 544. Krause, Jonath., geb. zu Hirschberg 1701, gest. zu Liegnitz 1762. Superintendent und Konsistorialrat. 731. Krüger, Joh. Christian, geb. zu Berlin 1722, gest. zu Hamburg 1750. Schauspieler. 576. 582. Küster, Elieser Gottl., geb. zu Watzum 1732, gest. zu Braunschweir 1799. General⸗Superintendent. 45. 52. 107. 159. 165. 175. 195. 196. 269. 271. 284. 304. 307. 337. 373. 584. 392. 412. 425. 431. 435. 449. 455. 471. 499. 501. 512. 521. 543. 587. 588. 592. 601. 605. 611. 616. 617. 619. 629. 637. 680. 681. 683. 684. Lampe, Froch. Ad., geb. zu Detmold 1683, gest. zu Bremen 1729. Reform. Prediger und Professor der Theologie. 484. Lange, Ernst, geb. zu Danzig 1650, gest. das. 1727. Ratsherr. 25. Lappenberg, Sam. Christ., geb. zu Bremen 1720, gest. zu Lesum bei Bremen 1788. Pastor. 204. Lanrenti, Laurentius, geb. zu Husum 1660, gest. zu Bremen 1722. Musikdirektor. 90. 111. 768. Lavater, Joh. Kasp., geb. zu Zürich 1741, gest. das. 1801. Reform. Prediger. 41. 84. 151. 170. 206. 218. 219. 263. 297. 305. 310. 321. 339. 393. 402. 532. 558. 559. 574. 578. 592. 613. 623. 624. 636. 652. 677. 679. 680. 684. Leß, Gottfr., geb. zu Konitz in Westpreußen 1736, gest. zu Hannover 1797. Konsistorialrat. 510. Lrebich, Ehrenfr., geb. zu Probsthayn in Schles. 1713, gest. zu Lomnitz bei Hirschberg 1780. Pastor. 116. 126. 232. 337. 419. 427. 454. 523. 535. 542. 549. 621. 627. 665. 673. Lischkow(Liscovius), Sal., geb. zu Niemitzsch in der Oberlausitz 1640, gest. zu Wurzen 1689. Diakonus. 386. 478. st. zu burg 236. 567. 1864. st. zu 1750. st. zu st. zu 1762. wurg zweig 195. 431. 601. 1729. r. 25. zesum 1722. form. 310. 624. nover st. zu 419. lausitz Alphabetische Liste der Liederdichter. Löwe, Joh. Froch., geb. zu Klausthal 1729, gest. zu Rostock 1771 Registrator. 362. 407. 548. v. Löwenstern, Matthäus Apelles, geb. zu Neustadt in Schlef. 1594, gest. zu Breslau 1648. Staatsrat. 184. Luther, Mart., geb. zu Eisleben 1483, gest. das. 1546. 32. 66. 160. 161. 174. 179. 181. 183. 186. 188. 401. 606. 685— 689. 691— 695. 697— 699. 701— 718. 783. Masius, Hch., geb. zu Burg auf Femern, seit 1687 Rektor zu Schwerin, gest. nach 1708. 47. Maukisch, Joh., geb. zu Freiberg 1617, gest. zu Danzig 1669. Pastor und Professor. 515. Mentzer, Joh., geb. zu Jahma in d. Oberlausitz 1658, gest. zu Kemnitz bei Bernstadt 1734. Pastor. 726. Meyfart, Joh. Matthäus, geb. zu Walwinkel im Gothaischen 1590, gest. zu Erfurt 1642. Pastor und Professor der Theologie. 843. Miller, J. P., geb. zu Leipheim bei Ulm 1725, gest. zu Göttingen. Professor der Theologie. 628. 644. Möllenhof, Christ. Nik., geb. zu Lübeck 1698, gest. zu Delmenhorst 1749. Pastor. 431. Moller, Mart., geb. zu Kropstädt bei Wittenberg 1547, gest. zu Görlitz 1606. Pastor. 538. v. Moser, Freih. Froöͤch. Karl, geb. zu Stuttgart 1723, gest. zu Ludwigsburg 1798. Darmst. Kanzler. 216. 249. Mudre, Jos. Froch., geb. zu Lübben 1736, gest. zu Marienberg 1810 als emerit. Pastor. 306. Müller, Justus Balth., geb. zu Gießen 1738, gest. das. 1824. Superintendent und Kirchenrat. 364. Münter, Balth., geb. zu Lübeck 1735, gest. zu Kopenhagen 1793. Pastor. 4. 5. 6. 52. 79. 103. 112. 150. 159. 168. 172. 178. 185. 196. 198. 207. 213. 244. 260. 262. 278. 279. 280. 281. 282. 295. 296. 303. 315. 332. 340. 345. 356. 360. 388. 430. 452. 462. 516. 545. 553. 555. 566. 569. 586. 595. 599. 618. 643. 659. 666. 671. 672. 675. 678. Nachtenhöfer, Kasp. Froch., geb. zu Halle an d. Saale 1624, gest. zu Coburg 1685. Pastor. 744. Neander, Joach., geb. zu Bremen vermutlich 1650, gest. das. 1680. Reform. Prediger. 723. 730. 735. Neander, Christoph Froͤch., geb. zu Eckau in Kurland 1724, gest. zu Gränzhof 1802. Probst. 32. 70. 82. 108. 113. 117. 146. 193. 194. 220. 251. 264. 265. 266. 267. 272. 277. 287. 289. 347. 375. 420. 421. 424. 491. 526. 565. 568. 597. 633. 635. 638. 653. 654. 661. Neumann, Kasp., geb. zu Breslau 1648, gest. das. 1715. Pastor und Inspektor. 42. 156. 167. 631. Neumark, Georg, geb. zu Langensalza 1621, gest. zu Weimar 1681. Archivsekretär. 231. 550. 836. Neumeister, Erdmann, geb. zu Uechteritz bei Weißenfels 1671, gest. zu Hamburg 1756. Hauptpastor. 334. 530. 750. 808. Nicolai, Pyil., geb. zu Mengeringhausen in Waldeck 1556, gest. zu Hamburg 1608. Hauptpastor. 238. 451. 754. 847. Olearius, Joh., geb. zu Halle 1611, gest. zu Weißenfels 1684 General-Superintendent. 455. ————kD——— Alphabetische Liste der Liederdichter. Olearius, Joh. Gottfr., geb. zu Halle 1635, gest. zu Arnstadt 1711 Konsistorialrat. 91. Paulmann, Joh. Ludw., geb. zu Vorwohlde 1728, gest. zu Braun⸗ schweig 1807. Pastor. 248. 386. 397. 443. 455. 471. 504. 507. 511. 604. 605. 616. 619. 629. 650. Pietsch, Joh. Valent., geb. zu Königsberg 1690, gest. das. 1733. Professor der Dichtkunst. 140. Rambach, Joh. Jak., geb. zu Halle 1693, gest. zu Gießen 1735. Professor der Theologie und Superintendent. 2. 12. 31. 19. 20. 23. 30. 85 a. 86. 92. 93. 94. 154. 157. 190. 215. 259. 531. 787. 797. 809. Ringwaldt, Barthol., geb. zu Frankfurt an d. O. um 1530, gest. zu Langfeld in d. Neumark, spätestens 1600. Pastor. 264. 616. 792. Rinkart, Mart., geb. zu Eilenburg an d. Mulde 1586, gest. das. 1649. Archidiakonus. 366. 409. 725. Rist, Joh., geb. zu Ottensen 1607, gest. zu Wedel in Holstein 1667. Pastor. 76. 372. 444. 587. 738. 748. Ritter, Jak., geb. zu Halle 1627, gest. das. 1669. Sekretär. 304. Rodigast, Sam., geb. zu Gröben in Weimar 1649, gest. zu Berlin 1708. Rektor. 350. 834. Rothe, Joh. Andr., geb. zu Lissa bei Görlitz 1688, gest. zu Thommen⸗ dorf bei Bunzlau 1758. Pastor. 288. 803. Rutilius, Mart., geb. zu Düben in Sachsen 1550, gest. zu Weimar 1618. Archidiakonus. 268. 791. v. Sachsen⸗Weimar, Herzog Wilh. II., geb. zu Altenburg 1598, gest. zu Weimar 1662. 441. 732. Schade, Joh. Kasp., geb. zu Kühndorf im Hennebergschen 1666, gest. zu Berlin 1698. Pastor. 96. Schalling, Mart., geb. zu Straßburg 1532, gest. zu Nürnberg 1608. Pastor. 448. 801. Scheffler, Joh.(Angelus Silesius), geb. zu Breslau 1624, gest. das. 1677. Fürstbischöfl. Rat. 752. 805. 811. Schenk, Hartm., geb. zu Ruhla 1634, gest. zu Ostheim vor der Rhön 1681. Pastor. 737. Schiebeler, Dan., geb. zu Hambg. 1741, gest. das. 1771. Doktor der Rechte. 75. 105. 199. 271. 418. 563. Schirmer, Mich., geb. zu Leipzig 1606, gest. zu Berlin 1673 Konrektor. 68. 165. 619. 742. 776. Schlegel, Joh. Ad., geb. zu Meißen 1721, gest. zu Hannover. 1793 General⸗Superintendent. 66. 71. 85a. 87. 90. 91. 95. 96. 99. 100 101. 104. 111. 121. 122. 127. 131. 133. 134. 137. 139. 163. 181. 183. 197. 214. 293. 395. 405. 450. 451. 457. 473. 515. 518. 539. 540. 572. 573. 591. 607. 610. 639. 651. 657. 667. 669. 670. Schlosser, Ludw. Hch., geb. zu Darmstadt 1663, gest. zu Frank⸗ furt a M. 1723. Pastor. 166. Schmidt, Christian Ernst, geb. zu Stolberg in Sachsen 1688, gest. zu Eilenburg 1754 Pastor. 55. Schmidt, Joh. Eusebius, geb. zu Hohenfelden bei Erfurt 1669, gest. zu Siebleben bei Gotha 1745. Pastor. 575. 784. Schmolck Beni, geb. zu Brauchitschdorf in Schles. 1672, gest. zu Schweid itz 173. Pastor und Inspektor. 31. 43. 121. 242. 252. 326. 328. 386. 354. 355. 367. 436. 736. 766. 769. 777. 796. 802. 922. 828. 841. 842. G Go T* G O —.5 IA G Gs — * ——*— „ men⸗ imar 1598, 1666, 1608. gest. Rhön oktor 1673 1793 100 181. „539. anbe „gest. „gest. est. zu 3. 252. 5. 802. Alphabetische Liste der Liederdichter. Schnesing(Chiomusus), Joh., geb. zu Frankfurt a. M., gest. zu Friemart bei Gotha 1567. Pastor. 289. 798. Schröder, G. F., um 1770. Pastor in Kurland. 658. Schröder, Joh. Hch., geb. zu Hallerspringe im Kalenbergschen 1666, gest. zu Meseberg im Magdeburgschen 1699. Pastor. 457. 799. Schubart, Tob. Hch., geb. zu Osterbruch im L. Hadeln 1699, gest. zu Hamburg 1747. Pastor. 519. Schubert, Joh. Gg., geb. zu Weigsdorf in d. Lausitz 1684, gest. zu Bautzen 1730. Pastor. 617. Schütz, Joh. Jak., geb. zu Frankfurt a. M. 1640, gest. das. 1690. Rechtskonsulent. 434. 728. v. Schwarzburg⸗Rudolstadt, Gräfin Ämilie Juliane, geb. zu Rudolstadt 1637, gest. das. 1706. 425. 426. 561. 848. v. Schwarzburg⸗Rudolstadt, Gräfin Ludämilie Elisab., geb. zu Rudolstadt 1640, gest. das. 1672. 351. 384. Seriba, Diet. Pet., geb. zu Hambg. 1736, gest. zu Kopenhagen 1764. Kadettenlehrer. 486. Seidel, Joh. Froch., geb. zu Treuenbrietzen 1749, später zu Berlin Gymn.⸗Prorektor. 646. Selnecker, Nik., geb. zu Hersbruck bei Nürnberg 1530, gest. zu Leipzig 1592. Pastor, Superintendent und Professor der Theo⸗ logie. 733. 781. Semper, Ernst Leberecht, geb. zu Wilxen in Schles. 1722, gest. zu Landshut in Schles. 1758. Diakonus. 187. 240. 479. Sinold, gen. v. Schütz,(Amadeus Creutzberg) Phil. Balth., geb. bei Gießen 1657, gest. zu Laubach 1742. Geh. Rat. 3383. Spangenberg, Joh., geb. zu Hardegsen 1484, gest. zu Eisleben 1550. Superintendent. 383. Spengler, Lazarus, geb. zu Nürnberg 1479, gest. das. 1534. Rats⸗ schreiber. 214. Speratus(v. Spretten), Paul, geb. zu Rottweil 1484, gest. zu Marienwerder 1551. Luth. Bischof. 285. Spreng, Joh. Jak., geb. zu Basel 1699, gest. das. 1768. Pastor und Professor. 346. 615. Stegmann, Josua, geb. zu Sulzfeld bei Meiningen 1588, gest. zu Rinteln 1632. Superintendent und Professor der Theo⸗ logie. 782. Steuerlein, Joh., geb. zu Schmalkalden 1546, gest. zu Meiningen 1613. Stadtschultheiß. 747. v. Stolberg, Anna, Gräfin, um 1600. 839. Stresow, Konr. Frdch., geb. zu Sandberg 1705, gest. zu Burg auf Femern 1788. Probst und Konsistorialrat. 604. 625. Sturm, Christoph Christian, geb. zu Augsburg 1740, gest. zu Ham⸗ burg 1786. Hauprpastor. 15. 109. 132. 191. 223. 226. 228. 235 283. 291. 322. 343. 417. 437. 456. 498. 522. 547. 615. 625. 630. 645. 647. 662. 664. Sturm Jul., geb. zu Köstritz 1816, lebt daselbst als Pastor, Kirchenrat und Professor. 857. Tersteegen, Gerh., geb. zu Mörs 1697, gest. zu Mühlheim an d. Ruhr 1769. Bandmacher. 721. 772. 810. Thilo, Val, der jüngere, geb. zu Königsbg. 1607, gest. das. 1662. Professor der Beredsamkeit. 71. 424. 741. LV Alphabetische Liste der Liederdichter. Tietze(Titius), Christoph, geb. zu Wilkau in Schles. 1641, gest. zu Hersbruck bei Nürnberg 1703. Pastor. 267. 831. Tode, Hch. Jul., geb. bei Hamburg 1733, gest. zu Schwerin 1797. Konsistorialrat. 80. 125. 557. 577. 668. Ulber, Christian Sam., geb. zu Landshut in Schles. 1714, gest. zu Hamburg 1776. Hauptpastor. 187. 240. 479. Unger, Christian Frdch., geb. zu Nordhausen 1731, gest. zu Bergen bei Celle 1781. Pastor. 85b. 233. 608. Iz, Joh. Pet., geb. zu Anspach 1720, gest. das. 1796. Gerichtsdirektor. 245. 284. 641 Vogel, Joach. Christlieb, geb. zu Dähre bei Salzwedel 1740, gest. zu Lauingen 1803. Pastor. 129. Wegelin, Josua, geb. zu Augsburg 1604, gest. zu Preßburg 1640. Pastor. 771. Wehrenberg, Hch. Jonathan, geb. zu Eilenburg an d. Mulde 1651, gest. zu Lüneburg 1713. Superintendent. 192. Weigel, Joh. Adam Valent., geb. zu Sommershausen bei Würz⸗ burg 1740, gest. zu Hasselbach in Schles. 1806. Pastor. 368. Weiler, Gg. Matth., geb. zu Bopfingen in Württemberg um 1710. Pastor zu Essen in Westphalen. 508. Weissel, Georg, geb. zu Domnau in Preußen 1590, gest. zu Königs⸗ berg 1635. Pastor. 740. 821. Weiße, Christian Felix, geb. zu Annaberg 1726, gest. zu Leipzig 1804. Kreissteuereinnehmer. 156. 227. 268. 301. 309. 316. 866. 381. 453. 482. 487. 494. 529. 571. 579. 580. 631. Weiße, Mich., geb. zu Neiße, später Prediger zu Landskron in Böhmen, gest. um 1540. 231. Weißenborn, Joh., geb. zu Sieglitz bei Kamburg 1644, gest. zu Jena 1700. Prof. der Theologie und Superintendent. 543. Wimmer, Gabr., geb. zu Sagan in Schles. 1671, gest. zu Alten⸗ Mörbitz in Sachsen 1745. Pastor. 385. Winckler, Joh. Joseph, geb. zu Lucka in S.⸗Altenburg 1670, gest. zu Magdeburg 1722. Domprediger und Konsistorial⸗Rat. 817. Wolff, Jak. Gabr., geb. zu Greifswald 1683 oder 1684, gest. zu Halle 1754. Prof. der Rechte. 51. 820. Woltersdorf, Ernst Gottl., geb. zu Friedrichsfelde bei Berlin 1725, gest. zu Bunzlau 1761. Stadtprediger. 789. Zachariä, Froch. Wilh., geb. zu Frankenhausen 1726, gest. zu Braunschweig 1777. Professor der Dichtkunst. 370. 406. Zimmermann, Joh. Christian, geb. zu Langewiese bei Ilmenau 1702, gest. zu Uelzen 1783. Probst. 22. 29. 485. v. Zinzendorf, Graf Nik. Ludw., geb. zu Dresden 1700, gest. zu Herrnhut 1760. Stifter der evangelischen Brüdergemeinde. 785. 806. Zollikofer, Gg. Joach., geb. zu St. Gallen 1730, gest. zu Leipzig 1788. Reform. Prediger. 7. 67. 88. 128. 141. 167. 174. 176. 177. 179. 188. 210. 225. 238. 245. 254. 285. 294. 330. 341. 346. 352. 351. 357. 372. 380. 396. 403. 410. 411. 422. 438. 447. 472. 484. 486. 538. 628. Zuckschwerdt, Jul. Karl, geb. zu Braunschweig 1747, gest. zu Barum 1806. Superintendent. 649. ————————————... 8— st. zu 1797. gest. ergen ektor. gest. 1640. 1651, vürz⸗ 3. 1710. nigs⸗ eipzig 866. on in t. zu Ilten⸗ 1670, 817 st. zu 172⁵, t. zu ienau gest. einde. eipzig 177. 352. 484. st. zu Erste Abtheilung. Über die wichtigsteu Stücke der Glaubenslehre. Vom Dasein und Wesen Gottes. Mel. Es ist das Heil uns kommen. 1 er Herr ist Gott, und kei⸗ ner mehr. Frohlockt ihm, alle Frommen! Wer ist ihm gleich? Wer ist, wie er, So herrlich, so vollkommen? Der Herr ist groß, sein Nam' ist groß. Er ist un⸗ endlich, grenzenlos In seinem ganzen Wesen. 2. Ihn trifft kein Wechsel flücht⸗ ger Zeit, Nie größer oder kleiner Wird seines Wesens Herrlichkeit. Der erst' ist er, sonst keiner. Wir Menschen sind von gestern her, Eh' noch die Erde war, war er, Noch eher, als die Himmel. 3. Um seinen Thron her strömt ein Licht, Das ihn vor uns ver⸗ hüllet. Ihn fassen alle Himmel nicht, Wie weit er sie erfüllet. Er bleibetewig, wie er war, Verborgen, und nur offenbar In seiner Werke Wundern. 4. Wo wären wir, wenn seine Kraft Uns nicht gebildet hätte? Er kennet uns, kennt, was er schafft, Der Wesen ganze Kette. Bei ihm ist Weisheit und Verstand, Die Kraft und Stärke seiner Hand Um⸗ spannet Erd' und Himmel. 5. Ist er nicht nah? Ist er nicht fern? Weiß er nicht aller Wege? Wo ist die Nacht, da sich dem Herrn Ein Mensch verbergen möge? Die Finsternis ist vor ihm Licht, Ge⸗ danken selbst entfliehn ihm nicht, Noch ehe sie entstehen. 6. Wer schützt den Weltbau ohne dich, O Herr, vor seinem Falle? Allgegenwärtig breitet sich Dein Fittich über alle. Du bist voll Freundlichkeit und Huld, Barm⸗ herzig, gnädig, voll Geduld, Ein Vater, ein Verschoner. 7. Unsträflich bist du, heilig, gut Und reiner, als die Sonne. Wohl dem, der deinen Willen thut! Denn du vergultst mit Wonne. Du hast Unsterblichkeit allein, Bist selig, wirst es ewig sein, Hast Freuden, Gott, die Fülle. 8. Du nur bist würdig, Lob und Dank Zu nehmen, Preis und Ehre. Kommt, werdet Gottes Lob⸗ gesang, Ihr alle seine Heere. Der Herr ist Gott, und keiner mehr. Wer ist ihm gleich? Wer ist, wie er, So herrlich, so vollkommen? Cramer. Mel. Nun danket alle Gott. 2 Anbetungswürdger Gott Mit Ehrfurcht stets zu nennen! Du bist unendlich mehr, Als wir begreifen können. O flöße meinem Geist Die tiefste Demut ein Und laß mich stets vor dir Voll Ehrerbietung sein! 2. Du riefst dem, das nicht war, Um Lust und Seligkeiten Aufs mannigfaltigste Um dich her aus⸗ zubreiten. Die Liebe bist du selbst. Verstand und Rat sind dein, Und du gebrauchst sie gern, Zu segnen, zu erfreun. 3. Du sprichst, und es geschieht. Auf dein allmächtig: Werde! Ent⸗ stand dein großes Werk, Der Him⸗ mel und die Erde. Mit deinem kräftgen Wort Trägst du die ganze Welt, Und deine Macht vollführt, Was uns unmöglich fällt. 4. Du bist der Herren Herr. Der Erde Majestäten Sind, Höch⸗ ster vor dir Staub. Auch Geister —— V NVVVVV VVV — G- 5 Vom Dasein und Wesen Gottes. kannst du töten. Wen du ernied. Zweifeln sich zu guälen, Umsonst 0 rigest, Gott, wer kann den erhöhn? erst ein unendlich Gut zu suchen. Wen du erhöhen willst, Des Hoheit Sich dann zu fluchen.. muß bestehn. 5. Wir flögen gleich dem Staub 9⁰ * 5. Wer hat dich je gesehn? auf, sänken wieder Wie leicht ver; ni Wer kann im Fleisch dich sehen? wehter Staub zur Erde nieder. Kein sterblich Auge reicht Bis zu Schön ist das Laster, wenn ich Gott er des Lichtes Höhen, Wo du voll nicht finde, Die Tugend Sünde. E Majestät Auf deinem Stuhle 6. Was hülf's, daß ich mich gut 9e thronst, Und unterm frohen Lob zu werden übe? Was könnt' ich n é Der Himmelsheere wohnst. hoffen? Wer verdiente Liebe? Ver⸗ th ( 6. Was wir, Unendlicher, Von zweiflung wär' der beste Trost dem 9⁰ deinem Wesen wissen. Das hast Herzen In seinen Schmerzen. er I du selbst zuvor Uns offenbaren 7. Flieht, tötende Gedanken. ih müssen. Die Schöpfung zeugt von Ihr beflecket Von ferne schon die Fi dir Und deines Sohnes Mund Seele, die ihr schrecket. Flieht, denn de Macht uns noch dentlicher, Gott, ich kenne meines Lebens Quelle. la * deinen Namen kund. Entweicht zur Hölle. m 7. Doch hier erkennen wir Dich 8. Ich weiß daß Gott ist, weiß, 3u noch gar unvollkommen. Wird an wen ich glaube, Wes Hauch die aber dermaleinst Der Vorhang Seel ist, wer den Leib von Staube wi N weggenommen, Der dich, Unend⸗ So künstlich baut, mich trägt, mich ser licher Noch unserm Blick verschließt, unterstützet Und täglich schützet. Vo Dann sehen wir dich, Gott, So 9. Ich weiß, auf welchen Grund ö ne herrlich, wie du bist. mein Glück ich baue, Wen ich ver⸗ M * 8. Indes sei auch schon jetzt ehre, wem ich mich vertraue. Ihm Ve N Dein Ruhm von uns besungen. zu gefallen, will ich mich nun Üben Ur * Verschmähe nicht ein Lod Von lal:- Und ihn nur lieben. Cramer. ö 2 lend schwachen Zungen. Dort soll, wi wenn wir dereinst Vor dir ver⸗ Mel. Herzlich lieb hab' ich dich o Herr. I herrlicht stehn, Ein Lied im höhern 4 Meh' dem, der leugnet, daß ih Chor Dich, großer Gott, erhöhn. K.— du bist. Unendlicher! G. Rambach und Diterich. Sein Leben ist Ihm leer von edler en Freude. Sein wilder lasterhafter Mel. Wend' ab deinen Zorn. Blick Sehnt sich umsonst nach wah⸗ hö 3 Wißt ich nicht: Gott ist. rem Glück, Umsonst nach Trost im au — Gott hat mich erschaffen, Leide. Die Lust zu edlen Thaten ste Was hätt' ich wider Furcht und flieht Vor ihm, der seinen Gott Gram für Waffen? Gleich steuer⸗ nicht sieht. Nie fühlet sich sein Herz H losen Schiffen in den Seen Würd' erfreut Von Wonne der Unsterblich⸗ di ich vergehen. keit. Gott, unser Gott, Wie M 2. Dann würd' ich unter mir jammervoll, wie fürchterlich Wird au das Tier beneiden, Und mir ver⸗ unser Leben ohne dich! Ge siegte jeder Quell der Freuden, 2. Wenn du nicht bist, wer— Und jedes Eden würde mir auf trägt und hält Und wer regieret ö G. Erden Zur Wüste werden. dann die Welt? Wer sorgt auch 6 3. Waͤr' ich nicht elend? Wär' für mein Leben? Zu wem soll sich Er ich nicht verloren? Ach besser wär's, mein Lobgesang, Daß ich einst ön ich wäre nie geboren, Als nichts ward, zu wem mein Dank, Daß Ge in grauenvollen Finsternissen Von ich noch bin, erheben? Verhängnis Gott zu wissen. oder Ungefähr Ist dann mein 1 4. Die Menschen hätten Sinne, Gott, und blind ist der. Ver⸗ 5 hätten Seelen, Mit tausend bangen nunft und Wahl sind ihm ein 10 onst hen. taub ver · eder. Gott nde. gut ich Ver⸗ dem *. iken. 1die denn ielle. veiß, h die aube mich et. rund ver; Ihm üben mer. Herr. daß icher! edler hafter ngnis mein Ver · nein Vom Dasein und Wesen Gottes. 3 Spott Und seine Wohlthat ist der Tod. Gott, wahrer Gott, wie graun⸗ voll wird mir deine Welt, Wenn nicht dein Arm sie führt und hält! 3. Kann ohne dich ein Glück erfreun, Für mich ein Gut auf Erden sein, Und kann ich's froh genießen? Was hilft mir Freiheit und Verstand? Ist's keine Wohl; that deiner Hand, Was nützt ein gut Gewissen? Bist du nicht, so erfreun sie nie, Ein Traum ist ihre Lust, wie sie. Die Erd' ist Finsternis, kein Licht Entströmet deinem Angesicht. Kein Himmel jauchzt. Auf Erden opfert nie⸗ mand Dank Vom Aufgang bis zum Untergang. 4. Ach wüßt' ich keinen Gott, wohin Wollt' ich vor starken Has⸗ sern fliehn? Wem klagt' ich ihr Verbrechen? Der Unschuld Thrä⸗ nen, ihren Tod Erhöbe sich kein Mensch, kein Gott, An ihrem Feind zu rächen. Vor Schmach und Ungerechtigkeit Gäb' ihr das Grab nur Sicherheit. Mit ihrem Hauch würd' auch ihr Flehn Um Recht und um Gericht verwehn, Und er, ihr Feind, Der Sünder, welcher Gott nicht glaubt, Erhöbe, wie ein Berg, sein Haupt. 5. Gedanke, der mein Herz er⸗ höht, Daß dies mein Fleisch einst aufersteht, Daß Seelen nimmer sterben! Wenn Gott nicht lebt, was trau' ich dir? Nur falsche Hoffnung giebst du mir Und en⸗ digst mit Verderben. Mich ruft, mit Huld im Angesicht, Kein Gott aus Grabesnacht ans Licht. Mein Geist ist auch des Todes Raub, Nie auferstehn wird dieser Staub. Gott richtet nicht. Auf Tugend wartet dort kein Lohn. Hier ist ihr Erbteil Schmach und Hohn. 6. Nein, eh' ich zweifle, daß du seist, Unwandelbarer, ewger Geist, Mag mich die Welt ver⸗ spotten! Laut will ich zeugen, daß du bist Und daß es schnöder Frevel ist, Dich fühlen und dich spotten! Mein Geist und Leib freut sich in dir, Unsterblicher. weich' nicht von mir. Was sind die Leiden dieser Zeit Dem, der sich deines Daseins freut? Dort im Gericht, Wenn Erd' und Him⸗ mel untergehn, Wird's, daß du bist, der Leugner sehn. Münter. Mel. Komm, heiliger Geist, Herre. 5 Di Unsichtbarer, dessen — Thron, Vor aller Wel; ten Ursprung schon Von Ewigkeit stand und bestehet, Ob alles wie⸗ derum vergehet! Mit Wollust sät⸗ tigt sich mein Geist, So oft er deinen Namen preist. Wie köstlich ist mir's, dir lobsingen, Dir dan⸗ ken, Herr, dir Ehre bringen Und im Gebet zu dir mich nahn! 2. Du, der du bist, und der da war, Dein Nam' ist groß und wunderbar. Wer kann sich bis zu dir erheben, Dein Antlitz schauen und noch leben? Kein Bild ist, das dir, Herrscher, gleicht, So weit auch deine Schöpfung reicht. Du bist ein Geist, nur Geister können Dich fühlen, daß du bist, dich nennen: Herr, unser Gott! Unendlicher! 3. Unteilbar bist du, dem kein Tod Durch tausend Ewigkeiten droht. Dir, Quell des Lebens, hat dein Leben Kein ältres Wesen je gegeben. Du lebst durch dich, dein Leben ist Ein Strom, der unauf⸗ haltsam fließt, Rings um dich her Glückseligkeiten Und neues Leben zu verbreiten Von Ewigkeit zu Ewigkeit. 4. Du Geist des Lebens, himm⸗ lisch Licht Umstrahlt dein göttlich Angesicht, Vernunft, die alles kennt und siehet, Der kein Ge⸗ heimnis je entfliehet. Du schauest schnell mit einem Blick Auf ewig vorwärts und zurück, Ermüdest nie und kannst nicht irren, Und keine Zahl kann dich verwirren, Und sollte sie unnennbar sein. 5. Du willst, und was dein Mund gebeut, Ist Wahrheit und Gerechtigkeit. Dein Ratschluß, A“ ¶ R R R RR* 28 Lao Zartn. 411 Ai Herr, weiß nicht zu fehlen. Weiß nur das Beste zu erwählen. So oft ich dir auf deiner Bahn Von ferne nachseh', bet' ich an, Und fromme Zuversicht im Leiden Er⸗ füllt mein Herz mit sanften Freu⸗ den Und meinen Mund mit Preis und Dank. 6. Du Geist der Geister, führe du Uns dir, dem Schöpfer, wieder zu. Die du nach deinem Bilde schufest Und zu dir alle nun be⸗ rufest. Auch wir sind Geister, danken dir, Daß du uns Leben abst, daß wir Die größten unter einen Gaben, O Gott, Vernunft und Freiheit haben. Dir danken wir's, Unendlicher! 7. Des Fleisches Lüste zwingen noch Den Geist der Freiheit in ihr Joch. Preis dir, du wirst von allem Bösen Die Deinen einst ge⸗ wiß erlösen. Bald mach' uns von der Knechtschaft frei. Lehr' jeden Christen, wer er sei, Lehr' in den Banden selbst uns streiten Ums nahe Heil der Ewigkeiten, Wozu dein Sohn erkauft uns hat. 8. O Land der Zreiheit, Stadt des Herrn, Wärst du mir Seuf⸗ zenden nicht fern! Wann wirst du, Gott, mein Seufzen stillen Und meine Hoffnung froh erfül⸗ len? Noch bet' ich dich in Schwach⸗ heit an, Wie ich im Fleische beten kann. Dann werd' ich freier vor dich treten Und ganz im Geiste zu dir beten. Halleluja! Hallelujal Münter. Mel. Es woll' uns Gott genädig. 6 Wer ist dir gleich du Ein⸗ * ziger? Wer thut, Gott, deine Werke? Wem jauchzet sonst der Himmel Heer Und nennt ihn: Gott der Stärke! Du warst, und deiner Allmacht Ruf Befahl der Welt zu werden. Bekennt es, Bölker, die er schuf: Im Himmel und auf Erden Ist keiner seines Gleichen! 2. Wenn ich den Weltbau, wessen Macht Am ersten aller Tage Ihn Vom Dasein und Wesen Gottes. aus dem Nichts hervorgebracht, Voll Durst nach Weisheit frage, So nennt er mir, du Erster dich, Du Wesen aller Wesen. Gott, deinen Namen nur kann ich Auf allen Dingen lesen Und keines andern Namen. 3. Der Sterne unzählbares Heer, Die deinen Thron umgeben, Die Erd', o Gott, die Luft, das Meer, Und die in ihnen leben, Wie preiset ihre Harmonie Dich, o du Geist der Geister! Mit welcher Ein⸗ tracht rufen sie: Der Schöpfung Herr und Meister Ist einer, ist Jehova! 4. Sinkt in den Staub hin! Betet an! Jehova ist der Höchste. Er ist's allein und keiner kann Ihm gleich sein, ihm der Nächste. Gott spricht: Ich bin allein der Herr, Ich bin, ich war, ich werde Sein, der ich bin, kein anderer Im Himmel, auf der Erde Hat meinen Ruhm und Namen. 5. Und ewig bleibst du mir allein Der Gott, an dem ich hange. Und ewig soll's kein an⸗ drer sein, Von dem ich Heil ver⸗ lange. Mein ganzes Leben weih' ich dir, Mein Gott, auf den ich traue, Und weiß gewiß, einst giebst du mir, Daß ich dein Ant⸗ litz schaue, Dich selbst, du Unsicht⸗ barer. Münter. Mel. Christ, unser Herr, zum Jordan. 7 Gut. mache du mich selbst 92 bereit, Vor deinen Thron hie treten Und deine große Heer ⸗ ichkeit Voll Ehrfurcht anzubeten. Laß, Herr, vor deinem Angesicht Mein Herz sich deiner freuen Und einen Strahl von deinem Licht Die Finsternis zerstreuen, Die mich hier noch umgiebet. 2. Du bist der Herr und keiner mehr, Nichts sind der Heiden Göt⸗ ter, Nur dir gebühret Preis und Ehr' Kein Helfer, noch Erretter Ist außer dir. Laß mich allein Auf dich, o Herr, vertrauen, Vom Dasein und Wesen Gottes. 5 Mein ganzes Leben dir nur weihn, Mein Glück bloß auf dich bauen Und dich niemals ver⸗ leugnen. 3. Du bist der höchstvollkommne Geist, Der Vater aller Geister, Dich preiset, was vernünftig heißt, Als seinen Herrn und Meister. Laß meiner Seele hohen Wert Mich reine Tugend lehren, Und so, wie es dein Wort begehrt, Dich ungeheuchelt ehren, Im Geist und in der Wahrheit. 4. Du bist, o Gott, von Ewig⸗ keit Und wirst allzeit bestehen, Es bleibet deine Herrlichkeit, Wenn Himmel selbst vergehen. Laß von der Erde eitelm Tand Mein Herz sich stets erheben Zu meinem wahren Vaterland Und nur nach dem mich streben, Was ewig mich erfreuet. 5. O Gott, was sein wird, ist und war, Und was wir thun und dichten, Das ist dir alles offen⸗ bar, Du wirst einst alles richten. Laß mich dein helles Auge scheun, Aufrichtig vor dir wandeln Und, deines Beifalls mich zu freun, Auch dann rechtschaffen handeln, Wenn Finsternis mich decket. 6. Unendlich ist, Herr, deine Macht, Zu retten, die dich lieben, Und wenn der Frevler dich verlacht, Auch Rach' an ihm zu üben. Gieb, daß mich deiner Allmacht Schutz Stets als ein Schild bedecke, Mich auch nicht Menschengrimm und Trutz, Nur deine Strafe schrecke. Du tötest Leib und Seele. 7. Von höchster Weisheit bist du, Gott, Kein Mensch kann sie ergründen. Umringt uns allent⸗ halben Not, Du, Herr, weißt Rat zu finden. Gieb, daß ich dir stets trauezu, Du werdest für mich sorgen, Auch Übles weder denk' noch thu'. Denn dir ist nichts verborgen, Du prüfest Herz und Nieren. Gott, du bist heilig und ge⸗ recht, Kannst keine Sünden dul⸗ den. Wer sagen will, er sei dein Knecht, Der meide Sündenschulden. Gieb, daß ich mich der Heiligkeit Mit rechtem Ernst befleiße, Nach⸗ jage der Gerechtigkeit Und deine Wege preise, So wunderbar sie scheinen. 9. Du bist sehr gnädig, fromm und gut, Vergiebst die Schuld dem Sünder, Erbarmst dich, wie ein Vater thut, Von Herzen deiner Kinder. Laß reichen Trost von dei ⸗ ner Gnad' Auf meine Seele kom⸗ men. Von mir sei meine Misse⸗ that So fern hinweggenommen, So fern der Ost vom Abend. 10. Gott, dessen Wahrheit stets besteht, Wohl denen, die dir gläu⸗ ben! Wenn Erd' und Himmel einst vergeht, Wird dein Wort ewig bleihen. Gieb, daß ich fürchte dein Gericht Und alles, was du dräuest, Auch hoffe, was dein Wort ver⸗ spricht, Daß du mir's gern ver⸗ leihest. Wer hofft, wird nicht zu schanden. 11. Gott, wenn ich dich so kenn' und ehr', Dein Wort zum Grunde setze, Erfreu' ich mich darüber mehr, Als über alle Schätze, Bis ich dort, o mein Heil und Licht, Dich ohne Lallen nenne, Von An⸗ gesicht zu Angesicht Dich schaue, dich erkenne Und unaufhörlich lobe. Unbekannter und Sollikofer. Von den göttlichen Eigenschaften insbesondere. Ewigkeit und Unveränderlichkeit Gottes. Mel. Nun komm, der Heiden Heilland. 8 Unermeßlich ewig ist Gott der Höchste. Herr, du bist, Wie du dich uns offenbarst, Nun und ewig, der du warst. 2. Ewig bleibst du selbst dir gleich, Weis' allein und gnaden⸗ reich, Ewig mächtig und voll Kraft, Heilia und untadelhaft. 6 Von den göttlichen Eigenschaften insbesondere. 3. Alle Werke deiner Hand Waren dir, o Gott, bekannt, Eh' die Welt auf dein Geheiß Da stand, deiner Weisheit Preis. „4. Wie gegossne Spiegel stehn Deine Himmel, doch vergehn Deine Himmel, und die Welt Sinkt, wenn sie dein Arm nicht hält. 5. Du nur bleibest wie du bist. Was dein weiser Rat beschließt, Ist unwandelbar wie du, Gut Und heilig stets wie du. 6. Du bist nicht ein Menschen⸗ kind, Daß du lügest, nicht gesinnt Wie der Mensch der wandelbar Nimmer bleibet, was er war. 7. Was du zusagst, ist gewiß. Zwischen Licht und Finsternis Tappt der Mensch hin, wählt, be⸗ reut Plötzlich wieder, was ihn freut. 8. Sollt' ich denn auf Menschen traun, Nicht, mein Heil, auf dich nur baun? Ohne Weisheit und Verstand Brunnen graben in den Sand? 9. Nein, Unwandelbarer, dein Soll sich meine Seele freun. Sei mein Fels, Gott, sei mein Licht, Ewig meine Zuversicht. 10. Und in allgemeine Nacht Sinke dann mit seiner Pracht Jeder Himmel, und die Welt Stürze hin, wenn Gott mich hält. Cramer. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 9 Gert. du bist von Ewigkeit, und dein herrlich großes Wesen Andert sich zu keiner Zeit. Du bleibst stets, was du ewesen. Laß dies meinen Geist eleben, Ehrfurchtsvoll dich zu erheben. 2. Ewig und unwandelbar Ist, o Gott, dein hohes Wissen. Was dir einmal Wahryeit war, Wird es ewig bleiben müssen. Niemals kann dein Ausspruch fehlen. Laß mich ihn zum Leit⸗ stern wählen. 3. Herr, du bist kein Menschen · kind, Daß dich etwas reuen sollte. Immer bleibst du gleich gesinnt. Was dein Ratschluß vormals wollte, Willst du noch. O hilf uns allen Thun nach deinem Wohlgefallen. 4. Immer bleibst du, Gott, ein Feind Derer, die das Unrecht üben. Immer bleibst du, Gott, ein Freund Derer, die das Gute lieben. Laß uns darin schon auf Erden Deinem Bilde ähnlich werden. 5. Deine Worte trügen nicht. Du bist ewig der Getreue, Der das hält, was er verspricht. O daß dies mich stets erfreue! Laß nur deinen Geist mich treiben, Dir, Herr, auch getreu zu bleiben. Stets ist Wohlthun deine Lust, Ewig währet deine Liebe. Wohl mir, wenn ich auch mit Lust Mich in deinem Willen übe! Dann, o Herr, wird's meiner Seelen Nie an wahrem Wohlsein fehlen. 7. Erd' und Himmel wird ver⸗ gehn, Alle Welt wird mich ver⸗ lassen. Nur durch dich kann ich be⸗ stehn, Deine Hand wird mich um⸗ fassen, Wenn ich nun von hinnen scheide. Ewig bist du meine Freude. 8. Laß mir doch zu jeder Zeit, Herr des Himmels und der Erden, Diese deine Ewigkeit Einen star⸗ ken Antrieb werden, Dich zu lie⸗ ben, dir zu tranen Und mein Glück auf dich zu bauen. Diterich nach Grötzsch. Mel. Mein Herz und Seel' den Herren. 10 H err Gott, du bist die Zuflucht aller Zeiten, Denn du bist Gott in allen Ewig⸗ keiten. Du warst es schor, eh' Erd' und Himmel ward, Eh' noch dein Arm sich uns geoffenbart. 2. Was bin ich, Herr, und all e Menschenkinder? Staub sind vor dir der Heilige, der Sünder. Wie schnell entflieht das Leben doch von mir! Du, Höchster, du nur bleibest für und für. 3. Du hast vorhin die Erde zu⸗ bereitet, Dein Arm hat, Gott, den Himmel ausgebreitet, Doch sie . Laß Dir, deine iebe. Lust ann, eelen glen. ver; ver⸗; h be⸗ um· unen eude. Zeit, den, star · lie⸗ mein Von den göttlichen Eigenschaften insbesondere. 7 vergehn, veralten wie ein Kleid, Du aber bleibst in alle Ewigkeit. 4. Es werden noch die Himmel und die Erden Wie ein Gewand von dir verwandelt werden. Du bleibest wie du bist. Denn welche Zeit Umgrenzet wohl, Herr, die Unendlichkeit! 5. Das ist der Trost, die Hoff⸗ nung deiner Knechte. Du schützest sie mit deiner starken Rechte, Du läßt ihr Herz sich ewig deiner freun Und bleibst ihr Gott, denn sie sind ewig dein. 6. Das sei mein Trost in allen trüben Stunden. Vom Tode selbst bleibt er unüberwunden. Kein Tod, kein Grab trennt mich, o Gott, von dir. Mein Fels, mein Heil, das bleibst du ewig mir. Cramer und Diterich. Mel. Es ist das Heil uns kommen. WPer gleicht dir, Gott? 11. Wĩ Undenkbar ist Die Zahl von deinen Jahren. Doch warst du, Schöpfer, was du bist, Eh' alle Sonnen waren. Schon eh' dein Arm die Welten trug, Warst du dir ohne sie genug Und keiner Welt bedürftig. 2. Jehova, tausend Jahre sind Dir weniger als Stunden, Dir schneller, als ein Tropf' verrinnt, Begonnen und verschwunden, Ent⸗ flohn und dir doch immer da. Dein Auge sieht sie, wie's sie sah, Nicht schöner nicht vollkommner. 3. So bin ich, Gott, vor dir, ich Staub, Ich leicht verblühte Blume, Ich allzubald des Grabes Raub, Mit Glück und Lust und Ruhme. Wie ein Geschwätz des Tags ent⸗ fleucht Mein Pilgrimsleben, Gott, und gleicht Kaum einem Morgen⸗ traume. 4. Und dennoch zeigst du mir von dir Soviel in Augenblicken, Entdeckest dich darinnen mir, Mich ewig zu beglücken. Du machst dies Leben, dir sei Dank! Zu einem heitern Ubergang In ein beglückters Leben. 5. Hier seh' ich. Vater der Na⸗ tur, Im Schatten deiner Werke Nur dunkel, wie im Spiegel nur. Die Größe deiner Stärke. Wie schön ist, was mein Auge siehtl Doch ach, o Gott, wie viel entflieht Dem blöden, trägen Blicke! 6. Nein, Vater, des mein Herz sich freut, Du schufst mich nicht vergebens. Was schmeck' ich nicht für Seligkeit Im Traume dieses Lebens! Wie wenig ist, was ich hier seh', Hier, o mein Gott, von dir versteh'! Doch macht mich dies schon selig. 7. Es fliehe denn dies Leben hin Schnell wie ein Traum, noch schneller. Ich weiß, daß ich un⸗ sterblich bin, Dort wird das Auge heller. Dich werd' ich dort sehn, wie du bist. Und meine Freude, Vater, ist Dann ewig und voll⸗ kommen. Cramer. Allgegenwart und Allwissenheit Gottes. Mel. Mein Herz und Seel' den Herren. 12 Ogaroßer Gott, der alle — Ding' erfüllet, Vor dessen Blick kein Dunkel uns ver⸗ hüllet, Wohin soll ich vor deinem Anblick gehn? Und wohin fliehn, von dir, Herr, ungesehn? 2. Könnt' ich auch schnell mich zu den Wolken schwingen Und wieder schnell bis in die Tiefe dringen, So hielte mich doch deine Hand auch da. Denn wo ich bin, da bist du, Herr, mir nah. 3. Dein Auge sieht, was Nacht und Abgrund decken, Es kann sich nichts vor deinem Licht verstecken, Du kennst genau das Innre der Natur Der ganzen Welt und jeder Kreatur. 4. Kein falscher Gott, aus fal⸗ schem Wahn verehret, Hat je sein Volk das Künftige gelehret. Du aber weißt, was künftig wird ge⸗ schehn, Und läßt auch uns in deinem Wort es sehn. 5. Du weißt und hörst, was deine Kinder beten, Du siehst, 8 Von den göttlichen Eigenschaften insbesondere. wenn sie im Stillen vor dich treten, Noch eh' ihr Mund dir ihren Kum⸗ mer sagt, Vernim mst du schon, was dir ihr Seufzen klagt. 6. Vor Menschen bleibt hier manche That verborgen, Dir aber ist die Nacht ein heller Morgen, Und was hier noch in Finsternis geschieht, Entdeckt einst dein Ge⸗ richt, dem nichts entflieht. 7. Wohl dem, der hier vor dei⸗ nem Antlitz wanbel t, Und der vor dir und Menschen redlich handelt! Der steht alsdann als dein be⸗ währter Freund Getrost vor dir, wenn nun dein Tag erscheint. 8. O prüfe selbst die innersten Gedanken, Ob sie vielleicht von deiner Richtschnur wanken! Bin ich, o Gott, noch auf verkehrtem Steg, So führe du mich auf der Wahrheit Weg. Rambach und Diterich. Mel. Christ, unser Herr, zum Jordan. 15. 2(lwissender, vollkommner Geist, Des Auge alles siehet, Was Nacht und Abgrund in sich schleußt, Und dem sich nichts entziehet. Es kann vor deinem hellen Licht Sich kein Geschöpf ver⸗ stecken. Was in der Finsternis ge⸗ schicht, Das weißt du aufzudecken Und an den Tag zu bringen. 2. Selbst die Gedanken kennest du, Eh' sie in mir entstehen, Und was ich wünsche, rede, thu', Das kann dein Auge sehen. Vor dir ist alles offenbar, Du prüfest Herz und Nieren, Und alle Gründe siehst du klar, Die unser Thun regieren. Nichts bleibt vor dir verborgen. 3. Was deiner Freunde Herz be⸗ gehrt, Das weißt du, eh' sie beten, Ihr Seufzen wird von dir erhört, Eh' sie noch vor dich treten. Was deiner Feinde Rat beschließt, Das ist dir unverborgen, Dir, der du ihren Anschlag siehst Als wie den lichten Morgen, Den keine Schatten decken. 4. Was nach Verfließung vieler Zeit Noch künftig wird Leichehen, Das sieht dein Auge allbereit Als gegenwärtig stehen. Dir stellt sich alles deutlich dar, Das, was erst soll noch werden Und was nun ist und was einst war Im Him⸗ mel und auf Erden. Wer sollte dich nicht fürchten? 5. Bleibt gleich vor Menschen manches noch In dieser Welt ver⸗ schwiegen, So wird dein Auge lünftig doch Die Finsternis be⸗ siegen. Dein unparteiisches Gericht Wird alles einst entdecken, Was im Verborgnen jetzt geschicht, Und Schande, Furcht und Schrecken Wird dann die Heuchler treffen. 6. Laß mich, o höchste Majestät, Dein helles Auge scheuen, Das nie ein Heuchler hintergeht Mit fal⸗ schen Schmeicheleien. Durchdringe kräftig Seel' und Geist Mit deinen heilgen Blicken. Laß, was geheime Schande heißt, Samt allen bösen Tücken Mich stets sorgfältig meiden. Rambach. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 14. Unm onst, umsonst verhüllst du dich, Mein Herz, in Finsternisse. Was kann ich Gott verbergen? ich? Das er nicht alles wisse? Sei, kannst du, dunkler als das Grab, Das Auge Gottes schaut hinab Und kennet deine Tiefen. 2. Wo ist die Nacht der Einsam⸗ keit, Die mich vor ihm verhehle? Er sieht euch schon, eh' ihr noch seid, Gedanken meiner Seele, Eh' ich euch selbst empfinden kann, Von eurer ersten Bildung an, Bis ihr euch ganz entfaltet. 3. Er kennet und erforschet euch, Wenn ihr euch schnell entziehet. Bemerkt euch, wenn ihr, Strahlen gleich, Schnell auffahrt, schnell entfliehet. Vergebens wünsch' ich: Sterbt! vergeht! Ich haß' euch! Aufgezeichnet steht Ihr all' in seinem Buche. 4. Der Herr gedenket ihrer noch, Jahrhunderte verschwin⸗ den, Sie bleiben und ich träu · me doch Als wären's keine Sün⸗ Von den göttlichen Eigenschaften insbesondere. 9 den. Sie alle müssen an das Licht, Wenn Gott kommt, daß er im Gericht Der Herzen Rat enthülle. 5. Dann wird das Siegel seines Buchs Vor aller Welt gebrochen, Das Urteil des verdienten Fluchs Gedanken selbst gesprochen. Wo ist die Nacht, die sie verhehlt? Der Richter hatte sie gezählt Und keinen sterben lassen. 6. Seid heilig, seid von Gott nur voll, Gedanken meiner Seele, Daß, wenn gerichtet werden soll, Kein einziger mich quäle. Seid heilig und dann fürchtet nichts. Gott wird am Tage des Gerichts Gleich Thaten euch belohnen. Cramer. Mel. Mach's mit mir, Gott, nach. 15 Nie bist du, Höchster, von uns fern. Du wirkst an allen Enden. Wo ich nur bin. Herr aller Herrn. Bin ich in deinen Händen. Durch dich nur leb' und atme ich, Denn deine Rechte schützet mich. 2. Was ich gedenke, weißest du, Du prüfest meine Seele. Du siehst es, wenn ich Gutes thu', Du siehst es, wenn ich fehle. Nichts, nichts kann deinem Aug' entfliehn Und nichts mich deiner Hand ent⸗ ziehn. 3. Wenn ich in stiller Einsam⸗ keit Mein Herz an dich ergebe, Und, über deine Huld erfreut, Lob⸗ singend dich erhebe, So hörst du es und stehst mir bei. Daß ich dir immer treuer sei. 4. Du merkst es, wenn des Herzens Rat Verkehrte Wege wäh⸗ let, Und bleibt auch eine böse That Vor aller Welt verhehlet, So weißt du sie und strafest mich Zu meiner Bessrung väterlich. 5. Du hörest meinen Seufzern zu, Daß Hilfe mir erscheine. Voll Mitleid, Vater, zählest du Die Thränen, die ich weine. Du siehst und wägest meinen Schmerz! Und stärkst mit deinem Trost mein Herz. 6. O drück', Allgegenwärtiger, Dies tief in meine Seele, Daß, wo ich bin, nur dich, o Herr, Mein Herz zur Zuflucht wähle, Daß ich dein heilig Auge scheu Und dir zu dienen eifrig sei. 7. Laß überall gewissenhaft Nach deinem Wort mich handeln Und stärke mich denn auch mi⸗ Kraft, Vor dir getrost zu wan⸗ deln. Daß du, o Gott, stets um mich seist, Das tröst' und bessre meinen Geist. Bruhn nach Sturm. Mel. Wend' ab deinen Zorn. 16 Ich habe, Gott, mir 8 ernstlich vorgenommen, Nie auf der Übertreter Pfad zu kommen. Vor dir zu wandeln, dir mich und mein Leben Zu über⸗ geben. 2. Erforsche mich. Sieh, ob ich's redlich meine. Gieb, daß ich nicht bloß, was ich sein will, scheine, Mit allen Kräften strebe, deinen Willen Ganz zu erfüllen. 3. Wenn deine Furcht mich über⸗ all begleitet Und meinen Gang, wenn mich kein Mensch sieht, leitet, Wie sicher werd' ich deine Wege wandeln! Wie richtig handeln! 4. Laß auch im Dunkeln mich dein Auge scheuen. Verschließ' mein Ohr der Sünde Schmeicheleien. Stets werde mir das Gleißende der Laster Nur mehr verhaßter. Gieb Eifer, Kraft und Mut zu meinen Pflichten, So mag die Welt, wie ihr's gefällt, mich rich⸗ ten. Gefall' ich dir, mein Gott, will ich mit Freuden Verachtung leiden. 6. Du achtest nicht das Ansehn der Personen, Wirst billig alles richten und belohnen, Mit Herr⸗ lichkeit und Ehre deine Kinder, Mit Schmach die Sünder. 7. Bald, bald vollend' ich mei⸗ ner Prüfung Stunden. Werd' ich im Tode nur bewährt erfunden, Wie schön verwandeln sich dann meine Leiden Und werden Freu⸗ den! Cramer. 10 Von den göttlichen Eigenschaften insbesondere. Mel. An Wasserflüssen Babylon. 17 H err, du erforschst und 0 H kennest mich Von außen und von innen. Mein Thun und Lassen kommt vor dich, Gehn, Stehen und Beginnen. Was meine Seele denkt und dicht't, Weißt du vorher und fehlest nicht. Du prü⸗ fest Herz und Nieren. Du kannst auch, wenn ich bin allein, Und gerne wollt' verborgen sein, All meine Weg' ausspüren. 2. Es ist kein Wort in meinem Mund, Das ich dir könnt' ver⸗ hehlen. Du, Herr, siehst in des Herzens Grund, Ins Innerste der Seelen. Wo geh' ich hin vor deinem Geist, Da du selbst die Gedanken weißt? Wohin könnt' ich doch fliehen? Führ' ich gen Himmel, bist du da. Im tiefsten Abgrund bleibst du nah. Was kann mich dir entziehen? 3. Ja, Höchster, es kann deine Hand Mich allenthalben finden. Nichts bleibet dir, Herr, unbe⸗ kannt, Nicht die geheimsten Sün⸗ den. Selbst Finsternis ist vor dir Licht, Ins Dunkle dringt dein Angesicht, Nichts, nichts kann dir entgehen. Was ich gethan, gered't, gedacht, Wird einst vor dein Ge⸗ richt gebracht. Da muß ich vor dir stehen. 4. Ach präge mir dies ernsthaft ein, Das Böse zu vermeiden. Laß all mein Thun rechtschaffen sein, Mich nie von Tugend scheiden, Mich lieben nur, was dir gefällt, Und die verbotne Lust der Welt, Samt ihrem Reiz verachten. Laß mich vor dir, nach deinem Wort, In frommer Sorgfalt immerfort Nach deinem Beifall trachten. 5. Allwissender, erforsche du Mein Herz, Sinn und Gedanken. Bin ich geneigt, von meiner Ruh', Der Tugend Pfad, zu wanken, Ja bin ich schon auf bösem Weg, So führe mich den rechten Steg, Ent⸗ reiß' mich dem Verderben. Gott, möcht' ich stets dich kindlich scheun! O wie getrost könnt' ich dann sein, Wie freudig einstens sterben! Angeblich Denicke. Weisheit Gottes. Mel. Von Gott will ich nicht. 18 cch lobe dich und preise — Dich, o meinGGott, allein, Wer ist, wie du, so weise? Ver⸗ stand und Rat ist dein. Ach, möchte, Herr, mein Geist In allen deinen Werken Auf deine Weisheit mer⸗ ken, Die, wer dich kennet, preist. 2. Wohin mein Auge blicket, Ist alles Harmonie, Gut und zu⸗ gleich geschmücket, Voll Kunst, voll Pracht durch sie. Sie schaffet, sie erhält, Zu segnen, zu ergötzen, Nach herrlichen Gesetzen, Den weiten Bau der Welt. 3. Sie hing in lichten Fernen Hoch über uns hinauf Die Sonne mit den Sternen, Uns zu erleuch⸗ ten, auf. Da hänget sie an nichts. Von dir nur unterstützet, Wärmt, leuchtet und erhitzet Sie, Schimmer deines Lichts! 4. Wer hält im Gleichgewichte So vieler Körper Kraft? Wer füllt die Welt mit Lichte, Als du, der alles schafft? Wer lenkt der Strahlen Flug, Daß sie nur nützen tönnen, Beleben. nicht ver⸗ brennen, So wunderbar, so klug? 5. Wer läßt uns stets umgeben Die Luft, die alles trägt? Durch sie hat alles Leben, Und alles wird bewegt. Da sammeln Dünste sich Und werden Tau und Regen Und Fruchtbarkeit und Segen Für deine Tier' und mich. 6. Wer hat sie so bereitet, Daß sie den Blitz gebiert, Daß sie den Wind verbreitet, Den Schall zum Ohre führt, Den leichten Vogel hebt. Den Fisch, damit er schwimme, Und unsers Mundes Stimme Für deinen Ruhm belebt? 7. Wer hob, o Gott, die Erde Aus deinem Meer heraus, Teilt, daß sie fruchtbar werde, So gleich die Wasser aus? Wer sammlet sie? Wer bricht Die Flüsse, wenn sie schwellen? Spricht zu der stens e. t. hreise llein, Ver⸗; öchte, einen mer · vreist. licket, d zu⸗ unst, affet, ötzen, Den ernen nur t ver⸗ klug? geben Durch alles ünste Regen Für Daß e den zum Vogel imme, Für Erde Teilt, gleich mmlet wenn u der Von den göttlichen Eigenschaften insbesondere. 12 Seen Wellen: Bis hieher! Weiter nicht! 8. Wer hat den Wald gepflanzet? Durch wen wächst Gras herauf? Wer giebt uns Korn? Wer schan⸗ zet Gebirg um Thäler auf? Wer schmückt sie überall? Wer gräbt dem Feuer Schlünde, Legt in der Tiefe Gründe Den Marmor, das Metall? 9. Herr, deine Weisheit schmücket, Bereichert und erhält Und segnet und beglücket Die lebenvolle Welt. Sie rühme mein Gesang! Ich singe dir und preise Dich, Gott, denn du bist weise. Dir weih' ich Lob und Dank. Cramer. Mel. Wer nur den lie ben Gott. 0 u wei ser Schöpfer aller 19. D Dinge, Der alles weiß, erkennt, versteht, Nichts ist so groß, nichts so geringe, Das nicht nach deiner Ordnung geht. Denn der Geschöpfe ganzem Chor Schreibst du Maß, Ziel und Regeln vor. 2. Die vielen wundervollen Werke, Was unserm Auge fern und nah. Steht alles wie durch deine Stärke So auch durch deine Weis⸗ heit da. Unendlich, Herr, ist dein Verstand. Der ganze Weltbau macht's bekannt. 3. Mit eben der allweisen Stärke, Mit welcher du die Welt gemacht, Regierst du alle deine Werke, Die dein Verstand hervor⸗ gebracht. Du brauchst, o uner⸗ schaffnes Licht, Der Menschen Rat und Beistand nicht. 4. Was du zu thun dir vorge⸗ nommen, Das kommt unfehlbar auch zur That. Wenn tausend Hin⸗ dernisse kommen, So triumphiert dein hoher Rat. Den besten Zweck wählt dein Verstand, Die Mittel stehn in deiner Hand. 5. Die Menge so verschiedner Willen, Wo jeder seinen Weg er⸗ wählt, Muß doch den deinen bloß erfüllen, Der seines Zieles nie verfehlt Und aller Feinde stolzen kann Als Unvernunft beschämen ann. 6. O Weisheit, decke meiner Seele Die angeborne Thorheit auf, Damit sie dich zum Leit⸗ stern wähle In ihrem sonst ver⸗ wirrten Lauf. Ich weiß den Weg des Friedens nicht, O gönne mir dein sichres Licht! 7. Du hast mich durch mein gan⸗ zes Leben Nach deinem klugen Rat geführt. Mein Geist muß dir die Ehre geben, Daß du aufs beste mich regiert. O leite mich durch Welt und Zeit Hinüber in die Ewigkeit! Rambach. Allmacht Gottes. Mel. Mach's mit mir, Gott, nach. 2 Serr, deine Allmachtreicht 20. He weit, Als selbst dein Wesen reichet. Nichts ist, das deiner Herrlichleit Und deinen Thaten gleichet. Es ist kein Ding so groß und schwer, Das dir zu thun nicht möglich wär'. 2. Du sprichst, und auf dein mächtig Wort Fällt alles dir zu Füßen. Du führest deinen Anschlag fort Bei allen Hindernissen. Dü winlst: Was noch kein Auge sah, Steht augenblicklich vor dir da. 3. Du hast dies große Weltge⸗ bäu Allmächtig aufgeführet, Und Erd' und Himmel zeugt, es sei Dein Arm, der sie regieret. Dein Wort, das sie geschaffen hat, Ist ihnen an der Pfeiler statt. Die Menge vieler Wunder zeigt, Daß, Schöpfer, dein Ver⸗ mögen Weit über die Gesetze steigt, Die die Natur bewegen. Du bleibst ihr Herr, und ihren Lauf Hebst du nach weiser Willkür auf. 5. Was für ein Wunder deiner Macht Wird unser Aug' einst sehen, Wenn nach der langen Grabesnacht Die Toten auferstehen, Wenn du von unserm Staub den Rest Zu neuen Körpern werden läßt. 6. Allmächtger, mein erstaun⸗ ter Geist Wirft sich vor dir dar⸗ nieder. Die Ohnmacht, wie du selber weißt, Umgiebt noch meine Glieder. Mach' mich zum Zeu⸗ 12 Von den göttlichen Eigenschaften insbesondere. gen deiner Kraft, Die aus dem Tode Leben schafft. 7. O zünd' in mir den Glau⸗ ben an, Der sich auf dich verlasse! Ist etwas, das ich fürchten kann, Wenn ich dich, Herr, umfasse? Nun, Gott, ich traue deiner Kraft, Die alles kann und alles schafft. Rambach. Mel. Lobt Gott, ihr Christen. 21 Din preis' ich, Herr, mit — Herz und Mund, Denn dir gebühret Preis. Froh mach' ich meinen Brüdern kund, Was ich von dir nur weiß. 2. Ich weiß, Gott, groß von Macht und Rat. Daß du die Quelle bist, Daraus uns allen früh und spat Viel Heil und Gutes fließt. 3. Was sind wir doch? Was haben wir, Wenn du nicht Segen giebst? Kommt uns nicht alles bloß von dir, Der du die Men⸗ schen liebst? 4. Wer hat das schöne Himmels⸗ zelt Hoch über uns gesetzt? Wer ist es, der uns unser Feld Mit Tau und Regen netzt? 5. Wer ist's, der uns gedeihen läßt? Wer hält mit seiner Hand Den edlen güldnen Frieden fest In unserm Vaterland? 6. Allmächtiger, das kommt von dir. Du, du mußt alles thun, Dein Schild bedeckt und schützt uns hier Und läßt uns sicher ruhn. 7. Du nährest uns von Jahr zu Jahr, Bleibst immer fromm und treu Und stehst uns, wenn wir in Gefahr Geraten, treulich bei. 8. Du füllst des Lebens Mangel aus Mit dem, was ewig steht, Und führst uns in des Himmels Haus, Wenn uns die Erd' entgeht. 9. Wohlauf, mein Herz, frohlock' und sing' Und habe guten Mut! Dein Gott, der Ursprung aller Ding', Ist selbst und bleibt dein Gut. 10. O Seele, laß ihn ferner thun Und red' ihm nichts darein, So wirst du hier in Frieden ruhn Und ewig fröhlich sein. Gerhardt. Heiligkeit Gottes. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. 22 Ges vor dessen Ange⸗ — sichte Nur ein reiner Wandel gilt, Ewges Licht, aus dessen Lichte Stets die reinste Klarheit quillt! Deines Namens Heiligkeit Werde stets von uns gescheut. Laß sie uns doch kräftig dringen, Nach der Heiligung zu ringen. 2. Heilig ist dein ganzes Wesen, Und kein Böses ist an dir. Ewig bist du so gewesen Und so bleibst du für und für. Was dein Wille wählt und thut, Ist unsträflich, recht und gut, Und mit deines Armes Stärke Wirkst du stets vollkommne Werke. 3. Herr, du willst, daß deine Kinder Deinem Bilde ähnlich sei'n. Nie besteht vor dir der Sün⸗ der, Denn du bist vollkommen rein. Du bist nur der Frommen Freund, Übelthätern bist du Feind. Wer beharrt in seinen Sünden, Kann vor dir nicht Gnade finden. 4. O so laß uns nicht verscher⸗ zen, Was du uns noch zugedacht! Schaff' in uns stets reine Herzen, Töt' in uns der Sünden Macht. Denn was sind wir, Gott, vor dir? Du bist heilig, aber wir Sind verderbt, und wer kann zählen, Großer Gott, wie oft wir fehlen? 5. Uns von Sünden zu erlösen, Gabst du deinen Sohn dahin. O so reinige vom Bösen Durch ihn unsern ganzen Sinn. Gieb uns, wie du selbst verheißt, Gieb uns deinen guten Geist, Daß er unsern Geist regiere Und zu allem Guten führe. 6. Keiner sündlichen Begierde Bleibe unser Herz geweiht. Unsers Wandels größte Zierde Sei recht⸗ schaffne Heiligteit. Mach uns dei⸗ nem Bilde gleich. Denn zu deinem Himmelreich Wirst du, Herr, nur die erheben, Die im Glauben heilig leben. Diterich nach ZSimmermann. gerne Von den göttlichen Eigenschaften insbesondere. 13 Gerechtigkeit Gottes. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 23 G Gott, vor dein Gericht Muß alle Welt sich stellen. Du wirst in ihrem Angesicht Auch mir mein Urteil fällen. O laß mich dein Gericht steis scheun Und hier mit Ernst beflissen sein, Vor dir einst zu bestehen! 2. Du siehst von deinem festen Thron Auf alle Menschenkinder, Bestimmest jedem seinen Lohn, Dem Frommen und dem Sünder. Nie siehst du die Personen an, Allein auf das, was wir gethan, Siehst du als rechter Richter. 3. Viel Gutes und Barmherzig⸗ keit Giebst du schon hier den From⸗ men, Du schützest sie vor manchem Leid, Darein die Sünder kommen. So zeigest du vor aller Welt, Daß dir der Eifer wohlgefällt, Den man der Tugend widmet. Ja, Herr, du liebst, was recht und gut, Und bist ein Freund der Frommen. Wer deinen Willen gerne thut, Wird von dir aufge⸗ nommen. Sein Werk und Dienst efällt dir wohl, Ist er gleich nicht o, wie er soll, Ganz rein von allen Fehlern. 5. Doch dem, der dich, o Gott, nicht scheut, Dem frevelnden Ver⸗ brecher, Der dein Gesetz und Recht entweiht, Bist du ein strenger Rä⸗ cher. Verachtung, Elend, Schmerz und Hohn Und Tod ist seiner Bosheit Lohn Oft schon in diesem Leben. 6. Der Untergang der ersten Welt, Die aus der Art geschlagen, Das Feuer, das auf Sodom fällt, Agyptens lange Plagen Und andre Wunder deiner Macht Sind Zeu⸗ gen, wenn dein Zorn erwacht, Wie du den Sündern lohnest. 7. Bleibt hier viel Böses unbe⸗ straft, Viel Gutes unbelohnet. So kommt ein Tag der Rechenschaft, Der keines Sünders schonet. Da stellst du, Herr, ins hellste ————* Licht, Wie recht und billig dein Gericht. Dann triumphiert der Fromme. 8. Gerechter Gott, laß mich wie du, Das Gute eifrig lieben. Gieb selber mir die Kraft dazu. Wirk' inniges Betrüben, Wenn sich die Sünd' in mir noch regt. Dein Herz, das lauter Gutes hegt, Sei meines Herzens Muster. 9. Und weil vor dir, Detefen Gott, Nur die allein bestehen, Die gläubig auf des Mittlers Tod Bei ihrer Reue sehen, So Laß mich die Gerechtigkeit, Die mich von Straf' und Schuld befreit, Im Glauben eifrig suchen. Rambach. Mel. Mach's mit mir, Gott, nach. 24 Eꝰ sei mein ernstlicher — Entschluß, Gott nie zu widerstreben. Auch wenn ich dar⸗ um leiden muß, Vor ihm gerecht zu leben. Es sei nun Leben oder Tod, Stets heilig sei mir sein Gebot. 2. Empöret euch nicht wider ihn Der Übertretung Kinder! Wer kann euch seinem Fluch entziehn? Vermessne stolze Sünder! Er, wel⸗ cher baut und auch zerbricht, Wie leicht vertilgt er Sünder nicht! 3. Fragt jedes vorige Geschlecht, Geht, fraget eure Väter. Ist er nicht mächtig, nicht gerecht, Ein Feind der Übertreter? Wer hat noch ungestraft die Macht, Die keine Grenzen hat, verlacht? 4. Wenner, der Wesen Schöpfer, dräut, Erzittern alle Welten. Die Himmel wenn sein Wink ge⸗ beut, Vergehn vor seinem Schel⸗ ten. Die Erde bebt vor seiner Macht, Vor ihm wird seine Sonne Nacht. 5. Beschließt nur Thaten, führt sie aus! Braucht, Sünder, eure Stärke! Beredet euch! Doch wird nichts draus. Nur Gott thut große Werke. Versammelt, rüstet euch, versucht, Vor ihm zu stehn, und gebt die Flucht! 6. Entsetzet euch, und betet an Die Macht, die Leib und Seele Verderben bis zur Hölle kann, Daß Not und Weh' sie quäle. Ach, wer kann seine Macht ver⸗ stehn, Und sein Gebot und Recht verschmähn? 7. Ich will ihn fürchten nim⸗ mer will Ich ihm entgegen streben. Oft duldet er und schweiget still, Doch nur in diesem Leben. Kommt nicht der Tod? Rächt sein Gericht Dort unbeweinte Sünden nicht? Cramer. Liebe und Güte Gottes. Mel. Nun lob', mein' Seel', den Herren. 7 Gott, du bist die Liebe! 25. O Allein zum Wohlthun hast du Lust, Der Qualsucht harte Triebe Sind deinem Herzen un⸗ bewußt. Ganz ohne alle Grenzen Ist deine Gütigkeit, So weit die Himmel glänzen, Übst du Barm⸗ herzigkeit. Du, Herr, hast zohl⸗ gefallen An dem, was du ge⸗ macht, Und hast uns Sündern allen Noch Leben zugedacht. 2. Als du uns hießest werden, Da schufst du uns zum ewgen Wohl. Nicht nur auf dieser Erden Ist alles deiner Güte voll. Auch in dem Himmel droben Hat deine Vaterhand Uns Güter aufgehoben, Die noch kein Aug' erkannt. Dort⸗ hin uns zu erheben, Ist stets dein Wille, Gott. Drum gab für uns sein Leben Dein Sohn selbst in den Tod. 3. Wie groß ist deine Gnade! Wer ist so reich an Huld, wie du? Auch auf dem Sündenpfade Siehst du uns voller Langmut zu. Du lockest uns zur Buße, Und fällt voll Reu und Leid Der Sünder dir u Fuße, So ist ihm Trost bereit. Du siehest auf den Armen Mit väterlicher Huld Und schenkst ihm aus Erbarmen Die ganze Sünden⸗ schuld. 4. Mit jedem neuen Morgen Wird über uns dein Wohlthun neu. Du kommst selbst unsern Sorgen Zuvor mit deiner Vatertreu. Du 14 Von den göttlichen Eigenschaften insbesondere. Ursprung aller Gaben, Du weißt. was uns gebricht, Und was wir nötig haben, Versagst du, Gott, uns nicht. Vom Wohlthun, das du übest, Sind unsre Tage voll. Auch wenn du uns betrübest, Ge⸗ schieht's zu unserm Wohl. 5. Wer sollte dich nicht lieben? Du hast uns ja zuerst geliebt Und bist uns treu geblieben, Wie viel wir wider dich verübt. Mit Gnade uns zu segnen, Ist ewig deine Lust, Mit Dank dir zu be⸗ gegnen, Sei, Herr, auch unsre Lust. Laß uns, treu zu erfüllen, Was du befiehlst, nie ruhn. Wer sollte deinen Willen Nicht gern, o Vater, thun? 6. Wer hier auf deinen Wegen Sich willig deinem Dienste weiht, Den setzest du zum Segen Schon hier, noch mehr in Ewigkeit. Du krönest seine Leiden Mit herrli⸗ chem Gewinn Und führest ihn zu Freuden, Zu ewgen Freuden hin. Wie teu'r ist deine Güte! Gott, laß mich ihrer freun, Und stets mein ganz Gemüte Voll deines Ruhmes sein. Diterich(Lange.) Mel. Wer nur den lieben Gott. 26 QDo weit, Herr, deine . S Himmel reichen, Reicht deine Huld, die uns erhält. Eh' werden Berg' und Hügel weichen, Als deine Gnade wankt und fällt. Gleich mächtigen Gebirgen steht Die Heiligkeit, die dich erhöht. 2. Gott, dir ist kein Geschöpf verborgen, Keins ist vor dir ge⸗ ring geacht't. Du würdigst jedes deiner Sorgen Und bist auf aller Wohl bedacht. Vom Menschen bis auf jedes Tier Dankt alles seine Hilfe dir. 3. Mit heilig freudigem Ge⸗ müte Erheb' ich, Gott der Gnade, dich. Wie teuer ist doch deine Güte! Wie liebst du uns so väter⸗ lich, Daß Menschen ohne Furcht und Graun Im Schatten deiner Flügel traun! 4. Mit welchem reichen Über⸗ 4. wenn weit Morg Sünd Von 5. seiner barm Wenr bekehr 6 wund Menj Er de aus( 7. wie wehn ihre 6 den 8. flusse Von Gütern füllest du dein Haus! Du teilst sie allen zum Genusse, Bis sie gesättigt werden, aus. Herr, unsers Lebens Quelle fließt Aus dir, der du das Leben vist. 5. Wir, unerschaffne Sonne, schauen In deinem Lichte nur das Licht. Entzeuch doch denen, die dir trauen, Dein gnadenvolles Antlitz nicht. Gott, deine Huld sei über die, Die dich verehren. Schütze sie. Cramer und diterich. Mel. Wend' ab deinen Zorn. 2 Gauchzt unserm Gott! Er 4* ist von großer Güte, Barmherzig und von duldendem Gemüte. Er zürnt nicht ewig, will mit seinen Knechten Nicht ewig rechten. 2. Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden Und läßt ver⸗ schonend uns das nicht empfinden, Was wir, weil wir ihm unser Herz nicht gaben, Verschuldet haben. 3. Hoch ist der Himmel über seiner Erde, So groß ist auch, daß er geliebet werde, Die Huld des Herrn bei denen, die ihn lieben Und Gutes üben. 4. Wem bleibt sein Antlitz, wenn er's sucht, verborgen? So weit der Abend sich entfernt vom Morgen, Entfernt auch Gott der Sünde Schuld und Schmerzen Von unsern Herzen. 5. So zärtlich sich ein Vater seiner Kinder Erbarmet, so er⸗ barmt sich Gott der Sünder, Wenn sie von Herzen sich zu ihm bekehren, Ihm Treue schwören. 6. Er schlägt und heilt, ver⸗ wundet, läßt genesen. Er weiß, der Mensch ist ein zerbrechlich Wesen, Er denkt daran, daß das Geschöpf aus Erde Bald Asche werde. 7. Ach, er ist Gras, er blüht, wie Blumen blühen, Die Winde wehn darüber, sie verblühen, Und ihre Stätte wird nach wenig Stun⸗ den Nicht mehr gefunden. 8. Von Ewigkeit zu Ewigkeiten Von den göttlichen Eigenschaften insbesondere. 15 währet Die Güte Gottes jedem, der ihn ehret. Ach, leite denn auch mich auf deinem Pfade, Du Gott der Gnade! 9. So werd' ich ewig deiner Huld genießen, So wird mein Leben sanft vor dir verfließen, So werd' ich dort mit allen Engelchören Dich fröhlich ehren. Cramer. Eigne Melodie. WMie groß ist des All⸗ 28. Wẽ mächt'gen Güte! Ist der ein Mensch, den sie nicht rührt? Der mit verhärtetem Gemüte Den Dank erstickt, der ihr ge⸗ bührt? Nein, seine Liebe zu er⸗ messen, Sei ewig meine größte Pflicht. Der Herr hat mein noch nie vergessen, Vergiß, mein Herz, auch seiner nicht 2. Wer hat mich wunderbar bereitet? Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Lang⸗ mut mich geleitet? Er, dessen Rat ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Gewissen? Wer giebt dem Geiste neue Kraft? Wer läßt mich soviel Glück genießen? Ist's nicht sein Arm, der alles schafft? 3. Schau', o mein Geist, in jenes Leben, Zu welchem du er⸗ schaffen bist, Wo du, mit Herr⸗ lichkeit umgeben, Gott ewig sehn wirst, wie er ist. Du hast ein Recht zu diesen Freuden. Durch Gottes Güte sind sie dein. Sieh, darum mußte Christus leiden, Da⸗ mit du könntest selig sein. Und diesen Gott sollt' ich nicht ehren? Und seine Güte nicht verstehn? Er sollte rufen, ich nicht hören? Den Weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein Will' ist mir ins Herz geschrieben, Sein Wort bestärkt ihn ewiglich: Gott soll ich über alles lieben Und meinen Nächsten gleich als mich. 5. Dies ist mein Dank, dies ist sein Wille: Ich soll vollkommen sein, wie er. Solang' ich dies Gebot erfülle, Stell' ich sein Bild⸗ nis in mir her. Lebt seine Lieb' in meiner Seele, So treibt sie mich zu jeder Pflicht, Und ob ich schon aus Schwachheit fehle, Herrscht doch in mir die Sünde nicht. 6. O Gott, laß deine Güt' und Liebe Mir immerdar vor Augen sein. Sie stärk' in mir die guten Triebe, Mein ganzes Leben dir zu weihn, Sie tröste mich zur Zeit der Schmerzen, Sie leite mich zur Zeit des Glücks Und sie besieg' in meinem Herzen Die Furcht des letzten Augenblicks. Gellert. Langmut und Geduld Gottes. Mel. An Wasserflüssen Babylon. 29 G Sa Gott, wieviel Geduld Erzeigest du uns Armen! Wir häufen täglich unsre Schuld, Du häufest dein Er⸗ barmen. Was ist des Menschen Lebenslauf? Er ist verderbt von Jugend auf, Sein Sinn ist dir entgegen, Und doch, o Vater, suchst du ihn Von seinen Sünden ab⸗ zuziehn, Zur Reue zu bewegen. 2. Der Menschen Elend jammert dich. Selbst wenn sie sich ver⸗ stocken, Willst du sie dennoch vä⸗ terlich Durch Güte zu dir locken. Wie lange sahst und riefest du Nicht ehmals deinem Volke zu, Daß sich ihr Herz bekehrte! Wie trugst du nicht so lange Zeit Die erste Welt mit Gütigkeit, Eh' sie die Flut verheerte! 3. So giebst du Sündern Zeit und Raum, Der Strafe zu ent⸗ gehen. Du läßt den unfruchtbaren Baum Nicht ohne Pflege stehen, Du wartest sein, du suchest Frucht, Und wenn du gleich umsonst ge⸗ sucht, Hörst du nicht auf zu bauen. Du schonest sein von Jahr zu Jahr, Dein Vaterherz hofft immerdar, Noch Frucht von ihm zu schauen. 4. Gerechter Gott, so große Huld Bezeigst du frechen Sündern, Und wieviel Nachsicht und Geduld Hast du mit deinen Kindern! Sie wer⸗ den ja, wenn Fleisch und Welt Hier ihnen häufig Netze stellt, Oft 16 Von den göttlichen Eigenschaften insbesondere. sicher, matt und träge, Sie straucheln, sie vergehen sich, Sie fallen oft, verlassen dich Und deine heilgen Wege. 5. Verdienen die nicht Fluch und Tod, Die dich, o Vater, fliehen? Mit wieviel Recht könntst du nicht, Gott, Dich ihnen ganz entziehen? Doch nein, das kann dein Herze nicht, Dein Herz, das aus Erbarmen wricht, Wenn deine Kinder fehlen. Es hat Geduld, es denkt daran, Wie leicht der Mensch sich irren kann, Und wacht für ihre Seelen. 6. Du warnest sie vor der Ge⸗ fahr, So oft sie irre gehen, Reichst ihnen Hand und Stärke dar Von Sünden aufzustehen. Du trägest sie mit Vaterhuld, Bist willig, ihre Sündenschuld Durch Christum zu vergeben, Schenkst ihnen Glauben, Geist und Kraft Und nach voll⸗ brachter Pilgrimschaft Sieg, Ruhe, Freud' und Leben. 7. Laß diese Langmut und Ge⸗ duld, Gott, unsre Herzen rühren. Nie müsse deine Vaterhuld Zur Sicherheit uns führen. Trag' uns erbarmend fernerhin. Doch gieb uns auch dabei den Sinn, Daß wir die Sünde hassen Und uns noch in der Gnadenzeit Den Reich⸗ tum deiner Gütigkeit Zur Buße leiten lassen. Zimmermann. Wahrheit und Treue Gottes. Mel. Wer nur den lieben Gott. 30 Noch nie hast du dein Wort gebrochen, Nie deinen Bund, o Gott, verletzt. Du hältst getreu, was du ver⸗ sprochen, Vollführst, was du dir vorgesetzt. Wenn Erd' und Him⸗ mel auch vergehn, Bleibt ewig doch dein Wort bestehn. 2. Du bist kein Mensch, daß dich gereue, Was uns dein Mund verheißen hat. Nach deiner Macht, nach deiner Treue Bringst du, was du versprichst, zur That. Scheint die Erfüllung gleich noch weit, So kommt sie doch zu rechter Zeit. Felse hat und kreis muß Von den göttlichen Eigenschaften insbesondere. 17 3. Und wie du das unfehlbar 2. Gott V hat mir ein Wort ge⸗ giebest, Was deine Lieb' uns zu⸗ sprochen, Seinen Bund mit mir gedacht, So wird, wenn du Ver⸗ gemacht, Der wird nimmermehr geltung übest, Dein Drohwort gebrochen, Bis er alles hat voll⸗ auch gewiß vollbracht. Wer dich, bracht. Er, die Wahrheit, trüget o Gott, beharrlich haßt, Fühlt nicht, Was er saget, das geschicht. deiner Strafe schwere Last. 3. Seine Gnade soll nicht wei⸗ O drücke dies tief in mein chen, Wenn gleich alles bricht Herze, Daß es vor deinem Wort und fällt. Sie soll ihren Zweck sich scheut. Gieb, daß ich nie leicht⸗ erreichen, Den sie ewig sich Hei sinnig scherze Mit deiner Straf. stellt. Ist die Welt voll Heuchelei, gerechtigkeit. Nie werde das von Gott ist fromm, gut und getreu. mir gewagt, Was dein Befehl mir 4. Will die Welt den Frieden untersagt. brechen, Hat sie Krieg und Streit 5. Doch laß mich auch mit im Sinn, Gott hält immer sein festem Glauben Dem Worte deiner Versprechen, Ihm vertraun ist Gnade traun. Wer kann den Trost stets Gewinn. Denn er bleiber uns jemals rauben, Den wir auf immerdar, Was er ist und was dein Versprechen baun? Du bist er war. ein Fels, dein Bund steht fest. 5. Laßt sein Antlitz sich ver⸗ Wohl dem, der sich auf Gott ver⸗ stellen, Ist sein Herz doch treu läßt! gesinnt Und bezeugt in allen 6. Wie stark sind unsers Glau⸗ Fällen, Ich sei sein geliebtes Kind, bens Gründe! Hier ist dein Wort, Dem er deide Hände reicht, Wenn das niemals trügt, Und daß dies auch alle Hoffnung weicht. allen Beifall finde, Hast du den 6. Er will Friede mit ihr hal⸗ Eid hinzugefügt. Wahrhaftger, ten, Wenn sich schon die Welt was dein Mund beschwört, Ist empört. Ihre Liebe mag erkalten, völlig unsers Glaubens wert. Ich bin seinem Herzen wert, 2.„Laß, Seele, laß dich dies And wenn Höll' und Abgrund beschämen. Vertraue Gott, der brüllt. Bleibt doch er mir Sonn' treu es meint. Such' ihn zum und Schild. Muster anzunehmen.„Der Wahr⸗ 7. Er, der Herr, ist mein Er⸗ heit Freund, der Lügen Feind, barmer. So hat er sich selbst ge⸗ Beweise dich als Gottes Kind, nennt. Welch ein Trost! Nun Dem Treu' und Wahrheit heilig werd' ich Armer Nimmermehr sind. Rambach und Diterich. von ihm getrennt. Sein Erbarmen läßt nicht ihn Sich mir jemals ganz entziehn. Mel. Alle Welt, was lebt. 8. Nun so soll mein ganz Ver⸗· 31 Weicht, ihr Berge, fallt, trauen Unbeweglich auf ihm ruhn. ihr Hügel, Berg' und Felsen will ich auf ihn bauen. Felsen, stürzet ein! Gottes Treu' Was er sagt, das wird er thun. hat dieses Siegel: Sie soll fest Erd' und Himmel kann vergehn, und ewig sein. Laßt den Welt⸗ Doch sein Bund bleibt ewig stehn. kreis untergehn, Gottes Gnade Schmolc muß bestehn. ——— Von der heiligen Dreieinigkeit. 19 Mel. Christ, unser Herr, zum Jordan. 34 O heiliger, gerechter Gott, Entdecke meiner Seele Dich, wie du bist, und dein Gebot, Damit sie dich nur wähle. Denn sie kann dich nicht von Na⸗ tur Erkennen noch dich lieben. Ach, zeige mir dazu die Spur, Wie ich mag beides üben Nach deinem Wohlgefallen! 2. Gieb, Vater, daß ich deine Macht Und Liebestreu' anbete, Auch deine Weisheit wohl be⸗ tracht' Und kindlich vor dich trete. Gieb deine Allmacht mir zum Schutz, Zum Labsal dein Erbar⸗ men. Dein Recht und Wahrheit sei mein Trutz, Dein Licht erfreu' mich Armen Zum Lobe deiner Gnade. 3. Laß mich auch deinen lieben Sohn In deinem Licht erkennen, Daß er sei unser Gnadenthron Und einig Heil zu nennen, Ein wahrer Mensch und doch mit dir Auch Gott von gleichem Wesen, Das Licht vom Licht, durch welches hier Nun alle wohl genesen, Die durch die Sünd' erstorben. 4. Denn drum ist er, das höchste Gut, Vom Himmelsthrone kommen. Das ewge Wort hat unser Blut Und Fleisch an sich ge⸗ nommen, Daß es vom menschli⸗ chen Geschlecht Ungnad' und Fluch abkehrte, Den Segen aber wieder⸗ brächt', Der uns sonst nicht ge⸗ hörte, Durch Thun und auch durch Leiden. 5. Ja, Jesu, du, du bist der Weg, Der uns zum Himmel führet. Laß mich den ein'gen Glaubens⸗ steg So gehn, wie sich's gebühret. Sei meine Wahrheit, welcher ich Von ganzem Herzen glaube, Sei mir das Leben, auf daß mich Nicht Tod und Hölle raube, O meines Lebens Leben! 6. Laß mich, o höchste Maje⸗ stät, Den heilgen Geist auch ehren, Der von dir und dem Sohn aus⸗ geht Und uns durchs Wort will lehren. Ach, laß denselben sein mein Licht, Mich Irrenden zu leiten, Und wenn es mir an Mut gebricht, Mit Tröstung stehn zur Seiten Und mich in Schwachheit stärken. 7. Laß ihn, o Herr, mich alle⸗ zeit Zu seinem Tempel weihen Und mit rechtschaffner Heiligkeit Mein Herze benedeien. Laß ihn die sündliche Natur Stets bessern, daß auf Erden Zu einer neuen Kreatur Ich mag bereitet werden Und so dein Erb' erlangen. 8. So gieb uns, der du heilig heißt, Dich, den wir Vater nennen, Samt deinem Sohn und heilgem Geist Im Glauben zu erkennen. Weil dich erkennen, wie du bist, Und deine Liebe schmecken, Des ewgen Lebens Vorschmack ist, Bis du uns wirst entdecken Das volle Licht im Schauen. Gotter. Mel. Es woll' uns Gott genädig. 35 Herr, unser Gott, wer ist AUe dir gleich? Du bist das höchste Wesen Und doch hast du, an Gnade reich, Uns dir zum Dienst erlesen. Gemeinschaft sollen wir mit dir, Du Allerhöchster, haben. Mit deinem Heil willst du uns hier Und ewig einst begaben, Du Quelle alles Segens! 2. Wir beten dich, o Vater, an. Sind wir gleich vor dir Sünder, So nimmst du dich doch unser an, Wie Väter ihrer Kinder. Du hast für uns aus großer Huld Selbst deinen Sohn gegeben. Dein Herz, voll Güte und Geduld, Verleih' uns Trost und Leben, Daß wir dich kindlich fürchten. 3. O Jesu, ewger Gottessohn, Du Heil, darauf wir hossen, Durch dich steht zu des Vaters Thron Der Weg uns wieder ossen. Uns zu befrein von Sünd' und Tod, Kamst du zu uns auf Erden. O laß uns, unser Herr und Gott. Froh deines Segens werden Und dir im Glauben dienen! 4. O heilger Geist, du Geist von Gott, Wehr in uns dem Verder⸗ B ben. Im Glauben an des Mittlers Tod Hilf uns der Sünde sterben. Du giebst zum Guten Lust und Kraft. Laß es uns stets erfahren. Stärk' uns in unsrer Pilgrimschaft. Bewahr' uns vor Gefahren, Hilf uns dir willig folgen. 5. Laß, Gott, uns dein auf Erden schon, Als unsers Gottes freuen. Herr, segne uns von deinem Thron, Daß wir vor dir gedeihen. Dein ist das Reich, die Herrlichkeit. Dir wollen wir hier leben, Und du wirst nach vollbrachter Zeit Uns einst dahin erheben, Wo wir dich ewig schauen. Diterich(Gotter.) Mel. Allein Gott in der Höh' sei. 3 6 AE Gott in der Höh' sei — Ehr' Und Dank für seine Gnade. Sein Auge wacht rings um uns her, Daß uns kein Un⸗ fall schade. Der Herr vergiebt uns unsre Schuld, Mit Wohlgefallen und voll Huld Sieht er uns vor ihm wandeln. 2. Wir preisen deines Namens Ruhm, Wir beten an und danken. Der Erdkreis ist dein Eigentum, Dein Reich hat keine Schranken. Wer mißt die Größe deiner Macht? Was du gebietest, wird vollbracht. Wohl uns, daß Gott uns schützet! 3. O, Jesu Christe, Gottes Sohn, Für uns am Kreuz gestor⸗ ben, Erbarmung Gottes ist der Lohn, Den uns dein Tod erwor⸗ ben. Versöhner, heilger Herr und Gott, Nimm an die Bitten unsrer Not, Erbarm' dich unser aller. 4. O, heilger Geist, du höchstes Gut, Zum Tröster uns gegeben, Laß uns, erlöst durch Christi Blut, Wert der Erlösung leben. Stärt' uns im Leiden und in Not, Ver⸗; süß' uns einst den herben Tod Und laß uns sanft entschlafen. Angeblich Decius u. Eschenburg. Mel. Run danket alle Gott. 27 ott in der Höh' sei Ehr' 37. Geund Dank für seine Gnade. Sein Auge wacht für uns, Von der heiligen Dreieinigkeit. Daß uns kein Unfall schade. Der Herr verwirft uns nicht, Ver⸗ giebt uns unsre Schuld Und blickt auf uns herab Mit väterlicher Huld. 2. Wir preisen deinen Ruhm, Wir beten an und danken. Dein ist die Erde, Gott, Dein Reich hat keine Schranken. Erbarmung ist dein Rat Und Wohlthun deine Macht. Wohl uns, daß über uns Dein Vaterauge wacht! 3. O Jesu, Gottes Sohn, Für uns am Kreuz gestorben, Versöh⸗ nung ist uns nun Durch deinen Tod erworben. Sohn Gottes, unser Heil Und unser Schutz bei Gott, Erbarme dich, nimm an Die Bitten unsrer Not. 4. O heilger Geist, zum Trost Des Glaubens uns gegeben, Laß uns, durch dich regiert, Wert der Erlösung leben. Führ uns auf ebner Bahn Und stärk' uns in der Not Und leit' uns fromm und sanft Ins Leben durch den od. 5. Gott Vater, ewig soll Dich unser Dank erheben. Sohn Gottes, dir geweiht Sei unser Tod und Leben. Leit' uns, du Geist des Heils. Wir sind dein Eigentum. Dir sei, dreiein ger Gott, Anbetung, Preis und Ruhm. Bas vorige Lied nen melodisiert. Mel. Herr Jesu Christ, meins. 2 reiein'ger Gott, ich 38. Dopreise dich Mit Mund und Herzen inniglich. Denn deine Gnade, Güt' und Treu' Ist über mir, Herr, täglich neu. 2. Laß, Vater, stets dein Kind mich sein. Schließ' stets in deine Huld mich ein. Sohn Gottes, dein so teures Blut Komm' noch im Tode mir zu gut. 3. Gott, heilger Geist, verlaß mich nicht, So oft Versuchung mich anficht. Sei du mein Bei⸗ stand allezeit Und leite mich zur Seligkeit. Unbekannter. Der Ber ⸗ lickt cher hm, dein deich mung eine uns Für rsöh⸗ inen inser Bott, itten tung, isiert. 0. ich Mund deine tüber Kind deine zottes, noch verlaß ichung n Bei⸗ ch zur iter. 21 Von der Schöpfung. Mel. Es ist das Heil uns kommen. 39 Wenn ich, o Schöpfer, — deine Macht, Die Weisheit deiner Wege, Die Liebe, die für alle wacht, Anbetend überlege, So weiß ich, von Be⸗ wundrung voll, Nicht, wie ich dich erheben soll, Mein Gott, mein Herr und Vater. 2. Mein Auge sieht, wohin es blickt, Die Wunder deiner Werke. Der Himmel, prächtig ausge⸗ schmückt, Preist dich, du Gott der Stärke. Wer hat die Sonn' an ihm erhöht? Wer kleidet sie mit Majestät? Wer ruft dem Heer der Sterne? 3. Wer mißt dem Winde seinen Lauf? Wer heißt die Himmel reg⸗ nen? Wer schließt den Schoß der Erde auf, Mit Vorrat uns zu segnen? O Gott der Macht und Herrlichkeit! Gott, deine Güte reicht so weit, So weit die Wolken reichen. 4. Dich predigt Sonnenschein und Sturm, Dich preist der Sand am Meere. Bringt, ruft auch der geringste Wurm, Bringt meinem Schöpfer Ehre. Mich, ruft der Baum in seiner Pacht, Mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht, Bringt unserm Schöpfer Ehre. 5. Der Mensch, ein Leib, den deine Hand So wunderbar be⸗ reitet, Der Mensch, ein Geist, den sein Verstand Dich zu erkennen leitet, Der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis, Ist sich ein täglicher Beweis Von deiner Güt' und Größe. 6. Erheb' ihn ewig, o mein Geist, Erhebe seinen Namen. Gott, unser Vater, sei gepreist, Und alle Welt sag': Amen! Und alle Welt fürcht' ihren Herrn Und hoff auf ihn und dien' ihm gern. Wer wollte Gott nicht dienen? Gellert. Mel. Wer nur den lieben Gott. 40 O Gott des Himmels und * der Erden, Der de allgegenwärtig bist, Von niemand kannst begriffen werden, Da nie⸗ mand dir verborgen ist, Ach, ziehe meinen Sinn zu dir Und offen⸗ bare dich in mir. 2. Wohin ich Herz und Augen lenke, Da find' ich deiner Gott⸗ heit Spur. Wenn ich voll Andacht überdenke Dein Werk, die präch⸗ tige Natur, So ruft mir alles, alles zu: Wie groß ist Gott, wie klein bist du! 3. Uns zeigen alle Elemente Macht, Güt' und Weisheit überall. O wenn das Stumme reden könnte, Wie groß wär' stets der Jubelschalli Rühmt, Menschen, Gottes Güt' und Macht, Der uns für euch hervor⸗ gebracht! 4. Herr Gott, wie groß ist deine Liebe! Die Erd' ist deiner Güte voll. O gieb mir deines Geistes Triebe, Daß ich dich preise, wie ich soll! Nimm, was ich kann und hab' und bin Zu deinem Dienst auf ewig hin. Hilf, daß die Güter dieser Erden Mich zu dir locken, höchstes Gut, Daß sie mir nicht zum Fall⸗ strickwerden, Der, statt des Nutzens, Schaden thut. Laß allen Mißbrauch ferne sein. Mein Schatz und Ziel sei du allein. 6. Hier ist mein Leben eine Reise, Hier geht mein Weg zur andern Welt. Drum mache du mich fromm und weise, Daß ich hier thu', was dir gefällt. Und end' ich diesen kurzen Lauf, So nimm in deine Ruh' mich auf. Unbekannter. Mel. Es ist das Heil uns kommen. 41 ie herrlich bist du, 25 Gott, du bist Un⸗ endlich gut! Wir finden Dich, der ————.s::: Von der Schöpfung. unendlich gütig ist, Wo wir nur gnädig bist, Ihn deiner würdig sind, empfinden, O Herrscher, deine achtest? Majestät, Daß Erd' und Himmel 5. Du hast ihn mit Verstand dich erhöht, Erfüllt von deiner Güte. geziert Und Freiheit ihm ver⸗ 2. Der Jüngling, Herr, schweigt liehen. Ihn hast du in die Welt von dir nicht, Der ohne dich nicht geführt, Zum Himmel ihn zu wäre, Der Säugling, großer ziehen. Er ist sowohl, o Herr, Schöpfer, spricht Von deiner Macht dein Kind, Als es die höhern und Ehre. Von allem, was ich seh' Engel sind. Du liebst ihn wie ein vor mir, Erschallen Lobeslieder dir, Vater. Stimmt, Menschen, Lobge⸗ O Vater aller Dinge. 6. 3. Die Himmel sind von deiner sänge an, Daß Gott erhöhet werde, Hand, Die alles hat bereitet, Gott, der uns alles unterthan, Weit wie ein Teppich ausgespannt Was ist und lebt auf Erde. Wie Und dir zum Ruhm verbreitet. viel ist hier, das uns erquickt! Du, der im höchsten Himmel thront, Wie sehr sind wir durch dich be⸗ Du schufst die Sterne, schufst den glückt! Was kannst du mehr uns Mond, Uns in der Nacht zu schenken? leuchten. 7. Wie herrlich bist du, Gott, 4. Den Menschen hast du, Herr, du bist Unendlich gut! Wir finden gemacht, Von dir hat er sein Dich, der unendlich gütig ist, Wo Leben. Du hast durch deine Güt' wir nur sind. empfinden, O Herr⸗; und Macht Ihm, was er hat, scher, deine Majestät Daß Erd gegeben. Was ist vor dir, o Gott, und Himmel dich erhöht, Erfüllt was ist Der Mensch, daß du so von deiner Güte. Cavater. Von den Engeln. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 4. Sie leben frei von Sünde 42 ott, meines Lebens Bei Gott und altern nicht, Meister, Du Herr der Sind wachsam und geschwinde, ganzen Welt, Der so viel tausend Geschmückt mit Glanz und Licht. Geister Um seinen Thron bestellt! Richts schwächet ihre Stärke, Sie Wie herrlich mußt du wohnen, dürfen niemals ruhn, Und das Wie groß mußt du nicht sein, Da sind ihre Werke, Den Willen Cherubim und Thronen Sich Gottes thun. deinem Dienste weihn! 5. Sie sind die Hochvertrauten 2. Mir ist es noch verborgen, des Herren Zebaoth, Die ihn von Was diese Geister sind, Bis daß Anfang schauten, Ihn, den ver⸗ heut oder morgen Ich dein ge⸗ borgnen Gott. Ihr Heilig, Heilig, liebtes Kind, Mit allen Sera- Heilig Entzücket jedes Ohr, Und phinen In jenem hellen Licht Dir jeder drängt sich eilig, Sobald ewig werde dienen Vor deinem Gott winket, vor. Angesicht. 6. Wie manches Wort der Freude 3. Von keinem Leib bedecket, That uns ihr froher Mund Zum Sind sie ganz Kraft und Geist, Trost in unserm Leide Auf Gottes Von dem ganz unbeflecket, Was Ratschluß kund! Sie waren Christi schwach und sterblich heißt. Ihr Boten. Da er geboren ward Und Wissen übersteiget Den mensch⸗ aufstand von den Toten Und bei lichen Verstand, Weil ihnen Gott der Himmelfahrt. sich zeiget, Wie ihn tein Mensch 7. Mein Gott, sei hoch geprie. erkannt. sen, Daß du der armen Welt Von den Engeln. 23 Die Wohlthat hast erwiesen Und Engel uns bestellt, Die uns auf unsern Wegen Hilfreich zur Seite stehn, Wenn wir, o Herr, um Segen Und Hilse zu dir flehn. S. Die Zeit wird auch einst kommen, Da ich, verklärt und rein Und aller Angst entnommen, Bei Engeln werde sein. Dann schallt in ihre Chöre Mein hoher Lobgesang Und bringt dir ewig Ehre, Anbetung, Preis und Dank. Neumann. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 43 D Herr der Seraphinen, Dem tausend Engel dienen, Stets zu Gebote stehn, Gott, aller Wesen Meister Und Vater aller Geister, Mein Mund soll deinen Ruhm erhöhn. 2. Die Mächte und die Thronen, Die in dem Himmel wohnen, Giebst du zu meiner Wacht. Sie schaun im hellen Lichte Dein herrlich Angesichte, Doch nehmen sie auch mich in acht. 3. Ich preise deine Güte Mit dankbarem Gemüte Für deiner Engel Schar. Das menschliche Geschlechte Beschützet deine Rechte Durch ihren Beistand in Gefahr. 4. Laß ihren Schutz mich decken, Wenn Angst und Not mich schrecken, Daß mich kein Leid betrübt. Ich sei in meinem Leben Von ihnen stets umgeben, Von ihnen immer⸗ dar geliebt. 5. Doch sollen sie nicht weichen, So laß mich ihnen gleichen An wahrer Heiligkeit. Wie sie die Kinder lieben Und wahre Demut üben, So mach' auch mich dazu bereit. 6. Sie thun ja deinen Willen, Den laß auch mich erfüllen. Sie leben heilig, rein. O laß mich schon auf Erden Auch ihnen ähn⸗ lich werden, Stets diese reinen Geister scheun. 7. Hilf Aug' und Herz bezäh⸗ men, Kein Argernis zu nehmen, Lehr' mich behutsam sein, Nie durch ein sündlich Leben Dem Rächsten Anstoß geben. Denn dieses stürzt in ewge Pein. 8. Wenn ich denn endlich scheide, So führe mich zur Freude Auf ihren Händen in. Da werd' ich dich erst loben Und in dem Himmel droben Dir und den Engeln ähnlich sein. Schmolck. Mel. Werde munter, mein Gemüte. 44 H öchster, dessen starke H Rechte Zuflucht, Schirm und Schatten giebt, Der das menschliche Geschlechte Wie ein treuer Vater liebt, Der in dieser großen Welt, Alles, was er schuf, erhält, Der als Herr uns in Ge⸗ fahren Mächtig kann und will bewahren! 2. Viele tausend Seraphinen Jauchzen und lobsingen dir. Dich zu loben, dir zu dienen, Sind sie willig für und für. Aber auch auf uns zu sehn Und uns Schwachen beizustehn, Sind sie, wenn du winkest, fertig Und den Deinen gegenwärtig. 3. Gott der Engel, Gott der Welten, Ach, was sind wir Men⸗ schen doch, Daß wir so viel vor dir gelten? O wie hältst du uns so hoch! Deine Engel dienen uns Und sind Zeugen unsers Thuns. Laß uns einst in ihren Chören Ewig dich im Himmel ehren. Biller und Diterich. Von der göttlichen Vorsehung. Mel. Meln Herz und Seel den Herren. 45 Geit ist mein Lied, er ist der Gott der Stärke. seine Werke. Soweit der Weltbau reicht, geht sein Gebiet. Nichts ist, das er nicht schafft und kennt Hehr ist sein Nam' und groß sind und sieht. 2. Er will und spricht's, so sind und leben Welten, Und er gebeut, so fallen durch sein Schel; ten Die Himmel wieder in ihr Nichts zurück. Ohn ihn vergeht die Erd im Augenblick. 3. Licht ist sein Kleid und seine Wahl das Beste. Er herrscht als Gott und seines Thrones Feste Ist Treue Wahrheit und Gerech⸗ tigkeit, Und was er thut, ist Gnad' und Gütigkeit. 4. Ein unerschöpflich Meer von Seligkeiten, Ohn' Anfang Gott und Gott in ewgen Zeiten. Herr aller Welten, wer, wer ist dir gleich? Wer herrscht, wie du, im unumschränkten Reich? 5. Was ist und war, im Him⸗ mel, Erd' und Meere, Das kennet Gott, und seiner Werke Heere Sind jetzt und ewig vor ihm offen · bar, Er hält und nährt, was ist, was wird und war. 6. Er ist um mich, schafft, daß ich sicher ruhe, Er schafft, was ich vor oder nachmals thue, Und er erforscht und kennt, was jeder thut, Prüft das Verborgne, rich⸗ tet weis' und gut. 7. Er sieher dich, du sitzest oder gehest, Ob du ans Meer ob du gen Himmel flöhest, So ist er da, ist allenthalben da. Im Licht und Dunkel bleibet er dir nah. 8. Er kennt mein Herz und allen Rat der Seele, Er weiß, wie oft ich Gutes thu' und fehle. Auch meine Not sieht er und hört mein Flehn Und eilet dann mir gnädig beizustehn. 9. Er wog mir dar, was er mir Zuch wollte, Schrieb auf sein Buch, wie lang ich leben sollte. Noch eh' ich war, eh' meine Augen sahn, Entwarf er huld⸗ reich meines Schicksals Plan. 10. Nichts, nichts ist mein, das Gott nicht angehöre. Herr, immer⸗ dar soll deines Namens Ehre, Dein Lob und Preis in meinem Munde sein. Denn alles, was ich bin und hab', ist dein. Von der göttlichen Vorsehung. 11. Wer kann die Zahl von deinen Wundern fassen? Ein jeder Staub, den du hast werden lassen, Der Kreaturen Heer und ihre Pracht Verkündiget des großen Schöpfers Macht. 12. Der kleinste Wurm ist dei⸗ ner Weisheit Spiegel. Du, Luft und Meer, ihr, Auen Thal und Hügel, Der Bäume Wuchs, und selbst der kleinste Halm, Ihr seid sein lautes Loblied und sein Psalm. 13. Du tränkst die Erd' und schaffest grüne Weiden, Und Nacht und Tag und Korn und Wein und Freuden Empfangen wir aus deiner Vaterhand. Voll Früchte machst du, Schöpfer, unser Land. 14. Kein Sperling fällt, Herr, ohne deinen Willen. Sollt' ich mein Herz nicht mit dem Troste stillen, Daß deine Hand mein Leben mir erhält, Und nur ge⸗ schieht, was dir, Herr, wohlgefällt? 15. Ist Gott mein Schutz, will Gott mein Retter werden, So frag' ich nichts nach Himmel und nach Erden. So biet' ich jedem Feind und Unfall Trutz Und lebe sicher durch der Allmacht Schutz. Gellert und Rüster. Mel. Von Gott will ich nicht. 46 zott, der an allen En⸗ — den Viel große Wun ⸗ der thut, In dessen treuen Hän⸗ den Mein ganzes Leben ruht. Der in der Prüfungszeit Mir jeden meiner Tage, Mein Glück und meine Plage Bestimmt von Ewigkeit! 2. Da ich noch tief verborgen Im Mutterleibe lag, Wacht' über mich dein Sorgen. Ach, Vater, wie vermag Mein dürftiger Ver. stand Das Gute zu erheben, Das du in meinem Leben Mir huld⸗ reich zugewandt! 3. Du fängst uns an zu lieben. Noch eh' wir sind, und hast Nie Lust, uns zu betrüben. Doch schickst du eine Last. So bleibst du mitleidsvoll, Hilfst liebreich deinen vermin Wohl. 4. Mir! Kraft jetzo 1 war, Und d riß mi 65 Der je sich e⸗ Mund Gefahr bringe 3 Und l deiner rühmer ich dor komme men Mel. &S=. n rr SSnRnSSnr * Von der göttlichen Vorsehung. 25 deinen Kindern Sie tragen und vermindern, Beförderst stets ihr Wohl. 4. Es hat in meinem Leben Mir diese Zuversicht Stets neue Kraft gegeben Und fehlt noch jetzo nicht. Wenn ich bekümmert war, So seufzt' ich und war stille, Und dein stets guter Wille Ent⸗ riß mich der Gefahr. 5. Dein Name sei gepriesen, Der jederzeit an mir So herrlich sich erwiesen. Mein Herz und Mund soll dir, Du Retter aus Gefahr, Mein schuldig Opfer bringen, Von deiner Güte singen Jetzund und immerdar. 6. Du hast mir wohl geraten Und lauter Guts gethan, Daß deiner Liebe Thaten Ich nicht gnug rühmen kann. Hilf, Vater, daß ich dort Verklärt und ganz voll⸗ kommen Mit allen deinen From⸗ men Dir danke fort und fort. v. Gersdorf. Mel. Es ist das Heil uns kommen. 47 Dir, unser Gott, ist nie⸗ — mand gleich Im Himmel und auf Erden. Du bist der Höchste, und dein Reich Kann nie begriffen werden. Unendlich ist die Majestät, Die über alle dich er. höht, Die Kron' und Zepter tragen. 2. Wie weit erstreckt sich dein Gebiet! Wo ist der, der es messe? Wohin auch nur mein Auge sieht, Da seh' ich deine Größe. Weit, über alle Himmel weit Geht deines Reiches Herrlichkeit. Du herrschest über alles. 3. Du herrschest weislich, recht und gut, Nach heiligen Gesetzen. Du willst auch deiner treuen Hut Das Kleinste würdig schätzen. Auf alles geht dein Augenmerk, Und immer ist's dein liebstes Werk, Zu segnen, zu beglücken. 4. Wie recht ist, Höchster, dein Gericht, Der du die Wahrheit liebest! Wie unparteiisch bist du nicht, Wenn du Vergeltung übest! Du handelst stets nach Billigkeit In dieser und der künftgen Zeit Beim Strafen und Belohnen. 5. Wohl uns, daß du das Regi⸗ ment, Gott, über alles führest, Und wohl dem, der den Zweck er⸗ kennt, Dazu du uns regierest! Ich, dein geringster Unterthan. Herr, bete dich in Demut an. O sieh auf mich in Gnaden! 6. Ich bin verderbt und schul⸗ denvoll, Und auf dem Tugend⸗ wege Nicht stets so eifrig, als ich soll, Bin oft zum Guten träge. Doch du bist gnädig und voll Huld Vergiebst du Reuenden die Schuld. Drum hoff' auch ich Ver⸗ gebung. 7. Ich hoff' es, weil mich der vertritt, Den du für mich gegeben. Mein Jesus, welcher für mich litt, Erwarb mir Recht zum Leben. Sein Tod macht mich vom Zweifel frei, Ob ich der Gnade fähig sei. Auch mich hat er versöhnet. 8. Herr, ewig will ich deinen Ruhm Mit Lob und Dank erheben. Dir will ich als dein Eigentum Mich ganz zum Dienst ergeben. Mit Lust will ich bis in den Tod Nach deinem heiligen Gebot Durch deinen Beistand wandeln. Diterich nach Masius. Mel. Wend' ab deinen Zorn. 48 Dein Reich, o Gott, ist — herrlich, ewig währen Dein Reich und deine Macht, die wir verehren. Und ewig wird von aller Völker Zungen Dein Lob besungen. 2. Der Herr bewahret alle, welche fallen, Der Höchste hilft den Unterdrückten allen Und eilt, mit Heil die, die um Heil ihn bitten, Zu überschütten. 3. Nach dir, Gott, schauen aller Wesen Blicke, Daß deine Hand sie väterlich erquicke. Du giebst auch einem jeden seine Speise, Daß er dich preise. 4. Herr, du erhältst mit dei⸗ nem Wohlgefallen Was lebt, thust deine Hand auf und giebst allen 3P.P...—————— 26 Von der göttlichen Vorsehung. Was sie bedürfen, keiner sucht ver⸗ gebens Dich, Quell des Lebens. 5. In allen Wegen Gottes strahlet Gnade, Untadelhaft sind alle seine Pfade, Und was er thut, gereicht zu seinem Preise, Ist gut und weise. 6. Der Herr ist nahe denen, die ihn bitten, Die ernstlich ihn um seine Hilfe bitten. Er thut, was die Gerechten, die ihn ehren, Von ihm begehren. 7. Der Herr behütet alle, die ihn lieben, Die aber, die Gewalt und Frevel üben, Verfolgt er, daß er sie zum Fluche mache, Mit seiner Rache. 8. Auf ewig will ich seinen Namen loben. Von allen Menschen werde Gott erhoben. Was lebet, müsse, Herr, zu allen Zeiten Dein Lob ausbreiten. Cramer. Mel. Wer nur den lieben Gott. 49 FIver50r du bist, o Gott, — verborgen! Dein Rat bleibt fuͤr uns wunderbar. Um⸗ sonst sind alle unsre Sorgen, Du sorgtest, eh' die Welt noch war, Für unser Wohl schon väterlich. Dies sei genug zum Trost für mich. 2. Dein Weg ist zwar in Finster⸗ nissen Für unsre Augen oft ver⸗ stecktt, Doch wenn wir erst den Ausgang wissen, Wird uns die Ursach' auch entdeckt, Warum dein Rat, der niemals sehlt, Den uns so dunkeln Weg gewählt. 3. Nie sind die Tiefen zu er ⸗ gründen Von deiner Weisheit, Macht und Güt'. Du kannst viel tausend Wege finden, Wo die Ver⸗ nunft nicht einen sieht. Aus Fin⸗ sternis bringst du das Licht. Du sprichst, o Gott, und es geschicht. 4. So weicht denn, ängstliche Gedanken. Gott kann weit mehr, als ihr versteht. Bleib', Seele, in der Demut Schranken. Die Demut wird von Gott erhöht. Ja, Herr, du liebst den, der dich kebt Und deiner Führung sich ergiebt. 5. Drum will ich mich dir über · lassen Mit allem, was ich hab' und bin. Ich werfe, was ich nicht kann fassen. Auf deine Macht und Weisheit hin. Der Ausgang zeigt doch immerdar, Daß stets dein Rat voll Güte war. 6. Gieb, daß dies mein Ver⸗ trauen mehre, In Glück und Un⸗ glück, Freud' und Leid. Schick alles, Herr, zu deiner Ehre Und meiner Seelen Seligkeit. So preis ich einst vollkommen dich, So freu' ich dein auf ewig mich. 2. Franck und Diterich. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 50 8 ott, meine ganze Seele — Macht deinen Ruhm bekannt. Dir dank' ich und er⸗ zähle Die Wunder deiner Hand. Mein Herz ist froh, ich singe⸗ Herr, meine Lust bist du. Dir dem ich Lieder bringe, Dir, Höch ⸗ ster, jauchz' ich zu. 2. Du sitzest auf dem Throne Als Richter aller Welt, Der jeg⸗ lichem zum Lohne Das rechte Ur⸗ teil fällt. Wenn dich die Menschen schmähen. Dann rächst du ihren Spott. Du schiltst und sie ver⸗ gehen Vor deinem Zorn, o Gott. 3. Der Herr hat zum Gerichte Sich seinen Thron erhöht. Vor seinem Angesichte Bleibt nicht, wer widersteht. Ihr kühnen Sün⸗ der, zittert! Bereut noch euren Spott. Sein Thron wird nie erschüttert, Der Herr bleibt ewig Gott. 4. Der Herr regiert und liebet, Was ungerecht ist, nicht. Er wägt die Welt und übet Parteilos sein Gericht. Die Wage sinkt und steiget, Wie sein Gesetz gebeut, Und jedes Land bezeuget Des Richters Heiligkeit. 5. Gott ist ein Fels der Armen, Ein Fels in jeder Not, Sie traun auf sein Erbarmen. Wenn ihnen Unfall droht. Die Thränen, die sie weinen, Sind dir bekannt und wert. Du Gott, versäu Unv. Siel. Glesseh ligtun den, Me 4 51. kann für Li soll i Und Was 2 beuget zeiget nah. borger Morg litz sa Venn änen, tannt rsäu Von der göttlichen Vorsehung. 27 mest keinen, begehrt. 6. Ihr Bürger Zions, preiset Verkündigt in der Welt, Wie groß sich Gott beweiset, Der, was er zusagt, hält. Er denkt daran und fraget Nach des Gerechten Blut. Er hört ihn, wenn er klaget, Und stillt der Wetter Wut. 7. Herr, sei mir gnädig, schaue Voll Huld auf meine Not. Du bist's, dem ich vertraue, Du hilfst auch selbst vom Tod. Nach über⸗ wundnen Leiden Geh' ich ins Hei⸗ ligtum Und, über dich voll Freu⸗ den, Erheb' ich deinen Ruhm. Cramer. Der deinen Schutz Mel. Alles ist an Gottes Segen. 4 Serr, mein Licht, mein 51— H Heil, mein Leben, Wie kann ich dich gnug erheben? Was für Lieder stimm' ich an? Was soll ich zum Dank dir bringen Und wie soll ich würdig singen, Was du, Herr, an mir gethan. 2. Oft hast du mein Herz ge⸗ beuget, Aber auch mir bald ge⸗ zeiget, Daß du stets den Deinen nah. In der Nacht warst du ver⸗ borgen, Doch bald kam der frohe Morgen, Da ich, Herr, dein Ant⸗ litz sah. 3. Heilig, Herr, sind deine Wege, Wunderbar sind alle Stege, Die du deine Kinder führst. Wer muß nicht aus deinen Werken Dir zum Preise es bemerken, Wie gerecht du, Herr, regierst? 4. Nun, ich will dir fest ver⸗ trauen Und auf deine Gnade schauen, Wenn des Kreuzes Last mich drückt, Ich will still sein, hoffen, schweigen, Stets vor dir, o Herr, mich beugen, Bis dein Beistand mich erquickt. 5. Willst du deine Hilf' auf⸗ schieben, Willst du meine Demut üben, Herr, ich bin dein sündger Knecht. Willst du strafen, willst du schlagen, Schickst du Trübsal, Not und Plagen, Herr, du blei⸗ best stets gerecht. 6. Doch weiß ich, daß deine Treue, Ewig ist und täglich neue, Selbst zur schwersten Prüfungszeit. Deine Strafen, deine Schläge Sind ja, wenn ich's recht erwäge, Mittel meiner Seligkeit. 7. Ach, so stärke mir den Glauben, Laß ihn nichts, mein Gott, mir rauben, Keine Freude, keine Pein. Laß mich deine Liebe schmecken, Laß in Not und Angst und Schrecken Deine Gnade mich erfreun. Wolff. Von der Natur und Würde des Menschen. Mel. Was mein Gott will, gescheh'. welch ein Glück, ein 52. O Mensch zu sein! Wie kann ich Gott gnug preisen? Wie des Berufs, ein Mensch zu sein, Mich würdig hier erweisen? Ich bin ein Wunder seiner Macht Und Weisheit, Lieb' und Güte. O Mensch, nimm deinen Wert in acht! Erkenn' es, mein Gemüte! 2. Du bildetest mir mein Ge⸗ bein, Du huuchtest mir de Soele Allmächtig, o mein Schöpfer, ein, Durch die ich denk' und wähle. Vor tausenden, durch dich ernährt, Vor tausend deiner Werke Gabst du mir einen höhern Wert, Mir Weisheit, Kunst und Stärke. 3. Vernunft und Freiheit dank' ich dir. Welch Glück, sie zu be⸗ sitzen! Ach, dir zum Ruhm, zum Heile mir, Lehr' du mich, Gott, sie nützen. Der Mensch ist's nur, der reden kann. Sonst kein Ge⸗ schöpf auf Erden, Der Mensch nur ruft dich, Schöpfer, an, Kann andter vehrer werden. &. Du schufst mich zur Gesellig⸗ keit, Gabst mir ein Herz voll Triebe Zum Mitgefühl, zur Mensch⸗ 28 Von der Natur und Würde des Menschen. lichkeit, Zur Freundschaft und zur Liebe. Und diese Menschlichkeit, Gott, schafft Mir unzählbare Freuden, Giebt mir zur Tugend Mut und Kraft Und Ruh' und Trost in Leiden. 5. Dich, meinen Schöpfer, mei⸗ nen Gott, Erkenn' ich, deine Werke, Dein göttlich Wort und dein Gebot Und Weisheit, Macht und Stärke. Für deine väterliche Huld Dankt freudig meine Seele, Und um Erbarmung und Geduld Fleh' ich dich, wenn ich fehle. 6. Ich bin ein Mensch und darf vor dich Mit Freudigkeit stets treten, Ich darf dich, du hörst, Vater, mich, Getrost und froh an ⸗ beten. Heil mir, o Heil der Zu⸗ versicht, Die ich als Mensch hier habe! Du rufst zur Ewigkeit ans Licht Mich wieder aus dem Grabe. 7. Dein Sohn, der Schöpfung Herr mit dir, Kam mitleidsvoll auf Erden Und ward ein Mensch, ein Mensch, wie wir, Der Men⸗ schen Heil zu werden. Er nahm uns auf in dein Geschlecht, Wir wurden seine Brüder, Er bracht' uns Frömmigkeit und Recht Und Gnad' und Leben wieder. 8. Noch einmal sehn wir deinen Sohn Vom Himmel wieder kom⸗ men, Und dann stellt er um seinen Thron Als Richter alle From⸗ men, Und aller Himmel Heer ist sein, Ihr Erbteil giebt er ihnen. Sie werden ihres Heils sich freun Und ewig dann ihm dienen. 9. O welch ein Glück, ein Mensch zu sein! Wie kann ich Gott gnug preisen? Wie des Be⸗ rufs, ein Mensch zu sein, Mich würdig hier erweisene Ich bin ein Wunder seiner Macht Und Weisheit, Lieb' und Güte. O Mensch, nimm deinen Wert in acht! Erkenn es, mein Gemüte! Münter und Rüster. Mel. Es ist das Heil uns kommen. 53 Diẽ Gott, sei Preis und — Dank gebracht, Dich rühme Harf' und Psalter! Ich bin ein Wunder deiner Macht, Mein Schöpfer, mein Erhalter. Mein ganzer Leib, erbaut von dir, Samt einem jeden Sinn an mir, Be⸗ weiset deine Größe. 2. Haupt, Aug' und Ohr, und Mund und Hand, Die ich zu dir erhebe, Die Haut, so künstlich aus⸗ gespannt, Der Nerven fein Ge⸗ webe Und alle Glieder sagen mir, Ich sei, o Gott, ein Werk von dir, Ein Werk von deiner Weisheit. 3. Wie biegsam, wie gelenkvoll schließt, Den Thoren zu ver⸗ dammen, Der's leugnet, daß ein Schöpfer ist, Sich Glied an Glied zusammen! Wie willig, Herr, ge⸗ horchen sie, Wenn meine Seele spät und früh Des Leibes Dienst verlanget! 4. Ach hättest du mein Auge nicht So meisterlich bereitet, Was nützte mir der Sonnen Licht, Ihr Glanz vor mir verbreitet? Dann säh' ich nicht, mit welcher Pracht Du, Herr, durch deine weise Macht, Was du erschaffen, schmückest. 5. Ich jauchze, daß ich sehen kann Und hören und empfinden Und reden. Beten will ich an, Gott sehen und empfinden. Mein Mund sei voll von deinem Dank, Und deiner Schöpfung Lobgesang Sei mein Gehör gewidmet. 6. Wer leitet meines Blutes Lauf? Wer lenkt des Herzens Schläge? Wer 4270 die Lung' und schwellt sie auf, Damit ich leben möge? Gott ist es, der dies alles thur. Schlag', Herz, entflamme mich, o Blut, Daß ich den Höch⸗ sten preise. 7. O pries' ich, Höchster, immer dich, Wenn ich die Sinne brauche, Geh', lieg' und ausruh' oder mich Bewege, atme, hauche! Gieb, daß ich ewig dein mich freu', Und daß mein Leib ein Tempel sei. Worin dein Geist stets wohne. Cramer und Diterich. gewinn ward, meiner facher? ihr He täglich 6. verbind mir gef mich em von der hab' ie Gott, d 2 Seele Seligkei wähle, nusse re meine schaffst, 8. X mögen, Willen Von der Natur und Würde des Menschen. 29 Mel. Wer nur den lieben Gott. 5 4 5werde Gott von dir erhoben, Du seines Odems Hauch, mein Geist. Sollt' ich nicht meinen Vater loben, Den jedes seiner Werke preist? Ihn, der mich schuf, sein Bild zu sein Und seiner Wunder mich zu freun? 2. Schön ist der sonnenreiche Himmel, Den er zu seinem Stuhle wählt, Doch ist der sonnenreiche Himmel Gedankenlos und unbe⸗ seelt, Und mir, dem Thone seiner Hand, Giebt er Empfindung und Verstand. 3. Anmutig, prächtig, zum Ent⸗ zücken Ist Gottes ganze Körper⸗ welt. Wer zählt die Reize, die sie schmücken? Was ich nur sehen kann, gefällt, Und dennoch kann sie nicht, wie schön. Wie wunder⸗ voll sie sei, verstehn. 4. Für Geister nur und nur für Seelen, Die zu den Geistern Gott erhob, Sind sie so herrlich und erzählen Nur ihnen meines Schöpfers Lob. O Seele, jauchze, daß der Ruf Der Allmacht dich zum Geiste schuf! 5. Gott, ich kann denken und gewinne, Weil ich zu einem Geiste ward, Durch die Empfindung meiner Sinne Gedanken tausend⸗ facher Art. Groß, mannigfaltig ist ihr Heer, Und doch wird ihrer täglich mehr. 6. Ich kann sie sammeln und verbinden Und trennen, wie es mir gefällt, Die Welt empfinden, mich empfinden, Weit unterschieden von der Welt. Zu tausend Thaten hab' ich Kraft. Wer giebt fie? Gott, der alles schafft. 7. Wie feurig dürstet meine Seele Nach Glück und Lust und Seligkeit, Nur daß ich oft betrogen wähle, Was mich nach dem Ge⸗ nusse reut. Doch das ist, Vater, meine Schuld. Denn was du schaffst, zeugt nur von Huld. 8. Wie wundervoll ist das Ver⸗ mögen, Gott, das du meinem Willen giebst! O möcht' ich es doch stets erwägen, Mit welcher Güte du mich liebst! Möcht' ich mit allen Kräften dein, Dein mit Verstand und Willen sein! 9. Gott, meine Lust sei, dich zu kennen, Dich, Urquell der Voll⸗ kommenheit. Von deiner Liebe ganz zu brennen, Das sei mir Ruhm und Seligkeit, Bin ich in Christo nur mit dir. Mein Gott, vereint, was fehlet mir? Es werde Gott von dir erhoben, Du seines Odems Hauch, mein Geist. Sollt' ich nicht meinen Vater loben, Den jedes seiner Werke preist? Ihn, der mich schuf, sein Bild zu sein Und seiner Liebe mich zu weihn? Cramer. Mel. Wer nur den lieben Gott. 55 Was ist vor deinem An⸗ gesichte Der Mensch, Gott, daß du sein gedenkst Und einen Strahl von deinem Lichte Auf ihn, den Staub, hernieder senkst? Was ist er, wär er noch so groß? Ein bald zerfallner Erdenkloß. 2. Du sahest an den Menschen⸗ kindern Den schweren Fall vor langer Zeit, Und dennoch hast du diesen Sündern Aus göttlicher Barmherzigkeit Unzählig viel zu gut gethan, Ja mehr, als jemand fassen kann. 3. Du hast den Leib, obschon aus Erde, Doch wunderbar und schön gebaut, Daß er der Seele würdig werde, Ihm Sprach' und Sinne anvertraut. Du hast ihn selbst zum Herrn der Welt, Dem alles dienen soll, bestellt. 4. Du hast ihm noch viel mehr geschenket. Du gabest ihm zum bessern Teil Die Seele, welche will und denket, Und ihr hast du ein ewges Heil, Noch ehe sie nach dir gefragt, In deinem Worte zu⸗ gesagt. 5. Drum laß es stets mich wohl bedenken, Was du, o Gott an mir gethan Dir Leib und 30 Von der Natur und Würde des Menschen. Seele wieder schenken, Da ich dir sonst nichts schenken kann, Damit sie beide nach der Zeit Dich preisen in der Ewigkeit. 6. Und nimm indes sie alle beide, Allmächtiger, in deinen Schutz. So bieten wir in allem Leide Mit dir auch Welt und Hölle Trutz. Wenn wir in deiner Gnade stehn, So muß es uns stets wohl ergehn. 7. Doch wenn erhöhet von der Erden, Im Himmel, deiner ewgen Stadt, Dich Leib und Seele schauen werden, Von deinem Licht stets froh und satt, So sollen sie auch beide dich Vollkommner rüh⸗ men ewiglich. Chr. Schmidt. Mel. Wer nur den lieben Gott. 56 Dein bin ich, Gott, dein ist mein Leben. Wie tröstlich ist mein Ursprung mir! Du hast den Odem mir gegeben, Mein ganzes Wesen kommt von dir. Du, Vater, riefst mich aus dem Nichts Zum frohen Anschaun deines Lichts. 2. Wie viel hab' ich dir zu ver· danken, Herr, der du mich be⸗ reitet hast! Als mich die engen finstern Schranken Des ersten Da⸗ seins noch umfaßt, Da war dein Auge über mir, Da lebt' ich, Höch · ster, nur in dir. 3. Du gabst mir die vernünftge Seele, Die nur so lang im Fleische lebt, Bis sie, daß ihr kein Wohl⸗ sein fehle, Dein Ruf zum höhern Geist erhebt. Du hast mir Sinnen und Verstand, Begierd und Willen zugewandt. 4. Wenn ich auf meinen Körper sehe, Den du so kunstvoll ausge ⸗ bildt, So wird, o Vater in der Höhe, Mein Herz mit Ehrfurcht ganz erfüllt. Ein jedes Glied, ein jeder Sinn Reißt mich zu deinem Lobe hin. 5. Durch deiner Vorsicht gnã · digs Walten, Die mich von Kind⸗ heit an umfing. Bin ich bis hier · her noch erhalten, So daß der Tod vorüberging. Ich stehe noch und preise dich. Herr, deine Rechte schützet mich. 6. Ich bin nicht wert der großen Güte, Die du, mein Gott, an mir gethan. Beschämt empfindet mein Gemüte Die Schuld, die ich nicht leugnen kann. Ich habe, was mich sehr erschreckt, Vielfältig Seel' und Leib befleckt. 7. Ja, Herr, ich habe meine Glieder Zu Sündengliedern oft ge⸗ macht, Vor dir fall ich in Demut nieder. Vergieb, was ich nicht recht bedacht. Verwirf mich. Vater, nicht von dir. Schaff' selbst ein reines Herz in mir. 8. Hilf, daß ich dir zur Ehre lebe Und redlich thu', was dich erfreut, Und Geist, und Leib und Glieder gebe Zu Waffen der Gerech⸗ tigkeit, Daß ich bis in den Tod dir treu Und stets ein Freund der Tugend sei. 9. Fällt dieses Leibes Hütte nieder, Vollend' ich dieses Lebens Lauf, O Gott, so richte du mich wieder Verherrlicht aus dem Staube auf. Dein ewges Leben sei mein Teil, So preis ich ewig dich, mein Heil. Unbekannter und Diterich. Von der Bestimmung des Menschen. Mel. Es ist e wichti t d 90 5 ie wichtig ist doch der 57— Wẽ Beruf, Den uns der err gegeben! Gott, als uns deine Leebe schuf, Da schuf sie uns zum Leben. Zum Leben welches ewig währt, Das weder Leid noch Angst beschwert, Willst du uns hier Oliht 2. Nicht hier ist unser Vater· land, Allein bei dir, Gott, dro; ben, Da ist der Ort wo deine gewinn küchtig erben? 5. L lichkeit ben. fungsze Die mi Am erf Damit 6. E liebt U Das in Und sie solches ewig de dein A 72 wollst! men ge schon hi Die sel Bis ich Zu dei Mel. 58. mich, d Leben d Dienst 2. 7 en Gei ie di preist, Von der Bestimmung des Menschen. 31 Hand Das Glück uns aufgehoben, Das nie ein traurig Ende nimmt. Hier sind wir nur von dir be⸗ stimmt, Uns dazu anzuschicken. 3. O laß mir doch dies große Ziel Durch nichts verrücket wer⸗ den! Was hilft's, wenn ich auch noch so viel Von Gütern dieser Erden, Von Ehre, Geld und Lust gewinn'“, Wenn ich dabei nicht tüchtig bin, Dein Himmelreich zu erben? 4. Dein Pilgrim bin ich ja nur hier. Laß mich dies nie ver⸗ gessen. Nur wenig Tage hast du mir Zur Wallfahrt zugemessen. Schnell wie ein Traum sind sie vollbracht, Und dann wird dieser Erde Pracht Auf ewig mir ver⸗ gehen. ů 5. Drum laß des Himmels Herr⸗ lichkeit Mich stets vor Augen ha⸗ ben. Laß mich in meiner Prü⸗ fungszeit Um jene bessren Gaben, Die mir im Tode nicht entfliehn, Am ersten und mit Ernst bemühn, Damit ich nicht einst darbe. 6. Ein Herz, das dich, o Vater, liebt Und deines Sohns sich freuet, Das in dem Glauben Tugend übt Und sich vor Sünden scheuet, Ein solches Herz, das wird allein Sich ewig deiner Güte freun Und einst dein Antlitz schauen. 7. Und solch ein Herz, das wollst du mir, Gott, aus Erbar⸗ men geben, Damit ich möge auch schon hier Nach den Gesetzen leben, Die selbst im Himmel gültig sind, Bis ich als dein bewährtes Kind Zu deiner Freud' eingehe. Diterich. Mel. Nun sich der Tag geendet. 58 Ich bin, o Gott, dein V Eigentum. Du schufst mich, dein zu sein, Mein ganzes Leben dir zum Ruhm Und deinem Dienst zu weihn. 2. Du gabst mir den vernünft⸗ en Geist, Bewundernd einzusehn, ie dich Herr, deine Schöpfung preist, Mit ihr dich zu erhöhn. 3. Was um mich ist, verkündigt mir, Gott, deine Herrlichkeit. Zu ihrem Preise reizt mich hier Selbst jede Jahreszeit. 4. Und ich, ich sollte fühllos sein? Ich rühmte dich, Herr, nicht? Ein Herold deines Ruhms zu sein, Bleibt meine größte Pflicht. 5. O mache dieser Pflicht mich treu, So treu, Herr, als ich soll. Mein Herz, mein Mund, mein Wandel sei Stets deiner Ehre voll. 6. Wer dich verehrt, hält dein Gebot, Ihm ist's nicht Last, nicht Pein. Drum gieb auch mir die Kraft, o Gott, Gehorsam dir zu sein. 7. Was du gebeutst, ist für uns gut. Du willst nur unser Heil. Wohl dem, der deinen Willen thut! Du bist sein Trost und Teil. 8. Er wandelt hier auf ebner Bahn Und selbst in Traurigkeit Schmeckt er, dir, Höchster, zuge⸗ than, In dir Zufriedenheit. 9. Nach hier vollbrachter Prü. fungszeit Nimmt ihn der Himmel ein. Herr, laß nach dieser Selig · keit Mein ganz Bestreben sein! Diterich. Mel. O Gott, du frommer Gott. 59 Almechtin großer Gott, *Wer kann dich gnug erheben? Du gabst der ganzen Welt Ihr Dasein, Kraft und Leben. Was Geist und Körper heißt, Was Erd' und Himmel hegt, Hat deine Hand gebaut, Die jetzt noch alles trägt. 2. Du schufst, ich dank' es dir, Auch mich zu deiner Ehre. Und wolltest, Gütigster, Daß ich dein Bildnis wäre. Drum hast du auch den Geist, Der in mir lebt und denkt, Mir zur Unsterblichkeit Aus deiner Huld geschenkt. 3. O welch ein großer Zweck, Dazu du, Gott, mich schufest! Wie herrlich ist das Teil, Dazu du mich berufest! Dir, Höchster, ähnlich sein, Ist unser größtes Glück. O wohl mir, wenn ich's bin! Hilf mir zu diesem Glück. 32 Von der Bestimmung des Menschen. 4. Laß mir dies große Ziel Doch stets vor Augen schweben. Mein allerstärkster Wunsch, Mein eifrigstes Bestreben In allem mei⸗ nem Thun, Sei dies, o Gott, allein, Daß ich auch so, wie du, Gesinnet möge sein. 5. Du bist der Wahrheit Freund. Laß mich auch Wahrheit lieben Und mit stets munterm Fleiß In allem dem mich üben, Was mich zur Weisheit führt, Zur Weisheit, die dich ehrt Und allem Beifall giebt, Was du uns selbst gelehrt. 6. Laß deine Heiligkeit Mich stets zum Muster nehmen. Hilf mir die Sünde fliehn, Des Flei⸗ sches Lüste zähmen, Nur das, was recht ist, thun, Des Guten mich erfreun Und dem, der's üben will, Auch gern behilflich sein. 7. Gieb, daß ich so, wie du, Ein Freund der Menschen werde, Dem Wohlthun Freude macht, Der Kummer und Beschwerde Dem Nächsten gern erspart. Dem Näch⸗ sten gern versüßt Und, wo er helfen kann, Zum Helfen willig ist. 8. Wie weit bin ich noch fern, O Gott, von diesem Ziele! Du weißt, was mir noch fehlt, Und ich, ich selber fühle, Wie wenig ich dir noch Im Guten ähnlich bin. O bilde du mich ganz Nach dir und deinem Sinn! 9. Beglückt ist nur alsdann Mein Lebenslauf auf Erden, Wenn ich dir immer mehr Schon hier kann ähnlich werden. Dann werd' ich ewig auch Mit dir vereinigt sein Und mich ohn' Unterlaß, Gott, deiner Güte freun. Diterich(Hiller). Von der Verdorbenheit des Menschen. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. 60 Heer du kennest mein Ver⸗ „ derben! Ach, es regt in meiner Brust, Wie bei allen Adams⸗ erben, Sich noch immer böse Lust, Die mein Herz, Herr, von dir nei⸗ get Und viel böse Thaten zeuget. 2. Wie verderbt sind meine Wege! Wie verkehrt mein eigner Sinn! Ich empfind' es, Gott, wie träge Ich dir zu gehorchen bin. Ach, wer wird vom Hang zum Bösen Mich noch endlich ganz er⸗ lösen? 3. Hilf mir durch den Geist der Gnaden Von der angeerbten Not. Heile meiner Seele Schaden Durch des Mittlers Kreuzestod. Tilge alle meine Sünden. Laß mich vor dir Gnade finden. 4. Deinen Willen hier auf Erden Zu vollbringen, wird mir schwer. Soll ich dazu tüchtig werden Mußt du selbst von oben her Mir dazu die Kraft verleihen Und mein sünd⸗ haft Herz erneuen. 5. Schaffe denn ein reines Herze, Herr, durch deinen Geist in mir, Daß ich nicht mein Heil verscherze. Laß der sündlichen Begier Mich mit Nachdruck wi⸗ derstehen Und auf deine Hilse sehen. 6. Unter Wachen, Beten, Ringen Hilf mir selbst mein Fleisch und Blut Unter deinen Willen zwin⸗ gen, Denn dein Wille, Gott, ist gut. Was nicht kann dein Reich ererben, Laß schon hier an mir ersterben. 7. Reize mich durch jene Krone, Die mir droben beigelegt, Daß ich meiner niemals schone, Wenn die Sünd' in mir sich regt. Hilf mir selber mutig kämpfen, Alle bösen Lüste dämpfen. 8. Sollt' ich etwa unterliegen, O so hilf mir wieder auf! Laß in deiner Kraft mich siegen, Daß ich meinen Lebenslauf Unter deinen treuen Händen Möge gut und selig enden. Gotter. ines Geist Heil ichen wi⸗ Hilfe ngen und win⸗ t, ist Reich mir rone, iß ich Von der Verdorbenheit des Menschen. 33 Mel. Jesu, meines Lebens Leben. 61 zroßer Gott, erhabnes — Wesen, Das, voll seg⸗ nender Begier, Menschen sich zum Dienst erlesen, Ach, was ist der Mensch vor dir? Wenn ich deine Größ' erwäge Und, was ich bin, überlege, O wie dürftig und wie in Muß ich mir nicht selber ein 2. Fluch und Elend, Tod und Sünde Drücken leider mein Ge⸗ müt, Machen mich zu einem Kinde, Das vor seinem Vater flieht. Tausend Mängel, tausend Flecken Schänden mich zu meinem Schrecken, Und in der verderbten Brust Regt sich täglich böse Lust. 3. Was ich Gutes an mir habe, Ist von deiner Vaterhand. O wie manche gute Gabe, Hast du, Herr, mir zugewandt! Selber auf dem Sündenpfade Trägt mich schonend deine Gnade. Nähmest du zurück, was dein, Ach, was wird mir übrig sein? 4. Doch die Menge deiner Gaben Klagt nur meinen Undank an, Weil ich sie oft ganz vergraben. Oft damit nur großgethan, Oft voll Leichtsinn sie verschwendet Und zu Sünden angewendet. O wie häuft sich meine Schuld Durch Verachtung deiner Huld! 5. Sieh, hier lieg' ich in dem Staube, Tief vor dir, mein Gott, gebückt. Doch mein demutsvoller Glaube, Der auf meinen Heiland blickt, Hofft auf deine Vatergüte, Und mein tief beschämt Gemüte, Das den Mut fast ganz verlor, Hebt sich noch zu dir empor. 6. Ja, die Wunder deiner Liebe Ziehen ganz mein Herz zu dir. Ach, erhalte selbst die Triebe Treuer Dankbarkeit in mir. Vater. laß das schwache Lallen Meines Lobes dir gefallen. Bilde mich, dein Eigentum, Ganz zu deines Namens Ruhm. 7. Meine Kräfte, meine Glieder Sind zu deinem Dienst bereit. Herr, ich falle vor dir nieder Voller Ehrerbietigkeit. Deinen Willen thun und leiden, Sei die Quelle meiner Freuden. Gott und Herr der ganzen Welt, Thu' mit mir, was dir gefällt. Unbekannter und Diterich. Mel. Wo soll ich fliehen hin. 3 ein Gott, dir ist be⸗ 62. M wußt Die innre böse Lust, Die Quelle meiner Sünden Die Menschen nicht ergründen. O heile du aus Gnaden Der Seele tiefen Schaden! 2. Des bösen Herzens Grund Wird oft durch Thaten kund, Die mich vor dir verklagen Und mein Gewissen nagen. Herr, willst du sie bestrafen, Wer wird mir Ret⸗ tung schaffen? 3. Ich habe wider dich, Den Nächsten und auch mich Vielfältig, Herr, gehandelt, Ich bin den Weg geéwandelt, Der Menschen von dir wendet Und sich mit Schrecken endet. 4. Ein jegliches Gebot Zeugt wider mich und droht, Weil ich(dies schlägt mich nieder) Nur gar zu oft dawider Gedacht, gethan, gesprochen Und deinen Bund gebrochen. 5. Verwirf mich nicht von dir, Hilf, Herr, erbarmend mir, Er⸗ neure meine Seele, Daß sie nur Gutes wähle. Wer kann mich sonst vom Bösen, Als du, o Herr, erlösen? 6. Drückt mich der Sünde Joch Gleich mächtig, so bleibt doch Weit mächt' ger deine Gnade. Wie groß auch nur mein Schade, So kannst du ihn doch heilen Und Leben mir erteilen. 7. Hat sonst des Fleisches Macht In mir ihr Werk vollbracht, So gieb mir Lust und Stärke, Daß ich nur gute Werke Beschließe und vollbringe Und ewig dir lobsinge. Hecker und Diterich. Mel. Wo soll ich fliehen hin. 63 Di, der nichts Böses thut — Du schufst den Men⸗ schen gut, Du, Höchster, gabst ihm Kräfte Zum seligsten Geschäfte C 34 Von der Verdorbenheit des Menschen. In Heiligkeit zu wandeln, Stets recht vor dir zu handeln. 2. Wo ist der Unschuld Ruhm? Herr, wir, dein Eigentum, Wie tief sind wir gefallen! Wo ist jetzt unter allen Ein Mensch ganz rein von Sünden Vor dir, o Gott, zu sinden? 3. Hier ist kein Unterschied. Dein helles Auge sieht Auf alle Men⸗ schenkinder Und sieht sie alle Sünder. Da ist vor dir, Herr, keiner Unschuldig, auch nicht einer. 4. Verderbt ist aller Sinn, Die Weisheit ist dahin, Die uns re⸗ gieren sollte, Nur was dein Wille wollte, Mit freudenvollen Trieben Zu wählen und zu üben. 5. Fleisch sind wir von Natur, Uns rühren leider nur Die Güter dieser Erden, Die uns entrissen werden, Mehr, als die höhern Gaben, Die uns auf ewig laben. 6. Dir folgen, dünkt uns Zwang. Des Herzens böser Hang Reißt uns mit starkem Triebe Zu schnöder Sündenliebe. Und können wir wohl zählen, Wie oft wir vor dir fehlen? 7. O Herr, was uns gebricht, Laß in der Wahrheit Licht So heilsam uns erkennen, Daß wir von Ernst entbrennen, Der Sünde zu entsagen, Der Bessrung nach · zujagen. 8. Wohl dem, der sie gewinnt! Gott, so verderbt wir sind, So willst du uns doch heilen Und Kräfte uns erteilen, Schon wie⸗ derum auf Erden Dir gleichgesinnt zu werden. 9. Herr, diese deine Huld Laß uns durch neue Schuld Nie frevent⸗ lich verscherzen. Erwecke unsre Herzen, Dem Guten nachzustreben, Damit wir ewig leben. Diterich(Hecker). Mel. Wer nur den lie ben Gott. 6 4 Des Weise sagt zu seiner * Seele: Es ist ein Rich⸗ ter! Gott ist der! Wenn ich ver⸗ kehrte Wege wähle, So richtet und verdammet er. Sollt' ich, durch meinen Mittler rein, Aufs neu' ein Greuel Gottes sein? 2. Er, wieder zu der Tugend tüchtig Durch seines Jesu Licht und Kraft, Ist heilig, denkt und wandelt richtig Unsträflich und gewissenhaft, Er lernt, was Gott gebeut, und übt Das Gute, weil er Jesum liebt. 3. Ach Adam fiel, und seine Kinder Sind auch gefallen, auch entweiht Gefallen alle, Thoren, Sünder, Und achten nicht, was Gott gebeut. Untüchtig sind sie alle nüun, Und keiner kann, was gut ist, thun. 4. Da sandte Gott zu Adams Kindern Den Mittler, seinen Sohn, herab, Der für sie litt und allen Sündern Heil, Leben, Licht und Weisheit gab. Er gab den Geist aus Gott, und nun Kann, wer ihm folgt, was gut ist, thun. 5. O Sünder, wollet ihr nicht merken, Wie gut der Herr ist? Wollt ihr nicht, Durch ihn erneut zu guten Werken, Der Weisheit folgen und der Pflicht? Soll's denn umsonst sein, daß er euch Vergebung anbeut und sein Reich? 6. Empfanget seines Geistes Gabe. Lernt Weisheit, lernet Glauben, lernt, Wie gut es der Gerechte habe, Der von den Lastern sich entsernt. Er fürchtet Tod und Zukunft nicht, Denn Gott ist seine Zuversicht. 7. Ach, daß sie alle weise wür⸗ den, Erneuert zur Gerechtigkeit, Frei von der Sünde harten Bür⸗ den, Zu Kindern Gottes einge⸗ weiht! Die Engel würden fröh⸗ lich sein Und sich des Heils der Menschen freun. Cramer. Von der Erlösung des Menschen durch Christum. Mel. Es ist das Heil uns kommen. 6 5 eil uns, aus unsrer — Sündennot Ist Rettung uns erworben! Der Herr will nicht des Sünders Tod. Das, was an uns verdorben, Hat er aus Gnaden uns ersetzt. Wie wert sind wir vor ihm geschätzt! Wie groß ist sein Erbarmen! 2. Selbst seinen eingebornen Sohn Sandt' er zu uns auf Erden, Von dem verdienten Sündenlohn Ein Retter uns zu werden. Er kam, und mit ihm unser Heil. Er kam, am ewgen Leben Teil Uns wieder zu erwerben. 3. Wo ist, o Tod, dein Stachel nun? Hier ist dein Überwinder. jür unsre Schuld genugzuthun, tarb er, das Heil der Sünder. Wo ist nun, Sünde, deine Kraft? ier ist der, der uns Kräfte schafft, ein Joch von uns zu werfen. 4. Gelobt sei Gott, gelobt sein Sohn, Der Retter unsrer Seelen! Nun kann uns auch auf Erden schon Das wahre Glück nicht fehlen, Getrost und froh in Gott u sein, Wenn wir uns nur dem eiland weihn, Den Gott für uns verordnet. 5. Was er zum Leben uns ver⸗ schafft, Das ist in seinen Händen. Sein ist das Reich, sein ist die Kraft, Das Heil uns zuzuwenden, Das er so liebreich uns erwarb, Als er für uns am Kreuze starb. Wohl allen, die ihm trauen! 6. O laßt uns ihm uns an⸗ vertraun Und niemals sein uns schämen! Auf seine Mittlershilfe baun Und sein Joch auf sich nehmen, Das ist der Weg zum ewgen Wohl, Der Weg, auf dem man friedensvoll Auch schon auf Erden wandelt. 7. Herr, laß uns diese Selig⸗ keit Doch über alles schätzen. Nie können Güter dieser Zeit Den Maugel uns ersetzen, Wenn uns das größte Gut gebricht, Ein reines Herz voll Zuversicht Zu dir, Gott, unser Vater. 8. O lenk' auf dies erhabne Glück Der Seele stärkste Triebe! Von mächtig unser Herz zurück on schnöder Sündenliebe! An dem uns teu'r erworbnen Heil Laß uns im wahren Glauben teil Stets suchen und gewinnen. Diterich. Mel. Nun freut euch, lieben Christen. 66 Nun Christen, laßt uns — fröhlich sein, Gott Dank und Ehre bringen, Von Herzen seines Heils uns freun, Mit Lieb' und Lust ihm singen! Wer faßt die große Wunderthat, Was Gott an uns gewendet hat, Wie teu'r er uns erworben? 2. In Sünden hart verstrickt, war ich Tot, elend und verloren. Stets quälte mein Gewissen mich, Verderbt war ich geboren. Ich sank auch immer tiefer drein, That niemals Gutes, war allein Von Sünde ganz besessen. 3. Mein bestes Thun galt den⸗ noch nicht, War durch und durch verdorben. Ich haßte Gott und sein Gericht, Zu seiner Lieb' er⸗ storben. Die Angst wuchs zur Verzweiflung an, Daß ich ihr nirgendshin entrann, Zur Hölle mußt' ich sinken. 4. Gott jammerte von Ewigkeit Mein Elend ohne Maßen. Er dachte der Barmherzigkeit. Mir wollt er helfen lassen. Zu mir wandt' er sein Vaterherz, Zu heilen meiner Wunden Schmerz, Ließ er's sein Bestes kosten. 5. Er sprach zu seinem lieben Sohn: Die Zeit kommt zu erbar⸗ men! Eil', meines Herzens werte Kron'! Sei du das Heil der Armen! Hilf ihnen aus der tiefen C 36 Von der Erlösung des Menschen durch Christum. Not, Für sie entwaffne du den Tod Und laß sie mit dir leben! 6. Der Sohn, der ihm gehorsam war, Kam selbst zu uns auf Erden, Als eine Jungfrau ihn gebar. Mein Bruder wollt' er werden, Enthielt sich seines Arms Gewalt Und ging einher in Knechtsgestalt, Des Satans Reich zu stürzen. 7. Er sprach zu mir: Halt' dich an mich! Es soll dir jetzt gelingen. Mich selber geb' ich ganz für dich, Will mächtig für dich ringen. Denn ich bin dein und du bist mein, Auch du sollst, wo ich bleibe, sein, Uns soll der Tod nicht scheiden. 8. Vergießen wird man mir mein Blut, Voll Grimms mein Leben rauben. Gern leid' ich alles dir zu gut. Das halt' mit festem Glauben. Dein Leben, Sterblicher, ist mein, Und mein Verdienst ist, Sünder, dein. So bist du selig worden. 9. Den Himmel nehm' ich wie⸗ der ein Und scheid' aus diesem Leben. Da will ich stets dein Meister sein Und meinen Geist dir geben, Der dir in Trübsal Trost gewährt, Dich, wenn er mich in dir verklärt, In alle Wahrheit leitet. 10. Was ich gethan, was ich gelehrt, Das sollst du thun und lehren, Daß Gottes Reich sich stets vermehrt Zu seines Namens Ehren. Nur hüte dich vor Menschenwahn, Der dir den Schatz leicht rauben kann. Dies sei mein Abschiedssegen. Luther und Schlegel. Mel. Ich dank' dir, Gott, durch. 67 Dedanke, der uns Leben giebt, Wer kann dich Die Weit geniebt, 1 Also hat Gott die Weit geliebt, Uns seinen Sohn zu schenken! 2 Hoch über die Vernunft er⸗ höht, Umringt mit Finsternissen, Füllst du mein Herz mit Majestät Und stillest mein Gewissen. 3. Ich kann der Sonne Wunder nicht, Noch ihren Bau ergründen Und doch kann ich der Sonne Licht Und ihre Wärm' empfinden. 4. So kann ich auch nicht Gottes Rat Von Jesu Tod ergründen, Allein das Göttliche der That, Das kann mein Herz empfinden. 5. Nimm mir den Trost, daß Jesus Christ Hat meine Schuld getragen, Mein Gott und mein Erlöser ist, So werd' ich angstvoll zagen. 6. Ist Christi Wort nicht Gottes Sinn, Werd' ich stets irren müssen Und, wer Gott ist, und was ich bin Und werden soll, nicht wissen. 7. Nein, diesen Trost der Christen⸗ heit Soll mir kein Spötter rauben. Ich fühle seine Göttlichkeit Und halte fest am Glauben. 8. Des Sohnes Gottes Eigen⸗ tum, Durch ihn des Himmels Erbe, Dies bin ich, und das ist mein Ruhm, Auf den ich leb' und sterbe. 9. Er giebt mir seinen Geist, das Pfand, Im Glauben mich zu stärken, Und bildet uns durch seine Hand Zu allen guten Werken. 10. Solang' ich seinen Willen gern Mit reinem Herzen thue, So fühl' ich eine Kraft des Herrn Und schmecke Fried' und Ruhe. 11. Und wenn mich meine Sünde kränkt, Und ich zum Kreuze trete So weiß ich, daß er mein gedenkt Ind thut, warum ich bete. 12. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt, Der mich einst aus der Erde Erweckt und zu dem Reich erhebt, Da ich ihn schauen werde. 13. Kann unsre Lieb' im Glau⸗ ben hier Für ihn jemals erkalten? Dies ist die Lieb', o Gott, zu dir, Dein Wort von Herzen halten. 14. Erfüll' mein Herz mit Dank⸗ barkeit, So oft ich dich nur nenne Und hilf, daß ich dich allezeit Treu vor der Welt bekenne. 15. Soll ich dereinst noch wür⸗ dig sein, Für dich hier Schmach zu leiden, So laß mich keine helfen Gnad den. 5 kinder Dein unsre wir z der S winde 6. Zu u dich — I n Von der Erlösung des Menschen durch Christum. 37 Schmach und Pein Von deiner Liebe scheiden. 16. Und soll ich, Gott, nicht für und für Des Glaubens Freud' empfinden. So wirk er doch sein Werk in mir Und rein'ge mich von Sünden. 17. Hat Gott uns seinen Sohn geschenkt,(Laß mich noch sterbend denten!) Wie sollt' uns der, der ihn geschenkt, Mit ihm nicht alles schenken! Gellert und Sollikofer. Mel. Von Gott will ich nicht lassen. 2 rhebt den Herrn, ihr 68. E Frommen! Er hält, was er verspricht. Der Heiland ist gekommen, Der Völker Trost und Licht. Gott, der uns nicht verstößt, Hat uns zum Heil und Leben Selbst seinen Sohn ge⸗ geben. Durch ihn sind wir erlöst. 2. Erlöst! O welche Gnade Hat uns der Herr erzeigt! Der uns betroffne Schade, Der uns so tief gebeugt, Ist nun nicht unheilbar. Von Sünde und Verderben Uns Rettung zu erwerben, Gab Gottes Sohn sich dar. 3. Er kam zu uns auf Erden In armer Knechtsgestalt. Voll Mühe und Beschwerden War hier sein Aufenthalt. Der ihm gegebnen Macht Enthielt er sich mit Freu⸗ den, Bis er durchs Todes Leiden Sein großes Werk vollbracht. 4. Er hat's vollbracht! O bringet Gott euren Lobgesang. Erlöste Menschen, singet Dem Mittler ewig Dank. Wo niemand helfen kann. Da hilft er gern aus Gnaden, Heilt unsrer Seele Scha⸗ den. O nehmt ihn gläubig an. 5. Du Freund der Menschen⸗ kinder! Verwirf uns, Jesu, nicht. Dein Name, Heil der Sünder, Ist unsre Zuversicht. Drum kommen wir zu dir. Hilf uns, die Macht der Sünden Noch glücklich über⸗ winden. Denn dein, o Herr, sind wir. 6. Bei dir steht unser Leben, Zu unserm ewgen Heil Hast du dich hingegeben. Gieb uns am Himmel Teil. Laß uns dir folg⸗ sam sein. Was wird uns, Herr, dann fehlen? Dann werden unsre Seelen Sich Gottes ewig freun. Diterich.(Schirmer.) Mel. O Gott, du frommer Gott. 69 Dich. Jesu, bet' ich an, — In dir find' ich mein Leben, Weil du zu meinem Heil Dich in den Tod gegeben. Dein Kreuz scheint Thorheit dem, der Stolz und Laster liebt, Doch dem ist's Gottes Kraft, Der sich dir ganz ergiebt. 2. Du kamst, Erlöser, uns Zum Himmel zu bereiten, Lehrtst uns der Tugend Pfad, Riefst uns zu Seligkeiten. Gleich groß war, Herr, dies Werk: Der Welt ein Schöpfer sein Und eine sündge Welt Von Sünden zu befrein. 3. Wer kann, Herr, deine Huld Wer deine Liebe fassen? Als Sohn des Ewigen Der Himmel Thron verlassen, Sich selbst erniedrigen, Einher in Demut gehn, Der Wahr⸗ heit Herold sein Und sich verspot⸗ tet sehn! 4. Die Wunder Gottes thun, Und an das Kreuz geschlagen, Mit himmlischer Geduld Der Men⸗ schen Schulden tragen, Um der zu sein, der uns Ein ewges Heil erwirbt, Des Herz ist göttlich groß, Der selbst für Feinde stirbt! 5. Dies müsse mein Vertraun Zu dir, o Herr, erwecken. Zu schwach, der Gottheit Rat Für Sünder zu entdecken, Bet' ich der Liebe Macht, Die ich nicht fassen kann, Mit froher Zuversicht, Doch auch in Demut an. 6. Herr, deine Ewigkeit Wird mir mehr Licht gewähren Und deine große Lieb“ Im Schauen mir erklären. Unendlich ist mein Heil! O Glaube, der erfreut! Ge⸗ lobet sei der Herr! Gelobt in Ewigkeit! Gellert. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 0 Miee soll ich dich empfan⸗ gen, Heil aller Sterb⸗ Von der Erlösung des Menschen durch Christum. Die ihr mit ern Still eure Schuld beweint, Wißt, daß er euch verzeihe. Er selbst, der Menschenfreund, Ruft heilbegier⸗ Der Gnade Trost⸗ 1, Macht sie zu Gottes Schafft ihren Seelen Ruh'. Er übersiehet keinen weiß, was jedem nützt. die Seinen Von An⸗ beginn geschützt? ihrem Leide Zu trösten stets ge⸗ wußt? Erfreun ist seine Freude Und Wohlthun seine Lust. 9. Was fragt ihr nach dem Dräuen Der Feinde? Traut auf ihn. Er wird sie schnell zerstreuen. Der Herr gebeut, sie fliehn. Er kommt, er kommt, ein König, Dem auch ein zahllos Heer Von Fein⸗ den viel zu wenig Zum Wider⸗ stande wär'. 10. Er wird einst wiederkommen Als Richter aller Welt. Dann bringt er Heil den Frommen Und Fluch der Lasterwelt. Wohl ewig allen denen, Die seine Wege gehn Und einst mit Freudenthränen An seiner Rechten stehn! Gerhardt und Neander. Mel. Von Gott will ich nicht. 7 it Ernst, o Menschen⸗ 71. M kinder, Macht euer Herz bereit! Er kommt, das Heil der Sünder, der Herr der Herrlich⸗ keit. Er kommt von seinem Thron Voll Huld zu uns hernieder, Wird einer unsrer Brüder, Er, Gottes ein' ger Sohn. 2. Eilt, Sünder, voll Verlangen, Eilt, euch zu ihm zu nahn! Ihn würdig zu empfangen, Bereitet ihm die Bahn! Auf, werdet seiner wert! Thut Buße, flieht die Sün⸗ den! Dann könnt ihr Gnade fin⸗ den, Dann seid ihr seiner wert. 3. Nur der, der Demut übet. Ist des Erlösers Freund. Wer aber Hochmut liebet, Ist und bleibt Gottes Feind, Nur der, der redlich ist Und folget Gottes Lei⸗ ten, Der kann sich recht bereiten, Zu dem kommt Jesus Christ. 4. Doch was vermag ich Schwa. cher, Ich Sünder, ohne dich? Mein Heil, mein Seligmacher, Bereite selber mich! Mein Herz sehnt sich nach dir, Ich eile dir entgegen. Komm, komm mit dei⸗ nem Segen Und wohne stets in mir! Thilo und Schlegel. r& r— 39 Von der Menschwerdung und Geburt Jesu. Mel. Vom Himmel hoch da komm'. 72 Dies ist der Tag, den — Gott gemacht, Sein werd' in aller Welt gedacht! Ihn preise, was durch Jesum Christ Im Himmel und auf Erden ist! 2. Die Völker haben dein ge⸗ harrt, Bis daß die Zeit erfüllet ward. Da sandte Gott von seinem Thron Das Heil der Welt, dich, seinen Sohn. 3. Wenn ich dies Wunder fassen will, So steht mein Geist vor Ehrfurcht still. Er betet an und er ermißt, Daß Gottes Lieb' un⸗ endlich ist. 4. Damit der Sünder Gnad' er⸗ hält, Erniedrigst du dich, Herr der Welt, Nimmst selbst an unsrer Menschheit teil, Erscheinst im Fleisch, wirst unser Heil. 5. Dein König, Zion, kommt zu dir. Ich komm', im Buche steht von mir. Gott, deinen Willen thu' ich gern. Gelobt sei, der da kommt im Herrn! 6. Herr, der du Mensch gebo⸗ ren wirst, Immanuel und Friede⸗ fürst, Auf den die Völker hoffend sahn, Dich, Gott mein Heiland, bet' ich an. 7. Du, unser Heil und höchstes Gut, Vereinest dich mit Fleisch und Blut, Wirst unser Freund und Bruder hier, Und Gottes Kinder werden wir. 8. Gedanke voller Majestät, Du bist es, der das Herz erhöht, Ge⸗ danke voller Seligkeit, Du bist es, der das Herz erfreut. 9. Durch Eines Sünde fiel die Welt, Ein Mittler ist's, der sie erhält. Was zagt der Mensch, wenn der ihn schützt, Der in des Vaters Schoße sitzt? 10. Jauchzt Himmel, die ihr ihn erfuhrt, Den Tag der heiligsten Geburt, Und Erde, die ihn heute sieht, Sing' ihm, dem Herrn, ein neues Lied! 11. Dies ist der Tag, den Gott gemacht, Sein werd' in aller Welt gedacht! Ihn preise, was durch Jesum Christ Im Himmel und auf Erden ist! Gellert. Mel. Wir Christenleut'. 73 Auf, schicke dich, Recht * feierlich Des Heilands Fest mit Danken zu begehen! Lieb' ist der Dank, Der Lobgesang, Durch den wir ihn, den Gott der Lieb', erhöhen. 2. Sprich dankbar froh: Also, also Hat Gott die Welt in seinem Sohn geliebet! O wer bin ich, Herr, daß du mich So herrlich hoch in deinem Sohn geliebet? 3. Er, unser Freund, Mit uns vereint, Zur Zeit, da wir noch seine Feinde waren, Er wird uns gleich, Um Gottes Reich, Und seine Lieb' im Fleisch zu offenbaren. 4. An ihm nimm teil, Er ist das Heil. Thu' täglich Buß' und glaub' an seinen Namen. Der ehrt ihn nicht, Wer Herr, Herr spricht Und doch nicht sucht, sein Beispiel nachzuahmen. 5. Aus Dank will ich In Brü⸗ dern dich, Dich, Gottes Sohn. bekleiden, speisen, tränken, Der Frommen Herz In ihrem Schmerz Mit Trost erfreun und dein dabei gedenken. 6. Rat, Kraft und Held, Durch den die Welt Und alles ist, im Himmel und auf Erden! Die Chri⸗ stenheit Preist dich erfreut, Und aller Knie soll dir gebeuget werden. 7. Erhebt den Herrn! Er hilft uns gern, Und wer ihn sucht, den wird sein Name trösten. Hal⸗ leluja! Halleluja! Freut euch des Herrn und jauchzt ihm, ihr Er⸗ lösten! Gellert. 40 Von der Menschwerdung und Geburt Jesu. Mel. Lobt Gott, ihr Christen. 74 Also hat Gott die Welt — geliebt, Daß er aus freiem Trieb Uns seinen Sohn zum Heiland giebt. Wie hat uns Gott so lieb! 2. Was sein erbarmungsvoller Rat Schon in der Ewigkeit Zu unserm Heil beschlossen hat, Voll⸗ führt er in der Zeit. Er, aller Menschen höchstes Gut, Der alle segnen kann, Nimmt, wie die Kinder, Fleisch und Blut, Doch ohne Sünde an... 4. Ich freue mich, mein Heil, in dir. Du nimmst mein Fleisch an dich, Was fehlt mir nun? Ist Gott mit mir, Wer ist dann wider mich? 5. Du, Sohn des Allerhöchsten, wirst Auch mir Rat, Kraft und Held, Mein Vater und mein Friedefürst, Sowie das Heil der elt.: 6. Was mir zum Seligsein ge⸗ bricht, Das, Herr, erwarbst du mir. Versöhnung, Leben, Trost dir⸗ Licht. Das hab' ich nun an ir. 2. 7. Dein Mangel wird mein reiches Teil, Dein Leiden stillt mein Leid, Durch deine Knechts⸗ gestalt, mein Heil, Gewinn ich Herrlichkeit. 8. Gelobt sei Gott. gelobt sein Sohn, Durch den er Gnad' erweist! Lobt, Engel, ihn vor seinem Thron! Erheb' ihn auch, mein Geist! ꝛn Hecker und Diterich. Mel. Lobt Gott, ihr Christen. 7 5 Earte er kommt, der — starke Held Voll gött⸗ lich starker Macht. Sein Arm zer⸗ streut, sein Blick erhellt Des Todes Mitternacht. 2. Wer kommt? Wer kommt? Wer ist der Held Voll göttlich star⸗ ker Macht? Messias ist's! Lobsing ihm, Welt! Dir wird dein Heil gebracht. 3. Dir, Menschgewordner, singen wir Anbetung, Preis und Dank. An deiner Krippe schalle dir Der Erde Lobgesang! ½ Schiebeler. Mel. Ermuntre dich, mein. 76 ott, deine Gnade sei gepreist! Sie schuf uns Heil und Leben. Ermuntre dich, mein träger Geist, Ihr Wohlthun zu erheben. Denk' an die Nacht, da auf der Welt Des Höchsten Sohn sich eingestellt, Um sein so teures Leben Für Sünder hinzugeben. 2. O große That, erwünschte Nacht, Von Engeln selbst besun⸗ gen! Du hast den Mittler uns gebracht, Der uns das Heil er⸗ rungen. In dir erschien der starke Held, Der alles schuf und alles hält, Der Freund der Menschenkinder, Des Todes Über⸗ winder. 3. Der du zu uns, gesandt vom Herrn, Aus deinem Himmel kamest Und unser Fleisch und Blut so gern In Demut an dich nahmest, Sohn Gottes, o wie hast du dich So tief erniedrigt auch für mich! Wie arm bist du erschienen Um meinem Heil zu dienen! 4. O lehre mich den großen Wert Von deiner Huld recht fas⸗ sen! Was reizte dich, auf dieser Erd' Dich so herabzulassen? Hier wartete dein nichts als Not, Verachtung, Kummer, Schmerz und Tod, Und doch kamst du auf Erden, Ein Menschensohn zu werden. 5. Viel stärker, Herr, als Schmerz und Tod, War deine Menschenliebe. Du sahest unsre Sündennot Mit mitleidsvollem Triebe. Du stimmtest, unser Heil zu sein, In deines Vaters Rat⸗ schluß ein, Wardst Mensch und kamst mit Freuden, Für uns den Tod zu leiden. 6. Immanuel, dein freu' ich mich, Du bist auch mein Erretter. Auch mir zum Troste sandte dich Der Herr, der Gott der Götter. 8. noch 1 komme von A Fromi Herr herrlic du mie erhebe Mel. 77. Allma und ei betung Halleli 2. Was mir ein wahres Wohl ver⸗ schafft, Erleuchtung, Friede, Bess⸗ rungskraft Und Freuden, die stets währen, Willst du auch mir gewähren. 7. Was soll ich dir, mein größ⸗ ter Freund, Für deine Treue geben? Du bist's, der mich mit Gott vereint, Du bringst mir Heil und Leben. Herr, was ich hab' und was ich bin, Das geb' ich dir zum Dienste hin. Ich will dich ohn' Aufhören Mit Leib und Geist verehren. 8. Zwar seh' ich dich im Fleisch noch nicht, Doch du wirst wieder⸗ kommen, Und dann schaun dich von Angesicht, Herr, alle deine Frommen. Dann werd' auch ich, Herr Jesu Christ, Dich schaun so herrlich, als du bist. Dann wirst du mich zum Leben, Das bei dir ist, erheben. Diterich.(Bist.) Mel. Gelobet seist du, Jesu Christ. 77 Gelobet seist du, Gottes * Sohn, Der du auf der Allmacht Thron Jetzt herrschest, und einst warst wie wir! An⸗ betung, Preis und Dank sei dir! Halleluja! 2. Dich sahn die Väter schon von fern, Davids Sohn und Da⸗ vids Herrn, Ihr Heil und ihre Zuversicht Und aller Völker Trost und Licht. Halleluja! 3. Die Nacht entflieht, der Tag bricht an Über die, so nie ihn sahn. Auf die, so Finsternis um⸗ gab, Glänzt Gottes Wahrheit nun berab. Halleluja! 4. Durch den die Welt einst worden ist, Der einst richtet, Jesus Christ, Der Schöpfung Herr kommt in sein Reich, Erniedrigt sich In wird uns gleich. Halle⸗ luja! 5. Jauchzt, Himmel! Erde, freue dich! Gott versöhnt die Welt mit sich. Uns, Adams sündiges Ge⸗ schlecht, Entsündigt er, macht uns gerecht. Halleluja! 6. Gelobet seist du, Jesu Christ, Von der Menschwerdung und Geburt Jesu. 41 Daß du Mensch geboren bist! Dir ist der Erdkreis an dar⸗ Dich beten alle Himmel an. Hal⸗ leluja! Funk. Mel. Lobt Gott, ihr Christen. 78 Singt dem Versöhner, 5 singt ihm Dank! Herr Gott, dir danken wir. Es danket dort der Lobgesang Dir, Über⸗ winder! dir. 2. Er, welcher schon von An⸗ beginn Der Welt mein Retter war, Wird Fleisch, wie ich, und was 150 bin⸗ Wie göttlich wunder⸗ arltn 3. Gerecht ist Gott und sein Gericht Ist so gerecht, wie er, Es gelten alle Himmel nicht Vor dir, Erschrecklicher! 4. Sterbt, sprachst du, mehr als einen Tod! Da lagen wir vor dir, Umringt mit Elend und mit Not Und starben für und für. 5. Dein Zorn, Herr, soll ver⸗ söhnet sein, Dein Sohn erbarmet sich Und geht den Tod des Kreuzes ein Für eine Welt, für michlꝛ 6. Und als die Zeit erfüllet war, Da sandte seinen Sohn,(Hier staunet selbst der Engel Scharl) Gott sandte seinen Sohn! ½ 7. Der, welcher Erd' und Him⸗ mel trägt, Hüllt sich in Dunkel⸗ heit. In eine Krippe wird gelegt Der Herr der Herrlichkeit.:;: 8. Die Erde kennt nicht ihren Herrn, Die Himmel kennen ihn Und leuchten treu durch einen Stern Die Weisen zu ihm hin. 2 9. Im Staube lieg' ich und bet' an, Mein König und mein Gott! Ich, dein Geschöpf, dein Unterthan, Bin reich durch deine Not. 13 10. Mein ganzes Leben will ich dir, Dir, Herr, zum Danke weihn, Mit Freuden arm, ein Pilger hier Und dort ein Bürger sein. 1 11. Hier gingst du, Herr, in Knechtsgestalt, Dort aber im Ge⸗ richt Ist dir gegeben die Gewalt Und Finsternis und Licht.:, 12. Kommt, Sterbliche, und küßt 42 Von der Menschwerdung und Geburt Jesu. Eh' noch sein Zorn Und eh' er euch von Weh euch! Ver⸗ v. Hippel. Mel. Jesu, meine Freude. ottes Sohn ist kommen! 79. G Dankt ihm, seine From⸗ men! Dankt ihm, daß er kam, Daß er hier auf Erden, Unser Heil zu werden, Seine Wohnung nahm! Mensch, wie wir, Erschien er hier, Der zur Schöpfung sprach: Entstehe! Der einst spricht: Ver⸗ gehe! 2. Laßt uns niederfallen, Dan⸗ ken, daß er allen Freund und Bruder ist. Gott, auf seinem Throne, Liebt uns in dem Sohne, Brüder Jesu Christ. Welch ein Heil Am Sohne teil, Teil durch seiner Zukunft Gaben An Gott selbst zu haben! 3. Keine Macht der Leiden Kann von ihm uns scheiden. Er bleibt ewig treu. Dort wird er vom Bösen Gänzlich uns erlösen, Hier steht er uns bei. Unser Freund, Mit Gott vereint, Kann nicht seine Brüder hassen, Noch sie hülf⸗ los lassen. 4. Wenn wir einst ermüden, Führt er uns im Frieden In des Grabes Nacht. Unsre toten Glieder Giebt die Erde wieder Ihm, der sie bewacht. Jesus ruft Uns aus der Gruft, Er, der selbst den Tod einst schmeckte, Den das Grab bedeckte. 5. Auf dem Richterthrone Wer⸗ den wir im Sohne Unsern Bruder schaun. Heil und ewigs Leben Wird er allen geben, Die noch dann ihm traun. Er ward hier Versucht, wie wir. Überschweng⸗ lich wird er lohnen Und der Schwachheit schonen. 6. Eilet, eilt ihr Sünder! Werdet Gottes Kinder! Werdet seiner wert! Eilet, eilt ihr From⸗ men! Seid, wie er, vollkommen! Bleibet seiner wert! Preiset ihn, Daß er erschien, Daß er sich für den Sohn, entbrennt, seinem Thron, fluchte nennt.: euch gegeben Durch ein göttlich Leben! Münter. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 80 illkommen, Quell der Freuden, Mein süßer Trost im Leiden, Mein Schutz im finstern Thal! Willkommen, Heil der Sünder, Du Freund der Men ⸗ schenkinder, Willkommen tausend, tausendmal! 2. Zwar niedrig und geringe, Beherrscher aller Dinge, Erscheinest du allhier, Doch, was dem Aug' entfliehet, Des Heilands Größe amdt Mein Glaube selbst im Stall an dir. 3. Unendliches Erbarmen! Zu Sündern, ewig armen, Kehrt deine Hoheit ein. Uns Freiheit, Würde, Leben, Einst Kronen uns zu geben, Muß Knechtsgestalt die deine sein. 4. Mit dankerfüllten Lippen Nah' ich mich deiner Krippen. Zwar arm ist nur mein Dank, Doch laß ihn dir gefallen, Des Säuglings schwaches Lallen Ist, Herr, vor dir ein Lobgesang. 5. Hier schlägt unsSünde nieder, Doch Hoffnung stärkt uns wieder. Bald kommt die Zeit heran, Wo ich zu deiner Ehre Entbrannt, in höhre Chöre Den frohen Jubel mischen kann. Tode. Mel. Lasset uns den Herren preisen. 81 Den du uns das Heil er⸗ — rungen, Menschgeword⸗ ner Gottessohn, Ewig sei dir Lob gesungen, Daß du von des Him⸗ mels Thron Uns zu gut ins Fleisch gekommen! Der du voller Freund⸗ lichkeit, Längstens schon vor mei⸗ ner Zeit, Dich auch meiner an⸗ genommen Und mein Bruder worden bist, Sei gelobt, Herr Jesu Christ! 2. Sei gelobt, denn dir gehö⸗ ret Preis und Dank and Ruhm mit Recht. O wie hoch hast du geehret Unser sterbliches Geschlecht! Herr, du hast es selbst vermählet Mit d vor a dir au Gottes Gottes 3. gen, efrein wegen sein. verdor! Kraft Und Einst Deinen 4. worden versöhn Mensch Recht einzuge lichkeit zeit E Nun he Anker, 5.& hassen? Sollt' Hier ist vermag meinen seinen Herr z ihn bin Dir wi Freudig Deine K daß ich ewig da Mel. 9 82. Laßt u bringen Chöre Unserm Von der Menschwerdung und Geburt Jesu. 43 Mit der göttlichen Natur Und vor aller Kreatur Es zur Lust dir auserwählet. Ja, in dir, du Gottessohn, Sitzt der Mensch auf Gottes Thron. 3. Du, du bist der Völker Se⸗ gen, Kamst, vom Fluch uns zu befrein, Und wir können deinet⸗ wegen Nun noch Kinder Gottes sein. Hat die Sünd' uns gleich verdorben, O so hast du neue Kraft Uns zur Heiligung verschafft Und die Tüchtigkeit erworben, Einst von Sünden völlig rein, Deinem Bilde gleich zu sein! 4. Du, du bist der Mittler worden, Der die Welt mit Gott versöhnt, Hast der schwachen Menschheit Orden Wieder mit dem Recht belehnt, In den Himmel einzugehen Und des Herren Herr⸗ lichkeit Nach der kurzen Prüfungs⸗ zeit Ewig einst verklärt zu sehen. Nun hat meine Zuversicht Einen Anker, der nicht bricht. 5. Sollte Gott mich nun wohl hassen? Hier ist ja Immanuel. Sollt' er mich wohl hilflos lassen? Hier ist ja der Hilfe Quell. Was vermag mich anzufechten? Er, der meinen Jammer kennt Und mich seinen Bruder nennt, Sitzt als Herr zu Gottes Rechten. Durch ihn bin ich Gott vereint, Gott ist mein versöhnter Freund. 6. Herr, wie groß ist deine Güte! Meine Seele freut sich dein. Laß doch stets mein ganz Gemüte Voll von deinem Ruhme sein. Nimmer will ich dein vergessen, Dir will ich mich ganz vertraun, Freudig folgen, auf dich baun. Deine Huld ist unermessen. Gieb, daß ich für deine Treu' Dir auf ewig dankbar sei. Finx u. Diterich. Mel. Warum sollt' ich mich denn. 82 Laßt uns unserm Gott lobsingen! Hoch erfreut Laßt uns heut Ihm Verehrung bringen! In des Himmels hohe Chöre Stimmet ein: Gott allein, Unserm Gott sei Ehre! 2. Jeder, der sich fühlt verloren, Freue sich Inniglich! Christus ist geboren! Er, der König aller Wesen, Steigt herab Bis ins Grab, Sünder zu erlösen! 3. Wer kann Gottes Ratschluß sassen? Aber dies Ist gewiß Gott kann uns nicht hassen. Kommt der Sohn aus freien Trie⸗ ben Zu uns her, Wie sollt' er Nicht die Menschen lieben? 4. Wenn er uns verworfen hätte, Nähm' er dann Menschheit an? Er spricht: Ich errette! Des soll sich der Erdkreis freuen. Zum Gericht Kommt er nicht, Sondern zum Verzeihen. 5. Eilt im Geist nach Bethlems Hütten, Seht, was dort Euer Hort Schon für euch erlitten. Er wird niedrig euretwegen. Welch ein Freund! Er erweint Seinen Feinden Segen. 6. Er, er will für eure Schul⸗ den Armut, Not, Schmach und Tod Göttlich groß erdulden. Lernt den Menschenfreund erkennen. Gnadenreich Will er euch Seine Brüder nennen. 7. Dankt ihm, der eu'r innres Sehnen Sehen kann. Betet an. Opfert Freudenthränen. Liebt ihn, der von Liebe brennet, Traut dem Herrn, Der euch gern Seine Brüder nennet. 8 Wenn euch eure Sünden kränken, Eilt herzu, Suchet Ruh. Er will sie euch schenken. Schaut auf ihn mit Glaubensblicken. Zit⸗ tert nicht. Denn er spricht: Ich will euch erquicken. 9. Ihr Erdulder schwerer Tage, Euren Schmerz Fühlt sein Herz. Kein Erlöster zage. Bringet ihm an seinem Feste Zutraun her. Wisset, er Wählt für euch das Beste. 10. Er verläßt euch nicht, ihr Schwachen. Mehr, als ihr, Litt er hier, Euch beglückt zu machen. Eure kleine Zeit der Leiden Und der Müh', Was ist sie Gegen ewge Freuden? 44 Von der Menschwerdung und Geburt Jesu. 11. Gottmensch, du nahmst gieb mir Kraft. Nur du bist's, meine Bürde Gern auf dich, Daß der mir Hilfe schafft. auch ich Frei und selig würde. 6. Gieb mir dein Herz! Dies ist Wer kann deine Lieb' ergründen? dein Wille. Ich geb' es dir zum Ewig soll Freudenvoll Sie mein Opfer hin. Doch wie ich dieses Herz empfinden. recht erfülle, Dies, dies beküm⸗ 12. Dir, mein göttlicher Be. mert meinen Sinn. Doch du hilfst freier, Folg' ich nach, Obwohl meiner Schwachheit auf Und stärkst schwach, Doch um soviel treuer. mich in der Tugend Lauf. Keine Kreatur, kein Leiden, Keine 7. Du kannst mein Herz zum Not Und kein Tod Soll von dir Guten lenken. O schenk' ihm ganz mich scheiden. des Himmels Sinn. Laß dein bei 13. Du kommst einst zum Welt⸗ allem Thun mich denken, Nimm gerichte. Dann werd ich, Richter, alles Eitle von mir hin, Gieb dich Schaun von Angesichte. Gott, Glauben mir und Frömmigkeit, wie wird dein Hasser beben! Dann Bereite mich zur Ewigkeit. werd' ich Deiner mich Freun und 8. Die unermeßlich große Liebe, ewig leben. Neander.(Gerhard.) Die dich herab vom Himmel zog, Dich aus erbarmungsvollem Triebe Mel. Wer nur den lieben Gott. Selbst in den Tod zu gehn bewog, 83 Seht. Gottes Gnade ist Die ziehe mich vom Laster ab, 5. erschienen! Erlöste Daß ich dir treu sei bis ins Grab. Menschen, auf und eilt, Des 9. Dann werd' ich einst in je⸗ großen Heils euch zu bedienen, nem Leben, Dem Stande der Voll. Das euch sein lieber Sohn erteilt! kommenheit, Dir Lob und Preis Er ist's, der einer sündgen Welt und Ehre geben Und singen: Herr Mit Gott den Frieden hergestellt. der Herrlichteit, Der du dies Leben 2. Allein so herrlich, groß und mir erwarbst, Preis dir, daß du für wichtig Auch dieser Friede für uns Sünder starbst! ist, So bleibt doch alle Hoffnung SophieEleonore v.Braunschweig. nichtig, Wenn nicht der Heiland Jesus Christ Auch unser ganzes Mel. Es ist das Heil uns kommen. Herz gewinnt, Und wir nicht Got ⸗· 8 4 Wis höchster aller Väter, tes Kinder sind.— wie, Wie können wir 3. Wollt ihr denn, Menschen, dir danken? O deine Huld, wie schon auf Erden Gott angenehm groß ist sie! Wie ohne Nam' und und dankbar sein, So müßt ihr Schranken! O Liebe, von dem höch⸗ fromm und heilig werden, Sonst sten Thron Der Himmelsthronen ist eu'r Glaube nur ein Schein. kam dein Sohn Huldreich zu uns Der Dank, der nicht von Sünden hernieder! frei, Ist Sünde selbst und Heuchelei. 2. In Finsternissen waren wir 4. Drum kehret um, seid Vertieft, in tausend Sünden. Den wie die Kinder. Legt ab den Stolz Weg zur Freiheit und zu dir, Wie und Übermut. Bedenkt, bedenkt, konnten wir ihn finden? Wir verlorne Sünder, Nur euch zum tappten, strebten immerdar Nach Beispiel euch zu gut Wird Lust, die uns Verderben war, Und Gottes Sohn serbst arm und klein. hatten dein vergessen. Ach, laßt ihn euer Muster sein! 3. Doch du vergaßest unser 5. Mein Heiland, meiner Seele nicht, Dich jammert das Verder⸗ Führer, Was kann ich Schwacher ben. Mit liebevollem Angesicht ohne dich? Sei du mein Beistand, Sprachst du: Ihr sollt nicht ster⸗ mein Regierer, Zu deiner Ehr' ben, Der Sünder ist noch Mensch erleuchte mich Dir nachzufolgen und mein, Soll besser werden. selig Leben test du, Arbeite Die S. Ach, di 8. Christ, nen. ben ist Daß w Lilt, sei'n A 9. L Gepries erster 2 Mittler lich me Mensche betung Der z Mel. N 85. nähern Von der Menschwerdung und Geburt Jesu. selig sein. Sei, Sohn, der Toten Leben! 4. Der Sohn der Liebe liebt wie du. Hier bin ich!(Wort voll Gnade!) Ich eile den Verlornen zu Und wandle Menschenpfade. Mit deiner Kraft, mit deinem Blick Voll Huld führ' ich sie dir zurück, Ihr Bruder will ich werden. 5. Du kamst du kamst, o Jesus Christ, Mit göttlichem Erbarmen, Mit allem, was des Vaters ist, Herab zu uns, uns Armen. Und du, durch den die Himmel sind, Du Hocherhabner, wirst ein Kind, Wirst der Verlornen Bruder. 6. In Armut, Blöße, Not und Schmerz, Sinkst du aus Gottes Freuden Herab, aus Licht in Nacht. Dein Herz Will Menschenleiden leiden. Will lernen, in der herb⸗ sten Pein Gott folgsam, Gott ge⸗ horsam sein Und Gottestugend lehren. 7. Du nahmst an Kraft und Weisheit zu, Wie andre Menschen⸗ kinder. Was Gott gebot, das tha⸗ test du, Das lehrtest du die Sünder, Arbeitetest, ach, Tag und Nacht Die Sünde, die uns elend macht, Ach, die uns zu verbittern. 8. Das alles thatst du, Jesus Christ, Daß wir die Tugend ler⸗ nen. Von dem, was uns Verder⸗ ben ist, Uns ewiglich entfernen, Daß wir, von Furcht, vom Laster rein, Dir, Bester, Bester, ähnlich sei'n An Weisheit, Kraft und Güte. 9. O sei mit dankerfüllter Brust Gepriesen, großer Retter! Du, erster Bruder, höchste Lust! Herri Mittler! Heil! Vertreter! Unend⸗ lich mehr hast du gethan, Als Menschensinn je fassen kann. An⸗ betung dir und Liebe! Lavater. Der den Weisen geoffenbarte Weltheiland. Mel. Nun freut euch, lieben Christen. * Seut hat den Juden 85⁴. H sech dein Reich Zu nähern angefangen. Ein helles 5 Licht ist auch zugleich Den Völkern aufgegangen. Dies sei dir, Welt. ein Frendentag! Die Nacht, die auf den Völkern lag, Durchbrach zuerst sein Schimmer. Kaum sandte Gott mit seinem Sohn Der Erde große Freuden, So sammelt er sich selber schon Die Erstlinge der Heiden. Zu ihrem neugebornen Herrn Muß sie ein wunderbarer Stern Aus fernen Landen führen. 3. Der vorgen Zeit denkt, Chri⸗ sten, doch. Heil euch, sie ist ver⸗ schwunden! Was wart ihr, eh' der Herr euch noch. Eh' ihr noch ihn gefunden? Fragt euch nur selbst, was waret ihr? O deutsches Volk, erwecket dir Dein vorigs Bild nicht Grauen? 4. Ein Volk, mit Gott ganz un⸗ bekannt, Von seiner Lehr entfer⸗ net, Das von der Tugend abge⸗ wandt Nur Böses thun geler⸗ net, Das toten Stein, geschnitz⸗ tes Holz, Wohl gar auf seine chrnt. stolz, Als seine Götter ehrte. 5. Beglückter Tag, der jene Macht Des Götzendiensts entwen⸗ det, Daran uns Gott nach langer Nacht Sein Licht und Heil gesendet, Da Gott in dir, Immanuel, Mit deinem wahren Israel Nun auch die Heiden dankten! 6. Nun prüfe heut, Volk Got⸗ tes, dich Vor seinem Angesichte. Beharrst du unveränderlich In seiner Wahrheit Lichte? Was hel⸗ sen Opfer des Gebets Zum wahren Gott, wenn du noch stets Der Sünde sklavisch dienest? 7. Was hilft es, daß du Gott erkennst und seinen ganzen Willen, Wenn du das Thun und Wissen trennst, Zu träg, ihn zu erfüllen? Wenn du oft Treu' gelobst und brichst, Zwar christlich glaubst und christlich sprichst Und doch als Heide wandelst? 8. Ach, prüse dich! Gott nimmt sein Licht, Wenn man's nicht schätzt, zurücke. Steh' auf vom 46 Von der Menschwerdung und Geburt Jesu. Schlaf, damit er nicht Sein Wort schenkinder, Hier ein Bürge für auch dir entrücke. Gott, hör uns die Sünder, Hier steht allen, die nicht zu tragen auf Und fördre sein hoffen, Nun der Weg zum deiner Lehre Lauf Noch zu den Himmel offen. fernsten Heiden. 4. Lob und Preis und Dank Schlegel nach Rambach. und Ehre, Herr, sei dir für diese Lehre, Die dein Sohn, den du Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. zum Leben Der verlornen Welt 8 50 ott, dein unsicht⸗ gegeben, Und den du zum Licht — bares Wesen Läßt erwecket, Uns auf Erden selbst sich in dem Lichte lesen, Das du entdecket. Ihre Wahrheit, Wert uns, um dir zu leben, Schon und Stärke Zeigten seine großen durch die Vernunft gegeben. Herr, Werke. ich muß aus deinen Werken Dein 5. Gott, wie reich an Trost und notwendges Dasein merken, Und Segen Und wie groß in deinen die Pflicht, dich zu verehren, Kann Wegen, Lehrt dich uns dies Wort mich meine Schöpfung lehren. vom Glauben! Wer will uns den 2. Die Vernunft zeigt deine Himmel rauben, Wenn wir auf Größe Und entdeckt mir meine dein Zeugnis bauen. Deiner Va; Blöße, Ruft, mit dir mich zu terhuld vertrauen, Unsern Mittler verbinden, Doch dies hindern gläubig kennen Und in deiner meine Sünden. Diese kann ich Liebe brennen? nicht verfühnen, Meine Kraft kann 6. Aber ist's von uns geschehen? nichts verdienen. Ach Vernunft! Vater, trage das Vergehen, Trag' dies ist der Schade! Aber wie find' uns noch nach deiner Treue, Gieb ich nun Gnade? uns Glauben nach der Reue, Laß 3. Hier erscheint in größrer Klar⸗ uns nichts von dir entfernen heit Uns ein Licht, das Wort der Stets getreu von Jesu lernen Wahrheit. Dies verspricht den geist⸗ Und uns einst, bewährt durch lich Armen Güter, Frieden und Ringen, In das Reich des Lichtes Erbarmen. Hier ist Heil für Men⸗ dringen. nger. Von der Person und dem Leben Jesu auf Erden. on der Person Jesu. Werde! Entstand die Welt in ihrer Von der Person Jef Pracht. Du bist auch unser Mei⸗ Mel. Nun lob', mein' Seel', den Herren. ster, Auch uns schuf deine Hand, 86 P ein Heiland, deine Sowie die Welt der Geister, Die Größe Geht über alle dich noch eh'r erkannt, Dich, Erb. Himmel weit. Wer ist, der sie er⸗ herr über alles: Das ist dein messe? Du warst bei Gott von ewger Ruhm, Drum jammert dich Ewigkeit. Du bist der Erstgeborne des Falles Von deinem Eigen⸗ Vor aller Kreatur, Kamst zwar tum. 3. Du trägest alle Dinge Durch Natur, Doch in der Menschheit deiner Allmacht starkes Wort. Das Orden Tratst du erst in der Zeit. Große und Geringe Geht bloß Denn eh' die Welt geworden, Hattst durch deinen Willen fort. Sohn du schon Herrlichkeit. Gottes, du regierest Den ganzen Kreis der Welt. Weil du das Sind auf dein kräftges Wort Zepter führest, Geschieht, was gemacht. Auf dein allmächtig: dir gefällt. Bei dir steht Tod und 3 Gruf Wen 4. Scho Welt Sama fällt. Erhal Freud vor d dein Preis von u Eigen für sie Teil ih zu erkt erkann Dein Mel. 87. Des Be sein H von ein du gem 5928— keiner besten 2 bleiben treiben 4. 2 Des V den ich alles G nichts Von der Person und dem Leben Jesu auf Erden. 47 und Leben, Drum wird einst jede Gruft Die Toten wiedergeben, Wenn deine Stimme ruft. 4. Wie herrlich ist dein Name Schon jetzt, o Herr, in aller Welt! Dich preist der Frommen Same, Der gläubig dir zu Fuße fällt. Dich preisen Seraphinen, Erhabner Menschensohn. Mit Freuden dir zu dienen, Stehn sie vor deinem Thron. Wer wollte dein sich schämen? Wert bist du, Preis und Ruhm Auch, Herr, von uns zu nehmen, Uns, deinem Eigentum. 5. Sohn Gottes, ich verehre und bete dich in Demut an. Be⸗ schäme und bekehre Die, die dir noch nicht zugethan, Die deinem Wort nicht glauben Und dir, der für sie litt, Die schuldge Ehre rauben. Teil ihnen Gnade mit, Dich gläubig zu erkennen. Laß nichts, die dich erkannt, Von deiner Liebe trennen. Dein Ruhm füll' jedes Land. Rambach und Diterich. Mel. Herr Christ, der ein'ge Gottes. 87 O Christe, Eingeborner, Von Ebwigkeit gezeugt, Des Vaters Auserkorner, Zu dem sein Herz sich neigt! Mit ihm von einem Wesen Bleibst du, der du gewesen, Der Glanz der Herr⸗ lichkeit. 2. Für uns ein Mensch ge⸗ boren, Der keuschen Jungfrau Sohn, Wie Gottes Eid geschwo⸗ ren, Erlittst du Qual und Hohn, Starbst, daß wir leben möchten, Erhubst uns Gerechten Und Erben deines Reichs. 3. Gieb stets in reicherm Maße Erkenntnis deines Heils, Daß keiner je verlasse Die Wahl des besten Teils. Laß uns im Glauben bleiben, Durch ihn zur Lieb' uns treiben Und zu der Lust an dir. 4. Der du trägst alle Dinge, Des Vaters ewge Kraft, Ohn den ich nichts vollbringe, Der alles Gute schafft, Hilf, daß mich nichts verblendet. Mein Herz nichts von dir wendet, Nichts meine Liebe schwächt. 5. Laß uns, mit dir begraben, mit dir auch auferstehn, Mit dir zur Höh' erhaben, Nicht auf das Eitle sehn, Dich wissen und dich hören, Nach dir allein begehren, Dein tot und lebend sein. 6. Dank, Lob und Preis und Ehre Sei Gott in Ewigkeit Für solche süße Lehre, Mit der er uns erfreut. Sie tröst' uns, wenn wir leiden, Sie stärk' uns, wenn wir scheiden, Sie schütz' uns im Gericht. Schlegel nach Creutziger. Von dem Namen Jesu. Mel. O Gott, du frommer Gott. 88 Ac Jesu, dessen Treu' — Im Himmel und auf Erden Durch keine Zunge kann Genug gepriesen werden! Ich danke dir, daß du Des Zornes schwere Last, Im Fleisch geoffen⸗ bart, Von mir genommen hast. 2. Wie leicht, wie bald wird nicht Mein banges Herz gestillet, Wenn mich mit seinem Trost Dein süßer Nam' erfüllet. So lieblich ist kein Trost, Als den dein Name giebt. Der Name des, der uns Bis in den Tod geliebt. 3. O Jesu, höchstes Gut, Nur du kannst Freude bringen. Mir kann nichts lieblicher, Als Jesu Name, klingen. Dein Name kün⸗ digt mir, Hab' ich des Trauerns viel, In dir den Heiland an, Der selig machen will. 4. Will des Gesetzes Fluch, Will Tod und Grab mich schrecken, So soll dein Name, Herr, Mich schützen und bedecken. Er sei mir Trost und Hilf' In aller Angst und Not, So bin ich unverzagt Im Leben und im Tod. 5. Er sei mein Licht, wenn ich Im finstern Thale walle. Er sei mein fester Stab, Daß ich nicht gleit' und falle, In Hitz' ein Schat⸗ ten mir, Mein Schirm vor Feinde Wut, Mein Reichtum, Ehr' und Ruhm, Er sei mein höchstes Gut. 48 Von der Person und dem Leben Jesu auf Erden. 6. Er sei mir stets der Weg, Die Wahrheit und das Leben. Er wolle mir zuletzt Aus Gnaden dieses geben, Daß ich, erscheinet nun Auch mir mein Sterbetag, Mit großer Freudigkeit In ihm entschlafen mag. 7. Bis dahin helf er mir, So lang' ich hier noch wandle, Daß ich in meinem Thun, Wie sich's gebühret, handle. Er steh' auch immerdar Mit seiner Kraft mir bei, Erhalt' in meinem Amt Und Stande mich getreu. 8. Dir leb' ich und in dir, In dir will ich auch sterben. Herr, sterben will ich dir, In dir will ich ererben Das ewge Himmelreich, Denn das erwarbst du mir. Von dir verklärt, will ich Dir danken für und für. Heermann und Sollikofer. Mel. Es ist das Hell uns kommen. 89 Mein Jesu, du hast unsre * Schuld Mit ihrer Strafe Plagen, O unerhörte Lieb' und Huld! Freiwillig wollen tra⸗ gen. Du, der Gerechte, ließest dich Zur Sünde machen, daß ich mich In dir gerecht kann nennen. 2. So heißest du nicht Jesus nur, Du bist auch, was du heißest, Da du die menschliche Natur Aus allem Jammer reißest. Die That stimmt mit dem Namen ein, Du wolltest, was du heißest, sein, Mein Heil, mein Seligmacher. 3. In keinem andern ist ia Heil, Kein Nam' ist uns gegeben, Darin wir könnten nehmen teil An Seligkeit und Leben. Du bist's allein, der jedermann Ein ewigs Leben schenken kann. Gelobet sei dein Name! 4. O Name, werde doch in mir Durch Gottes Geist verkläret, Da, was verborgen ist in dir, Kein fleischlich Herz erfähret! Denn die Vernunft begreift es nicht, Ohn' deines Geistes Gnadenlicht Blieb' Es unaufgeschlossen. 5. Laß mich empfinden deine Kraft, Von heißer Lieb entbrennen, Mich, was dein Name Gutes schafft, Stets aus Erfahrung kennen. So wird der Sündennot gewehrt, In Hoffnung meine Furcht verkehrt Und Seligkeit mein Erbe. Freylinghausen. Auf die Darstellung Jesu im Tempel. Mel. Kommt her zu mir, spricht. zohlauf, mein Herz, 90. Wé verlaß die Welt. Dem, der für dich sich dargestellt, Nun dich auch darzustellen! Er ist das Licht, drum sei gewiß, Er werd' auch deine Finsternis Durch seinen Glanz erhellen. 2. Ach, du sollst ihm sein Tem⸗ pel sein. Er selbst macht dich von Sünden rein Und hat hier Lust zu wohnen. Doch hoffe nicht, daß Jesus Christ In solchen Herzen wohnhaft ist, Die noch der Lüste schonen. 3. Was nur dem Fleische wohl⸗ gefällt, Das opfre die verkehrte Welt Dem Satan, ihrem Gotte. Sie erntet Schaden bloß für Müh', Für ihren Sündendienst wird sie Einst ewiglich zu Spotte. 4. Doch wer vom Geist, wie Simeon, Sich treiben läßt, nur Gottes Sohn Zum Heil begehrt u haben, Gott fürchtet, sich der Welt entwöhnt, Aus ihr sich nach dem Himmel sehnt, Der opfert rechte Gaben. 5. Wer durch das Wort, darauf er traut, Im Glauben seinen Hei⸗ land schaut, Der kann in Frieden fahren. Der Heiland hält, was er verspricht. Er wird sich ihm in seinem Licht Dort herrlich offen⸗ baren. 6. Herr, mache mich gerecht und rein, Herr, laß mich stets voll Glauben sein, Mich stets im Geiste leben, Bis du auch mich, wenn dir's gefällt, In Frieden wirst aus dieser Welt In deine Wonn' erheben! Schlegel nach Caurenti. dami u, t, 50 n rt Von der Person und dem Leben Jesu auf Erden. 49 Von dem Vorläuferamte Johannis. Mel. Nun danket alle Gott. 58 lag die ganze Welt 91. E Mit Büin und Fluch beladen, Da öffnetest du, Gott, Die Fülle deiner Gnaden. Dein Sohn erscheint. Du schickst Den, dessen Dienst die Bahn Dem Herrn bereiten soll, Als seinen Knecht voran. 2. Gott, wer kann thun, wie du? Schon wohlbetagt an Jahren Gebiert Elisabeth. Der Sohn der Unfruchtbaren, Den jenes Engels Mund Verheißen, sollt' allein Der keuschen Jungfrau Sohn Ein würdger Herold sein. 3. Du willst durch ihn die Welt Von deinem Heil belehren Und ihn auch ehrest du, Um deinen Sohn zu ehren. Sein Vater wird erst stumm, Der Stumme schnell beredt Und weissagt, da auf ihn Der Geist des Herrn gerät. 4. Das Kind wird stark am Geist, Der Gnade treuer Lehrer, Ein brennend scheinend Licht, Ein mächtiger Bekehrer, Ein heilger Eiferer, Der ohne Schonen straft. Auf seiner Seele ruht Eliä Geist und Kraft. 5. O welch ein Gnadenwort! O welche süße Stimme, Die in der Wüst' erschallt! Gott straft nun nicht im Grimme Die sünden⸗ volle Welt. Sein Himmerreich ist nah'. Denn, der die Welt mit Gott Versöhnen soll, ist da. 6. Euch ist solch Heil bereit't, Ihr Sünder, nehmt's zu Ohren! Freut mit Johanne euch! Wie er noch ungeboren Des Heilands sich erfreut, So freut er sich auch nun, Durch Tauf' und Predigen Ihn allen kund zu thun. 7. Allein zu Jesu hin Ver⸗ weist er seine Jünger, Allein auf Jesum zeigt, Sein ausgestreckter Lamm. Seht, das ist Gottes amm, Das, mit dem Fluch be⸗ legt, Für uns geschlachtet wird Und aller Sünden trägt! 8. Wohl dem, der dieses Lamm, Auf das Johannes weiset, Mit festem Glauben faßt Und auch im Leben preiset! Wer, seinem Taufbund treu. Sich Jesu ganz ergiebt, Der ist in ihm von Gott Begnadigt und geliebt. 9. Das werd' auch unser Teil! Johannis Amt und Lehre Ver⸗ herrliche noch stets, Gott, deines Namens Ehre. Wer Buße thut und glaubt, Hat Trost auf alle Zeit, Wer Buße thut und glaubt, Der bleibt in Ewigkeit. Schlegel nach J. G. Glearius. Von dem Lehramte Jesu. Mel. Vater unser im Himmelreich. 00 Hein Lehrer ist dir, Jesu, 92. K gleich! An Weisheit und an Liebe reich, Bist du so⸗ wohl durch Wort als That Der schwachen Menschen sichrer Rat. Es freut mein Geist im Glauben sich, Herr Jesu, dein und lobet dich. 2. Du kamst zu uns, von Gott gesandt, Und machtest uns den Weg bekannt, Wie wir, befreit von Sündenschuld, Teilhaftig wer⸗ den seiner Huld. Auf ewig sei dir Dank und Ruhm, Herr, für dein Evangelium. 3. Du sahest in der Gottheit Licht Mit aufgeklärtem Angesicht, Was nach des Höchsten weisem Rat Die Welt noch zu erwarten hat. Du machtest selbst durch deinen Mund Das Künftige den Menschen kund. 4. Dies und die Wunder deiner Hand Sind uns ein göttlich Unter⸗ pfand, Was man aus deinem Mund gehört, Sei Wahrheit, die uns Gott gelehrt. Nie schwäche mir der Frebler Spott Den Glau⸗ ben an dies Wort von Gott. 5. Du lehretest durch Wort und That. Man trifft der reinsten Tugend Pfad In deinem heilgen Wandel an. Gieb, Herr, daß ich auf dieser Bahn, Gestärkt von D 50 Von der Person und dem Leben Jesu auf Erden. dir, mit steter Tren' Dir nachzu⸗ folgen eifrig sei. 6. Du bist es, Herr, von dem das Amt, Das die Versöhnung predigt, stammt. Du machst durch treuer Lehrer Mund Noch jetzt dein Heil den Menschen kund. Be⸗ gleite stets mit deiner Kraft Ihr Amt, damit es Nutzen schafft. 7. Noch immer hilfst du deinem Wort In seinen Siegen mächtig fort. Du sendest, wie dein Mund verheißt, Noch immer deinen gu⸗ ten Geist, Der dem, der Wahr⸗ heit sucht und liebt. Zum Glau⸗ ben Licht und Kräfte giebt. 8. Mein Heiland, send' ihn auch zu mir, Daß er mich zu der Wahr⸗ heit führ', Vom Eigendünkel mich befrei', Damit ich dir gehorsam sei, Bis mich bei dir in Ewigkeit Ein hellres Licht dereinst erfreut. Rambach und Bruhn. Von dem heiligen Leben Jesu. Mel. Mach's mit mir, Gott, nach. 93 u wesentliches Ebenbild — Der allerhöchsten Liebe! Du warst, o Jesu, ganz erfüllt Mit gottgeweihtem Triebe. Gott war dein Zweck, dein höchstes Gut, Ihm folgtest du mit Heldenmut. 2. Du warst mit ihm ein Sinn, ein Herz, Sein Wille war dein Wille. Du ehrtest ihn, auch unter Schmerz, Stets mit zufriednerStille. Selbst auf der allerrauhsten Bahn Sahst du ihn noch als Vater an. 3. Du suchtest nichts, als sein Gebot Vollkommen zu erfüllen, Und unterwarfst dich bis zum Tod Ganz deines Vaters Willen. Dein Hauptgeschäft war das allein, Ein Herold seines Ruhms zu sein. 4. Du gingst versiummt zur Schlachtbank hin, Gehorsam zu be⸗ zeigen. Man sah dich mit gelassnem Sinn Zur Schädelstätte steigen. Du warst zur tiefsten Schmach gefaßt Und trugst die schwere Kreuzeslast. 5. O Heiland, der du 2—— versöhnt, Laß dein Verdienst mi decken, Wenn mich, der ich oft Gott verhöhnt, Verdiente Strafen schrecken. Hilf mir, daß ich so gern, wie du, Den Willen deines Vaters thu'. Rambach und diterich. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 0 Seiland, deine Menschen⸗ 94. Heliebe War die Ouelle jener Triebe, Welche dich ins Fleisch gezogen, Zu so großer Treu be⸗ wogen, Dich mit Schmach und Schmerz bedecket, Dich vom Kreuz ins Grab gestrecket! O wer faßt die starken Triebe Deiner treuen Menschenliebe? 2. ber seine Feinde weinen, Jedermann mit Hilf' erscheinen, Sich der Blinden, Lahmen, Armen, Mehr als väterlich erbarmen, Der Betrübten Klagen hören, Sich in andrer Dienst verzehren, Sterben für die ärgsten Sünder: Das ist Lieb', o Menschenkinder! 3. O du Zuflucht der Elenden! Wer hat nicht von deinen Händen Segen, Hilf' und Heil genommen, Der gebeugt zu dir gekommen? Wie ist dir dein Herz gebrochen, Wenn dich Kranke angesprochen Und wie pflegtest du zu eilen, Das Gebetne mitzuteilen! Die Geängsteten zu stärken, Auf die Kinder selbst zu merken, Die Unwissenden zu lehren, Die Versührten zu bekehren, Sünder, die sich selbst verstocken, Liebreich zu dir hinzulocken, War, mit Schwächung deiner Kräfte, Herr, dein tägliches Geschäfte. 5. O wie hoch stieg dein Er⸗ barmen, Da du, Heiland, für uns Armen Dein unschätzbar teures Leben In den ärgsten Tod gegeben, Da zur Tilgung unsrer Schulden Du die Strafe wolltst erdulden Und, uns Segen zu erwerben, Als ein Fluch am Krenze sterben! 6. Deine Huld hat dich getrie ⸗ ben, Sanftmut und Geduld zu üben, Haß mit Haß nicht zu ver⸗ gelten, Deine Schmäher nicht zu schelten, Allen freundlich zu be. gegnen, Für die Lästerung zu — 322388 SSAÆ+HSNDGO SSSS& — Von der Person und dem Leben Jesu auf Erden. 51 segnen, Deine Feinde zu vertreten Und für Mörder selbst zu beten. 7. Demut war bei Spott und Hohne Deiner Tugend Schmuck und Krone. Nie hast du nach Ruhm getrachtet Und auf Menschenlob geachtet. Deines Vaters heilgen Willen Mit Gehorsam zu erfüllen Und uns Heil und Trost zu geben, War der Zweck von deinem Leben. 8. Laß mich, Herr, zu reichem Segen, Deinen Wandel oft erwägen. Laß mich in der Angst der Sünden Trost und Hilfe bei dir finden. Heilige auch meine Triebe Zu recht⸗ schaffner Menschenliebe. Laß mich immer mehr auf Erden Deinem Bilde ähnlich werden. Rambach. über die Thränen Jesu. Mel. Allein zu dir, Herr Jesu Christ. 95 5 weinet um Jerusalem 5. Gmein Jesus heiße Zäh⸗ ren, Bezeugt, es sei ihm ange⸗ nehm, Wenn Sünder sich bekehren. Wie sollte je vor unserm Schrei'n Sein zärtlich Herz verschlossen sein? Aus seinen Thränen, Sün⸗ der, wißt, Daß Jesus Christ Ein treuer Hoherpriester ist. 2. Ja Heiland, diese Thränen sind's, Die kräftig für mich bitten, Wenn ich die Pflichten eines Kinds Treubrüchig überschritten. Wie hoch sind sie vor Gott geschätzt! Wer sie zu seinem Troste setzt, Der wird, wenn er voll Traurigkeit Sein Thun bereut, Mit Gnad' und Heil von Gott erfreut. 3. Ach, diese Thränen mache doch, Mein Mittler, mir zum Segen! Laß sie, drückt mich der Sünde Joch, Mein Innerstes be⸗ wegen, Daß nicht, wenn jeder Kummer leicht Zu bittern Thränen mich erweicht, Mein Herz allein bei seiner Reu' Die Thränen scheu', Ihr Quell nur dann verschlossen sei. 4. Ich muß ja oft vor herbem Schmerz Hier bange Thränen wei⸗ nen. Der Bosheit Anblick quält mein Herz, Auch kränkt die Welt die Deinen. Bemächtiget dann mei⸗ ner sich Der Kummer, o so tröst' ich mich. Der Grimm, den die an dir verübt, Die du geliebt, Hat bis zu Thränen dich betrübt. 5. Herr, du siehst meine Thrä⸗ nen an Und du bist's, der sie zählet, Wenn ich sie selbst nicht zählen kann, Daß dir nicht eine fehlet. Sie bleiben immerdar vor dir Und neigen bald dein Herz u mir, Daß es, da du oft gleiche zast Erfahren hast. Bei meinem Kummer Mitleid faßt. 6. Der Christ, der hier mit Thrä⸗ nen sä't, Zu Gott in Demut stille, Der erntet, wenn er aufersteht, Der Freuden reichste Fülle. Er sam⸗ melt Freuden, welche man Hier nicht verstehn noch nennen kann. Dem kurzen Leiden dieser Zeit Folgt Seligkeit Dereinst in alle Ewigkeit. 7. Du selbst erduldest Qual und Spott, Eh' Wonn' und Preis dich krönen. Auch Thränen weintest du zu Gott, Uns Sünder zu versöh⸗ nen. Du strittest erst, dann gingest du Aus allem Streit in deine Ruh'. Dorthin erhebst du einst auch mich. Dann preis' ich dich Für deine Huld, Herr, ewiglich. Schlegel nach Heermann. Von dem Leiden Erweckung zur fruchtbaren Be⸗ trachtung des Leidens Jesu. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 96 M‚ eine Seel', ermuntre dich, Jesu Liebe zu und Tode Jesu. bedenken. Auf sein Leiden müsse sich Deine ganze Andacht lenken, Daß dein Herz der großen Treue Deines Jesu sich erfreue. „Sieh, der wahre Gottessohn Ist für dich ans Kreuz geheftet! Dꝰ 52 Von dem Leiden Hier hängt er voll Schmach und Hohn, Blutig, schmerzenvoll, ent⸗ kräftet, Ach, für dich mit Fluch beschweret! Wo ist größre Lieb' erhöret? 3. Du, du solltest große Pein Ewig in der Hölle leiden Und von Gott verstoßen sein. Ewig fern von allen Freuden. Nun trägt Jesus deine Sünden, Daß du könntest Gnade finden. 4 Sein verdienstlich Leiden stillt Deines Richters Zorn und Rache. Er hat das Gesetz erfüllt, Gut gemacht die böse Sache, Sünde, Teufel, Tod bezwungen Und das Leben dir errungen. 5. Nun, was liegt dir ob, mein Herz, Dem dich dankbar zu be; weisen, Der sogar durch Blut und Schmerz Seine Lieb' an dir will preisen? Kannst du wohl in schwachen Liedern Ihm so große Lieb' erwidern? 6. Ach, ich kann ja nimmermehr Das Geringste nur vergelten! Er verbind't mich ihm zu sehr. Meine Trägheit muß ich schelten, Daß ich ihn so lau geliebet, Ja durch Sünden oft betrübet. 7. Was geschehen ist, das soll Ferner nicht von mir geschehen. Fest entschlossen, eifersvoll, Einen andern Weg zu gehen, Will ich nun nur Jesum suchen Und, was ihn betrübt, verfluchen. 8. Weg, ihr Sünden, weg von nir! Euch kann ich an mir nicht leiden. Welch ein schnöder Greul seid ihr! Ach, von dem wollt ihr mich scheiden, Ohne welchen ist kein Leben, Keine Gnade, kein Vergeben! 9. Dir, mein Jesu, dir, mein Heil, Will ich ganz mich über⸗ geben. Als dein Eigentum und Teil Will ich dir alleine leben. Dir zu Ehren will ich leiden Und in dir einst selig scheiden. 10. Du, mein Jesu, sollst es sein, Auf den stets mein Auge blicket. Du bist mein, ich bleibe dein Immer ganz und unverrücket. und Tode Jesu. Was du liebst, will ich auch lieben. Was dich kränkt, soll mich betrüben. 11. Drohten mir sogar um dich Tod und Marter, Schmach und Bande, Mich schreckt nichts. Von dir hab' ich Deinen Geist zum teuren Pfande, Daß ich soll den Himmel erben. Darauf kann ich fröhlich sterben. 12. Nun, so bleibt es fest dabei, Jesus soll es sein und bleiben. Dem ich lebe, des ich sei, Nichts soll mich von Jesu treiben. Du wirst, Jesu, mich nicht lassen, Ewig will ich dich umfassen. 13. Ist schon jetzo, ist schon hier Solche Freud' und Ruh' zu finden. Wenn im Glauben wir mit dir Uns, mein Jesu, recht verbinden, Schenkst du schon soviel auf Er⸗ den, Ei, was wird im Himmel werden! 14. Was für Wonne nach dem Leid! Nach dem Elend, was für Ehre! Was für Ruhe nach dem Streit! Was für frohe Jubelchöre! Ewig werd' ich Gott dort loben, Wenn er mich zu sich erhoben. 15. Täglich, täglich freu' ich mich Auf dies freudenvolle Leben. Heiland, dir sei Dank, durch dich Wird es mir dereinst gegeben! Laß, im Glauben mich zu halten, Deine Krast in mir stets walten. Schaͤde und Schlegel. Mel. Wend' ab deinen Zorn. C Serr, stärke mich, dein 97.. Leiden zu bedenken, Mich in das Meer der Liebe zu versenken, Die dich bewog, von aller Schuld des Bösen Uns zu erlösen. 2. Vereint mit Gott, ein Mensch gleich uns auf Erden Und bis zum Tod am Kreuz gehorsam werden, An unsrer Statt gemartert und zerschlagen, Die Sünde tragen! 3. Welch wundervoll hochheiliges Geschäfte! Sinn' ich ihm nach, so zagen meine Kräfte, Mein Herz erbebt, ich seh' und ich empfinde Den Fluch der Sünde. ?= 3 —3nee — —— SSrei Se Von dem Leiden und Tode Jesu. 53 4. Gott ist gerecht, ein Rächer alles Bösen, Gott ist die Lieb' und läßt die Welt erlösen. Dies kann mein Geist mit Schrecken und Entzücken Am Kreuz erblicken. 5. Es schlägt den Stolz und mein Verdienst danieder, Es stürzt mich tief und es erhebt mich wieder, Lehrt mich mein Glück, macht mich aus Gottes Feinde Zu Gottes Freunde. 6. O Herr, mein Heil, an dessen Wort ich glaube, Ich liege hier vor dir gebückt im Staube, Ver⸗ liere mich mit dankendem Gemüte In deiner Güte. 7. Sie übersteigt die mensch⸗ lichen Gedanken. Allein sollt' ich darum im Glauben wanken? Ich bin ein Mensch, darf der sich unter⸗ winden, Gott zu ergründen? 8. Das Größt' in Gott ist, Gnad' und Lieb' erweisen. Uns kommt es zu, sie demutsvoll zu preisen, Zu sehn, wie hoch, wenn Gott uns Gnad' erzeiget, Die Gnade steiget. 9. So sei denn ewig auch von mir gepriesen Für das Erbarmen, das du mir erwiesen, Da du, mein Heiland, auch für mich dein Leben Dahingegeben. 10. Du liebtest mich, ich will dich wieder lieben Und stets mit Freuden deinen Willen üben. O ieb zu diesem seligen Geschäfte, Herr, selbst mir Kräfte! Gellert und Diterich. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 98 Wes Welt, mit deinen — Freuden Und was dir wohlgefällt! Mein Jesus muß jetzt leiden, Der sich zum Opfer stellt. Entfernet euch, ihr Lüste! Der Herr trägt Qual und Pein. Wie kann sein Knecht, ein Christe, Dabei wohl fröhlich sein? 2. Ach, seht sein Seelenschrecken! Er wird in Tod betrübt Und muß den Zornkelch schmecken, Den ihm sein Vater giebt. Seht, wie er uns zu gute Selbst mit dem Tode ringt, Und wie sein Schweiß mit Blute Ihm aus den Adern dringt. 3. Er wird verkauft, verraten, Man legt ihm Fesseln an. Auch unsre Missethaten, Die haben dies gethan. Er lässet sich ver⸗ klagen, Er wird verhöhnt, ver⸗ speit, Verspottet und geschlagen, Der Herr der Herrlichkeit. 4. Man setzt dir, Gottes Sohne, Mit Geißeln grausam zu. Du trägst die Dornenkrone, Du Him⸗ melskönig, du! Du wirst ans Kreuz geheftet, Das du getragen hast. Doch was dich mehr ent⸗ kräftet, Das ist die Sündenlast. 5. Wer hätte bei den Mördern, Unschuldger, dich gesucht? Den Segen zu befördern, Wirst du für uns verflucht. Die dich zu Boden treten, Verspotten und verspein, Für diese willst du beten, Bei Gott ihr Mittler sein. 6. Dein Durst, du Lebensquelle, Geht auf mein Seelenheil. Du fühlest Tod und Hölle, Das Leben ist mein Teil. Du wirst von Gott verlassen, Damit er bei mir sei, Und weil du mußt erblassen, Bin ich vom Tode frei. 7. Die ausgestreckten Hände Sind gegen mich gewandt, Du neigst das Haupt am Ende, Das ist ein Liebespfand. Ich seh' in deinem Streite Die Ruhe für den Schmerz Und durch die offne Seite Seh' ich, Herr, in dein Herz. 8. Die Welt mag voller Freu⸗ den Den Weg zur Hölle gehn, Ich will bei Jesu Leiden Und jei⸗ nem Kreuze stehn. O Jesu, deine Liebe Trieb dich in Tod und Grab. Drum sterb' aus gleichem Triebe Ich meinen Lüsten ab. Unbekannter. Von dem innerlichen Leiden Jesu. Mel. An Wasserflüssen Babylon. 99 S gehst du. Jesu wil⸗ liglich Dein Leiden anzutreten, Mit heißen Thränen auch für mich Zu kämpfen und zu beten. Du, der du nichts ver⸗ 54 Von dem Leiden brochen hast, Gehst hin, um aller Sünden Last Auf dich allein zu laden. Da schon das Schwert ge⸗ zücket war, Stellst du dich seinen Streichen dar, Damit sie uns nicht schaden. 2. Du Held, der andern Stärke giebt, Was kann dich so erschüt⸗ tern? Ach, seine Seele wird be⸗ trübt, Des Helden Glieder zittern. Ach, hingesunken auf die Knie, Arbeitet er in schwerer Müh' Und kämpfend im Gebete. Er wünscht den bangen Kampf verkürzt. Wer sieht dies und wird nicht bestürzt? O schaudervolle Stätte! 3. Gott, wie bist du so wun⸗ derbar In allen deinen Werken! Ein Knecht, ein Engel muß sogar Den Herrn vom Himmel stärken. Er ringt, von seinem Angesicht Träuft Schweiß, ach, wer entsetzt sich nicht? Für Schweiß träuft Blut zur Erden. Der du in rein⸗ ster Unschuld prangst, Wie konntest du von solcher Angst, O Herr, bestürmet werden? 4. Ach, Herr, der Sündenknecht war ich! Ich sollte Blutschweiß schwitzen. Es sollten billig nur auf mich Der Rache Wetter blitzen. Ich Armer, wie entränn' ich da? Vor Gottes Zorne müßt' ich ja Ohn' allen Trost versinken. Und da kommst du, daß du ihn stillst! Sohn Gottes, du, du selber willst Den ganzen Zornkelch trinken. 5. Heil mir, der Sohn des Höchsten hat Für mich sich richten lassen! Gott, welch ein wunder⸗ voller Rat! Wer kann dein Thun doch fassen? Ach, da uns Fluch und Strafe drohn, Da trägt er sie für uns, der Sohn, Den Gott uns selbst gegeben. Nun, jauchze, Seele, du kommst nicht In Gottes schreckliches Gericht! Du dringst hindurch ins Leben! 6. Doch denk', um welchen teu⸗ ren Preis Dein Heiland dich er⸗ kaufet! Für dich rang er in Todes⸗ schweiß, Für dich mit Blut ge⸗ taufet! Ach, Seele, sorge, daß und Tode Jesu. dich nie Die Sünd' in ihre Netze zieh', Nichts deine Treu' erschüttrel Reizt dich das Fleisch, ach, höre nicht! Schau' hin, wie furchtbar das Gericht, Das Jesum traf und zittre! Schlegel(Rortholt). Mel. Christus, der uns selig macht. 100 Wer für Leiden, star⸗ ker Held, Was für Angstbeschwerden Fühlest du, liegst blaß, entstellt, Bebend an der Erden! Trost ist es, was du ver⸗ langst, Tröster unsrer Seelen, Da dich Bangigkeit und Angst Unaussprechlich quälen. 2. Blut im Antlitz, mußt du hier Mit dem Tode ringen. Wel⸗ chen Jammer sieht man dir Seel' und Herz durchdringen! Ach, es steszi auf dich daher Gottes Zor⸗ nesbürde, Die, selbst Engeln viel zu schwer Uns vernichten würde! 3. Was sind gegen deine Last Kerker, Hunger, Blöße? Kein Ver⸗ stand der Engel faßt Deines Lei⸗ dens Größe. Doch muß Stärkung dir sogar, Herr, ein Engel geben, Dir, der selbst vermögend war, Jede Not zu heben. 4. Vor dir liegt, denn dir kann ja, Herr, sich nichts verhehlen, Eine Welt voll Sünden da. O wer kann sie zählen? Niemand, als nur Gott und du, Kann ihr Maß ergründen. Alle fallen auf dich zu, Als ob's deine Sünden. 5. Ach, da unsre Schulden dich, Heiligster, ergreifen, Sollt' in meinem Herzen sich Nicht auch Wehmut häufen? Welche Lieb', o Menschenfreund! Uns gerecht zu machen, Lässest du, der Sünde Feind, Dich zur Sünde machen. 6. Hier fühl' ich der Sünde Greul, Tief von Angst erschüttert. Auch für mich hast du, mein Heil, Hier im Staub gezittert. Ach, da Fluch und Zorngericht Dich so nie⸗ derschlagen, Sollt' ich vor dem Laster nicht Ewig Abscheu tragen? 7. Heiland, du versöhntest mich, Mir, auch mir zum Segen Ließest SSSOe Von dem Leiden du allein auf dich Fluch und Strafe 011. Ach, laß mich auch demutsvoll Deines Vaters Willen, Wenn ich Leiden dulden soll. Williglich erfüllen! 8. Sei du meine Zuversicht, Trost für meine Seele, Daß einst Furcht und Schrecken nicht Mich im Tode quäle! Laß, Herr, dei⸗ nen blutgen Schweiß, Wenn, von Angst beklommen, Ich dann keine Hilfe weiß. Mir zu statten kom⸗ men! Schlegel nach einem ältern Liede. Leiden Jesu über seine Jünger. Mel. Wo soll ich fliehen hin. zein Jesu, für dein 101. M 9—55. Welch ein so herber Schmerz, Den du weit mehr empfunden, Als Striemen, Schläg' und Wunden! Die kleine Zahl von Freunden Kränkt dich, HKleich deinen Feinden. Kaum naht sich die Gefahr, S⁰ bebt der Jünger Schar. Die erst sich hoch vermessen. Eh' sie der Treu' vergäßen. Den Tod auch vorzuziehen, Verlassen dich und fliehen. 3. Der kühn sein Schwert ge⸗ ückt, Dein Petrus selbst erschrickt. Er flieht, eh Bande drohen, Doch da er feig' entflohen, Ermannt er sich vor allen, Um schrecklicher zu fallen. 4. Wie ist der Mensch so schwach! Soviel sein Mut versprach, So liegt er da im Staube, Erloschen ist sein Glaube, Sein kühner Mut gedämpfet. Ach, Christen, wacht und kämpfet! 5. Wo ist nun Petri Treu'? Der vormals Jesum frei Für Gottes Sohn bekaunte, Für ihn von Eifer brannte, Der hat vor Jesu Ohren Bald frech ihn abgeschworen. 6. Doch, Herr, dein Liebesblick zuhler ihn alsbald zurück. Er fühlet sein Verbrechen, Kann nun vor Schmerz nicht sprechen Und weint nur bittre Thränen, Die sich nach Gnade sehnen. und Tode Jesu. 55 7. Er sucht und sindet sie. Ver⸗ zagt drum, Sünder, nie! Klein⸗ mütge Zweifel, schweiget, Die innre Angst erzeuget! So groß sind keine Sünden, Sie können Gnade finden. 8. Daß der Verräter doch, Auch nach dem Frevel noch, Um Gnade hätt' geflehet, Nicht Gottes Huld verschmähet! In des Verratnen Wunden Hätt er auch Heil ge⸗ funden. 9. Zwar schrecklich war die That, Daß er den untertrat, Der ihn zum Freunde wählte Und zu den Zwölfen zählte, Daß er, da Jesus lockte, Sein freches Herz verstockte. 10. Doch für die ganze Welt, Welch köstlich Lösegeldl So wahr der lebt, der Leben Uns allen hat gegeben,(So schwört es selbst der Rächer) Es gilt auch für Verbrecher. 11. Doch sein Herz foltert ihn. Der Folter zu entfliehn, Erwählt er, gleich den Teuseln, Ach, ewig zu verzweifeln. Zum schrecklichen Verderben Von eigner Hand zu sterben. 12. O schreckliches Gericht! O Menschen, daß euch nicht Der Sünde List berücke! Gott, wehre ihrer Tücke! Gieb Kraft aus dei⸗ ner Höhe, Daß ich ihr widerstehe! 13. Doch trennt der Sünde List, Die stets geschäftig ist, Mich je, Gott, von den Deinen, Laß mich mit Petro weinen, Um Gnad' in Demut beten, Nie Judä Weg be⸗ treten! Schlegel. Außerliche Leiden Jesu. Die an ihm verübten Grausam⸗ keiten. Mel. Wend' ab deinen Zorn. 102. Unschuldger Jesu, was hast du verbrochen? Dein Todesurteil haben sie ge⸗ sprochen! Ein Fluch gemacht, sollst 56 Von dem Leiden und Tode Jesu. du am Kreuze sterben, Wie Sün⸗ der sterben. 2. Gegeißelt wirst du und zur Schmach gekrönet, Ins Angesicht geschlagen und verhöhnet, Mit Finsternis des Todes schon um⸗ schattet, Gehst du ermattet. 3. Du trägst dein Kreuz, du eilst auf blutgen Wegen Voll Zu⸗ versicht, voll Mut dem Tod ent⸗ gegen. Ich sehe dich gekreuzigt, dich entfärbend, Voll Wunden sterbend. 4. Was ist die Ursach' dieser deiner Plagen? Ach, unsre Sünden haben dich geschlagen! Ich, großer Mittler, ich hab' das verschuldet, Was du erduldet! 5. Wie wunderbar ist, Richter, deine Strafe! Der gute Hirte leidet für die Schafe, Die Schuld bezahlt der Bürge, der Gerechte, Fͤͤr seine Knechte. 6. Der Fromme stirbt, der recht und richtig wandelt. Der Böse lebt, der wider Gott mißhandelt, Die Unschuld stirbt. Der das Gesetz gebrochen, Wird losgesprochen. 7. Ach ich, ich war verderbt und voller Sünden, Nichts war an mir, nichts Gut's vor Gotl zu fin⸗ den: Drum hätt' ich billig mein Verbrechen müssen Auf ewig büßen. 8. O Liebe, Liebe, die nicht auszusprechen! Du läßt an dir, was ich gesündigt, rächen. Wir lebten mit der Welt in ihren Freu⸗ den, Und du willst leiden. 9. Wer kann, o Herr, die gro⸗ zen Seligkeiten, Die du uns gabst, mit vollem Dank ausbreiten? Wer hat dich je für deiner Liebe Proben Genug erhoben? 10. Doch eins, sagst du, eins werde dir gefallen. Wenn wir vor dir in Buße niederfallen Und unsre Herzen nicht mit alten Sün⸗ den Aufs neu' entzünden. 11. Doch, es ist nicht ein Werk von eignen Kräften, Die Lust zur Sünde an das Kreuz zu heften. S gieb mir deinen Geist, der mich regiere Und es vollführe. 12. Dann werd' ich deine Huld mit Dank betrachten, Dich, dich nur lieben und die Welt nicht achten. Dann will ich wachen, beten, deinen Willen Mit Freud' erfüllen. 13. Dann will ich dir zur Ehre alles wagen, Kein Kreuz nicht achten, keine Schmach noch Plagen, Mich sollen Spott, Verfolgung, Tod und Leiden Nie von dir scheiden. 14. Dies alles ist zwar nur für schlecht zu achten, Weil wir noch sterblich sind, im Staube schmachten, Doch nimmst du's an, du wirst dein ewig Leben Mir dennoch geben. 15. Da werd' ich denn, o Herr, vor deinem Throne, Geschmücket mit der Ueberwinder Krone, Dein großes Lob viel würdiger besingen, Stets Dank dir bringen. Beermann und Ulopstock. Mel. Herr Jesu Christ, du höchstes. 103 Seht welch ein Mensch! 2 Wie lag so schwer Auf ihm die Last der Sünder! Wie unaussprechlich duldet er Für euch, ihr Menschenkinder! So lei⸗ den sah von Aubeginn Die Erde keinen je, als ihn, So wird auch keiner leiden. 2. Der Sohn des Vaters, unser Gott, Ein Helfer, ein Gerechter, Ward frecher Missethäter Spott Und seines Volks Gelächter. Wie ein Verbrecher stand er da, Ver⸗ klagt, verleumdet. Wer ihn sah, Der sah ihn mit Verachtung. 3. Geschäftig war der Frevler Wut, Erfindrisch ihn zu plagen. Bedeckt mit Striemen und mit Blut, Und seinen Leib zerschlagen, Gekrönt mit Dornen, in der Hand Ein Rohr, verhöhnt durch sein Gewand: So sahn ihn seine Feinde. 4. Den Heiden, der sein Richter war, Ergriff ein menschlich Schrek⸗ ken. Er stellt ihn seinen Brü⸗ dern dar, Ihr Mitleid zu erwek⸗ ken. Seht, welch ein Mensch! Ich kann ihn uicht Verdammen Von dem Leiden denn die Unschuld spricht Zu mächtig für sein Leben. 5. Bergeblich, ach, vergeblich war Die Menschlichkeit des Heiden. Die wütende, die stolze Schar Sah Jesu Schmach mit Freuden. Sein Tod' befriedigt' sie allein, Sie stürmten auf den Richter ein Und schrien: Er sterb am Kreuze! 6. Du denkest ohne Schauder nie An diese Wut der Sünder. Du sprichst: Die Rache strafte sie Und straft noch ihre Kinder! O Seele, denkst du auch dabei An deine Sünden? Bist du frei Von Schuld am Tode Jesu? 7. Sieh, welch ein Mensch! wie er für dich Verschmäht wird und Lerichlagen Hör' ihn, er spricht: Ich selber, ich Muß deine Sünden tragen. Die Schuld ist dein, durch meinen Tod Versöhn' ich, Sünder, dich mit Gott Und sterb' um deinetwillen. 8. O du gerechter Gottessohn, Du Tilger meiner Sünden, Er⸗ höhter auf des Vaters Thron, Ach, laß mich Gnade finden! Laß deines Todes Schmach und Pein Ge⸗ rechtigkeit und Heil mir sein, Um deiner Liebe willen! 9. Ich schwöre, Gottversöhner, dir Und ewig will ich's halten: So wahr du lebest, soll in mir Nie deine Lieb' erkalten. Dein Leiden und dein Tod soll mich, So lang' ich leben werd', an dich Und deine Lieb' erinnern. 10. Wenn mich die Welt und Fleisch und Blut Verleiten will zur Sünde, So rüste mich mit Kraft und Mut, Daß ich sie überwinde. Dann rufe du mir liebreich zu: Denk', welch ein Mensch ich war, und du, Du wolltest mich nicht lieben? Münter. Mel. O Traurigkeit, o Herzeleid. 104 blinde Wut, O 3 Durst nach Blut, Als nie erhöret worden! Ihn, den Lebensfürsten selbst, Wagt man zu ermorden. und Tode Jesu. 57 2. Den* meint Sein stolzer Feind, Die Bosheit, zu be⸗ siegen. Durch der Hölle Rachsucht soll Gottes Sohn erliegen. 3. Welch ein Bemühn, Ums Leben ihn, Die Unschuld selbst, zu bringen, Daß auf seine Kreuzi⸗ gung Alle Juden dringen! 4. Ach, seht sogar Die Krieges⸗ schar Den heilgen Leib entkleiden! Er soll, ist er gleich gerecht, Ihre Streiche leiden. 5. Kein Schonen mehr. Sie geißeln sehr Den Leib, daß er zer⸗ rissen Aus unzählgen Wunden läßt Ströme Blutes fließen. 6. Frech, ruchlos, blind, Un⸗ menschen sind, Die ihn so grau⸗ sam höhnen, Daß sie den Zergei⸗ ßelten Noch mit Dornen krönen. Noch beugen die Vor ihm die Knie, Die keinen Frevel scheuen Beten ihn als König an, Drauf ihn zu verspeien. 8. Und doch wird nicht Vor dem Ger icht Der Juden Haß ge⸗ stillet, Bis sein martervoller Tod Ihre Rach' erfüllet. 9. Ach hilf, daß ich Mein Jesu, dich Ins Herz zeitlebens fasse Und mich auf dein teures Blut Ganz und gar verlasse. 10. O große Huld! Für fremde Schuld Läßt sich der Herr zer⸗ schlagen! Jesu, meine Missethat Wirkte deine Plagen. 11. Hilf,‚, Gotteslamm, Am Kreuzesstamm Zu unserm Heil ge⸗ schlachtet, Daß mein Geist, wenn Sünde lockt, Deine Pein betrachtet. 12. Auch müss' allein, Herr, dei · ne Pein Mein Trost sein, wenn ich sterbe, Daß ich sanft entschlaf' auf dich Und dein Reich ererbe. Schlegel nach Homburg. Kreuzigung Jesu. Mel. An Wasserflüssen Babylon. 105. Erzebe vom 9 Seeie der Welt, O Seele, deine Flügel Hin, wo die Wut ihr Opfer hält, Zu jenem Leidenshü⸗ gel! Ihr Himmel, welch ein Mensch —.—.—— 58 Von dem Leiden ist das! Wie drückt ihn seiner Feinde Haß Mit höllisch wilden Freuden! Er, der die Toten auf⸗ erweckt, Er muß, mit Wunden überdeckt, Den Tod der Mörder leiden. 2. Geduldig siehet er sein Blut In vollen Strömen fließen, Fleht für die Hasser, die voll Wut Es im Triumph vergießen, Schau', jetzt umhüllt ihn finstre Nacht. Er ruft, er ruft: Es ist vollbracht! Nun senkt sein Haupt sich nieder. O meine Seele, freue dich! Dir gab, der hier am Kreuz erblich, Das Recht zum Himmel wieder. 3. Er, er hat deine Missethat, Den Fluch für dich getragen. O Seele, deine Sünde hat Den From⸗ men so zerschlagen! Durch ihn nimmt dich der Vater an. Die Wunder seiner Güte kann Kein sterblich Lied erheben, Doch hört er unsre Lieder gern. Anbetung, Preis und Ruhm dem Herrn, Der uns sein Heil gegeben! Schiebeler. Mel. Wend' ab deinen Zorn. 5 m Kreuze rief der 106. A Sohn, versenkt in Leiden, Entkräftet und beraubet aller Freuden: Mein Gott, mein Gott, wie? hast du mich verlassen? Kannst du mich hassen? 2. Ach, welche bittre, schauder⸗ volle Klagen Des Sohnes Gottes, unter welchen Plagen! Ach, warum konnt' ihn Gott, sein Gott, ver⸗ lassen? Konnt' er ihn hassen? 3. Herr, du bist heilig, zürnst nur mit den Sündern, Und er, dein Sohn, dem unter deinen Kin⸗ dern Kein Engel gleicht, dein Sohn, von dir geschlagen, Muß fast verzagen! 4. Die je bekümmert, hilflos, in Gefahren Verlassen, nah am Untergange waren, Die hast du, wenn sie sich auf dich verließen, Herausgerissen. 5. Sie riefen, der du gern Be⸗ drängte tröstest, Zu dir um Schutz und Rettung. Du erlöstest! Und und Tode Jesu. noch, wenn wir zu dir um Hilfe weinen, Beschämst du keinen. 6. Ihm halfst du nicht, und er rief dir so sehnlich. Er war ein Wurm, und Menschen kaum noch ähnlich, So tief versenkt in Pein, des Grimmes Beute, Ein Spott der Leute. 7. Kopfschüttelnd schmähten ihn die Feinde, keiner Von allen, die ihn sahen, schonte seiner. Er klag' es, schrien sie, Gott, der laß ihn retten, Will er ihn retten. 8. Er, vor der Welt zum Sohne dir erkoren, Ward durch ein Wun⸗ der deiner Macht geboren, Un⸗ schuldiger, als die verklärten Frommen, Gerecht, vollkommen. 9. Zahllose Marter litt er, ein Gerechter, Wie keiner war, der Sünder Hohngelächter, Und du entzogst bei ihrem Grimm und Hohne Dich deinem Sohne! 10. Wie war sein heiliges Ge⸗ bein zerrüttet! Wie hing er da, wie Wasser ausgeschüttet, Bis auf den Tod verwundet und entkräftet, Ans Kreuz gehestet! 11. Und Händ' und Füße wur⸗ den ihm durchgraben, Und Wer⸗ mut, Wermut war's, was sie ihm gaben. So lachte seines Dursts mit bitterm Spotte Der Mörder Rotte. 12. Dies litt dein Sohn, und solche Greuel übten Die Sünder wider ihn, den Hochgeliebten. Er litt, mit Wunden uns, mit seinen Thränen Dir zu versöhnen. 13. O du, des Eingebornen Gott, der armen Elenden Sünder Gott, uns im Erbarmen Auch furchtbar, Heiliger, erbarm' dich unser! Erbarm' dich unser! 14. Herr, er bezahlte dir, was wir bezahlen, Wir dulden sollten: namenlose Qualen. Er ward ge⸗ geißelt. Gott, erbarm' dich unser! Erbarm' dich unser! 15. Er ward, ach, Vater, könn⸗ test du uns hassen? Er ward von dir, für uns von dir verlassen! Er starb den Tod des Fluchs! Er⸗ uns 3. ten führet empfe Trieb barm' dich unser! Erbarm' dich unser! Cramer. Letzte Reden Jesu sam Kreuze. Mel. An Wasserflüssen Babylon. 107 Besleite mich nach Gol⸗ — gatha, O Christ, auf dessen Höhen Die Welt die höchste Liebe sah, Sah, was sie nie ge⸗ sehen. Komm, denke jenen Worten nach, Die sterbend dein Erlöser sprach, Sie können dir im Leben Und, betest du Gott gläubig an, Einst, wenn dich nichts mehr trösten kann, Noch Trost im Tode geben. 2. Sieh, sieh mit Zittern, from⸗ mes Herz, Den Blutberg dort von weiten! Auf, werde ganz Gefühl, ganz Schmerz! Sieh deinen Retter streiten! Hier hing er, deines Le⸗ bens Pfand, Und starb durch sei⸗ ner Feinde Hand Für uns ver⸗ lorne Sünder. Hier trug er unsre Straf' und Schuld Und bracht' uns wieder Gottes Huld, Schenkt' uns das Recht der Kinder. 3. Sieh ihn bei seinem größ⸗ ten Schmerz Für seine Feinde beten Und sein so sanftmutvolles Herz Noch sterbend sie vertreten! Vergieb, vergieb, ruft er Gott an, Sie wissen nicht, was sie gethan! Muß, Mensch, dich dies nicht rühren? Auf, ahme seinem Beispiel nach! Laß nie Beleidigung und Schmach Zur Rache dich ver⸗ führen. 4. Dein zärtlich Herz, o Herr, empfahl Aus kindlich frommem Triebe Die Mutter, unter deiner Qual, Dem Jünger deiner Liebe. Ach, wenn mein Aug' um Freunde weint, Einst sterbend für die Meinen weint, So soll dies Wort mich trösten Du wirst auch ihnen Schutz verleihn, Ihr Beistand, Helfer. Pfleger sein. Auch sie sind dein' Erlösten. 5. Wer glaubt, der kommt nicht ins Gericht. O reuige Verbrecher, Hört, was der Mund ver Liebe Von dem Leiden und Tode Jesu. 59 spricht Zu dem gebeugten Schächer: Du wirst noch heut mit mir dich freun, Mit mir im Paradiese sein! So ruft er ihm entgegen. O Herr, dies gnadenreiche Wort Sei mir einst an des Todes Pfort' Erquik⸗ kung, Heil und Segen. 6. Als Jesus an dem Krenze rief: Gott, hast du mich verlas⸗ sen? Wie beuget ihn sein Schmerz so tief! Wer kann die Leiden fassen, Die er für unsre Sünden trug, Da er unschuldig als ein Fluch, Verlassen da gehangen? Mein Herr und Gott, verlaß mich nicht Du bist auch mir zur Zuversicht In deinen Tod ge⸗ gangen. 7. Von allem, was erquickt, entblößt, Wünscht er, der Herr der Erde, Daß ihm, der uns so teu'r erlöst, Sein Durst gestillet werde. O Mensch, noch jetzt ruft er zu dir Aus tausend Armen neben dir, Die Not und Mangel drücket! O selig, wer den Ruf er⸗ füllt! Denn wer den Durst des Armen stillt, Hat Jesum selbst erquicket. 8. Der Heiland spricht: Es ist vollbracht! Nun endigt sich sein Leiden. Du nimmst dem Tode seine Macht, O Wort des Siegs und Freuden! Heil uns! Wer klagt uns nun noch an, Da er für uns ge⸗ nuggethan? Wer kann von Gott uns scheiden? Gieb, daß an mei⸗ nem Sterbetag Auch ich mit Fren⸗ den sagen mag: Vollbracht ist nun mein Leiden! 9. Das letzte Wort aus deinem Mund Laß mir zum Trost gedei⸗ hen, Mir noch in meiner Todes⸗ stund', Herr, Mut und Kraft ver⸗ leihen. Du rufest: Vater, ich be⸗ fehl' In deine Hände meine Seel'! Laß mich auch nicht verderben. Der du der Menschheit Heil er⸗ warbst, Neigtst nunmehr sanft dein Haupt und starbst. Ach, laß auch mich so sterben! 10. Du hast, o Christ, ihn ster⸗ ben sehn. O weih' ihm stille Zäh⸗ 6⁰ Von dem Leiden und Tode Jesu. ren! Bald wirst du seinen Ruhm keit Hat er gesiegt und uns be⸗ erhöhn Und ihn lobsingend ehren. freit. Hilf, Herr, auch mir voll⸗ Den deine Thräne jetzt beklagt, bringen! Zu dir um Beistand flehe Der wird, wie er vorher gesagt, ich. Du siehst mich kämpfen, stärke Vom Grabe auferstehen. Den mich, Das Kleinod zu erringen. frecher Spott hier hat entehrt, Den 8. Dir, Vater, geb' ich meinen wirst du siegreich dort verklärt Zur Geist In deine Hand!— O sei Rechten Gottes sehen. gepreist! Die Hoffnung jenes Bachoff von Echt und Rüster. Lebens Bewahrtest du noch sterbend mir. Erfüllt wird sie gewiß von Mel. Kommt her zu mir, spricht. dir, Ich hoffe nicht vergebens. 108 Erne Mein; sich be. 9. Wie ruͤhrt dein hohes Bei⸗ 2 reits Mein Heiland spiel mich! Vergeben will ich, sehn bis zum Tod am Kreuz. Auch auf dich, Nach dir gen Himmel unter Schmach und Plagen Blieb schauen, Die Meinen lieben und er sich gleich, sein Herz und Sinn in Not Und noch dereinst in mei⸗ Blieb göttlich groß. So zeichnet ihn nem Tod, Wie du, dem Vater Sein heiliges Betragen. trauen. 1.— Vater, ihrer nich Neander nach einem ältern Liede. ergieb es, sie verkennen mich!. 3 So Dat der Hert für Feinde. Ach, Fürbitte Jesu am Kreuze für seine wenn er so für Feinde spricht, Feinde. Wie liebevoll wallt ihm denn nicht Mel. Herzlich lieb hab' ich dich, o Herr. Sein Herz für seine Freunde! 109 Unnt i3 die Sün⸗ 3. Dem Schächer schenkt er— derwelt Rufst du, Seelenruh', Spricht: Wahrlich, mein Heil, am Kreuz gequält Von heute noch bist du Mit mir im frecher Sünder Rotten. Dir blutet bessern Leben!— Du wirst auch das bedrängte Herz, Wenn dich mich wenn du dereinst Als Richter bei deinem herben Schmerz Die aller Welt erscheinst, Zur Selig⸗ Bösewichter spotten. Du siehst mit keit erheben. segensvollem Blick Von ihnen weg 4. Er sah die Mutter, sah den auf den zurück, Den diese Schar Freund. Liebt, sprach der treue in dir entehrt, Rufst, daß es Menschenfreund, Liebt euch, wir Erd und Himmel hört: Vergieb. sehn uns wieder! So sag ich einst o Gott, Und führe nicht sie ins den Meinen auch: Liebt euch, Gericht! Das, was sie thun, ver · dann liebet Gott euch auch! Liebt stehn sie nicht! euch, wir sehn uns wieder! 2. Erstaunend seh' ich diese Huld. Da flehte er: Mein Gott, Wie mitleidsvoll ist die Geduld, mein Gott! Verlässest du mich in Die Mörder so erträget! Ihr, die der Not? Mein Heiland, mich ihr euren Heiland ehrt, Fühlt verlassen Wird Gott um deinet⸗ seiner Großmut hohen Wert Und willen nicht, Und wenn mir noch danket ihm beweget. Er hat durch soviel gebricht, Wird Gott mich segnendes Gebet Auch uns ein nie verlassen. ewig Heil erfleht. Er sagt auch 6. Mich dürstet! rief er, matt uns, zu unsrer Ruh', Erbarmen von Schmerz. So lernt in jeder und Vergebang zu. Serr Jesu Not sein Herz Mitleid mit uns Christ, Gelobt seist du für deinen uhaben. Wenn keinen Trost mein Tod! Gott ist durch dich noch unser 75 mehr fühlt. Wenn nun kein Gott. Labial mehr mich tühlt, Wird er, 3. Daß Gott mit Langmut und wird er mich laben. Geduld, Auch selbst bei sehr ge⸗ 7. Es ist vollbracht! In Ewig⸗ häufter Schuld, Der Sünder den⸗ nungs Geist, ähnlie erhöht Dienst von de noch schonet, Daß er so liebreich ihrer denkt Und ihnen Frist zur Buße schenkt, Eh' nach Verdienst er lohnet, Daß ich noch fröhlich sagen kann: Auch mich, mich Sün⸗ der, nimmt Gott an! Hast du durch deines Fürspruchs Kraft, Mein treuer Heiland, mir verschafft. O Jesu Christ, Mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, Ver⸗ tritt du mich bis an den Tod. 4. Wird je mein Herz von Troste leer, Weil meiner Sünden furcht⸗ bar Heer Aufs neue mich erschrecket, O dann versichre mich aufs neu', Du stehest mir als Mittler bei, Der meine Schuld bedecket! Mein Geist blickt glaubensvoll auf dich, Sei du mir nur nicht fürchter⸗ lich! Und schließt sich meine Pilgrimschaft, So stärke mich mit neuer Kraft. Herr Jesu Christ! Der letzte Kampf wird mir ver⸗ süßt, Wenn du mein Trost im Tode bist. 5. Den sanften, liebevollen Sinn, Daß ich ein Freund der Feinde bin, Flöß', Herr, in meine Seele. Gieb, daß bei der Verfolgung Schmerz Ich dir des Feindes hartes Herz Und meine Sach' empfehle. Be⸗ sänftige mein reges Blut, Und, flammt des Zornes wilde Glut Mein Herz zur Rachbegierde an, O so erinnre mich daran, Herr Jesu Christ, Wie du am Kreuz durch dein Gebet Selbst deinen Mördern Gnad' erflehtl 6. Mich tröste dein Versöh⸗ nungstod. Es bilde mich dein Geist, mein Gott, Daß ich dir ähnlich werde. O zeuch mich, du erhöhter Held, Zu dir hinauf vom Dienst der Welt, Zum Himmel von der Erde! Du bist der Deinen Schutzpanier. Zeuch dir uns nach, so laufen wir. So wollen wir uns deiner Pein Und deiner Für⸗ bitt' ewig freun. Herr Jesu Christ, Wie selig ist, wie selig ist bist Mensch, dem du ein Heiland ist! Sturm und Diterich. Von dem Leiden und Tode Jesu. Es ist vollbracht. Mel. Nun sich der Tag geendet. 110 Lobsüngt. ihr Völker, preist den Sohn! Bringt Ehr' und Ruhm ihm her! Fallt nieder, kniet vor seinem Thron, Denn er ist's würdig, er! 2. Den aller Engel Lobgesang, Noch eh' ihr wart, erhob. Dem jauchze, Menschen, euer Dank Ein jubelvolles Lob! 3. Ihn soll der Sünder preisen, soll Frohlocken seiner Macht. Die Stimme Jesu Christi scholl Vom Kreuz: Es ist vollbracht! Des Tempels Vorhang reißt entzwei. Sie schallt, die Erd' er⸗ bebt. Der Fels stürzt ein, auf ihr 19 hrei Erwacht der Tot' und ebt. 5. Die Stimme schallet durch die Welt Zu jeder Nation, Und jeder Götzentempel fällt Und jeder Göt⸗ terthron. 6. Die Stimme Jesu geht mit Macht. Der Sünder hört und bebt. Er hört, es sei sein Heil vollbracht. Er hört's, er glaubt, er lebt. 7. Die Stimme Jesu ladet euch, Ihr, die ihr elend seid Zu sich in seiner Wahrheit Reich, Belehrt euch und erfreut. 8. Auf ihr gewaltiges Gebot Giebt, wenn er kommt, das Meer, Das Grab, der Abgrund Ler⸗ der Tod Die Toten Gottes her 9. Sie donnert dann, ihr Sün⸗ der, euch Tief in den Pfuhl hin⸗ ab. Euch Fromme ruft sie in 0 Reich, Das ihm der Vater ab. 10. Ihm sei ihr ewig Lob ge⸗ weiht. Erlöste, freuet euch! Von Ewigkeit zu Ewigkeit Währt eures Königs Reich. 11. Ein voller Strom der Wonne fließt Von seinem Throne her. Lobsingt dem König, würdig ist Er eurer Jubel, er! Cramer. 62 Von dem Leiden und Tode Jesu. Der Tod Jesu. Mel. Ich hab' mein' Sach' Gott. 111 Nun ist es alles wohl gemacht, Mein Je⸗ sus ruft: Es ist vollbracht! Der neigt sein Haupt, o Mensch, und stirbt, Der dir erwirbt Das Erbe, welches nie verdirbt. 2. Der, dem an Hoheit keiner gleicht, Der Herr der Herrlichkeit erbleicht. Was Wunder, daß die Erde kracht, Die Welt deckt Nacht? DennPGottes Sohn wird umgebracht. 3. Das Heiligtum steht aufge⸗ deckt, Die Felsen bersten, alles schreckt, Die freudenlose Kreatur Klagt jetzo nur Den Tod des Herr⸗ schers der Natur. 4. Weil denn die Kreatur sich regt, So werd auch du o Mensch, bewegt! Der Fels zerreißt, und du wirst nicht Durch dies Gericht Be⸗ weget, daß dein Herz dir bricht? 5. Du selbst(hast du es gnug be⸗ dacht?), Du hast den Herrn ans Kreuz gebracht. Ihm, der für dich sein Leben gab, Folg' in sein Grab Und stirb dem Sündengreuel ab. 6. Ach Vater, ach, in Pein und Hohn Erbleicht amKreuz deineigner Sohn. Nun ist kein Zweifel, deine Huld Tilgt meine Schuld Und trägt forthin mit mir Geduld. 7. Ich will mit ihm zum Grabe gehn Und wo die Unschuld blei⸗ bet, sehn. Sein Tod soll meine Zu⸗ flucht sein, Auf ihn allein Schlaf' ich einst sanft und selig ein. 8. Und nun dient ich der Sünde noch? Wie drücket mich ihr schwe⸗ res Joch! Auf, Seele, daß du dich erhedst, Nur Jesu lebst, Nur Jesu zu gefallen strebst. 9 Töt', Jesu, selbst in meiner Brust, Was sich noch find't von böser Lust. Dein Tod, der mir das Leben schafft, Giebt mir auch Kraft Zu einer guten Ritterschaft. 10. Ja, Herr, mein Heiland, kräftiglich Stärkst du in meinem Vorsatz mich. Ich setze freudig, auf dein Wort, Den Kampf stets fort. Der reiche Lohn erfolget dort. 11. Wie dank' ich gnug dir, Je⸗ su Christ, Daß du für mich ge⸗ storben bist! Dich preis' ich auch in Angst und Leid, Doch nach der Zeit Noch würdger in der Ewigkeit. Laurenti und Schlegel. Mel. Christus, der ist mein Leben. 112 D uterd stand ver⸗ sinstert, Der Mittag ward zur Nacht. Nun hatt' er über⸗ wunden Und sprach:Es ist vollbrachtl 2. DereErde furchtbar Beben Hob das Gebirg empor, Und tote From⸗ me gingen Aus ihrem Grab hervor. 3. Den Todesüberwinder Umgab des Grabes Nacht, Und Engel Got⸗ tes jauchzten: Er hat's, er hat's vollbracht! 4. Das Opfer für die Sünde Ist dargebracht vor Gott. Es starb, und Heil und Leben Wird aller Welt sein Tod. 5. Nun wird kein Opfer wieder In Ewigkeit gebracht. Der, den sein Volk erwürgte, Der hat es ganz vollbracht. 6. O du, der mich versöhnte Dem Richter aller Welt, Du hast das Heil der Erde Allmächtig hergestellt. 7. Nun wohnt in ewgem Frieden Das menschliche Geschlecht, Und du regierst die Völker Mit Wahrheit und mit Recht. 8. Du kommst und führst die Deinen In deines Vaters Reich, Du machst an Heil und Würde Sie deinen Engeln gleich. 9. Wie herrlich ist dein Namel Wie groß ist deine Macht! Preis dir und Dank und Ehre, Daß du dein Werk vollbrachtl 10. Laß mich dein Beispiel stär ken, Daß ich im Glauben treu Und standhaft in der Liebe Bis an mein Ende sei. 11. Darf ich den Tod nicht fürch⸗ ten? Herr, meines Lebens Kraft, Auch ich werd' überwinden Durch dich, der Hilfe schafft. 12. Du führst mich hin zum Ziele, Vollbracht ist dann mein Lauf, Dann nimmt in seine Hände Auch mich dein Vater auf. Münter ziger 4. ich 0 Dein bens 5. mit dein lich 6. sten? Der mir's 7 schlie Leicht Sich 8. In dei der En fähig schen 2.0 Für 1 Mel. O Traurigkeit, o Herzeleid. 113 Ann Kreuz erblaßt, Der Marterlast, Der To⸗ desqualen müde, Findet mein Er⸗ löser erst In dem Grabe Friede. 2. Ein heilger Schmerz Durch⸗ dringt mein Herz, Und, Herr, was kann ich sagen? Nur an meine Brust kann ich Tiefgerühret schlagen. 3. Du schützest mich, Und über dich Gehn aller Trübsal Wetter. Sterben wolltest du für mich, Ein⸗ ziger Erretter! 4. Du hast's gethan! Dich bet' ich an, Du König der Erlösten! Dein will ich im Tode mich Glau⸗ bensvoll getrösten. 5. Es ist vollbracht! Riesst du mit Macht. Du zeigst, daß du dein Leben, Mein Versöhnter, gött⸗ lich frei Habest hingegeben. 6. Hochheilge That! Des Höch⸗ sten Rat Will ich in Demut ehren. Der Erfinder meines Heils Wird mir's einst erklären. 7. Allmächtig rief Er, der ent⸗ schlief, Den Toten. Sie erstanden. Leicht entschwingt der Lebensfürst Sich des Todes Banden. 8. Das finstre Thal Will ich ein⸗ mal Durchwandern ohne Grauen, Denn durch dich, Erlöser, ist's Mir der Pfad zum Schauen. 9. Ich preise dich! Erforsche mich Und siehe, wie ich's meine. Ja, du siehst es, wenn ich still Meinen Dank dir weine. 10. Vergess' ich dein, So werde mein In Ewigkeit vergessen. Herr, ich will, so lang' ich bin, Deine Lieb' ermessen. Neander. Erweckung zur Dankbarkeit für Jesu Leiden. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 114 Fund bet mein Gemüte, Hund bete Gottes Güte In deinem Heiland an! Was selbst der Engel Scharen Zu thun nicht fähig waren, Das hat des Men⸗ schen Sohn gethan. 2. Schau hin, wie der Gerechte Für uns, der Sünden Knechte, —7 Von dem Leiden und Tode Jesu. 63 Den bittern Zorukelch trinkt, Wie er für Frevler bittet! Wie Wasser ausgeschüttet, Hängt er, da er in Tod hinsinkt. 3. Wir Sünder sollten sterben, Fluch lag auf Adams Erben, Fluch auf der sündgen Welt, Doch er kam uns zu gute Und gab mit seinem Blute Für uns ein ewges Lösegeld. 4. Kein Freund meint es mit Freunden So treu, als es mit Feinden, Er, unser Mittler, meint. Preis ihm, dem ÜUberwinder! Nun sind wir Gottes Kinder, Mit Gott versöhnt durch unsern Freund. Röhler. Mel. Wend' ab deinen Zorn. 11 5 Sei hochgepriesen, Herr, — für deine Liebe! Sie drang dich zu dem mitleidsvollen Triebe, Für eine Welt voll Sünder selbst dein Leben Dahinzugeben. 2. Fürwahr, du trugest unsrer Sünde Schmerzen. O welch ein Herz gleicht deinem edlen Herzen? Du ließest unsre Schuld an dir bestrafen, Uns Heil zu schaffen. 3. O laß dies Heil doch auch mein Erbe werden! Was hab' ich sonst für sichern Trost auf Erden? Was giebt mir sonst wohl wahren Grund zur Freude, Wenn ich einst scheide? 4. Für mich, o Herr, bist du ja auch gestorben. Was du der Welt durch deinen Tod erworben, Das hast du ja, von großer Treu' ge⸗ leitet, Auch mir bereitet. 5. O stärke selbst mein Herz in diesem Glauben! Kein banger Zweifel müsse ihn mir rauben! Er müsse mich zum Fleiß in guten Werken Beständig stärken! 6. Sollt' ich mich nun noch frevelhast erkühnen, Der Sünde, die dich tötete, zu dienen, So wär' ich ja, o Herr, nicht dein Er⸗ löster, Du nicht mein Tröster. 7. Nein, dir allein, der du durch deine Wunden Auf ewig mich zu deinem Dienst verbunden, Nur dir, mein Heiland sei mein ganzes Leben Zum Dienst ergeben! 6⁴ Von dem Leiden 8 Nichts soll mich je von dei ⸗ ner Liebe scheiden, Ich bleibe dein, bis du mich dort wirst weiden, Wo deine Liebe mit verklärten Zungen Stets wird besungen. Diterich nach Freylinghausen. Mel. Wend' ab deinen Zorn. 116 Gt der du für uns deinen Sohn gegeben, Wer kann doch gnugsam deine Huld erheben? Wie herrlich zeigst du im Erlösungswerke Der Gnade Stärke! 2. Dein ewger Sohn selbst stirbt für Menschenkinder, Der Heiligste tritt an die Statt der Sünder, Der Seligste begiebt sich seiner Freuden, Für uns zu leiden. 3. Er wird das Lamm, das Aller Sünden träget, Drauf du die Strafe weislich selbst geleget, Daß du die Schuld an den verlor⸗ nen Schafen Nicht dürftest strafen. 4. Was ist der Mensch, daß du sein so gedenkest Und deinen Sohn ihm zum Versöhner schenkest? Was findest du an mir und an uns allen Für Wohlgefallen? 5. Verdient Verachtung göttlicher Gesetze, Verdient Verschwendung unschätzbarer Schätze, Verdient ein selbstgemachter böser Schade Des Richters Gnade? 6. O welche Tiefe deiner Men⸗ schenliebe! Wer faßt, o Gott, die Größe ihrer Triebe? Du thust noch mehr zu unserm Wohlergehen, Als wir versehen. 7. Ach, lehre mich recht deine Huld erkennen, Voll Zuversicht dich meinen Vater nennen Und zum Gehorsam dir mein ganzes Leben Willig ergeben! 8. Was mir dein Sohn, da er für mich gestorben Aus deiner Huld durch seinen Tod erworben, Das werde mir, zu meinem ewgen Heile, Nun auch zu teile. 9. Dein Friede wohne stets in meinem Herzen Und tröste mich bei des Gewissens Schmerzen. Dein Geist sei mit mir, deinen guten Willen Treu zu erfüllen. iebich und Diterich. und Tode Jesu. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. 117 Cesu, meines Lebens Leben, Des sich meine Seele freut, Der für mich sich hin⸗ gegeben, Ursprung meiner Selig⸗ keit! Du, der lieber wollte ster⸗ ben, Als mich lassen im Ver⸗ derben, Ach, wie dank' wie dank' ich dir, Mein Erlöser, gnug da⸗ für? 2. Menschenfreund, von Gott gesendet, Seines Rats Verkün. diger, Längst hast du dein Werk vollendet, Preis sei dir, Erhöhe⸗ ter! Doch in den Gedächtnistagen Deiner Leiden, Jesu, sagen Deine Teu'rerlösten dir Billig neuen Dank dafür. „3. Du betratst, für uns zu sterben. Willig deine Leidensbahn, Stiegst, uns Leben zu erwerben, Gern den Todesberg hinan, Trugst, vergessend eigner Schmerzen, Deine Menschen nur im Herzen. Diese Liebe preisen wir, Unvergeßlich sei sie mir! 4. Meinetwegen trugst du Bande, Littst du Lästerung und Spott, Achtetest du nicht der Schande, Gingest willig in den Tod. Mich hast du der Schmach entrissen, Die mich hätte treffen müssen. Wie verpflichtet bin ich dir, Mein Versöhner, stets dafür! 5. Frevler krönten dich zum Hohne, Deine Stirne blutete Unter einer Dornenkrone, König aller Könige! Mir zu gut hast du's erlitten, Mir die Ehrenkron' er⸗ stritten. Preis, Anbetung, Dank sei dir, Ehrfurchtswürdigster, dafür! 6. Du, der tausendfache Schmer⸗ zen Willig mir zu Lieb' ertrug, Deinem großmutsvollen Herzen War mein Heil Belohnung gnug. Trost in meinen letzten Stunden Floß für mich aus deinen Wunden. Herr, ich dank', ich danke dir Einst im Tode noch dafür! 7. Ruh' im Leben, Trost am Grabe, Unaussprechlicher Gewinn, Den ich dir zu danken habe, Du, des ich nun ewig bin! Jesu, dir lir sein, Von dem Leiden mein Herz zu geben, Deiner Tu⸗ gend nachuireden, Dir zu traun, zu sterben dir, Dies, dies sei mein Dank dafür. 8. Nun, so dank' ich dir von Herzen Für die ausgestandne Not, Für die Wunden, für die Schmer⸗ zen, Für den herben Kreuzestod, Für dein Zittern, für dein Zagen Und für alle deine Plagen. Jesu, dir für deine Pein Will ich ewig dankbar seinl Neander.(Homburg.) Mel. Aus tiefer Not schrei' ich zu dir 118 Zerr Jesu, deine Angst — H und Pein Und deine schweren Leiden Laß allzeit mir vor Augen sein, Die Sünden zu vermeiden. An deine ausgestandne Not, An deinen martervollen Tod Laß fruchtbar mich gedenken. 2. Will mich der Sünde starker Reiz Auf Lasterwege führen, Laß den Gedanken an dein Kreuz Mein Herz durchdringend rühren, Und dann laß mich die Lüste fliehn, Dem Sündendienste mich entziehn, Dir mich zum Dienst ergeben. 3. Gekreuzigter, mein Heil, auch ich Hab' alles das verschuldet, Was du so willig nahmst auf dich, Was huldreich du erduldet. Ach, laß mich meine Schuld bereun, Um Gnade flehn, die Sünde scheun, Für die du bist gestorben! 4. Du kamest von des Himmels Thron Ins Elend hier hernieder, Ertrugest Schläge, Spott und Hohn Und starbst für deine Brüder, Um uns, nach deines Vaters Rat, Von unsrer Sünd' und Missethat Auf ewig zu erretten. 5. Drum will ich hier zur Dank⸗ barkeit Von Herzen dir lobsingen, Und wenn du einst zur Seligkeit, Erlöser, mich wirst bringen, So will ich dann zu deiner Ehr' Mit jenem selgen Himmelsheer Dich ewig dafür loben. 6. Laß, Jesu, deine Angst und Pein Und deine schweren Leiden Mir Kraft und Trost im Leben sein, Und wenn ich werde scheiden, —— und Tode Jesu. 65⁵ Dann hilf, daß ich durch deinen Tod Beschließe alle meine Not Und selig sterbe. Amen. Unbekannter nach Clausnitzer. Erweckung zur Buße aus den Leiden Jesu. Mel. An Wasserflüssen Babylon. 119 Erforsche mich, erfahr * mein Herz Und sieh' Herr, wie ich's meine. Ich denk, an deines Leidens Schmerz, An deine Lieb und weine. Dein Kreuz sei mir gebenedeit! Welch Wun⸗ der der Barmherzigkeit Hast du der Welt erwiesen! Wann hab' ich dies genug bedacht Und dich aus aller meiner Macht Genug dafür gepriesen? 2. Rat, Kraft und Friedefürst und Held, In Fleisch und Blut gekleidet, Wirst du das Opfer für die Welt Und deine Seele leidet, Du ringst mit Angst und Todes⸗ not Und gehst doch willig in den Tod. O Liebe sonder Endel Du nimmst auf dich der Menschen Schuld Und giebst mit göttlicher Geduld Dich in der Sünder Hände. 3. Du trägst der Missethäter Lohn Und hattest nie gesündigt, Du, der Gerechte, Gottes Sohn, So war's vorher verkündigt. Der Frechen Schar begehrt dein Blut. Du duldest, göttlich groß, die Wut, Um Seelen zu erretten. Dein Mörder, Jesu, war auch ich, Denn Gott warf Aller Sünd' auf dich, Damit wir Frieden hätten. 4. Erniedrigt bis zur Knechts⸗ gestalt Und doch der Größt' im Herzen, Erträgst du Spott, Schmach und Gewalt Voll Krankheit und voll Schmerzen. Wir sahn dich, der Verheißung Ziel, Doch da war nichts, das uns gefiel, Und nicht Gestalt noch Schöne. Vor dir, Herr, unsre Zuversicht, Verbarg man selbst das Angesicht. Dich schmähn des Bundes Söhne. 5. Ein Opfer nach dem ewagen Rat, Belegr mit unsern Plagen. E 66 Von dem Leiden Um deines Volkes Missethat Ge⸗ martert und zerschlagen, Gehst du den Weg zum Kreuzesstamm, In Unschuld stumm, gleich als ein Lamm, Das man zur Schlachtbank führet. Freiwillig, als der Helden Held, Trägst du aus Liebe für die Welt Den Tod,‚ der uns gebühret. 6. Du neigst dein Haupt. Es ist vollbracht. Du stirbst, die Erd' erschüttert. Die Arbeit hab! ich dir gemacht. Herr, meine Seele ittert. Was ist der Mensch, den u befreit? O wär' ich doch ganz Dankbarkeit! Herr, laß mich Gnade finden, Und deine Liebe dringe mich, Daß ich dich wieder lieb' und dich Nie kreuzige mit Sünden. 7. Welch Warten einer ew'gen Pein Für die, die dich verachten, Die, solcher Gnade wert zu sein, Nach keinem Glauben trachten! Für die, die dein Verdienst ge⸗ stehn Und dich durch ihre Laster schmähn Als einen Sündendiener! Wer dich nicht liebt, kommt ins Gericht. Wer nicht dein Wort hält, liebt dich nicht. Ihm bist du kein Versühner. 8. Du hast's gesagt, du wirst die Kraft Zur Heiligung mir schenken. Dein Blut ist's, das mir Trost verschafft, Wenn mich die Sünden kränken. Laß mich im Eifer des Gebets, Laß mich in Lieb' und Demut stets Vor dir erfunden werden. Dein Heil sei mir der Schirm in Not, Mein Stab im Glück, mein Schild im Tod, Mein letzter Trost auf Erden. Gellert. Mel. Wenn meine Sünd' mich kränken. 120 H in an dein Kreuz zu * H treten, In deinem Leiden dich Voll Glauben anzu⸗ beten, Versöhner, stärke mich. Laß mich mit Zittern und Vertraun, Wie du dich für die Sünder Hin in den Tod gabst, schaun. 2. Wie ist des Besten Seele Bis an den Tod betrübt! So brünstig, meine Seele, Hat Jesus dich ge⸗ und Tode Jesu. liebt. In heißen Angsten schwebt er da, Mit unsrer Schuld beladen, Dem Opfertode nah. 3. Fallt nieder! Bebt, ihr Sün⸗ der! Verhüllt das Angesicht! Jetzt ist für Adams Kinder Der Mittler im Gericht. Er leidet unsers Todes Pein, Fühlt unnennbare Qualen, Uns Menschen zu befrein. 4. So liebt er uns Verbrecher! So groß ist unsre Schuld! Gott ist der Sünden Rächer Und Gott ist Gnad' und Huld! Wer nun der Sünden Greul nicht haßt, Häuft auf den Tag des Zornes Sich selbst des Zornes Last. 5. Hört's, die ihr eure Herzen Noch ihrem Dienst ergebt! Der Preis so vieler Schmerzen Ist, daß ihr ewig lebt. O nehmt an seiner Gnade teil, Erkennet seine Liebe, Verwerft nicht euer Heil! 6. Vernehmt's auch ihr, o Spöt⸗ ter, Die ihr den Mittler schmäht! Er ist auch euer Retter! Hört für euch sein Gebet: Sie wissen's nicht, was sie begehn. Vergieb, o Vater, ihnen, Wenn einst sie zu dir flehn! 7. Ihr, eurer Brüder Feinde, O schlagt an eure Brust! Seid aller Menschen Freunde, Verdammt der Rache Lust! Vergeltet euren Has⸗ sern nie, Den Feinden, die euch fluchen, Vergebt und segnet sie! 8. Noch währen seine Qualen, Noch trinkt er ohne Rast Des Zor⸗ nes volle Schalen. Trägt unsrer Sünden Last Und fühlt für uns des Todes Not, Und nun ergreift den Müden Der fürchterlichste Tod. 9. Vor seines Todes Schrecken Verlischt der Sonne Licht. Die En⸗ gel Gottes decken Ihr bebend An⸗ gesicht. Nun sinkt er in die Todes⸗ nacht. Erbarm', o Gott, dich unser! Er stirbt. Es ist vollbracht. Funk. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 121 Schwing dich auf gen — Golgatha, Seel', an deines Heilands Kreuze! Nimm zu Herzen, wie dich da Gottes Zorn 8. Freu gend dir, nur Spri Erwi DN AÆ 4 Von dem Leiden und Tode Jesu. 67 zur Buße reizel noch, als Stein, kannst fühllos sein. 2. Schaue doch das Jammerbild Zwischen Erd' und Himmel hangen, Wie das Blut in Strömen quillt, Daß ihm alle Kraft entgangen! Schau', ach schau',(erschrickst du nicht?) Wie sein sterbend Herz ihm bricht! 3. O Lamm Gottes ohne Schuld, Alles das hatt' ich verschuldet, Und du hast aus freier Huld Pein und Schmach für mich erduldet. Aus des ewgen Feuers Glut Mich zu retten, fließt dein Blut. 4. Du für uns erwürgtes Lamm, Groß, ach groß ist deine Liebe! Schau von deines Kreuzes Stamm, Wie ich mich um dich betrübe! Ich bin schuldig, aller Schmerz. Der dich trifft, durchbohrt mein Herz. 5. Herr, was kann ich dir da⸗ für, Daß du mich so liebest, geben? Nimm, was ich vermag, von mir, Dir, nur dir gehört mein Leben. Wie du mein, so will ich dein Le⸗ bend, leidend, sterbend sein. 6. Nur bei dir allein such' ich Hilf' in meinen bängsten Stunden, Schmachtend,‚ lechzend sehn' ich mich Nach dem Trost aus deinen Wunden, Wie ein Hirsch nach Wasser schreit, Bis er meine Seel' erfreut. 7. Kreuzige mein Fleisch und Blut, Lehre mich die Welt ver⸗ schmähen, Laß auf dich, mein höch⸗ stes Gut, Immer unverwandt mich sehen Und im Kreuze führe mich Selig, wenn schon wunderlich. 8. Endlich laß mich alle Not Freudig sterbend überwinden. Nir⸗ gends müsse mich der Tod, Als bei dir, mein Heiland, finden. Wer nur dich zur Zuflucht macht, Spricht getrost: Es ist vollbracht. Schmolck und Schlegel. Erweckung zum Glauben aus den Leiden Jesu. Mel. Christus, der uns selig macht. 122. Jesu, meiner Seelen V Licht, Ursprung mei⸗ Härter bist du Wenn du hier ner Freuden! Meines Herzens Zu⸗ versicht Ist allein dein Leiden. Nimm dafür den Dank jetzt an, Ist es schon ein Lallen. Da ich nicht mehr geben kann, Wird dir's doch gefallen. 2. Ich erwäg' es oft und viel, Was dich doch getrieben, Uns ohn' alles Maß und Ziel, Wie du thatst. zu lieben, Da du, uns nur zu befrein, Streich' und Hohn in Ban⸗ den, Geißeln, Martern, Todespein Willig ausgestanden. War es unsre Würdigkeit? Nein, des Vaters Güte, Deines Herzens Freundlichkeit Und dein treu Gemüte. Dies hat dich ans Kreuz gebracht, Daß kein Mensch verzagte, Wenn der Sünden Meng' und Macht Das Gewissen nagte. 4. D du wunderbarer Rat, Den man nie ergründet! O du uner⸗ hörte That, Als man nirgends findet! Sünden, deren, Gott zum Hohn, Menschen sich erfrechen, Die läßt Gottes eigner Sohn An sich strenge rächen. 5. Meine schwere Sündenschuld Traf den treuen Dutd Er ließ gar aus großer Huld Sich fur mich erwürgen. So hat er uns Heil gebracht. Sollt' uns nicht ge⸗ ziemen, Seiner Liebe starke Macht Ewiglich zu rühmen? 6. Herr, dein Friede sei mit mir, Und auf mein Gewissen, Wenn es zaget, laß von dir Trost und Freude fließen. Trost ergießt in jedes Herz Sich aus deinem Her⸗ zen, Auch den allerbängsten Schmerz Stillen deine Schmerzen. 7. Laß, sobald mein Herz er⸗ schrickt Uber seine Sünden, Wenn auf dich mein Glaube blickt, Mich, Herr, Gnade finden. Sieh', ich fall', zerknirscht von Reu, Mit wahrhaf⸗ ter Buße Und dem Vorsatz bessrer Treu' Jesu, dir zu Fuße. 8. Nun, ich weiß, worauf ich bau' Und bei wem ich bleibe, Wessen Fürsprach ich vertrau' Und an wen ich gläube. Jesu, du bist es allein, Welcher mich beschir. E* 68 Von dem Leiden met, Wenn gleich alle Höllenpein Auf mich dringt und stürmet. 9. Abersollte nicht dein Schmerz Meine Seele kränken? Mit Betrüb⸗ nis soll mein Herz Deines Todes denken, Bis man fröhlich rühmen wird: Aus des Todes Banden Ist der Schafe großer Hirt Siegreich auferstanden! Held und Schlegel. Mel. Christus, der uns selig macht. 123 Mein Erlöser, Gottes * Sohn, Der du für mich littest Und auch auf der Himmel Thron Jetzt noch für mich bittest! Welche Wohlthat ist für mich Dein versöhnend Leiden! O wie preis' ich würdig dich, Ur⸗ sprung meiner Freuden! 2. Unermessne Herrlichkeit War dir, Herr, gegeben, Und du konn⸗ test jederzeit Voller Freuden leben. Aber, o der großen Huld! Daß ich selig würde, Übernahmst du in Geduld Schwerer Leiden Bürde. 3. Nun kann meine Missethat Noch Vergebung finden, Denn du starbst nach Gottes Rat Auch für meine Sünden. Unsre Strafe tru⸗ gest du, Uns vom Fluch zu retten, Daß wir im Gewissen Ruh', Mit Gott Friede hätten. 4. Was uns Lust zur Bessrung schafft, Was zur Tugend leitet, Dazu hast du neue Kraft Durch dein Kreuz bereitet. Nicht verge⸗ bens darf ich nun Mich um Kraft bewerben, Gottes Willen noch zu thun, Sünden abzusterben. 5. Nun kann ich aufs Todesthal Noch mit Freuden sehen Und zu jener Welt einmal Ohne Schrecken gehen. Du, Herr, hast aus aller Rot Rettung mir errungen Und durch deinen Kreuzestod Meinen Tod bezwungen. 6. Herr, was bin ich, daß du mein So dich angenommen? Laß die Frucht von deiner Pein Nun auch auf mich kommen. Gieb mir Weisheit, gieb mir Kraft,(Du hast sie in Händen!) Was du mir und Tode Jesu. zum Heil verschafft, zuwenden. 7. Laß das Wort von deinem Kreuz Mich mit Mut beleben, Siegreich jedem Sündenreiz Hier zu widerstreben. Treib' mich mäch⸗ tig dadurch an, Gottes Zorn zu scheuen, Was ich Unrecht je ge⸗ than, Innig zu bereuen. 8. Drückt mich meine Sünden⸗ not, Straft mich mein Gewissen, O dann laß aus deinem Tod Mich den Trost genießen, Daß du auch für meine Schuld Büßend bist ge⸗ storben Und Vergebung, Gnad' und Huld Mir bei Gott erworben. 9. Stärke mich durch deinen Tod Auf die letzten Stunden. Wie du deine Todesnot Siegreich über⸗ wunden, O so hilf dazu auch mir, Laß mich fröhlich scheiden! Herr, so dank' ich ewig dir Für dein bittres Leiden. Diterich. 1 24 Cbriste duLammottes, — der du trägst die Sün ⸗· de der Welt, erbarm' dich unser! 2. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünde der Welt, erbarm' dich unser! 3. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünde der Welt, gieb uns deinen Frieden! Amen. Nach dem lat. Agnus Dei. Mel. O Lamm Gottes, unschuldig. 125 Lamm Gottes, im Staube, Mit Blut und Thränen bedecket Dein tröste sich mein Glaube, Wenn Tod und Sünde mich schrecket! Dein Ringen, Winseln, Klagen, Dein Todes⸗ kampf, dein Zagen Sei meine Ruhe, Herr Jesu! 2. O Lamm Gottes, unschuldig Trugst du die herbe Verhöhnung, Und immer so geduldig Zu mei⸗ nes Frevels Versöhnung. Dein Bild müss' uns beleben, Zu dulden, zu vergeben, Wie du zu lieben, Herr Jesu! 3. O Lamm Gottes, so kläglich Zerfleischt, durchgraben, geschlach⸗ tet! Dein Tod belehr' uns täglich, Gläubig an⸗ 5. Gnat sündli 8 Liebes nichts stoß'! hasset 9. Christ seine mächti Von dem Leiden Wie hoch du Seelen geachtet! Er schreck uns ab von Sünden, Er müss uns dir verbinden Zu steti⸗ ger Liebe, Herr Jesu! Code. Erweckung zur Gegenliebe gegen Jesum aus seinen Leiden. Mel. Wend' ab deinen Zorn. — ie grundlos sind die 126. Wẽ Vefen deiner Liebe! Wie heiß, wie zärtlich, Jesu, deine Triebe! Kein Mutterherz gleicht deinem treuen Herzen, Du Mann der Schmerzen. 2. Was ist der Mensch, daß du sein so gedenkest, Für ihn dich selbst so tief ins Elend senkest? Fiel nicht schon Adam und mit seinem Falle Zugleich wir alle? 3. Verehrt beschämt den weisen Rat, ihr Christen, Den einzuschaun die Engel selbst gelüsten. Bewun⸗ dert doch in dem Erlösungswerke Der Liebe Stärke. 4. Des Höchsten Sohn büßt für die Menschenkinder, Der Heiligste bezahlet für die Sünder, Des Le⸗ bens Fürst und aller Bosheit Rächer Stirbt bei dem Schächer! 5. Kann mein Verstand so hohe Gnadenzeichen, So große Wunder seiner Lieb' erreichen? Thut er nicht mehr, uns Erde zu erhöhen, Als wir verstehen? 6. Herr, lehre selbst mich deine Huld erkennen, In rechtem Glau⸗ ben meinen Herrn dich nennen! Erbarme dich und heile meinen Schaden, Du Brunn der Gnaden! 7. Ich bin verderbt vom Fuße bis zum Scheitel, Mein Herz ist trotzig, widerspenstig, eitel, Mein bestes Thun ist mangelhaft und sündlich, Ich fehle stündlich. 8. Ich flieh', o Herr, zu deinen Liebesarmen, Ich such' und bitte nichts als dein Erbarmen. Ver⸗ stoß' den nicht, der seine Sünden hasset Und dich umfasset. 9. Was machst du, Feind, mir Christi Huld verdächtig? Schweig', seine Kraft ist in den Schwachen mächtig. Er selbst macht den ge⸗ und Tode Jesu. 69 recht, der an ihn gläubet Und in ihm bleibet. 10. Zeuch mich, verwund'tes Lamm, zu deinem Kreuze, Damit dein Leiden meine Seele reize, Dich, den Erwerber aller guten Gaben, Recht lieb zu haben. 11. Dir, Jesu, leb' ich, dir will ich auch sterben. Laß den nur nicht, den du versöhnt, verderben. Laß mich dein sein, so lang ich leb' auf Erden, Einst selig werden. Liebich. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. 127 Der am Kreuz ist meine Liebe, Meine Lieb' ist Jesus Christ. Weicht ihr schnö⸗ den Fleischestriebe, Alles fern, was eitel ist Eitle Weltlust wirkt den Tod, Wer sie liebt, ist nicht von Gott. Meine Lieb' ist der Erwürgte, Der für mich beim Richter bürgte. 2. Der am Kreuz ist meine Liebe, Welt, was wundert's dich, daß ich Stets in seinem Lob mich übe? Er, er blutete für mich, Dürstend, bleich, zum Fluch gemacht, Hing er in des Todes Nacht. Meine Wonn' ist der Erwürgte, Der für mich beim Richter bürgte. 3. Der am Kreuz ist meine Liebe. Sünde, du bist mir verhaßt. Weh' mir, wenn ich den betrübe, Der für mich am Kreuz erblaßt! Un⸗ dank für so blutgen Schmerz, Der beflecke nie mein Herz, Und mein Schutz sei der Erwürgte, Der für mich beim Richter bürgte. 4. Der am Kreuz ist meine Liebe. Nun, mein Herz, was zagest du? Schau', aus wie so heißem Triebe Schafft er dem Gewissen Ruh'! Stille dich, denn Jesu Blut Macht die böse Sache gut, Und dein Trost sei der Erwürgte, Der für mich beim Richter bürgte. 5. Der am Kreuz ist meine Liebe, Der so sehnlich mein begehrt. Wenn ich ihm nicht treu verbliebe, Wär ich da des Lebens wert? Nein, mich trennt von ihm kein Dräun, Keine Schmach, Gefahr noch Pein, 10 Von dem Leiden und Tode Jesu. Und mein Fels ist der Erwürgte, Der für mich beim Richter bürgte. 6. Der am Kreuz ist meine Liebe. Nun, o Tod, bist du mein Freund. Wenn ich wie ein Staub zerstiebe, Werd ich Jesu stets vereint. Dann erfahr' ich ganz sein Heil. Meiner Seele Licht und Teil Bleibet ewig der Erwürgte, Der für mich beim Richter bürgte. Unbekannter und Schlegel. Anwendung der Leiden Jesu zur Tugend. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 0 Welt, sieh hier dein 128. O Leben Am Stamm des Kreuzes schweben! Dein Heil sinkt in den Tod. Der große Fürst der Ehren Läßt willig sich be⸗ schweren Mit Banden, Schlägen, Hohn und Spott. 2. Tritt her und schau' mit Fleiße, Mit Blut und Todesschweiße Ist ganz sein Leib bedeckt. Und unnennbare Schmerzen Fühlt er in seinem Herzen, Da er den Kelch des Zornes schmeckt. 3. Wer hat dich so geschlagen Und dieses Heer von Plagen, Herr, wider dich erregt? Du bist ja nicht ein Sünder, Wie wir und unsre Kinder. Wie sind dir Strafen auf; erlegt? 4. Ich, ich und meine Sünden, Der sich so viele fsinden, Wie Sand am weiten Meer, Die haben dich geschlagen, Die brachten diese Pla⸗ gen Auf dich, und dieses Marter⸗ eer. 5. Ich bin's, ich sollte büßen In ewgen Finsternissen Das, was dein Tod versühnt. Die Geißeln und die Banden Und was du ausge⸗ standen, Das alles, Herr, hab' ich verdient. 6. Du nimmst auf deinen Rücken Die Lasten, die mich drücken, Du duldest meine Pein, Du wirst ein Fluch, dagegen Erwirbst du mir den Segen. Dein Schmerz muß mir ein Labsal sein. 7. Du giebest dich zum Bürgen, Du lässest dich selbst würgen Fu⸗ mich und meine Schuld. Für mich läßt du dich krönen Mit Dornen, die dich höhnen. Und leidest alles mit Geduld. 8. Für mich ihn zu erlegen, Eilst du dem Tod entgegen Mit großem Heldenmut. Du stirbst, daß ich nicht sterbe, Noch ewiglich verderbe. O unerhörte Liebesglut! 9. Wie bin ich dir verbunden, Durch den ich Heil gefunden! Ich bin dein Eigentum. Mich dankbar zu erweisen, Soll Seel und Leib dich preisen, Und dir gehorchen sei mein Ruhm. 10. Es soll dein Tod und Leiden, Bis Leib und Seele scheiden. Mich trösten und erfreun. Er soll von meinen Pflichten Mich täglich un⸗ terrichten Und Kraft zur Tugend mir verleihn. 11. Wie strenge Gott Verbrechen An denen einst wird rächen, Die seine Huld verschmähn, Wie schwer sie ihrer Sünden Vergeltung wer⸗ den finden. Will ich aus deinem Leiden sehn. 12. Dein Beispiel soll mich leh⸗ ren, Den Rat des Höchsten ehren Und thun, was er gebeut. Nicht meinen eignen Willen, Nur seinen zu erfüllen, Ist meine Pflicht und Seligkeit. 13. Nach dir will ich mich üben, Die Feinde selbst zu lieben, Nach dir, der für sie bat. Ich will des Lebens Plagen Getrost und willig tragen, Und thun, wie mein Er⸗ löser that 14. Nie will ich wieder schelten, Nie Spott mit Spott vergelten. Nie, wenn ich leide, dräun, Wie du, gelassen dulden, Dem Näch⸗ sten seine Schulden, Wie du, von Herzensgrund verzeihn. 15. Ich will ans Kreuze schlagen Mein Fleisch und dem entsagen Was dir, Herr, nicht gefällt. Was deine Augen hassen, Das will ich fliehn und lassen, Gefiel' es auch der ganzen Welt. Gerhardt und Zollikofer. wenn verde I1I. Von dem Leiden und Tode Jesu. 71 Mel.* ab deinen Gott err, mein Gott, der 129. O du für mich gestor⸗ ben Und mir am Kreuz mein ewig Heil erworben, Wie wenig schlägt mein Herz, voll böser Triebe, Zu dir von Liebe! 2. Wie unbeständig, zaghaft und vermessen Kann es so bald, was es dir schwur, vergessen! Kaum droht die Welt, kaum locken falsche Brüder, So fall' ich wieder. 3. Auch ich, ich solge dir nur oft von weiten, Zu mutlos klein, für deinen Ruhm zu streiten. Schnell schrecken mich Verfolgung, Tod und Bande Und kleinre Schande. 4. Ist dies das Herz, das ich dir ganz ergeben, Dir treu zu sein, zu sterben, dir zu leben? Ist dies die Pflicht, mein Blut für dich zu wagen, Nie zu verzagen? 5. Ach sieh, Erbarmer, mich zu deinen Füßen In wehmutsvollen Schmerzen ganz zerfließen! Ach, könnte sich in heißen Thränenfluten Mein Herz verbluten! 6. Schenk' einen Blick voll Mit⸗ leid und Erbarmen Mir, der ich dich so oft verließ, mir Armen. Laß dieser tief gerührten Reue Zeichen Dein Herz erweichen. 7. Du wirst, du kannst mir die⸗ ses nicht versagen. Du hast ja, Herr, auch meine Schuld getragen, Für mich gefleht, den Glauben mir zu stärken Zu guten Werken. 8. Ich will hinfort dich vor der Welt bekennen Und ohne Furcht mich deinen Jünger nennen. Nichts, nichts soll mich von deiner Liebe scheiden, Freud' oder Leiden. 9. Will böse Lust der Welt mein Herz verstricken, So schrecke mich mit deinen Gottesblicken. Dann will ich eilen ihr nicht gleich zu scheinen, Bitterlich weinen. 10. Laß deinen guten Geist mich stets regieren, Mit Weisheit mich, mit edlem Mute zieren, Daß, wenn ich strauchle, ich nicht gar verderbe, Noch ewig sterbe. 11. Du wirst als Richter einst vom Himmel kommen. Dann zähle mich, o Herr, zu deinen Frommen. Dann sei das Glück, daß ich dir angehöre, Mir Preis und Ehre. 12. Dann trocknest du gewiß all' meine Thränen, Erfüllest jede Wün⸗ sche, jedes Sehnen Und krönest mich, nach dunkler Tage Leiden, Mit ewgen Freuden. Vogel. Mel. Wend' ab deinen Zorn. 1 30 Qaß deinenGeist michstets, mein Heiland, lehren, Dein göttlich Kreuz im Glauben zu verehren, Daß ich getreu in dem Beruf der Liebe, ⸗Mich christlich übe. 2. Das Gute thun, das Böse fliehn und meiden, Herr, diese Pflicht lehrt mich dein heilig Leiden. Kann ich zugleich das Böse mir erlauben Und an dich glauben? 3. Da du dich selbst für mich dahingegeben, Wie könnt' ich noch nach meinem Willen leben Und nicht viel mehr, weil ich dir ange⸗ höre, Zu deiner Ehre? 4. Ich sollte nicht, wenn Leiden dieser Erden, Wenn Kreuz mich trifft, gelassnen Herzens werden, Da du so viel für uns, die wir's verschuldet, Liebreich erduldet? 5. Für welche du dein Leben selbst gelassen, Wie könnt' ich sie, sie meine Brüder hassen Und nicht, wie du, wenn sie mich unter⸗ treten, Für sie noch beten? 6. Ich will nicht Haß mit glei⸗ chem Haß vergelteu, Wenn man mich schilt, nicht rächend wieder schelten. Du Heiliger, du Herr und Haupt der Glieder, Schaltst auch nicht wieder. 7. Ein reines Herz, gleich dei⸗ nem edlen Herzen, Dies ist der Dank für deines Kreuzes Schmerzen, Und Gott giebt uns die Kraft in deinem Namen, Dir nachzuahmen. 8. Unendlich Glück! Du littest uns zu gute. Ich bin versöhnt in deinem teuren Blute. Du hast mein Heil, da du für mich gestorben, Am Kreuz erworben. 9. So bin ich denn schon selig 72 Von dem Leiden hier im Glauben? So wird mir nichts, nichts meine Krone rauben? So werd' ich dort, von Herrlichkeit umgeben, Einst ewig leben? 10. Ja, wenn ich stets der Tu⸗ end Pfad betrete, Im Glauben ämpf, im Glauben wach' und bete, So ist mein Heil schon so gewiß erstrebet, Als Jesus lebet. 11. Lockt böse Lust mein Herz mit ihrem Reize, So schrecke mich dein Wort, das Wort vom Kreuze, Und werd' ich matt im Laufe guter Werke, So sei mir's Stärke. 12. Seh' ich dein Kreuz den Klugen dieser Erden Ein Arger⸗ nis und eine Thorheit werden, So sei's doch mir, trotz allen frechen Spottes, Die Weisheit Gottes. 13. Gott, eile nicht, sie rächend zu zerschmettern. Erbarme dich, wenn einer von den Spöttern Sich spät bekehrt und dich, den er geschmähet, Um Gnade flehet. 14. Wenn endlich, Herr, mich meine Sünden kränken, So laß dein Kreuz mir wieder Ruhe schen⸗ ken. Dein Kreuz, dies sei, wenn ich den Tod einst leide, Mir Fried' und Freude. Gellert. Anwendung der Leiden Jesu zur Geduld im Leiden. Mel. An Wasserflüssen Babylon. 13 1 Ein Lamm geht hin und trägt die Schuld Der abgefallnen Kinder, Geht hin und büßet in Geduld Die Sünden aller Sünder. Es folgt belastet, matt und krank Den Würgern zu der Würgebank, Wählt Martern statt der Freuden. Für uns will es nicht Schmach und Pein, Nicht Strie⸗ men, Angst und Wunden scheun, Ja, gar den Tod erleiden. 2. Das Lamm ist der erhabne Freund, Der Heiland unsrer Seelen. Gott, aller Sünde strenger Feind, Wollt' ihn zum Mittler wählen. Sohn, sprach er, nimm dich derer an, Die über sich im blinden Wahn Selbst Zorn und Strafe brachten. Die Straf' ist schwer. der Zorn ist und Tode Jesu. groß, Doch du vermagst es, mache los, Die nun im Elend schmachten. 3. Ja, sprachst du, dies sei un⸗ ser Bund! Mich magst du für sie schlagen, Mein Wille hängt an dei⸗ nem Mund,‚, Ich will die Sünden tragen. O Wunderlieb', o Liebes⸗ macht, Du kannst, was nie ein Mensch gedacht, Gott seinen Sohn abzwingen! O Liebe, Liebe, du bist stark! Du streckest den ins Grab und Sarg, Vor dem die Felsen springen! 4. Er büßt für uns am Kreuzes · stamm, Damit wir Gnade finden. Er wird geschlachtet als ein Lamm Zum Opfer für die Sünden. Für alle stirbt er, auch für mich Ergießet hier sein Leben sich In milden Strö⸗ men Blutes. O teures Lamm, wie soll ich dir Dafür gnug danken, daß du mir Erzeigest so viel Gutes? 5. Ich will von deiner Freund. lichkeit Bei Nacht und Tage singen, Dir will ich auch zu aller Zeit Mich selbst zum Opfer bringen. Mein ganzes Leben soll sich dir (Das hilf du selbst, mein Heiland, mir!) In stetem Dank ergießen. Wie Großes du an mir gethan, Das will ich stets, so tief ich kann, In mein Gedächtnis schließen. 6. Wohlauf, mein Herz, eröffne dich! Dir soll ein Kleinod werden. Kein Schatz wie dieser findet sich Im weiten Schoß der Erden. Weg Ehr' und Lust der eitlen Welt! Was mir vor alle dem gefällt, Hat nun mein Herz gefunden. Dies Kleinod, dies mein bestes Gut Ist, Jesu, dein vergossnes Blut, Der Strom aus deinen Wunden. 7. Dies soll und will ich mir zu Nutz Zu allen Zeiten machen. In Sturm und Hitze sei's mein Schutz, Lehr' in Gefahr mich wachen, Ver⸗ leih' im Glück Bescheidenheit, In Sorgen Ruhe, Trost im Leid, Ver⸗ trauen im Gebete. Zum letzten Siege stärk es mich Und sei auch dort mein Schmuck, wenn ich Vor Gottes Richtstuhl trete. Gerhardt und Schlegel. Autri Mel. 13² meiner mich d ich dir du dur Das L dessen ganz 3 2.4 dich. mich ten. I Bahn Muster richten. noch si mit dir 3. 2 . Von dem Leiden und Tode Jesu. 73 Mel. Christus, der uns selig macht. 132 Mein Erlöser, auch für — mich Gingst du hin zum Leiden Und begabst dich willig⸗ lich Aller deiner Freuden, Du sahst Banden, Schmerz und Hohn, Sahst den Tod von ferne, Doch ertrugst du, Gottes Sohn, Alle Leiden gerne. 2. Du entflohst nicht der Gefahr, die dem Leben drohte, Als die Stund' erschienen war, Gingst du froh zum Tode. Willig übergabst du dich In der Feinde Hände Und bliebst unveränderlich Treu bis an das Ende. 3. Lehre mich, wie du, so still Und so froh zu leiden Und, wenn es dein Ratschluß will, Selig zu verscheiden. Stärke mich, wenn ich einmal Sterbend zu dir flehe, Daß ich durch des Todes Thal Ohne Schrecken gehe. 4. Dank, o Jesu, Dank sei dir Für dein letztes Leiden! Denn dadurch erwarbst du mir Deines Himmels Freuden. Nunmehr weiß ich, daß im Tod Ich nicht ewig sterbe, Denn ich bin versöhnt mit Gott, Bin des Himmels Erbe. Sturm. Autrieb zur Selbstverleugnung aus Jesu Leiden. Mel. O Ewigkeit, du Donnerwort. 133 Der du der Strafen — schwere Last An meiner Statt getragen hast, Für mich den Tod gelitten. Wie soll ich dir gnug dankbar sein, Daß du durch Leiden, Tod und Pein⸗ Das Leben mir erstritten? Herr, dessen Eigentum ich bin, Nimm ganz zu deinem Dienst mich hin. 2. Trost hab' ich ja allein durch dich. So stärket auch dein Leiden mich Zu meinen schwersten Pflich. ten, Ich schaue, Herr, auf meiner Bahn Stets glaubensvoll dein Muster an, Um mich darnach zu richten. Nun sei der Pfad auch noch so steil, Ich geh' ihn froh mit dir, mein Heil. 3. Nichts ist, was mich gefesselt hält. Du hast den Himmel, Herr der Welt, Für mich hintangesetzet, Was mein Herz liebt, das opfert's doch Dir gern auf, weil es nichts so hoch, Als deine Liebe schätzet. O wie so viel hab' ich in ihr! Du dankst mir nichts, ich alles dir. 4. Dem Nächsten dürft' ich mich entziehn? Gemächlich jede Bürde fliehn? Und du trugst was für Bürden! Ach Bürden, die, trugst du sie nicht, Uns einst von Gottes Angesicht Zur Hölle stürzen wür⸗ den. In Schweiß und Müh', von Trägheit fern, Dien' auch nun ich Dem Nächsten gern. 5. Ich scheute jede Bangigkeit, Da doch du, Herr der Herrlichkeit, Selbst Blut geschwitzt im Garten? Hier in der Welt hab' ich oft Angst, Allein da du selbst zitternd rangst, Was darf ich sonst erwarten? Herr, laß auf deinen Kampf mich sehn, So werd' ich nie in Not vergehn. 6. Du, König, trugst die Dornen⸗ kron', Und mich erschreckt' ein eit⸗ ler Hohn, Wenn rohe Spötter spot⸗ ten? Nein, sollt' auch alle Welt zugleich Sich wider dich, Herr, und dein Reich Voll Stolz zusammen⸗ rotten. Der Feige flieh' des Frev⸗ lers Spott, Mich ehrt er, er ist Ruhm bei Gott. 7. Nach Ehre dürft' ich lüstern sein? Und du, du lässest dich ver⸗ spein, Da ich nach Ruhme geize? Nach Hoheit strebt' ich ohne Ruh? Und, Gottmensch, dich erniedrigst du Gar bis zum Tod am Kreuze, Wo du, der du den Tod bezwingst, Ver · achtet zwischen Mördern hingst? 8. In Krankheit fühl' ich Linde⸗ rung, Sobald die Pein der Kreuzi⸗ gung Mein banger Geist betrachtet, Und trostlos machet mich kein Schmerz. Wenn auch schon mein zerschmolznes Herz Umsonst nach Labung schmachtet. Denn dir, des Herz verschmachtet war, Reicht man zur Labung Essig dar. 9. Wer hier die Weltlust nur begehrt, Der ist, o Jesu, dein nicht wert, Noch fleischlich, noch 74 Von dem Leiden und Tode Jesu. verblendet. Zu Leiden mache mich bereit. Du, Ursprung meiner Selig⸗ keit, Bist auch durch sie vollendet. Dir, der mir diese Bahn erst brach, Trag'ich mein Kreuz nun willig nach. 10. Mein Leiden sei denn noch so schwer, Für mich ist's nun nicht Strafe mehr, Kreuz ist der Christen Leiden. O teurer Name, reich an Trost, Du machst in jeder Not getrost, Verwandelst Leid in Freu⸗ den, Weil man mit ihm, der für uns litt, Durch Kreuz hier in Gemeinschaft tritt. 11. O Jesu, gieb mir deinen Sinn, Daß nun, wie du, auch ich forthin Das, was die Welt liebt, meide. Herr, bilde mich nach dir, daß ich Dir ähnlich werd' und williglich Mit dir hienieden leide. So herrsch' ich dort dereinst mit dir, Hier aber lebest du in mir. Schlegel. Trost und Beruhigung aus den Leiden Jesu. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. 13 4 Desu Christ, durch deine Wunden, Deinen mar⸗ tervollen Tod Hab' ich Heil bei Gott gefunden, Kraft zur Tugend, Trost in Not. Mich sollt' ich durch Sünd' entweihn? Nein, ich denk' an deine Pein. Ach, den ganzen Greul der Sünden Läßt mich die mit Graun empfinden. 2. Schmachtet nach der Wollust Freuden Mein verderbtes Fleisch und Blut, O so blick' ich auf dein Leiden. Schnell verlischt die wilde Glut. Tracht' ich eitler Ehre nach Und ich blick' auf deine Schmach, Schnell schlägt sie den Stolz dar⸗ nieder Und giebt mich der Demut wieder. 3. Scheint beim schmalen Weg um Leben Mir der Welt betretne ahn Lustig, breit, gemächlich, eben, Jesu, dich schau' ich dann an. Da warnt mich des Zornes Last, Welche du getragen hast, Nicht mit dem verblend'ten Haufen Ins Verderben hinzulaufen. 4. Hält mein schreckendes Ge⸗ wissen Mir der Sünden Menge vor, O in meinen Kümmernissen Schau' ich nach dem Kreuz empor. Sie verschwinden, sie entfliehn. In den Wunden, die hier glühn, Find' ich Sicherheit und Leben Und den Trost: Sie sind vergeben! 5. Hier such' ich in Unruh' Friede. In der Angst Beruhigung, Neue Kraft, wenn ich ermüde, Und in Qualen Linderung. Schwer sei dieses Lebens Müh', Durch dein Kreuz verschwindet sie. Denn es führt durch kurze Leiden Zum Genuß von ewgen Freuden. 6. Über alles, was zum Staube Meine Seele niederdrückt, Wird mit starker Kraft mein Glaube Durch dein Leiden hingerückt, Dei⸗ nes Trostes Freudigkeit Reißt mich fort zur Ewigkeit, Die du, Herr, als du gestorben. Mir, auch mir am Kreuz erworben. 7. Hab' ich dich in meinem Herzen, Ursprung aller Seligkeit, So besieg' ich alle Schmerzen, Auch sogar im letzten Streit. Rufst du, und ich habe nun Gnug ge⸗ kämpfet, um zu ruhn, Herr, so dank' ich's deinen Wunden, Daß ich sieghaft überwunden. 8. Ja, auf dich steht mein Ver⸗ trauen, Du bist meine Zuversicht. Du besiegst des Todes Grauen, Rettest mich aus dem Gericht. Durch dein mir erworbnes Heil Hab' ich an dem Himmel teil. Wahrlich, Herr, ein ewig Leben Wird der⸗ einst dein Tod mir geben. Heermann und Schlegel. Mel. Wenn meine Sünd' mich kränken. 28 enn mich die Sünden 135. Wẽ kränken, Mein Mitt⸗ ler, Jesu Christ, So laß mich froh bedenken, Wie du gestorben bist Und wie du meines Elends Last Am Kreuz, von Gott verlassen, Auf dich genommen hast. 2. O Wunder ohne Maßen! Fürs menschliche Geschlecht Hast du dich martern lassen, Du, Herr, dich für erwar Leben Zur 2 Heil, 2. habne Von dem Leiden den Knecht. Selbst Gottes Sohn ward für den Staub, Für mich verlornen Sünder Des finstern Grabes Raub. 3. Was kann sie mir nun scha⸗ den, Wie groß die Sünd' auch sei? Bei Gott bin ich in Gnaden, Von allen Schulden frei. Sie sind etilgt durch Christi Blut, Und ich darf nicht mehr fürchten Der Hölle Qual und Glut. 4. Drum sag' ich dir von Herzen Jetzt und mein Lebenlang Für deine Pein und Schmerzen, Erlöser, Lob und Dank, Für deine Qual, dein Angstgeschrei, Für dein unschuldig Sterben, Für alle Lieb' und Treu. 5. Herr, laß dein bitter Leiden Mich reizen für und für. Mit allem Ernst zu meiden Die sünd⸗ liche Begier. Nie komm' es mir aus meinem Sinn, Wie viel es dir gekostet, Daß ich erlöset bin. 6. Mein Kreuz und meine Pla⸗ gen, Ach, alle meine Not Hilf mir geduldig tragen. Ja gieb, mein Herr und Gott, Daß ich verleugne diese Welt Und folge dem Exem⸗ pel, Das du mir vorgestellt. 7. Laß mich an andern üben, Was du an mir gethan, Und meine Brüder lieben, Gern dienen jeder⸗ mann, Ohn' Eigennutz und Heu⸗ chelschein Und, wie du mir's er⸗ wiesen, Aus reiner Lieb' allein. 8. In meinen letzten Stunden Ström' du mir Kraft und Ruh' Und Heil aus deinen Wunden Zu meinem Troste zu. Du bist's allein, auf den ich trau'. Stärk' meine Seel' im Tode, Daß ich dich ewig schau'. Gesenins. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 136 er du voll Blut und 5 Wunden Für uns am Kreuze starbst Und unsern letzten Stunden Den größten Trost erwarbst, Der du dein teures Leben, Noch eh' ich war, auch mir Zur Rettung hingegeben Mein Heil, wie dank' ich dir? 2. Wie viel hast du erlitten, Er⸗ habner Menschensohn. Als du den und Tode Jesu. 7⁵5 Tod bestritten, Den Tod, der Sünde Lohn! Da folgte Schmerz auf Schmerzen, Da traf dich Schmach auf Schmach, Da lag auf deinem Herzen Angst, die das Herz dir brach. 3. Entblößt von allem Reize, Der Menschen wohlgefällt, Hingst du an deinem Kreuze, Ein Fluch vor aller Welt. Dich flohen deine Freunde, Du warst der Leute Spott, Dich höhnten deine Feinde: Wo ist denn nun sein Gott? „4. O schreckliches Empfinden! Du fühltest das Gewicht Vom Fluche unsrer Sünden, Und Lindrung ward dir nicht. Stets wuchsen deine Plagen, Kein Helfer kam für dich. Man hörte dich selbst klagen: Gott, wie verläßt du mich? 5. Mein Heil, was du erduldet, Das ist auch meine Last. Ich habe mit verschuldet, Was du getragen hast. Sieh gnädig auf mich Ar⸗ men, Der Zorn verdienet hat, Und hilf mir aus Erbarmen Von mei⸗ ner Missethat. 6. Ich will auf dich stets sehen Mit aller Zuversicht. Wohin soll ich sonst gehen? Verwirf du mich nur nicht. Wo soll ich Ruhe fin⸗ den, Wenn du mich, Herr, nicht liebst? Wo Reinigung von Sünden, Wenn du sie mir nicht giebst? 7. Du hast mir durch dein Lei⸗ den Vergebung, Bessrungskraft, In Trübsal Trost und Freuden, Die ewig sind, verschafft. O gieb an dieser Gnade Auch mir im Glau ben teil, So wird mein Seelen⸗ schade Durch dich, Erlöser, heil. 8. Ich danke dir von Herzen. O du, mein größter Freund, Füur deine Todesschmerzen! Wie gut hast du's gemeint! Ach, gieb, daß ich mich halte Zu dir mit aller Treu' Und, bis ich einst erkalte, Ganz nur der Deine sei. 9. Wenn ich denn einst soll schei⸗ den, Ach, dann verlaß mich nicht! Sei auch in Todesleiden Mein Trost, mein Heil mein Licht! Wenn mir am allerbängsten Wird um dasHerze sein, Dann reiß' mich aus den Ang⸗ sten Kraft deiner Angst und Pein! 76 Von dem Leiden 10 Erhebe dann mein Hoffen, Zur bessern Welt zu gehn, Und laß im Geist mich offen, Herr, deinen Himmel sehn! Dahin laß mit Entzücken Alsdann mich glau⸗ bensvoll Nach dir, mein Heiland, blicken! Wer so stirbt, der stirbt wohl. Diterich nach Gerhardt. Begräbnis Jesu. Mel. O Traurigkeit, o Herzeleld. 137 So schlummerst du In stiller Ruh', Der du für uns gestorben, Uns am Kreuz in schwerer Müh' Ewigs Heil erworben. 2. Du bist erblaßt, O Herr, und hast Doch in dir selbst das Leben. Gleich als Sterbliche hält dich Nun ein Grab umgeben. 3. Doch Heil sei mir! Herr, du willst hier Nicht die Verwesung und Tode Jesu. sehen, Sondern bald aus eigner Kraft Aus dem Grabe gehen. 4. Ich weiß, du wirst, Mein Lebensfürst, Wie dich, auch mich erwecken. Sollte denn mein gläubig Herz Vor der Gruft erschrecken? 5. Hier werd' ich einst Bis du erscheinst, In sanftem Frieden liegen, Denn durch deinen Tod kann ich Tod und Grab besiegen. 6. Ihr, die die Welt Gefesselt hält, Zagt nur vor der Verwesung! Ich, ich hoff' in Christo einst Mei⸗ nes Leibs Erlösung. 7. Nein, nichts verdirbt. Selbst das, was stirbt, Der Leib, wird auferstehen Und, zu Himmelsglanz verklärt, Aus dem Grabe gehen. 8. So sink' ins Grab Mein Leib hinab! Ich will mich drum nicht kränken, Teurer Heiland, mir zum Trost An dein Grab gedenken! Schlegel nach S. Frank. Von der Auferstehung Jesu. Mel. Lobt Gott, ihr Christen. 138 Fypreistu ihr Christen, — preist und ehrt Gott, eures Mittlers Gott! Der Vater hat den Sohn erhört, Erhört in seiner Not.: 2. Die Mörder triumphierten schon: Wo ist des Sohnes Macht? Der Herr errettet seinen Sohn. Sein Ratschluß ist vollbracht. 3. Der Sohn befahl in seine Hand Dem Vater seinen Geist. Er nard begraben, er erstand. Gott Jält, was er verheißt. 4. Dies rühme, wer errettet ist, Und werd' ihm unterthan! Welt, die du nun sein Erbteil bist, Lob⸗ sing' und bet' ihn an! 5. Preist Gott, den Vater, denn er hat Nicht seines Sohns Gebet, Nicht, was er für die Sünder that, Sein Opfer nicht verschmäht., 6. Er hat von seinem Sohne nie Sein Antlitz abgewandt. Er hört' ihn, als er zu ihm schrie, Und reicht' ihm seine Hand.. 7. Die ganze Kirche rufe laut: Wer ist wie Gott, so gut! Heil jedem, welcher Gott vertraui, Der solche Wunder thut!. Wer, wer verschmachtet ist und matt, Soll leben, soll sich freun, Satt werden soll, wer Mangel hat, Wer glaubt, soll selig sein!: 9. Das ist des Mittlers Preis und Lohn: Der, welchem er ver⸗ zeiht, Soll ewig leben, wie der Sohn, In seiner Herrlichkeit. 1 10. Sagt's aller Welten Völkern an: Bekehret euch zum Herrn! Ihm werde jeder unterthan Und jeder dien' ihm gern! 11. Des Vaters Reich ist auch das Reich Des Sohnes, er regiert, An Ruhm und Macht dem Vater gleich, Dem aller Ruhm gebührt.:,: 12. Dich ehre, selig Herr, durch dich, Wen deine Macht erhebt, Wer niedrig ist, wer kümmerlich In seinem Staube lebt. ½ 13. Es sehl' ihm an Bekennern nie, So lange diese Welt Noch 13* er mich Von der Auferstehung Jesu. 77⁷ Menschen hat, so lange sie Der Arm des Herrn erhält. 14. Wer noch geboren werden soll, Erkenn' ihn, bet' ihn an, Erzähle, wie so wundervoll Der Herr erlösen kann. Cramer. Mel. Wir danken dir, Herr Jesu. 139 Kü steigt zu ihrem frohsten Lauf Die Sonn' in voller Pracht herauf, Seht, so verläßt der Herr sein Grab, Der erst für uns sein Leben Vert Halleluja. 2. Vertrieben ist der Sünden Nacht, Licht, Heil und Leben wiederbracht. Er, der uns Ehr' und Sieg erstritt, Er bringt uns seinen Frieden mit. Halleluja. 3. Zwar ist hier nicht ganz kund gemacht, Was er uns aus dem Grab gebracht, Der edle Schatz, die reiche Beut', Der sich sein Volk vor ihm erfreut. Halleluja. 4. Uns lehrt es einst sein großer Tag, Wieviel sein starker Arm ver⸗ mag Und was er da für Thaten that, Als er der Schlange Kopf zertrat. Halleluja. 5. O edler Sieg, o starker Held! Wo ist ein Feind, den er nicht fällt? Wo eine Plage so ergrimmt, Der Christi Sieg die Macht nicht nimmt? Halleluja. 6. Und daß der Herr erstanden sei, Das ist von allem Zweifel frei. Ja, es ist je gewißlich wahr, Das leere Grab macht's offenbar. Halleluja. 7. Die Erd' erbebt, es wälzt vom Grab Den Stein ein Engel Gottes ab Und kündiget den Siegs⸗ held an, Den bald auch seine Jünger sahn. Halleluja. 8. Sie sehen, hören, fühlen ihn Und die r Sama sind nun kühn. In vieler Schmach, mit ihrem Blut Versiegelt es ihr Heldenmut. Halleluja. 9. Lebt Christus, was bin ich betrübt? Ich weiß, wie herzlich er mich liebt, Und stürb' auch alle Welt mir ab, Gnug, daß ich Christi Liebe hab'. Halleluja. 10. Er nährt, er schützt, er tröslet mich. Sterb' ich, so nimmt er mich zu sich. Wo er jetzt lebt, komm' ich auch hin, Weil ich sein Teil und Glied hier bin. Halleluja. 11. Durch ihn bin ich mit Gott versöhnt, Durch ihn mit Gnad' und Heil gekrönt. Mein banges Herz ermanne sich. Gott und die Engel lieben mich. Halleluja. 12. Durch seiner Auferstehung Kraft Vollend' ich meine Pilger⸗ schaft, Freu' seiner mich in seinem Reich Und bin dort seinen Engeln gleich. Halleluja. 13. Für solchen Trost, du star⸗ ler Held, Mein Jesu, dankt dir alle Welt. Wenn wir dereinst dein Antlitz sehn, Soll dich ein würd⸗ ger Lied erhöhn. Halleluja. Heermann und Schlegel. Mel. Es ist das Heil uns kommen. 1 40 FTriumph, verlaßt die leere Gruft! Triumph, der Heiland lebet! Hört, wie der Kreis der heitern Luft Von Sie⸗ gestönen bebet. Sei uns gegrüßt, erstandner Held! Die Höll' und Tod entrissne Welt Ruft dir Triumph entgegen. 2. Was war dir, Erde, dazumal, Als sich dein Grund empörte, Und Jesu letzte Todesqual Dich ängst⸗ lich seufzen lehrte? Ach, jauchze nun in Fröhlichkeit! Gesegnet sei des Herren Streit, Der deinen Fluch bezwungen! 3. Ihr Himmel, laßt den Jubel⸗ klang Durch alle Wolken fahren Kommt, wiederholt den Lobgesang, Ihr reinen Geisterscharen! Ehrt jetzt den Tag, wie jene Nacht, Die diesen Held ans Licht gebracht! Verherrlicht seine Siege! 4. Es müsse Zions Heiligtum Vom Jauchzen wiederschallen: Gott in der Höhe, dir sei Ruhm, Den Menschen Wohlgefallen! Ihr Krea⸗ turen, stimmt mit ein: Auf Erden müsse Frieden sein, Im Himmel hohe Wonne! —2————————————————— 78 Von der Auferstehung Jesu. 5. Nun Jesu Grab die Siegel bricht, Steht mir der Himmel offen, Nun stützt den eitlen Glauben nicht Ein unerfülltes Hoffen. Du, Hei⸗ land, lebst und lebst in mir. Du kannst, du wirst, ich folge dir, Mich auch zum Vater führen. 6. Fahr' auf, o seltne Sieges. pracht, Die von der Höhe blitzet! Mein König, der verklärt mit Macht. Zur Rechten Gottes sitzet, Du, der den Tod gefesselt hält, Erlöser, Richter, Herr der Welt, Laß mich dir ewig leben! Pietsch. Mel. In dich hab' ich gehoffet, Herr. 1 41 Get sei gedankt zu jeder • Zeit! Die Sonne der Gerechtigkeit Geht auf, uns zu erfreuen. Sie bricht mit Macht Aus finstrer Nacht, Um alles zu erneuen. 2. Es ist der Siegsfürst, Jesus Christ, Der heut vom Tod erstan⸗ den ist. Er hat dem Feind genom⸗ men Des Tods Gewalt, Drauf ist er bald Mit Freuden wiederkommen. 3. Auch hat der Herr in Sieges⸗ pracht Viel Beute aus dem Grab gebracht, Die will er gern uns geben: Gerechtigkeit, Heil, Friede, Freud' Und unverwelklich Leben. 4. Drum geb' ich dir, Imma⸗ In deine Hände Leib und Seel'. Du bist mein Schutz auf Erden, Mein Licht und Heil, Mein ewig Theil. Mir muß der Himmel werden. 5. Laß mich mit dir zu Grabe ehn, Mit dir auch wieder aufer⸗ stehn, Die Lüste überwinden. So werde ich Dereinst durch dich Den Lohn der Treue finden. Hagen und Sollikofer. Jesu Auferstehung, ein Beweis seiner göttlichen Sendung. Mel. Nun freut euch, lieben Christen. 1 42 Faewracht hab' ich's dar · Vgebracht, Und niemand nimmt mein Leben. Es selbst zu lassen, hab' ich Macht, Macht, wieder mir's zu geben. Und darum liebt mein Vater mich, Daß ich mein Leben lass' und ich Für meine Feind' es lasse. 2. Ich bin in meiner Niedrig ⸗ keit Ein Argernis der Erden. Ver⸗ schmäht, gegeißelt und verspeit. Ge⸗ kreuzigt werd ich werden. Wenn alles dies vollendet ist, So wird des Menschen Sohn, der Christ, Nicht die Verwesung sehen. 3. Weil er sich selbst erniedrigt hat, So wird ihn Gott erhöhen. Ich leid' und sterb' an eurer Statt. Dann werd' ich auferstehen. Am dritten Tag' geh' ich heraus, Lösch' alle Schmach des Kreuzes aus, Als Gottes Sohn bewiesen. 4. Ich will euch sehn, erfreuet euch! Euch siegreich wieder sehen, Euch lehren, meines Vaters Reich Und hohen Rat verstehen, Euch den verheißnen Geist verleihn, Und ihr sollt meine Zeugen sein, Daß ich vom Tod erstanden. 5. Geht hin und lehret alle Welt: Ich bin des Weibes Samen, Der Samen Abrahams, der Held, Und tauft in meinem Namen. Wer an Gott glaubt, glaubt auch an mich, Thut Wunder und beweist, daß ich Zur Rechten Gottes sitze. 6. Kämpft für mein Evangelium Und freuet euch der Leiden. Kein Engel und kein Fürstentum, Nichts soll euch von mir scheiden. Man wird euch hassen und euch schmähn, Euch töten, dennoch soll's geschehn, Daß eure Lehre sieget. 7. Herr, deine Lehre hat gesiegt Und siegt in allen Landen Und zeuget, daß dein Wort nicht trügt, Und zeugt, du bist erstanden. Dein Kreuz. woran man dich erhöht, Verwandelt sich in Majestät. Du gehst aus deinem Grabe. 8. Gehaßt in deiner Niedrigkeit Warst du ein Ziel des Spottes Und zeigtest doch zu gleicher Zeit An dir die Hoheit Gottes. Dein Kreuz schien zwar der Welt ein Greul, Doch sterben für der Feinde Heil, Dies ist die höchste Tugend. war dir bist me Christ, Mel. Ñ 143. Frohlock der für Gericht Herr Je gestorber standen! 2. Di Befestigt kann, d lehret, gedrückt Denn de Hat er Da er di Von der Auferstehung Jesu. 79 9. Dein Reich war nicht von dieser Welt, Dein Ruhm nicht Menschen⸗ ehre. An Demut groß, an Lieb' ein Held Und göttlich in der Lehre, Geduldig und von Sünden rein, Gehorsam bis zum Kreuze sein, Dies war des Heilands Größe. 10. Du starbst am Kreuz, Doch war dir nicht Die Kraft des Herrn gegeben? Wer gab den Blinden das Gesicht, Den Toten selbst das Leben? Und wem gehorchte Wind und Meer? Wem unheilbarer Übel Heer? Du warst vonGott gekommen. 11. Nunirren mich nicht Schmach und Spott, Noch deines Kreuzes Schanden. Du bist mein Herr, du bist mein Gott, Denn du bist auf⸗ erstanden. Du bist mein Heil, mein Fels, mein Hort, Der Herr, durch dessen mächtig Wort Auch ich einst ewig lebe. 12. Wir sind nun göttlichen Ge⸗ schlechts, Durch dich des Himmels Erben. Dies ist die Hoffnung dei⸗ nes Knechts, In dieser will ich sterben. Wie du vom Tod erstanden bist, So werd' auch ich, Herr Jesu Christ, Am jüngsten Tag erstehen. Gellert. Mel. Nun freut euch, lieben Christen. 143 Fringt Preis und Ruhm — dem Heiland dar, Frohlockt ihm, alle Frommen! Er, der für uns getötet war, Ist dem Gericht entnommen. O sei gelobt, Herr Jesu Christ. Daß du für uns gestorben bist Und siegreich aufer⸗ standen! 2. Dein Leben in der Majestät Befestigt unsern Glauben. Wer kann, da dich dein Gott erhöht, Uns nun den Trostgrund rauben, Daß du hast unser Heil vollbracht, Und von des ewgen Todes Macht Uns Sünder hast erlöset? 3. Gott selbst, der dich dem Grab entrückt, Hat dem, was du ge⸗ lehret, Der Wahrheit Siegel auf⸗ gedrückt Und dich als Sohn geehret. Denn deines Opfers hohen Wert Hat er aufs Herrlichste bewährt, Da er dich auferwecket. 4. Erstandner, ich frohlocke dir, Daß du nun ewig lebest. Du lebst und siegst, daß du auch mir Das ewge Leben gebest, Daß du auch mein Erretter seist Und neue Kräfte mir verleihst, Mit Freuden Gott zu dienen. 5. Mein Herr, mein Gott, hilf mir dazu. Befreie mich von Sün⸗ den, Laß mich für meine Seele Ruh' Im Frieden mit Gott finden. O pflanze deinen Sinn in mir, Da⸗ mit ich, Gott ergeben, hier Als dein Erlöster wandle. 6. Dein ist das Reich, dein ist die Macht, Verstorbne zu erwecken, Du rufst einst, und der Gräber Nacht Wird Tote nicht mehr decken. Wie du vom Tod erstanden bist, So werd' auch ich, Herr Jesu Christ, Durch dich einst auferstehen. 7. Olaß mich, weil ich hier noch bin, Im Glauben an dich wandeln Und jederzeit nach deinem Sinn Rechtschaffen sein und handeln, Daß ich, wenn ich einst aufersteh' Und dich, des Todes Sieger, seh', Vor dir dann nicht erschrecke. 8. Da, wo du bist, da soll auch einst Dein Jünger mit dir leben. Du wirst ihn, wenn du nun er⸗ scheinst, Zu deiner Freud' erheben. Laß, Herr, auch dies mein Erbteil sein, So werd' ich ewig des mich freun, Daß du vom Tod erstanden. Diterich. Erweckung mit Jesu geistlicher⸗ weise zu auferstehen. Mel. Ermuntre dich, mein. 144 as Grab ist leer, des Höchsten Sohn Ver⸗ läßt der Toten Grüfte, Und seiner Jünger Jubelton Dringt freudig durch die Lüfte. Du, den der En⸗ gel Loblied preist, Entreiße, Hei⸗ land, meinen Geist Der Liebe zu der Erde, Daß er dir heilig werde! 2. Die Menschheit, Herr, erlaubt mir nicht, Mit dir emporzusteigen, Bis diese schwache Hütte bricht. Wird sich mein Haupt einst nei⸗ gen, Alsdann nimm, nach voll⸗ 80 Von der Auferstehung Jesu. brachtem Lauf, Auch mich in deinen Himmel auf. Nimm, Herr, an mei⸗ nem Ende DenGeist in deine Hände. 3. Doch soll ich einst, o Gottes Sohn, In deinem Reich dich sehen, So muß ich auch auf Erden schon Vom Tode auferstehen. Der lebt nicht, den die Lust der Welt Und ihre Pracht gefesselt hält. Nach Gott und Tugend streben, Nur das heißt wirklich leben. 4. Du auferstandner Menschen⸗ freund, Erweck in mir die Triebe, Durch die man sich mit dir vereint, Den Glauben und die Liebe. Ich will, o Herr, dein eigen sein. Laß mich mit Ernst die Sünde scheun Und gieb selbst Mut und Kräfte Zum Heiligungsgeschäfte. 5. So kann ich als ein wahrer Christ Jetzt leben und einst sterben Und einmal da, wo du, Herr, bist, VollkommneFreude erben. Dahin, mein Heiland, hilf du mir! So bring' ich, ewig froh in dir, Mit deiner Frommen Menge Dir Lob⸗ und Dankgesänge. v. Cronegk. Hoffnung und Trost aus der Auferstehung Jesu. Mel. Nun jauchzt dem Herren alle. 1 45 Euen meinGeist, erfreut Des frohen Tags der Herrlichkeit. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, Der von dem Tod erstanden ist. 2. Fühl' alle Dankbarkeit für ihn, Als ob er heute dir erschien', Als spräch' er: Friede sei mit dir! So freue dich, mein Geist, in mir. 3. Schau' über dich und bet' ihn an. Er mißt den Sternen ihre Bahn, Er lebt und herrscht mit Gott vereint Und ist dein König und dein Freund. 4. O Glaube, der das Herz er⸗ höht! Was ist der Erde Majestät, Wenn sie mein Geist mit der ver⸗ gleicht, Die ich durch Gottes Sohn erreicht? 5. Vor seinem Thron, in seinem Reich, Unsterblich, heilig, Engeln gleich Und ewig, ewig selig sein Herr, welche Herrlichkeit ist mein! 6. Mein Herz erliegt froh unter ihr, Lieb'und Verwundrung kämpft in mir, Und voll von Ehrfurcht, Dank und Pflicht Fall' ich, Gott, auf mein Angesicht. Du, der du in dem Himmel thronst, Ich soll da wohnen, wo du wohnst? Und du erfüllst einst mein Vertraun, In meinem Flei⸗ sche dich zu schaun? 8. Ich soll, wenn du, des Le⸗ bens Fürst, In Wolken göttlich kommen wirst, Verklärt aus mei⸗ nem Grabe gehn Und froh zu deiner Rechten stehn? 9. MitEngeln und mit Seraphim, Mit Thronen und mit Cherubim, Mit allen Frommen aller Zeit Soll ich mich freun in Ewigkeit? 10. Nie komm' es mir aus mei⸗ nem Sinn, Was ich, mein Heil, dir schuldig bin, Damit ich mich, in Liebe rreu, Zu deinem Bilde stets erneu'. 11. Er ist's, der alles in uns schafft Sein ist das Reich, sein ist die Kraft. Halt' im Gedächtnis Jesum Christ, Der von dem Tod erstanden ist. Gellert. Mel. Nun jauchzt dem Herren alle. 146 Dih bet' ich an, erstand⸗ — ner Held Erretter einer Sündenwelt. Du, unsre Zu⸗ flucht für und für, Froh huldigt meine Seele dir. 2. Um deinen Thron, der ewig steht, Glänzt Wahrheit, Heil und Majestät. Ich nahe mich voll Zu⸗ versicht Zu dir, denn du verwirfst mich nicht. 3. Herr, meine Seele preiset dich, Erlöst auf ewig hast du mich, So wahr du selbst vom Himmel kamst, Dein Leben gabst und wie⸗ der nahmst. 4. Wer ist, der mich verdammen kann? Ich glaub' an dich und sage dann: Der Gott, durch den die Himmel sind, Der ist mein Vater, ich sein Kind. 4. 0 Und fi Von der Auferstehung Jesu. 81 5. Nun ist dies erste Leben mir Ein segensreicher Weg zu dir. So lang ich hier bin, Herr, mein Heil, Hab' ich an deinem Frieden teil. 6. Holdselig sprichst du: Erde, sei Der Schauplatz meiner Huld und Treu'! Wir sehen deine Huld und Treu' Auf deiner Erde täglich neu. 7. Zwar trifft noch mancher Schmerz uns hier, Noch, o Er⸗ barmer, sterben wir, Doch du regierst, und wir sind dein Und ewig werden wir es sein. 8. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt. Du Trost, der meinen Geist erhebt. Durch dich gestärkt, seh' ich aufs Grab Mit unerschrocknem Aug' hinab. 9. Welch neue Welt voll Selig⸗ keit Erwartet mich nach dieser Zeit! Da findet der verklärte Christ Das Heil, das unaussprechlich ist. 10. Der du für unsre Seelen wachst, Sie zu dir ziehst und selig machst, Laß mich mit freudigem Vertraun Im Tod auf dich, Voll⸗ ender, schaun. Neander. Mel. Nun freut euch, lieben Christen. 147 Tod, wo ist dein — Stachel nun? Wo ist dein Sieg, o Hölle? Was kann forthin uns Satan thun, Wie grausam er sich stelle? Geendigt ist der schwere Krieg. Gott sei gedankt, daß er den Sieg Durch Christum uns gegeben! 2. Lebendig geht der Herr her⸗ vor Und nimmt den Feind gefan⸗ gen, Zerbricht der Hölle Schloß und Thor, Trägt weg den Raub mit Prangen. Nichts hält in seinem Siegeslauf Den starken Held aus Juda auf. Er überwindet alles. 3. Des Herrn streitbarer Arm behält Den Sieg und ist erhöhet. Des Herrn erhabne Rechte fällt, Was stolz ihr widerstehet. Besiegt ist alles, was uns droht, Besiegt ist Teufel, Höll' und Tod, Ihr Zorn ist kraftlos worden. 4. Es ward getötet Jesus Christ, Und sieh, er lebet wieder. Weil nun das Haupt erstanden ist, Stehn wir auch auf, die Glieder. Ich weiß, daß, wer an Christum gläubt, Nicht in der Nacht des Todes bleibt. Er lebt, ob er gleich stirbet. 5. Wer täglich hier durch wahre Ren' Mit Christo auferstehet, Ist dort vom andern Tode frei, Dem keiner sonst entgehet. Genommen ist dem Tod die Macht, Unschuld und Leben wiederbracht Und un⸗ vergänglich Wesen. 6. Dies ist die große Seligkeit, Der wir teilhaftig werden, Fried', Freude, Heil, Gerechtigkeit Im Himmel und auf Erden. Hier sind wir still und hoffnungsvoll, Daß unser Leib dort gleichen soll Des Herrn verklärtem Leibe. 7. O Tod, wo ist dein Stachel nun? Wo ist dein Sieg, o Hölle? Was kann forthin uns Satan thun, Wie grausam er sich stelle? Gott sei gedankt, der schwere Krieg Ist nun geendigt, und der Sieg Durch Christum uns gegeben! Angeblich Gesenius. Mel. An Wasserflüssen Babylon. Oder: Ein Kindelein, so löbelich. 148 Nollendet bist du nun . vor Gott, Das Heil ist uns erworben. Wir preisen dich! Der Sünder Tod Bist du für uns gestorben. Es stimm' in unsern Lobgesang, Wer durch den Tod ins Leben drang. Wir singen Christi Siege. Ihn hat der Hölle Macht bekriegt, Er hat der Hölle Macht be⸗ siegt, Er stand, ein Held im Kriege. 2. Zermalmet war zwar sein Gebein, Zermartert seine Glieder, Da sank er unter seiner Pein In Todesnacht danieder. Schon tönt der Feinde Siegeslied. Vergebens! Eure Hoffnung flieht. Ihr Feinde Jesu, sehet, Er wird nicht der Verwesung Raub, Besieget Tod und Grab und Staub Und wird von Gott erhöhet. 3. Wir glauben, Herr, und zweifeln nicht. Du bist vom Tod erstanden. Der Trost, den uns dein Mund verspricht, Erschall' in allen 82 Von der Auferstehung Jesu. Landen: Vom Tod ist Gottes Sohn erwacht, Er lebt für uns, und seine Macht Wird uns vom Tode wecken. Der Leib wird neu von ihm gebaut, Von ihm verklärt wird diese Haut Dann meine Glieder decken. 4. Welch Glück, das Jesus mir erwarb! Ich soll einst auferstehen Und ihn, der blutend für mich starb, Mit meinen Augen sehen. Dann, dann werd' ich, o Gottes Sohn, Vor deinem majestät' schen Thron Anbetend niederfallen. Dann soll ein höhrer Lobgesang Von dir, der Tod und Grab bezwang, Durch alle Himmel schallen. Eschenburg. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 149 Cesus lebt, mit ihm auch Fich. Tod, wo sind nun deine Schrecken? Er, er lebt und wird auch mich Von den Toten auf⸗ erwecken. Er verklärt mich in sein Licht: Dies ist meine Zuversicht. 2. Jesus lebt, ihm ist das Reich Über alle Welt gegeben. Mit ihm werd' auch ich zugleich Ewig herr⸗ schen, ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht: Dies ist meine Zuversicht. 3. Jesus lebt, wer nun verzagt, Lästert ihn und Gottes Ehre. Gnade hat er zugesagt, Daß der Sünder sich bekehre. Gott verstößt in Christo nicht: Dies ist meine Zuversicht. 4. Jesus lebt, sein Heil ist mein, Sein sei auch mein ganzes Leben. Reines Herzens will ich sein Und den Lüsten widerstreben. Er ver⸗ läßt den Schwachen nicht: Dies ist meine Zuversicht. 5. Jesus lebt, ich bin gewiß, Nichts soll mich von Jesu scheiden, Keine Macht der Finsternis, Keine Herrlichkeit, kein Leiden. Er giebt Kraft zu dieser Pflicht: Dies ist meine Zuversicht. 6. Jesus lebt, nun ist der Tod Mir der Eingang in das Leben. Welchen Trost in Todesnot Wird es meiner Seele geben, Wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht! Gellert. Mel. Wir danken dir, Herr Jesu. 0 Er ist erstanden, Jesus 150. E Christ, Der unser Gott und Heiland ist! Er lebt! Nicht mehr des Todes Raub, Trat er, der Sieger, auf den Staub! Gelobt sei Gott! 2. Freiwillig ging er in den Tod Und opferte sich auf vor Gott. Nun hatt' er gnug für uns gethan Und nahm sein Leben wieder an. Preis ihm und Dank! 3. Er hat erfüllt, was er ver⸗ hieß, Eh' er für uns sein Leben ließ: Drei Tage sollen nicht ver⸗ gehn, So werdet ihr mich lebend sehn! Er hat's erfüllt. 4. Ich lebe, sprach er, und auch ihr Sollt leben, Gläubige, mit mir. Ich komme, meine Stimme ruft: Verlaßt, ihr Toten, eure Gruft Und folgt mir nach! 5. Er wird's erfüllen! Jesus Christ, Der selbst vom Tod er⸗ standen ist, Der Lazarus ins Leben rief, Als er im Staub des Todes schlief, Erfüllt's gewiß. 6. Er nahm dem Tode seine Macht, Er hat das Heil ans Licht gebracht. Durch ihn ist unver⸗ gänglich Heil Und neues Leben unser Teil In Ewigkeit. 7. Gelobt sei Gott, ich werde nun, Wie er, auf kurze Zeit nur ruhn! Der Abend wird mich ster⸗ ben sehn, Der Morgen wieder auferstehn. Gelobt sei Gott! 8. Solange mich des Todes Nacht Umgiebt, werd' ich von ihm bewacht. Durch seinen Schutz wird mein Gebein Im Schoß der Erde sicher sein, Bis er erscheint. 9. Er führt mir in des Todes Ruh' Auch meine Lieben wieder zu. Erwachen werden wir zugleich Und mit ihm eingehn in sein Reich. Gott, welch ein Tag! 10. Sollt' ich mich vor dem Tode scheun? Mich nicht vielmehr der Hinfahrt freun? Nicht deiner, der du mich erschufst, Begierig warten, bis du rufst: Entschlummre nun? Von der Auferstehung Jesu. 83 11. Gieb nur, daß ich im Glau⸗ ben treu, In guten Thaten fleißi sei. So fürcht' ich, wenn ich sterbe, nicht Die Auferstehung zum Gericht, Wo du verdammst. 12. Herr, rufe mich, wann dir's gefällt, Aus dieser sündenvollen Welt Und führe dann an deiner Hand Mich in mein himmlisch Vaterland. Erhöre mich! Münter. Von der Himmelfahrt Jesu und seinem Sitzen zur Rechten Gottes. Mel. Kommt her zu mir, spricht. 151 Fweil mein Herz, — weil Jesus Christ Ler Himmel aufgefahren ist, er Todesüberwinder! Die Wolke glänzt herab, er schwingt Sich auf sie hin, Der Himmel singt: Preis dir, du Heil der Sünder! 2. Des Himmels Herr, des Men⸗ schen Sohn, Wird im Triumph zu seinem Thron Vom Vater aufge⸗ nommen. Die Seraphim und Cheru⸗ bim, Sie fallen alle hin vor ihm, Ihm jauchzen alle Frommen. 3. Welch jubelvolles Siegsge⸗ schrei, Daß Jesus ewig König sei! Es schwanken alle Thronen. Der Gottmensch kommt, o welche Freud! Er kommt in seiner Herrlichkeit, Im Himmel nun zu wohnen. 4. Ihm beugt sich aller Engel Knie. Messias Jesus, rufen sie, Heißt Menschen Engel werden. Er hat das größte Werk vollbracht, Sein ist die Weisheit, sein die Macht Im Himmel und aufErden. 5. Wie herrlich bist du, Herr, mein Heil! Ich hab' an deiner Klarheit teil, Für mich fuhrst du zum Himmel. Du, Hoherpriester, gehst mit Ruhm Für mich auch in dein Heiligtum. Dir folg' ich in den Himmel. 6. Du, dessen Wort die ganze Welt Allmächtig rief, allmächtig hält, Du, Herr, durch den wir leben! Solang' ich wall' im Staube hier, Soll sich mein ganzes Herz zu dir Vom Staub empor erheben. 7. Entreiß' durch deines Geistes Kraft, Die alles allenthalben schafft, Mein Herz dem Tand der Erde, Daß ich mit Mut von deinem Thron, Sohn Gottes und des Menschen Sohn, Im Kampf gestärket worde. 8. Ja du, du schaust auf mich herab, Du, der für mich dahin sich gab. Laß dies mich stets er⸗ messen. Du kannst, obgleich du. Jesus Christ, Himmel bist, vergessen. 9. Hab' ich vollendet meinen Lauf, So nimm mich in den Himmel auf, Daß ich dich, Jesus, sehe, Daß ich in deiner Herrlich⸗ kleit Von Ewigkeit zu Ewigkeit Vor deinem Throne stehe. 10. Frohlock', mein Herz, weil Jesus Christ Zum Himmel aufge⸗ fahren ist, Der Todesüberwinder! Sing' ihm, wie ihm der Himmel sang, Da er sich auf die Wolke schwang: Preis dir, du Heil der Sünder! Lavater. Im Himmel aller Doch meiner nie Mel. Nun jauchzt dem Herren alle. 0 uf, Jünger Jesu, 152. A freuet euch! Der Herr fährt auf zu seinem Reich. Er triumphiert. Lobsinget ihm, Lobsinget ihm mit lauter Stimm'! 2. Sein Werk auf Erden ist vollbracht, Zerstört hat er des Todes Macht, Er hat die Welt mit Gott versöhnt, Und Gott hat ihn mit Preis gekrönt. 3. Weit, über alle Himmel weit, Geht seine Macht und Herrlichkeit. Ihm dienen selbst die Seraphim. Lobsinget ihm mit lauter Stimm'!! 8⁴ Von der Himmelfahrt Jesu 4. Sein sind die Völker aller Welt, Er herrscht als siegge⸗ wohnter Held, Er herrscht, bis unter seinem Fuß Der Feinde Heer sich beugen muß. 5. Er schützet seine Christenheit, Erhält sie bis in Ewigkeit. Er ist ihr Haupt. Lobsinget ihm, Lob⸗ singet ihm mit lauter Stimm'! 6. Ja, Heiland, wir erheben dich, Und unsre Herzen freuen sich Der Herrlichkeit und Majestät, Dazu dich Gott, dein Gott, erhöht. 7. Wohl nun auch uns! Denn, Herr, bei dir Steht Kraft und Macht, und dein sind wir. Nimmst du dich unsrer hilfreich an, Was ist, das uns gebrechen kann? 8. In deiner Hand ist unser Heil. Wer an dich glaubt, dem giebst du Teil Am Segen, den du uns erwarbst, Als du für uns am Kreuze starbst. 9. Du hast die Stätte uns be⸗ reit't, Bei dir zu sein in Ewigkeit. Nach treu vollbrachtem Glaubens⸗ lauf Nimmst du uns in den Him⸗ mel auf. 10. O zeuch uns immer mehr zu dir! Hilf uns, mit eifrigster Begier Nach dem nur trachten, was da ist, Wo du, verklärter Heiland, bist. 11. Dein Eingang in die Herr⸗ lichkeit Stärk' uns in unsrer Prü⸗ fungszeit, Nur dir zu leben, dir traun, Bis wir dereinst dein ntlitz schaun. 12. Dann wird sich völlig unsre Seel' In dir erfreun, Immanuel. Dann singen wir von deinem Ruhm Ein neues Lied im Heiligtum. Diterich.(Alber.) Mel. Wir danken dir, Herr Jesu. 15 3 Wir freuen uns, Herr — Jesu Christ, Daß du zur Rechten Gotles bist! Du starker Herr, Immanuel, O stärk' im Glauben unsre Seel! Halleluja. 2. Du sitzest auf der Himmel Thron Als unser Freund, als Menschensohn. Auch da schämst du dich unser nicht. Drum bleibst du unsre Zuve sicht. Halleluja. 3. Dein ist die Macht, dein ist das Reich. Wer ist an Majestät dir gleich? Mensch, Engel, jede Kreatur Ist dein, du Herrscher der Natur. Halleluja. 4. Umsonst, umsonstempöret sich Der Fürst der Hölle wider dich. Dein Thron steht fest, der seine liegt, Durch deine Macht ist er besiegt. Halleluja. 5. Du, unser triumphierend Haupt, Wie selig ist, wer an dich glaubt! Du bist sein Licht, sein Trost, sein Teil, Sein starker Schutz, sein ewig Heil. Halleluja. 6. Herr, unsre Herzen traun auf dich, Dein freuet unsre Seele sich. Du Held von unserm Fleish und Blut, Bist unser Trost und höchstes Gut. Halleluja. 7. Was uns gebricht, ist dir bekannt, Der Segen ist in deiner Hand. Von keinem Frommen bist du fern, Du siehst auf ihn und hilfst ihm gern. Halleluja. 8. Sieh auf uns gnädig allezeit Vomdhrone deiner Herrlichkeit. Hilf unserm schwachen Glauben auf Und heilge unsern Lebenslauf. Halleluja. 9. Gen Himmel fuhrst du als ein Held. Als Herr und Richter aller Welt Wird dich dereinst der Erdkreis sehn. Laß uns dann freudig vor dir stehn. Halleluja. 10. Dann triumphiert der Glaub' an dich, Dann jauchzen wir dir ewiglich. Hilf' uns dazu, Herr Jesu Christ, Der du zur Rechten Gottes bist. Halleluja. Diterich.(Unbekannter.) Königliche Herrlichkeit des er⸗ höheten Jesu. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 154 Konig, dem kein König — gleichet, Dessen Ruhm kein Lob erreichet, Ebenbild von Gottes Wesen, Der, zum Mittler uns erlesen, Als das Bild des Unsichtbaren Sich der Welt wollt offenbaren! Dir gehört das Recht Dem Throne Als dem Mittler, als em Sohne. ist dir mächt schen, 3. zen glänze Seeler wähle leben, Alles wie di 4 Hört n Von d Von Die de Dein Die di dir Eh 5. Dir ist dem Il! Ordnu 6. 9 Herzen Schmer genieße fließen, lieben, üben, streiten, zur Se Mel. 155 sten, J seine R ihm gle Krone, Throne 2. Des Va vor all immerft und seinem Sitzen zur Rechten Gottes. 85 2. Himmel, Erde, Luft und Meere Müssen stets zu deiner Ehre Dir, Herr, zu Gebote stehen, Und dein Wille muß geschehen: Fluch und Segen, Tod und Leben, Alles ist dir übergeben, Und vor deinem mächtgen Schelten Zittern Men⸗ schen, Engel, Welten. In des Gnadenreiches Gren⸗ zen Sieht man deine Wunder glänzen, Wo viel tausend treue Seelen Dich zu ihrem Haupt er⸗ wählen, Die nach deiner Vorschrift leben, Dir nur zu gefallen streben, Alles gern für dich verlassen Und, wie du, das Unrecht hassen. 4. In dem Reiche deiner Ehren Hört man stets dein Lob vermehren Von dem himmlischen Geschlechte, Von der Menge deiner Knechte, Die dort ohne Furcht und Grauen Dein verklärtes Antlitz schauen, Die dich unermüdet preisen Und dir Ehr' und Dienst erweisen. 5. Herr in allen diesen Reichen! Dir ist niemand zu vergleichen An dem Überfluß der Schätze, An der Ordnung der Gesetze, An der Unter⸗ thanen Menge, An des Regimentes Länge, An Begnadigung derFreun⸗ de Und an Siegen über Feinde. 6. Nun herrsch' auch in meinem Herzen Über Zorn, Furcht, Lust und Schmerzen. Laß mich deinen Schutz genießen, Auf mich deine Gnade fließen, Dich stets fürchten, ehren, lieben, Und mich im Gehorsam üben, Hier mit leiden, kämpfen, streiten, Dort mit herrschen, dir zur Seiten. Rambach. Mel. Herr Christ, der ein'ge Gottes. 155 obt Gott, ihr seine Knechte! Preist, Chri⸗ sten, Jesu Reich! Wie stark ist seine Rechte! Wer ist an Würd' ihm gleich? Ihm, der in seiner Krone, Selbst auf der Allmacht Throne Doch unser Bruder bleibt. 2. Du Herr der Herrlichkeiten, Des Vaters ewges Wort! Du warst vor allen Zeiten Und herrschest immerfort. Dein Reich ist groß und prächtig, Du bleibest ewig mächtig Nach deiner Gottheit Kraft. 3. Und da du, Herr, gekommen Und unsre Knechtsgestalt Auf Erden angenommen, So hast du die Ge⸗ walt, Das Reich, die Macht, das Leben, Die dir dein Gott gegeben, Der Menschheit mitgeteilt. 4. Doch hast du für die Knechte Dich in der Leidenszeit Entäußert deiner Rechte, Da du in Herr⸗ lichkeit Nunmehr zur Rechten sitzest Und stets dein Reich beschützest In völliger Gewalt. 5. Die hat dir Gott gegeben Im Reiche deiner Macht. Du hast uns in das Leben Auf diese Welt ge⸗ bracht. Du bist's, dem Ruhm ge⸗ bühret, Dein starker Arm regieret Uns und die ganze Welt. 6. Du hast, als du gestorben, Dir durch dein eignes Blut Dein Gnadenreich erworben, Da du, mein Teil und Gut, Uns vormals Ab⸗ getrennte Durchs Wort und Sakra⸗ mente Zum Erbteil sammeln willst. 7. Ja, König, du regierest Das Reich der Herrlichkeit, Woselbst du triumphierest, Wo nach vollbrachtem Streit Der Engel Jubel klingen, Dir die Verklärten singen: Dank dem erwürgten Lamm! 8. Wohl mir, auch ich gehöre Zu deinem Reich, wohl mir! Dir dienen, Herr, ist Ehre. Ich leb' und sterbe dir. Dein Gnadenreich zu mehren, Gehorsam dich zu ehren, Sei stets mein größter Ruhm. 9. Gerechtigkeit und Frieden Und Freude giebt dein Reich, Das du auch mir beschieden. Besitz' ich also gleich Von Erdengütern wenig, So macht mich doch mein König An Himmelsgütern reich. 10. Er, er lehrt mich bekriegen Der Sünde Tyrannei, Hilst mir im Kampfe siegen Und macht mich wirklich frei. Und wer mit ihm hier streitet, Dem hat er dort be⸗ reitet Der Überwinder Lohn. 11. Herr, leg' auch mir die Krone Des Lebens ewig bei, Daß ich vor deinem Throne Des Sieges mich er; 86 Von der Himmelfahrt Jesu freu'. Hilf du mir mich regieren, Hilf du mir triumphieren. Herr, hilf, so kommt dein Reich. Hecker. Erweckung zu himmlischen Gesinnungen. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. 156 Serr, du fährst mit H Glanz und Freuden Auf zu deiner Herrlichkeit, Doch mich drücken noch die Leiden Dieses Lebens, dieser Zeit. Gieb mir, Jesu, Mut und Kraft, Daß ich meine Wanderschaft So mit dirzurückelege, Daß ich stets dein bleiben möge. 2. Laß mir deinen Geist zurücke, Aber zeuch mein Herz nach dir. Wenn ich nach dem Himmel blicke, O so öffn' ihn gnädig mir! Neige meinem Flehn dein Ohr, Trag' es deinem Vater vor, Daß er mir die Schuld vergebe, Daß ich mich be⸗ kehr' und lebe. 3. Lehre mich die Welt verach⸗ ten Und was in ihr Eitles ist, Und nach dem, was dort ist, trachten, Wo du, mein Erlöser, bist. Wol⸗ lust, Ehrsucht und Gewinn, Soll mich dies zur Erde ziehn, Da ich jenseits überm Grabe Eine größre Hoffnung habe? 4. Diese müsse mir nichts rau⸗ ben. Du erwarbst sie teuer mir. Jetzund seh' ich sie im Glauben, Dorten find' ich sie bei dir. Dort belohnst du das Vertraun Deiner Gläubigen durch Schaun Und ver⸗ wandelst ihre Leiden In unendlich große Freuden. 5. Dort bereit' auch mir die Stätte In des Vaters Hause zu. Rufst du frühe oder späte Mich zu meines Grabes Ruh', Leucht' auch mir in dieser Nacht Durch die Stärke deiner Macht, Die des Todes Macht bezwungen Und für uns den Sieg errungen. 6. Kommst du endlich glorreich wieder An dem Ende dieser Zeit, O so sammle meine Glieder, Die Verwesung jetzt zerstreut! Heilge und verklär' sie ganz, Daß der Leib in Himmelsglanz, Dann nicht mehr von Staub und Erde, Ahnlich dei⸗ nem Leibe werde. Weiße nach Neumann. Von der Fürbitte Jesu zur Rechten Gottes. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 1 57 Großer Mittler, der zur Rechten Gottes, seines Vaters, sitzt Und die Schar von seinen Knechten In dem Reich der Gnaden schützt, Du, dem selbst die Seraphinen Ehrfurchtsvoll im Him⸗ mel dienen, Dessen Reich und Ma⸗ jestät Über alle Dinge geht! 2. Dein Geschäft auf dieser Er⸗ den, Wie es Gottes Rat bedacht, Daß es sollt erfüllet werden, Ist aufs herrlichste vollbracht. Denn da du für uns gestorben, Ist uns Gnad' und Heil erworben, Und dein siegreich Auferstehn Läßt uns einst dem Tod entgehn. 3. Aber nun ist dein Geschäfte In des Himmels Heiligtum, Die erworbnen Segenskräfte Durch dein Evangelium Allen denen mitzutei⸗ len, Die zum Thron der Gnaden eilen. Nun wird uns durch deine Hand Heil und Segen zugewandt. 4. Du gedenlest stets der Deinen, Bleibest ihnen ewig treu, Zählst die Thränen, die sie weinen, Und stehst ihnen mächtig bei. Du ver⸗ schafsst, daß ihren Glauben Keine Feinde ihnen rauben, Und wirkst in des Vaters Haus Ihnen eine Wohnung aus. 5. Das Verdienst von deinem Leiden Stellst du deinem Vater dar Und vertrittst mit Macht und Freu⸗ den Deine teu'r erlöste Schar, Bittest, daß er Kraft und Leben Stets den Deinen wolle geben Und sie einst nach dieser Zeit Auch erhöhn zur Herrlichkeit. 6. Doch vergißt du auch der Ar. men, Die der Welt noch dienen nicht, Weil dein Herz dir aus Er⸗ barmen Über ihrem Elend bricht, Bittest, daß Gott ihrer schone, Daß er nicht nach Werken lohne, Daß er die, die noch dich fliehn. Kräftig wolle zu dir ziehn. FSI ARA- E SSS 85² und seinem Sitzen zur Rechten Gottes. 87 7. Großer Mittler, o, wir prei⸗ sen Dich, daß du im Heiligtum Soviel Treu' uns willst beweisen. Dir sei Ehre, Dank und Ruhm! Dein Verdienst laß uns vertreten, Wenn wir zu dem Vater beten. Wenn der Tod die Lippen schließt, Sprich noch für uns, Jesu Christ! Rambach. Mel. Das ist fürwahr ein köstlich. Sohn, der du für uns 158. starbst und lebst, Zum Vater deine Stimm' erhebst, Für uns zu bitten, in der Not Uns zu vertreten, Gott bei Gott! 2. Herr, dessen Bitte stärker fleht, Als Abels Blut und sein Gebet. Gott, welcher, was du bittest, thut, Erhöre dein Gebet und Blut. 3. Der Vater, Herr, gedenke dein Und deiner Opfer, deiner Pein Und aller deiner Leiden Last, Die du für uns getragen hast. 4. Was dein erbarmend Herz begehrt, Das werde dir von ihm gewährt, Den Sündern zur Be⸗ kehrung Zeit, Den Frommen Trost und Seligkeit. 5. Wir preisen dich für dein Gebet, Das Gnad' und Leben uns erfleht. Auf dein Gebet vertrauen wir, Er gebe, was du bittest, dir. 6. Wir, wir erfahren's, Jesu Christ, Wie teuer du dem Vater bist. Er hört auf seinem Throne dich Und freut des Heils der Sünder sich. 7. Sei, Vater, hochgelobt! Wir schaun Auf deinen Sohn nun voll Vertraun. In seinem Namen flehen wir Um Gnad'undHeiligung von dir. 8. Wer, Gott, sich auf sich selbst verläßt, Der fällt, wir aber stehen fest, Die wir auf sein Verdienst allein Vertraun und seines Heils uns freun. 9. Auf unsers Königes Gebet Erhöre jeden, der dir fleht. Der Mittler, der uns beten lehrt, Ist, Vater, der Erhörung wert! Cranier. Von dem heiligen Geiste und dessen Gaben und Wirkungen. 80 O Ewigkeit, r den Weg R er mir den Weg zum 159. Doedeile weist. Des Ba. ters und des Sohnes Geist, Dich soll mein Lied erheben! Mein Leh⸗ rer bist du und mein Gott, Du iebst mir Freudigkeit im Tod Und eitest hier mein Leben. Was gut und löblich ist an mir, Geist Gottes, das verdank' ich dir. 2. Vollendet hatte Gottes Sohn Sein Werk, nun fuhr er auf zum Thron. Dich sandt' er, seinen Zeu⸗ gen, Und mit dir kam der Liebe Glut, Die Wunderkrast, der Helden⸗ mut, Die Welt zu überzeugen. Groß war die Ernte, schwer die Müh', Doch, Mächtigster, du stärk⸗ test sie. 3. Da that der Ungelehrten Mund Die großen Thaten Gottes kund Und lehrte Jesu Lehren, Da wurden Götzentempel leer, Da stürzt' der falschen Götter Heer Samt Opfern und Altären. Das Kreuz des Mitt⸗ lers überwand Der ganzen Hölle Widerstand. 4. Und ganz umsonst empörten sich Der Erde Fürsten wider dich Und töt'ten die Gerechten. Was konnten Menschen wider Gott? Es siegte frei der Märt rer Tod, Der Tod von Jesu Knechten. Unüber⸗ windlich war ihr Mut, Und schwie⸗ gen sie, so sprach ihr Blut. 5. Wie Gottes Blitze ging ihr Wort Bis an der Erde Breszen fort. Die Nacht wich vor dem Lichte. Ihn beteten die Heiden an. Von dem wir einst die Kron' em⸗ pfahn, Wenn er kommt zum Ge⸗ richte. Zu ihrem Heil, zu Jesu 88 Von dem heiligen Geiste Ruhm Schufst du die Welt, Geist Schöpfer. um. 6. Die Kirche pflanztest du. Bis itzt Hat sie allein dein Arm be⸗ schützt, Und ewig wird sie stehen. Fest stehet sie, gleich wie dein Thron, Selbst wenn ihr mächtge Feinde drohn, Ja Himmel selbst vergehen. Ihr Grund, das Wort von Jesu Christ, Ist ewig, wie du selber bist. 7. Heil ihren Kindern, welche sich Dir übergeben und durch dich Zum Himmel führen lassen! Du lehrest sie des Glaubens Kraft, Stärkst sie auf ihrer Wanderschaft, Lehrst sie die Sünde hassen. Des Heils gewiß sind sie in dir, Und Himmelslust tränkt sie schon hier. 8. Ach, führ' auch mich an dei⸗ ner Hand Hinauf ins wahre Vater⸗ land. Auch mir glänzt dort die Krone! Gieb mir die feste Zuver⸗ sicht, Auch mich verwerfe Gott einst nicht, Auch mich lieb' er im Sohne. Durch Glauben und durch Besserung Vollende meine Heiligung. 9. Gehorsam will ich auf der Bahn, Die du mir zeigst, dem Ziel mich nahn. Hilf mir auf meinem Wege. Ich kämpf' um meine Selig⸗ keit Mit Eifer und mit Wachsam⸗ keit, Nicht mutlos und nicht träge. Du gabst den Vorsatz, Gott, gieb du Auch meinerSchwachheitKraft dazu. Münter und angeblich Rüster. Mel. Komm, heiliger Geist, Herre. 160 H ör' unser Gebet, Geist 2 H des Herrn! Du hörst der Menschen Flehen gern. Wir wollen unser Herz dir geben, O lehre du uns heilig leben! Rüst' uns mit Stärke, Geist der Kraft, Der in uns alles Gute schafft, Daß nicht die Lockungen der Sünden Uns, Christi Jünger, überwinden Durch ihre Macht, durch ihre Macht! 2. Du heiliges Licht, starker Hort, Laß uns der Wahrheit helles Wort Auf dieses Lebens Pfaden leiten, Daß unsre Füße niemals gleiten. Treib' fern von uns des Irrtums Nacht Und stürze deiner Feinde Macht, Daß Jesus Christ der ganzen Erde Bekannt und angebetet werde. Erhör' uns, Gott, erhör' uns, Gott! 3. Laß, freudiger Geist, voll Ver⸗ traun In Not auf deine Hilf' uns schaun. Lehr' uns, wenn wir zum Vater treten, Mit ganzer Zuver⸗ sicht zu beten. Mach' uns durch deine Kraft bereit Zum Sterben und zur Ewigkeit, Daß wir als deine Streiter ringen, Zu dir durch Tod und Leben dringen. Hallelujal Halleluja! Funk.(Cuther.) Mel. Nun bitten wir den heilgen. 161 es Vaters und des *„Sohnes Geist, Du, der uns den Weg zum Heile weist, Gnadenvoller Tröster! Laß, wenn wir sterben, Uns das ewige Leben ererben. Sei gnädig uns. 2. Es leucht' uns, Licht des Herrn, dein Schein, Wenn schon Tod und Verwesung uns dräun. Lehr' uns Jesum Christum, Den Sohn, er⸗ kennen, Von der Liebe des Sohnes uns brennen Jetzt und im Tod. 3. O du, der Liebe Geist, erhöh' Unsre Seele, daß sie schmeck' und seh', Wie der Herr uns liebte. Laß in den Brüdern, Als in seinen geheilig⸗ ten Gliedern, Jesum uns lieben. 4. Du höchster Tröster in aller Not, Hilf getreu uns sein bis in den Tod. Heilig laß uns leben, Uns nicht verzagen, Wenn uns unsere Sünden verklagen Vor un⸗ serm Gott. Rlopstock nach Luther. Mel. Mein Herz und Seel' den Herren. 0 u Geist des Herrn, der 162. D du von Gott aus⸗ gehest Und doch mit ihm in einem Wesen stehest, Kraft aus der Höh', steh' mir in Gnaden bei, Damit nein Lob dir wohlgefällig sei. 2. Erweck' mein Herz, entzünde mein Gemüte, Erfüll' es ganz mit deiner Lieb' und Güte. Kalt und erstorben bin ich ohne dich, Komm, heilge Kraft, komm und belebe mich. und dessen Gaben und Wirkungen. 89 3. Du bist es, der allein uns Weisheit sendet. Der Menschen Witz ist ohne dich verblendet. Gieb mir Verstand, Erkenntnis, Klug⸗ heit, Rat Und leite huldreich mich bei jeder That. 4. Aus deinem Licht durch deine Kraft getrieben, Hat der Propheten Hand das Wort geschrieben, In dem sich Gott uns Menschen offen⸗ hart, Und du bist's, der vor Irr⸗ tum uns bewahrt. 5. Drum lehre mich, mein Heil daraus erkennen, Lehr' Christum mich recht meinen Herren nennen. Ja, reiner Geist, erleuchte meinen Geist, Daß er verläßt, was falsch und irrig heißt. 6. Entdecke mir der Wahrheit heitern Morgen Und schleuß mir uf, was noch vor mir verborgen. Verkläre du des Vaters Wort in mir Und führe mich durch deinen Glanz zu dir. 7. Laß mich mein Herz dir glän; big übergeben. Entsündge mich, schaff' in mir neues Leben. Gieb, daß ich jeden Fehltritt schnell be⸗ ren' Und jeder Fall mir künftig furchtbar sei. 8. Ach, reinge mich von allen eiteln Trieben. Laß mich nur dich und nicht, was sündlich, lieben, Ja, mache mich von dem, was irdisch, freiIi, Daß deinem Wink ich stets gehorsam sei. 9. Versiegle mich und stärke mich im Glauben. Laß mir den Feind die Siegeskron' nicht rauben. Du Freudenöl, verleih' mir deine Kraft, Die Friede, Trost und Freude in mir schafft. 10. Laß, reiner Geist, mich deine Wirkung spüren. Laß krästig sie all meine Triebe rühren. Du ap Licht, entzünde mein Gebet, Da es zu Gott sich inbrunstvoll erhebt. 11. Gieb mir schon hier den Vorschmack seiner Freuden. Durch sie vergess' ich froh der Erde Leiden. a, bilde du mein Herz nach Christi inn Und ziehe mich stets nach dem Himmel hin. 12. Komm, heilge mich und schmücke Geist und Sinnen Zum Tempel aus und wohne selbst darinnen. Erneure mich, so wird durch dich allein Mir jeder Tag ein frohes Pfingstfest sein. König und Frerlinghausen. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. 163 Odu allersüßste Freude, Lieblichstes und rein⸗ stes Licht! Du erfreuest uns im Leide, Du verläßt im Glück uns nicht. Nahe dich doch auch zu mir Geist des Höchsten, da ich dir Lob und Preis zum Opfer bringe. Höre, höre, was ich singe. 2. Edelster von allen Segen, Die uns Gott in Christo gab! Du träufst als ein milber Regen Aus des Himmels Schoß herab. Du machst harte Herzen weich Wüsten auch an Früchten reich. Was der Drangsal Hitze drücket, Wird durch deinen Trost erquicket. 3. Ja, du bist die beste Gabe, Die, mit der man alles hat. Wenn ich dich, o Tröster, habe, Find't kein höhrer Segen statt. Heilger Geist, erfüll' auch mich. Ach, von dir ward ja auch ich Durch die Taufe neu geboren, Gott zum Tempel auserkoren. 4. Du kannst aller Herzen prü⸗ fen, Nichts schließt deinem Blick sich zu. Selbst der Gottheit innre Tiefen Forschest und ergründest du. Meiner Seele Finsternis Weißt und kennst du auch gewiß. Drum gieb Weisheit und vor allen, Wie ich möge Gott gefallen. 5. Du bist heilig und du siehest Nur an Reinen deine Lust. Böses hassest du und fliehest Aller Laster Greul und Wust. Mach' auch mich von Sünden rein, Daß ich mich um das allein, Was dir wohlgefällt, be⸗ mühe Und das, was du fliehest, fliehe. 6. Du bist auch ein Geist der Liebe, Stets voll Sanftmut, Güt' und Huld. Ob ich dich gleich oft betrübe, Hast du doch mit mir Geduld. Wenn ich schnell zum Zorne 90 Von dem heiligen Geiste bin, Gieb mir deinen edlen Sinn, Daß ich Freund' und Feinde liebe, Keinen, den du liebst, betrübe. 7. Du, du machst das Herz zu⸗ frieden, Wenn uns aller Trost ge⸗ bricht. Bleib' ich von dir ungeschie⸗ den, So fehlt's auch an Trost mir nicht. Laß mich sein dein Eigen⸗ tum, Und dann will ich deinem Ruhm Mich mit Leib und Seele wei⸗ hen, Deiner mich in allem sreuen. 8. Ja, mein Helfer, ich entsage Dem, was deinen Ruhm dir nimmt. Bis aus Ende meiner Tage Sei mein Leben dir bestimmt. Wozu Welt und Fleisch mich ziehn, Will ich hassen, meiden, fliehn, Der Versuchung nie nachgeben, Stets der Sünde widerstreben. 9. Du hilfst ja, erweckest, stärkest, Du stehst Christi Streitern bei. Hilf auch mir da, wo du merkest, Daß mir Hilfe nötig sei. Nimm den eit⸗ len irdschen Sinn Ganz aus meiner Seele hin, Daß ich alle Laster scheue, Nur mich über Tugend freue. 10. Und, mein Beistand, wenn ich sterbe, O da zeige meinem Blick Mir zum Trost mein herrlich Erbe Und mein unvergänglich Glück. Stärke dann mein mattes Herz, Daß ich unter allem Schmerz Noch im letzten Todesschweiße Gott in Jesu Vater heiße. Gerhardt und Schlegel. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. 164 er du uns als Vater — liebest, Treuer Gott, und deinen Geist Denen, die dich bitten, giebest, Ja uns um ihn bitten heißt! Demutsvoll fleh' ich zu dir: Vater, sende ihn auch mir, Daß er meinen Geist erneue Und ihn dir zum Tempel weihe. 2. Ohne ihn fehlt meinem Wissen Leben, Kraft und Fruchtbarkeit, Und mein Herz bleibt dir entrissen Und dem Dienst der Welt geweiht, Wenn er nicht durch seine Kraft Die Gesinnung in mir schafft, Daß ich dir mich ganz ergebe Und zu deiner Ehre lebe. 3. Auch dich kann ich nicht er⸗ kennen, Jesu, noch mit echter Treu' Meinen Gott und Herrn dich nen⸗ nen, Stehet mir dein Geist nicht bei. Drum so laß ihn kräftiglich In mir wirken, daß ich dich Glau⸗ bensvoll als Mittler ehre Und auf deine Stimme höre. 4. Ewge Quelle heilger Güter, Hochgelobter Gottesgeist. Der du menschliche Gemüter Besserst und mit Trost erfreust! Nach dir, Herr, verlangt auch mich. Ich ergebe mich an dich. Mache mich zu Got⸗ tes Preise Heilig und zum Him⸗ mel weise. 5. Fülle mich mit heilgen Trie⸗ ben, Daß ich Gott, mein höchstes Gut, Über alles möge lieben, Daß ich mit getrostem Mut Seiner Vaterhuld mich freu' Und mit wahrer Kindestreu‘ Stets vor seinen Augen wandle Und recht⸗ schaffen denk' und handle. 6. Geist des Friedens und der Liebe, Bilde mich nach deinem Sinn, Daß ich Lieb' und Sanftmut übe Und mir's rechne zum Gewinn, Wenn ich je ein Friedensband Knüpfen kann, wenn meine Hand Zur Erleichtrung der Beschwerden Kann dem Nächsten nützlich werden. 7. Lehre mich mich selber ken⸗ nen, Die verborgnen Fehler sehn, Sie voll Demut Gott bekennen Und ihn um Vergebung flehn. Mache täglich Ernst und Treu, Sie zu bessern, in mir neu. Zu dem Heiligungsgeschäfte Gieb mir im⸗ mer neue Kräfte. 8. Wenn der Anblick meiner Sün ⸗ den Mein Gewissen niederschlägt, Wenn sich in mir Zweifel finden, Die mein Herz mit Zittern hegt, Wenn mein Aug' in Nöten weint, Und Gott nicht zu hören scheint, O dann laß es meiner Seelen Nicht an Trost und Stärkung fehlen! 9. Was sich Gutes in mir findet, Ist dein Gnadenwerk in mir. Selbst den Trieb hast du entzündet, Daß mich, Herr, verlangt nach dir. O so setze durch dein Wort Deine und dessen Gaben und Wirkungen. 91 Gnadenwirkung fort, Bis sie durch ein selig Ende Herrlich sich an mir vollende! Bruhn. Mel. Wie schön leucht't uns der. 33 heilger Geist, kehr bei 165. O uu ein Und laß uns deine Wohnung sein. Komm, Beistand unsrer Seelen. Erleucht' uns durch dein göttlich Licht, Entzieh' uns deine Hilfe nicht Und rett uns, wenn wir sehlen. Laß sich Durch dich Glaub' und Liebe, Reine Triebe, Gott zu ehren, In uns zeugen und vermehren. 2. Gieb Kraft und Nachdruck dei⸗ nem Wort. Laß es wie Feuer im⸗ merfort In unsern Herzen brennen, Daß wir Gott, Vater und den Sohn Und dich, den Geist, auf einem Thron Als wahren Gott erkennen. Rühre, Führe Und behüte Das Gemüte, Daß wir gläuben Und im Glauben standhaft bleiben. 3. Laß deiner Wahrheit mäch⸗ tig Licht Auch da, wo Einsicht noch gebricht. In hellem Glanze scheinen. Unwissende belehre du, Getrennte führ' einander zu, Mach' Spötter zu den Deinen. Alle, Alle Laß der Wahrheit Lautre Klarheit Froh erkennen. Jesum ihren Hei⸗ land nennen. 4. Und dann gieb Weisheit, gieb uns Rat, Hier auf der Tugend eb⸗ nem Pfad Gewissenhaft zu wandeln. Laß Sünd' und Ungerechtigkeit Uns standhaft fliehn und jederzeit Ge⸗ recht und redlich handeln. Jesus Christus Sei das Vorbild, Wir sein Nachbild. Schon auf Erden Laß uns Himmelsbürger werden. 5. In Leiden schenk' uns Mut und Kraft. Laß uns auf unsrer Wanderschaft Nie matt und zaghaft werden. Verläßt du uns, so sinken wir, Wenn du uns stärlst, so siegen wir In jedem Kampf auf Erden. Endlich, Endlich Wird doch Friede, Ewger Friede Und die Krone Deinen Siegern dort zum Lohne. 6. Gieb, daß in wahrer Lieb' und Treu' Der Christen Herz vervunden sei Wie eines Leibes Glieder. Auch allen Menschen hold zu sein, Flöß' den Bekennern Jesu ein, Denn wir sind alle Brüder. Kein Neid Kein Streit, Was der Liebe Sanftem Triebe Strebt entgegen Müsse nie bei uns sich regen. Ja, Helfer, unsre Lebenszeil Sei ganz der Heiligkeit geweiht, Sei fern von Schuld und Sünden. Laß uns es stets vor Augen sein, Daß Lüste Geist und Herz entweihn Und daß sie bald verschwinden. Heilig, Selig, Wen du führest Und regierest Bis zum Ziele! Führer, leit uns bis zum Ziele! Schirmer und Hüster. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. 166 Geist vom Vater und — vom Sohne, Der du unser Tröster bist Und von unsers Gottes Throne Hilfreich auf uns Schwache siehst! Stehe du mir mäch · tig bei, Daß ich Gott ergeben sei. O so wird mein Herz auf Erden Schon ein Tempel Gottes werden. 2. Laß auf jedem meiner Wege Deine Weisheit mit mir sein, Wenn ich bange Zweifel hege, Deine Wahrheit mich erfreun. Lenke kräftig meinen Sinn Auf mein wahres Wohlsein hin. Lehrst du mich, was recht ist, wählen, Werd' ich nie mein Heil verfehlen. 3. Heilige des Herzens Triebe Daß ich über alles treu Meinen Gott und Vater liebe, Daß mir nichts so wichtig sei,‚ Als in seiner Huld zu stehn. Seinen Namen zu erhöhn, Seinen Willen zu vollbrin⸗ gen, Müsse mir durch dich gelingen. 4. Stärke mich, wenn wo zur Sünde Mein Gemüt versuchet wird, Daß sie mich nicht überwinde. Hab' ich irgend mich verirrt, O so strase selbst mein Herz, Daß ich unter Reu' und Schmerz Mich vor Gott darüber beuge Und mein Herz zur Bessrung neige. 5. Reize mich, mit Flehn und Beten, Wenn mir Hilse nötig ist, Zu dem Gnadenstuhl zu treten. 92 Von dem heiligen Geiste und dessen Gaben ꝛe. Gieb, daß ich auf Jesum Christ Als auf meinen Mittler schau' Und auf ihn die Hoffnung bau', Gnad' um Gnad', auf mein Verlangen, Von dem Vater zu empfangen. 6. Stehe mir in allem Leiden Stets mit deinem Troste bei, Daß ich auch alsdann mit Freuden Gottes Führung folgsam sei. Gieb mir ein gelassnes Herz, Laß mich selbst im Todesschmerz Bis zum frohen Überwinden Deines Trostes Kraft empfinden. Diterich.(Schlosser.) Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 167 Gutt⸗ du hast in dei⸗ nem Sohn Mich von Ewigkeit erwählet. Sende nun von deinem Thron Was noch meinem Heile fehlet, Und gieb mir des Geistes Gaben. Durch sie werd' ich alles haben. 2. Bin ich noch in Sünden tot Und zum Guten ganz verloren, Heilger Geist, mein Herr und Gott, Mache du mich neugeboren, Rette mich von dem Verderben, Laß mich nicht in Sünden sterben. 3. Treibe weg die finstre Nacht Falscher zweifelnder Gedanken. Wenn die Welt mich irre macht Halte die Vernunft in Schranken. Wenn ich mich von dir entferne, Wo ist's, daß ich Weisheit lerne? 4. Schenke mir ein reines Herz, Daß ich stets an Gott gedenke Und mich oft mit Reu' und Schmer Über meine Sünden kränke. Doch nach den betrübten Stunden Tröste mich durch Jesu Wunden. 5. Pflanze du mich selbst in ihn Als ein Glied an seinem Leibe Und, wenn ich sein eigen bin, Hilf mir, daß ich es auch bleibe Und als eine gute Rebe Früchte bring' und in ihm lebe. 6. Glaube, Lieb' und Hoffnung sei Stets die Zierde meiner Seele. In Versuchung steh' mir bei, Daß ich stets das Beste wähle. Gieb du Demut mir in Freuden Und Geduld und Mut im Leiden. 7. Hilf mir reden recht und wohl Und des Gottesdienstes Pflichten, Wie du forderst, wie ich soll, Ohne Heuchelei verrichten, Christlich leben, selig sterben Und deir himmlisch Reich einst erben. Neumann und Zollikofer. Von dem Worte Gottes. Mel. Ich ruf' zu dir, Herr Jesu. 168 Hei deinem Volke, dem du dich, Jehova, offenbarest, Das du regierst und väterlich Auf ebner Bahn bewah⸗ rest! Heil uns, denn dies dein Volk sind wir! Du lehrst uns deinen Willen Recht erfüllen Und unsern Durst nach dir Selbst aus der Quelle stillen. 2. Weh' denen, die sich Finsternis Statt deines Lichtes wählen! Wie hoffnungslos, wie ungewiß Sind ihre stolzen Seelen! Du selbst be⸗ rufst sie immer noch, Dein himm⸗ lisch Reich zu erben, Nicht zu terben. Ihr Leichtsinn stürzt sie och In ewiges Verderben. 3. Der Spötter sagt, du werdest nicht Uns deine Rechte lehren, Denn die Vernunft sei unser Licht, Dich würdig zu verehren. Ach, wem dies schwache Licht nur scheint, Der kann nicht vor sich sehen, Nichts verstehen Und sinket, wenn er meint, Auf festem Grund zu stehen. 4. Gott, die Vernunft erkennet dich Aus allen deinen Werken, Weiß dein Gebot, doch weiß sie sich Zum Guten nicht zu stärken. Wir sündigen, und sie kann nie Uns wieder dir versöhnen. Unsre Thrä⸗ nen Siehst du, doch können sie Nicht gnugthun, nicht versöhnen. 5. Aus Furcht des Todes wären wir Im ganzen Leben Knechte Wenn uns dein Wort nicht, Gott, von dir Trost aus der Höhe brächte. Der Sünder kann durch Jesum Christ Für alle deine Sünden Gnade sinden, Der Lüste Macht und List Durch Glauben überwinden. 6. Ach, teu'r und wert sei uns dies Wort! Denn du hast's uns gegeben, Es leit' uns hier, es bring' uns dort, O Gott, zum ewgen Leben. Lehr' auch die Spötter, die es noch Mit stolzem Mut verachten, Wert' es achten Und unter Jesu Joch Nach seinem Reiche trachten. Münter. Mel. Ach Gott und Herr. 169 Goltt ist mein Hort, * Und auf sein Wort Soll meine Seele trauen. Ich wandle hier, Mein Gott, vor dir Im Glauben, nicht im Schauen. 2. Dein Wort ist wahr. Laß immerdar Mich seine Kräfte schmecken. Laß keinen Spott, O Herr, mein Gott, Mich von dem Glauben schrecken. 3. Wo hätt' ich Licht, Wofern mich nicht Dein Wort die Wahrheit lehrte? Gott', ohne sie Verstünd' ich nie, Wie ich dich würdig ehrte. 4. Dein Wort erklärt Der Seele Wert, Unsterblichkeit und Leben. Zur Ewigkeit Ist diese Zeit Von dir, Herr, mir gegeben. 5. Dein ewger Rat, Die Misse⸗ that Der Sünder zu versühnen, Den kennt' ich nicht, Wär' mir dies Licht Nicht durch dein Wort erschienen. 6. Nun darf mein Herz In Reu' und Schmerz Der Sünden nicht verzagen. Nein, du verzeihst, Lehrst meinen Geist Ein gläubig Abba sagen. 7. Mich zu erneun. Mich dir zu weihn, Ist meines Heils Geschäfte. Durch meineMüh' Vermag ich s nie, Dein Wort giebt mir die Kräfte. 8. Herr, unser Hort, Laß uns dies Wort, Denn du hast's uns gegeben. Es sei mein Teil, Es sei mir Heil Und Kraft zum ewgen Leben. Gellert. Von dem Worte Gottes. 93 Mel. Wer nur den lie ben Gott. 170 ein Wort, o Höchster, ist vollkommen, Es lehrt uns unsre ganze Pflicht, Es giebt dem Sünder und dem From⸗ men Zum Leben sichern Unterricht, O selig, wer es achtsam hört, Be⸗ wahrt und mit Gehorsam ehrt! 2. Es leuchtet uns auf unsern Wegen, Vertreibt des Irrtums Finsternis. Es füllt mit Freuden, bringt uns Segen Und machet unser Herz gerpih. Es lehrt uns, Höchster, was du bist Und was dir wohlgefällig ist. 3. Dein Wort ermuntert, dich zu lieben, Lehrt, wie viel Guts du denen giebst, Die freudig dein Gebot ausüben, Und wie du väter⸗ lich uns liebst. Und was, o Herr, dein Mund verspricht, Bleibt ewig wahr und trüget nicht. 4. Gott, deine Zeugnisse sind besser Und mehr der Sehnsucht wert, als Gold. Ihr Wert ist köst⸗ licher und größer, Als alles noch so feine Gold. Wer das thut, was dein Wort gebeut, Dem ist dein Segen stets bereit. 5. Drum laß auch mich mit Lust betrachten, Was mich dein Wort, o Höchster, lehrt, Und auf das mit Gehorsam achten, Was es von mir zu thun begehrt. So fließen Trost und Seelenruh' Auch mir aus deinem Worte zu. LCavater und Diterich. Mel. Es ist das 7 sch kommen. Mir Menschen sind zu 171. Wé dem, o Gott, Was eistlich ist, untüchtig. Dein Wesen, Wille und Gebot Ist viel zu hoch und wichtig. Wir wissen's und verstehen's nicht. Wo uns dein göttlich Wort und Licht Den Weg zu dir nicht zeiget. 2. Drum hast du ehmals aus⸗ gesandt Propheten, deine Knechte. Du machtest uns durch sie bekannt Dein Heil und deine Rechte. Zu⸗ letzt ist selbst dein eigner Sohn, O Vater, von des Himmels Thron Gekommen, uns zu lehren. ———— 3. Für solches Heil sei,‚ Herr, gepreist! Laß uns dabei verbleiben Und gieb uns deinen guten Geist, Daß wir dem Worte gläuben, Daß wir's annehmen jederzeit Mit Demut, Ehrfurcht, Lust und Freud' Als Gottes, nicht der Menschen. 4. Hilf, daß der Frevler frecher Spott Uns nicht vom Wort ab⸗ wende, Denn du bist ein gerechter Gott Und strafst gewiß am Ende. Gieb du selbst deinem Donner Kraft Und laß der Wirkung, die er schafft, Uns niemals widerstreben. 5. Ach, öffne uns Verstand und Herz, Daß wir dein Wort recht fassen, In Lieb' und Leid, in Freud und Schmerz Es außer acht nicht lassen, Daß wir nicht Hörer nur allein, Nein, auch des Wortes Thäter sei'n, Frucht hundertfältig bringen. 6. Der Sam' am Wege wird sofort Vom Feinde weggenommen, In Fels und Steinen kann das Wort Die Wurzel nicht bekommen, Und wenn der Sam' in Dornen fällt, Hat Sorg' und Wollust dieser Welt Bald seine Kraft ersticket. 7. Ach hilf, Herr, daß wir wer⸗ den gleich Dem fruchtbaren guten Lande Und sei'n an guten Werken reich In unserm Amt und Stande, Viel Früchte bringen in Geduld, Bewahren deine Lehr' und Huld In einem guten Herzen. 8. Laß uns, dieweil wir leben hier, Die Sünden ernstlich meiden. Gieb, daß wir halten fest an dir In Trübsal, Kampf und Leiden. Rott aus, was dir, Herr, nicht efällt. Hilf uns die Sorgen dieser Welt Und böse Lüste dämpfen. 9. Erhalt' uns dein Wort klar und rein Und laß es unsern Füßen Zu jeder Zeit die Leuchte sein. Hilf, daß wir draus genießen raft, Rat und Trost in aller Not, Daß wir im Leben und im Tod Darauf beständig trauen. 10. Laß sich dein Wort zu deiner Ehr', O Gott, sehr weit ausbreiten. Hilf, Jesu, daß uns deine Lehr' 94 Von dem Worte Gottes. Erleuchten mög' und leiten. O heil⸗ ger Geist, dein göttlich Wort Laß in uns wirken fort und fort Ge⸗ duld, Lieb', Hoffnung, Glauben. Angeblich Denicke. Gottes Wort ist wahrhaftig. Mel. Schwing' dich auf zu deinem. 1 7 2 Der du selbst die Wahr⸗ * heit bist, Gott, zu dem ich singe, Gott, den kein Ver⸗ stand ermißt, Ursprung aller Dinge! Alle Wahrheit kommt von dir Zu den Menschenkindern. Sie erleuch⸗ tet uns, wenn wir Selbst ihr Lcht nicht hindern. 2. Vorurteil und Finsternis Füllen unsre Seelen. Unser Blick ist ungewiß, Unsre Schlüsse fehlen, Aber dein Verstand weicht nicht Von der lautern Wahrheit. Was du denkest, das ist Licht, Richtig · keit und Klarheit. 3. Wirf dich, sterbliches Ge⸗ schlecht, Dankbar ihm zu Füßen. Seine Wahrheit und sein Recht Lässet er dich wissen. Weit erschallt das Wort des Herrn, Das die Welt bekehret. Glaubt es freudig, folgt ihm gern, Völker, die ihr's höret. 4. Gott, was uns dein Wort verspricht, Wird und muß geschehen. Deine Drohung kann auch nicht Leer vorübergehen. Haben Tau⸗ sende nicht schon, Welche vor uns waren, Deine Strafen, deinen Lohn Dir zum Ruhm erfahren? 5. Seele, wolltest du nicht Gott Zuversichtlich glauben? Soll der Leichtsinn, soll der Spott Deinen Trost dir rauben? Der den Himmel aufgebaut, Kann der Treue lügen? Kann er den, der ihm vertraut, Heuchlerisch betrügen? 6. Stille die Vernunft, die sich Wider Gott empöret, Wider seinen Geist, der dich Sein Geheimnis lehret. Lach' des Spötters, der sich bläht, Mehr, als Gott, zu wissen. Er wird einst, vielleicht zu spät, Gott noch glauben müssen. 7. Erd' und Himmel wird ver⸗ gehn, Gott, dein Wort wird blei⸗· *— Von dem Worte Gottes. 95⁵5 ben. Lasterhafte, die es schmähn, Werden's nicht vertreiben. Könige sind Staub vor dir, Staub mit ihren Heeren. Du im Himmel lachest ihr'r, Wenn sie sich empören. 8. Du bist Wahrheit, ewig soll Mich von dir nichts trennen, Mich die Welt, von Arglist voll, Nicht erschüttern können. Muß ich hier leich um dein Wort Schmach und rübsal leiden, So belohnst du mir's doch dort, Gott, mit Ehr' und Freuden. Münter. Erweckung, die heilige Schrift fleißig und auf gehörige Weise zu lesen. Mel. O Gott, du frommer Gott. 173 Soll dein verderbtes * Herz Zur Heiligung genesen, Christ, so versäume nicht, Das Wort des Herrn zu lesen. Be⸗ denke, daß dies Wort Das Heil der anzen Welt, Den Rat der Selig · eit, Den Geist aus Gott enthält. 2. Merk' auf, als ob dir Gott, Dein Gott gerufen hätte, Merk' auf, als ob er selbst Zu dir vom Himmel red'te. So lies, mit Ehr⸗ surcht lies, Mit Lust und mit Ver⸗ traun Und mit dem frommen Ernst, In Gott dich zu erbaun. 3. Sprich fromm: O Gott! vor dem Ich meine Hände falte, Gieb, daß ich dein Gebot Für dein Wort ewig halte Und laß mich deinen Rat Empfindungsvoll verstehn, Die Wunder am Gesetz, Am Wort vom Kreuze sehn. 4. Er, aller Wahrheit Gott, Kann dich nicht irren lassen. Lies, Christ, sein heilig Buch, Lies oft, du wirst es fassen, Soviel dein Heil verlangt. Gott ist's, der Weisheit giebt, Wenn man sie redlich sucht Und aus Gewissen liebt. 5. Lies frei von Leidenschaft Und ledig von Geschäften Und sammle deinen Geist Mit allen seinen Kräften. Der beste Teil des Tags, Des Morgens Heiterkeit Und dann der Tag des Herrn, Der sei der Schrift geweiht. 6. Rührt dich ein starker Spruch, So ruf' ihn, dir zum Glücke, Des Tags oft in dein Herz. Im stillen oft zurücke, Empfinde seinen Geist Und stärke dich durch ihn Zum wahren Edelmut, Das Gute zu vollziehn. 7. Um tugendhaft zu sein, Da⸗ zu sind wir auf Erden. Thu', was die Schrift gebeut, Dann wirst du inne werden, Die Lehre sei von Gott, Die dir verkündigt ist, Und dann das Wort verstehn, Dem du gehorsam bist. 8. Spricht sie geheimnisvoll, So laß dich dies nicht schrecken. Ein endlicher Verstand Kann Gott nie ganz entdecken. Gott bleibt unendlich hoch. Wenn er sich dir erklärt, So glaube, was er spricht, Nicht, was dein Witz begehrt. 9. Sich seines schwachen Lichts Bei Gottes Licht nicht schämen, Ist Ruhm, und die Vernunft Alsdann gefangen nehmen, Wenn Gott sich offenbart, Ist der Geschöpfe Pflicht, Und weise Demut ist's, Das glau⸗ ben, was Gott spricht. 10. Drum laß dich, frommer Christ, Durch keine Zweifel krän⸗ ken. Hier bist du Kind, doch dort Wird Gott mehr Licht dir schenken, Dort wächst mit deinem Glück Dein Licht in Ewigkeit, Dort ist die Zeit des Schauns Und hier des Glaubens Zeit. 11. Verehre stets die Schrift, Und siehst du Dunkelheiten, So laß dich deinen Freund, Der mehr als du sieht, leiten. Ein forschen⸗ der Verstand, Der sich der Schrift geweiht, Ein angefochtnes Herz Hebt manche Dunkelheit. 12. Halt' fest an Gottes Wort. Es ist dein Glück auf Erden Und wird, so wahr Gott ist, Dein Glück im Himmel werden. Verachte christlich groß Des Bibelfeindes Spott. Die Lehre, die er schmäht, Bleibt doch das Wort aus Gott. Gellert. 96 Von dem Worte Gottes. Die zehn Gebote. Mel. Allein auf Gott setz' dein Vertraunn. 17 4 H ört an die heilgen H zehn Gebot'! Sie gab uns der Herr Zebaoth, Aus finstern Wolken sprach er sie Herab vom Berge Sinai. 2. Ich bin der Herr, sonst keiner mehr, Mich, und sonst keine Götter ehr', Mich fürchte, mir vertraue dich, Nichts sollst du lieben so, wie mich. 3. Du sollst nicht freventlich entehrn Den Namen Gottes deines Herrn, Mit tiefer Ehrfurcht nenn' ihn nur Und halte deines Eides Schwur. 4. Der Sabbath sei ein Tag der Ruh', Bring' ihn in frommer An⸗ dacht zu, Komm dankend vor mein Angesicht Und stärke dich in dei⸗ ner Pflicht. 5. Den Vater und die Mutter ehr', Gieb ihnen williges Gehör, Sei eifrig, ihnen beizustehn, So wirst du langes Leben sehn. 6. Du sollst nicht töten und dich scheun Vor Zorn und Haß, nicht Rächer sein. Beleidigt, zeige sanften Mut, Der auch an Fein⸗ den Gutes thut. 7. Dein Eh sollst du bewahren rein Und auch dein Herz soll hei⸗ lig sein, Dein Leib und Geist sei mir geweiht, Dein Ruhm sei Zucht und Mäßigkeit. 8. Mit Unrecht mehre nicht dein Gut. Verflucht ist der, der unrecht thut. Betrüge nie und wuchre nicht Und Wohlthun sei dir Freud' und Pflichl. 9Du sollst kein falscher Zeuge sein, Verleumdung, Lügen, Schmäh⸗ sucht scheun. Des Nächsten Unschuld rette du Und seine Schande decke dre 10. Des Nächsten Haus begehre nie, Auch nicht sein Weib, Knecht, Magd und Vieh. Gönn ihm sein Glück und flieh' den Neid, Wenn Gottes Segen ihn erfreut. 11. Die heiligen Gebote sind Ge⸗ geben, daß du deine Sünd' Erken ⸗ nen sollst und lernen wohl, Wie man vor Gott recht leben soll. 12. Das hilf uns du, Herr Jesu Christ, Der du der Mittler worden bist, Und stärke uns mit deiner Kraft, Die in uns alles Gute schafft. Cuther und Zollikofer. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 1 7 5 err, deine Rechte und 9. Gebot, Wonach wir sollen leben, Wollst du, o mein ge⸗ treuer Gott, Ins Herz mir selber geben, Daß ich zum Guten willig sei Und ohne Falsch und Heuchelei, Was du befiehlst, vollbringe. 2. Gieb, daß ich dir allein ver⸗ trau', Allein dich fürcht' und liebe, Auf Menschen⸗Hilf' und⸗Trost nicht bau, In deiner Furcht mich übe, Daß ich der Großen Gnad' und Gunst, Gewalt, Pracht, Reichtum, Witz und Kunst Nie ängstlich such' und ehre. 3. Hilf, daß ich dich und dei⸗ nen Bund Aus deinem Wort er⸗ kenne, Daß deinen Namen nie mein Mund Ohn' Ehrerbietung nenne. Gott, unvergeßlich sei es mir, Was ich in meiner Tause dir So feierlich versprochen. 4. Laß mich am Tage deiner Ruh' Voll Ehrfurcht mit den Deinen In der Versammlung so, wie du Befiehlst, vor dir erscheinen, Dann deiner im Gebet mich freun, Ein Hörer deines Wortes sein Und nachmals auch ein Thäter. 5. Gieb, daß ich Eltern, Obrig⸗ keit Und Lehrer ehr' und liebe, Sie nie durch Widersetzlichkeit Und böses Herz betrübe, Vielmehr für ihre Sorg' und Treu' Erkenntlich und gehorsam sei Und deinen Segen erbe. 6. Hilf, daß ich nimmer eigne Rach' Aus Zorn und Feindschast übe, Dem, der mich kränkt durch Haß und Schmach, Verzeih' und ern ihn liebe, Mich über andrer ohlfahrt freu' Und, wo ich kann, selbst willig sei, Ihr Glück mit zu befördern. Von dem Worte Gottes. 97 7. Laß durch verbotne Lüsternheit Mich nie mein Herz entweihen Und mich vor deiner Heiligkeit Auch im Verborgnen scheuen. O, laß mich heilig, keusch und rein, Ent⸗ haltsam, mäßig, wachsam sein, Selbst bei erlaubten Freuden. 8. Gieb, Herr, daß ich mich red⸗ lich nähr', Mich böser Ränke schä⸗ me, Mein Herz vom Geiz und Un⸗ recht kehr', Durch Macht und List nichts nehme, Daß ich nie Fleiß und Arbeit scheu', Zufrieden und wohlthätig sei, Nicht üppig, nicht verschwendrisch. 9. Hilf, daß ich meines Nächsten Ehr' Zu retten mich befleiße, Das, was ich kunn, zum Besten kehr', Doch Böses nicht gut heiße, Stets eige Treu' und Redlichkeit Und Abscheu trage jederzeit An Falsch⸗ heit, Schmähn und Lügen. 10. Laß mich des Nächsten Haus mit List Und Unrecht nicht begeh⸗ ren. Das aber, was mir nötig ist, Wollst du mir, Gott, bescheren. Doch laß mich auch das größte Gut, Ein ruhig Herz und frohen Mut, Und deine Gnaͤde haben. 11. Wie gern möcht' ich, o Herr, mein Gott, Nach deinem heilgen Willen, All deineRechte und Gebot', Die du mir gabst, erfüllen! Allein du weißt, was mir gebricht, Ich Schwacher, ich vermag es nicht Aus meinen eignen Kräften. 12. Drum gieb du mir von dei⸗ nem Thron, Gott Vater, Gnad' und Stärke. Zerstöre, Jesu, Gottes Sohn, In mir der Sünden Werke. O heilger Geist, hilf mir, daß ich Gott über alles und als mich Auch meinen Nächsten liebe. Angeblich Denicke u. Rüster. Von dem Evangelio. Mel. Jesu, meine Freude. 176 Wort aus Gottes Mun⸗ de, Wort vom Frie⸗ densbunde, Evangelium! Bald, da wir gefallen, Ließ dich Gott erschallen, Du bist unser Ruhnm, Gottes Kraft, Die Glauben schafft Gute Botschaft, uns zum Leben Von Gott selbst gegeben. 2. Was dein Wohlgefallen Vor der Zeit uns allen, Gott, bestimmet hat, Was sonst dunkle Schatten Vorgebildet hatten, Das vollführt dein Rat. Daß dein Eid Dich nicht gereut, Zeigst du nun, in Jesu Namen Wird er Ja und Amen. 3. Alles ist vollendet, Gott hat den gesendet, Der verheißen war. Jesus, der sein Leben Wollte für uns geben, Stellt sich wirklich dar. Ja, er hat Des Höchsten Rat Ganz vollbracht und lebt in Ehre. Ach, erwünschte Lehre! 4. Da uns Strafen drohten, Was für frohe Boten! Trostreich ist ihr Mund, Lieblich ihre Füße, Ihre Lehren süße. Welch ein teurer Bund! Gottes Huld Tilgt unsre Schuld, Und wer ihn mit Glauben ehret, Wird von ihm erhöret. 5. Auf und wehrt den Schmerzen, Kommt, ihr, deren Herzen Das Gesetz zerschlug, Kommt zu dessen Gnaden, Der für euch beladen Alle Schmerzentrug. JesuTod Versöhnt euch Gott, Gott, der euch als Vater liebet Und die Schuld vergiebet. 6. Hierauf will ich bauen, Christo mich vertrauen Und in ihm mich freun. Ihm nur will ich leben, Ihm mich ganz ergeben, Ewig treu ihm sein. So werd' ich Auc⸗h einst durch dich, O mein Heiland, selig sterben Und den Himmel erben. Becker und Zollikofer. Vortrefflichkeit der christlichen Religion. Mel. Wer nur den lieben Gott. 177 Der du das Dasein mir gegeben, Wie preis' ich dich, o Gott, dafür! Nie kann mein Dank dich gnug erheben. Durch Christen schenktest du es mir. Kein Licht, kein Trost erfreute mich, Kennt ich nicht, Jesu Christe, dich. 2. Auf ungewissen finstern Pfa⸗ den Würd' ich ein Raub des Irr⸗ tums sein. Mit Sündenschuld und Fluch beladen, Müßt' ich des ———————.— 98 Von dem Worte Gottes. Richters Rache scheun Ich fände keinen Trost in Not, Mich schreckte stündlich Grab und Tod. 3. Wozu hat mich mein Gott erschaffen? Was ist auf Erden meine Pflicht? Wird auch mein Geist im Tod entschlafen Und hält Gott künftig ein Gericht? Wie werd' ich im Gericht bestehn, Wie der verdienten Straf entgehn? 4. Entscheidet die Vernunft die Fragen Durch ihrer Einsicht schwa⸗ ches Licht? Hebt sie die Zweifel, die mich plagen, Und bleibt der Trost, den sie verspricht? Ach, ohne Christi Licht und Heil Wär' Finsternis und Tod mein Teil. 5. Ja, du hast mich den Finster⸗ nissen Des Irrtums und der Sünde Macht Durch deine Lehre, Herr, entrissen. Ihr Licht zerstreut des Zweifels Nacht. Du zeigest mir des Höchsten Rat Und führst mich auf der Wahrheit Pfad. 6. Ich weiß, wozu mich Gott erschaffen, Ich kenne meine ganze Pflicht. Mein Geist wird nicht im Tod entschlafen. Wer an dich glaubt, wird im Gericht Durch dich, o Heiland, wohl bestehn Und dann verklärt dich selber sehn. 7. O Jesu, laß mich deiner Lehre Gehorchen mit stets größrer Lust, Und keines Spötters Wahn zerstöre Dein Heiligtum in meiner Brust. Mein ganzes Leben preise dich, Dein Heil erfreu im Tode mich. Sollikofer. Von der christlichen Kirche. Um Erhaltung und Beschützung der christlichen Kirche. Mel. Wär' Gott nicht mit uns. 17 8 Die Feinde deines Kreu⸗ — zes drohn, Dein Reich. Herr, zu verwüsten. Du aber, Mittler, Gottes Sohn, Beschützest deine Christen. Dein Thron bestehet ewiglich, Vergeblich wird sich wider dich Die ganze Hölle waffnen. 2. Dein Reich ist nicht von die· ser Welt, Kein Werk von Men · schenkindern, Drum konnt auch keine Macht der Welt, Herr, seinen Fortgang hindern. Dir können deine Hasser nie Die Ehre rauben, selbst durch sie Wird sie vergrößert werden. 3. Weit wollst du deine Herr⸗ schaft noch In deiner Welt ver⸗ breiten Und unter dein so sanftes Joch Die Völker alle leiten. Vom Aufgang bis zum Niedergang Bring' alle Welt dir Preis und Dank Und glaub' an deinen Namen. 4. Auch deine Feinde, die dich schmähn, Die frevelnd sich empö⸗ ren, Laß deiner Gnade Wunder sehn, Daß sie sich noch bekehren. Lehr' sie mit uns gen Himmel schaun Und unerschüttert im Ver⸗ traun Auf deine Zukunft warten. 5. Uns Christen aber wollest du Fest in der Wahrheit gründen, Daß wir für unsre Seelen Ruh' In deiner Gnade finden. Mach' unsers Glaubens uns gewiß, Vor Irrtum und vor Finsternis Be⸗ wahr' uns, weil wir leben. 6. Ein frommes Herz schaff' in uns, Herr, Ein Herz nach deinem Willen, Und lehre täglich fertiger Uns dein Gesetz erfüllen. Gehor⸗ sam deiner Vorschrift sein Und dann uns deiner Gnade freun, Sei unser Heil auf Erden. 7. So wird dein Volk dir un⸗ terthan Und lernt die Sünde mei⸗ den, Und du führst es auf ebner Bahn Zu deines Reiches Freuden. Und herrlich wird in dieser Zeit, Noch herrlicher in Ewigkeit Dein großer Name werden. 8. Voll Zuversicht erwarten dich, Beherrscher, deine Frommen. Der Tag ist nah, des freun sie sich Da du wirst wiederkommen. Den SSH Von der christlichen Kirche. 99 Sündern kommst du zum Gericht, Uns segnet dann dein Angesicht Mit Wonne der Gerechten. 9. Ja, komm, o Jesu komme bald Zu deinem Volke wieder. Befrei' durch deines Arms Gewalt Uns, deines Reiches Glieder. Dein Himmelreich ist uns bereit, Von Ewigkeit zu Ewigkeit Wird's unser Erbteil bleiben. Münter. Mel. Erhalt' uns, Herr, bei deinem. 179 Erpalt⸗ uns, Herr, bei „ deinem Wort Und steure deiner Feinde Mord, Die leichsam Christum deinen Sohn Vom Throne frech zu stürzen drohn. 2. Zeig' deine Macht, Herr Jesu Christ, Der du Herr aller Herren bist. Beschirme deine Christenheit, Daß sie dich lob' in Ewigkeit. 3. Gieb, heilger Geist, uns einen Sinn, Nimm alle Zwietracht von uns hin. Vor deines Wortes Licht und Macht Entflieh' des Wahns und Irrtums Nacht. 4. Herr, laß uns dir befohlen sein. Schau unsre Not, wir sind ja dein. Erhalt' im Glauben uns getreu. Mach' uns von unsern Feinden frei. 5. Sie dichten, Herr, ein Frevel⸗ stück, Bring' sie zur Liebe doch zu⸗ rück. Sie graben Gruben mit viel Müh', Beschütze uns, belehre sie. 6. So werden sie erkennen doch, Du, unser Herr Gott, lebest noch Und stehst bei deiner Kirche fest, Die sich allein auf dich verläßt. Luther, Jonas u. Sollikofer. Mel. Erhalt' uns, Herr, bei deinem. 180 Derzrdtter Stronreüßt — viele fort, Erhalt' uns, Herr, bei deinem Wort. So können wir uns, Vater, dein Im Leben und im Tode freun. 2. Ein Haufe Lästrer wagt's, o Gott, Mit wildem, ausgelassnem Spott Den Heiland, deinen Sohn, zu schmähn, Durch den selbst Himmel einst vergehn. 3. Ach, ihrer Lehre Pest, o Herr, Schleicht jetzo nicht im Finstern mehr. Am Mittag, Herr, bricht sie hervor Und hebt ihr tötend Haupt empor. 4. Sie herrscht durch Große dieser Welt. Herr, Herr, wenn uns dein Arm nicht hält, So reißet sie noch viele fort. Gieb Sieg und Leben durch dein Wort. 5. Beschütz' uns, Heiland, Jesu Christ, Der du zur Rechten Gottes bist. Sei unser Schild und starke Wehr. Staub ist vor dir der Spötter Heer. 6. Du hast von Ewigkeit gesehn, Wie lange noch ihr Tros bestehn Und wider dich hier schnauben soll. Vielleicht ist nun ihr Maß bald voll. 7. Auch sie, o Herr, hast du ver⸗ söhnt, Sie, deren Spott dich jetzt verhöhnt. Gieb, daß noch vor der Todesnacht Zur ernsten Reu' ihr Geist erwacht. Rlopstock. Mel. Ach Gott, vom Himmel sieh. 181 Ac Gott, vom Himmel — sieh darein Und laß es dich erbarmen. Wie wenig Her⸗ zen sind noch dein! Entzieh' dich nicht uns Armen. Dein teures Wort hält man für Spott, Em⸗ pört sich wider dich, o Gott, Will deinen Sohn nicht kennen. 2. Sie lehren eitel Träumerei, Was Eigenwitz erfindet. In keiner Wahrheit ist dabei Ihr unstät Herz gegründet. Der wählet dies, der andre das, Es trennen sich ohn' Unterlaß, Die mit Vernunft sich brüsten. 3. Ach Herr, mein Gott, vertilge doch Des Irrtums freche Lehren. Sieh, ihre Zunge frevelt noch Und spricht, dich zu entehren: Wir schaun tief in die Wahrheit ein, Uns täuscht kein gleißnerischer Schein. Nur blinde Herzen glauben. 4. Gott sieht's und spricht: Bald kommt die Zeit, Daß ich dem Fre⸗ vel steure, Damit sich in der Chri⸗ stenheit Kein Heidentum erneure. Indessen greift den schnöden Wahn G* XIIIII 100 Von der christlichen Kirche. Sein Wort mit starken Waffen an Und bleibt unüberwindlich. 5. Im Feuer siebenmal bewährt, Glänzt edles Silber heller, Und durch Verspottungen bewährt, Strahlt Gottes Wort auch heller. Der Strahlen siegende Gewalt Durchbricht der Zweifel Nebel bald Und blendet selbst die Feinde. 6. Dein Licht leucht' uns damit uns nie Das frevelnde Geschlechte In seine schlauen Netze zieh, Nie Unter uns sich flechte. Denn alle Bosheit wächst geschwind, Wo fre⸗ cher Spott erst Kraft gewinnt. Sein Gift ertötet Seelen. 7. O dämpfe selbst, du starker Gott, Die dir die Ehre rauben! O Jesu Christ, bei ihrem Spott Stärk kräftig unsern Glauben! O heilger Geist, verleihh uns Gnad', Daß wir vor Abfall und Verrat Mit ganzem Ernst uns hüten. Luther und Schlegel. Mel. Ein' feste Burg ist unser Gott. enn Christus seine 182. Wé Kirche schützt, So mag die Hölle wüten. Er, der zur Rechten Gottes sitzt, Hat Macht. ihr zu gebieten. Er ist mit Hilfe nah. Wenn er gebeut, steht's da. Er schützt zu seinem Ruhm Mit Macht sein Christentum. Mag doch die Hölle wüten! 2. Gott sieht die Fürsten auf dem Thron Sich wider ihn empö⸗ ren. Denn den Gesalbten seinen Sohn, Den wollen sie nicht ehren. Sie schämen sich des Worts Des Heilands, unsers Horts, Sein Kreuz ist selbst ihr Spott, Doch ihrer la⸗ chet Gott, Sie mögen sich empören. 3. Der Frevler mag die Wahrheit schmähn, Uns kann er sie nicht rauben. Der Unchrist mag ihr widerstehn, Wir halten fest am Glauben. Gelobt sei Jesus Christ! Wer hier sein Jünger ist, Sein Wort von Herzen hält, Dem kann die dende Welt Die Seligkeit nicht rauben. 4. Auf, Christen, die ihr ihm ver⸗ traut, Laßt euch kein Drohn erschrel⸗ ken. Der Gott, der von dem Himmel schaut, Wird uns gewiß bedecken. Der Herr, der höchste Gott, Hält über sein Gebot, Giebt uns Geduld in Not Und Kraft und Mut im Tod, Was will uns denn erschrecken? Gellert. Mel. Ein' feste Burg ist unser Gott. 183 Ein starker Schutz ist unser Gott. Auf ihn steht unser Hoffen. Er hilft uns treu aus aller Not, So viel uns je be⸗ troffen. Satan, unser Feind. Der mit Ernst es meint, Rüstet sich mit List, Trotzt, daß er mächtig ist. Ihm gleicht kein Feind auf Erden. 2. Nicht unsre Macht ist's, die ihn fällt, Wir wären bald ver⸗ loren. Es kämpft für uns der rechte Held, Den Gott uns selbst erkoren. Fragst du, wer er ist? Er heißt Jesus Christ, Der Herr Zebaoth. Er, unser Herr und Gott, Er muß den Sieg behalten. Und wenn die Welt voll Teufel wär', Die uns verschlingen wollten, So fürchten wir uns nicht so sehr, Daß wir drum wei⸗ chen sollten. Wenn der Fürst der Welt Sich schon grimmig stellt, Schreckt er uns doch nicht. Er ist ja längst gericht't. Ein Wort kann ihn schon fällen. 4. Das Wort steht fest, die stolze Welt Mag noch so heftig toben. Der Herr mit uns, der starke Held, Der giebt uns Sieg von oben. Töten sie den Leib, Nehmen Kind und Weib, Rauben Gut und Ehr, Sie nehmen's! Was ist's mehr? Uns muß der Himmel bleiben. Luther und Schlegel. Mel. Wend' ab deinen Zorn. 184 Schüte die Deinen, die nach dir sich nennen Und dich, o Jesu, vor der Welt bekennen. Laß deinen Händen, wie du selbst verheißen, Nichts sie ent⸗ reißen. 2. Laß deine Wahrheit rein ver; kündigt werden. Mach ihre Siege Von der christlichen Kirche. 101 herrlicher auf Erden. Gieb Mut und Weisheit denen, die sie lehren, Dein Reich zu mehren. 3. Du hast noch niemals, Herr, dein Wort gebrochen. Führe die Deinen, wie du selbst versprochen, Führe sie endlich aus dem Kampf hienieden Zum ewgen Frieden. 4. Ewig, o Heiland, sei dein Nam' erhoben. Ewig frohlockend müsse dich einst loben, O du Be⸗ schirmer deiner schwachen Herde, Himmel und Erde. Diterich.(v. Cöwenstern.) Um Ausbreitung und Beförderung der christlichen Religion. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns. 185 Gelt. unser Gott, wie heilig ist Dein Name dem, der Jesum Christ Lebendig diu sein Heil erkennt, Durch ihn ich seinen Vater nennt! 2. Im Geiste betet er dich an Und geht unsträflich seine Bahn, Denn, was er glaubt und was er thut, Ist Wahrheit, ist gerecht und gut. 3. Ein starker Fels, der ewig steht, Ist ihm dein Nam'. Auf ihn erhöht, Sieht er mit unverletzter Ruh' Dem Untergang der Erde zu. 4. Du sättigst ihn mit Seligkeit Von nun an bis in Ewigkeit, Und ewig ist sein frommer Dank, Herr, deines Namens Lobgesang. 5. Ach, heilig sei dein Nam' und Recht Dem ganzen menschlichen Geschlecht! Dich bete, wer dich den⸗ ken kann, Im Geist und in der Wahrheit an. 6. Verbreite deines Wortes Schall, Wie deine Wohlthat überall, Daß alle lernen, wer du seist, Je⸗ hova, Vater, Sohn und Geist. 7. Dein Rat, du, der da ist und war, Werd' allen Völkern offenbar, Daß dein Gesandter, Jesus Christ, Die Wahrheit und das Leben ist. 8. Daß, wer an ihn glaubt, sein Gebot Auch halten muß bis an den Tod, Daß der in seinem Lauf nicht irrt Und durch den Glauben selig wird. 9. Lehr' uns, die deinen Rat verstehn. Gehorsam deine Wege gehn. Durch deines Wortes Licht und Kraft Mach' gläubig uns und tugendhaft. 10. Durch Wahrheit dämpfe je⸗ den Wahn, Erleucht' uns allen unsre Bahn, Das Laster tilg' aus unsrer Brust Und töt' in uns die böse Lust. 11. So heiligt deine Christenheit, Herr, deinen Namen in der Zeit Und ist und bleibt dein Ef entum, Und ihre Werke sind dein Ruhm. 12. Dort stellst du sie um dei⸗ nen Thron, Und unaussprechlich ist ihr Lohn. Geheiligt wird, wie in der Zeit, Durch sie dein Nam' in Ewigkeit. Münter. Mel. Es woll' uns Gott genädig. 3 wolle Gott uns gnä⸗ 186. E dig sein Und seinen Segen geben. Mit seiner Vaterliebe Schein Erleucht' er uns zum Le⸗ ben. Laß uns erkennen, unser Gott, Dein großes Werk auf Erden. Laß Jesu Christi Lehr' und Tod Erkannt von allen werden Und alle dir bekehren. 2. So danken dir und loben dich Die Nationen alle, So freut der ganze Weltkreis sich Und singt mit großem Schalle, Daß du sein Gott und Vater bist, Nicht läßt die Sünde walten, Und daß dein Wort das Mittel ist, Uns alle zu erhalten Und uns zu dir zu führen. 3. So danke, Gott, und lobe dich Dein Volk durch gute Thaten. Es bringe Frucht und bessre sich. Dein Wort laß wohl geraten. Der Vater segn' uns und der Sohn, Und er, der Geist von beiden, Es segn' uns Gott, geb' uns den Lohn, Der nach der Erde Leiden Die frommen Menschen tröstet. Luther und UÄlopstock. Mel Wend' ab deinen Zorn. 187 Laß doch, o Jesu, laß — dein Reich auf Erden Unter den Sündern ausgebreitet 10² Von der christlichen Kirche. werden. Schenke noch ihnen, dei⸗ ner Leiden wegen, Leben und Segen. 2. Gieb ihnen Gnade, dich recht zu erkennen, Daß sie dich gläubig ihren Herren nennen. Gieb ihnen Eifer, deinen guten Willen Treu zu erfüllen. 3. Mit heilger Achtung laß die Schrift sie ehren, Denn sie ver⸗ kündigt deines Mundes Lehren. Außer ihr suchen Sterbliche ver⸗ gebens Den Weg des Lebens. 4. Steure, Erbarmer, deiner Feinde Grimme. Warne die Deinen vor des Irrtums Stimme. Lehre sie prüfen, daß sie falsche Freuden Klüglich vermeiden. 5. Sei du ihr Licht in ihren Finster⸗ nissen. Heile selbst ihr verwundetes Gewissen. Schlägt ost ein Kummer ihre Herzen nieder, Stärke sie wieder. 6. Schütze uns mächtig mitten unter Bösen, Bis du von ihnen ganz uns wirst erlösen, Bis wir zum Umgang der verklärten From⸗ men Frohlockend kommen. Semper⸗Alber und Diterich. Von der heiligen Taufe. Mel. Christ, unser Herr, zum Jordan. 188 Al⸗ unser Herr zum Jor⸗ dan kam Und nach des Vaters Willen Die Taufe von Johannes nahm, Sein Werk wohl zu erfüllen, Da stiftet' er für uns ein Bad, Zu waschen uns von Sünden, Daß wir hier könnten Heil und Rat Und Kraft zum Guten finden. Es galt ein neues Leben. 2. So hör' und merke jeder wohl, Was Gott selbst taufen nenne, Damit er, was er glauben soll, Von Wahn und Irrtum trenne. Gott spricht und will, daß Wasser sei, Doch ist die Taufe kräftig. Sie ist ein Siegel seiner Treu', Sein Geist ist selbst geschäftig, Er ist der rechte Täufer. 3. Er selber wollt' uns dieses klar In Wort und Bildern lehren. Am Jordan ließ sich offenbar Des Vaters Stimme hören. Er sprach: Dies ist mein lieber Sohn, An ihm hab' ich Gefallen, Sprecht nicht ihm widerspenstig Hohn. Er zeigt mein Heil euch allen. Drum folget seiner Lehre. 4. Auch steht hier Gottes Sohn verklärt Als einer unsrer Brüder, Und gleich als eine Taube fährt Auf ihn der Geist hernieder, Daß hieran jeder wiss und merk', Gott selbst hab' ihn gesendet Und ihn zu dem Erlösungswerk, Das er getreu vollendet, Mit Geist und Kraft gesalbet. 5. Den Jüngern sagte Jesus Christ: Geht, alle Welt zu lehren, Es solle, was verloren ist, Zur Buße sich bekehren. Wer glaubet und sich taufen läßt, Der soll den Himmel erben. Hält er an solchem Glauben fest, Kann er nicht ewig sterben, Denn er ist neu geboren. 6. Wer Gottes weisen Gnaden⸗ rat Verachtet, bleibt in Sünden Und büßt, was er verwirket hat, Einst in der Hölle Schlünden, Es fehlt ihm Lust und Kraft und Licht, Den Sünden abzusterben, Sein eignes Thun befreit ihn nicht Vom Tod und vom Verderben. Er kann sich selbst nicht helfen. Luther und Sollikofer. Mel. Chrlist, unser Herr, zum Jordan. 189 O Gott, bei dir ist Heil — und Gnad' In aller Not zu finden. Du giebst uns durch dein Wasserbad Vergebung unsrer Sünden. Dein unerforschter Rat erweist Uns durch ein sichtbar Zei⸗ chen, O Vater, Sohn und heilger Geist, Es sei nichts zu vergleichen Mit deiner Gnad' und Liebe. 2. Du hast in deinenGnadenbund Zum Kind mich aufgenommen Und machst voll Huld den Weg mir kund, ire nr e SW oirenen Von der heiligen Taufe. 10³3 Wie ich zu dir kann kommen. Du hattest Ursach', uns vielmehr Zu strafen und zu hassen, Und hast dich, großer Gott, so sehr Zu uns herabgelassen, Den Bund mit uns zu stiften. 3. Dadurch bin ich nun, als dein Kind, Versichert deiner Gnaden. Was sich für Schwachheit an mir find't, Das läßt du mir nicht scha⸗ den. Den Geist der Gnaden giebst du mir, Und wenn ich vor dich trete, Mein Herz ausschütte, Gott, vor dir, Nach deinem Willen bete, Werd' ich allzeit erhöret. 4. Hingegen hab' ich mich ver⸗ pflicht't, Ich woll' ein gut Gewis⸗ sen Stets bei des Glaubens Zu⸗ versicht Zu halten sein beflissen, Dich,‚ Vater, Sohn und Geist, allzeit Für meinen Gott erkennen, Mit tiefer Ehrerbietigkeit Dich meinen Herren nennen Und dir alleine dienen. 5. Der Sünde hab' ich abgesagt, Auch allen Satanswerken. Wenn Reizung nun sich an mich wagt, Kann dieser Bund mich stärken. Zum Tempel richtest du mich zu. Dir bin ich neu geboren, Daß ich nur lauter Gutes thu'. Dazu bin ich erkoren, Erschaffen und erlöset. 6. Dem Hang zur Sünde sterb' ich ab, Damit ich göttlich lebe Und mutig stets bis in mein Grab Den Lüsten widerstrebe. Dem Gu⸗ ten en Wint eifrig an Und liebe deinen Willen. Mit Fleiß und Sorgfalt denk ich dran, Wie ich ihn mög' erfüllen Durch deine Kraft und Stärke. 7. Gott Vater, Sohn und Geist, verleih', Daß ich fest an dich gläube, Mich meines Taufbunds tröst' und freu', Darin beständig bleibe, Daß ich das Böse flieh' und hass', Des Fleisches Lüste dämpfe, Im Guten niemals werde laß, Hier bis ans Ende kämpfe Und dort dein Reich ererbe. Angeblich Bornschürer. Mel. Wer nur den lieben Gott. 190 cchh bin getauft auf dei⸗ »Anen Namen, Gott Va⸗ ter, Sohn und heilger Geist. Ich bin gezählt zu deinem Samen, Zum Volk, das dir geheiligt heißt. O welch ein Glück ward dadurch mein! Laß, Herr, mich dessen wür⸗ dig sein. 2. Du hast mich für dein Kind erkläret, Mein Vater, und ein selig Teil Hast du, Sohn Gottes, mir gewähret An dem von dir erworb⸗ nen Heil, Du willst, mein Leben Gott zu weihn, Geist Gottes, selbst mein Beistand sein. 3. Die Liebe ist nicht zu ermessen, Die du, mein Gott, mir zugewandt. O laß mich nie die Pflicht vergessen. Dazu ich selbst mich dir verband, Als du in deinen Bund mich nahmst Und mir mit Heil entgegenkamst! 4. Du bist getreu. Auf deiner Seite Bleibt dieser Bund stets feste stehn. Ja selbst, wenn ich ihn überschreite, Läßt du dein Vater⸗ herz mich sehn. Du klopfst an mein Gewissen an Und lockst mich auf die rechte Bahn. 5. Ich gebe, höchster Gott, aufs neue Dir Seel' und Leib zum Opfer hin, Erwecke mich zu neuer Treue Und bilde mich nach deinem Sinn. Weich', eitle Welt, o Sünde, weich'! Gott hört es, jetzt entsag' ich euch. 6. Befestige dies mein Verspre⸗ chen, Mein Vater, und bewahre mich, Daß ich es niemals möge brechen. Mein ganzes Leben preise dich. Gott meines Heils, sei ewig mein Und laß mich stets den Deinen sein. Rambach und Diterich. Erneuerung des Taufbundes. Mel. Wer nur den lieben Gott. 191 H'r dir gelob' ich neue * Treue Und neuen Fleiß im Christentum. Dir, Jesu, geb' ich mich aufs neue Zu deines Namens Eigentum. Ich will von dir, o Geist, allein Bewohnet und geleitet sein. 2. Dreiein' ger, nimm von deinem Kinde Den Eid der neuen Treue hin. Bisher war ich ein Knecht —————————————— 104 Von der heiligen Taufe. der Sünde, Nun will ich ihre Reize fliehn Und mich mit Erust der Tugend weihn. Sieh, dieser Tag soll Zeuge sein. 3. Ach, oft hab' ich den Eid ge⸗ brochen, Den ich einst feierlich dir that, Oft hab' ich Besserung ver⸗ sprochen, Die nie mein Herz er⸗ füllet hat. Nun heute kehr ich mich zu dir. Ich will mich bessern, hilf du mir. 4. Nie will ich wieder treulos werden, Nie deine guten Wege iehn, Kein Scheingut, keine Lust er Erden, Kein Laster soll mich dir entziehn. Weich' Leidenschaft, o Sünde, weich'! Gott hört es, jetzt entsag' ich euch. 5. O Gott, regiere du mein Le⸗ ben Und mache selbst mein Herz dir treu, Daß ich der Frömmigkeit ergeben Und heilig, stark und weise ei! Denn ohne dich bleibt immer⸗ ar Mein Herz verkehrt und wan⸗ delbar. 6. Einst werd' ich, Herr, vor deinem Throne Den Tag des Bun⸗ des benedein. Geschmückt mit jener Sieger Krone, Werd' ich dann ewig selig sein. O welch ein Heil! Wie freu' ich mich! Herr, nimm mich hin! Dein, dein bin ich! Sturm. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 192 Mein Erlöser, der du mich Dir zum Ei⸗ gentum erkaufet! Als dein Jün⸗ 500 bin auch ich Vormals auf dein O erwecke mich 4. Laß mich denn, wie dir's gefällt, Deinem Dienst, Herr, ganz ergeben Und, entfernt vom Sinn der Welt, Als dein treuer Jünger leben, Daß ich einst auch, wenn ich sterbe, Das verheißne Leben erbe. Wehrenberg und diterich. Bei einer Taufhandlung. Vor der Taufe. ⁴ Wer nur esest, Jes Gott. u wiesest, Jesu, nicht 1 93. D die Kleinen, Die dir die Eltern brachten, ab, Erkanntst auch Kinder für die Deinen Und sahst voll Huld auf sie herab. Laßt, sprachst du, lasset sie zu mir Und wißt, das Himmelreich ist ihr. 2. Dir sei auch dieses Kind em⸗ pfohlen, Dir, dessen Treu' unwan⸗ delbar. Wir bringen's, wie du selbst befohlen, Dir in der heilgen Taufe dar. Ach segn' es, Vater, Sohn und Geist, Wie uns dein teures Wort verheißt. 3. Durch dieses Siegel deiner Gna⸗ de Wird jedes Recht der Christen sein. Weih' du es in dem Wasserbade Zu deinem Kind und Erben ein. Oselig, kennt es einst den Wert Des Glücks, daß es dir angehört! Neander. Nach der Taufe. Mel. Nun lob', mein Seel' den Herren. 19 4 Geweiht zum Christen⸗ „ tume, Ist dieses Kind nun Gott geweiht. Erzieh' es dir zum Ruhme Und, Vater, einst zur Herrlichkeit. Verlängert deine Liebe Sein Leben, so verleih' Durch deines Geistes Triebe, Daß es dir folgsam sei, Daß es den Wert der Tugend Schon früh empfinden lern'. Es ziere seine Jugend Die selge Lust am Herrn. 2. Auch wir sind Gottgeweihte. Auch unsrer Taufe teurer Bund Erweck' aufs neu' auch heute Zum Lobe Gottes unsern Mund, Ent ⸗ flamm' uns zum Vertrauen, Mit kindlich frohem Sinn Gen Himmel aufzuschauen, Zu unserm Vater in, Ermuntr' uns, zu ermessen, as uns sein Wort verspricht, *4F Von der heiligen Taufe. 10⁵ Und nimmer zu vergessen Der ihm gelobten Pflicht. 3. Du, Vater von uns allen, O lehre du uns selber thun Nach deinem Wohlgefallen. Laß deinen Segen auf uns ruhn. Du wirst bei diesem Leben, Wie du bisher gethan, Was wir bedürfen, geben. Verleih' uns nur alsdann Die beste deiner Gaben, Daß wir durch Jesum Christ Teil an dem Erbe haben, Das unverwelklich ist. Neander. Vor der Konfirmation junger Christen. Mel. Komm, heiliger Geist, Herre. 195 Erchör o Gott das heiße . Gglehn Der Kinder, die hier vor dir stehn. Erbarmend blick' auf sie hernieder, Denn dein sind sie, sind Jesu Glieder. Gieb ihnen, Vater, Sohn und Geist, Den Segen, den dein Wort verheißt. Erfülle sie mit deinen Gaben. Laß Tröstung ihre Seele laben. Er⸗ barme dich! erbarme dich! 2. Sie wollen, deiner sich zu freun, Gott, ihren Bund mit dir erneun Und feierlich den Eid dir schwören, Dich, Gott, zu lieben, zu verehren, Im Glauben treu, im Herzen rein, Im Wandel ohne Falsch zu sein. Dreieiniger, sprich du das Amen Zum festen Schwur bei deinem Na⸗ men Und stärke sie! und stärke sie! 3. Schenk' ihnen Mut und Freu⸗ digkeit. Laß ihrer Zusag' Heiligkeit So stark, so tief ihr Herz durch⸗ dringen, Daß sie ihr Wollen treu vollbringen. Auch uns laß jetzt mit Herz und Mund Mit dir er⸗ neuern unsern Bund Und einst vereint, wie wir dich flehen, Mit ihnen ein zum Himmel gehen. Er⸗ hör' uns, Gott! erhör' uns, Gott! Rüster.(v. Hippel.) Nach der Konfirmation. Mel. Es woll' uns Gott genädig. 196 stärke, Mittler, stärke sie, Sie, deine Teu'r⸗ erlösten, Und laß sie ihr Ver⸗ traun auf dich Im Tod und Leben trösten! Dreieiniger, sie schwuren dir, Dir selbst in deine Hände: O Gott, dein Eigentum sind wir, Sind's jetzt und bis ans Ende Und wollen's ewig bleiben. 2. Wie viele schwuren ehmals auch, An dir, Gott, festzuhalten. Allein wie treulos ließen sie Bald ihre Lieb' erkalten. Ach, laß die, die sich hier dir weihn. Dich Höchster, ewig lieben. Laß sie im Glauben standhaft sein Und jede Tugend üben. Nie ihr Gelübde brechen. 3. Versucht der Spötter zahlreich Heer, Herr, ihnen ihren Glauben Und ihrer Hoffnung Zuversicht Und Ruh' und Trost zu rauben, Ach, dann steh' ihnen, großer Gott, Mit deiner Kraft zur Seiten. Hilf ihnen Irrtum, Schmähung, Spott Und jeden Feind bestreiten Und mutig überwinden. 4. Lockt sie ihr Herz, lockt sie die Welt Hin zu verbotnen Lüsten, So wollest du mit Mut und Kraft Sie aus der Höh' ausrüsten. O laß sie keiner bösen Lust Je treulos un⸗ terliegen. Dämpf' du sie früh in ihrer Brust. Im Kampfe laß sie siegen. Hilf wieder auf, die fallen. 5. Einst in der Todesangst laß sie, Sie, deine Teu'rerlösten, Noch ihres Glaubens Festigkeit Ganz un⸗ aussprechlich trösten. O Schöpfer, Mittler, Tröster, Gott, Laß sie dann selig sterben Und, dir getreu bis in den Tod, Den Lohn des Himmels erben! Erhör' uns gnädig! Amen. Münter und Rüster. Vom heiligen Mel. O Jesu, du mein Bräutigam. 197 Hesi der du als ein — stilles Raamm Am Abendmahle. martervollen Kreuzesstamm Zur Tilgung meiner Sündenlast Für mich dich selbst geopfert hast! 106 Vom heiligen Abendmahle. 2. Im Nachtmahl feir' ich dei⸗ nen Tod. Hier nährst du mich mit Himmelsbrot, Hier ist das unschätzbare Gut, Das du mir giebst, dein Leib und Blut. 3. Hier labet mich als deinen Gast Der Leib, den du geopfert hast, Dein Blut, das dir vergossen ward, Mit göttlicher Allgegenwart. 4. O Liebe, welcher keine gleicht! O Wunder, das kein Witz erreicht, Mir unbegreiflich und doch wahr! Du sagst es, und dein Wort ist klar. 5. O Gottmensch, hilf mir, daß ich ja Mit tiefster Ehrfurcht dir mich nah'. O Herr, mein Mund empfahe nicht DesLebensSpeise zumGGericht. 6. Hilf, daß mühselig und be⸗ schwert Mein gläubig Herz danach begehrt, Der Wohlthat ganze Größ' ermißt Und deiner Liebe nicht vergißt. 7. Hier deinen liebevollen Tod Verkündigen, ist dein Gebot. Hilf, daß ich ihn als vor mir seh', Auch sein Geheimnis wohl versteh'. 8. Den Fluch, den hier mein Bürge trug, Die Wunden, die auch ich dir schlug, Den Segen, den du, als du starbst, Durch deinen Tod auch mir erwarbst. 9. Mein Herr und Gott, ich glaub' an di Und weiß gewiß, du segnest mich. Wenn wir mit Glauben zu dir nahn, Willst du dich uns mit Gnade nahn. 10. Ich Erd' und Asche bin's nicht wert. Daß so viel Heil mir widerfährt. Du willst, Erhabner, nicht verschmähn, Zu meinem Her⸗ zen einzugehn. 11. Mein Herz steht offen, richte du Es dir, Herr, selbst zur Woh⸗ nung zu. Wirf alle Laster ganz hinaus. Schmück' es mit jeder Tugend aus. 12. Du kommst, gesegnet seist du mir! Du bleibst in mir und ich in dir. Ich end' in dir einst meinen Lauf. Und du weckst m'ch vom Tode auf. 13. O wie so großen Segen giebt Dein Leib und Blut dem, der dich liebt! Ihm ist's ein Pfand der Se⸗ ligkeit, Ein Siegel der Gerechtigkeit. 14. Es überzeugt in Zweifelmut Von der Erlösung durch dein Blut, Auch von Erlassung unsrer Schuld Und Gottes uns geschenkter Huld. 15. Ach, wie so reich ergießet sich Hier meines Mittlers Lieb' in mich! Hier schau' ich seine Mildigkeit Und schmecke seine Freundlichkeit. 16. Wie brünstig du, mein Jesu, liebst, Bezeugt dies Pfand, das du mir giebst. Nichts scheidet ferner dich und mich. Mich liebest du, ich liebe dich. 17. Dich, Herr, dich lieb' ich unverrückt, Wenn Weltlust lockt, wenn Drangsal drückt. Verschmach⸗ tet Leib und Seele mir, Lieb' ich dich doch und bleib' an dir. 18. Auch stärkt mich dieses Mahles Kraft Auf meiner gan⸗ zen Pilgrimschaft, Im Kampf voll Mut zu widerstehn Und der Ver⸗ suchung zu entgehn. 19. Es schwächt den Stolz und wehrt dem Neid, Erweckt zur Lieb' und Einigkeit, Giebt Trost, der nie das Herz verläßt, Und macht den guten Vorsatz fest. 20. Bring' du den Vorsatz selbst zur That Und leite mich nach deinem Rat. So bring' ich in ge⸗ lassner Ruh' Die Tage meiner Wallfahrt zu. 21. Und wenn du mich, du Lebensfürst, ZurSeligkeit vollenden wirst, Ergötzt mit Freuden ohne Zahl Mich dort dein ewig Abend⸗ mahl. Schlegel.(Heermann.) Vor der Kommunion zu Hause. Mel. Nun freut euch, lieben Christen. 198(Ich will das Abendmahl NV des Herrn, Des Mitt⸗ lers, heut' empfahen. Von allem Weltgeschäfte fern Will ich zu ihm mich nahen. Tag, wie heilig bist du mir! Wie soll sich meine Seel' an dir Zu meinem Gott erheben! 2. Nicht die Gewohnheit treibt mich hin, Nicht der Betrug der sündi Ein 6. Fein Wie eint, Wie Vom heiligen Abendmahle. 107 Sünde, Daß auch ein lasterhafter Sinn Bloß dadurch Gnade finde. O Herr, erhalt' von Heuchelei Mich allzeit unbefleckt und frei Von Lust zur tennen würl 3. Bekennen will ich's öffent⸗ lich, Dein Sterben sei mein Leben, Dir, mein Erlöser, hab' ich mich Zum Eigentum ergeben. Ich will, so lang' ich lebe, dein Und deiner Liebe mich erfreun, Mich sterbend deiner trösten. 4. Demütig will ich meine Schuld Vor meinem Gott gestehen Und, überzeugt von seiner Huld, Zu ihm um Gnade flehen. Ich will mit göttlichem Vertraun Nach deinem Kreuz, o Jesu, schaun Und fröhlich Gnade hoffen. 5. Dein Leib und Blut versichre mich Von dieser deinerGnade, Daß meiner Sünden Schuld durch dich Mir nun gewiß nicht schade, Daß ich, durch deinen Kreuzestod Ent⸗ sündigt und versöhnt mit Gott, Ein Erbe sei des Lebens. 6. Wie werd' ich dann, der Sünde Feind, Dich, mein Erretter, lieben! Wie ernstlich mich, mit dir ver⸗ eint, In frommen Thaten üben! Wie werd' ich dir mein lebenlang Für deine Liebe Preis und Dank, O mein Versöhner, bringen! 7. Ich steh' vor deinem Ange⸗ sicht, Du siehst, daß ich nicht lüge. Du siehst auch, daß mein Herz sich nicht Mit Vorsatz selbst betrüge. So komm' ich denn mit Freudig⸗ keit, Voll Hoffnung meiner Selig⸗ keit Zu deinem Abendmahle. 8. O meine Seele, denke nach, Wie sündlich war dein Leben. Durch wessen Leiden, wessen Schmach, Hat Gott es dir vergeben? Was bist du dem, der so dich liebt, Daß er für dich sein Leben giebt, Für seine Liebe schuldig? Münter. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 199 Tag, den mir der Herr gemacht, Sei geseg; net, Tag der Freude! Du erhellst des Kummers Nacht Und erquickest eil und Leben ott, wie dank' mich im Leide. schenkst du mir. ich dir dafür! 2. Widerspenstig seinem Ruf, Hab' ich meinen Gott betrübet, Ihn, der mich zum Glück erschuf Und mich stets so treu geliebet, Bin gewichen von dem Pfad, Den er mir bezeichnet hat. 3. Der ich sein Gesetz entehrt, Der ich seine Macht verkennet, Ach, ich bin es nicht mehr wert, Daß er noch sein Kind mich nen⸗ net. Ich verdiene Straf' und Tod, Die er frechen Sündern droht. 4. Dennoch nimmt der Gütge mich Wieder auf zu seinem Kinde. 58 vergißt er väterlich Seines orns und meiner Sünde, Giebt durch seines Boten Hand Mir der Gnade süßes Pfand. 5. Tag der Wonne, heilig Mahl, Ewig will ich dein gedenken. Meines Jesu Todesqual Soll mir Trost im Leiden schenken, Und mein Leben soll allein Seinem Ruhm gewidmet sein. Schiebeler. Vor und bei der Kommunion. Mel. An Wasserflüssen Babylon. 200 Duz Herr, hast aus Barmherzigkeit Zum Denkmal deiner Gnaden Das ganze Volk der Christenheit Wohlthätig eingeladen. Du rufst: Mühselge, kommt zu mir! Du Weltversöhner, ja zu dir Komm' ich auch heut, ein Sünder. Verstoß' von deinem Angesicht, Verstoß' mich, o mein Heiland, nicht Vom Erbteil deiner Kinder. 2. Zwar meiner Missethat ist mehr, Mehr, als ich könnte zählen. Sie drückt mich, Herr, ich zittre sehr Vor Unruh' meiner Seelen. Weltrichter, ach, im Zorne nicht, Im Zorne geh' nicht ins Gericht Mit mir, Gott, reich an Güte. Du kennst, was ich nicht recht ge⸗ than. Erbarmer, sieh mein Herz auch an, Mein reuiges Gemüte. 3. Es seufzt um Trost und äng⸗ stigt sich, Gebückt vor dir im 10⁸ Vom heiligen Abendmahle. Staube. Auf mein Verdienst nicht, nur auf dich, Erlöser, hofft mein Glaube. Gebeugte willst du nicht verschmähn, Versprichst den Schwa⸗ chen beizustehn, Die nach Errettung schmachten. Stets bleibst du deinem Worte treu Und wirst ein gläubig Herz voll Reu', Auch meines nicht verachten. 4. Mein Gott, regiere künftig mich, Daß ich vorsichtig handle Und heilig, voll Vertraun auf dich, Nach deinem Rate wandle. Gieb, daß aus Dank für deine Huld, In Lieb', im Glauben, in Geduld Ich dir auf Erden lebe, Bis ich der⸗ einst in deinem Reich Verklärt, unsterblich, Engeln gleich Dich ewig rein erhebe. Röhler. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 201 Seele, willst du Ruhe * finden, Drücket dich die Last der Sünden, Komm, Ver⸗ ebung zu empfangen. Denn dein zicht ist aufgegangen, Und der Herr, voll Heil und Gnaden, Hat zu sich dich eingeladen. Deinen Bund sollst du erneuen Und dich seines Todes freuen. 2. Eil', wie wahre Christen pfle⸗ gen, Glaubensvoll dem Herrn ent⸗ gegen. Komm, den gnadenvollen Willen DeinesHeilands zu erfüllen. Komm mit brünstigem Verlangen, Seine Güter zu empfangen. Daß er dich der Sünd' entlade, Giebt er heute Gnad' um Gnade. 3. Herr, ich freue mich mit Be⸗ ben. Laß mich Gnad' empfahn und Leben. Du willst dich hier mit den Deinen Durch des Glaubens Band vereinen. Du willst sie mit Segen tränken Und dich ihnen selber schen⸗ ken. O wer darf sich unterwinden, Deine Liebe zu ergründen? 4. Herr, ach laß mich würdig nahen, Heil und Leben zu empfa⸗ hen! Ach, wie pflegt' ich oft mit Thränen Mich nach deinem Mahl zu sehnen! Ach, wie wünscht' ich meiner Sünden Tilgung, Herr, bei dir zu finden! Laß, Erlöser, laß mich nahen, Heil und Leben zu empfahenl 5. Du, dem unsrer Väter Scha⸗ ren, Die, wie wir, auch Sünder waren, Dank eund Preis und Jubel singen, Daß sie hier dein Mahl em⸗ pfingen, Sohn des Vaters, Licht vom Lichte, Laß von deinem Angesichte Uns, die deinem Ruhm sich weihen, Licht und Leben jetzt erfreueni 6. König, Hoherpriester, Leh⸗ rer, Du mein göttlicher Bekehrer, Du, der selbst dein eignes Leben Für mich in den Tod gegeben, Hier fall' ich zu deinen Füßen. Ach, laß würdig mich genießen Diese deine Himmelsspeise Mir zum Heil und dir zum Preise. 7. Zum Gedächtnis deiner Leiden Und zum Vorschmack jener Freuden, Die du, Heiland, mir erstrittest, Als du unaussprechlich littest, Als dich Todesschweiße deckten Und die Schrecken Gottes schreckten, Als du selbst für mich gestorben, Mir des Vaters Huld erworben. 8. Deines Heils will ich mich freuen, Dir will ich mich ewig wei⸗ hen. Eng' ist deines Lebens Pforte, Noch schau' ich im dunkeln Worte. Einst werd' ich dich ganz erkennen, Ganz in deiner Liebe brennen. Laß sie mich auch hier empfinden! Hilf mir, hilf mir überwinden! Rlopstock.(J. Franck.) Mel. Nun freut euch, lieben Christen. 202 Och preise dich, o Herr, . mein Heil, Für deine Todesleiden. Hab' ich an ihren Früchten teil, Was fehlt dann mei⸗ nen Freuden? Du wardst ein Opfer auch für mich. O gieb, daß meine Seele sich Des ewig freuen möge. 2. Was kann mein Geist durch deinen Tod Nicht noch für Segen finden! Erlösung aus der Todes⸗ not, Vergebung aller Sünden, Ge⸗ wissensruh', zur Bessrung Kraft, Das hast du, Herr, auch mir ver⸗ schafft, Da du am Kreuze starbest. 3. Dein Mahl ist mir ein Unter⸗ pfand Von dieser großen Güte. w—————— verscho Segen Kraft Nur d Und a Stand 6 Ist ga selbst r mer zu ter Ge ergeber 7 Zweck Räum Bahn Vorbil lösten e 8. deiner gnaden und W leih zu deines 2. E wissen pfand, nend B erkann In dei Vom heiligen Abendmahle. 109 Wie viel hast du an mich gewandt! O stärke mein Gemüte Zum gläu⸗ bigen Vertraun auf dich, Daß ich, so lang' ich lebe, mich An deine Gnade halte. 4. Ich fühle, Herr, voll Reu' und Schmerz Die Last von meinen Sün⸗ den. Laß mein vor dir gebeugtes dar Den großen Trost empfinden, 15 du, aus Gottes Vaterhuld, Auch mir Vergebung meiner Schuld Auf Buße hast erworben. 5. Der Trost, den mir dein Tod verschafft, Werd' ewig mir zum Segen. Er stärke mich mit neuer Kraft Auf allen meinen Wegen, Nur das zu thun, was dir gefällt, Und alle Furcht und Lust der Welt Standhaft zu überwinden. 6. Die Liebe, die du mir erzeigt, Ist gar nicht zu ermessen. O mache selbst mein Herz geneigt, Sie nim⸗ mer zu vergessen, Daß ich aus ech⸗ ter Gegentreu' Dir bis Dan Tod ergeben sei Und dir zur Ehre lebe. 7. Laß deines Leidens großen Zweck Mir stets vor Augen stehen. Räum'alleHindernisse weg, Die ebne Bahn zu gehen, Die mir dein heilig Vorbild weist Und die einst den er⸗ lösten Geist Zu deiner Freude führet. 8. Zum ewgen Leben hast du dich Für mich dahingegeben. Dein Abendmahl erwecke mich, Mit Ernst darnach zu streben. Herr, mache mich dazu geschickt, Und werd' ich einst der Welt entrückt, So sei dein Tod mein Leben. Diterich. Mel. Wer nur den lieben Gott. 203 Her bin ich, Jesu, zu erfüllen, Was du in deiner Leidensnacht, Nach deinem gnadenvollen Willen, Zur Pflicht und Wohlthat mir gemacht. Ver⸗ leih' zur Ubung dieser Pflicht Mir deines Geistes Kraft und Licht. 2. Es werde, Herr, für mein Ge⸗ wissen Dein Abendmahl ein Unter⸗ pfand, Auch mir sei dein versöh⸗ nend Büßen Von deiner Gnade ch erkannt. So freuet meine Seele sich In deinem Heil und lobet dich. 3. Bewundernd denk ich an die Liebe, Womit du unser Heil bedacht. Wie stark sind deine Mitleidstriebe, Die dich bis an das Kreuz gebracht! O gieb von deinem Todesschmerz Jetzt neuen Eindruck in mein Herz. 4. Laß mich mit Ernst die Sün⸗ den scheuen, Für welche du, dich opfernd, starbst, Durch schnöden Mißbrauch nie entweihen, Was du so teuer mir erwarbst. Nie führe mich zur Sicherheit Der Trost. den mir dein Tod verleiht. 5. Ich übergebe mich aufs neue, O du, mein Herr und Gott, an dich. Ich schwöre dir beständge Treue Vor deinem Tische feierlich. Dein Eigen will ich ewig sein. Du starbst für mich, drum bin ich dein. 6. Nie will ich mich vor Spöttern schämen Des Dienstes, den man dir erweist, Mich nie zu einem Schritt bequemen, Den mein Ge⸗ wissen sündlich heißt. O flöße mir den Eifer ein, Wie du, o Herr, gesinnt zu sein. 7. Laß mich mit Ernst den Nächsten lieben Und, wenn er strau⸗ chelnd was versieht, Versöhnlichkeit und Sanftmut üben. Nie komm' es mir aus dem Gemüt, Welch eine schwere Schuldenlast Du mir aus Huld erlassen hast. 8. Es stärke sich in mir der Glaube, Daß meine Seele ewig lebt, Und daß einst aus des Grabes Staube Mich dein allmächtger Ruf erhebt Wenn du dich, Rihter Lebensfürst. Der Welt als Richter zeigen wirst. 9. Gebeugt lieg' ich zu deinen Füßen Mit Dank und Lob, Ge⸗ bet und Flehn. Laß auf mich neue Gnade fließen, Mein Heiland, laß es doch geschehn, Daß mir zur Stärkung meiner Treu' Dein Abendmahl gesegnet sei. Bruhn. Mel. O Jesu, du mein Bräutigam. 20 4 Jesu, heilges Got⸗ teslamm, Der du aus Lieb' am Kreuzesstamm Für ————— 11⁰ Vom heiligen Abendmahle. mich den Tod gelitten hast Und trugest meiner Sünden Last! 2. Ich komm' zu deinem Abend⸗ mahl, Verderbt durch manchen Sündenfall, Krank, unrein, arm, du kennest mich, Schwach bin ich. Ach erbarme dich! 3. Du, Jesu, bist der Sünder Freund, Der Beistand, der es red⸗ lich meint, Der Traur'gen Trost, der Schwachen Kraft, Der, der das Gute in uns schafft. 4. Zu dir, mein Helfer, komm' auch ich. Ach reinige, ach, heilge mich! Gieb neue Krast, gieb neues Licht. Ich weiß, Herr, du verstößt mich nicht. 5. Dein Wort schein' mir in Finsternis, Dein Geist mach' mei⸗ nen Geist gewiß, Entkräft' in mir der Sünde Lust, Dämpf' ihre Macht in meiner Brust. 6. Dein Liebesmahl, du Lebens⸗ brot, Erweck auch mich, mein err und Gott, Daß ich im Glau⸗ en stets dir treu Und dankbar und gehorsam sei. 7. Lösch' alle Laster aus in mir Und bilde mein Herz ganz nach dir, Daß ich ohn' Falsch und Heuchelei, Herr, deinem Bilde ähnlich sei. 8. Dann bleib' ich, o mein be⸗ ster Freund, Mit dir im Glauben fest vereint. Ich weiß, daß mich dein Auge schützt Und du mir giebst, was ewig nützt. 9. Durch dieses deines Bundes Kraft Hast du mir neuen Mut verschafft. Mit täglicher, mit rei; cher Huld Bedeckst du meiner Schwachheit Schuld. 10. Gott ist für mich! Mir kann kein Feind Verderblich sein. Was böse scheint, Verwandelt mir in Segen sich. O stärk' in diesem Glauben mich! 11. Befestge mich in meiner Pflicht. Dein freudger Geist ver⸗ lass' mich nicht. Ach, laß mich meine Tag' in Ruh' Und Frieden christlich bringen zu. 12. Und wenn du mich, o Lebens⸗ fürst, Einst in den Himmel nehmen wirst, Dann Mittler, Jesu, freu' ich mich Mit allen Selgen ewiglich. Lappenberg u. Unbek.(Heermann.) Mel. An Wasserflüssen Babylon. 205 Och komme, Herr, und Asuche dich, Mühselig und beladen. O Herr, mein Hei⸗ land, segne mich Mit den erworb⸗ nen Gnaden! Ich liege hier vor deinem Thron, Sohn Gottes und des Menschen Sohn, Mich deiner zu getrösten. Ich fühle meiner Sünden Müh', Ich suche Ruh' und finde sie Im Glauben der Erlösten. 2. Dich bet' ich zuversichtlich an, Du bist das Heil der Sünder. Du hast die Strafe abgethan, Und wir sind Gottes Kinder. Ich denk' an deines Leidens Macht Und an dein Wort: Es ist vollbracht! Du hast mein Heil verdienet. Du hast für mich dich dargestellt. Gott war in dir und hat die Welt In dir mit sich versühnet. 3. So freue dich, mein Herz, in mir! Er tilget deine Sünden, Er nahet sich mit Trost zu dir Und läßt dich Gnade finden. Du rufst, und er erhört dich schon, Spricht liebreich: Sei getrost, mein Sohn, Die Schuld ist dir vergeben. Du bist auf meinen Tod getauft. Ver⸗ giß nicht, dem, der dich erkauft, Zur Ehre slets zu leben. 4. Dein ist das Glück der Seligkeit. Bewahr' es hier im Glauben Und laß durch keine Sicherheit Dir deine Krone rauben. Sieh' ich vereine mich mit dir, Ich bin der Weinstock, bleib' an mir, So wirst du Früchte bringen. Ich helfe dir, ich stärke dich, Und durch die Liebe gegen mich Wird dir der Sieg gelingen. 5. Ja, Herr, mein Glück ist dein Gebot, Ich will es treu erfüllen. O gieb mir selbst durch deinen Tod Die Kraft zum guten Willen. Laß mich von nun an würdig sein, Mein RMnded Herz dir, Herr, zu weihn Und deinen Tod zu preisen. Laß mich den Ernst der Heiligung Durch eine wahre Besserung Mir und der Welt beweisen. ellert. Vom heiligen Abendmahle. 11¹ Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 206 Hente ich falle vor dir nieder, Danke dir und singe Lieder Dir, o Tilger meiner Sünden! Wer kann deine Lieb' ergründen? Meine Schulden willst du decken, Willst mich Toten auferwecken, Willst ein ewig seligs Leben Mir, wenn ich dir glaube, geben. 2. Nun, so sei der Bund erneuet, Ganz sei dir mein Herz geweihet! Wie du hier gelebt, zu leben Will ich täglich mich bestreben. Dir ge⸗ lob' ich, deine Glieder, Alle Men⸗ schen, meine Brüder, Immer mit den reinsten Trieben, Immer wie mich selbst zu lieben. 3. Ich gelobe dir von Herzen, Meiner Brüder Not und Schmer⸗ en Täglich brüderlich zu lindern, Elend, wo ich kann, zu mindern. Ich gelobe dir mit Freuden, Auch das Unrecht still zu leiden, Un⸗ geduldig nie zu klagen, An dir niemals zu verzagen. 4. Was du hassest, will ich hassen, Ganz von dir mich leiten lassen, Nie mit Vorsatz dich be⸗ trüben, Alles, was du liebest, lieben. Zwar ich kenne meine Schwäche, Jesu, da ich dies verspreche. Mor⸗ gen hab' ich oft gebrochen, Was ich heute dir versprochen. 5. Darum hilf du mir und stärke Mich zu jedem guten Werke. Komm und eile, mich vom Bösen, Das ich thun will, zu erlösen. Hilf den ersten Reiz der Sünden, Den, ach den mir überwinden. Laß mich ihre Folgen schrecken Und der Unschuld Freuden schmecken. 6. Laß mich deine Treu' ermessen, Deiner Liebe nie vergessen. Laß mich, weich ich ab vom Guten, Herr, dich sehn am Kreuze bluten. Liebe schlug dir deine Wunden. Das soll mich in dunkeln Stunden, Wenn mich Angst und Zweifel drücken, Mit erhabnem Trost eequicken. 7. Gieb, daß ich und alle Christen Sich auf deine Zukunft rüsten, Daß, wenn heut' dein Tag schon käme, Keiner, Herr, vor dir sich schäme. Großes Abendmahl der Frommen, Tag des Heils, wann wirst du kommen, Daß wir mit der Engel Chören, Herr, dich sehn und ewig ehren? Lavater. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. 207 Voller Ehrfurcht, Dank und Freuden Komm' ich, Herr, auf dein Gebot Und ge⸗ denk' an deine Leiden und an deinen Martertod. Mittler, der du für mich starbst, Mir ein ewig Heil erwarbst, Ach, möcht' ich mich würdig nahen Und das Leben hier empfahen! 2. Weil du, Heiligster, aus Gnaden Aller meiner Sünden Last Mir zum Heil auf dich geladen Und am Kreuz gebüßet hast, Darum stellet mich nun nicht Gott, der Richter, ins Gericht. Darum will er mein Verbrechen Mir verzeihn und nimmer rächen. 3. Herr, dies glaub' ich und empfinde Freudigkeit und Zuver⸗ sicht. Stellt doch Gott um meine Sünde Nun mich nimmer ins Gericht, Bin ich doch durch deinen Tod Völlig ausgesöhnt mit Gott Und, wenn ich im Glauben sterbe, Ewig seines Himmels Erbe. 4. Möcht' ich, Jesu, nicht ver⸗ gebens Mich zu deinem Kreuze nahn! Möcht' ich dieses Mahl des Lebens Nicht mir zum Gericht empfahn! Ach, es gründ' und stärke mich, Mittler, im Vertraun auf dich! Ach, es lenke meinen Willen, Dein Gesetz, Herr, zu erfüllen! 5. Diesen Vorsatz, den ich habe, Mich nicht wieder zu entweihn, Laß ihn, Jesu, bis zum Grabe Stark in meiner Seele sein. Vor der drohenden Gefahr, Der zu werden, der ich war, Beb' ich aghaft und empfinde Schon von ern die Macht der Sünde. 6. Wenn sie mich von deinen Wegen Schmeichelnd abzuführen droht, Laß mich ernstvoll überlegen, Welch' ein Tod war Jesu Tod! Gott, vor dem er im Gericht Stand 112 Vom heiligen verlassen, laß mich nicht Ihn von dir verlassen sehen Und ihn noch durch Sünden schmähen. 7. Wenn ich in der Irre wandle, Geh' du mir, Erbarmer, nach, Zeig' mir, wie ich unrecht handle, Stärke mich, denn ich bin schwach, Und ertrage mit Geduld Meine Schwachheit, meine Schuld. Laß mich wieder Gnade finden, Wenn ich traure über Sünden. 8. Dir will ich es ewig danken, Daß du so barmherzig bist. Laß mich nur nicht wieder wanken, Mein Erretter, Jesu Christ! Hilf mir, daß ich dir getreu Und mein Vorsatz standhaft sei, All und jede Sündenfreuden Immer als ein Gift zu meiden. Münter. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 208 Die ihr Christi Jünger * seid, Teure, miter⸗ löste Brüder, Alle seinem Dienst eweiht, Alle seines Leibes Glieder! Koumt. Versöhnte, kommt, erneut Euren Bund der Seligkeit. 2. Nehmet hin und eßt sein Brot! Jesus Christus ward gege⸗ ben Für die Sünder in den Tod. Nehmt und trinkt! Ihr trinkt sein Leben. Seht, wie er die Menschen liebt, Da er selbst sich für sie giebt. 3. Die mit voller Zuversicht, Mittler, deines Heils sich freuen, Die laß stets in diesem Licht Wandeln und sich ganz dir weihen. Laß ihr dein vom Stolze rein, Voll von deiner Demut sein. 4. Tröste, die in Traurigkeit Über ihre Seelen wachen. Stärke, Herr der Herrlichkeit, Ihren Glau⸗ ben, hilf den Schwachen. Die ge⸗ beugt von ferne stehn, Können unerhört nicht flehn. 5. Nehmet hin und eßt sein Brot! Jesus Christus ward gegeben Für die Sünder in den Tod. Nehmt und trinkt! Ihr trinkt sein Leben. Seht, wie er die Menschen liebt, Da er selbst sich für sie giebt. 6. Hoherpriester, Jesu Christ, Du bist einmal eingegangen In Abendmahle. das Heiligtum, du bist Als ein Fluch ans Kreuz gehangen. Also bist du durch den Tod Eingegangen, Sohn, zu Gott. 7. Hoherpriester, ja du bist Auch für diese eingegangen. Sprich sie los, Herr Jesu Christ, Wenn sie nun dein Mahl empfangen. Laß sie, großer Mittler, nicht Nun⸗ mehr kommen ins Gericht. 8. Augenblickvoll heilgen Grauns, Voller Wonn' und süßen Bebens! TeuresPfand des künftgen Schauns, Überzeugung jenes Lebens! Laß, wenn sie zum Herrn sich nahn, Von ihm Gnad' um Gnad' empfahn. 9. Nehmet hin und eßt sein Brotl Jesus Christus ward gegeben Für die Sünder in den Tod. Nehmt, und trinkt! Ihr trinkt sein Leben. Seht, wie er die Menschen liebt, Da er selbst sich für sie giebt. 10. Jesu Christi Kreuzestod Werd' in aller Welt verkündigt. Er hilft uns von aller Not, hat uns vor Gott entsündigt. Jesus Christ, mit Preis gekrönt, Hat uns Staub mit Gott versöhnt. 11. In den Chor der Himmel schwingt, Herr, sich unser stam⸗ melnd Lallen. Wenn, von Sera⸗ phim umringt, Unsre Väter nieder⸗ fallen, Opfert dir ihr Lobgesan Für dein Sterben Preis und Dan 12. Ausgeschüttet warest du, Warst wie Wasser hingegossen. Deine Pein verschafft uns Ruh', Deines Todes Wunden flossen Und bedeckten dich mit Blut, Uns und aller Welt zu gut. 13. Nehmet hin und eßt sein Brotl Jesus Christus ward gegeben Für die Sünder in den Tod. Nehmt, und trinkt! Ihr trinkt sein Leben Seht, wie er die Menschen liebt, Da er selbst sich für sie giebt. 14. Deiner Zunge Durst war heiß, Heißer noch der Durst der Seele, Müd' in deines Todes Schweiß Hing dein Leib, und deine Seele Lechzte schmachtender zum Herrn, Doch schien seine Hilfe fern. 15. Du geheimnisvolle Nacht, Vom heiligen Du entreißt uns dem Verderben. Tod, den keiner je gedacht, Du errettest uns vom Sterben. Tod, mit Schrecken ganz umhüllt, Gottes Zorn hast du gestillt. 16. Jesus rief: Mein Gott, mein Gott, Warum hast du mich verlas⸗ sen? Drauf starb er den Kreuzes⸗ tod. Wer kann diese Liebe fassen? Fluch und Tod sind nun nicht mehr. Gebt, ach gebt dem Sieger Ehr'! 17. Nehmet hin und eßt sein Brot! Jesus Christus ward gege⸗ ben Für die Sünder in den Tod. Nehmt und trinkt! Ihr trinkt sein Leben. Seht, wie er die Menschen liebt, Da er selbst sich für sie giebt. Alopstock. Mel. Es ist das Heil uns kommen. 209 Heun im Gedächtnis Je⸗ — sum Christ, O Seele, der auf Erden Vom Himmelsthron gekommen ist, Ein Heiland dir zu werden. Vergiß sein nicht, denn dir zu gut Verband er sich mit Fleisch und Blut. Dank' ihm für diese Liebe. 2. Halt' im Gedächtnis Jesum Christ, Der für dich hat gelitten. Da er am Kreuz gestorben ist, Hat er dir Heil erstritten. Errettung von der Sündennot Erwarb er dir durch seinen Tod. Dank' ihm für diese Liebe. 3. Halt' im Gedächtnis Jesum Christ, Der von dem Tod erstan⸗ den Und jetzt zur Rechten Gottes ist. Er hat von Todesbanden Die, die ihn lieben, frei gemacht Und ewges Leben wiederbracht. Dank' ihm für diese Liebe. 4. Halt' im Gedächtnis Jesum Christ. Er wird einst wiederkom⸗ men Zu richten, was auf Erden ist, Die Sünder und die Frommen. Drum sorge, daß du dann bestehst Und mit ihm in den Himmel gehst, Ihm ewiglich zu danken. 5. Mein Heiland, den der Him⸗ mel preist, Dich will ich ewig lo⸗ ben. O stärke dazu meinen Geist Mit neuer Kraft von oben. Dein Abendmahl vermehr' in mir Des Abendmahle. 113 Glaubens Kraft, auf daß ich dir Mit neuer Treue diene. C. Günther und Diterich. Nach der Kommunion. Mel. Wer nur den lieben Gott. 210 Nun habe Dank für 2 deine Liebe, Du 948 0 Mittler, Jesu Christ! Gieb, aß ich dich nicht mehr betrübe, Der du für mich gestorben bist. Laß deines Leidens Angst und Pein Mir immerdar vor Augen sein. 2. Wie kann ich dich genug er⸗ heben? Ich Armer, der den Tod verdient, Ich soll nicht sterben, sondern leben, Weil du mich selbst mit Gott versühnt. Ach, du, sein Sohn, du starbst für mich. Wie preis' ich, Herr, wie preis' ich dich? 3. Heil mir, mir ward das Brot gebrochen, Ich trank, Herr, deines Bundes Wein. Voll Freude hab' ich dir versprochen, Dir, treuster Jesu, treu zu sein. Ich schwör es nun noch einmal dir. Schenk' du nur deinen Beistand mir. 4. Laß, Herr, mich dankbar stets ermessen, Was du für mich gelitten hast. Und deine Liebe nie vergessen, Die soviel Segen in sich faßt. Laß meinen Glauben thätig sein Und mir zur Tugend Kraft verleihn. 5. Im Streite hilf mir überwin⸗ den Und stärke mich zu meiner Pflicht. Bewahre mich vor neuen Sünden, Verlaß mich inVersuchung nicht, Und dein für mich vergoss⸗ nes Blut Schenk' mir im Todes⸗ kampfe Mut. 6. Und euch, ihr seines Leibes Glieder, Die Jesu Heil, wie mich, erfreut, Euch lieb ich stets als meine Brüder, Als Erben seiner Herrlichkeit. Wir haben einen Herrn und Gott, Uns speist und tränkt ein Wein, ein Brot. 7. Wie jetzt in unsres Heilands Namen Sein Volk vor ihm ver⸗ sammelt war. So kommen wir einst dort zusammen Vor ihm mit seiner Engelschar Und preisen DFDꝗFꝗ/DYꝗ/ꝗDꝗSꝗSYSDSDSDSDSDSSSSSeeeeeeeeeeieeiieiee—————— 114 als sein Eigentum, Dann ewig seines Namens Ruhm. 8. Hier will ich mich mit euch ver⸗ einen, Die ihr ihn ewiglich erhöht, Und wenn wir einst vor ihm erschei⸗ nen Im Glanze seiner Majestät, Dann geh' ich im Triumph mit euch, Ihr Auserwählten, in sein Reich. 9. So soll denn weder Spott noch Leiden. Noch Ehre, Freud' und Lust der Welt Mich, Herr von jener Treue scheiden, Die selbst im Tode mich erhält. Du bist und bleibest ewig mein. O laß mich deiner würdig sein! Sollikofer. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 211 Richene. Seele! Dein Gesang Triumphiere, rühme, singe! Gieb ihm Flügel, daß dein Dank Bis zum Throne Gottes dringe! In der Engel jauchzend Chor Hebe sich dein Lied empor! 2. Meine Sünden drohten mir Schon mit meinem Untergange. Ich erbebte, Gott, vor dir, Um Erquickung war mir bange. Ewig⸗ keit, Gesetz und Grab Schreckten mich, doch Gott vergab. 3. In der feierlichsten Nacht Rang fürs sündige Geschlechte Jesus Christ, zum Fluch gemacht, Daß der Richter schonen möchte, Und der feierlichsten Nacht Hat der Richter, Gott, gedacht. 4. Sei getrost, vergeben sind, Wenn du glaubest, deine Sünden. Ewig bist du Gottes Kind. Wer vermag dies zu empfinden? Welche Seligkeit und Ruh'! Gott, wo ist ein Gott, wie du? 5. Ich empfing ihr göttlich Pfand, Seinen Leib, für mich ge⸗ geben, Und sein Blut, ich nahm's und fand In dem Blute Heil und Leben. Preis der feierlichstenNacht! Ewig werde dein gedacht. 6. Mittler, Auserwählter, Freund, Ursprung aller meiner Freuden! Du hast mich mit dir vereint, Nichts soll mich von dir je scheiden. Ewig, ewig bist du mein, Ewig, ewig bin ich dein. Vom heiligen Abendmahle. 7. Och, entzückt an deiner Brust, Will auf deine Stimme merken. Hohe himmelvolle Lust Flammt mich an zu großen Werken. Furcht vor Gott und Heiligkeit Sei mein Schmuck und Ehrenkleid. 8. Ich, hier Fremdling, strecke mich Nach dem Kleinod an dem Ziele, Sicher, daß ich bald durch dich Gottes Seligkeiten ühle. Da, wo stets dein Lob erschallt. Komm, Herr Jesu, komm doch bald! Cramer. Mel. Wie groß ist des Allmächtgen. 212 Wie kann ich sattsam 35 doch erheben, O Hei⸗ land, deine Lieb' und Huld? Du schenkst mir heute Heil und Leben, Befreiest michvon Fluch undSchuld. Anstatt mit Strafen zu erwidern, Was meine Schuld verdienet hat, Erfüllst du mich mit Himmelsgütern Und machst mich ewig reich und satt. 2. Am Tische, den du mir berei⸗ tet, Beutst du mir Gnad' um Gnade an. Hier wird mein Geist auf das geleitet, Was du am Kreuz für mich gethan. Den Leib, das Blut, für mich gegeben, Seh' ich in die. sem Brot und Wein. Dies stärket mich zum ewgen Leben, Dies macht mich von den Sünden rein. 3. Ja, es wird meinen Glauben stärken An meinen Mittler Jesum Christ, Wenn er zu allen guten Werten Bereit, rechtschaffen, thätig ist. Doch, daß er dieses in mir werde, Muß ich stets nüchtern sein und wach. Doch noch, noch häng ich an der Erde. Der Will ist gut, das Fleisch ist schwach. Ach Gott, Gott, Wollen und Vollbringen Des Guten kömmt allein von dir. O wirke, wie in allen Dingen, So jetzo beides auch in mirl Gieb, daß die selge Himmelsspeise Und der genossne Seelentrank Ganz seine Kraft an mir beweise, Von nun an und mein lebenlang. 5. Pflanz' in mir Glauben, De⸗ mut, Liebe Und was noch ist von Tugend mehr, Und heilge alle I—I I—— — Vom heiligen meine Triebe Zu meinem Heil und deiner Ehr', Daß ich der Welt zum Nutzen lebe, Dem Nächsten diene, wo ich kann, Mich stets der Heili⸗ gung bestrebe Und vor dir wandl' auf ebner Bahn. 6. Erhalt' in mir die selge Reue, Die Reue, die niemand gereut, Daß ich des Sünders Wege scheue, Ver⸗ meide, was dein Wort verbeut, Daß ich im Reden, Thun und Dichten Dir stets beweise meine Treu Und in Erfüllung frommer Pflichten Stets wirksam und geschäftig sei. Bachof v. Echt. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. 213 Oirern in der Ge⸗ — meine, Mittler, hab' ich dich bekannt. Ich empfing im Brot und Weine Deiner Liebe göttlich Pfand. Feierlich war da mein Eid Ewiger Beständigkeit. Du, der sich mit mir vereinte, Hast gesehen, wie ich's meinte. 2. O wie ward da deine Güte, Menschenfreund, von mir verehrt! Wie empfand da mein Gemüte Mächtig ihren ganzen Wert! Als ich dich auf Golgatha Für mich Sünder sterben sah, Wie erstaunt' ich, wie entzückte Mich die Huld, die ich erblickte! 3. Laut rief in mir mein Gewis⸗ sen: Bist du würdig dieser Huld? Siehst du ihn sein Blut vergießen? Wisse, das macht deine Schuld. Scham und Reu' erfüllten mich, Glaubensvoll blickt' ich auf dich. Sünder, sprachst du, du sollst leben, Alle Schuld ist dir vergeben! Abendmahle. 11⁵ 4. Ja, ich weiß es, ich soll leben Und des Himmels Erbe sein. Alle Schuld ist mir vergeben, Denn dein Blut, Herr, macht mich rein. Du vertrittst mich im Gericht, Gott verurteilt mich nun nicht, Wenn ich standhaft an dich gläube Und auf deinen Wegen bleibe. 5. Nun ich will dich nicht ver⸗ lassen, Nicht von deinen Wegen gehn, Jede Sünde will ich hassen Und den Lüsten widerstehn. Mein Erretter, ach, gieb du Stärk' und Freudigkeit dazu, Daß ich stand⸗ haft an dich gläube Und auf dei⸗ nen Wegen bleibe! 6. Laß mir's mein Gewissen sagen, Wie so schmerzhaft seine Pein, Wie so schwer der Sünde Plagen Und der Hölle Schrecken seinn. Es erinnre mich daran, Wie viel du an mir gethan, Wie umsonst sei deine Liebe, Wenn ich dir undankbar bliebe. 7. Reine Liebe meiner Brüder Sei die Frucht der Dankbarkeit. Sie sind alle deine Glieder, Erben deiner Seligkeit. Auch der mich jetzt hasset, ist Dein Erlöster, Je⸗ sus Christ. Dort wird er mich nicht betrüben, Sondern ewig wieder lieben. 8. Gott, zu dem ich kindlich trete, Blicke väterlich auf mich. Höre gnädig, was ich bete. Ganz verlaß ich mich auf dich. Reiche Frucht der Besserung, Wachstum in der Heiligung, Hoffnung auf das ewge Leben Laß dein Abend⸗ mahl mir geben. Münter. Von der Vergebung der Sünden und ihren seligen Folgen. Mel. Durch Adams Fall ist ganz. 214 Dirch Adams Fall ist erst verderbt Der Menschen Thun und Wesen. Dies Gift ist auf uns fortgeerbt. Wir wüären nie gewesen, Wär' Jesu Heil Nicht unser Teil. Denn wie so tiefe Wunden! Ach, jeder hat In Evens That Des Satans Neid empfunden. 2. Seit Satan die dahin gebracht, Daß sie frech abgefallen, So herr⸗ schet mit tyrann scher Macht Die 116 Von der Vergebung der Sünden Sünde in uns allen. Uns drückt der Tod. In solcher Not Beschloß Gott, uns zu geben Den ein gen Sohn Zum Gnadenthron, Damit wir möchten leben. 3. Warf uns denn eine fremde Schuld In Adam alle nieder, So bringt uns eine fremde Huld In Christo alle wieder, Und wie wir all' In Adams Fall Des ewgen Todes starben, So rettet Gott Durch Christi Tod, ihn verdarben. 4. Gott hat uns seinen Sohn ge⸗ schenkt, Da wir noch Feinde waren. Der ist für uns ans Kreuz gehenkt, Erstanden, aufgefahren. Tod und Gericht Trifft uns nun nicht, So wir ihm nur vertrauen. Fest steht dies Wort. Wem mag hinfort Noch vor dem Tode grauen? 5. Er ist das Licht, der Weg, die Pfort', Die Wahrheit und das Leben, Des Vaters Kraft, sein ewges Wort, Zum Heiland uns gegeben. Dem Feind zum Trutz Umgiebt sein Schutz Uns alle, die wir glauben. Er ist der Hirt', Die Seinen wird Aus seiner Hand nichts rauben. 6. Der Mensch ist gottlos und verflucht Und wird zuletzt zu Spotte, Der solchen Trost bei Men⸗ schen sucht Und nicht bei seinem Gotte. Denn wer sich will Ein and⸗ res Ziel Ohn' diesen Tröster stecken, Den mag gar bald Des Feinds Gewalt Und arge List erschrecken. 7. Wer hofft in Gott und dem vertraut, Kann nie zu schanden wer⸗ den. Wohl, wer auf diesen Felsen baut! Trifft ihn gleich hier auf Erden Viel Angst und Müh', Hab' ich doch nie Den Menschen sehen fal; len, Der sich nur fest Auf Gott ver⸗ läßt. Gott hilft den Seinen allen. 8. Du wollest, Herr, von meinem Mund Dein heilges Wort nicht neh⸗ men. So, weiß ich, läßt dein teurer Bund MichSünder nicht beschämen. Der Sünden Schuld Deckt deine Huld. Nur ihr will ich vertrauen. er ihr vertraut, Auf sie fest baut, Der wird den Tod nicht schauen. Die sonder ᷣ—— 9. Mir zeigt schon jetzt dein heilges Wort Den Himmel aus der Ferne, Denn dies Licht führt zu Christo fort, Dem hellen Morgen⸗ sterne. Bricht der nun an, So fasset man Alsbald die hohen Gaben, Die Gottes Geist Auch uns verheißt, So wir nur Glauben haben. Spengler und Schlegel. Lebhafte Vorstellung der Recht⸗ fertigung eines gläubigen und sich bekehrenden Sünders. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. 215 Schopfer aller Menschen⸗ * kinder, Großer Richter aller Welt, Sieh hier einen schnö⸗ den Sünder Ins Gericht dir dar⸗ Poren Der in Sünden ist ge⸗ oren, Der dein Ebenbild verloren, Der mit Lastern sich befleckt, Den der Sünden Menge schreckt. 2. Dein verletzt Gesetz erwecket Deine Strafgerechtigkeit. Mein Gewissen drückt und schrecket, Und auch Satan steht bereit, Meine Seele zu verklagen. Ich weiß nichts darauf zu sagen, Denn ein Zeuge giebt sich an, Der gesehn, was ich gethan. 3. Wehe mir, ich muß verder⸗ ben! Ich seh' nichts, als Höllen⸗ pein. Frecher Sünder, du mußt sterben! Wird mein strenges Ur⸗ teil sein. Es erzittert meine Seele Vor des offnen Abgrunds Höhle. Wer hilft mir in dieser Not? Wer errettet mich vom Tod? 4. Doch, Gott Lob! die Furcht verschwindet, Weil sich mir ein Mittler zeigt, Weil sich ein Ver⸗ treter findet, Vor dem der Ver⸗ kläger schweigt. O beglückte teure Stunden! Gottes Sohn hat seine Wunden Und sein blutig Löse⸗ geld Meinem Richter dargestellt. 5. Richter, siehe meinen Bürgen, Sieh sein büßend Leiden an. Die⸗ ser ließ für mich sich würgen, Die⸗ ser hat genuggethan. Er hat dein Gesetz erfüllet, Er hat deinen Zorn gestillet. Herr, ich glaube, steh' II meine mir g 2. meine Erbar und ihren seligen Folgen. 11⁷ mir bei, Sprich von Straf' und Schuld mich frei. 6. Ach, was hör' ich? Gnade! Gnade! Gnade schallet in mein Ohr. Daß sie mich der Bürd' entlade, Hebt mich deine Hand empor. Gott spricht: Sünder, du sollst leben, Deine Schuld ist dir vergeben! Sei getrost, mein lieber Sohn! Komm zu meinem Gnadenthron! 7. Seht, wie sich der Abgrund schließet, Seht, wie sich der Himmel freut, Da das Blut des Lammes fließet, Da mich die Gerechtigkeit Des vollkommnen Mittlers decket. Wer ist, der mich ferner schrecket? Wer ist, der mich nun verklagt Und mich zu verdammen wagt? 8. Richter, der mich losgespro⸗ chen, Vater, der mich zärtlich liebt! Mittler, der, was ich verbrochen Und geraubt, Gott wieder giebt! Geist, der mich mit Trost erfreuet Und mein ganzes Herz erneuet! Gott der Gnaden, dir sei Ruhm Und mein Herz dein Eigentum. 9. Laß mich nun die Sünde hassen, Die das Herz mit Angst beschwert. Laß mich alles unterlassen, Was den neuen Frieden stört. Rein'ge täglich mein Gewissen, Laß mich eifrig sein beflissen, Mit Verleug⸗ nung dieser Welt Das zu thun, was dir gefällt. Rambach. Mel. Wend' ab deinen Zorn. 2 1 6 Aus dunkler Tiefe, Herr, mit schwerem Herzen Ruf' ich zu dir in meinen Sünden⸗ schmerzen. O mache mich, Gott, meines Kummers ledig Und sei mir gnädig. 2. Beschämt erkenn' und fühl' ich meine Sünden. Laß, Vater, mich Erbarmung vor dir finden. Willst du auf Schuld und Übertretung sehen, Wer wird bestehen? 3. Bei dir allein, Herr, steht es zu vergeben. Du willst nicht töten, nein wir sollen leben. Uns soll die Größe deiner Liebe lehren, Dich treu zu ehren. 4. Verzeihe mir, Herr, alle —— meine Fehle, Dein harret, Vater, meine müde Seele. Laß Trost und Ruh', um des Versöhners willen, Mein Herz erfüllen. 5. Vom Abend an bis zu dem frühen Morgen Hoff' ich auf dich. O stille meine Sorgen! Du schenkest ja Beladenen und Müden Gern deinen Frieden. 6. Ja hoffe nur, mein Herz, auf Gottes Gnade. Noch mächtger ist sie, als dein Seelenschade. Ihr starker Arm wird dich von allem Bösen Zuletzt erlösen. F. C. v. Moser und Diterich. Mel. Wend' ab deinen Zorn. 2 1 7 Allein an dir, mein Gott, hab' ich gesündigt. O laß die Gnade, die dein Wort verkündigt. Wenn Sünden uns von ganzem Herzen reuen, Auch mich erfreuen. 2. Dein Sohn hat ja sich auch sür mich gegeben. Laß mich vor dir um seinetwillen leben. Tilg' aus die Laster, welche mich ent⸗ weihen, Weil sie mich reuen. 3. Erschaff' in mir, Gott, eine reine Seele, Ein neues Herz, das deine Wege wähle. Befestge es und stärke mein Bestreben, Nur dir zu leben. 4. Verstoß' mich nicht von dei⸗ nem Angesichte. Gieb deinen Geist, daß er mich unterrichte. Gieb ihn, daß er auf deiner Wahrheit Wege Mich leiten möge. 5. Erquicke mich in meiner Seele Leiden Mit deiner Hilfe, gieb den Geist der Freuden, Damit er, weil ich keine Kraft besitze, Mich unterstütze. 6. Mit neuer Treue will ich dich verehren. Ich will die Sünder deine Wege lehren. Mein Beispiel soll sie reizen, deinen Willen Gern zu erfüllen. 7. O höre, Gott, erbarmend auf mein Flehen! Wie solltest du ein reuend Herz verschmähen? Ein Herz, das dich im Glauben ernst⸗ lich suchet, Der Sünde fluchet? 8. Ein Herz voll Kummers, dich 118 Von der Vergebung der Sünden erzürnt zu haben, Das liebst du, das willst du mit Troste laben. Du wirst die Seelen, die nach Gnade schmachten, Gott, nicht verachten. Cramer und Diterich. Dankbare Empfindung über die Vergebung der Sünden. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. 218 ch erhebe mein Ge⸗ 8* müte Sehnsuchts⸗ voll, mein Gott, zu dir, Denn ich kenne deine Güte. O, wie teuer ist sie mir! Gott der Liebe und des Lebens, Keiner harrt auf dich ver⸗ gebens. Nur Verächter deiner Huld Stürzet ihre eigne Schuld. 2. Lehre mich, Herr, deine Wege, Deinen Willen zeige mir. Daß ich nicht verirren möge, Führe du mich selbst zu dir. Gott, du siehest mein Vertrauen. Sicher kann ich auf dich bauen. Deine Vatertreue ist Ewig, wie du selber bist. 3. Ach, gedenke an die Sünden Meiner Jugendjahre nicht. Laß mich Armen Gnade finden, Gott, vor deinem Angesicht. Alle Sünden, die uns reuen, Willst du, Vater, ja verzeihen. O so höre denn auch mich! Meine Seele hofft auf dich. 4. Gott, du willst des Sünders Leben, Seine Seele ist dir wert. Gnädig willst du ihm vergeben, Wenn er sich zu dir bekehrt. Mit⸗ ten auf dem Sündenwege Machst du sein Gewissen rege. Wohl dem, der zu seiner Pflicht Umkehrt! den verwirfst du nicht. 5. Du erquickest die Elenden, Deren Herz sich dir ergiebt, Die sich flehend zu dir wenden, Über ihre Schuld betrübt. Freude schen⸗ ket deine Güte Dem geängsteten Gemüte, Welchem du die Sünden⸗ last Liebreich abgenommen hast. 6. Herr, zu was für Seligkeiten Du in jener bessern Welt Jeden Frommen noch willst leiten, Der dir Treu' und Glauben hält, Offenbarst du allen Seelen, Die zu ihrem Teil dich wählen. Deinen ganzen Gna⸗ denbund Machst du deinen Kin⸗ dern kund. 7. Dir will ich mich ganz ergeben. Gott, mein Gott, verlaß mich nicht. Laß mich immer heilig leben, Herr, vor deinem Angesicht. Keine schnöde Lust der Sünden Müsse mich mehr überwinden. Ach, bewahr', ich bitte dich, Meinen Geist und stärke mich! Lavater und Diterich. Mel. Kommt her zu mir, spricht. 219 Wie selig, Gott, wie • selig ist Der Sünder, dem du gnädig bist, Den Todes⸗ furcht nicht schrecket! Dem, weil ihn seine Schuld betrübt, Dein Herz die Missethat vergiebt, Den dein Erbarmen decket! 2. Wer seine Sünden dir ver⸗ hehlt, Des Seele wird mit Angst gequält Vom strafenden Gewissen. Die Angst verzehret seine Kraft. Der Trost, den deine Gnade schafft, Wird ihm dadurch entrissen. 3. Darum, mein Gott, bekenn' ich dir, Was deine Huld entfernt von mir, Die mir bewußten Sün⸗ den. Dann, dann, mein Gott, ver⸗ zeihest du Und läßt die müde Seele Ruh' In deinem Frieden finden. 4. Die Frommen werden deine Huld Unddeine schonende Geduld, O Vater, ewig loben. Du bleibest ihre Zuversicht, Die Flut, die aus den Ufern bricht, Mag noch so mächtig toben. 5. Mein Schirm bist du, zu dir flieh' ich, Wenn drohende Gefahren mich Mit Schrecken überfallen. Du machst dich mir in der Gefahr Als meinen Retter offenbar Und läßt mich sicher wallen. 6. Ich zeige, sprichst du selbst zu mir, Den rechten Weg zum Heile dir, Dich soll mein Auge leiten. Darum, mein Herz, verachte nicht Des ewgen Vaters Unterricht. Er führt zu Seligkeiten. 7. Wer nicht von Gott die Weis⸗ heit lernt, Der ist verblendet und entfernt Sich von den wahren Freuden. Wer aber sich auf Gott verläßt, Hält ewig seine Gnade fest, Auch in den schwersten Leiden. I— dich e verze =aSs und ihren seligen Folgen. 119 8. Stimmt Gottes Lob, ihr rommen, an! Euch wird des Hochsten Güt' umfahn, Denn allen seinen Knechten Bleibt Gott der Trost, die Zuversicht. Er rächet ihre Sünden nicht. Frohlockt ihm, ihr Gerechten! Lavater und Diterich. Mel. Christus, der uns selig macht. 220 Gurt mein Vater, ich — dein Kind, Falle vor dir nieder. Siehe, was mein Herz empfind't, Und erbarm' dich wie⸗ der. Groß ist meine Sündenschuld, Die mich innigst reuet, Größer deine Vaterhuld, Die mich noch erfreuet. 2. Zwar ich bin's nicht wert, zu dir Kindlich aufzusehen, Doch du bleibst ein Vater mir, Du ver⸗ nimmst mein Flehen, Kennst mein Herz, ermunterst mich, Es vor dir zu stillen. Du erhörst mich väter⸗ lich Noch um Christi willen. 3. Du bist meine Zuversicht, Außer dir ist's keiner. Dein Ge⸗ schöpf verwirfst du nicht, Gott, dich jammert seiner. Der du dei⸗ nen Sohn für mich In den Tod gegeben, Sein Erlöster bin auch ich, Teu'r erkauft zum Leben. Dies, dies soll in jedem Schmerz Mein Vertraun erwecken. Vor der Sünde soll mein Herz, Nicht vor dir erschrecken. Trauen will ich, Vater, dir, Stets die Sünde hassen, Nie vergessen, daß du mir So viel Schuld erlassen. 5. Preis sei dem Allgütigen, Der mein Seufzen kennet! Der dem Gnadesuchenden Freien Zutritt gönnet! Sing' es, Seele, vor dem Herrn, Fleuß von Freuden über! Gott, dein Gott, verstößt nicht gern, Er begnadigt lieber. 6. Ewig bist du so gesinnt, Schöpfer meiner Seele. Ach, wenn ich, dein strauchelnd Kind, Noch aus Schwachheit fehle, So gedenkst du, der du weißt, Daß mein Herz dich ehret, Ich sei Staub, und du verzeihst Dem, der wiederkehret. Neander. Friede und Ruhe in Gott. Mel. Wer nur den lieben Gott. ott, deine Gnad' ist 221. G unser Leben, Sie schafft uns Heil und Seelenruh'. Dein ist's, die Sünden zu vergeben, Und willig ist dein Herz dazu. Du willst den Tod des Sünders nicht, Sucht er voll Reu' dein Angesicht. 2. Uns, uns Verlorne zu erretten, Gabst du für uns selbst deinen Sohn. Er litt, auf daß wir Friede hätten, Für uns den Tod, der Sünde Lohn. O Gott, wie hast du uns geliebt! Welch ein Erbarmen ausgeübt! 3. Dank, ewig Dank sei deiner Treue, Die niemand gnug erheben kann! Nun nimmst du jede wahre Reue Mit Vaterhuld noch gnädig an. Wohl dem, der sich zu dir bekehrt Und gläubig seinen Mitt⸗ ler ehrt! 4. Den, Herr, befreist du von den Plagen, Die dem Gewissen furchtbar sind. Der kann getrost und freudig sagen: Gott ist für mich, ich bin sein Kind. Hier ist der, welcher für mich litt Und mich noch jetzt bei Gott vertritt. 5. O Herr, wie selig ist die Seele, Die sich in deiner Gnade freut! Ob auch ein irdisch Glück ihr fehle, Fehlt ihr doch nicht Zu⸗ friedenheit. Und, Gott, dein Fried' ist weit mehr wert, Als alles, was die Welt gewährt. 6. Dein Friede stärkt zum fro⸗ hen Mute Das Herz auch in der größten Not, Giebt Hoffnung zu dem ewgen Gute Und macht ge⸗ trost selbst in dem Tod. Wer die⸗ sen Frieden hat, genießt Lust, die des Himmels Anfang ist. 7. Laß, Vater, denn in diesem Frieden Auch meine Seele freudig ruhn. Auch mir hast du dies Glück beschieden, Denn auch für mich am Kreuz ei Ward sterbend der am Kreuz ein Fluch, Der aller Menschen Sünde trug. 8. O laß mich dies im Glauben fassen Und mich mit starker Zuver⸗ ——————— 12⁰ Von der Vergebung der Sünden sicht Auf deine Bundestreu' ver⸗ lassen. Wenn alles wankt, so wankt sie nicht. Wohl dem, der sich auf dich verläßt! Sein Heil steht un⸗ beweglich fest. 9. Lobsingend will ich dich er⸗ heben, Mich ewig deiner Gnade freun Und deinem Dienst mein anzes Leben In kindlichem Ge⸗ horsent weihn. Daß, Herr, bei dir Vergebung sei, Das mach in deiner Furcht mich treu. Diterich. Hoffnung der Seligkeit. Mel. Kommt her zu mir, spricht. 222 ch hoff', o Gott, mit frohem Mut Auf deine Gnad' und Christi Blut. Ich hoff' ein ewig Leben. Du bist ein Vater, der verzeiht, Hast mir das Recht zur Seligkeit Durch deinen Sohn gegeben. 2. Herr, welch ein unaussprech⸗ lich Heil, An dir, an deiner Gnade teil, Teil an dem Himmel haben, Im Herzen, durch den Glauben rein, Dich lieben und versichert sein Von deines Geistes Gaben! 3. Dein Wort, das Wort der Seligkeit, Wirkt göttliche Zufrie⸗ denheit, Wenn wir es treu be⸗ wahren. Es spricht uns Trost im Leiden zu, Versüßet uns des Lebens Ruh' Und stärkt uns in Gefahren. 4. Erhalte mir, o Herr, mein Hort, Den Glauben an dein gött⸗ lich Wort, Um deines Namens willen. Laß ihn mein Licht auf Erden sein, Ihn täglich mehr mein Herz erneun Und mich mit Trost erfüllen. Gellert. Mel. Ach Gott, vom Himmel sieh. 223 ch weiß, an wen mein Glaub' sich hält. Kein Feind soll mir ihn rauben. Als Pürger einer bessern Welt Leb' ich hier nur im Glauben. Dort schau' ich, was ich hier geglaubt. Wer ist, der mir mein Erbteil raubt? Es ruht in Jesu Händen. 2. Mein Leben ist ein kurzer Streit, Lang ist der Tag des Sieges. Ich kämpfe für die Ewigkeit. Er⸗ wünschter Lohn des Krieges! Der du für mich den Tod HDich bepes Durch deinen Schild werd ich bedeckt. Was kann mir denn nun schaden? 3. O Herr, du bist mein ganzer Ruhm, Mein Trost in diesem Leben, In jener Welt mein Eigentum, Dich hast du mir gegeben. Von fern glänzt mir mein Kleinod zu, Drum eile ich ihm freudig zu. Du reichst mir meine Krone. 4. Herr, lenke meines Geistes Blick Von dieser Welt Getümmel Auf dich, auf meiner Seele Glück, Auf Ewigkeit und Himmel. Die Welt mit ihrer Herrlichkeit Ver⸗ geht und währt nur kurze Zeit. Ach, himmlisch sei mein Wandel! 5. Jetzt, da mich dieser Leib be⸗ schwert, Ist mir noch nicht erschie⸗ nen, Was jene bessre Welt gewährt, Wo wir Gott heilig dienen. Dann, wenn mein Auge nicht mehr weint, Und mein Erlösungstag erscheint, Dann werd' ich's froh empfinden. 6. Im Dunkeln seh' ich hier mein Heil, Dort ist mir alles heiter. Hier ist die Sünde noch mein Teil, Dort ist sie es nicht weiter. Hier ist mein Wert mir noch verhüllt, Dort wird er sichtbar, wenn dein Bild, Gott, mich vollkommen schmücket. 7. Zu diesem Glück bin ich er⸗ kauft, O Herr, durch deine Leiden. Auf deinen Tod bin ich getauft. Wer will mich von dir scheiden? Du zeichnest mich in deine Hand, err, du bist mir, ich dir bekannt, tein sind des Himmels Freuden. 8. Wie groß ist meine Herrlichkeitl Empfinde sie, o Seele! Vom Tand der Erde unentweiht Erhebe Gott, o Seele! Der Erde glänzend Nichts vergeht, Nur des Gerechten Ruhm besteht Durch alle Ewigkeiten. Sturm. Heiligung des Lebens, eine Frucht der Rechtfertigung. Mel. Wer nur den lieben Gott. 2 Mie teu'r, o Gott, ist 224. Wẽ deine Güte, Die alle TT———— TTRC vu e t st le und ihren seligen Folgen. 121 Missethat vergiebt,. Sobald ein reuendes Gemüte Die Sünden, die es sonst geliebt, Erkennt, ver⸗ dammt und ernstlich haßt Und Zuversicht zum Mittler faßt! 2. O laß mich ja nicht sicher werden, Weil du so reich an Gnade bist! Wie kurz ist meine Zeit auf Erden, Die mir zum Heil gegebne Frist! Gieb, daß sie mir recht wichtig sei, Daß ich sie meiner Bessrung weih'. 3. Zwar deine Gnade zu ver⸗ dienen, Sind Reu' und Bessrun viel klein. Doch darf sich au ein Mensch erkühnen Zu glauben, dir versöhnt zu sein, Wenn er noch liebt, was dir mißfällt, Und nicht dein Wort von Herzen hält? 4. Nie kannst du dem die Schuld erlassen, Der frevelnd Schuld auf Schulden häuft. Der kann kein Herz zu Jesu fassen, Der zwar auf sein Verdienst sich steift, Doch in der Sünde noch beharrt, Dafür er selbst ein Opfer ward. 5. Drum fall' ich dir, mein Gott, zu Füßen. Vergieb mir gnädig meine Schuld Und heile mein ver⸗ wund't Gewissen Mit Trost an deiner Vaterhuld. Ich will mit Ernst die Sünden scheun Und willig dir gehorsam sein. 6. Daß mit Gerechtigkeit auch Stärke Durch Christum mir ge⸗ schenket sei, Will ich durch Ubung guter Werke Beweisen. Mache selbst mich treu, Herr, in der Liebe gegen dich. Sie dringe stets und leite mich. 7. Laß mich zu deiner Ehre leben, Der du die Missethat vergiebst, Das hassen, was du mir vergeben, Das lieben, was du selber liebst. Laß, Vater, mein Gewissen rein Und heilig meinen Wandel sein. J. F. Bahrdt und Diterich. Vom Tode. Mel. O Ewigkeit, du Donnerwort. 225 Ich bin ja, Herr, in 7 deiner Macht, Du hast mich an das Licht gebracht, Du sorgest für mein Leben. Du kennest meiner Tage Zahl, Weißt, wann aus diesem Jammerthal Mein Geist sich soll erheben. Wo, wie und wann ich sterben soll, Das weißt du, Herr des Lebens, wohl. 2. Wer wird in meiner letzten Pein Mich Sünder trösten, mich erfreun, Mir Mut und Hoffnung geben? Wer nimmt sich meiner Seele an, Wenn ich von dem, was ich gethan, Gott Rechenschaft soll geben? Wer ist, der alsdann für mich spricht, Thust du es, o mein Heiland, nicht? 3. Mich dünkt, da lieg' ich schon, ich seh', Daß ich am finstern Grabe steh', Mit Todesangst umgeben. Der Augen Licht verdunkelt sich, Das Grabes Nacht umhüllet mich, Ein Traum ist nun mein Leben. Doch schweigen meine Sünden nicht, Sie fordern mich vor das Gericht. 4. Ich höre der Posaune Ton, Ich höre meinen Richter schon Das Endurteil mir sprechen. Ich seh' vor seinem Angesicht, Ich sehe in dem hellsten Licht Die Reihe der Verbrechen, Die ich in dieser Welt gethan. Wer ist's, der mich nun retten kann? 5. Kein Geld und Gut befreiet mich, Und weint' ich noch so bitter · lich, Kann mich doch nichts erlösen. Nein, jeder wird alsdann empfahn Nach dem, was er allhier gethan. Nichts schützt alsdann die Bösen. Hier ist Gott zum Verzeihn bereit, Dann übet er Gerechtigkeit. 6. Wie soll ich denn, o Gott, bestehn, Wenn du in das Gericht willst gehn Und nach Verdienst mir lohnest? Wie kann ich deiner Rach' entfliehn Und deiner Strafe mich entziehn, Wenn du nicht meiner schonest? Ach, Vater, geh' nicht ins Gericht, Verwirf mich armen Sün⸗ der nicht! 7. Voll Reu' und Buße such' ich dich. Errette, Gott, bekehre mich Und XIIIXIIIIXI 122 Vom tilge meine Sünden. Dir weih ich meine Lebenszeit, Dein Dienst sei meine Seligkeit. Ach, laß mich Gnade finden! Gieb, daß ich meiner Pflicht getreu Zum Tode stets bereitet sei. Dach und Zollikofer. Mel. Herzlich lieb hab' ich dich, o Herr. 5 5 ein Heiland, wenn 226. M mein Geist erfreut, Im Glauben auf die Herrlichkeit Des ewgen Erbteils blicket, Das du für mich bereitet hast, Wie leicht dünkt mir dann alle Last, Die mich hienieden drücket! Dann wird der Eitelkeiten Tand In mei⸗ nen Augen schlecht als Sand, Der Erde Pracht ist mir wie nichts Beim Anblick jenes ewgen Lichts. Herr Jesu Christ, Mein Herr und Gott!: Das Heil verdank' ich deinem Tod. 2. Wenn einst auf deinen Wink mein Geist Des Körpers Banden sich entreißt, Dann stärk' ihn aus der Höhe, Daß ich, durch deinen mächtgen Stab Beschützt, ins To⸗ desthal hinab Getrost und freudig gehe. Die Klarheit jener bessern Welt Schaff', wenn mich Dunkel⸗ heit befällt, In meinem finstern Herzen Licht Und Heiterkeit im Angesicht. Dann, Jesu Christ, Mein Herr und Gott! Dann wird ein Schlummer mir der Tod. 3. Und wenn mein Geist aus Schüchternheit Sich dennoch vor dem Tode scheut, Weil ihn die Sün⸗ den ranten. Dann laß mich, Herr, auf deinen Tod Die Hoffnung baun, es werde Gott Der Sünden nicht gedenken. Der Trost, den du auch mir erwarbst, Als du zum Heil der Sünder starbst Und fühltest, wie dich Gott verließ. Der mache mir das Sterben süß. O Jesu Christ, Mein Herr und Gott! 1½ Verlaß mich nicht in meinem Tod. 4. Auf kurze Zeit schließt sich zur Ruh' Mein thränenvolles Auge zu Und schlummert in dem Staube. Doch der, der mich zum Grabe ruft, Tode. Der ruft mich einst auch aus der Gruft. Ich weiß, an wen ich glau⸗ be. Er lebet, und ich werd' durch ihn Der Grabesnacht gewiß ent⸗ fliehn. Mein Geist und mein ver⸗ klärt Gebein Wird sich des Herrn, des Mittlers, freun. Herr Jesu Christ, Mein Herr und Gott!l Zum Leben machst du mir den Tod. 5. Du bleibest meine Zuversicht, Mein Trost, wenn du zum Welt⸗ gericht Mit Majestät wirst kommen. Da werd' ich nach des Grabes Graun Dich, wie du bist, Herr Jesu, schaun, Der Sterblichkeitentnommen. Auch mir schenkst du dann jenes Heil, Der Auserwählten selges Teil. Ich soll, dein Mund schwur es mir zu, Ich soll lebendig sein, wie du. Herr Jesu Christ, Mein Herr und Gott!: Stärk' diesen Glauben einst im Tod. Sturm und diterich. Mel. Vater unser im Himmelreich. 22 H err Jesu Christ, mein H Herr und Gott, Der du erlittest Angst und Spott, Für mich den Tod des Kreuzes starbst Und mir des Vaters Huld erwarbst! Ich bitte durch das Leiden dein, Du wollst mir Sünder gnädig sein. 2. Wenn ich nun komm' in Ster⸗ bensnot Und ringen werde mit dem Tod, Wenn mir vergehet mein Gesicht Und meine Ohren hören nicht, Wenn meine Zunge nicht mehr spricht Und mir vor Angst das Herze bricht, 3. Wenn mein Verstand im Dunk⸗ len irrt Und Menschenhilfe kraft⸗; los wird: So steh' im letzten Angst⸗ 9ei chrei Mir, Herr, mit deiner Hilfe ei. Verkürze mir des Todes Qual thal. führ' mich aus dem Jammer⸗ t a 4. Laß deinen Geist stets bei mir sein Und seinen Trost mein Herz erfreun, Bis sich die Seel' vom Leibe trennt. Dann nimm sie, Herr, in deine Händ'. Der Leib ruh' in der finstern Gruft, Bis einst dein großer Tag ihm ruft. 5. Dann laß ihn fröhlich auf⸗ ersteh Vom erstehn Und mich dein gnädig Antlitz sehn. Gedenke nicht mehr meiner Schuld, Gedenk' an deine Lieb' und Huld. Das Leben(Herr, ich traue dir) Verheißt dein eignes Wort selbst mir. 6. Fürwahr, fürwahr, euch sage ich, Wer mein Wort hält und glaubt an mich, Der wird nicht kommen ins Gericht Und den Tod ewig schmecken nicht, Und ob er schon hier zeitlich stirbt, Mit nichten er darum verdirbt. 7. Vielmehr will ich mit starker and Das Grab zerbrechen, das ihn and, Ihn zu mir nehmen in mein Reich. Hier herrscht er dann mit mir zugleich Durch eine frohe Ewig⸗ keit. Dazu, o Herr, mach uns bereit. 8. Vergieb uns unsrer Sünden Schuld, Schenk' uns zum Kampf Mut und Geduld, Mach' unsern Glauben stark und fest, Wenn uns die ganze Welt verläßt, Und bricht des Todes Schlaf herein, So laß ihn sanft und selig sein. Eber und Weiße. Mel. Alle Menschen müssen sterben. och bin ich dein Gast, 228. NoErde. Gott mehrt meiner Tage Zahl. Daß ich reif zum Himmel werde, Prüft er mich, läßt mir die Wahl, Böses oder Guts zu wählen. Doch werd' ich viel Jahre zählen? Oder ruft ein naher Tod Mich zu banger Ster⸗ bensnot? 2. Herr, du weißt's, du hast die Tage Meines Lebenslaufs gezählt. Ihre Freuden, ihre Plage Sah dein Auge, das nie fehlt, Früher noch, als du auf Erden Mich ließ'st einen Fremdling werden. Da schon schriebst du meinen Tod Auf dein Buch, o weiser Gott! 3. Einst, wenn es dein Wille fodert, Wird mein reger Leib zu Staub, Und das Feu'r, das in mir lodert, Wird des kalten Todes Raub. So wie Frühlingsblumen welken, Wird mein Leben auch verwelken, Kraft und Odem nehmen ab Und den Leichnam nimmt das Grab. Tode. 123 4. Nimm ihn hin zu deinem Staube, Grab, verwandle ihn in Erd'. Dennoch triumphiert mein Glaube, Denn mein Leib wird einst verklärt. Des verwesten Kör⸗ pers Trümmer Bleiben wahrlich nicht auf immer Der Vermodrung schnöder Raub. Neu beseelt wird einst mein Staub. 5. Durch dein schöpfrisch Wort: Es werde! Rufst du, Herr, in mein Gebein Neues Leben. Nicht mehr Erde Wird alsdann mein Körper sein. Zu den himmlischen Geschäften Schmückst du ihn mit neuen Kräf⸗ ten, Und von Schwäch' und Sterb⸗ lichkeit Wird er ewig dann befreit. 6. Hör', o Seele, einst mit Freu⸗ den Jenen Ruf: Das Grab ist da! Denn das Ende deiner Leiden Ist mit ihm zugleich dir nah. Der, der deinen Tod bezwungen, Hat das Leben dir errungen. Durch den Weg der Sterblichkeit Führt er dich zur Ewigkeit. 7. Stärle mich auf diese Stunde, Jesu, der du für mich starbst Und an Gottes Gnadenbunde Ewig An⸗ teil mir erwarbst. Laß mich Tod und Grab nicht scheuen, Laß viel⸗ mehr mich darauf freuen, Denn nach treu vollbrachtem Lauf Nimmst du mich zum Himmel auf. Sturm und Diterich. Mel. Jesus, meine Zuversicht. elig, Gott, sind die, 229. S die nun Schon im friedenvollen Grabe Von des Lei⸗ bes Arbeit ruhn Und sich deiner größten Gabe, Eines ewgen Lebens freun. Möchtenwiresauchschonsein! 2. Doch du willst's, wir leben noch Mühsam hier in Pilgerhütten. Alle trugen einst dies Joch, Die des Lebens Kron' erstritten. End⸗ lich aber führt der Tod Uns auch hin zu dir, o Gott. 3. Jesus selber lebte hier Vor⸗ mals auch in Pilgerhütten. Noch unendlich mehr, als wir, Hat er auf der Erd' erlitten. Laß uns gläubig auf ihn sehn Und durch ihn im Kampf bestehn. PF——— XIIIIIII 124 Vom 4. Wazs ist diese Lebenszeit? Ach, nur eine kurze Stunde Gegen jene Ewigkeit. Gleichwohl kommt auf diese Stunde, Die Gott noch verkür⸗ zen kann, Unser ewges Schicksal an. 5. Gieb uns Weisheit. Herr, und Kraft, Diese Stunde wohl zu nützen, Und beim Schluß der Wanderschaft Wollest du uns unterstützen, Daß wir freudig auf dich sehn Und getrost zum Tode gehn. 6. Daß wir dein sind, nicht der Welt, Daß du uns wirst aufer⸗ wecken, Diese Kraft der bessern Welt Laß uns, wenn wir sterben, schmek⸗ ken. Flöß' uns Mut und Ruhe ein, Selbst im Tode froh zu sein. 7. Wenn wir, um einst auch zu ruhn, Zu den Toten Gottes gehen, Wollst du mehr noch an uns thun, Als wir bitten und verstehen. Auch für unsre Todesnacht Riefst du einst: Es ist vollbracht! Klopstock. Mel. Wer nur den lieben Gott. 230 ch sterbe täglich! Hier * N auf Erden Soll die⸗ ses meine Losung sein, Bis ich werd' aufgelöset werden Von die⸗ ses Leibes Tod und Pein. So mei⸗ nen Geist hier stets bekriegt, Der doch in Jesu obgesiegt. 2. Ich sterbe täglich ab der Sün⸗ den, Mein Geist dringt stets zum Himmel zu. Der Leib muß zwar auch viel empfinden, Doch schmeckt die Seele Himmelsruh'. Denn alle Leiden dieser Zeit Sind nicht wert jener Herrlichkeit. 3. Ich sterbe täglich, meine Tage Kürzt jeder Augenblick nun ab. Bald fällt die Hütte, die ich trage, Und sinkt dahin in Staub und Grab. Mein Leben fähret schnell dahin. Wer weiß, ob ich hier morgen bin? 4. Ich sterbe täglich und bestelle Mein Haus und was mir Gott Tod scht Gesetzt. daß mich der od jetzt fälle, So habe ich nichts, was mich kränkt. Gott, deiner Gnad' empfehl' ich mich Und dar⸗ auf leb' und sterbe ich. 5. Wenn als die Sterbenden wir Tode. leben, Ist Gott in uns, wir sind in Gott, Mit Licht und Klarheit schon umgeben. Die Welt ist uns, wir ihr ein Spott, Bis wir verwechseln diese Welt Mit dem erwünschten Himmelszelt. Unbekannter. Bei Begräbnissen. Mel. Nun laßt uns den Leib begraben. 231 Begrabt den Leib in —5 seine Gruft, Bis ihm des Richters Stimme ruft. Wir säen ihn, einst blüht er auf Und steigt verklärt zu Gott hinauf. 2. Aus Staube schuf ihn einst der Herr. Er war schon Staub und wird's nur mehr. Er liegt, er schläft, verwest, erwacht Dereinst aus dieser Todesnacht. 3. Des Frommen Seele lebt bei Gott, Der sie aus aller ihrer Not, Aus aller ihrer Missethat Durch seinen Sohn erlöset hat. 4. Hier hat ihn Trübsal oft ge⸗ drückt, Nun wird er, Gott, von dir erquickt. Hier wandelt' er im finstern Thal, Nun ist er frei von Schmerz und Qual. 5. Gott blieb er treu bis an sein Grab, Nun wischt Gott seine Thrä⸗ nen ab. Was sind die Leiden dieser Zeit, Gott, gegen deine Herrlichkeit! 6. Nun, du Erlöster, schlaf' in Ruh'. Wir gehn nach unsern Hütten zu Und machen zu der Ewigkeit Mit Freud' und Zittern uns bereit. 7. Ach, Jesu Christ, dein bittrer Tod Stärk' uns in unsrer letzten Not. Laß unsre ganze Seele dein Und freudig unser Ende sein! Rlopstock nach Weiße u. Neumark. Beim Tode und Begräbnis eines Kindes. Mel. Wer nur den lieben Gott. 232 Jzott Lob! mein Lauf * eilt früh zum Ende, Und auch mein Leid und Ungemach. Durch seine liebevollen Hände Zieht mich mein Seelenfreund ihm nach. Hier ist mir Heil von ihm geschehn, Dort werd' ich ihn, den Schönsten, ehn. 2. Ihr Meinen, hemmet Schmerz ee Vom und Grämen, Seid, wie es Chri⸗ sten ziemt, betrübt. Gott kann das Seine wiedernehmen, Wenn, wo und wie es ihm beliebt. Ich war ja nur von Gottes Hand Ein euch geliehnes Liebespfand. 3. Daß ich die Welt und euch verlasse, Geschiehet nicht von un⸗ gefähr, Und daß ich schon so früh erblasse, Kommt von des Schöpfers Weisheit her. Gott ist's, der un⸗ ser Ziel bestimmt Und Alt' und Junge zu sich nimmt. 4. Der Gott, der unsre Tage zäh⸗ let, Hat diesen Tag von Ewigkeit u meinem Sterbetag erwählet. Ich terbe zu der rechten Zeit. Denn wenn Gott spricht: Es ist genung! Stirbt auch der Jüngste nicht zu ung. 5 Gott, der sich selbst die Liebe nennet, Thut alles liebreich, was er thut. Auch da, wenn er die Herzen trennet, Meint es sein Vaterherze gut. Was Gott thut, das ist wohlgethan. O wohl dem, der es glauben kann! 6. Die Schrift bezeugt's, daß je⸗ dem Kinde Die Bosheit schon im Herzen steckt. Drum ruft mich Gott, daß nicht die Sünde Mein sündlich Herz noch mehr befleckt. Ja, durch der Sünden Sold, den Tod, Be⸗ freit er mich von Sünd' und Not. 7. Was sind der Menschen Tode. 12⁵ Lebenstage? Ein Schatten, Nebel, Rauch und Dampf. Was sind sie? Voll von Angst und Plage, Not folgt auf Not, Kampf folgt auf Kampf. Man klagt, man weint, man sorgt, man wacht, Bis daß der Tod ein Ende macht. 8. Die Taufe schenkte mir den Glauben Und durch den Glauben alles Heil. Wer will mir nun die Krone rauben? Der Himmel ist mein Los und Teil. Ich schlaf' im wahren Glauben ein. Wer gläubig stirbt, wird selig sein. Dort bin ich frei von allen Leiden Und vor der Welt in Sicher⸗ heit. Dort schmeck' ich nichts, als frohe Freuden, Im Himmel ist kein Leid und Streit. Dort bin ich schön, geehrt und reich, Ja selbst den Engeln Gottes gleich. 10. Ihr Meinen, lebt und bleibt im Segen. Kein schweres Unglück rühr' euch an. Geht freudig auf der Tugend Wegen, Liebt Gott, sein Wort liebt jedermann, Flieht Welt, flieht Sünd' und Heuchelei, Bleibt Jesu, bis ihr sterbt, getreu. 11. Betrachtet, Hus ll statt der Leiche, Die euer Herz in Unruh' setzt, Den Geist, der sich im Freu⸗ denreiche An Vater, Sohn und Geist ergötzt. Glaubt christlich, daß ich selig bin, So werden Schmerz und Zähren fliehn. Liebich. Von der Auferstehung der Toten. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. 233 Golt ich weiß es, meine — Glieder Sinken einst in Staub dahin. Krankheit, Schmerz und Grab der Brüder Zeugen, daß ich sterblich bin. Das gemeine Los, der Tod, Ist mir Sünder auch ge⸗ droht. Diese Hütte wird zerstöret, Von Verwesung bald verzehret. 2. Schlösse nun des Leibes Ster⸗ ben Auch der Seele Tod mit ein, Ach, so würde solch Verderben In dem Tode schrecklich sein. Denn was ist so fürchterlich, Als die Zeit, in welcher mich Die Empfin⸗ dung gar verließe Und ich Nichts, wie vormals, hieße? 3. Nein, der Geist wird nicht ver; Ld. Nur der Leib erfährt den od. Gottes Zeugnis muß bestehen: Mensch, dein Geist kehrt einst zu Gott, Geht in eine andre Welt, Wenn des Leibes Bau zerfällt, Lebt und denkt in jenem Stande, Frei von seines Leibes Bande. 4. Jesus predigt diese Lehren 126 Von der Auferstehung der Toten. Sterbend noch dem Schächer ein. Heute(läßt der Herr sich hören) Wirst du in dem Himmel sein. Jesu letzte Rede heißt: Treuer Vater, meinen Geist Ubergeb' ich dir am Ende In die Obhut deiner Hände. 5. Welch ein reicher Schatz von Gaben, Die des Menschen Geist besitzt! Sollt' er sie nur dazu haben, Daß er sie auf Erden nützt? O, so hat er schon zu viel Für dies kurze Lebensziel, Wenig Zeit hier zu Geschäften Für sein großes Maß von Kräften. 6. In mir wohnet ein Verlan⸗ gen, Auf Unsterblichkeit gericht't. Güter, die auf Erden prangen, Sättigen die Seele nicht. Den Trieb hab' ich von Natur, Und das führt mich auf die Spur. Der ihn gab, wird ihn erfüllen Und des Geistes Sehnsucht stillen. 7. Ja, gewiß zu Ewigkeiten Ist der Geist in mir gemacht Und gleich nach des Leibes Zeiten Selig⸗ keit ihm zugedacht. Nimmer, nimmer kann's geschehn, Daß die Seelen untergehn. Was mir Gott so fest versprochen, Das wird ewig nicht gebrochen. 8. Auch mein Leib wird aus dem Staube Geistlich und un⸗ sterblich gehn. Jesus lebt, ich weiß und glaube, Mich erweckt sein Auferstehn. Mächtger Trost! Nun, nun kommt mir Tod und Gruft nicht schrecklich für. Ruhet nur, ihr meine Glieder, Der Erstandne ruft euch wieder. 9. Unverweslich, frei von Lei⸗ den, Im verklärten Lichte rein, Wird mein Leib in ewgen Freuden Herrlich bei dem Mittler sein. Gott, wie beugt sich meine Schuld Dankbar gnug für deine Huld, Daß du, Herr, mein ganzes Wesen Zu der Ewigkeit erlesen? 10. Welch ein Überfluß der Güte, Wonne, die kein Ende nimmt, Hast du, dies rührt mein Gemüte, Ewiger, für mich bestimmt! Glei⸗ chet auch ein Gut der Zeit Der verheißnen Herrlichkeit? Gott, laß jenes mich verachten Und nach dieser ernstlich trachten. 11. Lehre mich in diesem Leben. Wie ich nach dem ewgen Wohl Hier mit allem Eifer streben. Mich dazu bereiten soll. Hilf, wenn dieser Bau zerfällt, Daß mein Geist in jener Welt, Und der Leib, erweckt vom Grabe, Ewig dich und Jesum habe. Unger. 40⁰⁵ Wenn mein Stündlein vorhanden. 6 zein Heiland lebt! Er 234. M hat die Macht Des Todes ganz bezwungen Und sieg⸗ reich aus des Grabes Nacht Zu Gott sich aufgeschwungen. Er ist mein Haupt, sein Sieg ist mein. Sein soll mein ganzes Leben sein Und ihm will ich auch sterben. 2. Nicht ewig wird, wer dein Wort hält, Den Tod, o Jesu, schauen. Das ist's, was mich zu⸗ friedenstellt Selbst bei der Gräber Grauen. Ich bin getrost und un⸗ verzagt, Weil du den Deinen zuge⸗ sagt: Ich leb', und ihr sollt leben! 3. Wird gleich mein Leib des Todes Raub, Er wird doch wieder leben Und einst aus der Verwe⸗ sung Staub Sich neugebild't er⸗ heben, Wenn du, o großer Lebens⸗ fürst, Nun deinen Toten rufen wirst, Zum Leben aufzuwachen. 4. Wie froh und herrlich werd' ich dann Vor dir, mein Heiland, stehen! Dann nimmst du mich mit Ehren an, Läßt in dein Reich mich gehen. Forthin von keiner Last be; schwert, An Leib und Seele ganz verklärt, Leb' ich bei dir dann ewig. 5. O welch ein selig Teil ist mir In jener Welt bereitet! Der Freuden Fülle ist bei dir. Von dir, o Herr, geleitet, Werd' ich in deinem Himmelreich Unsterb⸗ lich, deinen Engeln gleich, Voll⸗ kommne Lust genießen. 6. Denn wo du bist, da sollen die, Die dir hier folgen, leben Und, ewig frei von Schmerz und Müh', Von Seligen umgeben, Genießen deiner Herrlichkeit. O was sind Leiden die⸗ ser Zeit, Herr, gegen jene Freuden? I. R ⁊ ꝑ Von der Auferstehung der Toten. 127 7. Laß die zukünftge Herrlichkeit Mir stets vor Augen schweben Und oft in dieser Prüfungszeit Mein Herz dahin erheben, Wo keine Schwachheit uns mehr drückt, Wo wir, der Sterblichkeit entrückt, Frohlockend vor dir wandeln. 8. Erwecke mich dadurch zum Fleiß, Der Tugend nachzustreben Und als dein Jünger, dir zum Preis, Nach deinem Wort zu leben. Und fühl' ich hier noch Not und Schmerz, So tröste selbst damit mein Herz: Es kommt ein bessres Leben. Diterich nach v. Gersdorf. Mel. Mach's mit mir, Gott, nach. 235 S err, du bist meine Zu⸗ „HV versicht! Du lebst, ich werd' auch leben. Du wirst mir, was dein Wort verspricht, Un⸗ sterblichkeit einst geben, Dein Jünger kommt nicht ins Gericht. Dies stärket meine Zuversicht. 2. Hier geh' ich oftmals weinend hin, Den Samen auszustreuen, Dort wird der herrlichste Gewinn Der Ernte mich erfreuen. Ich leide und verzage nicht, Denn du bist meine Zuversicht. 3. Hier trag' ich deine sanfte Last. Wie groß ist meine Würde! Jedoch die Welt, die sie nicht faßt, Nennt's fälschlich schwere Bürde. Einst trifft den Spötter dein Gericht, Und dann siegt meine Zuversicht. 4. Sink' immerhin, mein Leib, in Staub, Gott wird dich neu be⸗ leben. Hier werd' ich nur des Todes Raub, Dort werd' ich ewig leben. Wie stark ist dieses Trosts Ge⸗ wicht! Wie sicher meine Zuversicht! 5. Herr, diesen Segen dantz' ich dir. Mich aus der Gruft zu heben, Gingst du aus deinem Grab herfür. Du lebst, und ich soll leben. Ich laub' es dir und zweifle nicht. Dein Wort ist meine Zuversicht. 6. In diesem Glauben stärke mich. Laß mich den Trost empfinden, Den Den L Trost, daß ich durch dich en Tod kann überwinden. Grab und Verwesung schreckt mich nicht, Denn du bleibst meine Zuversicht. Sturm und Diterich. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 23 Cesus, meine Zuversicht und mein Heiland, ist im Leben! Dieses weiß ich, sollt' ich nicht Auch zu sterben mich er⸗ geben, Was die lange Todesnacht Mir. auch für Gedanken macht? 2. Jesus, mein Erlöser, lebt, Ich werd' auch das Leben schauen, Sein, wo mein Erlöser lebt. Warum sollte mir denn grauen? Er ist der Gemeine Haupt, Und sein Glied, wer an ihn glaubt. 3. Ich bin durch der Hoffnung Band Zu genau mit ihm ver⸗ bunden. Er hält mich bei meiner Hand In den dunkeln Todesstunden. Er führt mich auf rechter Bahn Und nimmt mich zu Ehren an. 4. Ich bin Fleisch und muß daher Auch einmal zu Staube werden. Dieses weiß ich, doch wird er Mich erwecken aus der Erden, Daß ich in der Herrlich⸗ keit Bei ihm sei in Ewigkeit. 5. Dann umgiebt mich diese Haut, Dieser Leib, wie ich fest glaube. Gott wird dann von mir geschaut, Wenn ich aufsteh' aus dem Staube. Im verklärten Leib werd' ich Sehen, mein Erlöser, dich. 6. Ob dies Aug' im Tode bricht, Wird's doch meinen Heilandkennen. Ich, ich selbst, kein Fremder nicht, Werd'in seiner Liebe brennen. Dank ihm! Dank ihm! Preis und Ruhm! Wunderbar schafft er mich um. 7. Was hier leidet, seufzt und fleht, Wird nicht ewig untergehen. Irdisch werd' ich ausgesät, Himm⸗ lisch werd' ich auferstehen. Zur Verwesung sink' ich ein, Dann werd' ich unsterblich sein. 8. Freudig bin ich und getrost. Dann steigt mein Versöhner nieder. Wenn ich sterb', ist er mein Trost, Und den Toten ruft er wieder, Wenn einst die Posaune klingt, Die durch alle Gräber dringt. 9. Und mich schreckte noch der Tod? Mich die Gräber und ihr Grauen? Meinen Mittler, meinen Gott, Jesum Christum werd' ich 128 Von der Auferstehung der Toten. schauen. Dann wird Leben,— und Heil Ewig, ewig sein mein Teil. 10. Nur daß du dich, Seel', er⸗ hebst Von den Lüsten dieser Erden Und schon hier dem Gotte lebst, Mit dem du vereint sollst werden. Willst du seines Heils dich freun, Mußt du rein und heilig sein. Luise Henriette v. Brandenburg und Nlopstock. Mel. Was Gott thut, das ist wohl. — ch freue mich der fro⸗ 237. hen Zeit, Da ich werd' auferstehen. Dann werd' ich in der Herrlichkeit, Dich, Gott, mein Hei⸗ land, sehen. Dann werd' auch ich, O Herr, durch dich Vereint mit allen Frommen Zur ewgenRuhe kommen. 2. Ach, käm' die Stunde bald heran, Die Stunde der Erlösung, Die Stunde, da ich hoffen kann Trost, Freiheit und Genesung, Da, Engeln gleich, Im Himmelreich Mich Ruhe, Lust und Leben In Ewigkeit umgeben. 3. Der du die Auferstehung bist, Du bist's, an den ich gläube. Ich weiß, daß ich durch dich, Herr Christ, Im Tode nicht verbleibe. Und dein Gericht Wird mich dann nicht Mit Trübsal, Angst und Schrecken, So wie die Heuchler, decken. 4. Ich hoffe dann mit Freudig⸗ keit Vor dir, mein Haupt, zu stehen Und mit dir in die Herr⸗ lichkeit Frohlockend einzugehen. O hilf mir doch, Aus Gnaden noch, Zum Glück der Ewigkeiten Mich würdig zu bereiten! Busch und Diterich. Mel. Wachet auf, ruft uns die. 238 Woachetauft So ruft die 0 Stimme. Einst nach der Zeit, der Engel Stimme, Ver⸗ laßt das Grab, verlaßt die Gruft! Wachet auf, erlöste Sünder! Ver⸗ sammelt euch, ihr Gotteskinder! Der Welten Herr ist's, der euch ruft. Des Todes stille Nacht Ist nun vorbei. Erwacht! Halleluja! Macht euch bereit Zur Ewigkeit. Sein Tag, sein großer Tag ist da. 2. Erd' und Meer und Hölle be⸗ ben. Die Frommen stehen auf zum Leben, Zum neuen Leben stehn sie auf. IhrVersöhner kommt vollKlar⸗ heit. Vor ihm ist Gnade, Treu' und Wahrheit. Der Tugend Lohn krönt ihren Lauf. Licht ist um deinen Thron Und Leben, Gottes Sohn. Hosianna! Erlöser, dir, Dir folgen wir Zu deines Vaters Herrlichkeit. 3. Ewig Lob sei dir gesungen! Wir sind zum Leben durchgedrun⸗ gen, Am Ziel sind wir beim großen Lohn. Christus strömt der Freuden Fülle Auf uns. Wir schaun ihn ohne Hülle, Ihn, unsern Freund und Gottes Sohn. Kein Auge sahe sie, Dem Ohr erscholl sie nie, Diese Wonne. In Ewigkeit Sei dir geweiht, Herr, unser Dank und Ehr' und Preis! Rlopstock u. Zollikofer nach Nicolai. Von dem zukünftigen Weltgerichte. Wiederkunft Jesu zum Welt⸗ gerichte. Mel. O Ewigkeit, du Donnerwort. 239 Der unsre Menschheit * an sich nahm, Als er uns zu versöhnen kam, Kommt einst zu richten wieder. Nicht fern in seiner Zukunft Zeit, In aller seiner Herrlichkeit Steigt Jesus dann hernieder. Vernimm's, o Welt, und bessre dich! Der Tag des Schreckens nahet sich. 2. Warum verzieht er? fragt der Spott. Wo bleibt der Sünden⸗ rächer, Gott? Hört, Sünder, hört's mit Beben! uch, die ihr frech ihm widerstrebt Und in der Bos⸗ heit sicher lebt, Zur Bessrung Frist zu geben. Doch bald ist euer Maß erfüllt, Bald kommt der Richter und vergilt. Von dem zukünftigen Weltgerichte. 129 3. Dann öffnet um euch her sich weit Der Abgrund jener Ewigkeit Mit allen seinen Schrecken. Dann wird euch, wenn der Richter droht, Nicht Berg, noch Meer, nicht Grab und Tod Vor seiner Ahndung decken. Denn nun nicht mehr erbarmt er sich Und sein Gericht ist fürchterlich. 4. Wenn furchtbar seiner Don⸗ ner Schall Und tönender Posaunen Hall Der Erde Grund erschüttern, Und plötzlich nun der Bau der Welt Wankt, krachend stürzt, in Trümmer fällt, Wenn selbst die Himmel zittern, Und vor den Richter hingerückt, Der Spötter glaubet und erschrickt, 5. Dann ist nicht mehr zur Buße Zeit. Wo werdet ihr Barmherzigkeit Und Gnad'und Rettung finden? Die ihr der Sünden Maß noch häuft, ühlt, eh' euch dieser Tag ergreift, ie Lasten eurer Sünden, Daß ihr nicht selbst euch einst verflucht Und in Verzweiflung Lindrung sucht. 6. Mein Herz erschrickt, es bebt in mir Mein Innerstes, o Gott, vor dir. Ich bin ein Missethäter. Be⸗ gnadige, wenn dein Gericht Auch mir mein ewig Urteil spricht, Mich, Herr, den Übertreter. Du, der die Sünder nicht verstößt, Du, Jesu, hast auch mich erlöst. 7. Tag Gottes, Tag der Ewig⸗ keit, Du predigst uns den Wert der Zeit Laut mit des Donners Stimme. Reizt, Menschen, nicht durch eure Schuld, Den Gott der Langmut und Geduld, Daß er nicht schnell ergrimme. Denn schrecklich wird der Sünder Pein, Und groß der Frommen Wonne sein. Funk. Mel. O Ewigkeit, du Donnerwort. 2 40 Erbohter Jesu, Gottes Sohn, Der du schon längst der Himmel Thron Als Herr⸗ scher eingenommen, Du wirst der⸗ einst zu rechter Zeit, In großer Kraft und Herrlichkeit, Vom Him⸗ mel wiederkommen. Gieb, daß dann froh und mit Vertraun Dich, Herr, auch meine Augen schaun. 2. Wer faßt, o Heiland, jetzt die Pracht, Die deinen Tag einst herrlich macht? Wie groß wirst du dich zeigen, Wenn du auf lich⸗ ten Wolken einst Mit deiner Engel Heer erscheinst, Die sich vor dir, Herr, beugen! Dann sieht die Welt die Majestät, Dazu dich Gott, dein Gott, erhöht. 3. Dann tönt dein Ruf in jedes Grab Mit allmachtsvoller Kraft hinab Und schafft ein neues Le⸗ ben. Auf deinen Wink muß Erd' und Meer Das große unzählbare Heer Der Toten wiedergeben. Sie stehn, durch dich, Herr, neu beseelt, Nun alle auf und keiner fehlt. 4. Du sammelst sie vor deinen Thron, Um jedem den bestimmten Lohn Nach seiner That zu geben. Dann trifft den Bösen Schmach und Pein, Den Frommen aber führst du ein In das verheißne Leben. Wer leugnet dann noch, Jesu Christ, Daß du der Erde Richter bist? 5. O gieb, wenn nun dein Tag erscheint, Daß ich in dir dann noch den Freund Und Heiland wieder⸗ finde, Daß ich mit Freuden vor dir steh' Und mit dir in den Himmel eh', Ganz frei von Not und Sünde. Laß mich im Glauben wacker sein Und auch die kleinste Sünde scheun. Die Tugend sei mir ewig wert, Und was dein Wort von mir begehrt, Das laß mich treu⸗ lich üben. Niemals ermüde hier mein Geist, Dich, den schon jetzt der Himmel preist, Aus aller Kraft zu lieben. So hab' ich in der Ewigkeit Auch teil an deiner Herrlichkeit. Diterich.(Semper⸗Ulber.) Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 241 r kommt, er kommt 8 zum Weltgericht, Der Heiland, den wir ehren. O weigert euch, Erlöste, nicht, Jetzt auf sein Wort zu hören! Wer hier nicht seine Stimme hört Und sie nicht mit Gehorsam ehrt, Wird nicht vor ihm bestehen. 2. Herr, laß mich deiner Ma⸗ iestät Mit wahrer Freude dienen. 130 Von dem zukünftigen Weltgerichte. Wie herrlich dich dein Gott erhöht, Ist zwar noch nicht erschienen, Doch was uns hier verborgen war, Das wird dereinst uns offenbar, Wenn du wirst wiederkommen. 3. Wenn vor dir die Natur dann bebt Und unter deinen Füßen Sich alles, was dir widerstrebt, Wird völlig beugen müssen, Wenn alle Engel vor dir stehn, Dann werden aller Augen sehn, Wie hoch dich Gott erhoben. 4. Wenn dann, o Herr, auf dein Geheiß Die Toten wieder leben, Dein Feind mit Furcht, dein Freund mit Preis, Sich aus dem Grab erheben, Wer wird dann noch, Herr Jesu Christ, Daß du der Herr des Lebens bist. Mit Frechheit leugnen können? 5. Wer spottet dann noch deiner Kraft, Wenn du, die hier dich fliehen, Für ihre Schuld zur Rechen⸗ schaft Mit Majestät wirst ziehen? Wenn nun ihr Auge dich erblickt, Und sie dein Strafgerichte drückt, Dann werden sie verstummen. 6. Und wenn du dann die Deinen nun Mit Preis und Ehre zierest Und, ihnen ewig wohlzu⸗ thun, Sie in den Himmel führest, Dann, Herr, wird völlig offenbar, Wie herrlich die Bestimmung war, Wozu du sie berufen. 7. O laß mich dann, Herr Jesu Christ, Mit Freuden vor dir ste⸗ hen Und dir, so herrlich du auch bist, Getrost entgegensehen. Wenn deiner Feinde Rotte zagt, Von Reu' und Angst und Furcht ge⸗ plagt, Dann jauchze meine Seele. 8. Daß ich dies Glück erleben mag, So laß in diesem Leben, O Heiland, deinen großen Tag Mir stets vor Augen schweben. Er reize mich, dir mich zu weihn, In dei⸗ nem Dienste rreu zu sein Und nie dich zu verleugnen. Diterich. Von dem Weltgerichte selbst. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 242 cch denk' an dein Ge⸗ richte. Du Richter aller Welt. Der Thor nenn's ein Gedichte, Das Schwachen nur ge⸗ fällt. Mich soll sein Wahn nicht stören, Weil mich dein göttlich Licht Und mein Gewissen lehren, Du haltest einst Gericht. 2. Ich höre die Posaunen, O Herr, im Geiste schon. Ich sehe mit Erstaunen Dich auf dem Rich⸗ terthron, Um den die heilge Menge Erhabner Engel steht. Welch herr⸗ liches Gepränge! Welch hohe Ma⸗ jestät! 3. Umsonst sucht nun der Sün⸗ der Vor deiner Macht zu fliehn. Herr, alle Menschenkinder Wirst du zur Rechnung ziehn. Du rufst, und sie erscheinen Vor deinem Richter⸗ thron. Den Sündern und den Deinen Giebst du gerechten Lohn. 4. Frohlockend sehn die From⸗ men Dein göttlich Angesicht. Schon hier dem Fluch entnommen, Zagt ihre Seele nicht. Nun triumphiert ihr Hoffen. Erlöst von aller Müh', Sehn sie den Himmel offen, Und du, Herr, segnest sie. 5. Wie angstvoll aber beben, Die hier dein Wort verhöhnt Und durch ein fleischlich Leben Das eitle Hund verwöhnt! Du giebst der Sünde Knechten Ihr Teil in ewger Pein Und führest die Ge⸗ rechten Zu deiner Freude ein. 6. Laß, Jesu, dein Gerichte Mir stets vor Augen sein Und drücke sein Gewichte In mein Gewissen ein. Vor dir laß mich fromm wandeln Und hier zu aller Zeit So, wie ein Weiser, handeln, Der seinen Richter scheut. 7. Ist dann dein Tag vorhanden, Wird diese Welt vergehn, So hoff' ich nicht mit Schanden Vor deinem Thron zu stehn. Du stellst mich dann zur Rechten, Von aller Schuld befreit, Führst mich mit deinen Knechten In deine Herrlichkeit. Diterich nach Schmolck. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 243 Schon ist der Tag von — Gott bestimmt, Da, wer auf Erden wandelt, Sein Los aus Gottes Händen nimmt, Nach⸗ Von dem zukünftigen Weltgerichte. 131 dem er hier gehandelt. Er kommt, er kommt, des Menschen Sohn, Er kommt, und Wolken sind sein Thron, Der Erden Kreis zu richten. 2. Hier an dem Rand der Ewig⸗ keit, Hier stehn die Millionen, Die seit dem ersten Tag der Zeit Auf dieser Erde wohnen. Nur dem Allwissenden bekannt, Unzählbar, wie am Meer der Sand, Hier stehn sie vor dem Richter. 3. Hier muß der falsche Wahn der Welt Der Wahrheit unterliegen, Hier, wo das Recht die Wage hält, Wird keine Sünde siegen, Hier ist zur Buße nicht mehr Frist, Hier gilt nicht mehr Betrug und List, Hier gilt kein falscher Zeuge. 4. Der Richter spricht, der Him⸗ mel schweigt, Und alle Völker hören Erwartungsvoll und tief gebeugt: Kommt, erbt das Reich der Ehren! So spricht er zu der frommen Schar, Doch die, die widerspenstig war, Heißt er nun von sich weichen. 5. O Herr, mit welcher Majestät Wirst du dies Urteil fällen! Die Sünder, die dich hier verschmäht, Gehn dann gewiß zur Höllen. Hier trifft sie unerforschte Pein. Wer wird dann noch ihr Retter sein? Ihr Warten ist verloren. 6. Sie, die Gerechten, leuchten dann So, wie der Glanz am Him⸗ mel. Du selbst nimmst sie zu Ehren an. O welch ein froh Getümmel! Nun sehn sie mit erstauntem Blick, Daß Glaub' und Lieb' das höchste Glück Aus Gottes Gnad' ererben. 7. Sie gehn nun in das selge Reich, Das Gott für sie bereitet, Und sehn auf ewig, Engeln gleich, Ihr Wohlsein ausgebreitet. Das Stückwerk wird Vollkommenheit, Kein Kummer, keine Traurigkeit Stört ihre ewge Freude. 8. Mein Heiland, laß mich dein Gericht Oft und mit Ernst beden⸗ ken. Es stärke meine Zuversicht, Wenn mich die Leiden kränken, Es reize mich, gewissenhaft Und ein⸗ gedenk der Rechenschaft, Nach dei⸗ nem Wort zu wandeln. Diterich. Mel. Straf' mich nicht in deinem Zorn. 244 H err, ich bin dein Ei⸗ — H gentum, Dein ist auch mein Leben. Mir zum Heil und dir zum Ruhm Hast du mir's gegeben. Väterlich Führst du mich Auf des Lebens Wegen Meinem Ziel entgegen. 2. Bald kommst du mit großer Kraft Zum Gericht auf Erden. Dann soll ich zur Rechenschaft Dargestellet werden. Dein Gericht Schonet nicht, Richter aller Wel⸗ ten, Denn du willst vergelten. 3. Weh' dann mir in Ewigkeit, Wenn ich deine Gabe, Meine Kräfte, meine Zeit, Hier gemiß⸗ braucht habe! Weh' dann mir, Hab' ich hier Dein Geschenk ver⸗ schwendet Und nicht angewendet! 4. Möchte täglich dein Gericht Mir vor Augen schweben! Möcht' ich mich, stets meiner Pflicht Treu u sein, bestreben. Daß ich nie höricht sie Außer Augen setzte, Noch mit Fleiß verletzte! 5. Lehre mich gewissenhaft Meine Tage zählen, Jeden Schritt zur Rechenschaft Mich mit Vor⸗ sicht wählen. Gieb, daß ich Ernst⸗ lich mich Jeden Tag, auch heute, Auf sie zubereite. 6. Zeigt sich erst die Ewigkeit Furchtbar in der Nähe, O dann ist es nicht mehr Zeit, Daß um Gnad' ich flehe. Wenn der Tod Mir schon droht, Kann ich dei⸗ nen Willen, Herr, nicht mehr er; füllen. 7. Mein Gewissen strafe mich Gleich für jede Sünde, Mittler, daß ich bald durch dich Gnade such' und finde. Rufe du Dann mir zu: Alles ist vergeben! Bessre nur dein Leben! 8. Dann erscheine zum Gericht! Ich darf zu dir beten, Mich ver⸗ stößt dein Vater nicht, Du wirst mich vertreten. Ewig dein Werd' ich sein Und mich, dich zu lieben, Ewig, ewig üben. münter. 132 Von dem zukünftigen Weltgerichte. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 2 45 H err, sieh, ich bin ver⸗; H drossen, Zu thun was dir gefällt. Mein Herz hinkt unentschlossen Noch zwischen Gott und Welt. Mich drücken schnöde Ketten, Der Sünden Sklaverei. Verzeuch nicht, mich zu retten, Und mach', o Gott, mich frei. 2. Geh' auf in meiner Seele, Geh' auf mit vollem Glanz! Da⸗ mit ich dich erwähle, So zeige dich mir ganz, Wie schrecklich du dem Sünder, O reinstes Wesen, seist, Du, Vater deiner Kinder, Vollkommner, höchster Geist! 3. Sollt' in gewohnten Sünden, Eh' ich bekehret bin, Dein großer Tag mich finden, O Gott, wo flöh' ich hin, Wenn Berg' in Un⸗ gewittern Hertaumeln, wie vom Wind, Und Erd' und Himmel zittern Und Sonnen dunkel sind? 4. Tag, schrecklichster der Tage, Für den, der Böses thut! Du bist ein Tag der Klage, Der allge⸗ meinen Glut. Er rauchet ange⸗ zündet, Der Sitz der Missethat, Da, der die Welt gegründet, Sich ihm als Richter naht. 5. Er kommt, und Blitze röten Den Arm des Menschensohns. Herr, deine Blicke töten Die Feinde deines Throns, Und Erd' und Himmel fliehet Vor deinem Angesicht, Und wer nach ihnen siehet, Sieht ihre Stätte nicht. 6. Ihr neuen Himmel, schwei⸗ get! Der Sünder wird verklagt Und sein Gewissen zeuget, Das seine Seele nagt. Er bebt, er weicht zurücke. Weh' ihm, die Hölle glüht In seinem wilden Blicke, Der seinen Richter flieht! 7. Was hilft nun alle Größe, Die unsern Neid erweckt, Dort, wo des Lasters Blöße Kein fal⸗ scher Schimmer deckt, In dieser großen Seene, Wo sich mit Engeln mischt, Wer eine fromme Thräne Dem Armen abgewischt? 8. Wenn die verdammte Rotte, Verfolgt vom Donner, eilt Und, ewig fern von Gotte, Gequält und lästernd heult, Am Tage deiner Rache, Herr, nimm dich meiner an Und führe meine Sache, Wie du am Kreuz gethan. Uz und Zollikofer. Vom ewigen Leben. Mel. Wachet auf, ruft uns. 3 elig sind des Him⸗; 246. S mels Erben, Die Toten, die in Jesu sterben! Sie 101 ein zur Herrlichkeit. Nach en letzten Augenblicken Des Todes⸗ schlummers folgt Entzücken Und Wonne der Unsterblichkeit. Im Frieden ruhen sie Von aller Sorg' und Müh'. Gelobt sei Gott! Vor seinen Thron, Zu seinem Sohn Begleiten ihre Werke sie. 2. Dank, Anbetung, Preis und Ehre, Macht, Weisheit, Herrlichkeit und Ehre Sei dir, Versöhner, Jesu Christ! Ihr, der Uberwinder Chöre, Bringt Dank, Anbetung, Preis und Ehre Dem Lamme, das geopfert ist! Er sank, wie wir, ins Grab, Wischt' unsre Thränen ab. Gelobt sei Gott! Er hat's vollbracht. Nicht Tag, nicht Nacht Wird an des Lammes Throne sein. 3. Nicht der Mond, nicht mehr die Sonne Scheint uns alsdann. Er ist uns Sonne, Der Sohn, die Herr⸗ lichkeit des Herrn. Heil, nach dem wir weinend rangen, Nun, nun bist du uns aufgegangen, Nun sehn wir dich nicht mehr von fern. Nun weinen wir nicht mehr, Nun wei⸗ nen wir nicht mehr. Gelobt sei Gott! Er sank hinab Wie wir ins Grab. Er ging zu Gott, wir folgen ihm. Rlopstock. Mel. Wer nur den lieben Gott. 217. NEr Vom ewigen Leben. 133 wartet uns die Ewigkeit. Dort, dort verwandelt sich die Klage In göttliche Zufriedenheit. Hier uͤbt die Tugend ihren Fleiß, Und jene Welt reicht ihr den Preis. 2. Wahr ist's, der Fromme schmeckt auf Erden Schon manchen selgen Augenblick, Doch alle Freu⸗ den, die ihm werden, Sind ihm ein unvollkommnes Glück. Er bleibt ein Mensch, und seine Ruh' Nimmt in der Seele ab und zu. 3. Bald stören ihn des Körpers Schmerzen, Bald das Geräusche dieser Welt. Bald kämpft in sei⸗ nem eignen Herzen Ein Feind, der öfter siegt, als fällt. Bald sinkt er durch des Nächsten Schuld In Kummer und in Ungeduld. 4. Hier, wo die Tugend öfters leidet, Das Laster öfters glücklich ist, Wo man den Glücklichen be⸗ neidet Und des Bekümmerten ver⸗ gißt, Hier kann der Mensch nie frei von Pein, Nie frei von eigner Schwachheit sein. 5. Hier such' ich's nur, dort werd' ich's finden. Dort werd' ich heilig und verklärt Der Tugend ganzen Wert empfinden. Den unaus⸗ sprechlich großen Wert. Dich, Gott der Liebe, werd' ich sehn, Dich lieben, ewig dich erhöhn. 6. Da wird der Vorsicht heilger Wille Mein Will' und meine Wohl⸗ fahrt sein, Und lieblich Wesen, Heil die Fülle Am Throne Gottes mich erfreun. Dann läßt Gewinn stets auf Gewinn Mich fühlen, daß ich ewig bin. 7. Da werd' ich das im Licht erkennen, Was ich auf Erden dunkel sah, Das wunderbar und heilig nennen, Was unerforschlich hier geschah. Da denkt mein Geist mit Preis und Dank Die Schickung im Zusammenhang. 8. Da werd' ich zu dem Throne dringen, Wo Gott, mein Heil, sich offenbart. Ein Heilig, Heilig, Heilig singen Dem, der für mich erwürget ward, Und Cherubim und Sera⸗ phim Und alle Selgen jauchzen ihm. 9. Da werd' ich in der Engel Scharen Mich ihnen gleich und heilig sehn, Das nie gestörte Glück erfahren, Mit Frommen stets fromm umzugehn. Da wird durch jeden Augenblick Ihr Heil mein Heil, mein Glück ihr Glück. 10. Da werd' ich dem den Dank bezahlen, Der Gottes Weg mich gehen hieß, Und ihn zu Millionen Malen Noch segnen, daß er mir ihn wies. Da find' ich, Herr, in deiner Hand Den Freund, den ich auf Erden fand. 11. Da ruft(o möchte Gott es geben!) Vielleicht auch mir ein Selger zu: Heil dir, denn du hast mir mein Leben, Die Seele mir gerettet, du! O Gott, wie muß dies Glück erfreun, Der Retter einer Seele sein! 12. Was seid ihr, Leiden dieser Erden, Doch gegen jene Herrlichkeit, Die an uns offenbart soll werden Von Ewigkeit zu Ewigkeit? Wie nichts, wie gar nichts gegen sie Ist doch ein Augenblick voll Müh'! Gellert. Mel. Wie groß ist des Allmächtgen. 248 O himmlisches, o bestes Leben, Wo Jesus lebt, sei du gepreist! Nach dir, o Leben, will ich streben, Nach dir verlangt mein ganzer Geist. O himmlisch Leben, wo kein Leiden, Gott wischt da alle Thränen ab, Wo nichts denn Wonne, nichts denn Freuden, Wo kein Tod mehr ist und kein Grab. 2. O Herrlichkeit, wo keine Sünde Hinfort den selgen Geist entehrt, Wo ich von Schwachheit nichts empfinde, Wo mein Leib herrlich ist verklärt! O himmlisch Leben, Glück der Frommen Und auch mein herrlichster Gewinn, Da, wo ich ewig ganz vollkommen, Ganz weise, heilig, selig bin! 3. Eröffne, Himmel, deine Thore. Mein Jesu, reiche mir die Hand, Führ' mich zu jenem höhern Chore, Bring' mich hin in mein Vater⸗ land. Da soll dir denn, dir, Gottes Sohne, Mein ewig Loblied sein ge⸗ weiht. O lebte ich vor deinemThrone Erst mit dir in der Herrlichkeit. Paulmann. Mel. Wer nur den lieben Gott. 249 E· ist noch eine Ruh' vorhanden Für jeden ottergebnen Geist, Wenn er sich dieses Körpers Banden Nach Got⸗ tes Willen einst entreißt Und nun nicht mehr so eingeschränkt, Als hier auf Erden, lebt und denkt. 2. Die, Herr, zu dieser Ruhe kommen, Wie selig sind doch alle die! In deinen Himmel aufge⸗ nommen, Ruhn sie von dieses Lebens Müh'. Nach aller Last, die sie gedrückt, Wird ewig nun ihr Herz erquickt. 3. Wie Mütter ihre Kinder trösten, So segnet mit Zufrieden⸗ heit Auch deine Gnade die Erlösten Nach überstandner Prüfungszeit. Dann wird es ihnen offenbar, Wie gut stets deine Führung war. 4. Da schweigen alle ihre Kla⸗ gen, Da bringt mit frohem Lob⸗ gesang, Selbst für die ausgestand⸗ nen Plagen, Dir ihre Seele Preis und Dank. Nun jauchzen sie: Es ist vollbracht! Der Herr hat alles wohl gemacht! 5. Forthin erwartet sie kein Leiden, Kein Schmerz und keine Schwachheit mehr. Gott führt sie zu vollkommnen Freuden Und krönet sie mit Preis und Ehr'. O unaussprechlich süße Ruh'! Wie herrlich, Höchster, segnest du! 6. Wer kann hier deine Gnade fassen? Du willst den, der dich red. lich liebt, Nicht ewig in der Unruh' lassen, Die dieses Leben noch um⸗ giebt. O mach auch mich hier in der Zeit Geschickt zu dieser Seligkeit. 7. Mein Heiland, der du selbst auf Erden Der Leiden Joch ge⸗ tragen hast, Will ich des Lebens müde werden Und fühl' ich mei⸗ ner Bürde Last, So stärke mächtig meinen Geist. Daß er dem Unmut sich entreißt. 13⁴ Vom ewigen Leben. 8. Gieb, daß in Hoffnung jener Ruhe, Die Gottes Volk verheißen ist, Ich gern des Vaters Willen thue, Wie du darin mein Vorbild bist. So ernt' ich von der Last der Zeit Einst völlige Zufriedenheit. Diterich.(F. C. v. Moser.) Mel. Wie schön leucht't uns der. ein ganzer Geist, 250. Gott, wird ent⸗ zückt, Wenn er nach jenem Him⸗ mel blickt, Den du für uns berei⸗ tet, Wo deine milde Vaterhand Aus neuen Wundern wird erkannt, Die du daselbst verbreitet. Mächtig Fühl' ich Mich erhoben, Dich u loben, Der zum Leben, Das ort ist. mich will erheben. 2. Was sind die Freuden dieser Zeit, Herr, gegen jene Herrlich. seit, Die dort bei dir zu finden? Du stellst uns hier auf Erden zwar Viel Wunder deiner Güte dar Zum fröhlichen Empfinden. Doch hier Sind wir Bei den Freuden Noch mit Leiden Stets umgeben, Dort nur ist vollkommnes Leben. 3. Kein Tod ist da mehr und kein Grab. Dort wischest du die Thränen ab Von deiner Kinder Wangen. Da ist kein Leid mehr, kein Geschrei, Denn du, o Herr, machst alles neu. Das Alte ist ver⸗ gangen. Hinfort Sind dort Von gerechten Gottesknechten Keine Pla⸗ gen Mehr zur Prüfung zuertragen. 4. In unsers Gottes Heiligtum Schallt ewig sein erhabner Ruhm Von lauter frohen Zungen. Hier strahlt die Herrlichkeit des Herrn, Hier schaut man sie nicht mehr von fern, Hier wird sie ganz be⸗ sungen. Völlig Giebt sich Den Er⸗ lösten, Sie zu trösten, Der zu kennen, Den sie hier schon Vater nennen. 5. Vor seinem Antlitz wandeln die, Auf ewig frei von aller Müh', Und schmecken seine Güte. Hier stört den Frieden ihrer Brust Und ihre tausendfache Lust Kein feind⸗ liches Gemüte. Kein Neid, Kein Streit Hemmt die Triebe Reiner Liebe nicht verein bewei nn Vom ewigen Leben. 135 Liebe Unter Seelen, Die nun ewig nicht mehr fehlen. 6. Gott, welche Schar ist dort vereint! Die Frommen, die ich hier beweint, Die find' ich droben wieder. Dort sammelt deine Vaterhand, Die deine Liebe hier verband, Herr, alle deine Glieder. Ewig Werd ich, Frei von Mängeln, Selbst mit Engeln Freundschaft pflegen. O ein Umgang voller Segen! 7. Wo ist mein Freund, des Höchsten Sohn, Der mich geliebt? Wo glänzt sein Thron? In jenen Himmelshöhen. Da werd ich dich, Herr Jesu Christ, So menschen⸗ freundlich, als du bist, Auch mit Entzücken sehen. Da wird, Mein Hirt, Von den Freuden Nichts mich scheiden, Die du droben Deinen Freunden aufgehoben. 8. Wie herrlich ist die neue Welt, Die Gott den Frommen vorbehält! Kein Mensch kann sie erwerben. Du aber, Herr der Herrlichkeit, Du hast sie auch für mich bereit't. Hilf sie mir nun ererben. Laß mich Eifrig Darnach streben Und so leben Auf der Erde, Daß ich dort dein Erbe werde. Diterich.(Fritsch.) Mel. Alle Menschen müssen sterben. 251 Alle Menschen müssen E sterben, Ihre Herr⸗ lichkeit verblüht. Und wer kann den Himmel erben, Der nicht die Verwesung sieht? Staub wird dieser Leib von Erde, Doch da⸗ mit er himmlisch werde, Wird er einst von Gott erneut Und er⸗ hält Unsterblichkeit. 2. Darum will ich dieses Leben, Das nicht mein ist, nicht der Welt, Meinem Gott zurückegeben, Wann und wie es ihm gefällt. Denn in des Erlösers Wunden Hab' ich Heil und Ruh' gefunden, Und mein Trost in Todesnot Ist des großen Mittlers Tod. 3. Er ist ja für mich gestorben, Und sein Tod ist mein Gewinn. Er hat mir das Heil erworben, Daß ich ewig Gottes bin. Drum verlaß ich gern die Leiden Dieser Zeit, um in die Freuden Seines Him⸗ mels einzugehn Und ihn, meinen Herrn, zu sehn. 4. Da wird sein das Freuden⸗ leben, Wo viel Tausend Seelen schon Mit des Himmels Glanz umgeben, Gott vor seinem höchsten Thron Dank und Preis und Ehre bringen Und mit allen Engeln singen: Heilig, heilig, heilig heißt Gott, der Vater, Sohn und Geist! 5. Vaterland verklärter From⸗ men! Heil, Unsterblichkeit und Ruh', Was kein Sterblicher vernom⸗ men, Gottes Heil gewährest du. Freudenernten schenkt er denen, Die erst hier gesät mit Thränen. Alle Thränen trocknet er, Sünd' und Elend sind nicht mehr. 6. Ich entbrenne von Verlangen, Dies mein Vaterland zu sehn Und die Krone zu empfangen. Bald erhöret Gott mein Flehn. Diese Hütte, die zerstäube! Ich, ich weiß, an wen ich gläube. Mir ist Ster⸗ ben ein Gewinn. Denn zum Vater geh' ich hin. 7. Welche Tröstung, dies zu wissen! Dieser großen Hoffnung voll, Zag' ich nicht in Kümmer⸗ nissen, Die ich hier noch dulden soll. Leicht und kurz sind diese Lei⸗ den, Sie verwandeln sich in Freu⸗ den, Wenn ich christlich sie ertrug, Bis Gott spricht: Es ist genug! Albinus und Neander. Mel. Alle Menschen müssen sterben. wie unaussprechlich 252. O selig Werden wir im Himmel sein! Da, da ernten wir unzählig Unsers Glaubens Früchte ein. Da wird ohne Leid und Zäh⸗ ren Unser Leben ewig währen. Gott, zu welcher Seligkeit Führst du uns durch diese Zeit! 2. Zwar kann das, was du den Deinen Dort für Glück bereitet hast, Nicht im wahren Licht erschei⸗ nen, Und kein Tugendhafter faßt Deines Himmels große Freuden. Doch nach diesen Prüfungsleiden 136 Vom ewigen Leben. Werden alle, die dir traun, Mehr noch, als sie hoffen, schaun. 3. Neue Wunder deiner Güte Werden da ihr Glück erhöhn. Mit erstannendem Gemüte Wird dann unser Auge sehn. Deine Huld sei überschwenglich Und die Wohl; fahrt unvergänglich, Die dem, der dich redlich liebt, Deine Vaterhand dort giebt. 4. Dann wirst du dich unsern Seelen Offenbaren, wie du bist. Keine Wonne wird uns fehlen Da, wo alles Wonne ist. Zu voll⸗ kommnen Seligkeiten Wird uns dort der Mittler leiten, Der uns dieses Glück erwarb, Als am Kreuz er für uns starb. Da wird deine fromme Menge Ein Herz, eine Seele sein, Liebe, Dank und Lobgesänge Dir, erhabner Gott, zu weihn, Dir und dem, der selbst sein Leben Willig für uns hingegeben. Mit ihm, unserm größten Freund, Sind wir ewig dann vereint. 6. O wer sollte sich nicht seh⸗ nen, Aufgelöst und da zu sein, Wo nach ausgeweinten Thränen Ewge Güter uns erfreun, Wo sich unser Kampf in Palmen, Unser Klagelied in Psalmen, Unsre Angst in Lust verkehrt, Die forthin kein Kummer stört? 7. Was ist unser Los auf Er⸗ den? Ob's auch noch so köstlich sei, Ist's doch nie ganz von Be⸗ schwerden, Sorgen, Furcht und Kummer frei. Schnell folgt hier auf Lust oft Weinen, Dort nur wird die Zeit erscheinen, Wo kein Wechsel mehr uns beugt, Wo das Glück beständig steigt. 8. Sei, o Seele, hoch erfreuet Über das erhabne Glück, Das dir einst dein Gott verleihet. Richte deines Glaubens Blick Oft nach jener Stadt der Frommen Mit dem Ernst, dahin zu kommen. Trachte, weil du hier noch bist, Nur nach dem, was droben ist. 9. Ohne Heiligung wird keiner, Herr, in deinen Himmel gehn. O WWTr so mache immer reiner Hier mein Herz, dich einst zu sehn! Hilf du selber meiner Seele, Daß sie nicht den Weg verfehle, Der mich sicher dahin bringt, Wo man ewig dir lobsingt! Diterich.(Schmolck.) Gewißheit der zukünftigen Ver⸗ dammnis der Gottlosen. Mel. O Gott. du frommer Gott. 2 53 Verachter Gottes, bebt, Daß ihr sein Recht verletzet! Der Gott, den ihr ver⸗ schmäht, Hat einen Tag gesetzet, Wo er, damit sein Rat Die ganze Schrift erfüll', Einst mit Gerechtig⸗; keit Den Weltkreis richten will. 2. Durch euren Frevel selbst Be⸗ Verh ihr diese Lehre. Wenn kein ergeltungstag Der Rache künftig wäre, So würden Mord, Betrug Und Raub dem Fluch entgehn, Und der Meineidige Gott ungerächet schmähn. 3. Ihr schwelgt und bläht euch auf, Rühmt euer Thun für weiser, Als Gottes Lehren sind. Ihr raubt der Witwen Häuser, Ihr werdet durch den Schweiß Der Unterdrück⸗ ten reich, Und niemand straft die Schuld Auf dieser Welt an euch. 4. Doch ein gerechter Gott Wird künftig die Verbrechen In einer andern Welt An seinen Feinden rächen. Dann rühmt mit Preis und Dank Sein auserwählt Ge⸗ schlecht, Der Gott, den es ver⸗ ehrt, Sei heilig und gerecht. 5. Und foltert euch umsonst Das warnende Gewissen, Wenn die Gedanken sich In euch verklagen müssen, Indem ihr zügellos Der Sünd' und Hölle fröhnt Und diese Lehr' aus Gott Als einen Traum verhöhnt? 6. Wird Gottes Strafe nicht Einst den Verbrecher töten, Was wingt euch denn so oft, Bei La⸗ dern zu erröten? Ihr lästert. Innre Furcht Tritt euch ins Ange; sicht Und diese Furcht bezeugt's: Gott kommt und hält Gericht. 7. Ja, wenn die Himmel einst .— ð kommer hervor 9. De dann d einem j vergelte — C Mel. F. 254 eure Se sichre Zeit. Ringet bemüht selig do 2. schehen Mut Nur w Von e Eures Es ma Freude 3. kämpfet besteht, dämpfe verschm Vom ewigen Leben. 137 Vor ihm wie Spreu zerstieben. Dann wird Jehova Zorn Und Rach' und Eifer üben An dem, der sich vom Licht Der Wahrheit abgewandt Und Gott und seinen Sohn Im Glauben nicht erkannt. 8. Es kommt, so spricht der Herr, Die Stund', in welcher alle, Die in den Gräbern sind, Des Menschen Sohn beim Schalle Des letzten Feldgeschreiss In Wolken kommen sehn Und zum Gericht hervor Aus ihrem Staube gehn. 9. Der Eifer seines Zorns Wird dann die Sünder schelten Und einem jeglichen Nach seinem Thun vergelten. O weh' des großen Tags! Gott kommt! Ihr Sünder, bebt, Weil über euch sein Fluch In Feuerwolken schwebt! 10. Es fällt herab mit ihm Das ewige Verderben. Im Feuer, das euch quält, Soll euer Wurm nicht sterben. Umsonst sucht ihr den Tod, Wenn ihr dies Urteil hört, Und wünscht umsonst, daß ihr Niemals geboren wärt. 11. Doch die Gerechten stehn Mit Freudigkeit und heben Die frohen Häupter auf, Wenn alle Völker beben. Ihr Glaube wird gekrönt, Und laut rühmt ihr Ge⸗ schlecht, Der Gott, den sie verehrt, Sei heilig und gerecht. Krah. Zweite Abteilung. über die Sittenlehre. Von der Buße und Bekehrung. Erweckung zur Buße. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. 0 chaffet, schaffet, Men · 254. S schenkinder, Schaffet eure Seligkeit. Bauet nicht, wie sichre Sünder, Auf die ungewisse Zeit. Unverweilt bekehret euch, Ringet nach dem Himmelreich Und bemüht euch, hier auf Erden Heilig, selig dort zu werden. 2. Doch soll dieses recht ge⸗ schehen, So müßt ihr mit festem Mut Aller Sünde widerstehen. Nur was Gott, das höchste Gut, Von euch fordert, muß allein Eures Lebens Richtschnur sein, Es mag eurem schwachen Herzen Freude bringen oder Schmerzen. 3. Selig, wer im Glauben kämpfet! Selig, wer im Kampf besteht, Wer des Fleisches Lüste dämpfet Und den Reiz der Welt verschmäht! Unter Christi Kreuzes⸗ schmach Jaget man dem Frieden nach. Wer den Himmel will ererben, Muß erst seiner Sünd' absterben. 4. Werdet ihr nicht standhaft ringen, Sondern träg und lässig sein, Eure Neigung zu bezwingen, Wie kann euch der Sieg erfreun? Ohne tapfern Streit und Krieg Folget nie Triumph und Sieg. Nur den Sieger schmückt zum Lohne Unverwelkt des Himmels Krone. 5. Sich voll Leichtsinn stets zer ⸗ streuen, Thun, was Fleisch und Welt uns heißt, Und den Kampf der Lüste scheuen, Ist der Welt, nicht Christi Geist. Wer ihn haben will, der kann Auf der Tugend rauherBahn Nicht in sicherm Stolze leben Und den Lüsten sich ergeben. 6. Brünstig beten, allzeit wachen, Die Versuchung weislich fliehn, Sich die Pflicht zur Freude machen Und mit Sorgfalt sich bemühn, Selbst beim Spott und Hohn der 138 Von der Buße und Bekehrung. Welt, Das zu thun, was Gott ge⸗ fällt: Dieses wollen und vollbrin⸗ gen Heißet nach demHimmel ringen. 7. Drum entreißet euch den Lüsten, Die ihr noch gefesselt seid, Und beweiset euch als Christen, Mutig, standhaft in dem Streit. Schont der liebsten Neigung nicht, Wär' es auch die schwerste Pflicht, Und denkt oft an Christi Worte: Dringet durch die enge Pforte. 8. Zittern will ich vor der Sünde Und dabei auf Jesum sehn, Daß ich seinen Beistand finde, In der Gnadezu bestehn. Ja, mein Heiland, ach, geh' nicht Mit mir Armen ins Gericht. Gieb mir deines Geistes Waffen, Meine Seligkeit zu schaffen. 9. Gieb zum Wollen das Vollbrin⸗ gen. Mut und Kräfte zu dem Streit. Lehre mich mich selbst bezwingen Und verleih'Beständigkeit. Zeige mir von deinem Thron Den verheißnen Gnadenlohn, Daß ich wache, bete, ringe Und also zum Himmel dringe. Gotter und Zollikofer. Mel. Vater unser Uahr ich leb ö o wahr i ebe! 255. S spricht dein Gott, Mir ist nicht lieb des Sünders Tod. Mein Wunsch und Wille ist viel⸗; mehr, Daß er rechtschaffen sich be⸗ kehr', Sich bessre in der Gnaden⸗ zeit Und mit mir leb' in Ewigkeit. 2. Dies Wort bedenk', o Sün⸗ der, wohl. Verzage nicht verzweif⸗ lungsvoll. Du nimmst an der Er⸗ lösung teil, Hier findest du Trost, Gnad' und Heil, Und Gott be⸗ siegelt's mit dem Eid. O selig, wem die Sünd' ist leid! 3. Doch hüte dich vor Sicher⸗ heit. Denk' nicht, zur Buß' ist's immer Zeit, Ich will mich meines Lebens freun Und, werd' ich dessen müde sein, Alsdann will ich be⸗ kehren mich, Gott wird wohl mein erbarmen sich. 4. Wahr ist es, Gott ist stets bereit Zum Wohlthun, zur Barm⸗ herzigkeit. Doch wer auf Gnade Böses thut Und der Versöhnung teures Blut Verachtet, seiner selbst nicht schont, Dem wird, wie er verdient, gelohnt. 5. In seinem Sohne will dir Gott Das Leben schenken für den Tod. Allein entdeckt dein Wort dir wohl, Wer von uns morgen leben soll? Daß du mußt sterben, ist dir kund, Verborgen ist die Todesstund'. 6. Heut' lebst du, heut' bekehre dich, Eh' morgen kommt, kann's ändern sich. Wer heut' ist stark, gesund und schön, Kann morgen an dem Grabe stehn. Stirbst du nun ohne Bessrung hin, Wie willst du dem Gericht entfliehn? 7. Hilf, o Herr Jesu, hilf du mir, Daß ich mich gläubig nahe dir Und mich bekehre unverweilt, Eh' mich mein Ende übereilt, Damit ich heut' und jederzeit Zu meinem Abschied sei bereit. Heermann. Wider den Aufschub der Be⸗ kehrung. Mel. O Gott, du frommer Gott. 2 illst du die Buße noch 256. Wẽ Die Gott gebeut, er schieben, So schändest du sein Wort Und mußt dich selbst nicht lieben. Ist deine Besserung Nicht deiner Seele Glück? Und wer verschiebt sein Heil Gern einen Augenblick? 2. Allein wie schwer ist's nicht, Sein eigen Herz bekämpfen, Be⸗ gierden widerstehn Und seine Lüste dämpfen! Ja, Sünder, es ist schwer, Allein zu deiner Ruh' Ist dies der einzge Weg. Und dem entsagest du? 3. Ist deine Pflicht von Gott, Wie kannst du sie vergessen? Nach deinen Kräften selbst Hat er sie abgemessen. Was weigerst du dich noch? Ist Gott denn ein Tyrann, Der mehr von mir verlangt, Als ich ihm leisten kann? 4. Sprich selbst, gewinnet Gott, Wenn ich ihm kindlich diene Und seiner wert zu sein, Im Glauben mich erkühne? Wenn du die Tu⸗ gend übst, Die Gott, dein Herr, ebeut, Wem dienst du? Ringst u nicht Nach deiner Seligleit? Das G Von der Buße 5. Was weigerst du dich noch, Das Laster zu verlassen? Weil es dein Unglück ist, Befiehlt es Gott zu hassen. Was weigerst du dich noch, Der Tugend Freund zu sein? Weil sie dich glücklich macht, Befiehlt sie Gott allein. 6. Gott beut die Kraft dir an, Das Gute n vollbringen. Soll er durch Allmacht dich, Ihm zu gehorchen zwingen? Er gab dir die Vernunft, Und du verleugnest sie? Er sendet dir sein Wort, Und du gehorchst ihm nie? 7. Sprich nicht: Gott kennt mein Herz, Ich hab' es ihm verheißen, Mich noch dereinst, mich bald Vom Laster loszureißen, Jetzt ist das Werk zu schwer. Doch diese Schwie⸗ rigkeit, Die heute dich erschreckt, Wächst sie nicht durch die Zeit? 8. Je öfter du vollbringst, Was Fleisch und Blut befohlen, Je stärker wird der Hang, Die That u wiederholen. Scheust du dich heute nicht, Des Höchsten Feind zu sein, Um wie viel weniger Wirst du dich morgen scheun? 9. Ist denn die Buß' ein Werk Von wenig Augenblicken? Kann dich kein schneller Tod Der Welt noch heut' entrücken? Ist ein Ge⸗ schrei zu Gott, Ein Wunsch nach Besserung Und Angst der Misse⸗ that Die wahre Heiligung? 10. Ist's gnug zur Seligkeit, Des Glückes der Erlösten, Wenn uns der Tod ergreift, Sich sicher zu ge⸗ trösten? Ist das Bekenntnis gnug, Daß uns die Sünde reut, So ist kein leichter Werk, Als deine Seligkeit. 11. Doch fordert Gott von uns Die Reinigkeit der Seelen. Ist keine Seele rein, Der Glaub' und Liebe fehlen, Ist dieses dein Be⸗ ruf, Gott dienen, den du liebst, So zittre vor dir selbst, Wenn du dies Werk verschiebst. 12. Der Glaube heiligt dich. Ist dieser dein Geschäfte? Nein, Mensch, und du verschmähst Des Geistes Gottes Kräfte? Erschreckt dich nicht sein Wort? Giebt in verkehrten und Bekehrung. 139 Sinn Den Sünder, der beharrt, Nicht Gott zuletzt dahin? 13. Hat Christus uns erlöst, Damit wir Sünder bleiben Und, sicher durch sein Blut, Das Laster höher treiben? Gebeut uns Christi Wort Nicht Tugend, Recht und Pflicht, So ist es nicht von Gott. Gott widerspricht sich nicht. 14. Noch heute, weil du lebst Und seine Stimme hörest, Noch heute schicke dich, Daß du vom Bösen kehrest. Begegne deinem Gott, Willst du, zu deiner Pein, Dein hier versäumtes Glück Nicht ewig noch bereun. Gellert. Mel. O Gott, du frommer Gott. 257 Intschließe dich beherzt, 2 Dich selber zu be⸗ siegen. Der Sieg, so schwer er ist, Bringt göttliches Vergnügen. Was zagst du? Geht er gleich Im Anfang langsam fort, Sei mutig! Gott ist nah Und stärkt dich durch sein Wort. 2. Ruf' ihn in Demut an. Er tilget deine Sünden, Und läßt dich sein Gesetz Erst ihren Fluch em⸗ pfinden, So widerstreb' ihm nicht. Denn diese Traurigkeit Wirkt eine Reu' in dir, Die niemals dich gereut. 3. So süß ein Laster ist, So giebt's doch keinen Frieden. Der Tugend nur allein Hat Gott dies Glück beschieden. Der Mensch, der Gott gehorcht, Erwählt das beste Teil, Ein Mensch, der Gott ver⸗ läßt, Verläßt sein eignes Heil. 4. Die Buße führt dich nicht In eine Welt voll Leiden. Gott kennt und liebt dein Glück, Sie führt zu deinen Freuden, Macht deine Seele rein, Füllt dich mit Zuver⸗ sicht, Giebt Weisheit und Verstand Und Mut zu deiner Pflicht. 5. Sprich selbst, ist dies kein Glück, Mit ruhigem Gewissen Die Güter dieser Welt, Des Lebens Glück genießen Und mäßig und erecht In dem Genusse sein Und ich der Seligkeit Schon hier im Glauben freun? Gellert. 140 Von der Buße und Bekehrung. Von dem Gnadenrufe Gottes an die Sünder. Mel. Von Gott will ich nicht. 5 ie treu, mein guter 2 58. Woirte Gehst du dem Sünder nach, Der sich von dir ver; irrte, Der elend, krank und schwach In sein Verderben läuft, Wo deine Hand den Armen Nicht selber aus Erbarmen, Eh' er versinkt, ergreift! 2. Wie tröstlich ist die Stimme Die alle Sünder lockt! Ach, sprä⸗ chest du im Grimme: Weicht, die ihr euch verstockt, Weicht, Sünder, weicht von mir, Ich will euch nicht erkennen! Wer wollt' es Un⸗ recht nennen? Wer bist du? Wer sind wir? 3. Doch heißt dein Ruf uns kom⸗ men, Und merken wir nicht drauf, Ob wir ihn schon vernommen, So suchst du selbst uns auf. Dein Herz, 0 Heiland, brennt, Daß doch das Schaf zur Herde Zurückgeführet werde, Davon es sich getrennt. 4. Nimmt nun der freche Sün⸗ der Den Gnadenruf nicht an, So bist du viel gelinder, Als man es denken kann. Sein Ziel verlängerst du, Er kann noch Gnade hoffen, Der Zugang steht ihm off een, Er eile nur herzu! 5. Liebhaber unsrer Seelen, Mein Hirt, mein treuster Freund, Was sollt' ich es verhehlen, Wie wohl du es gemeint? Ich war auf mei⸗ ner Flucht Ein Raub der schnöd⸗ sten Lüste, Doch du hast in der Wüste Mich huldreich aufgesucht. 6. Dein Wort schallt noch im Herzen, Das mich zur Buße rief, Als ich, zu deinen Schmerzen, Den Weg zur Hölle lief. Du aber brach; test mich Von diesem breiten Wege Durch Kreuz zum schmalen Stege. Mein Hirt, ich preise dich. 7. Ach, daß ich deiner Liebe Nur immer folgsam wär', Nicht oft zu⸗ rückebliebe, An Lieb' und Eifer leer, Nicht, wie viel du gethan, Mir oft entfallen ließe, Da ich ja mehr genieße, Als ich verdanken kann! NNRRX 8. Nun, Jesu, ich beklage Den blöden Unverstand Und daß ich meine Tage So übel angewandt. Verstoß' den Sünder nicht, Mich reut und schmerzt mein Schade. Verwandle deine Gnade Nicht in ein Zorngericht. 9. Für uns gemacht zum Fluche, Gabst du dein Leben dar, Daß so dein Eifer suche, Was ganz ver⸗ loren war. Ja, Nam' und That erweist, Daß du, Herr, nicht ver⸗ gebens Das rechte Brot des Lebens, Der Sünder Heiland seist. 10. Das laß mich herzlich Hrant ben, Doch gieb mir selber raft, Dem Heile treu zu bleiben, Das mir dein Tod verschafft, Und wie ich glaubensvoll Aus deinem Über⸗ flusse Zum wirklichen Genusse Stets Gnade schöpfen soll. 11. Doch sollt ich mich aufs neue, Ich schwach Geschöpf, vergehn, So laß mir deine Treue, Mein Hirte, nie entgehn. Erweck' und führe mich. Daß nichts von dir mich wende. So preis' ich sonder Ende Als meinen Hirten dich. Adolph. Gehorsam gegen den Gnadenruf. Mel. Wenn wir in höchsten Nöten. 259 Hen bin ich, Herr, du — rufest mir, Du zie⸗ hest mich, ich folge dir. Du forderst von mir Herz und Sinn. Mein Heiland, nimm, ach nimm es hin! „Ich hab' oft deinen Wink verschmäht, Es ist mir leid, ich komme spät. Wie dank' ich dir, o Gott der Huld, Für deine Lang⸗ mut und Geduld! 3. Nun aber säum' ich länger nicht, Mich driugt und treibet meine Pflicht. Ich komm', ich komm' voll Reu' und Buß'. Ach, aber ach, wie wankt mein Fuß! 4. Herr, ich bin deinem Petro gleich. ich sink'! Ach reich', Reich' schnell mir deine starke Hand! So wird mein Fall noch abgewandt. 5. Du rufest mir, ich komm Dort kommt ein Sturm, Von der Buße und Bekehrung. 141 zu dir. Mein Heiland, komm und hilf du mir! Mein Fuß ist müd' und weigert sich. Herr, unterstütz' und trage mich! 6. Flöß' deine Kraft mir Müden ein, So werd' ich künftig stärker sein, So folg' ich dir, mein Herr und Gott, Durch Flut und Glut, durch Not und Tod. Rambach. Selbstprüfung. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. 260 ott, ich will mich ernstlich prüfen, Ob ich redlich bin vor dir. Du kennst meines Herzens Tiefen, Ach, entdecke sie auch mir! Laß mich sehen, ob ich treu Dir in meinem Wandel sei, Ob ich recht zu thun mich übe, Weil ich dich von Herzen liebe. 2. Eitelkeit und Eigenliebe Sind die Götter dieser Welt, Aber nie sind sie die Triebe, Deren Wirkung dir gefällt. Wer das Gute, das er übt, Nicht mit reiner Seele liebt, Richter, dem giebst du die Krone Der Gerechten nicht zum Lohne. 3. Die um deiner Liebe willen Wandeln, wie dein Wort gebeut, Diese, diese nur erfüllen Das Ge⸗ setz der Frömmigkeit. Nicht nur das, was wir gethan, Auch die Quelle siehst du an. Deine Liebe soll uns dringen, Gute Werke zu vollbringen. 4. Wie ein Nebel, so verschwin⸗ den Meine Tugenden vor mir. Den erkenn' ich sie für Sünden, enn sie stammten nicht von dir. Deine Liebe trieb mich nicht Zur Erfüllung meiner Pflicht. Ohne selbst an dich zu denken, Ließ ich mich zum Guten lenken. 5. Ich gehorchte deinem Rechte, Daß mir diese Folgsamkeit Huld und Gunst bei Menschen brächte Und den Ruhm der Frömmigkeit. Wenn ihr Beifall mich erhob, O wie süß war mir dies Lob! Dies allein ließ ich mich treiben, Mei⸗ ner Tugend treu zu bleiben. 6. Ach, wie konnt' ich dich ver⸗ gessen, Dir, mein Gott, nicht dank; bar sein, Deine Liebe nicht er⸗ messen, Mich nicht deines Beifalls freun? Meinen Lohn hab' ich dahin. Eitler Ruhm ward mein Gewinn, Und zu dir konnt' ich mich schwin⸗ gen Und ein ewig Lob erringen! 7. Gott, der du in deinem Sohne Reich bist an Barmherzigkeit, Gott, mein Vater, ach, verschone Meiner falschen Frömmigkeit! Ich bekenne meine Schuld. Ach, bedecke sie mit Huld! Laß mich deine Liebe rühren Und mein ganzes Herz regieren. 8. Gieb, daß alle meine Werke Früchte deiner Liebe sei'n, Sie er⸗ fülle mich mit Stärke, Ganz mein Leben dir zu weihn. Ich bin Gottes Eigentum. Dies sei mir der höchste Ruhm! Was ist mir das Lob der Erde, Wenn ich sei⸗ ner würdig werde? Münter. Mel. In dich hab' ich gehoffet, Herr. 261 Ach rief' Gott seinen * Richterblick, Der al⸗ les weiß, von mir zurück, Zurück von meiner Seele! Denn im Ge⸗ richt Besteh' ich nicht, Der ich so häufig fehle. 2. Wie sorgt mein Herz und ängstet sich! Gott, richte nicht! Denn ich will mich Aufrichtig vor dir prüfen. Verständ' ich nur Ganz die Natur, Ganz meiner Seele Tiefen. 3. Wie unergründlich bin ich mir! Ach, fleuch, verbirg dich nicht vor dir, Zu leicht getäuschte Seele! Welch ein Gewinn, Wenn, wie ich bin, Ich vor mir selbst verhehle! 4. Vertraue deinem Stolze nicht, Verschleuß dein Ohr, sobald er spricht, Fleuch seine Täuschereien. Der Satan lügt, Der Stolz betrügt Mit leeren Schmeicheleien. 5. Nimm die Gesetz' und höre sie, Bet' an, tritt hin zum Sinai Und höre Gott im Wetter: Du sollst vor mir, Gott heischt's von dir, Nicht haben andre Götter. 6. Mein Nam' ist groß, miß⸗ brauche du Den Namen nicht. Sei still und ruh“ Am Tage meiner 14² Von der Buße und Bekehrung. Feier. Dann ruf' mich an, Stets werde dann Mir, deinem Gott, getreuer. 7. Wer Eltern kränket, ist ver⸗ flucht. Gehorche deiner Eltern Zucht. Ich will, du sollst nicht töten. Sei keines Feind, Sei aller Freund, Ein Schutz in ihren Nöten. 8. Getreu dem Manne sei das Weib, Der Mann dem Weibe, keusch der Leib Und keusch die ganze Seele. Arbeit' und sei Vom Geize frei, Daß deine Hand nicht stehle. 9. Lüg' nicht. Trag' keine Schmähung aus. Begehre nicht des Nächsten Haus. Gelüsten schon ist Sünde. So sei ganz mein, Daß ich dich rein, Wenn ich nun richte, finde. 10. Ein Eifrer über meinen Ruhm, Bring' ich die Missethäter um, Den Vater und die Kinder. luch und Gericht Dem, welcher richt Nur ein Gesetz, dem Sünder! 11. Welch eine Stimm', o Si⸗ nai, O donnervoller Sinai! Wer kann die Stimm' ertragen? Ach, wehe mir, Der Fluch von dir Hat mein Gebein zerschlagen! 12. Ich fühl', ich fühl' ihn, ich soll rein, Rein wie ein Geist des Himmels sein, Ganz heilig seinem Namen, Und ich bin blind, Ver⸗ kehrt gesinnt, Gezeugt aus Sün⸗ densamen. 13. Wer ist vom Haupt bis auf den Fuß So krank als ich? Ge⸗ dank', Entschluß, Begierd' und That sind böse. Verderbt bin ich. Wer ist, der mich Aus meiner Angst erlöse? 14. Welch eine Zukunft fürchtet sie! Laß ab, o Fluch vom Sinai, O Fluch vom Weltgerichte! Tilgt doch die Schuld Der Sohn voll Huld, Daß Gott mich nicht zernichte. 15. Erzürnt dich sehen, welch ein Schmerz! Schaff' in mir, Gott, ein reines 25 Das dir kein La⸗ ster raube. Verwirf mich nicht Durch dein Gericht, Weil ich an Jesum glaube. Cramer. III I j ð— Wider den Selbstbetrug. Mel. Du, o schnödes Weltgebäude. 5 ie fürcht' ich mein 262. Wẽ Herz zu prüfen, Zu erforschen, wer ich bin! Wie blick' über seine Tiefen Ich ganz unbe⸗ kümmert hin! Mich warnt heim⸗ lich mein Gewissen, Doch mein Unrecht nicht zu wissen, Acht' ich fühllos darauf nicht, Was es war⸗ nend zu mir spricht. 2. Ruhig wandl' ich auf dem Pfade Leichtsinnsvoller Eitelkeit. Durch den Mißbrauch deiner Gnade Steigt, Gott, meine Sicherheit, Und nach viel vollbrachten Sünden Hoff' ich dich versöhnt zu finden, Weil dein Sohn, weil Jesus Christ Für die Welt gestorben ist! 3. Ungezähmt sind meine Triebe, Unerleuchtet mein Verstand, Leer mein Herz von deiner Liebe, Meine Pflicht mir unbekannt, Tot mein Glaub' und ohne Früchte, Und doch hoff' ich im Gerichte, Ich, ohn' alle Besserung, Gott, von dir Begnadigung! 4. Ach, ich Thor, ich Thor, wie lange Werd' ich selbst mich hinter ⸗ gehn? Nahe meinem Untergange, Will ich die Gefahr nicht sehn! Gott erweck' mich aus dem Schlafe, Eile nicht mit mir zur Strafe, Hab', o Vater, noch Geduld Und zeig' mir erst meine Schuld! 5. Ob ich mich mir selbst ver⸗ hehle, Dir verhehl' ich mich doch nicht. In der Tiefe meiner Seele Ist vor dir, Gott, alles licht. Reiß' mich aus den Finsternissen Und dann treibe mein Gewissen, Dur dich selbst erweckt in mir, Mi zur Buß' und, Gott, zu dir. 6. Der du Herzen prüfst, bekehre, Heiligster, bekehre mich. Führ' zur Tugend mich, und lehre Mich dann recht vertraun auf dich. Dir, Gott, dir nur laß mich leben, Dir mein ganzes Herz ergeben. So werd' ich mich künftig scheun, Von mir selbst getäuscht zu sein. Münter und Unbekannter. „wie inter · ange, sehn! hlafe, trafe, Und tver⸗ doch Seele Reiß' Und Wi Von der Buße Bußgesänge. Mel. Wo Gott, der Herr, nicht bei. 3 ch nein, mein Auge 263. A darf ich nicht Zu dir, mein Gott, erheben! Vor dei⸗ nem reinen An gesicht Muß ich, ich Sünder, beben. Ach Gott, was hab' ich doch gethan! Wer nimmt sich meines Jammers an, Wer will sich mein erbarmen? 2. Viel tiefer, als ich's sagen kann, Ist, Herr, Herr, mein Ver⸗ derben. Ach, nimmst du meiner dich nicht an, So muß ich ewig sterben! Doch gern verschiebst du dein Gericht Und willst den Tod des Sünders nicht, Willst meinen Tod nicht, Vater. 3. Ach, Jesus Christus heißt auch mich, Mich Sünder, zu sich kommen. Wär' keiner gleich so schlimm, wie ich, Doch werd' ich angenommen. Wenn nur mein Herz recht redlich ist, Wenn ich an dich, o Jesus Christ, Von ganzer Seele glaube. 4. Ja, so verderbt ich immer bin, So wert der Hölle Flammen, So werf' ich doch vor dir mich hin. Du wirst mich nicht verdammen, Wenn ich, ich Sünder, Staub, ich Fluch, Bei dir aufrichtig Gnade such' Und Eifer, dir zu leben. 5. Von dir, der du die Liebe bist, Darf ich Vergebung hoffen. Dein Vaterherz, o Vater, ist Auch mir durch Jesum offen. Wer im⸗ mer sich ihm treu ergiebt, Wen tief sein tiefer Fall betrübt, Kann Gnade bei dir finden. 6. Der Reue Thränen rührten dich Stets, Vater, zum Vergeben. Auch ich, ich weine bitterlich Und fleh'y um Gnad' und Leben. Der größte Sünder steht vor dir Und fleht: Vergieb, o Vater, mir Um Jesu Christi willen! 7. Umsonst fleht dich mein Herz nicht an. Ich weiß, an wen ich glaube, Ich weiß, daß Jesus hel; sen kann, Drum lieg' ich hier im Staube Und fleh' und ruf' und schweige nicht, Bis Jesus Christus und Bekehrung. 143 zu mir spricht: Dir ist die Schuld vergeben! 8. Stärk' meinen Glauben, Herr, an dich, Wenn ich die Last der Sünde Und ihre Klagen wider mich Mit heißer Angst empfinde. Gieb neue Kraft mir dann zum Flehn Und laß für mich dich bluten sehn Am Kreuze, Jesus Christus! 9. Vergeben kannst du. Ach, vergieb! Ich falle dir zu Fuße. Vergeben willst du. Ach vergieb! Verwirf nicht meine Buße! Zwar groß ist meine Sündenschuld, Doch grenzenlos ist deine Huld, O Vater Jesu Christi! 10. Hier lieg' ich tief zermalmt vor dir, Mit Sünd' und Fluch be⸗ laden. Ach neige doch dein Ohr zu mir, Du Vater aller Gnaden! Ver⸗ gieb mir, wie dein Wort verheißt, Vergieb, und schenk' mir deinen Geist Zu einem bessern Leben! 11. Ach, ohne dich vermag ich nichts, Drum gieb mir Lust und Stärke. Von dir nur, Vater alles Lichts, Kommt Kraft zu gutem Werke. Drum bitt' ich, bester Va⸗ ter, dich: Erfüll' durch Jesum Christum mich Mit deines Geistes Hilfe! LCavater. Mel. Herr Jesu Christ, du höchstes. J err Jesu Christ, du 264. H höchstes Gut, Du Freude der Erlösten, Auf dem des Frommen Hoffnung ruht Und des sich Sünder trösten, Wenn sie, Vergebung zu empfahn, Mit Buß' und Reu' zu dir sich nahn! So komm' auch ich, Erbarmer. 2. Beladen komm' ich, nimm die Last, Mein Mittler, mir vom Herzen, Der du auch mich erlöset hast, Erlöst mit Todesschmerzen, Daß meine Seele nicht mit Weh' In ihren Sünden untergeh' Und ohne Hilfe zage. 3. Wenn mir, o Heiland aller Welt, Die Menge meiner Sünden Aufs Herz wie ein Gebirge fällt. Wo kann ich Rettung finden? Ich finde sie bei dir allein. Verloren, 14⁴ Von der Buße Jesu, würd' ich sein, Wenn ich dein Wort nicht hätte. 4. Begnadigung und Heil ver⸗ spricht Es denen, die dich ehren, Die reuevoll zu ihrer Pflicht Und dir zurückekehren Und nun, vom Sündenjoch befreit, Aus wahrer frommer Dankbarkeit Nach deinem Rate leben. 5. Dein herzerforschend Auge sieht Der größten Sünder einen Mit Heil verlangendem Gemüt Hier auch um Gnade weinen. Ach, würdge mich Gefallenen Des Blickes voll Erbarmungen, Den du auf Petrum warfest! 6. Vertrauensvoll erkühn' ich mich Zu dir emporzublicken, Du Seligmacher, der du dich Freust, Seelen zu beglücken. Vergiß, o du, der gern vergiebt, Das Un⸗ recht, welches ich verübt, Tilg' es durch deine Gnade. 7. Wie groß ist diese Seligkeit, Sein Herz vor dir zu stillen! Wie edel die Entschlossenheit, Zu thun, Herr, deinen Willen! O leite mich auf dieser Bahn, Daß ich, dein selger Unterthan, Froh dein Gesetz befolge. 8. Der du allein zu helfen weißt, Heil' mich durch deine Wunden, Stärk' mich mit deinem Freuden⸗ geist 92— meinen letzten Stunden Und führ' mich dann, o Jesu Christ, Dahin, wo Freud' und Wonne ist, Zu deinen Auserwählten. Neander nach Ringwald. Mel. Wo soll ich fliehen hin. ein Gott, wo flieh' ich 265. M hin, Der ihae⸗ ben bin Von Schrecken meiner Sünden? Wo kann ich Rettung finden? Hilfst du nicht selbst mir wieder, So sink' ich trostlos nieder. 2. Ja du, o Jesu, du Rufst mir noch gnädig zu. Mit hoffendem Gemüte Flieh ich zu deiner Güte. Du hilfst beladnen Seelen, Die dich zum Retter wählen. 3. Ich traue nur auf dich. Dein Blut floß auch für mich. O Tilger meiner Sünden, Laß mich den und Bekehrung. Frieden finden, Den der hat, der 4525 1—— Und den die Welt nicht giebet. 4. Wie groß die Sünde sei, Du machst von ihr mich frei, Der i dein Kreuz umfasse Und dir—— überlasse. Du sprichst: Dir ist ver⸗ ziehen! Und alle Schrecken fliehen. 5. Zwar viel noch mangelt mir, Doch, Gütigster, von dir Kommt jede gute Gabe, Die ich vonnöten habe. Du wirst mich unterstützen Und in Versuchung schützen. 6. Wie unerschrocken ruht Das Herz in deiner Hut! Du hast ja selbst verheißen, Nichts soll mich dir entreißen, Der ich dir ange⸗ höre, Folg' ich nur deiner Lehre. 7. Der du mein Herz gewannst, Gedanken lesen kannst, Vor dem ich dankbar weine, Du siehest, wie ich's meine, Du siehest mein Be⸗ streben, Dir würdiger zu leben. 8. Herr, des ich ewig bin, Gieb mir den festen Sinn, Das alles stets u meiden, Was mich von dir kann scheiden. So leb' ich dir und erbe Den Himmel, wenn ich sterbe. Neander nach Heermann. Mel. Ach Gott, vom Himmel sieh. 266 O Vater der Barmher⸗ 2 zigkeit, Ich falle dir zu Fuße Und thu' noch in der Gnadenzeit Von ganzem Herzen Buße. Wags ich nicht recht gethan vor dir, Erbarmer, das verzeihe mir Nach deiner großen Güte. 2. Du Geber wahrer Seelenruh', Nimm von mir, was mich quälet. Durch deine Gnade wirke du In mir, was mir noch fehlet. Gieb mir den Geist der Heiligung, Daß ich in meiner Besserung Von Tag' zu Tage wachse. 3. Und du, o Jesu, der du dich Für uns dahingegeben, Du hast aus freier Huld auch mich Erlöst zum ewgen Leben. Mein Selig⸗ macher und mein Gott, Erbarm' dich meiner Seelennot Und gieb mir deinen Frieden. 4. Für Sünder floß dein teures Blut Zur Rettung vom Verderben. verdien u sehn sch erki zu erfl. t, der nicht Du er i ——— t ver⸗ iehen. t mir, pelig⸗ Von der Buße So komm' es denn auch mir zu gut Im Leben und im Sterben. Es schrecke von der Laster Pfad, Von jeder unerlaubten That Mich immerdar zurücke. 5. Geist Gottes, meiner Seelen Licht, Regierer der Gedanken, Er⸗ innre mich ans Weltgericht, Be⸗ ginnt mein Herz zu wanken, Da⸗ mit ich jede Sünde flieh“' Und Ehrsucht, Geiz und Wollust nie Mein Herz beflecken möge. 6. Und schlägt die letzte Stunde mir, So hilf mir überwinden. Laß meine Seele Trost bei dir, Du Gott des Trostes, finden. Belehre mich, daß Schmerz und Not Und selbst der letzte Feind, der Tod, Mich doch zum Leben führe. Angeblich Denicke und Neander. Mel. Wer nur den lieben Gott. 58(lmächtiger, ich Staub, 267. A ich Sünder Steh' hier vor deinem Angesicht. Erbarmer aller Menschenkinder, Ach, geh' mit mir nicht ins Gericht! Ich bin zwar deiner Huld nicht wert, Doch sie läßt keinen unerhört. 2. Um Trost ist meiner Seele bange. Die Last gehäufter Missethat Liegt schwer auf mir, die dich so lange, Gerechter Gott, gereizet hat. Wes tröst' ich mich, ich deralderp Als deiner nur, Barmherziger 3. Soll ich an deiner Huld ver⸗ zagen? Ich, dein Geschöpf? Das willst du nicht. Du, der mich hat bis jetzt getragen, Bleibst ewig meine Zuversicht. Du, Gott, durch den ich leb' und bin, Giebst mich nicht dem Verderben hin. 4. Betrübte Folgen meiner Sün⸗ den! Ach, meine Schuld, wer tilget die? Du lässest doch 2 Ruhe finden. Ich, sprichst du selbst, ich tilge siel Hab' ich nicht auch an Jesu Heil, Nicht auch an seiner Liebe teil? 5. Er hat auch mir das Recht verdienet, Getrost zu dir empor u sehn, Und wenn der Sünder sch erkühnet, Durch ihn Vergebung zu erflehn, So bist du, Vater, 145 Und lieber segnet, und Bekehrung. der vergiebt als betrübt. 6. Sprichst du zu mir: Dir ist vergeben! Gestillt ist mein Gewis⸗ sensschmerz, Und will mein zag⸗ haft Herz noch beben, So bist du größer, als mein Herz. Dein Gna⸗ denwort macht alles gut Und schenket selbst zur Tugend Mut. 7. Ich zweifle nicht, ich bin er⸗ höret. Mein Glaube sagt es, daß ich's bin. Der Trost, der sich im Herzen mehret, Der neue dir ge⸗ weihte Sinn, Dies kindliche Ver⸗ traun auf dich Bezeugt es, du begnadigst mich. Neander nach Tietze. Mel. Ach Gott und Herr. 268 Ach Gott und Herr, Wie — groß und schwer Sind meine vielen Sünden! Wie drückt mich doch Des Elends Joch! Wo kann ich Hilfe finden? 2. Flöh' ich gleich weit Voll Bangigkeit Bis an des Erdreichs Enden, Der Angst und Pein Be⸗ freit zu sein, Würd' ich sie doch nicht wenden. 3. Zu dir flieh' ich, Verstoß' nicht mich, Der ich's so sehr ver⸗ dienet. Ach, geh' doch nicht, Gott, ins Gericht! Dein Sohn hat mich versühnet. 4. Soll's ja so sein, Daß Straf' und Pein Auf Sünde folgen müssen So fahr' hier fort, Nur schone dort, Muß ich auch viel hier büßen. 5. Vergiß der Schuld. Gieb mir Geduld Und ein gehorsam Herze, Daß ich mein Heil, Mein bestes Teil, Durch Murren nicht Rr. 0 6. Verfahr' mit mir, ie's dünket dir. Du stärkst mich, es zu leiden. Nur wollst du mich Nicht ewiglich Von deiner Gnade scheiden. 7. Dies thust du nicht, Mit Zuversicht Kann es mein Glaube hoffen. Durch Christi Tod Steht ja, mein Gott, Auch mir der Himmel offen. 8. Herr Jesu Christ, Mein' Bu⸗ flucht ist Das Kreuz, an dem du ——————— 146 Von der Buße und Bekehrung. Und, mir zu gut, Mit starbest ut, Die Seligkeit er⸗ deinem Blut warbest. 9. Hier, hier bleib' ich, Und wenn auch sich Mein Leib und Seele schei⸗ den. Ich werde dort Bei dir, mein Hort, Ererben ewge Freuden. 10. Gott, dir sei Rühm! Dein Eigentum Bleib' ich in Jesu Namen. Ich zweifle nicht, Mein Heiland spricht: Wer glaubt, wird selig! Amen. Rutilius und Weiße. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. 269 Mater, laß mich Gnade V finden, Tröste mein geängstet Herz, Denn die Menge meiner Sünden Macht mir Bangig⸗ keit und Schmerz. Siehe, mein Gott, wie ich hier Demutsvoll, gebeugt vor dir, Reuig, traurig, schamrot stehe Und dich um Ver⸗ gebung flehe. 2. Du bist heilig, ich hingegen Bin voll Ungerechtigkeit. Was kann dich zur Huld bewegen? Ach, auf deine Gütigkeit Setz' ich meine Zuversicht. Denn, Herr, sollte dein Gericht Über mich nach Recht er⸗ ehen, Wie würd' ich vor dir be⸗ siehen 2 3. Doch nach deinem Wort und Lehre Willst du keines Sünders Tod, Sondern daß er sich bekehre Und frei werde seiner Not. Dieser Trost erquickt auch mich. Gläubig, Vater, fleh' ich dich, Laß für meine schweren Sünden Auch mich Armen Gnade finden. 4. Dein Sohn selbst kam auf die Erde Und vergoß sein teures Blut, Daß ein jeder selig werde, Der hier glaubt und Buße thut. Ach, sein Kreuz und Dornenkron' Bring' auch ich vor deinen Thron. Durch sein heilig Blutvergießen Laß auf mich Erbarmung fließen. 5. Längst Dord sollt' ich sein gekommen, och, Herr, deiner Gütigkeit Ist dadurch noch nichts entnommen. Noch, noch ist die Gnadenzeit, Keine Buße ist zu spät, Wenn sie nur von Herzen geht. O so wird ja auf mein Flehen Gnade noch für Recht ergehen! 6. Gott, du Gott der Lieb' und Treue, Laß durch Jesu Tod und Pein Meine späte Buß' und Reue Dir noch wohlgefällig sein. Denke doch nicht weiter dran, Wieviel Böses ich gethan. Mein undankbar Sündenleben Wollst du huldreich mir vergeben. 7. Vater, heilige mich Sünder, Sieh nicht an, was ich gethan, Nimm mich unter deine Kinder Wiederum aus Gnaden an, Und dann rühm' und preis' ich dich, Vater, jetzt und ewiglich. Höre mich in Jesu Namen, Sprich zu meinen Bitten Amen! Angeblich Gensch v. Breitenau und Rüster. Mel. Aus nstr. flich bist du. zu. ‚ nsträflich bist du, Gott, 270. U und rein Und dul⸗ dest kein Vergehen. Wer kann, Herr, willst du Richter sein, Wer kann vor dir bestehen? Der Sün ⸗ der bebt vor deiner Macht, Dein Eifer glüht, wenn er erwacht, Wie ein verzehrend Feuer. 2. Du winkst, so bebt vor dei⸗ nem Drohn Der weite Bau der Welten. Unendlich ist der Gnade Lohn, Dem Frommen zu vergelten, Unendlich ist auch Straf' und Tod, Die dein Gesetz du Richter, droht, Den Sünder— bestrafen. 3. Wir nahn uns zitternd dei⸗ nem Thron Und fallen betend nieder. Wend' ab, Herr, deines Eifers Drohn, Vergieb und segn' uns wieder. Zwar sind wir nicht des Segens wert, Groß ist die Schuld, die uns beschwert, Doch deine Gnad' ist größer. 4. So liebreich, wie ein Vater sich Erbarmet seiner Kinder, Er⸗ barmst du, Gott der Liebe, dich Der reuevollen Sünder. Die willig ihre Schuld gestehn Und dich um Gnad' und Schonung flehn, Die kannst du nicht verstoßen. Wir traun auf deine Vater⸗ huld, Die uns dein Sohn erwor⸗ I; ü zater; rwor⸗ Von der Buße ben. Er ist zur Sühnung unsrer Schuld Den Tod am Kreuz ge⸗ storben. O laß auch uns durch seinen Tod Beruhigung in unsrer Not Und deinen Frieden finden. 6. Und stärk' uns dann, o Gott, daß wir Dir wohlgefällig leben! Denn welch ein Dank gebührt nicht dir, Der unsre Schuld vergeben! Dir sei in frommer Heiligkeit, Gott, unser Leben ganz geweiht. Dann sind wir dein im Tode. Eschenburg. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. 27 ft hab' ich den Bund * gebrochen, Den ich, Gott, mit dir gemacht, Oft dir treu zu sein versprochen Und der Zusag' nicht gedacht. Herr, vor dem ich strafbar bin, Bebend sink' ich vor dir hin, Weinend und mit wahrer Reue Nah' ich mich dir jetzt aufs neue. 2. Schau', wie ich mich vor dir winde! Dein Zorn ist mir fürchter⸗ lich. Unerträglich liegt die Sünde Auf mir und sie ängstigt mich. Ihre Menge zeigt sich mir. Wo entflieh' ich, Gott, vor dir, Wenn du Sünden und Verbrechen, Heilig⸗ ster, an mir willst rächen? 3. Vater, Vater, dein Erbarmen Ist noch größer als die Schuld. Deinen Sohn gabst du uns Armen, Ihn ergreif' ich, Gott der Huld. Durch ihn fleh' auch ich zu dir: Nimm, Herr, Straf' und Schuld von mir. Um des Eingebornen willen Wollst du mich mit Trost erfüllen. 4. Heil mir, durch ihn wird vergeben, Sein Blut tilget meinen Schmerz! Wonne, Freude, neues Leben Strömt durch mein beklomm⸗ nes Herz. 1 aus dem jetzt Kummer fließt, Laß, da du erhöret bist, Jubel, statt der Klagen, tönen! Thränen, werdet Freudenthränen! 5. Du, der durch sein Wort und Stärke Sündern neueHerzen schafft, Göttlich stärkt und gute Werke In uns wirkt, o Geist der Kraft, Gieb, daß diese Gnade nicht Einst ein strengeres Gericht Mir durch und Bekehrung. 14⁷ neue Sünden werde. Stärk' mich schwaches Kind der Erde! Schiebeler u. angeblich Nüster. Mel. Straf' mich nicht in deinem Zorn. 72 trafe nicht, o Heilig⸗ 5* ster, Mich in deinem Grimme. Höre, Herzenskündiger, Meines Flehens Stimme. Sende du Trost mir zu, Reiß' mich aus den Nöten, Ehe sie mich töten. 2. Wird dies Herz im Grabe sich Deiner Güte freuen? Gott des Lebens, tot kann ich Dir kein Danklied weihen. Rette mich, Daß ich dich, Weil ich hier noch lebe, Dankbar froh erhebe. 3. Nichts, als deine Vaterhuld, Kann mich glücklich machen. Ach, gedenk' nicht meiner Schuld, Stärke du mich Schwachen. Heile mich, Zeige dich Mir in deiner Gnade, Gott, du Gott der Gnade. 4. Wann wirst du mich doch erfreun? Wann mir Trost gewäh⸗ ren? Täglich, Helfer, harr' ich dein Und ich hab'in Zähren Meine Nacht Oft durchwacht. Eil', Erbarmer, eile Deinem Knecht zum Heile. 5. Elend, tief gebeugt bin ich Und von Seufzen müde. Meine Seele sehnet sich Nur umsonst nach Friede. Ach, wie lang' Soll ich bang', Heiland müder Seelen, Trübe Stunden zählen? 6. Doch, o Seele, zage nicht! Gott verstößet keinen, Der ihm fleht mit Zuversicht. Er vernimmt mein Weinen. Nie vergißt Jesus Christ Seiner Teu'rerlösten. Des will ich mich trösten. Neander.(Albinus.) Mel. O Gott, du frommer Gott. 270 H err, höre mein Gebet. Um deiner Wahrheit willen. Du bist an Gnade reich Und wirst mein Seufzen stillen. Ach, geh' nicht ins Gericht Mit deinem armen Knecht. Vor dir, o Herr, ist ja Kein Sterblicher gerecht. 2. Die Größe meiner Schuld Schlägt meine Seele nieder. Be⸗% schämt empfind' ich sie. O tröste du mich wieder, Daß mir der Seele K —— πκł—— 148 Von der Buße und Bekehrung. Schmerz Nicht alle Kraft verzehrt. Wer ist, der außer dir, Mir wah⸗ ren Trost gewährt? 3. Zu dir, o treuer Gott, Erheb ich Herz und Hände. Mein Heil steht nur bei dir. O daß ich Hilfe fände! Für Recht laß Gnad' ergehn. Ich hoffe, Herr, auf dich. Zeig' mir den rechten Weg, Denn nach dir sehn' ich mich. ö 4. Ich will, o stärke mich! Ich will die Sünde hassen. Auf deine Hilfe nur Will ich mich, Gott, ver⸗ lassen. Nur das, was dir gefällt, Werd' auch von mir gethan. Führ' mich durch deinen Geist Auf dieser ebnen Bahn. 5. Beruhige mein Herz Um meines Mittlers willen. Laß seines Opfers Trost Auch mein Gewissen stillen. Du bist die Liebe selbst, Ganz unveränderlich. Dein will ich ewig sein. O Gott, erhöre mich! Unbekaͤnnter. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. 274 H öchster, denk' ich an O die Güte, Die du mir bisher erzeigt. O so wird mein ganz Gemüte Zu der tiefsten Scham gebeugt, Daß ich dich gering ge⸗ schätzt, 67W Der dein Gebot verletzt Und dich, der du mich geliebet, Doch so oft und schwer betrübet! 2. Alle meine Seelenkräfte, Meine Glieder sind ja dein, Und sie sollten zum Geschäfte Deines Dien⸗ stes fertig sein. O wie hab' ich sie entweiht! Ach, zur Ungerechtig⸗ keit Und zum schnöden Dienst der Sünden Ließ ich mich oft willig finden! 3. Deine Huld war jeden Morgen Über mir, o Vater, neu. Von wie manchen schweren Sorgen Machtest du mein Herz mir frei! Was mir nützte, gabst du mir. Aber ach, wie dankt' ich dir? O wie hab' ich so vermessen Deines Wohlthuns Zweck vergessen! 4. Bei dem hellen Licht der Gna⸗ den Sollt' ich ja die Sünde fliehn Und um Rettung von dem Schaden Meiner Seele mich bemühn. Deine Güte lockte mich Oft zur Buße, aber ich Floh vor ihrem sanften Locken, Suchte mich selbst zu ver⸗ stocken. 5. Ach, an dir hab' ich gesündigt. Gott, mein Vater, zürne nicht. Dir hab' ich oft aufgekündigt Meine schuldge Kindespflicht. Ach, ver⸗ gieb, was ich gethan! Nimm mich noch erbarmend an. Führe mich vom Sündenpfade Schnell zurück durch deine Gnade. 6. Dir ergeb' ich mich aufs neue. Gieb, daß mein beschwerter Geist Deiner Vaterhuld sich freue, Die dein tröstend Wort verheißt. Was dein Sohn auch mir erwarb, Da er für die Sünder starb, Fried' und Freude im Gewissen, Ach, das laß auch mich genießen! 7. Stärke selbst in meiner Seele Den Entschluß, mich dir zu weihn. Gieb, daß keine Kraft mir fehle, Folgsam deinem Wort zu sein. Stehe mir stets mächtig bei, Mache du mich selbst recht treu, Dich zu lie⸗ ben, dir zu leben. Ewig will ich dich erheben. Fabricius u. Diterich. Mel. Wer nur den lieben Gott. 275 Goutt, dir gefällt kein * gottlos Wesen. Wer böse ist, bleibt nicht vor dir. Drum laß von Sünden mich ge⸗ nesen Und schaff' ein reines Herz in mir, Ein Herz, das sich vom Sinn der Welt Entfernt und un⸗ befleckt erhält. 2. Laß mich auf die begangnen Sünden Mit inniger Beschämung sehn, Durch Christum vor dir Gnade finden Und auf den Weg der Tugend gehn. Ich will forthin das Unrecht scheun Und deinem Dienst mein Leben weihn. 3. O stärke mich in dem Gedan⸗ ken! Gieb meinem Vorsatz Festig⸗ keit, Und will mein schwaches Herz je wanken, So hilf der Unent⸗ schlossenheit. Wieviel vermag ich, Gott, mit dir! Nimm deinen Geist nur nicht von mir! Von der Buße 4. Gieb, daß er mir stets Hilfe leiste Und Mut und Stärke mir verleih', Daß ich mit kindlich treuem Geiste Dir bis zum Tod ergeben sei. So sieg' ich über Sünd' und Welt Und thue, was dir wohl⸗ gefällt. 5. Wenn ich indes aus Schwach⸗ heit fehle, Mein Vater, so verwirf mich nicht, Verbirg nicht der be⸗ trübten Seele, Wenn sie dich sucht, dein Angesicht Und mache in Be⸗ kümmernis Mein Herz von deiner Huld Eromit 6. Erquicke mich mit deinen Freuden, Schaff ein getrostes Herz in mir Und stärke mich in allen Leiden. So halt' ich mich, mein Gott, zu dir, Bis nach vollbrach⸗ ter Prüfungszeit Der Deinen Erb⸗ teil mich erfreut. Diterich nach einem Unbekannten. Mel. Ach Gott und Herr. 276 A zürne nicht, Und dein Gericht Ver⸗ schone, Gott, mich Armen! Denn ürnest du, Wo find' ich Ruh', Wo Mitleid und Erbarmen? 2. Ich bin so matt, Und nie⸗ mand hat Vermögen, mich zu hei⸗ len. Vor deinem Dräun Bebt mein Gebein. Du wollest, Gott, mich heilen! 3. Du dräuest mir. Wie ist vor dir, Herr, meiner Seele bange! Wie lange soll Ich schreckensvoll Um Gnade flehn? Wie lange? 4. Ach, deine Huld Tilgt alle Schuld Der dir verhaßten Sünden. Laß ab zu drohn. Durch deinen Sohn Laß Gnad' und Heil mich finden. 5. Der Qualen Ort Erschreckt mich. Dort, Dort wirst du nicht erhoben. Wer in der Pein Kann dein sich freun, Dir danken und dich loben? 6. O was für Qual Folgt auf die Wahl Des Bösen, welch ein Leiden! Gott, welche Scham Und was für Gram Auf ekelvolle Freuden! 7. Wie sorgt mein Herz. Durch Furcht und Schmerz Gequälet und und Bekehrung. 149 zerrissen, Es werde Gott Vor meiner Not Sein gütig Herz ver⸗ schließen! 8. Verzweiflung, weich'. Ent⸗ fleuch, entfleuch Aus meinem ban⸗ gen Herzen. Er wird verzeihn, Ihn jammert mein, Ihn jammert meiner Schmerzen. 9. Er liebet mich Und hat für mich Selbst seinen Sohn gegeben. Wer an ihn gläubt Und in ihm leibt, Soll nicht vergehn, soll leben. 10. O Heil der Welt, Mein Glaube hält Dich und will dich nicht lassen! Gott liebet dich. Wie kann er mich, Den du versöhnt hast, hassen? Cramer. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. 27˙7 Dir allein hab' ich ge. sündigt, Herr, bei dem ich Gnade such'. Dein gerecht Gesetz verkündigt Jedem Übertre⸗ ter Fluch. Und was kann vor sei⸗ nen Schrecken, Richter aller Welt, mich decken? 2. Kann ich deinem Arm ent⸗ fliehen? Du bist allenthalben nah. Flöh' ich, dir mich zu entziehen, Himmelan, so bist du da. Stürzt' ich in die Tiefe nieder, Deine Rechte hält mich wieder. 3. Herr, ich flieh' in deine Hän⸗ de. Außer dir ist keine Ruh'. Dein Erbarmen hat kein Ende. Wer ist gnädiger, als du? Du bist Gott und kannst vergeben. Ach, vergieb und laß mich leben! 4. Groß sind meiner Sünde Schulden, Ihre Last ist mir zu schwer. Ja, wenn länger mich zu dulden, Deine Langmut müde wär', Müßt' ich, würdest du nur winken, In des Todes Nacht ver⸗ sinken. 5. Mich für straflos zu erklären, Reichet keine Reue zu, Und zer⸗ flöss' mein Herz in Zähren, Fänd' ich darum doch nicht Ruh'. Kön⸗ nen eines Sünders Thränen Dich, o Heiligster, rersöhnen? 6. Gottversöhner, dein Erbar⸗ men. Dein füte mich vergossnes 150 Blut Und dein Tod erlöst mich Armen, Heilet mich und giebt mir Mut. Dein Verdienst ist's, was mich decket, Wenn mich dein Ge⸗ richt erschrecket. 7. Rette mich von meinen Sün⸗ den, Schaff' ein reines Herz in mir, Laß bei dir mich Ruhe finden, Zieh' mich immerdar zu dir. Dankbar will ich mich bestreben, Mein Er⸗ löser, dir zu leben. Neander.(J. Franck.) über Schwachheitssünden. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. 278 Ab, wann werd' ich von der Sünde, Gott, mein Vater, völlig frei, Daß ich ganz sie überwinde, Ganz dir wohlge⸗ fällig sei? Noch nicht, ich gesteh's mit Thränen, Kann ich mich von ihr entwöhnen, Immer noch er⸗ eilt sie mich Und versucht mich wider dich. 2. Längst hab' ich's mir vorge; nommen, Dir mein Leben ganz zu weihn. Redlich, schwur ich, und voll⸗ kommen Soll vor Gott mein Wandel sein. Allen Vorteil, alle Freuden, Die mich drohn von ihm zu scheiden, Will ich mit Verachtung fliehn, Denn von Herzen lieb' ich ihn. 3. Gott, du sahest, wie ich's meinte, Wie ich alle Missethat, Der ich schuldig war, beweinte Und dich um Vergebung bat, Welch ein ernstliches Bestreben, Meinem Vor ⸗ satz treu zu leben, Von dem Tag an, immerdar Meiner Buße Wir⸗ kung war. 4. Auch hat keine Lust zur Sün⸗ de Wiederum mein Herz bethört. Ernstlich haß' ich sie und finde Täglich diesen Haß vermehrt. Nicht von Leichtsinn hingerissen, That ich wider mein Gewissen, Hab' auch nicht, so viel ich weiß, Mich ver⸗ sündiget mit Fleiß. 5. Aber ach, wie oft empöret Sich die Leidenschaft in mir Und verführet mich und störet Meine Tienlede. zu dir! Übereilung, rigenliebe. Des verborgnen Stol⸗ Von der Buße und Bekehrung. zes Triebe, Eh' ich's merke, ziehen sie Mich zur Sünde, die ich flieh'. 6. Weh' mir, daß ich wider Willen, Ja mit tötendem Verdruß Oft den Hang zur Sünd' erfüllen Und dir widerstreben muß! Ach, wer wird mich ganz vom Bösen, Ganz von Mängeln mich erlösen? Ich Elender! Wer befreit Ganz mich von der Sündlichkeit? 7. Du verzeihst mir die Gebre⸗ chen Meiner sündigen Natur. Nicht die Schwachheit wirst du rä⸗ chen, Bösen Vorsatz strafst du nur. Hätt' ich den Trost nicht, ich würde Unter meiner Mängel Bürde Ganz erliegen und mich dein, Höchstes Gut, nie wieder freun. 8. Stellet mir denn hier auf Erden Lebenslang die Sünde nach Kann ich nicht vollkommen werden, Bin und bleib' ich hier noch schwach, Ach, so segne mein Bestreben, So gerecht ich kann, zu leben, Daß ich doch von Heuchelei Und von Bosheit ferne sei. 9. Wenn ich falle, laß mich's merken, Laß mich streben aufzu⸗ stehn. Eile, mich, dein Kind, zu stärken, Lehre mich selbst fester gehn. Warne mich, sei mein Be⸗ gleiter. Täglich führe, Gott, mich weiter, Bis ich in der Ewigkeit Dringe zur Vollkommenheit. Münter. Mel. Was Gott thut, das ist wohl. 279 Ace wird denn dein 2 Erlöster nie Frei von der Macht der Sünden? Ich kämpfe täglich wider sie Und kann nicht überwinden. Ich hass' ihr Joch Und trag' es doch. Du siehst, Herr, dem ich's klage, Wie ungern ich es trage. 2. Weit mehr, mein Gott, be⸗ trübt mich dies, Als alle Not der Erde, Daß ich noch immer nicht gewiß Und fest im Guten werde. Wie fürcht' ich mich, Ich werde dich. Durch Fleisch und Blut ge⸗ trieben, Nicht treu, nicht ewig lieben! 3. Doch ich will ruhig sein in Von der Buße dir, Der du die Herzen prüfest. Du kennest uns, nur Staub sind wir, Die du ins Leben riefest. Gott, dein Gericht Verdammt uns nicht, Wenn wir nicht schon auf Erden, Wie Engel, heilig werden. 4. Wir gehn in Unvollkommen⸗ heit Auf dieses Lebens Pfade, Doch unsre schwache Frömmigkeit Be⸗ lohnst du auch mit Gnade. Das Herz soll rein Von Bosheit sein, So willst du die Gebrechen Der Menschlichkeit nicht rächen. 5. Ich weiß, mein Mittler Je⸗ sus Christ Hat meine Schuld ge⸗ tragen. Weil er für mich gestor⸗ ben ist, Wie könnt' ich denn ver⸗ agen? Verdammte mich Dein Recht, der ich Zwar schwach bin, aber glaube, Was nützte mir mein Glaube? 6. Hilf du mir kämpfen, daß ich, Herr, Mich selber überwinde, So werd' ich täglich heiliger Und freier von der Sünde. Dort, dort wird sie Mich ewig nie Von dei⸗ ner Liebe trennen, Mich nie ver⸗ führen können. Münter. Wider die Lieblingssünde. Mel. Wer nur den lieben Gott. 0 ch, abermal bin ich 280. A gefallen Mit Über⸗ ief. 0 und mit Wahl! Tief, o wie tief, bin ich gefallen, Vielleicht noch nicht zum letztenmal! Elen⸗ der Sünder, der ich bin! In wel⸗ chen Abgrund eil ich hin! 2. O die verhaßte Lieblingssün⸗ de, O die Gewohnheit ihrer Lust, Der Hang, den ich zu ihr empfin⸗ de, Wie wüten sie in meiner Brust! Wie unumschränkt, wie üt Ist ihre Herrschaft über mich! 3. Längst warnte schon mich mein Gewissen: Mensch, du em⸗; pörst dich wider Gott. Von böser Lust dahin gerissen, Betrogner, eilst du in den Tod. Dir raubt die Sünd' in kurzer Zeit Der Erde Glück, die Seligkeit. und Bekehrung. 151 4. Wie oft hab' ich mir vorge⸗ nommen: Nun will ich meine Sünde fliehn, Rein und unsträf⸗ lich und vollkommen Zu wandeln will ich mich bemühn. Wie oft, o Gott, hat mein Gebet Um Kraft dazu dich angefleht! 5. Bald reizt' aufs neue mich die Sünde. Wie schwach war gleich mein Widerstand! Ach, sie gefiel mir, und geschwinde Ergriff sie mich und überwand! Die Lust ver⸗ schwand mir im Genuß. Nun folgten Ekel und Verdruß. 6. Auch diesmal bin ich über⸗ wunden. Ach, niemals sonst fiel ich so tief! Mein Vorsatz war noch nicht verschwunden, Mein Herz schlug, mein Gewissen rief. Gott, Richter, ich gedacht' an dich, Und dennoch, dennoch sündigt' ich! 7. Ich sagte mir: Gott wird es rächen] Und dennoch, dennoch sün⸗ digt' ich! Ist ein Vergehn, wie mein Verbrechen? O wie erschreck' ich über mich! Vom Drohen dei⸗ nes Weltgerichts Erbebt' ich, doch es wirkte nichts. 8. O unbegrenzte Sündenliebe, Wie werd' ich endlich frei von dir? Wie überwind' ich deine Triebe Und dämpfe dich und sie in mir? Gott., mein Erbarmer, hör' mein Flehn Und lehre mich ihr widerstehn. 9. Liebt' ich dich nur, so wie ich sollte, So flöh' die Lust zur Sünde mich. Wenn sie mich auch versu⸗ chen wollte, Geläng' es ihr nicht wider dich, Und deiner wahren Liebe Glanz Betäubt' und tötete sie ganz. 10. O yflanze du in meine Seele Rechtschaffne Lieb' und Lust zu dir! Gott, was ich denke, was ich wähle, Das zeuge durch die That von ihr! Dich lieben als dein Eigentum, Das sei mein Werk, mein Heil, mein Ruhm! 11. Dann werd' ich endlich über; winden Und Herrscher meiner Lü; ste sein. Dann wirst du alle mei⸗ ne Sünden, Wie viel, wie groß ——— sie sind, verzeihn. Mein Leben hier, mein Lobgesang Im Himmel, Vater, sei dein Dank. Münter. Bußlied eines vieljährigen Sün⸗ ders unter den Folgen seiner Laster. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. 2 8 1 Endlich wachet mein Ge⸗; * wissen Aus dem lan⸗ gen Schlummer auf Und prüft, spät von Reu' zerrissen, Ernsthaft meines Lebens Lauf, Zeigt mir Thorheit und Verbrechen Und ruft drohend: Gott wird's rächen! Nichts als Unsinn zeigt es mir. Sünder, Sünder, wehe dir! 2. Was hab' ich seit so viel Jahren Von den Sünden für Ge⸗ nuß? Lauter Schrecken und Ge⸗ fahren, Seelenunruh' und Verdruß. Laster, Quellen meiner Schmerzen, Ihr lohnt mich mit Angst im Her⸗ zen. Zügellos lief ich euch nach. Run folgt Gram und Pein und Schmach. 3. Wo ist nun die Lust der Sünde, Die sie mir gewiß versprach? Wie verrauschte sie geschwinde Und ließ Graun und Ekel nach! Nunmehr, o ihr eiteln Freuden, Stürmen täglich neue Leiden Unvermeid⸗ lich auf mich zu, Und mich flieht des Lebens Ruh'. 4. Alles ist für mich verloren, Glück, Gesundheit, gut Gerücht. Mich verspotten jetzt die Thoren, Weiser Mitleid find' ich nicht. Leben mag ich nicht, nicht sterben. Unabsehliches Verderben Grenzt, o Sünde, nah mit dir. Was für Hoffnung bleibt nun mir? 5. Ich weiß, ewig werd ich leben, Ewig ist der Sünde Pein. Meinen Lohn wird Gott mir geben, Schrecklich wird mein Urteil sein. Ich verschmähte seine Liebe. Wenn nun ungestraft ich bliebe, Der ihm trotzt' ins Angesicht, So wär' er der Richter nicht. 6. Darf ich jetzt noch vor dich treten, Der du Sündern Strafen 15²2 Von der Buße und Bekehrung. schwörst? Vor dir weinen, zu dir beten? Hoffen, daß du mich er · hörst? Strenger Richter, mein Herz bebet, Aber deine Lieb' erhebet Den gesunknen Mut in mir Und er⸗ weckt Vertraun zu dir. 7. Wenn ich noch der Sünd' entsage, Noch sie fliehe, wie den Tod, Noch nach deinen Rechten frage, Ernstlich ehre dein Gebot, Wenn ich noch in deinem Sohne Dich anruf': O Vater, schone, Habe noch mit mir Geduld! So vergiebst du meine Schuld. 8. Hört es, Himmel. Erde, höre, Zeuget zwischen Gott und mir. Ewiger, vergieb! Ich schwöre Bei dem Tode Jesu dir Kindliche und stete Treue. Gott, erbarm dich, und befreie Von der Sünden Elend dich Bis ans Grab, Herr, fürcht' ich dich. Mänter und Unbekannter. Mel. Herr, nicht schicke deine Rache. 4 ndlich muß ich mich 282. Eentschließen, Angst⸗ voll fordert's mein Gewissen. Wie⸗ viel Jahre sind mir schon Ungenützt zum Heil entflohn! Will ich noch das Ziel ereilen, Darf ich mich nicht mehr verweilen. Ein ver⸗ lorner Augenblick Setzt mich nun schon weit zurück. 2. Gott, wie hab' ich dich er⸗ kennen Und mich doch bereden können. Glauben ohne Besserung Sei zur Seligkeit genung? Wußt' ich's nicht, die deinen Willen Wissen, aber nicht erfüllen, Die erkenn' einst im Gericht Jesus für die Seinen nicht? 3. Daß der Heiligen Vertreter Jenen sage: Missethäter. Weicht von mir! An meinem Heil Hat kein Knecht der Sünde Teil! Daß ihr Glaube ohne Früchte Sie nicht schütz' im Weltgerichte, Hatt' er das nicht selbst gelehrt? Hatt ich's nie von ihm gehört? 4. Dennoch lag ich ohne Kummer In der Lüste sanftem Schlummer Und verträumt' in Sicherheit Meine teure kurze Zeit. 7 I— Von der Buße Wollte ja durch seine Schrecken Mein Gewissen mich erwecken, Sprach ich Sünder: Jesu Tod Hat mich ausgesöhnt mit Gott! 5. Ich Betrogner! Ach, vergebens Ging die beste Zeit des Lebens Wie ein Pfeil vor mir dahin, Und noch bin ich, der ich bin! Zügellos sind meine Triebe, Uner⸗ wärmt mein Herz von Liebe Mei⸗ nes Gottes. O wie weit Steh' ich von der Seligkeit! 6. Eile, rette dich, o Seele. Fühle die Gefahr, verhehle Dir nicht län⸗ ger deine Schuld, Flehe Gott an um Geduld, Wirf dich reuig vor ihm nieder, Sündige hinfort nicht wieder, Jage nach der Heiligung, Bringe Frucht der Besserung. 7. Dann erst wirst du's recht empfinden, Daß für alle deine Sünden Jesus die Versöhnung ist, Und daß du begnadigt bist. Ohne wieder abzuweichen, Wirst du noch dein Ziel erreichen Und am Ende deiner Bahn Der Erlösten Kron' empfahn. Münter. Bußlied für junge Leute. Mel. Ich dank' dir, Gott, durch. ch, wieviel Böses 283. Awohnt in mir! Wer zählt, wie oft ich fehle? Ich fühl' es, Herr, und klag' es dir. O bessre meine Seele! 2. Ich wandle auf der Sünder Bahn Und bin m Guten träge. Herr, nimm dich meines Elends an Und lehr' mich deine Wege. 3. Verkehrt und eitel ist mein Sinn, Geneigt zu Jugendlüsten. O neige meine Seele hin Zur Freude wahrer Christen. 4. Mich reizt der Eitelkeiten Tand Mehr, als das Heil der Seelen. Herr, gieb mir Weisheit und Ver⸗ stand, Das beste Teil zu wählen. 5. Mein Gott, mein Gott, ge⸗ denke nicht Der Sünden meiner Jugend. Erinnre mich an meine Pflicht Und lehre mich die Tugend. 6. Mein Jesu, ach erbarme dich. Vergieb mir meine Sünden. Laß und Bekehrung. 153 mich, geheiliget durch dich, Einst deinen Himmel finden. Sturm. Bei einbrechenden göttlichen Strafgerichten. Mel. O Gott, du frommer Gott. 284 ott ist die Liebe selbst, Sein vä⸗ terlich Erbarmen Und seine Lang⸗ mut trägt Verschonungsvoll uns Armen. Doch wenn die Erde sich Empört und Lastern frönt, Ent⸗ brennt sein Eifer und Verzehrt den, der ihn höhnt. 2. Bereit auf seinen Wink Stehn fürchterliche Plagen. Erwacht sein Strafgericht, So müssen Völker zagen. Der Krieg geht blutig aus Und würgt auf sein Gebot, Die Pest verheert ein Land Und reißt schnell in den Tod. 3. Es zittert die Natur, Wenn sich der Höchste reget. Die Erde bebt, das Meer Wird schreckenvoll beweget, Wenn auf der Winde Flug Gott rächend daher geht, Und ganzer Völker Sünd' Vor seinem Antlitz steht. 4. Welch Ungewitter schnaubt Und braust daher von oben! O hört es, Sünder, hört, Wie seine Donner toben! Gott Zebaoth droht uns. Ach, laßt uns zu ihm gehn Und seinem Strafgericht Durch Buße widerstehn! 5. O schone, schone noch! Ver⸗ tilg' uns nicht als Feinde! Zu dir flehn wir, o Gott, Dem großen Menschenfreunde. Du dürstest nicht nach Blut, Nein, deine Vaterhand Stäupt nur zur Besserung Ein ungehorsam Land. 6. So ruchlos ist die Welt, Als ob kein Gott nicht wäre. Ihr Sünder, sollte er Nicht rächen seine Ehre, Wenn ihr die Unschuld plagt, Die Armen unterdrückt, Der Unzucht Sklaven seid Und euch mit Schande schmückt? 7. Der Allerheiligste, Den ganze Rotten schmähen, Soll eure Greuel stets Nur stumm und schweigend 154 Vom Glauben. sehen, Wenn ihr das Recht ver⸗ kauft, Der Witwen Ernte speist, Wenn's Laster schamlos geht Und nicht mehr Laster heißt? 8. Soll sich der große Gott, Vor dem sich Welten beugen, Nur gütig, nie gerecht, Nie sich als Richter zeigen? Die Erde soll das Lob Des Schöpfers predigen. Ihr schändet seine Welt Durch stetes Sündigen. 9. Sein Eifer ist entbrannt. Eilt ihm mit Buß' entgegen. Noch lässet sich sein Herz Zur Gnad' und Huld bewegen. Holt euch erst seine Rach' Auf Lasterwegen ein, Dann wird kein Helfer mehr Und keine Rettung sein. Uz und Rüster. Vom Gelauben. Mel. Es ist das Heil uns kommen. 285 Eꝰ ist das Heil uns — kommen her Aus Gottes freien Gnaden. Die Werke helfen nimmermehr, Der Bürd' uns zu entladen. Der Glaube sieht auf Jesum Christ, Der unser Mittler worden ist. Der hat uns Heil erworben. 2. Da man, waͤs das Gesetz ge⸗ bot, Nicht völlig konnt' erfüllen, Er⸗ schreckt' uns Zorn und große Not, Die niemand mochte stillen. Der Sünde Macht nahm immer zu, Nichts gab uns Sündern Trost und Ruh' Beim Fluche des Gesetzes. 3. Und doch mußt' es erfüllet sein, Sonst mußten wir verder⸗ ben. Drum stellt vor Gott sein Sohn sich ein. Als Mensch für uns zu sterben. Der hat es ganz für uns erfüllt, Damit den schweren Zorn gestillt, Des Last uns alle drückte. 4. Da es durch den erfüllet ist, Durch welchen wir genesen, So lern' und fasse wohl, o Christ, Des Glaubens rechtes Wesen. Der Glau⸗ be spricht: Du, Herr, bist mein, Dein Tod wird mir das Leben sein, Du hast für mich gebüßet. 5. So glaub' ich fest und zweifle nicht, Dein Wort wirst du nicht brechen. Wenn alle Welt die Treue bricht, Hältst du doch dein Ver⸗ sprechen. Wer glaubt an dich und wird getauft, Dem ist die Seligkeit erkauft, Der gehet nicht derloren. 6. Vor Gott gerecht sind die allein, Die dies von Herzen gläu⸗ ben. Die Werke sind des Glaubens Schein, Ohn' den wird er nicht bleiben. Er lehrt in Gottes Wil⸗ len ruhn, Er lehrt dem Nächsten Gutes thun,, Geduld und Sanft⸗ mut üben. 7. Schlägt das Gesetz den Eigen⸗ ruhm Durch seinen Fluch danieder, Gleich eilt das Evangelium Und stärkt den Sünder wieder. Dies spricht: Kommt nur zum Kreuz herzu, Denn das Gesetz giebt keine Ruh' Mit allen seinen Werken! 8. Die Werke kommen allzeit her Aus einem rechten Glauben, Weil das kein rechter Glaube wär', Wenn man ihm die wollt' rauben. Von Schuld macht nur der Glaube los, Die Werke dienen andern bloß, Den Glauben dran zu merken. 9. Der Glaub' ergreifet Jesum Christ, Sein Kreuz, Verdienst und Sterben, Dadurch uns nun erwor⸗ ben ist, Was keiner konnt' erwer⸗ ben. Die eigene Gerechtigkeit Thut nichts dabei, ist wie ein Kleid, Das durch und durch beflecket. 10. Doch wenn man durch den Glauben nun Gerechtigkeit em⸗ pfangen, Muß man auch rechte Werke thun Und fest am Guten hangen, Da, wer gottloses Wesen treibt, Im Glauben nicht be⸗ ständig bleibt, Ihn durch die That verleugnet. 11. Wer bei Gott Gnad'erlanget hat, Muß ihn vor Augen haben, die läu⸗ bens licht Wil⸗ sten inft · gen⸗ der, Und Dies reuz einẽ ken! her Veil enn Bon los, loß, — sum und vor; ver hut eid, den em⸗· chte iten esen be · hat iget hen, Vom Glauben. 155 Daß er bei ihm sucht Hilf' und Rat, Ihm dankt für alle Gaben, In seiner Furcht freiwillig lebt, Des Fleisches Lüsten widerstrebt: Dies ist der Weg zum Leben. 12. Wer aber sicher gehet hin, Thut, was ihm nur beliebet, Lebt fort nach seines Herzens Sinn, Den Lüsten sich ergiebet, Ruft Gott nicht an daß er ihn führt, Mit seinem Geist ihn stets regiert: Der läuft den Weg zur Hölle. 13. Den meidet jeder, der recht gläubt, Bewahrt, was ihm ge⸗ geben, Sieht zu, daß er das Fleisch betäubt, Sehnt sich nach je⸗ nem Leben, Dient seinem Rächsten, ehrt und preist In Christo Gott mit stillem Geist, Es geh' ihm, wie es wolle. 14. Die Hoffnung wartet still der Zeit Nach göttlicher Zusage, Be⸗ stimmt zur Hilf' in unserm Leid Dem Höchsten nicht die Tage. Er weiß wohl, wenn's am besten ist, Er, der die Seinen nie vergißt Und will, daß wir ihm trauen. 15. Verbirgt er je sein Ange⸗ sicht, Das laß dich nicht erschrecken. Selbst, wenn er schon dein Joch zer · bricht, Will er's oft nicht entdecken. Sein Wort laß dir gewisser sein, Und ängstigt dich des Zweifels Pein, So laß dir doch nicht grauen. 16. Von allen Zungen sei gepreist Um dieser Gutthat willen, Gott, Vater, Sohn und heilger Geist! Du selber wollst erfüllen Dein in uns angefangnes Werk, Zu Ehren dei⸗ ner Größ' und Stärk'. Dein Name werde heilig. 17. Dein Reich komm' daß dein Wille mag, Wie droben, hier ge⸗ schehen. Gieb unser Brot uns jeden Tag. Verzeih' uns die Vergehen, Als wir den Schuldigern verzeihn. Versuchung laß fern von uns sein. Hilf uns vom Bösen. Amen. Speratus und Zollikofer. Mel. O Gott, du frommer Gott. 286 Serr, ohne Glauben „ kann Kein Mensch vor dir bestehen. Drum wend' ich mich zu dir Mit demutsvollem Flehen: O zünde selbst in mir Den wahren Glauben an, Weil ich durch meine Krast Ihn mir nicht geben kann. 2. Dein Dasein laß mich, Gott, Mit Überzeugung glauben. Nichts müsse mir das Wort Aus meinem Herzen rauben, Daß du dem, der dich sucht, Stets ein Vergelter seist Und hier und ewig ihn Mit dei⸗ nem Heil erfreust. 3. Wahrhaftig ist dein Wort, Laß mich ihm völlig trauen. Nie wanket deine Treu, Laß mich darauf stets bauen. Gieb, daß ich dir im Glück Und Unglück stets getreu Und dem, was du gebeutst, Von Herzen folgsam sei. 4. Laß mich, mein Jesu, Gih Im Glauben recht erkennen, Dich meinen Herrn und Gott Mit gan⸗ zer Seele nennen. Laß mich im Glauben thun, Was mich dein Wort Dat Ai Daß dich Herz, Mund und That Als meinen Heiland ehrt. 5. Dein göttliches Verdienst Sei mir, o Herr, stets teuer. Es fülle mich mit Trost, Es mache mich stets freier Vom eiteln Lasterdienst, Es stärke mich mit Kraft Zu dei⸗ nes Namens Ruhm In meiner Pilgrimschaft. 6. Wie selig leb' ich dann Im Glauben schon auf Erden! Wie herrlich wird mein Teil Dereinst im Himmel werden! Dann schau' ich, was ich hier Geglaubt, in ewger Ruh'. O stärk' im Glauben mich, Gott meines Heils, dazu. Busch und Diterich. Mel. Jesu, meine Freude. 287 Wie getrost und hei⸗ * ter, Du Gebenedei · ter, Machst du meinen Geist! Der du, die dir trauen, Führst zu grü⸗ nen Auen Und so gern erfreust! Niemals wird Bei dir, o Hirt Und Beruhiger der Seelen, Mir Erquickung fehlen. 2. Deinem Rat ergeben, Freu' ich mich zu leben. Was du willst 156 Vom Glauben. ist gut. Nichts an Schwa⸗; cher, Du, mein eligmacher, Rüstest mich mit Mut. Wenn die Welt Erbebt und fällt, Wenn Gericht und Hölle schrecken, Willst du mich bedecken. 3. Ich kann ohne Grauen Grä⸗ ber vor mir schauen. Mein Er⸗ löser lebt! Ich weiß, wem ich glaube, Weiß, daß aus dem Staube Mich sein Arm erhebt. Todestag, Dein Schrecken mag Eines Frevlers Herz erschüttern. Was brauch' ich zu zittern? 4. Auch in mir ist Sünde, Doch ich überwinde Sie, mein Hort, durch dich. Sink' ich oft noch nieder, Du erhebst mich wie⸗ der, Du begnadigst mich. Deine Huld Tilgt meine Schuld. Nie entziehst du deinem Knechte Der Erlösten Rechte. 5. Daß ich Gott erkenne Und ihn Vater nenne Und mich ewi sein, Daß ich noch am Grabe Trost und Hoffnung habe, Dank' ich dir allein. Daß dein Geist Mich unter⸗ weist Und mich führt auf deinem Pfade, Das ist deine Gnade. 6. Der du Blut und Leben Hin für mich gegeben, Daß in meiner Not Ich nicht hilflos bliebe, Groß ist deine Liebe, Stärker als der Tod. Herr, und ich, Ich sollte mich Deiner Huld nicht dankbar freuen? Dir mein Herz nicht weihen? 7. Würdig dir zu leben, Dies sei mein Bestreben, Meine Lust und Pflicht. Was die Welt ver⸗ gnüget, O mein Heil, das gnüget Meiner Seele nicht. Hab' ich dich, Wie gern will ich Das, wonach die Sünder trachten, Reich in dir, verachten. 8. Macht ein Gut der Erde, Daß ich glücklich werde? Giebt's Zufriedenheit? Sind nicht auch die Ehren, Die die Welt bethören, Traum und Eitelkeit? Du erfreust Des Menschen Geist. Herr du willst, die dich verehren, Ewig wieder ehren. 9. Deinen hohen Frieden Schmec ich schon hienieden. Und was hoff' ich dort? UnbegrenzteZeiten Voller Seligkeiten Hoff' ich auf dein Wort. Sie sind mein Durch dich allein. Bleib' ich dir getreu im Glauben, Wer kann sie mir rauben? 10. Voll von deiner Güte Lob⸗ singt mein Gemüte, Gott, mein Heiland, dir. Dieser Geist der Freuden Stärke mich im Leiden, Weiche nie von mir. Laß mich so Beherzt und froh Einst durchs Thal des Todes dringen, Dort dein Lob zu singen. Neander. Mel. Wer nur den lieben Gott. 288 Och habe nun den Grund Agefunden, Der meine Hoffnung ewig hält. Wo anders, als in Jesu Wunden? Da lag er vor der Zeit der Welt, Ein Grund, der unbeweglich steht. Wenn Erd' und Himmel untergeht. 2. Es ist das ewige Erbarmen, Das alles Denken übersteigt, Es sind die offnen Liebesarmen Des, der sich zu dem Sünder neigt. Er geht nicht mit uns ins Gericht Und will den Tod des Sünders nicht. 3. Wir sollen nicht verloren werden, Gott will, uns soll gehol⸗ fen sein. Deswegen kam sein Sohn auf Erden Und nahm den Him⸗ mel siegreich ein. Nun ruft sein Wort und Geist uns zu: Kommt her zu mir, bei mir ist Ruh'! 4. O Abgrund, welcher unsre Sünden Durch Christi Tod ver⸗ schlungen hat! Das heißt, die Wunden recht verbinden, Da findet kein Verdammen statt, Weil Christi Blut beständig schreit: Barmherzig⸗ keit, Barmherzigkeit! 5. Darein will ich mich gläubig senken, Dem will ich mich getrost vertraun, Und wenn mich meine Sünden kränken, Nur bald nach Gottes Herzen schaun. Da findet sich zu aller Zeit Unendliche Barmherzigkeit. 6. Wird alles andre mir ent⸗ rissen, Was Leib und Seel' er S ho Voller Wort. allein. zuben, Lob⸗ mein st der eiden, lich so durchs Dort der. tt. 5rund meine nders, lag er rund, Erd' rmen, Vom Glauben. 15⁷ quicken dann, Muß ich des Lebens Freuden missen Und uimmt kein Freund sich meiner an, Scheint die Errettung noch so weit. Mir bleibet doch Barmherzigkeit. 7. Muß ich selbst an den besten Werken, Die ich in dieser Welt gethan, Viel Unvollkommenheit bemerken, Dies treibt mich zwar zur Demut an, Doch ist mir auch der Trost bereit: Ich hoffe auf Barmherzigkeit. 8. Es gehe nur nach dessen Wil⸗ len, Bei dem soviel Erbarmen ist. Er wird gewiß sein Wort erfüllen, Er, der die Seinen nie vergißt. Sie währet ja in Ewigkeit, Die göttliche Barmherzigkeit. 9. Auf diesen Grund will ich stets bauen, So lang' ich hier auf Erden bin. Der Gnade Gottes will ich trauen, Fällt alles andre gleich dahin. So sing' ich einst nach dieser Zeit: O Abgrund der Barm⸗ herzigkeit. Rothe. Mel. Allein uj dich aa dlein Chrlist. 0 uf dich allein, Herr 289. A Jesu Christ, Soll mein Vertraun sich gründen, Auf dich, der du mein Heiland bist. Sonst ist kein Heil zu finden. Es ist kein Retter außer dir, Kein Mensch, kein Engel, welcher mir Aus meinen Nöten helfen kann. Dich ruf' ich an, Du bist's, der helfen will und kann. 2. Erlöser, meine Schuld ist groß, Sie reuet mich von Herzen. Erbarme dich und sprich mich los Durch deines Todes Schmerzen. Weil du für mich genuggethan, Nimmt Gott auch mich zu Gnaden an. So bin ich los der Sünden⸗ last. Mein Glaub' umfaßt Dich, der du sie getragen hast. 3. Hilf, daß ich meines Glaubens Kraft Durch wahre Lieb' erweise, Ja, mache du mich tugendhaft Zu deines Namens Preise. Sei mir in meiner Prüfungszeit Ein Helfer voll Barmherzigkeit, Und naht die letzte Stunde sich, Dann zeige dich In deiner Gnad' und rette mich. Schnesing und Neander. Mel. Herzlich lieb hab' ich dich, o Herr. 0 or dir, Herr Jesu, 290. V steh' ich hier, Mein Herz sehnt sich nach Trost bei dir. Was darf ich Armer sagen? Ach, groß ist meine Missethat, Doch, Mittler, deine Huld und Gnad Läßt Sünder nicht verzagen. Herr Jesu, dein Verdienst allein Macht mich von allen Sünden rein, Wenn ich in wahrer Reu' und Buß' An dich glaub' und dir fall' zu Fuß. Herr Jesu Christ, Ich glaub' an dich, ich traue dir, Ich will mich bessern. Hilf du mir. Unbekannter. Mel. Herzlich lieb hab' ich dich, o Herr. 91 Och komme, Friedens⸗ —** fürst, zu dir. Erbar⸗ mend rufst du ja auch mir, Den Frieden zu empfangen. Der Sün⸗ den Last ist mir zu schwer. O laß mein Herz von Trost nicht leer Laß es die Ruh' erlangen, Die du. dem tief gebeugten Geist, Der zu dir fliehet, selbst verheißt. Wer tröstet mich, als du allein? Wer macht mein Herz von Sünden rein? Herr Jesu Christ, Mein Trost und icht!:: Verwirf, verwirf du mich doch nicht. 2. Anbetend steh' ich, Herr, vor dir. Dein Antlitz neige du zu mir Und sei mir Sünder gnädig. Wenn mein Vergehn um Rache schreit, So mache aus Barmherzigkeit Mich aller Strafe ledig. Der du am Kreuz gelitten hast, Du trugest ja auch meine Last, Als du zum Heil der Sünder starbst Und ihnen Gottes Huld erwarbst. Herr Jesu Christ, Mein Herr und Gott! ½ Erlöse mich durch deinen Tod. 3. Du, du bist meine Zuversicht. Durch dich entflieh' ich dem Gericht, Dem schweren Lohn der Sünden. Durch dich kann ich dem Fluch ent⸗ gehn Und mich mit Gott vereinigt sehn Und ewges Leben finden. Dein Tod ist der Verlornen Heil, Gieb mir an seinem Segen teil. Er sei auch mir Beruhigung Und meines Lebens Heiligung. Herr —— ....—— 1⁵ Vom Glauben. Jesu Christ, Ich hoff auf dich! In dieser Hoffnung stärke mich. 4. Mein ganzes Leben preise dich. Erlöst, mein Mittler, hast du mich, Dein Eigentum zu werden. Wenn ich dein bin, so fehlt mir nichts, Nichts einst am Tage des Gerichts, Nichts hier auf dieser Erden. Auf dieser Bahn zum Vaterland Entzieh' mir niemals deine Hand, Zu deinem Dienste stärke mich Und laß mich siegen einst durch dich. Herr Jesu Christ, Mein Herr und Gott! Ein Leben sei mir einst der Tod. Freylinghausen, Sturm u. Diterich. Um Stärkung des Glaubens. Mel. O Gott, du frommer Gott. 0 err, allerhöchster Gott, 292. H Von dem wir alle Gaben Und, was uns nützlich ist, Durch Flehn und Bitten haben. O sieh erbarmend mich In meiner Schwachheir an, Weil ich so, wie ich will, Dir nicht vertrauen kann. 2. Ich glaube zwar an dich, Doch nur mit schwachem Glauben. Oft will die Zweifelsucht Mir alle Hoffnung rauben. Wer macht das Herz gewiß, Als du, o Herr, allein? Laß deine Hilfe doch Von mir nicht ferne sein. 3. O reiche du mir selbst Aus Gnaden deine Hände. Hilf meiner Schwachheit auf, Daß mich nichts von dir wende. Ist schon, dem Senfkorn gleich, Mein Glaube noch sehr klein, So laß ihn doch bei mir In stetem Wachstum sein. 4. Gieb, daß die Zuversicht In meinem Geist sich mehre, Daß du mein Vater seist, Und ich dir an⸗ dir ver⸗ Daß alle meine Schuld Von ir vergeben sei, Damit mein Herz sich dein' Als seines Gottes freu'. 5. Mach diese Zuversicht In mir, o Gott, so kräftig, Daß ich mein lebenlang In deinem Dienst geschäf⸗ tig Und sters beflissen sei, Zu thun, was dir gefällt. So hab' ich, Gott, in dir Den Himmel auf der Welt. 6. Mein Heiland, der du einst Für deine Jünger batest Und, wenn sie wanketen, Beim Vater sie vertratest, O unterstütz' auch jetzt Mein sehnliches Gebet Und schenke Glaubenskraft Dem, der dich darum fleht. 7. In deiner Mittlerhand Ist Heil und aller Segen. Herr, unter⸗ stütze mich Auf allen meinen Wegen, Daß ich des Glaubens Ziel, Der Seelen Seligkeit, Erlange und dich preis' In alle Ewigkeit. Unbekannter und Diterich. Der an Jesu festhaltende Glaube. Mel. Jesus, meine Zuversicht. einen Jesum laß ich 293. M nicht, Da er sich für mich gegeben. Sollt' ich nicht aus Dank und Pflicht An ihm hangen und ihm leben? Er ist meines Lebens Licht. Meinen Jesum laß ich nicht. 2. Jesus bleibt mein Teil und Ruhm Bis an meines Lebens Ende. Ihm geb' ich zum Eigen⸗ tum Ganz mich hin in seine Hände. Er ist meine Zuversicht. Meinen Jesum laß ich nicht. 3. Wenn mein Auge schon ver⸗ lischt. Wang' und Lippen sich ent⸗ färben, Mich kein Labsal mehr erfrischt, Alle Sinne mir ersterben Und das matte Herz nun bricht, Laß ich meinen Jesum nicht. 4. Dort auch laß ich Jesum nie, Hange stets an seinen Blicken, Denn nach dieses Lebens Müh' Leuchtet dort, mich zu erquicken, Ewig mir sein Angesicht. Meinen Jesum laß ich nicht. 5. Weder Welt noch Freude ist's, Was mein sehnend Herz begehret. Du allein, mein Jesu, bist's, Denn für mich mit Fluch beschweret, Wandtest du Zorn und Gericht. Dich, mein Jesu, laß ich nicht. 6. Dich, mein Jesu, halt' ich fest, Lasse nichts von dir mich scheiden. Weh' euch, die ihr sein vergeßt, Ihr beraubt euch ewger Freuden! Selig aber, der da spricht: Meinen Jesum laß ich nicht! Keymann u.Schlegel. d Ist unter⸗ leinen 3 Ziel, e und ich. aube. t. üß ich r sich nicht ihm Er ist einen und ebens igen⸗ ände. einen bver⸗· ent · mehr erben richt, ůesum icken, Müh' icken einen ist's, hret. Denn Vom Glauben. 159 Getroster Mut eines im Glauben befestigten Christen. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 560 st Gott für mich, so 294. Vtrete Gleich alles wider mich. So oft ich ruf' und bete, Zeigt er mit Hilfe sich. Hab' ich nur ihn zum Freunde, Ist er mein Helfer, Gott, Was kann mir thun der Feinde Und Widersacher Spott? 2. Nun weiß und glaub ich feste, Ich weiß es als ein Christ. Daß Gott, der Höchst' und Beste, Mein Freund und Vater ist, Daß er zu allen Zeiten Mir seine Hände reicht, Im Kampfe mir hilft streiten, In Not von mir nicht weicht. 3. Der Grund, drauf ich mich gründe, Ist Christus und sein Blut. In ihm ist's, daß ich finde Das wahre ewge Gut. An mir und meinem Leben Ist nichts, das mir gehört. Was Christus mir gegeben, Ist nur der Liebe wert. 4. Er ist mein Ruhm und Ehre, Er ist mir Glanz und Licht. Wenn er nicht bei mir wäre, So käm' ich ins Gericht. Und wie wollt' ich bestehen, Ach ich, der Sünde Knecht? Läßt Gott sich gütig sehen, So ist er auch gerecht. 5. Doch meiner Sünden Schmer⸗ en Nahm Jesus selbst auf sich. r gab dem kranken Herzen Die Ruh und heilte mich. Ich darf mich seiner freuen Mit unerschrock⸗ nem Mut Und kein Gericht mehr scheuen, Gereinigt durch sein Blut. 6. Nichts, nichts kann mich ver⸗ dammen, Nicht Welt und Himmel nicht, Nicht Höll' und ihre Flam⸗ men, Nicht jenes Strafgericht. Mir ist das Heil erworben Und meine Schuld gebüßt, Da er für mich gestorben Und auferstanden ist. 7. Sein Geist spricht meinem Geiste Manch süßes Trostwort zu, Wie Gott dem Hilfe leiste, Der bei ihm suchet Ruh', Und wie er hab' erbauet Ein' edle neue Stadt, Wo Aug' und Herz einst schauet, Was es geglanbet dat. 8. Da ist mein Teil und Erbe, Ich steh' voll Zuversicht. Wenn ich gleich fall' und sterbe, Fällt doch mein Himmel nicht, Und muß ich auch mit Zähren Oft meinen Weg bestreun. Dort ernt' ich ohn' Auf⸗ hören Die Frucht des Friedens ein. 9. Was kann mich jemals schei⸗ den Von deiner Lieb', o Gott? Verfolgung? Trübsal? Leiden? Schwert? Hunger? Blöße? Tod? Nichts, nichts! Ich überwinde In dem, der mich geliebt Und sich für aioht, Sünde Zum Opfer selber giebt. 10. Nichts, was wir hier er⸗ heben, Nicht Engel, Fürstentum, Nicht dies noch jenes Leben, Nicht Macht, Gewalt und Ruhm, Nichts, was wir denken können, Soll mich (dies weiß der Christ) Von Gottes Liebe trennen, Die da in Christo ist. Gerhardt und Sollikofer. Glaubensfreudigkeit. Mel. Schwing' dich auf zu delnem. 295 Deneh Gottes freue — dich, Dank' ihm, meine Seele. Sorget er nicht vä⸗ terlich, Daß kein Gut dir fehle? Schützt dich seine Vorsicht nicht, Wenn Gefahren dräuen? Ist's nicht Wollust, ist's nicht Pflicht, Seiner dich zu freuen? 2. Ja, mein Gott, ich hab' in dir, Was mein Herz begehret, Meinen Vater, der mich hier War⸗ tet und ernähret, Der mich durch sein göttlich Wort Hier zum Guten lenket Und mit Himmelswonne dort Meine Seele tränket. 3. Wenn ich ernstlich dein Gebot Und mit Freuden übe, Wenn ich kindlich dich, mein Gott, Fürcht' und ehr' und liebe, O wie ist mir dann so wohl! Wie ist mein Ge⸗ müte Seliger Empfindung voll, Voll von deiner Güte! 4. Dann darf ich mit Zuversicht Nach dem Himmel blicken. Meine Leiden fühl' ich nicht, Wie sie mich auch drücken. Hoffnung und Zu⸗ friedenheit Wohnen mir im Herzen, 160 Vom Glauben. Trösten und erhöhn mich weit Über alle Schmerzen. 5. Du bist mein! So jauchz' ich dann. Wer ist, der mir schade? Heil mir, daß ich's rühmen kann: Mein ist deine Gnade! Dir ist meine Wohlfahrt wert, Du gabst mir mein Leben, Wirst auch, was mein Leben nährt Und erfreut, mir geben. 6. Jesus ist nach deinem Rat In die Welt gekommen. Alle meine Missethat Hat er weggenommen. Ihm vertrau', ihn bet' ich an, Glaub' an seine Leiden, Und die Macht der Sünde kann Mich von dir nicht scheiden. 7. Dich, du Trost der Sterblich⸗ keit, Heil des bessern Lebens, Himmlische Vollkommenheit Such' ich nicht vergebens. Wenn mein Lauf vollendet ist Und vollbracht mein Leiden, Ruft mein Mittler Jesus Christ Mich zu deinen Freuden. 8. Meine Freud' in dir, mein Gott, Wird dann ewig währen. Noch so furchtbar sei der Tod, Er kann sie nicht stören. Willig werd' ich mein Gebein Der Verwesung geben. Herr, dein Tag bricht bald herein, it ihm neues Leben. 9. Gieb' mir, Gott, so lang' ich hier Auf der Erde walle, Das Bewußtsein, daß ich dir Als dein Kind gefalle. Diese sanfte Freudig⸗ keit, Die ich zu dir habe, Sei mein Heil zu dieser Zeit Und mein Trost am Grabe. 10. Laß die Lust der Sünde nie Dieses Heil mir rauben. Rüste selbst mich wider sie Mit Vernunft und Glauben. Gieb mir deinen Geist, der mich Und mein Thun regiere, Daß ich mein Vertraun auf dich Ewig nicht verliere. Münter. Beständigkeit im Glauben. Mel. Kommt her zu mir, spricht. 296 Och weiß und bin's ge⸗ A wiß, daß ich Erlöst bin, Gottessohn, durch dich Von eller meiner Sünde. Gelobt sei Gott, ich bin's gewiß! Hilf, o Er⸗ retter, daß ich dies Bis an mein End' empfinde. 2. In dieser lasterhaften Zeit Des Leichtsinns und der Sicherheit Wach' über meinen Glauben. Du Menschenhüter, wache du, Daß keine Zweifel meine Ruh' Und meinen Trost mir rauben. 3. Den Spott der Frevler über dich Und deinen Tod am Kreuz laß mich, Wie er's verdient, verachten. Mit desto srärkerer Begier Laß meine Seele, Gott, nach dir Und deinem Reiche trachten. 4. Wenn mir die Welt Gelegen⸗ heit Zur Sünde giebt, zur Eitel⸗ keit Und zu verbotner Freude, So dämpfe du in meiner Brust Die angeborne böse Lust, Daß ich sie standhaft meide. 5. Ich möchte sonst, durch sie verführt, Die Sünde, die den Tod gebiert, Mich übereilen lassen, Mich dann aus Sündenlust bemühn, Vom Glauben abzugehn und ihn So wie die Welt, zu hassen. 6. Wenn meine Freudigkeit zu dir, Mein Glaub' und meine Hoff⸗ nung mir, O Gott entrissen würde, So würde nichts mich mehr erfreun, Verhaßt mir selbst dein Wohlthun sein, Mein Leben eine Bürde. 7. Nach deinem Himmel würd' ich nicht, Mit Freud' und Trost im Angesicht, Mit Seelenwollust sehen. Ich würde den Gedanken fliehn, Daß ich einst auch gehofft, für ihn Vom Tod hervorzugehen. 8. Der Hölle Schrecken würden mich, Der ich von meinem Glauben wich, Gott, fürchterlich ergreifen, Schwer auf mir liegen, Angst und Schmerz Und Furcht in mein ver. wundet Herz Mit jedem Tage häufen. 9. Der du für meine Sünden starbst Und Hoffnung mir und Trost erwarbst, Laß mich so tief nicht fallen. Erhalt' mir meines Glaubens Ruh' Und meinen Wandel lenke du Nach deinem Wohlgefallen. Münter. SHW⁷MMGe. SREE Vom Glauben. 161 Mel. Du, o schnödes Weltgebäude. tärke, denn oft will 297. S er wanken, Meinen Glauben, Gott, an dich. O wie wird mein Herz dir danken! Wie frohlocken! Höre mich. Laß mich nicht an dir verzagen. Immer kühnre Bitten wagen. Sinkt mein schwacher Glaube hin, Richt' ihn auf und stärke ihn. 2. Wollen Zweifel sich erheben, Blendet mich des Irrtums Schein, O so laß mein Herz nicht beben, Den Verstand nicht dunkel sein. Zeige du dein Licht mir wieder, Ströme Glauben auf mich nieder. Deiner Wahrheit heller Glanz Der entwölke sich mir ganz. 3. Nur auf dein Wort, nicht auf Lehren Schwacher Menschen, laß mich sehn. Deine Stimme laß mich hören, Deine Stimme recht verstehn. Mehr, als Zeugnis aller Welten, Laß mir, Gott, dein Zeugnis gelten. Richte meinen ganzen Sinn Nur auf deine Wahr⸗ heit hin. 4. Echten Glauben schenk' vor allen Andern Gaben, Vater, mir. Wem er fehlt, muß dir mißfallen, Wer ihn hat, ist eins mit dir. Er Belebe meine Triebe, Sei der Stab, die Hand der Liebe. Er besiege, wie ein Held, Durch mich Satan, Fleisch und Welt. 5. Glauben, als wenn ich dich sähe, Flöße mir, mein Heiland, ein. Im Gefühl von deiner Nähe Laß mein Herz sich täglich freun. Jesus, willst du dich nicht zei⸗ gen? Hörst du nicht? Wie kannst du schweigen? Gieb mir Glauben, mich dich Meinem Geist und stärke mich. 6. Unaussprechlich schwach und flüchtig Ist mein tief verdorbnes Herz. Heut' ist mir die Tugend Morgen mir die Sünd' Ach, wär' nur mein Glaube fester! Stärk' ihn, mehr' ihn, Allerbester. Jesus, eile, stärk' ihn du. Ach, sonst find' ich keine Ruh'! Cavater. Kampf des Glaubens. Mel. Es woll' uns Gott genädig. Ihr Mitgenossen, auf 298. N zum Streit, Damit uns Gott belohne! Es gilt das Reich der Herrlichkeit, Der Über⸗ winder Krone. Der Weichende wird nicht gekrönt. Wie hat der Herr gestritten! Der Herr, der uns mit Gott versöhnt, Als er den Tod ge⸗ litten, Am Olberg und am Kreuze. 2. Miterben, haltet an und seht Empor zum großen Lohne. Denn nur durch unsre Feinde geht Der Weg zu jener Krone. Ob tausend auch zur Rechten euch, Zur Linken tausend sänken, So sinkt doch nicht, den Schwachen gleich. Wird Gott sein Reich uns schenken, Wenn wir im Streit erliegen? 3. Zwar groß ist unsers Kampfs Gefahr, Doch laßt uns ihre Schrek⸗ ken Nicht größer machen. Wunder⸗ bar Wird Gottes Schutz uns decken. Er stärkt, der mächtig stärken kann Wenn wir um Hilfe flehen. Er reicht den Harnisch. Zieht ihn an! So könnt ihr mutig stehen Und freudig überwinden. 4. Wer überwindet, soll den Tod, Den ewgen Tod nicht sehen. Ver⸗ ging' er auch in seiner Not, Dort wird er nicht vergehen. Nach dieses Lebens kurzem Streit, Nach seinen kurzen Leiden Wird ihn der Un⸗ schuld weißes Kleid, Gerechtigkeit, bekleiden, Hell durch das Blut des Lammes. 5. Ach Hüter, ist die der E schier hin, Die dunkle Nacht der Erden? Wenn ich einst Überwinder bin, Laß mich's, mein Hüter, werden!) Wenn ich einst Überwinder bin, So seh) ich meinen Namen Im Lebensbuch. Du führst mich hin, Voklender, Mittler, Amen, Zu deines Vaters Throne. Wie säumt's, wie säumt's? O lange Nacht! Bis Berg und Hügel fallen? O Hüter, bis dein Tag erwacht Und uns Posaunen schallen! Wer überwindet, der wird — 162 Vom Glauben. sein Mit Gottes Sohn ein Erbe. O Gottes Sohn, laß du mich sein Der Hoffnung, wenn ich sterbe, Und dann sei ihr Vollender! ÄAlopstock. Sieg des Glaubens. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 299 Ade streiten, über⸗ winden Muß, wer nach der Krone ringt. Ernstvoll ist der Kampf der Sünden, Und der Heilige nur singt An dem Ziele Siegeslieder. Er nur schaut mit Wonne nieder Auf des heißen Streits Gefahr, In der seine Seele war. 2. Jesus Christus, überwunden Haben deine Märtyrer. Banger waren jene Stunden Ihres Kampfs. Sie stritten mehr, Als ich jemals streiten werde. Denn dein Heilig⸗ tum, die Erde, Die erlöste Erde ruht, Trieft nicht mehr von Men · schenblut. 3. Überwunden, überwunden Hast du, 8 un der Herrlichkeit. To⸗ desschweiß und Blut und Wunden, Ewger Tod, das war dein Streit. Ganz hast du den Kelch getrunken, Aber ohne Mut versunken Unterm ewigen Gericht Bist du, großer Mittler, nicht. 4. Wer kann sein Geheimnis fassen? Wer, wie hoch er sich auch schwang? Gott, sein Gott, hatt' ihn verlassen. Als er mit dem Tode rang. Dennoch war Triumph sein Ende. Eil', mein Geist, in Gottes Hände! Rief er, rief schon in der Nacht Seines Tods: Es ist vollbracht! 5. Was sind meine kurzen Leiden Gegen die, die Christus litt? Und was gegen jene Freuden, Die mir Christi Tod erstritt? Und doch folg' ich dir mit Beben? Durchzudrin⸗ gen in dein Leben Gieb mir, der du für mich strittst, Für mich un⸗ aussprechlich littst. Rlopstock. Thätiges Bekenntnis des Glau⸗ bens. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 300 er, Gott, dein Wort — nicht hält und spricht: Ich kenne Gott! der lüget. In solchem ist die Wahrheit nicht, Die durch den Glauben sieget. Wer aber dein Wort glaubt und hält, Der ist von dir, nicht von der Welt, Und dieser nur wird selig. 2. Der Glaube, den dein Wort erzeugt, Muß auch die Liebe zeu. gen. Je höher mein' Erkenntnis steigt, Je mehr wird diese steigen. Der Glaub' erleuchtet nicht allein, Er stärkt das Herz und macht es rein, Er macht das Leben heilig. 3. Durch Jesum rein von Misse⸗ that, Sind wir, Gott, eine Kinder. Wer solche Hoffnung zu dir hat, Der flieht den Rat der Sünder, Folgt Christi Beispiel als ein Christ Und reinigt sich, wie er rein ist. Von allen bösen Lüsten. 4. Dann bin ich dir, Gott, an⸗ genehm, Wenn ich Gehorsam übe. Wer deinen Willen thut, in dem Ist wahrlich deine Liebe. Ein täg⸗ lich thätig Christentum, Das ist des Glaubens Frucht und Ruhm Und sein Beweis und Siegel. 5. Der bleibt in dir und du in ihm, Wer in der Liebe bleibet. Die Lieb' ist's, die die Seraphim Dir, Herr, zu folgen treibet. Du bist die Lieb', an deinem Heil Hat ohne Liebe niemand teil. Herr, schenk' uns solchen Glauben. Gellert. Vom heiligen Leben und Wandel überhaupt. Notwendigkeit eines frommen Lebens Mel. An Wasserflüssen Babylon. 301 Wo hilft es mir, ein 5 Christ zu sein, Wenn ich nicht christlich lebe Und heilig. fromm, gerecht und rein Zu wan⸗ deln mich bestrebe? Wenn ich dem seligen Beruf, Zu welchem mich mein Gott erschuf, Nicht würdig IIIII Vom heiligen Leben und Wandel überhaupt. 163 mich beweise, Und den, der mich erlöset hat, In Worten bloß, nicht durchdie That Undgute Werkepreise? 2. Was hilft der Glaub' an Jesum Christ, Den ich im Munde führe, Wenn nicht mein Herz rechtschaffen ist Und ich die Frucht verliere? Wenn mich die Eitelkeit der Welt Mit ihrer Lust gefangen hält, Ich ihre Fesseln liebe Und, fühlbar für der Sünde Reiz, Zorn, Hochmut, Fleischeslüste, Geiz In Werk und Thaten übe? 3. Weit strafenswürdger bin ich dann, Ich, der ich Christum kenne, Weiß, was er einst für mich ge⸗ than, Ihn Herr und Meister nenne, Als der, der in der Finster⸗ nis Des Irrtums tappt, noch un⸗ gewiß, Ob er auch richtig wandle. Drum ließ der Herr ein Vorbild hier In seinem Weg und Zeugnis mir, Damit ich danach handle. 4. Und ach, wo find' ich Trost und Ruh', Wenn mich die Leiden drücken Und mein Gewissen tritt herzu, Die Schuld mir vorzurücken? Wo find' ich Trost in jener Not, Kommt hier der schauervolle Tod, Mein Grab mir aufzudecken, Und meine Sünden lagern sich Umher, gewaffnet wider mich Mit einer Hölle Schrecken? 5. Weh' mir, was hilft es mir einst dort, Erweckt aus meinem Grabe, Daß ich an Christum und sein Wort Zum Schein geglaubet habe, Wenn keine fromme gute That Mein Leben hier bezeichnet hat, Den Glauben zu bestärken? Denn meine ganze Seligkeit Wirkt Glaube und Rechtschaffenheit, Der Glaub' in guten Werken. 6. Gott, dieser Hoffnung wert zu sein, Hilf, daß ich christlich lebe Und vor dir heilig, fromm und rein Zu wandeln mich bestrebe. Gieb mir Erkenntnis, Kraft und Mut, Damit ich Sünde, Fleisch und Blut Im Glauben überwinde, Daß ich, nach wohldurchlebter Zeit, Den Lohn in jener Ewigkeit Für meine Werke finde. Weiße. S———————————————.— Mel. Christ, unser Herr, zum Jordan. — ewahre mich, Herr, 302. daß der Wahn Nie mein Gemüt bethöre, Als wär' es schon genug gethan. Wenn dir nur äußre Ehre Der Mensch, dein Unterthan, erweist. Erinnre mein Gewissen, Wie in der Wahrheit und im Geist Die dich verehren müssen, Die dir gefallen wollen. 2. Die kommen nicht ins Him⸗ melreich, Die Herr! zu Jesu sagen Und nicht mit rechtem Ernst zu⸗ gleich Der Heiligung nachjagen. Nur die, die deinen Willen thun, Läßt du, als deine Kinder, O Gott, in ewgem Frieden ruhn, Wenn heuchlerische Sünder Von dir ver⸗ stoßen werden. 3. Drum laß mich doch vom Glau ben nie Ein heilig Leben trennen Mich nicht für Jesu Jünger hie Bloß äußerlich bekennen. Gieb, daß mein Glaube thätig sei Und Tugend⸗ früchte bringe, Daß ich, vom Sün⸗ dendienste frei, Mit Eifer danach ringe, Im Guten zuzunehmen. 4. Du kennst, o Gott, der Men⸗ schen Herz Und liebst, die redlich handeln. O laß in Freude, wie in Schmerz, Mich richtig vor dir wandeln. Dein Wille sei mein Augenmerk, Hilf mir selbst ihn vollbringen. Durch dich muß jedes gute Werk Dem glücklich noch ge⸗ lingen, Der deine Hilfe suchet. 5. Doch wenn ich aus Unwissen⸗ heit Und Übereilung fehle, So thu' an mir Barmherzigkeit Und richte meine Seele Durch deine Gnade auf vom Fall. Erhalt' mich bei dem einen, Daß ich dich fürchte überall, Bis ich einst mit den Dei⸗ nen Dir ohne Fehltritt diene. Diterich. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. 303 er du uns mit deinem * Blute Dir zum Eigen · tum erwarbst Und uns Sündern. uns zu gute Schmachvoll an dem Kreuze starbst, Ach, wie dienen deine Christen Immer noch der * 164 Vom heiligen Leben Sünde Lüsten, Leben ohne Besse⸗ rung, Fern von ihrer Heiligung! 2. Herr, du littst, uns vom Ver⸗ derben, Von der Sünd' uns zu befrein, Und wir wollen lieber ster⸗ ben, Lieber ihre Knechte sein, Glau⸗ ben noch in alten Sünden Unsers Lebens Ruh' zu finden, Und ver⸗ gessen dein Gebot, Deine Schmach und deinen Tod! 3. Wer dich sieht von Gott ver⸗ lassen, In der tiefsten Traurigkeit, Wer dich, Mittler, sieht erblassen, Nach vollbrachtem schweren Streit, Und läßt doch zum Dienst der Sün⸗ den Seine Lüste leicht entzünden, Der hat nicht an deinem Heil, Nicht an Gottes Gnade teil. 4. Er ist unwert jenes Lebens Ihn versöhnt dein Leiden nicht, Für ihn standest du vergebens Vor dem Richter im Gericht. Mit erblaßtem Angesichte Steht er selbst einst im Gerichte, Sieht den Zorn des Höchsten glühn, Und dein Blut spricht nicht für ihn. 5. Ihn, zum ewgen Heil ge⸗ boren, Trifft der Sünden ewger Fluch. Schrecklich gehet er ver⸗ oren, Denn sein Glaube war Be⸗ trug. Er bekannte deinen Namen, Ohne dir, Herr, nachzuahmen, Rühmte seines Glaubens sich Und verleugnete doch dich. 6. Ach, wenn uns der Hang zur Sünde Reizet wider unsre Pflicht, Heiligster, so überwinde Uns der Hang zur Sünde nicht! Lehr' uns mutig ihn bekämpfen Und die Macht der Lüste dämpfen. Steh' uns in Versuchung bei Und erhalt' uns dir getreu. 7. Jesu, lehr' auf dich uns schauen. Du erlagst der Sünde nie. Laß dein Beispiel uns erbauen Und uns stärken wider sie, Und die Absicht deiner Schmerzen Präge tief in unsre Herzen, Daß wir, von der Sünde rein, Heiligster, dir ähnlich sei'n. Münter. Mel. Christ, der du bist der helle Tag. 304 Ihr, die ihr euch von Christo nennt Und euch zu seiner Lehr' bekennt, Die ihr durch ihn seid teu'r erkauft Und selbst auf seinen Tod getauft! 2. Führt nicht den Namen nur allein, Ihr müsset thätge Christen sein, Wollt ihr einst froh nach dieser Zeit Eingehn zu Christi Herrlichkeit. 3. Wollt ihr Bekenner Jesu sein, So lebet hier auch ihm allein. Der Christ ist ganz der Tugend Freund Und jedem Laster ist er Feind. 4. In Leiden, die er tragen soll, Ist er geduldig, hoffnungsvoll. Dies Leben ist die Prüfungszeit, Der Lohn folgt in der Ewigkeit. 5. Wer Gott von Herzen sich ergiebt, Sich selbst besiegt, den Nächsten liebt, So wandelt, so gesinnet ist, Wie Jesus war, der ist ein Christ. 6. Und wer nun so den Heiland ehrt, Der lebt hier der Erlösung wert, Der schläft im Tode freudig ein Und wird dort ewig selig sein. Ritter und Rüster. Eigenschaften des Frommen. Mel. Ich dank' dir, Gott, durch. 30 5 O Heiligster, wen nennst 2 du dein Und wen willst du belohnen? Wer wird sich ewig deiner freun Und ewig bei dir wohnen? 2. Der heilig vor dir lebt und thut, Was dein Gesetz ihn lehret, Der, dessen Herz ist rein und gut Und sich vom Bösen kehret. 3. Wer treu die Wahrheit liebt und nicht Mit seiner Zunge lüget, Wer nie von andern lieblos spricht, Nie lästert und betrüget. 4. Der den Geringern nicht ver⸗ schmäht, Mit Fleiß ihn nie betrü⸗ bet, Den graden Weg in allem geht Und alle, wie sich, liebet. 5. Der alle Laster kühn ver⸗ flucht, Flieht, die Gott widerstreben, Nur aber deren Freundschaft sucht, Die vor ihm heilig leben. 6. Der, was er schwur, stets heilig hält Und nie unredlich schwöͤret, Der alles, was er zu⸗ Die ckauft tauft! nnur risten nach hristi und Wandel überhaupt. 165 sagt, hält, Auch dann, wenn er nicht schwöret. 7. Nie mit Erpressung Geld ver⸗ leiht, Aus heiligem Erbarmen, Der dem Verlassnen Hilfe beut Und niemals drängt den Armen. 8. Wer das thut, den, den nennt Gott sein, Den, den will er beloh⸗ nen, Der wird sich ewig seiner freun Und ewig bei ihm wohnen. Lavater. Mel. Wie groß ist des Allmächtgen. 30 6 H dessen Augen alles — prüfen, Des Heuch⸗ lers List betrügt dich nie. Du schauest in der Herzen Tiefen Und kennst und offenbarest sie. Wer darf vor dir mit Freuden wohnen, In dei⸗ ner Liebe sicher sein? Wen wirst du, unser Gott, belohnen? Wer darf sich deines Segens freun? 2. Nur der o Herr, darf zu dir kommen Und macht sich deiner Freundschaft wert, Der nach dem Namen eines Frommen, Nie einen größern Ruhm begehrt. Die Tugen⸗ den sind sein Vergnügen, Er ist der Wahrheit edler Freund Und unversöhnlich gegen Lügen, Der Bosheit und der Tücke Feind. 3. Ein Abscheu ist's ihm, neidisch trauern, Ungern den Nächsten glück⸗ lich sehn, Um ihm zu schaden, auf ihn lauern Und seine Thaten tük⸗ kisch schmähn. Er haßt und flieht Beleidigungen, Wird groß durch seine Redlichkeit. Durch unver⸗ schämte Lästerungen Wird nie von ihm ein Nam' entweiht. 4. Er ehrt, o Herr, die, die dich scheuen, Verachtet den, der dich nicht liebt Und frech es wagt, sich noch. zu freuen, Wenn er durch Laster dich betrübt. Er hält, was er dem Nächsten schwöret, Wenn List und Trug die Treue bricht. Ein ungerechter Wucher mehret Gerecht erworbne Güter nicht. 5. Er eilt, erweichet durch Er⸗ barmen, Wenn er der Menschen Elend sieht, Mit seiner Hilfe nach dem Armen, Der voll Vertrauen zu ihm flieht. Gern teilt er mit ihm sein Vermögen, Das nicht das Gut der Waisen ist, Und hält es nicht für einen Segen, Wenn es der Arme nicht genießt. Der Fromme nimmt, das Recht zu beugen, Nicht Gaben von Verbrechern an. Erkann zu keinem Frevel schweigen Und weicht nicht von der Tugend Bahn. Du, unser Gott, wirst ihn belohnen, Du wirst sein frommes Herz erfreun, Durch dich wird er hier sicher wohnen Und einst dort ewig selig sein. Angeblich Mudre. Von der Quelle guter Hand⸗ lungen. Mel. Was mein Gott will, gescheh'. 307 2 enn nicht zur Ubung — deiner Pflicht Dich Gottes Lieb' beseelet, So rühme dich der Tugend nicht, Weil dir dann alles fehlet. Wenn Vorteil, Wollust, Eigensinn Und Stolz dir Gutes raten, So hast du deinen Lohn dahin, Thust du gleich gute Thaten. 2. Sei durch die Gaben der Natur Das Wunder dieser Erden! Beglückst du andre Menschen nur, Um selbst geehrt zu werden, Er⸗ füllt die Liebe nicht dein Herz, So sind die größten Gaben Vor Gott doch nur ein tönend Erz, Die keinen Wert nicht haben. 3. Bau' Häuser auf und brich dein Brot, Die Armen zu ver⸗ pflegen, Entreiß' die Witwen ihrer Not Und sei der Waisen Segen! Gieb alle deine Güter hin! Noch hast du nichts gegeben, Wenn Lieb' und Pflicht nicht deinen Sinn Vor Gott dazu beleben. 4. Thu Thaten, die der Helden⸗ mut Je hat verrichten können, Vergieß' fürs Vaterland dein Blut, Laß deinen Leib selbst brennen! Beseelet dich nicht Lieb' und Pflicht, Bist du der Zweck der Thaten, Gott achtet deiner Werke nicht, Rettst du gleich ganze Staaten. 5. Läg' ihm an ünsern Werken nur, Könnt er, sie zu vollbringen, 166 Vom heiligen Leben Uns leicht durch Fesseln der Natur Und seine Allmacht zwingen. Vor ihm, der alles schafft und giebt, Gilt Weisheit nichts, nichts Stärke. Er sieht aufs Herz, ob das ihn liebt, Sieht auf den Zweck der Werke. 6. Ein Herz, von Eigenliebe fern, Fern von des Stolzes Triebe, Ge⸗ heiligt durch die Furcht des Herrn, Das Glaub' erweckt zur Liebe: Dies ist's, was Gott von uns verlangt. Nichts wird ein Leben nützen, Das mit den größten Thaten prangt, Ohn' dies Herz zu besitzen. 7. Drum täusche dich nicht durch den Schein, Nicht durch der Tugend Namen. Sieh nicht auf deine Werk' allein, Sieh auch, wo⸗ her sie kamen. Prüf'dich vor Gottes Angesicht, Ob Liebe dich beseelet. Dem Herzen fehlt auch Liebe nicht, Dem nicht der Glaube fehlet. 8. Wohnt Liebe gegen Gott in dir, Wird sie die Tugend stärken. Du wirst die Gegenwart von ihr An Lieb' zum Nächsten merken. Die Liebe, die dich schmücken soll, Ist gütig, ohne Tücke, Sie ist nicht stolz, ist langmutsvoll, Beneidet niemands Glücke. 9. Sie deckt des Nächsten Fehler zu, Freut sich nicht seines Falles. Sie suchet nicht bloß ihre Ruh', Beglücket gerne alles. Sie ist s, die dir den Mut verleiht, Hier Freu⸗ den zu verbreiten, Macht dich zum frommen Sinn bereit, Folgt dir in Ewigkeiten. Gellert und angeblich Rüster. Entschließung zum Dienste Gottes und frommen Leben. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 308 Dein bin ich, Herr, dir H. will ich mich Zum Dienste ganz ergeben, Rechtschaffen, fromm und rein will ich Vor deinen Augen leben. Wie könnt' ich eines andern sein? Ich bin ja durch die Schöpfung dein Und dein durch die Erlösung! 2. Ich fiel und wandte mich von dir, Zur Finsternis vom Lichte. Doch wandtest du dich, Gott, zu mir Mit deinem Ange⸗ sichte. Erbarmen war dein Ange⸗ sicht, Mich von der Finsternis zum Licht, Zu dir zurückzurufen. 3. Dein, Herr, dein ist Barm⸗ herzigkeit, Du liebest selbst die Sünder. Seid, rufst du, geistlich, mir geweiht Und meiner Gnade Kinder! Ich fehle noch, doch fass' ich Mut. Dort fließet der Ver⸗ söhnung Blut, Von Sünden mich zu waschen. 4. Dein Sohn erniedrigt sich und stirbt Zur Tilgung unsrer Strafen, Büßt für die Laster und erwirbt Befreiung ihren Sklaven. Wie vielfach, Höchster, bin ich dein! O laß mich keines andern sein! Dein Sohn ist auch mein Heiland. 5. Durch ihn versöhnt und dir zum Ruhm Erkauft mit seinen Leiden, Will ich mich, Gott, dein Eigentum, Von dir nie wieder scheiden. Gekreuzigt werde mir die Welt, Getötet, was dir nicht ge⸗ fällt, Damit ich dir nur lebe. 6. Dies wirke, Gott, dein Geist in mir, Ich habe kein Vermögen, Die Sünd' und alles, Gott, was dir Verhaßt ist, abzulegen. Hier ist mein Herz, nimm ganz mich hin Und gieb mir einen neuen Sinn, Damit ich dir gefalle. 7. So werd' ich, der ich finster war, Ein Licht in deinem Lichte, Besteh' einst mit der kleinen Schar Der Frommen im Gerichte, Froh. locke dann und lobe dich, Daß deine Gnad' und Treue mich Ge⸗ recht und selig machte. Cramer. Vorteile der Gottseligkeit. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. 309 Kemmt. laßt euch den OHerren lehren, Kommt und lernet allzumal, Welche die sind, die gehören Zu der rechten Christen Zahl. Die im Glauben fest bestehn, Freudig Gottes Wege gehn Und den Heiland frei bekennen. Dürfen sich die Seinen nennen. nen ** E er S und Wandel überhaupt. 167 2. Selig, wer in Demut lebet, Seine Schwachheit nie vergißt, Gott allein, sich nie erhebet, Wenn er groß und glücklich ist. Gottes Huld wird ihn erfreun, Und das Himmelreich ist sein. Gott wird dort zu Ehren setzen, Die sich hier geringe schätzen. 3. Selig ist, wer seine Sünde Wehmutsvoll vor Gott bereut Und, damit er Gnade finde, Sich vor neuen Sünden scheut. Gott will ihm die Schuld verzeihn, Kraft zum Guten ihm verleihn, Und er soll schon hier auf Erden Und auch dort getröstet werden. 4. Selig ist, wer Sanftmut übet, Seinem Feinde niemals flucht, Seine Fehler ihm vergiebet, Nie sich selbst zu rächen sucht, Ruhig seine Pflicht vollbringt Und sein eigen Herz bezwingt. Gott wird selber ihn beschützen, Und er wird das Land besitzen. 5. Selig, die nichts mehr ver⸗ langen, Als gerecht, wie Gott, zu sein, Die fest an dem Guten hangen Und sich ganz der Tugend weihn, Deren Herz nichts mehr begehrt, Als was Gottes Ruhm vermehrt. Gott wird ihr Verlangen stillen Und den frommen Wunsch erfüllen. 6. Selig, wer der Not des Armen Niemals fühllos sich ent⸗ ziebt. Ihm aus zärtlichem Er⸗ armen Wohlzuthun sich froh be⸗ müht Und, wenn er um Hilfe weint, Ihm mit Trost und Hilf' erscheint. Dieser wird auch Hilf' empfangen Und Barmherzigkeit erlangen. 7. Selig sind, die sich bemühen, Züchtig, keusch und rein zu sein, Die der Wollust Stricke fliehen, Und der Heiligkeit sich weihn. Die der Lockung dieser Welt Und, was Fleisch und Blut gefällt, Allzeit standhaft widerstehen, Werden Got⸗ tes Antlitz sehen. 8. Selig, wer in Frieden lebet, Wer die Ruh' und Einigkeit Zu erhalten sich bestrebet Und wenn Feindschaft, Haß und Streit Seiner Brüder Glück zerstört, Sie die Pflicht der Eintracht lehrt. Die des Friedens sich befleißen, Werden Gottes Kinder heißen. 9. Selig, die um Christi willen Leiden und sich dessen freun, Standhaft ihre Pflicht erfüllen, Selbst den Martertod nicht scheun. Gott steht ihnen mächtig bei Und will sie für ihre Treu' Einst mit unverwelkten Kronen Auf das herrlichste belohnen. 10. Herr, du wollst mich selber leiten Auf der wahren Tugend Bahn, Daß ich dieser Seligkeiten Hier und dort mich freuen kann. Gieb, daß ich demütig sei, Meine Schuld vor dir bereu', Die Gerech⸗ tigkeit stets liebe, Auch an Feinden Sanftmut übe. 11. Daß ich Armen helf' und diene, Immer hab' ein reines Herz, Die in Feindschaft stehn, versühne, Dir anhang in Freud' undSchmerz. Vater, hilf von deinem Thron, Daß ich glaub' an deinen Sohn Und durch deines Geistes Stärke Mich befleiße guter Werke. Angeblich Denicke und Weiße. Um das wahre Christentum. Mel. Wer nur den lieben Gott. ie selig, Herr, ist 310. Wẽ der Gerechte! Du bist sein Schild und großer Lohn. O daß ich ganz gerecht sein möchte! Doch, ach, wie wenig bin ich's schon! Du weißt es, Gott, ich bin noch weit Entfernt von der Voll⸗ kommenheit. 2. Wieviel ist noch an mir zu finden, Das nicht mit deiner Vor⸗ schrift stimmt! Oft übereilen mich noch Sünden, Wenn's Herz gleich bessern Vorsatz nimmt. Ja, oft verletz' ich meine Pflicht, O Gott, und weiß es selber nicht. 3. Wer kann, wie oft er fehlet, merken? Nur du, du siehst mich, wie ich bin, Nur du kannst mich im Guten stärken. Drum fall' ich, Vater, vor dir hin. O mach', um SIIIIRNA 168 Vom heiligen Leben heilig ganz zu sein, Mich von verborgnen Fehlern rein. 4. Von aller eiteln Eigenliebe Befreie mich durch deine Kraft. Er⸗ weck' und mehr' in mir die Triebe Zu dem, was wahre Bessrung schafft. Laß meinen Fleiß gesegnet sein Und meine Heiligung gedeihn. 5. Du wirst das demutsvolle Flehen Des Sünders, der dich scheut und ehrt, O Gott der Gnade, nicht verschmähen. Du bist es, der Gebet erhört. Mein Fels, mein Heil, ich traue dir, Das, was ich bitte, giebst du mir. Cavater und Diterich. Mel. Wer nur den lieben Gott. 311 Mein Gott, ach, lehre mich erkennen Den Selbstbetrug und Heuchelschein, Daß tausend, die sich Christen nennen, Mit nichten Christi Glie⸗ der sei'n. Ach, wirk' in mir, zu deinem Ruhm, Mein Gott, das wahre Christentum. 2. Hilf, daß ich dir allein er⸗ eben, Der Sünde abgestorben sei. aß mich dir sterben und dir leben Und mach' in mir, Herr, alles neu. Ach, wirk' in mir ꝛc. 3. Reiß los mein Herze von der Erden, Laß mich, der ich un⸗ sterblich bin, Nach deinem Bild erneuert werden Und gieb mir meines Heilands Sinn. Ach, wirk' in mir ꝛc. 4. Regiere du selbst meine Seele, Damit ich Christo folge nach Und stets den schmalen Weg erwähle, Ja, Ehre such' in Christi Schmach. Ach, wirk' in mir ꝛe. 5. Gieb' mir zum Streite Mut und Kräfte, Hilf, daß ich dir ver⸗ bleibe treu, Daß ich an Christi Kreuz mich hefte Und mir die Sünd' gekreuzigt sei. Ach, wirk' in mir ꝛc. 6. Laß in mir Glauben, Hoff⸗ nung, Liebe Lebendig, fest und thätig sein, Daß ich bis an mein Ende übe Das Christentum ohn' Heuchelschein. Ach, wirk' in mir ꝛce. 7. So hab' ich schon auf dieser Erde, Was mich beruhigt und er⸗ freut. Wenn ich mit Gott ver⸗ einigt werde, Schmeck' ich des Himmels Seligkeit. Ach, wirk in mir ꝛce. Unbekannter. Tägliche Erneuerung der Fröm⸗ migkeit. Mel. Allein auf Gott setz' dein Vertraun. 3 12 Och Staub vom Staube, ** wer bin ich, Ich Sünder, daß du meiner dich Noch stets, o Heiligster, erbarmst, Welt⸗ richter, meiner stets erbarmst? 2. Zum Glauben und zum Thun zu schwach, Giebt oft mein Herz der Sünde nach. Ich kämpf', o Vater, nicht genung Den Kampf der wahren Heiligung. 3. Wie schnell ist von der rechten Bahn Zum Irrweg oft der Schritt gethan! Wie nahe grenzt die Misse⸗ that An unsers Herzens bösen Rat! 4. Wie bald wird Frevel selbst verübt, Wenn man erst Schwach⸗ heitsfehler liebt! Herr. Herr, mein ganzes Herz erschrickt, Wenn es in diesen Abgrund blickt. 5. Vertreib', o Gott, des Irr⸗ tums Nacht, Entreiß' du mich der Sünde Macht. Wie glänzet deiner Streiter Schar, Die einst, wie ich, auf Erden war! 6. Sie sie empfängt aus deiner Hand Den Lohn jetzt, weil sie überwand. Ich Schwacher, ich bin noch im Streit. O gieb auch mir Beständigkeit! 7. Schmal ist der Weg zu Gottes Höhn, Und wenige sind, die ihn gehn. Die Pfort' ist eng, und der nur dringt Durch sie zu Gott empor, der ringt. 8. Ich lieg' auf meinem Angesicht Und fleh' und weine. Laß dein Licht Mir leuchten, Vater, laß mich dein Im Leben und im Tode sein. 9. Der mir in Christo alles gab, Mit Gnade blick' auf mich herab, Auf mich, der Sünde schnellen Raub, Den Himmelserben und den Staub. 10. Sink' tief, o Seele, nieder, forsche getrenn Hörtest Sahst d Schenkt vergabs 2. 2 en.& nd m Fühlt e kend, u mein 0 oft es Laf 3. A Der Vi e und Wandel überhaupt. 169 tief Vor dem, des Stimme stets dir rief. Sink' in den Staub vor dem hinab, Der dir in Christo alles gab. 11. Ja, du erbarmest über mich, Versöhnter und Versöhner, dich! Vom Leibe dieses Tods befreit, Schau' ich einst deine Herrlichkeit. 12. Wo meine Tugend nicht mehr wankt Und dir dafür, Gott, ewig dankt, Daß sie dein Gnadenlohn beglückt Und deiner Sieger Krone schmückt. Nlopstock. Beharrlichkeit im Guten. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. 313 Du der Herz und Nieren * kennet, Ewiger, er⸗ forsche mich. Ach, ich war von dir getrennet, Aber du erbarmtest dich, Hörtest mein Gebet, mein Sehnen, Sahst die Inbrunst meinerThränen, Schenktest da mir deine Huld Und vergabst mir meine Schuld. 2. Forsche selbst in meinem Her⸗ en. Sieh, es irrt, es fehlet noch Und mit unruhvollen Schmerzen Fühlt es oft der Sünde Joch Wan⸗ kend, ungewiß und träge Geht mein Fuß der Tugend Wege, Und zu oft noch sieht mein Blick Auf des Lasters Bahn zurück. 3. Als zuerst vor meinen Blicken Der Verblendung Nebel schwand, Und mein Auge voll Entzücken, Gott, dein Antlitz wiederfand, Wie war da der Reiz der Sünden Mir so leicht zu überwinden! Ihre Schrecken sah ich nur, Aber keiner Anmut Spur. 4. Wenn, von Andacht hinge⸗ rissen, Ich den Himmel offen sah, Lag die Welt zu meinen Füßen. Deinem Thron, Erbarmer, nah, Mischt' ich in der Engel Chöre Den Gesang von deiner Ehre, Von der Huld, die ewig liebt, Sünden decket und vergiebt. 5. Welche Ruhe, welch ein Friede Wohnte dann in meiner Brust! Eitelkeit, dein war ich müde, Sünd', ich haßte deine Lust, Ich verschmähte deine Gaben. Mir war, Gottes Huld zu haben Und ein Herz, das ihn verehrt, Mehr als Erd' und Himmel wert. 6. Ihr, dem Beten heilge Stun⸗ den, Voller Ruhe, voll Gewinn, Ach, wohin seid ihr verschwunden? Glut der Andacht, ach, wohin? Oft noch such' ich Gott durch Zähren, Durch Gebet und Flehn zu ehren, Doch der Welt Geräusch zerstreut Meiner Andacht Brünstigkeit. 7. Wenn die Menge der Ver⸗ ächter Meines frommen Wandels lacht, Aus der Andacht ein Ge⸗ lächter, Aus dem Beten Thorheit macht, Wenn sie spöttisch auf mich sehen, Mich und meinen Glauben schmähen, Dann vergeß' ich meine Pflicht Und bekenne Jesum nicht. 8. Unter der Verfolger Steinen Bebten Gottes Märt'rer nicht. Seine Wahrheit zu verneinen, Zwang sie Drohn und Folter nicht. Auf des härtsten Todes Wegen Gingen sie dem Lohn entgegen, Sahn den Himmel offen stehn, Konnten Qual und Tod verschmähn. 9. Der du sie mit Kraft von oben Zu dem Kampfe stark gemacht, Sie zu deinem Lohn erhoben, Wo kein Feind mehr ihrer lacht, Hilf auch mir den Spott bezwingen, Hilf auch mir den Lauf vollbrin⸗ gen. Vater, bis ans Ende sei Dir mein ganzes Herz getreu. 10. Wer getreu bleibt bis ans Ende Und nicht achtet Spott und Hohn, Dem bereiten Gottes Hände Ewigs Glück an seinem Thron. Kampf und Mut sind nicht ver⸗ gebens. Gott giebt ihm den Lohn des Lebens, Und er kommt nicht ins Gericht, Stirbt des ewgen Todes nicht. Eschenburg. Erweckung zur Beständigkeit im Guten aus der Betrachtung der Unveränderlichkeit Gottes. Mel. Wer nur den lieben Gott. 2 chön ist die Tugend, 314. Smmei Verlangen, Und meiner ganzen Liebe wert. Mit aller Kraft ihr anzuhangen, Hat ——— 17⁰ Vom heiligen Leben meine Seel' auch oft begehrt. Ach, könnt' ich's, wie würd' ich mich freun! Wer heilig ist, muß selig sein. 2. Gott ist der Seligkeiten Fülle Von Ewigkeit zu Ewigkeit. Denn sein Verstand ist Licht, sein Wille Ist Ordnung und Vollkommenheit. Von Ewigkeit her war er gut, Und recht ist immer, was er thut. 3. Wie schnell umhüllen Finster⸗ nisse Mich, wenn ich auch erleuch⸗ tet bin! Dann fliehn die heilig⸗ sten Entschlüsse, Den Morgen⸗ nebeln gleich, dahin. Bald wähl' ich, was dem Herrn gefällt, Bald wieder deinen Dienst, o Welt. 4. Ich Armer! Darum kommt kein Friede In mein verschmach⸗ tetes Gebein. Wie bin ich dieses Wechsels müde! Wann werd' ich fest im Guten sein? Wann nicht mehr straucheln, allezeit Nur dei⸗ nem Dienste, Gott, geweiht? 5. Unwandelbar ist deine Wahr⸗ heit, Herr, aller guten Gaben Quell. Sie leuchte mir in voller Klarheit Beständig unbefleckt und hell, Daß nie der Sünde Täuscherei Gefährlich deinem Kinde sei. 6. O bilde, Vater, meine Seele. In deiner Liebe mache mich, Daß ich kein andres Gut mir wähle, Gewiß und unveränderlich. Denn bin ich erst dein Eigentum, So leb' ich nur zu deinem Ruhm. Cramer. Feste Entschließung des Christen zu Beharrlichkeit und Wachstum in der Tugend. Mel. Schwing' dich auf zu deinem. 315 Sollt ich jetzt noch, da mir schon Deine Güt' erschienen, Dich verlassen, Gottes Sohn, Und der Sünde dienen? Mit den Lüsten dieser Zeit Wieder mich beflecken Und nicht mehr die Sü⸗ ßigkeit Deiner Liebe schmecken? 2. Hab' ich doch allein bei dir Meine Ruh' gefunden! Mittler, heiltest du doch mir Alle meine Wunden! Und ich sollte dein Ge⸗ bot. Wie die Sünder, hassen Und mein Recht an deinen Tod Wieder fahren lassen? 3. Nein, ich bin und bleib' ein Christ, Halt' an deinen Lehren, Lasse mir nicht Macht noch List Meinen Glauben wehren! Fielen tausend ab, nicht ich! Mag's die Welt verdrießen. Sie wird mein Vertraun auf dich Mir doch gönnen müssen. 4. Zeigt sie mir ein Heil, wie du? Bringt sie Kraft den Müden, Den Bedrängten Trost und Ruh' Sündern Gottes Frieden? Giebt sie mir die Zuversicht, Daß ich, trotz dem Grabe, Deiner Ewigkeiten Licht Zu erwarten habe? 5. Rettet sie mich, wenn vor Gott Einst die Völker stehen Und das Leben und den Tod Ihm zur Seite sehen? Wenn der Sichre, nun zu spät, Aus dem Schlaf erwachet, Und der Spötter, der hier schmäht, Glaubt und nicht mehr lachet? 6. O wie thöricht, wenn ich mich Noch verführen ließe, Jesu, da ich schon durch dich Gottes Huld genieße, Da ich weiß, auf wessen Wort Ich die Hoffnung gründe, Daß auch ich unfehlbar dort Gnad' und Leben finde. 7. Nicht das Leben, nicht der Tod, Trübsal nicht, nicht Freuden, Mein Erlöser und mein Gott, Soll von dir mich scheiden. Welt und Sünd' und Eitelkeit Und des Fleisches Triebe, Alles überwind'ich weit, Herr, durch deine Liebe Münter. Standhaftigkeit des Christen. Mel. Herr Jesu Christ, ich weiß. 316 Ich bin ein Christ, Gott ist mein Freund. In dieser hohen Würde Steh' ich und fürchte keinen Feind Und lache jeder Bürde. Der Rang er⸗; füllt mit Mut und Kraft Mein Herz in dieser Wanderschaft Des Lebens und der Leiden. 2. Mein Glaube steht und wan⸗ ket nicht, Er ist zu fest gegründet. Er stützet sich voll Zuversicht Au Jesum Christ und findet B Wieder leib' ein Lehren, och List Fielen ag's die rd mein gönnen eil, wie Müden, d Ruh' Giebt Daß ich, igkeiten un vor n Und Ihm zur hre, nun rwachet, schmäht, chet? enn ich „Jesu, Gottes eiß, auf offnung nfehlbar vind'ich Nünter. risten. id wan· zründet. ihm allzeit Trost, Heil und Ruh', Er eignet sein Verdienst sich zu Und trotzet Welt und Hölle. 3. Sollt' ich aus Ehrsucht, Ei⸗ telkeit, Um Güter dieser Erden, Aus Wollust oder Sicherheit Der Tugend untreu werden? Nein, auf die Sünde folgt der Tod. Al⸗ lein die Tugend segnet Gott Mit Leben und mit Frieden. 4. Was sind die Leiden dieser Zeit Mir gegen jene Kronen, Womit Gott in der Herrlichkeit Die From⸗ men will belohnen? Was dieses Lebens kurze Frist, Gott, gegen das, was ewig ist? Sollt' ich nicht muthig kämpfen? 5. Ich fürchte nicht des Todes Macht Mit allen seinen Schrecken. Gott will mich aus des GrabesNacht Zum großen Tag erwecken. Ich fürchte nicht der Hölle Glut, Erkauft durch des Erlösers Blut Zum Eigentum und Erbe. Weiße. Kampf der Tugend. Mel. Durch Adams Fall ist ganz. ft klagt dein Herz, 317. O wie schwer es sei, Den Weg des Herrn zu wandeln Und täglich seinem Worte treu Zu denken und zu handeln. Wahr ist's, die Tugend kostet Müh', Sie ist der Sieg der Lüste. Doch richte selbst, was wäre sie, Wenn sie nicht kämpfen müßte? 2. Die, die sich ihrer Laster freun, Trifft die kein Schmerz hienieden? Sie sind die Sklaven eigner Pein Und haben keinen Frieden. Der Fromme, der die Lüste dämpft, Hat oft auch seine Leiden, Allein der Schmerz, mit dem er kämpft, Verwandelt sich in Freuden. 3. Des Lasters Bahn ist anfangs zwar Ein breiter Weg durch Auen, Allein sein Fortgang wird Gefahr, Sein Ende Nacht und Grauen. Der Tugend Pfad ist anfangs steil, Läßt nichts als Mühe blicken, Doch weiter fort führt er zum Heil Und endlich zum Entzücken. 4. Nimm an, Gott hätt' es uns und Wandel überhaupt. vergönnt, Nach unsers Fleisches Willen, Wenn Wollust, Neid und Zorn entbrennt, Die Lüste frei zu stillen. Nimm an, Gott ließ' den Undank zu, Den Frevel, dich zu kränken, Den Menschenhaß. Was würdest du Von diesem Gotte denken? 5. Gott will, wir sollen glücklich sein, Drum gab er uns Gesetze. Sie sind es, die das Herz erfreun, Sie sind des Lebens Schätze. Er red't in uns durch den Verstand Und spricht durch das Gewissen, Was wir, Geschöpfe seiner Hand, Fliehn oder wählen müssen. 6. Ihn fürchten, das ist Weisheit nur, Und Freiheit ist's, sie wählen. Ein Tier folgt Fesseln der Natur, Ein Mensch dem Licht der Seelen. Was ist des Geistes Eigentum? Was sein Beruf auf Erden? Die Tugend! Was ihr Lohn, ihr Ruhm? Gott ewig ähnlich werden! 7. Lern' nur Geschmack am Wort des Herrn Und seiner Gnade fin⸗ den Und übe dich getreu und gern, Dein Herz zu überwinden. Wer Kräfte hat, wird durch Gebrauch Von Gott noch mehr bekommen, Wer aber nicht hat, dem wird auch Das, was er hat, genommen. 8. Du streitest nicht durch eigne Kraft, Drum muß es dir gelingen. Gott ist es, welcher beides schafft, Das Wollen und Vollbringen. Wann gab ein Vater einen Stein Dem Sohn, der Brot begehrte? Bet' oft! Gott müßte Gott nicht sein, Wenn er dich nicht erhörte. 9. Dich stärket auf der Tugend Pfad Das Beispiel selger Geister. Ihn zeigte dir und ihn betrat Ja selbst dein Herr und Meister. Dich müsse nie des Frechen Spott Auf diesem Pfade hindern. Der wahre Ruhm ist Ruhm bei Gott Und nicht bei Menschenkindern. 10. Sei stark, sei männlich alle⸗ Ver Tritt oft an deine Bahre, Vergleiche mit der Ewigkeit Den Kampf so kurzer Jahre. Das Klei⸗ nod, das dein Glaube hält, Wird 172 neuen Mut dir geben, Und Kräfte der zukünftgen Welt, Die werden ihn beleben. 11. Und endlich, Christ, sei un⸗ verzagt, Wenn dir's nicht immer glücket, Wenn dich, soviel dein Herz auch wagt, Stets neue Schwachheit drücket. Gott sieht nicht auf die That allein Er sieht auf deinen Willen. Ein göttliches Verdienst ist dein! Dies muß dein Herze stillen. Gellert. Wider die Versuchung zum Bösen. Mel. An Wasserflüssen Babylon. 318 Erbarm. dich, Herr, mein schwaches Herz, Geneigt zu Eitelkeiten, Läßt sich durch Freude und durch Schmerz Oft auf den Irrweg leiten. So wankt ein Rohr, vom Wind re⸗ giert, So irrt, von Leidenschaft verführt, Auch oftmals meine Seele. Herr, hilf mir, daß ich als ein Christ Das flieh', was vor dir strafbar ist, Und nur das Gute wähle. 2. Laß doch mein Herz nicht fernerhin In seiner Neigung wan⸗ ken. Erhebe den verirrten Sinn Zu himmlischen Gedanken. Wenn von dem Dienst der Eitelkeit Mich deines Geistes Kraft befreit, So wird es mir gelingen. Ich halte deinem Geiste still, Ich will mich ändern, Herr, ich will! Gieb selber das Vollbringen. 3. Umsonst such' ich der Tugend Bahn, Wenn du mich nicht beglei⸗ test Und mich, befreit von Men⸗ schenwahn, Zu deiner Wahrheit leitest. Du hassest jeden falschen Schein, Mit Ernst willst du ver⸗ ehret sein. Herr, hilf um Jesu willen. Erhebe den gebeugten Mut, Hilf mir der Leidenschaften Wut Durch deine Gnade stillen. 4. Mein Gott, mein Gott, ge⸗ denke nicht Der Sünden meiner Jugend. Wie hart schien mir oft meine Pflicht, Wie rauh die Bahn der Tugend! Jedoch du trugst Vom heiligen Leben mich mit Geduld. Laß, Vater, laß mich diese Huld Nicht undankbar verachten. Dir folgen, ist mein wahres Heil. O laß mich's als mein bestes Teil Auch immerfort betrachten! 5. Ich bin ein Mensch, du kennest mich. Wie schwach sind meine Kräfte! Doch meine Seele hofft auf dich. Du wirst zu dem Geschäfte Der Heiligung mir Kraft verleihn Und mich mit deiner Hilf' erfreun, Vor dir gerecht zu leben. Ich, dein erkauftes Eigentum, Will dafür deines Namens Ruhm In Ewigkeit erheben. v. Cronegk und Diterich. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. 319 H'ich wie lange muß 2 ich ringen, Eh' ich auf der steilen Bahn Deines Rechts zum Himmel dringen Und vom Kampfe ruhen kann? Werd' i meinen Hang zu Sünden Endlich völlig überwinden? 2. Ach, wenn mich die Lust der Erde Oder kühner Sünder Spott Reizet, daß ich träger werde, Wirst du mein vergessen, Gott? Wirst du, mich zu unterstützen, Ei⸗ len? Wirst du dann mich schützen? 3. Ach ich zittre. Gott, wie lange Soll ich kämpfen? Dieser Streit Meiner Schwachheit macht mich bange Und der Welt Gefähr⸗ lichkeit, Daß ich doch noch unterliege Und mein Kleinod nicht ersiege. 4. Schaue her zu deinem Kinde, Höre mich und steh' mir bei. Herr, bewahre mich vor Sünde, Mache mich getrost und treu, Daß ich standhaft deine Wege Wandeln und nicht straucheln möge. 5. Daß die Welt mich nicht ver⸗ führe, Daß sie mich nicht unge⸗ treu Mach' und spottend trium⸗ phiere, Daß ich auch gefallen sei, Daß sie sich nicht ihrer Siege Rühme, weil ich unterliege. 6. Der du Kraft und Mut ge⸗ währest, Hilf des Schwachen Schwachheit auf. Ja, ich hoffe, daß du hörest, Und ich freue mich Ihr; Tugen deiner ter, laß zankbar t mein 9˙'s als merfort ch, du ch sind e Seele zu dem r Kraft er Hilf' leben. n, Will m In rich. ndelt. je muß Eh' ich Rechts d vom erd' ich Endlich ust der andeln cht ver· unge⸗ trium⸗ len sei, Siege eut ge⸗ wachen fe, daß e mich und Wandel überhaupt. darauf. Rühmen will ich's und dir singen, Daß du Stärke giebst zu cingen. Cramer. Mel. O Gott, du frommer Gott. 26 err, höre mein Gebet 320. H Und laß es dir ge⸗ jallen. Es ist mein ganzer Ernst Auf deiner Bahn zu wallen. Er⸗ greife, leite, Herr, Den Schwachen, der dir fleht, Weil seine Bitte nicht Aus falschem Munde geht. 2. Gieb, daß ich redlich mich In jeder Tugend übe. Der Glaube, den du willst, Soll fruchtbar durch die Liebe In wahrer Heilig⸗ keit, In guten Werken sein. Ich will's, ich will dir, Gott, Mein ganzes Leben weihn. 3. Doch täuscht mein Herz sich oft, Mir immer unergründlich, Bleibt nach der Heiligung Durch deinen Geist noch sündlich. Das Wollen hab' ich wohl, Zum Thun auch Licht und Kraft, Wie un⸗ vollkommen bleibt's Dennoch, wie mangelhaft! 4. Du kennst mich ganz, du kannst Mich reinigen und läutern, Den Geist, wenn Licht ihm fehlt, Mit deinem Licht erheitern. Wenn eine Leidenschaft Erwachen will, kannst du Durch mein Gewissen ihr Gebieten, daß sie ruh'. 5. Ach, darum wollest du Mich läutern, mich belehren, Der Träg⸗ heit des Gemüts, Der Lust zur Sünde wehren, Mich, wo Gefah⸗ ren sind, Erschrecken, mich zum Streit Ermuntern, wo dein Wort Zu streiten mir gebeut. 6. Erhalte meinen Gang Auf deinem Weg und leite Mit deiner Rechten mich, Damit mein Fuß nicht gleite. Mein Auge laß allein Auf deine Wege schaun. So hilf mir, denn du bist Mein Heiland, mein Vertraun. 7. Ich bin ein Fremdling hier, Umringt von vielen Sündern. Ihr Beispiel könnte leicht Der Tugend Eifer mindern. Bewahre deinen Knecht Vor ihnen, ihre 173 Lust Vergift', entweihe nie Die dir geweihte Brust. 8. Bewahre mich, wenn sie, Verstrickt von eiteln Lüsten, Sich ihrer Sünden freun. Mit ihren Lastern brüsten. Des Sünders Lachen wird In Weinen einst verkehrt, In Trauern seine Lust, Wenn er sich nicht bekehrt. 9. Ich aber werde, Gott, Dir nicht umsonst vertrauen, Einst, wenn ich treu dir bin, Dein selig Antlitz schauen Und, wenn mein Staub erwacht, Von deiner Wonne satt, Frohlocken, daß mein Herz Sich dir geheiligt hat. Cramer. Mel. Alle Menschen müssen sterben. ater, heilig möcht' ich 321. V leben, Rechtthun wäre meine Lust, Aber Lüste wi⸗ derstreben Dem Gesetz in meiner Brust. Ach, mein Herz ist mir verdächtig, Selten bin ich meiner mächtig, Hart drückt mich der Sünde Joch, Was ich nicht will, thu' ich doch. 2. Tausendmal hab' ich geweinet, Schmerzlich meinen Fall bereut Und der Sünde Macht beweinet Und des Herzens Flüchtigkeit. Tief beugt' mich die Sünde nieder, Aber dann vergaß ich wieder Meine Thränen und, Gott, dich, Und mein Fleisch besiegte mich. 3. Nein, ich will mir's nicht verhehlen, Ohne deines Geistes Kraft Seh' ich mich schon wieder fehlen, Siegen schon die Leiden⸗ schaft. Nein, zu oft hab' ich's er⸗ fahren, Was Gelübd' und Thränen waren. Ach, oft eh' ich's mir ver⸗ sah, War die Sünde wieder nah. 4. Nun, ich weiß nichts anzu⸗ fangen, Als in tiefster Demut dir, Dir nur flehend anzuhangen. Töte du die Sünd' in mir. Reiß' die Wurzel meiner Schmerzen, Reiß' die Sünd' aus meinem Her; zen. Tief im Staube fleh' ich dich, Heilige du selber mich. 5. Vater, du, du kannst mich 24 174 Vom heiligen Leben und Wandel überhaupt. retten, Wenn mich niemand ret⸗ ten kann. Beten will ich, immer beten. Schau' mich mit Erbarmen an. Laß mir nichts die Tugend rauben, Unterstütze meinen Glau⸗ ben, Meinen Eifer im Gebet, Das um nichts als Gnade fleht. 6. Nichts, als deines Geistes Gnade, Nichts, sonst nichts ver⸗ langt dein Kind. Dann geh' ich auf rechtem Pfade Sicher, mutig und geschwind. Dann kann ich mein Fleisch bezwingen, Dann des Geistes Früchte bringen, Dann mich, Vater, deiner freun, Dann des Heils versichert sein. 7. Darum beug' ich meine Kniee, Bete, Heiligster, vor dir, Flehe, Vater, spät und frühe: Schenke höhre Kräfte mir. Sieh', ich dürste nach dem Guten. Laß mein Herz nicht länger bluten. Ziehe mich mit Leben an, Daß ich alles Gute kann. 8. Vater, ja, du hörst mein Flehen, Meine Thränen siehest du. Laß mich Schwachen nicht ver⸗ gehen, Sprich du deinen Trost mir zu. Mit dir werd' ich über⸗ winden, Du, du wirst von meinen Sünden Mich durch Jesum ganz befrein. Vater, du wirst Vater sein. Cavater. Frömmigkeit der Jugend. Mel. Warum sollt' ich mich denn. 2 abe deine Lust, o Ju⸗ 322. H gend, Immer—5 An dem Herrn Und dem Reiz der Tugend. Was dein reges Herz begehret, Dein Verstand Nicht erfand, Wird dir dann gewähret. 2. Schnell muß nicht vorüber⸗ rauschen Diese Lust, Deine Brust Muß sie nicht vertauschen Gegen Lüste dieser Erden, Die dein Herz Voller Schmerz Bald vergiften werden. 3. Nicht erst, wenn des Alters Sorgen Dich zerstreun, Jugend, nein, Schon am frühen Morgen, In der Blüte deines Lebens Dien ihm gern, Und dem Herrn Dienst du nie vergebens. 4. Glück, Gesundheit, langes Leben Wird dafür Willig dir Dann dein Schöpfer geben. Tu⸗ gend nur sei dein Begehren. Dann wird er Dir schon mehr, Wenn dir's nützt, gewähren. 5. Auch in den gesunden Tagen Laß nicht ab, In das Grab Einen Blick zu wagen. Du hast dann, frei vom Verderben, Seelen⸗ ruh', Dann kannst du, Dem du lebtest, sterben. Sturm. Von den Pflichten gegen Gott. Von der Erkenntnis Gottes. Mel. WRas Ga, 0 Gott 2 as ist, o Gott, im 323. Wẽ Himmel, was auf Erden, Das so, wie du, verdient, erkannt zu werden? Was ist, das meinen Durst nach Glück so stille, Als deine Fülle? 2. Dich suchen ist die edelste der Sorgen. Zwar bist du un⸗ erforschlich und verborgen, Doch willst du, wenn wir nur dein Licht nicht hassen, Dich finden lassen. 3. Mit lauter Stimme lehren deine Werke Uns deine Weisheit, deine Güt' und Stärke. Auch hast du selbst, sei hoch dafür gepriesen! Uns unterwiesen. 4. Und immer mehr willst du dich offenbaren, Wenn wir getreu, was du uns lehrst, bewahren, Wenn wir, was deine Lehren wirken sollen, Uns bessern wollen. Ach, möcht' ich, Gott, aus allen meinen Kräften, Dich suchen, ruhn von Sorgen und Geschäften Und mein Gemüt, um mich zu dir zu schwingen, Zur Stille bringen! 6. Ergreife mich und leite meine zur W währe Ernst, 7 dich erk deiner gehorch Dir, G Mel. verherr 4. 2 Throne erhöhn, nes So ihn sehr stamme lied sti! weiseste die selb nie wü 6. 2 Rinde, mit mi und di dies L ich hast riesen! illst du getreu, zahren, Lehren wollen. tt, aus suchen, schäften zu dir ringen! d leite meine Seele, Daß sie den Weg zur Wahrheit nicht verfehle. Ge⸗ währe mir, damit sie nie ermüde, Ernst, Lust und Friede. 7. Dann werd ich immer heller dich erkennen Und täglich mehr von deiner Lieb' entbrennen, Dir gern gehorchen, fröhlich dich erheben, Dir, Gott, nur leben. Cramer. Mel. Wer nur den lieben Gott. 32⁴4 Wo find' ich Gott, — den meine Seele Weit über alles schätzt und liebt, Gott, den ich mir zum Freunde wähle, Und der allein mir Freude giebt? Wann kommt die Zeit, da Gott, mein Freund, Sich völliger mit mir vereint? 2. Wie wollt' ich meinen Gott nicht preisen, Wenn ich ihn sähe, wie er ist! Zwar deine Wunder, err, beweisen, Wie unaussprech⸗ lich schön du bist. Wie schimmern sie! Doch zeigt ihr Glanz Mir deine Herrlichkeit nicht ganz. 3. Ich sehe Gott hier nur im Spiegel Und bet' ihn unvollkom⸗ men an. Ach, hätte meine Seele Flügel, Sich meinem Schöpfer mehr zu nahn, Wie würde sie sich seiner freun, Wie selig, wie verherrlicht sein! 4. Dürft' ich am Fuße seines Thrones Mit seinen Engeln ihn erhöhn, Könnt' ich im Antlitz sei⸗ nes Sohnes, Wie seine Seligen, ihn sehn! Ich, der ich hier kaum stammeln kann, Welch hohes Lob⸗ lied stimmt' ich an! 5. Mir macht zwar jedes seiner Werke Mehr, als ich rühmen kann, bekannt. Es zeigt mir sei ⸗ ner Allmacht Stärke Und seinen weisesten Verstand Und Gnade, die selbst Davids Lob Zu schwach, nie würdig gnug erhob. 6. Wie zärtlich, als mit einem Kinde, Sprichst du in deinem Wort mit mir! Doch mein Verderben und die Sünde Verdunkelt mir dies Licht von dir. O welche Von der Erkenntnis Gottes. 17⁵ Gnade, daß dein Geist Mich selbst von dir, Herr, unterweist! 7. Doch wenn in meinen Fin⸗ sternissen Er auch mein blödes Aug' erhellt, So bleibt doch selbst als⸗ dann mein Wissen Nur immer Stückwerk in der Welt. Ich suche dich und forsche nach, Und mein' Erkenntnis bleibet schwach. 8. Und hört' ich nur auf deine Stimme In deinem Worte, hört' ich nur, Wie du verdienest, auf die Stimme Der dir lobsingenden Natur, So lernt' ich hier schon mich allein, Gott, deiner Herr⸗ lichkeit zu freun. 9. Wie brünstig würd' ich dann dich lieben, Mit welchem Eifer würd' ich mich Dir, Vater, zu gefallen üben! Wie selig wär' ich bloß durch dich! Nun aber täu⸗ schet meinen Geist, Gleich Kindern, Tand, wenn er nur gleißt. 10. Welch Elend! Vater, ich empfinde Mein Elend, zeuch mich, Herr, zu dir. Entkräfte selbst die Macht der Sünde, Dein Geist der Weisheit wohn' in mir, Damit ich vor der Täuscherei Der Sinnlich · keit gesichert sei. 11. Gieb, daß der Strahl von deiner Wahrheit Mein Leben leite, bis ich dort Dich näher seh' und mit mehr Klarheit, Als hier an diesem Prüfungsort. Ich, der ich hier kaum stammeln kann, Erhebe würdiger dich dann. Cramer. Mel. Wend' ab deinen Zorn. oll sich mein Geist, 325. S o Gott, zu dir er⸗ heben Und dich zu kennen glück⸗ lich sich bestreben, So mußt du selbst, um groß von dir zu denken, Die Kraft mir schenken. 2. Laß doch, o Herr, dein Licht mich stets erfreuen Und meiner Seele Finsternis zerstreuen. Er⸗ leuchte mich, daß mich, zu deiner Ehre, Dein Glanz verkläre. 3. Was ist im Himmel, Gott, was ist auf Erden, Das so, wie du, verdient erkannt zu werden? 176 Was ist, das meinen Durst nach Glück so stille, Als deine Fülle? 4. Dich suchen ist die edelste der Sorgen. Zwar bist du uner⸗ forschlich und verborgen, Doch willst du, wenn wir nur dein Licht nicht hassen, Dich finden lassen. 5. Mit lauter Stimme lehren deine Werke Uns deine Weisheit, deine Güt' und Stärke. Auch hast du selbst, sei hoch dafür gepriesen! Uns unterwiesen. 6. Und immer mehr willst du dich offenbaren, Wenn wir getreu, was du uns lehrst, bewahren, Wenn wir, was deine Lehren wir⸗ ken sollen, Uns bessern wollen. 7. Ach, möcht' ich, Gott, aus allen meinen Kräften Dich suchen, ruhn von Sorgen und Geschäften Und mein Gemüt, um mich zu dir zu schwingen, Zur Stille bringen! 8. Doch mein Verstand ist un · stät, träg, er scheuet Der Über⸗ legung Müh' und, schnell zerstreuet. Sinkt er, wenn ich zu dir gezogen werde, Zurück zur Erde. 9. Auch täuscht mein Herz ihn, machet ihn vermessen, Verführt ihn seine Grenzen zu vergessen, Will mehr, als seine Kräfte mir vergönnen, Von dir erkennen. 10. Ergreife mich und leite meine Seele, Daß sie den Weg zur Tugend nicht verfehle. Ge⸗ währe mir, damit sie nicht ermüde, Ernst, Lust und Friede. 11. Dann werd' ich immer heller dich erkennen Und täglich mehr von deiner Lieb' entbrennen, Dir gern gehorchen, fröhlich dich erheben, Dir, Gott, nur leben. Cramer. Mel. Wer nur den lieben Gott. 326 Mein Gott, du woh⸗ nest zwar im Lichte, Dahin kein sterblich Auge dringt, Doch giebst du uns zum Unter⸗ richte Dein Wort, das uns Er⸗ kenntnis bringt, Was du, o Aller⸗ höchster, bist Und was mit uns dein Endzweck ist. 2. So gieb denn, daß ich dar⸗ Pflichten gegen Gott. auf achte Als auf ein Licht im dunkeln Ort, Und wenn ich ernst. lich es betrachte, So hilf selbst meinem Forschen fort. Laß für der Wahrheit hellen Schein Mein Aug' und Herz stets offen sein. 3. Dein Wort sei mir ein Licht im Glauben, Das mich zur wah⸗ ren Weisheit führt. Laß mir doch keinen Irrtum rauben, Was mir ein ewig Heil gebiert. Kein Spöt⸗ tergeist verführe mich, Kein Zwei⸗ fel sei mir hinderlich. Dich kennen ist das ewge Leben. Drum hilf mir, Vater daß ich dich Und den, den du für uns gegeben, Hier so erkenne, wie du mich In deinem Wort es selbst gelehrt, Bis einst sich meine Einsicht mehrt. 5. Vor allem laß bei mir le⸗ bendig, OHöchster, dein' Erkennt⸗ nis sein. Laß mich danach dir auch beständig Die größte Lieb' und Ehrfurcht weihn. Gieb, daß ich thu' mit allem Fleiß, Was ich von deinem Willen weiß. 6. Was hilft die richtigste Er⸗ kenntnis, Wenn sie zu deiner Lieb' nicht treibt? Was nützt ein auf⸗ geklärt Verständnis, Wenn doch das Herz noch böse bleibt? Drum hilf, daß ich der Wahrheit treu, Und daß mein Glaube thätig sei. 7. Laß dein' Erkenntnis mir im Leiden Die Quelle wahres Trostes sein. Laß mich, wenn Leib und Seele scheiden, Dann noch im Glauben deiner freun. Dort seh' ich dich im hellern Licht Von Angesicht zu An⸗ gesicht. Diterich nach Schmolck. Um rechte Erkenntnis Gottes und der Religion. Mel. Llebster Jesu, wir sind hier. ott, mein Licht, er⸗ 327⁷. G leuchte mich, Daß ich hier dich recht erkenne, Daß ich, Jesus Christus, dich Meinen Herrn und Heiland nenne. Höch· ster, laß mich doch auf Erden Weise zu dem Himmel werden. 2. Lautre Wahrheit ist dein Wort, dicht im ch ernst⸗ lf selbst Zaß für Mein sein. ein Licht ur wah⸗ mir doch Vas mir n Spöt⸗ in Zwei⸗ 18 ewge Vater, den du erkenne, Wort es ch meine mir le⸗ Von der Erkenntnis Gottes. 177 Lehre mich es recht verstehen. Hilf selbst meinem Forschen fort. Lehre mich recht einzusehen, Was zu meinem Heil mich führet Und was mir zu thun gebühret. 3. Aber laß mich nicht allein Richtig seinen Sinn verstehen, Laß mein Herz auch folgsam sein, Den erkannten Weg zu gehen. Wer dich kennt und bleibt in Sünden, Der kann nimmer Gnade finden. 4. Gieb, daß ich den Unterricht Deines Wortes treu bewahre, Daß ich, was es mir verspricht, Reich⸗ lich an mir selbst erfahre. Ja, mein Glaube sei in Leiden Mir ein Quell von Trost und Freuden. 5. Hilf, daß sich von Zeit zu Zeit Mein' Erkenntnis stets ver⸗ mehre. Find' ich manche Dunkelheit. Bleibt verdeckt mir manche Lehre, Laß mich Zweifelsucht entfernen Und in Demut glauben lernen. 6. Laß mich, Herr, in deinem Licht Immer rührender erkennen Jener Herrlichkeit Gewicht, Und wie glücklich der zu nennen, Der nach ihr mit Eifer trachtet Und die Lust der Sünd' verachtet. O verleihe mir die Kraft, Deinem Wort gemäß zu handeln Und vor dir gewissenhaft Als dein treues Kind zu wandeln. So wird einst in jenem Leben Mich dein hellres Licht umgeben. Diterich(Hecker.) Von der Furcht Gottes. Mel. Wer nur den lieben Gott. 328 O Gott, dich fürchten, kindlich scheuen Ist unsre höchste, größte Pflicht. Kein Mensch kann deiner Huld sich freuen, Scheut er dein heilig Auge nicht. Drum wirk' in mir durch deinen Geist Die Furcht vor dir, die kindlich heißt. 2. Sie leite, Herr, mein Thun und Denken. Sie müsse meine Weisheit sein Und mich auf solche Wege lenken, Die vor dir heilig sind und rein. Denn, wer noch Lust zur Sünde hat, Der fürch⸗ tet dich nicht in der That. 3. Gieb, daß ich stets zu Herzen nehme, Daß du allgegenwärtig bist, Und das vor dir zu thun mich schäme, Was dir, mein Gott, zuwider ist. Der Beifall einer ganzen Welt Hilft dem ja nichts, der dir mißfällt. 4. Laß dein Gericht mich nie vergessen Und wirke wahre Buß' in mir, Damit ich nicht stolz und vermessen Der Gnade Seligkeit ver· lier', Die mich bei aller Missethat So liebreich noch getragen hat. 5. Ja, Vater, laß mit Furcht und Zittern Mich schaffen meine Seligkeit. Soll nichts mein ewig Glück erschüttern, So laß mich in der Gnadenzeit Mit Vorsicht alles Unrecht fliehn, Mich nur um deine Gunst bemühn. 6. Erhalt' in mir ein gut Ge⸗ wissen, Das weder Spott noch Trübsal scheu', Und mache von den Hindernissen Der wahren Tugend selbst mich frei. Nie hindre Furcht und Lust der Welt Mich, das zu thun, was dir gefällt. 7. In deiner Furcht laß mich stets wandeln Und mich, ich sei auch wo ich sei, Nach deiner Vor⸗ schrift redlich handeln. Du hassest alle Heuchelei. Wer dich von Herzen liebt und ehrt, Nur der ist dir, o Vater, wert. 8. In deiner Furcht laß mich einst sterben. So schreckt mich weder Tod noch Grab, So werd' ich jenes Leben erben, Dazu dein Sohn sich für mich gab. Gott, deine Furcht bringt Segen ein, Ihr Lohn wird groß im Himmel sein. Schmolck und Diterich. Mel. O Gott, du frommer Gott. 329 Gier Vater, daß mein Herz Sich deiner Liebe weihe Und daß in allem ich M 17⁸ Pflichten gegen Gott. Dein Auge kindlich scheue. Wer als ein Christ sich liebt, Der flieht auch als ein Christ, Was wider Gottes Ehr' Und Menschenliebe ist. 2. Kein schnöder Eigennutz Be; herrsche meine Seele, Und wenn 92 meinem Glück Ich Weg' und ittel wähle, Laß, Gott, mich stets dabei Auf Recht und Wahrheit schaun, Auch nie mein Wohlergehn Auf andrer Elend baun. 3. Dein Fluch trifft jedes Glück, Dabei die Tugend leidet, Dabei der, der es sucht, Gott, deine Wege meidet. Wer Unrecht liebt und thut, Erbt deinen Himmel nicht. Nie treffe mich, o Gott, Dies schreckliche Gericht. 4. Nie blende mein Gemüt Der Eitelkeiten Schimmer. Die Welt mit ihrer Lust Vergeht doch einst auf immer. Was hilft uns kurze Lust? Was hilft uns eitle Pracht? Nicht ein vergänglich Gut Ist's, was uns glücklich macht. 5. Ein gottergebnes Herz, Ein unverletzt Gewissen, Nur das allein kann uns Des Lebens Schmerz versüßen. Das bleibt uns auch im Tod Und folgt uns aus der Zeit Zum großen Segen nach Bis in die Ewigkeit. 6. O selig, wer danach Mit heilgem Eifer trachtet Und für sein größtes Glück, Gott, deine Gnade achtet! Der liebt allein sich recht, Der findet in der Zeit Die wahre Ruh' und einst Vollkommne Seligkeit. 7. Das sei mein Zweck und Fleiß. O segne mein Bemühen. So wird das wahre Wohl Nicht meinem Wunsch entfliehen. Bewahre mich dabei, Herr, vor dem Lauf der Welt, Daß ich mein Bestes wirk', Wie dir es wohlgefällt. Diterich. Die Furcht des Herrn, der Weis⸗ heit Anfang. Mel. Wer nur den lieben Gott. 330 Wilst du der Weisheit Quelle kennen? Es ist die Furcht vor Gott dem Herrn. Nur der ist weis' und klug zu nennen, Der alle seine Pflichten gern, Weil Gott sie ihm gebeut, vollbringt, Wenn gleich dazu kein Mensch ihn zwingt. 2. Lern' Gottes Größe recht em⸗ pfinden Und fühle deine Nichtig⸗ keit, So wirst du nie dich unter⸗ winden, Mit thörichter Verwegen⸗ heit Zu tadeln, was sein Rat be⸗ 16 fl. Der wunderbar, doch hei⸗ ig ist. 3. Wirst du den Höchsten kind⸗ lich scheuen, So wird dir keine Pflicht zur Last. Nur das wirst du vor ihm bereuen, Daß du sie oft versäumet hast. Wer Gott als Zeugen vor sich hat, Der freut sich jeder guten That. 4. Wenn Nacht und Dunkelheit dich decken, Die dem Verbrecher Mut verleihn, Wird dich die Furcht des Herrn erwecken, Auch dann, was Unrecht ist, zu scheun. Denk nur: Vor seinem Angesicht Ist Finsternis wie Mittagslicht. 5. Den Herren öffentlich ver⸗; ehren Sowohl als in der Einsam⸗ keit, Auf des Gewissens Stimme hören Und willig thun, was es gebeut, Auch das lehrt dich die Furcht des Herrn, Auch das thut, wer ihn fürchtet, gern. 6. Läßt dich der Thor Verach⸗ tung merken, Wenn du dich fromm von ihm entfernst, Die Furcht des Herren wird dich stärken, Daß du dich edel schätzen lernst. Wer Gott, dem Höchsten, wohlgefällt, Ist glück⸗ lich selbst beim Spott der Welt. 7. Sich stets vor dem Allmächt⸗ gen scheuen Giebt Heldenmut und Tapferkeit, Wenn uns der Men ⸗ schen stolzes Dräuen, Was Gott mißfällt, zu thun gebeut. Ist Gott mein Schutz, mein Heil und Licht, So beb' ich vor den Men⸗ schen nicht. 8. Laß deine Furcht, Gott, mich regieren, Mich stets auf dich, den Höchsten, sehn, Laß sie mich zu der Weisheit führen, So werd ich nie⸗ mals irre gehn. Wohl dem, der eesnc eh rne —882—5282 Von der Furcht Gottes. 17 dich stets kindlich scheut! Dich fürch⸗ ten, Gott, ist Seligkeit. Sollikofer. Heiligkeit des Eidschwurs. Mel. Christ, unser Herr, zum Jordan. 331 err, du bist heilig im 2 Gericht, Dein Zorn vertilgt die Bösen. Vor dir besteht der Heuchler nicht, Kein Trug, kein gottlos Wesen. Du bist ein Gott des Rechts, der Treu'. Wer's wagt, bei dir zu schwören Und hegt im Herzen Heuchelei, Den wird dein Ohr nicht hören. Dein Eifer wird ihn strafen. 2. Drum laß mich, Gott, der Wahrheit nur Ein lautres Zeugnis geben Und nie die Hand empor zum Schwur Auf Trug und Falsch⸗ heit heben. Du blickst ins Innre, wirst gar bald Die Wahrheit hell entdecken, Wenn wir sie gleich im Hinterhalt Der Lüge schlau ver⸗ stecken Und blöde Menschen täuschen. 3. Auch des Gewissens Unruh' quält Den, der die Lügen liebet, Was wahr und redlich ist, ver⸗ hehlt Und falsches Zeugnis giebet. Voll Argwohn geht er und be⸗ schämt Aus Scheu, entdeckt zu wer⸗ den. Wer aber seine Zunge zähmt, Der findet Ruh' auf Erden Und Lohn bei Gott im Himmel. 4. Wenn mich des Vorteils Stimme lockt, So laß mich sie nicht hören Und nicht, durch niedern Geiz verstockt, Mir unrecht Gut erschwören. Was Arglist und Be⸗ trug gewinnt, Wird lange nicht gedeihen. Was nie dahin fällt, nie zerrinnt Und ewig kann erfreuen, Ist Redlichkeit und Unschuld. 5. Dann kann ich frei, von Falschheit rein, Zu deinem Throne treten, Kann zu dir flehn, mein Gott zu sein, In festem Glauben beten. Des Frommen Hilf' und Gott bist du, Wirst sein Gebet ge⸗ währen, Und des Gewissens heitre Ruh' Wird ihm den Lohn bewäh⸗ ren, Der ewig seiner wartet. 6. Denn einst wirst du des Her⸗ zens Rat Der Menschen offenbaren, Und jedem wird, nachdem er that, Vergeltung widerfahren. Beschämt wird dann vor deinem Thron Entdeckt der Heuchler stehen. Dem Frommen aber wird der Lohn, Dich, wie du bist, zu sehen, Du Gott der Treu' und Wahrheit! Eschenburg. Von der Liebe und Dankbarkeit gegen Gott. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. 332 uelle der Vollkom⸗ „ menheiten, Gott, mein Gott, wie lieb' ich dich! Und mit welchen Seligkeiten Sättigt deine Liebe mich! Seel' und Leib mag mir verschmachten, Hab' ich dich, werd' ich's nicht achten. Mir wird deine Lieb' allein Mehr, als Erd' und Himmel, sein. 2. Denk' ich deiner, wie erhebet Meine Seele sich in mir! Wie ge; tröstet, wie belebet Fühl' ich mich, o Gott, von dir! Jeder Blick auf deine Werke, Deine Güte, deine Stärke, Wie entledigt er mein Herz Von Bekümmernis und Schmerz! 3. Floß aus deiner Gottesfülle Mir nicht tausend Wohlthat zu? Daß ich ward, das war dein Wille, Daß ich noch bin, das machst du, Daß ich denke, daß ich wähle, Dafür dankt dir meine Seele, Dankt dir, daß sie dich erkennt Und dich ihren Vater nennt. 4. Du erkauftest vom Verderben Mich durch deinen Sohn, o Gott, Ließest den Gerechten sterben, Mir zum Leben ward sein Tod. Ewig dort mit ihm zu leben, Hast du mir durch ihn gegeben, Ewig deiner mich zu freuün Und von dir geliebt zu sein. 5. Sollt' ich dich nicht wieder Mꝰ SIS..IIttttttt‚tttt 180⁰ Pflichten gegen Gott. lieben, Der du mich zuerst geliebt, Der mit mehr als Vatertrieben So unendlich mich geliebt? Könnt' ich ruhig hier auf Erden Ohne deine Liebe werden, Ohne sie nach dieser Zeit Würdig sein der Seligkeit? 6. Heil mir, daß ich es em⸗ pfinde, Wie so liebenswert du bist! Daß mein Herz vom Haß der Sünde, Die dich haßt, durch⸗ drungen ist! Daß auf dein Gebot ich achte Und es zu erfüllen trachte! Heil mir, du verbirgest nicht Einst vor mir dein Angesicht! 7. Noch lieb' ich dich unvoll⸗ kommen. Meine Seel' erkennt es wohl. Dort im Vaterland der Frommen Lieb' ich dich, Herr, wie ich soll. Ganz werd' ich dort deinen Willen Kennen, ehren und erfüllen. Gieb mir dann vor deinem Thron Der vollkommnern Liebe Lohn. Münter. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. 3 ott, mein Vater, deine Liebe Reicht, so weit der Himmel ist. Deines Wohlthuns starke Triebe Sind so ewig, als du bist. Deiner Huld Unendlichkeit, Gott, erschöpfet keine Zeit. Und wer kann die vielen Proben Deiner Güte würdig loben? 2. Als ich noch, der Welt ver⸗ borgen, In dem Schoß der Mutter lag, Wzachtest du, für mich zu sor⸗ gen, Über mich schon jeden Tag. Durch den Beistand deiner Macht Bin ich an das Licht gebracht. Und was hat mein ganzes Leben Gutes, das du nicht gegeben? 3. Nie gedenket mein Gemüte Ohne brünstge Dankbegier Jener unverdienten Güte, Da du durch die Taufe mir Das erhabne Recht gewährt, Daß ich, für dein Kind erklärt, Mich des Segens der Er⸗ lösten Voller Zuversicht darf trösten. 4. In den zarten Jugendjahren Warst du meines Lebens Stab, Mein Beschirmer in Gefahren. An dir hab' ich bis ins Grab Einen Vater, der mich liebt, Einen Vater, der mir giebt, Was zum wahren Wohl mir nützet, Einen Vater, der mich schützet. 5. Gott, du machst es mit uns besser, Als wir wünschen und ver⸗ stehn. Deine Güte ist viel größer, Als die Kraft, dich zu erhöhn. Schallte gleich so hoch mein Dank, Wie der Seraphim Gesang, Den⸗ noch würde durch mein Loben Deine Huld nicht gnug erhoben. 6. O so zeuch durch deine Liebe, Herr, mein ganzes Herz zu dir. Stärk' und mehre selbst die Triebe Wahrer Dankbarkeit in mir. Laß mich ganz dein Eigen sein, So mich deines Wohlthuns freun, Daß auch mir auf dieser Erde Wohl⸗ thun wahre Freude werde. 7. Laß mich jede deiner Gaben Recht zu brauchen mich bemühn, Stets den Zweck vor Augen haben, Dazu du sie mir verliehn. Deine Güte reize mich, Daß ich immer brünstger dich Lieb', und deinen heilgen Willen Freudig suche zu erfüllen. Diterich nach Sinold. Mel. Herzlich lieb hab' ich dich, o Herr. 334 Der du mich als ein — Vater liebst Und mich mit Wohlthun ganz umgiebst, Gott, meiner Seelen Freude! Ich bleibe dennoch stets an dir. Was ist, mein Gott, das je mich hier Von deiner Liebe scheide? Du machst mir deinen Weg bekannt, Hältst mich bei meiner rechten Hand, Regierest meinen Lebens⸗ lauf Und hilfest meiner Schwach⸗ heit auf. O Herr, mein Gott! Du bist mein Lichtl:: Ich folge dir, so irr' ich nicht. 2. Du leitest mich nach deinem Rat, Der anders nichts beschlossen hat, Als was mir Segen bringet. Geht's gleich zu Zeiten kümmerlich, So weiß ich dennoch, daß durch dich Der Ausgang wohl gelinget. Nach hartem Tritt auf rauher Bahn Nimmst du mich dort mit Ehren an, Wo mich vor deinem Thron erfreut Die Krone der Ge⸗ rechtigkeit. Mein Herr, mein Gott! — eE SS SSE R DERRSERFSERE SSS ESEe Ach, voll Begier„ Wünsch' ich zu sein, mein Heil, bei dir. 3. Mein Sinn ist ganz auf dich gericht t. Hab' ich nur dich, so frag' ich nicht Nach Himmel und nach Erden. Denn wär' der Himmelohne dich, So könnte keine Lust für mich Auch selbst im Himmel werden. Wärst du nicht schon auf Erden mein, So möcht' ich nicht auf Er⸗ den sein. Denn nichts ist in der ganzen Welt, Das mir so sehr, wie du gefällt. Mein Herr und Gott, Wo du nicht bist,: Ist nichts, das mir erfreulich ist. 4. Und sollte mir durch Kreuz und Not, Durch Marter, durch Ge⸗ walt und Tod Auch Seel' und Leib verschmachten, Dies alles wird, wenn's auch noch mehr, Ja gar wie eine Hölle wär', Mein Glaube doch nicht achten. Du bist und bleibest doch mein Heil Und mei⸗ nes Herzens Trost und Teil. Denn wahrlich, nur durch dich allein Kann Leib und Seele selig sein. Herr, meine Burg! Ich hoffe fest,: Daß deine Kraft mich nicht verläßt. 5. Wer von dir weicht und auf der Welt Dir nicht beharrlich Glau⸗ ben hält, Muß freilich wohl ver⸗ derben. Er kann, weil er die Lust und Pracht Der Erde sich zum Him⸗ mel macht Nicht deinen Himmel erben. Denn wer dich hier nicht lieben lernt Und nicht sein Herz non dem entfernt, Was dir, du Heiligster, mißfällt, Kommt nicht zu jener bessern Welt. Nur den, der hier Sein Herz dir weiht, Nur den führst du zur Herrlichkeit. 6. Drum halt' ich mich getrost zu dir, Du aber hältst dich auch zu mir, Und das ist meine Freude! Ich setze meine Zuversicht Auf dich, mein Fels, der nicht zerbricht, Auch selbst im tiefsten Leide. Dein Wort, o Höch⸗ ster, soll allein Mein Trost und meine Richtschnur sein, Bis sich einst in der Ewigkeit Mein Herz vollkommen dein erfreut. Gott meines Heils! Ich warte drauf,„: Nimm mich in dei⸗ nen Himmel auf. Neumeister. Von der Liebe und Dankbarkeit gegen Gott. 181 Mel. In dich hab' ich gehoffet, Herr. Ogch freue mich, mein 335. Gott, in dir. Du bist mein Trost, und was kann mir In deiner Liebe fehlen? Du, Herr, bist mein Und ich bin dein! Was mangelt meiner Seelen? 2. Du hast mich von der Welt erwählt Und deinen Kindern zu⸗ ezählt. Mag mich die Welt doch assen! Du liebst mein Wohl, Wirst gnadenvoll Mich nimmer⸗ mehr verlassen. 3. Du trägst mich liebreich mit Geduld, Vergiebst in Christo mir die Schuld, Wenn ich aus Schwach⸗ heit fehle. Du giebst mir Teil An seinem Heil. Dies tröstet meine Seele. 4. Du bist mir der bewährte Freund, Der es aufs beste mit mir meint. Wo find' ich deines⸗ gleichen? Du stehst mir bei Und bleibst mir treu, Wenn Berg' und Hügel weichen. 5. Du bist mein Leben, Trost und Licht, Mein Fels und Heil. Drum frag' ich nicht Nach Himmel und nach Erde. Herr, ohne dich Ist nichts für mich, Das mir er⸗ freulich werde. 6. Du bist mein allerhöchstes Gut, Darauf mein wahres Wohl beruht, In dir leb' ich zufrieden. So dort, als hier, Herr, bleiben wir In Liebe ungeschieden. 7. Du segnest mich, wenn man mir flucht, Und wer hier mein Verderben sucht, Dem wird's doch nicht gelingen. Mit deiner Treu' Stehst du mir bei, Daß ich kann fröhlich singen. 8. Du läßt mir's ewig wohlergehn. Einst werd' ich dich noch näher sehn, Du Ursprung wahrer Freuden! An dir wird sich Dann ewiglich Mein ganzes Herz, Herr, weiden. 9. Noch hat's kein menschlich Ohr gehört, Was uns dein Himmel einst gewährt, Doch seh' ich's schon im Glauben. Vollkommnes Heil Ist da mein Teil. Das wird mir niemand rauben. Unbekannter u. Diterich. XIIIIIRA 182 Pflichten gegen Gott. Mel. Wer nur den lieben Gott. 226 u, Vater deiner Men⸗ 336. D schenkinder, Der du die Liebe selber bist, Und dessen Herz auch gegen Sünder Noch gütig und voll Mitleid ist! Laß mich von ganzem Herzen dein, Laß mich's mit allen Kräften sein. 2. Gieb, daß ich als dein Kind dich liebe, Da du mich als ein Vater liebst, Und so gesinnt zu sein mich übe, Wie du mir dazu Vor⸗ schrift giebst. Was dir gefällt, ge⸗ fall' auch mir. Nichts scheide mich, mein Gott, von dir. 3. Vertilg' in mir durch deine Liebe Den Hang zur Liebe dieser Welt. Gieb, daß ich Selbstver⸗ leugnung übe, Wenn mir was Eitles noch gefällt. Wie sollte ich die Kreatur Dir vorziehn, Schöpfer der Natur? 4. Laß mich um deines Namens willen Gern thun, was mir dein Wort gebeut. Kann ich's nicht, wie ich soll, erfüllen, So sieh' auf meine Willigkeit Und rechne mir nach deiner Huld Die Schwachheit, Vater, nicht zur Schuld. 5. Der liebt dich nicht, der noch mit Freuden Das thut, was dir, o Gott, mißfällt. Drum laß es mich mit Ernst vermeiden, Gefiel' es auch der ganzen Welt. Die kleinste Sünde selbst zu scheun, Laß, Vater, mich behutsam sein. 6. Aus Liebe laß mich alles leiden, Was mir dein weiser Rat bestimmt. Auch Trübsal führt zu ewgen Freu⸗ den. Wer ihre Last gern übernimmt, Geduldig trägt und weislich nützt, Wird mächtig von dir unterstützt. 7. In deiner Liebe laß mich ster⸗ ben. Dann wird der Tod selbst mein Gewinn, Dann werd' ich deinen Himmel erben, Wo ich dir ewig nahe bin. Da lieb' ich in Vollkommenheit Dich, Vater der Barmherzigkeit. Schmolck und Diterich. Mel. Nun sich der Tag geendet. 337. Gispricht—— Aute Und gieb es nicht der Welt! Hier ist es, Gott, ich geb' es dir, Der's schuf und noch erhält. 2. O nimm es, Vater, gnädig an, Ob ihm gleich viel gebricht. Ich geb's, so gut ich's geben kann. Verschmäh' die Gabe nicht. 3. Es ist von böser Lust befleckt, Geneigt zur Eitelkeit, Mit Sünd' erfüllt und ganz bedeckt Von Schuld und Strafbarkeit. 4. Doch, Herr, dies mein verderb⸗ tes Herz Kommt jetzt mit Reu' vor dich, Es fühlt der Sünden herben Schmerz Und sehnt nach Gnade sich. 5. O du, Gott der Barmherzigkeit, Erbarme dich doch sein. Schau, wie es deiner Huld sich freut. Sein Trost bist du allein. 6. Es sagt mit kindlichem Ver⸗ traun: Du bist mein Retter, du! Ich werde Gott als Vater schaun Und in ihm find' ich Ruh'. 7. Es sucht in Jesu Christo Heil, Es naht zum Kreuze hin, Es spricht: Du, Mittler, bist mein Teil, Mein Trost und mein Gewinn. 8. Durch deinen Geist mach' du es rein, Ganz heilig, fromm und neu. Weih' es dir selbst zum Tempel ein. Mach' es im Glauben treu. 9. Ach, jed' unlautre Leiden⸗ schaft Und sündliche Begier Lösch' in mir aus dunch deine Kraft Und heilge sie in mir. 10. Hilf, daß mich stets nach dir verlang', Daß ich dich fürcht und lieb'ꝰ, Dir fest vertrau' und dir anhang' Und jede Tugend üb'. 11. Schenk' mir den Schmuck, der Christen ziert, Die Demut deines Sohns, Die mich zur Menschen⸗ liebe führt Und wert macht deines Lohns. 12. Lehr' du mich selbst Gelassen⸗ heit. Mein Glück sei stets dein Rat. Mein Wahlspruch sei in Freud' und Leid: Was Gott beschlossen hat. 13. Ein frommes Herz sei, Gott, mein Ruhm, Fromm ohnehHeuchelei, Damit mein ganzes Christentum Dir wohlgefällig sei. 14. Gieb, daß, wenn einst mein SIIR ED SNVUSES VOE= EE SEEANE Von der Liebe und Dankbarkeit gegen Gott. 183 Auge bricht, Mein Mund im Todes⸗ schmerz Dies treue Wort noch froh ausspricht: Mein Gott, hier ist mein Herz! Liebich und Rüster. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 0 ir dank' ich für mein 338. D Leben, Gott, der du mir's gegeben, Ich danke dir da⸗ für. Du hast, durch Huld bewogen, Mich aus dem Nichts gezogen, Durch deine Güte bin ich hier. 2. Du, Herr, hast mich bereitet, Mich väterlich geleitet Bis diesen Augenblick. Du gabst mir frohe Tage Und selbst der Leiden Plage Verwandeltest du in mein Glück. bin, Herr aller Dinge, Der Treu' viel zu geringe, Mit der du mich bewacht. Damit ich Staub und Erde Auf ewig glücklich werde, Hast du schon ewig mein gedacht. 4. Du hörtest schon mein Seh⸗ nen Und zähltest meine Thränen, Eh' ich bereitet war. Eh' ich zu sein begonnte Und zu dir rufen konnte, Da wogst du schon mein Teil mir dar. 5. Du ließt mich Gnade finden Und sahst doch meine Sünden Vorher von Ewigkeit. O Höchster, welch Erbarmen! Du sorgest für mich Armen Und bist ein Vater, der verzeiht. 6. Für alle deine Treue, Für das, des ich mich freue, Lobsinget dir mein Geist. Er ist dein größt' Geschenke. Daß ich durch ihn dich denke, Ist dein, dein ist's, daß er dich preist. 7. Daß du mein Leben fristest Und mich mit Kraft ausrüstest, Dies, Vater, dank' ich dir. Daß du mich liebreich führest, Mit deinem Geist regierest, Dies alles, Vater, dank' ich dir. ö 8. Was mir in diesem Leben Noch nützt, wirst du mir geben. Du giebst's, ich hoff' auf dich. Dir, Vater, dir befehle Ich ruhig Leib und Seele. Herr, segne und be⸗ hüte mich! Gellert und Diterich. Mel. Wie Dant, best Dater, wil — ank, bester Vater, wi 339. Dich singen, Dank dir der mir nur Gutes giebt! Mit aller Kraft, vor allen Dingen Sei du gelobet und geliebt! Du warst mir, eh' ich war, gewogen Und ewig auf mein Glück bedacht. Du hast mich aus dem Nichts gezogen, Zum Menschen hast du mich ge⸗ macht. 2. Ja, Vater, dir gebührt die Ehre. Ich bin nur, was ich bin, durch dich. Dank, Dank dir! Der Geschöpfe Heere Erschufst du, Vater, auch für mich. Dank dir, du gabst mir Kraft, zu denken, Und Willens⸗ freiheit gabst du mir, Vernunft, mein Leben hier zu lenken, Em⸗ pfindung, ach, wie dank' ich dir! 3. Ich kann dich in der Schö⸗ pfung finden, Mich deiner großen Werke freun, Dank dir, ich kann dich, Gott, empfinden! Wie freu' ich mich, durch dich zu sein! Für meinen Leib und alle Glieder Ge⸗ bührt dir Dank. Mit jedem Sinn Fall' ich anbetend vor dir nieder Und danke laut dir, daß ich bin. 4. Du hast mir Dach und Kleid bescheret. Was fehlte, Vater, je⸗ mals mir? Hast du mich nicht bis jetzt ernähret? Von Landem Herzen dank' ich dir. War ich umringet von Gefahren, Du hattest, Vater, mich bewacht, Und immer stand, mich zu bewahren, An meiner Seite deine Macht. 5. Erwäg' ich, Vater, alle Pfade, Die deine Hand mich durchgeführt, So seh' ich Weisheit nur und Gnade Und fühle, daß dir Ruhm gebührt. Wie oft entrissest du dem Feinde Der Wahrheit und der Tugend mich! Für meine Eltern, meine Freunde, Für meine Lehrer preis' ich dich. 6. Du lenktest von der frühen Jugend Durch viele Freude, wenig Schmerz, Zu deiner Kenntnis und zur Tugend, O bester Gott, Ver⸗ stand und Herz. Für jede nütz⸗ liche Erfahrung, Für alles, was SISSIIININNRNNNNRNNRRNRRRENNE XIIIIK 184 Pflichten gegen Gott. mich lehren kann, Für Unterricht und Offenbarung Bet' ich im Staube, Gott, dich an. 7. Im Dunkeln forsch' ich nicht vergebens, Du gabest mir dein Wort zum Licht. Du zeigtest mir den Weg des Lebens, Mein Glück, mein Elend, meine Pflicht. Nein, nein, die Zunge kann nicht sagen, Wie unaussprechlich gut du bist. Nun darf die Seele nicht mehr zagen, Die Seele, die unsterblich ist 8. Unsterblich, Vater, ewig leben Soll ich, ich, der nur Tod ver⸗ dient. Ich ewig sein! Du hast vergeben, Hast mit dem Sünder dich versühnt. Dein Sohn(o wer faßt das Erbarmen?) Entäußerte des Himmels sich. Vom Tode zu befrein mich Armen, Ward er, der Sohn, ein Mensch, wie ich. 9. Ein Mensch, um Menschen zu versöhnen, Er, der mich schuf und mich erhält. Er starb. O fließet, Freudenthränen! Wie dank' ich dir, o Herr der Welt! An⸗ betung dir und ewig Ehre Und Dank und Liebe, Jesus Christ, Von mir, der ewig elend wäre Und nun unendlich selig ist! 10. Ja, Vater, Vater, über⸗ schwenglich Und über jeden Ausdruck groß Sind deine Gnaden unaus⸗ denklich, Und deine Güte namen⸗ los. Dank sei mein Mund, mein Herz, mein Leben! Du bist die Liebe, nichts bin ich. O du, der mir so viel gegeben, Gieb mir noch Dankgefühl für dich! Lavater. Von dem Gehorsam gegen Gott. Mel. Lasset uns den Herren preisen. 340 H WII heilig ist dein — Wille, Heilig bist du, unser Gott, Du gebeutst, und in der Stille Hört die Schöpfung dein Gebot. Die im Himmel dir lobsingen, Stehn um deinen Thron bereit, Freuen sich der Seligkeit, Deinen Willen zu vollbringen. Nur der Mensch erkennt es nicht Für sein Heil und seine Pflicht. 2. Dir gehorcht mit sanfter Wonne Aller deiner Welten Heer, Deine Feste, deine Sonne, Sturm und Donner, Erd' und Meer. Alles dienet deinem Willen, Alles, Schöpfer, was du schufst, Eilt und drängt sich, wenn du rufst, Dein Gebot, Herr, zu erfüllen. Nur der Mensch erkennt es nicht Für sein Heil und seine Pflicht. 3. Stolz empört sich seine Seele, Du, ihr Schöpfer, wider dich. Deine göttlichen Befehle Wirft er thöricht hinter sich. Du sollst ihn nicht mehr regieren. Klüglicher, nach seinem Wahn, Wählt er eine bessre Bahn, Die soll ihn zum Heile führen Und die Bahn ist sündenvoll, Die zum Heil ihn füh ren soll. 4. Herrscher, laß ihn früh em⸗ pfinden, Daß er selber sich ver⸗ führt, Daß die eitle Lust der Sünden Ihm zuletzt den Tod ge⸗ biert. Mach' ihm deinen Willen wichtig, Lehr' ihn deine Bahn, laß ihn Eilend seinen Irrweg fliehn, Denn dein Weg allein ist richtig. Mach' ihn seinen Pflichten treu, Daß sein Wandel heilig sei. 5. So wird auch bei uns auf Erden, Wie im Himmel, dein Ge⸗ bot Dankbar ausgerichtet werden, Heiliger und großer Gott. Alle Werke deiner Hände Werden unter⸗ than dir sein, Alle dir ihr Dasein weihn Bis an deiner Schöpfung Ende, Bis die Fülle dieser Zeit Eingeht in die Ewigkeit. Münter. Mel. Allein auf Gott setz' dein. 341 ein, Gott, ist Maje⸗ — stät und Macht, Und alles ist dir unterthan. Dir werde Dank und Ruhm gebracht! Fallt nieder, Menschen, betet an! 2. Dich preiset jede Kreatur, Der höchste ehrt ge Wink e 3. V blickt, Harmo Bild ge störte s 4.— Geschle wir, w err, ist me 5. 2 Mel. einzger es nie sich de Von dem Gehorsam gegen Gott. 18⁵ höchste Engel und der Wurm. Dich ehrt gehorsam die Natur, Dein Wink erregt und stillt den Sturm. 3. Wohin mein Auge, Gott, nur blickt, Ist Ordnung, Eintracht, Harmonie. Und ich, mit deinem Bild geschmückt, Empörte mich und störte sie? 4. Du schufst das menschliche Geschlecht. Durch dich, Gott, sind wir, was wir sind. Du bist mein bun ich bin dein Knecht, Du ist mein Vater, ich dein Kind. 5. Wie darf, wer, Vater, dich nicht ehrt, Des Glücks, dein Kind sein, sich freun? Nur die sind ieser Ehre wert, Die ganz sich deinem Dienste weihn. 6. Wie billig, wie gerecht und gut Ist alles, was uns Gott gebeut! Wohl dem, der seinen Willen thut! Ihn thun ist Freud' und Seligkeit. 7. Nur das, was bös und schädlich ist Und uns entehrt, ver⸗ beut uns Gott. Weh' dem, der seiner Pflicht vergißt! Er stürzet sich in Schand' und Not. 8. Gott ist, wenn er Gesetze giebt, Kein menschenfeindlicher Tyrann. Bloß weil er unsre Wohl⸗ fahrt liebt, Treibt er uns zum Gehorsam an. 9. Leicht ist die Last und sanft sein Joch. Wer's willig trägt, setzt seinen Lauf Stets freudig fort, und fällt er noch, So hilft ihm Gott selbst wieder auf. 10. Bald heißt uns seine Lieb' und Huld Gehorsam sein aus Dankbarkeit, Bald warnt er uns vor neuer Schuld Und übet uns durch Kreuz und Leid. 11. Sein Wort ermahnt, droht und verheißt Und hält uns Tod und Leben vor. Uns rühret und erweckt sein Geist. Und ich ver⸗ schlösse Herz und Ohr? 12. Nein, Gott, dir sei mein Herz geweiht. Gehorsam sei mein größter Ruhm. Verleihe mir Be · ständigkeit Und heilge mich, dein Eigentum. Sollikofer. Mel. Wer nur den lieben Gott. 342 Laß mich, o Herr, in — allen Dingen Auf dein Wort sehn und dir mich weihn. Gieb selbst das Wollen und Voll⸗ bringen, Laß mein Herz dir ge⸗ heiligt sein. Nimm Geist und Leib zum Opfer hin. Dein, Herr, ist alles, was ich bin. 2. Gieb meinem Glauben Mut und Stärke, Laß in der Lieb' ihn thätig sein, Daß man an seinen Früchten merke, Er sei kein Traum. kein falscher Schein. Stärk' mich in meiner Wanderschaft Und gieb zum Kampfe Sieg und Kraft. 3. Laß mich, so lang' ich hier soll leben, Im Glück und Unglück sein vergnügt Und deinem Willen mich ergeben, Der alles mir zum besten 1193 Gieb Demut, wenn du mich beglückst, Geduld, wenn du mir Leiden schickst. 4. Ach, hilf mir beten, wachen, ringen! So will ich, wenn mein Lauf vollbracht, Dir Dank und Ruhm und Ehre bringen, Dir, der du alles wohl gemacht. Dann werd' ich rein und unentweiht Dich loben, Gott, in Ewigkeit. v. Gersdorf und Unbekannter. Von dem Vertrauen auf Gott. Mel. Was Gott thut, das ist wohl. 343. Deguderscht: Wein einzger Trost im Leben. Dem fehlt es nie an Trost und Licht. Der sein Gott! Auf sein Gebot Wird seine Seele stille, Ihm gnügt des Vaters Wille. 2. Wer wollte dir, Herr, nicht vertraun? Du bist des Schwacher sich dem Herrn ergeben. Gott ist Stärke. Die Augen, welche auf dich 186 Pflichten gegen Gott. schaun, Sehn deine Wunderwerke. Herr, groß von Rat Und stark von That, Mit gnadenvollen Händen Wirst du dein Werk vollenden. 3. Noch nie hat sich, wer dich eliebt, Verlassen sehen müssen. u läßt ihn, wenn ihn Not um⸗ — Doch deinen Trost genießen. es Frommen Herz Wird frei von Pilegst d 9. Petr. In denihen egst du, Herr, zu zernichten. —4 Drum hoff', o Seele, hoff' auf Gott! Der Thoren Trost ver⸗ schwindet, Wenn der Gerechte in der Not Das Herz des Schöpfers findet. Wenn jener fällt, Ist er ein Held. Er steht, wenn jene zittern. Als Fels in Ungewittern. 5. Wirf nicht die große Hoff⸗ nung hin, Die dir dein Glaube reichet. Wie elend, die zu Men⸗ schen fliehn! Wohl, wer von Gott nie weichet! Dein Heiland starb. Er, er erwarb Auf seinem Todes⸗ hügel Dir deines Glaubens Siegel. 6. Sei unbewegt, wenn um dich her Sich Ungewitter sam⸗ meln. Gott hilft, wenn Christen freudenleer Zu ihm um Gnade stammeln. Die Zeit der Qual, Der Thränen Zahl Zählt er, er wiegt die Schmerzen Und wälzt sie von dem Herzen. 7. Herr, du bist meine Zuver⸗ sicht. Auf dich hofft meine Seele. Du weißt, was meinem Glück ge⸗ bricht, Wenn ich mich sorgend quäle. Wer wollte sich Nicht ganz auf dich, Allmächtiger, verlassen Und sich im Kummer fassen? 8. In deine Hand befehle ich Mein Wohlsein und mein Leben. Mein hoffend Auge blickt auf dich, Dir will ich mich ergeben. Sei du mein Gott Und einst im Tod Mein Fels, auf den ich traue, Bis ich dein Antlitz schaue. Sturm. Mel. Was Gott thut, das ist wohl. 344 Arf Gott und nicht 2 auf meinen Rat Will ich mein Glücke bauen Und dem. der mich erschaffen hat, Mit ganzer Seele trauen, Er, der d Welt Allmächtig hält, Wird Wi9 in meinen Tagen Als Gott und Vater tragen. 2. Er sah von aller Ewigkeit, Wieviel mir nützen würde, Be⸗ stimmte meine Lebenszeit, Mein Glück und meine Bürde. Was zagt mein Herz? Ist auch ein Schmerz, Der zu des Glaubens Ehre Nicht zu besiegen wäre? 3. Gott kennet, was mein Herz begehrt, Und hätte, was ich bitte, Mir gnädig, eh' ich's bat, gewährt, Wenn's seine Weisheit litte. Er sorgt für mich Stets väterlich. Nicht, was ich mir ersehe, Sein Wille, der geschehe. 4. Ist nicht ein ungestörtes Glück Weit schwerer oft zu tragen, Als selbst das widrige Geschick, Bei dessen Last wir klagen? Die größte Not Hebt doch der Tod, Und Ehre, Glück und Habe Ver⸗ läßt mich doch im Grabe. 5. An dem, was wirklich glück⸗ lich macht, Läßt Gott es keinem fehlen. Gesundheit, Ehre, Reich⸗ tum, Pracht Sind nicht das Glück der Seelen. Wer Gottes Rat Vor Augen hat, Dem wird ein gut Ge⸗ wissen Die Trübsal auch versüßen. 6. Was ist des Lebens Herrlich⸗ keit? Wie bald ist sie verschwun⸗ den! Was ist das Leiden dieser Zeit? Wie bald ist's überwunden! Hofft auf den Herrn. Er hilft uns gern. Seid fröhlich, ihr Gerechten. Der Herr hilft seinen Knechten. Gellert. Mel. Ach, was soll ich Sünder machen. 3 45 Ach. wie ist der Men⸗ — schen Liebe So ver⸗ änderlich, so kalt! Wie erstirbt sie nicht so bald! Setze nie auf diese Liebe, Die nicht hält, was sie scht. Seele, deine Zuver⸗ lcht. 2. Aber deiner Liebe trauen, Höchster, das gereuet nie, Denn ein starker Fels ist sie. Die auf diesen Felsen bauen, Wohnen un⸗ Vaterli Mel. 346 uns al ich ein jedem, auf ihr stehet 2. 2 kinder Trotzt Sünde der die uHerz bitte, vährt, „ lih. erlich. Sein störtes Von dem Vertrauen auf Gott. 18⁷ verletzt und sehn Ruhig selbst die Welt vergehn. 3. Täglich sag' ich's meiner Seele: Gott liebt ewig! Seine Treu' Wird mit jedem Morgen neu! Ihn, den Ewigen, erwähle Dir zum Freund und glaube dann, Daß kein Feind dir schaden kann. 4. Und ich will auch dich er⸗ wählen, Vater, ich, ich will allein Ganz dir mein Vertrauen weihn. Aber ach, die Kräfte fehlen, Und mein Fleisch und Blut vergißt Bald und oft, wie treu du bist. 5. Plötzlich überfällt mich wieder Sorge der Vergänglichkeit, Irdisch Hoffen, irdisch Leid, Und dann sink' ich mutlos nieder, Suche nur bei Menschen Ruh, Und mein Helfer wärst doch du. 6. Ach, vergieb mir, der im Staube Dieses Leibes dich noch nicht, Gott, erkennt von Ange⸗ sicht! Ach, vergieb mir, daß mein Glaube Hier noch wankt, sich nicht Als er sollt', auf dich den, Wenn mein Herz auf sie sich stützt, Mel. Alle Welt, was lebt und webet. 346 AI, mein Geist, dem — Herrn zu singen, Der uns alles Gute giebt! Ihm will ich ein Danklied bringen. Er hilft jedem, der ihn liebt,‚ Und wer sich auf ihn verläßt, Dessen Hoffnung stehet fest. 2. Menschen, ruft die Menschen⸗ kinder Nicht als eure Götter an. Trotzt nicht auf die Macht der Sünder, Die sich selbst nicht helfen kann. Fürsten sind nur Asch und Staub Und, wie wir, des Todes Raub. 3. O so lehnt euch nicht auf Stützen, Die der Tod so bald zerbricht! Gott allein kann euch beschützen, Er hält stets, was er verspricht. Wohl dem, der auf ihn nur schaut Und sich ihm ganz anvertraut. 4. UnsersGottes Macht und Güte Währet bis in Ewigkeit, Und sein väterlich Gemüte Ist zur Hilfe stets bereit. Suchet nur sein An⸗ gesicht, Er verläßt die Seinen nicht. Spreng und Sollikofer. 2 Mel. Von 10. 11 1 il 1chl t on Gott will ich ni 347. V lassen, Denn er ver⸗ läßt mich nicht. Den Vorsatz will ich fassen. Gott, meine Zuversicht, Reicht selbst mir seine Hand, Für mich mit jedem Morgen In meiner Not zu sorgen. Ihm ist sie wohl bekannt. 2. Der Menschen Gunst und Liebe Erstirbt und ändert sich, Doch Gottes Vatertriebe Sind unveränderlich. Er weiß aus jeder Not, Eh' wir's vermutet hätten, Uns wunderbar zu retten, Und wenn's auch wär' der Tod. 3. Auf ihn will ich vertrauen In meiner Kümmernis, Auf seine Hilfe bauen. Er hilft, ich bin s gewiß. Ihm hab' ich's heimgestellt. Leib, Seele, Glück und Leben Sei Gott, dem Herrn, ergeben. Er mach's, wie's ihm gefällt. 4. Es kann ihm nichts gefallen, Als was uns nützlich ist. Er meint es gut mit allen, Gab uns selbst Jesum Christ. O der so viel ge⸗ than, Wird uns auch das gewäh⸗ ren, Was unsern Leib ernähren. Den Geist erfreuen kann. 5. Lobt ihn mit Herz und Munde, Lobt ihn, der alles schenkt. Wie selig ist die Stunde Darin man sein gedenkt! Verscherzt ist sonst die Zeit, Die wir durchlebt auf Erden. Wir sollen selig wer⸗ den Und wert der Ewigkeit. 188 6. Mag doch die Welt vergehen. Mit ihrer Lust und Pracht! Das Glück bleibt 31. Wollend Was Gott mir zugedacht. Vollend' ich meinen Lauf, Er weckt mich, wenn im Grabe Ich ausgeruhet habe, Zum neuen Leben auf. 7. Die Seel' ist unverloren In Gottes Vaterhand, Der Leib wird neu geboren Zum bessern Vater⸗ land. Wie selig werd' ich sein! Mit Gott und seinen Frommen Soll ich mich da vollkommen, Soll ich mich ewig freun. 8. Ob ich schon Trübsal dulde Und Leiden dieser Zeit, Wie ich's auch oft verschulde, Kommt doch die Ewigkeit, So großer Freuden voll, Die, da ich trotz dem Grabe, Sein Wort darüber habe, Mir niemand rauben soll. 9. Das ist des Vaters Wille, Der uns erschaffen hat. Aus seines Sohnes Fülle Empfahn wir Gnad' um Gnad', Und seinen Geist hat er Auf unsrer Bahn zum Leben Zum Führer uns gegeben. Gelobet sei der Herr! Hermbold u. Neander. Vertrauen im Leiden. Mel. Herzlich lieb hab' ich dich, o Herr. 348 Dis trau' ich, Gott, und — wanke nicht, Wenn gleich von meiner Hoffnung Licht Der letzte Funken schwindet. Mein Helfer und mein Gott bist du, Durch den mein Herz doch endlich Ruh' Und hatt du wiederfindet. Von jeher ast du mich geführt Und meines Wandels Lauf regiert, Mit segen⸗ voller Vaterhand So manche Not hinweggewandt. Unendlicher, Ich trau' auf dich, Du leitest mich. Ich kämpf' und siege, Gott, durch dich. 2. Schwer ist der Kampf der Leiden, schwer, Kaum fühl' ich Mut und Stärke mehr, Noch länger aus⸗ udulden. Doch ewig, Vater, zürnst u nicht. Du gehst mit uns nicht ins Gericht, Strafst nicht nach unsern Schulden. Bald ist der Thränen Maß gefüllt, Bald meiner Seele Schmerz gestillt, Bald hat Pflichten gegen Gott. Gott all mein Flehn erhört, Mich gnug geprüft und mich bewährt Du Gott der Huld, Erhört von dir, Lobsingt in mir Dann meine ganze Ach, 118 15 3. alle Leiden dieser Zei Sind doch nicht wert der Herr. lichkeit,. Die du wirst offenbaren! Bald wird auch mir der Duldung Lohn, Bald steh' auch ich vor deinem Thron Mit treuer Kämpfer Scharen Und danke dann dir, Gott, verklärt, Der jetzt mich prüft, mich dann bewährt, Daß ich von allen Leiden frei Ein Se⸗ liger des Himmels sei. Barmher⸗ ziger, Fest ohne Graun Will ich dir traun, Denn einst werd' ich dein Antlitz schaun. ESschenburg. Zufriedenheit mit Gott und Er⸗ gebung in seinen Willen. Mel. Was mein Gott will, gescheh'. 349 Was scheh——0 will, 1—— gescheh' allzeit, Sein Will' ist stets der beste. I1 helfen ist er dem bereit, Der an ihn glaubet feste. Der treue Gott Hilft in der Not Und züchtiget mit Ma⸗ ßen. Wer ihm vertrauk, Fest auf ihn baut, Den wird er nie verlassen. 2. Er ist mir Trost und Zuver⸗ sicht, Ruh', er wil Freude, Leben. Drum was er will, dem will ich nicht Mit Undanl widerstreben. Des Höchsten Macht, Die für mich wacht, Giebt mir stets, was mir fehlet. Bet' an mein Herz, In Freud' und Schmerz, Ihn, der dein Bestes wählet. 3. Will er, daß ich nun sterben soll, Nimmt er mir bald dies Leben, So will ich gern und hoff⸗ nungsvoll Mich seinem Rat er⸗ geben. Dir, Gott, befehl' Ich meine Seel' In meinen letzten Stunden. Dein Sohn, o Gott, Hat Höll' und Tod Für mich selbst überwunden. Angeblich Albr. v. Brandenburg⸗ Culmbach. Mel. Was Gott thut, das ist wohl. 350. Wei Wopigerhan 65 w RR— bleibt g Mel. 351 ganz ut mir erf Mich währt. rt von meine Von dem Vertrauen auf Gott. 189 bleibt gerecht sein Wille. Wie er fängt meine Sachen an. Will ich ihm halten stille. Er ist mein Gott, Der in der Not Mich wohl weiß zu erhalten. Drum laß ich ihn nur walten. 2. Was Gott thut, das ist wohl⸗ ethan! Er lässet mich nicht fallen. r führet die auf rechter Bahn, Die seine Wege wallen. Trost und Geduld Giebt seine Huld. Er wird mein Unglück wenden, Es steht in seinen Händen. 3. Was Gott thut, das ist wohl⸗ gethan! Nur er weiß, was uns nützet. Wie ungewiß irrt jeder⸗ mann, Der sich auf ihn nicht stützee! Ja, seine Treu' Ist immer neu. Drum will ich auf ihn bauen Und seiner Güte trauen. 4. Was Gott thut, das ist wohl; ethan! Er ist mein Licht und Leben, Der mir nichts Böses gön⸗ nen kann. Ihm will ich mich er⸗ geben In Freud und Leid. Es kommt die Zeit, Da öffentlich er⸗ scheinet, Wie treulich er es meinet. 5. Was Gott thut, das ist wohl⸗ gethan! Muß ich den Kelch gleich schmecken, Der bitter ist nach mei⸗ nem Wahn, Laß ich mich doch nicht schrecken, Weil er zuletzt Mich doch ergötzt Mit süßem Trost im Her⸗ zen. Da weichen alle Schmerzen. 6. Was Gott thut, das ist wohl⸗ gethan! Dabei will ich verbleiben. Es mag mich auf die rauhe Bahn Not, Tod und Elend treiben, So wird Gott mich Doch väterlich In seinen Armen halten. Drum laß ich ihn nur walten. Rodigast. Mel. Lasset uns den Herr en prelsen. 351 ch ergebe mich dem Willen Meines Gottes ganz und gar, Der wird auch an mir erfüllen, Was mir nützet im⸗ merdar. Siehe, höchster Gott, her⸗ nieder! Alles, was ich hab' und bin, Geb' ich dir zu eigen hin. Du gabst es, dir geb ich's wieder. Mache daraus, was du willt, Was du willt mein Gott und Schild! 2. Von dir hab' ich ja mein Leben, Gott, der du mein Vater bist. Mir zum Heil hast du ge⸗ geben Deinen Sohn selbst, Jesum hrist. Und mein sichrer, treuer Führer, Der mir deine Wege weist, Ist ja selbst dein guter Geist. Hab' ich denn nun zum Regierer Dich, o du dreiein ger Gott, O so schreckt mich keine Not! 3. Und wie könnt' ich doch ver⸗ zagen, Ging es noch so wunder⸗ lich Da ich kann bis heute sa⸗ gen: Gottes Güte führet mich! Nun, erleb' ich denn auch morgen, O so lebt auch noch mein Gott, Der für mich in jeder Not Treu und liebreich ferner sorgen, Weis und gut mich führen wird, Weil er Vater ist und Hirt! 4. Ginge mir es, wie ich wollte, So ging mir es selten gut. Wenn das stets geschehen sollte. Was sich wünscht mein eigner Mut, Würd' ich oft mein Unglück wählen. Ich erfahre gar zu oft Böses, wenn ich Guts gehofft. Meine besten Wünsche fehlen. Drum in Gott, mein Herz, sei still. Mir geschehe, was Gott will. 5. Was Gott will, geschehe im⸗ mer, Was ich will und schädlich ist, Das laß ja geschehen nimmer, Gott, der du so gütig bist. Und da dir mein Unvermögen, Dir zu folgen, ist bekannt, O so laß doch deine Hand Meiner Schwachheit Kraft beilegen. Und dann, Vater, folg' ich dir. Was du willst, ge⸗ schehe mir! L. E. v. Schwarzburg⸗Rudolstadt. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 80 On allen meinen Thaten 352. J Laß ich den Höchsten raten, Der alles kann und hat. Er muß in allen Dingen, Soll's anders wohl gelingen, Der Helfer sein durch Rat und That. 2. Was nützen uns vom Mor⸗ gen Bis Abend alle Sorgen, Wenn sein Gedeihn uns fehlt? Er hat uns Glück und Plage Und bös' 190 und gute Tage, Eh' wir noch waren, zugezählt. 3. Was Gott für mich ersehen, Das soll und muß geschehen, Ist mein beschieden Teil. Drum laß ich's mir in allen, Was er mir giebt, gefallen, Und halt' es für mein wahres Heil. 4. Ihm trau' ich in Gefahren, Er wird mich wohl bewahren, Er, der da will und kann. Such' ich nur seinen Willen Gehorsam zu erfüllen, So nimmt er selbst sich meiner an. 5. Er lasse meine Sünden Vor ihmVergebung finden, Durchstreiche meineSchuld, Und wenn ich zu ihm schreie, So schenk er mir aufs neue In Christo seine Vaterhuld. 6. Leg' ich zum Schlaf mich nieder, Weckt mich der Morgen wieder Zu meines Lebens Pflicht, Irr' ich auf finstern Wegen, Eil ich dem Kreuz entgegen, So sei sein Wort mein Trost und Licht. 7. Schein' ich von ihm verlas⸗ sen, So will ich mich doch fassen Und seiner Hilfe traun Und, wenn ich auf der Erde Nicht groß und glücklich werde, Voll Glau⸗ ben in die Zukunft schaun. 8. Ihm hab' ich mich ergeben Zu sterben und zu leben, Wie und wann er gebeut. Ich lebe oder sterbe, So bleibt mein Teil und Erbe Des Himmels ganze Seligkeit. 9. So sei nun, Seele, stille. Dein Ruhm sei dessen Wille, Der dich erschaffen hat. Es gehe, wie es gehe, Dein Vater in der Höhe Der weiß zu allen Sachen Rat. Flemming und Zollikofer. Mel. Mein Herz und Seel' den Herren. 353 O Herr, mein Gott, —durch den ich bin und lebe, Gieb, daß ich mich in deinen Rat ergebe. Laß ewig deinen guten Willen mein, Und was du thust, auch mir stets teuer sein. 2. Du, du regierst, bist Weis⸗ heit, Lieb' und Stärke. Du, Herr, erbarmst dich aller deiner Werke. Pflichten gegen Gott. Was zag' ich doch noch ein Augenblick? Du bist Memn Gott und willst nichts, als mein Glück. 3. Von Ewigkeit hast du mein Los entschieden. Was du bestimmt, das dient zu meinem Frieden. Du, Vater, wogst mein Glück, du wogst mein Leid, Und alles, was 6 schickst, ist Seligkeit. 4. Gefällt es dir, keine Plage Sich zu mir nahn. Gieb mir zufriedne Tage. Allein verwehrt's mein künftig ewig Heil, So bleibe du, Gott, nur mein Trost und Heil. 5. Du giebst aus Huld uns dieser Erde Freuden. Aus gleicher Huld verhängst du unsre Leiden. Ist Schuld, 00 nicht meine eigne Schuld, o zag' ich nicht. Gieb du mir nur Gadutd. 6. Soll ich ein Glück, das du mir gabst, verlieren, Und willst du, Gott, mich rauhe Wege führen, So wirst du doch, denn du hörst gern mein Flehn. Auch väterlich mir eine Hilf' ersehn. 7. Vielleicht muß ich nach we⸗ nig Tagen sterben. Herr, wie du willst! Soll ich den Himmel erben, Und dieser ist gewiß im Glauben so müsse mein, Wie kann der Tod mir dann noch schrecklich sein? Gellert. Freude an Gott. (Siehe auch Nr. 295.) Mel. Jesus, meine Zuversicht. 3 5 4 H⁷ deine Lust am — Herrn! Bei dem Herrn ist Freud' und Leben, Und er wird(denn er giebt gern) Dir auch, was dir dienet, geben. Seine Liebe beut dir an, Was dein Herz nur wünschen kann. 2. Laß der Welt die eitle Lust, Die in Weinen sich verkehret. Glaube, wer in seiner Brust Got⸗ tes Liebe fühlt und nähret, Findet stets auf seiner Bahn, Was das Herz nur wünschen kann. 3. Lust an Gott erfüllt mit Licht, Wenn man Gott im Worte kennet, Lust an vor dei mit trü urück. nden Händen und Be hört, z1 2.— Daß u Du ve Deiner hast so t Licht, kennet, Von dem Vertrauen auf Gott. 191 Lust an Gott stärkt uns zur Pflicht, Wenn man in der Liebe brennet. Solche Lust beut alles an, Was das Herz nur wünschen kann. 4. Wer die Lust am Herren hat, Hat auch Lust an seinem Willen, Suchet ihn durch Wort und That Unverdrossen zu erfüllen, Und so trifft er alles an, Was das Herz nur wünschen kann. 5. Bleibst du auch nicht ohne Last, Trag' In woy die Beschwer⸗ den. Wenn du wohl gelitten hast, Wird dir ewge Freude werden Und du triffst im Himmel an, Was dein Herz nur wünschen kann. Schmolck und Sollikofer. Mel. Von Gott will ich nicht. 355 An dich, mein Gott, ge; — denken, Ist Pflicht und Trost für mich. Wenn Sorg' und Gram mich kränken, So sieht mein Aug' auf dich. Dann mindert sich mein Schmerz, Dann fliehn die bangen Sorgen Wie Nebel vor dem Morgen, Und Ruh' erfüllt mein Herz. 2. Denk' ich an deine Liebe. Wie werd' ich dann erfreut! Wenn alles um mich trübe Und mir ein Wetter dräut, Ist sie mein Sonnen⸗ schein. Mich können keine Leiden Von deiner Liebe scheiden, So groß sie immer sei'n. 3. Mit fröhlichem Gemüte Denk' ich an deine Treu'. Denn, Vater, deine Güte Ist alle Morgen neu. Und seh' ich nur auf dich. Wird Arbeit mir versüßet. Dein Vater⸗ mich. fließet Huldreich herab auf mich. 4. Du gabst mir aus Erbarmen Den Sohn, der für mich starb Und liebevoll mir Armen Dein Kindschaftsrecht erwarb. In ihm, Gott, bin ich dein. Drum kann ich Hoffnung fassen, Du wirst mich nie verlassen, Nein, stets mein Helfer sein. 5, Wie gut ist's, dein geden⸗ ken! Die Welt mag immerhin Ihr Herz dem Eiteln schenken. Wie schlecht ist ihr Gewinn! Zu dir halt' ich mich, Gott. Dies bringt, auch wenn ich leide, Dem Herzen Trost und Freude, Dies stärkt mich noch im Tod. 6. Drum will ich an dich den⸗ ken, So lang' ich denken kann. Wird man ins Grab mich senken, So geh' ich zwar die Bahn, Da mein die Welt vergißt. Doch du, Herr, denkst noch meiner, Wenn auch auf Erden keiner Mein eingedenk mehr ist. Schmolck u. Diterich. Vom Gebete. Gott soll man anbeten. Mel. Herr, nicht schicke deine Rache. 356 Die versöhnt in deinem * Sohne, Liegen wir vor deinem Throne. Keiner kehrt mit trübem Blick Unerhört von dir Enden Alles Fleisch von allen nden Kommt mit aufgehobnen Händen, Kommt mit Hoffnung und Begier, Gott, der gern er⸗ hört, zu dir. 2. Du bist alles Guten Fülle. Daß wir beten, ist dein Wille. Du verschmähst, o Vater, nicht Deiner Kinder Zuversicht, Und du hast so vielen Segen, Weit mehr als wir bitten mögen. Reich und Kraft und Herrlichkeit, Gott, ist dein in Ewigkeit. 3. Was im Himmel und auf Er⸗ den Gut ist, ließ dein Wille wer⸗ den. Eh' es ward, da dachtest du Deinen Kindern es schon zu. Alle sollten deiner Gaben Unerschöpften Reichtum haben, Ewig sollten alle dein, O Allgütiger, sich freun. 4. Sollten denn nicht deine Frommen Alle betend vor dich kommen, Der du allen Vater bist, Dem kein Ding unmöglich ist? Allen hast du, Herr, ihr Leben Und was sie erfreut, gegeben 192 Und versprichst, Unendlicher, Allen noch unendlich mehr. 5. Ja, wir wollen zu dir nahen, Beten, glauben und empfahen. Unsrer Thaten Lobgesang Sei in Ewigkeit dein Dank! Heil uns Christen! Du beschützest Deine Kinder, du besitzest 250 sh dir und Kraft und Reich. o ist dir ein Vater gleich? Münter. Erweckung zum Gebet. Mel. Wer nur den lieben Gott. 0 57 Dein Heil, o Christ, nicht 5 zu verscherzen, Sei wach und nüchtern zum Gebet! Ein Flehn aus reinem, gutem Herzen Hat Gott, dein Vater, nie ver⸗ schmäht. Er ist die Liebe selbst, er hört, Was seiner Kinder Herz begehrt. 2. Erschein' vor seinem Ange⸗ sichte Mit Dank, mit Demut, oft und gern Und prüfe dich in seinem Lichte Und klage deine Not dem Herrn. Er eilt, die Seinen zu er⸗ freun, Und segnet sie, wenn sie noch schrein. 3. Welch Glück, so hoch geehrt zu werden Und im Gebet vor Gott zu stehn! Der Herr des Himmels und der Erden, Bedarf der eines Menschen Flehn? Ist's nicht bloß deine Seligkeit, Wenn er zu beten dir gebeut? 4. Sagt Gott nicht: Bittet, daß ihr nehmet? Ist des Gebetes Frucht nicht dein? Wer sich der Pflicht zu beten schämet, Der schämt sich Gottes Freund zu sein. Und, o welch Unglück träfe dich, Schämt' einstens Gott auch deiner sich! 5. Sein Glück von seinem Gott begehren, Ist dies denn eine schwere Pflicht? Und seine Wünsche Gotter⸗ klären, Erhebt das unsreSeele nicht? Verleiht es uns nicht Mut und Kraft Zum Siege jeder Leidenschaft? 6. Sich in der Furcht des Höch⸗ sten stärken, In dem Vertraun, daß Gott uns liebt, Im Fleiß zu allen guten Werken, Ist diese Pflicht für dich betrübt, So triffst Pflichten gegen Gott. du nichts auf Erden an, Das deinen Geist erfreuen kann. 7. Gott, laß mich nicht mein Heil verscherzen. Gieb Lust und Kraft mir zum Gebet, Und wenn mein Mund aus gutem Herzen Zu dir um Hilf' und Gnade fleht, So höre mich von deinem Thron Durch Jesum Christum, deinen Sohn. Gellert und Zollikofer. Eigenschaften des Gebets. Mel. Wer nur den lieben Gott. 358 Komm' betend oft und 41— mit Vergnügen, O Christ, vor Gottes Angesicht! Nie müsse Trägheit dich besiegen In der Erfüllung dieser Pflicht. O übe sie zu Gottes Preis Und deinem Heil mit treuem Fleiß. 2. Bet' oft in Einfalt deiner Seelen. Gott sieht auf's Herz, Gott ist ein Geist. Wie können dir die Worte fehlen, Wofern dein Herz dich beten heißt? Der Glaub' an Gott und seinen Sohn Rührt ihn, nicht leerer Worte Ton. 3. Wer das, was uns zum Frie⸗ den dienet, Von Herzen sucht, der ehret Gott. Wer das zu bitten sich erkühnet, Was er nicht wünscht, entehret Gott. Wer schnell die Treu', die er Gott schwur, Vergißt, der spottet seiner nur. 4. Bet oft zu Gott und schmeck in Freuden, Wie freundlich er, dein Vater, ist. Bet' oft zu Gott und fühl' in Leiden, Wie göttlich er das Leid versüßt. Gott hört's, Gott ist's, der Hilfe schafft, Er giebt den Müden Trost und Kraft. 5. Bet' oft und heiter im Gemüte. Schau' dich an seinen Wundern satt, Schau' auf den Ernst, schau' auf die Güte, Womit er dich geleitet hat. Oft irrtest du, er trug Geduld. Erkenn' und preise seine Huld. 6. Bet' oft. Durchschau' mit frohem Mute Die herzliche Barm⸗ herzigkeit Des, der mit seinem teuren Blute Die Sünderwelt vom Fluch befreit, Und eigne dir zu deiner Ruh' Und Heiligung sein Opfer zu. Das t mein st und wenn zen Zu t, So Durch ohn. ofer. ht. d deinem rt ihn, Frie⸗ ht, der bitten ünscht, Treu', zt, der chmeck r, dein tt und fer zu. Vom Gebete. 193 7. Bet' oft, Gott wohnt an jeder Stätte, In keiner minder oder mehr. Denk' nicht: Wenn ich mit vielen bete, So find' ich eh'r bei Gott Gehör. Ist nur dein Wunsch gerecht und gut, So sei gewiß, daß Gott ihn thut. 8. Doch säume nicht, in den Gemeinen Auch öffentlich Gott an⸗ zuflehn Und seinen Namen mit den Seinen, Mit deinen Brüdern, zu er⸗ höhn. Wie eifrig war dein Heiland nicht In Ubung dieser selgen Pflicht! 9. Bet oft zu Gott für deine Brüder, Für alle Menschen, als ihr Freund. Denn wir sind eines Leibes Glieder, Ein Glied davon ist auch dein Feind. Solch Bitten, das aus Liebe fließt, Ehrt Gott, der selbst die Liebe ist. 10. Bet' oft, so wirst du Glau⸗ ben halten, Dich prüfen und das Böse scheun, An Lieb' und Eifer nicht erkalten Und reich an guten Werken sein. Denn Mut und Kraft und Seelenruh' Sagst du, Gott, dem, der bittet, zu. 11. Dies reize mich, vor dich u treten Mit Lob und Dank, mit unsch und Flehn. Doch meine Fehler bei dem Beten Wollst du. mein Vater, übersehn, Weil mich, der dir zur Rechten sitzt, Durch seinen Fürspruch unterstützt. Gellert und Diterich. Erkannte Fehler des Gebets, auch beim Mangel der Andacht im Gebet. Mel. Wär' Gott nicht mit uns. 359. M dir, mein 6tt, Gern wollt' ich eifrig beten Und, drückt mich meiner Sünden Not, Voll Glauben zu dir treten. Gern brächt' ich, lieber Vater, dir Im Geist und Wahrheit mit Begier Die Opfer meiner Lippen. 2. Allein mein Herz, ach Gott und Herr, Kann sich nicht recht erheben. Zum Guten oft zu kalt und schwer, Bleibt es am Eiteln kleben. Träg' ist oft leider Sinn und Mut, Und oft muß ich mein Fleisch und Blut Zur Andacht mühsam zwingen. 3. Umsonst fass' ich oft den Ent schluß. Die Welt samt ihren Kin⸗ dern Sucht, meinem Herzen zum Verdruß, Am Beten mich zu hin⸗ dern, Und fleht mein seufzend Herz zu dir, Bringt sie zu meiner Krän⸗ kung mir Viel Eitles ins Gemüte. 4. Dies, Herr, mein Gott, dies kränkt mich sehr, Und ich denk' oft mit Schmerzen, Als wär' dein guter Geist nicht mehr In meinem trägen Herzen, Das dich so oft beleidigt hat, Weil Lust und Andacht keine Statt In meiner Seele findet. 5. Ach leider, Vater, hab' ich dich Nicht allezeit gehöret, Wenn du in deinem Worte Doch Erweckt, ge⸗ rührt, gelehret. Doch schone jetzt, ver⸗ zeihe mir, Wehmütig fleh' ich, Gott, zu dir, Vergilt nicht nach Verdienste. 6. Ich will hinfort Nachlässig⸗ keit Und alle Trägheit meiden. O mache du mein Herz bereit, Vom Eiteln mich zu scheiden. Laß es dich hören und allein Aufs Himm⸗ lische gerichtet sein. Gieb du mir Kraft und Stärke. 7. Gott, laß den Eifer des Ge⸗ bets Ja nie in mir erkalten. Der Andacht Feuer wollst du stets Durch deine Kraft erhalten. Den Hindernissen wehre du Und setze meine Seel' in Ruh', Sich frei emporzuschwingen. Angeblich Brunchorst. Notwendige Einmütigkeit beim Gebet. Mel. Run lob', mein Seel', den Herren. 360 Laßt uns mit Danken — treten Vor unsern Gott, mit Preis und Ruhm! Mit freudigen Gebeten Lobt ihn in seinem Heiligtum! Ihn, der mit ewger Treue, Was er erschuf, er⸗ hält, Der, daß die Welt sich freue, Begnadigt alle Welt, Trägt mit Geduld die Sünder, hyse seinem Volke gern. Lobt ihn, ihr seine Kin ⸗ der! Ihr Christen, dankt dem Herrn! N 194 Pflichten gegen Gott. 2. Ihr, unsers Hauptes Glieder, Vereinigt liebreich Herz und Mund. Als Erben und als Brüder Macht eures Vaters Gnade kund. Durch Sanftmut überwindet Euch selbst und Haß und Neid. Versöhnt euch und empfindet Der Liebe Süßigkeit. Zu einem Heil berufen, Habt alle gleichen Sinn. So tretet zu den Stufen Des Throns anbetend hin. 3. Ihn, der die Lieb euch lehret, Durch die ihr seine Kinder seid, Gott, euren Gott, entehret Ein Lob, das ihm die Zwietracht weiht. Die Menschen die sich hassen Stehn hoffnungslos von fern, Von seiner Huld verlassen, Ein Greuel vor dem Herrn. Sie hört in ihren Nöten Der Gott der Liebe nicht, Ver⸗ birget, wenn sie beten, Im Zorn sein Angesicht. Wir aber, deine Frommen, Wir wollen, Gott, in einem Geist Zu deinem Throne kommen, Wenn unser dankbar Lied dich preist. In einem lauten Tone Singt durch dein ganzes Reich Dir, Vater und dem Sohne, Die Christenheit zu⸗ gleich. Die Eintracht ihrer Lieder Dringt auf mit hohem Klang, Schallt durch die Himmel wieder, Ein englischer Gesang. 5. Opflanze selbst die Liebe Mit aller ihrer Himmelslust, Pflanz' jeden ihrer Triebe, O Gott, in unsrer aller Brust. Hilf, daß wir, als die Deinen, Uns lieben lebenslang Und so vor dir erscheinen Mit Lob, Ge⸗ bet und Dank. Dann steigt aus unsern Chören Der Eintracht Lied empor, Und dieses Lied zu hören, Neig', Wenn zu uns dein Ohr. 6. enn wir denn vor dir flehen, Erhöre gnädig dies Gebet. Laß uns zum Heil geschehen, Was unsre Seele glaubend fleht. Wenn wir von ganzem Herzen Für Ret⸗ tung aus der Not, Für Linderung der Schmerzen Dir danken, unserm Gott, Für soviel Huld uns alle Dir weihen lebenslang, O Vater, so gefalle Dir deiner Kinder Dank. Münter. Um die Gabe des Gebets. Mel. Wo Gott, der Herr, nicht bel. 361 O Gott, es fehlt uns 4 5 Kraft und Licht, Dich würdig zu verehren. Wir wissen so zu beten nicht. Daß du uns kannst erhören. Drum geuß, wie uns dein Wort verheißt, Selbst über uns aus deinen Geist Der Gnad' und des Gebetes. 2. Der nehm' sich unsrer Schwach⸗ heit an, Uns kräftig zu vertreten, So oft wir deinem Thron uns nahn, Zu danken und zu beten, Und unser Flehn zu dir, o Herr, Sei nie ein frostiges Geplärr, Es sei ein Flehn des Herzens. 3. Zieh' unser Herz zu dir hin. auf Im Beten und im Singen Und thu' uns auch die Lippen auf, Ein Opfer dir zu bringen, Daran dein Herz Gefallen hat, Weil sich auch unser Herz dir naht, Und nicht bloß unsre Lippen. 4. Im Geist und Wahrheit laß zu dir Das Herz uns gläubig rich⸗ ten, Mit Andacht beten für und für, Ohn fremdes Thun und Dich⸗ ten. Gieb uns des Glaubens Zu⸗ versicht, So zweifeln wir in Christo nicht, Die Bitte zu erhalten. 5. Hilf, daß wir keine Zeit und Maß Im Beten dir vorschreiben, Anhalten ohne Unterlaß. Bei dem allein auch bleiben, Was uns dein Wille bitten lehrt, Was deinen großen Namen ehrt Und unser Wohl befördert. 6. Laß uns im Herzen und Ge⸗ müt Auf unser Werk nicht bauen. Auf deine nie erschöpfte Güt' Laß einzig uns vertrauen. Und sind wir auch nicht dessen wert, So sei doch unser Flehn erhört Von dir aus lauter Gnade. Du, Vater, weißt, was uns gebricht, So lange wir hier leben. Verborgen ist dir gleichfalls nicht, Wenn wir in Nöten schweben. Wir, deine Kinder, flehn dich an, Wir sind gewiß, daß uns nicht kann Dein Vaterherz verlassen. 8. Wir haben ja die Freudig⸗ keit In Jesu Christ empfangen. Der Gnadenstuhl ist da bereit Die Hilfe zu erlangen. Laß heilge änd' uns immer hier Aufheben, ater, und zu dir In wahrer Inbrunst rufen. 9. Dein Nam', o Gott, geheiligt werd'. Dein Reich laß uns erfreuen. Dein Will' gescheh' auch hier auf Erd'. Gieb Frieden, Brot, Gedeihen. All' unsre Sünden uns verzeih'. Steh' uns in der Versuchung bei, Erlös' uns von dem Bösen. 10. Dies alles, Vater, werde wahr. Du wollest es erfüllen. Er⸗ hör' und hilf' uns immerdar Um Jesu Christi willen. Denn dein, 0 Herr, ist allezeit Von Ewigkeit zu Ewigkeit Das Reich, die Macht und Ehre. Unbekannter. Zuversicht eines gläubigen Beters. Mel. Auf meinen lleben Gott. 5 uf meinen Gott ver⸗ 362. A läßt Mein Herz sich ewig fest. So oft ich im Gebete Hin vor sein Antlitz Ktrete, Wird auf mein kindlich Schreien Mich seine Hilf' erfreuen. 2. Sein Geist, der heilig heißt, Giebt Zeugnis meinem Geist, Ich sei, obgleich voll Sünde, Erwählt zu seinem Kinde Und soll dereinst im Sterben Auch seinen Himmel erben. 3. Gedanke, welcher mich Zu; frieden spricht! Wenn dich In kummervollen Tagen Welt, Feind' und Zweifel plagen, So laß dir diesen Glauben Nicht Welt und Kleinmut rauben. 4. Sind Leiden dieser Zeit Wohl wert der Herrlichkeit, Der ich jen⸗ seits der Erde Mich einst erfreuen werde? Nur dem ist sie bereitet, Den Gottes Geist hier leitet. 5. Du Geist des Vaters, Geist, Den Christus dem verheißt, Der betend ihn boegiere O sei auch mir Daß sie n egiere meine Seele, aß sie nie wank' und fehle. 6. Versiegelt bin auch ich, Geist Vom Gebete. 195 Gottes, ja durch dich Auf jenen Tag der Freuden, Wo, frei von Schmerz und Leiden, Der Unschuld, die hier weinet, Ihr Rettungstag erscheinet. Löwe. Kraft, Nutzen und Segen des Gebets. Mel. Was Gott thut, das ist wohl. 363 Welch großes Vorrecht schenkst du mir, Du, dem die Seraphinen Vor deinem Throne für und für Mit heilger Ehrfurcht dienen! Ich Erd' und Staub, Ich fallend Laub, Ich darf mich zu dir schwingen Und Lob und Dank dir singen. 2. Wie zärtlich treu liebst du mich nicht! Mit meinem Flehn und Beten Darf kindlich ich voll Zuversicht Zu dir, dem Vater, treten. In aller Not, Ja selbst im Tod, Willst du, Gott, mir, dem Deinen, Mit Hilf' und Trost erscheinen. 3. Erstickt die Sinnlichkeit in mir Die frommen Himmelstriebe, So schwing' ich mich, Gott, auf zu dir Und fühle neue Liebe. Zu dir halt' ich, Mein Vater, mich. Du bist, auch wenn ich leide, Mir Hilfe, Schutz und Freude. Wie heilsam, selig ist es mir, Wenn ich, Gott, bis zum Grabe In dem Gebete für und für Dich vor den Augen habe! Ich stärke mich Alsdann durch dich, Treu jede meiner Pflichten Mit Vorsicht zu verrichten. 5. Gebricht es mir an sanftem Mut Und Liebe gegen Brüder, Besieg' ich betend Fleisch und Blut Und hasse niemals wieder. Mein Herz verzeiht, Voll Freundlichkeit Sucht nie mein Mund durch Schel⸗ ten Scheltworte zu vergelten. 6. Betracht' ich im Gebet mit Schmerz Mein fehlerhaftes Leben, So wird und kann sich nie mein Kien Von Stolz gereizt, erheben. leh' ich: Geh nicht, Herr, ins ericht Mit mir, ach laß mich leben! Dann werd' ich auch vergeben. Nꝰ —— 2—— S 196 Pflichten gegen Gott. 7. Wenn Kummer mich zur Erde zieht, Und wenn mich Sorgen quälen, Wenn alles, alles von mir flieht, Und wenn mir Freunde fehlen, Bet' ich zu dir, Du nahst dich mir, Erhörst mein bittend Flehen Und läßt mich Hilfe sehen. 8. Verbotne Lüste, stärkern Reiz, Des Fleisches böse Werke, götterei, den niedern Geiz Dämpft des Gebetes Stärke. Mein Gott, durch dich Kann tapfer ich, Als Christ, den Sieg erringen Und Sünd' und Fleisch bezwingen. 9. In dem Gebete denk' ich oft: Was seid ihr eiteln Freuden? Oft wie geschwind, wie unverhofft Verkehrt ihr euch in Leiden! Dar⸗ um will ich, Allein, Gott, dich Von ganzem Herzen lieben. Was kann mich dann betrüben? 10. Wie stärkst du mich, wenn im Gebet Zu dem Berufsgeschäfte, Mein Vater, ich dich angefleht Um Weisheit und um Kräfte! Den, der dir traut Und auf dich baut, Krönst du auf seinen Wegen Mit Glück, mit Trost, mit Segen. 11. Welch eine große Seligkeit! Mit Flehen und mit Beten Darf ich, mein Vater, allezeit Vor dei⸗ nen Thron hintreten. Drum bet' ich auch Beim letzten Hauch: Mein Vater, ich befehle Dir meinen Leib und Seele. 12. Du Geist der Kraft und des Gebets, Du Geist der reinsten Liebe, Erweck' in meiner Seele stets Zum Beten fromme Triebe. Und kann ich nicht Mit Zuversicht Zu meinem Vater treten, So lehre du mich beten. 13. Schaff' in mir wahre Heilig⸗ keit, Daß ich Gott wohlgefalle, Wenn ich, durch seine Lieb' erfreut, Ein schwaches Danklied lalle. In Traurigkeit, In Kreuz und Leid Bewahre meinen Glauben, Daß nichts ihn mir darf rauben. Weigel. Mel. Wer nur den lieben Gott. 364. MII Gebet zu meinem Gott. Dies kann mir Kraft in Schwachheit geben, Geduld und Mut in jeder Not, Bei jedem Gram, bei jedem Schmerz Ein ruhigs und zufriednes Herz. 2. Wie kann ich Trost und Zu⸗ flucht finden, Wenn mein Gewissen mich verklagt, Wenn bei der Menge meiner Sünden Mein Herz vor seinem Richter zagt? Nichts tröstet mehr, als ein Gebet, Das bei dem Herrn um Schonung fleht. 3. Muß ich um meiner Tugend willen Ein Spott der Lasterhaften sein, So bet' ich demutsvoll im stillen Zu meinem Gott. Er hört mein Schrein Nimmt väterlich sich meiner an Und stärkt mich auf der Tugend Bahn. 4. Ich will mich nie zu rächen suchen, Wenn mich ein Feind zu kränken sucht, Und nie will ich dem wieder fluchen, Der mir aus Unverstande flucht. Nein, meine Rach' sei ein Gebet, Das Gott um Gnade für ihn fleht. 5. Und wenn ein Kummer mich verzehret, Den keinem ich entdecken kann, Dann ruf' ich Gott, der mich erhöret, Um Trost in diesem Kummer an. Ich weiß, wer ihm mit Zuversicht Sein Leid klagt den verwirft er nicht. 6. Ruf' ich ihn an bei dem Ge⸗ schäfte Des Standes, den er mir verlieh, So fleh' ich nie umsonst um Kräfte. Der Gott der Stärke giebt mir sie. Er giebt aus väterlicher Huld Mir Segen, Klugheit und Geduld. 7. Wenn, eine böse Lust zu dämpfen, Mir Wille, Mut und Kraft gebricht, Dann bitt' ich Gott. Er hilft mir kämpfen, Er giebt mir Mut zu jeder Pflicht Und schenkt mir Willigkeit und Kraft Zum Siege meiner Leidenschaft. 8. Wenn ich im letzten Kampf des Lebens Bei niemand Hilfe Guhz kann, So ruf' ich Gott doch nicht vergebens Um seinen Trost und Bei⸗ stand an, Der, wenn die Sprache mir vergeht. Selhst meine Seufzer noch versteht. J. B. Müller. Gebet⸗ und Das Gebet des Herrn. Mel. Wo Gott, der Herr, nicht bei uns. 365 ott, unser Vater, der du bist Im Himmel hoch erhöhet Und schauest, was auf Erden ist, Und hörst, was zu dir flehet, Verwirf, Gott, unsre Zuversicht, Das Flehen deiner Kinder nicht, Wenn sie voll In⸗ brunst beten. 2. Dem Namen der da heilig ist, Laß uns die Ehre geben, Wie groß und wunderbar du bist Mit Freudigkeit erheben, Dich, deine Weisheit, Macht und Treu' Er⸗ kennen und ohn' Heuchelei Dir und dem Nächsten dienen. 3. Laß uns in deinem Gnaden⸗ reich Des heilgen Geistes Gaben, Dein Wort und dessen Kraft zu⸗ leich, Glaub', Lieb und Hoffnung haben. Des Satans Reich zerstöre du, Erhalte deine Kirch' in Ruh' Und Wahrheit, dir zur Ehre. 4. Gleich als im Himmel, so escheh' Dein Will' auch auf der Erde, Daß dir kein Wille wider⸗ steh', Das Fleisch bezähmet werde. Verleih' uns unter Freud' und Leid Ein ruhig Herz, daß jederzeit, Was du willst, uns gefalle. 5. Gieb uns heut' unser täglich Brot Durch Arbeit unsrer Hände. Gestatte keiner Plag' und Not, Daß sie von dir uns wende. Gieb gute Obern, Fried und Heil, Auch jedem sein beschieden Teil, Und laß uns dran begnügen. 6. Vergieb uns gnädig unsre Schuld Durch unser ganzes Leben. Wir daß mit Lieb' und mit Geduld ir andern auch vergeben. Straf' uns nicht nach Gerechtigkeit Und laß uns Unrecht, Haß und Neid Nicht an dem Nächsten ahnden. 7. In der Versuchung gieb uns Stärk“ Und hilf uns überwinden Das Fleisch, die Welt, des Satans Werk Und was uns lockt zu Sün⸗ Bittlieder. den, Daß Wollust, Ehrsucht oder Geiz Durch ihren gleißnerischen Reiz Uns dennoch nie besiegen. 8. Von allem Übel, Angst und Not Erlös' uns deine Gnade, Daß uns im Leben und im Tod Des Feindes List nicht schade, Bedrängt uns hier schon manches Leid, So laß uns doch mit Freudigkeit Des Glaubens End' erhalten. 9. Dies alles, Vater, werde wahr, Du wollest es erfüllen. Erhör' und hilf uns immerdar, Um Jesu Christi willen. Denn dein, o Herr, ist allezeit, Von Ewig⸗ keit zu Ewigkeit Das Reich, die Macht, die Ehre. Unbekannter. Mel. O Gott. du frommer Gott. 366 ch Vater, unser Gott, — Du zeigst durch deine Güte Uns, deinen Menschen, stets Dein väterlich Gemüte. O thäten wir nur auch Als Kinder unsre Pflicht In Furcht, Gehorsam, Lieb' Und fester Zuversicht. 2. Du herrschst imHimmelsthron, Bist aller Ort' und Enden Und willst, daß mit Gebet Wir oft uns zu dir wenden, Versprichst, der Retter selbst In unsrer Not zu sein. Drum so verwirf uns nicht. Hör', wenn wir zu dir schrein. 3. Laß deinen guten Geist Die große Pflicht uns lehren, Dir gläu⸗ ig zu vertraun Und dich recht zu verehren. Zeig' uns, wie mächtig, groß Und weise du, Gott, bist, Wie klein der Mensch, der Staub Wie schwach und blind er ist. 4. Das sei das höchste Glück Für uns hier auf der Erde, Daß deines Namens Ruhm Von uns gepriesen werde, Daß er in Wort und That Und ohne Heuchelei Geheiliget von uns Und nie ent ⸗ heiligt sei. 5. Dein väterliches Reich Ist auch zu uns gekommen, Da in der Taufe du Uns in den Bund ge⸗ 198 Gebet⸗ und Bittlieder. nommen. O laß in deinem Reich Uns fromme Bürger sein Und, brechen wir den Bund, Ihn also⸗ kort erneun. 6. Dein Wille, Herr, geschieht Zwar auch ohn' unsern Willen, Doch gieb uns Kraft, daß wir Ihn allzeit gern erfüllen. Die Richt⸗ schnur unsers Thuns Sei stets dein heilig Wort, Du aber unsre Burg Und Fels und starker Hort. 7. Regier auch unser Herz, Daß wir in guten Tagen Nicht stolz und sicher sei'n, In bösen nicht verzagen, Daß wir bei andrer Glück Uns brüderlich erfreun Und gern dem Dürftigen Hilf' in der Not verleihn. 8. Ach, Vater, du bist reich An allen guten Gaben! Laß unser täglich Brot Uns heut' und immer haben. Im Überfluß gieb uns Die kluge Sparsamkeit Und auch bei wenigem Ruh' und Zufriedenheit. 9. Herr, handle nicht mit uns Nach unsern großen Sünden Und laß, wenn wir gefehlt, Uns wieder Gnade finden. Gedenke, was dein Sohn Für unsre Schulden that, Der die Erlösung selbst Mit Blut besiegelt hat. 10. Hilf, daß wir denen auch Gern ihre Schuld erlassen, Die uns beleidigen, Sie nicht feindselig hassen, Nicht schmähen, wenn sie schmähn, Nicht dräuen, wenn sie dräun, Und was sie uns gethan, Vergessen und verzeihn. 11. Laß uns, Herr, böse Lust Nie in Versuchung führen. Laß deinen guten Geist Uns immerfort regieren. Und wenn wir uns die Welt Zum Abfall reizen sehn, So ieb uns Kraft und Mut, Ihr est zu widerstehn. 12. Flöß' uns in unser Herz Erhabene Gedanken. In unserm Glauben laß Uns nie aus Leicht; sinn wanken, Aufrichtig, tapfer, keusch, Treu, ehrbar, züchtig, rein, Rechtschaffen, demutsvoll Und ganz dir heilig sein. 13. Zuletzt erlös' uns auch, O Gott, von allem Bösen, Denn du hast Macht und Kraft, Allein uns zu erlösen. Laß uns den guten Kampf Hier kämpfen und, wenn du Uns rufst, so führ' uns selbst In deines Himmels Ruh'. 14. Laß uns dereinst verklärt Zu deiner Rechten stehen Und dich von Angesicht Zu Angesichte sehen. Denn, Herr, dein ist das Reich, Die Kraft und Herrlichkeit Von aller Ewigkeit In alle Ewigkeit. 15. Hierauf so sprechen wir, In Jesu Christi Namen, Auf sein untrüglich Wort Ein gläubig Ja und Amen. O Jesu Christ, durch dich Und dein Verdienst allein Wird alles, was wir flehn, Auch Ja und Amen sein. Unbekannter und Weiße nach Rinkart. Allgemeine Gebetlieder. Mel. Wer nur den lieben Gott. 367 Wer kann, Gott, je was * Gutes haben, Das nicht von dir den Ursprung hat? Du bist der Geber aller Gaben Und immer groß an Rat und That. Du willst, daß mit Gebet und Flehn Wir stets auf deine Hilfe sehn. 2. Drum komm' ich auch mit meinem Beten, O Gott, vor deinen heilgen Thron. Wie freudig kann ich vor dich treten! Denn mich vertritt bei dir dein Sohn. In ihm hab' ich die Zuversicht: Mein schwaches Flehn verwirfst du nicht. 3. So gieb mir denn nach dei⸗ nem Willen, Was deinem Kinde heilsam ist. Du nur kannst mei⸗ nen Mangel stillen, Weil du des Segens Quelle bist. Vor allen Dingen sorge du Für meines Geistes wahre Ruh'. 4. Gieb mir Beständigkeit im Glauben. Laß meine Liebe brünstig sein. Will etwas mir dies Kleinod rauben, So schränke die Versuchung ein Und stärke mich mit heilgem Mut. So sieg' ich über Fleisch und Blut. 5. Bewahr' in mir ein gut Ge⸗ wissen, Ein Herz zu dir voll Freu⸗ uns uten venn selbst digkeit, Ein Herz, aufs Gute stets beflissen. Das sich vor deinem Auge scheut, Und fehl' ich, Gott, so strafe mich Zu meiner Bessrung väterlich. 6. Ein Herz, das in beglückten Tagen, O Vater, deiner nie ver⸗ gißt, Ein Herz, das unter Not und Plagen Vor dir still und demütig ist, Ein Herz voll Zuversicht zu dir Und voll Geduld verleihe mir. 7. Das andre alles wirst du fü⸗ gen, Du weißt am besten, was mir nützt. An deiner Huld laß ich mir gnügen, Die Schwache mächtig un⸗ terstützt. Zufrieden, Vater, folg' ich dir. Befestge diesen Sinn in mir. 8. Soll ich auf Erden länger leben, So gieb, daß ich dir leben mag. Laß mir den Tod vor Au⸗ gen schweben, Und kommt dereinst mein Sterbetag, So sei mein Aus⸗ gang aus der Zeit Ein Eingang in die Herrlichkeit. Schmolck und Diterich. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 368 ott, deine Güte reicht so weit, So weit die Wolken gehen. Du krönst uns mit Barmherzigkeit Und eilst uns bei⸗ ustehen. Herr, meine Burg, mein Fels, mein Hort, Vernimm mein Flehn, merk' auf mein Wort, Denn ich will vor dir beten. 2. Ich bitte nicht um Überfluß Und Schätze dieser Erden. Laß mir, so viel ich haben muß, Von deiner Gnade werden. Gieb mir nur Weisheit und Verstand, Dich, Gott, und den, den du gesandt, Und mich selbst zu erkennen. 3. Ich bitte nicht um Ehr' und Ruhm, So sehr sie Menschen rüh⸗ ren. Des guten Namens Eigentum Laß mich nur nicht verlieren. Mein wahrer Ruhm sei meine Pflicht, Der Ruhm vor deinem Angesicht Und frommer Freunde Liebe. 4. So bitt' ich dich, Herr Zebaoth, Auch nicht um langes Leben. Im Glücke Demut, Mut in Not, Das wollest du mir geben. In deiner Gebet⸗ und Bittlieder. 199 Hand steht meine Zeit. Laß du mich nur Barmherzigkeit Vor dir im Tode finden. Gellert. Mel. Allein auf Gott setz' dein. 369 Ich komme vor dein Angesicht, Verwirf, o Gott, mein Flehen nicht. Ver⸗ gieb mir alle meine Schuld, Du Gott der Gnade und Geduld. 2. Schaff' du ein reines Herz in mir, Ein Herz voll Lieb und Furcht zu dir, Ein Herz voll De⸗ mut, Preis und Dank, Ein ruhig Herz mein lebenlang. 3. Sei mein Beschützer in Ge⸗ fahr. Ich harre deiner immerdar. Ist wohl ein Übel, das mich schreckt, Wenn deine Vaterhand mich deckt? 4. Ich bin ja, Herr, in deiner Hand. Von dir empfing ich den Verstand. Erhalt' ihn mir, o Herr, mein Hort, Und stärk' ihn durch dein göttlich Wort. 5. Laß, deines Namens mich zu freun, Ihn stets vor meinen Augen sein. Laß, meines Glaubens mich zu freun, Ihn stets durch Liebe thätig sein. 6. Das ist mein Glück, was du mich lehrst. Das sei mein Glück daß ich zuerst Nach deinem Reiche tracht', und treu In allen meinen Pflichten sei. 7. Ich bin zu schwach aus eigner Kraft Zum Siege meiner Leiden⸗ schaft. Du aber ziehst mit Kraft mich an, Daß ich den Sieg er⸗ langen kann. 8. Gieb von den Gütern dieser Welt Mir, Herr, so viel, als dir gefällt. Gieb deinem Knecht ein mäßig Teil, Zu seinem Fleiße Glück und Heil. 9. Schenkt deine Hand mir Über⸗ fluß, So laß mich mäßig im Genuß Und, dürftge Brüder zu erfreun, Mich einen frohen Geber sein. 10. Gieb mir Gesundheit und ver; leih', Daß ich sie nütz' und dankbar sei Und nie, aus Liebe gegen sie, Mich zaghaft einer Pflicht entzieh'. 11. Erwecke mir stets einen P5I7757777I I 7I——7———————— 200 Gebet⸗ und Bittlieder. Freund, Der's treu mit meiner Wohlfahrt meint, Mit mir in dei⸗ ner Furcht sich übt, Mir Rat und Trost und Beispiel giebt. 12. Bestimmst du mir ein längres Ziel Und werden meiner Tage viel, So bleib', Gott, meine Zuversicht. Verlaß mich auch im Alter nicht. 13. Und wird sich einst mein Ende nahn, So nimm dich meiner herzlich an Und sei durch Chri⸗ stum, deinen Sohn, Mein Trost, mein Schutz, mein ewger Lohn. Gellert. Mel. Ich dank' dir, Gott, durch. 370 Allnächtiger, der seinen Thron Im Himmel hoch erhöhet! O höre mich, der Erde Sohn, Der dir im Staube flehet. 2. Du schufst mich Staub und ließest Staub Zum Engel sich er⸗ heben, Hier unten der Verwesung Raub, Um ewig dort zu leben. 3. Was ist der Mensch? Wie arm, wie bloß Ist er, der Herr der Erdeni Was ist der Mensch? Wie frei, wie groß, Unsterblich soll er werden! 4. Welch ein Geschenk gabst du mir nicht, Da du Vernunft mir schenktest Und der Erkenntnis gött⸗ lichs Licht In meine Seele senktest! 5. Verleih' mir doch die Wissen⸗ schaft, Mein ewges Glück zu fin⸗ den, Und gieb mir Willen, Mut und Kraft, Mich selbst zu überwinden. 6. Lehr' mich, was mein Ge⸗ wissen sagt, Der Welt weit vorzu⸗ iehen, Und laß mich, was es unter⸗ sagt, Mehr als die Hölle fliehen. 7. Mach' fühlend dieses harte Herz, Wenn meine Brüder leiden, Und laß an meines Hassers Schmerz Sich nie mein Auge weiden. 8. Laß mich nie mit verwegner Hand, Nach deinem Donner trach⸗ ten, Noch jeden, der dich nicht erkannt, Der Hölle würdig achten. 9. Im Glücke Furcht, im Unglück Mut, Sei alles, was ich flehe. Was du, mein Schöpfer, willst, ist gut, Und was du willst, geschehe. 10. Laß mich mein Brot durch deine Gunst Und meinen Fleiß er⸗ werben Und lehre mich die große Kunst, Zu leben und zu sterben. 11. O du, vor dem der Seraph kniet, Den Cherubim umringen, Von allen Sternen schallt das Lied, Das deine Heilgen singen. 12. Ich beug' vor dir, Herr, meine Knie. Du hast den Staub erhoben. Heil mir, ich bin ein Geist, wie sie. Der Mensch darf, Herr, dich loben. Sachariä. Mel. Vater unser im Himmelrelch. 371 H'n und Regent der 44 ganzen Welt, Der sie einst schuf, sie noch erhält! Du bist es, Gott, der alles trägt, Was ist, was lebt und sich bewegt. Dein ist die Macht, Kraft, Maje. stät, Durch die der Weltbau herr; lich steht. 2. Ich aber bin blind, dürftig, bloß, Mein Elend, meine Not ist groß. Drum bring' ich mein Gebet vor dich. Erhör', erhör' es gnädig⸗ lich. Schenk' du mir, der du gütig bist, Gott, alles, was mir nötig ist. 3. Erleuchte mein sonst finstres Herz, Gieb wahre Buße, Reu' und Schmerz Und habe bei so mancher Schuld Noch fernerhin mit mir Geduld. Gieb meinem Glauben Kraft und Licht, Ersetze du, was mir gebricht. 4. Nimm, Vater, der es einzi kann, Dich meiner Seele liebreich an. Bewahre mich vor Heuchel⸗ schein Und mache mein Gewissen rein, Daß ich(o stehe du mir beil) Ein echter Freund der Tugend sei. 5. Gieb mir Verstand in allem Thun, Der Weisheit Geist laß auf mir ruhn Und, wo mein Herz im Zweifel steht Und gleich den Kin⸗ dern wankend geht, Da leite mich nach deinem Rat Und fördere zu⸗ gleich die That. 6. Wenn dann mein Fleiß das Seine schafft. So gieb dem Leibe Stärk und Kraft. Erhalte mich gesund und frisch Und segne Nah⸗ rung, Haus und Tisch. Beschere Gebet- und Bittlieder. 201 mir mein täglich Brot Und sorge für mich in der Not. 7. Hilf, daß des Lebens Hitz' und 2„* Die du mir auferleget hast, Mir nicht zu schwer zu tragen sei, Und bricht des Leibes Hütt entzwei, So führ' durch Christi Blut und Pein Den Geist in dei⸗ nen Himmel ein. M. Günther. Um geistliche Wohlthaten und Beistand im Guten. Mel. O Herre Gott, dein göttlich. 372 Ac, höchster Gott, ver⸗ leihe mir, Daß ich nur dich begehre, Mein ganzes Glück nur such' in dir Und dich allein verehre, Daß ich in Not Dich meinen Gott Und Vater gläubig nenne, Daß weder Leid, Noch Glück und Freud' Mich je⸗ mals von dir trenne. 2. Erfülle mich mit wahrer Reu', Wenn ich dich, Gott, betrübe. Gieb, daß ich alles Böse scheu' Und stets das Gute liebe. Laß mich doch nicht, Herr, meine Pflicht Mit Vorsatz je verletzen. Der Seele Heil, Mein ewges Teil, Laß mich recht teuer schätzen. 3. Mein Gott, ich bitte dich, verleih' Mir einen festen Glauben, Der standhaft, treu und thätig sei, Und laß mir den nichts rauben. Gieb, daß ich mich Allzeit auf dich Und auf dein Wort verlasse Und in der Not, Ja selbst im Tod, Dein Heil getrost umfasse. 4. Hilf mir, der ich erlöset bin, Daß ich den Heiland liebe, Und bilde mich nach seinem Sinn. Gieb, daß ich mich stets übe, Auf ihn zu sehn, Ihm nachzugehn, Mich seiner nicht zu schämen Und stets bereit, Mit Freudigkeit Sein Kreuz auf mich zu nehmen. 5. Nie müsse Stolz und Eitelkeit Mein schwaches Herz regieren, Nie Haß und Zorn und Bitterkeit Zur Rache mich verführen. Dein Wort gebeut Versöhnlichkeit, Verdammt der Rachsucht Triebe. Gieb, daß den Feind, Nicht bloß den Freund, Mein Herz aufrichtig liebe. 6. Nach vielem Reichtum, Gut und Geld, Herr, laß mich ja nicht trachten. Laß mich die Ehren dieser Welt Für eitle Dinge achten Und nie nach Pracht, Nach Hoheit, Macht Und Würden ängstlich streben. Laß mich vielmehr Nach deiner Lehr' In wahrer Demut leben. 7. Trug, Falschheit, List und Heuchelei Hilf mir sorgfältig flie⸗ hen. Nie müss' ich mich durch Gleiß⸗ nerei Um Menschengunst bemühen. Laß ja und nein Mir heilig sein. Laß mich nicht lieblos richten Und Zank und Streit Mit Freundlichkeit, Mit Lieb und Sanftmut schlichten. 8. Herr, lehre mich Enthaltsam; keit. Gieb mir ein rein Gemüte Daß ich in dieser Prüfungszeit Vor böser Lust mich hüte. er Lügen Feind, DerWahrheit Freund, Laß mich aufrichtig wandeln Und jederzeit Nach Billigkeit Mit meinem Nächsten handeln. 9. Gieb, daß ich stets den Müßiggang Samt aller Trägheit fliehe, Daß ich der Welt mein lebenlang Zu dienen mich bemühe. Laß meinen Fleiß Zu deinem Preis, O Gott, mir wohl gelingen, Und segnest du Das, was ich thu', Dir dafür Ehre bringen. 10. Ach, gieb mir deinen guten Geist, Der stets mein Herz regiere Und mich, wie es dein Wort ver⸗ heißt, Auf deinen Wegen führe. So wird mein Herz In Freud' und Schmerz Dir zu gefallen stre⸗ ben, Und du wirst mir, Gott, einst bei dir Den Lohn der Treue geben. Sollikofer nach Rist. Mel. Herr Ehris, I. u, Enade — err Jesu, Gnaden⸗ 373. Hsonne. Du wahres Lebenslicht, Laß Leben, Heil und Wonne Mein blödes ÄAngesicht Nach deiner Gnad' erfreuen Und meinen Geist erneuen. Mein Gott, versag' mirss nicht! 2. Vergieb mir meine Sünden Und tilge meine Schuld. Laß allen 202 Gebet⸗ und Bittlieder. Zorn verschwinden Und blick' auf mich mit Huld. Laß deine Friedens⸗ aben Mein Herz mit Tröstung aben. Erhör' mich, Gott der Huld. 3. Befördre dein Erkenntnis In mir, mein Seelenhort, Und öffne mein Verständnis, Herr, durch dein heilig Wort. Ach, laß mir meinen Glauben Nicht Welt, nicht Hölle rauben. Wahrhaftig ist dein Wort. 4. Nimm ganz aus meiner Seele Den Hang zur Sünde hin Und, Mittler, ach, beseele Mein Herz, daß ich forthin Mich dir zum Dienst ergebe, Als dein Erlöster lebe Und dir, Herr, dankbar bin. 5. Du Helfer deiner Christen, O widersteh' in mir Des Fleisches bösen Lüsten Und laß mich für und für Der Welt verbotne Freu⸗ den Und alle Sünden meiden, Und dann, Herr, leb' ich dir. 6. Ach, an deine Liebe In meiner Seele an, Daß ich aus innerm Triebe Dich ewig lieben kann, Daß ich, um dir vor allen, Mein Bester, zu gefallen, Geh' auf der Tugend Bahn. 7. Verleihe du mir Stärke, Ver⸗ leih' mir Kraft und Mut, Denn dies sind Gnadenwerke, Die dein Geist schafft und thut. Du weißt, wie ich aus Schwäche Leicht mei⸗ nen Vorsatz breche, Er sei auch noch so gut. 8. Darum, du Gott der Gnaden, Du Vater aller Treu', Wend' allen Seelenschaden Und mach' mich täglich neu. Gieb Eifer, deinen Willen Mit Freuden zu erfüllen, Und steh' mir kräftig bei. Gotter und Rüster. Mel. O Gott, du frommer Got t. 374 O Gott, du frommer • Gott, Du Geber aller Gaben, Ohn' den nichts ist, was ist, Von dem wir alles haben! Gesunden Leib gieb mir Und daß in solchem Leib Ein' unverletzte Seel' Und rein Gewissen bleib'. 2. Gieb, daß ich thu' mit Fleiß, Was mir zu thun gebühret, Wo⸗ zu mich dein Befehl In meinem Stande führet. Gieb, daß ich's thue bald, Zu der Zeit, da ich soll, Und wenn ich's thu', so gieb, daß es gerate wohl. 3. Hilf, daß ich rede stets, Wo⸗ mit ich kann bestehen. Laß kein unnützes Wort Aus meinem Munde gehen, Und wenn nach meiner Pflicht Ich reden soll und muß, So gieb den Worten Kraft Und Nachdruck ohn' Verdruß. 4. Wenn mir Gefahren drohn, So laß mich nicht verzagen. Gieb du mir Heldenmut Und Trost in Leidenstagen. Durch Sanftmut lehre mich Besiegen meinen Feind Und, wenn ich Rat bedarf, Gieb einen weisen Freund. 5. Laß mich mit jedermann In Fried' und Freundschaft leben, So weit es christlich ist. Willst du mir etwas geben An Reichtum, Ehr' und Glück, So gieb auch dies dabei, Daß ich allzeit gerecht Und voll von Liebe sei. 6. Soll ich in dieser Welt Mein Leben höher bringen Und unter mancher Last Hindurch ins Alter dringen, So gieb Geduld, und mich Vor Sünd' und Schand' be⸗ wahr', Daß ich mit Ehren trag' Alsdann mein graues Haar. 7. Laß mich an meinem End' Auf Christi Tod abscheiden. Die Seele nimm zu dir Hinauf zu deinen Freuden. Der Leib, Herr, ruhe sanft In seiner stillen Gruft, Bis ihn dein Allmachtswort Ver⸗ klärt ins Leben ruft. 8. Wenn deine Stimme wird Die Toten all' erwecken, O dann wird sie sich auch Zu meinem Staub erstrecken. Gott, welche Wonn' ist mein! Verkläret schau ich dich. Mit allen Seligen Lobsinge dann auch ich. Heermann. Mel. Ich ruf' zu dir, Herr Jesu. 375 Ho mein Erlöser, nur von dir Kann ich mir Hilf' erflehen. Vernimm mein Seufzen, eile, mir, Mein Helfer, beizustehen. Des wahren Glaubens III—I Gebet⸗ und Kraft und Licht, Das selige Be⸗; streben, Dir zu leben, Und Mut zu dieser Pflicht, Das wollest du mir geben. 2. Du hast dein königlich Gebot Mir tief ins Herz geschrieben. Von anzer Seele so ich Gott, Wie mich den Nächsten lieben. Wenn ich nach deinem Worte thu, So hab' ich schon hienieden Großen Frieden, Und welches Heil hast du Den Frommen dort beschieden! 3. Laß mich kein Leiden dieser Zeit, Kein Weltglück dir entreißen, Denn du hast deine Seligkeit Den Treuen nur verheißen. Und könnten wohl durch ihre Müh Sie, solche u verdienen, Sich erkühnen? Aus Gnaden schenkst du sie Und du er⸗ warbst sie ihnen. 4. Freund meiner Seele, du bist ihr Ein Weinstock, sie dein' Rebe. Zeuch sie dir nach, daß sie zu dir Sich von der Welt erhebe. Ja laß mich, wenn ich sterben soll, Auf deine Gnade bauen, Dir vertrauen Und dann dort wonne⸗ voll Dein Antlitz ewig schauen. 5. Ich kämpf, ermatt' und strauchle oft. Hilf, Herr, mein Hort, dem Schwachen, Der nur auf dich in Demut hofft. Du kannst mich mächtig machen. In jeder Seelennot laß mich Bei dir Erbarmung finden, Trost empfin⸗ den Und endlich, Herr, durch dich In allem überwinden. Neander.(Agricola.) um göttliche Regierung und Leitung. Mel. O Gott, du frommer Gott. 376 Meis Vater und mein Gott, Der du in diesem Leben Zur Leuchte meinem Fuß Dein heilig Wort gegeben, Re⸗ giere doch mein Her Durch deinen guten Geist, Daß ich dem folgsam sei, Was, Gott, dein Wortmich heißt. 2. Verleih', daß ich zuerst Nach deinem Reiche trachte Und kein vergänglich Gut Zu übermäßig achte. Wer nach dem Ewigen Mit Bittlieder. 203 rechtem Eifer ringt, Empfängt schon hier zum Lohn, Was wahre Ruhe bringt. 3. Gieb, daß ich von der Welt Mich unbefleckt erhalte, Und daß in mir derTrieb ZumGuten nie erkalte. Hilf, daß ichimmer wach Im Kampi des Glaubens treu Und in der Hoff nung stark Und fest gegründet sei. 4. Gieb, daß ich als ein Christ Mich Christo ähnlich zeige Und achtsam mein Gemüt Zu seiner Lehre neige. Sein Geist regiere mich Und nicht der Geist der Welt. So wandl' ich, Herr, vor dir Den Weg, der dir gefällt. 5. Hilf, daß ich dich, mein Gott, Von ganzer Seele liebe Und Lieb' und Gütigkeit Auch an dem Näch⸗ sten übe. Laß ohne Ubermut Mich bei des Glückes Schein Und ohne Ungeduld In trüben Tagen sein. 6. Nie müsse sich mein Herz Des Fleisches Lust ergeben Und nie dem schnöden Geiz. Mein dir geweihtes Leben Sei von Betrug und Neid, Von Unbarmherzigkeit, Von ungerechtem Gut Und stolzem Sinn befreit. 7. Will deine Hand mich hier Auf rauhe Wege leiten, So Unterstütze mich, Wenn meine Tritte gleiten. Laß mich in aller Not Auf deine Hilfe baun Und auch, wenn sie ver⸗ zeucht, Dir doch getrost vertraun. 8. Erlöse endlich mich Von allen meinen Leiden, Und ist die Stunde da, Aus dieser Welt zu scheiden, O Vater, so verlaß, Wenn meine Hütte bricht, Mich Sterbenden mit Trost Und froher Hoffnung nicht. Unbekannter und Diterich. Mel. In dich hab' ich gehoffet, Herr. 377 Och weiß, mein Gott, daß all mein Thun Und Werk auf deinem Willen ruhn. Von dir kommt Glück und Segen. Was du regierst, Das geht und steht Auf rechten guten Wegen. 2. Es steht in keines Menschen Macht, Daß sein Rat werd' ins Werk gebracht Und seines Gangs 204 Gebet⸗ und Bittlieder. sich freue. Des Höchsten Rat, Der macht's allein, Daß Menschenrat gedeihe. 3. Oft denkt der Mensch in sei⸗ nem Mut, Dies oder jenes sei ihm gut, Und ist doch weit gefehlet. Oft sieht er auch für schädlich an, Was doch Gott selbst erwählet. 4. So fängt auch oft ein weiser Mann Ein gutes Werk mit Freuden an Und bringt's doch nicht zustan⸗ de. Er baut ein Schloß Und festes Haus, Doch baut er nur auf Sande. 5. Wie mancher schwingt in sei⸗ nem Sinn Sich über Berg und Himmel hin, Und eh' er sich's ver⸗ siehet, So liegt er da Und sieht im Staub, Wie seine Größ' entfliehet. 6. Drum, lieber Vater, der du Kron' Und Seepter trägst im Him⸗ melsthron Und aus den Wolken blitzest, Vernimm mein Wort Und höre mich Vom Stuhle da du sitzest. 7. Verleihe mir das edle Licht, Das stets von deinem Angesicht Auf fromme Seelen fließet Und das zugleich Der Weisheit Kraft Und Geist in sie ergießet. 8. Gieb mir Verstand aus deinen Höhn Und laß mich nicht voll Trotz bestehn Auf meinem eignen Willen. Sei du mein Freund Und treuer Rat, Was gut ist, zu er⸗ füllen. 9. Führ' du mich selbst, und, was mir gut, Das gieb mir ein. Was Fleisch und Blut Erwählet, das verwehre. Mein höchster Zweck, Mein bestes Teil Sei deine Lieb' und Ehre. 10. Was dir gefällt, das laß auch mir Als meinen Ruhm und meine Zier Gefallen und mich lieben. Was dir mißfällt, Das laß mich nicht In Werk und That verüben. 11. Ist's Werk von dir so hilf zum Glück, Ist'sMenschenthun so treib's zurück Und ändre meine Sinnen. Was du nicht wirkst, Pflegt von sich selbst In kurzem zu zerrinnen. 12. Sucht aber dein und unser Feind An dem, was dein Herz gut gemeint, Voll Bosheit sich zu rächen, Was fürcht' ich, Herr, Von seinem Zorn? Wie lleicht wirst du ihn brechen! 13. Tritt her zu mir und mache leicht, Was mir sonst fast unmög⸗ lich deucht, Und bring' zum guten Ende, Wovon du selbst Der Anfang bist, Durch Weisheit deiner Hände. 14. Ist gleich der Anfang etwas schwer, Und muß ich auch ins tiefe Meer Der bittern Sorgen treten, So gieb mir Kraft Und laß mich stets Mit Inbrunst zu dir beten. 15. Wer fleißig betet, dir ver⸗ traut, Wird, was er sonst voll Schrecken schaut, Mit tapferm Mut bezwingen, Und Sorg' und Angst Wird ihn dann fliehn, Und er den Sieg erringen. 16. Der Weg zum Guten ist fast wild, Mit Dorn und Hecken ange⸗ füllt, Doch wer ihn freudig gehet, Wird endlich, Herr, Durch deinen Geist Zu Freud und Wonn'erhöhet. 17. Du bist mein Vater, ich dein Kind. Was ich bei mir nicht hab' und find', Hast du in voller Gnüge. So hilf nun, daß Ich meinen Stand Wohl halt' und herrlich siege. 18. Dein soll sein aller Ruhm und Ehr'. Ich will dein Thun je mehr und mehr Aus hocherfreuter Seelen Vor deinem Volk Und aller Welt, Solang ich leb',‚erzählen. Gerhardt. Mel. In dich hab' ich gehoffet, Herr. — ton ganzer Seele preis' 378. V ich dich, Herr, der du mich so väterlich Bis diesen Tag erhalten. Ich flehe dich, Laß über mich Dein Auge ferner walten. 2. Wer schenkt uns Leben, Glück und Ruh'? Wer giebt uns Kraft zur Pflicht? Nur du Schaffst Wollen und Vollbringen. Wird dein Ge⸗ deihn Nicht uns erfreun, So kann uns nichts gelingen. 3. Du schufst und du regierst die Welt Nach deinem Rat, wie dir's gefällt. Du lenkst der Men · schen las mi⸗ Sei auch mein Licht Und laß mich nicht, Gott, deine Huld verscherzen. Von rst du Gebet⸗ und Bittlieder. 20⁵5 4. Dein Wort lehrt mich des Le⸗ bens Pflicht, Doch fühl ich auch, was mir gebricht, Die Blindheit meiner Seele. Ach, Gott der Huld, Vergieb die Schuld, Wenn ich aus Schwachheit fehle. 5. Verstand und Herz ist fehler⸗ haft, Bald fehlt mir Licht, bald fehlt mir Kraft, Mich 150. zu regieren. Drum bitt' ich dich, Laß, öchster, mich Selbst deine Weis⸗ eit führen. 6. Herr, dessen Huld uns ewig liebt, Laß mich beim Segen, den sie giebt, Auf dich, den Geber schauen. Selbst wenn du schlägst Und Kreuz auflegst, So laß mich dir vertrauen. 7. Gieb, daß ich meine Lebenszeit, Nur dir mit ganzem Ernst geweiht, In deiner Furcht vollbringe, Bis ich einst dir Dort für und für Lob, Preis und Ehre singe. Röhler. Mel. Von Gott will ich nicht. 379 Un Weisheit, Höchster, * bitte Ich dich, der Weisheit hat. Du leitest unsre Schritte Durch deines Geistes Rat. Wer ruft zu Gott hinauf, Dem er nicht gern gewähret, Was er von ihm begehret? Er giebt und rückt's nicht auf. 2. Gieb, Vater meiner Väter, Mir einen weisen Sinn. Du giebst die Ubertreter In ihren Sinn da⸗ hin. Ich aber wünsche mir Ein Herz, das dich nur liebe, Gern, was du forderst, übe. Das wünsch' ich mir von dir. 3. Der Leib beschwert die Seele. Wie leicht verirr' ich mich, Wenn ich mein Glück mir wähle, Erleuch⸗ tet nicht durch dich! Durch jeden Schein verführt, Wähl' ich mir fal⸗ sche Güter, Wenn, meines Lebens Hüter, Mich nicht dein Rat regiert. 4. Kaum treff' ich, was auf Er⸗; den Mir gut und heilsam ist. Wie kann ich selig werden, Wenn du mein Licht nicht bist? Regierst du nicht dein Kind, So wird's ein Übertreter, Da meines Heils Ver⸗ räter Selbst meine Sinne sind. 5. Du, Herr, regierst und lenkest Solch eine große Welt. Geschieht nicht, was du denkest? Nicht, was dir wohl gefällt? Wann über⸗ schritt ihr Gleis Die Sonne, die du schufest? Was ehrt nicht, wenn du rufest, Gleich willig dein Geheiß? 6. Wenn deine Meere toben, Und du gebeutst nur: Ruht! Hast kaum die Hand erhoben, So legt sich ihre Wut. Wie leicht, wenn böser Lust Empörung in mir wütet, Ruht, wenn dein Wink gebietet, Der Auf⸗ ruhr meiner Brust! 7. Ach, lenke du mein Leben. Dir sei es ganz geweiht. Mein ein⸗ ziges Bestreben Sei, was dein Rat gebeut. Dann bin ich weis' und klug, Dann thu' ich recht auf Erden, Dann werd' ich selig werden, Dann hab' ich, Gott, genug. Cramer. Mel. O Gott, du frommer Gott. 380 A5 Gott, verlaß mich nicht! Reich' du mir selbst die Hände, Daß ich die Pil⸗ grimschaft Des Lebens wohl voll⸗ ende. Irr' ich im finstern Thal, So sei du selbst mein Licht, Mein Stab, mein Hort, mein Schutz. Ach Gott, verlaß mich nicht! 2. Ach Gott, verlaß mich nicht! Lehr' deinen Weg mich wallen Und laß mich nimmermehr In Sünd' und Thorheit fallen. Gieb mir den guten Geist, Des Glaubens Zuver⸗ sicht Und, wenn ich straucheln will, Gott, so verlaß mich nicht! 3. Ach Gott, verlaß mich nicht In Nöten und Gefahren Und laß zur rechten Zeit Mir Hilfe wider⸗ fahren! Ist meine Seel' in Angst, Schreckt mich dein Strafgericht Gott, so verlaß mich auch Mit deinem Troste nicht! 4. Ach Gott, verlaß mich nicht! Gieb Wollen und Vermögen. In allem meinem Thun Begleite mich mit Segen. Die Werke meines Stands, Die Werke meiner Pflicht Laß, Herr, vor dir gedeihn. Ach Gott, verlaß mich nicht! 5. Ach Gott, verlaß mich nichtl SCSIIISIIENNNDNDNNDNNNNNNNNENEENNEE 206 Gebet⸗ und Bittlieder. Hils. daß ich dir ergeben, Voll Lieb' und Hoffnung sei, Recht glau⸗ ben, christlich leben Und selig ster⸗ ben mag, Um dich von Angesicht Zu Angesicht zu schaun. Ach Gott, verlaß mich nicht! Angeblich S. Franck u. Sollikofer. Mel. O VNach dir, rds — ach dir, o Herr, ver⸗ 381. N langet mich, Du bist mein Gott, ich hoff' auf dich, Ich bleib' und bin der Zuversicht, Du werdest mich beschämen nicht. 2. Der wird zu Schanden, der dich flieht Und deinem Dienste sich ent⸗ zieht, Der aber, der dich herzlich liebt Und auf dich hofft, wird nicht betrübt. 3. Herr, nimm dich meiner Seelen an Und führe mich die rechte Bahn. Laß auf dem Weg, der führt zu dir, Stets deine Wahrheit leuchten mir. 4. Denn du bist ja mein ein'ges Licht, Sonst weiß ich keinen Hel⸗ fer nicht. Ich harre dein bei Tag und Nacht. Du hast den Willen und die Macht. 5. Wie groß ist meiner Sünden Heer! Ach, denke ihrer, Herr, nicht mehr! Vergieb, was ich von Ju⸗ gend an Bis jetzt vor dir nicht recht gethan. 6. Gedenk' an deine Vaterhuld, An die verschonende Geduld, Die von dem Anfang dieser Zeit Stets die gefallne Welt erfreut. 7. Der Herr ist heilig, fromm und gut Dem, der ihn ehrt und Buße thut. Wer seinen Bund und Zeugnis hält, Der wird erhalten, wenn er fällt. 8. Ein Herz, das Gott mit In⸗ brunst liebt, Ihm ganz vertraut, sich ihm ergiebt, Braucht nicht Gefahr und Not zu scheun, Denn es ist Gottes, Gott ist sein. 9. Nun, Herr, mein Herz ist dir bekannt, Es schwebt mein Geist in deiner Hand, Du siehst, wie meine Seele weint, Bis deine Hilfe mir erscheint. 10. Zu dir ruf' ich, drum wende nicht Von mir dein gnädig An⸗; III ͤj ͤ0C(R gesicht. Ich laß dich nicht, bis du gehört Und deine Antwort mir gewährt. 11. Die Welt ist falsch, du bist mein Freund, Der's treulich unt von Herzen meint. Der Menscher Gunst spricht nur der Mund, Di. aber liebst von Herzensgrund. 12. Zerreiß' die Netze, die die Welt Und Fleisch und Blut mir immer stellt, Und ist des Unglücks Nacht vorbei, So gieb, daß ich auch dankbar sei. 13. Laß mich in deiner Furcht bestehn Und schlecht und recht stets einhergehn. Gieb mir die Einfalt, die dich ehrt Und lieber duldet, als beschwert. 14. Regier' und führe mich zu dir, Auch andre Christen neben mir. Nimm, was dir mißfällt, von uns hin, Gieb neue Herzen, neuen Sinn. 15. Erlös' uns, Herr, aus aller Not, Stärk' uns im Glauben bis zum Tod Und zeig' uns nach durchlebter Zeit Die Größe deiner Herrlichkeit. Gerhardt u. Weiße. Mel. Herr Jesu Christ, ich weiß. 382 err, wie du willst, so schicks mit mir Im Leben und im Sterben. Mein Herz verlangt allein nach dir, Entreiß mich dem Verderben. Erhalte mich in deiner Huld, Sonst wie du willst. Gieb mir Geduld. Was du willst, ist das Beste. 2. Iudei Ehr' und Treu' verleihe mir, Zu deinem Worte Liebe. Gieb, daß ich wanke nie von dir Noch deinen Geist betrübe. Laß hier und dort mich selig sein Und, was vor dir, Herr, bös ist, scheun In meinem ganzen Leben. 3. Soll ich nach deinem weisen Rat Einst von der Welt abschei⸗ den, O so verleih' mir deine Gnad, Daß es gescheh' mit Freuden. Herr, Seel' und Leib befehl ich dir. Gieb du ein selig Ende mir Durch Jesum Christum. Amen. Bienemann. ich zu neben fällt, erzen, aller en bis nach Gebet⸗ und Bittlieder. 207 Mel. O Vater, allmächtiger Gott. 383 Annder Vater, Gott der Huld, Zu deiner Langmut und Geduld Flehn wir. Vergieb uns unsre Schuld. Erbarm' dich über uns. 2. Uns, die wir glänbig beten, Wirst du bei Gott vertreten, Jesus Christus. Erbarm' dich über uns. 3. Uns, die wir standhaft rin⸗ gen, Hilf du den Lauf vollbringen. Für uns bist du gestorben. Er⸗ arm' dich über uns. 4. Laß, heilger Geist, uns stre⸗ ben Von Sünden rein zu leben. Du kannst die Kraft uns geben. Erbarm' dich über uns. Angeblich Eschenburg nach Spangenberg. Um Gesundheit. Mel. In dich hab' ich gehoffet, Herr. 384 Vu. Gott der Barm⸗ herzigkeit, Kann un⸗ ter Gütern dieser Zeit Kein grö⸗ ßers mir zufließen, Als wenn du mich Gesundheit, Gott, Und Kräfte läßt genießen. 2. Dank sei, o bester Vater, dir! Du hast aus großer Liebe mir Dies Gut bisher geschenket. Dein ist's, daß ich Noch leb' und bin. Du bist's, der mein gedenket! 3. Ach, friste ferner väterlich Mir dies Geschenk, denn nur durch dich Kann ich es mir versprechen. Verschone mich, Ist's nützlich mir, Mit Krankheit und Gebrechen. 4. Auch laß mich meiner Sinne nicht, Wenn dir's gefällt, o Gott, mein Licht, Jemals beraubet wer⸗ den. Erhalte sie Mir fernerhin, 855 2 ich leb' auf Erden. 5. Mich leite deine Vaterhand. Nie laß mich der Gesundheit Pfand Durch eigne Schuld verscherzen. Auf Sünden folgt Schwachheit und Not Und Seel⸗ und Leibesschmerzen. 6. Ein gleicher Mut in Freud und Leid, Zufriedner Sinn und Mä⸗ ßigkeit Und Ordnung in Geschäften, Dies sei mein Ruhm. Laß meinen Leib Das Laster nie entkräften. 7. Und dann laß mich des Lebens Kraft, Die deine Güte mir ver⸗ schafft, Zum guten Zweck verwen⸗ den, Zu deiner Ehr', In Lieb' und Pflicht Mich meinen Lauf vollenden. 8. Doch schickst du mir auch Krank⸗ heit zu, So gieb Geduld. Sei meine Ruh'! Du kannst mein Leid ver⸗ süßen. Mein Labsal sei Dann deine Gnad', Ein unbefleckt Gewissen. 9. Und kommt dann endlich auch mein Tod, O da sei du mein Trost, mein Gott! Verzeih' mir alle Sün⸗ den. Laß meinen Tod, Herr, selig sein, Mich ewge Ruhe finden. 10. Ja, gieb mir, was mir nütz' und gut An Seel' und Leib, an Ehr' und Gut. Von aller Schwachheit Leiden Erlöse mich Und schenke dann Mir deines Himmels Freuden. Rüster.(C. E. v. Schwarzburg⸗ Rudolstadt.) Um Ernährung und irdischen Segen. Mel. Allein auf Gott setz' deln Vertraun. 385 ott, dessen Hand die Welt ernährt Und jedermann sein Teil gewährt, Laß deinen Segen auf mir ruhn Und mich mein Werk mit Freuden thun. 2. Du sorgst für mich, doch so, daf ich Auch sorgen soll, zu thun was mich Dein offenbarter Wille heißt. Verleih' mir dazu deinen Geist. 3. Hilf, daß ich in der bösen Welt So lebe, wie es dir gefällt. Laß meine erste Sorge sein, Mich von der Sünde zu befrein. 4. Steht's erst mit meiner Seele wohl, Dann lehre mich auch, wie ich soll, Dem Leibe thun, wie ihm ge⸗ bührt, Daß er nicht Stärk' und Mut verliert. 5. Und weil du Frömmigkeit so liebst, Daß du den Frommen Segen giebst, So gieb, daß ich in heilger Scheu Recht fromm und recht ge⸗ segnet sei. 6. Dich ruf' ich an, verlaß mich nicht. Du weißt ja wohl, was mir gebricht, Doch trotzig fordr“ ich nichts von dir. Was du willst geben, gieb du mir. 208 7. Mit Beten geh' ich an mein Werk, Gieb du dem Leibe Kraft und Stärk'. Ich fang' mit dir die Arbeit an, Durch den ich sie voll⸗ enden kann, 8. Erleichtre mir der Arbeit Last. Laß mich, wie du befohlen hast, Das thun, was mein Beruf mich heißt. Ich weiß, daß du mein Helfer seist. 9. Ich trau' auf dich mit Zuver⸗ sicht. Du werdest, treuer Vater, nicht Auf meine Arbeit und Be⸗ mühn Den Nahrungssegen mir entziehn. 10. Du machst die dürren Berge naß, Du kleidest Lilien, Laub und Gras, Die Vögel speisest du allein. Für deine Sorg' ist nichts zu klein. 11. Ach, wüßt' ich nur nach dei⸗ nem Sinn, Solang' ich noch auf Erden bin, Mit deinen Gaben um⸗ zugehn, Wie wohl würd' es dann um mich stehn! 12. Nun, treuer Gott, erhöre mich. Mein Auge siehet nur auf dich. Hilf, daß ich sorge, wie ich soll, Ja, sorge du, so geht's mir wohl. immer. Um Segen in Berufs⸗ und Nahrungsgeschäften. Mel. Wär' Gott nicht mit uns. 386 In Gottes Namen fang' ich an, Was mir zu thun gebühret. Mit Gott wird alles wohlgethan Und glücklich ausgeführet. Was man in Gottes Namen thut, Mit glaubensvollem Sinn und Mut, Das muß uns wohl gedeihen. 2. Gott ist's, der das Vermögen schafft, Was Gutes zu vollbringen. Er giebt uns Segen, Mut und Kraft Und läßt das Werk gelin⸗ gen. Ist er mit uns, giebt er Ge⸗ deihn, So muß der Fleiß gesegnet sein Zum reichen Überflusse. 3. Allmächtiger, komm, stärke mich. Dein sei ganz mein Geschäfte. Dich fleh' ich an, dich suche ich. Gieb Munterkeit und Kräfte, Ge⸗ sundheit und am Geist Verstand, Gebet⸗ und Bittlieder. Daß ich bei dem, was meine Hand Vornimmt, dein Segnen spüre. 4. Regiere mich durch deinen Geist, Den Müßiggang zu meiden, Daß das, was du mich schaffen heißt, Gescheh' mit lauter Freuden. Hilf, daß ich dir mit aller Treu' Auf dein Gebot gehorsam sei Und meinem Nächsten diene. 5. Sei heut' und allezeit bei mir. Die Werke meiner Hände Be⸗ fehl' ich, treuer Vater, dir. Hilf, daß ich sie vollende Zu deines Na⸗ mens Herrlichkeit, Und gieb, daß ich zu seiner Zeit Des Fleißes Lohn empfange. Lischkow u. Paulmann. Allgemeine Fürbitte. Mel. Was mein Gott will, gescheh'. 387 ott, dessen Nam' ist wie dein Ruhm, Vor dich woll'n wir jetzt treten Und, als für unser Eigentum, Für an⸗ drer Wohlfahrt beten. Für sich allein Beglückt zu sein, Bringt Christen schlechte Freuden. Drückt mich kein Joch, So kränkt mich doch Des Nebenchristen Leiden. 2. Drum, Herr, von dem der Sonne Licht Auf Bös' und Gute scheinet, Und dessen Herz vor Weh⸗ mut bricht, Sobald der Mensch beweinet, Womit er sich So fre⸗ ventlich An deiner Macht vergan⸗ gen, Laß aller Schmerz Und sehnend Herz Vor deinen Thron gelangen. 3. Du schufst ja, was von Adam stammt, Zum wahren Glück und Leben. Willst allen auch, von Lieb' entflammt, Die Seligkeit gern ge⸗ ben. Erleuchte doch, Die jetzo noch Bei dicken Finsternissen Sich selbst allhier Den Weg zu dir Durch Menschenwahn verschließen. 4. Erweiche der Verstockten Herz, Bekehre die Verführten. Ach, da sie doch der Sünden Schmerz Und deine Gnade spürten, Und keiner nicht In dein Gericht Und stren ⸗ ges Urteil fiele! Ach, treibe sie Doch spät und früh Zum vorge⸗ steckten Ziele! 5. Erhalte, die im Glauben stehn Und dich als Kinder ehren, Daß sie stets weiter vor sich gehn Und deinen Preis vermehren. Hilf ihnen auf In ihrem Lauf, Wenn ihre Füße gleiten, Und lehre sie Des Lebens Müh' In deiner Kraft bestreiten. 6. Hilf, daß die ganze Christen⸗ heit Dich recht und heilig ehre, Daß weder Hochmut, Haß, noch Neid Dein heilig Wort verkehre. Laß seine Macht Des Irrtums Nacht, Der Laster Reich bestreiten Und seinen Schall Sich überall Zu deinem Ruhm verbreiten. 7. Gieb, daß sich Ehre, Recht und Treu' Im ganzen Lande küsse, Daß jeder fromm und heilig sei, Und richte jedes Füße Vom Laster ⸗ weg Zum Himmelssteg, Daß dei⸗ nes Namens Ehre, Herr, durch dein Wort Sich fort und fort Bei allen Menschen mehre. 8. Gieb Armen, daß sie immer⸗ zu Sich ihrer Arbeit nähren. Den Kranken wollst du sanfte Ruh', Betrübten Trost gewähren. Wer dich verehrt, Sich redlich nährt, Dem schenke Glück und Segen Und bei Gefahr Laß sich die Schar Der Engel um ihn legen. 9. Wir alle schreien, wir sind ja Ein Werk von deinen Händen. Laß nie, ist Angst und Trübsal da, Dein Herz sich von uns wenden. Du bist ja der, Dem nichts zu schwer. Drum sprich durch Jesu Namen seh deren Flehn, Die vor dir tehn, Gott, dein allmächtig Amen. Günther. Fürbitte für die Fürsten. Mel. Wo Gott, der Herr, nicht bei. 388 Der Thron der Welt⸗ — beherrscher ist Ein Schemel deinen Füßen. Sie sind nur Fleisch, du aber bist Gott, dem sie dienen müssen. Das Reich ist dein, und dein die Welt. Du, der sie schuf und sie erhält, Du bist allein ihr Herrscher. 2. Du aber sagtest: Könige Will ich den Völkern geben, Hoch über Gebet⸗ und Bittlieder. 209 andre Sterbliche Will ich die Für⸗ sten heben. Verehret, Völker, ihr Gebot. Das Leben gab ich und den Tod, Mein Recht in ihre Hände. 3. Zu ihnen sprachst du: Fürch⸗ tet mich, Den Herrn, der Erde Götter. Regiert mit weiserHuld, wie ich Und seid der Unschuld Retter. Schafft Recht dem Armen, lasset nicht Die Witwe seufzen im Ge⸗ richt. Laßt nicht den Frevel siegen. 4. Ihr seid wohl Götter, aber bald Sollt ihr wie Menschen ster⸗ ben. Weh' dann euch, habt ihr die Gewalt Gemißbraucht, zu verder⸗ ben! Ich selbst will euer Richter sein. Ein jedes Volk der Erd' ist mein. Von euch will ich sie fordern! 5. Unendlicher, regiere sie, Daß sie getreu dir dienen. Verlaß mit deiner Huld sie nie, Noch ihr Ge⸗ schlecht nach ihnen. Die Furcht vor dir, Barmherzigkeit Und Weisheit und Gerechtigkeit Sei ihres Haup⸗ tes Krone. 6. O Weltbeherrscher, laß sie nie Die rechte Bahn verlieren. Vor Schmeichlern auch bewahre sie, Daß sie sie nicht verführen. Lehr' sie ihr eigen Herz durchschaun Und nur mit Furcht sich selber trann Und dich um Weisheit bitten. 7. Gieb Friede, halte sie zurück Von ungerechten Kriegen. Ihr Ruhm sei der, mit ernstem Blick Die Laster zu besiegen. Wenn aber Völker sie zum Streit Durch Un⸗ recht reizen, dann gebeut Dem Schwert, daß es sie räche. 8. Ach, laß dein Wort auch auf dem Thron, Jehova, Glauben fin⸗ den. Laß Fürsten auch auf deinen Sohn Fest ihre Hoffnung gründen. Gott, sie sind Sünder, so wie wir. Laß sie doch nicht ihr Teil bloß hier In diesem Leben haben. 9. Soweit dein Reich auf Erden eht, Flehn darum deine Christen. rhöre gnädig dies Gebet, Du Vater deiner Christen. Soweit dein Reich, die Erde, geht, Wird jeder deine Majestät In seinem Fürsten ehren. Münter. 210 Gebet⸗ und Bittlieder. Für die Obrigkeit. Mel. Von Gott will ich nicht. 389 CWehova, mächtger AKönig, Dir, unserm Gott und Herrn, Ist alles unter⸗ thänig. Du herrschest nah und fern, Du Gott, Herr Zebaoth, Erhaben, groß und prächtig, Zu schützen start und mächtig, Ein Helfer in der Not. 2. Damit wir ruhig leben, Hast du der Obrigkeit Gewalt und Macht gegeben. Ihr Schwert, das Frevlern dräut, Empfing sie nur von dir. Wer ihr zuwider lebet, Der sündigt, widerstrebet Nicht Menschen, sondern dir. 3. Ach, großer Herrscher, lehre Auch mich durch deinen Geist, Daß ich die Obern ehre, Wie es dein Wort uns heißt. Sie tragen ja dein Bild. Und wenn wir ihren Willen In Frömmigkeit erfüllen, Wird dein Befehl erfüllt. 4. Laß deinen Geist sie führen, Und Weisheit sei ihr Thun, So wird durch ihr Regieren Dein Segen auf uns ruhn. Du herrschest selbst im Land. Das Herz der Obrigkeiten Kannst du wie Bäche leiten, Es steht in deiner Hand. 5. Dein Wort, o Vater, leite Sie stets zu ihrer Pflicht. Gerech · tigkeit begleite Ihr Urteil im Ge⸗ richt. Laß sie durch ihr Bemühn Der Frommen Glück vermehren, Den Lastern laß sie wehren Und selbst die Sünden fliehn. 6. Gieb, daß durch ihr Regieren Wir mit Zufriedenheit Ein stilles Leben führen In wahrer Frömmig⸗ keit. O Gott, du segnest gern. Auf allen ihren Wegen Gieb ihnen Heil und Segen, Durch Christum, unsern Herrn. Hiller u. Unbekannter. Für angehende Eheleute. Vor der Trauung. Mel. Wie schön leucht't uns der. 390 on dir, o Gott der Einigkeit, Ward einst der Ehe Bund geweiht. O PII¶ ¶ ¶ weih' auch sie zum Segen, Die hier vor deinem Angesicht Bereit stehn, dir den Schwur der Pflicht Und Eintracht abzulegen. Laß sie, Vater, Dir ergeben, Einig leben, Treu sich lieben, Treu die Pflicht der Christen üben. 2. Du hast sie sich geneigt ge⸗ macht, Der Liebe Flammen an⸗ gefacht, Die ihre Brust entzünden. O laß die Regung lauter sein, Laß Untreu' nie den Bund entweihn, Zu dem sie sich verbinden. Immer Laß sie, Dir ergeben, Einig leben, Einig handeln, Fromm und heilig vor dir wandeln. 3. O segne sie, der gern beglückt UndFrommen Lohn von obenschickt, Auf allen ihren Wegen! Laß ihr Geschlecht sich deiner freun, Gieb ihrem Stand und Fleiß Gedeihn, Und ihr Beruf sei Segen. Laß sie, Vater, Dir ergeben, Glücklich leben, Dimimuen sterben, Denn sie sind des immels Erben. Eschenburg. Nach der Trauung. Mel. Lobt Gott, ihr Christen. 391 Ali euch wird Gottes — Segen ruhn, Er hat ihn euch gewährt. Geht hin und macht durch frommes Thun Euch dieses Segens wert. 2. Der Herr erfüllt, was er versprach. Sein Heil sollt ihr empfahn. Kommt ihr nur dem Gelübde nach, Das ihr dem Herrn gethan. 3. Ihm heiligt nun Beruf und Stand, Ihm heiligt euer Herz Und folgt der Leitung seiner Hand Durch Freuden und durch Schmerz!: 4. Bis ihr den Lauf der Pilgerzeit Im sanftenTode schließt Und kommt zu Gottes Herrlichkeit Und schaut ihn, wie er ist.:: Eschenburg. Für die Erziehung der Jugend. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 392 KII gut und fromm erziehen, Dies ist für die Menschlichkeit Stets das wich⸗ tigste Bemühen. Glücklich sie hier Gebet⸗ und Bittlieder. 211 in der Zeit, Nützlich sie der Welt u machen, Sie des Himmels sähig machen, Diese Pflicht ist teu'r und groß. Nichts spricht von ihr Eltern los. 2. Wächst der Mensch in seiner Jugend Ungebildet, roh heran, Ohn' Erkenntnis, ohne Tugend, Kann er dann des Lebens Bahn Würdig mit Vernunft betreten? Würdig seinen Gott anbeten? Seinem Nächsten brauchbar sein? Einst den Himmel erben? Nein! 3. O ihr, denen Gott hier Kin⸗ der, Himmelspfänder, anvertraut, Ach, bedenket, sie sind Sünder. Denkt, wie ihr ihr Glück hier baut. Lehrt sie früh den Schöpfer lieben, Jede Tugend auszuüben. Dies ist wahre Zärtlichkeit, Lieb' auf Zeit und Ewigkeit. 4. Euch hat Gott dazu ersehen, Dieses große Werk zu thun. Thut ihr's, so wird Wohlergehen Auf euch und auf ihnen ruhn. Gott, der strafet und belohnet, Keines Pflichtvergessnen schonet, Fordert einst von eurer Hand Eure Kinder als sein Pfand. 5. Menschenschöpfer, Tugend⸗ mehrer, Laß die ganze Menschlich⸗ keit, Väter, Mütter, Pfleger, Lehrer, Fürsten und die Obrigkeit, Mit vereinter Sorgfalt wachen, Jede Jugend fromm zu machen, Sie durch gutes Beispiel ziehn Und selbst Sünd' und Laster fliehn. 6. Pflanz' in aller Kinder Herzen Gottesfurcht und frommen Sinn. Laß sie nie ihr Heil verscherzen, Laß sie Trägheit, Eigensinn, Argernis und Leichtsinn fliehen. Unschuld nur sei ihr Bemühen. Führ' sie selbst die Tugendbahn, Daß ihr Fuß nicht gleiten kann. 7. Laß sie ihre Eltern lieben, Dankbar sein für ihre Treu', Nie sie kränken und betrüben. Ehr⸗ furcht und Gehorsam sei Ihnen Lust und wahre Freude. Schütze sie vor schwerem Leide. Laß sie hier gesegnet sein, Führ' sie einst zum Himmel ein. 8. Welche Freud und Seligkeiten Werden, Vater, wir dort sehn, Wenn in deinen Herrlichkeiten Eltern, die dann vor dir stehn, Sagen: Vater, von den Meinen, Die du gabst, verlor ich keinen! Und dann Kin⸗ der flehn für sie: Gott, vergilt der Eltern Müh'! Rüster. Fürbitte für alle Kranke. Mel. Herr Jesu Christ, du höchstes. 39 3 Foi alle Kranken bitt' ich dich Mit brüderlichem Herzen: Mein Gott, erleichtre vä⸗ terlich Die Last von ihren Schmer⸗ zen, Sprich Tröstung allen Schwa⸗ chen ein Und laß auf dich, auf dich allein Mit festem Mut sie trauen. 2. Des Gnadenlebens kurze Zeit, Den Greuel ihrer Sünden Und deine Treu' und Freundlichkeit Laß, Vater, sie empfinden. Stärk' und erwecke ihren Geist, Gieb je⸗ dem reichlich, was du weißt, Das er bedarf zum Heile. 3. Den Geist der Ruh' und der Geduld, Sich ganz dir zu erveben, O möchte, Vater, deine Huld Den Schwachen diesen geben! O möchte doch dein Will' allein Ihr Wille, ihre Freude sein, O Vater aller Gnaden! 4. Gieb ihnen allen Kraft und Mut, Die Schmerzen zu besiegen. Sei du, o allerhöchstes Gut, Ihr innigstes Vergnügen. Die leichte Qual der schnellen Zeit Laß durch den Trost der Ewigkeit Zum Quell der Freude werden. 5. Ach, jeden, wär' er noch so schwach, Laß deine Kraft empfin⸗ den, Und weise Tröster, Vater, ach, Laß jeden Kranken finden. Die Last der Krankheit und ihr Schmerz Erwecke manches Bruders Herz Zum zärtlichsten Erbarmen. Den Kranken, der nun ster⸗ ben soll, Den lehre, Vater, sterben. Ach, jeder Tugend werd' er voll, Geschickt, dein Heil zu erben. Ach Jesus, mach' zum Himmelreich fähig, deinem Bilde gleich, chon heilig hier auf Erden. 7. Den Kranken, der durch dich . genest, Den lehre heilig leben. Der müsse dich, der ihn erlöst, Durch wahre Buß' erheben. Nicht mehr im Traum der Sicherheit, Nein, als ein Erb' der Herrlichkeit Müss' er unsträflich wandeln. Lavater. Um langmütige Verschonung der Sünder. Mel. Es woll' uns Gott genädig. 394 He wo ist solch ein Gott wie du? Wer duldet so die Sünder? Wie lange schaust du ihnen zu Und schonest sie wie Kinder! Herr, Herr, barm⸗ herzig, gut, getreu. Mild, willig zu vergeben, Noch werde deine Güte neu, Noch laß die Sünder leben, Noch wollest du vergeben. 2. Denn gingst du, Richter, ins Gericht, Wer könnte, Gott, be⸗ stehen? Noch töne die Posaune nicht, Damit sie nicht vergehen, Daß eingewickelt, wie ein Buch, Noch nicht der Himmel werde, Daß durch des letzten Tages Fluch Der Frevler von der Erde Nicht weggetilget werde. Gebet⸗ und Bittlieder. 3. Es können viel Gerechte noch Aus ihrem Blute stammen. Un⸗ mündige, Herr, wirst du doch Mit ihnen nicht verdammen. Ein Ni⸗ nive bebt in den Staub, Weil du noch schonen wolltest. Wir wären längst der Hölle Raub, Wenn du gleich strafen solltest, Wenn du nicht dulden wolltest. 4. Wann kommt der Rächer, fragt der Spott, Der Tugenden Belohner? Doch tausend Jahre sind dir, Gott, Ein Tag nur,‚ o Verschoner. Ach, kommt einmal, kommt das Gericht, Wer kann sich dann bekehren? Verschonst du hier der Spötter nicht, Wie wol⸗ len, dich zu ehren, Sie dann noch sich bekehren? 5. Herr, gut, barmherzig, fromm und treu, Stets willig zu ver⸗ geben, Um Jesu Christi willen sei Noch gnädig, laß sie leben. So samml' in deine Scheuern ein Noch viel erlöste Sünder, Dann werden sich die Himmel freun Und deine neuen Kinder, Die noch er⸗ lösten Sünder. Unbekannter. Vom Lobe Gottes. Pflicht des Lobes Gottes. Mel. Nun jauchzt dem Herren alle. Oder: Vom Himmel hoch da komm'. 395 Auf; Christen, preist * mit mir den Herrn! Wer preist, was herrlich ist, nicht ern? Und welch ein Glanz, der ott verklärt! Wer ist, wie er, des Lobes wert? 2. Lobt ihn! Sein ganzer Nam' ist Ruhm, Unendlichkeit sein Ei⸗ gentum. Dies grenzenlose Meer von Licht Durchschauet selbst der Engel nicht.. 3. Ja, eure Lust sei, ihn er⸗ höhn. Solch Lob ist heilsam, lieb⸗ lich, schön, Schärft den Verstand, erhebt das Herz Und stillt im Leiden allen Schmerz. 4. Wie wird der Geist dadurch entzückt, Hinauf gen Himmel hin⸗ erückt, Mit seinem hoch erhabnen Freund, Mit Gott, stets inniger vereint! 5. Welch ein so herrlicher Beruf, We dem Gott selbst die Engel schuf! elch eine teure süße Pflicht, Die uns so reichen Lohn verspricht! 6. Ja, Pflicht ist's, daß ihr sein gedenkt, Ihr, denen er Verstand geschenkt. Die Ehre des Verstandes ist, Daß ihr den Ewgen kennt und wißt. 7. Pflicht ist es, daß ihr ihn besingt, Die ihr von ihm ein Herz empfingt, Das sich zu Gott mit Inbrunst nahn Und seine Größe fühlen kann. 8. Auch euer Mund, so oft er Vom Lobe Gottes. 213 spricht, Erinnert euch an diese Pflicht. Die Sprache dankt ihr ihm allein Und wolltet nicht voll Rühmens sein? 9. Wer ist gutthätiger als er? Denn welche Gabe sollt' uns der Nicht schenken, der so sehr uns liebt, Daß er auch seinen Sohn uns giebt? 10. Was gebet ihr nun ihm dafür? Ist nicht ein Herz voll Dankbegier, Das ganz in seiner Liebe brennt, Das einzge, was ihr geben könnt? 11. Auf, Christen, preist mit mir den Herrn! Wer preist nicht milde Geber gern? Gedenkt, wie viel er uns gewährt! Wer ist, wie er, des Dankes wert? Schlegel. Ermunterung zum Lobe Gottes. Mel. Vom Himmel kam der Engel. 396 Auf jauchzet Gott! Auf, — alle Welt, Daß ihr zu einem Dienst euch stellt! Das will a, Christen, eure Pflicht. Kommt vor sein Antlitz, säumet nicht! 2. Erkennt, nur Gott sei unser Herr. Denn er erschuf uns sich zur Ehr' Und nicht wir selber. Jeder hat Sein Leben nur durch Gottes Gnad'. 3. Er hat uns väterlich be⸗ dacht, Zu seinem Eigentum ge⸗ macht, Zu Schafen, die er nährt und pflegt, Schützt und in seinen Armen trägt. 4. Die ihr begehrt des Herrn . sein, Kommt, geht zu seinem empel ein. Von seines großen Namens Ruhm Erschall' sein ganzes Heiligtum. 5. Der Herr sei euer Lobgesang, Mit reinem Herzen opfert Dank. Lobsingt und danket allesamt. Gott preisen ist ja unser Amt. 6. Er ist voll Güt' und Freund⸗ lichkeit, Voll Lieb' und Treu' zu jeder Zeit, Denn seine Gnad' er⸗ quickt uns hier Und währet dort auch für und für. Angeblich Denicke u. Zollikofer. Mel. Alle Welt, was lebt und webet. 397 Alle Welt, was ist und — lebet Auf dem wei⸗ ten Erdenkreis, Was nur seine Stimm'erhebet, Bringe Gott Dank, Ruhm und Preis! Dienet ihm, wer dienen kann, Freudig stimmt eu'r Loblied an! 2. Gott, Gott ist's, der durch sein Werde Und durch seiner All⸗ macht Ruf Unsern Leib aus Staub und Erde, Unsern Geist vernünftig schuf. Wir sind seiner Schöpfung Ruhm, Sein erlöstes Eigentum. 3. Kommt, mit Ehrfurcht zu erscheinen Vor dem Angesicht des Herrn. Kommt frohlockend mit den Seinen, Lobt ihn herrlich, dient ihm gern. Denn der Herr ist jederzeit Reich an Gnad' und Gütigkeit. 4. Gott des Himmels und der Erde, Höchster, unerschaffner Geist, Schöpfer, Mittler, Tröster, werde Jetzt und immerdar gepreist. Mache Herz und Lippen rein, Dir ein würdig Lied zu weihn. J. Franck und Paulmann. Mel. Es ist das Heil uns kommen. 398 timmt unserm Gott ein Loblied an Mit freudigem Gemüte. Es rühm' und preise, wer da kann, Den Geber aller Güte. Er macht uns frei von aller Not, Drum lobet ihn, drum lo⸗ bet Gott Und preiset seinen Namen! 2. Lobt Gott und rühmet alle⸗ zeit Die großen Wunderwerke, Die Majestät und Herrlichkeit, Die Weisheit, Kraft und Stärke, Die er beweist in aller Welt, Indem er alle Ding' erhält. Drum danket seinem Namen! 3. Lobt Gott, der uns erschaffen hat, Die Seele, Leib und Leben Aus väterlicher Huld und Gnad' Uns allen hat gegeben, Der uns durch seine Allmacht schützt, Der täglich schenket, was uns nützt. Drum danket seinem Namen! 4. Lobt Gott, er giebt uns sei⸗ nen Sohn, Der selbst für uns ge⸗ 214 Vom Lobe Gottes. storben, Der uns die ewge Lebens⸗ kron' Durch seinen Tod erworben, Der Frieden hat mit Gott gemacht Und seinen ganzen Rat vollbracht. Drum danket seinem Namen! 5. Lobt Gott, der in uns durch den Geist Den Glauben angezündet Und seinen Beistand uns verheißt, Wenn er uns treu erfindet, Der uns stets durch sein Wort regiert Und auf den Weg des Lebens führt. Drum danket seinem Namen! 6. Lobt Gott, er hat dies gute Werk Selbst in uns angefangen, Vollbringt es auch, giebt Kraft und Stärk', Das Kleinod zu erlangen, Das er am Ziel uns vorgestellt Und das den Himmel in sich hält. Drum danket seinem Namen! 7. Lobt Gott, ihr starken Sera⸗ phim, Ihr Engel und ihr Thronen! Es loben Gott mit heller Stimm', Die hier auf Erden wohnen! Lobt Gott und preist ihn früh und spat! Ja alles, was nur Odem hat, Das danke seinem Namen! C. Günther. Mel. Von Gott will ich nicht. 399 Nobt Gott, den Gott der Stärke, Der, was er will, erschafft, Ihr alle seine Werke, Aus aller eurer Kraft. Ihr seid sein Eigentum, So weit der Himmel reichet. Was Luft und Meer durchstreichet, Verbreite sei⸗ nen Ruhm. 2. Erhabne Himmelsgeister, Er⸗ wecket euren Fleiß. Gebt eurem errn und Meister Dank, Ehre, Lob und Preis. Stimmt dreimal: Heilig! an. Lobt ihn, ihr Sera⸗ hinen, Lobt ihn, ihr Cherubinen, obt ihn, was loben kann. 3. Was Odem hat und lebet, Was sich bewegt und regt, Was in den Lüften schwebet Und was der Himmel trägt, Sei überall bemüht, Den höchsten Gott zu loben, Der aus den Wolken oben Auf sein Geschöpfe sieht. 4. Der Herr ist groß und mäch⸗ tig, Voll Herrlichkeit und Ruhm. Es stehet alles prächtig In sei⸗ nem Heiligtum. Er ist gerecht und gut. Von seinen Vatersorgen Zeugt jeder neue Morgen Und alles, was er thut. 5. Drum lobt, erlöste Seelen, Lobt stets den Herrn der Welt. Helft dessen Ruhm erzählen, Der euch schuf und erhält, Der euch in Christo liebt, Euch durch sein Blut erkaufte, Auf seinen Tod euch taufte, Euch einst den Himmel giebt. 6. Lobt Gott, der euch regieret, Der, als der treuste Freund, Selbst dann euch weislich führet, Wenn ihr das Kreuz beweint, Das er euch auferlegt. Laßt uns in solchen Proben Ihn dennoch kindlich loben, Weil er aus Liebe schlägt. 7. Er ist getreu den Seinen, Entreißt sie aller Not. Wenn seine Kinder weinen, So bleibt er doch ihr Gott. Wenn der Verfolger Macht, Wenn ihre Wut sie schrecken, So wird sie Gott bedecken, Er, der stets für sie wacht. 8. Lob, Ehre, Preis und Stärke, Sei dir, o Gott, bereit! Denn deine Weg' und Werke Sind voll von Herrlichkeit. Dein Zion lobet dich. Merk' auf sein schwaches Lallen Und laß dir's wohlgefallen! Erhör' uns gnädiglich! 9. Möcht' es uns bald gelingen, Von aller Schwachheit frei, Ein Opfer dir zu bringen, Das deiner würdig sei. Ach, laß vor deinem Thron Uns ewig mit dir leben Und ewig dich erheben, Dich, Va⸗ ter, und den Sohn. M. Günther. Mel. Ein Kindelein, so löbelich. 400 Der Herr ist Gott! Singt ihm ein Lied In seinem Heiligtume. Der, der vom Himmel auf euch sieht, Er⸗ schuf euch ihm zum Ruhme. Gott zu verehren, seid ihr da. Er, der euch, eh' ihr wurdet, sah, Kennt Herzen und Gedanken. Der Herr ist heilig, er allein Will Israels Erretter sein, Und Jakob soll ihm danken. 2. Der Cherub betet an und ö Vom Lobe Gottes. 21⁵ und ö brennt, Ihm jauchzen Morgen⸗ Der Herr ist Gott! Es komm sein rgen sterne. Der Mensch, der ihn nur Reich! Gott hört der Frommen Seh⸗ Und schwach erkennt, Ehrt ihn aus nen. Er segnet sie. Wenn Unfall dunkler Ferne. Ihm jauchzen tief droht, Erlöst er sie von Sorg' und elen, m Staub und Gruft, Weit in Not Und zählet ihre Thränen. Welt. der See, hoch in der Luft Der 4. Jauchzt, Völker, jauchzt: Ge⸗ Der Schöpfung ganze Heere. Der Sonne lobt sei Gott! Preist ihn durch frohe ich in feuerreiche Pracht, Das blasse Licht Lieder. Sagt, Berge, nach: Gelobt Blut der stillen Nacht Verkündigt Gottes sei Gott! Ihr Thäler, hallt es wieder. nufte, Ehre. Gelobt sei Gott! Mit mächtgem 3. Der Herr vergiebt uns unsre Klang Dring' unser hoherLobgesang ieret, Schuld, So oft wir vor ihn treten, Bis in die stillsten Wüsten. Der Frev⸗ elbst Trägt unsre Schwachheit mit Ge⸗ ler zittre. Neuer Mut Und frommer venn duld Und lehrt uns selber beten. Andacht heilge Glut Erfüll' das ich en Er strafet und verschont zugleich. Herz des Christen. v. Cronegk. oben, uen Lob⸗ und Danklieder. Henn Das Te Deum. du. O der für uns geblutet hat, ibt er Erwürgt für unsre Missethat, Im olger 401 Hew Gott, dich loben Grabe lässest du uns nicht. Du ecken, wir! Herr Gott, wir kommst, du kommst und hältst Ge⸗ Er, danken dir! Jehova ist von Ewig⸗ richt. . keit, Er schuf die Welt, das Werk Einst sei im Himmel unser Teil tärke, der Zeit. Die ganze weite Schöpfung Dein großer Lohn, dein ewig Heil. ö Denn preist, Gott, Vater, dich, dich, Hilf deinem Volke, Jesu Christ, WI voll Sohn, dich, Geist. Die Cheru⸗ Und segne, was dein Erbteil ist. ö lobet bim, die Seraphim, Die Himmel Leit' uns durch unsrer Prüfung ö V aches alle singen ihm: Heilig ist unser Zeit Den Weg zur frohen Ewigkeit. Ulen! Gott! Heilig ist unser Gott! Hei⸗ Die Erd' ist auch dein Heilig⸗ ö lig ist unser Gott! Jehova Ze⸗ tum, Auch sie erfülle stets dein ö ngen, baoth! Weit über alle Himmel, Ruhm. In dieser unsrer Pilgrim⸗ MWI Ein weit Geht deine Macht und Herr⸗ schaft Ist, Herr, dein Wort uns MII deiner lichkeit. Sie, die den Erdkreis Licht und Kraft. Es ist ein reines inem wunderbar Bekehrten, deiner Boten helles Licht, Wer ihm gehorcht, ö leben Schar, Der Lehre Jesu Märtyrer, der sündigt nicht, Und wer noch ö ö „Va⸗ Die preisen ewig dich, o Herr. fällt und es bereut,. Der findet EII ither. Am Grabe noch, noch in der Zeit da Barmherzigkeit. Die Erd'erfüll', ö I. Preist dich auch deine Christenheit‚, Herr, stets dein Ruhm, Sowie des WM ich. ö Dich, Vater, auf der Himmel Himmels Heiligtum. Iu 1915 Paters 2 In, und d——9—7— Cuther und Älopstock. VI Lie aters Sohn, Und dich, o Geist, W „der des Wunderkrast In Sündern Allgemeine Lob⸗ und Danklieder. x ö Er⸗; ö neues Leben schafft. Mel. Vom Himmel kam der Engel Schar. II Gott xů Du Hoherpriester, du Prophet, 402 ch bin, ich lebe. Gott, r, der Du König, des Reich nie vergeht, du bist Ein Vater, ennt Du hast dich, um uns Gott zu wie kein Vater ist! Wo fang' ich Herr weihn, Erniedriget, ein Mensch zu zu erzählen an, Was du mir thust II raels sein. Dem Tode nahmst du seine und schon gethan? soll Macht, Zum Himmel hast du uns 2. Gab ich mir Leben, Mund und V ö ebracht. Zur Rechten Gottes sitzest Hand? Ich selbst mir Aug', ich mir Mi und u, Mit deinem Vater herrschest Verstand? Ein menschlich Herz, wer 216 Lob⸗ und Danklieder. gab es mir? Was, Vater, was kommt nicht von dir? 3. Ich danke dir, der alles schafft, Für jeden Sinn, für jede Kraft, Für Eltern, Lehrer, Brüder dir. Ich gab sie nicht, du gabst sie mir. 4. Ich danke dir mit froher 7. Ich sterbe bald, doch bleib' ich nicht Im Grabe, denn mein Jesus spricht: Wer an mich glaubt, soll auferstehn! Wie kann ich deine Huld erhöhn? 8. Ein Sünder bin ich, meine Schuld Tilgt, Vater, deine Vater⸗ huld. Ach, Jesus starb und lebt für mich! Wie preis' ich ihn? Wie preis' ich dich? 9. Dankt' ich mit jedem Odem⸗ zug, Ich dankte, Vater, nicht genug, Denn dein ist alles, alles ist Geschenk von dir durch Jesum Christ. 10. Nicht weiß ich, wie ich dan⸗ ken soll. Mein Mund ist deines Preises voll, Voll Dank mein Herz. Mein Leben sei Voll Dank für deine Vatertreu'! Lavater. Mel. Nun sich der Tag geendet. 403 Di bist's, dem Ehr' und — Ruhm gebührt, Und das, Herr, bring' ich dir. Mein Schicksal hast du stets regiert Und stets warst du mit mir. 2. Wenn Angst und Not sich mir genaht, So hörte Gott mein Flehn Und ließ durch seinen gnäd⸗ gen Rat Darin mich nicht vergehn. 3. Wenn ich in Schmerz und Krankheit sank Und rief: Herr, rette mich! So half mir Gott. Mit welchem Dank, Mein Gott erheb' ich dich! 4. Betrübte mich des Feindes Haß So klagt' ich Gott den Schmerz. Er half mir, daß ich ihn vergaß, Und gab Geduld ins Herz. 5. Wenn ich den richtgen Pfad verlor Und mich verschuldet sah, Rief ich zu dir, mein Gott, empor, Und Gnade war mir nah. 6. Oft wenn nach Trost die Seele rang, Gott sich von mir gewandt, Rief ich voll Sehnsucht: Herr, wie lang? Und mich hielt seine Hand. 7. Er half, noch hilft er stets, der Herr, Denn er ist fromm und gut. Aus der Versuchung rettet er Und giebt zur Tugend Mut. 8. Herr, für die Leiden dank' ich dir, Dadurch du mich geübt, Und für die Freuden, welche mir Dein milder Segen giebt. 9. Dir dank' ich, Herr, daß die Natur Mich nährt und mich er⸗ freut. Ich schmeck' in jeder Krea⸗ tur, Gott, deine Freundlichkeit. 10. Ich danke dir für deinen Sohn, Der für mich Sünder starb Und der zu deinem Gnadenthron Den Zugang mir erwarb. 11. Lobt Gott in seinem Heilig; tum! Erheb' ihn, Volk des Herrn! Die Erd' ist voll von seinem Ruhm. Er hilft und rettet gern. 12. Er hilft und läßt die Trau⸗ rigkeit Bald vor uns übergehn, Will uns nach kurzer Prüfungszeit Zum ewgen Glück erhöhn. 13. Vergiß nicht, Seele, deinen Gott, Was er an dir gethan. Verehr' und halte sein Gebot Und bet' ihn 98 an. ellert u. Sollikofer. Mel. Lasset uns den Herren preisen. 404 Solt ich meinem Gott nicht singen? Sollt' ich ihm nicht dankbar sein? Sollte nicht in allen Dingen Seine Liebe mich erfreun? Lieben ist es, nichts, als lieben, Herzliche Barm⸗ herzigkeit, Die so oft und viel verzeiht. Herr, ich will dich ewig lieben. Ich will als dein Ei⸗ muhn. Stets erheben deinen uhm. 2. Wie ein Adler sein Gefieder Über seine Jungen streckt, So hat (dankt's ihm, meine Lieder!) Mich auch Gottes Arm bedeckt. Gott, der über mich schon wachte, Als ich kaum zu sein begann, Sah mit Vaterhuld mich an, Eh' ich lebte, eh' ich dachte. Leib und Seele gabst du mir. Gott, o wie verdank' ich's dir! 3. Für mich Armen, mich Ver⸗ lornen, Mich, der ich gefallen bin, Gab er seinen Eingebornen, Jesum Christum, selber hin. Wer kann, was er that, ergründen? Auf der Enaer Erde, wer? Wer aus seiner ngel Heer Kann es, wie er liebt, ergründen? Seine Lieb' ist immer neu, Ewig seine Gnad' und Treu'. 4. Seinen wunderbaren Führer, Seinen Tröster, seinen Geist, Giebt der Herr mir zum Regierer, Wenn die Sünd' mich an sich reißt, Daß er meine Seel' erfülle Mit des Glaubens hellem Licht. Dann, dann fürcht' ich kein Gericht, Und mein bebend Herz wird stille. Deines Heils darf ich mich freun. Herr, dein bin ich, du bist mein. 5. Meinem bessern Teil, der Seele, Giebt er Trost und Kraft und Ruh'. Wenn ich, was er wählte, wähle, Strömet mir sein Frieden u. Was, so laͤnge wir hier wallen, ir bedürfen in der Welt, Was die Hütten stützt und hält, Die dereinst in Staub zerfallen, Auch dies giebt uns, dessen Ruf Uns für diese Welt erschuf. 6. Himmel, Erd' und ihre Heere Sind zu meinem Dienste da. Wohin ich mein Auge kehre, Ist mir Got· tes Segen nah. Tier' und Kräuter und Getreide In den Gründen, auf der Höh', In den Büschen, in der See. Sind mir Nahrung, sind mir Freude. VomGedeihn und Uberfluß Trieft des Allerhöchsten Fuß. 7. Wenn Betrübnis meine Seele, Elend meinen Leib umgiebt, Dann, dann bet' ich und verhehle Nichts Lob- und Danklieder. 217 dem Gott, der doch mich liebt. Wär' er nicht mein Gott gewesen, Hätte mich sein Angesicht Nicht erquickt, so wär' ich nicht Von so vieler Qual genesen. Vom Allsehenden Nacht. Ging ich durch die dunkle acht. 8. Wie ein Vater seinem Kinde Niemals ganz sein Herz entzeucht, Ob es gleich, verführt zur Sünde, Von der rechten Bahn abweicht, Also sieht auch mein Verbrechen Mein versöhnter Vater an, Züch⸗ tigt mich, daß ich's gethan, Will's nicht mit dem Schwerte rächen, Weil, als ich's verirrt beging, Doch mein Herz noch an ihm hing. 9. Wohlthat ist das Kreuz der Christen, Ist's gleich, wenn es da ist, Pein, Führt es uns in dürre Wüsten, Scheint's gleich noch so hart zu sein. Und was haben wir ge⸗ litten? Duldeten die Märtyrer Nicht viel mehr, als wir, viel mehr, Eh' sie ihre Kron'erstritten? Rühmt in Leiden, rühmt und preist Gott, der euch der Sünd' entreißt. 10. Ist, so lang' ich leb am Grabe, Kreuz und Trübsal oft mein Teil, Gott, dem ich geglaubet habe, Gott giebt einst mir ewges Heil. Die, so hier mit Thränen säen, Ernten dort mit Freuden ein. Nach des kurzen Lebens Pein Werd' ich mein Geschick verstehen, Jauch⸗ zen, daß mich Gottes Rat Diesen Weg geleitet hat. 11. Weil denn ohne Ziel, ohn' Ende, Deine Gnaden, Vater, sind, O so heb' ich meine Hände Zu dir auf. Erhör' dein Kind. Vater, du wollst Gnade geben, Dir mich ganz und gar zu weihn, Dein Verehrer stets zu sein Hier und in dem höhern Leben. Heilig, heilig, heilig ist Er, der sein wird, war und ist! Gerhardt und Älopstock. Mel. Nun laßt uns Gott, dem Herren. 405 Laßt unserm Gott uns singen, Ihm Dank und Ehre bringen, Daß wir so viele Gaben Aus seiner Fülle haben. —ü———— 218 Lob⸗ und Danklieder. 2. Wer kann es ihm erwidern? Ein Leib mit Sinn und Gliedern, Ein Geist, der will und denket, Ist uns von ihm geschenket. 3. Und wie er erst das Leben Allmächtig uns gegeben, Will nun, es zu bewahren, Auch seine Treu' nichts sparen. 4. Er giebt nach Vaterweise Dem Leibe täglich Speise, Erhält ihm seine Kräfte Und fördert sein Geschäfte. 5. Auch wehrt er dem Verder⸗ ben. Die Seele soll nicht sterben, Die doch in tiefen Wunden Der Sünde Gift empfunden. 6. Sein ein'ger Sohn, das Leben, Ist uns zum Arzt gegeben. Der hat, als er gestorben, Genesung uns erworben. 7. Wort, Taufe, Nachtmahl müssen Die Wunden im Gewissen Durch Kraft des Geistes heilen, Zum Guten Stärk' erteilen. 8. Der Sünd' ist nun gesteuert, Die ganze Seel' erneuert, Das Herz der Straf' entbunden, Des Todes Furcht verschwunden. 9. Das Herz schmeckt fromme reuden Hat Trost in allen Leiden, agt es, Gott frei zu bitten, Vor ihm sich auszuschütten. 10. Wenn wir schon hier auf Erden So hoch begnadigt werden, Gott, was wird nicht für Gaben Für uns dein Himmel haben? 11. Doch, weil wir hier noch wallen, Wirst du mit Wohlgefallen (Wir wissen, wem wir trauen!) 4. uns herniederschauen. schützen, In Schwachheit unter⸗ stützen, Was wir bedürfen, mer⸗ ten, Uns in Versuchung stärken. 13. Leit' uns in deiner Wahr⸗ heit, Bis wir in voller Klarheit, Gott, deine Größ' erkennen, Dich würdger preisen können. Schlegel.(Helmbold.) Mel. Nun sich der Tag geendet. 406 Mein Geist erstaunt, Allmächtiger, Wenn er die Gnaden denkt omit du In Not wirst du uns mich, mein Gott und Herr, So unverdient beschenkt. 2. Dann ist mein Herz so hoch erfreut, Ganz deiner Güte voll, Und weiß vor heißer Dankbarkeit Nicht, wie es danken soll. 3. Als ich noch in der Mutter Schoß, In Nacht verborgen, schlief, Bestimmtest du, o Herr, mein Los, Das mich Iyi Leben rief. 4. Du sprichst des Sterblichen Geschick, Eh' er geboren ist, Und so ward' ich, o welch ein Glückl Durch die Geburt ein Christ. 5. Schwach an der Brust, ver⸗ nahmst du schon, Was kein Gebet noch war, Und neigtest zu des Wei⸗ nens Ton Dein Ohr gefällig dar. 6. Wenn ich als Jüngling von dem Pfad Der Tugend mich ver⸗ irrt, Hat mich höchst liebreich, Herr, dein Rat Oft wieder drauf geführt. 7. Du warst mein Schutz und meine Wehr Vor Unglück und Ge⸗ fahr Und vor dem Laster, das noch mehr, Wie sie, zu fürchten war. 8. Ich sah, von Krankheit bleich, durch dich Mein Leben hergestellt, Und deine Gnade schmückte mich, Wenn Sünde mich entstellt. 9. Von Freudenstrahlen glänzt mein Blick, Da du so hoch mich liebst Und in der wahren Freund⸗ schaft Glück Des Lebens Trost mir iebst. „10. Und welche Wohlthat, Herr, ist nicht Dies Herz, das fühlen kann, Dies Herz, ganz dein, das dankbar spricht, Was du an mir gethan! 11. Kein Tag soll würdger mir vergehn, Als, Ewger, dir zum Preis, Ich will frohlockend dich er. höhn Als Jüngling und als Greis. 12. In Schrecken, Angst, Gefahr und Not Trau' ich allein auf dich. Durch dich gestärkt, ist selbst der Tod Mir nicht mehr fürchterlich. 13. Wenn krachend jetzt der Bau der Welt Sich aus den Angeln reißt, Will ich den preisen, der mich hält, Dich, der mich leben heißt. 14. ten St Selbst Zu pre Mel. 40⁰ Antlit Gaber 2. Allme mit 2 beglüc 3 Erleic freuet Sünd 4. urkeit kutter chlief, Los, ichen Und plückl Lob⸗ und Danklieder. 219 14. Dich, der mich bei der Wel⸗ ten Sturz Mit starkem Arm erhob. Selbst Ewigkeit, Herr, ist zu kurz, Zu preisen all dein Lob. Sachariä. Mel. Nun laßt uns Gott, dem Herren. 407 aßt uns mit Lob und — Beten Vor Gottes Antlitz treten. Dankt ihm für seine Gaben, Die wir empfangen haben. 2. Er hat Leib', Seel' und Leben Allmächtig uns gegeben Und wacht mit Vaterblicken, Uns immer zu beglücken. 3. Er sorgt für unsre Tage, Erleichtert Not und Plage, Er⸗ freuet unsre Herzen Und heilt der Sünde Schmerzen. 4. Zum Heil, zum Trost und Leben Ist uns ein Arzt gegeben, Denn Christus und sein Leiden Ist uns ein Quell der Freuden. 5. Im Wort und Sakramente, Das ich nicht fassen könnte, Wenn mich sein Geist nicht lehret, Wird mir dies Heil gewähret. 6. Die Sünd' und was mich kränket Nimmt er auf sich und schenket Mir Ruhe, Fried' und Le⸗ ben Und wird mir's ewig geben. 7. Drum, Vater, voll Erbarmen Sieh huldreich auf uns Armen. Laß allen Groß' und Kleinen, Dein Gnadenantlitz scheinen. 8. Erhalt' an jedem Orte Uns fest in deinem Worte, Damit wir deinen Namen Mit Freuden prei⸗ sen. Amen. Helmbold u. Löwe. Mel. Was Lob soll'n wir dir. 408 Welch Lob, o Gott, soll * unser Mund dir singen? Kein Mensch kann dir nach Würden solches bringen. 2. Du hast aus nichts den Him⸗ mel und die Erden Und alles, was darin ist, heißen werden. 3. Uns Menschen hast du, Va⸗ ter, dieses Leben Und ein unsterb⸗ liches dazu gegeben. 4. Von Kindheit an hast du uns stets geleitet Und deine Flügel über uns gebreitet. 5. Du speisest alles Fleisch mit Wohlgefallen Und schützest uns, so lange wir hier wallen. 6. In Trübsal werden wir von dir erquicket Und draus erlöst, wenn sie zu heftig drücket. 7. Du lässest uns in deinem Worte lehren, Wie wir dir dienen sollen und dich ehren. 8. Du sendest uns Erlösung von den Sünden Und läßt uns deine Gnade wiederfinden. 9. Ach, ewig, ewig seist du, Herr, gepriesen Für jede Gnade, die du uns erwiesen! 10. Sehr groß ist deine Weisheit, Gnad' und Stärke, Und wunder⸗ bar sind alle deine Werke. 11. Wie schrecklich ist, o Gott, wie groß dein Namen! Glückselig ist, wer dich stets fürchtet! Amen. Unbekannter und Älopstock. Mel. Nun danket alle Gott. 409 Nun danket alle Got — Mit Herzen, Mund und Händen, Der große Dinge thut Hier und an allen Enden, Der mächtig uns erhält Und von der Kindheit an Uns so viel Gu⸗ tes thut, Mehr als man zählen kann. 2. Er, unser Vater, woll' Ein fröhlich Herz uns geben. Der Herr laß uns, sein Volk, In stetem Frieden leben Und unsre Nachwelt auch, Daß seine Gnad' und Treu' Das ganze Land umfah', Sein Segen mit uns sei. 3. Der große starke Gott Woll' uns von allem Bösen Und was uns schaden kann, Gewaltiglich erlösen. Er schütz' uns in Gefahr, Er helf' uns allezeit, Solang' er uns allhier Das Leben noch verleiht. 4. Dir Gott, dir sei von uns Stets Ehr' und Preis gegeben. Was in uns ist, soll stets, Herr, deine Huld erheben, Und stehn wir einst verklärt In deinem Heilig⸗ tum, So sei dein Name, Gott, Auf ewig unser Ruhm. Rinkart und Unbekannter. 220 Lob⸗ und Danklieder. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. 410 Gett, mein Vater, sei — gepriesen Für die große Gütigkeit, Die mir deine Hand erwiesen So vielfältig alle⸗ eit. Ach, wie soll ich doch dafür ürdig gnug, Gott, danken dir? Alle Kräfte meiner Seelen Sollen deinen Ruhm erzählen. 2. Du hast, was genannt mag werden, Erst aus nichts hervor⸗ gebracht, Auch den Menschen aus der Erden Wunderbar und schön gemacht. Und wie viele Pracht enthält Nicht sein Wohnplatz, diese Welt! Wie viel Güter! Wie viel Ledeng Wie viel Hilfe selbst im eiden! 3. Daß ich mit Verstand gebo⸗ ren Und gesund bin in der Welt, Auch zum Christen auserkoren, Wissen kann, was dir gefällt Oder mag zuwider sein, Das hab' ich von dir allein. Was ist seliger 0 nennen, Als dich und uns selbst erkennen? 4. Du hast auch die Straf' und Plagen, Die mit Sünden ich ver⸗ dient, Deinen Sohn selbst lassen tragen Und bist mit mir ausge⸗ sühnt, Da er an des Kreuzesstamm Meine Sünden auf sich nahm Und mich von dem Fluch befreite, Den mir das Gesetze dräute. 5. Dazu werden deine Wege Mir noch täglich kundgethan, Denn du führst zum Himmelsstege Mich durch Wort und Geist hier an, Daß ich schon in meinem Sinn Durch die Hoffnung selig bin Und hier schon im Glauben schmecke, Was ich dort im Schaun entdecke. 6. Bin ich schon mit Kreuz be⸗ laden, Setzt mir Welt und Sünde u, Dies darf meinem Heil nicht schaden, Bei dir find' ich Hilf' und Ruh'. Ja, es muß des Kreuzes Pein Mir mehr gut als schädlich sein. Fleisch und Welt lehrt sie mich hassen Und mich ganz auf dich verlassen. 7. Reichlich hast du auch ge⸗ geben Mir, o Gott, mein täglich III ů ͤ ꝑ'——¶ Brot. Lässest mich in Frieden leben, Frei von Pest und Hungersnot. Meine Ehre, meinen Stand Dank ich deiner Vaterhand, Und was ich an Gütern habe, Ist bloß deine Gnadengabe. 8. Ja, Herr, deine Güt' und Treue Ist ohn' Ende, ohne Zahl, Jeder Morgen glänzt aufs neue Mir mit deinem Gnadenstrahl. Drum, ihr Menschen, bringt mit Fleiß Unserm Gott Lob, Ehr' und Preis. Rühmet seine große Güte, Lobt sein väterlich Gemüte. 9. Heilig, heilig, heilig werde, Gott, dein Name stets genannt, Denn der Himmel und die Erde Machen deinen Ruhm bekannt. Deine Güte, deine Macht, Weis⸗ heit, Majestät und Pracht, O wo hat sie ihresgleichen? Gott, wer kann dein Lob erreichen? Angeblich Gensch v. Breitenau und Zollikofer. Lobgesang Mariä. Mel. Mein Herz und Seel' den Herren. 411 Was in mir ist, mein 0 ganzes Herz erhebet Dich, höchster Gott, der ewig herrscht und lebet. Mein Geist in mir, der sich des Heilands freut, Rühmt unaufhörlich deine Freundlichkeit. 2. Denn du hast mich Elenden angesehen. Von deinem Throne hör⸗ test du mein Flehen, Mich, den die Welt zum Ziel des Spottes macht, Hast du erhöht und väterlich bedacht. 3. Gott, wer kann deine Huld und Macht ergründen? Wer kann, wie weit dein Wohlthun gehet, fin⸗ den? Wie viel, wie viel hast du an mir gethan! Mehr als ich je⸗ mals dir verdanken kann. 4. In keiner Not hast du mich je verlassen. Wie könntest du dein Kind, o Vater, hassen? Nein, ewig währet die Barmherzigkeit, Die du an dem erzeigst, der sich dir weiht. 5. Du übst Gewalt mit deines Armes Stärke. Gerecht und wun⸗ derbar sind deine Werke. Die stolz und hoch in ihrem Herzen sind, unsre verhe Herr, Denn Lob⸗- und Danklieder. 221 Zerstreuest du, so wie die Spreu der Wind. 6. Die Hohen läßt, im Angesicht von allen, Dein Rat oft schnell aus ihrer Höhe fallen. Die Nied⸗ rigen zieht deine Hand hervor Und hebet sie ganz unverhofft empor. 7. Die Hungrigen, die dich vor Augen haben, Erfüllest du mit Gü; tern und mit Gaben. Die Reichen läßt du leer beim Uberfluß, Und ihren Trotz straft Ekel und Verdruß. 8. Du denkest der Barmherzig⸗ keit und Güte Und sorgest selbst mit segnendem Gemüte, Daß deine Kirche steht und sich erhält Bei al⸗ lem Spott und Drohen dieser Welt. 9. Was du, wie längst vor unsrer Zeit den Alten, Auch uns verheißen, wirst du ewig halten, Du, Herr, verlässest deine Kinder nicht Denn du allein bist unsre Zuversicht. Angeblich Denicke u. Zollikofer. Preis der Vollkommenheiten Gottes. Mel. Nun freut euch, lleben Christen. 412 Erhabner Schöpfer, dei⸗ „ ne Güt' Will ich, ich Staub, erheben. Ich will mit freu⸗ digem Gemüt In meinem ganzen Leben, Gott, unaufhörlich preisen dich Und deinem Namen ewiglich Dank und Anbetung bringen. 2. Groß bist du, und sonst keiner mehr, Du kannst in Nöten raten. Wie unaussprechlich herrlich, Herr, Sind alle deine Thaten! Wohin auch nur mein Auge blickt, Da seh' und fühl' ich, da entzückt Mich Allmacht, Güt' und Weisheit. 3. Du bist voll Gnade, Lieb' und Treu', Voll Langmut und Ver⸗ daber 8 Doch heilig und gerecht abei Im Strafen und Belohnen. Der Herr ist voll Barmherzigkeit. Er trägt, er stärket und erfreut Die Frommen, die ihm trauen. 4. Wohlthätig gegen jedermann, Erquickt er auch die Armen, Nimmt aller seiner Werk' sich an, Er ist nichts als Erbarmen. Er ist's, der in der ganzen Welt Durch seiner Allmacht Kraft erhält, Was lebt und sich beweget. 5. Herr, aller 8ei sehn auf dich, Um ihren Leib zu nähren. Du sorgst für alle väterlich, Bist liebreich im Bescheren. Du thust auf deine milde Hand Und sättigst alles in dem Land Mit Lust und Wohlgefallen. 6. Groß ist der Herr, gut und gerecht In allen seinen Wegen. Er segnet die, die recht und schlecht Stets gehn auf seinen Wegen, Und wie er heilig ist und rein, So liebt er auch nur die allein, Die heilig vor ihm wandeln. Der Herr ist allen denen nah, Die flehend vor ihn treten. Bei allen ist er huldreich da. Die würdig ihn anbeten. WennFromme schreien, so erhört Gott ihre Bitten und gewährt Trost in den schwer⸗ sten Leiden. 8. Die Sünder selbst verstößt er nicht, Er will die noch erhören, Die reuevoll zu ihrer Pflicht Mit Ernst zurückekehren. Ach, er ver⸗ zeiht! Ach, er verläßt Der keinen, die, im Glauben fest, Ihr sünd⸗ lich Leben bessern! 9. Ja er, der Herr, ermüdet nicht, Zu dulden, zu belohnen, Doch furchtbar ist sein Strafgericht, Hört er je auf zu schonen. Ach, schrecklich ist's, wenn seine Hand Ein undankbares Volk und Land Mit Plagen schlägt und stäupet! 10. Laß deine Größ' und Herr ⸗ lichkeit, Gott, auf der ganzen Erden An allem Ort, zu jeder Zeit Er⸗ kannt, verehret werden. Soweit, Herr, deine Schöpfung reicht, Die herrlich ist und der nichts gleicht, Bist du anbetungswürdig. 11. Zwar schwach ist unser blö⸗ der Geist. Wer kann, wer will's erzählen, Was du für Wohlthat uns verleihst, Ob wir gleich stünd⸗ lich fehlen? Doch wollen wir hier in der Zeit Und noch mehr in der Ewigkeit, Gott, deinen Namen preisen. Unbekannter u. Rüster. 222 Lob⸗ und Danklieder. Mel. Wend' ab deinen Zorn. 413 cchh will, mein Gott, du König, dir lobsingen Und ewig Ehre deinem Namen bringen. Sei täglich, ewig sei von mir erhoben. Dich will ich loben. 2. Der Herr ist groß. Wer kann ihn gnug erheben? Wer kann mit seinem feurigsten Bestreben, Wie groß er ist, begreifen und empfin⸗ den? Wer Gott ergründen? 3. Von unsern Vätern wurdest du erhoben, Dich werden unsrer Kinder Kinder loben Und deine Macht besingen, deiner Stärke Preisvolle Werke. 4. Wie herrlich bist du, Gott, wie schön und prächtig! Wie groß in deinen Wundern, Herr, wie mächtig! Das preis' ich, daß dein Nam' erhoben werde, Der ganzen Erde, 5. Daß deiner Wunder Ruhm umher erschalle, Die Welt von deinen Thaten wiederhalle Und deine Wahrheit, deine Huld besinge Und Preis dir bringe. 6. Der Herr ist mild, von duldendem Gemüte, Barmherzig, Paddig und von großer Güte, Er⸗ armt sich seiner Werke, hat an allen Sein Wohlgefallen. 7. Jehova, alle deine Werke sollen Dir jauchzend danken. Deine Luäßtin u wollen Aus allen ihren räften sich bestreben, Dich zu er⸗ heben. 8. Sie breiten aus den Ruhm von deinem Reiche. Daß keine Macht, Jehova, deiner gleiche, Das rühmen sie, damit sie auf der Erde Bewundert werde. 9. Dein Reich, o Gott, ist herr⸗ lich, ewig währen Dein Reich und deine Macht, die wir verehren, Und ewig wird von aller Völker Zungen Dein Lob besungen. 10. Der Herr bewahret alle, welche fallen, Jehova hilft den Unterdrückten allen Und eilt mit eil die, die um Heil ihn bitten, u überschütten. 11. Nach dir, Gott, schauen aller Wesen Blicke, Daß deine Hand sie väterlich erquicke. Du giebst auch einem jeden seine Speise, Daß er dich preise. 12. Herr, du erhältst mit deinem Wohlgefallen Was lebt, thust deine Hand auf und giebst allen, Was sie bedürfen. Keiner sucht vergebens Dich, Quell des Lebens. 13. In allen Wegen Gottes strahlet Gnade, Untadelhaft sind alle seine Pfade, Und was er thut, gereicht zu seinem Preise, Ist gut und weise. 14. Der Herr ist nahe denen, die ihn bitten, Die ernstlich ihn um seine Hilfe bitten. Er thut, was die Gerechten, die ihn ehren, Von ihm begehren. 15. Der Herr behütet alle, die ihn lieben. Die aber, die Gewalt und Frevel üben, Verfolgt er, daß er sie zum Fluche mache Mit seiner Rache. 16. Ja, ewig will ich seinen Namen loben. Von allen Menschen werde Gott erhoben. Was lebet, müsse, Herr, zu allen Zeiten Dein Lob verbreiten. Cramer. Lob der Schöpfung. Mel. Nun freut euch, lieben Chrlsten. 41 4 Lobsinget Gott und betet an! Es dank', es rühm', es singe, Es jauchze, wer nur jauchzen kann, Dem Schöpfer aller Dinge! Wie groß, wie schön ist seine Kraft! Wie herrlich, wie un⸗ tadelhaft Sind alle seine Werke! 2. Wie schön, wie würdig seiner Macht Sind nicht der Himmel Heere! Welch herrlich Licht, welch eine Pracht Bestrahlt sie, ihr zur Ehre! Das Auge sieht sich nimmer satt, Sieht, was es auch gesehen hat, Doch immer neue Wunder. 3. Nicht Wunder für das Aug' allein, Auch Wunder für die Seele, Damit es ihr sich zu erfreun, An keiner Schönheit fehle. Wie kunst ⸗ voll ändert er sie ab, Versagt dem, was er andern gab! Und doch ist jedes herrlich. 4. Wo ist ein Gras, wo nur ein ferin Leben manch vergeb als d schmüc Wesen seine schmüc und X glückte lückli eele werde Glück auf d Da wi dein 2 die Fi sei es 8. Brust nüge oll siegen der risten. betet ühm', nur aller ön ist ie un⸗ zerke! seiner mmel welch Lob⸗ und Danklieder. Blatt, Ein Stäublein auf der Erde, Wodurch, o Mensch, nicht Gottes Rat Und Kraft verkläret werde? O wie ist seine Macht so reich! Was aber deiner Trägheit gleich, Daß du's nicht siehst, nicht fühlest? 5. Gab seine Macht, die Schöp⸗ ferin Der Schönheit und des Lebens, Dir deinen Geist, so manchen Sinn, So viel Gefühl vergebens? Für wen, für wen, als dich, erschafft, Erhält und schmücket seine Kraft So vieler Wesen Arten? 6. Dein Gott bedarf nichts, seine Hand, Die seine Schöpfung schmückte, Gab dir Empfindung und Verstand, Damit er dich be⸗ glückte. Willst du, o Mensch, nicht Ceelt f sein? Will sich nicht deine eele freun, Nicht immer froher werden? 7. O warum suchest du dein Glück In eiteln Phantaseien? Wirf auf die Schöpfung deinen Blick, Da will er dich erfreuen. Genieß', dein Vater sieht es gern, Genieß' die Freuden deines Herrn, Nur sei es ohne Sünde. 8. Er elbst entflammt in deiner Brust Die Sehnsucht nach Ver⸗ gnügen, Er schuf auch Ouellen, die voll Lust Stets rinnen, nie ver⸗ siegen, Gieb nur auf seine Wun⸗ der acht. Wohlthätig ist des Schöpfers Macht. Kann dir's an Freude mangeln? 9. Dir wohlzuthun, das ist ihr Ziel, Zum Dank dich zu erwecken. Ach, hätt' ich nur genug Gefühl, Wie gut er ist, zu schmecken! Ist seiner Wohnung Vorhof schon So schön, wie wird mich einst sein Thron, Wie wird er selbst ent⸗ zücken! 10. Lobsinget Gott und betet an! Es dank', es rühm', es singe, Es jauchze, wer nur jauchzen kann, Dem Schöpfer aller Dinge! Wie Wis ist unsers Schöpfers Macht! ie herrlich, wie untadelhaft Sind alle seine Werke! Cramer. 223 Lob der Allmacht und der Herrlich⸗ keit Gottes in der Natur. Mel. Nun, lob', mein Seel', den Herren. 415 ommt, kommt, den Herrn zu preisen, Der groß von Rat ist, groß von That, Den Gütigen, den Weisen, Der keinen, der ihm gleich sei, hat! Der Herr thut große Werke. Wer hindert seine Kraft? Wer seines Armes Stärke, Die, was nur gut ist, schafft? Er dehnet, gleich Ge; zelten, Die weiten Himmel aus, Er spricht, so gehen Welten Aus ihrem Nichts heraus. 2. Er will, und Sonnen flammen. Auch drängt das Wasser, wenn er spricht, In Wolken sich zusammen Und ihre Schläuche brechen nicht. Er ruft den Ungewittern, Das Meer wird ungestüm, Des Him⸗ mels Säulen zittern, Die Erde bebt vor ihm. Er will, und Blitze Er sur Gebirg' an. Sie vergehn. Er spricht und ruft den Winden. Schnell wird sein Himmel schön. 3. Wer, wer gebeut den Wellen: Hieher! Nicht weiter! Legt euch hiel Er legt in Felsen Quellen, Sie rieseln und versiegen nie. Er füllt auch Wüsteneien Mit seinen Wundern an, Heißt Tiere da ge⸗ deihen, Wo niemand wohnen kann. Wer kann die Sterne führen? Wer weiß, als er allein, Die Himmel zu regieren? Und du wagst stolz zu sein? 4. Kannst du mit deiner Stimme, O Stolzer, donnern, wie Gott thut? Streu' aus von deinem Grimme Verderben, deiner Blitze Glut. Leg' an Gewalt und zeige Dich mächtig, wie der Herr. Schau' an die Stolzen, beuge, Versenke sie, wie er. Was rühmen denn die Thoren Mit ihrer Stärke sich? O Staub aus Staub ge⸗ boren, Nur Gottes rühme dich! 5. Herr, dein ist alle Stärke, Und alle Hilfe, Gott, ist dein. Das preisen deine Werke, Die deiner Kraft allein sich freun. Wir 22⁴4 Lob⸗ und Danklieder. auch erfreun uns ihrer. Ihr Lob sei unsre Pflicht. Vater, o Re⸗ gierer, Wen hält, wen schützt sie nicht? Du lebst, du wirkst in allen. Dir, dir vertrauen wir. Erhalter, wer kann fallen, Getragen, Herr, von dir? Cramer. Mel. Nun danket alle Gott. 416 Du0 dich, o großer Gott, Durch dich bin ich vorhanden: Die Himmel und ihr Heer Sind durch dein Wort entstanden. Denn wenn du sprichst, geschieht's, Wenn du ge⸗ beutst, steht's da. Mit Allmacht bist du mir Und auch mit Güte nah. 2. Du bist der Gott der Kraft. Dich preisen Erd' und Meere, Und Himmel predigen Die Wunder deiner Ehre. Dich bet' ich dankend an. Mein Heil kommt von dem Herrn. Du hörst der Menschen Flehn Und du errettest gern. 3. Und wenn ich deiner Huld, O Gott, gewürdigt werde, Was frag' ich außer dir Nach Himmel und nach Erde? Im Himmel don⸗ nerst du, Und Schrecken füllt das Land, Noch fürcht' ich nichts, denn du Hältst mich bei meiner Hand. 4. Wenn ich die Himmel seh', Die du, Herr, ausgebreitet, Der Sonne Majestät, Den Mond, den du bereitet. So sprech' ich: Was ist doch Der Mensch, daß du sein denkst Und daß du täglich uns Unzählig Gutes schenkst? 5. Als Schafe läßt du uns Auf grüner Aue weiden, Nährst uns mit Speis' und Trank Und füllst das Herz mit Freuden. Du sahst mich, eh' der Grund Der Welt ge⸗ leget war, Schon in der Mutter Leib, Und als sie mich gebar. 6. Du wogst mein Glück mir ab Und Leiden, die mich üben, Und meiner Tage Zahl War auf dein Buch geschrieben. Du bist der Frommen Schutz, Du bist der Müden Ruh', Ein Gott, der gern verzeiht, Wie gnädig, Gott, bist du! 7. Wem soll ich sonst vertraun Als dir, du Gott der Götter? Wen ehren, als nur dich, Mein Schutz und mein Erretter? Wie sanft ist dein Befehl: Gieb mir dein Herz, mein Sohn, Und wandle meinen Weg. Ich bin dein Schild und Lohn! 8. Herr, dein Gebot ist Heil, Dein Weg ist Fried' und Leben. Wie könnt' ich einem Gott Der Liebe widerstreben? Umsonst lockt mich das Glück, In dem das Laster blüht, Ich hasse seinen Weg, Weil mich dein Auge sieht. 9. Auch wenn kein Mensch mich sieht, Will ich die Sünde fliehen, Denn du wirst aller Werk Vor dein Gericht einst ziehen. Ich will, wenn meinem Fleisch Was Böses noch gelüst't, Bedenken, daß mein Leib, O Gott, dein Tempel ist. 10. Sollt' ich der Menschen Ruhm Stolz zu erringen trachten? Nein, Herr, wenn du mich ehrst, Mag mich die Welt verachten. Du bist es, dem zum Dienst Ich Leib und Seele weih'. Gieb, daß mein Wan⸗ del stets Voll deines Ruhmes sei. Gellert und Diterich. Lob der Güte Gottes. Mel. Wie schön leucht't uns der. 417 ott, dessen starke * Hand die Welt Er⸗ schaffen hat und noch erhält, Ich sehe deine Güte, Wohin ich seh', an jedem Ort, Auf Erden hier, am Him⸗ mel dort, Sobald ich mein Gemüte Auf dich, Schöpfer, 5 ich Atmer Und dich denke, Find' ich Armer Dich als Vater und Erbarmer. 2. Seh' ich, so weit mein Auge reicht, Gen Himmel, so entdeck' ich leicht Die Spuren deiner Güte. Der Himmelslichter Lauf und Pracht, Sein Sternenheer, das du gemacht, Erwecket mein Gemüte, Großer Schöpfer, Dich zu singen, Dir zu bringen Ehr' und Stärke. Groß sind deiner Hände Werke, 3. In Ungewittern, Sturm und Wind, Die deines Thrones Diener sind, Entdeck' ich deine Güte. Das Feuer, wie der Wasser Grund, e E vo — + E Lob⸗ und Danklieder. 225 Macht deine große Liebe kund. Mit fröhlichem Gemüte Will ich Täg⸗ lich Darauf achten Und betrach · ten Deine Werke, Gott der Wahr⸗ heit und der Stärke. 4. Dein Erdreich, Gott, das jedermann Giebt Brot und Kleider, seh' ich an Und schmecke deine Güte. Ich rieche, fühl' und höre sie Im Feld und Wald, ich sehe sie In aller Fluren Blüte. Von dir Zeugen Alle Dinge, So geringe Sie mir scheinen, Gott, im gro⸗ ßen und im kleinen. 5. O zeuch mich über Welt und Zeit Zu dir, o Herr der Herrlich⸗ keit, Durch deine große Liebe! Auf dich laß mich in allem sehn, Für jedes Gute dich erhöhn. Belebe meine Triebe, O mein Vater, Dir in allen Zu gefallen. Dir zu leben, Sei mein einziges Bestreben. Unbekannter und Sturm. Mel. Es ist das Heil uns kommen. 418 ie viele Freuden 2 dank' ich dir, Die du mir, Herr, verliehen! Und wie viel Sünden hast du mir Aus Gnaden nicht verziehen! O Gott von Langmut und Geduld, Noch täglich häuf' ich meine Schuld, Und deine Liebe währet! 2. Bedenk' ich, Schöpfer, deine Macht, Blick' ich in jene Ferne Und überseh' des Himmels Pracht Und Sonne, Mond und Sterne, So bet' ich dich voll Ehrfurcht an. Was ist der Mensch, ruf' ich als⸗ dann, Daß du dich sein erbarmest? 3. Dein Auge schaut auf ihn herab, So geht er nicht verloren. Nicht für die Welt, nicht für das Grab Ist er allein geboren. Die Welt vergeht mit ihrer Lust. Wenn du den Willen Gottes thust, Soll dein Glück ewig dauern. 4. Wenn ich erwache, denk' ich dein, Und wenn ich schlafen gehe, Denn du, mein Vater, kannst ver⸗ leihn, Um was ich kindlich flehe. Drum seufz' ich immerfort zu dir: Herr, was mir nützet, schenke mir Um deiner Güte willen! Schiebeler. Mel. Wer nur den lieben Gott. 419 Dir. Gott, dir will ich — fröhlich singen, Dir, dessen Freude Wohlthun ist, Dir will ich Dank und Ehre bringen, Dir, der du gut und freundlich bist. Ja, Gott, du bist ganz Gnad und Treu', Gieb, daß mein Herz ganz Freude sei. 2. Dich preisen alle Engelheere, Dir singen die Verklärten Dank. Dir, Herrscher, brausen Wind und Meere, Ihr Brausen ist dein Lob⸗ gesang, Die ganze Schöpfung ruft dir zu: Wo ist ein solcher Gott, wie du? 3. Du, unser Gott, bist hoch zu loben, Denn deine Gnade reicht so weit. Du, hoher Schöpfer, blickst von oben Auf der Geschöpfe Dürftigkeit. Kein Wurm kreucht unbemerket hin, Du siehst, du liebst, du schützest ihn. 4. Auch, Vater, du hast mein Gemüte Durch manche Wohlthat oft erfreut. O gieb mir auch nach deiner Güte Noch ein Geschenk, die Dankbarkeit. Lehr' alles das, was in mir ist, Froh rühmen, daß du gnädig bist. 5. Wer schuf die Seel' und ihre Kräfte, Gedächtnis, Willen und Verstand? Wer segnet des Berufs Geschäfte? Wer stärkt die arbeit⸗ same Hand? Wer schenket mir den edlen Freund, Der's treu im Kummer mit mir meint? 6. Wer wog mir meine Leidens⸗ pfunde Nach meiner Kräfte Maß hier zu? Wer gab in der be⸗ trübten Stunde ir Trost, Zu⸗ friedenheit und Ruh'? Wer schützte mich vor der Gefahr, Die un⸗ sichtbar mir nahe war? „Wer fristet meine Lebens⸗ tage? Wer schmückt und krönet sie mit Heil? Du, Vater, thust's! Drum, Seele, sage: Gott, du bleibst ewiglich mein Teil! Von ganzem Herzen liebst du mich, Von gan⸗ zem Herzen preis' ich dich. 8. Und so denk' ich auch jetzt zu⸗ rücke In jene Zeit, die froh ver⸗ PY 226 Lob⸗ und Danklieder. floß. War nicht mein geist⸗ und leiblich Glücke Mit jedem Tage neu und groß? Erfreut und dankbar ruf' ich aus: Was bin ich, Herr? Was ist mein Haus? 9. Wie soll ich deine Treu' ver⸗ gelten? Ich bin zu arm zu dieser Pflicht. Die Schätz' in Millionen Welten Bezahlen deine Wohlthat nicht. Mein schwacher Dank ist viel zu klein, Für dich, o Gott, ein Dank zu sein. 10. Dir will ich fernerhin ver⸗ trauen, Denn du hast mir stets wohlgethan. Ich will mit Glauben auf dich schauen, Schau' mich mit Vaterblicken an. So geh' ich ruhig durch die Zeit Und fröhlich in die Ewigkeit. Liebich. Preis der göttlichen Vorsehung. Mel. Mein Herz und Seel' den Herren. 420 Meein erster Wunsch, * mein innigstes Be⸗ streben, Ist, Herr, mein Gott, dich würdig zu erheben. Unendlich groß ist deine Vatertreu', Mit jedem Tag ist deine Güte neu. 2. Die Sonn' enthüllt den Schauplatz deiner Werke, Und alles zeugt von deiner Huld und Stärke. Sie, die das Ziel von ihrer Laufbahn weiß, Eilt rastlos hin und strahlt zu deinem Preis. 3. Die Erd' dein, und du regierst dies Ganze. Vom Men⸗ schen an bis auf die kleinste Pflanze Seh' ich, wie groß sich deine Vor⸗ sicht zeigt, Sie reicht so weit, so weit der Himmel reicht. 4. Und sie umfaßt auch mich. Du Höchster, denkest An mich, den Staub, der du die Himmel lenkest. Du sorgst für mich. Gott, wie ver⸗ gelt' ich dir? Ein dankvoll Herz, das bring' ich dir dafür. 5. Du weißt, wie lang ich hier noch wallen werde. Fällt ohne dich kein Sperling auf die Erde, So nimmst du, Herr, auch meines Lebens wahr. Mit Namen kennst du mich und zählst mein Haar. 6. So will ich denn mit kind⸗ lichem Vertrauen Auf dich allein, solang' ich lebe, trauen. Du bist mein Gott, mein Retter in Gefahr, Mein starker Fels, mein Helfer immerdar. Neander. Für geistliche Wohlthaten. Mel. Herr Jesu Christ, mein's. ich, Herr und Vater 421. D aller Welt, Preist mein Gesang, und dir mißfällt Des Menschen stammelnd Danklied nicht, Mein Gott und meine Zuversicht. 2. Von Mutterleib an warst du es. Wie freut sich meine Seele des, Daß du auch mir ein Vater bist, Der seines Kindes nie vergißt. 3. Früh ward ich in der Taufe schon Geweihet dir und deinem Sohn. Durch dein unschätzbar Wort allein Weiß ich, die Ewig ⸗ keit ist mein. 4. Wer war der immer Gütige, Der langmutsvoll mich leitete? Und stürmte Trübsal auf mich zu. Wer half mir anders, als, Gott, du? 5. Herr, dessen Augen stets mich sahn, Du ließest auf der Pilgerbahn, Durch Wohlthun mich zu dir zu iehn, Für mich so viele Freuden lühn. 6. Du bist und warest immerdar Mein Schutz, mein Retter in Ge⸗ fahr, Der Stifter meines Wohler⸗ gehns Und der Erhörer meines Flehns. 7. Wie oft entfernt' ich mich von dir! Doch du, du bliebest Vater mir, Der, wenn ich reuvoll wieder kam, Mich wieder väterlich annahm. 8. Unzählbar sind und täglich neu Die Proben deiner Vatertreu'. Dir fließt, o Gott, der gern erfreut, Die Zähre meiner Dankbarkeit. 9. Nimm, da ich's nicht vergelten kann, Das Opfer meines Dankes an. Mein Leben müsse Zeuge sein, Ich sei erkenntlich, ich sei dein. Neander. Mel. Nun lob', mein Seel', den Herren. 42 2 Au, meine Seele, singe! An dir, so unwert du es bist, Thut Gott so große F 7 ᷣpfjfFf—— ßx— 7x—ͤ —E ee DA wig · itige, Und Wer du? mich ahn, ir zu uden erdar Ge; hler. eines hvon Vater ieder ahm. iglich treu'. freut, it. jelten ankes sein, n. er. erren. inge! wert große Lob⸗ und Danklieder. 22¹ Dinge. Weh' dir, wenn ihn dein Herz vergißt! Gott schenkt dir geistlich Leben, Will alle Misse⸗ that In Christo dir vergeben. O gnadenvoller Rat! Schon hier wirst du mit Heile Getröstet und erfreut Und dort wird dir zu teile Die Ruh' der Ewigkeit. 2. Es hat uns wissen lassen Der Herr sein Recht und sein Gericht, Erbarmung ohne Maßen Dem Pricht. E der den Bund nicht richt. Schnell eilt sein Zorn vor⸗ über, Straft nicht nach unsrer Schuld, Der Herr begnadigt lie⸗ ber, Nimmt lieber auf—— Huld. Wohl dem, der Christo lebet! Gott ist er angenehm. Mit Adlersflügeln schwebet Erbarmung über dem. 3. Wie Väter mit Erbarmen Auf ihre schwachen Kinder schaun, So thut Gott an uns Armen, Wenn wir in Einfalt ihm vertraun. Gott weiß es, wir sind Sünder, Gott weiß es, wir sind Staub Und der Verwesung Kinder, Ein niederfallend Laub. Kaum, daß die Winde wehen, So ist es nicht mehr da. Wir Sterbliche ver⸗ gehen, Stets ist der Tod uns nah. 4. Des Ewgen Gnad' alleine Bleibt gleich, als er, in Ewigkeit Bei dir, des Herrn Gemeine, Die ganz sich seinem Dienste weiht Und, daß sie selig werde, Mit Furcht und Zittern ringt. Auf, daß ihr von der Erde Euch jetzt schon dorthin schwingt! Dort nimmt mit seinen Run Auch unsrer Brüder Schar, un rein von allen Män⸗ geln, Stets seines Lobes wahr. 5. Anbetung, Preis und Ehre Sei dir, Gott Vater, Sohn und Geist! Wir singen's in die Chöre Der Schar, die dich vollkommner preist. Anbetung. Preis und Ehre Dir, der du warst und bist! Wir stammeln's nur, doch höre, Hör' uns, der ewig ist! Einst tragen wir auch Palmen, Du Gott, auf den wir trann. Einst singen wir dir Psalmen, Wenn wir verklärt dich schaun. Gramann, Älopstock u. Zollikofer. Für die Heiligung der Seele. Mel. Lasset uns den Herren preisen. 423 Geis durch welchen alle Dinge Sind und wirken und vergehn, Stärke mich, daß ich dir singe, Lehre mich dein Lob erhöhn. Laß mich dich im stillen loben, Der du mich voll Lieb' und Huld Aus den Tiefen meiner Schuld Zu des Christen Höͤh' erhoben, Dich erheb' ich immer ⸗ dar, Der mich schuf und neu gebar. 2. Könnt ihr die Gestirne zäh⸗ len, Gottes Gnaden zählt ihr nicht. Er verneuert unsre Seelen, Ist ihr Lohn, ihr Schild und Licht. Wenn wir mit den Eitelkeiten, Mit Ver⸗ suchungen der Lust, Mit dem Feind in unsrer Brust, Wenn wir mit dem Tode streiten, Dann versüßt er Kampf und Lauf Und hilft unsrer Schwachheit auf. 3. Wenn uns Welt und Sünder meiden, Weil wir ihre Lüste fliehn, Dann giebt Gott uns seine Freu⸗ den, Unser Herz empfindet ihn. Kann ich größres Glück begehren? Ewiger, hat dich mein Herz, O so wird es ohne Schmerz Alle Gunst der Welt entbehren. Erd' und Himmel wird mir klein, Gegen dich verächtlich sein. 4. Wenn mich Leiden nieder⸗ drücken, Nehm' ich sie als Wohl⸗ that an Von der Hand, die nur beglücken, Aber niemals schaden kann. Du belohnst mir Sorg' und Schmerzen Mit der Seele Heiter⸗ keit Und versüßest alles Leid, Gott. durch deine Ruh' im Herzen, Die mich neu mit Mut belebt, Über Sorg' und und 2 erhebt. 5. Von Gefahr und Leid um⸗ geben, Über diesen rauhen Pfad Geh' ich, Vater, in dein Leben. Das nicht Leid, Gefahr nicht hat. Soltten mich der Erde Freuden, Sollte mich der Sünder Spott Und das Elend und der Tod, Herr, von deiner Liebe scheiden? Raubt ich meine Krone mir? Nein, ich leb', ich sterbe dir! Eschenburg. * V 228 Lob⸗ und Danklieder. Für die seligen Führungen Gottes. Mel. Von Gott will ich nicht. roß ist des Höchsten 424. G Güte. Wer sie nicht achtete, Welch fühllos Herz ver⸗ riete Der Unerkenntliche! Sie rettet uns aus Not, Erquicket uns im Leide, Verwandelt es in Freude, Versüßet selbst den Tod. 2. Und meine Lippen schwiegen Von ihm? Ich raubte mir Das himmlische Vergnügen, Gott, lob⸗ zusingen dir? Nein Herr, von meinem Dank Sei jeder Morgen Zeuge, Und jeden Abend steige Zu dir mein Lobgesang. 3. Du wirst mich ferner leiten, Sounwertiich's auch bin.Treu bleibt zu allen Zeiten Dein milder Vater⸗ sinn. Ich hoffe stets auf dich. Du wirst in Kümmernissen Mir wohl zu helfen wissen. Dir überlass' ich mich. 4. Ja deine Huld ist größer, Als es der Mensch versteht, Dein Rat unendlich besser, Als was sein Wunsch erfleht. Herr, meine Zuversicht, Dir froh mich zu er⸗ geben, Dich dankbar zu erheben, Sei meine liebste Pflicht. Neander.(Chilo.) Mel. Schwing' dich auf zu deinem. 2 ott, mein höchstes 42⁵. GeGat, mein Teil, Durch unzählge Gnaden Schaffst und förderst du mein Heil, Schützest mich vor Schaden. Höchster, ich bekenn' es frei, Durch mein ganzes Leben Kann ich deine Lieb' und Treu' Nie genug erheben. 2. Herr, ich leb' und bin in dir, Dir dank' ich mein Wesen. Deine Hand ist über mir Immer noch gewesen. Längst vor An⸗ beginn der Zeit Hast du mich erwählet, Erben jener Seligkeit Mich auch zugezählet. 3. Durch die Taufe weihtest du Mich zum Gnadenbunde. Treue sagt' ich da dir zu, Und bis diese Stunde Hältst du, was dein Mund versprach. Brach ich mein Ver⸗ sprechen, So sah deine Huld mir nach, Schonte mein Verbrechen, 4. Und dein Abendmahl und Wort Schenkst du mir zur Weide. Da⸗ durch trägst du immerfort Stär⸗ kung, Trost und Freude, Ja, mein ganzes Heil mir an Und bringst mir entgegen, Was ich je nur wün⸗ schen kann, Friede, Leben, Segen. 5. Gott. dein Auge sieht auf mich, Dein Ohr hört mein Flehen, Deine Hand eröffnet sich Mir zum Wohlergehen. Wenn dein Aufsehn mich beschützt, Kann mein Fuß nicht gleiten. Liebreich giebst du, was mir nützt, Auch in schweren Zeiten. 6. Herr, du hast mich je geliebt Und zu dir gezogen. Auch dann, wenn ich dich betrübt, Bliebst du mir gewogen. Denn du schlugst bei meiner Schuld Mich mit Vater⸗ ruten, Lenktest sie durch deine Huld Mir zu vielem Guten. 7. Deine Vaterlieb' und Treu' Hält mich ganz umschlossen. Sie kommt täglich auf mich neu, Strö⸗ men gleich, geflossen. Wenn ich ernsthaft mich anseh', Find' ich allerwegen Ihre Breite, Tief' und Höh', Mir zum Heil und Segen. 8. Ach, Herr, ich bin zu gering Aller deiner Treue. Nimm dafür, was ich dir bring', Meiner Sünden Reue, Mit dem Vorsatz, daß ich hier Deinen heilgen Willen, Der mein Wohl sucht, für und für Will getreu erfüllen. 9. Dein, o Gott, soll ewig sein Dank und Preis und Ehre. Ruhm und Herrlichteit ist dein. Erd' und Himmel höre: Heilig, heilig, heilig ist, Der uns alles giebet, Der die Seinen nie vergißt, Sie als Vater liebet! 10. Bleibst du nach wie vor mein Gott, Wirst mein Flehn erhören, So kann Sünde, Höll' und Tod Meine Ruh' nicht stören. Nimm mit allen Meinen mich, Herr, zu treuen Händen Und dann sende gnädig lich, Was du uns willst senden. AEE VSAASSSE INNl mein wün⸗ veren liebt ann, st du lugst ater⸗ deine Lob⸗ und Danklieder. 229 11. Laß uns beide lebenslang Eins dem andern geben, Du mir Gnade, ich dir Dank. Ich dir Lob, du Leben, Du dich mir und ich mich dir, Ich dir mein Vertrauen, Du mir Mut und Trost dafür, Hoffnung, dich zu schauen. E. J. v. Schwarzburg⸗Rudolstadt und Küster. Mel. Herr Jesu Christ, ich weiß. 426 Bis hierher hat mich Gott gebracht Durch seine große Güte, Bis hierher hat er Tag und Nacht Bewahrt Leib und Gemüte, Bis hierher hat er mich geleit't, Bis hierher hat er mich erfreut, Bis hierher mir geholfen. 2. Hab' Lob und Ehre, Preis und Dank Für die hisher'ge Treue, Die du, o Gott, mir lebenslang Bewiesen täglich neue. In mein Gedächtnis schreib' ich's an, Der Herr hat Groß's an mir gethan, Bis hierher mir geholfen. 3. Hilf fernerweit, mein treuster Hort, Hilf mir zu allen Stunden, Hilf mir an allm und jedem Ort, Hilf mir durch Jesu Wunden, Und so sag ich bis in den Tod: Durch Christum hilf du mir, mein Gott, Wie du bisher ge⸗ holfen. E. J. v. Schwarzburg⸗Rudolstadt. Dank für die Gesundheit. Mel. Nun lob', mein' Seel', den Herren. 0 elch Lob soll ich dir 427. Wẽ geben, Daß ich dir würdig dankbar bin? Gott, du be⸗ glückst mein Leben, Gesundheit hast du mir verliehn. Ich hab' aus meinen Kräften, Herr, deine Kraft Lalmit Zu den Berufsgeschäften at mich dein Arm gestärkt. Gesund erschaffnen Gliedern Hast du stets wohlgethan. Wie soll ich dir's er⸗ widern? Nimm michzum Opfer an. 2. Der größte von den Schätzen, Den sich ein Mensch zum Trost er⸗ wählt, Giebt dem doch kein Er⸗ ötzen, Dem ein Schatz, die Gesund⸗ heit, fehlt. Kann den sein Glück er · freuen, Hilft dem sein Überfluß, Der, heiser von dem Schreien, Bei Schmerzen ächzen muß? Wird nicht der Held selbst beben Bei langer Leibesnot? Ist nicht ein sieches Leben Viel härter als der Tod? 3. Uns Menschen unaussprechlich Ist, Schöpfer, deine Gnad' und Huld. Wie schwach und wie zerbrechlich Ist unser Leib durch Adams Schuld! Der Tod wohnt in der Hütte, In der die Seele wohnt, Jedoch, der Gott der Güte Sieht uns, den Staub, und schont. Er wacht, daß keine Plage Und Krankheit uns erreicht. Durch viel gesunde Tage Macht er viel Lasten leicht. 4. Jauchzt fröhlich, ihr Gesun⸗ den: Der Herr ist meines Lebens Kraft! Ourchlebt die frischen Stunden Nicht ungebraucht, lebt tugendhaft. Mein Gott, laß alle Kranken, Die winselnd zu dir schrein, Mir einen Trieb zum Dan⸗ ken Für die Gesundheit sein. Lamm, das du auf der Erde Für mich zerschlagen wardst, Sprich, wenn ich krank sein werde: Ich bin der Herr, dein Arzt. Liebich. Danksagung für die wieder⸗ erlangte Gesundheit. Mel. Aus meines Herzens Grunde. . Ich preise dich und singe, 4² 8. Herr, deiner Liebe Rat, Die mir so große Dinge Bis⸗ her erwiesen hat. Dich preisen, ist mir Pflicht. Ich will mein neues Leben Dir ganz zu eigen geben. Mehr hab' und kann ich nicht. 2. Wie schmerzvoll war ich Ar⸗ mer! Du hörtest mein Geschrei. Du hilfst uns gern, Erbarmer, Und standst mit Trost mir bei. Viel' andre fuhren hin Zur fin⸗ stern Todeshöhle, Du hieltest meine Seele, Daß ich noch lebend bin. 3. Dein Zorn hat bald ein Ende, Dein Herz ist voller Huld. Du reichst uns Vaterhände Und züchtigst mit Geduld. Du thust uns gerne Guts. Verging die Nacht mit Weinen, Muß früh die Sonne scheinen Zur Stärkung unsers Muts. 4. Mich hat das Kreuz belehret, 230 Lob⸗ und Danklieder. Ich sah des Todes Bild. Nun hast du mich erhöret Und mich mit Freud' erfüllt. Herr, nie vergeß ich dein. Ich will in Angst und Plagen Vor dir nicht trostlos za⸗ gen, Im Glück mich deiner freun. Gerhardt und Basedow. Mel. Von Gott will ich nicht. 429 Och lag umringt mit Schmerzen Und ohne Linderung, Als mein Gebet im Herzen Sich zu dem Himmel schwung. Der Herr vernahm mein lehn, Er half mir, mein Er⸗ alter. Nun soll mein Lied und Psalter Des Treuen Hilf' erhöhn. 2. So lag ich auch, ich Armer, In Sünden, Gott ein Greul, Ver⸗ wundet, ohn' Erbarmer, Entfernt von Trost und Heil. Doch er, mein Vater, sah Mein Elend, mein Ver⸗ derben, Und sprach: Du sollst nicht sterben, Denn ich, dein Heil, bin da. 3. Und ich will dir vergeben, Du sollst begnadigt sein. Ich friste dir dein Leben. Auf, sei esund und rein. Dein Schmuck sei Heiligkeit, Und deines Lebens Ehre, Zu thun, was ich dich lehre. Brich niemals deinen Eid. 4. Herr über Tod und Leben, Du meiner Väter Gott, Wie soll ich dich erheben? Mein Heil, mein Herr, mein Gott, Was kann doch mein Gesang? Wer hat dich gnug erhoben? Zu schwach ist, dich zu loben, Des höchsten Engels Dank. 5. Und doch von dir zu schwei⸗ gen, Wär' eine Frevelthat. Ich will, ich wills bezeugen, Wie Gott errettet hat. Hört's, Men⸗ schen, Gott nur kann Vergeben und erretten. Ach, wenn wir Gott nicht hätten, Wer hülf' uns Armen dann? 6. O laß mich ganz dir leben, Ganz sein dein Eigentum, Und jedes Tags Bestreben Sei deiner Gnade Ruhm. Dir weihen meine Zeit Vor deinen Augen wandeln Und fromm und rechtlich handeln, Ist meine Seligkeit. Cramer. Für Ernährung und irdischen Segen. Mel. Vater unser im Himmelreich. 0 ott, deine weise — Macht erhält Die ganze lebensvolle Welt, Und aller Augen freuen sich Und warten hoffnungsvoll auf dich, Auf dich, der du sie alle liebst Und allen ihre Speise giebst. Du öffnest deine Hand, so fließt Herab, was jedem nötig ist. Mit Wohlgefallen sättigt sie Dein Aufsehn und versäumt sie nie. Nie sind Geschöpfe deiner Hand Dir unwert oder unbekannt. 3. Auch mir giebst du, mein Gott und Heil, Noch täglich mein bestimmtes Teil, Giebst mir's mit Huld und Freundlichkeit, Solang' ich bin, zur rechten Zeit. Kein Vater sorgt so väterlich Für seinen Sohn, als du für mich. 4. Ich bin's gewiß, du kannst mich nicht Verlassen, meine Zu⸗ versicht. Ich bin's gewiß, du thust mir wohl, Solang' ich hier noch leben soll. Nicht Überfluß bitt' ich von dir, Was ich bedarf, das giebst du mir. 5. Der Vogel bauet nicht das Land, Du nährst ihn doch mit mil⸗ der Hand. Du schmückst die Blume königlich, Die nicht zur Arbeit eilt, als ich. Vergiß es, meine Seele, nie: Weit mehr bin ich vor Gott, als sie! 6. Mich schufst du nicht für diese Zeit, Mein Ziel ist in der Ewigkeit, Gabst mir Vernunft und Freiheit, Gott, Für mich ging Jesus in den Tod. Nichts, was die Erd' erzieht und nährt, Gleicht mir an Hoheit und an Wert. 7. Von dir, der das an mir gethan, Werd' ich auch Speis' und Trank empfahn. Selbst dem, der dich mit Sünden schmäht, Giebst du sie ohne sein Gebet, Und fleht' ich nicht darum zu dir, Gewährtest du sie dennoch mir. 8. Laß du mich nur vergnügsam sein Und deiner Gaben mich er⸗ freun, Mehr aber deiner, der ⁰xIey-„ nein nein mit ang' Rein inen unst Zu⸗ hust noch bitt' das das mil; ume eilt, nie: sie! für der und zing was eicht du dich So freundlich zeigest gegen mich, Der du des Lebens Quelle bist, Aus welcher jede Wohlthat fließt. 9. Bei deiner Gaben Überfluß Erhalt' mich mäßig im Genuß. Bewahr' mich in der Dürftigkeit Vor Schmach und Unzufriedenheit. Du nährst mich immer. Preis und Dank Bring' ich dir, Gott, mein lebenlang. Münter. Dank für Errettung aus Not und Gefahren. Mel. Nun danket alle Gott. Cob, Ehr' und Dank sei 431. dir, O großer Gott, gesungen! Du, du hast die Gefahr, Die uns umgab, bezwungen. Das Unglück tobte wild, Dein Eifer schreckte sehr Und Fluten rauschten stark Und fürchterlich daher. 2. Doch mitten in dem Zorn Bewiesest du Erbarmen. Es brach dein Vaterherz, Du zeigtest an uns Armen, Daß du die Menschen nicht Gern plagest und betrübst Und im Betrüben selbst Sie als ein Vater liebst. 3. Dein Sohn war unser Fels, Auf den sich unser Hoffen Gewiß und fest verließ. Drum stand dein Ohr uns offen. Der Sturm erschütterte, Doch fielen wir nicht gar, Weil unsre Hoffnung fest Auf ihn gegründet war. 4. Entflohn ist die Gefahr, Ent⸗ flohn ihr schrecklich Toben. Gott, du hast sie bedroht Mit starker Hand von oben. Die Plage drückt nicht mehr, Das bange Herz wird froh, Das, voll von Furcht und Angst, Anbetend zu dir floh. 5. So sei denn jetzt gepreist, O Vater, Gott der Treue. Dank dir, Erretter, Dank. Dir bringen wir aufs neue Für deine Hilf' und Huld Uns selbst zum Opfer dar, Und unser Herz wird ganz Dein Lob⸗ und Dankaltar. 6. Und deiner Rettung Huld, Die du uns, Gott, erwiesen, Soll von uns nicht nur jetzt, Nein, Lob⸗ und Danklieder. 231 ewig sein gepriesen. Erschallen soll dein Ruhm, So lange wir hier sind, Dich preisen, Mächtigster, Noch Kind und Kindeskind. 7. Und künftig wollen wir Nur dir zu Ehren leben, Nicht mehr dir, wie bisher, Mit Sünden wider⸗ streben. Und dann halt', Vater, du. Mit fernern Strafen ein Und laß in deine Hand Uns eingezeichnet sein. Möllenhof und angeblich Rüster. Mel. Nun freut euch, lieben Christen. 24 en Herrn, der an 432 D mein Leiden denkt, Mich, wenn ich's ihm erzähle, Aus seinem Freudenkelche tränkt, Erhebet meine Seele. Er ist mein Lobgesang, mein Heil, Mein star⸗ ker Fels, mein Licht, mein Teil, Das ich auf Erden wähle. 2. Er hat durch Weisheit und Verstand Den Himmel ausgebrei⸗ tet. Wie groß ist er, wenn seine Den Gang der Blitze leitet! ie gnädig, wenn ein Frommer weint Und er in seiner Macht er⸗ scheint Und für den Frommen streitet! 3. Er sandte Schrecken über mich, Da war um Trost mir bange. 0 rief: Warum verbirgst du dich! Mein Gott, ach, wie so lange, Wie lange soll ich traurig sein? Laß ab, daß ich nach deinem Dräun Barmherzigkeit erlange! 4. Da sah der Herr mein Elend an, Wie seine Hand mich drückte, Ließ Gnad' in meiner Angst sich nahn, Damit er mich erquickte, Und sprach, als ich im Glauben bat: Ich werfe meine Missethat Weit hinter mich zurücke. 5. Er strafte, wenn ich von ihm wich, Mit väterlichen Schlägen Und schlug mit Menschenruten mich, Nicht über mein Vermögen, Und kam mir, wenn ich zu ihm rief, Damit ich nicht im Tod entschlief, Mit Rat und Trost entgegen. 6. Oft muß ich meine Redlich⸗ keit Von Frevlern spotten lassen, Oft suchen mit mir Zank und Streit, Die mich ohn' Ursach' hassen. Es redet steif und trotziglich Der falsche Mund oft wider mich: 9. Und wenn sein Zorn die Völker schlägt, Trägt er mich auf den Händen, Wie seinen Sohn ein Bater trägt, Gefahren abzuwenden. Empöre, Welt, dich wider mich. Gott wacht und wird mir väterlich Hilf' und Errettung senden. 10. Er ist mit mir, ich zittre nicht. Er richtet meine Gänge. Kommt mit mir vor sein Angesicht In heiligem Gepränge. Versamm⸗ let euch herzu von fern, Gerechte, singt mit mir dem Herrn, Dem Herrn singt Lobgesänge. Ärah. Mel. Wer nur den lieben Gott. ein Herz, ermuntre 433. M dich zum Preise Des Gottes der dein Vater ist. Be⸗ denke, auf wie viele Weise Du ihm zum Dank verpflichtet bist. Bring' ihm, der stets dein Helfer war, Mit Freuden Ruhm und Ehre dar. 2. Herr, deine Hand ist immer offen, Zu geben, was mir nützlich ist, Und doch bin ich oft schwach im Hoffen Auf dich, der du die Liebe bist, Mein Gott, wie wenig bin ich's wert, Daß mir noch Hilfe widerfährt! 3. Unendlich groß ist dein Er⸗ barmen, Nur wohlzuthun bist du gewohnt. Drum wird auch mir, mein Gott, mir Armen, Von dir nicht nach Verdienst gelohnt. Noch immer steht mir deine Treu' Mit Segen, Trost und Hilfe bei. 4. Du bist es, der in meinen Sorgen Mit Rettung mir entgegen eilt, Und wenn sie, noch für mich verborgen, Nach meinem Wahn zu lang' verweilt, So kommst du, eh' ich's mir versehn, Und hilfst mir und erhörst mein Flehn. 5. Du wählst und wirkest stets das Beste Und wenn auch meine Not sich häuft, So steht durch dich mein Wohl doch feste. Wenn mich das Elend ganz ergreift, So siehest du voll Liebe drein, Mich vom Verderben zu befrein. 6. Du bist mein Heil, mein ganz Gemüte Ist deines Ruhms, mein Retter, voll. O könnt' ich deine große Güte Doch so erheben, wie ich soll! Doch meine Kraft reicht nicht dahin. Du weißt es, Gott, wie schwach ich bin. 7. Und hätt' ich auch viel tausend Zungen, So würde deines Wohl · thuns Preis Nie würdig gung von mir besungen, Auch bei dem allergrößten Fleiß. Denn mehr, Herr, als ich rühmen kann, Hat deine Huld an mir gethan. §. Jedoch du siehst mit Wohlge⸗ fallen Auch auf des Herzeus Redlich⸗ keit Und hörest selbst das schwache Lallen Der Deinen mit Zufrieden⸗ heit. Du hörst es, wie ein Vater pflegt, Der seiner Kinder Schwach⸗ heit trägt. 9. Drum soll mir deine Huld und Güte Beständig, Gott, vor Augen sein. Ich will mit redlichem Gemüte Mein Leben deinem Lobe weihn, Bis ich vollkommner deinen Ruhm Erheb' im höhern Heiligtum. v. Gersdorf und Biterich. Mel. Es ist das Heil uns kommen. 43 4 Nob, Ehr' und Preis dem ehöchsten Gut, Dem Vater aller Güte, Dem Gott, der alle Wunder thut, Dem Gott, der das Gemüte Bekümmerter mit Trost er⸗ quickt, Wenn bange Not sie nieder. drückt. Gebt unserm Gott die Ehre! 2. Es danken dir die Himmels⸗ zilfst stets eine — Lob⸗ und Danklieder. 233 heer, Beherrscher aller Thronen, Und die, die Erde, Luft und Meer Durch deinen Schutz bewohnen, Die preisen deine Lerorgebracht Die uns und sie hervorgebracht. Gebt unserm Gott die Ehre! 3. Was unser Gott geschaffen hat, Das will er auch erhalten, Darüber wird sein weiser Rat Mit Vatergnade walten. In seinem unumschränkten Reich Ist alles weise, recht und gleich. Gebt unserm Gott die Ehre! 4. Ich ries in meiner Not zum errn: Ach Gott, vernimm mein einen! Und er, mein Helfer, hörte gern, Ließ Hilf' und Trost erscheinen. Des dank', o Gott, des dank' ich dir. Dankt alle, danket Gott mit mir. Gebt unserm Gott die Ehre! 5. Er, er wird des Erbarmens nicht, Auch nicht des Wohlthuns müde. Er bleibt der Seinen Zuver⸗ sicht, Ihr Segen, Heil und Friede. Mit Vaterhänden leitet er Sein Volk durch Trübsal, Wüst und Meer. Gebt unserm Gott die Ehre! 6. Wenn alle Hilfe mangeln will. Wenn kein Mensch mehr kann raten, So setzet er der Not ein And Durch wundervolle Thaten nd zeigt, daß er nur Helfer sei, Allweise, mächtig, gnädig, treu. Gebt unserm Gott die Ehre! 7. Ich will, o Gott, dich lebens · lang Und einst noch ewig ehren. Man soll, Herr, meinen Lobgesang An allen Orten hören. Mein gan⸗ zes Herz ermuntre sich, Mein Geist und Leib verehre dich. Gebt un ⸗ serm Gott die Ehre! 8. Ihr, die ihr Christi Namen nennt, Gebt Gott, dem Höchsten, Ehre! Ihr, die ihr Gottes Macht erkennt, Gebt Gott, dem Höchsten, Ehre! Der Spötter Heer werd selbst ein Spott, Der Herr ist Gott! der Herr ist Gott! Gebt Gott, dem Höchsten, Ehre! 9. Kommt, laßt uns vor sein Angesicht Mit Freud' und Zittern dringen, Bezahlet die gelobte Pflicht Und laßt uns fröhlich singen: Der Herr hat alles wohl bedacht Und alles, alles wohl gemacht. Preis ihm und Dank und Ehre! Schütz und Unbekannter. Vom öffentlichen Gottesdienste. Pflicht und Nutzen des öffent⸗ lichen Gottesdienstes. Mel. Wer nur den lieben Gott. 435 Den Höchsten öffentlich verehren Und in das Haus des Herrn zu gehn, Um ehrfurchtsvoll sein Wort zu hören, Anbetend vor ihm gern zu stehn, G eine Pflicht, wozu der Christ, olang' er lebt, verbunden ist. 2. Wie billig ist's, das höchste Wesen, Durch das der Meusch ist, lebt und denkt, Den Herrn und Richter aller Wesen, Den, der uns jede Wohlthat schenkt, Mit Lob' und Preise zu erhöhn Und neue Huld uns zu erflehn! 3. Wenn du nur in der Still' ihn ehrest, Zwar Jesum deinen Heiland nennst, Doch nicht ihn öffentlich verehrest, Nicht ihn auch vor der Welt bekennst, Bist du dann sein? Bist du ein Christ, Der der Erlösung würdig ist? 4. Wer nicht sein Herz vom Stolz bezähmet Und frech das Haus des Herren flieht, Wer sich des Gottesdienstes schämet Und der Versammlung sich entzieht, Der raubt Gott eine heilge Pflicht, Verachtet Gott und ehrt ihn nicht. 5. Auch deinen Nächsten zu er⸗ bauen, Mußt du zum Gotteshause gehn. Wie viele sind, die auf dich schauen, Die bloß auf andrer 234 Vom öffentlichen Gottesdienste. Beispiel sehn! Wenn er durch dich nun träge wird, Bist du es nicht, der ihn verführt? Und selber uns in unsern Pflichten, Bei unsrer Schwäch' und Dürftigkeit, Noch immer mehr zu unterrichten Und fest zu sein in Freud' und Leid, Wie nötig ist dies nicht, o Christ, Der du ge⸗ neigt zu fehlen bist! 7. Wie schwach sind unsre eignen Kräfte! Wie schwach Erkenntnis und Verstand! Der Gottesdienst ist ein Geschäfte, Wozu Gott gütig uns verband, Ein Mittel, das uns Mut und Kraft Zum Glauben und zur Tugend schafft. 8. Wie manchen Trost hab' ich empfunden, Wenn ich das Wort des Herrn gehört! Wie lieb' ich euch, ihr frohen Stunden, Da man anbetend Gott verehrt Und, um das Ewige bemüht, Sich aller Erdensorg entzieht! 9. Nichts gleicht dem himm⸗ lischen Entzücken, Das hier ein frommes Herz belebt, Wenn es in selgen Augenblicken Sich im Gebet zu Gott erhebt Und, voll des Glücks, das es genießt, Von Dank und Freuden überfließt. 10. Wie nichtig sind der Erde Freuden Dem, der des Himmels Freuden schmeckt! Wie süß der Trost, wenn man im Leiden Sein Herz dem besten Freund entdeckt! Wie nichts ist alles Glück der Welt Dem, der mit Gott sich unterhält! 11. Kommt, fromme Christen, teure Brüder, Vereint im Geist vor Gott zu stehn Und alle, eines Leibes Glieder, Den großen Schöp⸗ fer zu erhöhn. Frohlockend preiset Jesum Christ, Der unser Haupt und Mittler ist. 12. Dann laßt uns schmecken und empfinden, Wie freundlich Gott den Seinen ist, Er, der die Menge unsrer Sünden, Sobald wir Buße thun, vergißt, Von neuem uns als Kinder liebt Und liebreich Gnad' um Gnade giebt. 13. Bereite selbst, Herr, unsre XR¶II ůk Seelen. Vertreib' aus uns des Irr⸗ tums Nacht. Laß uns der Wahr⸗ heit nicht verfehlen, Die du uns selbst hast kundgemacht, Damit dein großer Ruhetag Uns ewig dort beglücken mag. Rüster. Würdige Sonntagsfeier. Mel. Herr Jesu Christ, mein's. 436 Gott, du bist mein 2 Preis und Ruhm, Mein Herz sei ganz dein Eigentum. Laß mir den Sonntag heilig sein Und gern ihn deinem Dienste weihn. 2. Gieb, daß ich mein Gemüt bewahr', Wenn ich mit deiner Christenschar Zu deines Hauses Stätte geh', Daß ich mit Ehr⸗ furcht vor dir steh'. 3. Erinnre selber meinen Geist, Daß du mir gegenwärtig seist, Damit ich deines Wortes Lehr' Mit Andacht und mit Nutzen hör'. 4. Drück' alles tief ins Her hinein Und laß mich nicht blo Hörer sein. Steh' mir mit deiner Gnade bei, Daß ich des Wortes Thäter sei. 5. Hilf, daß ich deinen Ruhetag Zu meinem Segen seiern mag. Be⸗ wahr' mich vor dem Sinn der Welt, Die deinen Tag verächtlich hält. 6. Doch laß mich nicht dabei bestehn, Dich nur des Sonntags zu erhöhn. Herr, meine ganze Lebens⸗ zeit Sei deinem Dienst und Ruhm geweiht. Diterich nach Schmolck. Mel. Wend' ab deinen Zorn. 437 Dies ist der Tag, zum * Segen eingeweihet. Ihn feiert gern, wer deiner, Gott, sich freuet. O laß auch mich mit Freuden vor dich treten, Dich an⸗ zubeten! 2. Dich rühmt der Lobgesang der Himmelsheere. Auch unser Tempel schall' von deiner Ehre. Auch unser Dank und unsers Gei⸗ stes Flehen Soll dich erhöhen. 3. Wie freu' ich mich, die Stätte zu begrüßen, Wo Dürstenden des Irr· zahr⸗ uns amit ewig er. 6. mein uhm, tum. sein eihn. müt iner Vom öffentlichen Gottesdienste. 235 Lebens Bäche fließen Und wo dein Heil von der Erlösten Zungen Froh wird besungen! 4. Vergebens lockt die Welt zu ihren Freuden, Mein Geist soll sich auf Gottes Auen weiden. Sein heilig Wort, das seine Boten lehren, Das will ich hören. 5. Mit Audacht will ich, Höch⸗ ster, vor dich treten. Ich weiß, du liebst, die kindlich zu dir beten. Der Thoren Glück, die sich der Sünde freuen, Wirst du zerstreuen. 6. O laß auch heute deinen Geist mich lehren, Vom Weg, der dir mißfällt, mich abzukehren. Re⸗ giere mich, daß meine ganze Seele Zum Ziel dich wähle. 7. Dein Tag sei mir ein Denk⸗ mal deiner Güte. Er bring' mir Heil und lenke mein Gemüte Auf jenen Trost, den uns dein Sohn erworben, Da er gestorben. 8. Dich bet' ich an, du Todes⸗ überwinder, Der du an diesem Tag zum Heil der Sünder, Die, sern von Gott, in Todesschatten saßen, Dein Grab verlassen. 9. Dein Siegstag ist ein Tag des Heils der Erden. Als Sabbat müss er mir stets heilig werden. Lob sei, Erlöser, deinem großen Namen Auf ewig. Amen. Sturm und Bruhn. Mel. Vom Himmel kam der Engel. 438 Dis Christen, ist der Tag des Herrn, Ge⸗ schäft und Müh' sei von uns fern. Kommt vor des Höchsten Angesicht Und freuet euch in seinem Licht. 2. Kommt, betet euren Schöpfer an Und rühmt, was er an euch ethan. Ihn preisen ist der Christen mt, Drum preist und lobt ihn allesamt. 3. Rühmt seine Weisheit, Kraft und Rat, Da er aus nichts er⸗ schaffen hat Den Himmel und die ganze Welt Und alles, was sie in sich hält. 4. Und als er ihren Bau voll⸗ bracht, Hat er den Menschen auch bild. en Den er nach seinem Eben· ild Mit Weisheit und Verstand erfüllt. 5. Erkennt, um euch voll Dank zu freun, Wie er durch seine Güt' allein Uns täglich schützet und ernährt Und manches Unglück von uns kehrt. 6. Dankt auch, daß heute Jesus Christ Vom Tode auferstanden ist Und durch die Größe seiner Macht Das Leben an das Licht gebracht. 7. O Gott, der du den Erdenkreis Erschaffen hast zu deinem Preis Und auch in Trübsal und Gefahr Uns treu bewahrt so manches Jahr, 8. Hilf, daß wir voller Dankbegier Erkennen, was du für und für Durch deine Weisheit, Güt' und Macht Gethan, geordnet und vollbracht. 9. Du Sieger über Tod und Grab, Der sich für uns zum Opfer gab, Laß uns der Wohlthat wür⸗ dig sein Und mach' uns von den Sünden rein. 10. Laß deiner Auferstehung Kraft, Die neues Leben in uns schafft, Uns mit dem hohen Trost erfreun, Einst ewig, Herr, bei dir zu sein. 11. O heilger Geist, laß uns dein Wort So hören heut' und immerfort, Daß sich in uns durch deine Lehr' Glaub', Lieb' und Hoffnung reichlich mehr'. 12. Erleuchte uns, du wahres Licht. Entzeuch uns deine Gnade nicht. Sei unser Trost in aller Not Stärk uns im Leben und — m Tod. Unbekannter und Sollikofer. Mel. Wer nur den lieben Gott. 439 Wide lieblich ist doch „ Herr, die Stätte, Da deines Namens Ehre wohnt! O gieb, daß ich sie gern betrete, Weil da dein Segen die belohnt, Die deines Wortes sich erfreun Und dir des Herzens Andacht weihn. 2. Wohl dem, der dich in dei⸗ ner Hütte, Gott, zu verehren Ernst beweist! Du hörst sein Lob und seine Bitte Und stärkst mit 236 Vom öffentlichen Gottesdienste. neuer Kraft den Geist, Daß er auf deiner Wahrheit Bahn Recht⸗ schaffen vor dir wandeln kann. 3. Dein Wort bleibt niemals ohne Segen, Wenn man's nur recht u Herzen nimmt. Es giebt uns rost auf Trübsalswegen, Die du u unserm Heil bestimmt, Es giebt im Kampf uns Mut und Kraft Und ist ein Schwert, das Sieg verschafft. 4. Gott, laß auch mir dein Antlitz scheinen. Dein Sabbath bring' auch mir Gewinn, Wenn andachtsvoll ich mit den Deinen Vor dir an heilger Stätte bin. Laß dir das Lob, das wir dir weihn, Ein angenehmes Opfer sein. 5. Ja, du bist Sonn' und Schild den Frommen, Du, Herr, giebst ihnen Gnad' und Ehr', Und wer nur erst zu dir gekommen, Dem fehlt das wahre Glück nicht mehr. Was du verheißest, hältst du fest. Wohl dem, der sich auf dich verläßt! Unbekannter. Vor der Predigt. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 440 Jesu Christe, wir sind hier, Um dein heilig Wort zu hören. Schenk' uns Andacht und Begier Zu den süßen Himmels⸗ lehren, Daß die Herzen von der Erden Ganz zu dir gezogen werden. 2. Dieses Lebens Wissenschaft Bleibt mit Finsternis umhüllet, Wenn nicht deines GeistesKraft Uns mit Licht von Gott erfüllet. Lehr' uns denn aufs Wort recht merken, Laß es uns zum Leben stärken. 3. O du Glanz der Herrlichkeit, Licht vom Licht, aus Gott geboren! Heiligster, von Ewigkeit Hast du dir uns auserkoren. Lehre deines Him⸗ mels Erben Recht zu leben, recht zu sterben. Clausnitzer u. Klopstock. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns. 441 Don du stets unsre Zu⸗ flucht bist, Sei mit den Deinen, Jesu Christ. Send' uns den Geist, der uns regiert Und uns den Fart zur Wahrheit führt. 2. Er stärkt den wankenden Ver ⸗ stand, Macht deine Lehren uns be⸗ kannt, Er flammt zur Heiligkeit uns an, Er leitet uns auf rechter Bahn. 3. Halleluja! Einst singen wir Gott, heilig, heilig, heilig! dir Und schauen dich in deinem Licht Von Angesicht zu Angesicht. Angeblich Wilhelm II. zu S.-Weimar u. Älopstock. Beim Beschluß des Gottesdienstes. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 442 öchster Gott, wir danken H dir, Daß du uns dein Wort gegeben. Hilf uns ferner, daß auch wir Nach demselben hei⸗ lig leben. Gieb dem Glauben solche Stärke, Daß er thätig sei im Werke. 2. Unser Gott und Vater, du Du nur lehrst uns, was wir sollen. Schenk' uns deine Kraft dazu, Gieb zum Wissen auch das Wollen Und zum Wollen das Vollbringen, So wird alles wohlgelingen. Haßlocher. Pflicht und Nutzen des hänslichen Gottesdienstes. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 443 Alich zu Haus und in — der Stille, Christ, ver⸗ giß der Andacht nicht. Sie führt dich zur Segensfülle, Sie ist eine selge Pflicht. Vor Gott täglich mit den Deinen Dankbar im Gebet erschei⸗ nen, Bringt viel Vorteil, bringet Lust, Trost und Ruhe deiner Brust. 2. Solltest du nicht den erheben, Der dir täglich Gutes schenkt, Der dir fristet Glück und Leben, Jede Stunde dein gedenkt? Kannst du Rettung deiner Sünden, Kannst du neue Gnade finden, Wenn du nicht zu Gott hingehst Und um Huld und Wohlthat flehst? 3. Welch ein segensvoll Geschäfte Ist ein häusliches Gebet! Mut zur Arbeit, Lust und Kräfte Giebt Gott dem, der zu ihm fleht. Tröstung in betrübten Stunden Haben Fromme stets gefunden, Die, im Gottesdienst vereint, Stille Thrä⸗ nen ihm geweint. Vom öffentlichen Gottesdienste. 237 4. Sichtbar mehrt sich Glaub' und Tugend, Glück und Segen blüht und grünt, Wo das Alter und die Jugend Gott mit Mund und Thaten dient. Aber Unordnung und Sün⸗ den Wird man in den Häusern fin⸗ den, Wo man lebt wie ohne Gott, Weder denkt an Pflicht noch Tod. 5. Gute, fromme Kinder haben, Froh in seinem Hause sein, Treue Hausgenossen haben, Gott, wie muß dies Glück erfreun! Im Gebet ist Reiz zur Tugend Für das Alter, für die Jugend. Sich einander zu erbaun, Wirket Lieb' und fromm Vertraun. 6. Drum, o Cyrist, ein jeder Morgen, Jedes Abends ruh'ge Zeit, Eine Stunde, frei von Sorgen, Sei vor allem Gott geweiht. Bete selbst, bet' mit den Deinen. Gott hört's und erfreut die Seinen. Achtsam lies die heilge Schrift, Sie lehrt, was dein Heil betrifft. 7, Höchster, mache dies Geschäfte Allen Häusern teu'r und wert. Gieb dazu uns Trieb und Kräfte, Hindre, was es uns erschwert. Laß dir unser schwaches Lallen In der Stille wohlgefallen, Bis wir ewig vor dir stehn Und mit Engeln dich erhöhn. Paulmann. Pflichtmäßige Gesinnung gegen Jesum, den Erlöser der Menschen. Preis für die Erlösung. Mel. Herzlich lieb hab' ich dich, o Herr. 444 Gelort seist du, Herr Zebaoth, Gelobt für unsres Mittlers Tod, Der uns das Heil erworben. Wie hast du, Gott, auch 060 geliebt! Er, der uns ewges Leben giebt, Ist auch für mich gestorben. Mein ganzes Herz frohlockt in mir. O Vater, ich lob⸗ singe dir. Gieb, daß ich jeden Tag aufs neu Mich deiner Vaterhuld erfreu'. Gott meines Heils, Sei ewig mein, Sei ewig mein Und laß mich dir recht dankbar sein. 2. Voll froher Ehrfurcht beug' ich mich Vor dir, Sohn Gottes, der du dich Für mich dahinge⸗ eben. Es komme mir nie aus em Sinn, Wieviel ich dir, Herr, schuldig bin. Dein Tod bringt mir das Leben. Durch deines Opfers ewge Kraft Hast du, o Herr, auch mir verschafft, Was mich vor dem Verderben schützt, Was mei⸗ nem Geiste ewig nützt. Herr Jesu Christ, wie liebst du mich! Wie liebst du mich! Gieb, daß ich ewig liebe dich. 3. Mit Inbrunst fleh' ich, Herr, zu dir: Befördre du doch selbst in mir Ein gläubiges Gemüte. Mich dürstet, gleich dem dürren Land, Bei deiner Liebe Unter⸗ pfand, Nach deiner großen Güte. Ich fühle, Herr, was mir ge ⸗ dricht, O stärke meine Zuversicht, Daß du auch mein Versöhner seist Und mich vom ewgen Tod befreist. Herr, dieser Trost Sei fest in mir, Sei fest in mir. So dien' ich voller Freuden dir. 4. Zur Weisheit und Gerechtig⸗ keit, Zur Heiligung und Seligkeit Bist du mir ausersehen. Auch mir zum herrlichsten Gewinn Gabst du dein Leben willig hin. Drum hör' jetzt auf mein Flehen. Mein Hei⸗ land, zeuch mich ganz zu dir, Ja durch den Glauben wohn' in mir. So nimmt in mir die Seelenruh' Und meines Herzens Bessrung zu. Mein Herr und Gott, Verlaß mich nicht, Verlaß mich nicht! So komm' ich einst nicht ins Gericht. 5. Zu deinem Himmel hilf du mir. Der Freuden Fülle ist bei dir. Laß mich sie einst genießen. Belebe mich mit Mut und Kraft, So meine ganze Pilgrimschaft Zu führen und zu schließen, Daß 238 Pflichtmäßige Gesinnung gegen Jesum, mir dein Wort stets heilig sei, Daß ich, bis in den Tod dir treu, Mit Freu⸗ den thu', was dir gefällt, Und dich auch ehre vor der Welt. O Herr, mein Heil, sei stets mit mir! Sei stets mit mir! So komm ich einst gewiß zu dir. Diterich.(RBist.) Mel. An Wasserflüssen Babylon. 445 Lob, Ehre, Preis und Dank sei dir, O Jesu, unser Leben! Preiswürdig bist du für und für. Wer kann dich gnug erheben? Eh' noch die Welt ward, warst du schon, Groß, herrlich und des Höchsten Sohn, Ein Erbe seiner Ehre. Dein ist das Reich, die Herrlichkeit, Und du beherrschest weit und breit Der Kreaturen Heere. 2. Dein sind sie. Denn durch wessen Kraft Ward Himmel, Meer und Erde? Wer hat das Leben uns verschafft? Wer sprach zum En⸗ gel: Werde! Du bist das Wort, durch welches Gott Der ganzen Welt zu sein gebot. Du bist's, der alles träget, Was sichtbar und unsichtbar ist, Was Erd' und Him⸗ mel in sich schließt Und was im Meer sich reget. 3. Und dennoch bist du uns zu gut“ In diese Welt gekommen, Hast willig unser Fleisch und Blut, Herr, an dich genommen. Aus der erschrecklichsten Gefahr Zu ret⸗ ten, was verloren war, Wardst du ein Fluch auf Erden. O Huld, die sonst nichts Gleiches hat! Du starbst für unsre Missethat, Ein Heiland uns zu werden. 4. Du wardst es uns und bist es noch Jetzt auf des Himmels Throne, Suchst liebreich von der Sünde Joch Und ihrem schnöden Lohne, Die ihr noch dienen, zu be; frein. Beschwerter Herzen Trost zu sein, DI deines Herzens Freude. Du giebst den müden Seelen Ruh', Und wer dich liebt, den stärkest du, Daß nichts ihn von dir scheide. 5. Du hörst der Deinigen Gebet Und endest ihre Plage. Du bleibst, bis Zeit und Welt vergeht, Bei uns noch alle Tage. Herr, dir sei ewig Dank und Ruhm Für deinen Tod und Martertum, Für alle deine Liebe. Dir geb' ich mich zu eigen hin. Gieb, daß ich mich, so lang'ich bin, In deinem Lobe übe. Diterich.(Hiller.) Mel. Wie schön leucht't uns der. 3 ie groß, wie ange⸗ 446. Wĩ betet ist Dein Nam;⸗ o Herrscher, Jesu Christ, Wie teuer deinem Volke! Welch Licht ging in der Finsternis Mit dir der Welt auf, wie zerriß, Wie floh des Irrtums Wolke! Als du, Heil, kamst, Hörten Taube, Und der Glaube Half den Kranken, Stumme sangen, dir zu danken. 2. Nur Fischer waren's, die dein Licht Verbreiteten, die Weisen nicht. Wo sind sie? Wo die Hohen? Und wo die Reichen? Wo die Macht, Vor der des Götzendienstes Nacht Und seine Schatten flohen? Macht nicht, List nicht, Deine Gaben, Mittler, haben Dich verkläret, Uns den Weg zu Gott gelehret. 3. Wir werden deinen Ruhm erhöhn, Wir werden deine Himmel sehn, Den Preis von deinen Lei⸗ den, Genießen, weil du für uns starbst, Was du uns durch dein Blut erwarbst, Der Engel hohe Freuden. Was sind Menschen, Daß auch Sün⸗ der Gottes Kinder Werden sollen, Wenn sie an dich glauben wollen? 4. Du hast dich deiner Herrlich⸗ keit Entäußert, eine kurze Zeit Für uns von Gott verlassen, Und nun mit Ehr' und Ruhm gekrönt, Nun machst du selig, die versöhnt Der Sünden Greuel hassen. Sün⸗ dern Willst du Gern vergeben, Ihnen Leben Geben allen Nach des Vaters Wohlgefallen. 5. Vom Aufgang bis zum Unter⸗ ang Erschallet dir der Lobgesang rretteter Gerechten. Unzählbar sind die Scharen schon, Die gerne dir vor deinem Thron Ein würdig Loblied brächten. Ihrer, Jesu, Jesu, werden Mehr auf Erden den Erlöser der Menschen. 239 Dir lobsingen, Preis und Dank und Ruhm dir bringen. 6. Wie groß, wie angebetet ist Dein Nam', o Herrscher Jesu Christ, Wie herrlich bei den Deinen! Doch führst du uns zu deiner Ruh', O wie weit herrlicher wirst du Den Deinen dann erscheinen! Ewig Müsse Dir zur Ehre Ihrer Chöre Lob erschallen, Durch die Himmel wiederhallen! Cramer. Gläubige Zuversicht zu Jesu. Mel. Wo soll ich fliehen hin. 447 Mern Jesus ist getreu, In Not steht er mir bei. Auf ihn ist gut vertrauen, Drum will ich auf ihn bauen. Ihm bleibt mein Herz ergeben Im Tod und auch im Leben. 2. Der Welt armselger Lohn Ist Schaden, Schmach und Hohn. Wer den nicht will ererben, Der muß der Welt absterben, Muß ihrer nicht begehren Und sich zu Jesu kehren. 3. Umringet mit Gefahr, Nehm' ich viel Feinde wahr, Die wider mich sich legen. Du, Jesu, bist zugegen, Du lenkst das Herz, auch Feinde Verwandelst du in Freunde. 4. In aller meiner Not, Und wär' es auch der Tod, Bist du's, der für mich ringet Und Not und Tod bezwinget. Ja, vor der Hölle Schrecken Kann mich dein Schutz bedecken. 5. Wenn Sündenschuld mich plagt Und mein Gewissen nagt, Alsbald eilt deine Gnade, Daß sie mich ihr entlade. Dein Leiden und dein Sterben, Das läßt mich nicht verderben. 6. Sei, Jesu, auch hinfort Mein Beistand, Schutz und Hort. Laß meinen Fuß nicht gleiten Und hilf mir mutig streiten. So will ich deinen Namen Von Herzen preisen. Amen. Bomburg u. Zollikofer. Liebe gegen Jesum. Mel. Herzlich lieb hab' ich dich, o Herr. —— 448. Ar dich. Dch Gnade Heiland, dürstet mich, Die meine Seele labe. Die ganze Welt erfreut mich nicht, Nach Erd' und Himmel frag' ich nicht, Wenn ich nur dich, Herr, habe. Und wenn mein Herz im Tode bricht, Bist du doch meine Zuversicht, Mein Trost, mein Heil, der mich erlös't, Der mich im Tode nicht verstößt. Ach, Jesu Christ! Mein Herr und Gott! Mein Herr und Gott! Ein Schlummer sei mir einst der Tod. 2. Ach alles, Herr, hab' ich von dir. Den Leib, die Seele gabst du mir Und dies mein erstes Leben. Gieb, daß ich's deiner Liebe weih Und meinen Brüdern nützlich sei Mit dem, was du gegeben. Laß, Mittler, mein' Erkenntnis rein Und heilig meinen Wandel sein, Im Kreuze dir getrost vertraun Und nur auf deine Hilfe schaun. Ach, Jesu Christ! Mein Herr und Gott! Mein Herr und Gott! Hilf mir in meiner letzten Not. 3. Gieb, daß dein Engel meinen Geist, Wenn dich mein letztes Lob. lied preist, In Abrams Schoß einst trage. Der Leib ruh' sanft in seiner Gruft, Bis ihn dein Wort ins Leben ruft An jenem großen Tage. Und kommst du dann zum Weltgericht, So segne mich dein Angesichk. Ach, Richter, laß mich ohne Graun Dich dann auf deinem Throne schaun! Herr Jesu Christ! Erhöre mich! Erhöre mich! So preis' ich ewig, ewig dich. Schalling u. Klopstock. Mel. Ich ruh zu dir, Herr Jesu Christ. 449 O Jesu Christ, mein — höchstes Gut, Mein Heil, mein Trost, mein Leben, Der du für mich dein teures Blut Und Leben hingegeben! Gieb, daß ich, als dein Eigentum, Dich herzlich lieb' und ehre, Nichts be⸗ gehre, Als daß ich deinen Ruhm Mit Mund und That vermehre. 2. Gieb, daß kein andrer Trieb in mir, Als dich zu lieben, lebe, Daß ich mit herrschender Begier Dir zu gefallen strebe. Nimm al⸗ 240 Pflichtmäßige Gesinnung gegen Jesum, les, alles von mir hin, Was dich und mich kann scheiden. Eitle Freu⸗ den, Die dir mein Herz entziehn, Laß mich mit Ernst vermeiden. 3. Du hast mich je und je ge⸗ liebt, Mich stets zu dir gezogen. Eh' ich noch etwas Guts geübt, Warst du mir schon gewogen. Laß doch, Freund meiner Seligkeit, Mich deine Liebe leiten Und be⸗ leiten Und sie zu jeder Zeit Mir hilfreich stehn zur Seiten. 4. Laß meinen Stand, darin ich steh', Herr, deine Liebe zieren, Und wenn ich etwa irre geh', Zu dir zurück mich führen. Laß sie mich stets des Christen Pflicht Und jede Tugend lehren Und mir weh⸗ ren, Daß Welt und Sünde nicht Mich blenden und bethören. 5. Laß sie mir Freudigkeit im Leid, In Schwachheit Stärke geben, Und wenn du, nach vollbrachter Zeit, Mich rufst aus diesem Leben, Ach, dann laß deine Lieb' und Treu' Auf mich mit Troste blicken, Mich erquicken Und, aller Leiden frei, In Ewigkeit beglücken. Gerhardt und Rüster. Freude an Jesu. Mel. Jesu, meine Freude. 450 Jesu, meine Freude, 3Bester Trost im Lei⸗ de, Bestes Gut im Glück! Du hast meine Liebe, Du füllst meine Triebe, An dir hängt mein Blick. Hab' ich dich, Wie reich bin ich! Doch beglückt kann ich auf Erden Ohne dich nicht werden. 2. Unter deinem Schirme Können keine Stürme Mir erschrecklich sein. Laßt auch Felsen splittern, Laßt den Erdkreis zittern Und den Einsturz dräun. Was ist's mehr? Rings um mich her Mag es donnern, krachen, blitzen. Jesus will mich schützen. 3. Donnert auch im Grimme Des Gesetzes Stimme, Jesus stillet sie. Mag der Tod sich nahen, Mich das Grab umfahen, Jesus läßt mich nie. Mich schreckt nicht Das Weltgericht. Freudig, daß ich Je⸗ sum sehe, Blick' ich auf zur Höhe. 4. Wer ist, der den Glauben Meinem Herzen rauben, Ihn er⸗ schüttern kann? Bei der Hölle Toben Stimm' ich, Gott zu loben, Freu⸗ denlieder an. Ichu Macht Hält mich in acht. Die kann selbst der Hölle Wüten Ruh' in Eil gebieten. 5. Lockt nur, Gold und Schätze. Ehre sei der Götze Der iaht Elenz Welt. Mich sollt ihr nicht blen⸗ den, Nicht von dem mich wenden, Der mich treu erhält. Elend, Not, Kreuz, Schmach und Tod Soll mich, ob ich viel muß leiden, Nicht von Jesu scheiden. 6. Weich', des Eiteln Liebe, Weicht, des Fleisches Triebe. Tho⸗ ren täuscht nur ihr. Mich sollt ihr, ihr Sünden, Nie mehr willig finden. Fliehet fern von mir. Up⸗ pigkeit, Stolz, Schmähsucht, Neid, Ihr beschweret das Gewissen, Euch will ich nicht wissen. 7. Weichet, Sorg' und Zagen. Schweiget, bange Klagen. Jesus ist ja mein. Jeden, der ihn liebet, Muß, was erst betrübet, Noch zu⸗ letzt erfreun. Hab' ich hie Viel Angst und Müh', Jesu, auch im bängsten Leide Bleibst du meine Freude. Schlegel nach J. Franck. Sehnsucht nach der Vereinigung mit Jesu. Mel. Wie schön leucht't uns der. 451 Wis herrlich strahlt der Morgenstern! O welch ein Glanz geht auf im Herrn! Wer sollte sein nicht achten? Glanz Gottes, der die Nacht durchbricht. Stern Jakobs, sieh nach deinem Licht Mein Auge sehnlich prach ten. Jesu, Jesu, Schön und prä tig, Groß und mächtig, Reich an Gaben, Über alles hoch erhaben! 2. Du hier mein Leben, dort mein Lohn, Sohn Gottes und des Men⸗ schen Sohn, Des Himmels großer König! Aus vollem Herzen preis' ich dich Hab'ich nur dich, so rühret mich, Was alle Welt reizt, Pabut Komm doch, Komm doch. Wahrlich keiner Tröstet deiner, Brot des Lebens, Wenn ihn hungert, sich vergebens. nr-= IIIIRCEEE. MMM⁰Me7eeEelenSeo den Erlöser der Menschen. 241 3. In dir nur kann ich selig sein. Geuß tief, tief in mein Herz hinein Die Flamme deiner Liebe, Daß in mir nichts, als Inbrunst, sei, Kein Weltsinn deine Leiden scheu', Kein Undank dich betrübe. Nach dir, Nach dir, Den ich fasse, Nun nicht lasse, Ewig wähle, Dürstet meine ganze Seele. Von Gott strahlt mir ein Freudenlicht, So oft dein lieblich Angesicht Sich neigt, mich anzu⸗ blicken, Mein Jesu, du mein höch⸗ stes Gut, Dein Wort, dein Geist, dein Leib und Blut Kann Seelen recht erquicken. Speis' mich, Tränk' mich, Seligmacher, Daß ich Schwacher, Daß ich Erde Himmels⸗ freuden inne werde. 5. Und wie, Gott Vater, preis' ich dich! Gott, ewig, ewig hast du mich In deinem Sohn geliebet. Dein Sohn hat mich ihm fest ver⸗ eint, Er selbst, mein König, ist mein Freund. Trotz dem nun, was betrü⸗ bet! Seele, Seele, Ihn, den Sieger Stolzer Krieger, Wähl'zum Freunde Und dann fürchte keine Feinde. 6. Ihm, welcher Höll' und Tod bezwang, Ihm, ihm müss' unser Lobgesang Mit jedem Tag erschal⸗ len, Dem Lamme, das erwürget ist, Dem Freunde, der uns nie vergißt, Zum Ruhm und Wohl⸗ gefallen. Tönet, Tönet, Jubellieder, Schallet wieder, Daß die Erde Ganz voll seines Lobes werde. 7. Wie freu' ich mich, o Jesu Christ, Daß du der Erst' und Letzte bist, Der Anfang und das Ende! Du schließest selig meinen Lauf, Du weckst mich auch von Toten auf. Des klopf' ich in die Hände. Amen. Amen. Ja, wir wissen, Daß wir müssen. Wenn wir trauen, Noch dereinst dein Antlitz schauen. Schlegel nach Nicolai. Freimütiges Bekenntnis der Religion Jesu. Mel. Wenn meine Sünd' mich kränken. 452. Vensen. Verlengnet Petrus dich. Bald straft ihn sein Gewissen. Da weint er bitterlich. Tief dringet ihm dein Blick ins Herz, Er fleht zu dir um Gnade, Und du stillst seinen Schmerz. 2. Wie wuchs nun deines Zeu⸗ gen Beständigkeit und Mut! Furcht konnt' ihn nie mehr beugen, Für dich, Herr, floß sein Blut. Dich, seinen Herrn und seinen Gott Verherrlichte sein Leben, Verherr⸗ lichte sein Tod. 3. Betrübt ist meine Seele, Er⸗ füllt mit Reu' und Schmerz. Was hilft's, daß ich's verhehle? Du schaust mir ja ins Herz. Bekennen will ich es vor dir? Ich hab' dich oft verleugnet. Vergieb, vergieb es mir! 4. Wenn deines Namens Hasser Dich schmähten, wenn ihr Spott Von ihrem Mund als Wasser Dahin floß wider Gott, Dann schwieg ich furchtsam, schämte mich Ein Christ zu sein, und scheute Mehr ihren Spott, als dich. 5. O du, der du dein Leben, Du Herr der Ewigkeit, So willig hin ⸗ gegeben Für meine Seligkeit! Wie undankbar, wie schwach war ich, Daß ich den Spott der Sünder Mehr fürchtete, als dich! 6. Ach, rechne nicht zur Sünde Mir diese Schwachheit zu. Den Schmerz, den ich empfinde, Erlöser, siehe du. Du schenktest Petro seine Schuld. Bedeck auch mein Vergehen Mit deiner Lieb' und Huld. 7. Laß diese meine Reue Mir unvergeßlich sein. Ich will zu ewger Treue Dir meine Seele weihn. Dich zu verleugnen, Herr, mein Gott, Das fürchte meine Seele Weit mehr, als selbst den Tod. 8. Ich will dich frei bekennen. Wenn Gott Gericht einst hält, Wirst du mich auch bekennen Dem Richter aller Welt. Dein Kreuz ist meine Zuversicht, Selbst denen, die dich schmähen, Verhehl' ich's, Jesu, nicht. 9. Bedeckt von deiner Gnade, Veracht' ich ihren Spott. Wer ist XIIIIXII 242 es, der mir schade? Du hilfst mir aus, mein Gott. Von meinem Haupte fällt kein Haar, Und droh⸗ ten sie mir alle Die schrecklichste Gefahr. Münter. Nachfolge Jesu. Mel. Mach's mit mir, Gott, nach. 453 Welch hohes Beispiel gabst du mir, Mein Heiland, durch dein Leben! Sollt' ich nicht gern und mit Begier Dir nachzuahmen streben Und nicht den Weg, den du betratst, Auch gehn und das thun, was du thatst? 2. Dein Herz war voller Heilig; keit, So rein, wie deine Lehre, Dein Thun Lieb' und Rechtschaffen⸗ heit, Dein Endzweck Gottes Ehre, Für uns allhier Zufriedenheit Und dort einst ewge Seligkeit. 3. Darum entäußertest du dich Und stiegst vom Himmel nieder, Wardst Mensch, ein armer Mensch wie ich Und meiner Schwachheit Brüder, Der Bosheit Raub, der Leute Spott, In deinem Wandel gleich wie Gott. 4. In Knechtsgestalt erschienest du, Um uns zu Herrn zu machen. Den Kranken gabst du Trost und Ruh' Und warst stark in den Schwachen. Du trugst die Leiden mit Geduld Und trugst sie sonder eigne Schuld. 5. Ein Opfer unsrer Missethat, Liebt'st du uns doch als Freunde, Erfüllt'st für uns des Vaters Rat Und batest selbst für Feinde. Du starbst, gehorsam bis zum Tod, Und ehrtest auch im Tode Gott. 6. Dies große Beispiel hast du mir Zur Richtschnur hinterlassen, Daß ich gesinnet sei, gleich dir, In meinem Thun und Lassen. Komm, sprichst du, nimm dein Kreuz auf dich, Komm, folge mir und thu', wie ich. 7. Ich komme, Herr, gieb Kraft und Licht, Daß ich mein Heil er⸗ kenne, Dein wahrer Jünger sei und nicht Mich fälschlich nur so IIII Pflichtmäßige Gesinnung gegen Jesum, nenne, Damit ich, deinem Beispiel treu, Auch andern selbst ein Bei⸗ spiel sei. eiße. Mel. Ich dank' dir, Gott, durch. 454 Ederz 15 Snm, Sleuh * erz und Sinn, Fleuch denkend von der Erden. Hinauf schwing' dich zum Himmel hin. Ein Christ muß himmlisch werden. 2. Was bist du in der Welt? Ein Gast, Ein Fremdling und ein Wan⸗ drer. Wenn du kurz ausgehalten hast, So erbt dein Gut ein andrer. 3. Was hat die Welt? Was beut sie an? Nur schlecht' und eitle Dinge. Wer einen Himmel hoffer. kann, Der schätzt die Welt geringe. 4. Wer Gott erkennt, kann der wohl noch Den Sinn aufs Niedre lenken? Nur der an Gott denkt, denket hoch. So müssen Christen denken. 5. Sieh, Christ, nie sorgsam unter dich, Wenn dich die Leiden drücken, Sieh gläubig in die Höh' und sprich: Der Herr wird mich erquicken. 6. Der Christen hohes Bürger⸗ recht Ist dort im Vaterlande. Der Christ, der irdisch denkt, denkt schlecht Und unter seinem Stande. 7. Dort ist das reiche Kanaan, Wo Lebensströme fließen. Blick' oft hinauf! Der Anblick kann Den Leidenskelch versüßen. 8. Dort oben ist das Friedens⸗ haus. Gott teilt zum Gnadenlohne Den Überwindern Kronen aus. Kämpf' auch um Ruh' und Krone. 9. Dort singen Engelchör' aus Pflicht Von Gott und seinen Wer. ken. Freund Gottes, sehnest du di nicht Dies Loblied zu verstärken? 10. Dort herrscht dein Heiland Jesus Christ, Der Tilger deiner Sünden. Mit dem, durch den du selig bist, Muß sich dein Herz ver⸗ binden. 11. Hilf, Heiland, daß ich für und für Den Geist so hoch erhebe Und daß ich jetzt und ewig dir Gehöre, denke, lebe. Ciebich. Mel. Ach, was soll ich Sünder machen. 455 Jesu, du mein Heil, mein Leben, Du sprichst: Kommt und lernt von mir! Sieh', ich komm', ich komm' zu dir. Ur⸗ sprung meiner Seligkeit, Lehr' mich selbst die Frömmigkeit. 2. Ach, wie ist mein Herz ver⸗ derbet! Wie regt sich der Sünde Lust Immer noch in meiner Brust! Böses ist mir angeerbet, Schwach ist meine Tugendkraft, Mächtig Blut und Leidenschaft. 3. Hilf, ach, hilf du mir besiegen Alle Laster, Haß und Neid, Stolz und Ungerechtigkeit. Laß im Kampf mich nicht erliegen, In Versuchung steh' mir bei, Mach' mich standhaft und dir treu. 4. Pflanze mir in mein Gemüte, Mittler, deine Heiligkeit, Dein' Ge⸗ duld und Freundlichkeit, Deine Liebe, deine Güte, Sanftmut, Treu' und Redlichkeit, Wahrheit und Gerechtigkeit. 5. Laß mich dir zur Ehre leben, Jesu, meines Herzens Licht, Mein Trost, Heil und Zuversicht, Laß mich dir sein ganz ergeben, Laß mich fliehn die Lust der Welt Und nur thun, was dir gefällt. 6. Führe mich auf deinen Wegen, Gieb mir, wie dein Wort verheißt, Deinen Beistand, deinen Geist. Täalith gieb mir Gnad' und Segen, Täglich Weisheit, Hilf' und Rat, Segne Denken, Wort und That. 7. Bis ich endlich werde kommen Aus der Unvollkommenheit, Jesu, zur Vollkommenheit Und dann dich mit allen Frommen, Helfer meiner Seligkeit, Preisen in der Ewigkeit. J. Olearius, Küster u. Paulmann. Nachfolge Jesu im Leiden. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 456 Jesu, Jesu, stärke mich, Willig alle Last zu tragen. Ach, mein Fleisch entsetzet sich Vor des bittern Kreuzes Pla⸗ gen, Und doch soll ich auch in Pein Deinem Beispiel ähnlich sein. 2. Wer dir nachzufolgen strebt, den Erlöser der Menschen. Muß sich deiner Schmach nicht schä⸗ men, Und wenn sich das Fleisch erhebt, Sich zum steten Kampf bequemen. Wer sein Kreuz nicht auf sich nimmt, Ist zum Himmel nicht bestimmt. 3. O wie sanft wird mir die Last, Wenn ichszuversichtlich wage Und, wie du gelitten hast, Ruhig alle Not ertrage! Dann wird, was mir schrecklich deucht, Süß und an⸗ genehm und leicht. 4. Ach, viel mehr, unendlich mehr, Als ich je von Kreuz em⸗ pfinde, Littst du, Allerheiligster, Für die Welt, für meine Sünde! Ohne Zahl war deine Not, Un⸗ aussprechlich schwer dein Tod. Durch dein Kreuz erwarbst du mir Kraft und Mut in meinen Leiden. Nun kann, Jesu, mich von dir Keine Pein, kein Tod nicht scheiden. Werd' ich mutlos, dann stärkt sich Mein erschrocknes Herz durch dich. 6. Endlich nimmst du alle Not Mir von meinem wunden Rücken, Endlich wird ein sanfter Tod Den zerschlagnen Geist erquicken, Und in der Verwesung Haus Ruh' ich von der Arbeit aus. 7. Dort, wohin du nach dem Streit Triumphierend dich geschwungen, Giebst du mir die Herrlichkeit, Die du durch dein Kreuz errungen Und bei dir wird jede Pein Mir ein neuer Segen sein. 8. Nun, ich fliehe nicht dein Kreuz. Sieh, ich nehm's aus dei⸗ nen Händen. Mich soll nie der Lüste Reiz, Nie die Trübsal von dir wenden. Gern trag' ich, wie⸗ wohl noch schwach, Dir dein Kreuz, mein Jesu, nach. Sturm. Jesus und sein Heil, das einzig Notwendige. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. 457 Eins ist not! Ach Herr, dies Eine Lehre meine Seele doch! Auch beim schimmer ⸗ reichsten Scheine Ist sonst alles nur ein Joch, Unter dem das Herz sich 244 Pflichtmäßige Gesinnung gegen Jesum, den Erlöser ꝛe. plaget Und doch keine Ruh' er⸗ jaget. Alles aber wird ersetzt, Wenn dies Eine mich ergötzt. 2. Seele, willst du dieses fin⸗ den, Such's bei keiner Kreatur. Laß, was irdisch ist, dahinten, Schwing' dich über die Natur, Wo der Gottheit Füll' erscheinet Mit der Menschheit selbst vereinet, Da, da ist das beste Teil, Da dein Alles, da dein Heil. 3. So wollt' einst Maria wissen, Was dies Einzige verhieß, Als sie sich zu Jesu Füßen Lernbegierig niederließ. Ach, wie brennt ihr Herz, die Lehren Aus der Weisheit Mund zu hören! Sie vergißt die Welt und sich, Sieht und hört nur, Jesu, dich. 4. So steht, Jesu, mein Ver ⸗ langen Ganz und einzig nur nach dir. Ach, ich dürst an dir zu hangen, Neige du dein Herz zu mir. Wenn auch viele träg ver⸗ weilen, Brenn' ich doch, dir nach; zueilen. Jesu, Geist und Leben ist, Was von deinen Lippen fließt. 5. Ja, mich reizt der Weisheit Bilf r Die in dir verborgen liegt. Hilf mir nur, daß sich mein Wille Ganz in deinen Willen fügt, Daß die Demut mich regieret Und zur rechten Weisheit führet. Mir ent⸗ deckt sich ihre Spur, Kenn' ich dich, mein Jesu, nur. 6. Nichts kann ich vor Gott ja vringen, Als nur dich, mein höch⸗ stes Gut. Jesu, es muß mir ge⸗ lingen Durch dein heilig köstlich Blut. Mir auch hast du, Herr, erworben, Als du an dem Kreuz gestorben, Meinen Schmuck, das reine Kleid Gültiger Gerechtigkeit. 7. Nun, so gieb, daß meine Seele, Herr, zu deinem Bild er⸗ wacht. Mir bist du, den ich erwähle, Auch zur Heiligung gemacht. Was nur dient zum wahren Leben, Das ist mir in dir gegeben. Ach, ent⸗ reiß' mich ganz der Welt, Daß ich thu', was dir gefällt. 8. Herr, was soll ich mehr ver⸗ langen, Da in dir mein Herz nun ruht? Du bist einmal eingegangen In das Heilge durch dein Blut, Hast mich meiner Sünd' entbunden, Ewige Erlösung funden, Daß ich mich Gott freudig nahn, Kindlich Abba rufen kann. 9. Volle Gnüge, Fried' und Freude Ist's, was meine Seel' ergötzt, Hirt, auf wie so gute Weide Hast du mich, dein Schaf, versetzt! Jesu, soll ich dich nur haben, Was kann mich wohl Süßres laben? Wo ist, was mich mehr erquickt, Als wenn dich mein Glaub' erblickt? 10. Drum sollst du mir nur das Eine, Du nur sollst mein Alles sein. Prüf' und forsche, wie ich's meine, Und tilg' allen Heuchelschein. Wenn die Welt bald lockt, bald höhnet, Sich das Fleisch nach Eitlem sehnet, Auch die Hölle stürmt und droht, Wähl' ich dich, denn eins ist not. J. H. Schröder und Schlegel. Von den Pflichten gegen uns selbst. Pflicht der Selbstliebe. Mel. O Gott, du frommer Gott. 458 De Will' ist's, Umuch Gott, Ich soll mich selber lieben. O laß mich diese Pflicht Nach deiner Vorschrift üben Und schränke selbst den Trieb, Froh und beglückt zu sein, Den du mir eingepflanzt, In heilge Grenzen ein. FII¶II 2. Gieb, daß mein gamnt Herz Sich deiner Liebe weihe Und daß in allem ich Dein Auge kindlich scheue. Wer als ein Christ sich liebt, Der flieht auch als ein Christ, Was wider deine Furcht Und Menschenliebe ist. 3. Kein schnöder Eigennutz Be⸗ herrsche meine Seele, Und wenn zu meinem Glück Ich Weg' und Von den Pflichten gegen uns selbst. 245 Mittel wähle, So laß mich stets dabei Auf Recht und Wahrheit schaun, Auch nie mein Wohlergehn Auf andrer Elend baun. 4. Dein Fluch trifft jedes Glück, Wobei die Tugend leidet, Und Glück hat der Mensch nie, Der deine Wege meidet. Wer Unrecht liebt und thut, Erbt deinen Him⸗ mel nicht. Nie treffe mich, o Gott, Dies schreckliche Gericht. 5. Nie blende mein Gemüt Der Eitelkeiten Schimmer. Die Welt mit ihrer Lust Vergeht doch einst auf immer. Was hilft uns kurze Lust? Was hilft uns eitle Pracht? Nicht ein vergänglich Gut Ist's, was uns glücklich macht. 6. Ein gottergebnes Herz, Ein unverletzt Gewissen, Nur das kann uns allein Das Leben hier ver⸗ süßen. Das bleibt uns auch im Tod Und folgt uns aus der Zeit Zum großen Segen nach Bis in die Ewigkeit. 7. O selig, wer danach Mit heilgem Eifer trachtet Und für sein größtes Glück, Gott, deine Gnade achtet! Der liebt allein sich recht, Der find't schon in der Zeit Die wahre Ruh' und einst Voll⸗ kommne Seligkeit. 8. Das sei mein Zweck, mein Fleiß. O segne mein Bemühen! So wird das wahre Wohl Nicht meinem Wunsch entfliehen. In allem dir getreu Und nie ein Sklav der Welt: So lieb' ich weise mich Und wie es dir gefällt. Diterich. Selbsterkenntnis. Mel. Wer nur den lieben Gott. 459 Wer bin ich? Welche — wichtge Frage! Gott, lehre sie mich recht verstehn. Gieb, daß ich mir die Wahrheit sage Und laß mich achtsam auf mich sehn. Wer sich nicht selbst recht kennen lernt, Bleibt von der Weisheit weit entfernt. 2. Ich bin ein Werk von deinen Händen, Du schufst mich, Gott, zu deinem Preis. Dazu mein Leben anzuwenden, Das ist dein väterlich Geheiß. Doch leb' ich als dein Eigentum Auch, wie ich soll, zu deinem Ruhm? 3. Ich bin ein Christ nach dem Bekenntnis, Doch bin ich's, Herr, auch in der That? O öffne du mir mein Verständnis, Recht einzu⸗; sehn, ob ich den Pfad, Den Jesus mir gewiesen, geh' Und ob ich auch im Glauben steh'. 4. Du kennest unsers Herzens Tiefen, Die uns selbst unergründ⸗ lich sind. Drum laß mich oft und ernstlich prüfen, Wie ich, mein Gott, vor dir gesinnt. Befreie mich von falschem Wahn, Der auch den Klügsten täuschen kann. 5. Wer alles weiß und doch ver⸗ borgen Und unbekannt sich selbst noch bleibt, Wie will der für sein Bestes sorgen? Was ist, das den zur Bessrung treibt? Sich selbst recht kennen, ist Verstand, Drum mache mich mit mir bekannt. 6. Was mir zu meinem Heil noch fehlet, Mein Vater, das ent⸗ decke mir. Hab' ich der Wahrheit Weg erwählet, So gieb, daß ich ihn nicht verlier'. Ach, leite mich mit deinem Licht, So täuschen mich Verführer nicht. 7. Bin ich noch fern vom rech· ten Wege, Der mich zum ewgen Leben führt, So bringe mich zurück vom Stege, Der ins Verderben sich verliert. Gieb mir zur Bess⸗ rung Lust und Kraft. Du bist's, der beides in uns schafft. 8. Ich muß es einmal doch er⸗ fahren, Was ich hier war und hier gethan. O laß mich's nicht bis dahin sparen, Wo Reue nichts mehr helfen kann. Herr, mache mich schn hier recht klug Und frei vom schnöden Selbstbetrug. Diterich. Demut. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 460 Was ich nur Gutes habe, Ist deine milde Gabe, Du Vater alles Lichts! Mein Dasein und mein Leben 246 Ward mir von dir gegeben, Und ohne dich vermag ich nichts. 2. Sowohl Verstand als Kräfte Zum nützlichen Geschäfte Hab' ich aus deiner Huld. Dein ist's, wenn gute Thaten Zum Glück der Welt geraten. An Fehlern bin allein schuld. 3. Das Glück, des ich mich freue, Wer schafft mir's? Deine Treue, Du Herr der ganzen Welt. Du ordnest unsre Tage, Ihr Glück und ihre Plage Nur so, wie dir es wohlgefällt. 4. Sollt' ich mich denn erheben, Wenn mir in diesem Leben Viel Gutes widerfährt? Was hat dich Herr, bewogen, Daß du mich vor⸗ gezogen? Bin ich auch jemals dessen wert? 5. Ich bin viel zu geringe Der Huld, die ich besinge. Ganz bin, 0 Herr, ich dein. O laß michs nie vergessen, So werd' ich nicht vermessen Der Eigenliebe Weih⸗ rauch streun. 6. Das nützlich anzuwenden, Was du mit Vaterhänden Mir ütig zugewandt, Dein treuer Lnecht zu werden, Das sei mein Fleiß auf Erden, Dazu gieb De⸗ mut und Verstand. Diterich. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 461 Laß deiner Welt mich dienen, Gott, und mich nie erkühnen, Darüber stolz 90 sein. Bei meinen besten Werken uß ich es oftmals merken, Wie wenig sie von Mängeln rein. 2. Such' ich stets deinen Willen So eifrig zu erfüllen, Als es dein Wort gebeut? Trag' ich der Tugend Bürde, Aus Kenntnis ihrer Würde, Auch immer mit Zufriedenheit? 3. Entzieh' ich mich den Sünden Auch stets aus rechten Gründen? Aus wahrer Frömmigkeit? Oft sind die guten Triebe Nicht Früchte deiner Liebe, Nur Früchte der Natur und Zeit. 4. Der Sünden meiner Jugend, Der Mängel meiner Tugend, O Herr, gedenke nicht! Willst du Von den Pflichten gegen uns selbst. mit deinen Knechten, verdienen, rechten, alle dein Gericht. 5. Doch wenn auch, dir zur Ehre, Rein meine Tugend wäre, Wes ist dies Eigentum? Wer ließ mich unterrichten? Wer ließ in meinen Pflichten Mein Glück mich sehn und meinen Ruhm? 6. Wer gab mir, dich zu lieben Und dein Gebot zu üben, Die Lust und Freudigkeit? Wer stärkte meine Kräfte Im Heiligungsge⸗ schäfte? Wer gab mir Mut und Sieg im Streit? 7. Du schaffst, daß ich dich wähle, Du rufst mich, wenn ich fehle, Auf rechten Weg zurück, Du ziehst mich ab von Sünden Und läßt mich Gnade finden Und giebst zu meiner Bessrung Glück. 8. Sollt' ich mich des erheben, Was du mir, Herr, gegeben? Hab' ich zum Lohn ein Recht? Könnt' ich auch alles üben, Was du mir vorgeschrieben, Wer bin ich? Ein unnützer Knecht. Gellert und Diterich. Wider Stolz und Vermessenheit. Mel. An Wasserflüssen Babylon. 3 enn ich, o Gott, von 462. Wẽ dir geführt, Auf deinen Wegen wandle, Wenn ich, durch deinen Geist regiert, Nach deiner Vorschrift handle, Wenn mir mein Herz das Zeugnis giebt, Daß meine Seele mehr dich liebt, Als alles Gut auf Erden, Laß deiner Huld durch Sicherheit, Durch Stolz und durch Vermessenheit, Mich dann nicht unwert werden. 2. Wie leicht erliegt ein sichrer Sinn, Bekämpfet durch die Lüste, Sieht ruhig auf Gefahren hin, Wovor er zittern müßte! Voll⸗ kommen glaubet er zu sein, Denkt, diese Sünde sei nur klein Und jene Pflicht nicht wichtig. Nun ist er seinem Falle nah, Fällt schreck⸗ lich, aber glaubt noch da, Er wandle fest und richtig. 3. Wie schwach ist nicht der Wie sies So trifft sie Von den Pflichten gegen uns selbst. 24⁷ Mensch, wie bald Zur Sünde fort⸗ erissen! Wie leicht wird nicht sein Eifer kalt, Nachgebend sein Gewis⸗ sen! Weh' ihm, wenn er vermessen ist, Wenn seiner Schwachheit er vergißt, In sich nur Stärke siehet! Ach, ihn besiegt in jedem Streit Der Irrtum und die Sinnlichkeit, Wenn er nicht klüglich fliehet. 4. Wer sich mit stolzem Mut erhöht, Kann nicht vor dir be⸗ stehen, Wer seine Niedrigkeit ge⸗ steht, Den wirst du, Gott, er⸗ höhen. Veracht ich andre neben mir, So mißfällt meine Tugend dir, Wie groß ich sie auch finde. Mein Glaube selbst beleidigt dich, Denn ohne Demut macht er mich Nicht rein von meiner Sünde. 5. Ach, lehre mit Behutsamkeit Auf meine Bahn mich schauen Und nie, o Gott, in Sicherheit Auf meine Tugend trauen. Wenn die Versuchungen mir drohn, Zeig' in der Ferne mir sie schon, Daß ich mich zeitig rüste. Aufmerksam mache meinen Blick Auf diese Welt, auf Zeit und Glück Und auf die Macht der Lüste. 6. Lehr' mich, wie unvermögend ich Zum Guten bin, wie träge. Mein käglich Straucheln mache mich Vorsichtig auf dem Wege. Find' ich mich, Herr, auf ebner Bahn, So lehre mich, so sehr ich kann, Auf meine Schritte wachen. Be⸗ wahre meinen Fuß, daß nicht Ver⸗ messenheit und Zuversicht Und Stolz mich fallen machen. 7. Mein Glaube, meine Fröm⸗ migkeit Und was ich in mir habe Von Tugend, von Rechtschaffenheit, Ist alles deine Gabe. Ich bin nur Staub, den du erschufst. Den du begnadigst und berufst, In deinem Reich zu leben. Laß mich, entfernt von stolzem Wahn, Mit Demut deine Gab' empfahn Und dir die Ehre geben. 8. So werd' ich, Gott, von dir geführt, Auf deinen Wegen wan⸗ deln, Durch deinen guten Geist regiert, Nach deiner Vorschrift handeln. Ich werde nicht durch Sicherheit, Durch Stolz und dur Vermessenheit Von deinen Rechten weichen. Heil allen Frommen, Heil auch mir! Wir werden, Preis und Dank sei dir! Des Glaubens Ziel erreichen. Münter. Mel. O Gott, du frommer Gott. 3 err, der du alles 463. H giebst, Von dem ich alles habe, Was ist mein Stand, mein Glück Und jede gute Gabe? Es ist nicht mein, es ist Ein un⸗ verdientes Gut. Darum bewahre mich Vor Stolz und Übermut. 2. Wenn ich vielleicht der Welt Mehr, als mein Nächster, nütze Und wenn ich mehr Verstand Als er besitzt, besitze, Bin ich drum mehr, als er? O nein, wer schenkte mir Verstand und Tüchtigkeit? Ach, alles kommt von dir! 3. Wenn mir ein größres Glück Nach deinem Rat begegnet, Und deine Gütigkeit Mich mehr, als andre, segnet, Giebt diese deine Huld Mir wohl zum Stolz ein Recht? Bin ich darum nicht auch, Was andre sind, dein Knecht? 4. Wenn ich geehrt und groß, In hohen Würden stehe Und andre unter mir In kleinerm Glücke sehe, Wer machte sie gering Und wer erhöhte mich? Ist nicht mein Näch⸗ ster oft Viel würdiger, als ich? 5. Wie könnt' ich mich, o Gott, Des Guten überheben? Was ich be⸗ sitz', ist dein. Du sprichst, so bin ich Le⸗ ben, Du sprichst, so bin ich nichts. Von dir kommt das Gedeihn. Drum laß mich ewig sfern Von Stolz und Hochmut sein. Gellert u. Unbek. Sorge für die Seele. Mel. Mach's mit mir, Gott, nach. 5 Rald oder spät des 464. B Todes Raub, Wall' ich noch hier auf Erden, Allein ich Sterblicher, ich Staub, Soll einst unsterblich werden. Und dann ist mein bestimmtes Teil, O Gott Verwerfung oder Heil. 248 Von den Pflichten gegen uns selbst. 2. Mit Furcht und Zittern soll der Christ Nach seinem Heile ringen, Verachten, was auf Erden ist, Hin⸗ auf zu Gott sich schwingen, Ge⸗ trost den Pfad der Trübsal gehn Und standhaft in Versuchung stehn. 3. Noch weiß ich, daß ich laufen muß Noch bin ich in den Schran⸗ ken, Noch nicht am Ziele, doch mein Fuß Beginnet oft zu wanken. Herr, stärke mich durch deine Kraft Auf dieser kurzen Pilgrimschaft! 4. So lang' ich noch ein Fremd⸗ ling hier In diesem Leibe walle, So schaff' ein reines Herz in mir, Ein Herz, das dir gefalle, Und leite mich auf ebner Bahn Durch deinen Geist zu dir hinan. 5. Es sei mein Ruhm, dir wert zu sein, Was du gebeutst, zu üben, Mein höchstes Gut, mich dein zu freun, Von Herzen dich zu lieben, Mein Trost, auf deinen Schutz zu traun, Und meine Hoff⸗ nung, dich zu schaun. 6. Die freche Thorheit dieser Zeit Soll nie mir meinen Glauben, Den süßen Trost der Ewigkeit, Des Him⸗ mels Hoffnung rauben. Was lin⸗ dert sonst des Lebens Not? Und was versüßt mir einst den Tod? 7. Verzagt und schwach sind Fleisch und Blut Und eitel unsre Werke. Der Glaub' allein giebt Kraft und Mut, Und nur durch Christi Stärke Sind wir in Angst und Traurig⸗ keit Getrost, und überwinden weit. 8. Was ist die Trübsal dieser Zeit Und alles Leid der Erden, Gott, gegen deine Herrlichkeit, Die kund an uns soll werden? Wie schnell flieht dies mein Leben hin, Hin, wo ich ewig selig bin! 9. Heil mir, ich bin dein Eigen⸗ tum! Nichts soll von dir mich scheiden, Nicht Wollust, Güter oder Ruhm, Nicht Schmach, nicht Tod, noch Leiden. Ich bin durch Jesu Blut erkauft, Ich bin auf seinen Tod getauft. 10. Der uns in Christo alles giebt, Gott wird mich nicht ver⸗ nichten. Der uns bis in den Tod geliebt, Wird mich nicht strenge richten. Wenn Erd' und Himmel untergehn, Werd' ich zum Leben auferstehn. 11. Nicht Trübsal mehr, nicht Leid und Schmerz Betrübet dort die Seinen. Nicht klagen mehr wird unser Herz, Nur Freuden⸗ thränen weinen. Er, der für uns sein Leben gab, Er trocknet unsre Thränen ab. 12. Dort schauen wir und beten an Vor seinem Angesichte, Und die wir hier im Dunkeln sahn, Wir werden dort im Lichte Die Wunder seiner Liebe sehn, Des Weisen Wege ganz verstehn. 13. Ihr, die ihr ihn erhabner preist, Ihr Engel, meine Brüder, Dann singet mein verklärter Geist In eure Jubellieder, Und eurer hohen Harfen Klang Ertönt in meinen Lobgesang. 14. Du, der uns dieses Heil erwarb, Laß, Jesu, mich's ererben. Du, der für alle Menschen starb. Laß, Jesu, dir mich sterben. Gieb, daß ich dir im Leben treu, Getreu bis in den Tod dir sei. Funk. Mel. Wo Gott, der Herr, nicht ꝛc. 465 ach meiner Seelen * Seligkeit Laß, Herr, mich eifrig ringen. Sollt' ich die derbr Gnadenzeit In Sicherheit verbringen? Wie würd' ich einst vor dir bestehn? Wer in dein Reich wünscht einzugehn, Muß reines Herzens werden. 2. Erst an dem Schluß der Le⸗ bensbahn Auf seine Sünden sehen, Und wenn man nicht mehr sünd⸗ en kann, Gott um Erbarmung Rehen⸗ Das ist der Weg zum Leben nicht, Den uns, o Gott, dein Un⸗ terricht In deinem Worte zeiget. 3. Du rufst uns hier zur Hei⸗ ligung, Drum laß auch hier auf Erden Des Geistes wahre Besse⸗ rung Mein Hauptgeschäfte werden. Herr, stärke mir dazu den Trieb, Nichts sei so groß, nichts mir so lieb, Das ich ihm nicht aufopfre. I.. Von den Pflichten gegen uns selbst. 4. Gewönn' ich auch die ganze Welt Mit allen ihren Freuden Und sollte das, was dir gefällt, O Gott, darüber meiden, Was hülfe mir's? Kann auch die Welt Mit allem, was sie in sich hält, Mir deine Gnad' ersetzen? 5. Was führt mich zur Zu⸗ friedenheit Schon hier in diesem Leben? Was kann mir Trost und Freudigkeit Auch selbst im Tode eben? Nicht Menschengunst, nicht irdisch Glück, Nur Gottes Gnade und der Blick Auf jenes Lebens Freuden. 6. Nach diesem Kleinod, Herr, laß mich Vor allen Dingen trach⸗ ten Und, was mir daran hinder⸗ lich, Mit edlem Mut verachten. Daß ich auf deinen Wegen geh' Und im Gericht dereinst besteh', Sei meine größte Sorge. 7. Doch. was vermag ich, wenn du nicht Vor Trägheit mich beschützest Und mich zur Treu' in dieser Pflicht Mit Kräften unterstützest? O stärke mich, mein Gott. dazu! So find' ich hier schon wahre Ruh' Und dort das ewge Leben. Diterich. Mel. Kommt her zu mir, spricht. 466 err, meiner Seele * großen Wert, Den mir dein teures Wort erklärt, Laß mich mit Ernst bedenken Und auf die Sorge für ihr Wohl So un⸗ ermüdet, als ich soll, Den größten Eifer lenken. 2. Wie hoch ist sie vor dir ge⸗ acht't! Welch Glück hast du ihr zugedacht! Wieviel an sie gewen⸗ det! Du schufst sie, Gott, dein Bild zu sein, Und hast, von Sünd' sie zu befrein, Selbst deinen Sohn gesendet. 3. Zu groß für diese kurze Zeit, Bestimmt zum Glück der Ewig⸗ keit, Lebt sie im Leib der Erden, Durch Glauben und Gottseligkeit u größerer Vollkommenheit Im Himmel reif zu werden. 4. Mit großer Treue willst du sie, Selbst durch des Lebens kurze 249 Müh' Zu diesem Ziele führen. O laß mich nicht durch eigne Schuld Das Heil, das deine Vaterhuld Ihr zugedacht, verlieren. 5. Mit dir, o Gott, vereint zu sein, Mich ewig deiner Huld zu freun Und dich zum Trost zu wählen, Das sei mein Fleiß und höchster Zweck, Laß mich dazu den rechten Weg Aus Leichtsinn nie verfehlen. 6. Wer böse ist, bleibt nicht vor dir, Drum schaffe selbst, o Gott, in mir Ein Herz, das Sünden hasset, Das seine Schuld vor dir bereut Und das zu deiner Gütigkeit Durch Christum Hoffnung fasset. 7. Gieb, daß ich dir mich ganz ergeb', Und, was ich hier auf Erden leb', Laß mich im Glauben leben An dich, Sohn Gottes, der du mich So hoch geliebet hast und dich Für mich dahingegeben. 8. In meiner ganzen Pilgrim⸗ schaft Laß mich, gestärkt durch deine Kraft, Nach jenem Kleinod trachten, Das mir dein Ruf vor Augen stellt, Und alle Leiden dieser Welt Wie nichts dagegen achten. 9. Wie selig werd' ich dann nicht sein! Schon hier wird dann mein Herz sich freun. In dir, Gott, ruhig leben, Und du wirst nach vollbrachter Zeit Auch mich gewiß zur Herrlichkeit In deinem Reich erheben. Diterich. Bewahrung eines guten Ge⸗ wissens. Mel. Nun freut euch, lieben Christen. welch ein unschätz ⸗ 467. O bares Gut Ist, Herr, ein rein Gewissen! Wer die⸗ ses hat, der hat auch Mut, Wenn andre zagen müssen. Sein ruhig Lerd erzittert nicht, Nicht vor dem Tod, nicht vor Gericht, Denn mit dir hat er Friede. . Sich deines Beifalls, Gott, bewußt, Freut er sich deiner Gnade. Dein Friede wohnt in seiner Brust. Und wer ist, der ihm schade? Auf dich sieht er bei aller Not, Wo⸗ 250⁰ Von den Pflichten gegen uns selbst. mit die Zukunft ihn bedroht. Ihn tröstet deine Vorsicht. 3. Trifft ihn auch hier zuweilen noch Die Geißel böser Zungen, Bleibt seines Herzens Ruhe doch, Die er vor dir errungen. Er scheuet jede Übelthat Und denkt, der Lügen wird wohl Rat, Gott wird die Unschuld retten. 4. Sein Geist sieht mit Zu⸗ friedenheit Der künftgen Welt ent⸗ gegen, Die giebt ihm Mut und Freudigkeit Auf allen seinen We⸗ gen. Denn dort macht selbst, o Herr, dein Mund Den wahren Wert der Menschen kund. Da wird der Fromme siegen. 5. So hilf denn, daß ich, mir zum Lebe Ein unverletzt Gewissen, Des Lebens allerbestes Teil, Zu haben sei beflissen. Mit dir, Gott, zusgesöhnt zu sein, Dein heilig Rreht nie zu entweihn, Das sei mein größter Eifer. 6. Gieb, daß ich des Gewissens Spruch Als deine Stimme ehre Und immer aufmerksam genug Auf seine Warnung höre. Erinnert's mich an meine Schuld, So laß mich, Vater, deine Huld Voll Reu' und Glauben suchen. 7. Mit deiner Gnade steh' mir bei Und gieb, daß meine Seele Auch selbst die kleinste Sünde scheu' Und nie aus Vorsatz fehle. Denn wer nur reines Herzens ist, Hat immer auch durch Jesum Christ Zum Trost dich, Allerhöchster. Diterich.(Unbekannter.) Wachsamkeit. Mel. Wer nur den lieben Gott. Micht, daß ich's schon 468. N ergriffen hätte, Die beste Tugend bleibt noch schwach. Doch, daß ich meine Seele rette, Jag' ich dem Kleinod eifrig nach, Denn Tugend ohne Wachsamkeit Verliert sich bald in Sicherheit. 2. So lang' ich hier im Leibe walle, Bin ich ein Kind, das strau⸗ chelnd geht. Der sehe zu, daß er nicht falle, Der, wenn sein Näch⸗ ster fällt, noch steht. Auch die bekämpfte böse Lust Stirbt nie⸗ mals ganz in unsrer Brust. 3. Nicht jede Besserung ist Tu⸗ gend, Oft ist sie nur das Werk der Zeit. Die wilde Hitze roher Jugend Wird mit den Jahren Sittsamkeit, Und was Natur und Zeit gethan, Sieht unser Stolz für Tugend an. 4. Oft ist die Andrung deiner Seelen Ein Tausch der Triebe der Natur. Du fühlst, wie Stolz und Ruhmsucht quälen, Und dämpfst sie, doch du wechselst nur. Dein Herz fühlt einen andern Reiz. Dein Stolz wird Wollust oder Geiz. 5. Oft ist es Kunst und Eigen⸗ liebe, Was andern strenge Tugend scheint. Der Trieb des Neids, der Schmähsucht Triebe Erweckten dir so manchen Feind. Du wirst behut⸗ sam, schränkst dich ein, Fliehst nicht die Schmähsucht, nur den Schein. 6. Du denkst, weil Dinge dich nicht rühren, Durch die der andern Tugend fällt, So werde nichts dein Herz verführen. Doch jedes Herz hat seine Welt. Den, welchen Stand und Gold nicht rührt, Hat oft ein Blick, ein Wort verführk. 7. Oft schläft der Laster Trieb im Herzen. Du scheinst von Rachsucht dir befreit. Jetzt sollst du eine Schmach verschmerzen. Und sieh', dein Herz wallt auf und dräut Und schilt so lieblos und so hart, Als es zuerst gescholten ward. 8. Oft denkt, wenn wir der Stille pflegen, Das Herz im stillen tugendhaft. Kaum lachet uns die Welt entgegen, So regt sich unsre Leidenschaft. Wir werden im Ge⸗ räusche schwach Und geben endlich strafbar nach. 9. Du opferst Gott die schwä⸗ chern Triebe Durch einen strengern Lebenslauf. Doch opferst du wohl seiner Liebe Die stärkste, liebste Neigung auf? Dies ist das Auge, dies der Fuß, Die sich der Christ entreißen muß. 10. Du fliehst, geneigt zur Ruh' und Stille, Die Welt und liebst Auge, Christ Ruh' liebst ——‚— Von den Pflichten gegen uns selbst. die Einsamkeit. Doch bist du, for⸗ dert's Gottes Wille, Auch dieser zu entfliehn, bereit? Dein Herz haßt Habsucht, Neid und Zank. Flieht's Unmut auch und Müßiggang? 11. Du bist gerecht. Bist du bescheiden? Liebst du bei Mäßigkeit Geduld? Du dienest gern, wenn andre leiden. Vergiebst du Feinden auch die Schuld? Von allen La⸗ stern sollst du rein, Zu aller Tu⸗ gend willig sein. 12. Sei nicht vermessen, wach' und streite, Denk' nicht, daß du schon nug gethan. Dein Herz hat seine schwache Seite, Die greift der Feind der Wohlfahrt an. Die Sicherheit droht dir den Fall. Drum wache stets, wach' überall. Gellert. Sorge für den Leib und die Erhaltung des Lebens. Mel. Wer nur den lieben Gott. 469 Der Leibes warten und *. ihn nähren, Das ist, o Schöpfer, meine Pflicht. Mut⸗ willig seinen Bau versehren, Ver⸗ bietet mir dein Unterricht. O stehe mir mit Weisheit bei, Daß diese Pflicht mir heilig sei. 2. Sollt' ich mit Vorsatz das verletzen, Was zur Erhaltung mir vertraut? Sollt' ich gering ein Kunststück schätzen, Das du als Schöpfer selbst erbaut? Wes ist mein Leib? Er ist ja dein. Sollt' ich denn sein Zerstörer sein? 3. Ihn zu erhalten, zu beschützen, Giebst du mit milder Vaterhand Die Mittel, die dazu uns nützen, Und zum Gebrauch giebst du Verstand. Dir ist die Sorge nicht zu klein, Wie sollte sie denn mir es sein? 4. Gesunde Glieder, muntre Kräfte, O Gott, wieviel sind die nicht wert! Wer taugt zu des Berufs Geschäfte, Wenn Krankheit seinen Leib beschwert? Ist nicht der Erde größtes Gut Gesundheit und ein heitrer Mut? 5. So laß mich denn mit Sorg⸗ falt meiden, Was meines Körpers Wohlsein stört, Daß nicht, wenn 251 seine Kräfte leiden, Mein Geist den innern Vorwurf hört: Du selbst bist Störer deiner Ruh', Du zogst dir selbst dein Ubel zu. 6. Laß jeden Sinn und alle Glieder Mich zu bewahren achtsam sein. Drückt mich die Last der Krankheit nieder, So flöße selbst Geduld mir ein. Gewähr' auch dann mir guten Mut Und segne, was der Arzt dann thut. 7. Doch gieb, daß ich nicht über;⸗ treibe, Was auf des Leibes Pflege zielt, Nein, stets in jenen Schran⸗ ken bleibe, Die dein Gesetz mir anbefiehlt. Des Körpers Wohl laß nie allein Den Endzweck meiner Sorgen sein. 8. Mein größter Fleiß auf dieser Erde Sei stets auf meinen Geist ge⸗ richt't, Daß er zum Himmel tüchtig werde, Eh dieses LeibesHütte bricht. Dazu, Herr, segne meinen Fleiß, So leb' ich hier zu deinem Preis. Diterich. Mäßigkeit und Enthaltsamkeit. Mel. Wer nur den lieben Gott. 470 Wie mannigfaltig sind die Gaben, Wodurch uns, Herr, dein Wohlthun nährt, Und die, so Geist als Leib zu la⸗ ben, Uns täglich deine Hand ge⸗ währt! Auch das, was unser Mund genießt, Zeigt uns, wie freundlich, Gott, du bist. 2. Du giebst uns Brot für unser Leben Und, unsre Herzen zu erfreun, Giebst du den traubenvollen Reben Mit segensreicher Hand den Wein. Wie angenehm ist der Genuß Von dem, was uns ernähren muß! 3. Doch laß die Kraft, uns zu vergnügen, Die du in Speis' und Trank gelegt, Mich nie, o Höch⸗ ster, so besiegen, Daß sie zum Mißbrauch mich bewegt. Laß, dei⸗ ner Gaben mich zu freun, Mich mäßig im Genusse sein. 4. Mit Speis' und Trank den Leib beschweren, Wie steht dies wahren Christen an? Dadurch wird das, was uns ernähren Und unsern Geist erquicken kann, Ein Gift, das in 252 Von den Pflichten gegen uns selbst. die Adern schleicht Und Krankheit, Schmerz und Tod erzeugt. 5. Die Schwelgerei raubt uns die Kräfte Zu dem, was uns die Pflicht gebeut, Macht träge zum Berufsgeschäfte, Untüchtig zurGott⸗ seligkeit, Erweckt Verwirrung, Streit und Zank Und hinderr den Gott schuldgen Dank. 6. Wer sich den Bauch zum Gott erkoren. Unmäßig deine Gaben braucht, Der geht des Himmelreichs verloren, Zu dem kein Knecht der Lüste taugt. Gott, laß mich ja dies Laster scheun Und mäßig stets und nüchtern sein. 7. So oft ich Speis' und Trank genieße, So laß es mit Vernunft geschehn, Und, daß ich beides mir versüße, Mit Dank auf dich, den Geber, sehn, Auf dich, der du uns zärtlich liebst, Uns Nahrung und Erquickung giebst. Unbekannter. Keuschheit. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. 47 1 Het Vater, du gebie; test Keuschheit, Zucht und Heiligkeit Und du hassest und verbietest Böse Lust und Unkeusch⸗ heit. Dir fleh' ich durch Jesum Christ, Der mein Heil und Vorbild ist: Laß mich, Vater, alles fliehen, Was mich kann zur Wollust ziehen. 2. Welche Würde, daß dem Bilde Deiner selbst ich ähnlich bin! Und für mich, für mich(wie mildel) Gabst du deinen Sohn dahin. O wie sehr entehrte ich Deinen Sohn und, Vater, dich, Wenn ich frech und unrein lebte, Dir durch Wol⸗ lust widerstrebte! 3. Jesus wohnet durch den Glauben Selbst in mir mit seinem Geist. Dürft' ich wohl mein Herz ihm rauben, Das er seinen Tempel heißt? Ach, will ich sein Tempel sein, Soll mich Gottes Huld er⸗ freun, Muß ich mich nicht selbst entweihen Und mit Ernst die Wol⸗ lust scheuen. 4. GottesGeist wird stets betrübet, We man unrein denkt und spricht, Und wer Fleischeslüste liebet, Bleibt mit ihm im Bunde nicht. Wollust schändet unser Herz, Bringt Ver⸗ achtung, Reu' und Schmerz. Die in solchen Sünden sterben, Können Gottes Reich nicht erben. 5. Drum, o Herr der reinen Geister, Schenk' mir deines Geistes Kraft. Schöpfer, meines Lebens Mei⸗ ster, Leiter meiner Pilgrimichaft, Unterdrücke du in mir Jede sünd⸗ liche Begier Und hilf mir zu allen Zeiten Jed' unreine Lust bestreiten. 6. Töt' in mir der Wollust Triebe, Töte mein verderbtes Fleisch. Deine Furcht und deine Liebe Mache, Heiligster, mich keusch. Mache du mich selber rein, Laß mich dir allein mich weihn. Mich und alle meine Glieder Leg' ich, Vater, vor dir nieder. 7. Kreuzge alle meine Lüste Heilige mein sündlich Herz. Dein Erbarmen, Jesu Christe, Und dein Leiden, Tod und Schmerz Leid und Sünd' in mir, Daß mit Leib und Seel' ich dir, Dir zur Ehre heilig lebe, Rein sie dir einst wiedergebe. Rüster und Paulmann nach Fabricius. 500 Wer 25 Uust Met Gott. er Wollust Reiz zu wi⸗ 47 2. 227 derstreben, Laß täg ⸗ lich deine Weisheit sein, Liebst du, o Mensch, dein Glück und Leben, Denn ihre Freuden werden Pein. Entflieh' der schmeichelnden Begier, Sie raubet dir des Herzens Zier. 2. Sei, ihr die Nahrung zu verwehren, Allzeit ein Freund der Nüchternheit. Laß Speis' und Trank dich nie beschweren Und steure deiner Sinnlichkeit. Sei deiner Schwachheit stets bewußt Und meid' oft selbst erlaubte Lust. 3. Sei, um die Wollust zu ver⸗ hüten, Stets schamhaft gegen deinen Leib. Laß nicht dein Auge dir gebieten. Flieh' eiteln Scherz und Zeitvertreib Des frechen Witzlings freier Scherz Erniedrigt und verderbt dein Herz. 4. Entzieh der Wollust ihre IIII Von den Pflichten gegen uns selbst. 25³ Kräfte Im Schweiße deines Ange⸗ sichts. Der Unschuld Schutzwehr sind Geschäfte, Nichtsthun das Netz des Bösewichts. Bei Trägheit und bei Müßiggang Besiegt uns leicht ein böser Hang. 5. Willst du der Wollust Trieb bekämpfen, Eh' er die Freiheit dir verwehrt, So such' ihn früh in dir zu dämpfen. Hat ihn dein Herz zuvor genährt Und du hast ihn nicht gleich erstickt, So wird er schwerlich unterdrückt. 6. Oft täuschen dich des Lasters Triebe, Und du erblickst nicht die Gefahr. Oft wird das unerlaubte Liebe, Was anfangs nichts als Freundschaft war. Ein langer Umgang macht dich dreist, Und du vergißt, was Unrecht heißt. 7. Dein fühlend Herz wird sich's verzeihen, Daß es des Lasters Trieb ernährt. Es wird nur seinen Ausbruch scheuen, Weil dieser vor der Welt entehrt, Die kleinen Fehler übersehn Und so zu größern Übergehn. 8. Ist's Sünde nur, die That voll⸗ bringen? Ist, der's nicht thut, schon tugendhaft? Sollst du nicht auch den Trieb bezwingen, Nicht auch den Wunsch der Leidenschaft? Soll bloß dein äußrer Wandel rein, Soll's nicht auch deine Seele sein? 9. Begierden sind es, die uns schänden, Und die verletzen unsre Pflicht, Auch ohne daß wir sie vollenden. Drum rühme dich der Keuschheit nicht. Wenn du nicht auch den Trieb bekämpfst Und durch den Geist die Lüste dämpfst. 10. Denk' oft den mächtigen Gedanken: Die Unschuld ist der Seele Glück. Er halte, fängst du an zu wanken, Dich noch von deinem Fall zurück. Dir giebt dein ganzer Lebenslauf Sie nicht zurück, giebst du sie auf. 11. Denk' oft bei dir: Der Wol ⸗ lust Bande Sind selbst schon vor der Welt ein Spott, Doch strafte mich schon keine Schande, So sieht und findet mich doch Gott, Gott, dem auch kein Gedank' entflieht Und der selbst ins Verborgne sieht. 12. Die Wollust kürzt des Le⸗ bens Tage, Da Keuschheit Heil und Leben giebt. Ein siecher Leib wird dessen Plage, Der ihre gift⸗ en Reize liebt. Wer Gottes empel hier zerstört, Ist seiner strengsten Strafe wert. 13. Wie blühte nicht des Jüng⸗ lings Jugend, Eh' ihn der Wollust Reiz bethört! Doch er vergaß den Weg der Tugend, Und seine Kräfte sind verzehrt. Verwesung schändet sein Gesicht Und predigt Gottes Strafgericht. 14. So rächt die Wollust an den Frechen Früh oder spät mit harter Hand Die schwer zu büßen ⸗ den Verbrechen. Sie lohnet dir mit Unverstand, Verdunkelt deiner Seele Licht, Und dein Gewissen schweiget nicht. 15. Sie raubt dem Herzen Mut und Stärke, Erniedrigt dich zum Tier herab, Raubt dir den Eifer edler Werke, Die Würde, welche Gott dir gab. Du bleibst nicht mehr sein Ebenbild, Wenn wilde Lust dein Herz erfüllt. 16. Drum niehe vor der Wollust Pfade, Und lockt dich schmeichelnd ihre Bahn, So wach' und rufe Gott um Gnade Und Weisheit in eren Fall an. Erzittre vor dem ersten Fall Und denk an Tod und künftge Qual. Sellert u. Zollikofer. Vorsichtigkeit im Reden und im Umgange. Mel. Es woll' uns Gott genädig. 473 Der du Verstand und 0 Tugend schenkst, Gott, Vater meines Lebens, Wo du mein Thun nicht selber lenkst, So leb' ich hier vergebens. Denn wen dein Geist nicht neu gebiert, Der bleibt der Sünd' ergeben, Und wen die Sünde noch regiert, Der ist zum rechten Leben Noch nicht hindurch gedrungen. 2. Drum, Vater, neig' dich vä⸗ terlich Zu deinem schwachen Kinde. 25⁴4 Von den Pflichten gegen uns selbst. Gieb mir ein frommes Herz, daß ich Mich scheu' vor jeder Sünde. Bewahre meinen Mund, daß mir Kein schlüpfrig Wort entfalle, Vielmehr von meinen Lippen dir Manch freudig Lob erschalle, Den Nächsten zu erbauen. 3. Bewahre, Gott, mein Ohr, daß ich Nicht gern auf Spötter höre, Damit in meinem Glauben mich Kein frecher Thor bethöre. Hilf, daß kein Witz der Lästersucht Mir Ohr und Herz vergifte, Noch jemals, wie er tückisch sucht, Durch mich dann Zwietracht stifte, Nie mich zur Schmähsucht reize. 4. Mein Auge, Gott, bewahre mir Vor unverschämten Blicken Und vor unzüchtiger Begier, Die Unschuld zu berücken. Laß mich den Schmuck der Sittsamkeit Weit über alles schätzen. Was reiner Engel Aug' erfreut, Das sei auch mein Ergötzen, Was du liebst, mein Bestreben. 5. Behüte mich vor Schwelgerei, Die leicht das Herz verführet, Vor Trunkenheit, die ohne Scheu Zu bie Hior Sünden führet. Die Lust, ie bloß den Leib ergötzt, Verdirbt auch fromme Herzen, Und was die Welt für Freude schätzt, Bringt Nachreu', Elend, Schmerzen Und stürzt zuletzt zur Hölle. 6. Hilf, daß mein Geist nichts lieber hört, Nichts lieber spricht und denket, Als was den Glauben stärkt und nährt Und Lust zum Guten schenket, Was mich zu jenem Leben bringt, Wo man bei dir stets lebet, Dein Lob mit allen En⸗ pet singt, Den Heiland sieht, erhe⸗ et Und ihm sich ähnlich schauet. Schlegel nach Gerhardt. Rechtmäßige Anwendung der zeitlichen Güter. Mel. Wär' Gott nicht mit uns. 474 Het laß mich doch gewissenhaft Mein zeitlich Gut verwalten. Gieb selbst mir Weisheit, gieb mir Kraft, Da⸗ mit so hauszuhalten, Wie es mir nützt und dir gefällt, Damit ich nicht in jener Welt Das ewige verliere. 2. Mein Hab' und Gut kommt ja von dir Und deinem milden Segen. Nicht mir zum Fallstrick gabst du mir Mein zeitliches Ver. mögen. Du gabst es mir zum wahren Wohl. Drum, gieb, Herr, daß ich's, wie ich soll, Nach deiner Vorschrift brauche. 3. Was ist das mir geschenkte Gut? Vergänglich und von Erde. Hilf, daß ich nie zum Übermut Dadurch verleitet werde. Nie reiße irdischer Gewinn Mein Herz zu Uppigkeiten hin, Die wicht'gre Sorgen hindern. 4. Was hülfe mir die ganze Welt Mit allen ihren Schätzen, Verführt mich zeitlich Gut und Geld, Sorglos hintan 5 setzen, Was meiner Seelen Heil begehrt Und mir ein ewig Glück gewährt? Wie strafbar würd' ich handeln! 5. Mein größtes Trachten sei allhier Nach deines Geistes Gaben. Wie reich bin ich, o Gott, in dir, Wenn ich nur die kann habenl Hab' ich nur, Höchster, deine Huld, Nur Glauben, Tugend und Geduld, Was fehlt dann meiner Seele? 6. Den Geiz laß ferne von mir sein, Die Wurzel alles Bösen. Von Unruh' und Gewissenspein Kann Reichtum nicht erlösen. Er hilft in Todesstunden nichts Und nichts am Tage des Gerichts. Er rettet keinen Sünder. 7. Giebst du mir Güter dieser Zeit, Laß mich sie nie verschwen⸗ den, Vielmehr in weiser Sparsam⸗ keit Stets nützlich sie anwenden. Gieb mir die Klugheit, daß ich hier Dadurch dem Nächsten so, wie mir, Des Lebens Müh' erleichtre. 8. Es kommt ein Tag der Re⸗ chenschaft, Das laß mich stets be⸗ denken Und mein Gemüt gewissen⸗ haft Zur heilgen Sorgfalt lenken, Also die Güter dieser Zeit Zu nützen, daß ich einst erfreut Noch Segen davon ernte. Diterich nach Hävecker. dieser weihr mein lieber winn Bald mit Das Sons mir im 7 18 ewige kommt milden Fallstrick hes Ver· nir zum b, Herr, h deiner eschenkte on Erde. bermut ie reiße erz zu acht dre ganze ochätzen, ut und enspein en. Er 8 Und ts. Er · dieser schwen · harsam⸗ venden. daß ich so, wie leichtre. der Re⸗ stets be⸗ wissen⸗ it 3u eit Zu t Noch ecker. Von den Pflichten gegen uns selbst. 255 Wider den Geiz. Mel. O Gott, du frommer Gott. 475 Laß mich doch nicht, o * Gott, Den Schätzen dieser Erden So meine Neigung weihn, Daß sie mein Abgott werden. Oft fehlt beim Uberfluß Doch die Zufriedenheit, Und was ist ohne sie Des Lebens Herrlichkeit? 2. Kann ein vergänglich Gut Auch unsre Wünsche stillen? Es steht ja sein Besitz Nicht stets in unserm Willen. Nicht stets wird's dem zu teil, Der ängstlich da⸗ nach ringt, Und schnell verliert's oft der, Dem der Besitz gelingt. 3. Ein Gut, das unsern Geist Wahrhaftig soll beglücken, Muß nicht vergänglich sein Und für den Geist sich schicken. Der Thor hat Geld und Gut, Er hat's und wünscht noch mehr. Noch immer bleibt sein Herz Von wahrer Ruhe leer. 4. O Gott, so wehre doch Den ungerechten Trieben Und heilige mein Herz, Die Güter nicht zu lieben, Die man mit Müh' ge⸗ winnt, Bald prassend sie verzehrt, Bald geizig sie bewacht Und bald mit Fluch vermehrt. 5. Ein weises frommes Herz, Das sei mein Schatz auf Erden. Sonst alles, nur nicht dies, Kann mir entrissen werden. Dies bleibt im Tod auch mein, Dies folgt mir aus der Zeit Zum seligsten Gewinn Bis in die Ewigkeit. 6. Was sind, wenn dieses fehlt, Die herrlichsten Vergnügen? Nur süße Träume sind's, Die unsern Geist betrügen. Drum lenke, Gott, den Wunsch Vom irdischen Gewinn, Durch deines Geistes Kraft, Zu ewgen Gütern hin. Diterich nach Gellert. Mel. Mack's mit mir, Gott, nach. 476 Won dem, der bessre Schätze liebt, Als Schätze dieser Erden! Wohl dem, der sich mit Eifer übt, An Tugend reich zu werden, In dessen Herz der Glaube lebt, Zur Himmels⸗ würde ihn erhebt! 2. Zwar echte Tugend wehr⸗ uns nicht, Hier Güter zu besitzen. Gott gab sie uns und auch die Pflicht, Mit Weisheit sie zu nützen Sie sollen unser Herz erfreun Und unsrer Tugend Antrieb sein. 3. Doch nach den Gütern dieser Zeit Mit ganzer Seele schmachten, Nicht erst nach jener Seligkeit Und wahrer Tugend trachten: Das ist, o Herr, nicht der Beruf, Da⸗ zu uns deine Liebe schuf. 4. Der Geiz erniedrigt unser Herz, Erstickt die edlern Triebe. Die Liebe für ein schimmernd Erz Verdrängt der Tugend Liebe Und machet, der Vernunft zum Spott Ein elend Gold zu unserm Gott. 5. Der Geiz, so viel er an sich reißt, Läßt dich kein Gut genießen. Er quält durch Habsucht deinen Geist Und tötet dein Gewissen. Er reißt durch schmeichelnden Gewinn Dich blind zu jedem Frevel hin. 6. Um wenig Vorteil wird er schon Aus dir mit Meineid sprechen, Dich zwingen, der Arbeiter Lohn Unmenschlich abzubrechen. Er wird in dir der Witwen Flehn, Der Waisen Thränen widerstehn. 7. Nie kann ein Herz, vom Geize hart, Des Wohlthuns Freu⸗ den schmecken, Und in des Un⸗ glücks Gegenwart Den Ruf zur Hilf' entdecken. Und wo ist eines Standes Pflicht, Die nicht der Geiz entehrt und bricht? Du bist ein Vater und aus Geiz Entziehst du dich den Kin⸗ dern Und lässest dich des Goldes Reiz Ihr Herz zu bilden hindern Und glaubst, du habst sie wohl bedacht, Wenn du sie reich, wie dich, gemacht. 9. Du hast ein richterliches Amt Und du wirst dich erfrechen, Die Sache, die das Recht verdammt, Aus Habsucht recht zu sprechen, Und selbst der Tugend größter Feind Erkauft an dir sich einen Freund. 10. Gewinnsucht raubt dir Mut und Geist, Die Wahrheit frei zu lehren. Du schweigst, wenn Pflicht 256 Von den Pflichten gegen uns selbst. dich reden heißt, Ehrst, wo du nicht sollst ehren, Und wirst um ein verächtlich Geld Ein Schmeich⸗ ler und die Pest der Welt. 11. Drum, Herr, erhalte mich dabei, Daß ich mir gnügen lasse, Geiz ewig als Abgötterei Von mir entfern' und hasse. Ein weises erz und froher Mut Sei meines Lebens größtes Gut. Gellert. Arbeitsamkeit und Fleiß in Be⸗ rufsgeschüften. Mel. Aus tlefer Not schrei' ich zu dir. 477 3˙¹⁷ Arbeit, nicht zum * Müßiggang, Sind wir, o Herr, auf Erden. Drum laß mich doch mein lebenlang Kein Knecht der Trägheit werden. Gieb mir Verstand und Lust und Kraft, Daß ich treu und gewissen⸗ haft In meinem Stande lebe. 2. Hast du ein Amt, so warte sein. Das ist, o Gott, dein Wille. O flöße selbst den Trieb mir ein, Daß ich ihn treu erfülle.——5 mir, daß ich von Zeit zu Zeit An Einsicht und an Tüchtigkeit Zu meinem Amte wachse. 3. O Herr, vor träger Weich⸗ lichkeit Wollst du mein Herz be⸗ wahren. So werd' ich aus Gemäch⸗ lichkeit Nie meine Kräfte sparen. Erholen werd' ich mich nur dann, Wenn ich, von Kraft erschöpft, mich kann Zu neuer Arbeit stärken. 4. Aus wahrer Weisheit laß mich nicht Die Zeit mit Nebendin⸗ gen, Die weit entfernt von meiner Pflicht, Verschwenderisch verbrin⸗ gen. Das müsse mein Vergnügen sein, Mich den Geschäften ganz zu weihn, Die du mir auferleget. 5. Ein heilger Trieb belebe mich, O Höchster, meine Pflichten In deiner Furcht, gestärkt durch dich, Mit Freuden zu verrichten. Ein Herz, das sich des Guten freut, Giebt zu der Arbeit Munterkeit, Versüßt uns ihre Lasten. 6. Laß mich vor dir, Herr, un⸗ verrückt Mit einem Herzen wan⸗ deln, Das Geiz und Ehrsucht nie verstrickt. Gewissenhaft zu handeln, Mein Leben deinem Dienst zu weihn, So nützlich als ich kann, zu sein, Das sei mir Ehr und Reichtum. 7. Dir zu gefallen, sei mein Zweck Bei allem, was ich thue. So wandle ich den rechten Weg Zu der Gewissensruhe. Denn wer dir, Heiligster, mißfällt, Was nützet dem die ganze Welt Mit allen ihren Schätzen? 8. Laß mich den zeitlichen Be⸗ ruf, Herr, nie geringe achten, Das Werk, wozu dein Zweck mich schuf, Als Gottesdienst betrachten, Damit ich einst in jener Welt, Die höheren Beruf enthält, Zu höhern Würden steige. Borchward. Mel. Es ist das Heil uns kommen. 478 Gott ist's, der das Ver⸗ — mögen schafft, Das Gute zu vollbringen. Er giebt zur Arbeit Mut und Kraft Und läßt sie uns gelingen. Was man mit ihm nur unternimmt, Wird, wenn's mit seinem Willen stimmt, Nicht ohne Fortgang bleiben. 2. Wer das zu seinem Haupt⸗ zweck macht, Gefällig ihm zu wer⸗ den, Und erst nach seinem Beifall tracht't, Dem giebt er auch auf Erden Vom irdschen Gut mit milder Hand So viel beim Fleiß in seinem Stand, Als ihm wahr⸗ haftig nützet. 3. Gott ist der Frommen Schild und Lohn, Und krönt er sie mit Gnaden, Was sollte ihrer Feinde Hohn Und Mißgunst ihnen schaden? Mit seinem Schutz bedeckt er sie Und segnet bei des Lebens Müh' Ihr Herz mit Trost und Hoffnung. 4. Drum gieb, o Gott, daß ich auf dich Bei meiner Arbeit sehe. Mit Licht und Weisheit segne mich, Daß ich nie Wege gehe, Die mir dein heilig Wort verbeut. Nach christlicher Rechtschaffenheit Laß mich vor allem trachten. 5. Laß Müßiggang und Träg ⸗ heit mich Als dir mißfällig meiden handeln, enst zu kann, zu eichtum. Trãäg · meiden Von den Pflichten gegen uns selbst. Und hilf, daß ich, gestärkt durch dich, Voll Mut, mit Lust und Freuden In meinem Stand geschäf⸗ tig sei. Dein Segen kröne meine Treu', Daß sie auch andern nütze. 6. Sei überall, mein Gott, mit mir. Die Werke meiner Hände Be⸗ fehl' ich, Allerhöchster, dir. Hilf, daß ich sie vollende Zu deines großen Namens Preis, Daß mir die Frucht von meinem Fleiß In jenes Leben folge. Lischkow u. Diterich. Zufriedenheit und Genügsamkeit. Mel. Wend' ab deinen Zorn. 7 ott, du bleibst ewig 4 79. G unsrer Wohlfahrt Meister. Wie thöricht handeln un⸗ zufriedne Geister! Sie quälen sich und machen ihrem Herzen Vergeb⸗ lich Schmerzen. 2. Was helfen uns die ängst⸗ lich bangen Sorgen Für den doch ungewissen andern Morgen? Und müssen wir uns über unser Grä⸗ men Nicht nachmals schämen? 3. Es ist umsonst, wir werden's nicht erzwingen, Wenn wir auch Nächte durch mit Kummer ringen Und noch so früh mit ängstlichen Geschäften Den Leib entkräften. 4. Mein Glück beruht, o Gott, auf deinem Segen. Vertrau' ich dir und geh' auf deinen Wegen, So wirst du mir auch ohne Sorg' und Kränken, Was nützlich, schenken. 5. Bin ich getreu mit dem ver⸗ liehnen Pfunde Und harr' ich nur der rechten Segensstunde, So kommt sie, und dann werden meine Thaten Zum Glück geraten. 6. Drum fördre selbst die Werke meiner Hände. Gesegnet sei der Anfang und das Ende, Gieb guten Rat, damit, was ich vollbringe, Mir wohl gelinge. 7. Hilf mir mit Treue meine Pflicht erfüllen Und dann mein Herz mit froher Hoffnung stillen. Erlang' ich nur, was du, Herr, mir beschieden, Bin ich zufrieden. 8. Kann ich den Leib auch nicht wie Reiche laben, Versorge nur 257 den Geist mit jenen Gaben, Die mehr, als alles Irdische, erquicken, Ewig beglücken. 9. Hier hab' ich gnug, laß mich nur mit den Frommen Zu dem Genuß der Himmelsgüter kommen, So wird mein Wunsch, den irdisch Gut nie stillet, Völlig erfüllet. Semper⸗Ulber und Diterich. Mel. Wie groß ist des Allmächtgen. 480 Entehre nicht, mein * Herz, mit Klagen Den Gott, der dich zum Glück er⸗ schuf. Die Müh' des Lebens zu ertragen Und froh zu sein, ist dein Beruf. Der Christ murrt nicht bei den Beschwerden Von dieser kurzen Lebensbahn, Er sucht, daß sie ihm nützlich werden, Und betet Gottes Willen an. 2. Gott selbst hat dir dein Los beschieden. Nimm's dankbar aus der Vorsicht Hand. Erfülle jede Pflicht zufrieden, Die sie mit die⸗ sem Los verband. Sie giebt dir Munterkeit und Kräfte Und nährt und stärkt sie väterlich. Sie brau⸗ chen, dies ist dein Geschäfte, Und ihr Gebrauch ist Ruhm für dich. 3. Zwar jenem hat des Himmels Segen Mehr Güter anvertraut, als dir. Doch soll dies deinen Neid er⸗ regen? Denk': Wer ist Gott? Und wer sind wir? Weiß er nicht besser, was dir nützet Und was dem Näch⸗ sten nützt, als du? Wenn er dich führt, regiert und schützet, Was fehlt noch wohl zu deiner Ruh'? 4. Du prangest nicht mit hohen Würden. Beneide nicht der Großen Glück. Sie seufzen unter schweren Bürden Und fallen oft im Augen⸗ blick. Dir ward kein Überfluß ge⸗ währet. Ihn wünschen, das ist Selbstbetrug. Wer gern, was er nicht braucht, entbehret, Der ist beglückt und reich genug. 5. Herr, der du mir zum frohen Leben, So viel ich brauch' und mehr verliehn, Laß täglich sich mein Herz bestreben, Den sorgen⸗ vollen Gram zu fliehn. In Demut laß mein Herz sich üben, Gott, dei⸗ R 258 ner Güte sich zu freun. Dich fürchten, dir vertraun, dich lieben, Müss' ewig mein Vergnügen sein. Röhler. Mel. Nun ruhen alle Wälder. enn ich nur Gott ge⸗ 481. Wĩ falle, So lang' ich hier noch walle, Und Menschen nütz⸗ lich bin, Dann seh' ich voller Freu⸗ den, Auch mitten in dem Leiden, Auf meiner Laufbahn Ende hin. 2. Mir mag auf dieser Erden Glück oder Unglück werden, Ich nehm' es dankbar an. Es kommt aus Gottes Händen, Der leicht den Kummer enden Und meinen Geist erfreuen kann. 3. Durch ungerechte Klagen Will ich nicht meinen Tagen Selbst ihren Wert entziehn. Ich will sie froh genießen Und fest bei mir beschließen, Daß keiner ungenützt soll fliehn. 4. Mit mitleidsvollem Herzen Will ich auch andrer Schmerzen Und fremde Not zerstreun, Und kann ich Glück verbreiten, Mit vielen Seligkeiten Soll das für mich verbunden sein. 5. Es sei mein ganzes Leben Ein eifriges Bestreben, Zu thun, was Gott gefällt. Nur wenn ich dieses thue, Genieß' ich wahre Ruhe Und wahres Glück schon auf der Welt. 6. Und du wirst meine Seele, Die ich dir, Gott, befehle, Wenn einst mein Tod erscheint, Dahin vom Staub erheben, Wo sie, mit Heil umgeben, Dann Din bleibt mit dir vereint. Dilthey. Rechtmäßige Anwendung des Lebens. Mel. Wer nur den lieben Gott. u gabst mir, Ewger, 482. D dleses Leben Nicht für den Augenblick der Zeit, Nein, was du mir davon gegeben, Gabst du mir für die Ewigkeit. Hier ist allein der Prüfungsort, Bestra⸗ fung und Belohnung dort. * Von den Pflichten gegen uns selbst. 2. Du schenktest mir Verstand und Willen, Die Wahrheit zu er⸗ kennen, Licht, Kraft, deine Vor⸗ schrift zu erfüllen, Und eine Richt⸗ schnur meiner Pflicht, Der Tugend inneres Gefühl Und Freiheit, wie ich wählen will. 3. Du schmücktest durch dein mächtig Werde Mit Reiz und Pracht mein irdisch Haus Und gossest über diese Erde Die Wunder aller Schönheit aus Und schufst mir feine Sinne an, Daß ich sie auch empfinden kann. 4. Und dennoch lässest du mich wissen. Daß dies mein irdisch Haus zerbricht. Ich soll zwar dieser Welt genießen, Doch als genöss' ich ihrer nicht. Ich soll der Sinne Lüste fliehn, Wenn sie mich zu der Erde ziehn. 5. Der Freude soll ich oft nicht achten, Die mein Herz für so schmeichelnd hält, Nach Lust und Ehr'und Geld nicht trachten, Wenn's von der Tugend mich abhält. Was mir in Ewigkeit wohl thut, Das soll ich wählen als mein Gut. 6. Die Prüfung, Gott, war nicht vergebens. Du wolltest sehn, ob ich dir treu, In der Gemeinschaft jenes Lebens Mit dir zu wohnen würdig sei, Ob ich, vom Tand des Eiteln leer, Einst höhrer Freuden fähig wär'. 7. Denn du willst eine neue Erde Und einen neuen Himmel baun, Und, daß ich hier geheiligt werde, Soll ich aufs Unsichtbare schaun, Dem Reiz der Lüste widerstehn Und stets auf deinen Wegen gehn. 8. Wohl mir, wenn ich es mu⸗ tig wage, Der großen Hoffnung wert zu sein Und diese kurzen Prüfungstage Gott und der Tugend bloß zu weihn, Wenn nie mein Fuß den Pfad verliert, Der mich zum bessern Leben führt! 9. Wohl mir, wenn ich den Hang zur Sünde Und die verbotne Lust der Welt Und jede Lockung über ⸗ winde, Die noch mein 15 5 ge⸗· fesselt hält Und(o welch glän⸗ Von den Pflichten gegen uns selbst. 259 zender Gewinn!) Hier Sieger, dort gekrönet bin! 10. O Gott, gieb deines Geistes Stärke, Der du in Schwachen mächtig bist, Dem. der zu diesem großen Werke Zu klein, zu schwach, zu sinnlich ist. Lehr' mich das Irdische verschmähn Und stets nach meinem Ziele sehn. 11. Laß mich oft in gesunden Tagen Mein Grab mir in Gedanken bann Und bei des Lebens Freud' und Plagen Auf dich und auf das Künftge schaun, Damit ich meiner Pflicht getreu, Des höhern Lebens fähig sei. Weiße. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 483 Wo ist mein zeitlich Leben. Das du mir, Gott, gegeben? Ein unschätzbares Gut. Du gabst mir's, hier auf Erden Zum Himmel reif zu werden, Worauf mein wahres Glück beruht. 2. Hier wird die Saat gestreuet, Dort erntet man erfreuet Der Tugend Früchte ein. Je länger ich hier wandle, Vor dir rechtschaffen handle, Je größer wird mein Glück dort sein. 3. Sollt' ich dies Glück mir rauben? O Herr, laß mir, im Glauben Der künftgen Erntezeit, Mein Leben auf der Erden So wert und wichtig werden, Als es mir selbst dein Wort gebeut. 4. Mir selbst es zu verkürzen, Mich in den Tod zu stürzen, Ist wider meine Pflicht, Ist Undank deiner Güte. Ein redliches Gemüte Verläßt ja seinen Standort nicht. 5. Gieb, daß ich klüglich fliehe, Was oft mit leichter Mühe Mir gar mein Leben nimmt, Doch laß mich auch nicht zagen, Das Leben selbst zu wagen, Wenn mich die Pflicht dazu bestimmt. 6. In deine Vaterhände Befehl' ich, Herr, mein Ende Und meiner Tage Lauf. Es sei mein ganzes Leben Dir hier zum Dienst er⸗ eben. Hilf du selbst meiner chwachheit auf. 7. Was nützt ein langes Leben Dem, der nicht gottergeben Nach wahrer Tugend strebt? Wer Gott und Menschen liebet, So seinen Glauben übet, Nur der hat lang und wohl gelebt. Diterich. Mel. O Ewigkeit, du Donnerwort. ein Leben ist ein Prü⸗ 484. M fungsstand, Der Himmel ist mein Vaterland, Die Ruh' ist nicht auf Erden. Ich suche die zukünftge Stadt, Die Gott selbst fest gegründet hat. Da werd' ich glücklich werden. Mein Leben ist ein Prüfungsstand, Der Himmel ist mein Vaterland. 2. Wie Schatten vor der Sonne fliehn, So flieht mein Leben schnell dahin. Hier werd' ich nicht stets bleiben. Ich eile nach der Ewig⸗ keit. Herr, mache mich dazu be⸗ reit, Laß deinen Geist mich treiben, Daß ich, was zeitlich, irdisch ist, Verachte als ein wahrer Christ. 3. Man trifft auch auf der Le⸗ bensbahn Sehr viele Hindernisse an. Schwer sind sie zu bestreiten. Sehr weit entfernt ist noch das Ziel, Der Weg ist schmal, der Feinde viel, Leicht ist's, mich zu verleiten. Ich muß durch dürre Wüsten gehn Und kann oft keinen 214. Wie 9n 4. ie oft seh' ich die Sonne nicht, Die hier mit Trost, mit Heil und Licht Des Frommen Herz beglücket! Der Trübsal Sturm dringt auf mich zu, Mein müder Geist find't nirgends Ruh', Doch fühl' ich mich erquicket, Wenn ich der Überwinder Kron' Betrachte und der Treue Lohn. 5. Hilf du mir selbst, Herr Jesu Christ, Der du selbst Mensch geworden bist, Mein Fleisch hast angenommen. Laß mich auf der Verleugnung Pfad, Den mir dein Fuß gezeichnet hat, Dem Ziele näher kommen. Gieb, daß ich standhaft streite hier Und ewig herrsche dann mit dir. 6. Verleihe mir Beständigkeit R IIIEEEx 260 Und laß mich stets mit Freudigkeit Auf deinen Wegen gehen. Fall' ich noch oft, so hilf mir auf, Daß ich vollende meinen Lauf. Laß stets mich feste stehen, Getrost auf deine Hilfe traun Und einst das ewge Leben schaun. Campe und Zollikofer. Selbstverleugnung. Mel. Wo Gott der Herr nicht bei uns. ill jemand Christi 485. Janger sein, Der muß sich sein nicht schämen, Sich selbst verleugnen, Christi Pein Und Kreuz gern auf sich nehmen. Drum, Jesu, gieb mir deine Kraft, Die dieses einzig in mir schafft, Damit ich dir nachfolge. 2. Du weißt ja, daß es schwe⸗ rer fällt, Den Eigensinn zu lassen, Sich selbst verleugnen, als die Welt Und ihre Lust zu hassen. Drum wirk' in mir, was ich nicht kann, Führ' mich zu deiner Liebe an Und dämpf' die Eigenliebe. 3. Gieb, daß ich aller bösen Lust Absterbe, dir nur lebe. Kein Wan⸗ kelmut sei mir bewußt, Wenn ich mich dir ergebe. Gieb, Jesu, daß ich niemals mir, Noch meinem Willen, sondern dir Und deinem Willen folge. 4. Wird Fleisch und Blut erst un⸗ terdrückt, Wird schnöder Eigenwille In meiner eiteln Brust erstickt, Sind die Begierden stille, So fängt Gott sein Werk in mir an, Daß ich durch seine Gnade kann Mir selber ganz absterben. 5. Mein Herz ist eitler Lüste voll, Blind, finster, ohne Leben. Was Gott in mir gefallen soll, Muß er mir selber geben. Erleuchtet mich sein Gnadenschein, So kann ich ihm gefällig sein Und ihm zu Ehren leben. 6. Gieb, Herr, mir deines Lich⸗ tes Schein, Daß ich dich recht er⸗ kenne, Dich ehre, gegen dich allein In wahrer Liebe brenne. Entreiß' mich mir und gieb mich dir. Laß meine Seele für und für Mit dir verbunden bleiben. Von den Pflichten gegen uns selbst. 7. Ich seufze, Herr, nach deiner Kraft, Stärk' mich mit deiner Güte. Dein Geist, der alles Gute schafft, Erfülle mein Gemüte, Daß es nicht eigne Ehre such', Dir ähnlich werd' und stets verfluch Was mich von dir abführet. 8. Herr, deine Liebe giebt allein Heil, Seligkeit und Leben. Die Eigenliebe kann nur Pein, Unruh' und Unheil geben. Du giebst uns Segen, Heil und Ruh'. Der eigne Ruhm schreibt sich es zu, Drum muß er dir mißfallen. 9. Dein ist Preis, Ehr' und Ruhm den dir Doch Stolz und Hochmut rauben. Darum erwecke selbst in mir, Herr, Demut, Sanftmut Glauben. Nimm Eigenliebe völlig hin Und gieb mir Christi Herz und Sinn, Der dich stets liebt und ehret. HZimmermann. Verleugnung der Welt und des Irdischen. Mel. Wer nur den lieben Gott. 3Ich frage nichts nach 486. V Gold und Schätzen, Dies alles ist für mich zu klein. Soll etwas meine Seel ergötzen, Muß es, gleich ihr. unsterblich sein. Ein Glück, das Augenblicke währt, Ist das nicht, was mein Herz begehrt. 2. Was sind die Güter dieser Er⸗ den? Ein Dampf, ein Rauch, Ver⸗ druß und Müh'. Sie zeugen Sor⸗ gen und Beschwerden Und ihr Ge⸗ nuß befriedigt nie. Sie wechseln oft, sie täuschen sehr, Entfliehen schnell und sind nicht mehr. 3. Hat jemand seine besten Tage In Fleiß und Arbeit zugebracht Und mit Erduldung mancher Plage Sich Ehr' und Vorteil hier erjagt, So bleibt doch all sein irdisch Gluͤck Bei seinem Grabe hier zurück. 4. Wie eingeschränkt ist unser Wissen! Wie unerforschlich die Na⸗ tur! Umhüllt mit dicken Finster⸗ nissen, Verlier' ich leicht der Wahr⸗ heit Spur. Die Weisheit, die den Christen ziert, Ist, die zu Gott zur Tugend führt. Von den Pflichten gegen uns selbst. 261 5. Und könnt' ich auch mein ganzes Leben Hier sinnlichen Ver⸗ gnügen weihn Und meinem Herzen alles geben, Was fähig ist, es zu erfreun, Folgt doch, ohn' Tu⸗ gend, Überdruß Und Ekel bald auf den Genuß. 6. Was seid ihr doch, verbotne Freuden? Ein blendend Nichts, ein Raub der Zeit, Die reiche Quelle bittrer Leiden, Des Geistes Grab und Eitelkeit, Ein Glück, das man aus Irrtum wählt, Und das mit später Reue quält. 7. Was ist die Ehre, was sind Würden Und die damit verbundne Pracht? Ein glänzend Elend, schwere Bürden, Wodurch man sich um Sklaven macht. Bei aller Ehre kann ich klein Und ohne sie erhaben sein. 8. Dein Gold, elender Mam⸗ monshüter, Was wird es ohne Tugend sein? Es ist die Sorge der Gemüter Und eine teu'r er⸗ kaufte Pein. Deckt Reichtum dich vor Schmerz und Not? Und ist er dir ein Trost im Tod? 9. Nur Tugend führt zum wah⸗ ren Glücke. Sie lindert unser Un⸗ gemach, Schenkt unserm Leben heitre Blicke, Folgt in die Ewigkeit uns nach, Versichert uns des Höch⸗ sten Huld, Giebt Trost im Tod im Kreuz Geduld. 10. Zwar fließen oft des Kum⸗ mers Zähren Vom Angesicht der Unschuld hin. Der Fromme fleht, und sein Begehren Wird nicht ge⸗ hört. Man fliehet ihn. Er leidet Druck und Ungemach, Verachtung, Dürftigkeit und Schmach. 11. Die Sünder sieht man stolz sich brüsten, Oft feste, wie Paläste stehn. Sie folgen sorglos ihren Lüsten Und trotzen auf ihr Wohl⸗ ergehn. Sie sündigen mit Zuversicht Und fürchten Gottes Strafe nicht. 12. Doch wenn gleich keine Not und Plage Das freche Laster hier erschreckt, So wird doch einst an jenem Tage, Wenn Gott die Toten auferweckt, Des stolzen Sünders nicht Lelount Die Tu⸗ gend aber erst belohnt. 13. Dann wird Gott einemjeden geben Nach seinem Thun, Freud' oder Pein. Die Frommen werden ewig leben, Der Sünder Teil wird Elend sein. Dies, Seele, stärke deinen Mut: Der Herr bleibt stets gerecht und gut. 14. Erwarte sie, die frohen Tage Noch nie empfundner Seligkeit. Gott wird einst alle deine Plage Verwandeln in Zufriedenheit, Wenn er dich erst nach seinem Rat So wie das Gold geläutert hat. 15. Entreiße dich der Erde Lüsten Erhebe dich zur Ewigkeit. Hier wandelst du noch in der Wüsten, Hier lebst du in der Prüfungszeit. Bald führet dich des Todes Hand Nach deinem wahren Vaterland. 16. Der Tod ist schwer. Vielleicht dem Reichen! Dich wird sein An⸗ blick hoch erfreun. Dann werden Schmerz und Elend weichen, Dann wirst du ewig glücklich sein. Hier ist nur Müh' und Eitelkeit, Dort wahre Ruh' und Seligkeit. Scriba und Zollikofer. Mel. Nun ruhen alle Waͤlder. 487 Die Herrlichkeit der Er⸗ den Muß Staub und Asche werden, Und nichts bleibt ewig stehn. Das, was uns hier ergötzet, Was man für ewig schätzet, Wird als ein leichter Traum ver⸗ gehn. 2. Was sind doch alle Sachen Die uns so trotzig machen, Als Tand und Eitelkeit? Was ist der Men⸗ schen Leben? Stets mit Gefahr um⸗ geben, Währt es nur eine kurze Zeit. 3. Was hilft unnützes Wissen? Wird's, wenn wir sterben müssen, Für uns ein Vorzug sein? Was hilft uns Macht und Ehre, So glänzend sie auch wäre? Kann sie uns wohl alsdann erfreun? 4. Der Ruhm, nach dem wir trachten, Den wir unsterblich ach⸗ ten, Ist meist ein falscher Wahn. Sobald der Geist gewichen Und 262 Von den Pflichten unser Leib verblichen, Fragt oft kein Mensch, was wir gethan. 5. Wie bald wird das zerrinnen, Was wir mit Müh' gewinnen, Was unser Fleiß erwirbt! Kann wohl, was wir besitzen, Uns vor dem Tode schützen? Und stirbt nicht alles, wenn man stirbt? 6. Was sind des Lebens Freu⸗ den? Wie bald folgt Angst und Lei⸗ den Und Reu' auf den Genuß! Was ist's, womit wir prangen? Wo wirst du Ehr' erlangen, Die nicht zuletzt verschwinden muß? 7. Was sind selbst alle Thronen? Giebt es wohl ird'sche Kronen, Die unverwelklich blühn? Kann vor des Grabes Schrecken Der Purpur dich bedecken, Die Krone dich dem Tod entziehn? 8. Wie wenn die Sonn' auf⸗ gehet, Die Rose blühend stehet In ihrer schönsten Zier Und doch ver⸗ welkt sich beuget, Eh' sich der Abend zeiget, So blühen und ver⸗ welken wir. 9. Froh wachsen wir auf Erden Und hoffen groß zu werden, Von Schmerz und Sorgen frei. Doch in den schönsten Tagen, Eh' wir noch Früchte tragen, Bricht uns des Todes Sturm entzwei. 10. Wir rechnen Jahr auf Jahre, Inzwischen wird die Bahre Vor Unser Haus gebracht. Man scheidet von den Seinen, Die hilflos uns beweinen, Und uns bedeckt des Grabes Nacht. 11. Dies laßt uns wohl beden⸗ ken Und uns zum Himmel lenken, Weil er uns offen steht. Wer dahin will gelangen, Darf an der Welt nicht hangen, Da sie mit ihrer Lust vergeht. Gryphius und Weiße. Vorbereitung zum Tode und zur Ewigkeit. Mel. Wer nur den lieben Gott. Qetzt leb ich! Ob ich mor⸗ 488. Vgen lebe, Ob diesen Abend, weiß ich nicht. O lehr' du, dem ich mich ergebe, Herr, lehr' mich selbst die große Pflicht, Durch gegen uns selbst. deines heilgen Geistes Kraft Stets fertig sein zur Rechenschaft. 2. Die Blume, die am Morgen stehet, Fällt vor der Abenddämm⸗ rung ab. Die Luft, die jetzt mich angewehet, Stürzt mich vielleicht ins nahe Grab. Der Jüngling. eh' er sich's versieht, Stirbt, eh' er noch ist aufgeblüht. 3. Entziehe dich dem Weltgetüm⸗ mel. Hier ist der Kampf und dort ist Ruh'. Dein Wandel, Seele, sei im Himmel, Du eilst dem bessern Leben zu. Nach einer kurzen Prüfungs⸗ zeit Ist Ewigkeit, ist Ewigkeit. 4. Verschiebe niemals deine Pflichten. Was jetzt zu thun du schuldig bist, Denk' nicht erst mor⸗ gen auszurichten. Wer weiß, ob's morgen möglich ist? Mensch, dieser Augenblick ist dein, Der künftge wird's vielleicht nicht sein. 5. Noch eh' ich dieses Lied voll⸗ ende, Ergreift vielleicht mich schon der Tod. Drum lehr' mich denken, Herr, ans Ende, An meine letzte Todesnot. O laß, stellt sie sich plötzlich ein, Mich stets dazu be⸗ reitet sein. 6. Es sei, o Vater meines Le⸗ bens, Wenn einst die letzte Stunde schlägt, Der schwache Seufzer nicht vergebens, Der dich zur Gnade noch bewegt. Ach, sterb' ich einen schnellen Tod, Sei mir barmherzig, Herr, mein Gott! v. Hippel. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 489 Meine Lebenszeit ver⸗ streicht, Stündlich eil' ich zu dem Grabe, Und was ist's, das ich vielleicht Noch allhier zu leben habe? Denk', o Seele, an den Tod. Säume nicht, denn eins ist not. 2. Lebe, wie du, wenn du stirbst, Wünschen wirst gelebt zu haben. Güter, die du hier erwirbst, Wür⸗ den, die dir Menschen gaben, Nichts wird dich im Tod erfreun, Diese Güter sind nicht dein. 3. Nur ein Herz, das Jesum liebt, Nur ein ruhiges Gewissen, Von den Pflichten gegen uns selbst. 263 Das vor Gott dir Zeugnis giebt, Wird dir deinen Tod versüßen. Dieser Sinn, den Gott gebeut, Giebt im Tode Freudigkeit. 4. Wenn in deiner letzten Not Freunde hilflos um dich beben, Dann wird über Welt und Tod Dich dies reine Herz erheben. Dann erschreckt dich kein Gericht, Gott ist deine Zuversicht. 5. Daß du dieses Herz erwirbst, Sem Gott, und bet' und wache. orge nicht, wie früh du stirbst. Deine Zeit ist Gottes Sache. Lern' nicht nur, den Tod nicht scheun, Lern' auch seiner dich erfreun. 6. Überwind'ihn durch Vertraun. Sprich: Ich weiß, an wen ich gläube, Und ich weiß, ich werd' ihn schaun Einst in diesem meinem Leibe. Er, der rief: Es ist vollbracht! Nahm dem Tode seine Macht. 7. Tritt im Geist zum Grab oft hin. Siehe dein Gebein versenken. Sprich: Herr, daß ich Erde bin, Lehre du mich selbst bedenken. Lehre du mich's jeden Tag, Daß ich weiser werden mag. Gellert. Mel. Herr Jesu Christ, mein's. 490 Wis sicher lebt der * Mensch, der Staub! Sein Leben ist ein fallend Laub, Und dennoch schmeichelt er sich gern, Der Tag des Todes sei noch fern. 2. Der Jüngling hofft des Grei⸗ ses Ziel, Der Mann noch seiner Jahre viel, Der Greis zu vielen noch ein Jahr, Und keiner nimmt den Irrtum wahr. 3. Sprich nicht: Ich denk' in Glück und Not Im Herzen oft an mei⸗ nen Tod! Der, den der Tod nicht weiser macht, Hat nie mit Ernst an ihn gedacht. 4. Wir leben hier zur Ewigkeit, Zu thun, was uns der Herr ge⸗ beut, Und unsers Lebens kleinster Teil Ist eine Frist zu unserm Heil. 5. Der Tod rückt Seelen vor Gericht. Da bringt Gott alles an das Licht Und macht, was hier verborgen war, Den Sinn der Herzen offenbar. 6. Drum da dein Tod dir täg⸗ lich dräut, So sei doch wachsam und bereit. Prüf' deinen Glauben als ein Christ, Ob er durch Liebe thätig ist. 7. Ein Seufzer in der letzten Not, Ein Wunsch, durch des Er⸗ lösers Tod Vor Gottes Thron ge⸗ recht 8 sein, Dies macht dich nicht von Sünden rein. 8. Ein Herz, das Gottes Stimme hört, Ihr folgt und sich vom Bö⸗ sen kehrt, Ein gläubig Herz, von Lieb' erfüllt, Dies ist es, was in Christo gilt. 9. Die Heiligung erfordert Müh', Du wirkst sie nicht, Gott wirket sie. Du aber ringe stets nach ihr, Als wäre sie ein Werk von dir. 10. Der Ruf des Lebens, das du lebst, Dein höchstes Ziel, nach dem du strebst, Und, was dir ewig Glück verschafft, Ist Tugend in des Glaubens Kraft. 11. Ihr alle seine Tage weihn, Heißt eingedenk des Todes sein, Und wachsen in der Heiligung, Ist wahre Todserinnerung. 12. Wie leicht vergess' ich diese Pflicht! Herr, geh' mit mir nicht ins Gericht. An meinen Tod erinnre mich, Daß ich dir wandle würdiglich. 13. Daß ich mein Herz mit jedem Tag Vor dir o Gott, erforschen mag, Ob Glaube, Demut Lieb' und Treu', Die Frucht des Geistes, in mir sei. 14. Daß ich zu dir um Gnade fleh', Stets meinen Lüsten widersteh' Und einstens in des Glaubens Macht Mit Freuden ruf': Es ist vollbracht! Gellert. Mel. Wer nur den lieben Gott. 491 Eẽ eilt der letzte von — den Tagen, Die du hier lebest, Mensch, herbei. Er⸗ kauf' die Zeit und, statt zu klagen, Sie sei zu kurz, gebrauch' sie treu. Nimm mit ertenntlichem Gemüt Der nahen Stunde wahr. Sie flieht. 2. Getäuscht von eiteln Kleinig⸗ 264 Von den Pflichten gegen uns selbst. keiten, Verlierst du deines Lebens Zweck, Verschiebst dein Heil auf ferne Zeiten Und wirfst so sicher Jahre weg. Bist du, zu kühner Sterblicher, Des nächsten Augen⸗ blickes Herr? 3. Einst Ewigkeiten zu besitzen, Sollst du des kurzen Lebens Zeit Als deine Saatzeit weislich nützen Und thun, was dir der Herr ge⸗ beut. Er ruft dir menschenfreund⸗ lich zu: Sieh, eins ist not! Was säumest du? 4. Drum eil', errette deine Seele Und denke nicht: Ein andermal! Sei wacker, bet' und überzähle Der Menschentage kleine Zahl. Gesetzt, dein Ende wär' auch fern, So wandle doch fromm vor dem Herrn. 5. Mit jedem neugeschenkten Morgen Erwecke dich zu dieser Pflicht. Sprich: Dir, o Gott, ist nichts verborgen. Ich bin vor dei⸗ nem Angesicht Und will, mich dei⸗ ner Huld zu freun, Mein Leben gern der Tugend weihn. 6. Erleucht' und stärke meine Seele, Weil ohne dich sie nichts vermag. Du gönnst, daß ich mein Heil erwähle, Aus Gnaden mir noch diesen Tag. Was ist nicht eine Stunde wert, Die deine Lang⸗ mut mir gewährt! 7. Wohl mir, wenn ich aus allen Kräften Nach Gottes Reiche hier gestrebt, In gottgefälligen Geschäf⸗ ten Die Pilgertage durchgelebt Und einst im Glauben sagen kann: Du nimmst mich, Herr, zu Ehren an! 8. Mein sprachlos Flehn bei meinem Ende Vernimmst du, Her⸗ enskündiger. In deine treuen Vaterhände Befsehl ich meinen Geist, o Herr. Er schwingt sich über Grab und Welt Zu dir, wenn seine Hütte fällt. Neander. Mel. Wer nur den lieben Gott. 492 Sie kommt, sie kommt, — die letzte Stunde, Schon ist der Richter vor der Thür. WMas für ein Wort aus seinem Munde Bestimmt mein ewig Schick⸗ sal mir? Komm, du Gesegneter, herein!— Ach, oder? Geh zur Höllenpein! 2. Herr, prüfe mich noch hier am Grabe, Erforsche, wie mein Herz es meint, Und was ich zu erwarten habe, Wenn Jesus zum Gericht erscheint. Bin ich noch nicht auf rechter Bahn, So nimm dich, Vater, meiner an. 3. Allwissender, ist mein Ver⸗ trauen Auf Jesum auch von rech⸗ ter Art? Nicht, wie auf ihn die Heuchler bauen, Bei denen er zum Spotte ward, Die niemals auf sein Beispiel sehn, Nie folgsam seine Wege gehn? 4. Hat auch mein Glaube Furcht und Liebe Vor dir, mein Gott, in mir erzeugt? Entflammte er des Dankes Triebe, Damit ich kindlich mich gebeugt, Wenn du mich als ein Vater trugst, Wenn du mich als ein Vater schlugst? 5. Du willst, ich soll die Welt verlassen. Thu' ich's auch gern und mit Geduld? Vergab ich denen, die mich hassen, Mit Hand und Herzen ihre Schuld? That ich auch einem Bruder Leid, Der über mich noch Rache schreit? 6. Empfahl ich dir auch stets die Meinen? Hab' ich auch treu für sie gewacht? Darf ihrer keiner darum weinen, Daß ich nicht als ihr Freund gedacht? Und sterb' ich in der Zuversicht: Der Herr verläßt die Meinen nicht? 7. Such' ich in deinem Wort Er⸗ quickung, Wenn mir um Trost jetzt bange wird? Sehnt sich mein Herz nach der Entzückung, Die mir der Herr mein guter Hirt, Erworben und in jener Welt Am Quell des Lebens vorbehält? 8. Mir sagt sein Wort und mein Gewissen, Daß ich ein Übertreter bin. Laß ich auch fromme Thränen fließen Und fliehe betend zu ihm hin? Bleib' ich getrost durch Christi od, Wenn mir des Grabes Schrecken droht? Von den Pflichten gegen uns selbst. 265 9. Gott, Richter, Vater, schone, schone, Weil er den Kelch des Zor; nes trank. Gieb mir, gieb mir die Siegeskrone, Die er durch seinen Sieg errang. Dann sag' ich, durch des Glaubens Macht Getrost und froh: Es ist vollbracht! Eschenburg. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 49 3 err, ich hab' aus deiner — Treu' Mir zum Heil noch Zeit in Händen. Gieb doch, daß ich sorgsam sei, Sie recht weislich anzuwenden. Denn wer weiß, wie bald zur Gruft Deiner Vorsicht Wink mich ruft. 2. Unaussprechlich schnell ent⸗ fliehn Die uns zugezählten Stun⸗ den. Eh' man's denkt, sind sie da⸗ hin Und auf ewig uns verschwun⸗ den. Niemals kehrt ein Augenblick Uns zum Heil davon zurück. 3. Laß bei ihrer Flüchtigkeit Mich, mein Gott, doch nie ver⸗ gessen, Wie unschätzbar sei die Zeit, Die du hier uns zugemessen. Wie, was hier von uns geschieht, Ewge Folgen nach sich zieht. 4. Reize mich dadurch zum Fleiß, Eh' die Zeit des Heils verlaufen, Mir zur Wohlfahrt, dir zum Preis, Noch die Stunden auszukaufen, Die zu meiner Seligkeit Deine Gnade mir verleiht. 5. Deine schonende Geduld Trage mich, Gott, nicht vergebens. Ach, vergieb mir meine Schuld, Daß so manchen Teil des Lebens Ich zu meiner Seele Wohl Nicht ge⸗ braucht so, wie ich soll. 6. Laß mich meine Besserung Für mein Hauptgeschäfte achten Und nach meiner Heiligung Mit so treuem Eifer trachten, Als erwartete noch heut' Mich Gericht und Ewigkeit. 7. Deine Gnade steh' mir bei, Daß mein Leben auf der Erde Reich an guten Früchten sei Und dem Nächsten nützlich werde, Und ist einst mein Ende da, O so sei mit Trost mir nah! Diterich.(Unbekannter.) Von den Pflichten gegen den Nächsten. Pflicht der Nächstenliebe. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 0 llen Christen, und auch 494. A mir, Hat der Herr dies vorgeschrieben: Euren Näch⸗ sten sollet ihr, Als euch selbst, von Herzen lieben. Wer ihn hasset, schlügt ihn tot, Und die Mörder hasset Gott. 2. Wir sind Bürger einer Welt, Alle Kinder, alle Brüder. Wer sie schmäht und unwert hält, Wütet egen seine Glieder. Wir sind ein eib, und Gott schuf Uns zu einerlei Beruf. 3. Eine sterbliche Natur, Ein ge⸗ brechlich kurzes Leben, Eine Hoff⸗ nung hat uns nur Gott ohn' Unter· schied gegeben. Eine Straf' und Se⸗ ligkeit Wartet unser nach der Zeit. 4. Ehre, Reichtum, Würde, Stand, Seelenkräfte, Leibesgaben, Und, was wir aus Gottes Hand Sonst für einen Vorzug haben, Alles dies befreit uns nicht Von der Menschenliebe Pflicht. 5. Nein, der Gaben Unterschied Knüpft das große Band auf Er⸗ den. Jeder, wenn er sich bemüht, Kann dem andern nützlich werden. Den, der dir hier dienen muß, Nährt mit Recht dein Überfluß. 6. Nach dem dir vertrauten Pfand Messen sich auch deine Pflichten. Gab Gott viel in deine Hand, So hast du viel zu ent⸗ richten. Du bist Gottes, und dein Knecht Hat dort mit dir gleiches Recht. 7. Dein Erlöser sagt es dir Pflegst du der Geringsten einen, So thust du es selber mir. Denn ihr alle seid die Meinen. Mancher 266 Von den Pflichten den die Welt verschmäht, Ist in Gottes Aug' erhöht. 8. Darum, Gott, gieb mir ein Wenn Das von Menschenlieb' ent⸗ rennet,. Auch in Niedrigkeit und Schmerz Seinen Nächsten nicht verkennet, Nie voll eiteln Wahns ——1 Daß ein Mensch, wie ich, er ist. 9. Ja, gieb, großer Menschen⸗ freund, Jesu, daß ich auf der Erde Allem Stolz und Neide feind, Dir an Demut ähnlich werde, Um der Hoffnung mich zu freun, Einstens groß vor dir zu sein. Weiße. Mel. Ach, was soll ich Sünder machen. 495 Sossten Menschen, meine * Brüder, Mir, wie Gott, nicht teuer sein? Sollt' ich sie nicht gern erfreun? Sie sind alle Christi Glieder, Christi, der für alle starb, Allen Gottes Huld erwarb. 2. Alle sind von einem Blute, All' und jede Menschen sind Sein, und jeder ist sein Kind, All' erkauft mit einem Blute, Alle Erben seines Sohns, Erben eines Gnadenlohns. 3. Gottes Kinder wollt' ich has⸗ sen? Lieblos, unbarmherzig sein? Meinem Feinde nicht worheihn Keine Schulden ihm erlassen? Und Gott, dessen das Gericht, Des die Rach' ist, richtet nicht! 4. Der du für die Übelthäter Liebreich batest und die Last Unsrer une getragen hast, Unser Mittler und Vertreter, Es versöhnte Gott durch dich Eine Sünderwelt mit sich. 5. Wenn mein Herz, vom Hang der Sünde Hingerissen, dich ver⸗ kennt Und zu Haß und Rach' ent⸗ brennt, Überwind', o überwinde Meinen Haß und laß mich sehn In den Tod für uns dich gehn. 6. Deine Thränen, wie sie flossen, Als dein Aug' um mich geweint, Laß mich sehen, Menschenfreund, Und dein Blut, vor Gott vergossen, Ausgeschüttet, Herr, für mich, Und von Gott verlassen dich. 7. Es ertön' in meinen Ohren: gegen den Nächsten. Was ich that, entzünde dich. Wer den Bruder liebt, liebt mich, Wer nicht liebet, ist verloren. Gottes Zorn ist über ihm. Gottes Zorn ist über ihm. 8. Laß mich's hören, daß ich übe, Was dein Wille mir gebeut, Nachsicht, Sanftmut, Gütigkeit. Daß ich, wie du liebtest, liebe Feurig liebe, mild und treu, Sanft, und leicht versöhnlich sei. 9. O ihr meines Hauptes Glie⸗ der, Christi, der für alle starb, Allen Gnad' und Huld erwarb! Lieben will ich euch, ihr Brüder, Für euch beten, euch erfreun, Wohl⸗ thun, dulden und verzeihn. Cramer. Allgemeine Liebe gegen den Nächsten. Mel. Nun danket alle Gott. 496 Gier mir, o Gott, ein * Herz, Das jeden Menschen liebet, Bei seinem Wohl sich freut, Bei seiner Not be⸗ trübet, Ein Herz, das Eigennutz Und Neid und Härte flieht Und sich um andrer Glück, Als um sein Glück, bemüht. 2. Seh' ich den Dürftigen, So laß mich gütig eilen, Von dem, was du mir giebst, Ihm hilfreich mitzuteilen. Laß mich es willig thun, Nicht, um gerühmt zu sein Und mich verehrt zu sehn, Nein, Menschen zu erfreun. 3. Dies sei mein Gottesdienst. Auch unbemerkt von ihnen Müss' andern stets mein Herz Mit Rat und Hilfe dienen. Mich treibe nicht erst Dank Zu milder Wohlthat an. Nein, was ich Brüdern thu', Das sei dir, Gott, gethan. 4. Ein Trunk, mit dem mein Dienst Dem Durstigen begegnet, Ein Blick voll Trost, womit Mein Herz Bedrängte segnet, Ein Rat, wodurch mein Mund Im Kummer andre stärkt, Nichts bleibt, so klein es ist, Von dir, Herr, unbemerkt. 5. Eilt wo ein boshaft Herz, Unfrieden anzurichten So la ch. Wer ich, Wer Gottes es Zorn daß ich gebeut, ütigkeit, t, liebe „Sanft, es Glie⸗ le starb, erwarb! Brüder, „Wohl⸗ mier. den ilfreich willig zu sein Nein, dienst. Von den Pflichten gegen den Nächsten. 267 mich sorgsam sein, Der Brüder Zwist zu schlichten. Aus Schmäh⸗ sucht kränke nie Mein Mund des Nächsten Ruh'. Er rühme sein Verdienst, Deck' seine Fehler zu. 6. Die Rach' ist dein, o Gott. Du sprichst: Ich will vergelten! Drum laß mich stille sein, Wenn Men⸗ schen auf mich schelten. Gieb, daß ich dem verzeih', Der mir zu schaden sucht, Den liebe, der mich haßt, Den segne, der mir flucht. „Doch laß mich nicht allein Auf zeitlich Wohlergehen Mit ein⸗ geschränktem Blick Bei meinem Nächsten sehen. Noch stärker müsse mich Sein ewig Glück erfreun, Noch mehr sein Seelenheil Mir angelegen sein. 8. Den, der im Glauben wankt, Im Glauben zu bestärken, Den, der noch sicher ist Bei lasterhaften Wer⸗ ken, Von der verkehrten Bahn Des Lasters abzuziehn: Dazu verleih' mir Kraft Und segne mein Bemühn. 9. O heilige du selbst, Herr, meiner Seele Triebe Durch deine Lieb' und Furcht Zu wahrer Menschenliebe. Wer nicht den Nächsten liebt, Geht nicht der Himmel ein, Laß diese Wahrheit, ott, Mir stets vor Augen sein. Gellert und Diterich. Mel. Mach's mit mir, Gott, nach. o jemand spricht: Ich 497. S liebe Gott! Und haßt doch seine Brüder, Der treibt mit Gottes Wahrheit Spott Und reißt sie ganz danieder. Gott ist die Lieb' und will, daß ich Den Näch⸗ sten liebe, gleich als 9115 2. Wer dieser Erden Güter hat Und sieht die Brüder leiden Und macht den Hungrigen nicht satt, Läßt Nackende nicht kleiden, Der ist ein Feind der ersten Pflicht Und hat die Liebe Gottes nicht. 3. Wer seines Nächsten Ehre schmäht Und gern sie schmähen höret, Sich freut, wenn sich sein Feind vergeht, Und nichts zum esten kehret, Nicht dem Ver⸗ leumder widerspricht, Der liebt auch seinen Bruder nicht. 4. Wer zwar mit Rat, mit Trost und Schutz Den Nächsten unter⸗ stützet, Doch nur aus Stolz, aus Eigennutz, Aus Weichlichkeit ihm nützet, Nicht aus Gehorsam, nicht aus Pflicht, Der liebt auch seinen Nächsten nicht. 5. Wer harret, bis ihn anzu⸗ flehn Ein Dürftger erst erscheinet, Nicht eilt, dem Frommen beizu⸗ stehn, Der im Verborgnen wei⸗ net, Nicht gütig forscht, ob's ihm gebricht, Der liebt auch seinen Nächsten nicht. 6. Wer andre, wenn er sie be⸗ schirmt, Mit Härt' und Vorwurf quälet Und ohne Nachsicht straft und stürmt, Sobald sein Nächster fehlet, Wie bleibt bei seinem Ungestüm Die Liebe Gottes wohl in ihm? 7. Wer für der Armen Heil und Zucht Mit Rat und That nicht wachet, Dem Übel nicht zu wehren sucht, Das oft sie dürftig machet, Nur sorglos ihnen Gaben giebt, Der hat sie wenig noch geliebt. 8. Wahr ist es, du vermagst es nicht, Stets durch die That zu lieben, Doch bist du nur geneigt, die Pflicht Getreulich auszuüben, Und wünschest dir die Kraft dazu Und sorgst dafür, so liebest du. 9. Ermattet dieser Trieb in dir, So such' ihn zu beleben. Sprich' oft: Gott ist die Lieb' und mir Hat er sein Bild gegeben. Denk' oft: Gott, was ich bin, ist dein! Sollt' ich, wie du, nicht gütig sein? 10. Wir haben einen Gott und Herrn, Sind eines Leibes Glieder. Drum diene deinem Nächsten gern Denn wir sind alle Brüder. Gotr schuf die Welt nicht bloß für mich, Mein Nächster ist sein Kind wie ich. 11. Ein Heil ist unser aller Gut. Ich sollte Brüder hassen, Die Gott durch seines Sohnes Blut So hoch erkaufen lassen? Daß Gott mich schuf und mich versühnt, Hab' ich dies mehr, als sie, verdient? 268 Von den Pflichten gegen den Nächsten. 12. Du schenkst mir täglich so viel Schuld, Du, Herr von meinen Tagen. Ich aber sollte nicht Geduld Mit meinen Brüdern tragen? Dem nicht verzeihn, dem du vergiebst? Und den nicht lieben, den du liebst? 13. Was ich den Frommen hier gethan, Dem Kleinsten auch von diesen, Das siehst du, mein Erlöser, an, Als hätt' ich's dir erwiesen. Undich, ich sollt ein Mensch noch sein Und dich in Brüdern nicht erfreun? 14. Ein unbarmherziges Gericht Wird über den ergehen, Der nicht barmherzig ist, der nicht Die ret⸗ tet, die ihn flehen. Drum gieb mir, Gott, durch deinen Geist Ein Herz, das dich durch Liebe preist. Gellert. Mel. An Wasserflüssen Babylon. 498 er du die Liebe selber — bist Und gern uns Menschen segnest, Ja selbst dem, der dein Feind noch ist, Mit Wohl⸗ thun doch begegnest, O bilde meinen Sinn nach dir Und laß mich doch, mein Heiland, hier, Wie du gewandelt, wandeln. Die können keine Christen sein, Die sich nicht andrer Wohlfahrt freun Und menschenfeindlich handeln. 2. Dein Leben in der Sterblich; keit War für die Menschen Segen. Dir folgten Lieb' und Freundlich⸗ keit Auf allen deinen Wegen. Wo⸗ hin du gingst, ging Wohlthun mit. Dein Wort, dein Werk und jeden Schritt Begleitete Erbarmen. Du übernahmst die schwerste Pein, Uns vom Verderben zu befrein, Und starbst zum Heil uns Armen. 3. Auch jetzt noch auf der Him⸗ mel Thron Bist du das Heil der Sünder, Auch da bleibst du, o Got; tes Sohn, Ein Freund der Men⸗ schenkinder. Du schaffst den Deinen wahre Ruh' Und die Verirrten suchest du Auf rechten Weg zu lei⸗ ten. Du hörst der Seufzenden Ge⸗ bet Und brauchest deine Majestät, Nur Segen auszubreiten. O laß in meiner Wander⸗ schaft Mich auf dein Vorbild se⸗ hen. Erfülle mich mit Lust und Kraft, Dem Nächsten beizustehen, Betrübter Herzen Trost zu sein. Mich mit den Fröhlichen zu freun, Mit Weinenden zu klagen. Laß mich dem, der sein Herz mir weiht, Ein Herz voll frommer Redlichkeit Und Treue nicht versagen. 5. Loß mich mit brüderlicher Huld Den Strauchelnden erwecken, Durch Sanftmut, Mitleid und Ge⸗ duld Des Nächsten Fehler decken. Mein Antlitz sei nie fürchterlich, Und meine Seele neige sich Zu des Bedrängten Flehen. So wird mich in der bessern Welt, Die nur die Menschenfreund' enthält, Der Liebe Lohn erhöhen. Dite rich.(Hiller u. Sturm.) Sorgfalt für die Seele des Nächsten. Mel. Es ist das Heil uns kommen. 0 Lott, meines Nächsten 499. G bestes Teil—45 mich stets teuer achten. Laß mich nach seiner Seele Heil Mit Lieb' und Sorgfalt trachten. Sie schufst du zur Unsterblichkeit, Sie hast du selbst zur Seligkeit Durch deinen Sohn erlöset. 2. Zu Irrtum und Verschlim⸗ merung, Zu Sünd' und Eitelkeiten, Durch List, durch Zwang, durch Anreizung Den Schwachen zu ver⸗ leiten, Durch That und bös Exempel ihn In Laster und Verderben ziehn, O Gott, welch ein Verbrechen! 3. Laß mich nach seiner Besse⸗ rung Im Glauben und im Leben, Durch Unterricht, durch Anmah⸗ nung Und lehrreich Beispiel stre⸗ ben, Erkenntnis und Religion Und Tugend, die uns lehrt dein Sohn, Ihm suchen einzuprägen. 4. Je mehr du mir Gelegenheit Und Fähigkeiten giebest, Je mehr laß mich zu jeder Zeit Die Seele, die du liebest, Zu retten hier be⸗ flissen sein Und nicht Verdruß, nicht Arbeit scheun, Sie, Gott, dir zuzuführen. ild se⸗ und tehen, sein. freun, Laß veiht, ichkeit licher ecken, dGe⸗ ecken. erlich, u des mich r die Liebe n.) es t du inen lim· iten, Aurch ver⸗ npel ehn, esse · ben, nah · stre · Und ohn, heit nehr eele, be · ruß, ott, Von den Pflichten gegen den Nächsten. 269 5. Giebst du mir Kinder, Herr, mein Gott, Giebst du mir Haus⸗ genossen, Laß mich dein heiligstes Gebet Sie lehren unverdrossen. Du gabst sie mir und deine Hand Wird dies mir anvertraute Pfand Von mir einst wiederfordern. 6. Kann ich kein zeitlich Glück und Gut Den Meinen hier erwer⸗ ben, So laß sie doch das größte Gut, Die Tugend, von mir erben. Laß, Vater, dir mich sie erziehn, Laß selbst mich Sünd' und Laster fliehn Und stets behutsam wandeln. 7. Ach, hab' ich jemals eine Seel' Geärgert und verblendet, Durch Leichtsinn, Bosheit, eignen Fehl Sie dir, mein Gott, entwendet, Ist irgendwo, du Gott der Huld, Durch mein Versehn, durch meine Schuld Ein Mensch ein Sünder worden: 8. Erbarmer, Vater, ach, verzeih' Mir diese großen Sünden. Laß mich, laß ihn auf wahre Reu' Noch Huld und Gnade finden. Führ' ihn zurück ur Heiligung. Laß mich durcheigne Pesereng Ihn stärken und erbauen. Hüster. Gerechtigkeit gegen den Nächsten. Mel. Kommt her zu mir, spricht. 500 Dii liebst, o Gott, Ge⸗ * rechtigkeit Und has⸗ sest den, der sie entweiht, Am Nächsten Unrecht übet. Du bist's, der jedem seinen Lohn, Ohn' alles Ansehn der Person, Nach seinen Werken giebet. 2. Gerechter Gott, laß deinen Geist Zu dem, was recht und billig heißt, Stets meine Seele lenken. Nie komm es mir doch in den Sinn, Aus schnöder Habsucht, um Gewinn Des Nächsten Recht zu kränken. 3. Pflanz' Redlichkeit in meine Brust Und laß mich stets mit wahrer Lust Der Liebe Pflichten üben. Ein Herz, das nur auf Unrecht denkt, Nur Schaden sucht und andre kränkt, Wie kann das Brüder lieben? 4. Nie seufze jemand wider mich. Mein ganzes Herz bestrebe sich, Dem Nächsten gern zu geben Was er mit Recht verlangen kann, Und immerfort mitjedermann In Einig; keit zu leben. 5. Laß mich beständig dahin jehn, Mit jeglichem so umzugehn, Wie ich's von ihm begehre, Damit ich keines Menschen Herz Durch meine Härte je mit Schmerz Und Kümmernis beschwere. 6. Herr, mit dem Maß, damit ich hier Dem Nächsten messe, wirst du mir Dereinst auch wieder mes⸗ sen. Dies reize mich zur Billigkeit. So werd' ich auch zu keiner Zeit Der Liebe Pflicht vergessen. Diterich.(Hiller.) Mel. O Gott, du frommer Gott. 501 Gerachter Gott, du — willst, Es sollen deine Kinder Gerecht sein, gleich wie du. Allein wie hab' ich Suͤnder Dies heilige Gesetz Oft wissentlich verletzt Und die Gerechtigkeit So oft hintangesetzt! 2. Du siehst, wie ich mich oft 3. Du, Heiligster, der du Die Ungerechten strafest. Den Unter⸗ drückten hilfst, Den Armen Recht verschaffest, Wie zittr' ich, Herr, vor dir! Ach, geh' mit deinem Knecht, Mein Gott, nicht ins Ge⸗ richt: Wer ist vor dir gerecht? 4. Miß mir nicht mit dem Maß. Mit dem ich oft gemessen. Und mein so lieblos Herz, Das dich so oft vergessen, Dies bilde du doch ganz Durch deinen guten Geist ur Liebe, daß ich nur Das thue, was du heißt. 5. Laß keinen Menschen mich Durch Härte je betrüben, Betrug und List mich fliehn, Nur das aufrichtig lieben, Was recht und billig ist, Was meinem Nächsten nützt Und was sein Glück und Wohl Befördert, stärkt und schützt. 270 Von den Pflichten gegen den Nächsten. 6. Wie leicht kann Ehr'und Ruhm Und Geiz das Herz bethören, Leicht Menschenfurcht und Gunst Von deinem 1205 abkehren! Süß ist der Höhern Lob, Noch bittrer ist ihr Spott, UndHoffnung bessern Glücks, Wie leicht führt dies von Gott! 7. Ach, laß nicht Lob, nicht Schmach, Laß weder Schmerz noch Freuden, Noch Vorteil noch Gewinn Von meiner Pflicht mich scheiden. Laß weder Freund noch Feind Er⸗ chüttern meine Treu' Und gieb, daß Redlichkeit Mein Ruhm und Ehre sei. 8. Laß mich, soviel ich kann, Den Unterdrückten schützen Und, wo ich dies nicht kann, Mit Rat und Trost ihm nützen. Laß mich auch, unterm Schein Des Rechten, selber nicht Gewalt und Unrecht thun, Wenn mir es gleich geschicht. 9. Beseele, Herr der Welt, Durch deines Geistes Triebe Doch aller Menschen Herz Mit Billigkeit und Liebe. Nur der Gerechte erbt Des Himmels Seligkeit, Des Ungerech⸗ ten Lohn Ist Fluch in Ewigkeit. Angeblich Rüster nach einem Unbekannten. Gerechtigkeit gegen das Eigentum des Nächsten. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. lles, was ich bin * und habe, Kommt, o Gott, aus deiner Hand. Wie so manche gute Gabe Hast du mir herabgesandt! Vater, all mein Glück ist dein. Deinem Ruhme laß mich's weihn. Niemals laß mich mehr verlangen, Als was ich von dir empfangen. 2. Laß mich dankbar und zu⸗ frieden Im Genuß der Güter sein, Die mir deine Huld beschieden, Auch an andrer Glück mich freun, Nie auf fremdes größres Glück Neidisch sehn mit scheelem Blick, Nie, was du mir gabst, verachten Und nach fremdem Gute trachten. 3. Jedem laß mich willig ge⸗ ben, Was er recht zu fordern hat, Nicht den Obern widerstre⸗ ben, Denn sie sind an deiner Statt. Geb' ich gern, mit frohem Sinn Schuldge Steu'r und Gaben hin, So wird freudiges Gewissen Mir die herbste Pflicht versüßen. 4. Dem, der mühsam für mich schwitzte, Der mit seinen Kräften mir Und mit seiner Arbeit nützte, Dem gebührt mein Lohn dafür. Halten, was mein Mund verspricht, Sei mir immer heilge Pflicht. Trug und Ausflucht laß mich fliehen, Keinem Lohn und Sold entziehen. 5. Laß, wenn ich von andern borge, Zum Ersatz mich sein bereit. Redlichkeit sei meine Sorge, Mein Bemühn Gerechtigkeit. Vorschub, den ein Freund mir rhut, Ist nicht mein, ist fremdes Gut. Dankbar will ich meinen Brüdern Beistand, Hilf' und Rat erwidern. 6. Eigentum, das ich entwende, Würde Fluch und Tod mir sein, Aber halt' ich meine Hände Von Betrug und Raube rein, Dann darf ich sie froh empor Betend heben. Gottes Ohr Wird des Frommen Flehn erhören, Den Verbrechen nicht entehren. 7. Hab' ich mich durch andrer Schätze Und durch Arglist reich gemacht, Laß mich, Gott, daß ich's ersetze, Bald und eifrig sein be⸗ dacht, Lieber arm und dürftig sein, Als mich meines Unrechts freun Und nach bald durchträumten Freu⸗ den Des Gewissens Folter leiden. 8. Zwiefach will ich Trug und Schaden Dem erstatten, der ihn litt. Wer, mit Blutschuld schwer beladen, Einst vor Gottes Richt⸗ stuhl tritt, Wird verworfen im Ge⸗ richt, Bleibt vor jenem Antlitz nicht, Das dem Sünder Rache flammet, Den sein falsches Herz verdammet. 9. Heilger Gott, ein frommes Leben Liebest du, belohnest du. Gieb mir Kraft und laß mich stre⸗ ben, Fromm und gut zu sein, wie du, Daß mein Leben ohne Reu',Ohne Qual meinEnde sei, Daß mich, weny ich einst erwache, Keine Schuld ver· dammlich mache. Eschenburg. 4 deiner frohem Gaben istand, wende, r sein, Von Dann Betend d des Den andrer st reich i ich's ein be⸗ ig sein, freun Freu⸗; leiden. ig und sch ihn wer Richt · im Ge; z nicht, immet, immet. ommes yest du. ch stre. in, wie „Ohne „weny Id ver⸗ nburg. Von den Pflichten gegen den Nächsten. 271 flicht gegen die Ehre und den guten Namen des Rächsten. Mel. Wend' ab deinen Zorn. 503 Hae Jesu, daß ich meinen Nächsten liebe, Durch lieblos Richten ihn ja nicht betrübe, Ihn nicht verleumde, noch durch falsche Ränke Sein Wohl⸗ sein kränke. 2. Gieb, daß ich nachsichtsvoll des Nächsten Fehle, So viel ich immer kann, der Welt verhehle Und, wenn er fällt, auf mich, der ich noch stehe, Mit Vorsicht sehe. 3. Hilf, daß ich klüglich ihn zu bessern trachte Und seiner Seele Wohl mir teuer achte. Denn du hast selbst für sie in Todesbanden Viel ausgestanden. 4. Und kann ich auch das Böse selbst nicht bessern, Laß mich's doch eh'r verschweigen, als vergrö⸗ ßern, Anstatt es auszubreiten, es vermindern Und Schaden hindern. 5. Den größten Sünder laß mich nicht verachten, Noch immer ihn als dein Geschöpf betrachten, Nie, die mit mir von einem Blut ab⸗ stammen, Lieblos verdammen. 6. Aufrichtig laß mich schätzen deine Gaben, Die andre, Herr, von dir empfangen haben. Es müsse nie mein Herz des Nächsten Freuden Boshaft beneiden. 7. Bescheiden laß mich von mir selber denken, Durch Stolz und Hochmut keinen Menschen kränken, Mit Sanftmut selbst dem Lästerer begegnen Und Feinde segnen. 8. Hab ich des Nächsten Ehre je beflecket Und seine Schwachheit lieblos aufgedecket, Hen ich der Unschuld in betrübten Stunden Schmerzhafte Wunden, 9. So laß mich reuevoll und liebreich eilen, Die ihm geschlagne Wunde bald zu heilen, Und, der Verleumdung Folgen zu zerstören, Ihm Recht gewähren. 10. Laß alle Schmähsucht mich von Herzen hassen. Zur Seligkeit wird niemand zugelassen Der Bosheit, Neid und Grausamkeit hier übet Und Falschheit liebet. 11. Drum laß mich, Jesu, im⸗ mer mehr auf Erden An Liebe. Güt und Treu' dir ähnlich werden. Gieb dazu Kräfte, Herr, so will ich droben Dich ewig loben. G. Hoffmann und Unbekannter. Wider die Schmähsucht. Mel. O Gott, du frommer Gott. 504 Wenn du des Nächsten * Ehr' Und Achtung miane zu schmälern, Selbst von nichts lieber sprichst, Als andrer Menschen Fehlern, Aus Ehrsucht oder Stolz Verkleinerst ihren Ruhm Und ihre Schuld erhöhst, Wo bleibt dein Christentum? 2. Wenn du aus Argwohn nur Vom Rächsten Böses denkest, Wenn du durch falsch Gerücht Ihm scha⸗ dest und ihn kränkest, Wenn Leicht · sinn, Neid und Haß Ihn vor der Welt entehrt, Bist du dann ferner noch Des Christennamens wert? 3. Wer, wenn er Lästrer hört Und unter Spöttern sitzet, Aus scheuer Menschenfurcht Nicht andrer Unschuld schützet, Wer aus Ge⸗ fälligkeit Selbst ein Verleumder ist Und nichts zum besten kehrt, Ist dieser wohl ein Christ? 4. O Mensch bedenke doch, Gott hört an jedem Orte, Wo du zu. gegen bist, Ein jedes deiner Worte. Ach, er, der alles sieht, Wie sollt er dich nicht sehn, Wenn du dich frech erkühnst, Die Unschuld selbst zu schmähn? 5. Wenn du der Frommen lachst, Wenn du die Tugend schändest, Dem Würdigen das Lob, Das er verdient, entwendest, Verleumder, Gott weiß es, Wie zügellos dann du Ihn in den Seinen schmähst. Der Rächer hört dir zu. 6. Er zählt die Thränen, die Geweint von seinen Frommen, Die du entehret hast, Mit Seufzen vor ihn kommen. Es kommt, es kommt ein Tag, Wo Gott einst vor Ge⸗ richt Im Angesicht der Welt Auch dir dein Urteil spricht. 27½ Von den Pflichten gegen den Nächsten. 7. Ach, wolltst du künftig noch Des Nächsten Ehr' verletzen? Nein, hast du ihr geschad't, Such' sie ihm zu ersetzen. Des Nächsten guter Nam' Sei selbst dein eigner Ruhm, Und schütz' und rette ihn Stets als ein Heiligtum. 8. O laß uns, Gott der Huld, Mit dieser Pflicht nie scherzen Und präge du vielmehr In unser aller Herzen Die große Wahrheit ein, Nur der sei deiner wert, Der seine Brüder liebt Und durch die That sie ehrt. Paulmann. Dienstfertigkeit. Mel. O Gott, du frommer Gott. * ie selig lebt ein 505. Wmensch Der Dienst⸗ begierde kennet Und, ihre Pflicht zu thun, Aus Menschenliebe bren⸗ net, Der, wenn ihn auch kein Eid Zum Dienst der Welt ver⸗ bind't, Beruf und Eid und Amt Schon in sich selber find't! 2. Dir, Höchster, ahmt er nach, Dir als dein Bild zu gleichen. Durch Dienstbeflissenheit Sucht er dies zu errreichen. Er hält für eignes Wohl Sich nicht allein ge⸗ macht, Er hält sich für die Welt Von dir hervorgebracht. 3. Die Welt, denkt er, hat Recht Auf meinen Dienst und Kräfte. Ihr nützen, ist für mich Ein se⸗ liges Geschäfte. Als Glieder schuf uns Gott, Als Bürger einer Welt, In der des einen Hand Die Hand des andern hält. 4. So denkt der Menschenfreund, Und das ist sein Bestreben, So treu, als er sich lebt, Zum Wohl der Welt zu leben. Ihm wird des Nächsten Heil Sein eignes Himmel⸗ reich. Er fühlet fremde Not, Als träf' ihn selbst der Streich. 5. Er eilt, dem, der's bedarf, Mit Hilfe beizustehen. Sein An⸗ sehn und sein Freund, Sein Stand, sein Wohlergehen Sind Mittel, die er braucht, Behilflich gern zu sein Und einen Leidenden it Troste zu erfreun. 6. Was andrer Notdurft heischt, Das reizet seine Triebe Auch ohne Ruhm und Lohn Zu wahrer Menschenliebe. Kein Stolz noch Eigennutz Wirkt seine Gütigkeit. Er sieht auf seinen Gott, Der Liebe ihm gebeut. 7. So laß mich auch gesinnt, Mein Gott, durch Christum werden. Voll regen Eifers sei Mein Leben hier auf Erden, So nützlich, als ich kann, Dem Nächsten stets zu sein. Dann geh' ich einst, o Gott, Ins Reich der Liebe ein. Diterich nach Gellert. Wohlthätigkeit und Liebe gegen Arme. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 506 Du aller Menschen Va⸗ ter, Du gütigster Berater In allem, was uns drückt, Was wir hier Guts genießen, Das läßt du uns zufließen. Du bist's, der unser Herz erquickt. 2. Du läßt dich bei uns Sündern Durch Undank nicht verhindern, Uns segnend zu erfreun. Zu ewgen Seligkeiten Uns Sterbliche zu leiten, Wird ewig dein Vergnügen sein. 3. Wie groß ist deine Milde! Barmherzger Vater, bilde Mein Herz nach deinem Sinn, Daß ich der Not der Armen Mich willig mög' erbarmen. Nimm alle Härte von mir hin. 4. Gieb, daß ich willig gebe, Mich wohlzuthun bestrebe, So wie mein Heiland that, Der göttliche Erbarmer, Den kein bedrängter Armer Vergebens je um Hilfe bat. 5. Erhalt' in mir die Triebe Der mitleidsvollen Liebe. Wie du mir Guts gethan, So laß um deinet⸗ willen Mich andrer Notdurft stil⸗ len, So oft ich sie nur stillen kann. 6. Zum Fleiß in guten Werken Laß mich die Hoffnung stärken, Vor dir, dem Herrn der Welt, Der frohe Geber liebet, Sei, was man willig giebet, Ein Opfer, das dir wohl⸗ gefällt. 7. Laß mich hier reichlich säen, Denn, Herr, was hier geschehen IH I/ t heischt, uch ohne wahrer lz noch ütigkeit. tt, Der gesinnt, werden. n Leben „als ich zu sein. t, Ins Aert. gegen Ider. hen Va⸗ ütigster drückt, n, Das u bist's, ündern willig e Härte g gebe, So wie öttliche ängter lfe bat. be Der du mir deinet⸗ ft stil⸗ kann. Verken „, Vor r frohe willig wohl ⸗ 9 säen, chehen und willig eilen, Von den Pflichten Folgt uns in jene Zeit. Wer hier gern hilft und giebet Und sich im Wohlthun übet, Der erntet dort die Herrlichkeit. Diterich n. Hiller. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. ohlzuthun und mit⸗ 50 7. W̃ zuteilen, Christen, dies vergesset nicht! Mitleidsvoll Armen beizu⸗ stehn ist Pflicht, Pflicht, die Jesus selbst uns lehret Und die Gott, den Höchsten, ehret. 2. Speiset die, die Hunger lei⸗ den, Und die durstig sind, die tränkt, Eilt, den Nackenden zu kleiden, Tröstet die, die Kummer kränkt, Schwache sucht zu unter⸗ stützen, Unterdrückte zu beschützen. 3. Nicht nur denen, die um Liebe, Die um Hilf' und Rettung flehn, Sucht aus christlich edlem Triebe Nach Vermögen beizustehn, Auch den'n, die im Stillen leiden, Gönnet unverhoffte Freuden. 4. Denkt(wie möglich sind die Fälle!), Denkt, ihr fühltet jener Schmerz, Denkt, ihr wärit an ihrer Stelle, Und wie dann eu'r leidend Herz Sich von andern wünscht Erbarmen, So thut ihrauch andern Armen. 5. Und dies sieh nicht an als Bürde, Nicht als Last, beglückter Christ. Hoheit ist es, es ist Würde, Wenn man mild und hilfreich ist. Welch ein Ruhm für dich Erlösten, Arme Brüder Jesu trösten! 6. Und was schafft's für sanfte Freuden, Der Verlassnen Helfer sein, Sehn, wie sie in ihren Leiden Sich, durch uns gestärkt, erfreun! Ein betrübtes Herz eraquicken, Bringet himmlisches Entzücken. 7. Heil und Glück auf unsern Wegen, Ruhe und Zufriedenheit, Huld bei Menschen, Gottes Segen Folgt hierauf Barmherzigkeit, Und dereinst zum Gnadenlohne Schenkt ihr Gott des Himmels Krone. 8. O so laßt uns unsre Gaben Hern hier in der Zeit ausstreun. Was wir hier gesäet haben, Ern⸗ gegen den Nächsten. 27⁵ ten wir einst reichlich ein. Seid barm⸗ herzig, liebt die Armen, Dann wird Gott sich eu'r erbarmen. Paulmann. Aufrichtigkeit. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 508 Qaß mich, Höchster, da⸗ nach streben, Stets der Wahrheit Freund zu sein. Jenes freudenvolle Leben Nimmt nicht freche Lügner ein. Denn vor deinem Angesichte Werden sie beschämt zu nichte, Weil Verstellung, Trug und List, Dir, o Gott, ein Abscheu ist. 2. Andern zu Gefallen lügen, Leeren Schwätzern gleich zu sein, Heuchelnd Brüder zu betrügen, Herr, das falle mir nie ein. Wahrheit leit'an allen Orten Mich in Werken und in Worten. Redli sei des Herzens Grund, Redli spreche auch mein Mund. 3. Die der Falschheit sich erge⸗ ben, Sind vor dir, o Gort, ein Greul, Und ein unglückselig Le⸗ ben Bleibt gewiß ihr künftig Teil. Hier schon trifft verdiente Schande Sie beiRedlichen im Lande, Denn ein jeder Menschenfreund Ist der Falschheit Ränken feind. 4. Schmäht mich, ohne mein Ver⸗ schulden, Der Verleumder Läster⸗ mund, Herr, so laß mich's still erdulden. Einst wird doch die Wahrheit kund. Darf ich ja nicht länger schweigen, Meine Unschuld zu bezeugen, O so gieb, daß stets dabei Herz und Mund voll Sanft⸗ mut sei. 5. Daß du, Herr, an jedem Orte Zeuge meines Wandels bist, Daß kein einzigs meiner Worte Deinem Ohr verborgen ist: Das sei stets mir im Gemüte, Daß ich mich vor Lügen hüte. Denn du liebst den Wahrheitsfreund Und bist falschen Herzen seind. Diterich nach Weiler. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 509 Wobl dem, der redlich S 274 er scheint, Der Recht und Treue liebet Und von dem Sinn der Welt, Die Trug und Falschheit übet, Sich unbefleckt erhält! 2. Wohl dem, der Lügen hasset Und der, so oft er spricht, So seine Reden fasset, Daß er die Wahrheit nicht Mit Vorbedacht verletzet, Und der an allem Ort Sich dies vor Augen setzet: Gott merkt auf jedes Wort! 3. Wohl ihm, daß sein Gemüte, Herr, deine Rechte übt! Ihn leitet deine Güte, Er wird von dir ge⸗ liebt. Du wirst ihn einst erhöhen, Wenn in der Wahrheit Licht Be⸗ schämt die Falschen stehen, Ge⸗ schreckt durch dein Gericht. 4. Herr, präge du im Leben Dies tief ins Herz mir ein Und hilf mir, mich bestreben, Der Lü⸗ gen Feind zu sein. Erinnre mein Gewissen. Du hassest Heuchelei, Damit ich stets beflissen Der Treu' und Wahrheit sei. 5. Nie laß mich was versprechen, Das ich nicht halten kann, Und nie Zusagen brechen, Die ich ein⸗ mal gethan, Nie mich den Stolz verleiten Und nie des Beispiels Macht, Als Wahrheit auszubrei⸗ ten, Was ich doch selbst erdacht. 6. Drum laß zu allen Zeiten Auch deiner Weisheit Licht, Herr, meine Seele leiten, Damit ich meine Pflicht Mit Klugheit üb' und wisse, Wann ich für andrer Wohl Und für mich reden müsse, Und wann ich schweigen soll. 7. Wenn je, um mich zu drücken, des Feindes Anschlag gilt, Der sich bei bösen Tücken In guten Schein verhüllt. So stärke meine Seele, Daß sie nicht unterliegt Und alles dir befehle, Durch den die Unschuld siegt. 8. Ein Herz, voll Treu' und Glau⸗ ben, Das, Gott, zu dir sich hält, Das soll mir niemand rauben. So kann ich aus der Welt Einst mit der Hoffnung gehen, Ich werde, als dein Kind, Dich mit den Frommen sehen, Die reines Her⸗ zens sind. Bruhn. Von den Pflichten gegen den Nächsten. Mel. War' Gott nicht mit ans. ie Zunge, die ver ⸗ 510. Duehmich spricht, Hat dir dein Gott gegeben. Welch ein Geschenk! Mißbrauch' es nicht. Sie bringet Tod und Leben. Man flu⸗ chet und man lobt damit. Ach Gott, erhöre meine Bitt', Daß ich sie recht gebrauche. 2. Laß doch in meines Herzens Grund. Gott, deine Furcht stets woh; nen. Gewissenhaft wird dann mein Mund DerWahrheitgechte schonen. Und wohl dem, der, vonSchmeichelei, List, Lästersucht, Verstellung frei, Nicht mit den Lippen sündigt! 3. Auf deinen Ruhm und andrer Wohl Soll stets mein Thun sich len⸗ ken. Laß dann auch, wenn ich reden soll, Mich dies mit Ernst bedenken. Dein Lob, des Nächsten Glimpf und Nutz', Der Tugend Ruhm, der Unschuld Schutz Beschäftge meine Zunge. 4. Schandbare Worte, frecher Scherz, Unheilge Spöttereien Ver⸗ raten ein verderbtes Herz. Einst muß man sie bereuen. Drum schafs' in mir durch deinen Geist, Daß dich vielmehr die Zunge preist Und deinen Namen heiligt. 5. Was züchtig, keusch und ehr⸗ bar ist, Was wohl und lieblich klinget, Das redet überall der Christ, Spricht, wenn es Nutzen bringet, Und scheut den Zorn der Menschen nicht, Doch Schweigen wird alsbald ihm Pflicht, Wenn es die Liebe fordert. 6. Weh' aber dem verwegnen Mund, Der Fluch und Schwur nicht scheuet! Wie wird des Herzens Leichtsinn kund Und oft zu spät be⸗ reuetl Ach, Fluchen bringet Fluch und Not Und wenn nicht Buße folgt, den Tod. Laß mich dies stets bedenken. 7. Auch Lügen schändet, bringt nur Müh', Ist eine Frucht der Hölle. Lehr' mich sie hassen, daß ich nie Mich Lügnern zugeselle. Die Wahr⸗ heit bringet Lob und Ruhm Und ziert das ganze Christentum. Da⸗ nach laß mich stets streben. Hävecker und Leß. — — 2 — ns. ver · „ Hat ch ein t. Sie n flu⸗ Ach aß ich rzens woh⸗ mein onen. chelei, frei, t! ndrer hlen · reden nken. f und er neine jund den nken. eingt ölle. nie zahr⸗ Und Da⸗ 6. Von den Pflichten Frenndschaft. Mel. O Gott, du frommer Gott. 51 1 Fund der mir alles ist * Und der mir alles gie⸗ bet, Freund, der es redlich meint Und der mich herzlich liebet. Ge⸗ prüfter Freund in Not, O mein Herr Jesu Christ. Im Tode auch bewährt, Der du mein nie vergißt! 2. Wie falsch ist nicht die Welt! Scheint sie mir gleich gewogen, Wie oft hat mich der Schein Von ihrer Gunst betrogen! Wie freund⸗ lich that sie nicht, Als wär' sie noch so treu, Und war doch weiter nichts, Als leere Schmeichelei. 3. Sie schwur, mir beizustehn Im Unglück, wie im Glücke, Und ihr betrüglich Herz Warf doch ver⸗ stohlne Blicke Nur hin auf Eigen⸗ nutz, Und kaum verschwand mein Glück, Gleich brach sie ihren Eid Im nächsten Augenblick. 4. Wie wenig darf ich denn Der Welt mich anvertrauen! Mehr könnte ich auf Sand, Als ihre Freundschaft, bauen. Und doch be⸗ darf ich hier Auch einen treuen Freund, Der es so gut mit mir, Als mit sich selber, meint. 5. Wo find' ich diesen Freund, Daß ich ihn mir erwähle, Mit dem ich, der mit mir Ein Herz sei, eine Seele? Herr, wähle du mir den, Der dich liebt, Tugend übt. Der ist allein auch der, Der mich von Herzen liebt. 6. Den Freund gieb mir, der mich Im Glücke nie beneide, Und dessen Herz sich nicht An Schaden⸗ freude weide, Wenn mich ein Un⸗ glück trifft, Dem es zu Herzen geh', Mir helfe, was er kann, Der für mich bet' und fleh'. 7. Der als ein Tugendfreund Mich reiz' auf Tugendwegen, Der als des Lasters Feind Mich warn' vor Lasterstegen, Der nie mit Bitterkeit Bestrafe meine Schuld, Vielmehr mit sanftem Geist Mich trag' und mit Geduld. 8. Herr, bester Meuschenfreund, Selbst Freund von deinen Feinden, gegen den Nächsten. 27⁵ Gieb du mir auch dies Glück. Mach' Feinde mir zu Freunden, Auch schaff' in mir ein Herz, Das seinem Feind vergiebt Und dich und seinen Freund Rechtschaffen wieder liebt. 9. O welch ein großes Glück, Hier so ein Herz zu haben! Denn Beistand, Rettung, Trost, Dies sind selbst Himmelsgaben. Wie selig werd' ich einst Bei dir, mein Jesu, sein, Wo so viel Freunde sich In deinem Himmel freun! Daulmann(Hiller). Mel. Es ist das Heil uns kommen. 512 Welch Glück, o Gott, * ist Freundschaft hier In diesem Pilgerleben! Sie kann im Unglück und im Glück Uns Trost und Freude geben. Sie ist der Tugend starkes Pfand, Vom Laster ab führt ihre Hand, Sie ist des Himmels Vorhof. 2. Der Freundschaft Pflicht ist echte Treu', Verschwiegenheit und Freude Bei unserm Glück, und Mit⸗ gefühl Bei allem unserm Leide. Aufrichtig ist sie stets bereit. So⸗ wohl auf Zeit als Ewigkeit Des Freundes Wohl zu gründen. 3. Sie flieht vor Falschheit, Wankelmut. Vor Eigennutz und Neide, Haßt Argwohn, Nieder⸗ trächtigkeit Und List und Schaden⸗ freude. Der Tugend nur reicht sie die Hand, Denn jedes lasterhafte Band Entehrt der Freundschaft Würde. 4. OJesu, bester Menschenfreund, Der du uns Sünder liebtest, Nur das, was groß und edel heißt, Uns hier zum Beispiel übtest, So göttlich liebreich für uns starbst, Selbst Gottes Freundschaft uns er⸗ warbst, Uns ewig zu beglücken! 5. Schenk' mir auch einen from⸗ men Freund, Nur du kannst ihn mir geben, Der edel und recht⸗ schaffen denkt, Der mir in meinem Leben Ein reizend Tugendmuster sei Und bei mir standhaft und ge⸗ treu Im Glück und Unglück stehe. 6. Der meine Unvollkommenheit Mit sanfter Schonung trage, Mir S* SSENENSSSSSSSSSS 276 Von den Pflichten gegen den Nächsten. Fehler ohne Bitterkeit, Nur mich zu bessern, sage, Der mich vor Sünden immerdar, Vor Irrtum, Schaden und Gefahr An Leib und Seele warne. 7. Doch laß mein Herz vorsichtig sein, Mit wem es Freundschaft machet. Kein Spötter der Religion, Wer über Tugend lachet, Kein Wollüstling, kein stolzes Herz, Wer fühllos ist bei andrer Schmerz, Sei niemals mein Vertrauter. 8. Ein Mensch, vom Laster an⸗ gesteckt, Wird mich auch leicht anstecken. Laß mich ihn fliehn als eine Pest, Mich nicht durch ihn beflecken. Und wie kann der, der ohne Scheu Stets Gott ver⸗ leugnet, Menschen treu Und red⸗ lich sein und bleiben? 9. Doch hab' ich einen wahren Freund Von dir, o Gott, erhalten, O so laß dann mein warmes Herz Nie gegen ihn erkalten, Daß ich aufrichtig dankbar sei, Ver⸗ stellung, Leichtsinn, Schmeichelei Und Eigennutz stets fliehe. 10. Gott, präge du der Liebe Sinn So Freunden ein, als Fein⸗ den. Auch die, die meine Feinde sind, Die mache mir zu Freunden. Bild' unser Herz zur Einigkeit. Lehr' uns, daß jene Seligkeit Nichts sei, als Lieb' und Freundschaft. Küster. Sauftmut und Friedfertigkeit. Mel. Lasset uns den Herren preisen. 5 13 ott, der du die Men⸗ V schen liebest, Der du nicht ein strenges Recht, Sondern lauter Gnade übest An dem sünd⸗ lichen Geschlecht, Laß mich deinen Geist beleben. Daß ich, Vater, als dein Kind Liebreich sei, wie du gesinnt. Herr, du wollst den Sinn mir geben, Der bei Fehlern Nach⸗ sicht zeigt Und mit Sanftmut spricht und schweigt. 2. Laß mich meines Nächsten schonen, Willig tragen seine Last, Und so lang' ich hier soll wohnen, Bleibe Zanksucht mir verhaßt. Denn das ist, o Gott, dein Wille Und die Eintracht liebest du. O so hilf auch mir dazu! Gieb ein Herz mir, das die Stille Und den Frieden sucht und liebt, Das statt Rache Sanftmut übt. 3. O wie wird das Herz beschwe⸗ ret Durch des Zornes Leidenschast! Zanksucht und der Haß verzehret Nach und nach des Körpers Kraft, Hemmt den Lauf von unsern Jah⸗ ren, Macht zum Himmel unge⸗ schickt. Herr, der auf mich Schwa⸗ chen blickt, Ach, du wollest mich be⸗ wahren, Daß des Jähzorns Rase⸗ rei Nie des Herzens Meister sei. 4. Wer mir flucht, den will ich segnen, So wie mein Erlöser that, Und dem nachsichtsvoll begegnen, Der zum Zanken Neigung hat. Für die Feinde will ich beten Und vor dich, du Friedensfürst, Wenn du Menschen richten wirst, Mit dem Schmuck der Liebe treten. Gott des Friedens, segne du Mich mit deiner Kraft dazu. 5. Ewig Heil ist dem beschieden, Der nach frommer Eintracht strebt. Höchster, gieb mir deinen Frieden, Der zur Sanftmut uns erhebt. Er regiere Herz und Sinnen, Denn wenn er das Herz regiert, Wird, was zu der Zwietracht führt, Nie⸗ mals Übermacht gewinnen, Bis einst in der Herrlichkeit Ewger Friede uns erfreut. Diterich.(Biller.) Versöhnlichkeit und Liebe gegen Feinde. Mel. Wend' ab deinen Zorn. 514 err, mein Versöhner, ;. der du für mich lit⸗ test Und noch zur Rechten Gottes für mich bittest, Erweck' in mir, du Muster wahrer Liebe, Der Sanftmut Triebe. 2. Wann hast du jemals Haß mit Haß vergolten? Du schaltst nicht wieder, als man 1 e⸗· scholten, Du segnetest mit Wohl⸗ thun nicht bloß Freunde, Nein, selbst auch Feinde. 3. Und ich, Herr, sollte mich den Deinen nennen Und doch von 1. O b ein d den statt Von den Pflichten gegen den Nächsten.. 277 Rachgier gegen andre brennen? Ich sollte jemals Haß mit Haß vergelten Und wieder schelten? 4. Wie kann ich Vater zu dem Höchsten sagen Und Groll im Her⸗ zen gegen Brüder tragen? Wie kann ich zu ihm flehn, mir zu ver⸗ zeihen, Und Rache schreien? 5. Wer nicht vergiebt, der wird für seine Sünden Auch nicht bei dir, o Herr, Vergebung finden. Dein Jünger ist nur, der, wie du, vergiebet Und Feinde liebet. 6. So heilige denn meiner Seele Triebe, Mein Heiland, durch den Geist der wahren Liebe. Vertilge durch die Lust zu deinem Namen Der Rachgier Samen. 7. Wenn Brüder mich aus Haß und Bosheit plagen, Laß mich sie klug, doch stets mit Sanftmut tragen. Und wenn sie mich dich so empfindlich kränken. An dich gedenken. 8. Erwecke dann, o Herr, in meinem Herzen Aufs neue das Gedächtnis jener Schmerzen, Die du in deinen schweren Leidens⸗ stunden Für mich empfunden. 9. Laß mich mit Sanftmut mei⸗ nem Feind begegnen, Den, der mir flucht, voll Großmut, wie du, seg⸗ nen. Herr, mache gegen alle, die mich hassen, Mein Herz gelassen. 10. Will zu der Rachsucht mich die Furcht verführen, Als würd' ich sonst mein ganzes Glück verlieren, O Herr, so laß mich, ihr zu wider⸗ stehen, Auf dich dann sehen. 11. Du schützest den, der redlich vor dir wandelt Und überall nach deinem Vorbild handelt. Drum laß in allem mich schon hier auf Erden Dir ähnlich werden. Diterich. Mel. Aus tiefer Not schrei' ich zu dir. 515 A Jesu, gieb mir sanften Mut, Nach deinem Wort zu leben. Wie dürft' ich, schwaches Fleisch und Blut, So trotzig mich erheben? Ich übte Rach und hielte Zorn? Mag wohl zugleich ein süßer Born Auch bittres Wasser geben? 2. Ein Vater hat uns ja ge⸗ macht Zu seines Hauses Kindern. Das Leben hat ein Herr gebracht Uns ganz erstorbnen Sündern, So wie auch ein Geist uns regiert Und in ein himmlisch Erbe führt, Wenn wir ihn nur nicht hindern. 3. Mein Gott, wie darf doch ich, dein Kind, Den schwachen Bruder hassen? Ach, wie so große Schul⸗ den sind Mir selbst von dir er⸗ lassen! Wer wär' ich, wenn nicht allezeit Ich willig blieb', in Einig⸗ keit Den Bruder zu umfassen? 4. Komm, Bruder, komm, reich her die Hand, Wir wollen uns versöhnen, Uns auch von dem, was uns entbrannt, Von Stolz und Neid entwöhnen. Verzeihn hält zwar die Welt für Schmach, Doch wir, wir folgen Jesu nach. Mag doch die Welt uns höhnen! 5. Wir tragen allesamt ein Joch, Die wir uns Christen nen ⸗ nen. Was wollten sich die Glieder doch An einem Leibe trennen? An Sanftmut, Lieb' und Freund⸗ lichkeit Kann man den Christen allezeit Als Gottes Kind erkennen. 6. Wir haben alle Gottes Gnad' In einem Herrn zu finden, Auch wäscht ein heilig Wasserbad Uns alle rein von Sünden. Da auch ein Nachtmahl alle speist, Wie soll denn nicht ein Herz und Geist Uns alle⸗ samt verbinden? 7. Und haben wir denn einen Geist. Wie kannst du Racha spre⸗ chen? Da dein Leib Gottes Tempel heißt, Wie darf ich ihn zerbrechen? Nein, Bruder, Grimm zei von uns fern. Wir stehen einst vor einem Herrn, Der möcht' an uns sich rächen! Maukisch und Schlegel. Mel. Mach's mit mir, Gott, nach. 516 Der du, dem Tode nah * für die, Die dich er⸗ würgten, batest, Der du vor dei⸗ nem Vater sie, Du Menschen⸗ freund, vertrateft, Wann werd' 278 ich doch dir ähnlich sein Und mei⸗ nem Feinde gern verzeihn? 2. Ich Sünder, dem noch Rache glüht Im heuchlerischen Herzen, Der noch sein Wohlgefallen sieht An seiner Feinde Schmerzen, Ich trete vor dein Angesicht, Du Gott der Lieb', und zittre nicht? 3. Ich wollte hoffen. Trost im Tod, Huld im Gericht zu finden? Zu dir noch flehen: Richte, Gott, Mich nicht nach meinen Sünden! Und hörte nicht die Stimm' in mir: Wie du vergiebst, vergiebt Gott dir? 4. Du Stimme Gottes, schalle mir Durch meine ganze Seele: Wie du vergiebst, vergiebt Gott dir! Erwäg' es und dann wähle. Der wählt den Segen, der vergiebt, Und der den Fluch, der Rache liebt. 5. Sei, Seele, wert der Selig ⸗ keit, Dich selbst zu überwinden. Duld' und vergieb, denn Gott ver⸗ zeiht Und straft nicht deine Sün⸗ den. Nicht Rache, Segen rufe du, Begnadigte, dem Feinde zu. 6. Auch mein Beleidiger hat teil Am Heiland aller Sünder, Mit Blut erkauft' auch ihn zum Heil Der Todesüberwinder, An mich und ihn ergeht der Ruf Des Got⸗ tes der uns beide schuf. 7. O könnt' ihn meine Sanft⸗ mut noch Zur Seligkeit bekehren, Ihn, der mich haßt, das sanfte Joch, Die Liebe, tragen lehren! Wie göttlich würd' es mich erfreun, Der Retter seines Heils zu sein. 8. Wie würd' er mir am Welt ⸗ gericht Mit heißen Thränen danken, Mein Freund und Bruder, ewig nicht Von meiner Seite wanken Und Gott erhöhen, dessen Hand Uns für die Ewigkeit verband! 9. Wie gern will ich, Gott, auf dein Wort Haß und Verfolgung leiden! Wie gern verzeihn, da du Von den Pflichten gegen den Nächsten. mir's dort Vergiltst mit solchen Freuden, Wenn mir im Himmel nur ein Feind Dankbare Freuden⸗ thränen weint! Münter. ie will ich dem zu 14 517. schaden suchen. Der mir zu schaden sucht. Nie will ich meinem Feinde fluchen, Wenn er aus Haß mir flucht. 2. Mit Güte will ich ihm begeg⸗ nen, Nicht drohen, wenn er droht. Wenn er mich schilt, will ich ihn segnen. Dies ist des Herrn Gebot. 3. Er, der von keiner Sünde wußte, Vergalt die Schmach mit Huld Und lit, so viel er leiden mußte, Mit Sanftmut und Geduld. 4. Will ich, sein Jünger, wie⸗ der schelten, Da er nicht wieder schalt? Mit Liebe nicht den Haß vergelten. Wie er den Haß vergalt? 5. Wahr ist s, Verleumdung dul⸗ den müssen, Ist eine schwere Pflicht. Doch selig, wenn ein gut Gewissen Zu unsrer Ehre spricht! 6. Dies will ich desto mehr be⸗ wahren, So bessert mich mein Feind Und lehrt mich, weiser zu verfahren, Indem er's böse meint. 7. Ich will mich vor den Feh⸗ lern hüten, Die er von mir ersann, Und auch die Fehler mir verbieten, Die er nicht wissen kann. So will ich mich durch Sanft⸗ mut rächen, An ihm das Gute sehn Und dieses Gute von ihm spre⸗ chen. Wie könnt' er länger schmähn? In seinem Haß ihn zu er⸗ müden, Will ich ihm gern verzeihn Und als ein Christ bereit zum Frieden. Bereit zu Diensten sein. 10. Und wird er, mich zu unter⸗ treten, Durch Güte mehr erhitzt, Will ich im stillen für ihn beten Und Gott vertraun. Gott schützt! Gellert. Eigne Melodie. — chen imel den⸗ r. zu Der Iich er geg⸗ oht, ihn bot. inde mit den uld. vie; der Haß lt? Jul⸗ cht. sen be⸗ ein zu nt. 279 Dritte Abteilung. Vom Kreuze und Troste des Christen. Vom Leiden und Kreuze des Christen. Wohlthätigkeit und Nutzen des Kreuzes. Mel. In dich hab' ich gehoffet, Herr. 5 In Trübsal, Christ, sei * stark im Geist! Auch das ist gut, was Trübsal heißt. Erheitre dein Gemüte! Du weißt, auch dich Liebt väterlich Der Vater aller Güte. 2. Kein Leiden kommt von un⸗ gefähr. Dein Gott schickt dir es u und er Zeigt sich in seinen egen So groß von Rat, Als groß von That Und reich an Gnad' und Segen. 3. Der dich in Jesu herzlich liebt, Sucht, wenn er dich durch Kreuz betrübt, Das wahre Heil der Seele, Weckt dich, daß nicht Zu deiner Pflicht Dir Lust und Eifer fehle. 4. Das Kreuz beugt Stolz und Übermut, Erstickt der Wollust wilde Glut, Bricht die Gewalt der Sinne, Erweicht das Herz, Daß fremder Schmerz Dein Mitleid leicht ge⸗ winne. 5. Auch übt das Kreuz dich zur Geduld, Erhöht den Wert von Gottes Huld, Stärkt mächtig dein Vertrauen, Lehrt im Verlust Dich nun mit Lust Aufs Unsichtbare schauen. 6. Des Leidens Hitz' entflammt dich stets Zu größrer Inbrunst des Gebets Und läutert deinen Glau⸗ ben. Weit minder kann Verführung dann Dir deine Krone rauben. 7. Zwar stört das Kreuz oft deine Ruh'. Mit bangen Thränen säest du Und unter viel Beschwerden. Christ, hoffe doch! Es wird dir noch Zur reichen Ernte werden. 8. Verschmerzt ist leicht ein ir⸗ disch Leid, Kurz ist der Augenblick der Zeit, Doch ewig, ewig währet Dort dein Genuß Ohn' Über⸗ druß, Wie ihn der Geist begehret. 9. Auch bleibet stets dein Geist getreu, Steht dir als Vater lieb⸗ reich bei, Sorgt, daß er dich er⸗ quicke. Er schafft dir Rast, Daß deine Last Dich nie ganz nieder⸗ drücke. 10. Verbärg' er auch sein An⸗ gesicht, Dies raube deinen Mut dir nicht. Gott kann sein Kind nicht hassen. Wer ihn nur liebt, Sich ihm ergiebt, Den wird er nicht verlassen. 11. Durch Trübsal sind zu aller Zeit Die Frommen in die Herr⸗ lichkeit, Gleich Jesu, eingegangen. Denkst denn nur du, In träger Ruh' Die Krone zu erlangen? 12. Demütige dich, gleich als sie, Gleich ihnen bet' und zage nie, Denn Gott erhört dein Flehen. Bald weicht dein Leid, Zu seiner Zeit Wird dich dein Gott erhöhen. Schlegel.(Unbekannter.) Mel. Wer nur den lieben Gott. 810 as ist das Leben hier 51 9. Wĩ auf Erden? Wo iß hier wohl Vollkommenheit? Wer lebt hier frei von den Beschwerden Der Trübsal und Mühseligkeit? Bald soll die Freude unser Herz Zur Pflicht erwecken, bald der Schmerz. 2. Doch das sind treu gemeinte Schläge Der Vaterhuld, die für uns wacht. Wie hast du doch durch Leidenswege So manchen schon zu dir gebracht! Denn ungestörtes irdisch Glück Hält uns von dir, o Gott, zurück. 28⁰ Vom Leiden und Kreuze des Christen. 3. Wenn uns die Welt nicht Not erweckte, Vergnügte uns dein Him⸗ mel nicht. Wer suchte, wenn ihn nichts erschreckte, Die Hilfe die dein Wort verspricht? Wer fühlt, wenn keine Last ihn drückt, Wie sanft, o Gott, dein Trost erquickt? 4. Zum Dulden führt dein Ruf der Gnaden, Der uns zu Christi Gliedern macht. Wie schwer war der nicht hier beladen, Wie hart verfolgt, wie sehr veracht't! Und doch trug er dies alles gern. Gieb, daß ich folge meinem Herrn. 5. Er ward beleidigt ohn' Ver⸗ gelten, Gegeißelt ohne Widerstand, Gescholten ohne Wiederschelten, Ohn Widerspruch zum Kreuz ver⸗ bannt. Wie? sollt' ich denn nicht mit Geduld Das tragen, was ich selbst verschuld't? 6. Laß, Gott, nur dieses Lebens Leiden Zu meiner Bessrung frucht; bar sein, So geh' ich zu des Him⸗ mels Freuden Durch dieser Erde Trübsal ein. Dort wird mein Le⸗ ben ohne Pein Und meine Thrä⸗ nen Freude sein. 7. Drum laß mich mit dem Troste siegen: Gott giebt nach kurzer Prüfungszeit Das allerseligste Ver⸗ gnügen In jenem Reich der Herr⸗ lichkeit. Verschmachte, Leib, stirb und vergeh'. Ich weiß, daß ich einst auf⸗ ersteh'. C. H. Schubart u. Diterich. Rechtmäßiges Verhalten im Leiden. Geduld und Gelassenheit. Mel. Wend' ab deinen Zorn. 0 in Herz, o Gott, in 520. E Leid—— Kreuz ge⸗ duldig, Das bin ich dir und mei⸗ nem Heile schuldig. Laß mich die Pflicht, die wir so oft vergessen, Täglich ermessen. 2. Bin ich nicht Staub, wie alle meine Väter? Bin ich vor dir, Herr, nicht ein Übertreter? Thu' ich zu viel, wenn ich die schweren Tage Standhaft ertrage? 3. Wie oft, o Gott, wenn wir das Böse dulden, Erdulden wir nur unsrer Thorheit Schulden Und nennen Lohn, den wir verdient be⸗ kommen, Ein Kreuz der Frommen! 4. Ist Dürftigkeit, in der die Trägen klagen, Sind Haß und Pein, die Stolz und Wollust tragen, Des Schwelgers Schmerz des Neids vermißte Freuden Christliches Leiden? 5. Ist deren Qual, die deinen Rat verachtet, Nach Gottesfurcht und Glauben nie getrachtet, Und die sich jetzt in finstrer Schwermut quälen. Prüfung der Seelen? 6. Doch selbst, o Gott, in Stra⸗ fen unsrer Sünden Läßt du den Weg zu unserm Heil uns finden, Wenn wir sie uns, die Missethat zu hassen, Züchtigen lassen. 7. Jag' ich nur nach dem Frie⸗ den im Gewissen, Wird alles mir zum besten dienen müssen. Du, Herr, regierst, und ewig wirkt dein Wille Gutes die Fülle. 8. Ich bin ein Gast und Fremd⸗ ling hier auf Erden, Nicht hier, erst dort, dort soll ich glücklich werden. Und was sind gegen euch, ihr ewgen Freuden, Dieser Zeit Leiden? 9. Wenn ich nur nicht mein Elend selbst verschulde, Wenn ich als Mensch, als Christ hier leid' und dulde, So kann ich mich der Hilfe der Erlösten Sicher getrösten. 10. Ich bin ein Mensch, und Leiden müssen kränken. Doch in der Not an seinen Schöpfer denken Und ihm vertraun, dies stärket unsre Edan Mitten in Schmerzen. 11. Schau' über dich. Wer trägt der Himmel Heere? Merk' auf. Wer spricht: Bis hierher! zu dem Meere? Ist er nicht auch dein Helfer und Berater, Ewig dein Vater? 12. Willst du so viel, als der Allweise, wissen? Jetzt weißt du nicht, warum du leiden müssen, Allein du wirst, was seine Wege waren, Nachmals erfahren. 13. Er züchtigt uns, damit wir zu ihm nahen. Die Heiligung des Geistes zu empfahen Und mit dem Und t be⸗ men! die und gen, eids iches inen ircht Und —1 tra· den den, that rie⸗ mir Vom Leiden und Kreuze des Christen. 281 Trost der Hilfe, die wir merken, Andre zu stärken. 14. Das Kreuz des Herrn wirkt Weisheit und Erfahrung. Erfah⸗ rung giebt dem Glauben Mut und Nahrung. Ein starkes Herz steht in der Not noch feste. Hoffe das Beste! ellert. Mel. Was mein Gott will, gescheh'. Och hab' in Gottes Herz 521. N und Sinn Mein Herz und Sinn ergeben. Was böse scheint, ist mir Gewinn, Der Tod selbst ist mein Leben. Ich bin des Kind, Der von der Sünd' Mich selbst zu sich gezogen. Wenn er gleich schlägt Und Kreuz auflegt, Bleibt er mir doch gewogen. 2. Ich glaub' in fester Zuversicht, Mein Vater muß mich lieben. Ver⸗ birgt er gleich sein Angesicht, So will er mich nur üben, Mich durch Geduld In seiner Huld Gewöhnen, fest zu stehen. Wenn sich mein Geist Nur treu erweist, So wird er mich erhöhen. 3. Er hat mich selber zugericht't, Mir Seel' und Leib gegeben, Er ist's, der Unterhalt verspricht, Er fristet mir das Leben, Erbarmet sich Und zählet mich Aus Gnaden zu den Seinen. Wer soviel thut, Des Herz und Mut Kann's nim⸗ mer böse meinen. 4. Bei ihm ist Weisheit und Verstand Und Macht in allen Tha⸗ ten. Zeit, Ort und Stund' ist ihm bekannt, Zu helfen und zu raten. Er weiß, wann Freud', Er weiß, wann Leid Uns, seinen Kindern, diene, Und was er thut, Ist alles gut, Ob's noch so traurig schiene. 5. Du denkest zwar, wenn du nicht hast, Was Fleisch und Blut begehret. Als ob dich Gott mit Dranr Last Und gar im Zorn eschweret, Hast spät und früh Biel Sorg' und Müh', Zu deinem Wunsch zu kommen, Und denkest nicht, aß, was geschicht, Ge⸗ scheh' zum Heil der Frommen. Ach er, der dich geschaffen hat Und mit Vernunft beseelet, Hat längst in seinem weisen Rat Dein Bestes dir erwählet. Er sieht voll Treu',, Was dienlich sei Für dich und für die Deinen. Drum laß ihn nun, Was er will, thun, Er kann's nicht böse meinen. 7. Will's Gott, so kann's nicht anders sein, Es muß zuletzt er⸗ freuen. Was du jetzt nennest Schmerz und Pein, Muß dir zum Heil gedeihen. Wart' in Geduld, Denn seine Huld Wird endlich Rettung finden. Angst, Not und Qual Wird auf einmal, Gleich⸗ wie ein Rauch, verschwinden. 8. Nun, Herr, mein Gott, so fall' ich dir Getrost in deine Hände. Erwähle, ordne, sende mir, Bis an mein letztes Ende, Was Herz und Geist, So wie du weißt, Erbanet, bessert, lehret, Was deinen Ruhm, Mein Christentum Und Seligkeit vermehret. 9. Giebst du mir Ruh' und Sonnenschein, So nehm' ich's an mit Freuden. Soll's aber Kreuz und Unglück sein, Will ich's ge⸗ duldig leiden. Soll ich allhie Noch fort voll Müh', Voll Leid und Kummer leben, Ich folge dir, Dünkt's schwer gleich mir, Ge⸗ lassen und ergeben. 10. Und soll ich anch in Tod und Grab Nach deinem Willen gehen, So wirst du mir, mein Schutz und Stab, Auch dann zur Seite stehen. Du bist mein Gott, Der in dem Tod So meinen Lauf voll⸗ endet, Daß dich mein Geist Dort ewig preist, Und all mein Leid sich endet. Gerhardt und Rüster. Mel. Nun ruhen alle Wälder. R as soll ich ängstlich 522. W klagen Und in der Not verzagen? Der Höchste sorgt für mich. Er sorgt, daß meiner Seele Kein wahres Gut hier fehle. dichn zum Trost, mein Herz, für dich! 2. Was nützt es, heidnisch sor⸗ gen Und jeden neuen Morgen 282 Vom Leiden und Kreuze des Christen. Mit neuem Kummer sehn? Du Vater meiner Tage, Weißt, eh' ich dir's noch sage, Mein Leid und auch mein Wohlergehn. 3. Auf deine Hand zu schauen, Dir kindlich zu vertrauen, Das, Herr, ist meine Pflicht. Ich will sie treulich üben Und dich, mein Vater, lieben, Denn du verläßt die Deinen nicht. 4. Der du die Blumen kleidest Und alle Tiere weidest. Du Schöpfer der Natur, Weißt alles, was mir fehlet. Drum, Seele, was dich quälet, Befiehl dem Herrn und glaube nur. 5. Herr, alle meine Sorgen, Die Not, die mich verborgen In meinem Geiste nagt, Werf' ich auf dich, den Treuen. Du weißt den zu erfreuen, Der fromm nach dei⸗ ner Hilfe fragt. 6. Wenn meine Augen thränen Und sich nach Hilfe sehnen, So klag' ich's dir, dem Herrn. Dir, Vater, dir befehle Ich jeden Wunsch der Seele. Du hörst, du hilfst, du segnest gern. 7. Der du mir hier im Leben Schon größres Heil gegeben Und deinen Sohn geschenkt, Du wirst mir alles schenken Und mir zum besten lenken, Was mich zu Sor⸗ gen reizt und kränkt. 8. Du führest, Herr, die Deinen Nie so, wie sie es meinen, Nein, nur nach deinem Rat. Ob ich mich auch betrübe, Bleibt doch dein Rat voll Liebe. Das zeigt der Ausgang mit der That. 9. Wenn ich hier Tiefen sehe Und es nicht ganz verstehe, Was du mit mir gethan, Kann ich doch des mich trösten: Du nimmst mich, mich Erlösten, Gewiß dereinst zu Ehren an. 10. Dort, bei der Frommen Scharen, Dort werd' ich es er ⸗ fahren, Wie gut du mich geführt. Da sing' ich dir mit Freuden Nach überstandnen Leiden Den Dank, der deiner Huld gebührt. Sturm. Vertrauen und Hoffnung auf Gott. Mel. Jesu, meine Freude. 523 AI dich, Gott der Güte, — Hoffet mein Gemüte, Ich bin gutes Muts. Ohne Furcht und Grauen Will ich dir vertrauen, Gott, mein starker Schutz. Gründe mich Mein Fels, auf dich. Halt' mich fest, daß kein Gedanke Zwei⸗ felnd von dir wanke. 2. Groß sind deine Werke, Nie⸗ mand ist an Stärke Dir, Jehova, gleich. Du lenkst Sonn' und Sterne, Du bist nah und ferne, Du machst arm und reich. Du bist groß, Herr, göttlich groß, Groß an Weisheit, groß an Gnade. Wer ist, der mir schade? 3. Du hast, Quell der Freuden, In so manchen Leiden, Wenn mich Not geschreckt, Treu und voll Er⸗ barmen Mich mit Liebesarmen Väterlich bedeckt. Deine Treu' Ist täglich neu. Täglich will ich dich erheben Und dir dankbar leben. . Gott, dein Weg ist heilig, Doch du sorgest treulich Für mein Wohl und Heil. Auch auf rauhen Wegen Wird so mancher Segen Mir von dir zu teil. Was du thust, Ist meine Lust. Dir, Herr, halt' ich kindlich stille Dein Will' ist mein Wille. 5. Du liebst die Getreuen, Die sich kindlich freuen, Daß du gnä⸗ dig bist. Der ziert deine Lehre, Der lebt dir zur Ehre, Der nie zaghaft ist. Wer sich fest Auf dich verläßt, Der wird, sollt' ihn alles hassen, Nimmermehr verlassen. 6. Gott, dir sei mein Leben Und mein Herz ergeben. Du bist fromm und gut. Ach gieb, wenn ich leide, Durch den Geist der Freude Mir des Christen Mut. Sei mein Schild, Laß Jesu Bild, Wenn mein Auge bricht, mich sehen, Froh einst vor dir stehen. Ciebich. Mel. Herzlich thut mich verlangen. V em Herrn will ich 524. D vertrauen, Verlassen uf Gott. e. er Güte, Hemüte, Furcht trauen, Gründe Halt' Zwei⸗ Ee, Nie⸗ Jehova, Sterne, machst t groß, oß an Wer reuden, in mich oll Er⸗ sarmen eu' Ist ich dich leben. heilig, remein rauhen Segen Gas du „Herr, u Will' n, Die u gnä⸗ Lehre, der nie luf dich n alles ssen. n Und fromm h leide, Mir Schild, ll ich rlassen mich auf Gott, Auf Sand nicht Schlösser bauen, Nicht zagen in der Not. Gott ist's, der mich geführet, So lang' ich denken kann. Er, der die Welt regieret, Nimmt sich auch meiner an. 2. Bei ihm ist Himmel, Erde Und Mensch und Engel gleich. Er spricht: Vergeh und werde! Zum Wurm und Königreich. Er straft und kann behüten, Denn sein ist Rach' und Lohn. Hier läßt er Donner wüten, Dort läßt er sie nur drohn. 3. Ihr Thränen, die ich weine, Seid bloßer Unverstand. Wenn ich verlassen scheine, Hält mich des Höchsten Hand. Was heut' ich Unglück nenne, Ist morgen schon mein Glück. Ich, der mich selbst nicht kenne, Kenn' minder mein Geschick. 4. Wenn aber trübe Stunden, Wenn mancher schwüle Tag, Wenn hier geheime Wunden Und wenn dort Schlag auf Schlag Und Schrecken schnell auf Schrecken Den Untergang mir drohn, Ist Gott mir Stab und Stecken Und Schild und großer Lohn. 5. Den Frommen, die Gott lieben Ist alles Seligkeit. Ihr Jauchzen, ihr Betrüben, Ihr Siegen und ihr Streit, Ihr Glück und ihre Plage, Ihr ganzer Lebenslauf Löst sich am letzten Tage In Himmelsjubeln auf. 6. Hinweg, ihr bangen Klagen Und Gram und Ungeduld! Durch Zittern und durch Zagen Häuft Strafe sich und Schuld. Wir meh⸗ ren unsre Schmerzen, Vergrößern unsre Pein Und flößen unserm Herzen Geheimes Gift nur ein. 7. Wie tröstlich sind die Lehren, Die Gottes Wort mir giebt! Mein Flehn will Gott erhören, Gott üchtigt, den er liebt. Nach trüben Angenblicken Geh' ich zur frohen Ruh'. Dem Geist winkt mit Ent⸗ zücken Die Schar der Selgen zu. 8. Kurz sind der Christen Leiden, Kurz ihre Prüfungszeit, Nicht Vom Leiden und Kreuze des Christen. 283 wert der ewgen Freuden Und der Unsterblichkeit. O Trost, wie kannst du trösten, Wie sehr das Herz erfreun! Ich geh' mit den Erlösten Zum Lohn des Himmels ein. v. Hippel. Gebet. Mel. Nun ruhen alle Wälder. önnt' ich in meinen 525. K Nöten Nicht Gott vertraun, nicht beten, Wie elend wär' ich dann, Wenn Trost und Hoffnung wanken, Wie soll ich's Gott verdanken, Daß ich dann zu ihm beten kann? 2. Oft raubten bange Schmer⸗ zen Den Frieden meinem Herzen Und störten meine Ruh', Doch wenn mich Kummer quälte, Dann fleht' ich, dann beseelte Dein Trost mich, Gott, dann hörtest du. 3. Dann trug ich meine Leiden Mit größerm Mut und Freuden, Und Ruh' empfand mein Geist. Ich fand dann im Gebete Den Trost, um den ich flehte, Den Trost, den uns dein Wort verheißt. 4. Fleht' ich zu dir am Morgen, So schwiegen meine Sorgen Den ganzen Tag in mir. Mit ruhigem Gemüte Vertraut' ich deiner Güte Und überließ mein Schicksal dir. 5. Und ruhig war mein Schlum⸗ mer, Wenn ich dir meinen Kum⸗ mer, O Gott, zuvor geklagt. Von diesem Trost umgeben, Daß du wachst für mein Leben, War meine Seele unverzagt. 6. Noch werden viele Tage Mir traurig, unter Plage Und unter Gram vergehn. Laß, Herr, in mei⸗ nen Leiden Mich nie dein Antlitz meiden, Mich immer freudig zu dir flehn. 7. Und laß mich stets empfin⸗ den, Daß die dein Antlitz finden, Die gläubig dir vertraun. Mit ruhevollem Herzen Will ich in meinen Schmerzen Auf dich nur meine Hoffnung baun. Dilthey. 284 Trostgesänge, oder Ermunterungen zur Geduld, Zufriedenheit, Vertrauen auf Gott und Ergebung in seinen Willen. Allgemeine Trostlieder. Mel. Herzlich thut mich verlangen. hrist, alles, was dich 526. C kränket, Befiehl ge⸗ trost dem Herrn. Er, der die Himmel lenket, Ist auch von dir nicht sfern. Erwach aus deinem Schlummer. Zu Gott erhebe dich. Er siehet deinen Kummer Und liebt dich väterlich. 2. Sind's Sünden, die dich schmerzen? Ja, fühle deine Schuld, Doch trau' von ganzem Herzen Auf deines Gottes Huld. Zur wahren Ruhe führet Die Reu, die Gott gefällt, Allein den Tod gebieret Die Traurigkeit der Welt. 3. Trau' Gott, nicht deinen Schlüssen, Die Wahl des Besten zu. Sprich, wer wird's besser wissen, Dein Schöpfer, oder du? Er weiß ja, was dir fehlet In jedem Augen⸗ blick. Was er, dein Vater, wählet, Das dient zu deinem Glück. 4. Der Gott, auf dessen Segen Dein ganzes Wohl beruht. Ist stets in seinen Wegen Hochheilig, weis' und gut, Und was er seinen Kindern Zu ihrem Heil ersah, Kann kein Erschaffner hindern. Wenn er gebeut, steht's da. 5. Es mag die Hölle wüten, Umsonst empört sie sich, Wenn er dich will behüten, Und er behütet dich. Wer gleicht ihm? Seinen Winken Gehorchen Erd' und Meer. Laß deinen Mut nicht sinken. Dein Schirm und Schild ist er. 6. Gott zählet deine Zähren Und wird, was gut ist, gern Auch deinem Wunsch gewähren. Sei stille vor dem Herrn. Er ist ein Hort der Frommen, Hoff unverzagt auf ihn, Denn seine Zeit wird kommen, Und deine Wohlfahrt blühn. 7. Ergieb dich ihm mit Freuden, Sei stark in seiner Kraft,‚ Sei auch zur Zeit der Leiden Ein Christ und kugendhaft, Und dann ergreif' im Glauben Den Trost der Ewig⸗ keit. Wer kann den Trost dir rau⸗ ben, Der allen Gram zerstreut? 8. Sei froh. Dein Gott regieret, Sein Rat ist wunderbar. Einst wirst du überführet, Daß er der beste war. Du denkst wohl unter⸗ dessen: Der Herr erbarmt sich nicht! Der Herr hat mein verges. sen! Doch höre, was er spricht: 9. Ist auch der Mütter eine, Die ihres Sohns vergißt? Denk an dies Wort und weine Die Freu⸗ denthrän', o Christ. Und könnt' sie sein vergessen, Will ich doch deiner nicht, Ich deiner nicht vergessen! Der Herr ist's, der dies spricht. 10. Mit ruhigem Gemüte Ver ⸗ laß auf ihn dich fest Und wiss., daß seine Güte Dich ewig nicht verläßt. Er will nach einer Weile Dich desto mehr erfreun. Zu dei⸗ nem größern Heile Verzieht er. Harre sein! 11. Wohl dir alsdann, du Treuer! Wie groß ist einst dein Lohn! Dein Richter, dein Befreier Reicht dir die Siegeskron'. Auf kurze Prüfungs⸗ tage Folgt ewger Preis und Dank. Dann schweiget jede Klage Und wird ein Lobgesang. Neander. Mel. In dich hab' ich gehoffet, Herr. ei, Seele, stark und 527. S unverzagt. Wenn irgend dich ein Kummer plagt, Befiehl Gott deine Sachen. In aller Pein Vertrau' allein Auf ihn. Er wird's wohl machen. 2. Kein Leiden kommt von unge⸗ fähr, Die Hand des Höchsten schickt es her, Sein Rat hat's so ersehen. EEE SES SIS.-/,*6⁰6e6e&ꝗæ rauen reuden, ei auch Christ ergreif Ewig⸗ ir rau· treut? egieret, Einst er der unter⸗; it sich verges⸗ richt: reine, enk' an Freu; int' sie deiner gessen! icht. Ver · wiss', Jnicht Weile zu dei ⸗ ht er. reuer! Dein dir die fungs⸗ Dank. d wird der. Herr. k und Wenn plagt, n Auf n. unge· schickt sehen. Drum sei nur still Und, was Gott will, Laß immer gern geschehen. 3. Erweckt dir gleich das Leiden Pein, So soll's dir doch nicht schädlich sein. Gott kann sein Kind nicht hassen. Wer ihn nur liebt, Sich ihm ergiebt, Den wird er nicht verlassen. 4. Wie lange währt der From⸗ men Leid? Nicht ewig, Herr, nur kurze Zeit. Nach überstandnem Leide Erquickest du Ihr Herz mit Ruh' Und einst mit ewger Freude. 5. Drum hab' o Seele, guten Mut. Vertraue Gott, es wird noch gut Nach aller Trübsal wer⸗ den. Er ziehet dich Durchs Kreuz zu sich, Zum Himmel von der Erden. 6. Gott ist dein Gott, er ist ge⸗ treu Und stehet dir als Vater bei In allem Kreuz auf Erden. Der Leiden Heer Wird nie zu schwer Durch ihn dem Christen werden. 7. Es haben ja zu aller Zeit Die Heiligen in Traurigkeit Hier oftmals wandeln müssen. Warum willst du Hier nur von Ruh' Und nichts von Trübsal wissen? 8. O bet' und sieh auf deinen Gott In aller deiner Angst und Not. Laß, wie er will, es gehen. Sein Will' ist gut. Behalte Mut, Gott wird dich einst erhöhen. 9. Der du ein Gott des Trostes bist, Laß jeden, der hier traurig ist, Doch deinen Trost empfinden. Hilf, den du liebst Und prüfend übst, Den Unmut überwinden. Unbekannter und Diterich. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 528 Wil mich, o Gott, hie⸗ nieden Des Lebens Last ermüden, So stärke meinen Geist. Wenn mich die Leiden krän⸗ ken, So laß mich wohl bedenken, Auch das sei gut, was Trübsal heißt. 2. Nicht ewig soll sie währen. Oft werden unsre Zähren Schnell von dir abgewischt. Und seufzen wir: Wie lange Ist meine Seele bange? So wird mit Trost das Herz erfrischt. Trostgesänge. 285 3. Die Lasten, die uns pressen, Hast du, Herr, abgemessen, So groß sie immer sei'n. Du hilsst sie selbst uns tragen Und richtest unsre Plagen Nach unsern Kräften weislich ein. 4. Ja, wenn ich's recht erwäge, So sind's nur Liebesschläge, Wo⸗ mit du uns belegst. Nicht Schwer⸗ ter sind's, nur Ruten, Womit du, bloß zum Guten, Als Vater deine Kinder schlägst. 5. Dein väterlich Bemühen Will uns hier auferziehen, Zu thun, was dir gefällt. Du willst die Lüste schwächen, Den eignen Willen bre⸗ chen, Uns bilden für die bessre Welt. 6. Du willst den Eifer mehren. Gehorsam dich zu ehren, Mit Glauben und Geduld, Daß, wenn uns Feinde hassen Und Freunde uns verlassen, Wir dennoch traun auf deine Huld. 7. Was will uns, Herr, auch scheiden Von dir und jenen Freu⸗ den, Die du für uns ersehn? Man lebe oder sterbe, So wird des Himmels Erbe Doch deinen Kindern nicht entgehn. 8. Zu jenem bessern Leben Willst du auch mich erheben. Der Tod ist mein Gewinn. Muß einst mein Leib verwesen, So wird mein Geist genesen. Er eilt zu Seligkeiten hin. 9. O drücke meinem Herzen, Auch unter Sorg' und Schmerzen, Dies tief und liebreich ein. Der, den du, Vater, liebest, Kann auch, wenn dubetrübest, Doch hoffnungs⸗ voll und ruhig sein. Freylinghausen und Diterich. Mel. Herzlich thut mich verlangen. efiehl du deine Wege, 529. B Und was dein Herae kränkt, Der treuen Vaterpflege Des. der den Weltkreis lenkt. Er zeichnet Stern' und Winden Die abgemessne Bahn. Sollt' er nicht Wege finden, Wo dein Fuß wan⸗ deln kann? 2. Dem Herrn mußt du ver⸗ trauen, Wenn dir's soll wohler⸗ gehn, Und dein Werk auf ihn 286 Trostgesänge. bauen, Soll es vor ihm bestehn. Gott läßt durch Sorg' und Grämen Und durch selbsteigne Pein Sich keine Wohlthat nehmen. Sei fromm, so ist sie dein. 3. Dein Aug', o Gott der Gnade, Sieht immer ungeschwächt, Was gut sei oder schade Dem sterblichen Geschlecht, Und was du dann er⸗ lesen. Dein Rat fürs beste hält, Bringst du zum Stand und Wesen, Wie es dir wohlgefällt. 4. An wunderbaren Wegen Fehlt dir's, Allweiser, nicht. Dein Thun ist Gnad' und Segen, Dein Gang ist Recht und Licht. Und wenn du deinen Kindern Ein Glück hast zu⸗ gedacht, So kann dein Werk nichts hindern. Du willst, so ist's voll⸗ bracht. 5. Hoff', o bedrängte Seele, Hoff' und sei unverzagt. Gott weiß es, was dich quäle. Den Kummer, der dich nagt. Er wird dich ihm entrücken Erwarte nur der Zeit, Bis dich mit holden Blicken Sein Angesicht erfreut. 6. Auf, wehre deinem Schmerze! Der Sorgen bange Nacht Versinstre nicht dein Herze! Auf, brich der Schwermut Macht! Bist du doch nicht Regente, Der alles führen soll. Gott sitzt im Regimente Und führet alles wohl. 7. Drum, Seele, laß ihn wal⸗ ten. Er ist ein weiser Fürst, Er wird dich aufrecht halten, Daß du dich wundern wirst, Wenn er, wie ihm gebühret, Nach seiner Weisheit Rat Das Werk hinaus geführet, Das dich geängstet hat. 8. Und blieb der Trost auch lange, Den du von ihm begehrt, Und würde dir oft bange, Daß er dich nicht gehört, Er wird dir Hilse senden. Wenn du's am mindsten gläubst Und all' dein Unglück wen⸗ den, So du ihm treu verbleibst. 9. Wohl endlich deiner Treue! Du trägst den Sieg davon. Auf, daß dein Herz sich freue! Schau' nur den reichen Lohn. Gott giebt dir selbst die Palmen In deine rechte Hand Und du singst Freudenpsal; men Dem, der dein Leid gewandt. 10. Mach' End', o Herr, mach' Ende Hier aller unsrer Not Und reich' uns deine Hände Im Leben und im Tod. Stets laß uns deiner Pflege Und Treu' empfohlen sein, So gehen unsre Wege Gewiß zum Himmel ein. Gerhardt u. Weiße. Beim Verzug der göttlichen Hilfe und Erhörung des Gebets. Mel. Wer nur den lieben Gott. 530 H err, mache meine Seele „ stille. Bei allem, was mich kränkt und drückt, Geschieht doch einzig nur dein Wille, Der nichts zu meinem Schaden schickt. Du bist's, der alles ändern kann, Und was du thust, ist wohlgethan. 2. Auch auf den allerrauhsten Wegen Führst du uns zur Glückse⸗ ligkeit. Selbst Trübsal bringt dem ewgen Segen, Der dir sein ganzes Herze weiht. Ihr Ausgang wird doch herrlich sein, Sieht's gleich der blöde Geist nicht ein. 3. Drum laß mich stille sein und hoffen, Wenn du mir Prü⸗ fungen bestimmt. Dein Vaterherz steht dem doch offen, Der zu dir seine Zuflucht nimmt. Wer still in deiner Fügung ruht, Mit dem machst du es immer gut. 4. Uns bleibt oft, was uns nützt, verborgen. Wer hat's je ganz genau erkannt? Wie oft sind unsre Wünsch' und Sorgen Voll Thorheit und voll Unverstandl Wer kann, was seinem Wohlergehn Zum Schaden dient, ganz übersehn? 5. Nur du, du kennst und wählst das Beste. O Vater, mache selbst mein Herz In dieser Überzeugung feste, So ehr' ich auch im größten Schmerz Dich noch mit der Gelas⸗ senheit: Was mein Gott will, ge⸗ scheh' allzeit. 6. Die Stunde wird doch endlich kommen, Da mich vollkommnes Glück erfreut, Denn einmal führst du doch die Frommen Zur völligen Zufriedenheit, Und dann wird enpsal⸗ wandt. mach' t Und Leben deiner en sein, iß zum Weiße. 1 Hilfe ets. zethan. auhsten Blückse⸗ gt dem ganzes g wird gleich le sein rPrü⸗ terherz zu dir er still tit dem 5 uns at's je ft sind ugung rößten Gelas⸗ ill, ge endlich nmnes führst ölligen wird Trostgesänge. 287 jedem offenbar, Rat der beste war. 7. Dann wird von allen meinen Plagen Der ewge Nutzen mich er⸗ freun, Dann wird mein Herz, statt Daß, Gott, dein aller Klagen, Voll von dem Dank und Lobe sein: Der Herr, der für mein Heil gewacht, Hat alles mit mir wohl gemacht! Diterich.(Neumeister.) In Kleinmütigkeit und beim Mangel an Vertrauen auf Gott. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 531 zott der Wahrheit, des⸗ — sen Treue Unsre Hoff⸗ nung stützt und hält, Ich erkenn' es voller Reue, Daß mich Klein⸗ mut oft befällt. Ach, mein Her hängt noch an Dingen, Die do keinen Trost mir bringen. O wie oft vergeh ich mich, Angsllich zweifelnd, wider dich! 2. Gott, vergieb mir diese Sünde. Nimm die Strafe von mir hin. Schenke, Vater, deinem Kinde Einen dir ergebnern Sinn, Der von dir nur Hilfe heischet, Den nicht falsche Hoffnung täuschet, Die das Herz aufs Eitle zieht Und wie leichter Rauch entflieht. 3. Laß mich Gram und Unmut meiden, Weil du für mich sorgst und wachst Und selbst allen Druͤck der Leiden Mir zur wahren Wohl⸗ that machst. Laß mich auf dein Wort stets hoffen, Das noch im⸗ mer eingetroffen. Gott, wer dei⸗ nem Wort nicht traut, Hat auf leichten Sand gebaut. 4. Laß mich fest im Glauben wer⸗ den, Daß dein Wort wahrhaftig sei. O so werd' ich hier auf Erden Von so mancher Unruh' frei. Dann werd' ich mein Gott, mit Flehen Stets auf deine Hilfe sehen, Dann wächst meine Zuversicht Und die Hoffnung trügt mich nicht. 5. Vater, meine Hoffnung grün⸗ det Sich auf deines Sohnes Tod. Meine Seele sucht und findet Darin roßen Trost in Not. Ja, sein iegreich Auferstehen Läßt mich zu Das kein trau⸗ Wo mir ewges dem Leben gehen, rig Ende nimmt, Heil bestimmt. 6. Muß ich gleich noch hier auf Erden, Gott, entfernt vom Himmel sein, Wirst du doch von den Be⸗ schwerden Dieser Zeit mich einst befrein. O erwünschte selge Stun⸗ den! Ewig aller Not entbunden Werd' ich dich, mein Heiland, sehn Und zu deiner Freud' eingehn. 7. Laß mich fröhlich darauf hof⸗ fen, Herr, Herr, meine Zuversicht, Bis das alles eingetroffen, Was auch mir dein Wort verspricht. Auf dich, Ouelle alles Lebens, Harrt der Glaube nie vergebens. Was wir glauben, schauen wir Einst gewiß, o Herr, bei dir. Rambach und diterich. Wider Verzagtheit und Trost⸗ losigkeit. Mel. O Jesu, du mein Bräutigam. 5 Non dir, o Vater, nimmt 532. V mein Herz Glück, Un⸗ glück, Freuden oder Schmerz, Von dir, der nichts als lieben kann, Vertrauensvoll und dankbar an. 2. Nur du, der du allweise bist, Nur du weißt, was mir heilsam ist, Nur du siehst, was mir jedes Leid Für Heil bringt in der Ewigkeit. 3. Die kurze oder längre Pein Kann nie umsonst erduldet sein. Der bittern Wurzel Frucht ist süß, Und einst quillt Licht aus Finsternis. 4. Ist alles dunkel um mich her, Die Seele müd' und freudenleer, Bist du doch meine Zuversicht, Bist in der Nacht, o Gott, mein Licht. 5. Verzage, Herz, verzage nie. Gott legt die Last auf, Gott kennt sie. Er weiß den Kummer, der dich quält, Und geben kann er, was dir fehlt. 6. Wie oft, Herr, weint' ich. und wie oft Half deine Hand mir unverhofft! Oft jammert' ich un⸗ tröstbar heut' Und morgen schon ward ich erfreut. 7. Oft sah ich keinen Ausgang mehr. Dann weint' ich laut und 288 Trostgesänge. klagte sehr. Wo bist du, mein Gott? Schauest du Denn meinem Elend gar nicht zu? 8. Dann hörtest du, o Herr, mein Flehn Und eiltest bald mir beizu⸗ stehn. Du öffnetest mein Auge mir, Ich sah mein Glück und dankte dir. 9. Wie viele Seelen hat die Nacht Der schwersten Trübsal bang' ge⸗ macht! Und wen, o Gott, den du ge⸗ liebt, Hast du auf Erden nie betrübt? 10. Doch so viel Seelen auch die Nacht Der schwersten Trübsal bang' gemacht, So viel hast du zu rechter Zeit Mit deiner Gnade, Herr, erfreut. 11. Sagt's alle, die Gott je ge⸗ prüft, Die ihr zu ihm um Hilfe rieft, Sagt's, Fromme, ob er das Ge. bet Geduldig Leidender verschmäht? 12. Die Stunde kommt früh oder spät, Wo Dank und Freud aus Leid entsteht, Wo Pein, die Stun ⸗ den nur gewährt, In Freuden⸗ jahre sich verkehrt. 13. Du erntest deiner Leiden Lohn Vielleicht in diesem Leben schon. Vielleicht, daß, eh' du ausgeweint, Dir Gott mit seiner Hilf' erscheint. 14. Schau' deinen Heiland gläu⸗ big an. Wenn niemand dich er⸗ quicken kann, So schütte du in seinen Schoß Dein Herz aus. Seine Huld ist groß. 15. Einst hat auch er, der Menschenfreund, Im Thränenthale hier geweint. Auf deine Thränen giebt er acht Und, dir zu helfen, hat er Macht. 16. Und helfen will er, zweifle nicht. Er hält getreu, was er ver⸗ spricht: Nicht lassen will ich, Seele, dich. Sei gutes Muts und glaub' an mich! Lavater. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 533 Was ist's, daß ich mich — quäle? Harr' seiner, meine Seele, Harr' und sei un⸗ verzagt. Du weißt nicht, was dir nützet, Gott weiß es und Gott schützet, Er schützet den, der nach ihm fragt. 2. Er zählte meine Tage, Mein Glück und meine Plage, Eh' ich die Welt noch sah. Eh' ich mich selbst noch kannte, Eh' ich ihn Vater nannte, War er mir schon mit Hilfe nah. 3. Die kleinste meiner Sorgen Ist dem Gott nicht verborgen, Der alles sieht und hält, Und was er mir beschieden, Das dient zu meinem Frieden, Wär's auch die größte Last der Welt. 4. Ich lebe nicht auf Erden, Ganz glücklich hier zu werden. Die Lust der Welt vergeht. Ich lebe hier, im Segen Den Grund zum Glück zu legen, Das ewig, wie mein Geist, besteht. 5. Was dieses Glück vermehret, Sei mir von dir gewähret. Gott, du gewährst es gern. Was dieses Glück verletzet. Wenn's alle Welt auch schätzet, Sei, Herr, mein Gott, mir ewig fern. 6. Sind auch der Krankheit Plagen, Ist Mangel schwer zu tragen, Noch schwerer Haß und Spott, So harr' ich und bin stille Zu Gott, denn nicht mein Wille, Dein Wille nur gescheh', o Gott! 7. Du bist der Müden Stärke Und aller deiner Werke Erbarmst du ewig dich. Was kann mir widerfahren, Wenn Gott mich will bewahren? Und er, mein Gott, bewahret mich. Gellert. Bei Schwachheit des Glaubens und in Zweifel an der Gnade Gottes. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. — ch, die zweifelnden 534. A Gedanken: Werd ich treu und standhaft sein? Werd' ich siegen? Werd' ich wanken? Wank' ich, wird mir Gott ver. zeihn? Dieser Zweifel sind so viel! Diese suchen, Gott, das Ziel Dei⸗ nes Rufes meinen Blicken Zu ver⸗ dunkeln, zu entrücken. 2. Die Versucher meiner Seele Sagen, fruchtlos, thöricht sei's, Daß ich fromm zu sein mich quäle, Sorgen gen, Der d was er dient zu auch die fErden, werden. ht. Ich Grund as ewig, rmehret, t. Gott, as dieses lle Welt r. mein drankheit hwer zu Haß und bin stille n Wille, o Gott! 1 Stärke erbarmst nn mir nich will in Gott, ellert. aubens Gnade ne Seele. ifelnden Verd' ich Werdꝰ vanken? ott ver⸗ Hso viel! el Dei; Zu ver⸗ er Seele ht sei's, h quäle, Zu hoch sei des Glaubens Preis, Nicht so blumigt, nicht so breit Sei der Weg der Heiligkeit, Wie der ebne Weg der Lüste, Sei ein Dornpfad in der Wüste. 3. Aber du hast auch gelitten, Jesu Christe, nicht für dich, Einen harten Kampf gestritten, Der Ver⸗ suchung Kampf für mich. Meine Hilfe sei denn dul Gieb der müden Seele Ruh'! Jede Sünde will ich hassen. Ach, wie kannst du mich verlassen? 4. Meine Seele betet: Stärke Mich, o Mittler! und du hörst. Ruhe giebst du, denn ich merke, Daß du Kraft und Mut gewährst. Ist der Lüste Weg gleich breit, Schmal der Weg der Heiligkeit, Fröhlich dorten das Getümmel, Führt der stille doch zum Himmel. „Weicht, ihr zweifelnden Ge⸗ danken: Werd' ich treu und stand⸗ haft sein? Werd' ich siegen? Werd' ich wanken? Wank' ich, wird mir Gott verzeihn? Mein versuchter Mittler giebt Hilfe jedem, der ihn liebt, Giebt mir heilige Gedanken, Mut und Treue, nicht zu wanken. Cramer. In Gewissensangst und Schwermut. Mel. Ach, was soll ich Sünder machen. 535 Waz bist du, o Christ, betrübet? Warum klagst und zagest du? Sei getrost. Genieß' die Ruh', Die Gott seinen Freunden giebet. Wanke nicht. Gott hält den fest, Der sich fest auf ihn verläßt. 2. Sprich nicht: Gott hat mich verlassen, Er entzieht mir seine Huld, Er gedenkt an meine Schuld, Er hat Ursach', mich zu hassen, Such' ich ihn, so flieht er mich, Er verstößt mich ewiglich. 3. Nein, Gott kann dich nicht verlassen. Er schenkt Sündern seine Huld, Die die Lasten ihrer Schuld Schmerzlich fühlen, ernstlich hassen. Such' ihn nur. Er nahet sich, Er verstößt nicht ewiglich. Trostgesänge. 289 4. Sieh die Leiden, die dich drücken, Nicht für Zorngerichte an. Sprich nicht: Gott, der helfen kann, Will und wird mich nicht erquicken, Vorher half er mir so gern, Nun ist seine Hilfe fern. 5. Alle Leiden, die dich drücken, Sieh' als Liebeszeichen an. Gott, der mächtig helfen kann, Wird dich väterlich erquicken. Auch noch jetzt hilft er dir gern, Seine Hilf' ist nicht mehr fern. 6. Sprich nicht: Meiner Seufzer Stimme Dringt jetzt nicht mehr in sein Herz, Selbst im Beten wächst mein Schmerz, Er verwirft mein Flehn im Grimme, Meine Thränen und meinSchrei'n Werden stets vergeblich sein. 7. Gott hört deiner Seufzer Stim⸗ me, Sie dringt in sein Vaterherz. Er gedenkt an deinen Schmerz Göttlich gnädig, nicht im Grimme. Deine Thränen und dein Schrei'n Werden nie vergeblich sein. 8. Wirf die Sorgen, die dich nagen, Christlich mutig von dir hin. Gott ist hier, wirf sie auf ihn. Er erbeut sich, sie zu Taßt Ihm wird das zu keiner Last, Was du schwer zu tragen hast. 9. Warum kam sein Sohn auf Erden? Nahm er nicht das Elend weg? Hatt' er nicht den selgen Zweck, Daß wir sollten selig wer⸗ den? Gab er nicht am Kreuze sich Für die Welt und auch für dich? 10. Ließ er darum sich ermor⸗ den, Bist du dazu teu'r erkauft Und auf seinen Tod getauft, Bist du darum gläubig worden, Daß du bis ins Grab hinein Solltest voller Jammer sein? 11. Gott kann nie sein Kind verschmähen, Das im Seelenkum⸗ mer ächzt Und nach Trost und Gnade lechzt. Liebreich wird er auf dich sehen. Ehe wankt der Berge Grund, Als sein treuer Friedensbund. 12. Nun so stille deine Klagen, Bete, kämpfe, sei getreu. Schwa⸗ chen steht Gott mächtig bei. Bald T ———————— 290 wirst du mit Freuden sagen: Gott, ich weiß, du liebest mich, Gott, mein Gott, ich hoff' auf dich. Liebich. Hannöver. Mel. Nr. 35. 536 Di klagst, o Christ, in schweren Leiden Und seufzest, daß der Geist der Freuden So weit von dir gewichen ist. Du Hagst und rufst: Herr, wie so lange? Und Gott verzeucht, und dir wird bange, Daß du von Gott verlassen bist. 2. Sind meine Sünden mir vergeben, Hat Gott mir Sünder Heil und Leben In seinem lieben Sohn verliehn, Wo sind denn seines Geistes Triebe? Warum empfind' ich nicht die Liebe Und hoffe nicht getrost auf ihn? 3. Mühselig, sprichst du, und beladen Guar ich den Trost vom Wort der Gnaden, Und ich empfind' und fühl' ihn nicht, Bin abgeneigt vor Gott zu treten, Ich bet', und kann nicht gläubig beten, Ich denke Gott, doch ohne Licht. 4. Sonst war's mir Freude, seinen Willen Von ganzem Herzen zu erfüllen, Sein Wort war immer mir gewiß, Jetzt kann ich's nicht u Herzen fassen, Und meine Kraft dat mich verlassen, Und meinen Geist deckt Finsternis. 5. Oft fühl' ich Zweifel, die mich quälen, Heul' oft vor Unruh meiner Seelen, Und meine Hilf' ist von mir fern. Ich suche Ruh', die ich nicht finde, In meinem Herzen wohnt nur Sünde Nur Anmut, keine Furcht des Herrn. 6. Zag' nicht, o Christ, denn dei · ne Schmerzen Sind sichre Zeugen bessrer Herzen, Als dir dein eignes Herz jetzt scheint. Wie könntest du dich so betrüben, Daß dir die Kraft fehlt, Gott zu lieben, Wär nicht dein Herz mit ihm vereint? 7. Kein Mensch vermag Gott zu erkennen Und Jesum seinen Herrn u nennen, Als nur durch seinen eilgen Geist. Hast du nicht diesen Trostgesänge. Geist empfangen? Er ist's, der dich nach Gott verlangen Und sein Erbarmen suchen heißt. 8. Vertrau' auf Gott. Er wohnt bei denen, Die sich nach seiner Hilfe sehnen, Er kennt und will dein wahres Glück. Er höret dei⸗ nes Weinens Stimme, Verbirget sich, als wie im Grimme, Nur einen kleinen Augenblick. 9. Gott ließ so manchen seiner Frommen In dies Gefühl des Elends kommen Und stand ihm gleichwohl mächtig bei. Du sollst dein Nichts erkennen lernen, Sollst das Vertraun auf dich entfernen Und sehn, was Gottes Guade sei. 10. Vor Sicherheit dich zu be⸗ wahren, Läßt er dich seine Streng erfahren Und schickt dir diese Not und Last. Er reinigt dich, wie Gold im Feuer, Macht dir das Heil der Seele teuer, Damit du haltest, was du hast. 1. So wie ein Vater über Kinder, Erbarmet Gott sich über Sünder, Die seinen Namen ernst⸗ lich scheun. Dein Seufzen ist ihm nicht verborgen. So fern der Abend ist vom Morgen, Läßt er von dir die Sünde sein. 12. Zwar ist um Trost dir jetzo bange, Denn alle Züchtigung, so lange Sie da ist, scheint uns schwer und hart, Doch nachmals wird sie friedsam geben Vermehrte Tugend, Heil und Leben Dem, der durch sie geübet ward. 13. Fahr fort zu beten und zu wachen. Gott ist noch mächtig in den Schwachen, Ist Lieb und Güte für und für. Laß dir an seiner Gnade gnügen. Sein Wort ist wahr und kann nicht trügen: Ich stärke dich, ich helfe dir! 14. Auf, fasse dich in deinen Nöten. Sprich: Wollte mich der Herr auch töten, So harr ich dennoch standhaft sein. Mir bleibt das Erbteil der Erlösten, Und will mich Gott nicht eher trösten, Wird er mich doch im Tod er ⸗ freun. Gellert. der dich id sein wohnt seiner ud will ret dei⸗ rbirget „Nur seiner hla des nd ihm u sollst Sollst tfernen ade sei. zu be⸗ Streng' diese gt dich, cht dir Damit rüber ch über mernst ⸗· ist ihm Abend hon dir ir jetzo ung, so it uns ichmals mehrte em, der und zu htig in b' und dir an n Wort trügen: + deinen Trostgesänge. 291 Trost aus der Erlösung. Mel. Warum sollt' ich mich denn. 537 Warum sollt' ich mich denn grämen? Hab ich doch Christum noch. Wer will mir den nehmen? Wer will mir den Himmel rauben, Den mir schon GottesSohn Beigelegt imGlauben? 2. Ich kam unter Angst und Nöten Ganz hilflos, Arm und bloß, Einst ans Licht getreten. Nichts nehm' ich auch von der Erde Dann mit mir, Wenn ich hier Einst abscheiden werde. 3. Gut und Blut, Leib, Seel' und Leben Ist nicht mein. Gott allein Ist es, der's gegeben. For⸗ dert er es einstens wieder, Er nehm's hin, Ich preis' ihn Doch durch meine Lieder. 4. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen, Dringt herein Angst und Pein, Sollt' ich drum verzagen? Der es schickt, der hat's in Hän⸗ den. Er weiß wohl, Wie er soll All mein Unglück wenden. 5. Gott hat mich bei guten Tagen Oft ergötzt, Sollt' ich jetzt Nicht auch etwas tragen? Fromm ist Gott und schärft mit Maßen Sein Gericht, Kann mich nicht Ganz und gar verlassen. 6. Satan, Sünd' und ihre Rotten Können mir Nichts mehr hier Thun, als meiner spotten. Laß sie spotten, Laß sie lachen. Gott, mein Heil, Wird in Eil' Sie zu schanden machen. 7. Unverzagt und ohne Grauen Soll ein Christ, Wo er ist, Stets sich lassen schauen. Wollt ihn auch der Tod bekriegen, Christi Blut Und sein Mut Hilft auch den besiegen. 8. Denn kein Tod kann mich ertöten, Nein, er reißt Meinen Geist Aus viel tausend Nöten, Endigt dieses Lebens Leiden, Führt mich dann Himmelan In der Engel Freuden. 9. Dann wird sich mit bessern Schätzen Geist und Herz Auf den Schmerz Ewig dort ergötzen. Hier ist kein recht Glück zu finden. Was die Welt In sich hält, Muß wie Rauch verschwinden. 10. Was sind diesesLebens Güter? Unbestand, Eitler Tand, Kummer der Gemüter. Dort, dort sind die edlen Gaben. Da mein Hirt, Chri⸗ stus, wird Mich ohn' Ende laben. 11. Herr, mein Hirt, Brunn aller Freuden, Du bist mein, Ich bin dein, Niemand kann uns schei⸗ den. Ich bin dein, weil du dein Leben Und dein Blut, Mir zu gut, In den Tod gegeben. 12. Du bist mein, weil ich dich fasse Und dich nicht, O mein Licht, Aus dem Herzen lasse. Laß mich. laß mich hingelangen, Wo du mich Und ich dich Ewig werd' umfangen. Gerhardt. Mel. Herr Jesu Christ, mein's. — ch Gott, wie manches 538. A schwere Leid Begeg · net mir hier in der Zeit! Der Weg ist schmal und trübsalvoll, Den ich auf Erden wandeln soll. 2. Wie widerstrebt nicht Fleisch und Blut Ihm, unserm wahren, höchsten Gut! Du, Jesu, Mittler, du allein Mußt unsrer Schwachheit Stärke sein. 3. Bei dir fand ich zu jeder Zeit Im Unglück Rat und Trost im Leid, Und wenn ich schon am Abgrund stand, Erhielt mich deine starke Hand. 4. Du, Gottes eingeborner Sohn, Stiegst von der Ewigkeiten Thron Und nahmst der Sünder Fluch auf dich, Wardst Mensch für uns, ein Mensch, wie ich. 5. Du littest in des Lebens Thal, O Gottmensch, Leiden ohne Zahl, Du starbst für mich den Kreuzestod Und rissest mich aus aller Not. 6. Ich folge dir als Jünger nach, Sollt' ich, drückt mich ein Ungemach, Verzweifeln, ohne Hoffnung sein? Nein, du bist mein und ich bin dein. 7. Mit Leib undSeele bin ich dein, Und wollten Höll' und Tod mir dräun, So trau' ich deiner starken Hand‚ Die Tod und Hölle überwand. Tꝰ 8. Verschmachtet selbst mein Geist in mir, So laß ich dennoch nicht von dir. Ich sing' und bet', und dann wird schnell Auch trübe Finsternis mir hell. 9. Dann schmeck' ich schon hier in der Zeit Die Freuden jener Herrlichkeit. Mein Dornenweg wird mir nicht mehr Mit allen jemen Leiden schwer. 10. In dieser Glaubenszuversicht Betret' ich ihn und fürcht ihn nicht. Bereite du mich, Herr, dazu, Denn meine Stärk' und Kraft bist du. 11. Erhalte meine Seele rein, So leb' und sterb' ich dir allein Und schaue dann nach dieser Zeit Dein Antlitz in Gerechtigkeit. Sollikofer nach Moller od. Höjer. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. 2— chweiget, bange Zwei⸗ 539. S fel, schweiget. Mein Erbarmer ist getreu, Und sein Geist in mir bezeuget, Daß ich ihm ver⸗ söhnet sei. Mir drohn nicht der Hölle Flammen, Und will mi mein Herz verdammen, Dennoch täuscht mich nicht sein Schmerz. Gott ist größer, als mein Herz. 2. Er, der das Verborgne ken⸗ net, Kennt auch mich und weiß allein, Wie dies Herz von Sehn⸗ sucht brennet, Ganz sich seinem Dienst zu weihn, Schaut den Kum⸗ mer meiner Seele, Der mich beugt, so oft ich fehle, Und nicht meiner Zweifel Wahn, Meinen Glauben sieht er an. 3. Und wie nie sein Urteil wan⸗; ket, Wankt auch nie sein ewger Rat. Rühmet, Christen, danket, danket. Groß ist, was er an uns that. Uns, den Sündern, den Verlornen, Gab er seinen Einge⸗ bornen. Wahrlich, alles, alles giebt Der, der seinen Sohn uns giebt. 4. Mir auch ist sein Sohn ge⸗ geben, Durch den Glauben ist er mein. Ja, ich weiß, ich werde leben Und in ihm einst selig sein. Mich sah Gott von seinem Throne, Mich erwählt' er in dem Sohne, Trostgesänge. Eh' noch seiner Allmacht Ruf Mich und alle Wesen schuf. 5. Teuer bin ich ihm erworben. Heil mir, hier ist Jesus Christ! Er, der auch für mich gestorben, Auch für mich erstanden ist, Nun zur Rechten Gottes sitzet, Auf mi sieht, mich mächtig schützet, Mi vertritt, mich nie verstößt, Mi aus aller Not erlöst. 6. Trutz der Welt und ihres Spottes! Trutz der Höll' und ihrer Wut! Mir bleibt doch die Liebe Gottes Und hält mich in treuer Hut. Was will je von dir mich scheiden? Nein, ich werd' in allen Leiden Mehr, als bloß geduldig sein, Mich vor Gott auch ihrer freun. 7. Laßt denn rauhe Wetter stür⸗ men, Alles um mich her sei Nacht. Gott, mein Gott wird mich be⸗ schirmen, Der für meine Wohl⸗ fahrt wacht. Wenn ich lang' uuch hilflos bliebe, Leitet doch mi seine Liebe Durch die Nacht(drum fürcht' ich nichts) In die Woh⸗ nungen des Lichts. 8. Zwar ich weiß auch, es be⸗ thöre Reichtum leicht das Herz zum Geiz. Blendend ist der Glanz der Ehre, Süß der Wollust fal⸗ scher Reiz. Schlüpfrig sind des Glückes Pfade, Schmeichelnd ist der Hohen Gnade. Stolzes Lob führt leicht von Gott, Und noch leichter bittrer Spott. 9. Dennoch weiß ich, Schmerz und Freuden, Tod und Leben, Lob und Schmach Werden mich von Gott nicht scheiden. Gott ist stark, bin ich schon schwach. Gunst der Großen, Haß der Feinde, Uberredungen der Freunde, Nichts erschüttert meine Treu'. Gottes Liebe steht mir bei. 10. Ich beharr' in meinem Glau⸗ ben. Nichts, wenn es auch alles raubt, Kann mir Gottes Liebe rauben. Drum erheb' ich froh mein Haupt. Gnug, daß meiner der gedenket, Der mir seinen Sohn geschenket Und mich nimmermehr verläßt. Dieser Fels bleibt ewig fest. Schlegel. Mich orben. Christ! orben, Nun if mi Mi Mi ihres d ihrer Liebe er Hut. eiden? Leiden Mich r stür⸗ Nacht. Sohn mehr ewig zel. Trost aus der göttlichen Vor⸗ sehung. Mel. Was Gott thut, das ist wohl. 540 Was zagst du? Gott * regiert die Welt, Und der ist ja allmächtig. Den Arm, der alles Fleisch erhält, Was macht dir den verdächtig? Wenn Meeresflut, Schwert, Feuersglut Uns schon ereilet hätten, So kann doch er noch retten. 2. Was zagst du? Gott regiert die Welt, Und der ist ja allwissend. Selbst was dein Herz verborgen hält, Ist dennoch ihm wohl wissend. Sollt' ihm dein Schrein Verborgen sein? Die Bitte, die du thatest Wußt' er, noch eh' du batest, 3. Was zagst du? Gott regiert die Welt, Und der ist ja allweise. Stets dient der Weg, der ihm ge⸗ fällt, Zum Heil dir, ihm zum Preise. In Finsternis Führt er gewiß Oft aus der Nacht der Lei⸗ den Ins hellste Licht der Freuden. 4. Was zagst du? Gott regiert die Welt, Ist stets allgegenwärtig, Wenn sich dein Herz verlassen hält, Dir nah, zu helfen fertig. Sein Odem nur Trägt die Natur, Trägt, wo auch 1 walle, Doch allent⸗ halben alle. 5. Was zagst du? Gott regiert die Welt, Und er ist auch geduldig. Zwar, wenn er ins Gericht uns stellt, Sind selber Fromme schul⸗ dig. Doch sein Gericht Trifft Fromme nicht. Drum sei gewiß, er schone Auch dein in seinem Sohne. 6. Nun, Gott, da du die Welt regierst, Wie dürft' ich ängstlich zagen? Ein Leid, in welches du mich führst, Soll nie mich nieder⸗ schlagen. Ich hoff' auf dich, Du läsest mich Bald deine Hilfe schauen. Dir, dir will ich vertrauen. Schlegel. Mel. O Gott, du frommer Gott. 2 8 hilft uns unser Gott, 541. E Er höret unser Fle⸗ hen, Wir dürfen stets getrost Zu seinem Throne gehen. Wenn wir Trostgesänge. 293 in Demut ihm Nur klagen unsre Not, So werden wir erhört, So hilft uns unser Gott. 2. Es hilft uns unser Gott, Der alles weiß und siehet, Dem auch das Innerste Des Herzens nicht entfliehet. Ja, alles, was uns fehlt, Und unser sehnlich Flehn, Das hat der Höchste schon Von Ewigkeit gesehn. 3. Es hilft uns unser Gott, Der alles wohl vollführet Und auf das weiseste 9 aller Zeit regieret. Sein herrlicher Verstand Sieht es am besten ein, Was uns wahrhaf⸗ tig kann Gut oder schädlich sein. 4. Es hilft uns unser Gott, Der alle öalich besitzet, Dem nichts unmöglich ist. Wohl uns, daß er uns schützet! Ist unser Leiden gleich Sehr groß und mancherlei, Getrost und unverzagt! Die All⸗ macht steht uns bei. 5. Es hilft uns unser Gott, Den unser Jammer kränket, Der sein erbarmend Herz Auf unsre Bitte lenket, Der, aller Güte voll, Die Liebe selber ist Und von dem alles Heil Auf uns durch Christum fließt. Unbekannter. Bei betrübenden Führungen Gottes. Mel. In dich hab' ich gehoffet, Herr. B ott führt die Seinen 542. G wunderlich. Vist du sein Kind, so schicke dich, Getrost ihm nachzugehen. Kein Weiser kann Die heilge Bahn Und ihren Zweck verstehen. 2. Die Wege, die des Höchsten Rat Den Seinen ausgezeichnet hat, Sind nicht der Menschen Wege. Doch fasse Mut. Sein Weg ist gut. Sei, ihn zu gehn, nicht träge. 3. Wenn dein getreuer Gott dich führt, Wenn er dein Herz und Thun regiert. So kann dein Herz sich stillen. Du hast genung Be⸗ ruhigung In Gottes gutem Willen. Von keinem blinden Unge⸗ fähr, Vom besten Vater kommt es her, Das Kreuz, das dir begegnet. 294 Des Leidens Tag, Der Liebe Schlag Sind auch vom Herrn gesegnet. 5. Gott hat schon in der alten Zeit Mit solcher weisen Gütigkeit Die Heligen geleitet. Der, den Gott rief Und ihn ergriff, Ward stets von Not begleitet. 6. Die Frommen wallen aller⸗ seits Als Pilger, jeder trägt sein Kreuz, Sie gehen hin und weinen. Doch jeder spricht Mit Zuversicht: Gott kann's nicht böse meinen. 7. Ja, Gott ist fromm und gut und treu. Glaubst du, daß Gott die Liebe sei, So hemme deine Klagen. Das Leiden drückt, Doch was Gott schickt, Hilft er als Gott auch tragen. 8. Er wog, eh' noch die Welt entstund, Nach jedes Christen Kraft das Pfund Der Leiden und der Schmerzen. Er wog auch schon Den Gnadenlohn Auf seinem Vater⸗ herzen. 9. Erzürne dich, Kind Gottes, nicht, Wenn der, der Gottes Joch zerbricht Und 5 der Sünde dienet, Als wie ein Baum Im weiten Raum Sich breitet, wächst und grünet. 16. Des Spötters und des Heuch⸗ lers Glück Währt oft nur einen Augenblick. Bald werden sie zu⸗ nichte. Wen Sünd'ergötzt, Den trifft zuletzt Der Allmacht Strafgerichte. 11. Thu' emsig deine Christen⸗ pflicht, Sei fromm vor Gottes An⸗ gesicht, Fahr fort, die Welt zu has⸗ sen. Bet' ost, halt' an, Wer beten kann, Den kann Gott nicht ver⸗ lassen. Liebich. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. 543 WSen ist Gottes — Schicken, Unbegreif⸗ lich ist sein Rat, Doch ist herrlich sein Erquicken, Dies beweist zu⸗ letzt die That. Wohl dem, der dies recht bedenkt, Ihm sein ganz Ver⸗ trauen schenkt! Der wird Schicksal, Leib und Leben, Gottes Führung gern ergeben. 2. So verfährt Gott mit den Seinen: Die, die er als Vater liebt, Werden oft mit bitterm Trostgesänge. Weinen Und mit schwerem Kreuz betrübt. Er, der weis' und güt ge Gott, Stößt sie oft in tiefe Not, Um sie, auf ihr kindlich Flehen, Herrlich wieder zu erhöhen. 3. Dies erwäge, meine Seele, Wenn dich Schmerz und Kummer drückt. Denke nicht, daß Gott dich quäle Und im Zorne auf dich blickt. Er geht mit dir wunderlich, Doch stets weis' und väterlich. Laß da⸗ her dein Herz nicht wanken, Du wirst ihm gewiß noch danken. Wie viel Unglück und Ge⸗ fahren Hat nicht seine Vaterhand Schon seit deiner Jugend Jahren Liebreich von dir abgewandt! Of⸗ ters, wenn du selbst gedacht, Daß du in der Leidensnacht Würdst erliegen und ersterben, Ließ dich Gott doch nicht verderbeu. 5. Er, der große Herr der Er⸗ den, Ist stets unveränderlich. Wolltest du jetzt mutlos werden, Zweifeln, ob er schütze dich? Nein, sein treues Vaterherz Bricht ihm noch bei deinem Schmerz, Das bei allem, was dich kränket, Liebevoll an dich gedenket. 6. Und ihm fehlt's auch nicht am Können. Ach, er schuf die Welt aus nichts. Wer muß ihn nicht mächti nennen? Wenn er spricht, nie geschicht's. Nimmt die Not glei Überhand, So sind Mittel ihm be⸗ kannt, Wie er dich von allem Bö⸗ sen Unbegreiflich kann erlösen. Dazu hat er nie gebrochen, Was er dir in seinem Wort So gewiß und fest versprochen. Er er⸗ füllt's, der Herr, dein Hort. Erd' und Himmel wird vergehn, Gottes Wort bleibt ewig stehn. Drum kannst du ihm fest vertrauen Und auf seine Zusag' bauen. 8. Endlich, banges Herz, erwäge, Gott ist auch ein weiser Gott. Er nur kennt die besten Wege, Er lenkt klüglich Freud' und Not. Wunderbar wählt er die Zeit, Wo er nach dem Leid erfreut. Herrlich weiß stets sein Regieren Seinen Plan hinauszuführen. Kreuz güt ge fe Not, Flehen, Seele, ummer ebevoll icht am elt aus nächti glei hm be; m Bö⸗ sen. rochen, t So Er er; Erd' Gottes Drum Und 9. Hält's nun Gott vor dir ver⸗ borgen, Wann, wie, wo er helfen will, O entschlage dich der Sorgen, Sei nur in dem Herren still. Er will sehen, ob auch fest Sich dein Herz auf ihn verläßt, Will Gebet und Tugend mehren Und dich dankbar werden lehren. 10. Mächtigster, dich laß ich wal; ten. Du, mein Trost und Freud' und Lust, Kannst und wirst mich stets erhalten. Meine Not ist dir bewußt. Stärke meine Zuversicht, Und dann wird dein Angesicht Huldreich, Vater, auf mich blicken Und mich wunderbar beglücken. Weißenborn und Küster. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 544 as soll ich trostlos * sorgen? Gott scheint mir zwar verborgen, Doch seine Hilf' ist nah, Schafft, daß ich Wege gehe, Ob ich's gleich nicht verstehe, Die er zu meinem Heil ersah. 2. Längst wog er die Gefahren, Eh' Erd' und Himmel waren, Nach meinen Kräften ab. Er linderte durch Freuden Die Tage meiner Lei⸗ den, Eh' er sie mir zu tragen gab. 3. Mir konnt' ein Glück der Er · den Zum Strick und Falle werden. Die Weisheit nahm es mir. Mich konnt' auf Seligkeiten Ein Kum⸗ mer vorbereiten, Und Gottes Gnade schenkt' ihn mir. 4. Vielleicht, wenn Pracht und Ehre Mein Teil auf Erden wäre, Würd' ich mich sündlich freun, Und Unterdrückte würden In aufgeleg⸗ ten Bürden Umsonst zu mir nach Hilfe schrein. 5. Mich könnten Schätze reizen Mehr Schätze zu ergeizen Und stolz mich aufzublähn. Dann würd' ich Arme hassen Und menschen⸗ feindlich lassen Vor meiner Thüre hungrig stehn. 6. Bald könnt' in guten Tagen Mein Herz verwegen fragen: Ist über mir ein Gott? Dann würd' in Schwelgereien Das Laster mich entweihen, Und Tugend wäre mir ein Spott. Trostgesänge. 295 7. Gott nahm mir Ruhm und Schätze. Er zog mich aus dem Netze, Das oft den Klugen fällt. Daß ich, treu in der Liebe, Sein Auserwählter bliebe, Entfernt' er die Gefahr der Welt. 8. Oft will in bösen Tagen Mein Herz zwar furchtsam klagen: Wo ist der Herr, mein Licht? Wa⸗ rum verzeucht mein Retter? Es lachen mein die Spötter. Ich ruf', und er, er hört es nicht. 9. Doch ist um Trost mir bange, Nimmt Gott, an dem ich hange, Sich meiner herzlich an Und führt, den Gram zu stillen, Um seines Namens willen, Den Irrenden auf ebner Bahn. 10. Preis sei dem Herrn ge⸗ sungen! Auch in den Züchtigungen Liebt er mich väterlich. Mein Glück ist Gottes Wille. Sein harr' ich und bin stille Und rühme meiner Trübsal mich. Rrah. Trost unter den Mühseligkeiten des Lebens, aus der Betrachtung der Ewigkeit. Mel. Was Gott thut, das ist wohl. EHE Die Bahn ist rauh, auf 545. Dider ich hier Nach meiner Heimat eile. Wieviel Ge⸗ fahr seh ich vor mir! Wie droht sie meinem Heile! Gott, wärst du nicht Mein Trost, mein Licht, Mein Heil in finstern Tagen, So müßt' ich längst verzagen. 2. Vor dir darf sich mein trau⸗ rig Herz, Erbarmer, nicht verheh⸗ len, Darf seinen Kummer, seinen Schmerz Vertraulich dir erzählen. Dann schaffest du Mir Trost und Ruh' Aus deiner Gottesfülle, Und meine Seel' ist stille. 3. Du lehrest mich den hohen Wert Der Trübsal, die ich leide, Daß sie mich dir vertrauen lehrt, Mich führt zur wahren Freude. Ich würde dein Mich minder freun, Nur dieser Welt begehren, Wenn keine Leiden wären. 4. Dein Wort giebt mir die Zu⸗ versicht, Du sorgst für meine Tage, 296 Trostgesänge. Dein Auge schläft und schlummert nicht, Du hörest meine Klage, Du sättigst einst, Wenn du erscheinst, In deinem Heiligtume Mit Wol⸗ lust mich und Ruhme. 5. O dann wird alle Traurigkeit Aus meiner Brust verschwinden. Vergessen werd' ich ganz mein Leid Und nur dein Heil empfinden. Mein Lobgesang, Voll Preis und Dank, Wird durch die Himmel schallen Und ewig dir gefallen. 6. Mich, den Vollendeten, darf dann Nicht mehr die Sünd' ent⸗ weihen. Mit Unschuld steh' ich an⸗ gethan In deiner Kinder Reihen, Und väterlich Erfreust du dich, Daß ich, der Mensch von Erde. Gleich deinen Engeln werde. 7. Geduldig will ich hier den Schmerz Der Sterblichkeitertragen. Beruhigen soll sich mein Herz, Nicht mehr voll Unmut klagen. Du bist bereit, Zu deiner Zeit O Gott, von allem Bösen Mich herr⸗ lich zu erlösen. Münter. Mel. Wer nur den lieben Gott. 846 as ist mein Leben 546. auf der Erde? Ein Wechsel ist's von Lust und Leid. Hier stört oft Unruh' und Beschwerde Die sanfteste Zufriedenheit. Hier wohn' ich noch in einer Welt, Die kein vollkommnes Glück enthält. 2. Wes soll ich mich, o Hald. denn trösten? Nur deiner Huld. Du bist mein Heil Und bleibst, wenn auch die Not am größten, Doch meines Herzens Trost und Teil Und stehst, nach deiner Vatertreu', Mir stets mit Rat und Hilfe bei. 3. Du stärkst mir unter aller Plage, O Gott, auf mein Gebet den Mut, Daß ich gelassen sie ertrage, Und machst zuletzt doch alles gut. Auf Kummer folgt zu⸗ friedner Dank, Auf Klagen froher Lobgesang. 4. Zu ungestörten Sicherheiten Schickt sich gewiß kein Prüfungs⸗ stand. Wie würde, drückt' uns nicht zu Zeiten Ein Leiden, unsre Treu erkannt? Vollkommne Ruh' und Sicherheit Ist nur ein Glück der Ewigkeit. 5. Was bist du denn, o meine Seele, In deiner Not so kummer⸗ voll? Vertraue Gott, nur ihn er⸗ wähle Zu deinem Trost, er schützt dein Wohl. Einst dankst du ihm nach der Gefahr, Daß er dein Gott und Retter war. 6. Er wird es sein. Ruf' in Gefahren Ihn als den einzgen Helfer an. Er weiß dich mächtig zu bewahren, Und da, wo nie⸗ mand helfen kann, Fehlt ihm die Kraft zu helfen nicht. Dies stärke deine Zuversicht. 7. Befiehl ihm alle deine Wege, Hoff' und vertrau' ihm allezeit. Auch auf dem allerrauhsten Stege Sieh' fröhlich hin zur Ewigkeit. Da sammelst du von aller Pein Den Segen mit Vergnügen ein. 8. So laß mich, Gott, stets da⸗ hin schauen Und dann mit starkem Mut auf dich Auch in der größten Nat vertrauen. Du bist bei mir, das stärke mich. Wer dessen stets versichert ist, Der lebt und stirbt getrost als Christ. Borchward. Mel. Wenn mein Stündlein vorhanden. zin Fremdling bin ich 547. Eir Ser Welt, Und kurz sind meine Tage. So manche Not, die mich befällt, Reizt mich hier noch zur Klage. Doch, Vater, deine Ewigkeit Versüßt mir meine Reisezeit Und stärkt mich selbst im Leiden. 2. Jetzt, da die Sünde mich noch drückt, Seufzt meine bange Seele. Wie bald ist nicht mein Herz be⸗ rückt! Wer merkt, wie oft er fehle? Doch einst werd' ich vollkommen rein, Ganz heilig und ganz selig sein. Dies tröstet meine Seele. 3. In stiller Nacht wein' ich oft, Herr, Hinauf zu deiner Höhe. Mein schwaches Herz seufzt freudenleer, Wenn ich den Morgen sehe. Ein Blick gen Himmel troͤstet mich, Und (⁰IIXIee CCXCXZZ¶.... Ieeere unsre Ruh' Glück meine nmer⸗; hn er⸗ schützt ihm dein uf' in nzgen üchtig nie⸗ m die stärke Wege, lezeit. Stege gleit. Pein ein. 8 da⸗· rkem ößten mir,. meine Thränen stillen sich Einst ganz in jenem Leben. 4. Wenn mich der Zukunft Schick; sal schreckt, Die Not der fernen Tage, Wenn sie in mir die Sorg' erweckt, Ob ich sie auch ertrage, So mildert mir die Ewigkeit Das kurze Elend dieser Zeit, Daß nicht mein Herz verzage. 5. Wenn einst, der jetzt von ferne dräut, Der Tod, mir näher winket, Wenn, nach der Arbeit dieser Zeit, Mein Haupt zum Schlummer sinket, So sterb' ich froh, die Ewig⸗ keit Zeigt mir des Himmels Herr⸗ lichkeit, Die alles übersteiget. 6. Herr, diesen Trost, der mich erfreut, Vermehr' in meinem Her⸗ en. Mich stärke deine Ewigkeit Vei meiner Wallfahrt Schmerzen. Sie sei in meinem Tod mein Heil, Sei einst mein längst gewünschtes Teil, Wenn ich die Welt verlasse. Sturm. Bei Unglücksfällen im Zeitlichen. Mel. Warum betrübst du dich, mein. 548 Was zweifelst du, be⸗ trübtes Herz, Und häufest deiner Sorgen Schmerz Um ein vergänglich Gut? Trau' deinem Gott, der dich, die Welt Und alles schuf und auch erhält. 2. Kennt dich sein Vaterauge nicht? Er weiß und sieht, was dir gebricht, Der Erd' und Him⸗ mel Herr. Ihm, meinem Vater, meinem Gott, Trau' ich auch in der bängsten Not. 3. Wie ihres Sohns die Mutter sich Erbarmt, so bricht ihm gegen mich Sein väterliches Herz. Mich, Staub und hilflos, tröstet nur, Nur er und keine Kreatur. 4. Der Reiche trotzet auf sein Geld, Und ich, verachtet von der Welt Und arm, vertraue Gott. Ich laube, was sein Wort verspricht: er Herr verläßt die Seinen nicht. 5. Auch dann noch, wenn sein Zorn erwacht Und er den Himmel eisern macht, Erbarmt er endlich sich Und gießt aufs lechzend trockne Trostgesänge. 297 Land Den Regen aus mit milder Hand. 6. Herr, aller Augen warten dein. Du hörst der jungen Raben Schrei'en Und hörst des Armen Flehn. Du sättigest voll Gütigkeit Auch dein Geschöpf in teurer Zeit. 7. Nah' an des Grabes Pforten reicht, Wenn alle Hilfe von mir weicht, Mein Helfer mir die Hand. So ward, er dankte Gott im Staub, Nicht Daniel des Löwen Raub. 8. So ward, obgleich erst unter⸗ drückt, Auch Joseph herrlicher be⸗ glückt, Und hoch erhob ihn Gott, Der Gott, der Flamm' und Welle wehrt, Daß Well' und Flamm' uns nicht verzehrt. 9. Du, Herrscher, warst Israels Teil, Hilfst deinem Volke, krönst mit Heil Die, welche dir vertraun. Mach', ist gleich Niedrigkeit mein Los, Mich nur in deinen Augen groß. 10. Dann acht' ich, ganz dein Eigentum, Kein irdisch Lob, auch nicht den Ruhm Von einer gan⸗ zen Welt. Ein Christ, des Him⸗ mels Erbe sein, Dies ist mein Ruhm, mein Glück allein. 11. Vergänglich ist das Glück der Welt. Und macht denn Ansehn, Stärk und Geld Uns von dem Grabe frei? Oft ist das größte Glück der Zeit Ein Hindernis der Seligkeit. 12. So spricht dein Wort, und mein Gesang, Erbarmer, singt dir heißen Dank, Obgleich im Staube noch. Kraft aus der Höhe, steh' mir bei, Daß ich hier treu, dort selig sei. 13. Lob, Ehr' und Preis sei dir gebracht, Der väterlich an uns ge⸗ dacht, Eh' Erd' und Himmel war. Drum bet' ich: Ach, verwirf mich nicht, O Gott, von deinem Ange⸗ sicht! Löwe nach einem Unbek. Wider ängstliche Sorgen um das Irdische. Mel. Alle Welt, was lebt und webet. uälet mich nicht, ban⸗ 549. O ge Sorgen. Mein 298 Trostgesänge. Versorger lebt und wacht. Ihm ist alles unverborgen, Was die Christen traurig macht. Was mein Gott beschließt und thut, Ehret ihn und ist mir gut. 2. Ehe noch die Berge waren, War mein Schicksal ihm bekannt, Und den Lauf von meinen Jahren Lenket seine weise Hand. Nichts geschieht von ungefähr, Alles kommt von oben her. 3. Gott, ganz Vater, Gott, ganz Gnade! Bin ich's Sünder —— nicht wert, Wird mir auf es Lebens Pfade Dennoch mancher Wunsch gewährt. Eh' ich oft noch klopfen kann, Wird mir auf⸗ und Guts gethan. 4. Dankbar zähl' ich meine Tage Bis auf die Geburt zurück, Zähle Kummer, Sorg' und Plage, Zähle Freude, Ruh' und Glück, Finde, daß Gott immerdar Weise, hilf⸗ reich, gütig war. 5. Widme Gott dein Thun und Leben. Trau' auf ihn und sorge nicht. Sorgen, helsen, schützen, eben Ist des Vaters Lust und flicht. Nahe dich zum Herrn und sprich: Gott, du kennst und liebest mich. 6. Werde niemals wankelmütig. Bist du schwach, Gott ist getreu, Bist du zaghaft, Gott ist gütig. Such' ihn nur, er eilt herbei. Bist du sorgsam, Gott weiß Rat, Gott, der alles ist und hat. 7. Vater, ewig reich an Güte, Mächtiger Regent der Welt! Dies ist stündlich meine Bitte: Thu' mit mir, was dir gefällt, Gott bleibt meine Zuversicht. Weicht, ihr Sor⸗ gen, quält mich nicht. Liebich. Mel. Wer nur den lieben Gott. 550 er nur den lieben Gott läßt walten Und hoffet auf ihn allezeit, Den wird er wunderbar erhalten In aller Not und Traurigkeit. Wer Gott, dem Allerhöchsten traut, Der hat auf keinen Sand gebaut. 2. Was helfen uns die schweren Sorgen? Was hilft uns unser Gram und Ach? Was hilft es, daß wir alle Morgen Beseufzen unser Ungemach? Wir machen unser Kreuz und Leid Nur größer durch die Traurigkeit. 3. Sei, Christ, in frommer Ehr⸗ furcht stille Und warte, bei dir selbst vergnügt, Wie Gottes Gnad' und heilger Wille Und sein' All⸗ wissenheit es fügt. Gott, der uns ihm hat auserwählt, Der weiß am besten, was uns fehlt. 4. Er kennt die wahren Freu⸗ denstunden, Er weiß, wann Freud' uns nützlich sei, Und wenn er uns bewährt erfunden, Aufrichtig, ohne Heuchelei, So kommt Gott, eh' wir's uns versehn, Und lässet uns viel Guts geschehn. 5. Denk' nicht in deiner Drang⸗ salshitze, Daß dich dein treuer Gott vergißt Und daß ihm der im Schoße sitze, Der reich und groß und mächtig ist. Die Zukunft ändert oft sehr viel Und setzet jeglichem sein Ziel. 6. Was sind vor Gott der Men⸗ schen Sachen? Sein starker Arm vermag sogleich Den Reichen klein und arm zu machen, Den Armen aber groß und reich. Wie leicht, wie leicht ist's ihm gethan, Der bald erhöhn, bald stürzen kann! 7. Sing', bet' und geh' auf Got⸗ tes Wegen. Verrichte deine Pflicht getreu. Trau' ihm und seinem reichen Segen, So wird er bei dir werden neu. Denn wer nur seine Zuversicht Auf Gott setzt, den ver⸗ läßt er nicht. Neumark. Mel. Wie groß ist des Allmächtgen. 87 u klagst und fühlest 551. D die Beschwerden Des Stands, in dem du dürftig lebst. Du strebest, glücklicher zu werden, Und siehst, daß du vergebens strebst. Ja, klage. Gott erlaubt die Zähren, Doch denk' im Klagen auch zurück: Ist denn das Glück, das wir begehren, Für uns auch stets ein wahres Glück? E 22.. DRDSSCISEee9ee 18 unser hilft es, zeseufzen machen r größer ner Ehr; bei dir 5 Gnad' ein' All⸗ der uns weiß am n Freu⸗ Freud' henn er d lässet Drang⸗ er Gott der im id groß Zukunft d setzet r Men⸗ r Arm erden, jebens laubt lagen Blück, auch ——— 2. Nie schenkt der Stand, nie schenken Güter Dem Menschen die Zufriedenheit. Die wahre Ruhe der Gemüter Ist Tugend und Ge⸗ nügsamkeit. Genieße, was dir Gott beschieden, Entbehre gern, was du nicht hast. Ein jeder Stand hat seinen Frieden, Ein jeder Stand auch seine Last. 3. Gott ist der Herr, und seinen Segen Verteilt er stets mit weiser Hand, Nicht so, wie wir's zu wünschen pflegen, Doch so, wie er's uns heilsam fand. Willst du zu denken dich erkühnen, Daß seine Liebe dich vergißt? Er giebt uns mehr, als wir verdienen, Und niemals, was uns schädlich ist. 4. Verzehre nicht desdebensKräfte In träger Unzufriedenheit. Besorge deines Stands Geschäfte Und nütze deine Lebenszeit. Bei Pflicht und Fleiß sich Gott ergeben, Ein ewig Glück in Hoffnung sehn, Dies ist der Weg zu Ruh' und Leben. Herr, lehre diesen Weg mich gehn. Gellert. In Dürftigkeit und Armut. Mel. Wo soll ich fliehen hin. +* ein, murren will ich 552. nicht, Herr, meine Zuversicht, Daß ich nur wenig habe. Des Glückes beste Gabe Für dieses kurze Leben Hast du mir, Herr, gegeben. 2. Mir ward das beste Teil. Du bist mein Trost und Heil. In Armut, die ich leide, Ist Jesus meine Freude. Ward mir nicht viel beschieden, Ist doch mein Herz zufrieden. 3. Mein Heiland, Freund und Herr, Wie arm, wie arm war er! Wie viel hat er gelitten, Eh' er anz ausgestritten! Und er hat alle Plagen Mit Heldenmut getragen. 4. Ich trag ihm seine Schmach Als Jünger willig nach, Und für den andern Morgen Will ich nicht heidnisch sorgen. Du wirst ber allen Zeiten Mir meinen Tisch bereiten. 5. Der Armut Joch ist schwer. Kann's sein, so hilf mir, Herr, Trostgesänge. 299 Von ihren harten Plagen. Doch soll ich sie noch tragen, Laß dieser Last Beschwerden Mir nicht zum Fallstrick werden. 6. Nicht ewig währt mein Leid, Es kommt die Rettungszeit. Muß ich hier darbend weinen, Dort jauchz' ich mit den Deinen. Muß ich hier Mangel leiden, Dort sät⸗ tigen mich Freuden. Feddersen. Eines aus gutem Wohlstande ohne seine Schuld in Armut ge⸗ ratenen Christen. Mel. Mein Herz und Seel' den Herren. AR u hast es mir gegeben 553. 55 und genommen. Ich danke dir, Regierer deiner From⸗ men. Zwar schmerzlich ist mein Geist betrübt in mir, Doch, weiser Vater, dank' auch jetzt ich dir. 2. Vorbei sind nun die schön⸗ sten meiner Tage, Nun ist mein Los Mühseligkeit und Plage. In Kummer und in Not und Dürstig⸗ keit Vollend' ich traurig meine Lebenszeit. 3. Du willst es, Gott, unsträf⸗ lich ist dein Wille. Du bist der Herr, und meine Seel' ist stille. Gewiß führst du auch jetzt mich väterlich. Das weiß ich, Gott, und dessen tröst' ich mich. 4. Wenn's nützlich mir, und wenn es deiner Ehre, Allwissender, gemäß gewesen wäre, So hättest du mit milder Vaterhand Mir lieber mehr noch liebreich zuge⸗ wandt. 5. Was hülf's, hätt' ich die ganze Welt gewonnen Und wäre nicht aus der Gefahr entronnen, In die der irdschen Güter Uberfluß Hier Geist und Leib notwendig stürzen muß? 6. Du sahst vielleicht, ich würd' in guten Tagen Nicht mehr nach dir und deinen Rechten fragen, Mich stolz erheben und dann, Gott, nicht dein, Nur deiner irdschen Gaben mich erfreun, 7. Es würd' in mir die Men ⸗ schenlieb' ersterben, In Müßiggang 300 Trostgesänge. mein Leben sich verderben, Ich würd' vielleicht, aus Lust zur Eitel⸗ keit, Nicht sorgen für die wichtge Ewigkeit. 8. Gott, wenn ich dies aufrich⸗ tig überlege, So preis' ich dich und ehre deine Wege. So viel, so viel Gefahren drohten mir. Nun sind sie nicht mehr. Des, des dank ich dir. 9. Viel Segen ist mir doch noch übrig blieben, Ein guter Ruf und Freunde, die mich lieben, Gesund⸗ heit und, noch mehr, Gewissens⸗ ruh'. Wie gnädig, Gott, wie gnä⸗ dig bist doch du! 10. Sollt' ich dir nicht von ganzem Herzen danken? Darf mein Vertraun auf deine Güte wanken? Erbarmer, Helfer, liebest du mich doch Mit aller deiner Vaterliebe noch. 11. Ich bin's gewiß, du wirst mir ferner geben, Was nötig ist, in deiner Welt zu leben. Vor dir, der so viel Tausende ernährt, Hat auch mein einzeln Leben einen Wert. 12. Ja, fördre du die Werke meiner Hände, Zur Arbeit gieb mir Kräfte bis ans Ende Und schütze meine jetzge Dürftigkeit Vor aller Schmach und Niederträchtigkeit. 13. So werd' auch ich an dieses Lebens Gaben Mein nötig Teil und selbst noch übrig haben, Bis dort am Ende meiner Lebensbahn Ich ihrer ganz und froh entbehren kann. Münter. Bei Haß und Verfolgung böser Menschen. Mel. Es ist das Heil uns kommen. 554 Din Herr ist meines Le⸗ * bens Kraft. Soll mir vor Unglück grauen? Er ist's, der Rat und Hilfe schafft, Ihm soll mein Herz vertrauen. Er schützt mich vor der Feinde Heer. Ihr stol⸗ zer Trotz schreckt mich nicht mehr, Hab' ich ihn nur zum Freunde. 2. Empöre dich, ohnmächtge Welt. Mein Geist wird nicht er⸗; schrecken. Gott wird in seinem heilgen Zelt Zur bösen Zeit mich decken. Sein Rat für mich ist Wohl⸗ ergehn, Er wird mich segnen, mich erhöhn, Zum Heile der Erlösten. 3. Ja, Vater, neige mir dein Ohr, Wenn Höll' und Welt mir flu⸗ chen. Mein Herz hält dein Gebot dir vor: Ihr sollt mein Autlitz suchen! Ich eile, Herr, getrost zu dir. Verbirg' dein Antlitz nicht vor mir Und laß dich gnädig finden. 4. Verlaß mich nicht, o Gott, mein Heil, Wenn Menschen mich verlassen. Nimm du mich auf und sei mein Teil Und bessre, die mich hassen. Herr, nimm du mich zu Gnaden an Und lehre mich auf richtger Bahn In deiner Furcht zu wandeln. 5. Den Feinden übergieb mich nicht, Die mich voll Frevel schmä⸗ hen. So werd' ich einst dein An⸗ gesicht Im Land des Lebens sehen. Sei froh, harr' unverzagt des Herrn, Mein Herz, denn er, der Herr, hilft gern. Er ist der Arm des Schwachen. Röhler. Trost bei bem Glück der Gottlosen und dem Unglück der Frommen. Mel. Jesus, meine Zuversicht. BB5 ein Gefühl ist Trau⸗ 50. M rigteit, Klagend tönen meine Lieder. Gieb mir meine Freudigkeit, Mein zufriednes Herz mir wieder. Vater, täglich harr' ich dein. Eile bald mich zu erfreun. 2. Ehret dich mein stiller Gram? Bricht dein Herz nicht, wenn ich leide? Wenn ich sonst, Herr, vor dich kam, Ach, da war ich lauter Freude. Aber nun zerfließt mein Herz In Bekümmernis und Schmerz. 3. Es verdrießt mich, Gott, auf die, Die dich hassen, die dich schmähen. Es verdrießt mich, daß ich sie Mächtig und erhöht muß sehen, Daß die Frevler mich zum Spott Fragen: Wo ist nun dein Gott? 4. Seufzer folgen ihnen nach, Denn ihr Fußtritt ist Verderben. eit mich st Wohl⸗ en, mich srlösten. ir dein mir flu⸗ Gebot Autlitz trost zu icht vor finden. Gott, n mich uf und ie mich nich zu ich auf Furcht b mich schmä⸗ in An⸗ sehen. jt des r, der Arm ler. tlosen imen. ht. Trau⸗ agend mein und Bott, dich daß muß zum dein lach, ben. Lachend sehen sie vor Schmach Und vor Kummer Fromme sterben. Und im Himmel wohnest du, Rächer, und siehst ihnen zu! 5. Auch dein Wort soll nicht mehr wahr, Noch die Tugend Tugend bleiben. Dich, der ist und ewig war, Drohen sie vom Thron zu treiben. Und im Himmel wohnest du, Rächer, und siehst ihnen zu! 6. Seele, was betrübst du dich? Was verzehrst du dich im Leide? Laß die Welt. Gott liebet mich. Gott allein sei meine Freude. Gott erschafft, sobald er spricht, Aus den Finsternissen Licht. Münter. Bei Leiden des Leibes und siechem Leben. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 556 Och hab' in guten Stun⸗ Aden Des Lebens Glück empfunden Und Freuden ohne Zahl. So will ich denn gelassen Mich auch in Leiden fassen. Geduld versüßet mir die Qual. Ja, Herr, ich bin ein Sün⸗ der, Und stets strafst du gelinder, Als es der Mensch verdient. Will ich, beschwert mit Schulden, Kein zeitlich Weh erdulden, Das doch zu meinem Besten dient? 3. Dir will ich mich ergeben, Dich meine Ruh', mein Leben, Dich lieben, meinen Herrn. Dir Gott, will ich vertrauen Und nicht auf Menschen bauen. Du hilfst und du errettest gern. 4. Laß du mich Gnade finden, Mich alle meine Sünden Erkennen und bereun. Jetzt hat mein Geist noch Kräfte. Sein Heil laß mein Geschäfte Und deine Huld mein Leben sein. 5. Wenn ich in Christo sterbe, Bin ich des Himmels Erbe. Was schreckt mich Grab und Tod? Auch auf des Todes Pfade Vertrau' ich deiner Gnade. Du Herr, bist bei mir in der Not. 6. Ich will dem Kummer weh⸗ ren, Gott durch Geduld verehren, Im Glauben zu ihm flehn. Ich Trostgesänge. 301 will den Tod bedenken. Du, Herr, wirst alles lenken, Und was mir gut ist, wird geschehn. Gellert. In Krankheiten. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 8 Deit, die ich seufzend 557. 3 zähle, Voll Qual und Ungemach! Betrübt ist meine Seele Und Kraft und Odem schwach. Fast jeder Morgen mehret Besorgnis mir und Schmerz. Doch Gott will sein geehret. Ehr' ihn auch hier, mein Herz. 2. Was zieht dich Not und Plage Von Freud' und Danken ab? Gedenk' der ersten Tage, Die dir dein Vater gab, O Tage, reich an Freuden, An tausend Segen reich! Was bleiben alle Leiden, Vergleich' ich sie mit euch? 3. Daß ihr mich einst beglücket. Wem dank' ich's? Gottes Huld. Daß Krankheit mich jetzt drücket, Wem dank ich's? Meiner Schuld. Nun muß mir Schmerz beweisen, Was Leichtsinn oft vergißt, Daß, Mensch, dein Fleisch nicht Eisen, Dein Bau nicht ehern ist. 4. Mein Gott, in tiefer Reue, Mir meiner Schuld bewußt, Komm' ich, der Ungetreue, Und schlag' an meine Brust. Laß mich nur Gnade finden, Und demutsvoll und gern Trag' ich um meine Sünden Den Zorn des guten Herrn. 5. Denn Gott lenkt stillen Her⸗ zen Selbst Plagen zum Gewinn, Zeigt mir in schweren Schmerzen, Wie nichts, gar nichts ich bin. Den Trost, der Thoren weidet, Die Welt zeigt er mir an, Die, wenn ein Glied nur leidet, Oft nicht mehr trösten kann. 6. Er reißt mich los von Sün⸗ den, Heilt leeren Ubermnt. Läßt schmachtend mich empfinden, Ich hatt' es einst sehr gut. Er zeigt mir nah' im Rücken Tod, Ewig⸗ keit, Gericht Und giebt jetzt Augen⸗ blicken Von Tagen das Gewicht. 7. O Gott, dein Weg ist Güte Und ewig wird er's sein. Gerührt ——————————— 302 Trostgesänge. soll mein Gemüte Ihm dieses Zeugnis weihn. In meinen tief⸗ sten Nöten Geh' ich davon nicht ab, Und wolltest du mich töten, Nehm' ich es mit ins Grab. 8. Gieb mir nur Kraft, bestän⸗ dig Auf deine Hand zu sehn, Und lehre mich lebendig Des Heisuih Heil verstehn, Damit ich's christlich trage In siegender Ge⸗ duld Und nimmermehr verzage An dir und deiner Huld. 9. Und so gescheh' dein Wille! Getreuer Gott, in dir Ist meine Seele stille, Denn täglich hilfst du mir. Vor nichts brauch' ich zu beben, Gehorch' ich dir nur Dint Im Sterben wie im Leben in ich, gottlob! des Herrn. Tode. Mel. Herr Jesu Christ, du hͤchstes. 558 Dein Wille, bester 2 Schöpfer, ist, Daß ich jetzt Krankheit trage, Doch weiß ich, daß du Vater bist, Von dir kommt Glück und Plage. Dir ist mein ganzer Schmerz bekannt. Mein Leben steht in deiner Hand, Du giebst mir meine Tage. 2. Wenn in mir einen Augen⸗ blick, Gesundes Blut geflossen, So schenktest du mir, Gott, dies Glück, Das ich so oft genossen. Oft war ich frei von jedem Schmerz, War utes Muts, drum, o mein Herz, Leid jetzt auch unverdrossen. 3. Nein, bester Vater, gieb nicht zu, Daß Ungeduld mich kränke. Gieb deinen Geist mir, der zur Ruh' In dir mein Herze lenke, Den Geist, der stark in Schwachen ist, Daß ich an dich, o Jesu Christ, Mit Freuden stets gedenke. 4. Vergessen laß mich's, Vater, nie, Du seist und bleibst die Liebe. Gieb nicht 918 daß mein. Trag je Ungläubig sich betrübe. Trag' ich nicht meiner Sünden Schuld? Ist grenzenlos nicht deine Huld? Nicht ewig deine Liebe? 5. Das Eilen meiner Lebenszeit, Ach Gott, laß mich erwägen. Der Todesnacht, der Ewigkeit Flieg' ich mit Macht entgegen. Erst dann wenn dies mein Geist ermißt, Zu Gott kehrt, alles gern vergißt, Wird mir mein Schmerz zum Segen. 6. Ja, Gott, ich wende mich zu dir, Dir will ich mich ergeben. Schenk wahren Ernst und Weisheit mir, Mit Freude dir zu leben. Bewahre nür vor Heuchelei, O Gott, mein Herz. Zum Himmel sei Gerichtet mein Bestreben. 7. Ach, jeden, jeden Augenblick Möcht' ich, mein Gott, dir weihen. Zieh' von der Erde mich zurück, Laß nichts den Geist zerstreuen. Kein Glück der Welt, kein Traum der Zeit, Nur Gott und nur die Ewigkeit Soll meine Seel'erfreuen. 8. Ach, zum Gebete schenke mir Noch Munterkeit und Stärke. Mein Herz wird sonst entfernt von dir Und träg' zum guten Werke. Will gleich mein Geist, der Leib ist schwach. Hilf deinem Kinde, Vater, mach', Daß ich in mir dich merke. 9. Laß nicht zu, daß der Krank⸗ heit Pein Zu groß mir Schwachen werde. Erquicke gnädig mein Ge⸗ bein Und mildre die Beschwerde. Du, Vater, weißt, was jeden Tag Dein schwaches Kind ertragen mag, Du weißt es, ich bin Erde. Tavater. Fürbitte für einen Kranken. Mel. Herr, nicht schicke deine Rache. 5 59 Och will vor dein Ant⸗ Alitz treten, Du heißt uns für Kranke beten. Drum will ich, Gott, zu dir flehn, Du kannst nicht dein Wort verschmähn. An dies Wort halt' ich mich feste, Was es heißt, das ist das Beste. Es bleibt wahr, wenn alle Welt Es auch nur für Thorheit hält. 2. Bessrung fleh' ich für den Kranken. Herr, ich glaub', laß mich nicht wanken. Dich, der helfen will und kann, Fleht mein Herz um ilfe an. Du allmächtges, bestes Wesen, Laß den Kranken bald ge⸗ nesen, Zeig' du an ihm deine Kraft, Die vom Tode Rettung schafft. 3. Stärke die geschwächten Glie⸗ .. imag, vater. ken. iache. Trostgesänge. 303 der, Gieb den muntern Geist ihm wieder, Reiß' du ihn mit treuer Hand Mächtig von des Todes Rand. Wie viel tausend matte Herzen Hat von Krankheit, Angst und Schmerzen, Herr, nach deiner Zärtlichkeit, Bloß dein Wink, dein Wort befreit! 4. Hat die Kraft jetzt abgenom⸗ men? Gilt noch mehr das Flehn der Frommen? Bist du nicht an Huld mehr reich, Nicht dir selber ewig gleich? Ist jetzt Elend Elend minder? Bist du nicht das Heil der Sünder, Die voll Demut, voll Vertraun Aus dem Jammer auf dich schaun? 5. Zeige, Jesus, daß du lebest Und den Müden Stärke gebest, Daß du Trauernde erfreust, Auch für uus ein Heiland seist. Denen, die sich zu dir drangen, Stilltst du ehmals ihr Verlangen, Wiesest keinen Kranken ab, Keinen, der sich dir ergab. 6. Auch mich wirst du nicht ab⸗ weisen. Dich, dich soll mein Glaube preisen, Der von warmer Liebe lüht, Dich umfaßt, wo er nichts sieht. daß jetzt während meinem Flehen Deine Hilf' den Kranken sehen. Ach jetzt, Jesus, säume nicht. Halte, was dein Wort verspricht. Cavater. Trost wider die Schrecken des Todes. Hannöver. 0— ön s as sorgst du ängst⸗ 560. Wẽ lich für dein Leben? Es Gott gelassen übergeben, Ist wahre Ruh' und deine Pflicht. Du sollst es lieben, weislich nützen, Es dankbar, als ein Glück, besitzen, Verlieren, als verlörst du's nicht. 2. Der Tod soll dich nicht traurig schrecken, Doch dich zur Weisheit u erwecken, Soll er dir stets vor ugen sein. Er soll den Wunsch u leben mindern, Doch dich an einer Pflicht nicht hindern, Viel⸗ mehr die Kraft dazu verleihn. 3. Ermattest du in deinen Pflich · ten, So laß den Tod dich unter⸗ richten, Wie wenig deiner Tage sind. Sprich: Sollt' ich Pflichten wohl verschieben? Nein, meine Zeit, sie auszuüben, Ist kurz und sie verfliegt geschwind. 4. Denk' an den Tod, wenn böse Triebe, Wenn Lust der Welt und ihre Liebe Dich reizen, und ersticke sie. Sprich: Kann ich nicht noch heute sterben? Und könnt' ich auch die Welt erwerben, Beging' ich doch solch Übel nie. 5. Denk' an den Tod, wenn Ruhm und Ehren, Wenn deine Schätze sich vermehren, Daß du sie nicht so heftig liebst. Denk' an die Eitelkeit der Erden, Daß, wenn sie dir entrissen werden, Du dann dich nicht so sehr betrübst. 6. Denk' an den Tod bei frohen Tagen. Kann deine Lust sein Bild ertragen, So ist sie gut und unschuldsvoll. Sprich, dein Ver⸗ gnügen zu versüßen: Welch Glück werd' ich dort erst genießen, Wo ich unendlich leben soll! 7. Denk' an den Tod, wenn dei⸗; nem Leben Das fehlt, wonach die Reichen streben. Sprich: Bin ich hier, um reich zu sein? Heil mir, wenn ich in Christo sterbe! Dann ist ein unbeflecktes Erbe, Dann ist des Himmels Reichtum mein. 8. Denk' an den Tod, wenn Leiden kommen. Sprich: Alle Trüb⸗ sal eines Frommen Ist zeitlich und durch Hoffnung leicht. Ich leide, doch von allem Bösen Wird mich der Tod bald, bald erlösen. Wohl dem, der jenes Ziel erreicht! 9. Denk' an den Tod, wenn freche Rotten Des Glaubens und der Tu⸗ gend spotten, Und Laster stolz ihr Haupt erhöhn. Sprich bei dir selbst: Gott trägt die Spötter, Doch end⸗ lich ist für sie kein Retter, Wenn sie nicht hier noch in sich gehn. 10. So suche dir in allen Fällen Den Tod oft lebhaft vorzustellen. So wirst du ihn nicht zitternd scheun, So wird er dir ein Trost in Klagen, Ein weiser Freund in Perin Tagen, Ein Schild in der Versuchung sein. Gellert. 30⁴ Trostgesänge. Mel. Wer nur den n Gott. 2* MRer weiß, wie nahe 561. Wẽ mir mein Ende! Die Zeit geht hin, es kommt der Tod. Ach, wie kommen u ach, wie behende Kann kommen meine To⸗ desnot! Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut: Mach's nur mit mei⸗ nem Ende gut. 2. Es kann vor Nacht leicht an⸗ ders werden, Als es am frühen Morgen war. So lang' ich lebe auf der Erden, Leb' ich in steter Todsgefahr. Mein Gott, ich bitt' ꝛc. 3. Herr, lehr' mich stets ans Ende denken Und laß mich, eh' ich sterben muß, Das Heil der Seele wohl bedenken Und nicht verschieben meine Buß'. Mein Gott, ich bitt' ꝛc. 4. Laß zeitig mich mein Haus be⸗ stellen, Daß ich bereit sei für und für Und sagen könnt' in allen Fäl⸗ len: Herr, wie du willst, so schick's mit mir! Mein Gott, ich bitt' ꝛc. 5. Erhebe meinen Sinn zumHim⸗ mel, Verbittre mir die Sündenlust, Gieb, daß in diesem Weltgetümmel Mir nichts als Unschuld sei bewußt. Mein Gott, ich bitt' ꝛe. 6. Ach, Vater! deck' all meine Sünde Um Jesu Christi willen zu, Damit ich hier Vergebung finde Und dort bei dir vollkommne Ruh'. Mein Gott, ich bitt' ꝛc. 7. Nichts ist, das mi scheide, Nichts, es sei Leben oder Tod. Er bleibt im Leiden meine Freude, Mein Schutz, mein Alles in der Not. Mein Gott, ich vitt' ꝛe. 8. So komm' mein End' heut' oder morgen, Ich weiß, daß mir's mit Jesu glückt. Er ist's, der mich in allen Sorgen, Er ist's, der mich im Tod erquickt. Drum glaub' ich fest, durch Christi Blut Macht's Gott mit meinem Ende gut. Angeblich E. J. v. Schwarzburg⸗ Rudolstadt. Mel. Krenn ich 5 2.0 1 8 enn ich die Gottes⸗ 562. Wĩ äcker seh' Und alles könnte lesen, Was der, auf dessen Grab ich geh', In seinem Sinn von Jesu gewesen, Und was bei ihm die Todesnacht Für Hoffnungen zu nichts gemacht, So würd' ichoftmit Schrecken Mein eigen Herzentdecken. 2. Mein Gott, befreie mich vom Dunst Der irdischen Beschwerden Und lehre mich die große Kunst, Bei Gräbern klug zu werden. Nur der ist weise, der bedenkt, Wie viel von seinem Tod abhängt, Und der dazu in Zeiten Sein Herz sucht zu bereiten. 3. Gieb, daß ich dich mit frohem Mut Als meinen Gott betrachte, Hingegen Freunde, Glück und Gut Nicht als mein eigen achte. So wird, wenn mich die Zeit wegnimmt, Die du zur Trennung hast bestimmt, Nichts, was mir war verliehen, Mein Herz zurückeziehen. 4. Laß mich auf Jesu Herrlich⸗ keit Mit froher Hoffnung blicken Und mitten in der Dunkelheit Mich sein Verdienst erquicken. Dann nimm, Herr, nach vollbrachtem Lauf Den Geist aus dieser Hütte auf, Die einst im Reich der Deinen Wird neu erbaut erscheinen. v. Canitz und Bruhn. 5090 Wer nur den bebst du, n arum erbebst du, mei⸗ 563. Wẽ ne Seele, Bei dem Gedanken an das Grab? Nicht dich umschließt einst seine Höhle, Nur deine Hütte sinkt hinab. Sie schuf der Allmacht Wink aus Staub, Drum wird sie der Verwesung Raub. 2. Du, zur Unsterblichkeit erlesen, Schwingst dich empor zu GottesLicht Und schaͤust den Ursprung aller We⸗ sen Von Angesicht zu Angesicht, Bewunderst deines Gottes Macht In jener Welten Bau und Pracht. 3. Dann, Seele, wirst du das verstehen, Was hier kein weiser Mund erklärt, Was hier vollkom⸗ men einzusehen Des Wissens Trieb umsonst begehrt. Dann täuscht dich Wahn und Irrtum nicht, Und selbst die Finsternis wird Licht. 4. Dann wirst du den, ach, den erblicken, Den hier allein der Glau⸗ be sieht, Den, der, dich ewig zu ihm die ugen zu hoftmit utdecken. ich vom hwerden Kunst, n. Nur „Wie gt, Und in Herz frohem etrachte, ind Gut e. So znimmt, estimmt, rliehen, Herrlich⸗ blicken it Mich Dann rachtem r Hütte Deinen rerlesen, tesLicht ller We⸗ ngesicht, Macht Pracht. du das mweiser ollkom⸗ 8 Trieb scht dich Und Licht. üch, den r Glau⸗ ewig zu Trostgesänge. 30⁵ beglücken, Zum Fluch gemacht, am Kreuz verschied, Dann jauchze, daß kein Wahn, kein Spott Dich hier getrennt von deinem Gott. 5. Wenn nun der Tag des Herrn erscheinet, Verläßt dein Leib der Gräber Ruh'. Zum zweitenmal mit dir vereinet, Wird er unsterblich, so wie du. O Seele, zage länger nicht, Daß deiner Hütte Bau zer⸗ bricht. Schiebeler. Mel. O Ewigkeit, du Donnerwort. 56 enn, Mittler, meine 564. Lebenszeit Geendigt ist, und nun der Streit Des Glau⸗ bens ausgestritten, Wenn kaum mein sterbend Herz mehr spricht, Dann, Jesu, komm und schweige nicht Zu seinen letzten Bitten, Nicht, wie du schweigest, wenn zu Heht Ein Sünder um Erbarmung fleht. 2. Wenn mich kein Freund mehr trösten kann, Und doch mein Herz bebt, sage dann: Die Sünd' ist dir vergeben! Ach, wenn des Todes Schrecken mich Ergreifen, sprich dann, Mittler, sprich: Nicht ster⸗ ben sollst du, leben! Ein Wort von dir nur, und mir gnügt, Des Todes Schrecken sind besiegt. 3. Nicht sei mir dann dein An⸗ gesicht, Wie's Missethätern ist, Ge⸗ richt, Erbarmen, nicht Verderben! Nicht sterben laß mich, Herr, wie die, Die dich verwarfen, die sich nie Bereiteten zu sterben. Was ist so furchtbar, als der Tod, Der ewige Verwerfung droht? 4. Ach, sterben, sterben wird den Tod, Der ewige Verwerfung droht, Wer, Herr, dein Heil nicht achtet, Wer nicht in deinem Blute rein, Sich treulos weigert, dein zu sein, Ungläubig dich verachtet. Ach, den ergreift der Tod, der Tod, Der ewige Verwerfung droht. 5. Doch der ist, Jesu, der ist frei, Der dir geweiht ist, dir ge⸗ treu. Ihm ist er keine Strafe. Ge⸗ lobet sei der Herr, mein Licht In jener Nacht! Sie schreckt mich nicht. Mir wird der Tod zum Schlafe. Es ist ein finstrer Weg, doch mir Ein Weg zum Leben und zu dir. 6. Gelobet sei der Herr, mein Schild, Der mich nrit Freudigkeit er⸗ füllt, Mit Freudigkeit zu sterben! Ich glaub' an ihn und bin gewiß, Er führt mich aus der Finsternis Zu seiner Freuden Erben. O wel⸗ chen Jubel stimm' ich dann Dem Todesüberwinder an! 7. Gieb deinen Frommen, Jesu, Kraft, Den schwersten Schritt der Wanderschaft Mit Freudigkeit zu enden. Sprich zu den bangen See⸗ len: Ich, Ich bin eu'r Heiland! freut euch! sprich: Ich will euch nun vollenden! Erquicke sie und nach dem Streit Erhöhe sie zur Seligkeit. Cramer. Mel. Wenn mein Stündlein vorhanden. EEE Cest nun auch meine 565. Stunde da, Von dieser Welt zu scheiden, So sei mit dei⸗ ner Hilfe nah, Du treuster Freund im Leiden. Nimm du dich meiner Seele an. Dir übergeb' ich sie alsdann, O Jesu, mein Erlöser. 2. Sind meine Sünden dann vor mir, Drückt ihre Last mich nieder, So ist mein Seufzen, Herr, vor dir, Und du erhebst mich wieder. Ich denk' in meiner tiefen Not An deine Liebe bis zum Tod. Die. die wird mich erhalten! 3. Ich bin an deinem Leib ein Glied, Des tröst' ich mich von Her⸗ zen. Erbarmer, der mich leiden sieht, Du linderst meine Schmerzen. Und sterb' ich nun, so sterb' ich dir! Ein ewig Leben hast du mir Durch deinen Tod erworben. 4. Du, Herr, erstandst. Sowerd' auch ich Nicht in dem Grabe blei⸗· ben. Ja, deine Auffahrt lehret mich Die Todesfurcht vertreiben. Wo du bist, da komm' ich auch hin, Daß ich bei dir stets leb' und bin. Drum geh' ich hin mit Freuden. 5. Dein bin ich, dein in Ewig⸗ keit. Mich soll das Grab nicht schrecken. Nach einer kurzen Zwi⸗ 306 schenzeit Wirst du mich auferwecken. Dann will ich dir, o Gottessohn, Du Menschenfreund, vor deinem Thron Mit Freudenthräuen dan⸗ ken. Herman und Neander. Mel. Wenn mein Stündlein vorhanden. 26 enn einst mein ster; 566. Wẽ bend Auge bricht, Mein letzter Hauch verschwindet, Mein Leib erstarret und selbst nicht, Daß er entschläft, empfindet, Wenn um mich, den Entschlummern⸗ den, Gott, alle meine Freunde stehn, Und angstvoll zu dir weinen, 2. Dann, Schöpfer, nimm ihn auf, den Geist, Der sich zu dir er⸗ hebet, Der dankbar deine Güte preist, Daß er dir hier gelebet, Undtröste, die betrübt um mich Mit Thränen klagen. Laß sie sich Mehr meiner Wonne freuen. Münter. Mel. Wie schön leucht't uns der. 567 ie wird mir dann, * Erlöser, sein, Wenn ich, mich deiner ganz zu freun, In dir entschlafen werde? Dann, Seele, wirst du, ganz befreit Von Sünde und von Sterblichkeit, Ent⸗ fliehen dieser Erde. Freu' dich In⸗ nig, Stärke, tröste Dich, Erlöste, Mit dem Leben, Das dir dann dein Gott wird geben. 2. Wie werd' ich dann so selig sein, Wenn ich mich deiner ganz er⸗ freun, Dich dort anbeten werde! Dann bin ich frei von Sünd undLeid, Ein Mitgenosseder Herrlichkeit, Nicht mehr gebeugt zur Erde. Preis dir, Daß mir Durch dein Leiden Jene Freuden Offen stehen! Ewig will ich dich erhöhen. Klopstock u. Diterich. Verlangen nach dem Tod e. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 568 Gern will ich mich er ⸗ — geben, Dich zu ver⸗ lassen, Welt. Ich geh zum bessern Leben, Sobald es Gott gefällt. Was wärs, das mich betrübte? Dort schau' ich ewig den, Den meine Seele liebte, Noch eh ich ihn gesehn. Trostgesänge. 2. Er ruft zur Zeit der Schmer⸗ zen Uns voll Erbarmen zu: Kommt her, beladne Herzen, Zu mir und findet Ruh'! Dies Wort aus dei⸗ nem Munde Laß, Herr, mich zu erfreun, In meiner letzten Stunde Mir Geist und Leben sein. 3. Mit dir muß es mir glücken, Den Kampf zu überstehn. Im gläubigen Entzücken Laß meine Seele sehn, Wie im Gericht für Sünder Du mit dem Tode rangst Und wie du, Überwinder, All⸗ mächtig ihn bezwangst. 4. Der frohe Siegsgedanke: Wo ist dein Stachel, Tod? Stärk' mich, daß ich nicht wanke In meiner Todesnot. So ist, ob ich gleich sterbe, Doch Sterben mein Gewinn. Ich bin des Himmels Erbe. Dein Wort sagt, daß ich's bin. 5. Du bist der Herr des Lebens, Und ich, ich bin ganz dein. Dein Blut kann nicht vergebens Für mich vergossen sein. Dir trauet meine Seele, Dich lobt, was in mir ist, Erlöser meiner Seele, Der du die Liebe bist! Neander. Mel. Von Gott will ich nicht. 26 er letzte meiner Tage 569. D)Ist mirvvielleichtnicht fern. O dann wird meine Klage Ein Lobgesang dem Herrn. Voll⸗ bracht ist ganz mein Lauf. Ich trete zu dem Throne, Und Gott setzt mir die Krone Der Uberwinder auf. 2. Für seines Reiches Erben Hat Jesus mich erklärt. Was fürcht' ich mich, zu sterben, Wenn er mich sterben lehrt? Mir ist der Tod Ge⸗ winn. Daß ich unsterblich werde, Entschwing' ich mich der Erde, Ich, der ich Erde bin. 3. Nicht mich, nur meine Bürde Verschließt die finstre Gruft. Mich hebt zur höhern Würde Mein Vater, der mich ruft. Er ruft mich durch den Tod. Der reißt die Sünden ⸗ Mani Den trägen Leib, darnieder, ich selbst führt er zu Gott. 4. Ich, der Gefahr entronnen. Geh aus dem Kampf hervor. Hoch öchmer⸗ Kommt nir und us dei⸗ nich zu Stunde glücken, . I z meine icht für e raugst „All⸗ ke: Wo rk' mich, meiner h gleich zewinn. Dein Lebens, . Dein Für trauet in mir Der du inder. icht. ler micht icht nicht e Klage 1. Voll⸗ f. V. Bott setzt ider auf. ben Hat 3fürcht' er mich Tod Ge⸗ werde, de, Ich, ie Bürde t. Mich in Vater, ich durch Sünden · arnieder, ott. tronnen, r. Hoch Trostgesänge. 307⁷ über alle Sonnen Hebt mich mein Glaub' empor. Da tret' ich in die Reih'n Der Engel, meiner Brüder. In ihre hohen Lieder Stimm' ich,‚ selbst Engel, ein. 5. Die Leiber seiner Frommen Sind Saat, von Gott gesä't. Die frohe Zeit wird kommen, Da reif die Ernte steht. Dann wird der Schöpfungstag Ein ganz Abogeden Leben Auch meinem Staube geben, Der tief im Tode lag. 6. Drum geh' ich frei von Kum⸗ mer Des Todes finstre Bahn. Mir bricht nach kurzem Schlummer Ein ewger Morgen an. Heil mir, er ist nicht fern, Der letzte meiner Tage! Er kommt und meine Klage Wird Lobgesang dem Herrn. Münter. Freudigteit des Frommen im Tode. Mel. Wer nur den lieben Gott. 570 ch will dich noch im Tod erheben, Noch nah' am Grabe preis' ich dich. Zum Segen gabst du mir das Leben, Du segnest auch im Sterben mich. Mein Leben sucht' ich dir zu weihn, Mein Tod auch soll dir heilig sein. 2. Gott, welche feierliche Stun⸗ den, Wenn du mich nun der Erd' entziehst. Auf mich, den du ge⸗ treu befunden, Voll schonender Erbarmung siehst! Allmächtiger, in dein Gericht Gehst du mit mir Erlösten nicht. 3. Der Leib wird schwach, die ird'sche Hütte, Der Glieder morscher Bau zerfällt. Schon wandeln meine müden Schritte Den Weg zu Gott aus dieser Welt. Ich bin getrost und zage nicht, Denn Gott ist selbst mir Heil und Licht. 4. Wie sollt' ich vor dem Tode beben, Da du für mich, Erlöser, starbst? Er wird durch dich der Weg zum Leben, Das du durch Sterben mir erwarbst. Wie du ihn sahst, will ich ihn sehn, Wie du, so werd' ich auferstehn. 5. Laß Qual und Schmerz mein Grab umringen, Und mir die letz⸗ ten Schrecken dräun. Du halsst mir, Gott, die Welt bezwingen, Durch dich darf ich den Tod nicht scheun. So nah' dem Lohn, den Gott verspricht, So nah' dem Ziele sink' ich nicht. 6. Du wachest über meine Seele, Wenn ihre Stärke sich verliert, Giebst deinem Engel schon Befehle, Der sie zu deinen Freuden führt, Des Todes Nacht vor mir ver⸗ Lechl. Und mir des Lebens Krone reicht. 7. Ich will dich noch im Tod erheben, Noch nah' am Grabe preis ich dich, Denn ewig werd' ich vor dir leben. Wie segnet dann dein Antlitz mich! O Tod, o Sterben mein Gewinn! Wohl mir, daß ich erlöset bin! Eschenburg. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 57 1 Wie sanst sehn wir den Frommen Nun bald der Erd' entnommen, Sich seinem Ziele nahn! Wo sich des Lebens Freuden Vom frechen Sünder scheiden, Da gehn des Christen Freuden an. 2. Er lächelt seinem Ende Und hebt voll Dank die Hände Zu sei⸗ nem Vater auf. Wenn Sinn und Leib verderben, Lehrt der ihn fröh⸗ lich sterben Nach einem wohl voll⸗ brachten Lauf. 3. Sein ruhiges Gewissen Bebt nicht vor Finsternissen Der Bahn, die er nicht kennt. Die schreckensvollen Pfade Erleuchtet ihm die Gnade Des Gottes, den er Vater nennt. 4. Hier fließen keine Thränen Der Angst, hier ächzt kein Stöhnen Der Reu', die ihn zerreißt. Sein Herz, zu Gott erhoben, Empfängt den Trost von oben Und Fried' und Freud' im heilgen Geist. 5. Er segnet froh die Seinen, Die um sein Lager weinen, Ermahnt und tröstet sie, Und seiner Treue wegen Erfüllt Gott seinen Segen Und weichet auch von diesen nie. 6. Die Engel steigen nieder Voll froher Jubellieder, Die Seele zu U 30⁸ Trostgesänge. empfahn. Er stimmt in ihre Chöre Anbetung, Preis und Ehre Dem Mittler, seinem Heiland, an. 7. Laß, Höchster, mich bestreben, So in der Welt zu leben, Wie man dies Glück erwirbt, Damit ich einst als Erbe Der Seligkeit auch sterbe, Wie ein Gerechter, Frommer e. eiße. Mel. Werde munter, mein Gemüte. 572 Hlan sprach mein Hei⸗ — land, heute, An sein blutges Kreuz erhöht, Als ein Sün⸗ der ihm zur Seite Sterbend noch um Gnade fleht, Heute, so beteur' ich dir, Heute noch sollst du, mit mir In mein Paradies erhaben, Teil an meinem Reiche haben! 2. Teures Wort aus Jesu Munde, Fest versiegelt durch sein Blut! In der finstern Todesstunde Giebst du Freudigkeit und Mut. Wenn der Christ nun scheiden soll, Bleibt er fester Hoffnung voll, Sieht die Nacht in Licht verwandelt, Weiß gewiß, wohin er wandelt. 3. Teures Wort des ewgen Le⸗ bens, Tröste du mein brechend Herz, Und dann ängstet nur vergebens Meinen Geist der Trennung Schmerz. Er sinkt nicht in Finster⸗ nis, Denn wahrhaftig und gewiß Ist das Wort des treuen Zeugen. Hier muß jeder Zweifel schweigen. Herr, nun fühl' ich abzu⸗ scheiden Eine heilge Lust in mir. Dort sind unbefleckte Freuden, Aber Müh' und Sünden hier. Kein auch noch so frühes Grab Kürzet je mein Leben ab. Es soll nur, los von Be⸗ schwerden, Zeitiger veredelt werden. 5. Selig, furchtlos, rein von Mängeln, Ja, von nun an selig ist, Brüderlich begrüßt von Engeln, Der im Herrn entschlafne Christ. Was sein Glaube je gethan, Je⸗ des gute Werk folgt dann Seiner Seele von der Erden Hin vor Gott, sein Lohn zu werden. 6. Nun auch ich, o Herr, befehle, Wenn ich kaum noch lallen kann, Die durch dich erlöste Seele Deinen treuen Händen an. Und du, Heiland, stärkest mich, Rufest mir auch zu, daß ich Schon am Tage, da ich sterbe, Deine Herrlichkeit ererbe. Schlegel. Gebet eines sterbenden Christen. Mel. Christus, der ist mein Leben. 573. Mein Jesus ist mein Leben, Reißt schon der Tod mich hin. Was sollt' ich ängstlich beben? Der Tod ist mein Gewinn! 2. Wer an ihn glaubt, wird selig. Dies Wort steht ewig fest. Die Freuden 110 unzählig, Die es mich hoffen läßt. 3. Drum fahr ich hin in Frie⸗ den Zu dir, o Jesu Christ, Von dir stets ungeschieden, Der du mein Bruder bist. 4. Du kennest meinen Glauben, Und keine Furcht noch Pein Wird mir auch nun ihn rauben. Ich bin und bleibe dein. 5. Bald hab' ich überwunden, Schon weicht die Jinsternis, Denn, Herr, durch deine Wunden Ist mir der Sieg gewiß. 6. Durch sie bin ich gereinigt, Durch sie mit Gott versöhnt, Durch sie dir fest vereinigt Und bald mit Preis gekrönt. 7. Wer kann dich gnug erhe⸗ ben? Du hast, Sohn Gottes, dich Für uns dahingegeben, Heil mir. du auch für mich! 8. Du wolltest Strafen dulden, Die ich doch auf mich lud, Du tilgtestmeine Schulden Ganz durch dein gottlich Blut. 9. Geheilt ist nun mein Schade, Im Himmel ist mein Teil. O teure, hohe Gnade! O unaus⸗ sprechlich Heil! 10. Erlöser, sieh, ich sammle Noch meine letzte Kraft Und preise dich und stammle, Welch Heil du mir verschafft. 11. Zu dir, Herr, will ich fle⸗ hen, So lang' ich lallen kann. Du kannst mein Innres sehen Und nimmst auch Seufzer an. 12. Du selber hilfst mir ringen, Allmächtig hilfst du mir, Ins ————.. e In e /D h zu, daß ch sterbe, schlegel. hristen. Leben. ist mein ißt schon sollt' ich ist mein t, wird vig fest. 3, Die in Frie⸗ t, Von du mein lauben, Wird 1. Ich bunden, Denn, Ist mir reinigt, »rsöhnt, t Und unaus⸗ ammle preise heil du ich fle⸗ kann. 1i Und ingen, Ins 2 Trostgesänge. 309 Leben durchzudringen. Bald, bald bin ich bei dir. 13. O wohl mir, ich vollende Nun bald den schweren Lauf! Du nimmst in deine Hände Den Geist, mein Heiland, auf. Schlegel. Unbekannter.) Fürbitte für einen Sterbenden. Mel. Herr, nicht schicke deine. 57⁴4 Vater aller Menschen⸗ kinder, Jesus, Mitt⸗ ler aller Sünder, Jesus, der uns helfen kann, Höre unsre Fürbitt' an. Ach, mit göttlichem Erbarmen Komm zu Hilfe dieser armen Hilf⸗ entblößten Kreatur! Liebe bist du, Liebe nur! 2. Laß sie nicht in Angst versin⸗ ken. Jesus, du, du darfst nur win⸗ ken. Laß sie nicht in Not vergehn, Was du willst, das muß geschehn. Heiland, Arzt sind deine Namen. In der schwachen Seele Namen, Die nicht laut mehr flehen kann, Flehen wir dich, Heiland, an. 3. Sei mit deiner Tröstung nahe. Was kein Aug' auf Erden sahe, Laß sie sehn in deinem Licht. Gieb ihr Mut und Zuversicht. Laß sie bald dein Heil empfinden, Tod und Schmerzen überwinden, Glauben, was dein Wort verheißt. Hilf ihr, Gott, durch deinen Geist. 4. Reinige sie ganz von Sünden, Laß sie Gnade vor dir finden. Der du sie versöhnet hast, Nimm von ihr die schwere Last. Nimm du an des Lebens Ende, Mittler, sie in deine Hände. Eile und erlöse sie, Diese Seel', aus aller Müh'. 5. Laß, Herr, nicht zu deinen Füßen Unser Herz in Angst zer⸗ fließen. Ach, beschließe ihren Lauf! Nimm die müde Seele auf, Auf zu dir, weg von der Erde, Daß sie ewig selig werde, Daß wir ewig uns mit ihr Freun und selig sei'n in dir. Lavater. Von der Glückseligkeit des Christen. Würde und Größe des Christen. Mel. Wie schön leucht't uns der. 575 Wie groß ist unsre * Seligkeit, O Gott, schon in der Prüfungszeit, Selbst unter viel Beschwerden, Wenn unser Herz sich dir ergiebt Und treu in Jesu Dienst sich übt! Wie groß wird sie einst werden, Wenn sich Herrlich Jenes Leben Wird anheben, Wo man Freuden Erntet von der Saat der Leiden. 2. O wie erhaben ist das Recht, Das du uns giebest, dein Geschlecht Und Freunde hier zu heißen! Bei dir ist unser Vaterland. Und wer will deiner starken Hand, Allmächt⸗ er, uns entreißen? Wenn wir leich hier Müssen streiten Und zu Zeiten Schwach uns finden, Hilfst du uns doch überwinden. 3. Du deckest unsre Schulden zu, Schenkst unsern Seelen wahre Ruh' Und stärkest uns mit Freu⸗ de. Dein Sohn ist unser Haupt und Ruhm, Wir sein erkauftes Eigentum Und Schafe seiner Weide. Gutes Mutes Sind auf Erden In Beschwerden Unsre Seelen. Herr, was kann bei dir uns fehlen? 4. Es bleibet zwar der hohe Wert Der Gnade, die uns wider⸗ fährt, Verborgen hier auf Erden, Doch wenn dereinst vor aller Welt Er, unser Haupt, Gerichtstag hält, Dann wird er sichtbar werden. Alsdann Sieht man Ihn mit Kro⸗ nen Uns belohnen Und mit Ehren Für die Seinen uns erklären. 5. Wie glücklich, Gott, sind Christen dann! Wie viel hast du an uns gethan! O laß uns unsre Würde Vor Augen haben jederzeit, So tragen wir mit Willigkeit Der kurzen Leiden Bürde. Herr, gieb Den Trieb In die Seelen, Dich zu 310 wählen Und das Leben Ganz zu Jesu Dienst zu geben. Diterich u. Bruhn.(J. E. Schmidt.) Mel. Wie groß ist des Allmächtgen. 8 2 ntfernet euch, unselge 576. E Spötter! Ihr zittert, wo der Fromme glaubt, Mein Herz hat seinen Gott zum Retter Und eine Hoffnung, die nichts raubt. Ich sehe meinen Heiland leben, Ich weiß, daß ich nicht sterben kann, Ich weiß, mit diesem Fleisch umgeben, Schau' ich den Gott der Himmel an. 2. Was seid ihr, stolze Weltbe⸗ zwinger. Wenn euch die prächtge Hoffnung fehlt? Gott achtet eure Macht geringer, Als ihr den Skla⸗ ven, den ihr quält. Wie kurze Zeit, mit wie viel Sorgen Genießt ihr eurer Ehrsucht Raub! Ihr sieget heut', man haßt euch morgen. Ihr waret Götter, und seid Staub. 3. Was sind, Weltmenschen, eure Freuden? Die Wollust, die euch trunken macht? Ein Christ soll euer Glück beneiden? Folgt es euch in des Grabes Nacht? Ihr rechnet mit erhitztem Blute Des fernen Tages Wollust aus. Die nahe schreckliche Minute Tilgt euer Glück auf ewig aus. 4. Ihr seid dahin! Des Christen Größe Geht auf, besiegt die kurze Nacht Am Tage, da Gott eure Blöße Zum Schauspiel aller Augen macht. Der Tag macht Könige den Knechten Und Bettler den Monarchen gleich. Der Tag giebt Adel dem Gerechten Und macht des Christen Seele reich. 5. Ein Blick in meine Zukunft treibet Verdruß und Angst aus meiner Brust. Ein Herz, das nicht auf Erden bleibet, Ist sich des Himmels stets bewußt. Kein Unglück kann mich niederschlagen. Ich weiß, mein Glück entgeht mir nie, Ich darf vor Feinden nicht verzagen, Ich weiß, mein Tod entwaffnet sie. 6. Du, letzte Stunde meines Le⸗ bens, Die du dem Christen heilie bist, Ich warte nicht auf dich Von der Glückseligkeit des Christen. vergebens, Ich thu', was deiner würdig ist. Du lehrst mein Leben mich genießen, Du bist mein Lohn aus Gottes Hand. Wie sanft wird sich mein Auge schließen! Mein Geist erblickt sein Vaterland. Krüger. Mel. Wer nur den lieben Gott. 577 Der Mensch, der Men⸗ — schenfurcht nicht ken⸗ net, Für seine Tugend alles wagt Und, wenn die Welt ihn hilflos nen⸗ net, An Gottes Hilfe nie verzagt, Wie groß, wie liebenswürdig ist Der wahre Held, der echte Christ! 2. Er bleibt geruhig, wenn von oben Des Donners Stimme sich erhebt, Wenn um ihn her die Meere toben Und unter ihm die Erde bebt. Er weiß, eh' nicht der Schöpfer spricht. Versehrt die Kreatur ihn nicht. 3. Des Höchsten Wink zu wider⸗ streben, Des hohen Rufs nicht wert zu sein, Sich Fehler selber zu vergeben, Dies fürchtet er und dies allein. Was Sündern aber furchtbar ist, Davor erschrickt niemals der Christ. 4. Versichert, daß der Herr sein Retter, Daß Gott ihm Schild und Sonne sei, Ist ihm der Zorn der Erdengötter Und ihre Gunst ihm einerlei. Der ist des Himmels Schutz nicht wert, Der Sterbliche als Götter ehrt. 5. Verfolgt ein bittrer Feind sein Leben, Zieht List ihn in ihr Netz hinein, Was kann der Christ? Er kann vergeben, Kann lieben und Gott ähnlich sein, Kann seiner Hasser Tücke sehn Und für sie um Erbarmung flehn. 6. Ist Schmähsucht wider ihn geflissen, Wie leicht erträgt er ihren Spott! Was ist sein Trost? Sein gut Gewissen. Wo hat er wahren Ruhm? Bei Gott. Ein Neid, der dieses Glück nicht stört, Ist keiner Christenthräne wert. 7. Gleich froh durchlebt er seine Tage Im Schoße der Zufriedenheit, Entfernt im Leid von feiger Klage, 8deiner in Leben in Lohn nft wird ein Geist lLrüger. Gott. r Men· icht ken · les wagt los nen⸗ verzagt, rdig ist Christ! enn von ime sich her die ihm die icht der hrt die wider⸗ 8 nicht r selber htet er zündern rschrickt err sein ild und rn der ust ihm Schutz he als Feind in ihr Christ? sen und seiner sie um Von der Glückseligkeit des Christen. 31¹ Von Übermut zur guten Zeit. So zeigt er stets, wie groß der Christ, Wie stark der Freund des Höch⸗ sten ist. 8. Mein Jesu, mächtig in den Schwachen, Belebe mich mit deiner Kraft. Sie kann mich stark im Unglück machen, Sie ist's, die alles in mir schafft. In ihr, Herr, werd' ich nicht allein Hier Streiter, nein, auch Sieger sein. Tode. Wert der Tugend. Mel. Kommt her zu mir, spricht. 578 Ermuntre, Seele, dich — und sei Dem Gott, der dich geschaffen, trru Und folge dem Gewissen. Nie, glaub' es, wird es dich gereun, Hast du, unsträflich fromm zu sein, Auf⸗ richtig dich beflissen. 2. Gehorch nicht deinem Fleisch und Blut. Gehorche Gott, Gott meint es gut. Was er gebeut, ist Segen. Er liebt uns Menschen väterlich, Führt durch Geduld und Tugend dich Dem höchsten Heil entgegen. 3. Gott teilt dir seine Stärke mit. Drum gehe stets mit festem Schritt Fort auf der Tugend Pfade. Die Lust verführt, die Tugend nie, Und Gott, dein Gott. bekrönet sie Mit namenloser Gnade. 4. Laß dir die schreckenvolle Pein Der Sünde hell vor Augen fein, Wenn sie dich lockt zu Freuden. Gott kennt den quälenden Verdruß, Der auf die Sünde folgen muß, Und will sie dir verleiden. 5. Gott sieht der Ewigkeiten Nacht, Wo Sünder, die ihn hier ver⸗ lacht, In tiefem Jammer schmach⸗ ten. Gott kennt der Tugend hohen Wert, Und den hat Jesus dich ge⸗ lehrt. Und den willst du verachten? 6. Nein, wach' und kämpf' und bete du. Dein Gott, dein Richter schaut dir zu. Einst wird er dich belohnen. O bleib' ihm treu und wanke nicht. Denk' an den Tod und ans Gericht Und an die Siegeskronen. Lavater. Glück eines guten Gewissens. Mel. Wer nur den lieben Gott. 579 Wenn ich ein gut Ge⸗ wissen habe, Wie groß ist meine Seligkeit! Es ist des Himmels beste Gabe, Das höchste Glück in dieser Zeit. In Freud' und Leiden giebt es hier Die wahre Ruh' der Seele mir. 2. Ich bebe nicht, wenn Sünder beben, Daß Gott gerecht und hei⸗ lig ist. Mein Herz giebt Zeugnis meinem Leben, Daß ich gewandelt als ein Christ, Des göttlichen Be⸗ rufes wert, Der mich hier gött; lich wandeln lehrt. 3. Getrost wag' ich's, vor Gott zu treten Und ihn voll Glaubens⸗ freudigkeit Als meinen Vater an⸗ zubeten, Der mir, was ich bedarf, verleigt Und jedem Heil und Segen giebt, Der ihn mit treuem Herzen liebt. 4. Mit Mut trag' ich des Le⸗ bens Leiden, Verfolgung, Lästrung, Schmach und Hohn. Denn des Ge⸗ wissens innre Freuden Sind süßer, als der beste Lohn. Und was kann höhern Trost verleihn, Als leiden. und nicht schuldig sein? 5. Die Fröhlichkeit in meinem Herzen Verbreitet sich auf mein Gesicht. Ein Labsal ist sie mir in Schmerzen, In Finsternis ist sie mein Licht. Sie macht getrost, wenn selbst die Welt Erzittert und in Trümmer fällt. 6. Ich eile mit gesetztem Schritte Des Lebens letzter Stunde zu, Denn der verfallnen Leibeshütte Zeigt sich im Grabe sanfte Ruh', Indem mein Geist, der Gott gelebt, Zu seinem Ursprung sich erhebt. 7. Für meines vorgen Lebens Sünde Giebt mir mein Heiland Trost und Mut. Ich weiß, daß ich Begnad'gung finde In der Versöhnung durch sein Blut. Er, der für mich gelitten hat, Tilgt alle meine Missethat. 8. Darum o Seele, sei beflissen Daß unbefleckte Heiligkeit Dir im⸗ 312 Von der Glückseligkeit des Christen. merdar ein gut Gewissen Und Glau⸗ benszuversicht verleiht. Und du, mein Gott, regiere mich, Denn dies Glück hab' ich nur durch dich. Weiße. Mel. Run sich der Tag geendet. 580 H ab' ich ein gut Gewis⸗ Hien nur, Wohl mir, was fürcht' ich dann? Nichts Schrecklichs, zagte jedermann, Ist mehr in der Natur. 2. Dies sei mein Ruhm, dies sei mein Teil, Trotz dem, der mir es raubt! Ein reines Herz, das thätig glaubt, Sodann ist Gott mein Teil. 3. Welch ein erhabener Gewinn, Wenn meine Sünde schweigt, Wenn Gottes Geist selbst in mir zeugt, Daß ich ihm ähnlich bin! 4. Und dieses Glück, und diese Ruh', Den seligen Gewinn, Gäb' ich für Lust der Sünde hin? Das lasse Gott nicht zu! 5. Ich stürzte mich in jene Pein, Der Sünde Fluch mit mir Umherzutragen und von ihr Stets angeklagt zu sein? 6. Laß es der Pflichten schwerste sein, Daß du dich selbst bekriegst. O welche Lust wird, wenn du siegst Dich nach dem Kampf erfreun! 7. Welch hohe Freude, ist man sich Mit Wahrheit selbst bewußt: Ich brannte zwar von böser Lust, Mit Gott beschützt' ich mich! 8. Und, o welch schreckliches Ge⸗ richt, Muß ich mir selbst gestehn: Dem Falle konnt' ich zwar entgehn, Und ich entging ihm nicht! 9. Ein reines Herz nur kann im Glück Den Wert des Glücks er⸗ höhn. Dies, dies versüßt im Wohl⸗ ergehn Den frohen Augenblick. 10. Was ist, das deiner Leiden Schmerz In deinem Schmerzestillt, Ja, dich mit Freude gar erfüllt? Ein gottgelassnes Herz. 11. Ein edles Herz nur giebt dir Mut. Die Güter zu verschmähn, Worauf die niedern Seelen sehn, Dies Herz, dies beste Gut. 12. Erduldet hier der Fromme Spott, O der ist Ruhm für ihn. Das Gute thun, das Böse fliehn. Schafft Ruhm, den Ruhm bei Gott. 13. Zu Gott, in seinem Herzen rein, Hinauf gen Himmel schaun Und sagen: Du bist mein Vertraun! Welch Glück kann größer sein? 14. Sieh, alles um dich her ent · weicht, Bald kommt die letzte Nacht, Und nur ein gut Gewissen macht Den Tod selbst süß und leicht. 15. Wohl dem, der diese Ruh' genießt, Dem sein Gewissen sagt, Daß nichts, was ihn bei Gott ver⸗ klagt, erdammlichs an ihm ist! 16. Fest steht der Fromme, wenn die Welt Und Erd' und Himmel bricht, Steht felsenfest und zaget nicht. Gott ist es, der ihn hält! Gellert und Weiße. Ruhe der Seele. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 581 om Geräusch der Welt * geschieden, Schmeck' ich des Erlösers Frieden Und die Freude, schon auf Erden, Gott, mit dir vereint zu werden, Sehe diese Welt der Sünden Unter meinen Füßen schwinden Und das Glück von jenem Leben Den entzückten Geist umgeben. 2. Gott, was bleibt der Reiz von Lüsten Über sie erhabnen Christen? Was der Glanz der eiteln Freuden? Was des Lebens kurze Leiden, Wenn sie deinen Lohn erblicken, Der sie ewig wird beglücken, Und des Kranzes Wert empfinden, Den dort Engel für sie winden? 3. Nun mag Elend auf mich stürmen. Gottes Trost wird mich beschirmen. Kurz sind dieses Lebens Pfade, Ewig währt der Lohn der Gnade. Mit des Dankes stillen Zähren Will ich Gottes Rat ver⸗ ehren, Unter keiner Plage sinken Und den Kelch der Leiden trinken. 4. Du hast selbst der Menschen Plagen, Heiland, voll Geduld er⸗ tragen, Mit dem schwersten Tod gestritten, Tausendfach mein Leid gelitten. Laß mich deine Kraft be⸗ XIIIIIIINILIT ———- 8888888 hält! ße. leben, Wenn die matten Hände beben, Laß sie mir den Sieg ge⸗ währen. Trockne, trockne meine Zähren. Eschenburg. Mel. Wie groß iit des Allmächtgen. 582 Wie mächtig spricht in — meiner Seele, Herr, deine Stimme voller Huld! Du siehst erbarmend, wenn ich fehle, Zürnst nicht, hast väterlich Geduld, Schickst deinen Geist, mich zu re⸗ gieren, Sprichst meinem Herzen freundlich zu, Wirst niemals müde, mich zu führen, So viel ich falsche Tritte thu'. 2. Erbarmer deiner Kreaturen, Liebreicher Gott der ganzen Welt, Die deiner Güte reiche Spuren In jedem Sonnenstaub enthält! Mein Herz denkt nimmer so vermessen, Daß es dir, Vater, trotzen kann. Nie soll es undankbar vergessen, Was du zu seinem Heil gethan. 3. Versündigt' ich mich wohl mit Willen An einem Gotte, der ver⸗ giebt? Der mir Gebote zu erfüllen Gegeben hat, weil er mich liebt? Der die Erfüllung kleinster Pflich⸗ ten Als eine Wohlthat mir ver⸗ gilt Und der, anstatt mich streng zu richten, Mein Herz mit Trost und Freud' erfüllt? 4. Sein Dienst ist Leben meiner Seele, Gehorsam meine Seligkeit. Wie kindlich wein' ich, wenn ich fehle, Vor ihm, dem Vater, der verzeiht! Ich fühle jede meiner Sünden, Die weder Mensch, noch Engel büßt. Wie selig kann ich's dann empfinden, Daß Christus mein Erlöser ist! 5. Den majestätischen Gedanken Geb' ich für alle Welten nicht. Er bleibet wahr, die Thronen wanken, Er bleibet fest, die Welt zerbricht. Es mögen sündigen und zittern, Die Beute des Verderbens sind! Gott wird der Erde Grund er⸗ schüttern. Ich bebe nicht, ich bin sein Kind. Rrüger. Von der Glückseligkeit des Christen. 313 Irdischer Segen des Christen. Mel. Nun sich der Tag geendet. 583 Wobn, wohl dem Men⸗ * schen, der dem Rat Der Frevler sich entzieht, Dem Menschen, der den krummen Pfad Der Übertreter flieht! 2. Der, wo der Gottheit Spötter lacht, Sich fromm und weit ent⸗ fernt, Sich Gottes Recht zur Freude macht Und Tag und Nacht eslernt! 3. Er grünet, wie am Bach ein Baum Von seinem Segen schwillt, Sich hebt und einen weiten Raum Mit seinem Wipfel füllt. 4. Er trägt, wenn seine Zeit kommt, Frucht, Stets unentlaubt und grün, Er tröstet den, der Schatten sucht. Der Wandrer seg⸗ net ihn. 5. Das ist der Fromme! Was er macht, Gerät ihm und gedeiht. Staub ist der Sünder, der sein lacht, Spreu, die der Wind zerstreut. 6. Der, der sich gegen Gott em⸗ pört, Besteht nicht im Gericht. In der Gemeine, die Gott ehrt, Bleibt der Verbrecher nicht. 7. Dir, Höchster, dir gefällt die Bahn, Die der Gerechte geht. Im Zorn schaust du den Sünder an. Des Sünders Weg vergeht. Cramer. Häusliches Glück des Christen. Mel. Wer nur den lieben Gott. Qm stillen wollen wiz 584. dich ehren, Du Gott, der frommen Wandel liebt Und Bittenden, was sie begehren, Was ihnen nützt und wohlthut, giebt. Schon oft sind wir erquickt, erhört Von deinem Thron zurückgekehrt. 2. Uns alle, die dir flehn, ver⸗ bindet Des Blutes und der Freund⸗ schaft Band, Und unser Dank, o Gott, empfindet Die milde Leitung deiner Hand Und preist dich, ew⸗ ger Menschenfreund, Der uns in dieses Band vereint. 3. Wohl dem, der in der Ehe Bunde, In fester Lieb' und Ein⸗ 314 tracht, lebt! Ihm wird so manche Lebensstunde Mit Seligkeit und Lust durchwebt. Er blickt mit Ruh' und heiterm Sinn Auf Pfad und Ziel der Wallfahrt hin. 4. Wohl uns, wenn frommer Kinder Segen Der Ehe Bund noch schöner macht, Wenn sie im Her⸗ zen Tugend hegen, Wenn in den Blicken Unschuld lacht, Wenn sie der Eltern Beispiel rührt Und auf den Weg des Lebens führt! 5. Wohl uns, wenn unsern Haus⸗ genossen Die Furcht des Herrn vor Augen schwebt, Und jeder treu und unverdrossen Nach seiner Pflicht Erfüllung strebt, Wenn Eintracht und Zufriedenheit Ein Haus zum Sitz des Segens weiht! 6. Denn denen, die dich scheun und ehren, O Vater, strömt dein Segen zu. Sie wandeln folgsam deinen Lehren Und traun auf dich und finden Ruh' Und finden Freude, deren Wert Und Dauer keine Zeit zerstört. 7. Zwar oͤft wird auch der Kelch der Leiden Den Deinen, Herr, von dir gesandt. Die muß oft Tod und Trennung scheiden, Die Blut und Treue fest verband. Oft stört des Grams, des Unfalls Wut, Oft Krankheit ihren heitern Mut. 8. Doch trinken sie den Kelch gelassen, Den du, ihr Vater, ein⸗ geschenkt. Du zürnst nicht ewig, kannst nicht hassen, Du, Gott, der seiner Kinder denkt Und, wenn ihr Glaube standhaft ringt, Durch Leiden sie zur Wonne bringt. 9. Mag doch des Todes Arm uns trennen! Wir werden einst uns wiedersehn, Vor Gottes Thron die Unsern kennen, Mit ihnen dankend vor ihm stehn. Da, wo kein Tod mehr trennen kann, Stehn wir vereint und beten an. 10. Und preisen ewig Gottes Güte, Die unaussprechlich uns ge⸗ liebt Und dem ihm heiligen Ge⸗ müte Schon hier des Himmels Vorschmack giebt, Durch Freund⸗ Von der Glückseligkeit des Christen. schaft uns zur Ewigkeit, Zur Wonne der Verklärten weiht. Eschenburg. Ewige Belohnung des Christen. Mel. Wend' ab deinen Zorn. 2 Men wird, o Gott, die 585. Wẽ Wonne der Erlösten Nach dieses Lebens kurzem Kampfe trösten? Wen schmückt im Himmel einst vor deinem Throne Des Mittlers Krone? 2. Wer heilig wird, wer abge⸗ wandt vom Bösen, Sich von der Sünde Herrschaft läßt erlösen, Wer an den Sohn glaubt, seinen Herrn ihn nennet, Ihn frei bekennet. 3. Wer deine Wahrheit unter Adams Kinder Verbreitet, sie er⸗ leuchtet und die Sünder Durch Thaten reizt, mit einem bessern Leben Dich zu erheben. 4. Wer, was er glaubt, gewissen⸗ haft auch übet, Die Menschen all' als seine Brüder liebet, Nicht lästert, sie nicht kränkt, nicht stolz sich blähet Und keinen schmähet. 5. Wer Sünden hasset, und doch mit den Sündern Mitleiden fühlet, und an deinen Kindern Die Got⸗ tesfurcht und ihre Gaben ehret, Hält, was er schwöret. 6. Wer nicht der Brüder Ruhm und Glück beneidet, Selbst reich, die Armen speist, Die Nackten klei⸗ det, Froh, ohne Wucher auch mit milden Gaben Genützt zu haben. 7. Wer züchtig in Gedanken, keusch auch lebet, Wer seiner Ho⸗ heit sich nicht überhebet, Im Glücke mäßig, gütig und beschei⸗ den, Getrost in Leiden. 8. Den, den wird, Gott, die Wonne der Erlösten Nach dieses Lebens kurzem Kampfe trösten. Den schmückt im Himmel einst vor dei⸗ nem Throne Des Mittlers Krone. Cramer. Mel. O Ewigkeit, du Donnerwort. 5 ein Glaub' ist meines 586. M Lebens Ruh' Und führt mich deinem Himmel zu, O du, an den ich glaube! Ach, gieb mir, Herr, Beständigkeit, Daß die⸗ .. 88*c¶W. Wonne nburg. risten. orn. tt, die rlösten dampfe dimmel Des abge⸗ on der „ Wer Herrn net. unter sie er. Durch essern sen Trost der Sterblichkeit Nichts meiner Seele raube. Tief präg' es meinem Herzen ein, Welch Heil es ist, ein Christ zu sein. 2. Du hast dem sterblichen Ge⸗ schlecht Zu deiner Ewigkeit sein Recht Durch deinen Tod erworben. Nun bin ich nicht mehr Asch' und Staub, Nicht mehr des Todes ewger Raub. Du bist für mich gestorben! Mir, der ich dein Erlöster bin, Ist dieses Leibes Tod Gewinn. 3. Was seid ihr, Leiden dieser Zeit, Mir, der ich meiner Ewigkeit Mit Ruh' entgegenschaue“ Bald ruft mich Gott und ewiglich Beloh⸗ net und erquickt er mich, Weil ich ihm hier vertraue. Bald, bald ver⸗ schwindet mir mein Schmerz, Und Himmelsfreuden schmeckt meinHerz. 4. Bin ich gleich schwach, so trag' ich doch Nicht mehr der Sünde schmachvoll Joch In meinem Lauf auf Erden. Die Tugend ist mir süße Pflicht, Doch fühl' ich es, ich bin noch nicht, Was ich dereinst soll werden. Mein Trost ist dies: Von der Glückseligkeit des Christen. 31⁵ Gott hat Geduld Und straft mich nicht nach meiner Schuld. 5. Der du den Tod für mich bezwangst, Du hast mich, Mittler, aus der Angst, In der ich lag, gerissen. Dir, dir verdank' ich meine Ruh', Du heiltest meine Wunden zu, Du stilltest mein Gewissen, Und fall' ich noch in meinem Lauf. So richtest du mich wieder auf. 6. Gelobt sei Gott, ich bin ein Christ, Und seine Gnad' und Wahr⸗ heit ist An mir auch nicht ver⸗ gebens. Ich wachs' in meiner Heili⸗ gung, Ich spüre täglich Besserung Des Herzens und des Lebens, Ich fühle, daß des Geistes Kraft Den neuen Menschen in mir schafft. 7. Dank dir, o Vater, Dank und Ruhm! Du lehrtest mich das Christentum Fest glauben, willig üben. Dir, Gott, mein Lehrer. Lob und Preis! Ich bieb' es immer noch und weiß, Ich werd' es ewig lieben. Jetzt und mein künftig Leben lang Bring' ich dir, Höchster, Preis und Dank. mMünter. Vierte Abteilung. Auf besondere Zeiten, Umstände und Personen. Neujahrsgesänge. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. 587 Heise Herr Jesu, laß * gelingen, Hilf, ein neues Jahr geht an. Laß es neue Kräfte bringen, Daß aufs neu' ich wandeln kann. Neues Heil und neues Leben Wollst du mir in Gnaden geben. 2. Dankbar beug' ich meine Kniee, Gott, vor dir, daß deine Hand Gnad' und Wohlthat spät und frühe Lieb⸗ reich mir hat zugewandt. Mein Gebet, mein Dank, mein Flehen Muß, Herr, deinen Ruhm erhöhen. 3. Laß dies sein ein Jahr der Gnaden. Hilf, daß ich für meine Sünd', Womit ich bin hart beladen, Heute noch Verzeihung find'. Gott, du kannst, du willst verzeihen Und zur Bessrung Kraft verleihen. 4. Zähle los mich Hochbetrübten, Sieh nicht an, was ich gethan. Nimm in Jesu, dem Geliebten, Mich aufs neu zum Kinde an. Laß mich, Vater, nicht verderben, Nicht mich ohne Bessrung sterben. 5. Herr, du wollst mir Gnade geben, Daß dies Jahr mir heilig 316 Neujahrsgesänge. sei, Und ich christlich könne leben, Ohne Falsch, ohn' Heuchelei, Daß ich fromm allhier auf Erden Und dort selig möge werden. 6. Laß mich deine Gnade ziehen Auf den Weg zur Frömmigkeit. Reiz zur Sünde laß mich fliehen, Wachsam sein zu jeder Zeit. Laß mich alle Laster meiden Und im Kreuz geduldig leiden. 7. Was ich denke, red' und thue, Das gescheh' mit dir allein. Wenn ich wache, wenn ich ruhe, Wollest du, Herr, bei mir sein. Im Beruf wollst du mich leiten Und mit Segen mich begleiten. 8. Wenn ich leide, mich betrübe Und voll Angst und Zagen bin, O dann tröste, Gott der Liebe, Mein gebeugtes Herz und Sinn, Und wenn Sünd' und Tod mich schrecken, Laß mich deine Gnade decken. 9. Jesu, laß mich fröhlich enden DiesesangefangneJahr. Trage mich auf deinen Händen, Bleibe bei mir in Gefahr. Freudig will ich dich um⸗ fassen, Wenn ich soll die Welt ver⸗ lassen. Rist u. angeblich Rüster. Mel. Nun laßt uns Gott, den Herren. SGommt, laßt vor Gott 588. K uns treten, Ihn kindlich anzubeten! Sein Arm hat unserm Leben Bis hierher Kraft gegeben. 2. Wir Erdenpilger wandern Von einem Jahr zum andern. Die schnelle Flucht der Stunden Wird kaum von uns empfunden. 3. Und diese unsre Tage Er⸗ schwert uns manche Plage. Wir Ehnn auf Prüfungswegen Der Ewigkeit entgegen. 4. Doch Gott liebt uns als Kinder, Er tilgt die Schuld der Sünder Und trägt uns voll Er⸗ barmen Auf seinen Vaterarmen. 5. Auf allen unsern Wegen Hat Gnade, Heil und Segen Sich jeden Tag erneuet Und unser Herz erfreuet. 6. Im Sturm gehäufter Plagen, In trauervollen Tagen, Im Schau⸗ der dunkler Nächte Beschützt' uns seine Rechte. 7. Dir, Hüter unsers Lebens, Dir traun wir nie vergebens. Du. du kannst in Gefahren Auch künf⸗ tig uns bewahren. 8. O stärk' uns, voll Vertrauen Hinauf zu dir zu schauen, Mit festem Mut in Leiden Und dank⸗ erfüllt in Freuden. 9. Leit' uns mit mildem Segen Auf allen unsern Wegen. Laß Großen und laß Kleinen Dein Licht der Gnade scheinen. 10. Gieb, Vater, allen denen, Die sich nach Hilfe sehnen, Ein Herz, das sich geduldet Und kla⸗ gend nie verschuldet. 11. Versüß' durch deine Freuden Den herben Kelch der Leiden Und laß, wo Thränen fließen, Sich deinen Trost ergießen. 12. Sei der Verlassnen Vater, Den Irrenden ein Rater, Der Unversorgten Gabe, Der Armen Gut und Habe. 13. Hilf gnädig allen Kranken, Gieb fröhliche Gedanken Den tief⸗ gebeugten Seelen, Die sich mit Schwermut quälen. 14. Und endlich, was das meiste, Füll' uns mit deinem Geiste, Der uns hier selig leite, Zum Himmel uns bereite. 15. Dies wollest du uns geben, Du, Herr von unserm Leben. So werden wir in Segen Dies Jahr zurückelegen. Gerhardt u. Rüster. Mel. Allein Gott in der Höh' sei. 8 ott schuf die Sonne 589. G und den Mond, Die Zeiten abzuteilen. Er macht es, daß man sicher wohnt. Er heißt die Zeiten eilen, Er ordnet Jahre, Tag und Nacht, Der Gott der Ordnung und der Macht, Ihm laßt uns Dank erteilen. 2. Herr, der da ist und der da war, Von dankerfüllten Zungen Sei dir für das verflossne Jahr Ein heilig Lied gesungen, Für Leben, Wohlfahrt, Trost und Rat. tzt' uns ebens, denen, Neujahrsgesänge. Für Fried' und Ruh', für jede That, Die uns durch dich gelungen. 3. Laß auch dies Jahr gesegnet sein, Das du uns neu gegeben. Verleih uns Kraft, die Kraft ist dein, In deiner Furcht zu leben. Du schützest uns und du vermehrst Der Menschen Glück, wenn sie zu⸗ erst Nach deinem Reiche streben. 4. Gieb mir, wofern es dir ge⸗ fällt, Des Lebens Ruh' und Freu⸗ den. Doch schadet mir das Glück der Welt, So gieb mir Kreuz und Leiden. Nur stärke mit Geduld mein Herz Und laß mich nicht in Not und Schmerz Die Glücklichern beneiden. 5. Hilf deinem Volke väterlich In diesem Jahre wieder. Erbarme der Verlassnen dich Und der be⸗ drängten Glieder. Gieb Glück zu jeder guten That Und laß dich, Gott, mit Heil und Rat Auf un⸗ sern Fürsten nieder. Daß Weisheit und Gerechtig⸗ keit Auf seinem Stuhle throne, Daß Tugend und Zufriedenheit In unserm Lande wohne, Daß Treu' und Liebe bei uns sei, Dies, lieber Vater, dies verleih“ In Christo, deinem Sohne. Gellert. Mel. Es ist das Heil uns kommen. 590 Dꝛ Gott, du bist der * Herr der Laß Und auch der Ewigkeiten. Laß mich auch jetzt mit Freudigkeit Dein hohes Lob verbreiten. Ein Jahr ist abermal dahin. Wem dank' ich's, Gott, daß ich noch bin? Nur deiner Gnad' und Güte. 2. Dich, Ewiger, dich bet' ich an, Unwandelbares Wesen, Dich, den kein Wechsel treffen kann. Wir werden, sind gewesen, Wir blühen und vergehn durch dich. Nur du bist unveränderlich, Du warst und bist und bleibest. 3. Herr, ewig währet deine Treu', Mit Huld uns zu begegnen, Und jeden Morgen wird sie neu, Mit Wohlthun uns zu segnen. Ich kenne keinen Augenblick, Da nicht 317 von ihr stets neues Glück Mir zugeflossen wäre. 4. Du hast auch im verflossnen Jahr Mich väterlich geleitet Und, wenn mein Herz voll Sorgen war, Mir Hilf' und Trost bereitet. Von ganzer Seele preis ich dich, Aufs neue übergeb' ich mich, Gott, deiner weisen Führung. Vergieb mir die gehäufte Schuld Von den verflossnen Tagen Und laß mich deine Vaterhuld In Christo ferner tragen. Laß mich in deiner Gnade ruhn Und lehre lebenslang mich thun Nach deinem Wohlgefallen. 6. Gieb neue Lust und neue Kraft, Vor dir gerecht zu wandeln. Laß mich, Herr, stets gewissenhaft Mit mir und andern handeln. Dein Geist belebe Herz und Mut, Dich, o du allerhöchstes Gut, Und nicht die Welt zu lieben. 7. Die Welt vergeht, dies reize mich, Die Lust der Welt zu fliehen. Um bessre Freuden müsse sich Mein Geist schon jetzt bemühen. Den Engeln bin ich ja verwandt, Im Himmel ist mein Vaterland. Da⸗ hin, Herr, laß mich trachten. 8. O lehre selbst mich meine Zeit Recht weislich auszukaufen. Laß mich die Bahn zur Ewigkeit Mit heilger Vorsicht laufen. Der Tage Last erleichtre mir, Bis meine Ruhe einst bei dir Kein Wechsel weiter störet. Diterich nach Freylinghausen. Mel. Wie wohl 9 n di Sonn Zerr, den die Sonnen 591. H und die Erden Durch ihren Bau voll Pracht erhöhn, Durch dessen Machtwort Welten werden Und Welten wieder unter⸗ gehn, Herr, den durch frohe Lobge⸗ sänge Der Kreaturen ganze Menge Und aller Zeiten Lauf erhob! Der Engel Chöre nachzuahmen, Lallt unsre Freude deinen Namen, Und unsern Mund erfüllt dein Lob. 2. Wie deine Kraft die Welt bewahre, Verkündiget der Tag der Nacht. Ein Jahr erzählt dem näch⸗ 318 Neujahrsgesänge. sten Jahre Die großen Wunder deiner Macht. Dein Thron, o Gott, bleibt ewig stehen. Du bleibst der⸗ selbe, wir vergehen. Wie schnell verströmet unsre Zeit! Schon wie⸗ der ist ein Jahr vom Leben, Das deine Gnade uns gegeben, Im Ab⸗ grund der Vergänglichkeit. 3. Kommt, dies sei uns ein Tag des Bundes! Dem frommen Bunde bleibet treu, Und den Gelübden unsers Mundes Stimm'unverstellt das Herz auch bei. O Land, gelobe, Gott zu dienen, Und du wirst wie ein Garten grünen, Den er sich selbst gepflanzet hat. Nur wandelt treu auf seinen Wegen, Und aus der Fülle seiner Segen Macht uns dann seine Gnade satt. 4. Gott, schau' herab von deinen Höhen, Du, der du deine Menschen liebst! Erhöre unser kindlich Flehen, Weil du uns gerne Gutes giebst. So sättge dann mit langem Leben, Den du zum Vater uns gegeben. Befestge unsers Fürsten Thron Und segne ihn mit holden Blicken. Lehr' du ihn selbst das Land beglücken Und sei sein Heil, sein Schutz und Lohn. 5. Tritt den Gewaltigen zur Seite, Die um den Thron des Fürsten stehn, Daß ihren Anschlag Glück begleite Und sie des Volkes Wohl erhöhn. Auf alles, was den Staat kann bauen, Laß sie mit wacher Sorgfalt schauen, Sie, die des Fürsten Auge sind. Der Unschuld Flehn, des Lands Begehren, Laß sie mit wacher Sorgfalt hören, Sie, die das Ohr des Fürsten sind. 6. Erfüll' mit Eifer unsre Lehrer Für deiner Lehre Lauterkeit, Daß einst die spätesten Verehrer Noch dein wohlthätig Wort erfreut. Hilf ihnen, Herr, daß ihre Lehren Nie ohne Früchte wiederkehren, Wir ganz der Gottesfurcht uns weihn. Laß deine Segen auf uns fließen. Denn wenn sie pflanzen und begießen, So kommt von dir nur das Gedeihn. 7 Den Obrigkeiten dieses Landes Steh' in den schweren Pflichten bei, Damit die Wohlfahrt jeden Stau⸗ des Und jedes Fleiß durch sie ge⸗ deih'. Bild' auch das Herz der zar⸗ ten Jugend. Gieb, Gott, daß Weis⸗ heit, Fleiß und Tugend In allen unsern Schulen blüh'. Des Landes Hoffnung laß geraten, Daß man dort Bürger unsern Staaten, Dem Himmel Christen auferzieh. 8. Ach keinen laß sein Heil ver⸗ scherzen, Und mache du die Thoren klug. Gieb Trost und Kraft be⸗ drängten Herzen Und unsern Ar⸗ men Brot genug. Dies unser Flehn sei Ja und Amen In Jesu, denn in Jesu Namen Giebst du, was unser Herz begehrt. Auch dies Jahr segne, dir zum Preise. O Vater, auch an uns beweise, Du seist es, der Gebet erhört. Schlegel. Prüfung beim Anfang und Schlusse des Jahres. Rel. Alle Menschen müssen sterben. 0 Riederum ein Jahr 59 2. Lerichwunden. Ach, es kommt nicht mehr zurück! Mehr als achtmal tausend Stunden Schwanden, wie ein Augenblick. Flohn zugleich auch meine Sünden? Nein, die werd' ich wiederfinden, Wenn der Richter aller Welt Einst vor seinen Thron mich stellt. 2. Wort', Gedanken, Thatenheere, Ach, dürft ihr das Licht nicht scheun? Wenn ich nun gestorben wäre, Wo würd' meine Seele sein? Wär ich jetzt fern von den Sündern? Ständ' ich jetzt bei Gottes Kindern, Ganz von seiner Lieb' entflammt? Oder wär' ich jetzt verdammt? 3. Hab' ich den, der Leben gie⸗ bet, Niemals undankbar betrübt? Und den Gott, der mich geliebet, Hab' ich redlich ihn geliebt? Lebt ich fromm nach seinem Willen, Offentlich und fromm im stillen? War vor seinem Angesicht Ich ein Beispiel jeder Pflicht? Wie? Darf ich's zu denken wagen, Wär ich reif zur Ewigkeit? Was würd' mein Gewissen sagen, chten bei, en Stau⸗ ch sie ge. der zar⸗ aß Weis. Heil ver⸗ eThoren draft be⸗ sern Ar⸗ er Flehn su, denn du, was ies Jahr )Vater, seist es, egel. und . sterben. n Jahr n. Ach, Mehr Stunden genblick. zünden? rfinden, t Einst llt. enheere, scheun? zen gie⸗ etrübt? zeliebet, Lebt' Willen, stillen? Ich ein denken igkeit? sagen, Neujahrsgesänge. Rief Gott mir: Du stirbst noch heut? Könnt ich froh vor ihm er⸗ scheinen? Hätt' ich nichts mehr zu beweinen? Ist, o Heiligster, vor dir Keine Sünde mehr in mir? 5. Vater, du kennst meine Sün ⸗ den. Viel sind ihrer dieses Jahr. Ach, mit Scham muß ich empfin⸗ den, Wie so oft ich treulos war! Vater, es ist lauter Gnade, Wenn du auf des Lebens Pfade Nur noch ein, ein Jahr mir schenkit Und mein Herz zur Tugend lenkst. 6. Nur noch ein Jahr, Gott, auf Erden! Noch droht mir der Sünden Schuld. Ich muß, ich will frömmer werden. Schone, trage noch Ge⸗ duld. Kaum, ach kaum darf ich es denken! Doch du kannst noch Gnade schenken, Wenn, der dein Gebot ent; weiht, Herzlich seine Schuld bereut. 7. Wie so manchen heitern Mor⸗ gen Sah ich dieses Jahr gesund! Wie oft aß, befreit von Sorgen, Speisen, die Gott gab, mein Mund! Wieviel schreckliche Ge⸗ fahren Hat, wenn tausend elend 319 waren, Seine treue Vaterhand Liebreich von mir abgewandt! 8. Gottes Wahrheit konnt' ich hören, Frei zum Gotteshause gehn, Offentlich ihn da verehren, Neue Gnaden mir erflehn. Oft empfand ich seine Liebe, Oft erwachten neue Triebe, Fromm zu sein, in meiner Brust, Ihn zu lieben, neue Lust. 9. Mußt' ich auch in Schmerzen ringen, O so hielt mich seine Hand. Bald konnt ich ihm froh lobsingen, Weil ich wieder Hilfe fand. Gott, dir danket mein Gemüte, Demutsvoll preis' ich die Güte, Die kein Undank mindern kann, Dich bet' ich im Staube an. 10. Ach verzeih', ach schenk' Er⸗ barmen! Denke meines Undanks nicht! Zeig' dem Reuenden und Armen, Der dich sucht, dein An⸗ gesicht! Dir nur will ich künftig leben, Eifrig will ich mich bestre⸗ ben, Deinem Dienst mich ganz zu weihn Und hinfort ein Christ zu sein. Cavater und angeblich Rüster. Am Reform Mel. Durch Herr Hei 4 elian Herr, dein seligma⸗ 593. O chend Wort Ist lang verdunkelt blieben. Es ward vor⸗ hin an jedem Ort Nur Menschen⸗ tand getrieben. Der Glaubenskraft ward nicht gedacht, Durch die man dir vertrauet Und allen an⸗ dern Trost nicht acht't, Nur bloß auf Jesum schauet. 2. Die Heilgen wurden immerdar Zur Fürbitt' hergezählet, Verehrt und endlich auch sogar Zu Helfern auserwählet. Da du doch, Gott, der Helfer bist Im Himmel und auf Erden, Der nur im Namen Jesu Christ Will angerufen werden. 3. Die Werke, die man da be⸗ fahl, Hatt' Eigenwitz erfunden. Der Aberglaube ward zumal Den Herzen eingebunden. Was aber du geboten hast, Das war nicht ationsfeste. not zu wissen, War man nur sonst die Menschenlast Zu tragen recht beflissen. 4. Dies einzuführen, ist die List, Vornehmlich die gewesen: Dein Wort, das unsre Richtschnur ist, Hat man nicht dürfen lesen, Und da war's leicht, zur blinden Zeit Gemüter zu betrügen. Sie wußten nicht den Unterschied Der Wahr⸗ heit und der Lügen. 5. Da wurde denn nach eignem Sinn Ein Gottesdienst erdichtet, Den man aus Geiz nur auf Ge⸗ winn Und Heuchelei gerichtet. Des Höchsten Wort blieb unbekannt, Man konnt' es selten hören. So mußte sich der Menschentand Fast täglich noch vermehren. 6. Und wenn man gleich das schwere Joch Durch lange Zeit ge⸗ tragen, So zweifelten die Herzen 320 doch, Und konnte niemand sagen, Ob er damit genug gethan, Den Himmel zu erwerben, Und trat die letzte Not heran, Mußt' er im Zweifel sterben. 7. Herr, dir sei Dank gebracht, daß wir Zur Wahrheit sind ge⸗ kommen, Und deines Wortes Licht uns hier Der Blindheit hat ent⸗ nommen. Wir wissen, wer auf Christum traut, Erlanget Heil und Leben. Denn wenn er gläubig auf ihn schaut, Wird ihm die Schuld vergeben. 8. Dann thut der Mensch, auf Gottes Rat Und durch des Gei⸗ stes Stärke, Was Gott ihm anbe⸗ fohlen hat, Als rechte gute Werke, Daß er sich in Bescheidenheit, Geduld, Treu', Demut übet, Voll Am Reformationsfeste. Keuschheit, Friede, Freudigkeit Gott und den Nächsten liebet. 9. So viel sagt uns des Herren Mund, Wobei wir feste bleiben. Wir lassen uns von diesem Grund Durch keinen Menschen treiben. Nun wird von uns die große Güt', Die Gott an uns erwiesen, All⸗ zeit mit dankbarem Gemüt Er⸗ kannt und hoch gepriesen. 10. Herr, eile und bekehre noch, Die in der Irre gehen. Wach' auf, zerbrich und stürze doch, Die dir entgegen stehen. Laß nichts dein seligmachend Wort Und seinen Fortgang hindern. Erhalt' und schenk' es fort und fort Nach uns auch unsern Kindern. Angebl.Gesenius u. Unbekannter. An öffentlichen Bußtagen. Mel. Herzlich lieb hab' ich dich, o Herr. 4 u Gott, der unsre 594. Zuflucht ist, Gott unser Mittler, Jesu Christ, Gott heilger Geist der Gnaden! Unend⸗ licher, verwirf uns nicht. Wir kommen vor dein Angesicht, Mit Missethat beladen. Nimm von uns unsre Sündenschuld. Du Gott der Langmut und Geduld, Und merk' auf unser heißes Flehn, Daß wir dein Heil, Erbarmer, sehn. Herr, unser Gott! Verbirg uns nicht Dein Angesicht Und geh' mit uns nicht ins Gericht. 2. Wir haben unsern Bund ent⸗ weiht, Gebrochen unsern teuren Eid Und deinen Weg verlassen. Doch sieh, wir kehren voller Reu' Zurück zu dir. O laß aufs neu' Uns deine Rechte fassen. Laß sie uns leiten auf den Pfad, Den dein Befehl geheiligt hat, Daß Irrtum und Versuchung nie Uns auf die Bahn des Lasters zieh'. Herr, unser Gott! Vor Ungeduld, Vor aller Schuld Behüt' uns deine Vaterhuld. 3. Dein Antlitz leucht' auf un⸗ ser Land. Ringsum bedeckt von deiner Hand Laß es der Ruh' ge⸗ nießen. Wend' ab von uns mit deiner Hut Der Flammen Grimm, den Zorn der Flut, Des Krieges Blutvergießen. uns, wenn die Not Des Mangels und der Seuchen droht, Und schütz' uns, nicht ihr Raub zu sein. Laß Sicherheit das Land erfreun. Herr, unser Gott! Das Land ist dein. O laß Gedeihn Und Sicherheit das Land erfreun. 4. Sohn Gottes, der zur Erde kam Und unsre Schwachheit auf sich nahm, Um Gott uns zu ver⸗ söhnen, Der durch den Tod ins Leben drang, Sich dann zur Rech⸗ ten Gottes schwang, Wo Ehr' und Preis dich krönen! Vertritt, o Mittler, uns bei Gott. Durch deine Leiden, deinen Tod Stärk' uns in unsrer Prüfung Lauf Und, wenn wir straucheln, hilf uns auf. Herr, unser Gott! Dein Trost, dein Licht Verlaß uns nicht Im Tod, im Grab, im Weltgericht. 5. Schütz' uns vor Irrtum und Gefahr. Erhalte deiner frommen Schar Der Glaubenseintracht Se⸗ Sei rettend mit ꝗ.. AEEEEEEE ESEre egEEgSert 488 2—99——9— ee keit Gott s Herren bleiben. n Grund treiben. Dße Güt', n, All⸗ nüt Er⸗ hre noch, zach' auf, Die dir chts dein d seinen alt' und tach uns kannter. Ruh' ge⸗ uns mit Grimm, Krieges end mit Nangels d schütz n. Laß 1. Herr, ist dein. icherheit ir Erde heit auf zu ver⸗ Lod ins r Rech⸗ hr' und tritt, o ch deine uns in „wenn Herr, in Licht od, im im und ommen cht Se⸗ — An öffentlichen Bußtagen. gen. Uns leite, Gott, dein guter Geist. Und was dein Wort ver⸗ spricht und heißt, Sei Licht auf unsern Wegen. Laß auch in Lehr' und Wandel rein Die Diener deines Wortes sein Und bringe zu der Wahrheit Glück, Zu dir die Irren⸗ den zurück. Herr, unser Gott! Breit aus dein Wort An jedem Ort. Gieb Geist und Kraft zu deinem Wort. 6. Auch die Regenten lenke du, Daß sie durch Weisheit und durch Ruh' Der Länder Wohlstand heben. Dem Fürsten, der uns schützt und liebt, Gieb, der in ihm so viel uns giebt, Das beste, spätste Le⸗ ben. Noch lange sei sein Vater⸗ blick Uns, seinen Kindern, Schutz und Glück. O schütt' auf ihn und auf sein Haus Und seine Räte Segnung aus. Herr, unser Gott! In deiner Hand Ist unser Land. Beglück' es, segne jeden Stand. 7. Vernimm der Leidenden Gebet. 321 Wer in Gefahr und Not dir fleht, Dem hilf aus seinen Nöten. Gieb Kranken Linderung und Ruh', Die Sterbenden erlöse du, Erhör' ihr letztes Beten. Sei aller Unter⸗ drückten Heil, Der Witwen und der Waisen Teil. Vereitle der Ver⸗ folger Rat Und lehre sie den rechten Pfad. Herr, unser Gott! Durch alles Leid Der Pilgerzeit Führ' uns zu deiner Herrlichkeit. 8. Du thust weit mehr, als wir ver⸗ stehn, Kannst mehr gewähren, als wir flehn. Laß unsErhörung finden. O neig' auf unser Flehn dein Ohr, Heb unser Herz zu dir empor Und mach' uns rein von Sünden. Laß uns nun ganz dein eigen sein, Im Leben und im Tode dein. Wir sind durch Christi Blut erlöst. O du, der Sünder nicht verstößt, Herr, unser Gott! Erbarme dich. Er⸗ barme dich. Vergieb uns, leit' uns väterlich. Eschenburg. (Siehe auch Nr. 387 und 394.) In allgemeinen Nöten und öffentlichen Trübsalen. Mel. An Wasserflüssen Babylon. 595 u Rächer, Gott, wie schrecklich drohn Uns deines Zornes Flammen! Sie drohn nicht mehr, sie schlagen schon Hoch über uns zusammen. Du trugst uns lange mit Geduld. Zu groß, zu schwer ward unsre Schuld, Du bist des Schonens müde. Nun la⸗ ert deiner Strafen Heer, O Gott, ich furchtbar um uns her, Und in uns ist kein Friede. 2. Die freche Thorheit, deinen Sohn, Den Mittler, nicht zu ehren, Erhebt sich stolz und spricht dir Hohn Und ruft: Wer will mir's wehren? Vom Throne bis zur Hütte dieht Sie alles hin in ihr Gebiet, Läßt nicht sich widersprechen. Die Zahl der Heiligen wird klein, Dir glauben, das muß Thorheit sein, Dich fürchten, ein Verbrechen. 3. Wie Fluten, die dein Zorn gesandt, Die Saaten zu vernichten, So strömen Laster hin ins Land Mit allen ihren Früchten. Nicht schüchtern, mit verhülltem Haupt, Nein, frech, gebietrisch und erlaubt Tritt sie einher, die Sünde, Und zweifelt nicht und ist gewiß, Daß jedes Werk der Finsternis Lob und Belohnung finde. 4. Du aber sprichst: Nun ist es eit, Zu strafen, die mich hassen. er Sünde Schmach und Schäd⸗ lichkeit Will ich sie fühlen lassen. Du gehst mit ihnen ins Gericht, Du schlägst sie, und sie fühlen's nicht Und wollen es nicht fühlen. Sie tragen ihrer Laster Schmach Und geben darum doch nicht nach Und wollen es nicht fühlen. 5. Wie lange, Rächer, werden sie Selbst deinen Zorn nicht achten? Wird der gestrafte Sünder nie Nach deiner Gnade schmachten? &2 322 In allgemeinen Nöten Kannst du, vor dem die Hölle bebt, Vor welchem zittert, was da lebt, Und Sturm und Abgrund schwei⸗ gen, Kannst du, du Allgewaltiger, Du Gnädigster, du Schrecklichster, Nicht Menschenherzen beugen? 6. Du bist die Liebe! Wende dich Zu ihnen, deinen Kindern. Viel⸗ leicht beweist dein Wohlthun sich Noch mächtig an den Sündern. Viel⸗ leicht läßt sich ihr stolzes Herz, Un⸗ biegsam gegen Qual und Schmerz, Durch dein Erbarmen rühren, Be⸗ reuet seine Missethat, Läßt dich, der es begnadigt hat, Sich und sein Thun regieren. 7. Doch mußt du strafen, so gescheh', Herr, unser Gott, dein Wille. Du, Erdkreis, Völker, Kö⸗ nige, Erzittert werdet stille. Gott zürnet, der das Meer erregt Und Felsen in den Abgrund schlägt Und aus den Wolken blitzet. Er, er verzehrt durch seinen Hauch Den stolzen Sünder, wenn er auch Auf einem Throne sitzet. 8. O du, gerechte Vaterhand, Du wollst der Frommen schonen, Die dann das sündenvolle Land, Das du so strafst, bewohnen. Sie, die den Dienst der Sünde flohn, Dir standhaft folgten, GottesSohn, Sie rett' aus dem Verderben. Er⸗ rette sie zur bösen Zeit Und laß sie einst mit Freudigkeit In deinem Namen sterben. Münter. Mel. O Gott, du frommer Gott. 0 ie gnädig warst du, 596. Wĩ Gott, Vor alters deinem Lande! Wie halfst du ihm, wie oft Zerbrachst du unsre Bande Und schontest deines Volks Mit väterlicher Huld, Vergabst die Missethat, Bedecktest seine Schuld! 2. Dein strenger Zorn erlosch Mit allen seinen Flammen, Sobald es sich entschloß, Die Sünde zu ver⸗ dammen. Die Menschen sündigen. Du bleibst dir immer gleich, Ge⸗ recht und heilig stets Und stets an Gnade reich. 3. Hilf, hilf uns, unser Gott. Laß wegen unsrer Sünden Uns deine Rache nicht, Herr, unser Heil, empfinden. Wie schrecklich ist dein Grimm! Ach, soll er ewig glühn? Und willst du deine Huld Auf ewig uns entziehn? 4. Wann kehrt zu uns zurück Dein Trost. o Gott, dein Segen, Daß wir, dein Erbteil, uns In dir erfreuen mögen? O, laß uns leben, Gott. Laß uns dein Antlitz sehn. Sei gnädig, hilf uns aus, Hilf, ehe wir vergehn. 5. Jedoch ich hör uns schon Den Gott des Trostes trösten. Heil giebt er seinem Volk Und Ruhe den Er⸗ lösten, Die er erwählet hat, Wenn wir nur heilig sind, Und unsre Seele nicht Die Thorheit lieb gewinnt. 6. Geschwinde naht sein Heil Sich seinen frommen Knechten, Und Gottes Ehre wohnt Im Lande der Gerechten. Barmherzigkeit und Treu' Umfahn sich schwesterlich, Gerechtigkeit und Fried' Umfahn und küssen sich. 7. Der Herr begnadigt uns. Das Land bringt seine Früchte, Und seine Huld geht her Vor sei⸗ nem Angesichte, Verbreitet Glück und Heil Auf Gottes Eigentum, Und Israel frohlockt Und bringt ihm Preis und Ruhm. Cramer. Mel. Wenn wir in höchsten Nöten. ehn wir nur Trübsal 597. S um uns her Und wissen keinen Ausgang mehr Und finden weder Schutz noch Rat, Ob wir auch sorgen früh und spat, 2. Dann ist es unser Trost allein, Daß wir uns deiner noch erfreun Und fliehn zu dir, du treuer Gott, Du einzger Helfer in der Not. 3. Wirheben unser Aug' und Herz Hinauf zu dir in unserm Schmerz Und flehn dich um Begnadigung Und aller Strafen Linderung. 4. Nach deiner Gnade sagest du Dies allen, die dir trauen, zu Durch den, der unser Mittler ist, Durch unsern Heiland, Jesum Christ. Uns „unser cklich ist er ewig ie Huld zurück Segen, Antlitz 18 aus, n Den il giebt den Er⸗ Wenn ce Seele winnt. n Heil iechten, Lande eit und sterlich, Imfahn t uns. zrüchte, zor sei⸗ Glück entum, bringt ramer. roͤten. rübsal Und r Und üt, Ob pat, allein, rfreun r Gott, ot. 5. Dir, unserm Vater, unserm Gott, Dir klagen wir all' unsre Not. Ach, deine Vateraugen sehn, Wie so verlassen wir da stehn. 6. Nur du bist unsre Zuversicht. Vergilt nach unsrer Schuld uns nicht, Steh' uns um Christi willen bei Und mach' uns aller Plagen frei. 7. Dann danken und lobsingen wir Mit freuderfülltem Herzen dir. Gehorsam deinem teuren Wort, Herr, preisen wir dich hier und dort. Eber und Neander. Mel. Wenn wir in höchsten Nöten. 598 9 imm von uns, Herr, * wir flehn dich an, Du, der allein uns helfen kann, Nimm von uns, Herr, der Strafe Last, Die du uns auferleget hast. 2. Herr, unsrer Schulden Zahl ist groß. Wer wird die böse Nei⸗ ung los? Wer ist's, der seine Sünden zählt? Wer weiß es, Herr, wie oft er fehlt? 3. Nicht Schwachheit nur, ach, Missethat Ist's, die uns, Herr, ge⸗ schieden hat. Oft haben wir der Menschheit Wert, Dein göttlich Ebenbild, entehrt. 4. Doch laß vor uns vorübergehn, Die über unserm Haupte stehn, Die Strafgerichte, die uns drohn, Und gieb uns nicht verdienten Lohn. 5. Hörst du nicht uns, hör Je⸗ sum Christ, Der unser Mittler war und ist, Und laß noch stehen dieses Jahr Den Baum, der ohne Früchte war. 6. O Geist der Gnad' und des Gebets! Behüt' uns heut', behüt' uns stets. Laß Sünden uns nicht mehr entweihn, Behutsam unsern Wandel sein. 7. Ström' deinen Segen, Herr, ins Land. Es leit' uns deine treue Hand. Gieb allen Frieden und Gedeihn. Hör' nie auf, unser Schutz zu sein. 8. Entzieh' uns deines Wortes Licht Der Soele Trost und Hoff. nung, nicht. Es ist das Licht, das und öffentlichen Trübsalen. uns die Nacht Des Pilgerlebens helle macht. 9. Und fährt dein Zorn zu strafen fort, So schone, Gott, nur unsrer dort Und gehe, Vater, gehe nicht Mit deinen Knechten ins Gericht. v. Bippel. (Siehe auch Nr. 284.) Trost des Frommen in traurigen Zeiten. Mel. Was mein Gott will, gescheh'. 599 Dis dich nicht kennen, — die nicht, Gott, Nach deinen Rechten fragen, Die müssen in der Zeit der Not Mit banger Seele klagen. Beklemmt von Schmerz, Verzagt ihr Herz Und findet keinen Retter. Denn du bist nicht Die Zuversicht Der Sünder und der Spötter. 2. Ich aber darf auf dich allein Mit ganzer Seele trauen. Wie fin⸗ ster auch die Zeiten sei'in, Darf dennoch mir nicht grauen. ach kenne dich Und weiß, daß i Nach deinen Rechten frage, Weiß deine Treu Wird täglich neu Und sorgt für meine Tage. 3. Nicht klagen will ich, Gott, vor dir, Nicht weinend zu dir treten. Mit Zuversicht, die giebst du mir, Mit Freuden will ich be⸗ ten. Dein Angesicht Verbirgt sich nicht Vor denen, die dich ehren. Du merkst auf sie, Verwirfst sie nie Und eilst, sie zu erhören. 4. Du wollst mich in der bösen Zeit Mit deinem Schilde decken. Mich setze, Gott, in Sicherheit Vor allen ihren Schrecken. Mich treffe nicht Dein Zorngericht. Du wollest meiner schonen. Bei Tausenden, Die untergehn, Laß unversehrt mich wohnen. 5. Gott, hilf mir, daß ich immer hier Ein göttlich Leben führe Und meine Freudigkeit zu dir Durch Sünden nicht verliere. Der Sünder Schmach Folgt ihnen nach. Du zür · nest, und sie zittern. Doch wird mich nie Dein Zorn, wie sie, Wenn du sie strafst, erschüttern. Münter. X* 324 In Kriegszeiten. Mel. Wer nur den lieben Gott. 600 Eꝰ zieht, o Gott, ein — Kriegeswetter Jetzt über unser Haupt daher. Bist du nicht unser Schutz und Retter, So ist die Plage uns zu schwer, Sieh, wie die Fürsten sich entzwein Und sich zu unterdrücken dräun! 2. O laß uns hier allein, o Vater, Auf dich und deine Vorsicht schaun, Auf dich, den besten Freund und Rater, Und nicht auf Men⸗ schenhilfe baun, Die, Gott, uns ohne dich nichts nützt Und nur durch dich uns kräftig schützt. 3. Kein blinder Zufall herrscht auf Erden. Du bist es, der die Welt regiert. Laß uns der Feinde Spott nicht werden, Die Stolz und Neid zu uns geführt. Seid böse, Völker, rüstet euch! Deckst du uns, Gott, so fehlt ihr Streich. 4. Die allerfeinsten Kriegeslisten Vereitelt leicht dein weiser Rat. Nie wird ein Feind ein Land ver⸗ wüsten, Das dich, Gott, zum Be⸗ schützer hat. Mit dir hat oft die kleinste Macht Ein großes Heer zur Flucht gebracht. 5. Dem Feinde hilft nicht große Menge, Dem Riesen hilft nicht seine Kraft, Der Ross' und Wagen stark Gedränge Ist's nicht, was Völkern Sieg verschafft. Der Stolze traut darauf zwar gern, Allein der Sieg kommt nur vom Herrn. 6. Wir werfen uns in deine Arme, Du Vater der Barmherzig⸗ keit, Und beten voll Vertraun: Er⸗ barme, Erbarme dich 121 schweren Zeit! O merke, merk' auf unser Flehn, Laß Gnade noch für Recht ergehn! ‚ 7. Doch findet, Herr, dein weiser Wille Noch ferner Züchtigung uns gut, Wohlan, wir schweigen und sind stille Bei dem, was deine Vorsicht thut. Laß nur uns deiner Plagen Not Zur Bessrung leiten, mächtger Gott. 8. Nicht zu verderben, nein, mit Maßen Treff' uns dann auch dein Strafgericht. Du kannst, du wirst uns nicht verlassen. Nein, Va⸗ ter, nein, dies thust du nicht. Erbar⸗ mend rette deine Hand Auch uns und unser Vaterland. Borchward. Mel. Ach Gott, vom Himmel sieh. 3 sch Gott, wir treten 601. A jetzt vor dich Mit traurigem Gemüte, Und unser Herz seufzt ängstiglich: Rett' uns durch deine Güte. Schau', wie jetzt Not und Kriegsgefahr Uns hart umringt und uns sogar Tod und Verderben drohet. 2. Gedenke, Vater, jetzt nicht mehr, Daß wir's verdienet haben. Gedenke nicht, daß wir so sehr Die uns verliehnen Gaben Ent⸗ ehret und so lange Zeit Zur Wollust, Pracht und Uppigkeit Sie undankbar mißbrauchet. 3. Wie oft ist unser Nebenchrist Gedrückt, wie oft betrogen, Durch Schein des Rechts, Gewalt und List Das Seine ihm entzogen! Jetzt, Rächer, ist dein Zorn entbrannt, Die Sünde, die wir nicht erkannt, Wird öffentlich geahndet. 4. Doch, Herr, verzeih' die Misse⸗ that Um Jesu Christi willen. Er, der für uns gelitten hat, Kann deinen Zorn nur stillen. Ach er, der unsre Sünden trägt, Die du ihm selbst hast auferlegt, Hat uns ja dir versöhnet. 5. Um seinetwillen schone du Und höre unsre Klagen. Verleih' uns wieder Fried' und Ruh' Und mindre deine Plagen. Erbarm', o Herr, erbarme dich Und rett' uns alle gnädiglich Von Krieg und Kriegsbeschwerden. 6. Du kannst, o Gott, der Für⸗ sten Herz Wie Wasserbäche lenken. Ach, laß sie doch der Völker Schmerz Recht väterlich bedenken. Sprich du selbst ihnen mächtig zu, Daß sie doch ihrer Länder Ruh' Und Wohl mit Ernst befördern. SVDDSD 688 8800 ESRE II⁰. S/roEE„ Für⸗ nken. In Kriegszeiten. 7. Wir fallen dir voll Reu' zu Fuß. Du wollest uns erhören. Hilf, daß wir uns mit wahrer Buß', O Gott, zu dir bekehren, Damit wir nicht an unserm Teil Selbst unser eignes Glück und Heil, Den teuren Frieden, hindern. 8. Breit' über unser ganzes Land Die Flügel deiner Gnaden. Beschütze huldreich jeden Stand Vor Drangsal, Not und Schaden. Dann wollen wir zu jeder Zeit Dich, Vater der Barmherzigkeit, Mit Dank und Preis erheben. Unbekannter und Rüster. Mel. Wend' ab deinen 3018 3 err, unser Gott, laß 602. H nicht zu schanden wer⸗; den Die, so in ihren Nöten und Beschwerden Bei Tag und Nacht auf deine Güte sehen Und zu dir flehen. 2. Mach' alle die zu schanden, die dich hassen, Die sich allein auf ihre Macht verlassen. Ach, kehre dich mit göttlichem Erbar⸗ men Doch zu uns Armen. 3. Schaff' du uns Beistand wider unsre Feinde. Sprichst du ein Wort, so werden sie bald Freunde. Dann müssen sie die Waffen nieder⸗ legen Und sich nicht regen. 4. Wir haben niemand, dem wir uns vertrauen. Vergebens ist's, auf Menschenhilfe bauen. Mit dir nur kann man Thaten thun und kämpfen, Die Feinde dämpfen. 5. Du bist der Held, der sie kann untertreten Und die erretten, die im Glauben beten. Wir traun auf dich, wir schrein in Jesu Namen: Hilf, Helfer! Amen. Heermann. Danklied für wiederhergestellten Frieden. Mel. Es ist das Heil uns kommen. 603 Nobsingt dem Gott, der unsrer denkt, Der unsre Thränen stillet, Der uns den goldnen Frieden schenkt Und Flehn und Wunsch erfüllet! Gott, unser Jammer drang zu dir. Du hörst Gebet, dir wollen wir In der Gemeine danken. 325 2. Dein Antlitz war hinweg⸗ gewandt, Das nun uns wieder leitet, Und über uns und unser Land War bange Not verbreitet. Herr, wenn dein Zorn den Frev⸗· ler schilt, Wenn du mit Sündern rechten willt, Wer kann vor dir bestehen? 3. Im Staube blickten wir em⸗ vor Und flehten: Hilf' uns wieder! Du hörst, du hilfst, du neigst dein Ohr Auf unser Flehn hernieder Und schenkst uns Ruh' und Sicherheit Und hemmst des Krieges Grausam⸗ keit Und steuerst dem Verderben. 4. Wie furchtbar zog des Krie⸗ ges Grimm Daher, gleich wilden Fluten. Und traf mit gleichem Ungestüm Die Bösen und die Guten! Doch Gott hat seiner Wut gewehrt, Zur Pflugschar ist des Würgers Schwert, Der Spieß zur Sichel worden. 5. Die Klage wird zum Lob⸗ gesang Und steigt empor zum Himmel. Der Angst Geschrei, des Elends Drang Wird lautes Lust⸗ getümmel. Befreit vom Gram geheilt vom Schmerz, Lobsingt der Mund, frohlockt das Herz, Ent⸗ strömt die Freudenthräne. 6. O Gott, erhalt' uns lange Zeit Dies Glück, von dir gegeben, Und laß in stiller Sicherheit, In deiner Furcht uns leben. Ruh', Fried und Eintracht schmück' uns hier. Du führst uns einst hinauf zu dir, Zu Wohnungen des Friedens. Eschenburg. Mel. Wer nur den lieben Gott. 604 illkommen, du Ge⸗ — schenk des Himmels, O Friede, der die Welt beglückt! Gott hat die Schrecken des Ge⸗ tümmels, Des Würgens und der Angst erstickt. Gott hat das Flehn der Not erhört, In Freuden unser Leid verkehrt. 2. Gott ist der Herr der Krieges· scharen. Er schlägt und bricht der Stolzen Trutz. Er ist der Retter aus Gefahren, Er, er ist der Ver⸗ lassnen Schutz. Auf, Menschen. ————.— 326 In Kriegszeiten. preiset seine Macht, Die liebevoll an uns gedacht. 3. Preist ihn, der hart, doch mit Erbarmen Und stets voll Huld die Sünder schlägt, Ihn, der zu⸗ gleich auf Vaterarmen Die Seinen, wie auf Flügeln, trägt. Die ihr durch ihn begnadigt seid, Auf, werdet jetzt ganz Dankbarkeit. 4. Preist ihn und lernt ihm serner trauen, Wenn sich ein Un⸗ glück auf euch stürzt. Ihr werdet seine Hilfe schauen, Denn seine Hand ist nie verkürzt Und ewig seine Gnad', als er. Wer bleibet bei ihm hoffnungsleer? 5. Auf, preist ihn durch ein frommes Leben Und reizet seinen Arm nicht mehr. Bedenkt mit heiligem Erbeben, Hart war sein Zorn, sein Eifer schwer, Und doch trug er, der Gott der Huld, Noch schonend unsre größre Schuld. 6. Preist ihn durch Wohlthun und Erbarmen, Wo Elend eure Brüder drückt. Die Hilfsbedürftigen und Armen, Ach, diese kleidet und erquickt, Daß jeder sich des Friedens freu' Und niemand ferner traurig sei. 7. Dann singt ihr wahre Frie⸗ denslieder, Dann ist eu'r Herz ganz Dankbarkeit, Wenn ihr, als eines Leibes Glieder, In Lieb und Frömmigkeit euch freut. Dies Glück, dies hose Glück, o Gott, Erhalt' uns bis an unsern Tod. 8. Laß fest an deinem Wort uns halten Und treu dir im Gehorsam sein, In Lieb' und Tugend nie erkalten Und dankbar jedes Laster scheun. So sind wir froh hier in der Zeit Und selig einst in Ewigkeit. Angeblich Stresow u. Paulmann. Um Erhaltung des Friedens und dessen Segens. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 605 H err Gott, wir preisen „Hdeine Macht Mit freu⸗ digem Gemüte. Du hast bisher für uns gewacht Du hast aus großer Güte Vor Krieg und Raub und schwerem Leid, Das deine Hand den Sündern dräut, Uns väterlich behütet. 2. Wir häufen täglich unsre Schuld Durch unser sündlich Leben, Und doch bleibt uns, du Gott der Huld, Die Wohlthat noch gegeben, Daß jedermann von uns in Ruh' Sein' Arbeit und Beruf, wie du Befiehlest, kann verrichten. 3. In unserm Lande blitzt kein Schwert, Unschuldige zu töten. Es ist von Feinden unverheert Und frei von Kriegesnöten. Uns schreckt kein fürchterlicher Trutz, Wir können unter deinem Schutz Noch immer sicher wohnen. 4. Laß, Höchster, deine Vatertreu“ Auch künftig uns bewahren. Steh' du, Allmächtiger, uns bei Und deck' uns vor Gefahren. Breit' in der Welt den Frieden aus, Gieb Fried' im Land, in jedem Haus Und Ruh' auf unsern Grenzen. 5. Und wenn ein Feind uns überfiel, So wollest du ihm weh⸗ ren. Setz' du ihm Schranken, Maß und Ziel, Heiß ihn zurücke⸗ kehren. Beschütze mächtig unser Land, Laß Sicherheit durch deine Hand Sich über uns verbreiten. 6. Gieb allen Mächtigen den Sinn, In Frieden zu regieren, Und laß in Frömmigkeit forthin Uns deine Gnade spüren. Erhalt' uns deine Lehr' und Wort Und laß in Ruh' an jedem Ort Glück, Heil und Segen blühen. Unbekannter, Küster u. Paulmann. Eigne Melodie. 606 Verlei uns Frieden SQgnädiglich, Herr Gott, zu unsern Zeiten. Es ist doch ja kein andrer nicht, Der für uns könne streiten, Denn du, unser Gott, alleine. 2. Gieb unserm Fürsten und aller Obrigkeit Fried und gut Regiment, Daß wir unter ihnen Ein geruhiges und stilles Leben führen mögen In aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit. Amen. Luther u. Unbekannter. SCEEEEEEEEEe SE SEE HFi S H Hand terlich unsre zeben, tt der zeben, Ruh' ie du t kein töten. rheert Uns Trutz, chutz rtreu' Steh' Und itꝰ in Gieb Haus en. uns weh⸗ nken, rücke · unser 327 Bei ansteckenden Krankheiten. Mel. In dich hab' ich gehoffet, Herr. 607 Gurt, dessen Aug' uns — stets bewacht, Du bist allein die Hilf' und Macht Von uns hilflosen Schwachen. Wir bitten dich Demütiglich, Auch über uns zu wachen. 2. Uns schrecket, daß der Seuche Gift Schon hin und wieder manchen trifft. Sie hebt schon an zu wüten. Drum flehen wir Und schrein zu dir, Du wollest uns behüten. 3. Gott, furchtbar ist dein Zorn⸗ gericht. Mich und die Meinen treffe nicht Die mörderische Seuche. Hilf uns, o Gott, Hilf, treuer Gott, Daß sie uns nicht erreiche. 4. Ach handle nicht, Herr Zebaoth, Ach handle nicht, liebreicher Gott, Mit uns nach unsern Sünden. Barmherzigkeit, Barmherzigkeit, Laß uns noch bei dir finden. 5. Schau' an der Herzen Trau⸗ rigkeit, Schau', wie uns unsre Schuld gereut. Ach, um des Mittlers willen, Der für uns starb, Uns Gnad' er⸗ warb, Laß deinen Zorn sich stillen. 6. Streck' aus, Herr, deine starke Hand, Deck' unsern Ort, schütz' unser Land Samt allem, was wir haben. Heil' unsern Schmerz, Still' unser Herz, Laß reichen Trost uns laben. 7. Froh stimmen wir dein Lob, Herr, an Und wollen nun dich nicht bloß dann, Wenn Trübsal da ist, suchen, Dir ganz uns weihn, Stets dankbar sein Und aller Sünde fluchen. Schlegel nach Ahle. Mel. In dich hab' ich gehoffet, Herr. 608 H err Gott, vor deiner H Majestät Wirft unser brünstiges Gebet, Mit Angst er⸗ füllt, sich nieder. Dein Grimm erwacht, Der Seuche Macht Würgt schon die nahen Brüder. 2. O Gott, wie groß ist diese Not! Sie kommt, sie wächst, und Fall und Tod Bedeckt das Land mit Leichen. Kein Widerstand Von Menschenhand Macht den Ver⸗ derber weichen. 3. Sie dräut auch unsrer Misse⸗ that, Wenn nicht dein liebevoller Rat Uns noch mit Langmut trä⸗ get. Sind wir mehr wert, Als die dein Schwert Jetzt häufig niederschläget? 4. Ach, Vater, gehe mit uns nicht Nach unsern Sünden ins Gericht. Erbarmer, ach verschone. Erlaß die Schuld. Nach deiner Huld, In deinem liebsten Sohne. 5. Erbarme dich, erbarme dich Und blicke jetzt auch väterlich Auf tiefgebeugte Sünder. Du kannst allein Mit Hilf' erfreun. Errette deine Kinder. 6. Errette mächtig Land und Ort Von dieser bösen Seuche Mord. Entferne Furcht und Plagen. Gieb, was uns gut, Gieb frohen Mut, Das Glück von unsern Tagen. 7. Doch sollen wir gezüchtigt sein, So flöß' uns die Gesinnung ein, Daß wir bereitet stehen, Wenn dir's gefällt, Aus dieser Welt Vor deinen Thron zu gehen. 8. Beut denen deine Hände dar, Die jetzt in tödlicher Gefahr Um⸗ ringt mit bangen Schrecken, Und laß ihr Herz Im herben Schmerz Den Kelch des Trostes schmecken. 9. Laß, da die Demut vor dir fleht, Laß, treuer Vater, dies Gebet Zu dir erhörlich dringen. So soll den Dank Oofer Pingen. Das Herz zum Opfer bringen. Unger. (Siehe auch Nr. 393.) Nach geendigten Seuchen. Mel. An Wasserflüssen Babylon. 609 un wollen wir dir — Lob und Preis, Gott unser Helfer, bringen, Dir wollen wir mit bestem Fleiß, Mit Herz und Mund lobsingen. Du hast uns in der Sterbensnot So treu be⸗ schützet, daß der Tod Uns nicht dahin gerissen. Pflicht ist es, daß wir lebenslang, Allgütigster, dir —...t..t‚.‚t‚‚t‚r‚tE“e—. 328 Bei ansteckenden Krankheiten. dafür Dank Von Herzen sagen müssen. 2. Wir waren, Höchster, überall Mit Todesfurcht umgeben. Wir sahen der Geplagten Qual Und Sterbende voll Beben. Der Tod riß täglich viel' ins Grab, Die Not nahm zu, die Menschen ab, Die Heilkunst war vergebens. Nichts trieb des Würgers Macht zurück. Auch uns schien jeder Augenblick Der letzte unsers Lebens. 3. Zu dir, Gott, unserm Retter, schrien Der Deinen bange Herzen, Und du hast gnädig uns verziehn, Du sahest unsre Schmerzen. Er⸗ harmungsvoll hat deine Hand Das Übel von uns abgewandt, Nach Sünden nicht gelohnet. Preis dir, o Gott, wir leben noch! Groß war die Not, schwer unser Joch, Noch größer du, der schonet. 4. Preis sei dir, Gott im höch⸗ sten Thron, Für deine Vatergüte! Preis singt dir, Mittler, Gottes Sohn, Mein Mund, Herz und Ge⸗ müte! Preis dir, o Tröster, heil⸗ ger Geist! In Ewigkeit seist du ge. preist, Gott, der uns hat erhöret! Nun zeigst du uns, wer stets sich fest Auf dich, den Mächtigen, ver⸗ läßt, Dem werde Trost gewähret. 5. O laß uns künftig, gütger Gott, Die Sünde dankbar fliehen. Durch Strafen, durch Gefahr und Not Willst du uns zu dir ziehen. Wohlan, mein Herz, der Sünde Lauf Hör' in dir künstig völlig auf. O thu' des Heilgen Willen. Vielleicht möcht er nicht mehr ver⸗ zeihn. Heil dir, er wird dir Kraft verleihn, Den Vorsatz zu erfüllen. Angeblich Gensch v. Breitenau und Unbekannter. In Te Mel. Von Gott will ich nicht. 610 Dii bester Trost der Ar⸗ — men, Gott, Schöpfer aller Welt, Du Vater voll Erbar⸗ men, Der seine Zusag' hält, Du, du erhörst Gebet. So hör', was unser Glaube Zu dir jetzt aus seht. In Not und Teurung eht. 2. Ach, unser sündhaft Leben Verklagt vor dir uns hart, Doch schonen und vergeben Ist ja der Väter Art. Du, trener Bater, du Bist gut vor allen Vätern Und neigst selbst Ubertretern Dein Herz bald wieder zu. 3. Wenn sie mit ernster Reue Zu dir um Hilfe schrein, So willst du auch aufs neue Ihr Gott und Retter sein. Herr, unsre Zu⸗ versicht, Auf den auch wir jetzt sehen Und hilflos zu dir flehen, Verlaß, verlaß uns nicht. 4. Gott, unser Heil, ach wende Der Zeiten schweren Lauf. Thu' deine milden Hände, Den Schatz urung. der Allmacht, auf. Was nur ein Leben hat, Nährst du mit Wohl⸗ gefallen. O schaffe denn uns allen Bei unserm Mangel Rat. 5. Herr, der du uns auch schu⸗ fest, Hör' unser Angstgeschrei. All⸗ mächtiger, du rufest Dem Nichts, damit es sei. Zu helfen ist dir leicht, Du kannst dem Mangel weh⸗; ren, In Teurung uns ernähren, Wenn's uns unmöglich deucht. 6. Laß unsre Frucht geraten Und deine Hilf' uns sehn. Er ⸗ quicke unsre Saaten, So oft sie traurig stehn. Herr, baue selbst das Land, Tränk' es mit Tau und Regen Und füll' es an' mit Segen Aus deiner milden Hand. 7. Erhör' uns, Gott, und kröne Das Jahr mit deinem Gut. Sei gnädig und versöhne Uns dir durch Christi Blut. Laß uns wohl; thätig sein Von dem, was wir noch haben, Und deine Vatergaben Durch Mißbrauch nie entweihn. Biller und Schlegel. höch⸗ rgüte! Bottes d Ge⸗ heil⸗ du ge⸗ zöret! 5 sich ver⸗ ihret. ütger ehen. und ehen. ünde öllig illen. ver;⸗ Rraft illen. nau In Teurung. 329 Nach geendigter Teurung. Mel. Nun freut euch, lieben Christen. 3 u hast, o gnadenreicher 611. D Gott, In Teurung uns ernähret, Im Elend und in Hungersnot Errettung uns ge⸗ währet, Und nun hat deine Segens⸗ hand Von uns und unserm Vater⸗ land Den Mangel abgewendet. 2. Dich jammerte der Menschen Leid, Du hörtst das Schrei'n der Armen. Du, Vater der Barm⸗ herzigkeit, Sahst auf sie mit Er⸗ barmen. Groß war die Not, groß unsre Schuld, Noch größer war, Gott, deine Huld Und deiner All⸗ macht Stärke. 3. Dir sei, o bester Vater, Dank, Anbetung, Preis und Ehre! Erheb' ihn würdig, mein Gesang, Und Erd' und Himmel höre. Der Höchste hält, was er verspricht: So lang' die Schöpfung steht, soll nicht Hier Saat und Ernt' aufhören. 4. Gott, unsre Sünde war's, die dich Zur Züchtigung bewogen. Laß uns, da du uns väterlich Jetzt zu dir hast gezogen, Die Sünden künftig ernstlich fliehn Und dir, der gnädig uns verziehn, Ganz unser Leben widmen. 5. Wie fürchterlich lehrt Hun⸗ gersnot Uns unser Nichts erken⸗ nen! O laß uns dich allein, o Gott, Stets unsern Vater nennen. Lehr' uns in allem auf dich schaun, Dich kindlich fürchten, dir vertraun Und jede Wohlthat schätzen. 6. Laß uns, wenn du schenkst Überfluß, Uns nie durch Stolz erheben, Stets mäßig bleiben im Genuß, Der Wollust widerstreben, Von dem, was deine Vatergnad' Uns mildreich giebt, durch Liebes⸗ that Den Armen gern erfreuen. 7. Und künftig wollst du gnädig⸗ lich Vor Mangel uns bewahren. Dann ist kein Übel fürchterlich, Deckst du uns vor Gefahren. Mit Lust, o Vater, wendest du Dem Lande deinen Segen zu, In wel⸗ chem Fromme wohnen. Rüster. Für die Feld⸗ und Landfrüchte. Mel. Es ist das Heil uns kommen. 612 Qob sei Gott, der den Frühling schafft, Gott, der den Erdkreis schmücket! Preis sei ihm, Ehre, Stärk' und Kraft, Der, was er schuf, beglücket! Der Herr erschafft, der Herr erhält, Er liebt und segnet seine Welt. Lob⸗ singet ihm, Geschöpfe. 2. Eh' noch der Mensch den Herrn verließ, In jenen heitern Tagen, Da war die Erd' ein Paradies, Frei von der Sünde Plagen. Nun hat uns Sünd' und Straf entstellt, Doch sind wir noch in deiner Welt, Im Vorhof deines Himmels. 3. Das Land, das erst erstorben lag, Erwacht und lebt nun wie⸗ der. Es strömet jeden neuen Tag Dein Segen neu hernieder. Der Wurm, der in dem Staube webt, Der Vogel, der in Lüften schwebt Erfreut sich seines Lebens. 4. Der Erden Antlitz ist verjüngt, Erheitert glänzt der Himmel, Ge⸗ birg und Thal und Wald erklingt Von freudigem Getümmel, Und voll Erbarmen schaut herab, Der allen Sein und Leben gab, Auf seiner Schöpfung Werke. 5. Doch fühllos nur und un⸗ beseelt Sind Auen und Gefilde. Auch hast du nicht die Tier' erwählt Zu deinem Ebenbilde. Der Mensch nur freuet deiner sich, Kennt, füh; let und empfindet dich Und hofft ein ewig Leben. 6. Lobsinget ihm, er ist uns nah'. Singt alle seine Heere. Der Herr ist allenthalben da, Im Himmel, Erd' und Meere. Ich preise dich, ich singe dir, Denn 330 Für die Feld⸗ und Landfrüchte. du bist, wo ich bin, bei mir Mit Allmacht, Lieb' und Gnade. 7. Du rufst die Wolken in das Land Und stillst den Durst der Erde, Daß mit den Gaben deiner Hand Der Mensch gesegnet werde. Du machest Regen, Tau und Wind, Die deiner Allmacht Boten sind, Zu unsrer Freude Quellen. 8. Selbst wenn, vom Donner⸗ sturm bedräut, Erschrockne Länder zittern, Strömt Stärkung, Segen, Fruchtbarkeit Aus schwarzen Un⸗ gewittern. Dann bricht die Sonne neu hervor, Und alles jauchzt zu dir empor, Vor dem die Wetter schweigen. 9. Von dir kommt, was uns hier erfreut, Du Brunngquell aller Ga⸗ ben. Dort wirst du uns mit Selig⸗ keit In reichern Strömen laben. Wohl, wohl den Menschen, die schon hier Sich dir ergeben und einst dir In Christo naunk. unt. Mel. Alle elle Enehtel derr(Gute 2 elle leuchtet deine Güte, 613. HDeine MachtundWeis⸗ heit, Gott. Jedem fühlenden Gemüte Ruft der Frühling: Gott ist! Gott! Ist ein Quell, dem Freud' entquillt, Der mit Leben alles füllt! 2. Millionen Blumen duften, Alle Felder werden grün. Wie wenn tausend Stimmen ruften, Hör' ich: Fühlt und preiset ihn, Ihn, der Erd' und Himmel trägt. All' ihr Heer schuf und bewegt! 3. Alles drängt sich, aufzuleben In verschönerter Gestalt. Frohe Vögelscharen schweben, Jauchzen im belaubten Wald, Und Insekten ohne Zahl Kreuzen sich an Berg und Thal. 4. Alles atmet nur Vergnügen, Alles redet dir Eust Ruhm. Vö⸗ gel, die die Luft durchfliegen, Schmetterling' auf jeder Blum', Bienen, Feinde träger Ruh', Gott ist! ruft mir alles zu. 5. Seh' ich Wasserquellen fließen, Bäum' an Bächen, Hütten dran, Menschen, die der Milch genießen, Die aus Kräutern werden kann, Seh' ich auf den Weiden Vieh, Deine Huld, wie fühl' ich sie! 6. O du Vater, o du Treuer, Quell, dem Segen nur entfließt, Aller Lebenden Erfreuer. Wer spricht aus, wie gut du bist? Wer preist würdig deine Kraft, Die aus Winter Frühling schafft? Cavater. Mel. Lobt Gott, ihr Christen. 614 Noch immer wechseln or⸗ • dentlich Des Jahres Zeiten ab. Dein Regen, Gott, er⸗ gießet sich Noch auf die Erd' herab. 2. Du öffnest deine milde Hand, Uns Menschen wohlzuthun, Und lässest auch auf unserm Land Noch immer Segen ruhn. 3. Von deinem Himmel, Höchster, träuft Gedeihn und Fruchtbarkeit. Die Saat geht auf und blüht und reift Und sättigt und erfreut. 4. Von dir gesegnet, giebt der Baum Den Schatten, den man sucht, Und unter seiner Zweige Raum Erfrischung und auch Frucht. 5. Du nährest jede Kreatur. O Herr, wer ist dir gleich? Dein Vorratshaus, Gott, die Natur, Ist unerschöpflich reich. 6. Wem strömt sie nicht, von dir erfüllt, Lust und Vergnügen zu? Wer ist so gut, so treu, so mild, So väterlich, wie du? 7. Herr, ohne dich vergingen wir, Und wir verdienten's auch, Und dennoch leben wir in dir, Beseelt durch deinen Hauch. 8. Wer, Gott, erfährt nicht deine Huld? Wem strahlet nicht dein Licht? Mit welcher Langmut und Geduld Verschonst du unser nicht! 9. O betet Gott, ihr Menschen, an! Erwägt's und dankt ihm nun. Was hat Gott schon an uns gethan! Was will er nicht noch thun! 10. Nicht bloß für diese kurze Zeit, Herr, hießest du uns sein. Du schufst uns für die Ewigkeit, Uns ewig dein zu freun. 11. Läßt du uns deine Freund⸗ lichkeit Schon hier so herrlich sehn n kann. n Vieh, sie! Treuer, ntfließt, Wer Wer Die aus avater. ten. seln or⸗ Jahres ott, er⸗ herab. Für die Feld⸗ und Landfrüchte. Was wird in der Vollkommenheit Der künftgen Welt geschehn? 12. Noch tiefer dringt alsdann mein Blick In deine Wunder ein. O Herr, laß dies erhabne Glück Mir stets vor Augen sein. Cramer und Bruhn. Mel. Allein Gott in der Höh' sei. 61⁵5 Gott, sobald der Tag erwacht, Erfreust du, was da webet, Und abends danket deiner Macht, Was auf der Erde lebet. Du wässerst unsrer Erde Schoß, So wächst der Felder Reich⸗ tum groß, Nährt Menschen und auch Tiere. 2. Dein Brunn eraquickt sie früh und spät, Und jeder Grashalm zeuget Von dir, durch den die Saat gerät, Hinauf zu Halmen steiget. Wenn Furch' und Fluren sich erneun, So giebst du Wachs⸗ tum und Gedeihn Durch Sonnen⸗ schein und Regen. 3. Du krönst mit unerschöpfter Hand, Herr, alle Jahreszeiten. Du träufelst auf das ganze Land Des Segens Fettigkeiten. Es trieft durch ihren milden Guß Die Wüste selbst von Überfluß, Und Freude schmückt die Hügel. 4. Die Anger stehen ringsumher Voll Schaf', es stehn die Auen Von goldnem Korne dick und schwer, So weit die Blicke schauen. Der hocherfreute Landmann singt, Daß Berg und Thal und Hain erklingt, O Gott, von deiner Güte. Spreng und Sturm. Um Gesegnung der Feldfrüchte. Mel. Es ist das Heil uns kommen. 616 Es baut, Herr, deiner — Menschen Schar Auf dein Geheiß die Erde Und hofft dabei von Jahr zu Jahr, Daß sie versorget werde. Denn du ver⸗ sprichst, du treuer Gott, Daß sie bei Fleiß und Müh' ihr Brot Von dir erhalten solle. 2. Bis hierher trifft die Zusag' ein. Gieb ferner deinen Segen, Laß unsre Früchte wohl gedeihn, Gieb Sonnenschein und Regen. 331 Denn ohne deine Segenshand Bringt selbst ein fettes, gutes Land Uns nimmer, was es könnte. 3. Vergebens ist all unsre Kunst, All Müh' und Zubereiten, Wenn nicht, Gott, deine Gnad' und Gunst Hier unsern Fleiß begleiten. Durch dich nur keimt der Samen auf, Wächst, treibt, setzt Frucht und reift darauf. Du bist's, der alles giebet. 4. Straf' uns, Herr, nicht in deinem Zorn. Sei uns ein Gott der Güte. Erhalte unsrer Felder Korn. Ach Vater, ach verhüte, Daß Frost und Sturm und Hagelschlag Sie nicht zerstörend treffen mag, Und wir dann trauern müßten. 5. Entstehen Wetter und Gefahr, So laß den Blitz nicht zünden. Vor großer Dürre uns bewahr Und gar zu trocknen Winden. Mach' auch die Erde nicht zu naß Und laß uns Kammern, Scheu'r und Faß Mit deinem Segen füllen. 6. Gieb gnädig, was uns deine Hand Jetzt in der Hoffnung weiset, Und krönt dein Segen unser Land, O dann sei, Herr, gepreiset. Dann bringen wir dir Dank und Ehr', Der du der Kreaturen Heer Mit Wohlgefallen sättigst. 7. Wir trauen dir, wohlthätger Gott, Dich lassen wir frei walten. Du, Vater, kennst all' unsre Not, Hast lange hausgehalten. Du wirst in deinem Eigentum Zu unserm Wohl, zu deinem Ruhm Dich fer⸗ ner gnädig zeigen. Ringwald, Rüster u. Paulmann. Um Regen bei großer Dürre. Mel. O Gott, du frommer Gott. 617.4 allerhöchster Gott, Im Himmel und auf Erden, Dem Wolken, Luft und Wind Allzeit gehorsam werden! Was du befiehlst, geschieht. O laß auch unser Flehn Durch dich, All⸗ mächtiger, Jetzt in Erfüllung gehn. 2. Wir bitten kindlich dich Um deinen Vatersegen. Gieb uns, o Vater, gieb Uns einen milden Regen. Staub ist jetzt unser Land, 332 Für die Feld⸗ und Landfrüchte. Erstorben jede Flur, Es schmachtet Feld und Tier, Es trauert die Natur. 3. Wir es verdient. Ach, in i sind unsre Sünden, und bil⸗ ig strafst du uns. Doch laß uns Gnade finden. Vergieb uns unsre Schuld. Thu' auf die milde Hand, Wirf einen Vaterblick Auf uns und unser Land. 4. Befeuchte Berg und Thal, Erfrische unsre Felder, Dein Regen träufle sanft Auf Anger, Gärten, Wälder. Das, was bisher gelechzt, Erquicke, Herr, aufs neu', Daß jede reatur Dir freudig dankbar sei. 5. Ergieß' zugleich dein Wort, Gleich einem milden Regen, Auf unser träges Herz Mit tausend⸗ fachem Segen. Der Fromme nur kann sich, Gott, deines Segens freun. O laß uns alle reich An wahrer Tugend sein! Schubert u. angeblich Küster. Danklied für verliehenen Regen. Mel. Nun lob', mein' Seel', den Herren. 1 8 in milder Regen sinket Erquickend auf die dürre Flur. Wie labt sie sich, wie trinket Ihn die verschmachtende Natur! Die sanften Ströme kühlen Der Lüfte weites Meer, Und die Geschöpfe fühlen Sich nicht mehr träg' und schwer. Gott spricht. Das Seüfzen schweiget Und Hitz' und Dürre fliehn. Der Frommen Dank⸗ lied steiget Hinauf und preiset ihn. 2. Mit Mut im Angesichte Be⸗ schaut des Ackers Herr sein Feld. Erquickt hat Gott die Früchte, Er, der Versorger seiner Welt. Steif steht die Saat, die Ahren Vom Mark der Erde voll, Das seine Menschen nähren Und Tier' er⸗ freuen soll. Weit schallt es ins Gefilde: Gott ist's, der Regen schickt. Auf, preiset seine Milde! Die Erde ist erquickt! 3. Gott, laß uns nicht ver⸗ gebens Die Gaben deiner Hand em⸗ pfahn, Uns nicht, du Quell des Lebens, Dir undantbar und frucht⸗ los nahn. Du sendest Tau und Regen, Giebst milden Sonnenschein, Du eilst, mit deinem Segen Uns alle zu erfreun. Ach, laß uns nicht vergebens So manche Gab' em⸗ pfahn, Laß nicht, du Quell des Lebens, Uns undankbar dir nahn! Münter. Bei anhaltendem Regen um Sonuenschein. Mel. Wär' Gott nicht mit uns. 619. O Gott, der du den Him⸗ mel ganz Mit Wolken kannst bedecken Und bald der hei⸗ tern Sonne Glanz Auch wiederum erwecken! Halt' deinen Regen jetzt —— Und laß der Sonne frohen lick Uns wiederum erfreuen. 2. Die Felder trauern überall, Die Saat und Früchte leiden. Des Regens überhäufter Fall Erstickt der Fluren Freuden. Der Segen, den du uns gezeigt, Der sich be⸗ trübt zur Erde neigt, Droht nun⸗ mehr zu verderben. 3. Herr, unsre Sünd' und Misse⸗ that Hat dies sehr wohl verdienet, Feroch erzeig' uns Huld und Gnad'. Dein Sohn hat uns versühnet. Wir nahn zu dir voll Reu' uns nun, Wir wollen ernstlich Buße thun Und unser Leben bessern. 4. Gieb uns, o du liebreicher Gott, Den heitern Schein der Sonne Und überschütt uns nach der Not Mit Freude, Lust und Wonne, Und zeig' uns jetzt nach deiner Treu', Daß außer dir kein Segen sei Im Himmel und auf Erden. Schirmer, Küster u. Paulmann. Danksagung für den Sonnenschein nach anhaltendem Regen. Mel. Nun danket alle Gott. ein Gott, du bist ge⸗ 620. M recht Und gleich⸗ wohl lauter Liebe, Steht's mit uns Menschen gleich Oft kummervoll und trübe, Scheint's gleich, als dächtest du, Bei unsrer Sünden⸗ schuld Nicht ferner mehr an uns Mit Vatertreu' und Huld. 2. Die Wolken mußten stets Das Sonnenlicht bedecken. Wind, Regenwetter, Sturm Erfüllten uns n Uns 15 nicht ib'em⸗ tell des nahn! nter. um tnun.· Misse⸗ ienet, znad'. ühnet. anun, thun eicher der ch der onne, einer egen rden. ann. chein st ge⸗ leich · t uns rvoll als Iden⸗ uns stets zind, uns Für die Feld⸗ und Landfrüchte. 333 mit Schrecken, Weil man nur Dun⸗ kelheit Und finstre Nebel sah, Und unsres Landes Frucht War dem Verderben nah. 3. Nun hast du Sonnenschein Uns wiederum gegeben, Die Felder sind erquickt, Erquickt auch unser Leben. Wir preisen deine Huld, Die, Gott, auf unser Flehn Bei unsrer Kümmernis So liebreich hat gesehn. 4. Ja, Herr, wir preisen dich Mit freudigem Gemüte. O sorg' auch künftig noch Für uns mit Vatergüte. Gieb uns zu rechter eit Tau, Regen, Sonnenschein. ir wollen dir dafür Von Herzen dankbar sein. v. Gersdorf. Danklied für die Ernte. Mel. Wer nur den lieben Gott. 621 Dir. milder Geber aller 0 Gaben, Herr, dir ge⸗ bühret Ruhm und Dank. Du hörst das Schrei'n der jungen Raben, Du liebst der Lerche Lobgesang. O neige jetzt dein Ohr zu mir! Du forderst Dank, ich danke dir. 2. Die kleinste deiner Kreaturen Macht deine Weisheit offenbar. Man siehet deiner Güte Spuren Und deine Macht von Jahr zu Jahr. Ein jedes Gras belehret mich: Wie groß ist Gott, wie klein bin ich! 3. Du sorgst nach treuer Väter Weise 65. deine Menschen und fürs Vieh. Du schenkest allem Fleische Speise, Du sorgst und segnest spät und früh. Auch Bösen wirfst du Gutes zu. Wo ist ein solcher Gott, wie du? 4. Der Erdkreis ist von deiner Güte, Von deiner Weisheit ist er voll. Herr, unterweise mein Ge⸗ müte, Wie ich dich würdig loben soll. Gieb, daß mein Herz dich freudig liebt, Dich, der mir soviel Gutes giebt. 5. Das Saatkorn wird in dei⸗ nem Namen Auf Hoffnung in das Feld gestreut. Du, großer Schöpfer, gabst dem Samen, Da du ihn schufst, die Fruchtbarkeit. Der Acker, den du heimgesucht, Bringt nun durch deinen Segen Frucht. 6. Was dürr ist, feuchtest du mit Regen, Was kalt ist, wärmt dein Sonnenschein. Du teilst die Zeiten, wie den Segen Zu unserm Besten weislich ein. Bei Wärme, Hitze, Kält' und Frost Grünt, wächst und reifet unsre Kost. 7. Kommt, laßt uns bei den vollen Scheuern Dem Herrn der Ernte dankbar sein. Laßt uns den Bund mit ihm erneuern, Ihm selbst, was er uns schenkte, weihn. Kommt, laßt uns seine Macht er⸗ höhn. Der Herr ist gut, sein Lob sei schön. 8. Gieb, Vater, daß uns deine Liebe Zu deinem Ruhm und Ehr er⸗ freut. Dein Segen mehr' in uns die Triebe Zur Demut und zur Dankbarkeit. Du hast uns gnädig Guts gethan. Treib' uns zur Pflicht des Guten an. 9. Gieb denen herzliches Erbar⸗ men, Die deine Hand mit Gütern füllt, Damit ihr Überfluß der Armen Bekümmernis und Hunger stillt. Herr, der du aller Vater bist, Gieb jedem, was ihm nö⸗ tig ist. 10. Beschütze die verliehnen Güter, Laß uns die Gaben wohl gedeihn, Laß teure Zeit und Un⸗ gewitter Entfernt von unsern Grenzen sein, Verhüte Krieg und Hungersnot Und gieb uns unser täglich Brot. Ciebich. Bei Gewittern. Ehrfurcht gegen Gott bei Ge⸗ wittern. Mel. Wie groß Mach uge, der He⸗ 3 er Mächtige, der Herr 622. D der Götter, Vor dem der Seraph niederfällt, Gott redet donnernd aus dem Wetter Und ruft voll Majestät der Welt. An⸗ betend sinkt der Erdkreis nieder. Der Wald ertönt, es bebt die Flur 334 Und Blitze sagen's Blitzen wieder: Gott ist der Herrscher der Natur! 2. Laß dich auch seine Stimme rühren. Sei ganz Empfindung o mein Herz. Den Dank, das Lob, die ihm gebühren, Entweihe kein unheilger Scherz. Es rufen Gottes wahren Kindern Selbst Donner Gnad' und Segen zu. Sie rufen schonend sichern Sündern, Und ihren Ruf verstehst auch du. 3. Verstumme, freches Heer der Spötter. Furcht und Verzweiflung warten dein. Der Herr ist Gott! es sagt's das Wetter, Die Welt, die ganze Welt ist sein! Ihr bebt, Elende? Wollt ihr fliehen? Kein Ort schützt euch und euren Spott. Nichts kann dem Mächtgen euch entziehen. Er kennt, er straft euch. Er ist Gott! Köhler. Mel. Nun sich der Tag geendet hat. 392 8donnert, Mensch. 62 Ewer donnert? Wer Blitzt aus dem Wolkenzelt? Schau' auf, o Sünder: Wer? Der Herr, Der große Herr der Welt! 2. In seiner ausgestreckten Hand Liegt schweigend die Natur, Und Erd' und Himmel ist im Brand, Ist nicht mehr, spricht er nur. 3. Es donnert. Gott, wie schreck⸗ lich ist Des Himmels Wetternacht! Es blitzt. Es donnert. Gott, du bist! Und groß ist deine Macht! 4. Gott donnert in des Sünders Ohr. Der Sünder hört's und zagt, Hebt zitternd kaum sein Aug' empor., Wenn das Gewissen sagt: 5. Den, der dich schuf, ernhrt und schützt, Dich väterlich umfing, Den Gott, der nun am Himmel blitzt, Den hieltest du gering! 6. Gott kennt dein Herz und weiß dein Thun, Er, der die Men⸗ schen wägt. Was bist du, wenn sein Donner nun Dich schnell zu Boden schlägt? 7. Verschone, Herr, verschone noch Der Sünder nur diesmal. Barmherzig bist du, Vater, doch, Zu groß ist ihre Za hl. Bei Gewittern. 8. Bekehre noch ihr böses Herz Und tilge ihre Schuld, Erfülle sie mit Reu' und Schmerz Und trage noch Geduld. 9. Vor deines Gottes Majestät Erzittre nicht, o Christ, Wenn er in Donnerwolken geht Und um sich Blitze schießt. 10. Und wenn sein donnerndes Geschütz Den Frevler tief erschreckt, So wiss', daß Gott dich vor dem Blitz Und seinem Donner deckt. 11. Der Pfeil des Herrn fährt wunderbar Von seinem Wolken⸗ thron, Trifft, wen er will, und krümmt kein Haar, Wenn Gott ihm ruft: Verschon'! 12. Sprich: Wenn mein Gott mich töten will, Gerecht ist sein Gericht. Er ist der Herr, ich halte still Und laß im Tod ihn nicht. 13. Des Donners König ist mein Freund. Wenn er mich schnell ent⸗ rückt, So weiß ich, daß er's gnädig meint Und ewig mich entzückt. 14. Wer Gott bei stillem Him⸗ mel ehrt, Singt ihm auch froh ein Lied, Wenn er auf schwarzen Wolken fährt, Steht, wenn der Sünder flieht. Cavater. Mel. Nun sich der Tag geendet hat. 29 er hohe Himmel dun⸗ 624. D kelt sich, Ein Wetter Gottes dräut. Ich bebe nicht, ich freue mich, Herr, deiner Herr⸗ lichkeit. 2. Du zürnest, wenn du don⸗ nerst, nicht. Du bist der Menschen Freund. Nicht blasser sei mein Angesicht, Wenn uns der Blitz erscheinit. 3. Dem Sünder nur, der dich nicht kennt,. Dem bist du fürchter⸗ lich, Dem aber, der dich Vater nennt, Zeigst du als Vater dich. 4. Uns Segen ist der Sonne Licht, Uns Segen Tag und Nacht, Auch Segen ist uns dein Gericht Und deines Blitzes Pracht. 5. Doch Menschen sind wir, Va⸗ ter, schwach. Gedenk', wie schwach wir sind! Sprich nicht: Zerstöre es Herz ülle sie d trage kajestät zenn er nd um ierndes schreckt, or dem deckt. 1 fährt Bolken⸗ I, und n Gott Bei Gewittern. 335 agel! Ach! Sprich nicht zum litz: Entzünd'! 6. Du reinigst durch den Blitz die Luft, Dein Regen kühlt die Saat, Und donnerst du, dein Don⸗ ner ruft: Seid rein von Missethat! 7. Laß frei das Herz von Ang⸗ sten sein, Wenn uns dein Wetter droht. Weg Furcht! Wir lieben. Furcht hat Pein. Du bist die Lieb', o Gott! Cavater. Nach dem Gewitter. Mel. Wer nur den lieben Gott. 62⁵ ie gnädig ist des — Höchsten Wille! Der Donner schweigk, die Blitze fliehn. Bald schmückt, bei angenehmer Stille, Der Sonne Glanz das feuchte Grün. Erhebe deinen Lobgesang, Du, meine Seele, opfre Dank. 2. O nimm bewundernd Gottes Güte Im Blitz und Ungewitter wahr! Dem frohen forschenden Gemüte Stellt sich ein großer Schauplatz dar Von ungezählter Se⸗ genspur, Zum Labsal aller Kreatur. 3. Wenn bei erhitzter Dünste Glühen Sowohl die Menschen, als das Vieh, Den Odem matt und keuchend ziehen, Wie froh, wie munter werden sie, Wenn in die ängstlich schwüle Luft Der Donner kühle Winde ruft! 4. Wie lieblich hebt sich das Ge⸗ treide, Getränket durch den Regen⸗ guß! Und wie vergnügt betritt die Weide Der neubelebten Tiere Fuß! Der muntern Vögel frohes Heer Verkündigt des Erhalters Ehr'. 5. Auch ich will seine Güte loben. Im Wetter, wie beim Sonnenschein, Werd' er von dir, mein Herz, er⸗ hoben! Du kannst dich seiner Güte freun, Und wenn des Donners Stimme brüllt, Ist er dein Helfer und dein Schild. Stresow u. Sturm. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. 56 ott, durch dessen Macht 626. G und Stärke Erd' und Himmel sich bewegt, Wenn mein Herz die großen Werke Deiner Allmacht überlegt, So bekenn' ich, höchster König, Mein Verstand ist viel zu wenig, Deine Wege bleiben mir Unbegreiflich für und für. 2. Geb' ich auf des Himmels Kräfte Und auf Erd' und Wasser acht, Wie ein jedes sein Geschäfte, Und wozu du es gemacht, Gleich auf dein Geheiß vollbringe, Find' ich ja in jedem Dinge Wunder, deren hohen Preis Ich nicht aus⸗ zusprechen weiß. 3. Du, Herr, bringst des Windes Brausen Aus verborgnen Orten her, Und sein Ungestüm, sein Sausen Kommet nicht von ungefähr. Wenn die Wolken sich ergießen Und die Blitze heftig schießen, Wenn der Donner tönt und kracht, Zeigst da deine große Macht. 4. Doch vergißt du deine Liebe Gegen deine Kinder nicht. Sind die Wolken schwarz und trübe, Ihnen scheint dein Gnadenlicht. Mitten, Gott, im Sturm und Wetter Bist du selbst ihr Schutz und Retter, Schonest ihrer Bangigkeit, Wenn ihr Herz in Angsten schreit. 5. Wenn du sprichst, so muß sich stillen Regen, Donner, Sturm und Wind, Als die alle deinen Willen Auszurichten fertig sind. Sommer, Winter, Frost und Hitze Ordnest du so, wie es nütze Zu der Erde Fruchtbarkeit Alles zur bestimm⸗ ten Zeit. 6. Denn dich jammert deiner Kinder. Ob es dir gleich ist be⸗ kannt, Daß sie böse sind und Sünder, Hört doch deine milde Hand Noch nicht auf, das Land zu segnen, Nein, du läßt nicht immer regnen, Es muß auch der Sonnenschein Nach dem Regen fruchtbar sein. 7. Wer ist, der die Liebesthaten Deiner Hand nicht rühmen muß? Wenn du alles wohlgeraten Und von deinem Überfluß Uns die Fülle lässest nehmen, Muß ich mich ja billig schämen, Daß dich, Gott, mein träger Geist Würdig gnug nicht rühmt und preist. 8. Ach, daß wir doch, wie wir 336 Morgengesänge. sollten, Lebten dir, dir Gott, al⸗ lein, Nichts, als deinen Willen, wollten, Dir gehorsam möchten sein Und von Erde, Luft und Ster; nen Selbst Gehorsam möchten ler⸗ nen! Ach, mach du zu jeder Zeit, Dir zu dienen, uns bereit. v. Gersdorf. (Siehe auch Nr. 415. 416.) Morgengesänge. Mel. Nun laßt uns Gott, den Herren. ach' auf mein Herz, 627. Wẽ und singe Dem Schöpfer aller der e Dem Geber aller Güter, Der Menschen treuem Hüter. 2. Als nächtliche Gefahren Ver⸗ borgen um mich waren, Als ich nicht sah, nicht 130515 Warst du's, der für mich wachte. 3. Mit zärtlichem Erbarmen Beschütztest du mich Armen, Und ich schlief ohne Grauen Und kann die Sonn' jetzt schauen. 4. Wie fühl' ich mich erquicket! Du, der uns stets beglücket, Du machst, daß ich auf's neue Mich meines Lebens freue. 5. Steig' auf, mein Dank, zum Throne. Dem Vater und dem Sohne, Dem Geist des Herrn sei Ehre, Anbetung, Preis und Ehre. 6. Hör', Gütigster, mein Flehen, Du kannst ins Herze sehen. Laß dir mein kindlich Lallen, Mein Vater, wohlgefallen. 7. Laß deinen Geist mich leiten, Daß ich zu allen Zeiten Mich dir zum Opfer gebe Und heilig, dankbar lebe. 8. De jeglichem Geschäfte Gieb Mut, Verstand und Kräfte. So werd' ich meine Pflichten Mit Lust vor dir verrichten. 9. Gieb mir denn deinen Segen Auf allen meinen Wegen. Dein Wort sei meine Speise Auf meiner Himmelsreise. Gerhardt, Älopstock und Liebich. Mel. Alle Welt, was lebt und webet. 628 Gett des Himmels und — der Erden, Vater, Sohn und heilger Geist, Der du Tag und Nacht läßt werden, Mond und Sonne scheinen heißt, Dessen Allmacht seine Welt, Und was drinnen ist, erhält! 2. Gott, ich danke dir von Herzen, Daß du mich in dieser Nacht Vor Gefahr, Angst, Not und Schmerzen Hast behütet und be⸗ wacht Und bei aller meiner Schuld Mich noch trägst mit Vaterhuld. 3. Laß jetzt alle Lust zu Sünden, Gleich der Nacht, in mir vergehn, Und mich Mut und Stärke finden, Auf der Tugend Pfad zu stehn. Dir gefallen, dir mich weihn, Müsse mein Bestreben sein. 4. Mich erinnre jeder Morgen, Gott, an jenen großen Tag, Und die erste meiner Sorgen Sei, wie ich bestehen mag, Wenn dein furchtbar Weltgericht Einst auch mir mein Urteil spricht. 5. Ach, ich fehle leicht! Drum leite Mich, o Herr, nach deinem Wort. Sei du, Vater, mir auch heute Schutz und Rat an jedem Ort. Denn ich kann durch dich allein Fromm und gut und ruhig sein. 6. Dir, o großer Gott, befehle J mit kindlich frohem Sinn Meinen Leib und meine Seele, Was ich habe, was ich bin. Segne mich, ich bin ja dein Und ich will es ewig sein. 7. Deine Macht wird mich be⸗ wahren, Wenn Gewalt und List mir droht. Laß mich jeden Tag erfahren, Du seist mein getreuer Gott. Sterb' ich, so erhebe du, Vater, mich zur ewgen Ruh'. 8. Gieb mir, Gott, was ich be⸗ gehre, Und was mir dein Wort verheißt. Dir sei Lob und Preis und Ehre, Vater, Sohn und heilger ten ler⸗ eit, Dir rsdorf. 16.) — Dessen id was ir von dieser dot und ind be⸗ Schuld erhuld. Morgengesänge. 337 Geist! Ich, der hier nur stamm eln kann, Bete dich einst würdger an. Albert, Zollikofer und Miller. Mel. Wend' ab deinen Zorn. 20 On dieser Morgenstund' 629. will ich dich koben, O Gott, mein Vater, in dem Himmel oben. Für alle Gnaden, die du mir erwiesen, Sei du gepriesen. 2. Von dir hab' ich mein Leben, Gott, bekommen. Durch dich bin ich zum Christen angenommen. Du lässest mich Vergebung meiner Sünden Durch Jesum finden. 3. Du hast mir deinen guten Geist gegeben, Der mich hier lehrt und führt in meinem Leben, Da⸗ mit ich, Herr, auf dich allein nur schaue Und dir vertraue. 4. Du hast mich allzeit väter⸗ lich ernähret, Was ich bedurfte, liebreich mir gewähret, Mich aus des Elends öden Finsternissen Her⸗ ausgerissen. 5. Auch jetzt hast du durch dei⸗ ner Engel Scharen Mich lassen sicher diese Nacht bewahren, Daß mich kein Übel traf, kein Leid er⸗ schreckte, Kein Unfall weckte. 6. So groß, o Gott, ist deine Gnad' und Güte. Ich preise sie mit wallendem Gemüte. Wie Morgen⸗ tau fließt jetzt dein Segen wieder Auf mich hernieder. 7. O laß mich, Gott, von dei⸗ nem fernern Segen Geleitet, gehn auf allen meinen Wegen. Auch heute schütze mich, du Gott der Gnaden, Vor allem Schaden. 8. Erhalte mir das beste Glück des Christen, In deiner Furcht zu wandeln, frei von Lüsten. Erhalte mir den Eifer, deinen Willen Gern zu erfüllen. 9. Auch alle, die mir lieb sind, alle Meinen, Nimm, Gott, in dei⸗ nen Schutz. Sie sind die Deinen. Verwandte, Freunde, alles, was ich habe, Ist deine Gabe. 10. Sei der Beschützer unsrer Obrigkeiten. Laß Fried' und Glück sich unter uns verbreiten. Behüt' uns alle, mächtger Gott, aus Gna⸗ den Vor Sünd' und Schaden. 11. Zu meiner Arbeit, meiner Hände Werken, Wollst du auch heute meine Kräfte stärken. O segne sie, laß mich in ihnen allen Dir wohlgefallen. 12. Und wenn ich einst, mein Gott, aus diesen Leiden, Heut' sei es oder morgen, werde scheiden, Dann laß auf Christi Tod mich fröhlich sterben, Den Himmel erben. 13. Dann bin ich Gin an Seel' und Leib genesen, in hier auf Erden dein, o Gott, gewesen Und bin von dir bewährt und treu er⸗ funden, Hab' überwunden. Angeblich Gesenius, Küster und Paulmann. Mel. Ich dank' dir, lieber Herre. Oder: Aus diesem tiefen Grunde. 630 Mit freudigem Gemüte — Sing' ich dir meinen Dank. Es preise deine Güte Mein früher Lobgesang, O du, der mir das Leben Bis diesen Tag ver⸗ längt, Mir Kraft und Heil ge⸗ geben Und täglich neu geschenkt! 2. Beherrscher aller Welten, Mein Gott, wie dank' ich dir? Wie soll ich dir vergelten, Was du gethan an mir? Ich bin viel zu geringe, Doch du verschmähest nicht Das Opfer, das ich bringe, Dies Herz voll Zuversicht. 3. Gedenk' nicht meiner Sünde, Gott der Barmherzigkeit. Sei dei⸗ nem schwachen Kinde Ein Vater, der verzeiht. Du, Gott der Liebe, dämpfe Die sinnliche Begier, Mit der ich stets noch kämpfe⸗ Und ziehe mich zu dir. 4. Herr, send' auf meinen Wegen Mir deine Hilfe zu Und sprich du selbst den Segen Zu allem, was ich thu'. Ja, sende du mir Kräfte Von deinerHimmelshöh', Damit all mein Geschäfte Erwünscht von statten geh'. 5. Gieb mir vor allen Dingen Getrosten Mut und Geist, Das freudig zu vollbringen. Was mein Beruf mich heißt. Laß mich in guten Tagen Nicht übermütig sein 338 Morgengesänge. Doch auch nicht trostlos zagen, Dringt gleich ein Kreuz herein. 6. Hilf, daß in meinem Stande Ich thu', was dir gefällt, Und laß mich nicht in Schande Geraten vor der Welt. Richt', Herr, mein ganzes Leben Nach deinem Willen ein. Laß, die du mir gegeben, Von dir gesegnet sein. 7. Gieb, daß im Glück und Leide Ich stets so leben mag, Daß ich mit heil'ger Freude Denk' an den letzten Tag, Und kommt er, so vergönne, Daß ich voll Freudigkeit Des Glaubens sprechen könne: Komm, Herr, ich bin bereit. J. Franck und Sturm. Mel. Wer nur den lieben Gott. 631 ein Gott, nun ist es * wieder Morgen, Die Nacht vollendet ihren Lauf. Nun wachen alle meine Sorgen Mit meinen Pflichten wieder auf. Die Ruh' ist aus, der Schlaf dahin, Und ich seh' wieder, wo ich bin. 2. Ich bin noch immer auf der Erde, Wo jeder Tag sein Elend hat, Und wo ich immer älter werde Bei wiederholter Missethat. O Gott, der mich beschützt und nährt, Wär' ich doch deiner Liebe wert! 3. Gieb, daß ich dir, Herr, auf⸗ erstehe, Dir einzig lebe, nicht der Welt, Es gehe sonst mir, wie es gehe, Thu' ich nur, was dir wohlgefällt. Schließ' mich in deine Vorsicht ein, So bin ich tot und lebend dein. 4. Vergieb mir, Vater, alle Sünden, Die ich von Jugend auf gethan, Und daß ich Gnade möge finden, So siehe meinen Mittler an. In dessen Namen bitt' ich dich, Er ist dein Sohn, er starb für mich. 5. Hilf du in allen Sachen ra⸗ ten. Denn wo wär' ich mir selbst genug? Behüte mich vor Misse⸗ thaten, Vor böser Menschen List und Trug. Führ' du mich selbst auf ebner Bahn Und was ich thu', sei wohlgethan. 6. Bewahre mir Leib, Seel' und Leben, Verwandt' und Freunde, Hab' und Gut. Willst du mir Kreuz zu tragen geben, So gieb dabei mir Trost und Mut. Doch soll mich auch ein Glück erfreun, So laß es mir durch dich gedeihn. Neumann und Weiße. Mel. Ich dank' dir, Gott, durch. ein erst Gefühl sei 632. M Preis und Dank. Erheb' ihn, meine Seele. Der Herr hört deinen Lobgesang. Lobsing' ihm, meine Seele! 2. Mich selbst zu schützen ohne Macht, Lag ich und schlief in Frie⸗ den. Wer schafft die Sicherheit der Nacht Und Ruhe für die Müden? 3. Wer wachte für mich, da ich schlief? Wer schützte mich vorSchrek⸗ ken? Wer war es, der dem Lichte rief, Mich wieder aufzuwecken? 4. Du bist es, Herr und Gott der Welt, Und dein ist unser Leben. Du bist es, der es uns erhölt Und mir's jetzt neu gegeben. 5. Gelobet seist du, Gott der Macht, Gelobt sei deine Treue, Daß ich nach einer sanften Nacht Mich dieses Tags erfreue. 6. Laß deinen Segen auf mir ruhn, Mich deine Wege wallen Und lehre du mich é selber thun Nach deinem Wohlgefallen. 7. Nimm meines Lebens gnädig wahr. Auf dich hofft meine Seele. Sei mir ein Retter in Gefahr, Ein Vater, wenn ich fehle. 8. Gieb mir ein Herz voll Zu⸗ versicht, Erfüllt mit Lieb' und Ruhe, Ein weises Herz, das seine Pflicht Erkenn' und willig thue. 9. Daß ich als ein getreuer Knecht Nach deinem Reiche strebe, Gottselig, züchtig und gerecht Durch deine Gnade lebe. 10. Daß ich, dem Nächsten bei⸗ zustehn, Nie Fleiß und Arbeit scheue, Mich über andrer Wohler⸗ gehn Und ihre Tugend freue. 11. Daß ich das Glück der Lebens⸗ zeit In deiner Furcht genieße Und meinen Lauf mit Freudigkeit, Wenn du gebeutst, beschließe. Gellert. 898 S 2 I 2 0 rHerr bsing' Morgengesänge. 33 Mel. Warum betrübst du mich, mein. 22 hm, der das Licht ent⸗ 633. J stehen hieß Und mich gesund erwachen ließ, Sei Preis und froher Dank! Des neuen Mor⸗ gens Heiterkeit Sei meinem Gott zuerst geweiht. 2. Sieh', Herr, ich unterwinde mich Mit dir zu reden. Staub bin ich, Von deinem Hauch beseelt. Gleich als ein Toter lag ich hier. Daß ich noch lebe, dank' ich dir. 3. Und jedes Gut, des ich mich freu'. Empfang' ich jetzo wieder neu Aus deiner milden Hand. Mein Auge wird, wohin es blickt, Von Wundern deiner Huld entzückt. 4. Dich, dem ich nicht vergel⸗ ten kann, Dich, Vater, bet' ich kindlich an, Ich opfre dir mein Herz. Ein Herz voll Dank und Zu⸗ versicht Verwirfst, erhabner Gott, du nicht. 5. O du,‚ den meine Seele preist, Erwecke mich durch deinen Geist Zu meiner Christenpflicht. Er helfe meiner Schwachheit auf, Bis ich vollende meinen Lauf. 6. Ein gut Gewissen sei mein Teil. Dies wirk' in mir, o Herr, mein Heil, Und segne meinen Fleiß. Dir ist, was ich bedarf, bekannt, Und alles steht in deiner Hand. 7. Die Blume kleidest du mit Pracht, Nährst jeden Vogel, Gott der Macht. Bin ich nicht mehr, denn sie? Ich werfe meine Sorg' auf dich, Du, mein Erbarmer, sorgst für mich. Neander. Mel. Ich dank' dir, Gott, durch. 3 ie Nacht ist hin. Gott 634. Diei gepreist Für seine große Güte. t 200f ihm dankbar, Seel' und Geist, Lobsing' ihm, mein Gemüte. 2. Er hat mich väterlich be⸗ wacht, Er hat beschützt mein Le⸗ ben, Da ich in Dunkelheit der Nacht War mit Gefahr umgeben. 3. Auch mein Gebet hat er er⸗ hört, Mir süßen Schlaf verliehen. Sein Arm, der Sicherheit gewährt. Hieß jeden Feind mich fliehen. 4. O Gott, der du so viel ge⸗ than An mir, an deinem Kinde, Nimm dich auch heute meiner an. Vergieb mir meine Sünde. 5. Verleihe, daß der Geist der Kraft Mein schwaches Herz regiere Daß er, der Gutes in uns schafft, Auch mich zum Guten führe. 6. Daß ich mit dem zufrieden sei, Was du, Herr, mir beschieden Mit meinem Nächsten handle treu, Mit jedem leb' in Frieden. 7. Du bist mein Gott! Ach, lehre mich Dich lieben, fürchten, ehren Und dann wirst du mich väterlich, So oft ich bet', erhören. 8. Dann wird dir, Vater, auch mein Dank Am Abend wohlgefallen. Dann preiset dich mein Lobgesang, Und du merkst auf mein Lallen. Breithaupt. Mel. Wie schön leucht't uns der. 635 Di seh' ich wieder, 30 Morgenlicht Und freue mich der edlen Pflicht. Dem Höchsten In Dankost Ich will, ent⸗ brannt von Dankbegier Omildester Erbarmer, dir Mit heilgem Mut lobsingen. Schöpfer, Vater, Deine Treue Rührt aufs neue Mein Ge⸗ müte. Froh empfind' ich deine Güte. 2. Du warst auch diese Nacht um mich. Was wär' ich, hättest du nicht dich So hilfreich mir bewiesen? Zu meinem Leben setzest du Jetzt einen neuen Tag hinzu. Sei hoch dafür gepriesen! Durch dich Bin ich, Und ich merke Neue Stärke, Dich erhebe Meine Zunge, weil ich lebe. 3. Verleih', o Gott der Lieb' und Macht, Daß Sünd' und Gram, wie diese Nacht. Auf ewig von mir fliehe, Daß ich die kurze Lebens⸗ zeit In christlicher Zufriedenheit Zu nützen mich bemühe. Lehre, eig' mir, Wie ich's meine. Dir ist keine Meiner Sorgen, Auch die kleinste nicht verborgen. 4. Ich bin ein Christ. O Herr. Y* 340 Morgengesänge. verleih', Daß dieser Ehr' ich würdig sei. Mein Ruhm ist deine Gnade. Denn ach, was bin ich ohne dich? Ein irrend Schaf. Erhalte mich, Mein Hirt, auf deinem Pfade. Stärk' mich, Daß ich Stets mich übe, Deine Liebe Zu betrachten, Über alles dich zu achten. 5. Auch im Geräusch der Welt soll mich Der heilige Gedank' an dich Oft still zu dir erheben. Im dunkeln Thale wall' ich hier, Einst nimmst du mich hinauf zu dir, Zum Licht und höhern Leben. Auf dich Hoff' ich. Herr, ich werde Mich der Erde Gern entschwingen, Dir dort ewig lobzusingen. Neander. Mel. Es ist das Heil uns kommen. 636 it Munterkeit er⸗ „ wachen wir. Du schauest auf uns nieder. Gott, neues Leben kommt von dir Und neue Kraft der Glieder. Du gabst den Sternen ihre Pracht, Du führst den Tag herauf durch Nacht, Du sagst der Sonne: Leuchte! 2. Sei angebetet, Herr der Welt, Gelobt von allen Zungen. Von jedem, den dein Arm erhält, Sei Dank dir zugesungen. Der Greis und Jüngling preise dich, Und alles, alles freue sich, Herr, dieses neuen Tages. 3. Zur Arbeit gieb uns, Vater, Kraft Und Lust an jeder Tugend. Wohl dem, der Gutes lernt und schafft, Dich kennt schon in der Jugend! Ja, deiner soll mein Herz sich freun, Nicht dieser Tag verlo⸗ ren sein, Verloren keine Stunde. 4. Was man mich thun und lassen heißt, Gehorch' ich schnell mit Freuden. Lehr', Herr, durch deinen guten Geist Mich auch geduldig eiden. Bewahre mich vor aller Schuld Und laß mich immer deine Huld Mit Dankbarkeit empfinden. 5. Geriet' ich heut' in Angst und Not Und drohten mir Ge⸗ fahren, So denk' ich gläubig: Gott, mein Gott Kann retten, kann bewahren, Mein Gott weicht IIRRRR keinen Augenblick. Er liebt mich und will nur mein Glück. An ihn will ich mich halten. 6. So eilt der Tag mit Lust dahin, Ich kann ihn froh beschlie⸗ ßen. Ich weiß es, daß ich Gottes bin, Mich straft nicht mein Ge⸗ wissen. Dann schließ' ich sanft die Augen zu, Und Gott gönnt meinem Leibe Ruh' Und Frieden meiner Seele. Cavater. Mel. Allein auf Gott setz' dein Vertraun. 637 Zu deinem Throne nah' — ich mich Und de⸗ mutsvoll, Gott, bitt' ich dich: Verwirf von deinem Angesicht Den reuevollen Sünder nicht. 2. Du schufst, von Vaterhuld erfüllt, Mich, Gott, nach deinem Ebenbild. Ich bin und leb' allein durch dich, Du nährst, erhältst und schützest mich. 3. Wie oft war deine Hilfe da, Wenn ich schon Tod und Abgrund sah! Wie oft sank ich in meinem auft Und du halfst väterlich mir auf 4. Gesundheit, Leben und Ver⸗ stand Empfing ich, Herr, aus deiner Hand, Ein redlich Herz, das gern vergiebt, Und einen Freund, der treu mich liebt. 5. Sohn Gottes, du hast mir zu gut Vergossen dein so teures Blut. Du bist's, der für mich lieb⸗ reich starb Und mir des Vaters Huld erwarb. 6. Wenn mein Gewissen mich verklagt Und in mir meine Seele Herur Dann rettet mich dein Mitt⸗ eramt, Daß mich der Vater nicht verdammt. 7. Du bist mein Erbe, bist mein Teil. In deinem Leiden find' ich Heil. Durch dein Verdienst ist mir bereittt Hier Ruh', dort aber Seligkeit. 8. Gott, heilger Geist, du, des⸗ sen Kraft Glaub', Lieb' und Hoff⸗ nung in mir schafft, Ist etwas Gutes noch an mir, So kommt es, Tröster, nur von dir. 9. Von dir, daß ich Gott als ein Christ Erkenn', und er mein Vater E ISSAEEE — SE E S— IEE RERSe liebt mich An ihn mit Lust h beschlie⸗ ich Gottes mein Ge⸗ h sanft die nt meinem n meiner avater. n Vertraun. jrone nah' Und de⸗ ich dich: sicht Den Vaterhuld ch deinem leb' allein „erhältst Hilfe da, Abgrund meinem erlich mir und Ver⸗ err, aus Herz, das Freund, hast mir so teures nich lieb⸗ 5 Vaters sen mich ine Seele ein Mitt⸗ iter nicht bist mein ich Heil. r bereit't igkeit. du, des⸗ ind Hoff⸗ st etwas )fkommt t als ein in Vater Morgengesänge. 341 ist, Daß ich in meinem Wandel rein Vor ihm erfunden werde sein, 10. Daß mich, von deinem Trost bedeckt, Nicht Anfechtung, nicht Trübsal schreckt, Daß, wenn mich Not und Tod bekriegt, Mein fester Glaube endlich siegt. 11. Drum dauk' ich dir voll Freu⸗ digkeit, Mein Vater, jetzt und alle⸗ zeit Für jede Güte deiner Huld Und reu' und Langmut und Geduld. 12. Ach, deine gnadenreiche Hand Bleib' über mir stets ausgespannt. Mein Leib und Seele, Hab' und Gut Befehl' ich deiner Vaterhut. 13. Die Frömmigkeit sei nur mein Ruhm, Damit mein ganzes Christentum Aufrichtig, deiner würdig sei, Nicht Augenschein, nicht Heuchelei. 14. Erlaß mir meine Sünden⸗ schuld Und trage mich noch mit Geduld. Zünd' in mir Lieb' und Glauben an, Daß ich den Him⸗ mel hoffen kann. 15. Laß einst mein Ende selig sein, Und bricht dein großer Tag herein, So wecke und verkläre mich. Dann will ich ewig preisen dich. Angeblich v. Hodenberg u. Küster. Mel. Christus, der ist mein Leben. 638 Noch läßt der Herr 7 mich leben! Mit fröhlichem Gemüt Eil' ich, ihn zu erheben. Er hört mein frühes Lied. 2. Zu ihm entzückt mich wie⸗ der Der Morgensonne Pracht. Ich falle vor ihm nieder, Der sie und mich gemacht. 3. Du, Herrscher aller Welten, Nimmst dich auch meiner an. Wie soll ich dir vergelten, Was du an mir gethan? 4. Wirstdu nach Opfern schauen? Sie gelten nichts vor dir. Du forderst nur Vertrauen, Nur Liebe, Gott, von mir. 5. So will ich dir um Nach Mich deines Namens freun, Nach deiner Gnade ringen, Mein ganzes Herz dir weihn. 6.O Tilger meiner Sünden, Mein Mittler, Jesu Christ, Laß mich den Trost empfinden, Daß du so gnädig bist. 7. Dir hab' ich mich ergeben, Ich freue mich in dir. Erfreuender, als Leben, Ist deine Güte mir. 8. Sie führe mich auch heute Auf deiner Tugend Pfad. Du Ewigweiser, leite Mich selbst nach deinem Rat. 9. Nur eins laß mich erflehen, Das christlich weise Herz, Auf dich stets aufzusehen In Freuden wie im Schmerz. 10. Daß ich am ersten trachte Nach dem, was dir gefällt, Mehr deinen Beifall achte, Als allen Ruhm der Welt. 11. Daß ich, dir innig trauend Das Gute standhaft thu' Und, froh gen Himmel schauend, Denk': Herr, mich siehest du! 12. Bereit, den Lauf zu schlie⸗ ßen Auf deinen Wink, o Gott, Und lauter im Gewissen: So finde mich der Tod. Neander. Mel. Aus meines Herzens Grunde. 639 es Morgens erste Stunde Will ich mein Gott, dir weihn. Mein Herz stimmt mit dem Munde Zu deinem Lobe ein. Ach, laß den ganzen Tag Mich so vor dir, Herr, wandeln Daß ich nicht bloß fromm handeln, Nein, auch fromm denken mag. 2. Fromm laß mich, doch ge⸗ sellig, Klug, doch von Falschheit rein, Freimütig, doch gefällig, Und stark zur Tugend sein, Auch stand⸗ haft in der Not. Kein Zorn schwäch' meine Liebe, Kein Ernst der Sanft; mut Triebe, Kein Scherz die Furcht vor Gott. 3. Was dein Gebot verletzet, Laß nie mit Lust mich schaun. Wenn es die Welt ergötzet, Er⸗ weck' es mir doch Graun. Schnell wirkt des Lasters Gift. Nichts, nichts sei mir verhaßter, Doch daß mein Haß das Laster, Nicht mei⸗ nen Mitknecht, trifft. 4. Des Nächsten Ehre schmälern 342 Morgengesänge. Entehrt mein Christentum. Ein Ruhm aus andrer Fehlern Ist Schande und kein Ruhm. Das Rich⸗; ten laß mich fliehn, Nie schlimm, was gut ist, deuten Und, seh' ich andre gleiten, Es jedem Aug' entziehn. 5. Bei Fleiß und Arbeit schleiche Kein Geiz sich in mein Herz, Und fremde Not erweiche Mich leicht bei jedem Schmerz. Kein Glück, das andern blüht, Empöre mich zum Neide, Und kein Genuß der Freude Verzärtle mein Gemüt. 6. Gieb, daß an diesem Tage Sich mir kein Unfall naht, Und trifft mich eine Plage Nach deinem weisen Rat, So gieb, daß ich als⸗ dann Mein Leiden nicht verschulde, Nicht murre, christlich dulde, Froh dir vertrauen kann. 7. Wie bald ist's überwunden, Das Leiden dieser Zeit! Auf wenig bange Stunden Folgt Glück in Ewigkeit. Dies stärket mich in Not, Daß ich nicht ängstlich zage. Am letzten meiner Tage Giebt dies mir Mut im Tod. Schlegel. Mel. Wer nur den lieben Gott. 3 38 fliehn die Schatten 640. E von der Erde, Ge⸗ horsam steigt das Licht herauf. Der Gott, der ehmals sprach: Es werdel Deckt wieder seine Schöp⸗ fung auf. O würd auch jetzt, gleich der Natur, Ich selbst zur neuen Kreatur! 2. Gott hat mir noch zu mei⸗ nem Leben Aus Gnaden einen Tag verliehn. Welch großes Pfand ist mir gegeben! Herz, laß dies Glück dir nicht entfliehn. Laß nicht noch⸗ mal des Abends Schein Dein Kläger bei dem Schöpfer sein. 3. Ich sagte gestern dir im stillen Auf heute, Vater, Bessrung zu. Der Tag erfordert mein Erfüllen, Denn dazu stärkte mich die Ruh'. Gott hat's gehört, ich weiß die Pflicht. Herz, spotte deines Schöpfers nicht. 4. Des Höchsten Auge siehet alles, Er sieht auch mich. Herz, fürchte dich. Er ist der Zeuge meines Falles. Wer deckt vor ihm, dem Richter, mich? Doch der mich sieht, ist auch zugleich An Lieb' und an Erbarmung reich. 5. Dein Vaterauge sei auch heute Mein Leiter auf des Lebens Bahn. Sei du mein Hüter, wenn ich gleite, Fall' ich, so blick'mich warnend an. Erweck' zur Reue mich geschwind, Daß ich dich fürchte, als dein Kind. 6. So werf' ich alle meine Sor⸗ gen Mit Lust in meines Gottes Schoß Und mach' mich gleich am frühen Morgen Von allem Schmer und Kummer los. Gott will ich fürchten, kindlich scheun. Und dann wird er mein Vater sein. 7. Und so ergreif' ich meine Bürde, Die mir mein Schöpfer auferlegt. Ich thu' sein Werk, welch' eine Würde! Und trage, was Gott selber trägt. Wie groß ist mein Beruf schon hier! Ich diene Gott, der Welt und mir. Jelpke. Mel. Kommt her zu mir, spricht. 641 Allmächtiger, du Gott der Welt, Der sie erschuf, sie noch erhält, Du rufst der Morgenröte. Sie kommt, ein Wunder deiner Hand, Die jene Himmel ausgespannt, Mit Sternen sie besäte. 2. Noch heut' seh' ich der Sonne Pracht. In ihrem ganzen Schmucke lacht Mir die Natur aufs neue. Vielleicht seh' ich des Tages Licht Nur heute, aber morgen nicht. Du weißt es, Gott der Treue. 3. Ich fühle, daß ich sterblich bin. Mein Leben welkt wie Gras dahin, Verdorret gleich dem Laube. Wer weiß, wie unerwartet bald Des Höchsten Wort an mich erschallt: Komm wieder hin zum Staube! 4. Wenn mich das finstre Grab verschlingt, Ein tiefes Schweigen mich umringt, Wenn mich Verwe⸗ sung naget, Alsdann bleibt alles doch zurück, Und hätte gleich ein lächelnd Glück Mir keinen Wunsch versaget. Morgengesänge. 343 5. O Thorheit, wenn ich mich verkannt Und nach der Erde Lieblingstand, Nach großem Gut gegeizet, Wenn mich der Ehre schimmernd Kleid Und aller Prunk der Eitelkeit Zu niederm Neid gereizet! 6. Verlangt mein leiser Wunsch zu viel? Verfolg' ich ein zu weites Ziel Auf ungewissem Pfade? O Gott, ich beuge mich vor dir! Hier bin ich, es gescheh an mir Der Ratschluß deiner Gnade. 7. Der Mensch, der aufgeblasne Thor, Schreibt seinem Schöpfer Weisheit vor, Wünscht, was er nützlich meinet. Du liebst ihn mehr, als er sich liebt, Wenn deine Huld nicht immer giebt, Was jedem nützlich scheinet. 8. Wenn der betaute Morgen lacht, Wenn von den Fittichen der Nacht Die Lüfte kühler wehen, Spricht mir die Weisheit liebreich zu: O Sterblicher, was sorgest du, Wie dir's wird künftig gehen? 9. Der dich gemacht, sorgt auch für dich. Er, der dich schuf, be⸗ stimmte dich Nicht bloß zum Glüuͤck der Erden. Dies Leben ist ein Augenblick, Ein Frühlingstraum das längste Glück. Du sollst un⸗ sterblich werden. 10. Gedanke der Unsterblichkeit, Der über Erde, Welt und Zeit Ein edles Herz erhebet, Empöre dich in meiner Brust, Wenn Reiz und Lockung falscher Lust Mich klein zu machen strebet. 11. Die Rosen um des Lasters Haupt Verblühen, ehe wir's ge⸗ laubt, Und ihr Genuß entehret. Ich bin ein Fremdling in der Zeit, Nur Freuden einer Ewigkeit Sind, was mein Herz begehret. 12. Gieb mir, o du, der willig giebt, Ein Herz, das nur das Gute liebt Und rein und heilig handle. Mach' andre groß, o Gott, und reich. Gnug, wenn ich, deinem Bilde gleich, Unsträflich vor dir wandle. Uz und Eschenburg. Mel. Aus diesem tiefen Grunde. 642 Cob sei Gott, der den Morgen Uns sendet nach der Nacht, Der, wenn wir ohne Sorgen Entschlummern, für uns wacht, Der uns im Schlaf erquicket Und unsre Kraft erneut, Gott, der die Erde schmücket Und, was er schuf, erfreut! ö 2. Der Engel heilge Heere Er⸗ höhn ihn mit Gesang. Auf, singt in ihre Chöre, In ihrer Jubel Klang! Wer wollte Gott nicht lieben, Wer ihm sein Herz nicht weihn, Sich nicht im Guten üben, Um ihm recht wert zu sein? 3. Von dir ist mir gegeben, Herr, was ich hab' und bin, Und dies mein irdisch Leben Flieht schnell zum Tode hin. Bald ist sie ganz verschwunden, Der Wallfahrt kurze Zeit, Doch hängt an ihren Stunden Das Heil der Ewigkeit. 4. O süßer, hoher Glaube, Nicht ewig zu vergehn! Es soll der Mensch vom Staube Einst wieder auferstehn. Ach, laß mich's nie vergessen! Der heilgen Hoffnung voll, Laß täglich mich ermessen, Was ich einst werden soll. 5. Getrost, mein Geist! Ermüde In deinem Kampfe nicht. Dich stärket Gottes Friede Mit Kraft und Zuversicht. Ermuntre dich und streite. Des Sieges Lohn ist nah. Getrost! Vielleicht ist heute Des Kampfes Ende da. Funk. Mel. Alle Welt, was lebt und webet. 2 ir sei Preis! Ich lebe 643. D wieder, Vater, und empfinde mich. Mit mir wachen meine Lieder Und erheben dank⸗ bar dich. Denn dein Aug' hat in der Nacht Über mich, dein Kind, gewacht. 2. Wenn ich einst vollendet habe Diese meine Wanderzeit, Ruh' ich auch also im Grabe, Same für die Ewigkeit. Auch in dieser langen Nacht Wird mein Staub von dir bewacht. 3. Aber ich erwach' auch wieder 34⁴4 Morgengesänge. Und mein Lobgesang mit mir. Dann erschallen meine Lieder Mächtiger und reiner dir. Ewig wird der Morgen sein, Ewig schlaf' ich nicht mehr ein. 4. Wach' auch über meine Tage, Vater, meine Zuversicht, Daß mich keiner einst verklage, Wenn du kommst zum Weltgericht, Daß ich meiner Pflicht hier treu Und dort unerschrocken sei. 5. Keinen Tag zählst du ver⸗ gebens, Gott, durch den ich bin, mir zu. Jeder ist ein Teil des Lebens, Jeden, jeden richtest du. Lehr' mich wachen, daß mir nie Ungenützt ein Tag entflieh'. 6. Heute leb' ich, laß auch heute Nicht umsonst mein Leben sein. Laß mich nach vollbrachtem Streite Dieses Tages auch mich freun. Recht zu handeln, gieb mir heut' Stärke, Lust, Gelegenheit. Münter. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. enn ich einst von 644. Wẽ jenem Schlummer, Welcher Tod heißt, aufersteh' Und, erlöst von allem Kummer, Jenen schönern Morgen seh', O dann wach' ich anders auf! Denn am Ziel ist dann mein Lauf. Sorgen, die mich angstvoll machten, Werd' ich dann für Träume achten. 2. Hilf, daß keiner meiner Tage, Vater meiner Lebenszeit, Einst mich im Gericht verklage, Er sei anz von mir entweiht. Auch noch heute wacht' ich auf. Herr, mein Gott, zu dir hinauf Müsse jeder Tag mich leiten, Mich zur Ewig⸗ keit bereiten. 3. Daß ich nicht untröstbar zittre, Wenn mein letzter Tag er⸗ scheint, Mich nicht Höllenangst er⸗ schüttre, Wenn mein Freund nun um mich weint, Lindre dann die Todespein, Laß mein End' ihm lehrreich sein, Daß ich ihn zum Himmel weise Und dich, Herr des Todes, preise. Klopstock und Miller. Morgengesang eines Kindes. Mel. Nun sich der Tag geendet. 2 un ist es Tag. Mit 645. N frommem Dank Ver⸗ lass' ich Bett und Ruh'. Herr, höre meinen Lobgesang. Mein erstes Wort bist du. 2. Wie hat der Schlummer mich erquickt! Ich fühle neuen Mut. Vor Tausenden bin ich beglückt, Die nicht so sanft geruht. 3. Mich schwaches Kind beschütz⸗ test du, Du wachtest über mir. Du schlossest meine Augen zu, Nun öffnest du sie mir. 4. Wie viele, die so rosenrot, So hold, wie ich, geblüht, Sind, eh' der Morgen kam, im Tod Wie dürres Laub verblüht! 5. Ich blühe noch, doch eh' die Nacht Auch diesen Tag beschließt, Wer weiß, ob noch mein Auge lacht, Mein Geist so munter ist? 6. Drum will ich meine kurze Zeit Dir und der Tugend weihn Und mich mit weiser Fröhlichkeit Der Jugendtage freun. 7. Dann wird es niemals mich gereun, Wenn ich den Tag durch⸗ lebt. Ich werde froh und selig sein, Wenn man mich jung begräbt. Sturm. Bei Antretung der Arbeit. Mel. Wer nur den lieben Gott. 646 Der frohe Morgen weckt — mich wieder Und ladet mich zur Arbeit ein. Der Schlaf erquickte meine Glieder Nun will ich wieder thätig sein. Mit frohem Herzen will ich nun, Was meine Pflicht erfordert, thun. 2. Gott, dir sei Dank für mei⸗ nen Schlummer, Und dir befehl' ich mich aufs neu'. In deinem Schutz bin ich von Kummer, Bin ich von allen Sorgen frei. Du weißt es, was mir nützlich ist, Und giebst es, weil du gütig bist. 3. Du unterhältst mir meine Kräfte, Damit ich sie gebrauchen soll, Und treib' ich redlich mein Geschäfte, O so gerät es mit Morgengesänge. 34⁵ dir wohl. Bei Treu' und Fleiß giebst du Gedeihn. Drum will ich treu und fleißig sein. 4. Ich will es sein, so lang' ich lebe, So lange du mir Kräfte schenkst, Damit ich mir das Glück erstrebe, Daß du mit Beifall an mich denkst. Dann hab' ich hier Zufriedenheit Und dort vollkommne Seligkeit. Seidel. Morgenlied im Leiden. Mel. Wer nur den lieben Gott. 47 er Morgen kommt, 64%. D und meine Klage Wird jetzt mit diesem Morgen neu. Wie traurig eilen meine Tage Der bangen Wanderschaft vorbei! Der Sonne neugeschenktes Licht Er⸗ heitert meine Seele nicht. 2. So traurig, als die Abendstun⸗ den, Ist dieser neue Tag für mich. Die Qual, die ich bisher empfun⸗ den, Verneuet mit demselben sich. Ich hoffte Trost in meiner Pein, Doch meine Hoffnung traf nicht ein. Noch immer bin ich auf der Erde, Wo mich Gefahr und Not umringt Und täglich härtere Be⸗ schwerde Zu Klagen und zu Thrä⸗ nen zwingt. Noch immer fleh' ich unerhört Um Labung, die mein Herz begehrt. 4. Herr, eile doch mir beizu⸗ stehen, Verlaß den müden Wand⸗ rer nicht. Mein Vater, neige auf mein Flehen Zu mir dein freund⸗ lich Angesicht. Gieb mir Geduld und bei dem Schmerz Ein hoffend und zufriednes Herz. 5. Mir ist mein Schicksal noch verborgen, Das diesen Tag mich treffen soll. Doch ich bin ohne Gram und Sorgen, Du, Vater, kennst mein wahres Wohl, Und was dein Rat beschließt und thut, Ist heilig und gerecht und gut. Soll ich die Last noch länger tragen, Ich halte deiner Fügung still. Dein Will' geschehe! will ich sagen, Herr, wie du willst, nicht wie ich will! So laß mich, Vater, in der Pein Geduldig, wie mein Heiland, sein. Hab' ich des Lebens Last empfunden, So rückt mein Ende einst herbei. Dann hab' ich ewig überwunden Und bin von aller Trübsal frei, Und du giebst mir, o Gottessohn, Den teu'r erworb⸗ nen Gnadenlohn. 8. Gestärkt durch diesen hohen Glauben, Tret' ich auf meinen Leidenspfad. Herr, stärke, stärke meinen Glauben Auch dann, wenn sich der Tod mir naht. Vielleicht erscheint er heute mir. Wohl mir, ich leb' und sterbe dirn! Sturm. Tischlieder. Vor der Mahlzeit. Mel. Nun sich der Tag geendet. 648 ott, was des Lebens Kräfte nährt, Wird uns durch Fruchtbarkeit, Durch Kraft zum Fleiß von dir gewährt. Wir danken's dir erfreut. 2. Gieb von den Früchten dieser Welt Uns unser nötig Teil, Und wenn der Fleiß dir wohlgefällt, So schenk' ihm Glück und Heil. 3. Durch deinen Segen haben wir Auch heute unser Brot. Wir nehmen's an und danken dir, Dir Vater, unserm Gott. 4. Vernünftig froh laß im Ge⸗ nuß Und stets uns mäßig sein, Und schenkest du uns ÜUberfluß, Den Dürftigen erfreun. Basedow. Nach der Mahlzeit. Mel. Singen wir aus Herzensgrund. 5 as den Leib erhält 649. Wund nährt, Hat uns unser Gott gewährt, Der uns alle Gaben reicht, Dem im Wohlthun keiner gleicht, Der die ganze weite 346 Welt, Wie es seinem Rat gefällt, Durch sein Allmachtswort erhält. 2. Alles, alles, was ich seh' In den Gründen, in der Höh', Was hoch in den Lüften schwebt, Was im tiefen Meere lebt, Hofft, Ver⸗ sorger, nur auf dich. Freuet dei⸗ ner Gaben sich, Und du giebst sie mildiglich. 3. Ach, auch mich, auch mich er⸗ freut Deiner Güte Mildigkeit. Du bist's, Vater, der mir schenkt, Was mich speiset, was mich tränkt, Reichlich schenkt und gern es thut Und im Wohlthun nimmer ruht. O wie ist mein Gott so gut! 4. Dank, ach Dank sei dir da⸗ für, Milder Geber, daß du mir Väterlich auch jetzt beschert, Was mir Unterhalt gewährt, Daß ich auch mit frohem Sinn, Was du gnädig mir verliehn, Zu genießen fähig bin. 5. Hilf, daß ich beim Überfluß Deiner Gaben im Genuß Niemals überhebe mich, Allzeit, Höchster, fürchte dich, Und wenn ich mich ihrer freu', Auch aus Menschenlieb' dabei Eingedenk des Armen sei. 6.. So werd' ich zu deiner Ehr', Tischlieder. Wie du mir befiehlst, o Herr, Froh genießen, was du mir Gnä⸗ dig hast verliehen hier, Und mich hoffnungsvoll erfreun, Daß auch künftig du allein Werdest mein Versorger sein. Suckschwerdt. Mel. Singen wir aus Herzensgrund. 650 Singt dem Herrn Lob, — Preis und Dankt Froh erheb' ihn mein Gesang, Ihn, der täglich uns ernährt, Täglich uns viel Guts gewährt. Er, der unser Vater heißt, Der uns reich⸗ lich hat gespeist, Sei von uns auch jetzt gepreist. 2. Ja. mit Freuden singen wir Dank und Lob, Versorger, dir. Doch erhör' auch unser Flehn, Lehr' du uns die Kunst verstehn, Deiner Güt' uns recht zu freun. Laß uns fromm und mäßig sein, Übermut und Wollust scheun. 3. Segn' uns ferner, unser Gott. Gieb uns unser täglich Brot. Jeden laß zu seinem Heil Nehmen sein benötigt Teil. Schenk' uns, Herr, Zufriedenheit, Glück, Gesundheit, Einigkeit, Fried' und einst die Seligkeit. Paulmann. Abendgesänge. Mel. Werde munter mein Gemüte. 3 uf, o Seele, werde mun⸗ 651. A ter! Lob ist immer deine Pflicht, Denn die Sonne geht zwar unter, Aber Gottes Güte nicht. Heut' auch hat sie mich genährt, Trost und Freude mir gewährt, Vor Gefahren mich beschützet Und in Schwachheit unterstützet. 2. Angebetet, hochgepriesen Sei, mein treuer Gott, von mir! Was du Gutes mir erwiesen, Dankt mein ganzes Wesen dir. Du hast, war ich's schon nicht wert, Gnä⸗ dig mein Gebet erhört. Das ich heut', als ich erwachte, Dir, mein Schöpfer, gläubig brachte. 3. Doch, da ich voll Danks er; zähle, Wie so groß dein Wohlthun war, Stellen sich auch meiner Seele Die begangnen Sünden dar. Ach, sie sind gewiß nicht klein. Wer ist, Höchster, vor dir rein? In Gedanken, Wort und Werken Fehl' ich oft, ohn' es zu merken. 4. Doch, von ernster Reu' durch⸗ drungen, Wag' ich's, Gott, mich dir zu nahn. Sieh nicht die Beleidigun⸗ gen, Nein, mit Gnade sieh mich an. Sprich mich frei von Straf' und Schuld, Schenk' mir wieder deine Huld, Laß Vergebung aller Sünden Mich in meinem Mittler finden. 5. Gieb nun bis zum frohen Morgen Meinem Leibe sanfte Ruh'. Durch dich schlaf' ich ohne Sorgen, Herr. Gnä⸗ d mich 6 auch mein erdt. grund. u Lob, Dankt Ihn, äglich r, der reich⸗ uns n wir „dir. Flehn, stehn, freun. sein, unser äglich Heil chenk Hlück, und inn. Abendgesänge. 34⁴7 Wenn ich schlafe, wachst ja du. Seel' und Leib befehl' ich dir, Walte mächtig über mir. Sei auch du der Gott der Meinen, Zähl' sie alle zu den Deinen. 6. Ach, laß uns kein banges Schrek⸗ ken, Räuber nicht, nicht Feuers⸗ glut Plötzlich aus dem Schlafe wecken. Halt' uns fest in deiner Hut. Hilf, wenn Krankheit oder Tod Uns im sichern Schlafe droht. Soll ich aber plötzlich sterben, So gescheh's nicht zum Verderben. 7. Gott, mein Vater, ach erhöre, Was dein Kind von dir begehrt. Dir, Sohn Gottes, dir zur Ehre Werd' es mir durch dich gewährt. Heilger Geist, laß mit Vertraun Auf des Mittlers Tod mich baun. Hör', o Gott, mein kindlich Flehen. Amen. Ja, es wird geschehen. Schle gel. Mel. Es ist gewißlich an der Zelt. Mit Preis und Danke 652. M nah' ich mich, Gott, dir und falle nieder, Denn du erzeigtest heute dich Auch mir als Vater wieder. Viel mehr, als ich erzählen kann, Hast du mir heute Guts gethan. Wie soll ich, Gott, dir danken? 2. Du, der erhält, was er er⸗ schafft, Erhieltest mir mein Leben. Gesundheit, Segen, Frieden, Kraft Hast du mir heut' gegeben. Mich führte deine Vaterhand. Dein Wort, Herr, lehrte den Verstand Und stärkte mein Gemüte. 3. Du hast mich heute väterlich Gespeiset und getränket, Behütet vor Gefahren mich, Zum Guten mich gelenket Und in Versuchung halfst du mir. Für jeden Anlaß dank' ich dir, Den du mir gabst zur Tugend. 4. Doch hab' ich auch vor dir, o Gott, Unsträflich heut' gewandelt, Nicht wider dich und dein Gebot, Nicht wider mich gehandelt? Ach nein, zu oft vergaß ich dein Und suchte nicht stets dir allein, Mein Schöpfer, zu gefallen. 5. Ach, nimm die Strafe von mir hin Und laß mich Gnade finden. Gieb mir noch Jesu Christi Sinn Und wasche mich von Sünden, Und laß mich ruhig diese Nacht, Von deiner Güt', o Gott, bewacht Und rein von Sünden schlafen. 6. Ich übergebe, Vater, dir Mich ganz mit Leib und Seele. Wachst du, mein treuer Gott, bei mir, Was ist dann, das mir fehle? Weck' morgen mich zu rechter Zeit Und laß mich heiliger, als heut', Vor deinen Augen leben. Lavater. Mel. Wend' ab deinen Zorn. 2—— ntflohen sind auch 653. E dieses Tages Stun⸗ den, An dem wir noch des Lebens Glück empfunden. Mit frohem Dank laßt uns den Herrn erheben, Durch den wir leben. 2. Des Lebens Müh' und Elend zu versüßen, Giebt uns der Herr viel Freuden zu genießen. Und welche Güter schenkt er unsern Seelen! Wer kann sie zählen? 3. Wie unwert sind wir, Vater, deiner Treue! Prüf' unser Herz, es fleht zu dir voll Reue. Ach, laß es uns vor dir im Glauben stillen, Um Christi willen. 4. Uns wohlthun ist dein gött⸗ liches Vergnügen. Du, Gott, be⸗ schirmst uns, wenn wir hilflos liegen Und wie entseelt, umhüllt von Finsternissen, Von uns nichts wissen. 5. War dies für uns der letzte Tag auf Erden, Soll unser Schlaf ein Todesschlummer werden, Dann weckst du uns, die wir uns dir ergeben, Zum ewgen Leben. 6. So legen wir getrost zur Ruh' uns nieder. Sehn wir erfreut die Morgensonne wieder, Dann preisen wir mit heiterem Gemüte Des Höchsten Güte. Neander. Mel. Nun sich der Tag geendet. 654 Se fliehen unsre Tage +. hin! Auch dieser ist nicht mehr. Die Nacht, der Mü⸗ 348 den Trösterin, uns her. 2. Herr, du nur bleibest, wie du Du schläfst und schlummerst nicht. Die Finsternis, die uns um⸗ schließt, Ist deinem Auge Licht. 3. Dir übergeb' ich voll Ver⸗ traun Mich auch in dieser Nacht, Und wofür sollte mir denn graun? Mich schützet deine Macht. 4. Hab' ich an deiner Gnade nur Noch teil, o Herr, mein Gott, So fürcht' ich keine Kreatur Und scheue nicht den Tod. 5. Zwar ich erkenne meine Schuld, Mit Reue fühl' ich sie, Doch, mein Versöhner, deine Huld, Wie trost⸗ voll ist mir die! 6. Ich eil' im Glauben zu dir hin Und weiß, wie sicher ich Im Schatten deiner Flügel bin. Du wachest über mich. 7. Flieht, finstre Sorgen, weit von mir. Herr Jesu, du allein Sei mein Gedanke. Weihe dir Mein Herz zum Tempel ein. 8. Vielleicht ist dies die letzte Nacht In meiner Prüfungszeit. Dann führe mich durch deine Macht Zum Licht der Ewigkeit. 9. Ich lebe dir, ich sterbe dir, Ja dein bin ich auchtot. Du, mein Er⸗ retter, bist bei mir Und hilfst aus aller Not. Neander.(Herzog.) Mel. In dich hab' ich gehoffet, Herr. 2 ür alle Güte sei ge⸗ 655. F preist, Gott, Vater, Eilt wieder zu Sohn und heilger Geist! Ihr bin ich zu geringe. Vernimm den Dank, Den Lobgesang, Den ich dir kindlich singe. 2. Du nahmst dich meiner herz⸗ lich an, Hast Großes heut' an mir gethan, Mir mein Gebet gewähret, Hast väterlich Mein Haus und mich Beschützet und bin unt 5 3. Herr, was ich bin, ist dein Geschenk, Der Geist, mit dem ich dein gedenk', Ein ruhiges Gemüte. Was ich vermag Bis diesen Tag, Ist alles deine Güte. 4. Sei auch, nach deiner Lieb' Abendgesänge. und Macht, Mein Schutz und Schirm in dieser Nacht Vergieb mir meine Sünden. Und kommt mein Tod, Herr Zebaoth, So laß mich Gnade finden. Gellert. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 65 err, der du mir das 656. H Leben Bis diesen Tag gegeben, Dich bet' ich kindlich an. Ich bin viel zu geringe Der Treu', die ich besinge, Die du bis⸗ her an mir gethan. 2. Mit dankendem Gemüte Freu' ich mich deiner Güte, Ich freue mich in dir. Du giebst mir Kraft und Stärke, Gedeihn zu meinem Werke Und schaffst ein reines Herz in mir. 3. Gott, welche Ruh' der Seelen, Nach deines Worts Befehlen Ein⸗ her im Leben gehn, Auf deine Güte hoffen, Im Geist den Him⸗ mel offen Und dort den Preis des Glaubens sehn! 4. Ich weiß, an wen ich glaube, Und nahe mich im Staube Zu dir, o Gott, mein Heil. Ich bin der Schuld entladen, Ich bin bei dir in Gnaden Und in dem Himmel ist mein Teil. 5. O leite mich im Segen Dem großen Ziel entgegen, Wohin dein Wort mich weist. Mein Leben und mein Ende Ist dein, in deine Hände Befehl' ich, Vater, meinen Geist. Gellert. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 357 efreit von Sorg' und 6⁵5 0. B Kummer, Ruht nun in süßem Schlummer Ein Teil der müden Welt. Erhebet euch, Gedan⸗ ken, Erhebt euch, dem zu danken, Dem Dank der Herzen wohlgefällt. 2. Lobsinge, Seel', und sage, Wie auch an diesem Tage Dein Gott dir wohlgethan. Durch Je⸗ sum dir versöhnet, Mit Gnad' und Heil gekrönet, Bet' ich dich, Vater, kindlich an. 3. Dein ist's, daß ich noch lebe. Jetzt deine Treu' erhebe, Mich deiner Liebe freu'. Zu jeglichem Geschäfte Abendgesänge. 34⁴9 Verliehst du mir die Kräfte Und tandest mir auch mächtig bei. 4. Bewahrt vor herben Leiden, Ward ich mit Speis' und Freuden Bei meinem Fleiß erquickt. Wie viel Annehmlichkeiten Hat nicht von allen Seiten Mein Aug' in deiner Welt erblickt! 5. Nicht für den andern Mor⸗ gen Mit Gram und Angst zu sor⸗ gen, Dies Glück verleihst du mir. Wenn sich die Stirn erheitert Und Freud' das Herz erweitert, Auch das ist ein Geschenk von dir. 6. Du lenktest Thun und Dich⸗ ten, Da mir bei meinen Pflichten Das Fleisch oft widerstand. Durch dich ist's mir gelungen. Daß ich die Weigerungen Der Sinnlichkeit doch überwand. 7. Zwar strauchl' ich oft und gleite, Ich weiß, mein Gott, auch heute Sind meiner Fehler viel. Doch du hast mich geleitet Und, wenn mein Fuß gegleitet, Es nicht gestattet, daß ich fiel. 8. Umsonst sinnt mein Gemüte, Wie es, Herr, deine Güte Nach Würden preisen soll. Doch hat es sie empfunden, Denn jede meiner Stunden Ist, Vater, deines Wohl⸗ thuns voll. 9. Stets bist du hoch zu loben. Von deiner Liebe Proben Zeugt nicht der Tag allein. Gott, deine Liebe wollte, Die stille Nacht auch En. Für uns reich an Erquickung ein. 10. Wenn wir, im Schlaf ver⸗ raben, Selbst kein Bewußtsein baben, Umschließet uns dein Schutz. Will mich mein Gott beschirmen, So biet' ich allen Stürmen Und aller List der Bösen Trutz. I1. Ich darf nicht ängstlich beben, Denn mir bewahrt mein Leben Der selbst, der mir es gab. Bis ich es hier beschließe, Dort seines Lichts genieße, Zieht er von mir die Hand nicht ab. 12. Nun, Vater, ich befehle Dir Habe, Leib und Seele Und schlaf' in sichrer Ruh'. Ich trau' auf deine Gnade. Was ist wohl, das mir schade? Allmächtiger, mein Schutz bist du! Schlegel. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 658 QJetzt sinkt die Sonne Vnieder, Die holde Nacht kommt wieder Und mit ihr Schlaf und Ruh'., Sie schenkt uns neue Kräfte, Beschließt die Tags⸗ geschäfte Und drückt die müden Augen zu. 2. Noch wach' ich und erzähle Mit tiefgerührter Seele, Was Gott an mir gethan. Sei dankbar, mein Gemüte. Sing' deines Schöpfers Güte. Er hört dein stilles Lob⸗ lied an. 3. Von ihm kommt jede Gabe Das Leben, das ich habe, Die Ruhe dieser Nacht. Er ist der Quell der Güter, Mein Schutz und mein Behüter, Der wenn ich schlummre, für mich wacht. 4. Er läßt es finster werden Und hüllt den Kreis der Erden In sanfte Dunkelheit. In Städten und in Wäldern Und auf des Land⸗ manns 9 hrait Herrscht tote Stille weit und breit. 5. Er führt aus dunkler Ferne Den Mond und tausend Sterne Mit Majestät herauf. Sie leuchten, ihm zur Ehre, Hoch über Erd' und Meere, Und seine Hand lenkt ihren Lauf. Voll Ordnung, Pracht und Stärke Stehn lauter Wunderwerke In seiner Schöpfung da. Sobald er rief: Es werde! Gleich standen Meer und Erde Und alle Welten herrlich da. 7. Herr, deinen Ruhm zu singen, Dir täglich Dank zu bringen, Ist meine schönste Pflicht. Du kennst das Herz der Deinen, Du weißt es, wie wir's meinen, Und unser Lob mißfällt dir nicht. 8. Dir wird mein kindlich Lallen Einst ewig wohlgefallen, Wenn mein verklärter Geist, Vom Körper losgerungen, Zum Lichte durch ge⸗ drungen, Mit allen Seligen dich preist. G. F. Schröder. 350 Mel. Christ, der du bist der helle. Zu soviel Tagen, die 659. O mir schon Von mei⸗ ner Prüfungszeit entflohn, Stürzt sich auch dieser, den ich heut' Durchlebt, ins Meer der Ewigkeit. 2. Gott, dessen Auge mich be⸗ wacht, Gott weiß, wie ich ihn zugebracht. Was ich gedacht, ge⸗ red't, gethan, Sah er genau und merkt' es an. 3. O Seele, fordert er dich nicht Um diesen Tag einst vors Gericht? Hängt nicht dein Los in Ewigkeit Auch mit an diesem Punkt der Zeit? 4. Der Tod vollendet mich viel⸗ leicht, Eh' diese Nacht dem Morgen weicht, Und führet mich, wie ich hier bin, Vor Gott, vor meinen Richter hin. 5. Wie angstvoll bebt mein Herz in mir! Gedanke, wie erschrickt's vor dir! Der Tod vollendet mich vielleicht, Eh' diese Nacht dem Morgen weicht. 6. Vor einem bösen schnellen Tod Bewahre gnädig mich, o Gott. Zur Besserung, zur Frömmigkeit Gieb, mein Erbarmer, mir noch Zeit. 7. Erhöre väterlich mein Flehn, Laß mich den Morgen wieder sehn, Verkürze meine Tage nicht, Führ' nicht sobald mich ins Gericht. 8. Von allem bösen Vorsatz rein Will ich dir ganz mein Leben weihn. Kein Tag soll wieder mir entfliehn, Es segne denn dein Beifall ihn. 9. Von dir bewacht, entschlaf' ich nun. Laß mich in sanfter Stille ruhn. Mein erst Gefühl nach meiner Ruh' Sei mein Gelübde, Gott, sei du! Münter. Prüfung am Abend. Mel. Nun danket alle Gott. 26 er Tag ist wieder hin, 660. D Und Hiesen Teil des Lebens, Wie hab' ich ihn verbracht? Verstrich er mir vergebens? Hab' ich mit allem Ernst Dem Guten nachgestrebt? Hab' ich vielleicht nur mir, Nicht meiner Pflicht gelebt? Abendgesänge. 2. War's in der Furcht des Herrn Daß ich ihn angefangen? Mit Dank und mit Gebet, Mit eifrigem Verlangen, Als ein Geschöpf von Gott Der Tugend mich zu weihn Und züchtig und gerecht Und Got⸗ tes Freund 0 sein? 3. Hab' ich in dem Beruf Den Gott mir angewiesen, Durch Eifer und durch Fleiß Ihn, diesen Gott gepriesen, Mir und der Welt ge⸗ nützt Und jeden Dienst gethan, Weil ihn der Herr gebot, Nicht, weil mich Menschen sahn? 4. Wie hab' ich diesen Tag Mein eigen Herz regieret? Hat mich im stillen oft Ein Blick auf Gott ge⸗ rühret? Erfreut' ich mich des Herrn, Der unser Flehn bemerkt, Und hab' ich im Vertraun Auf ihn mein Herz gestärkt? 5. Dacht' ich bei dem Genuß Der Güter dieser Erden An den Allmächtigen, Durch den sie sind und werden? Verehrt' ich ihn im Staub? Empfand ich seine Huld? Trug ich das Glück mit Dank, Den Unfall mit Geduld? 6. Und wie genoß mein Herz DesUmgangs süße Stunden? Fühlt' ich der Freundschaft Glück? Sprach ich, was ich empfunden? War auch mein Ernst noch sanft, Mein Scherz noch unschuldsvoll Und hab' ich nichts gered't, Das ich bereuen soll? 7. Hab' ich die Meinigen Durch Sorgfalt mir verpflichtet, Sie durch mein Beispiel still Zum Guten unterrichtet? War zu des Mitleids Pflicht Mein Herz nicht zu bequem? Ein Glück, das andre traf, War dies mir angenehm? 8. War mir der Fehltritt leid, Sobald ich ihn begangen? Bestritt ich auch in mir Ein unerlaubt Verlangen? Und wenn in dieser Nacht Gott über mich gebeut, Bin ich, vor ihm zu stehn, Auch willig und bereit? 9. Gott, der du alles weißt, Was könnt' ich dir verhehlen? Ich fühle täglich noch Die Schwachheit SIIIIINIII Abendgesänge. 351 meiner Seelen. Vergieb durch Christi Blut Mir die verletzte Pflicht, Vergieb und gehe du Nicht mit mir ins Gericht. 10. Ja, du verzeihest dem, Den seine Sünden kränken. Du liebst Barmherzigkeit Und wirst auch mir sie schenken. Auch diese Nacht bist du Der Wächter über mir. Leb' ich, so leb' ich dir, Sterb' ich, so sterb' ich dir. Gellert. Am Sonnabend Abend. Mel. Christ, der du bist der helle. 661 Unwiederbringlich schnell entfliehn Die Tage, die uns Gott verliehn. Die Woche kommt und eilt davon. Vergangen ist auch diese schon. 2. Dank dir, du ewigtreuer Gott, Für deinen Beistand in der Not, Für tausend Proben deiner Treu'! Denn deine Huld war täg⸗ lich neu. 3. Wenn unser Herz, von Schuld befreit, Sich mancher guten That erfreut, Wes war die Kraft? Wer gab Gedeihn? Dir, Herr, gebührt der Ruhm allein. 4. Oft fehlten wir und merk⸗ ten's nicht. Verzeih' uns die ver⸗ letzte Pflicht. Du siehst, Erbarmer, unsre Reu'. Um Christi willen sprich uns frei. 5. Wir eilen mit dem Strom der Zeit Stets näher hin zur Ewig⸗ keit. Du hast die Stunden zugezählt, Die letzte weislich uns verhehlt. 6. Herr unsers Lebens, mache du Uns selber recht geschickt dazu, Daß nicht, indem wir sicher sind, Der Tod uns unbereitet find'. 7. Ist einst die Zahl der Stun⸗ den voll, Die unser Los entschei⸗ den soll, So führ' uns aus der Prüfungszeit Zu deiner frohen Ewigkeit. 8. Da sind wir unsers Heils ewiß, Da wechseln Licht und Finsternis Nicht mehr, wie hier. Du ewges Licht, Herr, unser Gott, verlaß uns nicht! Neander nach einem Unbek. Abendlied eines Kindes. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. 3 allgütigster Erhalter, 662. O Meine Seele preiset dich, Denn mein jugendliches Alter Blühet und gedeiht durch dich. Jede Stunde meines Lebens Gabst du mir, Gott, nicht vergebens, Son⸗ dern mir zu meinem Glück. Legt' ich sie doch gut zurück! 2. Fröhlich könnt' ich jetzt dem Schlummer Dieser Nacht entgegen⸗ sehn Und einst ohne Pein und Kummer Auch zu meinem Grabe gehn. Herr, regiere du mein Leben, Und mein innigstes Bestreben Sei, es dir zum Dienst zu weihn. O wie selig werd' ich sein! Sturm. Nach der Arbeit. Mel. Nun lob', mein Seel', den Herren. ein Name sei erhoben, 663. D Gott, Vater der Barmherzigkeit, Du, der so oft von oben Mit Kraft und Stärke mich erfreut. Die Arbeit meiner Hände Gesegnetest, Herr, du. Dein sei der Ruhm! Ach sende Mir fer⸗ ner Hilfe zu, Daß ich das Meine thue Als treuer Knecht, als Christ, Bis Seligkeit und Ruhe Mein Teil auf ewig ist. Tode. Abendlied im Leiden. Mel. Nun sich der Tag geendet. 36 uch diesen Tag hab' ich 664. A vollbracht Mit aller seiner Not. Nur deiner Vaterlieb' und Macht Verdank ich es, o Gott. 2. Wärst du nicht meines Le⸗ bens Kraft, Mein Retter und mein Heil, So würd' in meiner Wander⸗ schaft Kein Trost mir je zu teil. 3. Ach, ohne dich, Allgütigster, Verging ich in der Nok. Von Trost und aller Hoffnung leer Wär' ohne dich mein Tod. 4. Doch welchen Trost fühlt nun mein Herz! Du bist und bleibst mein Gott. Dein Wort versüßt mir jeden Schmerz Und lindert jede Not. IPP I 352 5. Froh kann ich mich dem Schlaf vertraun, Auch schlafend bin ich dein. Vor keinem Unfall soll mir graun, Du wirst mein Helfer sein. In besondern persönlichen Umständen. 6. Und sollt', o Vater, diese Nacht Des Leidens letzte sein, Wohl mir, dann ist mein Lauf vollbracht, Voll⸗ bracht des Lebens Pein. Sturm. In besondern persönlichen Umständen. Am Geburtstage. Mel. Wer nur den lieben Gott. 665 Erwache fröhlich, mein Gemüte. Jetzt, da der Leib vom Schlaf erwacht, Schwing' dich zum Vater, dessen Güte Mir diesen Tag zur Freude macht. Stimm', Herz und Mund, ein Danklied an. Der Herr hat wohl an mir gethan. 2. Ein Jahr ist wiederum ver⸗ flossen, Ein Jahr von meiner Le⸗ benszeit. Unzählig Guts hab' ich genossen Von dir, dem Gott der Gütigkeit. Du gabst, vergabst und standst mir bei. Ja, Vater, ja, du bist getreu. 3. Wie soll ich deine Huld er⸗ heben? Gott, du bist groß, mein Dank ist klein. O möchte doch mein ganzes Leben Ein Dank für deine Gnade sein! Nimm, Gott, durch den ich fröhlich bin, Mein treues Herz zum Opfer hin. 4. Herr, dessen Treu' auf allen Wegen Mir nahe sichtbar, tröstlich war, O leg' auch einen Vatersegen Auf dieses neue Lebensjahr. Gott, der du weis' und gütig bist, Gieb mir stets, was mir nützlich ist. Liebich. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund. 666 Schon wieder ist von meinem Leben Ein Jahr, ein großer Teil, dahin. Dir dank' ich, der du mir's gegeben, Herr meiner Zeit, daß ich noch bin. Für alle deine Güt' und Treue, Der ich bis diesen Tag mich freue, Der ich nicht wert bin, preis' ich dich. Mein Vater, auch in diesem Jahre, Wenn ich's vollenden soll, dewahre Mit deiner weisen Vor⸗ sicht mich. 2. Wie sind die Tage meines Lebens Bis hieher mir so schnell entflohn! Ach, lebt' ich auch bisher vergebens? Reif' ich vielleicht zum Tode schon? Könnt' ich mit freu⸗ digem Vertrauen Mein himmlisch Vaterland zu schauen, Nun durch die Nacht des Grabes gehn? Könnt' ich mit frohem Angesichte Vor dir erscheinen im Gerichte, Vor dir, Allwissender, bestehn? 3. Entfernt von Weisheit und von Tugend, Betrat ich meines Lebens Bahn. Mich klagt die Sünde meiner Jugend Vor dir und vor mir selber an. Von meinem Leicht⸗ sinn hingerissen, Betäubt' ich end⸗ lich mein Gewissen, Hört' ich nicht dich, nicht meine Pflicht. Von zügel⸗ losen Trieben brannte Mein jun⸗ ges Herz, ich lebt' und kannte Die Absicht meines Lebens nicht. 4. Wie kann ich würdig gnug dich loben? Du führtest mich zu⸗ rück zu dir, Du stilltest meiner Lüste Toben, Schufst einen Men⸗ schen, Gott, aus mir. Ich sah die drohenden Gefahren, Die meiner Laster Früchte waren, Sah, wie gerecht und gut du bist, Bereute meiner Sünde Freuden, Entschloß mich ernstlich, sie zu meiden, Bat dich um Gnad' und ward ein Christ. 5. Du sahst mein Herz. O Gott, ich wollte Dich lieben, dir gehorsam sein. Mein ganzes Leben, wie ich's sollte, Versprach ich deinem Dienst zu weihn. Wie mich, wollt' ich die Brüder lieben, In guten Thaten stets mich üben Mit Freuden und mit Redlichkeit. Die Sünde wollt' ich ewig hassen, Von deinem Geist mich führen lassen Und wachsen in der Frömmigkeit. V.I. se Nacht ohl mir, t, Voll⸗ turm. —— * meines schnell bisher ht zum it freu⸗ nmlisch durch Könnt' Zor dir or dir, it und In besondern persönlichen Umständen. 6. Ist's möglich, daß ich's dir verhehle? Verdammt mein eignes Herz mich nicht? Ist in der Tiefe meiner Seele Nicht alles deinem Auge licht? Wie oft hab' ich den Bund gebrochen! Wie selten, was ich dir versprochen, So fest be⸗ schworen hab', erfüllt! Noch im⸗ mer fühl' ich Sündenliebe, Noch immer sind des Fleisches Triebe, Der Sinne Aufruhr nicht gestillt. 7. Ach, rufe noch nicht von der Erde Mich, ungeschickt zum Him⸗ mel, ab. Verzeuch, bis ich voll⸗ kommner werde, Dann erst eröffne mir das Grab. Noch brauch' ich Jahre, mich zu stärken Im Glau⸗ ben und in guten Werken, Zu wachsen in der Heiligung. Du kennst uns Menschen. Wie geschwin⸗ de Vertiefen wir uns in die Sünde! Wie langsam ist die Besserung! 8. Das hoff ich, daß du mich erhörest, Du Vater der Barmher⸗ zigkeit. Ich hoffe freudig, du ge⸗ währest Zu meiner Besserung mir deid Herr, ich will nicht mehr e verschwenden. Gewissenhaft sie anzuwenden, Sei mir unendlich teure Pflicht. Gieb, daß an jedem meiner Tage Mir mein Gewissen ernstlich sage: Vergiß, wozu du lebest, nicht! Münter. Christlicher Eheleute. Mel. Wie schön leucht't uns der. 667 Unz heilig soll der Eh⸗ * stand sein. Du Schö⸗ fer setztest selbst ihn ein, Der elt zum Glück und Segen. Noch immer fließt in diesem Stand Aus deiner milden Vaterhand Den rommen Heil entgegen. Stifter, Stifter, Dich erhöhen, Die in Ehen Dein sich freuen, Durch dich blühen und gedeihen. 2. Wie glücklich lebt ein from⸗ mer Mann, Wenn die sein Herz ihm abgewann, Die Gott ihm aus⸗ ersehen! Wie glücklich lebt an sei⸗ ner Hand Die Fromme, die Gott ihm verband, Ihm hilfreich bei⸗ zustehen! Heil euch, Heil euch, 353 Fromme Gatten! In dem Schatten Seiner Güte Jauchzt mit fröh⸗ lichem Gemüte. 3. Sie sind Gesegnete des Herrn, Sie fliehet Haß und Argwohn fern, Um sie glänzt holder Friede. Häuft auch die Last des Kreuzes sich, Sie tragen sie gemeinschaftlich, Daß sie sie nicht ermüde. Wenn sie Beten, Wird's Gott hören, Leiden wehren, Schmerzen lindern Und des Kreuzes Bürde mindern. 4. So strecket sich weit um ein Haus Ein rebenreicher Weinstock aus, So blühn auch Ehgenossen. Ringsum umpflanzen ihren Tisch Die Kinder fröhlich, munter, frisch, Wie junge Frühlingssprossen. Sorgt nichk, Sorgt nicht. Wie viel Beter Zählt ihr Väter, Zählt ihr Mütter! Sorg' und Müh' ist hier nicht bitter. 5. Gott, der du auch an uns edacht, Hab' auch auf uns noch Rerne⸗ acht, Daß uns kein Segen fehle. Laß nie uns unsern Bund entweihn. Keusch laß uns, fried⸗ sam, zärtlich sein, Ein Herz und eine Seele. Heilge, Heilge, Gott der Liebe, Unsre Liebe. Gieb uns Gnade, Stets zu wandeln deine Pfade. 6. Lenk' ab das Herz von Uppig⸗ keit Auf Freuden, die man nie bereut, Auf Freuden echter Tugend. Selbst unser hohes Alter sei Von drückenden Beschwerden frei, Noch munter gleich der Jugend. Segne, Segne, Unser Vater, Nährer, Rater, Schutz der Ehen, Uns, die wir auf dich nur sehen! Schlegel. Einer schwangern Frau. Mel. Es woll' uns Gott genädig. 668 D hast, o weiser 8 Schöpfer, mir Jetzt Leibesfrucht gegeben. Von Herzen dank' ich dir dafür, Du Herr von meinem Leben. Erbeten war sie, Gott, von dir, Du ließest sie mir werden. Ach, laß sie auch, zur Ehre dir, Dein Eigentum auf Erden Und einst dein Erbe werden. 354 In besondern persönlichen Umständen. 2. Behüte mich bei Tag und Nacht Vor Sorgen, Furcht und Schrecken. Laß mich, Gott, deine Güt' und Macht Vor allem Un⸗ fall decken. Es kann dein liebreich Augenmerk Dem Unglück leicht ge⸗ bieten. Ach, schütze deiner Hände Werk. Nur du kannst mich behüten Und meine Frucht bewahren. 3. Gieb meinem Kinde eine Seel', Geschmücket mit Verstande Und die den Tugendweg erwähl' Und fliehe Sünd' und Schande. Gieb ihm auch einen muntern Leib. Du kannst Gebrechen wehren. Und wenn, o Gott, ich schwaches Weib Mein Kind soll nun gebären, So hilf du mir in Nöten. 4. Ja, kommt, Gott, meine Stund'und Zeit, Dann stärke mich in Gnaden. Entbinde mich zu rech⸗ ter Zeit, Behüte mich vor Schaden. Gieb zur Geburt mir Mut und Kraft Und lindre meine Schmerzen. Du bist es, der mir Hilfe schafft. Ich fleh' aus ganzem Herzen: Er⸗ höre mich, o Vater! 5. Und wenn mein liebes Kind nun ist Gesund zur Welt gekommen, So laß es, o Herr Jesu Christ, Dann werden aufgenommen In deinen Tauf⸗ und Gnadenbund. Schenk' du ihm geistlich Leben. So soll, o Gott, mein Herz und Mund Stets deine Güt' erheben Und Lob und Preis dir bringen. Unbek. Der Eltern für ihre Kinder. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. 36 ir befehl' ich meine 669. D Kinder, Der mit ewger Gnade krönt. Zwar auch sie sind vor dir Sünder, Doch durch Jesum dir versöhnt Und dir, Vater, Sohn und Geist, Gott, den unser Glaube preist, Dein zu sein und dir zu leben, Durch den Taufbund übergeben. 2. Ihr Gelall' hast du erhöret, Ihre Schwachheit unterstützt, Sie verpfleget, sie genähret Und durch Engel sie beschützt. Engel schaun dein Angesicht Und doch schämen XIIIIIIIXNIXIX sie sich nicht dieser Kleinen, achtet scheinen. 3. Sollt' ich für so reiche Güte Dir nicht herzlich dankbar sein? Mit frohlockendem Gemüte Mich vor dir nicht ihrer freun? O wie teuer sind sie mir! Und hab' ich sie nicht von dir? Ja, mein Gott, wie manchen Segen Schenkst du mir auch ihretwegen! 4. Du, mein Schöpfer und Er⸗ halter, Bist von Kindheit auf mein Gott, Bleibst mein Gott auch einst im Alter. Sei auch meiner Kin⸗ der Gott. Segne und behüte sie. Deine Furcht erfüll' sie früh, Daß sie, dir zum Wohlgefallen, Jung schon deine Wege wallen. 5. Wie viel lockende Gefahren Warten ihrer in der Welt! Ihr Verstand ist unerfahren. Welttand schimmert und gefällt. Auch ihr Herz ist bald erweicht, Böses Bei⸗ spiel haftet leicht, Groß ist die Gewalt des Spottes, Er vertilgt oft selbst Furcht Gottes. Ach, daß sie mit Furcht dir dienen, Ist nur dein Werk. Ach, nimm nie Deinen heilgen Geist von ihnen, Daß ihr Fuß Ver⸗ sührer flieh', Und ich einst voll Zuversicht, Daß der Lüste Gift nun nicht Ihr unschuldig Herz verderbe Froh sie segne, wenn ich sterbe. 7. Keiner unter allen werde, Das, das bitt' ich, Herr, mein Gott Je den Freunden zur Be⸗ schwerde, Noch den Feinden je zum Spott. Sei ihr Schild und fester Stab, Daß sie sich bis in ihr Grab Harten Mangels stets erwehren, Ihres Fleißes redlich nähren. 8. Nicht bitt' ich, daß du mit Leiden Ihre Herzen ganz verschonst, Nicht, daß du mit steten Freuden Ihrer Tugend hier schon lohnst, Nicht, daß du sie hoch erhebst Ihnen großen Reichtum gebst, Jeden Anschlag stets erfüllest Je⸗ den ihrer Wünsche stillest. 9. Gieb du ihnen, o Allweiser, Wie es längst dein Rat bedacht. Der Beschirmung Die uns oft ver⸗ mung t ver⸗ d Er⸗ mein einst Kin⸗ e sie. Daß Jung die rtilgt In besondern persönlichen Umständen. 355 Das nur, was sie frommer, weiser Und zum Himmel reifer macht. Nie kann eine ganze Welt, Wenn ihr Reiz die Seele fällt, Nie mit allen ihren Schätzeu Den Verlust der Seel' ersetzen. 10. Doch was ich zu bitten wage, Find' ein gnädiges Gehör. Kann es sein, laß ihre Tage Nicht an Freuden gänzlich leer. Werden sie geprüft durch dich, Gott, so sei es väterlich, Und dann laß es ihren Seelen Nicht an Trost und Stärke fehlen. 11. Jener Siegstag der Gerech ⸗ ten Sei auch mir ein Freudentag. Hilf, daß zu des Richters Rechten Auch nicht einer fehlen mag. Dann frohlock' ich: Richter, sieh, Hier bin ich, hier sind auch die, Die dein Vater mir verliehen, Sie dem Himmel zu erziehen. Schlegel. Der Kinder für ihre Eltern. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 670 ir, Gott, sei mein 0 Dank geweiht, Hei⸗ lig dir mein ganzes Leben! Denn aus freier Mildigkeit Hast du selbst es mir gegeben, Es durch Eltern mir verliehn, Die zur Tu⸗ gend mich erziehn. 2. Gott, der du sie mir ersahst, Du hast sie mir auch erhalten. Du läßt, drückt sie schon die Last, Ihren Eifer nicht erkalten, Giebst für mich auch ihnen Glück, Ord⸗ nest mir auch ihr Geschick. 3. Sie, sie haben schon, als ich Mich zu fühlen kaum begonnte, Als ich selbst noch nicht für mich Denken, sorgen, wählen konnte, Stets für mich von Treu beseelt, Überdacht, gesorgt, gewählt. 4. Welche Wohlthat, Gott, daß sie Ihren besten Fleiß mir schenken Und mein sündlich Herz schon früh Von der Sünd' aufs Gute lenken, Stets auf meine Wege schaun, Liebreich meine Wohlfahrt baun! 5. Sollt' ich diese Liebe nicht Immerdar zu Herzen nehmen? Ach, der oft verletzten Pflicht Muß ich, Gott, vor dir mich schämen. O wie so beschämt steh' ich! O wie kränkt mein Undank mich! 6. Laß hinfort, wie du verlangst, Jede Kindspflicht mich erfüllen. Denn wie oft hat Sorg' und Angst Sie beschwert um meinetwillen! Tief verwundete mein Schmerz Wenn ich litt, ihr zitternd Herz. 7. Hilf, daß gegen sie mein Herz Kindlich sei und nicht bloß scheine, Und daß ich, trifft sie ein Schmerz, Zu dir heiße Zähren weine, Für ihr Glück dir dankbar sei Und mich ihrer Freuden freu'. 8. Jesus, stelle mir dich dar, Du, das Beispiel frommer Kinder Du, der Herr vom Himmel war, Gottes Sohn, das Heil der Sün⸗ der, Warest doch von Kindheit an Deinen Eltern unterthan. 9. Lust und Freude sei's auch mir, Folgsam sein, denn das ist billig Und gefällt auch, Höchster, dir. Mache du mich dazu willig. Dann nur, Vater, wird auch mein Dein verheißner Segen sein. 10. Lang' erhalte sie mir doch, Hör', o Gott, mein zärtlich Flehen. Laß im späten Alter noch Sie an mir nur Freude sehen, Und erhör' auch ihr Gebet, Das für mich um Weisheit fleht. Schlegel. Lied eines Jünglings. Mel. Ermuntre dich, mein schwacher. 3 ch trete vor dein An⸗ 671. Vgesicht, Du Schöpfer meiner Jugend. Verwirf mein kindlich Flehen nicht Um Weis⸗ heit und um Tugend. Der du den Säugling beten lehrst Und gern sein stammelnd Flehen hörst, Hör' auch mit Wohlgefallen Mein betend Lied erschallen. 2. Mein Weg ist schlüpfrig, wer erhält Mich, daß mein Fuß nicht gleite? Wer führt mich sicher in die Welt Und geht mir treu zur Seite? Wer warnt mich, wenn Gefahren drohn, Und lehrt mich in der Ferne schon, Daß sie 2*— 356 mich nicht erreichen, Die Klugheit, auszuweichen? 3. Eh' ich dich kannte, hast du mich Im Mutterleib bereitet Und durch die Kindheit väterlich Mich bis hieher geleitet. Jetzt, Herr, da ich dir danken kann, Nimm dich auch meiner Jugend an, Daß ich auf meinem Wege Unsträflich wandeln möge. 4. Mein Herz, noch unverführt und rein, Ist jung und unerfah⸗ ren. Wie leicht, geblendet durch den Schein, Stürzt es sich in Ge⸗ fahren! Ach, mache mich mir selbst bekannt Und gieb mir Weisheit und Verstand, Stets auf dein Wort zu schauen Und nie mir selbst zu trauen. 5. Du pflanztest, Herr, in mei⸗ ne Brust Die Triebe zum Ver⸗ gnügen. Ach, stärke mich, den Hang zur Lust Der Sünde zu besiegen. Dein unausbleibliches Gericht Vergesse meine Seele nicht, Und lehr' mich fromme Freuden Von Lüsten unterscheiden. Von dir, o Gott, werd' ich bewacht, Bin ganz mit dir um⸗ geben. Vor dir bedeckt nicht Mit⸗ ternacht, Noch Einsamkeit mein Leben. Die Sünde, die im Finstern schleicht, Verbirgt vor Menschen sich vielleicht, Vor deinem Ange⸗ sichte Steht sie im hellen Lichte. 7. Den Leichtsinn, der mich oft verführt, Das Böse zu erwählen, Den Ehrgeiz, der den Stolz gebiert, Das Merkmal schwacher Seelen, Die Trägheit, die den Geist ver⸗ zehrt Und jeden Trieb zum Laster nährt, Laß nie zu ihren Sünden, O Gott, mich willig finden. 8. Wenn sich auf meiner Jugend Bahn, Mich in ihr Netz zu ziehen, Verführer meiner Seele nahn, So laß mich klüglich fliehen. Ihr sü⸗ zes Locken lenke nicht Mein Herz von dir und meiner Pflicht. Ihr Spotten und ihr Lachen Laß nie mich wankend machen. 9. Der Glaub' an Jesum bleibe mir, O Gott, unendlich wichtig, In besondern persönlichen Umständen. Denn er macht mich gerecht vor dir Und meine Steige richtig. Nicht Zweifel, die ein Herz erzeugt, Das sich zur Sündenliebe neigt, Noch Lust, zu widersprechen, Laß meinen Glauben schwächen. 10. Der Tugend heilige mich ganz, Mein Schöpfer und Erhalter. Sie werde meiner Jugend ter. Und einst mein Trost im Alter. Erhalte mein Gewissen rein, Laß keinen meiner Tage sein, Der nicht zu deiner Ehre Geschmückt mit Tu⸗ gend wäre. 11. Ach, lehre mich den Wert der Zeit, Daß ich sie nie verschwen⸗ de, Daß ich mit kluger Thätigkeit Auf Weisheit sie verwende. Gott, meiner Jugend Fleiß und Müh' Laß nicht umsonst sein, segne sie. Laß auch durch mich auf Erden Dein Werk gefördert werden. 12. Erhöre gnädig mein Gebet, DuSchöpfer meiner Jugend. Erhör' es, meine Seele fleht Um Weisheit und um Tugend. Mein ganzes Le⸗ ben dank' ich dir. Weich' nur, Er⸗ barmer, nicht von mir, Damit ich meine Wege Unsträflich gehen möge. Münter. Einer Jungfrau. Mel. Ermuntre dich, mein. 672 Och will in meiner * Einsamkeit Zu dir mein Herz erheben. Du selber wollst mir Freudigkeit, Dich anzurufen,. geben. Vernimm, o Vater, mein Gebet, Das nicht aus falschem Munde geht. Um deiner Liebe willen Eil', Herr, es zu erfüllen. 2. Du bist mein Vater, ich dein Kind. Mein Heil ist, dich zu lie⸗ ben. Ach, mache mich dir gleich⸗ gesinnt In allen meinen Trieben. Laß meine Seele keusch und rein Und treu in deiner Liebe sein Und suchen, dir vor allen, O Vater, zu gefallen. 3. Vor stolzer Selbstgefälligkeit Bewahre meine Jugend. Ihr Vor⸗ zug sei Bescheidenheit Und ihre Schönheit Tugend. Gieb mir den sanften stillen Geist, Der dich durch In besondern persönlichen Umständen. 357 seine Demut preist, Den Nächsten nie verachtet, Sich selbst zu bessern trachtet. 4. Die Lust der Eitelkeit laß nicht Mein junges Herz entzünden. Sie macht mich untreu meiner Pflicht Und bahnt den Weg zu Sünden. Gesuchte Zier und Pracht der Welt Ist nicht der Schmuck, der dir ge⸗ fällt. Du willst, ich soll beschei⸗ den Mit Ehrbarkeit mich kleiden. 5. Preis dir und Dank, mein Schöpfer, Gott, Du gabst mir eine Seele. Preis dir und Dank, mein Mittler, Gott, Du starbst für meine Seele. Mein Leib ist doch nur Asch' und Staub, Nie wird mein Geist des Todes Raub. Mein erst Ge⸗ schäft auf Erden Sei, schön am Geist zu werden. 6. Gott, lehre du mich eilen, ihn Mit Weisheit auszuschmücken, Denn meine Tage fliehn dahin Gleich schnellen Augenblicken Gieb, daß zu träger Tändelei Mir meine Zeit zu kostbar sei, Und laß es mir gelingen, Sie nützlich zuzubringen. 7. Bewahr' mein Auge, daß es nie Unreine Lust entzünde, Und meine Rede, Gott, daß sie Nie⸗ mand zweideutig finde. Die Un⸗ schuld bei mein liebster Ruhm, Ein guter Ruf mein Eigentum, Den jeder gern mir gönne Und nie ⸗ mand lästern könne. 8. Bewaffnet sei mit Ernst mein Blick, Mit Ernst der keuschen Tu⸗ gend. Seht ihn und bebet scheu zurück, Versucher frommer Jugend. Den Umgang, der Verführung droht, Herr, lehr' mich fliehen als den Tod Und willig alle Freuden Der wilden Weltlust meiden. 9. Die Frevler, die mit ihrem Spott Sogar dein Wort beflecken, Vertreibe fern von mir, o Gott, Daß sie mich nicht erschrecken. Dich lästern sie und deinen Sohn Und sprechen deiner Wahrheit Hohn. Unselige Verführer! Er⸗ barm', erbarm' dich ihrer! 10. Laß fromme Freundinnen in mir Ein Herz, wie ihres, sinden. Verknüpf' durch Unschuld uns, daß wir Der Freundschaft Glückempfin⸗ den. Laß unsre Liebe sanft und rein, Wie deiner Engel Umgang sein, Daß nimmer unsre Seelen Neid oder Argwohn quälen. 11. Schickst du einst einen Freund für mich, So gieb, daß ich ihn wähle. Er sei ein Christ und fürchte dich Und lieb' auch meine Seele. Laß seines Hauses edle Zier Mich werden, Gott, laß ihn in mir Die beste deiner Gaben Für dies sein Leben haben. 12. Der du mich selbst durch dein Gebot Den Weg zum Heile lehrest, Ich will dich preisen, meinen Gott, Daß du mein Flehn erhörest. Ich opfre dir mein lebenlang Der Un⸗ schuld und der Tugend Dank. Dort will ich in den Chören Der Engel dich verehren. mMünter. Im Alter. Mel. Ich ruf' zu dir, Herr Jesu Christ. 673 Sieh,. Seele, hinter dich — zurück Auf die durch⸗ lebten Jahre. Auch vor dich hin wirf einen Blick. Was siehst du? Grab und Bahre. 8⁰ bin schon alt. Wie bald, wie bald Sind meine Zeit und Stunden Hier ver; schwunden! Nach kurzem Aufent⸗ halt Werd' ich nicht mehr gefunden. 2. Gott, was ich bin, bin ich durch dich. Erwäg' es, mein Ge⸗ müte. Auf Vaterhänden trugst du mich, Dein Weg war lauter Güte. Herr, Ruhm sei dir! Denn du hast mir In meinem langen Leben Viel gegeben. Was geb' ich dir dafür? Wie soll ich dich erheben? 3. Du, meines Lebens Grund und Kraft, Mein Vater, sei gepriesen! Du hast auf meiner Wanderschaft Mir stündlich Guts erwiesen. Gott, du hast mich Oft wunderlich, Und doch stets wohl geführet, Wohl regieret. Im Kummer selbst hab' ich Dich nah' und treu gespüret. 4. Ich hab' durch deine Kraft und Stärk', Was schwer war, überstie⸗ gen. Du machtest ein mir furcht⸗ 358 In besondern persönlichen Umständen. bar Werk Mir oftmals zum Ver⸗ gnügen. Du, Gott der Huld, Hast mit Geduld, Da Sünden auf mir lagen, Mich getragen. Ach, tilge noch die Schuld Von allen meinen Tagen. 5. Mein Gott, mein Fels und Zuversicht, Mein Schöpfer und Er⸗ halter, Verlaß, verlaß auch jetzt mich nicht In Schwachheit und im Alter. Die Zeit eilt hin, Die Kräfte fliehn, Mir zeigen meine Jahre Nah' die Bahre. Gieb, daß, solang' ich bin, Ich deine Kraft erfahre. 6. Komm und erlöse mich. Ich bin Von langem Kampfe müde. Nimm meine Seele bald dahin. Wo wohnt dein ewger Friede. Schließ' meinen Lauf. Froh hoff' ich drauf, Ich werde nach dem Sterben Nicht verderben. Verklärt steh' ich einst auf, Die Seligkeit zu erben. Liebich. Unter den Beschwerlichkeiten des Alters. Mel. Nun ruhen alle Wälder. urch viele große Pla⸗ 674. D gen Hat mich der Herr getragen Von meiner Jugend auf. Ich sah auf meinen Wegen Des Höchsten Hand und Segen. Er lenkte meines Lebens Lauf. 2. Sein Weg war oft verborgen, Doch wie der helle Morgen Aus dunkeln Nächten bricht, So hab' ich stets gespüret, Der Weg, den Gott mich führet, Bringt mich durch Finsternis zum Licht. 3. War Menschenhilf' vergebens, So kam der Herr des Lebens Und half und machte Bahn. Wußt ich mir nicht zu raten, So that Gott große Thaten Und nahm sich mäch⸗ tig meiner an. 4. Bis in des Alters Tagen Will ich dich liebreich tragen Und dein Erretter sein! Dies hat mir Gott versprochen, Der nie sein Wort gebrochen. Ich werde sein mich ewig freun. 5. Er wird mir schwachen Alten, Was er verheißen, halten, Denn er ist fromm und treu. Bin ich gleich matt und müde, Er giebt mir Trost und Friede Und steht mit Mut und Kraft mir bei. 6. Nach wenig bangen Stunden Hab' ich ganz überwunden. Ich bin vom Ziel nicht weit. Triumph, o welche Freuden, Sind, nach den letzten Leiden, Vor Gottes Thron für mich bereit! 7. Ich warte froh und stille, Bis meines Gottes Wille Mich nach dem Kampfe krönt. An meiner Laufbahn Ende Sink' ich in Jesu Hände, Der mich dem Richter hat versöhnt. Feddersen. Fürbitte für abwesende Freunde. Mel. O Ewigkeit, du Donnerwort. 67⁵5 u, welchen keine Welt umschließt, Der du allgegenwärtig bist Mit allem dei⸗ nem Segen, Du bist, du Schöpfer Jehova. Auch meinen fernen Freunden nah Auf allen ihren Wegen. Du übersiehst, o Gott, sie nie. Ach, segne, Vater, segne sie! 2. Du selber trenntest sie von mir. Da seufzte laut mein Herz zu dir, Da flossen meine Thränen. Ich suchte sie und fand sie nicht. Du Menschenfreund, mein Angesicht Verfiel von meinem Sehnen. Doch du gabst meiner Seele Ruh'. Ich will ihr Gott sein, sagtest du. 3. Ja, sei und bleib ihr Freund, ihr Gott, Ihr Schutz, ihr Retter aus der Not, Auf den sie sicher trauen. Laß sie im Glanze deines Lichts Die Gnade deines Angesichts, O die Geliebten, schauen. Stärk' sie auf ihrer Wanderschaft Bei jedem Schritt mit neuer Kraft. 4. Bau' ihnen Häuser ohne Müh', Bereichre sie und segne sie Und auch noch ihren Samen. Gesegnet sei durch sie das Land, In wel⸗ ches sie dein Wink gesandt. Mach' herrlich ihren Namen. Laß sie in Fried' und Wohlergehn Einst ihrer Kinder Kinder sehn. 5. Gieb, daß sie ihrer Tugend Ruhm, Ihr unverletzlich Eigentum, Einst durch den Tod begleite. Ihr Tod müss' als ihr Leben sein, Ja, giebt steht unden ůch bin umph, ch den Thron nicht. In besondern persönlichen Umständen. 359 du wirst sterbend sie erfreun. Und stürben sie noch heute. Ein Tag, ein froher Tag erscheint, Der ewig mich und sie vereint. 6. O wie gedenk' ich dein so gern, Du Tag des Lebens, Tag des Herrn! Wann wird dein Licht erscheinen? Tag, der auch die mir wiedergiebt, Die ich, entfernt von mir, geliebt, Die Seligen die Mei⸗ nen! Wie wird sich unsre Seele freun! Gott welch ein Anblick wird das sein! Münter. Einer Herrschaft. Mel. Aus tiefer Not schrei' ich zu dir. 2 urch dich, Gott, bin 676. D ich, was ich bin, Und es ist deine Gabe Daß ich, als Herr, Dienst und Gewinn Von meinen Brüdern habe. Daß sie mir ihre Kräfte leihn, Das kommt von dir, von dir allein. Du bist der Herr der Menschen. 2. Mich zu beglücken, dienen sie, Verzehren ihre Kräfte Und dulden gern des Lebens Müh' In meinem Hausgeschäfte. Auch dafür laß mich dankbar sein Und nie dies Vorrecht stolz entweihn, Das du mir, Vater, gabest. 3. Auch der geringste Diener ist Bestimmt zum ewgen Leben. Für ihn und mich hat Jesus Christ Sich in den Tod gegeben. Vor Got⸗ tes Richtstuhl hat mein Knecht Mit mir dereinst ein gleiches Recht. Dort sind wir nicht verschieden. 4. Gott. präge mir dies ernst⸗ haft ein, Als Bruder ihn zu lieben. Laß diese Pflicht mir Freude sein. Wie sollt' ich den betrüben, Der über meine Grausamkeit Um Rache still zum Himmel schreit, Zu dir, Gott, meinem Richter? 5. Laß mich ihm seine saure Pflicht Durch Menschlichkeit versü⸗ ßen, Und wenn ihm Hilf' und Rat gebricht, Müssier sie stets genießen. Ihn tragen will ich, ihm verzeihn, Sein Pfleger in der Krankheit sein, Sein Freund im Glück und Unglück. Angebl. Feddersen u. Unbek. Eines Dienstboten. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 677 O Gott, du Gott der Deinen, Der Großen und der Kleinen. Auch ich bin, Schöpfer, dein. Du hast auch mich auf Erden Zum Menschen lassen werden, Und deiner soll mein Herz sich freun. 2. Ich soll hier andern dienen. Ich thus, und folg' ich ihnen, So folg' ich dir, mein Gott. Laß mei⸗ ner Herrschaft Willen Mich gern und froh erfüllen. Denn dies ist dein Will' und Gebot. 3. Behüte mich vor Klagen, Laß still mein Joch mich tragen, Auf dich im Dienste sehn. Lehr' du mich reden, schweigen. Mich redlich treu bezeigen Und schlecht und recht einherzugehn. 4. Vor Frechheit, Stolz und Neide, Vor List und Schadenfreude Be⸗ wahre, Gott, mein Herz. Was meine Herrschaft kränket, In Un⸗ mut sie versenket, Das sei zu⸗ gleich mein eigner Schmerz. 5. Gern will ich sie erfreuen, Gern mein Versehn bereuen Und willig folgsam sein. Ich will sie redlich lieben, Im Fleiße gern mich üben Und Müßiggang und Träg⸗ heit scheun. 6. Laß mich sie nie betrügen. Rechtthun sei mir Vergnügen Und Freude jede Pflicht. Was ich denk', red' und thue, Ich gehe oder ruhe, Gescheh' vor deinem Angesicht. 7. Du, Gott der Herrn und Knechte, Verteilst mit milder Rechte Den Hoh'n und NiedernHeil. Wer niedrig ist auf Erden, Kann groß im Himmel werden, Hat, Fürsten gleich, an dir, Gott, teil. 8. Auch mich wirst du belohnen, Bei dir werd' ich dort wohnen Und mich mit Engeln freun. Laß mich dies stets ermessen, Nie dei⸗ ner hier vergessen, Und dann werd' ich einst selig sein. Cavater und Unbekannter. 2** 360 In besondern persönlichen Umständen. Der Eltern beim Absterben ihrer Kinder. Mel. O Ewigkeit, du Donnerwort. 3 ch, meine Kinder sind 678. A nicht mehr! Mein traurig Herz ist hoffnungsleer, Von Freuden leer mein Leben! Ich sah sie wie den Frühling blühn. Dir, dir hofft' ich sie zu erziehn, Gott, der sie mir gegeben. Mein Alter sollten sie erfreun Und mir einst Trost im Tode sein. 2. Herr, ich verehre dein Gebot. Laß mich jetzt meiner Kinder Tod, Barmherziger, beweinen. Du, der du aller Väter bist Und weißt, was Herz der Eltern ist, Laß mich jetzt gehn und weinen. Verzeih' den Trieben der Natur. Nicht mur⸗ ren, klagen will ich nur. Auch meine Thränen preisen dich, Sie sind die Zeugen, Gott, daß ich Die liebte, die du liebest Und nun im Lichte deines Throns, In der Gemeinschaft deines Sohns, In aller Tugend übest. Herr, mei⸗ ne Seufzer danken dir. Du, du vertrautest sie nur mir. 4. Mit Thränen preis' ich dich auch einst, Wenn du zum Weltge⸗ richt erscheinst, Ach, dann mit Freu⸗ denthränen. Dann werd' ich meine Kinder sehn, Mit ihnen dankend vor dir stehn, Mich nicht mehr trostlos sehnen. Dann werd' ich froh bei ihnen sein Und ewig mich mit ihnen freun. Münter. Beim Absterben unserer Anver⸗ wandten und Freunde. Mel. Kommt her zu mir, spricht. 679 A, hier nicht mehr, ach, fern von mir Bist du, ich weiß nichts mehr von dir, O liebe, treue Seele. Entflohn aus meinen Armen weit Bist du, vom Thal der Sterblichkeit, O beste, treuste Seele. ů 2. Der Freundschaft Labsal ist dahin, Dein Trost, wenn ich ver⸗ lassen bin, Dein Mitleid, wenn ich leide. Mir fehlt, mir fehlt die treue Hand AmWegins bessre Vaterland, Dein Blick voll Ernst und Freude. 3. Ja, weinen darf ich, Gott, vor dir, Daß du die fromme Seele mir So früh und bald entrissen. Die Wunde blutet sehr, und ich, Ich klag', geliebtes Herz, um dich. Gott hat dich mir entrissen! 4. Ach, Vater, war mein Herz nicht rein? War sie nicht wert, geliebt zu sein, Die Seele, die ich liebte? War ich nicht ihrer Liebe wert, Daß du mein Flehen nicht erhört, Mich deine Hand betrübte? 5. Doch sei mein Schmerz auch noch so groß, Die Seele ruht in Gottes Schoß. Geduldig will ich schweigen. Nein, Teure, keinen Augenblick Wünsch' ich dich in den Staub zurück. Ich will vor Gott mich beugen. 6. Der Leichnam ruht im kühlen Grab, Gott nahm ihm seine Schmer; zen ab Und jede Last von Leiden. Empor schwang sich der frohe Geist Zu dem, der ganz die Liebe heißt, Genießt nun Gottes Freuden. 7. Die Seele, die hier heilig war, Fei'rt dort mit der Verklärten Schar Den Sabbath der Erlösten, Ist Wonne, Liebe, Dank und Licht Und lebt und schaut. Das sollte nicht Mein banges Herze trösten? 8. O Trost. o hoher Trost für mich! Mein banges Herz, erheitre dich Und stille deine Klagen. Er⸗ löst von ihres Leibes Joch, Lebt die geliebte Seele noch, Und ich, ich sollte zagen? 9. Nein, stille will ich Gott ver⸗ traun. Wer hier ihm glaubt, wird dort ihn schaun Und hier ihn schon empfinden. Ich weiß, ring' ich vom Staub empor, Ich werde, was ich hier verlor, Bei Gott dort wiederfinden. 10. Zwar hört, wenn einst mein Auge bricht, Mein Ohr von dir, o Teure, nicht Gebet, nicht Trost, nicht Segen. Doch wenn, durch Gottes Geist, mein Geist Sich im Triumph dem Staub entreißt, So eilst du mir entgegen. GaiSeng SSSSU *ʃSIROERNSes In besondern persönlichen Umständen. 361 11. Dann schau' und bet' ich an mit dir, Wir beid ein Herz, dann singen wir Von weggeweinten Lei⸗ den Und von der Tugend hohem Lohn, Sind Freud' und Dank und schmecken schon Der Seligkeiten Freuden. 12. Gedanke der Unsterblichkeit, Durchheitre jede Dunkelheit, Gieb Mut mir, wenn ich wanke, Ver⸗ edle jede Leidenschaft, Erfülle mich mit Heldenkraft, Erhabener Ge⸗ danke! Cavater. Einer Witwe. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 680 Fest soll mein' Hoffnung stehen, Gott hört der Witwen Flehen. Er ist mir mehr, als Mann. In jedem Schmerz und Leide Ist Gott mein Trost und Freude, Der Fels, auf den ich bauen kann. 2. Getrost! ruft seine Gnade, ch bin auf jedem Pfade Bei dir is an dein Grab, Nie will ich dich verlassen! Dies soll mein Glaube fassen Als meinen Witwen · wanderstab. 3. Die, die in stiller Kammer Dir klagten ihren Jammer, Er⸗ hörtest ehmals du. Auf sie floß, Gott, dein Segen, Auf allen ihren We en War Friede, Sicherheit und Ruh'. 4. Soviel seit soviel Jahren Be⸗ trübte Witwen waren, Soviel hast du verpflegt. Die in Bekümmer⸗ nissen Sich, Gott, auf dich verließen, Sahn ihre Last auf dich gelegt. 5. Auch mich wird dein Arm stärken, Auf mich dein Auge mer⸗; ken Und auf mein Flehn dein Ohr. Mit ernstem, heißem Flehen Will ich auch vor dir stehen Und seuf⸗ zen, Gott, zu dir empor. 6. Still will ich mein Joch tra⸗ gen. Dir, Vater, darf ich sagen, Was je mein Herze drückt. Du bist mir in der Nähe, Gott, den ich zwar nicht sehe, Den aber doch mein Glaub' erblickt. 7. Du siehst mich(o Gedanke Des Trostes, wenn ich wanke!) In meiner Einsamkeit, Und du wirst, Herr der Welten, Mir's öffentlich vergelten, Wenn deiner still mein Herz sich freut. 8. Ja, bis zum letzten Schritte, Ja, wenn ich noch mehr litte, Seh ich mit Lust auf dich. Nur dir, dir zu gefallen, Unsträflich hier u wallen, Sei mein Bestreben. tärke mich! 9. Mit Ernst und frohen Mutes Will ich, mein Vater, Gutes Vor deinen Augen thun, Gern mich der Welt entziehen, Zerstreuung, Thorheit fliehen Und nur in dei⸗ nem Schoße ruhn. 10. Dann eilen meine Tage Mit jeder Last und Plage Leicht, wie ein Traum, dahin. Dann leg' ich meine Glieder Froh einst im Tode nieder, Wenn ich zum Himmel reifer bin. 11. Dann geh' ich, den zu schauen, Der mein Stab, mein Vertrauen, Mein Gott ist und mein Freund. Wie will ich dann ihn ehren! Wie danken für die Zähren, Die ich als Witwe hier geweintl 12. Dann find' ich, die ich liebte, Der'n Abschied mich betrübte, In meines Schöpfers Hand, Wo Freu⸗ denquellen fließen, Dort werd' ich sie genießen Im thränenfreien Vaterland. 13. Drum fort die heißen Pfade! Mich kühlt des Vaters Gnade, Er trägt mir meine Not. Nicht ewig werd' ich weinen, Ich komme zu den Meinen, Bald seh' ich sie bei meinem Gott. (Wenn sie Kinder hat.) 14. Dann soll'n auch meine Wai⸗ sen Den gütgen Vater preisen, Der sie erhalten kann. Ja, dir will ich sie bilden. Ach, schau' mit deiner milden Erbarmung deine Schafe an. Lavater und angeblich Rüster. Einer Waise. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 681 Qm Frühling meiner Jahre, Gott, sah ich schon die Bahre Des besten Vaters 362 In besondern persönlichen Umständen. stehn, Und sie, die mich geboren, War früh für mich verloren, Als Kind mußt' ich ihr Grab schon sehn! 2. Ach er, der mich so liebte, Mich früh im Guten übte, Zu Gott mich wies, ach er, Der zärtlich für mich wachte, Daß er mich glücklich machte, Mein bester Vater ist nicht mehr! 3. Und sie, die mich verpflegte, Als ihren Liebling hegte, Und, nie an Liebe leer, Mit jedem frühen Morgen Erneurte ihre Sorgen, Die treue Mutter ist nicht mehr! 4. Hilflos, verlassen, elend, Un⸗ wissend, immer fehlend, Zu schwach, mir vorzustehn, Ohn? Schützer, ohne Vater, Ohn' Führer, ohne Rater, O gütger Gott, wie wird mir's gehn? 5. Doch wer war's, der mich beugte, So tief zum Staube neigte? Warst du's nicht, weiser Gott? Dein weiser Rat regieret Der Menschen Schicksal, führet Es fort durch Leben und durch Tod. 6. Du willst dich auch an Wai⸗ sen, Allmächtger, stark beweisen, An Armen Wunder thun. Verlassue willst du nähren, Die Vaterlosen ehren, Durch dich soll unser Kum⸗ mer ruhn. 7. Und seit viel tausend Jahren Hast du, die Waisen waren, So väterlich ernährt. Die sich auf dich verließen, Sahn. Gott, zu deinen Füßen Ihr heißes Flehn von dir erhört. ‚ 8. Auch mich kannst du nicht hassen, Auch mich nicht ganz ver⸗ lassen, Auch ich will dir vertraun. Dein Herz sei mir auch offen! Auch ich will auf dich hoffen, In trü⸗ ben Stunden auf dich schaun. 9. Du wirst auch mich ernähren, Mir Unterhalt gewähren, Du, mein Versorger, du. Was ich be⸗ darf, das schenke Mir, deinem Kind, und lenke Mir frommer Menschen Liebe zu. 10. Und wenn in zarten Jahren Verführung und Gefahren, Wenn Laster um mich sind, O da sei du mein Vater, Mein Führer, Freund und Rater! O da verlaß, Gott, nie dein Kind! 11. Ja, pflanz' in früher Jugend Schon Gottesfurcht und Tugend Mir, Vater, tief ins Herz. Fromm sein auf deinen Wegen Sei Freude mir und Segen, Und Sünde thun allein mein Schmerz. 12. Arbeitsamkeit und Treue, Be⸗ Ehrüten Fehler Reue, Ein wahres hristentum, Ein zärtlich Herz für Freunde, Versöhnlichkeit für Feinde, Dies sei mein bestes Waisentum. 13. Und sie, die mich erziehen, Mit redlichem Bemühen An Eltern Statt mir sind, Die laß mich treu verehren, Sie durch Gehorsam eh⸗ ren, Sie dankbar lieben als ihr Kind. 14. Sei du, Gott, ihr Belohner, Wohlthäter und Verschoner Für das, was sie mir thun, Und wenn sie nun einst sterben, Laß sie den Himmel erben Und mich mit ihnen ewig ruhn. 15. Verklärt werd' ich dann ste⸗ hen, Die Eltern wiedersehen, Um die ich hier geweint. Da werd' ich vor dich treten, Zu dir, Erlöser, beten: Lohn' ihnen ewig, Menschen⸗ freund! Rüster. Vor und auf der Reise. Mel. Aus tiefer Not schrei' ich zu dir. a ei du, o mein ge⸗ 682 treuer Gott, Mit mir auf meiner Reise. Bewahr' mich vor Gefahr und Not, Zu deines Namens Preise. Herr, mei⸗ nen Weg empfehl' ich dir, Mich selbst und alles, was du mir Auf dieser Welt gegeben. 2. Schick' deinen Engel vor mir her, Laß ihn mich sicher leiten, Befiehl, daß er dem Unglück wehr' Und allen bösen Leuten. Nimm, Vater, meiner gnädig wahr, Daß kein Verderben und Gefahr An Seel' und Leib mir schade. 3. Du bester Führer, Gott, ver⸗ leih', Daß ich stets christlich wandle, VI Führe verlaß⸗ Jugend Tugend Fromm Freude de thun e, Be⸗; wahres erz für Feinde, itum. ziehen, Eltern In besondern persönlichen Umständen. 363 Stets fromm, getrost und weise sei, Nie kühn, nie strafbar handle. Regiere du selbst meinen Pfad, Gieb Segen, Mut, Verstand und Rat Zu meinem Thun und Lassen. (4. Bring' mich gesund, zur rech · ten Zeit, Zu den geliebten Meinen. Erhalt' und schütze sie vor Leid, Sie sind ja, Gott, die Deinen. laß sie dir empfohlen sein Und dann vor dir uns dankbar freun, Wenn wir uns wiedersehen!) 5. Du wollst mein ganzes Leben hier, O Vater selbst regieren. Wo Hilfe not ist, hilf du mir, Laß dei⸗ nen Geist mich führen, Und end' ich einst hier meinen Lauf, Dann nimm mich froh und selig auf Zu deiner ewgen Ruhe. Nach einem Unbekannten. Nach der Reise. Mel. Wer nur den lieben Gott. 683 ank dir, Beschützer meines Lebens! Du hast mich froh zurückgebracht. Ich flehte nicht zu dir vergebens, Du hast mich väterlich bewacht. Dein Schutz und Schirm war über mir, Durch deine Gnade bin ich hier. 2. Nun kann ich wieder mit den Meinen Mich deiner reichen Güte freun. Mit ihnen mein Gebet verei; nen Unddir des Dankes Opfer weihn, Daß du die Wohlthat uns gewährt Und gnädig unser Flehn erhört. 3. Du hast Gesundheit mir ver⸗ liehen, Gefahr und Schaden ab⸗ ewandt. Du segnetest auch mein emühen Mit deiner milden Vater⸗ hand. Auch meiner Seele wandtest du, Du Gott der Huld, viel Gutes zu. 4. Sei nun gelobt, sei hoch ge; priesen Für alles Gute, das du mir Auf meiner Reise hast erwiesen! Mein dürftig Lob gefalle dir! Dir will ich ganz mein Leben weihn. Laß ewig mich den Deinen sein. Heeren und Rüster. Eines in fremde Länder reisenden Jünglings. Mel. Nun sich der Tag geendet. 684. A Vateland Wien du, Gott, mit mir sein. Wo immer nur mich deine Hand Hinführt, da bin ich dein. 2. Du schufst, erhältst, beseelest mich, Du, du giebst alles mir. Umgeben immerdar bin ich, All⸗ mächtiger, von dir. 3. Vergäß' ich dieser Wahrheit, ach, Verloren wär' mein Herz. Dann gäb' ich leicht dem Laster nach Und sucht' in Freuden Schmerz. 4. Vergess' ich dieser Wahrheit nicht, So bleibt die Seele rein Und heilig mir Beruf und Pflicht, Und ich kann freudig sein. 5. Leb' ich unsträflich, Gott, wie froh Bin ich, wie segenreich! Was immer für Gefahr mir droh', Bleibt doch mein Mut sich gleich. 6. Ja, deine Gegenwart, Gott, sei Stets fühlbar nahe mir, Daß ich der Tugend immer treu Und fröhlich sei in dir. 7. Der Reiz der Sünd' und Eitel keit Entlocke dir mich nie. Was kurz vergnügt und lang' gereut, Gieb, daß ich's redlich flieh'. 8. Wo man mich sieht, wo man mich kennt, Laß tugendhaft mich sein, Und selbst da, wo kein Mensch mich kennt, Das Laster ernstlich scheun. 9. Die Bibel und dein heilig Wort Laß mich ja nirgends fliehn Und mich zu keiner Zeit und Ort Dem Gottesdienst entziehn. 10. Wer's treu nicht mit der Wahrheit meint, Dem Freund von List und Spott, Dem Freund des Spiels, der Tugend Feind, Entreiße mich, mein Gott. 11. Der Wollüstling, der Freund der Pracht Soll mir verächtlich sein, Und vor dem Wurm, der deiner lacht, Erzittre mein Gebein. 12. Wer nichts, als Wahrheit, sucht und dich, Wer redlich ist und still Und sanft und klug, der ist's, den ich Zum Freunde wählen will. 13. Ach, einen, der die Tugend liebt, Des Beispiel führt zu dir, O du, der alles hat und giebt, Gott, solchen Freund gieb mir. 364 In besondern persönlichen Umständen. 14. Mit Bruderlieb' umfasse stets Mein Herz, wen ich erblick. Das Ziel des täglichen Gebets Sei mei⸗ nes Nächsten Glück. (15. In andrer Diensten laß mich treu, Still und bescheiden sein. Gieb, daß ich Stolz und Frechheit scheu' Und jeden Heuchelschein.) 16. Vollkommner, weiser und ein Christ Betret' ich dann das Land, Das mir von Gott bezeichnet ist, Wo ich mein Leben fand. 17. Der frommen Eltern Ruhm und Lust, Im Alter noch ihr Stab Und keines Lasters mir bewußt, Begleit' ich sie zum Grab. 18. Mir folgt ihr Segenjahrelang, Bis einst mein Auge bricht. Dann macht kein Tod, kein Grab mich bang', Dann schreckt mich kein Gericht. 19. Nein, Ewigkeit, Unsterblichkeit! Erhebe dich mein Geist! Es ist die frohe Ewigkeit, Wohin der Jüngling reist! Lavater u. angebl. Rüster. Des seligen Dr. Martin Luthers sämtliche Lieder, ohne alle Veränderung aus dessen Werken. Von der Dreieinigkeit. 685 ir glauben all' an 8. einen Gott, Schöpfer Himmels und der Erden, Der sich um Vater geben hat, Daß wir sent Kinder werden. Er will uns allzeit ernähren, Leib und Seel' auch wohl bewahren, Allem Unfall will er wehren, Kein Leid soll uns widerfahren. Er sorget für uns, Hüt't und wacht, Es steht alles in seiner Macht. 2. Wir glauben auch an Jesum Christ, Seinen Sohn und unsern erren, Der ewig bei dem Vater ist, Gleicher Gott von Macht und Ehren, Von Maria, der Jung⸗ frauen, Ist ein wahrer Mensch geboren Durch den heilgen Geist im Glauben, Für uns, die wir war'n verloren, Am Kreuz gestor⸗ ben Und vom Tod Wieder auf⸗ erstanden durch Gott. 3. Wir glauben an den heilgen Geist, Gott mit Vater und dem Sohne Der aller Blöden Tröster heißt Und mit Gaben zieret schone), Die ganz' Christenheit auf Erden Hält in einem Sinn gar eben. Hie all' Sünd' vergeben werden, Das Fleisch soll auch wieder leben. Nach diesem Elend Ist bereit Uns ein Leben in Ewigkeit. Amen. *) schone— schön. 686 Des du bist drei in Einigkeit, Ein wah⸗ rer Gott von Ewigkeit, Die Sonn' mit dem Tag von uns weicht, Laß leuchten uns dein göttlich Licht. 2. Des Morgens, Gott, dich loben wir, Des Abends auch beten für dir, Unser armes Lied rühmet dich Jetzund immer und ewiglich. 3. Gott Vater, dem sei ewig Ehr', Gott Sohn, der ist der einig Herr, Und dem Tröster, heiligen Geist Von nun an bis in Ewigkeit. Amen. Von der Erlösung. 3 un freut euch, lieben 687. Nhuisten g'mein Und laßt uns fröhlich springen, Daß wir getrost und all' in ein Mit Lust und Liebe singen, Was Gott an uns gewendet hat Und seine süße Wunderthat, Gar teu'r hat er's erworben. 2. Dem Teufel ich gefangen lag, Im Tod war ich verloren, Mein Sünd' mich quälet' Nacht und Tag, Darin ich war geboren. Ich fiel auch immer tiefer drein, Es war kein Guts am Leben mein, Die Sünd' hatt' mich besessen. 3. Mein' guten Werk' die golten nicht, Es war mit ihn'n verdor⸗ ben. Der frei' Will' hasset' Gott's *— N SXXIIEIEEERR n Ruhm hr Stab bewußt, hrelang. üngling RKüster. Des seligen D. Martin Luthers sämtliche Lieder. 365 Gericht, Er war zum Gut'n erstor⸗ ben. Die Angst mich zu verzwei⸗ feln trieb, Daß nichts denn Sterben bei mir blieb, Zur Höllen mußt' ich sinken. 4. Da jammert' Gott in Ewig⸗ keit Mein Elend übermaßen. Er dacht' an sein“ Barmherzigkeit, Er wollt' mir helfen lassen. Er wandt' zu mir das Vaterherz, Es war bei ihm fürwahr kein Scherz, Er ließ sein Bestes kosten. 5. Er sprach zu seinem lieben Sohn: Die Zeit ist zu erbar⸗ men. Fahr' hin, mein's Herzens werte Kron', Und sei das Heil dem Armen Und hilf ihm aus der Sündennot, Erwürg' für ihn den bittern Tod Und laß ihn mit dir leben! 6. Der Sohn dem Vater g'horsam ward, Er kam zu mir auf Erden Von einer Jungfrau rein und zart, Er sollt' mein Bruder werden. Gar heimlich führt' er sein' Gewalt, Er ging in meiner armen G'stalt, Den Teufel wollt' er fangen. 7. Er sprach zu mir: Halt' dich an mich, Es soll dir jetzt gelin⸗ Die. Ich geb mich selber ganz für ich, Da will ich für dich ringen. Denn ich bin dein und du bist mein, Und wo ich bleib', da sollt du sein, Uns soll der Feind nicht scheiden. 8. Vergießen wird er mir mein Blut, Dazu mein Leben rauben. Das leid' ich alles dir zu gut, Das halt' mit festem Glauben. Den Tod verschlingt das Leben mein, Mein' Unschuld trägt die Sünden dein, Da bist du selig worden. 9. Gen Himmel zu dem Vater mein Fahr' ich von diesem Leben, Da will ich sein der Meister dein, Den Geist will ich dir geben, Der dich in Trübnis trösten soll Und lehren mich erkennen wohl Und in der Wahrheit leiten. 10. Was ich gethan hab' und ge⸗ lehrt, Das sollt du thun und leh⸗ ren, Damit das Reich Gott's werd' gemehrt Zu Lob und seinen Ehren, Und hüt' dich für der Menschen Satz, Davon verdirbt der edle Schatz. Das laß ich dir zur Letze)). *) Zur Letze— zum Abschied. Von der Menschwerdung und Geburt Jesu. 688 Nun komm der Heiden 5 Heiland, Der Jung⸗ frauen Kind erkannt, Daß sich wundre alle Welt, Gott solch' Ge⸗ burt ihm bestellt. 2. Nicht von Mannsblut noch von Fleisch, Allein von dem heilgen Geist Ist Gottes Wort word'n ein Mensch Und blüht ein' Frucht Weibes Fleisch. 3. Der Jungfrau Leib schwanger ward, Doch blieb Keuschheit rein bewahrt, Leucht't herfür manch' Tugend schon“), Gott da war in seinem Thron. *) schon S schöͤn. 4. Er ging aus der Kammer sein, Dem königlich'n Saal so rein, Gott von Art und Mensch ein Held, Sein'n Weg er zu laufen eilt. 5. Sein Lauf kam vom Vater her Und kehrt wieder zum Vater, Fuhr hinunter zu der Höll' Und wieder zu Gottes Stuhl. 6. Der du bist dem Vater gleich, Führ' hinaus den Sieg im Fleisch, Daß dein' ewig Gottes G'walt In uns das krank' Fleisch enthalt'. 7. Dein' Krippen glänzt hell und klar, Die Nacht giebt ein neu Licht dar, Dunkel muß nicht kommen drein, Der Glaub' bleibt immer im Schein. 8. Lob sei Gott dem Vater g'than! Lob sei Gott, dem ein'gen Sohn! Lob sei Gott, dem heilgen Geist, Immer und in Ewigkeit! 689 Gadbet seist du, Jesu 2 Christ, Daß du Mensch geboren bist Von einer Jungfrau, das ist wahr, Des freuet sich der Engel Schar. Kyrieleis. 2. Des ewgen Vaters einig Kind Jetzt man in der Krippen find't, In unser armes Fleisch und Blut Ver⸗ kleidet sich das ewge Gut. Kyrieleis. TTTTETC 366 Des seligen D. 3. Den aller Welt Kreis nie be⸗ schloß, Der liegt in Marien Schoß, Er ist ein Kindlein worden klein, Der alle Ding' erhält allein. Kyrieleis. 4. Das ewge Licht geht da her⸗ ein, Giebt der Welt ein'n neuen Schein, Es leucht't wohl mitten in der Nacht Und uns des Lichtes Kinder macht. Kyrieleis. 5. Der Sohn des Vaters. Gott von Art, Ein Gast in der Welt hie ward Und führt uns aus dem Jammerthal, Er macht uns Erben in sein'm Saal. Kyrieleis. 6. Er ist auf Erden kommen arm, Daß er unser sich erbarm' Und in dem Himmel mache reich Und tleis. lieben Engeln gleich. Kyri⸗ eleis. 7. Das hat er alles uns gethan, Sein' groß' Lieb' zu zeigen an. Des freu' sich alle Christenheit Und dank' ihm des in Ewigkeit. Kyrieleis. a er Tag der ist so freu⸗ 690. D deureiih Aller Krea⸗ ture, Denn Gottes Sohn vom Him⸗ melreich Uber die Nature Von einer Jungfrau ist gebor'n. Maria, du bist auserkor'n, Daß du Mutter wärest. Was geschah so wunder⸗ gleich? Gottes Sohn vom Himmel⸗ reich, Der ist Mensch geboren. 2. Ein Kindelein so löbelich Ist uns geboren heute Von einer Jungfrau säuberlich, Zu Trost uns armen Leuten. Wär' uns das Kind⸗ lein nicht gebor'n, So wär'n wir allzumal verloren. Das Heil ist unser aller. Ei, du süßer Jesu Christ, Daß du Mensch geboren bist! Behüt' uns vor der Höllen. 3. Als die Sonn' durchscheint das Glas Mit ihrem klaren Scheine Und doch nicht versehret das, So mer⸗ ket allgemeine: Zu gleicher Weis' geboren ward Von einer Jungfrau rein und zart Gott's ein'ger Sohn, der werte. In ein' Krippen ward er g'legt, Große Marter für uns trägt Allhier auf dieser Erden. Martin Luthers 4. Die Hirten auf dem Felde war'n, Erfuhren neue Märe Von den engelischen Schar'n, Wie Christ geboren wäre, Ein König üb'r all König groß. Herod's die Red' gar sehr verdroß, Aussandt er seine Boten. Ei, wie gar ein' falsche List Erdacht er wider Jesum Christl Die Kindlein ließ er töten. 691 Vem Himmel hoch da komm' ich her, Ich bring' euch gute neue Mär. Der guten Mär bring' ich so viel, Da⸗ von ich sing'n und sagen will. 2. Euch ist ein Kindlein heut' gebor'n Von einer Jungfrau aus⸗ erkor'n, Ein Kindelein, so zart und fein, Das soll eu'r Freud' und Wonne sein. 3. Es ist der Herr Christ, unser Gott, Der will euch führ'n aus aller Not, Er will eu'r Heiland selber sein, Von allen Sünden machen rein. 4. Er bringt euch alle Seligkeit, Die Gott der Vater hat bereit't. Daß ihr mit uns im Himmelreich Sollt leben nun und ewiglich. 5. So merket nun das Zeichen recht, Die Krippen, Windelein so schlecht, Da findet ihr das Kind ge⸗ legt, Das alle Welt erhält und trägt. 6. Des laßt uns alle fröhlich sein Und mit den Hirten gehn hinein, Zu sehn, was Gott uns hat beschert, Mit seinem lieben Sohn verehrt. 7. Merk' auf, mein Herz, und sieh dort hin. Was liegt doch in dem Krippelein, Wes ist das schöne Kindelein? Es ist das liebe Jesulein. 8. Bis“) willkommen, du edler Gast! Den Sünder nicht ver⸗ schmähet hast Und kommst ins Elend her zu mir. Wie soll ich immer danken dir? *) Bis—= sei. 9. Ach Herr, du Schöpfer aller Ding', Wie bist du worden so ge⸗ ring, Daß du da liegst auf dürrem Gras, Davon ein Rind und Esel aß! XXIIIIXIXII Felde Von Christ b'r all d' gar vseine he List Shristl och da „Ich Der Da⸗· heut' taus⸗ t und und unser maus iland inden sämtliche Lieder. 367 10. Und wär' die Welt vielmal so weit, Von Edelstein und Gold be⸗ reit't, So wär' sie doch dir viel zu klein, Zu sein ein enges Wiegelein. 11. Der Sammet und die Seide dein Das ist grob Heu und Winde⸗ lein, Drauf du, König, so groß und reich, Herprangst, als wär's dein Himmelreich. 12. Das hat also gefallen dir, Die Wahrheit anzuzeigen mir, Wie aller Welt Macht, Ehr' und Gut Für dir nichts gilt, nichts hilft noch thut. 13. Ach, mein herzliebes Jesulein, Mach' dir ein rein sanft Bettelein, Zu ruhen in mein's HerzensSchrein, Daß ich nimmer vergesse dein. 14. Davon ich allzeit fröhlich sei, Zu springen, singen immer frei Das rechte Susaninne schon), Mit Herzenslust den süßen Ton. ) schon— schön. 15. Lob, Ehr' sei Gott im höch⸗ sten Thron, Der uns schenkt seinen eingen Sohn! Des freuen sich der Engel Schar' Und singen uns solch's neues Jahr. 5 om Himmel kam der 692. V Engel Schar, Er⸗ schien den Hirten offenbar. Sie sag⸗ ten ihn'n: Ein Kindlein zart Das liegt dort in der Krippen hart, 2. Zu Bethlehem in DavidsStadt, Wie Micha das verkündigt hat. Es ist der Herre Jesus Christ, Der euer aller Heiland ist. 3. Des sollt ihr billig fröhlich sein, Daß Gott mit euch ist worden ein. Er ist gebor'n eu'r Fleisch und Blut, Eu'r Bruder ist das ewge Gut. 4. Was kann euch thun die Sünd' und Tod? Ihr habt mit euch den wahren Gott. Laßt zürnen Teufel und die Höll', Gott's Sohn ist worden eu'r Gesell. 5. Er will und kann euch lassen nicht, Setzt ihr auf ihn eu'r Zuver⸗ sicht. Es mögen euch viel fechten an, Dem sei Trotz, der's nicht lassen kann. 6. Zuletzt müßt ihr doch haben recht, Ihr seid nun worden Gott's Geschlecht. Des danket Gott in Ewig⸗ keit, Geduldig, fröhlich allezeit. 3 hristum wir sollen lo⸗ 693. C ben schon“), Der reinen Magd Marien Sohn, So weit die liebe Sonne leuchttt Und an aller Welt Ende reicht. *) schon— schön. 2. Der selge Schöpfer aller Ding Zog an ein's Knechtes Leib gering, Daß er das Fleisch durchs Fleisch erwürb' Und sein Geschöpf nicht all's verdürb'. 3. Die göttlich Gnad vom Himmel groß Sich in die keusche Mutter goß, Ein Mägdlein trug ein heim⸗ lich Pfand, Das der Natur war unbekannt. 4. Das züchtge Haus des Her⸗ zens zart Gar bald ein Tempel Gottes ward, Die kein Mann rühret', noch erkannt, Von Gott's Wort man sie schwanger fand. 5. Die edle Mutter hat gebor'n. Den Gabriel verhieß zuvorn, Den Sankt Johann's mit Springenzeigt, Da er noch lag im Mutterleib. 6. Er lag im Heu mit Armut groß, Die Krippen hart ihn nicht verdroß, Es ward ein kleine Milch sein Speis', Der nie kein Vöglein hungern ließ. 7. Des Himmels Chör' sich freuen drob Und die Engel singen Gott Lob. Den armen Hirten wird ver⸗ meld't Der Hirt und Schöpfer aller Welt. 8. Lob, Ehr' und Dank sei dir gesagt, Christ, gebor'n von der reinen Magd, Mit Vater und dem heilgen Geist Von nun an bis in Ewigkeit. Amen. Auf das Fest der Erscheinung Christi. 694 Wos fürchtst du, Feind * Herodes, sehr, Daß uns geborn kommt Christ der Herr? Er sucht kein sterblich Königreich, Der zu uns bringtsein Himmelreich. 2. Dem Stern die Weisen folgen nach, Solch Licht zum rechten Licht sie bracht'. Sie zeigen mit den Ga⸗ 368 Des seligen D. Y ben drei, Dies Kind Gott, Mensch und König sei. 3. Die Tauf' im Jordan an sich nahm Das himmelische Gotteslamm, Dadurch, der nie kein' Sünde that, Von Sünden uns gewaschen hat. 4. Ein Wunderwerk da neu ge⸗ schah. Sechs steinern Krüge man da sah Voll Wassers, das verlor sein' Art, Roter Wein durch sein Wort draus ward. 5. Lob, Ehr' und Dank sei dir gesagt, Christ, geboren von der reinen Magd, Mit Vater und dem heilgen Geist Von nun an bis in Ewigkeit. Amen. Von der Auferstehung Jesu. 695 Christ lag in Todesban⸗ * den, Für unsre Sünd' gegeben, Der ist wieder erstanden Und hat uns bracht das Leben. Des wir sollen fröhlich sein, Gott loben und dankbar sein Und singen Halleluja. Halleluja. 2. Den Tod niemand zwingen kunnt Bei allen Menschenkindern, Das macht alles unsre Sünd', Kein' Unschuld war zu finden. Davon kam der Tod so bald Und nahm über uns Gewalt, Hielt uns in sein'm Reich gefangen. Halleluja. 3. Jesus Christus, Gottes Sohn, An unsrer Statt ist kommen Und hat die Sünd' abgethan, Damit dem Tod genommen All sein Recht und sein' Gewalt, Da bleibt nichts denn Tod's Gestalt, Den Stachel hat er verloren. Halleluja. 4. Es war ein wunderlich'r Krieg, Da Tod und Leben rungen. Das Leben behielt den Sieg, Es hat den Tod verschlungen. Die Schrift hat verkündet das, Wie ein Tod den andern fraß. Ein Spott aus dem Tod ist worden. Halleluja. 5. Hier ist das recht' Osterlamm, Davon Gott hat geboten, Das ist an des Kreuzes Stamm In heißer Lieb' gebraten. Des Blut zeichnet unsre Thür, Das hält der Glaub' dem Tod für, Der Würger kann uns nicht rühren. Halleluja. M artin Luthers 6. So feiern wir dies hoh' Fest MitHerzensfreud undWonne, Das uns der Herr scheinen läßt, Er ist selber die Sonne, Der durch seiner Gnaden Glanz Erleucht't unsre Herzen ganz, Der Sünden Nacht ist vergangen. Halleluja. 7. Wir essen und leben wohl In rechten Osterfladen. Der alte Sau'rteig nicht soll Sein bei dem Wort der Gnaden. Christus will die Koste sein Und speisen die Seel' allein. Der Glaub' will kein's andern leben. Halleluja. 696. Chriftisterßanden Von der Marter alle, Des sollen wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Kyrie⸗ eleison. 2 2. Wär er nicht erstanden, So wär' die Welt vergangen. Seit daß er erstanden ist, So lob'n wir den Vater Jesu Christ. Kyrie⸗ eleison. 3. Halleluja! Halleluja! Halle⸗ luja! Des sollen wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Kyrieeleison. 30 Wesus Christ, unser 697.* eiland, Der den Tod überwand, Ist auferstanden, Die Sünd' hat er gefangen. Kyrie⸗ eleison. 2. Der ohn' Sünden war gebor'n, Trug für uns Gottes Zorn, Hat uns versöhnet, Daß uns Gott sein' Huld gönnet. Kyrieeleison. 3. Tod, Sünd', Leben und Ge⸗ nad', All's in Händen er hat, Er kann erretten Alle, die zu ihm treten. Kyrieeleison. 2. Vom heiligen Geiste. 698 Kemm. heiliger Geist, OHerre Gott, Erfüll' mit deiner Gnaden Gut Deiner Gläub⸗ gen Herz, Mut und Sinn. Dein' brünstig Lieb' entzünd' in ihn'n. O Herr, durch deines Lichtes Glast“) Zu dem Glauben versammlet hast Das Volk aus aller Welt Zungen. RIIRRR h' Jest e, Das Er ist seiner unsre Nacht wohl r alte Christ Tyrie⸗ „ So Seit n wir ryrie⸗ Halle⸗ froh sein. Hat sein' sämtliche Lieder. Das sei dir, Herr, zu Lob gesun⸗ gen. Halleluja, Halleluja. Glast= Glanz. 2. Du heiliges Licht, edler Hort, Laß uns leuchten des Lebens Wort Und lehr' uns Gott recht erkennen, Von Herzen Vater ihn nennen. O Herr, behüt' für fremder Lehr', Daß wir. nicht Meister suchen mehr, Denn Jesum mit rechtem Glauben Und ihm aus ganzer Macht ver⸗ trauen. Halleluja, Halleluja. 3. Du heilige Brunst, süßer Trost, Nun hilf uns fröhlich und getrost In dein'm Dienst beständig bleiben, Die Trübsal uns nicht abtreiben. O Herr, durch dein' Kraft uns be⸗ reit Und stärk' des Fleisches Blö⸗ digkeit, Daß wir hier ritterlich ringen, Durch Tod und Leben zu dir dringen. Halleluja, Halleluja. 699 Kemm, Gott Schöpfer, — heiliger Geist, Besuch' das Herz der Menschen dein, Mit Gnaden sie füll', wie du weißt, Daß dein' Geschöpf vorhin sei'n. 2. Denn du bist der Tröster ge⸗ nannt, Des Allerhöchsten Gabe teu'r, Ein' geistlich Salb' an uns gewandt, Ein lebend Brunn, Lieb' und Feu'r. Zünd' uns ein Licht an im Verstand, Gieb uns ins Herz der Liebe Brunst, Das schwach Fleisch in uns, dir bekannt, Erhalt' fest dein' Kraft und Gunst. 4. Du bist mit Gaben siebenfalt Der Finger an Gott's rechter Hand, Des Vaters Wort giebst du gar bald Mit Zungen in alle Land. 5. Des Feindes List treib' von uns fern, Den Fried' schaff' bei uns deine Gnad', Daß wir dein'm Leiten folgen gern Und meiden der Seelen Schad'. 6. Lehr' uns den Vater kennen wohl, Dazu Jesum Christ, seinen Sohn, Daß wir des Glaubens werden voll, Dich, beider Geist, zu verstohn. 7. Gott Vater sei Lob und dem Sohn, Der von den Toten aufer⸗ stund, Dem Tröster sei dasselb' 369 gethon In Ewigkeit alle Stund'. Amen. Vom Worte Gottes. Herre Gott, Dein 700. O arl Wort Ist lang verdunkelt blieben, durch dein Gnad' Uns ist gesagt, Was Paulus hat geschrieben Und andere Apostel mehr Aus dein'm göttlichen Munde. Das dank'n wir dir Mit Fleiß, daß wir Er⸗ lebet han die Stunde. 2. Daß es mit Macht An Tag ist bracht, Wie klärlich ist vor Augen. Ach Gott, mein Herr, Erbarm' ich der'r, Die dich no jetzt verleug⸗ nen Und achten sehr Auf Men⸗ schenlehr', Darin sie doch verder⸗ ben. Dein's Worts Verstand Mach ihn n bekannt, Daß sie nicht ewig sterben. 3. Willt du nun fein Gut Christe sein, So mußt du erstlich glau⸗ ben, Setz'n dein Vertraun, Dar⸗ auf fest baun Hoffnung und Lieb⸗ im Glauben Allein durch Christ Zu aller Frist. Dein'n Nächsten lieb' darneben, Das G'wissen frei, Rein Herz dabei, Das kein' Krea⸗ tur kann geben. 4. Allein Herr, du Mußt ssolches thun Doch gar aus lauter Gna· den. Wer sich des tröst't, Der ist erlöst Und kann ihm niemand schaden. Ob wollten gleich Papst, Kaiser, Reich Sie und dein Wort vertreiben, Und wollen's auch nicht Sie sprechen schlecht, Es sei nicht recht, Und haben's nie elesen, Auch nie gehört Das edle Wort. Ist's nicht ein teuflisch Wesen? 6. Ich glaub' g'wiß gar, Daß es sei wahr, Was Paulus uns thut schreiben: Es muß geschehn, Daß all's vergeh', Dein göttlich Wort Aa sämtliche Lieder. 871 Zu Zion Heil erlangen? Cott wird sich sein's Volks erbarmen Und lösen, die gefangen. Das wird er thun durch seinen Sohn, Davon wird Jakob Wonne han Und Israel sich freuen. 703 9 ensch, willt du leben — seliglich Und bei Gott bleiben ewiglich, Sollt du halten die zehn Gebot', Die uns gebeut unser Gott. Kyrieleis. 2. Dein Gott allein und Herr bin ich, Kein andrer Gott soll irren dich, Trauen soll mir das Herze dein, Mein eigen Reich sollt du sein. Kyrieleis. 3. Du sollt mein'n Namen ehren schon) Und in der Not mich rufen an, Du sollt heiligen den Sabbat⸗ tag, Daß ich in dir wirken mag. Kyrieleis.*) schon— schön. 4. Dem Vater und der Mutter dein Sollt du nach mir gehorsam sein, Niemand töten, noch zornig sein Und deine Eh' halten rein. Kyrieleis. 5. Du sollt ein'm andern stehlen nicht, Auf niemand Falsches zeu⸗ gen nicht, Deines Nächsten Weib nicht begehr'n Und all sein's Guts gern entbehr'n. Kyrieleis. 704 Dier sind die aüdte zehn Gebot', ie uns gab unser Herre Gott Durch Mosen, seinen Diener treu, Hoch auf dem Berg Sinai. Kyrieleis. 2. Ich bin allein dein Gott, der Herr, Kein' Götter sollt du haben mehr, Du sollt mir ganz vertrauen dich, Von Herzensgrund lieben mich. Kyrieleis. 3. Du sollt nicht führen zu Un⸗ ehr'n Den Namen Gottes, deines Herrn, Du sollt nicht preisen recht noch gut, Ohn' was Gott selbst red't und thut. Kyrieleis. 4. Du sollt heilgen den siebent' Tag. Daß du und dein Haus ruhen mag, Du sollt von dein'm Thun lassen ab, Daß Gott sein Werk in dir hab'. Kyrieleis. 5. Du sollt ehr'n und gehorsam sein Dem Vater und der Mutter dein, Und wo dein' Hand ihn'n dienen kann, So wirst du lang's Leben han. Kyrieleis. 6. Du sollt nicht töten zornig⸗ lich, Nicht hassen noch selbst rächen dich, Geduld haben und sanften Mut Und auch dem Feind thun das Gut'. Kyrieleis. 7. Dein' Eh' sollt du bewahren rein, Daß auch dein Herz kein andre mein', Und halten keusch das Leben dein Mit Zucht und Mäßigkeit fein. Kyrieleis. Du sollt nicht stehlen Geld noch Gut, Nicht wuchern jemands Schweiß und Blut, Du sollt auf⸗ thun dein' milde Hand Den Armen in deinem Land. Kyrieleis. 9. Du sollt kein falscher Zeuge sein, Nicht lügen auf den Nächsten dein, Sein' Unschuld sollt auch retten du Und seine Schand' decken zu. Kyrieleis. 10. Du sollt dein's Nächsten Weib und Haus Begehren nicht, noch etwas draus, Du sollt ihm wünschen alles Gut', Wie dir dein Herz selber thut. Kyrieleis. 11. Die Gebot' all uns geben sind, Daß du dein Sünd', o Men⸗ schenkind, Erkennen sollt und lernen wohl, Wie man für Gott leben soll. Kyrieleis. 12. Das helf' uns der Herr Jesus Christ, Der unser Mittler worden ist. Es ist mit unserm Thun verlor'n, Verdienen doch eitel Zorn. Kyrieleis. Von der christlichen Kirche. 708 in' feste Burg ist unser 705. E Gott, Ein' gute Wehr und Waffen. Er hilft uns frei aus aller Not, Die uns jetzt hat be⸗ troffen. Der alt' böse Feind Mit Ernster's jetzt meint, Groß' Macht und viel List Sein' grausam Rüstung ist, Auf Erd' ist nicht sein'sgleichen. 2. Mit unsrer Macht ist nichts gethan, Wir sind gar bald verio⸗ Aa“ 372 cen. Es streit't für uns der rechte Mann, den Gott hat selbst erko⸗ ren. Fragst du, wer der ist? Er heißt Jesus Christ. Der Herr Zebaoth, Und ist kein andrer Gott, Das Feld muß er behalten. 3. Und wenn die Welt voll Teu⸗ fel wär' Und wollt' uns gar ver⸗ schlingen, So fürchten wir uns nicht so sehr, gelingen. Der Fürst dieser Welt, Wie sau'r er sich stellt, Thut er uns doch nicht. Das macht, er ist ge⸗ richt't, Ein Wörtlein kann ihn fällen. 4. Das Wort sie sollen lassen stahn Und kein'n Dank dazu haben, Er ist bei uns wohl auf dem Plan Mit seinem Geist und Gaben. Nehmen sie den Leib, Gut, Ehr, Kind und Weib, Laß fahren dahin, Sie haben's kein'n Gewinn, Das Reich muß uns doch bleiben. 5. Preis, Lob und Ehr' dem höch⸗ sten Gott. Dem Vater aller Gna⸗ den, Der uns aus Lieb' gegeben hat Sein'n Sohn für unsern Scha⸗ den, Dem Tröst'r, heilgen Geist, Von Sünd'n er uns reißt, Zum Reich Gottes heischt, Den Weg zum Himmel weist, Der helf' uns fröh⸗ lich. Amen. 706 8 woll' uns Gott ge⸗ * nädig sein Und sei⸗ nen Segen geben, Sein Antlitz uns mit hellem Schein Erleucht' zum ewgen Leben, Daß wir erkennen seine Werk' Und was ihm liebt) auf Erden, Und Jesus Christus'Heil und Stärk' Bekannt den Heiden werden Und sie zu Gott bekehren. *) liebt S beliebt. 2. So danken, Gott, und loben dich Die Heiden über alle, Und alle Welt die freue sich Und sing' mit großem Schalle, Daß du auf Erden Richter bist Und läßt die Sünd nicht walten, Dein Wort die Hut und Weide ist, Die alles Volk er⸗ halten, In rechter Bahn zu wallen. 3. Es danke, Gott, und lobe dich Das Volk in guten Thaten. Das Land bringt Frucht und bessert Es soll uns doch. Des seligen D. Martin Luthers sich, Dein Wort ist wohl geraten. Uns segne Vater und der Sohn, Uns segne Gott der heilge Geist, Dem alle Welt die Ehre thu', Für ihm sich fürchte allermeist. Nun sprecht von Herzen Amen. 707 Erpalt uns, Herr, ber deinem Wort, Und steur' des Papsts und Türken Mord. Die Jesum Christum, deinen Sohn Wollen stürzen von deinem Thron 2. Beweis dein' Macht, Herr Jesu Christ, Der du Herr aller Herren bist, Beschirm' dein' arme Christen⸗ heit, Daß sie dich lob' in Ewigkeit. 3. Gott heilger Geist, du Tröster wert, Gieb dein'm Volk ein'rlei Sinn auf Erd', Steh' bei uns in der letzten Not, G'leit uns ins Leben aus dem Tod. D. Justi Jonä Zusatz. 4. Ihr' Anschläg', Herr, zu nichte mach', Laß sie treffen die böse Sach' Und stürz' sie in die Grub' hinein, Die sie machen den Christen dein. 5. So werden sie erkennen doch, Daß du, unser Gott, lebest noch Und hilfst gewaltig deiner Schar, Die sich auf dich verlassen gar. 708 Wüöͤr Gott nicht mit uns diese Zeit, So soll Israel sagen. Wär Gott nicht mit uns diese Zeit, Wir hätten mußt verzagen, Die so ein armes Häuf⸗ lein sind, Veracht't von so viel Men⸗ schenkind, Die an uns setzen alle. 2. Auf uns ist so zornig ihr Sinn, Wo Gott hätt' das zugeben, Verschlungen hätten sie uns hin Mit ganzem Leib und Leben. Wir wär'n als die ein' Flut ersäuft Und über die groß Wasser läuft Und mit Gewaͤlt verschwemmet. 3. Gott Lob und Dank, der nicht zugab, Daß ihr Schlund uns möcht fangen. Wie ein Vogel des Stricks kommt ab, Ist unsre Seel' ent⸗ gangen. Strick ist entzwei und wir sind frei, Des Herren Namen steht sämtliche Lieder. 373 uns bei, Des Gott's Himmels und Erden. Von der Taufe. hrist unser Herr zum 709. C Jordan kam ach seines Vaters Willen, Von Sankt Johann's die Taufe nahm, Sein Werk und Amt zu erfüllen. Da wollt' er stiften uns ein Bad, Zu waschen uns von Sünden, Ersäu⸗ fen auch den bittern Tod Durch sein selbst Blut und Wunden. Es galt ein neues Leben. So hört und merket alle wohl, Was Gott heißt selbst die Taufe Und was ein Ehriste glau⸗· ben soll, Zu meiden Ketzerhanfen. Gott spricht und will, daß Wasser sei, Doch nicht alleinschlecht Wasser, Sein heilges Wort ist auch dabei Mit reichem Geist ohn' Maßen, Der ist allhier der Täufer. 3. Solch's hat er uns beweiset klar Mit Bildern und mit Worten. Des Vaters Stimm' man offenbar Daselbst am Jordan hörte. Er sprach: Das ist mein lieber Sohn, An dem ich hab' Gefallen, Den will ich euch befohlen han, Daß ihr ihn höret alle Und folget sei⸗ nem Lehren. 4. Auch Gottes Sohn hier selber steht In seiner zarten Menschheit, Der heilge Geis hernieder fährt In Taubenbild verkleidet, Daß wir nicht sollen zweifeln dran, Wenn wir getaufet werden, All drei Person'n getaufet han, Damit bei uns auf Erden Zu wohnen sich ergeben. 5. Sein Jünger heißt der Herre Christ: Geht hin, all' Welt zu lehren, Daß sie verlor'n in Sün⸗ den ist, Sich soll zur Buße kehren. Wer glaubet und sich taufen läßt, Soll dadurch selig werden, Ein neugeborner Mensch er heißt, Der nicht mehr könne sterben, Das Himmelreich soll erben. 6. Wer nicht glaubt dieser gro. ßen Gnad', Der bleibt in seinen Sünden Und ist verdammt zum ewgen Tod Tief in der Höllen Grunde. Nichts hilft sein' eigne Heiligkeit, All sein Thun ist ver⸗ loren, Die Erbsünd' macht's zur Nichtigkeit, Darin er ist geboren, Vermaͤg ihm selbst nicht zu helfen. 7. Das Aug allein das Wasser sieht, Wie Menschen Wasser gießen, Der Glaub' im Geist die Kraft ver⸗ steht Des Blutes Jesu Christi, Und ist für ihm ein' rote Flut, Von Christus' Blut gefärbet, Die allen Schaden heilen thut, Von Adam her geerbet, Auch von uns selbst begangen. Vom heiligen Abendmahl. 710 Gott sei gelobet und * gebenedeiet, Der uns selber hat gespeiset Mit sei⸗ nem Fleische und mit seinem Blute, Das gieb uns, Herr Gott, zu gute. Kyrieleison. Herr, durch deinen heiligen Leichnam, Der von deiner Mutter Maria kam, Und das hei⸗ lige Blut Hilf uns, Herr, aus aller Rot Kyrieleison. 2. Der heilig' Leichnam ist für uns gegeben Zum Tod, daß wir dadurch leben. Nicht größre Güte konnt' er uns geschenken, Dabei wir sein sollin gedenken. Kyrieleison. Herr, dein Lieb' so groß dich zwun⸗ gen hat, Daß dein Blut an uns groß' Wunder that Und bezahlt unsre Schuld, Daß uns Gott ist worden hold. Kyrieleison. 3. Gott geb' uns allen seiner Gnaden Segen, Daß wir gehn auf seinen Wegen In rechter Lieb' und brüderlicher Treue, Daß uns die Speis' nicht gereue. Kyrieleison. Herr, dein heilger Geist uns nimmer laß, Der uns geb' zu halten rechte Maß, Daß dein' arm' Christenheit Leb' in Fried' und Einigkeit. Kyri⸗ eleison. Joh. Huß' Lied, verbessert durch D. M. Luther. 711 4—— Christus, unser Heiland, Der von uns den Gotteszorn wandt', Durch 37⁴4 Des seligen D. Martin Luthers das bittre Leiden sein Half er uns aus der Hölle Pein. 2. Daß wir nimmer des vergessen, Gab er uns sein'n Leib zu essen, Verborgen im Brot so klein, Und zu trinken sein Blut im Wein. 3. Wer sich zu dem Tisch will machen, Der hab' wohl acht auf sein' Sachen, Wer unwürdig hinzu geht, Für das Leben den Tod empfäht. 4. Du sollt Gott den Vater prei⸗ sen, Daß er dich so wohl wollt' speisen Und für deine Missethat In den Tod sein'n Sohn geben hat. 5. Du sollt glauben und nicht wanken, Daß ein' Speise sei der Kranken Den'n ihr Herz von Sünden schwer Und vor Angst ist betrübet sehr. 6. Solch' groß' Gnad' und Barm⸗ herzigkeit Sucht ein Herz in großer Arbeit. Ist dir wohl, so bleib' davon, Daß du nicht kriegest bösen Lohn. 7. Er spricht selber: Kommt ihr Armen, Laßt mich über euch er⸗ barmen, Kein Arzt ist dem Star⸗ ken not, Sein' Kunst wird an ihm gar ein Spott. 8. Hätt st du dir was konnt er⸗ werben, Was dürft' ich dann für dich sterben? Dieser Tisch auch dir nicht gilt, So du selber dir helfen willt. 9. Glaubst du das von Herzens⸗ grunde Und bekennest mit dem Munde, So bist du recht wohl geschickt Und die Speise dein' Seel' erquickt. 10. Die Frucht soll auch nicht ausbleiben: Deinen Nächsten sollt du lieben. Daß er dein genießen kann, Wie dein Gott hat an dir gethan. Von der Buße. 7 12 Ans tieser Not schrei ich * ich zu dir, Herr Gott, erhör' mein Rufen. Dein gnädig' Ohren kehr' zu mir, Und meiner Bitt' sie öffen'. Denn so du willt das sehen an, Was Sünd' und Unrecht ist gethan, Wer kann, Herr, für dir bleiben? 2. Bei dir gilt nichts, denn Gnad und Gunst, Die Sünde zu vergeben. Es ist doch unser Thun umsonst Auch in dem besten Leben. Für dir niemand sich rühmen kann, Des muß dich fürchten jedermann Und deiner Gnade leben. 3. Darum auf Gott will hoffen ich, Auf mein Verdienst nicht bauen. Auf ihn mein Herz soll lassen sich Und seiner Güte trauen, Die mir zusagt sein wertes Wort. Das ist mein Trost und treuer Hort, Des will ich allzeit harren. 4. Und ob es währt bis in die Nacht Und wieder an den Morgen, Doch soll mein Herz an Gottes Macht Verzweifeln nicht noch sor⸗ gen. So thu' Israel rechter Art, Der aus dem Geist erzeuget ward, Und seines Gott's erharre. 5. Ob bei uns ist der Sünden viel, Bei Gott ist viel mehr Gnade. Sein' Hand zu helfen hat kein Ziel, Wie groß auch sei der Schade. Er ist allein der gute Hirt, Der Is⸗ rael erlösen wird Aus seinen Sünden allen. Vom Gebet. 4 13 Vater unser im Himmel⸗ reich, Der du uns alle heißest gleich Brüder sein und dich rufen an Und willt das Be⸗ ten von uns han, Gieb, daß nicht bet' allein der Mund, Hilf, daß es geh' von Herzensgrund. 2. Geheiligt werd' der Name dein, Dein Wort bei uns hilf halten rein, Daß auch wir leben heiliglich Nach deinem Namen würdiglich. Behüt' uns, Herr, für falscher Lehr', Das arm' verführte Volk bekehr'. 3. Es komm' dein Reich zu dieser Zeit Und dort hernach in Ewig⸗ keit. Der heilge Geist uns wohne bei Mit seinen Gaben mancherlei. Des Satans Zorn und groß Ge⸗ walt Zerbrich, für ihm dein Kirch' erhalt'. 4. Dein Will' gescheh', Herr Gott, zugleich Auf Erden wie im Himmet⸗ .V sämtliche Lieder. 37⁵5 reich. Gieb uns Geduld in Leidens⸗ eit, Gehorsam sein in Lieb' und Leid. Wehr' und steur' allem Fleisch und Blut Das wider deinen Willen thut. 35. Gieb uns heut' unser täglich Brot Und was man darf zur Lei⸗ besnot. Behüt' uns für Unfried' und Streit, Für Seuchen und für teurer Zeit, Daß wir in gutem Frieden stehn, Der Sorg' und Gei⸗ zes müßig gehn. 6. All unsre Schuld vergieb uns, Herr, Daß sie uns nicht betrübe mehr, Wie wir auch unsern Schul⸗ digern Ihr' Schuld und Fehl ver⸗ geben gern. Zu dienen mach' uns all' bereit In rechter Lieb und Einigkeit. 7. Führ' uns, Herr, in Ver⸗ suchung nicht. Wenn uns der böse Geist anficht Zur linken und zur rechten Hand, Hilf uns thun star⸗ ken Widerstand, Im Glauben fest und wohlgerüst't Und durch des heilgen Geistes Trost. 8. Von allem Übel uns erlös, Es sind die Zeit' und Tage bös. Erlös uns vom ewigen Tod Und tröst' uns in der letzten Not. Be⸗ scher' uns auch ein seliges End', Nimm unsre Seel' in deine Händ', 9. Amen, das ist, es werde wahr, Stärk' unsern Glauben immerdar, Auf daß wir ja nicht zweifeln dran, Was wir hiermit gebeten han Auf dein Wort, in dem Namen dein, So sprechen wir das Amen fein. Te Deum laudamus. Verdeutscht durch D. Martin Luther. 714 H'w Gott, dich loben — wir, Herr Gott, wir danken dir. Dich, Vater in Ewig⸗ keit, Ehrt die Welt weit und breit. All' Engel und Himmelsheer' Und was dienet deiner Ehr', Auch Cherubim und Seraphim, Singen immer mit hoher Stimm': Heilig ist unser Gott, Heilig ist unser Gott, Heilig ist unser Gott, Der Herre Zebaoth. Dein' göttlich Macht und Herrlichkeit Geht über Himmel und Erden weit. Der heiligen zwölf Boten Zahl Und die lieben Pro⸗ pheten all', Die teuren Märt'rer allzumal Loben dich, Herr, mit großem Schall. Die ganze werte hristenheit Rühmt dich auf Erden allezeit. Dich, Gott Vater im höch⸗ sten Thron, Deinen rechten und ein'gen Sohn, Den heilgen Geist und Tröster wert Mit rechtem Dienst sie lobt und ehrt. Du König der Ehren, Jesu Christ, Gott Vaters ewiger Sohn du bist. Der Jungfrau Leib nicht hast ver⸗ schmäht, Zu erlösen das menschlich' Geschlecht. Du hast dem Tod zer⸗ stört sein' Macht Und all' Christen zum Himmel bracht. Du sitz'st zur Rechten Gottes gleich Mit aller Ehr' ins Vaters Reich. Ein Richter du zukünftig bist All' des, das tot und lebend ist. Nun hilf uns, Herr, den Dienern dein, Die mit dein'm teur'n Blut erlöset sein. Laß uns im Himmel haben teil Mit den Heiligen in ewigem Heil. Hilf deinem Volk, Herr Jesu Christ, Und segne, das dein Erbteil ist, Wart' und pfleg' ihr'r zu aller Zeit Und heb' sie hoch in Ewigkeit. Täglich, Herr Gott, wir loben dich Und ehr'n dein'n Namen stetiglich. Behüt' uns heut', otreuer Gott Für aller Sünd' und Misse⸗ that. Sei uns gnädig, o Herre Gott, Sei uns gnädig in aller Not. Zeig' uns deine Barmherzig⸗ keit, Wie unsre Hoffnung zu dir steht. Auf dich hoffen wir, lieber Herr, In Schanden laß uns nimmermehr. Amen. Vom Glauben und Vertrauen uf Gott. a 71 5 P itten wir im Leben sind Mit dem Tod umfangen. Wen such'n wir, der Hilfe thu', Daßwir Gnad' erlangen? Das bist du, Herr, alleine. Uns reuet unsre Missethat, Die dich, 376 Ves seligen D. Martin Luthers sämtliche Lieder. Herr, erzürnet hat. Heiliger Herre Gott, Heiliger, starker Gott, Hei ⸗ liger, barmherziger Heiland, Du ewiger Gott, Laß uns nicht ver⸗ sinken In des bittern Todes Not. Kyrieleison. 2. Mitten in dem Tod anficht Uns der Hölle Rachen. Wer will uns aus solcher Not Frei und ledig machen? Das thust du, Herr, alleine. Es jammert dein' Barm⸗ herzigkeit Unsre Sünd' und großes Leid. Heiliger Herre Gott, Hei⸗ liger, starker Gott, Heiliger, barm⸗ herziger Heiland, Du ewiger Gott, Laß uns nicht verzagen Für der tiefen Hölle Glut. Kyrieleison. 3. Mitten in der Hölle 400 Unsre Sünd' uns treiben. 0 soll'n wir denn fliehen hin, Da wir mögen bleiben? Zu dir, Herr Christ, alleine. Vergossen ist dein teures Blut, Das g'nug für die Sünde thut. Heiliger Herre Gott, Hei⸗ liger, starker Gott, Heiliger, barm⸗ herziger Heiland, Du ewiger Gott, Laß uns nicht entfallen Von des rechten GlaubensTrost. Kyrieleison. 716 Get der Vater wohn' uns bei Und laß uns nicht verderben, Mach' uns aller Sünden frei Und helf' uns selig sterben. Für dem Teusel uns bewahr', Halt' uns bei festem Glau⸗ ben Und auf dich laß uns bauen, Aus Herzensgrund vertrauen, Dir uns lassen ganz und gar, Mit allen rechten Christen Entfliehen Teufels Listen, Mit Waffen Gott's uns fristen. Amen, Amen, das sei wahr, So singen wir Halleluja. 2. Jesus Christus wohn' uns bei ꝛc. 3. Heilger Geist der wohn' uns bei ꝛc. 717. Wer urarfieht und auch auf seinem Wege geht! Dein eigen Hand dich nähren soll, So lebst du recht und geht dir wohl. 2. Dein Weib wird in dein'm Hause sein Wie ein' Reben voll Trauben fein, Und dein' Kinder um deinen Tisch Wie Olpflanzen, gesund und frisch. 3. Sieh, so reich Segen hangt dem an, Wo in Gottes Furcht lebt ein Mann. Von ihm läßt der alt' Fluch und Zorn, Den Men⸗ schenkindern angebor'n. 4. Aus Zion wird Gott segnen dich, Daß du wirst schauen stetig⸗ lich Das Glück der Stadt Jerusa lem, Für Gott in Gnaden angenehm. 5. Fristen wird er das Leben dein Und mit Güte stets bei dir sein, Daß du sehen wirst Kindes⸗ kind Und daß Israel Friede find'. Trost im Tode. it Fried'ꝰ und Freud' 718. M ich fahr dahin In Gott's Wille, Getrost ist mir mein Herz und Sinn, Sanft und stille, Wie Gott mir verheißen hat, Der Tod ist mein Schlaf worden. 2. Das macht Christus, wahr'r Gottessohn, Der treu' Heiland, Den du mich, Herr, hast sehen lan Und g'macht bekannt, Daß er sei das Leben Und Heil in Not und Sterben. 3. Den hast du allen vorgestellt Mit groß'n Gnaden, Zu seinem Reich die ganze Welt Heißen laden Durch dein teuer heilsam Wort. An allem Ort erschollen. 4. Er ist das hell' und selig' Licht Für die Heiden, Zu erleuchten, die dich kennen nicht, Und zu weiden. Er ist dein's Volks Israel Der Preis, Ehr', Freud' und Wonne. *I 7— 2 Anhang. I. Allgemeine Gebets⸗, Lob⸗ und Danklieder. Eigene Melodie. 719 Allein Gott in der Höh' * sei Ehr' Und Dank für seine Gnade, Darum, daß nun und nimmermehr Uns rühren kann kein Schade; Ein Wohlgefall'n Gott an uns hat, Nun ist groß 2 ohn' Unterlaß, All' Fehd' at nun ein Ende. 2. Wir loben, preis'n, anbeten dich Für deine Ehr'; wir danken, Daß du, Gott Vater, ewiglich Re⸗ gierst ohn' alles Wanken. Ganz ungemessen ist dein- Macht, Fortan geschieht, was du bedacht. Wohl uns des feinen Herren! 3. O Jesu Christ, Sohn einge⸗ bor'n Deines himmlischen Vaters, Versöhner derer, die verlor'n. Du Stiller unsers Haders, Lamm Gottes, heil'ger Herr und Gott, Nimm an die Bitt' von unsrer Not, Erbarm' dich unser aller! 4. O heil'ger Geist, du höchstes Gut, Du all'rheilsamster Tröster, Vor Satans Macht nimm uns in Hut, Die Jesus Christ erlöste Durch Marter groß und bittern Tod, Wend allen Jammer ab und Not. Darauf wir uns verlassen. Nik. Decius, 1541. Eigene Melodle. 720 ir, dir, Jehova, will * ich singen, Denn wo ist doch ein solcher Gott, wie du? Dir will ich meine Lieder bringen, Ach, gieb mir deines Geistes Kraft dazu, Daß ich es thu' im Namen Jesu Christꝰ, So wie es dir durch ihn gefällig ist. 2. Was mich dein Geist selbst bitten lehret, Das ist nach deinem Willen eingericht't, Und wird ge⸗ wiß von dir erhöret, Weil es im Namen deines Sohns geschicht, Durch welchen ich dein Kind und Erbe bin, Und nehme von dir Gnad' um Gnade hin. 3. Zeuch mich, o Vater, zu dem Sohne, Damit dein Sohn mich wieder zieh' zu dir. Dein Geist in meinem Herzen wohne Und meine Sinne und Verstand regier', Daß ich den Frieden Gottes schmeck und fühl' Und dir darob im Herzen sing' und spiel'. 4. Verleih mir, Höchster, solche Güte, So wird gewiß mein Sin⸗ gen recht gethan, So klingt es schön in meinem Liede. So bet ich dich im Geist und Wahrheit an, So hebt dein Geist mein Herz zu dir empor. Daß ich dir Psalmen sing' im höhern Chor. Denn der kann mich bei dir vertreten Mit Seufzern, die ganz unaussprechlich sind, Der lehret mich recht gläubig beten, Giebt Zeugnis meinem Geist, daß ich dein Kind Und ein Miterbe Jesu Christi sei, Daher ich Abba, lieber Vater! schrei'. 6. Wohl mir, daß ich dies Zeug · nis habe! Drum bin ich voller Lust und Freudigkeit. Und weiß, daß alle gute Gabe, Die ich von dir verlange jederzeit, Die giebst du und thust überschwenglich mehr, Als ich verstehe, bitte und begehr'. 7. Wohl mir! Ich bitt' in Jesu Namen, Der mich zu deiner Rech⸗ ten selbst vertritt: In ihm ist alles Ja und Amen, Was ich von dir im Geist und Glauben bitt'. Wohl mir, Lob dir, jetzt und in Ewig⸗ keit, Daß du mir schenkest solche Seligkeit! Barth. Crasselius, 166—1e24. Mel. Wunderbarer König. 721 ott ist gegenwärtig! Lasset uns anbeten Und in Ehrfurcht vor ihn treten! 378 Allgemeine Gebets⸗, Gott ist in der Mitten: Alles in uns schweige Und sich innigst vor ihm beuge! Wer ihn kennt, Wer ihn nennt, Schlagt die Augen nie⸗ der! Gebt das Herz ihm wieder! 2. Gott ist gegenwärtig, Dem die Cherubinen Tag und Nacht gebeuget dienen; Heilig, heilig, heilig Singen ihm zur Ehre Aller Engel hohe Chöre. Herr, vernimm Unsre Stimm' Wenn auch wir Geringen Unsre Opfer bringen. 3. Wir entsagen willig Allen Eitelkeiten, Die uns Sünd' und Welt bereiten. Da liegt unser Wille, Seele, Leib und Leben, Dir zum Eigentum ergeben. Du allein Sollst es sein, Unser Gott und Herre, Dir gebührt die Ehre. 4. Majestätisch Wesen, Möcht' ich recht dich preisen Und im Geist dir Dienst erweisen! Möcht' ich wie die Engel Immer vor dir stehen Und dich gegenwärtig sehen! Laß mich dir Für und für Trachten zu gefallen, Liebster Gott in allen. 5. Du durchdringest alles, Wollst mit deinem Lichte, Herr, berühren mein Gesichte! Wie die zarten Blumen Willig sich entfalten Und der Sonne stille halten: Laß mich so Still und froh Deine fassen Und dich wirken assen. 6. Mache mich voll Einfalt, Innig, abgeschieden, Sanft und still in deinem Frieden; Mach mich reines Herzens, Daß ich deine Klarheit Schauen mag in Geist und Wahrheit. Laß mein Herz Überwärts Wie ein Adler schweben Und in dir nur leben. 7. Komm, in mir zu wohnen, Daß mein Geist auf Erden Dir ein Heiligtum kann werden! Komm, du nahes Wesen, Dich in mir verkläre, Daß ich stets dich lieb' und ehre! Wo ich geh' Wo ich steh', Laß mich dein gedenken, Mich in dich versenken. Gerhard Tersteegen, 1607—1769. Lob⸗ und Danklieder. Mel. Nun danket all' und bringet Ehr'e Occh singe dir mit He 722. Vund Mund, Werg meines Herzens Lust! Ich sing' und mach' auf Erden kund, Was mir von dir bewußt. 2. Ich weiß, daß du der Brunn der Gnad' Und ew'ge Quelle seist, Daraus uns allen früh und spat Viel Heil und Gutes fleußt. 3. Was sind wir doch? Was haben wir Auf dieser ganzen Erd', Das uns, o Vater, nicht von dir Allein gegeben werd'? 4. Wer hat das schöne Himmels⸗ zelt Hoch über uns gesetzt? Wer ist es, der uns unser Feld Mit: Tau und Regen netzt? 5. Wer wärmet uns in Kält' und Frost? Wer schützt uns vor dem Wind? Wer macht es, daß man Ol und Most Zu seinen Zeiten find't? 6. Wer giebt uns Leben und Geblüt? Wer hält mit seiner Hand Den güldnen, werten, edlen Fried In unserm Vaterland? 7. Ach Herr, mein Gott, das kommt von dir, Du, du mußt alles thun! Du hältst die Wacht an unsrer Thür Und läßt uns sicher ruhn. 8. Du nährest uns von Jahr zu Jahr, Bleibst immer fromm und treu Und stehst uns, wenn wir in Gefahr Geraten, herzlich bei. 9. Du strafst uns Sünder mit Geduld Und schlägst nicht allzu⸗ sehr, Ja endlich nimmst du unsre Schuld Und wirsst sie in das Meer. 10. Wenn unser Herze seufzt und schreit, Wirst du gar leicht er⸗ weicht, Und giebst uns, was uns hoch erfreut Und dir zu Ehren reicht. 11. Du zählst, wie oft ein Christe wein' Und was sein Kummer sei. Kein stilles Thränlein ist so klein, Du hebst und legst es bei. 12. Du füllst des Lebens Man⸗ gel aus Mit dem, was ewig steht, Und führst uns in des Himmels I. ͤ˖ IIIr 4 Allgemeine Gebets⸗, Lob⸗ und Danklieder. 379 Haus, Wenn uns die Erd' ent⸗ eht. 13. Wohlauf, mein Herze, sing und spring Und habe guten Mut: Dein Gott, der Ursprung aller Ding', Ist selbst und bleibt dein Gut! 14. Er ist dein Schatz, dein Erb' und Teil, Dein Glanz und Freu⸗ denlicht, Dein Schirm und Schild, dein' Hilf und Heil, Schafft Rat und läßt dich nicht. 15. Was kränkst du dich in dei⸗ nem Sinn Und grämst dich Tag und Nacht? Nimm deine Sorg' und wirf sie hin Auf den der dich gemacht. 16. Hat er dich nicht von Jugend auf Versorget und ernährt? Wie manchen schweren Unglückslauf Hat er zum Heil gekehrt! 17. Er hat noch niemals was versehn In seinem Regiment: Nein, was er thut und läßt geschehn, Das nimmt ein gutes End'. 18. Ei nun, so laß ihn ferner thun Und red ihm nicht darein: So wirst du hier in Frieden ruhn Und ewig fröhlich sein. Daul Gerhardt, 160— 1676. Eigene Melodie. 723 LI den Herren, den 2 mächtigen König der Ehren, Meine geliebete Seele, das ist mein Begehren: Kommet zu Hauf, Psalter und Harfe wacht auf, Lasset den Lobgesang hören! 2. Lobe den Herren, der alles so herrlich regieret, Der dich auf Adelers Fittichen sicher geführet, Der dich erhält, Wie es dir selber efällt. Hast du nicht dieses ver; spüret? 3. Lobe den Herren der künstlich und fein dich bereitet, Der dir Gesundheit verliehen, dich freund⸗ lich geleite: In wie viel Not Hat nicht der gnädige Gott Über dir Flügel gebreitet! 4. Lobe den Herren, der deinen Stand sichtbar gesegnet, Der aus dem Himmel mit Strömen der Liebe geregnet. Denke daran, Was der Allmächtige kann, Der dir mit Liebe begegnet. 5. Lobe den Herren! Was in mir ist, lobe den Namen! Alles, was Odem hat, lobe mit Abra⸗ hams Samen! Er ist dein Licht, Seele, vergiß es ja nicht, Lobende, schließe mit Amen! Joachim Neander, 1 1680. Eigene Melodie. 724 Lan den Herren, o meine Seele, Ich will ihn loben bis zum Tod. Weil ich noch Stunden auf Erden zähle, Will ich lobsingen meinem Gott. Der Leib und Seel' gegeben hat, Werde gepriesen früh und spat. Halleluja! Halleluja! 2. Fürsten sind Menschen vom Weib geboren Und kehren um zu ihrem Staub, Ihre Anschläge sind auch verloren, Wenn nun das Grab nimmt seinen Raub. Weil dann kein Mensch uns helfen kann, Rufe man Gott um Hilfe an. Halleluja! Halleluja! 3. Selig, ja selig ist der zu nen⸗ nen, Des Hilfe der Gott Jakobs ist, Der sich vom Glauben durch nichts läßt trennen Und hofft ge⸗ trost auf Jesum Christ. Wer die⸗ sen Herrn zum Beistand hat, Fin⸗ det am besten Rat und That. Halleluja! Halleluja! 4. Dieser hat Himmel und Meer und Erden, Und was darinnen ist, gemacht; Alles muß pünktlich erfüllet werden, Was er uns ein⸗ mal zugedacht. Er ist der Herr⸗ scher aller Welt, Welcher uns ewig Iia1 hält. Halleluja! Halle⸗ uja! 5. Zeigen sich welche, die Unrecht leiden: Er ist's, der ihnen Recht verschafft. Hungrigen will er zur Speis' bescheiden, Was ihnen dient zur Lebenskraft. Die hart Gebun⸗ denen macht er frei, Und seiner Gnad' ist mancherlei. Halleluja! Halleluja! 6. Sehende Augen giebt er den 380 Allgemeine Gebets⸗, Lob⸗ und Danklieder. Blinden. Erhebt, die tiefgebeuget gehn; Wo er kann gläubige See⸗ len finden, Die läßt er seine Liebe sehn. Sein' Aufsicht ist des Frem⸗ den Trutz, Witwen und Waisen hält er Schutz. Halleluja! Halle⸗ luja! 7. Aber der Gottesvergessenen Tritte Kehrt er mit starker Hand zurück, Daß sie nur machen ver⸗ kehrte Schritte Und fallen selbst in ihren Strick. Der Herr ist König ewiglich. Zion, dein Gott sorgt stets für dich. Halleluja! Halle⸗ luja! 8. Rühmet, ihr Menschen, den hohen Namen Des, der so große Wunder thut. Alles, was Odem hat, rufe Amen! Und bringe Lob mit frohem Mut! Ihr Kinder Gottes, lobt und preist Vater und Sohn und heiligen Geist! Halle⸗ luja! Halleluja! J. D. Berrnschmidt, 1675— 1723. Eigene Melodie. 725. un danket alle Gott Mit Herzen, Mund und Händen, Der große Dinge thut An uns und allen Enden, Der uns von Mutterleib Und Kindesbeinen an Unzählig viel zu gut Und noch jetzund gethan, 2. Der ewig⸗reiche Gott Woll' uns bei unserm Leben Ein im⸗ mer fröhlich Herz Und edlen Frie⸗ den geben, Und uns in seiner Gnad' Erhalten fort und fort, Und uns aus aller Not Erlösen hier und dort. 3. Lob, Ehr' und Preis sei Gott, Dem Vater und dem Sohne, Und dem, der beiden gleich Im höch⸗ sten Himmelsthrone, Ihm, dem dreiein'gen Gott, Wie es anfänglich war, Und ist und bleiben wird Jetzund und immerdar. Mart. Rinkart, 1586—1649. Eigene Melodie. 0 daß ich tausend Zun · 72 6. O gen hätte Und einen tausendfachen Mund. So stimmt' ich damit um die Wette Vom aller; tiefsten Herzensgrund Ein Loblied nach dem andern an Von dem, was Gott an mie gethan. 2. O daß doch meine Stimm' erschallte Bis dahin, wo die Sonne steht, O daß mein Blut mit Jauch· zen wallte, So lang es noch im Laufe geht! Ach wär' ein jeder Puls ein Dank, Und jeder Odem ein Gesang! 3. Was schweigt ihr denn. Ihr meine Kräfte? Auf, auf, braucht allen euren Fleiß Und stehet mun⸗ ter im Geschäfte Zu Gottes, mei⸗ nes Herren Preis! Mein Leib und Seele schicke dich, Und lobe Gott herzinniglich. 4. Ihr grünen Blätter in den Wäldern, Bewegt und regt euch doch mit mir! Ihr schwanken Gräschen in den Feldern, Ihr Blumen, laßt doch eure Zier Zu Gottes Ruhm belebet sein, Und stimmet lieblich mit mir ein! 5. Ach alles, alles, was ein Le⸗ ben Und einen Odem in sich hat, Soll sich mir zum Gehilfen geben. Denn mein Vermögen ist zu matt, Die großen Wunder zu erhöhn, Die allenthalben um mich stehn. 6. Dir sei, o allerliebster Vater, Unendlich Lob für Leib und Geist, Für alles, mildester Berater, Was deine Güte mir erweist, Was du in deiner ganzen Welt Zu meinem Wohlsein hast bestellt. Mein treuster Jesu, sei ge⸗ priesen, Daß dein erbarmungs⸗ volles Herz Sich mir so hilfreich hat erwiesen Und mich durch Blut und Todesschmerz Von aller Teufel Grausamkeit Zu deinem Eigentum befreit. 8. Auch dir sei ewig Ruhm und Ehre, O heilig⸗werter Gottesgeist, Für deines Trostes süße Lehre, Die mich ein Kind des Lebens heißt. Ach, wo ich etwas Gut's verricht', Das wirket nur dein göttlich Licht. 9. Wer überströmet mich mit Segen, Bist du es nicht, du rei⸗ cher Gott? Wer schützet mich auf x 0 N d M E 6 n E. 727 Allgemeine Gebets⸗, Lob⸗ und Danklieder. 381 ch gewahr. 11. Wie sollt' ich nun nicht vol⸗ ler Freuden In deinem steten Lobe stehn! Wie sollt' ich auch im tiessten Leiden Nicht triumphie⸗ rend einhergehn! Und fiele auch der Himmel ein, So will ich doch nicht traurig sein. 12. Ich will von deiner Güte singen, So lange sich die Zunge regt, Ich will dir Freudenopfer bringen, So lange sich mein Herz bewegt. Ja, wenn der Mund wird kraftlos sein, So stimm' ich noch mit Seufzen ein. 13. Ach, nimm das arme Lob auf Erden, Mein Gott, in allen Gnaden hin, Im Himmel soll es besser werden, Wenn ich bei dei⸗ nen Engeln bin: Da sing' ich dir im höhern Chor Viel' tausend Halleluja vor. Joh. Mentzer, 16581734. Eigene Melodie. 727 Gott, du frommer * Gott, Du Brunn⸗ quell guter Gaben, Ohn' den nichts ist, was ist, Von dem wir alles haben: Gesunden Leib gieb mir, Und daß in solchem Leib Ein' unverletzte Seel“ Und rein Gewissen bleib', 2. Gieb, daß ich thu' mit Fleiß, Was mir zu thun gebühret, Wozu mich dein Befeh!h In meinem Stande führet; Gieb, daß ich's thue bald Zu der Zeit, da ich soll, Und wenn ich's thu', so gieb, Daß es gerate wohl. 3. Hilf, daß ich rede stets, Wo⸗ mit ich kann bestehen; Laß kein unnützlich Wort Aus meinem Munde gehen; Und wenn in mei⸗ nem Amt Ich reden soll und muß, So gieb den Worten Kraft Und Nachdruck ohn' Verdruß. 4. Find't sich Gefährlichkeit, So laß mich nicht verzagen, Gieb einen Heldenmut, Das Kreuz hilf selber tragen. Gieb, daß ich mei⸗ nen Feind Mit Sanftmut über⸗ wind'“, Und wenn ich Rat bedarf, Auch guten Rat erfind'. 5. Laß mich mit jedermann In Fried und Freundschaft leben, So weit es christlich ist. Willst du mir etwas geben An Reichtum, Gut und Geld, So gieb auch dies dabei. Daß von unrechtem Gut Nichts untermenget sei. 6. Soll ich auf dieser Welt Mein Leben höher bringen, Durch man⸗ chen sauren Tritt Hindurch ins Alter dringen: So gieb Geduld, vor Sünd? Und Schanden mich bewahr, Auf daß ich tragen mag Mit Ehren graues Haar. 7. Laß mich an meinem End' Auf Christi Tod abscheiden, Die Seele nimm zu dir Hinauf zu deinen Freuden: Dem Leib ein Räumlein gönn Bei frommer Christen Grab, Auf daß er seine Ruh' An ihrer Seite hab'. 8. Wenn du die Toten wirst An jenem Tag erwecken. So thu auch deine Hand Zu meinem Grab ausstrecken. Laß hören deine Stimm', Und meinen Leib weck auf Und führ ihn schön verklärt Zum auserwählten Hauf. Joh. Heermann, 1585—1642. Mel. Es ist das Heil uns kommen. ů ei Lob und Ehr' dem 728. S höchsten Gut, Dem Vater aller Güte, Dem Gott, der alle Wunder thut, Dem Gott, der mein Gemüte Mit seinem reichen Trost erfüllt, Dem Gott, der allen Jammer stillt; Gebt unserm Gott die Ehre! 2. Es danken dir die Himmels⸗ heer', O Herrscher aller Thronen, Und die auf Erden Luft und Meer ITTTTTETTCTECTC 382 In deinem Schatten wohnen, preisen deine Schöpfermacht, alles also wohlbedacht; serm Gott die Ehre! 3. Was unser Gott erschaffen hat, Das will er auch erhalten, Darüber will er früh und spat Mit seiner Gnade walten. In seinem ganzen Königreich Ist alles recht und alles gleich; Gebt unserm Gott die Ehre! 4. Ich rief zum Herrn in meiner Not: Ach Gott, vernimm mein Schreien! Da half mein Helfer mir vom Tod Und ließ mir Trost edeihen. Drum dank', ach Gott, bmnm dank' ich dir, Ach, danket, danket Gott mit mir; Gebt un⸗ serm Gott die Ehre! 5. Der Herr ist noch und nim⸗ mer nicht Von seinem Volk ge⸗ schieden; Er bleibet ihre Zuver⸗ sicht, Ihr Segen, Heil und Frie⸗ den. Mit Mutterhänden leitet er Die Seinen stetig hin und her; Gebt unserm Gott die Ehre! 6. Wenn Trost und Hilf' er⸗ mangeln muß, Die alle Welt er⸗ eiget, So kommt, so hilft der Udersiuß, Der Schöpfer selbst, und neiget Die Vateraugen denen zu, Die sonsten nirgends finden Ruh'; Gebt unserm Gott die Ehre! 7. Ich will dich all mein Leben lang, O Gott von nun an ehren, Man soll, Gott, deinen Lobgesang An allen Orten hören. Mein ganzes Herz ermuntre sich, Mein Geist und Leib erfreue dich; Gebt unserm Gott die Ehre! 8. Ihr, die ihr Christi Namen nennt, Gebt unserm Gott die Ehre! Ihr, die ihr Gottes Macht bekennt, Gebt unserm Gott die Ehre! Die falschen Götzen macht zu Spott; Der Herr ist Gott, der Herr ist Gott! Gebt unserm Gott die Ehre! 9. So kommet vor sein Angesicht, Mit Jauchzen Dank zu bringen, Bezahlet die gelobte Pflicht, Und laßt uns fröhlich singen: Gott hat es alles wohl bedacht Und Allgemeine Gebets⸗, Die Die Gebt un Lob⸗ und Danklieder. alles, alles recht gemacht, Gebt unserm Gott die Ehre! Joh. Jak. Schütz, 1640—1690. Eigene Melodle. 2 ollt' ich meinem Gott 729. S nicht singen, Sollt' ich ihm nicht dankbar sein? Denn ich seh' in allen Dingen, Wie so gut er's mit mir mein'. Ist's doch nichts als lauter Lieben, Das sein treues Herze regt, Das ohn' Ende hegt und trägt, Die in seinem Dienst sich üben. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. „2. Wie ein Adler sein Gefieder Über seine Jungen streckt, Also hat auch hin und wieder Mich des Höchsten Arm gedeckt, Also⸗ bald im Mutterleibe, Da er mir mein Wesen gab Und das Leben, das ich hab' Und noch diese Stunde treibe. Alles Ding ꝛc. 3. Sein Sohn ist ihm nicht zu teuer, Nein, er giebt ihn für mich hin, Daß er mich vom ew'gen Feuer Durch sein teures Blut ge⸗ winn'. O du unergründ'ter Brun⸗ nen, Wie will doch mein schwacher Geist, Ob er sich gleich hoch be⸗ fleißt, Deine Tief' ergründen kön⸗ nen! Alles Ding ꝛc. 4. Seinen Geist, den edlen Füh⸗ rer, Giebt er mir in seinem Wort, Daß er werde mein Regierer Durch die Welt zur Himmelspfort', Daß er mir mein Herz erfülle Mit dem hellen Glaubenslicht, Das des Todes Reich zerbricht Und die Hölle selbst macht stille. Alles Ding ꝛc. 5. Meiner Seele Wohlergehen Hat er ja recht wohl bedacht; Will dem Leibe Not entstehen, Nimmt er's gleichfalls wohl in acht. Wenn mein Können, mein Vermögen Nichts vermag, nichts helfen kann. Kommt mein Gott und hebt mir an Sein Vermögen beizulegen. Alles Ding ꝛc. 6. Himmel Erd' und ihre Heere Hat er mir zum Dienst bestellt. — — 2 83389 2 SEEE S G &HDSE Allgemeine Gebets⸗, Wo ich nur mein Aug' hinkehre, Find' ich, was mich nährt und hält, Tier und Kräuter und Getreide, In den Gründen, in der Höh' In den Büschen, in der See, Über⸗ all ist meine Weide. Alles Ding ꝛc. 7. Wenn ich schlafe, wacht sein Sorgen Und ermuntert mein Ge⸗ müt, Daß ich alle liebe Morgen Schaue neue Lieb' und Güt'. Wäre mein Gott nicht gewesen, Hätte mich sein Angesicht Nicht geleitet, wär' ich nicht Aus so mancher Angst genesen. Alles Ding ꝛc. 8. Wie ein Vater seinem Kinde Sein Herz niemals ganz entzeucht, Ob es gleich bisweilen Sünde Thut und aus der Bahne weicht: Also hält auch mein Verbrechen Mir mein frommer Gott zu gut, Will mein Fehlen mit der Rut' Und nicht mit dem Schwerte rächen. Alles Ding ꝛc. 9. Seine Strafen, seine Schläge, Ob es mir auch bitter scheint, Den⸗ noch, wenn ich's recht erwäge, Sind es Zeichen, daß mein Freund, Der mich liebet, mein gedenke, Und mich von der schnöden Welt, Die mich hart gefangen hält, Durch das Kreuze zu ihm lenke. Alles Ding ꝛc. 10. Das weiß ich fürwahr und lasse Mir's nicht aus dem Sinn entgehn, Christenkreuz hat seine Wasze Und muß endlich stille stehn. Wens der Winter ausgeschneiet, Tritt der schöne Sommer ein, Also wird auch nach der Pein, Wer's erwarten kann, erfreuet. Alles Ding ꝛc. 11. Weil denn weder Ziel noch Lob⸗ und Danklieder. 383 Ende Sich in Gottes Liebe find't, Ei, so heb' ich meine Hände Zu dir, Vater, als dein Kind. Bitte, wollst mir Gnade geben, Dich aus aller meiner Macht Zu umfangen Tag und Nacht, Hier in meinem ganzen Leben, Bis ich dich nach dieser Zeit Lob' und lieb' in Ewig ⸗ keit. P. Gerhardt, 160— 1676. Eigene Melodie. 730 Wise ern König, — Herrscher von uns allen, Laß dir unser Lob gefallen! Deine Gnadenströme Hast du lassen fließen, Ob wir schon dich oft verließen. Hilf uns noch, Stärk' uns doch! Laß die Zunge singen, Laß die Stimme klingen! 2. Himmel, lobe prächtig Deines Schöpfers Thaten, Mehr als al⸗ ler Menschen Staaten! Großes Licht der Sonne, Sende deine Strahlen, Die das große Rund bemalen. Lobet gern, Mond und Stern', Seid bereit, zu ehren Einen solchen Herren! 3. O du meine Seele, Singe, fröhlich singe, Singe deine Glau⸗ benslieder! Was den Odem holet, Jauchze, preise, klinge, Wirf dich in den Staub danieder! Er ist Gott Zebaoth! Er ist nur zu lo⸗ ben, Hier und ewig droben. 4. Halleluja bringe, Wer den Herren kennet, Wer den Herren Jesum liebet! Halleluja singe, Welcher Christum nennet, Sich von Herzen ihm ergiebet! O wohl dir, Glaube mir. Endlich wirst du droben Ohne Sünd' ihn loben. Joachim Neander, 1 1680. II. Sonntag. Mel. Gott des Himmels und der Erden. 7 3 1 Haen schöner Mor⸗ gen, Schöner, als man denken mag! Heute fühl' ich keine Sorgen, Denn das ist ein lieber Tag, Der durch seine Lieb⸗ lichkeit Recht das Innerste erfreut. 2. Süßer Ruhetag der Seelen, Sonntag, der voll Lichtes ist, Hel⸗ ler Tag der dunklen Höhlen, Zeit, in der der Segen fließt! Stunde voller Seligkeit, Du vertreibst mir alles Leid. 3. Ach wie schmeck' ich Gottes ——— 384 Sonntag. Güte Recht als einen Morgentau, Die mich führt aus meiner Hütte Zu des Vaters grüner Au. Da hat wohl die Morgenstund' Edlen Schatz und Gold im Mund. 4. Ruht nur, meine Weltge⸗ schäfte! Heute hab' ich sonst zu thun, Denn ich brauche alle Kräfte, In dem höchsten Gott zu ruhn. Heut schickt keine Arbeit sich Als nur Gottes Werk für mich. 5. Ich will in der Zionsstille Heute voller Arbeit sein, Denn da sammle ich die Fülle Von den höchsten Schätzen ein, Wenn mein Jesus meinen Geist Mit dem Wort des Lebens speist. 6. Herr, ermuntre meine Sin⸗ nen Und bereite selbst die Brust; Laß mich Lehr' und Trost gewin. nen, Gieb zu deinem Manna Lust. Daß mir deines Wortes Schall Recht tief in mein Herze fall. 7. Segne deiner Knechte Lehren, Ofine selber ihren Mund. Mach 4. Ehr' sei dem Vater und dem Sohn, Dem heil' gen Geist in einem Thron, Der heiligen Dreifaltigkeit Sei Lob und Preis in Ewigkeit. Wilhelm II., Herzog zu Sachsen⸗Weimar, 1598— 1662. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 733 Laß mich dein sein und bleiben, Du treuer Gott und Herr! Von dir laß nichts mich treiben, Halt mich bei deiner Lehr'! Herr, laß mich nur nicht wanken, Gieb mir Beständig⸗ keit; Dafür will ich dir danken In alle Ewigkeit. Nikol. Selnecker, 1550—I592. Eigene Melodie. 73 4 Ln Jesuß, wir sind * hier Dich und dein Wort anzuhören, Lenke Sinnen und Begier Auf die süßen Him⸗ melslehren, Daß die Herzen von der Erden Ganz zu dir gezogen werden. mit allen, die dich hören, Heute 2. Unser Wissen und Verstand deinen Gnadenbund, Daß, wenn Ist mit Finsternis umhüllet, Wo man hier fleht und singt Solches nicht deines Geistes Hand Uns dein in dein Herze dringt. mit hellem Licht erfüllet; Gutes 3 8. Gieb, daß ich den Tag be⸗ denken, thun und dichten Wollst tret schließe, Wie er angefangen ist. du selbst in uns verrichten. Gei Segne, pflanze und begieße, Der„3. O du Glanz der Herrlichkeit Bet du Herr des Sabbaths bist, Bis Licht vom Licht, aus Gott geboren!— ich einst auf jenen Tag Ewig Mach uns allesamt bereit. Offne Sabbath halten mag. Herzen, Mund und Ohren; Unser Jonath. Krause. 1701—1762. Bitten, Flehn und Singen Laß Herr Jesu, wohl gelingen! Eigene Melodie. Tob. Clausnitzer, 1618— 1684. 732 zu Jesu Christ, dich * zu uns wend, Dein n Eigene Melodie. heil'gen Geist du zu uns send, Mit 73 5 Siehs hier bin ich, Hilf' und Gnad' er uns regier' Und E Ehrenkönig Lege kor uns den Weg zur Wahrheit führ'! mich vor deinen Thron, Schwache dre 2. Thu auf den Mund zum Thränen, Kindlich Sehnen Bring' Il Lobe dein, Bereit' das Herz zur ich dir, du Menschensohn! Laß dich un Andacht sein, Den Glauben mehr'. finden, Laß dich finden, Bin ich sia stärk den Verstand, Daß uns dein gleich nur Asch und Thon. gi Nam' werd' wohl bekannt! 2. Sieh doch auf mich Herr, 3. Bis wir singen mit Gottes ich bitt dich, Lenke mich nach dei · Di Heer: Heilig heilig ist Gott der nem Sinn; Dich alleine Ich nur al Herr! Und schauen dich von An- meine, Dein erkaufter Erb' ich bin, H gesicht In ew'ger Freud' und sel'. Laß dich finden, Laß dich finden, gem Licht. Gieb dich mir und nimm mich hin. ne .V“ Feste und Festzeiten. 3885 3. Ich begehre, Herr, gewähre Mir nur deine freie Gnad', Die du giebest, Weil du liebest Den, der dich liebt in der That. Laß dich finden, Laß dich finden, Der hat alles, der dich hat. 4. Dieser Zeiten Eitelkeiten, Reichtum, Wollust, Ehr' und Freud' Sind nur Schmerzen Meinem Her⸗ zen, Welches sucht die Ewigkeit. Laß dich finden, Laß dich finden, Großer Gott, ich bin bereit! Joachim Neander, 1 1680. Mel. Gott des Himmels und der Erden. 736 DT mir auf die schöne * Pforte, Führt in Gottes Haus mich ein! Ach, wie wird an diesem Orte Meine Seele fröhlich sein! Hier ist Gottes An⸗ gesicht, Hier ist lauter Trost und icht. 2. Ich bin, Herr, zu dir gekom⸗ men, Komme du nun auch zu mir. Wo du Wohnung hast genommen, Da ist lauter Himmel hier. Zieh doch in mein Herz hinein, Laß es deinen Tempel sein! 3. Laß in Furcht mich vor dich treten, Heil'ge du Leib, Seel' und Geist. Daß mein Singen und mein Beten Dir ein lieblich Opfer heißt. Heil'ge du, Herr, Mund und Ohr Zieh das Herze ganz empor! 4. Mache mich zum guten Lande, Wenn dein Sa atkorn auf mich fällt! Gieb mir Licht in dem Verstande Und, was mir wird vorgestellt, Präge meinem Herzen ein, Laß es mir zur Frucht gedeihn. Stärk in mir den schwachen Glauben, Laß dein teures Kleinod mir Nimmer aus dem Herzen rau⸗ ben; Halte mir dein Wort stets für, Daß es mir zum Leitstern dient Und zum Trost im Herzen grünt. 6. Rede, Herr, so will ich hören, Und dein Wille werd' erfüllt. Nichts laß meine Andacht stören, Wenn der Brunn des Lebens quillt. Speise mich mit Himmelsbrot, Tröste mich in aller Not. Benj. Schmolck, 1622—173e. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 737 Unsern Ausgang segne 0 Gott, Unsern Ein⸗ gang gleichermaßen. Segne unser täglich Brot, Segne unser Thun und Lassen, Segne uns mit sel'⸗ gem Sterben Und mach uns zu Himmelserben! Hartmann Schenk, 1634—1681. III. Feste und Festzeiten. Advent. Mel. Aus meines Herzens Grunde. 7 38 uf, auf, ihr Reichs⸗ genossen! Der König kommt heran! Empfahet unver⸗ drossen Den großen Wundermann! Ihr Christen geht herfür! Laßt uns vor allen Dingen Ihm Ho⸗ sianna singen Mit heiliger Be⸗ ier! 2. Auf, ihr betrübten Herzen! Der König ist gar nah! Hinweg all' Angst und Schmerzen, Der Helser ist schon da. Seht, wie so mancher Ort Hochtröstlich ist zu nennen, Da wir ihn finden kön⸗ nen: In Nachtmahl, Tauf' und Wort! 3. Auf, auf, ihr Vielgeplagten! Der König ist nicht fern! Seid fröhlich, ihr Verzagten! Dort kommt der Morgenstern! Der Herr will in der Not Mit reichem Trost euch speisen, Er will euch Hilf' Tod Ja dämpfen gar den od. 4. Seid fromm ihr Unterthanen! Der König ist Pahnen Laßt uns die Weg' ihm bahnen, Macht sie zum Einzug recht! Fürwahr, er meint es gut, Drum lasset uns die Plagen, Die er uns schickt, ertra⸗ gen Mit unerschrocknem Mut! Bb 386 Feste und Festzeiten. 5. Frisch auf, ihr Hochbetrübten! Der König kommt mit Macht. An uns, sein' Herzgeliebten, Hat er schon längst gedacht. Nun wird kein' Angst noch Pein, Noch Zorn hinfür uns schaden, Dieweil uns Gott aus Gnaden Läßt seine Kin⸗ der sein. 6. So eilt mit schnellen Schrit⸗ ten, Den König selbst zu sehn! Er kommt in unsre Mitten, Stark, herrlich, sanft und schön. Nun tretet all' heran, Den Heiland zu begrüßen, Der alles Kreuz ver⸗ süßen Und uns erlösen kann. 7. Der König will bedenken Die, so er herzlich liebt, Mit köst ⸗ lichen Geschenken, Als der sich selbst uns giebt Durch seine Gnad' und Wort. O König, hocherhoben, Wir alle wollen loben Dich freudig hier und dort! 8. Nun, Herr, du giebst uns reichlich, Wirst selbst doch arm und schwach; Du liebest unvergleichlich, Du gehst den Sündern nach. Drum woll'n wir dir allein Die Stim⸗ men hoch erschwingen, Dir Hosi ⸗ anna singen Und ewig dankbar sein! Joh. Rist, 1602—1662. Mel. Nun kommt der Heiden Heiland. 739 Gett sei Dank durch alle Welt, Der sein Wort beständig hält Und der Sün⸗ der Trost und Rat Zu uns her gesendet hat. 2. Was der alten Väter Schar Höchster Wunsch und Sehnen war, Was sie haben prophezeit. Ist er ⸗ füllt in Herrlichkeit. 3. Zions Hilf' und Abrams Lohn, Jakobs Heil, der Jung⸗ rau Sohn, Friedefürst, Kraft, at und Held Hat sich treulich eingestellt. 4. Sei willkommen, o mein Heil! Hosianna, o mein Teil! Richte dir auch eine Bahn, Herr, in meinem Herzen an. 5. Zeuch du Ehrenkönig ein, Es gehöret dir allein; Mach es. Rein von wie du gerne thust, aller Sündenlust. 6. Und wie deine Zukunft war, Voller Sanftmut, ohn' Gefahr, Also sei auch jederzeit Deine Sanft⸗ mut mir bereit. 7. Tröste, tröste meinen Sinn, Weil ich schwach und blöde bin, Und des Satans schlaue List Sich gar hoch und kühn vermißt. 8. Laß mich, wenn du. Lebens⸗ fürst, Prächtig wiederkommen wirst. Freudig dir entgegengehn Und vor dir gerecht bestehn. Heinrich Held, um 1650. Eigene Melodie. 740 Macht hoch die Thür, * die Thor' macht weit! Es kommt der Herr der Herrlichkeit, Ein König aller König ⸗ reich', Ein Heiland aller Welt zu. gleich, Der Heil und Leben mit sich bringt; Deshalben jauchzt, mit Freuden singt: Gelobet sei mein Hrat. Mein Schöpfer reich von at. 2. Er ist gerecht, ein Helfer wert, Sanftmütigkeit ist sein Ge⸗ fährt, Sein' Königskron' ist Hei⸗ ligkeit, Sein Zepter ist Barmher⸗ zigkeit: All' unsre Not zum End' er bringt. Deshalben jauchzt, mit Freuden singt: Gelobet sei mein Gott, Mein Heiland, groß von That. 3. O wohl dem Land, o wohl der Stadt, So diesen König bei sich hat! Wohl allen Herzen ins⸗ gemein, Da dieser König ziehet ein! Er ist die rechte Freudensonn', Bringt mit sich lauter Freud und Wonn'. Gelobet sei mein Gott, Mein Tröster früh und spat. 4. Macht hoch die Thür, die Thor' macht weit! Eu'r Herz zum Tempel zubereit't; Die Zweiglein der Gottseligkeit Steckt auf mit Andacht, Lust und Freud', So kommt der König auch zu euch, Ja, Heil und Leben mit zugleich. Gelobet sei mein Gott, Voll Rat voll That, voll Gnad'. EEE — Esee n von war, efahr, Sanft⸗ Sinn, bin, Sich bens⸗ wirst. d vor 50. Feste und Festzeiten. 387 5. Komm, o mein Heiland Jesu Christ! Mein's Herzens Thür dir offen ist. Ach zeuch mit deiner Gnaden ein, Dein' Freundlichkeit auch uns erschein', Dein heil' ger Geist uns führ' und leit“ Den Weg zur ew'gen Seligkeit. Dem Namen dein, o Herr, Sei ewig Preis und Ebr'! Georg Weissel, 1590—1655. Mel. Von Gott will ich nicht lassen. 741 Mit Ernst, o Menschen · — kinder, Das Herz in euch bestellt, Bald wird das Heil der Sünder, Der wunderstarke Held, Den Gott aus Gnad allein Der Welt zum Licht und Leben Versprochen hat zu geben, Bei allen kehren ein. 2. Bereitet doch fein tüchtig Den Weg dem großen Gast, Macht seine Steige richtig, Laßt alles, was er haßt, Macht eben jeden Pfad, Die Thal' laßt sein erhöhet, Macht niedrig, was hoch stehet, Was krumm ist, macht gerad'. 3. Ein Herz, das Demut liebet, Bei Gott am höchsten steht, Ein Herz, das Hochmut übet, Mit Angst zu Grunde geht, Ein Herz, das richtig ist Und folget Gottes Leiten, Das kann sich recht berei⸗ ten, Zu dem kommt Jesus Christ. 4. Ach, mache du mich Armen Zu dieser heil'gen Zeit, Aus Güte und Erbarmen, Herr Jesu, selbst bereit! Zeuch in mein Herz hin⸗ ein, Mach' es zu deiner Krippen, So werden Herz und Lippen Dir allzeit dankbar hein. Val. CThilo jun., 160C— 1662. Mel. Aus meines Herzens Grunde. 742 Non jauchzet all', ihr * Frommen. In die⸗ ser Gnadenzeit, Weil unser Heil ist kommen, Der Herr der Herrlich⸗ keit; Zwar ohne stolze Pracht, Doch mächtig, zu verheeren Und gänzlich zu zerstören Des Teufels Reich und Macht. 2. Kein Zepter, keine Krone Sucht er in dieser Welt; Im hohen Himmelsthrone Ist ihm sein Reich bestellt. Er will hie seine Macht Und Majestät verhüllen, Bis er des Vaters Willen Im Leiden hat vollbracht. 3. Ihr Mächtigen auf Erden Nehmt diesen König an; Soll euch geraten werden, So geht die rechte Bahn, Die nach dem Himmel führt. Denn, wenn ihr ihn ver⸗ achtet Und nur nach Hoheit trach⸗ tet, Euch Gottes Zorn gebührt. Ihr Armen und Elenden In dieser bösen Zeit, Die ihr an allen Enden Müßt haben Angst und Leid: Seid dennoch wohlge⸗ mut! Laßt eure Lieder klingen, Dem König zu lobsingen, Der ist das höchste Gut. 5. Er wird nun bald erscheinen In seiner Herrlichkeit, Der euer Leid und Weinen Verwandeln wird in Freud': Er ist's, der helfen kann; Macht eure Lampen fertig, Seid seiner stets gewärtig, Er ist schon auf der Bahn. Mich. Schirmer, 1606—1675. Mel. Valet will ich dir geben. 743 ie soll ich dich em⸗ 2 Und wie begegn' ich dir,„aller Welt Verlangen, O, meiner Seele Zier? O, Jesu, Jesu, setze Mir selbst die Fackel bei. Damit, was dich ergötze, Mir kund und wis⸗ send sei. 2. Dein Zion streut dir Palmen Und grüne Zweige hin, Und ich will dir in Psalmen Ermuntern meinen Sinn. Mein Herze soll dir grünen In stetem Lob und Preis Und deinem Namen dienen, So gut es kann und weiß. 3. Was hast du unterlassen Zu meinem Trost und Freud', Als Leib und Seele saßen In ihrem größten Leid? Als mir das Reich enommen, Da Fried' und Freude acht, Da bist du, mein Heil, kom⸗ men Und hast mich froh gemacht. 4. Ich lag 11985955 Banden, B* — ꝓ— wouow...—— 388 Feste und Festzeiten. Du kommst und machst mich los; Ich stand in Spott und Schanden, Du kommst und machst mich groß Und hebst mich hoch zu Ehren Und schenkst mir großes Gut, Das sich nicht läßt verzehren, Wie ird'scher Reichtum thut. 5. Nichts, nichts hat dich getrie⸗ ben Zu mir vom Himmelszelt, Als das geliebte Lieben, Damit du alle Welt In ihren tausend Plagen Und großen Jammerlast, Die kein Mund aus kann sagen, So fest umfangen hast. 6. Das schreib dir in dein Herze, Du hochbetrübtes Heer, Bei wel⸗ chem Gram und Schmerze Sich häufet mehr und mehr. Seid un⸗ verzagt, ihr habet, Die Hilfe vor der Thür; Der eure Herzen labet Und tröstet, steht allhier. 7. Ihr dürft euch nicht bemühen, Noch sorgen Tag und Nacht, Wie ihr ihn wollet ziehen Mit eures Armes Macht. Er kommt, er kommt mit Willen, Ist voller Lieb' und Lust, All' Angst und Not zu stillen, Die ihm an euch be⸗ wußt. 8. Auch dürft ihr nicht erschrecken Vor eurer Sünden Schuld, Nein, ———6 will sie decken Mit seiner ieb' und Huld. Er kommt, er kommt den Sündern Zu Trost und wahrem Heil, Schafft, daß bei Gottes Kindern Verbleib' ihr Erb' und Teil. 9. Was fragt ihr nach dem Schreien Der Feind' und ihrer Tück'! Der Herr wird sie zerstreuen In einem Augenblick. Er kommt, er kommt, ein König, Dem alle Macht und List Der ganzen Welt zu wenig Zum Widerstande ist. 10. Er kommt zum Weltgerichte, Zum Fluch dem, der ihm flucht, Mit Gnad' und süßem Lichte Dem, der ihn liebt und sucht. Ach komm, ach komm, o Sonne, Und hol uns allzumal Zum ew'gen Licht und Wonne In deinen Freu⸗ densaal. Daul Gerhardt, 1607—1676. Weihnachten. Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. 744 Dies ist die Nacht, da mir erschienen Des großen Gottes Frenndlichkeit; Das Kind, dem alle Engel dienen, Bringt Licht in meine Dunkelheit, Und dieses Welt⸗ und Himmelslicht micht. hunderttausend Sonnen nicht. 2. Laß dich erleuchten, meine Seele, Versäume nicht den Gna⸗ denschein; Der Glanz in dieser kleinen Höhle Streckt sich in alle Welt hinein, Er treibet weg der Höllen Macht, Der Sünden und des Todes Nacht. 3. In diesem Lichte kannst du sehen Das Licht der klaren Selig⸗ keit; Wenn Sonne, Mond und Stern' vergehen Vielleicht in einer kurzen Zeit, Wird dieses Licht mit seinem Schein Dein Himmel und dein Alles sein. 4. Laß nur indessen helle schei⸗ nen Dein Glaubens⸗ und dein Liebeslicht! Mit Gott mußt du es treulich meinen, Sonst hilft dir diese Sonne nicht: Willst du ge⸗ In nachr diesen Schein, So darfst u nicht mehr dunkel sein. 5. Drum Jesu, schöne Weihnachts⸗ sonne, Bestrahle mich mit deiner Gunst, Dein Licht sei meine Weih⸗ nachtswonne Und lehre mich die Weihnachtskunst, Wie ich im Lichte wandeln soll Und sei des Weih⸗ nachtsglanzes voll. AU. F. Nachtenhöfer, 1624—1685. Mel. Warum sollt' ich mich denn grämen. röhlich soll mein Herze 745. F springen Dieser Zeit Da vor Freud' Alle Engel singen. Hört, hört, wie mit vollen Chören Alle Luft Laute ruft: Christus ist geboren. 2. Heute geht aus seiner Kam⸗ mer Gottes Held, Der die Welt Reißt aus allem Jammer. Gott wird Mensch, dir, Mensch, zu gute la 0 br u Li 8 ih A ke SSGE S SD Cc&cerr ieser alle der und t du elig⸗ und iner mit und chei⸗ dein u es dir ge⸗ iufst hts⸗ ner eih · die chte ꝛih⸗ 8⁵. Feste und Gottes Kind, Das verbind't Sich mit unserm Blute. 3. Nun, er liegt in seiner Krip⸗ pen, Ruft zu sich Mich und dich, Spricht mit süßen Lippen: Lasset fahren, lieben Brüder, Was euch quält, Was euch fehlt, Ich bring' alles wieder! 4. Ei, so kommt und laßt uns laufen, Stellt euch ein, Groß und klein, Kommt mit großem Haufen! Liebt den, der vor Liebe brennet, Schaut den Stern, Der uns gern Licht und Labsal gönnet! 5. Die ihr schwebt in großem Leiden, Sehet, hier Ist die Thür Zu den wahren Freuden. Faßt ihn wohl, er wird euch führen An den Ort, Da hinfort Euch kein Kreuz wird rühren. 6. Wer sich fühlt beschwert im Herzen, Wer empfind't Seine Sünd' Und Gewissensschmerzen, Sei getrost: Hier wird gefunden, Der in Eil' Machet heil Auch die tiefsten Wunden. 7. Die ihr arm seid und elende, Kommt herbei, Füllet frei Eure Glaubenshände! Hier sind alle gute Gaben Und das Gold, Da ihr sollt Euer Herz mit laben. 8. Süßes Heil, laß dich um⸗ fangen, Laß mich dir, Meine Zier, Unverrückt anhangen. Du dist meines Lebens Leben; Nun kann ich Mich durch dich Wohl zufrieden geben. 9. Ich will dich mit Fleiß be⸗ wahren, Ich will dir Leben hier Und mit dir heimfahren. Mit dir will ich endlich schweben Voller Freud Ohne Zeit, Dort im an⸗ dern Leben. Paul Gerhardt 1602— 1676. Mel. Erschienen ist der herrlich' Tag. 7 46 Wir singen dir, Im⸗ manuel, Du Le⸗ bensfürst und Gnadenquell, Du Himmelsblum' und Morgenstern, Du Sohn der Jungfrau, Herr der Herrn. Halleluja. Festzeiten. 389 2. Wir singen dir mit deinem Heer Aus aller Kraft, Lob, Preis und Ehr', Daß du, o lang ge⸗ wünschter Gast, Dich nunmehr eingestellet hast. Halleluja. 3. Von Anfang, da die Welt ge⸗ macht, at so manch Herz nach dir gewacht, Auf dich gehofft so lange Jahr' Der Väter und Pro⸗ pheten Schar. Halleluja. 4.„Ach, daß der Herr aus Zion käm' Und unsre Bande von uns nähm'! Ach, daß die Hilfe bräch' herein, So würde Jakob fröhlich sein!“ Halleluja. 5. Nun bist du hier, da liegest du, Hältst in der Krippe deine Ruh', Bist klein und machst doch alles groß, Bekleidst die Welt und kommst doch bloß. Halleluja. 6. Du bist der Ursprung aller Freud' Und duldest so viel Herze⸗ leid; Bist aller Heiden Trost und Licht, Suchst selber Trost und findst ihn nicht. Halleluja. 7. Ich aber, dein geringster Knecht, Ich sag' es frei und mein es recht: Ich liebe dich, doch nicht so viel, Als ich dich gerne lieben will. Halleluja. 8. Der Will' ist da, die Kraft ist klein. Doch wird dir nicht zu · wider sein Mein armes Herz, und was es kann, Wirst du in Gnaden nehmen an. Halleluja. 9. Und bin ich gleich der Sünde voll, Hab' ich gelebt nicht wie ich soll, Ei kommst du doch deswegen her, Daß sich der Sünder zu dir kehr'. Halleluja. 10. Du bist mein Haupt, hin⸗ wiederum Bin ich dein Glied und Eigentum, Und will, soviel dein Geist mir 591185 Stets dienen dir, wie dir's beliebt. Halleluja. 11. Ich will dein Halleluja hier Mit Freuden singen für und für, Und dort in deinem Ehrensaal Soll's schallen ohne Zeit und Zahl: Halleluja. Paul Gerhardt. 1607—1676. ... 890 Feste und Festzeiten. Neujahr. Mel. Vom Himmel hoch da komm' ich her · 747 Dos alte Jahr ver⸗ 340 gangen ist; Wir danken dir, Herr Jesu Christ, Daß du in Not uns und Gefahr So gnädiglich beschützt dies Jahr. 2. Wir bitten dich, du ew'ger Sohn Des Vaters in dem höch⸗ sten Thron: Du wollst dein' arme Christenheit Bewahren fer⸗ ner allezeit. 3. Entzeuch uns nicht dein heil⸗ sam Wort, Das ist der Seelen höchster Hort; Vor Irrlehr' und Abgötterei Behüt uns, Herr, und steh uns bei. 4. Hilf, daß wir fliehn der Sün⸗ den Bahn Und fromm zu werden fangen an; Kein'r Sünd' im alten Jahr gedenk, Ein gnadenreich Neujahr uns schenk. 5. Hilf christlich leben, seliglich Einst sterben, und laß fröhlich mich Am jüngsten Tage auferstehn Und mit dir in den Himmel gehn. 6. Zu danken und zu loben dich Mit allen Engeln ewiglich, O Jesu, unsern Glauben mehr Zu deines Namens Lob' und Ehr'! Joh. Steuerlein, 1546—16I5. Mel. Unser Herrscher, unser König. 748 Zilf, Herr Jesu, laß 5 H gelingen, Hilf, das neue Jahr geht an! Laß es neue Kräfte bringen, Daß aufs neu' ich wandeln kann! Neues Glück und neues Leben Wollest du aus Gnaden geben. 2. Meiner Hände Werk und Thaten, Meiner Zunge Red' und Wort Müssen nur durch dich ge⸗ raten Und ganz glücklich gehen fort. Neue Kraft laß mich erfüllen Und verrichten deinen Willen. 3. Was ich dichte, was ich mache, Das gescheh in dir allein, Wenn ich schlafe, wenn ich wache, Wol⸗ lest du, Herr, bei mir sein. Geh' ich aus, wollst du mich leiten, Romm' ich heim, so steh zur Seiten! 4. Laß dies sein ein Jahr der Gnade, Laß mich büßen meine Sünd'; Hilf, daß sie mir nimmer schade, Daß ich bald Vergebung find'? Niemand sonst, als du, mein Leben, Kann die Sünde mir vergeben, 5. Tröste mich mit deiner Liebe, Nimm, o Gott, mein Flehen hin, Wenn ich mich so sehr betrübe, Ja voll Angst und Sorge bin, Stärke mich in meinen Nöten, Daß mich Sünd' und Tod nicht töten. 6. Herr, du wollest Gnade ge⸗ ben, Daß dies Jahr mir heilig sei, Und ich christlich könne leben Sonder Trug und Heuchelei. Daß ich noch allhier auf Erden Fromm und selig möge werden. 7. Jesu, laß mich fröhlich enden Dieses angefangne Jahr, Trage stets mich auf den Händen, Halte bei mir in Gefahr; Freudig will ich dich umfassen, Wenn ich soll die Welt verlassen. Joh. Rist, 160²—1662. Mel. Wach' auf, mein Herz, und singe. un laßt uns gehn 749. N und treten Mit Singen und mit Beten Zum Herrn, der unserm Leben Bis hierher Kraft gegeben. 2. Wir gehn dahin und wandern Von einem Jahr zum andern. Wir leben und gedeihen Vom alten bis zum neuen, 3. Durch so viel Angst und Pla⸗ gen. Durch Zittern und durch Zagen, Durch Krieg und große Schrecken. Die alle Welt bedecken. 4. Denn wie von treuen Müt⸗ tern In schweren Ungewittern Die Kindlein hier auf Erden Mit Fleiß bewahret werden: 5. Also auch und nicht minder Läßt Gott uns, seine Kinder, Wenn Not und Trübsal blitzen, In seinem Schoße sitzen. 6. Ach, Hüter unsres Lebens, Fürwahr, es ist vergebens Mit unserm Thun und Machen, Wo nicht dein' Augen wachen. ES ESSSE EIE N der neine uden rage halte will soll 2. Feste und Festzeiten. 391 7. Gelobt sei deine Treue, Die alle Morgen neue, Lob sei den starken Händen, Die alles Herz⸗ leid wenden. 8. Laß ferner dich erbitten, O Vater, und bleib mitten In un⸗ serm Kreuz und Leiden Ein Brun⸗ nen unsrer Freuden. 9. Gieb mir und allen denen, Die sich von Herzen sehnen Nach dir und deiner Hulde, Ein Herz, das sich gedulde. 10. Schleuß zu die Jammer⸗ pforten Und laß an allen Orten, Wo Krieg und Blutvergießen, Die Friedensströme fließen. 11. Sprich deinen milden Segen Zu allen unsern Wegen, Laß Großen und auch Kleinen Die Gnadensonne scheinen. 12. Sei der Verlaßnen Vater, Der Irrenden Berater, Der Un⸗ versorgten Gabe, Der Armen Gut und Habe. 13. Hilf gnädig allen Kranken, Gieb fröhliche Gedanken Den hochbetrübten Seelen, Die sich mit Schwermut quälen. 14. Und endlich, was das meiste, Füll uns mit deinem Geiste, Der uns hier herrlich ziere Und dort zum Himmel führe. 15. Das alles wollst du geben, O meines Lebens Leben, Mir und der Christenschare Zum sel'⸗ gen neuen Jahre. Paul Gerhardt, 1607—1676. Epiphanienzeit. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. 750 Sesu, großer Wunder⸗ * V stern, Der aus Ja⸗ kob ist erschienen: Meine Seele will so gern Dir an deinem Feste dienen. Nimm doch, nimm doch gnädig an, Was ich Armer schen⸗ ken kann. 2. Nimm das Gold des Glau⸗ bens hin, Wie ich's von dir selber habe Und damit beschenket bin; So ist dir's die liebste Gabe. Laß es auch bewährt und rein In dem Trübsalsfeuer sein. 3. Nimm den Weihrauch des Gebets, Laß denselben zu dir dringen; Herz und Lippen sollen stets Ihn als Opfer vor dich brin⸗ gen. Wenn ich bete, nimm es auf Und sprich Ja und Amen drauf. Nimm dle Myrrhen bittrer Reu', Ach mich schmerzet meine Sünde! Aber du bist fromm und treu, Daß ich Trost und Gnade finde Und nun fröhlich sprechen kann: Jesus nimmt mein Opfer an. Erdm. Neumeister, 1621—1756. Mel. Sollt' ich meinem Gott nicht. 751 Lasset uns mit Jesu — ziehen, Seinem Vor⸗ bild folgen nach, In der Welt der Welt entfliehen. Auf der Bahn, die er uns brach, Immer⸗ fort zum Himmel reisen, Irdisch noch, schon himmlisch sein, Glau⸗ ben recht und leben rein, In der Lieb' den Glauben weisen. Treuer Jesu, bleib bei mir, Geh voran, ich folge dir. 2. Lasset uns mit Jesu leiden, Seinem Vorbild werden gleich, Nach dem Leide folgen Freuden, Armut hier macht droben reich. Thränensaat die erntet Lachen, Hoffnung tröstet mit Geduld; Es kann leichtlich Gottes Huld Aus dem Regen Sonne machen. Jesu, hier leid' ich mit dir, Dort teil deine Freud' mit mir. 3. Lasset uns mit Jesu sterben; Sein Tod schützt vorm andern Tod, Reißt die Seel' aus dem Verderben, Wendet ab die ew'ge Not, Laßt uns töten, weil wir leben, Unser Fleisch, ihm sterben ab: So wird er uns aus dem Grab In des Himmels Leben he⸗ ben. Jesu, sterb' ich, sterb' ich dir, Daß ich lebe für und für. 4. Lasset uns mit Jesu leben, Weil er auferstanden ist, Muß das Grab uns wiedergeben. Jesu, unser Huupt du bist, Wir sind deines Leibes Glieder, Wo du 1—D— 5 ä————————— 392 Feste und Festzeiten. lebst, da leben wir: Ach, erkenn uns für und für, Trauter Freund, für deine Brüder. Dir, o Jesu, leb' ich hier Und dort ewig auch bei dir. Sigism. von Birken, 1626—1681. Mel. Mach's mit mir Gott nach deiner. 752 Mirnach, spricht Chri⸗ 5 stus, unser Held, Mir nach, ihr Christen alle, Ver; leugnet euch, verlaßt die Welt, olgt meinem Ruf und Schalle; ehmt euer Kreuz und Ungemach Auf euch, folgt meinem Wandel a nach. 2. Ich bin das Licht, ich leucht' euch für Mit heil'gem Tugend⸗ leben. Wer zu mir kommt und folget mir, Darf nicht im Finstern schweben. Ich bin der Weg, ich weise wohl, Wie man wahrhaftig wandeln soll. 3. Mein Herz ist voll Demütig⸗ keit, Voll Liebe mein Gemüte, Mein Mund, der fleußt zu jeder Zeit Von Sanftmut und von Güte. Mein Geist und Wille, Kraft und Sinn Ist Gott er⸗ geben, schaut auf ihn. 4. Ich zeig' euch das, was schäd⸗ lich ist, Zu fliehen und zu mei⸗ den, Und euer Herz von arger List Zu rein'gen und zu scheiden. Ich bin der Seelen Fels und Hort piurt führ' euch zu der Himmels⸗ psort'. 5. Fällt's euch zu schwer, ich geh' voran, Ich steh' euch an der Seite, ch kämpfe selbst und breche Bahn, Bin alles in dem Streite. Ein Kriegsmann darf nicht stille stehn, Sieht er voran den Feldherrn gehn. 6. Wer seine Seel' zu finden meint, Wird sie ohn' mich ver; lieren, Wer sie hier zu verlieren scheint, Wird sie in Gott einfüh⸗ ren. Wer nicht sein Kreuz nimmt und folgt mir, Ist mein nicht wert und meiner Zier. 7. So laßt uns denn dem lie⸗ ben Herrn Mit Leib und Seel' nachgehen, Und wohlgemut, ge⸗ trost und gern Bei ihm im Lei ⸗ den stehen; Wer nicht gekämpft, trägt auch die Kron' Des ew'gen Lebens nicht davon. Joh. Scheffler(Angelus Silesius). 1624—16²2. Mel. Seelenbräutigam. er ist wohl wie du 753. W Jesu, süße Ruh'? Unter vielen auserkoren, Leben derer, die verloren, Und ihr Licht dazu, Jesu, süße Ruh'! 2. Leben, das den Tod, Mich aus aller Not Zu erlösen hat geschmecket, Meine Schulden zu⸗ gedecket Und mich aus der Not Hat geführt zu Gott. 3. Glanz der Herrlichkeit! Du bist vor der Zeit Zum Erlöser uns geschenket Und in unser Fleisch versenket In der Füll' der Zeit, Glanz der Herrlichkeit. 4. Großer Siegesheld! Tod, Sünd', Höll' und Welt Hast du mächtig überwunden Und ein ew'ges Heil erfunden Durch das Lösegeld Deines Bluts, o Held! 5. Höchste Majestät, König und Prophet! Deinen Zepter will ich küssen, Mit Maria dir zu Füßen jenat! früh und spät, Höchste Ma⸗ jestät! 6. Laß mich deinen Ruhm, Als dein Eigentum, Durch des Geistes Licht erkennen, Stets in deiner Liebe brennen, Als dein Eigen⸗ tum, Allerschönster Ruhm! 7. Deiner Sanftmut Schild, Deiner Demut Bild Mir anlege, in mich präge, Daß kein Zorn noch Stolz sich rege; Vor dir —— nichts gilt, Als dein eigen ild. 8. Steure meinem Sinn, Der zur Welt will hin, Daß ich nicht mög' von dir wanken, Sondern bleibe in den Schranken; Sei du mein Gewinn. Gieb mir deinen Sinn. 9. Wecke mich recht auf, Daß ich meinen Lauf Unverrückt zu IIIIIIIITTIIII · x 2 x Feste und Festzeiten. 393 „Bis es findet dir fortsetze, Und mich nicht in sei · müte, Ew'ge Güte ch entzündet. nem Netze Satan halte auf; Fördre Dich, des Liebe mi 4. Von Gott kommt mir ein Freu · meinen Lauf. 10. Deines Geistes Trieb In die denlicht, Wenn ich dein holdes An⸗ Seele gieb, Daß ich wachen mög' gesicht Seh' freundlich auf mich und beten, Freudig vor dein Ant⸗ blicken. O Jesu, du mein höchstes litz treten. Ungefärbte Lieb' In Gut, Dein Wort, dein Geist, dein die Seele gieb. Leib und Blut Mich innerlich er 11. Wenn der Wellen Macht In aguicken. Nimm mich Freundlich der trüben Nacht Will des Herzens In die Arme, Herr, erbarme Dich Schifflein decken, Wollst du deine in Gnaden! Auf dein Wort komm Hand ausstrecken; Habe auf mich ich geladen. acht, Hüter in der Nacht. 5. Gott Vater, o du starker Held 12. Einen Heldenmut, Der da Du hast mich ewig vor der Welt Gut und Blut Gern um deinet In deinem Sohn geliebet. Dein willen lasse Und des Fleisches Lüste Sohn hat sich mit mir vertraut, hasse, Gieb mir, höchstes Gut, Mein Herz auf ihn mit Freuden Durch dein teures Blut. schaut, Was ist's, das mich be⸗ 13. Soll's zum Sterben gehn, trübet? Preis dir! Heil mir! Wollst du bei mir stehn, Mich Himmlisch Leben Wird er geben durchs Todesthal begleiten Und zur Mir dort oben; Ewig soll mein Herrlichkeit bereiten, Daß ich einst Herz ihn loͤben. Sait aiten · mag sehn Mich zur Rechten stehn. 6. Spielt unserm Gott mit klang Und laßt den süßesten Ge · „16²70—1759. 3. Srerlinghausen, 29 11 sang Ganz freudenreich erschallen. Ich will mit meinem Jesus Christ, Eigene Melodie. Der mir mein Ein und Alles ist. 754 Wie schön leuchtet der In steter Liebe wallen. Singet, 2 Morgenstern, Voll Klinget, Jubilieret, Triumphieret! Gnad' und Wahrheit von dem Herrn Dankt dem Herren, Ihm, dem Aus Juda aufgegangen. Du Da⸗ König aller Ehren! vids Sohn aus Jakobs Stamm, 7. Wie freu' ich mich, Herr Jesu Mein König und mein Bräutigam, Christ. Daß du der Erst' und Letzte Du hast mein Herz umfangen Lieb⸗ bist, Der Anfang und das Ende. lich, Freundlich, Schön und präch Du wirst mich einst zu deinem Preis tig, Groß und mächtig, Reich an Aufnehmen in das Paradeis, Froh Gaben, UÜber alles hoch erhaben. falt' ich meine Hände! Amen, 2. O meine Perle, werte Kron', Amen, Komm, o schöne Freuden⸗ Sohn Gottes und Marien Sohn, krone, Bleib nicht lange, Weil ich Du hochgeborner Irn Mein Herz sehnlich dein verlange. ist voll von deinem RAuhm. Dein Phil. Nicolai, 1566—1608. süßes Evangelium Ist lauter Milch Sontehna Hinmmlischde Preis Zas Passion. osiannal Himmli anna, Da Wir essen, Deiner taun ich nicht Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. vergessen. er am Kreuz ist meine 3. Geuß sehr tief in mein Herz 755. D Liebe, Meine Lieb' hinein, Du Gottesglanz und Him⸗ ist Jesus Christ! Weg ihr argen melsschein, Die Flamme deiner Sündentriebe, Welt und Fleisch mit Liebe! Und stärk mich, daß ich ewig eurer List! Eure Lieb' ist nicht von bleib', O Herr, ein Glied an deinem Gott, Eure Lieb ist gar der Tod! Leib. In frischem Lebenstriebe! Der am Kreuz ist meine Liebe, Wei Nach dir Wallt mir Mein Ge⸗ ich mich im Glauben übe. 394 Feste und Festzeiten. 2. Der am Kreuz ist meine Liebe! Frevler, was befremdet dich, Daß ich mich im Glauben übe? Jesus gab sich selbst für mich; So ist er mein Friedensschild. Aber auch mein Lebensbild. Der am Kreuz ist meine Liebe, Weil ich mich im Glauben übe. 3. Der am Kreuz ist meine Liebe! Sünde, du besiegst mich nicht! Weh' mir, wenn ich den betrübe, Der für mich ging ins Gericht! Kreuzigt' ich nicht Gottes Sohn? Trät' ich nicht sein Blut mit Hohn? Der am Kreuz ist meine Liebe, Weil ich mich im Glauben übe. 4. Der am Kreuz ist meine Liebe! Schweig Gewissen glaube dran, Gott aus reinem Liebestriebe Hat die Handschrift abgethan Und mit meines Bürgen Blut Sie durch⸗ strichen mir zu gut. Der am Kreuz ist meine Liebe, Weil ich mich im Glauben übe. 5. Der am Kreuz ist meine Liebe! Keine Trübsal noch sogroß, Hunger, Blöße, Geißelhiebe, Nichts macht mich von Jesu los, Nicht Gewalt, nicht Gold, nicht Ruhm, Engel nicht, kein Fürstentum. Der am Kreuz ist meine Liebe, Weil ich mich im Glauben übe. 6. Der am Kreuz ist meine Liebe! Nun ist auch der Tod mein Freund! Wenn ich wie ein Staub zerstiebe, Wird mein Jesus mir vereint; Da, da schau' ich Gottes Lamm, Meiner Seele Bräutigam. Der am Kreuz ist meine Liebe, Weil ich mich im Glauben übe. Um 1688. Mel. Herr und Altster deiner. 756 ines wünsch' ich mir 8 vor allem andern, Eine Speise früh und spät, Selig läßt's im Thränenthal sich wandern, Wenn dies eine mit uns geht: Un⸗ verrückt auf einen Mann zu schauen, Der mit blut'gem Schweiß und Todesgrauen Auf sein Antlitz nie⸗ tranr. Und den Kelch des Vaters trank. 2. Ewig soll er mir vor Augen stehen, Wie er, als ein stilles Lamm, Dort so blutig und so bleich zu sehen, Hängend an des Kreuzes Stamm, Wie er dürstend rang um meine Seele, Daß sie ihm zu seinem Lohn nicht fehle, Und dann auch an mich gedacht, Als er rief: Es ist vollbracht! 3. Ja, mein Jesu, laß mich nie vergessen Meine Schuld und deine Huld! Als ich in der Finsternis gesessen, Trugest du mit mir Ge⸗ duld, Hattest längst nach deinem Schaf getrachtet, Eh' es auf des Hirten Ruf geachtet, Und mit teu⸗ rem Lösegeld Mich erkauft von dieser Welt. 4. Ich bin dein!— Sprich du darauf ein Amen! Treuster Jesu, du bist mein! Drücke deinen süßen Jesysnamen Brennend in mein Hesg hinein! Mit dir alles thun und alles lassen, In dir leben und in dir erblassen. Das sei bis zur letzten Stund' Unser Wandel, unser Bund! Albert Anapp, 17981864. Elgene Melodie. 757 Serzliebster Jesu, was * H hast du verbrochen, Daß man ein solch scharf Urteil hat gesprochen? Was ist die Schuld? In was für Missethaten Bist du geraten? 2. Du wirst gegeißelt und mit Dorn gekrönet, Ins Angesicht ge⸗ schlagen und verhöhnet, Du wirst mit Essig und mit Gall' getränket, Ans Kreuz gehenket. 3. Was ist doch wohl die Ursach' solcher Plagen? Ach meine Sünden haben dich geschlagen! Ich, o Herr Jesu, habe dies verschuldet, Was du erduldet. 4. Wie wunderbarlich ist doch diese Strafe! Der gute Hirte leidet für die Schafe. Die Schuld bezahlt der Herre, der Gerechte, Für seine Knechte. 5. O große Lieb', o Lieb' ohn' alle Maße, Die dich gebracht auf Feste und Festzeiten. 395 diese Marterstraße! Ich lebte mit den, Bald wird alles wieder gut. der Welt in Lust und Freuden, Kommt der Satan und setzt mir Und du mußt leiden! Heftig zu, halt' ich ihm für Deine 6. Ach großer König, groß zu Gnad' und Gnadenzeichen: Bald allen Zeiten, Wie kann ich g'nug⸗ muß er von dannen weichen. sam solche Treu ausbreiten? Kein 3. Ja, für alles, was mich krän⸗ menschlich Herz vermag es auszu⸗ ket, Geben deine Wunden Kraft, denken, Was dir zu schenken. Wenn mein Herz hinein sich senket. 7. Ich kann's mit meinen Sinnen Schöpi' ich neuen Lebenssaft. Dei⸗ nicht erreichen, Womit doch dein nes Trostes Süßigkeit Wend't in Erbarmen zu vergleichen. Wie kann mir das bittre Leid. Der du mir ich dir denn deine Liebesthaten Im das Heil erworbeu, Da du bist für Werk erstatten? mich gestorben. 8. Doch ist noch etwas was dir 4. Auf dich setz' ich all mein Lnnte dums Wenn ich des Fleisches Hoffen, Du bist meine Zuversicht. Lüste dämpf' und zähme, Daß sie Dein Tod hat den Tod getroffen, aufs neue nicht mein Herz ent. Daß er mich kann töten nicht. Daß zünden Mit alten Sünden. ich an dir habe teil, Bringet mir 9. Weils aber nicht besteht in Trost, Schutz und Heil. Deine eignen Kräften, Fest die Begierden Gnade wird mir geben Aufer⸗ an das Kreuz zu heften, So gieb stehung, Licht und Leben. mir deinen Geist, der mich regiere, 5. Hab' ich dich in meinem Her; Zum Guten führe. zen, Du Brunn aller Gütigkeit, 10. Alsdann so werd ich deine So empfind' ich keine Schmerzen Huld betrachten, Aus Lieb zu dir Auch im letzten Kampf und Streit. die Welt für gar nichts achten, Ich verberge mich in dich, Kein Bemühen werd ich mich, Herr, dei. Feind kann verletzen mich. Wer sich nen Willen Stets zu erfüllen. irgt in deine Wunden, Der hat 11. Idein L dir zu ehr a— glücklich überwunden. wagen. ein Kreuz mehr achien, keine Schmach noch Plagen, Nichts Vod etn 1585—467. von Versolgung nichts von Todes⸗ schmerzen, Nehmen zu Herzen. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 12. Wenn dort, Herr Jesu, wird 759 Cesu, meines Lebens vor deinem Throne Auf meinem IV Leben, Jesu, mei; Haupte stehn die Ehrenkrone, Da nes Todes Tod Der du dich für will ich dir, wenn alles wohl wird mich gegeben In die tiefste Seelen⸗ klingen, Lob und Dank singen. 2n daß ich⸗ 1h W Gs derden, — ur daß ich nicht möchte sterben, Joh. Beermann, 1585—4 e. er Sein Dian dafirt dir, Lieb er Jesu, Dank dafür! Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 3. Du ach du Von ausgestanden 758(Sesu, deine tiefen Wun⸗ Lästerreden, Spott und Hohn, Hast * V den, Deine Qual getragen Strick und Banden, Du und bittrer Tod Geben mir zu gerechter Gottessohn, Nur mich Ar;⸗ allen Stunden Trost in Leib's. men zu erretten Von den argen und Seelennot. Fällt mir etwas Sündenketten. Tausend,tausendmal Arges ein, Denk' ich bald an deine sei dir, Liebster Jesu, Dank dafür! Pein, Die erlaubet meinem Herzen, 3. Wunden ließest du dir schla · Mit der Sünde nicht zu scherzen. gen. Ließest allen Frevel zu. Um 396 Feste und Festzeiten. Fluch belegen. Tausend, tausendmal sei dir, Liebster Jesu, Dank dafür! 4. Man hat dich sehr hart ver⸗ höhnet. Dich mit großem Schimpf belegt Und mit Dornen gar ge⸗ krönet; Was hat dich dazu bewegt? Daß du möchtest mich ergötzen, Mir die Ehrenkron aufsetzen. Tausend, tausendmal sei dir, Liebster Jesu, Dank dafür! 5. Du hast dich hart lassen schla⸗ gen, Mich zu lösen von der Pein, Fälschlich lassen dich anklagen, Daß ich könnte sicher sein. Daß ich möchte trostreich prangen, Hast du sonder Trost gehangen. Tausend, tausendmal sei dir, Liebster Jesu, Dank dafür! 6. Du hast lange Marterstunden Ausgestanden mit Geduld, Selbst den herben Tod empfunden. Um zu büßen meine Schuld. Daß ich losgesprochen würde, Trugest du der Qualen Bürde. Tausend, tausendmal sei dir, Liebster Jesu, Dank dafür! 7. Deine Demut hat gebüßet Meinen Stolz und Ubermut, Dein Tod meinen Tod versüßet, Es kommt alles mir zu gut. Dein Verspotten, dein Verspeien Muß zu Ehren mir gedeihen. Tausend, tausendmal sei dir. Liebster Jesu, Dank dafür! 8. Nun, ich danke dir von Her⸗ zen, Herr, für alle deine Not, Für die Wunden, für die Schmerzen, Für den herben, bittern Tod; Für dein Zittern, für dein Zagen, Für die tausendfachen Plagen, Deine Angst und tiefe Pein, Will ich ewig dankbar sein. E. Chr. Homburg, 1605—1681. Eigene Melodie. 760 O du Liebe meiner — Liebe, Du er⸗ wünschte Seligkeit, Die du dich aus höchstem Triebe In das jammer⸗ volle Leid Deines Leidens mir zu gute Als ein Opfer eingestellt Und bezahlt mit dein emBlute Alle Missethat der Welt! 2. Liebe, die mit blut gen Thrä⸗ nen An dem Olberg sich betrübt; Liebe, die mit heißem Sehnen Un⸗ aufhörlich fest geliebt; Liebe, die den eignen Willen In des Vaters Willen legt Und, um Gottes Zorn zu stillen, Treu die Last des Kreuzes trägt. 3. Liebe, die mit starkem Herzen Alle Schmach und Hohn gehört; Liebe, die voll Angst und Schmer⸗ zen Blieb im Tode unversehrt! Liebe, die sich liebend zeiget, Da der Atem geht zu End'; Liebe die sich liebend neiget, Als sich Leib und Seele trennt! 4. Liebe, die für mich gestorben Und ein immerwährend Gut An dem Kreuze mir erworben, Ach wie tröstet mich dein Blut! Ach, wie dank' ich deinen Wunden, Schmerzenreiche Liebe du. Wenn ich in den letzten Stunden Sanft an deinem Herzen ruh'! 5. Liebe, die sich tot gekränket Und für mein erkaltet H In ein kaltes Grab gesenket, Ach, wie dank' ich deinem Schmerz! Habe Dank, daß du gestorben. Daß ich ewig leben kann, Die du mir das Heil erworben, Ew'ge Liebe, nimm mich an! Adam Drese, 1620—1201. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 761 O Haupt voll Blutund Wunden, Voll Schmerz und voller Hohn! O Haupt, zum Spott gebunden Mit einer Dornenkron'! O Haupt, sonst schön gekrönet Mit höchster Ehr' und Zier, Jetzt aber höchst ver⸗ höhnet, Gegrüßet seist du mir! 2. Du edles Angesichte, Davor sonst schrickt und scheut Das große Weltgewichte, Wie bist du so be⸗ speit, Wie bist du so erbleichet, Wer hat dein Augenlicht. Dem sonst kein Licht mehr gleichet, So schändlich zugericht't? 3. Die Farbe deiner Wangen, Der roten Lippen Pracht Ist hin und ganz vergangen. Des blassen XSIBILIINIIEAA — 28 28 „I3 280 I S. E *.+ Feste und Festzeiten. 397 Todes Macht Hat alles hingenom⸗ drücken? Wer so stirbt, der stirbt men, Hat alles hingerafft, Und wohl! daher bist du kommen Von deines Paul Gerhardt, 4607—1676. Leibes Kraft. 4. Nun, was du, Herr, erduldet, Elgene Melodie. Ist alles meine Last, Ich hab' es 762 O Lamm Gottes, un⸗ selbst verschuldet, Was du ge⸗ schuldig Am Stamm tragen hast. Schau her, hier steh' des Kreuzes geschlachtet. Allzeit ich Armer, Der Zorn verdienet erfunden geduldig, Wiewohl du hat, Gieb mir, o mein Erbarmer, warest verachtet. All' Sünd' hast Den Anblick deiner Gnad'. du getragen, Sonst müßten wir 5. Erkenne mich, mein Hüter, verzagen, Erbarm dich unser, o Mein Hirte nimm mich an; Von Jesu! dir, Ouell aller Güter, Ist mir 2. O Lamm Gottes, unschuldig viel Gut's gethan. Dein Mund Am Stamm des Kreuzes geschlach⸗ hat mich gelabet Mit süßer Gna⸗ tet, Allzeit erfunden geduldig, venkost, Dein Geist hat mich be. Wiewohl du warest verachtet. All gabet Mit manchem Himmelstrost. Sünd' hast du getragen, Sonst 6. Ich will hier bei dir stehen, müßten wir verzagen, Erbarm Verachte mich doch nicht, Von dir dich unser, o Jesu! will ich nicht gehen, Wenn dir 3. O Lamm Gottes, unschuldig dein Herze bricht. Wenn dein Am Stamm des Kreuzes geschlach⸗ Haupt wird erblassen Im letzten tet, Allzeit erfunden geduldig, Todesstoß, Alsdann will ich dich Wiewohl du warest verachtet. All⸗ fassen In meinen Arm und Schoß. Sünd' hast du getragen, Sonst 7. Es dient zu meinen Freuden, müßten wir verzagen⸗ Gieb uns Und thut mir herzlich wohl, Wenn dein'n Frieden, o Jesu! ich in deinem Leiden, Mein Heil, Nikol. Decius, 1541. mich finden soll. Ach möcht' ich, o mein Leben, An deinem Kreuze Mel. Nun ruhen alle Wälder. hier Mein Leben von mir geben, 763 O Welt, sieh hier dein Wie wohl geschähe mir! 2 Leben Am Stamm 8. Ich danke dir von Herzen, des Kreuzes schweben, Dein Heil O Jesu, liebster Freund Für sinkt in den Tod; Der große deine Todesschmerzen, Da du's so Fürst der Ehren Läßt willig sich gut gemeint. Ach gieb, daß ich beschweren Mit Schlägen, Hohn mich halte Zu dir und deiner und großem Spott. Treu', Und wenn ich nun erkalte, 2. Tritt her und schau mit Fleiße In dir mein Ende sei. Wie er mit Todesschweiße Und 9. Wenn ich einmal soll schei⸗ Blut ist überfüllt. Aus seinem den, So scheide nicht von mir; edlen Herzen, Vor unerhörten Wenn ich den Tod soll leiden, Schmerzen, Ein Seufder nach So tritt du dann herfür; Wenn dem andern quillt. mir am allerbängsten Wird um 3. Wer hat dich so geschlagen, das Herze sein, So reiß mich aus Mein Heil, und dich mit Plagen den Angsten Kraft deiner Angst So übel zugericht't? Du bist ja und Pein. nicht ein Sünder, Wie wir und 10. Erscheine mir zum Schilde, unsre Kinder, Von Übelthaten Zum Trost in meinem Tod, Und weißt du nicht. laß mich sehn dein Bilde In dei⸗ 4. Ich, ich und meine Sünden, ner Kreuzesnot; Da will ich nach Die sich wie Körnlein finden Des dir blicken Da will ich glaubens⸗ Sandes an dem Meer, Die haben voll Fest an mein Herd dich dir erreget Das Elend, das dich 398 Feste und Festzeiten. schäget Und deiner Marter großes, Die sollen mich am Ende In dei⸗ Heer. nen Schoß und Hände Begleiten 5. Ich bin's, ich sollte büßen, zu der ew'gen Ruüh'. An Händen und an Füßen Ge. Paul Gerhardt, 1602—1626. und die Banden und was vn Mr. der in Gheid. eine erben ausgestanden, Das hat verdienet ir danken dir, Herr meim Erer. 764. Wẽ Jesu Christ, Daß 6. Du nimmst auf deinen Rücken du für uns gestorben bist Und Die Lasten, die mich drücken Viel hast uns durch dein teures Blut schwerer als ein Stein. Du wirst Gemacht vor Gott gerecht und gut. ein Fluch, dagegen Verehrst du 2. Wir bitten, wahrer Mensch mir den Segen; Dein Schmerzen und Gott, Durch deine Wunden muß mein Labsal sein. Schmach und Spott. Erlös uns 7. Du setzest dich zum Bürgen, von dem ew'gen Tod Und tröst Du läßt dich gar erwürgen Für uns in der letzten Not. mich und meine Schuld. Mir 3. Behüt uns auch vor Sünd lässest du dich krönen Mit Dor- und Schand' Und reich uns deine nen, die dich höhnen, Und leidest mächt ge Hand, Daß wir im alles mit Geduld. Kreuz geduldig sein, Uns trösten 8. Ich bin, mein Heil, verbun⸗ deiner schweren Pein. den All' Augenblick und Stunden 4. Und schöpfen draus die Zu⸗ Dir überhoch und sehr. Was Leib versicht, Du werdest uns verlassen und Seel vermögen, Das soll ich nicht, Du werdest treulich bei uns billig legen Allzeit an deinen stehn, Daß wir durchs Kreuz ins Dienst und Ehr'. Leben gehn. 9. Nun, ich kann nicht viel ge⸗ Christoph Fischer 4 1600, ben In diesem armen Leben, Ostern Eins aber will ich thun: Es soll dein Tod und Leiden, Bis Leib Mel. Wachet auf! ruft uns die Stimme. und Seele scheiden, Mir stets in 2 alleluja! jauchzt ihr meinem Herzen ruhn. 765. H Chöre, Singt Jesu 10. Ich will's vor Augen setzen, Christo Preis und Ehre, Wie Mich stets daran ergötzen, Ich sei groß, wie herrlich ist sein Tag! auch, wo ich sei. Es soll mir sein Er, der Held, zerriß die Banden ein Spiegel Der Unschuld und ein Des Todes und ist auferstanden, Siegel Der Lieb' und unverfälsch- Er, der für uns im Grabe lag. ten Treu'. Sein ist Gewalt und Macht! Preis 11. Ich will darin erblicken, ihm, er hat's vollbracht! Halle⸗ Wie ich mein Herz soll schmücken luja! Er hat's vollbracht, Er, Mit stillem, sanftem Mut, Und der die Macht Des Todes und wie ich die soll lieben, Die mich des Grabes hat. doch sehr betrüben Mit Werken, 2. Glorreich hat der Held ge⸗ so die Bosheit thut. rungen, Hat mächtig Satans 12. Ich will ans Kreuz mich Reich bezwungen, Von Todesketten dagen Mit dir und dem ab⸗ uns befreit. Wir von Gott ge⸗ agen, Was meinem Fleisch ge⸗ fallne Sünder Sind nun mit ihm lüstt. Was deine Augen hassen versöhnt, sind Kinder Und Erben Das will ich fliehn und lassen, seiner Seligkeit. Bald, bald ent⸗ So viel mir immer möglich ist. schlafen wir, Entschlafen, Christe, 13. Dein Seufzen und dein dir, Ruhn in Frieden Die kurzt Stöhnen Und die viel tausend Nacht, Bis deine Macht Das Thränen, Die dir geflossen zu, Licht des ew'gen Tages ruft. GAIIIIIII N dei⸗ leiten Feste und Festzeiten. 3. Unsern Staub mag Staub den erblicken, bedecken, Du wirst ihn herrlich weckt. 5. Du fährest in die Höh Bahn, Woh auferwecken, Der du des Staubes Schöpfer bist. Du wirst unver⸗ zeigest mir die gänglich Leben Und Kraft und endlich gehe, Herrlichkeit ihm geben Dem kann. Staube, der dir teuer ist. Wir Wo lauter Glanz um dich, Der mich vom Tode Da ich dich finden Dort ist es sicher a werden ewig dein Gerecht und warten lauter Kronen In deiner selig sein. Halleluja! Tod und Hand auf mich. Gericht Erschreckt uns nicht, Denn Jesus, unser Mittler, lebt. 4. Tag des Lebens Tag der dir ergeben J Wonne! Wie wird uns sein, wenn Ich will mein Gottes Sonne Durch unsers Gra⸗ deine liebe Gruft, Finsternis verschwinden Und uns Umstrahlt des Himmels Licht! Voll⸗ ender. führe du Uns diesem Tage u, Uns, die Deinen! Die Todes⸗ ahn Gingst du voran, Wir fol⸗ 767. O ist dein Sieg, o Hölle? Gottfr. Bened. Funk, 1734—1814. uns jetzt der Teufel thun grausam er sich Mel. Valet will ich dir geben. gedankt, der uns nach gen dir in deine Ruh'. 766(Ich geh' zu deinem herrlich hat Osterfürst! Weil ich die Hoffnung habe, Daß du mir zeigen wirst, für, Wie man kann fröhlich sterben fangen, Zerb Und fröhlich auferstehn, Auch mit und Thür, Den F. ri den Himmelserben Ins Land des mit Prangen. Lebens gehn. dem Siegeslau 2. Du liegest in der Erde Und kann halten auf: hast sie eingeweiht, Wenn ich be⸗ winder. graben werde, Daß sich mein Herz nicht scheut, Auch in den Staub hält zu legen, Was Asch' und Staub Des Herren vermehrt, Weil dir doch allerwegen Was Teufel, Hölle, 3. Du ruhest in dem Grabe, Durch Christi S Daß ich auch meine Ruh An die. Ihr Zorn ist kr 4. Es war ge Augen zu: So soll mir gar nicht Und sieh, er lebet wieder. grauen, Wenn mein Gesicht ver- nun das Haupt erstanden ist, geht; Ich werde den wohl schauen, stehn auch jemand Christi 4. Dein Grab war wohl ver⸗ Tod und Grabe d siegelt, Doch brichst du es entzwei; Er lebt, ob er 5. Wer tägli bin ich dennoch frei: Du wirst Reu' Mit Christo auferstehet, den Stein schon rücken, Der auch dort vom andern Tode frei, Die Erde zugehört. sem Orre habe, Du drückst die 5 Der mir zur Seiten steht. Wenn mich der Tod verriegelt, So 8 6. O meines meines Todes Tod! Lebens Leben, Ich will mich nmeiner letzten Not: Bette machen In — ö Da werd' ich bes Dunkel bricht! O was werden schon erwachen, Wenn deine Stim; wir empfinden, Wenn Nacht und me ruft. Benj. Schmolck, 1672—1732. Mel. Allein Gott in der Höh'. Tod, wo ist dein Stachel nun, stelle? den Sieg diesem Krieg Grabe, Du großer Durch Jesum Christ gegeb 2. Lebendig Christus kom eind nimmt er ge⸗ cht der Höllen Schloß Trägt weg den Raub Nichts ist, was in f Den starken Held Wo Was kann Wie Gott sei So mt her; Er ist der Uber⸗ 3. Des Herren Rechte, die be⸗ Den Sieg und ist erhöhet, ihr entgege Wé — wir, die Glieder. Worten gläubt Im er nicht bleibt, eich stirbet. hier durch wahre Ist Der; Rechte mächtig fällt, nstehet. elt und Sünd', ieg gedämpfet sind, aftlos worden. tötet Jesus Christ Weil Er · So Tod, mein Grab bedeckt, Da werd' ich selb' ihn nicht angehet. Genommen 400 Feste und Festzeiten. ist dem Tod die Macht, Unschuld Der Feinde Macht, daß du auf⸗ und Leben wiederbracht Und un⸗ stehst Und in ein neues Leben gehst vergänglich Wesen. Und Gott im Glauben dienest. 6. Das ist die rechte Osterbeut', 6. Ach, mein Herr Jesu, der du Der wir teilhaftig werden: Fried', bist Vom Tode auferstanden, Freude, Heil, Gerechtigkeit Im Rett uns aus Satans Macht und Himmel und auf Erden. Hier sind List Und aus des Todes Banden, wir still und warten fort, Bis Daß wir zusammen insgemein unser Leib wird ähnlich dort Christi Zum neuen Leben gehen ein, verklärtem Leibe. Das du uns hast erworben. 7. O Tod wo ist dein Stachel 7. Sei hochgelobt in dieser Zeit nun, Wo ist dein Sieg, o Hölle? Von allen Gotteskindern Und Was kann uns jetzt der Teufel ewig in der Herrlichkeit Von allen thun, Wie grausam er sich stelle? Überwindern, Die überwunden Gott sei gedankt, der uns den Sieg durch dein Blut. Herr Jesu, gieb So herrlich hat nach diesem Krieg uns Kraft und Mut, Daß wir Durch Jesum Christ gegeben. auch überwinden! Justus Gesenius, 1601—1623. Laurentius Laurenti. 1660—1222. Mel. Es ist das Heil uns kommen. Mel. Ehristus, der ist mein Leben. ach auf, mein Herz, illkommen, Held im 768. Wé die Nacht ist hin, 769. Wẽ Streite, 5 dei⸗ Die Sonn ist aufgegangen, Er⸗ nes Grabes Kluft! Wir triumphie⸗ muntre dich, mein Geist und Sinn, ren heute Um deine leere Gruft. Den Heiland zu empfangen, Der 2. In der Gerechten Hütten heute durch des Todes Thür Ge⸗ Schallt schon das Siegeslied? Du brochen aus dem Grab herfür, trittst in unsre Mitten Und bringst Der ganzen Welt zur Wonne. den Osterfried. 2. Steh aus dem Grab der Sün⸗ 3. Der Feind wird schaugetragen den auf Und such ein neues Le. Und heißt nunmehr ein Spott. Wir ben, Vollführe deinen Glaubens⸗ aber können sagen: Mit uns ist lauf Und laß dein Herz sich heben unser Gott! Gen Himmel, da dein Jesus ist, 4. Ach teile doch die Beute Bei Und such, was droben, als ein deinen Gliedern aus! Wir alle Christ, Der geistlich auferstanden. kommen heute Deswegen in dein 3. Vergiß nun, was dahinten Haus. ist, Und tracht nach dem, was 5. Laß unser aller Sünden Mit droben, Damit dein Herz zu jeder dir begraben sein, Uns einen Schatz Frist Zu Jesus sei erhoben. Tritt hier finden, Der ewig kann er⸗ unter dich die böse Welt Und freun. strebe nach dem Himmelszelt, Wo 6. Wir sind mit dir gestorben, Jesus ist 41 finden. So leben wir mit dir; Was uns 4. Drückt dich ein schwerer Sor- dein Tod erworben, Das stell genstein, Dein Jesus wird ihn uns täglich für. heben; Es kann ein Christ bei 7. Wir wollen hier ganz fröh⸗ Kreuzespein In Freud' und Wonne lich Mit dir zu Grabe gehn, leben. Wirf dein Anliegen auf den Wenn wir dereinst nur selig Mit Herrn Und sorge nicht, er ist nicht dir auch auferstehn. fern, Weil er ist auferstanden. 8. Der Tod kann uns nicht 5. Wohlauf mein Herz, fang an schaden, Sein Stachel ist nun den Streit, Weil Jesus überwun⸗ stumpf, Wir sind bei Gott in Gna⸗ den, Er wird auch überwinden den Und rufen schon: Triumph! weit In dir, weil er gebunden Benj. Schmolck. 1622—173e. — XIAISIIAIAE u auf. n en. der du anden, t und ünden, emein ein, Zeit Und allen inden gieb wir 1222. ben. d im dei⸗ phie⸗ ruft. itten Du ingst Feste und Festzeiten. 401 denthron, Du Siegesfürst. Held. Davids Sohn, Komm, stille das Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern. Verlangen! Du bist uns cllen ja 77 0 Ac wundergroßer Sie- zu gut, O Jesu. durch dein teures * gesheld, Du Sün. Blut Ins Heiligtum gegangen. denträger aller Welt, Heut hast Komm, Herr! Hilf, Herr! Dann du dich gesetzet Zur Rechten Got. so sollen, Dann so wollen Wir tes in der Kraft, Hast deinem ohn' Ende Jauchzend heben unsre Reich den Sieg verschafft, Den Hände, Feind zum Tod verletzet. Mäch⸗ Ernst Chr. Homburg, 1605—168J. tig, Prächtig, Triumphierst du Und regierst du. Tod und Leben, Mel. Allein Gott in der Höh' sei Ehr“. Alles ist dir untergeben. 1 AI Christi Himmel⸗ 2. Dir dienen alle Cherubim,* fahrt allein J Viel tausend hohe Seraphim Dich meine Nachfahrt gründe Und al⸗ Siegesfürsten loben; Weil du den len Zweifel, Angst und Pein Segen wiederbracht, Mit Majestät Hiermit stets überwinde; Denn und großer Pracht Zur Freude weil das Haupt im Himmel ist bist erhoben. Singet⸗ Klinget, Wird seine Glieder Jesus Christ Rühmt und ehret Den, der fähret Zur rechten Zeit nachholen. Auf zum Throne, Zu empfahn 2. Weil er gezogen himmelan die Himmelskrone. Und große Gab'empfangen, Mein 3. Du bist das Haupt, o Herr, Herz auch nur im Himmel kann, und wir Sind deine Glieder; nur Sonst nirgends Ruh' erlangen. von dir Kommt auf uns Heil Denn wo mein Schatz gekommen und Leben. Trost, Friede, Freude, hin, Da ist hinfort mein Herz Licht und Kraft, Was dem Ge. und Sinn, Nach ihm mich stets müt Erquickung schafft, Wird uns verlanget. von dir gegeben. Bringe, Dringe 3. Ach Herr, laß diese Gnade Mein Gemüte, Ew'ge Güte, Dich mich Von deiner Auffahrt spüren, zu preisen, Ehr' dem Siegsherrn Daß mit dem wahren Glauben ich zu erweisen. Mag meine Nachfahrt zieren Und 4. Zeuch, Jesu, uns, zeuch uns dann einmal, wenn dir's gefällt. nach dir, Hilf, daß wir fortan Mit Freuden scheiden aus der für und für Nach deinem Reiche Welt; Herr, höre dies mein trachten. Laß unsern Wandel Flehen! himmlisch sein, Laß uns demütig, Josua wegelin, 1604—1640. züchtig, rein All' Üppigkeit ver⸗ achten! Unart, Hoffart Hilf Mel. Alle Menschen müssen sterben. uns meiden, Christlich leiden,(Zesu, meines Lebens Leben.) Wohl ergründen, Wo die Gnade 77˙2 Siegesfürst und Ehren · sei zu finden. könig, Du verklärte 5. Sei, Jesu, unser Schutz und Majestät, Alle Himmel sind zu Schatz. Sei unser Ruhm und wenig, Du bist drüber hoch er⸗ fester Platz, Darauf wir uns ver⸗ höht. Sollt ich nicht zu Fuß dir lassen. Laß suchen uns, was dro⸗ fallen Und mein Herz vor Freude ben ist, Auf Erden wohnet Trug wallen, Wenn mein Glaubens⸗ und List, Es ist auf allen Stra⸗ aug' entzückt Deine Herrlichkeit ßzen Lügen, Trügen, Angst und erblickt? Plagen, Die da nagen; Die da 2. Seh' ich dich gen Himmel quälen Stündlich arme Christen⸗ fahren, Seh' ich dich zur Rechten seelen. da, Hör' ich, wie der ngel Scha⸗ 6. Herr Jesu, komm, du Gna⸗ ren Rufen froh: Soll“ C ich nicht zu Fuß dir fallen Und mein Herz vor Freude wallen. Da der Himmel jubiliert Und mein König triumphiert? 3. Weit Und breit, du Himmels⸗ sonne, Leuchtet deine Herrlichkeit. Die mit neuem Glanz und Wonne Sel'ge Geister hoch erfreut. Präch⸗ tig wirst du aufgenommen, Jauch · zend heißt man dich willkommen: Schau, dein Kind im Staube hier Ruft auch Hosianna dir! 4. Sollt' ich deinen Kelch nicht trinken, Da ich deine Klarheit seh'? Sollte jetzt mein Mut noch sinken, Da ich deine Macht versteh'? Meinem König will ich trauen, Vor dem Feind soll mir nicht grauen. Nur in Jesu Namen mich Beugen hier und ewiglich. 5. Herr, dein reicher Geist er⸗ 315 Über uns sich kräftiglich, is zum Schemel deiner Füße Alle Feinde legen sich. Herr, zu deinem Zepter wende Alles bis zum fernsten Ende! Mache dir auf Erden Bahn, Alle Herzen unterthan! 6. Nun erfüllst du aller Orten Alles durch dein Nahesein, Hei⸗ land, meines Herzens Pforten Stehen offen, komm herein! Komm. du König aller Ehren, Komm, bei mir auch einzukehren, Ewig in mir leb und wohn Als in deinem Himmelsthron! Gerhard Tersteegen, 1697ꝰ—1769. Pfingsten. Eigene Melodie. 773 Kott heiliger Geist, — erfüll die Herzen deiner Gläubigen und entzünd in ihn'n das Feu'r deiner göttlichen Liebe; der du durch Mannigfaltig⸗ keit der Zungen die Völker der anzen Welt versammelt hast in Einigkeit des Glaubens. Halle⸗ luja, Halleluja! Nach dem Lateinischen. Eigene Melodie. 774 somm, o komm du Geist des Lebens, Feste und Festzeiten. Deine Sie er· So wird Geist Wahrer Gott von Ewigkeit! Kraft sei nicht vergebens, füll' uns jederzeit; und Licht und Schein In dem dunkeln Herzen sein. 2. Gieb in unser Herz und Sin⸗ nen Weisheit, Rat, Verstand und Zucht, Daß wir andres nicht be⸗ ginnen, Denn was nur dein Wille sucht; Dein' Erkenntnis werde groß Und mach' uns vom Irrtum los. 3. Zeige, Herr, die Wohlfahrts⸗ stege; Was gethan ist wider dich, Räume ferner aus dem Wege, Schlecht und recht behüte mich. Wirke Reu' an Sünden Statt, Wenn der Fuß gestrauchelt hat. 4. Laß dein Zeugnis uns em ⸗ pfinden, Daß wir Gottes Kinder sind, Die auf ihn allein sich grün⸗ den, Wenn sich Not und Drangsal find't; Denn des Vaters liebe Rut' Ist uns allewege gut. 5. Reiz uns, daß wir zu ihm treten, Frei mit aller Freudigkeit, Seufz auch in uns, wenn wir be⸗ ten, Und vertritt uns allezeit. So wird unsre Bitt' erhört Und Werke Und. wenn Satan Macht beweist. Schenk uns Waffen in dem Krieg Und erhalt in uns den Sieg. 8. Herr, bewahr uns unsern Glauben, Daß kein Teufel, Tod. noch Spott Uns denselben möge rauben: Du bist unser Schutz und Gott; Sagt das Fleisch gleich immer: nein! Laß dein Wort ge⸗ wisser sein. 9. Wenn wir endlich sollen ster ⸗ ben, So versichre uns je mehr, Als des Himmelreiches Erben Jener Herrlichkeit und Ehr', Die Gott giebt durch Jesum Christ Und die unaussprechlich ist. Heinrich Held, um 1650. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 1½ ½7 5 du allersüß'ste Freude, 7/0. O du allerschönstes Licht, Der du uns in Lieb' und Leide Unbesuchet lässest nicht, Geist des Höchsten, höchster Fürst, Der du hältst und halten wirst Ohn' Aufhören alle Dinge, Höre, höre, was ich singe. 2. Du bist ja die beste Gabe, Die ein Mensch je nennen kann. Wenn ich dich erwünsch' und habe, Geb' ich alles Wünschen dran. Ach ergieb dich, komm zu mir, In mein Herze, das du dir. Da ich in die Welt geboren, Selbst zum Tempel auserkoren. 3. Du wirst als ein milder Re⸗ en Ausgegossen von dem Thron, ringst uns nichts als lauter Se⸗ gen Von dem Vater und dem Sohn. Laß doch, o du werter Gast, Gottes Segen, den du hast Und verteilst nach deinem Willen, Meine ganze Seel' erfüllen! 4. Du bist weise, voll Verstandes, Das Geheimste ist dir kund. Hast gezählt den Staub des Sandes Und durchschaut des Meeres Grund. Nun du weißt auch zweifelsfrei, Wie verderbt und blind ich sei, Drum gieb Weisheit, gieb uns allen, Daß wir mögen Gott ge⸗ fallen. 5. Du bist heilig und zu finden, Wo man rein und heilig ist, Fliehst hingegen Schand' und Sünden, Weil du lauter Reinheit bist. Mache mich, o Gnadenquell, Rein und züchtig, keusch und hell, Laß mich fliehen, was du fliehest, Gieb mir, was du gerne siehest. 6. Deine Huld hat keine Schran⸗ ken, Du bist fromm und sanften Muts, Bleibst im Lieben ohne Wanken, Thust uns Bösen alles Gut's. Ach verleih und gieb mir auch Diesen edlen Sinn und Brauch, Daß ich Freund' und Feste und Festzeiten. 403 Feinde liebe, Keinen, den du liebst, betrübe. 7. O mein Hort, ich bin zu⸗ frieden, Wenn du nur nicht weichst von mir, Bleib' ich von dir un⸗ geschieden, Bin ich stets getrost in dir. Laß mich sein dein Eigen⸗ tum, Ich versprech' hinwiederum, Hier und dort all mein Vermögen Dir zu Ehren anzulegen. 8. Allem will ich gern entsagen, Was dir deinen Rühm entreißt, Und mein Herz soll immer fragen Nur nach dem, was du verleihst. Was der Satan will und sucht, Will ich hassen als verflucht, Und den schnöden Sündenwegen Trete ich mit Ernst entgegen. 9. Wohl mir, wenn nur du mich stärkest Und mir treulich stehest bei. Hilf, mein Helfer, wo du merkest, Daß mir Hilfe nötig sei, Brich des Fleisches bösen Sinn, Nimm den alten Willen hin, Daß er sich in dir erneue Und mein Gott sich meiner freue. 10. Sei mein Retter, halt mich eben, Wenn ich sinke, sei mein Stab, Wenn ich sterbe, sei mein Leben, Wenn ich liege, sei mein Grab! Wenn ich wieder aufersteh', O so hilf mir, daß ich geh' Hin, wo du in ew'gen Freuden Wirst die Auserwählten weiden. Paul Gerhardt, 160C-1676. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern. 776 heil'ger Geist, kehr bei uns ein Und laß uns deine Wohnung sein, O komm, du Herzenssonne! Du Him⸗ melslicht, laß deinen Schein Bei uns und in uns kräftig sein Zu steter Freud' und Wonne. Sonne Wonne— Himmlisch Leben Willst du geben, Wenn wir beten; Zu dir kommen wir getreten. 2. Du Quell, draus alle Weis⸗ heit fließt, Die sich in fromme Seelen gießt, Laß deinen Trost uns hören, Daß wir in Glaubens⸗ Einigkeit Auch können aller Chri⸗ stenheit Dein wahres Zeugnis Ce* — 404 Feste und Festzeiten. lehren. Höre, Lehre, Daß wir Mel. Jesu meine Freude. können Herz und Sinnen Dir 77˙7 Schmückt das Fest mit Zum Leh Dir zum Lob und uns Wünd Hore Blu⸗ zum Leben. men streuen, ündet Opfer an. n Mar Und iuhr uns seihn ver ch engendden, Maahet ue de nem Rat Und führ uns selbst den 2 rechten Pfad, WWe wir den Weg Bahn. Rehmt ihn ein, So wird nicht wissen. Gieb uns Beständig⸗ sein Schein Euch mit Licht und leit daß wir Getreu dir bleiben Heie erfüllen Und den Kummer für und für, Wenn wir auch lei. stiger⸗ den müssen. Schaue, Baue. Was tderGen der Betrübten, Sie. zerrissen Und beflissen, Dich zu gel der Geliebten, Geist voll Rat schauen Und auf deinen Trost zu Somere S 44 805 uns dein' edle Balsam— une 0. Gieb uns 0 8 Int Wuunnren Aidr en an er Geu Lun duß wie undir deden Sant ud d. Begegnen aller Feinde Trutz Mit Wenmbvir Fium mennen reFühr freudigen Gebärden. Laß dich den Geist empor; Gieb uns Kraft Reichlich Auf uns nieder, Daß zu beten; Wenn vor Gott wir wir wieder Trost empfinden, kreren, Sprich du selbst uns vor; Alles Unglück überwinden. Gieb uns Mut, Du höchstes Gut, 5. O starker Fels, o Lebenshort, Tröst uns kräftiglich von oben Laß uns dein himmelsüßes Wort Bei der Feinde Toben. In unsern Herzen brennen, Daß 4. Goldner Himmelsregen, wir uns mögen nimmermehr Von Schütte deinen Segen Auf das deiner weisheitsreichen Lehr“ Und Kirchenfeld; Lasse Ströme fließen, treuen Liebe trennen. Fließe, Die das Land begießen, Wo Gieße Deine Güte Ins Gemüte, dein Wort hinfällt, Und verleih, Daß wir können Christum unsern Daß es gedeih Hundertfältig Heiland nennen.— zu bringen, Laß ihm stets 3. Du süßer Himmelstau laß geßnesg dich In unsre Herzen kräftiglich 5. Schlage deine Wahre Wieder. Und schenk uns deine Liebe, Daß aint Laß d ahre W.— unser Sinn verbunden sei Dem Auch Laß dein sanftes Wehen ächsten stets mit Liebestreu' Und uch bei uns geschehen. Dämpfz sch dariunen übe. Kein Reid, Fleisch und Tlat Laß uns doch Rein Streit Dich betrübe. Iried un diesem ziehe Nicht mehr nie und Liebe Müssen schweben, Fried“ Renanesem diehen Und das Böse und Freude wirst du geben. 60.61 ey zu allen Dingen Wol. 7. Gieb. daß in reiner Heiligkeit len und Vollbringen, Führ uns Wir führen unsre Lebenszeit, Sei ein und aus; Wohn in unsrer unsres Geistes Stärke, Daß uns Seele Unser Herz erwähle Dir forthin sei unbewußt Die Eitel⸗ 4 3; Wertes Pfand leit des Fleisches Lust Und seine Mach uns anni. Wie wir 3 dnen wuitr diie⸗ Piner sun rht eiemen ind Gon 1 + Unser Sinnen Und Beginnen Vater nennen. Von der Erden, Daß wir Him- 7. Hilf das Kreuz uns tragen. melserben werden. Und in finstern Tagen Sei du Mich. Schirmer, 1606—1675. unser Licht; Trag nach Zions Feste und 405 Hügeln Uns mit Glaubensflügeln 6. Du bist ein Geist der Freu⸗ Und verlaß uns nicht, Wenn der den, Vom Trauern hältst du nicht. Tod, Die letzte Not, Will mit Erleuchtest uns im Leiden Mit uns zu Felde liegen, Daß wir deines Trostes Licht. Ach ja, fröhlich siegenn. wie manches Mal Hast du mit 8. Laß uns hier indessen Nim. süßen Worten Mir aufgethan die mermehr vergessen, Daß wir Gott Pforten Zum güldnen Freuden⸗ verwandt; Dem laß uns stets saal! dienen Und im Guten grünen 7. Du bist ein Geist der Liebe, Als ein fruchtbar Land; Bis wir Ein Freund der Freundlichkeit, dort, Du werter Hort, Bei den Willst nicht, daß uns betrübe, grünen Himmelsmaien Ewig uns Zorn, Zank, Haß. Neid und Streit: erfreuen. Der Feindschaft Feind du bist, Benj. Schmolck, 1622—173². Willst daß in Liebesflammen Sich wieder thu' zusammen. Was voller Mel. Aus meines Herzens Grunde. Zwietracht ist. 778 Zerd ein zu deinen 8. Du, Herr, hast selbst in Hän⸗ — Thoren, Sei meines den, Die ganze weite Welt, Kannst Herzens Gast, Der du, da ich Menschenherzen wenden, Wie dir geboren, Mich neu geboren hast, es wohlgefällt: So gieb doch deine O hochgeliebter Geist Des Vaters Gnad' Zu Fried' und Liebesban⸗ und des Sohnes, Mit beiden den, Verknüpf in allen Landen, gleichen Thrones, Mit beiden gleich Was sich getrennet hat. gepreist! 5 9. Beschirm die Obrigkeiten. 2. Zeuch ein, laß mich empfin. Bau unsres Fürsten Thron, Hilf den Und schmecken deine Kraft, ihm für Christum streiten, Schmück Die Kraft, die uns von Sünden als mit einer Kron' Die Alten Hilf und Errettung schafft. Ent⸗ mit Verstand, Mit Frömmigkeit fünd'ge meinen Sinn Daß ich die Jugend, Mit Gottesfurcht und mit reinem Geiste Dir Ehr und Tugend Das Volk im ganzen Dienste leiste, Die ich dir schul⸗ Land. dig bin. 10. Erfülle die Gemüter Mit 3. Ich war ein wilder Reben, reiner Glaubenszier, Die Häuser Du hast mich gut gemacht. Der und die Güter Mit Segen für Tod durchdrang mein Leben, Du und für; Vertreib den bösen Geist hast ihn umgebracht, Mit Segen Der dir sich wiedersetzet Und, was mich geschmückt Mir schon im dein Herz ergötzet, Aus unserm Wasserbade Versiegelt Gottes Herzen reißt. Gnade, Die mich im Tod erquickt. 14. Gieb Freudigkeit und Stärke, 4. Du bist das heil'ge Ole, Zu stehen in dem Streit, Den Dadurch gesalbet ist Mein Leib Satans Reich und Werke Uns und meine Seele Dem Herren täglich anerbeut; Hilf kämpfen Jesu Christ Zum wahren Eigen⸗ ritterlich, Damit wir überwinden, tum, Zum Priester und Pro. Und ja zum Dienst der Sünden pheten, Zum König. den in Nöten Kein Christ ergebe sich. Gott schützt vom Heiligtum. 12. Richt unser ganzes Leben 5. Du bist ein Geist, der leh- Allzeit nach deinem Sinn, Und ret. Wie man recht beten soll; wenn wir's sollen geben In To⸗ Dein Beten wird erhöret. Dein des Arme hin, Wenn's mit uns Singen klinget wohl; Es steiget hier wird aus, So hilf uns fröh ⸗ himmelan Und hört nicht auf mit lich sterben Und nach dem Tod Flehen, Bis der die Hilf' läßt erwerben Des ew'gen Lebens Haus. sehen, Der allen helfen kann. Paul Gerhardt, 1602—167é. Festzeiten. 406 Kirche, Wort Gottes, Sakramente. Trinitatis. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern. +7 Qalleluja! Lob, Preis 7 79. H und Ehr' Sei un⸗ serm Gott je mehr und mehr Für alle seine Werke. Von Ewigkeit zu Ewigkeit Sei in uns allen ihm bereit't Dank, Weisheit. Kraft und Stärke! Klinget, Singet: Gnä⸗ dig, herrlich‚ Heilig, heilig, Hei⸗ lig ist Gott, Unser Gott, der Herr Zebaoth! 2. Halleluja! Preis, Ehr' und Macht Sei auch dem Gotteslamm gebracht, In dem wir sind er⸗ wählet, Das uns mit seinem Blut erkauft, Damit besprenget und ge⸗ tauft Und sich mit uns vermählet. Heilig, Selig Ist die Freund⸗ schaft Und Gemeinschaft, Die wir haben Und darinnen uns erlaben. 3. Halleluja! Gott heil'ger Geist Sei ewiglich von uns gepreist, Durch den wir neu geboren, Der uns mit Glauben ausgeziert, Dem Himmelreich uns zugeführt, Zur Herrlichkeit erkoren. Schauet, Schauet! Da ist Freude, Da ist Weide, Da ist Manna Und ein ewig Hosianna. 4. Halleluja, Lob, Preis und Ehr' Sei unserm Gott je mehr und mehr Und seinem großen Namen. Stimmt an mit aller Himmelsschar Und singet nun und immerdar Mit Freuden: Amen, Amen! Klinget, Singet: Gnädig, herrlich, Heilig, heilig, Heilig ist Gott, Unser Gott, der Herr Zebaoth! Barth. Crasselius, 166?—Ie24. Eigene Melodle. Miir glauben all' an 780. Wĩ einen Gott, Va⸗ ter, Sohn und heil'gen Geist, An Gott, den Herrn Zebaoth, Den die Schar der Engel preist, Der durch seine große Kraft Alles wirket, thut und schafft. 2. Wir glauben auch an Jesum Christ, Gottes und Marien Sohn, Der vom Himmel kommen ist Und uns führt ins Himmels Thron Der uns durch sein Blut und Tod Hat erlöst aus aller Not. 3. Wir glauben an den heil'gen Geist, Der von beiden gehet aus Der uns Trost und Beistand leisttt, Wider alle Furcht und Graus. Heilige Dreifaltigkeit, Sei gepreist zu aller Zeit! Cob. Clausnitzer, 1618—1684. IV. Kirche, Wort Gottes, Sakramente. Mel. Herr Jesu Christ, dich. 781 A˖ bleib bei uns, Herr 8 Jesu Christ, Weil es nun Abend worden ist: Dein göttlich Wort. das helle Licht, Laß ja bei uns erlöschen nicht. 2. In dieser letzten trüben Zeit Verleih uns, Herr, Beständigkeit, Daß wir dein Wort und Sakra⸗ ment Stets rein behalten bis ans End'. 3. Herr Jesu, hilf, dein' Kirch' erhalt: Wir sind arg, sicher, träg und kalt; Gieb Glück und Heil zu deinem Wort Damit es schall' an allern Ort. 4. Erhalt uns nur bei deinem Wort Und wehr des Teufels Trug und Mord. Gieb deiner Kirche Gnad' und Huld. Fried', Einig⸗ keit, Mut und Geduld. 5. Den stolzen Geistern wehre, doch, Die sich mit Macht erheben hoch Und bringen eigne Weisheit her, Zu fälschen deine rechte Lehr'. Die Sach' und Ehr', Herr Jesu Christ, Nicht unser, sondern dein ja ist; Darum so steh du denen bei, Die sich auf dich ver⸗ lassen frei. 7. Dein Wort ist unsres Her⸗ zens Trutz Und deiner Kirche SIII‚ Kirche, Wort Gottes, Sakramente. 40⁷ wahrer Schutz: Dabei erhalt uns, lieber Herr, Daß wir nichts an⸗ dres suchen mehr. 8. Hilf leben uns nach deinem Wort, Und darauf gläubig fah⸗ ren fort Von hinnen aus dem Jammerthal Zu dir in deinen Himmelssaal. Nik. Selnecker, 1530— 1592. Eigene Melodie. 782 A bleib mit deiner 5 Gnade Bei uns, Herr Jesu Christ, Daß uns hin⸗ fort nicht schade Des bösen Fein⸗ des List. 2. Ach bleib mit deinem Worte Bei uns, Erlöser wert, Daß uns beid' hie und dorte Sei Güt' und Heil beschert. 3. Ach bleib mit deinem Glanze Bei uns, du wertes Licht, Dein Wahrheit uns umschanze, Damit wir irren nicht. 4. Ach bleib mit deinem Segen Bei uns du reicher Herr, Dein' Gnad' und all's Vermögen In uns reichlich vermehr. 5. Ach bleib mit deinem Schutze Bei uns, du starker Held. Daß uns der Feind nicht trutze, Noch fäll' die böse Welt. 6. Ach bleib mit deiner Treue bei uns, Mein Herr und Gott, Beständigkeit verleihe, Hilf uns aus aller Not. Josua Stegmann, 1588—1632. Eigene Melodie. 783 Erdelt uns, Herr, bei deinem Wort Und steure deiner Feinde Mord, Die Jesum Christum, deinen Sohn, Stürzen wollen von deinem Thron. 2. Beweis dein' Macht, Herr Jesu Christ, Der du Herr aller Herren bist: Beschirm dein arme Christenheit, Daß sie dich lob' in Ewigkeit. 3. Gott, heil'ger Geist, du Trö⸗ ster wert. Gieb Eintracht deinem Volk auf Erd'; Steh bei uns in der letzten Not, Leit uns ins Le⸗ ben aus dem Tod! Verleih uns Frieden gnädiglich, Herr Gott, zu unsern Zeiten, Es ist doch ja kein andrer nicht, Der für uns könnte streiten, Denn du, unser Gott, alleine. D. Martin Luther, 1483— 1546. Eigene Melodie. 7 ahre fort, fahre fort, 784. F Zion, fahre fort im Licht! Mache deinen Leuchter helle. Laß die erste Liebe nicht, Suche stets die Lebensquelle! Zion, dringe durch die enge Pfort'! Fahre fort, fahre fort! 2. Leide dich, leide dich, Zion, leide ohne Scheu Trübsal, Angst mit Spott und Hohne! Sei bis in den Tod getreu, Siehe auf die Lebenskrone! Zion, fühlest du der Di Stich, Leide dich, leide i Z. Folge nicht folge nicht, Zion, folge nicht der Welt, Wenn sie dich sucht groß zu machen, Achte nichts ihr Gut und Geld, Nichts ihr Dräuen, nichts ihr Lachen! Zion, wenn sie dir viel Lust ver⸗ spricht, Folge nicht, folge nicht! 4. Prüfe recht, prüfe recht, Zion, prüfe recht den Geist, Der dir ruft zu beiden Seiten! Thue nicht, was er dich heißt, Laß nur dei⸗ nen Stern dich leiten! Zion, das, was gut scheint oder schlecht, Prüfe recht, prüfe recht! 5. Dringe ein, dringe ein, Zion, dringe ein in Gott! Stärke dich mit Geist und Leben, Sei nicht wie die andern tot, Sei du gleich den grünen Reben! Zion, in die Kraft, statt in den Schein Dringe ein, dringe ein! 6. Brich herfür, brich herfür, Zion, brich herfür in Kraft! Weil die Bruderliebe brennet, Zeige, was der in dir schafft, Der als seine Braut dich kennet. Zion, durch die dir gegeb'ne Thür Brich her⸗ für. brich herfür! 40⁸ Kirche, Wort Gottes, Sakramente. 7. Halte aus, halte aus, Zion, halte deine Treu', Laß nicht lau und träg dich finden! Auf, das Kleinod rückt herbei! Auf, verlasse, was dahinten! Zion, in dem letzten Kampf und Strauß Halte aus, halte aus! Joh. Euseb. Schmidt, 1669— 1745. Mel. O on Etebe meiner. 785 Hen und Herg bereint * zusammen Sucht in Gottes Herzen Ruh'. Lasset eure Liebesflammen Lodern auf den Heiland zu! Er das Haupt, wir seine Glieder, Er das Licht und wir der Schein, Er der Mei⸗ ster, wir die Brüder, Er ist unser, wir sind sein! 2. Kommt, ach kommt, ihr Gottes⸗ kinder, Und erneuert euren Bund, Schwöret unserm Überwinder Lieb' und Treu' von Herzensgrund! Und wenn eurer Liebeskette Festigkeit und Stärke fehlt, O so flehet um die Wette, Bis sie Jesus wieder stählt! ö 3. Legt es unter euch, ihr Glie⸗ der, Auf so treues Lieben an, Daß ein jeder für die Bräder Auch das Leben lassen kann! So hat uns der Herr geliebet, So ver⸗ goß er dort sein Blut; Denkt doch, wie es ihn betrübet, Wenn ihr selbst euch Eintrag thut. 4. O du treuster Freund, ver⸗ eine Deine dir geweihte Schar, Daß sie es so herzlich meine, Wie's dein letzter Wille war Und daß, wie du eins mit ihnen, Also sie auch eines sein, Sich in wahrer Liebe dienen Und einander gern erfreun! 5. Friedefürst, laß deinen Frie⸗ den Stets in unsrer Mitte ruhn, Liebe, laß uns nie ermüden, Dei⸗ nen sel'gen Dienst zu thun! Denn wie kann die Last auf Erden Und des Glaubens Ritterschaft Besser uns versüßet werden, Als durch deiner Liebe Kraft? 6. Liebe!— hast du es geboten,. Daß man Liebe üben soll, O. so mache doch die toten, Trägen Gei⸗ ster lebensvoll; Zünde an die Liebesflamme, Daß ein jeder sehen kann: Wir, als die von einem Stamme, Stehen auch für einen Mann. 7. Laß uns so vereinigt wer⸗ den, Wie du mit dem Vater bist, Bis schon hier auf dieser Erden Kein getrenntes Glied mehr ist; Und allein von deinem Brennen Nehme unser Licht den Schein; Also wird die Welt erkennen, Daß wir deine Jünger sein. Nik. Ludw. Graf von Zinzendorf, 1200—1260. Mel. Dir, dir Jehova will ich. 786 Wach auf, du Geist der — ersten Zeugen, Der Wächter, die auf Zions Mauern stehn, Die Tag' und Nächte nim⸗ mer schweigen, Und die getrost dem Feind entgegen gehn, Ja deren Schall die ganze Welt durch⸗ dringt Und aller Völker Scharen zu dir bringt! 2. O daß dein Feuer bald ent⸗ brennte, O möcht' es doch in alle Lande gehn, Ach Herr, gieb doch in deine Ernte Viel Knechte, die in treuer Arbeit stehn! O Herr der Ernte, siehe doch darein: Die Ernt' ist groß, der Knechte Zahl ist klein. 3. Dein Sohn hat ja mit kla⸗ ren Worten Uns diese Bitte in den Mund gelegt. O siehe, wie an allen Orten Sich deiner Kinder Herz und Sinn bewegt, Dich herzin⸗ brünstig darum anzuflehn, Drum hör, o Herr, und sprich: Es soll geschehn. 4. Herr, gieb dein Wort mit großen Scharen, Laß sie mit Kraft Evangelisten sein! Laß eilend Hilf' uns widerfahren Und brich in Satans Reich mit Macht hinein. O breite, Herr, auf weitem Erden⸗ kreis Dein Reich bald aus zu dei⸗ nes Namens Preis! 5. Ach daß die Hilf' aus Zion käme, O daß dein Geist, so wie —* IXXIISZNININEINRNRNRNRNRNNNEEE + ö 2 7 8 — yVS‚“ Kirche, Wort Gottes, Sakramente. 409 dein Wort verspricht, Dein Volk aus dem Gefängnis nähme; würd' es doch nur bald vor Abend licht! Ach reiß, o Herr, den Him⸗ mel bald entzwei Und komm herab zur Hilf' und mach uns frei! 6. Ach laß dein Wort recht schnelle laufen! Es sei kein Ort ohn' dessen Glanz und Schein, Ach führe bald dadurch mit Haufen Der Heiden Füll zu allen Thoren ein; Ja wecke doch auch Israel bald auf, Und also segne deines Wortes Lauf! 7. O bessire Zions wüste Stege, Und was dein Wort im Laufe hin⸗ dern kann, Das räume bald aus jedem Wege! Vertilg, o Herr, den falschen Glaubenswahn, Von Miet⸗ lingen mach deine Kirche frei, Daß Kirch' und Schul' ein Garten Got⸗ tes seil 8. Du wirst dein herrlich Wort vollenden, Der du der Welten Heil und Richter bist; Du wirst der Menschheit Jammer wenden, So dunkel jetzt dein Weg, o Heil'ger, ist. Drum hört der Glaub' nie auf, zu dir zu flehn, Du thust doch über Bitten und Verstehn! Rarl H. von Bogatzky/ 1690—17²4. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt. 787 cch bin getauft auf * N deinen Namen, Gott Vater, Sohn und heil'ger Geist! Ich bin gezählt zu deinem Samen, Zum Volk, das dir geheiligt heißt. Ich bin in Christum eingesenkt, Ich bin mit seinem Geist beschenkt. 2. Du hast zu deinem Kind und Erben, Mein lieber Vater, mich erklärt; Du hast die Frucht von deinem Sterben, Mein treuer Heiland, mir gewährt; Du willst in aller Not und Pein, O guter Geist, mein Tröster sein. 3. Doch hab ich dir auch Furcht und Liebe, Treu' und Gehorsam zugesagt; Ich hab', o Herr, aus reinem Triebe, Dein Eigentum zu sein gewagt. Hingegen sagt' ich bis ins Grab Des Satans schnö⸗ den Werken ab. 4. Mein treuer Gott, auf deiner Seite Bleibt dieser Bund wohl feste stehn; Wenn aber ich ihn überschreite, So laß mich nicht verloren gehn. Nimm mich, dein Kind, zu Gnaden an, Wenn ich hab' einen Fall gethan. 5. Ich gebe dir, mein Gott, aufs neue Leib, Seel' und Herz zum Opfer hin; Erwecke mich zu neuer Treue Und nimm Besitz von mei⸗ nem Sinn. Es ser in mir kein Tropfen Blut, Der nicht, Herr, deinen Willen thut. 6. Laß meinen Vorsatz nimmer wanken, Gott Vater, Sohn und heilger Geist, Halt mich in deines Bundes Schranken, Bis mich dein Wille sterben heißt. So leb' ich dir, so sterb ich dir, So lob' ich dich dort für und für. Joh. Jat. Rambach, 1693—1735. Mel. Es ist das Heil uns. 788 H²³ im Gedächtnis 2 Jesum Christ, O Mensch, der auf die Erden Vom Himmelsthron gekommen ist, Dein Bruder hier zu werden. Vergiß nicht, daß er dir zu gut Hat an⸗ genommen Fleisch und Blut; Dank ihm für diese Liebe. 2. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, Der für dich hat gelitten, Ja gar am Kreuz gestorben ist, Und hat dadurch bestritten Welt, Sünde, Teufel, Höll' und Tod Und dich erlöst aus aller Not; Dank ihm für diese Liebe. 3. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, Der auch am dritten Tage Siegreich vom Tod erstanden ist Befreit von Not und Plage. Be; denke, daß er Fried' gemacht Und dir das Leben wiederbracht; Dank ihm für diese Liebe. 4. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, Der nach den Leidenszeiten Gen Himmel aufgefahren ist, Die Stätt dir zu bereiten. Da du sollst bleiben allezeit Und sehen seine Herr lichkeit; Dank ihm für diese Liebe. 5. Halt im Gedächtnis Jesum 410 Kirche, Wort Gottes, Sakramente. Christ, Der einst wird wieder⸗ kommen, Und sich, was tot und lebend ist, Zu richten vorgenom⸗ men. O sorge, daß du da bestehst, 415 175 ihm 1 40 5 danr ein⸗ ehst, m ewiglich zu danken. 6. Gieb, Jesu, gieb, daß ich dich kann Mit wahrem Glauben fassen, Und nie, was du an mir gethan, Mög' aus dem Herzen lassen, Daß dessen ich in aller Not Mich trösten mög' und durch den Tod Zu dir ins Leben dringen. Cyrriacus Günther, 1650—1704. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 789 Komm; mein Herz, — in Jesu Leiden, Strömt auch dir ein Quell der Freuden! Stille hier dein sehnlich Dürsten An dem Mahl des Lebens⸗ fürsten. Daß ich einen Heiland habe, Mich in seinem Heile labe Und in sein Verdienst mich kleide, Das ist meines Herzens Freude. 2. Zwar hab' ich ihn alle Tage, Wenn ich nach ihm Sehnsucht trage; Er ist auf der Himmels⸗ reise Täglich meine Seelenspeise. Daß ich einen Heiland habe, Bleibt mein Alles bis zum Grabe, Und ich mag nichts andres wissen, Als sein Leiden zu genießen. 3. Aber ich will mit Verlangen Auch sein Abendmahl empfangen. Hier schenkt er sich ganz zu eigen, Nimmer will ich's nun verschweigen, Daß ich einen Heiland habe, Der am Kreuz und in dem Grabe, Wie sein Wort mir sagt und schreibet, Mein Erlöser war und bleibet. 4. Ach wie werd' ich oft so müde! Wie entweicht der süße Friede! Sünd' und Welt kann mich ver⸗ wunden, Wenn mir dieses Licht verschwunden, Daß ich einen Hei⸗ land habe, Der mit seinem Hirten⸗ stabe Sanft und mild und voll Vergeben Mir nichts ist als Heil und Leben. 5. O ich Armer, ich Verlor'ner, Ich in Sünden schon Gebor ner! Was wollt' ich vom Troste wissen, Wäre dies mir weggerissen, Daß ich einen Heiland habe, Dessen Blut mich Sünder labe! Besser wär' es, nie geboren, Als dies teure Wort verloren. 6. Sei gesegnet, ew'ge Liebe, Daß du mir aus treuem Triebe, Da das Mißtrau'n mich vergiftet, Solch ein Denkmal selbst gestiftet: Daß ich einen Heiland habe, Der den Gang zum Kreuz und Grabe, Ja den Schritt in Todes Rachen Gern gethan, mich los zu machen. 7. Heil' ges Brot, sei mir gesegnet, Weil mir der in dir begegnet, Der mit seinen Todeswunden Die Er⸗ lösung mir erfunden! Daß icheinen Heiland habe, Der erblaßt und tot im Grabe Auch für meine Schuldge⸗ legen, Will ich schmecken und er⸗ wägen. 8. Heilger Kelch, sei mir ge⸗ segnet, Weil mir der mit dir be⸗ gegnet, Dessen Blut mich lässet finden Die Vergebung aller Sün⸗ den! Daß ich einen Heiland habe, Der die arme Seele labe, Muß nicht dies mein Dürsten stillen Und mein Herz mit Wonne füllen? 9. Er gebietet mir zu essen, Meines Jammers zu vergessen, Er gebietet mir zu trinken. Und in Freude zu versinken, Daß ich einen Heiland habe, Der sich selbst zur Opfergabe, Ja zur Nahrung und zum Leben Mir aus freier Huld gegeben. 10. Gott, was brauch' ich mehr zu wissen, Ja was will ich mehr genießen? Wer kann nun mein Heil ermessen? Werd' ich das nur nie vergessen, Daß ich einen Hei⸗ land habe! Ich bin frei von Tod und Grabe. Wenn mich Sünd' und Hölle schrecken, So wird mich mein Heiland decken. Will hinfort mich etwas quälen, Oder wird mir etwas fehlen, Oder wird die Kraft zer⸗ rinnen, So will ich mich nur be⸗ sinnen, Daß ich einen Heiland habe, Der vom Kripplein bis zum Grabe. Bis zum Thron, wo man ꝓXIXIAIII einen nd tot üldge⸗ ud er⸗· rung freier mehr mehr mein nur Hei; Tod ünd' mich was was zer⸗ be⸗ land zum man Kirche, Wort Gottes, Sakramente. ihn ehret, Mir, dem Sünder, zu⸗ gehöret. Ernst G.Woltersdorf, 1725— I76I. Eigene Melodie. 790. chmücke dich, o liebe dunkle Sündenhöhle, S Seele, Laß die Komm ans helle Licht gegangen, Fange herr⸗ lich an zu prangen! Denn der Herr voll Heil und Gnaden Will dich jetzt zu Gaste laden; Der den Himmel kann verwalten, Will jetzt Eil, wie in dir halten. 2. Eil, wie Gottverlobte pflegen, Deinem Bräutigam entgegen, Der mit süßen Gnadenworten Klopft an deines Herzens Pforten. Säume nicht, ihm aufzuschließen, Wirf dich hin zu seinen Füßen. Sprich: O Herr, laß dich umfassen. Von dir will ich nicht mehr lassen. 3. Mag ein köstlich Gut auf Erden Sonst um Geld erkaufet werden, Du, o Herr, für deine Ga⸗ ben Willst nicht Erdenschätze ha⸗ ben, Und in allen Bergesgründen Könnt' ich ja kein Kleinod finden, Daß ich bei dem heil'gen Mahle, derr dein Manna dir bezahle. 4. Ach wie hungert mein Gemüte, Menschenfreund, nach deiner Güte! Ach wie pfleg' ich oft mit Thränen Mich nach dieser Kost zu sehnen! Ach wie pfleget mich zu dürsten nach dem Trank des Lebensfürsten, 411 Daß in diesem Brot und Weine Christus sich mit mir vereine! 5. Beides, Wonne und auch Bangen Fühl' ich jetzt mein Herz umfangen. Das Geheimnis dieser Speise Und die unerforschte Weise Macht, daß ich voll Staunen merke, Herr, die Größe deiner Werke. Ist auch wohl ein Mensch zu finden, Der dein' Allmacht kann ergründen 2 6. Jesu, meines Lebens Sonne, Jesu, meine Freud' und Wonne, Jesu, du mein ganz Beginnen, Lebensquell und Licht der Sinnen! Hier fall' ich zu deinen Füßen: Laß mich würdiglich genießen Dieser deiner Himmelsspeise, Mir zum Heil und dir zum Preise. 7. Herr, es hat dein treues Lieben Dich vom Himmel hergetrieben, Daß du willig hast dein Leben, In den Tod für uns gegeben, Und dazu ganz unverdrossen, Herr, dein Blut für uns vergossen, Das uns jetzt kann kräftig tränken, Deiner Liebe zu gedenken. 8. Jesu, wahres Brot des Le⸗ bens! Hilf, daß ich doch nicht ver⸗ gebens Oder mir vielleicht zum Schaden Sei zu deinem Tisch ge⸗ laden! Laß mich durch dies Seelen⸗ essen Deine Liebe recht ermessen, Daß ich auch, wie jetzt auf Erden Mög' dein Gast im Himmel werden. Joh. Franck, 16181677. V. Christliches Leben. Buße. Eigene Melodie. 791 A- Gott und Herr, +* wie groß und schwer Sind mein' begang'ne Sünden! Da ist niemand, Der helfen kann, In dieser Welt zu finden. 2. Lief' ich gleich weit Zu solcher geit Bis an der Erden Enden Und wollt' los sein Des Elends mein, Würd' ich es doch nicht wenden. 3. Zu dir flieh ich. Verstoß mich nicht, Wie ich's wohl hab ver⸗ dienet! Ach, geh doch nicht, Gott, ins Gericht: Dein Sohn hat uns versühnet. 4. Soll's ja so sein, Daß Straf und Pein Auf Sünde folgen müssen, So fahre fort, Nur schone dort, Laß mich nicht ewig büßen. 5. Gieb auch Geduld, Vergiß der Schuld, Schaff ein gehorsam Herze. Daß ich mein Heil, Mein 412 bestes Teil, Durch Murren nicht verscherze. 1 6. Verfahr mit mir, Wie's dün⸗ ket dir, Ich will es gerne leiden. Nur wollst du mich Nicht ewiglich Von deiner Liebe scheiden. Mart. Rutilius, 1550—1618. Eigene Melodie. (Herr Jesu Christ, ich weiß gar wohl.) 792 Herr Jesu Christ, du 2 höchstes Gut, Du Brunnquell aller Gnaden, Sieh doch, wie ich in meinem Mut Mit Schmerzen bin beladen Und in mir hab' der Pfeile viel, Die im Gewissen ohne Ziel Mich armen Sünder drücken. 2. Erbarm dich mein in solcher Last, Nimm sie von meinem Her⸗ zen, Dieweil du sie gebüßet hast Am Kreuz mit Todesschmerzen, Auf daß ich nicht vor großem Weh In meinen Sünden untergeh' Und ewiglich verzage. 3. Fürwahr, kommt alles mir zu Sinn, Was ich von je begangen, So fällt mir aller Mut dahin Und bin mit Furcht umfangen. Ja, ich weiß weder aus noch ein Und müßte ganz verloren sein. Wenn ich dein Wort nicht hätte. 4. Jedoch dein heilsam Wort, das macht Mit seinem süßen Klingen, Daß mir das Herze wieder lacht Und froh beginnt zu singen, Weil Gnade uns dein Wort verheißt Für die, die mit zerknirschtem Geist Zu dir, o Jesu, kommen. 5. So komm' ich jetzt zu dir all⸗ hie In meiner Not geschritten Und will dich mit gebeugtem Knie Von ganzem Herzen bitten: Ver⸗ zeihe mir doch gnädiglich, Was ich mein Lebtag wider dich Auf Erden hab' gesündigt. 6. Vergieb mir doch, o Herr, mein Gott, Um deines Namens willen! Du wollst in mir die große Not Der Übertretung stillen, Daß sich mein Herz zufrieden gebꝰ Und dir hinfort zu Ehren lebꝰ Mit kindlichem Gehorsam. Christliches Leben. 7. Stärk mich mit deines Geistes Mut, Heil mich durch deine Wun⸗ den, Wasch mich mit deiner Gnade Flut In meinen letzten Stunden Und führ mich einst, wenn dir? gefällt, Im rechten Glauben aus der Welt Zu deinen Auser⸗ wählten. Barth. Ringwald, 1530-1598. Mel. Aus tiefer Not schrei' ich zu dir. 793 Och will von meiner 9— V Missethat Zum Herren mich bekehren; Du wollest selbst mir Hilf' und Rat Hierzu, o Gott, bescheren. Und deines guten Geistes Kraft, Der neue Herzen in uns schafft, Aus Gna⸗ den mir gewähren. 2. Der Mensch kann von Natur doch nicht Sein Elend recht em⸗ pfinden, Bleibt ohne deines Gei⸗ stes Licht Blind, taub und tot in Sünden; Verkehrt ist Herz, Ver⸗ stand und Thun; Des großen Jammers komm mich nun, O Vater, zu entbinden. 3. Herr, klopf in Gnaden bei mir an Und führ mir wohl zu Sinnen, Was Böses ich vor dir gethan; Du kannst mein Herz gewinnen, Daß ich, aus Kummer und Beschwer, Lass' über meine Wangen her Viel heiße Thränen rinnen. H. Hast auch in Christo mich er⸗ wählt Tief aus der Höllen Flu⸗ ten, Daß niemals mir es hat ge⸗ fehlt An irgend einem Guten; Und daß ich ja dein eigen sei, Hast du mich auch aus großer Treu' Gestäupt mit Vaterruten. H. Bisher hab' ich in Sicherheit Fein unbesorgt geschlafen, Gesagt, es hat noch lange Zeit, Gott pflegt nicht bald zu strafen; Er fähret nicht mit unsrer Schuld So strenge fort, es hat Geduld Der Hirte mit den Schafen. 6. Dies alles jetzt zugleich er wacht, Mein Herz will mir zer. springen, Ich sehe deines Donners Macht Und Feuer auf mich drin⸗ — 2.7 74 3* DEISIIIIIIIEEIENRNNENRNIEAIAEAAE Geistes e Wun⸗ r Gnade Stunden n dirs ben aus Auser⸗ 1598. sh zu dir. meiner Zum wollest Hierzu. deines r neue — Christliches Leben. 413 gen. Es regt sich wider mich zu. Christi teures Blut, Daß ich nicht leich Des Satans und der Hölle mehr darf fürchten Der Höllen Reich, Die wollen mich verschlingen. Qual und Glut. 7. Herr Jesu, nimm mich bei 4. Drum sag' ich dir von Her ⸗ dir ein, Ich flieh' zu deinen Wun⸗ zen, Jetzt und mein Leben lang, den, Die du, o Heiland, wegen Für deine Pein und Schmerzen, mein Am Kreuze hast empfunden. O Jesu, Lob und Dank, Für deine Als unter aller Sünden Müh' Not und Angstgeschrei, Für dein Dir, o du Gotteslamm, ward hie unschuldig Sterben, Für deine Zu 520 aufgebunden. Lieb' und Treu'. 8. Wollst mich durch deines To⸗ 5. Herr, laß dein bittres Leiden des Pein Und durch dein heilig Mich reizen für und für, Mit Leiden, Von allen meinen Sünden allem Ernst zu meiden Die sünd⸗ rein, In deine Unschuld kleiden. liche Begier, Daß mir nie komme Von wegen deines Kreuzes Last aus dem Sinn, Wie viel es dich Erquick, was du zermalmet hast, gekostet, Daß ich erlöset bin. Mit deines Trostes Freuden. 6. Mein Kreuz und meine Pla⸗ 9. So angethan will ich mich gen. Sollt's auch sein Schmach hin Vor deinen Vater machen. und Spott, Hilf mir geduldig tra⸗ Ich weiß er lenket seinen Sinn gen. Gieb, o mein Herr und Gott, Und schaffet Rat mir Schwachen. Daß ich verleugne diese Welt Und Er weiß, was Fleischeslust und folge dem Exempel, Das du mir Welt Und Satan uns für Netze vorgestellt. stellt, Die uns zu stürzen wachen. 7. Laß mich an andern üben 10. Wie werd' ich mich mein Was du an mir gethan, Und Leben lang Vor solcher Plage meinen Nächsten lieben, Gern dienen scheuen, Durch deines guten Geistes jedermann, Ohn' Eigennutz und Drang, Den du mir wollst ver⸗ Heuchelschein, Und, wie du mir leihen, Daß er von aller Sünden erwiesen, Aus reiner Lieb allein. List, Und dem, was dir zuwider 8. Laß endlich deine Wunden, ist, Helf' ewig mich befreien. Mich trösten kräftiglich In meinen Luise Henriette, Rurfürstin von letzten Stunden, Und des versichern Brandenburg, 162—1662. mich, Weil ich auf dein Verdienst nur trau', Du werdest mich an⸗ Eigene Melodie. Sand nehmen, Daß ich dich ewig schau'. enn meine Sünd'.— 794. 95 1— 8 1 10 Justus Gesenius, 1601—1673. mein Herr Jesu Christ, o la mich 3 Pst, Ui anle du ge⸗ Eigene Melodie. storben bist, nd alle meine enn wir in höchsten Schuldenlar;mst Am Stamm des 795. Wẽ Nöten sein Und heil'gen Kreuzes Auf dich genom⸗ wissen weder aus noch ein, Und men hast. finden weder Hilf' noch Rat, Ob⸗ 2. O Wunder ohne Maßen, Wer gleich wir sorgen früh und spat, es betrachtet recht,— Es hat sich 2. So ist das unser Trost allein, martern lassen Der Herr für seine Daß wir zusammen insgemein Knecht'! Selbst seinen eignen Sohn Dich rufen an, o treuer Gott, Um hat Gott Für mich verlor'nen Rettung aus der Angst und Not. Menschen Gegeben in den Tod. 3. Und heben unser Aug' und 3. Was kann mir denn nun Herz Zu dir in wahrer Reu' und schaden Der Sünden große Zahl? Schmerz, Und flehen um Be · Ich bin bei Gott in Gnaden. Die gnadigung Und aller Strafen Schuld ist allzumal Bezahlt durch Linderung, 414 Christliches Leben. 4. Die du verheißest gnädiglich All denen, die drum bitten dich. Wir flehn im Namen Jesu Christ', Der unser Heil und Fürsprach' ist. 5. Drum kommen wir, Herr, unser Gott Und klagen dir all' unsre Not Weil wir jetzt stehn verlassen gar In großer Trübsal und Gefahr. 6. Sieh nicht an unsre Sünden groß, Sprich uns davon in Gna⸗ den los: Steh uns in unserm Elend bei Mach uns von allen Plagen frei, 7. Auf daß von Herzen wir dafür Hernach mit Freuden danken dir, Gehorsam seien nach deinem Wort, Dich allzeit preisen hier und dort. Daul Eber, 1511-1569. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt. 796 Wit liegen hier zu deinen Füßen, Ach err von großer Güt' und Treu', nd fühlen leider im Gewissen, Wie sehr dein Zorn entbrennet sei. Das Maß der Sünden ist erfüllt: Ach weh' uns, wenn du strafen willt! 2. Doch, Vater, denk an deinen Namen, Gedenk an deinen lieben Sohn! Dein Wort heißt immer Ja und Amen, Dein Eidschwur zeuget selbst davon. Du willst der Sünder Tod ja nicht; Ach geh nicht mit uns ins Gericht! 3. Wir liegen vor dir in dem Staube, Und unser Herz ist ganz zerknirscht, Nur tröstet uns allein der Glaube, Daß du dich noch er⸗ barmen wirst. Ja, du hast noch ein Vaterherz. Drum sieh doch jetzt auf unsern Schmerz, 4. Das teure Blut von deinem Sohne Schreit für uns um Barm⸗ herzigkeit. Schau doch von deinem Gnadenthrone Und denke noch der alten Zeit, Da du auch Gnade hast erzeigt. Dein Herz dem Sünder zugeneigt. 5. Ach laß die wohlverdiente Strafe Nicht über unsre Häupter gehn, Daß wir nicht als verlorne Schafe Von deiner Hut verlassen stehn. Ach sammle uns in deinem Schoß Und mach uns aller Pla. gen los. 6. Gieb Fried im Land und im Gewissen, Gesunde Luft, wohl. feile Zeit, Laß Lieb' und Treu' sich stetig küssen, Und fördre die Gerechtigkeit. Krön unser Feld mit deinem Gut, Nimm Kirch' und Haus in deine Hut. 7. So wollen wir dir Opfer bringen Und deine sein mit Leib und Seel'. Es soll dein Lob gen Himmel dringen, Und dein erlöstes Israel Stimm' in die Lieder Zions ein: Der Herr soll mein Gott ewig sein! Benj. Schmolck, 1622—1'se. Glaube und Heiligung. Mel. Ach was soll ich Sünder machen. 797 Au, ihr Streiter, durch — gedrungen, Auf und folgt dem Heiland nach, Der durch Marter, Hohn und Schmach Sich auf Zions Burg geschwungen! Nach!— das Haupt hat schon ge⸗ lieat Weh' dem Glied, das müßig iegt! 2. Fort, nur nach mit Wachen, Beten! Fort!— was seid ihr so verzagt? Christus hat den Sieg erjagt Und der Schlange Kopf zer⸗ treten. Rufet laut im Siegeston: „Schwert des Herrn und Gideon!“ 3. Kein Erlöster müsse sprechen: Ich bin elend, arm und schwach, Und durch so viel Ungemach Kann kein armer Sünder brechen, Denn der Herr ist's, der uns heilt, Und den Schwachen Kraft erteilt. 4. Sind wir schwach— bei ihm ist Stärke; Sind wir arm— der Herr ist reich. Wer ist unserm König gleich? Unser Gott thut Wunder⸗ werke. Sagt, ob der nicht helfen kann, Dem der Himmel unterthan. 5. Niemand kann zu Salem thronen, Der nicht recht mit Jesu kämpft Und des Fleisches Nüste perlorne dämpft, Weil wir noch im Fleische wohnen. Nurch durch Ringen, Kampf und Streit Kommet man zur Sicherheit. 6. Nun so wachet, kämpfet, rin⸗ get, Streitet mit Gebet und Flehn, Bis wir auf der Höhe stehn, Wo das Lamm die Fahne schwinget. Ist der Erde Werk gethan, Geht des Himmels Sabbath an. Joh. Jak. Rambach, 1695 1755. Eigene Melodie. 798 Allein zu dir, Herr * Jesu Christ, Mein' Hoffnung steht auf Erden, Ich weiß, daß du mein Tröster bist, Kein Trost mag mir sonst werden. Von Anbeginn ist nichts erkor'n, Auf Erden ist kein Mensch gebor'n, Der mir aus Nöten helfen kann, ch ruf dich an, Du bist allein der rechte Mann. 2. Mein' Sünd' ist schwer und übergroß Und reuet mich von Herzen, Derselben mach mich frei und los Durch deinen Tod und Schmerzen, Und zeig mich deinem Vater an, Daß du genug für mich gethan, So werd' ich los der Sündenlast: Herr, halt mir fest, Wes du dich mir versprochen hast. 3. Gieb mir nach dein'r Barm⸗ herzigkeit Den wahren Christen⸗ glauben, Auf daß ich deine Süßig⸗ keit Mög' inniglich anschauen, Vor allen Dingen lieben dich Und meinen Nächsten gleich als mich; Am letzten End' dein' Hilf' mir send, Damit behend Des Teufels List sich von mir wend'. 4. Ehr' sei Gott in dem höchsten Thron, Dem Vater aller Güte, Und Christo, seinem lieben Sohn, Der uns allzeit behüte. Und Gott dem heil'gen Geiste, Der uns sein' Hilf' allzeit leiste, Damit wir ihm gefällig sein, Hier in der Zeit Und einst auch in der Ewigkeit. Joh. Schnesing, 1 1562. Christliche 8 Leben. 415 Eigene Melodie. 799 Eins ist not, ach Herr, 3 dies eine Lehre mich erkennen doch! Alles andre, wie's auch scheine, Ist ja nur ein schweres Joch, Darunter das Herze sich naget und plaget, Und dennoch kein wahres Vergnügen erjaget. Erlang' ich dies eine, das alles er⸗ setzt, So werd' ich mit einem in allem ergötzt. 2. Seele, willst du dieses finden, Such's bei keiner Kreatur, Laß, was irdisch ist, dahinten, Schwing dich über die Natur, Wo Gott und die Menschheit in einem ver⸗ einet, Und alle vollkommene Fülle erscheinet. Da, da ist das beste, notwendige Teil, Mein Ein und mein Alles, mein seliges Heil. 3. Wie dies eine zu genießen Sich Maria dort befliß. Als sie sich zu Jesu Füßen Voller Andacht niederließ; Das Herz ihr entbrannte, nur einzig zu hören, Was Jesus, ihr Heiland, sie wollte belehren; Ihr Alles war gänzlich in Jesum versenkt, Und wurde ihr alles in einem geschenkt. 4. Also ist auch mein Verlangen, Liebster Jesu, nur nach dir. Laß mich treulich an dir hangen, Schenke dich zu eigen mir. Ob viel' auch umkehren zum größesten Haufen, So will ich dir dennoch in Liebe nachlaufen. Denn dein Wort, o Jesu, ist Leben und Geist. Was ist wohl, das man nicht in Jesu geneußt? 5. Aller Weisheit höchste Fülle In dir ja verborgen liegt; Gieb nur, daß sich auch mein Wille Fein in solche Schranken fügt, Darinnen die Demut und Einfalt regieret Und mich zu der Weisheit, die himmlisch ist, führet. Ach wenn ich nur Jesum recht kenne und weiß, So hab' ich der Weisheit vollkom⸗ menen Preis. 6. Nichts kann ich vor Gott ja brin gen, Als nur dich mein höch⸗ stes Gut; Jesu, es muß mir ge⸗ lingen Durch dein heil'ges, teures 416 Christliches Leben. Blut. Die höchste Gerechtigkeit ist mir erworben, du bist am Stamme des Kreuzes gestorben, Die Kleider des Heils ich da habe erlangt, Worinnen mein Glaube in Ewigkeit prangt. 7. Nun so gieb, daß meine Seele Auch nach deinem Bild erwacht, Du bist ja, den ich erwähle, Mir zur Heiligung gemacht. Was dienet zum göttlichen Wandel und Leben, Ist in dir, mein Heiland, mir alles gegeben; Entreiße mich aller ver⸗ gänglichen Lust, Dein Leben sei, Jesu, mir einzig bewußt. 8. Ja, was soll ich mehr ver⸗ langen? Auf mich strömt die Gna⸗ denflut; Du bist einmal eingegan⸗ gen In das Heil'ge durch dein Blut. Da hast du die ew'ge Er⸗ lösung erfunden, Daß ich nun der Dan Lin der Hölle entbunden; Dein Eingang die völlige Freiheit mir bringt, Im kindlichen Geiste das Abba nun klingt. 9. Drum auch, Jesu, du alleine Sollst mein Ein und Alles sein; Prüf, erfahre, wie ich's meine, Tilge allen Heuchelschein. Sieh, ob ich auf bösem, betrüglichem Stege, Und leite mich, Höchster, auf ewigem Wege; Gieb, daß ich nur alles hier achte für Spott, Und Jesum ge⸗ winne; dies eine ist not. Joh. Heinr. Schröder, 1666—1699. Eigene Melodie. 800 err Jesu, Gnaden⸗ sonne, Wahrhaft'⸗ ges Lebenslicht! Laß Leben, Licht und Wonne Mein blödes Ange⸗ sicht Nach deiner Gnad' erfreuen, Und meinen Geist erneuen. Mein Gott, versag mir's nicht! 2. Vergieb mir meine Sünden Und wirf sie hinter dich, Laß allen Zorn verschwinden Und hilf mir gnädiglich, Laß deine Friedensga⸗ ben Mein armes Herze laben, Ach Herr, erhöre mich! 3. Vertreib aus meiner Seelen Den alten Adamssinn, Und laß mich dich erwählen, Auf daß ich mich forthin Zu deinem Dienst er⸗ gebe Und dir zu Ehren lebe, Weil ich erlöset bin. 4. Befördre dein' Erkenntnis In mir, mein Seelenhort! Und öffne mein Verständnis Durch dein heilsames Wort, Damit ich an dich gläube Und in der Wahrheit bleibe Zu Trutz der Höllenpfort'. 5. Ach zünde deine Liebe In meiner Seele an, Daß ich aus innerm Triebe Dich ewig lieben kann, Und dir zum Wohlgefallen Beständig möge wallen Auf rech⸗ ter Lebensbahn. 6. Nun Herr, verleih mir Stärke, Verleih mir Kraft und Mut! Denn das sind Gnadenwerke, Die dein Geist schafft und thut; Hingegen meine Sinnen, Mein Lassen und Beginnen Sind böse und nicht gut. 7. Darum, du Gott der Gnaden, Du Vater aller Treu'; Wend allen Seelenschaden Und mach mich täg⸗ lich neu; Gieb, daß ich deinen Willen Stets suche zu erfüllen, Und steh mir kräftig bei! Cudw. Andr. Gotter, 1661—I755. Eigene Melodie. erzlich lieb hab' i 801. H dich, o Herr, 30 bitt', wollst sein von mir nicht fern Mit deiner Hilf' und Gnaden. Die ganze Welt erfreut mich nicht, Nach Erd' und Himmel frag' ich nicht, Wenn ich nur dich kann haben; Und wenn mir gleich mein Her zerbricht,. So bist du doch mein Zuversicht, Mein Teil und meines Herzens Trost, Der mich durch sein Blut hat erlöst. Herr Jesu Christ, mein Gott und Herr! Mein Gott und Herr! In Schanden laß mich nimmermehr! 2. Es ist ja dein Geschenk und Gab' Mein Leib und Seel' und was ich hab' In diesem armen Leben; Damit ich's brauch' zum Lobe dein, Zum Nutz und Dienst des Nächsten mein, Wollst mir dein' Gnade geben. Behüt mich, Herr, vor falscher Lehr', Des Sa⸗ . st er⸗ Weil intnis Und — u di bleibe In H aus lieben fallen rech tärke, Denn dein gegen und t gut. aden, allen einen llen, 1235. Christliches Leben. 41⁷ tans Mord und Lügen wehr. In Denn ihr Licht ist viel zu klein allem Kreuz erhalte mich, Auf daß Gegen jenen Glanz und Schein. ich's trag geduldiglich. Herr Jesu 6. Himmelan wird mich der Tod Christ, mein Herr und Gott! Mein In die rechte Heimat führen, Da Herr und Gott! Tröst mir mein' ich über alle Not Ewig werde tri⸗ Seel' in Todesnot! umphieren! Jesus geht mir selbst 3. Ach Herr, laß deine Engelein voran, Daß ich freudig folgen kann. Am letzten End' die Seele mein 7. Himmelan, ach himmelan! In Abrahams Schoß tragen, Den Das soll meine Losung bleiben. Leib in seinem Kämmerlein Gar Ich will allen eitlen Wahn Durch sanft ohn' eig ne Qual und Pein die Himmelslust vertreiben; Him⸗ Ruhn bis am jüngsten Tage! Als. melan steht mir mein Sinn Bis dann 900 n f hen 5ich 271 aller ich in dem Himmel bin. meine Augen sehen di n aller— Freud', o Gottes Sohn! Mein ir Heiland und mein Gnadenthron! err Jesu Christ! Erhöre mich! Mel. O das ich tausend Zungen hätte. rhöre mich! Ich will dich preisen 803 Qch habe nun den ewiglich. 5 V 1 ewi halt:. e — er meinen Anker ewig hält; 0 Martin Schalling, 1532— 1608. uders ae n Wen ag er vor der Zeit der Welt, Der Mel. Jesus, meine Zuversicht. Grund, der unbeweglich steht, Wenn 802 Heahn, geht unsre Erd' und Himmel untergeht. * Bahn, Wir sind 2. Es ist das ewige Erbarmen, Gäste nur auf Erden, Bis wir hin Das alles Denken übersteigt; Es nach Kanaan Ducch die Wüste sind die offnen Liebesarme Des, kommen werden; Hier ist unser der sich zu dem Sünder neigt, Dem Pilgrimsstand, Droben unser Va- allemal das Herze bricht, Wir terland. kommen oder kommen nicht. 2. Himmelan schwing dich mein 3. Wir sollen nicht verloren wer⸗ Geist; Denn du bist ein himmlisch den, Gott will, uns soll geholfen Wesen Und kannst das, was irdisch sein, Deswegen kam der Sohn auf heißt, Nicht zu deinem Werk er⸗ Erden Und nahm hernach den lesen; Ein von Gott erleucht'ter Himmel ein; Deswegen klopft er Sinn Kehr' zu seinem Ursprung für und für So stark an unsre hin. Herzensthür. 3. Himmelan! ruft er mir zu, 4. O Abgrund, welcher alle Sün⸗ Wenn ich ihn im Worte höre; Das den Durch Christi Tod verschlungen weist mir den Ort der Ruh', Wo hat! Das heißt die Wunde recht ich einmal hingehöre; Wenn mich verbinden, Da findet kein Verdam⸗ dieses Wort bewahrt, Halt' ich eine men statt, Weil Christi Blut be⸗ Himmelfahrt. ständig schreit: Barmherzigkeit, 4. Himmelan denk' ich allzeit, Barmherzigkeit! Wenn er mir die Tafel decket, Und 5. Darein will ich mich gläubig mein Geist hier allbereit Eine Kraft senken, Dem will ich mich getrost des Himmels schmecket; Nach der vertraun Und, wenn mich meine Kost im Jammerthal Folgt des Sünden kränken,. Nur bald nach Lammes Hochzeitsmahl. Gottes Herzen schaun; Da findet 5. Himmelan! Mein Glaube sich zu aller Zeit Unendliche Barm⸗ zeigt Mir das schöne Los von ferne. herzigkeit! Daß mein Herz schon aufwärts steigt 6. Bei diesem Grunde will ich ÜAber Sonne, Mond und Sterne; bleiben, So lange mich die Erde Dd 418 trägt. Das will ich denken, thun und treiben, So lange sich ein Glied bewegt. So sing' ich einst auch nach der Zeit“ O Abgrund der Barmherzigkeit! Joh. Andr. Rothe, 1688—1758. Mel. Valet will ich dir geben. 804 cch weiß, an wen ich — V glaube, Ich weiß, was fest besteht, Wenn alles hier im Staube Wie Staub und Rauch verweht; Ich weiß, was ewig bleibet, Wo alles wankt und fällt, Wo Wahn die Weisen treibet Und Trug die Klugen hält. 2. Ich weiß, was ewig dauert, Ich weiß, was nie verläßt; Auf ew'gem Grund gemauert Steht diese Schutzwehr fest. Es sind des Heilands Worte, Die Worte fest und klar; An diesem Felsenhorte Halt' ich unwandelbar. 3. Auch kenn' ich wohl den Meister, Der mir die Feste baut; Es ist der Herr der Geister, Auf den der Himmel schaut, Vor dem die Seraphinen Anbetend nieder⸗ knien, Um den die Heil' gen dienen, — Ich weiß. ich kenne ihn. 4. Das ist das Licht der Höhe, Das ist mein Jesus Christ, Der Fels auf dem ich stehe, Der diamanten ist, Der nimmermehr kann wanken, Mein Heiland und mein Hort,— Die Leuchte der Gedanken, Die leuchtet hier und dort. 5. Er, den man blutbedecket Am Abend einst begrub, Er, der von Gott erwecket Sich aus dem Grab erhub, Der meine Schuld versöhnet, Der seinen Geist mir schenkt, Der mich mit Gnade krönet Und ewig mein gedenkt. 6. Drum weiß ich, was ich glaube, Ich weiß, was sest besteht Und in dem Erdenstaube Nicht mit als Staub verweht. Es bleibet mir im Grauen Des Todes unge⸗ raubt, Es schmückt auf Himmels⸗ auen Mit Kronen einst mein Haupt. Ernst Moritz Arndt, 1769-1860. Christliches Leben. Eigene Melodte. 2* Ich will dich lieben, 805. meine Stärke, Ich will dich lieben, meine Zier, Ich will dich lieben mit dem Werke Und immerwährender Begier, Ich will dich lieben, schönstes Licht, Bis mir das Herze bricht. 2. Ich will dich lieben, o mein Leben, Als meinen allerbesten Freund, Ich will dich lieben und erheben, So lange mich dein Glanz bescheint, Ich will dich lie⸗ ben, Gotteslamm, Als meinen Bräutigam. 3. Ach daß ich dich so spät er⸗ kennet, Du hochgelobter Heiland du! Und dich nicht eher mein ge⸗ nennet, Du höchstes Gut und wahre Ruh'! Es ist mir leid, ich bin betrübt, Daß ich so spät geliebt. 4. Ich lief verirrt und war ver⸗ blendet, Ich suchte dich und fand dich nicht, Ich hatte mich von dir gewendet, Und liebte das erschaffne Licht. Nun aber ist's durch di geschehn, Daß ich dich hab ersehn. 5. Ich danke dir, du wahre Sonne, Daß mir dein Glanz das Licht gebracht! Ich danke dir, du Himmelswonne, Daß du mich frei und froh gemacht! Ich danke dir, du süßer Mund, Daß du mich machst gesund! 6. Erhalte mich auf deinen Ste⸗ gen, Und laß mich nicht mehr irre ehn, Laß meinen Fuß in deinen Wegen Nicht straucheln oder stille stehn, Erleuchte Leib und Seele ganz Du starker Himmels⸗ glanz! 7. Ich will dich lieben, meine Krone! Dich will ich lieben, meinen Gott! Ich will dich lieben sonder Lohne Auch in der allergrößten Not, Ich will dich lieben, schön. stes Licht bricht! Joh. Scheffler Angelus Silesius) 16²⁴4—16²² Bis mir das Herze SISI neinen einen stille Seele mels⸗ meine einen onder ößten schön Herze sius), Mel. Seelenbräutigam. 806 Sesu, geh voran Auf „ V der Lebensbahn, Und wir wollen nicht verweilen Dir getreulich nachzueilen; Führ uns an der Hand Bis ins Va⸗ terland. 2. Soll's uns hart ergehn, Laß uns feste stehn Und auch in den schwersten Tagen Niemals über Lasten klagen, Denn durch Trüb⸗ sal hier Geht der Weg zu dir. 3. Rühret eigner Schmerz Ir⸗ gend unser Herz, Kümmert uns ein fremdes Leiden, O so gieb Geduld zu beiden; Richte unsern Sinn Auf das Ende hin. 4. Ordne unsern Gang, Jesu, lebenslang. Führst du uns durch rauhe Wege, Gieb uns auch die nöt'ge Pflege; Thu uns nach dem Lauf Deine Thüre auf. Nik. Cudw. Graf v. Zinzendorf, 1700—1760. Eigene Melodie. Sesu, meine Freude, 807. V Meines Herzens Weide! Jesu, meine Zier! Ach wie lang, ach lange Ist dem Her⸗ zen bange, Und verlangt nach dir! Du bist mein Und ich bin dein! Außer dir soll mir auf Erden Nichts sonst lieber werden. 2. Unter deinem Schirmen Bin ich vor den Stürmen Aller Feinde frei. Laß von Ungewittern Rings die Welt erzitteru: Mir steht Je⸗ sus bei. Ob die Welt In Trüm⸗ mer fällt, Ob gleich Sünd' und Hölle schrecken, Jesus will mich decken. 3. Weg mit allen Schätzen. Du bist mein Ergötzen, Jesu, meine Lust! Weg, ihr eitlen Ehren! Ich mag euch nicht hören. Bleibt mir unbewußt! Elend, Not, Kreuz, Schmach und Tod Soll mich. ob ich viel muß leiden. Nicht von Jesu scheiden. 4. Gute Nacht, o Wesen, Das die Welt erlesen, Mir gefällst du nicht! Gute Nacht, ihr Sünden, Kommt Bleibet weit dahinten, Christliches Leben. 419 nicht mehr ans Licht! Gute Nacht. Du Stolz und Pracht, Dir sei ganz, du Sündenleben, Gute Nacht gegeben! 5. Weicht, ihr Trauergeister! Denn mein Freudenmeister, Jesus, tritt herein. Denen, die Gott lie⸗ ben, Muß auch ihr Betrüben Lauter Segen sein. Duld' ich schon Hier Spott und Hohn, Dennoch bleibst du auch im Leide, Jesu, meine Freude. Joh. Franck, 1618-1677. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 2 Sesus nimmt die Sün ⸗ 808. der an! Saget doch dies Trostwort allen, Welche von der rechten Bahn Auf ver⸗ kehrten Weg verfallen. Hier ist, was sie retten kann: Jesus nimmt die Sünder an. 2. Keiner Gnade sind wir wert, Doch hat er in seinem Worte, Eidlich sich dazu erklärt; Sehet nur, die Gnadenpforte Ist hier völlig aufgethan: Jesus nimmt die Sünder an. 3. Wenn ein Schaf verloren ist, Suchet es ein treuer Hirte; Jesus, der uns nie vergißt, Suchet treu⸗ lich das Verirrte, Daß es nicht verderben kann: Jesus nimmt die Sünder an. 4. Kommet alle, kommet her, Kommet ihr betrübten Sünder: Jesus rufet euch und er Macht aus Sündern Gottes Kinder. Glaubt es doch und denkt daran Jesus nimmt die Sünder an. Ich Betrübter komme hier Und bekenne meine Sünden; Laß, mein Heiland, mich bei dir Gnade und Vergebung finden. Daß dies Wort mich trösten kann: Jesus nimmt die Sünder an. 6. Ich bin ganz getrosten Muts Ob die Sünden blutrot wären, Müssen sie kraft deines Bluts Sich dennoch in schneeweiß kehren, Da ich gläubig sprechen kann: Jesus nimmt die Sünder an. 7. Jesus nimmt die Sünder an, Ddꝰ 4²2⁰0 Christliches Leben. Mich anch hat er angenommen, Mir den Himmel aufgethan, Daß ich selig zu ihm kommen Und auf den Trost sterben kann: Jesus nimmt die Sünder an. Erdm. Neumeister, 1621—1756. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 809 Koönig, dem kein König gleichet, Dessen Ruhm kein Mund erreichet, Dem als Gott das Reich gebühret, Der als Mensch das Zepter führet, Dem das Recht gehört zum Throne, Als des Vaters ein'gem Sohne, Den so viel Vollkommenheiten Krö⸗ nen, zieren und begleiten! 2. Himmel, Erde, Luft und Meere, Aller Kreaturen Heere Müssen dir zu Diensten stehen; Was du willst, das muß geschehen. Fluch und Segen, Tod und Leben, Alles ist dir übergeben. Und vor deines Mundes Schelten Zittern Menschen, Engel, Welten. 3. In des Gnadenreiches Gren⸗ zen Sieht man dich am schönsten glänzen, Wo viel tausend treue Seelen Dich zu ihrem Haupt er⸗ wählen, Die durchs Zepter deines Mundes Nach dem Recht des Gnadenbundes Sich von dir re⸗ gieren lassen Und wie du das Unrecht hassen. 4. In dem Reiche deiner Ehren Kann man stets dich loben hören Von dem himmlischen Geschlechte, Von der Menge deiner Knechte, Die dort ohne Furcht und Grauen Dein verklärtes Antlitz schauen, Die dich unermüdet preisen Und dir Ehr' und Dienst erweisen. 5. Herr in allen diesen Reichen, Dir ist niemand zu vergleichen, An dem Überfluß der Schätze, An der Ordnung der Gesetze, An Voll; kommenheit der Gaben, Welche deine Bürger haben; Du beschützest deine Freunde, Du bezwingest deine Feinde. 6. Herrsche auch in meinem Herzen ÜUber Zorn. Lust. Furcht und Schmerzen, Laß mich deinen Schutz genießen. Gläubig dich ins Herze schließen, Ehren, fürchten, loben, lieben Und mich im Gehor⸗ sam üben, Hier mit ringen, dul⸗ den, streiten, Dort mit herrschen dir zur Seiten! Joh. Jak. Rambach, 1693—1735. Mel. Bon Gott will ich nicht lassen. ommt, Kinder, laßt 810. K uns gehen, Der Abend kommt herbei, Es ist ge⸗ fährlich stehen In dieser Wüstenei. Kommt, stärket euern Mut Zur Ewigkeit zu wandern, Von einer Kraft zur andern; Es ist das Ende gut. 2. Es soll uns nicht gereuen Der schmale Pilgerpfad; Wir ken⸗ nen ja den Treuen, Der uns ge⸗ rufen hat. Kommt, folgt und trauet dem! Ein jeder sein Gesichte Mit ganzer Wendung richte Fest nach Jerusalem. 3. Geht's der Natur entgegen, So geht's gerade doch. Die Fleisch und Sinne pflegen, Sind schlechte Pilger noch. Verlaßt die Kreatur Und was euch sonst will binden; Laßt gar euch selbst dahinten, Es geht durchs Sterben nur! 4. Man muß wie Pilger wan⸗ deln Frei, bloß und wahrlich leer; Viel sammeln, halten, handeln Macht unsern Gang nur schwer. Wer will, der trag' sich tor, Wir reisen abgeschieden, Mit wenigem 20t. Wir brauchen's nur zur ot. 5. Schmückt euer Herz aufs beste, Sonst weder Leib noch Haus Wir sind hier fremde Gäste Und ziehen bald hinaus. Gemach bringt Un⸗ gemach; Ein Pilger muß sich schicken, Sich dulden und sich bücken Den kurzen Pilgertag. 6. Ist gleich der Weg sehr enge, So einsam, krumm und schlecht, Der Dornen in der Menge Und manches Kreuze trägt; Es ist doch nur ein Weg; Laß sein, wir 4— weiter Wir folgen unserm Leiter Und brechen durchs Geheg! XIIII ich ins irchten, Gehor⸗ n, dul⸗ rrschen ist ge⸗ istenei. Zur einer st das ereuen ir ken⸗ 7. Kommt Kinder, laßt uns gehen Der Vater gehet mit; Er elbst will bei uns stehen Bei edem sauren Tritt. Er will uns machen Mut; Mit süßen Sonnen⸗ blicken Uns locken und erquicken; Ach ja, wir habens gut. 8. Sollt wo ein Schwacher fal⸗ len, So greif' der Stärkre zu; Man trag', man helfe allen, Man pflanze Lieb' und Ruh'. Kommt. schließt euch fester an; Ein jeder sei der Kleinste, Doch wohl auch ern der Reinste Auf unsrer iebesbahn. 9. Kommt, laßt uns munter wandern, Der Weg kürzt immer ab; Ein Tag der folgt dem an⸗ dern, Bald fällt das Fleisch ins Grab. Nur noch ein wenig Mut, Nur noch ein wenig treuer, Von allen Dingen freier, Gewandt zum ew'gen Gut. 10. Es wird nicht lang mehr währen, Halt' noch ein wenig aus; Es wird nicht lang mehr währen, So kommen wir nach Haus. Da wird man ewig ruhn, Wann wir mit allen Frommen Daheim zum Vater kommen, Wie wohl, wie wohl wird's thun! 11. Drauf wollen wir's denn wagen, Es ist wohl wagenswert, Und gründlich dem absagen, Was aufhält und beschwert. Welt, du bist uns zu klein, Wir gehn durch Jesu Leiten Hin in die Ewig⸗ keiten. Es soll nur Jesus sein. Gerh. Tersteegen, 1697— 1769. Mel. Komm/ o komm, du Gelst des Lebens. 811 Lne die du mich zum 5 Bilde Deiner Gott · heit hast gemacht; Liebe, die du mich so milde Nach dem Fall hast wiederbracht; Liebe, dir ergeb' ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. 2. Liebe, die du mich erkoren, Eh als ich erschaffen war, Liebe, die du Mensch geboren Und mir gleich wardst ganz und gar; Liebe, dir ꝛc. 3. Liebe die für mich gelitten Christliches Leben. 42¹ Und gestorben in der Zeit; Liebe, die mir hat erstritten Ew'ge Lust und Seligkeit; Liebe, dir ꝛc. 4. Liebe, die du Kraft und Le⸗ ben, Licht und Wahrheit, Geist und Wort; Liebe, die sich bloß ergeben Mir zum Heil und Seelen · hort; Liebe, dir ꝛc. 5. Liebe die mich hat gebunden An ihr Joch mit Leib und Sinn; Liebe, die mich überwunden Und mein Herz hat ganz dahin; Liebe, dir ꝛc. 6. Liebe, die mich ewig liebet, Die für meine Seele bitt't; Liebe, die das Lösgeld giebet Und mich kräftiglich vertritt; Liebe, dir ꝛc. 7. Liebe, die mich einst wird führen Aus dem Grab der Sterb⸗ lichkeit; Liebe, die mich dort wird zieren Mit dem Kranz der Herr⸗ lichkeit; Liebe, dir ergeb' ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. Joh. Scheffler(Angelus Silesius), 1624—16²˙. Mel. Straf mich nicht in deinem Zorn. 812 Mache dich, zeir Heihn M bereit, Wache, fleh und bete, Daß dich nicht die böse Zeit Unverhofft betrete; Denn es ist Satans List Uber viele From⸗ men Zur Versuchung kommen. 2. Aber wache erst recht auf Von dem Sündenschlafe; Denn es folget sonst darauf Eine lange Strafe; Und die Not Samt dem Tod Möchte dich in Sünden Un⸗ vermutet finden. 3. Wache auf, sonst kannst du nicht Christi Klarheit sehen. Wache, sonst wird dir sein Licht Ewig ferne stehen, Denn Gott will Für die Füll' Seiner Gnadengaben Offne Augen haben. 4. Wache, daß dich Satans List Nicht im Schlaf mag finden, Weil er sonst behende ist, Heimlich dich zu binden; Und Gott giebt Die er liebt, Oft in seine Strafen, Wenn sie sicher schlafen. 5. Wache, daß dich nicht die Welt Durch Gewalt bezwinge, Oder, 422 Christliches Leben. wenn sie sich verstellt, Wieder an sich bringe; Wach und sieh, Es sehlt nie Hier an falschen Brüdern Unter Christi Gliedern. 6. Wache dazu auch für dich, Für dein Fleisch und Herze, Da⸗ mit es nicht freventlich Gottes Gnad' verscherze Denn es ist Voller List, Und kann sich bald heu⸗ cheln Und in Hoffart schmeicheln. 7. Bete aber auch dabei Mitten in dem Wachen, Denn der Herr, der muß dich frei Von dem allen machen, Was dich drückt Und bestrickt, Daß du schläfrig bleibest Und sein Werk nicht treibest. 8. Ja, er will gebeten sein. Wenn er was soll geben; Er ver⸗ langet unser Schrein, Wenn wir wollen leben, Und durch ihn Un⸗ sern Sinn, Feind, Welt, Fleisch und Sünden Kräftig überwinden. 9. Drum, so laßt uns immerdar Wachen flehn und beten, Weil die Angst Not und Gefahr Immer näher treten; Denn die Zeit, Ist nicht weit, Da uns Gott wird richten Und die Welt vernichten. Joh. Burchard Freystein, Ie20. Eigene Melodie. einen Jesum laß 813. M ich nicht; Weil er sich für mich gegeben. So erfor⸗ dert meine Pflicht, Nur allein für ihn zu leben. Er ist meines Le⸗ bens Licht; Meinen Jesum laß ich nicht. 2. Jesum laß ich ewig nicht, Weil ich soll auf Erden leben, Ihm hab' ich voll Zuversicht, Was ich bin und hab', ergeben. Alles ist auf ihn gericht't; Meinen Jesum laß ich nicht. 3. Laß vergehen das Gesicht, Hören, Schmecken, Fühlen weichen, Laß das letzte Tageslicht Mich auf dieser Welt erreichen. Wenn der Lebensfaden bricht, Meinen Jesum laß ich nicht. 4. Ich werd' ihn auch lassen nicht, Wenn ich nun dahin ge⸗ langet, Wo nor seinem Angesicht Unsrer Väter Glaube pranget. Mich erfreut sein Angesicht; Mei⸗ nen Jesum laß ich nicht. 5. Nicht nach Welt, nach Him⸗ mel nicht Meine Seele seufzt und sehnet, Jesum sucht sie und sein Licht, Der mich hat mit Gott ver⸗ söhnet. Der mich frei macht vom Gericht; Meinen Jesum laß ich nicht. 6. Jesum laß ich nicht von mir, Geh' ihm ewig an der Sei⸗ ten; Christus läßt mich für und für Zu dem Lebensbächlein leiten. Selig, wer mit mir so spricht: Meinen Jesum laß ich nicht. Christian Reymann, 1602—1662. Mel. Wer nur den lieben Gott laßt walten. 814 Mirr ist Erbarmung ( widerfahren, Er⸗ barmung, deren ich nicht wert; Das zähl' ich zu dem Wunderbaren, Mein stolzes Herz hat's nie begehrt. Nun weiß ich das und bin erfreut Und rühme die Barmherzigkeit. 2. Ich hatte nichts als Zorn ver⸗ dienet Und soll bei Gott in Gnadeu sein; Er hat mich mit sich selbst versühnet, Macht durch das Blut des Sohns mich rein. Wo kam dies her? Warum geschiehts? Er⸗ barmung ist's und weiter nichts. 3. Das muß ich dir, mein Gott, bekennen, Das rühm' ich, wenn ein Mensch mich fragt; Ich kann es nur Erbarmung nennen, So ist mein ganzes Herz gesagt. Ich beuge mich und bin erfreut Und rühme die Barmherzigkeit. 4. Dies laß ich kein Geschöpf mir rauben, Dies soll mein einzig Rühmen sein; Auf dies Erbarmen will ich glauben, Auf dieses bet' ich auch allein, Auf dieses duld' ich in der Not, Auf dieses hoff ich noch im Tod. 5. Gott, der du reich bist an Er ⸗ barmen, Nimm dein Erbarmen nicht von mir Und führe durch den Tod mich Armen, Durch meines Heilands Tod zu dir; Da bin ich . F. anget. Mei⸗ Him⸗ zt und d sein tt ver⸗ t vom aß ich t von r Sei⸗ r und leiten. Hricht: 1662. t läßt mung Er · wert; haren, gehrt. ewig hoch erfreut Und rühme die Barmherzigkeit. Hh. Friedr. Hiller, 1699—1769. Mel. O du Liebe meiner Liebe. 815 Durchbrecher aller 2. Bande, Der du immer bei uns bist, Der da Scha⸗ den, Spott und Schande Uns mit Himmelslust versüßt: UÜbe ferner dein Gerichte Wider unsern Adams⸗ sinn, Bis dein treues Angesichte Uns führt aus dem Kerker hin. 2. Ist's doch deines Vaters Wille, Daß du endest dieses Werk; Hier⸗ zu wohnt in dir die Fülle Aller Weisheit, Lieb' und Stärk', Daß du nichts von dem verlierest, Was er dir geschenket hat, Und es aus dem Treiben führest, Zu der süßen Ruhestatt. 3. Ach so mußt du uns vollen⸗ den, Willst und kannst ja anders nicht, Denn wir sind in deinen Händen, Dein Herz ist auf uns zericht't; Ob wir wohl von allen Lenten Als gefangen sind geacht't, Weil des Kreuzes Niedrigkeiten Uns der Welt zum Spott gemacht. 4. Schau doch aber unsre Ketten, Da wir mit der Kreatur Seufzen, um Erlösung beten Von der sün⸗ digen Natur, Von dem Dienst der Eitelkeiten, Der uns an sich hält gebannt, Ungeacht't der Geist in Zeiten Sich dem Höchsten zugewandt. 5. Ach erheb die matten Kräfte, Sich einmal zu reißen los, Und durch alle Weltgeschäfte Durchzu⸗ brechen frei und bloß. Weg mit Menschenfurcht und Zagen, Weich, Vernunft, Bedenklichkeit! Fort mit Scheu vor Schmach und Plagen, Fort des Fleisches Zärtlichkeit! 6. Wir verlangen keine Ruhe Für das Fleisch in Ewigkeit; Wie du's nötig findest, thue Noch vor unsrer Abschiedszeit; Aber unser Geist, der bindet Dich im Glauben, läßt dich nicht Bis er die Er⸗ lösung findet, Die dein treuer Mund verspricht. 7. Herrscher, herrsche. Sieger, Christliches Leben. 4²2³3 siege, König, brauch dein Regi⸗ ment; Führe deines Reiches Kriege, Mach der Sklaverei ein End'! Ach die Last treibt uns zu rufen. Alle flehen wir dich an: Zeig uns nur die ersten Stufen Der gebrochnen Freiheitsbahn! 8. Ach wie teu'r sind wir er⸗ worben, Nicht der Menschen Knecht' zu sein; Drum, so wahr du bist gestorben, Mußt du uns auch machen rein, Rein und frei und Lens vollkommen, Nach dem esten Bild gebild't. Der hat Gnad' um Gnad' genommen, Wer aus deiner Füll' sich füllt. 9. Liebe, zeuch uns in dein Sterben, Laß mit dir gekreuzigt sein, Was dein Reich nicht kann ererben, Führ ins Paradies uns ein! Doch wohlan! Du wirst nicht säumen, Laß uns nur nicht lässig sein; Werden wir doch als wie träumen, Wenn die Freiheit bricht herein. Gottfried Arnold, 1666—1714. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern. 816 O Jesu, Jesu, Gottes 5 Sohn! Mein Bru⸗ der auf dem Gnadenthron, Du meine Freud' und Wonne! Du weißt es, daß ich rede wahr, Vor dir ist alles sonnenklar, Und klarer als die Sonne. Herzlich Lieb' ich Mit Gefallen Dich vor allen; Nichts auf Erden Kann und mag mir lieber werden. 2. Dies ist mein Schmerz. dies kränket mich Daß ich nicht g'nug kann lieben dich, Wie ich dich lieben wollte. Ich werd' von Tag zu Tag entzünd't, Je mehr ich lieb', je mehr ich find', Daß ich dich lieben sollte. Von dir Laß mir Deine Güte Ins Gemüte Lieblich fließen, So wird sich die Lieb' ergießen. 3. Durch deine Kraft treff ich das Ziel Daß ich, so viel ich soll und will, Dich allzeit lieben möge. Nichts auf der ganzen weiten Welt, Pracht, Ehre, Freude, Gut und Geld, Wenn ich es recht erwäge,. 42⁴ Christliches Leben. Kann mich Ohn' dich G'nugsam laben; Ich muß haben Reine Liebe, Die tröst't, wenn ich mich betrübe. 4. Denn wer dich liebt, den liebest du, Schaffst seinem Herzen Fried' und Ruh', Erfreuest sein Gewissen. Es geh' ihm, wie es woll', auf Erd', Wenn ihn gleich ganz das Kreuz verzehrt, Soll er doch dein genießen. Ewig, Selig Nach dem Leide Große Freude Wird er finden; Alles Trauern muß verschwinden. 5. Kein Ohr hat dies jemals ge⸗ hört, Kein Mensch gesehen, noch elehrt, Es läßt sich nicht beschrei⸗ en, Was denen dort für Herr⸗ lichkeit Bei dir und von dir ist bereit't, Die in der Liebe bleiben. Gründlich Läßt sich Nicht erreichen, Noch vergleichen Erdenschätzen Das, was uns dort wird ergötzen. 6. Drum laß ich billig dies al ⸗ lein, O Jesu, meine Sorge sein, Daß ich dich herzlich liebe; Daß ich in dem, was dir gefällt Und mir dein klares Wort vermeld't, Aus Liebe mich stets übe, Bis ich Endlich Werd' abscheiden, Und mit Freuden Zu dir kommen, Aller Trübsal ganz entnommen. 7. Da werd' ich deine Freund⸗ lichkeit. Die schon auf Erden mich erfreut, In reiner Liebe schmecken, Und sehn dein liebreich Angesicht Mit unverwandtem Augenlicht Ohn' alle Furcht und Schrecken. Reichlich erd' ich Sein erquicket Und geschmücket Vor dem Throne Mit der schönen Himmelskrone. Joh. Heermann, 1585— 1647. Eigene Melodie. 817 Rings⸗ recht, wenn Got⸗ 8 tes Gnade Dich nun ziehet und bekehrt, Daß dein Geist sich recht entlade Von der Last, die ihn beschwert. 2. Ringe, denn die Pfort ist enge, Und der Lebensweg ist schmal; Hier bleibt alles im Gedränge, Was nicht zielt zum Himmelssaal. 3. Kämpfe bis aufs Blut und Leben, Dring hinein in Gottes Reich; Will der Satan widerstre⸗ ben, Werde weder matt noch weich. 4. Ringe, daß dein Eifer glühe, Und die erste Liebe dich Von der ganzen Welt abziehe; Halbe Liebe hält nicht stich. 5. Ringe mit Gebet und Schreien, Halte damit feurig an; Laß di keine Zeit gereuen, Wär's auch Tag und Nacht gethan. 6. Nimm mit Furcht ja deiner Seele, Deines Heils mit Zittern wahr; Hier in dieser Leibeshöhle, Schwebst du täglich in Gefahr. 7. Halte deine Krone feste, Halte männlich, was du hast! Recht be⸗ harren ist das Beste, Rückfall wird zur schweren Last. 8. Wahre Treu' führt mit der Sünde Bis ins Grab beständig Krieg. Richtet sich nach keinem Winde, Sucht in jedem Kampf den Sieg. 9. Wahre Treu' liebt Christi Wege, Steht beherzt auf ihrer Hut, Weiß von keiner Wollustpflege, Hält sich selber nichts zu gut. 10. Wahre Treu' kommt dem Getümmel Dieser Welt niemals zu nah; Ist ihr Schatz doch in dem Himmel, So ist auch ihr Herz allda. 11. Dies bedenket wohl, ihr Streiter, Streitet recht und fürchtet euch! Geht doch alle Tage weiter, Bis ihr kommt ins Himmelreich. Joh. Jos. Winckler, 16²0—1722. Mel. Wachet auf, ruft uns. 818 Rüstet euch, ihr Chri⸗ * stenleute! Die Feinde suchen euch zur Beute; Ja, Satan selbst hat eur'r begehrt. Wappnet euch mit Gottes Worte Und kämpfet frisch an jedem Orte, Damit ihr bleibet unversehrt! Ist euch der Feind zu schnell? Hier ist Immanuel! Hosianna! Der Starke fällt Durch diesen Held, Und wir behalten mit das Feld. 2. Reinigt euch von euren Lüsten. XXAIIININEUAENEANAEEE t und Gottes derstre⸗ weich. glühe, ou der Liebe vreien, di au deiner Höhle höhle, 0 F. Halte ht be⸗ wird tder ändig einem dampf hristi ihrer flege, dem Besieget sie, die ihr seid Christen, Und stehet in des Herren Kraft. Stärket euch in Jesu Namen, Daß ihr nicht strauchelt, wie die Lahmen. Wo ist des Glaubens Ritterschaft? Wer hier ermüden will, Der schaue auf das Ziel! Da ist Freude, Wohl⸗ an, so seid Zum Kampf bereit: So krönet euch die Ewigkeit. 3. Streitet recht die wen gen Jah; re, Eh ihr kommt auf die Totenbah⸗ re; Kurz, kurz ist unser Lebenslauf. Wenn Gott wird die Toten wecken Und Christus wird die Welt er⸗ schrecken, So stehen wir mit Freu ⸗ den auf. Gott Lob! wir sind ver⸗ söhnt, Daß uns die Welt noch höhnt, Währt nicht lange; Und Gottes Sohn Hat längstens schon Uns beigelegt die Ehrenkron. 4. Jesu, stärke deine Kinder Und mach aus ihnen Überwinder, Die du erkauft mit deinem Blut. Schaff in uns ein neues Leben, Daß wir uns stets zu dir erheben, Wenn uns entfallen will der Mut. Geuß aus auf uns den Geist, Dadurch die Liebe fleußt In die Herzen ⸗ So halten wir Getreu an dir, Im Tod und Leben für und für. wilh. Erasm. Arends, 1e2I. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 819 Schalitndedaife dafse. * schenkinder, Schaffet eure Seligkeit; Bauet nicht, wie sichre Sünder, Nur auf gegen⸗ wärt'ge Zeit; Sondern schauet über euch, Ringet nach dem Himmelreich Und bemühet euch auf Erden, Wie ihr möget selig werden. 2. Daß nun dieses mög' geschehen, So bekämpfet Fleisch und Blut, Und der Welt zu widerstehen Rüstet euch mit Kraft und Mut; Gottes Wille soll allein Eures Lebens Richtschnur sein, Mag es eure schwachen Herzen Nun erfreuen oder schmerzen. 3. Ih habt Ursach' zu bekennen, Daß in euch noch Sünde steckt, Daß ihr Fleisch vom Fleisch zu nennen, Daß euch lauter Elend deckt, Und daß Gottes Gnadenkraft Nur allein Christliches Leben. das Gute schafft; Ja daß außer seiner Gnade In euch nichts denn Seelenschade. 4. Selig, wer im Glauben kämpfet, Selig, wer im Kampf besteht, Wer des Fleisches Lüste dämpfet, Selig, wer die Welt verschmäht! Unter Christi Kreuzesschmach Jaget man dem Frieden nach. Wer den Himmel will ererben, Muß zuvor mit Lhristo sterben. 5. Werdet ihr nicht treulich ringen, Sondern träg und lässig sein, Eure Neigung zu bezwingen, So bricht eure Hoffnung ein; Ohne tapfern Streit und Krieg Folget niemals rechter Sieg; Nur den Siegern wird die Krone Beigelegt zum Gnadenlohne. 6. Mit der Welt nach Lust zu jagen, Hat bei Christen keine Statt; Leichtsinn bei der Welt Gelagen Schwächt den Geist und macht ihn matt: Unter Christi Kreuzesfahn Geht es wahrlich niemals an, Daß man noch mit frechem Herzen Sicher wollte thun und scherzen, 7. Furcht muß man im Herzen tragen, Furcht vor dem, der Leib und Seel Kann zur Hölle nieder⸗ schlagen; Gott ist's, der des Geistes Ol, Und, nachdem es ihm beliebt, Wollen und Vollbringen giebt. O so laßt zu ihm uns gehen, Ihn um Gnade anzuflehen. 8. Und dannzähmet eure Glieder, Drin die Sündenlust sich regt, Kämpft den alten Menschen nieder Bis ihm seine Macht gelegt; Was euch ärgert, hauet ab; Was euch hindert, senkt ins Grab; Denket stets an diese Worte: Gehet durch die enge Pforte! 9. Zittern will ich vor der Sünde Und dabei auf Jesum sehn, Bis ich seinen Beistand finde, In der Gnade zu bestehn; Ach mein Heiland, geh doch nicht Mit mir Armen ins Gericht! Gieb mir deines Geistes Waffen Meine Seligkeit zu schaffen. 10. Amen, es geschehe, Amen! Gott versiegle dies in mir, Auf daß ich in Jesu Namen Meinen 426 Christliches Leben. Kampf zu Ende führ'! Er verleihe Kraft und Stärk', Und regiere selbst das Werk, Daß ich wache, bete, ringe Und also zum Himmel dringe. Ludw. Andr. Gotter, 1661—17355. Mel. Jesus, meine Zuversicht. P5 eele, was ermüdst du 820. S dich In den Dingen dieser Erden, Die doch bald ver⸗ zehren sich Und zu Staub und Asche werden? Suche Jesum und sein Licht; Alles andre hilft dir nicht. 2. Sammle den zerstreuten Sinn, Laß ihn sich zu Gott aufschwingen, Richt ihn stets zum Himmel hin, Laß ihn in die Gnad' eindringen. Suche Jesum und sein Licht; Alles andre hilft dir nicht. 3. Du verlangst oft süße Ruh', Dein betrübtes Herz zu laben; Eil der Lebensquelle zu, Da kannst du sie reichlich haben. Suche Jesum und sein Licht; Alles andre hilft dir nicht. 4. Geh in Einfalt stets einher, Laß dir nichts das Ziel verrücken: Gott wird aus dem Liebesmeer Dich, den Kranken, wohl erquicken. Suche Jesum und sein Licht; Alles andre hilft dir nicht. 5. Du bist ja ein Hauch aus Gott Und aus seinem Geist geboren, Bist erlöst durch Christi Tod Und zu seinem Reich erkoren, Suche Jesum und sein Licht; Alles andre hilft dir nicht. 6. Schwinge dich nur oft im Geist Über alle Himmelshöhen. Laß, was dich zur Erde reißt, Unter deinen Füßen stehen. Suche Jesum und seinLicht; Alles andre hilft dir nicht. 7. Nahe dich dem lautern Strom, Der vom Thron des Lammes fließet, Und auf die, so keusch und fromm, Sich in reichem Maß ergießet. Suche Jesum und sein Licht; Alles andre hilft dir nicht. 8. Laß dir seine Majestät Immer⸗; dar vor Augen schweben, Laß mit brünstigem Gebet Sich dein Herz zu ihm erheben. Suche Jesum und sein Licht; Alles andre hilft dir nicht. 9. Sei im übrigen ganz still, Du wirst schon zum Ziel gelangen,. Glaube, daß sein Liebeswill' Stillen werde dein Verlangen. Drum such Jesum und sein Licht; Alles andre hilft dir nicht. Jak. Wolf, 1684—154. Mel. Es ist das Heil uns kommen. 821 Such. wer da will, ein 5 ander Ziel, Die Selig⸗ keit zu finden; Mein Herz allein bedacht soll sein, Auf Christum sich zu gründen. Sein Wort ist wahr, sein Werk ist klar, Sein heil'ger Mund hat Kraft und Grund, All' Feind' zu überwinden. 2. Such', wer da will, Nothelfer viel, Die uns doch nichts erworben; Hier ist der Mann, der helfen kann, Bei dem nie was verdorben! Uns wird das Heil durch ihn zu teil, Uns macht gerecht der treue Knecht, Der für uns ist gestorben. 3. Ach, sucht doch den, laßt alles stehn, Die ihr das Heil be⸗ gehret; Er ist der Herr, und keiner mehr, Der euch das Heil gewähret. Sucht ihn all' Stund' von Herzens⸗ grund, Sucht ihn allein, denn wohl wird sein Dem, der ihn herzlich ehret. 4. Mein' Herzenskron', mein' Freudensonn' Sollst du, Herr Jesu, bleiben; Laß mich doch nicht von deinem Licht Durch Eitelkeit ver⸗ treiben; Bleib du mein Preis, dein Wort mich speis'), Bleib du mein' Ehr', dein Wort mich lehr' An dich stets fest zu gläuben! 5. Wend von mir nicht dein Angesicht, Laß mich im Kreuz nicht zagen, Weich nicht von mir, mein' höchste Zier, Hilf mir mein Leiden tragen! Hilf mir zur Freud' nach diesem Leid, Hilf, daß ich mag nach dieser Klag' Dir ewig dort Lob sagen! Georg Weissel, 1590—1635. Mel. Gott des Himmels und der. 299 Reeicht ihr Berge, fallt 822. Wẽ ihr Hügel, Brecht llt ht ihr Felsen alle ein! Gottes Gnade hat das Siegel, Sie will unver⸗ ändert sein. Laß die Welt zu Trüm⸗ mern gehn, Gottes Gnade wird bestehn. 2 2. Gott hat mir ein Wort ver⸗ sprochen, Gott hat einen Bund ge⸗ macht, Der wird nimmermehr ge⸗ brochen, Bis er alles hat vollbracht. Er, die Wahrheit, trüget nicht; Es geschieht, was er verspricht. 3. Seine Gnade soll nicht wei⸗ chen, Wenn gleich alles bricht und fällt, Sie wird ihren Zweck errei⸗ chen, Weil sie ewig Glauben hält. Gott ist fromm und gut und treu, Sei die Welt voll Heuchelei. 4. Will die Welt den Frieden brechen, Hat sie lauter Krieg im Sinn, Gott hält immer sein Ver⸗ sprechen. So fällt aller Zweifel hin, Als wär' er nicht immerdar, Was er ist und was er war. 5. Laßt sein Antlitz sich verstellen, Ist sein Herz doch treu gesinnt Und bezeugt in allen Fällen, Daß ich sein geliebtes Kind, Dem er beide Hände reicht, Wenn auch Grund und Boden weicht. 6. Er will Friede mit mir halten, Wenn die Welt sich auch empört. Ihre Liebe mag erkalten, Achtet doch mein Gott mich wert. Ob auch Sturm und Donner brüllt, Bleibt er mir doch Sonn' und Schild. 7. Er, der Herr, ist mein Er⸗ barmer, So hat er sich selbst ge⸗ nannt. Das ist Trost, so werd' ich Armer Immer als sein Kind er⸗ kannt. Sein Erbarmen läßt nicht zu, Daß er mir was Leides thu'. 8. Nun so soll mein ganz Ver⸗ trauen Ankerfest auf ihm beruhn. Auf ihn will ich Felsen bauen, Was er sagt, das wird er thun. Erd' und Himmel kann vergehn, Doch sein Bund bleibt ewig stehn. Benj. Schmolck, 1622—173e. Eigene Melodie. ie wohl ist mir, o 823. Wẽ Freund der Seelen. Wenn ich in deiner Liebe ruh'. Ich Christliches Leben. 42⁷ steige aus der Schwermutshöhlen Und eile deinen Armen zu. Da muß die Nacht des Trauerns schei⸗ den, Wenn mit so angenehmen Freuden Die Liebe strahlt aus dei⸗ ner Brust. Hier ist mein Himmel schon auf Erden, Wer wollte nicht vergnüget werden, Der in dir suchet Ruh' und Lust? 2. Die Welt mag schmähen oder preisen, Es sei also, ich trau' ihr nicht, Wenn sie mir gleich will Lieb' erweisen, Bei einem freundlichen Gesicht. In dir vergnügt sich meine Seele; Du bist mein Freund, den icherwähle; Du bleibst mein Freund, wenn Freundschaft weicht. Der Welt Haß kann mich doch nicht fällen, Weil in den stärksten Unglückswellen Mir deine Treu' den Anker reicht. 3. Will mich der Sünde Last er⸗ drücken, Blitzt auf mich des Gesetzes Weh, Droht Straf' und Hölle meinem Rücken, So steig' ich gläu⸗ big in die Höh' Und flieh' in deine heil'gen Wunden, Da hab' ich schon den Ort gefunden, Wo mich kein Fluchstrahl treffen kann. Tritt alles wider mich zusammen. Du bist mein Heil, wer will verdammen? Die Liebe nimmt sich meiner an. 4. Führst du durch Wüsten meine Reise, Ich folg' und lehne mich auf dich. Du giebst mir aus den Wolken Speise Und labest aus dem Felsen mich. Ich traue deinen Wunder⸗ wegen, Sie enden sich in Lieb' und Segen, Genug, wenn ich dich bei mir hab'. Ich weiß, wen du willst herrlich zieren Und über Sonn' und Sterne führen, Den führest du zuvor hinab. 5. Der Tod mag andern düster scheinen, Mir nicht, weil Seele, Herz und Mut In dir, der du verlässest keinen, O allerliebstes Leben, ruht. Wen macht des Weges End' erzittern, Wenn aus Gefahr und Ungewittern Er eingeht in die Sicherheit? Mein Licht, so will ich auch mit Freuden Aus dieser fin⸗ stern Wildnis scheiden Zu deiner Ruh' der Ewigkeit. 42⁸ Christliches Leben. 6. Wie ist mir dann, o Freund der Seelen, So wohl, wenn ich mich lehn' auf dich! Mich kann Welt, Not und Tod nicht quälen, Weil du, mein Gott, vergnügest mich. Laß solche Ruh' in dem Ge⸗ müte, Nach deiner unumschränkten Güte, Des Himmels süßen Vor⸗ schmack sein. Weg. Welt, mit allen Schmeicheleien! Nichts kann, als Jesus, mich erfreuen. O, reicher Trost: mein Freund ist mein! Wolfg. Ch. Deßler, 1660— 1722. Kreuz und Trost. Mel. O Gott, du frommer Gott. ch Gott, verlaß mi 824. A nicht, Gieb mir di Gnadenhände; Ach führe mich, dein Kind, Daß ich den Lauf vollende Zu meiner Seligkeit; Sei du mein Lebenslicht, Mein Stab, mein Hort, nicht Schutz, Ach Gott, verlaß mich nicht. 2. Ach Gott, verlaß mich nicht, Regiere du mein Wallen; Ach laß mich nimmermehr In Sünd' und Schande fallen; Gieb mir den guten Geist, Gieb Glaubenszuversicht, Sei meine Stärk' und Kraft; Ach Gott, verlaß mich nicht. 3. Ach Gott, verlaß mich nicht, Ich ruf' aus Herzensgrunde; Ach Höchster, stärke mich In jeder bösen Stunde; Wenn mich Versuchung plagt Und meine Seel' anficht, So weiche nicht von mir; Ach Gott, verlaß mich nicht. 4. Ach Gott, verlaß mich nicht. Ach laß dich doch bewegen; Ach Vater, kröne doch Mit reichem Himmelssegen Die Werke des Be⸗ rufs, Die Werke meiner Pflicht, Zu thun, was dir gefällt; Ach Gott, verlaß mich nicht. 5. Ach Gott, verlaß mich nicht, Ich bleibe dir ergeben. Hilf mir, o großer Gott, Recht glauben, christ⸗ lich leben Und selig scheiden ab, Zu sehn dein Angesicht. Hilf mir in Not und Tod; Ach Gott, ver⸗ laß mich nicht. Salom. Franck, 1659—1725. Mel. Lestehld mich. 2* efie u deine We⸗ 825. B ge, Und was dein Herze kränkt, Der allertreusten Pflege Des, der den Himmel lenkt; Der Wolken, Luft und Winden Giebt Wege, Lauf und Bahn, Der wird auch Wege finden, Da dein Fuß gehen kann. 2. Dem Herren mußt du trau⸗ en, Wenn dir's soll wohlergehn; Auf sein Werk mußt du schauen, Wenn dein Werk soll bestehn. Mit Sorgen und mit Grämen Und mit selbsteigner Pein Läßt Gott sich gar nichts nehmen, Es muß erbeten sein. 3. Dein ew'ge Treu' und Gna⸗ de, O Vater, weiß und sieht, Was gut sei oder schade Dem sterblichen Geblüt; Und was du dann erlesen, Das treibst du starker Held, Und bringst zum Stand und Wesen, Was deinem Rat gefällt. 4. Weg hast du allerwegen, An Mitteln fehlt dir's nicht, Dein Thun ist lauter Segen, Dein Gang ist lauter Licht; Dein Werk kann niemand hindern, Dein' Arbeit darf nicht ruhn, Wenn du, was deinen Kindern Ersprießlich ist, willst thun. 5. Und ob gleich alle Teufel Hier wollten widerstehn So wird doch ohne Zweifel Gott nicht zurücke gehn. Was er sich vorgenommen Und was er haben will, Das muß doch endlich kommen, Zweck und Ziel. 6. Hoff, o du arme Seele, Hoff und sei unverzagt! Gott wird dich aus der Höhle, Da dich der Kum⸗ mer plagt, Mit großen Gnaden rücken. Erwarte nur die Zeit, So wirst du schon erblicken, Die Sonn' der schönsten Freud'. . Auf, auf! Gieb deinem Schmerze Und Sorgen gute Nacht, Laß fahren, was dein Herze Be⸗ trübt und traurig macht; Bist du doch nicht Regente, Der alles führen soll; Gott sitzt im Regimente Und führet alles wohl. 8. Ihn, ibn laß thun und Zu seinem walten, Er ist ein weiser Fürst, Und wird sich so verhalten, Daß du dich wundern wirst; Wenn er, wie ihm gebühret, Mit wunder⸗ barem Rat Das Werk hinausge⸗ führet, Das dich bekümmert hat. 9. Er wird zwar eine Weile Mit seinem Trost verziehn Und thun an seinem Teile, Als hätt' in seinem Sinn Er deiner sich begeben, Und sollt'st du für und für In Angst und Nöten schwe⸗ ben, Als frag' er nichts nach dir. 10. Wird's aber sich befinden, Daß du ihm treu verbleibst, So wird er dich entbinden, Da du's am mindsten gläubst; Er wird dein en lösen Von der so schweren Last, Die du zu keinem Bösen Bisher getragen hast. 11. Wohl dir, du Kind der Treue, Du hast und trägst davon Mit Ruhm und Dankgeschreie Den Sieg und Ehrenkron'. Gott giebt dir selbst die Palmen In deine rechte Hand, Und du singst reudenpsalmen Dem, der dein eid gewandt. 12. Mach End', o Herr, mach Ende Mit aller unsrer Not; Stärk unsre Füß' und Hände, Und laß bis in den Tod Uns allzeit deiner Pflege Und Treu' empfohlen sein; So gehen unsre Wege Gewiß zum Himmel ein. Paul Gerhardt, 1602—1676. Eigene Melodie. ott will's machen, 826. G Daß die Sachen Gehen, wie es heilsam ist. Laß die Wellen Immer schwellen. Wenn du nur bei Jesu bist. 2. Wer sich kränket, Weil er denket, Jesus liege in dem Schlaf, Wird mit Klagen Nur sich plagen, Daß der Unglaub' leide Straf'. 3. Du Verächter! Gott dein Wächter, Schläfet ja noch schlum⸗ mert nicht. Zu den Höhen Aufzu⸗ sehen Wäre deine. Und im witen 4. Im Verweilen Und im Eilen Bleibt er stets ein Vaterherz; Laß Christliches Leben. 429 dein Weinen Bitter scheinen, Dein Schmerz ist ihm auch ein Schmerz. 5. Glaub nur feste, Daß das Beste Über dich beschlossen sei. Wenn dein Wille Nur ist stille, Wirst du von dem Kummer frei. 6. Willst du wanken In Ge⸗ danken, Faß dich in Gelassenheit. Laß den sorgen, Der auch morgen Herr ist über Leid und Freud'. 7. Gottes Hän de Sind ohn Ende, Sein Vermögen hat kein Ziel. Ist's beschwerlich, Scheint's gefährlich? Deinem Gott ist nichts zu viel. 8. Wenn die Stunden Sich ge⸗ funden, Bricht die Hilf' mit Macht herein; Und dein Grämen Zu be⸗ schämen, Wird es unversehens sein. 9. Nun so trage Deine Plage Fein getrost und mit Geduld. Wer das Leiden Will vermeiden, Häufet seiner Sünden Schuld. 10. Aber denen, Die mit Thrä⸗ nen Küssen ihres Jesu Joch, Wird die Krone Vor dem Throne Ihres Heilands werden noch. 11. Amen, Amen! In dem Na⸗ men Meines Jesu halt' ich still; Es geschehe Und ergehe, Wie und wenn und was er will. Joh. D. Herrnschmidt, 1625—I1e23. Mel. Aus tiefer Not. 827 err, wie du willst, so 2 schick's mit mir Im Leben und im Sterben! Allein zu dir steht mein' Begier, Laß mich, Herr, nicht verderben. Erhalt mich nur in deiner Huld, Sonst wie du willst; Gieb mir Geduld Denn dein Will' ist der beste. 2. Zucht, Ehr' und Treu' verleih mir, Herr, Und Lieb' zu deinem Worte! Behüt mich, Herr, vor falscher Lehr' Und gieb mir hier und dorte, Was dient zu meiner Seligkeit; Wend ab all' Ungerech⸗ tigkeit In meinem ganzen Leben. 3. Soll ich einmal nach deinem Rat Von dieser Welt abscheiden, Verleih mir, Herr, nur deine Gnad', Daß es gescheh' mit Freuden. Mein Leib und Seel' befehl' ich dir; O 430 Herr, ein selig End' gieb mir Durch Jesum Christum! Amen. Kasp. Melissander, 1540—1591. Mel. Wer nur den lieben Gott. We größer Kreuz, je 828. V naher Himmel: 25e. ohne Kreuz, ist ohne Gott; Bei Sündenlust und Weltgetümmel Ver⸗ gißt man Hölle, Fluch und Tod. O selig ist der Mann geschätzt, Den Gott in Kreuz und Trübsal setzt. 2. Je größer Kreuz, je bessrer Christe: Gott prüft uns an dem Probestein; Wie mancher Garten lieget wüste, Fällt nicht ein Thrä⸗ nenregen drein. Das Gold wird auf dem Feuerherd, Ein Christ in mancher Not bewährt. 3. Je größer Kreuz, je stärkrer Glaube: Die Palme wächset bei der Last; Die Süßigkeit fließt aus der Traube, Wenn du sie wohl gekeltert hast. Am Kreuze wächset uns der Mut, Wie Perlen in gesalzner Flut. 4. Je größer Kreuz, je größre Liebe: Der Wind bläst nur die Flammen auf, Und scheinet gleich der Himmel trübe, So lachet doch die Sonne drauf. Das Kreuz ver⸗ mehrt der Liebe Glut, Gleichwie das Ol im Feuer thut. 5. Je größer Kreuz, je mehr Ge⸗ bete: Geriebne Kräuter duften wohl; Wenn um das Schiff kein Sturmwind wehte, So fragte man nicht nach dem Pol. Wo kämen Davids Psalmen her, Wenn er nicht auch versuchet wär'? 6. Je größer Kreuz, je mehr Verlangen: Im Thale steiget man bergan; Wer durch die Wüsten oft gegangen, Der sehnet sich nach Kanaan. Das Täublein, find't es hier nicht Ruh', So fliegt es nach der Arche zu. 7. Je größer Kreuz, ie lieber Sterben: Man freut sich recht auf seinen Tod, Denn man entgehet dem Verderben, Es stirbt auf ein⸗ mal alle Not. Das Kreuz, das Cbristengräber ziert, Bezeugt, sie haben triumphiert. Christliches Leben. 8. Je größer Kreuz, je schönre Krone, Die Gott den Seinen bei⸗ gelegt, Und die einmal vor seinem Throne Der Überwinder Scheitel trägt. Ach, dieses teure Kleinod macht, Daß man das größte Kreuz nicht acht't. 9. Gekreuzigter, laß mir dein Kreuze Je länger und je lieber sein. Daß mich die Ungeduld nicht reize, So pflanz' ein solches Herz mir ein, Das Glauben, Liebe, Hoffnung hegt, Bis dort mein Kreuz die Krone trägt. Benj. Schmolck, 1622—137. Mel. Nun ruhen alle Wälder On allen meinen Tha⸗ 829. Iunr Paß ich den Höchsten raten, Der alles kann und hat: Er muß zu allen Dingen, Soll's anders wohl gelingen, Uns selber geben Rat und That. 2. Nichts ist es spät und frühe Um alle meine Mühe, Mein Sor⸗ gen ist umsonst; Er mag's mit meinen Sachen Nach seinem Willen machen, Ich stell' es ganz in seine Gunst. 3. Es kann mir nichts geschehen, Als was er hat ersehen Und was mir selig ist, Ich nehm' es, wie er's giebet, Was ihm von mir beliebet, Das hab' ich willig auch erkiest. 4. Ich traue seiner Gnaden, Die mich vor allem Schaden, Vor allem Übel schützt; Leb' ich na seinen Sätzen, So wird nich nichts verletzen, Nichts fehlen,. was mir ewig nützt. 5. Er wolle meiner Sünden In Gnaden mich entbinden, Durch⸗ streichen meine Schuld; Er wird auf mein Verbrechen Nicht stracks das Urteil sprechen, Und haben noch mit mir Geduld. 6. Leg' ich mich späte nieder, Erwach' ich frühe wieder, Lieg' oder zieh' ich fort, In Schwach⸗ heit und in Banden Und was mir stößt zu Handen So tröstet mich sein heilig Wort. chönre n bei. seinem cheitel leinod größte dein lieber ; Herz Her Kiebe mein 32. * 7. Hat er es denn beschlossen, So will ich unverdrossen In mein Verhängnis gehn; Kein Unfall un⸗ ter allen Wird mir zu harte fal⸗ len, Ich will ihn freudig überstehn. 8. Ihm hab' ich mich ergeben Zu sterben und zu leben, Sobald er mir gebeut; Es sei heut oder morgen, Dafür laß ich ihn sorgen, Er weiß ja wohl die rechte Zeit. 9. So sei nun, Seele, seine Und traue dem alleine, Der dich geschaffen hat! Es gehe, wie es gehe; Dein Vater in der Höhe, Der weiß zu allen Sachen Rat. Paul Flemming, 1609— 1640. Mel. Valet will ich dir geben. st Gott für mich, so 830. Vtrete Gleich alles wider mich, So oft ich ruf' und bete, Weicht alles hinter sich; Hab' ich das Haupt zum Freunde Und bin geliebt bei Gotrt, Was kann mir thun der Feinde Und Widersacher Rott'? 2. Nun weiß und glaub' ich jeste, Ich rühm's auch ohne Scheu, Daß Gott, der höchst' und beste, Mein Freund und Vater sei, Und daß in allen Fällen Er mir zur Rechten steh', Und dämpfe Sturm und Wellen, Und was mir bringet Weh. 3. Der Grund, da ich mich gründe, Ist Christus und sein Blut; Das machet, daß ich finde Das ew'ge, wahre Gut. An mir und meinem Leben Ist nichts auf dieser Erd'' Was Christus mir gegeben, Das ist der Liebe wert. 4. Sein Geist wohnt mir im Her · zen Regieret meinen Sinn, Ver⸗ treibt mir Sorg' und Schmerzen, Nimmt allen Kümmer hin, Giebt Segen und Gedeihen Dem, was er in mir schafft, Hilft mir das„Abba“ schreien, Aus aller meiner Kraft. 5. Und wenn an meinem Orte Sich Furcht und Schrecken find't, So seufzt und spricht er Worte, Die unaussprechlich sind Mir zwar und meinem Munde, Gott aber Christliches Leben. 431 wohl bewußt. Der an der Herzens Grunde Ersiehet seine Lust. 6. Sein Geist spricht meinem Geiste Manch süßes Trostwort zu, Wie Gott dem Hilfe leiste, Der bei ihm suchet Ruh'; Und wie er hab' erbauet Ein' edle neue Stadt, Da Aug' und Herze schauet, Was es geglaubet hat. 7. Da ist mein Teil und Erbe Mirprächtig zugericht't, Wenn ich gleich fall' und sterbe, Fällt doch mein Himmel nicht. Muß ich auch gleich hier seuchten Mit Thränen meine Zeit, Mein Jesus und sein Leuchten Durchsüßet alles Leid. 8. Die Welt, die mag zerbrecheu, Du stehst mir ewiglich; Kein Bren⸗ nen, Hauen, Stechen Soll trennen mich und dich; Kein Hunger und kein Dürsten, Kein' Armut, keine Pein, Kein Zorn des großen Für⸗ sten Soll mir ein' Hind'rung sein. 9. Kein Engel, keine Freuden; Kein Thron, kein' Herrlichkeit, Kein Lieben und kein Leiden, Kein' Angst, kein Herzeleid; Was man nur kann erdenken, Es sei klein oder groß, Der keines soll mich lenken Aus deinem Arm noch Schoß. 10. Mein Herze geht in Sprüngen Und kann nicht traurig sein, Ist voller Freud' und Singen, Sieht lauter Sonnenschein. Die Sonne, die mir lachet, Ist mein Herr Jesus Christ; Das, was mich singen machet, Ist, was im Himmel ist. Paul Gerhardt, 1607— 16 76. Eigene Melodie. 831 Sost. es gleich biswei⸗ 1 len scheinen, Als ob Gott verließ' die Seinen, O so glaub' und weiß ich dies: Gott hilft endlich noch gewiß. 2. Hilfe, die er aufgeschoben, Hat er drum nicht aufgehoben; Hilft er nicht zu jeder Frist, Hilft er doch, wenn's nötig ist. 3. Gleichwie Väter nicht bald ge⸗ ben, Wonach ihre Kinder streben: So hält Gott auch Maß und Ziel Er giebt, wem und wann er will. 432 4. Seiner kann ich mich ge⸗ trösten, Wenn die Not am aller⸗ größten; Er ist gegen mich, sein Kind, Mehr als väterlich gesinnt. 5. Will mir Satan bange ma⸗ chen, Ich kann seine Macht ver⸗ lachen; Drückt mich schwer des Kreuzes Joch, Gott, mein Vater, lebet noch. 6. Laß die Welt nur immer nei⸗ den, Will sie mich nicht länger leiden: Ei so frag' ich nichts dar⸗ nach, Gott ist Richter meiner Sach. 7. Will sie gleich mich von sich treiben, Muß mir doch der Himmel bleiben; Ist der Himmel mein Ge⸗ winn, Geb' ich alles andre hin. 8. Ach Herr, wenn ich dich nur habe, Frag' ich nicht nach andrer Legt man mich gleich in das Grab: G'nug, Herr, wenn ich dich nur hab'. Christ. Citius(Cietze). 1641—1703. Eigene Melodie. 832 Von Gott will ich nicht O lassen, Denn er läßt nicht von mir, Führt mich auf rechter Straßen, Da ich ging in der Irr'. Er reicht mir seine Hand, Den Abend und den Mor⸗ gen Thut er mich wohl versorgen, Wo ich auch sei im Land. 2. Auf ihn will ich vertrauen In meiner schweren Zeit, So kann mir gar nicht grauen; Er wendet alles Leid, Ihm sei es heimge⸗ stellt; Mein Leib, mein' Seel', mein Leben Sei Gott dem Herrn er⸗ geben; Er mach's, wie's ihm gefällt. 3. Es kann ihm nichts gefallen, Denn was mir nützlich ist; Gut meint er's mit uns allen, Schenkt uns den Herren Christ, Ja, seinen lieben Sohn. Durch ihn er uns bescheret, Was Leib und Seel er⸗ nähret; Lobt ihn im Himmels⸗ thron! 4. Lobt ihn mit Herz und Munde. Ihn, der uns beides schenkt; Das ist ein' sel'ge Stunde, Darin man sein gedenkt. Verloren ist alle Zeit, Ohn' ihn vollbracht auf Erden; Christliches Leben. Und 5. Darum, ob ich schon dulde Wir sollen selig werden bleib'n in Ewigkeit. Hie Widerwärtigkeit, Wie ich's auch wohl verschulde, Kommt doch die Ewigkeit, Ist aller Freuden voll, Die, weil ich Christum kenne Und meinen Herrn ihn nenne, Mir widerfahren soll. 6. Das ist des Vaters Wille, Der uns erschaffen hat; Aus seines Sohnes Fülle Wir nehmen Gnad' um Gnad': Auch Gott der heil' ge Geist Im Glauben uns regieret, Zum Reich des Himmels führet. Ihm sei Lob, Ehr und Preis Ludw. Helmbold, 1552—1598. 833 arum sollt' ich mich 6 denn grämen? Hab' ich doch Christum noch, Wer will mir den nehmen? Wer will mir den Himmel rauben, Den mir schon Gottes Sohn Beigelegt im Glauben? 2. Gut und Blut, Leib', Seel und Leben, Ist nicht mein Gott allein Ist es, der's gegeben: Will er's wieder zu sich kehren, Nehm' er's hin, ch will ihn Dennoch fröhlich ehren. 3. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen, Dringt herein Angst und Pein, Sollt' ich drum verzagen? Der es schickt, der wird es wenden, Er weiß wohl, Wie er soll All' mein Unglück enden. 4. Gott hat mich bei guten Tagen Oft ergötzt, Sollt' ich jetzt Nicht auch etwas tragen? Fromm ist Gott, und schärft mit Maßen Sein Gericht, Kann mich nicht Ganz und gar verlassen. 5. Satan, Welt und ihre Rotten Können mir Nichts mehr hier Thun, als meiner spotten. Laß sie spotten, laß sie lachen, Gott, mein Heil Wird in Eil' Sie du Schanden machen. 6. Unverzagt und ohne Grauen Soll ein Christ, Wo er ist, Stets sich lassen schauen. Wollt' ihn auch Eigene Melodie. mich ämen? noch, Wer auben. Sohn Seel' Gott geben: ehren, llihn ud zu st und agen? enden, All' uten etzt rauen Stets mauch Christliches Leben. 433 der Tod aufreiben, Soll der Mut, Dennoch gut Und fein stille bleiben. 7. Kann uns doch der Tod nicht töten, Sondern reißt Unsern Geist Aus viel tausend Nöten, Schließt das Thor der bittern Lei⸗ den Und macht Bahn, Daß man kann Gehn zu Himmelsfreuden. 8. Allda will in süßen Schätzen Ich mein Herz Auf den Schmerz Ewiglich ergötzen. Hier ist kein recht Gut zu finden. Was die Welt In sich hält, Muß im Nu verschwinden. 9. Was sind dieses Lebens Güter? Eine Haud Voller Sand, Kum⸗ mer der Gemüter. Dort, dort sind die edlen Gaben, Da mein Hirt, Christus, wird Mich ohn' Ende laben. 10. Herr, mein Hirt. Brunn aller Freuden, Du bist mein, Ich bin dein, Niemand kann uns scheiden. Ich bin dein, weil du dein Leben Und dein Blut Mir zu gut In den Tod gegeben. 11. Du bist mein, weil ich dich fasse Und dich nicht, O mein Licht, Aus dem Herzen lasse. Laß mich, laß mich hingelangen, Da du mich Und ich dich Ewig werd' umfangen. PDaul Gerhardt, 160— 166. Eigene Melodie. Mas Gott thut, das 834. Wẽ ist wohlgethan, Es bleibt gerecht sein Wille; Wie er fängt meine Sachen an, Will ich ihm halten stille. Er ist mein Gott, Der in der Not Mich wohl weiß zu erhalten; Drum laß ich ihn nur walten. 2. Was Gott thut, das ist wohl; gethan, Er wird mich nicht be⸗ trügen; Er führer mich auf rechter Bahn, So laß ich mich begnügen An seiner Huld Und hab' Ge⸗ duld; Er wird mein Unglück wen⸗ den, Es steht in seinen Händen. 3. Was Gott thut, das ist wohl; gethan, Er wird mich wohl be⸗ denken; Er als mein Arzt und Wundermann Wird mir nicht Gift einschenken Für Arzenei; Gott ist getreu, Drum will ich auf ihn bauen Und seiner Gnade trauen. 4. Was Gott thut, das ist wohl den Er ist mein Licht und Le⸗ en, Der mir nichts Böses gönnen kann; Ich will mich ihm ergeben In Zeit. und Leid, Es kommt die Zeit, Da öffentlich erscheinet, Wie treulich er es meinet. 5. Was Gott thut, das ist wohl⸗ gethan; Muß ich den Kelch gleich schmecken, Der bitter ist nach mei⸗ nem Wahn, Laß ich mich doch nicht schrecken; Weil doch zuletzt Ich werd' ergötzt Mit süßem Trost im Herzen; Da weichen alle Schmerzen. 6. Was Gott thut, das ist wohl⸗ gethan, Dabei will ich verbleiben; Es mag mich auf die rauhe Bahn Not, Tod und Elend treiben, So wird Gott mich Ganz väterlich In seinen Armen halten; Drum laß ich ihn nur walten. Sam. Rodigast, 1649— 1708. Eigene Melodie. 835 as mein Gott will, * gescheh' allzeit, Sein Will', der ist der beste; Zu helfen dem er ist bereit, Der an ihn glaubet feste; Er hilft aus Not, Der fromme Gott, Und züchtiget mit Maßen. Wer Gott vertraut, Fest auf ihn baut, Den will er nicht verlassen. 2. Gott ist mein Trost, mein' Zuversicht, Mein' Hoffnung und mein Leben; Was mein Gott will, daß mir geschicht, Will ich nicht wider streben. Sein Wort ist wahr, Denn all' mein Haar' Er selber hat gezählet; Er schützt und wacht, Und hat wohl acht, Auf daß uns ja nichts fehlet. 3. Drum muß ich Sünder von der Welt Hinfahr'n nach Gottes Willen Zu meinem Gott, wann's ihm gefällt, Will ich ihm halten stille. Mein' arme Seel' Ich Gott befehl' In meiner letzten Stunden. O frommer Gott! Sünd', Höll und Tod Hast du mir überwunden. 4. Noch eins, Herr. will ich bitten Et D 434 dich, Du wirst mir's nicht ver⸗ sagen; Wenn mich der böse Geist anficht, Laß mich, Herr, nicht verzagen! Hilf, steu'r und wehr, Ach Gott, mein Herr, Zu Ehren deinem Namen. Wer das begehrt, Dem wird's gewährt. Drauf sprech' ich fröhlich: Amen. Albrecht, Markgr. zu Brandenb., 1522—1552. Eigene Melodie. 836 Wer nur den lieben 4 Gott läßt walten, Und hoffet auf ihn allezeit, Den wird er wunderbar erhalten In aller Not und Traurigkeit. Wer Gott, dem Allerhöchsten, traut, Der hat auf keinen Sand gebaut. 2. Was helfen uns die schweren Sorgen? Was hilft uns unser Weh und Ach? Was hilft es, daß wir alle Morgen Beseufzen unser Ungemach? Wir machen unser Kreuz und Leid Nur größer durch die Traurigkeit. 3. Man halte nur ein wenig stille Und sei doch in sich selbst vergnügt, Wie unsres Gottes Gnaden⸗Wille, Wie sein Allwissen⸗ heit es fügt. Gott, der uns ihm hat auserwählt, Der weiß auch sehr wohl, was uns fehlt. 4. Er kennt die rechten Freuden⸗ Stunden, Er weiß wohl, wann es nützlich sei); Wenn er uns nur hat treu erfunden Und merket keine Heuchelei: So kommt Gott, eh' wir's uns versehn, Und lässet uns viel Gut's geschehn. 5. Denk nicht in deiner Drangsals⸗ Hitze, Daß du von Gott verlassen seist, Und daß ihm der im Schoße sitze, Der sich mit stetem Glücke speist; Die Folgezeit verändert viel Und setzet jeglichem sein Ziel. 6. Es sind ja Gott geringe Sachen Und ist dem Höchsten alles gleich, Den Reichen arm und klein zu machen, Den Armen aber groß und reich; Gott ist der rechte Wundermann, Der bald erhöhn, bald stürzen kann. Christliches Leben. 7. Sing, bet und geh auf Gotter Wegen, Verricht das Deine nur getreu, Und trau des Himmels reichem Segen, So wird er bei dir werden neu; Denn welcher seine Zuversicht Auf Gott setzt, den ver⸗ läßt er nicht. Georg Neumark, 1621—1681. Tod und Ewigkeit. Eigene Melodie. 837 Alle Menschen müssen — sterben, Alles Fleisch vergeht wie Heu; Was da lebet, muß verderben, Soll es anders werden neu; Dieser Leib, der muß verwesen, Wenn er anders soll genesen Zu der großen Herrlich⸗ keit, Die den Frommen ist bereit. 2. Drum so will ich dieses Leben, Weil es meinem Gott beliebt, Auch ganz willig von mir geben Bin darüber nicht betrübt; Denn in meines Jesu Wunden Hab' ich schon Erlösung funden, Und mein Trost in Todesnot Ist des Herren Jesu Tod. 3. Jesus ist für mich gestorben, Und sein Tod ist mein Gewinn, Er hat mir das Heil erworben, Drum fahr' ich mit Freuden hin, Hin aus diesem Weltgetümmel In den schö⸗ nen Gotteshimmel, Da ich werde allezeit Schauen Gottes Herrlichkeit. 4. Da wird sein das Freuden ⸗ leben, Da viel tausend Seelen schon Sind mit Himmelsglanz umgeben, Dienen Gott vor sei⸗ nem Thron; Da die Seraphinen prangen Und das hohe Lied an⸗ fangen: Heilig, heilig, heilig heißt Gott der Vater, Sohn und Geist. 5. Da die Patriarchen wohnen, Die Propheten allzumal, Wo auf ihren Ehrenthronen Sitzet der zwölf Boten Zahl, Wo in so viel tausend Jahren Alle Frommen hingefahren, Wo dem Herrn, der uns versöhnt, Ewig Halleluja tönt. 6. O Jerusalem, du schöne, Ach, wie helle glänzest du! Ach, wie lieblich Lobgetöne Hört man da in SSSI Gotter ne nur mmels bei dir r seine en ver⸗ 1681. sanfter Ruh'! Ach, der großen Freud' und Wonne! Jetzo gehet auf die Sonne, Jetzo gehet an der Tag, Der kein Ende nehmen mag. 7. Ach ich habe schon erblicket Alle diese Herrlichkeit, Jetzo werd' ich schön geschmücket Mit dem weißen Ehrenkleid, Mit der goldnen Ehrenkrone Steh ich da vor Gottes Throne, Schaue solche Freude an, Die kein Ende nehmen kann. Joh. Georg Albinus, 1624— 1679. Eigene Melodie. 2 hristus, der ist mein 838. C Leben Und Sterben mein Gewinn; Dem hab' ich mich ergeben, Mit Fried fahr' ich dahin. 2. Mit Freud' fahr' ich von dannen Zu Christ, dem Bruder mein, Daß ich mög' zu ihm kom⸗ men Und ewig bei ihm sein. 3. Nun hab' ich überwunden Kreuz, Leiden, Angst und Not, Durch seine heil gen Wunden Bin ich versöhnt mit Gott. 4. Wenn meine Kräfte brechen, Mein Atem Wor schwer aus, Und kann kein Wort mehr sprechen, Herr, nimm mein Seufzen auf. 5. Wenn Sinne und Gedanken Vergehen wie ein Licht, Das hin und her muß wanken, Wenn ihm die Flamm' gebricht: 6. Alsdann fein sanft und stille Laß, Herr, mich schlafen ein, Nach deinem Rat und Willen, Wann kommt mein Stündelein. 7. An dir laß gleich den Reben Mich bleiben allezeit Und ewig bei dir leben In Himmelswonn' und Freud'. Anna Gräfin von Stolberg, um 1600. Eigene Melodie. 839 ETreu dich sehr o meine W Seele, Und vergiß all' Not und Qual, Weil dich Christus nun, dein Herre, Ruft aus diesem Jammerthal! Aus der Trübsal, Angst und Leid Sollst du fahren in die Freud', Die kein Christliches Leben. 43⁵ Ohr je hat gehöret, Die in Ewig⸗ keit auch währet. 2. Tag und Nacht hab' ich ge⸗ rufen Zu dem Herren, meinem Gott, Weil mich stets viel Kreuz betroffen, Daß er mir hülf aus der Not. Wie sich sehnt ein Wan⸗ dersmann Nach dem Ende seiner Bahn, So hab' ich gewünscht, mein Leben Hin in Gottes Händ' zu geben. 3. Denn gleichwie die Rosen stehen Unter Dornenspitzen gar, Also auch die Christen gehen Durch viel Angst Not und Gefahr. Wie die Meeres⸗ wellen sind Und der ungestüme Wind: Also ist allhier auf Erden Unsre Wallfahrt voll Beschwerden. 4. Welt und Teufel, Sünd' und Hölle, Unser eigen Fleisch und Blut Plagen stets hier unsre Seele, Lassen uns bei keinem Mut; Wir sind voller Angst und Plag', Reich an Kreuz sind unsre Tag'. Gleich, wann wir geboren werden, Find'e sich Jammer g'nug auf Erden. 5. Wann die Morgenröt' auf⸗ gehet Und der Schlaf sich von uns wend't, Sorg' und Kummer uns umfähet, Müh' sich find't an allen End'! Unsre Thränen sind das Brot, So wir essen früh und spät. Wenn die Sonn' aufhört zu scheinen, Hört doch nicht auf Klag' und Weinen. 6. Drum Herr Christ, du Morgen · sterne, Der du ewiglich aufgehst, Sei du jetzt von mir nicht ferne, Weil dein Blut mich hat erlöst. Hilf, daß ich mit Fried' und Freud' Mög' von hinnen fahren heut; Ach, sei du mein Licht und Straße, Mich mit Beistand nicht verlasse! 7. Ob mir schon die Augen brechen Und mir das Gehör verschwind't, Meine Zung' nicht mehr kann spre⸗ chen, Mein Verstand sich nicht be⸗ sinnt: Bist du doch mein Licht und Hort, Leben, Weg und Himmelspfort'. Du wirst mich in Gnad' regieren, Mich die Bahn zum Himmel führen. 8. Freu dich sehr, o meine Seele, Und vergiß all' Not Ce⸗ Qual. Fe H — — Weil dich Christus nun, dein Herre, Ruft aus diesem Jammerthal. Seine Freud' und Herrlichkeit Sollst du sehn in Ewigkeit, Mit den Engeln jubilieren, Ohn' Auf⸗ hören triumphieren. Verf. unbekannt, um 1680. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 840(Ich bin ein Gast auf aErden Und hab hier keinen Stand; Der Himmel soll mir werden, Da ist mein Vaterland. Hier wall' ich bis um Grabe, Dort in der ew'gen üh' Ist Gottes Gnadengabe, Die schließt all' Arbeit zu. 2. Was ist mein ganzes Wesen Von meiner Jugend an, Denn Müh' und Not gewesen? So lang ich denken kann, Hab' ich so man· chen Morgen, So manche liebe Racht Mit Kummer und mit Sorgen Des Herzens zugebracht. 3. Mich hat auf meinen Wegen Manch harter Sturm erschreckt; Blitz, Donner, Wind und Regen Hat mir oft Angst erweckt; Ver⸗ solgung Haß und Neiden, Ob ich's gleich nicht verschuld't, Hab' ich doch müssen leiden Und tragen mit Geduld. 4. So ging's den lieben Alten, An deren Fuß und Pfad Wir uns noch täglich halten, Wenn's fehlt an gutem Rat; Sie zogen hin und wieder, Ihr Kreuz war im⸗ mer groß, Bis daß der Tod sie nieder Legt' in des Grabes Schoß. 5. Ich habe mich ergeben In leiches Glück und Leid, Was will ich besser leben? Hier gilt es Müh' und Streit! Es muß ja durchgedrungen, Es muß gelitten sein; Wer nicht hat wohlgerungen, Geht nicht zur Freude ein. 6. So will ich zwar nun treiben Mein Leben durch die Welt, Doch denk ich nicht zu bleiben In diesem fremden Zelt; Ich wandre meine Straße, Die zu der Heimat führt, Da mich ohn' alle Maße Mein Vater trösten wird. 436 Christliches Leben. 7. Mein' Heimat ist dort oben, Da aller Engel Schar Den großen Herrscher loben. Der alles ganz Und gar In seinen Händen träget Und für und für erhält, Und alles hebt und leget, Nachdem's ihm wohlgefällt. 8. Dorthin steht mein Verlangen, Da wollt' ich gerne hin, Die Welt bin ich durchgangen, Daß ich's fast müde bin. Je länger ich hier walle Je wen'ger find' ich Freud', Die meinem Geist ge⸗ falle, Das meist' ist Herzeleid. 9. Die Herberg' ist zu böse, Der Trübsal ist zu viel. Ach komm, mein Gott, und löse Mein Herz, wenn dein Herz will! Komm, mach ein selig Ende Mit meiner Wander⸗ schaft, Und was mich kränkt, das wende Durch deinen Arm und Kraft. 10. Wo ich bisher gesessen, Ist nicht mein rechtes Haus. Wenn mein Ziel ausgemessen, Alsdann tret' ich hinaus, Und was ich hier gebrauchet, Das leg⸗ ich alles ab, Und wann ich ausgehauchet, So legt man mich ins Grab. 11. Du aber, meine Freude, Du meines Lebens Licht, Du ziehst mich, wenn ich scheide Hin vor dein Angesicht, Ins Haus der ew'gen Wonne, Da ich stets freudenvoll Gleich als die helle Sonne Mit andern leuchten soll. 12. Da will ich immer wohnen, Und nicht nur als ein Gast, Bei denen, die mit Kronen Du aus⸗ geschmücket hast. Da will ich herr; lich singen Von deinem großen Thun Und frei von schnöden Dingen In meinem Erbteil ruhn. Paul Gerhardt, 160²—1676. Mel. Herzlich ihut mich verlangen. 841 ch habe Lust zu schei⸗ — V den, Mein Sinn geht aus der Welt; Ich sehne mich mit Freuden Nach Zions Friedens⸗Zelt. Weil aber uns die Stunde Zum Abschied keiner nennt, So hört aus meinem Munde Mein letztes Testament! GIIIVMII rt oben, großen enn Alsdann ich hier schnöden il ruhn. 16²6. langen. zu schei · Sinn ch sehne )Zions er uns d keiner meinem ament! 2. Gott Vater, meine Seele Be⸗ scheid ich deiner Hand Aus dieser dunklen Höhle Führ sie ins Vater⸗ land. Du hast sie mir gegeben, So nimm sie wieder hin, Daß ich in Tod und Leben Nur dein alleine bin. 3. Was werd' ich, Jesu, finden, Das dir gefallen kann? Ach nimm doch meine Sünden Als ein Ver⸗ mächtnis an; Wirf sie in deine Wunden, Wie in ein Meer hinein, So hab' ich Heil gefunden Und schlafe selig ein, 4. Dir, o du Geist der Gnade, Laß ich den letzten Blick; Zieh' i des Todes Pfade, So sieh auf mi urück; Ach, fleh in meinem Herzen, Wenn ich kein Glied mehr rühr', Und stell in meinen Schmerzen Mir nichts als Jesum für. 5. Ihr Engel, nehmt die Thränen Von meinen Wangen an; Ich weiß, daß euer Sehnen Sonst nichts er⸗ freuen kann. Wenn Leib und Seele scheiden, Tragt mich in Jesu Schoß, So bin ich aller Freuden Und aller Thränen los. 6. Euch aber, meine Lieben, Die ihr mich dann beweint, Euch hab' ich was verschrieben, Gott euren besten Freund. Drum nehmt den letzten Segen, Es wird gewiß ge⸗ schehn, Daß wir auf Zions Wegen Einander wiedersehn. 7. Zuletzt sei dir, o Erde Mein blasser Leib vermacht, Damit dir wieder werde, Was du mir zuge⸗ bracht. Mach ihn zu Asch' und Staube, Bis Gottes Stimme ruft; Denn dieses sagt mein Glaube: Er bleibt nicht in der Gruft. 8. Dies ist mein letzter Wille; Gott drückt das Siegel drauf. Nun wart' ich in der Stille, Bis daß ich meinen Lauf Durch Christi Tod vollende So geh' ich freudig hin Und weiß, daß ich ohn' Ende Des Himmels Erbe bin. Benj. Schmolck, 1622—I737. Mel. Wer nur den lieben Gott. ch sterbe täglich, und 842. mein Leben Eilt Christliches Leben. 437 immerfort zum Grabe hin, Wer kann mir einen Bürgen geben, Ob ich noch morgen lebend bin? Die Zeit geht hin, der Tod kommt her, Ach, wer nur immer fertig wär'! 2. Ein Mensch, der sich mit Sün⸗ den träget Ist immer reif zu Sarg und Grab; Der Apfel, den der Wurm schon heget, Fällt endlich unversehens ab. Ich weiß, es ist der alte Schluß, Daß ich zu Erde werden muß. 3. Es schickt der Tod nicht immer Boten, Er kommet oft unange⸗ meld't Und fordert uns ins Land der Toten; Wohl dem, der Haus und Herz bestellt! Denn ew'ges Unglück oder Glück Hängt oft an einem Augenblick. 4. Herr aller Herren! Tod und Leben Hast du allein in deiner Hand; Wie lange du mir Frist gegeben, Das ist und bleibt mir unbekannt; Hilf, daß ich jeden Glockenschlag An meinen Abschied denken mag. 5. Es kann vor Abend anders werden, Als es am Morgen mit mir war; Den einen Fuß hab' ich auf Erden, Den andern auf der Totenbahr'; Ein kleiner Schritt ist nur dahin. Wo ich der Würmer Speise bin. 6. Ein einz' ger Schlag kann alles enden, Und Fall und Tod bei⸗ sammen sein; Doch schlage nur mit Vaterhänden Und schließ in Christi Tod mich ein. Daß, wenn der Leib zu Boden fällt, Die Seel' an Jesu Kreuz sich hält. 7. Vielleicht kann ich kein Wort mehr sagen, Wenn Auge, Mund und Ohr sich schleußt: Drum bet ich bei gesunden Tagen:„Herr, dir befehl ich meinen Geist!“ Ver⸗ schließen meine Lippen sich, So bitte Jesu Blut für mich! 8. Kann ich nicht segnen mehr die Meinen, So segne du sie, Herr, für mich; Und wenn sie bittre Thränen weinen. O Tröster, so erbarme dich, Und lasse der Ver⸗ —.——.. 438 Christliches Leben. lassnem Schrein Durch deinen Trost erhörlich sein. 9. Dringt mir der letzte Stoß zum Herzen, So schließ mir, Herr, den Himmel auf; Verkürze mir die Todesschmerzen Und hole mich zu dir hinauf; So wird mein Ab⸗ schied keine Pein, Zwar eilig, den · noch selig sein! Benj. Schmolck, 16²2—1²3². Eigene Melodie. 84 erusalem, du hochge⸗ baute Stadt, Wollt' Gott, ich wär' in dir! Mein seb⸗ nend Herz so groß Verlangen hat Und ist nicht mehr bei mir; Weit über Berg und Thale, Weit über blaches Feld Schwingt es sich über alle Und eilt aus dieser Welt. 2. O schöner Tag und noch viel jchönre Stund', Wann wirst du kommen schier, Daß ich mit Lust und freiem Freudenmund Die Seele geb' von mir In Gottes treue Hände Zum auserwählten Pfand, Daß sie mit Heil anlände In jenem Vaterland? 3. OEhrenburg, sei nun gegrüßet mir, Thu auf der Gnaden Pfort'! Wie manche Zeit hat mich verlangt nach dir, Eh ich bin kommen fort Aus jenem bösen Leben, Aus jener Nichtigkeit! Nun hat mir Gott ge⸗ geben Das Erb' der Ewigkeit! 4. Was für ein Volk. welch eine edle Schar, Kommt dort gezogen schon! Was in der Welt von Aus; erwählten war. Trägt nun die Ehrenkron', Die Jesus mir ent; gegen Vom Himmel hat gesandt, Da ich auf fernen Wegen Noch war im Thränenland. 5. Propheten groß und Patriar; chen hoch, Auch Christen insgemein, Die weiland trugen ihres Kreuzes Joch Und der Tyrannen Pein, Schau' ich in Ehren schweben, In Freiheit überall, Mit Klarheit hell umgeben, Mitsonnenlichtem Strahl. 6. Wenn dann zuletzt ich ange⸗ langet bin Im schönen Paradeis, Von höchster Freud'erfüllet wird der Sinn, Der Mund von Lob und Preis, Das Halleluja hallet Dort rein in Heiligkeit, Das Hosianna schallet Ohn End' in Ewigkeit. Joh. Matth. Merfart, 1590—1642. Eigene Melodie. 8 44 Cesus, meine Zuversicht K. Und mein Heiland ist im Leben! Dieses weiß ich, sollt' ich nicht Darum mich zufrieden geben, Was die lange Todesnacht Mir auch für Gedanken macht. 2. Jesus, er mein Heiland, lebt; Ich werd' auch das Leben schauen, Sein, wo mein Erlöser schwebt; Warum sollte mir denn grauen? Lässet auch ein Haupt sein Glied, Welches es nicht nach sich zieht? 3. Ich bin durch der Hoffnung Band Zu genau mitihm verbunden, Meinestarke Glaubens⸗Hand, Wird in ihn gelegt befunden Daß mich auch tein Todesbann Ewig von ihm trennen kann. 4. Ich bin Fleisch und muß da⸗ her Auch einmal zu Asche werden; Das gesteh' ich, doch wird er Mich erwecken aus der Erden, Daß ich in der Herrlichkeit Um ihn sein mög' allezeit. 5. Dieser meiner Augen Licht Wird ihn, meinen Heiland, kennen; Ich, ich selbst, kein Fremder nicht, Werd' in seiner Liebe brennen; Nur die Schwachheit um und an Wird von mir sein abgethan. 6. Was hier kranket, seufzt, und fleht, Wird dort frisch und herrlich gehen, Irdisch werd' ich ausgesät, Himmlisch werd ich auferstehen; Hier geh' ich natürlich ein, Nach⸗ mals werd' ich geistlich sein. 7. Seid getrost und hoch erfreut, Jesus trägt euch, meine Glieder; Gebt nicht statt der Traurigkeit. Sterbt ihr, Christus ruft euch wie · der, Wenn einst die Posaune klingt, Die auch durch die Gräber dringt. 8. Lacht der finstern Erdenkluft, Lacht des Todes und der Höllen! Denn ihr sollt euch aus der Gruft Euerm Heiland zugesellen; Dann ——.„ aß ich n sein Christliches Leben. 439 wird Schwachheit und Verdruß Liegen unter eurem Fuß. 9. Nur daß ihr den Geist erhebt Von den Lüsten dieser Erden Und euch dem schon jetzt ergebt, Dem ihr wollt vereinet werden. Schickt das Herze da hinein, Wo ihr ewig wünscht zu sein. Cuise Henriette, Kurfürstin von Brandenburg, 162² 1667. Eigene Melodie. 845 O wie selig seid ihr * doch, ihr Frommen, Die ihr durch den Tod zu Gott ge⸗ kommen! Ihr seid entgangen aller Not, die uns noch hält gefangen. 2. Muß man doch hier wie im Kerker leben, Da nur Sorge, Furcht und Schrecken schweben; Was wir hie kennen, Ist nur Müh' und Herzeleid zu nennen. 3. Ihr hingegen ruht in eurer Kammer Sicher und befreit von allem Jammer; Kein Kreuz und Leiden Ist euch hinderlich in euren reuden. 4. Christus wischet ab all' eure Thränen, Ihr habt schon, wonach wir uns erst sehnen; Euch wird ge⸗ fungen, Was durch keines Ohr all ⸗ hie gedrungen. 5. Ach wer wollte denn nicht gerne sterben Und den Himmel für die Welt ererben? Wer wollt' hie bleiben, Sich den Jammer länger lassen treiben? 6. Komm, o Christe, komm uns auszuspannen, Lös uns auf und führ uns bald von dannen! Bei dir, o Sonne, Ist der frommen Seelen Freud' und Wonne. Simon Dach, 1605- I659. Eigene Melodie. 846 alet will ich dir geben. Du arge, alsche Welt! Dein sündlich böses eben Durchaus mir nicht gefällt. Im Himmel ist gut wohnen, Hinauf steht mein' Begier; Da wird Gott herrlich lohnen Dem, der ihm dient allhier. 2. Rat mir nach deinem Herzen, VIIPII** O Jesu, Gottes Sohn; Soll ich ja dulden Schmerzen, Hilf mir, Herr Christ, davon, Verkürz mir alles Leiden Stärk meinen blöden Mut; Laß selig mich abscheiden, Schenk mir dein ewig Gut. 3. In meines Herzens Grunde Dein Nam' und Kreuz allein Fun⸗ kelt all' Zeit und Stunde, Drauf kann ich fröhlich sein. Erschein mir in dem Bilde, Zum Trost in meiner Not, Wie du dich, Herr, so milde Geblutet hast zu Tod. 4. Verbirg mein Seel' aus Gnaden Bei dir vor allem Leid! Rück sie aus allem Schaden zu dei⸗ ner Herrlichkeit; Der ist wohl hier gewesen, Wer erbt das Himmels⸗ los, Und ewig ist genesen, Wer bleibt in deinem Schoß. 5. Schreibeimeinen Nam'n aufs beste Ins Buch des Lebens ein, Bind meine Seele feste Ins Le⸗ bensbündlein ein Der'r, die im Himmel grünen Und vor dir leben frei: So will ich ewig rühmen, Wir treu dein Herze sei. Val. Herberger, 1562-1627. Eigene Melodie. achet auf! ruft uns 847. Wĩ die Stimme Der Wächter sehr hoch auf der Zinne; Wach auf, du Stadt Jerusalem! Mitternacht heißt diese Stunde. Sie rufen uns mit hellem Munde: Wo seid ihr klugen Jungfrauen? Wohl⸗ auf, der Bräut'gam kömmt! Steht auf, die Lampen nehmt! Halleluja! Macht euch bereit Zu der Hochzeit! Ihr müsset ihm entgegen gehn! 2. Zion hört die Wächter singen; Das Herz thut ihr vor Freuden springen, Sie wachet und stehet eilend auf. Ihr Freund kommt vom Himmel prächtig, Von Gna⸗ den stark, von Wahrheit mächtig, Ihr Licht wird hell, ihr Stern geht auf. Nun komm, du werte Kron', Herr Jesu. Gottes Sohn! Hosianna! Wir folgen all' Zum Freudensaal Und halten mit das Abendmahl. 3. Gloria sei dir gesungen Mit 44⁰ Besondere Zeiten Menschen⸗ und mit Engelzungen, Mit Harfen⸗ und mit Cymbel⸗Ton. Von zwölf Perlen sind die Thore An deiner Stadt; wir stehn im Chore Der Engel hoch um deinen Thron. Kein Aug' hat je gespürt, Kein Ohr hat je gehört Solche Freude! Drum jauchzen wir Und singen dir Das Halleluja für und für. Phil. Nicolai, 1556— 1608. Mel. Wer nur den lieben Gott. 848 Wer weiß, wie nahe — mir mein Ende? Hingeht die Zeit, herkommt der Tod. Ach, wie geschwinde und behende Kann kommen meine Todesnot! Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut: Mach's nur mit meinem Ende gut. 2. Es kann vor Nacht leicht an⸗ ders werden, Als es am frühen Morgen war; Denn weil ich leb' auf dieser Erden, Leb' ich in steter Todsgefahr. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Mach's nur mit meinem Ende gut. 3. Herr, lehr mich stets mein End' bedenken, Und wenn ich einstens sterben muß, Die Seel' in Jesu Wunden senken Und ja nicht sparen meine Buß'. Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut: Mach's nur mit meinem Ende gut. 4. Laß mich bei Zeit mein Haus bestellen, Daß ich bereit sei für und für Und sage stets in allen Fällen: Herr, wie du willst, so schicks mit mir. Mein Gott, ich bitt' durch und Verhältnisse. Christi Blut: Mach's nur mit meinem Endegut, 5. Nichts ist, das mich von Jesu scheide, Nichts, es sei Leben oder Tod; Ich leg' die Hand in seine Seite Und sage: mein Herr und mein Gott! Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Mach's nur mit meinem Ende gut. 6. Ich habe Jesum angezogen, Schon längst in meiner heil gen Tauf', Du bist mir auch daher ge · wogen, Hast mich zum Kind ge⸗ nommen auf. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Mach's nur mit meinem Ende gut. 7. Ich habe Jesu Leib gegessen, Ich hab' sein Blut getrunken hier; Nun kann er meiner nicht vergessen, Ich bleib' in ihm und er in mir. Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut: Mach's nur mit meinem Ende gut. 8. So komm' mein End' heut oder morgen, Ich weiß, daß mir's mit Jesu glückt; Ich bin und bleib in deinen Sorgen, Wie auch die Todesnot mich drückt. Mein Gott. ich bitt' durch Christi Blut: Mach's nur mit meinem Ende gut. 9. Ich leb' indes in ihm ver ⸗ gnüget Und sterb' ohn' alle Küm⸗ mernis; Es gehe wie mein Gott es füget, Ich glaub' und bin es ganz gewiß: Durch deine Gnad und Christi Blut Machst du's mit meinem Ende gut. Amilie Juliane, Gräfin zu Schwarzb.⸗Rudolst., 1657 1706. VI. Besondere Zeiten und Verhältnisse. Morgen und Abend. Eigene Melodie. 849 Die güldne Sonne * Voll Freud' und Wonne Bringt unsern Grenzen Mit ihrem Glänzen Ein herzer⸗ quickendes liebliches Licht. Mein Haupt und Glieder, Die lagen dar⸗; nieder, Aber nun steh' ich. Bin munter und fröhlich, Schaue den Himmel mit meinem Gesicht. 2. Mein Auge schauet, Was Gott gebauet Zu seinen Ehren Und uns zu lehren, Wie sein Vermögen Sei mächtig und groß, Und wo die Frommen Dann sollen hinkommen, Wenn sie mit Frieden Von hinnen geschieden Aus dieser Erden ver⸗ gänglichem Schoß. 3. Lasset uns singen, Dem Schöpfer bringen Güter und Ga⸗ ben, Was wir nur haben, Alles sei Gotte zum Opfer gesetzt. Die Besondere Zeiten besten Güter Sind unsre Ge⸗ müter; Lieder der Frommen, Von Herzen gekommen, Sind Weih⸗ rauch, der ihn am meisten ergötzt. 4. Abend und Morgen Sind seine Sorgen, Segnen und meh⸗ ren, Unglück verwehren Sind seine Werke und Thaten allein. Wenn wir uns legen, So ist er zugegen, Wenn wir aufstehen, So läßt er aufgehen Über uns seiner Barmherzigkeit Schein. 5. Ich hab' erhoben Zu dir hoch droben All' meine Sinnen, Laß mein Beginnen Ohn' allen Anstoß und glücklich ergehn. Laster und Schande, Des Seelenfeinds Bande, Fallen und Tücke Treib ferne zurücke, Laß mich auf deinen Geboten bestehn. 6. Laß mich mit Freuden, Ohn' alles Neiden, Sehen den Segen, Den du wirst legen In meines Bruders Hand, Güter und Haus. Geiziges Brennen Unchristliches Rennen Nach Gut mit Sünde, Das tilge geschwinde Von meinem Herzen und wirf es hinaus. 7. Menschliches Wesen, Was ist's? Gewesen! In einer Stunde Geht es zu Grunde, Sobald die Lüfte des Todes drein wehn. Alles in allen, Muß brechen und fallen, Himmel und Erden, Die müssen das werden, Was sie ge⸗ wesen vor ihrem Bestehn. 8. Alles vergehet, Gott aber stehet Ohn' alles Wanken, Seine Gedanken, Sein Wort und Wille hat ewigen Grund. Sein Heil und Gnaden, Die nehmen nicht Schaden, Heilen im Herzen Die tödlichen Schmerzen, Halten uns zeitlich und ewig gesund. 9. Gott, meine Krone, Vergieb und schone, Laß meine Schulden In Gnad' und Hulden Vor deinen Augen sein ferne gewandt. Sonst Herr, regiere Mich, lenke und führe, Wie dir's gefället, Ich habe gestellet Alles in deine Be⸗ liebung und Hand. 10. Willst du mir geben, Womit und Verhältnisse. 441 mein Leben Ich kann ernähren, So laß mich hören Allzeit im Herzen dies heilige Wort: Gott ist das Größte, Das Schönste und Beste, Gott ist das Süß ste und Allergewiß'ste Aus allen Schätzen der edelste Hort! 11. Willst du mich kränken, Mit Galle tränken, Und soll von Pla⸗ gen, Ich auch was tragen: Wohl · an, so mach es, wie dir es beliebt. Was gut und tüchtig. Was schäd ⸗ lich und nichtig Meinem Gebeine Das weißt du alleine, Hast nie⸗ mals einen zu sehr noch betrübt. 12. Kreuz und Elende, Das nimmt ein Ende, Nach Meeres⸗ brausen Und Windessausen Leuch⸗ tet der Sonne erwünschtes Gesicht. Freude die Fülle Und selige Stille Darf ich erwarten Im himmli⸗ schen Garten, Dahin sind meine Gedanken gericht't. Paul Gerhardt, 1602— 1676. Eigene Melodie. 850 Gett des Himmels und 7 der Erden, Vater, Sohn und heil ger Geist, Der es Tag und Nacht läßt werden, Sonn' und Mond uns scheinen heißt, Dessen starke Hand die Welt Und was drinnen ist erhält: 2. Gott, ich danke dir von Her⸗ zen, Daß du mich in dieser Nacht Vor Gefahr, Angst, Not und Schmerzen Hast behütet und be⸗ wacht; Daß des bösen Feindes List Mein nicht mächtig worden ist. 3. Laß die Nacht auch meiner Sünden Jetzt mit dieser Nacht vergehn; O Herr Jesu, laß dich finden Und dein Herz mir offen stehn, Da alleine Hilf und Rat Ist für meine Missethat. 4. Hilf, daß ich mit diesem Mor⸗ gen Geistlich auferstehen mag Und für meine Seele sorgen; Daß, wenn nun dein großer Tag, Uns erscheint und dein Gericht, Ich davor erschrecke nicht. 5. Führe mich, o Herr, und leite Meinen Gang nach deinem Wort; 442 Besondere Zeiten Sei und bleibe du auch heute Mein Beschützer und mein Hort: Nirgends als bei dir allein, Kann ich recht bewahret sein. 6. Meinen Leib und meine Seele, Samt den Sinnen und Verstand, Großer Gott, ich dir befehle Unter deine starke Hand. Herr, mein Schild, mein' Ehr', mein Ruhm, Nimm mich auf, dein Eigentum. 7. Deinen Engel zu mir sende, Der des bösen Feindes Macht, List und Anschläg' von mir wende Und mich halt in guter Acht, Der auch endlich mich zur Ruh' Trage nach dem Himmel zu. Heinr. Albert, 1604—1651. ach auf, mein Herz, 851. und singe Dem Schöpfer aller Dinge, Dem Geber aller Güter, Dem frommen Men⸗ schenhüter! 2. Heut, als die dunkeln Schatten Mich ganz umfangen hatten, Hast du, o Gott, gewehret, Daß mich kein Leid versehret. 3. Du sprachst: mein Kind, nun liege, Trotz dem, der dich betrüge! Schlaf wohl, laß dir nicht grauen, Du sollst die Sonne schauen! 4. Dein Wort, Herr, ist geschehen, Ich kann das Licht noch sehen, Von Not bin ich befreiet, Dein Schutz hat mich erneuet. 5. Du willst ein Opfer haben, Hier bring' ich meine Gaben; Mein Weihrauch, Farr'n und Wid⸗ der Sind mein Gebet und Lieder. 6. Die wirst du nicht verschmähen; Du kannst ins Herze sehen, Und weißt wohl, daß zur Gabe Ich ja nichts Bessres habe. 7. So wollst du nun vollenden Dein Werk an mir und senden. Der mich an diesem Tage Auf seinen Händen trage. 8. Sprich Ja zu meinen Thaten, Hilf selbst das Beste raten; Den Anfang, Mitt' und Ende, Ach Herr, zum besten wende. 9. Mit Segen mich beschütte, Eigene Melodie. und Verhältnisse. Mein Herz sei deine Hütte, Dein Wort sei meine Speise, Bis ich gen Himmel reise. Paul Gerhardt, 160²—1676. Mel. Herr Jesu Christ, mein's Lebensdicht. 8 52 H3 Schein ist der Sonne Schein, Die finstre Nacht bricht stark herein: Leucht uns, Herr Christ, du wahres Licht, Laß uns im Finstern wandeln nicht. 2. Dir sei Dank, daß du uns den Tag Vor Not, Gefahr und mancher Plag' Durch deine Engel hast behüt't Aus Gnad' und väterlicher Güt'. 3. Womit wir heut erzürnet dich, Das, Herr, verzeih uns gnädiglich, Und rechn' es unsrer Seel' nicht zu: Laß schlafen uns in Fried und Ruh'. 4. Der Engel Wach um uns bestell', Daß uns der böse Feind nicht fäll'? Vor Schrecken, Angst und Feuersnot Behüte uns, o lieber Gott! Nikolaus Hermann, 1 156l. Eigene Melodie. p un ruhen alle Wäl⸗ 853. N der, Vieh, Men⸗ schen, Städt' und Felder; Es schläft die ganze Welt. Ihr aber, meine Sinnen, Auf, auf, ihr sollt beginnen, Was euerm Schöpfer wohlgefällt! 2. Wo bist du Sonne blieben? Die Nacht hat dich vertrieben, Die Nacht, des Tages Feind. Fahr hin, ein' andre Sonne, Mein Jesus, meine Wonne, Gar hell in meinem Herzen scheint. 3. Der Tag ist nun vergangen, Die güldnen Sternlein prangen Am blauen Himmelssaal; Also werd' ich auch stehen, Wenn mich wird heißen gehen Mein Gott aus diesem Jammerthal. 4. Der Leib eilt nun zur Ruhe. Legt ab das Kleid und Schuhe, Das Bild der Sterblichkeit: Die zieh' ich aus, dagegen Wird Christus mir anlegen Den Rock der Ehr' und Herrlichkeit. EEE S — — 5. Das Haupt, die Füß und Dein Bis ich 6²6. ensLicht. Sonne znstre Leucht S Licht, n nicht. ns den tancher behüt't dich et dich, diglich, nicht Fried unmuns Feind Angst ns, o 561. Wäl⸗ Men⸗; Es aber, r sollt höpfer ieben? ieben, Feind. Mein r hell ingen, angen Besondere Zeiten Hände Sind froh, daß nun zu Ende Die Arbeit kommen sei; Herz, freu dich, du sollst werden Vom Elend dieser Erden Und von der Sünden⸗Arbeit frei. 6. Nun geht, ihr matten Glieder. Geht hin und legt euch nieder, Der Ruhe ihr begehrt. Es kommen Stund' und Zeiten, Da man euch wird bereiten Zur Ruh' ein Bett⸗ lein in der Erd'. 7. Mein' Augen stehn verdrossen, Im Nu sind sie geschlossen, Wo dleibt dann Leib und Seel?? Nimm sie zu deinen Gnaden, Sei gut für allen Schaden, Du Aug' und Wächter Israel. 8. Breit aus die Flügel beide, O Jesu, meine Freude, Und nimm dein Küchlein ein; Will Satan mich verschlingen, So laß die Engel singen: Dies Kind soll unverletzet ein! 9. Auch euch, ihr meine Lieben, Soll hente nicht betrüben Kein Un⸗ fall, noch Gefahr! Gott lass' euch ruhig schlafen, Stell' euch die güld⸗ nen Waffen Ums Bett und seiner Engel Schar! Paul Gerhardt, 1607—1676. Eigene Melodie. 854 un sich der Tag ge⸗ 2 endet hat Und keine Sonn' mehr scheint, Schläft alles, was sich abgematt't Und was zuvor geweint. 2. Nur du, mein Gott, hast keine Rast, Du schläfst noch schlummerst nicht; Die Finsternis ist dir verhaßt, Weil du bist selbst das Licht. 3. Gedenke, Herr, doch auch an mich In dieser finstern Nacht, Und schenke du mir gnädiglich Den Schirm von deiner Wacht. 4. Zwar fühl' ich wohl der Sün⸗ den Schuld, Die mich bei dir klagt an; Doch aber deines Sohnes Huld Hat g'nug für mich gethan. 5. Den setz' ich dir zum Bürgen ein, Wenn ich muß vor Gericht; Ich kann ja nicht verloren sein In solcher Zuversicht. und Verhältnisse. 443 6. Drauf thu' ich meine Augen zu Und schlafe fröhlich ein, Mein Gott wacht jetzt in meiner Ruh'; Wer wollte traurig sein? 7. Weicht. nichtige Gedanken, hin Wo ihr habt euren Lauf; Ich baue jetzt in meinem Sinn Gott einen Tempel auf. 8. Soll diese Nacht die letzte sein In diesem Jammerthal. So führ mich, Herr, in Himmel ein Zur auserwählten Zahl. 9. Und also leb' und sterb' ich dir, Du Herr Gott Zebaßth; Im Tod und Leben hilfst du mir Aus aller Angst und Not. Joh. Friedr. Herzog, 164² 1699. Krieg und Frieden. Mel. Kommt her zu mir, spricht Gottes. 5 erzage nicht, du Häuf · 855. Vin klein, Obschon die Feinde willens sein. Dich gänz⸗ lich zu verstören, Und suchen deinen Untergang, Davon dir recht wird angst und bang; Es wird nicht lange währen. 2. Des tröst dich nur, daß deine Sach' Ist Gottes, dem befiehl die Rach', Und laß du ihn nur walten; Er wird durch seinen Gideon, Den er wohl weiß, dir helfen schon, Dich und sein Wort erhalten. 3. So wahr Gott Gott ist und sein Wort, Muß Teufel, Welt und Höllenpfort', Und was dem thut anhangen, Endlich werden zu Schand' und Spott; Gott ist mit uns und wir mit Gott. Den Sieg woll'n wir erlangen. Mich. Altenburg, 1584—1640 (Gustap Adolfs Feldlied). Mel. Nun lob mein' Seel'. 56 ottlob, nun ist er · 856. G schollen, Das edle Fried⸗und Freudenwort, Daß nun⸗ mehr ruhen sollen Die Spieß und Schwerter und ihr Mord! Wohl⸗ auf, und nimm nun wieder Dein Saitenspiel hervor, O Deutschland und sing Lieder Im hohen vollen p‚‚.iiieeeeee..ee 4⁴⁴ Besondere Zeiten und Verhältnisse. Chor! Erhebe dein Gemüte Zu deinem Gott und sprich: Herr, deine Gnad' und Güte Bleibt dennoch ewiglich. 2. Sei tausendmal willkommen, Du teure werte Friedensgab'! Jetzt sehn wir, was für Frommen Dein bei uns Wohnen in sich hab. In dich hat Gott versenket All unser Glück und Heil; Wer dich betrübt und kränket, Der drückt sich selbst den Pfeil Des Herzleids in das Herze Und löscht aus Unverstand Die güldne Freudenkerze Mitseiner eignen Hand. 3. Ach laß dich doch erwecken! Wach auf, wach auf, du harte Welt, Eh', als das letzte Schrecken Dich schnell und plötzlich überfällt! Wer aber Christum liebet, Sei uner⸗ schrocknen Muts, Der Friede, den er giebet, Bedeutet alles Gut 3. Er will die Lehre geben: Das Ende naht herzu. Da sollt ihr bei Gott leben In Fried und ew'ger Ruh'. Oaul Gerhardt, 1602—1676. Am Geburtstage des Kaisers oder des Landesherrn. Mel. Allein Gott in der Höh'. in Haupt hast du dem 857. E Volk gesandt, Und trotz der Feinde Toben In Gnaden unser Vaterland Geeint und hoch erhoben. Mit Frieden hast du uns bedacht, Den Kaiser uns bestellt zur Wacht Zu deines Namens Ehre. 2. Wir danken dir mit Herz und Mund. Du Retter aus Gefahren. Und flehn aus tiefster Seele Grund, Du wollest uns bewahren, Herr aller Herrn, dem keiner gleich, Den Kaiser und das deutsche Reich Zu deines Namens Ehre. 3. Verwirf, Gott, unser Flehen nicht, Laß auf des Kaisers Wegen Dein huldvoll heilig Angesicht Ihm leuchten uns zum Segen, Und salbe ihn mit deinem Geist, Daß er sich kräftiglich erweist Zu deines Na⸗ mens Ehre. 4. Ach, komm, wie zu der Väter Zeit Ein Feuer anzuzünden, Daß wir im Frieden und im Streit Fest auf dein Wort uns gründen! Ein frommes Volk das dir vertraut Und dir zum Tempel sich erbaut Zu deines Namens Ehre. Julius Sturm, geb. 1816. Mel. Nun danket alle Gott. 2 reis, Ehr' und Lob 858. sei dir, In dessen Schirm und Schatten Wir bis zur Stund' allhier Viel Heil zu schmecken hatten, Der auch zu jeder Frist Allmächtig nah und fern Ein Herr und Helfer ist Des Fürsten, unsers Herrn! 2. Du hast ihm lebenslang Den Odem treu bewahret, Und auf manch strengem Gang Dich huld⸗ voll offenbaret; Du hast in seiner Hand Das Zepter stark gemacht Und unser Vaterland Mit reichem Gut bedacht. 3. Du wollest deinen Geist Auf seine Stirne legen, Der klar ihn unterweist, Des hohen Amts zu pflegen. Du wollst Gerechtigkeit Und milder Gnade Lust Ihm stellen an die Seit', Ihm pflanzen in die Brust. 4. Du wollest allezeit in deinem Gleis ihn lenken Und Zucht und Frömmigkeit In ihm dem Lande schenken; Auf daß er Vorbild sei Von jeder Tugendart, Und Hilf und Schutz verleih', Wo man den Glauben wahrt. 5. Du wollest seine Treu' Ver⸗ gelten durch die Treue, Womit ihn täglich neu Ein gutes Volk erfreue; Daß dein Gebot im Bund Von ihm und uns gescheh', Und seines Thrones Grund In unserm Her⸗ zen steh'. 6. O segne, was wir flehn. An seinem Jahresfeste, Und gieb zum Wohlergehn Ihm deiner Gaben beste! Gieb, daß er's nie vergißt, Noch wir, wie du so gern Ein Herr und Helfer bist Des Fürsten, unsers Herrn! Grüneisen, 1802—1879. ISIZIII‚‚V ennu S= S8 ö 44⁵ Daß ö**— Hm Gebete zur häuslichen und Privatandacht. WH t Un ö Zu 1. Gebet, um recht und Gott wohlgefällig zu beten. 16 Meimn Gott, so oft ich beten will und wirklich bete, laß mich er⸗ kennen und bedenken, daß das Gebet keine solche Handlung sei, wodurch dir, dem höchsten und vollkommensten Wesen, ein besondrer Lod Dienst geschehe oder dir ein Vorteil und Nutzen, eine höhere Voll⸗ desse kommenbeit und Würde zuwachse, sondern daß du mir diese Pflicht i8 seu bloß um meiner selbst willen und zu meinem eignen Besten anbefohlen necen hast, und daß das Gebet mir ein Mittel zu meiner eignen Wohl⸗ Frist fahrt, ein Mittel zur Erweckung und Unterhaltung meines Glaubens Oer und ineines thätigen Christentums sein solle. Laß mich daher jeder. miers zeit so beten, daß dieser beden Endzweck an meiner Seele erreicht ers werden kann. Laß mich edenken, daß ich ein schwaches, ein ohn⸗ De mächtiges und dürftiges Geschöpf bin, das a ein durch dich sein Leben auf und Dasein, Vernunft und Kräfte erhalten hat, und ich jedes zeit huld liche und geistliche Gut, das ich besitze, noch immerfort durch deine sein„ Weisheit, Allmacht und Güte besitze, daß ich also völlig von dir ab⸗ m3 t hange, daß du mein Vater und Schöpfer, mein Wohlthäter und Er⸗ ichen halter, mein Herr und mein Richter bist, daß ich daher verpflichtet KH bin, dich in allem diesem Betracht kindlich zu verehren, alles, was A ich bedarf, von dir in Demut und Glauben zu erbitten und zu er⸗ ihn ö warten, und, um dies zu können, deine Befehle gewissenhaft zu er. , füllen und mich nach deinem Willen zu bilden. O laß das Gebet Rit mir ein kräftiges Mittel werden, mich stets zu allem Guten zu er⸗ telle wecken. Laß es mir ein Mittel werden, mich in der Furcht vor dir, . die in der Liebe und Dankbarkeit gegen dich, in dem Vertrauen auf dich 1 u stärken, mich in der christlichen Gewissenhaftigkeit, in der Demut, inem Reinigkeit und Heiligkeit meines Herzens, in der Liebe gegen meine und Nebenmenschen und in allen Tugenden zu ermuntern und zu befestigen. and Lehre mich meine Schwachheit, meine Sündlichkeit und Unvollkommen⸗ d se heit immer mehr erkennen, um mich ernstlich zu bestreben, immer besser Hülf und tugendhafter zu werden. Schenke mir den Geist des Gebets, daß 8d ich oft und mit Lust vor dich trete und in der Empfindung der Würde n und Ehre, mit dir, dem erhabensten Wesen, als ein niedriges und Ve fündliches Geschöpf reden zu dürfen, mich gern mit dir unterhalte. t ihn Erleuchte meinen Verstand, daß ich dich und deine Herrlichkeit immer Leu besser erkennen und verehren lerne. Bei einem jeden Gebete ziehe du Von mein Herz zu dir. Laß meine Andacht nie durch Leichtsinn, durch i 15 Zerstreuung, durch Gedanken an das Irdische gestört und vereitelt wer; 96 den. Mäßige überhaupt in mir die Liebe und den Hang zu irdischen — und vergänglichen Dingen und laß mich nach den wahren und dauer⸗ An haften Gütern, nach dem Vorzuge, dir zu gefallen und rechtschaffen und zum fromm zu sein, immer zuerst und am meisten trachten. Jedes Gute, was 990 ich bedarf, laß mich von dir erbitten, und jede Wohlthat, die du mir it schenkst, mit Dankbarkeit erkennen und dich dafür preisen. Keinen Hert Tag, kein Geschäft laß mich ohne Gebet anfangen und keinen Tag mers und Geschäft ohne Gebet beschließen, auch mich gewöhnen, bei jeder 90 vorkommenden besondern Veranlassung mein Herz zu dir zu erheben. 1829. Gieb, daß die Übungen der häuslichen Andacht und des häuslichen Morgengebete. ö Gottesdienstes mir immer; leichter, angenehmer und nützlicher werden, damit ich sie allen sündlichen Ergötzungen und kindischen Zeitvertreiben irdischgesinnter Menschen vorziehe und mich immer me hr an dem ver · * gnügen lerne, was mich ewig erfreuen soll. Erhöre mich, um Jesu I Christi, meines Heilandes willen. Amen. 0 2. Morgengebet. Ureumligur und allmächtiger Gott, durch deine Güte bin ich aber⸗ mal zu diesem Leben erwacht, da ich gestern nicht wissen konnte, ob nicht der Schlaf meines Körpers von dieser Nacht bis an jenen Tag der allgemeinen Erweckung aller Toten dauern würde. Verleihe mir denn nun auch die Gnade, daß ich als ein Mensch, als ein Geschöpf I von Vernunft und Nachdenken erwacht sein möge, als ein Geschöpf das dich, den unendlichen Urheber seines Daseins, erkennen, fürchten I und lieben und von deiner unendlichen, so unverdienten Güte recht RNI Und, o du Gott von unermeßlicher Erbarmung, wie kann ich deine gnädige Fürsorge genugsam loben und preisen, die mich während t IN meines ganzen Lebens und auch in dieser Nacht vor so mannigfaltigen Iie unglücklichen Zufällen bewahrt hat, vor welchen mich sonst nichts, als I deine allmächtige und allwissende Kaerdrarkeot bewahren konnte? Er⸗ halte du selbst die Empfindung beständig lebhaft in meiner Seele, daß mein Leben und Kräfte, daß alles, was ich bin und was ich habe, II meine Arbeiten und Beschäftigungen, meine chicksale und Begegnun⸗ Wunt gen, meine zeitliche und ewige Wohlfahrt bloß in deinen Händen stehen Ii ö peni Veu, auf deiner allgegenwärtigen Macht, Weisheit und Güte Au H eruhen. Iue ö Laß mich durch den beständigen Genuß deiner unendlichen, so un· 5 I 1 verdienten und so unermüdeten Güte auch beständig und kräftigst an⸗ G ne getrieben werden, mit dankbarer Freudigkeit und kindlichem Gehorsam heb Ie dieses zeitliche Leben überhaupt. und die besondern Umstände, worein die Ill RI deine gnadenvolle Vorsehung mich gesetzt hat und künftig setzen wird, Di I ur Erfüllung deiner weisen und gütigen Absichten anzuwenden. Hilf, für aß ich niemals die Wichtigkeit dieses kurzen und flüchtigen Lebens sitz * vergesse, das, bei aller seiner Kürze und Flüchtigleit, durch die böse mi ö ö ö oder gute Anwendung desselben mich entweder zu dem allerunwürdig⸗ dr. I sten und unglücklichsten oder zu dem edelsten und glücklichsten deiner Se Geschöpfe machen kann. Laß mich auch insonderheit heute so t U1od Ge 4 sein, daß ich durch den Beistand deiner Gnade diesen Tag nicht blo üb 4 in irdischen Geschäften, noch weniger aber in einer unfruchtbaren Un⸗ wi thätigkeit, in leeren Zerstreuungen und unnützen Beschäftigungen ver. We I liere, sondern daß ich heute die Erkenntnisse meines Verstandes und die ar DINRNI Empfindungen meines Herzens zu verbessern und alle Handlungen der de Rechtschaffenheit, Wohlthätigkeit, Dienstfertigkeit und Leutseligkeit, wozu U ich nur Gelegenheit finden kann, auszuüben bemüht sein möge. Wenn U ich in den Gesellschaften, worein ich erwa heute komme, oder bei andern w Gelegenheiten und Vorfällen sehe und höre, daß Wahrheit, Religion m — und Tugend unterdrückt oder verachtet und verspottet wird, so laß mich N I ja nicht versäumen, meine Ehrerbietung und Liebe für die Wahrheit sc I mit Verstande, mit menschenfreundlicher Güte und mit männlichem. I Ernste zu beweisen. Und da du, Allwissender, meine Schwäche im * Guten kennst, da in den verderbten Neigungen meiner Natur, in den x herden, r eiben m ver · n Jesu aber⸗· konnte, en Tag 29 chönf eschöpf ürchten e recht Morgengebete. 447 Reizungen einer ganzen sinnlichen Welt, in den herrschenden Grund⸗ ätzen und Lebensarten des größten Haufens, sowohl der angesehensten als unangesehensten Menschen, selbst für die edelste und glücklichste Gemütsverfassung des Christen soviel Gefährliches liegt, so stärke du meinen Glauben und meine Tugend durch deine Gnade. Erhalte und vermehre in mir die Lebhaftigkeit meiner Überzeugungen von meiner so teuren Versöhnung und die Lebhaftigkeit meiner Erkenntnis und Empfindung, daß Tugend, Rechtschaffenheit und Gutherzigkeit, daß Unschuld des Herzens und des Wandels die wohlthätigsten Wirkungen auf die Ruhe und das Glück der Menschen, sowohl für mich als andre, haben. Laß daher meine Einsicht und Empfindung von meiner höchsten und unaufhörlichen Verpflichtung zu dieser Tugend und Reinigkeit meines Herzens und Wandels und von ihrer Liebenswürdigkeit und Möglichkeit durch keine böse Exempel und Grundsätze des Leichtsinns, der Wollust und der Gottvergessenheit geschwächt und vermindert wer⸗ den. Erbarme dich denn auch, unendlich gütiger Gott und Vater der Menschen, heute aller elenden, unterdrückten und bekümmerten Menschen, wo sie auch immer sein mögen, und insonderheit auch aller derjenigen, die mir besonders angehören. Bringe sie immer mehr und mehr zur Erkenntnis und Empfindung der Glückseligkeit, deren sie durch Religion und Tugend fähig sind, und segne sie auch im Leiblichen mit allem demjenigen, wovon deine Weisheit sieht, daß es ihnen gut und heilsam ist. Erhöre mein demütiges Gebet, unendlich liebreicher Gott, nach deiner großen Erbarmung, die du uns in Jesu Christo, deinem Sohne, meinem göttlichen Mittler, geoffenbaret hast. Amen. 3. Ein andres Morgengebet. Ge Schöpfer und Herr Himmels und der Erden, barmherziger Wohlthäter und Vater der Menschen, dich bete ich als den Ur⸗ heber und Erhalter meines Lebens, als den Gott meines Heils, als die ewige und unerschöpfliche Quelle meiner Glückseligkeit demütigst an Dir danke ich mit Freuden für mein Leben, für meine Gesundheit, für meine Kräfte, für alle geistlichen und leiblichen Vorteile, die ich be⸗ sitze. Dir danke ich insbesondre dafür, daß du mich in dieser Nacht mit deinem mächtigen Schutze bedeckt, daß du alle Gefahren, die mir drohten, von mir abgewandt, daß du meinen Leib durch einen sanften Schlaf erquickt und mir neue Kraft und neues Leben eingeflößt hast. Gott, deine Güte ist alle Morgen neu und deine Treue ist groß. Sie übertrifft alle unsre Verdienste unendlich, sie ist weit größer, als daß wir dir jemals genug dafür danken könnten. Wer bin ich, o Gott, wer bin ich, daß du auch mein gedenkst und dich meiner so väterlich annimmst? Ich bin ein Sünder, der deine heiligen Gesetze übertreten, der deine Wohlthaten öfters gemißbraucht, der sich des schändlichsten Undanks gegen dich schuldig gemacht und als ein solcher nichts als Ungnade und Strafe verdient hat. Ja, Herr, wie könnte ich bestehen, wenn du mit mir ins Gericht gehen wolltest? Aber du handelst nicht mit uns nach unsern Sünden und vergiltst uns nicht nach unsern Missethaten. Noch schonst du meiner, wie ein Vater seines Sohnes schont. Noch fährst du fort, mich zu segnen und mir Gutes zu thun. Noch willst du mich durch Güte zur Buße leiten. Noch schenkst du mir eit und Kräfte, an meiner Besserung zu arbeiten und meine Heiligung n deiner Furcht zu vollenden. Wie beschämt mich deine Güte und —..—.............- 448 Morgengebete. Huld, o Gott! Wie reut es mich, daß ich dich, meinen Vater und Wohl⸗ thäter, so oft beleidigt und dir den schuldigen Gehorsam verweigert habe! Ach, strafe mich nicht, wie ich es verdient habe! Sei mir gnädig in Christo, deinem Sohne, und verzeihe mir um seinetwillen alle meine Sünden. Siehe, ich heilige mich dir ganz und gar. Ich verabscheue das Böse, das ich bisher gethan habe. Ich wünsche nichts mehr, als immer besser, immer tugendhafter und heiliger zu werden. Ich erneure hiemit in deiner Gegenwart, o Gott, den aufrichtigen Vorsatz, alle unordentlichen Begierden. die in mir aufsteigen, zu unter⸗ drücken, alle bösen Gewohnheiten, die ich noch an mir habe, zu bestreiten und mich in meinem ganzen Verhalten nicht nach dem Willen meines Fleisches oder nach dem Beispiele der Lasterhaften, sondern allein nach deinen guten und heiligen Geboten zu richten. Dir, meinem Schöpfer und Herrn, zu gehorchen, deiner Gnade und deines Beifalls mich zu versichern, nach deinem Bilde erneuert und dadurch deiner seligsten Gemeinschaft fähig zu werden: dies soll meine ernstliche Bemühung, dies soll meine Ehre, mein Ruhm und meine Seligkeit sein. Ja, ich schwöre es und will es halten, daß ich deine gerechten, weisen und bei d Gebote halten will. O Gott, stehe mir selber mit deiner Gnade ei, diesen guten Vorsatz mit Treue zu erfüllen, denn ohne dich ver; mag ich nichts. Schenke mir deinen Geist, der mich erleuchte, reinige und auf den Weg der Wahrheit und Tugend führe. Bewahre mich auch heute vor allen Versuchungen zur Sünde, und wenn ich versucht werde, so laß mich nicht fallen. Bewahre mich insonderheit vor den Sünden, zu denen ich am meisten geneigt bin und die noch die größte Gewalt über mich haben. Gieb, daß ich sorgfältig über mich selbst wache, daß ich alle Anlässe und Gelegenheiten zum Bösen fliehe und jeden sündlichen Gedanken, jede unerlaubte Neigung, die in mir ent⸗ stehen, unverzüglich unterdrücke. Laß die Vorstellung von deiner All⸗ wissenheit und deiner mich allenthalben umgebenden Gegenwart mich überall begleiten und mein Herz mit der tiefsten Ehrfurcht vor dir und deinen Gesetzen erfüllen. Laß mich oft an den Tod, an dein zu⸗ künftiges Gericht und an die Ewigkeit gedenken und dadurch weise werden zur Seligkeit. Erfülle mich mit einer aufrichtigen Liebe gegen alle Menschen und laß mich meinen Brüdern so nützlich werden, als es die——— die du mir verliehen, und die Umstände, in welche du mich gesetzt hast, erlauben. Verleihe mir Gesundheit und Kräfte zu meinen Berufsgeschäften und begleite sie mit deinem Segen. Gieb, daß ich bei meiner Arbeit mein Herz oft zu dir erhebe, deine Vor⸗ sehung in allem, was mir begegnet, demütig verehre und weder dem Geize noch der er Seele verih noch irgend einem andern Laster den Zugang zu meiner Seele verstatte. Dir und deiner Gnade, o Gott, empfehle ich alle Menschen. Laß das Licht deiner Offenbarung sich über alle Völker ausbreiten. Wehre dem Unglauben und dem Aberglauben und erweitre die Grenzen des Reichs der Wahrheit und der Tugend. Segne unsern Landesherrn und die Obrigkeit, die du über uns gesetzt hast. Segne die Lehrer und laß sie reizende Muster der wahren Weisheit, der Liebe und aller christlichen Tugenden sein. Segne diese Stadt(diesen Ort), dieses Land und alle Einwohner desselben. Segne insbesondre diejenigen, die du durch die Bande des Bluts und der Freundschaft mit mir ver⸗ bunden hast. Gieb, daß wir alle Pflichten unsers Berufs treulich rfüllen, daß wir das allgemeine Beste unserm besondern Nutzen vor⸗ rr ee BEeEE d Wohl⸗ rweigert Sei mir letwillen ar. Ich je nichts werden. richtigen u unter. ster den n. Laß Wehre tzen des desherrn Lehrer nd aller es Land zen, die nir ver⸗ treulich zen vor⸗ Abendgebete. 449 iehen und deine Ehre und das Heil unsrer unsterblichen Seele zum hegten Endzweck aller unsrer Bemühungen machen. Erhöre mich, Vater der Barmherzigkeit, und sei mir gnädig um Jesu Christi willen. Amen. 4. Abendgebet. nendlicher und allgegenwärtiger Gott! So bin ich denn abermals so glücklich, daß ich mich mit Gebet zu dir wenden kann und daß ich es zu dir als meinem in Christo versöhnten Vater von unaus⸗ sprechlicher, gnädiger Herablassung und Geduld mit der kindlichen Zu⸗ versicht thun kann, mein demütiger Dank werde dir bei aller seiner Unvollkommenheit angenehm sein und meine flehentliche Bitte erhört werden. Nun, du Gott der Barmherzigkeit, mit gerührtem Herzen danke ich dir für alle deine Gnade, die du auch heute mir erwiesen hast, daß du mich auch den heutigen Tag unter dem so offenbaren Einflusse deiner gnadenvollen Regierung hast zurücklegen lassen und daß du mich an demselben vor so vielem Kummer und Elend bewahrt hast, das mich in meiner eignen Person und in meinen Angehörigen hätte treffen können. Insonderheit danke ich dir, erbarmungsvoller Gott(und o möchte ich fähig sein, diesen Reichtum deiner väterlichen Güte recht zu erkennen und zu preisen!), insonderheit danke ich dir, daß ich bei dem Schlusse dieses Tages ein so glückliches Geschöpf bin, daß ich mich durch Christum von deiner Gnade und väterlichen Zu⸗ friedenheit versichern kann und daß selbst meine heutigen Fehler und Versündigungen mir deine väterliche Liebe und Erbarmung nicht eraubt haben, sondern daß ich ihre Vergebung bei dir durch Chri⸗ sinm suchen und erhalten kann. So vergieb mir denn, mein Gott, mein Vater, vergieb mir, nach deiner erbarmenden Liebe zu deinen Menschen, nach der teuren Verheißung meines Erlösers, alles, was ich heute in meinen Pflichten versäumt oder wo ich aus Flüchtigkeit oder Zerstreuung oder aus Mangel des schuldigen Eifers im Guten, gefehlt habe. Ja ich weiß, du vergiebst es mir, so gewiß, als ich mit erührtem und kindlichem, bußfertigem Herzen dich durch Jesum Christum darum anflehe und auf dessen teure Erlösung und deine un⸗ endliche Erbarmung allein mein Vertrauen setze. Ewiges Lob, ewiger Preis und Dank sei deiner göttlichen Liebe für die Religion, welche die Versöhnung, welche die Begnadigung undankbarer Sünder predigt und doch den Sündern keine Ursache zur Leichtsinnigkeit und Sorg⸗ losigkeit giebt. Ja, unendlich gütiger Gott, mit innigst gerührtem und dankbarem Herzen und aus eigner freudiger Erfahrung erkenne ich es, daß nur durch die in deinem Worte und durch unsern ewig anbetungs⸗ würdigen Erlöser geoffenbarte Religion der Mensch mit Vernunft ruhig sein, daß er nur durch sie ein so gutes und glückliches Geschöpf wer⸗ den kann, als er nach seiner Natur und nach deinen gütigen Ab⸗ sichten sein soll, daß er ohne sie nur elend, nie mit Vernunft ruhig sein würde und daß er ohne sie nie die Kräfte haben könnte, seine Pflichten so auszuüben, als zu seiner eignen Glückseligkeit und zur Wohlfahrt seiner Nebenmenschen unumgänglich notwendig ist. O so laß mich gegen deine unaussprechliche Güte, du Gott der Erbarmung, nie so undankbar werden, dies wieder zu vergessen. Erhalte du meine Einsicht und Empfindung von dieser großen und teuren Wahrheit immer lebendig in meiner Seele, wenn auch noch so viele Menschen, Ff 4⁵⁰ Abendgebete. zu ihrem eignen Unglücke, die Wohlthätigkeit deiner Religion und der, unendlichen Wert deiner Erbarmung in Christo verkennen und un. empfindlich dagegen bleiben sollten. Ich erneure hiermit nochmals meine dankbare Entschließung zur Treue und Folgsamkeit gegen diese Religion und deine darin geoffenbarte Güte. Verlaß mich nicht bei meiner natürlichen Schwachheit, bei den Hindernissen, die mich von allen Seiten umgeben, und bei der Gefahr, worin ich immer noch wegen meiner eignen Sinnlichkeit bin. Ersetze vielmehr mein Un⸗ vermögen durch den kräftigen Einfluß der Erinnerungen und Triebe deines Geistes. Ja, gütiger, unendlich gütiger Gott, du erhörst das Gebet deiner Menschen, du kannst es nicht unerhört lassen. Nun, in diesem kindlichen Vertrauen, in dieser Empfindung von meiner Glückseligkeit, die ich durch dich, o Gott, und durch deinen eingebornen Sohn, meinen Erlöser, besitze, übergebe ich mich dir auch diese Nacht mit allen meinen Angehörigen und Freunden. Sorge für sie und auch für mich nach deiner väterlichen Erbarmung. Soll ich nach deinem gnädigen Willen noch länger hier leben, so laß mich morgen mit einer dankbaren Empfin⸗ dung deiner Güte erwachen und mich den Tag zu der Erfüllung deiner gütigen Absichten anwenden. Sollte ich aber in dieser Nacht dieses Leben der Vorbereitung zur Ewigkeit verlassen, o so vergieb mir, was ich von diesem großen Endzwecke versäumt habe, um Jesu Christi willen, und erfülle deine teure Verheißung, daß du mich um seiner teuren Er⸗ lösung willen, ohne mein Verdienst, als völlig begnadigt annehmen und bei dir ewig selig machen wollest. Erhöre mich, mein Gott. mein Vater, um Jesu Christi willen. Amen. 5. Ein andres Abendgebet. Ich freue mich deiner Güte, o Gott, und komme mit Danken vor V dein Angesicht. Jeder Tag, jede Stunde, jeder Augenblick meines Lebens giebt mir neue Beweise von deiner väterlichen Huld und Gnade und legt mir neue Verpflichtungen zur Dankbarkeit und zum Gehorsam gegen dich, meinen Vater und Wohlthäter, auf. Auch heute hast du dich an mir Unwürdigen nicht unbezeugt gelassen. Auch heute hast du mir in allen Absichten viel Gutes gethan. Wie viele be⸗ kannte und unbekannte Gefahren und Übel hast du durch deine gnä⸗ dige Vorsehung von mir abgewandt! Vor wie vielen Sünden, die unter allen Übeln die größten sind, hast du mich Schwachen bewahrt! Wie viele geistliche und leibliche Wohlthaten habe ich aus deiner frei gebigen Hand empfangen! Womit soll ich dir, dem Herrn, alles das Gute vergelten, das du an mir gethan hast? Nimm meinen Leib und meine Seele zum Opfer hin. Sie sind dein, und deinem Dienste, deiner Verherrlichung sollen sie auf ewig geheiligt sein. Möchte nur mein Eifer, dir zu gefallen, beständiger, möchte der Gehorsam, den ich dir leiste, reiner und vollkommener sein! Aber, o mein Gott, wie weit bin ich noch von dem Ziele der christlichen Vollkommenheit entfernt! Wie vieler Nachlässigkeit und Trägheit im Guten, wie vieler Ver ⸗ gehungen und Fehler muß ich mich täglich vor deinem Angesichte be⸗ schuldigen! Habe ich wohl den vergangnen Tag in allen Absichten so zugebracht, wie es einem vernünftigen Geschöpfe, einem Christen, einem Erben der zukünftigen Herrlichkeit anständig ist? Habe ich in deiner Furcht gewandelt und die Empfindungen deiner Gegenwart sorgfältig in meiner Seele unterhalten? Habe ich mir das Beispiel meines Herrn DDDDDEEEEE 288 Feeee und der, ind un. ochmals en diese licht bei ich von er no in Um. Triebe 5 Gebet diesem eligkeit, sen und Abendgebete. 451 und Heilandes zum Muster der Nachahmung vorgesetzt und durch mein Verhalten bewiesen, daß ich ein Jünger und Nachfolger des demütigen. des sanftmütigen, des wohlthätigen und himmlischgesinnten Jesu sei? Habe ich jeden Anlaß zum Guten, jede Gelegenheit, mich selbst zu bessern und andern nützlich zu werden, begierig ergriffen, allen Reizungen zum Stolze, zur Eitelkeit, zum Zorne, zur Unzufriedenheit, zur Wollust widerstanden und mich recht sorgfältig gehütet, weder mit Gedanken und Begierden, noch mit Worten und Werken zu jündigen? Habe ich meine Zeit, meine Kräfte, meine Güter, mein Ansehn so wohl angewandt, als ich hätte thun sollen und können? Habe ich meine Pflichten gegen dich, gegen meinen Nächsten und gegen mich selbst mit der Willigkeit, mit dem Eifer, mit der Treue erfüllt, als es deine Wohlthaten und meine Schuldigkeit von mir fordern? Bin ich in einer solchen Verfassung, daß ich freudig sterben und mich einer seligen Ewigkeit getrösten könnte, wenn es dir efalen sollte, meinem irdischen Leben in dieser Nacht ein Ende u machen? 3 O Gott, wie beschämt, wie erniedrigt mich diese Prüfung! Herr, wer kann merken, wie oft er fehlet? Verzeihe mir auch die verborgenen Fehler. Gehe nicht ins Gericht mit deinem Knechte(mit deiner Magd), denn vor dir ist kein Lebendiger gerecht. Ich bekenne dir meine Sünden und Übertretungen, ich bereue sie von ganzem Herzen, ich entschließe mich, in deiner Furcht mich immer mehr von allen Befleckungen des Fleisches und des Geistes zu reinigen und meine Heiligung zu voll⸗ enden. Stärke mich selbst, o Gott, in diesem guten Vorsatze. Stehe mir in der Ausführung desselben mächtig bei. Gieb, daß ich alles, was dir zuwider ist, hasse und als das größte Übel meide und fliehe. Gieb, daß ich alles, was dein heiliger Wille von mir fordert, aufrichtig und mit Freuden thue. Laß mir den morgenden Tag heiliger sein, als den heutigen. Laß mich täglich an Weisheit und Tugend wachsen und immer mehr nach deinem Ebenbilde erneuert werden. Hege ich Neid und Haß gegen irgend einen Menschen in meinem Herzen, so laß den Schlaf ferne von mir sein, bis ich ihm verzeihe, bis ich ihm mit Auf; richtigkeit Gutes wünsche und ihm solches wirklich zu erzeigen ge⸗ neigt bin. Laß mich so einschlafen, wie ich zu sterben und dereinst vor deinem Richtstuhle zu erscheinen wünsche. Dein mächtiger Schutz bedecke mich und die Meinigen auch in dieser Nacht, damit uns kein Unglück begegne und keine Plage sich zu unsrer Wohnung nahe. Schenke mir einen sanften und erquickenden Schlaf. Laß mich morgen, wenn es dir gefällt, mit neuen Leibes⸗ und Seelen. kräften wieder aufwachen und gieb, daß ich sie nach deinem Willen und zu deiner Ehre anwende. Tröste, barmherziger Gott, tröste meine elenden Mitchristen, die in dieser Nacht durch Schmerzen und Krankheit oder andre Arten des Elends der süßen Ruhe beraubt sind und mit Verlangen auf den Anbruch des Tages warten. Stärke die Sterbenden und laß sie Gnade vor dir finden. Hindre die Werke der Finsternis. Erbarme dich der Sünder und bekehre sie. Dir, Herr mein Gott, übergebe ich meinen Leib und meine Seele, mein Leben und alle meine Schicksale. Führe mich selbst bei meiner Hand, leite mich nach deinem weisen Rat und nimm mich dereinst in deine Herrlichkeit auf. Ich bitte dich um dieses alles in dem Namen und als ein Jünger Jesu Christi, unsers Mittlers und Seligmachers. Amen. Sonntagsandacht. Sonntagsandacht. 6. Morgengebet am Sonntage. Großer und anbetungswürdiger Gott, du Schöpfer und Herr der Welt und deiner Menschen, du Urheber meines Lebens und aller meiner Glückseligkeit, du lässest mich abermals einen Sonntag erleben. Mit dem demütigsten Danke preise ich dich für alles mir von jeher ge. schenkte Gute und besonders an diesem Morgen für den mir in der ver⸗ gangenen Nacht verliehenen Schutz und die Erhaltung meines Lebens. O Gott, alle deine Wohlthaten verpflichten mich aufs stärkste, mein ganzes Leben deinem Dienste und deiner Verehrung zu widmen. Ganz vorzüglich aber bin ich dir den Teil der Zeit schuldig, den du mir dazu selbst auf eine besondere Weise angewiesen hast. Ich danke dir für die Einsetzung des Sonntages, dieses Tages der heiligen Ruhe, den du von weltlichen Sorgen und Arbeiten zu deiner unmittelbaren Verehrung ausgezeichnet hast. Wie glücklich werde ich sein, wenn ich ihn recht heilige und ihn deiner würdig zubringe! Wie viele dieser Tage habe ich auf eine thörichte, eitle Art verschwendet! O laß nicht diesen Sonn⸗ tag die Anzahl der verlornen vermehren, sondern gieb, daß ich ihn in deiner Furcht zubringe und ihn zu heiligen Handlungen und frommen Übungen anwende. Laß mich immer mehr in deiner Erkenntnis und in allen christlichen Tugenden wachsen und darin meinen Trost und Glückseligkeit finden. Dies ist der Tag, an dem der Erlöser der Welt, nachdem er für die Sünden der Menschen gestorben war, siegreich vom Tode wieder auferstanden ist. O möchte ich mich doch auch vom Tode der Sünde zum Leben der Tugend und Rechtschaffenheit erheben und nach den⸗ jenigen Dingen, die droben sind, wo er zu deiner Rechten sitzt, nach himmlischen Gesinnungen und nach einem himmlischen Wandel strebeni Gieb mir selbst Kraft, mich den Lüsten der Welt und des Fleisches zu entziehen und mein Herz zu geistlichen und himmlischen Dingen zu erheben. Laß alle meine Gedanken, meine Worte und Handlungen von diesem Augenblicke an, diesen ganzen Tag und künftig allezeit, vor dir heilig und unsträflich sein. Gieb mir, o Gott, solche würdige Begrisse von deiner anbetungswürdigen Natur und deinen großen Eigenschaften, solche erhabene Vorstellungen von deiner erschaffenden Macht und Weisheit, von deiner fürsorgenden Aufsicht auf alle deine Geschöpfe und von deiner erbarmenden Liebe und Gnade die fähig sind, in meiner Seele die Empfindungen der tiefsten Ehrerbietung gegen dich, der reinsten Liebe zu dir, der lebhaften Hoffnung und Freude an dir zu erwecken. Mache meine Seele dir selbst ähnlich und gieb, daß mein Herz durch den Einfluß deines guten Geistes er⸗ neuert und ich ein guter, ein frommer und dir wohlgefälliger Mensch werden möge. Laß mich alles, was die Religion mir vorschreibt, als das ehrenvollste, wichtigste und angenehmste Geschäft ansehen, das ich verrichten kann, und laß mich darin niemals träge und nachlässig, an deen allezeit bereit sein, dir mit Freudigkeit, Eifer und Treue zu dienen. „E· 6 ꝗ R E herr der ud aller erleben. eher ge. der ver⸗ Lebens. „ mein Ganz ir dazu für die du von ehrung )n recht ge habe Sonn⸗ ihn in ommen tis und ost und er für wieder Sünde 5 Uac „na trebeni leisches Dingen lungen ullezeit, hürdige großen ffenden e deine e fähig zietung Sonntagsandacht. 4⁵³3 Dir mein Gott, widme ich mich denn mit aller Ernsthaftigkeit und Aufrichtigkeit aufs neue an diesem Morgen. Dein bin ich, und dein wünsche ich auch auf ewig zu sein. Nimm du mein Herz, das du dir selbst gebildet hast, ganz in Besitz und gieb, daß ich dir, dem alle Dinge gehören, alles, was ich bin und habe, ohne Heuchelei ganz er Lieds Halte du mich selbst fest an dir und laß mich nichts von deiner Liebe trennen. Laß mich, o Gott, unter der beständigen Empfindung deiner Gegenwart leben und mit dir, meinem himmlischen Vater, und deinem Sohne Jesu Christo, den du zu meinem Heile in die Welt gesandt hast, in beständiger Gemeinschaft bleiben. Laß mich es fühlen, welch' eine Glückseligkeit es für mich sei, daß ich ein Christ bin, daß ich dein Wort und deine heilige Religion habe, daß ich mich mit dir durch meine häusliche Andacht unterhalten, mich mit andern Christen zum öffent⸗ lichen Gottesdienste versammeln, dadurch meine Erkenntnis, meinen Glauben und meine Tugend stärken und vermehren und mich in der seligsten Hoffnung befestigen kann, daß ich dich dereinst im Himmel werde vollkommner anbeten und verehren können. Präge mir zugleich durch die Ubungen meiner Andacht die Neigung ein, dir, dem Gütigsten unter allen Wesen, darin nachzuahmen, daß ich alle meine Nebenmen⸗ schen, die ebensowohl, als ich, deine Geschöpfe und meine Brüder sind, aufrichtig und von Herzen liebe, daß ich es nicht bloß dabei bewenden lasse, ihnen Gutes zu wünschen und mich aller Beleidigungen gegen sie zu enthalten, sondern auch bereit sein möge, ihnen, soviel in meinem Vermögen ist, alles Gute gern und willig zu erweisen. Insonderheit aber laß mich niemals diejenigen Pflichten versäumen, die meine be⸗ sondern Umstände und Verbindungen, mein Stand, mein Beruf(und Amt) von mir fordern. Gieb mir Weisheit, dasjenige zu erkennen und dem nachzustreben, was zu meiner wahren Weisheit und Glück⸗ seligteit dient. Lehre mich, das Beste meiner Seele allen irdischen Vorteilen vorzuziehen, alle meine Begierden und Leidenschaften in den gehörigen Schranken zu halten und die reizenden Tugenden der De⸗ mut, der Sanftmut, der Mäßigkeit und Zufriedenheit auszuüben, unter allen Mühseligkeiten dieses Lebens geduldig und unter allen Versuchun⸗ gen standhaft zu sein und nach der künftigen und ewigen Glückseligkeit vor allen Dingen zu trachten Segne, o gütiger Gott, alle die Mittel der Gnade, die du mir zu diesen großen Absichten gegeben hast, insbesondere die Gelegenheit, die ich heute haben werde, in der gottesdienstlichen Versammlung mit meinen Nebenchristen mich von deinem Willen zu unterrichten und dich anzubeten. Rüste deine Diener mit Weisheit und Verstand aus, gieb ihren Worten Kraft, die Herzen ihrer Zuhörer zu heiligen und dir wohlgefällige Gesinnungen zu erwecken, und laß ihren Dienst in deinem Heiligtume gesegnete Früchte bringen. 7. Gebet vor dem Gottesdienste. Der heutige Tag ist dir, o Gott, und deiner Verehrung besonders gewidmet, und dich zu verehren, ist meine höchste Seligkeit. Laß mich dies, mein gütigster himmlischer Vater, recht erkennen und diesen Tag einen Tag des Segens für mich und andre werden. Gott, wie glücklich bin ich, daß ich mich heute, von allen irdischen Geschäften und Sorgen frei, in deinem Hause mit meinen Nebenchristen versammeln kann, daß ich da über alles, woran mir am meisten gelegen Sonntagsandacht. ist, mit stillem Geiste nachdenken, mich bis zu dir, meinem Schöpfer und Vater, erheben, mich von deinem Willen unterrichten, mich im Glauben an dich und deinen Sohn Jesum stärken, mich deiner Wohl⸗ thaten und der Hoffnung der seligen Unsterblichkeit freuen und so meinen Geist nähren und zu einem bessern, höhern Leben vorbereiten kann! Dank sei es deiner weisen, väterlichen Güte, die diese Veran⸗ staltung getroffen und uns bis auf diesen Tag in dem Genusse der⸗ selben erhalten hat. O laß mich sie heute und immerdar recht würdig Nichte ne Sammle doch meine Gedanken aus der Zerstreuung. ichte sie ganz auf dich und auf den heilsamen Unterricht, den du mir durch die Lehren der Religion erteilst, damit ich dich immer besser er⸗ kennen, immer herzlicher lieben, dir immer freudiger vertrauen und deinen Geboten immer williger und treuer gehorchen lernen möge. Laß insbesondre den Gedanken von der Auferstehung und Erhöhung deines Sohnes Jesu, an welche mich dieser Tag erinnert, mich in dem Glauben an seine göttliche Lehre und im Vertrauen auf seine Ver⸗ heißungen stärken, mich zur Nachfolge seines heiligen, wohlthätigen, emeinnützigen Lebens, das einen so herrlichen Ausgang genommen at, erwecken und mir recht christliche, himmlische Gesinnungen ein⸗ flößen. Laß sich die Gewißheit seines wiedererlangten Lebens durch die kräftigsten Wirkungen seiner Lehre und seines Beispiels auch an mir und meinen Nebenchristen offenbaren und mich diesen Tag nicht zurück⸗ legen, ohne an demselben etwas Gutes gelernt, und mehr Erkenntnis der Wahrheit, mehr Liebe und Kraft zur Tugend und Frömmigkeit, mehr Weisheit zur Führung des gegenwärtigen und mehr Fähigkeit zum Genusse des zukünftigen Lebens erlangt zu haben. Dein Segen, Gott, begleite alles, was ich heute denken, reden, lesen und hören werde, damit es reiche Früchte der Besserung und der Beruhigung in mir hervorbringe durch Jesum Christum. Amen. 8. Nach dem Gottesdienste. Barmherziger. gütigster Gott, wie oft kann ich mich in deinem Hause und zu deiner Verehrung mit meinen Nebenchristen versammeln! Wieviel Unterricht, wieviel Trost, wieviel Ermunterung zum Guten kann ich da erhalten! Und wie weise, wie tugendhaft, wie glücklich müßte ich nicht sein und werden, wenn ich mir diese Mittel der Besse⸗ rung und Beruhigung recht zu nutze machte! Wie viele Vorzüge habe ich nicht in dieser Absicht vor so vielen von meinen Brüdern, die weder dich noch den du gesandt hast, Jesum Christum, kennen, oder die noch in den Fesseln des Aberglaubens schmachten und nur ein sehr geringes Maß der Erkenntnis der Wahr⸗ heit haben! Wie weit sollte ich sie denn nicht auch an Weisheit, an christlicher Rechtschaffenheit und Tugend, an herzlicher Liebe zu dir und zu allen Menschen, an Zufriedenheit und Seligkeit übertreffen! Und wie sehr würde es mich dereinst beschämen, wenn es sich finden sollte, daß jene ihrem schwachen Lichte getreuer gefolgt sind, als ich dem weit hellern Lichte, das du über mich leuchten lässest! Wie groß würde da meine Verantwortung, wie schwer, wie gerecht meine Strafe ein! Gott, dieser Gedanke bekümmert und verwirrt mich. Ich kann es nicht leugnen, daß ich noch weit von dem Ziele der christlichen Voll⸗ kommenheit entfernt bin, daß ich es oft wohl gar aus dem Gesichte verliere, daß ich mich demselben nur mit langsamen, wankenden GCICCICC.& Schöpfer mich im r Wohl⸗ und so ebereiten Veran⸗ usse der⸗ t würdig treuung. du mir esser er⸗ uen und nöge. rhöhung in dem ine Ver⸗ hätigen, nommen gen ein⸗ hurch die an mir t zurück⸗ kenntnis migkeit, yähigkeit Segen, id hören gung in m Hause immeln! 1 Guten glücklich er Besse⸗ o vielen „Jesum laubens rWahr⸗; heit, an zu dir rtrefsen! finden als ich zie groß Strafe kann es n Voll⸗ Gesichte nkenden Sonntagsandacht. 4⁵⁵ Schritten nähere. Ich höre wohl die Lehren der Religion und des Ehristentums, die du uns verkündigen lässest, ich muß sie für wahr und gut erkennen, höre sie vielleicht mit Wohlgefallen und wünsche wohl, ihre Kraft zu erfahren und so zu leben, wie Christen leben sollen, aber dabei lasse ich's nur gar zu oft bewenden, denke nicht weiter darüber nach, und dann kommen Zerstreuungen. Geschäfte und Sorgen dieses Lebens, Leichtsinn und Trägheit und löschen alle diese guten Eindrücke wieder aus. Gott, laß mich doch nicht mehr so unbedachtsam handeln und deine Wohlthaten so schändlich mißbrauchen. Laß mich die Lehren der Wahrheit in einem feinen guten Herzen bewahren, sie oft und anhal⸗ tend überlegen, sie in der Kirche und zu Hause mit aller Unparteilich⸗ keit auf mich selbst anwenden und ihrer Kraft zu meiner Besserung niemals widerstreben oder Hindernisse in den Weg legen. Gieb, daß ich und alle, die das Glück haben, dich und deinen Sohn Jesum zu kennen, uns desselben durch einen tugendhaften, heiligen Wandel immer würdiger machen. Laß dies Glück auch denjenigen zu teil werden, die es noch entbehren müssen. Laß die Siege der Wahrheit über den Irrtum, der Tugend über das Laster, der Freiheit über die Knechtschaft, des vernünftigen christlichen Gottesdienstes über den Aberglauben immer mannigfaltiger und herrlicher und die Menge sowohl, als die Recht⸗ schaffenheit deiner Verehrer immer größer werden. Segne uns alle mit Weisheit und Tugend und christlicher Frömmigkeit, mit der Freude des Recht⸗ und Wohlthuns und der getrosten Hoffnung eines bessern, ewigen Lebens, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 9. Abendgebet am Sonntage. N*4 einmal an dem heutigen Abend erhebe ich mein Herz zu dir, Gott, meines Herzens Trost und mein Teil in Ewigkeit, um mich deiner Wohlthaten dankbar zu erinnern und dich um die Fort⸗ dauer deiner Güte und Liebe anzuflehen. Dank sei dir für die er⸗ neuerte Gelegenheit, die ich diesen Tag gehabt habe, dich in deinem Hause anzubeten, mich mit meinen Nebenchristen öffentlich zu deinem Dienste zu vereinigen, dein heiliges Wort zu hören und dadurch unterrichtet, zur Tugend erweckt, gestärkt und getröstet zu werden. Gieb mir, o Gott, die Gnade, daß ich nun auch künftig die Er⸗ weckung zum Guten, die du mir heute verschafst hast, mir adddr u nutze machen möge und es nicht bloß bei dem Hören bewenden asse sondern durch die That beweise, daß ich sie zu meiner Besserung an⸗ wende. Mache mich durch deinen Geist geschickt, daß ich der Würde eines Christen, eines durch Jesum Erlöseten, eines Erben der ewigen Seligkeit gemäß lebe, gemäß meinem Stande und Berufe worein du mich gesetzt, gemäß den Pflichten, die du mir auferlegt hast, gemäß den Verheißungen, die ich zu erwarten habe. Präge deine Gesetze so tief in mein Herz, daß die Wahrheiten, die ich heute gehört, meinem Gedächtnisse getreu und sowohl zum bessern Unterrichte meines Ver⸗ standes, als zur weisern Einrichtung und Regierung meiner Gesin⸗ nungen und meines Lebens mir immer lebhaft und gegenwärtig bleiben. Vergieb es mir, gütigster Vater, daß meine Andacht auch heute mit so vieler Unvollkommenheit begleitet gewesen ist. Vergieb mir die Trägheit und Lauigkeit meiner Empfindungen, die Zerstreuung meiner Gedanken, die wenige Aufmerksamkeit auf deine Gebote. Wie 456 Sonntagsandacht. beschämt bin ich, wenn ich daran gedenke, wie wenig sich mein Herz im Gebete und Danke zu dir zu erheben wußte, mit welcher Gleich⸗ Borichrir ich deine Gnadenverheißungen angehört und auf deine orschriften geachtet, wie wenig ich die Sünde verabscheut, den Wert meiner Seele, die Wichtigkeit eines ewigen Lebens und die Hoheit der zukünftigen Herrlichkeit und Glückseligkeit empfunden und geschätzt habe, die einst denjenigen, die dich wahrhaftig lieben, gewiß u teil werden wird! O gieb, daß ich die künftigen Sonntage immer eiliger zubringen, daß ich immer weiser und ernsthafter, andächtiger und himmlischgesinnter werden möge, als ich bisher gewesen bin. Gieb mir mehr Lust zu deinem Worte. Laß mich immer mehr die Freude und den Frieden schmecken, die die gewissen Folgen einer immer zunehmenden Gemeinschaft mit dir sind. Reinige und heilige meine Begierden. Laß mich die irdischen Dinge nicht so lieben, als wenn die Welt meine einzige Glückseligkeit wäre und ich keine weitre Aussicht auf ein besseres Erbteil hätte, sondern lehre mich erkennen, daß ich hier keine bleibende Stätte habe und daß ich dem Himmel und der Ewigkeit N eile, wozu ich mich hier in meinem ganzen Leben vorbereiten soll. Laß mich durch ein tägliches Wachstum im Guten dieses meines ewigen Erbteils immer fähiger werden und hilf mir alle Schwierigkeiten, Hindernisse, Ge⸗ fahren und Versuchungen überwinden, die mir auf meinem Wege zum dönnen. begegnen und mich meines großen Ziels verlustig machen önnen. Für alle deine Gnade, o Gott, die du mir an meiner Seele er⸗ wiesen, für die wohlthätige Veranstaltung, die d in der christlichen Religion zu meiner Erlösung, zu meinem Unterrichte, zu meiner Besse⸗ rung, zu meiner Begnadigung und Seligkeit durch deinen Sohn Jesum Christum getroffen hast, preise ich dich demutsvoll an diesem Abend. Auch für die vielen irdischen Wohlthaten, womit du mich täglich über⸗ häufst, und besonders für die mir an diesem zurückgelegten Tage ver⸗ liehene Erhaltung und Segnungen bringe ich dir von Herzen Lob und Dank. O laß die Empfindung deiner unverdienten Güte stets mein Herz rühren und gieb, daß ich dich nicht bloß durch meine Worte sondern auch vornehmlich durch ein frommes Leben preise. Und nun, o Gott, nimm mich auch diese Nacht in deinen gnädigen Schutz. Behüte mich vor allem ÜUbel und Gefahr und erquicke mich durch eine sanfte und stärkende Ruhe. Dir empfehle ich alle meine Verwandten und Freunde. Thue ihnen Gutes und segne sie mit allen denjenigen geistlichen und leiblichen Gütern, wovon du weißt, daß sie derselben am meisten bedürfen. Stehe den Unglücklichen und Leiden⸗ den bei, gieb ihnen Geduld und Ergebung in deinen Willen und befreie sie von ihrem Elende durch deine Hilfe und göttlichen Tröstungen, deren du so viele hast. Laß alle meine Mitchristen, laß das ganze menschliche Geschlecht deiner wohlthätigen Güte empfohlen sein und breite Erkenntnis, Wahrheit und Frömmigkeit unter allen Menschen aus. Siehe mit Gnade auf unser Vaterland herab. Flöße unserm Landesherrn und allen seinen Räten und Obrigkeiten Liebe und Hochachtung gegen Religion und Tugend, Weisheit und Gerech ⸗ tigkeit ein und leite seine und ihre Ratschläge auf das allgemeine Beste. Vergieb die Sünden unserm Volke und wirke unter uns all⸗ gemeine Besserung. Gieb den Dienern der Religion Geist und Ver⸗ stand und laß ihrerseits die Sache des wahren Christentums durch CIIIIIIIRRRNNEE 28. PIIs.rnrncer in Herz Gleich⸗ f deine it, den ind die n und gewiß immer ächtiger n bin. mehr n einer e und icht so e und ondern und mich rch ein immer e, Ge⸗ e zum nachen Hlchn ichen Besse· Jesum lbend. über⸗ e ver⸗ b und mein Vorte idigen mich Erweckung zum frommen Sinn und Wandel vor Gott. 457 nützlichen Unterricht und ein exemplarisches Leben befördert werden. Erhöre, gütigster Gott und Vater, dies mein demütiges Gebet, um Jesu Christi willen. Amen. Tägliche Erweckung zum frommen Sinn und Wandel vor Gott. 10. Vertrauen auf Gott und rechtmäßige Gesinnung gegen ihn. Boarmherzigen Vater und Schöpfer der Menschen, von dir allein muß ich alles, was zur Nahrung, Bekleidung und Erhaltung meines Leibes und Lebens und überhaupt zu meinem ganzen Glücke in Zeit und Ewigkeit notwendig und ersprießlich ist, erwarten, und ich kann dies auch, nach deiner gnädigen Zusage, bei einem redlichen Gehorsam gegen deine Gesetze erwarten. In deine allmächtigen treuen Vaterhände lege ich daher alles, was du mir von irdischen Gütern, an Bequemlichkeit, Vergnügen und Ehre verliehen hast, in Demut nieder. Dank sei dir, Vater, für den fröhlichen Genuß, den du mir davon bisher, wider alles mein Verdienst, geschenkt hast. Durch deine Gnade will ich mich bereit erhalten, dies alles, wenn du es befiehlst, sreudig wieder hinzugeben. Ja, ich bitte dich herzlich, laß mir alle meine irdischen Vorteile nicht einen Augenblick länger, als es mit Be⸗ wahrung und Stärkung meines Glaubens und guten Gewissens be⸗ stehen kann. Laß keinen meiner Wünsche und Begierden, wovon du, nie irrende Weisheit, einsiehst, daß sie thöricht sind und meiner unsterb; lichen Seele zum Fallstrick und Verderben gereichen, so schmeichelhaft sie auch immer sein mögen, erfüllt werden, sondern vereitle sie alle. Ehe du, o Vater meiner Seele, zulässest, daß ich, nach so unermeßlichen, unaussprechlichen, unzähligen Wohlthaten, die du mir erwiesen hast, in irgend eine vorsätzliche Sünde gegen dich falle, oder daß meine Andacht und Christentugend eine Abnahme leide, nimm mir lieber, so bitter und peinlich es mir auch immer sein mag, meine Gesundheit, meine Bequemlichkeit, mein irdisches Vermögen,(meine Ehrenstellen in der Welt,) und belege mich dagegen mit schmerzhafter langwieriger Krank; heit, bittrer Armut, unschuldiger Verachtung und andern Leiden dieses bald, bald vorübereilenden Lebens. Nur bitte ich dich in⸗ brünstig, laß mich nicht meine Leiden etwa durch Unmäßigkeit, durch Lieblosigkeit oder sonst eine Verletzung meiner Pflichten selbst ver⸗ ursachen. Und wenn dann ein Leiden aus deiner Hand über mich kommt oder auch etwa durch meine Schwachheit verursacht würde, so laß es mich, nach deiner väterlichen Absicht, in der Beherrschung aller unordentlichen Begierden, in dem himmlischen Sinn, in der aller⸗ seligsten Kunst, deinen Willen schlechterdings zu dem meinigen zu machen, befestigen und stärken und meiner Seele die himmlischen Früchte einer festgegründeten, geübten, gestärkten Tugend geben. Laß mich auch auf den Fall vorbereitet sein, wenn du von mir für den Dienst der Wahrheit und der Tugend meine irdischen Vorteile(meine Güter, mein Amt, meine Ehrenstellen und selbst mein Leben) zum Opfer fordern und mich in die Umstände führen solltest, wo ich, um ein unverletztes Gewissen zu bewahren, meine Vorzüge und Bequem⸗ 4⁵⁸ Erweckung zum frommen Sinn lichkeiten aufgeben und mich drückenden Umständen bloßstellen müßte. So soll denn von nun an alles, was irgend einer Verdrießlichkeit oder mürrischen Klage über deine Regierung ähnlich sieht, mir abscheulich, und aus meinem Herzen und Munde verbannt sein. Dagegen will ich mich treulich bestreben, alle Mühseligkeiten dieses Lebens, die Be⸗ schwerden eines siechen Leibes, und was du mir sonst an andern Trüb⸗ salen hinzufügen möchtest, nicht allein mit demütiger Ergebung in deinen Willen, sondern auch als Erhörung meiner frommen Gebete und als wahre Wohlthat mit einem dankbaren und heitern Herzen zu tragen und zu meiner immer größern Reinigung und Besserung an⸗ zuwenden. Auch will ich mich befleißigen, ein aufgeräumtes, freund⸗ liches Wesen im Umgange mit meinen Nebenmenschen immer mehr an⸗ zunehmen, um dadurch deiner göttlichen Regierung in der Welt Ehre und meinen Nebenmenschen Freude zu Siachz Wie viel tausendmal habe ich dir mein Gott, zu danken Ursache gehabt, daß du ehedem diejenigen Wünsche vereitelt, diejenigen Absichten mich nicht hast er⸗ reichen lassen, die mir damals so angenehm waren und mir zu meinem Wohl unentbehrlich schienen! Hättest du mich das vermeinte Glück erlangen lassen, das ich so ängstlich und rastlos suchte, hättest du mir die Vorteile gewährt, die ich als mein Glück so sehnlichst wünschte, so wäre mein ganzes irdisches und ewiges Wohl zernichtet. Dies sehe ich jetzt ein, da der Ausgang deiner weisen und gütigen Führungen vor mir liegt. O dies stärke mich, daß ich schlechterdings keinen andern Willen habe, als den deinigen, daß ich bei allen meinen Wünschen und Hoffnungen, bei allem meinem Thun und Vornehmen mit meinem Erlöser sage:„Gott, nicht mein, sondern dein Wille geschehe!“ daß ich allezeit und unter allen Umständen dich kindlich fürchte, liebe und dir vertraue und mit deiner väterlichen Regierung immer zufrieden, ruhig und dankbar bin. Amen. 11. Demutsübung. Drch deine Gnade, du heiligstes und vollkommenstes Wesen, will ich es stets zu meinem Hauptgeschäfte machen, meine Seele von allem Kote und Schlamme des für mich so thörichten und dir so abscheulichen Stolzes zu reinigen. Ach, noch immer ist in meinem Herzen ein so trauriger Überrest dieser schändlichen und schädlichen Gemütsart und der ehemaligen bösen Gewohnheit und Fertigkeit vorhanden, der mich an der Ausübung einer jeden Tugend so sehr hindert und mich in so manche und selbst grobe Fehltritte stürzt. So will ich denn(du, Gott, einziger Geber aller meiner Kraft zum Guten, wirst mir helfen), so will ich denn mir die Betrachtung und Empfindung immer gewohnter, geläufiger und kräftiger zu machen suchen, daß ich in allen, auch den kleinsten und unerheblichsten Dingen nur von dir abhange und alle meine Kräfte und Gaben nur von dir empfangen habe, daß ich sie nur dazu empfangen habe, um dadurch Vergnügen, Ruhe und Wohlfahrt in deiner Familie, unter meinen Nebenmenschen, auszubreiten, und daß ich folglich ein schänd⸗ licher Rebell in deinem liebedollen Reiche werde, wenn ich irgend eine dieser deiner Kräfte und Gaben dazu mißbrauche, irgend einen deiner Menschen ohne Not und Recht zu kränken, zu betrüben, zu belei⸗ digen und zu beschädigen, daß ich nur eine gar sehr geringe Brauch⸗ barkeit in deinem Dienste habe, vielleicht auch meine eigne Nach⸗ FRBei rY* müßte. keit oder scheulich, jen will die Be⸗ n Trüb⸗ hung in bete und rzen zu Uung an freund⸗ ũiehr an⸗ elt Ehre sendmal ehedem hast er⸗ meinem te Glück du mir schte, so sehe ich gen vor andern zünschen 1, ruhig n, will ele von dir so meinem ädlichen ertigkeit so sehr stürzt. aft zum ng und machen Hlichsten hen nur be, um „ unter schänd⸗ nd eine deiner uU belei⸗ Brauch⸗ Nach⸗ und Wandel vor Gott. 459 lässigkeit und Trägheit schuld daran ist, daß ich nicht nützlicher bin und daß hingegen so viele Hunderte meiner Nebenmenschen viel größere Kenntnisse und Geschicklichkeiten besitzen und deinem Reiche weit mehrere und wichtigere Dienste leisten, daß der Tadel und die Wider sprüche, die ich von andern erfahre, in deiner Hand Segnungen werden und Mittel sind, meine Einsichten zu vermehren, meine Gesinnungen und Handlungen zu bessern und mich in so mancher Tugend zu er⸗ wecken und zu üben, daß die wahre Ehre nicht in den meist leicht⸗ sinnigen, veränderlichen und nichtsbedeutenden Urteilen der Welt, sondern nur in dem Ruhme vor dir, in deinem Beifalle und Wohl⸗ gefallen besteht, und insbesondre, daß ich durch mein ehemaliges sichres, böses Leben und durch meine noch immer fortdauernden großen und vielfältigen Mängel, Schwachheiten und Fehltritte von dir nicht allein gar nichts Gutes, sondern vielmehr Strafe verdiene. Ach, wie würde es mit mir stehen, wenn du mit mir nach Gerechtigkeit, ohne Erbarmung verfahren wolltest! Herr, mein Gott, thue du durch deine allwaltende Vorsehung, sollte es mir auch die kränkendsten Ur⸗ teile und Verachtungen meiner Nebenmenschen kosten, thue alles, so bitter und peinlich mir es immer sein mag, um diesen Stolz, den ich hasse, aber doch immer so sehr in mir fühle, zu demütigen und all⸗ mählich mit der Wurzel auszurotten. Gieb jenen Betrachtungen die Kraft in meinem Herzen, daß ich dadurch alle Regungen der Unzu⸗ friedenheit und Verdrießlichkeit bei den Mühseligkeiten und Trübsalen meines Lebens, alle Regungen einer aufblähenden Meinung von meinen Einsichten, Gaben und Vorzügen, einer verächtlichen Meinung von meinen Nebenmenschen, und insbesondre von denen, die mit mir in einerlei Geschäfte(oder Amte) arbeiten, der Unleidlichkeit bei den Wider⸗ sprüchen und dem Tadel andrer, einer verächtlichen Beurteilung meiner Rebenmenschen, und besonders derer, die sich mit mir um einerlei Sache und Vorteil bewerben, der übergroßen Begierde nach Ruhm und Beifall vor der Welt, alle Regungen eines gebieterischen und auf⸗ fahrenden Wesens sogleich mit unerbittlicher Strenge aus meiner Seele verbanne. O Vater, jene uneingeschränkte, unverbrüchliche Unter⸗ werfung unter dich, jene bescheidene Meinung von mir selbst, jene liebevolle Beurteilung und aufrichtige Wertschätzung meiner Neben⸗ menschen, jene christliche Gelassenheit und Folgsamkeit bei den auch ungerechten und bittern Widersprüchen und dem Tadel andrer, jener sanste, gefällige, menschenfreundliche Gebrauch aller meiner Kräfte und Gaben, diese echte Demut deines Sohnes und meines Herrn, ach, diese Zierde meiner Seele, diese Grundlage aller meiner Tugenden laß immer W 2 2 Eigentum werden. Darum bitte ich dich um Jesu Christi willen. Amen. 12. Um Keuschheit und Mäßigkeit. Ue der Aufsicht deiner schützenden Vorsehung, mein Gott und Vater, und unter den Einflüssen deiner herzlenkenden, bessernden Kraft will ich zu allen Zeiten meine christliche Mäßigkeit und Keusch⸗ heit zu bewahren und zu stärken trachten. Alle Gelegenheiten zu jenen unwürdigen, schimpflichen, viehischen Lüsten, alle neugierigen Anblicke und allen unvorsichtigen Genuß der Nahrung will ich mit aller Sorgfalt, aber auch mit aller christlichen Klugheit zu vermeiden suchen. Da, wo ich diesen Gelegenheiten und Gefahren nicht ausweichen 460 Erweckung zum frommen Sinn kann, ohne mich in Angstlichkeit, Mutlosigkeit, Bestürzung und öftere Versuchung zu setzen oder irgend eine meiner Pflichten zu unh em lässigen oder zu übertreten, da will ich ihnen getrost und mutig ent⸗ gegengehen und suchen, mich daran zu gewöhnen und die gefährlichen Eindrücke davon auf meine Seele zu verringern. Du, allwissender Vater, der du weißt, daß ich es nicht aus Selbstvermessenheit oder Kühnheit thue, sondern in der frommen Absicht, deinen Willen desto besser, leichter und freudiger zu üben, du wirst mich gewiß mit deiner Gotteskraft da nicht verlassen und mich der Sünde zur Beute nicht hingeben. Mit einem demütigen herzlichen Danke nehme ich zu meiner Stärkung die trostvolle Zusage deines Evangelii an, daß du die un. willkürlichen Regungen dieser und andrer mir abscheulichen Gedanken und Begierden, die ich hasse, bekämpfe und zu verhindern suche, mir um Jesu Christi willen gar nicht zurechnest, hingegen jeden treuen Kampf dawider mit einem höhern Grade deines Beifalls und deiner Vaterliebe belohnest. Hierdurch gestärkt, will ich also alle mutlose Furcht und Angstlichkeit verbannen und sie übersehen und verachten, aber auch durch deine Gnade, mein Gott, ihnen nicht den geringsten Aufenthalt in meiner Seele gestatten, sondern sie augenblicklich durch Gebet, durch Nachdenken und Betrachtung oder auch durch heilsame Beschäftigung, mit Haß und Abscheu in ihrer ersten Geburt ersticken und diesen treuen, edlen, christlichen Glaubenskampf, erquickt und ge⸗ stärkt durch das fröhliche Bewußtsein, daß du der liebevolle Zeuge und Richter desselben bist, mit unverbrüchlicher Treue fortsetzen. Und so will ich mich von ganzem Herzen bestreben, daß ich dir heute und jederzeit mit einer ganz unbefleckten Reinigkeit der Seele, der Rede und des Wandels diene und dir durch Jesum Christum wohlgefalle. Auch bitte ich dich um die Gnade, mich so zu regieren, daß ich die Speisen, den Trank und die Nahrungsmittel, die deine Vaterliebe mir schen⸗ ken wird, jederzeit mit aller Vorsicht, Selbstbeherrschung und Ent⸗ haltsamkeit zu mir nehme, damit ich ja nicht selbst deine Geschenke schändlicherweise mißbrauche, meine christliche Arbeitsamkeit, Andacht, Keuschheit und andre Tugenden deines Gesetzes zu hindern und zu erschweren. Mit solcher christlichen Mäßigkeit will ich denn dein kostbares Geschenk, meine Gesundheit und Leben, zu erhalten, zu benutzen, dir meine herzliche Dankbarkeit für deine väterliche Für⸗ sorge zu beweisen und meine Andacht und christlichen Tugenden auf eine edle Art zu bewahren und zu üben suchen. Lehre mich, Vater, eben solche Mäßigkeit auch in dem Gebrauche aller deiner andern irdischen Güter, aller auch unschuldigen Vergnügen des Lebens, die du mir gönnest. Mit dem lebhaften Gefühl der Geringfügigkeit und Vergänglichkeit aller, auch der besten irdischen Güter, und mit der standhaften Entschlossenheit, sie auf deinen Befehl in deine wohl⸗ thätige Vaterhand gern zurückzugeben, will ich sie besitzen und ge⸗ nießen, als ein Christ, der unendlich bessre Güter kennt. und für eine selige Ewigkeit arbeitet. Stehe du mir dazu bei durch Jesum, meinen Erlöser. Amen. 13. Um brüderliche Liebe, Mitfreude und Mitleid. Nnn und gnädiger Gott und Schöpfer deiner Menschen! Un. endlich gütiger und wohlthätiger Regent der ganzen Welt! Jedes rechtmäßige Vergnügen meiner Nebenmenschen ist ein Geschenk deiner m ch G 9 di V W w d öftere vernach⸗ tig ent⸗ hrlichen issender eit oder en desto t deiner te nicht meiner die un. edanken he, mir treuen deiner mutlose rachten, ingsten h durch eilsame ersticken Un⸗ Jedes deiner und Wandel vor Gott. 461 algemeinen Vaterliebe. Neid, Mißgunst. Schadenfreude machen mich folglich zu einem Rebellen in deinem liebevollen Reiche. Durch diese feindseligen Leidenschaften werde ich den niedrigsten und unwürdigsten Geschöpfen, ja dem Teufel und seiner höllischen Gesellschaft ähnlich und in den allerunseligsten Zustand gestürzt, wo ich, ohne Gottes⸗ lästerung, von dir keine Gnade und Anteil an dem Verdienste deines Sohnes erwarten kann. Weit weit größere Ehre und Freude schafft es mir, wenn ich mit Selbstüberwindung das Vergnügen meiner Nebenmenschen empfinde, als wenn ich den glänzendsten Ruhm und den lautesten vollsten Beifall und Lob der ganzen Welt erhielte. Und je mehr Selbstüberwindung mir diese Tugend kostet, desto edler und wichtiger ist sie nach deiner liebreichen Schätzung, und allen den Ver⸗ lust, den ich je an eignem irdischen Ruhme, Bequemlichkeit und andern Gütern der Erde erleiden kann, ersetzet sie mir durch den höhern Grad deines Beifalls und deiner Vaterliebe unendlich. Durch diese Betrachtungen göttlich gestärkt, will ich mir denn jene höllischen Leiden · schaften, Neid, Mißgunst und schadenfrohes Wesen, immer verhaßter und abscheulicher machen und sie, wenn sie sich in meiner Seele regen, mit aller Macht daraus verbannen. Hingegen will ich mich immer mehr an eine zärtliche, christlich⸗brüderliche Teilnehmung bei der Not meiner Nebenmenschen zu gewöhnen suchen, sie als die meinige ansehen und fühlen, sie auf alle mir mögliche Art, mit Gelde, durch thätigen Beistand und vornehmlich mit meinen Kräften und Gaben zu erleichtern oder zu endigen suchen und mich in die Bereitschaft versetzen, sie ihnen, wenn es deiner Weisheit so gefiele, abzunehmen und an ihrer Stelle zu tragen. Zu diesem Ende will ich, soviel immer möglich ist, keinen Armen, der sich an mich wendet, gehen lassen, ohne ihn selbst zu sprechen. Kann ich ihm gleich nicht helfen, so kann ich ihm doch vielleicht Mut und Trost einsprechen, und so hilft er doch mir, durch diesen Anblick seiner Not dankbarer gegen dich, meinen wohlthätigen Gott, der du mich von ihm ohne mein Verdienst so liebreich unterschieden hast, und gegen deine Menschen mitleidiger u werden. Insbesondre aber will ich mich, weil mir dies am schwersten wird, immer mehr befleißigen, jedes rechtmäßige Vergnügen meiner Nebenmenschen, besonders derer, die mit mir einerlei Stand, Amt und Vorteil haben, vornehmlich da, wo es meinen eignen irdischen Ruhm und Ehre verdunkelt und meine irdischen Vorteile verringert, als mein eigenes Vergnügen mit Freude zu empfinden, ihr Bestes auf alle mir mögliche Art, durch gelegentliche rühmliche Urteile, Warnung vor Schaden, Vereitlung böser Anschläge gegen sie, durch nützliche Rat⸗ schläge und Nachrichten, Empfehlungen und auf andre Weise zu sichern und zu befördern, auch, wenn das Gespräch hierauf in Gesellschaft fällt, durch geflissentliche Fortsetzung desselben meinen Neid zu kränken und meine brüderliche Gemütsart zu stärken suchen. Herr, mein Gott, hilf mir auch hierin die traurigen ÜUberreste meines ehemaligen bösen, un⸗ christlichen Lebens immer mehr vernichten. Gieb mir Gegenwart des Gemüts und Weisheit, daß ich diese Christentugend nicht bloß zur Hälste ausübe, nicht bloß mein Herz vom Neide reinige, sondern auch die noch so sehr, sehr schwache zärtliche Mitfreude stärke und die Mittel dazu immer besser erkenne und immer treuer und glücklicher an⸗ wende. Um Jesu Christi, deines Sohnes, des größten Menschenfreundes willen, bitte ich dich hierum. Amen. 462 Erweckung zum frommen Sinn 14. Um Nachsicht, Sanftmut, Leutseligteit und Langmut. o ist ein solcher Gott, wie du bist, der Sünden vergiebt, der mit den Sündern nicht nach Verdienst verfährt und die so oft wiederholten Fehltritte und Schwachheiten der Menschen mit unbe⸗ greiflicher Geduld und Schonung trägt? O laß mich doch, mein Gott, durch die dankbare Erinnerung des unermeßlichen Reichtums der Lang⸗ mut, der Vatertreue, der Nachsicht, der Herablassung, der Leutseligkeit und Freundlichkeit, die du mir um Jesu Christi willen geschenkt hast und noch immerfort schenkst, erweckt und göttlich gestärkt werden, mich von aller auffahrenden Heftigkeit, Ungestüm und Hitze, die einem Unter⸗ than und Kinde des so herablassenden sanftmütigen, freundlichen Gottes und einem Erlösten des so sanftmütigen Heilandes äußerst, äußerst schimpflich ist, zu reinigen, diesen bösen Regungen mit aller Wachsamkeit den Eingang in meine Seele Re verschließen, und wenn sie sich da einfinden, mir alsdann keine Rede und That eher zu er⸗ lauben, bis ich die Sache dir im Gebet eben Hans und mir da eine bestimmte Art des Verfahrens vorgeschrieben habe. Ja⸗ mein Gott, unter deinem Beistande will ich mich als ein Christ befleißigen sowohl bei den Unordnungen und Vergehungen derer, die mir untergeben und von mir abhängig sind, als auch bei allem dem, was mir bei meinen Nebenmenschen unangenehm und verdrießlich ist. mich an eine immer größere Nachsicht zu gewöhnen, die nötigen Erinnerungen, Beweise und Bestrafungen die ich andern zu geben habe, mit einem sanften und leutseligen Wesen zu geben, in der Belehrung, Bearbeitung und Besserung der Irrenden und Fehlenden nie zu ermüden, aber auch, soviel immer möglich, die sanften Mittel den strengen vorzuziehen und überhaupt so sanft gegen andre, als strenge gegen mich selbst, zu sein. Amen. 15. Um christliche Gefälligkeit und Freundschaft. Alles das, mein Gott, was irgend einem meiner Nebenmenschen, ohne Not und Recht, nur einen mißvergnügten Augenblick ver⸗ ursacht, will ich mir immer verhaßter und abscheulicher zu machen und alles mürrische, verdrießliche und unfreundliche Wesen immer mehr und mehr abzulegen suchen. Dagegen will ich mich(hilf du mir selbst dazul) immer mehr gewöhnen, a es, was irgend einem meiner Neben ⸗ menschen ein rechtmäßiges Vergnügen und unschuldige Freude macht, auch in Kleinigkeiten zu bemerken, und dies will ich nicht etwa aus Schmeichelei und Menschengefälligkeit, sondern durch die edle Begierde angetrieben, dir, mein Gott, ähnlich zu werden und deine Menschen zu vergnügen, mit aller Treue und Lust ins Werk richten. Nicht allein in großen und wichtigen Dingen, sondern auch in Kleinigkeiten gütig,‚ sanft und freundlich zu sein, andern wohlzuthun auf die gefälligste Weise, die Ehre meiner Nebenmenschen mit der größten Zärtlichkeit zu behandeln und allezeit wohl eingedenk zu sein welche schmerzende Kränkungen andern durch die Verletzung ihrer Ehre und ihres guten Namens verursacht werden, den großen Zweck, zu vergnügen und wohl⸗ zuthun, stets vor Augen zu haben. Das, das ist Ehre, Ruhm und Glück für mich, einen Christen, der berufen ist, Segen von dir zu empfangen und Segen unter deine Menschen zu verbreiten. O Golt, laß mich dies bei keiner Gelegenheit vergessen. Amen. iut. ebt, der ie so oft it unbe⸗ in Gott, er Lang⸗ tseligkeit enkt hast en, mich n Unter· indlichen äußerst, nit aller id wenn r zu er; da eine in Gott, sowohl ben und meinen e immer eise und ten und ng und er auch, zuziehen elbst, zu tenschen, lick 920 hen und er mehr ir selbst Neben · macht, wa aus Zegierde schen zu t allein 1 gütig, fälligste hleit zu lerzende 5 guten d wohl· jm und dir zu Golt. und Wandel vor Gott. 463 16. Um christliche Liebe gegen Feinde. Seltien mir auch, mein Gott, unter deiner allwissenden und väter⸗ lichen Vorsehung Beleidiger, auch grobe Beleidiger und Feinde begegnen, o so laß mich, so will ich, aus herzlicher Dankbarkeit für deine ganz unermeßliche Gnade, die mir solche Beleidigungen, wo⸗ gegen auch die gröbsten Feindseligkeiten der ärgsten Bösewichter ge⸗ gen mich nicht zu rechnen sind, um Jesu Christi willen ganz vergeben hat, auch meinen ärgsten Feinden sogleich und von ganzem Herzen vergeben, ihnen alles Gute aufrichtig gönnen und anwünschen, jeden nur möglichen Dienst ihnen gern leisten und, nach dem Muster meines Herrn Jesu Christi, durch Wohlthun und Liebe sie zu besiegen trachten. Diese Gesinnungen, barmherziger und verzeihender Gott, verleihe, er⸗ halte und befestige in mir zur Ehre deines Namens und deiner heiligsten Religion und zu meiner eignen Ruhe und Seligkeit. Amen. 17. Um Heiligung der Reden und des ganzen Betragens. Laß mich, o Gott, stets bedenken, daß auf mein Verhalten im Um⸗ gange mit andern Menschen so viel ankommt und daß üble Reden nicht selten eben so viel Unheil stiften, als üble Thaten. Gieb, daß ich mich daher bei meinen Reden und in meinem ganzen Betragen, sowohl bei den Geschäften meines Standes(und Amtes) als im Um⸗ ange mit andern, einer strengen Überlegung immer mehr befleißige. Laß mich da, nach dem Muster deiner Treue und Wahrhaftigkeit, die allerstrengste christliche Aufrichtigkeit üben und mir nicht das geringste unwahre Wort gestatten, auch über mein Herz fleißig wachen, daß nicht etwa der Aufang der Heuchelei sich bei mir einschleiche, das zu scheinen, was ich nicht bin, oder es mehr zu scheinen, als ich's bin. Ja, unter deinem Beistande fasse ich hiermit die feste Entschließung: Allenthalben soll mich der christlich⸗liebevolle Geist in. der Beurteilung meiner Nebenmenschen regieren, daß ich nie eine Unwahrheit, nie etwas er⸗ dichtetes Böses oder Nachteiliges von ihnen sage, daß ich ihre Mängel, ehler und Vergehungen auf jede rechtmäßige Art unterdrücke und ver⸗ erge, daß ich davon nie ohne Not, nie anders als zu irgend einer guten Absicht, und immer mit einem innern Widerwillen, immer mit dem Wunsche, das Gegenteil sagen zu können, spreche, daß ich hin⸗ gegen ihre rühmlichen Eigenschaften und Handlungen sorgfältig bemerke und diese zum liebsten Inhalte meiner Unterredungen und Gespräche mache. Auch will ich wachsam auf die Gelegenheiten und den Beruf sein, den du mir erteilst, vor der Welt ein dankvolles Bekenntnis meiner unendlichen Verpflichtungen gegen deine Religion und das öttliche, ewig teure Verdienst meines gekreuzigten Heilandes abzulegen. Bei allen schicklichen Anlässen will ich es meinen Nebenmenschen sagen. daß ich alle meine Gewissensruhe, alle meine Kraft, Licht und Stärke zum Anfange in der Tugend, alle Freuden dieses Lebens, allen Trost im Tode, alle frohen Aussichten jenseits des Grabes, nur dem Ver⸗ dienste Jesu zu danken habe, und hierdurch will ich suchen, mich und meine Nebenmenschen immer mehr zur ehrfurchtsvollen tiefen Wert ⸗ schätzung und treuen Ausübung dieser ewig, ewig ersprießlichen Religion zu erwecken. Verleihe mir 1. Kraft und Gnade, Gott der Wahrheit und meines Heils, um Jesu Christi willen. Amen. 464 Erweckung zum frommen Sinn 18. Um christlichen Gebrauch der Vergehungen, Thorheiten und Laster unsrer Nebenmenschen. Wenn ich Thorheiten, Vergehungen und Laster von meinen Neben. menschen sehe oder höre so laß, o mitleidsvoller und barm⸗ herziger Gott, diese traurigen Erfahrungen meine Menschenliebe gegen sie nicht schwächen, und verhindre dies in mir durch die erweckenden Lehren deiner Religion, daß auch dem ärgsten Bösewicht in jedem Augen⸗ blick der Zutritt zu deiner Gnade eröffnet ist, um durch sie gebessert, geheiligt, begnadigt und zu deiner Freundschaft wieder aufgenommen u werden, und daß Neigungen und Handlungen, welche bei mir, der ich mehr Erkenntnis und Mittel zur Besserung habe, den Verlust des Gnadenstandes unausbleiblich verursachen würden, bei meinen Neben⸗; menschen Unwissenheits⸗ und Schwachheitssünden sein können. Dann aber laß mich auch eben diese traurigen Erfahrungen, nach der Be⸗ lehrung deiner Religion, als ein Christ gebrauchen. Laß mich sie an⸗ wenden, mich zur Demut zu erwecken und zu stärken, indem ich mich dadurch an mein eignes ehemaliges Sündenleben und an die noch fort⸗ währenden großen Mängel und Flecken meiner Tugend erinnre. Laß mich sie anwenden, meine Dankbarkeit gegen dich zu erwecken und zu stärken, und mich deiner unermeßlichen Gnade erinnern, die mich aus dem Abgrunde des Lasters und des Unglücks herausgerissen und mich vor so manchen großen Sünden bewahrt hat. Laß mich sie zur Er⸗ weckung und Stärkung meiner christlichen Vorsicht und Wachsamkeit gebrauchen und mich erinnern, daß ich den Samen zu allen solchen und andern Lastern in mir trage und meine Tugend jeden Augenblick gleichen tödlichen Gefahren ausgesetzt ist. Laß mich endlich dadurch zum christlichen Mitleiden und zur Wohlthätigteit erweckt und gestärkt werden, daß ich dies allergrößte Elend meiner Nebenmenschen mit herz⸗ licher Teilnahme empfinde und, anstatt sie durch Verachtung, Haß und harte Begegnung zu erbittern und in das Elend noch tiefer hineinzustürzen, vielmehr alle Gelegenheiten sorgfältig bemerke und treulich gebrauche, um durch ihre Besserung ein Wohlthäter sowohl an ihnen, als an deinem ganzen Reiche auf der Erde, zu werden. Laß mich auch hierin das Beispiel meines menschenfreundlichen Erlösers stets zum Muster und Nachfolge vor Augen haben und erhöre mich um dessentwillen. Amen. 19. Um christlichen Gebrauch der Zeit, Krüfte und Gaben Gottes. Mit herzlichem, ehrfurchtsvollem Danke erkenne und rühme ich deine Gnade, mein Gott, daß du mich hier auf der Erde in ein ar⸗· beitsames Leben, in einen solchen Stand und Verbindungen gesetzt hast, wo mich eine Arbeit nach der andern beschäftigen muß, und eben hierdurch die Erhaltung meiner Christentugend mir so sehr erleichtert, und mir mein Leben heilsam, ruhig, angenehm und erquickend gemacht wird. Ich preise deine Gnade, welche mir bisher dies Leben, diese Kräfte und Munterkeit meines Leibes und Gemüts, den fröhlichen Gebrauch meiner Augen und andern Sinne, meine Vernunst und Sprache und die Gaben im Irdischen anvertraut, und mir dadurch ten und 1 Neben⸗ d barm⸗ be gegen beckenden Gottes. ich deine ein ar⸗ setzt hast ind eben cleichtert, Hgemacht en, diese röhlichen inft und dadurch ioch— ein Herz Beschenke und Wandel vor Gott. 465 als ein treuer Haushalter gebrauche. Durch deine Gnade will ich die Geschäfte in dem Stande und Berufe(in dem Amte und Posten), den du mir in deiner Welt angewiesen hast, und die einen Hauptteil meines Christenberufes hier in dieser Vorbereitungszeit ausmachen, mit aller Treue, mit Anstrengung aller meiner Kräfte und nötiger Selbstüberwindung in gewissenhafter Hintansetzung der mir ange⸗ nehmern Beschäftigungen ausrichten. Ich will sie stets mit freudiger Unverdrossenheit, als einen christlichen Gottesdienst, ausrichten. Ich will dabei mit einem kindlichen Vertrauen dich ehren, indem ich die Beschwerden, die damit wegen der etwaigen Schwachheit meines Leibes und andrer Zufälle verbunden sind, nebst dem oft mißlingenden guten Erfolge geduldig als deine Anordnung trage und ohne alle ängstliche Uberlegungen und unruhige Bestrebungen den Fortgang und Ausgang davon lediglich deiner weisen und väterlichen Vorsehung überlasse. Insbesondre schenke mir, Vater meiner Seele, deine Gnade, daß ich sie immer mehr mit einer recht christlichen Lauterkeit aus⸗ richte. Reinige mich von der großen Anhänglichkeit an dem irdischen Lobe und Beifalle und von aller übertriebnen Begierde, dadurch mir zeitliche Vorteile zu erwerben, und setze mein Herz durch die Liebe zu dir und durch die christliche Hoffnung jenes ewigen Lebens immer mehr in die allerseligste Verfassung, daß ich alle meine Ge⸗ schäfte, wo möglich, o Gott, mein Gott, nur ganz allein in der edlen Absicht thue, dadurch dir zu gefallen, deinen Befehl auszurichten, deinem Reiche nützlich zu werden und für meine Ewigkeit heilsam zu arbeiten. ie vernünftig, wie edel, wie heilsam ist es doch für mich, wenn ich bei solchem Herzen und Leben es dir lediglich über⸗ lasse, ob und wieviel irdische Ehre, Beifall und andere zeitliche Güter du mir durch meine Geschäfte schenken willst. Durch deine Gnade will ich mich aber auch bereit halten, auch die andern men⸗ schenfreundlichen Handlungen, wozu ich in dem Laufe eines jeden Tages Gelegenheit und Kräfte finde, wo ich meinen lieben Neben⸗ menschen mit Belehrung und gutem Rate zu statten kommen, lieb⸗ reichen freundlichen Umgang mit ihnen pflegen, thätige Unterstützung, Erquickung, Erfreuung, Aufmunterung zum Guten und so weiter ihnen geben oder durch andre verschaffen kann, mit aller Treue und Lust auszurichten. Die Wohlthaten, die du mir selbst an Leib und Seele erzeigen wirst, will ich mit frohem, dankbarem, unschuldigem und zufriednem Herzen genießen. Ich will darin deine Vaterliebe schmecken und empfinden, mich über dich freuen und durch solche siürken meine Dankbarkeit und willigen Gehorsam gegen dich zu ver⸗ tärken suchen. Jede Freude, die mir auf dem Wege durch dieses Leben begegnet, laß mich mit einem solchen Herzen, voll von Zärtlich⸗ keit gegen dich und voll Liebe zu deinen Menschen, so ganz und inniglich genießen. Denn du, Vater der Freude, giebst sie uns nur dazu, daß wir uns freuen sollen, und sie freudig genießen ist Gehor⸗ sam gegen dich. Ich will endlich die allerseligste Erlaubnis, die du mir durch Jesum geschenkt hast, in jedem Augenblicke mit kindlicher Freimütigkeit mich zu dir zu nahen, sorgfältig benutzen. Ich will das beständige Andenken an dich in mir erhalten, meine Seele mit öftern gottseligen Empfindungen, Betrachtungen oder auch Seufzern und Gebeten für mich und meine lieben Nebenmenschen zu dir empor⸗ schwingen und mich also in den christlichen Geist des beständigen Gebets immer mehr zu versetzen suchen.— Arzt und Vater meiner Gg 466 Erweckung zum frommen Sinn Seele, hilf mir zu der Gegenwart des Gemüts, daß meine Pflichten nebst den großen Bewegungsgründen und schicklichen Mitteln, sie zu erfüllen, mir zu jeder schicklichen und bequemen Zeit einfallen und mich zu allen jenen guten, edlen, seligen Thaten stärken. Schaffe du selbst in mir, was dir wohlgefällt. Ewig sei dir Ehre und Anbetung gebracht! Amen. 20. Aufmunterung zu solchem Wandel vor Gott. S vor dir, mein Gott, zu wandeln, so vor dir als ein Christ zu wachen, zu kämpfen, zu beten und zu handeln, soll mich 1) die kindliche Liebe und Dankbarkeit gegen dich ermuntern. Ganz un⸗ zählig und unermeßlich sind deine Wohlthaten, womit du mich durch das Verdienst Jesu Christi erfreut hast und noch immerfort erfreuest. Jeder Tag, jede Nacht sind mit neuen Gunstbezeugungen bezeichnet. Der sanfte erquickende Schlaf, den du mir schenkst, dieser fröhliche Gebrauch meiner Augen, Ohren und andrer Sinne, meiner Vernunft und Sprache, mein zeitlicher Wohlstand, meine Gemüts⸗ und Leibes⸗ kräfte, diese neue Nahrung für meine Seele, die gnädige Erlaubnis, zu dir zu beten,— Herr, mehr als Haare auf meinem Haupte, mehr als Sandkörner am Ufer des Meers, mehr als Strahlen aus der Sonne seit dem Anfange der Welt gefahren sind, sind die Gunst. bezeugungen, die du mir bisher erwiesen hast und noch immerfort durch alle Ewigkeit erzeigen willst. Gott, wie äußerst schändlich und strafbar wird für mich jede Sünde! Wie stark und viel sind die Bande der Liebe und Treue, womit ich dir zum kindlichen Gehorsam verbunden bin! O, ich müßte der allerniederträchtigste, schändlichste Mensch, ein rechtes Scheusal und Schandfleck in deiner Schöpfung müßte ich sein, wenn ich mich nun noch von irgend einer Sünde wollte sklavisch be⸗ herrschen und durch irgend etwas in deinem Dienste mutlos und verdrossen machen lassen. Gott, mein Vater, gieb mir Weisheit und Kraft, daß ich in dem Laufe eines jeden Tages deine vorzüglichen Liebesproben sorgfältig bemerke, mein Herz zu dir, dem so liebreichen, so großmütigen und freundlichen Wohlthäter, durch innige Empfin⸗ dungen oder auch Seufzer und Gebete des Ruhms und Dankes empor⸗ hebe und dadurch dieser meiner noch so sehr schwachen Liebe und Dankbarkeit gegen dich neue Nahrung und Stärke verschaffe. So laß denn auch heute meine Seele immer mehr mit der allertiefsten Ehr⸗ furcht und Anbetung deiner unermeßlichen Majestät und mit einer recht zärtlichen Liebe gegen dich, mein Vater, angefüllt werden und hierdurch neue Gotteskraft zum Hasse und ewigen Kampfe wider alle Sünde und zu einem ungeteilten, recht willigen, freudigen Gehorsam gegen alle deine noch so bittern Schickungen, und gegen alle deine, auch noch so schweren Befehle, empfangen. Ich ermuntre mich zu diesem frommen Wandel 2) durch die christ liche Ehrbegierde, durch die Betrachtung der Größe, der Vorzüge und Glückseligkeit, die ich als ein Christ besitze und dereinst noch besitzen werde. Diese edle Empfindung meiner allererhabensten Würde, um Jesu willen dein Freund und Kind zu sein, soll mich mit Ekel und Abscheu gegen alle Sünde, als die alleräußerste Schande, anfüllen, mir Ehrfurcht gegen mich selbst und ein demütiges Selbstgefallen ein. flößen und dadurch ein kräftiger Antrieb werden, daß ich aus aller Macht dahin strebe dir, meinem Freunde und Vater, ähnlich zu werden EE ASEEISEEEEEEE Pflichten u, sie zu llen und chaffe du Inbetung Christ zu ch 1 die anz un⸗ ich durch erfreuest. ezeichnet. fröhliche Vernunft )Leibes⸗ laubnis, te, mehr aus der Gunst· ort durch strafbar ande der rbunden nsch, ein ich sein, visch be⸗ los und heit und züglichen breichen, Empfin; empor⸗ ebe und So laß ten Ehr; nit einer den und ider alle ehorsam le deine, ie christ Vorzüge nst noch Würde, nit CEkel infüllen, llen ein · us aller werden und Wandel vor Gott. 467 und in allen Stücken meiner erhabenen Würde gemäß zu denken, zu begehren und zu handeln. 9 1 Ich ermuntre mich dazu 3) durch die christliche erleuchtete Selbst⸗ liebe. Zum Ruhme deiner Barmherzigkeit muß ich es bekennen, daß dein redlicher Dienst bisher, aller seiner vielen und großen Mängel und Flecken ungeachtet, eine so göttliche Ruhe, Zufriedenheit, Heiterkeit und so manche himmlische Freuden in meiner Seele verbreitet hat. Nur die Sünde allein ist der einzige Feind und Störer meines Glücks. Diese will ich daher von ganzem Herzen hassen und fliehen und alle meine Kräfte darauf richten, daß ich die Zahl meiner christlichen, gottseligen Gesinnungen und Thaten immer vermehre und dadurch neue göttliche Ruhe und Freude in meine Seele leite. Ich ermuntre mich 4) dazu durch das lebhafte Andenken an deine Allgegenwart. In alle Ewigkeit kann ich dir die allerseligste Belehrung, die mir deine Religion giebt, nicht genug verdanken, daß du, mein allmächtiger, allwissender, unendlich liebreicher Gott und Vater, mir allenthalben und zu allen Zeiten, im Hause und außer dem Hause, bei meinen Arbeiten und Ergötzungen, in meiner Einsamkeit und in meinen Gesellschaften, bei meinen Leiden und Freuden unmittelbar zugegen und der allwissende, liebevolle Zeuge meiner Handlungen, Reden, Begierden und der geheimsten Ge⸗ danken meiner Seele bist. So weiß ich denn, daß mich keine zu schwere Versuchung befallen und es mir nie an Kraft zum Guten fehlen kann, denn deine Macht ist mir stets zur Seite. So weiß ich auch, daß nicht das Geringste von allem dem, was ich in deinem redlichen Dienste unternehme, verloren ist. Jede gottselige Er⸗ ebung in deinen Willen, womit ich die Mühseligkeiten bei meinen Arbeiten, die Trübsale dieses Lebens, die Krankheiten und Be⸗ schwerden eines siechen Leibes, die du mir etwa auflegen möchtest, ertragen werde, jede Selbstüberwindung, die ich mir bei dem Ge⸗ nusse der Nahrung und erlaubter Vergnügen, bei den Beleidigungen andrer, bei den Regungen des Stolzes oder bei andern Gelegen⸗ heiten aus Gehorsam gegen dich anthue, jeder treue Kampf, den ich wider die Unmäßigkeit, Heftigkeit, Zorn und andre Reizungen führe, jede fromme, auch bloß innere Bestrebung, womit ich dir wohlzugefallen trachten werde, ja, jeder Kummer, jede Sehnsucht, jeder Seufzer, den mir die Empfindung meines geistlichen Unver⸗ mögens und das Andenken der bessern, ewigen Welt auspressen wird: dies alles, so schuldig, so unvollkommen und wenig bedeutend es auch ist, wird von dir, mein Gott, mit Gnade bemerkt, bleibt, wenn ich es selbst schon lange vergessen habe, deinem allwissenden Ver⸗ stande ewig gegenwärtig, wird mir von dir, um Jesu willen, mit deinem Beifalle und größern Liebe belohnt, wird mir ein Denkmal vor dir im Himmel und wird mich, noch nach Jahrhunderten, in deinem Himmel ergötzen. Dies soll mir neue Lust und Stärke einflößen, allent⸗ halben nur nach gläubigen edlen Werken und hierdurch nach dem ewigen Leben zu trachten. Endlich 5) laß mir das große Ziel aller christlichen Wünsche, Gaichte 10 und Bestrebungen, die selige Ewigkeit, nie aus dem esichte kommen. Wenn die Beschwerden und Mühseligkeiten dieses Leibes und Lebens mich niederschlagen, wenn die Peinlichkeiten bei den Kämpfen wider die Sünde mich mutlos und verdrossen machen wollen wenn die Mühe, die mein verdorbnes Herz mir bei der Gg* 468 Erweckung zum frommen Sinn Ausübung und Befolgung deiner Gebote verursacht, mir eine Last werden will, alsdann laß die fröhliche Erwartung des künftigen, bessern, durch die vollkommenste Tugend und feurigste Andacht ewig beglückten Lebens und die Erinnerung, daß mich jeder Augenblick dahin einführen kann, mein Anker, meine Stütze, mein Labsal werden. Da will ich denn meine Glaubensblicke in jene ewige Welt richten, sie an mein Vaterland heften und mich dadurch göttlich stärken. So, mein Gott, will ich, so(denn du bist meine Hilfe!), so werde ich heute und in der folgenden Zeit meiner Tage leben, daß ich in jedem Augenblicke mit Zustimmung meines Gewissens und mit Übereinstimmung meines ganzen Lebens sagen kann: Ich habe den edlen Glaubenskampf ge⸗ kämpft, ich habe den Lauf vollendet, ich habe Treue gegen dich bewahrt. Darum liegt nun auch schon die Krone der Tugend für mich bereitet da, welche du, Herr, mein gütiger Richter, mir und alle den vielen Amen. geben wirst, die dich von Herzen lieb haben. Amen. Amen. 21. Tägliches Gebet einer gottesfürchtigen Familie. Alnndchtiger Gott, Vater und Schöpfer aller Menschen und Ge. schlechter auf Erden, von dem wir alle Leben und jede Art der Glückseligkeit haben, und der du würdig bist, dafür von uns in Worten und Thaten gepriesen und angebetet zu werden! Wir nahen uns zu dir, dir insbesondre für die häuslichen Glückseligkeiten, die du uns verliehen hast, mit inniger Empfindung unsrer Herzen zu danken. Wir danken dir, weiser und gütiger Vater, für die geselligen und freundschaftlichen Neigungen, die du uns eingepflanzt, und für die süßen Empfindungen der wechselseitigen Liebe, wodurch so viele Freuden im häuslichen Leben auf uns zurückfallen, für die Gesundheit und Ruhe, die du uns verliehen, für die Speise und Trank, womit du uns er⸗ quickt und genährt, für die Kleidung, womit du uns bedeckt, für die friedliche Wohnung, worein du uns gesetzt, für den guten Fortgang, womit du unsre Geschäfte gesegnet, für den Trost, wodurch du uns bei Unglücksfällen gestärkt und aufgemuntert, und für alles, was du uns zu Unsrer Zufriedenheit und zu unserm Wohlstande gegeben hast. Dich, Vater unsrer Seelen, preisen wir insonderheit für die Vorteile, die du uns durch unsre häusliche Verbindung geschenkt hast, uns zum ge⸗ meinschaftlichen Gebete vor dir zu vereinigen, uns untereinander in guten Grundsätzen der Religion und Tugend zu befestigen, liebreiche, wohlwollende uUnd tugendhafte Neigungen zu unterhalten und unsre gegenseitige Wohlfahrt zu befördern. O Gott! der du bisher unter uns gewohnt, und uns insgesamt und jeden insbesondre mit Wohl⸗ thaten begnadigt hast, sei auch künftig der stets gegenwärtige, gnädige und gütige Gott und Vater unsers Hauses. Wir überlassen uns auch künftig deiner Aufsicht und Vorsehung. Dir, der du nach deiner All⸗ wissenheit am besten weißt, was uns gut ist, dir vertrauen wir mit kindlicher Zuversicht, du werdest uns auch künftig, wenn es uns heilsam ist, vor Krankheiten, vor Gram und traurigen Zufällen be⸗ wahren, uns in der Fortdauer unsrer häuslichen Glückseligkeit erhal⸗ ten, uns die Gaben deiner Güte mit frohem Mute und Vergnügsam⸗ keit genießen lassen und unser Herz mit Freude und Dank über die Wohlfahrt eines jeden Gliedes unsers Hauses erfüllen. Sollte es aber deiner unendlichen Weisheit gefallen, uns mit Leiden am Leibe E. lSceV9 ne Last uftigen, ht ewig genblick werden. ten, sie o, mein ite und enblicke meines npf ge⸗ wahrt. bereitet vielen Amen. ir mit 3uns en be; erhal; igsam⸗ her die Ute es Leibe und Wandel vor Gott. 469 oder an der Seele oder mit Verlust unsrer Güter heimzusuchen, so gieb auch, daß wir uns alsdann deinen Schickungen geduldig unter⸗ werfen, uns dadurch desto mehr zum Gehorsam gegen deine Gebote erwecken und bereitwillig sind, Runch gegenseitige Liebe und Mitleiden einer des andern Last de erleichtern und zu tragen. Mache du, Gott der Heiligkeit und Liebe, mache uns alle zu einer christlich⸗frommen und gottesfürchtigen Familie. Laß jeden unter uns, nach seinem Stande und seinen Umständen, seine Pflicht mit gewissenhaster Treue und Eifer thun. Mache die Häupter und Herr⸗ schaft dieses Hauses zu Mustern der Frömmigkeit, des Fleißes, der Mäßigkeit und Keuschheit, der Demut, der Menschenliebe, der Sanft⸗ mut und jeder andern Tugend, und gieb, daß wir durch ihren nützlichen Unterricht, noch mehr aber durch ihr gutes Exempel die Fallstricke des Lasters und der Sünde vermeiden und ihrem edlen Beispiele nachfolgen mögen. Laß die Eltern es zu ihrem täglichen und wichtigsten Geschäfte machen, ihre Kinder fromm und christlich u erziehen, ihnen Erkenntnis, Liebe und Ehrfurcht gegen deine Religion und jede Tugend des Christentums einzuprägen und sie zu Zierden ihrer Familie, zu nützlichen und würdigen Menschen und zu künftigen Erben der Seligkeit zu bilden. Flöße den Kindern dieses Hauses Gehorsam und Ehrerbietung gegen ihre Eltern und Vorgesetz⸗ ten und Nachsicht und Gefälligkeit gegen einander ein, damit sie in beständigem Frieden untereinander leben. Laß sie alles Gute, wo⸗ durch sie fromm, glücklich und der Welt brauchbar werden können, mit Eifer lernen und den Unterricht ihrer Lehrer und Freunde mit Demut und Dank annehmen. Befreie ihre Herzen von aller Bos⸗ heit und Rachsucht und laß sie alle Lügen, Unredlichkeit, Falschheit, Betrug und Verleumdung als den ärgsten Schandfleck fliehen. Präge ihren Gemütern eine stets dankbare Erinnerung gegen ihre Eltern, Verwandte, Lehrer, Freunde und Wohlthäter ein, damit sie nie das Gute vergessen, das sie von ihnen empfangen haben. Laß ihr Herz mitleidig gegen Arme und Traurige sein und eine wahre Freude am Wohlthun empfinden und mit den Jahren, so wie am Alter, also auch Verstande, an Tugend und Gnade bei dir immer mehr zunehmen, damit sie sowohl in diesem als in jenem zukünftigen Leben glücklich sein mögen. Unsern Dienstboten(und allen denen, die auf eine oder die andre Weise in dem Dienste dieses Hauses stehen) präge Gottesfurcht und Tugend, die Grundlage aller Redlichkeit und Treue, in ihr Herz. Lehre und überzeuge sie, daß gewissenhafte Treue und Fleiß in der Abwartung ihrer Arbeiten und redliche Aus⸗ richtung der Befehle ihrer Herrschaft ein Hauptteil ihres christlichen Gottesdienstes sei, daß Aufrichtigkeit und Treue, daß Ehrerbietung, Folgsamkeit, Liebe und Bescheidenheit gegen ihre Herrschaft, daß Keuschheit und Ehrbarkeit ihr Schmuck und ihre Ehre, und hingegen Müßiggang und Faulheit, Ungehorsam, Grobheit und Widerspenstig ⸗ keit, daß Lügen. Betrug und Schadenfreude, Unkeuschheit und wüstes Leben ihre wahre Schande sei. Erfülle sie daher mit Ekel und Ab⸗ scheu gegen diese und alle übrigen Laster und mit Sehnsucht. Liebe und Unverdrossenheit zu jenen Tugenden, damit sie auch gegen dich, den allmächtigen und höchsten Herrn als getreue und fromme Knechte und Mägde erfunden werden und der Belohnungen in deinem Reiche fähig sein mögen. 470 Tägliches Gebet einer gottesfürchtigen Familie. Mache uns endlich, Gott, unser Vater, zu einer solchen Familie, worin wahrhaftig liebreiche Gesinnung und christliche Eintracht herrschi. Laß uns alle uns untereinander aufrichtig und mit reinem Herzen lieben. Laß uns jedes gute Werk nach den Umständen unsers ver⸗ schiednen Berufs mit Freuden thun, jeden das Seinige zum allgemei⸗ nen Besten unsers Hauses treulich beitragen und jeden des andern Glück und Wohlfahrt recht herzlich zu befördern suchen. Niemand unter uns müsse dem andern ohne Not und Recht Betrübnis. Kränkung, Gram und Verdruß verursachen. Laß die, die unter uns jung sind, den betagten und grauen Häuptern dieses Hauses durch jede möglichen Beweise der Achtung, der Dienstfertigkeit und Gefälligkeit die Tage des Alters, der Schwachheit und des Unvermögens erträglich zu machen suchen, und die Alten laß für die Jüngern ein tägliches Muster der Nachsicht, der Zärtlichkeit, der Geduld und Einträchtigkeit sein. Stolz und Neid, Unzufriedenheit, unnütze Klagen und mürrisches Wesen, Argwohn und Eifersucht, Zanksucht und Zorn und alle unfreundlichen, menschenfeindlichen Leidenschaften sollen ferne von uns sein. Wir wollen einer des andern Schwachheit geduldig tragen und mit Sanft⸗ mut und Liebe seine Fehler zu verbessern suchen. Alle edlen, liebens⸗ würdigen und freundschaftlichen Empfindungen sollen unsre Herzen beherrschen und die Begierde, einander zu dienen und zu gefallen, soll in allen unsern Handlungen sichtbar werden. Unsre Wohnung soll ein Sitz der Freundschaft und der Liebe sein, Unschuld und Tugend soll mitten unter uns wohnen, und die Stimme der frommen Freude und Dankbarkeit gegen dich, unsern gemeinschaftlichen Vater und Wohl⸗ thäter, soll sich täglich unter uns hören lassen. Und so wollen wir unser ganzes Leben hindurch erfahren und empfinden, wie sanft und lieblich es ist, wenn christliche Brüder einträchtig bei einander wohnen und Friede und Freundschaft sich in einem Hause küssen. Und wenn endlich der traurige Augenblick unsrer Trennung auf Erden erscheint, so bringe uns dahin, wo wir nie wieder getrennt werden, sondern in den Wohnungen des Friedens und der Freude ewig durch deine un⸗ endliche Gnade bei einander wohnen, die uns Jesus, unser Erlöser und Mittler, erworben hat. Ihm und dir, seinem und unserm Vater. sei Preis und Anbetung in Ewigkeit! Amen. über das heilige Abendmahl. 22. Nachdenken über den Zweck und Nutzen des heiligen Abendmahls. Ds heilige Abendmahl, das von Jesu Christo gestiftet und ein⸗ gesetzt, und dessen Genuß mir und allen Bekennern seiner hei⸗ ligsten Religion anbefohlen ist, ist eine gottesdienstliche Handlung, die ich ebensowenig, als die übrigen Anordnungen seiner Religion, vorsätzlich unterlassen darf, wenn ich ein Christ sein will. Vielmehr lege ich durch diesen Genuß ein seierliches Bekenntnis ab, daß ich ein Christ bin, daß ich es für eine Ehre und Glück halte, ein Christ zu sein, und daß ich mich meines Erlösers vor Gott und aller Welt ie. ßamilie, errschl. Herzen rs ver⸗ Igemei⸗ andern iemand inkung, g sind, glichen über das heilige Abendmahl. 47¹1 rühme und freue. Und will ich von diesem Genusse Nutzen haben, so bin ich nicht nur verbunden, mich dessen oft zu bedienen und den Genuß fleißig zu wiederholen, sondern mir auch richtige Abiicht davon zu machen und mit dem Gebrauche desselben die rechten Absichten und eine schickliche christliche Gemütsverfassung zu verbinden. Dieser Genuß des heiligen Abendmahls aber soll mir 1) ein de⸗ mütiges und herzliches Lobopfer für die unermeßliche Guade meines Gottes sein, daß er mir durch Jesum Christum die Mittel zu meiner Besserung, Begnadigung und Seligkeit geschenkt und mir so unzählige, schändliche und strafbare Sünden vergeben hat. Welch eine unaus⸗ sprechliche Wohlthat ist es, daß Gott der Welt und mir einen Erlöser geschenkt, der mir durch seine heiligste Lehre den deutlichsten und zuverlässigsten Unterricht von dem Willen meines Schöpfers, von meiner Bestimmung, von meinen Pflichten, von dem Wege zu meiner Glückseligkeit und dabei die trostreiche Versicherung gegeben hat, daß er für meine Sünden gestorben sei, damit ich durch ihn Gnade, Ver⸗ gebung, Unsterblichkeit und ewiges Leben erlangen sollte! Ach, was würde aus mir geworden sein, wo wollte ich Ruhe des Gewissens, Mut und Kraft zum Anfange und Fortgange in der Tugend her⸗ nehmen, wenn ich nicht die Wahrheiten der Religion und das Verdienst meines Heilandes hätte? Welch eine unaussprechliche Liebe Gottes, die soviel für mich gethan, mir soviel vergeben hat! Was thut Gott nicht noch an mir, indem er mir den Genuß dieser Gnade noch immer sortsetzt, mich in der Teilnehmung an der christlichen Religion und der Erlösung Jesu noch immer bleiben läßt, mir tägliche Erweckungen, tägliche Hilfsmittel zur christlichen Frömmigkeit schenkt, mir jede Stufe der Heiligung erleichtert, mir die Versuchungen der Sünde überwinden und die Hindernisse auf dem Wege der Tugend besiegen hilft! Welch unermeßliche Reichtümer von Langmut, zärtlicher Vatertreue, Sorgfalt und Bemühung für meine Besserung, welche Barmherzigkeit, Wohl⸗ thätigkeit und Freundlichkeit Gottes erblicke und empfinde ich, wenn ich in mein voriges Sündenleben zurücksehe! Mehr als Sand am Meere sind seine Gnaden! An dies alles erinnert mich das Ge⸗ dächtnismahl meines Erlösers, in welchem und durch welchen mir alle diese Gnaden widerfahren sind und noch widerfahren. Und dies soll, dies muß mich notwendig zur aufrichtigsten, innigsten Dankbarkeit, Verehrung und Liebe gegen Gott, meinen höchsten Wohlthäter und treusten Freund, erwecken. Der Genuß des heiligen Abendmahls soll mir 2) eine dankbare Erinnerung und Verherrlichung des am Kreuze gestorbnen Erlösers sein. Jesus, der Sohn Gottes, der Allererhabenste, der Gegenstand des allerhöchsten Wohlgefallens Gottes, stirbt am Kreuze aus Gehorsam gegen seinen himmlischen Vater! Was für Begriffe giebt mir diese Unterwerfung von seiner erhabenen Seele! Mit welcher Ehrfurcht muß ich ihn nicht preisen und verehren! Wie muß mir nicht dieser Anblick die Wahrheit tief einprägen, daß nichts, als liebevoller Gehorsam gegen Gott, uns vor ihm teuer und wert mache! Dies soll meinen himm⸗ lischen Sinn mit neuer Stärke beleben. Nicht in den Gütern dieser Welt, nicht in dem Beifalle und Ruhme, dem Ansehen, dem Gelde und der Macht der Erde, sondern in dem Besitze der durch Jesum, den Gekreuzigten, uns erworbnen göttlichen Gnade und Seligkeit im Himmel soll ich von nun an mit verstärktem Eifer mein Ein und Alles suchen. 47² über das heilige Abendmahl. Ich soll mich dabei 3) des Heilandes dankbar erinnern, der für unsre Sünde gestorben ist. Welch ein einleuchtender, schretklicher Beweis des heiligsten Hasses Gottes gegen alle Sünde, und seiner allervollkommensten Strafgerechtigkeit! Dies soll denn auch meinen Haß und Abschen gegen alle und jede Sünde verstärken. Keine einzige Sünde darf ich hegen. Jede soll ich verabscheuen, ewig hassen und verbannen. Auch alles Glück in der Welt soll mir nichts wert, soll mir schrecklich sein, wenn ich es durch Sünden erkaufen muß. Dies aber soll auch meinen Glauben und mein Vertrauen auf Gott durch Jesum Christum stärken und neu beleben. Durch seinen Tod sind nun alle meine Sünden versöhnet, auch alle meine noch fortdauernden Mängel und Schwachheiten gut gemacht. Nun kann mein Glaube in Gott einen gnädigen Gott anbeten, zuversichtlich seinen ununterbrochnen Beistand zu allem Guten bis an meinen seligen Tod erwarten und freudig nach dem bessern. in Tugend und Andacht vollkommenen Leben aussehen. Dies soll endlich meine treuste, dankbarste, zärtlichste Gegen liebe gegen meinen Erlöser, an welchem und durch welchen Gott solche Wunder seiner unermeßlichen Liebe bewiesen hat, stärken und mit neuer Kraft beleben. Endlich soll mir dieser Genuß eine dankbare Erinnerung und Lobpreisung des Heilandes sein, der für alle Mensch en gestorben ist. Wie teuer, wie unermeßlich teuer ist also ein Mensch in den Augen meines Heilandes und meines Gottes! Und ich, ich sollte den nicht ehren, dem nicht wohlwollen, den nicht herzlich lieben, für den Jesus sein Leben gelassen, für den Gott seinen Sohn dahingegeben hat? Ja, hier im Abendmahl überzeuge ich mich aufs neue von meiner Pflicht einer allgemeinen Menschenliebe und wiederhole dazu meine heiligsten Gelübde. Bei dem Brote, von dem ich in Gesellschaft mit meinen vornehmen und niedrigen, mit meinen reichen und armen Nebenmenschen esse, bei dem Freundschaftsbecher, aus welchem ich mit ihnen allen trinke, bei diesem Ehren⸗ und Freudenmahle des Menschen⸗ geschlechts, zu dem auch ich geladen werde, bei dem Leibe und Blute meines Bruders und Herrn gelobe und schwöre ich: Neid und Groll und Haß und Lieblosigkeit sollen meine ärgsten Feinde, jeder Mensch, auch der niedrigste Knecht, auch mein ärgster Feind, soll ein Gegen⸗ stand meines Wohlwollens, andern Vergnügen machen und wohlthun, soll meine Freude sein. 23. Selbstprüfung vor dem Genusse des heil. Abendmahls. Dies soll die Absicht, dies soll der Nutzen, dies sollen die Gesin⸗ nungen und die Gemütsfassung sein, womit und weswegen ich mich bei dem Tische des Herru für seinen Jünger und Nachfolger erkläre und durch diese heilige Handlung es jedermann sage, daß ich mich glücklich schätze, Gemeinschaft mit ihm zu haben und sein Ver⸗ ehrer, sein Erlöster, sein Unterthan zu sein. Aber habe ich diese Absicht wirklich? Habe ich diese Eigenschaften an mir, die wahre Christen haben müssen? Halte ich Jesum Christum für denjenigen, der er wirklich ist? Verehre ich ihn als den Sohn und Gesandten Gottes, als den Herrn und König der Welt? Weiß ich, was er zum Besten der Menschheit gethan und gelitten hat, und empfinde ich den Wert seiner großmütigen, alles für uns aufopfernden Liebe? Habe ——— 38 SSEEEEEEEEEEEE —. 1⁰— 72. S—4,re&rne der für recklicher id seiner meinen e einzige sen und ert, soll Dies ott durch sind nun muernden laube in brochnen ten und en Leben Gegen⸗ ott solche lit neuer ng und ben ist. Augen en nicht n Jesus en hat? meiner 1meine haft mit armen ich mit enschen. Blute d Groll Mensch, Gegen; hlthun, 9h1s. Gesin · Hroger 1 aß i n Ver · h diese wahre enigen, andten er zum ich den Habe Über das heilige Abendmahl. 473 ich eine hinlängliche, eine zu meiner Besserung und Beruhigung hin⸗ längliche Erkenntnis von der Lehre die er vom Himmel gebracht und uns durch seine Boten kundgemacht, und von den Regeln des Ver⸗ haltens, die er mir vorgeschrieben hat? Halte ich diese Lehre für wahr und göttlich? Sehe ich diese Vorschriften als Gesetze an, denen ich allen Gehorsam schuldig bin? Verlasse ich mich auf seine Verheißungen als auf Zusagen Gottes, die mich unmöglich täuschen können? Ehre ich ihn also mit wahrem Glauben, mit dem festen Zutrauen, daß ich unter seiner Anführung und in seiner Nachfolge nicht irre gehen und des Ziels der Vollkommenheit nicht verfehlen kann? Bin ich durch Jesum wirklich selig geworden? Genieße ich wirk⸗ lich, wenigstens dem Anfange nach, die Freiheit, die er den Menschen zu verschaffen, in die Welt gekommen ist? Bin ich frei von dem heid⸗ nischen Aberglauben und der jüdischen Angstlichkeit in Absicht auf Religionssachen und gottesdienstliche Gebräuche? frei von allen knech ⸗ tischen Gesinnungen gegen Gott und von allen feindseligen Gesinnungen gegen die Menschen? frei von der Herrschaft der Sünde und des Lasters, von der Tyrannei unordentlicher Begierden und Leidenschaften, von der sklavischen Furcht vor dem Tode und der Hölle? Bemühe ich mich insbesondre, um immer mehr ein Christ und dadurch immer seliger zu werden? Bemühe ich mich ernstlich, meinen Sinn und mein Verhalten ganz nach dem Sinne und dem Verhalten Jesu Christi einzurichten? Dies dies ist ja das wesentlichste Kenn⸗ zeichen des wahren Christen. Mein Heiland selbst sagt mir: Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Ein Beispiel habe ich euch ge⸗ geben, daß ihr thun sollt, wie ich euch gethan habe. Das ist mein Gebot, daß ihr euch untereinander liebet, gleichwie ich euch geliebet habe. Und seine Boten rufen mir allenthalben zu: Ein jeglicher sei esinnet, wie Jesus Christus gesinnet war! Sehet auf Jesum, das höchse Muster der Treue und Standhaftigkeit, wer in ihm bleibt, wer seiner Gemeinschaft sich rühmen will, der soll auch wandeln, gleichwie er gewandelt hat. Kommt denn wohl meine Gesinnung und Denkungs⸗ art, kommt mein Verhalten mit dem Sinne und dem Verhalten meines Herrn überein? Könnte wohl derjenige, der die Geschichte Jesu läse Und dann ein unbemerkter Zeuge meiner Gesinnungen und meiner Handlungen wäre, den richtigen Schluß daraus ziehen, daß ich mir die Person, deren Geschichte er gelesen, zum Muster vorgesetzt hätte und daß sich eine merkliche Ahnlichkeit zwischen ihr und mir zeigte? Bin ich so gegen Gott gesinnt, wie Jesus Christus gegen seinen himmlischen Vater gesinnet war? Wird mein Herz von den Empfin⸗ dungen der Ehrfurcht, der Liebe, des Gehorsams, der Unterwerfung, der Dankbarkeit, des Vertrauens gegen dieses erhabenste Wesen belebt, wie Jesus zu allen Zeiten und unter allen Umständen seinen Vater verehrte? Ziehe ich, gleich ihm, seine Gunst und sein Wohlgefallen allen Gütern und Freuden dieser Erde, dem Beifalle der ganzen Welt vor? Ist es mir, Hricht ihm, vornehmlich darum zu thun, seinen Willen zu erfüllen, die Absichten, weswegen er mich auf den Erdboden und in den Stand, worin ich mich befinde, gesetzt hat, zu erreichen, die Gaben und Kräfte, die er mir verliehen, auf die nützlichste Art anzuwenden und seine Ehre durch ein heiliges Leben zu befördern? Richte ich, wie mein Heiland that, meine Gedanken und mein Herz auf Gott um ihm alles Gute als unverdiente Wohlthaten zu verdanken und alles Böse 47⁴ Über das heilige Abendmahl. als weise, gütige Schickungen seiner Vorsehung von seiner väterlichen Hand anzunehmen? Finde ich, gleich meinem Heilande, ein inniges Vergnügen daran, mich mit meinem Geiste zu ihm zu erheben, mich mit seiner Anbetung und Lobpreisung zu beschäftigen, ihn öffentlich und gemeinschaftlich mit meinen Brüdern zu verehren und durch dies alles Gemeinschaft mit ihm zu haben und mich seiner nähern Gemein⸗ schaft immer fähiger zu machen? Bin ich ferner so gegen meine Nebenmenschen gesinnt, wie Jesus egen die Menschen gesinnt war? Verhalte ich mich so gegen sie, wie er 0 gegen sie verhielt? Er liebte sie alle als seine Brüder, als Kinder seines Vaters und schloß selbst seine Feinde und Verfolger nicht von seiner Liebe aus. Er ssich ihnen allen nützlich zu werden, that gern allen Gutes und ließ sich auch durch ihren größten Undank nicht ab⸗ halten, solches zu thun. Er war gegen jedermann gerecht, billig, freundlich, gütig, herablassend, bewies sich gegen alle demütig, sanft⸗ mütig, geduldig, versöhnlich, ob er gleich die größten Vorzüge vor allen besaß, und niemand die geringste Ursache gegeben hatte, ihn zu be⸗ leidigen oder ihm mit Verachtung zu begegnen. Nie vergalt er Böses mit Bösem oder Scheltworte mit Scheltworten, nie rächte er sich selbst, ob er gleich die Macht dazu in Händen hatte und das Unrecht allemal ganz allein auf der Seite seiner Beleidiger war. Enthaltsamkeit, Selbstverleugnung, Aufopferung, Leiden, Reden, Thun, alles war dem Besten seiner Brüder, dem Heile der Menschen gewidmet. Ist dies auch die Art, wie ich alle meine Nebenmenschen ansehe, wie ich sie liebe, wie ich mit ihnen umgehe, wie ich ihre zeitliche und geistliche Glückseligkeit suche und befördre? Sind dies die Regeln, denen ich in meinem Verhalten gegen sie folge, ich mag es mit Niedrigen oder mit Vornehmen, mit Armen oder mit Reichen, mit Klugen oder Einfältigen, mit Feinden oder mit Freunden zu thun haben? Denke und empfinde und arbeite und lebe ich ebensowohl und noch mehr für andre, als für mich selbst? Welche Vorteile, welche Vergnügungen, welche Be⸗ quemlichkeiten opfre ich ihnen wohl auf? Strebe ich wenigstens ernst⸗ lich und unablässig danach, mir diesen demütigen, wohlthätigen, ver⸗ söhnlichen, gemeinnützigen, großmütigen Sinn Jesu recht zu eigen zu machen und darin meine Chre und Glückseligkeit zu suchen, wenn ihn auch alle Welt für Schwachheit, für Niederträchtigkeit, für Mangel des Muts und der Empfindlichkeit halten sollte? Bin ich endlich so gegen die gegenwärtigen und zukünftigen Dinge gesinnt, wie Jesus Christus gesinnt war? Beurteile ich die Güter, die Vorzüge, die Vergnügungen der Erde so, wie er sie be⸗ urteilte? Halte ich sie, gleich ihm, für Dinge, die keinen großen Wert haben, deren Besitz wir nie zum letzten Ziele unsers Bestrebens allein machen, die wir nicht als Endzwecke, sondern als Mittel, unsre Kräfte und unsre Tugend zu üben und andern wohlzuthun, schätzen und lieben dürfen? Suche ich in dem Besitze und in dem Genusse dieser Dinge ebensowenig meine ganze höchste Glückseligkeit, als er sie darin suchte? Bin ich, gleich ihm, bereit, alle diese Dinge, ja mein Leben selbst fahren zu lassen und sie meinem Gewissen und meiner Pflicht aufzuopfern, wenn ich sie nicht behalten kann, ohne diese zu verletzen? Wollte ich lieber noch so arm, noch so verachtet, in den Augen der Welt noch so elend sein, als daß ich vorsätzlich Böses thun und die Gesetze meines Gottes übertreten sollte? Suche ich hingegen in der erlichen inniges u, mich ffentlich rch dies hemein⸗ e Jesus wie er Kinder cht von Itigen, pfinde e, als he Be⸗ ernst⸗ ,„ ver. zen zu in ihn gel des ftigen ich die sie be⸗ Wert allein Eräfte nund dieser darin Leben flicht etzen? n der id die n der Über das heilige Abendmahl. 47⁵ Erkenntnis der Wahrheit, in der Ausübung der Tugend. in einem srommen, wohlthätigen, gemeinnützigen Leben meinen größten Gewinn und meine ganze Ehre, wenn ich gleich vor der Welt unbekannt und wenig geachket und unbelohnt bleibe? Gewährt mir jeder Sieg, den ich über mich selbst erhalte, jede gute That, die ich verrichte, jeder Schritt, wodurch ich mich der christlichen Vollkommenheit nähere, mehr 1 Vergnügen als der glückliche Fortgang meiner irdischen Ge⸗ schäfte? Betrachte ich mich, gleich meinem Erlöser, als einen Gast und Fremdling hier auf Erden, der seine höhre Bestimmung stets vor Augen hat, nach dem Hause seines Vaters eilt und schon jetzt mit seinen vornehmsten Gedanken und Begierden da ist, wo er ewig zu sein gedenkt? Sind Tod, Gericht und Ewigkeit sind die Schicksale, die in der zukünftigen Welt auf mich warten, meinem Geiste oft gegen⸗ wärtig und gewöhne ich mich daran, stets so zu denken, zu urteilen, zu handeln, wie 119 dereinst wünschen werde, gedacht, geurteilt und gehandelt zu haben?. Ach, welche wichtige, viel in sich fassende Fragen! Wie kann ich mit Überzeugung und Beruhigung darauf ja antworten. Vielleicht ist mir manche darunter noch ganz fremd, vielleicht habe ich über manche davon noch nie ernstlich nachgedacht! Und doch ist keine einzige darunter unnötig. So soll, so muß ich sein, wenn ich ein Christ sein, wenn ich mich bei dem Genusse des heiligen Abendmahls meines Gottes und meines Erlösers dankbar freuen will. Denn wer Christi Sinn nicht hat, der ist nicht sein. Wer sich nicht aufrichtig und un⸗ ablässig bemüht, in allen Stücken so, wie er, gesinnt zu sein, und sich so, wie er, zu verhalten, dem wird der Name, den er trägt, die Lehre, die er bekennt, das Abendmahl, das er hält, dem werden alle äußern Merkmale, Vorzüge und ÜUbungen eines Christen nichts helfen. Ich kann es nicht leugnen, ich bin noch weit, noch immer weit von der Vollkommenheit dieser Christengesinnung und dieses Christenwan⸗ dels entfernt. Was will ich also thun? Um mich bei dem heiligen Abendmahle nicht mit Heuchelei für einen Christen auszugeben, um mich da mit gegründeter Zuversicht der Seligkeit zu getrösten, die mir mein Gott durch Jesum verheißen und bereitet hat, will ich von nun an meine tägliche Beschäftigung daraus machen, meinem Gott, meinem Erlöser immer ähnlicher zu werden, und will bei dem heiligen Abend⸗ mahle meine Vorsätze und Eutschließungen zum Guten stärken und befestigen und mir Gottes Kraft zu ihrer Ausübung erbitten. 24. Gebet um Vergebung der Sünden. err, Herr Gott, barmherzig und gnädig, geduldig, von großer Güte und Treue, der du Gnade beweisest und vergiebest Misse⸗ that, Übertretung und Sünde. Dich bete ich als den einigen wahren und lebendigen Gott, als den Gott und Vater unsers Herrn Jesu Christi und in ihm als den Vater der Barmherzigkeit und den Gott alles Trostes demütigst an. Dir danke ich mit gerührtem Herzen für die außerordentlichen Beweise, die du uns durch Christum von deiner mehr als väterlichen Liebe gegeben hast. Du hast ihn, deinen Sohn, für uns in die Welt gesandt, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht derloren werden, sondern das ewige Leben haben. Du hast ihn für 476 Über das heilige Abendmahl. uns in den Tod dahingegeben und willst uns mit ihm und um seinet⸗ willen alles schenken, was wir zu unsrer wahren und ewigen Glück⸗ seligkeit nötig haben. Auch mich, barmherziger Gott, auch mich Un. würdigen hast du zur Erkenntnis dieses großen Heils gebracht. Auch mir bietest du, auf die billigsten Bedingungen, Vergebung der Sünden, Gnade, Leben und Seligkeit an. Auch mir willst du von diesem allem die feierlichsten Pfänder und Versicherungen mitteilen, wenn ich mit wahrer Bußfertigkeit, mit lebendigem Glauben und mit dem aufrich. tigen Vorsatze, ein heiliges Leben zu führen, mich zu dir nahe. O Gott, wie wollte ich dem Verderben entrinnen, wenn ich eine solche Seligkeit nicht achtete, wenn ich mich durch diese Beweise deiner Güte nicht zur Buße und zur Dankbarkeit leiten ließe? Nein, ferne sei es von mir, mich eines solchen Verbrechens schuldig zu machen! Ich empfinde den Wert deiner Gnade. Ich bewundre die Größe deiner Barmherzigkeit und Menschenliebe. Ich wünsche sehnlich, an den Früchten der Erlösung, die durch Christum geschehen ist, teil zu haben und durch ihn gerecht und selig zu werden. Ich bin willig und bereit, alle Bedingungen, unter welchen du mir alle diese unschätzbaren Vor⸗ teile anbietest, zu erfüllen. O Gott, verzeihe mir, daß ich bisher meinen Verpflichtungen so oft zuwidergehandelt, daß ich mich nicht dankbarer und gehorsamer gegen dich, meinen unendlichen Wohlthäter, bewiesen habe. Meine Sünden haben mich von dir entfernt. Aber siehe, ich komme wieder zu dir, Herr mein Gott. Mein Herz sagt mir von deinetwegen: Ihr sollt mein Antlitz suchen! Ich suche es, o Herr, verbirg dein Angesicht nicht vor mir. Deinem Dienste, o Gott, und dem Gehorsam deiner Gebote soll mein Tauien übriges Leben ge⸗ widmet sein. Ich entsage in deiner Gegenwart allen Sünden. und dein heiliger Wille soll von nun an die einzige Richtschnur meines Verhaltens sein. Ach, schenke mir selber Kraft und Stärke, mein Gelübde zu er⸗ füllen. Laß die Betrachtung deiner unendlichen Liebe, laß den Genuß der Pfänder derselben, die ich an dem Tische meines Herrn empfangen werde, laß die Hoffnung der zukünftigen Herrlichkeit, die du mir vor⸗ hältst, so gesegnete Eindrücke auf mich machen, daß ich alle Versuchun. gen zum Bösen mit neuem Mute bestreite alle Pflichten meines himmlischen Berufs mit neuer Sorgfalt erfülle und dir bis in den Tod getreu bleibe. Amen. 25. Vor dem Genusse des heiligen Abendmahls. G'dicher Erlöser, Herr Jesu Christe, du hast ein Gedächtnis der Wunder deiner Liebe gestiftet. Nur wenige Stunden vor deinem Leiden setztest du das heilige Abendmahl zum Troste deiner Verehrer und zur Stärkung ihres Glaubens ein, und du lässest mich auch noch jetzt einladen, diese feierliche Handlung gemeinschaftlich mit meinen Nebenchristen zu begehen. Wie glücklich bin ich, o Herr, daß ich dich, den einigen und vollkommenen Mittler zwischen Gott und Men⸗ schen, daß ich deine Lehre und dein Heil kenne, daß ich dich meinen Herrn und Erlöser nennen, mich deiner seligen Gemeinschaft rühmen und zu deinen Erlösten und Freunden zählen darf! O wieviel habe ich dir, meinem Heilande, zu danken! Wie unwissend, wie verderbt, wie trostlos, wie elend würde ich ohne dich und deine Gnade sein! Wie unerträglich würde mir die Last meiner Sünden, wie fürchterlich DDDDE-:2 m seinet. ö ber erz sagt suche es, o Gott, ben ge⸗ ind dein rhaltens e zu er· Genuß pfangen nir vor· rsuchun⸗ meines in den nis der deinem zerehrer meinen rühmen iel habe erderbt, de sein! chterlich Über das heilige Abendmahl. 477 die Erwartung der damit verdienten Strafen, wie schrecklich der Anblick des Todes und des Grabes sein, wenn du uns nicht selbst den gnädigen Willen Gottes bekannt Peneund wenn du dich nicht zum Opfer für unsre Sünden dahingegeben und uns durch deinen Tod Gnade, Leben und ewige Seligkeit erworben hättest! Ja, alles Licht, das mich er⸗ leuchtet, aller Trost, der mich erquicket, alle Hoffnung, die mich belebt, sind Geschenke deiner unverdienten Liebe. Wie teuer soll mir denn nicht dein Gedächtnis sein! Würde ich nicht der undankbarste, der niederträchtigste unter allen Sterblichen sein, wenn ich deiner vergäße, wenn ich mit Kaltsinnigkeit und Gleichgültigkeit an dich gedächte, wenn ich mich weigerte, dir die Ehre und den Dank zu geben, die dir ge⸗ bühren? Nein, göttlicher Erlöser, ich folge deiner liebreichen Einladung mit Begierde und mit Freude. Ich komme, mich öffentlich für deinen Jünger und Verehrer zu bekennen und es jedermann zu sagen, daß ich es für mein Glück und mernen Ruhm halte, der Deinige zu sein. Ich komme als ein mühseliger und beladner Sünder, Ruhe für meine Seele zu suchen, und ergreife mit bußfertigem Glauben die Gnade, die du mir anbietest, und das große Heil, das du gestiftet hast. Ich komme, dir für dein Leiden und Sterben feierlich zu danken, mich dir zum Eigentum aufzuopfern und den heiligen Vorsatz zu erneuern, nicht mehr mir selber, sondern nur dir zu leben, der du für mich gestorben und auferstanden bist. Ich komme, meine Gemeinschaft mit allen Gläubigen zu unterhalten und mich aufs neue zu einer aufrichtigen und brüderlichen Liebe gegen sie und alle Menschen zu verpflichten. O Herr, laß mein Vorhaben gesegnet sein. Erlaube nicht, daß ich mich bloß mit den Lippen zu dir nahe, aber mit dem Herzen ferne von dir sei. Sende mir dein Licht und deinen Geist und laß den Gedanken, daß du Herzen und Nieren prüfest, alle Falschheit und Verstellung aus meiner Seele vertreiben. Laß mich die under deiner Barmherzigkeit so bedenken, daß Glaube, Liebe und Hoffnung dadurch in mir gestärkt und ich auf das kräftigste bewogen werde, die Versprechungen, die ich dir thue, mit unverbrüchlicher Treue zu halten. Amen. 26. RNoch andre Betrachtungen und Erweckungen vor dem heiligen Abendmahle. o gewiß, als ich im heiligen Abendmahl Brot esse und Wein trinke, so Droch habe ich teil an dem Leibe meines Heilandes. der für mich gebrochen, und an seinem Blute, das für mich vergossen ist. Auf keine eindrücklichere und gegen alle Zweifel und Besorgnisse des Gewissens mehr gesicherte Art hätte mich Gott überzeugen können, daß ich, bei redlicher Besserung der Seele und des Lebens, auf das Verdienst Jesu mein Vertrauen setzen und durch diesen Glauben gerecht und selig sein soll. So will ich denn, du unermeßliche Liebe, dich mit einem demütigen und starken Vertrauen ehren. Fest, unwandelbar fest will ich glauben, dir glauben, damit ich auch die Gerechtigkeit von dir erlange. Und dies soll denn auch mein Trost sein bei den noch übrigen so mannigfaltigen Mängeln und Flecken, die sich noch an meiner Liebe und Gehorsam finden. Nun aber ist auch meine Hoffnung des ewigen Lebens um soviel jester. Dies soll mir ein neuer Zügel gegen die Sünde und ein neuer Sporn zu allem Guten werden. 478 Über das heilige Abendmahl. Eine solche Barmherzigkeit meines Gottes und eine solche Selig. keit soll mich denn auch mit neuer Geduld und neuem Mut bewaffnen. Bei den Beschwerden und Zufällen meines Leibes, bei den Wider⸗ wärtigkeiten des Lebens, bei den Beunruhigungen und Mühseligkeiten, die mit den Geschäften meines Standes und Berufs verbunden sind, bei den beschwerlichen und gefahrvollen Kämpfen wider die Sünde, da und sonst allenthalben, wo ich die Last meiner Wanderschaft schwer fühle, will ich auf dich blicken, Sohn Gottes, der du selbst durch Leiden zu einem gütigen Regenten deiner Menschen eingeweiht worden bist. Durch Gottes Gnade kann ich auch von mir sagen: Mir ist viel, sehr viel vergeben. Ach, möchte ich doch auch sagen können: Darum liebe ich dich auch viel! Du, o Gott, wirst mit meiner Schwachheit gnädiges Erbarmen tragen und mir gnädig aufhelfen. Solche unermeßliche Herablassung, Langmut, Barmherzigkeit, Wohlthätigkeit und Freundlichkeit soll mich nun auch in dem Fleiße aller der edlen Werke stärken, die mir die Religion meines Heilandes gebietet und deren Summe Menschenliebe, gebildet nach dem Muster Gottes, ist. Amen. 27. Nach dem Genusse des heiligen Abendmahls. Lobe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen. Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat. Der dir alle deine Sünden vergiebt und heilet alle deine Gebrechen, der dein Leben vom Verderben erlöset und dich krönt mit Gnade und Barmherzigkeit. Barmherzig und gnädig ist der Herr, geduldig und von großer Güte. Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden und vergilt uns nicht nach unsern Missethaten. Wie sich ein Vater über seine Kinder erbarmt, so erbarmt sich der Herr über die, so ihn fürchten. Wohl dem, dem die Übertretungen vergeben sind, dem die Sünde bedeckt ist! Wohl dem Menschen, dem der Herr die Missethat nicht zurechnet, in dessen Geiste kein Falsch ist! Ich sprach: Ich will dem Herrn meine Übertretungen bekennen. Da vergabst du mir die Missethat meiner Seele. Wo ist ein solcher Gott, wie du bist? Du hast deines Sohnes nicht verschont um unsertwillen, du hast ihn für uns in den Tod brndei⸗ Wie solltest du uns mit ihm nicht alles schenken? Ja, gelobt sei Gott und der Vater unsers Herrn Jesu Christi, der uns gesegnet hat mit den kostbarsten dten dind und himmlischen Gütern durch Christum. In ihm, dem Geliebten, sind wir dem Höchsten angenehm geworden. In ihm dürfen wir Gott unsern Vater und uns seine Kinder nennen. An ihm haben wir einen vollkommenen Seligmacher, der immerdar lebt und für uns bittet. Durch seine Auferstehung von den Toten haben wir die gewisse Hoff⸗ nung eines unvergänglichen, unbefleckten und ewigen Erbes, das be⸗ halten wird im Himmel. O Gott, womit soll ich dir alles das Gute vergelten, das du an mir gethan hast? Ich will dich erhöhen, mein Gott, du König, und dich preisen immer und ewiglich. Ich will dich täglich loben, und deine Gnade immer und ewig loben, Dir will ich Dank opfern und öffentlich meine Gelübde und Zusagen erfüllen. Großer Erlöser, meine Seele erhebt dich, den Herrn, und mein Geist freut sich in dir, meinem Heilande. Du bist würdig zu neh⸗ SSSSR.GESSSEEE — *** „- S Selig⸗ paffnen. Wider⸗ gkeiten, en sind, nde, da r fühle, den zu st. st viel, Darum hachheit Muster Über das heilige Abendmahl. 479 men Kraft und Reichtum, Weisheit und Stärke und Prers und Ehre und Lob. Denn du bist auch für mich erwürgt worden und hast mich mit deinem Blute erkauft. Durch dich habe ich Frieden mit Gott und einen freien Zugang zu seiner Gnade. Durch dich bin ich von der Gewalt der Sünde und des Todes erlöst und darf mich der Hoff⸗ nung der zukünftigen Herrlichkeit rühmen. Wie kann ich dir deine Liebe jemals vergelten? Ich will dich ewig lieben, denn du hast mich zuerst, du hast mich bis in den Tod geliebt. Du hast deinen Leib für mich gegeben, du hast dein Blut für mich vergossen zur Ver⸗ gebung der Sünden, du bist für mich gestorben, du hast dich selbst für mich geopfert. Ich will ganz der Deinige sein. Dir will ich leben, dir will ich sterben. Dir sei mein Leib und meine Seele, dir sei mein ganzes Leben heilig. Dich zu kennen, dich zu lieben, dir zu gehorchen, deinem Beispiele zu folgen, deinen Namen unter den Menschen zu ver⸗ kündigen, dein Reich hier auf Erden zu erweitern und mich zu deiner nähern Gemeinschaft im Himmel geschickt zu machen, dies soll meine Ehre, mein Ruhm, mein vornehmstes und beständiges Geschäft, meine ganze Seligkeit sein. Amen. 28. Ein andres Gebet nach dem heiligen Abendmahl. So habe ich mich denn feierlich dem Dienste Gottes, meines gnädigen Vaters und Wohlthäters, gewidmet. So habe ich mich verpflichtet, als ein Jünger und Nachfolger meines hochgelobten Erlösers zu leben und ihn mit meinem Geiste und meinem Leibe, die beide sein Eigentum sind, zu preisen. Wie heilig sind diese Verpflichtungen! Wie undankbar, wie unglücklich würde ich nicht sein, wenn ich diese Zusagen vergäße, wenn ich diese Versprechungen nicht hielte! Welch eine Verantwortung,. welch ein Gericht würde ich zu erwarten haben, wenn ich nun noch der Sünde diente, wenn ich nicht alle Fehler, alle bösen Gewohnheiten, die ich an mir habe, ernstlich bestritte, wenn ich En i träge und nach⸗ lässig im Guten wäre, als ich es ehemals gewesen bin! So würde ich mich ja aller Vorrechte und Seligkeiten, die ich als ein Christ besitze, verlustig und meine Verdammnis um so viel schwerer machen. Ach Gott, laß es nicht zu, daß ich so undankbar gegen dich und so feind⸗ selig gegen mich selbst handle. Sei du in meiner Schwachheit mächtig. Befestige meine guten Entschließungen und verleihe mir Gnade, an der Ausführung derselben unverzüglich und unermüdet zu arbeiten. Schenke mir neue Kraft deines Geistes und leite mich durch ihn zu allen Tugenden, damit ich meine Heiligung in deiner Furcht vollende. Be⸗ Wahr⸗ mich vor Versuchungen, stärke mich, wenn ich darein gerate, und laß mich die ewige Seligkeit, zu welcher du mich durch Christum berufen und erlöst hast, nie aus den Augen verlieren. So werde ich den guten Kampf kämpfen, den Glauben behalten und meinen Lauf glücklich vollenden. So werde ich dereinst die Krone der Gerechtigkeit kei Guute Hand empfangen und dir Lob und Ehre bringen in Ewig⸗ eit. Amen. 29. Gebet eines rechtschaffnen Christen nach dem heil. Abendmahl. Auch ich, der ich dies gesegnete Brot gegessen und aus diesem Becher getrunken habe, gehöre zu denen, die Gott so geliebt, daß er seines eingebornen Sohnes nicht verschont hat. Auch auf mich siehst du, o 48⁰ Über das heilige Abendmahl. Gott, mit Wohlgefallen herab, da ich(Dank sei es dir, ewiger Vater meiner Seele!) die Siegel deiner gnädigen Wirkungen in der Besserung und Heiligung meiner Seele an mir sehe. Mein ist der Reichtum deiner Erbarmung für meine vormaligen Sünden. Auch mir beweisest du väterliche Nachsicht. Auch mich wirst du unsträflich bewahren bis ans Ende. Mein ist die ganze Fülle deiner Macht und Liebe so gewiß, als ich dieses Brot gegessen und von diesem Weine getrunken habe. Herr, vor deinem Throne in den Staub hingeworfen, flehe ich: Laß mir jenen großen Zweck des Leidens und Todes meines Heilandes, mich dadurch zum Gliede seines eigentümlichen Volkes zu machen, welches recht eifrig in allen Tugendthaten sei, diesen großen Zweck laß mir stets, stets vor Augen schweben. Laß mich seinen Tod, seine Reli⸗ gion bei jeder schicklichen Gelegenheit mit dem Munde preisen, ihn bis an den letzten Hauch meines Lebens als mein teuerstes Kleinod erheben. Laß mich ihn aber auch vornehmlich mit meinem Wandel preisen. Ach, dieser werde immer mehr ein Abdruck seines Musters und deines großen Exempels, Vater meiner Seele! Laß mich insbesondre immer mehr der redliche, herzliche, allgemeine Freund der Menschen werden, der er war und der du bist. Du weißt, Allwissender, wie wenig ich noch der bin, der ich zu sein von Herzen wünsche, und für den mich auch viele meiner Neben⸗ menschen halten. So viele Widersetzungen fühle ich noch in mir wider das, was ich mit der innigsten ÜUberzeugung für meine größte Ehre und Freude ansehe. Ach, das schmerzt mich im Innersten! Eine Liebe, wie die deinige, ein Gott, wie du bist, kann mich noch immer nicht zu dem ganz vollkommen guten, gehorsamen, dankbaren, liebevollen Menschen machen! Doch, das Wollen, der Wunsch, den du in mir gewirkt, ist mir Bürge, daß du auch immer mehr das Vollbringen in mir wirken wirst. Bester, zärtlichster Vater, hier an dem Kreuze deines 92 Lied öffne ich dir ganz mein Herz. Fülle es ganz mit dem Geiste er Liebe. Ach, wie schmerzlich sehnt sich meine Seele nach jenem rechten, durch Andacht und Tugend vollkommenen Leben! Welche, o welche Seligkeit! elche Wonne! Jene tiefen Blicke in die Abgründe deiner Werke und Wunder! Jene Riesenschritte auf dem Wege der Tugend! Jene unendlich wichtigern und entzückendern Geschäftel Jene erhabne, entzückende, göttliche Freundschaft mit den Personen, die hier meinem Herzen teuer sind, mit allen edlen, großen Seelen unter den Menschen, mit Engeln und Erzengeln, mit meinem besten Freuünde und größten Wohlthäter Jesu Christo, ihm, der mir den Weg zum Leben, zu dieser Wonne in deiner Gesellschaft, gebahnt hat! Diese Hoffnung laß mir auch heute mit neuer Klarheit und Stärke ins Herz gedrückt werden. Sie und deine Liebe sei der Trost in meinen Leiden, das Gewürz meiner Freuden, der kräftigste Antrieb zu allen Tugendthaten, sei der Führer auf dieser Reise durchs Leben hin in mein Vaterland. Ach, wann, wann werde ich dahin kommen? Gott, Vater, ganz durchdrungen von deinen unzähligen und un⸗ ermeßlichen Liebesproben, widme ich mich dir aufs neue ganz und gar. Du sollst mein Alles sein. Dir, nur dir will ich leben, dir will ich sterben, dich will ich in der Ewigkeit, in den Chören deiner heiligen, seligen Menschen und Engel preisen. Amen. Vater sserung deiner sest du his ans iß, als he ich: dichen iachen, eck laß Reli⸗ hn bis heben. Ach, jroßen meine ich zu eben wider Ehre Liebe, cht zu hollen mir en in eines Beiste chten, belche einer zend! abne, inem schen, ißten dieser mir 48¹ In Krankheiten. 30. Beim Anfange einer Krankheit. H err, allmächtiger Gott, Schöpfer Himmels und der Erden, der du 9 das Leben, die Gesundheit und jeden andern Segen giebst, aber auch wieder nimmst, wenn es dir gefällt, lehre mich erkennen, daß alles, was mir begegnet, von deiner Hand kommt, damit ich bei allen Lei⸗ tungen deiner gnädigen Vorsehung nur auf dich sehe und sie mir zu deiner, als ihres Urhebers Ehre, zu nutze machen möge. Du hast mich jetzt mit einer Krankheit heimgesucht, von der ich nicht weiß, was sie für Folgen für mich haben kann. Ich nehme daher gleich beim An⸗ fange derselben meine Zuflucht zu dir und bitte dich, erleichtre meine Schmerzen, befreie mich, wenn es dein heiliger Wille ist, bald wieder davon. Verleihe mir aber vornehmlich die Gnade, daß ich diese Krank⸗ heit, wenn sie länger anhalten sollte, nicht nur mit Geduld und Unter⸗ werfung unter deinen Willen tragen, sondern sie auch zu meiner Hei⸗· ligung anwenden möge. Gieb, daß ich dadurch gebessert werde und auf die Absicht, die du bei dieser Züchtigung hast, aufmerksam sei, da⸗ mit sie auch an mir erreicht werde. Ist sie eine Strafe für meine Sünden, so laß sie meine Seele kräftig ermuntern, die Sünden, deren ich mich in meinem bisherigen Verhalten schuldig weiß, zu erkennen, sie aufrichtig zu bereuen und dir künftig in wahrer Heiligkeit und rechtschaffner Frömmigkeit zu dienen. Gieb, daß ich nie wieder in der⸗; gleichen Thorheiten verfalle, wodurch ich mir vielleicht diese Krankheit ugezogen habe, mir künftig nie etwas erlaube, was nicht zu deiner hre gereicht und mein eignes Verderben befördert. O Gott, ich soll mein Leben in keiner andern Absicht lieben, als dir zu dienen und meine Seele zu erretten. Wenn ich denn zu diesem Endzwecke leben soll, so schenke mir den Genuß meiner vorigen Gesundheit und Stärke wie⸗ der und die Gnade, sie auch alsdann zu diesem Endzwecke anzuwenden. Soll aber der Tod das Ende meiner gegenwärtigen Krankheit sein, so gieb, daß ich diese Welt als ein rechtschaffner Christ verlassen möge, mit einem festen Vertrauen auf meines Erlösers Vermittlung und Fuͤr⸗ sprache bei dir, mit Gleichgültigkeit gegen die Güter dieses Lebens und freudiger Erwartung der unvergänglichen Güter des ewigen Lebens, mit ungeheuchelter Bereuung aller meiner Vergehungen und Sünden, mit einer willigen Ergebung meiner Seele in deine Hände als in die treuen Hände meines Schöpfers und barmherzigen himmlischen Vaters. Erhöre mich um Jesu Christi willen. Amen. 31. Um christliches Verhalten in der Krankheit. err, barmherziger Gott, der du nicht willst den Tod des Sünders, sondern daß er sich bekehre und lebe, der du kein Wohlgefallen daran hast, deine Menschen mit Plagen zu belegen, sondern sie auch dann, wenn du sie züchtigst, noch liebst, siehe mit gnädigen Augen auf deinen unwürdigen Knecht(deine unwürdige Magd), den(die) du mit Krankheit heimgesucht hast, herab. Spri zu meiner Seele: Es ist Friede! Mache mich gewiß, daß du mit mir versöhnt und geneigt bist, mir alle meine Sünden zu vergeben. Lehre mich deine Züchti⸗ gungen so tragen, als es sich für den Zustand schickt. in welchen du Hh 482 In Krankheiten. mich gesetzt hast. Wende mein Herz von der Welt und ihren vergäng. lichen Freuden ab. Sie sind jetzt für mich ganz unnütz, und ich muß sie doch gewiß einmal verlassen, ich mag sterben, wann ich will. Mache mich zu allem dem geschickt, wozu du mich in dieser und in jener Welt bestimmt hast. Ich mag leben oder sterben, so laß mein Herz über deine weise Leitung ganz ruhig, ganz zufrieden sein. Erneure in mir, o Gott, was meine eignen sündlichen Neigungen und Begierden zerstört haben. Erhalte mich in dem wahren Glauben deines Evangelii und bewahre mich vor allem Irrtum und vor allen Arten der Sünde. Laß dir meine Demütigung gefallen und nimm meine Thränen an. Erleichtre meine Schmerzen, wenn es dir für mich zuträglich scheint. Mache mich tüchtig, mich in allen Fällen auf deine Verheißung fest zu verlassen und niemals zu zweifeln, daß du für die sorgst, die auf dich trauen. Herr, erhöre mich, erhöre alle, die für mich beten. Wache beständig für mein Bestes! Verlaß mich nicht, vergiß meiner nicht. Erlöse mich von allem Ubel und hilf mir endlich auch zu deinem ewigen himmlischen Reiche durch Jesum Christum. Amen. 32. Um Gnade, die Krankheit zur Heiligung anzuwenden. Umächtiger, ewiger Gott, liebreicher himmlischer Vater, der du zu einer Zeit deine Segnungen und Wohlthaten über deine Menschen vervielfältigst und zu einer andern Zeit ihnen diesen Segen wieder entziehst, entweder um sie dadurch zu bessern oder ihre Herzen von den vergänglichen Gütern dieses Lebens zu entwöhnen und sie zu dem Genusse herrlicher und dauerhafterer Güter in einem vollkommneren und bessern Leben vorzubereiten, beweise auch an mir deine große Barmherzigkeit und nimm dich meiner in den Umständen, worin ich mich jetzt befinde, gnädig an. Segne du selbst meine Krankheit. Tröste, stärke mich bei dieser deiner väterlichen Züchtigung. Heilige sie so, daß sie mir ein Mittel werde, mein Herz zu reinigen und es zu himm⸗ lischen Gesinnungen zu erheben. Bereite mich je mehr und mehr zu einem bessern Leben, wo keine Sünde, keine Krankheit, kein Tod mehr sein wird. Ich weiß es, o Herr, daß es aus Liebe gegen mich geschieht, wenn du mich züchtigst. Meine Krankheit soll mir nicht schaden, wenn ich mir nur nicht selbst schade. Sie soll nach deiner unendlichen Güte da meinem Besten gereichen, sie soll mir den Tod von ferne zeigen, amit ich sterben lerne, sie soll meine Seele erheben und stärken und meine guten Vorsätze und Entschließungen dauerhaft machen. Laß denn alle diese Endzwecke, o Gott, durch diese Krankheit an mir erreicht werden, damit sie zu deiner Ehre und zur Beförderung meiner ewigen Seligkeit gereichen möge. Amen. 33. Bei heftigen und anhaltenden Schmerzen. den aber auch barmherziger Gott, der du kein Wohlgefallen an dem Elende der Menschen hast, sondern vielmehr in deinem Worte versprichst, die zu erretten, die dich in ihrer Not anrufen, und dich von denen willst finden lassen, die dich suchen: Ich komme jetzt, da deine Hand schwer auf mir liegt und deine Züchtigungen mich hart getroffen haben, mit meinem Gebete vor dich und bitte dich demütig, versage mir in diesen heftigen und anhaltenden Schmerzen. die mir meine Krankheit dergäng. ich muß Mache er Welt r über in mir, r nicht. ewigen en. rdu zu denschen wieder zen von zu dem mneren e große orin ich Tröste, so, daß himm · nehr zu d mehr eschieht, , wenn »n Güte zeigen, en und 1. Laß erreicht ewigen llen an Worte ich von a deine etroffen age mir ankheit In Krankheiten. 483 verursacht, deine Hilfe und Beistand nicht. Sei mir gnädig, o Gott, denn ich bin schwach, heile mich, denn meine Kräfte haben mich ver⸗ lassen, hilf mir um deiner Güte willen. Wie ein Wandrer in der Sonnenhitze sich nach dem Schatten sehnt und ein Tagelöhner, daß seine Arbeit aus sei, also habe ich auch schon ganze Tage vergeblich geseufzt, und der elenden Nächte sind mir viel geworden. Wenn ich mich niederlegte, sprach ich: Wann werde ich aufstehen? Und hernach rechnete ich wieder, wenn's Abend werden wollte. Siehe an meinen Jammer, o Gott, und laß dir mein Elend zu Herzen gehen. Von dir allein muß meine Hilfe kommen. Wenn du willst, kannst du mir leicht helfen, meine Schmerzen lindern und mich wieder gesund machen. Ich muß es zwar bekennen, daß ich noch weniger leide, als ich verdient habe, und daß ich es deiner Güte allein zu danken habe, daß es noch nicht gar mit mir aus ist. Ich weigre mich auch deiner Züchtigun nicht und bin nicht ungeduldig über deine Strafe, ob sie mir glei jetzt keine Freude, sondern Traurigkeit macht, denn ich weiß, daß du meine Besserung und Heiligung dabei zur Absicht hast. Inzwischen wage ich es dennoch, deine Barmherzigkeit anzuflehen, daß du nicht nach meinen Übertretungen und Sünden, sondern nach deiner großen Güte mit mir handeln, mich nicht im Zorne, sondern mit Gnade und Güte züchtigen wollest. Befreie mich, wenn es deiner Weisheit gemäß ist, bald wieder von allen meinen Schmerzen, die ich jetzt in einem so roßen Maße leide, oder lindre sie wenigstens dadurch, daß du die⸗ enigen Mittel segnest, welche ich in dieser Absicht gebrauche. In allem aber, was du auch über mich beschlossen hast, gieb, daß ich mich deinem heiligen und weisen Willen mit einer gänzlichen Ergebung in denselben und mit einem völligen Vertrauen, daß du, Herr, alles mit mir wohl machen werdest, unterwerfe. Erhalte mir den Glauben an deine alles regierende Vorsehung und laß auch diese schmerzhafte Krankheit dazu dienen, mich in demselben zu stärken. Gieb, daß ich auch in dieser Anfechtung bewährt von dir erfunden werden möge, damit ich die Krone des Lebens empfahe, die du denen, die dich lieb haben, verheißen hast. Amen. 34. Nach der Genesung von der Krankheit. Unan liebreicher und erbarmungsvoller Gott, der du allen denen gnädig bist, die auf dich trauen, auch ich weiß es jetzt aus eigner Erfahrung, daß du mit deiner Hilfe denen nahe bist, die dich mit Ernst darum anrufen. Denn da ich in meiner Not zu dir rief, da erhörtest du mich und halfst mir wieder von meiner Krankheit, so daß ich dich jetzt mit fröhlichem Herzen dafür preisen kann. Lobe denn, meine Seele, den Herrn, und m 8 nicht, was er dir Gutes gethan hat. Lobe den Herrn, der dein Leben vom Verderben errettet, und dich krönt mit Gnade und Barmherzigkeit. O daß mein Herz durch diese neue Wohlthat so stark und innig gerührt würde, daß ich es nie wieder wagte, eine so außerordentliche Güte zu mißbrauchen, sondern jeden Tag, den du, o Gott, zu meinem Leben noch hinzufügst, zur treuen Beobachtung deiner Gesetze und zu deiner Verherrlichung anwendete! Ich bin nun wieder genesen, und mit jedem neuen Tage erhält meine Gesundheit eine größere Festigkeit und Stärke. So will ich mich auch von nun an mit allem Fleiß und Sorgfalt hüten, daß ich nicht wider Hhe* 484 In Krankheiten. dich aufs neue sündige, damit mir nicht noch etwas Argeres widerfahre. Laß die öftere Erinnerung der Umstände, in welchen ich mich befunden habe, einen so starken Eindruck auf mein Gemüt machen, daß ich alles dasjenige sorgfältig vermeide, was mich von neuem auf das Kranken⸗ bett werfen und in Gefahr des Todes bringen könnte. Vornehmlich aber gieb, daß ich in Erfüllung aller meiner Pflichten emsig und treu sei, damit ich in den Tagen der Krankheit, wenn ich in Zukunft nicht gänzlich davon befreit sein sollte, durch keine Verdammungen meines Gewissens das Gefühl meiner Schmerzen vermehren und mir meinen Zustand noch beschwerlicher machen möge. Wie unglücklich würde ich sein, wenn mich bei einem verletzten und noch nicht beruhigten Ge⸗ wissen über lang oder kurz eine noch heftigere Krankheit überfiele, und ich dann außer Stand gesetzt wäre, für das, was zum Frieden meiner Seele dient, zu sorgen! Laß mich also keine Zeit verlieren, meine Seligkeit zu schaffen, sondern allen Fleiß anwenden, meinen Beruf zum ewigen Leben fest zu machen, damit ich auf jeden Vorfall bereit sein und mir, wenn mich Krankheit und Tod übereilt, der Eingang in jenes bessere und vollkommnere Leben eröffnet werden möge. Du schenkst mir nun Zeit zur Besserung. Gieb mir denn auch ein hWn das sich bemüht, sich zu bessern. Lehre mich bedenken, daß ich nicht nur sterben muß, sondern auch plötzlich sterben kann, und daß, wenn es nicht diese Krankheit gewesen, es vielleicht eine andre sein wird, die meinem Leben hier auf Erden ein Ende macht, damit ich beizeiten das thue, was ich dann zu spät wünschen würde, gethan zu haben. Laß keine Sünde über mich herrschen, keine Versuchung mich überwinden noch mich auf die teuren Pflichten, die ich dir und meinem Erlöser schuldig bin, unachtsam machen. Wirke in mir nicht nur das Wollen, sondern au das Vollbringen des Guten, nach deinem Wohlgefallen. Mache mi mit jedem Tage zu deinem ewigen himmlischen Reiche geschickter, und wenn du mich endlich von dem Leibe dieses Todes erlösen wirst, so führe meine Seele in das bessre Leben ein, wo kein Schmerz und kein Tod mehr sein wird. Amen. 35. Gebet eines Kranken bei Annäherung seines Todes. Geit von dessen unendlicher Güte und Gnade ich in jedem Augen⸗ blick meines Lebens abhänge, dessen Eigentum ich auch noch im Tode bin und in alle Ewigkeit bleiben werde, so groß auch die Veränderung sein mag, die mit meinem Zustande alsdann vorgehen wird, welch ein unaussprechliches Glück ist es für mich, daß ich dich als meinen Schöpfer und Vater kenne, daß ich weiß, daß du mich u einem ewigen Leben erschaffen und auch so liebreich dafür gesorgt hast, mich hier in eine solche Verfassung zu setzen bei der ich hoffen darf, an den Glückseligkeiten des zukünftigen Lebens teil zu haben! Ich freue mich des Vorzugs, den ich als ein Christ genieße, daß ich, so oft ich an dich denke, dich mir als meinen Vater denken kann, und ich preise dich, daß du mich auch Jesum Christum als denjenigen hast erkennen lassen, durch welchen du deine väterliche Liebe und Treue gegen mich und alle Menschen auf eine dich so sehr ver⸗ herrlichende Weise offenbart hast. Ich empfinde insbesondre jetzt den ganzen Wert dieses Glücks auf eine sehr lebhafte Weise, da ich mich dem Augenblicke nahe, in welchem meine Seele sich von ihrem In Krankheiten. 48⁵ Leibe trennen und mit dieser Trennung denn auch 5le für sie dies Leben der Vorbereitung ein Ende nehmen wird. ie schrecklich würde nicht für mich dieser Augenblick sein, wieviel Ursache würde ich nicht haben zu wünschen, daß er der letzte meines ganzen Da⸗ seins wäre, wenn ich nicht durch den Glauben an den we chen du mir zum Mittler und Heiland geschenkt hast, die fröhliche und ge⸗ ründete Gewißheit erlangt hätte, daß du, auf meine Reue und Besserung in diesem Leben, mir alles, was in demselben unrecht und fündlich gewesen ist, vergeben und mich in dem zukünftigen aller der Glückseligkeit teilhaftig machen wollest, die du denen, welche dich mit Gehorsam und gläubigem Vertrauen ehren, bereitet und verheißen hast! Wie ruhig kann ich hingegen nicht jetzt in Ansehung meines Todes sein, und mit welcher freudigen Hoffnung kann i nicht die Ankunft desselben erwarten, da ich weiß, daß sich mit dem⸗ selben auch meine völlige Erlösung naht, weiß, an wen ich glaube, und gewiß bin, daß der, welcher mich zur Glückseligkeit erschaffen hat, sie mir auch als eine Beilage, als ein Geschenk, das mir durch Christum von neuem aus seiner Hand zu teil werden soll, bis an jenen Tag bewahren kann! Anbetung, Preis und Dank sei dir, barmherziger, himmlischer Vater, für alles, was du in meinem gan⸗ en Leben Gutes an mir gethan hast. Insonderheit aber preise ich dich für die weise Führung deiner gnädigen Vorsehung, nach welcher ich zur Erkenntnis deines Willens und des den Sündern durch Christum bereiteten Heils, auch zur Erkenntnis meines eignen An⸗ teils an diesem Heile noch in diesem Leben gekommen bin. Ich preise dich für die großen und vielfältigen Beweise, die du mir in dem Laufe meines Lebens, und noch in dieser meiner letzten Krank⸗ heit, von deiner Liebe gegen mich und von der gnädigen Fürsorge gegeben hast, mit der du stets für mein Bestes wachtest. Ich danke dir für alles, was mir an leiblichen oder geistigen Segnungen von meiner Kindheit an bis jetzt von dir ist zu teil geworden, und ich bitte dich. setze zu allen den Wohlthaten, die du mir erzeigt hast, auch noch diese hinzu, daß du ein dankbares Andenken an dieselben und ein festes Ver · trauen auf deine Gnade durch Jesum Christum in meiner Seele bis an mein Ende bewahrst. Erhalte meine Seele bis auf den letzten Augen⸗ blick in der guten Verfassung, in welcher sie jetzt steht. Laß keine Furcht des Todes, wenn er nun mit allen seinen Schrecken da sein wird einige Macht über ihren Glauben und über ihre Hoffnung haben, sondern stärke sie in dem letzten Kampfe, den sie hier noch kämpfen muß, mit göttlicher Kraft, und nimm sie dann in deine ewige himmlische Seligkeit auf um Jesu Christi willen. Amen. Kirchengebete. 1. Sffentliche Beichte. cch armer Sünder bekenne Gott, meinem himmlischen Vater, daß ich V leider schwerlich und mannigfaltig gesündigt habe(nicht allein mit äußerlichen groben Sünden, sondern auch vielmehr mit innerlicher an· geborner Blindheit, Unglauben, Zweiflung, Kleinmütigkeit, Ungeduld. TTTTCTCTC 486 Kirchengebete. Hoffart, bösen Lüsten, Geiz, heimlichem Neid, Haß, Mißgunst und andern Sünden), daß ich auf mancherlei Weise mit Gedanken, Gebärden, Worten und Werken die allerheiligsten Gebote Gottes übertreten habe, wie das mein Herr und Gott an mir erkennet, und ich leider so voll⸗ kömmlich nicht erkennen kann. Also gereuen sie mich und sind mir leid, und begehre von Herzen Gnade von Gott durch seinen lieben Sohn Jesum Christum und bitte, daß er mir seinen heiligen Geist zur Besse⸗ rung meines Lebens mitteilen wolle. Amen. Der allmächtige Gott hat sich eurer erbarmet, und durch das Ver⸗ dienst des allerheiligsten Leidens, Sterbens und Auferstehens unsers Herrn Jesu Christi, seines geliebten Sohnes, vergiebt er euch alle eure Sünden, und ich, als ein verordneter Diener der christlichen Kirche, verkündige allen denen, so wahrhaftige Buße thun und durch den Glauben all ihr Vertranen auf das einige Verdienst Jesu Christi setzen und gedenken ihr Leben nach den Geboten und dem Willen Gottes an zustellen, solche Vergebung aller ihrer Sünden im Namen Gottes des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. Amen. Dagegen aber sage ich allen Unbußfertigen und Ungläubigen aus Gottes Wort und im Namen Jesu Christi, daß ihnen Gott ihre Sünden vorbehalten hat und gewißlich strafen wird. Gott gebe ühnen seinen heiligen Geist, daß sie mögen wahre Buße thun und selig werden. 2. Allgemeines Kirchengebet. Emiger, allmächtiger Gott, wir beten dich an in tiefster Ehrfurcht unsrer Herzen, danken dir demütigst für die unzähligen Wohlthaten, womit du uns bisher ohne alles unser Verdienst und Würdigkeit an Seele und Leib so reichlich gesegnet hast. Wir preisen dich insonderheit, daß du dein seligmachendes Wort und den reinen Gottesdienst noch immer unter uns erhältst, obgleich so viele den unschätzbaren Wert dieser teuren Gabe der einzigen Quelle alles Trostes und aller wahren Glückseligkeit, zu wenig oder wohl gar nicht erkennen mögen. Langmütiger Gott, werde des Erbarmens nicht müde. Bekehre die Verächter deines Wortes und erhalte dasselbe uns und unsern Nach⸗ kommen bis ans Ende der Welt. Vereitle die unseligen und menschen⸗ feindlichen Bemühungen derjenigen, welche die göttliche Religion Jesu verdächtig, die Schwachen irre machen und deinen Erlösten die ewige Grundfeste der Ruhe im Leben und des erquicklichsten Trostes im Tode rauben wollen. Schenke uns allen die Gnade, daß wir diese heilige und wohlthätigste Religion von Herzen lieben und ehren und nach ihren Vorschriften unser Leben in dieser Welt führen mögen. damit wir in der künftigen ihre seligen Verheißungen ewiglich genießen können. Walte mit deiner allmächtigen Gnade über alle Regenten, über alle christlichen Könige, Fürsten und Herren und neige ihre Herzen zur Wahrheit deines Worts und dem lieben Frieden. Segne und erhalte unsern Herzog mit seinem Hause und allen hohen Angehörigen und Verwandten desselben. Laß die Regierung hiesiger unfrer womit le und aß du unter Gabe it, zu re die Nach⸗ schen⸗ Jesu ewige Tode eilige ihren ir in n. r alle nzur hohen esiger Kirchengebete. 48⁷ Lande zur Ausbreitung der Ehre deines Namens, zur Beförderung deiner auf die Glückseligkeit aller Menschen gerichteten liebevollen Ab⸗ sichten und zur möglichsten Erhaltung und Verbesserung des allgemeinen Wohlstandes allenthalben glücklich und gesegnet sein. Verleihe den zur Erleichterung der Regierungslast verordneten eheimen Räten, den Fürstlichen Collegiis, auch allen übrigen Befehls⸗ habern und Obrigkeiten, Weisheit, Erfahrung und Einigkeit, damit sie ihre Geschäfte mit kluger Vorsicht und gewissenhafter Treue und Rechtschaffenheit verrichten und nie vergessen mögen, daß sie dir müsten. und gerechter Gott, einmal strenge Rechenschaft davon geben müssen. Gieb, daß in unserm Lande Ehre wohne, daß Güte und Treue einander begegnen, Gerechtigkeit und Friede sich küssen. Laß dir zu dem Ende das Fürstliche Collegium Carolinum nebst allen höhern und niedern Schulen im Lande befohlen sein. Mache sie zu Pflanzstätten nicht nur nützlicher und heilsamer Wissenschaften, sondern auch christ⸗ licher Tugenden und Sitten. Segne die menschenfreundlichen Be⸗ mühungen derer, die sich die öffentlichen Erziehungs⸗ und Versorgungs⸗ anstalten besonders angelegen sein lassen. Erwecke unter uns viele wohlthätige Herzen, die sich der Not ihrer armen kranken Brüder mit⸗ leidig annehmen. Sei ein Vater der Witwen und Waisen, ein Helfer der Kranken und Notleidenden, ein Trost der Betrübten. Wende Feuers⸗ und Wassersnot, Sünd und Seuchen, Mißwachs und Teurung und andre mit unsern Sünden wohlverdiente Landesplagen in Gnaden von uns ab. Segne dahingegen den Fleiß der Handwerker und die Arbeit des Landmannes mit fruchtbarem Gedeihen. Laß Handel und Wandel, Künste und nützliche Gewerbe immer mehr blühen, wachsen und zu⸗ nehmen. Erhalte Liebe und Einigteit, Folgsamkeit und Ehrbarkeit unter Ehegatten, Eltern und Kindern, Herrschaften und Dienern. Belebe unser aller Herzen mit dem Geiste der Liebe, damit wir einer für des andern Glück und Bestes gern und mit Freuden thun mögen, was einem jeglichen in seinen Umständen möglich ist. Und da wir nur Fremdlinge und Gäste auf Erden sind und hier⸗ selbst keine bleibende Stätte haben, sondern allen Menschen gesetzt ist einmal zu sterben und hernach das Gericht, so hilf uns, daß wir uns kast im Glauben und wahrer Gottseligkeit täglich und stündlich bereit halten und thun mögen das Werk, wozu du uns in der kurzen Zeit der Vorbereitung zu einer glücklichen Ewigkeit bestimmt hast, weil es noch Tag ist, ehe denn die Nacht kommt, da niemand wirken kann. Nimm uns denn endlich nach überstandenen Mühseligkeiten unsrer Wallfahrt auf Erden in deine ewige Ruhe zu dem immerwährenden Genuß der seligen Freuden des Himmels, um deines lieben Sohnes Jesu Christi, unsers Herrn und Heilandes willen. Amen. Bei der öffentlichen Kommunion. ö 3. Vor der Kommunion. Der Herr sei mit euch. Und mit deinem Geist. Erhebet zum Himmel eure Herzen. ——— Kirchengebete. Wir haben sie erhoben. Danksaget dem Herrn, unserm Gott. Das ist billig und recht. Wahrlich, es ist billig und recht, daß wir dir, unserm Gott, danksagen und dich loben, weil dein lieber Sohn mit seinem bittern Leiden für unsre Sünde bezahlet hat, welcher um unsrer Missethat willen ver⸗ wundet und um unsrer Sünde willen zerschlagen ist. Darum wir mit allen Engeln und Erzengeln und allen himmlischen Heerscharen zu deiner Ehr' ohn' Unterlaß sagen: Heilig ist Gott, der Herre Zebaoth! Heilig ist Gott, der Herre Zebaoth! Heilig ist Gott, der Herre Zebaoth! Seine Ehr' die ganze Welt erfüllet hat. 488 Meine Allerliebsten in Gott! Dieweil wir das Abendmahl unsers Herrn Jesu Christi wollen halten, darin uns sein Fleisch zu einer Speise und sein Blut zu einem Tranke gegeben wird, daß wir dabei seines Todes gedenken und ihm von Herzen danksagen sollen, so wollen wir Gott den Vater im Namen Jesu Christi anrufen und von Grund des Herzens also beten: H'de Gott, himmlischer Vater, wir danken dir von Herzen, daß du deinen einigen lieben Sohn, unsern Herrn und Heiland, Jesum Christum, für unsre Sünde zu unsrer Seligkeit hast Mensch werden, so viele unaussprechliche Marter leiden und am Kreuze eines bittern Todes sterben lassen, welcher uns auch befohlen hat, damit wir dessen, was er für uns ausgestanden, nicht vergessen möchten, dieses gegen⸗ wärtige Gedächtnis seiner Marter und Todes im heiligen Abendmahl zu halten, in welchem er uns, aus unaussprechlicher Liebe zu uns, eben denselben Leib, welcher am Kreuze für uns gestorben, und eben dasselbe Blut, welches am Kreuze für uns vergossen, in und mit gegenwärtigem Brot und Wein wahrhaftig zu esser und zu trinken giebt, damit wir nicht zweifeln, sondern desto fester glauben möchten, sein Tod und Blut⸗ vergießung am Kreuz sei unsre gewisse Seligkeit. Durch denselbigen einen lieben Sohn, als den einigen Mittler zwischen dir, dem gerechten Gott, und uns armen Sündern, und durch dessen blutiges Verdienst bitten wir dich, o himmlischer Vater, du wollest dich unser aller er. barmen. Siehe an das Angesicht solches unsers getreuen Mittlers, deines lieben Sohnes Jesu Christi, welcher zu deiner Rechten für uns bittet und uns vertritt. Siehe an sein heiliges unschuldiges Blutvergießen, Leiden und Sterben, welches er für unsre Missethat, aus unaussprech⸗ licher Liebe gegen uns verlorne Menschen, mit höchster Geduld aus⸗ gestanden. Vergieb uns unsre Sünde und laß uns würdige Gäste bei dieser himmlischen Mahlzeit sein. Stärke unsern schwachen Glauben und gieb, daß wir an das Leiden und Sterben deines lieben Sohnes zu unserm Troste gedenken und die süße Kraft desselben in unsern Herzen freudig empfinden mögen. Gieb uns auch deinen heiligen Geist, daß wir verleugnen das ungöttliche Wesen und die weltlichen Lüste, hingegen aber mäßig gegen uns selbst, gerecht gegen unsern Nächsten und in steter kindlicher Furcht gegen dich, Gott, unsern himmlischen Vater, leben in dieser Welt und warten auf die selige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes, deines lieben Sohnes, anksagen iden für llen ver⸗ wir mit jaren zu r Herre ie ganze unsers zu einer r dabei wollen Grund daß du Jesum verden, bittern dessen, gegen⸗ tahl zu „eben asselbe rtigem it wir Blut · bigen rechten rdienst ler er. deines bittet ießen, prech · aus. te bei auben Kirchengebete. 489 unsers Heilandes Jesu Christi. Laß auch einen jeglichen unter uns sein Kreuz auf sich nehmen, deinem lieben Sohne nachfolgen, einer den andern lieben, gleichwie dein lieber Sohn uns geliebt hat, denn es ist dieses heilige Sakrament ein Brot, wir alle aber ein Leib, weil wir eines Brotes teilhaftig werden und alle aus einem Kelche trinken. Gieb uns auch und allen gläubigen Christen, was uns sonst nützlich und dienlich ist, dieses Leben in deiner Furcht zu führen, selig zu beschließen und die ewige Seligkeit zu erlangen. Darauf sprechen wir von Herzen Amen. Unser Herr Jesus Christus, in der Nacht, da er verraten ward, nahm er das Brot, dankte und brach's und 2eb seinen Jüngern und sprach: Nehmet hin und esset. Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird. Solches thut zu meinem Gedächtnis. Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Abendmahl, dankte und gab ihnen den und sprach: Trinket alle daraus. Dieser Kelch ist das Neue Testament in meinem Blut, das für euch vergossen wird zur Vergebung der Sünden. Solches thut, so oft ihr's trinket, zu meinem Gedächtnis. 4. Nach der Kommunion. Der 23. Psalm. Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser. Er erquicket meine Seele, er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen. Und ob ich schon wandle im finstern Thal, fürchte ich kein Unglück, denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich. Du bereitest vor mir einen Tisch gegen meine Feinde, du salbest mein Haupt mit Ol und schenkest mir voll ein. Gukes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar. Uc. dem Herrn, denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich. Wir danken dir, allmächtiger Herr Gott, daß du uns durch diese heilsame Gabe hast erquicket, und bitten deine Barmherzigkeit, daß du uns solches gedeihen lassest zu starkem Glauben gegen dich und zu amen Liebe unter uns allen, um Jesu Christi, unsers Herrn willen. men. Der Herr segne dich und behüte dich ꝛc. 5. In den Montagsbetstunden. Ewiger⸗ allmächtiger Gott, barmherziger Vater, wir erscheinen jetzt abermals in deinem Bethause, erkennen und bekennen vor dir mit demütigem, bußfertigem Herzen, daß wir nicht wert sind, unsre Augen gen Himmel aufzuheben und unser Gebet dir vorzutragen. Denn wir haben ja vielfältig und schwerlich gesündigt allesamt. Wir haben der Zeit unsrer gnädigen Heimsuchung nicht den Willens ut deines heiligen Wortes und darin geoffenbarten biglich g illens nicht geachtet, des lieben Friedens, den du uns gnädiglich geschenkt, auch des jährlichen Segens, womit du uns mehrenteils so mildiglich angesehen, zur Sicher⸗ 490 Kirchengebete. heit, Stolz. Pracht, Geiz, Wollust, Unmäßigkeit, Haß, Neid, Zank und andern Sünden gemißbraucht. Die Exempel andrer benachbarter Länder, an welchen wir deinen gerechten Zorn gesehen, auch die unter⸗ schiednen scharsen Züchtigungen, mit welchen du uns absonderlich manchmal heimgesucht hast, haben wir nicht zu Herzen genommen, noch dadurch zu ernstlicher Buße und Besserung uns bewegen lassen. Daher kommt's denn auch, daß du, als ein gerechter Richter, deine Hand wieder ausstreckst und mit neuen Strafen hin und wieder uns dräuest, so daß zu befürchten, wir werden nebst andern deine scharfe Rute wegen unsers beharrlichen Ungehorsams rechtschaffen und nock heftiger, als vorhin, empfinden müssen. Ach lieber Gott und Vater wir gestehen und bekennen vor dir, daß wir solches überflüssig verdient haben und daß du uns nicht unrecht thätest, wenn du gleich deine Hand würdest gar von uns abziehen und uns zum gänzlichen Verderben dahin⸗ geben. Weil du aber, o unser Gott und Vater, in deinem Worte ver⸗; heißen hast, deinen gefaßten Zorn abzuwenden von denjenigen, die ihre Missethaten und Übertretungen bereuen und in herzlicher Bußfertigkeit und kindlichem Vertrauen dein Antlitz suchen, so beklagen und bereuen wir von Grund unsrer Seele, daß wir an dir so vielfältig gesündigt und deinem heiligen Willen so vorsätzlich entgegengehandelt haben. Wir demütigen uns vor dir mit zerschlagenem Herzen und stellen zwischen unsre Sünde und deinen gerechten Zorn in wahrem Glauben den einigen Mittler Jesum Christum, deinen lieben Sohn. Siehe doch an, barm⸗ herziger Gott und Vater, desselben Genugthuung. Nimm an für unsre Schuld seine Unschuld, für unsern Ungehorsam seinen Gehorsam, für unsre Ungerechtigkeit seine Gerechtigkeit. Sei uns um seinetwillen gnädig und rechne uns nicht zu unsre Sünde, sondern gedenke unser nach deiner großen Gnade und Barmherzigkeit. Laß doch nicht das Feuer deines Zorns nach unserm Verdienste wider uns brennen, sonderrn schone unser als ein lieber Vater und behüte uns doch künftig in Gnaden vor Pestilenz und allen andern ansteckenden Krankheiten, vor En Unruhe und Kriegslast, vor Mißwachs, schädlichem Ungewitter, vor dei Teurung, Feuers⸗ und Wassersnot und allem andern Unheil, so du den Fei Abertretern deiner Gebote und Rechte gedräuet hast. Und damit wir zu seit einem bessern und dir wohlgefälligern Leben aufgerichtet werden, so ne erneure du selber unser aller Herzen durch die Kraft deines heiligen ne Geistes und mache uns geschickt, vor dir nach deinen Geboten zu leben l und in deinen Wegen zu wandeln. Wir bitten dich auch, o höchster Gott 10 und Herr aller Herren, für alle christlichen Herrschaften und Regenten, un insonderheit für unsre liebe landesfürstliche Obrigkeit und alle dero· 5e selben Angehörige. Walte über sie mit deiner Güte und Gnade und laß sie sie zum Segen gesetzt sein, hier zeitlich und dort ewiglich. Erleuchte un und regiere du die Herzen und Gemüter aller Gewalthabenden auf lie Erden, daß sie dahin trachten, wie vor allen Dingen die Wahrheit 5 4 deines Wortes verteidigt, die Ehre deines göttlichen Namens aus⸗ 2 I gebreitet, der Unterthanen Wohlfahrt und insonderheit der heilsame S * Friede allenthalben gesucht, befördert und erhalten werden möge, el damit wir und alle unsre andern Nebenchristen allhier in deinem Gnadenreiche auf Erden in Friede und Ruhe unsre Lebenszeit mögen ů zubringen und ohne Hindernis mit Danken vor deinem heiligen An; * gesicht erscheinen und dir unsern schuldigen Gottesdienst mit Freude und Lust unsrer Herzen leisten und abstatten können. Nun, du allll. ö gütigster, barmherzigster Gott und Vater, wir, deine Kinder, boffen 8 D Zank und achbarter die unter⸗ sonderlich nommen, en lassen. er, deine ieder uns ie scharfe und nock id Vater verdient ine Hand en dahin⸗ zorte ver⸗ „ die ihre fertigkeit o bereuen gesündigt en. Wir zwischen neinigen n, barm⸗ ür unsre sam, für letwillen ike unser nicht das sondern nftig in iten, vor ter, vor o du den it wir zu rden, so heiligen zu leben ster Gott egenten, lle dero⸗ und laß Srleuchte den auf Bahrheit us aus⸗ heilsame 1 möge, deinem t mögen gen An⸗; Freude du all⸗ boffen Kirchengebete. 491 darauf, daß du so gnädig bist. Unser Herz sreut sich, daß du so gern hilfst. So erhöre uns doch und hilf uns und deiner ganzen notleiden⸗ den Christenheit, um deines allerliebsten, wohlgefälligen Sohnes, unsers Herrn und Heilandes Jesu Christi willen, in dessen Namen wir in kindlicher Zuversicht sprechen: Amen. Amen. 6. Die Litanei. Kyrie eleison! Christe, eleison! Kyrie, eleison! Christe, erhöre uns! Herr Gott Vater im Himmel, erbarme dich über uns! Herr Gott Sohn, der Welt Heiland, erbarme dich über uns! Herr Gott heiliger Geist, erbarme dich über uns! Sei uns gnädig, verschone uns, lieber Herre Gott! Sei uns gnädig, hilf uns, lieber Herre Gott! Vor allen Sünden, vor allem Irrtum, vor allem Übel, vor des Teufels Trug und List, vor bösem schnellen Tod, vor Pestilenz und teurer Zeit, vor Krieg und Blutvergießen, vor Aufruhr und Zwietracht, vor Hagel und Ungewitter, vor Feuers⸗ und Wassersnot, vor dem ewigen Tod behüt' uns, lieber Herre Gott! Durch deine heilige Geburt, durch deinen Todeskampf und blutigen Schweiß, durch dein Kreuz und Tod, durch dein heiliges Auferstehn und Himmelfahrt hilf uns, lieber Herre Gott! In unsrer letzten Not, am jüngsten Gericht hilf uns, lieber Herre Gott! Wir armen Sünder bitten, du wollest uns erhören, lieber Herre Gott! Und deine heilige christliche Kirche regieren und führen, alle Bischöfe, Pfarrherren, Kirchen⸗und Schuldiener im heilsamen Wort und heiligen Leben erhalten, allen Rotten und Argernissen wehren, alle Irrige und Verführte wieder zurechtbringen, den Satan unter unsre Füße treten, treue Arbeiter in deine Ernte senden, deinen Geist und deine Kraft zum Worte geben, allen Betrübten und Blöden helfen und sie trösten. Erhör' uns, lieber Herre Gott! Allen Königen und Fürsten Friede und Eintracht geben, unserm Kaiser ein geneigtes Herz zu der Wahrheit deines Wortes und dem lieben Frieden, auch steten Sieg wider die Feinde deiner Christenheit verleihen, unsern Landesherrn mit allen seinen Gewaltigen leiten und schützen, unsern Rat und Gemeinde seg⸗ nen und behüten, allen, so in Not und Gefahr sind, mit Hilfe erschei⸗ nen, allen Schwangern und Säugern fröhliche Frucht und Gedeihen geben, aller Kinder und Kranken pflegen und warten, alle unschuldig Gefangenen los und ledig lassen, alle Witwen und Waisen verteidigen und versorgen, aller Menschen dich erbarmen. Erhör uns, lieber Herre Gott! Unsern Feinden, Verfolgern und Lästerern vergeben und sie bekehren, die Früchte auf dem Lande geben und bewahren und uns gnädiglich erhören! O Jesu Christe, Gottes Sohn, erhör' uns, lieber Herre Gott! O du Gotteslamm, das der Welt Sünde trägt, rbarme dich über uns! O du Gotteslamm, das der Welt Sünde rägt, erbarme dich über uns! O du Gotteslamm, das der Welt Sünde trägt, verleihe uns steten Frieden! Christe, erhöre uns! Kyrie, eleison! Christe, eleison! Kyrie, eleison! Amen. 7. An öffentlichen Bußtagen. A/ Herr, Herr, barmherzig und gnädig, geduldig und von großer Guͤte und Treue, wir liegen allhier vor deinem allerheiligsten 492 Kirchengebete. Angesicht, dürfen aber unsre Augen nicht aufheben—— dir, denn wir müssen uns schämen, daß wir so gesündigt haben. ir haben gesün⸗ digt, unrecht gethan und sind leider gottlos gewesen. Wir sind von deinen Geboten und Rechten gewichen, also, daß auch nach ausgestandenen vielen harten Strafen der Ungehorsam gegen dich und dein Wort nur immer größer geworden und allerhand Ungerechtigkeit und Sünden auch bei uns und in diesen Landen fast überhand genommen, wie solches offenbar und am Tage ist, und wir vor dir, du allwissender und all⸗ gegenwärtiger Gott, nicht leugnen können. Darum, so lässest du auch deinen gerechten Zorn wieder angehen, deine Hand hast du wieder ausgereckt und drohst mit neuen Strafen und Plagen. Aber, o du gerechter Gott, wir erkennen unsre große Undankbarkeit und schwere Sünden, suchen und bitten Gnade. Ach, Herr, vergieb uns doch solchen unsern Undank und alle Übertretung. Gedenke, Herr, an deine Barm. herzigkeit und an deine Güte, die von der Welt her gewesen ist. Ge⸗ denke nicht unsrer und unsrer Väter Sünde und Missethat, gedenke aber unser nach deiner großen Barmherzigkeit, um deiner Güte willen. Du hast ja mit einem teuren Eide bekräftigt, du wollest nicht den Tod des Sünders, sondern daß er sich bekehre und lebe. Ach, Herr, Herr, bekehre du uns, so werden wir bekehrt, und laß uns doch nicht ver⸗ derben. Hast du doch der kleinen Kinder(und des unvernünftigen Viehes) zu den Zeiten des Propheten Jonä dich jammern lassen, daß du die Stadt Ninive nicht verderbtest. Ach, Herr, es sind derer sehr viele bei uns, und noch mehr anderswo in der Christenheit, die noch nicht wissen, was rechts oder links ist! So laß doch derselben und unser aller Not, Untergang und Verderben dir, liebster Vater, auch zu Herzen gehen. Strafe uns nicht in deinem Zorn und züchtige uns nicht in deinem Grimm, sondern sei uns gnädig, Herr, und errette uns von der Hand aller, die uns hassen. Siehe deswegen an das Angesicht deines lieben Sohnes, unsers getreuen Mittlers und Fürbitters Jesu Christi, siehe an sein blutiges Haupt, mit der Dornenkrone zerrissen, siehe an sein Kreuz, Marter und Tod, und sei uns gnädig. Du auch, o gebenedeiter Frie⸗ densfürst, Herr Jesu Christe, habe du über uns und die ganze Christen⸗ heit Gedanken des Friedens und nicht des Leides. So wollen wir dich, unsern Erlöser, samt dem Vater und heiligen Geiste dafür von Herzen loben und deinem Namen danken, daß er so lieblich ist, hier zeitlich und dort ewiglich. Amen. 8. Zur Hagelfeier. H'd allmächtiger Gott, du König Himmels und der Erden, der du durch deine überschwengliche Güte den ganzen Erdboden mit allerlei Früchten zierst und erfüllst, davon Menschen und Vieh ihre Nahrung haben! Wir bitten dich um deiner Barmherzigkeit willen, u wollest unser Land segnen und gebenedeien, daß es seine Früchte und Vermögen gebe. Denn wir von uns selber können nicht ein Körn⸗ lein aus der Erde hervorbringen oder demselben helfen, wo du nicht das Gedeihen giebst. Darum verleihe den lieben Früchten ein gnä⸗ diges Gewitter, daß sie wachsen und wohlgeraten. Behüte sie vor Hagel und Ungewitter, vor Verheerung, vor allerlei Ungeziefer und Schaden. Laß das Land nicht feiern in deinem Zorn, daß es nicht wüste liege und unfruchtbar bleibe. Schließe den Himmel nicht zu denn wir ben gesün. sind von estandenen Wort nur inden auch Christen⸗ wir dich, 1 Herzen zeitlich Kirchengebete. 493 in deinem Grimm, um unsrer Sünde willen, daß er nicht werde wie Eisen und die Erde wie Erz, sondern gieb uns Früh⸗ und Spätregen. dazu fruchtbare Zeiten. Suche das Land heim und wässre es und Rian es sehr reich. Gottes Brünnlein hat Wassers die Fülle. O Herr, laß uns unser Getreide wohl geraten, denn also bauest du das Land. Tränke unsre Furchen und feuchte sein Gepflügtes mit Regen. Mache es weich und segye sein Gewächs. Kröne das Jahr mit deinem Gut, daß deine Fußstapfen triefen von Fett. So werden die Wohnungen in der Wüste auch fett werden, daß sie triefen, und die Hügel umher werden lustig sein. Die Anger werden voll Schafe sein und die Auen werden dick stehen mit Korn, daß man jauchzt und singt. So laß dir, lieber Gott, in deinen gnädigen Schutz befohlen sein den lieben Samen und alle Früchte des ganzen Erdreichs. Er⸗ halte sie vor Frost, Kälte, im Wind, Hitze und Dürre, im Regen und allem vorfallenden Wetter, daß sie nicht beschädigt werden. Behüte uns vor Mißwachs, vor Teurung, Hunger und Kummer. Siehe, wir bekennen unsre Sünde mit reuigem Herzen und schreien zu dir, unserm Gott, du wollest hören im Himmel, in dem Sitze, da du wohnst, und gnädig sein der Sünde deines Volks, uns nicht verlassen mit leiblicher Nahrung, sondern uns versorgen, auf daß wir in allen Dingen deine göttliche Kraft und milde Hand mit Danksagung erkennen und dich preisen, der du uns reichlich ernährst an Leib und Seele, hier zeitlich und dort ewiglich. Amen. 9. Bei der Konfirmation der Kinder. Umächtiger und barmherziger Gott, ein Vater unsers Herrn Jesu Christi, der du allein alle guten Werke in uns anfängst, bestätigst und vollendest! Wir danken dir von Herzen, daß du gegenwärtige Kinder deiner Kirche geschenkt und durch die heilige Taufe wieder⸗ geboren und nun auch soweit erleuchtet hast, daß sie diese deine Gnade und Güte und ihre Erlösung in Christo, deinem lieben Sohne, unserm Herrn, selbst erkennen und vor deiner Gemeinde jetzund be⸗ kennet haben. Wir bitten dich herzlich, du wollest das gute Werk, so du in ihnen angefangen hast, stärken, deinen heiligen Geist in ihnen mehren, auf daß sie in deiner Kirche und Gemeinde und im wahren Gehorsam des Evangelii stetig bleiben und beständig beharren, daß sie keine falsche Lehre noch fleischlichen Lüste von bekannter Wahrheit abführen, sondern gieb ihnen, daß sie zu allem deinem Gefallen immer wachsen, und einmal das vollkommene männliche Alter erreichen in aller Weisheit, Heiligkeit und Gerechtigkeit, damit sie dich und deinen lieben Sohn, unsern Herrn, samt dem heiligen Geiste, einigen wahren Gott, immer vollkommener erkennen, herzlich lieben und bei ihrem Nächsten mit Worten und ihrem ganzen Leben je länger, je beständiger bekennen, loben und preisen, daß sie also, nach ihrem Taufbunde, Glauben und gut Gewissen bewahren, christlich leben, geduldig leiden, ritterlich ringen und durch Tod und Leben zu dir in den Himmel dringen mögen, durch denselben unsern Herrn Jesum Christum, der mit dir und dem heiligen Geiste lebt und regiert, gleicher Gott, hoch⸗ gelobt in Ewigkeit. Amen. S* 494 Kirchengebete. 10. Zum Advent. H Jesu, du Sohn des allmächtigen Gottes, wir danken dir von ganzem Herzen, daß du vom Himmel herab ins Fleisch gekommen bist und menschliche Natur angenommen hast. Du hast deine Gottheit mit unsrer Menschheit vereinigt, darum vereinige dich doch auch mit unserm Herzen. Zwar es ist dasselbe fleischlich und irdisch, aber du kannst es durch deine Kraft göttlich machen. Ziehe in unser Herz ein und mache dir daselbst eine beständige Wohnung. Hilf, daß wir dir den Weg durch wahren Glauben und ein christliches Leben dazu be⸗ reiten, auch allezeit in guter Bereitschaft erfunden werden, damit wir bei deiner letzten Zukunft das Ende des Glaubens, der Seelen Selig⸗ keit, davonbringen, allwo wir dir samt deinem und unserm himm⸗ lischen Vater, auch heiligem Geiste ewiglich Lob, Ehre, Preis und Dank sagen werden. Amen. 11. Am Weihnachtsfeste. O Herr Jesu, du holdseliger Heiland, wie sollen wir deine unbegreif. liche Liebe und Güte zur Genüge rühmen und preisen, daß du uns arme Menschen so hoch gewürdigt und ein Menschenkind in unserm Fleische und Blute, dazu arm und elend, in einem schlechten Stalle hast wollen geboren werden, damit du uns von Sünde, Tod, Teufel und Hölle erlösen und wiederum bei deinem himmlischen Vater zu Gnaden 9295 0 möchtest? Dir sei für solche Liebe, Demut und Gnade ewig Lob und Preis gesagt. Du, Herr Jesu, bist nicht uns allein oder etlichen wenigen, sondern der ganzen Welt zu Dienste also Mensch geboren worden. Ach, daß wir möchten auch so glücklich sein, von der ganzen Welt und aller Menschen Schar dich dafür loben zu hören! Aber leider, derjenige Haufe, die dich in deinem Krippelein empfangen und willkommen heißen, ist klein, denn die meisten wollen an dir nicht teilhaben. Darum unsre Seele sich bemühen soll, daß wir unsers Ortes diese Schuldigkeit mit Lob und Dank mit Freuden und Frohlocken so vielmehr zu Werke richten. Weil du auch, liebster Heiland, deswegen Mensch worden, gelitten hast und gestorben bist, damit du unser Mittler bei Gott sein möchtest und bei demselben uns wieder aussöhnen, ach, so hilf uns durch deine Barmherzigkeit, daß wir also in wahrer Buße und allen christlichen Tugenden leben, damit wir dieses deines teuren Mittleramtes mögen fähig sein und der großen Wohlthat, die du uns durch deine heilige Geburt erworben, genießen können, hier in diesem Jammerthal durch einen lebendigen Glauben, durch eine freudige, tröstliche Hoffnung und großmütige Zuversicht, dort aber in deinem Himmelreich durch ewige Freude und Seligkeit, allwo wir dich mit allen Engeln und Auserwählten ohne Ende rühmen und preisen werden. Amen. 12. Am Neujahrstage. Allnächtiger, gnädiger Gott und Vater, wir haben heute abermal ein Jahr unsers elenden Lebens zu Ende gebracht und fangen in deinem Namen wiederum ein neues an. Ach, Herr, wie groß ist deine Güte, die du uns bisher aus väterlichem Herzen so unzählig IIILLlLAe K33N en dir von gekommen le Gottheit auch mit „ aber du T Herz ein iß wir dir dazu be⸗ damit wir len Selig. rm himm. und Dank unbegreif. emut und nicht uns enste also Klich sein, loben zu rippelein n wollen soll, daß Freuden „liebster ben bist, lben uns keit, daß n, damit r großen genießen Hlauben, kversicht, Zeligkeit, rühmen abermal fangen groß ist inzählig Kirchengebete. 49⁵ erwiesen hast, da wir doch mit unsern Sünden nichts als Strafe und Böses bei dir verdient haben! Wie oft hätten wir in Kreuz und Un⸗ glück, in Jammer und gemeinen Landesnöten, als vielen andern geschehen, elendiglich verderben müssen, wenn deine Gnadenhand uns nicht errettet und beschirmt hätte! Wir sagen dir dafür von Herzen Lob, Ehre, Preis und Dank. Verzeihe uns alle Sünde und Missethat. Fange mit diesem neuen Jahre an, uns aufs neue zu segnen. Er⸗ neure deine väterliche Liebe und Treue gegen uns. Erhalte uns dein reines Wort. Erbaue Kirchen und Schulen. Erleuchte alle Lehrer und Prediger. Stärke alle Regenten und Obrigkeiten. Segne Hausväter und Hausmütter. Regiere Kinder und Gesinde. Bewahre uns vor Krieg und Aufruhr. Wende ab Pest und Teurung. Beschere uns gut Gewitter. Kröne das Jahr mit deinem Gute. Gieb Frieden im Lande, Freude unsern Herzen, Gesundheit unsern Leibern, und in Summa, erbarme dich aller Menschen. Ach, Herr Jesu, du treuer Heiland, sei auch für deine großen und unzähligen Wohlthaten, die du uns armen Sündern erwiesen hast, von Herzen gepriesen. Und gleichwie du am heutigen Tage den Anfang, dein heiliges Blut zu vergießen, um unsert · willen gemacht hast, also bitten wir, bleibe bis in Ewigkeit uns mit deiner holdseligen Liebe zugethan und laß deines heiligen Namens und deines teuren Verdienstes in Not und Tod uns getrösten. Ach, Gott heiliger Geist, unendlich Lob und Preis sei dir für deinen Bei⸗ stand, für deine Hilfe und tröstliche Leitung, die du uns bisher hast genießen lassen. Regiere uns ferner durch deine Gnade, daß wir heilig und unsträflich wandeln, ein neugebornes Herz in dieses neue Jahr bringen, alle alte Missethat aber mit dem alten Jahre ablegen und also unser Christentum wohl ausführen und die Krone der ewigen Herr · lichkeit erlangen mögen. Amen. 13. Am Feste der Erscheinung Christi. Liebse Herr Jesu Christe, wir danken dir von Herzen, daß du dich unser, als armer Heiden in Gnaden erbarmt und uns zu deinem Reiche berufen hast. Erhalte uns ferner das helle Licht deines selig· machenden reinen Wortes, als den einigen Leitstern, der uns aus dieser dunkeln, verkehrten Welt zu deinem Himmelreich führen muß. Erleuchte unsre Herzen, daß wir solchem deinem göttlichen Worte mit Fleiße folgen, dich allein suchen, bekennen und ehren. Laß uns auch keine Mühe, Gefahr noch Unlust in dieser unsrer Pilgerschaft scheuen, son⸗ dern dir in Not und Tod getrost folgen, bis wir den vorgesetzten Ort, nämlich deine himmlische Friedens⸗ und Freudenstadt, erreichen werden. Bewahre uns inzwischen, wie du den Weisen aus Morgenlande gethan, vor allem Anlauf des Teufels und der gottlosen bösen Welt, damit wir unser geliebtes Vaterland bei dir sicher und ohne Anstoß erlangen mögen, um deiner Liebe und Barmherzigkeit willen. Amen. 14. Am Feste der Reinigung Mariä. ir danken dir, Herr Jesu Christe, daß du die Weissagung und das Gesetz erfüllen in deinen Tempel hast kommen, mit deinen Erstgebornen, die der Reinigung bedurften, dich daselbst darstellen und, 496 Kirchengebete. was im Gesetz geschrieben, an dir vollbringen lassen wollen, auf daß für die, die unter dem Gesetze waren, die Kindschaft und ewige Er⸗ lösung erfunden würde. Aus deinen Erlösten hast du einen Tempel Gottes gemacht, in welchem du durch den Glauben wohnen und bis an der Welt Ende bei ihnen sein willst. Verleihe uns, leutseliger Heiland, daß wir mit Glaubensarmen dich inbrünstig fassen, als Teuer⸗ erkaufte dich am Geiste und Leibe preisen, deine Gnade nicht fahren lassen noch versäumen, sondern in Erwägung, nun sei die angenehme Zeit, nun sei der Tag des Heils, durch dies gegenwärtige Nun aus dem, das vergangen ist, nach dem, das künftig und ewig ist, in täglicher Buße, in Wachen und Beten, solange es heute heißt. ringen, damit wir zu der gewünschten Auflösung und Heimfahrt im Frieden, in welchen du den Tod deiner Gläubigen verwandelt hast, uns bereiten und, wie hier im Glauben, also dort im Schauen dich samt Vater und heiligem Geist umfangen und deiner Herrlichkeit teilhaftig werden von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 15. Am Feste der Verkündigung Mariä. H err Gott, himmlischer Vater, wir danken dir, daß du deine tröst⸗ + liche Verheißung erfüllt, uns deinen allerheiligsten einigen Sohn zum Heilande gesendet und denselben in dem Leibe der Jungfrau Marié hast menschliche Natur annehmen lassen. Hilf, daß wir uns solcher deiner Liebe, die du hierin gegen uns arme Sünder erwiesen, jederzeit von Herzen trösten und erfreuen. Laß deines Sohnes heilige Empfängnis unsre Unreinigkeit, Sünde und Missethat tilgen, daß wir deiner Gnade wieder teilhaftig sein mögen. O Herr Jesu Christe, Gottes und Mariä Sohn, wir danken dir, daß du unsre menschliche Natur an dich genommen, unser Heiland und Seligmacher geworden bist. Wir freuen uns dessen von Herzen und sind nun versichert, daß du uns als dein eigen Fleisch und Blut nie verlassen werdest. Du bist ja darum Mensch geworden, daß du uns helfen möchtest. Daher vertritt uns bei deinem himmlischen Vater. Schütze und erhalte uns wider Welt, Sünde, Teufel, Tod und Hölle und laß uns in deinem Reiche mit dir leben und dir dienen in ewiger Gerechtigkeit, Unschuld und Seligkeit. O Gott, heiliger Geist, der du durch deine Kraft die Em⸗ pfängnis des Sohnes Gottes gewirket hast, hilf, daß wir uns deiner unendlichen Kraft und Macht jederzeit trösten, dir mit wahrem Glauben. willigem Gehorsam und herzlicher Demut jederzeit anhangen und also die Frucht der seligmachenden Menschwerdung Christi, nämlich die ewige Freude im Himmel, davonbringen und erhalten mögen. Amen. 16. Auf das Leiden Jesu. Wir danken dir, Herr Jesu Christe, wahrer Gott und Mensch, daß du uns arme Sünder und verdammte Menschen ohne alle unsre Werke, Verdienst und Würdigkeit erlöset hast durch dein heiliges Leiden, Sterben und Blutvergießen. O Herr Jesu Christe, wie groß ist dein Leiden! wie schwer 8 deine Pein! wieviel ist deiner Marter! wie tief sind deine Wunden! wie bitter und schmerzlich ist dein Tod! wie unaussprechlich ist deine Liebe, damit du uns deinem lieben Vater versöhnt hast, da du am Olberge blutigen Schweiß vor großer Angst 2 8 2 5 ü ö Kirchengebete. 49⁷ „ auf daß geschwitzt, daß die Blutstropfen auf die Erde gefallen und darauf, ewige Er⸗ von allen deinen Jüngern verlassen, dich in die Hände der schnöden n Tempel Juden und gottlosen Schar willig für uns ergeben hast, welche dich und bis hart gebunden und verstrickt und von einem ungerechten Richter zum leutseliger andern unbarmherzig geführt. Daselbst bist du fälschlich verklagt, Us Teuer. verurteilt, verspeit, verhöhnt und mit Fäusten ins Angesicht geschlagen cht fahren worden. Du bist um unsrer Missethat willen verwundet und um ngenehme unsrer Sünde willen zerschlagen, gegeißelt und mit Dornen gekrönt Nun aus und jämmerlich zugerichtet, wie ein armer Wurm, der keinem Menschen täglicher ähnlich. Denn du warest der Allerverachtetste und Unwerteste, voller damit wir Schmerzen und Krankheit, also, daß es auch ein heidnisch Herz erbarmt 1 welchen hat und gesagt: Siehe, welch ein Mensch ist das! Du bist von wegen und, wie unsrer Mißhandlung mitten unter zween Übelthäter gerechnet und als eiligem ein Fluch aufgehängt, an Händen und Füßen mit Nägeln durchgraben, wigkeit dazu in deinem höchsten Durst mit Essig und Gallen getränkt, und mit großen Schmerzen hast du deinen Geist aufgegeben, auf daß du unsre Schuld bezahltest, und wir durch deine Wunden geheilt würden. Für alle diese deine Marter und Ditte sagen wir dir Lob und Dank und bitten dich: Laß dein heilig bitter Leiden an uns nicht verloren sein, sondern gieb, daß wir uns dessen von Herzen trösten und rühmen, 11 Sohn auch desselben Gedächtnis also begehen und es solchermaßen betrachten, ungfra daß alle bösen Lüste dadurch in uns ausgelöscht und gedämpft, da⸗ wir uns gegen aber alle Tugenden in uns eingepflanzt und gemehrt werden. rwiesen auf daß wir, der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben und dei ⸗ s heilige nem uns gelassnen Vorbilde nachfolgen, in deine Fußstapfen treten, daß Wir das Ubel mit Geduld vertragen und das Unrecht mit gutem Gewissen Christe leiden. Das gieb und verleihe uns, o Herr Jesu, um deines heiligen ise, teuren Verdienstes willen. Amen. nschliche worden Dn din u bist 17. Am Osterfeste. vertritt——0 3 Reiche Eniger⸗ allmächtiger Gott, himmlischer Vater, es freuen sich alle ild und heiligen Engel, es freuen sich alle Kreaturen es freuen sich alle ie Em⸗ Auserwählten, es freuet sich unser Herz und Seele, daß dein liebster deiner Sohn, der um unsrer Sünde willen gestorben war, heute von den lauben. Toten wieder auferstanden und alle unsere Missethat in seinem Grabe nd also verborgen und versiegelt hat. Dafür danken wir dir nun von Grund e ewige der Seele und bitten dich um solcher fröhlichen Auferstehung willen, 0 du wollest uns aus dem Todesschlafe der Sünden auch aufmuntern und erwecken, daß wir alle unsre Lust und Verlangen zu dir hinauf in den Himmel haben mögen. Bilde unsrer Seele wohl ein, was maßen sie auf deines lieben Sohnes und unsres Heilandes freudenreiche Auferstehung jederzeit solle getrost sein und sestiglich glauben, daß h, daß Sünde, Tod, Teusel und Hölle getilgt sind, auch nun es mit keinem unsre Christen mehr Not habe, wenn er nur mit wahrem Glauben sich der Zeiden, Gerechtigkeit bedient, die uns dein liebster Sohn erworben hat. Dieses t dein wollest du uns, solange wir hier zu leben haben, gnädiglich verleihen, wie bis wir dermaleinst gar zu dir kommen, dich von Angesicht zu Ange⸗ )wie sicht schauen, auch mit allen heiligen Engeln und Auserwählten ewig⸗ Vater lich rühmen und loben werden. Amen, in Jesu, unseres auferstandnen Angst Heilandes, Namen, Amen. 498 Kirchengebete. 18. Am Himmelfahrtsfeste. Herr Christe, du allmächtiger Siegesfürst, Lob, Ehre, Preis und H Dank sei dir gesagt, daß du nach erhaltnem fröhlichen Siege wider Sünde, Tod, Teufel und Hölle gen Himmel gefahren und dich zur Rechten deines himmlischen Vaters gesetzt hast, da du dich unser in allen Nöten annimmst und uns treulich vertrittst. Gieb uns deine Gnade, daß wir mit unsern Herzen und Gedanken immer bei dir seien. Laß uns alles Weltliche verachten und in steter Bereitschaft deine herrliche Wiederkunft erwarten. Wir glauben und trösten uns nun festiglich, weil du, als unser Haupt, gen Himmel gefahren, du werdest uns, als deine Glieder, nicht immer im Elende zurücklassen, sondern dermaleinst auch nachholen. So hilf denn, wenn die Zeit herannaht, da du uns abfordern wirst, daß wir mit gläubigem Herzen, betendem Munde und inniglicher Zuversicht auf dein heiliges Verdienst in Frieden sahren mögen. Zwar sind wir dieser elenden Wallfahrt auf Erden von Herzen müde und verlangen mit Schmerzen auf die selige Er⸗ lösung und Nachreise, aber, liebster Herr Jesu, es steht allein bei dir und in deinem gnädigen Willen, wann wir dir folgen sollen. Daher, solange wir auf dein Gutbefinden das Elend hier noch bauen müssen, wollest du uns durch deinen Geist Stärke und Kräfte verleihen, alles freudig und getrost zu überwinden, uns in aller Widerwärtigkeit trösten, wider alle Feinde schützen und endlich mit erwünschtem Triumph in deine ewige Herrlichkeit gelangen lassen. Dir samt dem Vater und heiligen Geiste sei nochmals Lob und Preis gesagt, jetzt und in alle Ewigkeit. Amen. 19. Am Pfingstfeste. O Gott heiliger Geist, wir arme elende Kreaturen kommen jetzt vor deine göttliche Majestät, und weil wir ohne deine Hilfe in unserm Christentume nichts vermögen, so bitten wir dich herzlich, du wollest in uns wohnen, uns leiten, regieren und führen, daß wir das Ende unsers Glaubens, der Seelen Seligkeit, davonbringen mögen. Du bist ein Geist der Lehre. Ach, unterweise uns in deinem heiligen Worte, damit wir dasselbe wohl fassen behalten und danach leben mögen. Lehre uns unsern Gott erkennen, über alles fürchten, lieben, ehren und vertrauen. Du bist ein Geist der Andacht und des Gebets. Ach, erwecke in uns eine heilige Begierde, oft und viel, auch eine herzliche Andacht, kräftig und rechtschaffen zu beten, daß wir damit durch die Wolken dringen und die Erhörung erhalten mögen. Du bist ein Geist der Reinigkeit und Heiligkeit. Ach, reinige unser Herz von allem Bösen. Schaffe in uns ein reines keusches Gemüt, daß wir allen Sünden und bösen Lü⸗ sien feind seien, vor denselben uns hüten und nimmer in eine Sünde willigen. Du bist ein Geist der Weisheit. Ach, erleuchte unsern dunkeln Verstand, erfülle uns mit deiner Weisheit, daß wir mögen erkennen, was gut oder böse, wahr oder falsch, schädlich oder nützlich sei. Stärke uns in unserm Berufe, daß wir denselben nach Gebühr verrichten können. Du bist ein Geist aller Tugenden. Ach, laß uns deinen Tempel und mit allen christlichen Tugenden schön geschmückt sein. Insonder⸗ heit bist du ein Geist der Freude und des Trostes. Ach, vertreibe bei nuẽs alle unnötigen Sorgen und Kleinmütigkeit. Mache uns freudig ————8————— reis und en Siege und dich ich unser Ins deine dir seien. aft deine uns nun werdest sondern rannaht, detendem Frieden If Erden lige Er⸗ bei dir Daher, müssen, n, alles trösten, imph in ter und in alle etzt vor unserm llest in unsers ist ein damit re uns rauen. in uns kräftig ringen nigkeit Affe in n Lü⸗ Sünde unkeln nnen, Stärke ichten empel nder· de bei endig Kirchengebete. 499 und getrost in aller Trübsal, die in diesen lletzten Zeiten der Welt häufig ist, damit wir unserm Heilande durch Not und Tod mit freudi; gem Mute folgen. Treibe von uns des Satans Schrecken und alle trau⸗ rigen Anfechtungen. Absonderlich an unserm letzten Ende, wenn uns aller menschliche Trost verläßt, da stehe du uns mit deinem göttlichen Troste bei. Sprich uns ein freudig Herz ein und versichre uns der Vergebung unsrer Sün den, der Gnade und Kindschaft Gottes, daß wir slill und ruhig uns Gott überlassen, unsre arme Seele in die Hände unsers Erlösers andächtig befehlen und also auf sein heiliges Verdienst selig einschlafen und hernach in der ewigen Freude dich fur alle solche Wohlthaten ohne Ende rühmen mögen. Amen, um deiner Liebe und Barmherzigkeit willen. Amen. 20. Am Feste der heiligen Dreieinigkeit. du heilige Dreifaltigkeit, Gott Vater, Sohn und heiliger Geist, wir danken dir, daß du dich in deinem Worte uns hast u erkennen gegeben. Ach, du großer Gott, erhalte uns und unsern Nachkommen solches dein seligmachendes Erkenntnis. Laß uns auch bei demselben jest beharren und uns nichts davon abwendig machen. Du heilige hoch⸗ gelobte Dreifaltigkeit, wir rühmen, ehren und preisen dich: Heilig, heilig, heilig ist unser Gott, der Herr Zebaoth! Alle Lande, Himmel und Erde sind seiner Herrlichkeit und Ehre voll. O Gott Vater, sei uns dmaänig und erfreue uns mit deiner Liebe! O Gott Sohn, sei uns gnädig un erhalte uns durch dein Verdienst! O Gott heiliger Geist, sei uns gnä⸗ dig, erquicke und tröste uns mit deiner heiligen Beiwohnung! O du heilige Dreifaltigkeit, sei uns gnädig, hilf uns recht glauben, christlich leben, geduldig leiden und endlich, wenn die rechte Zeit kommt, selig sterben, damit wir mit allen Engeln und Auserwählten dich von An⸗ gesicht zu Angesicht schauen und daselbst ewig lieben, loben und preisen mögen. Amen, Herr Jesu, in deinem Namen. Amen. 21. Am Feste Johanuis des Täufers. Alwächtiger Gott, ewiger Vater, wir rühmen und preisen dich, daß du durch Sankt Johannem, den ersten Prediger des neuen Testa⸗ ments, die fröhliche Botschaft des heiligen Evangelii hast verkündigen, auch solche nachmals uns kundthun lassen. Wir bitten dich imgleichen demütiglich, du wollest dieses dein seligmachendes Wort in unsern Kirchen und Herzen durch deinen heiligen Geist erhalten, dasselbe uns fest glau⸗ ben und wider alle Anfechtung von Sünde, Tod, Teufel und Hölle zum kräftigen Troste gedeihen lassen. Hilf auch, daß solche gnadenreiche Bot⸗ schaft uns zu keiner Sicherheit diene, sondern wir vor dir mit willigem Gehorsam, in Heiligkeit und Gerechtigkeit zu leben bemüht seien, bis wir dort bei dir zur seligen Vollkommenheit gelangen, durch Jesum Christum unsern Heiland und Helfer. Amen. 22. Am Feste der Heimsuchung Mariä. Almachtiger Gott, der du die heilige Mutter deines lieben Sohnes auf ihrer Reise gnädiglich behütet hast, wir bitten dich, leite, führe und beschütze uns auf unsern Wegen und Stegen. Regiere uns, daß 500 Kirchengebete. wir in Demut und Freundlichkeit die Werke der christlichen Liebe und Barmherzigkeit einander fleißig erweisen. Hilf, daß unsre Seele und Leib sich in dir stets erfrenen, unnötige Traurigkeit aber meiden. Siehe gnädig an das viele Elend, dem wir in dieser Welt unterworfen sind, und errette uns daraus durch deinen gewaltigen Arm. Stürze deine Feinde, die dein geringes Häuflein zu vertilgen suchen. Erfülle unz mit deinen himmlischen Gütern, nach welchen wir Hunger und Durs. leiden. Erhalte uns in deiner Furcht, damit deine Barmherzigkeit für und für bei uns bleiben möge. Dafür soll unsre Seele und Geist deinen Namen mit ewigem Ruhm erheben und preisen. Amen, um Jesu, deines liebsten Sol nes willen. Amen. 23. Am Michaelisfeste. Zeiliger großer Gott, wir danken dir, daß du nach deiner göttlicher H Weisheit und väterlichen Liebe gegen uns die lieben Engel uns zu Dienern und Wächtern bestellt hast, die uns als eine feurige Mauer umgeben und vor Schaden und Gefahr behuten müssen. Lieber Vater, laß diese deine starken Helden und himmlischen Heerscharen sich ferner · hin um deine liebe Kirche und unser ganzes Land lagern, daß sie des Teufels, wie auch aller seiner Glieder und Diener Bosheit, List, Macht und Gewalt abtreiben und verjagen. Sende deine lieben Engel in unsre Häuser und Wohnungen. Laß sie uns auf allen unsern Wegen und Stegen mit ihrem Schutze begleiten, daß uns kein Unglück und Üübel berühre. Gieb uns auch diese deine väterliche Liebe zur Genüge zu er; kennen, damit wir dich alleze it dafür loben und uns eines englischen, heiligen und reinen Lebens befleißigen, auf daß wir die lieben Engel durch Sünde und Laster von uns nicht verjagen, noch den bösen Gei⸗ stern über uns Macht einräumen. Endlich, wenn unsre Seele nach dem Himmel reisen soll, bestelle derselben das Geleite der heiligen Engel. So wollen wir in ihrer und aller Auserwählten Gesellschaft dich samt deinem Sohne und heiligen Geiste in Ewigkeit loben und preisen. Amen. Ziebe und Seele und 1. Siehe rfen sind, rze deine fülle unz nd Durs. igkeit für ind Geist men, um göttlicher ugel uns ze Mauer er Vater, ch ferner⸗ ß sie des t, Macht Engel in n Wegen und Übel ge zu er; iglischen, n Engel sen Gei⸗ preisen. Episteln und Evangelien auf die Sonn⸗ und Festtage nebst der Leidensgeschichte Jesu und kurzen Morgen⸗ und Abendgebeten auf jeden Tag in der Woche. isteln und Evangelien, I. Jahrg. Comtenn und Evangelien, II. Jahrg. Le eschichte Jesu Bechreionna der Zerstörung der Stadt Je usalem Morgen⸗ und Abendgebete Braunschweig, 1386. 77 Druck und Verlag von Joh. Heinr. Meyer. GyEg u 9 8. Erster Jahrgang. Am 1. Sonntage des Advents. Epistel, Röm. 13. V. 11—14. ieben Brüder, weil wir solches wissen, nämlich die Zeit, daß die Stunde — da ist, aufzustehen vom Schlaf, sintemal unser Heil jetzt näher ist, denn da wir es glaubten, die Nacht ist vergangen, der Tag aber herbei gekommen, so lasset uns ablegen die Werke der Finsternis und anlegen die Waffen des Lichts. Lasset uns ehrbarlich wandeln, als am Tage, nicht in Fressen und Saufen, nicht in Kammern und Unzucht, nicht in Hader und Neid, sondern ziehet an den Herrn Jesum Christ und wartet des Leibes, doch also, daß er nicht geil werde. Evangelium, Matth. 21. V. 1—9. Da sie nun nahe bei Jerusalem kamen gen Bethphage an den Olberg, sandte Jesus seiner Jünger zwei und sprach zu ihnen: Gehet hin in den Flecken, der vor euch liegt, und bald werdet ihr eine Eselin finden angebunden und ein Füllen bei ihr. Löset sie auf und führet sie zu mir. Und so euch jemand etwas wird sagen, so sprechet: Der Herr bedarf ihrer. Sobald wird er sie euch lassen. Das geschah aber alles, auf daß erfüllet würde, das gesagt ist durch den Propheten, der da spricht: Sa⸗ get der Tochter Zion: Siehe, dein König kommt zu dir sanftmütig und reitet auf einem Esel und auf einem Füllen der lastbaren Eselin. Die Jünger gingen hin und thaten, wie ihnen Jesus befohlen hatte, und brachten die Eselin und das Füllen und legten ihre Kleider darauf und setzten ihn darauf. Aber viel Volks breitete die Kleider auf den Weg, die andern hieben Zweige von den Bäumen und streueten sie auf den Weg. Das Volk aber, das vorging und nachfolgte, schrie und sprach: Hosianna dem Sohne Davids! Gelobet sei, der da kommt im Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe! Am 2. Sonntage des Advents. Epistel, Röm. 15. V. 4—-13. Rieben Brüder, was zuvor geschrieben ist, das ist uns zur Lehre ge⸗ schrieben, auf daß wir durch Geduld und Trost der Schrift Hoffnung haben. Gott aber der Geduld und des Trostes gebe euch, daß ihr einer⸗ lei gesinnet seid unter einander nach Jesu Christo, auf daß ihr einmütig⸗ lich mit einem Munde lobet Gott und den Vater unseres Herrn Jesu Christi. Darum nehmet euch unter einander auf, gleichwie euch Christus hat aufgenommen zu Gottes Lobe. Ich sage aber, daß Jesus Christus sei ein Diener gewesen der Beschneidung um der Wahrheit willen Got⸗ tes, zu bestätigen die Verheißung, den Vätern geschehen, daß die Heiden aber Gott loben um der Barmherzigkeit willen, wie geschrieben stehet: Darum will ich dich loben unter den Heiden und deinem Namen singen. Und abermal spricht er: Freuet euch, ihr Heiden, mit seinem Volk! Und abermal: Lobet den Herrn, alle Heiden, und preiset ihn, alle Völker! Und abermal spricht Jesaias: Es wird sein die Wurzel Jesse und der aufer⸗ stehen wird, zu herrschen über die Heiden, auf den werden die Heiden hoffen. Gott aber der Hoffnung erfülle euch mit aller Freude und Frie⸗ den im Glauben, daß ihr völlige Hoffnung habet durch die Kraft des heiligen Geistes. Evangelium, Luk. 21. V. 25—36. Un⸗ es werden Zeichen geschehen an der Sonne und Mond und Ster⸗ nen und auf Erden wird den Leuten bange sein und werden zagen und das Meer und die Wasserwogen werden brausen und die Menschen werden verschmachten vor Furcht und vor Warten der Dinge, die kom⸗ SDSIeEuTR NE 11—14. e Stunde äher ist, er herbei anlegen m Tage, nicht in d wartet Olberg, et hin in n finden zu mir. bedarf auf daß hr S⸗ itig und in. Die tte, und auf und 'n Weg, auf den sprach: nien des 4—13. ᷑hre ge⸗ offnung reiner⸗ mütig⸗ n Jesu hristus hristus en Got⸗ eiden sehet; singen. kl Und er! Und aufer⸗ Heiden d Frie⸗ aft des ˖Ster⸗ zagen enschen ie kom⸗ Episteln und Evangelien, I. Jahrg. 8 men sollen auf Erden, denn auch der Himmel Kräfte sich bewegen wer⸗ den. Und alsdann werden sie sehen des Menschen Sohn kommen in der Wolke mit großer Kraft und Herrlichkeit. Wann aber dieses anfähet zu geschehen, so sehet auf und hebet eure Häupter auf, darum, daß sich eure Erlöfung nahet. Und er sagte ihnen ein Gleichnis: Sehet an den Fei⸗ genbaum und alle Bäume. Wenn sie jetzt ausschlagen, so sehet ihr es an ihnen und merket, daß jetzt der Sommer nahe ist. Also auch ihr, wenn ihr dies alles sehet angehen, so wisset, daß das Reich Gottes nahe ist. Wahrlich, ich sage euch, dies Geschlecht wird nicht vergehen, bis daß es alles geschehe. Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte vergehen nicht. Aber hütet euch, daß eure Herzen nicht beschweret werden mit Fressen und Saufen und mit Sorgen der Nahrung und komme die⸗ ser Tag schnell über euch. Denn wie ein Fallstrick wird er kommen über alle, die auf Erden wohnen. So seid nun wacker allezeit und betet, daß ihr würdig werden möget zu entfliehen diesem allem, das geschehen soll, und zu stehen vor des Menschen Sohn. Am 3. Sonntage des Advents. Epistel, 1. Kor. 4. V. 1—5. Dafür halte uns jedermann, nämlich für Christi Diener und Haus⸗ halter über Gottes Geheimnisse. Nun suchet man nicht mehr an den Haushaltern, denn daß sie treu erfunden werden. Mir aber ist's ein Geringes, daß ich von euch gerichtet werde oder von einem mensch⸗ lichen Tage. Auch richte ich mich selbst nicht. Ich bin mir wohl nichts bewußt, aber darinnen bin ich nicht gerechtfertiget. Der Herr ist's aber, der mich richtet. Darum richtet nicht vor der Zeit, bis der Herr komme, welcher auch wird ans Licht bringen, was im Finstern verborgen ist, und den Rat der Herzen offenbaren. Alsdann wird einem jeglichen von Gott Lob widerfahren. Evangelium, Matth. 11. B. 2—10. Da aber Johannes im Gefängnis die Werke Christi hörete, sandte er seiner Jünger zwei und ließ ihm sagen: Bist du, der da kommen soll, oder sollen wir eines andern warten? Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Gehet hin und saget Johanni wieder, was ihr sehet und höret. Die Blinden sehen und die Lahmen gehen, die Aussätzigen werden rein und die Tauben hören, die Toten stehen auf und den Armen wird das Evangelium gepredigt. Und selig ist, der sich nicht an mir ärgert. Da die hingingen, sing Jesus an, zu reden zu dem Volke von Johanne: Was seid ihr hinausgegangen in die Wüste zu sehen? Wolltet ihr ein Rohr sehen, das der Wind hin und her wehet? Oder was seid ihr hin⸗ ausgegangen zu sehen? Wolltet ihr einen Menschen in weichen Kleidern sehen? Siehe, die da weiche Kleider tragen, sind in der Könige Häusern. Oder was seid ihr hinausgegangen zu sehen? Wolltet ihr einen Propheten sehen? Ja, ich sage euch, der auch mehr ist, denn ein Prophet. Denn dieser ist's, von dem geschrieben stehet: Siehe, ich sende meinen Engel vor dir her, der deinen Weg vor dir bereiten soll. Am 4. Sonntage des Advents. Epistel, 810 4. V. 4—7. Kieben Brüder, freuer euch in dem Herrn allewege! und abermal sage Lich: Freuet euch! Eure Lindigkeit lasset kund sein allen Menschen. Der Herr ist nahe. Sorget nicht, sondern in allen Dingen lasset eure Bitte im Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kund werden. Und der Friede Gottes, welcher höher ist, denn alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christo Jesu. A Episteln und Evangelien, I. Jahrg Evangelium, Joh. 1. V. 19—28. U dies ist das Zeugnis Johannis, da die Juden sandten von Jeru⸗ salem Priester und Leviten, daß sie ihn fragten: Wer bist du? Und er bekannte und leugnete nicht, und er bekannte: Ich bin nicht Christus. Und sie fragten ihn: Was denn 7 Bist du Elias? Er sprach: Ich bin's nicht. Bist du ein Prophet? Und er antwortete: Nein⸗ Da sprachen sie zu ihm: Was bist du denn? daß wir Antwort geben denen, die uns gesandt haben. Was sagst du von dir selbst? Er sprach: Ich bin eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Richtet den Weg des Herrn! wie der Prophet Jesaias gesagt hat. Und die gesundt waren, die waren von den Pharisäern und fragten ihn und sprachen zu ihm: Warum taufest du denn, so du nicht Christus bist, noch Elias, noch ein Prophet?ꝰ Johannes antwortete ihnen und sprach: Ich taufe mit Wasser, a aber er ist mitten unter euch getreten, den ihr nicht kennet. Der ist's, der nach mir kommen wird, welcher vor mir gewesen ist, des ich nicht wert bin, daß ich seine Schuhriemen auflöse. Dies geschah zu Bethabara jenseit des Jordans, da Johannes taufete. Am 1. Weihnachtstage. Epistel, Tit. 2. V. 11—14. Eit ist erschienen die heilsame Gnade Gottes allen Menschen und züch⸗ tiget uns, daß wir sollen verleugnen das ungöttliche Wesen und die weltlichen Lüste und züchtig, gerecht und gottselig leben in dieser Welt und warten auf die selige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes 185 unseres Heilandes Jesu Christi, der sich selbst für uns gegeben hat, auf daß er uns erlösete von aller Ungerechtigkeit und reinigte ihm selbst ein Volk zum Eigentum, das fleißig wäre zu guten Werken. Evangelium, Luk. 2. V. 1—14. Ei begab sich aber zu der Zeit, daß ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, daß alle Welt geschätzet würde. Und diese Schätzung war die allererste und geschah zur Zeit, da Cyrenius Landpfleger in Syrien war. Und jedermann ging, daß er sich schätzen ließe, ein jeglicher in seine Stadt. Da machte sich auch auf Joseph aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, darum, daß er von dem Hause und Geschlecht Davids war, auf daß er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe, die war schwanger. Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, daß sie ge⸗ bären sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Win⸗ deln und legte ihn in eine Krippe, denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge. Und es waren Hirten in derselbigen Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihrer Herde. Und siehe, des Herrn Engel trat zu ihnen und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie, und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht. Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird. Denn euch ist heute der Heiland geboren, wel⸗ cher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Arippeit Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer rippe liegend. Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: Ehre sei Gott ef e Pbe und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohl⸗ gefallen ++ II ‚r‚eeeeE on Jeru⸗ du? Und Christus. Ich binꝛs sprachen „ die uns bin eine Herrn! zie waren Warum brophet? aber er der nach wert bin, ra jenseit 14. ind züch⸗ w und die ser Welt rrlichkeit ich selbst chtigkeit wäre zu lugustus ung war Shrien licher in aus der da heißt ds war, ibe, die sie ge⸗ in Win⸗ i Raum auf dem d siehe, euchtete ihnen: eallem n, wel⸗ bt zum nn einer uge der ei Gott Wohl⸗ Episteln und Evangelien, I. Jahrg. 5 Am 2. Weihnachtstage. Epistel, Tit. 3. B. 4—8. a aber erschien die Freundlichkeit und Leutseligkeit Gottes, unseres VHeilandes. Nicht um der Werke willen der Gerechtigkeit, die wir ge⸗ than hatten, sondern nach seiner Barmherzigkeit machte er uns selig durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung des heiligen Geistes, welchen er ausgegossen hat über uns reichlich durch Jesum Christum, unsern Heiland, auf daß wir durch desselbigen Gnade gerecht und Erben seien des ewigen Lebens nach der Hoffnung. Das ist je gewißlich wahr. Oder die Lektion am Feiertage Stephani. Apostelgesch. 6. V. 3—15; 7. B. 55—59. Sen aber, voll Glaubens und Kräfte, that Wunder und große Zeichen unter dem Volk. Da standen etliche auf von der Schule, die da heißet der Libertiner und der Cyrener und der Alexanderer und derer, die aus Cilicien und Asien waren, und befragten sich mit Stephanus. Und sie vermochten nicht zu widerstehen der Weisheit und dem Geist, aus welchem er redete. Da richteten sie zu etliche Männer, die sprachen: Wir haben ihn gehöret Lästerworte reden wider Mosen und wider Gott! und bewegten das Volk und die Altesten und die Schriftgelehrten und traten herzu und rissen ihn hin und führeten ihn vor den Rat und stelleten falsche Zeugen dar, die sprachen: Dieser Mensch höret nicht auf, zu reden Lästerworte wider diese heilige Stätte und das Gesetz. Denn wir haben ihn hören sagen: Jesus von Nazareth wird diese Stätte zerstören und ändern die Sitten, die uns Moses gegeben hat. Und sie sahen auf ihn alle, die im Rate saßen, und sahen sein Angesicht wie eines Engels An⸗ gesicht.— Als er aber voll heiligen Geistes war, sah er auf gen Himmel und sah die Herrlichkeit Gottes und Jesum stehen zur Rechten Gottes und sprach: Siehe, ich sehe den Himmel offen und des Menschen Sohn zur Rechten Gottes stehen. Sie schrieen aber laut und hielten ihre Ohren zu und stürmten einmütiglich zu ihm ein, stießen ihn zur Stadt hinaus und steinigten ihn. Und die Zeugen legten ab ihre Kleider zu den Füßen eines Jünglings, der hieß Saulus, und steinigten Stephanum, der anrief und sprach: Herr Jesu, nimm meinen Geist auf! Er kniete aber nieder und schrie laut: Herr, behalte ihnen diese Sünde nicht! Und als er das gesagt, entschlief er. Evangelium, Luk. 2. V. 15—20. nd da die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten unter einander: Laßt uns nun gehen gen Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kundgethan hat. Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Joseph, dazu das Kind in der Krippe liegen. Da sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, welches zu ihnen von diesem Kinde gesagt war. Und alle, vor die es kam, wunderten sich der Rede, die ihnen die Hirten gesagt hatten. Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen. Und die Hirten kehreten wieder um, priesen und lobten Gott um alles, das sie gehört und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war. Am Sonntage nach Weihnachten. Epistel, Gal. 4. V. 1—7. gieben Brüder, ich sage aber, so lange der Erbe ein Kind ist, so ist unter ihm und einem Knechte kein Unterschied, ob er wohl ein Herr ist aller Güter, sondern er ist unter den Vormündern und Pflegern bis auf ̊——— 6 Episteln und Evangelien, I. Jahrg. die bestimmte Zeit vom Vater. Also auch wir, da wir Kinder waren, waren wir gefangen unter den äußerlichen Satzungen. Da aber die Zeit erfüllet ward, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einem Weibe und unter das Gesetz gethan, auf daß er die, so unter dem Gesetze waren, erlösete, daß wir die Kindschaft empfingen. Weil ihr denn Kinder seid, hat Gott gesandt den Geist seines Sohnes in eure Herzen, der schreiet: Abba, lieber Vater! Also ist nun hier kein Knecht mehr, sondern eitel Kinder. Sind's aber Kinder, so sind's auch Erben Gottes durch Christum. Evangelium, Luk. 2. V. 33—40. U. sein Vater und Mutter wunderten sich des, das von ihm geredet ward. Und Simeon segnete sie und sprach zu Maria, seiner Mut⸗ ter: Siehe, dieser wird gesetzt zu einem Fall und Auferstehen vieler in IJsrael und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird. Und es wird ein Schwert durch deine Seele dringen, auf daß vieler Herzen Gedanken offenbar werden. Und es war eine Prophetin, Hanna, eine Tochter Pha⸗ nuels, vom Geschlecht Aser, die war wohl betagt und hatte gelebt sieben Jahr mit ihrem Manne nach ihrer Jungfrauschaft und war nun eine Witwe bei vierundachtzig Jahren, die kam nimmer vom Tempel, dienete Gott mit Fasten und Beten Tag und Nacht. Dieselbige trat auch hinzu zu derselbigen Stunde und pries den Herrn und redete von ihm zu allen, die auf die Erlösung zu Jerusalem warteten. Und da sie es alles vollendet hatten nach dem Gesetz des Herrn, kehreten sie wieder in Gali⸗ läam zu ihrer Stadt Nazareth. Aber das Kind wuchs und ward stark im Geist, voller Weisheit, und Gottes Gnade war bei ihm. Am Neujahrstage. Epistel, Gal. 3. V. 23—29. Ehbe denn aber der Glaube kam, wurden wir unter dem Gesetz verwah⸗ ret und verschlossen auf den Glauben, der da sollte geoffenbaret wer⸗ den. Also ist das Gesetz unser Zuchtmeister gewesen auf Christum, daß wir durch den Glauben gerecht würden. Nun aber der Glaube gekommen ist, sind wir nicht mehr unter dem Zuchtmeister. Denn ihr seid alle Gottes Kinder durch den Glauben an Christo Jesu. Denn wie viele euer getauft sind, die haben Christum angezogen. Hier ist kein Jude noch Grieche, hier ist kein Knecht noch Freier, hier ist kein Mann noch Weib, denn ihr seid allzumal Einer in Christo Jesu. Seid ihr aber Christi, so seid ihr ja Abrahams Samen und nach der Verheißung Erben. Evangelium, Luk. 2. V. 21. U da acht Tage um waren, daß das Kind beschnitten würde, da ward sein Name genannt Jesus, welcher genannt war von dem Engel, ehe denn er im Mutterleibe empfangen ward. Oder für die Altarvorlesung Psalm 90. H err Gott, du bist unsre Zuflucht für und für. Ehe denn die Berge worden und die Erde und die Welt geschaffen worden, bist du, Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Der du die Menschen lässest sterben und sprichst: Kommt wieder, Menschenkinder. Denn tausend Jahre sind vor dir wie der Tag, der gestern vergangen ist, und wie eine Nachtwache. Du lässest sie dahinfahren wie einen Strom, und sind wie ein Schlaf, gleichwie ein Gras, das doch bald welk wird, das da frühe blühet und bald welk wird NSSS 2 2— 'r waren, rdie Zeit Zeibe und e waren, nder seid, schreiet: dern eitel hristum. n geredet ier Mut⸗ vieler in es wird edanken ter Pha⸗ bt sieben iun eine „ dienete ich hinzu ihm zu es alles in Gali⸗ ard stark verwah⸗ ret wer⸗ im, daß kommen seid alle ele euer de noch h Weib, Christi, n. a ward Engel, Berge „ Gott, prichst: dir wie lässest vie ein E wird Episteln und Evangelien, I. Jahrg. 7 und des Abends abgehauen wird und verdorret. Das machet dein Zorn, daß wir so vergehen, und dein Grimm, daß wir so plötzlich dahin müssen. Denn unsere Missethat stellest du vor dich, unsere unerkannte Sünde in das Licht vor deinem Angesicht. Darum fahren alle unsere Tage dahin durch deinen Zorn, wir bringen unsere Jahre zu wie ein Geschwätz. Unser Leben währet siebenzig Jahre, und wenn's hoch kommt, so sind's achtzig Jahre, und wenn's köstlich gewesen ist, so ist es Mühe und Arbeit ge⸗ wesen, denn es fähret schnell dahin, als flögen wir davon. Wer glaubet es aber, daß du so sehr zürnest? Und wer fürchtet sich vor solchem deinem Grimm? Lehre uns bedenken, daß wir sterben müssen, auf daß wir klug werden. Herr, kehre dich doch wieder zu uns und sei deinen Knech⸗ ten gnädig. Fülle uns frühe mit deiner Gnade, so wollen wir rühmen und fröhlich sein unser lebenlang. Erfreue uns nun wieder, nachden⸗ du uns so lange plagest, nachdem wir so lange Unglück leiden. Zeige deinen Knechten deine Werke und deine Ehre ihren Kindern. Und der Herr, unser Gott, sei uns freundlich und fördere das Werk unserer Hände bei uns, ja, das Werk unserer Hände wolle er fördern. Für die Predigt freier Text. Am Sonntage nach Neujahr. Epistel, 1. Petr. 3. V. 20—22. In der Arche Noa wurden wenige, das ist acht Seelen, behalten durchs Wasser, welches nun auch uns selig macht in der Taufe, die durch jenes bedeutet ist, nicht das Abthun des Unflats am Fleisch, sondern der Bund eines guten Gewissens mit Gott durch die Auferstehung Jesu Christi, welcher ist zur Rechten Gottes in den Himmel gefahren, und sind ihm unterthan die Engel und die Gewaltigen und die Kräfte. Evaugelium, Matth. 3. V. 13—17. u der Zeit kam Jesus aus Galiläg an den Jordan zu Johannes, daß 3 er sich von ihm taufen ließe. Aber Johannes wehrete ihm und sprach: Ich bedarf wohl, daß ich von dir getauft werde, und du kommst 5u mir? Jesus aber antwortete und sprach zu ihm: Laß jetzt also sein. Also gebühret es uns, alle Gerechtigkeit zu erfüllen. Da ließ er's ihm zu. Und da Jesus getauft war, stieg er bald herauf aus dem Wasser, und siehe, da that sich der Himmel auf über ihm. Und Johannes sah den Geist Gottes, gleich als eine Taube, herabfahren und über ihn kom⸗ men. Und siehe, eine Stimme vom Himmel herab sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an welchem ich Wohlgefallen habe. Am Feste der heil. drei Könige, Epiphan. Jesaias 60. B. 1—6. Meache dich auf, werde Licht, denn dein Licht kommt und die Herr⸗ lichkeit des Herrn gehet auf über dir. Denn siehe, Finsternis bedecket das Erdreich und Dunkel die Völker. Aber über dir gehet auf der Herr und seine Herrlichkeit erscheinet über dir. Und die Heiden werden in deinem Lichte wandeln und die Könige im Glanz, der über dir aufgehet. Hebe deine Augen auf und siehe umher. Diese alle versammelt kommen zu dir. Deine Söhne werden von ferne kommen und deine Töchter zur Seite erzogen werden. Dann wirst du deine Lust sehen und ausbrechen und dein Herz wird sich wundern und ausbreiten, wenn sich die Menge am Meere zu dir bekehret und die Macht der Heiden zu dir kommt. Denn die Menge der Kamele wird dich bedecken, die Läufer aus Midian und Epha. Sie werden aus Saba alle kommen, Gold und Weihrauch bringen und des Herrn Lob verkündigen. Episteln und Evangelien, I. Jahrg. Evangelium,‚, Matth. 2. V. 1—12. Da Jesus geboren war zu Bethlehem im jüdischen Lande, zur Zeit des Königs Herodes, siehe, da kamen die Weisen vom Morgenlande gen Jerusalem und sprachen: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen im Morgenlande und sind gekommen, ihn anzubeten. Da das der König Herodes hörete, erschrak er und mit ihm das ganze Jerusalem, und ließ versammeln alle Hohepriester und Schriftgelehrten unter dem Volk und erforschte von ihnen, wo Christus sollte geboren werden. Und sie sagten ihm: Zu Bethlehem im jüdischen Lande. Denn also stehet geschrieben durch den Propheten: Und du Beth⸗ lehem im jüdischen Lande, bist mit nichten die kleinste unter den Fürsten Juda's, denn aus dir soll mir kommen der Herzog, der über mein Volk Israel ein Herr sei. Da berief Herodes die Weisen heimlich und erlernte mit Fleiß von ihnen, wann der Stern erschienen wäre, und wies sie gen Bethlehem und sprach: Ziehet hin und forschet fleißig nach dem Kindlein, und wenn ihr's findet, so saget mir's wieder, daß ich auch komme und es anbete. Als sie nun den König gehöret hatten, zogen sie hin. Und siehe, der Stern, den sie im Morgenlande gesehen hatten, ging vor ihnen hin, bis daß er kam und stand oben über, da das Kind⸗ lein war. Da sie den Stern sahen, wurden sie hoch erfreut und gingen in das Haus und fanden das Kindlein mit Maria, seiner Mutter, und fielen nieder und beteten es an und thaten ihre Schätze auf und schenk⸗ ten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhen. Und Gott befahl ihnen im Traum, daß sie sich nicht sollten wieder zu Herodes lenken. Und zogen durch einen andern Weg wieder in ihr Land. Am 1. Sonntage nach Epiphanias. Epist., Röm. 12. V. 1—6. I ermahne euch, lieben Brüder, durch die Barmherzigkeit Gottes, daß ihr eure Leiber begebet zum Opfer, das da lebendig, heilig und Gott wohlgefällig sei, welches sei euer vernünftiger Gottesdienst. Und stellet euch nicht dieser Welt gleich, sondern verändert euch durch Verneuerung eures Sinnes, auf daß ihr prüfen möget, welches da sei der gute, der wohlgefällige und der vollkommene Gotteswille. Denn ich sage durch die Gnade, die mir gegeben ist, jedermann unter euch, daß niemand weiter von ihm halte, denn sich's gebühret zu halten, sondern daß er von ihm mäßiglich halte, ein jeglicher, nachdem Gott ausgeteilt hat das Maß des Glaubens. Denn gleicherweise, als wir in einem Leibe viele Glieder haben, aber alle Glieder nicht einerlei Geschäfte haben, also sind wir viele ein Leib in Christo, aber untereinander ist einer des andern Glied, und haben mancherlei Gaben nach der Gnade, die uns gegeben ist. Evangelium, Luk. 2. V. 41—52. Urd seine Eltern gingen alle Jahre gen Jerusalem auf das Osterfest. Und da er zwölf Jahre alt war, gingen sie hinauf gen Jerusalem, nach Gewohnheit des Festes. Und da die Tage vollendet waren, und sie wieder zu Hause gingen, blieb das Kind Jesus zu Jerusalem und seine Eltern wußten's nicht. Sie meineten aber, er wäre unter den Ge⸗ fährten, und kamen eine Tagereise und suchten ihn unter den Gefreund⸗ ten und Bekannten. Und da sie ihn nicht fanden, gingen sie wieder gen Jerusalem und suchten ihn. Und es begab sich, nach dreien Tagen fanden sie ihn im Tempel sitzen mitten unter den Lehrern, daß er ihnen zuhörete und sie fragete. Und alle, die ihm zuhöreten, verwunderten sich al J 0. E 6 d 8 f ö rZeit des lande gen Juden? kommen, und mit ester und Christus jüdischen du Beth⸗ Fürsten ein Volk erlernte wies sie iach dem ich auch ogen sie hatten, 5 Kind⸗ gingen ter, und schenk⸗ nen im d zogen .1—6. es, daß id Gott stellet uerung ite, der durch emand er von at das e viele n, also er des ie uns erfest. salem, ind sie Hseine N Ge⸗ eund⸗ hieder Tagen ihnen n sich Episteln und Evangelien, I. Jahrg. 9 seines Verstandes und seiner Antwort. Und da sie ihn sahen, entsetzten sie sich. Und seine Mutter sprach zu ihm: Mein Sohn, warum hast du uns das gethan? Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmer⸗ en gesucht. Und er sprach zu ihnen: Was ist's, daß ihr mich gesucht habt? Wisset ihr nicht, daß ich sein muß in dem, das meines Vaters ist? Und sie verstanden das Wort nicht, das er mit ihnen redete. Und er ging mit ihnen hinab und kam gen Nazareth und war ihnen unterthan. Und seine Mutter behielt alle diese Worte in ihrem Herzen. Und Jesus nahm zu an Alter, Weisheit und Gnade bei Gott und den Menschen. Am 2. Sonntage nach Epiphanias. Epistel, Röm. 12. V. 6—16. Wieben Brüder, wir haben mancherlei Gaben nach der Gnade, die uns gegeben ist. Hat jemand Weissagung, so sei sie dem Glauben ähn⸗ lich. Hat jemand ein Amt, so warte er des Amtes. Lehret jemand, so warte er der Lehre. Ermahnet jemand, so warte er des Ermahnens. Giebt jemand, so gebe er einfältiglich. Regieret jemand, so sei er sorg⸗ fältig. Übet jemand Barmherzigkeit, so thue er's mit Lust. Die Liebe sei nicht falsch. Hasset das Arge, hanget dem Guten an. Die brüder⸗ liche Liebe unter einander sei herzlich. Einer komme dem andern mit Ehrerbietung zuvor. Seid nicht träge, was ihr thun sollt. Seid brünstig im Geist. Schicket Euch in die Zeit. Seid fröhlich in Hoffnung, ge⸗ duldig in Trübsal, haltet an am Gebet. Nehmet euch der Heiligen Notdurft an. Herberget gerne. Segnet, die euch verfolgen, segnet und fluchet nicht. Freuet euch mit den Fröhlichen und weinet mit den Wei⸗ nenden. Habt einerlei Sinn untereinander. Trachtet nicht nach hohen Dingen, sondern haltet euch herunter zu den Niedrigen. Evangelium, Joh. 2. B. 1—11. 1 nd am dritten Tage ward eine Hochzeit zu Kana in Galiläa, und die Mutter Jesu war da. Jesus aber und seine Jünger wurden auch auf die Hochzeit geladen. Und da es an Wein gebrach, spricht die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben nicht Wein. Jesus spricht zu ihr: Weib, was habe ich mit dir zu schaffen? Meine Stunde ist noch nicht gekommen. Seine Mutter spricht zu den Dienern: Was er euch saget, das thut. Es waren aber allda sechs steinerne Wasserkrüge gesetzt, nach der Weise der jüdischen Reinigung, und gingen in je einen zwei oder drei Maß. Jesus spricht zu ihnen: Füllet die Wasserkrüge mit Wasser. Und sie fülleten sie bis obenan. Und er aiebe zu ihnen: Schöpfet nun und bringet's dem Speisemeister. Und sie brachten's. Als aber der Speise⸗ meister kostete den Wein, der Wasser gewesen war, und wußte nicht, von wannen er kam,(die Diener aber wußten's, die das Wasser geschöpft hatten), rufet der Speisemeister den Bräutigam und spricht zu ihm: Jeder⸗ mann giebt zum ersten guten Wein, und wenn sie trunken geworden sind, alsdann den geringeren. Du hast den guten Wein bisher behalten. Das ist das erste Zeichen, das Jesus that, geschehen zu Kana in Galiläa, und offenbarte seine Herrlichkeit. Und seine Jünger glaubten an ihn. Am 3. Sonntage nach Epiphanias. Epistel, Röm. 12. V. 17—21. H altet euch nicht selbst für klug. Vergeltet niemand Böses mit Bö⸗ sem. Fleißiget euch der Ehrbarkeit gegen Jedermann. Ist es mög⸗ lich, so viel an euch ist, so habt mit allen Menschen Frieden. Rächet euch selber nicht, meine Liebsten, sondern gebet Raum dem Zorn, 10 Episteln und Evangelien, I. Jahrg. denn es stehet geschrieben: Die Rache ist mein, ich will vergelten, spricht der Herr. So nun deinen Feind hungert, so speise ihn, dürstet ihn, so tränke ihn. Wenn du das thust, so wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt sammeln. Laß dich nicht das Böse überwinden, sondern über⸗ winde das Böse mit Gutem. Evangelium, Matth. 3. V. 1—13. Da aber Jesus vom Berge herabging, folgete ihm viel Volks nach. Und siehe, ein Aussätziger kam und betete ihn an und sprach: Herr, so du willst, kannst du mich wohl reinigen. Und Jesus streckte seine Hand aus, rührete ihn an und sprach: Ich will's thun, sei gereinigt. Und alsbald ward er von seinem Aussatz rein. Und Jesus sprach zu ihm: Siehe zu, sag's niemand, sondern gehe hin und zeige dich dem Prie⸗ ster und opfere die Gabe, die Moses befohlen hat, zu einem Zeugnis über sie. Da aber Jesus einging zu Kapernaum, trat ein Hauptmann zu ihm, der bat ihn und sprach: Herr, mein Knecht liegt zu Hause und ist gichtbrüchig und hat große Qual. Jesus sprach zu ihm: Ich will kommen und ihn gesund machen. Der Hauptmann antwortete und sprach: Herr, ich bin nicht wert, daß du unter mein Dach gehest, sondern sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund. Denn ich bin ein Mensch, dazu der Obrigkeit unterthan, und habe unter mir Kriegsknechte, noch wenn ich sage zu einem: Gehe hin! so gehet er, und zum andern: Komm! her! so kommt er, und zu meinem Knecht: Thue das! so thut er's. Da das Jesus hörete, verwunderte er sich und sprach zu denen, die ihm nach⸗ folgeten: Wahrlich, ich sage euch, solchen Glauben habe ich in Israel nicht gefunden. Aber ich sage euch: Viele werden kommen vom Morgen und vom Abend und mit Abraham und Isaak und Jakob im Himmel⸗ reich sitzen, aber die Kinder des Reichs werden ausgestoßen in die äußerste Finsternis hinaus. Da wird sein Heulen und Zähnklappen. Und Jesus sprach zu dem Hauptmann: Gehe hin, dir geschehe, wie du geglaubet hast. Und sein Knecht ward gesund zu derselbigen Stunde. Am 4. Sonntage nach Epiphanias. Epistel, Röm. 13. V. 8—10. Seid niemand nichts schuldig, denn daß ihr euch unter einander liebet. Denn wer den andern liebet, der hat das Gesetz erfüllet. Denn das da gesagt ist: Du sollst nicht ehebrechen, du sollst nicht töten, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht falsch Zeugnis geben, dich soll nichts gelüsten, und so ein ander Gebot mehr ist, das wird in diesem Wort verfasset: Du sollst deinen Nächsten lieben als dich selbst. Die Liebe thut dem Nächsten nichts Böses. So ist nun die Liebe des Gesetzes Erfüllung. Evangelium, Matth. 3. V. 23—27. Und Jesus trat in das Schiff und seine Jünger folgten ihm. und siehe, da erhob sich ein groß Uugestüm im Meer, also, daß auch das Schifflein mit Wellen bedeckt ward, und er schlief. Und die Jünger traten zu ihm und wechten ihn auf und sprachen: Herr, hilf uns, wir verderben! Da sagte er zu ihnen: Ihr Kleingläubigen, warum seid ihr so furchtsam? und stand auf und bedrohete den Wind und das Meer. Da ward es ganz stille. Die Menschen aber verwunderten sich und sprachen: Was ist das für ein Mann, daß ihm Wind und Meer gehorsam istꝰ ten, spri tet ihn, 50 en auf sein dern über⸗ olks nach. d sprach: 18 streckte gereinigt. h zu ihm: dem Prie⸗ Zeugnis uptmann dause und Ich will id sprach: rn sprich Mensch, hte, noch ü Komm' r'S. Da hm nach⸗ 1 Jsrael Morgen Himmel⸗ äußerste d Jesus eglaubet 8—10. inander erfüllet. st nicht en, dich vird in selbst. ebe des ihm. o, daß nd die If uns, m seid id uh en si Meer Episteln und Evangelien, I. Jahrg. 5 Am 5.Sonntage nach Epiphanias. Epistel, Koloss. 3. V. 12—17. Se ziehet nun an, als die Auserwählten Gottes, Heiligen und Ge⸗ liebten, herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Ge⸗ duld und vertrage einer den andern und vergebet euch unter einander,. so jemand Klage hat wider den andern, gleichwie Christus euch vergeben hat, also auch ihr. Über alles aber ziehet an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit. Und der Friede Gottes regiere in euren Herzen, zu welchem ihr auch berufen seid in einem Leibe, und seid dankbar. Lasset das Wort Christi unrer euch reichlich wohnen in aller Weisheit, lehret und vermahnet euch selbst mit Psalmen und Lob⸗ gesängen und geistlichen lieblichen Liedern und singet dem Herrn in eurem Herzen. Und alles, was ihr thut mit Worten oder mit Werken, das thut alles in dem Namen des Herrn Jesu und danket Gott und dem Vater durch ihn. Evangelium, Matth. 13. V. 24—30. nd Jesus legte ihnen ein ander Gleichnis vor und sprach: Das Himmel⸗ reich ist gleich einem Menschen, der guten Samen auf seinen Acker säete. Da aber die Leute schliefen, kam sein Feind und säete Unkraut zwischen den Weizen und ging davon. Da nun das Kraut wuchs und Frucht brachte, da fand sich auch das Unkraut. Da traten die Knechte zu dem Hausvater und sprachen: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesäet? Woher hat er denn das Unkraut? Er sprach zu ihnen: Das hat der Feind gethan. Da sprachen die Knechte: Willst du denn, daß wir hingehen und es ausjäten? Er sprach: Nein, auf daß ihr nicht zugleich den Weizen mit ausrauft, so ihr das Unkraut ausjätet. dasset beides miteinander wachsen bis zu der Ernte, und um der Ernte Zeit will ich zu den Schnittern sagen: Sammelt zuvor das Unkraut und dindet es in Bündlein, daß man es verbrenne, aber den Weizen sammelt mir in meine Scheuern. Am 6. Sonnt. nach Epiphanias. Epistel, 2. Petr. 1. VB. 16—21. Wir haben nicht den klugen Fabeln gefolget, da wir euch kundgethan haben die Kraft und Zukunft unsers Herrn Jesu Christi, sondern wir haben seine Herrlichteit selbst gesehen, da er empfing von Gott dem Vater Ehre und Preis durch eine Stimme, die zu ihm geschah von der großen Herrlichkeit, dermaßen: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe. Und diese Stimme haben wir gehöret vom Himmel gebracht, da wir mit ihm waren auf dem heiligen Berge. Wir haben ein festes prophetisches Wort, und ihr thut wohl, daß ihr darauf achtet als auf ein Licht, das da scheinet in einem dunkeln Ort, bis der Tag an⸗ breche und der Morgenstern aufgehe in euren Herzen. Und das sollt ihr für das erste wissen, daß keine Weissagung in der Schrift geschieht aus eigner Auslegung, denn es ist noch nie eine Weissagung aus mensch⸗ lichem Willen hervorgebracht, sondern die heiligen Menschen Gottes haben geredet, getrieben von dem heiligen Geist. Evangelium, Matth. 17. V. 1—9. Urd nach sechs Tagen nahm Jesus zu sich Petrum und Jakobum und Johannem, seinen Bruder, und führte sie beiseits auf einen hohen Berg und ward verkläret vor ihnen und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne und seine Kleider wurden weiß als ein Licht. Und siehe, da er⸗ schienen ihnen Moses und Elias, die redeten mit ihm. Petrus aber antwortete und sprach zu Jesu: Herr, hier ist gut sein. Willst du, so 12 Episteln und Evangelien, I. Jahrg. wollen wir hier drei Hütten machen, dir eine, Mosi eine und Eliä eine. Da er noch also redete, siehe, da überschattete sie eine lichte Wolke. Und ehe, eine Stimme aus der Wolke sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an welchem ich Wohlgefallen habe, den sollt ihr hören. Da das die Jünger hörten, fielen sie auf ihr Angesicht und erschraken sehr. Jesus aber trat zu ihnen, rührte sie an und sprach: Stehet auf und fürchtet euch nicht. Da sie aber ihre Augen aufhuben, sahen sie niemand, denn Jesum allein. Und da sie vom Berge herabgingen, gebot ihnen Jesus und sprach: Ihr sollt dies Gesicht niemand sagen, bis des Menschen Sohn von den Toten auferstanden ist. Am Sonnt. Septuagesimä. Epist., 1. Kor. 9. V. 24— K. 10. V. 5. Wiset ihr nicht, daß die, so in den Schranken laufen, die laufen alle, aber einer erlanget das Kleinod? Laufet nun also, daß ihr es ergreifet. Ein jeglicher aber, der da kämpfet, enthält sich alles Dinges, jene also, daß sie eine vergängliche Krone empfangen, wir aber eine unvergängliche. Ich laufe aber also, nicht als auf's Unge⸗ wisse, ich fechte also, nicht als der in die Luft streichet, sondern ich betäube meinen Leib und zähme ihn, daß ich nicht den andern predige und selbst verwerflich werde. Ich will euch aber, lieben Brüder, nicht verhalten, daß unsere Väter sind alle unter der Wolke gewesen und sind alle durch das Meer gegangen und sind alle unter Mose getauft mit der Wolke und mit dem Meer und haben alle einerlei geistliche Speise ge⸗ gessen und haben alle einerlei geistlichen Trank getrunken. Sie tranken aber von dem geistlichen Fels, der mitfolgete, welcher war Christus. Aber an ihrer vielen hatte Gott kein Wohlgefallen, denn sie sind nieder⸗ geschlagen in der Wüste. Evangelium, Matth. 20. V. 1—16. D7 Himmelreich ist gleich einem Hausvater, der am Morgen ausging, Arbeiter zu mieten in seinen Weinberg. Und da er mit den Arbei⸗ tern eins ward um einen Groschen zum Tagelohn, sandte er sie in seinen Weinberg. Und er ging aus um die dritte Stunde und sah andere an dem Markte müßig stehen und sprach zu ihnen: Gehet ihr auch hin in den Weinberg. Ich will euch geben, was recht ist. Und sie gingen hin. Abermal ging er aus um die sechste und neunte Stunde und that gleich also. Um die elfte Stunde aber ging er aus und fand andere müßig stehen und sprach zu ihnen: Was stehet ihr hier den ganzen Tag müßig? Sie sprachen zu ihm: Es hat uns niemand gedinget. Er sprach zu ihnen: Gehet ihr auch hin in den Weinberg, und was recht sein wird, soll euch werden. Da es nun Abend ward, sprach der Herr des Weinberges zu seinem Schaffner: Rufe den Arbeitern und gieb ihnen den Lohn und hebe an an den letzten bis zu den ersten. Da kamen, die um die elfte Stunde gedinget waren, und empfing ein jeglicher seinen Groschen. Da aber die ersten kamen, meinten sie, sie würden mehr empfahen, und sie empfingen auch ein jeglicher seinen Groschen. Und da sie den empfingen, murrten sie wider den Hausvater und sprachen: Diese letzten haben nur eine Stunde gearbeitet und du hast sie uns gleichgemacht, die wir des Tages Last und Hitze getragen haben. Er antwortete aber und sagte zu einem unter ihnen: Mein Freund, ich thue dir nicht Unrecht. Bist du nicht mit mir eins geworden um einen Groschen? Nimm, was dein ist, und gehe hin. Ich will aber diesen letzten geben gleichwie dir. Oder habe ich nicht Macht, zu thun, was ich will mit dem Meinen? Siehest du darum scheel, Eliä eine. olke. Und Sohn, an ie Jünger aber trat uch nicht. im allein. ach: Ihr en Toten 10. V. 5. sging, Arbes⸗ seinen here an hin in in hin. gleich müßig üßig? ach zu vd, soll ges zu n und e elfte Episteln und Evangelien, I. Jahrg. 13 daß ich so gütig bin? Also werden die letzten die ersten und die ersten die letzten sein. Denn viele sind berufen, aber wenige sind auserwählet. Am Sonnt. Sexagesimä. Epist. 2. Kor. 11. B. 19— 12. V. 1—9. Hieben Brüder, ihr vertraget gern die Narren, dieweil ihr klug seid. Ihr vertraget, so euch jemand zu Knechten macht, so euch jemand schindet, so euch jemand nimmt, so euch jemand trotzet, so euch jemand in das Angesicht streichet. Das sage ich nach der Unenre, als wären wir schwach geworden. Worauf nun jemand kühn ist, ich rede in Thorheit, darauf bin ich auch kühn. Sie sind Ebräer, ich auch. Sie ind Israeliter, ich auch. Sie sind Abrahams Same, ich auch. Sie siud Diener Christi(ich rede thörlich), ich bin wohl mehr. Ich habe mehr gearbeitet, ich habe mehr Schläge erlitten, ich bin öfter gefangen, oft in Todesnöten gewesen. Von den Juden habe ich fünfmal empfangen vierzig Streiche weniger eins. Ich bin dreimal gestäupet, einmal ge⸗ steinigt, dreimal habe ich Schiffbruch erlitten, Tag und Nacht habe ich zu⸗ gebracht in der Tiefe des Meeres. Ich habe oft gereiset, ich bin in Ge⸗ fahr gewesen zu Wasser, in Gefahr unter den Mördern, in Gefahr unter den Juden, in Gefahr unter den Heiden, in Gefahr in den Städten, in Gefahr in der Wüste, in Gefahr auf dem Meer, in Ge⸗ fahr unter den falschen Brüdern, in Mühe und Arbeit, in viel Wachen, in Hunger und Durst, in viel Fasten, in Frost und Blöße, ohne was sich sonst zuträgt, nämlich, daß ich täglich werde angelaufen und trage Sorge für alle Gemeinden. Wer ist schwach, und ich werde nicht schwach? Wer wird geärgert, und ich brenne nicht? So ich mich je rüh⸗ men soll, will ich mich meiner Schwachheit rühmen. Gott und der Vater unsers Herrn Jesu Christi, welcher sei gelobt in Ewigkeit, weiß, daß ich nicht lüge. Zu Damaskus der Landpfleger des Königs Areta ver⸗ wahrete die Stadt der Damasker und wollte mich greifen, und ich ward in einem Korbe zum Fenster aus durch die Mauer niedergelassen und ent⸗ rann aus seinen Händen. Es ist mir ja das Rühmen nichts nütze, doch ich will kommen auf die Gesichte und Offenbarungen des Herrn. Ich kenne einen Menschen in Christo vor vierzehn Jahren,(ist er in dem Leibe ge⸗ wesen, so weiß ich es nicht, oder ist er außer dem Leibe gewesen, so weiß ich es auch nicht, Gott weiß es), derselbe ward entzückt bis in den dritten Himmel. Und ich kenne denselbigen Menschen,(ob er in dem Leibe oder außer dem Leibe gewesen ist, weiß ich nicht, Gott weiß es), er ward entzückt in das Paradies und hörete unaussprechliche Worte, welche kein Mensch sagen kann. Davon will ich mich rühmen, von mir selbst aber will ich mich nichts rühmen, ohne meiner Schwachheit. Und so ich mich rühmen wollte, thäte ich darum nicht thörlich, denn ich wollte die Wahrheit sagen. Ich enthalte mich aber dessen, auf daß nicht jemand mich höher achte, denn er an mir siehet oder von mir höret. Und auf daß ich mich nicht der hohen Offenbarung überhebe, ist mir gegeben ein Pfahl ins Fleisch, nämlich des SatansEngel, der mich mit Fäusten schlage, auf daß ich mich nicht überhebe. Dafür ich dreimal dem Herrn geflehet habe, daß er von mir wiche. Und er hat zu mir gesagt: Laß dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. Darum will ich mich am allerliebsten rühmen meiner Schwachheit, auf daß die Kraft Christi bei mir wohne. Evangelium, Luk. 8. V. 4—15. a nun viel Volks bei einander war und aus den Städten zu ihm eilten, sprach er durch ein Gleichnis: Es ging ein Säemann aus zu säen seinen Samen, und indem er säete, fiel etliches an den Weg und 14 Episteln und Evangelien, 1. Jahrg. ward vertreten, und die Vögel unter dem Himmel fraßen's auf. Und etliches fiel auf den Fels, und da es aufging, verdorrete es, darum, daß es nicht Saft hatte. Und etliches fiel mitten unter die Dornen, und die Dornen gingen mit auf und erstickten's. Und etliches fiel auf ein gut Land und es ging auf und trug hundertfältige Frucht. Da er das sagte, rief er: Wer Ohren hat zu hören, der höre! Es fragten ihn aber seine Jünger und sprachen, was dieses Gleichnis wäre. Er aber sprach: Euch ist es gegeben, zu wissen das Geheimnis des Reichs Gottes, den andern aber in Gleichnissen, daß sie es nicht sehen, ob sie es schon sehen, und nicht ver⸗ stehen, ob sie es schon hören. Das ist aber das Gleichnis. Der Same ist das Wort Gottes. Die aber an dem Wege sind, das sind, die es hören, darnach kommt der Teufel und nimmt das Wort von ihrem Herzen, auf daß sie nicht glauben und selig werden. Die aber auf dem Fels, sind die, wenn sie es hören, nehmen sie das Wort mit Freuden an, und die haben nicht Wurzel, eine Zeitlang glauben sie und zu der Zeit der Anfech⸗ tung fallen sie ab. Das aber unter die Dornen fiel, sind die, so es hören und gehen hin unter den Sorgen, Reichtum und Wollust dieses Lebens und ersticken und bringen keine Frucht. Das aber auf dem guten Lande, sind die das Wort hören und behalten in einem feinen guten Herzen und bringen Frucht in Geduld. Am Sonntage Estomihi. Epistel, 1. Kor. 13. V. 1—13. Wenn ich mit Menschen⸗ und mit Engelzungen redete und hätte der Liebe nicht, so wäre ich ein tönend Erz oder eine klingende Schelle. Und wenn ich weissagen könnte und wüßte alle Geheimnisse und alle Erkenntnisse und hätte allen Glauben, also, daß ich Berge versetzte, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich nichts. Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe und ließe meinen Leib brennen und hätte der Liebe nicht, so wäre mir's nichts nütze. Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie blähet sich nicht, sie stellet sich nicht ungeberdig, sie suchet nicht das Ihre, sie lässet sich nicht erbittern, sie trachtet nicht nach Schaden, sie freuet sich nicht der Ungerechtigkeit, sie freuet sich aber der Wahrheit, sie verträgt alles, sie glaubet alles, sie hoffet alles, sie duldet alles. Die Liebe höret nimmer auf, so doch die Weissagungen aufhören werden und die Sprachen aufhören werden und das Erkenntnis aufhören wird. Denn unser Wissen ist Stückwerk und unser Weissagen ist Stückwerk. Wenn aber lommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören. Da ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind und war klug wie ein Kind und hatte kindische Anschläge. Da ich aber ein Mann ward, that ich ab, was kindisch war. Wir sehen jetzt durch einen Spiegel in einem dunkeln Wort, dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich's stückweise dann aber werde ich's erkennen, gleichwie ich erkannt bin. Nun aber bleibet Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei, aber die Liebe ist die größeste unter ihnen. Evangelium, Luk. 18. V. 31—43. Ier nahm aber zu sich die Zwölfe und sprach zu ihnen: Sehet, wir gehen hinauf gen Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, das geschrieben ist durch die Propheten von des Menschen Sohn. Denn er wird überantwortet werden den Heiden und er wird verspottet und geschmähet und verspeiet werden, und sie werden ihn geißeln und töten, und am dritten Tage wird er wieder auferstehen. Sie aber vernahmen auf. Und rrum, daß u, und die f ein gut das sagte, iber seine Euch ist en aber in licht ver⸗ er Same d, die es 1 Herzen, m Fels, „Und die Anfech⸗ es hören Lebens Lande, Herzen 13. d hätte ingende imnisse Berge enn ich en und gmütig willen, cht das den, sie hrheit, 8. Die en und Denn ößeste wir rden, Denn t und öten, men Episteln und Evangelien, I. Jahrg. 1 der keines und die Rede war ihnen verborgen und wußten nicht, was da gesagt war. Es geschah aber, da er nahe zu Jericho kam, saß ein Blinder am Wege und beitelte. Da er aber hörete das Volk, das durch⸗ hinging, forschete er, was das wäre. Da verkündigten sie ihm, Jesus von Nazareth ginge vorüber. Und er rief und sprach: Jesu, du Sohn Davids, erbarme dich mein. Die aber vorne an gingen, bedroheten ihn, er sollte schweigen. Er aber schrie viel mehr. Du Sohn Davids, erbarme bich mein. Jesus aber stand stille und hieß ihn zu sich führen. Da sie ihn aber nahe bei ihn brachten, fragte er ihn und sprach: Was willst du, daß ich dir thun soll? Er sprach: Herr, daß ich sehen möge. Und Jesus sprach zu ihm: Sei sehend. Dein Glaube hat dir geholfen. Und Asobald ward er sehend und folgte ihm nach und preisete Gott. Und alles Volk, das solches sah, lobete Gott. Am 1.Sonnt. in den Fasten, Invoc. Epist., 2. Kor. 6. V. 1—10. Wir ermahnen aber euch als Mithelfer, daß ihr nicht vergeblich die Gnade Gottes empfahet. Denn er spricht: Ich habe dich in der angenehmen Zeit erhöret und habe dir am Tage des Heils geholfen. Sehet, jetzt ist die angenehme Zeit, jetzt ist der Tag des Heils. Lasset uns aber niemand irgend ein Ärgernis geben, auf daß unser Amt nicht verlästert werde, sondern in allen Dingen lasset uns beweisen, als die Diener Gottes, in großer Geduld, in Trübsalen, in Nöten, in Angsten, in Schlägen, in Gesängnissen, in Aufruhren, in Arbeit, in Wachen, in Fasten, in Keuschheit, in Erkenntnis, in Langmut, in Freundlichkeit, in dem heiligen Geiste, in ungefärbter Liebe, in dem Worte der Wahrheit, in der Kraft Gottes, durch Waffen der Gerechtigkeit zur Rechten und zur Linken, durch Ehre und Schande, durch böse Gerüchte und gute Gerüchte, als die Verführer, und doch wahrhaftig, als die Unbekannten, und doch bekannt, als die Sterbenden, und siehe, wir leben, als die Gezüchtigten, und doch nicht ertötet, als die Traurigen, aber allezeit fröhlich, als die Armen, aber die doch viele reich machen, als die nichts innehaben, und doch alles haben. Evangelium, Matth. 4. V. 1—11. Da ward Jesus vom Geist in die Wüste geführet, auf daß er vom Teufel versuchet würde. Und da er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte ihn. Und der Versucher trat zu ihm und sprach: Bist du Gottes Sohn, so sprich, daß diese Steine Brot werden. Und er antwortete und sprach: Es stehet geschrieben: Der Mensch lebet nicht vom Brote allein, sondern von einem jeglichen Worte, das durch den Mund Gottes gehet. Da führete ihn der Teufel mit sich in die heilige Stadt und stellete ihn auf die Zinne des Tempels und sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so laß dich hinab, denn es stehet geschrieben: Er wird seinen Engeln über dir Befehl thun und sie werden dich auf den Händen tra⸗ gen, auf daß du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest. Da sprach Jesus zu ihm: Wiederum stehet auch geschrieben: Du sollst Gott, deinen Herrn, nicht versuchen. Wiederum führte ihn der Teufel mit sich auf einen sehr hohen Berg und zeigte ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit und sprach zu ihm: Dies alles will ich dir geben, so du niederfällst und mich anbetest. Da sprach Jesus zu ihm: Hebe dich weg ven mir, Satan! Denn es stehet geschrieben: Du sollst anbeten Gott, deinen Herrn, und ihm allein dienen. Da verließ ihn der Teufel, und siehe, da traten die Engel zu ihm und dieneten ihm. 16 Episteln und Evangelien, I. Jahrg. Am 2. Sonntage in den Fasten, Reminiscere. Epistel, 1. Thess. 4. V. 1—7. Weiter, lieben Brüder, bitten wir euch und ermahnen in dem Herrn Jesu, nachdem ihr von uns empfangen habt, wie ihr sollt wandeln und Gott gefallen, daß ihr immer völliger werdet. Denn ihr wisset, welche Gebote wir euch gegeben haben durch den Herrn Jesum. Denn das ist der Wille Gottes, eure Heiligung, daß ihr meidet die Hurerei und ein jeglicher unter euch wisse sein Faß zu behalten in Heiligung und Ehren, nicht in der Lustseuche, wie die Heiden, die von Gott nichts wissen, und daß niemand zu weit greife, noch vervorteile seinen Bruder im Handel, denn der Herr ist Rächer über das alles, wie wir euch zuvor ge⸗ sagt und bezeuget haben. Denn Gott hat uns nicht berufen zur Unrei⸗ nigkeit, sondern zur Heiligung. Evangelium, Matth. 15. V. 21—23. 1 nd Jesus ging aus von dannen und entwich in die Gegend Tyrus und Sidon. Und siehe, ein kananäisch Weib ging aus derselbigen Grenze und schrie ihm nach und sprach: Ach Herr, du Sohn Davids,7, erbarme dich mein. Meine Tochter wird vom Teufel übel geplaget. Und er antwortete ihr kein Wort. Da traten zu ihm seine Jünger, baten ihn und sprachen: Laß sie doch von dir, denn sie schreiet uns nach. Er ö antwortete aber und sprach: Ich bin nicht gesandt, denn nur zu den verlornen Schafen von dem Hause Israel. Sie kam aber und fiel vor ihm nieder und sprach: Herr, hilf mir. Aber er antwortete und sprach: Es ist nicht fein, daß man den Kindern ihr Brot nehme und werfe es vor die Hunde. Sie sprach: Ja, Herr, aber doch essen die Hündlein von den Brosamlein, die von ihrer Herren Tische fallen. Da antwortere Jesus der und sprach zu ihr: O Weib, dein Glaube ist groß! Dir geschehe, wie du ist! willst. Und ihre Tochter ward gesund zu derselbigen Stunde. das Am 3. Sonnt. in den Fasten, Oculi. Gpist., Ephes. 5. V. 1—9. 5e So seid nun Gottes Nachfolger als die lieben Kinder und wandelt in ist, der Liebe, gleichwie Christus uns hat geliebet und sich selbst dar⸗ dri gegeben für uns zur Gabe und Opfer, Gott zu einem süßen Geruch. gef Hurerei aber und alle Unreinigkeit oder Geiz lasset nicht von euch ge⸗ br sagt werden, wie den Heiligen zustehet, auch schandbare Worte und ha Narrenteidinge oder Scherz, welche euch nicht ziemen, sondern vielmehr de Danksagung. Denn das sollt ihr wissen, daß kein Hurer oder Unreiner 8⁰ oder Geiziger, welcher ist ein Götzendiener, Erbe hat an dem Reich G Christi und Gottes. Lasset euch niemand verführen mit vergeblichen S Worten, denn um dieser Willen kommt der Zorn Gottes über die Kinder ni des Unglaubens. Darum seid nicht ihre Mitgenossen. Denn ihr waret n weiland Finsternis, nun aber seid ihr ein Licht in dem Herrn. Wandelt wie die Kinder des Lichts. Die Frucht des Geistes ist allerlei Gütigkeit und Gerechtigkeit und Wahrheit. Evangelium, Luk. 11. V. 14—28. Urd Jesus trieb einen Teufel aus, der war stumm, und es geschah, da der Teufel ausfuhr, da redete der Stumme. Und das Volk verwun⸗ derte sich. Etliche aber unter ihnen sprachen: Er treibt die Teufel aus durch Beelzebub, den Obersten der Teufel. Die andern aber versuchten ihn und begehrten ein Zeichen von ihm vom Himmel. Er aber ver⸗ nahm ihre Gedanken und sprach zu ihnen: Ein jeglich Reich, so es SHAIAIAIRA e. dem Herrn t wandeln ihr wisset, m. Denn e Hurerei igung und ts wissen, ruder im zuvor ge⸗ ur Unrei⸗ d Tyrus rselbigen Davids, get. Und »r, baten lach. Er zu den fiel vor sprach: verfe es lein von re Jesus „wie du .1—9. idelt in bst dar⸗ Geruch. uch ge⸗ rte und ielmehr nreiner i Reich blichen Kinder waret zandelt itigkeit ah, da rwun⸗ el aus uchten r ver⸗ so es Episteln und Evangelien, I. Jahrg. 17 mit ihm selbst uneins wird, das wird wüste, und ein Haus fällt über das andere. Ist denn der Satanas auch mit ihm selbst uneins, wie will sein Reich bestehen? Dieweil ihr saget: Ich treibe die Teufel aus durch Beelzebub. So aber ich die Teufel durch Beelzebub austreibe, durch wen treiben sie eure Kinder aus? Darum werden sie eure Richter sein. So ich aber durch Gottes Finger die Teufel austreibe, so kommt je das Reich Gottes zu euch. Wenn ein starker Gewappneter seinen Palast bewahret, so bleibet das Seine mit Frieden. Wenn aber ein Stärkerer über ihn kommt und überwindet ihn, so nimmt er ihm seinen Harnisch, darauf er sich verließ, und teilet den Raub aus. Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich, und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreuet. Wenn der unsaubere Geist von den Menschen ausfähret, so durchwandelt er dürre Stätten, suchet Ruhe und findet ihrer nicht, so spricht er: Ich will wieder umkehren in mein Haus, daraus ich gegangen bin. Und wenn er kommt, so findet er es mit Besemen gekehret und geschmücket. Dann geht er hin und nimmt sieben Geister zu sich, die ärger sind, denn er selbst, und wenn sie hineinkommen, wohnen sie da, und wird hernach mit dem⸗ selbigen Menschen ärger, denn vorhin. Und es begab sich, da er solches redete, erhob ein Weib im Volk die Stimme und sprach zu ihm: Selig ist der Leib, der dich getragen hat, und die Brüste, die du gesogen hast! Er aber sprach: Ja, selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren! Am 4. Sonnt. in den Fasten, Lätare. Epist., Gal. 4. V. 21—31. Tagt mir, die ihr unter dem Gesetz sein wollt, habt ihr das Gesetz H nicht gehöret? Denn es stehet geschrieben, daß Abraham zwei Söhne hatte, einen von der Magd, den andern von der Freien. Aber der von der Magd war, ist nach dem Fleisch geboren, der aber von der Freien, ist durch die Verheißung geboren. Die Worte bedeuten etwas. Denn das sind die zwei Testamente, eins von dem Berge Sinai, das zur Knechtschaft gebieret, welches ist die Agar. Denn Agar heißet in Ara⸗ bien der Berg Sinai und langet bis gen Jerusalem, das zu dieser Zeit ist, und ist dienstbar mit seinen Kindern. Aber das Jerusalem, das droben ist, ist die Freie, die ist unser aller Mutter. Denn es stehet geschrieben: Sei fröhlich, du Unfruchtbare, die du nicht gebierest, und brich hervor und rufe, die du nicht schwanger bist, denn die Einsame hat viel mehr Kinder, denn die den Mann hat. Wir aber, lieben Bru⸗ der, sind, Isaak nach, der Verheißung Kinder. Aber gleichwie zu der Zeit, der nach dem Fleisch geboren war, verfolgte den, der nach dem Geist geboren war, also gehet es jetzt auch. Aber was spricht die Schrift? Stoß' die Magd hinaus mit ihrem Sohne, denn der Magd Sohn soll nicht erben mit dem Sohne der Freien. So sind wir nun, lieben Brüder, nicht der Magd Kinder, sondern der Freien. Gvangelium,‚ Joh. 6. V. 1—15. Dec fuhr Jesus weg über das Meer an der Stadt Tiberias in Galiläa. Und es zog ihm viel Volks nach, darum daß sie die Zei⸗ chen sahen, die er an den Kranken that. Jesus aber ging hinauf auf einen Berg und setzte sich daselbst mit seinen Jüngern. Es war aber nahe die Ostern, der Juden Fest. Da hob Jesus seine Augen auf und siehet, daß viel Volks zu ihm kommt, und spricht zu Philippo: Wo kaufen wir Brot, daß diese essen? Das sagte er aber, ihn zu versuchen, denn er wußte wohl, was er thun wollte. Philippus antwortete ihm: Zweihun⸗ dert Pfennig wert Brots ist nicht genug unter sie, daß ein jeglicher 18 Episteln und Evangelien, I. Jahrg. unter ihnen ein wenig nehme. Spricht zu ihm einer seiner Jünger, Andreas, der Bruder Simonis Petri: Es ist ein Knabe hier, der hat fünf Gerstenbrote und zwei Fische. Aber was ist das unter so viele? Jesus aber sprach: Schaffet, daß sich das Volk lagere. Es war aber diel Gras an dem Orte. Da lagerten sich bei fünftausend Mann. Jesus aber nahm die Brote, dankte und gab sie den Jüngern, die Jünger aber denen, die sich gelagert hatten. Desselbigen gleichen auch von den Fischen, wie viel er wollte. Da sie aber satt waren, sprach er zu seinen Jün⸗ gern: Sammelt die übrigen Brocken daß nichts umkomme. Da sammel⸗ ten sie und füllten zwölf Körbe mit Brocken von den fünf Gerstenbroten, die überblieben denen, die gespeiset worden. Da nun die Menschen das Zeichen sahen, das Jesus that, sprachen sie: Das ist wahrlich der Prophet, der in die Welt kommen soll. Da Jesus nun merkte, daß sie kommen würden und ihn haschen, daß sie ihn zum Könige machten, ent⸗ wich er abermal auf den Berg, er selbst allein. Am 5. Sonnt. in den Fast., Judiea. Ep., Hebr. 9. V. 11—15. CEter aber ist gekommen, daß er sei ein Hoherpriester der zukünftigen X.Güter, durch eine größere und vollkommnere Hütte, die nicht mit der Hand gemacht ist, das ist, die nicht also gebauet ist, auch nicht durch der Böcke oder Kälber Blut, sondern er ist durch sein eigenes Blut ein⸗ mal in das Heilige eingegangen und hat eine ewige Erlösung erfunden. Denn so der Ochsen und der Böcke Blut und die Asche, von der Kuh gesprenget, heiliget die Unreinen zu der leiblichen Reinigkeit, wie viel mehr wird das Blut Christi, der sich selbst vhne allen Wandel durch den heiligen Geist Gott geopfert hat, unser Gewissen reinigen von den toten Werken, zu dienen dem lebendigen Gott! Und darum ist er auch ein Mittler des neuen Testaments, auf daß durch den Tod, so geschehen ist zur Erlösung von den Übertretungen, die unter dem ersten Testamente waren, die, so berufen sind, das verheißene ewige Erbe empfangen. Evangelium, Joh. 3. V. 46—59. esus sprach: Welcher unter euch kann mich einer Sünde zeihen? So ich euch aber die Wahrheit sage, warum glaubet ihr mir nicht? Wer von Gott ist, der höret Gottes Wort. Darum höret ihr nicht, denn ihr seid nicht von Gott. Da antworteten die Juden und sprachen zu ihm: Sagen wir nicht recht, daß du ein Samariter bist und hast den Teufel? Jesus antwortete: Ich habe keinen Teufel, sondern ich ehre meinen Vater, und ihr unehret mich. Ich suche nicht meine Ehre, es ist aber Einer, der sie suchet und richtet. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, so jemand mein Wort wird halten, der wird den Tod nicht sehen ewiglich. Da sprachen die Juden zu ihm: Nun erkennen wir, daß du den Teufel hast. Abraham ist gestorben und die Propheten, und du sprichst: So jemand mein Wort hält, der wird den Tod nicht schmecken ewiglich. Bist du mehr, denn unser Vater Abraham, welcher gestorben ist 7 Und die Pro⸗ pheten sind gestorben. Was machst du aus dir selbst? Jesus antwor⸗ tete: So ich mich selbst ehre, so ist meine Ehre nichts. Es ist aber mein Vater, der mich ehret, von welchem ihr sprechet, er sei euer Gott,/ und kennet ihn nicht. Ich aber kenne ihn, und so ich würde sagen, ich kenne ihn nicht, so würde ich ein Lügner, gleichwie ihr seid. Aber ich kenne ihn und halte sein Wort. Abraham, euer Vater, ward froh, daß er meinen Tag sehen sollte, und er sah ihn und freuete sich. Da sprachen die Juden zu ihm: Du bist noch nicht fünfzig Jahr alt und Jünger, der hat so vieleꝰ var aber n. Jesus iger aber Fischen, en Jün⸗ sammel⸗ nbroten, Nenschen rlich der „daß sie ten, ent⸗ 11—15. ünftigen richt mit Ht durch ;lut ein⸗ rfunden. der Kuh wie viel urch den en toten auch ein jehen ist tamente gen. n? So tꝰ Wer Bist du e Pro⸗ ntwor⸗ rmein tt, und kenne kenne daß er Da ilt und Episteln und Evangelien, I. Jahrg. 19 hast Abraham gesehen? Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, ehe denn Abraham ward, bin ich. Da hoben sie Steine auf, daß sie auf ihn würfen. Aber Jesus verbarg sich und ging zum Tem⸗ pel hinaus. Am Palmsonntage. Epistel, Phil. 2. V. 5—11. Ein jeglicher sei gesinnet, wie Jesus Christus auch war, welcher, ob er wohl in göttlicher Gestalt war, hielt er es nicht für einen Raub, Gott gleich sein, sondern äußerte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an, ward gleich wie ein anderer Mensch und an Geberden als ein Mensch er⸗ funden. Er erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz. Darum hat ihn auch Gott erhöhet und hat ihm einen Namen gegeben, der über alle Namen ist, daß in dem Namen Jesu sich beugen sollen aller derer Kniee, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, und alle Zungen bekennen sollen, daß Jesus Christus der Herr sei, zur Ehre Gottes des Vaters. Gvangelium, Matth. 21. V. 1—9. Da sie nun nahe bei Jerusalem kamen gen Bethphage an den Olberg, sandte Jesus seiner Jünger zwei und sprach zu ihnen: Gehet hin in den Flecken, der vor euch liegt, und bald werdet ihr eine Eselin fin⸗ den angebunden und ein Füllen bei ihr. Löset sie auf und führet sie zu mir. Und so euch jemand etwas wird sagen, so sprechet: Der Herr be⸗ darf ihrer! Sobald wird er sie euch lassen. Das geschah aber alles, auf daß erfüllet würde, das gesagt ist durch den Propheten, der da spricht: Saget der Tochter Zion: Siehe, dein König kommt zu dir sanftmütig und reitet auf einem Esel und auf einem Füllen der lastbaren Eselin. Die Jünger gingen hin und thaten, wie ihnen Jesus befohlen hatte, und brachten die Eselin und das Füllen und legten ihre Kleider darauf und setzten ihn darauf. Aber viel Volks breitete die Kleider auf den Weg, die andern hieben Zweige von den Bäumen und streueten sie auf den Weg. Das Volk aber, das vorging und nachfolgte, schrie und sprach: Hosianna dem Sohne Davids! Gelobet sei, der da kommt im Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe! Am grünen Donnerstage. Epistel, 1. Kor. 11. V. 23—32. Cach habe es von dem Herrn empfangen, das ich euch gegeben habe. V Denn der Herr Jesus in der Nacht, da er verraten ward, nahm er das Brot, dankete und brach es und sprach: Nehmet, esset, das ist mein Leib, der für euch gebrochen wird. Solches thut zu meinem Ge⸗ dächtnis. Desselbigen gleichen auch den Kelch nach dem Abendmahl und sprach: Dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blut. Solches thut, so oft ihr's trinket, zu meinem Gedächtnis. Denn so oft ihr von diesem Brote esset und von diesem Kelche trinket, sollt ihr des Herrn Tod verkündigen, bis daß er kommt. Welcher nun unwürdig von diesem Brote isset oder von dem Kelche des Herrn trinket, der ist schuldig an dem Leibe und Blute des Herrn. Der Mensch prüfe aber sich selbst und also esse er von diesem Brot und trinke von diesem Kelch. Denn welcher unwürdig isset und trinket, der isset und trinket sich selber das Gericht, damit, daß er nicht unterscheidet den Leib des Herrn. Darum sind auch so viele Schwache und Kranke unter euch, und ein gut Teil schlafen. Denn so wir uns selber richteten, so würden wir nicht gerichtet. Wenn wir aber gerichtet werden, so werden wir von dem Herrn gezüchtiget, auf daß wir nicht samt der Welt verdammet werden. Bꝰ* Episteln und Evangelien, I. Jahrg. ; Für die Altarvorlesung das vierte Hauptstück der Leidensgeschichte. Gvangelium, Joh. 13. V. 1—17. Vor dem Fest aber der Ostern, da Jesus erkannte, daß seine Zeit ge⸗ kommen war, daß er aus dieser Welt ginge zum Vater, wie er hatte geliebet die Seinen, die in der Welt waren, so liebte er sie bis ans Ende. Und nach dem Abendessen, da schon der Teufel hatte dem Juda Simonis Ischarioth ins Herz gegeben, daß er ihn verriete, wußte Jesus, daß ihm der Vater hatte alles in seine Hände gegeben und daß er von Gott gekommen war und zu Gott ging, stand er vom Abendmahl auf, legte seine Klei⸗ der ab und nahm einen Schurz und umgürtete sich. Darnach goß er Wasser in ein Becken und hub an, den Jüngern die Füße zu waschen, und trocknete sie mit dem Schurz, damit er umgürtet war. Da kam er zu Simon Petro, und derselbige sprach zu ihm: Herr, solltest du mir meine Füße waschen? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Was ich thue, das weißt du jetzt nicht, du wirst es aber hernach erfahren. Da sprach Petrus zu ihm: Nimmermehr sollst du mir die Füße waschen. Jesus antwortete ihm: Werde ich dich nicht waschen, so hast du kein Teil mit mir. Spricht zu ihm Simon Petrus: Herr, nicht die Füße allein, sondern auch die Hände und das Haupt. Spricht Jesus zu ihm: Wer gewaschen ist, der darf nicht, denn die Füße waschen, sondern er ist ganz rein, und ihr seid rein, aber nicht alle. Denn er wußte seinen Verräter wohl, darum sprach er: Ihr seid nicht alle rein. Da er nun ihre Füße gewaschen hatte, nahm er seine Kleider und setzte sich wieder nieder und sprach abermal zu ihnen: Wisset ihr, was ich euch gethan habe? Ihr heißet mich Meister und Herr und saget recht daran, denn ich bin es auch. So nun ich, euer Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, so sollt ihr auch euch unter einander die Füße waschen. Ein Bei⸗ spiel habe ich euch gegeben, daß ihr thut, wie ich euch gethan habe. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, der Knecht ist nicht größer, denn sein Herr, noch der Apostel größer, denn der ihn gesandt hat. So ihr solches wisset, selig seid ihr, so ihr's thut. Am Karfreitage. Für die Altarvorlesung das fünfte Hauptstück der Leidensgeschichte. Für die Predigt freie Texte. Am 1. Ostertage. Epistel, 1. Kor. 5. V. 6—8. Rieben Brüder, euer Ruhm ist nicht fein. Wisset ihr nicht, daß ein wenig Sauerteig den ganzen Teig versäuert? Darum feget den alten Sauerteig aus, auf daß ihr ein neuer Teig seid, gleichwie ihr ungesäuert seid. Denn wir haben auch ein Osterlamm, das ist Christus, für uns geopfert. Darum lasset uns Ostern halten, nicht im alten Sauerteige, auch nicht im Sauerteige der Bosheit und Schalkheit, sondern in dem Süßteige der Lauterkeit und Wahrheit. Evangelium, Mark. 16. V. 1—3. U da der Sabbath vergangen war, kauften Maria Magdalena und Maria Jacobi und Salome Spezerei, auf daß sie kämen und sal⸗ beten ihn. Und sie kamen zum Grabe an einem Sabather sehr frühe, da die Sonne aufging. Und sie sprachen unter einander: Wer wälzet Zeit ge⸗ er hatte S Ende. imonis ihm der ommen E Klei⸗ goß er aschen, kam er 6ein alten äuert uns teige, dem und ; sal⸗ zühe, älzet Episteln und Evangelien, I. Jahrg. 21 ans den Stein von des Grabes Thür? Und sie sahen dahin und wurden gewahr, daß der Stein abgewälzet war, denn er war sehr groß. Und sie gingen hinein in das Grab und sahen einen Jüngling zur rechten Hand sitzen, der hatte ein langes, weißes Kleid an, und sie entsetzten sich. Er aber sprach zu ihnen: Entsetzet euch nicht. Ihr suchet Jesum von Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden und ist nicht hier. Siehe da die Stätte, da sie ihn hinlegten. Gehet aber hin und saget es seinen Jüngern und Petro, daß er vor euch hingehen wird in Galiläa. Da werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat. Und sie gingen schnell heraus und flohen von dem Grabe, denn es war sie Zitkern und Ent⸗ setzen angekommen, und sagten niemand nichts, denn sie fürchteten sich. Am 2. Ostertage. Epistel, Apostelgesch. 10. V. 34—41. etrus aber that seinen Mund auf und sprach: Nun erfahre ich mit der Wahrheit, daß Gott die Person nicht ansiehet, sondern in aller⸗ lei Volk, wer ihn fürchtet und recht thut, der ist ihm angenehm. Ihr wisset wohl von der Predigt, die Gott zu den Kindern Jsrael gesandt hat und verkündigen lassen den Frieden durch Jesum Christum, welcher ist ein Herr über alles, die durch das ganze jüdische Land geschehen ist und angegangen in Galiläa, nach der Taufe, die Johannes predigte, wie Gott denselbigen Jesum von Nazareth gesalbet hat mit dem heiligen Geist und Kraft, der umhergezogen ist und hat wohlgethan und ge⸗ sund gemacht alle, die vom Teufel überwältigt waren, denn Gott war mit ihm. Und wir sind Zeugen alles des, das er gethan hat im jüdi⸗ schen Lande und zu Jerusalem. Den haben sie getötet und an ein Holz gehänget. Denselbigen hat Gott auferwecket am dritten Tage und ihn lassen offenbar werden, nicht allem Volk, sondern uns, den vorerwählten Zeugen von Gott, die wir mit ihm gegessen und getrunken haben, nach⸗ dem er auferstanden ist von den Toten. Evangelium, Luk. 24. V. 13—35. U. siehe, zwei aus ihnen gingen an demselbigen Tage in einen Flek⸗ ken, der war von Jerusalem sechzig Feldweges weit, des Name heißet Emmaus. Und sie redeten mit einander von allen diesen Geschichten. Und es geschah, da sie so redeten und befragten sich mit einander, nahete Jesus zu ihnen und wandelte mit ihnen. Aber ihre Augen wurden gehalten, daß sie ihn nicht kannten. Er sprach aber zu ihnen: Was sind das für Reden, die ihr zwischen euch handelt unterwegs und seid traurig? Da antwortete einer, mit Namen Kleophas, und sprach zu ihm: Bist du allein unter den Fremdlingen zu Jerusalem, der nicht wisse, was in diesen Tagen darinnen geschehen ist? Und er sprach zu ihnen: Welches? Sie aber sprachen zu ihm: Das von Jesus von Naza⸗ reth, welcher war ein Prophet, mächtig von Thaten und Worten vor Gott und allem Volk, wie ihn unsere Hohenpriester und Obersten über⸗ antwortet haben zur Verdammnis des Todes und gekreuziget. Wir aber hofften, er sollte Israel erlösen. Und über das alles ist heute der dritte Tag, daß solches geschehen ist. Auch haben uns erschrecket etliche Weiber der unsern, die sind früh bei dem Grabe gewesen, haben seinen Leib nicht gefunden, kommen und sagen, sie haben ein Gesicht der Engel ge⸗ sehen, welche sagen, er lebe. Und etliche unter uns gingen hin zum Grabe und fanden es also, wie die Weiber sagten, aber ihn fanden sie nicht. Und er sprach zu ihnen: O ihr Thoren und trägen Herzens, zu glauben allem dem, was die Propheten geredet haben! Mußte nicht Chri⸗ 22 Episteln und Evangelien, I. Jahrg. stus solches leiden und zu seiner Herrlichkeit eingehen? Und fing an von Mose und allen Propheten und legte ihnen alle Schriften aus, die von ihm gesagt waren. Und sie kamen nahe zum Flecken, da sie hingingen, und er stellete sich, als wollte er weiter gehen. Und sie nötigten ihn und sprachen: Bleibe bei uns, denn es will Abend werden und der Tag hat sich geneiget. Und er ging hinein, bei ihnen zu bleiben. Und es geschah, da er mit ihnen zu Tische saß, nahm er das Brot, dankte, brach es und gab es ihnen. Da wurden ihre Augen geöffnet und erkannten ihn. Und er verschwand vor ihnen. Und sie sprachen unter einander: Brannte nicht unser Herz in uns, da er mit uns redete auf dem Wege, als er uns die Schrift öffnete? Und sie standen auf zu derselbigen Stunde, kehreten wieder gen Jerusalem und fanden die Elfe versammelt und die bei ihnen waren, welche sprachen: Der Herr ist wahrhaftig auferstanden und Simoni erschienen. Und sie erzählten ihnen, was auf dem Wege Diot Dann und wie er von ihnen erkannt wäre an dem, da er das rot brach. Am 1. Sonntage nach Ostern, Quasimodogeniti. Epistel, 1. Joh. 5. V. 4—10. Allss, was von Gott geboren ist, überwindet die Welt, und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. Wer ist aber, der die Welt überwindet, ohne der da glaubet, daß Jesus Gottes Sohn ist? Dieser ist es, der da kommt mit Wasser und Blut, Jesus Christus, nicht mit Wasser allein, sondern mit Wasser und Blut. Und der Geist ist's, der da zeuget, daß Geist Wahrheit ist. Denn drei sind, die da zeugen im Himmel, der Vater, das Wort und der heilige Geist, und diese drei sind Eins. Und drei sind, die da zeugen auf Erden, der Geist und das Wasser und das Blut, und die drei sind beisammen. So wir der Menschen Zeugnis annehmen, so ist Gottes Zeugnis größer. Denn Gottes Zeugnis ist das, das er gezeuget hat von seinem Sohne. Wer da glaubet an den Sohn Gottes, der hat solches Zeugnis bei ihm. Evangelium, Joh. 20. V. 19—31. Anm Abend aber desselbigen Sabbaths, da die Jünger versammelt und die Thüren verschlossen waren aus Furcht vor den Juden, kam Je⸗ sus und trat mitten ein und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch! Und als er das sagte zeigte er ihnen die Hände und seine Seite. Da wur⸗ den die Jünger froh, daß sie den Herrn sahen. Da sprach Jesus aber⸗ mal zu ihnen: Friede sei mit euch! Gleichwie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Und da er das sagte, blies er sie an und spricht zu ihnen: Nehmet hin den heiligen Geist. Welchen ihr die Sünden er⸗ lasset, denen sind sie erlassen, und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten. Thomas aber, der Zwölfen einer, der da heißet Zwilling, war Babe bei ihnen, da Jesus kam. Da sagten die andern Jünger zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er aber sprach zu ihnen: Es sei denn, daß ich in seinen Händen sehe die Nägelmale und lege meine Finger in die Nägelmale und lege meine Hand in seine Seite, will ich es nicht glau⸗ ben. Und über acht Tage waren abermal seine Jünger darinnen und Thomas mit ihnen. Kommt Jesus, da die Thüren verschlossen waren und tritt mitten ein und spricht: Friede sei mit euch! Darnach spricht er zu Thoma: Reiche deine Finger her und siehe meine Hände und reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite und sei nicht un⸗ an von on ihm rannte als er tunde, nd die anden Wege er das unser Episteln und Evangelien, I. Jahrg. 23 gläubig, sondern gläubig. Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein err und mein Gott! Spricht Jesus zu ihm: Dieweil du mich gesehen 10 Thoma, so glaubest du. Selig sind, die nicht sehen und doch glau⸗ en! Auch viele andere Zeichen that Jesus vor seinen Jüngern, die nicht geschrieben sind in diesem Buche. Diese aber sind geschrieben, daß ihr glaubet, Jesus sei Christus, der Sohn Gottes, und daß ihr durch den Glauben das Leben habet in seinem Namen. Am 2. Sonntage nach Ostern. Misericordias Domini. Epistel, 1. Petr. 2. V. 21—25. ieben Brüder, dazu seid ihr berufen, sintemal auch Christus gelitten hat fur uns und uns ein Vorbild gelassen, daß ihr sollt nachfolgen seinen Fußstapfen, welcher keine Sünde gethan hat, ist auch kein Betrug in seinem Munde erfunden, welcher nicht wieder schalt, da er gescholten ward, nicht drohete, da er litt, er stellete es aber dem heim, der da recht richtet, welcher unsere Sünden selbst baenorb. hat an seinem Leibe auf dem Holz, auf daß wir der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben, durch welches Wunden ihr seid heil worden. Denn ihr waret wie die irrenden Schafe, aber ihr seid nun bekehret zu dem Hirten und Bischof eurer Seelen. Evangelium, Joh. 10. V. 12—16. Och bin ein guter Hirte. Ein guter Hirte lässet sein Leben für die Schafe. Ein Mietling aber, der nicht Hirte ist, des die Schafe nicht eigen sind, siehet den Wolf kommen und verlässet die Schafe und fliehet, und der Wolf erhaschet und zerstreuet die Schafe. Der Miet⸗ ling aber fliehet, denn er ist ein Mietling und achtet der Schafe nicht. Ich bin ein guter Hirte und erkenne die Meinen und bin bekannt den Meinen, wie mich mein Vater kennt und ich kenne den Vater, und ich lasse mein Leben für die Schafe. Und ich habe noch andere Schafe, die sind nicht aus diesem Stalle. Und dieselbigen muß ich herführen, und sie den meine Stimme hören und wird Eine Herde und Ein Hirte verden. Am 3. Sonnt. n. Ostern, Jubilate. Epist., 1. Petr. 2. V. 11—20. ieben Brüder, ich ermahne euch als die Fremdlinge und Pilgrime: Enthaltet euch von fleischlichen Lüsten, welche wider die Seele strei⸗ ten, und führet einen guten Wandel unter den Heiden, auf daß die, so von euch afterreden als von Übelthätern, eure guten Werke sehen und Gott preisen, wenn's nun an den Tag kommen wird. Seid unterthan aller menschlichen Ordnung um des Herrn willen, es sei dem Könige, als dem Sbersten, oder den Hauptleuten, als den Gesandten von ihm zur Rache über die Übelthäter und zu Lobe den Frommen. Denn das ist der Wille Gottes, daß ihr mit Wohlthun verstopfet die Unwissenheit der thörichten Menschen, als die Freien und nicht, als hättet ihr die Freiheit zum Deckel der Bosheit, sondern als die Knechte Gottes. Thut Ehre jedermann. Habt die Brüder lieb. Fürchtet Gott. Ehret den König. Ihr Knechte, seid unterthan mit aller Furcht den Herren, nicht allein den gütigen und gelinden, sondern auch den wunderlichen. Denn das ist Gnade, so jemand um des Gewissens willen zu Gott das Ubel verträgt und leidet das Unrecht. Denn was ist das für ein Ruhm, so ihr um Missethat willen Streiche leidet? Aber wenn ihr um Wohlthat willen leidet und erduldet, das ist Gnade bei Gott. 24 Episteln und Evangelien, I. Jahrg. Evangelium, Joh. 16. V. 16—23. FJesus sprach zu seinen Jüngern: Über ein Kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein Kleines, so werdet ihr mich sehen, denn ich gehe zum Vater. Da sprachen etliche unter seinen Jüngern untereinander: Was ist das, das er saget zu uns: Über ein Kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein Kleines, so werdet ihr mich sehen, und daß ich zum Vater gehe? Da sprachen sie: Was ist das, das er saget: Über ein Kleines? Wir wissen nicht, was er redet. Da merkete Jesus, daß sie ihn fragen wollten, und sprach zu ihnen: Davon fraget ihr untereinander, daß ich gesagt habe: Über ein Kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein Kleines, so werdet ihr mich sehen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, ihr werdet weinen und heulen, aber die Welt wird sich freuen, ihr aber werdet traurig sein, doch eure Traurigkeit soll in Freude verkehret werden. Ein Weib, wenn sie gebieret, so hat sie Traurigkeit, denn ihre Stunde ist gekom⸗ men. Wenn sie aber das Kind geboren hat, denket sie nicht mehr an die Angst um der Freude willen, daß der Mensch zur Welt geboren ist. Und ihr habt auch nun Traurigkeit, aber ich will euch wieder⸗ sehen, und euer Herz soll sich freuen und eure Freude soll niemand sras euch nehmen. Und an demselbigen Tage werdet ihr mich nichts ragen. Am 4. Sonntage n. Ostern, Cantate. Epist., Jak. 1. V. 17—21. Lieben Brüder, alle gute Gabe und alle vollkommene Gabe kommt von oben herab, von dem Vater des Lichts, bei welchem ist keine Ver⸗ änderung noch Wechsel des Lichts und der Finsternis. Er hat uns gezeuget nach seinem Willen durch das Wort der Wahrheit, auf daß wir wären Erstlinge seiner Kreaturen. Darum, lieben Brüder, ein jeglicher Mensch sei schnell zu hören, langsam aber zu reden und langsam zum Zorn. Denn des Menschen Zorn thut nicht, was vor Gott recht ist. Darum, so leget ab alle Unsauberkeit und alle Bosheit und nehmet das Wort an mit Sanftmut, das in euch gepflanzet ist, welches kann eure Seelen selig machen. Evangelium,‚ Joh. 16. V. 5—15. Nim aber gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat, und niemand unter euch fraget mich: Wo gehest du hin? sondern, dieweil ich sol⸗ ches zu euch geredet habe, ist euer Herz voll Trauerns geworden. Aber ich sage euch die Wahrheit, es ist euch gut, daß ich hingehe. Denn so ich nicht hingehe, so kommt der Tröster nicht zu euch. So ich aber hin⸗ gehe, will ich ihn zu euch senden. Und wenn derselbige kommt, der wird die Welt strafen um die Sünde und um die Gerechtigkeit und um das Gericht. Um die Sünde, daß sie nicht glauben an mich, um die Gerechtigkeit aber, daß ich zum Vater gehe und ihr mich hinfort nicht sehet, um das Gericht, daß der Fürst dieser Welt gerichtet ist. Ich habe euch noch viel zu sagen, aber ihr könnt's jetzt nicht tragen. Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, kommen wird, der wird euch in alle Wahrheit leiten. Denn er wird nicht von ihm selber reden, sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen. Derselbige wird mich verklären, denn von dem Mei⸗ nen wird er's nehmen und euch verkündigen. Alles, was der Vater hat, das ist mein. Darum habe ich gesagt: Er wird's von dem Meinen neh⸗ men und euch verkündigen. hr mich h sehen, üngern rleines, det ihr Was ist det. Da Da von nes, so det ihr en und ig sein, Weib, gekom⸗ ehr an boren ieder⸗ mand nichts Episteln und Evangelien, I. Jahrg. 25⁵ Am 5. Sonnt. n. Ostern, Rogate. Epist., Jak. 1. V. 22—27. Seid aber Thäter des Worts und nicht Hörer allein, damit ihr euch selbst betrüget. Denn so jemand ist ein Hörer des Worts und nicht ein Thäter, der ist gleich einem Manne, der sein leiblich Angesicht im Spiegel beschauet. Denn nachdem er sich beschauet hat, gehet er von Stund an davon und vergisset, wie er gestaltet war. Wer aber durch⸗ schauet in das vollkommene Gesetz der Freiheit und darinnen beharret und ist nicht ein vergeßlicher Hörer, sondern ein Thäter, derselbige wird selig sein in seiner That. So aber sich jemand unter euch lässet dünken, er diene Gott, und hält seine Zunge nicht im Zaum, sondern verführet sein Herz, des Gottesdienst ist eitel. Ein reiner und unbefleckter Gottes⸗ dienst vor Gott dem Vater ist der, die Waisen und Witwen in ihrer Trübsal besuchen und sich von der Welt unbefleckt behalten. Evangelium, Joh. 16. V. 23—30. Wohrliche wahrlich, ich sage euch, so ihr den Vater etwas bitten werdet in meinem Namen, so wird er's euch geben. Bisher habt ihr nichts gebeten in meinem Namen. Bittet, so werdet ihr nehmen, daß eure Freude vollkommen sei. Solches habe ich zu euch durch Sprüch⸗ wort geredet. Es kommt aber die Zeit, daß ich nicht mehr durch Sprüch⸗ wort mit euch reden werde, sondern euch frei heraus verkündigen von meinem Vater. An demselbigen Tage werdet ihr bitten in meinem Namen. Und ich sage euch nicht, daß ich den Vater für euch bitten will, denn er selbst, der Vater, hat euch lieb, darum, daß ihr mich liebet und glaubet, daß ich von Gott ausgegangen bin. Ich bin vom Vater uund gehe eun und gekommen in die Welt, wiederum verlasse ich die Welt und gehe zum Vater. Sprechen zu ihm seine Jünger: Siehe, nun redest du frei heraus und sagest kein Sprüchwort. Nun wisseu wir, daß du alle Dinge weißt und bedarfst nicht, daß dich jemand frage. Darum glauben wir, daß du von Gott ausgegangen bist. Am Feste der Himmelf. Christi, Epist., Apostelgesch. 1. V. 1—11. Die erste Rede habe ich zwar gethan, lieber Theophilus, von alle dem, das Jesus anfing, beides zu thun und zu lehren, bis an den Tag, da er auf⸗ genommen ward, nachdem er den Aposteln, welche er hatte erwählet, durch den heiligen Geist Befehl gethan hatte, welchen er sich nach seinem Leiden lebendig erzeiget hatte durch mancherlei Erweisungen und ließ sich sehen unter ihnen vierzig Tage lang und redete mit ihnen vom Reiche Gottes. Und als er sie versammelt hatte, befahl er ihnen, daß sie nicht von Jeru⸗ salem wichen, sondern warteten auf die Verheißung des Vaters, welche ihr habt gehört, sprach er, von mir. Denn Johannes hat mit Wasser ge⸗ tauft, ihr aber sollt mit dem heiligen Geist getauft werden nicht lange nach diesen Tagen. Die aber, so zusammengekommen waren, fragten ihn und sprachen: Herr, wirst du auf diese Zeit wiederaufrichten das Reich Jsrael? Er sprach aber zu ihnen: Es gebühret euch nicht, zu wissen Zeit oder Stunde, welche der Vater seiner Macht vorbehalten hat, son⸗ dern ihr werdet die Kraft des heiligen Geistes empfangen, welcher auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein zu Jerusalem und in ganz Judäa und Samaria und bis an das Ende der Erde. Und da er solches gesagt, ward er aufgehoben zusehends, und eine Wolke nahm ihn auf vor ihren Augen weg. Und als sie ihm nachsahen gen Himmel fahren, siehe, da standen bei ihnen zwei Männer in weißen Kleidern, welche auch sagten: Ihr Männer von Galiläa, was stehet ihr hier und 26 Episteln und Evangelien, I. Jahrg. sehet gen Himmel? Dieser Jesus, welcher von euch ist aufgenommen gen Himmel, wird kommen, wie ihr ihn gesehen habt gen Himmel fahren. Gvangelium, Mark. 16. V. 14—20. Ziihren da die Elfe zu Tische saßen, offenbarte sich Jesus und schalt ihren Unglauben und ihres Herzens Härtigkeit, daß sie nicht geglaubet hatten denen, die ihn gesehen hatten auferstanden, und sprach zu ihnen: Gehet hin in alle Welt und prediget das Evangelium aller Kreatur. Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig werden, wer aber nicht glaubet, der wird verdammet werden. Die Zeichen aber, die da folgen werden denen, die da glauben, sind die: In meinem Namen werden sie Teufel austreiben, mit neuen Zungen reden, Schlangen vertreiben, und so sie etwas Tödliches trinken, wird's ihnen nicht schaden, auf die Kranken werden sie die Hände legen, so wird's besser mit ihnen werden. Und der Herr, nachdem er mit ihnen geredet hatte, ward er aufgehoben gen Himmel und sitzet zur rechten Hand Gottes. Sie aber gingen aus und predigten an allen Orten, und der Herr wirkte mit ihnen und be⸗ kräftigte das Wort durch mitfolgende Zeichen. Am 6. Sonnt. n. Ostern, Exaudi. Epist., 1. Petr. 4. V. 3—11. (Weben Brüder, so seid nun mäßig und nüchtern zum Gebet. Vor allen Dingen aber habt unter einander eine brünstige Liebe, denn die Liebe deckt auch der Sünden Menge. Seid gastfrei unter einander ohne Murmeln und dienet einander, ein jeglicher mit der Gabe, die er empfangen hat, als die guten Haushalter der mancherlei Gnade Got⸗ tes. So jemand redet, daß er's rede als Gottes Wort. So jemand ein Amt hat, daß er's thue als aus dem Vermögen, das Gott darreichet, auf daß in allen Dingen Gott gepriesen werde durch Jesum Christ, welchem sei Ehre und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Evangelium, Joh. 15. V. 26 bis Kap. 16, V. 4. Wenn aber der Tröster kommen wird, welchen ich euch senden werde vom Vater, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgehet, der wird zeugen von mir. Und ihr werdet auch zeugen, denn ihr seid von Anfang bei mir gewesen. Solches habe ich zu euch geredet, daß ihr euch nicht ärgert. Sie werden euch in den Bann thun. Es kommt aber die Zeit, daß, wer euch tötet, wird meinen, er thue Gott einen Dienst daran. Und solches werden sie euch darum thun, daß sie weder meinen Vater noch mich erkennen. Aber folches habe ich zu euch geredet, auf daß, wenn die Zeit kommen wird, daß ihr daran gedenket, daß ich es euch gesagt habe. Solches aber habe ich euch von Anfang nicht gesagt, denn ich war bei euch. Am 1. Pfingsttage. Epistel, Apostelgesch. 2. B. 1—13. U als der Tag der Pfingsten erfüllet war, waren sie alle einmütig bei einander. Und es geschah schnell ein Brausen vom Himmel, als eines gewaltigen Windes, und erfüllete das ganze Haus, da sie saßen. Und man sah an ihnen die Zungen zerteilet, als wären sie feurig, und er setzte sich auf einen jeglichen unter ihnen, und wurden alle voll des heiligen Geistes und fingen an zu predigen mit andern Zungen, nach⸗ dem der Geist ihnen gab auszusprechen. Es waren aber Juden zu Je⸗ rusalem wohnend, die waren gottesfürchtige Männer aus allerlei Volk, das unter dem Himmel ist. Da nun diese Stimme geschah, kam die Menge zusammen und wurden verstürzt, denn es hörete ein jeglicher ihm und mich gewe send euch euch, Eue ich e ihr mmen gen ꝛel fahren. und schalt geglaubet zu ihnen: Kreatur. aber nicht da folgen Herden sie iben, und „ auf die werden. fgehoben ngen aus 1 und be⸗ .8—11. Vor allen denn die einander zabe, die ade Got⸗ 2— trreichet, 1 Christ, lmen. 4. n werde ᷑het, der seid von ihr euch aber die 1 Dienst meinen det, auf iß ich es gesagt, 13. inmütig nel, als e saßen. ig, und voll des „nach⸗ zu Je⸗ ei Volk, am die glicher Episteln und Evangelien, I. Jahrg. 27 daß sie mit seiner Sprache redeten. Sie entsetzten sich aber alle, ver⸗ wunderten sich und sprachen untereinander: Siehe, sind nicht diese alle, die da reden, aus Galiläa? Wie hören wir denn ein jeglicher seine Sprache, darinnen wir geboren sind? Parther und Meder und Elamiter und, die wir wohnen in Mesopotamien und in Judäa und Cappadocien, Pontus und Asien, Phrygien und Pamphylien, Agypten und an den Enden der Lybien bei Kyrene, und Ausländer von Rom, Juden und Juden⸗ genossen, Kreter und Araber, wir hören sie mit unsern Zungen die gro⸗ ßen Thaten Gottes reden. Sie entsetzten sich aber alle und wurden irre und sprachen einer zum andern: Was will das werden? Die andern aber hatten's ihren Spott und sprachen: Sie sind voll süßen Weins. Evangelium, Joh. 14. V. 23—31. Wer mich liebet, der wird mein Wort halten, und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen. Wer aber mich nicht liebet, der hält mein Wort nicht, und das Wort, das ihr höret, ist nicht mein, sondern des Vaters, der mich gesandt hat. Solches habe ich zu euch geredet, weil ich bei euch gewesen bin. Aber der Tröster, der heilige Geist, welchen mein Vater senden wird in meinem Namen, derselbige wird es euch alles lehren und euch erinnern alles des, das ich euch gesagt habe. Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt giebt. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht. Ihr habt gehört, daß ich euch gesagt habe; Ich gehe hin und komme wieder zu euch. Hättet ihr mich lieb, so würdet ihr euch freuen, daß ich gesagt habe, ich gehe zum Vater. Denn der Vater ist größer denn ich. Und nun habe ich's euch gesagt, ehe denn es geschiehet, auf daß, wenn es nun geschehen wird, daß ihr glaubet. Ich werde hinfort nicht viel mehr mit euch reden, denn es kommt der Fürst dieser Welt und hat nichts an mir. Aber auf daß die Welt erkenne, daß ich den Vater liebe und ich also thue, wie mir der Vater geboten hat, stehet auf und lasset uns von hinnen gehen. Am 2. Pfingsttage. Epistel, Apostelgesch. 10. V. 42—43. Der Herr hat uns geboten zu predigen dem Volk und zu zeugen, daß er ist verordnet von Gott ein Richter der Lebendigen und der To⸗ ten. Von diesem zeugen alle Propheten, daß durch seinen Namen alle, die an ihn glauben, Vergebung der Sünden empfangen sollen. Da Pe⸗ trus noch diese Worte redete, fiel der heilige Geist auf alle, die dem Wort zuhöreten. Und die Gläubigen aus der Beschneidung, die mit Petro gekommen waren, entsetzten sich, daß auch auf die Heiden die Gabe des heiligen Geistes ausgegossen ward. Denn sie höreten, daß sie mit Zungen redeten und Gott hoch priesen. Da antwortete Petrus: Mag auch jemand das Wasser wehren, daß diese nicht getauft werden, die den heiligen Geist empfangen haben, gleichwie auch wir? Und befahl sie zu taufen in dem Namen des Herrn. Evangelium, Joh. 3. V. 16—21. Al hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingebornen Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Denn Gott hat seinen Sohn nicht gesandt in die Welt, daß er die Welt richte, sondern daß die Welt durch ihn selig werde. Wer an ihn glaubet, der wird nicht gerichtet, wer aber nicht glaubet, der ist schon gerichtet, denn er glaubet nicht an den Namen des eingebornen Sohnes Gottes. Das ist aber das Gericht, daß das E 28 Episteln und Evangelien, I. Jahrg. Licht in die Welt gekommen ist, und die Menschen liebten die Finsternis mehr, denn das Licht, denn ihre Werke waren böse. Wer Arges thut, der hasset das Licht und kommt nicht an das Licht, auf daß seine Werke nicht gestraft werden. Wer aber die Wahrheit thut, der kommt an das Licht, daß seine Werke offenbar werden, denn sie sind in Gott gethan. Am Trinitatis⸗ d Ref Epistel, Röm. 11, V. 33—36. Owelch eine Tiefe des Reichtums, beides der Weisheit und der Er⸗ kenntnis Gottes! Wie gar unbegreiflich sind seine Gerichte und un⸗ erforschlich seine Wege! Denn wer hat des Herrn Sinn erkannt? Oder wer ist sein Ratgeber gewesen? Oder wer hat ihm etwas zuvor gegeben, das ihm werde wiedervergolten? Denn von ihm und durch ihn und in ihm sind alle Dinge. Ihm sei Ehre in Ewigkeit. Amen. Evangelium,‚ Joh. 3. V. 1—15. war aber ein Mensch unter den Pharisäern, mit Namen Nikodemus, Hein Oberster unter den Juden, der kam zu Jesu bei der Nacht und sprach zu ihm: Meister, wir wissen, daß du bist ein Lehrer von Gott gekommen, denn niemand kann die Zeichen thun, die du thust, es sei denn Gott mit ihm. Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahr⸗ lich, ich sage dir, es sei denn, daß jemand von neuem geboren werde kann er das Reich Gottes nicht sehen. Nikodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Kann er auch wie⸗ derum in seiner Mutter Leib gehen und geboren werden? Jesus ant⸗ wortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir, es sei denn, daß jemand ge⸗ boren werde aus dem Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen. Was vom Fleisch geboren wird, das ist Fleisch, und was vom Geist geboren wird, das ist Geist. Laß dich's nicht wundern, daß ich dir gesagt habe: Ihr müsset von neuem geboren werden. Der Wind bläset, wo er will, und du hörest sein Sausen wohl, aber du weißt nicht, von wannen er kommt und wohin er fährt. Also ist ein jeglicher, der aus dem Geist geboren ist. Nikodemus antwortete und sprach zu ihm: Wie mag solches zugehen? Jesus ant⸗ wortete und sprach zu ihm: Bist du ein Meister in Israel und weißt das nicht? Wahrlich, wahrlich, ich sage dir, wir reden, das wir wissen, und zeugen, das wir gesehen haben, und ihr nehmet unser Zeugnis nicht an. Glaubet ihr nicht, wenn ich euch von irdischen Dingen sage, wie würdet ihr glauben, wenn ich euch von himmlischen Dingen sagen würde? Und niemand fähret gen Himmel, denn der vom Himmel herniederge⸗ kommen ist, nämlich des Menschen Sohn, der im Himmel ist. Und wie Moses in der Wüste eine Schlange erhöhet hat, alf o muß des Menschen Sohn erhöhet werden, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Am 1. Sonnt. nach Trinitatis. Epist., 1. Joh. V. 16—21. Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibet, der bleibet in Gott V und Gott in ihm. Daran ist die Liebe völlig bei uns, auf daß wir eine Freudigkeit haben am Tage des Gerichts, denn gleichwie er ist, so sind auch wir in dieser Welt. Furcht ist nicht in der Liebe, son⸗ dern die völlige Liebe treibet die Furcht aus, denn die Furcht hat Pein. Wer sich aber fürchtet, der ist nicht völlig in der Liebe. Lasset uns ihn lieben, denn er hat uns erst geliebet. So jemand sspricht: Ich liebe Gott, und hasset seinen Bruder, der ist ein Lügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebet, den er siehet, wie kann er Gott lieben, den er nicht Finsterniz lrges thut, eine Werke imt an das gethan. —36. nd der Er⸗ te und un⸗ int? Oder r gegeben, ihn und in ikodemus, Nacht und von Gott sei denn ich, wahr⸗ en werde, hm: Wie auch wie⸗ esus ant⸗ mand ge⸗ das Reich Fleisch, h's nicht geboren Sausen vohin er kodemus sus ant⸗ id weißt r wissen, nis nicht age, wie würde? iederge⸗ Und wie kenschen Hherloren 6—21. in Gott zuf daß hwie er be, son⸗ t Pein. ins ihn h liebe seinen r nicht Episteln und Evangelien, I. Jahrg. 20 siehet? Und dies Gebot haben wir von ihm, daß, wer Gott liebet, daß der auch seinen Bruder liebe. Evangelium, Luk. 16. V. 19—31. Es war ein reicher Mann, der kleidete sich mit Purpur und köstlicher Leinwand und lebte alle Tage herrlich und in Freuden. Es war aber ein Armer, mit Namen Lazarus, der lag vor seiner Thür voller Schwären und begehrete sich zu sättigen von den Brosamen, die von des Reichen Tische fielen, doch kamen die Hunde und leckten ihm seine Schwären. Es begab sich aber, daß der Arme starb und ward getragen don den Engeln in Abrahams Schoß. Der Reiche aber starb auch und ward begraben. Als er nun in der Hölle und in der Qual war, hub er seine Augen auf und sah Abraham von ferne und Lazarus in sei⸗ nem Schoß, rief und sprach: Vater Abraham, erbarme dich mein und sende Lazarus, daß er das Außerste seines Fingers ins Wasser tauche und kühle meine Zunge, denn ich leide Pein in dieser Flamme. Abraham aber sprach: Gedenke, Sohn, daß du dein Gutes empfangen ast in deinem Leben und Lazarus dagegen hat Böses empfangen. Nun aber wird er getröstet und du wirst gepeinigt. Und über das alles ist zwischen uns und euch eine große Kluft befestigt, daß, die da wollten von hinnen hinabfahren zu euch, können nicht, und auch nicht von dannen zu uns herüberfahren. Da sprach er: So bitte ich dich, Vater, daß du ihn sendest in meines Vaters Haus, denn ich habe noch fünf Brüder, daß er Abre bezeuge, auf daß sie nicht auch kommen an diesen Ort der Qual. Abraham sprach zu ihm: Sie haben Mosen und die Propheten, laß sie dieselbigen hören. Er aber sprach: Nein, Vater Abraham, son⸗ dern wenn einer von den Toten zu ihnen ginge, so würden sie Buße thun. Er sprach zu ihm: Hören sie Mosen und die Propheten nicht, so werden sie auch nicht glauben, ob jemand von den Toten auferstände. Am 2. Sonnt. n. Trinitatis. Epist., 1. Joh. 3. V. 13—13. Rerwundert euch nicht, meine Brüder, ob euch die Welt hasset. Wir wissen, daß wir aus dem Tode in das Leben gekommen sind. denn wir lieben die Brüder. Wer den Bruder nicht liebet, der bleibet im Tode. Wer seinen Bruder hasset, der ist ein Totschläger, und ihr wisset, daß ein Totschläger nicht hat das ewige Leben bei ihm bleibend. Daran haben wir erkannt die Liebe, daß er sein Leben für uns gelassen hat, und wir sollen auch das Leben für die Brüder lassen. Wenn aber jemand dieser Welt Güter hat und siehet seinen Bruder darben und schließt sein Herz vor ihm zu, wie bleibt die Liebe Gottes bei ihm? Meine Kindlein, lasset uns nicht lieben mit Worten, noch mit der Zunge, sondern mit der That und mit der Wahrheit. Evangelium, Luk. 14. V. 16—24. Eꝰ war ein Mensch, der machte ein groß Abendmahl und lud viele dazu, und sandte seinen Knecht aus zur Stunde des Abendmahls, zu sagen den Geladenen: Kommt, denn es ist alles bereit. Und sie fin⸗ gen an alle nacheinander, sich zu entschuldigen. Der erste sprach zu ihm: Ich habe einen Acker gekauft und muß hinausgehen und ihn be⸗ sehen, ich bitte dich, entschuldige mich. Und der andere sprach: Ich habe fünf Joch Ochsen gekauft und ich gehe jetzt hin, sie zu besehen, ich bitte dich, entschuldige mich. Und der dritte sprach: Ich habe ein Weib genommen, darum kann ich nicht kommen. Der Knecht kam und sagte das seinem Herrn wieder. Da ward der Hausherr zornig und 30 Episteln und Evangelien, I. Jahrg. sprach zu seinem Knechte: Gehe aus bald auf die Straßen und Gassen der Stadt und führe die Armen und Krüppel und Lahmen und Blin⸗ den herein. Und der Knecht sprach: Herr, es ist geschehen, was du be⸗ fohlen hast, aber es ist noch Raum da. Und der Herr sprach zu dem Knechte: Gehe aus auf die Landstraßen und an die Zäune und nötige sie, hereinzukommen, auf daß mein Haus voll werde. Ich sage euch aber, daß der Männer keiner, die geladen sind, mein Abendmahl schmek⸗ ken wird. Am 3. Sonnt. nach Trinitatis. Epist., 1. Petr. 5. V. 6—11. Lieben Brüder, so demütiget euch nun unter die gewaltige Hand Got⸗ tes, daß er euch erhöhe zu seiner Zeit. Alle eure Sorgen werfet auf ihn, denn er sorget für euch. Seid nüchtern und wachet, denn euer Widersacher, der Teufel, gehet umher wie ein brüllender Löwe und suchet, welchen er verschlinge. Dem widerstehet fest im Glauben und wisset, daß eben dieselbigen Leiden über eure Brüder in der Welt gehen. Der Gott aber aller Gnade, der uns berufen hat zu seiner ewigen Herrlich⸗ keit in Christo Jesu, derselbige wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, vollbereiten, stärken, kräftigen, gründen. Demselbigen sei Ehre und Macht, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Evangelium, Luk. 15. V. 1—10. Eꝰ naheten aber zu ihm allerlei Zöllner und Sünder, daß sie ihn höreten. Und die Pharisäer und Schriftgelehrten murreten und sprachen: Dieser nimmt die Sünder an und isset mit ihnen. Er sagte aber zu ihnen dies Gleichnis und sprach: Welcher Mensch ist unter euch, der hundert Schafe hat, und so er deren eines verlieret, der nicht lasse die neunundneunzig in der Wüste und hingehe nach dem verlorenen, bis daß er es finde? Und wenn er's gefunden hat, so legt er's auf seine Achsel mit Freuden. Und wenn er heimkommt, ruft er seinen Freun⸗ den und Nachbarn und spricht zu ihnen: Freuet euch mit mir, denn ich habe mein Schaf gefunden, das verloren war. Ich sage euch: Also wird auch Freude im Himmel sein über einen Sünder, der Buße thut, vor neunundneunzig Gerechten, die der Buße nicht bedürfen. Oder welch Weib ist, die zehn Groschen hat, so sie deren einen verlieret, die nicht ein Licht anzünde und kehre das Haus und suche mit Fleiß, bis daß sie ihn finde? Und wenn sie ihn gefunden hat, rufet sie ihren Freundinnen und Nachbarinnen und spricht: Freuet euch mit mir, denen ich habe mei⸗ nen Groschen gefunden, den ich verloren hatte. Also auch, sage ich euch, 2—0 Freude sein vor den Engeln Gottes über einen Sünder, der Buße thut. Am 4. Sonnt. nach Trinitatis. Epistel, Röm. 8. V. 13—23. Hieben Brüder, ich halte es dafür, daß dieser Zeit Leiden der Herrlich⸗ keit nicht wert sei, die an uns soll geoffenbaret werden. Denn das ängstliche Harren der Kreatur wartet auf die Offenbarung der Kinder Gottes, sintemal die Kreatur unterworfen ist der Eitelkeit ohne ihren Willen, sondern um des willen, der sie unterworfen hat auf Hoffnung. Denn auch die Kreatur frei werden wird von dem Dienst des vergäng⸗ lichen Wesens zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, daß alle Kreatur sehnet sich mit uns und ängstigt sich noch im⸗ merdar. Nicht allein aber sie, sondern auch wir selbst, die wir haben des Geistes Erstlinge, sehnen uns auch bei uns selbst nach der Kindschaft und warten auf unseres Leibes Erlösung. und Gasse mund Bln was du be⸗ ich zu dem und nötige )sage euch ahl schmek⸗ B. 6—1 Hand Gl. gen werfet denn euer und suchet, und wisset, hen. Der Herrlich⸗ zeit leidet, Ehre und aß sie ihn veten und Er sagte nter euch, nicht lasse enen, bis auf seine N Freun⸗ denn i Also wird hut, vor der welch nicht ein 8 daß sie indinnen abe mei⸗ ich euch, er Buße 3—23. Herrlich⸗ enn das Kinder te ihren ffnung. ergäng⸗ nn wir och im⸗ haben idschaft Episteln und Evangelien, I. Jahrg. 31 Evangelium, Luk. 6. V. 36—42. Ddt seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist. Richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet. Verdammet nicht, so wer⸗ det ihr auch nicht verdammet. Vergebet, so wird euch vergeben. Gebet. so wird euch gegeben. Ein voll, gedrückt, gerüttelt und überflüssig Maß wird man in euren Schoß geben, denn eben mit dem Maß, da ihr mit messet, wird man euch wieder messen. Und er sagte ihnen ein Gleichnis: Mag auch ein Blinder einem Blinden den Weg weisen? Werden sie nicht alle beide in die Grube fallen? Der Jünger ist nicht über seinen Meister. Wenn der Jünger ist, wie sein Meister, so ist er vollkommen. Was siehest du aber einen Splitter in deines Bruders Auge und des Balkens in deinem Auge wirst du nicht gewahr? Oder wie kannst du sagen zu deinem Bruder: Halt stille, Bruder, ich will den Splitter aus deinem Auge ziehen! Und du siehest selbst nicht den Balken in deinem Auge? Du Heuchler, zieh zuvor den Balken aus deinem Auge und be⸗ siehe dann, daß du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehest. Am 5. Sonnt. n. Trinitatis. Epistel, 1. Petr. 3. V. 8—15. Endlich aber seid allesamt gleich gesinnt, mitleidig, brüderlich, barm⸗ herzig, freundlich. Vergeltet nicht Böses mit Bösem oder Schelt⸗ wort mit Scheltwort, sondern dagegen segnet und wisset, daß ihr dazu berufen seid, daß ihr den Segen beerbet. Denn wer leben will und gute Tage sehen, der schweige seine Zunge, daß sie nichts Böses rede, und seine Lippen, daß sie nicht trügen. Er wende sich vom Bösen und thue Gutes, er suche Frieden und jage ihm nach. Denn die Augen des Herrn sehen auf die Gerechten und seine Ohren auf ihr Gebet. Das Angesicht aber des Herrn siehet auf die, so Böses thun. Und wer ist, der euch schaden könnte, so ihr dem Guten nachkommet 7 Und ob ihr auch leidet um der Gerechtigkeit willen, so:seid ihr doch selig. Fürchtet euch aber vor ihrem Trotzen nicht und erschrecket nicht. Heiliget aber Gott, den Herrn, in eurem Herzen. Gvangelium, Luk. 5. V. 1—11. Eꝰ begab sich aber, da sich das Volk zu ihm drang, zu hören das Wort E Gottes, und er stand am See Genezareth und sah zwei Schiffe am See stehen, die Fischer aber waren ausgetreten und wuschen ihre Netze, trat er in der Schiffe eines, welches Simonis war, und bat ihn, daß er es ein wenig vom Lande führete. Und er setzte sich und lehrete das Volk aus dem Schiff. Und als er hatte aufgehöret zu reden, sprach er zu Simon: Fahre auf die Höhe und werfet eure Netze aus, daß ihr einen Zug thut. Und Simon antwortete und sprach zu ihm: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen, aber auf dein Wort will ich das Netz auswerfen. Und da sie das thaten, beschlossen sie eine große Menge Fische, und ihr Netz zerriß. Und sie winketen ihren Gesellen, die im andern Schiffe waren, daß sie kämen und hülfen ihnen ziehen. Und sie kamen und fülleten beide Schiffe voll, also, daß sie sanken. Da das Simon Petrus sah, siel er Jesu zu den Knieen und sprach: Herr, gehe von mir hinaus, ich bin ein sündiger Mensch. Denn es war ihm ein Schrecken angekommen und alle, die mit ihm waren, über diesen Fischfang, den sie mit einander gethan hatten. Desselbigen⸗ gleichen auch Jakobum und Johannem, die Söhne Zebedäi, Simonis Gesellen. Und Jesus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht, denn von nun an wirst du Menschen fahen. Und sie führeten die Schiffe zu Lande und verließen alles und folgten ihm nach. 32 Episteln und Evangelien, I. Jahrg. Am 6. Sonnt. nach Trinitatis. Epistel, Röm. 6. V. 3—11. Wisset ihr nicht, daß alle, die wir in Jesum Christ getauft sind, die sind in seinen Tod getauft? So sind wir je mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, auf daß, gleichwie Christus ist auferweckt von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, also sollen auch wir in einem neuen Leben wandeln. So wir aber samt ihm gepflanzet werden zu gleichem Tode, so werden wir auch der Auferstehung gleich sein, dieweil wir wissen, daß unser alter Mensch samt ihm gekreuziget ist, auf daß der sündliche Leib aufhöre, daß wir hinfort der Sünde nicht dienen. Denn wer gestorben ist, der ist gerechtfertigt von der Sünde. Sind wir aber mit Christo gestorben, so glauben wir, daß wir auch mit ihm leben werden, und wissen, daß Christus, von den Toten erweckt, hinfort nicht stirbet. Der Tod wird hinfort über ihn nicht herrschen. Denn daß er gestorben ist, das ist er der Sünde gestorben zu einem Mal, daß er aber lebet, das lebet er Gotte. Also auch ihr, haltet euch dafür, daß ihr der Sünde gestorben seid und lebet Gotte in Christo Jesu, unserm Herrn. Evangelium, Matth. 5. V. 20—26. ch sage euch: Es sei denn eure Gerechtigkeit besser, denn der Schrift⸗ gelehrten und Pharisäer, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. Ihr habt gehöret, daß zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht töten, wer aber tötet, der soll des Gerichts schuldig sein. Ich aber sage euch: Wer mit seinem Bruder zürnet, der ist des Gerichts schuldig, wer aber zu seinem Bruder sagt: Racha! der ist des Rats schuldig, wer aber „sagt: Du Narr! der ist des höllischen Feuers schuldig. Darum, wenn du deine Gabe auf dem Altar opferst und wirst allda eindenken, daß dein Bruder etwas wider dich habe, so laß allda vor dem Altar deine Gabe und gehe zuvor hin und versöhne dich mit deinem Bruder und alsdann komm und opfere deine Gabe. Sei willfertig deinem Widersacher bald, dieweil du noch bei ihm auf dem Wege bist, auf daß dich der Widersacher nicht dermaleinst überantworte dem Richter, und der Richter überantworte dich dem Diener, und werdest in den Kerker geworfen. Ich sage dir: Wahrlich, du wirst nicht von dannen herauskommen, bis du auch den letzten Heller bezahlest. Am 7. Sonnt. nach Trinitatis. Epistel, Röm. 6. V. 19—23. Qch muß menschlich davon reden, um der Schwachheit willen eures Fleisches. Gleichwie ihr eure Glieder begeben habt zum Dienst der Unreinigkeit und von einer Ungerechtigkeit zu der andern, also begebet nun auch eure Glieder zum Dienst der Gerechtigkeit, daß sie heilig wer⸗ den. Denn da ihr der Sünde Knechte waret, da waret ihr frei von der Gerechtigkeit. Was hattet ihr nun zu der Zeit für Frucht? Welcher ihr euch jetzt schämet, denn das Ende derselbigen ist der Tod. Nun ihr aber seid von der Sünde frei und Gottes Knechte worden, habt ihr eure Frucht, daß ihr heilig werdet, das Ende aber das ewige Leben. Denn der Tod ist der Sünde Sold, aber die Gabe Gottes ist das ewige Leben in Christo Jesu, unserm Herrn. Evangelium, Mark. 3. V. 1—9. 3³ der Zeit, da viel Volks da war und hatten nichts zu essen, rief Jesus seine Jünger zu sich und sprach zu ihnen: Mich jammert des Volks, denn sie haben nun drei Tage bei mir verharret und haben nichts zu essen, und wenn ich sie ungegessen von mir heim ließe gehen, würden A V A t1 u u . 3—11. t sind, die begraben uferweckt auch wir epflanzet ng gleich kreuziget nde nicht Sünde. auch mit erweckt, errschen. u einem Itet euch sto Jesu, Schrift⸗ nelreich lst nicht er sage g, wer er aber „wenn en, daß r deine Episteln und Evangelien, I. Jahrg. 33 sie auf dem Wege verschmachten. Denn etliche waren von ferne ge⸗ kommen. Seine Jünger antworteten ihm: Woher nehmen wir Brot hier in der Wüste, daß wir sie sättigen? Und er fragte sie: Wie viel habt ihr Brote? Sie sprachen: Sieben. Und er gebot dem Volk, daß sie sich auf die Erde lagerten. Und er nahm die sieben Brote und dankete und brach sie und gab sie seinen Jüngern, daß sie dieselbigen vorlegten, und sie legten dem Volke vor. Und hatten ein wenig Fisch⸗ lein, und er dankete und hieß dieselbigen auch vortragen. Sie aßen aber und wurden satt, und hoben die übrigen Brocken auf, sieben Körbe. Und ihrer waren bei viertausend, die da gegessen hatten, und er ließ sie von sich. Am 3. Sonnt. nach Trinitatis. Epistel, Röm. 3. V. 12—17. Co sind wir nun, lieben Brüder, Schuldner, nicht dem Fleisch, daß D wir nach dem Fleisch leben, denn wo ihr nach dem Fleisch lebet, so werdet ihr sterben müssen, wo ihr aber durch den Geist des Fleisches Geschäfte tötet, so werdet ihr leben. Denn welche der Geist Gottes treibet, die sind Gottes Kinder. Denn ihr habt nicht einen knechtischen Geist empfangen, daß ihr euch abermal fürchten müßtet, sondern ihr habt einen kindlichen Geist empfangen, durch welchen wir rufen: Abba, lieber Vater! Derselbige Geist giebt Zeugnis unserm Geist, daß wir Gottes Kinder sind. Sind wir denn Kinder, so sind wir auch Erben, nämlich Gottes Erben und Miterben Christi, so wir anders mit leiden, auf daß wir auch mit zur Herrlichkeit erhoben werden. Evangelium, Matth. 7. V. 15—23. Sehet euch vor vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber sind sie reißende Wölfe. An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Kann man auch Trauben lesen von den Dornen oder Feigen von den Disteln? Also ein jeglicher guter Baum bringet gute Früchte, aber ein fauler Baum bringet arge Früchte. Ein guter Baum kann nicht arge Früchte bringen und ein fauler Baum kann nicht gute Früchte bringen. Ein jeglicher Baum, der nicht gute Früchte bringet, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. Darum an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr! in das Himmelreich kommen, sondern die den Willen thun meines Vaters im Himmel. Es werden viele zu mir sagen an jenem Tage: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissaget? Haben wir nicht in deinem Namen Teufel ausgetrieben? Haben wir nicht in deinem Namen viele Thaten gethan? Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch noch nie erkannt. Weichet alle von mir, ihr Übelthäter! Am 9. Sonnt. n. Trinitatis. Epistel, 1. Kor. 10. V. 6—13. Dor ist aber uns zum Vorbilde geschehen, daß wir uns nicht gelüsten lassen des Bösen, gleichwie jene gelüstet hat. Werdet auch nicht Abgöttische, gleichwie jener etliche wurden, als geschrieben stehet: Das Volk setzte sich nieder, zu essen und zu trinken, und stand auf zu spielen. Auch lasset uns nicht Hurerei treiben, wie etliche unter jenen Hurerei trieben, und fielen auf einen Tag dreiundzwanzigtausend. Laßt uns aber auch Christum nicht versuchen, wie etliche von jenen ihn versuchten, und wurden von den Schlangen umgebracht. Murret auch nicht, gleich⸗ wie jener etliche murreten, und wurden umgebracht durch den Verderber. Solches alles widerfuhr ihnen zum Vorbilde, es ist aber geschrieben uns zur Warnung, auf welche das Ende der Welt gekommen ist. Darum. C 34 Episteln und Evangelien, I. Jahrg. wer sich lässet dünken, er stehe, mag wohl zusehen, daß er nicht falle. Es hat euch noch keine, denn menschliche Versuchung betreten, aber Gott ist getreu, der euch nicht lässet versuchen über euer Vermögen, son⸗ dern machet, daß die Versuchung so ein Ende gewinne, daß ihr es kön⸗ net ertragen. Evangelium, Luk. 16. V. 1—9. Er sprach aber auch zu seinen Jüngern: Es war ein reicher Mann, der hatte einen Haushalter, der ward vor ihm berüchtiget, als hätte er ihm seine Güter umgebracht. Und er forderte ihn und sprach zu ihm: Wie höre ich das von dir? Thue Rechnung von deinem Haushalten, denn du kannst hinfort nicht mehr Haushalter sein. Der Haushalter sprach bei sich selbst: Was soll ich thun? Mein Herr nimmt das Amt von mir. Graben mag ich nicht, so schäme ich mich zu betteln. Ich weiß wohl, was ich thun will, wenn ich nun von dem Amte gesetzt werde, daß sie mich in ihre Häuser nehmen. Und er rief zu sich alle Schuldner seines Herrn und sprach zu dem ersten: Wie viel bist du meinem Herrn schuldig. Er sprach: Hundert Tonnen Ols. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief, setze dich und schreibe flugs funfzig. Darnach sprach er zu dem andern: Du aber, wie viel bist du schuldig? Er sprach: Hun⸗ dert Malter Weizen. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief und schreibe achtzig. Und der Herr lobte den ungerechten Haushalter, daß er klüglich gethan hätte. Denn die Kinder dieser Welt sind klüger, denn die Kinder des Lichts in ihrem Geschlecht. Und ich sage euch auch: Machet euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, auf daß, wenn ihr nun darbet, sie euch aufnehmen in die ewigen Hütten. Am 10. Sonnt. n. Trinitatis. Epistel, 1. Kor. 12. B. 1—11. Von den geistlichen Gaben aber will ich euch, lieben Brüder, nicht ver⸗ halten. Ihr wisset, daß ihr Heiden seid gewesen und hingeganger zu den stummen Götzen, wie ihr geführet wurdet. Darum thue ich euch kund, daß niemand Jesum verfluchet, der durch den Geist Gottes redet, und niemand kann Jesum einen Herrn heißen, ohne durch den heiligen Geist. Es sind mancherlei Gaben, aber es ist Ein Geist. Und es sind mancherlei Amter, aber es ist ein Herr. Und es sind mancherlei Kräfte, aber es ist Ein Gott, der da wirket alles in allen. In einem jeglichen erzeigen sich die Gaben des Geistes zum gemeinen Nutzen. Einem wird gegeben durch den Geist, zu reden von der Weisheit, dem andern wird gegeben, zu reden von der Erkenntnis, nach demselbigen Geist, einem andern der Glaube, in demselbigen Geist, einem andern die Gabe, gesund zu machen, in demselbigen Geist, einem andern, Wunder zu thun, einem andern Weissagung, einem andern, Geister zu unter⸗ scheiden, einem andern mancherlei Sprachen, einem andern, die Sprachen auszulegen. Dies aber alles wirket derselbige einige Geist und teilet einem jeglichen seines zu, nachdem er will. Evangelium, Luk. 19. V. 41—48. Ur als Jesus nahe hinzukam, sah er die Stadt an und weinete über sie und sprach: Wenn dn es wüßtest, so würdest du auch bedenken zu dieser deiner Zeit, was zu deinem Frieden dienet, aber nun ist's vor deinen Augen verborgen. Denn es wird die Zeit über dich kommen, daß deine Feinde werden um dich und deine Kinder mit dir eine Wagenburg schlagen, dich belagern und an allen Orten ängsten und werden dich schleifen und keinen Stein auf dem andern lassen, darum, daß du nicht erkannt hast cht falle. n, aber gen, son⸗ res kön⸗ ann, der hätte er zu ihm: Shalten, ushalter das Amt Ich weiß t werde, huldner u Herrn Nimm orach er : Hun⸗ ief und er, daß T, denn gauch: „ wenn 1—11. ht ver⸗ ganger ch euch redet, eiligen sind dräfte, lichen Einem indern Geist, n die under unter⸗ achen tenet über enken vor „ daß üburg leifen t hast Episteln und Evangelien, I. Jahrg. 3⁵ die Zeit, darinnen du heimgesucht bist. Und er ging in den Tempel und fing an auszutreiben, die darinnen verkauften und kauften, und sprach zu ihnen: Es stehet geschrieben: Mein Haus ist ein Bethaus. Ihr aber habt es gemacht zur Mördergrube. Und er lehrete täglich im Tempel. Aber die Hohenpriester und Schriftgelehrten und die Vor⸗ nehmsten im Volk trachteten ihm nach, daß sie ihn umbrächten, und fanden nicht, wie sie ihm thun sollten, denn alles Volk hing ihm an und hörete ihn. Am 11. Sonnt. n. Trinitatis. Epistel, 1. Kor. 15. V. 1—10. (ach erinnere euch aber, lieben Brüder, des Evangeliums, das ich euch berkündiget habe, welches ihr auch angenommen habt, in welchem ihr auch stehet, durch welches ihr auch selig werdet, welchergestalt ich es euch verkündiget habe, so ihr's behalten habt, es wäre denn, daß ihr's umsonst geglaubet hättet. Denn ich habe euch zuvörderst gegeben, welches ich auch empfangen habe, daß Christus gestorben sei für unsere Sünden nach der Schrift und daß er begraben sei und daß er auferstanden sei am dritten Tage nach der Schrift und daß er gesehen worden ist von Kephas, darnach von den Zwölfen. Darnach ist er gesehen worden von mehr denn fünfhundert Brüdern auf einmal, derer noch viele leben, et⸗ liche aber sind entschlafen. Darnach ist er gesehen worden von Jakobus, darnach von allen Aposteln. Am letzten nach allen ist er auch von mir, als einer unzeitigen Geburt, gesehen worden. Denn ich bin der geringste unter den Aposteln, als der ich nicht wert bin, daß ich ein Apostel heiße, darum, daß ich die Gemeine Gottes verfolget habe. Aber von Gottes Gnade bin ich, das ich bin, und seine Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe viel mehr gearbeitet, denn sie alle, nicht aber ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist. Evangelium, Luk. 183. V. 9—14. Er sagte aber zu etlichen, die sich selbst vermaßen, daß sie fromm wären, und verachteten die andern, ein solch Gleichnis: Es gingen zwei Menschen hinauf in den Tempel, zu beten, einer ein Pharisäer, der andere ein Zöllner. Der Pharisäer stand und betete bei sich selbst also: Ich danke dir, Gott, daß ich nicht bin wie die anderen Leute, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher oder auch wie dieser Zöllner. Ich faste zweimal in der Woche und gebe den Zehnten von allem, was ich habe. Und der Zöllner stand von ferne, wollte auch seine Augen nicht aufheben gen Himmel, sondern schlug an seine Brust und sprach: Gott sei mir Sünder gnädig! Ich sage euch: Dieser ging hinab gerechtfertigt in sein Haus vor jenem. Denn wer sich selbst erhöhet, der wird erniedriget werden, und wer sich selbst erniedriget, der wird erhöhet werden. Am 18. Sonnt. nach Trinitatis. Epistel, 2. Kor. 3. V. 4—9. eben Brüder, ein solch Vertrauen aber haben wir durch Christum zu Gott. Nicht, daß wir tüchtig sind von uns selber, etwas zu denken, als von uns selber, sondern daß wir tüchtig sind, ist von Gott, welcher auch uns tüchtig gemacht hat, das Amt zu führen des neuen Testaments, nicht des Buchstabens, sondern des Geistes. Denn der Buch⸗ stabe tötet, aber der Geist macht lebendig. So aber das Amt, das durch die Buchstaben tötet und in die Steine ist gebildet, Klarheit hatte, also, daß die Kinder Israel nicht konnten ansehen das Angesicht Mosis um der Klarheit willen seines Angesichts, die doch aufhöret, wie sollte nicht vielmehr das Amt, das den Geist giebt, Klarheit haben? Denn so C* — Episteln und Evangelien, I. Jahrg. das Amt, das die Verdammnis prediget, Klarheit hat, vielmehr hat das Amt, das die Gerechtigkeit prediget, überschwängliche Klarheit. Gvangelium, Mark. 7. V. 31—37. Urd da Jesus wieder aͤusging von den Grenzen Tyrus und Sidon, kam er an das galiläische Meer mitten unter die Grenze der zehn Städte. Und sie brachten zu ihm einen Tauben, der stumm war, und sie baten ihn, daß er die Hand auf ihn legete. Und er nahm ihn von dem Volk besonders und legte ihm die Finger in die Ohren und spützete und rührete seine Zunge und sah auf gen Himmel, seufzete und sprach zu ihm: Hephata! das ist: sein dich auf! Und alsbald thaten sich seine Ohren auf und das Band seiner Zunge ward los und er redete recht. Und er verbot ihnen, sie sollten's niemand sagen. Je mehr er aber ver⸗ bot, je mehr sie es ausbreiteten, und verwunderten sich über die Maße und sprachen: Er hat alles wohlgemacht. Die Tauben macht er hörend und die Sprachlosen redend. Am 13. Sonnt. nach Trinitatis. Epistel, Gal. 3. V. 15—22. Lieben Brüder, ich will nach menschlicher Weise reden. Verachtet man Odoch eines Menschen Testament nicht, wenn es bestätigt ist, und thut auch nichts dazu. Nun ist je die Verheißung Abraham und seinem Samen zugesagt. Er spricht nicht, durch die Samen, als durch viele, sondern als durch einen, durch deinen Samen, welcher ist Christus. Ich sage aber davon: Das Testament, das von Gott zuvor bestätiget ist auf Christum, wird nicht aufgehoben, daß die Verheißung sollte durchs Gesetz aufhören, welches gegeben ist über vierhundert und dreißig Jahre hernach. Denn so das Erbe durch das Gesetz erworben würde, so würde es nicht durch die Verheißung gegeben. Gott aber hat es Abraham durch Verheißung frei geschenkt. Was soll denn das Gesetz? Es ist dazu⸗ gekommen um der Sünde willen, bis der Same käme, dem die Verheißung geschehen ist, und ist gestellet von den Engeln durch die Hand des Mitt⸗ lers. Ein Mittler aber ist nicht eines einigen Mittler, Gott aber ist einig. Wie? Ist denn das Gesetz wider Gottes Verheißungen? Das sei ferne. Wenn aber ein Gesetz gegeben wäre, das da könnte lebendig machen, so käme die Gerechtigkeit wahrhaftig aus dem Gesetz. Aber die Schrift hat es alles beschlossen unter die Sünde, auf daß die Verheißung käme durch den Glauben an Jesum Christum, gegeben denen, die da glauben. Evangelium, Luk. 10. V. 23—37. nd er wandte sich zu seinen Jüngern und sprach insonderheit: Selig sind die Augen, die da sehen, das ihr sehet! Denn ich sage euch: Viele Propheten und Könige wollten sehen, das ihr sehet, und haben's nicht gesehen, und hören, das ihr höret, und haben's nicht gehöret. Und siehe, da stand ein Schriftgelehrter auf, versuchte ihn und sprach: Meister, was muß ich thun, daß ich das ewige Leben ererbe? Er aber sprach zu ihm: Wie stehet im Gesetz geschrieben? Wie liesest du? Er antwortete und sprach: Du sollst Gott, deinen Herrn, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Gemüte und deinen Nächsten als dich selbst. Er aber sprach zu ihm: Du hast recht geantwortet. Thue das, so wirst du leben. Er aber wollte sich selbst rechtfertigen und sprach zu Jesu: Wer ist denn mein Nächster? Da ant⸗ wortete Jesus und sprach: Es war ein Mensch, der ging von Jerusalem hinab gen Jericho und fiel unter die Mörder, die zogen ihn aus und —= —22 r hat das hon, kam 1Städte. sie baten dem Volk Wrachen ach zu sich seine te recht. ber ver⸗ ie Maße hörend 5—22. tet man nd thut seinem 9 399 18. ch ist auf durchs Jahre würde raham t dazu⸗ eißung Mitt⸗ Episteln und Evangelien, I. Jahrg. 37 schlugen ihn und gingen davon und ließen ihn halbtot liegen. Es be⸗ gab sich aber von ohngefähr, daß ein Priester dieselbige Straße hinabzog, und da er ihn sah, ging er vorüber. Desselbigen gleichen auch ein Levit, da er kam bei die Stätte und sah ihn, ging er vorüber. Ein Samariter aber reisete und kam dahin, und da er ihn sah, jammerte ihn sein, ging zu ihm, verband ihm seine Wunden und goß drein Ol und Wein und hob ihn auf sein Tier und führete ihn in die Herberge und pflegete sein. Des andern Tages reisete er und zog heraus zwei Groschen und gab sie dem Wirt und sprach zu ihm; Pflege sein, und so du was mehr wirst darthun, will ich's dir bezahlen, wenn ich wieder⸗ komme. Welcher dünket dich, der unter diesen dreien der Nächste sei ewesen dem, der unter die Mörder gefallen war? Er sprach: Der die Barmherzigkeit an ihm that. Da sprach Jesus zu ihm: So gehe hin und thue desgleichen. Am 14. Sonnt. n. Trinitatis. Epistel, Gal. 5. B. 16—24. ieben Brüder, wandelt im Geist, so werdet ihr die Lüste des Fleisches Xnicht vollbringen. Denn das Fleisch gelüstet wider den Geist und den Geist wider das Fleisch. Dieselbigen sind wider einander, daß ihr nicht thut, was ihr wollet. Regieret euch aber der Geist, so seid ihr nicht unter dem Gesetz. Offenbar sind aber die Werke des Fleisches, als da sind Ehebruch, Hurerei, Unreinigkeit, Unzucht, Abgötterei, Zauberei, Feindschaft, Hader, Neid, Zorn, Zank, Zwietracht, Rotten, Haß, Mord, Saufen, Fressen und dergleichen, von welchen ich euch habe zuvor gesagt und sage noch zuvor, daß, die solches thun, werden das Reich Gottes nicht ererben. Die Frucht aber des Geistes ist die Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Glaube, Sanftmut, Keuschheit. Wider solche ist das Gesetz nicht. Welche aber Christo angehören. die kreuzigen ihr Fleisch samt den Lüsten und Begierden. Evangelium, Luk. 17. V. 11—19. . es begab sich, da Jesus reisete gen Jerusalem, zog er mitten durch 4Samaria und Galiläa. Und als er in einen Markt kam, begegneten ihm zehn aussätzige Männer, die standen von ferne und erhoben ihre Stimme und sprachen: Jesu, lieber Meister, erbarme dich unser! Und da er sie sah, sprach er zu ihnen: Gehet hin und zeiget euch den Priestern. Und es geschah, da sie hingingen, wurden sie rein. Einer aber unter ihnen, da er sah, daß er gesund worden war, kehrete er um und pries Gott mit lauter Stimme und fiel auf sein Angesicht zu seinen Füßen und dankete ihm. Und das war ein Samariter. Jesus aber antwortete und sprach: Sind ihrer nicht zehn rein geworden? Wo sind aber die neune? Hat sich sonst keiner gefunden, der wieder umkehrete und gäbe Gott die Ehre, denn dieser Fremdling? Und er sprach zu ihm: Stehe auf, gehe hin. Dein Glaube hat dir geholfen. Am 15. Sonnt. u. Trinitat. Epist., Gal. 5. V. 25—Kap. 6. V. 10. Sd wir im Geist leben, so lasset uns auch im Geist wandeln. Lasset uns nicht eitler Ehre geizig sein, unter einander zu entrüsten und zu hassen. Lieben Brüder, so ein Mensch etwa von einem Fehl übereilet würde, so helfet ihm wieder zurecht mit sanftmütigem Geist, die ihr geistlich seid. Und siehe auf dich selbst, daß du nicht auch ver⸗ suchet werdest. Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen. So aber sich jemand läßt dünken, er sei etwas, so er doch nichts ist, der betrüget sich selbst. Ein jeglicher aber prüfe sein Episteln und Evangelien, I. Jahrg. selbst Werk und alsdann wird er an ihm selber Ruhm haben und nicht an einem andern. Denn ein jeglicher wird seine Last tragen. Der aber unterrichtet wird mit dem Wort, der teile mit allerlei Gutes dem, der ihn unterrichtet. Irret euch nicht, Gott lässet sich nicht spotten. Denn was der Mensch säet, das wird er ernten. Wer auf sein Fleisch säet, der wird von dem Fleisch das Verderben ernten, wer aber auf den Geist säet, der wird von dem Geist das ewige Leben ernten. Lasset uns aber Gutes thun und nicht müde werden, denn zu seiner Zeit werden wir auch ernten ohne Aufhören. Als wir denn nun Zeit haben, so lasset uns Gutes thun an jedermann, allermeist aber an des Glaubens Genossen. Evangelium,‚, Matth. 6. V. 24—34. Niemand kann zweien Herren dienen. Entweder er wird einen hassen und den andern lieben, oder wird einem anhangen und den andern verachten. Ihr könnet nicht Gott dienen und dem Mammon. Darum sage ich euch: Sorget nicht für euer Leben, was ihr essen und trinken werdet, auch nicht für euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr, denn die Speise, und der Leib mehr, denn die Kleidung? Sehet die Vögel unter dem Himmel an. Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen, und euer himmlischer Vater nährt sie doch. Seid denn ihr nicht viel mehr, denn sie? Wer ist unter euch, der seiner Länge eine Elle zusetzen möge, ob er gleich darum sorget? Und warum sorget ihr für die Kleidung? Schauet die Lilien auf dem Felde, wie sie wachsen. Sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch, daß auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht bekleidet gewesen ist, als derselben eins. So denn Gott das Gras auf dem Felde also kleidet, das doch heute stehet und morgen in den Ofen geworfen wird, sollte er das nicht vielmehr euch thun? O ihr Kleingläubigen! Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? Was werden wir trinken? Womit werden wir uns kleiden? Nach solchem allen trach⸗ ten die Heiden. Denn euer himmlischer Vater weiß, daß ihr des alles bedürfet. Trachtet am ersten nach dem Reiche Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches alles zufallen. Darum sorget nicht für den andern Morgen, denn der morgende Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, daß ein jeglicher Tag seine eigene Plage habe. Am 16. Sonnt. n. Trinitatis. Epistel, Ephes. 3. V. 13—21. Dieben Brüder, darum bitte ich, daß ihr nicht müde werdet um meiner —Trübsale willen, die ich für euch leide, welche euch eine Ehre sind. Derhalben beuge ich meine Kniee gegen den Vater unseres Herrn Jesu Christi, der der rechte Vater ist über alles, was da Kinder heißet im Liner und auf Erden, daß er euch Kraft gebe nach dem Reichtum iner Herrlichkeit, stark zu werden durch seinen Geist an dem inwendigen Menschen und Christum zu wohnen durch den Glauben in euren Her⸗ zen, und durch die Liebe eingewurzelt und gegründet zu werden, auf daß ihr begreifen möget mit allen Heiligen, welches da sei die Breite und die Länge und die Tiefe und die Höhe, auch erkennen, daß Christum lieb haben viel besser ist, denn alles Wissen, auf daß ihr erfüllet werdet mit allerlei Gottesfülle. Dem aber, der überschwänglich thun kann über alles, das wir bitten oder verstehen, nach der Kraft, die da in uns wirket, dem sei Ehre in der Gemeinde, die in Christo Jesu ist, zu aller Zeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. S A.n.. und nic zen. Der Utes dem, t 1.— in Flei r auf den asset uns t werden haben, so laubens n hassen wandern Darum trinken Ist nicht eidung? n nicht, r nährt er euch, t? Und Felde, ch sage zewesen de also 1 wird, Darum verden trach⸗ S alles seiner nicht Seine abe. —21.• ieiner sind. Jesu et im htum digen Her⸗ „auf reite stum erdet über uns aller Episteln und Ev ange lien, I. Jahrg. 39 Evangelium, Luk. 7 V. 11—17. Urd es begab sich darnach, daß er in eine Stadt mit Namen Nain ging, und seiner Jünger gingen viele mit ihm und viel Volks. Als er aber nahe an das Stadtthor kam, siehe, da trug man einen Toten heraus, der ein einiger Sohn war seiner Mutter, und sie war eine Witwe, und viel Volks aus der Stadt ging mit ihr. Und da sie der Herr sah, jammerte ihn derselbigen und sprach zu ihr: Weine nicht und trat hinzu und rührete den Sarg an, und die Träger standen. Und er sprach: Jüngling, ich sage dir, stehe auf! Und der Tote richtete sich auf und fing an zu reden. Und er gab ihn seiner Mutter. Und es kam sie alle eine Furcht an und priesen Gott und sprachen: Es ist ein großer Prophet unter uns aufgestanden, und Gott hat sein Volk heim⸗ gesucht. Und diese Rede von ihm erscholl in das ganze jüdische Land und in alle umliegende Länder. Am 17. Sonnt. nach Trinitatis. Epistel, Ephes. 4. B. 1—6. Eo ermahne nun euch ich Gefangener in dem Herrn, daß ihr wandelt, wie sich's gebühret eurem Beruf, darinnen ihr berufen seid, mit aller Demut und Sanftmut, mit Geduld, und vertraget einer den andern in der Liebe und seid fleißig zu halten die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens. Ein Leib und Ein Geist, wie ihr auch be⸗ rufen seid auf einerlei Hoffnung eures Berufs, Ein Herr, Ein Glaube, Eine Taufe, Ein Gott und Vater(unser) aller, der da ist über euch alle und durch euch alle und in euch allen. Evangelium, Luk. 14. V. 1—11. Urd es begab sich, daß Jesus kam in ein Haus eines Obersten der Pharisäer auf einen Sabbath, das Brot zu essen, und sie hielten auf ihn. Und siehe, da war ein Mensch vor ihm, der war wassersüchtig. Und Jesus antwortete und sagte zu den Schriftgelehrten und Pharisäern und sprach: Ist's auch recht, auf den Sabbath heilen? Sie aber schwiegen still. Und er griff ihn an und heilete ihn und ließ ihn gehen und antwortete und sprach zu ihnen: Welcher ist unter euch, dem sein Ochs oder Esel in den Brunnen fällt und er nicht alsobald ihn heraus⸗ ziehet am Sabbathtage? Und sie konnten ihm darauf nicht wieder Ant⸗ wort geben. Er sagte aber ein Gleichnis zu den Gästen, da er merkte, wie sie erwählten, obenan zu sitzen, und sprach zu ihnen: Wenn du von jemand geladen wirst zur Hochzeit, so setze dich nicht obenan, daß nicht etwa ein Ehrlicherer, denn du, von ihm geladen sei, und so dann kommt, der dich und ihn geladen hat, spreche zu dir: Weiche diesem! und du müssest dann mit Scham untenan sitzen. Sondern wenn du geladen wirst, so gehe hin und setze dich untenan, auf daß, wenn da kommt der dich geladen hat, spreche zu dir: Freund, rücke hinauf! Dann wirst du Ehre haben vor denen, die mit dir zu Tische sitzen. Denn wer sich selbst erhöhet, der soll erniedriget werden, und wer sich selbst erniedriget, der soll erhöhet werden. Am 18. Sonnt. nach Trinitatis. Epistel, 1. Kor. 1. V. 4—9. Ich danke meinem Gott allezeit eurethalben für die Gnade Gottes, die euch gegeben ist in Christo Jesu, daß ihr seid durch ihn in allen Stücken reich gemacht in aller Lehre und in aller Erkenntnis, wie denn die Predigt von Christo in euch kräftig geworden ist, also, daß ihr keinen Mangel habt an irgend einer Gabe und wartet nur auf die Offenbarung unsers Herrn Jesu Christi, welcher auch wird euch fest behalten bis ans 40 Episteln und Evangelien, I. Jahrg. Ende, daß ihr unsträflich seid auf den Tag unsers Herrn Jesu Christi. Denn Gott ist treu, durch welchen ihr berufen seid zur Gemeinschaft seines Sohnes Jesu Christi, unsers Herrn. Evangelium, Matth. 22. V. 3446. Da aber die Pharisäer höreten, daß er den Sadducäern das Maul gestopfet hatte, versammelten sie sich. Und einer unter ihnen, ein Schriftgelehrter, versuchte ihn und sprach: Meister, welches ist das vor⸗ nehmste Gebot im Gesetz? Jesus aber sprach zu ihm: Du sollst lieben Gott, deinen Herrn, von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüte. Dies ist das vornehmste und größeste Gebot. Das andere aber ist dem gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben als dich selbst. In diesen zweien Geboten hanget das ganze Gesetz und die Pro⸗ pheten. Da nun die Pharisäer bei einander waren, fragte sie Jesus und sprach: Wie dünket euch um Christo? Wes Sohn ist er? Sie sprachen: Davids. Er sprach zu ihnen: Wie nennet ihn denn David im Geist einen Herrn, da er sagt: Der Herr hat gesagt zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis daß ich lege deine Feinde zum Schemel deiner Füße? So nun David ihn einen Herrn nennet, wie ist er denn sein Sohn? Und niemand konnte ihm ein Wort antworten und durfte auch niemand von dem Tage an hinfort ihn fragen. Am 19. Sonnt. nach Trinitatis. Gpist., Ephes. 4. B. 22—28. Sd leget nun von euch ab, nach dem vorigen Wandel, den alten Men⸗ schen, der durch Lüste in Irrtum sich verderbet. Erneuert euch aber im Geiste eures Gemüts und ziehet den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit. Darum leget die Lüge ab und redet die Wahrheit, ein jeglicher mit seinem Nächsten, sintemal wir unter einander Glieder sind. Zürnet und sündiget nicht. Lasset die Sonne nicht über eurem Zorne untergehen. Gebet auch nicht Raum dem Lästerer. Wer gestohlen hat, der stehle nicht mehr, sondern arbeite und schaffe mit den Händen etwas Gutes auf daß er habe zu geben dem Dürftigen. Evangelium, Matth. 9. V. 1—3. ö Da trat Jesus in das Schiff und fuhr wieder herüber und kam in seine Stadt. Und siehe, da brachten sie zu ihm einen Gichtbrüchigen, der lag auf einem Bette. Da nun Jesus ihren Glauben sah, sprach er zu dem Gichtbrüchigen: Sei getrost, mein Sohn! Deine Sünden sind dir vergeben. Und siehe, etliche unter den Schriftgelehrten sprachen bei sich selbst: Dieser lästert Gott. Da aber Jesus ihre Gedanken sah, sprach er: Warum denket ihr so Arges in euren Herzen? Welches ist leichter zu sagen: Dir sind deine Sünden vergeben? Oder zu sagen: Stehe auf und wandele? Auf daß ihr aber wisset, daß des Menschen Sohn Macht habe auf Erden, die Sünden zu vergeben, sprach er zu dem Gichtbrüchigen: Stehe auf, hebe dein Bett auf und gehe heim. Und er stand auf und ging heim. Da das Volk das sah, verwunderte es sich und pries Gott, der solche Macht den Menschen gegeben hat. Am 20. Sonnt. n. Trinitatis. Epistel, Ephes. 5. V. 15—21. So sehet nun zu, wie ihr vorsichtiglich wandelt, nicht als die Unweisen, sondern als die Weisen, und schicket euch in die Zeit, denn es ist böse Zeit. Darum werdet nicht unverständig, sondern verständig, wus da sei des Herrn Wille, und saufet euch nicht voll Weins, daraus ein unor einaz und alles Und U 1 Soh zur ande zeit und ging Etli Kön diese Kneh wert ihr zusa voll. eine Christi einschaft 3 Maul nen, ein as vor⸗ t lieben ind von e Pro⸗ us und dachen: 1 Geist Setze chemel denn durfte —28. Men⸗ euch „der gkeit. mit und ⸗hen. tehle tes Episteln und Evangelien, I. Jahrg. 41 unordentlich Wesen folget, sondern werdet voll Geistes und redet unter einander von Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern, singet und spielet dem Herrn in eurem Herzen und saget Dank allezeit für alles Gott und dem Vater in dem Namen unsers Herrn Jesu Christi. Und seid unter einander unterthan in der Furcht Gottes. Evangelium,‚, Matth. 22. V. 1—14. Urd Jesus antwortete und redete abermal durch Gleichnisse zu ihnen und sprach: Das Himmelreich ist gleich einem Könige, der seinem Sohne Hochzeit machte und sandte seine Knechte aus, daß sie die Gäste zur Hochzeit riefen, und sie wollten nicht kommen. Abermal sandte er andere Knechte aus und sprach: Saget den Gästen: Siehe, meine Mahl⸗ zeit habe ich bereitet, meine Ochsen und mein Mastdieh ist geschlachtet und alles bereit. Kommt zur Hochzeit. Aber sie verachteten das und gingen hin, einer auf seinen Acker, der andere zu seiner Hantierung. Etliche aber griffen seine Knechte, höhneten und töteten sie. Da das der König hörete, ward er zornig und schickte seine Heere aus und brachte diese Mörder um und zündete ihre Stadt an. Da sprach er zu seinen Knechten: Die Hochzeit ist zwar bereitet, aber die Gäste waren es nicht wert. Darum gehet hin auf die Straßen und ladet zur Hochzeit, wen ihr findet. Und die Knechte gingen aus auf die Straßen und brachten zusammen, wen sie fanden, Böse und Gute, und die Tische wurden alle voll. Da ging der König hinein, die Gäste zu besehen, und sah allda einen Menschen, der hatte kein hochzeitlich Kleid an, und sprach zu ihm: Freund, wie bist du hereingekommen und hast doch kein hochzeitlich Kleid an? Er aber verstummte. Da sprach der König zu seinen Dienern: Bindet ihm Hände und Füße und werfet ihn in die äußerste Finsternis hinaus. Da wird sein Heulen und Zähnklappen. Denn viele sind be⸗ rufen, aber wenige sind auserwählet. Am 21. Sonnt. u. Trinitatis. Epistel, Ephes. 6. V. 10—17. uletzt, meine Brüder, seid stark in dem Herrn und in der Macht seiner Stärke. Ziehet an den Harnisch Gottes, daß ihr bestehen könnet gegen die listigen Anläufe des Teufels. Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Fürsten und Gewaltigen, nämlich mit den Herren der Welt, die in der Finsternis dieser Welt herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel. Um deswillen, so ergreifet den Harnisch Gottes, auf daß ihr an dem bösen Tage Wider⸗ stand thun und alles wohl ausrichten und das Feld behalten möget. So stehet nun, umgürtet eure Lenden mit Wahrheit und angezogen mit dem Krebs der Gerechtigkeit und an Beinen gestiefelt, als fertig zu treiben das Evangelium des Friedens, damit ihr bereitet seid. Vor allen Dingen aber ergreifet den Schild des Glaubens, mit welchem ihr auslöschen könnet alle feurigen Pfeile des Bösewichts, und nehmet den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, welches ist das Wort Gottes. Evangelium, Joh. 4. V. 47—54. U es war ein Königischer, des Sohn lag krank zu Kapernaum. Dieser hörete, daß Jesus kam aus Judäa in Galiläa, und ging hin zu ihm und bat ihn, daß er hinabkäme und hülfe seinem Sohne, denn er war todkrank. Und Jesus sprach zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder sehet, so glaubet ihr nicht. Der Königische sprach zu ihm: err, komm hinab, ehe denn mein Kind stirbt. Jesus spricht zu ihm: ehe hin, dein Sohn lebet. Der Mensch glaubte dem Wort, das Jesus ———————— 42 Episteln und Evangelien, I. Jahrg. zu ihm sagte, und ging hin. Und indem er hinabging, begegneten ihm seine Knechte, verkündigten ihm und sprachen: Dein Kind lebet. Da forschete er von ihnen die Stunde, in welcher es besser mit ihm geworden war, und sie sprachen zu ihm: Gestern um die siebente Stunde verließ ihn das Fieber. Da merkte der Vater, daß es um die Stunde wäre, in welcher Jesus zu ihm gesagt hatte: Dein Sohn lebet. Und er glaubte mit seinem ganzen Hause. Das ist nun das andere Zeichen, das Jesus that, da er aus Judäa in Galiläa kam. Am 22. Sonnt. nach Trinitatis. Epist., Phil. 1. V. 3—11. Ich danke meinem Gott, so ogft ich euer gedenke, welches ich allezeit thue in allem meinem Gebet für euch alle, und thue das Gebet mit Freuden, über eurer Gemeinschaft am Evangelio vom ersten Tage an bisher, und bin desselbigen in guter Zuversicht, daß, der in euch ange⸗ fangen hat das gute Werk, der wird's auch vollführen bis an den Tag Jesu Christi, wie es denn mir billig ist, daß ich dermaßen von euch allen halte, darum, daß ich euch in meinem Herzen habe in diesem meinem Gefängnis, darinnen ich das Evangelium verantworte und bekräftige, als die ihr alle mit mir der Gnade teilhaftig seid. Denn Gott ist mein Zeuge, wie mich nach euch allen verlanget von Herzensgrund in Jesu Christo. Und darum bete ich, daß eure Liebe je mehr und mehr reich werde in allerlei Erkenntnis und Erfahrung, daß ihr prüfen möget, was das Beste sei, auf daß ihr seid lauter und unanstößig bis auf den Tag Christi, erfüllet mit Früchten der Gerechtigkeit, die durch Jesum Christum geschehen(in euch) zu Ehre und Lobe Gottes. Evangelium,‚, Matth. 18. V. 23—35. Darum ist das Himmelreich gleich einem Könige, der mit seinen Knech⸗ ten rechnen wollte. Und als er anfing zu rechnen, kam ihm einer vor, der war ihm zehntausend Pfund schuldig. Da er es nun nicht hatte zu bezahlen, hieß der Herr verkaufen ihn und sein Weib und seine Kinder und alles, was er hatte, und bezahlen. Da fiel der Knecht nieder und betete ihn an und sprach: Herr, habe Geduld mit mir, ich will dir alles bezahlen. Da jammerte den Herrn desselbigen Knechts und ließ ihn los und die Schuld erließ er ihm auch. Da ging derselbige Knecht hinaus und fand einen seiner Mitknechte, der war ihm hundert Groschen schuldig, und er griff ihn an und würgte ihn und sprach: Bezahle mir, was du mir schuldig bist. Da fiel sein Mitknecht nieder und bat ihn und sprach: Habe Geduld mit mir, ich will dir alles bezahlen. Er wollte aber nicht, sondern ging hin und warf ihn ins Gefängnis, bis daß er bezahlete, was er schuldig war. Da aber seine Mitknechte solches sahen, wurden sie sehr betrübt und kamen und brachten vor ihren Herrn alles, was sich begeben hatte. Da forderte ihn sein Herr vor sich und sprach zu ihm: Du Schalks⸗ knecht, alle diese Schuld habe ich dir erlassen, dieweil du mich batest. Soll⸗ test du dich denn nicht auch erbarmen über deinen Mitknecht, wie ich mich über dich erbarmet habe? Und sein Herr ward zornig und überantwortete ihn den Peinigern, bis daß er bezahlete alles, was er ihm schuldig war. Also wird euch mein himmlischer Vater auch thun, so ihr nicht vergebet von euren Herzen, ein jeglicher seinem Bruder seine Fehle. Am 23. Sonnt. nach Trinitatis. Epist., Phil. 3. V. 17—21. zolget mir, lieben Brüder, und sehet auf die, die also wandeln, wie F ihr uns habt zum Vorbilde. Denn viele wandeln, von welchen ich euch oft gesagt habe, nun aber sage ich auch mit Weinen, die Feinde des Kreuzes Cbristi, welcher Ende ist die Verdammnis, welchen der Bauch egneten ih lebet. D n geworden nde verließ de wäre, in er glaubte das Jesus . 3—11. ich allezeit ebet mit n Tage an euch ange⸗ den Tag euch allen m meinem Hdekräftige, t ist mein d in Jesu nehr reich öget, was den Ta Christum in Knech⸗ hm einer icht hatte e Kinder eder und dir alles ihn los hinaus schuldig, was du sprach: er nicht, te, was sie sehr begeben Schalks⸗ t. Soll⸗ ich mich vortete ig war. ergebet —21. n, wie hen ich de des Bauch Episteln und Cvangelien, I. Jahrg. 43 ihr Gott ist und ihre Ehre zu Schanden wird, derer, die irdisch gesinnet sind. Unser Wandel aber ist im Himmel, von dannen wir auch warten des Heilandes Jesu Christi, des Herrn, welcher unsern nichtigen Leib verklären wird, daß er ähnlich werde seinem verklärten Leibe, nach der Wirkung, damit er kann auch alle Dinge ihm unterthänig machen. Gvangelium, Matth. 22. B. 15—22. Da gingen die Pharisäer hin und hielten einen Rat, wie sie Jesum fingen in seiner Rede, und sandten zu ihm ihre Jünger samt erodis Dienern und sprachen: Meister, wir wissen, daß du wahrhaftig ist und lehrest den Weg Gottes recht, und du fragest nach niemand, denn du achtest nicht das Ansehen der Menschen. Darum sage uns: Was dünkt dich? Ist es recht, daß man dem Kaiser Zins gebe, oder nicht? Da nun Jesus merkete ihre Schalkheit, sprach er: Ihr Heuchler, was versuchet ihr mich? Weiset mir die Zinsmünze. Und sie reichten ihm einen Groschen dar. Und er sprach zu ihnen: Wes ist das Bild und die Überschrift? Sie sprachen zu ihm: Des Kaisers. Da sprach er zu ihnen: So gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gotte, was Gottes ist. Da sie das höreten, verwunderten sie sich und ließen ihn und gingen davon. Am 24. Sonnt. nach Trinitatis. Epistel, Kol. 1. V. 9—14. D auch wir, von dem Tage an, da wir es gehöret haben, hören wir nicht auf, für euch zu beten und zu bitten, daß ihr erfüllet werdet mit Erkenntnis seines Willens in allerlei geistlicher Weisheit und Verstand, daß ihr wandelt würdiglich dem Herrn zu allem Gefallen und sruchtbar seid in allen guten Werken und wachset in der Erkenntnis Gottes und gestärket werdet mit aller Kraft, nach seiner herrlichen Macht, in aller Geduld und Langmütigkeit mit Freuden. Und danksaget dem Vater, der uns tüchtig gemacht hat zu dem Erbteil der Heiligen im Licht, welcher uns errettet hat von der Obrigkeit der Finsternis und hat uns versetzet in das Reich seines lieben Sohnes, an welchem wir haben die Erlösung durch sein Blut, nämlich die Vergebung der Sünden. Evangelium, Matth. 9. V. 13—26. Da er solches mit ihnen redete, siehe, da kam der Obersten einer und fiel vor ihm nieder und sprach: Herr, meine Tochter ist jetzt gestor⸗ ben, aber komm und lege deine Hand auf sie, so wird sie lebendig. Und Jesus stand auf und folgte ihm nach und seine Jünger. Und siehe, ein Weib, das zwölf Jahre den Blutgang gehabt, trat von hinten zu ihm und rührete seines Kleides Saum an. Denn sie sprach bei sich selbst: Möchte ich nur sein Kleid anrühren, so würde ich gesund. Da wendete sich Jesus um und sah sie und sprach: Sei getrost, meine Tochter, dein Glaube hat dir geholfen. Und das Weib ward gesund zu derselbigen Stunde. Und als er in des Obersten Haus kam und sah die Pfeifer und das Getümmel des Volks, sprach er zu ihnen: Weichet, denn das Mägdlein ist nicht tot, sondern es schläft. Und sie verlachten ihn. Als aber das Volk ausgetrieben war, ging er hinein und ergriff sie bei der Hand. Da stand das Mägdlein auf. Und dies Gerücht erscholl in das⸗ selbige ganze Land. Am 25. Sonnt. u. Trinitatis. Epistel, 1. Thess. 4. V. 13—18. Witr wollen euch aber, lieben Brüder, nicht verhalten von denen, die da schlafen, auf daß ihr nicht traurig seid, wie die andern. di⸗ 44 Episteln und Evangelien, I. Jahrg. keine Hoffnung haben. Denn so wir glauben, daß Jesus gestorben und auferstanden ist, also wird Gott auch, die da entschlafen sind durch Jesum, mit ihm führen. Denn das sagen wir euch als ein Wort des Herrn, daß wir, die wir leben und überbleiben in der Zukunft des Herrn, wer⸗ den denen nicht vorkommen, die da schlafen. Denn er selbst, der Herr, wird mit einem Feldgeschrei und Stimme des Erzengels und mit der Posaune Gottes herniederkommen vom Himmel, und die Toten in Christo werden auferstehen zuerst. Darnach wir, die wir leben und überbleiben, werden zugleich mit denselbigen hingerückt werden in den Wolken, dem Herrn entgegen in der Luft, und werden also bei dem Herrn sein alle⸗ zeit. So tröstet euch nun mit diesen Worten unter einander. Evangelium, Matth. 24. V. 15—23. Wenn ihr nun sehen werdet den Gräuel der Verwüstung, davon ge⸗ sagt ist durch den Propheten Daniel, daß er stehe an der heiligen Stätte,(wer das lieset, der merke darauf!) alsdann fliehe auf die Berge, wer im jüdischen Lande ist. Und wer auf dem Dache ist, der steige nicht hernieder, etwas aus seinem Hause zu holen. Und wer auf dem Felde ist, der kehre nicht um, seine Kleider zu holen. Wehe aber den Schwan⸗ gern und Säugern zu der Zeit! Bittet aber, daß eure Flucht nicht ge⸗ schehe im Winter oder am Sabbath. Denn es wird alsdann eine große Trübsal sein, als nicht gewesen ist von Anfang der Welt bisher und als auch nicht werden wird. Und wo diese Tage nicht würden verkürzet, so würde kein Mensch selig, aber um der Auserwählten willen werden die Tage verkürzet. So alsdann jemand zu euch wird sagen: Siehe, hier ist Christus oder da, so sollt ihr es nicht glauben. Denn es werden falsche Christi und falsche Propheten aufstehen und große Zeichen und Wunder thun, daß verführet werden in den Irrtum(wo es möglich wäre) auch die Auserwählten. Siehe, ich habe es euch zuvor gesagt. Darum, wenn sie zu euch sagen werden: Siehe, er ist in der Wüste, so gehet nicht hin aus, siehe, er ist in der Kammer, so glaubt es nicht. Denn gleichwie der Blitz ausgehet vom Aufgang und scheinet bis zum Niedergang, also wird auch sein die Zukunft des Menschensohnes. Wo aber ein Aas ist, da sammeln sich die Adler. Am 26. Sonnt. nach Trinitatis. Epistel, 2. Petr. 3. V. 3—13. U wisset das aufs erste, daß in den letzten Tagen kommen werden Spötter, die nach ihren eigenen Lüsten wandeln und sagen: Wo ist die Verheißung seiner Zukunft? Denn nachdem die Väter entschlafen sind, bleibet es alles, wie es von Anfang der Kreatur gewesen ist. Aber mutwillens wollen sie nicht wissen, daß der Himmel vorzeiten auch war, dazu die Erde aus Wasser und im Wasser bestanden, durch Gottes Wort. Dennoch ward zu der Zeit die Welt durch dieselbigen mit der Sündflut verderbet. Also auch der Himmel jetzund und die Erde werden durch sein Wort gesparet, daß sie zum Feuer behalten werden am Tage des Gerichts und Verdammnis der gottlosen Menschen. Eines aber sei euch unverhalten, ihr Lieben, daß ein Tag vor dem Herrn ist, wie tau⸗ send Jahre, und tausend Jahre, wie ein Tag. Der Herr verziehet nicht die Verheißung, wie es etliche für einen Verzug achten, sondern er hat Geduld mit uns und will nicht, daß jemand verloren werde, sondern daß sich jedermann zur Buße kehre. Es wird aber des Herrn Tag kommen als ein Dieb in der Nacht, in welchem die Himmel zergehen werden mit großem Krachen, die Elemente aber werden vor Hitze zer⸗ ben und Jesum, Herrn, n, wer⸗ r Herr, mit der Christo leiben, n, dem in alle⸗ on ge⸗ eiligen Lht e nicht Felde chwan⸗ cht ge⸗ große nd als zet, so en die ier ist falsche under auch as ist, —13. erden 30 ist lafen Aber war, Vort. Episteln und Evangelien, I. Jahrg. 4⁵ schmelzen und die Erde und die Werke, die darinnen sind, werden ver⸗ brennen. So nun das alles soll zergehen, wie sollt ihr denn geschickt sein mit heiligem Wandel und gottseligem Wesen, daß ihr wartet und eilet zu der Zukunft des Tages des Herrn, in welchem die Himmel vom Feuer zergehen und die Elemente vor Hitze zerschmelzen werden? Wir warten aber eines neuen Himmels und einer neuen Erde, nach seiner Verheißung, in welchen Gerechtigkeit wohnet. Evangelium, Matth. 25. V. 31—46. enn aber des Menschen Sohn kommen wird in seiner Herrlichkeit und alle heiligen Engel mit ihm, dann wird er sitzen auf dem Stuhl seiner Herrlichkeit, und werden vor ihm alle Völker versammelt werden. Und er wird sie von einander scheiden, gleich als ein Hirte die Schafe von den Böcken scheidet, und wird die Schafe zu seiner Rechten stellen und die Böcke zur Linken. Da wird dann der König sagen zu denen zu seiner Rechten: Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererhet das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt. Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich gespeiset, ich bin durstig ge⸗ wesen, und ihr habt mich getränket, ich bin ein Gast gewesen, und ihr habt mich beherberget, ich bin nackend gewesen, und ihr habt mich be⸗ kleidet, ich bin krank gewesen, und ihr habt mich besuchet, ich bin gefangen gewesen, und ihr seid zu mir gekommen. Dann werden ihm die Gerech⸗ ten antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und haben dich gespeiset? Oder durstig und haben dich getränket? Wann aben wir dich einen Gast gesehen und beherberget? Oder nackend und haben dich bekleidet? Wann haben wir dich krank oder gefangen gesehen und sind zu dir gekommen? Und der König wird antworten und sagen zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch, was ihr gethan habt einem unter diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir gethan. Dann wird er auch sagen zu denen zur Linken: Gehet hin von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln. Ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich nicht gespeiset, ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich nicht getränket, ich bin ein Gast gewesen, und ihr habt mich nicht beherberget, ich bin nackend gewesen, und ihr habt mich nicht bekleidet, ich bin krank und gefangen gewesen, und ihr abt mich nicht besuchet. Da werden sie ihm auch antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich gesehen hungrig oder durstig oder einen Gast oder nackend oder krank oder gefangen und haben dir nicht gedienet? Dann wird er ihnen antworten und sagen: Wahrlich, ich sage euch, was ihr nicht gethan habt einem unter diesen Geringsten, das habt ihr mir auch nicht gethan. Und sie werden in die ewige Pein gehen, aber die Gerechten in das ewige Leben. Am 27. Sonnt. nach Trinitatis. Epistel, 1. Thess. 5. V. 1—11. Ven den Zeiten aber und Stunden, lieben Brüder, ist nicht not, euch zu schreiben. Denn ihr selbst wisset gewiß, daß der Tag des Herrn wird kommen, wie ein Dieb in der Nacht. Denn wenn sie werden sagen: Es ist Friede, es hat keine Gefahr! so wird sie das Verderben schnell überfallen, gleichwie der Schmerz ein schwanger Weib, und werden nicht entfliehen. Ihr aber, lieben Brüder, seid nicht in der Finsternis, daß euch der Tag wie ein Dieb ergreife. Ihr seid allzumal Kinder des Lichts und Kinder des Tages. Wir sind nicht von der Nacht, noch von der Finsternis. So lasset uns nun nicht schlafen, wie die andern, sondern lasset SIFISI S 46 Episteln und Evangelien, I. Jahrg. uns wachen und nüchtern sein. Denn die da schlafen, die schlafen des Nachts, und die da trunken sind, die sind des Nachts trunken. Wir aber, die wir des Tages sind, sollen nüchtern sein, angethan mit dem Krebs des Glaubens und der Liebe und mit dem Helm der Hoffnung zur Seligkeit. Denn Gott hat uns nicht gesetzet zum Zorn, sondern die Selig⸗ keit zu besitzen durch unsern Herrn Jesum Christum, der für uns gestor⸗ ben ist, auf daß, wir wachen oder schlafen, wir zugleich mit ihm leben sollen. Darum ermahnet euch untereinander und bauet einer den an⸗ dern, wie ihr denn thut. Gvangelium, Matth. 25. V. 1—13. Daan wird das Himmelreich gleich sein zehn Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen und gingen aus, dem Bräutigam entgegen. Aber fünf unter ihnen waren thöricht und fünf waren klug. Die thörichten nahmen ihre Lampen, aber sie nahmen nicht Ol mit sich. Die klugen ö aber nahmen Ol in ihren Gefäßen samt ihren Lampen. Da nun der Bräutigam verzog, wurden sie alle schläfrig und entschliefen. Zur Mitternacht aber ward ein Geschrei: Siehe, der Bräutigam kommt, ge⸗ het aus ihm entgegen! Da standen die Jungfrauen alle auf und schmück⸗ ten ihre Lampen. Die thörichten aber sprachen zu den klugen: Gebt uns von eurem Öl, denn unsere Lampen verlöschen. Da antworteten die klugen und sprachen: Nicht also, auf daß nicht uns und euch gebreche. Gehet aber hin zu den Krämern und kaufet für euch selbst. Und da sie hingingen, zu kaufen, kam der Bräutigam, und welche bereit waren, gingen mit ihm hinein zur Hochzeit, und die Thür ward verschlossen. Zu⸗ letzt kamen auch die andern Jungfrauen und sprachen: Herr, Herr, thue uns auf! Er antwortete aber und sprach: Wahrlich, ich sage euch, ich kenne euer nicht. Darum wachet! Denn ihr wisset weder Tag noch ö ihr: Stunde, in welcher des Menschen Sohn kommen wird. sols Am Tage Mariä Reinigung. Lektion, Maleach. 3. V. 1—4. net r Siehe, ich will meinen Engel senden, der vor mir her den Weg berei⸗ ebe ten soll. Und bald wird kommen zu seinem Tempel der Herr, den sein ihr suchet, und der Engel des Bundes, des ihr begehret. Siehe, er kommt, Wie spricht der Herr Zebaoth. Wer wird aber den Tag seiner Zukunft er⸗ antt leiden mögen? Und wer wird bestehen, wenn er wird erscheinen? Denn und er ist wie das Feuer eines Goldschmieds und wie die Seife der Wäscher. ö Heil Er wird sitzen und schmelzen und das Silber reinigen, er wird die Kin⸗ Und der Levis reinigen und läutern, wie Gold und Silber. Dann werden xC Sol sie dem Herrn Speisopfer bringen in Gerechtigkeit, und wird dem Herrn schr wohlgefallen das Speisopfer Juda's und Jerusalems, wie vorhin und lich vor langen Jahren. wie Evangelium, Luk. 2. V. 22—32. Urd da die Tage ihrer Reinigung nach dem Gesetz Mosis kamen, brach⸗ ten sie ihn gen Jerusalem, auf daß sie ihn darstellten dem Herrn, N wie denn geschrieben stehet in dem Gesetz des Herrn: Allerlei Männlein, H N das zum ersten die Mutter bricht, soll dem Herrn geheiligt heißen, und RN daß sie gäben das Opfer, nachdem gesagt ist im Gesetz des Herrn: Ein ha Paar Turteltauben oder zwo junge Tauben. Und siehe, ein Mensch war ö ha zu Jerusalem, mit Namen Simeon, und derselbe Mensch war fromm dei + und gottesfürchtig und wartete auf den Trost Israels, und der heilige Un Geist war in ihm. Und ihm war eine Antwort geworden von dem 8⁰ heiligen Geist, er sollte den Tod nicht sehen, er hätte denn zuvor den qu lafen des Bir aber, n Krebs tung zur 1e Selig⸗ s gestor⸗ hm leben den an⸗ die ihre n. Aber örichten klugen nun der 1. Zur imt, ge⸗ schmück⸗ : Gebt orteten ebreche. da sie waren, n. Zu⸗ r, thue uch, ich ig noch 1—4. berei⸗ r, den ommt, uft er⸗ Denn äscher. Kin⸗ erden Herrn n und Episteln und Evangelien, I. Jahrg. 47 Christ des Herrn gesehen. Und kam aus Anregen des Geistes in den Tempel. Und da die Eltern das Kind Jesum in den Tempel brachten, daß sie für ihn thäten, wie man pfleget nach dem Gesetz, da nahm er ihn auf seine Arme und lobte Gott und sprach: Herr, nun lässest du deinen Diener in Frieden fahren, wie du gesagt hast, denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen, welchen du bereitet hast vor allen Völkern, ein Licht, zu erleuchten die Heiden, und zum Preis deines Volkes Jsrael. Am Tage Mariä Verkündigung. Lektion, Jesaias 7. V. 10—15. Und der Herr redete abermals zu Ahas und sprach: Fordere dir ein Zeichen vom Herrn, deinem Gott, es sei unten in der Hölle oder droben in der Höhe. Aber Ahas sprach: Ich will's nicht fordern, daß ich den Herrn nicht versuche. Da sprach er: Wohlan, so höret, ihr vom Hause Davids. Ist's euch zu wenig, daß ihr die Leute beleidigt, ihr müsset auch meinen Gott beleidigen? Darum so wird euch der Herr selbst ein Zeichen geben. Siehe, eine Jungfrau ist schwanger und wird einen Sohn gebären, den wird sie heißen Immanuel. Butter und Honig wird er essen, daß er wisse, Böses zu verwerfen und Gutes zu erwählen. Evangelium, Luk. 1. V. 26—38. 4* im sechsten Mond ward der Engel Gabriel gesandt von Gott in eine Stadt in Galiläa, die heißet Nazareth, zu einer Jungfrau, die vertraut war mit einem Manne, mit Namen Joseph, vom Hause Davids, und die Jungfrau hieß Maria. Und der Engel kam zu ihr herein und sprach: Gegrüßet seist du, Holdselige. Der Herr sei mit dir, du Ge⸗ benedeiete unter den Weibern. Da sie aber ihn sah, erschrak sie über seiner Rede und gedachte: Welch ein Gruß ist das? Und der Engel sprach zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria, du hast Gnade bei Gott gefunden. Siehe, du wirst schwanger werden im Leibe und einen Sohn gebären, des Namen sollst du Jesus heißen. Der wird groß und ein Sohn des Höchsten genen⸗ net werden, und Gott der Herr wird ihm den Stuhl seines Vaters David geben und er wird ein König sein über das Haus Jakob ewiglich und seines Königreichs wird kein Ende sein. Da sprach Maria zu dem Engel: Wie soll das zugehen, sintemal ich von keinem Manne weiß? Der Engel antwortete und sprach zu ihr: Der heilige Geist wird über dich kommen und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten, darum auch das Heilige, das von dir geboren wird, wird Gottes Sohn genennet werden. Und siehe, Elisabeth, deine Gefreundte, ist auch schwanger mit einem Sohn in ihrem Alter und gehet jetzt im sechsten Mond, die im Ge⸗ schrei ist, daß sie unfruchtbar sei. Denn bei Gott ist kein Ding unmög⸗ lich. Maria aber sprach: Siehe, ich bin des Herrn Magd, mir geschehe, wie du gesagt hast. Und der Engel schied von ihr. Am Tage der Hagelfeier. Für die Altarvorlesung Psalm 35. H err, der du bist vormals gnädig gewesen deinem Lande und hast die Gefangenen Jakobs erlöset, der du die Missethat vormals vergeben hast deinem Volk und alle ihre Sünde bedeckt. Sela. Der du vormals hast allen deinen Zorn aufgehoben und dich gewendet von dem Grimm deines Zorns, tröste uns, Gott, unser Heiland, und laß ab von deiner Ungnade über uns. Willst du denn ewiglich über uns zürnen und deinen Zorn gehen lassen immer für und für? Willst du uns denn nicht wieder er⸗ quicken, daß sich dein Volk über dich freuen möge? Herr, erzeige uns deine 48 Episteln und Evangelien, I. Jahrg. Gnade und hilf uns. Ach, daß ich hören sollte, daß Gott der Herr redete, daß er Frieden zusagte seinem Volk und seinen Heiligen, auf daß sie nicht auf eine Thorheit geraten. Doch ist ja seine Hilfe nahe denen, die ihn fürchten, daß in unserm Lande Ehre wohne, daß Güte und Treue einander begegnen, Gerechtigkeit und Friede sich küssen, daß Treue auf der Erde wachse und Gerechtigkeit vom Himmel schaue, daß uns auch der Herr Gutes thue, damit unser Land sein Gewächs gebe, daß Gerechtigkeit dennoch vor ihm bleibe und im Schwange gehe. Oder Psalm 104. Lobe den Herrn— Halleluja! Für die Predigt freier Text. Am Johannisfeste. Lektion, Jesaias 40. V. 1—5. Trostet, tröstet mein Volk, spricht euer Gott, redet mit Jerusalem freundlich und prediget ihr, daß ihre Ritterschaft ein Ende hat, denn ihre Missethat ist vergeben, denn sie hat zweifältiges empfangen von der Hand des Herrn um alle ihre Sünde. Es ist eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Bereitet dem Herrn den Weg, machet auf dem Gefilde eine ebene Bahn unserm Gott. Alle Thäler sollen erhöhet werden, und alle Berge und Hügel sollen geniedriget werden, und was ungleich ist, soll eben und was höckericht ist, soll schlicht werden, denn die Herr⸗ lichkeit des Herrn soll geoffenbaret werden, und alles Fleisch miteinander wird sehen, daß des Herrn Mund redet. Evangelium, Luk. 1. V. 57—80. Und Elisabeth kam ihre Zeit, daß sie gebären sollte, und sie gebar einen Sohn. Und ihre Nachbarn und Gefreundten hörten, daß der Herr große Barmherzigkeit an ihr gethan hatte, und freueten sich mit ihr. Und es begab sich am achten Tage, kamen sie zu beschneiden das Kind⸗ lein und hießen ihn nach seinem Vater Zacharias. Aber seine Mutter antwortete und sprach: Mit nichten, sondern er soll Johannes heißen. Und sie sprachen zu ihr: Ist doch niemand in deiner Freundschaft, der also heiße. Und sie winkten seinem Vater, wie er ihn wollte heißen lassen. Und er forderte ein Täflein, schrieb und sprach: Er heißt Johan⸗ nes. Und sie verwunderten sich alle. Und alsbald ward sein Mund und seine Zunge aufgethan, und redete und lobte Gott. Und es kam eine Furcht über alle Nachbarn, und diese Geschichte ward alle ruchbar auf dem ganzen jüdischen Gebirge. Und alle, die es hörten, nahmen es zu Herzen und sprachen: Was, meinest du, will aus dem Kindlein werden? Denn die Hand des Herrn war mit ihm. Und sein Vater Zacharias ward des heiligen Geistes voll, weissagete und sprach: Gelobet sei der Herr, der Gott JIsraels, denn er hat besucht und erlöset sein Volk und hat uns aufgerichtet ein Horn des Heils in dem Hause seines Dieners David, als er vor Zeiten geredet hat durch den Mund seiner heiligen Propheten, daß er uns errettete von unsern Feinden, und von der Hand aller, die uns hassen, und die Barmherzigleit erzeigte unsern Vätern und gedächte an seinen heiligen Bund und an den Eid, den er geschworen hat unserm Vater Abraham, uns zu geben, daß wir, erlöset aus der Hand unserer Feinde, ihm dieneten ohne Furcht unser Leben lang in Heiligkeit und Gerechtigkeit, die ihm gefällig ist. Und du, Kindlein, wirst ein Prophet des Höchsten heißen. Du wirst vor dem Herrn hergehen, daß du seinen Weg bereitest und Erkenntnis des Heils gebest seinem Volk, die da ist in Ver⸗ gebung ihrer Sünden, durch die herzliche Barmherzigkeit unsres Gottes, err redete, if daß sie he denen, Güte und daß Treue daß uns gebe, daß —5. erusalem hat, denn igen von me eines auf dem werden, ungleich ie Herr⸗ einander e gebar daß der mit ihr. 3 Kind⸗ Mutter heißen. aft, der heißen Johan⸗ nd und im eine uf dem Herzen Denn rd des rr, der at uns David, heten, er, die dächte inserm nserer it und zopher n Weg Ver⸗ ottes, Episteln und Evangelien, I. Jahrg. 49 durch welche uns besucht hat der Aufgang aus der Höhe, auf daß er er⸗ scheine denen, die da sitzen in Finsternis und Schatten des Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens. Und das Kindlein wuchs und ward stark im Geist, und war in der Wüste, bis daß er sollte her⸗ vortreten vor das Volk Israel. Am Tage Mariä Heimsuchung. Lektion, Jesaias. 11. V. 1—5. nd es wird eine Rute aufgehen von dem Stamm Isai und ein Zweig aus seiner Wurzel Frucht bringen, auf welchem wird ruhen der Geist des Herrn, der Geist der Weisheit und des Verstandes, der Geist des Rates und der Stärke, der Geist der Erkenntnis und der Furcht des Herrn. Und sein Riechen wird sein in der Furcht des Herrn. Er wird nicht richten, nachdem seine Augen sehen, noch strafen, nachdem seine Ohren hören, sondern wird mit Gerechtigkeit richten die Armen und mit Gericht strafen die Elenden im Lande und wird mit dem Stabe seines Mundes in die Erde schlagen und mit dem Odem seiner Lippen den Gottlosen töten. Gerechtigkeit wird der Gurt seiner Lenden sein und der Glaube der Gurt seiner Nieren. Evangelium, Luk. 1 V. 39—56. Maria aber stand auf in den Tagen und ging auf das Gebirge ende⸗ lich zu der Stadt Juda's und kam in das Haus Zacharias und grüßte Elisabeth. Und es begab sich, als Elisabeth den Gruß Mariä hörete, hüpfte das Kind in ihrem Leibe. Und Elisabeth ward des heili⸗ gen Geistes voll und rief laut und sprach: Gebenedeiet bist du unter den Weibern und gebenedeiet ist die Frucht deines Leibes! Und woher kommt mir das, daß die Mutter meines Herrn zu mir kommt? Siehe, da ich die Stimme deines Grußes hörte, hüpfte mit Freuden das Kind in meinem Leibe. Und o selig bist du, die du geglaubet hast! Denn es wird vollendet werden, was dir gesagt ist von dem Herrn. Und Maria sprach: Meine Seele erhebet den Herrn und mein Geist freuet sich Gottes, meines Heilandes, denn er hat die Niedrigkeit seiner Magd angesehen. Siehe, von nun an werden mich selig preisen alle Kindeskinder. Denn er hat große Dinge an mir gethan, der da mächtig ist und des Name heilig ist. Und seine Barmherzigkeit währet immer für und für bei denen, die ihn fürchten. Er übet Gewalt mit seinem Arm und zerstreuet, die hoffärtig sind in ihres Herzens Sinn. Er stößet die Gewaltigen vom Stuhl und erhebet die Niedrigen. Die Hungrigen füllet er mit Gütern und lässet die Reichen leer. Er denket der Barmherzigkeit und hilft seinem Diener Israel auf, wie er geredet hat unsern Vätern, Abraham und seinem Samen ewiglich. Und Maria blieb bei ihr bei drei Monate. Darnach kehrete sie wieder heim. Am Michaelisfeste. Lektion, Offenb. Joh. 12. V. 7—12. Ur es erhob sich ein Streit im Himmel. Michael und seine Engel stritten mit dem Drachen, und der Drache stritt und seine Engel und siegeten nicht, auch ward ihre Stätte nicht mehr gefunden im Himmel. Und es ward ausgeworfen der große Drache, die alte Schlange, die da heißet der Teufel und Satanas, der die ganze Welt verführet, und ward geworfen auf die Erde, und seine Engel wurden auch dahin geworfen. Und ich hörete eine große Stimme, die sprach im Himmel: Nun ist das Heil und die Kraft und das Reich und die Macht unsers Gottes seines Christus worden, weil der Verkläger unserer Brüder verworfen ist, der sie verklaget Tag und Nacht vor Gott. Und sie haben ihn überwunden 50 Episteln und Evangelien, I. Jahrg. durch des Lammes Blut und durch das Wort ihres Zeugnisses und haben ihr Leben nicht geliebet bis an den Tod. Darum freuet euch, ihr Himmel, und die darinnen wohnen. Evangelium, Matth. 18. V. 1—11. Zu derselbigen Stunde traten die Jünger zu Jesu und sprachen: Wer O ist doch der Größeste im Himmelreich? Jesus rief ein Kind zu sich und stellete es mitten unter sie und sprach: Wahrlich, ich sage euch, es sei denn, daß ihr euch umkehret und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. Wer sich nun selbst erniedriget, wie dies Kind, der ist der Größeste im Himmelreich. Und wer ein solches Kind aufnimmt in meinem Namen, der nimmt mich auf. Wer aber ärgert dieser Geringsten einen, die an mich glauben, dem wäre besser, daß ein Mühlstein an seinen Hals gehänget und er ersäufet würde im Meer, da es am tiefsten ist. Wehe der Welt der Argernis halber! Es muß ja Argernis kommen, doch wehe dem Menschen, durch welchen Arger⸗ nis kommt! So aber deine Hand und dein Fuß dich ärgert, so haue ihn ab und wirf ihn von dir. Es ist dir besser, daß du zum Leben lahm oder ein Krüppel eingehest, denn daß du zwei Hände oder zwei Füße habest und werdest in das ewige Feuer geworfen. Und so dich dein Auge ärgert, reiß es aus und wirf es von dir. Es ist dir besser, daß du einäugig zum Leben eingehest, denn daß du zwei Augen habest und wer⸗ dest in das höllische Feuer geworfen. Sehet zu, daß ihr nicht jemand von diesen Kleinen verachtet. Denn ich sage euch: Ihre Engel im Himmel sehen allezeit das Angesicht meines Vaters im Himmel. Denn des Menschen Sohn ist gekommen, selig zu machen, was verloren ist. Am Erntedankfeste. Für die Altarvorlesung Ps. 95. V. 1—8. Gommt herzu, laßt uns dem Herrn frohlocken und jauchzen dem Hort M unsers Heils. Lasset uns mit Danken vor sein Angesicht kommen und mit Psalmen ihm jauchzen. Denn der Herr ist ein großer Gott und ein großer König über alle Götter. Denn in seiner Hand ist, was die Erde bringet, und die Höhen der Berge sind auch sein. Denn sein ist das Meer, und er hat es gemacht, und seine Hände haben das Trockne bereitet. Kommt laßt uns anbeten und knieen und niederfallen vor dem Herrn, der uns gemacht hat. Denn er ist unser Gott, und wir sind das Volk seiner Weide und Schafe seiner Hand. Heute, so ihr seine Stimme höret, so verstocket euer Herz nicht. Oder Psalm 111. Ich danke dem Herrn von ganzem Herzen im Rat der Frommen und V in der Gemeinde. Groß sind die Werke des Herrn, wer ihrer achtet, der hat eitel Lust daran. Was er ordnet, das ist löblich und herrlich, und seine Gerechtigkeit bleibet ewiglich. Er hat ein Gedächtnis gestiftet seiner Wunder, der gnädige und barmherzige Herr. Er giebt Speise denen, so ihn fürchten, er gedenket ewiglich an seinen Bund. Er läßt verkündigen seine gewaltigen Thaten seinem Volk, daß er ihnen gebe das Erbe der Heiden. Die Werke seiner Hände sind Wahrheit und Recht, alle seine Gebote sind rechtschaffen. Sie werden erhalten immer und ewiglich und geschehen treulich und redlich. Er sendet eine Erlösung seinem Volk, er verheißet, daß sein Bund ewiglich bleiben soll. Heilig und hehr ist sein Name. Die Furcht des Herrn ist der Weisheit Anfang, das ist eine feine Klugheit, wer darnach khut, des Lob bleibet ewiglich. Für die Predigt freier Text. sses und uet euch, 9 sch zu si euch, 63 rdet ihr get, wie solches er aber besser, würde der! Es Arger⸗ o haue Leben r zwei ch dein daß du d wer⸗ nd von immel in des 1—8. Hort mmen Gott „ was isein rockne Episteln und Evangelien, I. Jahrg. 51 Am Reformationsfeste. Für die Altarvorlesung 1. Kor. 3. V. 4—23. Hieben Brüder, so einer sagt: Ich bin Paulisch! der andere aber: Ich bin Apollisch! seid ihr denn nicht fleischlich? Wer ist nun Paulus? Wer ist Apollo? Diener sind sie, durch welche ihr seid gläubig ge⸗ worden, und dasselbige, wie der Herr einem jeglichen gegeben hat. Ich habe gepflanzet, Apollo hat begossen, aber Gott hat das Gedeihen gegeben. So ist nun weder der da pflanzet, noch der da begießet, etwas, sondern Gott, der das Gedeihen giebt. Der aber pflanzet und der da begießet, ist einer, wie der andere. Ein jeglicher aber wird seinen Lohn empfangen nach seiner Arbeit. Denn wir sind Gottes Mitarbeiter, ihr seid Gottes Ackerwerk und Gottes Gebäude. Ich, von Gottes Gnade, die mir gegeben ist, habe den Grund gelegt als ein weiser Baumeister, ein anderer bauet darauf. Ein jeglicher aber sehe zu, wie er darauf baue. Einen andern Grund kann zwar niemand legen, außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus. So aber jemand auf diesen Grund bauet Gold, Silber, Edelsteine, Holz, Heu, Stoppeln, so wird eines jeglichen Werk offenbar werden. Der Tag wird's klar machen, denn es wird durchs Feuer offen⸗ bar werden, und welcherlei eines jeglichen Werk sei, wird das Feuer bewähren. Wird jemandes Werk bleiben, das er darauf gebauet hat, so wird er Lohn empfangen. Wird aber jemandes Werk verbrennen, so wird er des Schaden leiden, er selbst aber wird selig werden, so doch als durchs Feuer. Wisset ihr nicht, daß ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnet? So jemand den Tempel Gottes verderbet, den wird Gott verderben, denn der Tempel Gottes ist heilig, der seid ihr. Niemand betrüge sich selbst. Welcher sich unter euch dünket weise zu sein, der werde ein Narr in dieser Welt, daß er möge weise sein. Denn dieser Welt Weisheit ist Thorheit bei Gott. Denn es stehet ge⸗ schrieben: Die Weisen erhaschet er in ihrer Klugheit. Und abermal: Der Herr weiß der Weisen Gedanken, daß sie eitel sind. Darum rühme sich niemand eines Menschen. Es ist alles euer, es sei Paulus oder Apollo, es sei Kephas oder die Welt, es sei das Leben oder der Tod, es sei das Gegenwärtige oder das Zukünftige. Alles ist euer, ihr aber seid Christi, Christus aber ist Gottes. Für die Predigt freier Text. Am Bußtage. Für die Altarvorlesung ein Bußpsalm, etwa Psalm 130. Rlus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir. Herr, höre meine Stimme, laß deine Ohren merken auf die Stimme meines Flehens. So du willst, Herr, Sünde zurechnen, Herr, wer wird bestehen? Denn bei dir ist die Vergebung, daß man dich fürchte. Ich harre des Herrn, meine Seele harret und ich hoffe auf sein Wort. Meine Seele wartet auf den Herrn von einer Morgenwache bis zur andern. Israel, hoffe auf den Herrn, denn bei dem Herrn ist die Gnade und viel Erlösung bei ihm. Und er wird Israel erlösen aus allen seinen Sünden. Oder Psalm 25. Nach dir, Herr, verlanget mich— seiner Not. Oder Psalm 143. V. 1—11. Herr, erhöre mein Gebet— Gerechtigkeit willen. Zweiter Jahrgang. 1 Am 1. Sonntage des Advents. Lektion, Psalm 24. V. 3—10. 3 Wer wird auf des Herrn Berg gehen? Und wer wird stehen an seiner 7 heiligen Stätte? Der unschuldige Hände hat und reines Herzens ist, der nicht Lust hat zu loser Lehre und schwöret nicht fälschlich. Der wird den Segen vom Herrn empfangen und Gerechtigkeit von dem Gott 1 seines Heils. Das ist das Geschlecht, das nach ihm fraget, das da suchet G dein Antlitz, Jakob. Sela. Machet die Thore weit und die Thüren in der Welt hoch, daß der König der Ehren einziehe. Wer ist derselbe König 0 der Ehren? Es ist der Herr, stark und mächtig, der Herr, mächtig im · Streit. Machet die Thore weit und die Thüren in der Welt hoch, daß v der König der Ehren einziehe. Wer ist derselbe König der Ehren? Es E ist der Herr Zebaoth, er ist der König der Ehren. Sela. s Evangelium,‚, Matth. 11. V. 25—30. 3³² derselbigen Zeit antwortete Jesus und sprach: Ich preise dich, Vater M und Herr Himmels und der Erde, daß du solches den Weisen und Klugen verborgen hast und hast es den Unmündigen geoffenbaret. Ja, Vater, denn es ist also wohlgefällig gewesen vor dir. Alle Dinge sind mir übergeben von meinem Vater. Und niemand kennet den Sohn, denn n nur der Vater, und niemand kennet den Vater, denn nur der Sohn und 9 wem es der Sohn will offenbaren. Kommet her zu mir alle, die ihr V mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken. Nehmet auf euch E mein Joch und lernet von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen U demütig, so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Denn mein Joch u ist sanft und meine Last ist leicht. 9 Am 2. Sonnt. des Advents. Lektion, Jerem. 31. V. 31—34. f. Siehe, es kommt die Zeit, spricht der Herr, da will ich mit dem Hause 2 Israel und mit dem Hause Juda einen neuen Bund machen. Nicht wie der Bund gewesen ist, den ich mit ihren Vätern machte, da ich sie bei der Hand nahm, daß ich sie aus Agyptenland führete, welchen Bund sie nicht gehalten haben, und ich sie zwingen mußte, spricht der Herr. Sondern das soll der Bund sein, den ich mit dem Hause Israel machen will, nach dieser Zeit, spricht der Herr: Ich will mein Gesetz in ihr Herz ö geben und in ihren Sinn schreiben, und sie sollen mein Volk sein, so will ich ihr Gott sein. Und wird keiner den andern, noch ein Bruder den andern lehren und sagen: Erkenne den Herrn. Sondern sie sollen ö mich alle kennen, beide klein und groß, spricht der Herr. Denn ich will ihnen ihre Missethat vergeben und ihrer Sünde nicht mehr gedenken. Evangelium, Luk. 17. V. 20—25. Da ZJesus gefragt ward von den Pharisäern: Wann kommt das Reich é — Gottes? antwortete er ihnen und sprach: Das Reich Gottes kommt ö nicht mit äußerlichen Gebärden. Man wird auch nicht sagen: Siehe hier V oder da ist es. Denn sehet, das Reich Gottes ist inwendig in euch. Er V sprach aber zu den Jüngern: Es wird die Zeit kommen, daß ihr werdet ö 3—10. seiner herzens Vater ause eicht h sie zund err. chen herz so der llen vill ꝛich mt ier Er det Episteln und Evangelien, II. Jahrg. 53 begehren zu sehen einen Tag des Menschensohnes uud werdet ihn nicht sehen. Und sie werden zu euch sagen: Siehe hier, siehe da. Gehet nicht hin und folget auch nicht. Denn wie der Blitz oben vom Himmel blitzet und leuchtet über alles, das unter dem Himmel ist, also wird des Men⸗ schen Sohn an seinem Tage sein. Zuvor aber muß er viel leiden und verworfen werden von diesem Geschlecht. Am 3. Sonnt. des Advents. Lektion, Jesaias 55. V. 6—11. Suchet den Herrn, weil er zu finden ist, rufet ihn an, weil er nahe ist. Der Gottlose lasse von seinem Wege und der Übelthäter seine Gedanken und bekehre sich zum Herrn, so wird er sich sein erbarmen, und zu unserm Gott, denn bei ihm ist viel Vergebung. Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der Herr, sondern so viel der Himmel höher ist, denn die Erde, so sind auch meine Wege höher, denn eure Wege und meine Ge⸗ danken, denn eure Gedanken. Denn gleichwie der Regen und Schnee vom Himmel fällt und nicht wieder dahin kommt, sondern feuchtet die Erde und macht sie fruchtbar und wachsend, daß sie giebt Samen zu säen und Brot zu essen, also soll das Wort, so aus meinem Munde gehet, auch sein. Es soll nicht wieder zu mir leer kommen, sondern thun, das mir gefällt, und soll ihm gelingen, dazu ich es sende. Evangelium, Matth. 3. V. 1—12. u der Zeit kam Johannes, der Täufer, und predigte in der Wüste 3 des jüdischen Landes und sprach: Thut Buße, das Himmelreich ist nahe herbei gekommen. Und er ist der, von dem der Prophet Jesaias gesagt hat und gesprochen: Es ist eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Bereitet dem Herrn den Weg und machet richtig seine Steige. Er aber, Johannes, hatte ein Kleid von Kamelshaaren und einen leder⸗ nen Gürtel um seine Lenden. Seine Speise aber war Heuschrecken und wilder Honig. Da ging zu ihm hinaus die Stadt Jerusalem und das ganze jüdische Land und alle Länder an dem Jordan und ließen sich tau⸗ fen von ihm im Jordan und bekannten ihre Sünden. Als er nun viele Pharisäer und Sadducäer sah zu seiner Taufe kommen, sprach er zu ihnen: Ihr Otterngezüchte, wer hat denn euch gewiesen, daß ihr dem zukünftigen Zorn entrinnen werdet? Sehet zu, thut rechtschaffene Früchte der Buße. Denket nur nicht, daß ihr bei euch wollt sagen: Wir haben Abraham zum Vater. Ich sage euch: Gott vermag dem Abraham aus diesen Steinen Kinder zu erwecken. Es ist schon die Axt den Bäumen an die Wurzel gelegt. Darum, welcher Baum nicht gute Früchte bringet, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. Ich taufe euch mit Wasser zur Buße, der aber nach mir kommt, ist stärker, denn ich, dem ich auch nicht genugsam bin, seine Schuhe zu tragen, der wird euch mit dem heiligen Geist und mit Feuer taufen. Und er hat seine Wurfschaufel in seiner Hand, er wird seine Tenne fegen und den Weizen in seine Scheune sammeln, aber die Spreu wird er verbrennen mit ewigem Feuer. Am 4. Sonnt. des Advents. Lektion, Jesaias 12. V. 1—6. 3³ derselbigen Zeit wirst du sagen: Ich danke dir Herr, daß du zornig bist gewesen über mich und dein Zorn sich gewendet hat und tröstest mich. Siehe, Gott ist mein Heil, ich bin sicher und fürchte mich nicht, denn Gott der Herr ist meine Stärke und mein Psalm und ist mein Heil. Ihr werdet mit Freuden Wasser schöpfen aus den Heilsbrunnen. Und werdet sagen zu derselbigen Zeit: Danket dem Herrn, prediget seinen 5⁴4 Episteln und Evangelien, II. Jahrg. Namen, macht kund unter den Völkern sein Thun, verkündiget, wie sein Name so hoch ist. Lobsinget dem Herrn, denn er hat sich herrlich be⸗ wiesen, solches sei kund in allen Landen. Jauchze und rühme, du Ein⸗ wohnerin zu Zion, denn der Heilige Israels ist groß bei dir. Gvangelium, Joh. 3. V. 22—36. Dan kam Jesus und seine Jünger in das jüdische Land und hatte daselbst sein Wesen mit ihnen und taufte. Johannes aber taufte auch noch zu Enon, nahe bei Salim, denn es war viel Wassers daselbst. Und sie kamen dahin und ließen sich taufen. Denn Johannes war noch nicht ins Gefängnis gelegt. Da erhob sich eine Frage unter den Jün⸗ gern Johannis samt den Juden über der Reinigung, und kamen zu Johanne und sprachen zu ihm: Meister, der bei dir war jenseit des Jordans, von dem du zeugtest, siehe, der taufet, und jedermann kommt zu ihm. Johannes antwortete und sprach: Ein Mensch kann nichts Zeugen, daß ich gesagt habe, ich sei nicht Christus, sondern vor ihm her gesandt. Wer die Braut hat, der ist der Bräutigam, der Freund aber des Bräutigams stehet und höret ihm zu und freuet sich hoch über des Bräutigams Stimme. Dieselbige meine Freude ist nun erfüllet. Er muß wachsen, ich aber muß abnehmen. Der von obenher kommt, ist über alle. Wer von der Erde ist, der ist von der Erde und redet von der Erde. Der vom Himmel kommt, der ist über alle und zeuget, was er gesehen und gehöret hat. Und sein Zeugnis nimmt niemand an, wer es aber annimmt, der versiegelt es, daß Gott wahrhaftig sei. Denn welchen Gott gesandt hat, der redet Gottes Wort, denn Gott giebt den Geist nicht nach dem Maß. Der Vater hat den Sohn lieb und hat ihm alles in seine Hand gegeben. Wer an den Sohn glaubet, der hat das ewige Leben. Wer dem Sohne nicht glaubet, der wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibet über ihm. Am 1. Weihnachtstage. Epistel, Ephes. 1. V. 3—6. VBelobet sei Gott und der Vater unsers Herrn Jesu Christi, der uns gesegnet hat mit allerlei geistlichem Segen in himmlischen Gütern durch Christum! Wie er uns denn erwählet hat durch denselbigen, ehe der Welt Grund gelegt war, daß wir sollten sein heilig und unsträflich vor ihm in der Liebe, und hat uns verordnet zur Kindschaft gegen ihn selbst durch Jesum Christum, nach dem Wohlgefallen seines Willens, zu Lobe seiner herrlichen Gnade, durch welche er uns hat angeuehm gemacht in dem Geliebten. Evangelium, Luk. 2. V. 1—14. Eꝰ begab sich aber zu der Zeit, daß ein Gebot von dem Kaiser Augu⸗ stus ausging, daß alle Welt geschätzet würde. Und diese Schätzung war die allererste und geschah zur Zeit, da Cyrenius Landpfleger in Syrien war. Und jedermann ging, daß er sich schätzen ließe, ein jeglicher in seine Stadt. Da machte sich auch auf Joseph aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, darum, daß er von dem Hause und Geschlecht Davids war, auf daß er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe, die war schwanger. Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, daß sie ge⸗ bären sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Win⸗ deln und legte ihn in eine Krippe, denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge. Und es waren Hirten in derselbigen Gegend auf dem 0 ü x wie sein rlich be⸗ du Ein⸗ nd hatte rtaufte daselbst. har noch n Jün⸗ 191.08 seit des kommt mnichts d meine hm her ud aber ber des et. Er ist über on der was er n, wer Denn bt den at ihm at das nicht . uns zütern n, ehe räflich n ihn 18, zu macht lugu⸗ tzung jer in licher der heißt war, „ die e ge⸗ Win⸗ aum dem Episteln und Evangelien, II. Jahrg. 5⁵ 9 5 7 9 Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde. Und siehe, des Herrn Engel trat zu ihnen und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie, und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht. Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volke wider⸗ fahren wird. Denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt ihr zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegend. Und alsobald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heer⸗ scharen, die lobten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen! Am 2. Weihnachtstage. Epistel, Hebr. 1. V. 1—6. Nachdem vor Zeiten Gott manchmal und maͤncherlei Weise geredet hat zu den Vätern durch die Propheten, hat er am letzten in diesen Tagen zu uns geredet durch den Sohn, welchen er gesetzet hat zum Erben über alles, durch welchen er auch die Welt gemacht hat. Welcher, sinte⸗ mal er ist der Glanz seiner Herrlichkeit und das Ebenbild seines Wesens und trägt alle Dinge mit seinem kräftigen Wort und hat gemacht die Reinigung unserer Sünden durch sich selbst, hat er sich gesetzt zu der Rechten der Majestät in der Höhe, so viel besser geworden, denn die Engel, so gar viel einen höheren Namen er vor ihnen exerbet hat. Denn zu welchem Engel hat er jemals gesagt: Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeuget? Und abermal: Ich werde sein Vater sein, und er wird mein Sohn sein? Und abermal, da er eingeführet den Erstgeborenen in die Welt, spricht er: Und es sollen ihn alle Engel Gottes anbeten. Evangelium,‚, Joh. 1. V. 1—14. Qm Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Dasselbige war im Anfang bei Gott. Alle Dinge sind durch dasselbige gemacht und ohne dasselbige ist nichts gemacht, was gemacht ist. In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht scheinet in der Finsternis, und die Finsternis haben es nicht begriffen. Es ward ein Mensch von Gott gesandt, der hieß Johannes. Derselbige kam zum Zeugnis, daß er von dem Lichte zeugete, auf daß sie alle durch ihn glaubten. Er war nicht das Licht, sondern, daß er zeugete von dem Licht. Das war das wahrhaftige Licht, welches alle Menschen erleuchtet, die in diese Welt kommen. Es war in der Welt, und die Welt ist durch dasselbige gemacht, und die Welt kannte es nicht. Es kam in sein Eigentum, und die Seinen nahmen ihn nicht auf. Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden, die an seinen Namen glauben, welche nicht von dem Geblüte, noch von dem Willen des Fleisches, noch von dem Willen eines Mannes, sondern von Gott geboren sind. Und das Wort ward Fleisch und wohnete unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit. Am Sonnt. nach Weihnachten. Epistel, Koloss. 2. B. 6—10. Wit ihr nun angenommen habt den Herrn Jesum Christum, so wan⸗ delt in ihm und seid gewurzelt und erbauet in ihm und seid fest im Glauben, wie ihr gelehret seid, und seid in demselbigen reichlich dankbar. Sehet zu, daß euch niemand beraube durch die Philosophie und lose Verführung nach der Menschen Lehre und nach der Welt Satzungen, und nicht nach Christo. Denn in ihm wohnet die ganze 56 Episteln und Evangelien, II. Jahrg. Fülle der Gottheit leibhaftig. Und ihr seid vollkommen in ihm, welcher ist das Haupt aller Fürstentümer und Obrigkeit. Evangelium, Joh. 1. V. 15—18. GWohannes zeuget von ihm, ruft und spricht: Dieser war es, von dem V ich gesagt habe: Nach mir wird kommen, der vor mir gewesen ist, denn er war eher, denn ich. Und von seiner Fülle haben wir alle ge⸗ nommen Gnade um Gnade. Denn das Gesetz ist durch Mosen gegeben, die Gnade und Wahrheit ist durch Jesum Christum geworden. Niemand gat Gott je gesehen. Der eingeborne Sohn, der in des Vaters Schoße ist, der hat es uns verkündiget. Am Reujahrstage. Epistel, 1. Timoth. 2. V. 1—6. Sd ermahne ich nun, daß man vor allen Dingen thue zuerst Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen, für die Könige und für alle Obrigkeit, auf daß wir ein ruhiges und stilles Leben führen mögen in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit. Denn solches ist gut, dazu auch angenehm vor Gott, unserm Heilande, welcher will, daß allen Menschen geholfen werde und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen, Denn es ist Ein Gott und Ein Mittler zwischen Gott und den Men⸗ schen, nämlich der Mensch Christus Jesus, der sich selbst gegeben hat für alle zur Erlösung, daß solches zu seiner Zeit geprediget würde. Evangelium, Luk. 2. V. 2l. Urd da acht Tage um waren, daß das Kind beschnitten würde, da ward sein Name genannt Jesus, welcher genannt war von dem Engel, ehe denn er im Mutterleibe empfangen ward. Oder für die Altarvorlesung Psalm 121. Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen, von welchen mir Hilfe kommt. Meine Hilfe kommt von dem Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat. Er wird deinen Fuß nicht gleiten lassen und, der dich be⸗ hütet, schläft nicht. Siehe, der Hüter Israels schläft noch schlummert nicht. Der Herr behütet dich, der Herr ist dein Schatten über deiner rechten Hand, daß dich des Tages die Sonne nicht steche, noch der Mond des Nachts. Der Herr behüte dich vor allem übel. Er behüte deine Seele. Der Herr behüte deinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit. Für die Predigt freier Tert. Am Sonntage nach Neujahr. Epistel, Jak. 4. V. 13—17. Mohlan, die ihr nun saget: Heute oder morgen wollen wir gehen in W die oder die Stadt und wollen ein Jahr da liegen und hantieren und gewinnen! die ihr nicht wisset, was morgen sein wird. Denn was ist euer Leben? Ein Dampf ist es, der eine kleine Zeit währet, darnach aber verschwindet er. Dafür ihr sagen solltet: So der Herr will und wir leben, wollen wir dies oder das thun. Nun aber rühmet ihr euch in eurem Hochmut. Aller solcher Ruhm ist böse. Denn wer da weiß Gutes zu thun und thut es nicht, dem ist es Sünde. Evangelium, Matth. 2. V. 13—23. Da sie aber hinweggezogen waren, siehe, da erschien der Engel des Herrn dem Joseph im Traum und sprach: Stehe auf und nimm SDSDN welcher bon dem desen ist, Schoße 6. t Bitte, Könige führen , dazu 5 allen mmen, Men⸗ hat fuͤr de, da i dem Hilfe Erde ch be⸗ imert einer Nond deine u bis 17. n in eren 8 ist lber wir in Heiß des um Episteln und Evangelien, II. Jahrg. 57 das Kindlein und seine Mutter zu dir und fliehe in Agyptenland und bleibe allda, bis ich dir sage, denn es ist vorhanden, daß Herodes das Kindlein suche, dasselbe umzubringen. Und er stand auf und nahm das Kindlein und seine Mutter zu sich bei der Nacht und entwich in Agyptenland und blieb allda bis nach dem Tode Herodis, auf daß erfüllet würde, das der Herr durch den Propheten gesagt hat, der da spricht: Aus Agypten habe ich meinen Sohn gerufen. Da Herodes nun sah, daß er von den Weisen betrogen war, ward er sehr zornig und schickte aus und ließ alle Kinder zu Bethlehem töten und an ihren ganzen Grenzen, die da zweijährig und darunter waren, nach der Zeit, die er mit Fleiß von den Weisen erlernet hatte. Da ist erfüllet, das da gesagt ist von dem Propheten Jeremias, der da spricht: Auf dem Gebirge hat man ein Geschrei gehöret, viel Klagens, Weinens und Heulens, Rahel beweinete ihre Kinder und wollte sich nicht trösten lassen, denn es war aus mit ihnen. Da aber Herodes gestorhen war, siehe, da erschien der Engel des Herrn dem Joseph im Traum in Agyptenland und sprach: Stehe auf und nimm das Kind⸗ lein und seine Mutter zu dir und ziehe hin in das Land Israel. Sie sind gestorben, die dem Kinde nach dem Leben standen. Und er stand auf und nahm das Kindlein und seine Mutter zu sich und kam in das Land Jsrael. Da er aber hörete, daß Archelaus im Jüdischen Lande König war, anstatt seines Vaters Herodis, fürchtete er sich, dahin zu kommen. Und im Traum empfing er Befehl von Gott und zog in die Orter des Galiläischen Landes und kam und wohnete in der Stadt, die da heißt Nazareth, auf daß erfüllet würde, das da gesagt ist durch die Propheten: Er soll Nazarenus heißen. Am Feste der heil. drei Könige, Epiphanias. Lektion, Jes. 42. V. 1—8. Siehe, das ist mein Knecht, ich erhalte ihn, und mein Auserwählter, an welchem meine Seele Wohlgefallen hat. Ich habe ihm meinen Geist gegeben. Er wird das Recht unter die Heiden bringen. Er wird nicht schreien noch rufen und seine Stimme wird man nicht hören auf den Gassen. Das zerstoßene Rohr wird er nicht zerbrechen und das glimmende Docht wird er nicht auslöschen. Er wird das Recht wahr⸗ haftiglich halten lehren. Er wird nicht mürrisch noch greulich sein, auf daß er auf Erden das Recht anrichte, und die Inseln werden auf sein Gesetz warten. So spricht Gott, der Herr, der die Himmel schaffet und ausbreitet, der die Erde macht und ihr Gewächs, der dem Volk, so darauf ist, den Odem giebt und den Geist denen, die darauf gehen: Ich, der Herr, habe dich gerufen mit Gerechtigkeit und habe dich be deiner Hand gefasset und habe dich behütet und habe dich zum Bund unter das Volk gegeben, zum Licht der Heiden, daß du sollst öffnen die Augen der Blinden, und die Gefangenen aus dem Gefängnis füh⸗ ren und, die da sitzen in der Finsternis, aus dem Kerker. Ich, der Herr, das ist mein Name, und will meine Ehre keinem andern geben, noch meinen Ruhm den Götzen. Evangelium,‚ Matth. 2. V. 1—12. Da Jesus geboren war zu Bethlehem im jüdischen Lande, zur Zeit des — Königs Herodes, siehe, da kamen die Weisen vom Morgenlande gen Jerusalem und sprachen: Wo ist der neugeborne König der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen im Morgenlande und sind gekommen, ihn anzubeten. Da das der König Herodes hörete, erschrat er, und mit ihm das ganze Jerusalem und ließ versammeln alle Hohepriester und Schrift⸗ 5⁰ Episteln und Evangelien, II. Jahrg. gelehrten unter dem Volk und erforschte von ihnen, wo Christus sollte geboren werden. Und sie sagten ihm: Zu Bethlehem im jüdischen Lande. Denn also stehet geschrieben durch den Propheten: Und du, Bethlehem im jüdischen Lande, bist mit nichten die kleinste unter den Fürsten Juda's, denn aus dir soll mir kommen der Herzog, der über mein Volk Israel ein Herr sei. Da berief Herodes die Weisen heimlich und erlernete mit Fleiß von ihnen, wann der Stern erschienen wäre, und wies sie gen Bethlehem und sprach: Ziehet hin und forschet fleißig nach dem Kind⸗ lein, und wenn ihr's findet, so saget mir's wieder, daß ich auch komme und es anbete. Als sie nun den König gehöret hatten, zogen sie hin. Und siehe, der Stern, den sie im Morgenlande gesehen hatten, ging vor ihnen hin, bis daß er kam und stand oben über, da das Kindlein war. Da sie den Stern sahen, wurden sie hoch erfreut und gingen in das Haus und fanden das Kindlein mit Maria, seiner Mutter, und fielen nieder und beteten es an und thaten ihre Schätze auf und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhen. Und Gott befahl ihnen im Traum, daß sie sich nicht sollten wieder zu Herodes lenken. Und zogen durch einen andern Weg wieder in ihr Land. Am 1. Sonnt. nach Epiphanias. Epist., Ephes. 5. V. 3—14. AIhr waret weiland Finsternis, nun aber seid ihr ein Licht in dem Herrn. Wandelt wie die Kinder des Lichts. Die Frucht des Geistes ist allerlei Gütigkeit und Gerechtigkeit und Wahrheit. Und prüfet, was da sei wohlgefällig dem Herrn. Und habt nicht Gemeinschaft mit den unfruchtbaren Werken der Finsternis, strafet sie aber vielmehr. Denn was heimlich von ihnen geschiehet, das ist auch schändlich zu sagen. Das alles aber wird offenbar, wenn es vom Licht gestraft wird. Denn alles, was offenbar wird, das ist Licht. Darum spricht er: Wache auf, der du schläfst, und stehe auf von den Toten, so wird dich Christus erleuchten. EGvangelium,‚, Matth. 4. V. 12.—22. Da nun Jesus hörete, daß Johannes überantwortet war, zog er in das galiläische Land und verließ die Stadt Nazareth, kam und wohnete zu Capernaum, die da liegt am Meer an den Grenzen Zabulon und Nephthalim, auf daß erfüllet würde, das da gesagt ist durch den Pro⸗ pheten Jesaias, der da spricht: Das Land Zabulon und das Land Neph⸗ thalim, am Wege des Meeres, jenseit des Jordans, und die heidnische Galiläa, das Volk, das im Finstern saß, hat ein großes Licht gesehen, und die da saßen am Ort und Schatten des Todes, denen ist ein Licht aufgegangen. Von der Zeit an fing Jesus an zu predigen und zu sagen: Thut Buße, das Himmelreich ist nahe herbeigekommen. Als nun Jesus an dem galiläischen Meer ging, sah er zwei Brüder, Simon, der da heißet Petrus, und Andreas, seinen Bruder, die warfen ihre Netze in das Meer, denn sie waren Fischer. Und er sprach zu ihnen: Folget mir nach. Ich will euch zu Menschenfischern machen. Bald verließen sie ihre Netze und folgten ihm nach. Und da er von dannen fürbaß ging, sah er zwei andere Brüder, Jakobum, den Sohn Zebedäi, und Johannem, seinen Bruder, im Schiff mit ihrem Vater Zebedäus, daß sie ihre Netze flickten, und er rief sie. Bald verließen sie das Schiff und ihren Vater und folgten ihm nach. Am 2. Sonnt. nach Epiphanias. Epist., Röm. 1. V. 16—20. ch schäme mich des Evangelii von Christo nicht, denn es ist eine Kraft Gottes, die da selig macht alle, die daran glauben, die Juden vor⸗ stus sollte en Lande. zethlehem n Juda's, lk Israel rnete mit 5 sie gen m Kind⸗ mme und in. Und hor ihnen ar. Da as Haus nnieder m Gold, Wehs ½)einen 3—14. in dem Geistes fet, was mit den ihre ihren 20. draft vor⸗ Episteln und Evangelien, II. Jahrg. 59 nehmlich und auch die Griechen, sintemal darinnen geoffenbaret wird die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, welche kommt aus Glauben in Glauben, wie denn geschrieben stehet: Der Gerechte wird seines Glaubens leben. Denn Gottes Zorn vom Himmel wird geoffenbaret über alles gottlose Wesen und Ungerechtigkeit der Menschen, die die Wahrheit in Ungerech⸗ tigkeit aufhalten. Denn daß man weiß, daß Gott sei, ist ihnen offen⸗ bar, denn Gott hat es ihnen geoffenbaret, damit, daß Gottes unsicht⸗ bares Wesen, das ist seine ewige Kraft und Gottheit, wird ersehen, so man des wahrnimmt an den Werken, nämlich an der Schöpfung der Welt, also, daß sie keine Entschuldigung haben. Evangelium, Luk. 4. V. 14—24. nd Jesus kam wieder in des Geistes Kraft in Galiläa, und das Ge⸗ rücht erscholl von ihm durch alle umliegende Orter. Und er lehrete in ihren Schulen und ward von jedermann gepriesen. Und er kam gen Nazareth, da er erzogen war, und ging in die Schule, nach seiner Ge⸗ wohnheit am Sabbathtage und stand auf und wollte lesen. Da ward ihm das Buch des Propheten Jesaias gereicht. Und da er das Buch herumwarf, fand er den Ort, da geschrieben stehet: Der Geist des Herrn ist bei mir, derhalben er mich gesalbet hat und gesandt, zu verkündigen das Evangelium den Armen, zu heilen die zerstoßenen Herzen, zu predigen den Gefangenen, daß sie los sein sollen, und den Blinden das Gesicht und den Zerschlagenen, daß sie frei und ledig sein sollen, und zu predigen das angenehme Jahr des Herrn. Und als er das Buch zuthat, gab er es dem Diener und setzte sich. Und aller Augen, die in der Schule waren, sahen auf ihn. Und er fing an zu sagen zu ihnen: Heute ist diese Schrift erfüllet vor euren Ohren. Und sie gaben alle Zeugnis von ihm und wunderten sich der holdseligen Worte, die aus seinem Munde gingen, und sprachen: Ist das nicht Josephs Sohn? Und er sprach zu ihnen: Ihr werdet freilich zu mir sagen dies Sprichwort: Arzt, hilf dir selber. Denn wie große Dinge haben wir gehört zu Capernaum ge⸗ schehen! Thue also auch hier in deinem Vaterlande. Er aber sprach: Wahrlich, ich sage euch, kein Prophet ist angenehm in seinem Vaterlande. Am 3. Sonnt. nach Epiphanias. Epistel, Röm. 5. V. 1—5. No wir denn sind gerecht worden durch den Glauben, so haben wir Friede mit Gott durch unsern Herrn Jesum Christum, durch welchen wir auch einen Zugang haben im Glauben zu dieser Gnade, darinnen wir stehen, und rühmen uns der Hoffnung der zukünftigen Herrlichkeit, die Gott geben soll. Nicht allein aber das, sondern wir rühmen uns auch der Trübsale, dieweil wir wissen, daß Trübsal Geduld bringet, Geduld aber bringet Erfahrung, Erfahrung aber bringet Hoffnung, Hoff⸗ nung aber läßt nicht zu schanden werden. Denn die Liebe Gottes ist aus⸗ gegossen in unser Herz durch den heiligen Geist, welcher uns gegeben ist. Evangelium, Joh. 4. V. 5—14. a kam er in eine Stadt Samariä, die heißet Sichar, nahe bei dem Dörflein, das Jakob seinem Sohne Joseph gab. Es war aber allda Jakobs Brunnen. Da nun Jesus müde war von der Reise, setzte er sich also auf den Brunnen, und es war um die sechste Stunde. Da kommt ein Weib von Samaria, Wasser zu schöpfen. Jesus spricht zu ihr: Gieb mir zu trinken. Denn seine Jünger waren in die Stadt ge⸗ gangen, daß sie Spelse kauften. Spricht nun das samaritische Weib zu ihm: Wie bittest du von mir zu trinken, so du ein Jude bist und ich 60 Episteln und Evangelien, II. Jahrg. ein samaritisch Weib? Denn die Juden haben keine Gemeinschaft mit den Samaritern. Jesus antwortete und sprach zu ihr: Wenn du er⸗ kennetest die Gabe Gottes und wer der ist, der zu dir sagt: Gieb mir zu trinken! du bätest ihn und er gäbe dir lebendiges Wasser. Spricht zu ihm das Weib: Herr, du hast doch nichts, damit du schöpfest, und der Brunnen ist tief. Woher hast du denn lebendiges Wasser? Bist du mehr, denn unser Vater Jakob, der uns diesen Brunnen gegeben hat und er hat daraus getrunken und seine Kinder und sein Vieh? Jesus antwortete und sprach zu ihr: Wer dieses Wasser trinken wird, den wird wieder dürsten, wer aber das Wasser trinken wird, das ich ihm gebe, den wird ewiglich nicht dürsten, sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, das wird in ihm ein Brunnen des Wassers werden, das in das ewige Leben quillet. Am 4. Sonnt. nach Epiphanias. Epistel, Ephes. 2. V. 17—22. Christus ist gekommen, hat verkündigt im Evangelio den Frieden euch,‚ die ihr ferne waret, und denen, die nahe waren. Denn durch ihr haben wir den Zugang alle beide in einem Geist zum Vater. So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Bürger mit den Heiligen und Gottes Hausgenossen, erbauet auf dem Grunde der Apostel und Propheten, da Jesus Christus der Eckstein ist, auf welchem der ganze Bau, in einander gefüget, wächset zu einem heiligen Tempel in dem Herrn, auf welchem auch ihr miterbauet werdet zu einer Be⸗ hausung Gottes im Geist. Evangelium,‚, Joh. 4. V. 15—26. Spricht das Weib zu ihm: Herr, gieb mir dasselbige Wasser, auf daß mich nicht dürste, daß ich nicht herkommen müsse, zu schöpfen. Jesus spricht zu ihr: Gehe hin, rufe deinen Mann und komm her. Das eib antwortete und sprach zu ihm: Ich habe keinen Mann. Jesus spricht zu ihr: Du hast recht gesagt: Ich habe keinen Mann. Fünf Männer hast du gehabt, und den du nun hast, der ist nicht dein Mann. Da hast du recht gesagt. Das Weib spricht zu ihm: Herr, ich sehe, daß du ein Prophet bist. Unsere Väter haben auf diesem Berge angebetet, und ihr sagt, Jerusalem sei die Stätte, da man anbeten soll. Jesus spricht zu ihr: Weib, glaube mir, es kommt die Zeit, daß ihr weder auf diesem Berge noch zu Jerusalem werdet den Vater anbeten. Ihr wisset nicht, was ihr anbetet, wir wissen aber, was wir anbeten, denn das Heil kommt von den Juden. Aber es kommt die Zeit und ist schon jetzt, daß die wahrhaftigen Anbeter werden den Vater anbeten im Geist und in der Wahrheit, denn der Vater will auch haben, die ihn also anbeten. Gott ist ein Geist, und die ihn anbeten, die müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten. Spricht das Weib zu ihm: Ich weiß, daß Messias kommt, der da Christus heißt. Wenn derselbige kom⸗ men wird, so wird er uns alles verkündigen. Jesus spricht zu ihr⸗ Ich bin's, der mit dir redet. Am 5. Sonnt. u. Epiphan. Epist., 2. Timoth. 3. V. 10—17. Dr hast erfahren meine Lehre, meine Weise, meine Meinung, meinen Glauben, meine Langmut, meine Liebe, meine Geduld, meine Ver⸗ folgung, meine Leiden, welche mir widerfahren sind zu Antiochien, zu Ikonien, zu Lystra, welche Verfolgung ich da ertrug, und aus allen hat mich der Herr erlöset. Und alle, die gottselig leben wollen in Christo Jesu, müssen Verfolgung leiden. Mit den bösen Menschen aber und verf führ sinte die h durck gege in da guten ihn Gem Die man Aben die so er Mei jema Gott der sands Am 2 an, l viel vor mach er zi das mack wele von zur rüht nschaft mit enn du er⸗ 17—22. den eu„ urch ihr So seio mit den Apostel hem der mpel in ner Be⸗ auf daß höpfen. Episteln und Evangelien, II. Jahrg. 61 verführerischen wird es je länger je ärger, verführen und werden ver⸗ führet. Du aber bleibe in dem, das du gelernet hast und dir vertrauet ist, sintemal du weißt, von wem du gelernet hast. Und weil du von Kind auf die heilige Schrift weißt, kann dich dieselbige unterweisen zur Seligkeit durch den Glauben an Christo Jesu. Denn alle Schrift, von Gott ein⸗ gegeben, ist nütze zur Lehre, zur Strafe, zur Besserung, zur Züchtigung in der Gerechtigkeit, daß ein Mensch Gottes sei vollkommen, zu allem guten Werk geschickt. Evangelium, Joh. 7. V. 10—13. 3 Al aber Jesu Brüder waren hinaufgegangen, da ging er auch hinauf zu dem Fest, nicht offenbarlich, sondern gleich heimlich. Da suchten ihn die Juden am Fest und sprachen: Wo ist der? Und es war ein großes Gemurmel von ihm unter dem Volk. Etliche sprachen: Er ist fromm. Die andern aber sprachen: Nein, sondern er verführet das Volk. Nie⸗ mand aber redete frei von ihm, um der Furcht willen vor den Juden. Aber mitten im Fest ging Jesus hinauf in den Tempel und lehrete. Und die Juden verwunderten sich und sprachen: Wie kann dieser die Schrift, so er sie doch nicht gelernet hat? Jesus antwortete ihnen und sprach: Meine Lehre ist nicht mein, sondern des, der mich gesandt hat. So jemand will des Willen thun, der wird inne werden, ob diese Lehre von Gott sei, oder ob ich von mir selbst rede. Wer von ihm selbst redet, der suchet seine eigene Ehre, wer aber suchet die Ehre des, der ihn ge⸗ sandt hat, der ist wahrhaftig und ist keine Ungerechtigkeit an ihm. Am 6. Sonnt. nach Epiphanias. Epist., 1. Kor. 1. V. 25—31. ie göttliche Thorheit ist weiser, denn die Menschen sind, und die göttliche Schwachheit ist stärker, denn die Menschen sind. Sehet an, lieben Brüder, euren Beruf. Nicht viel Weise nach dem Fleisch, nicht viel Gewaltige, nicht viel Edle sind berufen, sondern was thöricht ist vor der Welt, das hat Gott erwählet, daß er die Weisen zu schanden mache, und was schwach ist vor der Welt, das hat Gott erwählet, daß er zu schanden mache, was stark ist, und das Unedle vor der Welt und das Verachtete hat Gott erwählet und das da nichts ist, daß er zunichte mache, was etwas ist, auf daß sich vor ihm kein Fleisch rühme. Von welchem auch ihr herkommt in Ehristo Jesu, welcher uns gemacht ist von Gott zur Weisheit und zur Gerechtigkeit und zur Heiligung und zur Erlösung, auf daß, wie geschrieben stehet, wer sich rühmet, der rühme sich des Herrn. Evangelium, Joh. 7. V. 37—53.— Aber am letzten Tage des Festes, der am herrlichsten war, trat Jesus auf, rief und sprach: Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke. Wer an mich glaubet, von des Leibe werden Ströme des lebendigen Wassers fließen. Das sagte er aber von dem Geist, welchen empfangen sollten, die an ihn glaubten, denn der heilige Geist war noch nicht da, denn Jesus war noch nicht verkläret. Viele nun vom Volk, die diese Rede höreten, sprachen: Dieser ist ein rechter Prophet. Die andern sprachen: Er ist Christus. Etliche aber sprachen: Soll Christus aus Galiläa kommen? Spricht nicht die Schrift von dem Samen Davids und aus dem Flecken Bethlehem, da David war, sollte Christus kommen? Also ward eine Zwietracht unter dem Volk über ihn. Es wollten aber etliche ihn greifen, aber niemand legte die Hand an ihn. Die Knechte kamen zu den Hohenpriestern und Pharisäern. Und sie sprachen zu ihnen: 62 Episteln und Evangelien, U. Jahrg. Warum habt ihr ihn nicht gebracht? Die Knechte antworteten: Es hat nie kein Mensch also geredet, wie dieser Mensch. Da antworteten ihnen die Pharisäer: Seid ihr auch verführet? Glaubt auch irgend ein Ober⸗ ster oder Pharisäer an ihn? Sondern das Volk, das nichts vom Gesetz weiß, ist verflucht. Spricht zu ihnen Nikodemus, der bei der Nacht zu ihm kam, welcher einer unter ihnen war: Richtet unser Gesetz auch einen Menschen, ehe man ihn verhöret und erkennet, was er thut? Sie ant⸗ worteten und sprachen zu ihm: Bist du auch ein Galiläer? Forsche und siehe, aus Galiläa steht kein Prophet auf. Und ein jeglicher ging also heim. Am Sonntage Septuagesimä. Epistel, Röm. 10. B. 3—16. Dies ist das Wort vom Glauben, das wir predigen. Denn so du mit deinem Munde bekennest Jesum, daß er der Herr sei, und glaubest in deinem Herzen, daß ihn Gott von den Toten auferwecket hat, so wirst du selig. Denn so man von Herzen glaubt, so wird man gerecht, und so man mit dem Munde bekennet, so wird man selig. Denn die Schrift spricht: Wer an ihn glaubt, wird nicht zu schanden werden. Es ist hier kein Unterschied zwischen Juden und Griechen. Es ist aller zumal Ein Herr, reich über alle, die ihn anrufen. Denn wer den Namen des Herrn wird anrufen, soll selig werden. Wie sollen sie aber anrufen, an den sie nicht glauben? Wie sollen sie aber glauben, von dem sie nichts gehöret haben? Wie sollen sie aber hören ohne Prediger? Wie sollen sie aber predigen, wo sie nicht gesandt werden? Wie denn geschrie⸗ ben stehet: Wie lieblich sind die Füße derer, die den Frieden verkündigen, die das Gute verkündigen! Aber sie sind nicht alle dem Evangelio ge⸗ horsam. Denn Jesaias spricht: Herr, wer glaubet unserm Predigen? So kommt der Glaube aus der Predigt, das Predigen aber durch das Wort Gottes. Ich sage aber: Haben sie es nicht gehöret? Zwar es ist je in alle Lande ausgegangen ihr Schall und in alle Welt ihre Worte. Evangelium, Matth. 9. V. 35—38. 1* Jesus ging umher in alle Städte und Märkte, lehrete in ihren Schulen und predigte das Evangelium von dem Reich und heilete allerlei Seuche und allerlei Krankheit im Volk. Und da er das Volk sah, jammerte ihn desselbigen, denn sie waren verschmachtet und zer⸗ streuet, wie die Schafe, die keinen Hirten haben. Da sprach er zu seinen Jüngern: Die Ernte ist groß, aber wenig sind der Arbeiter. Darum bittet den Herrn der Ernte, daß er Arbeiter in seine Ernte sende. Am Sonntage Sexagesimä. Gpistel, 2. Thess. 3. V. 1—5. eiter, lieben Brüder, betet für uns, daß das Wort des Herrn laufe und gepriesen werde, wie bei euch, und daß wir erlöset werden von den unartigen und argen Menschen. Denn der Glaube ist nicht jeder⸗ manns Ding. Aber der Herr ist treu, der wird euch stärken und be⸗ wahren vor dem Argen. Wir versehen uns aber zu euch in dem Herrn, daß ihr thut und thun werdet, was wir euch gebieten. Der Herr aber richte eure Herzen zu der Liebe Gottes und zu der Geduld Christi. Evangelium, Mark. 4. V. 26—32. JS sprach: Das Reich Gottes hat sich also, als wenn ein Mensch Samen aufs Land wirft und schläft und stehet auf Nacht und Tag, und der Same gehet auf und wächset, daß er's nicht weiß. Denn die Erde bringet von ihr selbst zum ersten das Gras, darnach die Ahren 1: Es hat ten ihnen in Ober⸗ m Gesetz Nacht zu uch einen Sie ant⸗ sche und zing also 8—138. du mit her den sie aber on dem ꝰ Wie eschrie⸗ ndigen, lio ge⸗ digen? uch das es ist Worte. ihren heilete 3Volk d zer⸗ seinen harum —5. laufe n von jeder⸗ d be⸗ errn, aber 0 ensch Tag, die jren Episteln und Evangelien, II. Jahrg. 63 EI n Weizen in den Ahren. Wann sie aber die Frucht cbracht hat uo schiger er bald die Sichel hin, denn Hrihen und durch und erj 165 Wem wollen wir das Reich Gottes verglei⸗ her Lorn, wonn e 3 gesä ire 8 Land, so ists das kleinste 1 auoßer derm Eden Und wenn es geshet ist, so 5we ige, also, daß die Vogel nter rohlkräuter, und gewinnet große Zweige, 10, V dem diumer unter denent Schatten wohnen or 2. 18.24. Am Sonntage Estomihi. Epistel, 1. 52—35— 341908 Werden, 8 Wort vom Kreuz ist eine Thorheit denen, die traft Henn es Dẽ 8 aber, die wir selig werden, ist es eine 07 6 Weisen un gesch rieben: Ich will zunichte machen die Weisheitt— 380 Kuugen? ben Verstand der Verständigen Wo sind die Weltweisen? Hat buht Gott Wo sind die Sehretgelehrren Inene ind die Ut7 Denn dieweil die Welt ie Weisheit dieser Welt zur Thorheit gemach Da n i n. durchihre Weisheit Gait iu seme Weisheit nicht 917.10 5 dan Manben wöhl, dudch thörichte Heichen ordern untd die Griochen wach Weisheit fargen, Wir aber pre en den rteuzi gten Christum, den Juden ein 781* rprebigen den gekreuzigten Ch ufen Aroerdis aurd den Goiechen eine Thorheit. +— mn, Möttliche Keost sund, beiden, Juden und Griechen, predigen wir Christum, g 2— ind göttliche Weisheit. 979 633 Evangelium, Joh. 11. B. mien Rat und versammelten die Hohenpriester und die Phar zele Zeichen. Lassen Borachen: Was thun wir? Dieser Mensch thut vie lommen dann die ir ihn also, so werden sie alle an ihn glauben. ö So 122 ihnen, mit Römer und nehmen uns Land und Leute. Einer miester ivar sprach au Namen Kaiphas, der desselbigen auch uichns. Es iü uns beser, Ein ihnen: Ihr wisset nichts, bedenket auch nichts. Polt verderbe. Soiches Mensch sterbe für das Volk, denn daß das gan3en— desselbigen Fahres ber redete er nicht von sich selbst, sondern dieweil er Kierben für das a herpriester war, weissagete er. Denn Jesus sollte Kinder Gottes, Volt— nicht für das Volk allein, landen daß 4Tage aw ratschagten 5 weßen 1 tötel. Fein aber waldelte nicht 56.„ frei er Wüste, x ie sie ihn töteten. Jesu er w üste Juden, lanbern ging von dannen in eine Gagene en daselb stmit seinen in eine Stadt, genannt Ephrem, und hatte sein Wesen Jüngern. 7—9 Am 1. Sonntage in den.2.. 16 Diei onr ienn 186 en um uns haben, arum auch wir, dieweil wir solchen Haufen Mlebt ind träge macht, D lasset uns ablegen die Sünde, so uns immer f der Ins verordnet ih, und lasset uns laufen mit Geduld in dem und lender des Glanbeus, und aufsehen auf Jesum, den Anfänger und(hnlldete erdäs Kreuz welcher, da er wohl hätte mögen Freude haben, er 15 Rechten auf dem und achtete der Schande nicht und ist wiches Widersorechen von den Stuhl Gottes. Gedenket an den, der ein solches eurem Weut watt wer⸗ Sündern wider sich erduldet hat, daß ihr nicht in—. Blut Widertanden det und ablasset. Denn ihr habt noch nicht bis aufs über dem Kämpfen wider die Sünde. 6⁴ Episteln und Evangelien, II. Jahrg. Gvangelium, Matth. 16. V. 21—23. Von der Zeit an fing Jesus an und zeigte seinen Jüngern, wie er Omüßte hiun gen Jerusalem gehen und viel leiden von den Altesten und Hohenpriestern und Schriftgelehrten und getötet werden und am dritten Tage auferstehen. Und Petrus nahm ihn zu sich, fuhr ihn an, und sprach: Herr, schone deiner selbst. Das widerfahre dir nur nicht. Aber er wandte sich um und sprach zu Petro: Hebe dich, Satan, von mir! Du bist mir ärgerlich, denn du meinest nicht, was göttlich, sondern was menschlich ist. Am 2. Sonntage in den Fasten, Reminiscere. Epistel, 1. Petr. 4. V. 12—19. Ihr Lieben, lasset euch die Hitze, so euch begegnet, nicht befremden, die euch widerfähret, daß ihr versuchet werdet, als widerführe euch etwas Seltsames. Sondern freuet euch, daß ihr mit Christo leidet, auf daß ihr auch zu der Zeit der Offenbarung seiner Herrlichkeit Freude und Wonne haben möget. Selig seid ihr, wenn ihr geschmähet werdet über dem Namen Christi, denn der Geist, der ein Geist der Herrlichkeit und Gottes ist, ruhet auf euch. Bei ihnen ist er verlästert, aber bei euch ist er ge⸗ priesen. Niemand aber unter euch leide als ein Mörder oder Dieb oder Übelthäter oder der in ein fremdes Amt greift. Leidet er aber als ein Christ, so schäme er sich nicht, er ehre aber Gott in solchem Fall. Denn es ist die Zeit, daß anfange das Gericht an dem Hause Gottes. So aber zuerst an uns, was will es für ein Ende werden mit denen, die dem Evangelio Gottes nicht glauben? Und so der Gerechte kaum erhalten wird, wo will der Gottlose und Sünder erscheinen? Darum, welche da leiden nach Gott es Willen, die sollen ihm ihre Seele befehlen, als dem treuen Schöpfer, in guten Werken. Evangelium, Matth. 20. V. 20—28. Da trat zu ihm die Mutter der Kinder Zebedäi mit ihren Söhnen, fiel vor ihm nieder und bat etwas von ihm. Und er sprach zu ihr: Was willst du? Sie sprach zu ihm: Laß diese meine zwei Söhne sitzen in deinem Reich, einen zu deiner Rechten und den andern zu deiner Linken. Aber Jesus antwortete und sprach: Ihr wisset nicht, was ihr bittet. Könnet ihr den Kelch trinken, den ich trinken werde, und euch taufen lassen mit der Taufe, da ich mit getauft werde? Sie sprachen zu ihm: Ja wohl. Und er sprach zu ihnen: Meinen Kelch sollt ihr zwar trinken und mit der Taufe, da ich mit getauft werde, sollt ihr getauft werden, aber das Sitzen zu meiner Rechten und Linken zu geben, steht mir nicht zu, sondern denen es bereitet ist von meinem Vater. Da das die Zehn hörten, wurden sie unwillig über die zwei Brüder. Aber Jesus rief sie zu sich und sprach: Ihr wisset, daß die weltlichen Fürsten herr⸗ schen und die Oberherren haben Gewalt. So soll es nicht sein unter euch, sondern so jemand will unter euch gewaltig sein, der sei euer Diener, und wer da will der Vornehmste sein, der sei euer Knecht, gleich⸗ wie des Menschen Sohn ist nicht gekommen, daß er sich dienen lasse, sondern daß er diene und gebe sein Leben zu einer Erlösung für viele. Am 3. Sonntage in den Fasten, Oculi. Epistel, Röm. 8. V. 28—39. Wir wissen aber, daß denen, die Gott lieben, alle Dinge zum besten dienen, die nach dem Vorsatz berufen sind. Denn welche er zuvor — DAA V wie er Altesten und am ihn an, r nicht. in, von sondern en, die etwas laß ihr Wonne r dem Bottes er ge⸗ b oder Is ein Denn oaber e dem halten he da dem Episteln und Evangelien, II. Jahrg. 6⁵ versehen hat, die hat er auch verordnet, daß sie gleich sein sollten dem Ebenbilde seines Sohnes, auf daß derselbige der Erstgeborne sei unter vielen Brüdern. Welche er aber verordnet hat, die hat er auch berufen, welche er aber berufen hat, die hat er auch gerecht gemacht, welche er aber hat gerecht gemacht, die hat er auch herrlich gemacht. Was wollen wir denn hiezu sagen? Ist Gott für uns, wer mag wider uns sein? Welcher auch seines eigenen Sohnes nicht hat verschonet, sondern hat ihn für uns alle dahingegeben, wie sollte er uns mit ihm nicht alles schen⸗ ken? Wer will die Auserwählten Gottes beschuldigen? Gott ist hier, der da gerecht macht. Wer will verdammen? Christus ist hier, der ge⸗ storben ist, ja vielmehr, der auch auferwecket ist, welcher ist zur Rech fen Gottes und vertritt uns. Wer will uns scheiden von der Liebe Gottes? Trübsal oder Angst oder Verfolgung oder Hunger oder Blöße oder Fährlichkeit oder Schwert? Wie geschrieben steht: Um deinetwillen wer⸗ den wir getötet den ganzen Tag, wir sind geachtet wie Schlachtschafe. Aber in dem allen überwinden wir weit um des willen, der uns geliebet hat. Denn ich bin gewiß, daß weder Tod noch Leben, weder Engel noch Fürstentum, noch Gewalt, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder 1 noch Tiefes, noch keine andere Kreatur mag uns scheiden von der iebe Gottes, die in Christo Jesu ist, unserm Herrn. Evangelium, Luk. 19. V. 1—10. U er zog hinein und ging durch Jericho. Und siehe, da war ein Mann. genannt Zachäus, der war ein Oberster der Zöllner und war reich, und begehrete Jesum zu sehen, wer er wäre und konnte nicht vor dem Volk, denn er war klein von Person. Und er lief vorhin und stieg auf einen Maulbeerbaum, auf daß er ihn sähe, denn allda sollte er durchkommen. Und gls Jesus kam an dieselbige Stätte, sah er auf und ward seiner gewahr und sprach zu ihm: Zachäe, steig' eilend her⸗ nieder, denn ich muß heute zu deinem Hause einkehren. Und er stieg eilend hernieder und nahm ihn auf mit Freuden. Da sie das sahen, murrten sie alle, daß er bei einem Sünder einkehrete. Zachäus aber trat dar und sprach zu dem Herrn: Siehe, Herr, die Hälfte meiner Güter gebe ich den Armen, und so ich jemand betrogen habe, das gebe ich vierfältig wieder. Jesus aber sprach zu ihm: Heute ist diesem Hause Heil widerfahren, sintemal er auch Abrahams Sohn ist. Denn des Menschen Sohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, das verloren ist. Am 4. Sonntage in den Fasten, Lätare. 4— Epistel, 2. Kor. 5. V. 14—21. Die Liebe Christi dringet uns also, sintemal wir halten, daß, so einer für alle gestorben ist, so sind sie alle gestorben. Und er ist darum für alle gestorben, auf daß die, so da leben, hinfort nicht ihnen selbst leben, sondern dem, der für sie gestorben und auferstanden ist. Darum von nun an kennen wir niemand nach dem Fleisch, und ob wir auch Christum gekannt haben nach dem Fleisch, so kennen wir ihn doch jetzt nicht mehr. Darum, ist jemand in Christo, so ist er eine neue Kreatur. Das Alte ist vergangen, siehe, es ist alles neu geworden. Aber das alles von Gott, der uns mit ihm selber versöhnet hat durch Jesum Christum und das Amt gegeben, das die Versöhnung predigt. Denn Gott war in Christo und versöhnete die Welt mit ihm selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung. So sind wir nun Botschafter an Christi Statt, denn Gott E 4 * 66 Episteln und Evangelien, II. Jahrg. vermahnet durch uns. So bitten wir nun an Christi Statt: Lasset euch versöhnen mit Gott. Denn Gott hat den, der von keiner Sünde wußte, für uns zur Sünde gemacht, auf daß wir würden in ihm die Gerechtig⸗ keit, die vor Gott gilt. Evangelium, Joh. 12. V. 1—6. Sechs Tage vor den Ostern kam Jesus nach Bethanien, da Lazarus war, der Verstorbene, den Jesus auferwecket hatte von den Toten. Daselbst machten sie ihm ein Abendmahl, und Martha dienete, Lazarus aber war derer einer, die mit ihm zu Tische saßen. Da nahm Maria ein Pfund Salbe von ungefälschter köstlicher Narde und salbte die Füße Jesu und trocknete mit ihrem Haar seine Füße. Das Haus aber ward voll vom Geruch der Salbe. Da sprach seiner Jünger einer, Judas, Simons Sohn, Ischariothes, der ihn hernach verriet: Warum ist diese Salbe nicht verkauft um dreihundert Groschen und den Armen gegeben? Das sagte er aber nicht, daß er nach den Armen fragte, sondern er war ein Dieb und hatte den Beutel und trug, was gegeben ward. Da sprach Jesus: Lasset sie mit Frieden. Solches hat sie behalten zum Tage meines Begräbnisses. Denn Arme habt ihr allezeit bei euch, mich aber habt ihr nicht allezeit. Am 5. Sonntage in den Fasten, Judica. Epistel, Hebr. 10. B. 19—27. Sd wir nun haben, lieben Brüder, die Freudigkeit zum Eingang in das Heilige durch das Blut Jesu, welchen er uns zubereitet hat zum neuen und lebendigen Wege durch den Vorhang, das ist durch sein Fleisch, und haben einen Hohenpriester über das Haus Gottes, so lasset uns hin⸗ zugehen mit wahrhaftigem Herzen, in völligem Glauben, besprenget in unseren Herzen und los von dem bösen Gewissen und gewaschen am Leibe mit reinem Wasser. Und lasset uns halten an dem Bekenntnis der Hoffnung und nicht wanken, denn er ist treu, der sie verheißen hat. Und lasset uns unter einander unser selbst wahrnehmen mit Reizen zur Liebe und guten Werken und nicht verlassen unsere Versammlung, wie etliche pflegen, sondern untereinander ermahnen, und das so viel mehr, so viel ihr sehet, daß sich der Tag nahet. Denn so wir mutwillig sündi⸗ gen, nachdem wir die Erkenntnis der Wahrheit empfangen haben, haben wir fürder kein anderes Opfer mehr für die Sünde, sondern ein schreck⸗ lich Warten des Gerichts und des Feuereifers, der die Widerwärtigen verzehren wird. Evangelium, Matth. 23. V. 29—39. Cesus sprach: Wehe euch Schriftgelehrten und Pharisäern, ihr Heuchler, die ihr der Propheten Gräber bauet und schmücket der Gerechten Gräber und sprechet: Wären wir zu unserer Väter Zeiten gewesen, so wollten wir nicht teilhaftig sein mit ihnen an der Propheten Blut! So gebet ihr zwar über euch selbst Zeugnis, daß ihr Kinder seid derer, die die Propheten getötet haben. Wohlan, erfüllet auch ihr das Maß eurer Väter. Ihr Schlangen, ihr Otterngezüchte, wie wollet ihr der höllischen erdammnis entrinnen? Darum siehe, ich sende zu euch Propheten und Weise und Schriftgelehrte, und derselbigen werdet ihr etliche töten und kreuzigen und etliche werdet ihr geißeln in euren Schulen und werdet sie verfolgen von einer Stadt zu der andern, auf daß über euch komme alles das gerechte Blut, das vergossen ist auf Erden, von dem Blut des gerechten Abel bis auf das Blut Zacharias', Barachias Sohn, welchen ihr getötet ö ö sset euch e wußte, erechtig⸗ Lazarus Toten. Zazarus Maria ie Füße er ward Judas, ist diese geben? er war à sprach n Tage ich aber ang in jat zum Fleisch, us hin⸗ nget in jen am nutnis en hat. zen zur ig, wie mehr, sündi⸗ haben schreck⸗ irtigen uchler, echten sen, so Blut! derer, eurer lischen n und n und det sie alles echten etötet Episteln und Evangelien, II. Jahrg. 67 habt zwischen dem Tempel und Altar. Wahrlich, ich sage euch, daß solches alles wird über dies Geschlecht kommen. Jerusalem, Jerusalem, die du Htest die Propheten und steinigest, die zu dir gesandt sind, wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne versammlet ihre Küchlein unter ihre Flügel, und ihr habt nicht gewollt! Siehe, euer Haus soll euch wüste gelassen werden. Denn ich sage euch, ihr werdet mich von jetzt an nicht sehen, bis ihr sprechet: Gelobet sei, der da kommt im Namen des Herrn! Am Palmsonntage. Epistel, Hebr. 5. V. 5—9. Cäuurd hat sich nicht selbst in die Ehre gesetzer, daß er Hoherpriester würde, sondern der zu ihm gesagt hat: Du bist mein Sohn, heute hahe ich dich gezeuget. Wie er auch am andern Orte spricht: Du bist ein Priester in Ewigkeit, nach der Ordnung Melchisedeks. Und er hat in den Tagen seines Fleisches Gebet und Flehen mit starkem Geschrei und Thränen geopfert zu dem, der ihm von dem Tode konnte aushelfen, und ist auch erhöret, darum, daß er Gott in Ehren hatte. Und wie⸗ wohl er Gottes Sohn war, hat er doch an dem, das er litt, Gehorsam gelernet. Und da er ist vollendet, ist er geworden allen, die ihm gehor⸗ sam sind, eine Ursach zur ewigen Seligkeit. Evangelium, Joh. 17. V. 1—5. Sosden redete Jesus und hob seine Augen auf gen Himmel und sprach: Vater, die Stunde ist hier, daß du deinen Sohn verklärest, auf daß dich dein Sohn auch verkläre, gleichwie du ihm Macht gegeben hast über alles Fleisch, auf daß er das ewige Leben gebe allen, die du ihm gegeben hast. Das ist aber das ewige Leben, daß sie dich, daß du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hast, Jesum Christum, erkennen. Ich habe dich verkläret auf Erden-und vollendet das Werk, das du mir gegeben hast, daß ich es thun sollte. Und nun verkläre mich, du Vater, bei dir selbst mit der Klarheit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war. Am grünen Donnerstage. Epistel, 1. Kor. 10. V. 16. 17. Kieben Brüder, der 18 Biut Kelch, welchen wir segnen, ist der nicht die Gemeinschaft des Blutes Christi? Das Brot, das wir brechen, ist das nicht die Gemeinschaft des Leibes Christi? Denn Ein Brot ist es, so sind wir viele Ein Leib, dieweil wir alle Eines Brotes teilhaftig sind. Für die Altarvorlesung das vierte Hauptstück der Leidensgeschichte. Evangelium, Matth. 26. V. 17.29. Aln am ersten Tage der süßen Brote traten die Jünger zu Jesu und sprachen zu ihm: Wo willst du, daß wir dir bereiten das Osterlamm zu essen? Er sprach: Gehet hin in die Stadt zu einem und sprechet zu ihm: Der Meister läßt dir sagen: Meine Zeit ist hier, ich will bei dir Ostern halten mit meinen Jüngern. Und die Jünger thaten, wie ihnen Jesus befohlen hatte, und bereiteten das Osterlamm. Und am Abend setzte er sich zu Tische mit den Zwölfen. Und da sie aßen, sprach er: Wahrlich, ich sage euch, einer unter euch wird mich verraten. Und sie wurden sehr betrübt und hoben an ein jeglicher unter ihnen und sagten zu ihm: Herr, bin ich's? Er antwortete und sprach: Der mit der Hand mit mir in die Schüssel taucht, der wird mich verraten. Des Menschen Sohn gehet zwar dahin, wie von ihm geschrieben steht. Doch E* 68 Episteln und Evangelien, II. Jahrg. wehe dem Menschen, durch welchen des Menschen Sohn verraten wird! Es wäre ihm besser, daß derselbige Mensch noch nie geboren wäre. Da antwortete Judas, der ihn verriet, und sprach: Bin ich's, Rabbi? Er sprach zu ihm: Du sagst es. Da sie aber aßen, nahm Jesus das Brot, dankte und brach es und gab es den Jüngern und sprach: Nehmet, esset, das ist mein Leib. Und er nahm den Kelch und dankte, gab ihnen den und sprach: Trinket alle daraus, das ist mein Blut des neuen Testa⸗ ments, welches vergossen wird für viele zur Vergebung der Sünden. Ich sage euch: Ich werde von nun an nicht mehr von diesem Gewächs des Weinstocks trinken bis an den Tag, da ich es neu trinken werde mit euch in meines Vaters Reich. Am Karfreitage. Für die Altarvorlesung das fünfte Hauptstück der Leidensgeschichte. Für die Predigt freie Texte. Am 1. Ostertage. Epistel, 1. Petr. 1. V. 3—9. Gerobet sei Gott und der Vater unsers Herrn Jesu Christi, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten, zu einem unvergänglichen und unbefleckten und unverwelklichen Erbe, das behalten wird im Himmel euch, die ihr aus Gottes Macht durch den Glauben bewahret werdet zur Seligkeit, welche zubereitet ist, daß sie offenbar werde zu der letzten Zeit, in welcher ihr euch freuen werdet, die ihr jetzt eine kleine Zeit, wo es sein soll, traurig seid in mancherlei Anfechtungen, auf daß euer Glaube rechtschaffen und viel köstlicher erfunden werde, denn das vergängliche Gold, das durchs Feuer bewähret wird, zu Lob, Preis und Ehre, wenn nun geoffenbaret wird Christus, welchen ihr nicht ge⸗ sehen und doch lieb habt und nun an ihn glaubet, wiewohl ihr ihn nicht sehet, so werdet ihr euch freuen mit unaussprechlicher und herrlicher Freude und das Ende eures Glaubens davonbringen, nämlich der Seelen Seligkeit. Evangelium, Luk. 24. V. 1—12. Aber an der Sabbather einem sehr frühe kamen sie zum Grabe und *trugen die Spezerei, die sie bereitet hatten, und etliche mit ihnen. Sie fanden aber den Stein abgewälzet von dem Grabe und gingen hinein und fanden den Leib des Herrn Jesu nicht. Und da sie darum bekümmert waren, siehe, da traten bei sie zwei Männer mit glänzenden Kleidern. Und sie erschraken und schlugen ihre Angesichter nieder zur Erde. Da sprachen sie zu ihnen: Was suchet ihr den Lebendigen bei den Toten? Er ist nicht hier, er ist auferstanden. Gedenket daran, wie er euch sagte, da er noch in Galiläag war, und sprach: Des Menschen Sohn muß überantwortet werden in die Hände der Sünder und gekreu⸗ ziget werden und am dritten Tage auferstehen. Und sie gedachten an seine Worte. Und sie gingen wieder vom Grabe und verkündigten das alles den Elfen und den andern allen. Es war aber Maria Magdalena, und Johanna und Maria Jakobi und andere mit ihnen, die solches den Aposteln sagten. Und es däuchten sie ihre Worte eben, als wären es Märlein, und glaubten ihnen nicht. Petrus aber stand auf und lief zum Grabe und bückte sich hinein und sah die leinenen Tücher allein liegen und ging davon, und es nahm ihn wunder, wie es zuginge. en wird! äre. Da bbi? Er as Brot, et, esset, nen den n Testa⸗ Sünden. Bewächs erde mit ins nach endigen u einem ehalten Blauben r werde etzt eine gen, auf e, denn „Preis licht ge⸗ hn nicht rrlicher Seelen ibe und ihnen. gingen darum zenden der zur bei den in, wie enschen gekreu⸗ ten an en das halena, solches wären if und allein Episteln und Evangelien, II. Jahrg. 69 Am 2. Ostertage. Epistel, 1. Kor. 15. V. 51—58. Siehe, ich sage euch ein Geheimnis. Wir werden nicht alle entschlafen, wir werden aber alle verwandelt werden, und dasselbige plötzlich, in einem Augenblick, zu der Zeit der letzten Posaune. Denn es wird die Posaune schallen, und die Toten werden auferstehen unverweslich, und wir werden verwandelt werden. Denn dies Verwesliche muß anziehen das Unverwesliche und dies Sterbliche muß anziehen die Unsterblichkeit. Wenn aber dies Verwesliche wird anziehen das Unverwesliche und dies Sterbliche wird anziehen die Unsterblichkeit, dann wird erfüllet werden das Wort, das geschrieben stehet: Der Tod ist verschlungen in den Sieg. Tod, wo ist dein Stachel? Hölle, wo ist dein Sieg? Aber der Stachel des Todes ist die Sünde, die Kraft aber der Sünde ist das Gesetz. Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gegeben hat durch unsern Herrn Jesum Christum. Darum, meine lieben Brüder, seid fest, unbeweglich und nehmet immer zu in dem Werk des Herrn, sintemal ihr wisset, daß eure Arbeit nicht vergeblich ist in dem Herrn. Evangelium, Joh. 20. V. 11—18. Maria aber stand vor dem Grabe und weinete draußen. Als sie nun weinete, guckte sie in das Grab und siehet zwei Engel in weißen Kleidern sitzen, einen zu den Häupten und den andern zu den Füßen, da sie den Leichnam Jesu hingelegt hatten. Und dieselbigen sprachen zu ihr: Weib, was weinest du? Sie spricht zu ihnen: Sie haben meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wo sie ihn hingelegt haben. Und als sie das sagte, wandte sie sich zurück und siehet Fesum stehen und weiß nicht, daß es Jesus ist. Spricht Jesus zu ihr: Weib, was weinest du? Wen suchest du? Sie meinet, es sei der Gärtner, und spricht zu ihm: Herr, hast du ihn weggetragen, so sage mir, wo hast du ihn hin⸗ gelegt, so will ich ihn holen: Spricht Jesus zu ihr: Maria! Da wandte sie sich um und spricht zu ihm: Rabbuni! das heißt Meister. Spricht Jesus zu ihr: Rühre mich nicht an. Denn ich bin noch nicht aufgefahren zu meinem Vater. Gehe aber hin zu meinen Brüdern und sage ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott. Maria Magdalena kommt und verkündiget den Jüngern: Ich habe den Herrn gesehen, und solches hat er zu mir gesagt. Am 1. Sonntage nach Ostern, Quasimodogeniti. Gpistel, 1. Timoth. 6. B. 12—16. Kämpfe 15 berur⸗ Kampf des Glaubens, ergreife das ewige Leben, dazu I du auch berufen bist und bekannt hast ein gut Bekenntnis vor vielen Zeugen. Ich gebiete dir vor Gott, der alle Dinge lebendig macht, und vor Christo Jesu, der unter Pontio Pilato bezeuget hat ein gutes Bekenntnis, daß du haltest das Gebot ohne Flecken, untadelig, bis auf die Erscheinung unsers Herrn Jesu Christi, welche wird zeigen zu seiner Zeit der Selige und allein Gewaltige, der König aller Könige und Herr aller Herren, der allein Unsterblichkeit hat, der da wohnet in einem Licht, da niemand zukommen kann, welchen kein Mensch gesehen hat noch sehen kann, dem sei Ehre und ewiges Reich. Amen. Evangelium, Joh. 21. V. 15—19. a sie nun das Mahl gehalten hatten, spricht Jesus zu Simon Petro: Simon Johanna, hast du mich lieber, denn mich diese haben? Er spricht zu ihm: Ja, Herr, du weißt, daß ich dich lieb habe. Spricht er 70⁰ xů Episteln und Evangelien, II. Jahrg. zu ihm: Weide meine Lämmer. Spricht er zu dem andern Mal zu ihm: Simon Johanna, hast du mich lieb? Er spricht zu ihm: Ja, Herr, du weißt, daß ich dich lieb habe. Spricht er zu ihm: Weide meine Schafe. Spricht er zum dritten Mal zu ihm: Simon Johanna, hast du mich seb? Petrus ward traurig, daß er zum dritten Mal zu ihm sagte: Hast du mich lieb? und sprach zu ihm: Herr, du weißt alle Dinge, du weißt, daß ich dich lieb habe. Spricht Jesus zu ihm: Weide meine Schafe. Wahrlich, wahrlich, ich sage dir, da du jünger warest, gürtetest du dich selbst und wandeltest, wo du hin wolltest. Wenn du aber alt wirst, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein anderer wird dich gürten und führen, wo du nicht hin willst. Das sagte er aber, zu deuten, mit welchem Tode er Gott preisen würde. Da er aber das gesagt, spricht er zu ihm: Folge mir nach.* 1 Am 2. Sonntage nach Ostern, Misericordias Domini. Epistel, Ephes. 2. V. 4—10. Gott, der da reich ist von Barmherzigkeit, durch seine große Liebe, damit er uns geliebet hat, da wir tot waren in den Sünden, hat er uns samt Christo lebendig gemacht, denn aus Gnaden seid ihr selig geworden, und hat uns samt ihm auferwecket und samt ihm in das himmlische Wesen versetzet in Cheisto Jesu, auf daß er erzeigete in den zukünftigen Zeiten den überschwänglichen Reichtum seiner Gnade durch seine Güte Aber uns in Christo Jesu. Denn aus Gnaden seid ihr selig geworden durch den Glauben, und dasselbige nicht aus euch, Gottes Gabe ist es, nicht aus den Werken, auf daß sich nicht jemand rühme. Denn wir sind sein Werk, geschaffen in Christo Jesu zu guten Werken, zu welchen Gott uns zuvor bereitet hat, daß wir darinnen wandeln sollen. Evangelium, Joh. 6. V. 35—50. Qesus sprach: Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern, und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten. Aber ich habe es euch gesagt, daß ihr mich gesehen habt und glaubet doch nicht. Alles, was mir mein Vater giebt, das kommt zu mir, und wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen. Denn ich bin vom Himmel gekommen, nicht, daß ich meinen Willen thue, sondern des, der mich gesandt hat. Das ist aber der Wille meines Vaters, der mich gesandt hat, daß ich nichts verliere von allem, das er mir gegeben hat, sondern daß ich es auferwecke am jüngsten Tage. Das ist aber der Wille des, der mich gesandt hat, daß, wer den Sohn siehet und glaubet an ihn, habe das ewige Leben, und ich werde ihn auferwecken am jüngsten Tage. Da murreten die Juden darüber, daß er sagte: Ich bin das Brot, das vom Himmel gekommen ist, und sprachen: Ist dieser nicht Jesus, Josephs Sohn, des Vater und Mutter wir kennen? Wie spricht er denn: Ich bin vom Himmel gekommen? Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Murret nicht unter einander. Es kann niemand zu mir kom⸗ men, es sei denn, daß ihn ziehe der Vater, der mich gesandt hat. Und ich werde ihn auferwecken am jüngsten Tage. Es stehet geschrieben in den Propheten: Sie werden alle von Gott gelehret sein. Wer es nun höret vom Vater und lernet es, der kommt zu mir. Nicht, daß jemand den Vater habe gesehen, ohne der vom Vater ist, der hat den Vater ge⸗ sehen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wer an mich glaubet, der hat das ewige Leben. Ich bin das Brot des Lebens. Eure Vätee haben Manna gegessen in der Wüste und sind gestorben. Dies is das Brot, das vom Himmel kommt, auf daß wer davon isset, nich slerbe. SISIIyrN zu ihm: Herr, du Schafe. du mich ste: Hast u weißt, Schafe. du dich st, wirst ten und ten, mit „spricht ini. e„damit er uns vorden, imlische inftigen 1e Güte worden e ist es, vir sind »n Gott nt, den ermehr übt und zu mir, ich bin rn des, er mich en hat, »Wille bet an ngsten Brot, Jesus, icht er sprach kom⸗ Und ben in 5 nun mand er ge⸗ er hat haben Brot, e Episteln und Evangelien, II. Jahrg. 7¹ Am 3. Sonntage nach Ostern, Jubilate. Epistel, 2. Kor. 5. V. 1—9. ir wissen, so unser irdisch Haus dieser Hütte zerbrochen wird, daß wir einen Bau haben, von Gott erbauet, ein Haus, nicht mit Händen gemacht, das ewig ist, im Himmel. Und über demselbigen sehnen wir uns auch nach unserer Behausung, die vom Himmel ist, und uns verlanget, daß wir damit überkleidet werden, so doch, wo wir bekleidet und nicht bloß erfunden werden. Denn dieweil wir in der Hütte sind, sehnen wir uns und sind beschweret, sintemal wir wollten lieber nicht entkleidet, sondern überkleidet werden, auf daß das Sterbliche würde verschlungen von dem Leben. Der uns aber zu demselbigen bereitet, das ist Gott, der uns das Pfand, den Geist, gegeben hat. Wir sind aber ge⸗ trost allezeit und wissen, daß, dieweil wir im Leibe wohnen, so wallen wir dem Herrn, denn wir wandeln im Glauben und nicht im Schauen. Wir sind aber getrost und haben vielmehr Lust, außer dem Leibe zu wallen und daheim zu sein bei dem Herrn. Darum fleißigen wir uns auch, wir sind daheim oder wallen, daß wir ihm wohlgefallen. Evangelium, Joh. 14. V. 1—9. Iihr sprach zu seinen Jüngern: Euer Herz erschrecke nicht. Glaubet ihr an Gott, so glaubet ihr auch an mich. In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen. Wenn es nicht so wäre, so wollte ich zu euch sagen: Ich gehe hin, euch die Stätte zu bereiten. Und ob ich hinginge, euch die Stätte zu bereiten, will ich doch wiederkommen und euch zu mir nehmen, auf daß ihr seid, wo ich bin. Und wo ich hingehe, das wisset ihr und den Weg wisset ihr auch. Spricht zu ihm Thomas: Herr, wir wissen nicht, wo du hingehest, und wie können wir den Weg wissen? Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater, denn durch mich. Wenn ihr mich kennetet, so kennetet ihr auch meinen Vater. Und von nun an kennet ihr ihn und habt ihn gesehen. Spricht zu ihm Philippus: Herr, zeige uns den Vater, so genüget uns. Jesus spricht zu ihm: So lange bin ich bei euch, und du kennest mich nicht? Philippe, wer mich siehet, der siehet den Vater. Am 4. Sonntage nach Ostern, Cantate. Euyistel, 1. Petr. 3. V. 15—138. Seid allezeit bereit zur Verantwortung jedermann, der Grund fordert der Hoffnung, die in euch ist, und das mit Sanftmütigkeit und Furcht, und habt ein gut Gewissen, auf daß die, so von euch afterreden als von ÜUbelthätern, zu schanden werden, daß sie geschmähet haben euren guten Wandel in Christo. Denn es ist besser, so es Gottes Wille ist, daß ihr von Wohlthat wegen leidet, denn von Übelthat wegen, sintemal auch Christus einmal für unsere Sünden gelitten hat, der Gerechte für die Ungerechten, auf daß er uns Gott opferte, und ist ge⸗ tötet nach dem Fleisch, aber lebendig gemacht nach dem Geist. Evangelium, Matth. 10. V. 16—20. Siehe, ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe. Darum seid klug wie die Schlangen und ohne Falsch wie die Tauben. Hütet euch aber vor den Menschen, denn sie werden euch überantworten vor ihre Rathäuser und werden euch geißeln in ihren Schulen. Und man wird euch vor Fürsten und Könige führen um meinetwillen, zum Zeug⸗ 72 Episteln und Evangelien, II. Jahrg. nis über sie und über die Heiden. Wenn sie euch nun überantworten werden, so sorget nicht, wie oder was ihr reden sollt, denn es soll euch zu der Stunde gegeben werden, was ihr reden sollt. Denn ihr seid es nicht, die da reden, sondern eures Vaters Geist ist es, der durch euch redet. Am 5. Sonntage nach Ostern, Rogate. Epistel, Nöm. 3. V. 24—27. Wir sind wohl selig, doch in der Hoffnung. Die Hoffnung aber, die man siehet, ist nicht Hoffnung. Denn wie kann man des hoffen, das man siehet? So wir aber des hoffen, das wir nicht sehen, so warten wir sein durch Geduld. Desselbigen gleichen auch der Geist hilft unserer Schwachheit auf. Denn wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sich's gebühret, sondern der Geist selbst vertritt uns aufs beste mit unaussprech⸗ lichen Seufzern. Der aber die Herzen forschet, der weiß, was des Geistes Sinn sei, denn er vertritt die Heiligen nach dem, das Gott gefällt. Gvangelium, Matth. 7. V. 7—11. Bittet, so wird euch gegeben, suchet, so werdet ihr finden, klopfet an, so wird euch aufgethan. Denn wer da bittet, der empfängt, und wer da suchet, der findet, und wer da anklopfet, dem wird aufgethan. Welcher ist unter euch Menschen, so ihn sein Sohn bittet um Brot, der ihm einen Stein biete? Oder so er ihn bittet um einen Fisch, der ihm eine Schlange biete? So denn ihr, die ihr doch arg seid, könnet dennoch euren Kindern gute Gaben geben, wie viel mehr wird euer Vater im Himmel Gutes geben denen, die ihn bitten? Am Feste der Himmelfahrt Christi. Epistel, Kol. 3. V. 1—4. Seiß ihr nun mit Christo auferstanden, so suchet, was droben ist, da Christus ist, sitzend zur Rechten Gottes. Trachtet nach dem, das droben ist, nicht nach dem, das auf Erden ist. Denn ihr seid gestorben und euer Leben ist verborgen mit Christo in Gott. Wenn aber Christus, euer Leben, sich offenbaren wird, dann werdet ihr auch offenbar werden mit ihm in der Herrlichkeit. Evangelium, Luk. 24. V. 44—53. Cesus sprach zu seinen Jüngern: Das sind die Reden, die ich zu euch sagte, da ich noch bei euch war, denn es muß alles erfüllet werden, was von mir geschrieben ist im Gesetz Mosis, in den Propheten und in den Psalmen. Da öffnete er ihnen das Verständnis, daß sie die Schrift verstanden, und sprach zu ihnen: Also ist es geschrieben und also mußte Christus leiden und auferstehen von den Toten am dritten Tage und predigen lassen in seinem Namen Buße und Vergebung der Sünden unter allen Völkern und anheben zu Jerusalem. Ihr aber seid des alles Zeugen. Und siehe, ich will euch senden die Verheißung meines Vaters. Ihr aber sollt in der Stadt Jerusalem bleiben, bis daß ihr angethan werdet mit Kraft aus der Höhe. Er führte sie aber hinaus bis gen Bethanien und hob die Hände auf und segnete sie. Und es geschah, da er sie segnete, schied er von ihnen und fuhr gen Himmel. Sie aber beteten ihn an und kehreten wieder gen Jerusalem mit großer Freude und waren allewege im Tempel, priesen und lobten Gott. Am 6. Sonnt. u. Ostern, Exaudi. Epist., Ephes. 1. V. 17—23. Der Gott unsers Herrn Jesu Christi, der Vater der Herrlichkeit, gebe euch den Geist der Weisheit und der Offenbarung, zu seiner selbst Erkenntnis, und erleuchtete Augen eures Verständnisses, daß ihr erkennen worten Meuch seid es redet. er, die hoffen, bvarten nserer Drech re 2 zeistes et an, „und than. t, der rihm nnoch er im —4. t, da das rben istus, rden euch den, und hrift ußte und iden Ules ers. han gen da iber ude 23. sebe lbst nen Episteln und Evangelien, II. Jahrg. 73 möget, welche da sei die Hoffnung eures Berufes und welcher da sei der Reich tum seines herrlichen Erbes an seinen Heiligen und welche da sei die überschwängliche Größe seiner Kraft an uns, die wir glauben, nach der Wirkung seiner mächtigen Stärke, welche er gewirket hat in Christo, da er ihn von den Toten auferwecket hat und gesetzet zu seiner Rechten im Himmel, über alle Fürstentümer, Gewalt, Macht, Herrschaft und alles, was genannt mag werden, nicht allein in dieser Welt, sondern auch in der zukünftigen. Und hat alle Dinge unter seine Füße gethan und hat ihn gesetzet zum Haupte der Gemeine über alles, welche da ist sein Leib, nämlich die Fülle des, der alles in allem erfüllet. Evangelium, Joh. 14. V. 15—21. (ibet ihr mich, so haltet meine Gebote. Und ich will den Vater bitten, und er soll euch einen andern Tröster geben, daß er bei euch bleibe ewiglich, den Geist der Wahrheit, welchen die Welt nicht kann empfan⸗ gen, denn sie siehet ihn nicht und kennet ihn nicht. Ihr aber kennet ihn, denn er bleibet bei euch und wird in euch sein. Ich will euch nicht Waisen lassen, ich komme zu euch. Es ist noch um ein Kleines, so wird mich die Welt nicht mehr sehen. Ihr aber sollt mich sehen, denn ich lebe und ihr sollt auch leben. An demselbigen Tage werder ihr erkennen, daß ich in meinem Vater bin und ihr in mir und ich in euch Wer meine Gebote hat und hält sie, der ist's, der mich liebet. Wer mich aber liebet, der wird von meinem Vater geliebet werden, und ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren. Am 1. Pfingsttage. Epist., 2. Kor. 3. V. 17 bis Kap. 4. V. 6. De Herr ist der Geist. Wo aber der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit. Nun aber spiegelt sich in uns allen des Herrn Klarheit mit aufgedecktem Angesicht, und wir werden verkläret in dasselbige Bild von einer Klarheit zu der andern, als vom Herrn, der der Geist ist. Darum, dieweil wir ein solches Amt haben, nachdem uns Barmherzigkeit widerfahren ist, so werden wir nicht müde, sondern meiden auch heimliche Schande und gehen nicht mit Schalkheit um, fälschen auch nicht Gottes Wort, sondern mit Offenbarung der Wahrheit, und beweisen uns wohl gegen aller Menschen Gewissen vor Gott. Ist nun unser Evangelium verdeckt, so ist es in denen, die verloren werden, verdeckt, bei welchen der Gott dieser Welt der Ungläubigen Sinne verblendet hat, daß sie nicht sehen das helle Licht des Evangelii von der Klarheit Christi, welcher ist das Ebenbild Gottes. Denn wir predigen nicht uns selbst, sondern Jesum Christum, daß er sei der Herr, wir aber eure Knechte um Jesu willen. Denn Gott, der da hieß das Licht aus der Finsternis hervor⸗ leuchten, der hat einen hellen Schein in unsere Herzen gegeben, daß(durch uns) entstände die Erleuchtung von der Erkenntnis der Klarheit Gottes in dem Angesichte Jesu Christi. Evangelium, Apostelgesch. 2. V. 32—41. PNur sprach: Gott hat Jesum auferwecket, des sind wir alle Zeugen. Nun er durch die Rechte Gottes erhöhet ist und empfangen hat die Verheißung des heiligen Geistes Lom Vater, hat er ausgegossen dies, das ihr sehet und höret. Denn David ist nicht gen Himmel gefahren, er spricht aber: Der Herr hat gesagt zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis daß ich deine Feinde lege zum Schemel deiner Füße. So wisse nun das ganze Haus Israel gewiß, daß Gott diesen Jesum, den ihr gekreuziget habt, zu einem Herrn und Christ gemacht hat. Da sie aber das höreten, ging's ihnen durchs Herz, und sprachen zu Petro und 57—7———————F————— 74 Episteln und Evangelien, II. Jahrg. zu den andern Aposteln: Ihr Männer, lieben Brüder, was sollen wir thun? Petrus sprach zu ihnen: Thut Buße und lasse sich ein jeglicher taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung der Sünden, so wer⸗ det ihr empfangen die Gabe des heiligen Geistes. Denn euer und eurer Kinder ist die Verheißung und aller, die ferne sind, welche Gott, unser Herr, herzurufen wird. Auch mit viel andern Worten bezeugte er und ermahnete und sprach: Lasset euch helfen von diesen unartigen Leuten. Die nun sein Wort gerne annahmen, ließen sich taufen, und wurden hinzugethan an dem Tage bei dreitausend Seelen. Am 2. Pfingsttage. Epistel, Ephes. 4. V. 11—16. Coristus hat etliche zu Aposteln gesetzet, etliche aber zu Propheten, etliche zu Evangelisten, etliche zu Hirten und Lehrern, daß die Hei⸗ ligen zugerichtet werden zum Werk des Amts, dadurch der Leib Christi erbauet werde, bis daß wir alle hinankommen zu einerlei Glauben und Erkenntnis des Sohnes Gottes und ein vollkommener Mann werden, der da sei in der Maße des vollkommenen Alters Christi, auf daß wir nicht mehr Kinder seien und uns wägen und wiegen lassen von allerlei Wind der Lehre durch Schalkheit der Menschen und Täuscherei, damit sie uns erschleichen zu verführen. Lasset uns aber rechtschaffen sein in der Liebe und wachsen in allen Stücken an dem, der das Haupt ist, Christus, aus welchem der ganze Leib zusammengefüget und ein Glied am andern hanget durch alle Gelenke, dadurch eins dem andern Hand⸗ reichung thut, nach dem Werk eines jeglichen Gliedes in seiner Maße, und machet, daß der Leib wächset zu seiner selbst Besserung, und das alles in der Liebe. Evangelium, Apostelgesch. 2. V. 42—47. Sie blieben aber beständig in der Apostel Lehre und in der Gemein⸗ schaft und im Brotbrechen und im Gebet. Es kam auch alle Seelen Furcht an, und geschahen viele Wunder und Zeichen durch die Apostel. Aber alle, die gläubig waren geworden, waren bei einander und hielten alle Dinge gemein. Ihre Güter und Habe verkauften sie und teileten sie aus unter alle, nachdem jedermann not war. Und sie waren täglich und stets bei einander einmütig im Tempel und brachen das Brot hin und her in den Häusern, nahmen die Speise und lobten Gott mit Freuden und einfältigem Herzen und hatten Gnade bei dem ganzen Volt. Der Herr aber that hinzu täglich, die da selig wurden, zu der Gemeine. Am Trinitatis⸗Feste. Epistel, 1. Kor. 2. V. 7—16. Wir reden von der heimlichen, verborgenen Weisheit Gottes, welche Gott verordnet hat vor der Welt, zu unserer Herrlichkeit, welche keiner von den Obersten dieser Welt erkannt hat, denn wo sie die erkannt hätten, hätten sie den Herrn der Herrlichkeit nicht gekreuziget, sondern, wie geschrieben stehet: Das kein Auge gesehen hat und kein Ohr gehöret hat und in keines Menschen Herz gekommen ist, das Gott bereitet hat denen, die ihn lieben. Uns aber hat es Gott geoffenbaret durch seinen Geist, denn der Geist erforschet alle Dinge, auch die Tiefen der Gott⸗ heit. Denn welcher Mensch weiß, was im Menschen ist, ohne der Geist des Menschen, der in ihm ist? Also auch weiß niemand, was in Gott ist, ohne der Geist Gottes. Wir aber haben nicht empfangen den Geist der Welt, sondern den Geist aus Gott, daß wir wissen können, was uns von Gott gegeben ist. Welches wir auch reden, nicht mit Worten, welche menf Geist Men heit, Der wer Wir Uen wir jeglicher 5 so wer⸗ id eurer t, unser er und Leuten. wurden 2 5. 51½ ie Hei⸗ Christi en und en, der aiß wir Illerlei damit sein in Pt ist, Glied Hand⸗ Maße, d das mein⸗ )Kalle ch die mder en sie id sie ꝛchen bten dem I, zu elche che innt ern, öret hat nen ott⸗ eist ott eist ms 98 Episteln und Evangelien, II. Jahrg. 7⁵5 menschliche Weisheit lehren kann, sondern mit Worten, die der heilige Geist lehret, und richten geistliche Sachen geistlich. Der natürliche Mensch aber vernimmt nichts vom Geist Gottes, es ist ihm eine Thor⸗ heit, und kann es nicht erkennen, denn es muß geistlich gerichtet sein. Der geistliche aber richtet alles und wird von niemand gerichtet. Denn wer hat des Herrn Sinn erkannt? Oder wer will ihn unterweisen? Wir aber haben Christi Sinn. Evangelium, Matth. 28. V. 16—20. A die elf Jünger gingen in Galiläa auf einen Berg, dahin Jesus sie beschieden hatte. Und da sie ihn sahen, fielen sie vor ihm nie⸗ der. Etliche aber zweifelten. Und Jesus trat zu ihnen, redete mit ihnen und sprach: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und lehret alle Völker und taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende. Am 1. Sonnt. n. Trinitatis. Epist., 1. Timoth. 6. B. 6—11. Es ist ein großer Gewinn, wer gottselig ist und lässet ihm genügen. Denn wir haben nichts in die Welt gebracht, darum offenbar ist, wir werden auch nichts hinausbringeu. Wenn wir aber Nahrung und Kleidung haben, so lasset uns begnügen. Denn die da reich werden wollen, die fallen in Versuchung und Stricke und viele thörichte und schädliche Lüste, welche versenken die Menschen ins Verderben und Ver⸗ dammnis. Denn Geiz ist eine Wurzel alles Ubels, welches hat etliche gelüstet und sind vom Glauben irre gegangen und machen ihnen selbst viel Schmerzen. Aber du, Gottesmensch, fliehe solches, jage aber nach der Gerechtigkeit, der Gottseligkeit, dem Glauben, der Liebe, der Ge⸗ duld, der Sanftmut. Evangelium, Luk. 12. V. 16—21. Ur er sagte ihnen ein Gleichnis und sprach: Es war ein reicher Mensch, des Feld hatte wohl getragen. Und er gedachte bei sich selbst und sprach: Was soll ich thun? Ich habe nicht, da ich meine Früchte hinsammle. Und sprach: Das will ich thun, ich will meine Scheunen abbrechen und größere bauen und will darein sammeln alles, was mir gewachsen ist, und meine Güter und will sagen zu meiner Seele: Liebe Seele, du hast einen großen Vorrat auf viele Jahre, habe nun Ruhe, iß, trink und habe guten Mut. Aber Gott sprach zu ihm: Du Narr, diese Nacht wird man deine Seele von dir fordern, und wes wird es sein, das du bereitet hast? Also gehet es, wer ihm Schätze sammelt und ist nicht reich in Gott. Am 2. Sonnt. nach Trinitatis. Epist., 2. Petr. 1. V. 2—11. Gelt gebe euch viel Gnade und Friede durch die Erkenntnis Gottes und Jesu Christi, unsers Herrn. Nachdem allerlei seiner göttlichen Kraft, was zum Leben und göttlichen Wandel dienet, uns geschenkt ist durch die Erkenntnis des, der uns berufen hat durch seine Herrlichkeit und Tugend, durch welche uns die teuren und allergrößesten Verheißun⸗ gen geschenkt sind, nämlich, daß ihr durch dasselbige teilhaftig werdet der göttlichen Natur, so ihr fliehet die vergängliche Lust der Welt, so wendet allen euren Fleiß daran und reichet dar in eurem Glauben Tugend und in der Tugend Bescheidenheit und in der Bescheidenheit Mäßigkeit 76 Episteln und Evangelien, II. Jahrg. und in der Mäßigkeit Geduld und in der Geduld Gottseligkeit und in der Gottseligkeit brüderliche Liebe und in der brüderlichen Liebe ge⸗ meine Liebe. Denn wo solches reichlich bei euch ist, wird es euch nicht faul noch unfruchtbar sein lassen in der Erkenntnis unsers Herrn Jesu Christi. Welcher aber solches nicht hat, der ist blind und kappet mit der Hand und vergißt der Reinigung seiner vorigen Sünden. Darum, lieben Brüder, thut desto mehr Fleiß, euren Beruf und Erwählung fest zu machen. Denn wo ihr solches thut, werdet ihr nicht straucheln, und also wird euch reichlich dargereichet werden der Eingang zu dem ewigen Reich unsres Herrn und Heilands Jesu Christi. Evangelium, Matth. 13. V. 44—50. Das Himmelreich ist gleich einem verborgenen Schatz im Acker, welchen — ein Mensch fand und verbarg ihn und ging hin vor Freuden über denselbigen und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte den Acker. Abermal ist gleich das Himmelreich einem Kaufmanne, der gute Perlen suchte. Und da er eine köstliche Perle fand, ging er hin und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte dieselbige. Abermal ist gleich das Himmelreich einem Netz, das ins Meer ge⸗ worfen ist, damit man allerlei Gattung fänget. Wenn es aber voll ist, so ziehen sie es heraus an das Ufer, sitzen und lesen die guten in ein Gefäß zusammen, aber die faulen werfen sie weg. Also wird es auch am Ende der Welt gehen. Die Engel werden ausgehen und die Bösen von den Gerechten scheiden, und werden sie in den Feuerofen werfen. Da wird Heulen und Zähnklappen sein. Am 3. Sonnt. nach Trinitatis. Epist., 2. Kor. 7. V. 3—10. Lieben Brüder, daß ich euch durch den Brief habe traurig gemacht, Treuet mich nicht. Und ob es mich reuete, so ich aber sehe, daß der Brief vielleicht eine Weile euch betrübet hat, so freue ich mich doch nun, nicht darüber, daß ihr seid betrübt worden, sondern daß ihr seid betrübt worden zur Reue. Denn ihr seid göttlich betrübt worden, daß ihr von uns ja keinen Schaden irgend worinnen nehmet. Denn die göttliche Traurigkeit wirket zur Seligkeit eine Reue, die niemand gereuet, die Traurigkeit aber der Welt wirket den Tod. Evangelium, Luk. 15. V. 11—32. Viun sprach: Ein Mensch hatte zwei Söhne. Und der jüngste unter ihnen sprach zum Vater: Gieb mir, Vater, das Teil der Güter, das mir gehöret. Und er teilete ihnen das Gut. Und nicht lange dar⸗ nach sammelte der jüngste Sohn alles zusammen und zog fern über Land und daselbst brachte er sein Gut um mit Prassen. Da er nun alle das Seine verzehret hatte, ward eine große Teurung durch dassel⸗ bige ganze Land, und er fing an zu darben und ging hin und hängete sich an einen Bürger desselbigen Landes, der schickte ihn auf seinen Acker, die Säue zu hüten. Und er begehrete seinen Bauch zu füllen mit Träbern, die die Säue aßen, und niemand gab sie ihm. Da schlug er in sich und sprach: Wie viele Tagelöhner hat mein Vater, die Brot die Fülle haben, und ich verderbe im Hunger! Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe gesündiget in den Himmel und vor dir, und bin hinfort nicht mehr wert, daß ich dein Sohn heiße. Mache mich als einen deiner Tagelöhner. Und er machte sich auf und kam zu seinem Vater. Da er aber noch ferne von dannen war, sah ihn sein Vater und jammerte ihn, lief und fiel ihm um seinen it und i Liebe 45 uch nicht rrn Jesu opet mit Darum, lung fest eln, und Hewigen welchen en über Acker. Perlen rkaufte Ser ge⸗ Holl ist, in ein uch am en von . Da —10. macht, 5ß der ) nun, trübt vvon tliche t, die unter üter, dar⸗ über Episteln und Evangelien, II. Jahrg. 77 Hals und küssete ihn. Der Sohn aber sprach zu ihm: Vater, ich habe gesündiget im Himmel und vor dir, und bin hinfort nicht mehr wert, daß ich dein Sohn heiße. Aber der Vater sprach zu seinen Knechten: Bringet das beste Kleid hervor und thut ihn an und gebet ihm einen Fingerreif an seine Hand und Schuhe an seine Füße und bringet ein gemästet Kalb her und schlachtet es. Laßt uns essen und fröhlich sein, denn dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden, er war verloren und ist gefunden worden. Und fingen an fröhlich zu sein. Aber der älteste Sohn war auf dem Felde, und als er nahe zum Hause kam, hörete er das Gesänge und den Reigen und rief zu sich der Knechte einen und fragte, was das wäre. Der aber sagte ihm: Dein Bruder ist gekommen, und dein Vater hat ein gemästet Kalb geschlachtet, daß er ihn gesund wieder hat. Da ward er zornig und wollte nicht hineingehen. Da ging sein Vater heraus und bat ihn. Er antwortete aber und sprach zum Vater: Siehe, so viele Jahre diene ich dir und habe dein Gebot noch nie übertreten, und du hast mir nie einen Bock gegeben, daß ich mit meinen Freunden fröhlich wäre. Nun aber dieser dein Sohn gekom⸗ men ist, der sein Gut mit Huren verschlungen hat, hast du ihm ein ge⸗ mästet Kalb geschlachtet. Er aber sprach zu ihm: Mein Sohn, du bist alle Zeit bei mir und alles, was mein ist, das ist dein. Du solltest aber fröhlich und gutes Mutes sein, denn dieser dein Bruder war tot und ist wieder lebendig geworden, er war verloren und ist wiedergefunden. Am 4. Sonnt. nach Trinitatis. Epist., Röm. 7. B. 13—25. (ach weiß, daß in mir, das ist in meinem Fleisch, wohnet nichts Gutes. Wollen habe ich wohl, aber vollbringen das Gute finde ich nicht. Denn das Gute, das ich will, das thue ich nicht, sondern das Böse, das ich nicht will, das thue ich. So ich aber thue, das ich nicht will, so thue ich dasselbige nicht, sondern die Sünde, die in mir wohnet. So finde ich in mir nun ein Gesetz, der ich will das Gute thun, daß mir das Böse anhanget. Denn ich habe Lust an Gottes Gesetz nach dem inwen⸗ digen Menschen. Ich sehe aber ein ander Gesetz in meinen Gliedern, das da widerstreitet dem Gesetz in meinem Gemüte und nimmt mich gefangen in der Sünde Gesetz, welches ist in meinen Gliedern. Ich elender Mensch, wer wird mich erlösen von dem Leibe dieses Todes? Ich danke Gott durch Jesum Christum, unsern Herrn. So diene ich nun mit dem Gemüte dem Gesetz Gottes, aber mit dem Fleisch dem Gesetz der Sünde. Evaungelium, Matth. 5. V. 1— 12. aHer aber das Volk sah, ging er auf einen Berg und setzte sich, und seine Jünger traten zu ihm. Und er that seinen Mund auf, lehrete sie und sprach: Selig sind die, die da geistlich arm sind, denn das Himmel⸗ reich ist ihr. Selig sind die, die da Leid tragen, denn sie sollen getröstet werden. Selig sind die Sanftmütigen, denn sie werden das Erdreich besitzen. Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit, denn sie sollen satt werden. Selig sind die Barmherzigen, denn sie wer⸗ den Barmherzigkeit erlangen. Selig sind, die reines Herzens sind, denn sie werden Gott schauen. Selig sind die Friedfertigen, denn sie werden Gottes Kinder heißen. Selig sind, die um Gerechtigkeit willen verfolgt werden, denn das Himmelreich ist ihr. Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen und verfolgen und reden allerlei Übels wider euch, so sie daran lügen. Seid fröhlich und getrost, es wird euch im Himmel wohl belohnet werden. ö T— 7 5—— 2 7 3 78 Episteln und Evangelien, II. Jahrg. Am 5. Sonnt. nach Trinitatis. Epist., 1. Petr. 2. V. 1—10. Sd leget nun ab alle Bosheit und allen Betrug und Heuchelei und Neid und alles Afterreden und seid begierig nach der vernünftigen lautern Milch, als die jetzt geborenen Kindlein, auf daß ihr durch die⸗ selbige zunehmet, so ihr anders geschmecket habt, daß der Herr freund⸗ lich ist, zu welchem ihr gekommen seid als zu dem lebendigen Stein, der von den Menschen verworfen, aber bei Gott ist er auserwählet und köstlich. Und auch ihr, als die lebendigen Steine, bauet euch zum geistlichen Hause und zum heiligen Priestertum, zu opfern geistliche Opfer, die Gott angenehm sind, durch Jesum Christum. Darum stehet in der Schrift: Siehe da, ich lege einen auserwählten köstlichen Eckstein in Zion, und wer an ihn glaubt, der soll nicht zu schanden werden. Euch nun, die ihr glaubet, ist er köstlich, den Ungläubigen aber ist der Stein, den die Bauleute verworfen haben, und zum Eckstein geworden ist, ein Stein des Anstoßens und ein Fels der Argernis, die sich stoßen an dem Wort und glauben nicht daran, darauf sie gesetzet sind. Ihr aber seid das auserwählte Geschlecht, das königliche Priestertum, das heilige Volk, das Volk des Eigentums, daß ihr verkündigen sollt die Tugenden des, der euch berufen hat von der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht, die ihr weiland nicht ein Volk waret, nun aber Gottes Volk seid, und wei⸗ land nicht in Gnaden waret, nun aber in Gnaden seid. Evangelium, Joh. 1. V. 43—51. Dez anderen Tages wollte Jesus wieder in Galiläa ziehen und findet Philippum und spricht zu ihm: Folge mir nach. Philippus aber war von Bethsaida, aus der Stadt Andreas und Petrus. Philippus findet Nathanael und spricht zu ihm: Wir haben den gefunden, von wel⸗ chem Moses im Gesetz und die Propheten geschrieben haben, Jesum, Josephs Sohn von Nazareth. Und Nathanael sprach zu ihm: Was kann von Nazareth Gutes kommen? Philippus spricht zu ihm: Komm und siehe es. Jesus sah Nathanael zu sich kommen und spricht von ihm: Siehe, ein rechter Israeliter, in welchem kein Falsch ist. Nathangel spricht zu ihm: Woher kennest du mich? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Ehe denn dich Philippus rief, da du unter dem Feigenbaum warest, sah ich dich. Nathangel antwortete und sprach zu ihm: Rabbi, du bist Gottes Sohn, du bist der König von Israel. Jesus antwortete und sprach zu ihm: Du glaubest, weil ich dir gesagt habe, daß ich dich gesehen habe unter dem Feigenbaum. Du wirst noch Größeres, denn das, sehen. Und spricht zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, von nun an werdet ihr den Himmel offen sehen und die Engel Gottes hinauf und herabfahren auf des Menschen Sohn. Am 6. Sonnt. n. Trinit. Epist., 1. Joh. 2. V. 28 bis Kap. 3. V.. U nun, Kindlein, bleibet bei ihm, auf daß, wenn er geoffenbaret wird, daß wir Freudigkeit haben und nicht zu schanden werden vor ihm in seiner Zukunft. So ihr wisset, daß er gerecht ist, so erkennet auch, daß, wer recht thut, der ist von ihm geboren. Sehet, welch eine Liebe hat uns der Vater erzeiget, daß wir Gottes Kinder sollen heißen. Darum kennet euch die Welt nicht, denn sie kennet ihn nicht. Meine Lieben, wir sind nun Gottes Kinder, und ist noch nicht erschienen, was wir sein werden. Wir wissen aber, wann es erscheinen wird, daß wir ihm gleich sein werden, denn wir werden ihn sehen, wie er ist. Und ein jeglicher, der solche Hoffnung hat zu ihm, der reiniget sich. aleich⸗ 1—10. elei und ünftigen Urch die⸗ freund⸗ tein, der köstlich. istlichen die Gott Schrift: on, und un, die den die Stein n Wort eid das k, das es, der ht, die id wei⸗ findet aber lippus et ihr ahren V. 8. baret uvor ennet eine ißen. teine was wir Und eich⸗ Episteln und Evangelien, II. Jahrg. 79 wie er auch rein ist. Wer Sünde thut, der thut auch Unrecht, und die Sünde ist das Unrecht. Und ihr wisset, daß er ist erschienen, auf daß er unsere Sünden wegnehme, und ist keine Sünde in ihm. Wer in ihm bleibet, der sündiget nicht, wer da sündiget, der hat ihn nicht gesehen noch erkannt. Kindlein, lasset euch niemand verführen. Wer recht thut, der ist gerecht, gleich wie er gerecht ist. Wer Sünde thut, der ist vom Teufel, denn der Teufel sündigt von Anfang. Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, daß er die Werke des Teufels zerstöre. Gvangelium, Joh. 15. V. 1—11. (ch bin ein rechter Weinstock und mein Vater ein Weingärtner. Einen jeglichen Reben an mir, der nicht Frucht bringet, wird er weg⸗ nehmen, und einen jeglichen, der da Frucht bringet, wird er reinigen, daß er mehr Frucht bringe. Ihr seid jetzt rein um des Wortes willen, das ich zu euch geredet habe. Bleibet in mir und ich in euch. Gleich⸗ wie der Rebe kann keine Frucht bringen von ihm selber, er bleibe denn am Weinstock, also auch ihr nicht, ihr bleibet denn in mir. Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibet und ich in ihm, der bringet viele Frucht, denn ohne mich könnet ihr nichts thun. Wer nicht in mir bleibet, der wird weggeworfen, wie ein Rebe, und verdorret, und man sammlet sie und wirft sie ins Feuer, und muß brennen. So ihr in mir bleibet und meine Worte in euch bleiben, werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch widerfahren. Darinnen wird mein Vater geehret, daß ihr viele Frucht bringet und werdet meine Jünger. Gleich⸗ wie mich mein Vater liebet, also liebe ich euch auch. Bleibet in meiner Liebe. So ihr meine Gebote haltet, so bleibet ihr in meiner Liebe, gleich⸗ wie ich meines Vaters Gebote halte und bleibe in seiner Liebe. Solches rede ich zu euch, auf daß meine Freude in euch bleibe und eure Freude vollkommen werde. Am 7. Sonnt. nach Trinitatis. Epistel, 1. Joh. 2. V. 1—6. 9 eine Kindlein, solches schreibe ich euch, auf daß ihr nicht sündiget. Und ob jemand sündiget, so haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesum Christum, der gerecht ist. Und derselbige ist die Versöh⸗ nung für unsere Sünde, nicht allein aber für die unsere, sondern auch für der ganzen Welt. Und an dem merken wir, daß wir ihn kennen, so wir seine Gebote halten. Wer da sagt: Ich kenne ihn! Und hält seine Gebote nicht, der ist ein Lügner, und in solchem ist keine Wahrheit. Wer aber sein Wort hält, in solchem ist wahrlich die Liebe Gottes vollkommen. Daran erkennen wir, daß wir in ihm sind. Wer da sagt, daß er in ihm bleibet, der soll auch wandeln, gleich vie er gewandelt hat. Evangelium, Luk. 6. V. 43—49. Iier sprach: Es ist kein guter Baum, der faule Frucht trage, und kein fauler Baum, der gute Frucht trage. Ein jeglicher Baum wird an seiner eigenen Frucht erkannt. Denn man lieset nicht Feigen von den Dornen, auch so lieset man nicht Trauben von den Hecken. Ein guter Mensch bringet Gutes hervor aus dem guten Schatz seines Herzens, und ein boshafter Mensch bringet Böses hervor aus dem bösen Schatz seines Herzens. Denn wes das Herz voll ist, des gehet der Mund über. Was heißet ihr mich aber: Herr, Herr! und thut nicht, was ich euch sage? Wer zu mir kommt und hört meine Rede und thut sie, den will ich euch zeigen, wem er gleich ist. Er ist gleich einem Menschen, der ein Haus bauete und grub tief und legte den Grund auf den Fels. Da aber * ꝛ 80 Episteln und Evangelien, II. Jahrg. Gewässer kam, da riß der Strom zum Hause zu und mochte es nicht bewegen, denn es war auf den Fels gegründet. Wer aber höret und nicht thut, der ist gleich einem Menschen, der ein Haus bauete auf die Erde ohne Grund, und der Strom riß zu ihm zu und es fiel bald und das Haus gewann einen großen Riß. Am 8. Sonnt. nach Trinitatis. Epistel, Jak. 2. V. 8—12. S ihr das königliche Gesetz vollendet nach der Schrift: Liebe deinen Nächsten als dich selbst! so thut ihr wohl. So ihr aber die Per⸗ son ansehet, thut ihr Sünde und werdet gestraft vom Gesetz als die Über⸗ treter. Denn so jemand das ganze Gesetz hält und sündiget an einem, der ist es ganz schuldig. Denn der da gesagt hat: Du sollst nicht ehe⸗ brechen! der hat auch gesagt: Du solltt nicht töten! So du nun nicht ehebrichst, tötest aber, bist du ein übertreter des Gesetzes. Also redet und also thut, als die da sollen durch das Gesetz der Freiheit gerichtet werden. Evangelium, Matth. 15. V. 1—14. Da kamen zu ihm die Schriftgelehrten und Pharisäer von Jerusalem und sprachen: Warum übertreten deine Jünger der Altesten Aufsätze? Sie waschen ihre Hände nicht, wenn sie Brot essen. Er antwortete und sprach zu ihnen: Warum übertretet ihr denn Gottes Gebot um eurer Aufsätze willen? Gott hat geboten: Du sollst Vater und Mutter ehren, wer aber Vater und Mutter flucht, der soll des Todes sterben. Aber ihr lehret: Wer zum Vater oder zur Mutter spricht: Wenn ich's opfere, so ist dir's viel nützer! der thut wohl. Damit geschiehet es, daß niemand hinfort seinen Vater oder seine Mutter ehret, und habt also Gottes Gebot aufgehoben um eurer Aufsätze willen. Ihr Heuchler, es hat wohl Jesaias von euch geweissaget und gesprochen: Dies Volk nahet sich zu mir mit seinem Munde und ehret mich mit seinen Lippen, aber ihr Herz ist ferne von mir. Aber vergeblich dienen sie mir, dieweil sie lehren solche Lehren, die nichts, denn Menschengebote, sind. Und er rief das Volk zu sich und sprach: Höret zu und vernehmet es. Was zum Munde eingehet, das verunreinigt den Menschen nicht, sondern was zum Munde ausgehet, das verunreinigt den Menschen. Da traten seine Jünger zu ihm und sprachen: Weißt du auch, daß sich die Pharisäer ärgerten, da sie das Wort höreten? Aber er antwortete und sprach: Alle Pflanzen, die mein himm⸗ lischer Vater nicht gepflanzet hat, die werden ausgereutet. Lasset sie fahren, sie sind blinde Blindenleiter. Wenn aber ein Blinder den andern leitet, so fallen sie beide in die Grube. Am 9. Sonnt. nach Trinitatis. Epistel, 1. Joh. 2. V. 12—17. Nieben Kindlein, ich schreibe euch, daß euch die Sünden vergeben wer⸗ den durch seinen Namen. Ich schreibe euch Vätern, denn ihr kennet den, der von Anfang ist. Ich schreibe euch Jünglingen, denn ihr habt den Bösewicht überwunden. Ich schreibe euch Kindern, denn ihr kennet den Vater. Ich habe euch Vätern geschrieben, daß ihr den kennet, der von Anfang ist. Ich habe euch Jünglingen geschrieben, daß ihr stark seid und das Wort Gottes bei euch bleibet und den Bösewicht über⸗ wunden habt. Habt nicht lieb die Welt, noch was in der Welt ist. So jemand die Welt lieb hat, in dem ist nicht die Liebe des Vaters. Denn alles, was in der Welt ist, nämlich des Fleisches Lust und der Augen Lust und hoffärtiges Leben, ist nicht vom Vater, sondern von der Welt. Und die Welt vergeht mit ihrer Lust, wer aber den Willen Gottes thut, der bleibet in Ewigkeit. te es nicht höret und 8—12. be deinen die Per⸗ die Über⸗ in einem, licht ehe⸗ iun nicht edet und werden. rusalem lufsätze? tete und m eurer ·ehren, lber ihr fere, so iemand Gebot Jesaias nir mit st ferne Zehren, ich und el, das sgehet, m und Wort himm⸗ set sie indern —17. wer⸗ kennet habt ennet Denn lugen Welt. thut, Episteln und Evangelien, II. Jahrg. 81 Evangelium, Matth. 19. V. 16—26. 111. siehe, einer trat zu ihm und sprach: Guter Meister, was soll ich Gutes thun, daß ich das ewige Leben möge haben? Er aber sprach zu ihm: Was heißest du mich gut? Niemand ist gut, denn der einige Gott. Willst du aber zum Leben eingehen, so halte die Gebote. Da sprach er zu ihm: Welche? Jesus aber sprach: Du sollst nicht töten. Du sollst nicht ehebrechen. Du sollst nicht stehlen. Du sollst nicht falsch Zeugnis geben. Ehre Vater und Mutter. Und du sollst deinen Nächsten lieben als dich selbst. Da sprach der Jüngling zu ihm: Das habe ich alles gehalten von meiner Jugend auf. Was fehlet mir noch? Jesus sprach zu ihm: Willst du vollkommen sein, so gehe hin, verkaufe, was du hast, und gieb es den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben, und komm und folge mir nach. Da der Jüngling das Wort hörte, ging er betrübt von ihm, denn er hatte viele Güter. Jesus aber sprach zu seinen Jüngern: Wahrlich, ich sage euch, ein Reicher wird schwerlich ins Himmelreich kommen. Und weiter sage ich euch, es ist leichter, daß ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, denn daß ein Reicher ins Reich Gottes komme. Da das seine Jünger hörten, entsetzten sie sich sehr und sprachen: Ja, wer kann denn selig werden? Jesus aber sah sie an und sprach zu ihnen: Bei den Menschen ist es unmöglich, aber bei Gott sind alle Dinge möglich. Am 10. Sonnt. nach Trinitatis. Epistel, 2. Kor. 6. V. 14—18 und Kap. 7. V. 1. 3 er nicht am fremden Joch mit den Ungläubigen. Denn was hat die Gerechtigkeit für Genieß mit der Ungerechtigkeit? Was hat das Licht für Gemeinschaft mit der Finsternis? Wie stimmet Christus mit Belial? Oder was für ein Teil hat der Gläubige mit dem Ungläubigen? Was hat der Tempel Gottes für eine Gleiche mit den Götzen? Ihr aber seid der Tempel des lebendigen Gottes, wie denn Gott spricht: Ich will in ihnen wohnen und in ihnen wandeln und will ihr Gott sein und sie sollen mein Volk sein. Darum gehet aus von ihnen und sondert euch ab, spricht der Herr, und rühret kein Unreines an, so will ich euch an⸗ nehmen und euer Vater sein und ihr sollt meine Söhne und Töchter sein, spricht der allmächtige Herr. Dieweil wir nun solche Verheißung haben, meine Liebsten, so lasset uns von aller Befleckung des Fleisches und des Geistes uns reinigen und fortfahren mit der Heiligung in der Furcht Gottes. Evangelium, Joh. 2. V. 13—22. Urd der Juden Ostern war nahe, und Jesus zog hinauf gen Jerusalem und fand im Tempel sitzend, die da Ochsen, Schafe und Tauben feil hatten, und die Wechsler. Und er machte eine Geißel aus Stricken und trieb sie alle zum Tempel hinaus samt den Schafen und Ochsen und verschüttete den Wechslern das Geld und stieß die Tische um und sprach zu denen, die die Tauben feil hatten: Traget das von dannen und machet nicht meines Vaters Haus zum Kaufhaus. Seine Jünger aber gedachten daran, daß geschrieben stehet: Der Eifer um dein Haus hat mich gefressen. Da antworteten nun die Juden und sprachen zu ihm: Was zeigest du uns für ein Zeichen, daß du solches thun mögest? Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Brechet diesen Tempel, und am dritten Tage will ich ihn aufrichten. Da sprachen die Juden: Dieser Tem⸗ pel ist in sechsundvierzig Jahren erbauet und du willst ihn in dreien Tagen aufrichten? Er aber redete von dem Tempel seines Leibes. Da er nun auf⸗ R 7 EIIIIIII 8² Episteln und Evangelien, II. Jahrg. erstanden war von den Toten, gedachten seine Jünger daran, daß er dies gesagt hatte, und glaubten der Schrift und der Rede, die Jesus gesagt hatte. Am 11. Sonnt. nach Trinitatis. Epistel, Phil. 3. V. 7—14. Wes mir Gewinn war, das habe ich um Christi willen für Schaden geachtet. Denn ich achte es alles für Schaden gegen der über⸗ schwenglichen Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn, um welches willen ich alles habe für Schaden gerechnet und achte es für Dreck, auf daß ich Christum gewinne und in ihm erfunden werde, daß ich nicht habe meine Gerechtigkeit, die aus dem Gesetz, sondern die durch den 6 Glauben an Christum kommt, nämlich die Gerechtigkeit, die von Gott dem Glauben zugerechnet wird, zu erkennen ihn und die Kraft seiner Auferstehung und die Gemeinschaft seiner Leiden, daß ich seinem Tode ähnlich werde, damit ich entgegenkomme zur Auferstehung der Toten. Nicht, daß ich es schon ergriffen habe oder schon vollkommen sei, ich jage ihm aber nach, ob ich es auch ergreifen möchte, nachdem ich von Christo Jesu ergriffen bin. Meine Brüder, ich schätze mich selbst noch nicht, daß ich es ergriffen habe. Eins aber sage ich: Ich verhesse was dahinten ist, und strecke mich zu dem, das da vorne ist und jage nach dem vorgesteckten Ziel, nach dem Kleinod, welches vorhält die himmlisch e Berufung Gottes in Christo Jesu. Evangelium, Luk. 10. V. 33—42. Eꝰ begab sich aber, da sie wandelten, ging er in einen Markt. Da war ein Weib, mit Namen Martha, die nahm ihn auf in ihr Haus. Und sie hatte eine Schwester, die hieß Maria, die setzte sich zu Jesu Füßen und hörete seiner Rede zu. Martha aber machte sich viel zu schaffen, ihm zu dienen. Und sie trat hinzu und sprach: Herr, fragest du nicht darnach, daß mich meine Schwester lässet allein dienen? Sage ihr doch, daß sie es auch angreife. Jesus aber antwortete und sprach zu ihr: Martha, Martha, du hast viel Sorge und Mühe. Eins aber ist not. Maria hat das gute Teil erwählet. Das soll nicht von ihr ge⸗ nommen werden. Am 12. Sonnt. nach Trinitatis. Epistel, Hebr. 12. V. 5—14. M Sohn, achte nicht gering die Züchtigung des Herrn und verzage nicht, wenn du von ihm gestrafet wirst. Denn welchen der Herr lieb hat, den züchtiget er, er stäupet aber einen jeglichen Sohn, den er aufnimmt. So ihr die Züchtigung erduldet, so erbietet sich euch Gott als Kindern. Denn wo ist ein Sohn, den der Vater nicht züchtiget? Seid ihr aber ohne Züchtigung, welcher sie alle sind teilhaftig geworden, so seid ihr Bastarde und nicht Kinder. Auch so wir haben unsere leib⸗ lichen Väter zu Züchtigern gehabt und sie gescheuet, sollen wir denn nicht vielmehr unterthan sein dem geistlich en Vater, daß wir leben? Und jene zwar haben uns gezüchtiget wenige Tage nach ihrem Dünken, dieser aber zu Nutz, auf daß wir seine Heiligung erlangen. Alle Züchtigung aber, wenn sie da ist, dünket sie uns nicht Freude, sondern Traurigkeit zu sein, aber darnach wird sie geben eine friedsame Frucht der Gerechtig⸗ keit denen, die dadurch geübt sind. Darum richtet wieder auf die lässigen Hände und die müden Kniee und thut gewisse Tritte mit euren Füßen, daß nicht jemand strauchele, wie ein Lahmer, sondern vielmehr gesund werde. Jaget nach dem Frieden gegen jedermann und der Heiligung, ohne welche wird niemand den Herrn sehen. 8& E/ RIHn e er dies gesagt —14. chaden über⸗ willen zaß ich meine ben an auben ig und damit schon ob ich n bin. habe. ich zu dem Jesu. Da gaus. Jesu sel zu agest Sage ch zu er ist rge⸗ 14. zage derr ner Bott zet? den, eib⸗ enn Ind Episteln und Evangelien, II. Jahrg. 83 Evangelium, Joh. 5. V. 1—14. Dacnach war ein Fest der Juden, und Jesus zog hinauf gen Jerusalem. Es ist aber zu Jerusalem bei dem Schafhause ein Teich, der heißt auf Ebräisch Bethesda und hat fünf Hallen, in welchen lagen biele Kranke, Blinde, Lahme, Dürre, die warteten, wenn sich das Wasser be⸗ wegte. Denn ein Engel fuhr herab zu seiner Zeit in den Teich und bewegte das Wasser. Welcher nun der erste, nachdem das Wasser bewegt war, hineinstieg, der ward gesund, mit welcherlei Seuche er behaftet war. Es war aber ein Mensch daselbst, achtunddreißig Jahre krank gelegen. Da Jesus denselbigen sah liegen und vernahm, daß er so lange gelegen war, spricht er zu ihm: Willst du gesund werden? Der Kranke antwortete ihm: Herr, ich habe keinen Menschen, wenn das Wasser sich bewegt, der mich in den Teich lasse, und wenn ich komme, so steigt ein anderer vor mir hinein. Jesus spricht zu ihm: Stehe auf, nimm dein Bett und gehe hin. Und alsobald ward der Mensch gesund und nahm sein Bett und ging hin. Es war aber desselbigen Tages der Sabbath. Da sprachen die Juden zu dem, der gesund war geworden: Es ist heute Sabbath, es ziemet dir nicht, das Bett zu tragen. Er antwortete ihnen: Der mich gesund machte, der sprach zu mir: Nimm dein Bett und gehe hin. Da fragten sie ihn: Wer ist der Mensch, der zu dir gesagt hat: Nimm dein Bett und gehe hin? Der aber gesund war geworden, wußte nicht, wer er war, denn Jesus war gewichen, da so viel Volks an dem Ort war. Darnach fand ihn Jesus im Tempel und sprach zu ihm: Siehe zu, du bist gesund geworden, sündige hinfort nicht mehr, daß dir nicht etwas Argeres widerfahre. Am 13. Sonnt. nach Trinitatis. Epist., 1. Joh. 4. V. 7—12. Ihr Lieben, lasset uns unter einander lieb haben. Denn die Liebe ist von Gott, und wer lieb hat, der ist von Gott geboren und kennet Gott. Wer nicht lieb hat, der kennet Gott nicht, denn Gott ist die Liebe. Daran ist erschienen die Liebe Gottes gegen uns, daß Gott seinen ein⸗ gebornen Sohn gesandt hat in die Welt, daß wir durch ihn leben sollen. Darinnen stehet die Liebe, nicht, daß wir Gott geliebet haben, sondern daß er uns geliebet hat und gesandt seinen Sohn zur Versöhnung für unsere Sünden. Ihr Lieben, hat uns Gott also geliebet, so sollen wir uns auch unter einander lieben. Niemand hat Gott jemals gesehen. So wir uns unter einander lieben, so bleibt Gott in uns und seine Liebe ist völlig in uns. Evangelium,‚ Mark. 12. V. 238—34. nd es trat zu ihm der Schriftgelehrten einer, der ihnen zugehört hatte, wie sie sich mit einander befragten, und sah, daß er ihnen fein ge⸗ antwortet hatte, und fragte ihn: Welches ist das vornehmste Gebot vor allen? Jesus aber antwortete ihm: Das vornehmste Gebot vor allen Geboten ist das: Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist ein einiger Gott. Und du sollst Gott, deinen Herrn, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüte und von allen deinen Kräften. Das ist das vornehmste Gebot. Und das andere ist ihm gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben als dich selbst. Es ist kein ander größer Gebot, denn diese. Und der Schriftgelehrte sprach zu ihm: Meister, du hast wahrlich recht geredet, denn es ist Ein Gott und ist kein anderer außer ihm. Und denselbigen lieben von ganzem Herzen, von ganzem Gemüte, von ganzer Seele und von allen Kräften und lieben seinen Nächsten als 84 Episteln und Evangelien, II. Jahrg. sich selbst, das ist mehr, denn Brandopfer und alle Opfer. Da Jesus aber sah, daß er vernünftiglich antwortete, sprach er zu ihm: Du bist rane ferne von dem Reich Gottes. Und es durfte ihn niemand weiter ragen. Am 14. Sonnt. n. Trinitat. Epist., 1. Timoth. 1. V. 12—17. (Cach danke unserm Herrn Christo Jesu, der mich stark gemacht und treu geachtet hat und gesetzet in das Amt, der ich zuvor war ein Lästerer und ein Verfolger und ein Schmäher, aber mir ist Barmherzigkeit widerfahren, denn ich habe es unwissend gethan im Unglauben. Es ist aber desto reicher gewesen die Gnade unsers Herrn samt dem Glauben und der Liebe, die in Christo Jesu ist. Denn das ist je gewißlich wahr und ein teuer wertes Wort, daß Christus Jesus gekommen ist in die Welt, die Sünder selig zu machen, unter welchen ich der vornehmste bin. Aber darum ist mir Barmherzigkeit widerfahren, auf daß an mir vornehmlich Jesus Christus erzeigete alle Geduld, zum Exempel denen, die an ihn glauben sollten zum ewigen Leben. Aber Gott, dem ewigen Könige, dem Unvergänglichen und Unsichtbaren, und allein Weisen sei Ehre und Preis in Ewigkeit. Amen. Evangelium, Luk. 7. V. 36—50. Eꝰ bat Jesum aber der Pharisäer einer, daß er mit ihm äße. Und er ging hinein in des Pharisäers Haus und setzte sich zu Tische. Und siehe, ein Weib war in der Stadt, die war eine Sünderin. Da die vernahm, daß er zu Tische saß in des Pharisäers Hause, brachte sie ein Glas mit Salben und trat hinten zu seinen Füßen und weinte und fing an, seine Füße zu netzen mit Thränen und mit den Haaren ihres Hauptes zu trocknen und küssete seine Füße und salbete sie mit Salben. Da aber das der Pharisäer sah, der ihn geladen hatte, sprach er bei sich selbst und sagte: Wenn dieser ein Prophet wäre, so wüßte er, wer und welch ein Weib das ist, die ihn anrühret, denn sie ist eine Sünderin. Jesus antwortete und sprach zu ihm: Simon, ich habe dir etwas zu sagen. Er aber sprach: Meister, sage an. Es hatte ein Wucherer zwei Schuld⸗ ner. Einer war schuldig fünfhundert Groschen, der andere fünfzig. Da sie aber nicht hatten zu bezahlen, schenkte er es beiden. Sage an, welcher unter denen wird ihn am meisten lieben? Simon antwortete und sprach: Ich achte, dem er am meisten geschenket hat. Er aber sprach zu ihm: Di hast recht gerichtet. Und er wandte sich zu dem Weibe und sprach zu Simon: Siehest du dieses Weib? Ich bin gekommen in dein Haus, du hast mir nicht Wasser gegeben zu meinen Füßen, diese aber hat meine Füße mit Thränen genetzet und mit den Haaren ihres Hauptes getrocknet. Du hast mir keinen Kuß gegeben, diese aber, nachdem sie hereingekom⸗ men ist, hat sie nicht abgelassen, meine Füße zu küssen. Du hast mein Haupt nicht mit Ol gesalbet, sie aber hat meine Füße mit Salben gesalbet. Derhalben sage ich dir: Ihr sind viele Sünden vergeben, denn sie hat viel geliebet. Welchem aber wenig vergeben wird, der liebet wenig. Und er sprach zu ihr: Dir sind deine Sünden vergeben. Da fingen an, die mit zu Tische saßen, und sprachen bei sich selbst: Wer ist dieser, der auch die Sünden vergiebt? Er aber sprach zu dem Weibe: Dein Glaube hat dir geholfen. Gehe hin mit Frieden Am 15. Sonnt. nach Trinitatis. Epistel, 2. Kor. 4. V. 7—18. Wir haben aber solchen Schatz in irdischen Gefäßen, auf daß die überschwengliche Kraft sei Gottes und nicht von uns. Wir haben enr IXA XVIXIXA a Jesus Du bist weiter 2—17. ud treu ästerer zigkeit Es ist lauben wahr Welt, Aber hmlich an ihn önige, e und ind er Und a die ie ein und ihres lben. Episteln und Evangelien, II. Jahrg. 85 allenthalben Trübsal, aber wir ängsten uns nicht. Uns ist bange, aber wir verzagen nicht. Wir leiden Verfolgung, aber wir werden nicht ver⸗ lassen. Wir werden unterdrückt, aber wir kommen nicht um. Und tragen um allezeit das Sterben des Herrn Jesu an unserm Leibe, auf daß auch das Leben des Herrn Jesu an unserm Leibe offenbar werde. Denn wir, die wir leben, werden immerdar in den Tod gegeben um Jesu willen, auf daß auch das Leben Jesu offenbar werde an unserm sterblichen Fleisch. Darum, so ist nun der Tod mächtig in uns, aber das Leben in euch. Dieweil wir aber denselbigen Geist des Glaubens haben, nachdem ge⸗ schrieben stehet: Ich glaube, darum rede ich! so glauben wir auch, darum so reden wir auch und wissen, daß der, so den Herrn Jesum hat auf⸗ erwecket, wird uns auch auferwecken durch Jesum und wird uns dar⸗ stellen samt euch. Denn es geschiehet alles um euretwillen, auf daß die überschwengliche Gnade durch vieler Danksagen Gott reichlich preise. Darum werden wir nicht müde, sondern ob unser äußerlicher Mensch verwese, so wird doch der innerliche von Tage zuTage verneuert. Denn unsere Trübsal, die zeitlich und leicht ist, schaffet eine ewige und über alle Maße wichtige Herrlichkeit uns, die wir nicht sehen auf das Sicht⸗ bare, sondern auf das Unsichtbare. Denn was sichtbar ist, das ist zeit⸗ lich, was aber unsichtbar ist, das ist ewig. Evangelium, Matth. 10. V. 24—33. er Jünger ist nicht über seinen Meister, noch der Knecht über den Herrn. Es ist dem Jünger genug, daß er sei wie sein eister, und der Knecht wie sein Herr. Haben sie den Hausvater Beelzebub gehei⸗ ßen, wie vielmehr werden sie seine Hausgenossen also heißen? Darum fürchtet euch nicht vor ihnen. Es ist nichts verborgen, das nicht offen⸗ bar werde, und ist nichts heimlich, das man nicht wissen werde. Was ich euch sage in Finsternis, das redet im Licht, und was ihr höret in das Ohr, das prediget auf den Dächern. Und fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten und die Seele nicht mögen töten. Fürchtet euch aber vielmehr vor dem, der Leib und Seele verderben mag in die Hölle. Kauft man nicht zwei Sperlinge um einen Pfennig? Noch fällt derselben keiner auf die Erde ohne euren Vater. Nun aber sind auch eure Haare auf dem Haupte alle gezählet. Darum fürchtet euch nicht. Ihr seid besser, denn viele Sperlinge. Darum, wer mich bekennt vor den Menschen, den will ich bekennen vor meinem himmlischen Vater. Wer mich aber verleugnet vor den Menschen, den will ich auch ver⸗ leugnen vor meinem himmlischen Vater. Am 16. Sonnt. nach Trinitatis. Epist., Hebr. 4. V. 9—13. Darum ist noch eine Ruhe vorhanden dem Volke Gottes. Denn wer — zu seiner Ruhe gekommen ist, der ruhet auch von seinen Werken, gleichwie Gott von seinen. So lasset uns nun Fleiß thun, einzukommen zu dieser Ruhe, auf daß nicht jemand falle in dasselbige Exempel des Unglaubens. Denn das Wort Gottes ist lebendig und kräftig und schärfer, denn kein zweischneidig Schwert, und durchdringet, bis daß es scheidet Seele und Geist, auch Mark und Bein, und ist ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens. Und ist keine Kreatur vor ihm unsichtbar, es ist aber alles bloß und entdeckt vor seinen Augen, von dem reden wir. Evangelium,‚ Joh. 9. V. 1—7. U Jesus ging vorüber und sah einen, der blind geboren war. Und seine Jünger fragten iyn und sprachen: Meister, wer hat gesündigt, 86 Episteln und Evangelien, II. Jahrg. dieser oder seine Eltern, daß er ist blind geboren? Jesus antwortete: Es hat weder dieser gesündigt, noch seine Eltern, sondern daß die Werke Gottes offenbar würden an ihm. Ich muß wirken die Werke des, der mich gesandt hat, so lange es Tag ist. Es kommt die Nacht, da niemand wirken kann. Dieweil ich bin in der Welt, bin ich das Licht der Welt. Da er solches gesagt, spützete er auf die Erde und machte einen Kot aus dem Speichel und schmierete den Kot auf des Blinden Augen und sprach zu ihm: Gehe hin zu dem Teiche Siloah, das ist verdolmetschet: Gesandt, und wasche dich. Da ging er hin und wusch sich und kam sehend. Am 17. Sonnt. nach Trinitatis. Epistel, Kol. 2. V. 16—20. o lasset nun niemand euch Gewissen machen über Speise oder über Trank oder über bestimmte Feiertage oder Neumonden oder Sab⸗ bather, welches ist der Schatten von dem, das zukünftig war, aber der Körper selbst ist in Christo. Lasset euch niemand das Ziel verrücken, der nach eigener Wahl einhergehet in Demut und Geistlichkeit der Engel, des er nie keines gesehen hat, und ist ohne Sache aufgeblasen in seinem fleischlichen Sinn und hält sich nicht an dem Haupt, aus welchem der ganze Leib durch Gelenke und Fugen Handreichung empfängt und an einander sich enthält und also wächset zur göttlichen Größe. So ihr denn nun abgestorben seid mit Christo den Satzungen der Welt, was lasset ihr euch denn fangen mit Satzungen, als lebtet ihr noch in der Welt? Evangelium, Luk. 6. V. 1—10. 1 nd es begab sich auf einen Aftersabbath, daß er durch das Getreide ging, und seine Jünger rauften Ahren aus und aßen und rieben sie mit den Händen. Etliche aber der Pharisäer sprachen zu ihnen: Warum thut ihr, das sich nicht geziemet zu thun auf die Sabbather? Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Habt ihr nicht das gelesen, das David that, da ihn hungerte und die mit ihm waren? Wie er zum Hause Gottes einging und nahm die Schaubrote und aß und gab auch denen, die mit ihm waren, die doch niemand durfte essen, ohne die Priester allein? Und sprach zu ihnen: Des Menschen Sohn ist ein Herr auch des Sabbaths. Es geschah aber auf einen andern Sabbath, daß er ging in die Schule und lehrete. Und da war ein Mensch, des rechte Hand war verdorret. Aber die Schriftgelehrten und Pharisäer hielten auf ihn, ob er auch heilen würde am Sabbath, auf daß sie eine Sache zu ihm fänden. Er aber merkte ihre Gedanken und sprach zu dem Men⸗ schen mit der dürren Hand: Stehe auf und rritt hervor. Und er stand auf und trat dahin. Da sprach Jesus zu ihnen: Ich frage euch, was ziemet sich zu thun auf die Sabbather, Gutes oder Böses, das Leben er⸗ halten oder verderben? Und er sah sie alle umher an und sprach zu dem Menschen: Strecke aus deine Hand. Und er that es. Da ward ihm seine Hand wieder zurechtgebracht, gesund wie die andere. Am 18. Sonnt. nach Trinitatis. Epistel, Jak. 2. V. 13—17. Ei wird ein unbarmherzig Gericht über den ergehen, der nicht Barm⸗ herzigkeit gethan hat, und die Barmherzigkeit rühmet sich wider das Gericht. Was hilft es, lieben Brüder, so jemand sagt, er habe den Glauben, und hat doch die Werke nicht? Kann auch der Glaube ihn selig machen? So aber ein Bruder oder Schwester bloß ware und Mangel hätte der täglichen Nahrung, und jemand unter euch spräche zu ihnen: Gott berate euch, wärmet euch und sättiget ench! gäbet ihnen aber nicht, * 0 rtete: 5 die Werke Nacht, das iachte inden as ist wusch —20. über Sab⸗ rder ücken, ngel, inem nder id an denn lasset zelt? reide n sie Episteln und Evangelien, II. Jahrg. 87 was des Leibes Notdurft ist, was hülfe ihnen das? Also auch der Glaube, wenn er nicht Werke hat, ist er tot an ihm selber. Evangelium, Mark. 12. V. 41—44. Ur Jesus setzte sich gegen den Gottes kasten und schaute, wie das Volk Geld einlegte in den Gotteskasten. Und viele Reiche legten viel ein. Und es kam eine arme Witwe und legte zwei Scherflein ein, die machen einen Heller. Und er rief seine Jünger zu sich und sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch, diese arme Witwe hat mehr in den Gottes⸗ kasten gelegt, denn alle, die eingelegt haben. Denn sie haben alle von ihrem Übrigen eingelegt, diese. hat von ihrer Armut alles, was sie hat, ihre ganze Nahrung eingelegt. Am 19. Sonnt. nach Trinitatis. Epistel, Koloss. 3. V. 16. bis Kap. 4. V. 2. Lasset das Wort Christi unte euch reichlich wohnen in aller Weisheit. Lehret und vermahnet euch selbst mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen lieblichen Liedern und singet dem Herrn in eurem Herzen. Und alles, was ihr thut mit Worten oder mit Werken, das thut alles in dem Namen des Herrn Jesu und danket Gott und dem Vater durch ihn. Ihr Weiber, seid unterthan euren Männern in dem Herrn, wie sichs gebühret. Ihr Männer, liebet eure Weiber und seid nicht bitter 965 i sie. Ihr Kinder, seid gehorsam den Eltern in allen Dingen, denn as ist dem Herrn gefällig. Ihr Väter, erbittert eure Kinder nicht, auf daß sie nicht scheu werden. Ihr Knechte, seid gehorsam in allen Dingen euren leiblichen Herren, nicht mit Dienst vor Augen, als den Menschen zu gefallen, sondern mit Einfältigkeit des Herzens und mit Gottesfurcht. Alles was ihr thut, das thut vom Herzen, als dem Herrn und nicht den Menschen. Und wisset, daß ihr von dem Herrn empfangen werdet die Vergeltung des Erbes, denn ihr dienet dem Herrn Christo. Wer aber Unrecht thut, der wird empfangen, was er Unrecht gethan hat, und gilt kein Ansehen der Person. Ihr Herren, was recht und gleich ist, das beweiset den Knechten und wisset, daß ihr auch einen Herrn im Himmel habt. Haltet an am Gebet und wachet in demselbigen mit Danksagung. Evangelium, Matth. 12. V. 46—50. Da Jesus noch also zu dem Volke redete, siehe, da standen seine Mutter und seine Brüder draußen, die wollten mit ihm reden. Da sprach einer zu ihm: Siehe, deine Mutter und deine Brüder stehen dranßen und wollen mit dir reden. Er antwortete aber und sprach zu dem, der es ihm ansagte: Wer ist meine Mutter? Und wer sind meine Brüder? Und reckte die Hand aus über seine Jünger und sprach: Siehe da, das ist meine Mutter und meine Brüder. Denn wer den Willen thut meines Vaters im Himmel, derselbige ist mein Bruder, Schwester und Mutter. Am 20. Sonnt. nach Trinitatis. Epistel, Jak. 3. V. 13—13. Wer ist weise und klug unter euch? Der erzeige mit seinem guten Wandel seine Werke in der Sanftmut und Weisheit. Habt ihr aber bittern Neid und Zank in eurem Herzen, so rühmet euch nicht und lüget nicht wider die Wahrheit. Denn das ist nicht die Weisheit, die von oben herab kommt, sondern irdisch, menschlich und teuflisch. Denn wo Neid und Zank ist, da ist Unordnung und eitel böses Ding. Die Weisheit aber von oben her ist aufs erste keusch, darnach friedsam, gelinde, lässet ihr sagen, voll Barmherzigkeit und guter Früchte, unpar⸗ 88 Episteln und Evangelien, II. Jahrg. teiisch, ohne Heuchelei. Die Frucht aber der Gerechtigkeit wird gesäet in Frieden denen, die den Frieden halten. Evangelium, Luk. 9. V. 51—56. Es begab sich aber, da die Zeit erfüllet war, daß er sollte von hinnen Vgenommen werden, wandte er sein Angesicht, stracks gen Jerusalem zu wandeln. Und er sandte Boten vor ihm hin, die gingen hin und kamen in einen Markt der Samariter, daß sie ihm Herberge bestelleten. Und sie nahmen ihn nicht an, darum, daß er sein Angesicht gewendet hatte, zu wandeln gen Jerusalem. Da aber das seine Jünger Jakobus und Johannes sahen, sprachen sie: Herr, willst du, so wollen wir sagen, daß Feuer vom Himmel falle und verzehre sie, wie Elias that. Jesus aber wandte sich und bedrohete sie und sprach: Wisset ihr nicht, welches Geistes Kinder ihr seid? Des Menschen Sohn ist nicht gekommen, der Menschen Seelen zu verderben, sondern zu erhalten. Am 21. Sonnt. nach Trinitatis. Gpistel, Röm. 14. V. 7—13. Unser keiner lebt ihm selber und keiner stirbt ihm selber. Leben wir, so leben wir dem Herrn, sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Darum, wir leben oder sterben, so sind wir des Herrn. Denn dazu ist Christus auch gestorben und auferstanden und wieder lebendig geworden, daß er über Tote und Lebendige Herr sei. Du aber, was richtest du deinen Bruder? Oder du anderer, was verachtest du deinen Bruder? Wir werden alle vor dem Richtstuhle Christi dargestellet werden, nach⸗ dem geschrieben stehet: So wahr, als ich lebe, spricht der Herr, mir sollen alle Kniee gebeuget werden und alle Zungen sollen Gott bekennen. So wird nun ein jeglicher für sich selbst Gott Rechenschaft geben. Darum lasset uns nicht mehr einer den andern richten, sondern das richtet viel⸗ mehr, daß niemand seinem Bruder einen Anstoß oder Argernis darstelle. Evangelium, Matth. 9. V. 9—13. Urd da Jesus von dannen ging, sah er einen Menschen am Zoll sitzen, der hieß Matthäus, und sprach zu ihm: Folge mir. Und er stand auf und folgte ihm. Und es begab sich, da er zu Tische saß im Hause, siehe da kamen viele Zöllner und Sünder und saßen zu Tische mit Jesu und seinen Jüngern. Da das die Pharisäer sahen, sprachen sie zu seinen Jüngern: Warum isset euer Meister mit den Zöllnern und Sündern? Da das Jesus hörete, sprach er zu ihnen: Die Starken bedürfen des Arztes nicht, sondern die Kranken. Gehet aber hin und lernet, was das sei: Ich habe Wohlgefallen an Barmherzigkeit und nicht am Opfer. Ich bin gekommen, die Sünder zur Buße zu rufen, und nicht die Frommen. Am 22. Sonnt. nach Trinitatis. Epistel, Röm. 2. V. 1—9. arum, o Mensch, kannst du dich nicht entschuldigen, wer du bist, der da richtet, denn worinnen du einen andern richtest, verdammest du dich selbst, sintemal du eben dasselbige thust, das du richtest. Denn wir wissen, daß Gottes Urteil ist recht über die, so solches thun. Denkest du aber, o Mensch, der du richtest die, so solches thun, und thust—5 dasselbige, daß du dem Urteil Gottes entrinnen werdest? Oder verachte du deu Reichtum seiner Güte, Geduld und Langmütigkeit? Weißt du nicht, aß dich Gottes Güte zur Buße leitet? Du aber, nach deinem ver⸗ stockten und unbußfertigen Herzen, häufest dir selbst den Zorn auf den Tag des Zorns und der Offenbarung des gerechten Gerichts Gottes, welcher geben wird einem jeglichen nach seinen Werken, nämlich Preis und Ehre zesäet innen salem und leten. endet kobus agen, Jesus elches , der —13. wir, errn. zu ist rden, st du ider? nach⸗ sollen So arum viel⸗ stelle. sitzen, stand Episteln und Evange lien, II. Jahrg. 89 und unvergängliches Wesen denen, die mit Geduld in guten Werken trachten nach dem ewigen Leben, aber denen, die da zänkisch sind und der Wahrheit nicht gehorchen, gehorchen aber dem Ungerechten, Ungnade und Zorn, Trübsal und Angst über alle Seelen der Menschen, die da Böses thun. Evangelium, Luk. 13. V. 1—9. Eꝰ waren aber zu derselbigen Zeit etliche dabei, die verkündigten ihm von den Galiläern, welcher Blut Pilatus samt ihrem Opfer ver⸗ mischt hatte. Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Meinet ihr, daß diese Galiläer vor allen Galiläern Sünder gewesen sind, dieweil sie das erlitten haben? Ich sage: Nein, sondern so ihr euch nicht bessert, werdet ihr alle auch also umkommen. Oder meinet ihr, daß die Achtzehn, auf welche der Turm in Siloah fiel und erschlug sie, seien schuldig ge⸗ wesen vor allen Menschen, die zu Jerusalem wohnen? Ich sage: Nein, sondern so ihr euch nicht bessert, werdet ihr alle auch also umkommen. Er sagte ihnen aber dies Gleichnis: Es hatte einer einen Feigenbaum. der war gepflanzt in seinem Weinberge, und kam und suchte Frucht darauf und fand sie nicht. Da sprach er zu dem Weingärtner: Siehe, ich bin nun drei Jahre lang alle Jahre gekommen und habe Frucht gesucht auf die⸗ sem Feigenbaum und finde sie nicht. Haue ihn ab. Was hindert er das Land? Er aber antwortete und sprach zu ihm: Herr, lasse ihn noch dies Jahr, bis daß ich um ihn grabe und bedünge ihn, ob er wollte Frucht dringen, wo nicht, so haue ihn darnach ab. Am 23. Sonnt. nach Trinitatis. Epistel, Hebr. 10. B. 35—39. Wechet euer Vertrauen nicht weg, welches eine große Belohnung hat. Geduld aber ist euch not, auf daß ihr den Willen Gottes thut und die Verheißung empfanget. Denn noch über eine kleine Weile, so wird kommen, der da kommen soll, und nicht verziehen. Der Gerechte aber wird des Glaubens leben. Wer aber weichen wird, an dem wird meine Seele keinen Gefallen haben. Wir aber sind nicht von denen, die da weichen und verdammet werden, sondern von denen, die da glauben und die Seele erretten. Evangelium, Joh. 11. V. 1—27. Eã lag aber einer krank, mit Namen Lazarus, von Bethania, in dem Flecken Marias und ihrer Schwester Martha. Maria aber war, die den Herrn gesalbet hatte mit Salben und seine Füße getrocknet mit ihrem Haar. Derselbigen Bruder, Lazarus, lag krank. Da sandten seine Schwestern zu ihm und ließen ihm sagen: Herr, siehe, den du lieb hast, der liegt krank. Da Jesus das hörte, sprach er: Die Krankheit ist nicht zum Tode, sondern zur Ehre Gottes, daß der Sohn Gottes dadurch geehret werde. Jesus aber hatte Martham lieb und ihre Schwester und Lazarum. Als er nun hörete, daß er krank war, blieb er zwei Tage an dem Ort, da er war. Darnach spricht er zu seinen Jüngern: Lasset uns wieder in Judäam ziehen. Seine Jünger sprachen zu ihm: Meister, jenes Mal wollten die Juden dich steinigen, und du willst wieder dahin ziehen? Jesus antwortete: Sind nicht des Tages zwölf Stunden? Wer des Tages wandelt, der stößet sich nicht, denn er siehet das Licht dieser Welt. Wer aber des Nachts wandelt, der stößet sich, denn es ist kein Licht in ihm. Solches sagte er und darnach spricht er zu ihnen: Lazarus, unser Freund, schläft, aber ich gehe hin, daß ich ihn aufwecke. Da spra⸗ chen seine Jünger: Herr, schläft er, so wird es besser mit ihm. Jesus aber sagte von seinem Tode. Sie meinten aber, er redete vom leiblichen 90 Episteln und Evangelien, II. Jahrg. Schlaf. Da sagte es ihnen Jesus frei heraus: Lazarus ist gestorben. Und ich bin froh um euretwillen, daß ich nicht dagewesen bin, auf daß ihr glaubet, aber lasset uns zu ihm ziehen. Da sprach Thomas, der da genannt ist Zwilling, zu den Jüngern: Lasset uns mitziehen, daß wir mit ihm sterben. Da kam Jesus und fand ihn, daß er schon vier Tage im Grabe gelegen war. Bethania aber war nahe bei Jerusalem bei fünfzehn Feldwegs. Und viele Juden waren zu Martha und Maria gekommen, sie zu trösten über ihren Bruder. Als Martha nun hörete, daß Jesus kommt, gehet sie ihm entgegen. Maria aber blieb daheim sitzen. Da sprach Martha zu Jesu: Herr, wärest du hier gewesen, mein Bruder wäre nicht gestorben. Aber ich weiß auch noch, daß, was du bittest von Gott, das wird dir Gott geben. Jesus spricht zu ihr: Dein Bruder soll auferstehen. Martha spricht zu ihm: Ich weiß wohl, daß er auferstehen wird in der Aucferstehnm am jüngsten Tage. Jesus spricht zu ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubet, der wird leben, ob er gleich stürbe, und wer da lebet und glaubet an mich, der wird nimmermehr sterben. Glaubest du das? Sie spricht zu ihm: Herr, ja, ich glaube, daß du bist Christus, der Sohn Gottes, der in die Welt gekommen ist. Am 24. Sonnt. nach Trinitatis. Epist., 1. Petr. 1. V. 17—25. Sintemal ihr den zum Vater anrufet, der ohne Ansehen der Person richtet, nach eines jeglichen Werk, so führet euren Wandel, so lange ihr hier wallet, mit Furcht und wisset, daß ihr nicht mit vergänglichem Silber oder Gold erlöset seid von eurem eiteln Wandel nach väterlicher Weise, sondern mit dem teuren Blute Christi als eines unschuldigen und unbefleckten Lammes, der zwar zuvor versehen ist, ehe der Welt Grund geleget ward, aber geoffenbaret zu den letzten Zeiten um euretwillen, die ihr durch ihn glaubet an Gott, der ihn auferwecket hat von den Toten und ihm die Herrlichkeit gegeben, auf daß ihr Glauben und Hoffnung zu Gott haben möchtet. Und machet keusch eure Seelen im Gehorsam der Wahrheit durch den Geist zu ungefärbter Bruderliebe und habt euch untereinander brünstig lieb aus reinem Herzen, als die da wiederum geboren sind nicht aus vergänglichem, sondern aus unvergänglichem Samen, nämlich aus dem lebendigen Worte Gottes, das da ewiglich bleibet. Denn alles Fleisch ist wie Gras und alle Herrlichkeit der Men⸗ schen wie des Grases Blume. Das Gras ist verdorret und die Blume abgefallen, aber des Herrn Wort bleibet in Ewigkeit. Das ist aber das Wort, welches unter euch verkündigt ist. Evangelium, Joh. 11. V. 32—45. Als nun Maria kam, da Jesus war, und sah ihn, fiel sie zu seinen Füßen und sprach zu ihm: Herr, wärest du hier gewesen, mein Bruder wäre nicht gestorben. Als Jesus sie sahe weinen und die Juden auch weinen, die mit ihr kamen, ergrimmte er im Geist und betrübte sich selbst und sprach: Wo habt ihr ihn hingelegt? Sie sprachen zu ihm: Herr, komm und siehe es. Und Jesu gingen die Augen über. Da spra⸗ chen die Juden: Siehe, wie hat er ihn so lieb gehabt! Etliche aber unter ihnen sprachen: Konnte, der dem Blinden die Augengaregethan hat, nicht verschaffen, daß auch dieser nicht stürbe? Jesus aber egrimmte abermal in ihm selbst und kam zum Grabe. Es war aber eine Kluft und ein Stein darauf gelegt. Jesus sprach: Hebet den Stein ab. Spricht zu ihm Martha, die Schwester des Verstorbenen: Herr, er stinket schon, denn er ist vie so du hoben Auger Dochi das ur Da er aus! Füßer Jesus der J glaub Am Ses 9 sonde nicht wir ‚ Wese seine torben. uf daß der da aß wir r Tage em bei Maria hörete, daheim i/, mein das du Dein , daß spricht laubet, bet an icht zu es, der —25. Person lange lichem rlicher en und Grund len, die Toten ffnung jorsam bt euch derum lichem viglich Men⸗ Blume er das seinen zruder n auch 'te sich ihm: spra⸗ unter „nicht rmal nd ein ju ihm enn er Episteln und Evangelien, II. Jahrg. 9¹ ist vier Tage gelegen. Jesus spricht zu ihr: Habe ich dir nicht gesagt, so du glauben würdest, du solltest die Herrlichkeit Gottes sehen? Da hoben sie den Stein ab, da der Verstorbene lag. Jesus aber hob seine Augen empor und sprach: Vater, ich danke dir, daß du mich erhöret hast. Doch ich weiß, daß du mich allezeit hörest, sondern um des Volkes willen, das umher stehet, sage ich es, daß sie glauben, du habest mich gesandt. Da er das gesagt hatte, rief er mit lauter Stimme: Lazare, komm her⸗ aus! Und der Verstorbene kam heraus, gebunden mit Grabtüchern an Füßen und Händen und sein Angesicht verhüllt mit einem Schweißtuch. Jesus spricht zu ihnen: Löset ihn auf und lasset ihn gehen. Viele nun der Juden, die zu Maria gekommen waren, sahen, was Jesus that, und glaubten an ihn. Am 25. Sonnt. nach Trinitatis. Epistel, Hebr. 3. B. 12—15. Sebet zu, lieben Brüder, daß nicht jemand unter euch ein arges, un⸗ gläubiges Herz habe, das da abtrete von dem lebendigen Gott, sondern ermahnet euch selbst alle Tage, so lange es heute heißt, daß nicht jemand unter euch verstocket werde durch Betrug der Sünde. Denn wir sind Christi teilhaftig geworden, so wir anders das angefangene Wesen bis ans Ende fest behalten. So lange gesagt wird: Heute, so ihr seine Stimme hören werdet! so verstocket eure Herzen nicht. Evangelium, Matth. 21. B. 33—43. Eꝰ war ein Hausvater, der pflanzte einen Weinberg und führete einen Zaun herum und grub eine Kelter darinnen und bauete einen Turm und'that ihn den Weingärtnern aus und zog über Land. Da nun her⸗ bei kam die Zeit der Früchte, sandte er seine Knechte zu den Weingärt⸗ nern, daß sie seine Früchte empfingen. Da nahmen die Weingärtner seine Knechte, einen stäupten sie, den andern töteten sie, den dritten steinigten sie. Abermal sandte er andere Knechte, mehr, denn der ersten waren. Und sie thaten ihnen gleich also. Darnach sandte er seinen Sohn zu ihnen und sprach: Sie werden sich vor meinem Sohne scheuen. Da aber die Weingärtner den Sohn sahen, sprachen sie unter einander: Das ist der Erbe. Kommt, laßt uns ihn töten und sein Erbgut an uns bringen. Und sie nahmen ihn und stießen ihn zum Weinberge hinaus und töteten ihn. Wenn nun der Herr des Weinberges kommen wird, was wird er diesen Weingärtnern thun? Sie sprachen zu ihm: Er wird die Bösewichte übel ꝛunbringen und seinen Weinberg andern Weingärt⸗ nern austhun, die hm die Früchte zu rechter Zeit geben. Jesus sprach zu ihnen: Habt ihr nie gelesen in der Schrift: Der Stein, den die Bau⸗ leute verworfen haben, der ist zum Eckstein geworden? Von dem Herrn ist das geschehen und es ist wunderbarlich vor unsern Augen. Darum sage ich euch: Das Reich Gottes wird von euch genommen und den Heiden gegeben werden, die seine Früchte bringen. Am 26. Sonnt. nach Trinitatis. Epist., 1. Thess. 5. V. 14—24. Wir ermahnen euch aber, lieben Brüder Vermahnet die Ungezogenen, tröstet die Kleinmütigen, traget die Schwachen, seid geduldig gegen jedermann. Sehet zu, daß niemand Böses mit Bösem vergelte, sondern allezeit jaget dem Guten nach, beides unter einander und gegen jeder⸗ mann. Seid allezeit fröhlich. Betet ohne Unterlaß. Seid dankbar in allen Dingen, denn das ist der Wille Gottes in Christo Jesu an euch. Den Geist dämpfet nicht. Die Weissagung verachtet nicht. Prüfet aber alles und das Gute behaltet. Meidet allen bösen Schein. Er aber, der 92 Episteln und Evangelien, II. Jahrg. Gott des Friedens, heilige euch durch und durch, und euer Geist ganz, samt der Seele und Leib, müsse behalten werden unsträflich auf die Zu⸗ kunft unsers Herrn Jesu Christi. Getreu ist er, der euch rufet, welcher wird es auch thun. Evangelium, Matth. 25. B. 14—30. Ein Mensch, der über Land zog, rief seine Knechte und that ihnen seine Güter aus. Und einem gab er fünf Zentner, dem andern zwei, dem dritten einen, einem jeden nach seinem Vermögen, und zog bald hinweg. Da ging der hin, der fünf Zentner empfangen hatte, und handelte mit denselbigen, und gewann andere fünf Zentner. Desgleichen auch, der zwei Zentner empfangen hatte, gewann auch zwei andere. Der aber einen empfangen hatte, ging hin und machte eine Grube in die Erde und verbarg seines Herrn Geld. Über eine lange Zeit kam der Herr dieser Knechte und hielt Rechenschaft mit ihnen. Da trat herzu, der fünf Zentner empfangen hatte, und legte andere fünf Zentner dar und sprach: Herr, du hast mir fünf Zentner gethan, siehe da, ich habe damit andere fünf Zentner gewonnen. Da sprach sein Herr zu ihm: Ei, du frommer und getreuer Knecht, du bist über wenigem getren gewesen, ich will dich über viel setzen. Gehe ein zu deines Herrn Freude. Da trat auch her⸗ zu, der zwei Zentner empfangen hatte, und sprach: Herr, du hast mir zwei Zentner gethan, siehe da, ich habe mit denselbigen zwei andere ge⸗ wonnen. Sein Herr sprach zu ihm: Ei, du frommer und getreuer Knecht, du dist über wenigem getreu gewesen, ich will dich über viel setzen. Gehe ein zu deines Herrn Freude. Da trat auch herzu, der einen Zent⸗ ner empfangen hatte, und sprach: Herr, ich wußte, daß du ein harter Mann bist, du schneidest, wo du nicht gesäet hast, und sammelst, da du nicht gestreuet hast, und fürchtete mich, ging hin und verbarg deinen Zentner in die Erde. Siehe, da hast du das Deine. Sein Herr aber antwortete und sprach zu ihm: Du Schalk und fauler Knecht! Wußtest du, daß ich schneide, da ich nicht gesäet habe, und sammle, da ich nicht gestreuet habe, so solltest du mein Geld zu den Wechslern gethan haben, und wenn ich gekommen wäre, hätte ich das Meine zu mir genommen mit Wucher. Darum nehmet von ihm den Zentner und gebet es dem, der zehn Zentner hat. Denn wer da hat, dem wird gegeben werden und wird die Fülle haben. Wer aber nicht hat, dem wird auch, das er hat, genommen werden. Und den unnützen Knecht werfet in die äußerste Finsternis hinaus, da wird sein Heulen und Zähnklappen. Am 27. Sonnt. n. Trinit. Lektion, Offenb. Joh. 21. V. 1—7. Urd ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde. Denn der erste Himmel und die erste Erde verging und das Meer ist nicht mehr. Und ich, Johannes, sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabfahren, zubereitet als eine geschmückte Braut ihrem Manne. Und hörete eine große Stimme von dem Stuhl, die sprach: Siehe da, eine Hütte Gottes bei den Menschen, und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein. Und Gott wird abwischen alle Thränen von ihren Augen und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid, noch Geschrei, noch Schmerzen wird mehr sein, denn das Erste ist vergangen. Und der auf dem Stuhle saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu. Und er spricht zu mir: Schreibe. Denn diese Worte sind wahrhaftig und gewiß Und er sprach zu mir: Es ist geschehen. Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende. Ich will dem Durstigen geben von dem é ist ganz, die Zu⸗ „welcher nen seine wei, dem hinweg. delte mit auch, der Der aber die Erde der Herr der fünf d sprach: t andere frommer will dich ruch her⸗ hast mir dere ge⸗ Knecht, Isetzen. en Zent⸗ n harter st, da du deinen err aber Wußtest ich nicht uhaben, nommen es dem, den und er hat, äußerste 3. 1—7. der erste )t mehr. von Gott e Braut uhl, die vird bei zott mit nen von Beschrei, 1. Und Und er gewiß das O, von dem Episteln und Evangelien, II. Jahrg. 93 Brunnen des lebendigen Wassers umsonst. Wer überwindet, der wird es alles ererben, und ich werde sein Gott sein und er wird mein Sohn sein. Evangelium, Mark. 13. V. 33—37. Sehs zu, wachet und betet. Denn ihr wisset nicht, wann es Zeit ist. Gleich als ein Mensch, der über Land zog und ließ sein Haus und gab seinen Knechten Macht, einem jeglichen sein Werk, und gebot dem Thürhüter, er sollte wachen. So wachet nun, denn ihr wisset nicht, wann der Herr des Hauses kommt, ob er kommt am Abend oder zu Mitternacht oder um den Hahnenschrei oder des Morgens, auf daß er nicht schnell komme und finde euch schlafend. Was ich aber euch sage, das sage ich allen: Wachet. Am Tage Mariä Reinigung. Lektion, Micha 4. V. 1—4. On den letzten Tagen aber wird der Berg, darauf des Herrn Haus V stehet, gewiß sein höher, denn alle Berge, und über die Hügel erhaben sein. Und die Völker werden herzulaufen und viele Heiden werden gehen und sagen: Kommt, lasset uns hinauf zum Berge des Herrn gehen und zum Hause des Gottes Jakobs, daß er uns lehre seine Wege, und wir auf seiner Straße wandeln. Denn aus Zion wird das Gesetz aus⸗ gehen und des Herrn Wort aus Jerusalem. Er wird unter großen Völkern richten und viele Heiden strafen in fernen Ländern. Sie wer⸗ den ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spieße zu Sicheln machen. Es wird kein Volk wider das andere ein Schwert aufheben und werden nicht mehr kriegen lernen. Ein jeglicher wird unter seinem Weinstock und Feigenbaum wohnen ohne Scheu. Denn der Mund des Herrn Zebaoth hat es geredet. Evangelium, Luk. 2. V. 22—32. nd da die Tage ihrer Reinigung nach dem Gesetz Mosis kamen, brach⸗ ten sie ihn gen Jerusalem, auf daß sie ihn darstellten dem Herrn, wie denn geschrieben stehet in dem Gesetz des Herrn: Allerlei Männlein, das zum ersten die Mutter bricht, soll dem Herrn geheiligt heißen, und daß sie gäben das Opfer, nachdem gesagt ist im Gesetz des Herrn: Ein Paar Turteltauben oder zwo junge Tauben. Und siehe, ein Mensch war zu Jerusalem, mit Namen Simeon, und derselbe Mensch war fromm und gottesfürchtig und wartete auf den Trost Israels, und der heilige Geist war in ihm. Und ihm war eine Antwort geworden von dem heiligen Geist, er sollte den Tod nicht sehen, er hätte denn zuvor den Christ des Herrn gesehen. Und kam aus Anregen des Geistes in den Tempel. Und da die Eltern das Kind Jesus in den Tempel brachten, daß sie für ihn thäten, wie man pfleget nach dem Gesetz, da nahm er ihn auf seine Arme und lobte Gott und sprach: Herr, nun lässest du deinen Diener in Frie⸗ den fahren, wie du gesagt hast, denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen, welchen du bereitet hast vor allen Völkern, ein Licht, zu erleuch⸗ ten die Heiden, und zum Preise deines Volkes Israel. Am Sonnt. Mariä Verkündigung. Lektion, Micha 5. V. 1—3. Ur du, Bethlehem Ephrata, die du klein bist unter den Tausenden in Juda, aus dir soll mir der kommen, der in Israel Herr sei, welches Ausgang von Anfang und von Ewigkeit her gewesen ist. Indes läßt er sie plagen bis auf die Zeit, daß die, so gebären soll, geboren habe. Da wer⸗ den dann die übrigen seiner Brüder wiederkommen zu den Kindern Israel. Er aber wird auftreten und weiden in Kraft des Herrn und im Siege des Namens seines Gottes. Und sie werden wohnen, denn er wird zu derselbigen Zeit herrlich werden, so weit die Welt ist. 9⁴ Episteln und Evangelien, II. Jahrg. Evangelium, Luk. 1. V. 26—33. I nd im sechsten Monat ward der Engel Gabriel gesandt von Gott in eine Stadt in Galiläa, die heißet Nazareth, zu einer Jungfrau, die vertraut war mit einem Manne, mit Namen Joseph, vom Hause Davids, und die Jungfrau hieß Maria. Und der Engel kam zu ihr herein und sprach: Gegrüßet seist du, Holdselige. Der Herr ist mit dir, du Gebene⸗ deiete unter den Weibern. Da sie aber ihn sah, erschrak sie über seiner Rede und gedachte: Welch ein Gruß ist das? Und der Engel sprach zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria, du hast Gnade bei Gott gefunden. Siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären, des Namen sollst du Jesus heißen. Der wird groß und ein Sohn des Höchsten genannt werden, und Gott der Herr wird ihm den Stuhl seines Vaters David geben, und er wird ein König sein über das Haus Jakob ewiglich und seines Königreichs wird kein Ende sein. Da sprach Maria zu dem Engel: Wie soll das zugehen, sintemal ich von keinem Manne weiß? Der Engel antwortete und sprach zu ihr: Der heilige Geist wird über dich kommen und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten, darum auch das Heilige, das von dir geboren wird, wird Gottes Sohn genannt werden. Und siehe, Elisabeth, deine Gefreundte, ist auch schwanger mit einem Sohne in ihrem Alter und geht jetzt im sechsten Monat, die im Geschrei ist, daß sie unfruchtbar sei. Denn bei Gott ist kein Ding unmöglich. Maria aber sprach: Siehe, ich bin des Herrn Magd, mir geschehe, wie du gesagt hast. Und der Engel schied von ihr. Am Tage der Hagelfeier. Für die Altarvorlesung Psalm 65. Vott, man lobet dich in der Stille zu Zion und dir bezaͤhlet man Ge⸗ lübde. Du erhörest Gebet, darum kommt alles Fleisch zu dir. Unsere Missethat drücket uns hart, du wollest unsere Sünde vergeben. Wohl dem, den du erwählest und zu dir lässest, daß er wohne in deinen Höfen, der hat reichen Trost von deinem Hause, deinem heiligen Tempel. Erhöre uns nach der wunderlichen Gerechtigkeit, Gott, unser Heil, der du bist Zuversicht aller auf Erden und ferne am Meer, der die Berge festsetzet in seiner Kraft und gerüstet ist mit Macht. Der du stillest das Brausen des Meeres, das Brausen seiner Wellen und das Toben der Völker, daß sich entsetzen, die an denselben Enden wohnen, vor deinen Zeichen. Du machst fröhlich, was da webet, beide des Morgens und des Abends. Du suchest das Land heim und wässerst es und machst es sehr reich. Gottes Brünnlein hat Wassers die Fülle. Du lässest ihr Getreide wohlgeraten, denn also bauest du das Land. Du tränkest seine Furchen und feuchtest sein Gepflügtes. Mit Regen machest du es weich und segnest sein Gewächs. Du krönest das Jahr mit deinem Gut und deine Fuß⸗ stapfen triefen von Fett. Die Wohnungen in der Wüste sind auch fett, daß sie triefen, und die Hügel sind umher lustig. Die Anger sind voll Schafe und die Auen stehen dick mit Korn, daß man jauchzet und singet. Oder Psalm 147. Lobet den Herrn— Halleluja. Für die Predigt freier Terxt. Am Johannisfeste. Lektion, Jes. 35. V. 3—10. Stanr die müden Hände und erquicket die strauchelnden Kniee. Saget den verzagten Herzen: Seid getrost, fürchtet euch nicht! Sehet, euer Gott in frau, die Davids, rein und Gebene⸗ er seiner sprach zu 1. Siehe, nen sollst genannt 5 David lich und n Engel: er Engel kommen ruch das werden. it einem Geschrei möglich. ehe, wie tan Ge⸗ zu dir. ergeben. deinen Tempel. eil, der e Berge stillest ben der deinen und des es sehr zetreide Furchen segnest e Fuß⸗ ch fett, nd voll singet. Saget t, euer Episteln und Evangelien, II. Jahrg. 9⁵ Gott der kommt zur Rache. Gott, der da vergilt, kommt und wird euch helfen. Alsdann werden der Blinden Augen aufgethan werden und der Tauben Ohren werden geöffnet werden. Alsdann werden die Lahmen löcken, wie ein Hirsch, und der Stummen Zunge wird Lob sagen. Denn es werden Wasser in der Wüste hin und wieder fließen und Ströme in den Gefilden. Und wo es zuvor trocken ist gewesen, sollen Teiche stehen, und wo es dürre gewesen ist, sollen Brunnenquellen sein. Da zuvor die Schlangen gelegen haben, soll Heu und Rohr und Schilf stehen. Und es wird daselbst eine Bahn sein und ein Weg, welcher der heilige Weg heißen wird, daß kein Unreiner darauf gehen wird, und derselbe wird für sie sein, daß man darauf gehe, daß auch die Thoren nicht irren mögen. Es wird da kein Löwe sein und wird kein reißend Tier darauf treten, noch daselbst gefunden werden, sondern man wird frei sicher daselbst gehen. Die Erlöseten des Herrn werden wiederkommen und gen Zion kommen mit Jauchzen. Ewige Freude wird über ihrem Haupte sein, Freude und Wonne werden sie ergreifen und Schmerz und Seufzen wird weg müssen. Evangelium, Mark. 6. V. 17—29. H erodes hatte ausgesandt und Johannem gegriffen und ins Gefängnis gelegt um Herodias willen, seines Bruders Philippi Weib, denn er hatte sie gefreiet. Johannes aber sprach zu Herodes: Es ist nicht recht, daß du deines Bruders Weib habest. Herodias aber stellte ihm nach und wollte ihn töten und konnte nicht. Herodes aber fürchtete Johannem, denn er wußte, daß er ein heiliger und frommer Mann war, und ver⸗ wahrte ihn und gehorchte ihm in vielen Sachen und hörete ihn gerne. Und es kam ein gelegener Tag, daß Herodes auf seinen Jahrestag ein Abendmahl gab den Obersten und Hauptleuten und Vornehmsten in Galiläa. Da trat hinein die Tochter der Herodias und tanzte und gefiel wohl dem Herodes und denen, die am Tische saßen. Da sprach der König zum Mägdlein: Bitte von mir, was du willst, ich will es dir geben, bis an die Hälfte meines Königreichs. Sie ging hinaus und sprach zu ihrer Mutter: Was soll ich bitten? Die sprach: Das Haupt Johannis, des Täufers. Und sie ging bald hinein mit Eile zum König, bat und sprach: Ich will, daß du mir gebest jetzt so bald auf einer Schüssel das Haupt Johannis des Täufers. Der König ward betrübt, doch um des Eides willen und derer, die am Tische saßen, wollte er sie nicht lassen eine Fehlbitte thun. Und bald schickte hin der Köuig den Henker und hieß sein Haupt herbringen. Der ging hin und enthauptete ihn im Gefäng⸗ nis und trug her sein Haupt auf einer Schüssel und gab es dem Mägd⸗ lein, und das Mägdlein gab es ihrer Mutter. Und da das seine Jünger höreten, kamen sie und nahmen seinen Leib und legten ihn in ein Grab. Am Tage Mariä Heimsuchung. Lektion, Jerem. 33. V. 14—16. Siehe, es kommt die Zeit, spricht der Herr, daß ich das gnädige Wort er wecken will, welches ich dem Hause Israel und dem Hause Juda ge⸗ redet habe. In denselbigen Tagen und zu derselbigen Zeit will ich den: David ein gerecht Gewächs aufgehen lassen und soll ein König sein, der wohl regieren wird und soll Recht und Gerechtigkeit anrichten auf Erden. Zu derselbigen Zeit soll Juda geholfen werden und Jerusalem sicher woh⸗ nen, und man wird ihn nennen: Der Herr, der unsere Gerechtigkeit ist. Evangelium, Luk. 1. V. 39—56. Maria aber stand auf in den Tagen und ging auf das Gebirge ende⸗ lich zu der Stadt Juda's und kam in das Haus Zacharias' und 96 Episteln und Evangelien, II. Jahrg. grüßte Elisabeth. Und es begab sich, als Elisabeth den Gruß Mariä hörete, hüpfte das Kind in ihrem Leibe. Und Elisabeth ward des heiligen Geistes voll und rief laut und sprach: Gebenedeiet bist du unter den Weibern und gebenedeiet ist die Frucht deines Leibes! Und woher kommt mir das, daß die Mutter meines Herrn zu mir kommt? Siehe, da ich die Stimme deines Grußes hörte, hüpfte mit Freuden das Kind in meinem Leibe. Und o selig bist du, die du geglaubet hast! Denn es wird vollendet werden, was dir gesagt ist von dem Herrn. Und Maria sprach: Meine Seele erhebet den Herrn und mein Geist erfreuet sich Gottes, meines Heilandes, denn er hat die Niedrigkeit seiner Magd angesehen. Siehe, von nun an werden mich selig preisen alle Kindeskinder. Denn er hat große Dinge an mir gethan, der da mächtig ist und des Name heilig ist. Und seine Barmherzigkeit währet immer für und für bei denen, die ihn fürchten. Er übet Gewalt mit seinem Arm und zerstreuet, die hoffärtig sind in ihres Herzens Sinn. Er stößet die Gewaltigen vom Stuhl und erhebet die Niedrigen. Die Hungrigen füllet er mit Gütern und lässet die Reichen leer. Er denket der Barmherzigkeit und hilft seinem Diener Israel auf, wie er geredet hat unsern Vätern, Abraham und seinem Samen ewiglich. Und Maria blieb bei ihr drei Monden. Darnach kehrete sie wieder heim. Am Michaelisfeste. Lektion, Offenb. Joh. 7. V. 9—17. Darnach sah ich, und siehe, eine große Schar, welche niemand zählen konnte, aus allen Heiden und Völkern und Sprachen, vor dem Stuhl stehend und vor dem Lamm, angethan mit weißen Kleidern und Palmen in ihren Händen, schrieen mit großer Stimme und sprachen: Heil sei dem, der auf dem Stuhl sitzt, unserm Gott und dem Lamm! Und alle Engel standen um den Stuhl und um die Altesten und um die vier Tiere und fielen vor dem Stuhl auf ihr Angesicht und beteten Gott an und sprachen: Amen, Lob und Ehre und Weisheit und Dank und Preis und Kraft und Stärke sei unserm Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Und es antwortete der AÄltesten einer und sprach zu mir: Wer sind diese, mit den weißen Kleidern angethan? Und woher sind sie ge⸗ kommen Und ich sprach zu ihm: Herr, du weißt es. Und er sprach zu mir: Diese sind es, die gekommen sind aus großer Trübsal und haben ihre Kleider gewaschen und haben ihre Kleider helle gemacht im Blut des Lammes. Darum sind sie vor dem Stuhl Gottes und dienen ihm Tag und Nacht in seinem Tempel. Und der auf dem Stuhl sitzet, wird über ihnen wohnen. Sie wird nicht mehr hungern noch dürsten. Es wird auch nicht auf sie fallen die Sonne oder irgend eine Hitze. Denn das Lamm mitten im Stuhl wird sie weiden und leiten zu dem leben⸗ digen Wasserbrunnen, und Gott wird abwischen alle Thränen von ihren Augen. Evangelium, Mark. 10. V. 13—16. Urd sie brachten Kindlein zu ihm, daß er sie anrührete. Die Jünger aber fuhren die an, die sie trugen. Da es aber Jesus sah, ward er unwillig und sprach zu ihnen: Lasset die Kindlein zu mir kommen und wehret ihnen nicht, denn solcher ist das Reich Gottes. Wahrlich, ich sage euch, wer das Reich Gottes nicht empfängt als ein Kindlein, der wird nicht hinein kommen. Und er herzete sie und legte die Hände auf sie und segnete sie. SAEE E E E· —— 9......‚. X᷑WNX—* —* 5 Maria heiligen nter den kommt a ich die meinem vollendet : Meine meines Siehe, n er hat eilig ist. die ihn )offärtig uhl und ässet die Diener d seinem kehrete —17. zählen n Stuhl Palmen Heil sei nd alle die vier en Gott ink und vigkeit! r: Wer sie ge⸗ rach zu ohaben ut des m Tag t, wird n. Es Denn leben⸗ en von Jünger ward ommen ährlich, ndlein, Hände Episteln und Evangelien, II. Jahrg. 9⁷ Am Erntedankfeste. Für die Altarvorlesung Psalm 67. Geit sei uns gnädig und segne uns. Er lasse uns sein Antlitz leuchten, daß wir auf Erden erkennen seinen Weg, unter allen Heiden sein Heil. Es danken dir, Gott, die Völker, es danken dir alle Völker. Die Völker freuen sich und jauchzen, daß du die Leute recht richtest und regie⸗ rest die Leute auf Erden. Es danken dir, Gott, die Völker, es danken dir alle Völker. Das Land giebt sein Gewächs. Es segne uns Gott, unser Gott. Es segne uns Gott, und alle Welt fürchte ihn. Oder Psalm 145. Ich will dich erhöhen, mein Gott, du König, und deinen Namen loben immer und ewiglich. Ich will dich täglich loben und deinen Namen rühmen immer und ewiglich. Der Herr ist groß und sehr löblich und seine Größe ist unaussprechlich. Kindeskinder werden deine Werke preisen und von deiner Gewalt sagen. Ich will reden von deiner herrlichen schönen Pracht und von deinen Wundern, daß man solle reden von deinen herr⸗ lichen Thaten und daß man erzähle deine Herrlichkeit, daß man preise deine große Güte und deine Gerechtigkeit rühme. Gnädig und barmherzig ist der Herr, geduldig und von großer Güte. Der Herr ist allen gütig und erbarmet sich aller seiner Werke. Es sollen dir danken, Herr, alle deine Werke und deine Heiligen dich loben und die Ehre deines König⸗ reichs rühmen und von deiner Gewalt reden, daß den Menschenkindern deine Gewalt kund werde und die ehrliche Pracht deines Königreichs. Dein Reich ist ein ewiges Reich und deine Herrschaft währet für und für. Der Herr erhält alle, die da fallen, und richtet auf alle, die da niederge⸗ schlagen sind. Aller Augen warten auf dich, und du giebst ihnen ihre Speise zu seiner Zeit. Du thust deine Hand auf und erfüllest alles, was lebet, mit Wohlgefallen. Der Herr ist gerecht in allen seinen Wegen und heilig in allen seinen Werken. Der Herr ist nahe allen, die ihn anrufen, allen, die ihn mit Ernst anrufen. Er thut, was die Gottesfürchtigen begehren, und höret ihr Schreien und hilft ihnen. Der Herr behütet alle, die ihn lieben, und wird vertilgen alle Gottlosen. Mein Mund soll des Herrn Lob sagen, und alles Fleisch lobe seinen heiligen Namen immer und ewiglich. Für die Predigt freier Text. Am Reformationsfeste. Für die Altarvorlesung Philipp. 1. V. 27—30. Wandelt nur würdiglich dem Evangelio Christi, auf daß, ob ich komme und sehe euch oder abwesend von euch höre, daß ihr stehet in einem Geist und einer Seele und samt uns kämpfet für den Glauben des Evan⸗ gelii und euch in keinem Wege erschrecken lasset von den Widersachern, welches ist eine Anzeige, ihnen der Verdammnis, euch aber der Seligkeit, und dasselbige von Gott. Denn euch ist gegeben, um Christi willen zu thun, daß ihr nicht allein an ihn glaubet, sondern auch um seinetwillen leidet, und habet denselbigen Kampf, welchen ihr an mir gesehen habt und nun von mir höret. Für die Predigt freier Text. 0 Am Bußtage. Für die Altarvorlesung ein Bußpsalm, etwa Ps. 51. V. 3—19. Geit, sei mir gnädig nach deiner Güte und tilge meine Sünden nach deiner großen Barmherzigkeit. Wasche mich wohl von meiner Misse⸗ that und reinige mich von meiner Sünde. Denn ich erkenne meine Missethat und meine Sünde ist immer vor mir. An dir allein hab⸗ 77 7 98 Leidensgeschichte Jesu. ich gesündiget und übel vor dir gethan, auf daß du Recht behaltest in deinen Worten und rein bleibest, wenn du gerichtest wirst. Siehe, ich bin aus sündlichem Samen erzeuget und meine Mutter hat mich in Sünden empfangen. Siehe, du hast Lust zur Wahrheit, die im Verborgenen liegt, du lässest mich wissen die heimliche Weisheit. Entsündige mich mit Ysop, daß ich rein werde, wasche mich, daß ich schneeweiß werde. Laß mich hören Freude und Wonne, daß die Gebeine fröhlich werden, die du zer⸗ schlagen hast. Verbirg dein Antlitz vor meiner Sünde und tilge alle meine Missethat. Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz und gieb mir einen neuen, gewissen Geist. Verwirf mich nicht von deinem Angesicht und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir. Tröste mich wieder mit deiner Hilfe und der freudige Geist enthalte mich. Denn ich will die Übertreter deine Wege lehren, daß sich die Sünder zu dir bekehren. Er⸗ rette mich von den Blutschulden, Gott, der du mein Gott und Heiland bist, daß meine Zunge deine Gerechtigkeit rühme. Herr, thue meine Lippen auf, daß mein Mund deinen Rühm verkündige. Denn du hast nicht Lust zum Opfer, ich wollte dir es sonst wohl geben, und Brand⸗ opfer gefallen dir nicht. Die Opfer, die Gott gefallen, sind ein geängsteter Geist, ein geängstetes und zerschlagenes Herz wirst du, Gott, nicht ver⸗ achten. Oder Psalm 32. Wohl dem— und rühmet, alle ihr Frommen. Leidensgeschichte Jesu, aus den vier Evangelisten zusammengezogen. Das erste Hauptstück. Was kurz vor dem Leiden Jesu und seiner Gefangennehmung vorgegangen. Eꝰ war aber nahe das Fest der süßen Brote, das da Ostern heißet. Und Jesus sprach zu seinen Jüngern: Ihr wisset, daß nach zweien Tagen Ostern wird, und des Menschen Sohn wird überantwortet wer⸗ den, daß er gekreuziget werde. „Da versammelten sich die Hohenpriester und Schriftgelehrten und die Altesten im Volk in dem Palaste des Hohenpriesters, der da hieß Kai⸗ phas, und hielten Rat, wie sie Jesum mit List ergriffen und töteten, denn sie fürchteten sich vor dem Volk. Sie sprachen aber: Ja nicht auf das Fest, auf daß nicht ein Aufruhr werde im Volk. Und da nun Jesus war zu Bethanien im Hause Simonis, des Aus⸗ sätzigen, trat zu ihm ein Weib, das hatte ein Glas mit ungefälschtem und köstlichem Nardenwasser, und zerbrach das Glas und goß es auf sein Haupt, da er zu Tische saß. Da das seine Jünger sahen, wurden sie unwillig und sprachen: Was soll doch dieser Unrat? Man könnte das Wasser um mehr denn dreihundert Groschen verkauft haben und dasselbe den Armen geben! und murrten über sie. Da das Jesus merkte, sprach er zu ihnen: Lasset sie zufrieden. Was bekümmert ihr das Weib? Sie hat ein gut Werk an mir gethan. Ihr habt allezeit Arme bei euch, und wenn ihr wollt, könnet ihr ihnen Gutes thun, mich aber habet ihr nicht allezeit. Sie hat gethan, was sie gekonnt, denn daß sie dies Itest in ich bin zünden Rliegt, 1Ysop, ß mich zu zer⸗ ge alle eb mir gesicht er mit ill die u. Er⸗ eiland meine u hast wrand⸗ steter t ver⸗ tung eißet. veien wer⸗ d die Kai⸗ Leidensgeschichte Jesu. 99 Wasser hat auf meinen Leib gegossen, damit ist sie zuvorgekommen, meinen Leichnam zu salben zu meinem Begräbnis. Wahrlich, ich sage euch, wo dies Evangelium gepredigt wird in aller Welt, da wird man auch das sagen zu ihrem Gedächtnis, was sie jetzt gethan hat. Es war aber der Satanas gefahren in Judas, genannt Ischarioth, der da war aus der Zahl der Zwölfe, und er ging hin und redete mit den Hohenpriestern und Hauptleuten, daß er ihn verriete, und sprach: Was wollt ihr mir geben? Ich will ihn euch verraten. Da sie das hörten, wurden sie froh, und sie boten ihm dreißig Silberlinge. Und er versprach sich. Und von dem an suchte er Gelegenheit, daß er ihn ohne Rumor überantwortete. Aber am ersten Tage der süßen Brote, auf welchen man mußte opfern das Osterlamm, traten die Jünger zu Jesu und sprachen zu ihm: Wo willst du, daß wir hingehen und dir bereiten das Osterlamm zu essen? Und er sandte Petrum und Johannem und sprach: Gehet hin in die Stadt. Sehet, wenn ihr hinkommet, wird euch ein Mensch begegnen, der trägt einen Wasserkrug. Folget ihm nach in das Haus, da er hingehet, und saget zu dem Haushalter: Der Meister läßt dir sagen, meine Zeit ist herbeigekommen, ich will Ostern bei dir halten. Wo ist das Gasthaus, damit ich das Osterlamm essen möge mit meinen Jüngern? Und er wird euch einen großen gepflasterten Saal zeigen. Daselbst bereitet es. Sie gingen hin und fanden, wie er ihnen gesagt hatte, und bereiteten das Oster⸗ lamm. Und am Abend kam erund setzte sich zu Tische mit den zwölf Aposteln, und er sprach zu ihnen: Mich hat herzlich verlanget, dies Osterlamm mit euch zu essen, ehe denn ich leide. Denn ich sage euch, daß ich hinfort nicht mehr davon essen werde, bis daß alles erfüllet werde im Reiche Gottes. Und er nahm den Kelch, dankte und sprach: Nehmet denselben und teilet ihn unter euch. Denn ich sage euch, ich werde nicht trinken von dem Gewächse des Weinstocks, bis das Reich Gottes komme, an dem Tage, da ich's neu trinken werde mit euch in meines Vaters Reich. Und indem sie aßen in der Nacht, da er verraten ward, nahm der Herr Jesus das Brot, dankte und brach's und gab's den Jüngern und sprach: Nehmet, esset, das ist mein Leib, der für euch gegeben wird. Solches thut zu meinem Gedächtnis. Desselbigen gleichen nahm er auch den Kelch nach dem Abendmahl, dankete, gab ihnen den und sprach: Trinket alle daraus. Dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blut, das für euch und für viele ver⸗ gossen wird zur Vergebung der Sünden. Solches thut, so oft ihr's trin⸗ ket, zu meinem Gedächtnis. Und sie tranken alle daraus. Vor dem Fest aber der Ostern, das ist auf denselbigen Abend, da Jesus erkannte, daß seine Zeit gekommen war, daß er aus dieser Welt ginge zum Vater, wie er hatte geliebt die Seinen, die in der Welt waren, so liebte er sie bis ons Ende. Und nach dem Abendessen, da schon der Teufel hatte dem Judas Simonis Ischarioth ins Herz gegeben, daß er ihn ver⸗ riete, wußte Jesus, daß ihm der Vater hatte alles in seine Hände ge⸗ geben, und daß er von Gott gekommen war und zu Gott ging, stand er vom Abendmahl auf, legte seine Kleider ab und nahm einen Schurz und umgürtete sich. Darnach goß er Wasser in ein Becken, hub an, den Jün⸗ gern die Füße zu waschen, und trocknete sie mit dem Schurz, damit er umgürtet war. Da kam er auch zu Simon Petro, und derselbige sprach zu ihm: Herr, solltest du mir meine Füße waschen? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Was ich thue, das weißt du jetzt nicht, du wirst es aber hernach G* 100 Leidensgeschichte Jesu. erfahren. Da sprach Petrus zu ihm: Nimmermehr solltest du mir die Füße waschen. Jesus antwortete ihm: Werde ich dich nicht waschen, so hast du kein Teil mit mir. Spricht zu ihm Simon Petrus: Herr, nicht die Füße allein, sondern auch die Hände und das Haupt. Spricht Jesus zu ihm: Wer gewaschen ist, der darf nicht, denn die Füße waschen, son⸗ dern er ist ganz rein, und ihr seid rein, aber nicht alle. Denn er wußte seinen Verräter wohl, darum sagte er: Ihr seid nicht alle rein. Da er nun ihre Füße gewaschen hatte, nahm er seine Kleider und setzte sich wieder nieder und sprach abermal zu ihnen: Wisset ihr, was ich euch gethan habe? Ihr heißet mich Meister und Herr und saget recht daran, denn ich bin's auch. So ich nun, euer Meister und Herr, euch die Füße gewaschen habe, so sollt ihr auch euch untereinander die Füße waschen. Ein Beispiel habe ich euch gegeben, daß ihr thut, wie ich euch gethan habe. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, der Knecht ist nicht grö⸗ ßer, denn sein Herr, noch der Apostel größer, denn der ihn gesandt hat. So ihr solches wisset, selig seid ihr, so ihr's thut. Nicht sage ich von euch allen, ich weiß, welche ich erwählet habe, sondern, daß die Schrift erfüllet würde: Der mein Brot isset, der tritt mich mit Füßen. Jetzt sage ich's euch, ehe denn es geschiehet, auf daß, wenn es geschehen wird, daß ihr glaubet, daß ich's bin. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wer aufnimmt, so ich jemand senden werde, der nimmt mich auf, wer aber mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat. Da Jesus solches gesagt hatte, ward er betrübt im Geist und zeugete und sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, der mit mir isset, wird mich verraten. Siehe, die Hand meines Verräters ist mit mir über Tische. Und die Jünger wurden sehr traurig, sahen sich untereinander an und ward ihnen bange, von welchem er redete. Und sie fingen an zu fragen unter sich selbst, welcher es doch wäre unter ihnen, der es thun würde, und sagten zu ihm einer nach dem andern: Herr, bin ich's? und der andere: Bin ich's? Er antwortete und sprach: Einer aus den Zwölfen, der mit mir in die Schüssel tauchet, der wird mich verraten. Des Men⸗ schen Sohn gehet zwar dahin, wie von ihm beschlossen und geschrieben ist. Doch wehe dem Menschen, durch welchen des Menschen Sohn verraten wird! Es wäre ihm besser, daß derselbige Mensch nie geboren wäre. Da antwortete Judas, der ihn verriet, und sprach: Bin ich's, Rabbi? Er sprach zu ihm: Du sagest es. Es war aber einer unter seinen Jüngern, der zu Tische saß an der Brust Jesu, welchen Jesus lieb hatte, dem winkte Simon Petrus, daß er forschen sollte, wer es wäre, von dem er sagte. Denn derselbe lag an der Brust Jesu und sprach zu ihm: Herr, wer ist's? Jesus antwortete: Der ist's, dem ich den Bissen eintauche und gebe. Und er tauchte den Bissen ein und gab ihn Judas Simonis Ischarioth. Und nach dem Bissen fuhr der Satan in ihn. Da sprach Jesus zu ihm: Was du thust, das thue bald. Dasselbige aber wußte niemand über Tische, wozu er's ihm sagte. Etliche meinten, weil Judas den Beutel hatte, Jesus spräche zu ihm: Kaufe, was uns not ist aufs Fest! oder daß er den Armen etwas gebe. Da er nun den Bissen genommen hatte, ging er alsobald hinaus. Und es war Nacht. Da aber Judas hinausgegangen war, erhob sich ein Zank unter ihnen, welcher unter ihnen sollte für den Größten gehalten werden. Er aber sprach zu ihnen: Die weltlichen Könige herrschen und die Gewal⸗ tigen nennt man gnädige Herren. Ihr aber nicht also, sondern der Größeste nir die hen, so „nicht Jesus ,„ son⸗ wußte r und „was recht „euch Füße euch grö⸗ t hat. von chrift Jetzt wird, „wer aber ugete wird ische. und agen ürde, der fen, Nen⸗ n ist. aten zäre. bbi? der iß er der Der issen fuhr bige ten, uns den icht. iter Er Hal⸗ este Leidensgeschichte Jesu 10¹ unter eu ch soll sein wie der Jüngste, und der Vornehmste wie ein Diener. Denn welcher ist der Größeste? Der zu Tische sitzet oder der da dienet? Ist's nicht also, daß der zu Tische sitzet? Ich bin aber mitten unter euch wie ein Diener. Ihr aber seid's, die ihr beharret habt bei mir in meinen Anfechtungen, und ich will euch das Reich bescheiden, wie mir's mein Vater beschieden hat, daß ihr essen und trinken sollt über meinem Tisch in meinem Reich und sitzen auf Stühlen und richten die zwölf Ge⸗ schlechter Israel. Da sprach Jesus: Nun ist des Menschen So hn verkläret, und Gott ist verkläret in ihm. Ist Gott verkläret in ihm, so wird ihn Gott auch verklären in ihm selbst und wird ihn bald verklären. Lieben Kindlein, ich bin noch eine kleine Weile bei euch. Ihr werdet mich suchen, und wie ich zu den Juden sagte: Wo ich hingehe, da könnt ihr nicht hinkommen, und sage euch nun: Ein neu Gebot gebe ich euch, daß ihr euch unter einander liebet, wie ich euch geliebet have, auf daß ihr auch einander lieb habet. Dabei wird jedermann erkennen, daß ihr meine Jünger seid, so ihr Liebe unter einander habt. Da sprach Simon Petrus zu ihm: Herr, wo gehest du hin? Jesus antwortete ihm: Da ich hingehe, kannst du mir diesmal nicht folgen. Petrus sprach zu ihm: Herr, warum kann ich dir diesmal nicht folgen? Ich will mein Leben für dich lassen. Jesus antwortete: Solltest du dein Leben für mich lassen? Simon, Simon, siehe, der Satanas hat euer be⸗ gehret, daß er euch möchte sichten wie den Weizen. Ich aber habe für dich gebeten, daß dein Glaube nicht aufhöre. Und wenn du dich der⸗ maleinst bekehrest, so stärke deine Brüder. Er sprach aber zu ihm: Herr, ich bin bereit, mit dir in's Gefängnis und in den Tod zu gehen. Er sprach aber: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir, Petre, der Hahn wird heute nicht krähen, ehe denn du dreimal verleugnet hast, daß du mich kennest. Und er sprach zu ihnen: So oft ich euch gesandt habe ohne Beutel, ohne Tasche und ohne Schuh, habt ihr auch je Mangel gehabt? Sie sprachen: Nie keinen. Da sprach er zu ihnen: Aber nun, wer einen Beutel hat, der nehme ihn, desselbigen gleichen auch die Tasche. Wer aber nicht hat, der verkaufe sein Kleid und kaufe ein Schwert. Denn ich sage euch, es muß doch alles vollendet werden an mir, das geschrieben stehet: Er ist unter die Ubelthäter gerechnet. Denn was von mir ge⸗ schrieben ist, das hat ein Ende. Sie sprachen aber: Herr, hier sind zwei Schwerter. Er aber sprach zu ihnen: Es ist genug. Das zweite Hauptstück. Von dem Leiden Jesu am Olberge und seiner Gefangennehmung. Un da sie den Lobgesang gesprochen hatten, ging Jesus hinaus, nach seiner Gewohnheit, über den Bach Kidron an den Olberg. Es folgten ihm aber seine Jünger nach. Da sprach er zu ihnen: In dieser Nacht werdet ihr euch alle ärgern an mir. Denn es stehet geschrieben: Ich will den Hirten schlagen, und die Schafe der Herde werden sich zerstreuen. Wenn ich aber auferstehe, will ich vor euch hingehen in Galiläa. Petrus aber antwortete und sprach zu ihm: Wenn sie sich auch alle an dir ärgerten, so will ich mich doch nimmermehr an dir ärgern. Jesus spricht zu ihm: Wahrlich, ich sage dir, heute in dieser Nacht, ehe denn der Hahn zweimal krähet, wirst du mich dreimal verleugnen. Er aber redete noch 102 Leidensgeschichte Jesu. weiter: Ja, wenn ich auch mit dir sterben müßte, wollte ich dich nich⸗ verleugnen. Desselbigen gleichen sagten auch alle Jünger. Da kam Jesus mit ihnen zu einem Hofe, der hieß Gethsemane. Da war ein Garten, darein ging Jesus und seine Jünger. Judas aber, der ihn verriet, wußte den Ort auch, denn Jesus versammelte sich oft daselbst mit seinen Jüngern. Da sprach Jesus zu ihnen: Setzet euch hier, bis daß ich dort hingehe und bete. Und er nahm zu sich Petrum und Jakobum und Johannem, die zwei Söhne Zebedäi, und fing an zu trauern und zu zittern und zu zagen und sprach zu ihnen: Meine Seele ist betrübt bis in den Tod. Bleibet hier und wachet mit mir. Betet, auf daß ihr nicht in An⸗ fechtung fallet. Und er riß sich von ihnen bei einem Steinwurf und knieete nieder, fiel auf sein Angesicht auf die Erde und betete, daß, so es möglich wäre, die Stunde vorüberginge, und sprach: Abba, mein Vater, es ist dir alles möglich. Uberhebe mich dieses Kelches, doch nicht wie ich will, son⸗ dern wie du willst. Und er kam zu seinen Jüngern und fand sie schlafend und sprach zu Petro: Simon, schläfst du? Vermagst du nicht eine Stunde mit mir zu wachen? Wachet und betet, daß ihr nicht in Anfechtung fallet. Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach. Zum andern Mal ging er aber hin, betete und sprach: Mein Vater, ist's nicht möglich, daß dieser Kelch von mir gehe, ich trinke ihn denn, so geschehe dein Wille. Und er kam und fand sie abermal schlafend, und ihre Augen waren voll Schlafs, und wußten nicht, was sie ihm antworteten. Und er ließ sie, ging aber hin und betete zum dritten Male dieselben Worte und sprach: Vater, willst du, so nimm diesen Kelch von mir, doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe. Es erschien ihm aber ein Engel vom Himmel und stärkte ihn. Und es kam, daß er mit dem Tode rang und betete heftiger. Es war aber sein Schweiß wie Blutstropfen, die fielen auf die Erde. Und er stand auf von dem Gebet und kam zu seinen Jüngern und fand sie schlafend vor Traurigkeit und sprach zu ihnen: Ach, wollt ihr nun schlafen und ruhen? Was schlafet ihr? Es ist genug. Sehet, die Stunde ist gekommen, und des Menschen Sohn wird überantwortet in der Sünder Hände. Stehet auf und lasset uns gehen. Siehe, der mich verrät, ist nahe. Betet aber, auf daß ihr nicht in Anfechtung fallet. Und alsbald, da er noch redete, siehe, Judas, der Zwölfen einer, da er nun zu sich hatte genommen die Schar und Diener der Hohen⸗ priester und Pharisäer, der Altesten und Schriftgelehrten, ging er zuvor der Schar und kam dahin mit Fackeln, Lampen, Schwertern und Stangen. Der Verräter aber hatte ihnen ein Zeichen gegeben und gesagt: Welchen ich küssen werde, der ist's, den greifet und führet ihn gewiß. Als nun Jesus wußte alles, was ihm begegnen sollte, ging er hinaus und sprach zu ihnen: Wen suchet ihr? Sie antworteten ihm: Jesum von Nazareth. Jesus sprach zu ihnen: Ich bin's. Judas aber, der ihn verriet, stand auch bei ihnen. Als nun Jesus zu ihnen sprach: Ich bin's! wichen sie zurück und fielen zu Boden. Da fragte er sie abermal: Wen suchet ihr? Sie sprachen: Jesum von Nazareth. Jesus antwortete: Ich habe euch gesagt, daß ich's sei. Suchet ihr denn mich, so lasset diese gehen. Auf daß das Wort erfüllet würde, welches er sagte: Ich habe der keinen verloren, die du mir gegeben hast. Leidensgeschichte Jesu. 103 Und Judas nahete sich zu Jesu, ihn zu küssen. Und alsbald trat er zu ihm und sprach: Gegrüßest seist du, Rabbi! und küssete ihn. Jesus aber sprach zu ihm: Mein Freund, warum bist du gekommen? Juda, verrätst du des Mens chen Sohn mit einem Kuß? Da traten sie hinzu und legten die Hände an Jesum und griffen ihn. Da aber sahen, die um ihn waren, was da werden wollte, sprachen sie zu ihm: Herr, sollen wir mit dem Schwerte drein schlagen? Da hatte Sim on Petrus ein Schwer und zog es aus und schlug nach des Hohen⸗ priesters Knecht und hieb ihm sein rechtes Ohr ab. Und der Knecht hieß Malchus. Jesus aber antwortete und sprach: Lasset sie doch so ferner machen. Und er sprach zu Petro: Stecke dein Schwert in die Scheide, denn wer das Schwert nimmt, der soll durchs Schwert umkommen. Oder meinst du, daß ich nicht könnte meinen Vater bitten, daß er mir zuschickte mehr denn zwölf Legionen Engel? Soll ich den Kelch nicht trinken, den mir mein Vater gegeben hat? Wie würde aber die Schrift erfüllet? Es muß also geschehen. Und er rührete sein Ohr an und heilete ihn. Zu der Stunde sprach Jesus zu den Hohenpriestern und Hauptleuten des Tempels und den Altesten, die über ihn gekommen waren: Ihr seid als zu einem Mörder mit Schwertern und Stangen ausgegangen, mich zu fangen. Bin ich doch täglich gesessen bei euch und habe gelehret im Tempel, und ihr habt keine Hand an mich geleget. Aber dies ist eure Stunde und die Macht der Finsternis, auf daß die Schrift erfüllet würde. Das ist aber alles geschehen, auf daß erfüllet würde die Schrift der Propheten. Da verließen ihn alle Jünger und flohen. Und es war ein Jüngling, der folgte ihm nach, der war mit Lein⸗ wand bekleidet auf der bloßen Haut, und die Jünglinge griffen ihn. Er aber ließ die Leinwand fahren und flohe bloß von ihnen. Das dritte Hauptstück. Was in Kaiphas' Hause vor der Versammlung des jüdischen Gerichts mit Jesu vorgegangen. Die Schar aber und der Oberhauptmann und die Diener der Juden nahmen Jesum und banden ihn, führten ihn aufs erste zu Hannas, der war Kaiphas' Schwäher, welcher des Jahrs Hoherpriester war. Es war aber Kaiphas, der den Juden riet, es wäre gut, daß ein Mensch würde umgebracht für das Volk. Und sie führeten ihn vor den Hohenpriester Kaiphas, das ist, zum Für⸗ sten der Priester, dahin alle Hohenpriester und Schriftgelehrten und AÄltesten sich versammelt hatten. Simon Petrus aber folgte Jesu von ferne und ein anderer Jünger bis an den Palast des Hohenpriesters. Derselbige Jünger war dem Hohenpriester bekannt und ging mit Jesu hinein in des Hohenpriesters Palast. Petrus aber stand draußen vor der Thür. Da ging der andere Jünger, der dem Hohenpriester bekannt war, hinaus und redete mit der Thürhüterin und führte Petrum hinein. Es standen aber die Knechte und Diener und hatten ein Kohlen⸗ feuer gemacht danieden mitten im Palast, denn es war kalt, und wärme⸗ ten sich. Petrus aber stand bei ihnen und wärmete sich, auf daß er sähe, wo es hinaus wollte. Die Magd aber des Hohenpriesters, die Thür⸗ hüterin, sah Petrum bei dem Licht, da er sich wärmete, und sah eben auf ihn und sprach: Und du warest auch mit dem Jesu von Galiläa? 10⁴4 Leidensgeschichte Jesu. Bist du nicht auch dieses Menschen Jünger einer? Er leugnete aber vor allen und sprach: Weib, ich bin's nicht, ich kenne sein nicht, ich weiß auch nicht, was du sagest. Aber der Hohepriester fragte Jesum um seine Jünger und um seine Lehre. Jesus antwortete: Ich habe frei öffentlich geredet vor der Welt. Ich habe allezeit gelehret in der Schule und in dem Tempel, da die Juden zusammengekommen, und habe nichts im Winkel geredet. Was fragst du mich darum? Frage die darum, die es gehöret haben, was ich geredet habe. Siehe, dieselbigen wissen, was ich gesagt habe. Als er aber solches redete, gab der Diener einer, die dabei standen, Jesu einen Backen⸗ streich und sprach: Solltest du dem Hohenpriester also antworten? Jesus antwortete: Habe ich übel geredet, so beweise es, daß es unrecht sei. Habe ich aber recht geredet, was schlägest du mich denn? Und Hannas hatte ihn gebunden gesandt zu dem Hohenpriester Kaiphas. Simon Petrus aber stand und wärmete sich. Und über eine kleine Weile nach dem ersten Verleugnen, als er hinausging nach dem Vorhof, krähete der Hahn. Und eine andere Magd sah ihn und hub abermals an zu sagen zu denen, die dabei standen: Dieser war auch mit Jesu von Nazareth. Da sprachen sie zu ihm: Bist du nicht seiner Jünger einer? Und ein anderer sprach: Du bist auch der einer. Und er leugnete abermal und schwur dazu und sprach: Mensch, ich bin's nicht und kenne auch des Menschen nicht. Und über eine kleine Weile, bei einer Stunde, bekräftigte es ein anderer mit denen, die dabei standen, und sprach: Wahrlich, du bist auch der einer, denn du bist ein Galiläer und deine Sprache verrät dich. Spricht des Hohenpriesters Knecht, ein Gefreundeter des, dem Petrus das Ohr abgehauen hatte: Sah ich dich nicht im Garten bei ihm? Da fing er an, sich zu verfluchen und zu schwören: Ich kenne des Menschen nicht, von dem ihr saget. Und alsbald, da er noch redete, krähete der Hahn zum andern Mal. Und der Herr wandte sich um und sah Petrum an. Da gedachte Petrus an das Wort Jesu, als er zu ihm gesagt hatte: Ehe der Hahn zweimal krähet, wirst du mich dreimal verleugnen! und ging hinaus und weinte bitterlich. Die Hohenpriester aber und die Altesten und der ganze Rat suchten falsches Zeugnis wider Jesum, auf daß sie ihm zum Tode hülfen, und fanden keins, wiewohl viele falsche Zeugen herzutraten, denn ihre Zeugnisse stimmten nicht überein. Zuletzt standen auf und traten herzu zwei falsche Zeugen und gaben falsches Zeugnis wider ihn und sprachen: Wir haben gehört, daß er sagte: Ich kann und will abbrechen den Tempel Gottes, der mit Händen gemacht ist, und in dreien Tagen einen andern bauen, der nicht mit Händen gemacht ist. Und ihre Zeugnisse stimmten noch nicht überein. Und der Hohepriester stand auf unter sie und fragte Jesum und sprach: Antwortest du nichts zu dem, das diese wider dich zeugen? Jesus aber schwieg stille und antwortete nichts. Da fragte ihn der Hohepriester abermal und sprach zu ihm: Bist du Christus, der Sohn des Hochgelobten? Ich beschwöre dich bei dem lebendigen Gott, daß du uns sagest, ob du seist Christus, der Sohn Gottes. Jesus sprach: Du sagest es, ich bin's. Doch ich sage euch: Von nun an werdet ihr sehen des Menschen Sohn sitzen zur rechten Hand der Kraft und kommen in den Wolken des Himmels. Da zerriß der er vor weiß seine Welt. da die Was as ich raber acken⸗ Jesus t sei. innas eine rhof, mals von inger gnete enne ein Leidensgeschichte Jesu. 10⁵ Hohepriester seine Kleider und sprach: Er hat Gott gelästert. Was be⸗ dürfen wir weiter Zeugnis? Siehe, jetzt habt ihr seine Gotteslästerung gehöret. Was dünket euch? Sie aber verdammten ihn alle und sprachen: Er ist des Todes schuldig. Die Männer aber, die Jesum hielten, ver⸗ spotteten ihn und speieten aus in sein Angesicht und schlugen ihn mit äusten. Etliche aber verdeckten ihn und schlugen ihn ins Angesicht, esonders die Knechte, und sprachen: Weissage uns, Christe, wer ist's, der dich schlug? Und viele andere Lästerungen sagten sie wider ihn. Des Morgens aber versammelten sich alle Hohenpriester und Schrift⸗ gelehrten und Altesten des Volks, dazu der ganze Rat, und hielten einen Rat über Jesum, daß sie ihm zum Tode hülfen, und führeten ihn hinauf vor ihren Rat und sprachen: Bist du Christus? Sage es uns. Er aber sprach zu ihnen: Sage ich's euch, so glaubet ihr nicht, frage ich aber, so antwortet ihr nicht und lasset mich dennoch nicht los. Darum von nun an wird des Menschen Sohn sitzen zur rechten Hand der Kraft Gottes. Da sprachen sie alle: Bist du denn Gottes Sohn? Er sprach zu ihnen: Ihr saget es, denn ich bin's. Sie aber sprachen: Was dürfen wir weiter Zeugnis? Wir haben's selbst gehört aus seinem Munde. Das vierte Hauptstück. Was vor Pontio Pilato, als der römischen heidnischen Obrigkeit, mit Jesu vorgegangen. U* der ganze Haufen stand auf und banden Jesum, führten ihn von Kaiphas vor das Richthaus und überantworteten ihn dem Landpfleger Pontio Pilato. Und es war noch frühe. Da das Judas sah, der ihn verraten hatte, daß er verdammet war zum Tode, gereuete es ihn und brachte wieder die dreißig Silberlinge den Hohenpriestern und Altesten und sprach: Ich habe übel gethan, daß ich unschuldig Blut verraten habe. Sie sprachen: Was geht's uns an? Da siehe du zu. Und er warf die Silberlinge in den Tempel, hub sich davon und erhängte sich selbst und ist mitten entzwei geborsten und sein Eingeweide herausgeschüttet. Aber die Hohenpriester nahmen die Silberlinge und sprachen: Es taugt nicht, daß wir sie in den Gotteskasten legen, denn es ist Blutgeld. Sie hielten aber einen Rat und kauften um diese Silberlinge, um den Lohn der Ungerechtigkeit, einen Töpfersacker zum Begräbnis der Pilger. Und es ist kund geworden allen, die zu Jerusalem wohnen, also, daß derselbige Acker genannt wird auf ihre Sprache Hakeldama, das ist ein Blutacker, bis auf den heutigen Tag. Da ist erfüllet, das da gesagt ist durch den Propheten Jeremiam, der da spricht: Sie haben genommen dreißig Silberlinge, damit bezahlet ward der Verkaufte, welchen sie kauften von den Kindern Israel, und haben sie gegeben um eines Töpfers Acker, als mir der Herr befohlen hat. Die Juden aber gingen nicht in das Richthaus, auf daß sie nicht unrein würden, sondern die Ostern essen möchten. Da ging Pilatus zu ihnen heraus und sprach: Was bringet ihr für eine Klage wider diesen Menschen? Sie antworteten und sprachen zu ihm: Wäre dieser nicht ein Übelthäter, wir hätten ihn dir nicht überantwortet. Da sprach Pilatus zu ihnen: So nehmet ihr ihn hin und richtet ihn nach eurem Gesetz. Da sprachen die Juden zu ihm: Wir dürfen niemand töten. Auf daß erfüllet würde das Wort Jesu, welches er sagte, da er dentete, welches Todes er sterben würde. 106 Leidensgeschichte Jesu. Da fingen an die Hohenpriester und Altesten ihn hart zu verklagen, und sprachen: Diesen finden wir, daß er das Volk abwendet und ver⸗ bietet, den Schoß dem Kaiser zu geben, und spricht, er sei Christus, ein König. Da ging Pilatus wieder hinein in das Richthaus und rief Jesum und fragte ihn und sprach: Bist du der Juden König? Jesus stand vor ihm und antwortete: Redest du das von dir selbst, oder haben's dir andere von mir gesagt? Pilatus antwortete: Bin ich ein Jude? Dein Volk und die Hohenpriester haben dich mir überantwortet. Was hast du gethan? Jesus antwortete: Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Wäre mein Reich von dieser Welt, meine Diener würden drob kämpfen, daß ich den Juden nicht überantwortet würde. Aber nun ist mein Reich nicht von dannen. Da sprach Pilatus zu ihm: So bist du dennoch ein König? Jesus antwortete: Du sagest es, ich bin ein König. Ich bin da⸗ zu geboren und in die Welt gekommen, daß ich die Wahrheit zeugen soll. Wer aus der Wahrheit ist, der höret meine Stimme. Spricht Pilatus zu ihm: Was ist Wahrheit? Und da er das gesagt, ging er wieder hinaus zu den Juden und sprach zu ihnen: Ich finde keine Schuld an ihm. Und da er verklaget ward von den Hohenpriestern und Altesten, antwortete er nichts. Pilatus aber fragte ihn abermal und sprach: Antwortest du nichts? Siehe, wie hart sie dich verklagen! Hörest du nicht? Und er antwortete ihm nicht auf ein Wort mehr, also, daß sich auch der Landpfleger sehr verwunderte. Sie aber hielten an und sprachen: Er hat das Volk erreget, damit, daß er gelehret hat hin und her im ganzen jüdischen Lande, und hat in Galiläa angefangen bis hierher. Da aber Pilatus Galiläa hörete, fragte er, ob er aus Galiläa wäre. Und da er vernahm, daß er unter Herodis Obrigkeit war, übersandte er ihn zu Herodes, welcher in denselben Tagen auch zu Jerusalem war. Da aber Herodes ihn sah, ward er sehr froh, denn er hätte ihn längst gerne gesehen, denn er hatte viel von ihm gehöret und hoffte, er würde ein Zeichen von ihm sehen. Und er fragte ihn mancherlei. Er antwortete ihm aber nichts. Die Hohenpriester aber und Schriftgelehrten standen und verklagten ihn hart. Aber Herodes mit seinem Hofgesinde verlachte und verspottete ihn, legte ihm ein weißes Kleid an und sandte ihn wieder zu Pilato. Auf den Tag wurden Pilatus und Herodes Freunde mit einander, denn zuvor waren sie einander feind. Pilatus aber rief die Hohenpriester und die Obersten und das Volk zusammen und sprach zu ihnen: Ihr habt diesen Menschen zu mir ge⸗ bracht, als der das Volk abwende, und siehe, ich habe ihn vor euch verhöret und finde an dem Menschen der Sache keine, der ihr ihn be⸗ schuldiget. Herodes auch nicht, denn ich habe euch zu ihm gesandt, und siehe, man hat nichts auf ihn gebracht, das des Todes wert sei. Darum will ich ihn züchtigen und loslassen. Auf das Fest aber mußte der Landpfleger nach Gewohnheit dem Volke einen Gefangenen losgeben, welchen sie begehrten. Er hatte aber zu der Zeit einen Gefangenen, der war fast rüchtig, nämlich einen Übel⸗ thäter und Mörder, der hieß Barrabas, der mit den Aufrührerischen war ins Gefängnis geworfen, welcher im Aufruhr, der in der Stadt ge⸗ schah, einen Mord begangen hatte. Und das Volk ging hinauf und bat, daß er thäte, wie er pflegte. Und da sie versammelt waren, antwortete ihnen Pilatus: Ihr habt eine Gewohnheit, daß ich euch einen losgebe auf Ostern. Welchen wollt ihr, daß ich euch losgebe? Barrabam oder Leidensgeschichte Jesu. 107 verklagen, Jesum, den König der Juden, den man nennt Christus? Denn er t und ver⸗ wußte, daß ihn die Hohenpriester aus Neid überantwortet hatten. ristus, ein Und da er auf dem Richtstuhl saß, schickte sein Weib zu ihm und und rief ließ ihm sagen: Habe du nichts zu schaffen mit diesem Gerechten. Ich 9 Jesus? habe viel gelitten im Traum von seinetwegen. r habens Aber die Hohenpriester und Altesten überredeten und reizten das n Jude? Volk, daß sie um Barrabam bitten sollten und Jesum umbrächten. Da et. Was antwortete nun der Landpfleger und sprach zu ihnen: Welchen wollt ihr ser Welt. unter diesen zweien, den ich euch soll losgeben? Da schrie der ganze kämpfen. Haufen und sprach: Hinweg mit diesem, und gieb uns Barrabam los! ein Reich Da rief Pilatus abermal zu ihnen und wollte Jesum loslassen und 0 ein sprach: Was soll ich denn mit Jesum machen, den man Christus nennt? h bin da⸗ Sie schrieen abermal: Kreuzige, kreuzige ihn! Er aber sprach zum drit⸗ it zeugen ten Male zu ihnen: Was hat er denn Übels gethan? Ich sinde keine Spricht Ursache des Todes an ihm. Darum will ich ihn züchtigen und loslassen. Aber sie schrieen noch viel mehr und sprachen: Kreuzige ihn! Und sie den und lagen ihm an mit großem Geschrei und forderten, daß er gekreuziget derklaget würde. Und ihr und der Hohenpriester Geschrei nahm überhand. Pilatus Da nahm Pilatus Jesum und geißelte ihn. Die Kriegsknechte aber iehe, wie des Landpflegers führten ihn hinein in das Richthaus und riefen zusam⸗ hm nicht men die ganze Rotte und zogen ihn aus und legten ihm einen Purpur⸗ Aunderte. mantel an und flochten eine Krone von Dornen und setzten sie auf sein damit, ö Haupt und gaben ihm ein Rohr in seine rechte Hand und beugten die d hat in Kniee vor ihm und spotteten und fingen an ihn zu grüßen und sprachen: 4. Gegrüßet seist du, König der Juden! und schlugen ihn ins Angesicht ia wäre. und speieten ihn an und nahmen das Rohr und schlugen damit sein andte er Haupt und fielen auf die Kniee und beteten ihn an. m war. Da ging Pilatus wieder heraus und sprach zu ihnen: Sehet, ich ätte ihn führe ihn heraus zu euch, daß ihr erkennet, daß ich keine Schuld an ihm offte, er finde. Also ging Jesus heraus und trug eine Dornenkrone und ein lei. Er x Purpurkleid. Und er sprach zu ihnen: Sehet, welch ein Mensch! Da Iehrten ihn die Hohenpriester und Diener sahen, schrieen sie und sprachen: fgesinde Kreuzige, kreuzige ihn! Pilatus sprach zu ihnen: Nehmet ihr ihn hin sandte und kreuziget ihn. Denn ich finde keine Schuld an ihm. Die Juden herodes antworteten ihm: Wir haben ein Gesetz, und nach dem Gesetz soll er sterben, denn er hat sich selbst zu Gottes Sohn gemacht. 18 Volk Da Pilatus das Wort hörete, fürchtete er sich noch viel mehr und nir ge⸗ ging wieder hinein in das Richthaus und sprach zu Jesu: Von wannen r euch bist du? Aber Jesus gab ihm keine Antwort. Da sprach Pilatus zu ihn be⸗ ihm: Redest du nicht mit mir? Weißt du nicht, daß ich Macht habe, dich dt, und zu kreuzigen, und Macht habe, dich los zu geben? Jesus antwortete Darum Du hättest keine Macht über mich, wenn sie dir nicht wäre von oben herab gegeben. Darum, der mich dir überantwortet hat, der hat es it dem größere Sünde. Von dem an trachtete Pilatus, wie er ihn losließe. Die e aber Juden aber schrieen und sprachen: Lässest du diesen los, so bist du des AUbel⸗ Kaisers Freund nicht, denn wer sich zum Könige macht, der ist wider rischen den Kaiser. idt ge⸗ Da Pilatus das Wort hörete, führte er Jesum heraus und setzte d bat, sich auf den Richtstuhl an der Stätte, die da heißet Hochpflaster, auf ortete hebräisch aber Gabbatha. Es war aber der Rüsttag in Ostern, um 'gebe die sechste Stunde. Und er sprach zu den Juden: Sehet, das ist euer moder König! Sie schrieen aber: Weg, weg mit dem! Spricht Pilatus zu ihnen: 108 Leidensgeschichte Jesu. Soll ich euren König kreuzigen? Die Hohenpriester antworteten: Wir haben keinen König, denn den Kaiser. Da aber Pilatus sah, daß er nichts schaffete, sondern, daß ein viel größer Getümmel ward, gedachte er dem Volke genugzuthun und urteilete, daß ihre Bitte geschähe, nahm Wasser und wusch die Hände vor dem Volk und sprach: Ich bin unschuldig an dem Blute dieses Ge⸗ rechten. Sehet ihr zu. Da antwortete das ganze Volk und sprach: Sein lut komme über uns und unsere Kinder. Da gab er ihnen Barrabam los, der um Aufruhrs und Mords willen war ins Gefängnis geworfen, um welchen sie baten. Jesum aber, gegeißelt und verspottet, übergab er ihrem Willen, daß er gekreuzigt würde. Das fünfte Hauptstück. Von der Kreuzigung Jesu. Da nahmen die Kriegsknechte Jesum, zogen ihm den Mantel aus und zogen ihm seine Kleider an und führeten ihn hin, daß sie ihn kreuzigten. Und er trug sein Kreuz. Und indem sie hinausgingen, fan⸗ den sie einen Menschen, der vorüberging, von Kyrene, mit Namen Simon, der vom Felde kam, der ein Vater Alexandri und Ruffi war. Den zwan⸗ gen sie, daß er ihm sein Kreuz trüge, und legten das Kreuz auf ihn, daß er's Jesu nachtrüge. Es folgten ihm aber nach ein großer Haufen Volks und Weiber, die klagten und beweinten ihn. Jesus aber wandte sich um zu ihnen und sprach: Ihr Töchter von Jerusalem, weinet nicht über mich, son⸗ dern weinet über euch selbst und über eure Kinder. Denn sehet, es wird die Zeit kommen, in welcher man sagen wird: Selig sind die Unfrucht⸗ baren und die Leiber, die nicht geboren haben, und die Brüste, die nicht gesäuget haben! Dann werden sie anfangen zu sagen zu den Ber⸗ gen: Fallet über uns! Und zu den Hügeln: Bedecket uns! Denn so man das thut am grünen Holz, was will am dürren werden? Es wurden aber auch hingeführt zwei andere Übelthäter, daß sie mit ihm abgethan würden. Und sie brachten ihn an die Stätte, die da heißt auf hebräisch Golgatha, das ist verdolmetschet Schädelstätte. Und sie gaben ihm Essig oder vermyrrhten Wein zu trinken, mit Gallen vermischt, und da er's schmeckte, wollte er's nicht trinken. Und sie kreuzigten ihn an der Stätte Golgatha und zwei übel⸗ thäter mit ihm, einen zur rechten und einen zur linken Hand, Jesum aber mitten inne. Und die Schrift ist erfüllet, die da saget: Er ist unter die Ubelthäter gerechnet. Und es war die dritte Stunde, da sie ihn kreuzigten. f Jesus aber sprach: Vater, vergieb ihnen, denn sie wissen nicht, was e thun. Pilatus aber schrieb eine Überschrift, geschrieben, was man ihm Schuld gab, die Ursache seines Todes, und setzte sie auf das Kreuz oben zu seinem Haupte. Es war aber geschrieben: Jesus von Nazareth, der Juden I Diese Überschrift lasen viele Juden, denn die Stätte war nahe bei der Stadt, da Jesus gekreuziget war, und es war geschrieben auf hebräische, griechische und lateinische Sprache. Da sprachen die Hohenpriester der Juden zu Pilato: Schreibe nicht: Der Juden König, sondern, daß er gesagt habe: Ich bin der Juden König. Pilatus antwortete: Was ich geschrieben habe, das habe ich geschrieben. 8³I3*ʃ3I9390“ eten: Wir iß ein viel tthun und die Hände dieses Ge⸗ ach: Sein id Mords sum aber, jekreuzigt aus und 3 sie ihn gen, fan⸗ Simon, en zwan⸗ auf ihn, Weiber, u ihnen ich, son⸗ es wird nfrucht⸗ iste, die en Ber⸗ so man daß sie bräisch n Essig da er's i Übel⸗ Jesum iter die zigten. t, was in ihm 3 oben rreth, un die und es e. nicht: dönig. ieben. Leidensgeschichte Jesu. 109 Die Kriegsknechte, da sie Jesum gekreuzigt hatzen, nahmen sie seine Kleider und machten vier Teile, einem jeglichen Kriegsknecht einen Teil, dazu auch den Rock. Der Rock war aber ungenähet, von oben an ge⸗ wirket durch und durch. Da sprachen sie untereinander: Lasset uns den nicht zerteilen, sondern darum losen, wes er sein soll. Auf daß erfüllet würde die Schrift, die da saget: Sie haben meine Kleider unter sich geteilet und haben über meinen Rock das Los geworfen. Und sie saßen allda und hüteten sein. Solches thaten die Kriegsknechte, und das Volk stand und sah zu. Es standen aber bei dem Kreuze Jesu seine Mutter und seiner Mutter Schwester Maria, Kleophas' Weib, und Maria Magdalena. Da nun Jesus seine Mutter sah, und den Jünger dabei stehen, den er sehr lieb hatte, sprach er zu seiner Mutter: Weib, siehe, das ist dein Sohn! Darnach sprach er zu dem Jünger: Siehe, das ist deine Mutter! Und von Stund an nahm sie der Jünger zu sich. Die aber vorübergingen, lästerten ihn und schüttelten die Köpfe und sprachen: Pfui dich, wie fein zerbrichst du den Tempel und bauest ihn in dreien Tagen! Hilf dir selber. Bist du Gottes Sohn, so steig' herab vom Kreuze. Desgleichen auch die Hohenpriester verspotteten ihn untereinander mit den Schriftgelehrten und Altesten samt dem Volk und sprachen: Er hat andern geholfen und kann ihm selber nicht helfen. Ist er Christus, der König von Israel, der Auserwählte Gottes, so helfe er ihm selber und steige nun vom Kreuz, auf daß wir sehen und glauben ihm. Er hat Gott vertrauet, der helfe ihm nun, lüstet es ihn. Denn er hat gesagt: Ich bin Gottes Sohn. Dasselbe rückten ihm auch auf die Mörder, die mit ihm gekreuzigt waren, und schmäheten ihn. Es ver⸗ spotteten ihn auch die Kriegsknechte, traten zu ihm und brachten ihm Essig und sprachen: Bist du der Juden König, so hilf dir selber. Aber der Übelthäter einer, die da gehenkt waren, lästerte ihn und sprach: Bist du Christus, so hilf dir selbst und uns. Da antwortete der andere, strafte ihn und sprach: Und du fürchtest dich auch nicht vor Gott, der du doch in gleicher Verdammnis bist? Und zwar wir sind billig darinnen, denn wir empfangen, was unsere Thaten wert sind, dieser aber hat nichts Ungeschicktes gehandelt. Und sprach zu Jesu: Herr, gedenke an mich, wenn du in dein Reich kommst. Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir, heute wirst du mit mir im Para⸗ diese sein. Und da es um die sechste Stunde kam, ward eine Finsternis über das ganze Land bis um die neunte Stunde, und die Sonne verlor ihren Schein. Und um die neunte Stunde rief Jesus laut und sprach: Eli, Eli, lama asabthani? Das ist verdolmetschet: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Etliche aber, die da standen, da sie das höreten, sprachen: Er rufet dem Elias. Darnach, als Jesus wußte, daß schon alles vollbracht war, daß die Schrift erfüllet würde, sprach er: Mich dürstet! Da stand ein Gefäß voll Essig, und bald lief einer unter ihnen hin, nahm einen Schwamm und füllte ihn mit Essig und Hsopen und steckte ihn auf ein Rohr und hielt's ihm dar zum Munde und tränkete ihn. Die andern aber sprachen: Halt, laß sehen, ob Elias komme und ihn herabnehme. Da nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: Es ist voll⸗ bracht! Und abermal rief er laut und sprach: Vater, ich befehle meinen — 110⁰ Leidensgeschichte Jesu. Geist in deine Hände! Und als er das gesagt, neigte er das Haupt und zab seinen Geist auf. Und siehe da, der Vorhang im Tempel zerriß in zwei Stücke von oben an bis unten aus, und die Erde erbebte und die Felsen zerrissen und die Gräber thaten sich auf und standen auf viele Leiber der Heili⸗ gen, die da schliefen, und gingen aus den Gräbern nach seiner Auf⸗ erstehung und kamen in die heilige Stadt und erschienen vielen. Aber der Hauptmann, der dabei stand gegen ihm über, und die bei ihm waren und bewahrten Jesum, da sie sahen, daß er mit solchem Ge⸗ schrei verschied, und sahen das Erdbeben und was da geschah, erschraken sie sehr und preiseten Gott und sprachen: Wahrlich, dieser ist ein from⸗ mer Mensch gewesen und Gottes Sohn! Und alles Volk, das dabei war und zusah, da sie sahen, was da geschah, schlugen sie an ihre Brust und wandten wieder um. Es standen aber alle seine Verwandten von ferne und viele Weiber, die ihm aus Galiläa nachgefolgt waren, und sahen das alles, unter welchen war Maria Magdalena und Maria, des kleinen Jakobus und Joses Mutter, und Salome, die Mutter der Kinder Zebedäi, welche ihm auch nachgefolgt waren, da er in Galiläa war, und gedienet hatten, und viele andere, die mit ihm hinauf gen Jerusalem gegangen waren. Das sechste Hauptstück. Von dem Begräbnis Jesu. Die Juden aber, dieweil es der Rüsttag war, daß nicht die Leichname an dem Kreuze blieben am Sabbath, denn desselbigen Sabbaths Tag war groß, baten sie Pilatum, daß ihre Beine gebrochen und abge⸗ nommen würden. Da kamen die Kriegsknechte und brachen dem ersten die Beine und dem andern, der mit ihm gekreuziget war. Als sie aber zu Jesu kamen, da sie sahen, daß er schon gestorben war, brachen sie ihm die Beine nicht, sondern der Kriegsknechte einer öffnete seine Seite mit einem Speer, und alsbald ging Blut und Wasser heraus. Und der das gesehen hat, der hat das bezeuget und sein Zeugnis ist wahr und derselbige weiß, daß er die Wahrheit sagt, auf daß auch ihr glaubet. Denn solches ist geschehen, daß die Schrift erfüllet würde: Ihr sollt ihm kein Bein zerbrechen. Und abermal spricht eine andere Schrist: Sie werden sehen, in welchen sie gestochen haben. Darnach am Abend, dieweil es der Rüsttag war, welcher ist der Vorsabbath, kam Joseph von Arimathia, der Stadt der Juden, ein rei⸗ cher Mann, ein Ratsherr, ein guter frommer Mann, der hatte nicht ge⸗ willigt in ihren Rat und Handel, welcher auf das Reich Gottes wartete, denn er war ein Jünger Jesu, doch heimlich, aus Furcht vor den Juden. Der wagte es und ging hinein zu Pilato und bat, daß er möchte ab⸗ nehmen den Leichnam Jesu. Pilatus aber verwunderte sich, daß er schon tot war, und rief den Hauptmann und fragte ihn, ob er längst gestorben wäre. Und als er's erkundete von dem Hauptmann, gab er Joseph den Leichnam Jesu und befahl, man sollte ihn ihm geben. Und Joseph kaufte eine Leinwand. Es kam aber auch Nikodemus, der vormals bei der Nacht zu Jesus ge⸗ kommen war, und brachte Myrrhen und Aloe untereinander bei hundert Pfunden. Da nahmen sie den Leichnam Jesu, der abgenommen war, und wickelten ihn in reine Leinwand und banden ihn mit leinenen Tüchern und mit Spezereien, wie die Juden pflegten zu begraben. Bes 0 im G hauer legter anbre die T Mag' andet schau und k ware Hohe wir will bewe und Tote zu il wisse versi Bef As der dien gesel der in d aupt und tücke von zerrissen der Heili⸗ ler Auf⸗ i. d die bei chem Ge⸗ rschraken in from⸗ as dabei an ihre Weiber, 8, unter obus und i, welche et hatten, n waren. eichname sabbaths nd abge⸗ m ersten sie aber nsie ihm Seite mit ugnis ist auch ihr rde: Ihr Schrift: er ist der „ein rei⸗ nicht ge⸗ wartete, n Juden. öchte ab⸗ rief den als er's Jesu und einwand. zesus ge⸗ hundert nen war, Tüchern Beschreibung der Zerstörung der Stadt Jerusalem. 111 Es war aber an der Stätte, da er gekreuziget ward, ein Garten und im Garten ein neues Grab, das war Josephs, welches er hatte lassen hauen in einen Felsen, in welches niemand je gelegt war. Daselbst hin legten sie Jesum, um des Rüsttags willen der Juden, daß der Sabbath anbrach und das Grab nahe war, und wälzten einen großen Stein vor die Thür des Grabes und gingen davon. Es waren aber allda Maria Magdalena und Maria Joses, die setzten sich gegen das Grab und andere Weiber, die da Jesu auch waren nachgefolgt von Galiläa, be⸗ schaueten, wohin und wie sein Leib gelegt ward. Sie kehrten aber um und bereiteten die Spezereien und Salben. Und den Sabbath über waren sie stille nach dem Gesetz. Des andern Tages, der da folget nach dem Rüsttage, kamen die Hohenpriester und Pharisäer sämtlich zu Pilatus und sprachen: Herr, wir haben gedacht, daß dieser Verführer sprach, da er noch lebte: Ich will nach dreien Tagen auferstehen. Darum befiehl, daß man das Grab bewahre bis an den dritten Tag, auf daß nicht seine Jünger kommen und stehlen ihn und sagen zum Volke: Er ist auferstanden von den Toten! und werde der letzte Betrug ärger, denn der erste. Pilatus sprach zu ihnen: Da habt ihr die Hüter, gehet hin und verwahrt es, wie ihr wisset. Und sie gingen hin und verwahreten das Grab mit Hütern und versiegelten den Stein. Beschreibung der Zerstörung der Stadt Jerusalem. Is die Zeit herbei nahete, daß Gott über Jerusalem und das jüdische Volk den endlichen Zorn gehen lassen wollte, wie die Propheten und der Herr Christus selbst ihnen gedroht und zuvor gesagt hatten, sind die nachfolgenden Zeichen vorhergegangen: Es ist am Himmel ein Komet gesehen worden, wie ein Schwert gestaltet, welcher ein ganzes Jahr gegen der Stadt über gestanden und von jedermann ist gesehen worden. Eben in den Tagen der ungesäuerten Brote, am achten Tage des Monats April, um neun Uhr in der Nacht, ist bei dem Altar im Tempel ein solch hellglänzendes Licht erschienen, daß jedermann meinte, es wäre Tag. Ein ehernes großes starkes Thor am innern Tempel, daran zwanzig Mann heben mußten, wenn man es aufthun wollte, welches mit starken eisernen Riegeln verwahret war, hat sich um die sechste Nachtstunde selbst aufgethan. Den einundzwanzigsten Funi hat man in der Luft und in den Wolken an vielen Orten des Himmels Wagen schweben und sich, wie eine große Rüstung von Reitern und Knechten, an den Wolken zu⸗ sammenziehen und mit Geprassel in der Nacht schlagen sehen. Vor dem Pfingsttage, als die Priester inwendig im Tempel bereiten wollten, was zum Feste gehöret, haben sie ein groß Getümmel und Gepolter und her⸗ nach eine Stimme gehöret, welche gerufen hat: Lasset uns von hinnen wegziehen! Wiewohl etliche sagen, das sei geschehen zu der Zeit, da der Vorhang im Tempel unter Christi Leiden zerrissen ist. Auch ist ein Mensch gewesen, Jesus, genannt Anani, eines gemeinen Mannes Sohn, welcher, als er gen Jerusalem kommen auf das Fest der Lauberhütten, aus einem besonderen Geiste geschrieen hat: O ein Geschrei vom Mor⸗ gen! O ein Geschrei vom Abend! O ein Geschrei von den vier Winden! O ein Geschrei über ganz Jerusalem und den Tempel! Eine elende Klage über Braut und Bräutigam! Ein Geschrei über alles Volk! Und solch klägliches Geschrei trieb er Tag und Nacht nach einander und lief 112 Beschreibung der Zerstörung der Stadt Jerusalem. wütend in der Stadt umher. Und wiewohl ihn etliche mit Geißeln und Ruten straften, die diese Worte als eine böse Deutung über die Stadt nicht gerne höreten, so hörte er doch nicht auf. Und als man diesen Menschen dem Landpfleger gebracht, welchen die Römer damals zu Jerusalem hatten, der ihn auch mit Geißeln hart bis auf das Blut stäupen und peitschen ließ, hat er doch mit keinem Worte Gnade gebeten, hat auch nicht eine Thräne fallen lassen, sondern hat ohne Unterlaß über⸗ laut geschrieen: Wehe, wehe dir, o du armes Jerusalem! Albinus, der Richter, hat ihn als einen Thoren verachtet. Dieser Mensch aber ist sieben Jahre nach einander nicht viel mit Leuten umgegangen, sondern allein gegangen, wie ein Mensch, der etwas tief bei sich besinnet oder dichtet, und hat immerdar diese Worte von sich hören lassen: Wehe, wehe dir, o du armes Jerusalem! Und von solchem Rufen ist er nicht müde worden. Als aber nun die Stadt von den Römern belagert worden, ist er auf den Mauern umhergegangen und hat immer geschrieen: Wehe über den Tempel und über das ganze Volk! Und zuletzt hat er auch eine Zeit diese ungewöhnlichen Worte dazu gesagt: Wehe auch mir! In dem Worte ist er ohngefähr von der Feinde Geschoß getroffen worden und also tot geblieben. Diese und andere große Zeichen sind vorhergegangen, ehe Jerusalem zerstört worden ist. Nun wollen wir auch von der Zerstörung an ihr selbst reden. Da die Juden, wie Stephanus saget, als Mörder und Verräter den gerech⸗ ten und unschuldigen Jesum getötet hatten, ist es mit dem ganzen jüdischen Reiche in allen Städten immer ärger geworden. Die Hohen⸗ priester huben an und übten Tyrannei wider die andern Priester. Unter den andern Gewaltigen war allerlei Haß und Neid und schickte sich alles zur Uneinigkeit im Regimente und ließ es sich ansehen, daß eine große Anderung und Zerrüttung des Reiches vorhanden wäre. Aus solchem Zwiespalt und Haß der Gewaltigen unter sich erhuben sich Rotten und allerlei Zertrennungen. Und außerdem trug sich allerlei Unglück zu, viel Raubens und Mordens in und außer der Stadt Jerusalem und schickten sich alle Sachen, daß beide Regimente des Volks, das geistliche und weltliche, zu Trümmern gehen wollten. Daher geschah es auch, daß der Kaiser Nero Cestium Florum in das jüdische Land schickte. Und als er den Juden sehr hart war und in vielen Dingen seinen Geiz, Stolz und Mutwillen übte, haben ihn die Juden verjagt, und als er mit ihnen zu schlagen kam, hat er fünftausend Mann der Seinigen verloren. Also wüteten die Juden durch Gottes Verhängnis, daß sie sich auch wider die Römer setzten und von ihnen abfielen. Als aber der Kaiser Nero das erfuhr, schickte er Flavium Vespasianum mit seinem Sohne in Syrien. Es ist um diese Zeit im ganzen Orient, wie auch Tranquillus schrei⸗ bet, eine gemeine Sage und ein Gerücht gewesen, daß eben um diese Zeit etliche, so aus Judäa kommen würden, sehr groß und sehr prächtig in aller Welt werden sollten. Und wiewohl das an dem geistlichen Reiche Christi also wahr ward, daß der Name Christi, welcher aus dem jüdi⸗ schen Stamme geboren ist, durch die Predigt des Evangelii in aller Welt groß ward, so haben es doch etliche von dem Vespasianus verstanden. Die Juden aber zogen die Weissagung auf sich und, nachdem ihnen etliche Schlachten wider die Feinde gerieten, wurden sie stolz, machten drei Hauptleute und griffen mit Gewalt die Stadt Askalon an. Da sind sie in zweien Schlachten darnieder gelegt worden, haben ohne die Haupt leute, die umgekommen sind, an die zwanzigtausend Mann verloren. 7 N S ‚ey— salem. ßeln und sie Stadt un diesen mals zu as Blut gebeten, ah über⸗ nus, der aber ist sondern net oder he, wehe cht müde prden, ist 1: Wehe uch eine In dem den und egangen, en. Da gerech⸗ ganzen Hohen⸗ r. Unter ickte sich daß eine re. Aus h Rotten glück zu, lem und zeistliche uch, daß Und als tolz und hnen zu 1. Also ider die ero das Syrien. S schrei⸗ 'ese Zeit ichtig in Reiche m jüdi⸗ er Welt tanden. netliche en drei sind sie Haupt oren. Beschreibung der Zerstörung der Stadt Jerusalem. 113 Nachdem zog also Vespasianus auf Befehl des Kaisers in Galiläa, welches ein volkreiches Land war, verwüstete und verheerete alles durch⸗ aus, und war des Mordens, Raubens und Brennens kein Ende. Da wurden viele tausend Juden und auf einmal an die fünfzigtausend wehrhafte Männer erschlagen, ohne Weiber, Kinder, gemeinen Pöbel und Landvolk. Das Kriegsvolk hat da weder alt noch jung verschonet, nicht der Schwangern, nicht der Kinder in der Wiege. Sechstausend junge Männer hat Vespasianus auf einmal als leibeigene Leute geschickt, an dem Isthmo zu graben in Achaja. Dreißigtausend jüdische Kriegs⸗ leute sind zu der Zeit auf einmal für Leibeigene verkaufet. Fünftausend haben sich aus Verzweiflung selbst von hohen Felsen herabgestürzt. Zu der Zeit war ein trefflicher Mann, sehr gelehrt, weise und ver⸗ ständig, priesterlichen Amtes unter den Juden und der Obersten einer im Kriege, mit Namen Josephus. Als er im ersten Schrecken mit etlichen wenigen in eine Höhle geflohen, bei der Stadt Jotapata in Galiläa, ward er ergriffen und zu Vespasiano geführet, und als er demselben prophezeite, er würde noch Kaiser werden, hat er ihn gnädig erhalten, und derselbe Josephus hat uns geschrieben hinterlassen, was wir von der Geschichte wissen. Als dies in Galiläa geschah, ist ein Haufe gesam⸗ meltes, freches, räuberisches Volk gen Jerusalem gekommeu. Da hat einer der großen Herren, Johannes, zuwege gebracht, daß er durch diese Rotte das Regiment an sich brächte. Da ist abermal ein heimliches Morden, viel Räuberei und Plünderei zu Jerusalem gewesen, und hat es sich allenthalben zum großen Unglück geschicket, und ist die arme Stadt allenthalben sehr geplaget worden. Es sind um diese Zeit etliche Hohe⸗ priester erschlagen und viel Blut, auch sogar im Tempel, vergossen wor⸗ den. Josephus schreibet, daß zwölftausend von den besten und edelsten Juden in diesem Lärm umgekommen sind, deren Güter und Häuser man dem Pöbel und Knechten zu plündern gegeben. Etliche meinen, daß dieses die Römer durch List zugerichtet haben. So war nun damals schon, ehe das rechte Wetter sie überfiel, Jeru⸗ salem mit dreierlei Unglück geplaget, nämlich mit dem Kriege der Römer, mit Aufruhr und allerlei Meuterei in der Stadt und mit den Tyrannen, welche sich durch Gewalt und List einer nach dem andern aufwarfen, und ist um der Herrschaft willen viel Blut vergossen worden. Als nun zu derselbigen Zeit die Gadarener sich den Römern wider⸗ setzten, mußte sich Vespasianus eilends aus dem Winterlager erheben und nahm er Gadara, die Stadt, ein und er schlug durch seinen Hauptmann Placidum an die dreißigtausend Bürger in die Flucht, zweitausend nahm er gefangen. Der andere Pöbel und flüchtige Hanfe stürzte sich in den Jordan, und ihre toten Körper sind im Jordan bis an den See Asphali⸗ ten fortgeflossen, welchen man das tote Meer nennet. Darauf sind jenseit des Jordans bis zum Macharon allenthalben alle Juden von den Rö⸗ mern überfallen worden und im großen Schrecken umgekommen. Es war bei dem Ausgange des Winters, im Anfange des Frühlings, als Vespasianus hörete, daß Nero tot wäre. Er lag zu Cäsarea und machte sich eilends auf. Er hatte alle Städte der Juden eingenommen, außer etlichen Schlössern, welche einige fremde Krieger inne hatten, und hatte allenthalben die Städte mit römischem Kriegsvolk besetzt, daß er Jerusalem, welches allein übrig geblieben war, desto leichter stürmen und einnehmen könnte. Eben damals ist Vespasianus von seinem Kriegs⸗ volke zum Kaiser aufgeworfen worden. Er zog derohalb in Agypten, von 9 114 Beschreibung der Zerstörung der Stadt Jerusalem. dannen wollte er in Italien gehen, und übergab Tito indessen das Kriegs⸗ regiment wider die Juden. Titus aber, als er Kundschaft halber an einige Orter nahe bei Jerusalem geritten war, entlam schwerlich, daß er nicht von den Juden gefangen ward. Darnach schlug er sein Lager auf bei Scopas, eine Viertelmeile von der Stadt, und teilte sein Kriegsvolk, um die Stadt an mehr denn einem Orte zu belagern. Mittlerweile war ein großes und mächtiges Volk aus allen Städten, von allen Orten auf das Osterfest des Gottesdienstes halber zu Jerusalem zusammengekommen. So war auch, wie oben angezeigt worden, zuvor in der Stadt viel zu⸗ sammengelaufenes Volk, welches aus Galiläa vertrieben worden. Es waren drei Parteien in der Stadt, welche die Einigkeit und das Regi⸗ ment je länger je mehr zerrissen, wie es zu gehen pflegt. Ein Teil hatte den Tempel inne, unter denen war Eleazarus der oberste, ein Sohn Simonis, mit dem hielten es die Zeloten, ein böses, heuchlerisches Volk, das den Bürgern sehr feind war. Den untern Teil der Stadt hatte Jo⸗ hannes inne, welcher ein Anfang allerlei Unglücks war. Den obern Teil hatte Simon inne mit zwanzigtausend Idumäern, welche erfordert wa⸗ ren, die Stadt vor der Zeloten mutwilligem und grausamem Vornehmen zu schützen. Da man derselbigen Gäste gerne wieder los gewesen wäre, hat man ihrer nicht los werden können. Titus, als er nun merkte, daß die Stadt Jerusalem mit so unzähligem Volke überladen und überhäuft wäre, rüstete und stärkte er sich in großer Eile, die Stadt zu belagern und eine Wagenburg um sie zu schlagen, wie Christus vorher gesagt hatte, dieweil das Volk bei einander wäre, daß sie der Hunger desto härter drängete und ängstete. Da das die Juden sahen, versuͤchten sie das Außerste, es zu hindern, zu wehren und ihm zuvorzukommen, aber es war aus mit ihnen. Da war kein Glück mehr. Unser Herr Gott wollte das Garaus mit ihnen spielen. Darum ging ihnen kein Rat noch Anschlag von statten. Da war lauter Uneinigkeit. Und ist in dieser Zeit in der Stadt ein Aufruhr entstanden, daß eine große Menge Volks bei dem Tempel erschlagen worden. Die Stadt Jerusalem war sehr fest an dem Orte, wo man zu der Stadt kommen konnte. Sie hatte drei Mauern. Darum rückte das römische Kriegsvolk mit ganzer Macht hinan, um die Stadt zu stürmen, und nach großer Arbeit ist die doppelte Mauer erstiegen und eingenommen worden. Um dieselbige Zeit ist eine unzählige Menge Volks Hungers gestorben, wie Josephus schreibt. Um einen kleinen Bissen Brots haben sich oft die besten Freunde gehauen und gestochen. Die Kinder haben den Eltern, Vater und Mutter den Kindern oft Speise aus dem Munde ge⸗ rissen. Da hat sich weder Bruder noch Schwester des andern erbarmet. Ein Scheffel Korn hat viele Gulden gegolten. Etliche haben aus großem Hunger Kuhmist, etliche die Riemen von den Satteln, das Leder von den Schildern und dergleichen abgenagt und gegessen. Etliche haben noch Heu im Munde gehabt und sind also tot gefunden worden. Etliche haben in den heimlichen Gemächern gesucht, sich mit Unflat und Mist vor dem Hunger zu retten, und ist eine solche große Menge Hungers gestorben, daß Ananias, Eleazari Sohn, welcher in der Zeit der Belagerung zu Tito geflohen, angezeiget hat, daß hundertundfünfzehntausend tote Kör⸗ per in der Stadt gefunden und begraben seien. Hegesippus schreibt, daß allein zu einer Pforte viele tausend Leichen hinausgetragen worden und daß bei sechshunderttausend Menschen seit der Belagerung tot ge⸗ blieben sind. Die Juden hatten noch die Burg Antoniam inne, wel⸗ ESeis V Eeee em. riegs⸗ einige nicht uf bei lk, um ar ein luf das nien. t wa⸗ hmen wäre, ligem hroßer lagen, wäre, juden d ihm mehr. ihnen Und große zu der mische , und mmen ngers haben n den de ge⸗ rmet. oßem von noch haben rdem rben, ng zu Kör⸗ reibt, orden t ge⸗ wel⸗ —— Beschreibung der Zerstörung der Stadt Jerusalem. 115 ches eine starke Festung war. Sie hatten auch den Tempel, von welchem eine Brücke in die Stadt ging. Diese Festung zu erobern, kostete viel mehr Arbeit, als alle andern Orter. Tito aber, wiewohl er gewiß war, daß der Hunger endlich die Juden in der Stadt tilgen und teilen würde, ward doch die Zeit zu lang, und hielt an und vermahnte das Kriegsvolk, die Festung mit Gewalt zu stürmen. Wiewohl nun große Gefahr dabei war, so geriet doch den Römern alles, und war kein Sieg noch Glück bei den Juden. Als nun die Römer das Schloß inne hat⸗ ten, gab der Trompeter mit der Posaune ein Zeichen, und wurden die Juden, welche in dem Schlosse waren, alle erschlagen. Etliche sind von den Mauern geworfen worden, etliche sind bei der Nacht eilends in die Stadt gekommen. Folgends hat sich das Kriegsvolk nunmehr gegen die, so den Tempel inne hatten, der Sache ernstlich angenommen. Man sagt, Titus sei willens gewesen, den Tempel zu schonen, um der Religion willen, aber es war aus. Gott schickte es, daß da kein Ver⸗ schonen war. Denn als man lange und heftig gestritten und gearbeitet hatte, und die Juden weder mit Dräuen noch Vermahnen zu bewegen ge⸗ wesen, die festen Orter zu übergeben, merkte das Kriegsvolk, daß ihnen an diesem Orte nicht anders als mit Hunger, welches denn sehr lange dauern würde, oder mit Feuer beizukommen wäre. Dannenhero haben etliche Kriegsknechte Feuer in den Tempel geworfen. Das ist ange⸗ gangen, und ist also dieselbige Stunde das herrliche, treffliche und kost⸗ bare Gebäu, welches damals hoch und weit berühmt war, verbrannt und zu Asche geworden. Die Juden, so den obern Ort der Stadt inne hat⸗ ten, sind zum Teil in die Stadt geflohen, aber viel mehr sind durch das Feuer und Schwert umgekommen. Die Priester haben kläglich gebeten und geflehet, daß man ihnen das Leben fristen möge, aber da ist Gnade bei Gott und den Leuten ausgewesen. Titus hat, wie Hegesippus schrei⸗ bet, geantwortet, so ihr Tempel und Gottesdienst dahin sei, bedürfe man der Priester nicht mehr. Die Verwüstung des Tempels ist den zehnten Tag des Monats Augusti geschehen, gleich auf den Tag, da der erste Tempel vom Könige zu Babylon verbrannt ist, und ist der Tag sonderlich ein Unglückstag für den Tempel gewesen. Von dem ersten Tempel und seiner Erbauung an, welche Salomo vollführt, bis auf das andere Jahr Vespasiani, da der Tempel gänzlich verwüstet worden, sind elf hundert und zwei Jahre, von der Zeit an, da man den andern Tempel wieder angefangen zu bauen, welches geschehen im andern Jahre des Königs Cyri, sind fünf hundert neunundsechzig Jahr verflossen. Da nun die Juden so geängstiget wurden, und keine Hoffnung der Errettung war, starben viele Tausend Hungers, doch blieben die übrigen auf ihrem Vornehmen. Josephus schreibt, daß sich in den Tagen, als der Tempel verbrannt und verwüstet worden sei, ein schrecklicher und gräulicher Fall begeben, welchen man bei den Nachkommen kaum glauben wird. Es war eine ehrliche Frau, welche reich und von gutem Geschlechte war, jenseit des Jordans, aus Furcht mit den andern gen Jerusalem geflohen. Als nun die Stadt so hart bedränget und mit Hunger geängstiget ward, hat sie ihr kleines Kindlein in der Wiege, mit was für Jammer und Schmerz, ist wohl zu gedenken, geschlachtet und das halbe Teil gebraten und gegessen. Als die Kriegsknechte umhergelaufen und Speise gesucht, hat die ihnen die andere Hälfte vorgesetzet. Die Kriegsknechte aber haben 116 Beschreibung der Zerstörung der Stadt Jerusalem. sich vor dem gräulichen Anblick entsetzet und sich doch des elenden Weibes erbarmet und die Sache den großen Herren zu Jerusalem geoffenbaret. Dieser schreckliche Fall hat sie bewegt, daß sie von dem Tage an be⸗ dacht gewesen, sich zu ergeben, und sind mit Tito zu einer Unterredung und Unterhandlung gekommen. Aber dieweil sie zu lange geharret hatten, Frieden zu machen, und sie um Frieden und Freiheit baten, da sie schon ausgehungert und auf das höchste bedrängt waren, ward nichts daraus, und die Stadt ist nur wenige Tage kümmerlich aufgehalten worden. Mittlerzeit ist eine unzählige Menge Volks aus großer Angst und höchster Not wegen des unerträglichen Hungers aus der Stadt in das Lager, den Feinden in die Hände gelaufen. Da hat man sie sehr wohl⸗ feil verkauft. Damals haben die Kriegsknechte ohngefähr gesehen, daß ein Jude aus seinem eigenen Miste Gulden gelesen, welche er eingeschluckt gehabt. Da ist bald ein Gerücht durch das ganze Lager unter dem Kriegsvolke gegangen, die Juden, so heraus in das Lager geflohen, hät⸗ ten Gold eingeschlückt. Denn es waren etliche, welche wegen fleißigen Besuchens sonst nichts als Gold wegbringen oder vor den Soldaten be⸗ halten konnten. Dies Gerücht gab nun Ursach, daß von den Kriegs⸗ knechten, welche gedachten, sie würden bei allen Juden Gold finden, über zweitausend Juden in einer Nacht aufgeschnitten wurden, und ihrer wären noch viel mehr umgekommen, wenn Titus nicht hätte ausrufen und gebieten lassen, daß man die Gefangenen nicht töten sollte. Endlich ist die Stadt Jerusalem erobert und weder jung noch alt verschonet worden, doch hat man ein Gebot ausgerufen, daß man aller elenden Leute, so zu keiner Wehr und Widerstand vermögend waren, schonen sollte. Also ist ganz Jerusalem durchaus von den Feinden schreck⸗ lich geplündert, angesteckt und verbrannt, der größte Teil zerrüttet und verwüstet worden. Wenige Gebäude sind stehen geblieben, daß man nur etliches römisches Kriegsvolk darinnen zur Besatzung lassen können. So sind auch etliche einzelne wüste Gebäude und Türme stehen geblieben, allein nur öde, zur Anzeigung, daß daselbst eine Stadt ehemals gewesen wäre. Und ist also Jerusalem verwüstet und zu Grunde verderbet den achten Tag des Septembris im fünften Monat danach, als sie zuerst belagert worden. Der Gefangenen hat Titus bei siebenzehntausend, alle junge starke Mannspersonen, gen Alexandriam geschickt, um daselbst wie leibeigene Knechte Steine zu tragen Und zu arbeiten. Viele Juden hat man wie das Vieh gar wohlfeil verkaufet. Zweitausend hat man hin und wieder in die Länder durch das ganze römische Reich ausgeteilet, daß man sie, wenn man Schauspiele gehalten, zum Gepränge von den wilden Tieren hat zerreißen lassen. Die Menge aller Gefangenen, so am Leben geblieben, sind an der Zahl siebenundneunzigtausend, so doch, als die Belagerung angefangen wurde, wohl zehnmal hunderttausend in der Stadt gewesen sind, welche mehrenteils Fremde und nicht Bür⸗ ger, wiewohl alle vom jüdischen Stamme und Geblüt, gewesen sind. Als nun Titus Jerusalem mit Gewalt eingenommen, verbrannt zerrüttet und verheeret hatte, besetzte er den Ort des Landes mit etlichen Kriegsknechten, um der umliegenden Länder willen, und rückte bis an den Fluß Euphrat, denn so weit ging damals das römische Reich. Als aber diese gewaltige, berühmte und heilige Stadt Jerusalem zerstört worden, hat man gezählet von Anbeginn der Welt viertausend vier und dreißig, von Anfange der Stadt Rom achthundert drei und zwanzig, nach dem Leiden Christi vierzig Jahr. D IIIFIIrereeeeneeeeeee Em. eibes baret. an be⸗ edung satten, schon baren, chreck⸗ et und in nur n. So ieben, wesen t den zuerst usend, iselbst zuden in hin teilet, den en, so doch, usend Bür⸗ · annt ichen is an Als stört und natg, Morgen⸗ und Abendgebete. 117 Also hat Jerusalem, die allerberühmteste Stadt im ganzen Morgen⸗ lande, wegen ihrer Sünden, Bosheit und Widerspenstigkeit gegen Gott und Jesum, ein elendes und jämmerliches Ende genommen. Morgen⸗ und Abendgebete auf jeden Tag in der Woche. Am Sonntag Morgen. Gon mein Vater, mit Freude und Dank erscheine ich jetzt vor deinem Angesicht. Ich freue mich des Lebens, das du mir von neuem ge⸗ schenkt hast, und aller Wohlthaten, die ich durch dasselbe von dir erhalten habe. Ich danke dir für den Schutz, den du mir in der verwichenen Nacht verliehen, für die Ruhe, wodurch du meinen Leib erquickt, und für den neuen Morgen, den du mich hast erleben lassen. Aber dieser neue Morgen erinnert mich aufs neue an dasjenige, was ich dir schuldig bin. So oft schon, wenn ich einen neuen Tag erlebte, habe ich dir, du Herr und Vater meines Lebens, zugesagt, besser, weiser und frommer zu werden, und ob ich gleich in der Erfüllung dieser meiner Zusage noch immer so nachlässig und unvollkommen geblieben bin, so hast du dennoch nicht aufgehört, mir, deinem undankbaren Kinde, wohlzuthun und mich durch Wohlthaten zu meiner Pflicht zurückzuführen. O laß mich den heutigen Sonntag, der deinem Dienste feierlich gewidmet ist, dazu beson⸗ ders gebrauchen, daß ich mit Ernst anfange, ein wahrer Christ zu wer⸗ den. In den verwichenen Wochentagen habe ich mich oft durch meine Geschäfte, Sorgen und Zerstreuungen abhalten lassen, für die Heiligung und Besserung meiner Seele gehörig Sorge zu tragen. Oft vergaß ich unter den Bemühungen nach Vergnügen und irdischen Vorteilen die Seligkeit des Himmels und unter der Begierde, Menschen zu gefallen, den Beifall und die Freundschaft Gottes. Desto mehr will ich heute mein Gemüt von allem, was mich bisher im Guten gehindert hat, ab⸗ ziehen. Mache du mich durch deinen Geist tüchtig, dir recht wohlgefällig zu dienen und dein Wort andächtig zu betrachten. Wenn ich in der Stille oder öffentlich in der Kirche mit meinen Nebenmenschen dich an⸗ bete oder dir und deinem Sohne Jesu Christo zu Ehren Loblieder singe, so präge meiner Seele eine lebendige Empfindung deiner Gegenwart, deiner Güte und Heiligkeit ein, damit ich mit tiesster Ehrfurcht, mit An⸗ dacht und Inbrunst, mit gläubiger Zuversicht, mit Liebe und Verlangen, dir zu gefallen, singe und bete. Wenn ich die Lehren deines Wortes be⸗ trachte oder verkündigen höre, so mache sie an meinem Herzen kräftig, damit ich dadurch in Erkenntnis und Glauben befestigt, zur Tugend er⸗ weckt, gebessert, gestärkt und getröstet werde. So laß diesen Tag für mich einen Tag des Segens werden, dessen ich mich einst freuen könne, wenn ich zu der Versammlung der Seligen im Himmel gelange. Deiner Güte und Gnade, barmherziger Vater der Menschen, empfehle ich auch diesen Tag alle meine Mitchristen. Erbarme dich der Unwissenden und Irren⸗ den und führe sie alle zur Erkenntnis deiner Wahrheit. Bekehre die Lasterhaften und laß heute viele zur Tugend gewonnen werden. Stärke die Schwachen im Guten. Gieb allen Traurigen heute Trost und Freude für ihr Herz und den Kranken Erquickung und Hoffnung. Sorge väter⸗ lich für alle Meinigen und laß sie und alle meine Verwandten und Freunde fromme und dir wohlgefällige Menschen sein und bleiben. Sorge auch für mich nach deiner weisen und gnädigen Regierung. Du weißt, 118 Morgen- und Abendgebete. was ich bedarf, und ich traue dir es zu, du wirst mir um Christi willen alles geben, was mir nützlich ist. Schenke mir nur bei dem Wenigen, was ich zu diesem zeitlichen Leben nötig habe, ein zufriedenes Herz, ein gutes Gewissen und die Versicherung deiner Gnade. Dann wird alles wos mir begegnet, zu meinem wahren Glücke dienen. Amen. Am Sonntag Abend. Baemherzigen Gott, wie viel Gutes hast du mir an diesem Tage er⸗ wiesen! Unter deiner liebevollen Aufsicht bin ich heute von so vielen Gefahren und Leiden befreit geblieben, die so manche meiner Neben⸗ menschen getroffen haben. Du hast mir Gesundheit, Nahrung und Freuden geschenkt, und was noch mehr ist, du hast für die Bedürfnisse meiner unsterblichen Seele gesorgt und mir aus deinem Worte Unterricht, Erweckung zur Tugend und Trost geschenkt. Für alle diese Wohlthaten bringe ich dir in dieser Abendstunde den demütigsten und herzlichsten Dank. Möchte nur mein Leben ein beständiger Dank für deine Gnaden⸗ erweisungen sein! Allwissender, vor dir ist nichts von allem dem ver⸗ borgen, was ich heute Gutes gedacht, geredet und gethan habe, aber dir ist auch bekannt, worin ich heute gefehlt, worin ich in Gedanken, Wor⸗ ten und Werken gegen dich gesündigt habe. Und wie wenig ist des Guten, wie viel hingegen des Bösen, woran mich jetzt mein Gewissen erinnert! Du gabst mir heute durch die Betrachtung und Anhörung deines Wortes, durch das Gebet, das ich öffentlich und zu Hause verrichte, so manche Rührung und Ermunterung zum Guten, aber wie beschämt werde ich, wenn ich bedenke, wie wenig ich dadurch frömmer, in der Ausübung der Tugend williger und sorgfältiger, in der Vermeidung meiner Lieblings⸗ fehler und der Versuchung zum Bösen standhafter, in der Liebe gegen dich und meinen Nächsten vollkommener geworden bin. Verzeihe mir, Vater der Barmherzigkeit, vergieb mir um Jesu Christi willen alle Fehl⸗ tritte dieses Tages und besonders den Leichtsinn, den ich auch heute noch gegen mein ewiges Heil und bei der Anwendung der Mittel meiner Heiligung und Besserung bewiesen. Verleihe mir deinen Beistand, daß ich von heute an von allen Sündenwegen umkehre und es mir einen Ernst sein lasse, ein rechtschaffener Christ in allen Stücken zu sein. So viele Abende habe ich mich schon mit Scham und Reue um meiner Sünde willen dir nahen müssen. O laß mich doch so glücklich werden, daß ich mich den nächsten Abend, den ich erlebe, nur lauter Guten erin⸗ nern, lauter tugendhafter Handlungen mich freuen kann, die ich durch deine Gnade ausgeübt habe. Mit diesem festen Entschlusse einer wahren Frömmigkeit will ich mich jetzt zu Bette legen. Hilf du ihn mir, gütiger Vater meiner Seele, morgen und künftig alle Tage zur Erfüllung brin⸗ gen. Deinem allmächtigen Schutze übergebe ich mich mit Leib und Seele. Beschütze, erquicke und segne mich und alle meine Angehörigen und Freunde. Auch allen meinen Mitchristen und Nebenmenschen erzeige deine väterliche Liebe. Jetzt in dieser Abendstunde steigen so viele Mil⸗ lionen Seufzer und Lobgesänge, Thränen und Gebete von Glücklichen und Unglücklichen, Frommen und Sündern, Kranken und Gesunden zu deinem Himmel empor. Siehe gnädig auf alle und auch auf mich herab um Jesu Christi willen. Amen. Am Montag Morgen. err, du Erhalter meines Lebens, jetzt, da ich vom Schlafe erwacht bin, ist meiner Seele deine Macht und Güte aufs neue gegenwär ig SISICIxq„ EERAC villen nigen, cz, ein alles ge er⸗ vielen eben⸗ g und rfnisse rricht, haten ichsten taden⸗ n ver⸗ er dir Wor⸗ zuten, nuert! portes, nanche de ich, ng der lings⸗ gegen je mir, Fehl⸗ te noch neiner d, daß einen u sein. neiner erden, werin⸗ durch hgahren ütiger brin⸗ b und örigen llichen den zu herab wacht vär. ig Morgen⸗ und Abendgebete. 119 und lebendig. Wie leicht hätte ich in der verwichenen Nacht mit so vie⸗ len Tausenden durch den Tod dahingenommen werden können! Aber dein Aufsehen hat meinen Odem bewahrt und mein Leben erhalten. Deine Güte ist alle Morgen neu und deine Treue ist groß. Gelobt seist du, du Liebhaber des Lebens! Mein erster Gedanke soll dir geheiligt, mein erstes Wort soll ein Lobgesang deiner Güte sein. O laß, mein Vater und Schöpfer, laß diese deine Güte, die ich jetzt in diesen Augenblicken besinge, mir den ganzen Tag über vor Augen bleiben! Wie sehr bin ich es dir schuldig, mich dir zum Eigentum zu ergeben und dich von ganzem Herzen zu lieben! Vom Anfange meines Lebens an bis auf diese Stunde hast du mich väterlich geführt und mich so reichlich gesegnet. Durch Jesum Christum hast du mich begnadigt und zum ewigen Leben ausersehen. Dies alles fordert mich zur aufrichtigen Liebe, Dankbarkeit und Gehor⸗ sam gegen dich auf. Und wie könnte ich deines ferneren Wohlthuns fähig sein, wenn ich dabei kalt und fühllos und ungebessert bliebe? Nein, in dieser Morgenstunde gelobe ich dir, mein Gott, ich will aus Dankbarkeit gegen dich jede Sünde meiden und alles Gute thun und meinen Sinn und Wandel so einrichten, daß du durch meine Worte und Werke gepriesen werdest. Stärke du meine Schwachheit, daß ich dies Gelübde nie leicht⸗ sinnig breche. Du kennst die Versuchungen und Reizungen, die mich auf dieser Erde umgeben. Verlaß mich nicht, mein Gott, und gieb mir Verstand, Mut und Kraft, jeder Sünde zu widerstehen. Laß mir den Gedanken stets gegenwärtig sein, daß ich dein Kind, dein Erlöster, ein bestimmter Erbe deiner himmlischen Seligkeit bin, und laß mich daher nichts denken, reden und thun, was dieser meiner erhabenen Würde und deinen Geboten zuwider ist. Dann wird es mir den ganzen Tag über nicht an Glück und Freude fehlen. Bist du mein gnädiger Gott, so mag mir begegnen, was da will, alles wird mir zum Besten dienen. Gefällt es dir, mir Vergnügen zu schenken, so werde ich desto fröhlicher sein können, und komme ich in Not, so kann ich mich damit trösten, daß du mich nicht verlassen wirst. Und so fange ich denn in deinem Namen meine Berufsgeschäfte mit dieser Woche an. Dir befehle ich alles, was ich thun und vornehmen werde, und ich traue dir zu, du wirst alles wohl machen. Herr, segne und behüte uns! Amen. Am Montag Abend. Vol freudiger Zuversicht erhebe ich jetzt mein Herz zu dir, du Gott O aller Gnade. Auch heute hast du mich durch neue Erfahrungen überzeugt, wie sehr du mich liebst. Du hast mich vor schmerzlichen Leiden bewahrt und mich nicht die verdienten Folgen meiner vielfältigen Sünden treffen lassen. Viele neue und fortgesetzte Wohlthaten hast du mir erwiesen. Auch hast du nicht aufgehört, an meiner Seele zu arbeiten und mich durch so viele sanfte Wege deiner Güte zur Dankbarkeit, zur Buße und zur Tugend zu erwecken. O Gott, laß jetzt in dieser Abend⸗ stunde das Gefühl deiner Güte so lebendig in meiner Seele sein, daß ich aus Dankbarkeit gegen deine Liebe alle meine Sünden und Abweichungen von deinen Geboten schmerzhaft bereue und den ernstlichen Vorsatz fasse, künftig frömmer und rechtschaffener vor dir zu wandeln. Vergieb mir alle meine Versündigungen und Fehltritte um Jesu, meines Mittlers willen. Ich bringe dir ein ruhiges und kindliches Herz dar und setze meine Zuversicht ganz auf die Gnade, die mir in Christo Jesu angeboten ist. In diesem Vertrauen auf die Vatergüte, die auch in diesem Augen⸗ 12⁰ Morgen- und Abendgebete. blicke, da ich bete, mir nahe ist, flehe ich dich denn auch jetzt kindlich an. Sei auch in dieser Nacht um mich und behüte mich. Ich weiß, ich schlafe unter deiner Aufsicht, und ohne deinen Willen kann mir nichts Trau⸗ riges begegnen. Sei du meines Lebens Schutz und Kraft, mein Licht in der Dunkelheit, mein Freund in der Einsamkeit und mein Beistand in allen Nöten. Erhöre mich und alle die, die in dieser Abendstunde zu dir beten. Laß jeden Sünder, der noch ungerührt und ungebessert ist, erweckt werden, deine Gnave zu suchen. Beruhige durch den Trost deines Geistes das Herz aller Bekümmerten und Traurigen. Erquicke auf ihrem Lager alle Kranken und Leidenden und gieb ihnen Freudigkeit, dir zu vertrauen und deine Hilfe mit Gelassenheit zu erwarten. Blicke gnädig, o Vater, auf alle deine Erlösten herab und nimm dich ihrer Bedürfnisse väterlich an. Besonders flehe ich zu dir für alle meine Mitchristen, die in dieser Nacht sterben werden. Gieb ihnen die Versicherung, daß sie durch Jesum begnadigt und Erben deiner Seligkeit sind. Und sollte ich selbst unter der Zahl der Sterbenden sein, so laß mich eben diesen Trost und Zuversicht in meinem Tode haben. Doch ist es mir erlaubt, dich um die Verlängerung meines Lebens anzuflehn, so bitte ich dich, laß diese Nacht noch nicht die letzte meines Lebens sein, sondern gieb mir noch länger Frist zur Buße, und Gelegenheit, mich auf ein seliges Ende und auf die Ewigkeit durch Andacht und wahre Tugend vorzubereiten. Dein bin ich ganz, mein Gott, ich lebe oder sterbe, denn dein bin ich in Zeit und Ewigkeit. Amen. Am Dienstag Morgen. Mit der ganzen Inbrunst meiner Seele preise ich dich, mein Gott, mein Vater, in dieser Morgenstunde für die unzähligen Proben deiner Vaterliebe, und dieser Tag, den ich wieder gesund erlebt habe, ist ein neuer Beweis deiner unveränderlichen, ewig fortwährenden Treue. Du bist's, der mir durch die Erweckung aus dem Schlafe mein Leben aufs neue geschenkt, mir den Gebrauch aller meiner Sinne wiedergegeben, mir so viele Quellen des Vergnügens geöffnet und mir Gelegenheit gegeben hat, das Glück meines Lebens zu genießen. O möchte ich doch lernen, mein Leben nun recht zu genießen! Lehre du mich, mein Gott, die Weis⸗ heit, es recht anzuwenden. Laß mich es dazu gebrauchen, mich in jeder frommen Gesinnung immer mehr zu befestigen, deine Ehre durch alles, was ich denke, rede und thue, zu befördern, die Geschäfte meines Berufs und Standes gewissenhaft abzuwarten, meinen Nächsten willig und auf⸗ richtig zu dienen, um mich auf den Himmel durch Tugend und Gottselig⸗ keit vorzubereiten. Es sei genug, daß ich einen großen Teil meiner Lebens⸗ zeit verschwendet oder wider deine Absicht gebraucht habe. Laß mich heute den Anfang machen, für dich und meinen Erlöser, für meinen unsterb⸗ lichen Geist und für die Beförderung meines wahren Heils zu leben, und stärke mich zu dem Ende täglich mehr in dem Abschen gegen die Sünde und in der Ausübung alles Guten. Und so überlasse ich dir, mein Gott, und deiner Weisheit und Güte alle meine irdischen Schicksale. Dir sei es ganz heimgestellt, was und wie viel du mir von zeitlichem Glücke zuteilen willst. Gefällt es dir, mich an diesem Tage einige Leiden em⸗ pfinden zu lassen, Herr, so geschehe dein Wille. Ich bin gewiß, auch die Leiden werden zur Beförderung meines Seelenheils dienen. Hast du mir aber auf diesen Tag frohe Stunden bestimmt, so verleihe mir Gnade, daß ich dich im Glücke nicht aus den Augen setze, sondern vielmehr da⸗ durch zu desto innigerer Liebe und Dankbarkeit gegen dich, zu desto ge⸗ nein iner tein Du aufs mir eben nen, eis⸗ eder lles, rufs auf⸗ lig⸗ ens⸗ eute erb⸗ und inde ott, sei ücke em; die du üde, da⸗ ge⸗ Morgen⸗ und Abendgebete. 12¹ wissenhafterer Demut und Tugend, zu desto aufrichtigerer Liebe und Dienstfertigkeit gegen meine Nebenmenschen erweckt werde. Doch dieser Tag mag für mein zeitliches Leben glücklich oder unglücklich sein, so will ich immer zufrieden sein, wenn ich ihn nur nicht vergeblich zubringe. Und diese Wohlthat erbitte ich auch von dir für alle meine Nebenchristen. Bessere du alle Sünder. Stärke und befestige alle Frommen im Guten. Deine Gnade leite insonderheit meine Anverwandten und Freunde. Stärke und segne sie und mich zum ewigen Leben durch Jesum Christum. Amen. Am Dienstag Abend. u, o ewiger, unveränderlicher Gott, du allein bist meine Zuflucht für und für. Außer dir ist alles auf der Erde veränderlich, flüchtig und hinfällig. Auch heute habe ich den Wechsel und die Flüchtigkeit der menschlichen Dinge erfahren. Wie schnell ist dieser Tag vergangen und unter welchen Veränderungen ist er vergangen! So viele, die am Mor⸗ gen gesund waren, sind krank geworden, so viele, die sich glücklich priesen, hat eine einzige Stunde elend, arm und hilflos gemacht, und manche, die heute früh noch lebten, sind schon tot. Ich selbst, mein Gott, ob ich gleich durch deine Gnade noch lebe und gesund, froh und ruhig bin, habe heute manche Veränderung erfahren, und wer weiß, was mir noch künftig, was mir selbst diese Nacht bevorsteht. Wie leicht, wie bald, wie uner⸗ wartet kann ich schwach und krank, arm, elend und traurig werden oder gar sterben! Auf dich, mein gnädiger und in Jesu Christo versöhnter Vater, und auf deine unwandelbare, mächtige, weise und gütige Vor⸗ sehung will ich unter der Vorstellung alles dessen, was mir auch diese Nacht begegnen könnte, meine kindliche, mich allein beruhigende Zuversicht setzen. Ich habe es bisher in dem ganzen Laufe meines Lebens und auch diesen Tag erfahren, wie unveränderlich treu und gütig du gegen mich gesinnt bist. So wenig ich es bei meinem Undank und Sünden verdiente, so hast du dennoch nicht aufgehört, mir wohlzuthun. Denn, mein Gott und Vater, ich muß es vor deinem Angesichte bekennen, daß ich oft⸗ mals treulos gegen dich gehandelt habe. So oft und noch an dem heuti⸗ gen Morgen, versprach ich dir Besserung, Gehorsam und Liebe. Aber wie oft habe ich in dem Geräusche dieses Lebens, in den Zerstreuungen meines Berufs, in dem Umgange mit andern Menschen meine Pflichten vergessen und aus den Augen gesetzt! O Gott, verzeihe mir meine Un⸗ dankbarkeit und vergilt mir nicht nach meiner Missethat. Mache du in diesem Augenblicke durch deine Liebe, die so unveränderlich über mir waltet, einen so starken Eindruck auf meine Seele, daß ich künftig allen Leichtsinn und Wankelmut ablege und dir von ganzem Herzen und mit unwandelbarer Treue ergeben sein möge. Ich übergebe mich jetzt, da ich mich zur Ruhe lege, ganz deiner Vateraufsicht. Bewahre mich in dieser Nacht vor allem, was meine Ruhe stören kann. Laß meine erschöpften Kräfte durch den Schlaf wieder gestärkt werden. Beschütze und segne die lieben Meinigen und alle deine Menschen und laß alle, die an diesem Abend zu dir beten, Gnade vor dir finden. Dir sei Lob und Preis gesagt durch Jesum Christum. Amen. Am Mittwoch Morgen. wiger, allmächtiger und allgütiger Gott, du Schöpfer und Vater aller Kreaturen, ich nahe mich deinem Throne mit den Empfindungen eines demütigen und dankerfüllten Herzens. Unendlich mehr, als irdische Väter an ihren Kindern thun, hast du an mir gethan, und du kannst 12² Morgen⸗ und Abendgebete. mit Recht von mir fordern, daß ich dich über alles liebe und dir von ganzem Herzen vertraue. Bis diese Stunde hast du mich an Seele und Leib erhalten, vor Gefahren geschützt, in Leiden gestärkt, mir Nahrung und Freuden geschenkt. Durch die Taufe hast du mich zum Unterthan deines seligen Reiches aufgenommen, mich durch Jesum den Weg zum Himmel lehren und dazu erlösen lassen, und durch deinen Geist erweckest du mich immer mehr zum Guten. O flöße du, denn durch mich selbst kann ich nichts, flöße du selbst meiner Seele die Empfindungen der Ehr⸗ furcht, der Dankbarkeit und Liebe gegen dich ein. Gieb, daß ich deine Eigenschaften, die du an allen deinen Geschöpfen und auch an mir so sichtbar geoffenbart hast, recht erkenne und auch alles, was ich kann, dazu beitrage, daß andere dich besser erkennen, lieben und verehren lernen. Laß das Andenken an deine Allgegenwart mir diesen ganzen Tag über lebendig und gegenwärtig sein, damit ich mich scheue, zu sündigen, und mich bestrebe, dir durch willigen Gehorsam und heiligen Wandel zu ge⸗ fallen und deiner himmlischen Seligkeit, wozu du mich durch Jesum be⸗ stimmt hast, fähig zu werden. Du kennst mein Unvermögen und die Schwachheit meiner Kräfte. Du weißt, wie viele Versuchungen auch heute meine Tugend umgeben. Wie gefährlich kann die Welt, in die ich heute aufs neue trete, für mein Herz werden! Wie leicht kann dies mein so eitles Herz durch den Reiz des Irdischen zum Stolze, zur Wollust, zur Gottvergessenheit verführt werden! Wie leicht können die Beispiele der Leichtsinnigen und Lasterhaften mich von dir abziehen! Wie leicht Lei⸗ den und Unglück dieses Lebens mich zum Mißtrauen gegen deine Vor⸗ sehung und zur Ungeduld verleiten! Stärke du, o Gott, meinen Glauben, befestige meinen Trieb, dir zu gefallen, und mehre in mir die gewissen⸗ hafte Bestrebung, nicht den verderbten Begierden meines Herzens, nicht den thörichten und sündlichen Beispielen der Welt, sondern dem Vorbilde Jesu und seinen heiligen Geboten bei allem, was ich denke, rede und thue, zu folgen. Und weil ich dich täglich durch meine Sünden beleidige, so vergieb mir um Jesu Christi willen alle meine Übertretungen und befreie mich von den Strafen, die ich damit verdient habe. Laß mich auch bereit sein, allen zu vergeben, die mich beleidigen, und laß meine Liebe gegen alle meine Nebenmenschen und Mitchristen immer stärker und thätiger werden. Und so überlasse ich deiner Weisheit und Güte alle meine irdischen Bedürfnisse. Gieb mir auf jeden Tag mein Brot und alles, was mir und den Meinigen zum Unterhalte dieses Lebens nötig ist. Aber gieb mir auch ein weises Herz, deine Gabe recht zu gebrauchen, damit ich nicht kärglich geize, noch kleinmütig sorge. Segne meine Arbeit und Geschäfte. Ist es deiner Weisheit und meiner wahren Wohlfahrt gemäß, so wende traurige Zufälle und empfindliche Leiden von mir und den Meinigen ab. Ist es aber dein Wille, mich durch Leiden zu prüfen, so hilf sie mir tragen und gieb mir Geduld und Unterwerfung unter deinen Willen. Laß mich unter allen Umständen meines Lebens deiner Vatergüte vertrauen und bei allen meinen Schicksalen und Beschäf⸗ tigungen hauptsächlich für mein ewiges Wohl besorgt sein. Amen. Am Mittwoch Abend. Arch diesen Tag habe ich, allgütiger Gott, unter deinem Schutz und Segen zugebracht. Auch heute hast du mir so viel Gutes gethan, so manche Not und Gefahr von mir abgewandt, mich vor vielen Sünden, die ich hätte leicht begehen können, gnädig behütet, mir zur Ausrichtung meiner Arbeiten Gesundheit und Kräfte, zur Erhaltung meines Lebens I;/;7VL dir von eele und ahrung iterthan Peg zum krweckest ich selbst per Ehr⸗ ch deine mir so 9kann, lernen. ag über en, und Uzu ge⸗ sum be⸗ und die ch heute h heute mein so ust, zur iele der cht Lei⸗ e Vor⸗ lauben, wissen⸗ 8, nicht orbilde de und leidige, ö en und iß mich meine stärker ite alle ot und nöti uchen, Arbeit Ifahrt ir und x rüfen, unter heiner schäf⸗ 1. und than, nden, ö tung bens Morgen⸗ und Abendgebete. 123 meine Bedürfnisse verliehen. Dank, innigster Dank erfüllt mein Herz, Gott, für deine Güte. Auch mein ganzer Wandel sollte zugleich ein beständiger Dank für diese deine Güte sein, und noch heute habe ich dir dies in meinem Morgengebete zugesagt. Aber wie beschämt muß ich vor deinem Angesicht über meine Treulosigkeit werden, wenn ich mein heu⸗ tiges Verhalten untersuche! Wie wenig kann ich sagen, daß ich heute dich, mein Gott, bei allem, was ich dachte, redete und that, vor Augen gehabt, daß ich dich über alles geliebt, deinen Willen mit Freuden erfüllt und aus kindlicher Ehrfurcht gegen dich alles Böse vermieden, daß ich allen Reizungen zur Eitelkeit, zum Stolze, zum Zorne, zur Wollust sorgfältig widerstanden, immer auf meine eigene Besserung allen mir möglichen Fleiß verwandt, meine Schuldigkeit treu erfüllt, daß ich keinen Menschen durch Härte und Unbilligkeit gekränkt, sondern vielmehr meine Zeit, meine Güter, meine Fähigkeiten und Kräfte zu deiner Ehre und zum Besten meiner Nebenmenschen angewandt habe! Und wenn du, Allmäch⸗ tiger, nun diese Nacht meine Seele von mir fordertest, wie wenig wäre ich noch immer im stande, freudig zu sterben und mich einer seligen Ewig⸗ keit zu getrösten! O Gott, ich empfinde mit Reue und Schmerzen, daß ich täglich sündige und mich dadurch längst deiner Gnade unwert gemacht habe. Vergieb mir um Jesu, meines Mittlers, willen alle Sünden dieses Tages. Vergieb mir auch meine verborgenen und unerkannten Fehler. Ich will mich hüten, daß ich nicht wieder gegen dich sündige. Stärke du mich selbst durch deinen Geist in diesem guten Vorsatze und gieb mir Kraft, ihn so treu auszuführen, daß ich morgen frömmer als heute sein, daß ich künftig täglich in allem Guten zunehmen und jeden Abend zum Tode vorbereitet und zum Himmel reif sein möge. Laß diese Nacht für mich eine ruhige Nacht sein und mich durch einen sanften und erquicken⸗ den Schlaf zu den Geschäften des morgenden Tages gestärkt werden. Beschütze mich und die Meinigen vor aller Gefahr und Übel und nimm dich aller Elenden und Notleidenden, aller Kranken und Sterbenden, auch aller Sünder und Unbekehrten väterlich an. Erhöre mich um Jesu Christi willen. Amen. Am Donnerstag Morgen. zroß, unendlich groß ist deine Güte, treuer und gnädiger Gott, gegen deine Menschen. Auch mir sagt es jeder Morgen und jeder Abend, wie erbarmungsvoll und väterlich du gegen mich gesinnt bist. Unter den vielen Millionen deiner Geschöpfe hast du mich nicht aus der Acht ge⸗ lassen, sondern mich durch deine Allmacht und Güte geschützt und gesegnet. Mit erneutem Leben bin ich jetzt von meinem Lager aufgestanden, meine Empfindungen, meine Kräfte und Fähigkeiten sind aufs neue in mir erwacht und ich bin dadurch wieder in den Stand gesetzt, die Schön⸗ heit deiner Welt und mein Leben zu genießen. Dies muß mich also aufs neue zu meinen Pflichten ermuntern. Ja, mit diesem Morgen muß und will ich mich dir, mein Gott und mein Erlöser, aufs neue zum Eigentume ergeben. Mit neuem Eifer will ich auf dem Wege deiner Gebote wandeln, neue fromme Vorsätze auf mein künftiges Leben fassen und neue Treue in deinem Dienste beweisen. Ich will in dem Stande und in den Umständen, worin du mich gesetzt hast, mit neuer Redlichkeit für deine Ehre und das Beste meiner Nebenmenschen thätig sein und meine Kräfte und Fähigkeiten, meine Glücksgüter und Arbeiten zu diesem Zwecke gewissenhaft und willig anwenden. Aber, mein Gott, mitten unter diesen erneuerten Vorsätzen werden mich auch neue Versuchungen und 124 Morgen⸗ und Abendgebete. Anlässe zur Sünde umgeben. Ich mag noch so entschlossen zum Guten sein, ich mag noch so gute Rührungen in meiner Seele bei dieser meiner stillen Morgenandacht haben, so können doch diese guten Entschließungen unter den Zerstreuungen und Sorgen meines Berufs, durch die Verbin⸗ dungen, worin ich mit andern Menschen stehe, durch unerwartete Begeg⸗ nungen und Vorfälle, leicht wieder in mir geschwächt werden und ver⸗ schwinden. O Gott, unterstütze du mich durch deinen Beistand, daß ich bei keiner Gelegenheit Sünde begehe und deine Gnade verliere. Laß die Erinnerung an deine Allgegenwart stets einen so lebendigen Eindruck auf mein Herz machen, daß ich mich scheue, auch selbst im Verborgenen nichts Böses zu thun, und gieb, daß jeder Gedanke meiner Seele, jede Empfindung und Neigung meines Herzens auf Frömmigkeit, Tugend und Menschenliebe gerichtet sei. Und so will ich denn diesen Tag ohne ängstliche Sorgen und Bekümmernisse anfangen und freudig an meine Arbeit gehen. Ich will deiner weisen Regierung, du Vater meiner Seele, das ganze Glück meines Lebens mit kindlicher Zuversicht überlassen. So viele Tage hast du schon väterlich für mich gesorgt und mich aus so mancher Not herausgerissen. Ich traue es dir, der du mich durch Jesum Christum zur ewigen Seligkeit erlöset hast, dir und deiner Vatergüte traue ich es zu, du wirst auch diesen Tag mit mir sein, mich behüten, versorgen und segnen, und alle meine irdischen Angelegenheiten so ord⸗ nen und leiten daß mein wahres zeitliches und ewiges Glück dadurch befördert wird. Dies bitte ich von dir für mich, für die Meinigen und für alle Menschen um Jesu Christi willen. Amen. Am Donnerstag Abend. H err, unendlich gütiger Gott, unter so vielen Tagen, die ich schon in meinem Leben zurückgelegt habe, ist noch kein einziger verstrichen, an welchem du mir nicht unzählig viel Gutes gethan, mich väterlich ge⸗ leitet, vor vielem Bösen bewahret und mit geistlichen und leiblichen Wohlthaten begnadigt hast. Auch für die Güter des heutigen Tages muß ich dich in dieser Abendstunde preisen. Ich rief dich an dem heutigen Morgen um die Erhaltung meines Lebens, um Schutz in Gefahren, um Segen zu meinen Arbeiten, um die Regierung deines guten Geistes an, und du hast mein Gebet erhört, ja noch mehr gethan, als warum ich dich bat. Wie ruhig könnte jetzt mein Herz, wie freudig mein Dank, wie sanft und erquickend mein Schlaf sein, wenn ich mich bei dem Genusse deiner Wohlthaten keiner Versündigung schuldig gemacht hätte! Aber, mein Gott, auch dieser Tag ist von mir nicht ohne Sünde durchlebt worden. Wie viele Fehler habe ich heute begangen, zu welchen ich schon durch mein Temperament, durch meine Lieblingsneigungen, durch mein Alter und Lebensart oder auch durch den Umgang mit andern Menschen ver⸗ leitet worden bin! Viel Gutes hätte ich denken, reden und thun können, wenn ich die Gelegenheiten und Ermunterungen, die du mir dazu geschenkt, sorgfältig hätte gebrauchen wollen! Wie viel habe ich unterlassen, wodurch ich dich, mein Gott, verherrlichen, wodurch ich mei⸗ nen Nächsten erbauen und ihm aufhelfen, wodurch ich uuich selbst hätte besser und glücklicher machen können! Wie vieles hingegen habe ich wohl gethan, wodurch deiner Ehre geschadet, wodurch mein Mitchrist geärgert oder gekränkt und meine Tugend befleckt oder gehindert ist! Verzeihe mir, barmherziger Vater, um deines Sohnes Jesu Christi, meines Mitt⸗ lers, willen alles, was ich Gutes versäumt und Böses gethan habe, und flöße mir noch diesen Abend durch die Erinnerung an deine Straf⸗ geret stört Guten meiner gungen berbin⸗ Begeg⸗ id ver⸗ paß ich aß die ndruck genen „jede ugend pohne meine Seele, lassen. nus so desum ergüte hüten, pord⸗ durch und , um 3 an, „dich sanft einer mein eden. Aurch lter ver⸗ thun mir e ich nei⸗ ätte vohl gert eihe zitt⸗ und raf⸗ Morgen⸗ und Abendgebete. 12⁵ gerechtigkeit, durch die Unruhe, die jetzt den Frieden meines Gemüts stört, durch den Gedanken an den Tod, Gericht und Ewigkeit, durch die Erwägung des Leidens meines Erlösers, das er um meinetwillen erduldet hat, den stärksten Abscheu gegen alle Sünde und die innigste Liebe zu allem Guten ein. Mache mich durch deine Gnade endlich so glücklich, daß ich nach so vielen Tagen, die ich mit Reue beschlossen habe, einen Abend erleben möge, an welchem ich mich bloß des durch deinen Beistand voll⸗ brachten Guten freuen könne. Mit diesen Gesinnungen will ich mich jetzt zur Ruhe legen. Laß du mich unter deiner Aufsicht diese Nacht sanft und sicher schlafen. Bleibe mit deiner Gnade und Hilfe bei mir und allen, die ich liebe und die mir angehören. Behüte uns vor Schrecken und Schaden. Wehre der Bosheit der Menschen, die Schaden und Böses thun wollen, und bekehre sie. Tröste alle Weinenden und erbarme dich aller, die jetzt um Hilfe zu dir rufen. Herr Jesu, dir lebe ich, Herr Jesu, dir sterbe ich, dein bin ich tot und lebendig. Amen. Am Freitag Morgen. Indem ich mich, mein Gott, in dieser Morgenstunde durch mein Gebet V zur Dankbarkeit gegen dich und zur würdigen Anwendung dieses Tages ermuntern will, so kann nichts mein träges Herz so sehr zur An⸗ dacht beleben, nichts meine Liebe zu dir und meinen Miterlösten so kräftig anzünden, nichts meinen Eifer zur Tugend und Frömmigkeit so nach⸗ drücklich stärken, als die Betrachtung der unendlichen Gnade, womit du mich in Jesu Christo gesegnet hast. Deinen einigen Sohn, mein Vater und Schöpfer, hast du für mich gegeben und mir in ihm die Mittel zu meiner Bekehrung und Besserung, zu meiner Begnadigung und Seligkeit geschenkt. Für mich, für mich bist du gestorben, ewiger Sohn Gottes. Nun kann ich mit jedem neuen Morgen der Vaterliebe Gottes versichert sein und mit fester Zuversicht erwarten, daß er mir alle meine Sünden, wenn ich sie ernstlich verabscheue und meide, gnädig vergeben, daß er auch bei den Fehltritten, die ich vielleicht heute begehen möchte, mich mit Geduld und Schonung tragen, daß er auch heute und künftig für meine leiblichen Bedürfnisse sorgen, mich bei allen Widerwärtigkeiten, die mich etwa treffen möchten, unterstützen und aufrichten und mir selbst im Tode gnädig sein werde. Was kann mich unglücklich machen? Was kann mich verdammen? Christus ist hier, der für mich gestorben ist! O laß mich, erbarmungsvoller Gott, laß mich diesen Tag und mein ganzes Leben hindurch daran denken, was für Verbindlichkeiten du mir durch diese Liebe auferlegt hast. Bei jeder Versuchung und Reizung zur Sünde, bei jeder Gelegenheit, wo die Lüste der Welt, wo sündliche Vergnügen mir gefährlich werden könnten, da präge mir die Erinnerung an die Lehren, das Leben und die Leiden Jesu Christi Haß und Abscheu gegen die Sünde und Liebe zur Tugend ein. O laß mich, mein Mittler und Erlöser, in allem nach deinem Beispiele handeln. Laß mich, wie du, dem Willen meines Vaters mit aller Trene gehorsam sein und mich allen seinen Fügungen in stiller Gelassenheit unterwerfen. Laß mich, wie du gethan hast, für andre leben und, wo ich nur Gelegenheit finde, das Beste meiner Nebenmenschen befördern, der Elenden und Verlassenen Fürsprecher und Beistand, der Irrenden Führer und Warner, der Schwa⸗ chen Aufmunterung und Trost sein. Laß mich, so wie du, Freude daran finden, überall Gutes zu thun. Sollte mein himmlischer Vater mir zur Rettung und Besserung meiner Seele Kreuz und Züchtigung auflegen. 126 Morgen⸗ und Abendgebete. so laß mich's eben so willig, wie du, tragen und es zu meinem Heil anwenden. Und sollte endlich heute der Tag meines Todes sein, so laß mich mit gutem Gewissen und im Glauben an dich selig sterben und zu dir in den Himmel eingehen. Amen. ö „Am Freitag Abend. Daß ich an diesem Abend noch lebe, daß ich bis diese Stunde gesund und munter bin, daß ich heute Kräfte und Fähigkeiten gehabt habe, mich in meinem Berufe geschäftig zu erweisen, daß viel Unglück und Gefahren von mir abgewandt sind, daß ich meinen Unterhalt gehabt und so mannigfaltige Wohlthaten zu meiner Notdurft, Bequemlichkeit und Vergnügen genossen habe: dies alles danke ich dir, o Herr und Vater meines Lebens. Und habe ich heute in einiger Hinsicht meinem Christenberufe eine Genüge gethan, habe ich nur eine gute That ver⸗ richtet oder nur eine Sünde vermieden, so ist dies bloß dein Werk, mein Gott, wofür ich dich mit innigst gerührter Seele preise. Aber wie wenig ist leider des Guten, das ich heute gethan habe! Und wie weit mehr Gutes hätte ich thun können, wenn ich die mir verliehenen Gelegenheiten, Kräfte und Ermunterungen gewissenhaft gebraucht und nicht durch Trägheit und Leichtsinn versäumt hätte! Wie viele Versündigungen in Gedanken, Wor⸗ ten und Werken hätte ich heute vermeiden können, wenn ich dich bestän⸗ dig vor Augen gehabt, wenn ich über mein Herz und Begierden sorg⸗ fältiger gewacht und vorsichtiger gehandelt, wenn ich den Regungen deines Geistes nicht so oft widerstrebt und deine großen Wohlthaten, wodurch du mich zur Buße und frommem Leben leiten wolltest, nicht größtenteils um⸗ sonst genossen hätte! Gerechter Gott, handle nicht mit mir nach meinen Sünden und vergilt mir nicht nach meinen Missethaten. Um meines Erlösers und Fürsprechers willen, in welchem du den Sündern Gnade und Vergebung verheißen hast, siehe auch mich mit Erbarmung an und laß alles, was ich Gutes unterlassen und Böses gethan habe, ausgelöscht und vergeben sein. Stärke mich, daß ich künftig alles Böse meiden und aus Liebe zu dir alles Gute thun möge. Und je länger du mich leben lässest, desto mehr Schwachheiten und Fehler laß mich täglich ablegen, desto treuer in deinem Dienste, desto fertiger in allem Guten, desto ge⸗ gründeter in der Hoffnung des ewigen Lebens werden. In dem Ver⸗ trauen auf deine Güte, mein Vater, lege ich mich jetzt zum Schlafe nieder. Nichts soll mich beunruhigen, denn in dir finde ich alles, was mich erfreuen und auf Zeit und Ewigkeit glücklich machen kann. Wache du auch über die lieben Meinigen und über alle meine Freunde und Verwandten in der Nähe und Ferne. Deine Gnade umfasse alle, die dich fürchten. Allen Sündern, die jetzt noch mit der Vollbringung des Bösen beschäftigt sind oder in ihren Sünden einschlafen wollen, rühre ihr Gewissen, daß sie über ihrem Verderben erzittern und zu dir um Gnade rufen mögen. Breite deine Güte über unser ganzes Vaterland aus und laß sie mit dem an⸗ brechenden Morgen wieder über uns neu werden. Amen. Am Sonnabend Morgen. Ewig treuer Gott und Vater, auch an dem letzten Tage dieser Woche, den ich durch deine Gnade erlebt habe, komme ich mit meinem Danke und Flehen zu dir. Du hast mein Morgengebet, welches ich mit dem An⸗ fange eines jeden Tages zu dir verrichtete, nicht verschmäht. Nimm es auch heute gnädig an und laß dir mein demütiges Herz um Christi willen wohlgefallen. In diesem Augenblicke werden mir alle die vielen .VI 1 Heil so laß nd zu gesund habe, E und gehabt ichkeit r und einem t ver⸗ mein wenig Gutes räfte it und Wor⸗ estän⸗ sorg⸗ deines rch du 5 um⸗ einen eines nade und löscht n und leben 10—3 o ge⸗ Ver⸗ ieder. reuen über ten in Allen t sind über zreite n an⸗ zoche, anke 1An⸗ mees hristi ielen Morgen⸗ und Abendgebete. 127 Wohlthaten, die du mir in der vergangenen Woche und in der ganzen Zeit meines Lebens erwiesen hast, recht lebhaft gegenwärtig. O verleihe mir die Gnade, daß ich dich dafür nicht bloß mit meinen Lippen preise, sondern vielmehr durch meine Gesinnungen und Wandel an den Tag lege, wie gerührt ich über deine unermüdete Güte bin. Ja, mein Gott, die Erinnerung des vielen Guten, das du an mir gethan hast, soll mir ein mächtiger Antrieb sein, dich desto inniger zu lieben und dir desto wil⸗ liger zu gehorchen. Die Stärkung, die du mir durch einen gesunden und ruhigen Schlaf geschenkt hast, will ich anwenden, alle Geschäfte meines Standes und Berufs desto gewissenhafter und unverdrossener zu ver⸗ richten. Das Andenken an deine bewahrende und erhaltende Güte, die ich in so vielen Nächten erfahren, soll mich ermuntern, dir gänzlich zu vertrauen und dir alle meine Schicksale und Begegnungen desto zuver⸗ sichtlicher zu empfehlen. So, mein Gott, will ich den ganzen Tag. so will ich nunmehr alle Tage mich dankbar gegen dich beweisen, und die Rüh⸗ rung, die ich jetzt über deine Güte empfinde, müsse mich nie verlassen, sondern mich vielmehr immer beleben und stärken, dich durch alles, was ich rede und thue, zu verehren und zu preisen. Da ich aber ein so schwa⸗ ches und sündliches Geschöpf bin, so bitte ich dich flehentlich, bessre du durch deinen Geist mein verderbtes und zur Sünde geneigtes Herz. Be⸗ wahre mich, daß ich nie durch leichtsinnige Übertretung auch nur eines deiner Gesetze, durch vorsätzliche Versäumung auch nur einer meiner Pflichten dir treulos werde. Mache mich stark, allen Versuchungen zum Bösen zu widerstehen. Laß mich oft und lebhaft an dich, an deine Gebote, an meinen Tod, an dein künftiges Gericht und an meine letzte Rechen⸗ schaft gedenken und insonderheit mich beständig erinnern, wie teuer ich durch Jesum erkauft bin, damit ich stets tugendhaft und unschuldig lebe und deiner Gnade versichert bleibe. Wie ruhig und zufrieden werde ich alsdann diesen Tag sein können, wie freudig meine Arbeiten verrichten, wie froh und heiter die Vergnügen, die du mir gönnen wirst, genießen, wie getrost und geduldig auch die Leiden ertragen, die du etwa über mich kommen lassen möchtest! Du hast verheißen, du wollest es den Frommen wohl gehen lassen. Auch an mir wirst du diese Verheißung erfüllen, wenn ich aufrichtig auf dem Wege der Tugend wandle. Herr, lehre mich thun nach deinem Wohlgefallen und dein guter Geist führe mich auf ebener Bahn. Erhalte mein Herz standhaft, daß ich deinen Namen fürchte. Diese Gnade erzeige auch allen meinen Mitchristen. Sei unserm Vaterlande, sei unserm Fürsten und seinem Hause und Unter⸗ thanen, sei Hohen und Niedrigen, Reichen und Armen, Gesunden und Kranken, Glücklichen und Unglücklichen, sei allen Bewohnern des Erd⸗ bodens gnädig. Sei auch den Meinigen und meinen Freunden und auch mir gnädig um Jesu Christi willen. Amen. Am Sonnabend Abend. Mit welcher Freudigkeit und Zuversicht könnte ich mich jetzt, mein gü⸗ ( tiger Gott und Schöpfer, dei dem Schlusse dieser Woche zu dir nahen, wenn mir mein Gewissen das Zeugnis gäbe, daß ich diese Woche hindurch als dein dankbares und gehorsames Kind vor dir gewandelt hätte. Aber so muß ich mich freilich vor dir schämen und bekennen, daß ich so oft gegen dich gesündigt und deinem Willen zuwider gehandelt und mich dadurch des Namens deines Kindes unwürdig gemacht habe. Wie undankbar und gleichgültig war ich oft gegen deine Wohlthaten, 128 Morgen⸗- und Abendgebete. wie widerspenstig gegen deine Lockungen zum Guten, wie verkehrt in meinen Begierden, wie sorglos für mein Seelenheil, wie wenig treu und gewissenhaft selbst in der Ausrichtung meiner Berufsgeschäfte, wie träge und unwillig, meinen Nebenmenschen Dienste und Liebe zu erweisen! Gott, ich rufe zu dir um Vergebung meiner Sünden und fasse aufs neue den Vorsatz, mich dir ganz zu ergeben. Sei mir gnädig um Jesu Christi willen, der auch für mich gelitten und mich dir versöhnt hat. Laß die Sünden dieser Woche nicht einst in deinem Gerichte zu meiner Ver⸗ dammnis gegen mich zeugen. Laß mich jetzt mit der tröstenden Ver⸗ sicherung zu Bette gehen, daß du mich um deines Sohnes willen nicht von deiner väterlichen Liebe und Erbarmung ausschließen wollest. Diese deine Vatergüte ist ja in dieser Woche, sowie in meinem Leben, täglich neu über mir gewesen. So wenig ich es auch bei meinem Undank und bei meinen vielen Sünden verdient, so bist du doch des Erbarmens nicht müde geworden. Ja, mein Gott, mein in Jesu versöhnter Vater, ich preise dich, daß du nicht aufgehört hast, mir auf meinen Irrwegen, bei meinen Fehlern, Lastern und Schwachheiten mit liebevoller Gesinnung nachzugehen und mir tausendfache Ermunterungen zur Besserung zu ge⸗ ben. Ich preise dich für deine Erhaltung, wodurch du mir von einem Tage zum andern, von einem Augenblicke zum andern neues Leben und neue Kräfte mitgeteilt hast. Ich preise dich für die Speisen, die mich nähren und stärken, für die Wohnung, die mich schützt, für die Kleidung, die mich bedeckt, für die Fähigkeiten und Kräfte, die du mir zu meinem Berufe schenkst, für so viele Freuden, die bisher mein Leben versüßt haben, für jeden persönlichen und häuslichen Segen, womit du mich über⸗ schüttet hast. Für jeden guten Gedanken, für jede fromme Rührung, für jeden heiligen Vorsatz, für jede Regung der Menschenliebe, die du in meiner Seele durch deinen Geist gewirkt hast, für jeden Trost, den du mir in Kummer und Leiden verliehen, für deine noch immer fortwäh⸗ rende Geduld, Langmut und verschonende Güte preise und erhebe ich dich, mein Gott. Aus Dankbarkeit gegen dich will ich alles Gute, das du an mir gethan hast, dazu anwenden, dich immer besser zu erkennen und aufrichtiger zu lieben. Stärke mich in dem Entschlusse und verleihe mir Kraft, ihn auszuführen. Deiner weisen und väterlichen Regierung übergebe ich auf die ganze Zukunft alle meine Mängel, Bedürfnisse, Wünsche und Schicksale. Auch in der bevorstehenden Nacht kann ich unter deiner Aufsicht sicher und ruhig schlafen. Sei du bei mir, damit kein Unfall sich mir nahe und keine Gefahr mich erschrecke. Laß deinen Segen nicht von unserm Lande weichen. Vergieb allen Einwohnern ihre Sünden und laß Weisheit und Tugend immer mehr unter uns aus⸗ gebreitet werden. Tröste in dieser Abendstunde alle Leidende und Be⸗ kümmerte, erquicke alle Kranke, sorge für alle Dürftige, erbarme dich aller Sünder und laß alle, die vielleicht in dieser Nacht sterben wer⸗ den, um Jesu Christi willen Barmherzigkeit vor dir finden. Amen. Abendgesänge. Mel. O Gott, du frommer Gott. Mein Gott, auch dieser Tag(diese Woch') Ist jetzt durch dich verflossen. Auch heut' hab' ich von dir Viel Vaterhuld genossen. Erfüllt mit Dankbarkeit, Bet' ich dich kindlich an Und rühme laut: Der Herr Hat viel an mir gethan! rkehrt in treu und wie träge rweisen! ufs neue u Christi Laß die ner Ver⸗ den Ver⸗ llen nicht est. Diese ‚ täglich k und bei ens nicht dater, ich egen, bei sesinnung ng zu ge⸗ on einem eben und die mich leidung, meinem versüßt lich über⸗ ung, für die du in „den du fortwäh⸗ rhebe ich ute, das erkennen verleihe egierung ürfnisse, kann ich r‚ damit ß deinen iern ihre ins aus⸗ und Be⸗ eme dich den wer⸗ lmen. rflossen. füllt mit er Herr Abendgesänge. 129 2. Wer sonst, als du, mein Gott, Hat mir Gedeihn und Leben, Gesundheit, Unterhalt Und Freud' und Kraft gegeben? Wer war es sonst, als du, Der mir in der Gefahr, Die mir verborgen blieb, Mit Hilfe nahe war? 3. Herr, du erforschest mich, Dir kann ich nichts verhehlen, Du siehest jede That, Du kennst den Rat der Seelen. Du weißt es, ach, auch heut' Vergaß ich meiner Pflicht Und that, was du befiehlst, Von ganzem Herzen nicht. Mit Reue denk' ich jetzt Der Menge meiner Sünden. An dir, Gott, sündigt' ich. Laß mich Erbarmung finden. Gedenke nicht der Schuld, Der oft versäumten Pflicht. Verwirf mich Armen nicht Von deinem Angesicht. 5. Allwissender, wer kann, Wie oft er fehlet, merken. Sei gnädig, handle nicht Mit mir nach meinen Werken. Vergilt mir Sünder nicht Nach meiner Missethat. Sieh Jesum an, der mich Mit dir versöhnet hat. 6. Getrost leg' ich mich nun, Von Sorg' und Arbeit müde, Und schlummre ruhig ein. Sterb' ich, so laß in Friede Mich selig sterben, Gott, Und führe meinen Geist In deinen Himmel ein, Wo er dich ewig preist. Mel. Der lieben Sonne Licht und Pracht. PoIe sei dir, meinem Gott, gebracht Jetzt, da der Tag sich neiget, Jetzt, da die sternenvolle Nacht Von deiner Allmacht zeuget. Dich, Herr, lobt jeder Stern Und ruft: Auf, lobt den Herrn! Erheb' dich, eele! Lob erfreut Den Herrn des Himmels und der Zeit. 2. Wie groß, wie unermeßlich ist, Weltschöpfer, deine Stärke! Daß du der Allerhöchste bist, Sagt jedes deiner Werke. Mit göttlich weiser Macht Regierst du Tag und Nacht. Das, was du schufst, thut dein Gebot Und dienet dir, Herr Zebaoth. 3. Was bin ich, Ewiger, vor dir, Daß du mich ewig liebest? Womit verdien' ich's, daß du mir So viele Gaben giebest? Herr, deine Gnad' ist groß! Reiß', Seele, reiß' dich los Vom Eiteln, was dein Herz beschwert. Gott, Gott allein ist liebenswert. 4. Mir ward der Tag, der jetzt vergeht, Durch dich zum Gnaden⸗ tage. Dein Arm, dem niemand widersteht, Beschützte mich vor Plage. Du gabst mir, was ich bat. Bei allem, was ich that, Ward mir durch Glück und Segen klar, Daß Gott mein Freund und Helfer war. 5. Ach, fordre mich nicht ins Gericht, Gott, bei des Tages Schlusse! Verschmäh' mein Abendopfer nicht, Nicht mein Gebet und Buße. Hab' noch mit mir Geduld, Vergieb mir alle Schuld, Sieh von dem strengen Richterthron Auf meinen Bürgen, deinen Sohn. 5. Gieb nach der sanften Ruh' der Nacht Mir einen frohen Morgen. Ja, da dein Auge um mich wacht, So schlaf' ich ohne Sorgen. Ich wach' und schlafe dir. Du, Herr, bist stets bei mir. Ach, Vater, meine Zuversicht, Verlaß mich einst im Tode nicht! Churalmeladien des Braunschweigischen Gesangbuches für Rirqie, Schule und Baus. Herausgegeben nach der Nummernfolge, den Tonarten und historischen Notizen des im Auftrage des Herzoglichen Consistorii von Selmar Müller, Musik⸗ direktor in Wolfenbüttel, bearbeiteten Neuen Choralbuches für das Herzogtum Braunschweig von F. N. Schuilz. ierte durchgesehene Stereotyp-Ausgabt. ——— Braunschweig, Druck und Verlag von Joh. Heinr. Meyer. 1886. Verzeichnis der Melodien, welche gleiches Versmaß haben und nach Maßgabe des Inhalts der Lieder mit einander vertauscht werden können(Parallel⸗Melodien). Nr. des Choralbuches. 1. Allein auf Gott setz' dein Vertraun 2 Christ, der du bist der helle Tag 15 ab Christum wir sollen loben schon 20 Das ist fürwahr ein köstlich Ding 23 Der du bist drei in Einigkeit 2⁴ Erhalt' uns Herr bei deinem Wort 28 Oerr Jesu Christ, dich zu uns wend' 44 Herr Jesu Christ, mein's Lebens Licht 4⁷ Nun jauchzet dem Herrn alle Welt 76 Nun laßt uns den Leib begraben 78 O Jesu, du mein Bräutigam 8⁰ Vom Himmel hoch, da komm' ich her 97 Vom Himmel kam der Engel Schar 97 Was fürcht'st du Feind Herodes sehr 97 Wenn wir in höchsten Nöten sind 110 Wohl dem, der in Gottesfurcht steht— 2. uch Gott vom Himmel sieh' darein 3 Allein Gott in der Höh' sei Ehre 5 Aus tiefer Not schrei ich zu dir 14a b Es ist das Heil uns kommen her 32 Es ist gewißlich an der Zeit 33 Es spricht der Unweisen Mund 3⁵5 Herr Jesu Christ, du höchstes Gut 45 Herr Jesu Christ, ich weiß gar wohl 46 Nun freut euch, lieben Christen g'mein 7⁵ Wär' Gott nicht mit uns diese Zeit 99 Wenn mein Stündlein vorhanden 109 Wo Gott, der Herr, nicht bei uns hält 119 3. Alle Menschen müssen sterben 7 Du, o schnödes Weltgebäude 25 Jesu, meines Lebens Leben 58 Aus diesem tiefen Grunde 12 Herzlich thut mich verlangen 49 Ich dank' dir, lieber Herre Gott 51 Balet will ich dir geben 9⁵ Nr. des Choralbuches. 5. Nun danket Alle Gott 7⁴ O Gott, du frommer Gott Saabe 6. Alle Welt was lebt und webet 0 Gott des Himmels und der Erden 39 7. Freu' dich sehr, o meine Seele 36 Werde munter, mein Gemüte 111 Aus meines Herzens Grunde 13 Von Gott will ich nicht lassen 98 2 Christus, der uns selig macht 22 Schwing' dich auf zu deinem Gott 91 10. Auf meinen lieben Gott 10 Wo soll ich fliehen hin— 1. An Wasserflüssen Babylon 11 Der Tag, der ist so freudeureich— Ein Kindelein so löbelich 30 12. Du klagst, o Christ, in schweren Leiden— Was sorgst du ängstlich für dein Leben 106 13. Christ, unser Herr, zum Jordan kam 19 Es woll' uns Gott genädig sein 3⁴ 14. Wer nur den lieben Gott läßt walten 112 a b Wie lieblich ist, o Herr, die Stätte 115 15. Durch Adams Fall ist ganz verderbt 26 Was mein Gott will, gescheh' allzeit 105 16. Herr Christ, der ein'ge Gottessohn 42 Wenn meine Sünd'n mich kränken 108 RR eßr eßßr ßfßtt efhet eFRrr M, efhhr n). r. des albuches. 7⁴ ts der Sadabe 1. Ach Sott und 50 e Nr. 276. s — +2=..—— +*——— — + 13 2+ 2. Allein aus Gott setz' dein vertrau'n. Nr. 637. — 2— 2 + 3— 7 2———— 7— 9 —— 3. Ach Gott nom Himmel sich' darein.(Phrygisch.) Nr. 223. Don guther verbessert. 2— —..———..——...—— +— —— E SHER 4. Ach was soll ich Sünder machen.(Dorisch.) Nr. 345. Hammerschmidt, + — + 4 —.—.—— 2.———— +— —— *— 0——.—— —— 22 + 4 A 4 4— IL —— 5. Allein Sott in— Höh' sei Ehr'. Nr. 36. — N. Decius. D 7 SSISIII E E ...— 2— u 4— 2— I..————.—* n—.— 2 ꝰ. 6. Allein zu 32. 9255 66 Christ.(Volisch, transponirt.) Schneesing. — 4—.—5.————— SISISSISIIFIPIIIII..I..... V. I... 1....— 4... 2...—— A.— ——6 + —— 2 2 +. 1— SSS.... I —.— 2————— 7 148—— 32 X.. + + + II 3— 2.—.— e e In Darmn Mr., t 1 d, Ldher dn 16 . 23*qq...—. 2 4—..— 7 14—— üW 2——* 7. Alle Menschen müssen sterben. Nr. 508. Reander.(Schopꝰ/) 8. Alles ist an Gottes Segen. Nr. 51. N— DIIII DDD iD—— E 223—.—— ——— Lo——FE IL ——.—.— 1— +* 9. Alle Welt, was lebt und webet.(Dorisch.) Nr. 31. Joh. Cruger. I 11 2 J——— 1—.— 1 II r. unr. 4—.— 1.—.— 5—.:—222...‚I 1.—4 ISISSSIIIII....... 2—...—ß.— — EN eER RND eR eR HE N FP eRRr onirt.) neesing. 10. Auf meinen lieben Sott.(Dorisch, transp.) Nr. 362. Aus Rem Anfange 365 17. Jabrhunderts. N 2— 2 4 1 X. 4 X 4 + — 1 22———— ——— 1—2——.— 9 ——— 11. An wasserflüssen(Wixolydisch, transp.) Nr. 462. ——— S —— 2 2—2— N + N 4 ⁊—. 7 7 1 + 1—..— 1 IL % Lin, vi M.r H Eentr . V 12. Aus diesem tiesen Grunde.(Dorisch.) Nr. 642. —*—— Claude— —+. ͤ—. ZL + + +——..——.— —.— ů u — ————— + L + 1 +— II ꝑ‚q‚B‚t‚cRR‚˖‚i‚i‚i‚i‚‚tittete‚tt. ..— 2..— 12.. 2...— ————— α N— 2 2— .—.......———— 12 13. Aus meines Herzens Hrunde. Nr. 639. Micolaus Herrmann, 1 1561. — 4 +. 3 V. 1+2..—5 1 +.. I. IV +.—8 D — 2 — 14·. Aus tieser Rot schrei' ich zu dir. Nr. 477. — 7. 2 +——4 + +— + +—— n— 5— — 4——— + +— + + + + 2— +——. + 213 7 +——%—.—.————.—.—.—— 2..—. 1 H e E ie dadt umt ur— nadu 2.—.—.—— I— * 145. Aus tieser Not schrei' ich zu dir.(Phrygisch.) Nr. 270. Von Luther eingeführt. 9— 3..— 1 + + +* 1+2 II E 4 . 4—25—...— 222*4Z..44ꝝ:—. ·— EZI e en H Lm Dir hm, mull e e d u- XX + 1 Z..·..—— +— + I 2— + I.—— + ———— *V 2 +* +. +*— + 1 NX 7 2— 0 E..—— +—. + L 22— I IHer* 1.— + 7222 + E E munl. + NX XX. + 1—..—— 0— +*. LZ +2 I 15. Christ, der du bist der helle Tag. Nr. 304. A— — I 1.— 1—— ¹ E S+.... 4 +.....2—..2 + V 2.— +—+—— ᷑ ö 4.——— + 1 + +1* D—— D 1+—54—.— n HN CWW 1 E 5 15³. Christ, der du bist der helle Tag.(Volisch, transp.) Nr. 304. (Die alte böhmische Melodie.) Bon Schild eingefllbrt. 2 M 4* + +— 42— + I ——V 72— 24——...——„ 5— + 4— Laer.. H +—2.+2 2 +. Daν 111 + E XI. +. ν άιìì*I— +—2..— I I +— 2V. * E—* —— 9 + + + 2* + 215 2 + 2 u 1 2 5...Z——— + + 21 1 +— 2* 4 + 2— 2 +——.. 7— +. + ½νπάφπn⁰¼ XX— +. 1..”Te/. + + +.* + 1— +—1 * DEE 16. Christe, du Camm Gottes. Nr. 124. 1— H. 1 —— 2.8.5 *—..————3—.T..————— —————— — +——.— 1+— B. 1u. 2. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünde der Welt, er⸗ S I—— ‚‚‚ii‚i‚ii‚i‚‚i ꝑ‚iisEꝑs.‚E............ — II?—— 122— 1 2— +* Iu. 2. barm' dich un⸗ser! V. 3. Ehriste, du damm Gottes, der du trägst die IEIII. eERI. l h M I Hs H r. 304. jefllhrt. HH elt, + * 3. Sünde der Welt, gieb uns dei⸗nen Frieden! A men. 17. Christ lag in Todesbanden.(Dorisch.) Nr. 695. on Luther verbessert. H.. EE——— ————.—.— S e 18. Christ ist erstanden von der Marter alle.(Dorisch.) Nr. 696. — Uralte Melodie. — 2 froh sein, Christ will un⸗ser Trost sein. Ky⸗ri⸗-e e⸗ lei⸗son! N— * +„— +— +—.—. 17— + 2—.— + 4 )r,rkt;E-rTler, I., ee,. 1 2*——— 2. Wär' er nicht er⸗stan⸗den, so wür' die Welt vergangen; seit, daß er er⸗ ——.——.—— 1 2* + 1 + +...* 1 1————— *—.— E standen ist, so lob'n wir den Vater Jesu Christ. Kyri⸗e e⸗ ler son. N—— 2 — +——.——— V 4 SS —— 2—— 3. Hal⸗ teneia! Hal⸗le⸗lu ⸗-ja! Hal⸗le⸗lu⸗jal des sol⸗len 10ιH dν- le —*— —3— +— froh sein. Thrist will. un⸗ser Trost sein. Ky⸗ri⸗e e:⸗ lec· son. 3 ö ö W ů8 üͤf ◻ S I xfff 238* IN& 5— 5** WGii g üIs 1 SHH e 4 + 0 I. F III +———— II F 380 H N II 64• Iii 1* 6* I S e i 5 7 AH 2.— IIIIIX* IIIL 80 FFH 9. V * V+. 1— 3 I2 E +* 1 2 + 8—* 14 ——.—————— 6—— 2(——*7 1 — II—* u V 10 S +4* F+H+α is; 13 14 r I—. IAr IIII 1155 II ⁷Pr II S 2(Irn —* II— V E i ͤ — EII + 2 5* 1 +* ——(* ⁷ 2 UTTE— I + 2 33* E + III—. 2 HR 11 15 — Ag. 3— + V 2* D V— II11 1441 BIII 1 + E=* H 272 + S* H QO— 2 II 0** 2 IIILI*—* 1135 +—.— V 4 HN 180 2 13 4„** 2 V IIr 1— 133— XI 2— 6 FHTH** T4++ — H 115 +α 8 113 8 1 2 II 4— Iiii Aiii— Iii TEV +E*— + I2t N 25 iit 11 2. 7 FEN—— 4 II — iii— IIi + 2— Hiii — IIIE. 9 6* 2 IIII I.— 2Q.* V( istf. MA I S 17 HET HHHAH S.— 4 1— 5 1 7 2 76F 2 + V —— 2 D ꝗ +.— + E — I RE 4 . NE H A.. NED M% M HN. Il I E iss 23. Das ist fürwahr ein köstlich Ding. Nr. 158. —— — +. +—....—* 14⁷ +— 3—. +* 2 2.—4 + 2..— I 2 1 —— 4665—— — .—— V... 2 + + + + 1— III P. 32 + + I + + +— 2— 21 .———2—.—557 1— 35Z.....— 2.— Ir 2 RI X. + + +.—. 7.—.— V. + 1 24. Der du bist drei in Einigkeit.(Dorisch.) Nr. 686. 2Q..—ß7F.—— XV J.——.—.2 + 2—=. Ehut + 4— 2 i dur—4 I +— +—. LVL— CSWZ..C‚LCL‚‚‚‚ +. L.. D.eeENNN2 2........2. XV.—..2ñ—H—— 1. 2—2——. 4 1...— + + T B. 1 Nu. 2. B. 3. —— *— + 11 +— +I 2 N 77¹⁴ 1—— 2—.ꝛ. 1 17 V +— 1— I I 325 A⸗- men. — * V....——— + ꝰ 9 ——— +— — +2.——...—8— + 1— X.—— + +——.—2 +.—2. V — H+ 3* Gclit —3.22—— I + + +— + 2. 5 2 I + + 12 +. + + 1I +— E. I—5.—..——.—..2Z‚.. + EDE— 4—— .— 1 + 2—* 2— V— 1———— ——.——.— 26. Durch Adams Sall ist ganz verderbt.(Dorisch.) Nr. 214. Spengler. 1520. — —**—— V. + F—— 2 2— +.* I +* J SDSSSSSIIE... IDSSSSS.. — 425.——..—.....— ——— 4.1 ...—.....——555354..——8— 4— urEFDR +— 27. Dies sind die heil'gen zehn Gebot'!(Mixolydisch. Nr. 704. 9 Alte böhmische Melodie durch Luther eingeführt. V 2555 ——— —— 4— 2——— ů—2— 7.— Ky⸗ri⸗e e⸗ lei⸗son. 28. Erhalt' uns, Herr, bei deinem Wort. (Nolisch, transp.) Nr. 17² uther. — + +. EA H —— — H⸗ ö—— ö ——— 3 2 +—. er id En ninntr. 2— +——.—— rnt u Un 5⁰ 29. Ein' seste Hurg ist unser Gott.(Jonisch.) Nr. 2491 uthet r. +—t— S——2 + 33——2— 985 567— + E—.———*—— ——, EH 7———3— E* A—— 2 *—————— I ————.— 2—.—— 1 H e e———‚..——...—— +4 —.—.————..—.——— 2— 5 Silbe. 30. Ein Aindelein so löbelich(Nr. 400.), oder: Der Tag, der ist so sreudenreich. 4 9—̃ *—.— 5.———.„...—.— ee, d=v e, In Nr. 690 des Br. Gesangbuches, Text von Luther, Zeilen die einzelnen Verse verschiedenes Bersmaß. Es fehlt nämlich vielen Zeilen die leichte Anfangssilbe; es ist demnach erforderlich, daß, wenn dieser Gesang gesungen werden soll, die Auftakte dieser Zeilen in der Melodie(die jedes⸗ maligen Accorde) wegfallen. Die Zwischenspiele müssen dann dem nächsten Accorde angepaßt werden. 25; P In dem Originaltexte fällt dieser halbe Takt bei einzelnen Versen auf eine Benno, Hichof von Meißen, 4 1107. oeenenen 441 nnn IE! II I 31. Ermunt're dich, mein schwacher Geist. Nr. 562. „Doh. Schop. er. — ö 32. Es ist das heil uns kommen her.(Mixolydisch, transp.) Nr. 1. .——— Paul Speratus. zersen 33. Es ist gewißlich an der Zeit. Nr. 652. 232— Luther. Tag, 107. iedes⸗ Lnther. — — chsten— I +—2 2——. I 2 ** 4—— + + +. +.2 +—..2. . Im d DISSII — E 9——— 45 I—2J. + + + + 2I DEEE EeE.. 25 E* I 8; 35. Es spricht der Uuweisen Mund wohl. Nr. 702. — 865— Luther. — L. X + + + II E— —. **— 32—* 2—...—— **——... +—— + ͤ— enedn nFLiat. ieIx, Waur —— +—2...— I—..— Q. +* — 36. Lreu' dich sehr, o meine Seele. Nr. 644. (Jesu, deine heil'gen Wunden.) —(Goudimel 2) Demantlus. E—.—— ———.——3—.—*.— ——. SSSESSSSSEEEEEEEEEE 4——— D ——— — ————— 37. Gelobet seist du, Jesu Christ.(Mixolydisch.) Nr. 689. ———— Luther. —.— 1 EE 1.—— +— 233——— Letzte Zeile d. Berse v. Nr. 689. Letzte Zeile d. Verse v. Nr. 77. H I 01—— 1— + +—. +.. I*— I —— 2 22—75 Ky⸗riee e⸗ölei⸗son. Hal⸗le⸗lu ⸗ja. 38. Sott, der vater wohn' uns bei. Nr. 716. Zuther. — H —— 5 25. u en 72 7 E — IEEN. . eeeer V 2 E in I . 15 EN D—..‚.‚— —— 5 5—. SSIIPIISSPSPISISISISIIIIEEII 4———— E IISDE 2 nde, ee,= edene n e —5— IS—. 39. Sott des Himmels und der Erden. Nr. 628. deinrich Mͤert.(1640.) 4— 2 +—— + + 2 7 + II ——... 25———— 4 2„ 2——— —2——— —— — 3——— 4 17 r, ain nnr, Aa, IxIxr M HAtIx E, 285252—— 40. GSott sei gelobet und gebenedeiet.*(Mixolydisch.) Nr. 710. —5 I— auther. + I 2*— 12— 2—— ——— SISSS ‚‚EEE————— + + 2— —— 1. mal. 2. mal. — Y— 2 1— T 4 I—.— ** 4— 51*. Ky⸗ri⸗e e⸗ lei⸗son. —— ** 5 ꝗDD............2 Y—— 7.— 4 ++ d + 1 SSDSSEe +——— 28144 4—ᷓ—5—— —— —— 4.— II ——3ͤ—ꝛ.————————— Z— 4—.— 1—4.—‚‚‚—.. 10 S* 25 Kuy⸗ri⸗e e ⸗ölei⸗ son. . Alle drei Verse von Nr. 710. des Br. Gesangbuches sind in ihren Verszeilen verschieden. Die oben gegebene Bezeichnung wird die Unterlegung des Textes erleichtern: bei dem[[ kommen 2 Süben auf den Accord, der— zieht mehrere Noten(oder Accorde) auf eine Silbe zusammen. 12 41. gerr Sott, dich loben wir.(Phrygisch.) Nr. 401. Ambrostus, Bischof zu Mailand.(380.) + 1+— 1Z—— +. +* +.—* + + 1 + +. 1 X 1—. +. H 4 +— 2.. 14 4 * +* 1— + I 2Z.. 35 Hrr Gott, dich lo⸗ben wir! HerrGott, wir danken dir! Je:⸗ 9—.— — + +—.— 1 +. a¹ X... + +— LII— + 1 +. 2. L. I + ho-da ist von E-wigkeit; er schuf die Welt, das Werlder Zeit! Die — , .— + gan⸗ze weite Schöpfung preis't, Goth, Vater, dich, dich Sohn, dich Geist. Die .——+— +—— E— 4½%½ H +—.—.—2.... Ehe⸗ru⸗bim, die Se⸗raphim, die Diurmet al⸗le sin⸗gen ihm: Hei⸗ —— 5——.——..— ———*—————— 4—.—— 1— 4 1—— +.ñ— 4—— 300 lig ist un⸗ser Gott! Hei⸗lig ist un⸗ser Gott! Hei ⸗lig ist un⸗ser 9— + + 2———— 35 Gott! Je⸗ho⸗va Ze⸗ba-oth! Weit ü⸗ber al ⸗le Himmel weit geht —— +* ꝗ *—— + +————3— m, unir E. Hinirne, mneEm nire,-r, s, ErXkI:kb 41—— 1 XX. J. dei⸗ne Macht und Herrlich⸗leit! Sie, die den Erdtreis wunderbar be⸗ —— + + +— 2.—* — 2.— + 2 ftehr-ten, dei⸗ner Boten Schar, der Leh⸗re Je⸗su Mür⸗ty⸗rer, die —— SISPSPSPSPS‚SSSE— eRr enntrt Ert eenet eHrr ennh eüh ehr ef eRR t U i 13 4— +* 2—. dich auchderne Christen⸗heit! Dich, Va-ter, auf der Himmel Thronldich — DIDIDRRDEE Je⸗su Christ, des Vaters Sohn! und dich o ich o Geiß, des Bunder⸗kraft in ———.. B 4.—. DEDe.———— E —— 1*— 1— KCb⸗nig, des Reich nie vergeht! du hast dich, um uns Gonzuweih n, er⸗ 9—— —*———.——4..— m 4 1 *2..— 1 4 + SSE* 4 AEEEeeEEERR— Dunmel hat d 8 ns gerachtlHur Rech⸗ten Gottes s. zest du! Mit ——* — 5——...— SIꝑI.I.I.I.I.I.I.IFI.. I deinem Va⸗ter herrschest du O der für uns ge⸗blu⸗tet hat, er⸗ 21 + 4— 23—..—ꝛ + + 7 4+— 72—— 2 1* H 1— V—7 L I+. .— II——. + +..— 10*.— würgt für uAni Misse-thatl Im Grabe läf⸗sest du uns nicht! Du *— ——— x +— ————— 2—— 2 4+—.—.—.—.7 195—. kömmst, du kommst und hältst Gericht. Einst sei im Himmel unser Teil dein —— 4 + EA + + 4 ——2....—— 1=2.. 1—— 2.——. 1—2.. I + 2— 1 +, 1 — 2. +/ 2 Is,.—** III * großer Lohn, dein ew'⸗ges Heil. SIi deinem Bol⸗le Je ⸗ su Christ, und + — I I — +. + + I I — + I 2. + + —— 2— 2. 2— 7 ** segene, was dein Erbteil ist, leit' uns durch uns're Prüfungezeit den — ———— +— S 3— S.E.— 2 *— L— +..— 2I Weg zur fro⸗hen E-wigkelt. Die Erd' ist auch dein Heilig⸗tum, auch — 4 12 I ———— + 9 54*— 2—— 2—.— S — 12— + L + sie er⸗fül⸗le stets dein Auhm. In die⸗ser uns'rer Picget ⸗schaft ist, Q— + +—.—. ——...— 35 Herr, dein Wort uns Licht und Kraft. Es ist ein reines, Helles Licht; wer —.—.——— *—. SSS 222—ẽ SS—— X. 2 +. +. I R L..... + 2.— 2. —.—— I.—. 1— +— ihm gehorcht,— sün⸗digt nicht, und wer noch fällt und es brerent, der —— —2——..— I I 7 14 11— +.I + +— 4— 1 22...—. I +. + 2 EV..—.— *— +—. + VII— 2* sin⸗det da Barmher⸗zig⸗keit! Die Erd' er⸗fllll', Herr, setsdein Ruhm,so (Nur bei Lutber.) —— + 17·591 Y H +* + + V. + + 1 1 I iiiee‚....... wie des Himmels Hei⸗lig-tum. a n. 42. Herr Christ, der ein'ge Hottes Bohn.(Hypojonisch.) Nr.S7. Cnophius.(1530.) 1— SDSDSDP ‚I.. SDSEDEEEEEEEEE EEEEEEEEEEEE.— — 2 ö den ver der 15 43. Herr, ich habe(Bolisch, transp.) Nr. 319. 6⁵80.) 44. Herr Zesu Christ, dich zu uns wend. Nr. 441. 2—— .. ö— e. SDDDEE.——.0 1. I 1—.——— Fel 4——— 7*—* 1 + 1——.. I — 12—..3.—.—.— + 2—. I H, an n en e—2—.—5 + 15 .—75— 2————1———‚I———— 4 45 13 Jesu ů—.— du 25——8—.— Nr. 264. — SS.. 46. gerr Zesu Christ, ich weiß gar wohl. Nr. 316. — Jobann Heermann.(1650.) ——.—— 12.85.— 43—.— 2— SSESESEE...— +. Herr Jesu Christ 3655 Lebens Lucht. Nr. 490. + EIII * * 16 48. Zerr, nicht schiche deine Rache. Nr. 282. Claude Goudimel.(1630.) ————. — DDD‚Die 5 ä 1 24** + 2 + +— ꝑ SSSSISI SIII I III—..‚ 2 I +——— + V.— + +——.— T—— 2——.—— . E. ————..— 49. Herzlich thut—3(Bhrygisch.) Nr. 529. Schein.(1600 2— N———— + 2 Eam munn +*⁷ +. + IW 3J...2‚ . di. d i Lienire. in re en nen n. —— S. 50. gerzlich lieb hab' ich— o gerr. Nr. 348. Gasteritz. 80.) . + 4— 2—— H + + I——— —2—„ SIII 2— ............. ———.— —. 7 +* ZLI———— 8— 2 s, E Aie, E.IrEir, Er ri.mn, H— ö—.— *———— +—— SSPSISPSPIPIPIPIPIP.SPIPIPIIITIITIIII TTTTT— * 41. ͤ2.. + 1— +— 4 + +——. + + I —— eHRED en. EHFPRRD eRR H eRN” eRh eR 0.) 51. Ich dank' dir, lieber Herre Sott. Nr. 630. 4——(1530.) —— + 1 4— + +. 315—328*— 4 ů ů— I ö 2. ů— 52. Ich dank' dir, Sott, durch deinen Sohn. Nr. 632. Michael Prütortus. G6209 9— 7*8— V 2 7 SSSSSEE ö W.—*— — 42— I.— +—— I IISISISISISISISSISSSS S— 22 1 I* + + + + +— 53. Ich rus' zu dir, Herr Zesu Christ.(Dorisch, transp.) Nr. 375. Paul Speratus.(5⁵0⁰.) *— E + 2—— — 3—.——4——.. + + I 4—— Hia M, + I 4—— n- d d2r.- Lnn Lin am—.. ꝗWeeete.e. —. 22....—4.————————— + ——..—.——— EE—— vn. i 46 4 4..—.— 1. 25...—— 1⁴ 7 2—.——— V— 54. Ich hab' mein' Sach' Gott heimgestellt. Nr. 111. NMelchior Bulpins. S —.— — — +* NX 18 55. Zesu, meine Freude.(Dorisch, transp.) Nr. 523. Joh. Crüger. —— E.* + +. 3½.* I X 46— u —. II N— 2— + I. + + 2 ——.— 2* +I—.—— +—..—2..—— — —2 + + +*7. N +. I— + + 1 NI — + + I +*. + IX + +—.*— 2 + 2— IL 56. Jesus Christus, unser Heiland, der den Tod überwand. (Mirolydisch, transp.) Nr. 697. Durd eutber verbessert. w—5... ·********D*ARX¶ er. Ky⸗ri⸗e e ⸗lei ⸗son. 57. ZJesus Christus, unser Heiland, der von uns. (Dorisch. 53Rr. 111. Luther.(J. Huss.) 3— 4 +* 1 + + + 2 + + 1 1 + + n 1 1— + + 1.4 + + + 4 . 2628—— 1 2— 1.2—. nur + +—— —.. I rnr 2.. I 1+.. 2—..— 2. 1 *—— 9——— + 2 1 4 + + I 1 ID I... + +.—.—... L 1—— 42 + * 1* + 283J.ä.J—22 +. 4+ +— 1 + +— +.........e LZ...—. 4I—I..—. 2 + IX 2 1—* 58. ZJesu, meines Lebens Leben. Nr. 117. Joh. Schop.(540.) ll oeennn ennnrn l l 19 59. Jesus, meine Zuversicht. Nr. 236. oh. Crilger. „— ö 9.— 0 *V V + + + + 1 + 5 I. äꝑ‚˖˖.tXʒiZ.... eeeee XX— + +. 1 + + + I—.... Eì+D I 7ᷣ7 — s X— —— — 60. In dich hab' ich gehosset, gerr. Nr. 377. 61. Aomm, Gott Schöpfer, heiliger Geist. (Mirolydisch.) Nr. 699. Ambrostus, durch Luther eingekührt. S————. IDIDIDD +2 7 1— —.H— H + +— + 27 +—— IL ————— 62. Aomm, heiliger Seist, Herre Sott. Nr. 33. Aus dem 5. Jahrhundert, burch Luther eingeführt. *˙ 2— — L 5 + 1 63. Aommt her zu mir, 406— Sottes Sohn. (Volisch, transp.) Nr. 4(1520.) .—3— X.. + +. I. 1 + 4 * 5 72—— 1 2...... I 2..... J.2— L.*— . 2Z..—.. + +——2——.— 2.—.——2— 2— 1 ——.——..——— e +—..— 4. + +— ——*— +———— TT— ——.1 + ꝗ23 4— + 282.„ + + + 1 2 +.— + + V— 1 E..‚D.‚......—.—2 2...— 12——...5. — 1—22.—. 1.2* + I + + +— 1 + .— E E. + 3 + 1 +—.— II ———— 2——————7— I 64. Lasset uns den Herren preisen. Nr. 340. Vo. Schop.(1640.) — 65. Liebster Jesu, wir sind hier. Nr. 440. J. Rubolph Able. .———. + AF. +*—** 4—— + + JV+I... +— IL — Fnern.. *— 66. Cobt Sott, ihr Christen allzugleich. Nr. 614. 6 5⸗5 . e e e r—.— 1..— — E I Dm ——* 0 + 1+un + +——.— 2 77 NNI V EE e i äi lirr A FFHFHI E◻ 21 67. Mach's mit mir Sott nach deiner Süt'. Nr. 497 JH. Schein.(15207) — 2 x— 2 2* II 22 DE EE.. EEII 4* 1.——.— +.. 5 1—— — 5 4.— 1.— 1— HN 2—.—5—————— H 2 D.iee‚e.ee.‚e.....-.——— ——— 1.—..———— 68. Mein Herz und Seel' den Herren hoch erhebet. (Dorisch.) Nr. 353. Claude Gondimel. 8—* 1 + + +———* I 2—*—— —— + 7—— 2—.————— 4 SDiiieee— * 2— ———5 3—.— 4 2 2.——.—.———— 5 — e- Bann 2== +3 VX. 1— 2.0 IN * 31— 69. Mensch! willt du leben feliglich. Nr. 703. Durch Luther verbessert. — 1542——— —————.— IE — 2—.——0 70. Mit gried' und greudꝰ ich sahr 5(Dorisch.) Nr. 718. Luther. SSIIII *9 WTrelt, mren? iiee— F I H i l f ff 23— III I* 77( 2 0 0( 3 4 15 1— V 1* — 12 +— 2 S — A NN— I 25 II I IH N int 8 +*7 II ö — 187 Hii ++ in 25⁵ + 1111 37 2 460 49 — + 1 24 Ni + NNII 60 Si +* 1II 12 II 1 12 I.— ů 115 F s* 55½ 23* 2 3 + 13 1⁰ — 1* 5„—* 8* + 3 50 IN IIII ö 2. III 1 PE—++— 11 2 V 1 S i I III II— 8 III n 254 0 0 2 IIII S RA HHH iR IAI S„ 1 H FfH( 00 II— H◻H+ — Hiis QAIBI 44 54 2 I — + IIII* 7*7 * +. 5IN + 8*4 * GAi 5 35 1151 + 3 —2— 5— 4 44 2 V 4 8 94 + +— 2 + FHυ * P 127¹ 7 2 4 0 S I. IIII I ——* V 4——7 2 + 2 FNIe 2 4 2*( 0 7 FH TN V — 3 1 I( 4 +*—=. + + XI üü.. W. A. e e A. ö ee. 23 Nr. 409. 74. Run danket alle Gott. Martin Ringhardt. EE 2 + — +. — — EI Luther. Nr. 467. mein. + + 75. Run freut euch, lieben Christen g' — s[süuV◻ + + — + NX SSIIITTTTITTTI.I‚I‚= — N — 1 + . sssU¹ . — I e 2 Nr. 146. 76. Run jauchzt dem Herren alle Welt. 111/4 1609. . +. I+E. 2. —9 Aher. — 7. nun komm' der Heiden Heiland. Golisch, transp.) Nr. 8. sf FT TTT 222 Ambrosius 380, veründert 1524 durch Lu 2 2 22—.— Nr. 231. 78. Nun laßt uns den Leib begraben. Selle(1500 7) 71 —1 TP NNꝰ, NN F FRN F T 7 25 UI H+ ün f SHAUU e N NI 5 S U 11 Iis 5 0 f 258 UD 5* IIIII SNI un& 5 IIIX HN* Iiii III SHUHU AAI * 85 2 4— 5 +H N 8I 1 4 +— — I Iii SIIIH I H V. 5 0 5 HE Ih H+ III— I(HUit* 8 1— +* 4 0 —* 8 4323 F.. . H 2 II 14. I 8 +V V FH— + 7½ ö ⁰ II 11 ½ S E H 76 1 V* II 44 V5 **—9; 1E+ rfr 5 r S —** se — II‚ 7* 1— Gz — 1—— ⁰— I— 1 +. — 8 I II HN Iiai — 15 V 8 + 1 — 1 4 VH III** 2 + 1 II + —— ++ IIR2— III— n 8 S ü A N — i 27 AAx..* 2—— M. M. M. 40 W. N. 2 0. — 2.wH IIII IIII ER 16 2⁵ 82. Run sich der Tag geendet hat.(Rolisch, transp.) Rr. 403. Samuel Beil. 4. ,, ,,. ee, v. ..— 1— +. + Lnl +.—.. I.— ** ID .——— 78 6—. + 2——..— + + +X 1 N 83. O Ewigkeit, du Donnerwort. Nr. 484. Joh. Schop.(1640, mungebildet von Joh. Crüger.) — 5—.—— ** —— — + + T ++ + +— +. + I +* +—2 + +— 211 +. 2 —— V 1.—— + + + +————2—— — 2 12.. +—..— 1— 7—— 84. O Gott, du srommer Sott. Nr. 59. 4+2..—— 1.————.....—— — 26 84e. O Sott, du frommer Gott. Nr. 329. Joh. Friedr Doles.(17602) — +— 4..—— —— 3 —— —.— + 4 + + +—— r;.8: r PIII... .— —— — —.— 1 +——— IE —— n, tnnin 15 ——— e den deere m- L RH. 1..— 4..—— T 7* 85. O Berre Sott, dein göttlich Wort. Nr. 700. Luther 7——— her. 42*** Z ZI. Z..JI.‚..... U H —— +.—.— 2— 2..—.———— *———. x— 5——.—*„7 2 7—.— 86. O Zesu, du mein Bräutigam. Nr. 381. Joh. Eccard. — + 87. O Lamm Sottes, unschuldig. Nr. 125. Nicolane Decius. —+——*— +X——5 +— **— 3 I. eRl RU“ H ePRRb eR ENI. E. Nn I Errü s H— +— — 4 +. 2.* + + + 2 + + 1 5. + + +. 2. +. I*+—ꝗV +—. 2..— + -—*—..—— 1 +— 124 2 2... + —. I 1— 22 + + 2..— + I — —— 9——*— —4—.— 70 + 15 *..—5* + + 1 + N μιμ⁷⁰⁰⁰π⁰½⁷.—*. +. + N + +——+4——— I —*— FE MI 88. O Traurigkeit, o Herzeleid.(Aolisch, transp.) Nr. 104. oh. S — Jeh cor 6.— 5. 2— + + +. + + . ———— W.... — +———— H ISISISIIEIIEIIEI...... —————.— 2——— H 89. O vater, allmächtiger Gott. Nr. 383. à Vers 1. 3. 4.— Melchior Schld. ——— + 1 1..—— I—43— 3—— 3————— 0 +7 *— D e ddn—— DD 18 4w— Li Mie-—.— 41 5—— 4. Lt l. X Vers 2.— + I— 23— + *—0 8 4—— 1——— D M L. S..e.‚‚..e‚ee.e r-r ee n ee, ,Pe— +4 — +—**.—— H— 90. Schmücke dich, o liebe Serle. Nr. 581. Joh. Crüger. * ——— — + + + +—— +* NI + +— +—* 3. D——4Q———— + N * 2. + + I e— + L + + I —..—— +...— + I....„+ 21 75 2—— 91. Schwing' dich auf zu deinem Sott.(Golisch.) Nr. 172. * V* 1 + 1 + + . e, der e, xin d nn. e mn,— XV*— + 1. +—.—.— ͤ2— 1— —— —————————————=——— ‚ 4— V. + 4 3 + +. + 3. — +— +—*+* +* + 0—— 13. I— 2Z.——— + I *. J . 122 + + 1..— 2— + 3 4*. —0 92. Singen wir aus Herzens Grund. Nr. 650. Vach einer uralten Melodie von Schnerrer. 8 ———.— ——.2....— 7.——.—.————— +— —— —** + + 12—. V., A, At E=EIe, Irs. ———* +.— + V + X.—. + 1 +— 7 8 .—— ——— +——.— + IL D———————— 93. Stras' mich nicht in deinem Zorn. Nr. 272. Kosenmüller.(650.) ———— 7— +——.— S...III..I — —— ** 4 ·— * + 1 I t, A*— RR efr H. S eph e RR eRhh eRngt eH 29 (Dorisch.) Nr. 92. 94. vater unser im Himmelreich. ngelührt. hmische Melodie von Luther ei Alte bö — — —.— — + 5 —2 X* * + —— 1 „— 3 2 He Hia 2 II +H² SeIN III— 140 8 + I—— —— E² N* + 55 2 — II — — + fν 2—— IY.. 18 Vä 14* 7* V 4. 8 4 — 4— IIXX *. ii 1 8 + 1 H A — —.— 96. verleih' uns Srieden gnädiglich. Nr. 606. Durch Luther eingeführt. Vers 1. 7• N 2 EE 5 + 5..‚‚. IE 2 I — — — —23289.—....— P + —— 21 ——4 + * E833.25 8 9680 F so NI eees sees ree“ Irel . fů I 2.7 N N 1 II +(UH— 2.„ E—86* Hn. FEEH 1* H 0 2 2. 1E5 56 5— 4 5 5 0 GIäö.—* +— +*—„ 1 49 I 1 III iiii— N + 4 ⁷½ ö—* II iir„ Ni 6 A s 6* II* 2—*—— — I +—2 10 0 I1 II + 8**% +*— 1355 N 33 I S A Si 3 II 3— Nii 2 HHF +2 *— +*— 1 II 1• 6 6 15 2— ( U VN* 4 + 13— I— 5 6 +* V—— 1 0— 4—(* 6 + II—*— 2 II. 2 1 I 6 I 1— 2 0 S sih n— A 8 44. * D* 8— 2I + 2 0 11 70 + 135 +— +—4* R2II 4½%„„ E + Rü— 5 2 8— H HH 28 1 52 2— 3— 4 62 Y 2 9— 8* ——⁴— eeee 7777 31 100. Wachet auf, rust uns die Stimme. Nr. 238. Wui nitaiai- 4—. — 3—— 2 5— *—— ———— rrrarRxxxis— E—— 1—4.— 1+..2 L I 1 ——— +5 — 12— 7 2—5 101. Warum betrübst du dich, mein Herz. Golisch transp.) 9 Ar 633. Gaus Sace.(1526.) —— —— PEEEETT — 102. Warum sollt' ich mich denn grämen? Nr. 322. Vo. Georg Ebeling. 38677 * à——— 5 A E 2 Ddut + I 4S.Z...— V* +.. + 4+—— 1—.——..... . nE ianhi 2 Hitt —. 14.——.—. 2. 2— 42—4.—— 7* N——— 2*— 7 I 4—— 2 f 5. +—— 1 +— 4.— +* S. 12.— — 1 2......— 3.— 8 + 2——.— 7— +—.. 4 1.—.— — 5 + 103. was Gott thut, das ist e N.. 350. Sever Gastorius,(1675.) Q *2 1—52—2 4.— 5 4..—. e m- 2 + 1 +.. 17 3—2. 34....— 2..—. +. 1.. ½J¼ +—.. 4 π⁰ + ——— 94. +—— —— +. + + 7— ——— +* 7 8—— 1 +.—— 2— 2 1.— +—— + 2 V Z— N— ** 41—35——II . + +— 2—. 2 2— 1 7. IL . 7 +—⁷—.—— 2.— 4 XX.— 2 + 7— + 2....... 1— I —0 E—+ 104. Was Lobes soll'n wir dir, o vater, singen. (Aolis sch, transp.) Nr. 408. Alte böhmische Melodie durch Mich. Weiß eingeführt.(1531.) — 4 + +* E + + + ——.— E +2 5——— 2—— +— TID.. 4 2——4 + I + — 4 EI + +N III * —2—5 105. Was mein Gott will, 49.0 allzeit. Gartii⸗ transp.) Nr. 3 Bermann Ant. so9 —— SPISISISSISII..— Q—.— V. +— + +.— SSPSPSISISISIPIII.I.I.I.. 2.—..—. X IAAAI. —*— E— j—— .———— 106. Was sorgst du ängstlich für dein LCeben? Nr. 560. (Du klagst, o Christ in schweren Leiden. Nr.— ——.— SS —4*7 7 .—— —. + + +* 1 + I + — D 7 —— — 2——.. 24**** 33 107. Wend' ab deinen Zorn. Nr. 629.(Herzliebsler Jesu, was hast du verbrochen?)(Aolisch, transp.) Joh. Heermann.(1620.) ——— +——5——— ——.— fßßß ß 1 1Ait 108. wenn meine Sünd'n mich kränken. (Volisch, 135. —5— E— +—— 2 24 2 E 13 .——— 109. wenn mein Stündlein vorhanden ist. Nr. 234. 4 Joh. Heermann. —— —— ——*.—.— ........— 2——————— A——— **—— I + I— IC ———..— —— E ——0——— 110. wenn wir in— Nöten sind. Nr. 259. Baptista. 560. 4 — ir 4—— SDSDSDSIDSEESiIiiEeeEeeEEEEEEEEEEEE +*— 111. werde munter, mein Hemüte. Nr. 44. Zob. Scop. 640.) — +— +*— +— 4 ————— ——— 1——1 9—.— ——.—.— + 4—0 un + +—4. 4— 112·. wer nur den lieben Sott läßt walten. (Volisch, 2— Georg Neumark.(1680.) E 112r. wer nur den lieben Sott läßt walten. Nr. 459. Aus dem 17. Jabrhundert. 113. wir Chrisienleut'(Aolisch, tranap.) Nr. 73. 114·. Wie groß ist des———— Güte. Nr.— S net, EheknK 114. wie groß ist des Allmächt'gen Hüte. Nr. 339. (Die Tugend wird durch's Areuz geübet.) 115. wie— ist, o gerr, die Stätte. Nr. 439. 116. wie schön leucht't uns der Morgenstern. Nr. 635. Scheidemann.(1650.) .—— 36 5 8 IL EEE — + + + + + — — I — 67 + 88 7 2— 33 2 2 83 28 9 4 5 V. +* B 1 — —— —— —— — 8 2* — — 4 — — — — Au 26 —4 NX 1 1 1 9 E +7 + IT 37 119. wo Sott, der Herr, nicht bei uns hält. Nr. 365. Luther. +.* —32 I—..—ß.— 7.— —— +¹ùπ²ìπ, 1 2.—— +. I 2 + SSII— .— 0 5 10 120. wir glauben all' an einen Gott.(Dorisch.) Nr. 32. Durch Luther verbessert. 9—— ——..‚——— ...I..I....... d +— 1 + n Ka. — 2—.——— — 7——— ——— — —— I 1—— CIꝗIJIIII 7 2 1+...——— D 38 Melodieen zum Anhang des Brauuschw. Gesangbuches. Bnn Gott in der e Höh⸗ 0 sei Ehr'. T. +X 2. An Wasserflüssen Babylon. Ursprüngliche Form. — —— 3a. Aus meines Herzens Srunde. 3b. Aus meines r. ndr. AUrsprünglichere Lesart. H1. X — — 4. Die güldne Sonne voll Freud' und 2 Wonne. * B 9 . + ——— —— 2.—.———..— 8 * Ba. Dir, dir, Jehova, will ich singen. +E 1222 + Q. 72 DS..— E 2 1—0 E + 1 55. Dir, dir, Jehova, will ich singen. Ursprünglich. — + + 1 I ά F..I II effft 205 i + — 7 6— 8 4 Mae I. 0* FfFF II I ꝗ I 1— 4. 4 * +— 4 2 + V I S D 28 + — —— +* * — * Fröhlich soll mein Herze springen. 7. Es woll' uns Gott genädig sein. Ursprünglich. 8. Fahre fort, fahre fort. 9b. Fröhlich soll mein Herze springen. Uusvranglich. —— + +. +——.2. + 4 V + + —— 2 7 D02 — 8..—. 4 4 4 N JS+....2. +— +L 4 + .— —— 4 1— 4 ..........——— ——H——3— 10. Gott will's machen. 2*2 2 —— +—4+ +—. + 2 L. +. +LI +. 2...—.—.. — 22— E— + 1—— 2— N 11. Herr Jesu, Gnadensonne. (Serr Christ, der ein'ge Gottssohn.) n.———— ———.— E——— —— 12. Herr und Aihee deiner Kreuzgemeine. + — — Urse Anlin thut mich verlangen. ——.— lich. 12 —— —.—— 10 —— IIIl 14. Ich will dich lieben, meine Stärke. 15. Jerusalem, du hochgebaute Stadt. SSISIIII t xi 16. Komm, II Geist, erfüll' die Herzen. ISSS 4——— E=E—..— 4 ———. +* 5n 451 —.......—.—. EI 2.II I 2 L II IN◻ ˙ ͤMᷓ frr rI ICLWLHM NINIIIU H H H U II RRR O — 113 1* N* 4 2 REEEEEE HQ——.—..—. —— 2 + A 2.. vn,ni 32..—. 4*— II —— 18. Lobe den Herren, den mächtigen König. ———— 5— T.. — — N + 2...— 19. Lobe den Herren, o 2.—— Seele. ......... 2353. —* 4.—————+ .SS.... —* +————— ——9——— .—..———— +— * II + 20. Macht hoch die Thür, die Thor' macht weit. 44 21. Meinen Jesum laß ich nicht. — 25 5 9—— — 22. Nun danket alle Gott. 28a. Nun danket all' und bringet Ehr'. I +— 4— — 2— 425 .*———5 u„ 23b. Nun danket all' und bringet Ehr'. Ausprunglic. EEE 2———— 4 ö 24. Nun lob', mein Seel', den Herren. 48* E XX 1 8* N 4 f Ill fff ffAH Fer ffff *0½ 1 + +.I. 11 27 0 6 NN H AHHHH t *— 6 4 1 14 si + 1 — + iii 0 ö ö + U I — IA III II H- H N 1 IPI 1 ii II * II. HHA UN* 7 + II 14 00 7* 2 x e I+ V Niit 2 I 3 + SHA H Se E ö IH 3 IEII effiss Ne ö —— 3 ii E + 0 1 2 2 HH 0 + S HH 76 AU 3 + 3 FV 5 — IHHQUN R s RNN EA IIE —— 8 E I— ů 3* 79 2. 18 — 4 MEEIIN— — 1. +*( Q 5 ο 1 0 + 15 — XIIX— 4 III— 25 x 0 0 5 HVI S 10 SE 7 A AI A RKuESIAS I ᷓ ů 2 7 9 -W W W EEE EE IsHscNN FHH H Irrn— A sc. 46 29. O Lamm Gottes unschuldig. Ursprünglich. Q. 4 30. O wie selig seid ihr doch, 93— EE.—.—— 7——— 3—2* — 5 2.—— DD‚‚.=———.———.— 4— ů 2—.— 2—.— 2— 5—*——— —.—5 ET— .—— 2 nee . ..22..2————5 4——— EE— 2.——..——3 + 1. ——— 4.—..—. +——— + + + — 1π¹ 1 +. I I + SI 2. Een, e. Haee — 2———ee 32. Schmücke dich, o liebe Seele. Ursprünglich. SSSSS — — 33b. Seelenbräutigam. Ursprünglich QJ.... 7 0SNI — — 2 * — + — (Lasset uns den Herren preisen.) 4 2 37. Wachet auf, ruft uns die Stimme. 33. Warum sollt' ich mich denn grämen. Ursprünglich. 36. Sollt' ich meinem Gott nicht singen. * + 7 Aursprünglich. 48 14in 30. Wer nur den lieben Gott lätzt walten. * 3 SEEEEEEEEEE— 40. Wir glauben all' an einen Gott. —.—— 4 4 FSZ.LE.—.— 4.——— +—— 7 + 2 + 5 16— 2 + *.. +..3..—..—.. 1——.. + N — —— +— Bei Zeile 3 der zweiten und dritten Strophe des Liedes fällt die erste Noke aus. 41. Wunderbarer König. . — ———.—.— — Ordnung des Hauptgottesdienstes an Sonn- und Festtagen. Chargekang.) Eingangslied aus dem Gesangbuche. Unter demselben tritt der Geistliche an den Altar und intoniert: Eingangs⸗Antiphone. a. Ku Sonntagen Past. Lobe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen. — D.. ———.———— Lobe den Herrn, meine See=le, und vergiß nicht, 0⁵—* 45 —=. ——— + 2— was er dir Gutes ge⸗ than hat. b. An Cesttagen. Past. Lobe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen. 9—— ——.—— D— —.— ö 1— Lo ⸗ be den Herrn, meine See-⸗le, und vergiß 0—.————————. V nicht, was er dir Gutes ge⸗ than hat. Buß⸗Spruch. Past. Herr, handle nicht mit uns nach unsern Sünden, un? vergilt uns nicht nach unsrer Missethat. Gem. Ryrie. ö H ..... 36.. E;—.— D. — 4.—————— 2—— Herr—— er⸗ bar⸗me dich un⸗ser! Ehri⸗ ste, er⸗ 2. 5— n Ln, n.. ———.— 35. ———. 5—— barme dich un⸗ser! Herr——, er-barme dich un-ser! Gnaden⸗Antiphone. Past. Bei dem Herrn findet man Hilfe. Hallelujah! Gem. — Und seinen Segen über sein Volk. Hal⸗le⸗-lu ⸗ jah! I. Am ersten Kdvent. Past. Bereitet dem Herrn den Weg. Hallelujah! Gem. Machet seine Steige richtig. Hallelujah! 2. Meilnachten. Past. Euch ist heute der Heiland geboren. Hallelujah! Gem. Welcher ist Christus der Herr. Hallelujah! 3. Epiphanias. Past. Mache dich auf, werde Licht, denn dein Licht kommt. Hall. Gem. Und die Herrlichkeit des Herrn gehet auf über dir. Hall. I. Passion. Past. Christus ist um unserer Missethat willen verwundet. Gem. Und um unserer Sünde willen zerschlagen. 5. Ostern. Past. Christus ist um unserer Sünde willen dahingegeben. Hall. Gem. Und um unserer Gerechtigkeit willen auferweckt. Hall. 6. Himmekfahrt. Past. Christus ist aufgehoben zum Himmel. Hallelujah! Gem. Und sitzet zur Rechten Gottes des Vaters. Hallelujah! 7. Plfingsten. Past. Der Herr hat ausgegossen von seinem Geiste über die Ge⸗ meinde. Hallelujah! Gem. Den Geist der Gnade und des Gebets. Hallelujah! 8. Trinitatis. Past. Heilig, heilig, heilig ist der Herr Zebaoth. Hallelujah! Gem. Alle Lande sind seiner Ehre doll. Hallelujah! 9. Bagelkeier. . Herr, erzeige uns deine Gnade und Güte. Hallelnjah! Gem. Daß unser Land sein Gewächs gebe. Hallelujah! 10. Erntedanfest. Past. Es danken dir, Gott, die Völker. Hallelujah! Gem. Es danken dir alle Völker. Hallelujah! II. Reformationsfest. Past. Dein Wort ist meines Fußes Leuchte. Hallelujah! Gem. Und ein Licht auf meinen Wegen. Hallelujah! 12. Totenfeier. Past. Leben wir, so leben wir dem Herrn. Hallelujah! Gem. Sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Hallelujah! Gloria in excelsis. a. An Sonntagen. Past. Ehre sei Gott in der Höhe! ————— enin eitinn 2.———.—.—— Und Fried auf Erden und den Men⸗ schen ein Wohlge⸗ fal⸗len!“* b. n Jesttagen. Past. Ehre sei Gott in der Höhe! Gem. 7——* ...—.——. IRRSS b 2e— +————— ö Und Frie⸗de auf Er⸗den, den Menschen ein Wohl⸗ge⸗ 2 Q—— 155—.—— 10.— q———— H—..— fal len! Hal ⸗le⸗ lu⸗jah! Hal⸗le⸗lu⸗jah!“* Anmerkung. Statt:„Und Friede auf Erden“ kann auch von der Gemeinde das Lied:„Allein Gott in der Höh' sei Ehr“ gesungen werden. Gruß. Past. Der Herr sei mit euch. Gem. 2+ EI PP. 555 Und mit dei nem Geist. Kollekte. cem Lasset uns beten: ꝛc. Bem. .———. A men. Epistel oder Evangelium. Past. Büblasche tiern e lium Nach Beendigung der Vorkesung, welche die Gemeinde stehend anhört: Sein Herr, laß meine Seele in deinem Worte leben. Hallel. em. HV Q —— I E — 8/——— Daß sie dich lobe immer und ewiglich. Halle⸗lu⸗jah! Gem. Bekenntnislied. ö—r—— S Du treu⸗er Gott, sei hoch-ge⸗preist, hast uns dein ——.———.—.—.—— b PIIIIIIII ö Wortge⸗ ge ⸗ ben! Gott⸗ Va ter, Sohn und heil'ger ö +.—.— i ++— 5— E. .ättä du un⸗ser Licht und Le ⸗ ben, wir glauben r, r re,= d AH—-&—— 5575—— und be⸗ ken⸗nen dich, und un⸗sre Seeele hofft auf ————— 1——.—.—— — dich, stärk uns den Glauben. A„men. Kirchliche Gesanglluche des Chors.] An kohen Cesttagen. Das apostolische Glaubensbekenntnis. Past. Lasset uns nun mit dem gemeinsamen Bekenntnis der christlichen Kirche vor Gott treten und also sprechen: ch glaube an Gott den Vater, allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erden. Und an Jesum Christum, seinen eingebornen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontio Pilato, gekreuziget, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel, sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters, von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 5 Ich glaube an den heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, e des Fleisches und ein ewiges Leben. em. 40. + ——— 0 n. A⸗ men, A⸗ men, A men. (Kirchliche Gesangslücke des Chors.) Das Hauptlied. Die Predigt. (Abkündigungen mit dem Friedensgruß.) Gesang der Gemeinde. Das allgemeine Kirchengebet. Vater unser. Gem. A ⸗ men. Schluß-⸗Antiphone. Gem Schaff in mir, Gott, ein reines Herz. Hallelujah! em. 1. Am ersten Advent. Past. Machet die Thore weit und die Thüren in der Welt hoch. H. Gem. Daß der König der Ehren einziehe. Hallelujah! 2. Weikhnackten. Past. Also hat Gott die Welt geliebt. Hallelujah! Gem. Daß er seinen eingebornen Sohn gab. Hallelujah! 3. Epiphanias. Past. Lobet den Herrn, alle Heiden. Hallelujah! Gem. Und preiset ihn, alle Völker. Hallelujah! ö I. Passion. Paft. Gott hat seines eigenen Sohnes nicht verschonet. Gem. Sondern ihn für uns alle dahingegeben. 5. Ostern. Past. Christus hat dem Tode die Macht genommen. Hallelujahl Gem. Und das Leben und ein unvergängliches Wesen an das Licht gebracht. Hallelujah! Past. Gem. Past. Gem. Past. Gem. Past. Gem. Past. Gem. Past. Gem. Paft. Gem. Past. 6. Himmelfalrt. Gott hat Christum erhöhet über Alles. Hallelujah! Und hat ihm einen Namen gegeben, der über alle Namen ist. Hallelujah! 7. Pfingsten. Der Herr ist Gott, der uns erleuchtet. Hallelujah! Schmücket das Fest mit Maien bis an die Hörner des Altars. Hallelujah! 8. CTrinitatis. Wir loben Gott den Vater, Sohn und heiligen Geist. Hallel. Und preisen ihn von nun an bis in Ewigkeit. Hallelujah! ö 9. Hagelfeier. Aller Augen warten auf dich, Herr. Hallelujah! Und du giebst ihnen ihre Speise zu seiner Zeit. Halleluj. 10. Erntedankfest. Die Augen des Herrn sehen auf die, so ihm vertrauen. H. Er errektet ihre Seelen vom Tode und ernähret sie in der Teuerung. Hallelujah! II. Reformationsfest. Herr, dein Wort bleibet ewiglich. Hallelujah!l. Deine Wahrheit währet für und für. Hallelujah! 12. Totenfeier. Selig sind die Toten, die in dem Herrn sterben von nun an. Ja, der Geist spricht, daß sie ruhen von ihrer Arbeit. Schluß⸗Kollekte. Past. Lasset uns beten: ꝛc. Gem. 2 men. Segen. Der Herr segne dich und behüte dich, der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig, der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden. Gem. 10= 5— A⸗ men, A⸗ men. Sffentliche Beichthandlung. Bußgesang. Pastor: Im Namen Gottes des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. Amen. Hierauf können nach Auswahl des Geistlichen noch folgende Schriftsprüche verlesen werden: Joh. 3, 16: Also hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. 1. Joh. 1, 8. 9, 7: So wir sagen, wir haben keine Sünde, so verführen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns. So wir aber unsere Sünde bekennen, so ist Gott treu und gerecht, daß er uns die Sünde vergiebt und reiniget uns von aller Untugend. Und das Blut Jesu Christi, seines Sohnes, macht uns rein von aller Sünde. Ps. 51, 19: Die Opfer, die Gott gefallen, sind ein geängsteter Geist; ein geängstetes und zerschlagenes Herz wirst du, Gott, nicht verachten. Ps. 51, 3: Gott sei mir gnädig nach deiner Güte und tilge meine Sünde nach deiner Barmherzigkeit. Ezech. 33, 11: So wahr ich lebe, spricht der Herr Herr: Ich habe keinen Gefallen am Tode des Gottlosen, sondern daß sich der Gottlose bekehre von seinem Wesen und lebe. Jes. 44, 22: Ich vertilge deine Missethat wie eine Wolke, und deine Sünde wie den Nebel. Kehre dich zu mir, denn ich erlöse dich. Matth. 11, 28—-30: Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken. Nehmet auf euch mein Joch und lernet von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht;— oder ein Bußpsalm, etwa Ps. 32, 1—7: Wohl dem, dem die Übertretungen vergeben sind, dem die Sünde bedecket ist. Wohl dem Menschen, dem der Herr——3 Missethat nicht zurechnet, in des Geist kein Falsch is Denn da ich es wollte verschweigen, Dorschnachtet meine Gebeine durch mein täglich Heulen. Denn deine Hand war Tag und Nacht schwer auf mir, daß mein Saft vertrocknete, wie es im Sommer dürre wird. Darum bekenne ich dir meine Sünde und verhehle meine Missethat nicht. Ich sprach: Ich will dem Herrn meine Übertretung bekennen. Da vergabst du mir die Missethat meiner Sünde. Dafür werden dich alle Heiligen bitten zur rechten Zeit; darum, wenn große Wasserfluten kommen, werden sie nicht an dieselbigen gelangen. Du bist mein Schirm; du wollest mich vor Angst behüten, daß ich errettet ganz fröhlich rühmen könne. Amen. HBeicktrelle, welcher ein geeignetes Schriftwort zu Grunde zu legen ist. Nach Schluß derselben fährt der Geistliche fort: Geliebte in Christo! Wollet euch nun vor dem heiligen Gotte demütigen und das Bekenntnis eurer Sünden mit bußfertigem und gläubigem Herzen ab— legen, indem ein jeglicher mit mir also spricht: Der Geistliche, zum Altar gewandt, spricht die folgende HBeickte: Allmächtiger, barmherziger Gott und Vater, ich armer sündiger Mensch bekenne vor deinem heiligen Angesichte, daß ich leider schwer und mannigfaltig ge— sündiget habe(nicht allein mit äußerlichen groben Sünden, sondern auch mit innerlicher Blindheit, Un-— glauben, Zweifel, Kleinmütigkeit, Ungeduld, Hoffart, bösen Lüsten, Geiz, heimlichem Neid, Haß, Mißgunst und andern Sünden), daß ich auf mancherlei Weise mit Gedanken, Worten und Werken deine allerheiligsten Gebote übertreten habe, wie du mein Herr und Gott, das wohl an mir erkennst und ich leider so vollkommen nicht erkennen kann. Aber solches alles ist mir leid und reuet mich sehr, und ich begehre von Herzen deine Gnade, o Gott, durch deinen lieben Sohn, Jesum Christum, und bitte, daß du mir alle meine Sünden vergeben und deinen heiligen Geist zur Besserung meines Lebens mitteilen wollest. Amen. Herr, erbarme dich unser! Christe, erbarme dich unser! Herr, erbarme dich unser! Amen. Darauf wendet sich der Geistliche zur Gemeinde und spricht: Ist das nun euer aller aufrichtiges Bekenntnis? Sind eure Sünden euch von Herzen leid, setzet ihr all euer Vertrauen auf die Gnade Gottes in Christo und gelobet ihr, euer Leben hinfort mit Gottes Hilfe nach Gottes Willen anzustellen? so bezeuget solches selbst vor Gott und sprechet: Ja! Gemeinde: Ja! Absolution. Pastor: Der allmächtige Gott hat sich euer er⸗ barmet, und ich, als verordneter Diener der christlichen Kirche, verkündige euch auf solch euer Bekenntnis nach dem Befehle unseres Herrn Jesu Christi die Vergebung aller eurer Sünden im Namen Gottes des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. Amen. Gehet hin in Frieden. Amen.“) Lasset uns beten:“) Herr Gott, himmlischer Vater, wir danken dir für deine große Gnade und Barmherzigkeit, daß du durch *) Wenn die Feier des heiligen Abendmahls sich unmittelbar an die Beichthandlung anschließt, wie bei Kommunionen an Wochen⸗ tagen, so können die auf die Absolution folgenden Stücke wegfallen, und es wird nur ein auf die Feier des heiligen Abendmahls über⸗ leitender Gesang gesungen. *) Hier kann auch Psalm 103 V. 1 bis 12 eingeschaltet werden. deinen eingeborenen Sohn eine ewige Versöhnung ge⸗ stiftet und durch sein heiliges Wort auch uns der Ver⸗ gebung unserer Sünden hast versichern lassen; wir bitten dich, regiere unsere Herzen durch deinen heiligen Geist, daß wir für solche deine Gnade dir allezeit dank⸗ bar bleiben, derselben in allen Nöten und Anfechtungen uns getrösten und ein inem neuen, heiligen Leben vor dir wandeln mögen, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Vater unser.— Segen.— Scklußgefang. Das heilige Abendmahl. Der Geistliche gegen die Gemeinde gewendet, intoniert: Pastor: Der Herr sei mit euch; Gemeinde: —0— e. —99........ Und mit dei ⸗nem Geist. Pastor: Erhebet zum Himmel eure Herzen. Gemeinde: 5.. *———— AOI II— Wir ha⸗ ben sie er⸗ho ben. Pastor: Danksaget dem Herrn, unserm Gott. Gemeinde: V ,en...** 0 237——— 4—— Das ist bil ⸗ lig und recht. Pastor: Wahrlich es ist billig und recht, daß wir dir, unserm Gott danksagen und dich loben, weil dein lieber Sohn mit seinem bittern Leiden für unsere Sünde bezahlet hat, welcher um unserer Missethat willen verwundet und um unserer Sünde willen zer⸗ schlagen ist. Darum wir mit allen Engeln und Erz⸗ —82 11 engeln und allen himmlischen Heerscharen zu deiner Ehr ohn Unterlaß sagen: Gemeinde: — 5 EE n. d erre,— Hei⸗lig ist Gott, der Her⸗ re Ze-ba-oth, ⁊.— e. EE.— — 19—.—.— ———— — — Hei⸗lig ist Gott, der Her⸗ re 3² ·ba⸗ oth, V ů 0—— II ö — e Hei⸗lig ist Gott, der Her⸗re Ze-ba⸗ oth, DD— . sei⸗ne Ehr die gan⸗ze Welt er-fül⸗let hat. Darnach wendet sich der Geistliche zu den Kommunikanten und spricht:“) Meine Geliebten in Gott, weil wir das Abend⸗ mahl unsers Herrn Jesu Christi wollen halten, so lasset uns Gott den Vater im Namen Jesu Christi anrufen und von Grund des Herzens also beten: Herr Gott, himmlischer Vater, wir danken dir von Herzen, daß du deinen einigen lieben Sohn, unsern Herrn und Heiland, Jesum Christum, für unsere Sünde zu unserer Seligkeit hast Mensch werden und am Kreuz eines bittern Todes sterben lassen, welcher uns auch befohlen hat, dieses Gedächtnis seines Leidens und Sterbens im heiligen Abendmahl zu halten, in welchem er uns seinen Leib zu einer Speise und sein Blut zu einem Tranke giebt, damit wir desto fester glauben möchten, sein Tod und Blutvergießen am Kreuz sei 0 ◻ Das folgende Gebet kann da weggelassen werden, wo als Eingang zum heiligen Abendmahle die Beichthandlung unmittelbar vorhergegangen ist. 12 unsere gewisse Seligkeit. Stärke dazu unsern schwachen Glauben, auf daß wir würdige Gäste bei dieser—— lischen Mahlzeit seien, und laß uns an das Leiden und Sterben deines lieben Sohnes so zu unserm Troste gedenken, daß wir die süße Kraft desselben in unserm Herzen freudig empfinden mögen. Gieb uns deinen heiligen Geist, daß wir verleugnen das ungöttliche Wesen und die weltlichen Lüste und in kindlicher Furcht dir allezeit leben und dienen in rechtschaffener Gerech— tigkeit und Heiligkeit. Laß auch einen jeglichen unter uns sein Kreuz auf sich nehmen, deinem lieben Sohne nachfolgen und einer den andern lieben, gleich wie dein lieber Sohn uns geliebet hat. Denn es ist dieses heilige Sakrament ein Brot, wir alle aber ein Leib, weil wir eines Brotes teilhaftig werden und aus einem Kelche trinken. Gieb uns auch und allen gläu⸗ bigen Christen, was uns sonst nützlich und dienlich ist, dieses Leben in deiner Furcht zu führen, selig zu be— schließen und endlich die ewige Seligkeit zu erlangen. Darauf sprechet nun von Herzen einmütig: Amen. Gemeinde spricht: Amen. Der Geistliche wendet sich gegen den Altar und singt: Vater unser, der du bist im Himmel. Geheiliget werde dein Name. Zu uns komme dein Reich. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, also auch auf der Erden. Unser täglich Brot gieb uns heut. Und erlaß uns unsere Schuld, wie wir erlassen unsern Schuldigern. Und führ uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Übel: A. men. Der Geistliche singt darauf die Einsetzungsworte: Unser Herr Jesus Christus, in der Nacht, da er verraten ward, nahm er das Brot, dankte und brach's 13 und gab's seinen Jüngern und sprach: Nehmet hin und esset, das ist 4 mein Leib, der für euch gegeben wird. Solches thut zu meinem Gedächtnis. Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Abendmahl, dankte, gab ihn und sprach: Trinket alle daraus. Dieser Kelch ist das Neue Testament in meinem Blut, das für euch vergossen wird zur Vergebung der Sünden. Solches thut, so oft ihr's trinket, zu meinem Gedächtnis. Hierauf spricht der Geistliche: Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünde der Welt, erbarm dich unser! Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünde der Welt, erbarm dich unser! Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünde der Welt, gieb uns deinen Frieden! Amen!*) Darnach wendet sich der Geistliche zur Gemeinde und spricht: Der Friede des Herrn sei mit euch allen! Amen! Hierauf beginnt die Austeilung des Sakraments. Der Geist⸗ liche bedient sich dabei folgender Worte: Nehmet hin und esset, das ist der Leib Jesu Christi, für eure Sünde in den Tod gegeben, der stärke und erhalte euch im wahren Glauben zum ewigen Leben. Amen. Nehmet hin und trinket, das ist das Blut Jesu Christi, für eure Sünde vergossen, das stärke und er⸗ halte euch im wahren Glauben zum ewigen Leben. Amen. Während der Austeilung werden Passionslie vom heiligen Abendmahl gesungen. Nach der Austeilung verkiest der Geistliche den 23. Psalm. Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich der oder Gesänge *) Das„Christe“ kann vom Geistlichen auch gesungen werden.⸗ dann respondiert die Gemeinde mit„Amen“ 14 zum frischen Wasser. Er erquicket meine Seele; er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen. Und ob ich schon wandle im finstern Thal, fürchte ich kein Unglück, denn du bist bei mir; dein Stecken und Stab trösten mich. Du bereitest vor mir einen Tisch gegen meine Feinde, du salbest mein Haupt mit Ol und schenkest mir voll ein. Gutes und Barm⸗ herzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar. Darauf intoniert der Geistliche, gegen den Altar gewandt: Danket dem Herrn, denn er ist freundlich. Gemeinde: ——————.——. Und seine Güte wäh⸗ret e⸗ wig ⸗lich. Sodann singt der Geistliche die Kollekte: Wir danken dir, allmächtiger Herre Gott, daß du uns durch diese heilsame Gabe hast erquicket, und bitten deine Barmherzigkeit, daß du uns solches gedeihen lassest zu starkem Glauben gegen dich und zu brünstiger Liebe unter uns allen, um Jesu Christi, unsers Herrn willen. Gemeinde:⸗ A men. Pastor: Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden. 10 43—— 7 Gemeinde: ö +——— A-⸗ men, A- men. Nach dem Amen kann noch ein Schlußgesang gesungen werden. rlr ne Hauptgottesdienst am Gründonnerstage und Karfreitage. Nachdem es ausgeläutet hat, kniet der Pastor gegen den Altar und betet unter dem Anschlagen der Betglocke: Christe, Du Lamm Gottes, der Du trägst die Sünde der Welt, erbarme Dich unser! Christe, Du Lamm Gottes, der Du trägst die Sünde der Welt, erbarme Dich unser! Christe, Du Lamm Gottes, der Du trägst die Sünde der Welt, gieb uns Deinen Frieden! Vater unser u. s. w. Hierauf Gemeindegesang, der Bedeutung des Tages gemäß. Dann verliest der Pastor am Altare nach einem biblischen Segenswunsche am Gründonnerstage das vierte, am Karfreitage das fünfte Hauptstück der Leidensgeschichte des Herrn.“) Das Hauptlied, nach der Bedeutung des Tages ausgewählt. Die Predigt wird am Gründonnerstage über die Epistel oder das Evangelium des Tages, als des Gedächtnistages der Einsetzung des heiligen Abendmahls, am Karfreitage aber über einen von dem Prediger zu wählenden Passionstext gehalten. Am Karfreitage kann sich an die Predigt die allgemeine Beichte anschließen. ) An beiden Tagen kann ein Chorgesang folgen; auch ist es nicht unstatthaft, in die Vorlesung selbst an geeigneten Stellen einzelne Gesangverse einzulegen. Mit dem Verlesen der Leidensgeschichte in der stillen Woche ist überall so zu verfahren, daß mit dem ersten Hauptstücke am Montage morgens der Anfang, mit dem sechsten Hauptstücke ann Karfreitage nachmittags der Beschluß gemacht wird. Am Palm⸗ 14 zum führet willen. fürchte Stecken einen mit O herzigl ich we uns du deine B zu starl unter u Gen Pa sei dir Dei dir Frie Gen Nach Hierauf ein für diesen Tag geeignetes Kirchen⸗ gebet(s. Anhang) nebst der Fürbitte für die Kommuni⸗ kanten, sofern das heilige 3. gefeiert wird, sodann das„Vaterunser“ und„Der Friede Gottes u. Dann folgt die Abendmahlsfeier in der gewöhn— lichen Ordnung. Findet Abendmahlsf eier nicht statt, so wird der Gottesdienst mit dem Segen und einem Gesangverse beschlossen. Hauptgottesdienst am Bußtage. Der Pastor betet zu Anfang das„Christe, du Lamm Gottes“ und das„Vaterunser“ wie am Grün⸗ donnerstage und Karfreitage. Dann Gemeindegesang, der Bedeutung des Tages gemäß. Hierauf verliest der Geistliche am Altare einen der Bußpsalmen, wozu die Gemeinde sich erhebt.“) Das Hauptlied. Die Predigt wird über den vorgeschriebenen Bußtext gehalten. Darauf erhebt sich die Gemeinde und singt stehend den Gesang Nr. 290. Daran schließt sich die allgemeine Beichte.“) sonntage wird morgens nach der Predigt diese Verlesung mit der Aufforderung an die Gemeinde zur Teilnahme an den folgenden Passionsgottesdiensten abgekündigt, nachmittags aber das 53. Kapitel des Propheten Jesaias vor dem Altare verlesen. Wo aber dieses Kapitel am Karfreitage als Epistel am Altare verlesen wird, mag die Verlesung des fünften Abschnittes der Leidensgeschichte unmit— telbar vor der Predigt von der Kanzel geschehen. *+π) Hier kann ein Chorgesang folgen. *) Statt der Beichte kann auch ein Bußtagsgebet gesprochen werden, worauf die Gemeinde mit„Amen⸗ antwortet. von lieben mir a Geist Amen Sind all eu und g nach selbst * erbart DAAn 2* — * 17 4 rchen⸗. nuni Pastor: Geliebte in Christo! Wollet euch nun wird,‚ vor dem heiligen Gotte demütigen und das Bekenntnis— ottes enrer Sünden mit bußfertigem und gläubigem Herzen— ablegen, indem ein jeglicher mit mir also spricht: vöhn Allmächtiger, barmherziger Gott und Vater, ich— statt, armer sündiger Mensch bekenne vor Deinem heiligen · einem Angesichte, daß ich leider schwer und mannigfaltig 0 gesündiget habe(nicht allein mit äußerlichen groben— Sünden, sondern auch mit innerlicher Blindheit, Un⸗— glauben, Zweifel, Kleinmütigkeit, Ungeduld, Hoffart, bösen Lüsten, Geiz, heimlichem Neid, Haß, Mißgunst 4* und anderen Sünden), daß ich auf mancherlei Weise 140 du mit Gedanken, Worten und Werken Deine aller⸗ 19 hHrün⸗ heiligsten Gebote übertreten habe, wie Du, mein Herr* 1— 15 und Gott, das wohl an mir erkennst und ich leider 2— ages so vollkommen nicht erkennen kann. Aber folches U alles ist mir leid und reuet mich sehr, und ich begehre—— einen von Herzen Deine Gnade, o Gott, durch Deinen 09 lieben Sohn, Jesum Christum, und bitte, daß Du e mir alle meine Sünden vergeben und Deinen heiligen 2—. Geist zur Besserung meines Lebens mitteilen wollest. P Amen. e Herr erbarme Dich unser! 2 . Christe, erbarme Dich unser! ehend Herr, erbarme Dich unser! Amen. ö 5 ö Ist das nun euer aller aufrichtiges Bekenntnis? 4 Sind eure Sünden euch von Herzen leid, setzet ihr 52 all euer Vertrauen auf die Gnade Gottes in Christo—— und gelobet ihr, euer Leben hinfort mit Gottes Hilfe senden nach Gottes Willen anzustellen? so bezeuget solches Lapitel selbst vor Gott und sprechet: Ja!— mag Gemeinde: Ja! + 9—— Darauf die 2. Absolution. rochen ö Pastor: Der allmächtige Gott hat sich euer erbarmet, und ich, als verordneter Diener der christ— —— 7* 2— ** 2 . I 75 —— IIII——.— 18 lichen Kirche, verkündige euch auf solch euer Bekenntnis nach dem Befehle unseres Herrn Jesu Christi die Vergebung aller eurer Sünden im Namen Gottes des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. Amen. Gehet hin in Frieden. Allen Unbußfertigen aber gebe Gott Seinen heiligen Geist, daß sie mögen wahre Buße thun und selig werden. Amen. Hiernach Fürbitte für die Kommunikanten, sofern das heilige Abendmahl gefeiert wird. Sodann das„Vaterunser“ und„Der Friede Gottes u. s. w.“ Darnach der zur Kommunion überleitende Gesangvers. Ist keine Kommunion, so kann nach dem Gesang⸗ verse die Litanei“*) gesungen werden. Mit Antiphone, Kollekte und Segen wird der Gottesdienst beschlossen. Hauptgottesdienst am Hagelfeiertage. 1. Gemeindegesang.— 2. Salutatio. 3. Antiphone. Pastor: Herr, erzeige uns Deine Gnade und Güte. Hallelujah! Gemeinde: Daß unser Land sein Gewächs gebe. Hallelujah! 4. Kollekte. 5. Psalm 35: Herr, der Du bist vormals gnädig gewesen Deinem Lande, und hast die Gefangenen Jakobs erlöset; ) Wo die Litanei nicht mehr im Gebrauch ist, soll sie gegen zen Willen der Gemeinde nicht wieder eingeführt werden. 19 Der Du die Missethat vormals vergeben hast Deinem Volk, und alle ihre Sünde bedecket, Sela; Der Du vormals hast allen Deinen Zorn auf⸗ gehoben, und Dich gewendet von dem Grimm Deines Zorns; Tröste uns, Gott, unser Heiland, und laß ab von Deiner Ungnade über uns. Willst Du denn ewiglich über uns zürnen, und Deinen Zorn gehen lassen immer für und für? Willst Du uns denn nicht wieder erquicken, daß sich Dein Volk über Dich freuen möge? Herr, erzeige uns Deine Gnade, und hilf uns. Ach, daß ich hören sollte, daß Gott der Herr redete, daß Er Frieden zusagte Seinem Volk, und Seinen Heiligen, auf daß sie nicht auf eine Thorheit geraten. Doch ist ja Seine Hilfe nahe denen, die Ihn fürchten, daß in unserm Lande Ehre wohne; Daß Güte und Treue einander begegnen, Gerech⸗— tigkeit und Friede sich küssen; Daß Treue auf der Erde wachse, und Gerech— tigkeit vom Himmel schaue; Daß uns auch der Herr Gutes thue, damit unser Land sein Gewächs gebe; Daß Gerechtigkeit dennoch vor Ihm bleibe, und im Schwange gehe. 6. Gemeindegesang. 7. Predigt über einen freien Text. 3. Gemeindegesang. 9. Altargebet.“) Herr, allmächtiger Gott, Du König Himmels *) Unter besonderen Verhältnissen, in denen der Inhalt des Gebets nicht angemessen erscheint, sind Anderungen des Inhalts zulässig. und der Erden, der Du durch Deine überschwängliche Güte den ganzen Erdboden mit allerlei Früchten zierest und erfüllest, wir bitten Dich um Deiner Barmherzigkeit willen, Du wollest unser Land segnen, daß es seine Früchte gebe zu seiner Zeit; denn ohne Deinen Segen ist alle unsere Arbeit umsonst. Gieb vom Himmel her Regen und Sonnenschein, daß alles wachse und gedeihe. Schließe den Himmel nicht zu über uns um unsrer Sünde willen, sondern suche das Land heim mit Deiner Fülle. Tränke seine Furchen, feuchte sein Gepflügtes, segne sein Gewächs. Kröne das Jahr mit Deinem Gute, daß Deine Fußstapfen triefen von Fett, so werden die Wohnungen in der Wüste auch fett werden; die Hügel umher werden lustig sein und die Auen werden prangen mit Korn, daß man jauchzet und singet.— So laß Dir, o himmlischer Vater, in Deinen gnädigen Schutz be⸗ fohlen sein die liebe Saat und alle Früchte des Erdreichs. Bewahre sie in Frost und Hitze, in Re⸗ gen und Ungewitter; bewahre sie vor Sturm und Hagel, vor Verheerung und allem Schaden. Be⸗ hüte uns vor Mißwachs und Teuerung, vor Hunger und Kummer. Erhöre uns in Deinem Himmel, und verlaß uns nicht um der Sünde willen Deines Volkes; sondern versorge uns gnädiglich mit aller Notdurft des Lebens, auf daß wir in allen Dingen Deine gött⸗ liche Kraft und Deine milde Hand mit Danksagung erkennen und Dich preisen, der Du uns reichlich er⸗ nährest an Leib und Seele, hier zeitlich und dort ewiglich. Amen. Lasset uns ferner mit den Worten des 67. Psalms also beten: Gott sei uns gnädig und segne uns; Er lasse uns Sein Antlitz leuchten. Sela. Daß wir auf Erden erkennen Seinen Weg, unter allen Heiden Sein Heil. Es danken Dir Gott, die Völker; es danken — 8 — 21 Dir alle Völker. Die Völker freuen sich und jauchzen, daß Du die Leute recht richtest, und regierest die Leute auf Erden. Sela. Es danken Dir, Gott, die Völker; es danken Dir alle Völker. Das Land giebt sein Gewächs. Es segne uns Gott, unser Gott. Es segne uns Gott, und alle Welt fürchte Ihn. Vaterunser mit Amen der Gemeinde. 10. Antiphone. Pastor: Aller Augen warten auf Dich, Herr. Hallelujah! Gemeinde: Und Du giebst ihnen ihre Speise zu seiner Zeit. Hallelujah! 11. Kollekte.— 12. Segen. 13. Schlußvers.(Kann auch wegfallen.) Die sonu- und festtägigen Früh- und Rachmittags-Gottesdienste und die Wochen-Gottesdieuste mit Predigt. 1. Eingangslied. 2. Am Altar: Salutatio, Antiphone und Kollekte. Verlesung eines Abschnittes aus der heiligen Schrift. 3. Gemeindegesang. 22 4. Predigt über die Sonntags⸗ oder Festtags⸗ Perikope(oder einen freien Text). Zum Schluß: Der Friede Gottes u. s. w. 5. Gemeindegesang. 6. Am Altar: Gebet und Vaterunser. Anti⸗ phone, Kollekte und Segen. 7. Gemeindegesang.(Kann auch fortfallen.) Es kann auch nach dem Vaterunser sogleich der Segen gesprochen und damit der Gottesdienst geschlossen werden. Schließt sich an den Gottesdienst die Feier des heiligen Abendmahls an, so fallen Antiphone, Kollekte und Segen fort und wird nach einem Bibelwort, z. B.»Die Gnade unsers Herrn Jesu Christi sei mit euch allen«, durch das Lied:»Vor Dir, Herr Jesu, steh ich hier« zur Kommunion übergeleitet. Wo es herkömmlich ist, kann im Nachmittags⸗ Gottesdienste vor der Predigt auch die liturgische Ordnung des Hauptgottesdienstes in Anwendung kommen. Katechismuslehre. 1. Gemeindegesang. 2. Pastor: Unsere Hilfe stehet im Namen des Herrn. Hallelujah! Gemeinde: Der Himmel und Erde gemacht hat. Hallelujah! Pastor: Der Herr sei mit euch. Gemeinde: Und mit deinem Geist. Pastor: Kollekte. Gemeinde: Amen. ———— 2——— VN 23 3. Hierauf kann von zwei Kindern ein Hauptstück des lutherischen Katechismus mit der Erklärung aufgesagt werden. 4. Katechisation, welche mit einem Gebete und dem Vaterunser geschlossen wird. 5. Gesang. 6. Pastor: Herr, lehre mich thun nach Deinem Wohlgefallen. Hallelujah! Gemeinde: Dein guter Geist führe mich auf ebener Bahn. Hallelujah! Pastor: Lasset uns beten:(Kollekte). Gemeinde: Amen. 7. Segen. 3. Schlußvers.(Kann auch fortfallen.) Wenn einige Sonntage benutzt werden sollen, der Gemeinde Mitteilungen zu machen aus dem Gebiete der äußern und innern Mission, der Arbeit des Gustav⸗ Adolfvereines und der Reformationsgeschichte, so ist solches für vier Sonntage des Jahres gestattet, und sind die Mitteilungen an Stelle von Nr. 3 und 4 zu setzen. Bei der Katechismuslehre an Wochentagen kann auf das Eingangslied sofort die Katechisation folgen, und der Gottesdienst nach einem Gebete nebst Vater⸗ unser mit Segen und Gesang geschlossen werden. Wochenbetstunde. Nachdem es ausgeläutet hat, tritt der Pastor an den Altar und spricht unter dem Anschlagen der Betglocke: 1. Christe, Du Lamm Gottes, der Du trägst die Sünde der Welt, erbarme Dich unser! 24 Christe, Du Lamm Gottes, der Du trägst die Sünde der Welt, erbarme Dich unser! Christe, Du Lamm Gottes, der Du trägst die Sünde der Welt, gieb uns Deinen Frieden! Vaterunser. 2. Die Gemeinde singt einen Morgen⸗ oder Lob⸗ gesang. 3. Der Pastor verliest am Altar nach einem Votum einen Abschnitt aus der heiligen Schrift, welchen er in der Kürze auslegt. 4. Gemeindegesang. 5. Danach spricht er ein Gebet.(Siehe Anhang.) 6. Pastor(am Altar): Herr, erbarme Dich unser. Christe, erbarme Dich unser. Herr, erbarme Dich unser. Vaterunser. 7. Pastor: Gott gieb Frieden in Deinem Lande. Gemeinde: Glück und Heil zu allem Stande. Pastor: Lasset uns beten: Herr Gott, himmlischer Vater, der Du heiligen Mut, guten Rat und rechte Werke schaffest, gieb Deinen Dienern den Frieden, welchen die Welt nicht kann geben, auf daß unser Herz an Deinen Geboten hange, und wir zu unserer Zeit durch Deinen Schutz stille und sicher vor Feinden leben, durch Jesum Christum, Deinen Sohn, unsern Herrn. Gemeinde: Amen. 3. Segen. 9. Gemeinde: Unsern Ausgang segne Gott u. s. w. oder Verleih uns Frieden gnädiglich u. s. w. (Nr. 9 kann auch wegfallen.) . w. Fastengottesdienste. Wo während der Fastenzeit vor dem Sonntage Pal⸗ marum besondere Fastengottesdienste gehalten werden, sind dieselben mit dem»Christe, Du Lamm Gottes⸗ u. s. w. und dem Vaterunser zu beginnen, im übrigen aber nach dem Ermessen des Pastors, je nach der liturgischen Befähigung der Gemeinde und dem ört⸗ lichen Herkommen einzurichten. Die Betstunden am Montag, Dienstag und Mitt⸗ woch in der stillen Woche werden, wie die Gottesdienste am Gründonnerstag und Karfreitag mit dem»Christe, Du Lamm Gottes« u. s. w. und dem Vaterunser be⸗ gonnen. Bei der Verlesung der Hauptstücke der Leidens⸗ geschichte können an geeigneten Stellen passende Ge⸗ sangverse eingelegt werden. Die weitere liturgische Ausgestaltung der Gottesdienste an den bezeichneten drei Tagen ist auch hier dem Ermessen des Pastors je nach der liturgischen Befähigung der Gemeinde und dem örtlichen Herkommen überlassen. Lesegottesdienst. Falls in Vertretung des Geistlichen der Gottes⸗ dienst durch den Opfermann bezw. Lehrer abgehalten wird, so hat derselbe in nachstehender Ordnung zu verlaufen: 1. Gemeindegesang.— 2. Verlesung der Epistel. 3. Gemeindegesang. 4. Vorlesung der vom Geistlichen vorgeschriebenen Predigt. 5. Kirchengebet. 6. Vaterunser. Segen. 7. Schlußvers.(Kann auch wegfallen.) 2 5 — — * 4 r. νιά πνν . 2 *———..—— 57 ———