Belangbuch für die evangelisch-lutherische Kirche des Berzogtums Braunlchweig vom Jahre 1902. * Wolfenbüttel. Kommissionsverlag von Zulius Iwißler. A. B. Philipper 4, G. In allen Dingen lasset eure Bitte im Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kund werden. Psalm 92, 2. Das ist ein köstlich Ding, dem Herrn danken, und lobsingen deinem Namen, du Höchster. 2 . Auszüge aus dem Gesangbuch zu besondern Zwecken dürfen nur mit Genehmigung des Herz. Kon istoriums. Hergestellt werden Unv.-Bibl. * Glessen tlehen ur mit A. B. 2. A. B. C. — Znhalt. 1. Sonn⸗ und Festtags⸗Lieder. Sonntagslieder Nr. 1—18. Festtagslieder. 1. Advent. Nr. 19— 29. 2. Weihnachten. Nr. 30—54. Neujahr. Nr. 55—61. Epiphanias. Nr. 62—67. Passion. Nr. 68—- 94. .Ostern. Nr. 95—115. Himmelfahrt. Nr. 116—122. . Pfingsten. Nr. 123— 133. „Trinitatis. Nr. 134—138. Reformationsfest. Nr. 139—- 143. — Lieder von der Kirche und den Gnadenmitteln. Christliche Kirche(Mission). Nr. 144—162. Wort Gottes. Nr. 163—173. Taufe und Ronfirmation. 1. Taufe. Nr. 174—177. 2. Konfirmation. Nr. 178— 184. Abendmahl. Nr. 185—200. E. CLiturgische Gesaͤnge. Nr. 201—212. +E 3. Lieder vom christlichen Leben. „Buße und Beichte. Nr. 213—-238. Glaube und Rechtfertigung. Nr. 239—258. „Jesuslieder. Nr. 259- 295. Heiligung und christlicher Wandel. Nr. 296—-335. Lieder vom Gebet. Nr. 336—-340. Kreuz⸗ und Trostlieder. Nr. 341—-388. „Lob⸗ und Danklieder. Nr. 389— 410. 3 4. Lieder für besondere Zeiten, Verhältnisse und Stände. A. Morgen⸗, Tisch⸗ und Abendlieder. 1. Morgenlieder. Nr. 411— 428. 2. Abendlieder. Nr. 429— 445. B. Für besondere Umstände. 1. Jahreszeiten, Wetter, Ernte. Nr. 446—458. 2. Reiselieder. Nr. 459— 460. 3. Krieg und Frieden. Nr. 461— 466. C. Berufs⸗ und Standeslieder. 1. Fürst und Obrigkeit. Nr. 467— 468. 2. Eheleute und Eltern. Nr. 469—- 475. 3. Kinder. Nr. 476—480. 5. Lieder von den letzten Dingen. A. Sterbe⸗ und Begräbnislieder. Nr. 481—-517. B. Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. Nr. 518-536. Verzeichnis der Dichter. Die mit buches f Ach ble Ach ble Ach Go Ach Go Ach Go Ach Got leid Ach Her Ach Jes Ach lieh Ach mei Ach sagt Ach wie schwu Ach wie Ach wu Allein Allein; Alle Me Alles is Alle We Allgenu Allmäch Also ha Auf, au Auf, ar Auf Ch Auf die Auferst Auf G Auf, hi Auf. i drun Auf m Auf, Se Aus G Aus Aus ti Befieh Begra Bei di Besche Bete Betgen Bis h Alphabetisches Verzeichnis. Die mit schräger Schrift bezeichneten Gesänge weichen vom Texte des neuen Gesang⸗ buches stark ab, so daß sie nicht gut mit den neuen Gesängen zusammen gesungen Ach bleib bei uns Herr Ach bleib mit deiner Gnade Ach Gott und Herr. Ach Gott, verlaß mich nicht Ach Gott vom Himmel, sieh Ach Gott, wie manches Herze⸗ leid Ach Herre, du gerechter Gott Ach Jesu, dessen Treu Ach lieber Gott, behüte mich Ach mein Herr Jesu, dein Ach sagt mir nichts von Gold Ach wiederum ein Jahr ver⸗ schwunden Ach wie flüchtig, ach wie nichtig Ach wundergroßer Siegesheld Allein Gottin der Höh sei Ehr Allein zu dir, Herr Jesu. Alle Menschen müssen sterben Alles ist an Gottes Segen. Alle Welt, was lebt und webet Allgenugsam Wesen Allmächt'ger Vater, Gott der Also hat Gott die Welt geliebt Auf, auf, ihr Reichsgenossen Auf, auf, mein Herz, mit Auf Christi Himmelfahrt. Auf diesen Tag bedenken wir Auferstehn, ja auferstehn. Auf Gott und nicht auf Auf, hinauf zu deiner Freude Auf, ihr Streiter, durchge⸗ drungen Auf meinen lieben Gott. Auf, Seele, auf und säume nicht Aus Gnaden soll ich selig Aus meines Herzens Grunde Aus tiefer Not schrei ich. Befiehl du deine Wege Begrabt den Leib in seine Bei dir, Jesu, will ich bleiben Bescher uns, Herr, das täglich Bete nur, betrübtes Herz. Betgemeinde, heil'ge dich. Bis hierher hat mich Gott. 14⁵ 213 296 146 341 4⁵² 259 476 260 261 55 481 116 134 214 482 werden Neu 144 Alt 781 782 791 824 701¹ 88 42 können. Bleib, Jesu, bleib bei mir. Aich an, du schönes Morgen⸗ Ucht. Brunn alles Heils, dich Christe, du Beistand deiner. Christe, du Lamm Gottes Christ fuhr gen Himmel. Christi Blut und Gerechtigkeit Christ ist erstanden. Christ lag in Todesbanden. Christus, der ist mein Leben Das alte Jahr vergangen ist Das Jahyr geht still zu Endel Das ist eine sel'ge Stunde Das walte Gott, der helfen. Das walt Gott Vater und Gott Das Wetter ist vertrieben Dein, dein soll sein das Herze? Dein König kommt in niedern Dein Wort, o Herr, ist milder Dein Wort, o Höchster, ist Der am Kreuz ist meine Liebe Der du, Herr Jesu, Rub und Der du zum Heil erschienen Der heil'ge Christ ist zommen Der Herr, der aller Enden. Der Herr ist Gott und keiner Der Herr ist meine Zuversicht Der Herr ist mein getreuer Hirt Der lieben Sonne Licht und Der Mond ist aufgegangen. Der Tag ist hin, mein Jesu Die Ernt ist nun zu Ende Die Gnade sei mit allen Die Gnade unsers Herrn Jesu Die güldne Sonne Die helle Sonn leucht't jetzt Die Herrlichkeit der Erden Die ihr Christi Jünger seid. Dies ist der Tag, den Gott. Dies ist die Nacht, da mir Die wir uns allhier beisammen Dir dir, Jehovah, will ich sing. Dir, milder Geber aller Gaben Neu Alt 484 185 208 33 72 347⁴44 3 337 720 454.621 ö Alphabetisches Verzeichnis. Dir trau ich, Gott, und wanke Dreiein'ger Gott, ich preise dich Du bist zwar mein. Du Lebensbrot, Herr Jesu. Du lieber, heilg'er, frommer 35 Du, meine Seele, singe Durch Adams Fall ist ganz Du Vater deiner Menschenkind. Du weinest vor Jerusalem„350 Du wiesest, Jesu, nicht die„174 Ehre sei dir, Christe 201 Ein Christ kann ohne Kreuz Eine Herde und ein Hirt Einer ist König, Immanuel Einer ist's, an dem wir hangen Eines wünsch ich Rmir.71 Ein feste Burg ist unser Gott Ein Haupt hast du dem Volk Ein Herz und eine Seele war Ein Lämmlein geht und trägt 72 Ein reines Herz, Herr, schaff Eins ist not, ach Herr, dies eine Ein Wetter steiget auf Empor zu Gott, mein 36 Endlich bricht der heiße Tiegel Erhalt uns, Herr, bei deinem Erhöhter Siegesfürst und 98 Erhör, o Gott, das heiße Flehn Er kommt, er kommt 2— 2 Ermuntert euch, ihr Frommen Erneure mich, o ew'ges Licht 302 Erschienen ist der herrlich Tag 99 Erstanoen ist der heilig Christ 202 Alt 348 38 Es baut, Herr, deiner Menschen 448 6 16 Es geht daher des TagesSchein 407 Es glänzet der Christen. 303 Es ist das Heil uns kommen her 243 Es ist ein Ros entsprungen 38 Es ist gewißlich an der Zeit Es ist nicht schwer, ein Christ Es ist noch eine Ruh vorhanden 521 Es ist vollbracht, er ist 73 Es kostet viel, ein Christ zu sein Es woll uns Gott genädig sein Fahre fort, in Sorte dein Werk mit Jesu an ortgekämpft und fortgerun⸗ gennn::. Freu dich sehr, o meine Seele Freuet euch, ihr Christen alle 39 Fröhlich soll mein Herze.. 40 Früh am Morgen Jesus gehet 28⁵ 706 Neu Früh Morgens, da die Sonn 100 Für alle Güte sei gepreist„432 Geduld ist euch von nöten„352 Geh aus, mein Herz, und suche 446 Geht hin, ihr gläubigen.. 244 Geht nun hin und grabt„489 Gelobet sei der Herr, der Gott 207 Gelobet sei der Herr, mein Gott 398 Gelobet seist du. Jesu Christ 41 Gen Himmel aufgefahren ist 204 Gib dich zufrieden und sei„353 Gott, deine Güte reicht.. 307 Gott, den ich als Liebe 354 Gott der Vater wohn uns bei 136 Gott des Himmels und der 418 Gottes Stadt steht fest 155 Gott, gib einen milden Regen 124 Gott ist gegenwärtig 4 Gott ist mein Hort.166 Gott ist und bleibt getreu„ 355 Gott lebt, wie kann ich 356 Gott Loh, der Sonntag kommt 5 Gott Lob, die Stund ist Gott Lob, ein Schritt zur 58 Gott Lob, nun ist erschollen 461 Gott, mein Licht, erleuchte„308 Gott, mein Vater, ich dein. 218 Gott sei Dank durch alle Welt 21 Gott sei gedankt zu jeder Zeit Gott sei gelobet undgebenedeiet Gott Vater, aller Dinge Grund Gott will's machen, daß die Großer Gott, von alten Zeiten Großer Gott, wir loben dich 394 Großer Mittler, der zur. 264 Halleluja, jauchzt, ihr Chöre 102 Halleluja, Lob, Preis und Ehr 137 Halleluja, schöner Morgen 7 Halleluja, wie lieblich stehn. Halt im Gedächtnis Jesum. Harre, meine Seele. Heiland, deine Menschenliebe Heil'gster Jesu, Heil'gungs⸗ quelle Heimat meiner Liebe. 267 Herr, dein Wort, die edle.168 Herr, der du mir das Leben 433 Herr, der du vormals hast„463 Herr, die Erde ist gesegnet„455 Herr, du fährst mit Glanz.120 Herr, du wollst uns vollbereiten 188 Herr, es ist von meinem Leben 433 167 35⁷7 6 266 812 Alr 655 856 327 220 739 14¹ 71⁰ 826 765 770 78¹ 656 EL De ch ch ch ch 0 0 I SSS Aly 65⁵ + — — E 856 308ʃ327 2180220 21739 14¹ 187 /71⁰ 167 357826 6 39⁴ 264 re 102Y765 9r 137779 7751 1.119 ·. 265 358 be 26694 788 120156 Alphabetisches Verzeichnis. Neu Alt err Gott, dich loben wir, Herr 210714 Herr Gott, dich loben wir, regiers462 Herr, höre, Herr, erhöre.. 309 Herr, ich bin dein Eigentum 522244 Herr, ich habe mißgehandelt.219 Herr Jesu Christ, dein teures 74 Herr Jesu Christ, dich zu uns 8732 Herr Jesu Christ, du höchstes Gut,... wir kommen.189 Herr Jesu Christ, du höchstes Gut,.. sieh doch... 220792 Herr Jesu Christ, mein höchstes 268 334 Herr Jesu Christ, wahr Mensch 491 Herr Jesu, deine Angst und 751¹⁸ Herr Jesu, dir sei Preis 190 Herr Jesu, dir zu leben 181 Herr Jesu, Gnadensonne. 310⁰800 Herr Jesu, Licht der Heiden 68 Herr, nun lässest du deinen. 208 Herr, öffne mir die Herzenstür 169 Herr, stärke mich, dein Leiden 767 Herr, unser Gott, laß nicht464602 Herr von unendlichem..245 Herr, wie du willst, so schick's 359827 Herzlich lieb hab ich dich. 311801 Herzlich tut mich verlangen. 492 Herzliebster Jesu, was hast du 77ʃ757 Herz und Herz vereint 9785 Heut triumphieret Gottes 103 Hier bin ich, Herr, du rufest 221259 Hier legt mein Sinn 13 Dil, Helfer, hilf in Angst„493 Hilf, Herr Jesu, laß gelingen 59748 Hilf uns, Herr, in allen 314 Himmelan geht unsre Bahn 315/802 Hinunter ist der Sonne Schein 435 852 Hirte deiner Schafe 436 Höchster Gott, wir danken 10442 Höchster Tröster, komm 123 Hosianna, Davids Sohn 22 Hüter, wird die Nacht..4419 Jauchz, Erd, und Himmel„124 Ich armer Mensch, ich armer 222 Ich bete an die Macht 269 Ich bin ein Gast auf Erden„494840 Ich bin ein Kind, bin arm 477 Ich bin getauft auf deinen 175/787 Ich bin ja, Herr, in deiner. 495 225 Ich ergebe mich dem Willen„360351 Ich erhebe mein Gemüte..246 218 Ich geh zu deinem Grabe„104766 Ich habe Lust zu scheiden„496ʃ841 Ich habe nun den Grund 247.803 Neu Alt ch hab in Gottes Herb. 361521 ch hab in guten Stunden 362 556 ch hab mein Sach Gott heim⸗ gestellt 497 Hee ch hab mich Gott ergeben. 498 ch hab von ferne 523 ch heb mein Augen sehnlich 459 ch komme, Herr, und suche⸗ 191205 ch lobe dich von ganzer Seele 156 ch preise dich und singe. ⸗363 58 ch ruf zu dir, Herr Jesu. 316 ch singe dir mit Herz 395722 ch steh an deiner Krippe 4²2 Ich steh in meines Herren Hand 364 Ich sterbe täglich und mein. 409 8⁴² Ich und mein Haus, wir sind 469 Ich weiß, an wen ich glaube 248804 Ich weiß, mein Gott, daß all 317ʃ377 Ich will dich lieben, meine 270805 Ich will von meiner Missetat 223798 Ich wollt, daß ich daheime wär 500 Je größer Kreuz, je näher„ 365/828 Jerusalem, du hochgebaute„ 524ʃ843 Jesu, deine Passion.— 78 Jesu, deine tiefen Wunden 79758 Jesu, der du bist alleine. 318 Jesu, der du meine Seele. 224 Jesu, geh voran. 271ʃ806 Jesu, großer Wunderstern„64750 Jesu, hilf siegen, du Fürste. 319 Jesu, meine Freude 272 Jesu, meiner Seele Leben„ 278 Jesu, meines Lebens Leben 80759 Jesus Christus herrscht als Kbnig Jesus Christus, unser Heiland, der den d Jesus Christus, unser Heiland, der von uns Jesus, Jesus, nichts als Jesus 275 Jesus lebt, mit ihm auch ich 106 14 Jesus, meine Zuversicht.„525 844 Jesus nimmt die Sünder an 249 808 Jesus soll die Losung sein Ihr armen Sünder, kommt zu Ihr Kinderlein, kommet Ihr Waisen, weinet nicht Im Frieden dein, o Herre. In allen meinen Taten In Christi Wunden schlaf ich In dich hab ich gehoffet In dir ist Freude* In Gottes Namen fang ich an EHαρρπραρρ 192 71¹¹ 7 Ist Gott für mich, so trete 250830 Romm, heil'ger Geist, erfüll Komm, heil'ger Geist, Herre Komm, mein Herz, in Jesu. Komm, o komm, du Geist Kommst du, kommst du, Licht Kommt her, ihr seid geladen Kommt, Kinder, laßt uns Kommt, laßt euch den Herren Kommt und laßt uns Christum König, dem kein König gleichet König Jesu, streite, Rege Kyrie(Litanei),—*0* Lan dich, Gorrrt Laß dich, Herr Jesu Christ Laset die Kindlein kommen. Lasset mich voll Freude Lasset uns mit Jesu ziehen. Laß mich dein sein und bleiben Laß mich, o Herr, in allen Laßt mich gehhhnnh Laßt uns doch Christo dankbar Licht vom Licht, erleuchte mich Liebe, die du mich zum Bilde Liebster Heiland, nahe dich. Liebster Jesu, wir sind hier, deinem Worte Liebster Jesu, wir sind hier, dich Lobe den Herren, den mächt. Lobe den Herren, o meine Seele Lobt Gott, ihr Christen Mache dich, mein Geist, bereit Mach's mit mir, Gott, nach. Macht hoch die Tür, die Tor Meinen Jesum laß ich nicht.? Mein erst Gefühl sei Preis. Meine Seele erhebet den Herrn209 Alphabetisches Verzeichnis. Alt 77³ 698 789 77⁴4 81⁰ 309 809 96 Meine Seel, ermuntre dich 82 Meine Seele senket sich.. 369 Meine Seel ist stille.. 370 Meine Sorgen, Angst uno 371 Mein Gott, ich weiß wohl, daß 503 Mein Herz, gib dich zufrieden 372 Mein Jesu, dem die Seraphinen 251 Mein Jesu, der du vor dem 196 Mein Leben isi ein Pilgrimst. 527 484 Mein lieber Gott, gedenke„324 Mein Schöpfer, steh mir bei 183 Mir ist Erbarmung. 252 814 Mir nach, spricht Christus 325 752 Mit Ernst, o Menschenkinder 25 741 Mit Fried und Freud ich fahr 504 718 Nit meinem Gott geh ich„437 NeuAli Mitten wir im Leben sind 505 Morgenglanz der Ewigkeit„422 Müde bin ich, geh zur Ruh. 438 Nie bist du, Höchster, von uns 326 Noch läßt der Herr mich leben 423 Nun bitten wir den heil'gen 127 Nun bricht die finstre Nacht 439 Nun danket alle Gott. 398 Nun danket all und bringet 399 Nun freut euch, lieben Christen 253 Nun geh uns auf Nun jauchzet all ihr Frommen 26 Nun jauchzt dem Herren. 400 Nun ist es alles wohlgemacht Nun kommt das neu. 27 Nun laßt uns den Leibe. Nun laßt uns gehn und treten Nun laßt uns Gott, demHerren Nun lob, mein Seel, denHerren Nun preiset alle.** Nun ruhen alle Wälder Nun schlaf, mein liebes Nun sich der Tag geendet hat Nun sich der Tag geendet, mein Nun singet und seid froh. Nun tret ich wieder O daß doch bald dein Feuer 159 O daß ichtausendgungen hätte 403 O du allersüß'ste Freude. 128 O du fröhliche.. Weihnachts⸗ i O du fröhliche... Osterzeit„107 O du fröhliche.. Pfingstenzeit 129 O du Liebe meiner Liebe—84 —O Durchbrecher aller Bande. 327 O Ewigkeit, du Donnerwort 528 O Ewigkeit, du Freudenwort 529 O frommer und getreuer Gott 226 O gläubig Herz, sing froh„404 O Gott, du frommer Gott. 328 O Gottes Sohn, Herr Jesu. 25⁴ O Gott, von dem wir alles 457 O Haupt voll Blut und W. 85 O heil'ger Geist, kehr bei uns 130 O heil'ger Geist, o heil'ger Gott 131 O heilige Dreifaltigkeit 425 O hilf, Christe, Gottes Sohn 86 O Jesu Christe, wahres Licht 1⁵⁸ O Jesu Christ, mein schönstes 281 O Jesu, du mein Bräutigam 197⁷ O Jesu, Jesu, Gottes Sohn. 282 8 O Jesu, meine Wonne 198 71⁸ 638 761 776 O Jesu, O Könie O Könit O Lamr O Lehre O Liebe, O selig O stärke O Tod, O Trau O Vater O Vater O Welt, O Welt, O wie f O wie f Preis, e Ringe r Rüstet e⸗ Alt 71 761 77⁶ O Jesu, süßes Licht O König aller Ehren D König, dessen Majestät. 5 Lamm Gottes, unschuldig. O Lehrer, dem kein Lehrer. O Liebe, die den Himmel hat O selig Haus, wo man dich. O stärke, Mittler, stärke sie O Tod, wo ist dein Stachel. O Traurigkeit, o Herzeleid O Vater der Barmherzigkeit. O Vaterherz, o Licht, o Leben O Welt, ich muß dich lassen. O Welt, sieh hier dein Leben O wie fröhlich. o wie selig O wie felig seid ihr doch. Preis, Ehr und Lob sei dir. Ringe recht, wenn Gottes Rüstet euch, ihr Christenleute Schaffet, schaffet, Menschen⸗ linder Schmerz und Klage füllt das Schmücke dich, o liebe Seele Schmückt das Fest mit Maien Schönster Herr Jesuu Schwing dich auf zu deinem Seele, geh auf Golgatha. SeelenbräutigmggdNae Seele, was ermüdst du dich. Seht, Gottes Gnade ist Sei getreu bis an das Ende Sei Gott getreu, halt seinen Sei Lob und Ehr dem höchsten Sei mir tausendmal gegrüßet Sein Kreuz und seinen Frieden Selig sind des Himmels Erben Siegesfürste, Ehrenkönig Sieh hier bin ich, Ehrenkönig So führst du doch recht selig So hab ich obgesiege So jemand spricht, ich liebe. So ist die Woche nun. Sollt es gleich bisweilen. Sollt ich meinem Gott nicht So nimm denn meine Hände Sorge doch für meine Kinder So ruhest du, o meine Ruh So wahr ich lebe, spricht. Spar deine Buße nicht Speis' uns, Vater, deine Kinder Stark ist meines Jesu Hand 330 423 25⁵ Alphabetisches Verzeichnis. Alt Stille Nacht, heilige Nacht Stimm an das Lied vom Such, wer da will, ein ander Tag des Zorns, o Tag Teures Wort aus Gottes Treuer Gott, ich muß dir Treuer Jesu, wache du Treuer Wächter Israels. Triumph, verlaßt die leere Tut mir auf die schöne Pforte Unsern Ausgang segne Gott Unter Lilien jener Freuden. Unumschränkte Liebe Valet will ich dir geben. Vater, laß mich Gnade finden Vater unser im Himmelreich Verleih uns Frieden gnädiglich Verzage nicht, du Häuflein klein Vom Him mel hoch da komm ich Vom Himmel kam der Engel Von Gott will ich nicht lassen Vor deinen Thron tret ich Vor dir, Herr Jesu, steh ich hier Wach auf, du Geist der ersten Wach auf, mein Herz, die Nacht Wach auf, mein Herz, und singe Wachet auf, ruft uns die Walte, walte nah und fern. Wandle leuchtender u. schöner Wär Gott nicht mit uns diese Warum betrübst du dich mein Warum sollt ich mich deun. Warum willst du draußen Was Gott tut, das ist wohl⸗ getan, es bleiilbt Was Gott tut, das ist wohl⸗ getan, so denken. Was mein Gott will, gescheh Was wär ich ohne dich gewesen Weicht, ihr Berge, fallt, ihr. Weil ich Jesu Schäflein bin. Welch hohes Beispiel gabst du Welt, ade, ich bin dein müde Wenn alle untreu werden Wenn Christus seine Kirche. Wenn dich Unglück hat betreten 329 534 291 Wenn ich einst von jenem Wenn ich ihn nur habe Wenn ich, o Schöpfer, deine 211 170 233 443 465 109 14⁰ 533 458 290 Neu 50 509 Straf mich nicht indeinemZorn 232 Alr 272 287821 15 736 ö 16.737 5⁰ 256 511ʃ846 234 269 339 71⁸ 466 783 141 855⁵ 51 691 52 692 377 832 419 235 290 ö 142 786 110. 768 4270851 847 17¹ 111 143 378 379 28 708 833 3800834 381 288 257ʃ 47⁸ 289 512 16⁰ 407⁷ Wenn kleine Himmelserben. Wenn meine Sünd mich kränken Wenn mein Stündlein Wenn wir in höchsten Nöten Werde licht, du Stadt der Werde munter, mein Gemüte Wer Gott vertraut, hat wohl Wer ist wohl, wie du. Wer nur den lieben Gott läßt Wer sind die vor Gottes Throne Wer weiß, wie nahe mir mein Wie Gott mich führt, so will ich Wie groß ist des Allmächt'gen Wie könnt ich ruhig schlafen Wie lieblich ist doch, Herr Wie mit grimm'gem Unver⸗ stand. Wie schön ist 8 doch, Herr Jesu Wie schön leuchtet der Morgen⸗ stern vom Firmament. Wie schön I1tetre-Wargen⸗ stern voll Gnad Wie's Gott gefällt, gefällt 3. Wie soll ich dich empfangen Wie wohl ist mir, o Freund Willkommen, Held im Streite Willkommen, Quell der Fr. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du für uns 6¹⁴ Alphabetisches Verzeichnis. Neu Alt 513 93—794 382 795⁵5 66 4⁴4⁴ 383 292 75⁵³ 384836 535 515848 385 408 28 479 17439 386 47⁴ Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du vom Tod. 113 Wir glauben all an einen Gott, Schöpfer. Wir glauben all an einen Gott, Bater. Wir liegen hier zu deinendüßen Wir Menschen sind zu dem. Wir singen dir, Immanuel. Wo findet die Seele dießeimat Wohlauf, mein Herz, zu Gott Wohlauf, wohlan zum letzten Wohl einem Haus, da Jesus Wollt ihr wissen, was mein. Womit soll ich dich wohl. Wort des höchsten Mundes. Wo soll ich fliehen hin Wo willst du hin, weil's Abend Wunderanfang, herrlich Ende Wunderbarer König Beuch dich uns ohne Hülle. Zeuch ein zu deinen Toren. Zeuch uns nach dir. ieh hin, mein Kind ieht in Frieden eure Pfade ion, gib dich nur zufrieden Zion klagt mit Angst und Zu deinen Füßen liege ich Zu dir, Herr Jesu, komme ich Zum Licht empor, zum Lichte Zween der Jünger gehen mit Neu 258 Alt 685 78⁰ 796 17¹ 746 78⁰ 77³⁸ Neu Alt 258 685 1380780 236796 172171 54/746 I. Honn- und Fesltags⸗Lieder. A. Sonntagslieder. 1. 4. Mos. 6, 24—27. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns. 1. Brunn alles Heils, dich ehren wir und öffnen unsern Mund vor dir; aus deiner Gottheit Heiligtum dein hoher Segensauf uns komm! 2. Der Herr, der Schöpfer, bei uns bleib, er segne uns nach Seel und Leib, und uns behüte seine Macht vor allem Übel Tag und Nacht! 3. Der Herr, der Heiland, un⸗ ser Licht, uns leuchten laß sein Angesicht, daß wir ihn schau'n und glauben daß er uns ewig gnädig sei.[frei, 4. Der Herr, der Tröster, ob uns schweb, sein Antlitz über uns erheb, daß uns sein Bild werd einge⸗ drückt, und geb uns Frieden unverrückt. 5. Jehovah! Vater, Sohn und Geist, o Segensbrunn, der ewig fleußt, durchfleuß Herz, Sinn und Wan⸗ del wohl, mach uns dein's Lobs und Se⸗ gens voll! Gerh. Tersteegen, g. 1697, 4 1769. 2 Vů Off. Joh. 22, 21. Mel. Christus der ist mein Leben. 1. Die Gnade sei mit allen, die Gnade unsers Herrn, 11 des Herrn, dem wir hier wallen und sehn sein Kommen gern. 2. Auf dem so schmalen Pfade gelingt uns gar kein Tritt, ö es gehe seine Gnade denn bis zum Ende mit. 3. Auf Gnade darf man trauen, man traut ihr ohne Reu; und wenn uns ja will grauen, so bleibt's: der Herr ist treu. 4. Wird stets der Jammer grö⸗ so glaubt und ruft man noch:[ßer, Du mächtiger Erlöser, du kommst; so komme doch! 5. Damit wir nicht erliegen, muß Gnade mit uns sein; denn sie flößt zu den Siegen Geduld und Glauben ein. 6. Soscheintuns nichts ein Scha⸗ was man um Jesum mißt,([de, der Herr hat eine Gnade, die über alles ist. 7. Bald ist es überwunden nun durch des Lammes Blut, das in den schwersten Stunden die größten Taten tut. 8. Herr, laß es dir gefallen! Noch immer rufen wir: die Gnade sei mit allen, die Gnade sei mit dir. Phil. Friedr. Hiller, g. 1699, 4 1769. 3. Mel. Eines wünsch ich mir vor allem. 1. Die wir uns allhier beisam⸗ men finden, schlagen uns're Hände ein, I 1. Sonn⸗ und Festtags⸗Lieder. uns auf deine Marter zu verbin⸗ dir auf ewig treu zu sein;(den, und zum Zeichen, daß dies Lob⸗ getöne deinem Herzen angenehm und sage Amen und zugleich:[schöne, Friede, Friede sei mit euch! Chr. R. Graf v. Zinzendorf, g. 1727, + 1752. 4. Mel. Wunderbarer König. 1. Gott ist gegenwärtig, lasset uns anbeten und in Ehrfurcht vor ihn treten! Gott ist in der Mitten, alles in uns schweige und sich innigst vor ihm beuge! Wer ihn kennt, wer ihn nennt, schlagt die Augen nieder, kommt, ergebt euch wieder. 2. Gott ist gegenwärtig, dem die Cherubinen Tag und Nacht gebeuget dienen; heilig, heilig, heilig singen ihm zur Ehre aller Engel hohe Chöre. Herr vernimm uns're Stimm, da auch wir Geringen uns're Opfer bringen. 3. Wir entsagen willig allen Eitelkeiten, die uns Sünd und Welt bereiten; da liegt unser Wille, Seele, Leib und Leben dir zum Eigentum ergeben. Du allein sollst es sein, unser Gott und Herre, dir gebührt die Ehre. 4. Majestätisch Wesen, möcht ich recht dich preisen * — und im Geist dir Dienst erweisen! Möcht ich wie die Engel immer vor dir stehen und dich gegenwärtig sehen! Laß mich dir für und für trachten zu gefallen, liebster Gott, in allen! 5. Du durchdringest alles, wollst mit deinem Lichte, Herr, berühren mein Gesichte! Wie die zarten Blumen willig sich entfalten und der Sonne stille halten, laß mich so, still und froh, deine Strahlen fassen und dich wirken lassen! 6. Mache mich voll Einfalt, innig, abgeschieden, sanft und still in deinem Frieden; mach mich reines Herzens, daß ich deine Klarheit schauen mag in Geist und Wahr⸗ laß mein Herz überwärts(heit; wie ein Adler schweben und in dir nur leben! 7. Komm in mir zu wohnen, daß mein Geist auf Erden dir ein Heiligtum kann werden. Komm, du nahes Wesen, dich in mir verkläre, daß ich stets dich lieb und ehre. Wo ich geh, wo ich steh, laß mich dein gedenken, mich in dich versenken! Gerh. Tersteegen, g. 1697, 4 1769. 5. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. 1. GottLob, der Sonntag kommt herbei, die Woche wird nun wieder neu; 2 dennf das m da me und di mir de isen! 176. heut hat mein Gott das Licht ge⸗ macht, mein Heil hat mir das Leben Halleluja! bracht. 2. Das ist der Tag, da Jesus Christ vom Tod für mich erstanden ist und schenkt mir die Gerechtigkeit, Trost, Leben, Heil und Seligkeit. Halleluja! 3. Das ist der rechte Sonnentag, da man sich nicht g'nug freuen mag, da wir mit Gott versöhnet sind, daß nun ein Christ heißt Gottes Halleluja! Kind. 4. Mein Gott, laß mir dein Lebenswort, führ mich zur Himmelsehren⸗ pfort, laß mich hier leben heiliglich und dir lobsingen ewiglich! Halleluja! Joh. Olearius, g. 1611. 4 1684. 6. Mel. Gott des Himmels und der. 1. Großer Gott von alten Zei⸗ ten, dessen Hand die Welt regiert, dessen Treu auf allen Seiten mich von Jugend auf geführt, heute weckt des Tages Lauf mich zu lauter Andacht auf. 2. Ach wie lieb ich diese Stun⸗ den, denn sie sind des Herren Fest, das mit so viel Trost verbunden, da mein Gott mich ruhen läßt und durch seinen guten Geist mir den Weg zum Leben weist. A. Sountagslieder. 6—7 3. Habe Dank für diesen Mor⸗ gen, der mir Zeit zum Guten schenkt; das sind uns're besten Sorgen, wenn der Mensch an Gott gedenkt und von Herzen bet't und singt, daß es durch die Wolken dringt. 4. Was ist schöner als Gott die⸗ was ist süßer als sein Wort, nen, da wir sammeln wie die Bienen und den Honig tragen fort? Selig ist, wer Tag und Nacht also nach dem Himmel tracht't. 5. O mein Gott, sprich selber Amen, denn wir sind dein Eigentum, alles preise deinen Namen, alles mehre deinen Ruhm, bis es künftig wird geschehn, daß wir dich im Himmel sehn. Kasp. Neumann, g. 1648, 1 1715. 7 Mel. Gott des Himmels und der. 1. Halleluja, schöner Morgen, schöner als man denken mag, heute fühl ich keine Sorgen, denn das ist ein lieber Tag, der durch seine Lieblichkeit recht das Innerste erfreut. 2. Süßer Ruhetag der Seelen, Sonntag, der voll Lichtes ist, heller Tag der dunkeln Höhlen, Zeit, in der der Segen fließt, Stunde voller Seligkeit, du vertreibst mir alles Leid. 3. Ach wie schmeck ich Gottes Gü⸗ recht als einen Morgentau, lte die mich führt aus meiner Hütte 13 zu des Vaters grüner Au; 8—9 da hat wohl die Morgenstund edlen Schatz und Gold im Mund. 4. Ruht nur, meine Weltge⸗ heute hab ich sonst zu tun,(schäfte, denn ich brauche alle Kräfte, in dem höchsten Gut zu ruhn. Heut schickt keine Arbeit sich als nur Gotteswerk für mich. 5. Ich will in der Zionsstille heute voller Arbeit sein, denn da sammle ich die Fülle von den höchsten Schätzen ein, wenn mein Jesus meinen Geist mit dem Wort des Lebens speist. 6. Herr, ermuntre meine Sin⸗ und bereite selbst die Brust, nen laß mich Lehr und Trost gewin⸗ gib zu deinem Manna Lust,(nen, daß mir deines Wortes Hall recht tief in mein Herze fall. 7. Segne deiner KnechteLehren, öffne selber ihren Mund; mach mit allen, die dich hören, heute deinen Gnadenbund, daß, wenn man hier fleht und singt, solches in dein Herze dringt. 8. Gib, daß ich den Tag beschlie⸗ wie er angefangen ist;[ze, segne, pflanze und begieße, der du Herr des Sabbaths bist, bis ich einst auf jenen Tag ewig Sabbath halten mag. Jon. Krause, g. 1701, 1 1762. 8. Eigene Melodie. 1. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend, dein'n heil'gen Geist du zu uns send, 2. Sonn⸗ und Festtags⸗Lieder. mit Hilf und Gnad er uns regier und uns den Weg zur Wahrheit führ! 2. Tu auf den Mund zum Lobe dein, bereit' das Herz zur Andacht fein, den Glauben mehr', stärk den Verstand, daß uns dein Nam werd wohl⸗ bekannt; 3. Bis wir singen mit Gottes Heer: Heilig, heilig ist Gott der Herr! und schauen dich von Angesicht in ew'gerFreud und sel'gemLicht. 4. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, dem heil'gen Geist in einem Thron, der heiligen Dreifaltigkeit sei Lob und Preis in Ewigkeit! Wilhelm II., Herzog zu Sachsen⸗ Weimar(7), g. 1598, 4 1662. 9 Mel. O Durchbrecher aller Bande. 1. Herz und Herz vereint zu⸗ sammen, sucht in Gottes Herzen Ruh! Lasset eure Liebesflammen lodern auf den Heiland zu! Er das Haupt, wir seine Glieder, er das Licht und wir der Schein, er der Meister, wir die Brüder; er ist unser, wir sind sein. 2. Kommt, ach kommt, ihr Gna⸗ denkinder, und erneuert euren Bund, schwöret unserm Überwinder Lieb und Treu von Herzens⸗ grund! 14 Und wer Festigke o so flel bis sie 3 3. Legt auf so tꝛ daß ein auch das So hat so vergo denkt do wenn ih— 4. Hall welche 2 daß wir der uns daß der der der? daß du, uns so f 5. O d deine di daß sie e wie's de und daß, also sie sich in w und eing 6. Frie stets in u Liebe, lo deinen se Denn wi und des besser un als durd 7. Lieb daß man o so mac trägen C gier rheit ühr! Lobe dein, fein, dohl⸗ nunt; ottes heer: herr! sicht zicht. dem ohn, n hron, keit! chsen⸗ 362. A. Sonntagslieder. Und wenn eurer Liebeskette Festigkeit und Stärke fehlt, o so flehet um die Wette, bis sie Jesus wieder stählt. 3. Legt es unter euch, ihr Glie⸗ auf so treues Lieben an,[der, daß ein jeder für die Brüder auch das Leben lassen kann. So hat uns der Herr geliebet, so vergoß er dort sein Blut; denkt doch, wie es ihn betrübet, wenn ihr selbst euch Eintrag tut. 4. Halleluja, welche Höhen, welche Tiefen reicher Gnad, daß wir dem ins Herze sehen, der uns so geliebet hat, daß der Vater aller Geister, der der Wunder Abgrund ist, daß du, unsichtbarer Meister, uns so fühlbar nahe bist. 5. O du treu'ster Freund, ver⸗ deine dir geweihte Schar, seine daß sie es so herzlich meine, wie's dein letzter Wille war; und daß, wie du eins mit ihnen, also sie auch eines sei'n, sich in wahrer Liebe dienen und einander gern erfreu'n. 6. Friedefürst, laß deinen Frie⸗ stets in uns'rer Mitte ruhn; den Liebe, laß uns nie ermüden, deinen sel'gen Dienst zu tun! Denn wie kann die Last auf Er⸗ den und des Glaubens Ritterschaft besser uns versüßet werden, als durch deiner Liebe Kraft? 7. Liebe,— hast du uns ge⸗ daß man Liebe üben soll,(boten, o so mache doch die toten, trägen Geister lebensvoll, 10—11 zünde an die Liebesflamme, daß ein jeder sehen kann: wir, als die von einem Stamme, stehen auch für einen Mann. 8. Laß uns so vereinigt werden, wie du mit dem Vater bist, bis schon hier auf dieser Erden kein getrenntes Glied mehr ist, und allein von deinem Brennen nehme unser Licht den Schein; also wird die Welt erkennen, daß wir deine Jünger sein. Nach N. L. v. Zinzendorf, g. 1700, + 1760 v. Ch. Gregor. 10. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 1. Höchster Gott, wir dankendir, daß du uns dein Wort gegeben. Hilf uns ferner, daß auch wir nach demselben heilig leben. Gib dem Glauben solche Stärke, daß er tätig sei im Werke. 2. Unser Gott und Vater, du, du nur lehrst uns, was wir sollen. Schenk uns deine Kraft dazu, gib zum Wissen auch das Wollen und zum Wollen das Vollbrin⸗ so wird alles wohl gelingen. gen, Joh. Adam Haslocher, g. 1645, 1726. 11. Mel. Valet will ich dir geben. 1. Laß mich dein sein und blei⸗ du treuer Gott und Herr,(ben, von dir laß nichts mich treiben, halt mich bei deiner Lehr! Herr, laß mich nur nicht wanken, gib mir Beständigkeit, dafür will ich dir danken in alle Ewigkeit. Nik. Selnecker, g. 1532, 4 1592. 15 12—14 12. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. 1. Licht vomLicht, erleuchte mich bei dem neuen Tageslichte; Gnadensonne, zeige dich meinem muntern Angesichte, wohne mir mit Glanze bei, daß mein Sabbath fröhlich sei. 2. Brunngquell aller Seligkeit, laß mir deine Ströme fließen, mache Mund und Herz bereit, dich in Andacht recht zu grüßen. Streu das Wort mit Segen ein, laß es hundertfrüchtig sein. 3. Zünde selbst das Opfer an, das auf meinen Lippen lieget, sei mirWeisheit, Licht undBahn, daß kein Irrtum mich betrüget und kein fremdes Feuer brennt, welches dein Altar nicht kennt. 4. Laß mich heut und allezeit heilig, heilig, heilig! singen und mich in die Ewigkeit mit des Geistes Flügeln schwin⸗ gen. Gib mir einen Vorschmack ein, wie es wird im Himmel sein. 5. Ruh in mir und ich in dir, bau ein Paradies im Herzen. Offenbare dich doch mir und gieß meiner Andacht Kerzen immer neue Nahrung zu, o du Liebesflamme du. 6. Dieser Tag sei dir geweiht, weg mit allen Eitelkeiten! Ich will deiner Herrlichkeit einen Tempel zubereiten, nichts sonst wollen, nichts sonst als in deiner Liebe ruhn.(tun, 7. Du bist mehr als Salomon, laß mich deine Weisheit hören; 1. Sonn⸗ und Festtags⸗Lieder. ich will deinen Gnadenthron mit gebeugten Knieen ehren, bis mir deine Sonne lacht 13. Eigene Melodie. 1. Liebster Jesu, wir sind hier, dich und dein Wort anzuhören, lenke Sinnen und Begier auf die süßen Himmelslehren, daß die Herzen von der Erden ganz zu dir gezogen werden. 2. Unser Wissen und Verstam ist mit Finsternis umhüllet, wo nicht deines Geistes Hand uns mit hellem Licht erfüllet; Gutes denken, tun und dichten mußt du selbst in uns verrichten 3. O du Glanz der Herrlichkein Licht vom Licht, aus Gott gebo⸗ mach uns allesamt bereit,(ren öffne Herzen, Mund und Ohren Unser Bitten, Flehn und Singen laß, Herr Jesu, wohl gelingen Tobias Clausnitzer, g. 1618, 4 1684 14. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu un 1. Nun geh uns auf, du Mor genstenn du seligmachend Wort des Herm, du Pfand des Heils, das uns in Sohn der Vater gab von seinem Thron. 2. Bereitet ist für dich die Bahn die Herzen sind dir aufgetan; wir sehnen uns nach deinem Licht und seufzen: Herr versäum un nicht 16 und den schönsten Sonntag macht. Benjamin Schmolck, g. 1672,4 1787. 3. Du und un 6. Du Hier if hier ist 2. Ich bir sind hier, istes Hand ht erfüllet; und dichten 8 verrichten, Herrlichkeih 8 Gott gebo— hereit,(ren d und Ohren t und Singen yhl gelingen 1618, + 1680 ist, dich zu un auf, du Mor⸗ gensten, ort des Herm, „ das uns in Sohn einem Thron. dich die Bahn, raufgetan; h deinem Licht versäum uns nicht 3. Du Wort der Wahrheit, laut'rer Quell, mach uns're Glaubensaugen hell, daß wir die Wege Gottes sehn und in der Welt nicht irre gehn. 4. Du Wort der Buße, füll das Herz uns an mit tiefem Reueschmerz, daß unser Flehn und Seufzen sei: Gott, steh uns armen Sündern bei! 5. Du Wort der Gnade, trö⸗ stend Wort, o bring uns Botschaft fort und fort vonihm, der für uns litt und starb und uns Gerechtigkeit erwarb. 6. Du Wort des Glaubens, gib uns Kraft, daß wir, der Eitelkeit entrafft, im gnädig dargebotnen Heil begreifen unser ew'ges Teil. 7. So geh uns auf, du Gottes⸗ glanz, durchdring uns und verklär uns ganz, du Wort, das noch in Kraft be⸗ steht, wennErd und Himmel untergeht. Julius Sturm, g. 1816, 4 1896. 15. Mel. Weicht ihr Berge, fallt, ihrHügel; oder: Gott des Himmels u. der Erden. 1. Tut mir auf die schöne Pforte, führt in Gottes Haus mich ein! Ach wie wird an diesem Orte meine Seele fröhlich sein! Hier ist Gottes Angesicht, hier ist lauter Trost und Licht. 2. Ich bin, Herr, zu dir gekom⸗ men, A. Sonntagslieder. 15—16 komme du nun auch zu mir! Wo du Wohnung hast genom⸗ da ist lauter Himmel hier.(men, Zieh doch in mein Herze ein, laß es deinen Tempel sein! 3. Laß in Furcht mich vor dich treten, heil'ge du Leib, Seel und Geist, daß mein Singen und mein Be⸗ dir ein lieblich Opfer heißt. ten Heil'ge du, Herr, Mund und Ohr, zieh das Herze ganz empor! 4. Mache mich zum guten Lan⸗ de, wenn dein Saatkorn auf mich fällt; gib mir Licht in dem Verstande,‚ und was mir wird vorgestellt, präge meinem Herzen ein, laß es mir zur Frucht gedeihn! 5. Stärk in mir den schwachen Glauben, laß dein teures Kleinod mir nimmer aus dem Herzen rauben, halte mir dein Wort stets für, daß es mir zum Leitstern dient und zum Trost im Herzen grünt. 6. Rede, Herr, so will ich hören, und dein Wille werd erfüllt; nichts laß meine Andacht stören, wenn der Brunn des Lebens quillt; speise mich mit Himmelsbrot, tröste mich in aller Not! Benjamin Schmolck, g. 1672, + 1737. 16. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. Unsern Ausgang segne Gott, unsern Eingang gleichermaßen, segne unser täglich Brot, 17 iπ%ππ⁷⁰⁰ϰι, segne unser Tun und Lassen, segne uns mit sel'gem Sterben und mach uns zu Himmelserben! Hartmann Schenck, g. 1634, 1681. 17. Eigene Melodie. Psalm 84. 1. Wie lieblich ist doch, Herr, die Stätte, da deines Namens Ehre wohnt! O gib, daß ich sie gern betrete, weil da dein Segen die belohnt, die deines Wortes sich erfreun und dir des Herzens Andacht weihn. 2. Wohl dem, der dich in deiner Hütte, Gott, zu verehren Ernst beweist! Du hörst sein Lob und seine Bitte und stärkst mit neuer Kraft den Geist, daß er auf deiner Wahrheit Bahn rechtschaffen vor dir wandeln kann. 3. Dein Wort bleibt niemals ohne Segen, wenn man's nur recht zu Herzen nimmt. Es gibt uns Trost auf Trübsals⸗ wegen, die du zu unserm Heil bestimmt, es gibt im Kampf uns Mut und Kraft und ist ein Schwert, das Sieg verschafft. 4. Gott, laß auch mir dein Ant⸗ litz scheinen; dein Sabbath bring auch mir Ge⸗ winn, wenn andachtsvoll ich mit den Deinen 18 1. Sonn⸗ und Festtags⸗Lieder. vor dir an heil'ger Stätte bin. Laß dir das Lob, das wir dir weihn, ein angenehmes Opfer sein. 5. Ja, du bist Sonn und Schild den Frommen, du, Herr, gibst ihnen Gnad und Ehr; undwer nur erst zu dir gekommen, dem fehlt das wahre Glück nicht mehr. Was du verheißest, hältst du fest; wohl dem, der sich auf dich ver⸗ läßt. Unbekannt. 18. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 1. Zeige dich uns ohne Hülle, ström auf uns der Gnade Fülle, daß an diesem Gottestage unser Herz der Welt entsage, daß durch dich, der starb, vom uns Gefall'ne zu erlösen, Bösen deine glaubende Gemeine mit dem Vater sich vereine. 2. O daß frei von Erdenbürden und der Sünde Lasten würden uns're Seelen, unser Wille sanft wie diese Sabbathstille! Daß von fern in deinen Höhen wir des Lichtes Aufgang sähen, das die Sel'gen dort verkläret, wenn der Sabbath ewig währetl 3. Was ich strahlen seh am Throne, ist es nicht der Sieger Krone? Was von jenen Höh'n ich höre sind's nicht Überwinderchöre? Feiernd tragen sie die Palmen, ihrTriumph erschallt in Psalmen mit der deiner deines Mel. At 1. Au der Kö empfah den gre Ihr Ck laßt un ihm He mit hei 2. Au der Kö hinweg der He seht, w hochtrö da wir im Nac 3. A der Kö seid frü dort ko der He mit rei Unbekannt. liebe Seele. entsage, tarb, vom sen, Bösen meine vereine. rdenbürden en würden Wille bathstille! inen Höhen gang sähen, t verkläret, wig währet! nseh am Throne, zer Krone? h'n ich höre, nderchöre? die Palmen in Psalmen Herr, du selber wollst mich weihen diesem Sabbath deiner Treuen. 4. Decke meiner Blöße Schande mit dem festlichen Gewande deiner Unschuld, daß am Tage deines Mahls ich froh es wage, B. Festtagslieder(Advent). B. Sesttagslieder. 10 dort zu wandeln, wo voll Gnaden deine Schar du eingeladen, wo nicht mehr die Streiter rin⸗ wo sie Siegeslieder singen. gen, Fr. G. Klopstock, g. 1724, 4 1808. J. Advent. 19. Mel. Aus meines Herzens Grunde. 1. Auf, auf, ihr Reichsgenossen, der König kommt heran, empfahet unverdrossen den großen Wundermann! Ihr Christen, geht herfür, laßt uns vor allen Dingen ihm Hosianna singen mit heiliger Begier. 2. Auf ihr betrübten Herzen, der König ist gar nah; hinweg all Angst und Schmerzen, der Helfer ist schon da; seht, wie so mancher Ort hochtröstlich ist zu nennen, da wir ihn finden können, im Nachtmahl, Tauf und Wort. 3. Auf, auf, ihr Vielgeplagten, der König ist nicht fern; seid fröhlich, ihr Verzagten, dort kommt der Morgenstern; der Herr will in der Not mit reichem Trost euch speisen, er will euch Hilf erweisen, ja dämpfen gar den Tod. 4. Seid fromm, ihrUntertanen, der König ist gerecht. Laßt uns die Weg' ihm bahnen, macht sie zum Einzug recht. Fürwahr, er meint es gut, 19 drum lasset uns die Plagen, die er uns schickt, ertragen mit unerschrocknem Mut. 5. Frisch auf,ihr Hochbetrübten, der König kommt mit Macht; an uns, sein' Herzgeliebten, hat er schon längst gedacht. Nun wird kein Angst noch Pein noch Zorn hinfür uns schaden, dieweil uns Gott aus Gnaden läßt seine Kinder sein. 6. So eilt mit schnellen Schrit⸗ den König selbst zu sehn, lten, er kommt in uns're Mitten stark, herrlich, sanft und schön; nun tretet all heran, den Heiland zu begrüßen, der alles Kreuz versüßen und uns erlösen kann. 7. Der König will bedenken die, so er herzlich liebt, mit köstlichen Geschenken, als der sich selbst uns gibt durch seine Gnad und Wort. Ja, König, hoch erhoben, wir alle wollen loben dich freudig hier und dort. 8. Nun, Herr, du gibst uns reich lich wirst selbst doch arm und schwach⸗ du liebest unvergleichlich, 2* du gehst den Sündern nach; drum woll'n wir dir allein die Stimmen hoch erschwingen, dir Hosianna singen und ewig dankbar sein. Johann Rist, g. 1607, f 1667. 20. Eigene Melodie. 1. Dein König kommt in nie⸗ dern Hüllen, ihn trägt der lastbar'n Es'lin Füllen, Not ist es, daß du selbst hienieden kommst zu erneuen deinen Frie empfang ihn froh, Jerusalem! Trag ihm entgegen Friedens⸗ palmen, bestreu den Pfad mit grünen Hal⸗ men! So ist's dem Herren angenehm. 2. O mächt'ger Herrscher ohne Heere, gewalt' ger Kämpfer ohne Spee⸗ o Friedensfürst von großer(re, Macht! Es wollen dir der Erde Herren den Weg zu deinem Throne sper⸗ doch du gewinnst ihn ohne ren, Schlacht. 3. Dein Reich ist nicht von die⸗ ser Erden, doch aller Erde Reiche werden dem, das du gründest, untertan. Bewaffnet mit des Glaubens Worten zieht deine Schar nach den dier Orten der Welt hinaus und macht dir Bahn. 4. Und wo du kommest herge⸗ zogen, 20 1. Sonn⸗ und Festtags⸗Lieder. da ebnen sich des Meeres Wogen 3. es schweigt der Sturm, von dir— bedroht.& Du kommst, auf den empörten 555 Triften hat des Lebens neuen Bund zu stiß 4 Host und schlägst in Fessel Sünd und Rich Tod Herr 5. OHerr von großer Huld und 5. Treue 8 9 o komme du auch jetzt aufs neu zu uns, die wir sind schwer ven ain stört 6. 1 den dagegen sich die Welt empört. 6. O laß dein Licht auf Erder siegen die Macht der Finsternis erliege und lösch der Zwietracht Glim men aus daß wir, die Völker und die Thronen vereint als Brüder wieder woh nen in deines großen Vaters Haus Friedrich Rückert, g. 1789, 4 1865, 21. Eigene Melodie. 1. Gott sei Dank durch alle Well der sein Wort beständig hält und der Sünder Trost und Ral zu uns hergesendet hat! 2. Was der alten Väter Scha höchsterWunsch und Sehnen war was sie haben prophezeit, ist erfüllt in Herrlichkeit. reres Wogen rm, von dir bedroht. en empörten Triften Bund zu stif⸗ ten sel Sünd und etzt aufs neu d schwer ver stört elbst hienieden n deinen Frie den, Velt empört. cht auf Erden siegen ternis erliege ietracht Glim men aus ker und die Thronen er wieder woh nen Vaters Hauz „g. 1789, 1 1868 elodie. durch alle Welt ständig hält Trost und Ru et hat! en Väter Scha ndSehnen war ophezeit, rlichkeit. 3. Zions Hilf und Abrams Lohn, JakobsHeil, der JungfrauSohn, Friedefürst, Kraft, Rat und Held hat sich treulich eingestellt. 4. Sei willkommen, o mein Hosianna, o mein Teil!(Heil! Richte dir auch eine Bahn, Herr, in meinem Herzen an! 5. Zeuch, du Ehrenkönig, ein, es gehöret dir allein; mach es, wie du gerne tust, rein von aller Sündenlust! 6. Und gleich wie dein Ankunft war doller Sanftmut, ohn Gefahr, also sei auch jederzeit deine Sanftmut mir bereit! 7. Tröste, tröste meinen Sinn, weil ich schwach und blöde bin, und des Satans schlaue List sich gar hoch und kühn vermißt. 8. Laß mich, wenn du, Lebens⸗ fürst, prächtig wieder kommen wirst, freudig dir entgegen gehn und vor dir gerecht bestehn. Heinr. Held um 1650. 22. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. 1. Hosianna! Davids Sohn kommt in Zion eingezogen; ach bereitet ihm den Thron, setzt ihm tausend Ehrenbogen, streuet Palmen, machet Bahn, daß er Einzug halten kann. 2. Hofianna, sei gegrüßt! Komm, wir gehen dir entgegen; unser Herz ist schon gerüst't, B. Festtagslieder(Advent). 21 22—23 will sich dir zu Füßen legen. Zeuch zu unsern Toren ein, du sollst uns willkommen sein. 3. Hosianna, Friedefürst, Ehrenkönig, Held im Streite! Alles, was du schaffen wirst, das ist uns're Siegesbeute. Deine Rechte bleibt erhöht, und dein Reich allein besteht. 4. Hosianna, lieber Gast! Wir sind deine Reichsgenossen, die du dir erwählet hast; ach so laß uns unverdrossen deinem Scepter dienstbar sein, herrsche du in uns allein! 5. Hosianna! Steh uns bei! OHerr, hilf, laß wohl gelinger daß wir ohne Heuchelei dir das Herz zum Opfer bringen. Du nimmst keinen Jünger an der dir nicht gehorchen kann. 6. Hosianna! Laß uns hier an den Olberg dich begleiten, bis wir einstens für und für dir ein Psalmenlied bereiten; dort ist unser Bethphage: Hosianna in der Höh! 7. Hosianna nah und fern! Eile bei uns einzugehen, du Gesegneter des Herrn, warum willst du draußen stehen? Hosianna! Bist du da? Ja du kommst, Halleluja! Benjamin Schmolck, g. 1672, + 1737. 23. Mel. Ach was soll ich Sünder machen. 1. Kommst du, kommst du, Licht der Heiden? Ja du kommst und säumest nicht, 24 weil du weißt, was uns gebricht; o du starker Trost im Leiden, Jesu, meines Herzens Tür steht dir offen, komm zu mir! 2. Ja du bist bereits zugegen, duWeltheiland, Jungfraunsohn; meine Sinne spüren schon deinen gnadenvollen Segen, deines Geistes Wunderkraft, welche Frucht und Segen schafft. 3. Adle mich durch deine Liebe, Jesu, nimm mein Flehen hin, schaffe, daß mein Geist und Sinn sich in deinem Lieben übe; sonst zu lieben dich, mein Licht, steht in meinen Kräften nicht. 4. Jesu, rege mein Gemüte, Jesu, öffne mir den Mund, daß dich meines Herzens Grund innig preise für die Güte, die du mir, o Seelengast, lebenslang erwiesen hast. 5. Laß durch deines Geistes Gaben, Liebe, Glauben und Geduld, durch Bereuung meiner Schuld mich zu dir sein hocherhaben. Dann so will ich für und für Hosianna singen dir. Ernst Christ. Homburg, g. 1605, + 1681. 24. Eigene Melodie. 1. Macht hoch die Tür, die Tor macht weit, es kommt der Herr der Herrlich⸗ ein König aller Königreich,[keit, ein Heiland aller Welt zugleich, derHeil und Leben mit sich bringt; deshalben jauchzt, mit Freuden 22 . Sonn⸗ und Festtags⸗Lieder. Gelobet sei mein Gott,(singt. mein Schöpfer reich von Rat! 2. Er ist gerecht, einHelfer wert Sanftmütigkeit ist sein Gefährt sein Königskron ist Heiligkeit, sein Scepter ist Barmherzigkeit all uns're Not zum End er bringt deshalben jauchzt, mit Freuden Gelobet sei mein Gott,(singt mein Heiland groß von Tat! 3. O wohl dem Land, o woh der Stadt so diesen König bei sich hat! Wohl allen Herzen insgemein da dieser König ziehet ein! Er ist die rechte Freudensonn, bringt mit sich lauter Freud un Gelobet sei mein Gott,[Wonn mein Tröster früh und spat! 4. Macht hoch die Tür, die To macht weil eu'r Herz zum Tempel zubereit'! Die Zweiglein der Gottseligkei steckt auf mit Andacht, Lust um Freud so kommt der König auch zu euch ja Heil und Leben mit zugleich Gelobet sei mein Gott, voll Rat, voll Tat, voll Gnad 5. Komm, o mein Heiland Jes Chris mein's Herzens Tür dir offen ist ach zeuch mit deiner Gnade ein dein Freundlichkeit auch uns e⸗ schen Dein heil' ger Geist uns führ un lei den Weg zur ew'gen Seligkei Dem Namen dein, o Herr, sei ewig Preis und Ehr! Georg Weissel, g. 1590, 168 singt von Tat! nd, o woh der Stadt sich hat! insgemein r Freud un ott, Wom ind spat! Tür, die To macht weil el zubereit Gottseligkel cht, Lust um Freud auch zu euch mit zugleich zott, voll Gnad Heiland Jes Chris dir offen ist Gnade ein auch uns e schen uns führ un lei zen Seligkel o Herr, d Ehr! g. 1590, 4 163 25. Ev. Luk. 3, 8—5. Mel. Von Gott will ich nicht lassen. 1. Mit Ernst, oMenschenkinder, das Herz in euch bestellt; bald wird das Heil der Sünder, der wunderstarke Held, den Gott aus Gnad allein der Welt zum Licht und Leben versprochen hat zu geben, bei allen kehren ein. 2. Bereitet doch fein tüchtig den Weg dem großen Gast, macht seine Steige richtig, laßt alles, was er haßt; macht eben jeden Pfad, die Tal laßt sein erhöhet, macht niedrig, was hoch stehet, was krumm ist, macht gerad! 4. Ein Herz, das Demut liebet, bei Gott am höchsten steht; ein Herz, das Hochmut übet, mit Angst zu Grunde geht; ein Herz, das richtig ist und folget Gottes Leiten, das kann sich recht bereiten, zu dem kommt Jesus Christ. 5. Ach mache du mich Armen zu dieser heil'gen Zeit aus Güte und Erbarmen, Herr Jesu, selbst bereit! Zeuch in mein Herz hinein vom Stall und von der Krippen, so werden Herz und Lippen dir allzeit dankbar sein. Nach Val. Thilo d. Jüng., g. 1607, + 166 Mel. Aus meines Herzens Grunde. 1. Nun jauchzet all, ihr From⸗ men, B. Festtagslieder(Advent). 23 25—26 in dieser Gnadenzeit, weil unser Heil ist kommen, der Herr der Herrlichkeit; zwar ohne stolze Pracht, doch mächtig, zu verheeren und gänzlich zu zerstören des Teufels Reich und Macht. 2. Kein Scepter, keine Krone sucht er auf dieser Welt, im hohen Himmelsthrone ist ihm sein Reich bestellt. Er will hier seine Macht und Majestät verhüllen, bis er des Vaters Willen im Leiden hat vollbracht. 3. Ihr Mächtigen auf Erden, nehmt diesen König an, wollt ihr beraten werden und gehn die rechte Bahn, die nach dem Himmel führt; sonst, wo ihr ihn verachtet und nur nach Hoheit trachtet, des Höchsten Zorn euch rührt. 4. Ihr Armen und Elenden in dieser bösen Zeit, die ihr an allen Enden müßt haben Angst und Leid, seid dennoch wohlgemut, laßt eure Lieder klingen, dem König zu lobsingen, der ist eu'r höchstes Gut. 5. Er wird nun bald erscheinen in seiner Herrlichkeit und all eu'r Klag und Weinen verwandeln ganz in Freud. Er ist's, der helfen kann; 2. halt't eure Lampen fertig und seid stets sein gewärtig, er ist schon auf der Bahn. Mich. Schirmer, g. 1606, 4 1673. 7 27—8⁸ 27. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. 1. Nun kommt das neue Kir⸗ chenjahr, des freut sich alle Christenschar. Dein König kommt, drum freue du wertes Zion, ewiglich!(dich, Halleluja! 2. Wir hören noch das Gnaden⸗ wort vom Anfang wieder immerfort, das uns den Weg zum Leben weist; Gott sei für seine Gnad gepreist. Halleluja! 3. Gott, was uns deine Wahr⸗ heit lehrt, die unsern Glauben stets ver⸗ mehrt, laß in uns bleiben, daß wir dir Lob und Preis sagen für und für. Halleluja! 4. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, dem heil'gen Geist in einem Thron; der heiligen Dreieinigkeit sei Lob und Preis in Ewigkeit. Halleluja! Joh. Olearius, g. 1611, + 1684. 28. Mel. Werde munter, mein Gemüte; oder: Freu dich sehr, o meine Seele. 1. Warum willst du draußen stehen, du Gesegneter des Herrn? Laß dir, bei mir einzugehen, wohl gefallen, du mein Stern! Du mein Jesu, meine Freud, 1. Sonn⸗ und Festtags⸗Lieder. Helfer in der rechten Zeit, hilf, o Heiland, meinem Herzen von den Wunden, die mich schmer⸗ zen! 2. Meine Wunden sind der Jammer, welchen oftmals Tag und Nacht des Gesetzes starker Hammer mir mit seinem Schrecken macht. O der schweren Donnerstimm, die mir Gottes Zorn und Grimm also tief ins Herze schläget, daß sich all mein Blut beweget! 3. Will ich denn mein Elend lindern und erleichtern meine Pein bei der Welt und ihren Kindern, sink ich vollends tief hinein: da ist Trost, der mich betrübt, Freude, die mein Unglück liebt, Helfer, die mir Herzleid machen, gute Freunde, die mein lachen. 4. In der Welt ist alles nichtig, nichts ist, das nicht kraftlos wär; hab ich Hoheit, die ist flüchtig hab ich Reichtum, was ists mehr als ein Stücklein armer Erd? Hab ich Lust, was ist sie wert? Was ists, das mich heut erfreuet, das mich morgen nicht gereuet! 5. Aller Trost und alle Freude ruht in dir, Herr Jesu Christ; dein Erfreuen ist die Weide, da man erst recht fröhlich ist. Leuchte mir, o Freudenlicht, ehe mir mein Herze bricht, laß mich, Herr, an dir erquicken, Jesu komm, laß dich erblicken! 6. Freu dich, Herz, du bist er⸗ jetzo zeucht er bei dir ein; höret sein Gang ist zu dir gekehret, 24 Bleibs ists ge daß d ihn do Pau Mel. 1. W und w o aller o mein O Jesf mir sel damit, mir ku 2. Dae und gr und ic ermun Mein ich schmer⸗ zenl ind der Jammer, und Nacht scken macht. erstimm, lindern e Pein n Kindern, hinein: betrübt, iglück liebt, eid machen, ein lachen. llesnichtig aftlos wär; ist flüchtig 18 ists mehr mer Erd? st sie wert? eut erfreuet, cht gereuet! alle Freude esu Christ; e Weide, öhlich ist. denlicht, bricht, ir erquicken, erblicken! „du bist er⸗ ein;(höret, gekehret, heiß ihn nur willkommen sein und bereite dich ihm zu, gib dich ganz zu seiner Ruh, öffne dein Gemüt und Seele, klag' ihm, was dich drück und quäle. 7. Was du Böses hast began⸗ das ist alles abgeschafft:(gen, Gottes Liebe nimmt gefangen deiner Sünde Macht und Kraft. Christi Sieg behält das Feld, und was Böses in der Welt sich will wider dich erregen, wird zu lauter Glück und Segen. 8. Alles dient zu deinem From⸗ men, was dir bös und schädlich scheint, weil dich Christus angenommen und es treulich mit dir meint. Bleibst du dem nur wieder treu, ists gewiß und bleibt dabei, daß du mit den Engeln droben ihn dort ewig werdest loben. Paul Gerhardt, g. 1607, 4 1676. 29. Mel. Valet will ich dir geben. 1. Wie soll ich dich empfangen und wie begegn ich dir, o aller Welt Verlangen, o meiner Seele Zier? O Jesu, Jesu, setze mir selbst die Fackel bei, damit, was dich ergötze, mir kund und wissend sei. 2. Dein Zion streut dir Palmen und grüne Zweige hin, und ich will dir in Psalmen ermuntern meinen Sinn. Mein Herze soll dir grünen B. Festtagslieder(Advent). in stetem Lob und Preis und deinem Namen dienen, so gut es kann und weiß. 3. Was hast du unterlassen zu meinem Trost und Freud? Als Leib und Seele saßen in ihrem größten Leid, als mir das Reich genommen, da Fried und Freude lacht, da bist du, mein Heil, kommen und hast mich froh gemacht. 4. Ich lag in schweren Banden, du kommst und machst mich los; ich stand in Spott und Schanden, du kommst und machst mich groß und hebst mich hoch zu Ehren und schenkst mir großes Gut, das sich nicht läßt verzehren, wie irdisch Reichtum tut. 5. Nichts, nichts hat dich getrie⸗ zu mir vom Himmelszelt,[ben als das geliebte Lieben, damit du alle Welt in ihren tausend Plagen und großen Jammerlast, die kein Mund kann aussagen, so fest umfangen hast. 6. Das schreib dir in dein Herze, du hochbetrübtes Heer, bei denen Gram und Schmerze sich häuft je mehr und mehr; seid unverzagt, ihr habet die Hülfe vor der Tür, der eure Herzen labet und tröstet, steht allhier. 7. Ihr dürft euch nicht bemühen noch sorgen Tag und Nacht, wie ihr ihn wollet ziehen mit eures Armes Macht; er kommt, er kommt mit Willen, 25 ist voller Lieb und Lust, ——— 30 1. Sonn⸗ und Festtags⸗Lieder. all Angst und Not zu stillen, die ihm an euch bewußt. 8. Auch dürft ihr nicht erschrek⸗ vor eurer Sündenschuld,(ken nein, Jesus will sie decken mit seiner Lieb und Huld. Er kommt, er kommt den Sün⸗ dern zu Trost und wahrem Heil, schafft, daß bei Gottes Kindern verbleib ihr Erb und Teil. 9. Was fragt ihr nach dem Schreien der Feind und ihrer Tück? Der Herr wird sie zerstreuen 2. Weihnachten. 30. Mel. Lobt Gott, ihr Christen allzugleich. 1. Also hat Gott die Welt ge⸗ daß er aus freiem Trieb[liebt, uns seinen Sohn zum Heiland gibt. 25½ Wie hat uns Gott so lieb!: 2. Was sein erbarmungsvoller Rat schon in der Ewigkeit zu unserm Heil beschlossen hat, 2: vollführt er in der Zeit.: 3. Er, aller Menschen höchstes der alle segnen kann,[(Gut, nimmt, wie die Kinder, Fleisch und Blut, 2): doch ohne Sünde, an. ,: 4. Ich freue mich, mein Heil, in dir. Du nimmst mein Fleisch an dich. Was fehlt mir nun? Ist Gott mit mir, 2): wer ist dann wider mich? 2 205v801 in einem Augenblick. Er kommt, er kommt, ein König dem alle Macht und List Mel. der ganzen Welt zu wenig zum Widerstande ist. 1.2 10. Er kommt zum Weltge⸗ richte Das zum Fluch dem, der ihm flucht der te mit Gnad und süßem Lichte Es ist dem, der ihn liebt und sucht. es ist Ach komm, ach komm, o Sonne vond und hol uns allzumal 2. 9 zum ew'gen Licht und Wonne in deinen Freudensaal! von( Paul Gerhardt, g. 1607, 1676 ein z Der? amga 5. Du, Sohn des Allerhöchsten verspi wirst auch mir Rat, Kraft un) 3. Held mein Vater und mein Friedefürst 2): sowie das Heil der Welt.: 6. Was mir zum Seligsein ge bricht das, Herr, erwarbst du mir. Versöhnung, Leben, Trost und Licht 2): das hab ich nun an dir. 7. Dein Mangel wird mein reiches Teil dein Leiden stillt mein Leid. Durch deine Knechtsgestalt, mein Heil 2): gewinn ich Herrlichkeit.:: 8. Gelobt sei Gott, gelobt sein Sohn durch den er Gnad erweist. Lobt, Engel, ihn vor seinem Thron : Erheb ihn auch, mein Geist!; H. C. Hecker, g. 1699, 4 176 014. 4 * „Kraft unn Held Friedefürst ser Welt.:, Seligsein ge bricht tdu mir. „Trost und Licht an dir.: wird mein reiches Teil iein Leid. sgestalt, mein Heil lichkeit.:: t, gelobt sein Sohn, erweist. zor seinem Thron nein Geistl 1699, 174 31. Mel. Kommt her zu mir, spricht Gottes Sohn. 1. Brich an, du schönes Mor⸗ genlicht! Das ist der alte Morgen nicht, der täglich wiederkehret. Es ist ein Leuchten aus der Fern, es ist ein Schimmer, ist ein Stern, von dem ich längst gehöret. 2. Nun wird ein König, aller Welt von Ewigkeit zum Heil bestellt, ein zartes Kind geboren. Der Teufel hat sein altes Recht amganzen mens chlichen Geschlecht verspielt schon und verloren. 3. Der Himmel ist jetzt nimmer weit; es naht die sel'ge Gotteszeit der Freiheit und der Liebe. Wohlauf, du frohe Christenheit, daß jeder sich nach langem Streit in Friedenswerken übe! 4. Ein ewig festes Liebesband hält jedes Haus und jedes Land und alle Welt umfangen. Wir alle sind ein heil'ger Stamm, der Löwe spielet mit dem Lamm, das Kind am Nest der Schlan⸗ gen. 5. Wer ist noch, welcher sorgt und sinnt? Hier in der Krippe liegt ein Kind mit lächelnder Gebärde. Wir grüßen dich, du Sternenheld: Willkommen, Heiland allerWelt, willkommen auf der Erde! Max von Schenkendorf, g. 1783, + 1817. B. Festtagslieder(Weihnachten). 31—33 Mel. Aus meines Herzens Grunde. 1. Der heil' geChrist ist kommen, der süße Gottessohn, des freun sich alle Frommen am höchsten Himmelsthron; auch was auf Erden ist, muß preisen hoch und loben mit allen Engeln droben den lieben heil'gen Christ. 2. Das Licht ist aufgegangen, die lange Nacht ist hin, die Sünde ist gefangen, erlöset ist der Sinn, die Sündenangst ist weg, und Liebe und Entzücken baun weite Himmelsbrücken aus jedem schmalsten Steg. 3. Verwaiset sind die Kinder nicht mehr und vaterlos, Gott rufet selbst die Sünder in seinen Gnadenschoß; er will, daß alle, rein von ihren alten Schulden, vertrauend seinen Hulden, gehn in den Himmel ein. 4. Drum freuet euch und preiset, ihr Kindlein fern und nah! Der euch den Vater weiset, der heil'ge Christ ist da; er ruft so freundlich drein mit süßen Liebesworten: Geöffnet sind die Pforten, ihr Kinder, kommt herein! Ernst Moritz Arndt g. 1769, 4 1860. 33. Mel. Vom Himmel hoch. 1. Dies ist der Tag, den Gott gemacht, 27 sein werd in aller Welt gedacht, 34 1. Sonn⸗ und Festtags⸗Lieder. ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist. 2. Die Völker haben dein ge⸗ harrt, bis daß die Zeit erfüllet ward; da sandte Gott von seinem Thron das Heil der Welt, dich, seinen Sohn. 3. Wenn ich dies Wunderfassen will, so steht mein Geist vor Ehrfurcht erbetet an und er ermißt, Istill; daß Gottes Lieb unendlich ist. 4. Damit der Sünder Gnad er⸗ hält, erniedrigst du dich, Herr der Welt, nimmst selbst an unsrer Mensch⸗ heit teil, erscheinst im Fleisch und wirst uns Heil. 5. Dein König, Zion, kommt zu dir; „Ich komm, im Buche steht von mir: Gott, deinen Willen tu ich gern.“ Gelobt sei, der da kommt im Herrn! 6. Herr, der du Mensch geboren wirst, Immanuel und Friedefürst, auf den die Väter hoffend sahn, dich, Gott, mein Heiland, bet ich an. 7. Du unser Heil und höchstes Gut, vereinest dich mit Fleisch und Blut, wirst unser Freund und Bruder hier, und Gottes Kinder werden wir. 2 — 8. Gedanke voller Majestät, du bist es, der das Herz erhöht! Gedanke voller Seligkeit, du bist es, der das Herz erfreut. 9. Durch Eines Sünde fiel die Welt, ein Mittler ist's, der sie erhält. Was zagt der Mensch, wenn der ihn schützt, der in des Vaters Schoße sitzt? 10. Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erfuhrt, den Tag der heiligsten Geburt, und Erde, die ihn heute sieht, sing ihm, dem Herrn, ein neues Lied! 11. Dies ist der Tag, den Gott gemacht, sein werd in aller Welt gedacht, ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist. Chr. F. Gellert, g. 1715, 4 1769, 34. Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. 1. Dies ist die Nacht, da mir er⸗ schienen des großen Gottes Freundlichkeitz das Kind, dem alle Engel dienen, bringt Licht in meine Dunkelheit, und dieses Welt⸗ und Himmels⸗ licht weicht hunderttaufend Sonnen nicht. 2. Laß dich erleuchten, meine Seele, versäume nicht den Gnadenschein! DerGlanz in diefer kleinenHöhle streckt sich in alle Welt hinein, 8 sonst! willst so dar 5. O bestra Dein9 und le wie ic und sa Kasp. 1 kajestät, rz erhöht! eit, te sieht, wein neues Lied! Erden ist. 715, + 1769, zungen hätte. t, da mir er⸗ schienen undlichkeit; igel dienen, Dunkelheit, Himmels⸗ licht id Sonnen nicht. ten, meine Seele, ziadenschein einenHöhle elt hinein, er treibet weg der Hölle Macht, der Sünde und des Kreuzes Nacht. 3. In diesem Lichte kannst du sehen das Licht der klaren Seligkeit; wenn Sonne, Mond und Stern vergehen, vielleicht in einer kurzen Zeit, wird dieses Licht mit seinem Schein dein Himmel und dein alles sein. 4. Laß nur indessen helle schei⸗ nen dein Glaubens⸗ und dein Liebes⸗ licht; mit Gott mußt du es treulich mei⸗ nen, sonst hilft dir diese Sonne nicht; willst du genießen diesen Schein, so darfst du nicht mehrdunkel sein. 5. Drum, Jesu, schöne Weih⸗ nachtssonne, bestrahle mich mit deiner Gunst! Dein Licht sei meine Weihnachts⸗ wonne und lehre mich die Weihnachts⸗ kunst, wie ich im Lichte wandeln soll und sei des Weihnachtsglanzes voll. Kasp. Friedr. Nachtenhöfer, g. 1624, 7+ 1685. 35. Mel. Vom Himmel hoch. 1. Du lieber heil'ger, frommer Christ, der für uns Kinder kommen ist, damit wir sollen weiß und rein und rechte Kinder Gottes sein! 2. Du Licht, vom lieben Gott gesandt B. Festtagslieder(Weihnachten). 29 35—36 in unser dunkles Erdenland, du Himmelskind und Himmel⸗ schein, damit wir sollen himmlisch sein! 3. Du lieber heil'ger, frommer Christ, weil heute dein Geburtstag ist, drum ist auf Erden weit und breit bei allen Kindern frohe Zeit. 4. O segne mich, ich bin nochklein, o mache mir das Herze rein, o bade mir die Seele hell in deinem reichen Himmelsquell! 5. Daß ich wie Engel Gottes sei in Demut und in Liebe treu, daß ich dein bleibe für und für, duheil' gerChrist, das schenke mir! Ernst Moritz Arndt, g. 1769, 4 1860. 36. Mel. Vom Himmel hoch. 1. Empor zu Gott, mein Lob⸗ gesang! Er, dem das Lied der Engel klang, der hohe Freudentag ist da! Lobsinget, Gottes Heil ist nah! 2. Vom Himmel kam in dunkler Nacht, der uns des Lebens Licht gebracht. Nun leuchtet uns ein milder Strahl, wie Morgenrot im dunklen Tal. 3. Er kam, des Vaters Eben⸗ bild, vom armen Pilgerkleid umhüllt, und führet uns mit sanfter Hand, ein treuer Hirt, ins Vaterland. 4. Er, der im Himmel herrlich thront, hat unter uns als Mensch ge⸗ wohnt, 37—39 1. Sonn⸗ und Festtags⸗Lieder. damit auch wir ihm werden gleich auf Erden und im Himmelreich. 5. Er leitet auf des Himmels Bahn uns, seiner Brüder Schar, hinan und wandelt unser Pilgerkleid in Sternenglanz undHerrlichkeit. 6. Empor zu Gott, mein Lob⸗ gesang! Er, dem das Lied derEngel klang, der hohe Freudentag ist da! Lobsinget, Gottes Heil ist nah! Friedrich Adolf Krummacher, g. 1767, + 1845. 37. Mel. Lobt Gott, ihr Christen allzugleich. 1. Er kommt er kommt, derstarke Held, voll göttlich staͤrker Macht! Sein Arm zerstreut, sein Blick er⸗ hellt 25: des Todes Mitternacht. 2. Wer kommt, wer kommt, wer ist der Held voll göttlich starker Macht? Messias ist's! Lobsing ihm Welt 3: Dir wird dein Heil gebracht. 2: 3. Dir, Menschgewordner, sin⸗ gen wir Anbetung, Preis und Dank. An deiner Krippe schalle dir 2 der Erde Lobgesang! Daniel Schiebler, g. 1741, 1771. 38. Eigene Melodie. 1. Es ist ein Ros entsprungen als uns die Alten sungen; von Jesse kam die Art und hat ein Blümlein bracht Wonn Chris mitten im kalten Winter 5in Fe wohl zu der halben Nacht. Ich be 2. Das Röslein, das ich meine, Aerte davon Jesaias sagt, So la hat uns gebracht alleine Marie, die reine Magd, 11 aus Gottes ew'gem Rat Frend hat sie ein Kind geboren Christu wohl zu der halben Nacht. Wonne 3. O Jesu, bis zum Scheiden Ehrist aus diesem Jammertal +. Je laß deine Hilf uns leiten ferner hin in den Freudensaal schenke, in deines Vaters Reich, Adsder da wir dich ewig loben. + de O Gott, uns das verleih! 20. Vor 1600, Christu 39. Wonne Eigene Melodie.— rist. 1. Freuet euch, ihr Christen alle, freue sich, wer immer kann, Gott hat viel an uns getan! Freuet euch mit großem Schalle, daß er uns so hoch geacht't, sich mit uns befreund't gemacht. Freude, Freude über Freude: Christus wehret allem Leide. Wonne, Wonne über Wonne: Christus ist die Gnadensonne. 2. Siehe, siehe meine Seele, wie dein Heiland kommt zu dir, brennt in Liebe für und für, daß er in der Krippe Höhle harte lieget dir zu gut, dich zu lösen durch sein Blut. Freude, Freude über Freude: aus einer Wurzel zart, 30 Christus wehret allem Leide. en; bracht er icht. ich meine, r Wonne: densonne. ne Seele, Wonne, Wonne über Wonne: Christus ist die Gnadensonne. 3. Jesu, wie soll ich dir danken? Ich bekenne, daß von dir meine Seligkeit herrühr. So laß mich von dir nicht wan⸗ nimm mich dir zu eigen hin, ken, so empfindet Herz und Sinn Freude, Freude über Freude: Christus wehret allem Leide. Wonne, Wonne über Wonne: Christus ist die Gnadensonne. 4. Jesu, nimm dich deiner Glie⸗ ferner auch in Gnaden an, der schenke, was man bitten kanu, zu erquicken deine Brüder, gib der ganzen Christenschar Friede und ein sel'ges Jahr! Freude, Freude über Freude: Christus wehret allem Leide. Wonne, Wonne über Wonne: Christus ist die Gnadensonne. Christ. Keymann, g. 1607, 1662. 40. Eigene Melodie. 1. Fröhlich soll mein Herze springen dieser Zeit, da vor Freud alle Engel singen. Hört, hört, wie mit vollen Cho⸗ alle Luft laute ruft: ren Christus ist geboren. 2. Heute geht aus seiner Kam⸗ Gottes Held, der die Welt(mer reißt aus allem Jammer. Gott wird Mensch, dir, Mensch, zu gute, Gottes Kind das verbind't sich mit unserm Blute. B. Festtagslieder(Weihnachten). 81 40 3. Nun, er liegt in seiner Krip⸗ ruft zu sich mich und dich, lpen, spricht mit süßen Lippen: Lasset fahren, lieben Brüder, was euch quält, was euch fehlt, ich bring alles wieder. 4. Ei so kommt und laßt uns laufen, stellt euch ein, groß und klein, eilt mit großen Haufen. Liebt den, der vor Liebe brennet, schaut den Stern, der euch gern Licht und Labsal gönnet. 5. Die ihr schwebt in großen sehet, hier ist die Tür,[Leiden, zu den wahren Freuden. Faßt ihn wohl, er wird euch füh⸗ an den Ort, da hinfort ren euch kein Kreuz wird rühren. 6. Wer sich fühlt beschwert im Herzen, wer empfind't seine Sünd und Gewissensschmerzen, sei getrost: hie wird gefunden, der in Eil machet heil auch die tiefsten Wunden. 7. Die ihr arm seid und elende, kommt herbei, füllet frei eures Glaubens Hände: Hier sind alle guten Gaben und das Gold, da ihr sollt euer Herz mit laben. 8. Süßes Heil, laß dich umfan⸗ laß mich dir, meine Zier,(gen, unverrückt anhangen! Du bist meines Lebens Leben; nun kann ich mich durch dich wohl zufrieden geben. 9. Ich will dich mit Fleiß be⸗ ich will dir leben hier[wahren, und mit dir heimfahren. 41—42 Mit dir will ich endlich schweben voller Freud ohne Zeit dort im andern Leben. Paul Gerhardt, g. 1607, 4 1676. 41. Eigene Melodie. 1. Gelobet seist du, Jesu Christ, daß du Mensch geboren bist von einer Jungfrau, das ist wahr, des freuet sich der Engel Schar. Kyrieleis! 2. Des ew'gen Vaters einig Kind jetzt man in der Krippe find't; in unser armes Fleisch und Blut verkleidet sich das ew'ge Gut. Kyrieleis! 3. Den aller Welt Kreis nie be⸗ schloß, der liegt in Marien Schoß; er ist ein Kindlein worden klein, der alle Ding erhält allein. Kyrieleis! 4. Das ew'ge Licht geht da her⸗ ein, gibt der Welt ein neuen Schein; es leucht wohl mitten in der Nacht und uns desichtes Kinder macht. Kyrieleis! 5. Der Sohn des Vaters, Gott von Art, ein Gast in der Welt hie ward und führt uns aus dem Jammer⸗ tal, er macht uns Erb'n in seinem Kyrieleis! Saal. 6. Er ist auf Erden kommen daß er unser sich erbarm sarm, und in dem Himmel mache reich 1. Sonn- und Festtags⸗Lieder. und seinen lieben Engeln gleich. Kyrieleis! 7. Das hat er alles uns getan sein groß Lieb zu zeigen an, des freu sich alle Christenheit und dank ihm des in Ewigkeit Kyrieleis! Martin Luther, g. 1483, 4 1540 42. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit 1. Ich steh an deiner Krippe o Jesu, du mein Leben,(hier ich komme, bring und schenke dir was du mir hast gegeben. Nimm hin, es ist mein Geist un Sinn Herz, Seel und Mut, nimm alle und laß dir's wohlgefallen! hin 2. Du hast mit deiner Lieb en mein Adern und Geblüte; füll dein schöner Glanz, dein süßes Bilh liegt mir ganz im Gemüte. Und wie mag es auch anders sein wie könnt ich dich, o Herze mein aus meinem Herzen lassen? 3. Da ich noch nicht geboren da bist du mir geboren(war und hast mich dir zu eigen gar eh ich dich kannt, erkoren. Eh ich durch deine Hand gemacht da hast du schon bei dir bedach wie du mein wolltest werden. 4. Ich lag in tiefster Todes⸗ du warest meine Sonne, nach die Sonne, die mir zugebracht Licht, Leben, Freud und Wonn O Sonne, die das werte Licht des Glaubens in mir zugericht! wie schön sind deine Strahlen! 32 5. Ich und kan und wei so tu ich O daß und mei daß ich 6. Wo mit Lob die Aug nach miꝛ Der voll schön ist dies' RAu 7. O da soll in d Für edle gehören Ach Heu Samt, 4 dies Ki 8. Neh ich will daß mei auf lieb mit Rof aus sch von obe 9. Zur viel wei die solle im Schlj Doch lie In gleich, 8 getan, en an, tenheit Ewigkeit 53, 4 1546 der Zeit Krippe n,(hier chenke dir ben. Geist un Sinn imm alle allen! hin er Lieb en lüte; füll dein süßes Bili emüte. mders sein herze mein lassen? t geboren en(war eigen gat oren. nd gemacht dir bedach t werden. er Todes⸗ nne, nach zugebracht ind Wonn verte Licht zugerichti Strahlenl B. Festtagslieder(Weihnachten). 5. Ich sehe dich mit Freuden an und kann mich nicht satt sehen, und weil ich nun nichts weiter so tu ich, was geschehen.[kann, O daß mein Sinn ein Abgrund wär, und meine Seel ein weites Meer, daß ich dich möchte fassen! 6. Wo nehm ich Weisheit und Verstand, mit Lobe zu erhöhen die Auglein, die so unverwandt nach mir gerichtet stehen? Der volle Mond ist schön und klar, schön ist der güldnen Sterne Schar, dies' Auglein sind viel schöner. 7. O daß doch ein so lieber Stern soll in der Krippe liegen! Für edle Kinder großer Herrn gehören güldne Wiegen. Ach Heu und Stroh ist viel zu schlecht, Samt, Seide, Purpur wären recht, dies Kindlein drauf zu legen. 8. Nehmt weg das Stroh, nehmt weg das Heu, ich will mir Blumen holen, daß meines Heilands Lager sei auf lieblichen Violen; mit Rosen, Nelken, Rosmarin aus schönen Gärten will ich ihn von oben her bestreuen. 9. Zur Seite will ich hie und dar viel weiße Lilien stecken, die sollen seiner Auglein Paar im Schlafe sanft bedecken. Doch liebt viel mehr das dürre Gras 43 dies Kindelein als alles das, was ich hier nenn und denke. 10. Du fragest nicht nach Lust der Welt noch nach des Leibes Freuden; du hast dich bei uns eingestellt an unsrer Statt zu leiden, suchst meiner Seele Herrlichkeit durch dein selbst eignes Herzeleid, das will ich dir nicht wehren. 11. Eins aber, hoff ich, wirst du mir, mein Heiland, nicht versagen: daß ich dich möge für und für in, bei und an mir tragen. So laß mich doch dein Kripplein sein, komm, komm und lege bei mir ein dich und all deine Freuden! 12. Zwar sollt ich denken, wie ich dich bewirten werde;(gering du bist der Schöpfer aller Ding, ich bin nur Staub und Erde. Doch bist du so ein frommer Gast, daß du noch nie verschmähet hast den, der dich gerne siehet. Paul Gerhardt, g. 1607, 7 1676. 43. Eigene Melodie. 1. Ihr Kinderlein kommet, o kommet doch all, zur Krippe her kommet in Bethlehems Stall und seht, was in dieser hochheiligen Nacht der Vater im Himmel für Freude uns macht. 2. O seht in der Krippe im nächtlichen Stall, 33 3 seht hier bei des Lichtleins hellglänzendem Strahl in reinlichen Windeln das himmlische Kind, viel schöner und holder, als Engel es sind. 3. Da liegt es, ihr Kinder, auf Heu und auf Stroh, Marie und Joseph betrachten es froh, die redlichen Hirten knien betend davor, hoch oben schwebt jubelnd der Engelein Chor. 4. O beugt wie die Hirten anbetend die Knie, erhebet die Händlein und danket wie sie: Stimmt freudig, ihr Kinder, wer wollt sich nicht freu'n? Stimmt freudig zum Jubel der Engel mit ein. 5. O betet: Du liebes, du göttliches Kind, was leidest du alles für unsere Sünd! Ach hier in der Krippe schon Armut und Not, am Kreuze dort gar noch den bitteren Tod. 6. So nimm unsre Herzen zum Opfer denn hin, wir geben sie gerne mit fröhlichem Sinn. Ach mache sie heilig und selig wie deins und mach sie auf ewig mit deinem in eins. Christoph von Schmid, g. 1768,71854. 1. Sonn⸗ und Festtags⸗Lieder. 44. Eigene Melodie. 1. Kommt und laßt uns Christum ehren Herz und Sinnen zu ihm kehren singet fröhlich, laßt euch hören wertes Volk der Christenheit! 2. Sünd und Hölle mag sich grämen Tod und Teufel mag sich schämen wir, die unser Heil annehmen, werfen allen Kummer hin. 3. Sehet, was hat Gott gegeben Seinen Sohn zum ew'gen Leben Dieser kann und will uns heben aus dem Leid ins Himmels Freud 4. Seine Seel ist uns gewogen Lieb und Gunst hat ihn gezogen uns, die Satanas betrogen, zu besuchen aus der Hoͤh. 5. Jakobs Stern ist auf⸗ gegangen stillt das sehnliche Verlangen, bricht den Kopf der alten Schlangen und zerstört der Hölle Reich. 6. O du hoch gesegn'te Stunde da wir das von Herzensgrund gläuben und mit unserm Mund danken dir, o Jesulein! 7. Schönstes Kindlein in den Stalle sei uns freundlich, bring uns all⸗ dahin, da mit süßem Schalle dich der Engel Heer erhöht. Paul Gerhardt, g. 1607, 4 1675 3⁴ 1. Lol in seine der heu 25·und se 2. Er und wit er liegt Nhine 3. Er wird ni und nir zu der 4. Er Fleisch und gib die k 5. Er das mo Wie kö 27: das 6. He zum sch der Ch 2) Got gewogen gezogen gegangen rlangen Uten Schlangen Reich. te Stunde ensgrund rm Munde n! in in den Stalle ing uns all⸗ 1 Schalle erhöht. 307, 1 167 45. Eigene Melodie. 1. Lobt Gott, ihr Christen all⸗ zugleich, in seinem höchsten Thron, der heut schleußt auf sein Him⸗ 1 : und schenkt uns seinen Sohn.:, 2. Er kommt aus seines Vaters Schoß und wird ein Kindlein klein, er liegt dort elend, nackt und bloß 2: in einem Krippelein. 3. Er äußert sich all seiner G'walt, wird niedrig und gering und nimmt an sich eins Knechts Gestalt 23: der Schöpfer aller Ding. 4. Er wechselt mit uns wun⸗ derlich, Fleisch und Blut nimmt er an und gibt uns in seins Vaters Reich 25; die klare Gottheit dran.: 5. Er wird ein Knecht und ich ein Herr, das mag ein Wechsel sein! Wie könnt er doch sein freund⸗ nicher, das herze Jesulein.: 160. Heut schleußt er wieden auf der Cherub steht nicht mehr da⸗ die Tür zum schönen Paradeis, für. 2:: Gott sei Lob, Ehr und Preis!: Nikolaus Hermann 7 1904 B. Festtagslieder Weihnachten). 35 45—47 46. Eigene Melodie. 1. Nun singet und seid froh, jauchzt all und saget so: Unsers Herzens Wonne liegt in der Krippe bloß und leucht't doch als die Sonne in seiner Mutter Schoß. 2): Du bist A und O 2: 2. Sohn Gottes in der Höh, nach dir ist mir so weh, tröst mir mein Gemüte, o Kindlein zart und rein, durch alle deine Güte, o liebstes Jesulein, 2): zeuch mich hin nach dir. 2: 3. Groß ist des Vaters Huld, der Sohn tilgt unsre Schuld. Wir war'n all verdorben durch Sünd und Eitelkeit, so hat er uns erworben mie ew' ge Himmelsfreud; „ach wären wir doch dal: 277 34. Wo ist der Freudenort? Ach nirgends mehr als dort, da die Engel singen zusamt den Heil'gen all, und wo die Psalmen klingen im hohen Himmelssaal. Ach wären wir doch da! 2,: Nach demLateinischen In duloijubilo. 1646. 47. Mel. O sanctissima. 1. O du fröhliche, o du selige, * Weihnachts⸗ : Welt ging verloren, lzeit! 3* 48 1. Sonn⸗ und Festtags⸗Lieder. Christ ist geboren; freue freue dich,o Christenheitl:: 2. O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachts⸗ 2): Christ ist erschienen,(zeit! uns zu versühnen; freue, freue dich, o Christen⸗ 3. O du fröhliche, bheit! 2: o du selige, aneh nbringene Weihnachts⸗ n König der Ehren,[zeit! dich woll'n wir hören. Freue,freue dich, oChristenheitl:: Joh. Daniel Falk, g. 1768, 4 1826. 48. Eigene Melodie. 1. O Liebe, die den Himmel hat zerrissen, die sich zu mir ins Elend nieder⸗ ließ, was für ein Trieb hat dich be⸗ wegen müssen, der dich zu mir ins Jammertal verwies? Die Liebe hat es selbst getan, sie schaut als Mutter mich in meinem Jammer an. 2. Die Liebe ist so groß in dei⸗ nem Herzen, daß du für mich das größte Wun⸗ der tust; die Liebe macht dir meinetwegen Schmerzen, daß mir zu gut du unter Dornen O unerhörter Liebesgrad,(ruhst. der selbst des Vaters Wort ins Fleisch gesenket hat! 3. Die Liebe ist mein Anver⸗ wandter worden, mein Bruder ist selbst die Barm⸗ herzigkeit, der Gottheit Quell lebt nun in meinem Orden, die Ewigkeit vermählt 928 mit er Zeit, das Leben selbst ist Measc ge⸗ bor'n, der Glanz der Herrlichkeit, das Licht, das wir verlor'n. 4. In ihm wird nun die Mensch⸗ heit ausgesöhnet, die Reinigkeit der Seele wieder⸗ bracht; sie wird als Braut der Gottheit nun gekrönet, da sie der Himmel selbst so ange⸗ lacht. Die Menschheit wird nun ganz erneut und als ein reiner Thron der Gott⸗ heit eingeweiht, 5. Die Weisheit spielt nun wie⸗ der auf der Erden,) dadurch das Paradies im Men⸗ schen grünt; nun können wir aus Gott geboren werden, weil die Geburt des Herren dazu dient; die neugebor? ne Seele spürt, daß sie ein andrer Geist aus ihrem Ursprung rührt. „ Sprüche 8, 30. 31. 6. Kein Elend kann nun unserm Herzen schaden, Immanuel ist bei uns in der Not. Ich gehe nur zu ihm, dem Quell der Gnaden, so dient mir selbst das Elend und der Tod; 36 der Jam der mir i 7. Die dieweil Was sch weil Chr Immant er läßt d 8. Ich viel Reic ich bin m den ich in Ich bin weil mick 9. Auf, erfreue di Des Him und der 2 O ewig, daß ich ir Chr. Fr. R die Barm⸗ herzigkeit, t nun in m Orden sich mit der Zeit, ensch ge⸗ bor'n, keit, das verlor'n. ie Mensch⸗ sgesöhnet, le wieder⸗ bracht; Gottheit gekrönet st so ange⸗ lacht. nun ganz erneut n der Gott⸗ ngeweiht, tnun wie⸗ Erden,) im Men⸗ en grünt; tt geboren werden, rren dazu dient; spürt, aus ihrem ing rührt. un unserm n schaden, n der Not. dem Quell Gnaden, Flend und der Tod; B. Festtagslieder(Weihnachten). der Jammer hängt mir nur noch an, der mir in Christo doch nicht schäd⸗ lich werden kann. 7. Die Sünde kann mich auch nicht mehr verdammen, dieweil sie selbst durch ihn ver⸗ dammet ist. Was schaden nun der Seele ihre Flammen, weil Christi Blut und Wasser in sie fließt? Immanuel löscht ihren Trieb, er läßt die Seele nicht, er hat sie viel zu lieb. 8. Ich habe nun ein ewig Leben funden, viel Reichtum, Ehr und Wonne schenkt er mir; ich bin mit ihm, er ist mit mir ver⸗ bunden, den ich in mir mit Liebeswirkung spür. Ich bin vergnügt und ganz ge⸗ stillt, weil mich der laut're Strom aus seiner Lieb erfüllt. 9. Auf, auf, mein Geist, vergiß die Trauerlieder, erfreue dich in dieserLiebesmacht! Des Himmels Kraft und Glanz bestrahlt dich wieder, und der Verlust ist völlig wieder⸗ bracht. O ewig, ewig wohl ist mir, daß ich in Christo nun ein Wohl⸗ gefallen spür. Chr. Fr. Richter, geb. 1676, f 1711. 37 49 49. Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. 1. Seht, Gottes Gnade ist er⸗ schienen, sein lieber Sohn ist Mensch ge⸗ bor'n, desHeils kann jeder sich bedienen, hier wird ersetzt, was war ver⸗ lor'n. Das Kind hat euch nun wieder⸗ bracht die Kindschaft, die euch selig macht. 2. Doch der für euch ist Mensch geboren, muß auch in euch geboren sein, sonst hilft's euch nicht, daß er er⸗ koren von Gott, zu helfen euch aus Pein; wohl dem, in dem dies Wunder⸗ kind in rechter Art Gestalt gewinnt. 3. Wenn ihr denn wollt noch hier auf Erden für solche Lieb Gott dankbar sein, müßt ihr auch neu geboren wer⸗ den, sonst ist eu'r Dank nur Heuchel⸗ schein. Wer seinem Gott will danken recht, der bleibe nicht der Sünden Knecht. 4. Drum kehret um, seid wie die Kinder, hinweg mit dem Hochmütigsein; bedenket wohl, ihr armen Sün⸗ der, wie euch zu gut Gott selbst wird klein: —....—..—.—.—.ee 50—51 ach folget diesem Beispiel nach, daß euch dies Kind recht nützen mag. 5. O Jesu, meiner Seele Leben, belebe mich zu deiner Ehr, ich will dir nicht mehr widerstre⸗ dich lieb ich über alles sehr; Iben, ach laß mich immer willig sein, mein Herze dir zu räumen ein. 6. Gib mir dein Herz! hast du befohlen, drum geb ich's dir zum Opfer hin. Es ist dir zwar gar nicht ver⸗ hohlen, wie weit es noch von deinem Sinn, du aber bist der rechte Mann, der Herz und Sinnen ändern kann. 7. So bilde denn dein schönes Wesen, o Jesu, in mein armes Herz, das du dir selbst hast auserlesen, zünd darin an die Glaubenskerz, so wird vergeh'n die dunkleNacht, die Adams Fall ins Herz ge⸗ bracht. 8. Die teure Lieb, die dich ge⸗ zogen aus dem gestirnten Himmelssaal, die teure Lieb, die dich bewogen zu kommen in das Jammertal, die ziehe mich von allem ab, daß ich dir treu sei bis ins Grab. 9. So kann ich denn in jenem Leben mit Engeln und der frommen Schar zu deinem Lob die Stimm er⸗ heben, ohne Ende singen immerdar: 1. Sonn⸗ und Festtags⸗Lieder. Ich danke dir, Herr Jesu Christ, daß du ein Mensch geboren bist! Sophie Eleonore, Herzogin v.Braun⸗ schweig, g. 1674, 1 1711. 50. Eigene Melodie. 1. Stille Nacht, heilige Nachtl Alles schläft, einsam wacht nur das traute hochheilige Paar. Holder Knabe im lockigen Haar, 2): schlaf in himmlischer Ruhlꝛn 2. Stille Nacht, heilige Nachtl Hirten erst kund gemacht; durch der Engel Halleluja tönt es laute von ferne und nah: 2): Christ, der Retter ist da.: 3. Stille Nacht, heilige Nacht! Gottes Sohn, o wie lacht Lieb aus deinem göttlichen ö Mund, da uns schläget die rettende Stund, 23 Christ, in deiner Geburt!: Joseph Mohr, g. 1792, 4 1848. 51. Eigene Melodie. 1. Vom Himmel hoch da komm ich her, ich bring euch gute neue Mär; der guten Mär bring ich so viel, davon ich sing'n und sagen will 2. Euch ist ein Kindlein heut gebor'n von einer Jungfrau auserkor'n ein Kindelein so zart und fein; das soll eu'r Freud und Wonne sein. 3. Es ist der Herr Christ unser Gott 38 der wil er will von al 4. Er die Go daß ihr sollt le 5. Se die Kri da find das all 6. De und mi zu seh' mit sein 7. Meo was lie Wes ist Es ist 8. Wi Den S und ko wie sol! 9. Ac wie bis daß dud davon 10. U von Ed so wär zu sein 11. D das ist su Christ, vren bistl v. Braun⸗ 711. ge Nachtl hacht ige Paar. gen Haar, Ruh l ꝛn ge Nachtl cht; luja und nah: st da. 25 ige Nachtl acht lichen Mund, ttende Stund zeburt!: 792, + as. e. h da komm ich her eue Mär; ich so viel sagen will⸗ Aein heut gebor'n auserkor'n, und fein; ind Wonne sein. Hrist unser Gott B. Festtagslieder(Weihnachten). der will euch führ'n aus aller Not, er will eu'r Heiland selber sein, von allen Sünden machen rein. 4. Er bringt euch alle Seligkeit, die Gott der Vater hat bereit, daß ihr mit uns im Himmelreich sollt leben nun und ewiglich. 5. So merket nun das Zeichen recht, die Krippe, Windelein so schlecht, da findet ihr das Kind gelegt, das alle Welt erhält und trägt. 6. Des laßt uns alle fröͤhlich sein und mit den Hirten geh'n hinein, zu seh'n, was Gott uns hat be⸗ schert, mit seinem lieben Sohn verehrt. 7. Merk auf, mein Herz, und sieh dort hin: was liegt doch in demKrippelein? Wes ist das schöne Kindelein? Es ist das liebe Jesulein. 8. Willkommen sei, du edler Gastl Den Sünder nicht verschmähet haß und kommst ins Elend her zu mir; wie soll ich immer danken dir? 9. Ach Herr, du Schöpfer aller Ding, wie bist du worden so gering, daß du da liegst auf dürrem Gras, davon ein Rind und Esel aß. 10. Und wär die Welt vielmal so weit, von Edelstein und Gold bereit't, so wär sie dir doch viel zu klein, zu sein ein enges Wiegelein. 11. Der Sammet und die Seide dein, das ist grob Heu und Windelein, 52 darauf du König, groß und reich, herprangst, als wärs dein Him⸗ melreich. 12. Das hat also gefallen dir, die Wahrheit anzuzeigen mir: Wie aller Welt Macht, Ehr und Gut vor dir nichts gilt, nichts hilft noch tut. 13. Ach mein herzliebes Jesu⸗ lein, mach dir ein rein sanft Bettelein, zu ruhn in meines Herzens Schrein, daß ich nimmer vergesse dein. 14. Davon ich allzeit fröhlich sei zu springen, singen immer frei das rechte Wiegenliedlein schön, mit Herzenslust den süßen Ton. 15. Lob, Ehr sei Gott im höch⸗ sten Thron, der uns schenkt seinen ein' gen Sohn! Des freuen sich der Engel Schar tund singen uns solch neues Jahr. Martin Luther, g. 1483, 4 1546. 52. Mel. Vom Himmel hoch da komm. 1. Vom Himmel kam der Engel Schar, erschien den Hirten offenbar; sie sagten ihn'n: Ein Kindlein zart, das liegt dort in der Krippe hart. 2. Zu Bethlehem in Davids Stadt, wie Micha das verkündet hat; es ist der Herre Jesus Christ, der euer aller Heiland ist. 39 53—54 3. Des sollt ihr billig fröhlich sein, daß Gott mit euch ist worden ein. Er ist gebor'n eu'r Fleisch und Blut, eu'r Bruder ist das ew'ge Gut. 4. Was kann euch tun die Sünd und Tod? Ihr habt mit euch den wahren Gott. Laßt zürnen Teufel und die Höll, Gott's Sohn ist worden eu'r Gesell. 5. Er will und kann euch lassen nicht, setzt ihr auf ihn eur' Zuversicht. Es mögen euch viel fechten an, dem sei Trotz, der's nicht lassen kann. 6. Zuletzt müßt ihr doch haben recht, ihr seid nun worden Gott's Ge⸗ schlecht. Des danket Gott in Ewigkeit, geduldig, fröhlich allezeit! Martin Luther, g. 1483, + 1546. 53. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. 1. Willkommen, Quell der Freuden, mein süßer Trost im Leiden, mein Schutz im finstern Tal! Willkommen, Heil der Sünder, du Freund der Menschenkinder, willkommen tausend⸗ tausend⸗ mal! 2. Zwar niedrig und geringe, Beherrscher aller Dinge, erscheinest du allhier; 1. Sonn⸗ und Festtags⸗Lieder. doch, was dem Aug entfliehet, des Heilands Größe siehet mein Glaube selbst im Stall an dir. 3. Unendliches Erbarmen! Zu Sündern, ewig armen, kehrt deine Hoheit ein; uns Freiheit, Würde, Leben, einst Kronen uns zu geben, muß Knechtsgestalt die deine sein. 4. Mit dankerfüllten Lippen nah ich mich deiner Krippen. Zwar arm ist nur mein Dank; doch laß ihn dir gefallen, des Säuglings schwaches Lallen ist, Herr, vor dir ein Lobgesang. 5. Hier schlägt uns Sünde nie⸗ der doch Hoffnung stärkt uns wieder Bald kommt die Zeit heran, wo ich, zu deiner Ehre entbrannt, in höh're Chöre den frohen Jubel mischen kann, H. Jul. Tode, g. 1733, 7 1797, 54. Mel. Vom Himmel hoch da komm 1. Wir singen dir, Immanuel du Lebensfürst und Gnaden⸗ quell- du Himmelsblum und Morgen⸗ stern, du Sohn der Jungfrau, Herr der Herrn. 2. Wir singen dir mit deinem Heer aus aller Kraft Lob, Preis und Ehr, daß du, o lang gewünschter Gast, dich nunmehr eingestellet hast. 40 3. Vor hat soen dich hat der Väte 4. Ach und uns' Ach daß so würde 5. Nun hältst in bist kleir bekleidst 6. Du und duld bist aller suchst sel 7. Ich fliehet, het Stall an dir. men! ien, ꝛeben, ben, eine sein. Lippen ippen. Dank; n, es Lallen bgesang. ünde nie⸗ der; 8 wieder, heran, HMöre hen kann. 3. + 17097. da komm mmanuel naden⸗ quell, Morgen⸗ stern, „Herr der Herrn. it deinem Heer Breis und Ehr, hter Gast, llet hast. B. Festtagslieder(Neujahr). 3. Von Anfang, da die Welt gemacht, hat so manch Herz nach dir ge⸗ wacht; dich hat gehofft so lange Jahr der Väter und Propheten Schar. 4. Ach daß der Herr aus Zion käm und uns're Bande von uns nähm! Ach daß die Hilfe bräch herein, so würde Jakob fröhlich sein. 5. Nun bist du hier, daliegestdu, hältst in dem Kripplein deine Ruh; bist klein und machst doch alles groß, bekleidst die Welt und kommst doch bloß. 6. Du bist der Ursprung aller Freud und duldest so viel Herzeleid; bist aller Heiden Trost und Licht, suchst selber Trost und findst ihn nicht. 7. Ich aber, dein geringster Knecht, 5⁵ ich sag es frei und mein es recht: Ich liebe dich, doch nicht so viel, als ich dich gerne lieben will. 8. Der Will ist da, die Kraft ist klein, doch wird dir nicht zuwider sein mein armes Herz, und was es kann, wirst du in Gnaden nehmen an. 9. Und bin ich gleich der Sün⸗ den voll, hab ich gelebt nicht, wie ich soll, ei kommst du doch deswegen her, daß sich der Sünder zu dir kehr. 10. Du bist mein Haupt, hin⸗ wiederum bin ich dein Glied und Eigentum und will, so viel dein Geist mir gibt, stets dienen dir, wie dir's beliebt. 11. Ich will dein Halleluja hier mit Freude singen für und für, und dort in deinem Ehrensaal soll's schallen ohne Zeit und Zahl. Paul Gerhardt, g. 1607, 1676. 3. Neujahr. 55. Mel. Wie groß ist des Allmächt'gen. 1. Ach, wiederum ein Jahr verschwunden, ein Jahr, und kommt nicht mehr zurück! Ach, mehr als acht mal tausend Stunden find weg als wie ein Augenblick! Weg meine Tugenden und Sün⸗ den! Doch nein, der Richter aller Welt 41 läßt jegliche mich wiederfinden, wenn er vor seinen Thron mich stellt. 2. Gedanken, Worte, Taten⸗ heere, wie? Dürft ihr Gottes Licht nicht scheun? Wenn ich dies Jahr gestorben wäre, wo würd' jetzt meine Seele sein? Stünd' ich verklärt bei Gottes Kindern? Wär ich von seiner Lieb ent⸗ flam mt? 56 1. Sonn⸗ und Festtags⸗Lieder. Wie? Oder hätte mit den Sün⸗ dern der Allgerechte mich verdammt? 3. Der Gott, der liebt, wie Väter lieben, hat ihn meinUndank nie betrübt? Der Gott, der mir so treu ge⸗ blieben, hab ich ihn auch so treu geliebt? Lebt ich für ihn, nach seinem Willen, stets als vor seinem Angesicht, fromm öffentlich und fromm im stillen, treu dem Gewissen und der Pflicht? 4. Nein, Vater, sie sind nicht zu zählen, die Sünden dieses Jahres, nein! Wie kann ich's dir und mir ver⸗ hehlen? Ich bin nicht wert, noch hier zu sein! Zu oft ließ ich mein Herz erkalten, zu oft verletzt ich meine Pflicht. Ich darf vor dir nicht Rechuung halten, ich zittre: Geh nicht ins Gericht! 5. Nein, Vater, sie sind nicht zu zählen, die Gnaden dies Jahres, nein! Wie kann ich's dir und mir ver⸗ hehlen? Ich bin nicht wert, noch hier zu seinl Wo fang ich an? Gott, welche Menge vom ersten bis zum letzten Tag! Ich weiß, daß, wenn ich Jahre sänge, ich dir zu danken nicht vermag. 6. Ich flehe dich, ach üb Er⸗ barmen gedenke meiner Sünden nicht und zeig dem Reuigen und Ar⸗ men der Gnade sucht, dein Angesicht. Wie freudig will ich dann mein Leben von nun an deinem Dienste weihn Wie eifrig will ich mich bestre⸗ ben durch deinen Geist ein Christ ů sein 7. Ich danke dir für alle Gna⸗ den die du dies Jahr der Welt er⸗ zeigt Ach eile, Herr, die zu entladen die noch das Elend niederbeugt Ja, aller, aller Menschen Seelen will ich, mein Heiland Jesus Christ aufs neue deiner Huld empfeh⸗ len, weil du doch aller Heiland bist Joh. Caspar Lavater, g. 1741,1 1801, 56. Mel. Nun jauchzt dem Herren allt Welt; oder: Vom Himmel hoch da komm 1. Das alte Jahr vergangen ist wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du in Not uns und Gefahr so gnädiglich beschützt dies Jahr. 2. Wir bitten dich, du ew'ger Sohn des Vaters in dem höchsten Thron, du wollst dein arme Christenhei bewahren ferner allezeit. 42 3. Ent⸗ das ist d vor Irrl behüt un 4. Hilf und fron kein'r S ein gnad 5. Hilf einst ster am jüng und mit 6. Zu d mit aller o Jesu, zu deines Joh. Ste Mel. He 1. Da nun sei In Got leg ich und wa was Go die Trän die Wu 2. Wa so kurze Warum wo wir So ma und ma der erst du arme 7 Er⸗ barmen, nicht und Ar⸗ men ngesicht! nn mein Leben enste weihn! bestre⸗ ben, hrist zu sein alle Gna⸗ den, Welt er⸗ zeigt. entladen, derbeugt! en Seelen Jesus Christ empfeh len, land bist. 741,1 1601 erren allt )da komm. gangen ist, esu Christ ud Gefahr dies Jahr. du ew'ger Sohn öchsten Thron hristenhei eit. B. Festtagslieder(Neujahr). 3. Entzeuch uns nicht dein heilsam Wort, das ist der Seelen höchster Hort; vor Irrlehr und Abgötterei behütuns, Herr, und steh uns bei. 4. Hilf, daß wir fliehn der Sünden Bahn und fromm zu werden fangen an; tein'r Sünd im alten Jahr ge⸗ denk, ein gnadenreich Neujahr uns schenk. 5. Hilf christlich leben, seliglich einst sterben und laß fröhlich mich am jüngsten Tage auferstehn und mit dir in den Himmel gehn. 6. Zu danken und zu loben dich mit allen Engeln ewiglich, o Jesu, unsern Glauben mehr' zu deines Namens Lob und Ehr! Joh. Steuerlein,(2) g. 1546, + 1613. 57. Mel. Herzlich tut mich verlangen. 1. Das Jahr geht still zuEnde, nun sei auch still mein Herz. In Gottes treue Hände leg ich nun Freud und Schmerz und was dies Jahr umschlossen, was Gott der Herr nur weiß, die Tränen, die geflossen, die Wunden brennend heiß. 2. Warum es so viel Leiden, so kurzes Glück nur gibt? Warum denn immer scheiden, wo wir so sehr geliebt? So manches Aug gebrochen und mancher Mund nun stumm, der erst noch hold gesprochen— du armes Herz, warum? 57—58 3. Daß nicht vergessen werde,‚ was man so gern vergißt: daß diese arme Erde nicht unsre Heimat ist. Es hat der Herr uns allen, die wir auf ihn getauft, in Zions goldnen Hallen ein Heimatrecht erkauft. 4. Hier gehen wir und streuen die Tränensaat ins Feld, dort werden wir uns freuen im sel' gen Himmelszelt; wir sehnen uns hienieden dorthin ins Vaterhaus und wissen's: die geschieden, die ruhen dort schon aus. 5. O das ist sich'res Gehen durch diese Erdenzeit: nur immer vorwärts sehen mit sel'ger Freudigkeit; wird uns durch Grabeshügel der klare Blick verbaut, Herr, gib der Seele Flügel, daß sie hinüberschaut. 6. Hilf du uns durch die Zeiten und mache fest das Herz, geh selber uns zur Seiten und führ uns heimatwärts! Und ist es uns hienieden so öde, so allein, o laß in deinem Frieden uns hier schon selig sein. Eleonore Fürstin Reuß geb. Gräfin zu Stolberg, g. 1835. 58. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 1. Gott Lob, ein Schritt zur Ewigkeit ist abermals vollendet; zu dir im Fortgang dieser Zeit 43 59 1. Sonn⸗ und Festtags⸗Lieder. mein Herz sich sehnlich wendet, o Quell, daraus mein Leben fließt und alle Gnade sich ergießt in meine Seel zum Leben. 2. Ich zähle Stunden, Tag und Jahr, und wird mir allzu lange, bis es erscheine, daß ich gar, o Leben, dich umfange, damit, was sterblich ist an mir, verschlungen werde ganz in dir, und ich unsterblich werde. 3. Doch sei dir ganz anheimge⸗ stellt die rechte Zeit und Stunde, wiewohl ich weiß, daß dir's ge⸗ fällt, daß ich mit Herz und Munde dich kommen heiße und darauf von nun an richte meinen Lauf, daß ich dir komm entgegen. 4. Ich bin vergnügt, daß mich nichts kann von deiner Liebe trennen, und daß ich frei vor jedermann dich meinen Freund darf nennen, und daß du dort, o Lebensfürst, dich ganz mit mir vereinen wirst und mir dein Erbe schenken. 5. Drum preis' ich dich aus Dankbarkeit, daß sich das Jahr geendet, und also auch von dieser Zeit ein Schritt nochmals vollendet, und schreite hurtig weiter fort, bis ich gelange an die Pfort Jerusalems dort oben. 6. Wenn auch die Hände lässig und meine Kniee wanken,(sind so biet mir deine Hand geschwind in meines Glaubens Schranken, damit durch deine Kraft mein Hern sich stärke, und ich himmelwärtz ohn Unterlaß aufsteige. 7. Geh, Seele, frisch im Glau⸗ ben dran und sei nur unerschrocken, laß dich nicht von der rechten ö Bahn die Lust der Welt ablocken! So dir der Lauf zu langsam deucht so eile, wie ein Adler fleugt, mit Flügeln süßer Liebe! 8. O Jesu, meine Seele ist zu dir schon aufgeflogen, du hast, weil du voll Liebe bist, mich ganz zu dir gezogen. Fahr hin, was heißet Stund und Zeit, ich bin schon in der Ewigkeit, weil ich in Jesu lebe. Aug. Herm. Francke, g. 1663, 4 1727. 59. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt 1. Hilf, Herr Jesu, laß gelin⸗ gen hilf, das neue Jahr geht an; laß es neue Kräfte bringen, daß auf's neu ich wandeln kann; neues Glück und neues Leben wollest du aus Gnaden geben! 2. Meiner Hände Werk und Taten, meiner Zunge Red und Wort müssen nur durch dich geraten und ganz glücklich gehen fort; neue Kraft laß mich erfüllen und verrichten deinen Willen. 4⁴ 3. Wa das gese wenn ich wollest! geh ich a komm ick 4. Laß laß mich hilf, daß daß ich l Niemand kann die 5. Tröf nimm, o weil ich ja voll 2 stärke mi daß mic 6. Hern daß dies und ich sonder& daß ich fromm 7. Jef dieses au trage ste halte be Freudig wenn ich II Mel. Me I. Jes da ein nelwärtz m Glau⸗ ben dran en, rechten 63, T 172N. ßgehandelt. laß gelin⸗ gen, eht an; ingen, deln kann; 5 Leben n geben! erk und Taten, id Wort geraten jen fort; rfüllen Willen. B. Festtagslieder(Neujahr) 3. Was ich dichte, was ich mache, das gescheh in dir allein; wenn ich schlafe, wenn ich wache, wollest du, Herr, bei mir sein; geh ich aus, wollst du mich leiten; komm ich heim, steh mir zur— ten! 4. Laß dies sein ein Jahr der Gnade, laß mich büßen meine Sünd, hilf, daß sie mir nimmer schade, daß ich bald Verzeihung find. Niemand sonst, als du, mein Le⸗ ben, kann die Sünde mir vergeben. 5. Tröste mich mit deiner Liebe, nimm, o Gott, mein Flehen hin, weil ich mich so sehr betrübe, ja voll Angst und Zagen bin; stärke mich in meinen Nöten, daß mich Sünd und Tod nicht töten. 6. Herr, du wollest Gnade ge⸗ ben, daß dies Jahr mir heilig sei, und ich christlich könne leben sonder Trug und Heuchelei, daß ich noch allhie auf Erden fromm und selig möge werden. 7. Jesu, laß mich fröhlich enden dieses angefangne Jahr, trage stets mich auf den Händen, halte bei mir in Gefahr! Freudig will ich dich umfassen, wenn ich soll die Welt verlassen. Johann Rist, g. 1607, + 1667. 60. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. 1. Jesus soll die Losung sein, da ein neues Jahr erschienen; 60—61 Jesu Name soll allein denen zum Paniere dienen, die in seinem Bunde stehn und auf seinem Wege gehn. 2. Jesu Name, Jesu Wort soll bei uns in Zion schallen, und so oft wir nach dem Ort, da sein Name thronet, wallen, mache seines Namens Ruhm unser Herz zum Heiligtum! 3. Sein Versühnen und sein Heil wollen wir im Glauben ehren; also wird es uns zu teil, wird sich täglich bei uns mehren; auch fürs neue Jahr uns beut Jesu Name Seligkeit. 4. Unsre Wege wollen wir nur in Jesu Namen gehen. Geht uns dieser Leitstern für, so wird alles wohlbestehen und durch seinen Gnadenschein alles voller Segen sein. 5. Alle Sorgen, alles Leid soll der Name uns versüßen, so wird alle Bitterkeit uns ein Segen werden müssen. Jesu Nam sei Sonn und Schild, welcher allen Kummer stillt. 6. Jesus, aller Bürger Heil, unserm Ort ein Gnadenzeichen, unsers Landes bestes Teil, dem kein Kleinod zu vergleichen, Jesus, unser Schutz und Hort, sei die Lofung fort und fort. Benjamin Schmolck, g. 1672, 4 1737. Mel. Nun laßt uns Gott dem Herren 1. Nun laßt uns gehn und tre⸗ mit Singen und mit Beten sten 4⁵ 62 1. Sonn⸗ und Festtags⸗Lieder. zum Herrn, der unserm Leben bis hierher Kraft gegeben. 2. Wir gehn dahin und wandern von einem Jahr zum andern, wir leben und gedeihen vom alten bis zum neuen 3. Durch so viel Angst und Pla⸗ gen, durch Zittern und durch Zagen, durch Krieg und große Schrecken, die alle Welt bedecken. 4. Denn wie von treuen Müt⸗ in schweren Ungewittern(tern die Kindlein hier auf Erden mit Fleiß bewahret werden, 5. Also auch und nicht minder läßt Gott ihm seine Kinder, wenn Not und Trübsal blitzen, in seinem Schoße sitzen. 6. Ach Hüter unsers Lebens, fürwahr, es ist vergebens mit unserm Tun und Machen, wo nicht dein Augen wachen. 7. Gelobt sei deine Treue, die alle Morgen neue; Lob sei den starken Händen, die alles Herzleid wenden. 8. Laß ferner dich erbitten, o Vater, und bleib mitten in unserm Kreuz und Leiden ein Brunnen unsrer Freuden! 9. Gib mir und allen denen, die sich von Herzen sehnen nach dir und deiner Hulde, ein Herz, das sich gedulde. 10. Schließ zu die Jammer⸗ und laß an allen Orten spforte auf so viel Blutvergießen die Freudenströme fließen! 11. Sprich deinen milden S zu allen unsern Wegen,(ge laß Großen und auch Kleinen die Gnadensonne scheinen! 12. Sei der Verlaßnen Vate der Irrenden Berater, der Unversorgten Gabe, der Armen Gut und Habe! 13. Hilf gnädig allen Kranken gib fröhliche Gedanken den hochbetrübten Seelen, die sich mit Schwermut quäler 14. Und endlich, was das meist füll uns mit deinem Geiste, der uns hier herrlich ziere und dort zum Himmel führe. 15. Das alles wollst du gebe⸗ o meines Lebens Leben, mir und der Christenschare zum sel gen neuen Jahre! Paul Gerhardt, g. 1607, 4 167 7J. Epiphanias. 62. Mel. Lobt Gott, ihr Christen. 1. Auf, Seele, auf und säume nicht! Es bricht das Licht herfür; der Wunderstern gibt dir Bericht, er führet dich zum Kindelein, das heißet Jesus Christ. 46 der Held sei vor der Tür. 2. Geh weg aus deinem Vaten zu suchen solchen Herrn;(lan laß deine Augen sein gewandt auf diesen Morgenstern. 3. Gib acht auf diesen hellen der dir aufgangen ist;(Schein W W 4. Er die teure das rech Israels 5. Dru verlaß d die Freu geh von 6. Und befreit v und laßr bis du d 7. Halt das fest das führ aus alle 8. O sit in tiefste und laß d von solck 9. Gibd mit Gei und sing Hier ist 10. O die diese dem, de und dies 11. Di die freue die Kind die brin 12. Hi wo man hier ist! die wied 13. His zur Lust es wird denn G Geiste, ) ziere nel führe. st du geber ben, nschare ahre! 1607, 1 160 inem Vaten errn;(lan in gewandt tern. ꝛesen hellen ist; Schein Kindelein, hrist. 4. Er ist der Held aus Davids die teure Saronsblum,[Stamm, das rechte echte Gotteslamm, Israels Preis und Ruhm. 5. Drum höre, merke, sei bereit, verlaß des Vaters Haus, die Freundschaft, deine Eigenheit, geh von dir selber aus. 6. Und mache dich behende auf, befreit von aller Last, und laß nicht ab von deinem Lauf, bis du dies Kindlein hast. 7. Halt dich im Glauben an das das fest ist und gewiß;[Wort, das führet dich zum Lichte fort aus aller Finsternis. 8. O sinke du vor seinem Glanz in tiefste Demut ein und laß dein Herz erleuchten ganz von solchem Freudenschein. 9. Gib dich ihm selbst zum Opfer mit Geiste, Leib und Seel(dar und singe mit der Engel Schar: Hier ist Immanuel. 10. O wunderbare Süßigkeit, die dieser Anblick gibt dem, dessen Herz dazu bereit und dieses Kindlein liebt. 11. Die Engel in des Himmels die freuen sich darob);(Saal, die Kinder Gottes allzumal, die bringen hier ihr Lob. 12. Hier ist das Ziel, hier ist der Ort, wo man zum Leben geht; hier ist des Paradieses Pfort, die wieder offen steht. 13. Hier fallen alle Sorgen hin, zur Lust wird jede Pein; es wird erfreuet Herz und Sinn, denn Gott ist ja nun dein. B. Festtagslieder(Epiphanias). 6³ 14. Der zeigt dir einen andern als du vorher erkannt,[Weg, den stillen Ruh⸗und Friedenssteg zum ew'gen Vaterland. Mich. Müller, g. 1678, 1 1702. 63. Luk. 2, 22—32. Mel. Valet will ich dir geben. 1. Herr Jesu, Licht der Heiden, der Frommen Schatz und Lieb, wir kommen jetzt mit Freuden durch deines Geistes Trieb in diesen deinen Tempel und suchen mit Begier, nach Simeons Exempel, dich, großen Gott, allhier. 2. Du wirst von uns gefunden, o Herr, an jedem Ort, dahin du dich verbunden durch dein Verheißungswort; vergönnst noch heutzutage, daß man dich gleicherweis auf Glaubensarmen trage, wie hier der fromme Greis. 3. Herr, laß auch uns gelingen, daß einst wie Simeon ein jeder Christ kann singen den schönen Schwanenton: Mir werden nun mit Frieden mein Augen zugedrückt, nachdem ich schon hienieden den Heiland hab erblickt. 4. Ja, ja ich hab im Glauben, mein Jesu, dich geschaut; kein Feind kann dich mir rauben, wie heftig er auch dräut. Ich wohn in deinem Herzen, und in dem meinen du, uns scheiden keine Schmerzen, kein Angst, kein Tod dazu. 47 64—65 5. Hier will es oft mir scheinen, du sähst mich strafend an, daß ich vor Angst und Weinen dich kaum erkennen kann; dort aber wird's geschehen, daß ich von Angesicht zu Angesicht soll sehen dein immer klares Licht. Johann Franck, g. 1618, 4 1677. 64. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 1. Jesu, großer Wunderstern, der aus Jakob ist erschienen, meine Seele will so gern dir an deinem Feste dienen; nimm doch, nimm doch gnädig an, was ich Armer schenken kann. 2. Nimm das Gold des Glau⸗ bens hin, wie ich's von dir selber habe und damit beschenket bin; so ist dir's die liebste Gabe. Laß es auch bewährt und rein in dem Trübsalsfeuer sein. 3. Nimm den Weihrauch des Gebets, laß denselben zu dir dringen; Herz und Lippen sollen stets ihn als Opfer vor dich bringen. Wenn ich bete, nimm es auf und sprich Ja und Amen drauf! 4. Nimm die Myrrhen bittrer Reu! Ach mich schmerzet meine Sünde, aber du bist fromm und treu, daß ich Trost und Gnade finde und nun fröhlich sprechen kann: Jesus nimmt mein Opfer an. Erdmann Neumeister, g. 1671,+ 1756. 1. Sonn⸗ und Festtags⸗Lieder. 65⁵. Mel. Balet will ich dir geben. 1. O König aller Ehren, Herr Jesu, Davids Sohn, dein Reich soll ewig währen, im Himmel ist dein Thron; hilf, daß allhier auf Erden den Menschen weit und breit dein Reich bekannt mög werden zur Seelen Seligkeit. 2. Von deinem Reich auch zeu die Leut aus Morgenland,(gen die Knie sie vor dir beugen, dieweil sie dich erkannt; der neu Stern auf dich weiset, dazu das göttlich Wort. Drum man dich billig preiset, daß du bist unser Hort. 3. Du bist ein großer König, wie uns die Schrift vermeld't, doch achtest du gar wenig vergänglich Gut und Geld, prangst nicht auf hohem Rosse, trägst keine güldne Kron, sitzt nicht im steinern Schlosse, hier hast du Spott und Hohn. 4. Doch bist du schön gezieret dein Glanz erstreckt sich weit, dein Güt allzeit regieret und dein Gerechtigkeit. Du wollst die Frommen schützen durch dein Macht und Gewalt, daß sie im Frieden sitzen, die Bösen stürzen bald. 5. Du wollst dich mein erbar men. in dein Reich nimm mich auf, dein Güte schenk mir Armen und segne meinen Lauf! Den Feinden wollst du wehren 48 dem Teu daß sie n rett mich 6. Du! dein Wo daß false sei'n mei Hilf, daf und mit dich meir jetzt und Martit x 1. Werꝛ und du E Schaue n über dein Gott hat die im F 2. Ach ehe noch Ja da ha schier vor unsre Au klebten e 3. Gott seine Gn Klein un jedem feh das zum seinen G 4. Aber ist der A haben w geben. en, hn, ähren, jron; rden obreit g werden auch zeu⸗ ind,(gen ugen, *·weiset t. preiset, e König, rmeld't, nig Geld, m Rosse, on, Schlosse, d Hohn. gezieret ch weit, ret en schützen Gewalt, en, d. ein erbar men nich auf, Armen If! zu wehren, B. Festtagslieder(Epiphanias). dem Teufel, Sünd und Tod, daß sie mich nicht versehren: rett mich aus aller Not! 6. Du wollst in mir entzünden dein Wort, den schönen Stern, daß falsche Lehr und Sünden sei'n meinem Herzen fern. Hilf, daß ich dich erkenne und mit der Christenheit dich meinen König nenne jetzt und in Ewigkeit. Martin Behm, g. 1557, 1622. 66. Eigene Melodie. 1. Werde licht, du Stadt der Heiden, und du Salem, werde licht! Schaue, welch ein Glanz mit Freu⸗ den über deinem Haupt anbricht! Gott hat derer nicht vergessen, die im Finstern sind gesessen. 2. Ach wie waren wir verblen⸗ det, ehe noch dies Licht brach an! Ja da hatte sich gewendet schier vom Himmel jedermann; unsre Augen und Gebärden klebten einzig an der Erden. 3. Gottes Rat war uns verbor⸗ gen, seine Gnade schien uns nicht; Klein und Große mußten sorgen, jedem fehlt es an dem Licht, das zum rechten Himmelsleben seinen Glanz uns sollte geben. 4. Aber wie hervorgegangen ist der Aufgang aus der Höh, haben wir das Licht empfangen, 66—67 welches so viel Angst und Weh und was Menschen mag betrüben, aus der Welt hinweggetrieben. 5. Jesu, reines Licht der Seele, du vertreibst die Finsternis, die in dieser Sündenhöhle unsern Tritt macht ungewiß; Jesu, deine Lieb und Segen leuchten uns auf unsern Wegen. 6. Gib, Herr Jesu, Kraft und Stärke, daß wir dir zu jeder Zeit durch des Glaubens Liebeswerke folgen in Gerechtigkeit und hernach im Freudenleben heller als die Sterne schweben. 7. Dein' Erscheinung müss' er⸗ mein Gemüt in aller Not,[füllen dein' Erscheinung müsse stillen meine Seel auch gar im Tod; Herr, in Freuden und im Weinen müsse mir dein Licht erscheinen. 8. Jesu, laß mich endlich gehen freudig aus der bösen Welt, dein so helles Licht zu sehen, das mir dort schon ist bestellt, wo wir sollen unter Kronen in der schönsten Klarheit wohnen. Johann Rist, g. 1607, 4 1667. 67. Mel. Valet will ich dir geben. 1. Zum Licht empor, zum Lichte aus Erdenschaurigkeit! Hinweg vom Angesichte die düst're Traurigkeit! Du stehst im Christenorden, da klingt's von Mut und Licht; frei sind die Geister worden, die Seelen zittern nicht. 49 5 68—69 2. Zum Licht empor, zum Leben, zu Gottes Freundlichkeit! Weg Sorgen, Zittern, Beben, weg Angst der Feindlichkeit! Des Himmels Liebesfunken erleuchten alle Welt, die Hölle ist versunken, es herrscht der Liebesheld. 3. Er bringt das Licht zur Erde, S. Pa 68. Eigene Melodie. 1. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünde der Welt, erbarm dich unser! 2. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünde der Welt, erbarm dich unser! 3. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünde der Welt, gib uns deinen Frieden! Amen. 1526. Nach d. Latein. Agnus Dei. 69. Mel. Zion klagt mit Angst und Schmerzen. 1. Der am Kreuz ist meine Liebe, meine Lieb ist Jesus Christ. Weg ihr argen Sündentriebe, Welt und Fleisch mit eurer List! Eure Lieb ist nicht von Gott, eure Lieb ist gar der Tod. Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 2. Der am Kreuz ist meine Liebel Frevler, was befremdet dich, daß ich mich im Glauben übe? Jesus gab sich selbst für mich. So ist er mein Friedensschild, 50 1. Sonn⸗ und Festtags⸗Lieder. das ganze Sternenreich, daß alles selig werde, macht Näh'n und Fernen gleich Drum woll'n wir fröhlich singen dem Heiland Jesus Christ, aus Nacht zum Lichte ringen, wo er der König ist. Ernst Moritz Arndt, g. 1769, 4 186ʃ ssion. aber auch mein Lebensbild. Der am Kreuz ist meine Liebe weil ich mich im Glauben übe 3. Der am Kreuz ist meine Lieb⸗ Sünde, du besiegst mich nicht! Weh mir, wenn ich den betrübt der für mich ging ins Gerichtl Kreuzigt' ich nicht Gottes Sohn Trät ich nicht sein Blut mit Hohn Der am Kreuz ist meine Liebe weil ich mich im Glauben übe, 4. Der am Kreuz ist meine Lieb Schweig Gewissen, glaube dran Gott aus reinem Liebestriebe hat die Handschrift abgetan ö Wenn ich wird mein da, da sch meiner S Der am 5 weil ich n Mel. Nun l. 1. Der d in deinem gib, daß n und unser 2. Verle die du erk! und führ zu deines 3. Wir d getötet an Laß ja un⸗ den Einga Georg 2 und mit meines Bürgen Blut sie durchstrichen mir zu gut. Der am Kreuz ist meine Liebe weil ich mich im Glauben übe, 5. Der am Kreuz ist meine Liebe Keine Trübsal noch so groß, Hunger, Blöße, Geißelhiebe, nichts macht mich von Jesu lo⸗ nicht Gewalt, nicht Gold, nich Ruhn Engel nicht, kein Fürstentum. Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 6. Der am Kreuz ist meine Liebe Nun ist auch der Tod mein Freund. E 1. Eines eine Speif selig läßt' wenn dies unverrückt der mit b auf sein A und den K * en gleich ich finge hrist, ingen, 69, 1 1860 dbild. e Liebe ben übe, ine Liebe ch nichtl betrüb Gerichtl es Sohn it Hohn e Liebe ben übe, eine Lieh ube dran estriebe jetan en Blut 1gut. ne Liebe ben übe, ine Lieb⸗ groß, [hiebe, Jesu lot old, nich Ruhm tentum. ne Liebe, ben übe. ine Liebe mein Freund! B. Festtagslieder(Passion). Wenn ich wie ein Staub zerstiebe, wird mein Jesus mir vereint; da, da schau ich Gottes Lamm, meiner Seele Bräutigam. Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 1675. 70. ö Mel. Nun laßt uns denLeib begraben. 1. Der du, Herr Jesu, Ruh und Rast in deinem Grab gehalten hast, gib, daß wir in dir ruhen all, und unser Leben dir gefall. 2. Verleih, o Herr, uns Stärk und Mut, die du erkauft mit deinem Blut, und führ uns in des Himmels Licht zu deines Vaters Angesicht! 3. Wir danken dir, o Gottes⸗ lamm, getötet an des Kreuzes Stamm. Laß ja uns Sündern deine Pein den Eingang in das Leben sein! Georg Werner, g. 1589, 4 1648. 71. Eigene Melodie. 1. Eines wünsch ich mir vor allem andern, eine Speise früh und spät, selig läßt's im Tränental sich wand ern, wenn dies Eine mit uns geht: unverrückt auf einen Mann zu schauen, der mit blut'gem Schweiß und Todesgrauen auf sein Antlitz niedersank und den Kelch des Vaters trank. 51 70—72 2. Ewig soll er mir vor Augen stehen, wie er, als ein stilles Lamm, dort so blutig und so bleich zu sehen, hängend an des Kreuzes Stamm; wie er dürstend rang um meine Seele, daß sie ihm zu seinem Lohn nicht fehle, und dann auch an mich gedacht, als er rief: es ist vollbracht! 3. Ja, mein Jesu, laß mich nie vergessen meine Schuld und deine Huld. Als ich in der Finsternis ge⸗ sessen, trugest du mit mir Geduld; hattest längst nach deinem Schaf getrachtet, eh es auf des Hirten Ruf ge⸗ achtet, und mit teurem Lösegeld mich erkauft von dieser Welt. 4. Ich bin dein!— sprich du darauf ein Amen. Treu'ster Jesu, du bist mein! Drücke deinen süßen Jesus⸗ namen brennend in mein Herz hinein. Mit dir alles tun und alles lassen, in dir leben und in dir erblassen: das sei bis zur letzten Stund unser Wandel, unser Bund. Albert Knapp. g. 1798, 4 1864. 72. Eigene Melodie. 1. Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld 4* 72 der Welt und ihrer Kinder; es geht und büßet in Geduld die Sünden aller Sünder; es geht dahin, wird matt und krank, ergibt sich auf die Würgebank, begibt sich aller Freuden; es nimmet an Schmach, Hohn und Spott, Angst, Wunden, Striemen, Kreuz und Tod und spricht: Ich will's gern lei⸗ den. 2. Das Lämmlein ist der große Freund und Heiland meiner Seelen, den, den hat Gott zum Sünden⸗ feind und Sühner wollen wählen. Geh hin, mein Kind, und nimm dich an der Kinder, die ich ausgetan zur Straf und Zornesruten; die Straf ist schwer, der Zorn ist groß, du kannst und sollst sie machen los durchSterben und durch Bluten.“ 3.„Ja, Vater, ja von Herzens⸗ grund, leg auf, ich will dir's tragen; mein Wollen hängt an deinem Mund, mein Wirken ist dein Sagen.“ O Wunderlieb, o Liebesmacht, du kannst, was nie kein Mensch gedacht, Gott seinen Sohn abzwingen; o Liebe, Liebe, du bist stark, du streckest den ins Grab und Sarg, vor dem die Felsen springen. 52 1. Sonn⸗ und Festtags⸗Lieder. 4. Mein Lebetage will ich 0 aus meinem Sinn nicht lassen, dich will ich stets, gleich wie 1. mit Liebesarmen fassen;[mich und wenn du sollst sein meines Herzens Lich brich sollst du mein Herze bleiben; ich will mich dir, mein höchste Ruhn hiemit zu deinem Eigentum beständiglich verschreiben. 5. Ich will von deiner Lieblich bei Nacht und Tage singen, Ike mich selbst auch dir zu aller Ze zum Freudenopfer bringen. Mein Bach des Lebens soll sit di und deinem Namen für und fl in Dankbarkeit ergießen; und was du mir zu gut getan das will ich stets, so tief ich kam, in mein Gedächtnis schließen. 6. Erweit're dich, mein Her⸗ zensschrein du sollst ein Schatzhaus werde; der Schätze, die viel größer sei als Himmel, Meer und Erden Weg Ehr und Stand der eitle Welh weg Reichtum, Gold und alle Gelh ich hab ein Bessers funden; mein großer Schatz, Herr Jest Chriß — ist dieses, was geflossen ist aus deines Leibes Wunden. 7. Das soll und will ich mir; zu allen Zeiten machen,(uun imStreite soll es sein mein Schu Mel. Wer n in Traurie in Fröhlick soll mich d und wenn mein Herz in Stüch im Durst st in Einsam! zu Haus u 8. Was f Oein Blut Wenn mich so kann's setzt mir de so find ich wie auf de und wennd mein Schif so bist du de 9. Wenn in deines so soll die ich will mie es soll sein in welcheri des höchste und dir, de als eine w an deiner Paul Ge 1. Es ist mein Jesus der Friede Uich dit t lassen ch wie d lmic perzens Lich in Stüch bricht leiben; höchster Ruhm ntum ben. Lieblich gen, Ie aller Ze ugen. 5 soll sit di r und fü en; Ut getan fich kam hließen. in Her⸗ usschrein iIs werde rößer sei id Erden der eitl⸗ Wel und alle⸗ Geh nden; herr Jest Chris in ist inden. ich mirz u, Iuu ein Schuf B. Festtagslieder(Passion). in Traurigkeit mein Lachen, in Fröhlichkeit mein Saitenspiel, und wenn mir nichts mehr schmecken will, soll mich dies Manna speisen; im Durst soll's sein mein Wasser⸗ quell, in Einsamkeit mein Sprachgesell zu Haus und auch auf Reisen. 8. Was schadet mir des Todes Gift? Dein Blut das ist mein Leben. Wenn mich der Sonne Hitze trifft, so kann's mir Schatten geben; setzt mir der Schmerz der Weh⸗ mut zu, so find ich bei dir meine Ruh, wie auf dem Bett ein Kranker; und wenn des Kreuzes Ungestüm mein Schifflein treibet um und so bist du dann mein Anker.[um, 9. Wenn endlich ich soll treten in deines Reiches Freuden, lein so soll dies Blut mein Purpur ich will mich darin kleiden; sein, es soll sein meines Hauptes Kron, in welcher ich will vor den Thron des höchsten Vaters gehen und dir, dem er mich anvertraut, als eine wohlgeschmückte Braut an deiner Seite stehen. Paul Gerhardt, g. 1607, 4 1676. 73. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt. 1. Es ist vollbracht! Er ist ver⸗ schieden, mein Jesus schließt die Augen zu; der Friedefürst entschläft im Frieden, die Lebenssonne geht zur Ruh und sinkt in stille Todesnacht; o großes Wort: Es ist vollbracht! 2. Es ist vollbracht! Er hat's gesprochen, des Lebens Wort muß sprachlos sein; das Herz der Treue wird ge⸗ brochen, den Fels des Heils umfaßt ein Stein; die höchste Kraft ist nun ver⸗ schmacht't, o wahres Wort: Es ist vollbrachtl 3. Es ist vollbracht! Ihr, meine Sünden, verdammet nun mein Herz nicht mehr. Vom Himmel her hör ich ver⸗ künden: Des Sohnes Blut erlangt Gehör; am Kreuz hat's Frieden uns ge⸗ macht. O süßes Wort: Es ist vollbracht! 4. Es ist vollbracht! O welch Verlangen zieht mich zu deinem Grabe hin; dich wünschen Engel zu umfan⸗ gen, ruh auch in meinem Herzen drin, wo dir die Liebe Raum gemacht; o tröstlich Wort: Es ist vollbrachtl 5. Es ist vollbracht! Ich will mich legen zur Ruh auf Christi Grabesstein; die Engel sind allhier zugegen, ich schlummre sanft wie Jakob ein; die Himmelspfort ist aufgemacht, o Lebenswort: Es ist vollbracht! Salom. Franck, g. 1659, 4 1725 53 74—76 1. Sonn⸗ und Festtags⸗Lieder. 74. Mel. O Jesu Christ, mein's Lebens. 1. Herr Jesu Christ, dein teures Blut ist meiner Seele höchstes Gut, das stärkt, das labt, das macht allein mein Herz von allen Sünden rein. 2. Dein Blut, mein Schmuck, mein Ehrenkleid, dein Unschuld und Gerechtigkeit macht, daß ich kann vor Gott be⸗ stehn und zu der Himmelsfreud ein⸗ gehn. 3. OJesuChriste, Gottes Sohn, mein Trost, mein Heil, mein Gnadenthron, dein teures Blut, dein Lebens⸗ saft gibt mir stets neue Lebenskraft. 4. Herr Jesu, in der letzten Not, wenn mich schreckt Teufel, Höll und Tod, so laß ja dies mein Labsal sein: Dein Blut macht mich von Sün⸗ den rein. Joh. Olearius, g. 1611, 1 1684. 75. Mel. Herr wie du willst, so schick's. 1. Herr Jesu, deine Angst und und dein betrübtes Leiden Pein laß mir vor Augen allzeit sein, die Sünde zu vermeiden. Laß mich an deine große Not und deinen herben bittern Tod, dieweil ich lebe, denken! 2. Die Wunden alle, die du hast, hab ich dir helfen schlagen, 54 auch meine große Sündenlast dir aufgelegt zu tragen. Ach liebster Heiland, schone mein laß diese Schuld vergessen sein laß Gnad für Recht ergehen. 3. Du hast verlassen deinen Thron bist in das Elend gangen, ertrugest Schläge, Spott und Hohn mußtest am Kreuze hangen, auf daß du für uns schafftest Ru und uns're schwere Missetat bei Gott versöhnen möchtest. 4. Drum will ich jetzt zur Dan barkel von Herzen dir lobsingen, und wenn du zu der Seligkeit mich wirst hinkünftig bringen, so will ich daselbst noch viel meh zusamt dem ganzen Himmels⸗ dich ewig dafür loben.(heer 5. Herr Jesu, deine Angst un und dein betrübtes Leiden Pei laß meine letzte Zuflucht sein, wenn ich von hier soll scheiden Ach hilf, daß ich durch deinen 2 fein sanft beschließe meine Not und selig sterbe. Amen. Nach Tob. Clausnitzer, g. 1618,4168 76. Mel. Herzliebster Jesu, was hast di 1. Herr, stärke mich, dein Leide zu bedenken mich in das Meer der Liebe zu versenken die dich bewog, von aller Schul uns zu erlösen.[des Böser 2. Du w und bis ze an unsrer die Sünd 3. Welch Sinn ich mein Herz den Fluch 48. Gott Gott ist d Dies kann Sd am Kreuz 5. Es sch mein es stürzt n penlast pne mein ssen sein gehen. deinen Thron gen, ott und Hohn ngen, ifftest R= ssetat öchtest. zur Danh barkel gen, beligkeit bringen, piel meh mmels⸗ Ihee Angst un den Pei cht sein, scheiden deinen To eine Nol en. 618,1168 as hast di in Leidet bedenken Liebe zu ersenken er Schull es Bösen B. Festtagslieder(Passion). 77 2. Du wolltest, Herr, ein Mensch gleich uns auf Erden und bis zum Tod am Kreuz ge⸗ horsam werden, an unsrer Statt gemartert und die Sünde tragen.(zerschlagen 3. Welch wundervoll hochheili⸗ ges Geschäfte! Sinn ich ihm nach, so zagen meine Kräfte, mein Herz erbebt, ich seh und ich den Fluch der Sünde.(empfinde 4. Gott ist gerecht, ein Rächer alles Bösen; Gott ist die Lieb und läßt die Welt erlösen. Dies kann mein Geist mit Schrecken und Entzücken am Kreuz erblicken. 5. Es schlägt den Stolz und mein Verdienst darnieder; es stürzt mich tief und es erhebt mich wieder; lehrt mich mein Glück, macht mich aus Gottes Feinde zu Gottes Freunde. 6. O Herr, mein Heil, an des⸗ sen Blut ich glaube, ich liege hier vor dir gebückt im Staube, verliere mich mit dankendem in deine Güte.[Gemüte 7. So sei denn ewig auch von mir gepriesen für das Erbarmen, das du mir erwiesen, da du, mein Heiland, auch für dahingegeben.[mich dein Leben 8. Du liebtest mich; ich will dich wieder lieben und stets mit Freuden deinen Willen üben. O gib zu diesem seligen Ge⸗ stets neue Kräfte.(schäfte 9. Seh ich dein Kreuz den Klu⸗ gen dieser Erden ein Argernis und eine Torheit werden, so sei's doch mir trotz allen frechen Spottes die Wahrheit Gottes. 10. Wenn endlich, Herr, mich meine Sünden kränken, so laß dein Kreuz mir wieder Ruhe schenken. Dein Kreuz, dies sei, wenn ich den Tod einst leide, mir Fried und Freude. Chr. F. Gellert, g. 1716, + 1769 V. 7u. 9 Joh. 1 Diterich, g. 1721, 797. 77. Eigene Melodie. 1. Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen, daß man ein solch scharf Urteil hat gesprochen? Was ist die Schuld? In was für bist du geraten?(Missetaten 2. Du wirst gegeißelt und mit Dorn gekrönet, ins Angesicht geschlagen und verhöhnet, du wirst mit Essig und mit Gall ans Kreuz gehenket.[getränket, 3. Was ist doch wohl die Ursach solcher Plagen? Ach meine Sünden haben dich geschlagen; 55 78 1. Sonn⸗ und Festtags-Lieder. ich, o Herr Jesu, habe dies ver⸗ was du erduldet.[schuldet, 4. Wie wunderbarlich ist doch diese Strafe! Dergute HirteleidetfürdieSchafe, die Schuld bezahlt der Herre, der für seine Knechte. l[Gerechte, 5. O große Lieb, o Lieb ohn alle Maße, die dich gebracht auf diese Mar⸗ terstraße! Ich lebte mit der Welt in Lust und und du mußt leiden.[Freuden, 6. Ach großer König, groß zu allen Zeiten, wie kann ich g'nugsam solche Treu ausbreiten? Kein's Menschen Herz vermag es was dirzuschenken. auszudenken, 7. Ich kann's mit meinen Sin⸗ nen nicht erreichen, womit doch dein Erbarmung zu vergleichen; wie kann ich dir denn deine Lie⸗ im Werk erstatten?(bestaten 8. Doch ist noch etwas, das dir angenehme: wenn ich des Fleisches Lüste dämpf und zähme, daß sie aufs neue nicht mein Herz mit alten Sünden. lentzünden 9. Weil's aber nicht besteht in eignen Kräften, fest die Begierden an das Kreuz zu heften, so gib mir deinen Geist, der mich zum Guten führe. regiere, 10. Alsdann so werd ich deine Huld betrachten, aus Lieb zu dir die Welt für gar nichts achten, bemühen werd ich mich, Herr, dei⸗ stets zu erfüllen.[nen Willen 11. Ich werde dir zu Ehren alles wagen, kein Kreuz nicht achten, keine Schmach und Plagen, nichts von Verfolgung, nichts von Todesschmerzen nehmen zu Herzen. 12. Wenn dort, Herr Jesu, wird vor deinem Throne auf meinem Haupte stehn die Eh⸗ renkrone, da will ich dir, wenn alles wird wohl klingen, Lob und Dank singen. Joh. Heermann, g. 1585, 4 1647, 78. Mel. Christus, der uns selig macht. 1. Jesu, deine Passion will ich jetzt bedenken, wollest mir vom Himmelsthron Geist und Andacht schenken! In dem Bilde jetzt erschein, Jesu, meinem Herzen, wie du, unser Heil zu sein, littest alle Schmerzen. 2. Gib, daß ich recht sehen mag deine Angst und Bande, dein Verspeien, Schläg und deine Kreuzesschande,[Schmach deine Geißel, Dornenkron, Speer⸗ und Nägelwunden, deinen Tod, o Gottessohn, der mich dir verbunden. 3. Laß mich aber nicht allein deine Marter sehen, laß mich auch die Ursach fein und die Frucht verstehen. 56 Ach die U ich und n diese hat daß ich G 4. Jesu, dies in X hilf, daß martre ni Sollt ich und nicht was du se mit so gri 5. Wenn machen he Jesu, mei dich ins J dich und d laß mich Liebet min wie kann 6. Gib a dir das K daß ich D und Gedu err, dei⸗ Willen en alles ig macht. elsthron ken! hein, ein, hen mag und öchmach on, en, hn, mallein gfein n. Ach die Ursach war auch ich, ich und meine Sünde, diese hat gemartert dich, daß ich Gnade fünde. 4. Jesu, lehr bedenken mich dies in Buß und Reue, hilf, daß ich mit Sünde dich martre nicht aufs neue. Sollt ich dazu haben Lust und nicht wollen meiden, was du selber büßen mußt mit so großem Leiden? 5. Wenn mir meine Sünde will machen heiß die Hölle, Jesu, mein Gewissen still', dich ins Mittel stelle, dich und deine Passion laß mich gläubig fassen! Liebet mich sein lieber Sohn, wie kann Gott mich hassen? 6. Gib auch, Jesu, daß ich gern dir das Kreuz nachtrage, daß ich Demut von dir lern und Geduld in Plage, daß ich Lieb um Lieb dir bring. Laß indes dies Lallen, bis ich dorten besser sing, Jesu, dir gefallen! Sigism. v. Birken, g. 1626, 4+ 16 81 79. Mel. Zion klagt mit Angst. 1. Jesu, deine tiefen Wunden, deine Qual und bittrer Tod geben mir zu allen Stunden Trost in Leibs⸗ und Seelennot. Fällt mir etwas Arges ein, denk ich bald an deine Pein: die erlaubet meinem Herzen mit der Sünde nicht zu scherzen. B. Festtagslieder(Passion). 57 79—80 2. Will sich denn in Wollust weiden mein verderbtes Fleisch und Blut, so gedenk ich an dein Leiden: bald wird alles wieder gut. Kommt der Satan und setzt mir heftig zu, halt ich ihm für deine Gnad und Gnadenzeichen: bald muß er von dannen weichen. 3. Ja für alles, das mich kränket, geben deine Wunden Kraft; wenn mein Herz hinein sich senket, schöpf ich neuen Lebenssaft. Deines Trostes Süßigkeit wend't in mir das bittre Leid, der du mir das Heil erworben, da du bist für mich gestorben. 4. Auf dich setz ich all mein du bist meine Zuversicht; Hoffen, dein Tod hat den Tod getroffen, daß er mich kann töten nicht. Daß ich an dir habe teil, bringet mir Trost, Schutz und Heilz deine Gnade wird mir geben Auferstehung, Licht und Leben. 5. Hab ich dich in meinem Her⸗ du Brunn aller Gütigkeit, lzen, so empfind ich keine Schmerzen auch im letzten Kampf undStreit. Ich verberge mich in dich, kein Feind kann verletzen mich. Wer sich birgt in deine Wunden, der hat glücklich überwunden. Joh. Heermann, g. 1585, 4 1647. 80. Eigene Melodie. 1. Jesu, meines Lebens Leben, Jesu, meines Todes Tod, 81 1. Sonn⸗ und Festtags⸗Lieder. der du dich für mich gegeben in die tiefste Seelennot, in das äußerste Verderben, nur daß ich nicht möchte sterben, tausendtausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür! 2. Du, ach du hast ausgestanden Lästerreden, Spott und Hohn, hast getragen Strickund Banden, du gerechter Gottessohn, nur mich Armen zu erretten von den argen Sündenketten. Tausendtausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür! 3. Wunden ließest du dir schla⸗ ließest allen Frevel zu,(gen, um zu heilen meine Plagen, um zu setzen mich in Ruh. Ach du hast zu meinem Segen lassen dich mit Fluch belegen. Tausendtausendmal sei dir, liebster Jesu, dank dafür! 4. Man hat dich sehr hart ver⸗ höhnet, dich mit großem Schimpf belegt und mit Dornen gar gekrönet; was hat dich dazu bewegt? Daß du möchtest mich ergötzen, mir die Ehrenkron aufsetzen. Tausendtausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür! 5. Du hast dich hart lassen schla⸗ mich zu lösen von der Pein,(gen, fälschlich lassen dich anklagen, daß ich könnte sicher sein; daß ich möchte trostreich prangen, hast du sonder Trost gehangen. Tausendtausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür! 6. Du hast lange Marterstunden ausgestanden mit Geduld, selbst den herben Tod empfunden um zu büßen meine Schuld; daß ich losgesprochen würde, trugest du der Qualen Bürde. Tausendtausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür! 7. Deine Demut hat gebüßet meinen Stolz und Übermut, dein Tod meinen Tod versüßet, es kommt alles mir zu gut; dein Verspotten, dein Verspeien muß zu Ehren mir gedeihen. Tausendtausendmal sei dir, liebster Jesu, Dan? dafür! 8. Nun, ich danke dir von Herzen, Herr, für alle deine Not, für die Wunden, für die Schmer⸗ zen, für den herben, bittern Tod; für dein Zittern, für dein Zagen, für die tausendfachen Plagen, deine Angst und tiefe Pein will ich ewig dankbar sein. Ernst Christ. Homburg, g. 1605,1681. 81. Mel. Es sind doch selig alle die. Laßt uns doch Christo dankbar sein, daß er gelitten große Pein, und seinem Willen leben. Auch laßt uns sein der Sünde feind, weil Gottes Wort uns helle scheint, Tag und Nacht danach streben, die Lieb erzeigen jedermann, die Christus hat an uns getan mit seinem bittern Leiden. O Menschenkind, betracht das 58 recht. wie Gotte und tu sie Sebald Mel. Liel 1. Mein deines Je wie er fü darauf de Ach erwã und dich 2. Sieh, ist für die sein Haup jein Leib er läßt sit wo ist gri 3. Du, ewig leid und von in. 5,11681, lle die. ankbar sein ein, n. Sünde feind, helle scheint, treben, ann, getan en. yt das recht. B. Festtagslieder(Passion). wie Gottes Zorn die Sünde schlägt, und tu sie ernstlich meiden. Sebald Heyden, g. 1494, 4 1561. 82. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 1. Meine Seel, ermuntre dich, deines Jesu Lieb bedenke; wie er für dich gibet sich, darauf deine Andacht lenke! Ach erwäg die große Treue und dich deines Jesu freue! 2. Sieh, der wahre Gottes Sohn ist für dich ans Holz gehänget, sein Haupt trägt die Dornenkron, sein Leib ist mit Blut vermenget, er läßt sich für dich verwunden; wo ist größre Lieb gefunden? 3. Du, du solltest große Pein ewig leiden in der Hölle und von Gott verstoßen sein wegen vieler Sündenfälle; aber Jesus trägt die Sünden, läßt dich wieder Gnade finden. 4. Durch sein Leiden ist gestillt deines Gottes Zorn und Rache, er hat das Gesetz erfüllt, gut gemacht die böse Sache, Sünde, Teufel, Tod bezwungen und den Himmel dir errungen. 5. Ich kann nimmer, nimmer⸗ mehr das Geringste nur vergelten, er verbind't mich allzusehr; meine Trägheit muß ich schelten, daß ich ihn so schlecht geliebet und noch gar mit Sünd betrübet. 6. Du, mein Jesu, du, meinHeil, dir will ich mich ganz verschrei⸗ ben, 82—83 daß ich dir als meinem Teil einzig will getreu verbleiben, dir zu leben, dir zu leiden, dir zu sterben, dir zu meiden. 7. Du, mein Jesu, sollst es sein, den ich mir zum Zweck gesetzet, wie du mein, so will ich dein bleiben stets und unverletzet; was du liebest, will ich lieben, was dich kränkt, soll mich betrü⸗ ben. 8. Was du willst, das sei mein Will, dein Wort meines Herzens Spie⸗ gel; wenn du schlägest, halt ich still. Dein Geist bleibt mein Pfand und Siegel, daß ich soll den Himmel erben; darauf kann ich freudig sterben. 9. Nun, so bleibt es fest dabei Jesus soll es sein und bleiben, dem ich lebe, des ich sei, nichts soll mich von Jesu treiben. Du wirst, Jesu, mich nicht lassen ewig will ich dich umfassen. Joh. Kasp. Schade, g. 1666, 4 1698. 83. Ev. Joh. 19, 30. Mel. Ich hab mein! Sach' Gott. 1. Nun ist es alles wohl gemacht, mein Jesus ruft: Es ist voll⸗ bracht! Der neigt sein Haupt, o Mensch, der dir erwirbt lund stirbt, das Erbe, welches nie verdirbt. 2. Der, dem an Hoheit keiner gleicht, Der Herr der Herrlichkeit er⸗ bleicht. 59 84 1. Sonn- und Festtags⸗Lieder. Was Wunder, daß die Erde Die Welt deckt Nacht, kkracht! denn Gottes Sohn wird umge⸗ bracht. 3. Das Heiligtum steht aufge⸗ deckt; die Felsen bersten, alles schreckt. Die freudenlose Kreatur klagt jetzo nur den Tod desHerrschers derNatur. 4. Weil denn die Kreatur sich regt, so werd auch du, o Mensch, be⸗ wegt! Der Fels zerreißt, und du wirst durch dies Gericht nicht beweget, daß dein Herz dir bricht! 5. Du selbst,(hast du es g'nug bedacht?) du hast den Herrn ans Kreuz ge⸗ bracht. Ihm, der für dich sein Leben gab, folg in sein Grab und stirb dem Sündengreuel ab. 6. Ach, Vater, ach in Pein und Hohn erbleicht am Kreuz dein ein'ger Sohn; nun ist kein Zweifel, deine Huld tilgt meine Schuld und trägt forthin mit mir Geduld. 7. Ich will mit ihm zum Grabe gehn und, wo dielnschuld bleibet, sehn. SeinTod soll meineZuflucht sein, auf ihn allein schlaf ich einst sanft und selig ein. 8. Und nun dient' ich der Sünde noch? Wiedrücketmichihrschweres Joch! Auf, Seele, daß du dich erhebst, nur Jesu lebst, nur Jesu zu gefallen strebst. 9. Töt, Jesu, selbst in meiner ö Brust, was sich noch find't von böserLustl Dein Tod,‚ der mir das Leben gibt mir auch Kraft schafft, zu einer guten Ritterschaft. 10. Ja, Herr, mein Heiland, kräftiglich stärkst du in meinemVorsatzmichl Ich setze freudig, auf dein Wort, den Kampf stets fort. Der reiche Lohn erfolget dort. 11. Wie dank ich g'nug dir, Je⸗ su Christ, daß du für uns gestorben bist! Dich preis' ich auch in Angst und doch nach der Zeit[Leid, noch würd'ger in der Ewigkeit. Laurentius Laurenti, g. 1660, 4 1722. 8⁴. Eigene Melodie. 1. O du Liebe meiner Liebe, du erwünschte Seligkeit, die du dich aus höchstem Triebe in das jammervolle Leid deines Leidens mir zu gute als ein Opfer eingestellt und bezahlt mit deinem Blute alle Missetat der Welt. 2. Liebe, die mit Schweiß und Tränen an dem Olberg sich betrübt, Liebe, die mit heißem Sehnen unaufhörlich fest geliebt, Liebe, die den eignen Willen in des Vaters Willen legt und, um Gottes Zorn zu stillen, treu die Last des Kreuzes trägt. 60 3. Lieb alle Sch Liebe, di blieb im Liebe, di als der? Liebe, di als sich! 4. Lieb⸗ und ein an dem ach wie ach wie d schmerzer wenn ich sanft an 5. Lieb und für in ein ko ach wie d Habe De daß ich e die duen Ew'ge L Elisabeth Mel. He 1. OHe voll Sch O Haup mit eine o Haupt mit höch jetzt abe gegrüßet 2. Du davor so das grof wie bist ebst. meiner Brust 'serLust! Leben lschafft, aft. eiland, äftiglich atzmichl n Wort, t dort. dir, Je⸗ Christ, en bist! ugst und [Leid, wigkeit. 0,1+ 1722. Liebe, 1 Triebe zute t Blute heiß und Tränen übt, Sehnen ö hillen egt Ustillen, trägt. B. Festtagslieder Passion). 85 3. Liebe, die mit starkem Herzen alle Schmach und Hohn gehört, Liebe, die voll Angst und Schmer⸗ blieb im Tode unversehrt,(zen Liebe, die sich liebend zeiget, als der Atem geht zu End, Liebe, die sich liebend neiget, als sich Leib und Seele trennt. 4. Liebe, die für mich gestorben und ein immerwährend Gut an dem Kreuze mir erworben, ach wie tröstet mich dein Blut, ach wie dank ich deinen Wunden, schmerzenreiche Liebe du, wenn ich in den letzten Stunden sanft an deinem Herzen ruh! 5. Liebe, die sich tot gekränket und für mein erkaltet Herz in ein kaltes Grab gesenket, ach wie dank ich deinem Schmerz! Habe Dank, daß du gestorben, daß ich ewig leben kann, die du mir das Heil erworben: Ew'ge Liebe, nimm mich an! Elisabeth v. Senitz, g. 1629, 1679. 85. Mel. Herzlich tut mich verlangen. 1. O Haupt voll Blut und Wun⸗ den, voll Schmerz und voller Hohn, O Haupt, zum Spott gebunden mit einer Dornenkron, o Haupt, sonst schön gekrönet mit höchster Ehr und Zier, jetzt aber höchst verhöhnet, gegrüßet seist du mir! 2. Du edles Angesichte, davor sonst schrickt und scheut das große Weltgewichte, wie bist du so bespeit! Wie bist du so erbleichet! Wer hat dein Augenlicht, dem sonst kein Licht nicht gleichet, so schändlich zugericht't? 3. Die Farbe deiner Wangen, der roten Lippen Pracht ist hin und ganz vergangen; des blassen Todes Macht hat alles hingenommen, hat alles hingerafft, und daher bist du kommen von deines Leibes Kraft. 4. Nun, was du, Herr, erduldet, ist alles meine Last, ich hab es selbst verschuldet, was du getragen hast. Schau her, hier steh ich Armer, der Zorn verdienet hat; gib mir, o mein Erbarmer, den Anblick deiner Gnad! 5. Erkenne mich, mein Hüter, mein Hirte, nimm mich an! Von dir, Quell aller Güter, ist mir viel Guts getan; dein Mund hat mich gelabet mit Milch und süßer Kosi, dein Geist hat mich begabet mit manchem Himmelstrost. 6. Ich will hie bei dir stehen, verachte mich doch nicht! Von dir will ich nicht gehen, wenn dir dein Herze bricht; wenn dein Haupt wird erblassen im letzten Todesstoß, alsdann will ich dich fassen in meinen Arm und Schoß. 7. Es dient zu meinen Freuden und tut mir herzlich wohl, wenn ich in deinem Leiden, mein Heil, mich finden soll. Ach möcht ich, o mein Leben, 61 86—88 an deinem Kreuze hier mein Leben von mir geben, wie wohl geschähe mir! 8. Ich danke dir von Herzen, o Jesu, liebster Freund, für deine Todesschmerzen, da du's so gut gemeint. Ach gib, daß ich mich halte zu dir und deiner Treu, und wenn ich nun erkalte, in dir mein Ende sei. 9.Wenn ich einmal soll scheiden, so scheide nicht von mir; wenn ich den Tod soll leiden, so tritt du dann herfür! Wenn mir am allerbängsten wird um das Herze sein, so reiß mich aus den Angsten kraft deiner Angst und Pein! 10. Erscheine mir zum Schilde, zum Trost in meinem Tod und laß mich sehn dein Bilde in deiner Kreuzesnot! Da will ich nach dir blicken, da will ich glaubensvoll dich fest an mein Herz drücken: wer so stirbt, der stirbt wohl. Paul Gerhardt, g. 1607, 4 1676. 86. Mel. Christus, der uns selig macht. O hilf, Christe, Gott es Sohn, durch dein bitter Leiden, daß wir dir stets untertan all Untugend meiden, deinen Tod und sein' Ursach' fruchtbarlich bedenken, dafür, wiewohl arm und schwach, dir Dankopfer schenken. Böhmische Brüder. 1. Sonn⸗ und Festtags⸗Lieder. 87. Eigene Melodie. 1. O Lamm Gottes, unschuldig amStamm desKreuzes geschlach⸗ allzeit erfunden geduldig, Iltet, wiewohl du warest verachtet, all Sünd hast du getragen, sonst müßten wir verzagen. Erbarm dich unser, o Jesu! 2. O Lamm Gottes, unschuldig amStamm desKreuzes geschlach allzeit erfunden geduldig, Itet wiewohl du warest verachtet, all Sünd hast du getragen, sonst müßten wir verzagen. Erbarm dich unser, o Jesu! 3. O Lamm Gottes, unschuldig amStamm desKreuzes geschlach⸗ allzeit erfunden geduldig, ltet. wiewohl du warest verachtet, all Sünd hast du getragen, sonst müßten wir verzagen. Gib uns dein'n Frieden, o Jesul Nicolaus Decius. 4 154½, 88. Eigene Melodie. 1. O Traurigkeit, o Herzeleid, ist das nicht zu beklagen? Gott des Vaters einig Kind wird ins Grab getragen. 2. O große Not, Gotts Sohn ist tot; am Kreuz ist er gestorben, hat dadurch das Himmelreich uns aus Lieb erworben. 3. O Menschenkind, nur deine Sünd hat dieses angerichtet, 62 dein Hei da du d warest g 4. Dei das Got liegt hie welches wie bist Alles, w muß dich 6. O li schön, za duSchm Niemand sonder 9 7. Hock zu jeder der diese wie der wird ins 8. O J mein Hi ich bitte Hilf, daf möge na Jol Mel. O1 1. OW' am Sta Der groß läßt will mit Schlo 2.Tritt wie er m ischuldig geschlach— ig, ltet, achtet, gen, igen. zesu! nschuldig geschlach ig, ltet. achtet, igen, igen. Jesu! nschuldig geschlach ig, ltet. achtet, igen, igen. u, o Jesil 18. + 154f, en? Kind en. ben, nelreich n. B. Festtagslieder(Passio n). da du durch die Missetat warest ganz vernichtet. 4. Dein Bräutigam, das Gotteslamm, liegt hier mit Blut beflossen, welches es ganz mildiglich hat für dich vergossen. 5. O süßer Mund, o Glaubensgrund, wie bist du doch zerschlagen! Alles, was auf Erden lebt, muß dich ja beklagen. 6. O lieblich's Bild, schön, zart und mild, duSchmerzsohn der Jungfrauen! Niemand kann dein heißes Blut sonder Reu anschauen. 7. Hoch selig ist zu jeder Frist, der dieses recht bedenket, wie der Herr der Herrlichkeit wird ins Grab versenket. 8. O Jesu, du mein Hilf und Ruh, ich bitte dich mit Tränen: Hilf, daß ich mich bis ins Grab möge nach dir sehnen. Johann Rist, g. 1607, 4 1667. 89. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. 1. O Welt, sieh hier dein Leben am Stamm des Kreuzes schwe⸗ ben, dein Heil sinkt in den Tod! Der große Fürst der Ehren läßt willig sich beschweren mit Schlägen, Hohn und großem Spott. 2.Tritt her und schau mitfFleiße, wie er mit Todesschweiße 63 89 und Blut ist überfüllt. Aus seinem edlen Herzen vor unerhörten Schmerzen ein Seufzer nach dem andern quillt. 3. Wer hat dich so geschlagen, mein Heil, und dich mit Plagen so übel zugericht't? Du bist ja nicht ein Sünder wie wir und uns're Kinder, von Übeltaten weißt du nicht. 4. Ich, ich und meine Sünden, die sich wie Körnlein finden des Sandes an dem Meer, die haben dir erreget das Elend, das dich schläget, und deiner Marter großes Heer. 5. Ich bin's, ich sollte büßen an Händen und an Füßen gebunden in der Höll; die Geißeln und die Banden und was du ausgestanden, das hat verdienet meine Seel. 6. Du nimmst auf deinen Rücken die Lasten, die mich drücken viel schwerer als ein Stein; du wirst ein Fluch, dagegen verehrst du mir den Segen, dein Schmerzen muß mein Lab⸗ sal sein. 7. Du setzest dich zum Bürgen, du lässest dich gar würgen für mich und meine Schuld; mir lässest du dich krönen mit Dornen, die dich höhnen, und leidest alles mit Geduld. 8. Ich bin, mein Heil, verbun⸗ den all Augenblick und Stunden dir überhoch und sehr; was Leib und Seel vermögen, 90 1. Sonn⸗ und Festtags⸗Lieder. das soll ich billig legen allzeit an deinen Dienst und Ehr. 9. Nun, ich kann nicht viel geben in diesem armen Leben, eins aber will ich tun: Es soll dein Tod und Leiden, bis Leib und Seele scheiden, mir stets in meinem Herzen ruhn. 10. Ich will's vor Augen setzen, mich stets daran ergötzen, ich sei auch, wo ich sei; es soll mir sein ein Spiegel der Unschuld und ein Siegel der Lieb und unverfälschten Treu. 11. Ich will darin erblicken, wie ich mein Herz soll schmücken mit stillem, sanftem Mut, und wie ich die soll lieben, die mich doch sehr betrüben mit Werken, so die Bosheit tut. 12. Ich will ans Kreuz mich schlagen mit dir und dem absagen, was meinem Fleisch gelüst't. Was deine Augen hassen, das will ich fliehn und lassen, so viel mir immer möglich ist. 13. Dein Seufzen und dein Stöhnen und die viel tausend Tränen, die dir geflossen zu, die sollen mich am Ende in deinen Schoß und Hände begleiten zu der ew'gen Ruh. Paul Gerhardt g. 1607 1 1676. 90. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 1. Seele, geh auf Golgatha, setz dich unter Jesu Kreuze und bedenke, was dich da für ein Trieb zur Buße reize. Härter bist du noch als Stein, wenn du hier kannst fühllos sein. 2. Schaue doch das Jammerbild zwischen Erd und Himmel han⸗ gen, wie das Blut mitStrömen quillt. daß ihm alle Kraft vergangen. Ach der übergroßen Not: es ist gar mein Jesus tot! 3. OLammGottes ohne Schuld, alles das hatt' ich verschuldet, und du hast aus großer Huld Pein und Tod für mich erduldet; daß ich nicht verloren bin, gibst du dich ans Kreuze hin. 4. Unbeflecktes Gotteslamm, ich verehre deine Liebe; schaue von des Kreuzes Stamm wie ich mich um dich betrübe; dein im Blute wallend Herz setzet mich in tausend Schmerz. 5. Nun was schenk ich dir dafür! Ich will dir mein Herze geben, dieses soll beständig hier unter deinem Kreuze leben. Wie du mein, so will ich dein lebend, leidend, sterbend sein. 6. Laß dein Herz mir offen stehn öffne deiner Wunden Türe; da hinein will ich stets gehn, wenn ich Kreuz undNot verspüre wie einHirsch nach Wasser dürsttt bis du mich erquicken wirst. 7. Kreuzige mein Fleisch und Blut lehre mich die Welt verschmähen laß mich dich, du höchstes Gut, immer vor den Augen sehen, führ in allem Kreuze mich wunderlich, nur seliglich! 6⁴ 8. End auch ged nirgend als in d wer dari spricht zi Benjamir Mel. 1. Sei n der mich Jesu, de das, wor Ach wie wenn ich an dem und um 2. Heile wo ich kr nimm di und den den mir und ich Wird, o wird sich 3. Schr⸗ mir, He daß sie bei mir Du bist da mei laß mich deiner L 4. Die auf das Schaue und mig reize. Stein, llos sein. imerbild mel han. gen, en quillt gangen. 1: tot! e Schuld, chuldet, r Huld erduldet; bin, ize hin. Slamm, * Stamm hetrübe; 5Herz Schmerz. dir dafür rze geben, ier leben. ich dein nd sein. ffen stehn Türe; 8 gehn, t verspüre ser dürsttt wirst. leisch umn Blut rschmähen hstes Gut, n sehen, mich lich! B. Festtagslieder(Passion). 8. Endlich laß mich meine Not auch geduldig überwinden, nirgend sonst wird mich der Tod, als in deinen Wunden finden; wer darin sein Bette macht, spricht zuletzt: Es ist vollbracht. Benjamin Schmolck, g. 1672, 4 1737. 91. Mel. Zion klagt mit Angst. 1. Sei mir tausendmal gegrüßet, der mich je und je geliebt, Jesu, der du selbst gebüßet das, womit ich dich betrübt. Ach wie ist mir doch so wohl, wenn ich knien und liegen soll an dem Kreuze, da du stirbest und um meine Seele wirbest. 2. Heile mich, o Heil der Seelen, wo ich krank und traurig bin; nimm die Schmerzen, die mich quälen, und den ganzen Schaden hin, den mir Adams Fall gebracht und ich selber mir gemacht. Wird, o Arzt, dein Blut mich netzen, wird sich all mein Jammer setzen. 3. Schreibe deine blut'gen Wun⸗ den mir, Herr, in das Herz hinein, daß sie mögen alle Stunden bei mir unvergessen sein. Du bist doch mein liebstes Gut, da mein ganzes Herze ruht, laß mich hie zu deinen Füßen deiner Lieb und Gunst genießen! 4. Diese Füße will ich halten auf das best ich immer kann. Schaue meiner Hände Falten und mich selber freundlich an 91—92 von dem hohen Kreuzesbaum und gib meiner Bitten Raum, sprich: Laß all dein Trauren schwinden, ich, ich tilg all deine Sünden. Paul Gerhardt, g. 1607, 4 1676. Mel. O Traurigkeit. 1. So ruhest du, o meine Ruh, in deiner Grabeshöhle und erweckest durch den Tod meine tote Seele! 2. Man senkt dich ein nach vieler Pein, du meines Lebens Leben! Dich hat jetzt ein Felsengrab, Fels des Heils, umgeben. 3. Ach bist du kalt, mein Trost und Halt! Das macht dein heißes Lieben, das dich in das kalte Grab mir zu gut getrieben. 4. O Lebensfürst, ich weiß, du wirst mich wieder auferwecken; sollte denn mein gläubig Herz vor der Gruft erschrecken? 5. Sie wird mir sein ein Kämmerlein, da ich auf Rosen liege, weil ich nun durch deinen Tod Tod und Grab besiege. 6. Gar nichts verdirbt, der Leib nur stirbt, doch wird er auferstehen und in ganz verklärter Zier aus dem Grabe gehen. 7. Indes will ich, mein Jesu, dich 65 5 93—94 in meine Seele senken und an deinen bittern Tod bis in Tod gedenken. Salomo Franck. g. 1659, + 1725. 93. Mel. Herr Jesu, Gnadensonne. 1. Wenn meine Sünd mich kränken, o mein Herr Jesu Christ, so laß mich wohl bedenken, wie du gestorben bist und alle meine Schuldenlast am Stamm des heil' gen Kreuzes auf dich genommen hast. 2. O Wunder ohne Maßen, wenn man's betrachtet recht: es hat sich martern lassen der Herr für seinen Knecht; es hat sich selbst mein Herr und Gott für mich verlornen Menschen gegeben in den Tod. 3. Was kann mir denn nun scha⸗ der Sünden große Zahl?(den Ich bin bei Gott in Gnaden, die Schuld ist allzumal bezahlt durch Christi teures Blut, daß ich nicht mehr darf fürchten der Hölle Qual und Glut. 4. Drum sag ich dir von Herzen jetzt und mein Leben lang für deine Pein und Schmerzen, o Jesu, Lob und Dank, für deine Not und Angstgeschrei, für dein unschuldig Sterben, für deine Lieb und Treu. 5. Herr, laß dein bitter Leiden mich reizen für und für, mit allem Ernst zu meiden die sündliche Begier; 66 1. Sonn⸗ und Festtags⸗Lieder. daß mir nie komme ausdemSinn, wie viel es dich gekostet, daß ich erlöset bin. 6. Mein Kreuz und meine Pla⸗ gen sollt's auch sein Schmach und Spott, hilf mir geduldig tragen; gib, o mein Herr und Gott, daß ich verleugne diese Welt und treu dem Beispiel folge, das du mir vorgestellt. 7. Laß mich an andern üben, was du an mir getan, und meinen Nächsten lieben, gern dienen jedermann ohn Eigennutz und Heuchelschein und, wie du mir erwiesen, aus reiner Lieb allein. 8. Laß endlich deine Wunden mich trösten kräftiglich in meinen letzten Stunden und des versichern mich: Weil ich auf dein Verdienst nur trau, du werdest mich annehmen, daß ich dich ewig schau. Justus Gesenius, g. 1601, 4 1678. 94. Mel. O Jesu Christ, mein's Lebens, 1. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du für uns gestorben bist und hast uns durch dein teures Blut gemacht vor Gott gerecht und gutz 2. Und bitten, wahrer Mensch und Gott, durch deine Wunden, Schmach und Spott: 2 . Erlös ur und tröst 3. Behi und reich daß wiri uns tröst 1. Auf, nimm we Wie kom nun ein Mein He da, wo 1 wenn vo gen Him 2. Er der Fei Eh er's ist Chrif und ruft schwingt sein Fäl der Fel 3. Dag ein rech nun soll vor alle entneh zusamt so mir) aus Lie 4. Ich an Chr mSinn. ine Pla⸗ helschein en, Wunden den — enst nur trau, nen, 1. 4 167½ 8 Lebens. err Jesu Christ. en bist in teures Blut und gutz r Mensch nd Gott Schmach d Spott: B. Festtagslieder(Ostern). Erlös uns von dem ew' gen Tod und tröst uns in der letzten Not! 3. Behüt uns auch vor Sünd und Schand und reich uns deine mächt' ge Hand, haß wir im Kreuz geduldig sein, uns trösten deiner schweren Pein; 95—96 4. Und schöpfen draus die Zu⸗ versicht, du werdest uns verlassen nicht, du werdest treulich bei uns stehn, daß wir durchs Kreuz ins Leben gehn. Christoph Vischer, g. 1544, f 1597. 6. Ostern. 95. Eigene Melodie. 1. Auf, auf, meine Herz, mit wo mein Hanpt durch ist gangen, da nimmt er mich auch mit. Er reißet durch den Tod, Freuden durch Welt, durch Sünd, durch nimm wahr, was heut geschicht! er reißet durch die Höll; MNot, Wie kommt nach großem Leiden ich bin stets sein Gesell. nun ein so großes Licht! Mein Heiland war gelegt da, wo man uns hinträgt, wenn von uns unser Geist gen Himmel ist gereist. 2. Er war ins Grab gesenket, der Feind trieb groß Geschrei. ö Eh er's vermeint und denket, ist Christus wieder frei und ruft Viktoria! schwingt fröhlich hier und da sein Fähnlein als ein Held, der Feld und Mut behält. 3. Das ist mir anzuschauen ein rechtes Freudenspiel; nun soll mir nicht mehr grauen vor allem, was mir will entnehmen meinen Mut zusamt dem edlen Gut, so mir durch Jesum Christ aus Lieb erworben ist. 4. Ich hang und bleib auch ö hangen an Christo als ein Glied; 67 5. Er dringt zum Saal der Ehren, ich folg ihm immer nach und brauch mich nicht zu kehren an einzig Ungemach; es tobe, was da kann, mein Haupt nimmt sich mein an, mein Heiland ist mein Schild, der alles Toben stillt. 6. Er bringt mich an die Pfor⸗ die in den Himmel führt,(ten, daran mit güldnen Worten der Reim gelesen wird: Wer dort wird mit verhöhnt, wird hier auch mit gekrönt; wer dort mit sterben geht, wird hier auch mit erhöht. Paul Gerhardt, g. 1607, 4 1676. 96. Eigene Melodie. 1. Christ ist erstanden von der Marter alle; des soll'n wir alle froh sein, 5* 97— 98 Christ will unser Trost sein. Kyrieleis. 2. Wär er nicht erstanden, so wär die Welt vergangen; seit daß er erstanden ist, so lob'n wir den Vater Jesu Kyrieleis.[Christ. 3. Halleluja, Halleluja, Halle⸗ luja! Des soll'n wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Kyrieleis. Aus dem 13. Jahrhundert. 97. Eigene Melodie. 1. Christ lag in Todesbanden, für uns're Sünd gegeben, der ist wieder erstanden und hat uns bracht das Leben; des wir sollen fröhlich sein, Gott loben und dankbar sein und singen Halleluja. Halleluja! 2. Den Tod niemand zwingen konnt bei allen Menschenkindern; das macht' alles unsre Sünd, kein Unschuld war zu finden. Davon kam der Tod so bald und nahm über uns Gewalt, hielt uns in sein'm Reich gefan⸗ Halleluja![(gen. 3. Jesus Christus, Gottes Sohn, an unser Statt ist kommen und hat die Sünd abgetan; damit dem Tod genommen all sein Recht und sein Gewalt; da bleibt nichts denn Tods Ge⸗ denStachel hat erverloren.[stalt, Halleluja! 1. Sonn⸗ und Festtags⸗Lieder. 4. Es war ein wunderlich Krieg da Tod und Leben rungen; das Leben behielt den Sieg, es hat den Tod verschlungen. Die Schrift hat verkündet das, wie ein Tod den andern fraß, ein Spott aus dem Tod ist worden. Halleluja! 5. Hie ist das recht Osterlamm, davon wir sollen leben, das sich an des Kreuzes Stamm in heißer Lieb gegeben; des Blut zeichnet unsre Tür, das hält der Glaub dem Tod für, der Würger kann uns nicht Halleluja! srühren. 6. So feiern wir das hoh Fest mit Herzensfreud und Wonne, das uns der Herr scheinen läßt. Er selber ist die Sonne, der durch seiner Gnade Glanz erleucht't unsre Herzen ganz; der Sünden Nacht ist vergangen. Halleluja! 7. Wir essen und leben wohl zum süßen Brot geladen, der alt Sauerteig nicht soll sein bei dem Wort der Gnaden. Christus will die Speise sein und speisen die Seel allein; der Glaub will keins andern Halleluja! leben. Martin Luther, g. 1483, 4 1546. 98. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenst. 1. Erhöhter Siegesfürst und Held, dir jauchzet die erlöste Welt am Feste deiner Wonne. Du gehst aus deines Grabes Tor 68 als wie schön, w Mächtig kommstt kommst uns aus 2. Wie am dritt den Leil Trotz all hast du ich sterbr Gehet, alle Rie sind zerf Jesus le 3. Erli und blie ist dies d Seit Je sind Gr die Frie Zagt ni diese G sich erhe und das 4. Da gekrönt mit hir Danni dann sch nichts k Ewig, ohne Y werd ic und ih hKrieg enz dieg, ngen. et das, fraß, worden. erlamm, Stamm Tür, Tod für, licht srühren. hoh Fest Wonne, sen läßt. soll Gnaden. e sein lein; ndern leben. 3, +T 1546, Norgenst. est und Held, Welt 2 abes Tor 2. B. Festtagslieder(Ostern). 99 als wie ein Bräutigam hervor, schön, wie die Morgensonne. Mächtig, prächtig kommst du heute aus dem Strei⸗ kommst mit Segen te, uns aus deiner Gruft entgegen. 2. Wie majestätisch bauest du am dritten Tage deiner Ruh den Leibestempel wieder! Trotz aller Feinde Listund Macht hast du dein großes Wort voll⸗ ich sterb und lebe wieder.(bracht: Gehet, sehet: alle Riegel, Band und Siegel sind zerstöret, Jesus lebt und ist verkläret. 3. Erlöste, kommt zu diesem Grab und blicket glaubensvoll hinab: ist dies die Gruft zum Schrecken? Seit Jesus hier geschlummert hat, sind Gräber eine Ruhestatt, die Fried und Hoffnung decken. Zagt nicht, klagt nicht: diese Glieder werden wieder sich erheben und das Leben Christi leben. 4. Dann werd ich ihn im Lichte sehn, gekrönt vor seinem Throne stehn mit himmlischem Entzücken. Dann ist mein Aug von Tränen leer, dann schreckt mich Sünd und Tod nicht mehr, nichts kann mich ihm entrücken. Ewig, selig, ohne Mängel, wie die Engel werd ich leben und ihm Preis und Ehre geben. 5. Indes zerstöre, starker Held, was mich noch hier zurückehält, daß ich mich zu dir schwinge. O gib mir deinen Geist, deinLicht, daß ich, wenn Herz und Auge bricht, vom Tod ins Leben dringe. Mach mich mutig in dem Streite und bereite mich bei Zeiten zum Triumph der Ewigkeiten. Christian Gottlieb Göz, g. 1746, + 1808. 99. Eigene Melodie. 1. Erschienen ist der herrlich Tag, dran sich niemand g'nug freuen mag; Christ, unser Herr, heut trium⸗ phiert, all seine Feind gefangen führt, Halleluja! 2. Die alte Schlange, Sünd und Tod, die Höll, all Jammer, Angst und Not hat überwunden Jesus Christ, der heut vom Tod erstanden ist. Halleluja! 3. Sein Raub der Tod mußt geben her, das Leben siegt und ward ihm Herr, zerstört ist nun all seine Macht, Christ hat das Leben wieder⸗ Halleluja![bracht. 4. Die Sonn, die Erd, all Krea⸗ tur, all's, was betrübet war zuvor, 69 100 das freut sich heut an diesem Tag, da der Welt Fürst darnieder lag. Halleluja! 5. Drum wir auch billig fröhlich singen das Halleluja fein(sein, und loben dich, Herr Jesu Christ; zu Trost du uns erstanden bist. Halleluja! Nikolaus Hermann 7 1561. 100. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. 1. Früh morgens, da die Sonn aufgeht, mein HeilandChristus aufersteht. Vertrieben ist der Sünden Nacht, Licht, Heil und Leben wieder⸗ Halleluja![bracht. 2. Nicht mehr als nur drei Tage lang mein Heiland bleibt im Todes⸗ zwang; am dritten Tag durchs Grab er dringt, mit Ehren seine Siegsfahn Halleluja! lschwingt. 3. Jetzt ist der Tag, da mich die Welt mit Schmach am Kreuz gefangen hält, drauf folgt der Sabbath in dem Grab, darin ich Ruh und Frieden hab. Halleluja! 4. In kurzem wach ich fröhlich auf‚ mein Ostertag ist schon im Lauf; ich wach auf durch des Herren Stimm, veracht den Tod mit seinem Halleluja![Grimm. 1. Sonn⸗ und Festtags⸗Lieder. 5. Am Kreuz läßt Christus öffentlich vor allem Volke töten sich; da er durchs Todes Kerker bricht, läßt er's die Menschen sehen nicht. Halleluja! 6. Sein Reich ist nicht von dieser Welt. kein groß Gepräng ihm hier ge⸗ fällt: was arm und niedrig geht herein, soll ihm das Allerliebste sein. Halleluja! I 7. O Wunder groß, o starker Held, wo ist ein Feind, den er nicht fälltẽ KeinAngststein liegt so schwer auf mir er wälzt ihn von des Herzens Tür, Halleluja! ö 8. Kein Kreuz und keine Not sich find't, die Christi Sieg nicht überwind't. Er führt heraus mit seiner Hand, wer mich will halten, wird zu Halleluja![Schand. 9. Lebt Christus, was bin ich be⸗ trübt? Ich weiß, daß er mich herzlich liebt; wenn mir gleich alle Welt stürb ab g'nug, daß ich Christum bei mir Halleluja![hab. 10. Er nährt, er schützt, er trö⸗ stet mich. Sterb ich, so nimmt er mich zu sich; wo er jetzt lebt, da muß ich hin, weil ich ein Glied sein's Leibes Halleluja! bin. 70 11. Mei Gott und die Freud vertreibet Hallelr 12. Für Herr Jesi Dort wol erheben de Halleli Joh. Her Mel. In d 1. Gott Die Son geht auf Sie brich aus finst um alles 2. Es ist der heut Er hat d des Tods drauf ist du bist B. Festtagslieder(Ostern). 11. Mein Herz darf nicht ent⸗ setzen sich, Gott und die Engel lieben mich; die Freude, die mir ist bereit, vertreibetFurchtund Traurigkeit. Halleluja! 12. Für diesen Trost, o großer Held, Herr Jesu, dankt dir alle Welt. Dort wollen wir mit größerm Fleiß erheben deinen Ruhm und Preis. Halleluja! Joh. Heermann, g. 1585, 4 1647. 101. Mel. In dich hab ich gehoffet, Herr. 1. Gott sei gedankt zu jeder Zeit! Die Sonne der Gerechtigkeit geht auf uns zu erfreuen. Sie bricht mit Macht aus finstrer Nacht, um alles zu erneuen. 2. Es ist der Sieg'sfürst, Jesus Christ, der heut vom Tod erstanden ist. Er hat dem Feind genommen des Tods Gewalt, drauf ist er bald mit Freuden wieder kommen. 3. Auch hat der Herr in Sieges⸗ pracht viel Beute aus dem Grab ge⸗ bracht, die will er gern uns geben: Gerechtigkeit, Heil, Friede, Freud und unverwelklich Leben. 4. Drum geb ich dir, Immanuel, in deine Hände Leib und Seel, du bist mein Schutz auf Erden, 10¹1—102 mein Licht und Heil, mein ewig Teil; mir muß der Himmel werden. 5. Laß mich mit dir zu Grabe gehn, mit dir auch wieder auferstehn, den Lüsten stets zu steuern, daß nach der Zeit in höchster Freud ich dort mög Ostern feiern. Peter Hagen, g. 1569, 4 1620 102. Mel. Wachet auf, ruft uns. 1. Halleluja, jauchzt, ihr Chöre, singtJesuChristo Preisund Ehrel Wie groß, wie herrlich istsein Tagl Er, der Held, zerriß die Banden des Todes und ist auferstanden, er, der für uns im Grabe lag. Sein ist Gewalt und Macht, Preis ihm, er hat's vollbracht! Halleluja! Er hat's vollbracht, er, der die Macht des Todes und des Grabes hat. 2. Glorreich hat der Held ge⸗ rungen, hat mächtig Satans Reich be⸗ zwungen, von Todesketten uns befreit. Wir von Gott gefallne Sünder sind nun mit ihm versöhnt, sind Kinder und Erben seiner Seligkeit. Bald, bald entschlafen wir, entschlafen, Christe, dir, ruhn im Frieden die kurze Nacht, bis deine Macht das Licht des ew'gen Tages ruft. 3. Unsern Staub mag Staub bedecken, 71 103—104 1. Sonn⸗ und du wirst ihn herrlich auferwecken, der du des Staubes Schöpfer bist. Du wirst unvergänglich Leben und Kraft und Herrlichkeit ihm geben, dem Staube, der dir teuer ist. Wir werden ewig dein, gerecht und selig sein, Halleluja! Tod und Gericht erschreckt uns nicht, denn Jesus, unser Mittler, lebt. 4. Tag des Lebens, Tag der Wonne, wie wird uns sein, wenn Gottes Sonne durch unsers Grabes Dunkel bricht! O was werden wir empfinden, wenn Nacht und Finsternis ver⸗ schwinden, und uns umstrahlt des Himmels Vollender, führe du Licht! uns diesem Tage zu, uns, die Deinen! Die Todesbahn gingst du voran, wir folgen dir in deine Ruh. Gottfr. Bened. Funk, g. 1734, 4 1814. 103. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. 1. Heut triumphieret Gottes Sohn, der vom Tod ist erstanden schon mit großer Pracht und Herrlich⸗ keit; des dank'n wir ihm in Ewigkeit. Halleluja! 2. Dem Teufel hat er all sein Macht Festtags⸗Lieder. der seinen Feind gewaltig fällt. Halleluja! 3. Oauferstandner Jesu Christ, der du der Sünder Heiland bist. führ uns durch dein Barmherzig⸗ keit mit Freuden in dein Herrlichkeit. Halleluja! 4. Hie ist doch nichts als Angst und Not, von Kindheit an bis in den Tod, dort aber in des Himmels Thron folgt auf den Kampf die Ehren⸗ Halleluja![kron, 5. Nun kann uns kein Feind schaden mehr; ob er gleich murrt, ist's ohn Ge⸗ fähr, darnieder liegt der arge Feind wir aber Gottes Kinder seind. Halleluja! 6. Des danken wir ihm allzu⸗ gleich und sehnen uns ins Himmelreich, Es ist amEnd, Gott helf uns all'n, sosingen wir mit großemSchall'n. Halleluja! 7. Gott Vater in dem höchsten Thron, samt seinem eingebornen Sohn dem heil'gen Geist in gleicher Weiß in Ewigkeit sei Lob und Preis Halleluja! Kasp. Stolshagius(2) 1591. 104. Mel. Valet will ich dir geben. 1. Ich geh zu deinem Grabe, zerstört und ihn zu Boden bracht, du großer Osterfürst, wie pflegt zu tun ein großer Held, weil ich die Hoffnung habe, 72 daß du mi wie man und fröhli auch mit! ins Land 2. Du li und hast wenn ich daß sich n auch in d was Asch weil dir d die Erde 3. Du r daß ich ar an diesem du drückst so soll mi wenn me ich werde der mir z ig fällt. Christ, nd bist, herzig⸗ keit lichkeit. 8 Angst nd Not, sen Tod. Thron Ehren⸗ [kron, Feind mehr; ohn Ge⸗ fähr, Feind seind. allzu gleich nelreich, ns all'n⸗ Schall'm höchsten Thron, n Sohn, leicher Weiß Preisl (2) 159ʃ. geben. Grabe, abe, B. Festtagslieder(Ostern). daß du mir zeigen wirst, wie man kann fröhlich sterben und fröhlich auferstehn, auch mit des Himmels Erben ins Land des Lebens gehn. 2. Du liegest in der Erde und hast sie eingeweiht: wenn ich begraben werde, daß sich mein Herz nicht scheut, auch in den Staub zu legen, was Asch und Staub vermehrt, weil dir doch allerwegen die Erde zugehört. 3. Du ruhest in dem Grabe, daß ich auch meine Ruh an diesem Orte habe; du drückst die Augen zu; so soll mir gar nicht grauen, wenn mein Gesicht vergeht; ich werde den wohl schauen, der mir zur Seite steht. 4. Dein Grab war wohl versie⸗ doch brichst du es entzwei:(gelt, wenn mich der Tod verriegelt, so bin ich dennoch frei. Du wirst den Stein schon rücken, der auch mein Grab bedeckt; da werd ich den erblicken, der mich vom Tod erweckt. 5. Du fährest in die Höhe und zeigest mir die Bahn, wohin ich endlich gehe, da ich dich finden kann. Dort ist es sicher wohnen, wo lauter Glanz um dich; da warten lauter Kronen in deiner Hand auf mich. 6. O meines Lebens Leben, o meines Todes Tod! Ich will mich dir ergeben in meiner letzten Not. 105-106 Ich will mein Bette machen in deine liebe Gruft, da werd ich schon erwachen, wenn deine Stimme ruft. 7. Du wirst den Olberg zeigen, wo man gen Himmel fährt, da will ich fröhlich steigen, bis daß ich eingekehrt in Salems ewge Tore, da heißt's Halleluja in der Gerechten Chore. Ach wär ich nur schon da! Benj. Schmolck, g. 1672, 1737. 105. Eigene Melodie. 1. Jesus Christus unser Hei⸗ der den Tod überwand,(land, ist auferstanden, die Sünd hat er gefangen. Kyrie eleison. 2. Der ohn Sünden war gebor'n, trug für uns Gottes Zorn; hat uns versöhnet, daß uns Gott sein Huld gönnet. Kyrie eleison. 3. Tod, Sünd, Leben und Genad, all's in Händen er hat; er kann erretten alle, die zu ihm treten. Kyrie eleison. Martin Luther, g. 1483, 4 1546. 106. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 1. Jesus lebt, mit ihm auch ich; Tod, wo sind nun deine Schrecken? Er, er lebt und wird auch mich von den Toten auferwecken, er verklärt mich in sein Licht: dies ist meine Zuversicht. 73 107—108 2. Jesus lebt; ihm ist das Reich über alle Welt gegeben, mit ihm werd ich auch zugleich ewig herrschen, ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht: dies ist meine Zuversicht. 3. Jesus lebt; wer nun verzagt, lästert ihn und Gottes Ehre; Gnade hat er zugesagt, daß der Sünder sich bekehre. Gott verstößt in Christo nicht: dies ist meine Zuversicht. 4. Jesus lebt; sein Heil ist mein, sein sei auch mein ganzes Leben; reines Herzens will ich sein und den Lüsten widerstreben. Er verläßt den Schwachen nicht: dies ist meine Zuversicht. 5. Jesus lebt; ich bin gewiß, nichts soll mich von Jesu scheiden, keine Macht der Finsternis, keine Herrlichkeit, kein Leiden. Seine Treue wanket nicht: dies ist meine Zuversicht. 6. Jesus lebt; nun ist der Tod mir der Eingang in das Leben. Welchen Trost in Todesnot wird es meiner Seele geben, wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht! Chr. F. Gellert, g. 1715, 4 1769. 107. Mel. 0 sanctissima. 1. O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Osterzeit! 2): Welt lag in Banden, Christ ist erstanden; freue, freue dich, oChristenheitl:: 1. Sonn⸗- und Festtags⸗Lieder. o du selige, In Denbeingendne Osterzeit! : Tod ist bezwungen, Leben errungen; freue, freue dich oChristenheitli 3. O du fröhliche, o du selige, 2): Kraft ist gegeben; laßt uns ihm leben! 108. nun? Wo ist dein Sieg, o Hölle? Was kann uns jetzt der Teufel wie grausam er sich stelle? tun, Gott sei gedankt, der uns den Sieg so herrlich hat nach diesem Krieg durch Jesum Christ gegeben! 2. Lebendig Christus kommt herfür, den Feind nimmt er gefangen, zerbricht der Hölle Schloß und Tür, trägt weg denRaub mitPrangen. Nichts ist, das in dem Siegeslauf den starken Heldkann halten auf, er ist der Überwinder. 3. Des Herren Rechte, die be⸗ des Herren Rechte mächtig fällt, was ihr entgegen stehet. Tod, Teufel, Hölle, Welt und Sünd durchChristiSieg gedämpfetsind, 2. O du fröhliche, ihr Zorn ist kraftlos worden. 74 gnadenbringende Osterzeit! Freue, freue dich,oChristenheitli, Joh. Daniel Falk, g. 1768, 4 1826. Mel. Nun freut euch, liebe Christen 1. O Tod, wo ist dein Stachel den Sieg und ist erhöhet,[hält 4. Es war und sieh, er Weil nun d erstehn auc So jemand im Tod un er lebt, ob 5. Wertä mit Christe ist dort vor derselb ihn Genommen Unschuldur und unver 6. Das is der wir tei Fried, Fre im Himme Hier sind bis unser L Gott sei g so herrlich durch Jes B. Festtagsli 4. Es war getötet Jesus Christ, und sieh, er lebet wieder! Weil nun das Haupt erstanden ist, erstehn auch wir, die Glieder. So jemand Christi Worten gläubt, im Tod und Grabe der nicht bleibt; er lebt, ob er gleich stirbet. 5. Wertäglich hier durch wahre mit Christo auferstehet, Reu ist dort vom andern Tode frei; derselb ihn nicht angehet. Genommen ist dem Tod die Macht, Unschuld und Leben wiederbracht und unvergänglich Wesen. 6. Das ist die reiche Osterbeut, der wir teilhaftig werden: Fried, Freude, Heil, Gerechtig⸗ im Himmel und auf Erden. keit Hier sind wir still und warten fort, bis unser Leib wird ähnlich dort Christi verklärtem Leibe. 7. O Tod wo ist dein Stachel Wo ist dein Sieg, o Hölle? nun? Was kann uns jetzt der Teufel wie grausam er sich stelle? tun, Gott sei gedankt, der uns den Sieg so herrlich hat in diesem Krieg durch Jesum Christ gegeben! Nach Georg Weissel, g. 1590, 4 1635. 109. Mel. Nun freut euch, liebe Christen. 1. Triumph! Verlaßt die leere Gruft! Triumph! Der Heiland lebet! eder(Ostern). 109 Hört, wie der Kreis der heitern von Siegestönen bebet. Luft Sei uns gegrüßt, erstandener Held! Die Höll und Tod entrissne Welt ruft dir Triumph entgegen. 2. Was war dir, Erde, dazumal, als sich dein Grund empörte, und Jesu letzte Todesqual dich ängstlich seufzen lehrte? Ach jauchze nun in Fröhlichkeit, gesegnet sei des Herren Streit, der deinen Fluch bezwungen. 3. IhrHimmel, laßt den Jubel⸗ durch alle Wolken fahren![klang Kommt, wiederholt den Lob⸗ gesang, ihr reinen Geisterscharen! Ehrt jetzt den Tag, wie jene Nacht, die diesen Held ansLicht gebracht, verherrlicht seine Siege. 4. Es müsse Zions Heiligtum vom Jauchzen widerschallen: Gott in der Höhe, dir sei Ruhm, den Menschen Wohlgefallen! Ihr Kreaturen, stimmt mit ein: Auf Erden müsse Frieden sein, im Himmel hohe Wonne! 5. Nun Jesu Grab die Siegel bricht, steht mir der Himmel offen; nun stützt den eitlen Glauben ein unerfülltes Hoffen. lnicht Du, Heiland, lebst und lebst in mir, du kannst, du wirst, ich folge dir, mich auch zum Vater führen. 6. Fahr auf, o seltne Sieges⸗ die von der Höhe blitzet! pracht, Mein König, der, verklärt mit zur Rechten Gottes sitzet; Macht, 75⁵ 110—111 du, der den Tod gefesselt hält, Erlöser, Richter, Herr der Welt, laß mich dir ewig leben! Joh. Valent. Pietsch,(2) g. 1590, f1738. 110. Mel. Nun freut euch, liebe Christen. Wach auf, mein Herz, die Nacht ist die Sonn ist aufgegangen,(hin, ermuntre deinen Geist und Sinn, den Heiland zu empfangen, der heute durch des Todes Tür gebrochen aus dem Grab herfür, der ganzen Welt zur Wonne. 2. Steh aus dem Grab der Sün⸗ und such ein neues Leben,[den auf vollführe deinen Glaubenslauf und laß dein Herz sich heben gen Himmel, da dein Jesus ist, und such, was droben, als ein der geistlich auferstanden.Christ, 3. Vergiß nun, was dahinten ist, und tracht nach dem, was droben, damit dein Herz zu jeder Frist zu Jesu sei erhoben. Tritt unter dich die böse Welt und strebe nach dem Himmelszelt, wo Jesus ist zu finden. 4. Quält dich ein schwerer Sor⸗ genstein, dein Jesus wird ihn heben; es kann ein Christ bei Kreuzes⸗ in Freud und Wonne leben.[pein Wirf dein Anliegen auf denHerrn und sorge nicht, er ist nicht fern, weil er ist auferstanden. 5. Es hat der Löw aus Juda Stamm heut siegreich überwunden, und das erwürgte Gotteslamm hat uns zum Heil gefunden 1. Sonn⸗ und Festtags⸗Lieder. das Leben und Gerechtigkeit, weil er nach überwundnem Strei die Feinde schaugetragen.“) *) Kol. 2, 1. 6. Drum auf, mein Herz, fan an den Streih weil Jesus überwunden; er wird auch überwinden weit in dir, weil er gebunden derFeinde Macht, daß du aufstehs und in ein neues Leben gehst und Gott im Glauben dienest, 7. Scheu' weder Teufel, Well noch Tod, noch gar der Hölle Rachen, dein Jesus lebt, es hat kein' Not er ist noch bei den Schwachen und den Geringsten in der Wel als ein gekrönter Siegesheld; drum wirst du überwinden. 8. Ach mein Herr Jesu, der du von Toten auferstanden,(bis rett uns aus Satans Macht und und aus des Todes Banden,(List daß wir zusammen insgemein zum neuen Leben gehen ein, das du uns hast erworben. 9. Sei hochgelobt in dieser Zeil von allen Gotteskindern und ewig in der Herrlichkeit von allen Überwindern, die überwunden durch dein Blut; Herr Jesu, gib uns Kraft und daß wir auch überwinden.[Mut, Laurent. Laurenti, g. 1660, 4 1722. 111. Mel. O Durchbrecher aller Bande. 1. Wandle leuchtender und schö⸗ Ostersonne, deinen Lauf, ner, 76 denn dein stieg aus s— Als das Ha bargst du d Doch jetzt! denn auch 2. Erde, unter dein denn dein er zerbrach Deine star als er sein grüße nun wonnevoll 3. Dochd sag, wie fe da der He mit gewal Feierst du auch in re Kann mar welch ein 4. Bist d aus der S Hast du d losgerung Oder lieg und in de Kündet de noch kein 5. O da⸗ länger m Sieh, deir von dem Komm, v aufstehs gehst dienest. I, Well och Tod chen, ein? Notz pachen der Well sheld; den. der du bbis acht und den,(List emein ein, en. 'eser Zeit chkeit in Blut; aft und [Mut, „+ 17½1 Bande. ind schö⸗ nner, B. Festtagslieder(Ostern) denn dein Herr und mein Ver⸗ söhner stieg aus seinem Grabe auf! Als das Haupt er sterbend beugte, bargst du dich in nächt'gem Flor. Doch jetzt komm hervor und leuchte, denn auch er stieg längst empor! 2. Erde, breite dich in Frieden unter deinem Himmel aus, denn dein Herrist nicht geschieden, er zerbrach des Todes Haus. Deine starken Felsen bebten, als er seinen Geist verhaucht; grüße nun den Neubelebten, wonnevoll in Licht getaucht. 3. Doch du selber, meine Seele, sag, wie feierst du den Tag, da der Herr des Grabes Höhle mit gewalt'gem Arm durch⸗ brach? Feierst du sein Auferstehen auch in rechter Osterfreud? Kann man an dir selber sehen, welch ein hoher Festtag heut? 4. Bist du mit ihm auferstan⸗ den aus der Sünde Todesnacht? Hast du dich von ihren Banden losgerungen, frei gemacht? Oder liegst du noch verborgen und in deinen Sünden tot? Kündet deinen Ostermorgen noch kein helles Morgenrot? 5. O dann laß dich nicht be⸗ decken länger mehr die finstre Nacht. Sieh, dein Herr ist, dich zu wecken, von dem Tode auferwacht, Komm, vom Schlaf dich zu er⸗ heben, 11² komm, der Fürst des Lebens ruft; wache auf zum neuen Leben, steig herauf aus deiner Gruft! 6. Sieh, er reicht dir hilfreich, gnädig die durchbohrten Hände hin, macht dich der Betäubung ledig, weckt mit Liebesruf den Sinn. Keine Strafe sollst du scheuen, darum bleibe nicht zurück; raff dich auf, dich zu erfreuen an des neuen Lebens Glück. 7. Steig empor zum neuen Leben, denn du schliefest lang genug; Kraft zum Leben wird dir geben, der für dich den Tod ertrug. Fang nur an erst aufzustehen, fühlst du dich auch noch so matt; der wird dir zur Seite gehen, der dich auferwecket hat. 8. Sieh, dein Herr ist aufer⸗ standen, daß du könntest auferstehn, aus der Sünde Haft und Banden in die schönste Freiheit gehn. Willst du ihm dich nur ergeben, streift er deine Ketten ab, und du siehst dein altes Leben hinter dir als leeres Grab. Karl Johann Philipp Spitta, g. 1801, + 1859. 112. Mel. Christus, der ist mein Leben. 1. Willkommen, Held im Strei⸗ aus deines Grabes Kluft! lte, Wir triumphieren heute um deine leere Gruft. 2. In der Gerechten Hütten schallt schon das Siegeslied; 77 113—114 du trittst in unfre Mitten und bringst den Osterfried. 3. Der Feind wird schaugetra⸗ gen·) und heißt nunmehr ein Spott, wir aber können sagen: Mit uns ist unser Gott. Kol. 2, 15. 4. Ach teile doch die Beute bei deinen Gliedern aus, wir alle kommen heute deswegen in dein Haus. 5. Schwing deine Siegesfah⸗ auch über unser Herz nen und zeig uns einst die Bahnen vom Grabe himmelwärts. 6. Laß unser aller Sünden mit dir begraben sein, uns einen Schatz hier finden, der ewig kann erfreun. 7. Wir sind mit dir gestorben, so leben wir mit dir; was uns dein Tod erworben, das stell uns täglich für! 8. Wir wollen hier ganz fröhlich mit dir zu Grabe gehn, wenn wir dereinst nur selig mit dir auch auferstehn. 9. Der Tod kann uns nicht scha⸗ sein Stachel ist nun stumpf,[den, wir stehn bei Gott in Gnaden und rufen schon Triumph! Benjamin Schmolck, g. 1672, 4 1737. 113. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. 1. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du vom Tod erstan den bist und hast dem Tod zerstört sein Macht 78 1. Sonn⸗ und Festtags⸗Lieder. und uns das Leben wiederbracht Halleluja! 2. Wir bitten dich durch dein Gnad nimm von uns unsre Missetat und hilf uns durch die Güte dein daß wir dein' treuen Diener sein. Halleluja! 3. Gott Vater in dem höchsten Thron samt seinem eingebor'nen Sohn, dem heil'gen Geist in gleicher Weiß in Ewigkeit sei Lob und Preis. Halleluja! ö Thomas Hartmann um 1604 114. Ev. Luk. 24, 29. Mel. Erhalt uns Herr bei deinem. 1. Wo willst du hin, weil's Abend ist, o liebster Pilgrim Jesu Christ! Komm laß mich so glückselig sein und kehr in meinem Herzen ein! 2. Laß dich erbitten, liebster Freund, dieweil es ist so gut gemeint; du weißt, daß du zu aller Frist ein herzenslieber Gast mir bist. 3. Es hat der Tag sich sehr ge⸗ neigt, die Nacht sich schon von fernezeigt drum wollest du, o wahres Licht mich Armen ja verlassen nicht. 4. Erleuchte mich, daß ich die Bahn zum Himmel sicher finden kann, damit die dunkle Sündennacht mich nicht verführt noch irre macht. — 5. Beson' hilf mir du Herr Jesu, ich weiß, da Ev. Mel. Jesu, 1. Zweer über Feld ihre Auget ihre Seele man hört doch es ist unser Jesi und vertre 2. Ach es ihrem still sie bejamr ihre Not: manches en daß es nu doch mein fragt, wa 3. Jesus wenn ich und der 6 o der ung die man d Doch er h Jesus hat und das 6 4. Hat so ließ er Jesus ste sich mit j Wenn ich erbracht rch dein Gnad, Missetat üte dein ener sein. höchsten Thron n Sohn leicher Weiß d Preis. um 1604 i deinem weil's bend ist, Christ! selig sein rzen ein iebster Freund, neint; er Frist mir bist. sehr ge⸗ neigt, rnezeigt es Licht, nicht. ich die Bahn en kann, nnacht irre macht. .. 5. Besonders aus der letzten Not hilf mir durch einen sanften Tod! Herr Jesu, bleib, ich halt dich fest, ich weiß, daß du mich nicht verläßt. 1674. 115. Ev. Luk. 24. 13—35. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. 1. Zween der Jünger gehn mit Sehnen über Feld nach Emmaus; ihre Augen sind voll Tränen, ihre Seele voll Verdruß, man hört ihre Klageworte; doch es ist von ihrem Orte unser Jesus gar nicht weit und vertreibt die Traurigkeit. 2. Ach es gehn noch manche Herzen ihrem stillen Kummer nach, sie bejammern ihre Schmerzen, ihre Not und Ungemach; manches wandert gar alleine, daß es nur zur G'nüge weine; doch mein Jesus ist dabei, fragt, was man so traurig sei. 3. Jesus ist mir nachgegangen, wenn ich meiner Eitelkeit und der Sünde nachgehangen; o der unglückseligen Zeit, die man dergestalt verloren! Doch er hat mich neu geboren, Jesus hat an mich gedacht und das Schäflein wieder bracht. 4. Hat sich eine Not gesunden, so ließ er mich nicht allein; Jesus stellt zur rechten Stunden sich mit seinem Beistand ein. Wenn ich mich bei ihm beschwere, B. Festtagslieder Ostern). 11⁵ gleich als ob er ferne wäre, o so ist er mehr als nah und mit seiner Hilfe da. 5. Treuster Freund von allen Freunden, bleibe ferner noch bei mir! Kommt die Welt, mich anzufein⸗ ach so sei du auch allhier!(den, Will der Teufel mich betrügen, laß in deinem Schutz mich liegen! Komm, in meinem Geist zu ruhn: was du willst, das will ich tun. 6. Bin ich traurig und betrübet, so gib nur in meinem Sinn, daß mich deine Seele liebet, und daß ich der Deine bin. Laß dein Wort mich feste gründen, laß es auch mein Herz entzünden, daß es voller Liebe brennt und dich immer besser kennt. 7. Tröst auch andre fromme Seelen, wenn sie tief in Kummer stehn; wenn sie in verborg'nen Höhlen, Kammern, Feld und Wäldern gehn, ihrem Kummer nachzusinnen, daß sie satt sich weinen können, so sprich ihrer Seele zu: Liebes Kind, was trauerst du? 8. Kannst du bei der Welt nicht weilen, ach so nimm mich auch mit dir, laß mich deine Freuden teilen, sei und bleibe stets bei mir! Bleibe doch in unsrer Mitten, wie dich deine Kinder bitten. Dank sei dir, o lieber Gast, daß du mich getröstet hast. Ludw. Neunherz, g. 1658, 4 1737. 79 116—117 1. Sonn⸗ und Festtags⸗Lieder. 7. Himmelfahrt. 116. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenst. 1. Ach wundergroßer Sieges⸗ held, du Sündenträger aller Welt, heut hast du dich gesetzet zur Rechten Gottes in der Kraft, hast deinem Reich den Sieg ver⸗ schafft, den Feind zum Tod verletzet; mächtig, prächtig triumphierst du und regierst du; Tod und Leben, dir ist alles untergeben. 2. Dir dienen alle Cherubim, viel tausend hohe Seraphim dich Siegesfürsten loben, weil du den Segen wiederbracht, mit Majestät und großer Macht zur Freude bist erhoben. Singet, klinget, rühmt und ehret den, der fähret auf zum Throne, zu empfah'n die Himmelskrone. 3. Du bist das Haupt, o Herr, und wir sind deine Glieder, nur von dir kommt auf uns Heil und Leben; Trost, Friede, Freude, Licht und Kraft, was dem Gemüt Erquickung schafft, wird uns von dir gegeben; bringe, dringe mein Gemüte, ew'ge Güte, dich zu preisen, Ehr demSieg'sherrn zu erweisen. 4. Zeuch, Jesus, uns, zeuch uns nach dir, hilf, daß wir forthin für und sin nach deinem Reiche trachten. Laß unsern Wandel himmlisch sein laß uns demütig, züchtig, rein all Uppigkeit verachten! Unart, Hoffahrt hilf uns meiden, christlich leiden wohl ergründen, wo die Gnade sei zu finden. 5. Sei, Jesu, unser Schutz und Schah sei unser Ruhm und fester Platz darauf wir uns verlassen; laß suchen uns, was droben ist; auf Erden wohnet Trug und List, es ist auf allen Straßen Lügen, Trügen, Angst und Plagen, die da nagen, die da quälen stündlich arme Christenseelen. 6. Herr Jesu, komm, du Gna⸗ denthron du Siegesfürst, Held, Davids Sohn, komm, stille das Verlangen! Du, du bist allen uns zu gut, ins Heiligtum gegangen. Komm Herr, hilf Herr! Dann so sollen, dann so wollen wir ohn Ende jauchzend heben unsre Hände. ErnstChrist. Homburg, g. 1605, 4 1681. 11⁷. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 1. Auf Christi Himmelfahrt al⸗ ich meine Nachfahrt gründe llein 8⁰ o Jesu, durch dein teures Blut und allen hiermit f denn wei wird sein zur recht 2. Wei und grof mein He sonst nir denn wo da ist au nach ihn 3. Ach von deir daß mit mag me und dan mit Fre Herr, h. Nach Jos Mel. Nu 1. Auf daß Ch: und dar und flel uns art die wir Trosten 2. Go uns ste r und fün chten. mmlisch sein, 06, rein ch leiden nden. schutz und Schah er Platz en; oben istz und List, anagen, iseelen. du Gna⸗ denthron, Davids Sohn, ngen! zu gut, es Blut n. rl o wollen Hände. 05,4 1681. der Zeit. fahrt al⸗ nde[lein und allen Zweifel, Angst undPein hiermit stets überwinde; denn weil das Haupt im Himmel ist, wird seine Glieder Jesus Christ zur rechten Zeit nachholen. 2. Weil er gezogen himmelan und große Gab empfangen, mein Herz auch nur im Himmel kann, sonst nirgends, Ruh erlangen; denn wo mein Schatz gekommen hin, da ist auch stets mein Herz und Sinn, nach ihm mich sehr verlanget. 3. Ach Herr, laß diese Gnade mich von deiner Auffahrt spüren, daß mit dem wahren Glauben ich mag meine Nachfahrt zieren und dann einmal, wenn dir's ge⸗ fällt, mit Freuden scheiden aus der Welt. Herr, höre doch mein Flehen! Nach Josua Wegelin, g. 1604, 1 1640. 118. Mel. Nun freut euch, liebe Christen. 1. Auf diesen Tag bedenken wir, daß Christus aufgefahren, und danken Gott von Herzen hier und flehn, er woll bewahren uns arme Sünder hier auf Erd, die wir von wegen mancher G'fährd Trost nur in Hoffnung haben. 2. Gott Lob, der Weg ist nun gemacht, uns steht der Himmel offen, B. Festtagslieder(Himmelfahrt). 118 Christus schließt auf mit großer Pracht, was vorhin war verschlossen. Wer's glaubt, des Herz ist freu⸗ denvoll, dabei er sich doch rüsten soll, dem Herren nachzufolgen. 3. Wer hier nicht seinen Willen tut, dem ist's nicht Ernstzum Herren; und er wird auch vor Fleisch und Blut sein Himmelreich versperren. Am Glauben liegt's, ist der nur echt, so wird gewiß das Leben recht gen Himmel sein gerichtet. 4. Solch Himmelfahrt fängt in uns an, bis wir den Vater finden und fliehen stets der Sünder Bahn, tun uns zu Gottes Kindern; die sehn hinauf, und Gott herab, an Treu und Lieb geht ihn'n nichts ab, bis sie zusammen kommen. 5. Dann wird der Tag erst freu⸗ denreich, wann uns Gott zu sich nehmen und seinem Sohn wird machen gleich, wie wir es jetzt bekennen. Da wird sich finden Freud und Mut zu ew' ger Zeit beim höchsten Gut. Gott woll, daß wir's erleben! Johann Zwick, g. um 1496, T 1542 8¹ 6 119—120 119. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenst. 1. Halleluja! Wie lieblich stehn hoch über uns die Himmelshöhn, seit du im Himmel sitzest, seit du vom ew'gen Zion dort aussendest dein lebendig Wort und deine Herde schützest. Fröhlich, selig schaut der Glaube von dem Staube auf zum Sohne: meine Heimat ist am Throne. 2. Die Sterne leuchten ohne Zahl; was ist ihr tausendfacher Strahl? Was ist der Glanz der Sonne? EinSchatten nur von jenemLicht, das dir vom holden Angesicht ausgeht mit ew'ger Wonne. Spende, sende deine hellen Lebensquellen reichlich nieder, großes Haupt auf deine Glieder! 3. Verhüllt den Erdkreis düst're Nacht, ich weiß, daß dort ein Auge wacht, das einst um uns geweinet, das einst für uns im Tode brachz es ist dein Aug, es bleibet wach, bis neu die Sonne scheinet. O wer nunmehr nimmer klagte, nimmer zagte, seit du wachest und aus Nächten Tage machest. 4. Wohin wir ziehn durch Land und Meer, ein Himmel neigt sich drüber her, dein Himmel voller Gnaden. Da steigt erhörlich das Gebet, da wallt man sicher früh und spät 1. Sonn⸗ und Festtags⸗Lieder. vor Feindeslist und Schaden. Keiner deiner Auserwählten, Geistbeseelten bleibt verlassen; treu will ihn dein Arm umfassen. 5. Wir fliehn zu dir mit allem Schmerz, zu dir, wenn sich das arme Herz verwundet und zerstoßen; du brichst nicht das zerstoßne Rohr, und wenn der Docht sein Ol ver⸗ kommt neues hergeflossen. llor, Im Licht soll nicht eine fehlen von den Seelen, die zum Leben dir dein Vater übergeben. 6. O sel'ger König, Jesu Christ, wie wundervoll und heilig ist, was uns in dir geschenket! In dir, der GottesKinder schirmt, bleibt unser Anker, wenn es auf ewig eingesenket.(stürmt Hier, hier sind wir festgebunden; unsre Stunden fliehn in Eile; dann hinauf zum ew'gen Heilel Albert Knapp, g. 1798, 4 1864. 120. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele 1. Herr, du fährst mit Glanz und Freuden auf zu deiner Herrlichkeit. Doch mich drücken noch dieLeiden dieses Lebens, dieser Zeit. Gib mir, Jesu, Mut und Kraft, daß ich meine Wanderschaft so mit dir zurückelege, daß ich stets dein bleiben möge. 2. Laß mir deinen Geist zurücke, 82 2. aber zer Wenni o so öff Neige r trag es daß er daß ich 3. Lel und we und na⸗ wo du, Wolluf soll mi da ich eine gr 4. Di Du ern Jetzun dorten Dort k deiner und ve in une 5. Do in des Rufst mich z leucht durch die des und fü 6. Kti an den o so se die V Heil'g daß d dann ähnlie Nach K stürmt nden Heile! + 1864. e Seele lanz euden Zeiden Kraft, ft möge. rücke, B. Festtagslieder(Zimmelfahrt). 12¹ aber zeuch mein Herz nach dir. Wenn ich nach demHimmelblicke, o so öffn' ihn gnädig mir! Neige meinem Flehn dein Ohr; trag es deinem Vater vor, daß er mir die Schuld vergebe, daß ich mich bekehr und lebe. 3. Lehre mich die Welt verach⸗ und was in ihr Eitles ist, ten und nach dem, was dort ist, trach⸗ wo du, mein Erlöser, bist.(ten, Wollust, Ehrsucht und Gewinn, soll mich dies zur Erde ziehn, da ich jenseits überm Grabe eine größre Hoffnung habe? 4. Diese müsse mir nichts rau⸗ Du erwarbst sie teuer mir. ben! Jetzund seh ich sie im Glauben, dorten find ich sie bei dir. Dort belohnst du das Vertraun deiner Gläubigen durch Schaun, und verwandelst ihre Leiden in unendlich große Freuden. 5. Dort bereit'auch mirdie Stät⸗ in des Vaters Hause zu. te Rufst du frühe oder späte mich zu meines Grabes Ruh, leucht auch mir in dieser Nacht durch die Stärke deiner Macht, die des Todes Macht bezwungen und für uns den Sieg errungen. 6. Kommst du endlich glorreich an dem Ende dieser Zeit,(wieder o so sammle meine Glieder, die Verwesung jetzt zerstreut. Heil'ge und verklär sie ganz, daß der Leib im Himmelsglanz, dann nicht mehr von Staub und Erde, ähnlich deinem Leibe werde! Nach Kasp. Neumann, g. 1648,41715. 121. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 1. Siegesfürste, Ehrenkönig, höchstverklärte Majestät, alle Himmel sind zu wenig, du bist drüber hoch erhöht; sollt ich nicht zu Fuß dir fallen und meinHerz vor Freude wallen, wenn mein Glaubensaug be⸗ tracht't deine Herrlichkeit und Macht? 2. Seh ich dich gen Himmel fah⸗ seh ich dich zur Rechten da, lren, seh ich, wie der Engel Scharen alle rufen Gloria, sollt ich nicht zu Fuß dir fallen und mein Herz vor Freude wal⸗ da der Himmel jubiliert,(len, weil mein König triumphiert? 3. Weit und breit, du Himmels⸗ sonne, deine Klarheit sich ergeußt und mit neuem Glanz undWonne alle Himmelsgeister speist; prächtig wirst du aufgenommen, freudig heißt man dich willkom⸗ men; schau, ich armes Kindlein hier ruf auch Hosianna dir. 4. Sollt ich deinen Kelch nicht da ich deine Glorie seh?(trinken, Sollt mein Mut noch wollen sin⸗ da ich deine Macht versteh?[ken, Meinem König will ich trauen, nicht vor Welt noch Teufel grau⸗ nur in Jesu Namen mich len, beugen hier und ewiglich. 5. Geist und Kraft nun über⸗ fließen; d'rum wirk in mir kräftiglich, bis zum Schemel deiner Füßen 83 6² 122—123 alle Feinde legen sich. Aus Zion dein Sceptersende, weit und breit bis zur Welt Ende, mache dir auf Erden Bahn, alle Herzen untertan! 6. Du kannst alles allerorten nun erfüll'n und nahe sein; meines armen Herzens Pforten stell ich offen, komm herein! Komm, du König aller Ehren, du mußt auch bei mir einkehren; ewig in mir leb und wohn als in deinem Himmelsthron! Gerh. Tersteegen, g. 1697, + 1769. 122. Mel.: Ach Gott und Herr. 1. Zeuch uns nach dir, so laufen wir mit herzlichem Verlangen hin, da du bist, 1. Sonn⸗ und Festtags⸗Lieder. Herr Jesu Christ, aus dieser Welt gegangen. 2. Zeuch uns nach dir, Herr Christ, und führ uns deine Himmelsstege! Wir irr'n sonst leicht, sind abgeneigt vom rechten Lebenswege. 3. Zeuch uns nach dir, so folgen wir dir nach in deinen Himmel, daß uns nicht mehr allhier beschwer das böse Weltgetümmel. 4. Zeuch uns nach dir nur für und für und gib, daß wir nachfahren dir in dein Reich, und mach uns gleich den auserwählten Scharen! Friedr. Fabricius(2), g. 1642,4+ 1703. 8. Pfingsten. 123. Mel. Warum sollt ich mich denn. 1. Höchster Tröster, komm her⸗ nieder, Geist des Herrn, sei nicht fern, salbe Jesu Glieder! Er, der nie sein Wort gebrochen, Jesus hat deinen Rat seinem Volk versprochen. 2. Hilf den Kampf des Glau⸗ bens kämpfen, gib uns Mut, Fleisch und Blut, Sünd und Welt zu dämpfen. Laß uns Trübsal, Kreuz und Leiden, Angst und Not, Schmerz und Tod nicht von Jesu scheiden! 3. Hilf uns nach dem Besten“) streben, schenk uns Kraft, tugendhaft und gerecht zu leben. Gib, daß wir nie stille stehen, treib uns an, froh die Bahn deines Worts zu gehen. *) 1. Kor. 12, 31. 4. Sei bei Schwachheit unsre Stütze, steh uns bei, mach uns treu in der Prüfungshitze! Führ, wenn Gott uns nach dem Leide sterben heißt, unsern Geist freudig in die Freude! Ehrenfr. Liebich, g. 1713, 4 1780. 8⁴4 Mel. E 1. Jau die Wu die er h an dem das saß und bete daß es Der kam mit star das Har zerteilt! und all 2. Ach in Frie weh' rei ganz da⸗ der Heil daß auf und uns red nich und wa Brenn mach ut ob's Fl 3. De doch di des Gl Dein 8 darum daß sol und du von ob 59 B. Festtagslieder(Pfingsten). 12⁴ AI 780. 124. ö Mel. Es sind doch selig alle die. 1. Jauchz, Erd, und Himmel, iuble hell, die Wunder Gotts mit Freud erzähl, die er heut hat begangen an dem trostlosen Häuflein klein, das saß in friedsamer Gemein und betet' mit Verlangen, daß es mit Geist getaufet werd. Der kam mit Feuersglut zur Erd, mit starkem Sturmestoben; das Haus erfüllt' er überall, zerteilt man Zungen sah im Saal und all den Herren loben. 2. Ach Herr, nun gib, daß uns auch find in Fried und Flehn dein sel'ger Wind; weh' rein von Sündenstaube ganz das Gemüt füll an dasHaus der Heil' gen dein, richt dein Werk daß aufgeh rechter Glaube, laus, und unsre Zung ganzFeuer werd, red nichts denn dein Lob hie auf Erd und was den Nächsten bauet. Brenn rein die sündige Natur, mach uns ein' neue Kreatur, ob's Fleisch darob auch grauet. 3. Dein Wort erschallt schon lange Frist; doch dieses nur ein Anfang ist des Glaubens, der dich ehret. Dein Feld ist nun gepflanzet wohl, darum man dich jetzt bitten soll, daß solch Gut werd gemehret, und du den Segen mildiglich von oben reichest gnädiglich und gebest selig's Blühen; daß stark wir werden durch den Geist, träg sind und schwach wir, wie du weißt; der Vater woll uns ziehen. 4. Komm, BalsamGottes, heil'⸗ ger Geist, erfüll die Herzen allermeist mit deiner Liebe Brennen. Von dir allein muß sein gelehrt, wer sich durch Buß zu Gott be⸗ kehrt; gib himmlisches Erkennen. Der fleischlich Mensch sich nicht versteht auf göttlich Ding und irre geht; in Wahrheit wollst uns leiten und uns erinnern aller Lehr, die uns gab Christus, unser Herr, daß wir sein Reich ausbreiten. 5. Vater und Sohn bist du ge⸗ mein, in dir sie kommen überein, verknüpft mit ew'gem Bande. Also mach uns auch alle eins, daß sich absondre unser keins, nimm fort der TrennungSchande und halt zusammen Gottes Kind', die in der Welt zerstreuet sind durch falschen Zwang und Lehre, daß sie am Haupt fest halten an, loben Christum mit jedermann, suchen allein sein' Ehre. 6. Durch dich besteht der neue Bund, ohn dich wird Gott niemandem du neuerst unsre Herzen[kund, und rufst darin dem Vater zu, schaffst uns viel Fried und große Ruh 85 125—126 1. Sonn⸗ und Festtags⸗Lieder. und tröstest uns in Schmerzen, daß uns auch leiden Ehre ist, da du durch Lieb gegossen bist in unser Herz ohn Klage. Du leitest uns auf ebnem Weg und führst uns hier den rechten Steg, weckst uns am jüngsten Tage. 7. Du, der lebend'ge Brunnen⸗ quell, der Gottes Stadt durchfließet hell, erquickest das Gemüte. Durch dich besteht des Vaters Bau; du willst und gibst, daß man dir du bist die Gottesgüte.(trau, Irden Geschirr nur sind wir weich, brechen gar leicht von jedem Streich; du selbst wollst uns bewahren, uns brennen wohl in deiner Glut, daß uns der Feind nicht schaden so wir von hinnen fahren.(tut, 8. Laß uns nicht sünd'gen wider dich, zum Tempel weih uns ewiglich, lehr uns im Glauben beten, daß Jesus Christus hie auf Erd durch dich in uns verkläret werd; all Schwachheit wollst vertreten. Der Welt Art stark noch in uns ist, und unserm Fleisch danach ge⸗ lüst't; drum wollst uns täglich strafen um Sünd und um Gerechtigkeit und um Gericht mit Gütigkeit, daß wir in Gott entschlafen. Ambrosius Blaurer, g. 1492, 4 1564. 125. Eigene Melodie. 1. Komm, heiliger Geist, Herre Gott, erfüll mit deiner Gnaden Gut deiner Gläubigen Herz. Mut und Sinn, dein brünstig Lieb entzünd in ihn'n! OHerr, durchdeinesLichtes Glanz zu dem Glauben versammelt hast das Voll aus aller Welt Zungen; das sei dir, Herr, zu Lob gesungen. Halleluja, Halleluja! 2. Du heiliges Licht, edler Hort, laß uns leuchten des Lebens Wort und lehr uns, Gott recht erkennen, von Herzen Vater ihn nennen! O Herr, behüt vor fremder Lehr, daß wir nicht Meister suchen mehr denn Jesum mit rechtem Glauben und ihm aus ganzer Macht ver⸗ Halleluja, Halleluja! trauen. 3. Du heilige Brunst, süßer Trost, nun hilf uns fröhlich und getrost in deinem Dienst beständig blei⸗ ben, die Trübsal uns nicht abtreiben! O Herr, durch dein' Kraft uns bereit' und stärk des Fleisches Blödigkeit, daß wir hie ritterlich ringen, durch Tod und Leben zu dir drin; Hallelula, Halleluja!(gen. Martin Luther, g. 1483, 4 1546 126. Eigene Melodie. 1. Komm, o komm, du Geist des Lebens, wahrer Gott von Ewigkeit! 86 Deine Kr sie erfüll so wird in dem d 2. Gib in Weisheit daß wir als nur! dein Erk und mack 3. Zeige Was gete räume fe schlecht u wirke Re wenn de 4. Laß daß wir die auf wenn sie Denn de ist uns 5. Rei frei mit seufz auc und ver so wird und die 6. Wi daß das Ach mei o, so m sprich d und gib Herre Bott, Gut und inn, in yn'n! 5 lanz t haft gen; gen. Hort, Wort nnen, nen! Lehr, mehr auben t ver⸗ auen. Trost, jetrost blei⸗ ben, eiben! uns ereit' igkeit, en, drin⸗ (gen. 16546 st des bens, 2. — — Deine Kraft sei nicht vergebens, sie erfüll uns jederzeit, so wird Geist und Licht und Schein in dem dunkeln Herzen sein. 2. Gib in unser Herz und Sinnen Weisheit, Rat, Verstand und Zucht, daß wir andres nicht beginnen, als nur was dein Wille sucht; dein Erkenntnis werde groß und mach uns vom Irrtum los! 3. Zeige, Herr, die Wohlfahrts⸗ Was getan ist wider dich, stege! räume ferner aus dem Wege, schlecht und recht behüte mich; wirke Reu an Sünde Statt, wenn der Fuß gestrauchelt hat. 4. Laß dein Zeugnis uns em⸗ pfinden, daß wir Gottes Kinder sind, die auf ihn allein sich gründen, wenn sich Not und Drangsal find't. Denn des Vaters liebe Rut ist uns allewege gut. 5. Reiz uns, daß wir zu ihm treten frei mit aller Freudigkeit, seufz auch in uns, wenn wir beten, und vertritt uns allezeit, so wird unsre Bitt erhört und die Zuversicht vermehrt. 6. Wird uns auch nach Troste bange, daß das Herz oft rufen muß: Ach mein Gott, mein Gott, wie lange? o, so mache den Beschluß, sprich der Seele tröstlich zu und gib Mut, Geduld und Ruh! B. Festtagslieder(Pfingsten). 127 7. O du Geist der Kraft und du gewisser neuer Geist,[Stärke, fördre in uns deine Werke, und wenn Satan Macht beweist, schenk uns Waffen in dem Krieg und erhalt in uns den Sieg! 8. Herr, bewahr auch unsern Glauben, daß kein Teufel, Tod noch Spott uns denselben möge rauben; du bist unser Schutz und Gott. Sagt das Fleisch gleich immer nein, laß dein Wort gewisser sein! 9. Wenn wir endlich sollen ster⸗ so versichre uns je mehr,(ben, als des Himmelreiches Erben, jener Herrlichkeit und Ehr, die Gott gibt durch Jesum Christ und die unaussprechlich ist. Heinr. Held um 1650. 127. Eigene Melodie. 1. Nun bitten wir den heil'gen Geist um den rechten Glauben aller⸗ meist, daß er uns behüte an unsermEnde, wenn wir heimfahrn aus diesem Kyrieleis![(Elende. 2. Du wertes Licht, gib uns deinen Schein, lehr uns Jesum Christ kennen allein, daß wir an ihm bleiben, dem treuen Heiland, der uns bracht hat zum rechten Kyrieleis! Vaterland. 3. Du süße Lieb, schenkuns deine Gunst, 87 128 laß uns empfinden der Liebe Brunst, daß wir uns von Herzen einan⸗ der lieben und im Frieden auf einem Sinn Kyrieleis!(bleiben. 4. Du höchster Tröster in aller Not, hilf, daß wir nicht fürchten Schand noch Tod, daß in uns die Sinne nicht ver⸗ zagen, wenn der Feind wird das Leben Kyrieleis! lverklagen. Martin Luther, g. 1488, 4 1546 Strophe 1 vorreformatorisch. 128. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 1. O du allersüß'te Freude, o du allerschönstes Licht, der du uns in Lieb und Leide unbesuchet lässest nicht: Geist desHöchsten, höchster Fürst, der du hältst und halten wirst ohn Aufhören alle Dinge, höre, höre, was ich singe. 2. Du bist ja die beste Gabe, die ein Mensch nur nennen kann; wenn ich dich erwünsch und habe, geb ich alles Wünschen dran. Ach ergib dich, komm zu mir in mein Herze, das du dir, da ich in die Welt geboren, selbst zum Tempel auserkoren. 3. Du wirst aus des Himmels Throne wie ein Regen ausgeschütt't, bringst vom Vater und vom Sohne nichts als lauter Segen mit. ö 1. Sonn⸗ und Festtags⸗Lieder. Laß doch, o du werter Gast, Gottes Segen, den du hast und verwaltst nach deinem Wil— len, mich an Leib und Seele füllen. 4. Du bist weis' und voll Ver⸗ standes was geheim ist, ist dir kund; zählst den Staub des kleinen Sandes, gründ'st des tiefenMeeres Grund. Nun du weißt auch zweifelsfrei, wie verderbt und blind ich sei; drum gibWeisheit und vor allem, wie ich möge Gott gefallen. 5. Du bist heilig, läßt dich fin⸗ den, wo man rein und lauter ist; fliehst hingegen Schand und Sün⸗ den, weil du lauter Klarheit bist. Mache mich, o Gnadenquell, durch dein Waschen rein und hell, laß mich fliehen, was du fliehest, gib mir, was du gerne siehest. 6. Du bist, wie ein Schäflein pfleget, frommen Herzens, sanften Muts, bleibst im Leben unbeweget, tust uns Bösen alles Guts. Ach verleih und gib mir auch diesen edlen Sinn und Brauch, daß ich Freund und Feinde liebe, keinen, den du liebst, betrübe. 7. Mein Hort, ich bin wohl zu· frieden, wenn du mich nur nicht verstößt; bleib ich von dir ungeschieden, ei so bin ich g'nug getröstꝰ't; laß mich sein dein Eigentum; ich versprech hinwiederum, 88 ö hier und d. dir zu Ehr 8. Nur a und miret Hilf, mein daß mir 5 Brich des nimm den mach ihn daß sich m 9. Sei n wenn ich wenn ich wenn ich Wenn ich ei so hilf hin, da d wirst dein Paul M 1. O di o du seli gnadenbt ): Christ heiligt d freue, fre 2. O d o du seli gnadenb Führ uns dein Freuefr 3. O d o du sel gnadenb 2)n Uns, Bast, ast em Wil⸗ len, füllen. oll Ver⸗ tandes, und; einen Sandes, Grund. elsfrei, ich sei; rallem, len. dich fin⸗ den, ist; ö dSün⸗ den, bist. uell, nd hell, fliehest, iehest. äflein fleget, Muts, get, 8. auch rauch, N B. Festtagslieder(Pfingsten). hier und dort all mein Vermögen dir zu Ehren anzulegen. 8. Nur allein, daß du mich stärkest und mir treulich stehest bei. Hilf, mein Helfer, wo du merkest, daß mir Hilfe nötig sei. Brich des bösen Fleisches Sinn, nimm den alten Willen hin, mach ihn allerdinge neue, daß sich mein Gott meiner freue. 9. Sei mein Retter, halt mich eben; wenn ich sinke, sei mein Srab; wenn ich sterbe, sei mein Leben; wenn ich liege, sei mein Grab. Wenn ich wieder aufersteh, ei so hilf mir, daß ich geh hin, da du in ew'gen Freuden wirst dein Auserwählten wei⸗ den. Paul Gerhardt, g. 1607, 4 1676. 129. Mel. O sanctissima. 1. O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Pfingstenzeit! 2: Christ, unser Meister, heiligt die Geister; freue, freue dich, oChristenheit!:,: 2. O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Pfingstenzeit! Führ, Geist der Gnade, uns deine Pfade. Freue,freue dich, oChristenheitl:,: 3. O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Pfingstenzeit! 2)n Uns, die Erlösten, 129—130 Geist, willst du trösten. Freue freue dich, oChristenheitl: Joh. Daniel Falk, g. 1768, 4 1826. 130. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenst. 1. O heil'ger Geist, kehr bei uns ein und laß uns deine Wohnung sein, o komm, du Herzenssonne! Du Himmelslicht, laß deinen Schein bei uns und in uns kräftig sein zu steter Freud und Wonne! Sonne, Wonne, himmlisch Leben willst du geben, wenn wir beten; zu dir kommen wir getreten. 2. Du Quell, draus alle Weis⸗ heit fließt, die sich in fromme Seelen gießt, laß deinen Trost uns hören, daß wir in Glaubenseinigkeit auch können aller Christenheit dein wahres Zeugnis lehren. Höre, lehre, daß wir können Herz und Sinnen dir ergeben, dir zu Lob und uns zum Leben. 3. Steh uns stets bei mit deinem Rat und führ uns selbst den rechten Pfad, die wir den Weg nicht wissen. Gib uns Beständigkeit, daß wir getreu dir bleiben für und für, wenn wir auch leiden müssen. Schaue, baue, was zerrissen und beflissen, dich zu schauen und auf deinen Trost zu bauen. 89 131 4. Laß uns dein' edle Balsam⸗ kraft empfinden und zur Ritterschaft dadurch gestärket werden, auf daß wir unter deinem Schutz begegnen aller Feinde Trutz mit freudigen Gebärden. Laß dich reichlich auf uns nieder, daß wir wieder Trost empfinden, alles Unglück überwinden. 5. O starker Fels, o Lebenshort, laß uns dein himmelsüßes Wort in unsern Herzen brennen, 1. Sonn⸗ und Festtags⸗Lieder. 131. Eigene Melodie. 1. O heiliger Geist, o heiliger Gott, du Tröster wert in aller Not! Du bist gesandt vom Himmels⸗ thron von Gott dem Vater und dem Sohn. Oheiliger Geist, oheiliger Gottl 2. O heiliger Geist, o heiliger Gott, gib uns die Lieb zu deinem Wortz zünd an in uns der Liebe Flamm, daß wir uns mögen nimmermehr darnach zu lieben allesamt. von deiner weisheitsreichen Lehr und treuen Liebe trennen. Fließe, gieße deine Güte in's Gemüte, daß wir können Christum unsernHeiland nennen. 6. Du süßer Himmelstau, laß in unsre Herzen kräftiglich(dich und schenk uns deine Liebe, daß unser Sinn verbunden sei dem Nächsten stets mit Liebestreu und sich darinnen übe; kein Neid, kein Streit dich betrübe, Fried und Liebe müssen schweben, Fried und Freude wirst du geben. 7. Gib, daß in reiner Heiligkeit wir führen unsre Lebenszeit, sei unsers Geistes Stärke, daß uns forthin sei unbewußt die Eitelkeit, des Fleisches Lust und seine toten Werke. Rühre, führe unser Sinnen und Beginnen von der Erden, daß wir Himmelserben werden. Mich. Schirmer, g. 1606, 4 1673. Oheiliger Geist, oheiliger Gottl 3. O heiliger Geist, o heiliger ö Gott, mehr'unsern Glauben immerfortz an Christum niemand glauben kann, es sei denn durch dein Hilf ge⸗ tan. Oheiliger Geist, o heiliger Gottl 4. O heiliger Geist, o heiliger Gott, erleucht uns durch dein göttlich Wort; lehr uns den Vater kennen schon, dazu auch seinen lieben Sohn. Oheiliger Geist, oheiliger Gottl 5. O heiliger Geist, o heiliger Gott, du zeigest uns die Himmelspfort; laß uns hier kämpfen ritterlich und zu dir dringen seliglich. O heiliger Geist, o heiliger Gott! 6. O heiliger Geist, o heiliger Gott, verlaß uns nicht in Not und Tod. Wir sagen dir Lob, Ehr und Dank 90 jetzund und Oheiliger E Mel. J 1. Schmü lasset Blun zündet Opf Denn der hat sich ein machet ihn Nehmt ihn so wird sei euch mit L und den K 2. Tröste Siegel der Geist voll starker Gre Friedensü Licht auf gib uns K laß uns d zur Genü 3. Laß d wenn wir führ den gib uns wenn voꝛr sprich du gib uns! tröst uns bei der 8 4. Güld schütte de auf das lasse Str die das; wo dein heiliger Gott, Not! mmels⸗ thron d dem Sohn. er Gottl eiliger eiliger Gott, terfortz auben kann, ilf ge⸗ tan. X Gottl eiliger Gott, ßöttlich Wort; rschon, Sohn. Gott! eiliger B. Festtagslieder(Pfingsten). jetzund und unser Leben lang. Oheiliger Geist, o heiliger Gott! 1655. 132. Mel. Jesu, meine Freude. 1. Schmückt das Fest mit Mai⸗ lasset Blumen streuen, len“), zündet Opfer an! Denn der Geist der Gnaden hat sich eingeladen; machet ihm die Bahn. Nehmt ihn ein, so wird sein Schein euch mit Licht und Heil erfüllen und den Kummer stillen. ) Ps. 118, 27. 2. Tröster der Betrübten, Siegel der Geliebten, Geist voll Rat und Tat, starker Gottesfinger, Friedensüberbringer, Licht auf unserm Pfad, gib uns Kraft und Lebenssaft, laß uns deine teuren Gaben zur Genüge laben! 3. Laß die Herzen brennen, wenn wir Jesum nennen; führ den Geist empor, gib uns Kraft zu beten; wenn vor Gott wir treten, sprich du selbst uns vor; gib uns Mut, du höchstes Gut, tröst uns kräftiglich von oben bei der Feinde Toben! 4. Güldner Himmelsregen, schütte deinen Segen auf das Kirchenfeld, lasse Ströme fließen, die das Land begießen, 132 und verleih, daß es gedeih, hundertfältig Frucht zu bringen, laß ihm stets gelingen. 5. Schlage deine Flammen über uns zusammen, wahre Liebesglut, laß dein sanftes Wehen auch bei uns geschehen, dämpfe Fleisch und Blut, laß uns doch am Sündenjoch nicht mehr wie vor diesem ziehen und das Böse fliehen! 6. Gib zu allen Dingen Wollen und Vollbringen, führ uns ein und aus; wohn in unsrer Seele, unser Herz erwähle dir zum eignen Haus! Wertes Pfand; mach uns bekannt, wie wir Jesum recht erkennen und Gott Vater nennen. 7. Hilf das Kreuz uns tragen und in finstern Tagen sei du unser Licht; trag nach Zions Hügeln uns mit Geistesflügeln und verlaß uns nicht, wenn der Tod,‚ die letzte Not, mit uns will zu Felde liegen, daß wir fröhlich siegen. 8. Laß uns hier indessen nimmermehr vergessen, daß wir Gott verwandt. Dem laß uns stets dienen und im Guten grünen als ein fruchtbar Land, bis wir dort, du werter Hort, bei den grünen Himmelsmaien ewig uns erfreuen. Benjamin Schmolck, g. 1672, f 1787.• wo dein Wort hinfällt, 9¹ 133 133. Eigene Melodie. 1. Zeuch ein zu deinen Toren, sei meines Herzens Gast, der du, da ich geboren, mich neu geboren hast, o hochgeliebter Geist des Vaters und des Sohnes, mit beiden gleichen Thrones, mit beiden gleich gepreist! 2. Zeuch ein, laß mich empfinden und schmecken deine Kraft, die Kraft, die uns von Sünden Hilf und Errettung schafft. Entsünd'ge meinen Sinn, daß ich mit reinem Geiste dir Ehr und Dienste leiste, die ich dir schuldig bin. 3. Ich war ein wilder Reben, du hast mich gut gemacht; der Tod durchdrang mein Leben, du hast ihn umgebracht, mit Segen mich geschmückt, mir schon im Wasserbade versiegelt Gottes Gnade, die mich im Tod erquickt. 4. Du bist das heil'ge Ole, dadurch gesalbet ist mein Leib und meine Seele dem Herren Jesu Christ zum wahren Eigentum, zum Priester und Propheten, zum König, den in Nöten Gott schützt vom Heiligtum. 5. Du bist ein Geist, der lehret, wie man recht beten soll; dein Beten wird erhöret, dein Singen klinget wohl, es steiget himmelan und hört nicht auf mit Flehen, 1. Sonn⸗ und Festtags⸗Lieder. bis der die Hilf läßt sehen, der allen helfen kann. 6. Du bist ein Geist der Freude von Trauern hälst du nicht, erleuchtest uns im Leiden mit deines Trostes Licht. Ach ja, wie manches Mal hast du mit süßen Worten mir aufgetan die Pforten zum güldnen Freudensaal. 7. Du bist ein Geist der Liebe ein Freund der Freundlichkeit; willst nicht, daß uns betrübe Zorn, Zank, Haß, Neid und Streit. Der Feindschaft Feind du bist, willst, daß durch Liebesflammen sich wieder tu zusammen, was voller Zwietracht ist. 8. Du, Herr, hast selbst in Hän⸗ die ganze weite Welt,(den kannst Menschenherzen wenden wie dir es wohlgefällt; so gib doch deine Gnad zu Fried und Liebesbanden, verknüpf in allen Landen, was sich getrennet hat. 9. Beschirm die Obrigkeiten, bau unsers Fürsten Thron, steh ihm und uns zur Seiten; schmück als mit einer Kron die Alten mit Verstand, mit Frömmigkeit die Jugend, mit Gottesfurcht und Tugend das Volk im ganzen Land. 10. Erfülle die Gemüter mit reiner Glaubenszier, die Häuser und die Güter mit Segen für und für! Vertreib den bösen Geist, der dir sich widersetzet 92 und, was de aus unserm 11. GibFre uzu stehen in den Satans uns täglich Hilf kämpfer damit wir ü und ja zum kein Christ Eig 1. Allein G und Dank f darum, daß! uns rühren Ein Wohlg nun ist grof all Fehd he 2. Wir lo für deine C daß du, Ge regierst ohi Ganzunger sortan gesck wohl uns d 3. O Jesi deines him Versöhner du Stiller Lamm Got nimm an di erbarm die 4. O heil du all'rheil al. 1 Liebe, lichkeit, rübe in Hän⸗ (den venden, B. Festtagslieder(Trinitatis). und, was dein Herz ergötzet, aus unserm Herzen reißt. 11. GibFreudigkeit und Stärke, zu stehen in dem Streit, den Satans Reich und Werke uns täglich anerbeut. Hilf kämpfen ritterlich, damit wir überwinden, und ja zum Dienst der Sünden kein Christ ergebe sich. 134—135 12. Richt unser ganzes Leben allzeit nach deinem Sinn, und wenn wir's sollen geben in Todes Arme hin, wenn's mit uns hie wird aus, so hilf uns fröhlich sterben und nach dem Tod ererben des ew'gen Lebens Haus! Paul Gerhardt, g. 1607, 4 1676. 9. Trinitatis. 134. Eigene Melodie. 1. Allein Gott in der Höh seiEhr Nund Dank für seine Gnade, darum, daß nun undnimmermehr uns rühren kann kein Schade. Ein Wohlgefall'n Gott an uns hat; nun ist groß Fried ohn Unterlaß, all Fehd hat nun ein Ende. 2. Wir loben, preis'n, anbeten für deine Ehr wir danken,[dich, daß du, Gott Vater, ewiglich regierst ohn alles Wanken. Ganz ungemessen ist dein' Macht, fortan geschieht, was du bedacht: wohl uns des feinen Herren! 3. O Jesu Christ, Sohn einge⸗ bor'n deines himmlischen Vaters, Versöhner derer, die verlor'n, du Stiller unsers Haders, Lamm Gottes, heil' ger Herr und Gott, nimm an die Bitt von uns'rerNot, erbarm dich unser aller! 4. O heil'ger Geist, du höchstes du all'rheilsamsterTTröster, Gut, vor Satans Macht nimm uns in die Jesus Christ erlöste,(Hut, durch Marter groß und bittern Tod, wend allen Jammer ab und Not! Darauf wir uns verlassen. N. Decius, 4 1541. excelsis.) 135. Mel. O JesuChrist, mein's Lebens. 1. Dreiein'ger Gott, ich preise dich mit Mund und Herzen inniglich, denn deine Gnade, Güt und Treu ist über mir, Herr, täglich neu. 2. Laß, Vater, stets dein Kind mich sein! Schließ stets in deine Huld mich ein! Sohn Gottes, dein so teures Blut komm noch im Tode mir zu gut. 3. Gott, heil'ger Geist, verlaß mich nicht, so oft Versuchung mich anficht! Sei du mein Beistand allezeit und leite mich zur Seligkeit. Unbekannter. (Gloria in 93 136. Eigene Melodie. 1. Gott der Vater wohn uns bei und laß uns nicht verderben, mach uns aller Sünden frei und helf uns selig sterben! Vor dem Teufel uns bewahr, halt uns bei festem Glauben und auf dich laß uns bauen, aus Herzensgrund vertrauen, dir uns lassen ganz und gar, mit allen rechten Christen entfliehn des Teufels Listen, mit Waffen Gott's uns rüsten! Amen, Amen, das sei wahr, so fingen wir Halleluja! 2. Jesus Christus wohn uns bei und laß uns nicht verderben, u. s. w. 3. Der heil'ge Geist wohn uns und laß uns nicht verderben,[bei u. s. w. Martin Luther, g. 1483, 4 1546. — 137. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenst. 1. Halleluja! Lob, Preis und Ehr sei unserm Gott je mehr und mehr für alle seine Werke! Von Ewigkeit zu Ewigkeit sei in uns allen ihm bereit Dank, Weisheit, Kraft und Stär⸗ Klinget, singet: ke. Heilig, heilig, hoch und herrlich, heilig ist Gott, unser Gott, der Herr Zebaoth! 2. Halleluja! Preis, Ehr und Macht sei auch dem Gotteslamm ge⸗ bracht, 136—138 1. Sonn⸗ und Festtags⸗Lieder. in dem wir sind erwählet; das uns mit seinem Blut erkaufß damit besprenget und getauft, und sich mit uns vermählet. Heilig, selig ist die Freundschaft und Ge⸗ die wir haben[meinschaß und darinnen uns erlaben. 3.Hallelujal Gott heil'gerGein sei ewiglich von uns gepreist, durch den wir neugeboren, der uns mit Glauben ausgezien dem Bräutigam uns zugefühn zur Herrlichkeit erkoren. Schauet, schauet, da ist Freude, da ist Weide, da ist Manna und ein ewig Hosianna. 4. HallelujalLob, Preis undEhr sei unserm Gott je mehr und mehr und seinem großen Namen! Stimmt an mit aller Himmels, schar und sfinget nun und immerdar mit Freuden: Amen, Amen! Klinget, singet: Heilig, heilig, hoch und herrlich heilig ist Gott, unser Gott, der Herr Zebaoth! 1698. 138. Eigene Melodie. 1. Wir glauben all an einen Gott, Vater, Sohn und heil'gen Geist. an Gott, den Herrn Zebaoth, den die Schar der Engel preist, der durch seine große Kraft alles wirket, tut und schafft. 9⁴ 2. Wir gl Gottes und der vom H und uns fiü der uns du hat erlöst Eigene Y 1. Ein fe ein gute X er hilft u die uns je Der alt bi mit Ernst groß Mac sein grauf auf Erd is 2. Mit: wir find es streit f den Gott Fragst dr Er heißt der Herr und ist ke das Feld 3. Und! und woll so fürchte es soll ur Der Für wie sau'r tut er un gerGeis epreist, ren, isgezien uigefühn t. Weide, „herrlich zebaoth! 1698. einen Gott, in Geist, daoth, UKpreist, aft afft. Christ, Gottes und Marien Sohn, der vom Himmel kommen ist und uns führt ins Himmels Thron, der uns durch sein Blut und Tod hat erlöst aus aller Not. B. Festtagslieder(Reformationsfest). 139—140 2. Wir glauben auch an Jesum 3. Wir glauben an den heil' gen der von beiden gehet aus,[Geist, der uns Trost und Beistand leist't wider alle Furcht und Graus. Heilige Dreifaltigkeit, sei gepreist zu aller Zeit. Tobias Clausnitzer, g. 1618, 4 1684. J0. Reformationsfest. 139. Eigene Melodie. Psalm 46. 1. Ein feste Burg ist unser Gott, ein gute Wehr und Waffen, er hilft uns frei aus aller Not, die uns jetzt hat betroffen. Der alt böse Feind mit Ernst er's jetzt meint, groß Macht und viel List sein grausam Rüstung ist, auf Erd ist nicht sein'sgleichen. 2. Mit unsrer Macht ist nichts getan, wir sind gar bald verloren; es streit für uns der rechte Mann, den Gott hat selbst erkoren. Fragst du, wer der ist? Er heißt Jesus Christ, der Herr Zebaoth, und ist kein andrer Gott, das Feld muß er behalten. 3. Und wenn die Welt voll Teu⸗ fel wär und wollt uns gar verschlingen, so fürchten wir uns nicht so sehr, es soll uns doch gelingen. Der Fürst dieser Welt, wie sau'r er sich stellt, tut er uns doch nicht; 9⁵ das macht, er ist gericht, ein Wörtlein kann ihn fällen. 4. Das Wort sie sollen lassen stahn und kein Dank dazu haben. Er ist bei uns wohl auf dem Plan mit seinem Geist und Gaben. Nehmen sie den Leib, Gut, Ehr, Kind und Weib, laß fahren dahin, sie haben's kein Gewinn, das Reich muß uns doch bleiben. Martin Luther, g. 1488, + 1546. 140. Eigene Melodie. 1. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort und steure deiner Feinde Mord, die Jesum Christum deinen Sohn wollen stürzen von deinemThron. 2. Beweis dein Macht, Herr Jesu Christ, der du Herr aller Herren bist, beschirm dein' arme Christenheit, daß sie dich lob in Ewigkeit. 3. Gott heil' ger Geist, du Trö⸗ ster wert, gib dein'm Volk ein'rlei Sinn auf Erd, 141—142 1. Sonn⸗ und Festtags⸗Lieder. steh bei uns in der letzten Not, g'ͤleit uns ins Leben aus dem Todl Martin Luther, g. 1483, 4 1546. 141. Mel. Kommt her zu mir, spricht. 1. Verzage nicht, du Häuflein klein, obschon die Feinde willens sein, dich gänzlich zu verstören, und suchen deinen Untergang, davon dir wird recht angst und bang; es wird nicht lange währen. 2. Tröste dich nur, daß deine Sach ist Gottes, dem befiehl die Rach und laß es ihn nur walten! Er wird durch seinen Gideon“), den er wohl weiß, dir helfen schon, dich und sein Wort erhalten. *) Richter 6, 13. 3. So wahr Gott Gott ist und sein Wort, muß Welt, Teufel und Höllen⸗ pfort und was dem tut anhangen endlich werden zu Schand und Spott. Gott ist mit uns und wir mit Gott: den Sieg woll'n wir erlangen. Michael Altenburg, g. 1584, 4 1640. (Dieses Lied ließ Gustav Adolf am Morgen der Schlacht bei Lützen, am 16. Novbr. 1632, beim Festgottes⸗ dienst singen.) 142. Mel. Dir, dir, Jehovah, will ich singen. 1. Wach auf du Geist der ersten Zeugen, der Wächter, die auf Zions Mau⸗ ern stehn, die Tag und Nächte nimmer schweigen und die getrost dem Feind ent⸗ gegen gehn, ja deren Schall die ganze Welt durchdringt und aller Völker Scharen zu dir bringt. 2. O daß dein Feuer bald ent⸗ brennte, o möcht es doch in alle Lande gehn! Ach Herr, gib doch in deine Ernte viel Knechte, die in treuer Arbeit stehn. O Herr der Ernte, siehe doch da⸗ rein: dieErnt' ist groß, derKnechte Zahl ist klein. 3. Dein Sohn hat ja mit klaren Worten uns diese Bitte in den Mund ge⸗ legt. O siehe, wie an allen Orten sich deiner Kinder Herz und Sinn bewegt, dich herzinbrünstig darum anzu⸗ flehn; drum hör, o Herr, und sprich: Es soll geschehn. 4. Herr, gib dein Wort mit gro⸗ ßen Scharen, laß sie mit Kraft Evangelisten sein; laß eilend Hilf uns widerfahren und brich in Satans Reich mit Macht hinein! Obreite, Herr, auf weitem Erden⸗ kreis dein Reich bald aus zu deines Namens Preis! 96 5. Ach O daß d dein Vo O würd Ach reiß, und kon 6. Ach es sei ke Ach führ derHeid Ja weckt und als 7. O l und wa das rär Vertilg und me daß Ki 8. La die We ja sitze und yr brennte, Lande legt. Orten ind Sinn bewegt, uim anzu⸗ flehn; Hꝛrich: Es geschehn. mit gro⸗ Scharen, gelisten sein; erfahren eich mit hinein! n Erden⸗ kreis deines Preis! 5. Ach daß die Hilf aus Zion käme! O daß dein Geist so, wie dein Wort verspricht, dein Volk aus dem Gefängnis nähme! O würd es doch nur bald vor Abend licht! Ach reiß, o Herr, den Himmel bald entzwei) und komm herab zur Hülf und mach uns frei! 5. Jes: 64, 1. 6. Ach laß dein Wort recht schnelle laufen, es sei kein Ort ohn dessen Glanz ö‚ und Schein! Ach führe bald dadurch mit Hau⸗ fen derHeiden Füll zu allen Toren ein! Ja wecke doch auch Israel bald auf und also segne deines Wortes Lauf! 7. O bessre Zions wüste Stege, und was dein Wort im Laufe hin⸗ dern kann, das räum, ach räum aus jedem Wege! Vertilg, oHerr, den falschen Glau⸗ benswahn und mach uns bald von jedem Mietling frei, daß Kirch und Schul ein Garten Gottes sei. 8. Laß jede hoh und niedre Schule die Werkstatt deines guten Geistes sein, ja sitze du nur auf dem Stuhle und präge dich der Jugend selber ein, B. Festtagslieder(Reformationsfest). 97 1⁴³ daß treuer Lehrer viel und Beter sein, die für die ganze Kirche flehn und schrein. 9. Herr, zürne nicht, daß ich so bitte,‚ da ich vor dir nur Staub und Asche bin. Du, als der Brunnquell aller Gü⸗ te, gibst selber mir etwas von deinem Sinn, daß mich der MenschenElend jam⸗ mern kann; drum bitt ich, Herr, o nimm mein Bitten an! 10. Du wirst dein herrrlich Wort vollenden, der du der Welten Heil und Rich⸗ ter bist; du wirst der Menschheit Jammer wenden, so dunkel jetzt dein Weg, o Heil'⸗ ger, ist. Drum hört der Glaub nie auf zu dir zu flehn, du tust doch über Bitten und Ver⸗ stehn. Karl Heinr. v. Bogatzky, g. 1690, 1 1774. 143. Psalm 124. Mel. Ach Gott vom Himmel, sieh. 1. Wär Gott nicht mit uns diese so soll Israel sagen,(Zeit, wär Gott nicht mit uns diese Zeit, wir hätten müss'n verzagen, die so ein armes Häuflein sind. veracht'tvon sovielMenschenkind, die an uns setzen alle. — 144 2. Auf uns so zornig ist ihr woGott das hätt zugeben, Sinnz verschlungen hätten sie uns hin mit ganzem Leib und Leben; wir wär'n, als die ein Flut er⸗ säuft, und über die groß Wasser läuft und mit Gewalt verschwemmet. 3. Gott Lob und Dank, der nicht zugab, 2. Lieder von der Kirche 2. Kirche und Snadenmittel. daß ihr Schlund uns möcht fan⸗ gen. Wie ein Vogel des Stricks kommt ist unsre Seel entgangen. lab, Strick ist entzwei, und wir sind frei; des Herren Name steht uns bei des Gottes Himm'ls und Erden. Martin Luther, g. 1483, 4 1546. und den Gnadenmiltteln. A. Christliche Kirche(Mission). 144. Mel. Erhalt uns, Herr, bei deinem. 1. Ach bleib bei uns, Herr Jesu Christ, weil es nun Abend worden ist; dein göttlich Wort, das helleLicht, laß ja bei uns erlöschen nicht! 2. In dieser letzten trüben Zeit verleih uns, Herr, Beständigkeit, daß wir deinWortund Sakrament stets rein behalten bis ans End. 3. Herr Jesu, hilf, dein Kirch er⸗ halt, wir sind arg, sicher, träg und kalt; gib Glück und Heil zu deinem Wort, damit es schall an allem Ort. 4. Erhalt uns nur bei deinem Wort und wehr des Teufels Trug und Mord, gib deiner Kirche Gnad und Huld, Fried, Einigkeit, Mut und Ge⸗ duld! 98 5. Den stolzen Geistern wehre doch, die sich mit Macht erheben hoch und bringen eig'ne Weisheit her, zu fälschen deine rechte Lehr. 6. Die Sach und Ehr, Herr Jesu Christ, nicht unser, sondern dein ja ist; darum so steh du denen bei, die sich auf dich verlassen frei. 7. Dein Wort ist unsers Herzens Trutz und deiner Kirche wahrer Schutz, dabei erhalt uns, lieber Herr, daß wir nichts andres suchen mehr. 8. Hilf leben uns nach deinem Wort und darauf gläubig fahren fort von hinnen aus dem Jammertal zu dir in deinen Himmelssaal. Nach Nik. Selnecker, g. 1532, 1592. Mel. Chr 1. Ach bei uns, daß uns des böse 2. Ach bei uns, daß uns sei Güt 3. Ach bei uns dein W damit u 4. Ach bei uns dein Gi in uns 5. Ack bei un daß un noch fe 6. Ac bei un Bestär hilf ur Josua err Jesu Christ, i ja ist; bei,‚ frei. Herzens Trutz Schutz, Herr, chen mehr. deinem Wort en fort mertal Ssaal. + 1592. 145. Mel. Christus, der ist mein Leben. 1. Ach bleib mit deiner Gnade bei uns, Herr Jesu Christ, daß uns hinfort nicht schade des bösen Feindes List. 2. Ach bleib mit deinem Worte bei uns, Erlöser wert, daß uns beid hier und dorte sei Güt und Heil beschert. 3. Ach bleib mit deinem Glanze bei uns, du wertes Licht, dein Wahrheit uns umschanze, damit wir irren nicht. 4. Ach bleib mit deinem Segen bei uns, du reicher Herr, dein Gnad und all's Vermögen in uns reichlich vermehr! 5. Ach bleib mit deinem Schutze bei uns, du starker Held, daß uns der Feind nicht trutze, noch fäll die böse Welt. 6. Ach bleib mit deiner Treue bei uns, mein Herr und Gott, Beständigkeit verleihe, hilf uns aus aller Not! Josua Stegmann, g. 1588, 4 1632. 146. Eigene Melodie. Psalm 12. 1. Ach Gott, vom Himmel sieh darein und laß dich des erbarmen, wie wenig sind der Heil'gen dein, verlassen sind wir Armen. Dein Wort man läßt nicht haben wahr, A. Christliche Kirche Mission). 145—146 was eigen Witz erfindet; ihr Herz nicht Eines Sinnes ist, in Gottes Wort gegründet. Der wählet dies, der andre das, sie trennen uns ohn alle Maß und gleißen schön von außen. 3. Gott woll ausrotten ganz und gar, die falschen Schein uns lehren, dazu ihr Zung stolz offenbar spricht: Trotz! wer will's uns wehren? Wir haben Recht und Macht all⸗ ein, was wir setzen, das gilt gemein; wer ist, der uns soll meistern? 4. Darum spricht Gott: Ich muß auf sein, die Armen sind verstöret; ihr Seufzen dringt zu mir herein, ich hab ihr Klag erhöret. Mein heilsam Wort soll auf den ö Plan, getrost und frisch sie greifen an und sein die Kraft der Armen. 5. Das Silber, durchs Feu'r siebenmal bewährt, wird lauter funden; am Gotteswort man warten soll desgleichen alle Stunden. Es will durchs Kreuz bewähret sein; da wird sein Kraft erkannt und Schein und leucht't stark in die Lande. 6. Das wollst du, Gott, bewah⸗ ren rein vor diesem argen G'schlechte, der Glaub ist auch verloschen gar ö und laß uns dir besohlen sein, bei allen Menschenkindern. 2. Sie lehren eitel falsche List, daß sich's in uns nicht flechte. DergottlosHaufsich umherfind't, 99 97 147—148 2. Kirche und wo diese losen Leute sind in deinem Volk erhaben. Martin Luther, g. 1483, 4 1546. 147. Mel. Herzliebster Jesu, was hast du. 1. Christe, du Beistand deiner Kreuzgemeine, eile, mit Hilf und Rettung uns erscheine! Steure den Feinden, ihre Blut⸗ mache zu nichte![gerichte 2. Streite doch selber für uns arme Kinder, wehre dem Teufel, seine Macht verhinder', alles, was kämpfet wider deine stürze darnieder!(Glieder, 3. Friede bei Kirch und Schulen uns beschere, Friede zugleich der Obrigkeit ge⸗ währe, Friede dem Herzen, Friede dem gib zu genießen![Gewissen 4. Also wird zeitlich deine Güt erhoben, also wird ewig und ohn Ende lo⸗ ben dich, o du Wächter deiner armen Himmel und Erde.[Herde, Matth. Apelles v. Löwenstern, g. 1594, 4+ 1648. 148. Mel. Valet will ich dir geben. 1. Der du zum Heil erschienen der allerärmsten Welt und von den Cherubinen zu Sündern dich gesellt, den sie mit frechem Stolze Gnadenmittel. als du am dürren Holze versöhntest ihre Schuld: 2. Damit wir Kinder würden, gingst du vom Vater aus, nahmst auf dich unsre Bürden und bautest uns ein Haus; von Westen und von Süden, von Morgen ohne Zahl sind Gäste nun beschieden zu deinem Abendmahl. 3. Im schönen Hochzeitkleide, von allen Flecken rein, führst du zu deiner Freude die Völkerscharen ein; und welchen nichts verkündigt, kein Heil verheißen war, die bringen nun entsündigt dir Preis und Ehre dar. 4. Drum kann nicht Friede wer⸗ bis deine Liebe siegt,[den, bis dieser Kreis der Erden zu deinen Füßen liegt, bis du im neuen Leben die ausgesöhnte Welt dem, der sie dir gegeben, vors Angesicht gestellt. 5. Und fiehe, tausend Fürsten mit Völkern ohne Licht stehn in der Nacht und dürsten nach deinem Angesicht; auch sie hast du gegraben in deinen Priesterschild,“) am Brunnquell sie zu laben, der dir vom Herzen quillt. *) 2 Mos. 28, 29. 6. So sprich dein göttlich Wer⸗ laß deinen Odem wehn, Ilde, daß auf der finstern Erde die Toten auferstehn; daß, wo man Götzen fröhnet verhöhnt für seine Huld, 10 und vor den Teufeln kniet, 0 ein will zu deine 7. Wi wir fass dein W womit Wie vie wie vie O du,! werd al Albe Mel. 1. Ei Wie w wenn f Freue mach d Jesus 2. Hi Schon und di nahet! blinde Jesus 3.Ki daß d Ach u fern! Klein Jesus 4. ndigt, gt de wer⸗ [den, en ürsten ürsten A. Christliche Kirche(Mission). ein willig Volk versöhnet zu deinem Tempel zieht. 7. Wir rufen, du wirst hören; wir fassen, was du sprichst; dein Wort muß sich bewähren, womit du Fesseln brichst. Wie viele sind zerbrochen, wie viele sind's noch nicht! O du, der's uns versprochen, werd aller Heiden Licht. Albert Knapp. g. 1798, 4 1864. 149. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 1. Eine Herde und ein Hirt! Wie wird dann dir sein, o Erde, wenn sein Tag erscheinen wird! Freue dich, du kleine Herde, 149—150 macht dem Bundesengel Bahn, großer Tag des Herrn erscheine! Jesus ruft: Es werde Licht! Jesus hält, was er verspricht. 6. O des Tags der Herrlichkeit! Jesus Christus, du die Sonne, und auf Erden weit und breit Licht und Wahrheit, Fried und Wonne! Mach dich auf! Es werde Licht! Jesus hält, was er verspricht. Friedrich Adolf Krummacher g. 1767, 4 1845. 150. Mel. Je su, hilf siegen, du Fürste. 1. Einer ist König, Immanuel sieget; mach dich auf und werde licht: bebet, ihr Feinde, und gebet die Jesus hält, was er verspricht. 2. Hüter, ist der Tag noch fern? Schon ergrünt es auf den Weiden, und die Herrlichkeit des Herrn nahet dämmernd sich den Heiden, blinde Pilger flehn um Licht: Jesus hält, was er verspricht. 3. Komm,o komm, getreuer Hirt, daß die Nacht zum Tage werde. Ach wie manches Schäflein irrt fern von dir und deiner Herde! Kleine Herde, zage nicht: Jesus hält, was er verspricht. 4. Sieh, das Heer der Nebel flieht vor des Morgenrotes Helle, und der Sohn der Wüste kniet dürstend an der Lebensquelle, ihn umleuchtet Morgenlicht: Jesus hält, was er verspricht. 5. Gräber stehen aufgetan; rauscht, verdorrete Gebeine, Flucht. Zion hingegen sei innig ver⸗ gnüget, labe dein Herze mit himmlischer Frucht ewiges Leben, unendlichen Frie⸗ den, Freude die Fülle hat er uns be⸗ schieden. 2. Stärket die Hände, ermun⸗ tert die Herzen, trauet mit Freuden dem ewigen Gott: Jesus, die Liebe, versüßet die Schmerzen, reißet aus Angsten, aus Jammer und Not; ewig muß unsere Seele genesen in dem holdseligsten, lieblichen Wesen. 3. Halte, o Seele, im Leiden fein stille. 10 151 2. Kirche und schlage die Rute des Vaters nicht aus; bitte und schöpfe aus göttlicher Fülle Kräfte, zu siegen im Kampfe und Strauß; Fluten der Trübsal verrauschen, vergehen: Jesus, der treue, bleibt ewig dir stehen. 4. Zion, wie lange hast du nun geweinet? Auf und erhebe dein sinkendes Haupt! Siehe, die Sonne der Freuden erscheinet tausendmal heller, als du es ge⸗ glaubt. Jesus der lebet, die Liebe regieret, die zu den Quellen des Lebens dich führet. 5. Laufet nicht hin und her, eilet zur Quelle; Jesus der bittet: Kommt alle zu mir! Sehet, wie lieblich, wie lauter und helle fließen die Ströme des Lebens allhier. Trinket, ihr Lieben, und werdet erquicket, hier ist Erlösung für alles, was drücket. 6. Streitet nur unverzagt, seht auf die Krone, die euch der König des Himmels anbeut; selbst er, Jehovah, wird Siegern zum Lohne: wahrlich, dies Kleinod verlohnt sich den Streit; Gnadenmittel. streitet nur unverzagt, seht auf die Krone, selber Jehovah wird Siegern zum Lohne. 7. Löwe aus Juda, da, da wird man sehen eine gewaltige, siegende Schar deine unendliche Hoheit erhöhen, alles, was Odem hat, ruft: er ist's gar! Sehet, wie Kronen und Throne hinfallen; höret, wie donnernde Stimmen erschallen. 8. Reichtum, Kraft, Weisheit, Preis, Stärke, Lob, Ehre Gott und dem Lamm und dem heiligen Geist! Wenn ich da stünde, o wenn ich da wäre! Springet, ihr Bande, ihr Fesseln, zerreißt. Amen, die Liebe wird wahrlich erhören, alles, was in mir ist, lobe den Herren! J. L. K. Allendorf, g. 1693, 4 1773. 151. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. 1. Einer ist's, an dem wir han⸗ gen, der für uns in den Tod gegangen und uns erkauft mit seinem Blut. Unsre Leiber, unsre Herzen gehören dir, o Mann der Schmer⸗ zen, in deiner Liebe ruht sich's gut. Nimm uns zum Eigentum, bereite dir zum Ruhm deine Kinder, 10² verbirg das Gne von deir 2.Nich du selbst nach dei Unsre K und keir der nich Drum l denn At für den wer in folgt, K und trůͤ 3. O die Err drum s sende ft viel fre zum P Wohl beruft im Rei Da ru da wäl der ers als G und u wo du t auf Krone, gern Lohne. a wird sehen Schar höhen, t: er 5gar! hrone fallen; imen allen. sheit, Ehre dem Geist! nun ich wäre! esseln, reißt. hrlich hören, den erren! 1773. timme. rhan⸗ gen, angen Blut. hmer⸗ zen gut. A. Christliche Kirche Mission). verbirg uns nicht das Gnadenlicht von deinem heil'gen Angesicht! 2. Nicht wir haben dich erwählet, du selbst hast unsre Zahl gezählet nach deinem ew'gen Gnadenrat. Unsre Kraft ist schwach und nich⸗ tig und keiner ist zum Werke tüchtig, der nicht von dir die Stärke hat. Drum brich den eignen Sinn, denn Armut ist Gewinn für den Himmel; wer in sich schwach, folgt, Herr, dir nach[Schmach. und trägt mit Ehren deine 3. O Herr Jesu, Ehrenkönig, die Ernt ist groß, der Schnitter wenig, drum sende treue Zeugen aus! sende sie hinaus in Gnaden, viel frohe Gäste einzuladen zum Mahl in deines Vaters Haus. Wohl dem, den deine Wahl beruft zum Abendmahl im Reich Gottes! Da ruht der Streit, da währt die Freud heut, gestern und in Ewigkeit. Albert Knapp, g. 1798, 4 1864. 152. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenst. 1. Ein Herz und Eine Seele war der ersten Christenjünger Schar, als Glieder Eines Leibes; und wie es war und wie es ist, wo du der Herr bist, Jesus 152—153 so werd es und so bleib es! Lehre, mehre Glauben, Liebe und die Triebe, die uns treiben, unverrrückt bei dir zu bleiben. 2. O du, der unsre Armut kennt, dein Lebenswort und Sakrament laß reichlich uns genießen! Das nähr und pfleg und stärk uns hier, daß du in uns und wir in dir uns aneinander schließen; daß wir in dir, durch dich leben, wie die Reben auszuschlagen und einander uns zu tragen. 3. Weil du so herzlich alle liebst, weil du so reichlich allen giebst, Geduld hast, wenn sie fehlen, so sei auch aller Herz Ein Herz; des einen Freud, des andern bewege aller Seelen.[Schmerz Gleiche, reiche Gnadengabe alle labe und vereine die gesegnete Gemeine. Karl Johann Phil. Spitta, g. 1801. + 1859. 153. Eigene Melodie. Psalm 67. 1. Es woll uns Gott genädig und seinen Segen geben, Isein sein Antlitz uns mit hellemSchein erleucht zum ew'gen Leben, daß wir erkennen seine Werk und was ihm lieb auf Erden, und Jesus Christus Heil und Stärk bekannt den Heiden werden Christ, und sie zu Gott bekehren. 103 154—155 2. Kirche und 2. So danken, Gott, und loben die Heiden überalle, Idich und alle Welt die freue sich und sing mit großem Schalle, daß du auf Erden Richter bist und läßt die Sünd nicht walten; dein Wort die Hut und Weide ist, die alles Volk erhalten, in rechter Bahn zu wallen. 3. Es danke, Gott, und lobe dich das Volk in guten Taten; das Land bringt Frucht und bes⸗ sert sich, dein Wort ist wohl geraten. Uns segne Vater und der Sohn, uns segne Gott der heil'ge Geist! Dem alle Welt die Ehre tu, vor ihm sich fürchte allermeist! Nun sprecht von Herzen Amen! Martin Luther, g. 1483, + 1546. 154. Eigene Melodie. Off. Joh. 3. I. Fahre fort, fahre fort, Zion, fahre fort im Licht! Mache deinen Leuchter helle, laß die erste Liebe nicht suche stets die Lebensquelle! Zion, dringe durch die engePfort, fahre fort, fahre fort! 2. Leide dich, leide dich, Zion, leide ohne Scheu Trübsal, Angst mit Spott und sei bis in den Tod getreu,[Hohne, siehe auf die Lebenskrone! Zion, fühlest du der Schlangen leide dich, leide dich![Stich, 3. Folge nicht, folge nicht, Zion, folge nicht der Welt, wenn sie dich sucht groß zu machen; achte nichts ihr Gut und. Geld, Gnadenmittel. nichts ihr Dräuen, nichts ihr folge nicht, folge nicht! spricht, 4. Prüfe recht, prüfe recht, Zion, prüfe recht den Geist, der dir ruft zu beiden Seiten; tue nicht, was er dich heißt, laß nur deinen Stern dich leiten! Zion, das, was gut scheint oder prüfe recht, prüfe recht! lichlecht, 5. Dringe ein, dringe ein, Zion, dringe ein in Gott, stärke dich mit Geist uud Leben, sei nicht wie die andern tot,‚ sei du gleich den grünen Reben! Zion, in die Kraft, statt in den dringe ein, dringe ein![Schein, 6. Brich herfür, brich herfür, Zion, brich herfür in Kraft, weil die Bruderliebe brennet, zeige, was der in dir schafft, der als seine Braut dich kennet. Zion, durch die dir gegebne Tür brich herfür, brich herfür! 7. Halte aus, halte aus, Zion, halte deine Treu, laß nicht lau und träg dich finden! Auf, das Kleinod rückt herbei, auf, verlasse, was dahinten! Zion, in dem letzten Kampf und halte aus, halte aus![Strauß Joh. Eusebius Schmidt, g.1670,1745. 155. Mel. Wachet auf, ruft uns die. 1. Gottes Stadt steht fest ge⸗ gründet auf heil gen Bergen, es verbündet sich wider sie die ganze Welt; dennoch steht sie und wird stehen; 10⁴ Lachen! Zion, wenn sie dir viel Lust ver⸗ man wir wer hier Der Hüt ist ihres Halleluj Lobsingt wohl de das in i 2. Zio der Hern macht il segnet, weiß üb der ihn Wie gri Wie trẽ all die O Gott du reich die solc 3. Gr in dir sonst un Gottes du hast die all⸗ Da hör das ter ew' ger wie lie was hi und do 4. Ar die fer und in Denen ihr Lachen! st ver⸗ spricht, t oder man wird an ihr mit Staunen ö sehen, wer hier die Hut und Wache hält. Der Hüter Israels ist ihres Heiles Fels. Halleluja! Lobsingt und sprecht: wohl dem Geschlecht, das in ihr hat das Bürgerrecht! 2. Zions Tore liebt vor allen der Herr mit gnäd'gem Wohl⸗ gefallen, macht ihre Riegel stolz und fest, segnet, die darinnen wohnen, weiß überschwenglich dem zu loh⸗ nen, der ihn nur tun und walten läßt. Wie groß ist seine Huld! Wie trägt er mit Geduld all die Seinen! O Gottes Stadt, du reiche Stadt, die solchen Herrn und König hat! 3. Große, heil'ge Dinge werden in dir gepredigt, wie auf Erden sonst unter keinem Volk man hört. Gottes Wort ist deine Wahrheit; du hast den Geist und hast die Klarheit, die alle Finsternis zerstört. Da hört man fort und fort das teuer werte Wort ew' ger Gnade. wie lieblich tönt, was hier versöhnt und dort mit ew' gem Leben krönt! 4. Auch die nichts davon ver⸗ nommen, die fernsten Völker werden kom⸗ und in die Tore Zions gehn.[men A. Christliche Kirche Mission). 15⁵ wird auch der Herr noch pred' gen lassen, was einst für alle Welt geschehn. Wo ist der Gottessohn? Wo ist sein Gnadenthron?— wird man fragen. Dann kommt die Zeit, wo weit und breit erscheint der Herr der Herrlichkeit. 5. Darum stellet ein die Klagen! Man wird noch einst zu Zion sa⸗ gen: wie mehrt sich deinerBürgergahl! VollErstaunen wird man schauen, wie Gott sein Zion mächtig bauen und herrlich weitern wird einmal. Erhebet Herz und Sinn! Es ist die Nacht schier hin für die Heiden; es kommt der Tag; sie werden wach, und Israel folgt ihnen nach. 6. Gottes Stadt, du wirst auf Erden die Mutter aller Völker werden, die ew'ges Leben fanden hier. Welch ein Jubel, wie vom Rei⸗ gen, wird einst von dir zum Himmel steigen! Die Lebensbrunnen sind in dir. In dir das Wasser quillt, das alles Dürsten stillt. Halleluja! Von Sünd und Tod, von aller Not erlöst nur einer, Zions Gott. Karl Johann Philipp Spitta, g. 1801, 4 1859. Denen, die im Finstern saßen, 10⁵ 156—157 2. Kirche und 156. Mel. Wie groß ist des Allmächt'gen. 1. Ich lobe dich von ganzer See⸗ daß du auf diesemErdenkreis[len, dir wollen eine Kirch erwählen zu deines Namens Lob und Preis, wo viele sich zusammenfinden in einer heiligen Gemein, die da von allen ihren Sünden durch Christi Blut geworden rein. 2. Du rufest auch noch heutzu⸗ tage, daß jedermann erscheinen soll; man höret immer deine Klage, daß nicht dein Haus will werden voll. Deswegen schickst du auf die Straßen, zu laden alle, die man find't; du willst auch die berufen lassen, die blind und lahm und Krüppel sind. 3. Du hast dir, Gott, aus vielen Zungen und Völkern eine Kirch gemacht, darinnen dein Lob wird gesungen und deine wunderschöne Pracht; die sämtlich unter Christo stehen als ihrem königlichen Haupt und in Gemeinschaft das begehen, was jeder Christ von Herzen glaubt. 4. Das Heil wir nicht auf Werke gründen, weil doch kein Mensch vor Gott gerecht; und will sich etwas Gutes finden, so find wir dennoch böse Knecht. Mit Glauben müssen wir em⸗ pfangen, was Christi Leiden uns bereit't; Gnadenmittel. im Glauben müssen wir erlangen der Seelen Heil und Seligkeit. 5. Du heiligst uns zum neuen Leben, daß wir auf Gottes Wegen gehn, und daß wir nach dem Guten stre⸗ und allen Lüsten widerstehn. ben Du willst die Runzeln und die Flecken, damit die Sünde uns gekränkt, mit der Gerechtigkeit bedecken, die Christus uns aus Gnaden schenkt. 6. Erhalt uns, Herr, im rechten Glauben noch fernerhin bis an das End. Ach laß uns nicht die Schätze rau⸗ ben, dein heilig Wort und Sakrament. Erfüll die Herzen deiner Christen mit Gnade, Segen, Fried und Freud, durch Liebesfeuer sie zu rüsten zur ungefärbten Einigkeit. Friedr. Konr. Hiller, g. 1662, 4+ 1726. 157. Mel. Wachet auf, ruft uns die. I. König Jesu, streite, siege, daß alles bald dir unterliege, was lebt und webt in dieser Welt. Blick auf deine Friedensboten, laß wehen deinen Lebensodem durchs ganze weite Totenfeld! Erhöre unser Flehn und laß es bald geschehen! Amen, Amen! So rühmen wir und jauchzen dir ein Halleluja für und für! 1852(D). 106 Mel. O Je 1. O Jes erleuchte, und brine daß ihre 2. Erfül die in Ir auch die, in ihreme 3. Und! von dir, und ihr v laß sie ar 4. Den die Stum die nicht was ihre 5. Erle bring he⸗ versamm mach fes 6. So auf Erd hier zeit für solch Joh. H. 1. O d du unar und bal! daß du 158. Mel. O Jesu Christ, mein's Lebens. 1. O JesuChriste, wahres Licht, erleuchte, die dich kennen nicht, und bringe sie zu deiner Herd, daß ihre Seel auch selig werd. 2. Erfülle mit dem Gnaden⸗ schein, die in Irrtum verführet sein; auch die, so heimlich noch ficht an in ihrem Sinn ein falscher Wahn. 3. Und was sich sonst verlaufen hat von dir, das suche du mit Gnad und ihr verwund't Gewissen heil, laß sie am Himmel haben teil! 4. Den Tauben öffne das Gehör, die Stummen richtig reden lehr, die nicht bekennen wollen frei, was ihres Herzens Glaube sei. 5. Erleuchte, die da sind ver⸗ blend't, bring her, die sich von uns ge⸗ trennt, versammle, die zerstreuet gehn, mach feste, die im Zweifel stehn. 6. So werden sie mit uns zu⸗ gleich auf Erden und im Himmelreich, hier zeitlich und dort ewiglich für solche Gnade preisen dich. Joh. Heermann, g. 1585, 4 1647. 159. Eigene Melodie. 1. O daß doch bald dein Feuer brennte, du unaussprechlich Liebender, und bald die ganze Welt erkennte, daß du bist König, Gott und Herr! A. Christliche Kirche(Mission). 158159 2. Zwar brennt es schon in hel⸗ ler Flamme jetzt hier, jetzt dort, in Ost und West dir, dem am Kreuz erwürgten Lamme, ein herrlichPfingst⸗ und Freuden⸗ ö fest. 3. Und noch entzünden Him⸗ melsfunken so manches kalte, tote Herz und machen Durst'ge freudetrun⸗ ken und heilen Sünd und Höllen⸗ schmerz; 4. Verzehren Stolz und Eigen⸗ liebe und sondern ab, was unrein ist, und mehren jener Flamme Triebe, die nur auf dich gerichtet ist. 5. Erwecke, läutre und vereine des ganzen Christenvolkes Schar und mach in deinem Gnaden⸗ scheine dein Heil noch jedem offenbar. 6. Du unerschöpfter Quell des Lebens, allmächtig starker Gotteshauch, dein Feuermeer ström nicht ver⸗ gebens, ach zünd in unsern Herzen auch. 7. Schmelz alles, was sich trennt, zusammen und baue deinen Tempel aus; laß leuchten deine heil'gen Flam⸗ men durch deinesVaters ganzes Haus. 8. Beleb, erleucht, erwärm, ent⸗ flamme 107 doch bald die ganze weite Welt 160—161 2. Kirche und und zeig dich jedem Völkerstamme als Heiland, Fri edefürst und Held. 9. Dann tönen dir von Millio⸗ der Liebe Jubelharmonien, nen und alle, die auf Erden wohnen, knien vor den Thron des Lammes J. L. Fricker, 4 1766.(hin. 160. Mel. Ein feste Burg ist unser Gott. 1. Wenn Christus seine Kirche so mag die Hölle wüten, lschützt, er, der zur Rechten Gottes sitzt, hat Macht ihr zu gebieten. Er ist mit Hilfe nah, wenn er gebeut, steht's da. Er schützt zu seinem Ruhm mit Macht sein Christentum; mag doch die Hölle wüten! 2. Gott sieht die Fürsten auf dem sich wider ihn empören;[Thron denn den Gesalbten, seinen Sohn, den wollen sie nicht ehren. Sie schämen sich des Worts des Heilands, unsers Horts, sein Kreuz ist selbst ihr Spott; doch ihrer lachet Gott, sie mögen sich empören. 3. Der Frevler mag die Wahr⸗ heit schmähn, uns kann er sie nicht rauben. Der Unchrist mag ihr widerstehn, wir halten fest am Glauben. Gelobt sei Jesus Christ! Wer hier sein Jünger ist, sein Wort von Herzen hält, dem kann die ganze Welt die Seligkeit nicht rauben. 4. Auf, Christen, die ihr ihm ver⸗ Gnadenmittel. laßt euch kein Drohn erschrecken. Der Gott, der von dem Himmel wird uns gewiß bedecken.[schaut, Der Herr, der starke Gott, hält über sein Gebot, gibt uns Geduld in Not und Kraft und Mut im Tod; was will uns da erschrecken? Chr. F. Gellert, g. 1715, 4+ 1769, 161. Mel. Zion klagt mit Angst. I. Zion, gib dich nur zufrieden, Gott ist noch bei dir darin, du bist nicht von ihm geschieden, er hat einen Vatersinn. Wenn er straft, so liebt er auch, dies ist sein beliebter Brauch; Zion, lerne dies bedenken, warum willst du dich so kränken? 2. Treiben dich die Meereswel⸗ in der wilden tiefen See,(len wollen sie dich gar zerschellen, mußt du rufen Ach und Weh, schweigt dein Heiland still dazu, gleich als schliefe er in Ruh: Zion, laß dich nicht bewegen, diese Flut wird sich bald legen. 3. Berge, Felsen möchten wei⸗ ob sie noch so feste stehn,(chen, ja die ganze Welt desgleichen möchte gar auch untergehn: dennoch hat es keine Not in dem Leben und im Tod; Zion, du kannst doch nicht wanken aus des BundesgottesSchranken. 4. Müssen schon allhie die Trä⸗ deine schönsten Perlen sein, lnen muß das Seufzen und das Stöh⸗ schon das beste Lied dir sein,(nen traut, muß dein Purpur sein das Blut, 108 und der A Zion, laß du kannst 5. Droht mit dem ei du wir denk nur Sei nur denn der Zion, Got dieses mi 6. Freu und der gib dich der dich Für die T gibt er d Zion, du drum sol 7. O ihr freuet eu Denn die soll nun und sich in dem f Zion, we von dem Joach. Pa Eigene M 1. Ziot Zion, G die er tr die er si Uch spri mich ver hanken anken. e Trä⸗ Inen Stöh⸗ nen Blut, und der Mangel Hab und Gut: Zion, laß dir doch nicht grauen, du kannst deinem Gott vertrauen. 5. Droht man dir mit Schmach und Banden, mit dem Tod und Herzeleid, ei du wirst doch nicht zu schanden, denk nur an die Ewigkeit! Sei nur fröhlich, wohlgemut, denn der Herr ist's, der es tut. Zion, Gott wird dich schonstärken, dieses mußt du eben merken. 6. Freue dich, nun ist das Ende und der Abend schon herbei; gib dich nur in Gottes Hände, der dich nun will machen frei. Für die Trübsal, Spott und Hohn gibt er dir die Freudenkron. Zion, du wirst wieder lachen, drum so laß die Welt nur machen! 7. O ihr Engel, Himmelserben, freuet euch mit Zion hier! Denn die jetzt hat wollen sterben, soll nun leben für und für und sich freuen ohne Zahl in dem schönen Himmelssaal. Zion, wer will dich nun scheiden von dem Lamm und ew'gen Freu⸗ den? Joach. Pauli, g. um 1636, 4nach 1674. 162. Eigene Melodie. Jesaja 49, 14— 16. 1. Zion klagt mit Angst und Schmerzen, Zion, Gottes werte Stadt, die er trägt in seinem Herzen, die er sich erwählet hat. Ach, spricht sie, wie hat mein Gott mich verlassen in der Not A. Christliche Kirche Mission). 109 16² und läßt mich so harte pressen! Meiner hat er ganz vergessen. 2. Der Gott, der mir hat ver⸗ sprochen seinen Beistand jederzeit, der läßt sich vergebens suchen jetzt in meiner Traurigkeit. Ach will er denn für und für so gar grausam zürnen mir? Kann und will er sich der Armen jetzt nicht wie vorhin erbarmen? 3. Zion, o du Vielgeliebte, sprach zu ihr des Herren Mund, zwar bist du jetzt die Betrübte, Seel und Geist ist dir verwund't, doch stell alles Trauern ein! Wo mag eine Mutter sein, die ihr eigen Kind kann hassen und aus ihrer Sorge lassen? 4. Ja, wenn du gleich möchtest finden einen solchen Muttersinn, da die Liebe kann verschwinden, so bleib ich doch, der ich bin. Meine Treue bleibet dir, Zion, o du meine Zier; mein Herz hast du mir besessen, deiner kann ich nicht vergessen. 5. Laß dich nicht den Satan blen⸗ den, der sonst nichts als schrecken kann; siehe, hier in meinen Händen hab ich dich geschrieben an. Wie mag es denn anders sein? Ich muß ja gedenken dein, deine Mauern muß ich bauen und dich fort und fort anschauen. 6. Stets auf dich sieht mein Er⸗ barmen, du liegst mir auf meinem Schoß, wie ein Kind in Mutterarmen; 163—164 2. Kirche und Gnadenmittel. meine Treu zu dir ist groß. Dich und mich kann keine Zeit, keine Not, Gefahr und Streit, ja der Satan selbst nicht scheiden; bleib getreu in allem Leiden! Joh. Heermann, g. 1585, 4 1647. B. Wort Gottes. 163. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 1. Das ist eine sel'ge Stunde, Jesu, da man dein gedenkt und das Herz vonHerzensgrunde tief in deine Wunden senkt. Wahrlich, nichts als Jesum ken⸗ nen, Jesum suchen, finden, nennen, das erfüllet unsre Zeit mit der höchsten Seligkeit. 2. Jesus, deine Gnadenquelle fließt so gern ins Herz hinein, deine Sonne scheinet helle, denn du willst genossen sein; und bei aller Segensfülle ist dein Wunsch und ernsterWille, daß man, weil dein Brünnlein voll, unaufhörlich schöpfen soll. 3. Nun, so laß auch diese Stunde dein Gedächtnis in uns sein, in dem Herzen, in dem Munde leb und herrsche du allein! Laß uns deiner nie vergessen! Wie Maria still gesessen, da sie deinen Mund gehört, also mach uns eingekehrt! E. G. Woltersdorf, g. 1725, 4 1761. 164. Mel. Was Gott tut, das ist wohlgetan. 1. Dein Wort, o Herr, ist mil⸗ der Tau für trostbedürft'ge Seelen. Laß keinem Pflänzchen deiner Au den Himmelsbalsam fehlen; erquickt durch ihn laß jedes blühn und in der Zukunft Tagen dir Frucht und Samen tragen! 2. Dein Wort ist, Herr, ein Flammenschwert, ein Keil, der Felsen spaltet, ein Feuer, das im Herzen zehrt und Mark undBein durchschaltet. O laß dein Wort noch fort und fort der Sünde Macht zerscheitern und alle Herzen läutern! 3. Dein Wort ist uns der Wun⸗ für unsre Pilgerreise,(derstern es führt auch Toren hin zumHerrn und macht die Einfalt weise. Dein Himmelslicht verlösch uns nicht und leucht in jede Seele, daß keine dich verfehle. 4. Ich suchte Trost und fand ihn nicht; da ward das Wort der Gnade mein Labsal, meine Zuversicht, die Fackel meiner Pfade. Sie zeigte mir den Weg zu dir und leuchtet meinen Schritten bis zu den ew'gen Hütten. 5. Nun halt ich mich mit festem zu dir, dem sichern Horte. Sinn Wo wendet' ich mich anders hin? 110 Herr, du Noch hör Komm, d Das rief ein Wort 6. Auf in dein Wor Nie weick zu preiset laß imme dein hell in allen uns tröst 7. O ser den Dur den Hun und dein und send von Me der Herz und dir Karl Ber Mel. 2 1. Dei es lehrt es gibt zum Le O selig bewahr 2. Es vertreil es füllt r Wun⸗ erstern nHerrn eise. ind ihn nicht; ade rsicht, itten festem Sinn hin? Herr, du hast Lebensworte. Noch hör ich dein: Komm, du bist mein! Das rief mir nicht vergebens ein Wort des ew'gen Lebens. 6. Auf immer gilt dein Segens⸗ bund, dein Wort ist Ja und Amen. Nie weich es uns aus Geist und Mund, zu preisen deinen Namen; laß immerfort dein helles Wort in allen Lebenszeiten uns trösten, warnen, leiten! 7. Osende bald von Ort zu Ort den Durst nach deinen Lehren, den Hunger aus, dein Lebens⸗ und deinen Geist zu hören;[wort und send ein Heer von Meer zu Meer, der Herzen Durst zu stillen und dir dein Reich zu füllen. Karl Bernh. Garve, g. 1763, 4 1841. 165. Mel. Wie lieblich ist doch, Herr. 1. Dein Wort, o Höchster, ist vollkommen; es lehrt uns unfre ganze Pflicht, es gibt dem Sünder und dem Frommen zum Leben sichern Unterricht. O selig, wer es achtsam hört, bewahrt und mit Gehorsam ehrt! 2. Es leuchtet uns auf unsern Wegen, vertreibt des Irrtums Finster⸗ nis; es füllt mit Freuden, bringt uns Segen B. Wort Gottes. 111 165—166 und machet unser Herz gewiß. Es lehrt uns, Höchster, was du bist, und was dir wohlgefällig ist. 3. Dein Wort ermuntert, dich zu lieben, lehrt, wieviel Gut's du denen gibst, die freudig dein Gebot ausüben, und wie du väterlich uns liebst. Und was, o Herr, dein Mund ver⸗ spricht, bleibt ewig wahr und trüget nicht. 4. Gott, deine Zeugnisse sind besser und mehr der Sehnsucht wert, als Gold. IhrWert istköstlicher und größer, als alles noch so feine Gold; wer das tut, was dein Wort ge⸗ beut, dem ist dein Segen stets bereit. 5. Drum laß auch mich mit Lust betrachten, was mich dein Wort, o Höchster, lehrt, und auf das mit Gehorsam ach⸗ ten was es von mir zu tun begehrt; so fließen Trost und Seelenruh auch mir aus deinem Worte zu. Nach J. K. Lavater, g. 1741, 1 1801. 166. Mel. Ach Gott und Herr. 1. Gott ist mein Hort, und auf sein Wort soll meine Seele trauen. Ich wandle hier, 167 mein Gott, vor dir im Glauben, nicht im Schauen. 2. Dein Wort ist wahr; laß immerdar mich seine Kräfte schmecken, laß keinen Spott, o Herr mein Gott, mich von dem Glauben schrecken! 3. Wo hätt ich Licht, wofern mich nicht dein Wort die Wahrheit lehrte? Gott, ohne sie verstünd ich nie, wie ich dich würdig ehrte. 4. Dein Wort erklärt der Seele Wert, Unsterblichkeit und Leben. Zur Ewigkeit ist diese Zeit von dir mir übergeben. 5. Dein ew'ger Rat, die Missetat der Sünder zu versühnen, den kennt ich nicht, wär mir dies Licht nicht durch dein Wort erschienen. 6. Nun darf mein Herz in Reu und Schmerz der Sünden nicht verzagen. Nein, du verzeihst, lehrst meinen Geist ein gläubig Abba sagen. 7. Mich zu erneun, mich dir zu weihn, ist meines Heils Geschäfte. Durch meine Müh vermag ich's nie, dein Wort gibt mir die Kräfte. 8. Herr, unser Hort, laß uns dies Wort, denn du hast's uns gegeben. 2. Kirche und Gnadenmittel. Es sei mein Teil, es sei mir Heil und Kraft zum ew'gen Leben! Chr. F. Gellert, g. 1715, 4 1769. 167. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenst. 1. Gott Vater, aller Dinge Grund, gib deinen Vaternamen kund an diesem heil'gen Orte. Wie lieblich ist die Stätte hier! Die Herzen wallen auf zu dir, hier ist des Himmels Pforte. Wohne, throne hier bei Sündern als bei Kindern voller Klarheit; heil'ge uns in deiner Wahrheit. 2. Sohn Gottes, Herr der Herr⸗ lichkeit, dies Gotteshaus ist dir geweiht, o laß dir's wohlgefallen. Hier schalle dein lebendig Wort, dein Segen walte fort und fort in diesen Friedenshallen. Einheit, Reinheit gib den Herzen; Angst und tilg in Gnaden[Schmerzen und nimm von uns allen Schaden. 3. Gott heil'ger Geist, du wertes Licht, wend her dein göttlich Angesicht, daß wir erleuchtet werden. Gieß über uns und dieses Haus dich mit allmächt'gen Flammen aus, mach himmlisch uns auf Erden. Lehrer, Hörer, Kinder, Väter, früher, später geht's zum Sterben; hilf uns Jesu Reich ererben. 112 4. Dre sei dir v für dies Du hast dir ist's mit He Ach hie noch in Stell u worau Mir ist aber u 2. H Herr, daß ic fest be laß m dir zu und ze sitzen, V. 1. V. 2. C nd nerzen haden. wertes Licht, jesicht, Haus mmen aus, rden. äter nN. 4. Dreiein'ger Gott, Lob, Dank und Preis sei dir vom Kinde bis zum Greis für dies dein Haus gesungen. Du hasts geschenkt und auferbaut, dir ist's geheiligt und vertraut mit Herzen, Händen, Zungen. Ach hier sind wir noch in Hütten, Herr, wir bitten: Stell uns droben in den Tempel, dich zu loben. Albert Knapp, g. 1798, 1 1864. 168. Mel. O Durchbrecher aller Bande. 1. Herr, dein Wort, die edle Ga⸗ diesen Schatz erhalte mir, lbe, denn ich zieh es aller Habe und dem größten Reichtum für. Wenn dein Wort soll nicht mehr gelten, worauf soll der Glaube ruhn? Mir ist's nichtum tausend Welten, aber um dein Wort zu tun. 2. Halleluja, Ja und Amen! Herr, du wollest auf mich sehn, daß ich mög in deinem Namen fest bei deinem Worte stehn; laß mich eifrig sein beflissen, dir zu dienen früh und spat und zugleich zu deinen Füßen sitzen, wie Maria tat. V. 1. N. L. v. Zinzendorf, 9. 1760. + 1760. V. 2. Chstn. Gregor, g. 1733, 4 1801. 169. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns. 1. Herr, öffne mir die Wth B. Wort Gottes. 168—170 laß mich dein Wort bewahren rein, laß mich dein Kind undErbe sein! 2. Dein Wort bewegt des Her⸗ zens Grund, dein Wort macht Leib und Seel gesund, dein Wort ist's, das mein Herz erfreut, dein Wort gibt Trost und Selig⸗ keit. 3. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, dem heil'gen Geist in Einem Thron! Der heiligen Dreieinigkeit sei Lob und Preis in Ewigkeit! Joh. Olearius, g. 1611, + 1684. 170. Mel. Gott des Himmels und derErden. 1. Teures Wort aus Gottes Munde, das mir lauter Segen trägt, dich allein hab ich zum Grunde meiner Seligkeit gelegt; in dir treff ich alles an, was zu Gott mich führen kann. 2. Will ich einen Vorschmack haben, welcher nach dem Himmel schmeckt, so kannst du mich herrlich laben, weil bei dir ein Tisch gedeckt, der mir lauter Manna schenkt, mich mit Lebenswasser tränkt. 3. Du, mein Paradies auf Er⸗ den, schließ mich stets im Glauben ein zieh mein Herz durch dein Wort laß mich täglich klüger werden, zu dir, daß dein heller Gnadenschein 113 8 171—172 2. Kirche und Gnadenmittel. mir bis in die Seele dringt und die Frucht des Lebens bringt. 4. Geist der Gnade, der im Wor⸗ mich an Gottes Herze legt, lte öffne mir des Himmels Pforte, daß mein Geist hier recht erwägt, was für Schätze Gottes Hand durch sein Wort ihm zugesandt. 5. Lasse mich in diesen Schranken sonder eitle Sorgen sein, schließe mich mit den Gedanken in ein stilles Wesen ein, daß die Welt mich gar nicht stört, wenn mein Herz dich reden hört. 6. Gib demSamkorn einenAcker, der die Frucht nicht schuldig bleibt; mache mir die Augen wacker, und was hier dein Finger schreibt, präge meinem Herzen ein, laß den Zweifel ferne sein! 7. Was ich lese, laß mich merken; was du sagest, laß mich tun! Wird dein Wort den Glauben stärken, laß es nicht dabei beruhn, ondern gib, daß auch dabei ihm das Leben ähnlich sei. 8. Hilf, daß alle meine Wege nur nach dieser Richtschnur gehn. Was ich hier zum Grunde lege, müsse wie ein Felsen stehn, daß mein Geist auch Rat und Tat in den größten Nöten hat. 9. Laß dein Wort mir einen in der Folge Jesu sein, Spiegel drücke drauf ein Gnadensiegel, schließ den Schatz im Herzen ein, daß ich fest im Glauben steh, bis ich dort zum Schauen geh. Benjamin Schmolck, g. 1672, 4 1787. 171. 1. Walte, walte nah und fern, allgewaltig Wort des Herrn, wo nur seiner Allmacht Ruf Menschen für den Himmel schuf. 2. Wort vom Vater, der die Welt schuf und in den Armen hält und der Sünder Trost und Rat zu uns hergesendet hat. 3. Wort von des Erlösers Huld, der der Erde schwere Schuld durch des heil'gen Todes Tat ewig weggenommen hat. 4. Kräftig Wort von Gottes Geist, der den Weg zum Himmel weist und durch seine heil'ge Kraft Wollen und Vollbringen schafft. 5. Wort des Lebens stark und alle Völker harren dein;(rein, walte fort, bis aus der Nacht alle Welt zum Tag erwacht. 6. Auf zur Ernt in alle Welt! Weithin wogt das reife Feld, klein ist noch der Schnitter Zahl, viel der Arbeit überall. 7. Herr der Ernte groß und gut, weck zum Werke Lust und Mut, laß die Völker allzumal schauen deines Lichtes Strahl! Jon. Fr. Bahnmaier, g. 1774, 4 1841. 172. Ev. Luk. 8. 4— 15. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 1. Wir Menschen sind zu dem, o Gott, was geistlich ist, untüchtig; dein Wesen, Wille und Gebot 114 Mel. Gott sei Dank durch alle Welt. ist vie! wir wi ist viel zu hoch und wichtig; wir wissen's und verstehen'snicht, wo uns dein göttlich Wort und 5 Licht den Weg zu dir nicht weiset. 2. Drum sind vor Zeiten ausge⸗ Propheten, deine Knechte,[sandt daß durch dieselben würd bekannt dein heil'ger Will und Rechte; zum letzten ist dein ein'ger Sohn, o Vater, von des Himmels Thron selbst kommen, uns zu lehren. 3. Für solches Heil sei, Herr, ge⸗ Laß uns dabei verbleiben spreist! und gib uns deinen heil' genGeist, daß wir dem Worte gläuben, dasselb' annehmen jederzeit mit Sanftmut, Ehrfurcht, Lieb und Freud als Gottes, nicht der Menschen. 4. Hilf, daß der losen Spötter Hauf uns nicht vom Wort abwende; denn ihr Gespött samt ihnen drauf mit Schrecken nimmt ein Ende. Gib du selbst deinemWorteKraft, daß deine Lehre in uns haft, auch reichlich bei uns wohne. 5. Offn' uns die Ohren und das Herz, daß wir das Wort recht fassen, in Lieb und Leid, in Freud und Schmerz es aus der Acht nicht lassen; daß wir nicht Hörer nur allein des Wortes, sondern Täter sein, Frucht hundertfältig bringen. 6. Am Weg der Same wird so⸗ vom Teufel hingenommen; sfort in Fels und Steinen kann das Wort B. Wort Gottes. 115 17² die Wurzel nicht bekommen, der Same, so in Dornen fällt, von Sorg und Wollust dieserWelt verdirbet und ersticket. 7. Ach hilf, Herr, daß wir wer⸗ den gleich dem guten fruchtbar'n Lande und sein an guten Werken reich in unserm Amt und Stande, viel Früchte bringen in Geduld, bewahren deine Lehr und Huld im feinen, guten Herzen. 8. Laß uns, so lang wir leben hier, den Weg der Sünder meiden, gib, daß wir halten fest an dir in Anfechtung und Leiden. Rott aus die Dornen allzumal, hilf uns die Weltsorg überall und böse Lüste dämpfen! 9. Dein Wort, o Herr, laß all⸗ weg sein die Leuchte unsern Füßen, erhalt es bei uns klar und rein, hilf, daß wir draus genießen Kraft, Rat und Trost in aller Not, daß wir im Leben und im Tod beständig darauf trauen. 10. Gott Vater, laß zu deiner Ehr dein Wort sich weit ausbreiten, hilf, Jesu, daß uns deine Lehr erleuchten mög und leiten, o heil'ger Geist, dein göttlich Wort laß in uns wirken fort und fort Glaub, Lieb, Geduld und Hoff⸗ nung! David Denicke, g. 1603, 4 1680. 173—174 2. Kirche und Gnadenmittel. 173. Mel. Jesu, meine Freude. 1. Wort des höchsten Mundes, Engel meines Bundes, Jesu, unser Ruhm, bald, da wir gefallen, ließest du erschallen Evangelium, eine Kraft, die Glauben schafft, eine Botschaft, die zum Leben uns von dir gegeben. 2. Was sein Wohlgefallen vor der Zeit uns allen fest bestimmet hat, was der Opfer Schatten längst verkündet hatten, das vollführt sein Rat. Was die Schrift verspricht, das alles ein in Jesu Namen ttrifft und ist Ja und Amen. 3. Alles ist vollendet, Jesu Gnade wendet allen Zorn und Schuld. Jesus ist gestorben, Jesus hat erworben alle Gnad und Huld. Auch ist dies fürwahr gewiß: Jesus lebt in Preis und Ehre; ach erwünschte Lehre! 4. Uns in Sünden Toten machen Jesu Boten dieses Leben kund. Lieblich sind die Füße, und die Lehren süße, teuer ist der Bund. Aller Welt ist nun vermeld't durch der guten Botschaft Lehre, daß man sich bekehre. 5. Kommt, zerknirschte Herzen, die in bittern Schmerzen das Gesetz zerschlug, kommt zu dessen Gnaden, der für euch beladen alle Schmerzen trug. Jesu Blut stärkt euren Mut, Gott ist hier, der euch geliebet und die Schuld vergibet. 6. Dieser Grund bestehet; wenn die Welt vergehet, fällt er doch nicht ein. Darauf will ich bauen; so soll mein Vertrauen evangelisch sein; auch will ich nun würdiglich dieser Kraft, die mir gegeben, evangelisch leben. 7. Jesu, deine Stärke schaffet diese Werke, stehe du mir bei! Nichts kann mich nun scheiden, hilf denn, daß mein Leiden evangelisch sei. Laß auch mich einmal auf dich, als ein Kind mit dir zu erben, evangelisch sterben! Heinr. Corn. Hecker, g. 1699, 4 1743. C. Taufe und Konsirmation. J. Taufe. 174. Mel. Wie lieblich ist doch Herr die. 1. Du wiesest, Jesu, nicht die die dir die Eltern brachten, ab, erkannt'st auch Kinder für die Deinen, Kleinen, und sahst voll Huld auf sie herab. 116 d't thre, dzen, ut, bet Laßt, sprachst du, lasset sie zu mir und wißt, das Himmelreich ist ihr. 2. Dir sei auch dieses Kind em⸗ pfohlen, dir, dessen Treu unwandelbar! Wir bringen's, wie du selbst be⸗ fohlen, dir in der heil'gen Taufe dar. Ach segn' es, Vater, Sohn und Geist, wie uns dein teures Wort ver⸗ heißt. 3. Durch dieses Siegel deiner Gnade wird jedes Recht der Christen sein. Weih du es in dem Wasserbade zu deinem Kind und Erben ein. O selig, kennt es einst den Wert des Glücks, daß es dir angehört. Chr. Friedr. Neander, g. 1724, 4 1802. 175. Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. 1. Ich bin getauft auf deinen Namen, Gott Vater, Sohn und heil'ger Geist, ich bin gezählt zu deinem Samen, zum Volk, das dir geheiligt heißt; ich bin in Christum eingesenkt, ich bin mit seinem Geist beschenkt. 2. Du hast zu deinem Kind und Erben, mein lieber Vater, mich erklärt, du hast die Frucht von deinem Sterben, mein treuer Heiland, mir ge⸗ währt, C. Taufe und Honfirmation(Caufe). du willst in aller Not und Pein,‚ o guter Geist, mein Tröster sein. 117 175—176 3. Doch hab ich dir auch Furcht und Liebe, Treu und Gehorsam zugesagt; ich hab, o Herr, aus reinem Triebe dein Eigentum zu sein gewagt; hingegen sagt ich bis ins Grab des Satans schnöden Werken ab. 4. Mein treuer Gott, auf deiner Seite bleibt dieser Bund wohl feste stehn; wenn aber ich ihn überschreite, so laß mich nicht verloren gehn; nimm mich, dein Kind, zu Gna⸗ den an, wenn ich hab einen Fall getan. 5. Ich gebe dir, mein Gott, aufs neue Leib, Seel und Herz zum Opfer hin, erwecke mich zu neuer Treue und nimm Besitz von meinem Sinn. Es sei in mir kein Tropfen Blut, der nicht, Herr, deinen Willen tut. 6. Laß diesen Vorsatz nimmer wanken, Gott Vater, Sohn und heil' ger Geist! Halt mich in deines Bundes Schranken, bis mich dein Wille sterben heißt. So leb ich dir, so sterb ich dir, so lob ich dich dort für und für. Joh. Jak. Rambach, g. 1693, 4 1735. 176. Ev. Mark. 10, 18—-16. Mel. Aus meines Herzens Grunde. 1. Lasset die Kindlein kommen zu mir, spricht Gottes Sohn, 177 2. Kirche und Gnadenmittel. sie sind mein Freud und Wonne, ich bin ihr Schild und Kron; auch für die Kindelein, daß sie nicht wär'n verloren, bin ich ein Kind geboren, drum sie mein eigen sein. 2. Der Herr gar freundlich küsset und herzt die Kindelein, bezeugt mit Worten süße, der Himmel ihr'r soll sein, dieweil sein teures Blut, das aus den heil'gen Wunden am Kreuzesstamm geronnen, auch ihnen kommt zu gut. 3. Drum nachChristiVerlangen bringet die Kindlein her, damit sie Gnad erlangen, niemand es ihnen wehr! Führet sie Christo zu, er will sich ihr'r erbarmen; legt sie in seine Arme, darin sie finden Ruh. 4. Ob sie gleich zeitlich sterben, ihr' Seele Gott gefällt; denn sie sind Gottes Erben, lassen die schnöde Welt. Sie sind frei aller G'fahr, brauchen hie nicht zu leiden und loben Gott mit Freuden dort bei der Engel Schar. Cornelius Becker, g. 1561, + 1604. 177. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 1. Liebster Jesu, wir sind hier, deinem Worte nachzuleben. Dieses Kindlein kommt zu dir, weil du den Befehl gegeben, daß man sie zu Christo führe, denn das Himmelreich ist ihre. 2. Ja es schallet allermeist dieses Wort in unsern Ohren: wer durch Wasser und durch Geist nicht zuvor ist neu geboren, wird von dir nicht aufgenommen und in Gottes Reich nicht kom⸗ men. 3. Darum eilen wir zu dir; nimm dies Pfand von unsern Ar⸗ men, tritt mit deinem Glanz herfür und erzeige dein Erbarmen, daß es dein Kind hier auf Erden und im Himmel möge werden. 4. Wasch es, Jesu, durch dein Blut von den angeerbten Flecken, laß es bald nach dieser Flut deinen Purpurmantel decken, schenk ihm deiner Unschuld Seide, daß es ganz in dich sich kleide. 5. Hirte, nimm dein Schäflein an, Haupt, mach es zu deinem Gliede, Himmelsweg,zeig ihm die Bahn, Friedefürst, schenk ihm den Frie⸗ den, Weinstock, hilf, daß diese Rebe auch im Glauben dich umgebe. 6. Nun, wir legen an dein Herz, was von Herzen ist gegangen; führ die Seufzer himmelwärts und erfülle das Verlangen, ja den Namen, den wir geben, schreib insLebensbuch zumLeben. Benjamin Schmolck, g. 1672, 4 1737. 118 Mel. O 1. Bei stets ir nichts will au Du bi meiner wie de zuströr 2. Ki als be äflein an, liede, Bahn, Frie⸗ den, Rebe gebe. Herz, gen; ärts „ ben, eben. 1787. 178. Mel. O Durchbrecher aller Bande. 1. Bei dir, Jesu, will ich bleiben, stets in deinem Dienste stehn, nichts soll mich von dir vertrei⸗ will auf deinen Wegen gehn.(ben, Du bist meines Lebens Leben, meiner Seele Trieb und Kraft, wie der Weinstock seinen Reben zuströmt Kraft und Lebenssaft. 2. Könnt ich's irgend besser ha⸗ als bei dir, der allezeit(ben so viel tausend Gnadengaben für mich Armen hat bereit? Könnt ich je getroster werden als bei dir, Herr Jesu Christ, dem im Himmel und auf Erden alle Macht gegeben ist? 3. Wo ist solch ein Herr zu finden, der, was Jesus tat, mir tut, mich erkauft von Tod und Sünden mit dem eignen teuren Blut? Sollt ich dem nicht angehören, der sein Leben für mich gab, sollt ich ihm nicht Treue schwören, Treue bis in Tod und Grab? 4. Ja, Herr Jesu, bei dir bleib so in Freude wie in Leid; lich bei dir bleib ich, dir verschreib ich mich für Zeit und Ewigkeit. Deines Winks bin ich gewärtig, auch des Rufs aus dieser Welt; denn der ist zum Sterben fertig, der sich lebend zu dir hält. 5. Bleib mir nah auf dieser Er⸗ den, bleib auch, wenn mein Tag sich neigt, wenn es nun will Abend werden, 119 C. Taufe und Honfirmation(Konfirmation). 178—-179 2. Ronfirmation. und die Nacht herniedersteigt. Lege segnend dann die Hände mir aufs müde, schwache Haupt, sprechend: Sohn, hier geht's zu Ende, aber dort lebt, wer hier glaubt. 6. Bleib mir dann zur Seite stehen, graut mir vor dem kalten Tod als dem kühlen, scharfen Wehen vor dem Himmelsmorgenrot. Wird mein Auge dunkler, trüber, dann erleuchte meinen Geist, daß ich fröhlich zieh hinüber, wie man nach der Heimat reist. K. J. Phel. Spitta, g. 1801, 4 1859. Konfirmationslied, wie es die Gemeinde singt. 179. Mel. Komm, heiliger Geist, Herre. 1. Erhör, o Gott, das heiße Flehn der Kinder, die hier vor dir stehn! Erbarmend blick auf sie hernie⸗ der, denn dein sind sie, sind Christi Glieder. Gib ihnen, Vater, Sohn und Geist, den Segen, den dein Wort ver⸗ heißt, erfülle sie mit deinen Gaben, laß sie mit dir Gemeinschaft ha⸗ erbarme dich, erbarme dich![ben, 2. Sie wollen, deiner sich zu freun, sich ganz nun deinem Dienste weihn, 180—181 2. Kirche und Gnadenmittel. den Taufbund feierlich erneuern und dir mit Herz und Mund be⸗ ů teuern, in ihrem Glauben festzustehn, in ihrem Tun auf dich zu sehn, im Wandel rein und rein im Herzen ihr Heil nie sorglos zu verscher⸗ zen. Gib Kraft dazu, gib Kraft dazu! Wie es die Konfirmanden singen. 1. Erhör, o Gott, das heiße Flehn von uns, die wir hier vor dir stehn! Erbarmend blick auf uns hernie⸗ der, denn dein sind wir, sind Christi Glieder. Gib uns, Gott Vater, Sohn und Geist, den Segen, den dein Wort ver⸗ heißt, erfüll uns du mit deinen Gaben, laß uns mit dir Gemeinschaft haben, erbarme dich, erbarme dich! 2. Wir wollen, deiner uns zu freun, uns ganz nun deinem Dienste weihn, den Taufbund feierlich erneuern und dir mit Herz und Mund be⸗ teuern, in unserm Glauben festzustehn, in unserm Tun auf dich zu sehn, im Wandel rein und rein im Herzen dasHeilnieforgloszu verscherzen. Gib Kraft dazu, gib Kraft dazu! Elieser Küster, g. 1732, 4 1799. Nach der Konfirmation. 180. Mel. Es woll uns Gott genädig. 1. O stärke, Mittler, stärke sie, sie, deine Teu'rerlösten, und laß sie ihr Vertraun auf im Tod und Leben trösten,[dich Dreiein'ger, sie gelobten dir, dir selbst in deine Hände: O Gott, dein Eigentum find wir, sind's jetzt und bis ans Ende und wollen's ewig bleiben. Balthasar Münter, g. 1735, 4 1793, verändert durch Küster, 181. Mel. Herzlich tut mich verlangen. 1. Herr Jesu, dir zu leben, gelobt mein Herz und Mund; dir bin ich hingegeben schon durch der Taufe Bund, du hast mich ja so teuer mit deinem Blut erkauft und mit des Geistes Feuer auf deinen Tod getauft. 2. Herr Jesu, dir zu leiden, gelob ich, hilf dazu; so wird kein Kreuz mich scheiden von dir, o höchste Ruh. Du büßtest meine Schulden am Kreuz, mein Herr und Gott; sollt' ich nicht gern erdulden um dich auch Leid und Spott? 3. Herr Jesu, dir zu sterben, gelob ich heilig an; wer mit dir stirbt, soll erben dein himmlisch Kanaan. O laß mit dir zu Grabe 12⁰ E. Ea den alte und, rei den neue 4. Herr gelob ic mein He nur dir, und wa hilf, da daß in des Gle 5. He: sei du! daß mi der Se⸗ Ach hil ich hal⸗ daß ni die dei A Mel. 1. Le Ich bi der be denno denn dieser kann Jesu. weil mich C. Taufe und Ronfirmation(Konfirmation). 182—183 den alten Menschen gehn und, reich an Gnadengabe, den neuen auferstehn. 4. Herr Jesu, tot und lebend gelob ich dein zu sein; mein Herz schlägt freudebebend nur dir, nur dir allein; und was ich heut gelobe, hilf, daß es auch gescheh, daß in der Feuerprobe des Glaubens Gold besteh. 5. Herr Jesu, bis ans Ende sei du mein Schild im Streit, daß mir kein Feind entwende der Seelen Seligkeit. Ach hilf, daß bis zum Throne ich halte, was ich hab, daß niemand raub' die Krone, die deine Huld mir gab. Adolf Stöber, g. 1810, 7 1892. 182. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. 1. Lasset mich voll Freude sprechen: Ich bin ein getaufter Christ, der bei menschlichen Gebrechen dennoch ein Kind Gottes ist. Was sind alle Schätze nütze, da ich einen Schatz besitze,‚ der mir alles Heil gebracht und mich ewig selig macht. 2. Keine Sünde macht mir ban⸗ ich bin ein getaufter Christ; ge, denn ich weiß gewiß: so lange dieser Trost im Herzen ist, kann ich mich von Angst der ö Sünden, Jesu, durch dein Blut entbinden, weil das teure Wasserbad mich damit besprenget hat. 3. Satan, laß dir dieses sagen: Ich bin ein getaufter Christ, und damit kann ich dich schlagen, ob du noch so grausam bist. Da ich bin zur Taufe kommen, ist dir alle Macht genommen, und von deiner Tyrannei machet Gottes Bund mich frei. 4. Freudig sag ich, wenn ich sterbe: Ich bin ein getaufter Christ, denn das bringet mich zum Erbe, das im Himmel droben ist. Lieg ich gleich im Todesstaube, so versichert mich der Glaube, daß mir auch der Taufe Kraft Leib und Leben wieder schafft. 5. Nun so soll ein solcher Segen mir ein Trost des Lebens sein. Muß ich mich zu Grabe legen, schlaf ich auch auf solchen ein. Ob mir Herz und Augen brechen, soll die Seele dennoch sprechen: Ich bin ein getaufter Christ, der nun ewig selig ist. Erdmann Neumeister, g. 1671, 41 1756. 183. Eigene Melodie. 1. Mein Schöpfer, steh mir bei, sei meines Lebens Licht; dein Auge leite mich, bis mir mein Auge bricht. Hier leg ich Herz und Glieder vor dir zum Opfer nieder und widme meine Kräfte für dich und dein Geschäfte. Du willst, daß ich der Deine sei, mein Schöpfer steh mir bei! 2. Mein Heiland, wasche mich mit deinem reinen Blut, 121 18⁴ 2. Kirche und das alle Flecken tilgt und lauter Wunder tut. Schließ mich verirrten Armen ganz ein in dein Erbarmen, daß ich von Zorn und Sünde hier wahre Freiheit finde. Ich bin voll Sünden ohne dich, mein Heiland, wasche mich! 3. Mein Tröster, gib mir Kraft, wenn sich Versuchung zeigt, regiere meinen Geist, wenn er zur Welt sich neigt. Lehr mich den Sohn erkennen, ihn meinen Herren nennen, sein Gnadenwort verstehen, auf seinen Wegen gehen. Du bist, der alles Gute schafft, mein Tröster gib mir Kraft! 4. Gott Vater, Sohn und Geist, dir bin ich, was ich bin. Ach drücke selbst dein Bild recht tief in meinen Sinn, erwähle mein Gemüte zum Tempel deiner Güte, verkläre an mir Armen dein gnadenreich Erbarmen! Wohl mir, wenn du der Meine heißt, Gott Vater, Sohn und Geist! Joh. Jak. Rambach, g. 1693, 4 1735. 184. Mel. Was mein Gott will, gescheh. Gnadenmittel. bei seinem Eid, in Ewigkeit als Vater dich zu lieben. 2. Sei Gott getreu, laß keinen Wind der Trübsal dich abkehren! Ist er dein Vater, du sein Kind, was willst du mehr begehren? Dies höchste Gut macht rechten Mut; kann seine Huld dir werden, nichts Bessers ist, mein lieber Christ, im Himmel noch auf Erden. 3. Sei Gott getreu von Ju⸗ gend auf, laß dich nicht Lust noch Leiden in deinem ganzen Lebenslauf von seiner Liebe scheiden! Sein' alte Treu wird täglich neu, auf sein Wort kannst du bauen; was er verspricht, das bricht er nicht; drauf sollst du kühnlich trauen. 4. Sei Gott getreu in deinem darein er dich gesetzet; Stand, wenn er dich hält mit seinerHand, wer ist, der dich verletzet?(hat, Wer seine Gnad zur Brustwehr kein Teufel kann ihm schaden; wo diese Wehr steht um dich her, da ist dir wohl geraten. 5. Sei Gott getreu, sein liebes standhaftig zu bekennen, Wort 1. Sei Gott getreu, halt seinen Bund, o Mensch, in deinem Leben, leg diesen Stein zum ersten steh fest darauf an allem Ort, laß dich davon nicht trennen! Was diese Welt in Armen hält, muß alles noch vergehen; Grund, sein liebes Wort bleibt ewig fort bleib ihm allein ergeben! Denk an denKauf in deiner Tauf,‚ da er sich dir verschrieben ohn alles Wanken stehen. 6. Sei Gott getreu, der immer sich läßt treu und gnädig finden; 12² streit un laß über ja wider Wär je so sei be nur wie 7. Sei und laß Er wir dirtreue Und kät twehr õen; h her, iebes Wort rt, n! hält, Ifort sich t; D. Abendmahl. 18⁵5 streit unter ihm nur ritterlich, laß über dich den Sünden ja wider Pflicht den Zügel nicht! Wär je ein Fall geschehen, so sei bereit, durch Buß beizeit nur wieder aufzustehen. 7. Sei Gott getreu bis in den Tod und laß dich nichts abwenden! Er wird und kann in aller Not dirtreuen Beistand senden. Reich Und käm auch gleich der Hölle mit aller Macht gedrungen, wollt auf dich zu, so glaube du, du bleibest unbezwungen. 8. Wirst du Gott also bleiben wird er sich dir erweisen, treu, daß er dein lieber Vater sei, wie er dir hat verheißen, und eine Kron zum Gnadenlohn im Himmel dir aufsetzen; da wirst du dich dann ewiglich in seiner Treu ergötzen. Michael Franck, g. 1609, 4 1667. D. Abendmahl. 185. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 1. Die ihr Christi Jünger seid, teure, miterlöste Brüder, alle seinem Dienst geweiht, alle seines Leibes Glieder! Kommt, Versöhnte, kommt, er⸗ euren Bund der Seligkeit.(neut 2. Nehmet hin und eßt sein Brotl Jesus Christus ward gegeben für die Sünder in den Tod. Nehmt und trinkt, ihr trinkt sein Leben! Seht, wie er die Menschen liebt, da er selbst sich für sie gibt. 3. Die mit voller Zuversicht, Mittler, deines Heils sich freuen, die laß stets in diesem Licht wandeln und sich ganz dir weihen. Laß ihr Herz vom Stolze rein, voll von deiner Demut sein. 4. Tröste, die in Traurigkeit über ihre Seelen wachen. Stärke, Herr der Herrlichkeit, ihren Glauben, hilf den Schwa⸗ chen. Die gebeugt von ferne stehn, können unerhört nicht flehn. 5. Nehmet hin und eßt sein Brot! Jesus Christus ward gegeben für die Sünder in den Tod. Nehmt und trinkt, ihr trinkt sein Leben! Seht, wie er die Menschen liebt, da er selbst sich für sie gibt. 6. Hoherpriester, Jesu Christ! Du bist einmal eingegangen in das Heiligtum; du bist als ein Fluch ans Kreuz gehan⸗ Also bist du durch den Tod gen. eingegangen, Sohn, zu Gott! 7. Hoherpriester, ja du bist auch für diese eingegangen. Sprich sie los, Herr Jesu Christ, wenn sie nun dein Mahl empfan⸗ Laß sie, großer Mittler, nicht gen. nunmehr kommen ins Gericht. 8. Augenblick voll heil' gen Grauns, voller Wonn und süßen Bebens! Teures Pfand des künft' gen Schauns, 123 186 2. Kirche und Überzeugung jenes Lebens! Laß, wenn sie zumHerrn sich nahn, von ihm Gnad um Gnad em⸗ pfahn. 9. Nehmet hin und eßt sein Brotl Jesus Christus ward gegeben für die Sünder in den Tod. Nehmt und trinkt, ihr trinkt sein Leben! Seht, wie er die Menschen liebt, da er selbst sich für sie gibt. 10. Jesu Christi Kreuzestod werd in aller Welt verkündigt. Er hilft uns von aller Not, er hat uns vor Gott entsündigt. Jesus Christ, mit Preis gekrönt, hat uns Staub mitGott versöhnt. 11. In den Chor der Himmel schwingt, Herr,sich unser stammelnd Lallen; wenn, von Seraphim umringt, unsre Väter niederfallen, opfert dir ihr Lobgesang für dein SterbenPreis und Dank. 12. Ausgeschüttet warest du, warst wie Wasser hingegossen; deine Pein verschafft uns Ruh, deines Todes Wunden flossen und bedeckten dich mit Blut, uns und aller Welt zu gut. 13. Nehmet hin und eßt sein Brot! Jesus Christus ward gegeben für die Sünder in den Tod. Nehmt und trinkt, ihr trinkt sein Leben! Seht, wie er die Menschen liebt, da er selbst sich für sie gibt. heiß, 14. Deiner Zunge Durst war Gnadenmittel. hing dein Leib, und deine Seele lechzte schmachtender zum Herrn; doch schien seine Hilfe fern. 15. Du geheimnisvolle Nacht, du entreißt uns dem Verderben. Tod, den keiner je gedacht, du errettest uns vom Sterben; Tod, mit Schrecken ganz umhüllt, Gottes Zorn hast du gestillt! 16. Jesus rief: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Drauf starb er den Kreuzestod; wer kann diese Liebe fassen? Fluch und Tod sind nun nicht mehr; gebt, ach gebt dem Sieger Ehr! 17. Nehmet hin und eßt sein Brot! Jesus Christus ward gegeben für die Sünder in den Tod. Nehmt und trinkt, ihr trinkt sein Leben! Seht, wie er die Menschen liebt, da er selbst sich für sie gibt. Friedr. Gottl.Klopstock, g.1724,1808. 186. Eigene Melodie; oder: Herr Jesu Christ, du höchstes. 1. Du Lebensbrot, Herr Jesu Christ, kann dich ein Sünder haben, der nach dem Himmel hungrig ist und sich mit dir will laben, so bitt ich dich demütiglich, du wollest so bereiten mich, daß ich recht würdig werde. 2. Auf grüner Aue wollest du heißer noch der Durst der Seele; müd in deines Todes Schweiß mich diesen Tag, Herr, leiten, den frischen Wassern führen zu 12⁴ den Tisch Ich bin zr doch laß m aus deine 3. Du gi du wolles daß ich it zu dir m Des Glau auf daß an deine 4. Tilg o Herr, a laß mich bereuen Des neu du mein laß mich 5. Zwe als der mit Sür die schm In solc Herr J der Süt 6. Ich laß deit Erleuch du kan⸗ und w daß sie und fi Ach la den Tisch für mich bereiten. Ich bin zwar sündlich, matt und krank, doch laß mich deinen Gnadentrank aus deinem Becher schmecken! 3. Du gnadenreiches Himmels⸗ du wollest mir verzeihen,[brot, daß ich in meiner Seelennot zu dir muß kläglich schreien. Des Glaubens Kleid bedecke mich, auf daß ich möge würdiglich an deiner Tafel sitzen. 4. Tilg allen Haß und Bitter⸗ o Herr, aus meinem Herzen, lkeit, laß mich die Sünd in dieser Zeit bereuen ja mit Schmerzen! Des neuen Bundes Osterlamm, du meiner Seele Bräutigam, laß mich dich recht genießen! 5. Zwar bin ich deiner Gunst nicht wert, als der ich jetzt erscheine mit Sünden allzuviel beschwert, die schmerzlich ich beweine. In solcher Trübsal tröstet mich, Herr Jesu, daß du gnädiglich der Sünder dich erbarmest. 6. Ich bin ein Mensch, krank von der Sünd, laß deine Hand mich heilen! Erleuchte mich, denn ich bin blind, du kannst mir Gnad erteilen. Ich bin verdammt, erbarme dichl Ich bin verloren, rette mich und hilf aus lauter Gnade! D. Abendmahl. 18⁷ für meine Seele sein bereit, und stille ihren Jammer! 8. Du Lebensbrot, Herr Jesu Christ, komm, selbst dich mir zu schenken! O Blut, das du vergossen bist, komm eilig, mich zu tränken! Ich bleib in dir, du bleibst in mir, drumwirst du, meiner SeeleZier, mich einst auch auferwecken. Johann Rist, g. 1607, + 1667. 187. Eigene Melodie. 1. Gott sei gelobet und gebene⸗ der uns selber hat gespeiset(deiet, mit seinem Fleische und mit sei⸗ nem Blute; das gib uns, Herr Gott, zu gute! Kyrieleison! Herr, durch deinen heiligen Leich⸗ nam, der von deiner Mutter Mariakam, und das heilige Blut hilf uns, Herr, aus aller Not! Kyrieleison! 2. Den heil' gen Leib hat er für uns gegeben zum Tod, daß wir dadurch leben. Nicht größre Güte konnte er uns schenken, dabei wir sein soll'n gedenken. Kyrieleison! Herr, dein Lieb so groß dich 7. Mein Bräutigam, komm her zu mir und wohn in meiner Seele, daß sie dich liebe für und für und sich mit dir vermähle. Ach laß doch deine Süßigkeit 125⁵ g'zwungen hat, daß dein Blut an uns groß Wun⸗ der tat und bezahlt unsre Schuld, daß uns Gott ist worden hold. Kyrieleison! 188—190 2. Kirche und Gnadenmittel. 3. Gott geb uns allen seiner Gnade Segen, daß wir gehn auf seinen Wegen in rechter Lieb und brüderlicher Treue, daß uns die Speis' nicht gereue. Kyrieleison! Herr, dein heil' ger Geist uns nim⸗ mer laß, der uns geb zu halten rechte Maß, daß dein arm Christenheit leb in Fried und Einigkeit. Kyrieleison! Martin Luther, g. 1483, 4 1546. Strophe 1 vorreformatorisch. 188. Mel. Wachet auf,ruft uns die Stimme. 1. Herr, du wollst uns vollbe⸗ reiten zu deines Mahles Seligkeiten, sei mitten unter uns, o Gott! Laß uns, Leben zu empfahen, mit glaubensvollem Herzen nahen und sprich uns los von Sünd und Wir sind, o Jesu, dein;[Tod! dein laß uns ewig sein! Amen, Amen! Anbetung dir! Einst feiern wir das große Abendmahl bei dir. Nach Fr. Gotil. Klopstock, g. 1724, + 1803 189. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 1. Herr Jesu Christ, du höch⸗ stes Gut, du Brunnquell aller Gnaden, wir kommen, deinen Leib und wie du uns hast geladen,[Blut, zu deiner Liebe Herrlichkeit und unsrer Seelen Seligkeit zu essen und zu trinken. 2. O Jesu, mach uns selbst bereit zu diesem hohen Werke, schenk uns dein schönes Ehren⸗ kleid durch deines Geistes Stärke! Hilf, daß wir würd'ge Gäste sein und werden dir gepflanzet ein zum ew'gen Himmelswesen. 3. Bleib du in uns, daß wir in auch bis ans Ende bleiben;(dir laß Sünd und Not uns für und nicht wieder von dir treiben, für bis wir durch deines Nachtmahls Kraft in deines Himmels Bürgerschaft dort ewig selig werden. 1724. 190. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenst. 1. Herr Jesu, dir sei Preis und Dank für diese Seelenspeis und Trank, damit du uns begabet. Im Brot und Wein dein Leib und Blut kommt uns wahrhaftig wohl zu und unsre Herzen labet.(gut Daß wir in dir uns erfreuen, wohl gedeihen, ewig leben, ö „solches wollest du uns geben! 2. Du kehrest, o Immanuel, ja selber ein in unsre Seel, dir Wohnung da zu machen; drum uns ein solches Herz verleih, das von der Weltlieb ledig sei und allen eitlen Sachen. Bleibe, treibe unser Sinnen und Beginnen, 126 daß wir alles Ir 3. Ach H dein wer Ein jede daß er n im Glau der Fels züchtig, dich dor bis wir zu dir k. 4. O d erwarter in Hoffr undfolge gelanger da wir tröstlich, uns als bei ihm und ga 5. Dah o Jesu gib's d Dasselh laß uns all Böf Amen, hilf ung alle Si hilf un V. 1, 3, 1639, V. Mel. Ei 1. Id eit t bereit hren⸗ kleid rke! ste sein t ein en. wir in n; dir ür und en, für tmahls Kraft erschaft 17²4. orgenst. eis und Dank Trank, eib und Blut vohl zu (gut hen, ben! nuel, el, hen; Herleih, ig sei nnen, D. Abendmahl. daß wir trachten, alles Ird'sche zu verachten. 191 mühselig und beladen. Imich Gott, mein Erbarmer, würd'ge 3. AchHerr laß uns doch nehmen des Wunders deiner Gnaden! nicht dein wertes Nachtmahl zum Ge⸗ Ein jeder recht bedenke, lricht! daß er mit diesem Lebensbrot im Glauben stille seine Not; der Fels des Heils uns tränke,“) züchtig, tüchtig dich dort oben stets zu loben, bis wir werden zu dir kommen von der Erden. *) 1. Kor. 10, 4. 4. O daß wir solche Seligkeit erwarten möchten allezeit in Hoffnung und Vertrauen, undfolgends aus dem Jammertal gelangen in den Himmelssaal, da wir Gott werden schauen, tröstlich, köstlich, uns als Gäste auf das beste bei ihm laben und ganz volle G'nüge haben. 5. Das gib du uns von deinem Thron, o Jesu Christe, Gottes Sohn, gib's durch dein bitter Leiden! Dasselbe, weil wir leben hier, laß uns betrachten für und für, all Böses darum meiden! Amen, Amen, hilf uns kämpfen, hilf uns däm⸗ alle Sünden,(pfen hilf uns fröhlich überwinden! V. 1, 3, 4 Bernh. Derschow g. 1591, 4 1639, B. 2 und 5 Han. Gesangb. 1657. 191. Mel. Ein Lämmlein geht und trägt. 1. Ich komme, Herr, und suche dich, Ich liege hier vor deinem Thron, Sohn Gottes und des Menschen mich deiner zu getrösten;[Sohn, ich fühle meiner Sünden Müh, ich suche Ruh und finde sie im Glauben der Erlösten. 2. Dich bet ich zuversichtlich an, du bist das Heil der Sünder, du hast die Handschrift abgetan, und wir sind Gottes Kinder. Ich denkan deines Leidens Macht und an dein Wort: Es ist voll⸗ bracht! Du hast mein Heil verdienet, du hast für mich dich dargestellt, Gott war in dir und hat die Welt in dir mit sich versühnet. 3. So freue dich, mein Herz, in Er tilget deine Sünden[mir! und läßt an seinem Tische hier dich Gnad um Gnade finden. Du rufst, und er erhört dich schon, spricht liebreich: Sei getrost, mein Sohn, die Schuld ist dir vergeben, du bist in meinen Tod getauft und du wirst dem, der dich erkauft, von ganzem Herzen leben. 4. Dein ist das Glück der Selig⸗ bewahr es hier im Glauben Ikeit, und laß durch keine Sicherheit dir deine Krone rauben! Sieh, ich vereine mich mit dir, ich bin der Weinstock,bleib an mir, so wirst du Früchte bringen. Ich helfe dir, ich stärke dich, und durch die Liebe gegen mich wird dir der Sieg gelingen. 127 5r—— +* 192—193 2. Kirche und Gnadenmittel. 5. Ja, Herr, mein Glück ist dein ich will es treu erfüllen Gebot, und bitte dich durch deinen Tod um Kraft zu meinem Willen. Laß mich von nun an würdig sein, mein ganzes Herz dir, Herr, zu weihn und deinen Tod zu preisen. Laß mich den Ernst der Heiligung durch eine wahre Besserung mir und der Welt beweisen! Chr. F. Gellert, g. 1715, 1769. 192. Eigene Melodie. 1. Jesus Christus, unser Hei⸗ land, der von uns den Gotteszorn wandt, durch das bittre Leiden sein half er uns aus der Hölle Pein. 2. Daß wir nimmer des ver⸗ gessen, gab er uns sein'n Leib zu essen, verborgen im Brot so klein, und zu trinken sein Blut imWein. 3. Wer sich will zu dem Tisch machen, der hab wohlacht aufsein Sachen; wer unwürdig hinzugeht, für das Leben den Tod empfäht. 4. Du sollst Gott den Vater preisen, daß er dich so wohl wollt speisen und für deine Missetat in den Tod sein'n Sohn geben hat. 5. Du sollst glauben und nicht wanken, daß es Speise sei den Kranken, deren Herz von Sünden schwer und vor Angst ist betrübet sehr. 6. Solch groß Gnad und Barmherzigkeit sucht ein Herz in großer Arbeit;“) ist dir wohl, so bleib davon, daß du nicht kriegest bösen Lohn. *) d. i. Seelennot. 7. Er spricht selber: Kommt, ihr Armen, laßt mich über euch erbarmen; kein Arzt ist dem Starken not, sein Kunst wird an ihm gar ein Spott. 8. Hättst du dir was konnt er⸗ werben, was braucht ich für dich zu ster⸗ ben? Dieser Tisch auch dir nicht gilt, so du selber dir helfen willt. 9. Glaubst du das von Herzens⸗ grunde und bekennst es mit dem Munde, so bist du recht wohl geschickt, und die Speise dein Seel er⸗ quickt. 10. Die Frucht soll auch nicht ausbleiben: deinen Nächsten sollst du lieben, daß er dein genießen kann, wie dein Gott an dir hat getan. Martin Luther, g. 1483, 4 1546. 193. Eigene Melodie. 1. Im Frieden dein, o Herre ‚ mein, laß ziehn mich meine Straßen. Wie mir dein Mund gegeben kund, schenkst Gnad du ohne Maßen, hast mein Gesicht das sel'ge Licht des Heilands schauen lassen. 128 2. Mir das reic Das Lel heilt me Ob sold mit all 3. O in dir daß Ha dein' d bis nad an deir Nach Mel. S 1. Ke strömt Stille an der erzens⸗ grunde chickt, el er⸗ quickt, ch nicht leiben: lieben, m, getan. + 1546. Herre mein, raßen. eben kund, kaßen, ze Licht sen. 2. Mir armemGast bereitet hast das reiche Mahl der Gnaden. Das Lebensbrot stillt Hungers Not, heilt meiner Seele Schaden. Ob solchem Gut jauchzt Sinn und Mut mit all'n, die du geladen. 3. O Herr, verleih, daß Lieb und Treu in dir uns all verbinden, daß Hand und Mund zu jeder Stund dein' Freundlichkeit verkünden, bis nach der Zeit den Platz bereit an deinem Tisch wir finden. Nach Johannes Englisch, 1 1577. 194. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 1. Komm, mein Herz, in Jesu Leiden strömt auch dir ein Quell der Freuden! Stille hier dein sehnlich Dürsten an dem Mahl des Lebensfürsten. Daß ich einen Heiland habe, mich in seinem Heile labe und in sein Verdienst mich kleide, das ist meines Herzens Freude. 2. Zwar hab ich ihn alle Tage, wenn ich nach ihm Sehnsucht trage; er ist auf der Himmelsreise täglich meine Seelenspeise. Daß ich einen Heiland habe, bleibt mein alles bis zum Grabe, und ich mag nichts andres wissen, als sein Leiden zu genießen. 3. Aber ich will mit Verlangen auch sein Abendmahl empfangen. D. Abendmahl. 19⁴4 Hier schenkt er sich ganz zu eigen, nimmer will ich's nun verschwei⸗ daß ich einen Heiland habe,(gen, der amKreuz und in dem Grabe, wie sein Wort mir sagt und schreibet, mein Erlöser war und bleibet. 4. Ach wie werd ich oft so müde! Wie entweicht der süße Friede! Sünd und Welt kann mich ver⸗ wunden, wennmir dieses Licht verschwun⸗ daß ich einen Heiland habe,(den, der mit seinem Hirtenstabe sanft und mild und voll Vergeben mir nichts ist als Heil und Leben. 5. O ich Armer, ich Verlorner, ich in Sünden schon Geborner! Was wollt ich vom Troste wissen, wäre dies mir weggerissen, daß ich einen Heiland habe, dessen Blut mich Sünder labe! Besser wär es, nie geboren, als dies teure Wort verloren. 6. Sei gesegnet, ew'ge Liebe, daß du mir aus treuem Triebe, da das Mißtraun mich vergiftet, solch ein Denkmal selbst gestiftet, daß ich einen Heiland habe, der den Gang zum Kreuz und Grabe, ja den Schritt in Todes Rachen gern getan, mich los zu machen. 7. Heil'ges Brot, sei mir geseg⸗ weil mir der in dir begegnet, lnet, der mit seinen Todeswunden die Erlösung mir erfunden! Daß ich einen Heiland habe, der erblaßt und tot im Grabe auch für meine Schuld gelegen, will ich schmecken und erwägen. 129 9 19⁵5 2. Kirche und Gnadenmittel. 8. Heil' ger Kelch, sei mir geseg⸗ net, weil mir der mit dir begegnet, dessen Blut mich lässet finden die Vergebung aller Sünden! Daß ich einen Heiland habe, der die arme Seele labe, muß nicht dies mein Dürsten stillen und meinHerz mit Wonne füllen? 9. Er gebietet mir zu essen, meines Jammers zu vergessen, er gebietet mir zu trinken und in Freude zu versinken, daß ich einen Heiland habe, der sich selbst zur Opfergabe, ja zur Nahrung und zum Leben mir aus freier Huld gegeben. 10. Gott, was brauch ich mehr zu wissen, ja was will ich mehr genießen? Wer kann nun meinHeil ermessen? Werd ich das nur nie vergessen, daß ich einen Heiland habe! Ich bin frei von Tod und Grabe. Wenn mich Sünd und Hölle schrecken, so wird mich mein Heiland decken. 11. Will hinfort mich etwas quälen oder wird mir etwas fehlen, oder wird die Kraft zerrinnen, so will ich mich nur besinnen, daß ich einen Heiland habe, der vom Kripplein bis zum Grabe, bis zumThron, wo man ihn ehret, mir, dem Sünder, zugehöret. E. G. Woltersdorf, g. 1725, 4 1761. 195. Mel. Aus meines Herzens Grunde. 1. Kommt her, ihr seid geladen, der Heiland rufet euch, der süße Herr der Guaden, an Huld und Liebe reich; der Erd und Himmel lenkt, will Gastmahl mit euch halten und wunderbar gestalten, was er in Liebe schenkt. 2. Kommt her, verzagte Sünder, und werft die Angste weg, kommt her, versöhnte Kinder, hier ist der Liebesweg: empfangt die Himmelslust, die heil'ge Gottesspeise, die auf verborg'ne Weise erquicket jede Brust. 3. Kommt her, betrübte See⸗ len die Not und Jammer drückt, mit Gott euch zu vermählen, der wunderbar beglückt; kommt, legt auf ewig ab der Sünde lange Säumnis, empfanget das Geheimnis, das Gott vom Himmel gab. 4. O wunderbare Treue, so lockst du mich zu dir? O wunderbare Weihe, so nahst du selig mir? Ich soll der Sünden Tod in deinem Blute trinken, vergehen und versinken in deiner Liebe, Gott? 5. O Wonne kranker Herzen, die mir von oben kam! Verwunden sind die Schmerzen, getröstet ist der Gram; was von dem Himmel fleußt, hat lieblich sich ergossen, 130 mein He vom süf 6. O die von und mi die sel' die une mit mil wie kan wie gro 7. Dr hell au verkünd die une ein Bo und jed der fast 8. Dr drum 1 Verkün die Gn den W die sel die auf dir gil Ernst Y oder: 1. in dein uns ha in ein es pre dich,« 2. S wirdd rzen, erzen, ußt, mein Herz ist gar durchflossen vom süßen Liebesgeist. 6. O Wonne kranker Herzen, die von den Sternen stammt und mir mit heißen Kerzen die sel'ge Brust durchflammt, die unergründlich labt mit milden Himmelsbächen; wie kann die Zunge sprechen, wie groß mich Gott begabt! 7. Drum jauchze, meine Seele, hell aus der Sündennacht, verkünde und erzähle die tiefe Wundermacht, die unermeßlich süß, ein Born der Liebe, quillet und jeden Jammer stillet, der fast verzweifeln ließ. 8. Drum jauchze, meine Seele, drum jauchze deinem Herrn! Verkünde und erzähle die Gnade nah und fern, den Wunderborn im Blut, die sel'ge Himmelsspeise, die auf verborgne Weise dir gibt das höchste Gut! Ernst Moritz Arndt, g. 1769, 4 1860. 196. Eigene Melodie; oder: Ich bete an die Macht der. 1. Mein Jesu, der du vor dem Scheiden in deiner letzten Trauernacht uns hast die Früchte deiner Leiden in einem Testament vermacht, es preisen gläubige Gemüter dich, Stifter dieser hohen Güter. 2. So oft wir dieses Mahl ge⸗ nießen, wird dein Gedächtnis bei uns neuz D. Abendmahl. 196 man kann aus jeder Probe schlie⸗ wie brünstig deine Liebe sei.[ßen, Dein Blut, dein Tod und deine Schmerzen erneuern sich in unserm Herzen. 3. Es wird dem zagenden Ge⸗ wissen ein neues Siegel aufgedrückt, daß unser Schuldbrief sei zer⸗ rissen daß unsre Handschrift sei zerstückt, daß wir Vergebung unsrer Sün⸗ den in deinen blut'gen Wunden fin⸗ den. 4. Das Band wird fester zu⸗ gezogen, das dich und uns zusammenfügt; die Freundschaft, die wir sonst gepflogen, fühlt, wie sie neue Stützen kriegtz wir werden mehr in solchen Stunden mit dirzu einem Geist verbunden. 5. Dies Brot kann wahre Nah⸗ rung geben, dies Blut erquicket unsern Geist; es mehrt sich unser innres Leben, wenn unser Glaube dich geneußt; wir fühlen neue Kraft und Stärke in unserm Kampf und Glaubens⸗ werke. 6. Wir treten in genau're Bande mit deines Leibes Gliedern ein, mit denen wir in solchem Stande ein Herz und eine Seele sein; der Geist muß mehr zusammen⸗ fließen, da wir Ein Fleisch und Blut ge⸗ nießen. 131 9² 107 2. Kirche und Gnadenmittel. „Dein Fleisch muß uns zum Pfande dienen, daß unser Fleisch, jetzt schwach⸗ heitvoll, einst herrlich aus dem Staube grünen und unverweslich werden soll, ja daß du uns ein ewig Leben nach diesem kurzen werdest geben. 8. O teures Lamm, so edle Gaben hast du in dieses Mahl gelegt. Da wir dich selbst zur Speise haben, wie wohl ist unser Geist verpflegt! Dies Mahl ist unter allen Leiden ein wahrer Vorschmack jener Freuden. 9. Dir sei Lob, Ehr und Preis gesungen! Ein solcher hoher Liebesschein verdient, daß aller EngelZungen zu dessen Ruhm geschäftig sein. Wird unser Geist zu dir erhoben, jo wird er dich vollkommner lo⸗ ben. Joh. Jak. Rambach, g. 1693, 4 1735. 197. Eigene Melodie. 1. O Jesu, du mein Bräutigam, der du aus Lieb am Kreuzes⸗ stamm für mich den Tod gelitten hast, genommen weg der Sünden Last, 2. Ich komm zu deinem Abend⸗ mahl, verderbt durch manchen Sünden⸗ fall; ich bin krank, unrein, arm und bloß, ach Herr, mein Gott, mich nicht verstoß! 3. Du bist der Arzt, du bist das Licht, du bist der Herr, dem nichts ge⸗ bricht; du bist der Brunn der Heiligkeit, du bist das rechte Hochzeitskleid. 4. Drum, o Herr Jesu, bitt ich dich, in meiner Schwachheit heile mich; was unrein ist, das mache rein durch deinen hellen Gnaden⸗ schein! 5. Erleuchte mein verfinstert Herz, zünd an die schöne Glaubenskerz, mein Armut in Reichtum verkehr und meinem Fleische steur und wehr, 6. Daß ich das wahre Himmels⸗ brot, dich, Jesu, wahrer Mensch und Gott, mit solcher Ehrerbietung nehm, wie mir es heilsam, dir genehm. 7. Lösch alle Laster aus in mir, mein Herz mit Lieb und Glau⸗ ben zier, und was sonst ist von Tugend mehr, das pflanz in mir zu deiner Ehr! 8. Gib, was mir nütz an Seel und Leib, was schädlich ist, fern von mir treib, komm in mein Herz, laß mich mit dir vereinigt bleiben für und für! 9. Hilf, daß durch deines Mah⸗ les Kraft 132 das Bö erlassen erlangt 10. V die sicht den gu durch d 11.2 nach de ach laf und F 12. 8 zu dir daß ic an dei Joh. nehm, enehm. in mir, Glau⸗ n zier, ugend mehr, er Ehr! n Seel d Leib, n mir treib, lich mit dir id für! Mah⸗ Kraft das Bös' in mir werd abgeschafft, erlassen alle Sündenschuld, erlangt desVatersLieb und Huld. 10. Vertreibe alle meine Feind, die sichtbar und unsichtbar seind, den guten Vorfatz, den ich führ, durch deinen Geist mach fest in mir. 11. Mein Leben, Sitten, Sinn und Pflicht nach deinem heil'gen Willen richt, ach laß mich meine Tag in Ruh und Friede christlich bringen zu, 12. Bis du mich, o du Lebens⸗ fürst, zu dir in Himmel nehmen wirst, daß ich bei dir dort ewiglich an deiner Tafel freue mich. Joh. Heermann, g. 1585, 1647. 198. Mel. Nun laßt uns Gott dem Herren. 1. O Jesu meine Wonne, du meiner Seelen Sonne, du Freundlichster auf Erden, laß mich dir dankbar werden! 2. Wie kann ich g'nugsam schätzen dies himmlische Ergötzen und diese teuren Gaben, die uns gestärket haben? 3. Wie soll ich dir es danken, o Herr, daß du mich Kranken gespeiset und getränket, ja selbst dich mir geschenket? 4. Ich lobe dich von Herzen für alle deine Schmerzen, für deine Schläg und Wunden, die du für mich empfunden. 5. Dir dank ich für dein Leiden, den Ursprung meiner Freudeu; D. Abendmahl. 133 198—199 dir dank ich für dein Sehnen und heiß vergoßne Tränen. 6. Dir dank ich für dein Lieben, das standhaft ist geblieben; dir dank ich für dein Sterben, das mich dein Reich läßt erben. 7. Jetzt schmecket mein Gemüte dein übergroße Güte; dies teure Pfand der Gnaden tilgt allen meinen Schaden. 8. Herr, laß mich nicht vergessen, daß du mir zugemessen die kräft'ge Himmelsspeise, wofür mein Herz dich preise. 9. Du wollest ja die Sünde, die ich noch in mir finde, aus meinem Fleische treiben und kräftig in mir bleiben. 10. Laß mich die Sünde meiden, laß mich geduldig leiden, laß mich mit Andacht beten und von der Welt abtreten! 11. Nun kann ich nicht verder⸗ drauf will ich selig sterben ben; und fröhlich auferstehen, o Jesu, dich zu sehen. Johann Rist, g. 1607, + 1667. 199. Eigene Melodie. 1. Schmücke dich, o liebe Seele, laß die dunkle Sündenhöhle, komm ans helle Licht gegangen, fange herrlich an zu prangen! Denn der Herr voll Heil und Gnaden will dich jetzt zu Gaste laden; der den Himmel kann verwalten, will jetzt Herberg in dir halten. 2. Eile, wie Verlobte pflegen, deinem Bräutigam entgegen, 200 2. Kirche und Gnadenmittel. der mit süßen Gnadenworten klopft an deines Herzens Pforten. Säume nicht, ihm aufzuschließen, wirf dich hin zu seinen Füßen, sprich: OHerr, laß dich umfassen, von dir will ich nicht mehr lassen. 3. Mag ein köstlich Gut auf Erden sonst um Geld verkaufet werden, du, o Herr, für deine Gaben willst nicht Erdenschätze haben, und in allen Bergesgründen könnt ich ja kein Kleinod finden, daß ich bei dem heil'gen Mahle, Herr, dein Manna dir bezahle. 4. Ach wie hungert mein Gemüte, Menschenfreund, nach deiner Güte! Ach wie pfleg ich oft mit Tränen mich nach dieser Kost zu sehnen! Ach wie pfleget mich zu dürsten nach demTrankdesLebensfürsten, daß in diesem Brot und Weine Christus sich mit mir vereine! 5. Beides, Wonne und auch Bangen, fühl ich jetzt mein Herz umfangen. Das Geheimnis dieser Speise und die unerforschte Weise macht daß ich voll Staunen merke, Herr, die Größe deiner Werke. Ist auch wohl ein Mensch zu fin⸗ den der dein Allmacht kann ergrün⸗ den? 6. Jesu, meines Lebens Sonne, Jesu, meine Freud und Wonne, Jesu, du mein ganz Beginnen, Lebensquell undLichtder Sinnen! Hier fall ich zu deinen Füßen: Laß mich würdiglich genießen 134 dieser deiner Himmelsspeise, mir zum Heil und dir zum Preise. 7. Herr, es hat dein treues Lie⸗ ben dich vom Himmel hergetrieben, daß du willig hast dein Leben in den Tod für uns gegeben und dazu ganz unverdrossen, Herr, deinBlut für uns vergossen, das uns jetzt kann kräftigtränken, deiner Liebe zu gedenken. 8. Jesu, wahres Brot des Le⸗ bens, hilf, daß ich doch nicht vergebens oder mir vielleicht zum Schaden sei zu deinem Tisch geladen. Laß mich durch dies Seelenessen deine Liebe recht ermessen, daß ich auch, wie jetzt auf Erden, mag dein Gast im Himmel wer⸗ den. Johann Franck, g. 1618, 4 1677. Vor der Abendmahlsfeier eines Kranken. 200. Mel. Vater unser im Himmelreich. 1. Zu deinen Füßen liege ich, mein Jesu, blicke doch auf mich! Du bist der Arzt und Wunder⸗ mann, der allezeit erretten kann; drum bin ich gleich vonHilfebloß, so ist doch mein Vertrauen groß. 2. Die Seele mach am ersten heil, mein Jesu, meines Herzens Teil, besprenge sie mit deinem Blut und mach all meine Sünden gut, und dann gib, nach vergebner ö Schuld bei meiner Schwachheit auch Ge⸗ duld! 3. Beri die so! Dein L dein B Ich wi in Kra 4. We 3. Berühre mich mit deinerHand, die so viel Böses abgewandt. Dein Leib mich speise, da ich krank, dein Blut sei meiner Seele Trankl Ich will, wie Lazarus, allein in Krankheit auch der Deine sein. 4. Wenn's meinerSeeleselig ist, 201. Eigene Melodie. 1. Ehre sei dir, Christe, der du littest Not, an dem Stamm des Kreuzes für uns bittern Tod, herrschest mit dem Vater in der Ewigkeit; hilf uns armen Sündern zu der Seligkeit! Kyrie eleison, Christe eleison, Kyrie eleison! Aus dem 14. Jahrhundert. Nach dem Latein. Laus tibi, Christe. 202. Eigene Melodie. 1. Erstanden ist der heilig Halleluja, Halleluja,(Christ, der aller Welt ein Tröster ist, Halleluja, Halleluja! 2. Und wär er nicht erstanden Halleluja, Halleluja,(hehr, die Welt alsdann vergangen wär, Halleluja, Halleluja! 3. Doch seit daß er erstanden ist, Halleluja, Halleluja, so loben wir den Herren Christ, Hallelnja, Halleluja! 4. O Jesu, lieber Herre Gott, Halleluja, Halleluja, E. Liturgische Gesänge. E. Citurgische Gesänge. 135 201— 204 so heile mich, Herr Jesu Christ; soll sterben aber besser sein, wohl mir, aufFesum schlaf ich ein. Mach's, Jesu, Jesu,‚ durch dein Blut mit mir an Leib und Seele gut! Christ. Heinr. Zeibich, g. 1677, 1748. behüt uns vor der Sünden Not, Halleluja, Halleluja! 5. Gib, daß wir von dem Tod Halleluja, Halleluja, lerstehn, mit dir ins neue Leben gehn, Halleluja, Halleluja! 6. Zu dieser österlichen Zeit, Halleluja, Halleluja, sei Gott der Herr gebenedeit. Halleluja, Halleluja! Aus dem 14. Jahrhundert. Nach d. Lat. Surrexit Christus hodie. 203. Eigene Melodie. 1. Christ fuhr gen Himmel. Was sandt er uns hernieder? Den Tröster, den heiligen Geist, zu Trost der armen Christenheit. Halleluja! 2. Halleluja, Halleluja, Halle⸗ luja! Des sollen wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Halleluja! Aus dem 15.(2) Jahrhundert. 204. Eigene Melodie. 1. Gen Himmel aufgefahren ist, Halleluja, 205— 206 2. Kirche und Gnadenmittel. derKönig derEhren, JesuscChrist. Halleluja! 2. Er sitzt zu Gottes rechter Hand, Halleluja, herrscht über Himm'l und alle Halleluja! Land. 3. Nun ist erfüllt, was g'schrie⸗ Halleluja,[ben ist, in Psalmen von dem Herren Halleluja![Christ. 4. Nun sitzt beim Herren Davids Halleluja,[Herr, wie zu ihm g'sprochen hat der Halleluja![Herr. 5. Drum jauchzen wir mit gro⸗ Halleluja,[ßem Schall'n, dem Herren Christ zum Wohl⸗ Halleluja![gefall'n. 6. Der heiligen Dreieinigkeit, Halleluja, sei Lob und Preis in Ewigkeit! Halleluja! 1609. Nach dem Lateinischen Coelos ascendit hodie. 205. Eigene Melodie. 1. Komm, heiliger Geist, erfüll die Herzen deiner Gläu⸗ und entzünd in ihnen(bigen das Feuer deiner göttlichen Liebe, der du durch Mannigfaltigkeit der Zungen die Völker der ganzen Welt versammelt hast in Einigkeit des Glaubens. Halleluja, Halleluja! Altkirchlich. 206. Die Litanei. Eigene Melodie. Kyrie, Christe, Kyrie, Christe, Herr Gott Vater im Himmel, Herr Gott Sohn, der Welt Hei⸗ land, Herr Gott Heiliger Geist, Sei uns gnädig, Sei uns gnädig, Vor allen Sünden, Vor allem Irrsal, vor allem Übel, vor des Teufels Trug und List, vor bösem schnellen Tod, vor Pestilenz und teurer Zeit, vor Krieg und Blutvergießen, eleison, eleison, eleison, erhöre uns. erbarm dich über uns. erbarm dich über uns. erbarm dich über uns. verschon uns, lieber Herre Gott. hilf uns, lieber Herre Gott. behüt uns lieber Herre Gott. 136 vor Auf vor Hae vor Feu vor dem Durch d durch de bluti durch de durch de und In uns am jün Wir ari und dein regie all ihre Hirte heili allen R wehr alle Ir derb den Sa treue send deinen Wo allen fen Allen& und dem 5 sche unsern bese alle O mit beh allen, mit vor Aufruhr und Zwietracht, vor Hagel und Ungewitter, vor Feuers⸗ und Wassersnot, vor dem ewigen Tod Durch deine heilige Geburt, durch deinen Todeskampf und blutigen Schweiß, durch dein Kreuz und Tod, durch dein heiliges Auferstehn und Himmelfahrt In unsrer letzten Not, am jüngsten Gericht Wir armen Sünder bitten: und deineheiligechristliche Kirche regieren und führen, all ihre Diener, Wächter und Hirtenim heilsamen Wort und heiligem Leben erhalten, allen Rotten und Argernissen wehren, alle Irrige und Verführte wie⸗ derbringen, Iten, den Satan unter unsre Füße tre⸗ treue Arbeiter in deine Ernte senden, deinen Geist und Kraft zum Worte geben, allen Betrübten und Blöden hel⸗ fen und sie trösten, Allen Königen und Fürsten Fried und Eintracht geben, dem Kaiser Heil und Segen schenken, unsern Landesherrn gnädiglich beschützen, alle Obrigkeit in Stadt und Land mit deinem Geiste leiten und behüten, allen, so in Not und Gefahr sind, mit Hilfe erscheinen, E. Liturgische Gesänge(Litanei). 137 behüt uns, lieber Herre Gott. hilf uns, lieber Herre Gott. hilf uns, lieber Herre Gott. Du wollest uns erhören, lieber Herre Gott, erhör uns, lieber Herre Gott. 207 2. Kirche und Gnadenmittel. aller Kinder und Kranken pflegen und warten, alle unschuldig Gefangenen los und ledig lassen, alle Witwen und Waisen vertei⸗ digen und versorgen, aller Menschen dich erbarmen, erhör uns, lieber Herre Gott. Unsern Feinden, Verfolgern und Lästerern vergeben und sie be⸗ kehren, die Früchte auf dem Lande geben und bewahren und uns gnädiglich erhören. O Jesu Christe, Gottes Sohn, erhör uns, lieber Herre Gott. O du Lamm Gottes, das der Welt Sünde trägt, erbarm dich über uns. O du Lamm Gottes, das der Welt Sünde trägt, erbarm dich über uns. O du Lamm Gottes, das der Welt Sünde trägt, verleih uns steten Frieden Christe, erhör uns. Kyrie, eleison. Christe, eleison, Kyrie, eleison. Amen. Altkirchlich. Deutsch durch Martin Luther, g. 1483, 4 1546, 207. Lobgesang des Zacharias. (Das Benediktus.) Luk. 1, 68-79. Mel. Neunter Psalmenton. 1. Gelobet sei der Herr, der Gott Israels, denn er hat besucht und erlöset sein Volk, 2. Und hat uns aufgerichtet ein Horn des Heils in dem Hause seines Dieners David; 3. Wie er vor Zeiten geredet hat durch den Mund seiner heiligen Propheten, 4. Daß er uns errettete von unsern Feinden und von der Hand aller, die uns hassen, 5. Und die Barmherzigkeit erzeigte unsern Vätern und gedächte an seinen heiligen Bund 138 6. Un unserm 7. Da ihm die 8. In die ihm 9. Un und rice 13. L und der 14. V und vo Gott. 3, + 1546. E. Liturgische Gesänge(Litanei). 208- 209 6. Und an den Eid, den er geschworen hat unserm Vater Abraham, uns zu geben, 7. Daß wir, erlöset aus der Hand unsrer Feinde, ihm dieneten ohne Furcht unser Leben lang 8. In Heiligkeit und Gerechtigkeit, die ihm gefällig ist. 9. Und du Kindlein wirst ein Prophet des Höchsten heißen, du wirst vor dem Herrn hergehen, daß du seinen Weg bereitest 10. Und Erkenntnis des Heils gebest seinem Volk, die da ist in Vergebung ihrer Sünde, 11. Durch die herzliche Barmherzigkeit unsers Gottes, durch welche uns besuchet hat der Aufgang aus der Höhe, 12. Auf daß er erscheine, denen, die da sitzen in Finsternis und Schatten des Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens. 13. Lob und Preis sei Gott, dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geiste, 14. Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 208. Lob gesang Simeons. (Nunc dimittis.) Luk. 2, 29—32. Mel. Neunter Psalmenton. J. Herr, nun lässest du deinen Diener im Frieden fahren, wie du gesagt hast; 2. Denn meine Augen haben deinen Heiland gesehn, den du bereitet hast vor allen Völkern, 3. Ein Licht, zu erleuchten die Heiden und zum Preis deines Volks Israel. 4. Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geiste, 5. Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 209. Lobgesang der Maria. (Das Magnifikat.) Luk. 1, 46- 55. Mel. Neunter Psalmenton. 1. Meine Seele erhebet den Herren, und mein Geist freuet sich Gottes, meines Heilandes, 2. Denn er hat seine elende Magd angesehen; siehe, von nun an werden mich selig preisen alle Kindes⸗Kind, 139 210 2. Airche und Gnadenmittel. 3. Denn er hat große Dinge an mir getan, der da mächtig ist, und des Name heilig ist, 4. Und seine Barmherzigkeit währet immer für und für bei denen, die ihn fürchten. 5. Er übet Gewalt mit seinem Arm und zerstreut, die hoffärtig sind in ihres Herzens Sinn. 6. Er stößet die Gewaltigen vom Stuhl und erhebet die Niedrigen. 7. Die Hungrigen füllet er mit Gütern und lässet die Reichen leer. 8. Er denket der Barmherzigkeit und hilft seinem Diener Israel auf, 9. Wie er gered't hat unsern Vätern, Abraham und seinem Samen ewiglich. 10. Lob und Preis sei Gott dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geiste, 11. Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. 21⁰0. Eigene Melodie. 1. Herr Gott, dich loben wir, Herr Gott, wir danken dir. Dich, Vater in Ewigkeit, ehrt die Welt weit und breit. All Engel und Himmelsheer' und was dienet deiner Ehr, auch Cherubim und Seraphim singen immer mit hoher Heilig ist unser Gott, Stimm: heilig ist unser Gott. Heilig ist unser Gott, der Herre Zebaoth! 2. Dein göttlich Macht und Herrlichkeit geht über Himmel und Erden weit. Der heiligen zwölf Boten Zahl und die lieben Propheten all, die teuren Märt'rer allzumal loben dich, Herr, mit großem Schall. Amen. Die ganze werte Christenheit rühmt dich auf Erden allezeit. Dich, Gott Vater im höchsten Thron, deinen rechten und einigen Sohn, den heiligen Geist und Tröster wert mit rechtem Dienst sie lobt und ehrt. 3. Du König der Ehren, Jesu Christ, Gott Vaters ewiger Sohn du bist; der Jungfrau Leib nicht hast ver⸗ schmäht, zu erlösen das menschlich Ge⸗ schlecht. Du hast dem Tod zerstört sein Macht und all Christen zum Himmel bracht. 140 Du sitzt mit laß uns mit Hilf de und wart u und 5. Täc und Behüt vor Sei un sei 1 Zeig u wier Auf die in S Ma Nach der 1. To da die“ nach de 2. Zi Tröster wert e lobt nd ehrt. n, Jesu Christ, zohn du bist; hast ver⸗ chmäht, lich Ge⸗ schlecht. et sein Macht Himmel bracht. Du sitzt zur Rechten Gottes gleich mit aller Ehr ins Vaters Reich. Ein Richter du zukünftig bist all des, was tot und lebend ist. 4. Nun hilf uns, Herr, den Die⸗ nern dein, die mit dein'm teur'n Blut er⸗ löset sein laß uns im Himmel haben teil, mit den Heiligen in ewigem Heil! Hilf deinem Volk, Herr Jesu Christ, und segne, das dein Erbteil ist, wart und pfleg ihr zu aller Zeit und heb sie hoch in Ewigkeit! 5. Täglich, Herr Gott, wir loben dich und ehr'n dein Namen stetig⸗ lich. Behüt uns heut, o treuer Gott, vor aller Sünd und Missetat! Sei uns gnädig, o Herre Gott, sei uns gnädig in aller Not! Zeig uns deine Barmherzigkeit, wieunsreHoffnungzudirsteht. Auf dich hoffen wir, lieber Herr, in Schanden laß uns nimmer⸗ mehr! Amen. Martin Luther, g. 1483, + 1546. Nach dem Latein. Te deum laudamus. 21¹¹. Eigene Melodie. 1. Tag des Zorns, o Tag voll Grauen, da die Welt den Herrn soll schauen nach dem Wort, dem wir vertrau⸗ en! 2. Zittern in der Erde Gründen Z. Liturgische Gesänge(Litanei). 141 2¹¹ wird des Richters Nahn verkün⸗ den, der die Herzen will ergründen. 3. Wunderbar Posaunenhallen wird durch jedes Grab erschallen, auf, zum Throne! rufend allen! 4. Erd und Tod wird sehn mit Beben das Geschöpf der Gruft entschwe⸗ ben, Antwort seinem Herrn zu geben. 5. Und ein Buch wird sich ent⸗ falten, drin die Schuld der Welt ent⸗ halten, über die Gericht zu halten. 6. Wenn er nun sitzt auf dem Throne, kommt alsbald vor Gottes Sohne alles zu verdientem Lohne. 7. Was soll dann ich Armer sa⸗ gen? wer mich zu vertreten wagen, wo selbst die Gerechten zagen? 8. Furchtbar hoch erhabner Kö⸗ nig, Quell der Liebe, Heiland gnädig, mach du mich der Sünden ledigl 9. Jesu, deiner Lieb gedenke, daß du für mich kamst, bedenke, darum einst mir Gnade schenke! 10. Bist voll Schmerz mich su⸗ chen gangen, hast für mich am Krenz gehangen, nicht umsonst sei Tod und Ban⸗ gen. 11. Richter der gerechten Rache, deiner Huld mich teilhaft mache, eh der Tag des Zorns erwache. 12. Gleich Verworfnen fühl ich Bangen, 212—213 5. Lieder vom christlichen Leben. Schuld macht glühen meineWan⸗ gen; mein Gebet laß Gnad erlangen! 13. Du, der lossprach einst Ma⸗ rien und dem Schächer hast verziehen, hast auch Hoffnung mir verliehen. 14. Gar unwürdig ist mein Flehen, laß du, Heiland, Gnad mich sehen, nicht ins ew'ge Feuer gehen! 15. Von den Böcken wollst mich scheiden, zu den Schafen mich geleiten, stell'n zu deiner rechten Seiten. 16. Ruf, wenn in die ew'gen Flammen sinken, die du willst verdammen, mit den Deinen mich zusammen! 17. Sieh, nach dir streck ich die Hände, zum Zerknirschten, Herr, dich wende o gib mir ein sel'ges Ende! 18. Tag voll Thränen, wo mit Grauen Gott die Kreatur soll schauen, auferstehend aus dem Grabe! Nimm die Schuld, Herr, allen abel Frommer Jesu, Heiland du, schenke alln die ew'ge Ruh! Aus dem Latein. Diesirae, dies illa. Übersetzung von Bunsen. 21². 2. Kor. 13, 13. Eigene Melodie. Die Gnade unsers Herrn Jesu und die Liebe Gottes(Christi und die Gemeinschaft des heili⸗ gen Geistes sei mit uns allen, mit uns allen. Amen. 3. Lieder vom chrisllichen Leben. A. Buße und Beichte. 213. Eigene Melodie. 1. Ach Gott und Herr, wie groß und schwer sind mein begangnen Sünden! Da ist niemand, der helfen kann, in dieser Welt zu finden. 2. Lief ich gleich weit zu solcher Zeit bis an der Erden Enden und wollt los sein des Elends mein, würd ich es doch nicht wenden. 3. Zu dir flieh ich, verstoß mich nicht, wie ich's wohl hab verdienet. Ach geh doch nicht, Gott ins Gericht, dein Sohn hat uns versühnet. 4. Soll's ja so sein, daß Straf und Pein auf Sünde folgen müssen, so fahre fort, nur schone dort, laß mich nicht ewig büßen! 5. Gib auch Geduld, 142 vergiß! schaff ei daß ich mein be durch N 6. Ve⸗ wie's d ich will nur wo nicht er von dei 1. Al mein H Ich we kein Tr Von Ar aufErd der mi Ich ru du bist 2. M und re derselb durch d und ze daß du so werd Herr, I wes du 3. Gi den we auf da mög ir „dich wende, nde! wo mit Grauen hauen, prabe! dies illa. en. elodie. n Jesu [Christi s heili⸗ Geistes s allen. Amen. nl vergiß der Schuld, schaff ein gehorsam Herze, daß ich mein Heil, mein bestes Teil, durch Murren nicht verscherze. 6. Verfahr mit mir, wie's dünket dir, ich will es gerne leiden; nur wollst du mich nicht ewiglich von deiner Liebe scheiden! Rutilius, g. 1550, 4 1618. 214. Eigene Melodie. 1. Allein zu dir, Herr Jesu Christ, mein Hoffnung steht auf Erden. Ich weiß, daß du mein Tröster bist, kein Trost mag mir sonst werden. Von Anbeginn ist nichts erkor'n, aufErden ist kein Mensch gebor'n, der mir aus Nöten helfen kann: Ich ruf dich an, du bist allein der rechte Mann. 2. Mein Sünd ist schwer und übergroß und reuet mich von Herzen; derselben mach mich frei und los durch deinen Tod und Schmerzen und zeig mich deinem Vater an, daß du genug für mich getan, so werd ich los der Sünden Last; Herr, halt mir fest, wes du dich mir versprochen hast. 3. Gib mir nach dein'r Barm⸗ herzigkeit den wahren Christenglauben, auf daß ich deine Süßigkeit mög inniglich anschauen, A. Buße und Beichte. 214—215 vor allen Dingen lieben dich und meinen Nächsten gleich als mich. Am letzten End dein Hilf mir damit behend send des Teufels List sich von mir wend. 4. Ehr sei Gott in dem höchsten dem Vater aller Güter, Thron, und Christo, seinem lieben Sohn, der uns allzeit behüte, und Gott dem werten heil'gen Geist, der uns sein Hilfe allzeit leist, damit wir ihm gefällig sein hier in der Zeit und vollends in der Ewigkeit. Johann Schnesing 4 1567. 21⁵. Mel. O Vater, allmächtiger Gott. 1. Allmächt'ger Vater, Gott der Huld! Zu deiner Langmut und Geduld flehn wir, vergib uns uns're Erbarm dich über uns![Schuld. 2. Uns, die wir gläubig beten, wirst du bei Gott vertreten, Jesus Christus! Erbarm dich über uns! 3. Uns, die wir standhaft rin⸗ gen, hilf du den Lauf vollbringen. Für uns bist du gestorben; erbarm dich über uns! 4. Laß, heil'ger Geist, uns stre⸗ von Sünden rein zu leben. ben Du kannst die Kraft uns geben; erbarm dich über uns! Nach Joh. Spangenberg, g. 1484, + 1550. 143 216—217 3. Lieder vomschristlichen Leben. 216. Psalm 130. Eigene Melodie; oder: 9 wie du willst, so schick 5 mit mir. Aus tiefer Not schrei— ir Herr Gott, erhör mein Rufen. Dein gnädig Ohren kehr zu mir, und meiner Bitt sie öffen. Denn so du willst das sehen an, was Sünd und Unrecht ist getan, wer kann, Herr, vor dir bleiben? 2. Bei dir gilt nichts denn Gnad und Gunst, die Sünde zu vergeben; es ist doch unser Tun umsonst auch in dem besten Leben. Vor dir niemand sich rühmen kann; des muß dich fürchten jedermann und deiner Gnade leben. 3. Darum auf Gott will hoffen ich, auf mein Verdienst nicht bauen; auf ihn mein Herz soll lassen sich und seiner Güte trauen, die mir zusagt sein wertes Wort; das ist mein Trost und treuer Hort, des will ich allzeit harren. 4. Und ob es währt bis in die Nacht und wieder an den Morgen, doch soll mein Herz an Gottes Macht verzweifeln nicht noch sorgen. So tu Israel rechter Art, das aus dem Geist erzeuget ward, und seines Gotts erharre. 5. Ob bei uns ist der Sünden viel, bei Gott ist viel mehr Gnade; sein Hand zu helfen hat kein giel, wie groß auch sei der Schade. Er ist allein der gute Hirt, der Israel erlösen wird aus seinen Sünden allen. Martin Luther, g. 1483, 217. Mel. Was mein Gott will, gescheh'. 1. Durch Adams Fall ist ganz verderbt menschlich Natur und Wesen, dasselb' Gift ist auf uns geerbt, daß wir nicht konnten g'nesen ohn Gottes Trost, der uns erlöst hat von dem großen Schaden, dareindie Schlang Evabezwang, Gotts Zorn auf sich zu laden. 2. Weil denn die Schlang Eva hat bracht, daß sie ist abgefallen von Gottes Wort, das sie veracht, dadurch sie in uns allen bracht hat den Tod, so war ja not, daß uns auch Gott sollt geben sein lieben Sohn, der Gnaden 1546. x Thron, in dem wir möchten leben. 3. Wie uns nun hat ein fremde in Adam all verhöhnet, Schuld also hat uns ein fremde Huld in Christo all versöhnet; und wie wir all durch Adams Fall sind ew'gen Tods gestorben, also hat Gott durch Christi Tod verneut, was war verdorben. 4. So er uns denn sein'n Sohn geschenkt, da wir sein Feind noch waren, der für uns ist ans Kreuz gehenkt, 144 getöt't dadure erlöst, auf die wem u 5. E die W des Ve den er zu eine an ihr darun aus se 6. D sein K der T unden denn! ohn den mit s 7. wird denn ob i viel den der si er hi 8. du un dein Gnade; verderbt Wesen, 8 geerbt, nesen us erlöst chaden, pezwang, laden. lang Eva t bracht, e veracht, n ar ja not, t geben Gnaden Thron, ben. n fremde Schuld e Huld t; amsFall rben, risti Tod orben. r'n Sohn geschenkt, waren, gehenkt, ö ein Ziel, getöt't gen Himm'l gefahren, dadurch wir sein von Tod und erlöst, so wir vertrauen(Pein auf diesen Hort, des VatersWort: wem wollt vorm Sterben grau⸗ enꝰ? 5. Er ist der Weg, das Licht, die Pfort, die Wahrheit und das Leben, des Vaters Rat und ewigs Wort, den er uns hat gegeben zu einem Schutz, daß wirmitTrutz an ihn fest sollen glauben; darum uns bald kein Macht noch G'walt aus seiner Hand wird rauben. 6. Der Mensch ist gottlos und verflucht, sein Heil ist auch noch ferne, der Trost bei einem Menschen sucht und nicht bei Gott dem Herrenz denn wer sich will ein andres Ziel ohn diesen Tröster stecken, den mag gar bald des Teufels G'walt mit seiner List erschrecken. 7. Wer hofft auf Gott und dem vertraut, wird nimmermehr zu Schanden; denn wer auf diesen Felsen baut, ob ihm gleich geht zuhanden viel Unfalls hie, hab ich doch nie den Menschen sehen fallen, der sich verläßt auf Gottes Trost; er hilft sein'n Gläub'gen allen. 8. Ich bitt, o Herr, aus Her⸗ zensgrund, du wollst nicht von mir nehmen dein heil'ges Wort aus meinem Mund, A. Buße und Beichte. 21⁸ so wird mich nicht beschämen mein Sünd und Schuld; denn in dein Huld setz ich all mein Vertrauen; wer sich nun fest darauf verläßt, der wird den Tod nicht schauen. 9. Mein'n Füßen ist dein heil'⸗ ges Wort ein Leuchte nah und ferne, ein Licht, das mir den Weg weist so dieser Morgensterne ffort; in uns aufgeht, so bald versteht der Mensch die hohen Gaben, die Gottes Geist denen verheißt, die Hoffnung darauf haben. Lazarus Spengler, g. 1479, 4 1534. 218. Mel. Christus, der uns selig macht. 1. Gott, mein Vater, ich, dein falle vor dir nieder.([Kind, Siehe, was mein Herz empfind't, und erbarm dich wieder. Groß ist meine Sündenschuld, die mich innigst reuet; größer deine Vaterhuld, die mich noch erfreuet. 2. Zwar ich bin's nicht wert, kindlich aufzusehen; zu dir doch du bleibst ein Vater mir, du vernimmst mein Flehen, kennst mein Herz, ermunterst es vor dir zu stillen.(mich, Du erhörst mich väterlich noch um Christi willen. 3. Du bist meine Zuversicht, wenn die Schuld auch quälet. Dein Geschöpf verwirfst du nicht, hast dir's ja erwählet. Der du deinen Sohn für mich in den Tod gegeben! 14⁵ 10 219 Sein Erlöster bin auch ich, teu'r erkauft zum Leben. 4. Dieses soll in jedem Schmerz, mein Vertraun erwecken; vor der Sünde soll mein Herz, nicht vor dir erschrecken. Trauen will ich, Vater, dir, stets die Sünde hassen, nie vergessen, daß du mir so viel Schuld erlassen. 5. Preis sei dem Allgütigen, der mein Seufzen kennet! der dem Gnadesuchenden freien Zutritt gönnet! Sing es, Seele, vor dem Herrn, Fleuß von Freuden über! Gott, dein Gott verstößt nicht er begnadigt lieber.[gern, 6. Ewig bist du so gesinnt, Schöpfer meiner Seele! ach wenn ich, dein strauchelnd Kind, noch aus Schwachheit fehle, so gedenkst du, der du weißt, daß mein Herz dich ehret, ich sei Staub, und du verzeihst dem, der wiederkehret. Chr. Friedr. Neander, g. 1724,4 1802. 219. Eeigene Melodie. 1. Herr, ich habe mißgehandelt, ja mich drückt der Sünden Last, ich bin nicht den Weg gewandelt, den du mir gezeiget hast, und jetzt wollt ich gern aus Schrecken mich vor deinem Zorn verstecken. 2. Doch wie könnt ich dir ent⸗ fliehen? du wirst allenthalben sein; 5. Lieder vom christlichen Leben. wollt ich über See gleich ziehen, stieg ich in die Gruft hinein, hätt ich Flügel gleich den Winden, gleichwohl würdest du mich fin⸗ den. 3. Drum, ich muß es nur be⸗ Herr, ich habe mißgetan,[kennen, darf mich nicht dein Kind mehr nennen. Ach nimm mich zu Gnaden an, laß die Menge meiner Sünden deinen Zorn nicht gar entzünden! 4. Könnt ein Mensch den Sand gleich zählen an dem großen, weiten Meer, dennoch würd es ihm wohlfehlen, daß er meiner Sünden Heer, daß er alle mein Gebrechen sollte wissen auszusprechen. 5. Wein', ach wein' jetzt um die Wette meiner beiden Augen Bach! O daß ich g'nug Zähren hätte zu betrauern meine Schmach! O daß aus dem Tränenbronnen käm ein starker Strom geronnen! 6. Aber Christe, deine Wunden und dein teuerwertes Blut machen meine Seel gesunden, löschen meiner Sünden Glut, drum will ich, mein Angst zu stillen, mich in deine Wunden hüllen. 7. Dir will ich die Last aufbin. wirf sie in die tiefste See,(den, wasche mich von meinen Sünden, mache mich so weiß wie Schnee, laß den guten Geist mich treiben, einzig stets bei dir zu bleiben. Johann Franck, g. 1618, 4 1677. 146 1. He du Bi sieh do mit S und ir die im mich a 2. E nimm diewe am H aufda in me und e 3. 8 was inein, Winden, ich fin⸗ den. nur be⸗ lkennen, nennen. aden an, Sünden tzünden! en Sand ch zählen Meer, hlfehlen, Heer, echen chen. tzt um die Wette Bach! in hätte hmach! tbronnen eronnen! Wunden Zlut sunden, Glut, igst zu stillen, hüllen. t aufbin. ee,[den, Sünden, Schnee, treiben, leiben. „+ 167⁷. ch ziehen, ind mehr 220. Eigene Melodie. 1. Herr Jesu Christ, du höchstes Gut, du Brunnquell aller Gnaden, sieh doch, wie ichin meinem Mut mit Schmerzen bin beladen und in mir hab der Pfeile viel, die im Gewissen ohne Ziel mich armen Sünder drücken. 2. Erbarmdich mein in solcher Last, nimm sie aus meinem Herzen, dieweil du sie gebüßet hast am Holz mit Todesschmerzen, auf daß ich nicht vor großem Weh in meinen Sünden untergeh und ewiglich verzage. 3. Fürwahr, wenn mir das kommet ein, was ich mein Tag begangen, so fällt miraufdas Herz ein Stein, und bin mit Furcht umfangen; ja ich weiß weder aus noch ein und müßte stracks verloren sein, wenn ich dein Wort nicht hätte. 4. Jedoch dein heilsam Wort das macht mit seinem süßen Singen, daß mir das Herze wieder lacht und schier beginnt zu springen; dieweil es alle Gnad verheißt für die, die mitzerknirschtem Geist zu dir, o Jesu, kommen. 5. So komm ich auch zu dir in meiner Angst geschritten lallhie und tu dich mit gebeugtem Knie von ganzem Herzen bitten: Verzeihe mir doch gnädiglich, was ich mein Lebtag wider dich A. Buße und Beichte. 220—221 6. OHerr, vergib, vergib mir's um deines Namens willen[doch und tu in mir das schwere Joch der Übertretung stillen, daß sich mein Herz zufrieden geb und dir hinfort zu Ehren leb mit kindlichem Gehorsam. 7. Stärk mich mit deinem Freudengeist. heil mich mit deinen Wunden, tröst mich mit deinem Todes⸗ schweiß in meiner letzten Stunden. und nimm mich einst, wenn dir's gefällt, im rechten Glauben von der Welt zu deinen Auserwählten! Barthol. Ringwaldt, g. 1532, 4 1599. 221. Mel. O Jesu Christ, meins Lebens. 1. Hier bin ich, Herr, du rufest mir, du ziehest mich, ich folge dir. Du forderst von mir Herz und Sinn, mein Schöpfer, nimm, ach nimm es hin! 2. Ich hab oft deinen Wink ver⸗ schmäht, es ist mir leid, ich komme spät; doch ist mir lieb, daß deine Güt noch auf mich armen Sünder sieht. 3. Ich wag es aber länger nicht, zu unterlassen meine Pflicht, ich komme, Herr, voll Reu und Buß; ach aber, ach wie wankt meinFuß! 4. Es geht mir, wie es Petrus auf Erden hab begangen. 14⁷ ging 10² 222—223 5. Lieder vom christlichen Leben. dort kommt ein Sturm, ich sink, ich sink. uch reiche mir die starke Hand, so wird das Sinken abgewandt. 5. Du riefest mich, nun ruf ich dir. Mein Heiland, komm zu Hilfe mir! Mein matter Fuß kann nirgend fort, ach trage mich an Stell und Ort! 6. Flößt du mir Mattem Kräfte ein, so werd ich künftig stärker sein; so folg ich dir, mein Herr und Gott, durch Flut und Glut, durch Not und Tod. Joh. Jakob Rambach, g. 1693, 7 1735. 222. Mel. Wer nur den lieben Gott. 1. Ich armer Mensch, ich armer Sünder steh hier vor Gottes Angesicht: ach Gott, ach Gott, verfahr gelin⸗ der und geh nicht mit mir ins Gerichtl Erbarme dich, erbarme dich Gott, mein Erbarmer, über mich! 2. Wie ist mir doch so herzlich bange, wie kränkt mich meine große Sünd; hilf, daß ich wieder Gnad erlange, ich armes und verlornes Kind! Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 3. Hör, ach erhör mein seufzend Schreien und neig zu mir dein Vaterherz; und lindern meines Herzens Schmerz. Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über michl 4. Sprich nur ein Wort, so werd ich leben, Geh hin die Sündist dirvergeben, nur sündige hinfort nicht mehr. Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 5. Nicht, wie ich hab verschuldet, lohne und handle nicht nach meiner Sünd; o treuer Vater, schone, schone, erkenn mich wieder als dein Kindl Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über michl 6. Ich zweifle nicht, ich bin er⸗ höret, erhört von deiner Gnad und Treu, weil sich der Trost im Herzen mehret; drum will ich enden mein Geschrei: Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! Christoph Tietze, g. 1641, 4 1703. 223. Mel. Herr, wie du willst, so schick's. 1. Ich will von meiner Missetat zum Herren mich bekehren; du wollest selbst mir Hilf und Rat hiezu, o Gott, bescheren und deines guten Geistes Kraft, der neue Herzen in uns schafft, aus Gnade mir gewähren! 2. Ein Mensch kann von Natur doch nicht 148 wollst alle Sünden mir verzeihen sprich, daß der arme Sünder hör: sein Ele er ist oh blind, te verkehrt Des gro o Vater 3. Her und füh was Bi du kanr daßich a laß übe viel hei 4. W den Re Mein L du hast mit Ri du mac bis hie 5. He tief ar daß ni an irg und d hast dr gestäu höret, und Treu, Herzen mehret; (Geschrei: dich, ber mich! 1, 1 1703. so schick's. Missetat ren; und Rat ö ö s Kraft, schafft, en! n Natur och nicht sein Elend selbst empfinden; er ist ohn deines Geistes Licht blind, taub, ja tot in Sünden, verkehrt ist Will, Verstand und Tun. Des großen Jammers wollst du o Vater, mich entbinden!(nun, 3. Herr, klopf in Gnaden bei mir an und führ mir wohl zu Sinnen, was Böses ich vor dir getan; du kannst mein Herz gewinnen, daßich ausKummer undBeschwer laß über meine Wangen her viel heiße Tränen rinnen. 4. Wie hast du doch auf mich ge⸗ wandt den Reichtum deiner Gnaden! Mein Leben dank ich deiner Hand, du hast mich überladen mit Ruh, Gesundheit, Ehr und Brot, du machst, daß mir noch keine Not bis hieher konnte schaden. 5. Hast auch in Christo mich er⸗ wählt tief aus der Hölle Fluten, daß niemals mir es hat gefehlt an irgend einem Guten; und daß ich ja dein eigen sei, hast du mich auch aus großer Treu gestäupt mit Vaterruten. 6. Bisher hab ich in Sicherheit ganz unbesorgt geschlafen, gesagt: Es hat noch lange Zeit, Gott pflegt nicht bald zu strafen, er fähret nicht mit unsrer Schuld jo strenge fort, es hat Geduld der Hirte mit den Schafen. 7. Dies alles jetzt zugleich er⸗ A. Buße und BReichte. 22⁴ mein Herz will mir zerspringen; ich sehe deines Donners Macht, dein Feuer auf mich dringen; du regest wider mich zugleich des Todes und der Hölle Reich, die wollen mich verschlingen. 8. Herr Jesu, nimm mich zu dir ich flieh zu deinen Wunden; lein, laß mich da eingeschlossen sein und bleiben alle Stunden; dir ist ja, o du Gotteslamm, all meine Schuld am Kreuzes⸗ zu tragen aufgebunden.[stamm 9. Dies stelle deinem Vater für, daß er sein Herze lenke und gnädig sich kehr her zu mir, nicht meiner Sünde denke, auf daß er meine Sündenlast, die du auf dich genommen hast, ins tiefe Meer versenke. Luise Henriette Kurfürstin von Bran⸗ denburg(2), g. 1627, 4+ 1667. 224. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 1. Jesu, der du meine Seele hast durch deinen bittern Tod aus des Teufels finstrer Höhle und der schweren Sündennot kräftiglich herausgerissen und mich solches lassen wissen durch dein angenehmes Wort, sei doch jetzt, o Gott, mein Hortl 2. Herr, ich muß es ja bekennen, daß nichts Gutes wohnt in mir; daszwar, waswirWollennennen, halt ich meiner Seele für; aber Fleisch und Blut zu zwingen und das Gute zu vollbringen folget gar nicht, wie es soll; wacht, 1 was ich nicht will, tu ich wohl. 49 22⁵5 3. Aber, Herr, ich kann nicht wissen, wie viel meiner Fehler sein, mein Gemüt ist ganz zerrissen durch der Sünden Schmerz und Pein, und mein Herz ist matt von Sor⸗ gen; ach vergib mir, was verborgen, rechne nicht die Missetat, die dich, Herr, erzürnet hat. 4. Jesu, du hast weggenommen meine Schulden durch dein Blut; laß es, o Erlöser, kommen meiner Seligkeit zu gut, und dieweil du so zerschlagen hast die Sünd am Kreuz getragen, ei so sprich mich endlich frei, daß ich ganz dein eigen sei. 5. Wenn ich vors Gericht soll treten, da man nicht entfliehen kann, ach so wollest du mich retten und dich meiner nehmen an. Du allein, Herr, kannst es wehren, daß ich nicht den Fluch darf hören: Ihr zu meiner linken Hand seid von mir noch nie erkannt. 6. Du ergründest meine Schmer⸗ du, Herr, kennest meine Pein.[zen, Es ist nichts in meinem Herzen als dein herber Tod allein. Dies mein Herz, mit Leid ver⸗ menget, durch dein teures Blutbesprenget, so am Kreuz geflossen ist, geb ich dir, Herr Jesu Christ. 7. Nun ich weiß, du wirst mir stillen mein Gewissen, das mich plagt; es wird deine Treu erfüllen, 150 5. Lieder vomichristlichen Leben. was du selber hast gesagt: daß auf dieser weiten Erden keiner je verloren werden, sondern ewig leben soll, wenn er nur ist glaubensvoll. 8. Herr, ich glaube, hilf mir Schwachen, laß mich ja verderben nicht! Du, du kannst michstärker machen, wenn mich Sünd und Tod anficht. Deiner Güte will ich trauen, bis ich fröhlich werde schauen dich, Herr Jesu, nach dem Streit in der süßen Ewigkeit. Johann Rist, g. 1607, 4 1667 225. Ev. Luk. 15, 1—7. Mel.Kommther zu mir,spricht Gottes. 1. Ihr armen Sünder, kommt zu Hauf, kommt eilig, kommt und macht mühselig und beladen: leuch auf hier öffnet sich das Jesusherz für alle, die in Reu und Schmerz erkennen ihren Schaden. 2. Es heißt: Er nimmt die Sün⸗ der an! Drum komm, dein Jesus will und dich retten und umarmen. kann Komm weinend komm in wahrer Buß und fall im Glauben ihm zu Fuß: er wird sich dein erbarmen. 3. Ein Hirt verläßt sein Schäf⸗ lein nicht, dem's in der Irr an Hilf gebricht, er sucht es mit Verlangen; er lässet neunundneunzig stehn und sie gar in der Wüste gehn, das eine zu umfangen. gt: Erden sen, 7 nsvoll. chwachen, nicht! rmachen, pd anficht. rauen, schauen m Streit p7, + 1667 7. cht Gottes. er, kommt zu Hauf nd macht leuch auf susherz d Schmerz n. t die Sün⸗ der an! 8 will und en. kann in wahrer Buß m zu Fuß: men. ein Schäf⸗ ein nicht, fgebricht, gen; zig stehn ste gehn, 4. Es sucht der liebste Jesus Christ das Schäflein, das verloren ist, bis daß er's hat gefunden. So laß dich finden, liebe Seel, und flieh in Jesu Wundenhöhl; noch sind die Gnadenstunden. 5. O Jesu, deine Lieb ist groß! Ich komm mühselig, nackt und ach laß mich Gnade finden!(bloß: Ich bin ein Schaf, das sich verirrt; ach nimm mich auf, weil ich ver⸗ wirrt im Strick und Netz der Sünden. 6. Ach wehe mir, daß ich von dir gewichen bin zum Abgrund schierl ach laß mich wiederkehren zu deiner Herde, nimm mich an und mach mich frei vom Fluch und Bann: dies ist mein Herzbegehren! 7. Laß mich dein Schäflein ewig sein, sei du mein treuer Hirt allein im Leben und im Sterben; laß mich vom eiteln Weltgesind ausgehn und mich als Gottes Kind um dich, mein Heil, bewerben. 8. Ich will von nun an sagen ab der Sündenlust bis in mein Grab und in dem neuen Leben in Heiligkeit, Gerechtigkeit dir dienen noch die kurze Zeit, die mir zum Heil gegeben. Laurentius Laurenti, g. 1660,4 1722. 226. Mel. Wenn wir in höchsten Nöten sein. 1. O frommer und getreuer Gott, A. Buße und BReichte. 226—227 ich hab gebrochen dein Gebot und sehr gesündigt wider dich: das ist mir leid und reuet mich. 2. Weil aber du, o gnäd'ger Gott, nichthast Gefall'nanmeinemTod, und ist dein herzliches Begehr'n, daß ich mich soll zu dir bekehr'n: 3. Auf dies Wort, lieber Vater fromm, ich armer Sünder zu dir komm und bitt dich durch den bittern Tod und heilige fünf Wunden rot 4. Deins lieben Sohnes Jesu Christ, der mir zu gut Mensch worden ist: Laß deine Gnad und Gütigkeit mehr gelten denn Gerechtigkeit; 5. Verschon, o Herr, laß deine zudecken alle meine Schuld, Huld so werd ich arm verlornes Kind ledig und los all meiner Sünd. 6. Ich will, o Herr, nach deinem Wort mich bessern, leben fromm hin⸗ fort, damit ich mög nach dieser Zeit gelangen zu der Seligkeit. Unbekannt 1643. 227. Ev. Luk. 18, 18. Mel. Ein Lämmlein geht und trägt. 1. O König, dessen Majestät weit über alles steiget, dem Erd und Meer zu Dienste steht, vor dem die Welt sich neiget, der Himmel ist dein helles Kleid, du bist voll Macht und Herrlich⸗ sehr groß und wundertätig zlkeit, 151 22 ich armer Mensch vermag nichts mehr, als daß ich ruf zu deiner Ehr: Gott, sei mir Sünder gnädig! 2. Hier steh ich, wie der Zöllner beschämet und von ferne, ltat, ich suche deine Hilf und Gnad, o Herr, von Herzen gerne; doch weil ich voller Fehler bin und Sünde meinen ganzen Sinn zum Guten macht untätig, so schlag ich nieder mein Gesicht vor dir, du reines Himmelslicht. Gott, sei mir Sünder gnädig! 3. Die Schulden, der ich mir bewußt, durchängsten mein Gewissen; drum schlag ich reuig an die Brust und will von Herzen büßen. Ich bin, o Vater, ja nicht wert, daß ich noch wandle auf der Erd; doch weil du winkst, so bet ich mit ganz zerknirschtem, bangen Geist, der gleichwohl dich noch Abba heißt: Gott, sei mir Sünder gnädig! 4. Mein Vater, schaue Jesuman, den Gnadenthron der Sünder, der für die Welt genug getan, durch den wir Gottes Kinder im gläubigen Vertrauen sind, der ist's, bei dem ich Ruhe find, sein Herz ist ja guttätig. Ich fasse ihn und laß ihn nicht, bis Gottes Herz mitleidig bricht. Gott, sei mir Sünder gnädig. 5. Regiere du mein Herz und in diesem ganzen Leben![Sinn Du bist mein Gott, und was ich bleibt ewig dir ergeben.(bin, 3. Lieder vom christlichen Leben. Ach heilige mich ganz und gar, laß meinen Glauben immerdar sein durch die Liebe tätig! Und will es nicht fort, wie es soll, so ruf ich, wie mein Herz ist voll: Gott, sei mir Sünder gnädig! 6. MeinLeben und meinSterben allein auf deiner Gnade;(ruht mir geh es gleich bös oder gut, gib nur, daß es nicht schade. Kommt dann das letzte Stünd⸗ lein an, so sei mir auf der Todesbahn, mein Jesu, selbst beirätig! Und wenn ich nicht mehr sprechen kann, so nimm den letzten Seufzer an: Gott, sei mir Sünder gnädig! Valent. Ernst Löscher, g. 1678, 4 1749. 228. Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu dir. 1. O Vater der Barmherzigkeit, ich falle dir zu Fuße, verstoß den nicht, der zu dir schreit und tut noch endlich Buße. Was ich begangen wider dich, verzeih mir alles gnädiglich durch deine große Güte! 2. Durch deiner Allmacht Wun⸗ dertat nimm von mir, was mich quälet; durch deine Weisheit schaffe Rat, worin es mir sonst fehlet; gib Willen, Mittel, Kraft und Stärk, daß ich mit dir all meine Werk anfange und vollende. 3. O Jesu Christe, der du hast am Kreuze für mich Armen getragen aller Sünden Last, 15² wollst: O wahr erbarm sieh an 4. La dein T mir ko daß ich Bitt di im Zor wie ich 5. O Regier wennu laß mi Verlei Begier in mei 6. Ur 10 hil daß ich durche auf da und de nur se Da 1.E lege! schwa bring Laß k von u ie es soll, ist voll: gnädig! Sterben e; lruht oder gut, cthade. Stünd⸗ lein an, sbahn, tig! sprechen kann, fzer an: gnädig! 3,1 1749. ich zu dir. erzigkeit, ir schreit uße. er dich, glich ht Wun⸗ dertat quälet; affe Rat, t— wollst meiner dich erbarmen! O wahrer Gott, o Davids Sohn, erbarm dich mein und mein ver⸗ schon, sieh an mein kläglich Rufen! 4. Laß deiner Wunden teures Blut, dein Todespein und Sterben mir kommen kräftiglich zu gut, daß ich nicht müss' verderben. Bitt du den Vater, daß er mir im Zorn nicht lohne nach Gebühr, wie ich es hab verschuldet. 5. O heil'ger Geist, du wahres Regierer der Gedanken,(Licht, wenn mich die Sündenlustanficht, laß mich von dir nicht wanken! Verleih, daß nun und nimmer⸗ mehr Begierd nach Wollust, Geld und in meinem Herzen herrsche.[Ehr 6. Und wenn mein Stündlein kommen ist, so hilf mir treulich kämpfen, daß ich des Satans Trotz und List durch Christi Sieg mög dämpfen, auf daß mir Krankheit, Angst und Not und dann der letzte Feind, der Tod, nur sei die Tür zum Leben. David Denicke, g. 1603, 4 1680. 229. Eigene Melodie. 1. Sieh, hier bin ich, Ehren⸗ könig, lege mich vor deinen Thron, schwache Tränen, kindlich Sehnen bring ich dir, du Menschensohn. Laß dich finden, laß dich finden von mir, der ich Asch und Ton. A. Buße und Beichte. 229—230 2. Sieh doch auf mich, Herr, ich bitt dich, lenke mich nach deinem Sinn! Dich alleine ich nur meine, dein erkaufter Erb ich bin. Laß dich finden, laß dich finden, gib dich mir und nimm mich hinl 3. Ich begehre, Herr, gewähre mir nur deine freie Gnad, die du gibest, weil du liebest den, der dich liebt in der That. Laß dich finden, laß dich finden, der hat alles, der dich hat. 4. Dieser Zeiten Eitelkeiten, Reichtum, Wollust, Ehr und Freud, sind nur Schmerzen meinem Her⸗ welches sucht die Ewigkeit.[zen, Laß dich finden, laß dich finden, großer Gott, ich bin bereit. Joachim Neander, g. 1650, 4+ 1680. 230. Mel. Vater unser im Himmerreich. 1. So wahr ich lebe, spricht dein Gott, mir ist nichtlieb des Sünders Tod, vielmehr ist dies mein Wunsch und Will, daß er von Sünden halte still, von seiner Bosheit kehre sich und lebe mit mir ewiglich. 2. Dies Wort bedenk, o Men⸗ schenkind, verzweifle nicht in deiner Sünd! Hier findest du Trost, Heil und Gnad, die Gott dir zugesaget hat, und zwar mit einem teuren Eid. O selig, dem die Sünd ist leid! 3. Doch hüte dich vor Sicherheit, 153 231 5. Lieder vom christlichen Leben. denk nicht: Zur Buß ist noch wohl Zeit, ich will erst fröhlich sein auf Erd, und wenn ich lebensmüde werd, alsdann will ich bekehren mich, Gott wird wohl mein erbarmen sich. 4. Wahr ist's, Gott ist wohl stets bereit dem Sünder mit Barmherzigkeit, doch wer auf Gnade sündigt hin, fährt fort in seinem bösen Sinn und seinerSeeleselbstnicht schont, dem wird mit Ungnad abgelohnt. 5. Gnad hat dir zugesaget Gott von wegen Christi Blut und Tod, zusagen hat er nicht gewollt, ob du bis morgen leben sollt. Daß du mußt sterben, ist dir kund, verborgen ist des Todes Stund. 6. Heut lebst du, heut bekehre dich! Eh morgen kommt, kann's ändern sich; wer heut ist frisch, gesund und rot, ist morgen krank, ja wohl gar tot. So du nun stirbest ohne Buß, dein Seel und Leib dort brennen muß. 7. Hilf, o Herr Jesu, hilf du mir, daß ich noch heute komm zu dir und Buße tu den Augenblick, eh mich der schnelle Tod hinrück, auf daß ich heut und jederzeit zu meiner Heimfahrt sei bereit. Joh. Heermann, g. 1585, + 1647. 231. Mel. O Gott, du frommer Gott. 1. Spar deine Buße nicht von einem Jahr zum andern; du weißt nicht, wann du mußt aus dieser Welt wegwandern. Du mußt nach deinem Tod vor Gottes Angesicht; ach denke fleißig dran. Spar deine Buße nicht. 2. Spar deine Buße nicht, bis daß du alt wirst werden; du weißt nicht Zeit und Stund, wielang du lebst auf Erden. Wie bald verlöschet doch der Menschen Lebenslicht, wie bald ist es geschehn! Spar deine Buße nicht. 3. Spar deine Buße nicht bis auf das Todesbette, zerreiße doch beizeit die starke Sündenkette, denk an die Todesangst, wie da das Herze bricht, mach dich von Sünden los. Spar deine Buße nicht. 4. Spar deine Buße nicht, weil du bist jung von Jahren, da du erst Lust und Freud willst in der Welt erfahren. Die Jungen sterben auch und müssen vors Gericht; drum ändre dich beizeit. Spar deine Buße nicht. 5. Spar deine Buße nicht; dieweil du noch kannst beten, so laß nicht ab, vor Gott in wahrer Buß zu treten. Bereue deine Sünd; wenn dieses nicht geschicht, weh deiner armen Seel! Spar deine Buße nicht. 6. Spar deine Buße nicht, ach ändre heut dein Leben und sprich: Ich hab mein Herz 154 in de ceud ben iein Herz A. Buße und Beichte. nun meinem Gott ergeben, ich setz auf Jesum Christ all meine Zuversicht; so wirst du selig sein. Spar deine Buße nicht. Joh. Friedr. Stark, g. 1680, 4 1756. 232. Psalm 6. Eigene Melodie. 1. Straf mich nicht in deinem großer Gott, verschone!(Zorn, Ach laß mich nicht sein verlor'n, nach Verdienst nicht lohne! Hat die Sünd dich entzündt, laß um Christi willen deinen Zorn sich stillen! 2. Zeig mir deine Vaterhuld, stärk mit Trost mich Schwachen! Ach Herr, hab mit mir Geduld, wollst gesund mich machen, heil die Seel mit dem Ol deiner großen Gnaden, wend ab allen Schaden! 3. Ach ich bin so müd und matt von den schweren Plagen, mein Herz ist der Seufzer satt, die nach Hilfe fragen. Wie so lang machst du bang meiner armen Seele in der Schwermutshöhle! 4. Weicht, ihr Feinde, weicht von mir, Gott erhört mein Beten; nunmehr darf ich mit Begier vor sein Antlitz treten. Teufel, weich, Hölle, fleuch! Was mich vor gekränket, hat mir Gott geschenket. 5. Vater, dir sei ewig Preis hier und auch dort oben, 232— 233 wie auch Christo gleicherweis, der allzeit zu loben, heil'ger Geist, sei gepreist, hoch gerühmt, geehret, daß du mich erhöret. Joh. Ge. Albinus, g. 1624, 4 1679. 233. Mel. Zion klagt mit Angst. 1. Treuer Gott, ich muß dir klagen meines Herzens Jammerstand, ob dir wohl find meine Plagen besser als mir selbst bekannt; große Schwachheit ich bei mir in Anfechtung oftmals spür, wenn der Satan allen Glauben will aus meinem Herzen rauben. 2. Du, Gott, dem nichts ist ver⸗ borgen, weißt, daß ich nichts von mir hab, nichts von allen meinen Sorgen; alles ist, Herr, deine Gab. Was ich Gutes find an mir, das hab ich allein von dir; auch den Glauben mir und allen gibst du, wie dir's mag gefallen. 3. O mein Gott, vor den ich jetzt in meiner großen Not,(trete höre, wie ich sehnlich bete, laß mich werden nicht zu Spott, mach zunicht des Teufels Werk, meinen schwachen Glauben stärk, daß ich nimmermehr verzage, Christum stets im Herzen trage. 4. Jesu, Brunnquell aller Gna⸗ den, der du niemand von dir stößt, der mit Schwachheit ist beladen, sondern deine Jünger tröst, sollt ihr Glaube auch so klein 15⁵5 23⁴4 wie ein kleines Senfkorn sein, wolltst du sie doch würdig schätzen, große Berge zu versetzen. 5. Laß mich Gnade vor dir fin⸗ der ich bin voll Traurigkeit;(den, hilf du mir selbst überwinden, so oft ich muß in den Streit; meinen Glauben täglich mehr', deines Geistes Schwert verehr, damitichdenFeind kann schlagen, alle Pfeile von mir jagen. 6. Heil'ger Geist ins Himmels Throne, gleicher Gott von Ewigkeit mit dem Vater und dem Sohne, der Betrübten Trost und Freud, der du in mir angezünd't, so viel ich an Glauben find, über mir mit Gnade walte, ferner deine Gab erhalte! 7. Deine Hilfe zu mir sende, o du edler Herzensgast, und das gute Werk vollende, das du angefangen hast. Blas das kleine Fünklein auf, bis daß nach vollbrachtem Lauf ich den Auserwählten gleiche und des Glaubens Ziel erreiche. 8. Gott, groß über alle Götter, heilige Dreieinigkeit, außer dir ist kein Erretter, tritt mir selbst zur rechten Seit, wenn der Feind die Pfeil ab⸗ drückt, meine Schwachheit mir aufrückt, mir will allen Trost verschlingen und mich in Verzweiflung brin⸗ gen. 9. Zeuch du mich aus seinen die er mir geleget hat, Stricken, 5. Lieder vom christlichen Leben. laß ihm fehlen seine Tücken, drauf er sinnet früh und spat. Gib Kraft, daß ich allen Strauß ritterlich mög stehen aus, und so oft ich noch muß kämpfen, hilf mir meine Feinde dämpfen! 10. Reiche deinem schwachen Kinde, das auf matten Füßen steht, deine Gnadenhand geschwinde, bis die Angst vorüber geht. Wie die Jugend gängle mich, daß der Feind nicht rühme sich, er hätt ein solch Herz gefället, das auf dich sein Hoffnungstellet. 11. Du bist meine Hilf, mein Leben, mein Fels, meine Zuversicht, dem ich Leib und Seel ergeben; Gott, mein Gott, verzeuch doch Eile, mir zu stehen bei, Inicht! brich des Feindes Pfeil entzwei, laß ihn selbst zurücke prallen und mit Schimpf zurHölle fallen! 12. Ich will alle meine Tage rühmen deine starke Hand, daß du meine Plag und Klage hast so herzlich abgewandt. Nicht nur in der Sterblichkeit soll dein Ruhm sein ausgebreit't, ich will's auch hernach erweisen und dort ewiglich dich preisen. Joh. Heermann, g. 1585, 4 1647. 234. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 1. Vater, laß mich Gnade finden, tröste mein geängstet Herz, denn die Menge meiner Sünden macht mir Bangigkeit und Schmerz. 156 Sieh dem reuig und d 2.— bin Was Ach a setz ic denn, über wie u 3. O willst sondet und fi doch, ist dad noch, Keine wenn o so w Gnade 6. Ge ücken, id spat. n Strauß us, kämpfen, dämpfen! jwachen Kinde, steht, chwinde, geht. le mich, ihme sich, gefället, ingstellet. ilf, mein Leben, ersicht, ergeben; euch doch i, nicht! Uentzwei, õrallen lle fallen! ine Tage and, id Klage indt. Hlichkeit gebreit't, erweisen preisen. 5, + 1647. eine Seele. de finden, Herz, r Sünden und Schmerz. A. Buße und Keichte. Siehe, mein Gott, wie ich hier demutsvoll, gebeugt vor dir, reuig, traurig, schamrot stehe und dich um Vergebung flehe. 2. Du bist heilig; ich hingegen bin voll Ungerechtigkeit. Was kann dichzur Huldbewegen? Ach auf deine Gütigkeit setz ich meine Zuversicht, denn, Herr, sollte dein Gericht über mich nach Recht ergehen, wie würd ich vor dir bestehen? 3. Doch nach deinem Wort und Lehre willst du keines Sünders Tod, sondern daß er sich bekehre und frei werde seiner Not. Dieser Trost erquickt auch mich. Gläubig, Vater, fleh ich dich: Laß für meine schweren Sünden auch mich Armen Gnade finden. 4. Dein Sohn selbst kam auf die Erde und vergoß sein teures Blut, daß ein jeder selig werde, der hier glaubt und Buße tut. Ach sein Kreuz und Dornenkron bring auch ich vor deinen Thronz durch sein heilig Blutvergießen laß auf mich Erbarmung fließen. 5. Längst zwar sollt ich sein ge⸗ kommen; doch, Herr, deiner Gütigkeit ist dadurch noch nichts entnom⸗ men, noch, noch ist die Gnadenzeit. Keine Buße ist zu spät, wenn sie nur von Herzen geht; o so wird ja auf mein Flehen Gnade noch für Recht ergehen. 6. Gott, du Gott der Lieb und Treuel 15⁷ 235— 236 Laß durch Jesu Tod und Pein meine späte Buß und Reue dir noch wohlgefällig sein. Denke doch nicht weiter dran, wieviel Böses ich getan, mein undankbar Sündenleben wollst du huldreich mir vergeben. 7. Vater, heilige mich Sünder, sieh nicht an, was ich getan, nimm mich unter deine Kinder wiederum aus Gnaden an; und dann rühm und preis' ich dich,‚ Vater, jetzt und ewiglich! Höre mich in Jesu Namen, sprich zu meinen Bitten Amen! Nach Chr. 16025. 5 ude Breitenau, g. 1638 Veränd. durch Elieser Gottl. Küster. g. 1732, + 1799. O. Mel. Herzlich lieb hab ich dich, o Herr. 1. Vor dir, Herr Jesu, steh ich hier, mein Herz sehnt sich nach Trost bei was darf ich Armer sagen? dir; Ach, groß ist meine Missetat; doch, Mittler, deine Huld und Gnad läßt Sünder nicht verzagen. Herr Jesu, dein Verdienst allein macht mich von allenSündenrein, wenn ich in wahrer Reu und Buß an dich glaub und dir fall zu Fuß. Herr Jesu Christ! Ich glaub an dich, ich traue dir,‚ ich will mich bessern; hilf du mir. Unbekannt(1611.) 236. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt. 1. Wir liegen hier zu deinen Füßen. 237 ach Herr von großer Güt und Treu, und fühlen leider im Gewissen, wie sehr dein Zorn entbrennet sei. Das Maß der Sünden ist erfüllt, ach weh uns, wenn du strafen willt. 2. Doch, Vater, denk an deinen Namen, gedenk an deinen lieben Sohn! Dein Wort heißt immer Ja und Amen, dein Eidschwur zeuget selbst da⸗ von. Du willst der SünderTod ja nicht. Ach geh nicht mit uns ins Gericht! 3. Wir liegen vor dir in dem Staube, undunserHerz ist ganzzerknirscht; nur tröstet uns allein der Glaube, daß du dich noch erbarmen wirst. Ja, du hast noch ein Vaterherz, drum siehe doch auf unsern Schmerz! 4. Das teure Blut von deinem Sohne schreit für uns um Barmherzig⸗ keit. Schau doch von deinem Gnaden⸗ throne und denke noch der alten Zeit, da du auch Gnade hast erzeigt, dein Herz dem Sünder zugeneigt. 5. Ach laß die wohlverdiente Strafe nicht über unsre Häupter gehn, daß wir nicht als verlorne Schafe von deiner Hut verlassen stehn. Ach sammle uns in deinen Schoß und mach uns aller Plagen los! 6. Gib Fried im Land und im Gewissen, 3. Lieder vomstchristlichen Leben. gesunde Luft, wohlfeile Zeit, und fördre die Gerechtigkeit, krön unser Feld mit deinem Gut, nimm Kirch und Haus in deine Hut! 7. So wollen wir dir Opferbrin⸗ en und deine sein mit Leib und Sel Es soll dein Lob gen Himmel dringen, und dein erlöstes Israel stimm in die Lieder Zions ein: DerHerr soll mein Gott ewig sein! Benjamin Schmolck, g. 1672, 4 1737. 237. Mel. Auf meinen lieben Gott. 1. Wo soll ich fliehen hin, weil ich beschweret bin mit vielen großen Sünden? Wo kann ich Rettung finden? Wenn alle Welt her käme, mein Angst sie nicht wegnähme. 2. O Jesu voller Gnad, auf dein Gebot und Rat kommt mein betrübt Gemüte zu deiner großen Güte, laß du auf mein Gewissen ein Gnadentröpflein fließen! 3. Ich, dein betrübtes Kind, werf alle meine Sünd, so viel ihr'r in mir stecken und mich so heftig schrecken, in deine tiefen Wunden, da ich stets Heil gefunden. 4. Durch dein unschuldig Blut, vergossen mir zu gut, wasch ab all meine Sünde, mit Trost mein Herz verbinde und ihrer nicht gedenke, 158 laß Lieb und Treu sich stetig küssen hat sol daß au die gan ja gar frei, lo 10.8 Herr 6 Jetzt k dein R denn d da du 11. 8 durch d daß ich was m e Zeit, etig küssen tigkeit, inem Gut, s in deine Hut! pferbrin⸗ gen und Seel. Himmel dringen, ael ions ein: ewig sein! 672, T 1737. hen Gott. n hin, n inden? finden? käme, vegnähme. nad, Rat Gemüte te, hissen fließen! es Kind, tecken hrecken, den, inden. uldig Blut, U sünde, verbinde ike, A. Buße und Beichte. ins Meer sie tief versenke! 5. Du bist der, der mich tröst't, weil du mich selbst erlöst; was ich gesündigt habe, hast du verscharrt im Grabe; da hast du es verschlossen, da wird's auch bleiben müssen. 6. Ist meine Sünde groß, so werd ich ihr'r doch los, wenn ich dein Kreuz umfasse und mich darauf verlasse. Wer sich zu dir nur findet, all Angst ihm bald verschwindet. 7. Mir mangelt zwar sehr viel; doch was ich haben will, ist alles mir zu gute erlangt mit deinem Blute, damit ich überwinde Tod, Teufel, Höll und Sünde. 8. Und wenn des Satans Heer mir ganz entgegen wär, darf ich doch nicht verzagen; mit dir kann ich sie schlagen. Dein Blut darf ich nur zeigen, so muß ihr Trutz bald schweigen. 9. Dein Blut, der edle Saft, hat solche Stärk und Kraft, daß auch ein Tröpflein kleine die ganze Welt kann reine, ja gar aus Teufels Rachen frei, los und ledig machen. 10. Darum allein auf dich, Herr Christ, verlaß ich mich. Jetzt kann ich nicht verderben, dein Reich muß ich ererben, denn du hast mir's erworben, da du für mich gestorben. 11. Führ auch mein Herz und durch deinen Geist dahin, Sinn daß ich mög alles meiden, was mich und dich kann scheiden, 238 und ich an deinem Leibe ein Gliedmaß ewig bleibe. Joh. Heermann, g. 1585, 4 1647. 238. Ev. Matth. 11, 28-30. Mel. Herzlich lieb hab ich dich, o Herr. 1. Zu dir, Herr Jesu, komme ich, nachdem du mich so mildiglich zu dir hast heißen kommen. Mich drücket meiner Sündenast, sie läßt mir keine Ruh noch Rast würd sie mir nicht benommen, so müßt darunter ich vergehn, ich könnte nicht vor Gott bestehn, vor dem die Himmel selbst nicht rein, ich müßt ein Kind des Todes sein. Herr Jesu Christ, mein Trost und Licht, mein Trost und Licht, erquicke mich und laß mich nicht! 2. Das Sündenjoch ist mir zu schwer, es drückt mein Herze allzusehr, du, Herr, wollst es zerbrechen! Gedenke, daß du diese Last darum für mich getragen hast, damit nicht möchte rächen der Vater, was ich hab verschuld't, vielmehr, daß seine Gnad und Huld mir Armen wieder würd zu teil. Mach mich durch deine Wunden Herr Jesu Christ, heil, und für mich bitt, und für mich bitt, wenn Satan wider mich auftritt. 3. Zu dir steht meine Zuversicht, ich weiß von keinem Helfer nicht ohn dich, o Arzt der Sünder. 159 239 5. Lieder vom All andre Helfer sind zu schlecht, . bist allein vor Gott gerecht, es Todes Überwinder, 0 Freistatt und der sichre Ort, das feste Schloß, der Schild und Hort, der Mittlerundder Gnadenthron, des Vaters Herz und liebster Herr Jesu Christ,[Sohn. das glaube ich, das glaube ich, ach stärk in solchem Glauben mich! 4. Hinfort will ich nun jederzeit auf mich zu nehmen sein bereit B. Glaube und 239. Eigene Melodie. 1. Auf, hinauf zu deiner Freude, meine Seele, Herz und Sinn; weg, hinweg mit deinem Leide, hin zu deinem Jesu hin! Er ist dein Schatz. Jesus ist dein einzig Leben; will die Welt nicht Raum dir bei ihm ist Platz.[(geben, 2. Fort, nur fort, steig immer in die Höh zu Jesu auf;(weiter an, hinan die Glaubensleiter klimme mit geschwindem Lauf. Gott ist dein Schutz; Jesus bleibet dein Beschirmer wider alle Seelbestürmer und bietet Trutz. 3. Fest, fein fest dich angehalten an die starke Jesustreu; laß du, laß du Gott nur walten, seine Güt ist täglich neu; er meint's recht gut. Wenn die Feinde dich anfallen, müssen sie zurücke prallen; hab guten Mut. christlichen Leben. dein Joch, die sanfte Bürde; darunter find ich Fried und Ruh, ich wachs und nehm im Guten zu. Und ob ich drunter würde aus Schwachheit, die dir ist be⸗ kannt, ermüden, wird doch deine Hand mir immer wieder helfen auf, um zu vollenden meinen Lauf. Herr Jesu Christ, durch dich allein, durch dich allein kann ich hier und dort selig sein. J. A. Freylinghausen, g. 1670,4 1789. Rechtfertigung. 4. Ein, hinein in Gottes Kam⸗ die dir Jesus aufgetan; lmer, klag und sag ihmdeinen Jammer rufe ihn um Hilfe an. Er steht dir bei. Wenn dich alle Menschen hassen, kann und will er dich nicht lassen das glaube frei. 5. Hoch, so hoch du kannst er⸗ deine Sinne von der Erd, heben schwinge dich, dem zu ergeben, was du hast, der dein' ist wert. Dein Jesus ist's, der um dich so treulich wirbet und für dich aus Liebe stirbet; drum sein du bist. 6. Auf,‚ hinauf, was droben, trachte doch allein dahin,(suche, wo dein Jesus; sonst verfluche allen schnöden Sündensinn. Zum Himmel zu! Welt und Erde muß verschwin⸗ nur bei Jesu ist zu finden[den, die wahre Ruh. J. K. Schade, g. 1666, 4 1698. 160 Mel. L 1. A Herz, Was Its so mu Aus n. Bürde; d und Ruh, Guten zu. ürde dir ist be⸗ kannt, deine Hand Ifen auf, nen Lauf. dich allein selig sein. 1670,4 1789. ottes Kam⸗ m;(mer, nJammer, hen hassen, richt lassen, kannst er⸗ rd, heben Hergeben, n' ist wert. ch wirbet be stirbet; droben, hin,(suche, verfluche ensinn. verschwin⸗ nden([den, 666, 1 1698. B. Glaube und 240. Eph. 2, 8. 9. Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. 1. Aus Gnaden soll ich selig werden. Herz, glaubst du's, oder glaubst du's nicht? Was willst du dich so blöd ge⸗ bärden? Ist's Wahrheit, was die Schrift verspricht, so muß auch dieses Wahrheit sein: Aus Gnaden ist der Himmel dein. 2. Aus Gnaden! Hier gilt kein Verdienen, die eignen Werke fallen hin. Der Mittler, der im Fleisch er⸗ schienen, hat diese Ehre zum Gewinn, daß uns sein Tod das Heil ge⸗ bracht und uns aus Gnaden selig macht. 3. Aus Gnaden! Merk dies Wort: Aus Gnaden, so oft dich deine Sünde plagt, so schwer du immer bist beladen, so oft dich dein Gewissen nagt; was die Vernunft nicht fassen kann, das beut dir Gott aus Gnade an. 4. Aus Gnaden kam sein Sohn auf Erden und übernahm die Sündenlast. Was nötigt ihn, dein Freund zu werden? Sag's, wenn du was zu rühmen hast. War's nicht, daß er dein Bestes wollt und dir aus Gnaden helfen sollt? 5. Aus Gnadenl Dieser Grund wird bleiben, Rechtfertigung. 240 so lange Gott wahrhaftig heißt. Was alle Knechte Jesu schreiben, was Gott in seinem Wort an⸗ preist, worauf all unser Glaube ruht, ist: Gnade durch des Sohnes Blut. 6. Aus Gnaden! Doch, du sichrer Sünder, denk nicht: Wohlan, ich greif auch zul Wahr ist's, Gott rufet Adams Kinder aus Gnaden zur verheißnen Ruhʒ doch nimmt er nichtzu Gnaden an, wer noch auf Gnade sünd'gen kann. 7. Aus Gnaden! Wer dies Wort gehöret, tret ab von aller Heuchelei! Dann, wenn der Sünder sich be⸗ kehret, so lernt er erst, was Gnade seiz beim Sünd'gen scheint die Gnad gering, dem Glauben ist's ein Wunder⸗ ding. 8. Aus Gnaden bleibt dem blö⸗ den Herzen das Herz des Vaters aufgetan, wenn's unter größter Angst und Schmerzen nichts sieht und nichts mehr hof⸗ fen kann. Wo nähm ich oftmals Stärkung her, wenn Gnade nicht mein Anker wär? 9. Aus Gnaden! Hierauf will ich sterben; ich fühle nichts, doch mir ist wohl. 161 11 241—242 Ich kenn mein sündliches Ver⸗ derben, doch auch den, der mich heilen soll. Mein Geist ist froh, mein Herze lacht,‚ weil mich die Gnad schon selig macht. 10. Aus Gnaden! Dies hör Sünd und Teufel; ich schwinge meine Glaubensfahn und geh getrost, trotz allem Zwei⸗ fel, durchs rote Meer nach Kanaan; ich glaub, was Jesu Wort ver⸗ spricht, ich fühl es oder fühl es nicht. Christ. Ludw. Scheidt, g. 1709, 7 1761. 241. Mel. O Jesu Christ, mein's Lebens. 1. Christi Blut und Gerechtig⸗ keit, das ist mein Schmuck und Ehren⸗ kleid; damit will ich vor Gott bestehn, wenn ich zum Himmel werd ein⸗ gehn. 2. Und wenn ich durch des Herrn Verdienst noch so treu würd in seinem Dienst, gewänn den Sieg dem Bösen ab und sündigte nicht bis ins Grab: 3. So will ich, wenn ich zu ihm komm, nicht denken mehr an gut und fromm, sondern: da kommt ein Sünder her, der gern fürs Lösgeld selig wärl 4⸗Gelobet seist du, Jesu Christ, 5. Lieder vom christlichen Leben. daß du ein Mensch geboren bist und hast für mich und alle Welt bezahlt ein ewig Lösegeld. N.L. Graf v.Zinzendorf, g. 1700,11760. 2⁴2. Ev. Luk. 10, 41, 42.— 1. Kor. 1, 30. Eigene Melodie. 1. Eins ist not, ach Herr, dies Eine lehre mich erkennen doch! Alles andre, wie's auch scheine, ist ja nur ein schweres Joch, darunter das Herze sich naget und plaget und dennoch kein wahres Ver⸗ gnügen erjaget. Erlang ich dies Eine, das alles ersetzt, so werd ich mit Einem in allem ergötzt. 2. Seele, willst du dieses finden, such's bei keiner Kreatur, laß, was irdisch ist, dahinten, schwing dich über die Natur! Wo Gott und die Menschheit in Einem vereinet, wo alle vollkommene Fülle er⸗ scheinet, da, da ist das beste, notwendige Teil, mein Ein und mein Alles, mein seligstes Heil. 3. Wie, dies Eine zu genießen, sich Maria dort befliß, als sie sich zu Jesu Füßen voller Andacht niederließ: das Herz ihr entbrannte, dies ein⸗ zig zu hören, wasJesus ihr Heiland, sie wollte belehren, 162 4. A liebste laß m schenke Ob vi so wilf denn d fein it worin und n boren bist alle Welt geld. 700,61760, 19r. 1. 30. herr, dies Eine naget und plaget res Ver⸗ n erjaget. das alles ersetzt, in allem ergötzt. es finden, schheit in vereinet, Fülle er⸗ scheinet, twendige Teil, les, mein stes Heil. genießen, ßen leß: dies ein⸗ zu hören, sie wollte belehren, B. Glaube und ihr alles war gänzlich in Jesum versenkt, und wurde ihr alles in Einem ge⸗ schenkt: 4. Also ist auch mein Verlan⸗ liebster Jesu, nur nach dir; gen, laß mich treulich an dir hangen, schenke dich zu eigen mir! Ob viel auch umkehren zum grö⸗ ßesten Haufen, so will ich dir dennoch in Liebe nachlaufen, denn dein Wort, o Jesu, ist Leben und Geist. Was ist wohl, das man nicht in Jesu geneußt? 5. Aller Weisheit höchste in dir ja verborgen liegt. Fülle Gib nur, daß sich auch mein Wille sein in solche Schranken fügt, worinnen die Demut und Einfalt regieret und mich zu der Weisheit, die himmlisch ist, führet. Ach wenn ich nur Jesum recht kenne und weiß, so hab ich der Weisheit vollkom⸗ menen Preis. 6. Nichts kann ich vor Gott ja bringen als nur dich, mein höchstes Gut. Jesu, es muß mir gelingen durch dein heil'ges, teures Blut. Die höchste Gerechtigkeit ist mir erworben, da du bist am Stamme des Kreu⸗ zes gestorben; die Kleider des Heils ich da habe erlangt, worinnen mein Glaube in Ewig⸗ keit prangt. 163 Rechtfertigung. 242 7. Nun so gib, daß meine Seele auch nach deinem Bild erwacht; du bist ja, den ich erwähle, mir zur Heiligung gemacht. Was dienet zum göttlichen Wan⸗ del und Leben, ist in dir, mein Heiland, mir alles gegeben; entreiße mich aller vergänglichen Lust, dein Leben sei, Jesu, mir einzig bewußt! 8. Ja, was soll ich mehr ver⸗ langen? Auf mich strömt die Gnadenflut. Du bist einmal eingegangen in das Heil' ge durch dein Blut; da hast du die ew'ge Erlösung erfunden, daß ich nun der Herrschaft der Hölle entbunden; dein Eingang die völlige Freiheit mir bringt, im kindlichen Geiste das Abba nun klingt. 9. Drum auch, Jesu, du alleine sollst mein Ein und Alles sein; prüf, erfahre, wie ich's meine, tilge allen Heuchelschein! Sieh, ob ich auf bösem, betrüg⸗ lichen Stege, und leite mich, Höchster, auf ewigem Wege, gib, daß ich hier alles nur achte für Spott und J Jesum gewinne: dies Eine ist not. Joh. Heinr. Schröder, g. 1667, 4 1699. 2⁴3³ 243. Röm. 3, 23— 28. Eigene Melodie. 1. Es ist das Heil uns kommen von Gnad und lauter Güte, her die Werk die helfen nimmermehr, sie können nicht behüten; der Glaub sieht Jesum Christum an, der hat g'nug für uns all getan, er ist der Mittler worden. 2. Was Gott im G'setz geboten hat, da man es nicht konnt halten, erhub sich Zorn und große Not vor Gott so mannigfalten; vom Fleisch wollt nicht herausder Geist, vom G'setz erfordert allermeist; es war mit uns verloren. 3. Es war ein falscher Wahn dabei: Gott hätt sein G'setz drum geben, als ob wir könnten selber frei nach seinem Willen leben. So ist es nur ein Spiegel zart, der uns zeigt an die sündig Art in unserm Fleisch verborgen. 4. Nicht möglich war, dieselbig aus eignen Kräften lassen; Art wiewohl es oft versuchet ward, doch mehrt sich Sünd ohn Ma⸗ ßen; denn Gleißners Werk Gott hoch verdammt, und jedem Fleisch der Sünde allzeit war angeboren. Schand 5. Doch mußt das G'setz erfüllet sein, sonst wärn wir all verdorben. Drum schickt Gott seinen Sohn herein, 3. Lieder vomtchristlichen Leben. der selber Mensch ist worden; das ganz Gesetz hat er erfüllt, damit sein's Vaters Zorn gestillt, der über uns ging alle. 6. Und wenn es nun erfüllet ist durch den, der es konnt halten, so lerne jetzt ein frommer Christ des Glaubens recht Gestalte. Nicht mehr denn: Lieber Herre mein, dein Tod wird mir dasLeben sein, du hast für mich bezahlet. 7. Daran ich keinenZZweifeltrag, dein Wort kann nicht betrügen. Nun sagst du, daß kein Mensch ö verzag (das wirst du nimmer lügen): Wer glaubt an mich und wird ge⸗ tauft, demselben ist der Himm'lerkauft, daß er nicht werd verloren. 8. Er ist gerecht vor Gott allein, der diesen Glauben fasset; der Glaub gibt aus von ihm den Schein, so er die Werk nicht lasset; mit Gott der Glaub ist wohl da⸗ ran dem Nächsten wird die Lieb Gutz bist du aus Gott geboren. stun, 9. Es wird die Sünd durchs G'setz erkannt und schlägt das G'wissen nieder; das Evangelium kommt zu Hand und stärkt den Sünder wieder und spricht: Nur kreuch zum Kreuz herzu, im G'setz ist weder Rast noch Ruh mit allen seinen Werken. 10. Die Werk die kommen g'wiß⸗ lich her 164 worden; r erfüllt, rn gestillt, L. erfüllet ist it halten, mer Christ estalte. ber Herre mein, Leben sein, hlet. veifeltrag, betrügen. in Mensch verzag lügen): id wird ge⸗ tauft, n'Lerkauft, loren. vott allein, isset; n ihm den Schein, asset; t wohl da⸗ ran, Lieb Guts en.[tun, id durchs etz erkannt sen nieder; nt zu Hand r wieder zum Kreuz herzu, t noch Ruh ken. men g'wiß⸗ lich her B. Glaube und aus einem rechten Glauben; denndas nichtrechterGlaubewär, wollst ihn der Werk berauben. Doch macht allein der Glaub ge⸗ recht; die Werk die sind des Nächsten Knecht, dran wir den Glauben merken. 11. Die Hoffnung wart't der rechten Zeit, was Gottes Wort zusage; wann das geschehen soll zu Freud, setzt Gott kein g'wisse Tage. Er weiß wohl, wann's am besten ist, und braucht an uns kein arge List; des solln wir ihm vertrauen. 12. Ob sich's anließ, als wollt er nicht, laß dich es nicht erschrecken, denn wo er ist am besten mit, da will er's nicht entdecken. Sein Wort laß dir gewisser sein, und ob dein Fleisch spräch lauter Nein, so laß dir doch nicht grauen. 13. Sei Lob und Ehr mit hohem um dieser Guttat willen[Preis Gott Vater, Sohn und heil' gem Geist! Der woll mit Gnad erfüllen, was er in uns ang'fangen hat, zu Ehren seiner Majestät, daß heilig werd sein Name. 14. Sein Reich zukomm, sein Will auf Erd g'scheh wie im Himmelsthrone, das täglich Brot ja heut uns werdz wollst unsrer Schuld verschonen, als wir auch unsern Schuldnern tun, Rechtfertigung. 244 laß uns nicht in Versuchung stehn, lös uns vom Übel! Amen. Paul Speratus, g. 1484, 4 1551. 244. Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. 1. Geht hin, ihr gläubigen Ge⸗ danken, ins weite Feld der Ewigkeit, erhebt euch über alle Schranken der alten und der neuen Zeit, erwägt, daß Gott die Liebe sei, die ewig alt und ewig neu. 2. Der Grund der Welt war nicht geleget der Himmel war noch nicht ge⸗ macht da hat Gott schon den Trieb ge heget, der mir das Beste zugedacht; da ich noch nicht geschaffen war, da reicht' er mir schon Gnade dar. 3. Sein Ratschluß war ich sollte leben durch seinen eingebornen Sohn; den wollt' er mir zum Mittler geben, den macht' er mir zum Gnaden⸗ thron, in dessen Blute sollt ich rein, geheiliget und selig sein. 4. O Wunderliebe, die mich wählte vor allem Anbeginn der Welt und mich zu ihrenKindern zählte, für welche sie das Reich bestellt! O Vaterhand, o Gnadentrieb, der mich ins Buch des Lebens schrieb! 5. Wie wohl ist mir, wenn mein Gemüte 165 245 5. empor zu dieser Quelle steigt, von welcher sich ein Strom der Güte zu mir durch alle Zeiten neigt, daß jeder Tag sein Zeugnis gibt: Gott hat mich je und je geliebt. 6. Wer bin ich unter Millionen der Kreaturen seiner Macht, die in der Höh und Tiefe wohnen, daß er mich bis hieher gebracht! Ich bin ja nur ein dürres Blatt, ein Staub, der keine Stätte hat. 7. Ja freilich bin ich zu geringe der herzlichen Barmherzigkeit, womit, o Schöpfer aller Dinge, mich deine Liebe stets erfreut; ich bin, o Vater, selbst nicht mein, dein bin ich, Herr, und bleibedein. 8. Im sichern Schatten deiner Flügel find ich die ungestörte Ruh. Der feste Grund hat dieses Siegel: Wer dein ist Herr, den kennest du. Laß Erd und Himmel untergehn, dies Wort der Wahrheit bleibet 1¹⁰ stehn. 9. Wenn in dem Kampfe schwe⸗ rer Leiden der Seele Mut und Kraft ge⸗ bricht, jo salbest du mein Haupt mit Freuden, so tröstet mich dein Angesicht; da spür ich deines Geistes Kraft, die in der Schwachheit alles schafft. 10. Die Hoffnung schauet in die Ferne durch alle Schatten dieser Zeit, der Glaube schwingt sich durch die Sterne Lieder vom christlichen Leben. und sieht ins Reich der Ewigkeit; da zeigt mir deine milde Hand mein Erbteil und gelobtes Land. 11. O sollt ich dich nicht ewig lieben der du mich unaufhörlich liebsty“ Sollt ich mit Undank dich be⸗ trüben, da du mirFried und Freude gibst? Verließ ich dich, o Menschen⸗ freund, so wär ich selbst mein ärgster Feind. 12. Ach könnt ich dich nur besser ehren, welch edles Loblied stimmt ich an Es sollten Erd und Himmel hö⸗ ren was du, mein Gott, an mir getan⸗ nichts ist so köstlich, nichts so schön als, höchster Vater, dich erhöhn. 13.Doch nur Geduld! Es kommt die Stunde, da mein durch dich erlöster Geist im höhern Chor mit frohem Munde, dich, schönste Liebe, schöner preist; drum eilt mein Herz aus dieser Zeit und sehnt sich nach der Ewigkeit. Joh. Gottfr. Herrmann, g.1707,1791. 245. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt. 1. Herr von unendlichem Er⸗ barmen, du unergründlich Liebesmeer, ich danke dir mit andern Armen, mit einem ganzen Sündenheer für deine Huld in Jesu Christ, die vor der Welt gewesen ist. 166 2. für di für da und f ja für dankt Ewigkeit; lde Hand otes Land. richt ewig lieben, ich liebstl dich be⸗ trüben, ude gibst⸗ uschen⸗ freund, ärgster Feind. nur besser ehren, imt ich an! immel hö⸗ ren, nir getan; ts so schön h erhöhn. Es kommt Stunde, ster Geist rohem Munde, ner preistz lus dieser Zeit Ewigkeit. 707,11791. Gott läßt. hem Er⸗ barmen, Smeer, n Armen, denheer Christ, sen ist. B. Glaube und 2. Für dein so allgemein Er⸗ lösen, für die Bezahlung aller Schuld, für deinen Ruf an alle Bösen und für das Wort von deiner Huld, ja für die Kraft in deinem Wort dankt dir mein Herze hier und dort. 3. Für deinen heil'gen Geist der Liebe, der Glauben wirkt in unserm Geist, weil doch des Glaubens Kraft und Triebe ein Werk der Allmacht Gottes jür die Befestigung darin(heißt; dankt dir mein neugeschaffner Sinn. 4. Für dein so tröstliches Ver⸗ sprechen, daß deine Gnade ewig sei; wenn Berge bersten, Hügel brechen, steht doch dein Bund und deine Treu; wenn Erd und Himmel weicht und fällt, so lebt doch Gott, der Glauben hält. 5. Für deine teuren Sakramente als Siegel deiner wahrenSchrift, wo Gott, damit ich glauben könnte, ein Denkmalseiner Wunderstift't: für diese Gnaden in der Zeit dankt dir mein Herz in Ewigkeit. 6. Ja Mund und Herze soll dir danken, doch bittet auch mein Herz und Mund: Rechtfertigung. 246 Laß weder Mund noch Herze wanken und gründe mich auf diesen Grund! Erhalte nur durch deine Treu mich bis ans Ende auch dabei! 7. Laß mich in Liebe heilig leben, unsträflich, dir zum Lobe, sein; versichere mein Herz darneben, es reiße keine Lust noch Pein mich von der Liebe Gottes hin, weil ich in Jesu Christo bin. 8. Tod, Leben, Trübsal, Angst und Leiden, was Welt und Hölle in sich schließt, nichts soll mich von der Liebe scheiden, die da in Christo Jesu ist. Ja Amen, Vater aller Treu, zähl mich den Auserwählten bei! Phil. Friedr. Hiller, g. 1699, 4 1769. 246. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. 1. Ich erhebe mein Gemüte sehnsuchtsvoll, mein Gott, zu dir; denn ich kenne deine Güte, o wie teuer ist sie mir! Gott der Liebe und des Lebens! Keiner harrt auf dich vergebens. Nur Verächter deiner Huld stürzet ihre eigne Schuld. 2. Lehre mich, Herr, deine Wege, deinen Willen zeige mir; daß ich nicht verirren möge, führe du mich selbst zu dir. Gott, du siehest mein Vertrauen, sicher kann ich auf dich bauen. Deine Vaterliebe ist ewig, wie du selber bist. 167 2⁴7 3. Ach gedenke an die Sünden meiner Jugendjahre nicht, laß mich Armen Gnade sinden, Gott, vor deinem Angesicht. Alle Sünden, die mich reuen, willst du, Vater, ja verzeihen. O so höre denn auch mich; meine Seele hofft auf dich. 4. Gott, du willst des Sünders seine Seele ist dir wert. Leben, Gnädig willst du ihm vergeben, wenn er sich zu dir bekehrt. Mitten auf dem Sündenwege machst du sein Gewissen rege. Wohl dem, der zu seiner Pflicht umkehrt, den verwirfst du nicht. 5. Du erquickest die Elenden, deren Herz sich dir ergibt, die sich flehend zu dir wenden, über ihre Schuld betrübt. Freude schenket deine Güte dem geängsteten Gemüte, welchem du die Sündenlast liebreich abgenommen hast. 6. Dir will ich mich ganz erge⸗ ben; Gott, mein Gott, verlaß mich nicht! Laß mich immer heilig leben, Herr, vor deinem Angesicht. Keine schnöde Lust der Sünden müsse mich mehr überwinden. Ach bewahr, ich bitte dich, meinen Geist und stärke mich. Nach J. Kasp. Lavater, g. 1741, 41 1801, von J. S. Diterich, g. 1721, 4 1797. 247. Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. 1. Ich habe nun den Grund ge⸗ funden, 5. Lieder vom christlichen Leben. der meinen Anker ewig hält. Wo anders, als in JesuWunden? Da lag er vor der Zeit der Welt, der Grund,‚ der unbeweglich steht, wennErd undHimmel untergeht. 2. Es ist das ewige Erbarmen, das alles Denken übersteigt; es sind die offnen Liebesarme des, der sich zu dem Sünder neigt, dem allemal das Herze bricht, wir kommen oder kommen nicht. 3. Wir sollen nicht verloren werden, Gott will, uns soll geholfen sein; deswegen kam der Sohn auf Er⸗ den und nahm hernach den Himmel ein deswegen klopft er für und für so stark an unsers Herzens Tür. 4. O Abgrund, welcher alle Sünden durch Christi Tod verschlungen hat! Das heißt die Wunden recht ver⸗ binden, da findet kein Verdammen statt, weil Christi Blut beständig schreit: BarmherzigkeitlBarmherzigkeitl 5. Darein will ich mich gläubig senken, dem will ich mich getrost ver⸗ traun und, wenn mich meine Sünden kränken, nur bald nach Gottes Herzen schaun; da findet sich zu aller Zeit unendliche Barmherzigkeit. 6.Wird alles andre weggerissen, 168 wasSe⸗ darf ich und sch ist die mir bl 7. Be ja häu daß ich mit eit werd ick so hoff 8. M darinn vielUn so fällt doch ist ich hof 9. Es bei der Er wol damit so steh in, dur 10. 2 so lan das wi so lan So fin O Aba Joh. 2 Mel 1. 3 ich w⸗ g hält. Wunden? der Welt, zlich steht intergeht. rbarmen, steigt; esarme der neigt, e bricht, nen nicht. erloren werden, Ifen sein; n auf Er⸗ den Himmel ein, und für zens Tür. er alle Sünden schlungen hat! recht ver⸗ binden, nen statt, indig schreit: erzigkeitl ggläubig senken, st ver⸗ traun Sünden kränken, Herzen schaun; eit keit. gerissen, B. Glaube und wasSeel und Leib erquicken kann, darf ich von keinem Troste wissen und scheine völlig ausgetan, ist die Errettung noch so weit: mir bleibet die Barmherzigkeit. 7. Beginnt das Irdische zu drücken, ja häuft sich Kummer und Ver⸗ druß, ö daß ich mich noch in vielen Stücken mit eitlen Dingen mühen muß, werd ich dadurch oft sehr zerstreut, so hoff ich doch Barmherzigkeit. 8. Muß ich an meinen besten Werken, darinnen ich gewandelt bin, vielUnvollkommenheit bemerken, so fällt wohl alles Rühmen hin, doch ist auch dieser Trost bereit: ich hoffe auf Barmherzigkeit. 9. Es gehe nur nach dessen Willen, bei dem so viel Erbarmen ist. Er wolle selbst mein Herze stillen‚ damit es das nur nicht vergißt; so stehet es in Lieb und Leid in, durch und aufBarmherzigkeit. 10. Bei diesem Grunde will ich bleiben, so lange mich die Erde trägt; das will ich denken, tun und trei⸗ ben, so lange sich ein Glied bewegt. So singich einst auchnach derZeit: O Abgrund der Barmherzigkeit! Joh. Andr. Rothe, g. 1688, 4 1758. 248. Mel. Valet will ich dir geben. 1. Ich weiß, an wen ich glaube, Rechtfertigung. 248 wenn alles hier im Staube wie Staub und Rauch verweht; ich weiß, was ewig bleibet, wo alles wankt und fällt, wo Wahn die Weisen treibet und Trug die Klugen hält. 2. Ich weiß, was ewig dauert, ich weiß, was nie verläßt; auf ew'gem Grund gemauert steht diese Schutzwehr fest. Es sind des Heilands Worte, die Worte fest und klar; an diesem Felsenhorte halt ich unwandelbar. 3. Auch kenn ich wohl den Mei⸗ der mir die Feste baut; Ister, es ist der Herr der Geister, auf den der Himmel schaut, vor dem die Seraphinen anbetend niederknien, um den die Heil'gen dienen,— ich weiß und kenne ihn. 4. Das ist das Licht der Höhe, das ist mein Jesus Christ, der Fels, auf dem ich stehe, der diamanten ist, der nimmermehr kann wanken, mein Heiland und mein Hort— die Leuchte der Gedanken, die leuchtet hier und dort. 5. Er, den man blutbedecket am Abend einst begrub, er, der von Gott erwecket sich aus dem Grab erhub, der meine Schuld versöhnet, der seinen Geist mir schenkt, der mich mit Gnade krönet und ewig mein gedenkt. 6. Drum weiß ich, was ich glaube, ich weiß, was fest besteht ich weiß, was fest besteht, und in dem Erdenstaube 169 249—250 nicht mit als Staub verweht. Es bleibet mir im Grauen des Todes ungeraubt, es schmückt auf Himmelsauen mit Kronen einst mein Haupt. Ernst Mor. Arndt, g. 1769, 4 1860. 249. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 1. Jesus nimmt die Sünder an. Saget doch dies Trostwort allen, welche von der rechten Bahn auf verkehrten Weg verfallen. Hier ist, was sie retten kann: Jesus nimmt die Sünder an. 2. Keiner Gnade sind wir wert; doch hat er in seinem Worte eidlich sich dazu erklärt. Sehet nur, die Gnadenpforte ist hier völlig aufgetan: Jesus nimmt die Sünder an. 3. Wenn ein Schaf verloren ist,‚ suchet es ein treuer Hirte; Jesus, der uns nie vergißt, juchet treulich das Verirrte, daß es nicht verderben kann: Jesus nimmt die Sünder an. 4. Kommet alle, kommet her, kommet, ihr betrübten Sünder! Jesus rufet euch, und er macht aus Sündern Gottes Kin⸗ der. Glaubt es doch und denket dran: Jesus nimmt die Sünder an. 5. Ich Betrübter komme hier und bekenne meine Sünden; laß, mein Heiland, mich bei dir Gnade zur Vergebung finden, daß dies Wort mich trösten kann: Jesus nimmt die Sünder an. 6. Ich bin ganz getrosten Muts; 5. Steder vom christlichen Leben. ob die Sünden blutrot wären, müssen sie kraft deines Bluts dennoch sich in schneeweiß kehren, da ich gläubig sprechen kann: Jesus nimmt die Sünder an. 7. Mein Gewissen quält mich nicht; wer will mich bei Gott verklagen! Der mich frei und ledig spricht hat die Schulden abgetragen, daß mich nichts verdammen kann: Jesus nimmt die Sünder an. 8. Jesus nimmt die Sünder an, mich hat er auch angenommen und den Himmel aufgetan, daß ich selig zu ihm kommen und auf den Trost sterben kann: Jesus nimmt die Sünder an. Erdmann Neumeister, g.1671, 4 1756. 250. Röm. 8, 31. Mel. Valet will ich dir geben. 1. Ist Gott für mich, so trete gleich alles wider mich; so oft ich ruf und bete, weicht alles hinter sich. Hab ich das Haupt zum Freunde und bin geliebt bei Gott, was kann mir tun der Feinde und Widersacher Rott? 2. Nun weiß und glaub ich feste, ich rühm's auch ohne Scheu, daß Gott, der Höchst und Beste, mein Freund und Vater sei, und daß in allen Fällen er mir zur Rechten steh und dämpfe Sturm und Wellen und was mir bringet Weh. 3. Der Grund, daichmichgründe, ist Christus und sein Blut; 170⁰ das ma das ew An mir ist nicht was Cl das ist 4. M mein E Wenn! so dürf vor Go und vo ich müf wie W 5. De was m der ist' macht f In ihn hab eir darf ke wie sor 6. Ni nichts die Hö die fin kein Ur kein Ur weil m mein 7. Se regiere vertrei nimmt gibt S dem, un hilft n aus al 8. Ur sich Fr N. ot wären, es Bluts eiß kehren, n kann: nder an. juält mich nicht; verklagen? dg spricht etragen, men kann: nder an. Sünder an, enommen getan, ommen rben kann: nder an. 1671, 1 1756. ir geben. „so trete h . in Freunde zott, Feinde t? ub ich feste, cheu, und Beste, ter sei, len nd Wellen Weh. ich gründe, Blut; B. Glaube und das machet, daß ich finde das ew'ge, wahre Gut. An mir und meinem Leben ist nichts auf dieser Erd; was Christus mir gegeben, das ist der Liebe wert. 4. Mein Jesus ist mein Ehre, mein Glanz und schönes Licht. Wenn der nicht in mir wäre, so dürft und könnt ich nicht vor Gottes Augen stehen und vor dem Sternensitz, ich müßte stracks vergehen, wie Wachs in Feuershitz. 5. Der, der hat ausgelöschet, was mit sich führt den Tod; der ist's, der mich rein wäschet, macht schneeweiß, was ist rot. In ihm kann ich mich freuen, hab einen Heldenmut, darf kein Gerichte scheuen, wie sonst ein Sünder tut. 6. Nichts, nichts kann mich ver⸗ dammen, nichts nimmet mir mein Herz; die Höll und ihre Flammen, die sind mir nur ein Scherz; kein Urteil mich erschrecket, kein Unheil mich betrübt, weil mich mit Flügeln decket mein Heiland, der mich liebt. 7. Sein Geist wohnt mir imHer⸗ regieret meinen Sinn,[zen, vertreibet Sorg und Schmerzen, nimmt allen Kummer hin; gibt Segen und Gedeihen dem, was er in mir schafft, hilft mir das Abba schreien aus aller meiner Kraft. 8. Und wenn an meinem Orte sich Furcht und Schrecken find't, Rechtfertigung. 250 so seufzt und spricht er Worte, die unaussprechlich sind mir zwar und meinem Munde, Gott aber wohl bewußt, der an des Herzens Grunde ersiehet seine Lust. 9. Sein Geist spricht meinem Geiste manch süßes Trostwort zu: wie Gott dem Hilfe leiste, der bei ihm suchet Ruh, und wie er hab erbauet ein edle neue Stadt, da Aug und Herze schauet, was es geglaubet hat. 10. Da ist mein Teil und Erbe mir prächtig zugericht't; wenn ich gleich fall und sterbe, fällt doch mein Himmel nicht. Muß ich auch gleich hier feuchten mit Tränen meine Zeit, mein Jesus und sein Leuchten durchsüßet alles Leid. 11. Wer sich mit dem verbindet, den Satan fleucht und haßt, der wird verfolgt und findet ein hohe schwere Lasft zu leiden und zu tragen, gerät in Hohn und Spott, das Kreuz und alle Plagen die sind sein täglich Brot. 12. Das ist mir nicht verborgen, doch bin ich unverzagt; Gott will ich lassen sorgen, dem ich mich zugesagt. Es koste Leib und Leben und alles, was ich hab, an dir will ich fest kleben und nimmer lassen ab. 13. Die Welt die mag zer⸗ du stehst mir ewiglich;(brechen, 17¹ SSESEEEF 251 kein Brennen, Hauen, Stechen soll trennen mich und dich; kein Hunger und kein Dürsten, kein Armut, keine Pein, kein Zorn der großen Fürsten soll mir ein Hind'rung sein. 14. Kein Engel, keine Freuden, kein Thron, kein Herrlichkeit, kein Lieben und kein Leiden, kein Angst, kein Herzeleid, was man nur kann erdenken, es sei klein oder groß, der keines soll mich lenken aus deinem Arm und Schoß. 15. Mein Herze geht in Sprün⸗ und kann nicht traurig sein, gen ist voller Freud und Singen, sieht lauter Sonnenschein. Die Sonne, die mir lachet, ist mein Herr Jesus Christ, das, was mich singen machet, ist, was im Himmel ist. Paul Gerhardt, g. 1607, 4 1676. 251. Eigene Melodie. 1. Mein Jesu, dem die Sera⸗ phinen im Glanz der höchsten Majestät selbst mit bedecktem Antlitz die⸗ nen, wenn dein Befehl an sie ergeht: wie sollten blöde Fleischesaugen, die der verhaßten Sünde Nacht mit ihrem Schatten trüb gemacht, dein helles Licht zu schauen tau⸗ gen? 2. Doch gönne meinen Glau⸗ bensblicken den Eingang in dein Heiligtum und laß mich deine Gnad er⸗ quicken 17² 5. Lieder vom christlichen Leben. zu meinem Heil und deinem Ruhn. Reich deinen Scepter meiner See⸗ die sich in Demut vor dir neigt lle, und dir als deine Braut sich zeigt; sprich: Ja du bist's, die ich er⸗ wähle. 3. Sei gnädig, Jesu, voller Güte dem Herzen, das nach Gnade lechzt ach höre doch, wie mein Gemüte: Gott, sei mir Armem gnädig! ächzt. Ich weiß, du kannst mich nicht verstoßen; wie könntest du ungnädig sein dem, den dein Blut von Schuld und Pein erlöst, da es so reich geflossen? 4. Ich fall in deine Gnaden⸗ hände und bitte mit dem Glaubensgruß: Gerechter König, wende, wende die Gnade zu der Herzensbuß! Ich bin gerecht durch deine Wun⸗ den es ist nichts Sträflich's mehr en mir; bin aber ich versöhnt mit dir, so bleib ich auch mit dir verbun⸗ den. 5. Ach laß mich deine Weisheit leiten und nimm ihr Licht nicht von mir weg; stell deine Gnade mir zur Seiten daß ich auf dir beliebtem Steg beständig bis ans Ende wandle, damit ich auch zu dieser Zeit in Lieb und Herzensfreudigkeit nach deinem Wort und Willen handle. ö 1 6. Re und stär daß ich wenn S so wird das un und end auch in 7. Ja erwähl Hastdu des Hi so wür und la bis du, mich w 8. Ic steig d laß mi erfülle Ich w so lang und we so solld Wé deinem Ruhm. meiner See⸗ ir neigt lle⸗ ut sich zeigtz die ich er⸗ wähle. voller Güte h Gnade lechzt in Gemüte: ugnädig!l ächjt. mich nicht verstoßen; nädig sein von Schuld und Pein geflossen? Gnaden⸗ hände ubensgruß: nde, wende erzensbuß! deine Wun⸗ den, s mehr an mir t mit dir, dir verbun⸗ den. te Weisheit leiten icht von mir weg; zur Seiten, btem Steg ide wandle, eser Zeit freudigkeit nd Willen handle. B. Glaube und 6. Reich mir die Waffen aus der Höhe und stärke mich durchdeine Macht, daß ich im Glauben sieg und stehe, wenn Stärk und List der Feinde wacht; so wird dein Gnadenreich auf Erden, das uns zu deiner Ehre führt und endlich gar mit Kronen ziert, auch in mir ausgebreitet werden. 7. Ja ja, mein Herz will dich umfassen, erwähl es, Herr, zu deinemThron. Hastdu ausLieb ehmals verlassen des Himmels Pracht und deine Kron, so würd'ge auch mein Herz, o Leben, und laß es deinen Himmel sein, bis du, wenn dieser Bau fällt ein, mich wirst in deinen Himmel heben. 8. Ich steig hinauf zu dir im Glauben, steig du in Lieb herab zu mir; laß mir nichts diese Freude rau⸗ ben, erfülle mich nur ganz mit dir. Ich will dich fürchten, lieben, ehren, so lang in mir das Herz sich regt, und wenn dasselb auch nicht mehr schlägt, so soll doch noch die Liebe währen. W. Chr. Deßler, g. 1660, 1 1722. Rechtfertigung. 252 Erbarmung deren ich nicht wert; das zähl ich zu demWunderbaren, mein stolzes Herz hat's nie be⸗ gehrt. Nun weiß ich das und bin erfreut und rühme die Barmherzigkeit. 2. Ich hatte nichts als Zorn ver⸗ dienet und soll bei Gott in Gnaden sein; er hat mich mit sich selbst ver⸗ sühnet, macht durch das Blut des Sohns mich rein. Wo kam dies her? warum ge⸗ schieht's? Erbarmung ist's und weiter nichts. 3. Das muß ich dir, mein Gott, bekennen, das rühm ich, wenn ein Mensch mich fragt; ich kann es nur Erbarmung nennen, so ist mein ganzes Herz gesagt. Ich beuge mich und bin erfreut und rühme die Barmherzigkeit. 4. Dies laß ich kein Geschöpf mir rauben, dies soll mein einzig Rühmen sein; auf dies Erbarmen will ich glau⸗ ben, auf dieses bet ich auch allein, auf dieses duld ich in der Not, auf dieses hoff ich noch im Tod. 5. Gott, der du reich bist an Er⸗ barmen, 252. nimm dein Erbarmen nicht von Mel. Wer nur den lieben Gott. mir 1. Mir ist Erbarmung wider⸗ und führe durch den Tod mich fahren, Armen 173 durch meines Heilands Tod zu dir! Da bin ich ewig hoch erfreut und rühme die Barmherzigkeit. Phil. Friedr. Hiller, g. 1699, 4 1769. 253. Eigene Melodie. 1. Nun freut euch, liebe Christen g'mein, und laßt uns fröhlich springen, daß wir getrost und all in ein mit Lust und Liebe singen, was Gott an uns gewendet hat und seine füße Wundertat; gar teu'r hat er's erworben. 2. Dem Teufel ich gefangen lag, im Tod war ich verloren; mein Sünd mich quälte Nacht und darin ich war geboren; Tag, ich fiel auch immer tiefer drein, es war kein Gut's am Leben mein, die Sünd hatt' mich besessen 3. Mein guten Werk die galten nicht, es war mit ihn'n verdorben; der frei Will haßte Gott's Ge⸗ richt, er war zum Gut'n erstorben; die Angst mich zu verzweifeln trieb, daß nichts denn Sterben bei mir zur Hölle mußt ich sinken.[blieb, 4. Da jammert Gott in Ewig⸗ mein Elend übermaßen; kkeit er dacht an sein Barmherzigkeit, er wollt mir helfen lassen. Er wandt zu mir das Vaterherz; es war bei ihm fürwahr kein Scherz, er ließ's sein Bestes kosten. 5. Lieder vom christlichen L eben. 5. Er sprach zu seinem lieben Sohn: Die Zeit ist, zu erbarmen; fahr hin, mein's Herzens werte Kron, und sei das Heil dem Armen und hilf ihm aus der Sünden Not, erwürg für ihn den bittern Tod und laß ihn mit dir leben! 6. Der Sohn dem Vater g'hor⸗ sam ward; er kam zu mir auf Erden von einer Jungfrau rein und zart, er sollt mein Bruder werden. Gar heimlich führt er sein Ge⸗ walt, er ging in meiner armen Gestalt; den Teufel wollt er fangen. 7. Er sprach zu mir: Halt dich an mich, es soll dir jetzt gelingen; ich geb mich selber ganz für dich, da will ich für dich ringen; denn ich bin dein, und du bist mein, und wo ich bleib, da sollst du sein, uns soll der Feind nicht scheiden. 8. Vergießen wird er mir mein dazu mein Leben rauben;([Blut, das leid ich alles dir zu gut; das halt' mit festem Glauben. Den Tod verschlingt das Leben mein, mein Unschuld trägt die Sünde da bist du selig worden.(dein; 9. Gen Himmel zu dem Vater fahr ich von diesem Leben;[mein da will ich sein der Meister dein, den Geist will ich dir geben, der dich in Trübnis trösten soll 174 und lehr und in 10. W das soll damit d zu Lob: Und hůü davon 1 Das la Mar Mel. E⸗ 1. O daß ma nicht je noch sta Drum l des wa! und daf 2. Leh daß ich daß ich, den So daß iche zugleick in dem 3. La die wal wie der dem du Hilf, d du bist die Wo 4. Gi em lieben Sohn: men; zens werte Kron, Armen Sünden Not, ittern Tod eben! ater g'hor⸗ am ward; den n undzart, werden. sein Ge⸗ walt, n Gestalt; ingen. Halt dich an mich, en; z für dich, lst du sein, t scheiden. mir mein en;[Blut, zu gut; Blauben. das Leben mein, die Sünde n.[dein; dem Vater en;[mein ister dein, geben, rösten soll B. Glaube und und lehren, mich erkennen wohl und in der Wahrheit leiten. 10. Was ich getan hab und ge⸗ lehrt, das sollst du tun und lehren, damit das Reich Gott's werd ge⸗ zu Lob und seinen Ehren. Imehrt Und hüt dich vor der Menschen Satz, davon verdirbt der edle Schatz! Das laß ich dir zur Letze. Martin Luther, g. 1483, 1546. 254. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 1. O Gottes Sohn, Herr Jesu Christ, daß man recht könne gläuben, nicht jedermannes Ding so ist, noch standhaft zu verbleiben. Drum hilf du mir von oben her, des wahren Glaubens mich be⸗ und daß ich drin beharre.[währ 2. Lehr du und unterweise mich, daß ich den Vater kenne, daß ich, o Jesu Christe, dich den Sohn des Höchsten nenne, daß ich auch ehr den heil'gen Geist, zugleich gelobet und gepreist in dem dreiein'gen Wesen. 3. Laß mich vom großen Gna⸗ denheil die wahr Erkenntnis finden, wie der nur an dir habe teil, dem du vergibst die Sünden. Hilf, daß ichs such, wie mir's ge⸗ bührt; du bist der Weg, der mich recht führt, die Wahrheit und das Leben. 4. Gib, daß ich traue deinem Wort 17⁵ Rechtfertigung. 254 es wohl ins Herze fasse, daß sich mein Glaube immerfort auf dein Verdienst verlasse, daß zur Gerechtigkeit mir werd, wenn ich von Sünden bin be⸗ schwert, dein Kreuztod zugerechnet. 5. Den Glauben, Herr, laß trö⸗ sten sich des Bluts, so du vergossen, auf daß in deinen Wunden ich bleib allzeit eingeschlossen und durch den Glauben auch die ů Welt und was dieselb' am höchsten hält, allzeit für Schaden achte. 6. Wär auch mein Glaube noch so klein, und daß man ihn kaum merke, wollst du doch in mir mächtig sein, daß deine Gnad mich stärke, die daszerstoßneRohrnichtbricht, das glimmend Docht auch voll⸗ ends nicht auslöschet in den Schwachen. 7. Hilf, daß ich stets sorgfältig den Glauben zu behalten, Isei, ein gut Gewissen auch dabei, und daß ich so mög walten, daß ich sei lauter jederzeit, ohn Anstoß, mit Gerechtigkeit erfüllt und ihren Früchten. 8.Herr, durch denGlaubenwohn in mir, laß ihn sich immer stärken, daß er sei fruchtbar für und für und reich an guten Werken, daß er sei tätig durch die Lieb, mit Freude und Geduld sich üb, dem Nächsten treu zu dienen. 9. Insonderheit gib mir die Kraft, 255—256 5. Lieder vom daß vollends bei dem Ende ich übe gute Ritterschaft, zu dir allein mich wende in meiner letzten Stund und Not, des Glaubens End durch deinen die Seligkeit, erlange.[Tod, 10. Herr Jesu, der du angezündt das Fünklein in mir Schwachen: was sich vom Glauben in mirfindt, das wollst du stärker machen. Was du gefangen an, vollführ bis an das End, daß dort bei dir auf Glauben folg das Schauen. David Denicke, g. 1603, 4 1680. 255. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 1. Stark ist meines Jesu Hand, und er wird mich ewig fassen, hat zu viel an mich gewandt, um mich wieder loszulassen. Mein Erbarmer läßt mich nicht, das ist meine Zuversicht. 2. Sieht mein Kleinmut oft Ge⸗ fahr, fürcht ich auch zu unterliegen: Christus beut den Arm mir dar, Christus hilft der Ohnmacht sie⸗ gen. Daß mich Gottes Held verficht, das ist meine Zuversicht. 3. Wenn der Kläger mich ver⸗ klagt, Christus hat mich schon vertreten; wenn er mich zu sichten wagt, Christus hat für mich gebeten. Daß mein Bürge für mich spricht, das ist meine Zuversicht. 4. Würd es Nacht vor meinem Schritt, daß ich keinen Ausgang wüßte 176 christlichen Leben. und mit ungewissem Tritt ohne Licht verzagen müßte, Christus ist mein Stab und Licht, das ist meine Zuversicht. 5. Mag die Welt im Mißgeschick leben oder ängstlich klagen, ohne Halt ist all ihr Glück, wahrlich sie hat Grund zu zagen. Daß mein Anker nie zerbricht, das ist meine Zuversicht. 6. Will mein Herr durch sanfte Zucht mich nach seinem Bild gestalten, o so will ich ohne Flucht seiner Hand nur stiller halten. Dann erschreckt mich kein Gericht, das ist meine Zuversicht. 7. Seiner Hand entreißt mich nichts, follt ich ihn mit Kleinmut schmä⸗ hen? MeinErbarmerselbstversprichts, sollt ich ihm sein Wort verdrehen? Nein, er läßt mich ewig nicht, das ist meine Zuversicht. Karl Bernhard Garve, g. 1763,41841. 256. Mel. Wunderbarer König. 1. Unumschränkte Liebe, gönne blöden Augen, die sonst kaum auf Erden taugen, daß sie in die Strahlen deiner Langmut blicken, die den Erdkreis wärmend schmü⸗ und zugleich freudenreich(cken Bösen und den Deinen mit der Sonne scheinen. 2. Wasser, Luft und Erde, ja dein ganz Gebiete ist ein Schauplatz deiner Güte. Deiner wird d immer O wie über B streckt f 3. W was w' ist ein Tag fü Tag fü so viel und da lieben Herr,! 4. Di hörst d wenn f Deine und er legt di welche neue S wenn 5. He der zu statt de wer zu sich mi dem w und ur Deine die so und m N. Tritt nüßte, bund Licht, icht. Mißgeschick lagen, Glück, d zu zagen. zerbricht, icht. Aurch sanfte Zucht gestalten, ucht er halten. in Gericht. icht. treißt mich nichts, mut schmů⸗ hen? versprichts, verdrehen? vig nicht, icht. 1763, 4 1841. König. iebe, den taugen, len en, nend schmü⸗ reich(cken en ten. 5Erde, mer Güte. B. Glaube und Rechtfertigung. Deiner Langmut Ehre wird durch neue Proben immer herrlicher erhoben. O wie weit, o wie breit über Berg und Hügel streckt sie ihre Flügel! 3. Was wir davon denken, was wir sagen können, ist ein Schatten nur zu nennen. Tag für Tag zu leiden, Tag für Tag zu dulden so viel Millionen Schulden und dazu ohne Ruh lieben für das Hassen, Herr, wer kann das fassen! 4. Du vergibest Sünde, hörst der Sünder Flehen, wenn sie weinend vor dir stehen. Deine Rechte dräuet und erbarmt sich wieder, legt die Pfeile gerne nieder,“) welche doch immer noch neue Schuld erreget, wenn sie kaum geleget. *) Ps. 7, 14. 5. Herr, es hat noch keiner, der zu dir gegangen, statt der Gnade Recht empfangenz wer zu deinen Füßen sich mit Thränen senket, dem wird Straf und Schuld ge⸗ schenket. Unser Schmerz rührt dein Herz, und du willst der Armen gnädig dich erbarmen. 6. König, sei gepriesen, daß du so verschonest und uns nicht nach Werkenlohnest. Deiner Hand sei Ehre, die so wohl regieret und mit Ruhm den Scepterführet. 177 257 Fahre fort, Zions Hort, Langmut auszuüben und die Welt zu lieben. Joh. Jak. Rambach, g. 1693, T 1785 257. Eigene Melodie. 1. Weicht, ihr Berge, fallt, ihr Hügel, brecht, ihr Felsen, alle ein: Gottes Gnade hat das Siegel, sie will unverändert sein. Laß die Welt zu Trümmern gehn, Gottes Gnade wird bestehn. 2. Gott hat mir ein Wort ver⸗ sprochen, Gott hat einen Bund gemacht, der wird nimmermehr gebrochen, bis er alles hat vollbracht. Er, die Wahrheit, trüget nicht, es geschieht, war er verspricht. 3. Seine Gnade soll nicht weichen, wenn gleich alles bricht und fällt, sie wird ihren Zweck erreichen, weil sie ewig Glauben hält. Gott ist fromm und gut und treu, sei die Welt voll Heuchelei. 4. Will die Welt den Frieden brechen, hat sie lauter Krieg im Sinn, Gott hält immer sein Verspre⸗ so fällt aller Zweifel hin, lchen; als wär er nicht immerdar, was er ist und was er war. 5. Laßt sein Antlitz sich verstel len, ist sein Herz doch treu gesinnt und bezeugt in allen Fällen, daß ich sein geliebtes Kind, dem er beide Hände reicht, 12 258—259 5. Lieder vom christlichen Leben. wenn auch Grund und Boden weicht. 6. Er willFriede mit mir halten, wenn die Welt sich auch empört; ihre Liebe mag erkalten, achtet doch mein Gott mich wert, und wenn Sturm und Donner brüllt, bleibt er mir doch Sonn und Schild. 7. Er, der Herr, ist mein Er⸗ barmer, so hat er sich selbst genannt; das ist Trost, so werd ich Armer immer als sein Kind erkannt. Sein Erbarmen läßt nicht zu, daß er mir was Leides tu. 8. Nun es bleibt mein ganz Ver⸗ trauen ankerfest auf ihm beruhn; auf ihn will ich Felsen bauen, was er sagt, das wird er tun. Erd und Himmel kann vergehn, sein Bund bleibet feste stehn. Benjamin Schmolck, g. 1672, 4 1737. 258. Eigene Melodie. 1. Wir glauben all an Einen Gott, Schöpfer Himmels und der Erden, der sich zum Vater geben hat, daß wir seine Kinder werden. Er will uns allzeit ernähren, Leib und Seel auch wohl bewah⸗ ren; allem Unfall will er wehren, kein Leid soll uns widerfahren. Er sorget füruns, hüt'tund wacht, es steht alles in seiner Macht. 2. Wir glauben auch an Jesum Christ, seinen Sohn und unsern Herren, der ewig bei dem Vater ist, gleicher Gott von Macht und Ehren, von Maria der Jungfrauen ist ein wahrer Mensch geboren durch den heil'gen Geist im Glau⸗ ben; für uns, die wir warn verloru, am Kreuz gestorben und vom Tod wieder auferstanden durch Gott. 3. Wir glauben an den heil'gen Geist, Gott mit Vater und dem Sohne, der aller Blöden Tröster heißt und mit Gaben zieret schöne, die ganze Christenheit auf Erden hält in Einem Sinn gar eben; hie all Sünd vergeben werden; das Fleisch soll auch wieder leben; nach diesem Elend ist bereit uns ein Leben in Ewigkeit Amen. Martin Luther, g. 1483, 1 1546. 6. Zesuslieder. 259. Eigene Melodie. 1. Ach Jesu, dessen Treu im Himmel und auf Erden durch keines Menschen Mund kann g'nug gepriesen werden, ich danke dir, daß du, ein wahrer Mensch gebor'n, 178 hast vo daß ich 2. De der ich der heil der alle er kehre den Se sei meit der mit er seier mein S mein R er seier 4. Er die We und wi aus G. daß ich dies L wenn und S 5. Di in dir Herr, in dir das en das dr von di dir di Jol nähren, hl bewah⸗ ren; Hehren, erfahren. ind wacht, Macht. an Jesum Christ, n Herren, er ist, cht und Ehren, frauen geboren t im Glau⸗ ben; verlor'n, vom Tod urch Gott. n heil'gen Geist, m Sohne, ter heißt schöne, auf Erden gar eben; nwerden; der leben; bereit igkeit 183, + 1546. Mund werden, bor'n, C. Jesuslieder. hast von mir abgewandt, daß ich nicht bin verlor'n. 2. Dein Name heil'ge mich, der ich bin ganz beflecket, der heil'ge Jesusnam, der alle Sünd bedecket; er kehre ab den Fluch, den Segen zu mir wend, sei meine Stärk, dadurch sich alle Schwachheit end't. 3. Er sei mein Licht, das mich in Finsternis erleuchte; er sei der Himmelstau, der mich in Hitz anfeuchte; er sei mein Schirm und Schild, mein Schatten, Schloß und Hut, mein Reichtum, Ehr und Ruhm, er sei mein höchstes Gut. 4. Er sei mein Himmelsweg, die Wahrheit und das Leben und wolle mir zuletzt aus Gnaden dieses geben, daß ich alsdann in ihm dies Leben schließe wohl, wenn meine Sterbenszeit und Stunde kommen soll. 5. Dir leb ich und in dir, in dir will ich auch sterben; Herr, sterben will ich dir; in dir will ich ererben das ew'ge Himmelreich, das du erworben mir; von dir verklärt will ich dir dienen für und für. Joh. Heermann, g. 1585, f 1647. Mel. Nun bitten wir den heil. Geist. 1. Ach mein Herr Jesu, dein Nahesein bringt großen Frieden ins Herz hinein, 179 260 und dein Gnadenanblick macht uns so selig, daß Leib und Seele darüber fröh⸗ und dankbar wird. llich 2. Wir sehn dein freundliches Angeficht voll Huld und Gnade wohl leib⸗ lich nicht, aber unsre Seele kann's schon ge⸗ wahren, du kannst dich fühlbar gnug offen⸗ auch ungesehn.(baren, 3. O wer nur immer bei Tag und Nacht deinzu genießenrecht wärbedachtl Der hätt ohne Ende von Glück zu sagen, und Leib und Seele müßt immer Wer ist wie du? ragen: 4. Barmherzig, gnädig, gedul⸗ dig sein, uns täglichreichlichdie Schuldver⸗ zeihn, heilen stillen, trösten, erfreun und segnen und unsrer Seele als Freund be⸗ ist deine Lust.(gegnen, 5. Ach gib an deinem kostbaren Heil uns alle Tage vollkommnen Teil und laß unsre Seele sich immer schicken, aus Not und Liebe nach dir zu ohn Unterlaß. blicken 6. Und wenn wir weinen, so tröst uns bald mit deiner blutigen Todsgestalt, ja die laß uns immer vor Augen schweben und dein wahrhaftiges Inuns⸗ zu sehen sein! eben 12* 26¹ 5. 7. Ein herzlich Wesen und Kind⸗ lichkeit sei unsre Zierde zu aller Zeit, und die Blutbesprengung aus dei⸗ nen Wunden erhalt uns solche zu allen Stun⸗ bei Freud und Leid!(den 8. So werden wirbis in Himmel hinein mit dir vergnügt wie die Kind⸗ lein sein; muß man gleich die Wangen noch manchmal netzen: wenn sich das Herz nur an dir stets und stillen kann. letzen 9. Du reichst uns deine durch⸗ grabne Hand, die soviel Treue an uns gewandt, daß wir beim Drandenken be⸗ schämt dastehen, und unser Auge muß übergehen vor Lob und Dank. Christian Gregor, g. 1723, 4 1801. 261. Mel. Wie lieblich ist doch, Herr. 1. Ach sagt mir nichts von Gold und Schätzen, von Pracht und Schönheit dieser Welt; es kann mich ja kein Ding ergötzen, das mir die Welt vor Augen stellt. Ein jeder liebe, was er will, ich liebe Jesum, der mein Ziel. 2. Er ist alleine meine Freude, mein Gold, mein Schatz, mein schönstes Bild, an dem ich meine Augen weide und finde, was mein Herze stillt. Ein jeder liebe, was er will, ich liebe Jesum, der mein Ziel. Lieder vom christlichen Leben. 3. Die Welt vergeht mit ihren Lüsten, des Fleisches Schönheit dauert nicht, die Zeit kann alles das verwüsten, was Menschenhände zugericht't. Ein jeder liebe, was er will, ich liebe Jesum, der mein Ziel⸗ 4. Sein Schloß kann keine Macht zerstören, sein Reich vergeht nicht mit der ei sein Thron bleibt stets in gleichen Ehren von nun an bis in Ewigkeit. Ein jeder liebe, was er will, ich liebe Jesum, der mein Ziel. 5. Sein Reichtum ist nicht zuer⸗ gründen, sein allerschönstes Angesicht und was von Schmuck um ihn zu finden, verbleichet und veraltet nicht. Ein jeder liebe, was er will, ich liebe Jesum, der mein Ziel. 6. Er kann mich über alls er⸗ heben und seinerKlarheit machen gleich, er kann mir so viel Schätze geben, daß ich werd unerschöpflich reich. Ein jeder liebe, was er will, ich liebe Jesum, der mein Ziel— 7. Und ob ich's zwar noch muß entbehren, so lang ich wandre in der Zeit, so wird er mir's doch wohl ge⸗ währen im Reiche seiner Herrlichkeit. Drum tu ich billig, was ich will, und liebe Jesum, der mein Ziel. Johann Scheffler, g. 1624, 4 1677. 180⁰ völlig, Seele, Wer di wer dir darf ni 2. W kann in er hat, Wer it lebt m liebet Bist d muß de und de 3. Hi Ruhe Trost was 6 kann d mit ihren Lüsten, eit dauert nicht, verwüsten, zugericht't. er will, mein Ziel. eine Macht zerstören, ht mit der Zeit, in gleichen Ehren wigkeit. er will, mein Ziel. nicht zuer⸗ gründen, gesicht um ihn zu finden, tet nicht. er will, mein Ziel. er alls er⸗ heben chen gleich, ätze geben, flich reich. er will, mein Ziel. noch muß entbehren, der Zeit, wohl ge⸗ währen clichkeit. 28 ich will, mein Ziel. 24, + 1677. C. Jesuslieder. 262. Mel. Jesu meine Freude. 1. Allgenugsam Wesen, das ich hab erlesen mir zum höchsten Gut: du vergnügst alleine, völlig, innig, reine Seele, Geist und Mut. Wer dich hat, ist still und satt; wer dir kann im Geist anhangen, darf nichts mehr verlangen. 2. Wem du dich gegeben, kann im Frieden leben, er hat, was er will. Wer im Herzensgrunde lebt mit dir im Bunde, liebet und ist still. Bist du da uns innig nah, muß das Schönste bald erbleichen und das Beste weichen. 3. Höchstes Gut der Güter, Ruhe der Gemüter, Trost in aller Pein: was Geschöpfe haben, kann den Geist nicht laben; du vergnügst allein. Was ich mehr als dich begehr, kann mein Seligsein nur hindern und den Frieden mindern. 4. Was genannt mag werden droben und auf Erden, alles reicht nicht zu. Einer nur kann geben Freude, Ruh und Leben. Eins ist not: nur du! Hab ich dich nur wesentlich, so mag Leib und Seel verschmach⸗ ich will's gar nicht achten.[ten: 5. Komm, du selig Wesen, 262—263 werd mir offenbar. Meinen Hunger stille, meinen Grund erfülle mit dir selber gar. Bleib nur du mein Gut und Ruh, bis du wirst in jenem Leben dich mir völlig geben. Gerh. Tersteegen, g. 1697, 4 1769. 263. Mel. Was mein Gott will, gescheh. 1. Dein, dein soll sein das Herze mein, dir lieben Herrn und Gotte; hast mich bekleid't, sicher geleit't im Weg deiner Gebote. Mich soll von dir, so dus gönnst mir, kein Gunst noch Gewalt abziehen; und wich auch schon das Fleisch davon, soll doch das Herz nicht fliehen. 2. Dein, dein soll sein das Herze mein, du auserwählter Christe! Du gibst recht Freud, vertreibst all Leid, du wahre Lebensfriste. All mein Begier steht hin zu dir in Lust und Freud von Herzen. Du bist mein Hort; dein ewig Wort vertreibt mir all mein Schmerzen. 3. Dein, dein soll sein das Herze mein, du Hilf und Trost der Armen! Sieh an den Streit, den ich er⸗ und tu dich mein erbarmen. leid, Dem Feind gebeut, die Sünd ausreut; das ich mir erlesen, 181 26⁴—265 das gescheh dir, Herr, zu Ehren. Zeuch mich nach dir und tu in mir allzeit den Glauben mehren. Leo Judae g. 1482, + 1542. 264. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 1. Großer Mittler, der zur Rech⸗ seines großen Vaters sitzt ten und die Schar von seinen Knech⸗ ten in dem Reich der Gnade schützt, den auf dem erhabnen Throne, in der königlichen Krone, alles Heer der Ewigkeit mit verhülltem Antlitz scheut, 2. Dein Geschäft auf dieser Er⸗ und dein Opfer ist vollbracht, den was vollendet sollte werden, das ist gänzlich ausgemacht. Da du bist für uns gestorben, ist uns Gnad und Heil erworben, und dein siegreich Auferstehn läßt uns in die Freiheit gehn. 3. Aber nun ist dein Geschäfte in dem obern Heiligtum, die erworbnen Segenskräfte durch dein Evangelium allen denen mitzuteilen, die zum Thron der Gnade eilen, nun wird uns durch deine Hand Heil und Segen zugewandt. 4. Deines Volkes werte Namen trägest du auf deiner Brust,“) und an den gerechten Samen denkest du mit vieler Lust. Du vertrittst, die an dichgläuben, daß sie dir vereinigt bleiben, bittest in des Vaters Haus ihnen eine Wohnung aus. *) 2 Mos. 39, 14. 182 5. Lieder vom christlichen Leben. 5. Doch vergißt du auch der W. men die der Welt noch dienen, nicht weil dein Herz dir vor Erbarmen über ihrem Elend bricht; ö daß dein Vater ihrer schone, daß er nicht nach Werken lohne daß er ändre ihren Sinn, darauf zielt dein Bitten hin. 6. Die Verdienste deiner Leiden stellest du dem Vater dar und vertrittst nunmehr mit Freu⸗ deine teu'r erlöste Schar,[den daß er wolle Kraft und Leben deinem Volk auf Erden geben und die Seelen zu dir ziehn, die noch deine Freundschaft fliehn. 7. GroßerMittler, sei gepriesen, daß du in dem Heiligtum so viel Treu an uns bewiesen, dir sei Ehre, Dank und Ruhm! Laß uns dein Verdienst vertreten wenn wir zu dem Vater beten, sprich für uns in letzter Not, wenn den Mund verschließt der Tod. Joh. Jak. Rambach, g. 1693, + 1730, 265. 2. Tim. 2, 8. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 1. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, o Mensch, der auf die Erden vom Thron des Himmels kom⸗ men ist, dein Bruder da zu werden; vergiß nicht, daß er dir zu gut hat angenommen Fleisch und dank ihm für diese Liebe![Blut . auch der Ar⸗ men enen, nicht r Erbarmen icht; schone, erken lohne, Sinn, tten hin. einer Leiden rdar hrmit Freu⸗ char, Iden ind Leben den geben ir ziehn, ndschaft ö fliehn. ei gepriesen, igtum bewiesen, und Ruhm! ist vertreten, ater beten, ter Not, rschließt der Tod. 1693, 4 1735, ;. kommen her. tnis Jesum Christ, ie Erden imels kom⸗ men ist, verden; dir zu gut eisch und ebe![Blut, C. Zesuslieder. 266 2. Halt im Gedächtnis Jesum der für dich hat gelitten, Christ, ja gar am Kreuz gestorben ist und hat dadurch bestritten Welt, Sünde, Teufel, Höll und Tod und dich erlöst aus aller Not, dank ihm für diese Liebe! 3. Halt im Gedächtnis Jesum der auch am dritten Tage[Christ, siegreich vom Tod erstanden ist, befreit von Not und Plage. Bedenke, daß er Fried gemacht und dir das Leben wieder bracht, dank ihm für diese Liebe! 4. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, der nach den Leidenszeiten gen Himmel aufgefahren ist, die Stätt dir zu bereiten, da du sollst bleiben allezeit und sehen seine Herrlichkeit, dank ihm für diese Liebe! 5. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, der einst wird wiederkommen und sich, was tot und lebend ist, zu richten vorgenommen. O sorge, daß du da bestehst und mit ihm in sein Reich ein⸗ ihm ewiglich zu danken.(gehst, 6. Gib, Jesu, gib, daß ich dich kann mit wahrem Glauben fassen und nie, was du an miir getan, mög aus dem Herzen lassen, daß dessen ich in aller Not mich trösten mög und durch den zu dir ins Leben dringen. Tod Cyriacus Günther, g. 1650, + 1704. 266. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 1.Heiland, deine Menschenliebe war die Quelle deiner Triebe, die dein treues Herz bewogen, dich in unser Fleisch gezogen, dich mit Schwachheit überdecket, dich vom Kreuz ins Grab gestrek⸗ O der ungemeinen Triebe lket. deiner treuen Menfschenliebe! 2. Über seine Feinde weinen, jedermann mit Hilf erscheinen, sich der Blinden, Lahmen, Armen mehr als väterlich erbarmen, der Betrübten Klage hören, sich in andrer Dienst verzehren, sterben für die ärgsten Sünder, das ist Lieb, o Menschenkinder! 3. O du Zuflucht der Elenden, wer hat nicht von deinen Händen Segen, Hilf und Heil genommen, der gebeugt zu dir gekommen? O wie ist dein Herz gebrochen, wenn dich Kranke angesprochen! O wie pflegtest du zu eilen, das Gebetne mitzuteilen! 4. Die Betrübten zu erquicken, zu den Kleinen sich zu bücken, die Unwissenden zu lehren, die Verführten zu bekehren, Sünder, die sich selbst verstocken, täglich liebreich zu sich locken, war mit Schwächung deiner Kräfte dein gewöhnliches Geschäfte. 5. O wie hoch stieg dein Erbar⸗ men, da du für die ärmsten Armen dein unschätzbar teures Leben in den ärgsten Tod gegeben, da du in der Sünder Orden 183 267— 268 5. Lieder vom aller Schmerzen Ziel geworden und, den Segen zu erwerben, als ein Fluch hast wollen sterben! 6. Deine Lieb hat dich getrie⸗ ben, Sanftmut und Geduld zu üben, ohne Schelten, Drohen, Schlagen andrer Schmach und Last zu tra⸗ gen, allen freundlich zu begegnen, für die Lästerung zu segnen, für der Feinde Schar zu beten und die Mörder zu vertreten. 7. Komm, laß deine Liebe decken meiner Sünden Meng und Flek⸗ Du hast das Gesetz erfüllet[ken! und desselben Fluch gestillet; laß mich wider dessen Stürmen deiner Liebe Schild beschirmen! Heil'ge meines Herzens Triebe, salbe sie mit deiner Liebe! Joh. Jak. Rambach, g. 1693, 4 1735. 267. Mel. Jesu, meine Freude. 1. Heimat meiner Liebe, Ziel der heil'gen Triebe, Ort der sel'gen Ruh, wo mein Jesus weilet, Friedensstadt, es eilet dir mein Sehnen zu! Herr, wie lang werd ich nochbang, an die Erdennot gebunden, zählen Tag und Stunden? 2. Zwar sollt ich nicht zählen, sollte mich nicht quälen; denn die Zeit entflieht, und ich kann mit Freuden sehn, wie durch das Leiden mich mein Jesus zieht. christlichen Leben. Folgt ich nur dem Liebeszuge auch im Liebesfluge! 3. Doch ich geh so träge auf dem Lebenswege meinem Jesu nach, dankend halb, halb zagend, nach dem Ausgang fragend und mit manchem Ach. O wie schwer ward mir's bisher, ganz mir selber abzusagen und mein Kreuz zu tragen! 4. Lehr mich stiller gehen, treuer auf dich sehen, den ich oft betrübt. Jesu, voll Erbarmen hast du ja mich Armen je und je geliebt. Lauter Güt ist's, die mich zieht hin zum Ziel der heilgen Triebe, zu dir, meine Liebe. Franz Haerter, g. 1797, 4 1874 268. Psalm 73, 23—28. Mel. Herzlich lieb hab ich dich, o Herr. 1. Herr Jesu Christ, mein höch⸗ stes Gut, mein Seelenschatz, mein Herzens⸗ und aller Sinne Freude,[mut ich bleibe dennoch stets an dir; so ist auch nichts, das dich von mir und unsre Liebe scheide. Du machst mir deinen Weg be⸗ kannt, hältst mich bei deiner Ruddand Han regierst und führst dendebentlau und hilfest meiner Schwachheit Herr Jesu Christ, lauf. du bist mein Licht, du bist mein ich folge dir, so irr ich nicht. Licht; Näher stets zur Heimat geht's. 18⁴ 2. Du! der andr als was Geht's g so weiß ie der Aus Nach hat nimmst! womich! die Kror Herr Je ach mit wünscht 3. Mei hab iche n nach Hit Denn we so könnt in tause Wärst d möcht ich denn au hat nicht Herr Je wo du ni ist nicht 4. Und durch M auchSer dies alle ja gar! eszuge ge ich zieht Triebe, „4+ 1874 „o Herr. in höch⸗ 8 Gut, erzens⸗ (mut n dir; on mir zeg be⸗ kannt, ten Hand, uslauf chheit lauf. mein Licht; ö 2. Du leitest mich nach deinem Rat, der andres nichts beschlossen hat, als was mir Segen bringet. Geht's gleich zu Zeiten wunder⸗ lich, so weiß ich dennoch, daß durch dich der Ausgang wohl gelinget. Nach hartem Tritt auf rauher Bahn nimmst du mich dort mit Ehren an, wo mich vor deinemThron erfreut die Krone der Gerechtigkeit. Herr Jesu Christ, ach mit Begier, ach mit Begier wünscht ich mich heute noch bei dir. 3. Mein Alles ist auf dich ge⸗ richt't; hab ich nur dich, so frag ich nicht nach Himmel und nach Erden. Denn wär der Himmel ohne dich, so könnte keine Lust für mich in tausend Himmeln werden. Wärst du nicht schon auf Erden mein, möcht ich auchnicht aufErden sein, denn auch die ganze weite Welt hat nichts, das mir wie du gefällt. Herr Jesu Christ, wo du nicht bist, wo du nicht bist, ist nichts, das mir erfreulich ist. 4. Und sollte mir durch Kreuz und Not, durch Marter, durch Gewalt und Tod auch Seel undeib verschmachten, dies alles wird, wenn's auch noch mehr, ja gar wie eine Hölle wär, C. Jesuslieder. 269 mein Glaube doch nichts achten. Du bist und bleibest doch mein Heil und meines Herzens Trost und Teil; so wird und muß durch dich allein auch Leib und Seele selig sein. Herr Jesu Christ, ich hoffe fest, ich hoffe fest, daß deineKraft mich nichtverläßt. 5. Drum halt ich mich getrost zu dir du aber hältst dich auch zu mir, und das ist meine Freude. Ich setze meine Zuversicht auf dich, mein Fels, der nicht zer⸗ bricht, in Freud und auch im Leide. Dein Tun soll alles und allein in meinem Herz und Munde sein, bis ich dich kann mit Augen sehn. Ach möchte folches bald geschehn! Herr Jesu Christ, ich warte drauf, ich warte drauf, komm, komm, mein Heiland, nimm mich auf! Erdmann Neumeister, g. 1671,4 1756. 269. Eigene Melodie. 1. Ich bete an die Macht der Liebe, die sich in Jesu offenbart; ich geb mich hin dem freienTriebe, mit dem auch ich geliebet ward; ich will, anstatt an mich zudenken, ins MeerderLiebe mich versenken. 2. Wie bist du mir so sehr ge⸗ wogen, und wie verlangt dein Herz nach mir! 18⁵ 27⁰ Durch Liebe sanft und tief gezo⸗ gen neigt sich mein Alles auch zu dir; du traute Liebe, gutes Wesen, du hast mich und ich dich erlesen. 3. Ich fühl's: du bist's, dich muß ich haben; ich fühl's: ich muß für dich nur sein. Nicht im Geschöpf, nicht in den aben, mein Ruhplatz ist in dir allein. Hier ist die Ruh, hier ist Vergnü⸗ gen, drum folg ich deinen sel'gen Zü⸗ gen. 4. Für dich sei ganz mein Herz und Leben, Erlöser, du mein einzig Gut; für dichhast du mir's nur gegeben, in dir es nur und selig ruht. Hersteller meines schweren Fal⸗ les, für dich sei ewig Herz und alles! 5. Ehr sei dem hohen Jesus⸗ namen, in dem derviebe Quell entspringt, von dem hier alle Bächlein kamen, aus dem der Sel'gen Schar dort trinkt. Wie beugen sie sich ohne Ende, wie falten sie die frohen Hände! 6. OJesu, daß dein Name bliebe im Grunde tief gedrücket ein! Möcht deine süße Jesusliebe in Herz und Sinn gepräget sein! Im Wort, im Werk und allem Wesen zei Jesus und sonst nichts zu lesen! Gerh. Tersteegen, g. 1697, 4 1769. 5. Lieder vom christlichen Leben. 270. Eigene Melodie. 1. Ich will dich lieben, meine Stärke, ich will dich lieben, meine Zier, ich will dich lieben mit dem Werke und immerwährender Begier, ich will dich lieben, schönstesicht, bis mir das Herze bricht. 2. Ich will dich lieben, o mein Leben als meinen allerbesten Freund, ich will dich lieben und erheben, so lange mich dein Glanzbescheint, ich will dich lieben, Gotteslamm, als meinen Bräutigam. 3. Ach daß ich dich so spät er⸗ kennet, du hochgelobter Heiland du, und dich nicht eher mein genennet, du höchstes Gut und wahre Ruhl Es ist mir leid, ich bin betrübt, daß ich so spät geliebt. 4. Ich lief verirrt und war ver⸗ blendet, ich suchte dich und fand dich nicht; ich hatte mich von dir gewendet und liebte das erschaffne Licht; nun aber ist's durch dich geschehn, daß ich dich hab ersehn. 5. Ich danke dir, du wahre Sonne, daß mir dein Glanz das Licht ge⸗ bracht; ich danke dir, du Himmelswonne, daß du michfrei undfroh gemacht; ich danke dir, du süßer Mund, daß du mich machst gesund. 6. Erhalte mich auf deinen Ste⸗ gen und laß mich nicht mehr irre gehn, 186 laß meiin nicht st erleucht du star 7. Ick ich will ich will auch in ich will bis mit Johar V —.—— auf der und wi dir get führ ur bis ins 2. St laß un und au niemal denn d geht d 3. Ri deine N. L. v „meine Stärke, ine Zier, em Werke Begier, stesLicht, ht. o mein Leben, Freund, erheben, bescheint, eslamm, spät er⸗ kennet, d du, genennet, hre Ruhl betrübt, war ver⸗ blendet, ich nicht gewendet e Licht; geschehn, vahre Sonne, Licht ge⸗ bracht; Swonne, gemacht; Mund, und. nen Ste⸗ gen rregehn C. Jesuslieder. laß meinen Fuß in deinen Wegen nicht straucheln oder stille stehn, erleucht mir Leib und Seele ganz, du starker Himmelsglanz! 7. Ich will dich lieben, meine Krone, ich will dich lieben, meinen Gott, ich will dich lieben sonder Lohne auch in der allergrößten Not, ich will dich lieben, schönstesLicht, bis mir das Herze bricht. Johann Scheffler, g. 1624, 4 1677. 27¹. Mel. Seelenbräutigam. 1. Jesu, geh voran auf der Lebensbahn, und wir wollen nicht verweilen dir getreulich nachzueilen; führ uns an der Hand bis ins Vaterland! 2. Soll's uns hart ergehn, laß uns feste stehn und auch in den schwersten Tagen niemals über Lasten klagen, denn durch Trübsal hier geht der Weg zu dir. 3. Rühret eigner Schmerz irgend unser Herz, kümmert uns ein fremdes Leiden, o so gib Geduld zu beiden, richte unsern Sinn auf das Ende hin! 4. Ordne unsern Gang, Jesu, lebenslang! Führst du uns durch rauhe Wege, gib uns auch die nöt'ge Pflege! Tu uns nach dem Lauf deine Türe auf! N. L. v. Zinzendorf, g. 1700, 1 1760. 271—272 272. Eigene Melodie. 1. Jesu, meine Freude, meines Herzens Weide, Jesu, meine Zier, ach wie lang, ach lange ist dem Herzen bange und verlangt nach dir! Ich bin dein und du bist mein, außer dir soll mir auf Erden nichts sonst Liebers werden. 2. Unter deinem Schirmen bin ich vor den Stürmen aller Feinde frei. Laß die Erde zittern, laß die Welt erschüttern, mir steht Jesus bei. Ob es jetzt gleich kracht und blitzt, obgleich Sünd undHölleschrecken, Jesus will mich decken. 3. Weg mit allen Schätzen, du bist mein Ergötzen, Jesu, meine Lust. Weg, ihr eitlen Ehren, ich mag euch nicht hören, bleibt mir unbewußt! Elend, Not, Kreuz, Schmach und Tod soll mich, muß ichgleichvielleiden, nicht von Jesu scheiden. 4. Gute Nacht, o Wesen, das die Welt erlesen, mir gefällst du nicht. Gute Nacht, ihr Sünden, bleibet weit dahinten, kommt nicht mehr ans Licht! Gute Nacht, du Stolz und Pracht, dir sei ganz, du Sündenleben, gute Nacht gegeben. 5. Weicht, ihr Trauergeister, 187 273 denn mein Freudenmeister, Jesus tritt herein. Denen, die Gott lieben, muß auch ihr Betrüben lauter Freude sein. Duld ich schon hier Spott und Hohn, dennoch bleibst du auch im Leide, Jesu, meine Freude. Johann Franck, g. 1618, + 1677. 273. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. 1. Jesu, meiner Seele Leben, meines Herzens höchste Freud, dir will ich mich ganz ergeben jetzo und in Ewigkeit; meinen Gott will ich dich nennen und vor aller Welt bekennen. Ich bin dein, und du bist mein, ich will keines andern sein. 2. Deine Güt hat mich umfan⸗ gen, als mich erst die Welt empfing; dir bin ich schon angehangen, als an Mutterbrust ich hing; dein Schoß hat mich aufgenom⸗ men, wenn ich nur bin zu dir kommen. Ich bin dein, und du bist mein, ich will keines andern sein. 3. Auf der Kindheit wilden We⸗ folgte mir stets deine Güt;(gen deines Geistes Trieb und Regen regte mir oft das Gemüt, so ich etwa fehlgetreten, daß ich wieder käm mit Beten. Ich bin dein, und du bist mein, ich will keines andern sein. 4. Ach, wie oft hat in der Jugend deine Hand mich angefaßt, 18 3. Lieder vom christlichen Leben. wenn ich Frömmigkeit und Tu⸗ weggeworfen und gehaßt![gend Ach ich wäre längst gestorben ohne dich und längst verdorben! Ich bin dein, und du bist mein, ich will keines andern sein. 5. Ja in meinem ganzen Leben hat mich stets dein Licht geführt; du hast, was ich hab, gegeben, du hast meinen Lauf regiert; deine Güt, die täglich währet, hat mich immerdar ernähret. Ich bin dein, und du bist mein, ich will keines andern sein. 6. Irr ich, sucht mich deine Liebe fall ich, hilfet sie mir auf. Ist es, daß ich mich betrübe, tröst't sie mich in meinem Lauf. Bin ich arm, gibt sie mir Güter; haßt man mich, ist sie mein Hüter. Ich bin dein, und du bist mein, ich will keines andern sein. 7.Dein GeistzeigetmirdasErbe, das im Himmel beigelegt; ich weiß, wenn ich heute sterbe, wo man meine Seel hinträgt: zu dir, Jesu, in die Freude; Trotz dem, der mich von dirscheide. Ich bin dein, und du bist mein, ich will keines andern sein. 8. Drum ich sterbe oder lebe, bleib ich doch dein Eigentum, an dich ich mich ganz ergebe, du bist meiner Seele Ruhm, meine Zuversicht und Freude, meine Süßigkeit im Leide. Ich bin dein, und du bist mein, ich will keines andern sein. 9. Höre, Jesu, noch ein Flehen, schlag mir diese Bitt nicht ab: Wenn mein Augen nicht mehr sehen, wenn ich mit dem laß mich Ich bin ich will Nach Chr Mel. Al 4. Jesi alles wi alles le⸗ Alle Zu Jesus s⸗ dem ma 2. Für Mächte, geben il Alle He hier im ist zu s 3. Go und den nur der Dessen dessen; dessen 4. Gl fitzt er über al In der hat er denn d 5. Nu können die Er Hört's und Tu⸗ orben dorben! ein. geführt; egeben, giert; vähret, ähret. ein. ne Liebe; st mein, ein. dasErbe, gt; Flehen, ht ab: tmehr sehen, ztUlgend ist mein, en Leben ist mein, wenn ich keine Kraft mehr hab, mit dem Mund was vorzutragen, laß mich doch zuletzt noch sagen: Ich bin dein, und du bist mein, ich will keines andern sein. Nach Christ. Seriver, g. 1629, T 1693. 274. Eph. 1, 21, 22. Mel. Alles ist an Gottes Segen. 1. Jesus Christus herrscht als König, alles wird ihm untertänig, alles legt ihm Gott zu Fuß. Alle Zunge soll bekennen, Jesus sei der Herr zu nennen, dem man Ehre geben muß. 2. Fürstentümer und Gewalten, Mächte, die die Thronwacht hal⸗ geben ihm die Herrlichkeit.[ten, Alle Herrschaft dort im Himmel, hier im irdischen Getümmel ist zu seinem Dienst bereit. 3. Gott ist Herr; der Herr ist Einer, und demselben gleichet keiner, nur der Sohn, der ist ihm gleich. Dessen Stuhl ist unumstößlich, dessen Leben unauflöslich, dessen Reich ein ewig Reich. 4. Gleicher Macht und gleicher Ehren sitzt er unter lichten Chören über allen Cherubim. In der Welt und Himmel Enden hat er alles in den Händen; denn der Vater gab es ihm. 5. Nur in ihm, oWundergaben! können wir Erlösung haben, die Erlösung durch sein Blut. Hört's: das Leben ist erschienen, C. Jesuslieder. 274—275 und ein ewiges Versühnen kommt in Jesu uns zu gut. 6. Gebt, ihr Sünder, ihm die Herzen, klagt, ihr Kranken, ihm die Schmerzen, sagt, ihr Armen, ihm die Not! Er kann alle Wunden heilen, Reichtum weiß er auszuteilen, Leben schenkt er nach dem Tod. 7. ZwarauchKreuzdrücktChristi Glieder hier auf kurze Zeit darnieder, und das Leiden geht zuvor. Nur Geduld, es folgen Freuden, nichts kann sie von Jesu scheiden, und ihr Haupt zieht sie empor. 8. Jauchz' ihm, Menge heil' ger Knechte, rühmt, vollendete Gerechte, und du Schar, die Palmen trägt, und du Blutvolk in der Krone und du Chor vor seinem Throne, der die Gottesharfen schlägt! 9. Ich auch auf der tiefsten Stu⸗ fen, ich will glauben, reden, rufen, ob ich schon nach Pilgrim bin. Jesus Christus herrscht als alles sei ihm untertänig![König, Ehret, liebet, lobet ihn! Phil. Friedr. Hiller, g. 1699, + 1769. 27⁵5. Mel. Komm, o komm, du Geist. 1. Jesus, Jesus, nichts als Je⸗ sus soll mein Wunsch sein und mein Ziel. Jetztund mach ich ein Verbünd⸗ nis, 189 276—277 5. Lieder vom daß ich will, was Jesus will; denn mein Herz, mit ihm erfüllt, rufet nur: Herr, wie du willt! 2. Einer ist es, dem ich lebe, den ich liebe früh und spat; Jesus ist es, dem ich gebe, was er mir gegeben hat. Ich bin in dein Blut verhüllt, führe mich, Herr, wie du willt! 3. Scheinet was, es sei mein und ist doch zuwider dir,[Glücke, ach so nimm es bald zurücke, Jesu, gib, was nützet mir. Gib dich mir, Herr Jesu mild, nimm mich dir! Herr, wie du willt! 4. Und vollbringe deinen Willen in mir und durch mich, mein Gott, deinen Willen laß erfüllen mich im Leben, Freud und Not, sterben als dein Ebenbild, Herr, wann, wo und wie du willt. 5. Sei auch, Jesu, stets geprie⸗ daß du dich und viel dazu(sen, mir geschenket und erwiesen, daß ich fröhlich singe nun: Mir geschehe, Gott, mein Schild, wie du willt! Herr, wie du willt! Ludämilia Elis., Gräfin zu Schwarz⸗ burg⸗Rudolstadt, g. 1645, 4 1672. 276. Eigene Melodie. 1. In dir ist Freude in allem Leide, o du süßer Jesus Christ! Durch dich wir haben himmlische Gaben, du der wahre Heiland bist; hilfest von Schanden, rettest von Banden; christlichen Leben. wer dir vertrauet, hat wohl gebauet, wird ewig bleiben, Halleluja! Zu deiner Güte steht unser Gemüte, an dir wir kleben im Tod und Leben, nichts kann uns scheiden. Halleluja! 2. Wenn wir dich haben, kann uns nicht schaden Teufel, Welt, Sünd oder Tod; du hast's in Händen, kannst alles wenden wie nur heißen mag die Not. Drum wir dich ehren, dein Lob vermehren mit hellem Schalle, freuen uns alle zu dieser Stunde, Halleluja! Wir jubilieren undtriumphieren, lieben und loben dein Macht dort oben mit Herz und Munde. Halleluja! Joh. Lindemann,(2) 4 um 16830. 277. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 1. König, dem kein König glei⸗ chet, dessen Ruhm kein Mund errei⸗ chet dem als Gott das Reich gebühret der als Mensch das Scepter führet, dem das Recht gehört zumThrone als des Vaters ein'gem Sohne, den so viel Vollkommenheiten krönen, zieren und begleiten: 2. Himmel, Erde, Luft und Meere, 190 aller Krec müssen di was du wi Fluch un alles istn und vor d zittern M 3. In de sieht man wo viel! dich zu il die durch nach dem sich von und wie 4. In d kann ma von dem von der die dort! dein ver die dich und dir 5. Herr dir ist n an dem an derz an Voll welche d du besch du bezw 6. Her über Zo laß mic gläubig ehren, und mi r Todz luja! phieren, Uleluja! um 1630. e Seele. nig glei⸗ chet, d errei⸗ chet, ebühret, epter führet, Throne Sohne, theiten eiten: t und Meere, C. JZesuslieder. aller Kreaturen Heere müssen dir zu Diensten stehen; was du willst, das muß geschehen. Fluch und Segen, Tod und Le⸗ alles ist dir übergeben,(ben, und vor deines Mundes Schelten zittern Menschen, Engel, Welten. 3. In des Gnadenreiches Gren⸗ zen sieht man dich am schönsten glän⸗ zen, wo viel tausend treue Seelen dich zu ihrem Haupt erwählen, die durchs Scepter deines Mun⸗ des nach dem Recht des Gnadenbun⸗ sich von dir regieren lassen[des und wie du das Unrecht hassen. 4. In dem Reiche deiner Ehren kann man stets dich loben hören von dem himmlischen Geschlechte, von der Menge deiner Knechte, die dort ohne Furcht und Grauen dein verklärtes Antlitz schauen, die dich unermüdet preisen und dir Ehr und Dienst erweisen. 5. Herr in allen diesen Reichen, dir ist niemand zu vergleichen an dem Überfluß der Schätze, an der Ordnung der Gesetze, an Volllommenheit der Gaben, welche deine Bürger haben; du beschützest deine Freunde, du bezwingest deine Feinde. 6. Herrsche auch in meinem Her⸗ üͤber Zorn, Lust, Furcht und lzen Schmerzen, laß mich deinen Schutz genießen, gläubig dich ins Herze schließen, ehren, fürchten, loben, lieben und mich im Gehorsam üben, 278 hier mit ringen, dulden, streiten, dort mit herrschen dir zur Seiten! Joh. Jak. Rambach, g. 1693, 4 1735. 278. Mel. Komm, o komm, du Geist. 1. Liebe, die du mich zum Bilde deiner Gottheit hast gemacht, Liebe, die du mich so milde nach dem Fall hast wiederbracht, Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 2. Liebe, die du mich erkoren, eh als ich geschaffen war,‚ Liebe, die du Mensch geboren und mir gleich wardst ganz und Liebe, dir ergeb ich mich,(gar, dein zu bleiben ewiglich. 3. Liebe, die für mich gelitten und gestorben in der Zeit, Liebe, die mir hat erstritten ew'ge Lust und Seligkeit, Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 4. Liebe, die du Kraft und Le⸗ ben, Licht und Wahrheit, Geist und Liebe, die sich bloß ergeben[Wort, mir zum Heil und Seelenhort, Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 5. Liebe, die mich hat gebunden an ihr Joch mit Leib und Sinn, Liebe, die mich überwunden und mein Herz hat ganz dahin, Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 6. Liebe, die mich ewig liebet, die für meine Seele bitt't, Liebe, die das Lösgeld gibet und mich kräftiglich vertritt, 191 279- 280 5. Lieder vom Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 7. Liebe, die mich einst wird führen aus dem Grab der Sterblichkeit, Liebe, die mich dort wird zieren mit dem Kranz der Herrlichkeit, Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. Joh. Scheffler, g. 1624, 4 1677. 279. Mel. Straf mich nicht in deinemZorn. 1. Liebster Heiland, nahe dich, meinen Geist berühre und aus allem kräftiglich mich in dich einführe, daß ich dich inniglich mög in Liebe fassen, alles andre lassen. 2. Sammle den zerstreuten treuer Hirt der Seelen, Sinn, denn wenn ich in dir nicht bin, muß mein Geist sich quälen. Kreatur ängstet nur, du allein kannst geben Ruhe, Freud und Leben. 3. Mache mich von allem frei, gründlich abgeschieden, daß ich eingekehret sei stets in deinen Frieden, kindlich rein, sanft und klein, dich in Unschuld sehe, in dir leb und stehe. 4. Menschenfreund Immanuel, dich mit mir vermähle; o du sanfter Liebesquell, salbe Geist und Seele, daß mein Will sanft und still ohne Widerstreben dir sich mag ergeben. christlichen Leben. 5. Jedermann hat seine Lust und sein Zeitvertreiben; mir sei eines nur bewußt, Herr, in dir zu bleiben. Alles soll folgen wohl, wenn ich mich nur übe in dem Weg der Liebe. 6. Kreaturen, bleibet fern, und was sonst kann stören! Jesu, ich will schweigen gern und dich in mir hören. Schaffe du wahre Ruh; wirke nach Gefallen, ich halt still in allen. 7. Was noch flüchtig, sammle du; was noch stolz ist, beuge; was verwirret, bring zur Ruh; was noch hart, erweiche, daß in mir nichts hinfür lebe noch erscheine als mein Freund alleine. Gerhard Tersteegen, g. 1697, 1 1769 280. Eigene Melodie. 1. Mei Nnen Jesum laß ich nicht; weil er sich für mich gegeben, so erfordert meine Pflicht, nur allein für ihn zu leben. Er ist meines Lebens Licht, meinen Jesum laß ich nicht. 2. Jesum laß ich ewig nicht, weil ich soll auf Erden leben; ihm hab ich voll Zuversicht, was ich bin und hab, ergeben. Alles ist auf ihn gericht't, meinen Jesum laß ich nicht. 3. Laß vergehen das Gesicht, Hören, Schmecken, Fühlen wei⸗ laß das letzte Tageslicht schen, mich auf dieser Welt erreichen: 192 ö wenn der meinen J 4. Ichw wenn ich wo vor se unsrer V Mich erft meinen 5. Nich meine S Jesum si der mich der mich meinen“ 6. Jesu geh ihm Christus zu dem Selig, u Meine Christian Mel. Ich 4. D der du i so hoch n aussprec gib, daß mit Liel mög un und als nur ein 2. Gib als dein gib, das als mei Stoß al was mi und nie 7, 1 1769 ich nicht; geben, ht, ben. len wei⸗ chen, reichen: ö wenn der Lebensfaden bricht, meinen Jesum laß ich nicht. 4. Ich werd ihn auch lassen nicht, wenn ich nun dahin gelanget, wo vor seinem Angesicht unsrer Väter Glaube pranget. Mich erfreut sein Angesicht, meinen Jesum laß ich nicht. 5. Nicht nach Welt, nach Him⸗ mel nicht meine Seele seufzt und sehnet, Jesum sucht sie und sein Licht, der mich hat mit Gott versöhnet, der mich frei macht vom Gericht; meinen Jesum laß ich nicht. 6. Jesum laß ich nicht von mir, geh ihm ewig an der Seiten; Christus läßt mich für und für zu dem Lebensbächlein leiten. Selig, wer mit mir so spricht: Meinen Je sum laßichnicht. Christian Keymann, g. 1607, 4+ 1662. 281. Mel. Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ. 1. OJesu Christ, mein schönstes der du in deiner Seelen(Licht, so hoch mich liebst, daß ich es nicht aussprechen kann noch zählen, gib, daß mein Herz dich wiederum mit Lieben und Verlangen mög umfangen und als dein Eigentum nur einzig an dir hangen. 2. Gib, daß sonst nichts in mei⸗ als deine Liebe wohne; ner Seel gib, daß ich deine Lieb erwähl als meinen Schatz und Krone. Stoß alles aus, nimm alles hin, was mich und dich will trennen und nicht gönnen, 193 C. Zesuslieder. 281 daß all mein Mut und Sinn in deiner Liebe brennen. 3. Wie freundlich, selig, süß und ist, Jesu, deine Liebe! sschön Wo diese wohnt, kann nichts ent⸗ das meinen Geist betrübe.[stehn, Drum laß nichts andres denken nichts sehen, fühlen, hören,[mich, lieben, ehren als deine Lieb und dich, der du sie kannst vermehren. 4. Mein Heiland, du bist mir in Not und Tod gegangen[zulieb undhastamKKreuz als wie ein Dieb und Mörder da gehangen, verhöhnt, verspeit und sehr ver⸗ wundt. Ach laß mich deine Wunden alle Stunden mit Lieb im Herzensgrund auch schmerzen und verwunden! 5. Du hast mich je und je geliebt und auch nach dir gezogen; eh ich noch etwas Guts geübt, warst du mir schon gewogen. Ach laß doch ferner, edler Hort, mich diese Liebe leiten und begleiten, daß sie mir immerfort beisteh auf allen Seiten. 6. Laß meinen Stand, darin ich Herr, deine Liebe zieren(steh, und, wo ich etwa irre geh, alsbald zurechte führen; laß sie mich allzeit guten Rat und gute Werke lehren, steuren, wehren der Sünd und nach der Tat bald wieder mich bekehren! 7. Laß sie sein meine Freud im Leid, 13 282 in Schwachheit mein Vermögen; und wenn ich nach vollbrachter mich soll zur Ruhe legen,[Zeit alsdann laß deine Liebestreu, Herr Jesu, bei mir stehen, Luft zuwehen, daß ich getrost und frei mög in dein Reich eingehen. Paul Gerhardt, g. 1607, + 1676. 282. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenst. 1. O Jesu, Jesu, Gottes Sohn, mein Bruder und mein Gnaden⸗ thron, mein Schatz, mein Freud und Wonne, du weißt es, daß ich rede wahr, vor dir ist alles sonnenklar und klarer als die Sonne. Herzlich lieb ich mit Gefallen dich vor allen, nichts auf Erden kann und mag mir lieber werden. 2. Dies ist mein Schmerz, dies kränket mich, daß ichnichtg'nugkann liebendich, wie ich dich lieben wollte. Ich werd von Tag zu Tag ent⸗ zündt, je mehr ich lieb, je mehr ich find, daß ich dich lieben sollte. Von dir laß mir deine Güte ins Gemüte lieblich fließen, so wird sich die Lieb ergießen. 3. Durch deine Kraft treff ich das Ziel, daß ich, soviel ich soll und will, dich allzeit lieben möge. Nichts aufderganzenweiten Welt, 5. Lieder vom christlichen Leben. Pracht, Ehre, Freude, Gut und wenn ich es recht erwäge,[Geld. kann mich ohn dich g'nugsam laben; ich muß haben reine Liebe; die tröst't, wenn ich mich betrübe. 4. Denn wer dich liebt, den lie⸗ best du, schaffst seinem Herzen Fried und erfreuest sein Gewissen.[Ruh, Es geh ihm, wie es woll auf Erd, wenn ihn gleich ganz das Kreuz verzehrt, soll er doch dein genießen. Ewig, selig nach dem Leide große Freude wird er finden, alles Trauern muß verschwinden. 5. Kein Ohr hat dies jemals ö gehört, kein Mensch gesehen noch gelehrt, es kann's niemand beschreiben, was denen dort für Herrlichkeit bei dir und von dir ist bereit, die in der Liebe bleiben. Gründlich läßt sich nicht erreichen noch vergleichen den Weltschätzen dies, was uns dort wird ergötzen. 6. Drum laß ich billigdies allein, o Jesu, meine Sorge sein, daß ich dich herzlich liebe, daß ich in dem, was dir gefällt, und mir dein klares Wort ver⸗ aus Liebe mich stets übe,[meldt, bis ich endlich werd abscheiden undmit Freuden zu dir kommen, aller Trübsal ganz entnommen. 7. Da werd ich deine Freund⸗ lichkeit, 194 die jetzt in reiner und sehn mit unve ohn alle Reichlich sein erqu vor dem mit der Joh. He Mel. Vat 1. O L an Weis des ew'g Prophet, den Gott und ihn 2. Du und ma damit se durch di und an was Fin 3. Du zu Gott du hast auf wel was du das hast 4. Du ut und ze,Geld, ß haben betrübe. den lie⸗ best du, ried und Ruh, auf Erd, as Kreuz verzehrt, en. Freude hwinden. jemals gehört, h gelehrt, chreiben, rrlichkeit bereit, n. rgleichen ergötzen. es allein, rommen. Freund⸗ lichkeit C. Jesuslieder. die jetzt gerühmt ist weit und in reiner Liebe schmecken[breit, und sehn dein liebreich Angesicht mit unverwandtem Augenlicht ohn alle Furcht und Schrecken. Reichlich werd ich sein erquicket und geschmücket vor dem Throne mit der schönen Himmelskrone. Joh. Heermann, g. 1585, 4 1647. 283. Mel. Vater unser im Himmelreich. 1. O Lehrer, dem kein Lehrer gleich, an Weisheit und an Liebe reich, des ew'gen Vaters höchster Rat, Prophet, berühmt durch Wort und Tat, den Gott zu unserm Heil gesandt und ihn gesalbt mit eigner Hand! 2. Du kamst aus deines Vaters Schoß und machtest alle Siegel los, damit sein Rat umgeben war; durch dich wird alles offenbar und an das hellste Licht gestellt, was Finsternis umschlossen hält. 3. Du weisest uns die wahre Spur zu Gott, dem Schöpfer der Na⸗ tur; du hast den Weg uns recht ge⸗ zeigt, auf welchem man zum Himmel steigt; was du vom Vater selbst gehört, das hast du unverfälscht gelehrt. 4. Du sahest in der Gottheit Licht 19⁵ 28³ mit aufgedecktem Angesicht, was nach des Himmels weisem Rat man künftig zu erwarten hat; du sagst es deutlicher zuvor als jemals der Propheten Chor. 5. Das Lehramt, welches du ge⸗ führt, hast du mit Heiligkeit geziert und mit viel Wundern oft be⸗ stärkt, daraus man deine Allmacht merkt, ja endlich, als es Gott geschickt, ein blutig Siegel drauf ge⸗ drückt. 6. Du bist es, Herr, von dem das Amt, das die Versöhnung predigt, stammt, du machst durch treuer Lehrer Mund noch jetzt dein Heil den Men⸗ schen kund; begleite stets mit deiner Kraft ihr Amt, damit es Nutzen schafft. 7. Du sendest, wie dein Wort verheißt, noch immer deinen guten Geist, der allen Seelen, die er liebt, Erkenntnis, Licht und Wahrheit gibt, und der, wo man ihn nicht ver⸗ treibt, dein Wort in Herz und Sinnen schreibt. 8. Ach laß, o himmlischer Pro⸗ phet, mich schauen deine Majestät; mach mich vom Eigendünkel frei, damit ich dir gehorsam sei. 13* 284— 285 Du sollst mein höchster Lehrer sein, führ mich in deine Schule ein. Joh. Jak. Rambach, g. 1693, f 1735· 28⁴. Eigene Melodie. 1. Schönster Herr Jesu, Herrscher aller Enden, Gottes und Marien Sohn, dich will ich lieben, dich will ich ehren, du meiner Seele Freud und Kron! 2. Schön sind die Wälder, noch schöner die Felder in der schönen Frühlingszeit; Jesus ist schöner, Jesus ist reiner, der unser traurig Herz erfreut. 3. Schön leucht't die Sonne, noch schöner der Monde und die Sterne allzumal; Jesus leucht't schöner, Jesus leucht't reiner, als all die Engel im Himmels⸗ 4. Alle die Schönheit([saal. Himmels und der Erde ist nur gegen ihn wie Schein, keiner auf Erden lieber kann werden als der schönste Jesus mein. 1 285. Eeigene Melodie. 1. Seelenbräutigam, Jesu, Gottes Lamm, habe Dank für deine Liebe, die mich zieht aus reinem Triebe von der Sünde Schlamm, Jesu, Gottes Lamm! 3. Lieder vomtchristlichen Leben. 2. Deine Liebesglut stärket Mut und Blut; ö wenn du freundlich mich an⸗ blickest und an deine Brust mich drückest, macht mich wohlgemut deine Liebesglut. 3. Wahrer Mensch und Gott, Trost in Not und Tod, du bist darum Mensch geboren, zu ersetzen, was verloren, durch dein Blut so rot, wahrer Mensch und Gott. 4. Meines Glaubens Licht laß verlöschen nicht, salbe mich mit Freudenöle, daß hinfort in meiner Seele ja verlösche nicht meines Glaubens Licht. 5. So werd ich in dir bleiben für und für; deine Liebe will ich ehren und in ihr dein Lob vermehren, weil ich für und für bleiben werd in dir. 6. Deinen Frieden gib aus so großer Lieb uns, den Deinen, die dich kennen und nach dir sich Christen nennen denen du bist lieb, deinen Frieden gib! 7. Nun ergreif ich dich, 677. du mein ganzes Ich; ich will nimmermehr dich lassen, sondern gläubig dich umfassen, weil im Glauben ich nun ergreife dich. 8. Hier durch Spott und Hohn, dort die Ehrenkron; hier im Hoffen und im Glauben, dort im Haben und im Schauen; 196 denn die folgt au 9. Jest allhier alles du und in wie so r du gekä 10. Di ch an⸗ blickest drückest d Gott, geboren, en, ott. Licht nöle, Seele t. 2 ren ermehren, ib ich kennen nnennen; ch, ich lassen, imfassen, nd Hohn, Glauben, Schauen C. Jesuslieder. denn die Ehrenkron folgt auf Spott und Hohn. 9. Jesu, hilf, daß ich allhier ritterlich alles durch dich überwinde und in deinem Sieg empfinde, wie so ritterlich du gekämpft für mich. 10. Du mein Preis und Ruhm, werte Himmelsblum, in mir soll nun nichts erschallen, als was dir nur kann gefallen, werte Himmelsblum, du mein Preis und Ruhm! Adam Drese, g. 1620, 4 1701. 286. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 1. Seele, was ermüd'st du dich in den Dingen dieser Erden, die doch bald verzehren sich und zu Staub und Asche werden? Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 2. Sammle den zerstreuten Sinn, laß ihn sich zu Gott aufschwingen, richt ihn stets zum Himmel hin, laß ihn in die Gnad eindringenl Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 3. Du verlangst oft süße Ruh, dein betrübtes Herz zu laben: eil zur Lebensquell hinzu, da kannst du sie reichlich haben. Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 4. Geh in Einfalt stets einher, laß dir nichts das Ziel verrücken; Gott wird aus dem Liebesmeer dich, denKranken, wohl erquicken. 286— 287 Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 5. Du bist ja ein Hauch aus Gott und aus seinem Geist geboren, bist erlöst durch Christi Tod; bist du nicht zum Reich erkoren? Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 6. Schwinge dich nur oft im über alle Himmelshöhen,[Geist laß, was dich zur Erde reißt, unter deinen Füßen stehen! Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 7. Nahe dich dem lauternStrom, der vomThrondesLammesfließet und auf die, so keusch und fromm, sich in reichem Maß ergießet. Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 8. Laß dir seine Majestät immerdar vor Augen schweben, laß mit brünstigem Gebet sich dein Herz zu ihm erheben! Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 9. Sei im übrigen ganz still, du wirst schon zum Ziel gelangen, glaube, daß sein Liebeswill stillen werde dein Verlangen. Drum such Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. Jak. Gabr. Wolf, g. 1683, 4+ 1754. 287. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 1. Such wer da will ein ander die Seligkeit zu finden,(Ziel, mein Herz allein bedacht soll sein, auf Christum sich zu gründen; 197 288 sein Wort ist wahr, sein Werk ist [klar, sein heil ger Mund hat Kraft und allFeind zu überwinden.[Grund, 2. Such wer da will Nothelfer die uns dochnichts erworben, viel, hier ist der Mann, der helfen kann, bei dem nie was verdorben. Uns wird das Heil durch ihn zu teil, uns macht gerecht der treue Knecht, der für uns ist gestorben. 3. Ach sucht doch den, laßt alles die ihr das Heil begehret! lstehn, Er ist der Herr, und keiner mehr, der euch das Heil gewähret. Sucht ihn all Stund vonHerzens⸗ grund, sucht ihn allein, denn wohl wird dem, der ihn herzlich ehret. ssein 4. Mein Herzenskron, mein Freudensonn sollst du, Herr Jesu, bleiben, laß mich doch nicht von deinem durch Eitelkeit vertreiben, Licht bleib du mein Preis, dein Wort mich speif bleib du meinEhr, dein Wort mich an dich stets fest zu gläuben. Uehr, 5. Wend von mir nicht dein An⸗ gesicht, laß mich in Kreuz nicht zagen! Weich nicht von mir, mein höchste Zier, hilf mir mein Leiden tragen! Hilf mir zur Freud nach diesem Leid, hilf, daß ich mag nach dieser Klag dir ewig dort Lob sagen. Georg Weissel, g. 1590, 4 1635. 5. Lieder vomtchristlichen Leben. 288. Mel. Wie groß ist des Allmächt'gen. 1. Was wär ich ohne dich ge. wesen, was würd ich ohne dich wohl sein⸗ ZuFFurcht und Angsten auserlesen ständ ich in weiter Welt allein. Nichts wüßtich sicher, was ich lieb⸗ die Zukunft wär ein dunkler ste, Schlund und wenn mein Herz sich tief be⸗ trübte, wem tät ich meine Sorge kund? 2. Einsam verzehrt vonLieb und Sehnen erschien mir nächtlich jeder Tag; ich folgte nur mit heißen Tränen dem wilden Lauf des Lebens nach. Ich fände Unruh im Getümmel und hoffnungslosen Gram zu Haus. Wer hielte ohne Freund im Him⸗ wer hielte da aufErden ausesmel, 3. Hat Christus sich mir kund⸗ gegeben, und bin ich seiner erst gewiß, wie schnell verzehrt ein lichtes Le⸗ die bodenlose Finsternis![ben Für alle seine tausend Gaben bleib ich sein demutvolles Kind, gewiß, ihn unter uns haben, wenn zwei auch nur versammelt sind. 4. O geht hinaus auf allen We⸗ und holt die Irrenden herein, lgen streckt jedem eure Hand entgegen und ladet froh sie zu uns ein. DerHimmel istbei uns aufErden, im Glauben schauen wir ihn an; die eines Glaubens mit uns wer⸗ auch denen ist er aufgetan.(den, 198 ö 5. Das ein böse⸗ und war so war 1 Ein eiser die bebe Furcht! verschla 6. Da ein Mer und hat in unse Nun sa als uns wir kon und fü 7. Se und fri man g dich ge⸗ wesen, ohl seind Serlesen It allein. S ich lieb⸗ nkler ste, Schlund U tief be trübte, ge kund! ö Liebund Sehnen der Tag; n Tränen pens nach. detümmel am zu Haus. h'im Him⸗ musesmel, nir kund⸗ gegeben, gewiß, lichtes Le⸗ 8s! sben Gaben les Kind, haben, rsammelt sind. illen We⸗ rein,gen entgegen us ein. ufErden, ihn an; uns wer⸗ m.(den, ächt gen. O. Jesuslieder. * 5. Das Herz, des Lebens reiche Quelle, ein böses Wesen wohnte drin; und ward's in unserm Geiste helle, so war nur Unruh der Gewinn. Ein eisern Band hielt an der Erde die bebenden Gefangnen fest; Furcht vor des Todes Richter⸗ schwerte verschlang derHoffnungüberrest. 6. Da kam ein Heiland, ein Be⸗ freier,‚ ein Menschensohn voll Lieb und Macht, und hat ein allbelebend Feuer in unserm Innern angefacht. Nun sahn wir erst den Himmel als unser altes Vaterland; loffen wir konnten glauben nun und hof⸗ fen und fühlten uns mit Gott ver⸗ wandt. 7. Seitdem verschwand die Not der Sünde, und fröhlich wurde jeder Schritt, man gab zum schönsten Ange⸗ binde den Kindern diesen Glauben mit; durch ihn geheiligt zog das Leben vorüber wie ein sel'ger Traum, und ew'ger Lieb und Lust ergeben bemerkte man den Abschied kaum. 8. Noch steht in wunderbarem der heilige Geliebte hier;[Glanze gerührt von seinem Dornen⸗ kranze, von seiner Treue, weinen wir. Ein jeder—.— ist uns willkom⸗ men, 289 und, in sein Herz mit aufgenom⸗ men, zur Frucht des Paradieses reift. Fr. v. 5.4772,f(Novalis), 1772, + 1801. 289. Mel. Mach's mit mir, Gott, nach. 1. Welch hohes Beispiel gabst du mir, mein Heiland, durch dein Leben! Sollt ich nicht gern und mit Be⸗ dir nachzuahmen streben,(gier und nicht den Weg, den du be⸗ tratst,‚ auch gehn und das tun, was du tatst? 2. Dein Herz war voller Heilig⸗ so rein, wie deine Lehre,[keit, dein Tun Lieb und Rechtschaffen⸗ heit dein Endzweck Gottes Ehre, für uns allhier Zufriedenheit und dort die ew'ge Seligkeit. 3. Darum entäußertest du dich und stiegst vom Himmel nieder, wardst Mensch, ein armer Mensch wie ich und meiner Schwachheit Brüder, der Bosheit Raub, der Leute Spott, in deinem Wandel gleich wie Gott. 4. In Knechtsgestalt erschienest um uns zu Herrn zu machen;[du, den Kranken gabst du Trost und Ruh und warst stark in den Schwachen; du trugst die Leiden mit Geduld und trugst sie sonder eigne Schuld. 5. Ein Opfer unsrer Missetat, der seine Hand mit uns ergreift liebt'st du uns doch als Freunde, 199 290—291 erfüllt'st für uns des Vaters Rat, und batest selbst für Feinde. Du starbst, gehorsambis zumdTod, und ehrtest auch im Tode Gott. 6. Dies große Beispiel hast du zur Richtschnur hinterlassen,(mir daß ich gesinnet sei, gleich dir, in meinem Tun und Lassen. Komm, sprichst du, nimm dein Kreuz auf dich, komm, folge mir und tu, wie ich. 7. Ich komme, Herr, gib Kraft und Licht, daß ich mein Heil erkenne, dein wahrer Jünger sei und nicht mich fälschlich nur so nenne, damit ich deinem Beispiel treu auch andern selbst ein Beispiel sei. Chr. Felix Weiße, g. 1726, 4 1804. 290. Mel. Herzlich tut mich verlangen. 1. Wenn alle untreu werden, so bleib ich dir doch treu, daß Dankbarkeit auf Erden nicht ausgestorben sei. Für mich umfing dich Leiden, vergingst für mich in Schmerz; drum geb ich dir mit Freuden auf ewig dieses Herz. 2. Oft muß ich bitter weinen, daß du gestorben bist, und mancher von den Deinen dich lebenslang vergißt. Von Liebe nur durchdrungen hast du so viel getan, der Welt das Heil errungen, doch keiner denkt daran. 3. Du stehst voll treuer Liebe noch immer jedem bei, und wenn dir keiner bliebe, 200 5. Lieder vom christlichen Leben. so bleibst du dennoch treu; die treuste Liebe sieget, am Ende fühlt man sie, weint bitterlich und schmieget sich kindlich an dein Knie. 4. Ich habe dich empfunden; o lasse nicht von mir! Laß innig mich verbunden auf ewig sein mit dir! Einst schauen meine Brüder auch wieder himmelwärts und sinken liebend nieder und fallen dir ans Herz. Fr. v. Hardenberg, g. 1772, 4 1801. 291. Eigene Melodie. 1. Wenn ich ihn nur habe, wenn er mein nur ist, wenn mein Herz bis hin zum seine Treue nie vergißt, Grabe weiß ich nichts von Leide, fühle nichts als Andacht, Lieb und Freude. 2. Wenn ich ihn nur habe, laß ich alles gern, folg an meinem Wanderstabe treugesinnt nur meinem Herrn, lasse still die andern breite, lichte, volle Straßen wan⸗ dern. 3. Wenn ich ihn nur habe, schlaf ich fröhlich ein; ewig wird zu süßer Labe seines Herzens Flut mir sein, die mit sanftem Zwingen alles wird erweichen und durch⸗ dringen. 4. Wenn ich ihn nur habe, hab ich auch die Welt, und des Himmels reiche Gabe meinen? hingesen kann mir 5. Wo ist mein und es f wie ein längst ve find ich Friedr. v. Leben d und ihr Jesu, sü 2. Leb mich au zu erlöf meine E und mi hat gef 3. Gle du bist zum Ei und in in der Glanz 4. G Tod, J hast d und ei durch d deines 5. Hü König deinen habe, in zum „(Grabe de, Lieb und Freude. habe, erstabe n Herrn, ßen wan⸗ meinen Blick nach oben hält; hingesenkt im Schauen, kann mir vor dem Irdischen nicht grauen. 5. Wo ich ihn nur habe, ist mein Vaterland, und es fällt mir jede Gabe wie ein Erbteil in die Hand; längst vermißte Brüder[wieder. sind ich nun in seinen Jüngern Friedr. v. Hardenberg, g. 1772, 1801. 292. Mel. Seelenbräutigam. 1. Wer ist wohl, wie du, Jesu, süße Ruh? Unter vielen auserkoren, Leben derer, die verloren, und ihr Licht dazu, Jesu, süße Ruh! 2. Leben, das den Tod, mich aus aller Not zu erlösen, hat geschmecket, meine Schulden zugedecket und mich aus der Not hat geführt zu Gott. 3. Glanz der Herrlichkeit, du bist vor der Zeit zum Erlöser uns geschenket und in unser Fleisch versenket in der Füll der Zeit, Glanz der Herrlichkeit! 4. Großer Siegesheld, Tod, Sünd, Höll und Welt hast du mächtig überwunden und ein ew'ges Heil erfunden durch das Lösegeld deines Bluts, o Held! 5. Höchste Majestät, König und Prophet, C. Zesuslieder. 292 mit Maria dir zu Füßen sitzen früh und spät, höchste Majestät! 6. Laß mich deinen Ruhm als dein Eigentum durch des Geistes Licht erkennen, stets in deiner Liebe brennen als dein Eigentum, allerschönster Ruhm! 7. Deiner Sanftmut Schild, deiner Demut Bild mir anlege, in mich präge, daß kein Zorn noch Stolz sichrege; vor dir sonst nichts gilt als dein eigen Bild. 8. Steure meinem Sinn, der zur Welt will hin, daß ich nicht mög von dir wanken, sondern bleiben in den Schran⸗ sei du mein Gewinn, Iken; gib mir deinen Sinn! 9. Wecke mich recht auf, daß ich meinen Lauf unverrückt zu dir fortsetze, und mich nicht in seinem Netze Satan halte auf; fördre meinen Lauf! 10. Deines Geistes Trieb in die Seele gib, daß ich wachen mög und beten, freudig vor dein Antlitz treten; ungefärbte Lieb in die Seele gib! 11. Wenn der Wellen Macht in der trüben Nacht will desHerzensSchiffleindecken, wollst du deine Hand ausstrecken; habe auf mich acht, Hüter, in der Nacht! 12. Einen Heldenmut, der da Gut und Blut deinen Scepter will ich küssen, 201 293 gern um deinetwillen lasse und des Fleisches Lüste hasse, gib mir, höchstes Gut, durch dein teures Blut! 13. Soll's zum Sterben gehn, wollst du bei mir stehn, mich durchs Todestal begleiten und zur Herrlichkeit bereiten, daß ich einst mag sehn mich zur Rechten stehn. J. A. Freylinghausen, g. 1670,4 1739. 293. Eigene Melodie. 1. Wie schön leuchtet der Mor⸗ genstern, voll Gnad und Wahrheit von dem Herrn aus Juda aufgegangen. Da Davids Sohn aus Jakobs Stamm, meinKönig undmeinBräutigam, du hast mein: Herz umfangen: lieblich, freundlich, schön und prächtig, groß und reich an Gaben,(mächtig, über alles hoch erhaben. 2. O meine Perle, werte Kron, Sohn Gottes und MariensSohn, du hochgeborner König, mein Herz ist voll von deinem dein süßes Evangelium[Ruhm, ist lauter Milch und Honig. Herr, dich preis' ich, Hosianna! Himmlisch Manna, das wir essen, deiner kann ich nicht vergessen. 3. Geuß sehr tief in mein Herz hinein, du Gottesglanz und Himmels⸗ die Flamme deiner Liebellschein, 5. Lieder vom christlichen Leben. Und stärk mich, daß ich ewig bleib, o Herr, ein Glied an deinem Leib, ö in frischem Lebenstriebe! Nach dir wallt mir mein Gemüte, ew'ge Güte, bis es findet dich, des Liebe mich entzündet. 4. Von Gott kommt mir ein Freudenlicht, wenn ich dein holdes Angesicht seh freundlich auf mich blicken. O Jesu, du mein höchstes Gut, dein Wort, dein Geist, dein Leib mich innerlicherquicken.[undBlut Nimm mich freundlich in die Arme, Herr, erbarme dich in Gnaden! ö Auf dein Wort komm' ich geladen. 5. Gott Vater, o dustarker Held, du hast mich ewig vor der Welt in deinem Sohn geliebet. Dein Sohn hat sich mit mir ver⸗ traut, mein Herz auf ihn mit Freuden schaut, was ist's, das mich betrübet? Preis dir! Heil mir! Himmlisch Leben wird er geben mir dort oben; ewig soll mein Herz ihn loben. 6. Spielt unserm Gott mit Saitenklang und laßt den füßesten Gesang ganz freudenreich erschallen. Ich will mit meinem JesusChrist. der mir mein ein und alles ist, in steter Liebe wallen. Singet, klinget, jubilieret, triumphieret! Dankt dem Herren, ihm, dem König aller Ehren! 202 7. Wie daß du der Anf. Du wir aufnehn froh fal Amen,“ komm, bleib ni weil ich Phil 1. Wie wenn ie Ich stei und eil Da mu wenn die Lieh Hier is wer wo der in 2. Di es sei wenn f bei ei In dir du bist vigbleib, Büte, tzündet. ir ein denlicht, Ingesicht blicken. tes Gut, dein Leib undBlut barme geladen. mir ver⸗ traut, Freuden schaut, trübet? er geben n loben. tt mit itenklang Gesang allen. usChrist, alles ist, em Leib, e! C. ZJesuslieder. 294 7. Wie freu ich mich, Herr Jesu du bleibst mein Freund, wenn Christ, daß du der Erst und Letzte bist, der Anfang und das Ende. Du wirst mich einst zu deinem Preis aufnehmen in das Paradeis, froh falt ich meine Hände! Amen, Amen, komm, o schöne Freudenkrone, bleib nicht lange, weil ich sehnlich dein verlange. Phil. Nicolai, g. 1556, + 1608. 294. Eigene Melodie. 1. Wie wohl ist mir, o Freund der Seele, wenn ich in deiner Liebe ruh. Ich steige aus der Schwermuts⸗ höhle und eile deinen Armen zu. Da muß die Nacht des Trauerns scheiden, wenn mit so angenehmen Freu⸗ den die Liebe strahlt aus deiner Brust. Hier ist mein Himmel schon auf Erden; wer wollte nicht vergnüget wer⸗ den, der in dir suchet Ruh und Lust? 2. Die Welt mag schmähen oder preisen, es sei also; ich trau ihr nicht, wenn sie mir gleich will Lieb er⸗ weisen bei einem freundlichen Gesicht. In dir vergnügt sich meine Seele, du bist mein Freund, den ich er⸗ wähle, Freundschaft weicht. Der Welt Haß kann mich doch nicht fällen, weil in den stärksten Unglücks⸗ wellen mir deine Treu den Anker reicht. 3. Will mich der Sünde Last erdrücken, blitzt auf mich des Gesetzes Weh, droht Straf und Hölle meinem Rücken, so steig ich gläubig in die Höh und flieh in deine heil'gen Wun⸗ den; da hab ich schon den Ort gefunden, wo mich kein Fluchstrahl treffen kann. Tritt alles wider mich zusammen, du bist mein Heil. Wer will ver⸗ dammen? Die Liebe nimmt sich meiner an. 4. Führst du durch Wüsten meine Reise, ich folg und lehne mich auf dich. Du gibst mir aus den Wolken Speise und labest aus dem Felsen mich.“) Ich traue deinen Wunderwegen, sie enden sich in Lieb und Segen; genug, wenn ich dich bei mir hab. Ich weiß: Wen du willst herrlich zieren und über Sonn und Sterne füh⸗ den führest du zuvor hinab. ren, ) 1. Kor. 10, 2—4. 5. Der Tod mag andern düster scheinen, mir nicht, weil Seele, Herz und Mut in dir, der du verlässest keinen, 203 295—296 o allerliebstes Leben, ruht. Wen macht des Weges End er⸗ zittern, wenn aus Gefahr und Ungewit⸗ tern er eingeht in die Sicherheit? Mein Licht, so will ich auch mit Freuden aus dieser finstern Wildnis schei⸗ zu deiner Ruh der Ewigkeit. Iden 6. Wie ist mir dann, o Freund der Seelen, so wohl, wenn ich mich lehn auf dich! Mich kann Welt, Not und Tod nicht quälen, weil du, mein Gott, vergnügest mich. Laß solche Ruh in dem Gemüte nach deiner unumschränkten Güte des Himmels süßen Vorschmack sein. Weg, Welt, mit allen Schmeiche⸗ leien! Nichts kann, als Jesus, mich er⸗ freuen. O reicher Trost: Mein Freund ist mein! Wolfg. Christ. Deßler, g. 1660, T 1722. 295. Eigene Melodie. 1. Wollt ihr wissen, was mein Preis? 3. Lieder vom christlichen Leben. Wollt ihr lernen, was ich weiß? Wollt ihr sehn mein Eigentum? ach Gott, Wollt ihr hören, was mein Jesus, der Gekreuzigte![Ruhm? 2. Wer ist meines Glaubens Grund? Wer stärkt und erwecktdenMund? Wer trägt meine Straf und Schuld? Wer schafft mir des Vaters Huld! Jesus, der Gekreuzigte! 3. Wer ist meines Lebens Teil, meines Geistes Kraft und Heil! Wer machtrein mich und gerecht? Wer macht mich zu GottesKnecht“ Jesus, der Gekreuzigte! 4. Wer ist meines LeidensTrost' ö Wer schützt, wenn der Feind er⸗ bost? Wer erquickt mein mattes Herzs Wer verbindet meinen Schmerz? Jesus, der Gekreuzigte! 5. Wer ist meines Todes Tod? Wer hilft in der letzten Not? Wer versetzt mich in sein Reich! Wer macht mich den Engeln Jesus, der Gekreuzigte! Igleich! 6. Und so wißt ihr, was ich weiß ihr wißt meinen Zweck und Preis. Glaubt, lebt, duldet, sterbet dem, der uns Gott macht angenehm: Jesu, dem Gekreuzigten! Joh. Chr. Schwedler, g. 1672, 4 1780, D. Heitigung und Ghrifllicher Wandet. ach führe mich, dein Kind, 296. Mel. O Gott, du frommer Gott. daß ich den Lauf vollende 1. Ach Gott, verlaß mich nicht, zu meiner Seligkeit, gib mir die Gnadenhände, sei du mein Lebenslicht, 20⁴4 mein Sta 2. Ach 6 regiere dr ach laß n in Sünd gib mir d gib Glau sei meine ach Gott 3. Ach ich ruf a ach Höch in jeder Wenn mn und mei so weich ach Gott 4. Ach ach laß ach Vat mit reic die Wer die Wer zu tun, ach Got 5. Ach ich bleil hilf mi recht gl und sel zu sehn hilf mi ach Go Sal 1. Al und ar ich weiß? gentum? ach Gott, verlaß mich nicht! mein [Ruhm: laubens Grund? en Mund? fund Schuld? ers Huld? ens Teil, und Heil? d gerecht? esKnecht“ I ens Trost' Feind er⸗ bost? tes Herzꝛ Schmerze el odes Tod? n Not? in Reich! Engeln Ulgleich? ĩ ich weiß, ind Preis. erbet dem ngenehm: on! 572, 1730. D. Heiligung und christlicher Wandel. mein Stab, mein Hort, mein Schutz, 2. Ach Gott, verlaß mich nicht, regiere du mein Wallen, ach laß mich nimmermehr in Sünd und Schande fallen; gib mir den guten Geist, gib Glaubenszuversicht, sei meine Stärk und Kraft, ach Gott, verlaß mich nicht! 3. Ach Gott, verlaß mich nicht, ich ruf aus Herzensgrunde, ach Höchster, stärke mich in jeder bösen Stunde! Wenn mich Versuchung plagt und meine Seel anficht, so weiche nicht von mir, ach Gott, verlaß mich nicht! 4. Ach Gott, verlaß mich nicht, ach laß dich doch bewegen, ach Vater, kröne doch mit reichem Himmelssegen die Werke meines Amts, die Werke meiner Pflicht, zu tun, was dir gefällt, ach Gott, verlaß mich nicht! 5. Ach Gott, verlaß mich nicht, ich bleibe dir ergeben; hilf mir, o großer Gott, recht glauben, christlich leben und selig scheiden ab, zu sehn dein Angesicht, hilf mir in Not und Tod, ach Gott, verlaß mich nicht! Salomo Franck, g. 1659, 4 1725. 297. Eigene Melodie. 1. Alles ist an Gottes Segen und an seiner Gnad gelegen, 297 über alles Geld und Gut. Wer aufGott seinHoffnung setzet, der behält ganz unverletzet einen freien Heldenmut. 2. Der mich hat bisher ernähret und mir manches Glück bescheret, ist und bleibet ewig mein. Der mich wunderlich geführet und noch leitet und regieret, wird forthin mein Helfer sein. 3. Viele mühen sich um Sachen, die nur Sorg und Unruh machen und ganz unbeständig sind; ich begehr nach dem zu ringen, was mir wahre Ruh kann bringen und man jetzt gar selten find't. 4. Hoffnung kann das Herz er⸗ quicken; was ich wünsche, wird sich schicken, so es anders Gott gefällt. Meine Seele, Leib und Leben hab ich seiner Gnad ergeben und ihm alles heimgestellt. 5. Er weiß schon nach seinem Willen mein Verlangen zu erfüllen, es hat alles seine Zeit. Ich hab ihm nichts vorzuschrei⸗ ben, wie Gott will, so muß es bleiben, wann Gott will, bin ich bereit. 6. Soll ich länger allhier le⸗ ben, will ich ihm nicht widerstreben, ich verlasse mich auf ihn; ist doch nichts, das lang bestehet, alles Irdische vergehet und fährt wie ein Strom dahin. 1676. 20⁵ 298—299 298. Mel. Ach was soll ich Sünder machen. 1. Auf, ihr Streiter, durchge⸗ drungen, auf und folgt dem Heiland nach, der durch Marter, Hohn und Schmach sich auf Zions Burg geschwungenl Nach!— das Haupt hat schon gesiegt; weh dem Glied, das müßig liegt! 2. Fort, nur nach mit Wachen, Beten! Fort!— was seid ihr so verzagt? Christus hat den Sieg erjagt und der Schlange Kopf zertreten. Rufet laut im Siegeston: Schwert des Herrn und Gideon! 3. Kein Erlöster müsse sprechen: ich bin elend, arm und schwach, und durch so viel Ungemach kann kein armer Sünder brechen, denn der Herr ist's, der uns heilt und den Schwachen Kraft erteilt. 4. Sind wir schwach— bei ihm ist Stärke; find wir arm— der Herr ist reich. Wer ist unserm König gleich? Unser Gott tut Wunderwerke. Sagt, ob der nicht helfen kann, dem der Himmel untertan. 5. Niemand kann zu Salem thronen, der nicht recht mit Jesu kämpft und des Fleisches Lüste dämpft, weil wir noch imFleische wohnen. Nur durch Ringen, Kampf und Streit kommet man zur Sicherheit. 6. Nun so wachet, kämpfet, ringet, 5. Lieder vom christlichen Leben. streitet mit Gebet und Flehn, bis wir auf der Höhe stehn, wo das Lamm die Fahne schwin⸗ Ist der Erde Werk getan,(get. geht des Himmels Sabbat an. G. Buchka, g. 1705, 4 1752. 299. Mel. Wer nur den lieben Gott. 1. Du, Vater deiner Menschen⸗ der du dieLiebe selber bist, kinder, und dessen Herz auch gegen Sün⸗ der noch gütig und voll Mitleid ist! Laß mich von ganzem Herzendein im Leben und im Tode sein. 2. Gib, daß ich als dein Kind dich liebe, da du mich als ein Vater liebst, und so gesinnt zu sein mich übe, wie du mir selbst die Vorschrift gibst; was dir gefällt, gefall auch mir, nichts scheide mich, mein Gott, von dir. 3. Vertilge, Herr, durch deine Liebe in mir die Liebe zu der Welt und gib, daß ich Verleugnung übe wenn mir das Eitle noch gefällt Wie könnt ich je die Kreatur dir vorziehn, Schöpfer derNatur! 4. Laß mich um deiner Liebe willen gern tun, was mir dein Wort ge⸗ beut. Kann ich's nicht, wie ich soll, er⸗ füllen, so sieh auf meine Willigkeit und rechne mir nach deiner Huld 206 — 1 die Schwe 5. Der das tut, w Drum la gefiel es Die klein laß, Vat 6. Aus was mir Auch Tri wer ihre sie willig wird mä 7. In d jo ist aus dann we wo ich d Da wird und une Nach Ben Mel. We 1. Ein schließ zr vertreib daß fie 2. Dir ach kom treib al aus dei Flehn, ehn, bat an. 2 + 17⁵2. Gott. tenschen⸗ kinder, en Sün⸗ der leid ist! zendein sein. in Kind ch liebe, er liebst, ich übe, orschrift gibst; uch mir, u Gott, von dir. ch deine Liebe Welt gnung übe, gefällt. atur Natur! Liebe willen Bort ge⸗ beut. soll, er⸗ füllen, keit r Huld n,(get. — ꝗ 9.————— die Schwachheit, Vater, nicht zur Schuld. 5. Der liebt dich nicht, der noch mit Freuden das tut, was dir, o Gott, mißfällt. Drum laß es mich mit Sorgfalt meiden, gefiel es auch der ganzen Welt. Die kleinste Sünde selbst zu scheun, laß, Vater, mich beflissen sein. 6. Aus Liebe laß mich alles lei⸗ den, was mir dein weiser Rat be⸗ stimmt. Auch Trübsal führt zu ew'gen Freuden; wer ihre Last gern auf sich nimmt, sie willig trägt und weislich nützt, wird mächtig von dir unterstützt. 7. In deiner Liebe laß mich ster⸗ ben, so ist auch Sterbenmein Gewinnz dann werd ich deinen Himmel wo ich dir ewig nahe bin. serben, Da wird die Lieb in vollem Schein und unaussprechlich bei dir sein. Nach Benj. Schmolck, g. 1672, 4 1737. 300. Mel. Wenn wir in höchsten Nöten. 1. Ein reines Herz, Herr, schaff in mir, schließ zu der Sünde Tor und Tür, vertreibe sie und laß nicht zu, daß sie in meinem Herzen ruh. 2. Dir öffn' ich, Jesu, meine Tür, ach komm und wohne du bei mir, treib all Unreinigkeit hinaus aus deinem Tempel, deinem Haus. D. BHeiligung und christlicher Wandel. 300—301 3. Laß deines guten GeistesLicht und dein hellglänzend Angesicht erleuchten mein Herz und Gemüt, o Brunnen unerschöpfter Güt! 4. Und mache dann mein Herz zugleich an Himmelsgut und Segen reich, gib Weisheit, Stärke, Rat, Ver⸗ stand aus deiner milden Gnadenhand! 5. So will ich deines Namens Ruhm ausbreiten als dein Eigentum und dieses achten für Gewinn, wenn ich nur dir ergeben bin. Heinr. Georg Neuß, g. 1654, 4 1716. 301. Mel. Alles ist an Gottes Segen. 1. Endlich bricht der heiße Tie⸗ gel und der Glaub empfängtsein Sie⸗ gel, gleich dem Gold im Feu'r be⸗ währt; zu des Himmels höchsten Freuden werden nur durch tiefe Leiden Gottes Lieblinge verklärt. 2. Unter Leiden prägt der Mei⸗ in die Herzen, in die Geister sster sein allgeltend Bildnis ein. Wie er dieses Leibes Töpfer, will er auch des künft'gen Schöp⸗ auf dem Weg der Leiden sein. fer 3. Leiden bringt empörte Glie⸗ der endlich zum Gehorsam wieder, macht sie Christo untertan, daß er die gebrochnen Kräfte zu dem Heiligungsgeschäfte sanft und still erneuern kann. 207 302 4. Leiden sammelt unsre Sinne, daß die Seele nicht zerrinne in den Bildern dieser Welt; ist wie eine Engelwache, die im innersten Gemache des Gemütes Ordnung hält. 5. Leiden stimmt des Herzens Saiten für den Psalm der Ewigkeiten, lehrt mit Sehnsucht dorthin sehn, wo die sel'gen Palmenträger mit dem Chor der Harfenschläger preisend vor dem Throne stehn. 6. Leiden fördert unsre Schritte, Leiden weiht die Leibeshütte zu dem Schlaf in kühler Gruft; es gleicht einem frohen Boten jenes Frühlings, der die Toten zum Empfang des Lebens ruft. 7. Leiden macht im Glauben gründlich, macht gebeugt, barmherzig, kind⸗ Leiden, wer ist deiner wert? lich; Hier heißt man dich eine Bürde, droben bist du eine Würde, die nicht jedem widerfährt. 8. Brüder, solche Leidensgnade wird in mannigfachem Grade Jesu Jüngern kund gemacht, wenn sie mancher Schmerz durch⸗ wühlet, wenn sie manchen Tod gefühlet, Nächte seufzend durchgewacht. 9. Im Gefühl der tiefsten Schmerzen dringt das Herz zu seinem Herzen immer liebender hinan, und um eins nur fleht es sehnlich: mache deinem Tod mich ähnlich, daß ich mit dir leben kann. 10. Endlich mit der Seufzer Fülle 5. Lieder vomtchristlichen Leben. bricht der Geist durch jede Hülle, und der Vorhang reißt entzwei. Wer ermisset dann hinieden, welch ein Meer von Gottesfrieden droben ihm bereitet sei! 11. Jesu, laß zu jenen Höhen heller stets hinauf uns sehen, bis die letzte Stunde schlägt, da auch uns nach treuem Ringen heim zu dir auf lichten Schwingen eine Schar der Engel trägt. K. Fr. Hartmann, g. 1743, 4 1616. 302. *— Mel. O Jesu Christ, mein's Lebens. 1. Erneure mich, o ew'ges Licht, und laß von deinem Angesicht mein Herz und Seel mit deinem Schein durchleuchtet und erfüllet sein! 2. Ertöt in mir die schnöde Lust, feg aus den alten Sündenwust, ach rüst mich aus mit Kraft und Mut, zu streiten wider Fleisch und Blut. 3. Schaff in mir, Herr, den neuen Geist, der dir mit Lust Gehorsam leist't und nichts sonst, als was du willst, will, ach Herr, mit ihm mein Herz er⸗ erfüll! 4. Auf dich laß meine Sinnen gehn, laß sie nach dem, was droben, stehn, bis ich dich schau, o ew'ges Licht, von Angesicht zu Angesicht. Joh. Friedr. Ruopp, 4 1708, 208 1. Es g obgleichf was ihne ist keinen Was nie was nier hat ihre und sie; 2. Sie ein Sche verlacht doch inn der Zier das Wu die hier den Kön zu grüße 3. Der geboren ein Fur entzünd Die En die ihre mit ihn de Hülle, eden, sfrieden n Höhen sehen, lägt, Ringen chwingen rägt. 3, 4+ 1615. 5 Lebens. ges Licht, gesicht t deinem entzwei. Schein et sein! öde Lust, denwust, raft und Mut, indBlut. en neuen Geist, m leist't vas du Ist, will, Herz er⸗ erfüll! Sinnen gehn, droben, stehn, jes Licht, cht. p, 4 1708, 303. Kol. 3, 3. 4. Eigene Melodie. 1. Es glänzet der Christen in⸗ wendiges Leben, obgleich sie von außen die Sonne verbrannt; was ihnen der König des Him⸗ mels gegeben, ist keinem als ihnen nur selber bekannt. Was niemand verspüret, was niemand berühret, hat ihre erleuchteten Sinne ge⸗ zieret und sie zu der göttlichen Würde geführet. 2. Sie scheinen von außen oft arm und geringe, ein Schauspiel der Engel, verlacht von der Welt, doch innerlich sind sie voll herr⸗ licher Dinge, der Zierrat, die Krone, die Jesu das Wunder der Zeiten,(gefällt; die hier sich bereiten, den König, der einst sie zur Herr⸗ lichkeit führet, zu grüßen, mitheiligem Schmucke gezieret. 3. Denn innerlich sind sie aus göttlichem Stamme, geboren aus Gott durch sein mächtiges Wort, ein Funke und Flämmlein aus göttlicher Flamme, entzündet von oben, genähret von Die Engel sind Brüder, ldort. die ihre Loblieder mit ihnen gar fröhlich und won⸗ niglich fingen; 209 D. Beiligung und christlicher Wandel. 303 das muß dann ganz herrlich, ganz prächtig erklingen. 4. Sie wandeln auf Erden und leben im Himmel, sie bleiben ohnmächtig und schüt⸗ zen die Welt; sie schmecken den Frieden beiallem Getümmel, sie finden, die Armsten, was ihnen Sie stehen im Leiden(gefällt. und bleiben in Freuden, sie scheinen ertötet den äußeren Sinnen und führen das Leben des Glau⸗ bens von innen. 5. Wenn Christus, ihr Leben, wird offenbar werden, wenn er sich einst, wie er ist, öf⸗ fentlich stellt, so werden sie mit ihm als Herren der Erden auch herrlicherscheinenzum Wun⸗ der der Welt. Sie werden regieren, mit ihm triumphieren, den Himmel als prächtige Lichter auszieren; da wird man die Freude gar of⸗ fenbar spüren. 6. Frohlocke, duErde, und jauch⸗ zet, ihr Hügel, daß du diesen göttlichen Samen geneußt; denn das ist des Ewigen gött⸗ liches Siegel zum Zeugnis, daß er dir noch Segen verheißt. Du sollst noch mit ihnen aufs prächtigste grünen, wenn erst ihr verborgenes Leben erscheinet, 14 304 wonach sich dein Seufzen mit ihnen vereinet. 7. O Jesu, verborgenes Leben der Seelen, du heimliche Zierde der inneren Welt; laß deine verborgenen Wege uns wählen, wenngleich uns die Schmach dei⸗ nes Kreuzes entstellt. Hier übel benennet und wenig erkennet, hier heimlich mit Christo im Va⸗ ter gelebet, dort öffentlich mit ihm im Him⸗ mel geschwebet. Chr. Fr. Richter, g. 1676, 4 1711. 304. Mel. Es kostet viel, ein Christ zu sein. 1. Es ist nicht schwer, ein Christ zu sein und nach dem Sinn des reinen Geistes leben; zwar der Natur geht es gar sauer ein, sich immerdar in Christi Tod zu geben, doch führt die Gnade selbst zu aller den schweren Streit.[Zeit 2. Du darfst ja nur ein Kind⸗ lein sein, du darfst ja nur die leichte Liebe üben. O blöder Geist. schau doch, wie gut er's mein', das kleinste Kind kann ja die Mut⸗ ter lieben. Drum fürchte dich nurfernernicht es ist nicht schwer.[so sehr, 3. Dein Vater fordert nur das Herz, 210 5. Lieder vomtchristlichen Leben. daß er es selbst mit 5* Gna⸗ de fülle; der fromme Gott macht dir gar keinen Schmern ö die Unlust schafft in dir dein eig ⸗ ner Wille. Drum übergib ihn willig in den so hat's nicht Not. Tod, 4. Wirf nur getrost den Kum. mer hin, der nur dein Herz vergeblich schwächt und plaget; erwecke nur zum Glauben deinen Sinn wenn Furcht und Weh dein schwaches Herze naget; sprich: Vater, schau mein Elend so ist's getan! 5. Faß nur dein Herze in Ge⸗ duld, wenn du nicht gleich des Vaters Hilfe merkest. Versiehst du's oft und fehlst aus eigner Schuld, so sieh, daß du dich durch die Gna⸗ de stärkest; so gilt dein Fehl und kindliches als nicht geschehn. Versehn 6. Laß nur dein Herz im Glau⸗ ben rang wenn dich wird Nacht und Fin⸗ sternis bedecken; dein Vater wird nichts Schlim⸗ mes mit dir tun; vor keinem Sturm und Wind darfst du erschrecken, ja, siehst du endlich ferner keine so glaube nur![Spur, 7. So wird dein Licht aufs neu entstehn, und wirst dein Heil mit größrer Klarheit schauen; (gnädig an! was du ge drum dar O Seele, so selig is 8. Auf,‚ dich deine Geh ein, in Friede Die Sore allein au Chr. I 1. Es k und nack denn der sich imm und ist das mac 2. Mar die leich da koste daß nid Wenn die Wick er Gna⸗ De fülle; dir gar Schmerz, ein eig⸗ Wille. g in den Tod, n Kum⸗ er hin, kblich plaget; deinen Sinn, ein e naget; n Elend üdig an! in Ge⸗ duld, Vaters merkest. hlst aus Schuld, die Gna⸗ stärkest; ndliches Versehn n Glau⸗ n ruhn, nd Fin⸗ edecken; Schlim⸗ ir tun; Wind hrecken, T keine [Spur, Ifs neu tstehn, srößrer hauen; was du geglaubt, wirst du dann vor dir sehn; drum darfst du nur dem from⸗ men Vater trauen. O Seele, sieh doch, wie ein wah⸗ so selig ist. rer Christ 8. Auf, auf, mein Geist, was säumest du, dich deinem Gott ganz kindlich zu ergeben? Geh ein, mein Herz, genieß die süße Ruh, in Frieden sollst du vor dem Va⸗ ter schweben. Die Sorg und Last wirf nur ge⸗ allein auf ihn.[trost und kühn Chr. Fr. Richter, g. 1676, 7 1711. 305. Eigene Melodie. 1. Es kostet viel, ein Christ zu sein und nach dem Sinn des reinen Geistes leben, denn der Natur geht es gar sauer ein, sich immerdar in Christi Tod zu geben; und ist hier gleich Ein Kampf wohl ausgericht't, das macht's noch nicht. 2. Man muß hier stets auf Schlangen gehn, die leicht ihr Gift in unsre Fer⸗ sen bringen; da kostet's Müh auf seiner Hut zu stehn, daß nicht das Gift kann in die Seele dringen. Wenn man's versucht, so spürt die Wichtigkeit. man mit derZeit 211 D. Heiligung und christlicher Wandel. 305 3. Doch ist es wohl der Mühe wert, wenn man mit Ernst die Herr⸗ lichkeit erwäget, die ewiglich ein solcher Mensch erfährt, der sich hier stets aufs Himm⸗ lische geleget. Es hat wohl Müh, die Gnade aber macht, daß man's nicht acht't. 4. Man soll ein Kind des Höch⸗ sten sein, ein reiner Glanz, ein Licht im großen Lichte; wie wirst du da so stark, so hell und rein, so herrlich sein, so lieblich im Ge⸗ sichte, dieweil dich da die wesentliche so schön gemacht.[Pracht 5. Da wird das Kind den Va⸗ ter sehn, im Schauen wird es ihn mit Lust empfinden; der lautre Strom wird es da ganz durchgehn und es mit Gott zu Einem Geist verbinden. Wer weiß, was da im Geiste wird Wer mag's verstehn?(geschehn? 6. Was Gott genießt, genießt es auch, was Gott besitzt, wird ihm in Gott gegeben; der Himmel steht bereit ihm zum Gebrauch, wie lieblich wird es doch mit Je⸗ su leben! Nichts höher wird an Kraft und als Gott allein.[Würde sein 14²⁷ 306—307 5. Lieder vom 7. Auf, auf, mein Geist, ermüde nicht, dich durch die Macht der Finster⸗ nis zu reißen. Was sorgest du, daß dir's anKraft gebricht? Bedenke, was für Kraft uns Gott verheißen. Wie gut wird sich's doch nach der Arbeit ruhn, wie wohl wird's tun. Chr. Fr. Richter, g. 1676, 4 1711. 306. Mel. Alles ist an Gottes Segen. 1. Fortgekämpft und fortge⸗ rungen, bis zum Lichte durchgedrungen muß es, bange Seele, sein! Durch die tiefsten Dunkelheiten wird dein Heiland dich begleiten, Mut spricht er den Schwachen ein. 2. Bei der Hand will er dich fassen; scheinst du gleich von ihm verlas⸗ glaube nur undzweiflenichtllsen, Bete, kämpfe ohne Wanken; bald wirst du voll Freude danken, bald umgibt dich Trost und Licht. 3. Bald wird dir sein Antlitzschei⸗ harre, hoffe beidem Weinen, nen; stets beglückt dich seine Wahl. Er will dich im Glauben üben; Gott, die Liebe, kann nur lieben, Wonne wird bald deine Qual. 4. Wegvonaller WeltdieBlickel Schau nicht seitwärts, nicht zu⸗ nur auf Gottund Ewigkeit. rücke, Nur zu deinem Jesu wende Aug und Herz und Sinn undHän⸗ bis er himmlisch dich erfreut.[de, christlichen Leben. 5. Aus des Jammers wilden Wogen hat dich oft herausgezogen seiner Allmacht treue Hand. Nie zu kurz ist seine Rechte; wo ist einer seiner Knechte, der bei ihm nicht Rettung fand! 6. Schließ dich ein in deine Kammer, geh und schütte deinen Jammer aus in Gottes Vaterherz. pfinden, Worte nicht, nicht Tränen finden, klag ihm schweigend deinen Schmerz. 7. Kräftig ist dein tiefes Schwei⸗ gen, Gott wird sich als Vater zeigen glaube nur, daß er dich hört; glaub, daß Jesus dich vertreten glaube, daß, was er gebeten, Gott, sein Vater, ihm gewährt. 8. Drum, so will ich nicht ver⸗ zagen, mich vor Gottes Antlitz wagen, flehen, ringen fort und fort. Doch ich werd ihn überwinden; wer ihn sucht, der wird ihn finden er gelobt's in seinem Wort. Joh. Kasp. Lavater, g. 1741, + 180ʃ. 307. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 1. Gott, deine Güte reicht so so weit die Wolken gehen;[weit, du krönst uns mit Barmherzigkeit und eilst uns beizustehen. Herr, meine Burg, mein Fels mein Hort 212 D. vernimm eu denn ich w 2. Ich bi und Schätz laß mir, se nach deine⸗ gib mir nr dich Gott u. 4159 und mich! Kannst du gleich ihn nicht em⸗ 3. Ich bi so sehr sie des guten laß mich! Mein wal der Ruhm und from 4. So b auch nicht Im Glüc das wolle In deiner laß du m vor dir i Chr.“ Mel. Lie 1. Gott daß ichel daß ich, meinen§ Höchster, weise zu 2.Laut lehre mi hilf selb I. 8 wilden Wogen zogen Hand. Rechte; echte, ung fand! n deine Kammer Jammer erz. nicht em⸗ pfinden, en finden peinen Schmerz es Schwei gen, ter zeigen ch hört; vertreten, gebeten, 1gewährt. nicht ver⸗ zagen, itz wagen, d fort. erwinden rd ihn finden Wort. 41, 180ʃ. t der Zeit. reicht so en;[weit, herzigkeit jen. ein Fels ein Hort ‚ ö D. Beiligung und christlicher Wandel. 308- 309 vernimm mein Flehn, merk auf mein Wort, denn ich will vor dir beten. 2. Ich bitte nicht um Überfluß und Schätze dieser Erden, laß mir, so viel ich haben muß, nach deiner Gnade werden; gib mir nur Weisheit und Ver⸗ stand, dich Gott und den, den du gesandt, und mich selbst zu erkennen. 3. Ich bitte nicht um Ehr und Ruhm, so sehr sie Menschen rühren, des guten Namens Eigentum laß mich nur nicht verlieren! Mein wahrer Ruhm sei meine Pflicht, der Ruhm vor deinem Angesicht und frommer Freunde Liebe. 4. So bitt ich dich, Herr Zeba⸗ auch nicht um langes Leben. loth, Im Glücke Demut, Mut in Not, das wollest du mir geben. In deiner Hand steht meine Zeit; laß du mich nur Barmherzigkeit vor dir im Tode finden! Chr. F. Gellert, g. 1715, 4 1769. 308. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 1. Gott, mein Licht, erleuchte mich, daß ich hier dich recht erkenne; daß ich, Jesus Christus, dich meinenHerrn undHeiland nenne. Höchster, laß mich doch auf Erden weise zu dem Himmel werden. 2. LautreWarheitist dein Wort; lehre mich es recht verstehen, hilf selbst meinem Forschen fort, lehre mich recht einzusehen, was zu meinem Heil mich führet und was mir zu tun gebühret. 3. Aber laß mich nicht allein richtig seinen Sinn verstehen, laß mein Herz auch folgsam sein, den erkannten Weg zu gehen. Wer dich kennt und bleibt in Sün⸗ den, der kann nimmer Gnade finden. 4. Gib, daß ich den Unterricht deines Wortes treu bewahre, daß ich, was es mir verspricht, reichlich an mir selbst erfahre. Ja, mein Glaube sei in Leiden mir ein Quell von Trost und Freuden. 5. O verleihe mir die Kraft, deinem Wort gemäß zu handeln und vor dir gewissenhaft als dein treues Kind zu wandeln, so wird einst in jenem Leben mich dein hell'res Licht umgeben. Joh. Sam. Diterich, g. 1721, 4 1797. 309. Mel. O Welt. ich muß dich lassen. 1. Herr, höre, Herr, erhöre, breit' deines Namens Ehre an allen Orten aus, behüte alle Stände durch deiner Allmacht Hände, schützKirche, Obrigkeit und Haus! 2. Ach laß dein Wort uns allen noch ferner reichlich schallen zu unsrer Seelen Nutz! Bewahr vor allen Rotten, die deiner Wahrheit spotten, biet allen deinen Feinden Trutz! 3. Gib du getreue Lehrer und unverdross'ne Hörer, 213 310 die beide Täter sein; auf Pflanzen und Begießen laß dein Gedeihen fließen und ernte reiche Früchte ein! 4. Gib unserm Fürsten Glücke, laß deine Gnadenblicke auf den Gesalbten gehn, schütz ihn auf seinem Throne und lasse seine Krone allzeit in vollem Glanze stehn! 5. Laß alle, die regieren, ihr Amt getreulich führen, schaff jedermann sein Recht, daß Fried und Treu sich müssen in unserm Lande küssen, und segne beide, Herrn und Knecht! 6. Wend ab in allen Gnaden Krieg, Feuer, Wasserschaden, treib Sturm und Hagel ab, bewahr des Landes Früchte und mache nicht zunichte, was deine milde Hand uns gab. 7. Gib uns den lieben Frieden, mach alle Feinde müde, verleih gefunde Luft, laß keine teuren Zeiten in unsre Grenzen schreiten, daß man nach Brot vergebens 8. Die Hungrigen erquicke lruft. und bringe die zurücke, die sonst verirret gehn! Die Witwen und die Waisen wollst du mit Troste speisen, wenn sie zu dir um Hilfe flehn. 9. Sei allen Kindern Vater, den Müttern sei Berater, den Kindern gib Gedeihn, zieh unsre zarte Jugend zur Frömmigkeit und Tugend, daß sich die Eltern ihrer freun. 5. Lieder vom christlichen Leben. 10. Komm als ein Arzt der Kranken, und die im Glauben wanken, laß nicht zugrunde gehn! Die Alten heb und trage, auf daß sie ihre Plage geduldig mögen überstehn. 11. Bleib der VerfolgtenStütze die Reisenden beschütze, die Sterbenden begleit mit deinen Engelscharen, daß sie im Frieden fahren zu Zions Freud und Herrlichkeit. 12. Nun, Herr, du wirst erfüllen, was wir nach deinem Willen in Demut jetzt begehrt. Wir sprechen nun das Amen in unsers Jesu Namen, so ist gewiß der Wunsch gewährt. zu deinen und dir z weil ich E 4. Befb in mir, u und öffne Benjamin Schmolck, g. 1672, 4 1751, 310. Eigene Melodie. 1. Herr Jesu, Gnadensonne, wahrhaft'ges Lebenslicht, laß Leben, Licht und Wonne mein blödes Angesicht nach deiner Gnad erfreuen und meinen Geist erneuen, mein Gott, versag mir's nichtl 2. Vergib mir meine Sünden und wirf sie hinter dich, laß allen Zorn verschwinden und hilf mir gnädiglich, laß deine Friedensgaben mein armes Herze laben, ach Herr, erhöre mich! 3. Vertreib aus meiner Seelen den alten Adamssinn und laß mich dich erwählen, auf daß ich mich forthin 214 durch dei damit ich und in d zu Trutz 5. Ach; in meine daß ich a dich ewig und dir beständie auf recht 6. Nun verleih n denn das die dein hingege mein La sind böse 7. Dar du Vate wend al und ma Gib,‚ da stets sus und stel Ludw. A 1. He ich bitt mit dei Die ga rzt der Kranken, banken, nl ge, ehn. enStütze, Errlichkeit. terfüllen, Willen Amen gewährt. 72, T 1750. ensonne cht, Wonne euen Uen, s nicht! Sünden „ inden / en en, er Seelen ihlen, n zu deinem Dienst ergebe und dir zu Ehren lebe, weil ich erlöset bin. 4. Befördre dein Erkenntnis in mir, mein Seelenhort, und öffne mein Verständnis durch dein heilsames Wort, damit ich an dich gläube und in der Wahrheit bleibe zu Trutz der Höllenpfort. 5. Ach zünde deine Liebe in meiner Seele an, daß ich aus innerm Triebe dich ewig lieben kann und dir zum Wohlgefallen beständig möge wallen auf rechter Lebensbahn. 6. Nun Herr, verleih mir Stär⸗ verleih mir Kraft und Mut, lke, denn das find Gnadenwerke, die dein Geist schafft und tut; hingegen meine Sinnen, mein Lassen und Beginnen sind böse und nicht gut. 7. Darum, du Gott der Gna⸗ du Vater aller Treu,[den, wend allen Seelenschaden und mach mich täglich neu! Gib, daß ich deinen Willen stets suche zu erfüllen, und steh mir kräftig bei! Ludw. Andr. Gotter, g. 1661, 4 1735. 311. Eigene Melodie. 1. Herzlich lieb hab ich dich, o Herr; ich bitt, wollst sein von mir nicht fern mit deiner Güt und Gnaden. Die ganze Welt erfreut mich nicht, D. Heiligung und christlicher Wandel. 311 nach Erd und Himmel frag ich nicht, wenn ich dich nur kann haben. Und wenn mir gleich mein Herz zerbricht, bist du doch meine Zuversicht, mein Teil und meines Herzens Trost, der mich durch sein Blut hat er⸗ Herr Jesu Christ,(löst. mein Gott und Herr, mein Gott und Herr, in Schanden laß mich nimmer⸗ mehr. 2. Es ist ja, Herr, dein G'schenk und Gab mein Leib und Seel und was ich in diesem armen Leben; hab damit ich's brauch zumLobe dein, zu Nutz und Dienst des Nächsten mein, wollst mir dein Gnade geben. Behüt mich, Herr, vor falscher Lehr, des Satans Mord und Lügen wehr, in allem Kreuz erhalte mich, auf daß ich's trag geduldiglich. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, tröst mir niein Seel in Todesnot! 3. Ach Herr, laß dein lieb En⸗ gelein am letzten End die Seele mein in Abrahams Schoß tragen, den Leib in sein'm Schlafkäm⸗ merlein gar sanft ohn ein ge Qual und Pein ruhn bis zum jüngsten Tage. 215 312 Alsdann vom Tod erwecke mich, daß meine Augen sehen dich in aller Freud, o Gottessohn, mein Heiland und mein Gnaden⸗ Herr Jesu Christ,(thron! erhöre mich, erhöre mich, ich will dich preisen ewiglich. Martin Schalling, g. 1532, 4 1608. 312. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. 1. Heil'ger Jesu, Heil' gungs⸗ quelle, mehr als Kristall rein, klar und helle, du lautrer Strom der Heiligkeit! Aller Glanz der Cherubinen, die Heiligkeit der Seraphinen ist gegen dich nur Dunkelheit. Ein Vorbild bist du mir; ach bilde mich nach dir, du mein Alles! Jesu, Jesu, hilf mir dazu, daß ich mag heilig sein wie du! 2. Stiller Jesu, wie dein Wille dem Willen deines Vaters stille und bis zum Tod gehorsam war: also mach auch gleichermaßen mein Herz und Willen dir ge⸗ lassen, ach stille meinen Willen gar. Mach mich dir gleich gesinnt wie ein gehorsam Kind, stille, stille! Jesu, Jesu, hilf mir dazu, daß ich fein stille sei wie du! 3. Wacher Jesu, ohne Schlum⸗ mer, in großer Arbeit, Müh und Kummer bist du gewesen Tag und Nacht; 216 5. Lieder vom christlichen Leben. mußtest täglich viel ausstehen, des Nachts lagst du vor Gott mit Flehen und hast gebetet und gewacht. Gib mir auch Wachsamkeit, daß ich wie du allzeit wach und bete. Jesu, Jesu, hilf mir dazu, daß ich stets wachsam sei wie dul 4. Güt'ger Jesu, ach wie gnä⸗ di wie liebreich bistdu, wie guttdtig selbst gegen Feinde wie gelindd Deine Sonne scheinet allen, dein Regen muß auf alle fallen, ob sie dir gleich undankbar sind. Mein Herr, ach lehre mich, damit hierinnen ich dir nacharte. Jesu, Jesu, hilf mir dazu, daß ich auch gütig sei wie du! 5. Sanfter Jesu, warst unschul⸗ dig und littest alle Schmach geduldig, vergabst und ließt nicht Rache aus. Niemand kann dein Sanftmut messen, bei der kein Eifer dich gefressen als der um deines Vaters Haus.“) Mein Heiland, ach verleih mir Sanftmut und dabei guten Eifer. Jesu, Jesu, hilf mir dazu, daß ich sanftmütig sei wie du! *) Joh. 2, 17. 6. Würd'ger Jesu, Ehrenkönig, du suchtest deine Ehre wenig und wurdest niedrig und gering; wandeltest ganz arm auf Erden in Demut und in Knechtsgebär⸗ den, erhubft di Herr, sol mich auc stetig übe hilf mir daß ich d 7. Lieb mach mi und dein Gib, daf daß ich! und tücht Ach zieh behalt n treuer H laß mich und wo 1. Hie mein Ge laß deit zu meir 2. Sc laß mie o könnt die Eig 3. Ic und mi und do die Liel 4. Jc stehen, Gott mit esu, wie dul ie gnä⸗ dig, guttätig, Flehen kwacht. keit, gelind! llen, e fallen, bar sind. ich, u, vie du! unschul⸗ dig eduldig, Rache aus. inftmut messen, gefressen Haus.“) eih ei u, die du! h. 2, 11. enkönig, henig gering; f Erden Sgebär⸗ den, erhubft dich selbst in keinemDing. Herr, solche Demut lehr mich auch je mehr und mehr stetig üben. Jesu, Jesu, hilf mir dazu, daß ich demütig sei wie du! 7. Liebster Jesu, liebstes Leben, mach mich in allem dir ergeben und deinem heil' gen Vorbild gleich. Gib, daß mich dein Geist durch⸗ dringe, daß ich viel Glaubensfrüchte bringe und tüchtig werd zu deinemReich. Ach zieh mich ganz zu dir, behalt mich für und für, treuer Heiland. Jesu, Jesu, laß mich wie du und wo du bist einst finden Ruh! Unbekannt, 1700. 313. Eigene Melodie. 1. Hier legt mein Sinn sich vor dir nieder, mein Geist sucht seinen Ursprung wieder; laß dein erfreuend Angesicht zu meiner Armut sein gericht't! 2. Schau her, ich fühle mein Verderben, laß mich in deinem Tode sterben; o könnte doch in deiner Pein die Eigenheit ertötet sein! 3. Ich fühle wohl, daß ich dich liebe und mich in deinen Wegen übe, und doch ist von Unlauterkeit die Liebe noch nicht ganz befreit. 4. Ich muß noch mehr auf die⸗ ser Erden D. Beiligung und christlicher Wandel. 217 313 durch deinen Geist geheiligt wer⸗ den, der Sinn muß tiefer in dich gehn, der Fuß muß unbeweglich stehn. 5. Ich weiß mir zwar nicht selbst zu raten, hier gelten nichts der Menschen Taten; wer macht sein Herz wohl selber rein? Es muß durch dich gewirket sein. 6. Doch kenn ich wohl dein treues Lieben, du bist noch immer treu geblie⸗ ben; ich weiß gewiß, du stehst mir bei und machst mich von mir selber frei. 7. Indessen will ich treulich kämpfen und stets die falsche Regung däm⸗ pfen, bis du dir deine Zeit ersiehst und mich aus solchen Netzen ziehst. 8. In Hoffnung kann ich fröh⸗ lich sagen: Gott hat der Hölle Macht geschla⸗ gen, Gott führt mich aus dem Kampf und Streit in seine Ruh und Sicherheit. 9. Drum will die Sorge meiner Seelen ich dir, mein Vater, ganz befehlen; ach drücke tief in meinen Sinn, daß ich in dir schon selig bin. 10. Wenn ich mit Ernst hieran gedenke und michindeinenAbgrund senke, so werd ich von dir angeblickt, und mein Herz wird von dir er⸗ quickt. 314—315 5. Lieder vom christlichen Leben. 11. So wächst der Eifer mir im Streite, so schmeck ich schon des Sieges Beute und fühle, daß es Wahrheit ist, daß du, mein Gott, die Liebe bist. Christ. Friedr. Richter, g. 1676,71711. 314. Mel. Werde munter, mein Gemüte. 1. Hilf uns, Herr, in allen Din⸗ daß wir unser Amt und Werk lgen, wohl anfangen und vollbringen, gib uns Weisheit, Kraft und Stärk! Ohne deine Hilf und Gunst ist all unser Werk umsonst; hilf uns, Herr, in allen Dingen und laß alles wohl gelingen! 2. Hilf uns, Herr, an allen Or⸗ wo wir dein bedürftig sein,[ten, brich der Hölle Macht und Pfor⸗ und gib deinem Häufelein, ten deiner armen Christenheit, Liebe, Fried und Einigkeit! Hilf uns, Herr, in allen Dingen und laß alles wohl gelingen! 3. Hilf uns, Herr, in allen Nö⸗ aller Trübsal und Gefahr, lten, laß uns keine Drangsal töten, nimm doch unser also wahr, daß Kreuz, Elend und Verdruß uns zum besten dienen muß. Hilf uns, Herr, in allen Dingen und laß alles wohl gelingen! 4. Hilf uns, Herr, aus allem in der letzten Todesnot,[Leide laß uns fahren hin mit Freude und durch deinen bittern Tod kommen in das Paradeis, uns zur Freude, dir zum Preis! Hilf uns, Herr, in allen Dingen und laß alles wohl gelingen! 5. Hilf uns, Herr, in letzten Zügen, hilf! Nach unsrer Zuversicht laß uns ritterlich obsiegen und zu Schanden werden nicht! O Herr Jesu, deine Hand leist uns Hilfe und Beistand, daß wir nach vollbrachtem Rin gen Lob und Dank dir ewig singen. Nach Mart. Rinckart, g. 1586, 7 1649. 315. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 1. Himmelan geht unsre Bahn, wir sind Gäste nur auf Erden, bis wir hin nach Kanaan durch die Wüste kommen werden. Hier ist unser Pilgrimstand, droben unser Vaterland. 2. Himmelan schwing dich, mein Geist, denn du bist ein himmlisch Wesen und kannst das, was irdisch heißt, nicht zu deinem Werk erlesen. Ein von Gott erleuchter Sinn kehrt zu seinem Ursprung hin. 3. Himmelan! ruft er mir zu, wenn ich ihn im Worte höͤre; das weist mir den Ort der Ruh, wo ich einmal hingehöre. Wenn mich dieses Wort bewahrt, ö halt ich eine Himmelfahrt. 4. Himmelan! denk ich allzeit, wenn er mir die Tafel decket, und mein Geist hier allbereit eine Kraft desHimmels schmecket. Nach der Kost im Jammertal folgt des Lammes Hochzeitmahl. 218 ‚ 5. Hir mir da daß me über Se denn ih gegen j 6. Hin in die 2 da ich 1 ewig w Jesus daß ich 7. Hit das sol ich will durch d Himme bis ich Benjam 1. Ic ich biti verleih laß mi Den v den w dir zu dem dein A 2. J du ka daß ich Dingen gen! etzten xsicht 2 nicht! d tand, gen singen. „+ 1649. sicht. e Bahn, Erden, n ö Zügen, m Rin⸗ werden. and, ch, mein Geist, h Wesen ch heißt, lesen. Sinn 5. Himmelan! Mein Glaube zeigt mir das schöne Los von ferne, daß mein Herz schon aufwärts steigt über Sonne, Mond und Sterne, denn ihr Licht ist viel zu klein gegen jenen Glanz und Schein. 6. Himmelan wird mich der Tod in die rechte Heimat führen, da ich über alle Not ewig werde triumphieren; Jesus geht mir selbst voran, daß ich freudig folgen kann. 7. Himmelan, ach himmelan! das soll meine Losung bleiben, ich will allen eitlen Wahn durch die Himmelslust vertrei⸗ ben. Himmelan nur steht mein Sinn, bis ich in dem Himmel bin. Benjamin Schmolck, g. 1672, 1 1787. 316. Eigene Melodie. 1. Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ, ich bitt, erhör mein Klagen, verleih mir Gnad zu dieser Frist, laß mich doch nicht verzagen! Den rechten Glauben, Herr, ich mein, den wollest du mir geben, dir zu leben, dem Nächsten nütz zu sein, dein Wort zu halten eben. 2. Ich bitt noch mehr, o Herre Gott, du kannst es mir wohl geben, daß ich nicht wieder werd zu Spott: D. Heiligung und christlicher Wandel. 316 die Hoffnung gib daneben, voraus wenn ich muß hie davon, daß ich dir mög vertrauen und nicht bauen auf all mein eigen Tun; sonst wird's mich ewig reuen. 3. Verleih, daß ich aus Herzens⸗ grund den Feinden mög vergeben; verzeih mir auch zu dieser Stund, schaff mir ein neues Leben! Dein Wort mein Speis' laß all⸗ weg sein, damit mein Seel zu nähren, mich zu wehren, wenn Unglück schlägt herein, das mich von dir möcht kehren. 4. Laß mich kein Lust noch Furcht von dir in dieser Welt abwenden, beständig sein ans End gib mir, du hast's allein in Händen; und wem du's gibst, der hat's umsonst, es mag niemand erwerben noch ererben durch Werke deine Gunst, die uns errett't vom Sterben. 5. Ich lieg im Streit und wi⸗ derstreb, hilf, o Herr Christ, dem Schwa⸗ chen! An deiner Gnad allein ich kleb, du kannst mich stärker machen. Kommt nun Anfechtung her, so wehr, daß sie mich nicht unistoße. Du kannst machen, daß mir's nicht bringt Gefahr; ich weiß, du wirst's nicht lassen. Johann Agricola, g. 1492, + 1566. 219 317 317⁷. Mel. In dich hab ich gehoffet, Herr. 1. Ich weiß, mein Gott, daß all mein Tun und Werk in deinem Willen ruhn, von dir kommt Glück und Segen; was du regierst, das geht und auf rechten, guten Wegen. ssteht 2. Es steht in keines Menschen Macht, daß sein Rat werd ins Werk ge⸗ bracht und seines Gangs sich freue; des Höchsten Rat der macht's daß Menschenrat gedeihe. sallein, 3. Oft denkt der Mensch in sei⸗ nem Mut, dies oder jenes sei ihm gut, und ist doch weit gefehlet; oft sieht er auch für schädlich an, was doch Gott selbst erwählet. 4. So fängt auch mancher weise Mann ein gutes Werk zwar fröhlich an und bringt's doch nicht zum Stande; er baut ein Schloß und festes Haus doch nur auf lauter Sande. 5. Wie mancher ist in seinem Sinn fast über Berg und Spitzen hin, und eh er sich's versiehet, so liegt er da, und hat sein Fuß vergeblich sich bemühet. 6. Drum lieber Vater, der du Kron und Scepter trägst in deinem Thron und aus den Wolken blitzest, 220 5. Lieder vom christlichen Leben. vernimm mein Wort und höre vom Stuhle, da du sitzest. mich 7. Verleihe mir das edle Licht, das sich von deinem Angesicht in fromme Seelen strecket und da der rechten Weisheit Kraft durch deine Kraft erwecket. 8. Gib mir Verstand aus deiner Höh, auf daß ich ja nicht ruh und steh auf meinem eignen Willen; sei du mein Freund und treuer was recht ist, zu erfüllen. Rat, 9. Prüf alles wohl, und was mir gut, das gib mir ein; was Fleisch und erwählet, das verwehre!(Blut Der höchste Zweck, das beste Teil sei deine Lieb und Ehre! 10. Was dir gefällt, das laß auch mir, o meiner Seele Sonn und Zier, gefallen und belieben; was dir zuwider, laß mich nicht in Werk und Tat verüben! 11. Ist's Werk von dir, so hilf zu Glück, ist's Menschentun, so treib's zu⸗ und ändre meine Sinnen![rück Was du nicht wirkst, pflegt von in kurzem zu zerrinnen.[ihmselbst 12. Sollt aber dein und unser Feind an dem, was dein Herz gut ge⸗ beginnen sich zu rächen,(meint, ist das mein Trost, daß seinen Zorn du leichtlich könnest brechen. 13. Tritt du mir zu und mache leicht, was mir sonst fast unmöglich deucht, und bri was di durch 2 14. J und mi der bit so treil zu seuf 15. 2 wird al mit taj sein Se in tauf 16. 8 mit Do doch w kommt wo Fr 17. 2 was ich hast d So hil wohl 18. D. Heiligung und christlicher Wandel. und bring zum guten Ende, was du selbst angefangen hast durch Weisheit deiner Hände. 14. Ist gleich der Anfang etwas schwer, und muß ich auch ins tiefe Meer der bittern Sorgen treten, so treib mich nur ohn Unterlaß zu seufzen und zu beten. 15. Wer fleißig betet und dir traut, wird alles, davor sonst ihm graut, mit tapfrem Mut bezwingen; sein Sorgenstein wird in der Eil in tausend Stücke springen. 16. Der Weg zum Guten ist gar wild, mit Dorn und Hecken ausgefüllt; doch wer ihn freudig gehet, kommt endlich, Herr, durch deinen Geist, wo Freud und Wonne stehet. 17. Du bist mein Vater, ich dein Kind; was ich bei mir nicht hab und find, hast du zu aller G'nüge. So hilf nur, daß ich meinen Stand wohl halt und herrlich siege. 18. Dein soll sein aller Ruhm und Ehr, ich will dein Tun je mehr und aus hocherfreuter Seelen[mehr vor deinem Volk und aller Welt, so lang ich leb, erzählen. Paul Gerhardt, g. 1607, 4 1676. 318. Mel. Alles ist an Gottes Segen. 1. Jesu, der du bist alleine Haupt und König der Gemeine, segne mich, dein armes Glied; 2 318 wollst mir neuen Einfluß geben deines Geistes, dir zu leben; stärke mich durch deine Güt. 2. Ach, dein Lebensgeist durch⸗ dringe, Gnade, Kraft und Segen bringe deinen Gliedern allzumal, wo sie hier zerstreuet wohnen unter allen Nationen, die du kennest überall. 3. O wie lieb ich, Herr, die Dei⸗ nen, die dich suchen, die dich meinen; o wie teuer sind sie mir! Du weißt, wie mich's ofterquicket, wenn ich Seelen hab erblicket, die sich ganz ergeben dir. 4. Ich umfasse, die dir dienen; ich verein'ge mich mit ihnen, und vor deinem Angesicht wünsch ich Zion taufend Segen; stärke sie in deinen Wegen, führ sie selbstnach deiner Pflicht. 5. Die in Kreuz und Leiden le⸗ stärke, daß sie ganz ergeben(ben, ihre Seel in deine Hand; laß sie dadurch werden kleiner und von allen Schlacken reiner, ganz allein zu dir gewandt. 6. Laß die Deinen noch auf Erden ganz nach deinemHerzen werden; mache deine Kinder schön, abgeschieden, klein und stille, sanft, einfältig, wie dein Wille, und wie du sie gern willst sehn. 7. Sonderlich gedenke deren, die es, Herr, von mir begehren, daß ich für sie beten soll. Auf dein Herz will ich sie legen, gib du jedem solchen Segen, wie es not; du kennst sie wohl. 819 8. Ach du hast uns teu'r erwor⸗ ben, da du bist am Kreuz gestorben; denke, Jesu, wir sind dein! Halt uns fest, solang wir leben und in dieser Wüste schweben; laß uns nimmermehr allein. 9. Bis wir einst mit allen From⸗ men dort bei dir zusammenkommen und, von allen Flecken rein, dort vor deinem Throne stehen, uns in dir, dich in uns sehen, ewig eins in dir zu sein. Gerhard Tersteegen, g. 1697, 4 1769. 319. Eigene Melodie. 1. Jesu, hilf siegen, du Fürste des Lebens! Sieh, wie die Finsternis dringet herein; wie sie ihr höllisches Heer nicht vergebens mächtig aufführet, mir schädlich zu sein. Satan der sinnet auf allerhand Ränke, wie er mich sichte, verstöre und kränke. 2. Jesu, hilf siegen! Ach wer muß nicht klagen: Herr, mein Gebrechen ist immer vor mir! Hilf, wenn die Sünden der Ju⸗ gend mich nagen, die mein Gewissen mirtäglichhält für. Achlaß mich schmecken dein kräftig Versühnen 3. Lieder vom christlichen Leben. und dies zu meiner Demütigung dienen! 3. Jesu, hilf siegen! Wenn in mir die Sünde, Eigenlieb, HoffartundMißgunst sich regt. wenn ich die Last der Begierden empfinde und sich mein tiefes Verderben darlegt, so hilf, daß ich vor mir selbst mag erröten und durch dein Leiden mein sünd⸗ lich Fleisch töten. 4. Jesu, hilf siegen und lege ge⸗ fangen in mir die Lüste des Fleisches und gi daß bei mir lebe des Geistes Ver⸗ ö langen, aufwärts sich schwingend durch heiligen Trieb. Laß mich eindringen ins göttliche Wesen, so wird mein Geist, Leib und Seele genesen. 5. Jesu, hilf siegen, damit auch mein Wille dir, Herr, sei gänzlich zu eigen ge⸗ schenkt, und ich mich stets in dein Wollen verhülle, wo sich die Seele zur Ruhe hin⸗ lenkt. Laß mich mir sterben und alle dem Meinen, daß ich mich zählen kann unter die Deinen. 6. Jesu, hilf siegen und laß mich nicht finken; wenn sich die Kräfte der Lüge auf⸗ 222 blähn und mit laß doch Steh mi lehre mic 7. Jesr Hüter, d laß deine der du r Wenn m wollst di 8. Jesi undichm wenn ke wenn ic ach Herr dich mit 9. Jef daß ich So wil Jesu, n Wie wi tigung pienen! ißgunst gierden ßenn in ünde, ch regt, pfinde derben parlegt, erröten n sünd⸗ htöten. lege ge⸗ fangen hes und gib, es Ver⸗ langen, durch Trieb. öttliche Wesen, ĩãund enesen. nit auch 1 Wille gen ge⸗ schenkt, Wollen rhülle, he hin⸗ lenkt. lle dem ceinen, iter die deinen. iß mich finken; ge auf⸗ blähn bst mag und mit dem Scheine der Wahr⸗ heit sich schminken, laß doch viel heller dann deine Kraft sehn! Steh mir zur Rechten, o König und Meister, lehre mich kämpfen und prüfen die Geister. 7. Jesu, hilf siegen im Wachen und Beten, Hüter, du schläfst ja und schlum⸗ merst nicht ein; laß dein Gebet mich unendlich ver⸗ treten, der du versprochen, mein Für⸗ sprech zu sein. Wenn mich die Nacht mit Ermü⸗ dung will decken, wollst du mich, Jesu, ermuntern und wecken. 8. Jesu, hilf siegen! Wenn alles verschwindet undichmein Nichts undVerderben nur seh, wenn kein Vermögen zu beten sich findet, wenn ich muß sein ein verschüch⸗ tertes Reh, ach Herr, so wollst du im Grunde der Seelen dich mit dem innersten Seufzen vermählen. 9. Jesu, hilf siegen und laß mir's gelingen, daß ich das Zeichen des Sieges erlang. So will ich ewig dir Lob und Dank singen, Jesu, mein Heiland, mit frohem Gesang. Wie wird dein Name da werden D. Heiligung und christlicher Wandel. 320 wo du, o Held, dich so mächtig erwiesen. J. H. Schröder, g. 1667, 4 1699. 320. Mel. Von Gott will ich nicht lassen. 1. Kommt, Kinder, laßt uns ge⸗ der Abend kommt herbei;[hen, es ist gefährlich stehen in dieser Wüstenei; kommt, stärket euren Mut, zur Ewigkeit zu wandern, von einer Kraft zur andern; es ist das Ende gut. 2. Es soll uns nicht gereuen der schmale Pilgerpfad; wir kennen ja den Treuen, der uns gerufen hat; kommt, folgt und trauet dem, ein jeder sein Gesichte mit ganzer Wendung richte fest nach Jerusalem! 3. Geht's der Natur entgegen, so geht's gerade doch. Die Fleisch und Sinne pflegen, sind schlechte Pilger noch. Verlaßt die Kreatur und was euch sonst will binden; laßt gar euch selbst dahinten, es geht durchs Sterben nur! 4. Man muß wie Pilger wan⸗ frei, bloß und wahrlich leerz deln, viel sammeln, halten, handeln macht unsern Gang nur schwer. Wer will, der trag sich tot, wir reisen abgeschieden, mit wenigem zufrieden; wir brauchen's nur zur Not. 5. Schmückt euer Herz aufs beste, sonst weder Leib noch Haus, wir sind hier fremde Gäste gepriesen, 223 A—.—.—.—.—..—.‚.ñ ö 321 und ziehen bald hinaus. Gemach bringt Ungemach; ein Pilger muß sich schicken, sich dulden und sich bücken den kurzen Pilgertag. 6. Ist gleich der Weg sehr enge, so einsam, krumm und schlecht, der Dornen in der Menge und manches Kreuze trägt; es ist doch nur ein Weg; laß sein, wir gehen weiter, wir folgen unserm Leiter und brechen durchs Geheg! 7. Kommt, Kinder, laßt uns ge⸗ der Vater gehet mit. hen, Er selbst will bei uns stehen in jedem sauren Tritt; er will uns machen Mut, mit süßen Sonnenblicken uns locken und erquicken; ach ja, wir haben's gut. 8. Sollt wo einSchwacherfallen, so greif der Stärkre zu, man trag, man helfe allen, man pflanze Lieb und Ruh! Kommt, schließt euch fester an, ein jeder sei der Kleinste, doch wohl auch gern der Reinste auf unsrer Liebesbahn! 9. Kommt, laßtuns munter wan⸗ der Weg kürzt immer ab;[dern, ein Tag, der folgt dem andern, bald fällt das Fleisch ins Grab; nur noch ein wenig Mut, nur noch ein wenig treuer, von allen Dingen freier, gewandt zum ew'gen Gut! 10. Es wird nicht lang mehr währen, halt't noch ein wenig aus! Es wird nicht lang mehr währen, 5. Lieder vom christlichen Leben. so kommen wir nach Haus; da wird man ewig ruhn, wenn wir mit allen Frommen daheim zum Vater kommen; wie wohl, wie wohl wird's tun! 14. Drauf wollen wir's denn wa⸗ es ist wohl wagenswert, Igen, und gründlich dem absagen, was aufhält und beschwert. Welt, du bist uns zu klein, wir gehn durch Jesu Leiten hin in die Ewigkeiten, es soll nur Jesus sein. Gerh. Tersteegen, g. 1697, 1769. 32¹. Ev. Matth. 5, 1—11. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 1. Kommt, laßt euch den Her⸗ ren lehren, kommt und lernet allzumal, welche die sind, die gehören zu der rechten Christen Zahl, die bekennen mit dem Mund, glauben fest von Herzensgrund und bemühen sich daneben, guts zu tun, so lang sie leben. 2. Selig sind, die Demut haben und sind allzeit arm im Geist, rühmen sich gar keiner Gaben, daß Gott werd allein gepreist danken dem auch für und für, denn das Himmelreich ist ihr. Gott wird noch zu Ehren setzen, die sich selbst gering hier schätzen. 3. Selig sind, die Leide tragen, da sich göttlich Trauern find't, die beseufzen und beklagen ihr und andrer Leute Sünd, die deshalben traurig gehn, oft vor Gott mit Tränen stehn. 224 Diese sol und dan 4. Seli da man welche H weichen die nicht und befe Diese wi daß sie 1 5. Seli nach Ger daß an nicht Ge die da Y sindaufr Geiz, Be Die wir! 6. Seli sich ann sind mit bitten t die beht auch wi werden und Be 7. Se reines die in lieben Diese, die un sondert werden 8. Se und dr daß m fliehen die da raten us; ommen en; ds tun! enn wa⸗ Igen, gen, ert. tin, ten T 1769. 1 en Her⸗ al, ren Zahl, tund, sgrund en, leben. t haben Geist,‚ zaben, e Seele. lehren, D. Heiligung und christlicher Wandel. Diese sollen noch auf Erden und dann dort getröstet werden. 4. Selig sind die frommen Her⸗ zen, da man Sanftmut spüren kann, welche Hohn und Trutz verschmer⸗ weichen gerne jedermann,(zen, die nicht suchen eigne Rach und befehlen Gott die Sach. Diese will der Herr so schützen, daß sie noch das Land besitzen. 5. Selig sind, die sehnlich stre⸗ nach Gerechtigkeit und Treu, ben daß an ihrem Tun und Leben nicht Gewalt noch Unrecht sei, die da lieben gleich und recht, sindaufrichtigfrommundschlecht, Geiz, Betrug und Unrecht hassen. Die wird Gott satt werden lassen. 6. Selig sind, die aus Erbarmen sich annehmen fremder Not, sind mitleidig mit den Armen, bitten treulich für sie Gott; die behilflich sind mit Rat, auch wo möglich mit der Tat, werden wieder Hilf empfangen und Barmherzigkeit erlangen. 7. Selig sind, die funden wer⸗ reines Herzens jederzeit, lden die in Werk, Wort und Gebärden lieben Zucht und Heiligkeit. Diese, welchen nicht gefällt die unreine Lust der Welt, sondern sie mit Ernst vermeiden, werden schauen Gott mitFreuden. 8. Selig sind, die Friede machen und drauf sehn ohn Unterlaß, daß man mög in allen Sachen fliehen Hader, Streit und Haß; die da stiften Fried und Ruh, raten allerseits dazu, 225 322 sich auch Friedens selbst befleißen, werden Gottes Kinder heißen. 9. Selig sind, die müssen dulden Schmach, Verfolgung, Angst und Pein, da sie es doch nicht verschulden und gerecht befunden sein. Ob des Kreuzes gleich ist viel, setzet Gott doch Maß und Ziel, und hernach wird er's belohnen ewig mit den Ehrenkronen. 10. Herr, regier zu allen Zeiten meinen Wandel hier auf Erd, daß ich solcher Seligkeiten auch aus Gnaden fähig werd. Gib, daß ich mich acht gering, meine Klag oft vor dich bring, Sanftmut auch an Feinden übe, die Gerechtigkeit stets liebe; 11. Daß ichArmenhelf und diene, immer hab ein reines Herz, die in Unfried stehn, versühne, dir anhang in Freud und Schmerz. Vater, hilf von deinem Thron, daß ich glaub an deinen Sohn und durch deines Geistes Stärke mich befleiße rechter Werke. David Denicke(2), g. 1603, 4 1680. 322. Mel. Sollt ich meinem Gott nicht. 1. Lasset uns mit Jesu ziehen, seinem Vorbild folgen nach, in der Welt der Welt entfliehen, auf der Bahn, die er uns brach, immerfort zum Himmel reisen, irdisch noch schon himmlisch sein, glauben recht und leben rein, in der Lieb den Glauben weisen. Treuer Jesu, bleib bei mir, geh voran, ich folge dir. 15 323—324 5. Lieder vom 2. Lasset uns mit Jesu leiden, seinem Vorbild werden gleich; nach dem Leide folgen Freuden, Armut hier macht droben reich, Tränensaat die erntet Lachen, Hoffnung tröstet mit Geduld; es kann leichtlich Gottes Huld aus dem Regen Sonne machen. Jesu, hier leid ich mit dir, dort teil deine Freud mit mir! 3. Lasset uns mit Jesu sterben; sein Tod schützt vorm andern Tod, reißt die Seel aus dem Verderben, wendet ab die ew'ge Not. Laßt uns töten, weil wir leben, unser Fleisch, ihm sterben ab, so wird er uns aus dem Grab in das Himmelsleben heben. Jesu, sterb ich, sterb ich dir, daß ich lebe für und für. 4. Lasset uns mit Jesu leben; weil er auferstanden ist, muß das Grab uns wiedergeben. Jesu, unser Haupt du bist, wir sind deines Leibes Glieder, wo du lebst, da leben wir; ach erkenn uns für und für, trauter Freund, für deine Brüder! Dir, o Jesu, leb ich hier und dort ewig auch bei dir. Sigism. v. Birken, g. 1626, f 1681. 323. Mel. Wer nur den lieben Gott. 1. Laß mich, o Herr, in allen Din⸗ gen auf dein Wort sehn und dir mich weihn. Gib selbst das Wollen und Voll⸗ bringen; laß mein Herz dir geheiligt sein. christlichen Leben. Nimm Geist und Leib zum Opfer hin; dein, Herr, ist alles, was ich bin. 2. Gib meinem Glauben Mut und Stärke, laß in der Lieb ihn tätig sein, daß mananseinen Früchtenmerte er sei kein Traum, kein salscher Schein. Stärk mich in meiner Wander⸗ schaft und gib zum Kampfe Sieg und Kraft. 3. Laß mich, so lang ich hier soll leben, im Glück und Unglück sein ver⸗ gnügt und deinem Willen mich ergeben, der alles mir zum besten fügt; gib Demut, wenn du mich be⸗ glückst, Geduld, wenn du mir Leiden schickst. 4. Ach hilf mir beten, wachen, ringen, so will ich, wenn mein Lauf voll⸗ bracht, dir Dank und Ruhm und Ehre bringen, dir, der du alles wohl gemacht. Dann werd ich rein und unent⸗ weiht dich loben Gott, in Ewigkeit. Henriette Kathar. von Gersdorf, g. 1648, 1 1726. 324. Mel. Wer nur den lieben Gott. 1. Mein lieber Gott, gedenke mei⸗ im besten jetzt und allezeit,(ner denn außer dir ist nirgends einer, 226 der mich Dein We und sag 2. Ged dein süß und mac zu Saft daß deir und hun 3. Gede und mer Weil ich so schlie doch gib was mi 4. Gede und wir Weil ich im Flei so fördr durch K 5. Ge Wen ha der bei mein Fe Und ha wenn 2 6. Gei woran undbli in meis Denng so ist's der michmit RatundTrosterfreut. Dein Wortmacht mich voll Zuver⸗ sicht und sagt mir: Du vergißt mein nicht. 2. Gedenke meiner, wenn ich hö⸗ dein süßes Evangelium, re und mache mir die Himmelslehre zu Saft und Kraft im Christen⸗ tum, daß deine Aussaat wohl geling und hundertfältig Früchte bring. 3. Gedenke meiner, wenn ich bete, und merke stets in Gnaden drauf! Weil ich in Christo vor dich trete, so schließ dein Vaterherze auf, doch gib mir nichts als dies allein, was mir kann gut und selig sein. 4. Gedenkemeiner, wennichfalle, und wirf mich nicht im Zorne hin! Weil ich wie andre Menschen alle im Fleische schwach und blöde bin, so fördre meinen Gang und Stand durch Kraft und Stärke deiner Hand! 5. Gedenke meiner, wenn ich leide! Wen hab ich sonst als dich allein, der bei der Menschen Haß und Neide mein Freund und Tröster könnte sein? Und hab ich dich, so lacht mein Mut, wenn Welt und Teufel böse tut. 6. Gedenke meiner auch in allen, woran ich nicht gedenken kann, undblicke mich mit Wohlgefallen in meinem ganzen Leben an! Denngibstdu mir, was dirgefällt, so ist's um mich recht gut bestellt. 227 D. Beiligung und christlicher Wandel. 32⁵5 7. Gedenke meiner, wenn ich sterbe, und wenn mich alle Welt vergißt; versetze mich in jenes Erbe, wo du mein Teil und Leben bist. Denn bliebst du nicht imHimmel mein, so wollt ich nie geboren sein. 8. Ich will mich über nichts be⸗ trüben, in deine Hände hast du mich zu Heil und Segen angeschrieben; drum sieht die Hoffnung bloß auf dich und denkt, im Glauben unge⸗ kränkt, daß Gott im besten meiner denkt. Erdmann Neumeister, g. 1671,11756. 325. Mel. Mach's mit mir, Gott, nach. 1. Mir nach, spricht Christus, unser Held, mir nach, ihr Christen alle! Verleugneteuch, verlaßt die Welt, folgt meinem Ruf und Schalle! Nehmt euer Kreuz und Ungemach auf euch, folgt meinem Wandel nach! 2. Ich bin das Licht, ich leucht euch für mit heil'gem Tugendleben; wer zu mir kommt und folget mir, darf nicht im Finstern schweben. Ich bin der Weg, ich weise wohl, wie man wahrhaftig wandeln soll. 3. Mein Herz ist voll Demütig⸗ voll Liebe mein Gemüte;(keit, mein Mund der fließt zu jederZeit von Sanftmut und von Güte; 15* 326 mein Geist unb Wille, Kraft und Sinn ist Gott ergeben, schaut auf ihn. 4. Ich zeig euch das, was schäd⸗ zu fliehen und zu meiden(lich ist, und euer Herz von arger List zu rein'gen und zu scheiden. Ich bin der Seele Fels und Hort und führ euch zu der Himmels⸗ pfort. 5. Fällts euch zu schwer, ich geh ich steh euch an der Seite, voran, ich kämpfe selbst und breche Bahn, bin alles in dem Streite. Ein Kriegsmann darf nicht stille stehn, sieht er voran den Feldherrn gehn. 6. Wer seine Seel zu finden meint, wird sie ohn mich verlieren; wer sie hier zu verlieren scheint, wird sie in Gott einführen. Wer nicht sein Kreuz nimmt und folgt mir, ist mein nicht wert und meiner Zier. 7. So laßt uns denn dem lie⸗ ben Herrn mit Leib und Seel nachgehen und wohlgemut, getrost und gern bei ihm im Leiden stehen. Wer nicht gekämpft, trägt auch die Kron des ew'gen Lebens nicht davon. Johann Scheffler, g. 1624, 1677. 326. Mel. Mach's mit mir, Gott, nach. 1. Nie bist du, Höchster, von uns fern; du wirkst an allen Enden. 228 5. Lieder vom tchristlichen Leben. Wo ich nur bin, Herr aller Herrn, bin ich in deinen Händen. Durch dich nur leb und atme ich; denn deine Rechte schützet mich. 2. Was ich gedenke, weißest du, du prüfest meine Seele. Du siehst es, wenn ich Gutes tu, du siehst es, wenn ich fehle. Nichts, nichts kann deinem Aug entfliehn und nichts mich deiner Huld ent⸗ ziehn. 3. Wenn ich in stiller Einsam⸗ mein Herz an dich ergebe,(keit und, über deine Huld erfreut, lobfingend dich erhebe, so hörst du es und stehst mir bei, daß ich dir immer treuer sei. 4. Du merkst es, wenn des Her⸗ verkehrte Wege wählet.[zens Rat Und bleibt auch eine böse Tat vor aller Welt verhehlet, so weißt du sie und strafest mich zu meiner Bess'rung väterlich. 5. Du hörest meinen Seufzern daß Hilfe mir erscheine.[zu, Voll Mitleid, Vater, zählest du die Tränen, die ich weine. Du siehst und wägest meinen Schmerz und stärkst mit deinem Trost mein Herz. 6. O drück, Allgegenwärtiger, dies tief in meine Seele; daß, wo ich bin, nur dich, o Herr, mein Herz zur Zuflucht wähle; daß ich dein heilig Auge scheu und dir zu dienen eifrig sei. 7. Laß überall gewissenhaft nach deinem Wort mich handeln und stärke mich denn auch mit Kraft, vor dir daß du, das tröst Nach C. E 1. O2 der du der da uns mi übe fert wider 1 bis dein uns fül 2. Ist daß du hierzu aller V daß du was er und es zu der 3. Ack willst! denn u dein H ob wir als ge weil! uns de 4.S da wi seufzer um E von d der u vor dir getrost zu wandeln, daß du, o Gott, stets um mich seist, das tröst und bessre meinen Geist. Herrn, me ich; mich. ö Best du, Nach C. C. 9.1727. 294 492. Bruhn, 327 m Aug Eigene Melodie. tfliehn 1. O Durchbrecher aller Bande, üld ent. der du immer bei uns bist, der da Schaden, Spott und bn, ö Schande ten uus mit Hinmelslust verüͤßt: reut übe ferner dein Gerichte wider unsern Adamssinn, nir bei bis dein treues Angesichte sei. uns führt aus dem Kerker hin. es Her 2. Ist's doch deines Vaters ns Rat Wille, eTat daß du endest dieses Werk; hierzu wohnt in dir die Fülle st mich aller Weisheit, Lieb und Stärk, rlich. daß du nichts von dem verlierest, ufzern was er dir geschenket hat, Izu und es aus dem Treiben führest lest ii zu der süßen Ruhestatt. ä 3. Ach so mußt du uns vollenden, men willst und kannst ja anders nicht; chmerz denn wir sind in deinen Händen, tmein dein Herz ist auf uns gericht't, Herz ob wir wohl vor allen Leuten rtiger ö als gefangen sind geacht't, 74 weil des Kreuzes Niedrigkeiten „Herr, uns der Welt zumSpott gemacht. ähle; 4. Schau doch aber unsre Ketten, chen ö da wir mit der Kreatur zi. seufzen, ringen, schreien, beten aft ö um Erlösung von Natur, ö udeln von dem Dienst der Eitelkeiten, der uns noch so harte drückt, D. Heiligung und christlicher Wandel. 327 ungeacht't der Geist in Zeiten sich auf etwas Beßres schickt. 5. Ach erheb die matten Kräfte, sich einmal zu reißen los und durch alle Weltgeschäfte durchzubrechen frei und bloß. Weg mit Menschenfurcht und Za⸗ gen weich', Vernunftbedenklichkeit, ö fort mit Scheu vor Schmach und Plagen, weg des Fleisches Zörtlichkeit! 6. Wir verlangen keine Ruhe für das Fleisch in Ewigkeit; wie du's nötig findest, tue noch vor unsrer Abschiedszeit; aber unser Geist, der bindet dich im Glauben, läßt dich nicht, bis er die Erlösung findet, die dein treuer Mund verspricht. 7. Herrscher, herrsche, Sieger, siege, König, brauch dein Regiment; führe deines Reiches Kriege, mach der Sklaverei ein End; denn die Last treibt uns zu rufen, alle flehen wir dich an; zeig doch nur die ersten Stufen der gebrochnen Freiheitsbahn. 8. Ach wie teu'r sind wir er⸗ worben, 229 nicht der Menschen Knecht'zu sein. Drum, so wahr du bist gestorben, mußt du uns auch machen rein, rein und frei und ganz vollkom⸗ men nach dem besten Bild gebild't; der hat Gnad um Gnad genom⸗ men, wer aus deiner Füll sich füllt. 9. Liebe, zeuch uns in dein Ster⸗ ben, 328—329 laß mit dir gekreuzigt sein, was dein Reich nicht kann ererben, führ ins Paradies uns ein. Doch wohlan, du wirst nicht säu⸗ laß uns nur nicht lässig sein;[men, werden wir doch als wie träumen, wenn die Freiheit bricht herein. Gottfr. Arnold, g. 1666, 4+ 1714. 328. Eigene Melodie. 1. O Gott, du frommer Gott, du Brunnquell guter Gaben, ohn den nichts ist, was ist, von dem wir alles haben, gesunden Leib gib mir, und daß in solchem Leib ein unverletzte Seel und rein Gewissen bleib. 2. Gib, daß ich tu mit Fleiß, was mir zu tun gebühret, wozu mich dein Befehl in meinem Stande führet. Gib, daß ich's tue bald, zu der Zeit, da ich soll; und wenn ich's tu, so gib, daß es gerate wohl. 3. Hilf, daß ich rede stets, womit ich kann bestehen; laß kein unnützlich Wort aus meinem Munde gehen, und wenn in meinem Amt ich reden soll und muß, so gib den Worten Kraft und Nachdruck ohn Verdruß! 4. Find't sich Gefährlichkeit, so laß mich nicht verzagen, gib einen Heldenmut, das Kreuz hilf selber tragen! Gib, daß ich meinen Feind mit Sanftmut überwind, 5. Lieder vom christlichen Leben. und wenn ich Rat bedarf, auch guten Rat erfind. 5. Laß mich mit jedermann in Fried und Freundschaft leben, so weit es christlich ist. Willst du mir etwas geben an Reichtum, Gut und Geld, so gib auch dies dabei, daß von unrechtem Gut nichts untermenget sei. 6. Soll ich auf dieser Welt mein Leben höher bringen, durch manchen sauren Tritt hindurch ins Alter dringen, so gib Geduld, vor Sünd und Schanden mich bewahr, auf daß ich tragen mag mit Ehren graues Haar. 7. Laß mich an meinem End auf Christi Tod abscheiden, die Seele nimm zu dir hinauf zu deinen Freuden, dem Leib ein Räumlein gönn bei frommer Christen Grab, auf daß er seine Ruh an ihrer Seite hab. 8. Wenn du die Toten wirst an jenem Tag erwecken, so tu auch deine Hand zu meinem Grab ausstrecken, laß hören deine Stimm und meinen Leib weck auf und führ ihn schön verklärt zum auserwählten Hauf! Joh. Heermann, g. 1585, 4 1647. 329. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund. 1.O Vaterherz,o Licht, o Leben, o treuer Hirt, Immanuel, dir bin ich einmal übergeben, 230 dir, dir Ich will der Vate jo gehen und leit Ich geh für mich 2. Was Ich wei drum se mir im Du wil ich kann du will so sollst den Anf dann st 3. Du dein W du spri dein An ja dein joll mi O daß bei all und st so spür 4. O aufdei damit dich li ann tleben, en Beld, D. Heiligung und christlicher Wandel. dir, dir gehöret meine Seel. Ich will mich nicht mehr selber führen, der Vater soll das Kind regieren; jo geh nun mit mir aus und ein und leite mich auf allen Tritten! Ich geh, ach hör, o Herr, mein Bitten, jür mich nicht einen Schrittallein. 2. Was kann dein schwachesKind vollbringen? Ich weiß mir gar in keinem Rat; drum sei in groß und kleinen Din⸗ gen mir immer selber Rat und Tat. Du willst dich meiner gar nicht schämen, ich kann dich ja zu allem nehmen, du willst mir selber alles sein; so sollst du denn in allen Sachen den Anfang und dasEndemachen, dann stellt sich lauter Segen ein. 3. Du leitest mich, ich kann nicht gleiten; dein Wort muß ewig feste stehn: du sprichst, dein Auge soll mich leiten, dein Angesicht soll vor mir gehn, ja deine Güt und dein Erbarmen soll mich umfangen und umar⸗ men. O daß ich nur recht kindlich sei, bei allem gläubig zu dir flehe und stets auf deinen Wink nur sehe, so spür ich täglich neue Treu. 4. O daß ich auch im kleinsten merke aufdeine Weisheit, Güt und Treu, damit ich mich im Glauben stärke, dich lieb und lob und ruhig sei 329 und deine Weisheit lasse walten, stets Ordnung, Maß und Ziel zu halten; sonst, lauf ich vor/ da lauf ich an. Drum mach im besten mich ge⸗ lassen, nichts ohne dich mir anzumaßen; was du nur tust, ist wohlgetan. 5. Ach mach einmal mich treu und stille, daß ich dir immer folgen kann; nur dein, nur dein vollkommner Wille sei mir hier Schranke, Lauf und Bahn! Laß mich nichts mehr für mich verlangen, ja laß mir nichts am Herzen han⸗ als deines großen Namens(gen Ruhm; der sei allein mein Ziel aufErden; achlaß mir's nieverrücket werden; denn ich bin ja dein Eigentum. 6. Ich sehne mich, nur dir zu leben, derdu meinHerr und Bräut' gam bist. Was dir sich nicht will ganz er⸗ geben und was nicht deines Willens ist, das strafe bald in dem Gewissen, laß Blut und Wasser auf mich flie⸗ ßen und tilge, was nicht lauter heißt. Laß nur dein Lob zur Lust mir werden und dann das Heil der armen Herden nach einer reinen Lieb im Geist! 7. So lob und lieb ich in der Stille 23¹ 330—331 und ruh als Kind in deinem ö Schoß. Das Schäflein trinkt aus deiner Fülle, die Braut steht aller Sorgen bloßz sie sorget nur allein in allen, dir, ihrem Bräut'gam, zu ge⸗ fallen, sie schmückt undhält sichdir bereit. Ach zeuch mich, zeuch mich weit von hinnen; was du nicht bist, laß ganz zer⸗ rinnen, o reiner Glanz der Ewigkeit! Karl H. v. Bogatzky, g. 1690, 4 1774. 330. Eigene Melodie. 1. Ringe recht, wenn Gottes Gnade dich nun ziehet und bekehrt, daß dein Geist sich recht entlade von der Last, die ihn beschwert. 2.Ringe, denn die Pfort ist enge, und der Lebensweg ist schmal; hier bleibt alles im Gedränge, was nicht zieltzumHimmelssaal. 3. Kämpfe bis aufs Blut und Leben, dring hinein in Gottes Reich; will der Satan widerstreben, werde weder matt noch weich! 4. Ringe, daß dein Eifer glühe, und die erste Liebe dich von der ganzen Welt abziehe; halbe Liebe hält nicht Stich. 5. Ringemit GebetundSchreien, halte damit feurig an; laß dich keine Zeit gereuen, wär's auch Tag und Nacht getan. 6. Nimm mit Furcht ja deiner Seele, 5. Lieder vom christlichen Leben. deines Heils mit Zittern wahr; hier in dieser Leibeshöhle schwebst du täglich in Gefahr. 7. Halt ja deine Krone feste, halte männlich, was du hast; recht beharren ist das beste, Rückfall wird zur schweren Last. 8. Wahre Treu führt mit der Sünde bis ins Grab beständig Krieg, richtet sich nach keinem Winde, sucht in jedem Kampf den Sieg. 9. Wahre Treu liebt Christi Wege, steht beherzt auf ihrer Hut, weiß von keiner Wollustpflege, hält sich selber nichts zu gut. 10. Wahre Treu kommt dem Getümmel dieser Welt niemals zu nah; ist ihr Schatz doch in demHimmel, so ist auch ihr Herz allda. Streiter, streitet recht und fürchtet euch; geht doch alle Tage weiter, bis ihr kommt ins Himmelreich. 331. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme⸗ 1. Rüstet euch, ihr Christen⸗ leute! Die Feinde suchen euch zur Beute, ja Satan selbst hat eu'r begehrt; wappnet euch mit Gottes Worte und kämpfet frisch an jedem Orte, damit ihr bleibet unversehrt. Ist euch der Feind zu schnell, hier ist Immanuel. Hosianna! 232 11. Dies bedenket wohl, ihr J. J. Winckler, g. 1670, 4+ 1722. Der Star und wir 2.Reini besieget f und stehe Stärket daß ihr Wo istde Wer hier der schar da ist Fr Wohlan. so krönet 3. Stre eh ihr kor kurz, kur WennG und Chr so stehe Gott Lo Daß un währt und Go uns bei 4. Jes und ma die du Schaffe daß wir wenn un Gieß a dadurch in die so halt im Tod Wilh. n wahr le Gefahr. e feste, hast; este, ren Last. mit der Sünde stpflege, gut. nt dem etümmel nah; Himmel, da. ů hl, ihr Streiter, et euch; iter, nelreich. 0,+ 17²2. Stimme. risten⸗ leute! r Beute, begehrt; 5 Worte m Orte, sehrt. hnell, D. Beiligung und Der Starke fällt durch diesen Held, und wir behalten mit das Feld. 2.Reinigt euch von eurenLüsten, besieget sie, die ihr seid Christen, und stehet in des Herren Kraft! Stärket euch in Jesu Namen, daß ihr nicht strauchelt wie die Lahmen. Wo ist des GlaubensRitterschaft? Wer hier ernrüden will, der schaue auf das Ziel, da ist Freude. Wohlan, so seid zum Kampf be⸗ so krönet euch die Ewigkeit. lreit, 3. Streitet recht die wen' gen Jahre, eh ihr kommt auf die Totenbahre; kurz, kurz ist unser Lebenslauf. WennGottwird dieTotenwecken, und Christus wird die Welt er⸗ schrecken, so stehen wir mit Freuden auf. Gott Lob, wir sind versöhnt! Daß uns die Welt noch höhnt, währt nicht lange, und Gottes Sohn hat längstens schon uns beigelegt die Ehrenkron. 4. Jesu, stärke deine Kinder und mach aus denen Überwinder, die du erkauft mit deinem Blut. Schaffe in uns neues Leben, daß wir uns stets zu dir erheben, wenn uns entfallen will der Mut. Gieß aus auf uns den Geist, dadurch die Liebe fleußt in die Herzen, so halten wir getreu an dir im Tod und Leben für und für. Wilh. Erasmus Arends, 4 1721. christlicher Wandel. 332 332. Philipp. 2, 12. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 1. Schaffet, schaffet, Men⸗ schenkinder, schaffet eure Seligkeit, bauet nicht, wie sichre Sünder, nur auf gegenwärt'ge Zeit, sondern schauet über euch, ringet nach dem Himmelreich und bemühet euch auf Erden, wie ihr möget selig werden. 2. Daß nun dieses mög gesche⸗ hen, so bekämpfet Fleisch und Blut, und der Welt zu widerstehen, rüstet euch mit Kraft und Mut; Gottes Wille soll allein eures Lebens Richtschnur sein, mag es eure schwaͤchen Herzen nun erfreuen oder schmerzen. 3. Ihr habt Ursach zu bekennen, daß in euch noch Sünde steckt, daß ihr Fleisch vom Fleisch zu nennen, daß euch lauter Elend deckt, und daß Gottes Gnadenkraft nur allein das Gute schafft, ja daß außer seiner Gnade in euch nichts denn Seelenschade. 4. Selig, wer im Glauben kämpfet, selig, wer im Kampf besteht und des Fleisches Lüste dämpfet, selig, wer die Welt verschmäht! Unter Christi Kreuzesschmach jaget man dem Frieden nach, wer den Himmel will ererben, muß zuvor mit Christo sterben. 5. Wer det ihr nicht treulich ringen, 233 333 sondern träg und lässig sein, eure Neigung zu bezwingen, so bricht eure Hoffnung ein. Ohne tapfern Streit und Krieg folget niemals rechter Sieg, nur den Siegern wird die Krone beigelegt zum Gnadenlohne. 6. Mit der Welt sich lustig machen hat bei Christen keine Statt, fleischlich reden, tun und lachen schwächt den Geist und macht ihn matt. Ach bei Christi Kreuzesfahn geht es waͤhrlich niemals an, daß man noch mit frechem Herzen sicher wolle tun und scherzen. 7. Furcht muß man vor Gott stets tragen, denn er kann mit Leib und Seel uns zur Hölle niederschlagen, er ist's, der des Geistes Ol und, nach dem es ihm beliebt, Wollen und Vollbringen gibt. O so laßt uns zu ihm gehen, ihn um Gnade anzuflehen. 8. Und dann schlagt die Sün⸗ denglieder, welche Adam in euch regt, in den Kreuzestod danieder, bis ihm seine Macht gelegt. Hauet Händ und Füße ab, was euch ärgert, senkt ins Grab?) und denkt oftmals an die Worte: Dringet durch die enge Pforte! *) Matth. 5, 30. 9. Zittern will ich vor der Sünde und dabei auf Jesum sehn, bis ich seinen Beistand finde, in der Gnade zu bestehn. 234 3. Lieder vom christlichen Leben. Ach mein Heiland, geh doch nicht mit mir Armen ins Gericht, gib mir deines Geistes Waffen meine Seligkeit zu schaffen! 10. Amen, es geschehe, Amenl Gott versiegle dies in mir, daß ich so in Jesu Namen meinen Glaubenskampf vollführ, Er, er gebe Kraft und Stärk und regiere selbst das Werk, daß ich wache, bete, ringe und also zum Himmel dringe, Ludw. Andr. Gotter, g. 1661 4 1755, 333. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 1. Sei getreu bis an das Ende, damit keine Qual und Not dich von deinem Jesu wende, sei ihm treu bis in den Tod! Ach das Leiden dieser Zeit ist nicht wert der Herrlichkeit, die dein Jesus dir will geben dort in seinem Freudenleben. 2. Sei getreu in deinem Glau⸗ laß dir dessen festen Grund(ben, ja nicht aus dem Herzen rauben, halte treulich deinen Bund, den dein Herz durchs Wasserbad fest mit Gott geschlossen hat. Der ist gottlos und verloren, der ihm treulos hat geschworen. 3. Sei getreu in deiner Liebe gegen Gott, der dich geliebt; auch die Lieb am Nächsten übe, wenn er dich gleich oft betrübt. Denke, wie dein Heiland tat, als er für die Feinde bat; du mußt, soll dir Gott vergeben ö auch verzeihn und liebreich leben. ö 4. Sei getreu in deinem Hof⸗ fen, traue fest Hat dich K und 0310 hoff auf9 sein Herz seine Hilf Hoffnung 5. Sei ge⸗ und laß d keine Not murre nie Denn du größer du selig ist, was sein 6. Sei g halt dich flieh getr sei getreu Wer mit ihn wie= dem will seine Fre 7. Nun! Glauben, ich bin tre Jesus, de ist, den u dem sie f ihm befel denn ich Nach Benj Mel. 2 1. So doch nicht Bericht, Waffen, affen! dringe, 561 1 1785, eine Seele. das Ende, Not wende, Tod! Zeit lichkeit, Igeben nleben. n Glau⸗ ndlben, 1 rauben, zund, zasserbad n hat. loren, chworen. r Liebe liebt; sten übe, betrübt. d tat, at; ergeben, ch leben. + Hof⸗ fen, ö traue fest auf Gottes Wort! Hat dich Kreuz und Not betroffen, und Gott hilft nicht alsofort, hoff auf Jesum festiglich, sein Herz bricht ihm gegen dich, seine Hilf ist schon vorhanden; Hoffnung machet nie zu Schan⸗ den. 5. Sei getreu in deinem Leiden und laß dich kein Ungemach, keine Not von Jesu scheiden, murre nicht in Weh und Ach! Denn du machest deine Schuld größer durch die Ungeduld; selig ist, wer willig träget, was sein Gott ihm auferleget. 6. Sei getreu in Todesstun⸗ den, halt dich glaubensvoll an Gott, flieh getrost in Christi Wunden, sei getreu bis in den Tod! Wer mit Jesu gläubig ringt, ihn wie Jakob hält und zwingt, dem will er in jenem Leben seine Freudenkrone geben. 7. Nun wohlan, ich bleib imLei⸗ den, Glauben, Lieb und Hoffnung fest, ich bin treu bis an das Scheiden; Jesus, der mich nicht verläßt, ist, den meine Seele liebt, dem sie sich im Kreuz ergibt; ihm befehl ich meine Sachen, denn ich weiß, er wird's wohl machen. Nach Benj. Prätorius, g. 1636,7 1674. 334. Mel. Mach's mit mir, Gott. 1. So jemand spricht, ich liebe Gott, D. Beiligung und christlicher Wandel. 33⁴4 und haßt doch seine Brüder, der treibt mit Gottes Wahrheit Spott und reißt sie ganz darnieder. Gott ist die Lieb und will, daß ich den Nächsten liebe gleich als mich. 2. Wir haben Einen Gott und sind Eines Leibes Glieder, Herrn, drum diene deinem Nächsten denn wir sind alle Brüder.(gern, Gott schuf die Welt nicht bloß für mich, meinRächster ist seinKindwieich. 3. Ein Heil ist unser aller Gut. Ich sollte Brüder hassen, die Gott durch seines Sohnes so hoch erkaufen lassen?(Blut Daß Gott mich schuf und mich versühnt, hab ich dies mehr als sieverdient? 4. Du schenkst mir täglich so viel Schuld, du Herr von meinen Tagen, ich aber sollte nicht Geduld mit meinen Brüdern tragen? dem nicht verzeihn, dem du ver⸗ gibst,‚ und den nicht lieben, den du liebst? 5. Was ich den Frommen hier getan, dem Kleinsten auch von diesen, das fieht er, mein Erlöser, an, als hätt ich's ihm erwiesen. Und ich, ich sollt ein Mensch noch sein und Gott in Brüdern nicht er⸗ freun? 6. Ein unbarmherziges Gericht wird über den ergehen, der nicht barmherzig ist, der nicht die rettet, die ihn flehen. 235 335—336 5. Lieder vom christlichen Leben. Drum gib mir, Gott, durch dei⸗ nen Geist ein Herz, das dich durch Liebe preist. Chr. F. Gellert, g. 1715, 4 1769. 335. Eigene Melodie. 1. So nimm denn meine Hände und führe mich bis an mein selig Ende und ewiglich! Ich mag allein nicht gehen, nicht einen Schritt; wo du wirst gehn und stehen, da nimm mich mit! 2. In dein Erbarmen hülle E. CLieder vom Gebet. 336. Offenb. Joh. 8, 3—5. Mel. Straf mich nicht in deinem Zorn. 1. Betgemeinde, heil'ge dich mit dem heil'gen Ole, Jesu Geist ergieße sich dir in Herz und Seele, laß den Mund alle Stund von Gebet und Flehen heilig übergehen! 2. Heilige der Seele Glut und ihr heiß Verlangen, dem, der für dich gab sein Blut, heilig anzuhangen. Heil'ger Rauch sei es auch, der zu Gott aufgehet, wenn dein Herze flehet. 3. Das Gebet der frommen was sie fleht und bittet, Schar, das wird auf dem Rauchaltar vor Gott ausgeschüttet, mein schwaches Herz und mach es gänzlich stille in Freud und Schmerz. Laß ruhn zu deinen Füßen dein armes Kind: es wird die Augen schließen und glauben blind. 3. Wenn ich auch gleich nichtz von deiner Macht, fühle du führst mich doch zum Ziele, auch durch die Nacht. So nimm denn meine Hände und führe mich bis an mein selig Ende und ewiglich! Julie Hausmann, g. 1826, 4 1902. und da ist Jesus Christ Priester und Versühner aller seiner Diener. 4. Kann ein einiges Gebet Einer gläub'gen Seelen, wenn's zum Herzen Gottes geht seines Zwecks nicht fehlen, was wird's tun, wenn sie nun alle vor ihn treten und zusammen beten? 5. Wenn die Heil'gen dort und Große mit den Kleinen,(hier. Engel, Menschen mit Begier alle sich vereinen, und es geht Ein Gebet aus von ihnen allen, wie muß das erschallen! 6. O der unerkannten Macht von der Heil'gen Beten, ohne das wird nichts vollbracht so in Freud als Nöten; 236 Schritt für wie zum e so zum Et 7. O so betet imm heil'ge He heiligt eu heiliget das zu G betet, daß 8. Betet vollends daß man offenbare stimmet e mit der 6 nach dem Chr. Karl Evar 0 1. Dir, denn wo Dir willi ach gib n daß ich e so wie es 2. Zeuc damit de dein Gei und meit daß ich de stille z. Füßen ließen eich nichtz fühle um Ziele, e Hände de 626, 4 1902. rist er Gebet len, ottes geht hlen, un sie nun n dort und en, Ihier, Begier E. Lieder vom Gebet. Schritt für Schritt wirkt es mit, wie zum Sieg der Freunde so zum End der Feinde. 7. O so betet alle drauf, betet immer wieder, heil'ge Hände hebet auf, beiligt eure Glieder, heiliget das Gebet, das zu Gott sich schwinget, betet, daß es dringet! 8. Betet, daß die letzte Zeit vollends übergehe, daß man Christi Herrlichkeit offenbaret sehe; stimmet ein insgemein mit der Engel Sehnen nach dem Tag, dem schönen! Chr. Karl L. v. Pfeil, g. 1712, 4 1784. 337. Evang. Joh. 16, 23—80. Eigene Melodie. 1. Dir, dir, Jehovah, will ich singen, denn wo ist doch ein solcher Gott, wie du? Dir will ich meineLieder bringen, ach gib mir deines Geistes Kraft dazu, daß ich es tu im Namen Jesu Christ, so wie es dir durch ihn gefällig ist. 2. Zeuch mich, o Vater, zu dem Sohne, damit dein Sohn mich wieder zieh zu dir, dein Geist in meinem Herzen wohne und meine Sinne und Verstand regier, daß ich den Frieden Gottes schmeck und fühl 337 und dir darob im Herzen sing und spiel. 3. Verleih mir, Höchster, solche Güte, so wird gewiß mein Singen recht getan, so klingt es schön in meinem Lie⸗ de, und ich bet dich im Geist und Wahrheit an, so hebt dein Geist mein Herz zu dir empor, daß ich dir Psalmen sing im hö⸗ hern Chor. 4. Denn der kann mich bei dir vertreten mit Seufzern, die ganz unaus⸗ sprechlich sind; der lehret michrechtgläubigbeten, gibt Zeugnis meinem Geist, daß ich dein Kind und ein Miterbe Jesu Christi sei, daher ich Abba, lieber Vater! schrei. 5. Wenn dies aus meinem Her⸗ zen schallet durch deines heil'gen Geistes Kraft und Trieb, so bricht dein Vaterherz und wal⸗ let ganz brünstig gegen mich vor heißer Lieb, daß mir's die Bitte nicht versa⸗ gen kann, die ich nach deinem Willen hab getan. 6. Was mich dein Geist selbst bitten lehret, das ist nach deinem Willen ein⸗ gericht't und wird gewiß von dir erhöͤret, 237 338 weil es im Namen deines Sohns geschicht, durch welchen ich dein Kind und Erbe bin und nehme von dir Gnad um Gnade hin. 7. Wohl mir, daß ich dies Zeug⸗ nis habe! Drum bin ich voller Trost und Freudigkeit und weiß, daß alle gute Gabe, die ich von dir verlange jederzeit, die gibst du und tust überschweng⸗ lich mehr, als ich verstehe, bitte und begehr. 8. Wohl mir, ich bitt in Jesu Namen, der mich zu deiner Rechten selbst vertritt; in ihm ist alles Ja und Amen, was ich von dir im Geist und Glauben bitt. Wohl mir, Lob dir jetzt und in Ewigkeit, daß du mir schenkest solche Selig⸗ keit! Barthol. Crasselius, g. 1667, + 1724. 338. Ev. Matth. 26, 41. Mel. Straf mich nicht in deinem. 1. Mache dich, mein Geist, be⸗ wache, fleh und bete, reit, daß dich nicht die böse Zeit unverhofft betrete; denn es ist Satans List über viele Frommen zur Versuchung kommen. 2. Aber wache erst recht auf von dem Sündenschlafe, denn es folget sonst darauf 5. Lieder vom christlichen Leben. eine lange Strafe, und die Not samt dem Tod möchte dich in Sünden unvermutet finden. 3. Wache auf, sonst kannst du Christi Klarheit sehen; lnicht wache, sonst wird dir sein Licht ewig ferne stehen; denn Gott will für die Füll seiner Gnadengaben off'ne Augen haben. 4. Wache, daß dich Satans List nicht im Schlaf mag finden, weil er sonst behende ist, heimlich dich zu binden; und Gott gibt, die er liebt, oft in seine Strafen, wenn sie sicher schlafen. 5. Wache, daß dich nicht die durch Gewalt bezwinge(Welt oder, wenn sie sich verstellt, wieder an sich bringe; wach und sieh, es fehlt nie hier an falschen Brüdern unter Christi Gliedern. er derlang wenn wir und durch Feind, We kräftig übe 9. Drum wachen, fl. weil die A immer näl Denn die da uns Ge und die V Joh. E 1. Vater der du un Brüder se und willst gib, daß r hilf, daße 2. Gehei 6. Wache dazu auch für dich, für dein Fleisch und Herze, damit es nicht freventlich Gottes Gnad verscherze; denn es ist voller List und kann sich bald heucheln und in Hoffart schmeicheln. 7. Bete aber auch dabei mitten in dem Wachen, denn der Herr, der muß dich frei von dem allen machen, was dich drückt und bestrickt, daß du schläfrig bleibest und sein Werk nicht treibest. 8. Ja er will gebeten sein, wenn er was soll geben; 238 dein Wor daß auch! nach deine Behüt un das arm', 3. Es ko und dort der heil'g mit seiner Des Sata zerbrich,! Tod annst du 3 Unicht ein Licht e Füll utans List nden, st, liebt, 4698 —* dein Wort bei uns hilf halten daß auch wir leben heiliglich, E. Lieder vom Gebet. er verlanget unser Schrei'n, wenn wir wollen leben und durch ihn unsern Sinn, Feind, Welt, Fleisch und Sün⸗ kräftig überwinden.(den 9. Drum so laßt uns immerdar wachen, flehen, beten, weil die Angst, Not und Gefahr immer näher treten. Denn die Zeit ist nicht weit, da uns Gott wird richten und die Welt vernichten. Joh. Burch. Freystein, 1720. 339. Eigene Melodie. 1. Vater unser im Himmelreich, der du uns alle heißest gleich Brüder sein und dich rufen an und willst das Beten von uns han, gib, daß nicht bet' allein der Mund, hilf, daß es geh von Herzens⸗ grund. 2. Geheiligt werd der Name dein, rein, nach deinem Namen würdiglich. Behüt uns, Herr, vor falscher Lehr, das arm', verführte Volk bekehr! 3. Es komm dein Reich zu dieser Zeit und dort hernach in Ewigkeit, der heil'ge Geist uns wohne bei mit seinen Gaben mancherlei. Des Satans Zorn und groß Ge⸗ walt zerbrich, vor ihm dein Kirch er⸗ 239 halt! 339 4. Dein Will gescheh, Herr Gott, zugleich auf Erden wie im Himmelreich Gib uns Geduld in Leidenszeit, gehorsam sein in Lieb und Leid, wehr und steu'r allem Fleisch und Blut, das wider deinen Willen tut. 5. Gib uns heut unser täglich Brot und was man darf zur Leibesnot, behüt uns vorUnfried und Streit, vor Seuchen und vor teurer Zeit, daß wir in gutem Frieden stehn, der Sorg und Geizes müssig gehn. 6. All unfre Schuld vergib uns, Herr, daß sie uns nicht betrübe mehr, wie wir auch unsern Schuldigern ihr Schuld und Fehl vergeben gern; zu dienen mach uns all bereit in rechter Lieb und Einigkeit! 7. Führ uns, Herr, in Versu⸗ chung nicht! Wenn uns der böse Geist anficht, zur linken und zur rechten Hand hilf uns tun starken Widerstand, im Glauben fest und wohl gerüst't und durch des heil'gen Geistes Trost! 8. Von allem Übel uns erlös, es sind die Zeit und Tage bös. Erlös uns von dem ew'gen Tod und tröst uns in der letzten Not, bescher uns auch ein selig's End, nimm unsre Seel in deine Händ! 9. Amen, das ist, es werde wahr, stärk unsern Glauben immerdar, auf daß wir ja nicht zweifeln dran, 340—341 was wir hiemit gebeten han auf dein Wort, in dem Namen dein; so sprechen wir das Amen fein. Martin Luther, g. 1483, 4 1546. 340. Mel. Ach Jesu, dessen Treu. 1. Wohl auf, meinHerz, zu Gott dein Andacht fröhlich bringe, daß dein Wunsch und Gebet durch alle Wolken dringe, weil dich Gott beten heißt, weil dich sein lieber Sohn so freudig treten heißt vor seinen Gnadenthron. 2. Dein Vater ist's, der dir befohlen hat zu beten; dein Bruder ist's, der dich vor ihn getrost heißt treten; der werte Tröster ist's, 3. Lieder vomtchristlichen Leben. der dir die Wort gibt ein: drum muß auch dein Gebet gewiß erhöret sein. 3. Da siehst du Gottes Herz, das dir nichts kann versagen. Sein Mund, sein teures Wort vertreibt ja alles Zagen. Was dich unmöglich deucht, kann seine Vaterhand noch geben, die von dir so viel Not abgewandt. ö 4. Komm nur, komm freudig her in Jesu Christi Namen, sprich: Lieber Vater, hilf, ich bin dein Kind, sprich Amen! Ich weiß, es wird geschehn, du wirst mich lassen nicht, du wirst, du willst, du kannst tun, was dein Wort verspricht. Joh. Olearius, g. 1611, 4 1684. F. Kreuz- und Frostlieder. 341. Mel. Vater unser im Himmelreich. 1. Ach Gott, wie manches Herze⸗ begegnet mir zu dieser Zeit; leid der schmale Weg ist trübsalvoll, den ich zumHimmel wandern soll; wie schwer doch lässet Fleisch und Blut sich zwingen zu dem ew'gen Gut! 2. Wo soll ich mich denn wenden hin? zu dir, Herr Jesu, steht mein Sinn; bei dir mein Herz Trost, Hilf und allzeit gewiß gefunden hat;[Rat niemand jemals verlassen ist, der hat getraut auf Jesum Christ. 240 3. Jesu, mein Herr und Gott allein, wie süß ist mir der Name dein! Es kann kein Trauern sein so schwer, dein süßer Nam erfreut viel mehr; kein Elend kann so bitter sein, dein süßer Trost der lindert's fein. 4. Ob mir gleich Leib und Seel verschmacht't, so weißt du, Herr, daß ich's nicht acht'; wenn ich dich hab, so hab ich wohl, was ewig mich erfreuen soll. Dein bin ich ja mit Leib und Seel was kann mir tun Sünd, Tod und Höll? 5. Kein denn nur! ichweiß, d dein Wal du bist m der ewig 6. Jesu, mein's H ich kann' wie hochd wer Glar der wird' 7. Dru Wenn ich so wolltd ja daß ie denn wer der ist g 8. Jesu mein hö an dir a weit übe so oft ich all mein 9. Wer so fühl ie wenn ic so wird dein Gei des ew'r 10. D erspricht. 1. 41 1684. nd Gott allein, me dein! sein so schwer, iel mehr; er sein, ert's fein. und Seel hmacht't, ch's nicht acht'; ich wohl, soll. ind Seel, Tod und Höll? F. Kreuz⸗ und Trostlieder. 5. Kein bess're Treu auf Erden ist, denn nur bei dir, Herr JesuChrist; ichweiß, daß du mich nicht verläßt, dein Wahrheit bleibt mir ewig fest, du bist mein rechter treuer Hirt, der ewig mich behüten wird. 6. Jesu, mein Freud, mein Ehr und Ruhm, mein's Herzens Schatz und mein Reichtum, ich kann's doch ja nicht zeigen an, wie hoch dein Nam erfreuen kann; wer Glaub und Lieb im Herzen hat, der wird's erfahren mit der Tat. 7. Drum hab ich's oft und viel gered't: Wenn ich an dir nicht Freude hätt, so wollt den Tod ich wünschen her, ja daß ich nie geboren wär; denn wer dich nicht im Herzen hat, der ist gewiß lebendig tot. 8. Jesu, du edler Bräut'gam wert, mein höchste Zier auf dieser Erd, an dir allein ich mich ergötz weit über alle güldnen Schätz; so oft ich nur gedenk an dich, all mein Gemüt erfreuet sich. 9. Wenn ich mein Hoffnung stell zu dir, so fühl ich Fried und Trost in mir; wenn ich in Nöten bet und sing, so wird mein Herz recht guter Ding dein Geist bezeugt, daß solches frei des ew'genLebens Vorschmacksei. 10. Drum will ich, weil ich lebe noch, 342 das Kreuz dir fröhlichtragen nach. MeinGott, mach mich dazu bereit, es dient zum besten allezeit; hilf mir mein Sach recht greifen an daß ich mein'n Lauf vollenden ö kann. 11. Hilf mir auch zwingen Fleisch und Blut, vor Sünd und Schanden mich be⸗ hüt erhalt mein HerzimpGlauben rein, so leb und sterb ich dir allein. Jesu, mein Trost, hör mein Be⸗ gier: o mein Heiland, wär ich bei dir! Martin Moller(7), g. 1547, 4+ 1606. 342. Mel. Was Gott tut, das ist wohlgetan. 1. Auf Gott und nicht auf mei⸗ nen Rat will ich mein Glücke bauen und dem, der mich erschaffen hat, mit ganzer Seele trauen. Er, der die Welt allmächtig hält, wird mich in meinen Tagen als Gott und Vater tragen. 2. Er sah von aller Ewigkeit, wie viel mir nützen würde, bestimmte meine Lebenszeit, mein Glück und meine Bürde. Was zagt mein Herz? Ist auch ein Schmerz, der zu des Glaubens Ehre nicht zu besiegen wäre? 3. Gott kennet, was mein Herz und hätte, was ich bitte,[begehrt, mir gnädig, eh ich's bat, gewährt, wenn's seine Weisheit litte. Er sorgt für mich stets väterlich. 24¹ 16 3⁴43—344 Nicht was ich mir ersehe, sein Wille, der geschehe. 4. Ist nicht ein ungestörtes Glück weit schwerer oft zu tragen, als selbst das widrige Geschick, bei dessen Last wir klagen? Die größte Not hebt doch derTod, und Ehre, Glück und Habe verläßt mich doch im Grabe. 5. An dem, was wahrhaft glück⸗ lich macht, läßt Gott es keinem fehlen; Gesundheit, Ehre, Glück und Pracht sind nicht das Glück der Seelen. Wer Gottes Rat vor Augen hat, dem wird ein gut Gewissen die Trübsal auch versüßen. 6. Was ist des Lebens Herrlich⸗ keit? Wie bald ist sie verschwunden! Was ist das Leiden dieser Zeit? Wie bald ist's überwunden! Hofft auf den Herrn! Er hilft uns gern; seid fröhlich ihr Gerechten! Der Herr hilft seinen Knechten. Chr. F. Gellert, g. 1715, 4 1769. 343. Eigene Melodie. 1. Auf meinen lieben Gott trau ich in Angst und Not. Der kann mich allzeit retten aus Trübsal, Angst und Nöten, mein Unglück kann er wenden, steht all's in seinen Händen. 2. Ob mich mein Sünd anficht, will ich verzagen nicht; auf Christum will ich bauen und ihm allein vertrauen; 242 5. Lieder vom christlichen Leben. ihm tu ich mich ergeben im Tod und auch im Leben. 3. Ob mich der Tod nimmt hin, ö ist Sterben mein Gewinn, ö und Christus ist mein Leben; dem tu ich mich ergeben. Ich sterb heut oder morgen, mein Seel wird er versorgen. ö 4. O mein Herr Jesu Christ, der du geduldig bist für mich am Kreuz gestorben, hast mir das Heil erworben, uns allen auch zugleiche das ew'ge Himmelreiche! 5. Amen zu aller Stund sprech ich aus Herzensgrund. Du wollest selbst uns leiten, Herr Christ, zu allen Zeiten, auf daß wir deinen Namen ewiglich preisen. Amen. 344. Psalm 37, 5. Mel. Herzlich tut mich verlangen. 1. Befiehl du deine Wege und was dein Herze kränkt der allertreusten Pflege des, der den Himmel lenkt; der Wolken, Luft und Winden gibt Wege, Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann. ö 2. Dem Herren mußt du trau⸗ wenn dir's soll wohlergehn, sen, auf sein Werk mußt du schauen, wenn dein Werk soll bestehn. Mit Sorgen und mit Grämen und mit selbsteigner Pein läßt Gott sich gar nichts nehmen, es muß erbeten sein. 3. Dein ew'geTreu und Gnade, 1609. o Vater, was gut dem sterl und was das treil und brin was deir 4. We an Mitte dein Tur dein Ga⸗ deinWer dein Arl wenn du ersprießl 5. Und hie woll so wird Gott nis was er und wa⸗ das mu zu seine 6. Ho hoff und Gott w' da dich mit gro erwarte so wirst die Sor 7. Au und So laß fah betrübt Bist du der alle Gott si und fül d. Ihr er ist e rlangen. Wege inkt ntt; Binden ahn, den, ö n, en, schauen, tehn. rämen n ehmen, Gnade, du trau⸗ o Vater, weiß und sieht, was gut sei oder schade dem sterblichen Geblüt; und was du dann erlesen, das treibst du, starker Held, und bringst zum Stand und We⸗ was deinem Rat gefällt.(sen, 4. Weg hast du allerwegen, an Mitteln fehlt dir's nicht; dein Tun ist lauter Segen, dein Gang ist lauter Licht; dein Werk kann niemand hindern, dein Arbeit darf nicht ruhn, wenn du, was deinen Kindern ersprießlich ist, willst tun. 5. Und ob gleich alle Teufel hie wollten widerstehn, so wird doch ohne Zweifel Gott nicht zurücke gehn; was er sich vorgenommen und was er haben will, das muß doch endlich kommen zu seinem Zweck und Ziel. 6. Hoff, o du arme Seele, hoff und sei unverzagt! Gott wird dich aus der Höhle, da dich der Kummer plagt, mit großen Gnaden rücken; erwarte nur die Zeit, so wirst du schon erblicken die Sonn der schönsten Freud. 7. Auf, auf gib deinemSchmer⸗ und Sorgen gute Nacht, Ize laß fahren, was das Herze betrübt und traurig macht! Bist du doch nicht Regente, der alles führen soll, Gott sitzt im Regimente und führet alles wohl. .Ihn, ihn laß tun und walten, er ist ein weiser Fürst 243 F. Kreuz⸗ und Trostlieder. 344 und wird sich so verhalten, daß du dich wundern wirst, wenn er, wie ihm gebühret, mit wunderbarem Rat das Werk hinausgeführet, das dich bekümmert hat. 9. Er wird zwar eine Weile mit seinem Trost verziehn und tun an seinem Teile, als hätt in seinem Sinn er deiner sich begeben, und, sollt'st du für und für in Angst und Nöten schweben, als frag er nichts nach dir. 10. Wird's aber sich befinden, daß du ihm treu verbleibst, so wird er dich entbinden, da du's am mindsten gläubst; er wird dein Herze lösen von der so schweren Last, die du zu keinem Bösen bisher getragen hast. 11. Wohl dir, du Kind der du hast und trägst davon[Treue, mit Ruhm und Dankgeschreie den Sieg und Ehrenkron; Gott gibt dir selbst die Palmen in deine rechte Hand, und du singst Freudenpsalmen dem, der dein Leid gewandt. 12. Mach End, o Herr, mach mit aller unsfrer Not!(Ende Stärk unsre Füß und Hände und laß bis in den Tod uns allzeit deiner Pflege und Treu empfohlen sein, so gehen unsre Wege gewiß zum Himmel ein. Paul Gerhardt, g. 1607, 4 1676. 16*² 345—346 5. Lieder vom 345. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 1. Bete nur, betrübtes Herz, wenn dich Angst und Kummer kränken, klag und sagGottdeinen Schmerz, er wird endlich an dich denken; Gott wird dein Gebet und Flehn, ist es ernstlich, nicht verschmähn. 2. Gott wird dein Gebet und Flehn dir zur rechten Zeit gewähren; glaube nur, es wird geschehn, was die Frommen hier begehren, denn Gott kennet deinen Schmerz; bete nur, betrübtes Herz. 3. Bete nur, betrübtes Herz, bete stets in Jesu Namen; wirf die Sorgen hinterwärts, Gott spricht schon das süße Amen; deines Jesu Tod und Blut macht dein Beten recht und gut. 4. Deines Jesu Tod und Blut stillt die hell entbrannten Flam⸗ bete mit beherztem Mut, men; Gott kann dich nun nicht verdam⸗ Sei getreu bis in den Tod. men. Beten hilft aus aller Not. 5. Beten hilft aus aller Not, ei so bete ohne Zweifel; bist du arm, Gott schenkt dir Brot; schreckt dich Hölle, Welt und Teu⸗ bete nur, so wirst du sehn, Ifel, Gott wird dir zur Seite stehn. 6. Gott wird dir zurSeite stehn; vor wem sollte dir nun grauen? Mußt du hier auf Dornen gehn, endlich sollst du Rosen schauen, denn Gott kennet deinen Schmerz: bete nur, betrübtes Herz. J. G. Krause, g. 1685, 4+ 1746. christlichen Leben. 346. Psalm 23. Mel. Nun laßt uns Gott dem Herren, 1. Der Herr, der aller Enden regiert mit seinen Händen, der Brunn der ew'gen Güter, der ist mein Hirt und Hüter. 2. So lang ich diesen habe, fehlt mir's an keiner Gabe, der Reichtum seiner Fülle gibt mir die Füll und Hülle. 3. Er lässet mich mit Freuden auf grüner Aue weiden, führt mich zu frischen Quellen, schafft Rat in schweren Fällen. 4. Wenn meine Seele zaget und sich mit Sorgen plaget, weiß er sie zu erquicken, aus aller Not zu rücken. 5. Er lehrt mich tun und lassen, führt mich auf rechter Straßen, läßt Furcht und Angst sich stillen um seines Namens willen. 6. Und ob ich gleich vor andern im finstern Tal muß wandern, fürcht ich doch keine Tücke, bin frei vor dem Unglücke. 7. Denn du stehst mir zurSeiten, schütz'st mich vor bösen Leuten, dein Stab, Herr, und dein Stecken benimmt mir all mein Schrecken. 8. Du setzest mich zu Tische, machst, daß ich mich erfrische, wenn mir mein Feind viel Schmerzen erweckt in meinem Herzen. 9. Du salbst mein Haupt mit und füllest meine Seele,(Ole die leer und durstig saße, mit vollgeschenktem Maße. 24⁴4 0 10. Bar wird meit voll Lust, so lang ie 11. Ich und dein im Hause und Fror 12. Ich und dort selbst sche hoch rühr Paul Mel. 1. Der mein ein Dem feh der sich! Gott ist auf sein wird sei ihm g'n 2. Wer Du bist Die Aug sehn dei Herr. g und sta⸗ mit gne wirst di 3. No verlasse du läßt doch dei Des Fi wird fr Herren, Enden n, püter, üter. sabe, be, e zülle. Freuden uellen, Fällen. gaget get, olassen, traßen, stillen n. andern Stecken hrecken. sche, sche, el merzen n. pt mit Ole 10. Barmherzigkeit und Gutes wird mein Herz gutes Mutes, voll Lust, voll Freud und Lachen, so lang ich lebe, machen. 11. Ich will dein Diener bleiben und dein Lob herrlich treiben im Hause, da du wohnest und Frommsein wohl belohnest. 12. Ich will dich hier auf Erden und dort, da wir dich werden selbst schaun im Himmel droben, hoch rühmen, sing'n und loben. Paul Gerhardt, g. 1607, 7 1676. 347. Mel. Was Gott tut, das ist. 1. Der Herr ist meine Zuver⸗ sicht, mein einz'ger Trost im Leben. Dem fehlt es nie an Trost und Licht, der sich dem Herrn ergeben. Gott ist sein Gott, auf sein Gebot wird seine Seele stille, ihm g'nügt des Vaters Wille. 2. Wer wollte dir, Herr, nicht vertraun? Du bist des Schwachen Stärke. Die Augen, welche auf dich schaun, sehn deine Wunderwerke. Herr, groß von Rat und stark von Tat, mit gnadenvollen Händen wirst du dein Werk vollenden. 3. Noch nie hat sich, wer dich verlassen sehen müssen;(geliebt, du läßt ihn, wenn ihn Not um⸗ doch deinen Trost genießen.(gibt, Des Frommen Herz wird frei von Schmerz, F. UHreuz⸗ und Crostlieder. 347 der Sünder eitles Dichten pflegst du, Herr, zu vernichten. 4. Drum hoff, o Seele, hoff auf Gott! Der Toren Trost verschwindet, wenn der Gerechte in der Not das Herz des Schöpfers findet. Wenn jener fällt, ist er ein Held; er steht, wenn jene zittern, als Fels in Ungewittern. 5. Wirf nicht die große Hoff⸗ nung hin, die dir dein Glaube reichet. Verflucht find, die zu Menschen fliehn, verflucht, wer von Gott weichet. Dein Heiland starb; er, er erwarb auf seinem Todeshügel dir deines Glaubens Siegel. 6. Sei unbewegt, wenn um dich sich Ungewitter sammeln.(her Gott hilft, wenn Christen freu⸗ denleer zu ihm um Gnade stammeln. Die Zeit der Qual, der Tränen Zahl zählt er, er wiegt die Schmerzen und wälzt sie von dem Herzen. 7. Herr, du bist meine Zuver⸗ auf dich hofft meine Seele.[sicht, Du weißt, was meinem Glück ge⸗ bricht, wenn ich mich sorgend quäle. Wer wollte sich nicht ganz auf Allmächtiger, verlassen I[dich, und sich im Kummer fassen? 8. In deine Hand befehle ich mein Wohlsein und mein Leben. Mein hoffend Auge blickt auf dich,‚ dir will ich mich ergeben. 24⁵ 348—349 Sei du mein Gott und einst im Tod mein Fels, auf den ich traue, bis ich dein Antlitz schaue. Nach C. C. Sturm, g. 1740, f 1786. 348. Psalm 28. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 1. Der Herr ist mein getreuer Hirt, mir wird kein Gutes fehlen; der Hüter, der nicht schläft noch irrt, kann mir nur Heil erwählen. Er weidet mich auf grüner Au, die Speise gibt vom Lebenstau des Geistes seiner Gnade. 2. Er führet mich zum reinen Quell, der mein Gemüt beglücket, zum Wasser, welches frisch und den schwachen Mut erquicket. hell Er leitet mich auf rechter Bahn, er nimmt sich meines Ganges an um seines Namens willen. 3. Und ob ich wall im finstern Tal, fürcht ich doch keinen Schaden; sein Auge wachet überall, ich bin der Sorg entladen. Sein Stab und Stecken trösten mich, auf seine Treu und Machtkann ich gar ruhig mich verlassen. 4. Du machst mir einen Tisch im Auge meiner Feinde, sbereit verscheuchest Angst und Traurig⸗ keit, sprichst freundlich zu dem Freun⸗ de; 5. Lieder vom christlichen Leben. du salbst mein Haupt mit Ol, du schenkst mir voll den Becher ein und lenkst zum Himmel hin mein Sehnen. 5. Ja Gutes und Barmherzig⸗ keit wird lebenslang mir werden; ich bleib im Haus des Herrn die die ich noch leb auf Erden. Zeit, Und ist des Lebens Wallfahrt aus, dann trägt mich in sein Vater⸗ der Flügel treuer Liebe.[haus J. Friedr. v. Meyer, g. 1772, 4+ 1849. 349. Mel. Herzlich lieb hab ich dich. 1. Dir trau ich Gott und wanke nicht, wenn gleich von meiner Hoffnung der letzte Funken schwindet. Licht Mein Helfer und mein Gott bist du durch den mein Herz doch endlich und Freude wiederfindet. Ruh Von jeher hast du mich geführt und meines Wandels Lauf re⸗ mit segenvoller Vaterhand l(giert, so manche Not hinweg gewandt. Unendlicher, ich trau auf dich; du leitest mich; ich kämpf und siege, Gott, durch dich. 2. Schwer ist der Kampf der Leiden, schwer, kaum fühl ich Mut und Stärke mehr, noch länger auszudulden. Doch ewig, Vater, zürnst du nicht, du gehst mit uns nicht ins Ge⸗ richt/ strafst nichtnach unsern Schulden. 246 Bald ist d hald mein bald hat mich g' nu Du Gott Erhört vr dann mei 3. Ach, sind doch die du wi Bald wir bald steh mit treue und dank der jetzt daß ich v ein Selie Barmher Fest ohn denn ein J. Joach.“ Herz. Frie Mel. Alle 1. Du Herr Je bezeugst wenn S wenn ic und übe so wäsch Ol, du schenkst o lenkst ßehnen. herzig · keit den; rrn die „BZeit, rt aus, Vater⸗ [haus + 1849. dich. wanke nicht, offnung „Licht ott bist du, endlich Ruh eführt uf re⸗ giert, wandt, t mich; „durch dich. fder chwer, Stärke mehr, rnicht, Ge⸗ richt, ulden. Erhört von dir, lobsingt in mir F. Hreuz⸗ und Crostlieder. Bald ist der Tränen Maß gefüllt, bald meiner Seelen Schmerz ge⸗ stillt, bald hat Gott all mein Flehn erhört, mich g'nug geprüft und mich be⸗ Du Gott der Huld![währt. dann meine ganze Seele dir. 3. Ach, alle Leiden dieser Zeit ind doch nicht wert der Herrlich⸗ die du wirst offenbaren. kkeit, Bald wird auch mir der Duldung Lohn, bald steh auch ich vor deinem Thron mit treuer Kämpfer Scharen und danke dann dir, Gott, ver⸗ klärt,‚ der jetzt mich prüft, mich dann bewährt, daß ich von allen Leiden frei ein Seliger des Himmels sei. Barmherziger! Fest ohne Graun will ich dir traun; denn einst werd ich dein Antlitz schaun. J. Joach. Eschenburg, g. 1743, 1 1820. Herz. Friedr. Wilh. Kampflied 1809. 350. Mel. Allein zu dir, Herr Jesu Christ. 1. Du weinest vor Jerusalem, Herr Jesu, heiße Zähren, bezeugst, es sei dir angenehm, wenn Sünder sich bekehren; wenn ich vor dir mit Buß er⸗ schein und über meine Sünden wein, 350 die Missetat, die mich bisher gequälet hat. 2. Wenn deines Vaters Zorn entbrennt von wegen meiner Sünde, zu deinen Tränen ich mich wend, da ich Erquickung finde. Vor Gott sind sie so hoch geschätzt; wer damit seine Sünde netzt, den blickt Gott an mit Gütigkeit zu jeder Zeit und sein betrübtes Herz erfreut. 3. Hier muß ich auch im Tränen⸗ haus vor großer Angst oft weinen, der Welt aushalten manchen Strauß, sie martert stets die Deinen. Auf allen Seiten, wo sie kann, fängt sie mit mir zu hadern an. Dies tröstet mich zu aller Frist, Herr Jesu Christ: in Not du auch gewesen bist. 4. Du zählest alle Tränen mein; ich weiß, sie sind gezählet; und ob sie nicht zu zählen sein, dennoch dir keine fehlet. So oft vor dir sie regen sich, so oft bewegen sie auch dich, daß du dich mein erbarmen mußt. Dir ist bewußt mein Kreuz, drum hilfst du mir mit Lust. 5. Wer jetzund säet Tränen aus, hält in Geduld Gott stille, wird fröhlichsein indeinemHaus, wo Freude ist die Fülle, ja solche Freude, die kein Mann mit seiner Zung aussprechen kann, und die da bleibt in Ewigkeit. so wäschst du ab aus lauter Gnad 247 351—352 Mein Kreuz und Leid wird werden dort zu lauter Freud. 6. Für diese Tränen dank ich dir, daß du die Freudenkrone, Herr Christ, dadurch erworben bei dir im Himmelsthrone.[mir Wenn du mich holen wirst hinauf zu deiner Auserwählten Hauf, dann will ich recht lobsingen dir, o höchste Zier, für deine Tränen für und für. Joh. Heermann, g. 1585, 1647. 91. Mel. Was Gott tut, das ist wohl. 1. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein; drum laß dich's nicht betrüben, wenn Gott versucht mit Kreuz und Pein die Kinder, die ihn lieben. Je lieber Kind, je ernster sind des frommen Vaters Schläge. Schau, das sind Gottes Wege. 2. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein; Gott will's nicht anders haben. Auch dieses Lebens Not und Pein sind deines Vaters Gaben. Soll's denn so sein, so gib dich drein: es kommt von Liebeshänden; Gott wird nichts Böses senden. 3. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein. Das Kreuz lehrt fleißig beten, zieht ab vom eitlen Trug und und lehrt zu Jesu treten. Schein Drum wirf's nicht hin mit schnö⸗ dem Sinn, 5. Lieder vom christlichen Leben. wenn's nun zu dir gekommen; es soll der Seele frommen. 4. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein. Das muß uns immer wecken; wir schliefen sonst in Sünden ein. Wie müßten wir erschrecken, wenn unbereit't die Ewigkeit und der Posaunen Schallen uns würde überfallen! 5. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein. Es lehrt die Sünde hassen und unsern lieben Gott allein mit rechter Lieb umfassen. Die Welt vergeht, nur Gott besteht. Bedeuk's und laß dich üben, das ew'ge Gut zu lieben. 6. Auch ich will ohne Kreuz nicht sein. Was Gott schickt, will ich tra⸗ gen. Schickt's doch der liebste Vater mein, sind's doch nur kurze Plagen und wohlgemeint! Wer gläubig weint, lebt dort in steten Freuden. Ich will mit Christo leiden. David Nerreter, g. 1649, 4 1726. 352. Hebr. 10, 35—37. Mel. Von Gott will ich nicht lassen. 1. Geduld ist euch von nöten, wenn Sorge, Gram und Leid und was euch mehr will töten euch in das Herze schneid't. O auserwählte Zahl, soll euch kein Tod nicht töten, 248 ist euch das sag 2. Gel und sein der sche sobald der edle erlöst u und hil die gro 3. Ge und hä das läß das ist das ist da hält läßt G und für 4. Ge erfüllet und we in aller Es lad wird si Es ist ein He⸗ 5. Ge und lä von sei und sch so ist f sein he spricht hat all 6. Ge vermel vertrei manch ist wie davon mmen; ꝛen. e Kreuz cht sein. ecken; den ein. cken, vigkeit llen e Kreuz cht sein. en allein n. ben, uz nicht sein. h tra⸗ gen. Vater mein, agen F. Ureuz⸗ und Crostlieder. ist euch Geduld von nöten, das sag ich noch einmal. 2. Geduld ist Gottes Gabe und seines Geistes Gut, der schenket sie zur Habe, sobald er in uns ruht; der edle, werte Gast erlöst uns von dem Zagen und hilft uns treulich tragen die große Bürd und Last. 3. Geduld kommt aus dem Glauben und hängt an Gottes Wort, das läßt sie sich nicht rauben, das ist ihr Heil und Hort; das ist ihr hoher Wall, da hält sie sich verborgen, läßt Gott den Vater sorgen und fürchtet keinen Fall. 4. Geduld tut Gottes Willen, erfüllet sein Gebot und weiß sich wohl zu stillen in aller Feinde Spott. Es lache, wem's beliebt; wird sie doch nicht zu Schanden. Es ist bei ihr vorhanden ein Herz, das nichts drauf gibt. 5. Geduld dient Gott zu Ehren und läßt sich nimmermehr von seiner Liebe kehren; und schlüg er noch so sehr, so ist sie doch bedacht, sein heil'ge Hand zu loben, spricht: Der im Himmel droben hat alles wohl gemacht. 6. Geduld erhält das Leben, vermehrt der Jahre Zahl, vertreibt und dämpft daneben manch Angst und Herzensqual, ist wie ein schönes Licht, davon, wer an ihm hanget, 35³3 mit Gottes Hilf erlanget ein fröhlich Angesicht. 7. Geduld ist mein Verlangen und meines Herzens Lust, nach der ich oft gegangen; das ist dir wohl bewußt, Herr voller Gnad und Huld, ach gib mir und gewähre mein Bitten, ich begehre nichts anders als Geduld. 8. Geduld ist meine Bitte, die ich sehr oft und viel aus dieser Leibeshütte zu dir, Herr, schicken will. Kommt dann der letzte Zug, so gib durch deine Hände auch ein geduldig Ende, so hab ich alles g'nug. Paul Gerhardt, g. 1607, 4+ 1676. 353. Eigene Melodie. 1. Gib dich zufrieden und sei stille in dem Gotte deines Lebens! In ihm ruht aller Freude Fülle, ohn ihn mühst du dich vergebens; er ist dein Quell und deine Sonne, scheint täglich hell zu deiner Gib dich zufrieden!(Wonne. 2. Er ist voll Lichtes, Trosts und Gnaden, ungefärbten, treuen Herzens; wo er steht, tut dir keinen Schaden auch die Pein des größten Schmer⸗ zens. Kreuz, Angst und Not kann er bald wenden, ja auch den Tod hat er in Händen. Gib dich zufrieden! 3. Wie dir's und andern oft er⸗ gehe, 249 353 ist ihm wahrlich nicht verborgen; er sieht und kennet aus der Höhe der betrübten Herzen Sorgen. Er zählt den Lauf der heißen Trä⸗ nen und faßt zu Hauf all unser Seh⸗ Gib dich zufrieden! nen. 4. Wenn gar kein einz'ger mehr auf Erden, dessen Treue du darfst trauen, alsdann will er dein Treuster wer⸗ den und zu deinem Besten schauen. Er weiß dein Leid und heimlich Grämen, auch weiß er Zeit, dir's abzuneh⸗ Gib dich zufrieden!(men. 5. Er hört die Seufzer deiner Seelen und des Herzens stilles Klagen, undwas dukeinemdarfsterzählen, magst du Gott gar kühnlich sagen. Er ist nicht fern, steht in der Mit⸗ ten, hört bald und gern der ArmenBit⸗ Gib dich zufrieden! ten. 6. Laß dich dein Elend nicht be⸗ zwingen, halt an Gott, so wirst du siegen; ob alle Fluten einher gingen, dennoch mußt du oben liegen. Denn wenn du wirst zu hoch be⸗ schweret, hat Gott, dein Fürst, dich schon Gib dich zufrieden! s(erhöret. 7. Was sorgst du für dein armes Leben, wiedu'shaltenwollst und nähren? Der dir das Leben hat gegeben, wird auch Unterhalt bescheren. Er hat ein Hand, voll aller Gaben, 250 5. Lieder vom christlichen Leben. da See und Land sich muß von Gib dich zufrieden!(laben. 8. Der allen Vöglein in den Wäl⸗ dern ihr bescheidnes Körnlein weiset, der Schaf und Rinder in den Fel⸗ alle Tage tränkt und speiset, dern der wird viel mehr dich ein' gen füllen und dein Begehr und Notdurft Gib dich zufrieden! lstillen. 9. Sprich nicht: Ich sehe keine Mittel, wo ich such, ist nichts zum Besten. Denn das ist Gottes Ehrentitel: helfen, wenn die Not am größten. Wenn ich und du ihn nicht mehr spüren, da schickt er zu, uns wohl zu füh⸗ Gib dich zufrieden! ren. 10. Bleibt gleich die Hilf in et⸗ was lange, wird sie dennoch endlich kommen; macht dir das Harren angst und bange, glaube mir, es ist dein Frommen. Was langsam schleicht, faßt man gewisser, und was verzeucht, ist desto süßerl Gib dich zufrieden! 11. Nimm nicht zu Herzen, was die Rotten deiner Feinde von dir dichten; laß sienurimmerweidlichspotten, Gott wird's hören und recht rich⸗ ten. Ist Gott dein Freund und deiner Sachen, was kann dein Feind, der Mensch, Gib dich zufriedenlsgroß machen? 12. Hat er doch selbst auch wohl das Seine, ö wenn er's Wo ist ein dem nicht Wo ist ein ich weiß d Gib dich 13. Es alle Men was web kann das! Des Kre bis in do Gib dich 14. Es dauns un er wird u diesesLei Es wird und aus Gib dich 15. Er der Erw die hier sich auch da sie de den ew' Gib dich Paul 1. Got der du c und des daß ich! nuß von (laben. HenWäl⸗ dern weiset, den Fel⸗ et, dern ein' gen füllen kotdurft stillen. he keine Mittel, Besten. ꝛentitel: zrößten. ht mehr spüren, 3u füh⸗ ren. lf in et⸗ lange, mmen; igst und bange, ommen. ißt man ewisser, osüßer! en, was Rotten ichten; spotten, cht rich⸗ ten. d deiner Sachen, Mensch, nachen? ich wohl Seine, wenn er's sehen könnt und wollte. Wo ist ein Glück so klar und reine, dem nicht etwas fehlen sollte? Wo ist ein Haus, das könnte sagen: ich weiß durchaus von keinen Pla⸗ Gib dich zufrieden!(gen? 13. Es kann und mag nicht an⸗ ders werden, alle Menschen müssen leiden; was webt und lebet auf der Er⸗ den, kann dasUnglücknichtvermeiden. Des Kreuzes Stab schlägt unsre Lenden bis in das Grab; da wird sich's Gib dich zufrieden! lenden. 14. Es ist ein Ruhetag vorhan⸗ dauns unser Gottwird lösenzlden, er wird uns reißen aus den Ban⸗ diesesLeibsundallemBösen. den Es wird einmal der Tod herdrin⸗ gen und aus der Qual uns sämtlich Gib dich zufrieden!(bringen. 15. Er wird uns bringen zu den Scharen der Erwählten und Getreuen, die hier mit Frieden abgefahren, sich auch nun im Frieden freuen, da sie den Grund, der nicht kann brechen, den ew'gen Mund selbst hören Gib dich zufrieden!(sprechen: Paul Gerhardt, g. 1607, 4 1676. 354. Eigene Melodie. 1. Gott, den ich als Liebe kenne, der du Krankheit auf mich legst und des Leidens Flamm erregst, daß ich davon glüh und brenne, F. Kreuz⸗ und Crostlieder. 251 354 brenne doch das Böse ab, das den Geist bisher gehindert, das der Liebe Regung mindert, die ich öfters von dir hab. 2. In der Schwachheitsei dukräf⸗ in dem Schmerze sei mir süß,[tig, schaffe, daß ich dich genieß, wenn dieKrankheitstrengundhef⸗ tig. Denn was jetzt den Leib bewegt, was mein Fleisch und Mark ver⸗ zehret, was den Körper jetzt beschweret, hat die Liebe selbst erregt. 3. Leiden istjetzt mein Geschäfte, andres kann ich jetzt nicht tun, als nur in dem Leiden ruhn. Leiden müssen meine Kräfte, Leiden ist jetzt mein Gewinnst, das ist jetzt des Vaters Wille, den verehr ich sanft und stille, Leiden ist mein Gottesdienst. 4. Gott, ich nehm's aus deinen als einLiebeszeichen an,[Händen denn in solcher Leidensbahn willst du meinen Geist vollenden. Auch die Labung, die man mir zu des Leibes Stärkung gibet, kommt von dir, der mich geliebet, alles kommt, mein Gott, von dir. 4. Laß nur nicht den Geist ermü⸗ bei des Leibes Mattigkeit, Iden daß er sich zu aller Zeit in dich senk in Lieb und Frieden. Laß des LeibesAngst und Schmerz nicht der Seele Auffahrt hindern und die Ruhe in mir mindern, unterstütze du das Herz! 6. Hilf mir, daß ich ganz beschei⸗ und mit aller Freudigkeit, den Ruhe und Gelassenheit 355—356 mög auf meinem Bette leiden. Denn wer hier am Fleische leid't, wird errettet von den Sünden, so den Körper oft entzünden, und an seinem Geist erneut. 7. Dir empfehl ich nun mein Le⸗ und demKreuze meinenLeibzben gib, daß ich mit Freuden bleib an dich völlig übergeben. Dann so weiß ich festiglich, ich mag leben oder sterben, daß ichnicht mehr kann verderben, denn die Liebe reinigt mich. Chr. Friedr. Richter, g. 1676,4 1711. 355. Mel. Ach Jesu, dessen Treu. 1. Gott ist und bleibt getreu, sein Herze bricht vom Lieben, pflegt er gleich öftermal die Seinen zu betrüben. Er prüfet durch das Kreuz, wie rein der Glaube sei, wie standhaft die Geduld; Gott ist und bleibt getren. 2. Gott ist und bleibt getreu; er hilft ja selber tragen, was er uns auferlegt, die Last der schweren Plagen. Er braucht die Ruten oft und bleibet doch dabei ein Vater, der uns liebt; Gott ist und bleibt getreu. 3. Gott ist und bleibt getreu; er weiß, was wir vermögen, er pfleget nie zu viel den Schwachen aufzulegen. Er macht sein Israel von Last und Banden frei, wenn große Not entsteht; Gott ist und bleibt getreu. 5. Lieder vom christlichen Leben. 4. Gott ist und bleibt getreu er tröstet nach dem Weinen, er läßt aus trüber Nacht die Freudensterne scheinen. Es geht der Kreuzessturm im Augenblick vorbei; sei, Seele, nur getrost! Gott ist und bleibt getreu. 5. Gott ist und bleibt getreu; er stillet dein Begehren, er will dein Glaubensgold in Trübsalsglut bewähren. Nimm an von Gottes Hand den Kreuzkelch ohne Scheu, der Lebensbecher folgt; Gott ist und bleibt getreu. 6. Gott ist und bleibt getreu. Laß alle Wetter krachen, Gott wird der Trübsal doch ein solches Ende machen, daß alles Kreuz und Not dir ewig nützlich sei. So liebt der Höchste dich. Gott ist und bleibt getreu. 1695. 356. Mel. Was Gott tut, das ist wohlgetan. 1. Gott lebt, wie kann ich trau⸗ rig sein, als wär kein Gott zu finden? Er weiß ja wohl von meinerPein, die ich hier muß empfinden. Er kennt mein Herz und meinen Schmerz, so darf ich nicht verzagen und ihm nur alles klagen. 2. Gott hört, wenn niemand hören will: was will der Feind denn sprechen, mein Seufzen werde nicht zum Ziel 252 hin dure Ruf iche so steigt und scha 3. Got als säh Vor ihn ganz off Kein Tr das er 1 worauf bis er u 4. Got auf alle mag mi arglistic so wird doch im daß mie 5. Got doch soll Was hi als mü Er hat j uns na doch we 6. Go Gott h Gott f Gott fi Gott g Nur ni Er wir auch do Be ch. reu. 1695. hohlgetan. rich trau⸗ rig sein, nden? nerPein, iden. en en. niemand ren will: sprechen, icht zum Ziel F. Kreuz⸗ und Trostlieder. hin durch die Wolken brechen? Ruf ich empor, so hört sein Ohr, so steigt die Hilfe nieder und schallt das Amen wieder. 3. Gott sieht, wie klaget denn mein Herz, als säh er nicht mein Weinen? Vor ihm muß auch der tiefste Schmerz ganz offenbar erscheinen. Kein Tränlein fehlt, das er nicht zählt, worauf sein Aug nicht blicket, bis er uns hat erquicket. 4. Gott führt, drum geh ich ruhig fort auf allen meinen Wegen; mag mir die Welt bald hier und arglistig Stricke legen,(dort so wird er mich zwar wunderlich, doch immer selig führen, daß mich kein Fall kann rühren. 5. Gott gi bt, und wär ich noch so doch soll ich nicht verderben. larm, Was hilft mir denn mein steter Harm, als müßt ich Hungers sterben? Er hat ja Brot, und wenn dieNot uns nach der Wüste weiset, doch werden wir gespeiset. 6. Gottlebt, wohlan, ich merke das. Gott hört, ich will's ihm sagen. Gott fieht, er setzt den Tränen Maß. Gott führt, ich darf nicht zagen. Gott gibt und liebt. Nur nicht betrübt! Er wird mir endlich geben, auch dort mit ihm zu leben. Benj. Schmolck, g. 1672, 4 1787. 357 357. Mel. Ringe recht, wennGottes Gnade. 1. Gott will's machen, daß die Sachen gehen, wie es heilsam ist. Laß die Wellen immer schwellen, wenn du nur bei Jesu bist! 2. Wer sich kränket, weil er den⸗ Jesus liege in dem Schlaf,(ket, wird mit Klagen nur sich plagen, da der Unglaub leidet Straf. 3. Du Verächter, Gott, dein Wächter, schläfet ja noch schlummert nichtz zu den Höhen aufzusehen wäre deine Glaubenspflicht. 4. Im Verweilen und im Eilen bleibt er stets ein Vaterherz. Laß dein Weinen bitter scheinen, dein Schmerz ist ihm auch ein Schmerz. 5. Glaub nur feste, daß das über dich beschlossen sei,(Beste wenn dein Wille nur ist stille, wirst du von dem Kummer frei. 6. Nimmerklage, niemals zage, wenn der Herr dir Leiden gibt; der sie sendet, auch sie wendet, der hat nie ohn Frucht betrübt. 7. Willst du wanken in Gedan⸗ faß dich in Gelassenheit. lken, Laß den sorgen, der auch morgen Herr ist über Freud und Leid. 8. Gottes Hände sind ohnEnde, sein Vermögen hat kein Ziel. Ist's beschwerlich, scheint's ge⸗ fährlich? Deinem Gott ist nichts zu viel. 9. Wenn die Stunden sich ge⸗ funden, bricht die Hilf mit Macht herein, 253 358—360 5. Lieder vom christlichen Leben. und dein Grämen zu beschämen, wird es unversehens sein. 10. Nun so trage deine Plage fein getrost und mit Geduld; wer das Leiden will vermeiden, häufet seine Sündenschuld. 11. Aber denen, die mit Tränen küssen ihres Jesu Joch, wird die Krone auf dem Throne ihres Heilands werden noch. 12. Amen, Amen! In dem Na⸗ meines Jesu halt ich still;[men es geschehe und ergehe, wie und wann und was er will. Joh. Dan. Herrnschmidt, g. 1675,1723. 358. Eigene Melodie. 1. Harre meine Seele, harre des Herrn, alles ihm befehle, hilft er doch so gern! Sei unverzagt bald der Morgen und ein neuer Frühling stagt, fotgt dem Winter nach. In allen Stürmen, in aller Not wird er dich beschirmen, der treue Gott. 2. Harre meine Seele, harre des Herrn, alles ihm befehle, hilft er doch so gern! Wenn alles bricht, Gott verläßt größer als der Helfer luns nicht; ist die Not ja nicht. Ewige Treue, Retter in Not, rett' auch unsre Seele, du treuer Gott! Joh. Friedr. Räder, g. 1815, 41 1872. 359. Eigene Melodie. 1. Herr, wie du willst, so schicks mit mir im Leben und im Sterben, allein zu dir steht mein Begier, laß mich, Herr, nicht verderben! Erhalt mich nur in deiner Huld, sonst wie du willst; gib mir Ge⸗ denn dein Will ist der beste. Iduld, 2. Zucht, Ehr und Treu verleih mir, Herr, und Lieb zu deinem Worte, behüt mich, Herr, vor falscherLehr und gib mir hier und dorte, was dient zu meiner Seligkeit, wend ab all Ungerechtigkeit in meinem ganzen Leben! 3. Soll ich einmal nach deinem von dieser Welt abscheiden, Rat verleih mir, Herr, nur deine Gnad, daß es gescheh mit Freuden. Mein Leib und Seel befehl ich dir, o Herr, ein selig End gib mir durch Jesum Christum! Amen. Caspar Bienemann, g. 1540, 1591. 360. Mel. Sollt ich meinem Gott nicht. 1. Ich ergebe mich dem Willen meines Gottes ganz und gar; der wird auch an mir erfüllen, was mir nützet immerdar. Siehe, höchster Gott, hernieder! Alles, was ich hab und bin, geb ich dir zu eigen hin. Du gab'st es, dir geb ich's wieder; mache daraus, was du willt, was du willst, mein Gott und Schild! 2. Von dir hab ich ja meineben, 25⁴4 Gott, de Mir zun deinen S und mei der mir ist ja se Hab ich dich, o! o so schr 3. Unt ging es da ich k Gottes Nun, er o so leb der für treu un weis' u weil er 4. Gi so ging Wenn was sie würd i ich erfa Böses, meine Drum Mir ge 5. W was ie das la Gott, Und d dir zu o so le meine so schick's mit mir rben, n Begier, perderben! ner Huld, b mir Ge⸗ ste. Iduld, eu verleih nir, Herr, Vorte, lscherLehr dorte, Seligkeit, igkeit ben! ch deinem den, Rat eine Gnad, euden. ehl ich dir, gib mir 1 Amen. 40, 1591. bott nicht. m Willen nd gar; erfüllen, dar. hernieder! d bin, Schild! ein Leben, ö ö ö 2 Gott, der du mein Vater bist! Mir zum Heil hast du gegeben deinen Sohn selbst, JesumChrist; und mein sichrer, treuer Führer, der mir deine Wege weist, ist ja selbst dein guter Geist. Hab ich denn nun zum Regierer dich, o du dreiein' ger Gott, o so schreckt mich keine Not. 3. Und wie könnt' ich doch ver⸗ zagen, ging es noch so wunderlich, da ich kann bis heute sagen: Gottes Güte führet mich! Nun, erleb ich denn auch morgen, o so lebt doch auch mein Gott, der für mich in jeder Not treu und liebreich ferner sorgen, weis' und gut mich führen wird, weil er Vater ist und Hirt. 4. Ginge mir es, wie ich wollte, so ging mir es selten gut. Wenn das stets geschehen sollte, was sich wünscht mein eigner Mut, würd ich oft mein Unglück wäh⸗ ich erfahre gar zu oft len; Böses, wenn ich Gut's gehofft; meine besten Wünsche fehlen. Drum in Gott, mein Herz, sei stilll Mir geschehe, was Gott will. 5. Was Gott will, geschehe im⸗ mer; was ich will und schädlich ist, das laß ja geschehen nimmer, Gott, der du so gütig bist! Und da dir mein Unvermögen, dir zu folgen, ist bekannt, o so laß doch deine Hand meiner Schwachheit Kraft bei⸗ legen. F. Kreuz⸗ und Crostlieder. 361 Und dann, Vater, folg ich dir; was du willst, geschehe mir! Ludämilie Elisab. Gräfin zu Schwarz⸗ burg⸗Rudolstadt, g. 1640, 4 1672. 361. Mel. Was mein Gott will, gescheh. 1. Ich hab in Gottes Herz und Sinn mein Herz und Sinn ergeben. Was böse scheint, ist mir Gewinn, der Tod selbst ist mein Leben. Ich bin ein Sohn des, der den Thron des Himmels aufgezogen; ob er gleich schlägt und Kreuz auflegt, bleibt doch sein Herz gewogen. 2. Das kann mir fehlen nimmer⸗ mehr, mein Vater muß mich lieben. Wenn er mich auch gleich wirft ins Meer, so will er mich nur üben und mein Gemüt in seiner Güt gewöhnen fest zu stehen; halt ich denn stand, weiß seine mich wieder zu erhöhen.[Hand 3. Zudem ist Weisheit und Ver⸗ bei ihm ohn alle Maßen; stand Zeit, Ort und Stund ist ihm be⸗ zu tun und auch zu lassen.[kannt Er weiß, wann Freud, er weiß, wann Leid uns, seinen Kindern, diene; und was er tut, ist alles gut, ob's noch so traurig schiene. 4. Du denkest zwar, wenn du nicht hast, was Fleisch und Blut begehret. als sei mit einer großen Last 25⁵⁵ 362 dein Glück und Heil beschweret, hast spat und früh viel Sorg und Müh, an deinen Wunsch zu kommen, und denkest nicht, daß, was ge⸗ schicht, gescheh zu deinem Frommen. 5. Fürwahr, der dich geschaffen und sich zur Ehr erbauet,(hat der hat schon längst in seinem Rat ersehen und beschauet aus wahrer Treu, was dienlich dir und den Deinen allen;[sei laß ihm doch zu, daß er nur tu nach seinem Wohlgefallen. 6. Wenn's Gott gefällt, so muß es sein, es wird zuletzt dich freuen; was du jetzt nennest Kreuz und Pein, wird dir zum Trost gedeihen. Wart in Geduld, die Gnad und Huld wird sich doch endlich finden; all Angst und Qual wird auf einmal gleich wie ein Dampf verschwin⸗ den. 7. Ei nun, mein Gott, so fall getrost in deine Hände; lich dir nimm mich und mach es du mit bis an mein letztes Ende,(mir wie du wohl weißt, daß meinem dadurch sein Nutz entstehe,[Geist und deine Ehr je mehr und mehr sich in ihr selbst erhöhe. 8. Willst du mir geben Sonnen⸗ schein, so nehm ich's an mit Freuden; soll's aber Kreuz undUnglücksein, will ich's geduldig leiden. 5. Lieder vomtchristlichen Leben. Soll mir allhier des LebensTür noch ferner offen stehen, wie du mich führst und führen so will ich gern mitgehen. wirst, 9. Soll ich denn auch des Todes und finstre Straße reisen, Weg wohlan, so tret ich Bahn und Steg, den mir dein Augen weisen. Du bist meinHirt, der alles wird zu solchem Ende kehren, daß ich einmal in deinem Saal dich ewig möge ehren. Paul Gerhardt, g. 1607, 4 1676. 362. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. 1. Ich hab in guten Stunden des Lebens Glück empfunden und Freuden ohne Zahl, so will ich denn gelassen mich auch in Leiden fassen; welch Leben hat nicht seine Qual? 2. Ja Herr, ich bin ein Sünder, und stets strafst du gelinder, als es der Mensch verdient. Sollt ich, beschwert mit Schulden, kein zeitlich Weh erdulden, das doch zu meinem Besten dient? 3. Dir will ich mich ergeben, nicht meine Ruh, mein Leben mehr lieben als den Herrn. Dir, Gott, will ich vertrauen und nicht auf Menschen bauen; du hilfst und du errettest gern. 4. Laß du mich Gnade finden, mich alle meine Sünden erkennen und bereun. Jetzt hat mein Geist noch Kräfte; sein Heil laß mein Geschäfte, 256 dein Wi 5. We bin ich was schr Auch au vertrau du, Herz und wa Chr. Mel. Ar 1. Ick Herr, d die mir bisher denn de in mei dir Lol mehr h 2. Her vom B da wir da steh Da an zur fin da häl und m 3. Il und de der, w bald h uns G ebens Tür des Todes en, Weg uhn und Steg, veisen. alles wird n, em Saal 7, + 1676. dich lassen. Stunden funden assen; ine Qual? n Sünder, linder, dient. Schulden, Iden, sten dient? ergeben, n Leben herrn. rtrauen en bauen; test gern. de finden, en ch Kräfte; schäfte, dein Wort mir Trost und Leben sein. 5. Wenn ich in Christo sterbe, bin ich des Himmels Erbe; was schreckt mich Grab und Tod? Auch auf des Todes Pfade vertrau ich deiner Gnade; du, Herr, bist bei mir in der Not. 6. Ich will dem Kummer weh⸗ Gott durch Geduld verehren, lren, im Glauben zu ihm flehn. Ich will den Tod bedenken. Der Herr wird alles lenken, und was mir gut ist, wird ge⸗ schehn. Chr. F. Gellert, g. 1715, 4 1769. 363. Psalm 30. Mel. Aus meines Herzens Grunde. 1. Ich preise dich und singe, Herr, deine Wundergnad, die mir so große Dinge bisher erwiesen hat; denn das ist meine Pflicht, in meinem ganzen Leben dir Lob und Dank zu geben; mehr hab und kann ich nicht. 2. Herr, mein Gott, da ich Kran⸗ vom Bette zu dir schrei,(ker da wird dein Heil mein Anker, da stehst du treulich bei. Da andre fahren hin zur finstern Todeshöhle, da hältst du meine Seele und mich noch, wo ich bin. 3. Ihr Heiligen, lobsinget und danket unserm Herrn, der, wenn die Not eindringet, bald hört und herzlich gern uns Gnad und Hilfe gibt; F. Kreuz⸗ und Crostlieder. 363 rühmt ihn, des Hand uns träget und, wenn er uns ja schläget, nicht allzusehr betrübt. 4. Gott hat ja Vaterhände und strafet mit Geduld, sein Zorn nimmt bald ein Ende, sein Herz ist voller Huld und gönnt uns lauter Guts. Den Abend währt das Weinen, des Morgens macht das Scheinen der Sonn uns gutes Muts. 5. Ich sprach zur guten Stunde, da mir's noch wohl erging: Ich steh auf festem Grunde, acht' alles Kreuz gering; ich werde nimmermehr, das weiß ich,‚, niederliegen; denn Gott der kann nicht trügen, der liebt mich gar zu sehr. 6. Als aber dein Gesichte, mein Gott, sich von mir wandt, da war mein Trost zunichte, da lag mein Heldenstand; es war mir angst und bang, ich führte schwere Klagen mit Zittern und mit Zagen: Herr mein Gott, wie so lang! 7. Nun wohl, ich bin erhöret, mein Seufzen ist erfüllt; mein Kreuz ist umgekehret, mein Herzleid ist gestillt; mein Grämen hat ein End, es sind von meinem Herzen der bittern Sorgen Schmerzen durch dich, Herr, abgewend't. 8. Ach daß zu deiner Ehre mein Ehre sich erhüb und nimmer stille wäre, bis daß ich deine Lieb und ungezählte Zahl der großen Wunderdinge 25⁷ 1⁷ 364—365 5. Lieder vom mit ew'gen Freuden singe im güldnen Himmelssaal. Paul Gerhardt, g. 1607, 1676. 364. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 1. Ich steh in meines Herren Hand und will drin stehen bleiben, nicht Erdennot, nicht Erdentand soll mich daraus vertreiben; und wenn zerfällt die ganze Welt, wer sich an ihm, und wen er hält, wird wohlbehalten bleiben. 2. Er ist ein Fels, ein sichrer Hort, und Wunder sollen schauen, die sich auf sein wahrhaftig Wort verlassen und ihm trauen. Er hat's gesagt, und darauf wagt mein Herz es froh und unverzagt und läßt sich gar nicht grauen. 3. Und was er mit mir machen ist alles mir gelegen; will, ich halte ihm im Glauben still und hoff auf seinen Segen; denn was er tut, ist immer gut, und wer von ihm behütet ruht, ist sicher allerwegen. 4. Ja wenn's am schlimmsten mit mir steht, freu ich mich seiner Pflege; ich weiß, die Wege, die er geht, sind lauter Wunderwege. Was böse scheint, istgut gemeint, er ist doch nimmermehr mein Feind und gibt nur Liebesschläge. 5. Und meines Glaubens Un⸗ terpfand ist, was er selbst verheißen: christlichen Leben. daß nichts mich seiner starken soll je und je entreißen.[Hand Was er verspricht, das bricht er nicht. Er bleibet meine Zuversicht, ich will ihn ewig preisen. C. J. Phil. Spitta, g. 1801, 1 1859. 365. 1. Je größer Kreuz, je näher Himmel. Wer ohne Kreuz, ist ohne Gott. Bei Sündenlust und Weltge⸗ tümmel vergißt man Hölle, Fluch und Tod. O selig ist der Mann geschätzt, den Gott in Kreuz und Trübsal setzt. 2. Je größer Kreuz, je bessrer Christe: Gott prüft uns an dem Probe⸗ stein; wie mancher Garten lieget wüste, fällt nicht ein Tränenregen drein. Das Gold wird auf dem Feuer⸗ herd, ein Christ in mancher Not be⸗ währt. 3. Je größer Kreuz, je stärkrer Glaube. Die Palme wächset bei der Last, die Süßigkeit fließt aus der Trau⸗ be,‚ wenn du sie wohl gekeltert hast. Im Kreuze wächset uns der Mut, wie Perlen in gesalzner Flut. 4. Je größer Kreuz, je größre Liebe. 258 Mel. Wer nur den lieben Gott läßt. starken n.[Hand 1s bricht er nicht. ersicht, sen. 501, 1 1859. 1 Gott läßt. je näher Himmel. phne Gott. Weltge⸗ tümmel Fluch und Tod. geschäßt, d Trübsal setzt. je bessrer Christe: em Probe⸗ stein; eget wüste, regen drein. jem Feuer⸗ herd, Not be⸗ währt. je stärkrer Glaube. i der Last, 3 der Trau⸗ be/ eltert hast. ĩ der Mut, ter Flut. je größre Liebe. F. Ureuz⸗ und Crostlieder. Der Wind bläst nur die Flam⸗ men auf, und scheinet gleich der Himmel trübe, so lachet doch die Sonne drauf. Das Kreuz vermehrt der Liebe Glut, gleichwie das Ol im Feuer tut. 5. Je größer Kreuz, je mehr Gebete. Geriebne Kräuter duften wohl; wenn um das Schiff kein Sturm⸗ wind wehte, so fragte man nicht nach dem Pol. Wo kämen Davids Psalmen her, wenn er nicht auch versuchet wär? 6. Je größer Kreuz, je mehr Verlangen. Im Tale steiget man bergan; wer durch die Wüsten oft gegan⸗ gen, der sehnet sich nach Kanaan. Das Täublein find't es hier nicht Ruh, so fliegt es nach der Arche zu. 7. Je größer Kreuz, je lieber Sterben. Man freut sich recht auf seinen Tod, denn man entgehet dem Verder⸗ ben, es stirbt auf einmal alle Not. Das Kreuz, das Christengräber ziert, bezeugt, sie haben triumphiert. 8. Je größer Kreuz, je schönre Krone, die Gott den Seinen beigelegt, und die einmal vorseinemThrone der Überwinder Scheitel trägt. Ach dieses teure Kleinod macht, 259 366 daß man das größte Kreuz nicht acht't. 9. Gekreuzigter, laß mir dein Kreuze je länger und je lieber sein! Daß mich dieUngeduld nichtreize, so pflanz ein solches Herz mir ein, das Glaube, Lieb und Hoffnung hegt, bis dort mein Kreuz die Krone trägt. Benjamin Schmolck, g. 1672, 4+ 1737. 366. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. 1. In allen meinen Taten laß ich den Höchsten raten, der alles kann und hat; er muß zu allen Dingen, soll's anders wohl gelingen, mir selber geben Rat und Tat. 2. Nichts ist es spät und frühe um alle meine Mühe, mein Sorgen ist umsonst; er mag's mit meinen Sachen nach seinem Willen machen, ich stell es ganz in seine Gunst. 3. Es kann mir nichts geschehen, als was er hat ersehen und was mir selig ist; ich nehm es, wie er's gibet; was ihm von mir beliebet, dasselbe hab auch ich erkiest. 4. Ich traue seiner Gnaden, die mich vor allem Schaden, vor allem Übel schützt; leb ich nach seinen Sätzen, so wird mich nichts verletzen, nichts fehlen, was mir ewignützt. 5. Er wolle meiner Sünden in Gnaden mich entbinden, 17* 367 5. Lieder vom christlichen Leben. durchstreichen meine Schuld; er wird auf mein Verbrechen nicht stracks das Urteil sprechen und haben noch mit mir Geduld. 6. Leg ich mich späte nieder, erwach ich frühe wieder, lieg oder zieh ich fort, in Schwachheit und in Banden und was mir stößt zu handen, so tröstet mich sein heilig Wort. 7. Hat er es denn beschlossen, so will ich unverdrossen an mein Verhängnis gehn; kein Unfall unter allen wird mir zu harte fallen, mit Gott will ich ihn überstehn. 8. Ihm hab ich mich ergeben zu sterben und zu leben, sobald er mir gebeut; es sei heut oder morgen, dafür laß ich ihn sorgen, er weiß ja wohl die rechte Zeit. 9. So sei nun, Seele, seine und traue dem alleine, der dich geschaffen hat. Es gehe, wie es gehe, dein Vater in der Höhe der weiß zu allen Sachen Rat. Paul Flemming, g. 1609, + 1640. 367. Psalm 31, 1—6. Eigene Melodie. 1. In dich hab ich gehoffet, Herr, hilf, daß ich nicht zu Schanden werd noch ewiglich zu Spotte. Das bitt ich dich: erhalte mich in deiner Treu, Herr Gotte! 2. Dein gnädig Ohr neig her zu mir, erhör mein Bitt, tu dich herfür, eil bald, mich zu erretten! In Angst und Weh ich lieg und hilf mir in meinen Nöten! Isteh, 3. Mein Gott und Schirmer, steh mir bei, sei meine Burg, darin ich frei und ritterlich mög streiten wider mein' Feind', der gar viel an mir auf beiden Seiten. sseind 4. Du bist mein Stärk, mein Fels, mein Hort, mein Schild, mein Kraft, sagt mir dein Wort, meinHilf, mein Heil, meinLeben, mein starker Gott in aller Not; wer kann mir widerstreben? 5. Mir hat die Welt trüglich ge⸗ gericht't mit Lügen und durch falsch Ge⸗ dicht viel Netz und heimlich Stricke; Herr, nimm mein wahr in der Gefahr, hüt mich vor falscher Tücke! 6. Herr, meinen Geist befehl ich dir mein Gott, mein Gott, weich ö nicht von mir, nimm mich in deine Hände! O wahrer Gott, aus aller Not hilf mir am letzten Ende! 7. Lob, Preis und Ehr und Herrlichkeit sei Vater, Sohn und Geist bereit, Lob seinem heil'gen Namen! Die göttlich Kraft mach uns sieg⸗ haft durch Jesum Christum! Amen. Adam Reusner, g. 1496, 4 um 1575. 260 1. La du Ver deine L ist dem hilft er Laß di 2. Ha denn er wodure daß fich Traue halt G 3. Ge wenn e ist nich ist es d er hilft Gott i 4. Gi so du i deine! wenn und m Gott i 5. Le wie un Sein 2 Währ. endlich Lehr( 6. Li wande wird! dein A Alles liebst Ant. U We eg und lsteh, rmer, ir bei, 9frei ar viel seind mein 9 erfür, x 368. Eigene Melodie. 1. Laß dich Gott, du Verlaßner, still dein Sorgen, deine Qual und deine Not ist dem Höchsten unverborgen, hilft er heut nicht, hilft er mor⸗ Laß dich Gott!(gen. 2. Halt Gott still, denn er brauchet Liebesschläge, wodurch er dich bessern will, daß sich Kindesfurcht errege. Traue seiner Vaterpflege, halt Gott still! 3. Gott ist nah, wenn er dir entfernet scheinet; ist nicht gleich die Rettung da, ist es dir zum Nutz gemeinet; er hilft, wenn du g'nug geweinet. Gott ist nah. 4. Gott ist dein, so du ihm dich nur ergibest; deine Pein wird Freude sein, wenn du ihn vor allem liebest und mit Unmut nicht betrübest. Gott ist dein. 5. Lehr Gott nicht, wie und wann er dich soll hören. Sein Aug steht auf dich gericht't. Währt dein Kreuz lang, laß es währen, endlich wird es sich doch kehren. Lehr Gott nicht! 6. Liebst du Gott, wandelst treu auf seinen Wegen, wird kein Kreuz, kein Not, kein dein Vertrauen niederlegen.Tod Alles dienet dir zum Segen, liebst du Gott. Ant. Ulrich, Herzog zu Braunschweig⸗ Wolfenbüttel, g. 1633, 4 1714. F. Kreuz⸗ und Crostlieder. 368369 369. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. 1. Meine Seele senket sich hin in Gottes Herz und Hände und erwartet ruhiglich seiner Wege Ziel und Ende, liegt fein stille, nackt und bloß in des liebsten Vaters Schoß. 2. Meine Seele murret nicht, ist mit allem wohl zufrieden; was der eigne Wille spricht, ist zum Tode schon beschieden. Was die Ungeduld erregt, ist in Christi Grab gelegt. 3. Meine Seele sorget nicht, will vielmehr an nichts gedenken, was gleich spitzen Dornen sticht und den Frieden nur kann krän⸗ ken. Sorgen hört dem Schöpfer zu, meine Seele sucht nur Ruh. 4. Meine Seele grämt sich nicht, liebt hingegen Gott im Leiden; Kummer, der das Herze bricht, trifft und ängstet nur die Heiden. Wer Gott in dem Schoße liegt, bleibt in aller Not vergnügt. 5. Meine Seele klaget nicht, denn sie weiß von keinen Nöten, hängt an Gottes Angesicht, auch alsdann, wenn er will töten. Wo sich Fleisch und Blut beklagt, wird das Freudenlicht verjagt. 6. Meine Seel ist still zu Gott, und die Zunge bleibt gebunden. Also hab ich allen Spott, alle Marter überwunden, bin gleich wie ein stilles Meer, voll von Gottes Preis und Ehr. Joh. Jos. Winckler, g. 1670, 4 1722. 261 370—371 370. Mel. Jesu, meine Freude. 1. Meine Seel ist stille zu Gott, dessen Wille mir zu helfen steht; mein Herz ist vergnüget mit dem, wie's Gott füget, nimmt an, wie es geht. Geht es nur dem Himmel zu, und bleibt Jesus ungeschieden, so bin ich zufrieden. 2. Meine Seele hanget an dir und verlanget, Gott bei dir zu sein aller Ort und Zeiten, und mag keinen leiden, der ihr redet ein; von der Welt, Ehr, Lust und Geld, wonach so viel sind beflissen, mag sie gar nichts wissen. 3. Nein, ach nein, nur Einer, sagt sie, und sonst keiner wird von mir geliebt; Jesus der getreue, in dem ich mich freue, sich mir ganz ergibt. Er allein, er soll es sein, dem ich wieder mich ergebe und ihm einzig lebe. 4. Gottes Güt erwäge und dich gläubig lege sanft in seinen Schoß! Lerne ihm vertrauen, so wirst du bald schauen, wie die Ruh so groß, die da fleußt aus stillem Geist. Wer sich weiß in Gott zu schicken, den kann er erquicken. 5. Meine Seele senket alles, was sie kränket, tief in Jesu Brust; 3. Lieder vom christlichen Leben. sie wird stark durch Hoffen; was sie je betroffen, träget sie mit Lust, fasset sich ganz männiglich durch Geduld und Glauben feste; am End kommt das Beste. 6. Amen, es geschiehet; wer zu Jesu fliehet, wird es recht erfahr'n, wie Gott seinen Kindern pflegt das Kreuz zu mindern und das Glück zu spar'n bis zu End; alsdann sich wend'! das zuerst gekost'te Leiden, und gehn an die Freuden. Joh. Kasp. Schade, g. 1666, 4 1628. 371. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 1. Meine Sorgen, Angst und Plagen laufen mit der Zeit zu End; alles Seufzen, alles Klagen, das der Herr alleine kennt, wird, Gott Lob, nicht ewig sein. Nach dem Regen wird ein Schein von viel tausend Sonnenblicken meinen matten Geist erquicken. 2. Meine Saat, die ich gefäet, wird zur Freude wachsen aus; wenn die Dornen abgemähet, so trägt man die Frucht nach Haus; wenn ein Wetter ist vorbei, wird der Himmel wieder frei; nach dem Kämpfen, nach dem Streiten kommen die Erquickungszeiten. 3. Wenn man Rosen will ab⸗ brechen, muß man leiden in der Still, 262 daß uns es geht Er hat das mat will ma so muß 4. Unse der mit hier mu ob er g Zu den kommt die in e zeigen 5. Es die des aus vi darum vor de prange und m weil f 6. G und b! seine werdet dern wendꝰꝛ n, n. „1 1698. e Seele. st und Plagen End; gen, nt, ig sein. Schein ublicken quicken. gefäet, aus; zähet, nach Haus; bei, frei; dem streiten zeiten. ill ab⸗ rechen, Still, daß uns auch die Dornen stechen; es geht alles, wie Gott will. Er hat uns ein Ziel gezeigt, das man nur im Kampf erreicht; will man hier das Kleinod finden, so muß man erst überwinden. 4. Unser Weg geht nach den Ster⸗ der mit Kreuzen ist besetzt; nen, hier muß man sich nicht entfernen, ob er gleich mit Blut benetzt. Zu dem Schloß der Ewigkeit kommt kein Mensch hin ohne Streit; die in Salems Mauern wohnen, zeigen ihre Dornenkronen. 5. Es sind wahrlich alle From⸗ men, die des Himmels Klarheit sehn, aus viel Trübsal hergekommen; darum siehet man sie stehn vor des Lammes Stuhl und Thron, prangend in der Ehrenkron und mit Palmen ausgezieret, weil sie glücklich triumphieret. 6. Gottes Ordnung stehet feste und bleibt ewig unverrückt; seine Freund und Hochzeitsgäste werden nach dem Streit beglückt; Israel erhält den Sieg nach geführtemKampf und Kriegz Kanaan wird nicht gefunden, wo man nicht hat überwunden. 7. Darum trage deine Ketten, Seele, und gedulde dich, Gott wird dich gewiß erretten; das Gewitter leget sich, nach dem Blitz und Donnerschlag folgt ein angenehmer Tag; auf den Abend folgt der Morgen, und die Freude nach den Sorgen. Unbekannt 1704. F. Hreuz⸗ und Crostlieder. 37² 372. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. 1. Mein Herz, gib dich zufrie⸗ und bleibe ganz geschieden[den von Sorge, Furcht und Gram! Die Not, die dich jetzt drücket, hat Gott dir zugeschicket; sei still und halt dich wie ein Lamm! 2. Mit Sorgen und mit Zagen und unmutsvollen Klagen häufst du nur deine Pein; durch Stillesein und Hoffen wird, was dich jetzt betroffen, erträglich, sanft und lieblich sein. 3. Kann's doch nicht ewig wäh⸗ oft hat Gott unsre Zähren,(ren; eh man's meint, abgewischt; wenn's bei uns heißt: Wie lange wird mir so angst und bange! so hat er Leib und Seel erfrischt. 4. Gott pflegt es so zu machen, nach Weinen schafft er Lachen, nach Regen Sonnenschein; nach rauhen Wintertagen muß uns der Lenz behagen: er führt in Höll und Himmel ein. 5. Indes ist abgemessen die Last, die uns soll pressen, auf daß wir werden klein; was aber nicht zu tragen, darf sich nicht an uns wagen, und sollt's auch nur ein Quent⸗ lein sein. 6. Denn es sind Liebesschläge, wenn ich es recht erwäge, womit er uns belegt; nicht Schwerter, sondern Ruten sind's, damit Gott zum Guten die Seinigen hienieden schlägt. 263 37³ 5. Lieder vom christlichen Leben. 7. Er will uns dadurch ziehen zu Kindern, die da fliehen das, was ihm mißbehagt, den alten Menschen schwächen, den Eigenwillen brechen, die Lust ertöten, die uns plagt. 8. Er will uns dadurch lehren, wie wir ihn sollen ehren mit Glauben und Geduld, und sollt er uns in Nöten auch lassen, ja gar töten, uns doch getrösten seiner Huld. 9 Denn was will uns auch schei⸗ den von Gott und seinen Freuden, dazu er uns versehn? Man lebe oder sterbe, so bleibet uns das Erbe des Himmels ewiglich doch stehn. 10. Ist Christus unser Leben, so muß uns, seinen Reben, der Tod sein ein Gewinn; er mag die Leibeshöhle zerbrechen, doch die Seele(hin. fliegt auf zum Bau des Himmels 11. Drum gib dich ganz zufrie⸗ den, mein Herz, und bleib geschieden von Sorge, Furcht und Leid! Vielleicht wird Gott bald senden, die dich auf ihren Händen hintragen in die Herrlichkeit. J. A. Freylinghausen, g. 1670,7 1789. 373. Mel. Christus, der uns selig macht. 1. Schwing dich auf zu deinem du betrübte Seele![Gott, Warum liegst du Gott zum Spott in der Schwermutshöhle? Merkst du nicht des Satans List? Er will durch sein Kämpfen deinen Trost, den Jesus Christ dir erworben, dämpfen. 2. Hab ich was nicht recht getan, ist mir's leid von Herzen; dahingegen nehm ich an Christi Blut und Schmerzen; denn das ist das Lösegeld meiner Missetaten, bring ich dies vor Gottes Thron ist mir wohl geraten. 3. Christi Unschuld ist mein sein Recht meine Krone,[Ruhm, sein Verdienst mein Eigentum, da ich frei in wohne als in einem festen Schloß, das kein Feind kann fällen, brächt er gleich davor Geschoß und Gewalt der Höllen. 4. Stürme, Teufel und du Tod: was könnt ihr mir schaden? Deckt mich doch in meiner Not Gott mit seiner Gnaden, der Gott, der mir seinen Sohn selbst verehrt aus Liebe, daß der ew'ge Spott und Hohn mich nicht dort betrübe. 5. Ich bin Gottes, Gott ist mein, wer ist, der uns scheide? Dringt das liebe Kreuz herein mit dem bittern Leide, laß es dringen, kommt es doch von geliebten Händen, und geschwind zerbricht sein Joch, wenn es Gott will wenden. 6. Kinder, die der Vater soll ziehn zu allem Guten, die gedeihen selten wohl ohne Zucht und Ruten. Bin ich denn nun Gottes Kind, warum will ich fliehen, * 264 traurig aber er wonach denn e da sie da wir lauter 9. Ei alle de wirf si en Christ t getan, 2 rzen; Thron, ein Ruhm, ntum, jerein doch Joch, M. soll Kind, F. Kreuz⸗ und Crostlieder. wenn er mich von meiner Sünd will zum Guten ziehen? 7. Es ist herzlich gut gemeint mit der Christen Plagen; wer hie zeitlich wohl geweint, darf nicht ewig klagen. Wem hier Christus recht bewußt, hat in Gottes Garten droben die vollkommne Lust endlich zu erwarten. 8. Gottes Kinder säen zwar traurig und mit Tränen, aber endlich bringt das Jahr, wonach sie sich sehnen; denn es kommt die Erntezeit, da sie Garben machen; da wird all ihr Gram und Leid lauter Freud und Lachen. 9. Ei so faß, o Christenherz, alle deine Schmerzen, wirf sie fröhlich hinterwärts, laß des Trostes Kerzen dich entzünden mehr und mehr, gib dem großen Namen deines Gottes Preis und Ehr! Er wird helfen. Amen. Paul Gerhardt, g. 1607, 4 1676. 374. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. 1. Sein Kreuz und seinen Frie⸗ hat uns der Herr beschieden([den in dieser armen Welt. Was er uns hinterlassen, das wollen wir erfassen, wie's seinem weisen Rat gefällt. 2. Wohl ist sein Kreuz oft drückend; doch wie so süß erquickend ist seines Friedens Wehn! Wir dürfen nicht verzagen, 374—375 in allen unsern Plagen will er ja treulich bei uns stehn. 3. Er kann uns nicht ersparen, was selber er erfahren auf seiner Pilgerbahn; ihn hat die Welt verhöhnet, mit Dornen ihn gekrönet, geführt den Todesberg hinan. 4. Und wie er war auf Erden, so sind auch seine Herden, die er mit Blut erkauft; sie sind auf seine Leiden zu gleichem Kampf und Streiten, sie find in seinen Tod getauft. 5. Doch durch sein Blutvergie⸗ ßen wollt er uns ganz erschließen sein ew'ges Freudenreich. Er hat, da er gestorben, den Frieden uns erworben, dem nichts auf dieser Erde gleich. 6. So gehn auch wir durch Kriege durch Kreuz und Not zum Siege, durch Tod zum Leben ein, und auf den rauh'sten Wegen erblüht uns ew'ger Segen; das Herbste muß uns nützlich sein. 7. Und daß wir nicht ermüden, so schmecken wir den Frieden des Herrn in allem Leid. Wir sind beglückt und fröhlich und schon in Hoffnung selig. Durch Leiden geht's zur Herrlich⸗ keit. Friedr. Weyermüller, g. 1810, 1877. 375. Mel. O selig Haus, wo man dich. 1. So führst du doch recht selig, Herr, die Deinen, 26⁵ 37⁵5 ja selig und doch meistens wun⸗ derlich. Wie könntest du es böse mit uns meinen, da deine Treu nicht kann verleug⸗ nen sich? Die Wege sind oft krumm und doch gerad, darauf du läßt die Kinder zu dir gehn; da pflegt es wunderseltsam aus⸗ zusehn, doch triumphiert zuletzt dein hoher Rat. 2. Dein Geist hängt nie an menschlichen Gesetzen, so die Vernunft und gute Mei⸗ nung stellt. Den Zweifelsknoten kann dein Schwert verletzen und lösen auf, nach dem es dir gefällt. Du reißest wohl die stärksten Band entzwei; was sich entgegensetzt, muß sinken hin; ein Wort bricht oft den allerhärt⸗ sten Sinn; dann geht dein Fuß auch durch Unwege frei. 3. Was uusre Klugheit will zu⸗ sammenfügen, teilt dein Verstand in Ost und Westen aus; was mancher unter Joch und Last will biegen, setzt deine Hand frei an der Sterne Haus. Die Welt zerreißt, und du ver⸗ knüpfst in Kraft; sie bricht, du baust; sie baut, du reißest ein; 266 5. Lieder vom christlichen Leben. ihr Glanz muß dir ein dunkler Schatten sein, dein Geist bei Toten Kraft und Leben schafft. 4. Will die Vernunft was fromm und selig preisen, so hast du's schon aus deinem Buch getan; wem aber niemand will dies Zeugnis weisen, den führst du in der Still selbst himmelan. Den Tisch der Pharisäer läßt du stehn und speisest mit den Sündern, sprichst sie frei. Wer weiß, was öfters deine Ab⸗ sicht sei? Wer kann der tiefsten Weisheit Abgrund sehn? 5. Was alles ist, gilt nichts in deinen Augen; was nichts ist, hast du, großer Herr, recht lieb. Der Worte Pracht und Ruhm kann dir nicht taugen, du gibst die Kraft durch deines Geistes Trieb. Die besten Werke bringen dir kein Lob: sie sind versteckt, der Blinde geht vorbei, wer Augen hat, sieht sie doch nicht so frei; die Sachen sind zu fein, der Sinn zu grob. 6. Bald scheinst du etwas hart uns anzugreifen, bald fährest du mit uns ganz fäu⸗ berlich. Geschieht's, daß unser Sinn sucht auszuschweifen, so weist Da geht du küsse drauf se und häl 7. Du die Ohr man ka wie es v Drum brauch wo nie da heg 8. Al dein F damit wenn Das X von de wer n der w dunkler en sein, raft und schafft. fromm preisen, peinem getan; dies weisen, ill selbst melan. läßt du stehn ndern, sie frei. ine Ab⸗ icht sei? Leisheit d sehn? ichts in Augen; großer cht lieb. Ruhm taugen, )deines 3Trieb. en dir in Lob: ide geht vorbei, ch nicht so frei; er Sinn u grob. as hart greifen, inz fäu⸗ berlich. in sucht weifen, so weist die Zucht uns wieder hin auf dich. Da gehn wir denn mit blöden Augen hin, du küssest uns, wir sagen Beß⸗ rung zu; drauf schenkt dein Geist dem Her⸗ zen wieder Ruh und hält im Zaum den ausge⸗ schweiften Sinn. 7. Du kennst, o Vater, wohl das schwache Wesen, die Ohnmacht und der Sinne Un⸗ verstand; man kann uns fast an unsrer Stirn ablesen, wie es um schwache Kinder sei be⸗ wandt. Drum greifst du zu und hältst und trägest sie, brauchst Vaterrecht und zeigest Muttertreu; wo niemand meint, daß etwas deine sei, da hegst du selbst dein Schäflein je und je. 8. Also gehst du nicht die ge⸗ meinen Wege, dein Fuß wird selten öffentlich gesehn, damit du sehst, was sich im Her⸗ zen rege, wenn du in Dunkelheit mit uns willst gehn. Das Widerspiel legst du vor Au⸗ F. Hreuz⸗ und Crostlieder. 37⁵5 9. O Auge, das nicht Trug noch Heucheln leidet, gib mir der Klugheit scharfen Un⸗ terscheid, dadurch Natur von Gnad man unterscheidet, das eigne Licht von deiner Hei⸗ terkeit. Laß doch mein Herz dich niemals meistern nicht, brich ganz eutzwei den Willen, der sich liebt, erweck die Lust, die sich nur dir ergibt und tadelt nie dein heimliches Gericht. 10. So zieh mich denn hinein in deinen Willen und trag und heg und führ dein armes Kind! Dein innres Zeugnis soll den Zweifel stillen, dein Geist die Furcht und Lüste überwind! Du bist mein Alles, denn dein Sohn ist mein, dein Geist regt sich ganzkräftiglich in mir, ich brenne nun nach dir in Liebs⸗ begier, wie oft erquickt mich deiner Klar⸗ heit Schein! 11. Drum muß die Kreatur mir immer dienen, kein Engel schämt nun der Ge⸗ gen dar meinschaft sich; von dem, was du in deinemSinne die Geister, die vor dir vollendet hast; grünen, wer meint, er habe deinen Rat sind meine Brüder und erwarten gefaßt, mich. der wird am End ein andres oft Wie oft erquicket meinen Geist gewahr. ein Herz, 267 376—377 5. Lieder vom christlichen Leben. das dich und mich und alle Chri⸗ sten liebt! Ist's möglich, daß mich etwas noch betrübt? Komm, Freudenquell, weich' ewig, aller Schmerz! Gottfried Arnold, g. 1666, 4 1714. 376. Eigene Melodie. 1. Sollt es gleich bisweilen schei⸗ nen, als ob Gott verließ die Seinen, o so glaub und weiß ich dies: Gott hilft endlich noch gewiß. 2. Hilfe, die er aufgeschoben, hat er drum nicht aufgehoben; hilft er nicht zu jeder Frist, hilft er doch, wenn's nötig ist. 3. Gleich wie Väter nicht bald geben, wonach ihre Kinder streben, so hält Gott auch Maß und Ziel, er gibt, wem und wann er will. 4.Seiner kann ichmichgetrösten, wenn die Not am allergrößten; er ist gegen mich, sein Kind, mehr als väterlich gesinnt. 5. Will mir Satan bange ma⸗ chen, ich kann seine Macht verlachen; drückt mich schwer des Kreuzes Joch, Gott mein Vater lebet noch. 6. Laß die Welt nur immer nei⸗ den! Will sie mich nicht länger leiden, ei so frag ich nichts darnach, Gott ist Richter meiner Sach. 7. Will sie gleich mich von sich treiben, muß mir doch derhimmel bleiben; ist der Himmel mein Gewinn, geb ich alles andre hin. 8. Ach, Herr, wenn ich dich nur habe, frag ich nicht nach andrer Gabe; legt man mich gleich in das Grab, g'nug Herr, wenn ich dich nurhabl Christoph Tietze, g. 1641, 4 1708. 377. Eigene Melodie. 1. Von Gott will ich nicht lassen, denn er läßt nicht von mir, führt mich auf rechter Straßen, da ich ging in der Irr. Er reicht mir seine Hand, den Abend und den Morgen tut er mich wohl versorgen, wo ich auch sei im Land. 2. Auf ihn will ich vertrauen in meiner schweren Zeit; es kann mir gar nicht grauen, er wendet alles Leid. Ihm sei es heimgestellt; mein Leib, mein Seel, mein Leben sei Gott dem Herrn ergeben, er schafft's, wie's ihm gefällt. 3. Es tut ihm nichts gefallen, denn was mir nützlich ist. Gut meint er's mit uns allen, schenkt uns den Herren Christ, ja seinen lieben Sohn; durch ihn er uns bescheret, was Leib und Seel ernähret, lobt ihn ins Himmels Thron! 4. Lobt ihn mitHerzund Munde, ihn, der uns beides schenkt; das ist ein sel'ge Stunde, darin man sein gedenkt; verlor'n ist alle Zeit, 268 ohn ih Wir so und bl 5. Au mit ih nicht das vo Wir w tief in wenn will ur 6. Di hier V wie ick Ubleiben; Bewinn, dich nur habe, er Gabe; as Grab, pnurhabl , + 1708. tht lassen, mir, traßen, d, orgen gen, d. trauen t; Jrauen, 2 in Leben geben, efällt. gefallen, st. allen, Christ, ret, ähret, Thron! Munde, nkt; e, · F. Kreuz⸗ und Crostlieder. ohn ihn vollbracht auf Erden. Wir sollen selig werden und bleib'n in Ewigkeit, 5. Auch wenn die Welt vergehet mit ihrer stolzen Pracht, nicht Ehr noch Gut bestehet, das vorher war geacht't. Wir werden nach dem Tod tief in die Erd begraben; wenn wir geschlafen haben, will uns erwecken Gott. 6. Darum ob ich schon dulde hier Widerwärtigkeit, wie ich's auch wohl verschulde, kommt doch die Ewigkeit, ist aller Freude voll, die, weil ich Christum kenne und meinen Herrn ihn nenne, mir widerfahren soll. 7. Das ist des Vaters Wille, der uns geschaffen hat; sein Sohn hat Gut's die Fülle erworben uns und Gnad; auch Gott der heil'ge Geist im Glauben uns regieret, zum Reich der Himmel führet. Ihm sei Lob, Ehr und Preis! Ludwig Helmbold, g. 1532, 4 1598. 378. Eigene Melodie. I. Warum betrübst du dich, mein Herz, bekümmerst dich und trägest Schmerz nur um das zeitlich Gut? Vertrau du deinem Herrn und Gott, der alle Ding erschaffen hat. 2. Er kann und will dich lassen nicht, 269 378 er weiß auch wohl, was dir ge⸗ Himmel und Erd ist sein. bricht, Mein Vater undmein Herre Gott, der mir beisteht in aller Not! 3. Weil du mein Gott und Va⸗ ter bist, wirst du dein Kindverlassen nicht, du väterliches Herz. Ich Staub und Asche habe hier sonst keinen Trost als nur bei dir. 4. Der Reich' verläßt sich auf sein Gut, ich aber will dir traun, mein Gott; ob ich gleich werd veracht't, so weiß ich und glaub festiglich, wer dir vertraut, dem mangelt's nicht. 5. Ach Gott, du bist noch heut als du gewesen ewiglich,[soreich, mein Traum steht ganz zu dir. Mach mich an meiner Seele reich, so hab genug ich ewiglich. 6. Der zeitlich Ehr will ich ent⸗ behr'n, wollst mir das Ew'ge nur ge⸗ das du erworben hast[währ'n, durch deinen herben bittern Tod; das bitt ich dich, mein Herr und Gott! 7. Alles, was ist auf dieser Welt, es sei Gold, Silber oder Geld, Reichtum und zeitlich Gut, das währt nur eine kleine Zeit und hilft doch nicht zur Seligkeit. 8. Ich dank dir, Christ, o Gottes Sohn, daß du mir solches kund getan durch dein göttliches Wort. Verleih mir auch Beständigkeit zu meiner Seele Seligkeit! 9. Lob, Ehr und Preis sei dir gesagt 3709 für alle dein erzeigt Wohltat; ich bitt demütiglich: Laß mich nicht von dein'm An⸗ gesicht verstoßen werden ewiglich! 15 379. Eigene Melodie. 1. Warum sollt ich mich denn grämen? Hab ich doch Christum noch, wer will mir den nehmen? Wer will mir den Himmel rau⸗ den mir schon Gottes Sohn lben, beigelegt im Glauben? 2. Gut und Blut, Leib, Seel und ist nicht mein, Gott allein Leben ist es, der's gegeben. Will er's wieder zu sich kehren, nehm er's hin, ich will ihn dennoch fröhlich ehren. 3. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen, dringt herein Angst und Pein, sollt ich drum verzagen? Der es schickt, der wird es wenden; er weiß wohl, wie er soll all mein Unglück enden. 4. Gott hat mich bei guten oft ergötzt, sollt ich jetzt Tagen nicht auch etwas tragen? Fromm ist Gott und schärft mit Maßen sein Gericht, kann mich nicht ganz und gar verlassen. 5. Satan, Welt und ihre Rotten können mir nichts mehr hier tun, als meiner spotten. Laß sie spotten, laß sie lachen! Gott, mein Heil, wird in Eil sie zu schanden machen. 5. Lieder vom christlichen Leben. 6. Unverzagt und ohne Grauen soll ein Christ, wo er ist, stets sich lassen schauen. Wollt ihn auch der Tod aufreiben, soll der Mut dennoch gut 65. und fein stille bleiben. 7. Kann uns doch kein Tod nicht töten, sondern reißt unsern Geist aus viel tausend Nöten, schließt das Tor der bittern Lei⸗ den und macht Bahn, da man kann gehn zu Himmelsfreuden. 8. Allda will in süßen Schätzen ich mein Herz auf den Schmerz ewiglich ergötzen; hier ist kein recht)Gut zu finden; was die Welt in sich hält, muß im Nu verschwinden. 9. Was find dieses Lebens Gü⸗ Eine Hand voller Sand,[ter? Kummer der Gemüter. Dort, dort sind die edlen Gaben, da mein Hirt, Christus, wird mich ohn Ende laben. 10. Herr, mein Hirt, Brunn aller Freuden, du bist mein, ich bin dein, niemand kann uns scheiden. Ich bin dein, weil du dein Leben und dein Blut mir zu gut in den Tod gegeben; 11. Du bist mein, weil ich dich fasse und dich nicht, o mein Licht, aus dem Herzen lasse. Laß mich, laß mich hingelangen, da du mich, und ich dich ewig werd umfangen. Paul Gerhardt, g. 1507, 4 1676. 27⁰ e Grauen ist, t. aufreiben, gut Tod nicht töten, Geist n, ittern Lei⸗ den man kann pen. Schätzen Schmerz zu finden; hält, den. ebens Gü⸗ nd, lter? en Gaben, us, wird Brunn Freuden, dein, iden. ein Leben gut il ich dich 7, + 1676. F. Kreuz⸗ und Trostlieder. 380. Eigene Melodie. 1. Was Gott tut, das ist wohl⸗ getan, es bleibt gerecht sein Wille; wie er fängt meine Sachen an, will ich ihm halten stille. Er ist mein Gott, der in der Not mich wohl weiß zu erhalten, drum laß ich ihn nur walten. 2. Was Gott tut, das ist wohl⸗ getan, er wird mich nicht betrügen, er führet mich auf rechter Bahn; so laß ich mich begnügen an seiner Huld und hab Geduld, er wird mein Unglück wenden, es steht in seinen Händen. 3. Was Gott tut, das ist wohl⸗ getan, er wird mich wohl bedenken; er als ein Arzt und Wundermann wird mir nicht Gift einschenken für Arzenei; Gott ist getreu, drum will ich auf ihn bauen und seiner Güte trauen. 4. Was Gott tut, das ist wohl⸗ er ist meinLichtundLeben,(getan, der mir nichts Böses gönnenkann; ich will mich ihm ergeben in Freud und Leid, es kommt die da öffentlich erscheinet,(Zeit, wie treulich er es meinet. 5. Was Gott tut, das ist wohl⸗ getan; muß ich denKelch gleich schmecken, der bitter ist nach meinemWahn, laß ich mich doch nicht schrecken, weil doch zuletzt ich werd ergötzt mit süßem Trost im Herzen; da weichen alle Schmerzen. 380—381 6. Was Gott tut, das ist wohl⸗ dabei will ich verbleiben.(getan, Es mag mich auf die rauhe Bahn Not, Tod und Elend treiben, so wird Gott mich ganz väterlich in seinen Armen halten, drum laß ich ihn nur walten. Samuel Rodigast, g. 1649, 4+ 1708. 381. Eigene Melodie. 1. Was mein Gott will, gescheh allzeit, sein Will der ist der beste. Zu helfen dem er ist bereit, der an ihn glaubet feste. Er hilft aus Not, der fromme und züchtiget mit Maßen;(Gott, wer Gott vertraut, fest auf ihn den will er nicht verlassen.[baut, 2. Gott ist mein Trost, mein Zuversicht, mein Hoffnung und mein Leben; was mein Gott will, daß mir ge⸗ schicht, will ich nicht widerstreben. Sein Wort ist wahr, denn all er selber hat gezählet.[mein Haar Er hüt't und wacht und hat wohl acht, auf daß uns ja nichts fehlet. 3. Drum, muß ich Sünder von der Welt hinfahr'n nach Gottes Willen zu meinem Gott, wann's ihm ge⸗ will ich ihm halten stille.[fällt, Mein arme Seel ich Gott befehl in meiner letzten Stunden. O frommer Gott, Sünd, Höll und Tod hast du mir überwunden. 271 382—383 5. Lieder vom 4. Noch eins, Herr, will ich bit⸗ ten dich, du wirst mir's nicht versagen: Wenn mich der böse Geist anficht, laß, Herr, mich nicht verzagen, hilf, steu'r und wehr, ach Gott, mein Herr, zu Ehren deinem Namen! Wer das begehrt, dem wird's ge⸗ währt. Drauf sprech ich fröhlich: Amen. Um 1554. 382. 2 Chron. 20. Eigene Melodie. 1. Wenn wir in höchsten Nöten sein und wissen nicht, wo aus noch ein, und finden weder Hilf' noch Rat, ob gleich wir sorgen früh und spat, 2. So ist das unser Trost allein, daß wir zusammen insgemein dich rufen an, o treuer Gott, um Rettung aus der Angst und Not, 3. Und heben unser Aug und Herz zu dir in wahrerReu und Schmerz und flehen um Begnadigung und aller Strafen Linderung, 4. Die du verheißest gnädiglich all denen, die drum bitten dich im Namen deins Sohns Jesu Christ, der unser Heil und Fürsprach ist. 5. Drum kommen wir, Herr unser Gott, und klagen dir all unsre Not, weil wir jetzt stehn verlassen gar in großer Trübsal und Gefahr. 6. Sieh nicht an unsre Sünde groß, christlichen Leben. sprich uns davon in Gnaden los, steh uns in unserm Elend bei, mach uns von allen Plagen frei, 7. Auf daß von Herzen wir dafür hernach mit Freude danken dir, gehorsam sein nach deinem Wort, dich allzeit preisen hie und dort. Paul Eber, g. 1511, + 1569. 383. Mel. Was mein Gott will, gescheh. 1. Wer Gott vertraut, hat wohl gebaut im Himmel und auf Erden; wer sich verläßt auf Jesum Christ, dem muß der Himmel werden. Darum auf dich all Hoffnung ich ganz fest allzeit tu setzen, Herr Jesu Christ, mein Trost du bist in Todes Not und Schmerzen. 2. Und wenn's gleich wär dem Teufel sehr und aller Welt zuwider, dennoch so bist du, Jesu Christ, der sie all schlägt darnieder. Und wenn ichdich nurhab ummich mit deinem Geist und Gnaden, so kann fürwahr mir ganz und gar nicht Tod noch Teufel schaden. 3. Dein tröst ich mich ganz sicher⸗ lich, denn du kannst mir's wohl geben, was mir ist not, getreuer Gott, in dies'm und jenem Leben. Gib wahre Reu, mein Herz erneu, errette Leib und Seele! Ach höre, Herr, dies mein Begehr und laß mein Bitt nicht fehlen! V. 1. Joach. Magdeburg, g. 1525, +nach 1583. V. 2 u. 3 1597. 27²2 uden los, end bei, rgen frei, ir dafür nken dir, em Wort, nd dort. 1,T 1569. ll, gescheh. hat wohl gebaut rden; in Christ, werden. fnung ich 11„ Trost du bist merzen. wär dem aufel sehr , u Christ, ꝛeder. bummich Gnaden, z und gar schaden. ier Gott, eben. rz erneu, Begehr t fehlen! 9, g. 1525, 3 1597. 1 384. Eigene Melodie. 1. Wer nur den lieben Gott läßt walten und hoffet auf ihn allezeit, den wird er wunderbar erhalten in aller Not und Traurigkeit. Wer Gott dem Allerhöchsten traut, der hat auf keinen Sand gebaut. 2. Was helfen uns die schweren Sorgen, was hilft uns unser Weh und Ach? Was hilft es, daß wir alleNorgen beseufzen unser Ungemach? Wir machen unser Kreuz und Leid nur größer durch die Traurigkeit. 3. Man halte nur ein wenig stille und sei doch in sich selbstvergnügt, wie unsers Gottes Gnadenwille, wie sein Allwissenheit es fügt; Gott, der uns ihm hat auser⸗ wählt, der weiß auch sehr wohl, was uns fehlt. 4. Er kennt die rechten Freuden⸗ stunden, er weiß wohl, wann es nützlich sei. Wenn er uns nur hat treu erfun⸗ und merket keine Heuchelei, den so kommt Gott, eh wir's uns ver⸗ sehn, und lässet unsviel Gut's geschehn. 5. Denk nicht in deiner Drang⸗ salshitze, daß du von Gott verlassen seist, und daß ihm der im Schoße sitze, der sich mit stetem Glücke speist; die Folgezeit verändert viel und setzet jeglichem sein Ziel. 27³ F. Kreuz⸗ und Crostlieder. 384-385 6. Es sind ja Gott geringe Sachen, und ist dem Höchsten alles gleich, den Reichen klein und arm zu machen, den Armen aber groß und reich; Gott ist der rechte Wundermann, der bald erhöhn, bald stürzen kann. 7. Sing, bet und geh auf Gottes Wegen, verricht das Deine nur getreu und trau des Himmels reichem Segen, so wird er bei dir werden neu. Denn welcher seine Zuversicht auf Gott setzt, den verläßt ernicht. Georg Neumark, g. 1621, 4 1681. 385. Mel. Herr, wie du willst, so schick's. 1. Wie Gott mich führt, so will ohn alles Eigenwählenz lich gehn geschieht, was er mir ausersehn, wird mir's an keinem fehlen. Wie er mich führt, so geh ich mit und folge willig Schritt vor in kindlichemVertrauen.(Schritt 2. Wie Gott mich führt, so bin und folge seinem Leiten, lich still obgleich im Fleisch der Eigenwill will öfters widerstreiten. Wie Gott mich führt, bin ich bereit in Zeit und auch in Ewigkeit, stets seinen Rat zu ehren. 3. Wie Gott mich führt, bin ich vergnügt, ich ruh in seinen Händen. Wie er es schickt und mit mir fügt, wie er's will kehr'n und wenden, sei ihm hiermit ganzheimgestellt; 18 386—387 5. Lieder vom christlichen Leben. er mach es, wie es ihm gefällt, zum Leben oder Sterben. 4. Wie Gott mich führt, so geb in seinen Vaterwillen. sich mich Scheint's der Vernunft gleich wunderlich, sein Rat wird doch erfüllen, was er in Liebe hat bedacht, eh er mich an das Licht gebracht; ich bin ja nicht mein eigen. 5. Wie Gott mich führt, so bleib ich treu im Glauben, Hoffen, Leiden. Steht er mit seiner Kraft mir bei, was will mich von ihm scheiden? Ich fasse in Geduld mich fest; was Gott mir widerfahren läßt, muß mir zum besten dienen. 6. Wie Gott mich führt, so will ich gehn, es geh durch Dorn und Hecken. Kann ich's auch anfangs nicht verstehn, zuletzt wird er's aufdecken, wie er nach seinem Vaterrat mich treu und wohl geführet hat. Dies sei mein Glaubensanker. Lampertus Gedicke, g. 1683, 4 1735. 386. Eigene Melodie. 1. Wie mit grimm'gem Unver⸗ Wellen sich bewegen!([stand Nirgends Rettung, nirgends Land vor des Sturmwinds Schlägen! Einer ist, der in der Nacht, Einer ist, der uns bewacht: Christ Kyrie, komm zu uns auf die See! 2. Wie vor unserm Angesicht Mond und Sterne schwinden! Wenn des Schiffleins Steuer wo nun Rettung finden? lbricht, Wo sonst als nur bei dem Herrn? Seht ihr nicht den Abendstern? Christ Kyrie, komm zu uns auf die See! 3. Einst, in meiner letzten Not, laß mich nicht versinken! Soll ich von dem bittern Strom Well auf Welle trinken, reiche mir dann liebentbrannt, Herr, Herr, deine Glaubens⸗ Christ Kyrie, hand! komm zu uns auf die See! 4. Nach dem Sturme fahren wir sicher durch die Wellen, lassen, großer Schöpfer, dir unser Lob erschallen, loben dich mit Herz und Mund, loben dich zu jeder Stund. Christ Kyrie, ja dir gehorcht die See! Joh. Daniel Falk, g. 1768, 4 1826. 387. Mel. Was mein Gott will, gescheh. 1. Wie's Gott gefällt, gefällt's mir auch, ich laß mich gar nicht irren! Ob mich zuZeiten beißtderRauch, und wenn sich schon verwirren all Sachen gar, weiß ich fürwahr, Gott wird's zuletzt wohl stellen. Wie er's ersehn, muß es bestehn; soll's sein, so sei's ohn Quälen. 2. Wie's Gott gefällt, so nehm ich's hin, das andre laß ich fahren. Was nicht soll sein, stell ich da⸗ hin. 27⁴4 vinden! Steuer ꝰlbricht, m Herrn? endstern? ee! tzten Not, n n Strom 7 tbrannt, ubens⸗ hand! ee! ahren wir el 68, 1 1826. ll, gescheh. „gefällt's mir auch, irren! Hder Rauch, rwirren fürwahr, 91stellen. ĩbestehn; Quälen. so nehm ich's hin, n lich da⸗ hin. Gott will mich recht erfahren, ob ich ihm will auch halten still, und wird wohl Gnad bescheren; dran zweifl' ich nicht. Soll's sein (man spricht), so sei's; dem kann nichts wehren. 3. Wie's Gott gefällt, laß ich's geschehn, ich will mich drein ergeben; wollt ich sein'm Willen wider⸗ stehn, umsonst wär all mein Streben, dieweil fürwahr all Tag und Jahr bei Gott sind ausgezählet. Ich schick mich drein; soll's ja so sein, so sei's bei mir erwählet. 4. Wie's Gott gefällt, so mag's ergehn in Lieb und auch im Leide; dahin laß ich die Sachen stehn, daß sie mir sollen beide gefallen wohl, darum mich soll Ja oder Nein nicht schrecken. Schwarz oder weiß, soll's sein, so sei's! Dann wird Gott Gnad erwecken. 5. Wie's Gott gefällt, da läuft's hinaus, drob laß ich andere sorgen; kommt mir das Glück nicht heut ins Haus, so wart ich sein auf morgen. Was mir beschert, bleibt unver⸗ wehrt, ob sich's schon tut verziehen; mich nicht drum reiß. Soll's sein, so sei's! Will's Gott, kommt's ohne Mühen. F. Kreuz⸗ und Crostlieder. 388 6. Wie's Gott gefällt, nichts weiter will von Gott ich sonst begehren; Gott hat gestellet mir ein Ziel, so lang wird müssen währen das Leben mein. Ich geb mich drein, auf guten Grund will bauen und nicht aufs Eis. Soll's sein, so sei's! Will Gott allein vertrauen. 7. Wie's Gott gefällt, so nehm ich's an, will um Geduld ihn bitten. Gott ist allein, der helfen kann; und wenn ich schon wär mitten in Angst und Not, läg gar amTod, so wird er mich wohl retten gewalt' ger Weis. Soll's sein, so sei's! Ich g'winn's; wer wollt nun wetten? Ambrosius Blaurer, g. 1492, + 1564. 388. Mel. Alles ist an Gottes Segen. 1. Wunderanfang, herrlich En⸗ wo die wunderweisen Hände I[de, Gottes führen ein und aus! Wunderweislich ist sein Raten, wunderherrlich seine Taten, und du sprichst: Wo soll's hin⸗ aus? 2. Denke doch: es muß so gehen, was Gott weislich heißt gesche⸗ ihm und dir zurHerrlichkeit.[hen, Ob der Anfang seltsam scheinet, ist das End doch gut gemeinet, Friede folget nach dem Streit. 3. Gottes Weg ist in den Flüssen und in großen Wassergüssen, 27⁵ 18* 389—390 5. Lieder vom und du spürst nicht seinen Fuß:“) so auch in dem Meer der Sorgen hält Gott seinen Pfad verborgen, daß man nach ihm suchen muß. ) Ps. 77, 20. 4. Kein Besinnen kann ersin⸗ nen, wo man könne Hilf gewinnen, die Vernunft ist hier zu blind; ihre halb gebrochnen Augen nicht in das Verborgne taugen, dem sie allzublöde find. 5. Gott muß man in allen Sachen, weil er alles wohl kann machen, End und Anfang geben frei. Er wird, was er angefangen, christlichen Leben. lassen so ein End erlangen, daß es wunderherrlich sei 6. Drum so laß dir nimmer grauen, lerne deinem Gott vertrauen, sei getrost und gutes Muts! Er fürwahr, er wird es führen, daß du's wirst am Ende spüren, wie er dir tut lauter Gut's. 7. Du wirst an den Fingern zählen und nicht vor der Welt verhehlen, was die blinde Welt nicht kennt. Er wird dir dein Kreuz versüßen, daß du wirst bekennen müssen: Wunderanfang, herrlich End! H. A. Stockfleth, g. 1643, 4 1708. G. Cob- und Danklieder. 389. Psalm 100. Mel. Gott des Himmels. 1. Alle Welt, was lebt und webet auf dem weiten Erdenkreis, was nur seine Stimm erhebet, bringe Gott Dank, Ruhm und Preis! Dienet ihm, wer dienen kann, freudig stimmt eu'r Loblied an! 2. Gott, Gott ist's, der durch sein Werde und durch seiner Allmacht Ruf unsern Leib aus Staub und Erde, unsern Geist vernünftig schuf; wir find seiner Schöpfung Ruhm, sein erlöstes Eigentum. 3. Kommt, mit Erfurcht zu er⸗ scheinen vor dem Angesicht des Herrn! Kommt frohlockend mit den Sei⸗ lobt ihn herrlich, dient ihm gern! Denn der Herr ist jederzeit reich an Gnad und Gütigkeit. 4. Gott des Himmels und der Erde, höchster, unerschaffner Geist! Schöpfer, Mittler, Tröster werde jetzt und immerdar gepreist! Mache Herz und Lippen rein, dir ein würdig Lied zu weihn. Nach Joh. Franck, g. 1618, 7 1677, verändert durch Joh. L. Paulmann, g. 1728, f 1807. 390. Mel. Nun freut euch, liebe Christen. 1. Bis hieher hat mich Gott ge⸗ durch seine große Güte,(bracht bis hieher hat er Tag und Nacht bewahrt Herz und Gemüte, bis hieher hat er mich geleit't, nen, 276 gen, sei. immer grauen, trauen, Muts! Es führen, de spüren, Gut's. Fingern zählen perhehlen, icht kennt. versüßen, müssen: ich End! 43, 1 1708. ihm gern! derzeit ütigkeit. S und der Erde, Geist! ster werde preist! hen rein, u weihn. 18, + 1677, be Christen. ch Gott ge⸗ e, bbracht und Nacht müte, geleit't, bis hieher hat er mich erfreut, bis hieher mir geholfen. 2. Hab Lob und Ehre, Preis und für die bisher'ge Treue, Dank die du, o Gott, mir lebenslang bewiesen täglich neue. In mein Gedächtnis schreib ich an: der Herr hat Groß's an mir ge⸗ bis hierher mir geholfen.[tan, 3. Hilf fernerweit, mein treu⸗ ster Hort, hilf mir zu allen Stunden, hilf mir an all und jedem Ort, hilf mir durch Jesu Wunden, damit ich sag bis in den Tod: durch Christum hilf du mir, mein wie du bisher geholfen.[Gott, Amilie Juliane, Gräfin zu Schwarz⸗ burg⸗Rudolstadt, g. 1637, 1706. 391. Mel. Es ist das Heil uns kommen. 1. Der Herr ist Gott, und keiner mehr; frohlockt ihm, alle Frommen! Wer ist ihm gleich, wer ist wie er, so herrlich, so vollkommen? Der Herr ist groß! sein Nam' ist groß! Er ist unendlich, grenzenlos in seinem ganzen Wesen. 2. Ihn trifft kein Wechsel flücht'⸗ nie größer oder kleiner[ger Zeit; wird seines Namens Herrlichkeit, der Erst' ist er, sonst keiner. Wir Menschensindvongesternher; Eh' noch die Erde war, war er, noch eher als die Himmel. 3. Um seinen Thron her strömt ein Licht, G. Lob⸗ und Danklieder. 391 das ihn vor uns verhüllet. Ihn fassen alle Himmel nicht, wie weit er sie erfüllet! Er bleibet ewig, wie er war, verborgen und nur offenbar in seiner Werke Wundern. 4. Wo wären wir, wenn seine uns nicht gebildet hätte?[Kraft Er kennet uns, kennt, was er der Wesen ganze Kette. Ischafft, BeiihmistWeisheitund Verstand, die Kraft und Stärke seiner Hand umspannet Erd und Himmel. 5. Ist er nichtnah? Ister nicht Weiß er nicht aller Wege?[fern? Wo ist die Nacht, da sich dem Herrn ein Mensch verbergen möge? Die Finsternis ist vor ihm Licht; Gedanken selbst entfliehn ihm noch ehe sie entstehen. Inicht, 6. Wer schützt den Weltbau ohne o Herr, vor seinem Falle?(dich, Allgegenwärtig breitet sich dein Fittich über alle! Du bist voll Freundlichkeit und Huld, barmherzig, gnädig, voll Ge⸗ ein Vater, ein Verschoner!(duld, 7. Unsträflich bist du, heilig, gut und reiner, als die Sonne! Wohl dem, der deinen Willen tut; denn du vergiltst mit Wonne! Du hast Unsterblichkeit allein, bist selig, wirst es ewig sein; hast Freuden, Gott, die Fülle. 8. Du nur bist würdig, Lob und zu nehmen, PreisundEhre. Dank Kommt, werdet Gottes Lobge⸗ ihr alle seine Heere!(sang, Der Herr ist Gott, und keiner 277 mehr! 392 Wer ist ihm gleich, wer ist, wie er, so herrlich, so vollkommen? Joh. Andreas Cramer, g.1728, 41788. 392. Psalm 146. Mel. Valet will ich dir geben. 1. Du meine Seele, finge, wohlauf und singe schön dem, welchem alle Dinge zu Dienst und Willen stehn. Ich will den Herren droben hier preisen auf der Erd; ich will ihn herzlich loben, so lang ich leben werd. 2. Wohl dem, der einzig schauet nach Jakobs Gott und Heil. Wer dem sich anvertrauet, der hat das beste Teil, das höchste Gut erlesen, den schönsten Schatz geliebt; sein Herz und ganzes Wesen bleibt ewig ungetrübt. 3. Hier sind die starken Kräfte, die unerschöpfte Macht; das weisen die Geschäfte, die seine Hand gemacht: der Himmel und die Erde mit ihrem ganzen Heer und die unzähl'ge Herde im großen, wilden Meer. 4. Hier sind die treuen Sinnen, die niemand Unrecht tun, all denen Gutes gönnen, die in der Treu beruhn. Gott hält sein Wort mit Freuden, und was er spricht, geschicht, und wer Gewalt muß leiden, den schützt er im Gericht. 5. Er weiß viel tausend Weisen zu retten aus dem Tod. 393 5. Lieder vom tchristlichen Leben. Er nährt und gibet Speisen zur Zeit der Hungersnot, macht schöne, rote Wangen oft bei geringem Mahl, und die da sind gefangen, die reißt er aus der Qual. 6. Er ist das Licht der Blinden, erleuchtet ihr Gesicht, und die sich schwach befinden, die stellt er aufgericht't. Er liebet alle Frommen, und die ihm günstig seind, die finden, wenn sie kommen, an ihm den besten Freund. 7. Ach ich bin viel zu wenig, zu rühmen seinen Ruhm. Der Herr ist ew'ger König, ich eine welke Blum; jedoch weil ich gehöre gen Zion in sein Zelt, ist's billig, daß ich ehre sein Lob vor aller Welt. Paul Gerhardt, g. 1607, 1 1575. 393. Mel. Nun danket alle Gott. 1. Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Licht, mein Leben, mein Schöpfer, der mir hat mein'n Leib und Seel gegeben, mein Vater, der mich schützt von Mutterleibe an, der alle Augenblick viel Guts an mir getan. 2. Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Heil, mein Leben, des Vaters liebster Sohn, der sich für mich gegeben, der mich erlöset hat 278 U mit sein der mir das alle 3. Gel mein Ge des Vat den mir der mir der mir der mir Rat, Tr 4. Gel mein G den alle was in gelobet des Nar Gott V und Go 5. Der mit Fre und mit das Hei den her die gan Gelobet in alle Joh. 1. Gr. Herr, u Vor dir und ber Wie du so bleil 2. All Cherub stimme alle En linden, den, d, men, d. penig, ig, „+ 1575. Gott. r, mein Leben, hat gegeben, ützt „ mein Leben, n, „ G. Lob⸗ und Danklieder. mit seinem teuren Blut, der mir im Glauben schenkt das allerhöchste Gut. 3. Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Trost, mein Le⸗ des Vaters werter Geist,(ben, den mir der Sohn gegeben, der mir mein Herz erquickt, der mir gibt neue Kraft, der mir in aller Not Rat, Trost und Hilfe schafft. 4. Gelobet sei der Herr, mein Gott, der ewig lebet, den alles rühmt und lobt, was in den Lüften schwebet, gelobet sei der Herr, des Namen heilig heißt, Gott Vater, Gott der Sohn und Gott der werte Geist! 5. Dem wir das Heilig jetzt mit Freuden lassen klingen und mit der Engelschar das Heilig, Heilig singen, den herzlich lobt und preist die ganze Christenheit. Gelobet sei mein Gott in alle Ewigkeit! Joh. Olearius, g. 1611, + 1684. 394. Eigene Melodie. 1. Großer Gott, wir loben dich; Herr, wir preisen deine Stärke. Vor dir neigt die Erde sich und bewundert deine Werke. Wie du warst vor aller Zeit, so bleibst du in Ewigkeit! 2. Alles, was dich preisen kann, Cherubim und Seraphinen, stimmen dir ein Loblied an; alle Engel, die dir dienen, 394 rufen dir in sel ger Ruh: Heilig, heilig, heilig zu. 3. Heilig, Herr Gott Zebaoth, heilig, Herr der Kriegesheere, starker Helfer in der Not, Himmel, Erde, Luft und Meere sind erfüllt von deinem Ruhm; alles ist dein Eigentum. 4. Der Apostel heil' ger Chor, der Propheten große Menge schickt zu deinem Thron empor neue Lob⸗ und Dankgesänge; der Blutzeugen große Schar lobt und preist dich immerdar. 5. Auf dem ganzen Erdenkreis loben Große und auch Kleine dich, Gott Vater; dir zum Preis singt die heilige Gemeine; sie verehrt auf deinem Thron deinen eingebornen Sohn. 6. Sie verehrt denheil' genGeist, welcher uns mit seinen Lehren und mit Troste kräftig speist, der, o König aller Ehren, der mit dir, Herr Jesu Christ, und dem Vater ewig ist. 7. Du, des ew'gen Vaters Sohn, hast die Menschheitangenommen; du bist auch von deinem Thron zu uns auf die Welt gekommen, Gnade hast du uns gebracht, von der Sünde frei gemacht. 8. Nunmehr steht das Himmels⸗ allen, welche glauben, offen; tor du stellst uns dem Vater vor, wenn wir kindlich auf ihn hoffen. Endlich kommst du zum Gericht, Zeit und Stunde weiß man nicht. 9. Steh, Herr, deinen Dienern welche dich mit Demut bittenzlbei, alle machtest du ja frei 279 395 durch den Tod, so du gelitten. NimmunsnachvollbrachtemLauf zu dir in den Himmel auf. 10. Sieh dein Volk in Gnaden an, hilf uns, segne, Herr, dein Erbe; leit es auf der rechten Bahn, daß der Feind es nicht verderbe. Wart und pfleg es in der Zeit, heb es hoch in Ewigkeit. 11. Alle Tage wollen wir dich und deinen Namen preisen und zu allen Zeiten dir Ehre, Lob und Dank erweisen. Rett aus Sünden, rett aus Tod, sei uns gnädig, Herre Gott. 12. Herr, erbarm, erbarme dichl Aufuns komme, Herr, dein Segen; deine Güte zeige sich allen der Verheißung wegen. Auf dich hoffen wir allein, laß uns nicht verloren sein! übersetzung des Tedeum 1779. 395. Mel. Nun danket all und bringet Ehr. 1. Ich singe dir mit Herz und Mund, Herr, meines Herzens Lust, ich sing und mach auf Erden kund, was mir von dir bewußt. 2. Ich weiß, daß du der Brunn der Gnad und ew'ge Quelle seist, daraus uns allen früh und spat viel Heil und Gutes fleußt. 3. Was sind wir doch? Was auf dieser ganzenErd, haben wir das uns, o Vater, nicht von dir allein gegeben werd? 4. Wer hat das schöne Himmels⸗ zelt 28⁰ 5. Lieder vom christlichen Leben. hoch über uns gefetzt? Wer ist es, der uns unser Feld mit Tau und Regen netzt? 5. Wer wärmetuns in Kält und Frost? Wer schützt uns vor dem Wind? Wer macht es, daß man Ol und zu seinen Zeiten find't? Most 6. Wer gibt uns Leben und Ge⸗ Werhältmit seiner Hand s[blüt? den güldnen, werten, edlen Fried in unserm Vaterland? 7. Ach Herr, mein Gott, das kommt von dir, du, du mußt alles tun, du hältst die Wach an unfrer Tür und läßt uns sicher ruhn. 8. Du nährest uns von Jahr zu Jahr, bleibst immer fromm und treu und stehst uns, wenn wir in Ge⸗ geraten, herzlich bei. fahr 9. Du strafst uns Sünder mit Geduld und schlägst nicht allzusehr, ja endlich nimmst du unsreSchuld und wirfst sie in das Meer. 10. Wenn unser Herze seufzt und schreit, wirst du gar leicht erweicht und gibst uns, was uns hoch er⸗ und dir zu Ehren reicht. Ifreut 11. Du zählst, wie oft einChriste und was sein Kummer sei;[wein', kein Zähr⸗ und Tränlein ist so du hebst und legst es bei. klein, 12. Du füllst des Lebens Man⸗ mit dem, was ewig steht,[gelaus und führst uns in des Himmels wenn uns dieErd entgeht.[Haus, 13. Wohlauf, mein Herze, sing und spring und hab dein Go ist selbst 14. Er dein Gl dein Se schafft2 15. W und grö Nimm auf den 16. H versorg Wie me hat er 17. C in sein nein, w das nit 18. 6 und re so wirs und en Pa 1. LC meine Komm Psalte lasset 2. L der di rer Tür ahr zu Jahr, d treu in Ge⸗ fahr der mit Geduld hr, Schuld eer. seufzt schreit, icht hoch er⸗ [freut iChriste (wein', ist so klein, 8 Man⸗ (gelaus immels [Haus, ze fing spring G. Lob⸗ und Danklieder. und habe guten Mut, dein Gott, der Ursprung aller Ding, ist selbst und bleibt dein Gut. 14. Er ist dein Schatz, dein Erb und Teil, dein Glanz und Freudenlicht, dein Schirm und Schild, dein Hilf und Heil, schafft Rat und läßt dich nicht. 15. Was kränkst du dich in dei⸗ nem Sinn und grämst dich Tag und Nacht? Nimm deine Sorg und wirf sie auf den, der dich gemacht.(hin 16. Hat er dich nicht von Ju⸗ versorget und ernährt?(gend auf Wie manchen schweren Unglücks⸗ hat er zum Heil gekehrt!(lauf 17. Er hat noch niemals was in seinem Regiment, sversehn nein, was er tut und läßt geschehn, das nimmt ein gutes End. 18. Ei nun, so laß ihn ferner und red ihm nicht darein, ltun so wirst du hier im Frieden ruhn und ewig fröhlich sein. Paul Gerhardt, g. 1607, 4 1676. 396. Eigene Melodie. 1. Lobe den Herren, den mäch⸗ tigen König der Ehren, meine geliebete Seele, das ist mein Begehren. Kommet zu Hauf, Psalter und Harfe, wacht auf, lasset den Lobgesang hören! 2. Lobe den Herren, der alles so herrlich regieret, der dich auf Adelers Fittichen sicher geführet, 396—-397 der dich erhält, wie es dir selber gefällt; hast du nicht dieses verspüret? 3. Lobe den Herren, der künst⸗ lich und fein dich bereitet, der dir Gesundheit verliehen dich freundlich geleitet. In wie viel Not hat nicht der gnädige Gott über dir Flügel gebreitet! 4. Lobe den Herren, der deinen Stand sichtbar gesegnet, der aus dem Himmel mit Strö⸗ men der Liebe geregnet. Denke daran, was der Allmächtige kann, der dir mit Liebe begegnet. 5. Lobe den Herren, was in mir ist, lobe den Namen! Alles, was Odem hat, lobe mit Abrahams Samen! Er ist dein Licht, Seele, vergiß es ja nicht, Lobende schließe mit Amen! Joachim Neander, g. 1650, 4+ 1680. 397. Psalm 146. Eigene Melodie. 1. Lobe den Herren, o meine Seele! Ich will ihn loben bis zum Tod; weil ich noch Stunden auf Erden zähle, will ich lobfingen meinem Gott. Der Leib und Seel gegeben hat, werde gepriesen früh und spat: Halleluja, Halleluja! 2. Fürsten sind Menschen, vom Weib geboren, und kehren um zu ihrem Staub; 28¹ 398 ihre Anschläge sind auch verloren, wenn nun das Grab nimmt seinen Raub. Weil denn kein Mensch uns helfen kann, rufe man Gott um Hilfe an. Halleluja, Halleluja! 3. Selig, ja selig ist der zu nennen, des Hilfe der Gott Jakobs ist, der sich vom Glauben durch nichts läßt trennen und hofft getrost auf Jesum ö Christ. Wer diesen Herrn zum Beistand hat, findet am besten Rat und Tat. Halleluja, Halleluja! 4. Dieser hat Himmel und Meer und Erden und was darinnen ist gemacht; alles muß pünktlich erfüllet wer⸗ den, was er uns einmal zugedacht. Er ist der Herrscher aller Welt, welcher uns ewig Glauben hält. Halleluja, Halleluja! 5. Zeigen sich welche, die Unrecht leiden, er ist's, der ihnen Recht verschafft; Hungrigen will er zur Speis' be⸗ scheiden, was ihnen dient zur Lebenskraft; die hart Gebundnen macht er frei, und seiner Gnad ist mancherlei. Halleluja, Halleluja! 6. Sehende Augen gibt er den Blinden, erhebt die tief gebeuget gehn; wo er kann gläubige Seelen fin⸗ die läßt er seine Liebe sehn. den, 5. Lieder vom christlichen Leben. Sein Aufsicht ist des Fremden Trutz Witwen und Waisen hält er Halleluja, Halleluja![Schutz. 7. Aber der Gottesvergeßnen Tritte kehrt er mit starker Hand zurück, daß sie nur machen verkehrte Schritte und fallen selbst in ihren Strick. Der Herr ist König ewiglich, Zion, dein Gott sorgt stets für Halleluja, Halleluja!(dich. 8. Rühmet, ihr Menschen, den hohen Namen des, der so große Wunder tut. Alles, was Odem hat, rufe Amen und bringe Lob mit frohem Mut. Ihr Kinder Gottes, lobt und preist Vater und Sohn und heil' gen Halleluja, Halleluja![Geist! J. D. Herrnschmidt, g. 1675, 4 1723. 398. Sirach, 50, 24. Eigene Melodie. 1. Nun danket alle Gott mit Herzen, Mund und Händen, der große Dinge tut an uns und allen Enden, der uns von Mutterleib und Kindesbeinen an unzählig viel zu gut und noch jetzund getan. 2. Der ewig reiche Gott woll uns bei unserm Leben ein immer fröhlich Herz und edlen Frieden geben und uns in seiner Gnad erhalten fort und fort 282 und uns erlösen! 3. Lob, dem Va und den im höch ihm, der wie es 6 und ist jetzund Marti 1. Nut ihr Mer dem, de im Him 2. Err Gott, u der sein und gre 3. Der frisch u und wo sich selb 4. Der doch ble die Str und tut 5. Er erfrisch und we in unse er gebe und He G. Lob⸗ und und uns aus aller Not erlösen hier und dort. 3. Lob, Ehr und Preis sei Gott, dem Vater und dem Sohne und dem, der beiden gleich im höchsten Himmelsthrone, ihm, dem dreiein'gen Gott, wie es anfänglich war und ist und bleiben wird jetzund und immerdar. Martin Rinckart, g. 1586, 4 1649. 399. Sirach 50, 24. Eigene Melodie. 1. Nun danket all und bringet ihr Menschen in der Welt,[Ehr, dem, dessen Lob der Engel Heer im Himmel stets vermeldt. 2. Ermuntert euch und singt mit Schall Gott, unserm höchsten Gut, der seine Wunder überall und große Dinge tut; 3. Der uns von Mutterleibe an frisch und gefund erhält, und wo kein Mensch nicht helfen sich selbst zum Helferstellt;(kann, 4. Der, ob wir ihn gleich hoch be⸗ doch bleibet gutes Muts, strübt, die Straf erläßt, die Schuld ver⸗ und tut uns alles Guts.(gibt 5. Er gebe uns ein fröhlich Herz, erfrische Geist und Sinn und werf all Angst, Furcht, Sorg und Schmerz ins Meeres Tiefe hin. 6. Er lasse seinen Frieden ruhn in unserm Volk und Land, er gebe Glück zu unserm Tun Danklieder. 399— 400 7. Er lasse seine Lieb und Güt um, bei und mit uns gehn; was aber ängstet und bemüht, gar ferne von uns stehn. 8. So lange dieses Leben währt, sei er stets unser Heil, und bleib auch, wenn wir von abscheiden, unser Teil.[der Erd 9. Er drücke, wenn das Herze uns unsre Augen zu[bricht, und zeig uns drauf sein Angesicht dort in der ew'gen Ruh. Paul Gerhardt, g. 1607, + 1676. 400. Psalm 100. Eigene Melodie. 1. Nun jauchzt dem Herren, alle Welt, kommt her, zu seinem Dienst euch stellt; kommt mit Frohlocken, säumet nicht, kommt vor sein heilig Angesicht! 2. Erkennt, daß Gott ist unser Herr, der uns erschaffen ihm zur Ehr, und nicht wir selbst, durch Gottes Gnad ein jeder Mensch sein Leben hat. 3. Er hat uns ferner wohl be⸗ dacht und uns zu seinem Volk gemacht, zu Schafen, die er ist bereit zu führen stets auf gute Weid. 4. Die ihr nun wollet bei ihm sein, kommt, geht zu seinen Toren ein mit Loben durch der Psalmen Klang, und Heil in allem Stand. zu seinem Vorhof mit Gesang. 283 3. Lieder vom christlichen Leben. 401—402 5. Dankt unserm Gott, lobfinget ihm, rühmt seinen Nam mit lauter Stimm, lobfingt und danket allesamt! Gott loben das ist unser Amt. 6. Er ist voll Güt und Freund⸗ lichkeit, voll Lieb und Treu zu jeder Zeit; sein Gnade währet dort und hier, und seine Wahrheit für und für. 7. Gott Vater in dem höchsten Thron und Jesus Christ, sein ein' ger Sohn, samt Gott dem werten heil'gen Geist sei nun und immerdar gepreist. David Denicke(2), g. 1603, 4 1680, (nach Corn. Becker). 401. Eigene Melodie. 1.Nun laßtuns GottdemHerren Dank sagen und ihn ehren für alle seine Gaben, die wir empfangen haben. 2. Den Leib, die Seel, das Leben hat er allein gegeben; dieselben zu bewahren, tut er nie etwas sparen. 3. Nahrung gibt er dem Leibe; die Seele muß auch bleiben, wiewohl tödliche Wunden sind kommen von der Sünde. 4. Ein Arzt ist uns gegeben, der selber ist das Leben, Christus, für uns gestorben; der hat das Heil erworben. 5. Sein Wort, sein Tauf, sein Nachtmahl dient wider allen Unfall; der heil'ge Geist im Glauben lehrt uns darauf vertrauen. 6. Durch ihn ist uns vergeben die Sünd, geschenkt das Leben, im Himmel soll'n wir haben, o Gott, wie große Gaben! 7. Wir bitten deine Güte, daß sie hinfort behüte uns Große mit den Kleinen; du kannst's nicht böse meinen. 8. Erhalt uns in der Wahrheit, gib ewigliche Freiheit, zu preisen deinen Namen durch Jesum Christum. Amen. Ludwig Helmbold, g. 1532, 4+ 1598. 402. Psalm 1038. Eigene Melodie. 1. Nun lob, mein Seel, den Her⸗ ren was in mir ist, den Namen sein Sein Wohltat tut er mehren, vergiß es nicht, o Herze mein! Hat dir dein Sünd vergeben und heilt dein Schwachheit groß, errett't dein armes Leben, nimmt dich in seinen Schoß, mit reichem Trost beschüttet, verjüngt dem Adler gleich; der König schafft Recht, behütet die leid'n in seinem Reich. 2. Er hat uns wissen lassen sein heilig Recht und sein Gericht, dazu sein Güt ohn Maßen, es mangelt an Erbarmung nicht. Sein'n Zorn läßt er wohl fahren, straft nicht nach unsfrer Schuldz die Gnad tut er nicht sparen, den Blöden ist er hold. 28⁴4 Sein Gi ob den'n so fern d ist unsre 3. Wie ob ihrer so tut de wenn w Er kenn und wei ein bald ein Blu der Wir so ist es also der sein En 4. Die steht fes bei sein die steht die sein Er herr ihr starl sein's L dem gre und trei mein S sein Lol 5. Sei Gott Ve Der wo was er a daß wir uns gar von He daß uns ihm all⸗ Drauf f den Her⸗ ren, en sein! hren, mein! Sein Güt ist hoch erhaben ob den'n, die fürchten ihn; so fern der Ost vom Abend ist unfre Sünd dahin. 3. Wie Väter sich erbarmen ob ihrer jungen Kindelein, so tut der Herr uns Armen, wenn wir ihn kindlich fürchten rein. Er kennt uns arme Knechte und weiß, wir sind nur Staub, ein bald verwelkt Geschlechte, ein Blum und fallend Laub; der Wind nur drüber wehet, so ist es nimmer da, also der Mensch vergehet, sein End das ist ihm nah. 4. Die Gottesgnad alleine steht fest und bleibt in Ewigkeit bei seiner lieb'n Gemeine, die steht in seiner Furcht bereit, die seinen Bund behalten. Er herrscht im Himmelreich; ihr starken Engel waltet sein's Lobs und dient zugleich dem großen Herrn zu Ehren und treibt sein heilig Wort; mein Seel soll auch vermehren sein Lob an allem Ort. 5. Sein Lob und Preis mit Ehren Gott Vater, Sohn und heil' gem Geist! Der woll in uns vermehren, was er aus Gnaden uns verheißt, daß wir ihm fest vertrauen, uns ganz verlass'n auf ihn, von Herzen auf ihn bauen, daß unser Herz und Sinn ihm allezeit anhangen. Drauf singen wir zur Stund: G. Lob⸗ und Danklieder. 28⁵5 40³ Amen, daß wir's erlangen, glaub'n wir von Herzensgrund. V. 1—4 von Joh. Gramann, g. 1487, + 1541.• 403. Eigene Melodie. 1.Odaß ichtausend Zungenhätte und einen tausendfachen Mund, so stimmt ich damit in die Wette vom allertiefsten Herzensgrund ein Loblied nach dem andern an von dem, was Gott an mir getan. 2. O daß doch meine Stimme schallte bis dahin, wo die Sonne steht! O daß mein Blut mit Jauchzen wallte, so lang es noch im Laufe geht! Ach wär ein jeder Puls ein Dank und jeder Odem ein Gesang! 3. Was schweigt ihr denn, ihr meine Kräfte? Auf, auf, braucht allen euren Fleiß und stehet munter im Geschäfte zu Gottes meines Herren Preis! Mein Leib und Seele, schicke dich und lobe Gott herzinniglich! 4. Ihr grünen Blätter in den Wäldern, bewegt und regt euch dochmit mirl Ihr schwanken Gräschen in den Feldern, ihr Blumen, laßt doch eure Zier zu Gottes Ruhm belebet sein und stimmet lieblich mit mir ein! 5. Ach alles, alles, was einLeben und einen Odem in sich sich hat, soll sich mir zum Gehilfen geben, denn mein Vermögen ist zu matt, die großen Wunder zu erhöhn, die allenthalben um mich stehn. EE 40⁴4 3. Lieder vom christlichen Leben. 6. Dir sei, o allerliebster Vater, unendlich Lob für Leib und Geist, für alles, mildester Berater, was deine Güte mir erweist, was du in deiner ganzen Welt zu meinem Wohlsein hast bestellt. 7. Mein treuster Jesu, sei ge⸗ priesen, daß dein erbarmungsvolles Herz sich mir so hilfreich hat erwiesen und mich durch Blut und Todes⸗ schmerz von aller Teufel Graufamkeit zu deinem Eigentum befreit. 8. Auch dir sei ewig Ruhm und o heiligwerter Gottesgeist,Ehre, für deines Trostes süße Lehre, die michein Kind des Lebens heißt. Ach wo ich etwas Guts verricht, das wirket nur dein göttlich Licht. 9. Wer überströmet mich mitSe⸗ gen? Bist du es nicht, o reicher Gott? Wer schützet mich auf meinen We⸗ gen? Du, du, o Herr Gott Zebaoth! Du trägst mit meiner Sünden⸗ unsäglich gnädige Geduld. sschuld 10. Ich hab es ja mein Lebetage schon so manch liebes Malgespürt, daß du mich unter vieler Plage zwar wunderbar, doch wohl ge⸗ führt, denn in der größesten Gefahr ward ich dein Trostlicht doch ge⸗ wahr. 11. Wie sollt ich nun nicht voller Freude in deinem steten Lobe stehn? Wie wollt ichauchim tiefstenLeide nicht triumphierend einher gehn? Und fiele auch der Himmel ein, so will ich doch nicht traurig sein. 12. Ich will von deiner Güte singen, so lange sich die Zunge regt; ich will dirFreudenopferbringen, so lange sich mein Herz bewegt; ja wenn der Mund wird kraftlos sein so stimm ich doch mit Seufzen ein. 13. Ach nimm das arme Lob auf Erden, mein Gott, in allen Gnaden hin! Im Himmel soll es besser werden wenn ich bei deinen Engeln bin. Da sing ich dir im höhern Chor viel tausend Halleluja vor. Johann Mentzer, g. 1685, 4 1784. 404. Mel. Nun freut euch, lieben Christen. 1. O gläubig Herz, sing froh und frei und gib Lob deinem Herren; gedenk, daß er dein Vater sei, den du allzeit sollst ehren, dieweil du keine Stund ohn ihn mit aller Sorg in deinem Sinn dein Leben kannst ernähren. 2. Er ist's, der dich von Herzen und sein Gut mit dir teilet,(liebt dir deine Missetat vergibt und deine Wunden heilet, dich waffnet zumgeistlichenKrieg, daß nicht der Feind erlangt den und deinen Schatz zerteilet. Sieg 3. Er ist barmherzig und sehr den Armen und Elenden,(gut die sich von allem Übermut zu seiner Wahrheit wenden; er nimmt sie als ein Vater auf 286 und gib zur Sel 4. Wi und Gi also ha allzeit er hat! vergibt macht 1 5. Er erneuet daß wir ob's au Er hilf verheiß von sei 6. Na hat er sonderr da wir Mit sei ist uns die nur 7. W das wi nur gel zum O und tu gewiß, all uns 8. O! weil w daß un und ne leucht daß un kein fa el ein, ig sein. er Güte singen, egt; dringen, bewegt; kraftlos sein, zen ein. Lob auf Erden, den hin! verden, eln bin. en Chor ren. Herzen „ lliebt bt et, nKrieg, ngt den t. Sieg ind sehr „(gut nut den; ter auf G. Lob⸗ und Danklieder. 405 und gibt, daß sie den rechten Lauf zur Seligkeit vollenden. 4. Wie sich ein treuer Vater neigt und Guts tut seinen Kindern, also hat sich auch Gott erzeigt allzeit uns armen Sündern; er hat uns lieb, ist voller Huld, vergibt uns gnädig alle Schuld, macht uns zu Überwindern. 5. Er gibt uns seinen guten erneuet unsre Herzen,(Geist, daß wir vollbringen, was er heißt, ob's auch das Fleisch mag schmer⸗ zen. Er hilft uns hie mit Gnad und Heil, verheißt uns auch ein herrlich Teil von seinen ew'gen Schätzen. 6. Nach unsrer Ungerechtigkeit hat er uns nicht vergolten, sondern erzeigt Barmherzigkeit, da wir verderben sollten. Mit seiner Gnad und Gütigkeit ist uns und allen er bereit, die nur ihm dienen wollten. 7. Was er nun angefangen hat, das will er auch vollenden; nur geben wir uns seiner Gnad, zum Opfer seinen Händen und tun daneben unsern Fleiß, gewiß, er werd zu seinem Preis all unsern Wandel wenden. 8. O Vater, steh uns gnädig bei, weil wir sind im Elende, daß unfer Tun aufrichtig sei und nehm ein löblich Ende; leucht uns mit deinem hellen Wort, daß uns an diesem dunklen Ort kein falscher Schein verblende. 9. O Gott, nimm an zu Lob und was wir einfältig fingen,[Dank, und gib dein Wort mit freiem Klang, mach's durch die Herzen dringen! O hilf, daß wir mit deiner Kraft durch recht geistliche Ritterschaft des Lebens Kron erringen. Michael Weiße, 4 1542. 405. Mel. Es ist das Heil uns kommen. 1. Sei Lob und Ehr dem höch⸗ dem Vater aller Güte,[sten Gut, dem Gott, der alle Wunder tut, dem Gott, der mein Gemüte mit seinem reichen Trost erfüllt, dem Gott, der allen Jammer stillt. Gebt unserm Gott die Ehre! 2. Es danken dir die Himmels⸗ o Herrscher aller Thronen, sheer, und die auf Erden, Luft und Meer in deinem Schatten wohnen, die preisen deine Schöpfermacht, die alles also wohl bedacht. Gebt unserm Gott die Ehre! 3.WasunserGottgeschaffen hat, das will er auch erhalten, darüber will er früh und spat mit seiner Güte walten. In seinem ganzen Königreich ist alles recht, ist alles gleich. Gebt unserm Gott die Ehre! 4. Ich rief zum Herrn in mei⸗ ner Not: Ach Gott, vernimm mein Schreien! Da half mein Helfer mir vom Tod und ließ mir Trost gedeihen. Drum dank, ach Gott, drum dank ich dir; 287 40 ach danket, danket Gott mit mir! Gebt unserm Gott die Ehre! 5. Der Herr ist noch und nimmer von seinem Voll geschieden, nicht er bleibet ihre Zuversicht, ihr Segen, Heil und Frieden. Mit Mutterhänden leitet er die Seinen stetig hin und her. Gebt unserm Gott die Ehre! 6. Wenn Trost und Hilf erman⸗ die alle Welt erzeiget, Igeln muß, so kommt, so hilft der Überfluß, der Schöpfer selbst und neiget die Vateraugen denen zu, die sonsten nirgend finden Ruh. Gebt unserm Gott die Ehre! 7. Ich will dich all mein Leben o Gott, von nun an ehren, llang, man soll, Gott, deinen Lobgesang an allen Orten hören. Mein ganzes Herz ermuntre sich, mein Geist und Leib erfreue dich! Gebt unserm Gott die Ehre! 8. Ihr, die ihr Christi Namen nennt, gebt unserm Gott die Ehre, ihr, die ihr Gottes Macht bekennt, gebt unserm Gott die Ehre! Die falschen Götzen macht zu Spott, der Herr ist Gott, der Herr ist Gott. Gebt unserm Gott die Ehre! 9. So kommet vor seinAngesicht mit Jauchzen Dank zu bringen, bezahlet die gelobte Pflicht und laßt uns fröhlich singen: Gott hat es alles wohl bedacht und alles, alles recht gemacht. Gebt unserm Gott die Ehre! Joh. Jak. Schütz, g. 1640, f 1690. 5. Lieder vomtchristlichen Leben. 406. Eigene Melodie. 1. Sollt ich meinem Gott nicht ö singen? Sollt ich ihm nicht dankbar sein? Denn ich seh in allen Dingen, wie so gut er's mit mir mein. Ist doch nichts als lauter Lieben, das sein treues Herze regt, das ohn Ende hebt und trägt, die in seinem Dienst sich üben. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 2. Wie ein Adler sein Gefieder über seine Jungen streckt, also hat auch hin und wieder mich des Höchsten Arm gedeckt, mich geschützt mit Vatertreue, seit er mir mein Wesen gab und das Leben, das ich hab und des ich mich jetzt erfreue. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 3. Sein Sohn ist ihm nicht zu teuer, nein er gibt ihn für mich hin, daß er mich vom ew'gen Feuer durch sein teures Blut gewinn. O du ungegründ'ter Brunnen, wie will doch mein schwacher Geist, ob er sich gleich hoch befleißt, deine Tief ergründen können? Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 4. Seinen Geist, den edlen Fuͤh⸗ gibt er mir in seinem Wort,(rer, daß er werde mein Regierer durch dieWeltzur Himmelspfort, daß er mir mein Herz erfülle mit dem hellen Glaubenslicht, 288 das des und die Alles D Gottes 5. Me hat er j will der nimmt Wenn n nichts v⸗ kommt sein Ve Alles D Gottes 6. Hir hat er r wo ich find ich, Tier ur in den in den überall Alles 2 Gottes 7. We und ern daß ich schaue Wäre hätte n nicht 9 aus so Alles Gottes ptt nicht fingen? ar sein? ingen, mein. Lieben, gewinn. unnen, hacher Geist, fleißt, nnen? Zeit, t. len Füh⸗ rt,(rer, ierer elspfort, erfülle nslicht, G. Lob⸗ und Danklieder. das des Todes Macht zerbricht und die Hölle selbst macht stille. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 5. Meiner Seele Wohlergehen hat er ja recht wohl bedacht; will dem Leibe Not entstehen, nimmt er's gleichfalls wohl in acht. Wenn mein Können, mein Ver⸗ mögen nichts vermag, nichts helfen kann, kommt mein Gott und hebt mir sein Vermögen beizulegen. lan Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 6. Himmel, Erd und ihre Heere hat er mir zum Dienst bestellt; wo ich nur mein Aug hinkehre, find ich, was mich nährt und hält: Tier und Kräuter und Getreide, in den Gründen, in der Höh, in den Büschen, in der See, überall ist meine Weide. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 7. Wenn ich schlafe, wacht sein Sorgen und ermuntert mein Gemüt, daß ich alle liebe Morgen schaue neue Lieb und Güt. Wäre mein Gott nicht gewesen, hätte mich sein Angesicht nicht geleitet, wär ich nicht aus so mancher Angst genesen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 8. Wie ein Vater seinem Kinde sein Herz niemals ganz entzeucht, ob es gleich bisweilen Sünde tut und aus der Bahne weicht, 289 406 also hält auch mein Verbrechen mir mein frommer Gott zu gut, will mein Fehlen mit der Rut und nicht mit dem Schwerte rächen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 9. Seine Strafen, seine Schläge, ob es mir gleich bitter scheint, dennoch, wenn ich's recht erwäge, sind es Zeichen, daß mein Freund, der mich liebet, mein gedenke und mich von der schnöden Welt, die uns hart gefangen hält, durch das Kreuze zu ihm lenke. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 10. Das weiß ich fürwahr und lasse mir's nicht aus dem Sinne gehn: Christenkreuz hat seine Maße und muß endlich stille stehn. Wenn der Winter ausgeschneiet tritt der schöne Sommer ein, also wird auch nach der Pein, wer's erwarten kann, erfreuet. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 11. Weil denn weder Ziel noch sich in Gottes Liebe find't,[Ende ei so heb ich meine Hände zu dir, Vater, als dein Kind, bitte, wollst mir Gnade geben, dich aus aller meiner Macht zu umfangen Tag und Nacht hier in meinem ganzen Leben, bis ich dich nach dieser Zeit lob und lieb in Ewigkeit. Paul Gerhardt, g. 1607, 4 1676 19 407—408 407. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 1. Wenn ich, o Schöpfer, deine Macht, die Weisheit deiner Wege, die Liebe, die für alle wacht, anbetend überlege, so weiß ichvon Bewund'rung voll nicht, wie ich dich erheben soll, mein Gott, mein Herr und Vater. 2. Mein Auge sieht, wohin es die Wunder deiner Werke:[blickt, der Himmel, prächtig ausge⸗ schmückt, preist dich, du Gott der Stärke. Wer hat die Sonn an ihm erhöht? Wer kleidet sie mit Majestät? Wer ruft dem Heer der Sterne? 3. Wer mißt dem Winde seinen Lauf? Wer heißt die Himmel regnen? Wer schließt den Schoß der Erde mit Vorrat uns zu segnen? lauf, O Gott der Macht und Herrlich⸗ keit Gott, deine Güte reicht so weit, so weit die Wolken reichen. 4. Dich predigt Sonnenschein und Sturm, dich preist der Sand am Meere. Bringt, ruft auch der geringste Wurm, bringt meinem Schöpfer Ehre! Mich, ruft der Baum in seiner Pracht, mich, ruft die Saat, hat Gott ge⸗ macht, bringt unserm Schöpfer Ehre! 5. Der Mensch, ein Leib, den deine Hand so wunderbar bereitet, 2 — 3. Lieder vom christlichen Leben. der Mensch, ein Geist, den sein der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis, ist sich ein täglicher Beweis von deiner Güt und Größe. 6. Erheb ihn ewig, o meinGeist, erhebe seinen Namen! Gott unser Vater, sei gepreist, und alle Welt sag Amen! Und alle Welt fürcht ihren Herrn und hoff auf ihn und dien ihm ern! Wer wollte Gott nicht dienen? Chr. F. Gellert, g. 1715, 4 1769. 408. Eigene Melodie. 1. Wie groß ist des Allmächt⸗ rührt? der mit verhärtetem Gemüte den Dank erstickt, der ihr gebührte Nein, seine Liebe zu ermessen sei ewig meine größte Pflicht. Der Herr hat mein noch nie ver⸗ gessen, vergiß, mein Herz, auch seiner DerGott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Langmut mich ge⸗ leitet! Er, dessen Rat ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Ge⸗ wissen? Wer gibt dem Geiste neue Kraft? Wer läßt mich so viel Glück ge⸗ 90 gen Güte! Ist der ein Mensch,‚ den sie nicht nicht! 2. Wer hat mich wunderbar be⸗ reitet? dich zu erkennen leitet, Verstand nießen? den sein Verstand ng Ruhm eweis zröße. ein Geist, gepreist, en! ren Herrn dien ihm gern! dienen? 15, 1769. Allmächt'⸗ en Güte! n sie nicht rührt? zemüte rgebührte rmessen Pflicht. ch nie ver⸗ gessen, ch seiner nicht! derbar be⸗ reitet? cht bedar t mich ge⸗ leitet? verwarf. nim Ge⸗ wissen? d Preis, ue Kraft? Glück ge⸗ nießen? G. Lob⸗ und Danklieder Ist's nicht sein Arm, der alles schafft? 3. Schau, o mein Geist, in jenes Leben, zu welchem du erschaffen bist, wo du mit Herrlichkeit umgeben Gott ewig sehn wirst, wie er ist. Du hast ein Recht zu diesen Freu⸗ den, durch Gottes Güte sind sie dein: sieh, darum mußte Christus lei⸗ damit du könntest selig sein. den, 4. Und diesen Gott sollt ich nicht ehren und seine Güte nicht verstehn? Er sollte rufen, ich nicht hören? den Weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein Will ist mir ins Herz ge⸗ schrieben, sein Wort bestärkt ihn ewiglich: Gott soll ich über alles lieben und meinen Nächsten gleich als mich. 5. Dies ist mein Dank, dies ist sein Wille, ich soll vollkommen sein, wie er. Indem ich dies Gebot erfülle, stell ich sein Bildnis in mir her. Lebt seine Lieb in meiner Seele, so treibt sie mich zu jeder Pflicht, und ob ich schon aus Schwachheit ö fehle, herrscht doch in mir die Sünde nicht. 6. O Gott, laß deine Güt und Liebe mir immerdar vor Augen sein, sie stärk in mir die guten Triebe, mein ganzes Leben dir zu weihn, sie tröste mich zurZeit der Schmer⸗ zen, 291 409 sie leite mich zur Zeit des Glücks, und sie besieg in meinem Herzen die Furcht des letzten Augenblicks! Chr. F. Gellert, g. 1715, 4 1769. 409. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. 1. Womit soll ich dich wohl lo⸗ mächtiger Herr Zebaoth?(ben, Sende mir dazu von oben deines Geistes Kraft, mein Gott! Denn ichkann mitnichtserreichen deine Gnad und Liebeszeichen. Taufendtausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 2. Herr, entzünde mein Gemüte, daß ich deine Wundermacht, deine Gnade, Treu und Güte stets erhebe Tag und Nacht; denn von deinen Gnadengüssen Leib und Seele zeugen müssen. Tausendtausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 3. Denk ich, wie ich dich verlassen und gehäufet Schuld auf Schuld, so möcht ich vor Scham erblassen vor der Langmut und Geduld, womit du, o Gott, mich Armen hast getragen mit Erbarmen. Tausendtausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 4. Ach ja, wenn ich überlege, mit was Lieb und Gütigkeit du durch so viel Wunderwege mich geführt die Lebenszeit, so weiß ich kein Ziel zu finden noch den Grund hierzuergründen. Tausendtausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 5. O wie hast du meine Seele stets gesucht zu dir zu ziehn, 19² 3. Lieder vom christlichen Leben. 410 daß ich aus der Sünden Höhle möchte zu den Wunden fliehn, die mich ausgesöhnet haben und mit Kraft zum Leben laben. Taufendtausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 6. Bald mit Lieben, bald mit Leiden kamst du, Herr mein Gott, zu mir, nur mein Herze zu bereiten, sich ganz zu ergeben dir, daß mein gänzliches Verlangen möcht an deinem Willen hangen. Tausendtaufendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 7. Wie ein Vater nimmt und gibet, nachdem's Kindern nützlich ist, so hast du mich auch geliebet, Herr mein Gott, zu jeder Frist und dich meiner angenommen, wenn's auch gleich aufs höchste kommen. Tausendtausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 8. Mich hast du auf Adlersflü⸗ oft getragen väterlich,(geln in den Tälern, auf den Hügeln wunderbar errettet mich. Wenn schien alles zu zerrinnen, ward doch deiner Hilf ich innen. Tausendtausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 9. Fielen tausend mir zur Seiten und zur Rechten zehnmal mehr, ließest du mich doch begleiten durch der Engel starkes Heer, daß den Nöten, die mich drangen, ich bin dennoch stets entgangen. Taufendtausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 10. Vater, du hast mir erzeiget lauter Gnad und Gütigkeit, und du hast zu mir geneiget, Jesu, deine Freundlichkeit, und durchdich,o Geist der Gnaden, werd ich stets noch eingeladen. Tausendtausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 11. Tausendmal sei dir gesun⸗ gen Herr, mein Gott, Preis, Lob und: Dank, daß es mir bisher gelungen. Ach laß meines Lebens Gang ferner doch durch Jesu Leiten nur gehn in die Ewigkeiten! Da will ich, Herr, für und für ewig, ewig danken dir. Ludw. Andr. Gotter, g. 1661, 1 1735. 410. Eigene Melodie. 1. Wunderbarer König, Herrscher von uns allen, laß dir unser Lob gefallen! Deine Gnadenströme hast du lassen fließen, ob wir schon dich oft verließen. Hilf uns noch, stärk uns doch, laß die Zunge singen, laß die Stimme klingen! 2. Himmel, lobe prächtig deines Schöpfers Taten mehr als aller Menschen Staaten; großes Licht der Sonne, sende deine Strahlen, die das große Rund bemalen; lobet gern, Mond und Stern, seid bereit zu ehren einen solchen Herren! 3. O du meine Seele, 292 rerzeiget gkeit, eiget, keit, Gnaden, geladen. dir, nfür! ir gesun⸗ gen, „Lob und Dank, ungen. Gang Leiten eiten! und für 61, 1 1735. erließen. is doch, n! chtig n Staaten; e, emalen; d Stern, A. Morgen-⸗, Tisch⸗ u. Abendlieder(Morgenlieder). singe fröhlich, singe, singe deine Glaubenslieder! Was den Odem holet, jauchze, preise, klinge! Wirf dich in denStaub darnieder! Er ist Gott Zebaoth, er nur ist zu loben hier und ewig droben. 4. Halleluja bringe, 4¹¹ wer den Herren kennet, wer den Herren Jesum liebet; Halleluja singe, welcher Christum nennet, sich von Herzen ihm ergibet. O wohl dir! Glaube mir: Endlich wirst du droben ohne Sünd ihn loben. Joachim Neander, g. 1650, 4 1680. J. Lieder für besondere Zeilen, Verhällnisse und Stände. 4. Morgen-, Tisch⸗ und Abendlieder. J. Morgenlieder. 411. Eigene Melodie. 1. Aus meines Herzens Grunde sag ich dir Lob und Dank in dieser Morgenstunde, dazu mein Leben lang, o Gott in deinem Thron, dir zu Lob, Preis und Ehren durch Christum, unsern Herren, dein'n eingebornen Sohn, 2. Daß du mich hast aus Gna⸗ in der vergangnen Nacht([den vor Fährlichkeit und Schaden behütet und bewacht. Ich bitt demütiglich, wollst mir mein Sünd vergeben, womit in diesem Leben ich hab erzürnet dich. 3. Du wollest auch behüten mich gnädig diesen Tag vors Teufels List und Wüten, vor Sünden und vor Schmach, vor Feu'r und Wassersnot, vor Armut und vor Schanden, vor Ketten und vor Banden, vor bösem schnellen Tod. 4. Mein'n Leib und meine Seele, mein Weib, Gut, Ehr und Kind ich dir, o Herr, befehle, dazu mein Hausgesind als dein Geschenk und Gab, mein Eltern und Verwandten, mein Brüder und Bekannten und alles, was ich hab. 5. Dein'n Engel laß auch blei⸗ und weichen nicht von mir,(ben den Satan zu vertreiben, auf daß der bös Feind hier in diesem Jammertal sein Tück an mir nicht übe, nicht Leib und Seel betrübe und mich nicht bring zu Fall. 6. Gott will ich lassen raten, 293 412 denn er all Ding vermag. Er segne meine Taten, mein Vornehmen und Sach! Ihm hab ich heimgestellt mein'n Leib, mein Seel, mein Leben und was er mir sonst geben; er mach's, wie's ihm gefällt. 7. Darauf so sprech ich Amen und zweifle nicht daran, es wird in Gottes Namen sein alles wohlgetan und streck nun aus mein Hand, greif an das Werk mit Freuden, dazu mich Gott beschieden in mein'm Beruf und Stand. 1592. 412. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. 1. Das walte Gott, der helfen kann! Mit Gott fang ich mein Arbeit an, mitGott nur geht es glücklichfort, drum ist auch dies mein erstes Das walte Gott![Wort: 2. All mein Beginnen, Tun und Werk erfordert Gottes Kraft und Stärk; mein Herz sucht Gottes Angesicht, drum auch mein Mund mit Freu⸗ Das walte Gott! Ide spricht: 3. So Gott nicht hilft, so kann ich nichts, woGott nicht gibet, da gebricht's; Gott gibt und tut mir alles Guts, drum sprech ich nun auch gutes Das walte Gott![Muts: 4. Will Gott mir etwas geben hier, so will ich dankbar sein dafür; 294 4. Lieder für besondere Zeiten ꝛc. auf sein Wort werf ich aus mein Netz und fag in meiner Arbeit stets: Das walte Gott! 5. Anfang und Mitte samt dem End stell ich allein in Gottes Händ; er gebe, was mir nützlich ist, drum sprech ich auch zu jeder Frist: Das walte Gott! 6. Legt Gott mir seinen Segen bei nach seiner großen Güt und Treu, so g'nüget mir's zu jeder Stund, drum sprech ich auch vonHerzens⸗ Das walte Gott! grund: 7. Trifft mich ein Unglück: un⸗ verzagtl ist doch mein Werk mit Gott ge⸗ wagt; er wird mir gnädig stehen bei, drum dies auch meine Losung sei: Das walte Gott! 8. Er kann mich segnen früh und spat, bis all mein Tun ein Ende hat, er gibt und nimmt, macht's, wie er will, drum sprech ich auch fein in der Das walte Gott! Still: 9. Gott steht mir bei in aller Not und gibt mir auch mein täglich Brot; nach seinem alten Vaterbrauch tut er mir Gut's, drum sprech ich Das walte Gott! lauch: 10. Ohn Gott nichts glückt und seine Gunst, nichts hilft Verstand, Witz oder Kunst; mit Gott geht's fort, gerät auch wohl, nus mein Netz eit stets: amt dem End s Händ; ch ist, derFrist: ind Treu, r Stund, Herzens⸗ grund: lück: un⸗ verzagtl Gott ge⸗ wagt; hen bei, sung sei: en früh ind spat, nde hat, ht's, wie er will, n in der Still: aller Not täglich Brot; brauch prech ich lauch: ückt und Gunst, zitz oder Kunst; rät auch wohl, daß ich kann sagen glaubensvoll: Das walte Gott! 11. Teilt Gott was mit aus Gütigkeit, so acht' ich keiner Feinde Neid; laßhassen, wer's nicht lassenkann, ich stimme doch mit Freude an: Das walte Gott! 12. Tu ich denn was mit Gottes Rat, der mir beistehet früh und spat, dann alles wohl geraten muß, drum sprech ich nochmals zum Das walte Gott!(Beschluß: Johann Betichius, g. 1650, 4 1722. 413. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns. 1. Das walt Gott Vater und Gott Sohn, Gott heil'ger Geist ins Himmels Thron! Man dankt dir, eh die Sonn auf⸗ geht, wenns Licht anbricht, man vor dir steht. 2. Drum beug ich diesen Mor⸗ gen früh in rechter Andacht meine Knie und ruf zu dir mit heller Stimm, dein Ohren neig, mein Red ver⸗ nimm! 3. Ich rühm von Herzen deine Güt, weil du mich gnädig hast behüt't, daß ich nun hab die finstre Nacht in Ruh und Friede zugebracht. 4. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, nimm mich auch diesen Tag in laß deine lieben Engelein[Hut, A. Morgen⸗, Tisch⸗ u. Abendlieder(Morgenlieder). 413—414 mein Wächter und Gefährten sein! 5. Dein Geist mein Leib und Seel regier und mich mit schönen Gaben zier, er führ mich heut auf rechter Bahn, daß ich was Gut's vollbringen kann. 6. Gib Gnad‚ daß ich mein Werk und Pflicht mit Freude diesen Tag verricht zu deinem Lob und meinem Nutz und meinem Nächsten tue Guts. 7. Bewahr mein Herz vor Sünd und Schand, daß ich vom ÜUbel abgewandt mein Seel mit Sünden nicht be⸗ schwer und mein Gewissen nicht versehr. 8. Mein'n Aus⸗ und Eingang heut bewahr, daß mir nichts Übels widerfahr; behüte mich vor schnellem Tod und hilf mir, wo mir Hilf ist not. Martin Behm, g. 1557, 4+ 1622. 414. Eigene Melodie. 1. Die güldne Sonne voll Freud und Wonne bringt unsern Grenzen mit ihrem Glänzen ein herzerquickendes, liebliches Mein Haupt und Glieder(Licht. die lagen darnieder, aber nun steh ich, bin munter und fröhlich, schaue den Himmel mit meinem 2. Mein Auge schauet,(Geficht. was Gott gebauet 295 4¹14 zu seinen Ehren und uns zu lehren, wie sein Vermögen sei mächtig und wo die Frommen sund groß, dann sollen hinkommen, wann sie mit Frieden von hinnen geschieden aus dieser Erde vergänglichem 3. Lasset uns singen,[Schoß. dem Schöpfer bringen Güter und Gaben, was wir nur haben, alles sei Gotte zum Opfer gesetzt. Die besten Güter sind unsre Gemüter, dankbare Lieder sind Weihrauch und Widder, an welchen er sich am meisten 4. Abend und Morgen sergötzt. sind seine Sorgen; segnen und mehren, Unglück verwehren sind seine Werke und Taten Wenn wir uns legen, lallein. so ist er zugegen; wenn wir aufstehen, so läßt er aufgehen über uns seiner Barmherzigkeit 5. Ich hab erhoben(Schein. zu dir hoch droben all meine Sinnen; laß mein Beginnen ohn allen Anstoß und glücklich Laster und Schande, lergehn! des bösen Feinds Bande, Fallen und Tücke treib ferne zurücke, laß mich auf deinen Geboten be⸗ 6. Laß mich mit Freuden sstehn! ohn alles Neiden sehen den Segen, 4. Lieder für besondere Zeiten ꝛc. den du wirst legen in meines Bruders und Nähesten Geiziges Brennen,(Haus. unchristliches Rennen nach Gut mit Sünde, das tilge geschwinde von meinem Herzen und wirf es hinaus! 7. Menschliches Wesen, was ist's gewesen? In einer Stunde geht es zu Grunde, sobald die Lüfte des Todes drein alles in allen wehn; muß brechen und fallen, Himmel und Erden die müssen das werden, was sie gewesen vor ihrem Ent⸗ 8. Alles vergehet,(stehn. Gott aber stehet ohn alles Wanken, seine Gedanken, sein Wort und Wille hat ewigen Sein Heil und Gnaden[Grund. die nehmen nicht Schaden, heilen im Herzen die tödlichen Schmerzen, halten uns zeitlich und ewig ge⸗ 9. Gott, meine Krone,(sund. vergib und schone, laß meine Schulden in Gnad und Hulden aus deinen Augen sein abege⸗ Sonsten regiere(wandt! mich, lenke und führe, wie dir's gefället, ich habe gestellet alles in deine Beliebung und 10. Willst du mir geben, Hand. womit mein Leben ich kann ernähren, 296 DNähesten (Haus. d wirf es hinaus! u, pdes drein wehn; n, nem Enk⸗ stehn. at ewigen [Grund. iden, n, dewig ge⸗ e,(sund. mabege⸗ (wandt! ug und n/[ Hand. A. Morgen⸗, Tisch⸗u. Abendlieder(Morgenlieder). 415—416 so laß mich hören allzeit im Herzen dies heilige Gott ist das Größte,[Wort: das Schönste und Beste, Gott ist das Süß' ste und Allergewiß'ste, aus allen Schätzen der edelste Hort. 11. Willst du mich kränken, mit Galle tränken, und soll von Plagen ich auch was tragen, wohlan, so mach es, wie dir es Was gut und tüchtig, lbeliebt. was schädlich und nichtig meinem Gebeine, das weißt du alleine, hast niemals keinen zu sehre be⸗ 12. Kreuz und Elende(trübt. das nimmt ein Ende; nach Meeres Brausen und Windes Sausen leuchtet der Sonne gewünschtes Freude die Fülle[Gesicht. und selige Stille hab ich zu warten im himmlischen Garten; dahin sind meine Gedanken ge⸗ richt't. Paul Gerhardt, g. 1607, + 1676. 41⁵5. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns. I. Die helle Sonn leucht't jetzt herfür, fröhlich vom Schlaf aufstehen wir; Gott Lob, der uns in dieser Nacht behüt't hat vor des Teufels Macht! 2. Herr Christ, den Tag uns auch behüt vor Sünd und Schand durch deine Laß deine lieben Engelein Güt! unsre Hüter und Wächter sein; 3. Daß unser Herz in Gehor⸗ sam leb, dein'm Wort und Will''n nicht widerstreb, daß wir dich stets vor Augen han in allem, das wir heben an. 4. Laß unser Werk geraten wohl, das ein jeder ausrichten soll, daß unsre Arbeit, Müh und Fleiß gereich zu dein'm Lob, Ehr und Preis. Niklas Hermann, 4 1561. 416. Mel. Christus, der uns selig macht. 1. Fang dein Werk mit Jesu an, Jesus hat's in Händen; Jesum ruf zum Beistand an, Jesus wird's wohl enden. Steh mit Jesu morgens auf, geh mit Jesu schlafen, führ mit Jesu deinen Lauf, lasse Jesum schaffen! 2. Morgens soll der Anfanug Jesum anzubeten,[sein, daß er woll dein Helfer sein stets in allen Nöten. Morgens, Abends und bei Nacht will er stehn zur Seiten, wenn des Satans List und Macht dich sucht zu bestreiten. 3. Wenn dein Jesus mit dir ist, laß die Feinde wüten, er wird dich vor ihrer List schützen und behüten. Setz nur das Vertrauen dein in sein Allmachtshände 297 417—418 4. Lieder für besondere SZeiten ꝛc. und glaub sicher, daß allein er dein Unglück wende. 4. Wenn denn deine Sach mit also angefangen,[Gott ei so hat es keine Not, wirst den Zweck erlangen; es wird folgen Glück und Heil hier in diesem Leben, endlich wird dir Gott dein Teil auch im Himmel geben. 5. Nun HerrJesu, all meinSach sei dir übergeben, es nach deinem Willen mach auch im Tod und Leben! All mein Werk greif ich jetzt an, Herr, in deinem Namen, laß es doch sein wohlgetan! Ich sprech darauf Amen. Um 1734. 417. Mel. Kommt und laßt uns Christum. 1. Früh am Morgen Jesus ge⸗ und vor allen Türen stehet, het klopfet an, wo man geflehet: Komm, Herr Jesu, unser Gast! 2. Nun so lasset ihn nicht dor⸗ ten, tut ihm auf des Herzens Pforten und ruft ihn mit süßen Worten: Eile, Jesu, kehre ein! 3. Wollest täglich bei uns blei⸗ ben, alle Feinde von uns treiben, uns ins Buch des Lebens schrei⸗ und der gute Hirte sein;(ben 4. Weiden uns auf grünerAuen, daß wir deine Fülle schauen und auf deinen Reichtum bauen, mit dir gehen aus und ein. 5. Amen, ja es soll geschehen! Jesus wird heut mit uns gehen, und wir werden fröhlich sehen, daß er uns nicht läßt allein. Gerh. Chr. H. Stip, g. 1809, 4 1882. 418. Eigene Melodie. 1. Gott des Himmels und der Erden, Vater, Sohn und heil' ger Geist, der es Tag undNacht läßt werden, Sonn und Mond uns scheinen dessen starkeHand die Welt(heißt, und was drinnen ist erhält, 2. Gott, ich danke dir von Her⸗ daß du mich in dieser Nacht szen, vor Gefahr, Angst, Not und Schmerzen hast behütet und bewacht, daß des bösen Feindes List mein nicht mächtig worden ist. 3. Laß die Nacht auch meiner Sünden jetzt mit dieser Nacht vergehn; o Herr Jesu, laß dich finden und dein Herz mir offen stehn, da alleine Hilf und Rat ist für meine Missetat. 4. Hilf, daß ich mit diesem Mor⸗ geistlich auferstehen mag(gen und für meine Seele sorgen, daß, wenn nun dein großer Tag uns erscheint und dein Gericht, ich davor erschrecke nicht. 5. Führe mich, o Herr, und leite meinen Gang nach deinem Wort, sei und bleibe du auch heute mein Beschützer und mein Hort! Nirgends als bei dir allein kann ich recht bewahret sein. 6. MeinenLeib und meineSeele samt den Sinnen und Verstand, 298 A. Mo großer unter Herr, u nimm 7. De der des List un und m der au trage 1 Hei 1. Hi nicht v Hüter, Wird d bald ze darein 2. M lichte n Seelen mir nie sehen, ein. + 1882. und der Erden, r Geist, werden, heinen heißt, ält, n Her⸗ t lzen, und ymerzen 7 Zist en ist. meiner Sünden gehn; uden stehn, m Mor⸗ Igen gen, ßer Tag Bericht, ind leite n Wort, eute n Hort! lein sein. neSeele erstand, A. Morgen⸗, Cisch⸗ u. Abendlieder(Morgenlieder). 419—420 großer Gott, ich dir befehle unter deine starke Hand. Herr, mein Schild, mein Ehr und Ruhm, nimm mich auf, dein Eigentum! 7. Deinen Engel zu mir sende, der des bösen Feindes Macht, List und Anschläg von mir wende und mich halt in guter Acht, der auch endlich mich zur Ruh trage nach dem Himmel zu. Heinrich Albert, g. 1604, 4+ 1651. 419. Eigene Melodie. 1. Hüter, wird die Nacht der nicht verschwinden?(Sünden Hüter, ist die Nacht schier hin? Wird die Finsternis der Sinnen bald zerrinnen, darein ich verwickelt bin? 2. Möcht ich wie das Rund der lichte werden;[Erden Seelensonne, gehe auf! Ich bin finster, kalt und trübe; Jesu, Liebe, komm, beschleunige den Lauf! 3. Wir sind ja im neuen Bunde, da die Stunde der Erscheinung kommen ist, und ich muß mich stets im Schat⸗ so ermatten, ten weil du mir so ferne bist. 4. Wir sind ja der Nacht ent⸗ da du kommen, nommen, aber ich bin lauter Nacht; darum wollst du mir, dem Dei⸗ auch erscheinen, nen, der nach Licht und Rechte tracht't. 5. Das Vernunftlicht kann das mir nicht geben, Leben Jesus und sein heller Schein, Jesus muß das Herz anblicken und erquicken, Jesus muß die Sonne sein. 6. Nur die Decke vor den Augen kann nicht taugen, seine Klarheit kann nicht ein; wenn sein helles Licht den Seinen soll erscheinen, muß das Auge reine sein. 7. Jesu, gib gesunde Augen, die was taugen, rühre meine Augen an! Denn das ist die größte Plage⸗ wenn am Tage man das Licht nicht sehen kann. Chr. Friedr. Richter, g. 1676, 4 1711. 420. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 1. In Gottes Namen fang ich was mir zu tun gebühret, lan, mit Gott wird alles wohlgetan und glücklich ausgeführet. Was man in Gottes Namen tut, ist allenthalben recht und gut und kann uns auch gedeihen. 2. Gott ist, der das Vermögen was Gutes zu vollbringen, sschafft, er gibt uns Segen, Mut und Kraft und läßt das Werk gelingen; ist er mit uns und sein Gedeihn, so muß der Zug gesegnet sein zum reichen Überflusse. 3. Wer erst nach Gottes Reiche tracht't und bleibt auf seinen Wegen, der wird gar leichtlich reich ge⸗ macht durch Gottes milden Segen. 299 42¹ Da wird der Fromme immer satt, daß er von seiner Arbeit hat nuch Armen Brot zu geben. 4. Gott ist der Frommen Schild und Lohn, er krönet sie mit Gnaden; der bösen Welt ihr Neid und Hohn kann ihnen gar nicht schaden. Gott decket sie mit seiner Hand, er segnet ihre Stadt und Land und füllet sie mit Freude. 5. Drum komm, Herr Jesu, stärke mich, hilf mir in meinen Werken, laß du mit deiner Gnade dich bei meiner Arbeit merken, gib dein Gedeihen selbst dazu, daß ich in allem, was ich tu, ererbe deinen Segen. 6. Regiere mich durch deinen Geist, den Müßiggang zu meiden, daß das, was du mich schaffen heißt, gescheh mit lauter Freuden; hilf, daß ich dir mit aller Treu auf dein Gebot gehorsam sei und meinen Nächsten liebe. 7. Nun, Jesu, komm und bleib bei Die Werke meiner Hände[mir! befehl ich, liebster Heiland, dir, hilf, daß ich sie vollende zu deines Namens Herrlichkeit, und gib, daß ich zur Abendzeit erwünschten Lohn empfange. Salomon Liscow, g. 1640, 1689. 421. Mel. Ich dank dir schon. 1. Mein erst Gefähl sei Preis und Dank, 4. Lieder für besondere Seiten ꝛc. erheb ihn, meine Seele! Der Herr hört deinen Lobgesang, lobsing ihm, meine Seele! 2. Mich selbst zu schützen ohne Macht lag ich und schlief in Frieden. Wer schafft die Sicherheit der und Ruhe für die Müden? Nacht 3. Du bist es, Herr und Gott der und dein ist unser Leben; Welt, du bist es, der es uns erhält und mir's jetzt neu gegeben. 4. Gelobet seist du, Gott der gelobt sei deine Treue, Macht, daß ich nach einer sanften Nacht mich dieses Tags erfreue. 5. Laß deinen Segen auf mir mich deine Wege wallen lruhn, und lehre du mich selber tun nach deinem Wohlgefallen. 6. Nimm meines Lebens gnädig auf dich hofft meine Seele, lwahr, sei mir ein Retter in Gefahr, ein Vater, wenn ich fehle. 7. Gib mir ein Herz voll Zuver⸗ erfüllt mit Lieb und Ruhe, ssicht, ein weises Herz, das seine Pflicht erkenn und willig tue; 8.Daß ichals eingetreuerKnecht nach deinem Reiche strebe, gottselig, züchtig und gerecht durch deine Gnade lebe; 9. Daß ich dem Nächsten beizu⸗ nie Fleiß undArbeit scheue, lstehn mich gern an andrer Wohlergehn und ihrer Tugend freue; 10. Daß ich das Glück der Le⸗ in deiner Furcht genieße sbenszeit und meinenLauf mitFreudigkeit, wenn du gebeutst, beschließe. Chr. F. Gellert, g. 1715, 4 1769. 300 A. Moꝛ 1. Me Licht vi schick un deine S und ve⸗ unsre A lauter und ere immerd 3. Gi unsre k und err bei ent daß wit recht ar 4. Ach gib, da unser L und en sich auf freuen 5.Leu du verl führ ur in das da die nie ver C. Knor: Mel. Cl 1. No Mit fr eil ich, er hört 2. Zu ö pgesang, le! en ohne Macht ieden. rit der (Nacht ott der [Welt, rhält ben. ott der (Macht, en Nacht e. nuf mir t[ruhn, tun en. gnädig Iwahr, efahr, n beizu⸗ elstehn lergehn · der Le⸗ henszeit digkeit, ieße. + 1769. 422. Eigene Melodie. 1. Morgenglanz der Ewigkeit, Licht vom unerschöpften Lichte, schick uns diese Morgenzeit deine Strahlen zu Gesichte und vertreib durch deine Macht unsre Nacht! 2. Deiner Güte Morgentau fall auf unser matt Gewissen; laß die dürre Lebensau lauter süßen Trost genießen und erquick uns, deine Schar, immerdar! 3. Gib, daß deiner Liebe Glut unsre kalten Werke töte, und erweck uns Herz und Mut bei entstandner Morgenröte, daß wir, eh wir gar vergehn, recht aufstehn. 4. Ach du Aufgang aus der Höh, gib, daß auch am jüngsten Tage unser Leib verklärt ersteh und entfernt von aller Plage sich auf jener Freudenbahn freuen kann. 5. Leucht uns selbst in jene Welt, du verklärte Gnadensonne, führ uns durch das Tränenfeld in das Land der süßen Wonne, da die Lust, die uns erhöht, nie vergeht. C.Knorr v.Rosenroth, g. 1636,71689. 423. Mel. Christus, der ist mein Leben. 1. Noch läßt der Herr mich leben! Mit fröhlichem Gemüt eil ich, ihn zu erheben; er hört mein frühes Lied. 2. Zu ihm entzückt mich wieder A. Morgen⸗,Tisch⸗u. Abendlieder(Morgenlieder). 422—424 der Morgensonne Pracht, ich falle vor ihm nieder, der sie und mich gemacht. 3. Du, Herrscher aller Welten, nimmst dich auch meiner an; wie soll ich dir vergelten, was du an mir getan? 4. Wirstdu nach Opfern schauen? Sie gelten nichts vor dir; du forderst nur Vertrauen, nur Liebe, Gott, von mir. 5. So will ich dir lobsingen, mich deines Namens freun, nach deiner Gnade ringen, mein ganzes Herz dir weihn. 6. O Tilger meiner Sünden, mein Mittler, Jesu Christ, laß mich den Trost empfinden, daß du so gnädig bist. 7. Dir hab ich mich ergeben, ich freue mich in dir! Erfreuender, als Leben, ist deine Güte mir. 8. Sie führe mich auch heute auf deiner Tugend Pfad. Du ewig Weiser leite mich selbst nach deinem Rat. 9. Daß ich am ersten trachte nach dem, was dir gefällt, mehr deinen Beifall achte als allen Ruhm der Welt. 10. Bereit, denLauf zu schließen⸗ auf deinen Wink, o Gott, und lauter im Gewissen: so finde mich der Tod. Chr. Fr. Neander, g. 1724, 4+ 1802. 424. Mel. O Ewigkeit, du Donnerwort. 1. Nun tret ich wieder aus der und gehdemsauren Tagezu, Ruh 30¹ 4²⁵ wie mir ist auferleget. Nicht weiß ich, was für neue Plag mir heute noch begegnen mag; doch weiß ich, daß mich träget mein frommerGott in seiner Hut, daß mir dieLast nicht Schaden tut. 2. Zwar meine Bürd ist täglich neu, doch ist mein Gott auch täglich der träget meine Sorgen.(treu, Vor Abends keiner recht ver⸗ nimmt, was ihm den Tag all ist bestimmt; es bahnt ein jeder Morgen mir einen frischen Weg zur Pein, der kann mit Gott erstiegen sein. 3. Wie wenig hab ich oft gedacht, daß so würd sein zu End gebracht die saure Tagesbürde; doch hab ich Abends wohlgespürt, daß du mich, höchster Gott, ge⸗ führt, daß mich dein Schein und Würde geleitet, mir geleuchtet hat auf meinen Weg und Kreuzes⸗ pfad. 4. Weil ich denn des versichert bin, was trauerst du, verzagter Sinn, die Bürd auf dich zu legen? Trag, was du kannst, Gott träget mit; der Herr der Welt der straͤuchelt bei ihm ist lauter Segen.(nicht, Mit ihm geh ich denn frisch daran und scheue nicht die Leidensbahn. 5. So ist getrost mein frischer Mut, wenn ich mich in des Höchsten Hut kann eingeschlossen sehen; doch daß ich des versichert sei, 4. Lieder für besondere Zeiten ꝛc. 302 muß ich von Sünden leben frei und Gottes Wege gehen; mein Gott geht nimmer meinen Steg wo ich nicht wandle seinen Weg 6. Drum liebster Gott, leit mei⸗ nen Fuß, daß ich dir folg in wahrer Buß und läutre mich von Sünden! So kann ich als ein kühner Held bestreiten diese böse Welt, mit dir sie überwinden; so tret ich mutig an den Tag und scheue nicht, was kommen mag. 7. Ich leg auf dich, mein Gott und Herr, was mir zu tragen wird zu schwer, die Last, die mich gebogen; ich lege meine Würd und Stand in deine große Allmachtshand, die du mir nie entzogen; mit der du hast von Jugend auf geleitet meinen Lebenslauf. 8. Ich leg in deinenSchoßhinein, die meine Blutsverwandte sein; da sind sie wohl beschlossen; o Vater, meine arme Seel in Jesu Christ ich dir befehl; du wirst sie nicht verstoßen, wenn sie vom Leibe scheid't der Tod. Ich leg mich ganz in dich, mein Gott. Anton Ulrich, Herzog zu Braun⸗ schweig⸗Wolfenbüttel, g. 1633,41714. 425. Mel. O Jesu Christ, mein's Lebens. 1. O heilige Dreifaltigkeit, o hochgelobte Einigkeit daß mi daß mi noch m 3. De des S des hei erleuch 4. Me eben frei 5 meinen Steg, en Weg. leit mei⸗ ten Fuß, rer Buß ünden! ner Held elt, 5 uTag ommen mag. ein Gott nd Herr, schwer, gen; d Stand sßhinein, dte sein; ssen; eel befehl; ßen, eid't der Tod. ich, mein Gott. Braun⸗ 3,½ 1714. 3 Lebens. gkeit, A. Morgen⸗, Tisch⸗ u. Abendlieder(Morgenlieder). 426 Gott Vater, Sohn und heil'ger Geist, heut diesen Tag mir Beistand ö leist! 2. Mein Seel, Leib, Ehr und Gut bewahr, daß mir kein Böses widerfahr, daß mich der Satan nicht verletz noch mich in Schand und Scha⸗ den setz. 3. Des Vaters Huld mich heut anblick, des Sohnes Weisheit mich er⸗ quick, des heil'gen Geistes Glanz und Schein erleucht mein's finstern Herzens Schrein! 4. Mein Schöpfer, steh mir kräf⸗ tig bei, o mein Erlöser, hilf mir frei, o Tröster wert, weich nicht von mir, mein Herz mit werten Gaben zier! 5. Herr, segne und behüte mich, erleuchte mich, Herr gnädiglich, Herr, heb auf mich dein Angesicht unddeinen Frieden aufmichrichtl Nach Martin Behm, g. 1557, 4 1622. 426. Mel. Ach Jesu, dessen Treu. 1. O Jesu, süßes Licht, nun ist die Nacht vergangen, nun hat dein Gnadenglanz aufs neue mich umfangen, nun ist, was an mir ist, vom Schlafe aufgeweckt und hat nun in Begier 2. Was soll ich dir denn nun, nein Gott, für Opfer schenken? Ich will mich ganz und gar in deine Gnad einsenken mit Leib, mit Seel, mit Geist heut diesen ganzen Tag; das soll mein Opfer sein, weil ich sonst nichts vermag. 3. Drum siehe da, mein Gott, da hast du meine Seele, sie sei dein Eigentum, mit ihr dich heut vermähle in deiner Liebeskraft; da hast du meinen Geist, darinnen wollst du dich verklären allermeist! 4. Da sei denn auch mein Leib zum Tempel dir ergeben, zur Wohnung und zum Haus. Ach allerliebstes Leben, ach wohn, ach leb in mir, beweg und rege mich, so hat Geist, Seel und Leib mit dir vereinigt sich. 5. Dem Leibe hab ich jetzt die Kleider angeleget: laß meiner Seele sein dein Bildnis eingepräget im güldnen Glaubensschmuck, in der Gerechtigkeit, so allen Seelen ist das rechte Ehrenkleid. 6. Mein Jesu, schmücke mich mit Weisheit und mit Liebe, mit Keuschheit, mit Geduld durch deines Geistes Triebe, auch mit der Demut mich vor allem kleide an, so bin ich wohlgeschmückt und köstlich angetan. zu dir sich ausgestreckt. 30 7. Laß mir doch diesen Tag 3 427—428 4. Lieder für besondere Seiten ꝛc. stets vor den Augen schweben, daß dein Allgegenwart mich wie die Luft umgebe, auf daß mein ganzes Tun durch Herz, durch Sinn und dich lobe inniglich, Mund mein Gott, zu aller Stund. 8. Ach segne, was ich tu, ja rede und gedenke; durch deines Geistes Kraft es also führ und lenke, daß alles nur gescheh zu deines Namens Ruhm, und daß ich unverrückt verbleib dein Eigentum. Joachim Lange, g. 1670, + 1744. 427⁷. Mel. Nun laßt uns Gott dem Herren. 1. Wach auf, mein Herz, und dem Schöpfer aller Dinge, singe dem Geber aller Güter, dem frommen Menschenhüter! 2. Heut, als die dunkeln Schat⸗ mich ganz umgeben hatten,(ten hast du, o Gott, gewehret, daß mich kein Leid versehret. 3. Du sprachst: Mein Kind nun trotz dem, der dich betrügel lliege, Schlaf wohl, laß dirnichtgrauen, du sollst die Sonne schauen. 4. Dein Wort, Herr, ist gesche⸗ ich kann dasLicht nochsehen, hen, von Not bin ich befreiet, dein Schutz hat mich erneuet. 5. Du willst ein Opfer haben: hie bring ich meine Gaben, mein Weihrauch, Farrn und Widder sind mein Gebet und Lieder. 6. Die wirst du nicht verschmä⸗ hen, du kannst ins Herze sehen und weißt wohl, daß zur Gabe ich ja nichts Bessers habe. 7. So wollst du nun vollenden dein Werk an mir und senden, der mich an diesem Tage auf seinen Händen trage. 8. Sprich ja zu meinen Taten, hilf selbst das Beste raten, den Anfang, Mitt' und Ende, ach Herr, zum Besten wende! 9. Mit Segen mich beschütte, mein Herz sei deine Hütte, dein Wort sei meine Speise, bis ich gen Himmel reise. Paul Gerhardt, g. 1607, 4 1676. 428. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenst. 1. Wie schön leuchtet der Mor⸗ genstern vom Firmament des Himmels fern die Nacht ist nun vergangen. ö All Kreatur macht sich herfür, des edlen Lichtes Pracht und Zier mit Freuden zu empfangen. Was lebt, was schwebt, hoch in Lüften, tief in Klüften, läßt zu Ehren seinem Gott ein Danklied hören. 2. Du, o mein Herz, dich auch aufricht, erheb die Stimm und fäume nicht dem Herren Lob zu bringen: denn, Herr, du bist's, dem Lob gebührt, und dem man billig musiziert, dem man läßt innig klingen mit Fleiß Dank, Preis, Freudensaiten, daß von weiten 304 A man ka dich, o 3. Du in aller du hast duhastd mir Se des sei Mein 9 soll nun all mei soll dir 4. Ei! laß ferr mir her sei meir und laf daraus Stell d hin zuk Pfeil u wenn d 5. Gie auf mie mein H deingut 1. De hat nur die Wel tu, See tritt an 2c. hen zur Gabe abe. vollenden „senden, ige ge. en Taten, aten, d Ende, wende! beschütte, ütte, Speise, ise. 07,+ 1676. r Morgenst. der Mor⸗ genstern Himmels fern, jangen. herfür, t und Zier ingen. bt, u Klüften, ied hören. dich auch aufricht, ume nicht, ringen: dem Lob gebührt, nusiziert, lingen is, on weiten A. Morgen⸗, Cisch⸗ u. Abendlieder(Abendlieder). man kann hören, dich, o meinen Heiland ehren. 3. Du, o mein Jesu, meine Freud in aller Angst und Traurigkeit, du hast mich heut befreiet; duhast der Feinde Macht gewehrt, mir Schutz und sanfte Ruh be⸗ des sei gebenedeiet. schert, Mein Mut, mein Blut soll nun singen, soll nun springen, all mein Leben soll dir Dankeslieder geben. 4. Ei mein Herr, süßer Lebens⸗ hort, laß ferner deiner Gnaden Pfort mir heut auch offen bleiben; sei meine Burg und festes Schloß und laß kein feindliches Geschoß daraus mich jemals treiben. Stell dich vor mich hin zu kämpfen und zu dämpfen Pfeil und Eisen, wenn der Feind will Macht be⸗ weisen. 5. Gieß deiner Gnaden reichen Strahl auf mich vom hohen Himmels⸗ mein Herz in mir erneue;(saal, dein guter Geist mich leitundführ, 429 daß ich nach meines Amts Gebühr zu tun mich innig freue. Gib Rat und Tat, laß mein Sinnen und Beginnen stets sich wenden, meinen Lauf in dir zu enden. 6. Wend Unfall ab, kann's an⸗ ders sein, wo nicht, so geb ich mich darein, ich will nicht widerstreben. Doch komm, o süßer Morgentau, mein Herz erfrisch, daß ich dir und bleib imKreuz ergeben.[trau Bis ich endlich nach dem Leiden zu den Freuden werd erhoben, da ich dich kann ewig loben. 7. Indes, mein Herze, sing und spring, in allem Kreuz sei guter Ding, der Himmel steht dir offen. LaßSchwermut dich nicht nehmen ein denk, daß die liebsten Kindelein allzeit das Unglück troffen. Drum so sei froh, glaube feste, daß das Beste, so bringt Frommen, wir in jener Welt bekommen. Burkh. Wiesenmeyer, nach 1658. 2. Abendlieder. 429. Eigene Melodie. 1. Der lieben Sonne Licht und Pracht hat nun den Tag vollführet, die Welt hat sich zur Ruh gemacht; tu, Seel, was dir gebühret, tritt an die Himmelstür und bring ein Lied herfür, laß deine Augen, Herz und Sinn auf Jesum sein gerichtet hin! 2. Ihr hellen Sterne leuchtet und gebet eure Strahlen,(wohl ihr macht die Nacht des Lichtes doch noch zu tausend Malen svoll; scheint heller in mein Herz 305 20 430 4. Lieder für besondere Seiten ꝛc. A. Me die ew'ge Himmelskerz, 430. in Got mein Jesus, meiner Seele Ruhm, Mel. O Welt, ich muß dich lassen. Kalt i mein Schutz, mein Schatz und 1. Der Mond ist aufgegangen, Versch Eigentum. die goldnen Sternlein prangen und la 3. Der Schlaf zwar herrschet in am Himmel hell und klar, und ur der Nacht der Waldsteht schwarz und schwe bei Menschen und bei Tieren; und aus den Wiesen steiget Iget, Matthit doch Einer ist, der oben wacht, der weiße Nebel wunderbar. bei dem kein Schlaf zu spüren. 2. Wie ist die Welt so stille Es schlummert, Jesu, nicht und in der Dämmrung Hülle Me dein Aug, auf mich gericht't, so traulich und so hold, 1. De drum soll mein Herz auch wachend als eine stille Kammer, sein, wo ihr des Tages Jammer O Seel daß Jesus wache nicht allein. verschlafen und vergessen sollt. 4. Verschmähe nicht dies schlichte 3. Seht ihr den Mond dort geh au das ich dir, Jesu, singe;[Lied, Er ist nur halb zu sehen[stehen? in meinem Herzen ist kein Fried, und ist doch rund und schön. erleuch bis ich es zu dir bringe. So sind wohl manche Sachen, Ich bringe, was ich kann, die wir getrost belachen, 2. Lo ach nimm es gnädig an! weil unsre Augen sie nicht sehn. Es ist doch herzlich gut gemeint, 4. Wir stolzen Menschenkinder dir sei o Jesu, meiner Seele Freund. sind eitel arme Sünder 5. Mit dir will ich zu Bette gehn, und wissen gar nicht viel; nach d dir will ich mich befehlen, wir spinnen Luftgespinste du wirst, mein Schutzherr, auf und suchen viele Künste du bist mich sehn und kommen weiter von dem Ziel. 3. Ni zum Besten meiner Seelen. 5. Gott, laß uns dein Heil Ich fürchte keine Not, schauen, Bestän auch selber nicht den Tod; auf nichts Vergänglich's trauen denn wer mit Jesu schlafen geht, nicht Eitelkeit uns freun! Das u mit Freude wieder aufersteht. Laß uns einfältig werden 6. Nun, matter Leib, gib dichzur und vor dir hier auf Erden ich stre und schlafe sanft und stille,[Ruh wie Kinder fromm und fröhlich ihr müden Augen schließt euch zu, sein 4. V denn das ist Gottes Wille. 6. Wollstendlich sonder Grämen Schließt aber dies mit ein: aus dieser Welt uns nehmen Welt, Herr Jesu, ich bin dein! durch einen sanften Tod, So wird der Schluß recht wohl und wenn du uns genommen, Es ist gemacht. laß uns in Himmel kommen, ö Nun Jesu, Jesu, gute Nacht! du unser Herr und unser Gottl da ist Christian Scriver, g. 1629, 4 1693. 7. So legt euch denn, ihr Brü⸗ 306 dich lassen. fgegangen, prangen klar, und schwei⸗ teiget Iget, derbar. so stille ig Hülle d, I, mmer sen sollt. nd dort n lstehen! icht sehn. chenkinder r iel; ö uste te dem Ziel. n Heil schauen, 8 trauen, m! den Erden d fröhlich sein! r Grämen sehmen d, ommen, mmen, ser Gottl ihr Brü⸗ der, A. Morgen-⸗, Tisch⸗ u. Abendlieder(Abendlieder). 431—432 in Gottes Namen nieder! Kalt ist der Abendhauch. Verschon uns, Gott, mit Strafen und laß uns ruhig schlafen und unsern kranken Nachbar auch! Matthias Claudius, g. 1740, 4 1815. 431. Mel. Mein Herz und Seel. 1. Der Tag ist hin, mein Jesu, bei mir bleibe! OSeelenlicht, der Sünden Nacht vertreibe, geh auf in mir, Glanz der Ge⸗ rechtigkeit, erleuchte mich, ach Herr, denn es ist Zeit. 2. Lob, Preis und Dank sei dir, mein Gott, gesungen, dir sei die Ehr, daß alles wohl gelungen nach deinem Rat, ob ich's gleich nicht versteh; du bist gerecht, es gehe, wie es geh. 3. Nur eines ist, das mich emp⸗ ündlich quälet: Beständigkeit im Guten mir noch fehlet. Das weißt du wohl, o Herzens⸗ kündiger, ich strauchle noch wie ein Un⸗ mündiger. 4. Vergib es, Herr, was mir sagt mein Gewissen; Welt, Teufel, Sünd hat mich von dir gerissen. Es ist mir leid, ich stell mich wieder ein, da ist die Hand: du mein, und ich bin dein. 307 5. Israels Schutz, mein Hüter und mein Hirte, zu meinem Trost dein sieghaft Schwert umgürte, bewahre mich durch deine große Macht, wenn mir der Feind nach mei⸗ ner Seele tracht't. 6. Du schlummerst nicht, wenn matte Glieder schlafen, ach laß die Seel im Schlaf auch Gutes schaffen! O Lebenssonn, erquicke meinen Sinn! Dich laß ich nicht, mein Fels. Der Tag ist hin. Joachim Neander, g. 1650, 4 1680. 432. Mel. Mit meinem Gott geh ich zur. 1. Für alle Güte sei gepreist, Gott Vater, Sohn und heil'ger Ihr bin ich zu geringe;(Geist! vernimm den Dank, den Lobge⸗ den ich dir kindlich singe.[(sang, 2. Du nahmst dich meiner herz⸗ lich an, hast Großes heut an mir getan, mir mein Gebet gewähret, hast väterlich mein Haus und mich beschützet und genähret. 3. Herr, was ich bin, ist dein Geschenk, der Geist, mit dem ich dein ge⸗ ein ruhiges Gemüte;[denk, was ich vermag bis diesen Tag, ist alles deine Güte. 4. Sei auch, nach deiner Lieb und Macht, mein Schutz und Schirm in dieser Nacht, 20² 433—434 4. Lieder für besondere Seiten ꝛc. vergib mir meine Sünden; und kommt mein Tod, Herr Zeba⸗ so laß mich Gnade finden. soth, Chr. F. Gellert, g. 1715, 4 1769. 433. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. 1. Herr, der du mir das Leben bis diesen Tag gegeben, dich bet ich kindlich an. Ich bin viel zu geringe der Treue, die ich singe, und die du heut an mir getan. 2. Mit dankendem Gemüte freu ich mich deiner Güte, ich freue mich in dir. Du gibst mir Kraft und Stärke, Gedeihn zu meinem Werke und schaffst ein reines Herz in mir. 3. Gott, welche Ruh der Seelen, nach deines Worts Befehlen einher im Leben gehn, auf deine Güte hoffen, im Geist den Himmel offen und dort den Preis des Glau⸗ bens sehn! 4. Ich weiß, an wen ich glaube, und nahe mich im Staube zu dir, o Gott, mein Heil. Ich bin der Schuld entladen, ich bin bei dir in Gnaden, und in dem Himmel ist mein Teil. 5. Bedeckt mit deinem Segen eil ich der Ruh entgegen: dein Name sei gepreist! Mein Leben und mein Ende ist dein, in deine Hände befehl ich, Vater, meinen Geist. Chr. F. Gellert, g. 1715, 4 1769. 434. Mel. Werde munter, mein Gemüte. 1. Herr, es ist von meinem Le⸗ wiederum ein Tag dahin; ben lehre mich nun Achtung geben, ob ich fromm gewesen bin; zeige mir's auch selber an, so ich was nicht recht getan, und hilf jetzt in allen Sachen guten Feierabend machen. 2. Freilich wirst du manches finden, was dir nicht gefallen hat, denn ich bin noch voller Sünden in Gedanken, Wort und Tat, und vom Morgen bis jetzund pfleget Herze, Hand und Mund so geschwind und oft zu fehlen, daß ich's selber nicht kann zählen. 3. Aber, o du Gott der Gnaden, habe noch einmal Geduld! Ich bin freilich schwer beladen, doch vergib mir alle Schuld! Deine große Vatertreu werde diesen Abend neu, so will ich noch deinen Willen künftig mehr als heut erfüllen. 4. Heilige mir das Gemüte, daß der Schlaf nicht sündlich sei, decke mich mit deiner Güte, auch dein Engel steh mir bei! Lösche Feu'r und Lichter aus und bewahre sonst das Haus, daß ich morgen mit den Meinen nicht im Unglück müsse weinen. 5. Steure den gottlosen Leuten, die im Finstern Böses tun; sollte man gleich was bereiten, uns zu schaden, wenn wir ruhn, so zerstöre du den Rat und verhindere die Tat! 308 t Gemüte. inem Le⸗ n; ben geben, din; an, etan, dachen en. anches finden, hat,‚ Sünden d Tat, etzund d Mund fehlen, n zählen. Gnaden, Id! heladen, huld! „ Willen rfüllen. emüte, dlich sei, üte, ir bei! r aus Haus, Meinen weinen. Leuten, tun; ereiten, ir ruhn, A. Morgen⸗, Tisch⸗ u. Abendlieder(Abendlieder). 435—-436 Wend auch allen andern Schrek⸗ ken den der Satan kann erwecken. 6. Herr, dein Auge geht nicht unter, wenn es bei uns Abend wird, denn du bleibest ewig munter und bist wie ein guter Hirt, der auch in der finstern Nacht über seine Herde wacht; darum hilf uns, deinen Schafen, daß wir alle sicher schlafen. 7. Laß mich denn gesund er⸗ wachen, wenn es rechte Zeit wird sein, daß ich ferner meine Sachen richte dir zu Ehren ein. Oder hast du, lieber Gott, heut bestimmet meinen Tod, so befehl ich dir am Ende Leib und Seel in deine Hände. Kaspar Neumann, g. 1648, 4 1715. 435. Mel. Erhalt uns, Herr, bei deinem. 1. Hinunter ist der Sonne Schein, die finstre Nacht bricht stark her⸗ ein, leucht uns, Herr Christ, du wah⸗ res Licht, laß uns im Finstern tappen nicht! 2. Dir sei Dank, daß du uns den Tag vor Not, Gefahr und mancher Plag durch deine Engel hast behüt't aus Gnad und väterlicher Güt. 3. Womit wir heut erzürnet dich,‚ das, Herr, verzeih uns gnädiglich und rechn' es unsrer Seel nicht zu, laß schlafen uns mit Fried und Ruh! 4. Der Engel Wach um uns be⸗ stell, daß uns der böse Feind nicht fäll; vor Schrecken, Angst und Feuers⸗ behüte uns, o lieber Gott! snot Niklas Hermann, 1 1561. 436. Mel. Jesu, meine Freude. 1. Hirte deiner Schafe, der von keinem Schlafe etwas wissen mag, deine Wundergüte war mein Schild und Hütte den vergangnen Tag. Sei die Nacht auch auf derWacht und laß mich von deinen Scharen um und um bewahren! 2. Decke mich von oben vor der Feinde Toben mit der Vaterhuld, ein versöhnt Gewissen sei mein Ruhekissen, drum vergib die Schuld! Denn dein Sohn hat mich davon durch die tief geschlagnen Wun⸗ gnädiglich entbunden.(den 3. Laß auch meine Lieben keine Not betrüben, sie sind mein und dein; schließ uns mit Erbarmen in den Vaterarmen ohne Sorgen ein! Du bei mir und ich bei dir, also sind wir ungeschieden, und ich schlaf in Frieden. 4. Komm, verschließ die Kam⸗ und laß allen Jammer(mer 309 437—439 4. Lieder für besondere Seiten ꝛe. ferne von uns sein! Sei du Schloß und Riegel, unter deinen Flügel nimm dein Küchlein ein, decke zu mit Schutz und Ruh, so wird uns kein Grauen wecken, noch der Satan schrecken. 5. Wie, wenn ich mein Bette heut zum Grabe hätte? Wie bald rot, bald tot! Doch hast du beschlossen, daß mein Ziel verflossen, kommt die Todesnot, so will ich nicht wider dich; lieg ich nur in Jesu Wunden, sterb ich alle Stunden. 6. Nun wohlan, ich tue in vergnügter Ruhe Mund und Augen zu. Seele, Leib und Leben hab ich dir ergeben, o du Hüter du! Gute Nacht! Nimm mich in Acht! Und erleb ich ja den Morgen, wirst du weiter sorgen. Benjamin Schmolch, g. 1672, 4 1737. 437. Eigene Melodie. 1. Mit meinem Gott geh ich zur Ruh und tu in Fried mein Augen zu, denn Gott im Himmelsthrone über mich wacht bei Tag und auf daß ich sicher wohne. Nacht, 2. Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ, der du allein mein Helfer bist, laß mich kein Leid erfahren, durch deinen Schutz vors Teufels dein'Engel mich bewaͤhrenl Trutz 3. Befiehl den starken Helden dein, daß sie stets um und bei uns sein; all Ubel von uns wende! Gott heil'ger Geist, deinHilf uns an unserm letzten Ende! (leist V. 1: Cornel. Becker, g. 1561. 1 1604. V. 2 und 3: Unbekannt. 438. Eigene Melodie. 1. Müde bin ich, geh zur Ruh, schließe meine Augen zu; Vater, laß die Augen dein über meinem Bette sein! 2. Hab ich Unrecht heut getan, sieh es, lieber Gott, nicht an, deine Gnad und Jesu Blut macht ja allen Schaden gut. 3. Alle, die mir sind verwandt, Gott, laß ruhn in deiner Hand, alle Menschen groß und klein sollen dir befohlen sein. 4. Kranken Herzen sende Ruh, nasse Augen schließe zu, laß den Mond am Himmel stehn und die stille Welt besehn! 1816. Luise Hensel, g. 1798, 4 1876. Am Sonntag Abend. 439. Mel. Nun sich der Tag geendet hat. 1. Nun bricht die finstre Nacht herein, des Tages Glanz ist tot; jedoch, mein Herz schlaf noch nicht geh, red zuvor mit Gott! lein, 2. O Gott, du großer Herr der den niemand sehen kann,(Welt, du siehst ja mich in deinem Zelt, hör auch mein Seufzen an! 310 ——— A. 3. De der wa drum h dir soll 4. Vi denn ie und pfl wenn g 5. Nu sieh mei und der für mie 6. Sch in unsr und laf dir auc 7. Erh und tu damit! Gott di 8. In o Vater und gil daß er 9. Gil die heu und bef hat wid 10. V so hilf daß ich vollbrin 11. U. mich in da wird mein S Kaspar 2c. Helden ö dein, uns sein; e! Hilf uns llleist 51. + 1604. Inbekannt. zur Ruh, u; ut getan, cht an, Blut gut. erwandt, er Hand, d klein — nde Ruh, 7 mel stehn ahn! 98,7 1876. hend. A. Morgen-⸗, Tisch⸗ u. Abendlieder(Abendlieder). 3. Der Tag, den ich nunmehr vollbracht, der war besonders dein; drum hätt er auch bis in die Nacht dir sollen heilig sein. 4. Vielleicht ist dieses nicht ge⸗ schehn, denn ich bin Fleisch und Blut und pfleg es öfters zu versehn, wenn gleich der Wille gut. 5. Nun such ich deinen Gnaden⸗ sieh meine Schuld nichtanlthron, und denke, daß dein lieber Sohn für mich genug getan. 6. Schreib alles, was man heut in unsre Herzen ein(lgelehrt, und lasse die, so es gehört, dir auch gehorsam sein. 7. Erhalte ferner noch dein Wort und tu uns immer wohl, damit man stets an diesem Ort Gott diene, wie man soll. 8. Indessen such ich meine Ruh; o Vater, steh mir bei und gib mir deinen Engel zu, daß er mein Wächter sei. 9. Gib allen eine gute Nacht, die heute recht gelebt, und beß're den, der unbedacht hat wider dich gestrebt. 10. Woferne dir mein Tun ge⸗ so hilf mir morgen auf, lfällt, daß ich noch ferner in der Welt vollbringe meinen Lauf. 11. Und endlich führe, wenn es mich in den Himmel ein,[Zeit, da wird in deiner Herrlichkeit mein Sabbath ewig sein. Kaspar Neumann, g. 1648, 4+ 1715. 4⁴⁰ 440. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. 1. Nun ruhen alle Wälder, Vieh, Menschen, Stadt und Fel⸗ es schläft die ganze Welt;(der, ihr aber, meine Sinnen, auf, auf, ihr sollt beginnen, was eurem Schöpfer wohlgefällt. 2. Wo bist du, Sonne, blieben? Die Nacht hat dich vertrieben, die Nacht, des Tages Feind; fahr hin, ein andre Sonne, mein Jesus, meine Wonne, gar hell in meinemHerzen scheint. 3. Der Tag ist nun vergangen, die güldnen Sterne prangen am blauen Himmelssaal; also werd ich auch stehen, wenn mich wird heißen gehen mein Gott aus diesem Jammer⸗ tal. 4. Der Leib eilt nun zur Ruhe, legt ab das Kleid und Schuhe, das Bild der Sterblichkeit; die zieh ich aus, dagegen wird Christus mir anlegen den Rock derEhr und Herrlichkeit. 5. DasHaupt, die Füß und Hän⸗ sind froh, daß nun zum Ende[de die Arbeit kommen sei; Herz, freu dich, du sollst werden vom Elend dieser Erden und von der Sünden Arbeit frei. 6. Nun geht, ihr matten Glie⸗ der geht hin und legt euch nieder, der Betten ihr begehrt; es kommen Stund und Zeiten, da man euch wird bereiten zur Ruh ein Bettlein in der Erd. 7. MeinAugen stehn verdrossen, 311 441—442 im Nu sind sie geschlossen; wo bleibt dann Leib und Seel? Nimm sie zu deinen Gnaden, sei gut für allen Schaden, du Aug und Wächter Israel! 8. Breit aus die Flügel beide, o Jesu, meine Freude, und nimm dein Küchlein ein! Will Satan mich verschlingen, so laß die Englein singen: Dies Kind soll unverletzet sein. 9. Auch euch, ihr meine Lieben, soll heute nicht betrüben ein Unfall noch Gefahr; Gott laß euch selig schlafen, stell euch die güldnen Waffen umsBett und seiner EngelSchar! Paul Gerhardt, g. 1607, 4 1676. 441. Eigene Melodie. 1. Nun sich der Tag geendet hat und keine Sonn mehr scheint, schläft alles, was sich abgematt't und was zuvor geweint. 2. Nur du, mein Gott, hast keine Rast, du schläfst noch schlummerst nicht; die Finsternis ist dir verhaßt, weil du bist selbst das Licht. 3. Gedenke, Herr, doch auch an in dieser finstern Nacht(mich und schenke du mir gnädiglich den Schirm von deiner Wacht! 4. Zwar fühl ich wohl der Sün⸗ den Schuld, die mich bei dir klagt an; ach aber deines Sohnes Huld hat g'nug für mich getan. 5. Den setz ich dir zum Bürgen wenn ich muß vor Gericht; lein, 312 4. Lieder für besondere Seiten ꝛc. ich kann ja nicht verloren sein in solcher Zuversicht. 6. Drauf tu ich meine Augen zu und schlafe fröhlich ein; mein Gott wacht jetzt in meiner wer wollte traurig sein? Ruh; 7. Weicht, nichtige Gedanken, wo ihr habt euren Lauf;(hin, ich baue jetzt in meinem Sinn Gott einen Tempel auf. 8. Soll diese Nacht die letzte sein in diesem Jammertal, so führ mich, Herr, im Himmel ein zur auserwählten Zahl. 9. Und also leb und sterb ich dir, du Herr Gott Zebaoth; im Tod und Leben hilfst du mir aus aller Angst und Not. Joh. Fr. Herzog, g. 1647, + 1699. 442. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. 1. Nun sich der Tag geendet, mein Herz zu dir sich wendet und danket inniglich; dein holdes Angesichte zum Segen auf mich richte, erleuchte und entzünde mich! 2. Ich schließe mich aufs neue in deine Vatertreue und Schutz und Herze ein; die fleischlichen Geschäfte und alle finstern Kräfte vertreibe durch dein Nahefein! 3. Daß du mich stets umgibest daß du mich herzlich liebest und rufst zu dir hinein, daß du vergnügst alleine so wesentlich, so reine, laß früh und spat mir wichtig sein 4. Ein Tag der sagt's dem an⸗ dern, Dein treuer 4. 2 einme so bri mache schlie treue: 5.— endli Went da di führ liebst 2C. ren sein Augen zu 4 ö in meiner n?[Ruh; Hedanken, uf;(hin, m Sinn f. letzte sein immel ein . erb ich dir, 7 fst du mir cot. 47, + 1699. dich lassen. geendet, wendet ichte,‚ emich! aufs neue kahefein! umgibest, iebest n, ine ichtig seint 8 dem an⸗ dern, A. Morgen⸗, Tisch⸗ u. Abendlieder(Abendlieder). 443—444 mein Leben sei ein Wandern zur großen Ewigkeit. O Ewigkeit du schöne, mein Herz an dich gewöhne! Mein Heim ist nicht in dieser Zeit. Gerhard Tersteegen, g. 1697, 4 1769. 443. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. 1. Treuer Jesu, wache du, weil ich jetzund will einschlafen; gib mir und den Meinen Ruh, bleib, o Hirt, bei deinen Schafen, schließ die Türen selber zu, treuer Jesu, wache du! 2. Treuer Jesu, weiche nicht, sonst wird Grauen, Furcht und Schrecken, das oft mit der Nacht einbricht, uns mit Ach und Weh erwecken. Bleib bei uns mit deinem Licht, treuer Jesu, weiche nicht! 3. Treuer Jesu, steh uns bei, daß in uns der Geist und Glaube, wenn wir schlafen, wacker sei, und kein Feind uns solchen raube. Deine Hilfe mach uns frei, treuer Jesu, steh uns bei! 4. Treuer Jesu, wenn es nun einmal mit mir kommt zum Ster⸗ so bring mich zu deiner Ruh, lben, mache mich zum Himmelserben, schließ mir selbst die Augen zu, treuer Jesu, meine Ruh! 5. Treuer Jesu, nimm zu dir endlich mich und all die Meinen! Wenn der Tag nun bricht herfür, da du selber wirst erscheinen, führ uns durch die Himmelstür, liebster Jesu, ein zu dir. Unbek. 1697. 144. Eigene Melodie. 1. Werde munter, mein Gemüte, und ihr Sinne geht herfür, daß ihr preiset Gottes Güte, die er hat getan an mir, als er mich den ganzen Tag vor so mancher schweren Plag, vor Betrübnis, Schand und Scha⸗ treu behütet hat in Gnaden.(den 2.Lob und Dank seidirgefungen, Vater der Barmherzigkeit, daß mir ist mein Werk gelungen, daß du mich vor allem Leid und vor Sünden mancher Art so getreulich hast bewahrt, auch die Feind hinweg getrieben, daß ich unbeschädigt blieben. 3. Bin ich gleich von dir ge⸗ wichen, stell ich mich doch wieder ein; hat uns dochdein Sohn verglichen durch sein Angst und Todespein. Ich verleugne nicht die Schuld, aber deine Gnad und Huld ist viel größer als die Sünde, die ich stets in mir befinde. 4. O du Licht der frommen See⸗ o du Glanz der Ewigkeit,(len, dir will ich mich ganz befehlen diese Nacht und allezeit; bleibe doch, mein Gott, bei mir, weil es nunmehr dunkel schier. Da ich mich so sehr betrübe, tröste mich mit deiner Liebe. 5. Laß mich diese Nacht empfin⸗ eine sanft und süße Ruh,(den alles Übel laß verschwinden, decke mich mit Segen zu! Leib und Seele, Mut und Blut, Weib und Kinder, Hab und Gut, 313 445⁵ Freunde, Feind und Hausgenos⸗ sen sein in deinen Schutz geschlossen. 6. Ach bewahre mich vor Schrek⸗ schütze mich vor Uberfall,[ken, laß mich Krankheit nicht aufwek⸗ ken, treibe weg des Krieges Schall, wend ab Feu'r und Wassersnot, Pestilenz und schnellen Tod, laß mich nicht in Sünden sterben, noch an Leib und Seel verderben! 7. O du großer Gott, erhöre, was dein Kind gebeten hat, Jesu, den ich stets verehre, bleibe ja mein Schutz und Rat! Und mein Hort, du werter Geist, der du Freund und Tröster heißt, höre doch mein sehnlichs Flehen! Amen, ja es soll geschehen. Johann Rist, g 1607, 4 1667. Am Schlusse der Woche. 445. Mel. Wie lieblich ist doch, Herr. 1. So ist die Woche nun ge⸗ schlossen, doch, treuer Gott, dein Herze nicht. Wie sich dein Segensquell ergos⸗ so bin ich noch derZuversicht,[sen, daß er sich weiterhin ergießt und unerschöpflich auf mich fließt. 2. Ich preise dich mit Hand und Munde, ich lobe dich, so hoch ich kann, ichrühme dich von Herzensgrunde für alles, was du mir getan, und weiß, daß dir durch Jesum Christ mein Dank ein süßer Weihrauch ist. 4. Lieder für besondere Zeiten ꝛc. 3. Hat mich bei meinen Wochen⸗ tagen das liebe Kreuz auch mit besucht, so gabst du auch die Kraft zum Tragen. Zudem es ist vollHeil und Frucht in deiner Liebe, Herr, zu mir, und darum dank ich auch dafür. 4. Nur etwas bitt ich über alles, ach du versagst mir solches nicht: Gedenke keines Sündenfalles, weilmich mein Jesus aufgericht't, mein Jesus, der die Missetat auf ewig schon gebüßet hat. 5. Dein Schwur ist ja noch nie gebrochen, und brichst ihn nicht in Ewigkeit, da du dem Sünder hast verspro⸗ chen, daß er, wenn ihm die Sünde leid, nicht sterben, sondern gnadenvoll als ein Gerechter leben soll. 6. Mein Glaube hält an diesem Segen und will also den Wochenschluß vergnügt und froh zurücke legen, da der Trost mich ergötzen muß, daß ich in Christo solle dein und schon in Hoffnung selig sein. 7. Doch da mein Leben zuge⸗ nommen, so bin ich auch der Ewigkeit um eine Woche näher kommen und warte nun der letzten Zeit, da du die Stunde hast bestimmt, die mich zu dir in Himmelnimmt. 8. Und wenn ich morgen früh aufs neue den Sonntag wieder sehen kann, so blickt die Sonne deiner Treue mich auch mit neuen Gnaden an; 314 Wochen⸗ tagen t besucht, raft zum Tragen. d Frucht zu mir, ch dafür. Her alles, es nicht: falles, gericht't, issetat hat. chen, ide leid, idenvoll soll. diesem Segen enschluß e legen, en muß, dein lig sein. zuge⸗ mmen, keit mmen n Zeit, stimmt, nimmt. n früh fs neue u kann, Treue den anʒ B. Für besondere Umstände(Jahreszeiten ꝛc.). 446 ach ja, da teiltdeinWort undHaus Du wirst es in der Tat erweisen,. den allerbesten Segen aus. 9. So will ich das im voraus preisen, was du mir künft'ge Woche gibst. daß du mich je und immer liebst und leitest mich nach deinem Rat, bis Leid und Zeit ein Ende hat. Erdmann Neumeister, g. 1671,4 1756. B. Für besondere Amstände. J. Jahreszeiten, 446. Eigene Melodie. 1. Geh aus, mein Herz, und suche Freud in dieser lieben Sommerzeit an deines Gottes Gaben, schau an der schönen Gärten Zier und siehe, wie sie mir und dir sich ausgeschmücket haben. 2.Die BäumestehenvollerLaub, das Erdreich decket seinen Staub mit einem grünen Kleide; Narzissen und die Tulipan die ziehen sich viel schöner an als Salomonis Seide. 3. Die Lerche schwingt sich in die Luft, das Täublein fleugt aus seiner Kluft*) und macht sich in die Wälder; die hochbegabte Nachtigall ergötzt und füllt mit ihrem Schall Berg, Hügel, Tal und Felder. *) Jerem. 48, 28. 4. Die Glucke führt ihr Völklein aus, der Storch baut und bewohnt sein Haus, das Schwälblein speist die Jun⸗ gen; der schnelle Hirsch, das leichte Reh Wetter, Ernte. ist froh und kommt aus seiner ins tiefe Gras gesprungen.[Höh 5. Die Bächlein rauschen in dem Sand und malen sich in ihrem Rand mit schattenreichen Myrten; die Wiesen liegen hart dabei und klingenganz vomLustgeschrei der Schaf und ihrer Hirten. 6. Die unverdroßneBienenschar fleugt hin und her, sucht hie und ihr edle Honigspeise;(dar des süßen Weinstocks starker Saft bringt täglich neue Stärk und in seinem schwachenReise.[Kraft 7. Der Weizen wächset mit Ge⸗ walt; darüber jauchzet jung und alt und rühmt die große Güte des, der so überflüssig labt und mit so manchem Gut begabt das menschliche Gemüte. 8. Ich selber kann und mag nicht ruhn, des großen Gottes großes Tun erweckt mir alle Sinnen; ich singe mit, wenn alles singt, undlasse, wasdemHöchstenklingt, aus meinem Herzen rinnen. 9. Ach, denk ich, bist du hier so schön 31⁵ 447 4. Lieder für besondere Zeiten ꝛc. und läßt du's uns so lieblich gehn ich deines Gartens schöne Blum auf dieser armen Erden, was will doch wohl nach dieser Welt dort in dem reichen Himmelszelt und güldnen Schlosse werden? 10. Welch hoheLust, welch heller Schein wird wohl in Christi Garten sein? Wie muß es da wohl klingen, da so viel tausend Seraphim mit eingestimmtem Mund und ihr Halleluja singen?(Stimm 11. O wär ich da! O stünd ich schon, ach füßer Gott, vor deinem Thron und trüge meine Palmen! So wollt ich nach der Engel Weis' erhöhen deines Namens Preis mit tausend schönen Psalmen. 12. Doch gleichwohl will ich, weil ich noch hier trage dieses Leibes Joch, auch nicht ganz stille schweigen; mein Herze soll sich fort und fort an diesem und an allem Ort zu deinem Lobe neigen. 13. Hilf mir und segne meinen Geist mit Segen, der vom Himmel daß ich dir stetig blühe;[fleußt, gib, daß der Sommer deiner Gnad in meiner Seele früh und spat viel Glaubensfrücht erziehe. 14. Mach in mir deinem Geiste Raum, daß ich dir werd ein guter Baum, und laß mich Wurzel treiben. Verleihe, daß zu deinem Ruhm und Pflanze möge bleiben. 15. Erwähle mich zum Para⸗ deis und laß mich bis zur letzten Reis' an Leib und Seele grünen, so will ich dir und deiner Ehr allein und sonsten keinem mehr hier und dort ewig dienen. Paul Gerhardt, g. 1607, 4 1676. Hagelfeier. 447. Mel. Erhalt uns, Herr, bei deinem. 1. Bescher uns, Herr, das täg⸗ lich Brot, vor Teurung und vor Hungers⸗ not behüt uns durch dein'n lieben Sohn, Gott Vater in dem höchsten Thron! 2. O Herr, tu auf dein milde Hand. mach uns dein Gnad und Güt bekannt, ernähr uns, deine Kinderlein, der du speist alle Vögelein. 3. Erhörst du doch der Raben Stimm, drum unsre Bitt, Herr, auch ver⸗ nimm, denn aller Ding du Schöpfer bist und allem Vieh sein Futter gibst. 4. Gedenk nicht unsrer Missetat und Sünd, die dich erzürnet hat; laß scheinen dein Barmherzigkeit, daß wir dich lob'n in Ewigkeit. 5. O Herr, gib uns ein frucht⸗ bar Jahr, den lieben Kornbau uns bewahr, 316 fruchtbe damit! durch d die hiet der Ack auf dei 3. Ve all Mü wenn 2 hier ur Nur du durch d durch d 4. He gedenk erhalte und gr höne Blum eiben. um Para⸗ deis etzten Reis' ünen, iner Ehr nem mehr ienen. 307, + 1676. L. bei deinem. I —.— —.0 * Thron! in milde Hand, und Güt bekannt, derlein, elein. Raben Stimm, auch ver⸗ nimm, öpfer bist tter gibst. Missetat rnet hat; erzigkeit, Ewigkeit. in frucht⸗ ar Jahr, bewahr, B. Für besondere Umstände(Jahreszeiten ꝛc.). vor Teurung, Hunger, Seuch und Streit behüt uns, Herr, zu dieser Zeit! 6. Du unser lieber Vater bist, weil Christus unser Bruder ist; drum trauen wir allein auf dich und woll'n dich preisen ewiglich. Niklas Hermann, 1 1561. 448. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 1. Es baut, Herr, deiner Menschen Schar auf dein Geheiß die Erde und hofft dabei von Jahr zu Jahr, daß sie versorget werde, und daß du unser täglich Brot samt Rettung aus der Angst und Not uns freundlich wollst bescheren. 2. Gib reine Luft und Sonnen⸗ schein, fruchtbaren Tau und Regen, damit die Früchte wohl gedeihn durch deinen milden Segen, die hier zu Lande früh und spat der Ackermann geworfen hat auf dein Wort in die Erde. 3. Vergebens ist all unsre all Müh und Zubereiten,[Kunst, wenn nicht, Gott, deine Gnad und Gunst hier unsern Fleiß begleiten. Nur du regierst des Wetters Lauf, durch dich wächst jede Pflaͤnze auf, durch dich nur bringt sie Früchte. 4. Herr, straf uns nicht in dei⸗ nem Zorn, gedenk an deine Güte; erhalte unsrer Felder Korn, und gnädig es behüte 448—449 vor hartem Frost und Hagel⸗ schlag, vor Dürre und was sonst noch mag den Früchten Schaden bringen. 5. Gib gnädig, was uns deine Hand jetzt in der Hoffnung weiset, auf daß damit im ganzen Land werd Arm und Reich gespeiset. So wird dich loben groß und klein, die Alten und die Kinderlein und was auf Erden lebet. 6. Wir trauen dir, o großer laß deine Gnade walten!(Gott, Du weißt gar wohl, was uns ist hast lange hausgehalten(not, und wirst regieren ferner so, daß man durch deinen Segen froh wird deinen Namen preisen. Barthol. Ringwald, g. 1530, 4 1598. Beim Gewitter. 449. Mel. Auf meinen lieben Gott. 1. Ein Wetter steiget auf. Mein Herz, zu Gott hinauf! Fall ihm geschwind zu Fuße durch wahre Reu und Buße, damit gleich deine Sünden durch Christi Tod verschwinden. 2. Herr, der du gut und fromm, zu dir ich gläubig komm, bitt dich um dein Erbarmen, du wollest doch mich Armen um Christi willen schonen und nicht nach Sünden lohnen. 3. Durch Christi teures Blut mach mir ein Herz und Mut, das sich nicht knechtisch scheue, 317 450—451 4. Lieder für besondere Zeiten ꝛc. das vielmehr deiner Treue in allem kindlich traue und auf dein Helfen baue. 4. Ich will mit dem, was mein, dir ganz ergeben sein; dein Flügel wird uns decken, verjagen alles Schrecken und lassen uns aus Gnaden das Wetter gar nicht schaden. 5. Wohlan, verlaß uns nicht, bleib unsre Zuversicht und laß dein Vaterlieben auch jetzt an uns sich üben! So woll'n wir, weil wir leben, dir Preis und Ehre geben. Amilie Juliane, Gräfin zu Schwarz⸗ burg⸗Rudolstadt, g. 1637, 1 1706. Nach dem Gewitter. 450. Mel Von Gott will ich nicht lassen. 1. Das Wetter ist vertrieben durch deine Gnad und Kraft, du bist stets bei uns blieben, hast Sicherheit verschafft; wie dein Sohn Jesus Christ das wilde Meer bedräuet, die Jünger bald erfreuet, der Helfer du stets bist. 2. Haus, Hof, Gut, Leib und hat deine Gnadenhand(Leben behütet und daneben beschützet unser Land. Dein gnädig Angesicht läßt du uns wieder schauen, die wir uns dir vertrauen mit starker Zuversicht. 3. Dankopfer wir dir bringen für das, was du getan; von deiner Macht wir singen; nimm's, Vater, gnädig an durch Christum deinen Sohn um sein's Verdienstes willen, der deinen Zorn kann stillen, der wahre Gnadenthron. 4. Ach Herr, am jüngsten Tage, wenn der herein nun fällt, daß er mit Donnerschlage anzündet diese Welt, so streck uns deine Hand und zeuch uns, die wir gläuben an dich und treu verbleiben, hinauf ins Vaterland. Joh. Heermann, g. 1585, 7 1647. Bei anhaltender Nässe. 451. Mel. Straf mich nicht in deinem. 1. Schmerz und Klage füllt das Gott, hör unser Flehen![Land, Soll der Segen deiner Hand uns verloren gehen? Zeig uns doch Gnade noch, Vater voll Erbarmen, hilf, ach hilf uns Armen. 2. Du regierst der Wolken Lauf du gebeutst dem Regen; sprich ein Wort, so hört er auf und uns bleibt der Segen. Steh uns bei und zerstreu, Herr, durch deine Rechte bald des Himmels Nächte. 3. Sende warmen Sonnen⸗ der die Frucht erquicke. Ischein, Auf dich schaue ich allein mit des Glaubens Blicke. Unfre Not kennst du, Gott: eil uns beizustehen, laß uns Hilfe sehen. Joh. Leonh. Bäßler, g. 1745, 1611. 318 2C. n Sohn willen, stillen, on. ö sten Tage, fällt, ö lage ind ir gläuben leiben, 585, 1 1647. Nässe. in deinem. je füllt das en! Land. r Hand e noch, ten. lken Lauf, n; ört er auf jegen. rstreu, hte ö ächte. sonnen⸗ e. Ischein, ein icke. Gott: 46, T 1611. B. Für besondere Umstände(Jahreszeiten ꝛc.). 452—453 Bei anhaltender Dürre. 452. Mel. Herr, wie du willst, so schick's. 1. Ach Herre, du gerechter Gott, wir haben's wohl verdienet mit unsrer Sünd und Missetat, daß unser Feld nicht grünet, daß Vieh und Menschen traurig sein. Wenn du zuschließt den Himmel dein, dann müssen wir verschmachten. 2. Herr, unsre Sünd erkennen die wollst du uns verzeihen;[wir, all unsre Hoffnung steht zu dir, Trost, Hilf tu uns verleihen; gib Regen und den Segen dein um deines Namens will'n allein, Herr, unser Gott und Tröster! 3. Gedenke, Herr, an deinen Bund! Um deines Namens willen bitten wirdich vonHerzensgrund, tu unsre Not doch stillen. Allmächtig ist der Name dein, solch's kannst du alles tun allein, Herr, unser Gott und Tröster! 1592. Erntedankfest. 453. Mel. Aus meines Herzens Grunde. 1. Die Ernt ist nun zu Ende, der Segen eingebracht, woraus Gott alle Stände satt, reich und fröhlich macht. Der alte Gott lebt noch, man kann es deutlich merken an so viel Liebeswerken, drum preisen wir ihn hoch. 2. Wir rühmen seine Güte, die uns das Feld bestellt und oft uns ohne Bitte getan, was uns gefällt; die immer noch geschont, ob wir gleich gottlos leben, die Fried und Ruh gegeben, daß jeder sicher wohnt. 3. Zwar manchen schönen Segen hat böses Tun verderbt, den wir auf guten Wegen sonst hätten noch ererbt; doch hat Gott mehr getan aus unverdienter Güte, als Mund, Herz und Gemüte nach Würden rühmen kann. 4. Er hat sein Herz geneiget, uns Sünder zu erfreun, genugsam sich bezeuget durch Tau und Sonnenschein. Ward's aber nicht geacht't, so hat er sich verborgen und durch verborgnes Sorgen zum Besten uns gebracht. 5. O allerliebster Vater, du hast viel Dank verdient; du mildester Berater machst, daß uns Segen grünt. Wohlan, dich loben wir für abgewandten Schaden, für viel und große Gnaden; Herr Gott, wir danken dir. 6. Zum Danken kommt das Fle⸗ Laß uns, o frommer Gott,(hen: vor Feuer sicher stehen und aller andern Not, gib friedensvolle Zeit, erhalte deine Gaben, daß wir uns damit laben, regier die Obrigkeit! 7. Besonders laß gedeihen 319 ———2228383.=.=.===⸗=⸗=⸗=⸗ ⸗:⸗ ⸗--⸗-““.— dein teuerwertes Wort, daß wir uns dessen freuen, und auch an unserm Ort dies gute Samkörnlein verlangte Früchte bringe, und wir in allem Dinge recht fromme Leute sein. 8. Gib, daß zu dir uns lenket, was du zum Unterhalt des Leibes hast geschenket, daß wir dich mannigfalt in deinen Gaben sehn, mit Herzen, Mund und Leben dir Dank und Ehre geben. O laß es doch geschehn! 9. Kommt unser Lebensende, so nimm du unsern Geist in deine Vaterhände, wo er der Ruh geneußt, wo ihm kein Leid bewußt; so ernten wir mit Freuden nach ausgestandnem Leiden die Garben voller Lust. Gottfried Tollmann, g. 1680, 4 1766. 454. Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. 1. Dir milder Geber aller Ga⸗ ben, Herr, dir gebühret Ruhm und Dan Du hörst das Schrein der jungen Raben, du liebst der Lerche Lobgesang. Auch mein Gesang steigt auf zu dir, o neige, Herr, dein Ohr zu mir. 2. Diekleinste deiner Kreaturen macht deine Weisheit offenbar; man siehet deiner Güte Spuren und deine Macht von Jahr zu Jahr. 4. Lieder für besondere SZeiten ꝛc. 320 Der kleinste Halm ruft laut uns zur Wie klein sind wir, wie groß bist dul 3. Du sorgst für uns nach Vater⸗ weise, erhältst die Werke deiner Hand, gibst allem, was da lebet, Speise, beschirmst und segnest jedes Land. Du liebest unveränderlich; der Bösen selbst erbarmst du dich. 4. Das Saatkorn wird in deinem Namen auf Hoffnung in das Land ge⸗ streut; du schirmst, Allmächtiger, den Samen, dein ist der Erde Fruchtbarkeit. Du gibst allein zur Arbeit Kraft; du bist's, der das Gedeihen schafft. 5. Mild öffnest du den Schoß der Erde; du tränkst die Flur von oben her, gibst, daß die Saat erquicket werde, und machst die Ahre segenschwer, du träufelst mit dem kühlen Tau die Fruchtbarkeit auf Feld und Au. 6. So bringt denn bei den vol⸗ len Scheuern dem Herrn der Ernte Ehre dar; laßt uns den Bund mit Gott er⸗ neuern, des Güte groß und wunderbar. Gelobt seist du, des Vaterhand aufs neu gesegnet unser Land! 7. Der du aus liebendem Er⸗ barmen uns nährst, treib uns zum Wohl⸗ tun an; zu deir damit ein jed Ehrer unser 2. A Herr, daß d und u Und dein t laut uns zu: e groß bist du! dach Vater⸗ weise, ner Hand, et, Speise, edes Land. lich; nst du dich. ũin deinem Namen Land ge⸗ streut; ger, den Samen, chtbarkeit. deit Kraft; hen schafft. en Schoß der Erde; roben her, rquicket werde, genschwer, ühlen Tau Feld und Au. ei den vol⸗ Scheuern Ehre dar; it Gott er⸗ neuern, underbar. zaterhand er Land! ndem Er⸗ barmen um Wohl⸗ tun an; B. Für besondere Umstände(Jahreszeiten ꝛc.). 455—456 ein jeder sei ein Trost der Armen, wer ihren Mangel stillen kann. Herr, weil du Reich und Arme liebst, so dien auch beiden, was du gibst. 8. Durch dich ist alles wohlge⸗ raten auf dem Gefild, das wir bestellt. Doch reifen auch des Glaͤubens Saaten auf deines Sohnes Erntefeld? Sind wir auch, wenn er auf uns sieht, ein Acker, der ihm grünt und blüht? 9. Der List des Feindes wollst du wehren, wenn er geschäftig Unkraut streut; die Frucht des Wortes laß sich mehren zu deinem Ruhme weit und breit, damit am großen Erntetag ein jeder Garben bringen mag. Ehrenfried Liebich, g. 1713, 7 1780. 455. Mel. O Durchbrecher aller Bande. 1. Herr, die Erde ist gesegnet von dem Wohltun deiner Hand, Güt und Milde hat geregnet, dein Geschenk bedeckt das Land. Auf den Hügeln, in den Gründen ist dein Segen ausgestreut; unser Warten ist gekrönet, unser Herz hast du erfreut. 2. Aller Augen sind erhoben, Herr, auf dich zu jeder Stund, daß du Speise gibst von oben und versorgest jeden Mund. Und du öffnest deine Hände, dein Vermögen wird nicht matt, 321 deine Hilfe, Gnad und Spende machet alle froh und satt. 3. Gnädig hast du ausgegossen deines Überflusses Horn, ließest Gras und Kräuter sprossen, ließest wachsen Frucht und Korn. Mächtig hast du abgewehret Schaden, Unfall und Gefahr, und das Gut steht unversehret, und gesegnet ist das Jahr. 4. Herr, wir haben solche Güte nicht verdient, die du getan; unser Wissen und Gemüte klagt uns vieler Sünden an. Herr, verleih, daß deine Gnade jetzt an unsre Seelen rührt, daß der Reichtum deiner Milde unser Herz zur Buße führt. 5. Hilf, daß wir dies Gut der Erden treu verwalten immerfort; alles soll geheiligt werden durch Gebet und Gottes Wort. Alles, was wir Gutes wirken, ist gesät in deinen Schoß, und du wirst die Ernte senden unaussprechlich reich und groß. Chr. Rud. Heinr. Puchta, g. 1808, + 1858. 456. Eigene Melodie. 1. Nun preiset alle Gottes Barmherzigkeit, lob ihn mit Schalle, werteste Christenheit! Er läßt dich freundlich zu sich la⸗ den, 2): freue dich, Israel, seiner Gna⸗ 2. Der Herr regieret(den! über die ganze Welt; was sich nur rühret, 21 45⁷ 4. Lieder für besondere Seiten ꝛc. froh ihm zu Fuße fällt. Viel tausend Engel um ihn schwe⸗ ben, 2): Psalter und Harfen ihm Ehre geben.: 3. Wohl auf, ihr Heiden, lasset das Trauern sein, zur grünen Weide stellet euch willig ein! Da läßt er uns sein Wort ver⸗ künden, 2: machet uns ledig von allen 4. Er gibet Speise[Sünden.: reichlich und überall, nach Vaters Weise sättigt er allzumal; erschaffetfrüh'nundspätenRegen, 23: füllet uns alle mit seinem Se⸗ 5. Drum preis' und ehre gen.:;: seine Barmherzigkeit, sein Lob vermehre, werteste Christenheit! Uns soll hinfort kein Unfall scha⸗ den, 2): freue dich, Israel, seiner Gnaden!: Matthäus Apelles v. Löwenstern, g. 1594, + 1648. 457. Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. 1. O Gott, von dem wir alles haben, die Welt ist ein sehr großes Haus, du aber teilest deine Gaben recht wie ein Vater drinnen aus. Dein Segen macht uns alle reich, ach lieber Gott, wer ist dir gleich? 2. Wer kann die Menschen alle zählen, die heut bei dir zu Tische gehn? 322 Doch muß die Notdurft keinem ö fehlen, denn du weißt allen vorzustehn und schaffest, daß ein jedes Land sein Brot bekommt aus deiner Hand. 3. Du machst, daß man aufHoff⸗ nung säet und endlich auch die Frucht ge⸗ nießt; der Wind, der durch die Felder wehet, die Wolke, so das Land begießt, des Himmels Tau, der Sonne Strahl sind deine Diener allzumal. 4. Und also wächst des Menschen Speise, der Acker selbst wird ihm zu Brotz es mehret sich vielfält'ger Weise, was anfangs schien als wärestot, bis zu der Ernte jung und alt erlanget seinen Unterhalt. 5. Nun, Herr, was soll man erst bedenken? Der Wunder ist hier gar zu viel. So viel als du kann niemand schenken, und dein Erbarmen hat kein Ziel, denn immer wird uns mehr be⸗ schert, als wir zusammen alle wert. 6. Wir wollen's auch keinmal vergessen, was uns dein Segen träget ein; ein jeder Bissen, den wir essen, soll deinesNamens Denkmalsein, und Herz und Mund soll lebens⸗ lang für unsre Nahrung sagen Dank. Kaspar Neumann, g. 1648, 7 171⁵, rft keinem fehlen, vorzustehn jedes Land Us deiner Hand. un aufHoff⸗ nung säet Frucht ge⸗ nießt; die Felder wehet, nd begießt, er Sonne Strahl zumal. S Menschen Speise, m zu Brot, ger Weise, wärestot, g und alt halt. oll man erst bedenken? gar zu viel. niemand schenken, at kein Ziel, 8 mehr be⸗ schert. le wert. ch keinmal vergessen, träget ein; wir essen, nkmal sein, soll lebens⸗ lang agen Dank. 648, 1715. B. Für besondere Umstände(Reiselieder). 458—459 Bei sparsamer Ernte. 458. Mel. Was Gott tut, das ist wohlgetan. 1. Was Gott tut, das ist wohl⸗ so denken Gottes Kinder.(getan, Wenn man nicht reichlich ernten kann, liebt er uns doch nicht minder. Er zieht das Herz doch himmelwärts, ob wir gleich oft auf Erden bei Mangel traurig werden. 2. Was Gott tut, das ist wohl⸗ getan. Im Nehmen und im Geben sind wir bei ihm stets wohl daran und können ruhig leben. Er nimmt und gibt, weil er uns liebt, und seine Hände müssen wir stets in Demut küssen. 3. Was Gott tut, das ist wohl⸗ getan. Er zeigt uns oft den Segen, und ehe man ihn ernten kann, muß sich die Hoffnung legen; weil er allein der Schatz will sein, so nimmt er andre Güter und bessert die Gemüter. 4. Was Gott tut, das ist wohlge⸗ Es geh nach seinem Willen.[tan. Läßt sich es auch zum Hunger an, weiß er ihn doch zu stillen, obgleich das Feld nicht viel enthält. Man kann bei wenig Brocken satt werden und frohlocken. 5. Was Gott tut, das ist wohl⸗ getan. Das Feld mag traurig stehen, wir gehn getrost auf seiner Bahn und wollen ihn erhöhen. Sein Wort verschafft uns Lebenskraft, es nennt uns Gottes Erben, wie können wir verderben? 6. Was Gott tut, das ist wohl⸗ getan, so wollen wir stets schließen. Ist gleich bei uns kein Kanaan, wo Milch und Honig fließen, doch ist's genung zur Sättigung, wenn Gott das Wen'ge segnet und uns mit Huld begegnet. Benjamin Schmolck, g. 1672, 4 1737. 2. Reiselieder. 459. Psalm 121. Mel. Wenn wir in höchsten Nöten. 1. Ich heb mein Augen sehnlich auf und seh die Berge hoch hinauf, bis mir mein Gott vom Him⸗ melsthron mit seiner Hilf zu statten komm. 2. Mein Hilfe kommt mir von dem Herrn, er hilft uns ja von Herzen gern; Himmel und Erd hat er gemacht, er hält über uns Hut und Wacht. 3. Er führet dich auf rechter Bahn, so daß dein Fuß nicht gleiten kann; setz nur auf Gott dein Zuversicht, der uns behütet, schläfet nicht. 4. Der treue Hüter Israel bewahret dir dein Leib und Seel; 323 21⁷ 460—461 4. Lieder für besondere Zeiten ꝛc. er schläft nicht weder Tag noch Nacht, wird auch nicht müde von der Wacht. 5. Vor allem Unfall gnädiglich der fromme Gott behütet dich; unter dem Schatten seiner Gnad bist du gesichert früh und spat. 6. Der Sonne Hitz, des Mondes Schein sollen dir nicht beschwerlich sein. Gott wendet alle Trübsal schwer zu deinem Nutz und seiner Ehr. 7. Kein Übel muß begegnen dir, des Herren Schutz ist gut dafür. In Gnad bewahret deine Seel der treue Hüter Israel. 8. Der Herr dein'n Ausgang stets bewahr, zu Weg undSteg gesund dich spar, bring dich zu Haus in sein'm Ge⸗ von nun an bis in Ewigkeit.(leit Corn. Becker, g. 1561, 1 1604. 460. Mel.Wachet auf, ruft uns dieStimme. Zieht in Frieden eure Pfade! Mit euch des großen Gottes Gna⸗ de und seiner heil'gen Engel Wachtl Wenn euch Jesu Hände schirmen, geht's unter Sonnenschein und Stürmen getrost und froh bei Tag und Nacht. Lebt wohl, lebt wohl im Herrnl Er sei euch nimmer fern spät und frühe. Licht Vergeßt uns nicht in seinem und wenn ihr sucht sein Angesicht. G. F. L. Knak, g. 1806, 1878. 3. Krieg und Frieden. 461. Mel. Nun lob, mein Seel, denHerren. 1. Gott Lob, nun ist erschollen das edleFried⸗ und Freudenwort, daß nunmehr ruhen sollen die Spieß und Schwerter und ihr Mord. Wohlauf und nimm nun wieder dein Saitenspiel hervor, o Deutschland, und sing Lieder im hohen, vollen Chor! Erhebe dein Gemüte zu deinem Gott und sprich: Herr, deine Gnad und Güte bleibt dennoch ewiglich. 2. Sei tausendmal willkommen, du teure, werte Friedensgab! Jetzt sehn wir, was für Frommen dein Beiunswohnen in sich hab. In dich hat Gott versenket all unser Glück und Heil; wer dich betrübt und kränket, der drückt sich selbst den Pfeil des Herzleids in das Herze und löscht aus Unverstand die güldne Freudenkerze mit seiner eignen Hand. 3. Ach laß dich doch erwecken! Wach auf, wach auf, du harte eh als das letzte Schrecken Welt, dich schnell und plötzlich überfällt. Wer aber Christum liebet, sei unerschrocknen Muts, der Friede, den er gibet, 324 regien laß d in u Komi ach ko so sin Herr 2. H wir p wirer mit h 2e. sein'm Ge⸗ igkeit. leit 561, 1604. dieStimme. re Pfade! ottes Gna⸗ de gel Wachtl e schirmen, chein und Stürmen Lag und Nacht. im Herrnn rn Licht seinem Angesicht. 06, + 1878. Frommen n sich hab. enket eil; kränket, en Pfeil Herze tand ze d. erwecken! u harte en[Welt, überfällt. ebet, 8, 1, B. Für besondere Umstände(Urieg u. Frieden). bedeutet alles Guts. Er will die Lehre geben: Das Ende naht herzu, da sollt ihr bei Gott leben in ew'gem Fried und Ruh. Paul Gerhardt, g. 1607, + 1676. 462. Mel. Nun danket alle Gott. 1. Herr Gott, dich loben wir, regier, Herr, unsre Stimmen, laß deines Geistes Glut in unsern Herzen glimmen! Komm, komm, o edle Flamm, ach komm zu uns allhier, so singen wir mit Lust; Herr Gott, dich loben wir. 2. Herr Gott, dich loben wir, wir preisen deine Güte, wir rühmen deine Macht mit herzlichem Gemüte. Es steiget unser Lied bis an des Himmels Tür und tönt mit großem Schall: Herr Gott, dich loben wir. 3. Herr Gott, dich loben wir für deine großen Gnaden, daß du das Vaterland von Kriegeslast entladen, daß du uns blicken läßt des güldnen Friedens Zier; drum jauchzet alles Volk: Herr Gott, dich loben wir. 4. Herr Gott, dich loben wir, die wir in vielen Jahren der Waffen schweres Joch und frechen Grimm erfahren. Jetzt rühmet unser Mund mit herzlicher Begier: Gott Lob, wir sind in Ruh! Herr Gott, wir danken dir. 462—463 5. Herr Gott, dich laben wir, daß du die Pfeil und Wagen, Schild, Bogen, Spieß und ö Schwert zerbrochen und zerschlagen. Der Strick ist nun entzwei, darum so singen wir mit Herzen, Zung und Mund: Herr Gott, wir danken dir. 6. Herr Gott, dich loben wir, daß du uns zwar gestrafet,‚ jedoch in deinem Zorn nicht ganz hast weggeraffet; es hat die Vaterhand uns deine Gnadentür jetzt wieder aufgetan: Herr Gott, wir danken dir. 7. Herr Gott, wir danken dir, daß du Land, Kirch und Häuser, den edlen Fürstenstamm und dessen grüne Reiser bisher erhalten hast; gib ferner Gnad allhier, daß auch die Nachwelt sing: Herr Gott, wir danken dir. 8. Herr Gott, wir danken dir und bitten, du wollst geben, daß wir auch künftig stets in stolzer Ruhe leben. Krön uns mit deinem Gut, erfüll jetzt nach Begier, 0o Vater, unsern Wunsch! Herr Gott, wir danken dir. Johann Franck, g. 1618, 4 1677. 463. Psalm 85. Mel. Herr, wie du willst, so schick's mit. 1. Herr, der du vormals hast dein mit Gnaden angeblicket[Land und Israel aus Feindes Hand 325 464 erlöset und erquicket; der du die Sünd und Missetat, die dein Volk vor begangen hat, hast väterlich verziehen; 2. Herr, der du deines Eifers hast vorher abgewendet(Glut und nach dem Zorn das süße Gut der Lieb und Huld gesendet: ach frommes Herz, ach unser Heil, nimm weg und heb auf in der Eil, was uns anjetzo kränket. 3. Lösch aus, Herr, deinen gro⸗ ßen Grimm im Brunnen deiner Gnaden. Erfreu und tröst uns wiederum nach ausgestandnem Schaden. Willst du denn zürnen ewiglich, und sollen deine Fluten sich ohn alles End ergießen? 4. Willst du, o Vater, uns denn nun einmal wieder laben(nicht und sollen wir an deinem Licht nicht wieder Freude haben? Ach gieß aus deines Himmels Haus, Herr, deine Güt und Segen aus auf uns und unsre Häuser. 5. Ach daß ich hören sollt das erschallen bald auf Erden,[Wort daß Friede sollt an allem Ort, wo Christen wohnen, werden! Ach daß uns doch Gott sagte zu des Krieges Schluß, der Waffen und alles Unglücks Ende! Ruh 6. Ach daß doch diese böse Zeit sich stillt in guten Tagen, damit wir in dem großen Leid nicht möchten ganz verzagen! Doch ist ja Gottes Hilfe nah, und seine Gnade stehet da all denen, die ihn fürchten. 4. Lieder für besondere Zeiten ꝛc. 7. Wenn wir nur fromm sind, wird sich Gott schon wieder zu uns wenden, den Krieg und alle andre Not nach Wunsch und also enden, daß seine Ehr in unserm Land und überall werd recht erkannt, ja stetig bei uns wohne. 8. Die Güt und Treue werden einander grüßen müssen,(schön Gerechtigkeit wird einher gehn, und Friede wird sie küssen. Die Treue wirdmitLustund Freud auf Erden blühn, Gerechtigkeit wird von dem Himmel schauen. 9. Der Herr wird uns viel Gutes tun: das Land wird Früchte geben, und die in seinem Schoße ruhn, die werden davon leben. Gerechtigkeit wird dennoch stehn und stets in vollem Schwange zur Ehre seines Namens.(gehn Paul Gerhardt, g. 1607, 4 1676. 464. Mel. Herzliebster Jesu, was hast du. 1. Herr unser Gott, laß nicht zu schanden werden die, so in ihren Nöten und Be⸗ schwerden bei Tag und Nacht auf deine Güte und zu dir rufen. hoffen 2. Mache zu schanden alle, die dich hassen, die sich allein auf ihre Macht ver⸗ lassen; ach kehre dich mit Gnade zu uns laß dich's erbarmen!(Armen, 3. Und schaff uns Beistand wider unsre Feindel 326 B Wenn sie mü kein G 4. W vergeh mit di die F . und Wir 1 mm sind, sich Gott enden, dre Not enden, m Land erkannt, e. e werden n,(schön er gehn, ssen. ndFreud chtigkeit schauen. iel Gutes tun: geben, ße ruhn, t. och stehn wange 8.[gehn „ + 1676. 3 hast du. nicht zu werden ind Be⸗ hwerden ine Güte hoffen alle, die hassen, acht ver⸗ lassen; zu uns Armen, d wider Feindel B. Für besondere Umstände(Krieg u. Frieden). 465 Wenn du ein Wort sprichst, wer⸗ den sie bald Freunde, sie müssen Wehrund Waffen nie⸗ kein Glied mehr regen.(derlegen, 4. Wir haben niemand, dem wir uns vertrauen; vergebens ist's, aufMenschenhilfe bauen; mit dir wir wollen Taten tun und die Feinde dämpfen. lkämpfen, 5. Du bist der Held, der sie kann untertreten und das bedrängte kleine Häuf⸗ lein retten. Wir traun auf dich, wir schrein in Jesu Namen: Hilf, Helfer! Amen. Joh. Heermann, g. 1585, 1647. 465. Eigene Melodie. 1. Treuer Wächter Israel, des sich freuet meine Seel, der du weißt um alles Leid deiner armen Christenheit, o du Wächter, der du nicht schläfst noch schlummerst, zu uns dein hilfreiches Angesicht! lricht 2. Schau, wie große Not und Qual trifft dein Volk jetzt überall; täglich wird der Trübsal mehr. Hilf, ach hilf, schütz deine Lehr! Wir verderben, wir vergehn, nichts wir sonst vor Augen sehn, wo du nicht bei uns wirst stehn. 3. Hoherpriester Jesu Christ, der du eingegangen bist in den heil'gen Ort zu Gott durch dein Kreuz und bittern Tod, hast versöhnt uns durch dein Blut, ausgelöscht der Hölle Glut, wiederbracht das höchste Gut, 4. Sitzest in des Vaters Reich, ihm an Macht und Ehre gleich, unser ein'ger Gnadenthron, seine höchste Freud und Kron, den er in dem Herzen trägt, wie sich selbst zu lieben pflegt, dem er keine Bitt abschlägt. 5. Kläglich schreien wir zu dir, klopfen an die Gnadentür, wir, die du mit höchstem Ruhm dir erkauft zum Eigentum, dein Erbarmen hat kein End, deines Vaters Zorn abwend, der jetzt wie ein Feuer brennt. 6. Jesu, der du Jesus heißt, als ein Jesus Hilfe leist! Hilf mit deiner starken Hand, Menschenhilf hat sich gewandt. Eine Mauer um uns bau, daß dem Feinde davor grau' und mit Zittern sie anschau. 7. Treuer Hort Immanuel, du Beschützer meiner Seel, Gott mit uns in aller Not, neben uns und in uns Gott, Gott für uns zu aller Zeit, Trutz dem, der uns tu ein Leid! Gottes Straf ist ihm bereit. 8. Deines Vaters starker Arm, komm und unser dich erbarm! Laß jetzt sehen deine Macht, drauf wir hoffen Tag und Nacht, aller Feinde Rotten trenn, daß dich alle Welt erkenn, aller Herren Herren nenn. 9. Andre traun auf ihre Kraft, auf ihr Glück und Ritterschaft, deine Christen traun auf dich, auf dich traun sie festiglich. 327 466—468 4. Lieder für besondere Seiten ꝛc. Laß sie werden nicht zu schand, bleib ihrHelfer und Beistand, sind sie dir doch all bekannt. 10. Du bist ja der Held und Mann, der den Kriegen steuern kann, der da Spieß und Schwert zer⸗ bricht, der die Bogen macht zunicht, der die Wagen gar verbrennt und der Menschen Herzen wend't, daß der Krieg gewinnt ein End. 11. Jesu, wahrer Friedensfürst, der der Schlange hat zerknirscht ihren Kopf durch seinen Tod, wiederbracht den Fried bei Gott, gib uns Frieden gnädiglich! So wird dein Volk freuen sich, dafür ewig preisen dich. Joh. Heermann, g. 1585, 4 466. Eigene Melodie. Verleih uns Frieden gnädig⸗ Herr Gott, zu unsern Zeitenlllich, Es ist doch ja kein andrer nicht, der für uns könnte streiten, denn du unser Gott alleine. Martin Luther, g. 1483, 4 1546. 1647. C. Berufs- und Standeslieder. J. Fürst und Obrigkeit. 467. Mel. Nun freut euch, liebe Christen. 1. Ein Haupt hast du dem Volk ge⸗ und trotz der Feinde Toben lsandt, in Gnaden unser Vaterland geeint und hoch erhoben. Mit Frieden hast du uns bedacht, den Kaiser uns bestellt zur Wacht zu deines Namens Ehre. 2. Wir danken dir mit Herz und du Retter aus Gefahren, Mund, und flehn aus tiefster Seele du wollest uns bewahren,[Grund, Herraller Herrn, demkeinergleich, den Kaiser und das deutsche Reich zu deines Namens Ehre. 3. Verwirf, Gott, unser Flehen laß auf des Kaisers Wegen snicht, dein huldvoll heilig Angesicht ihm leuchten uns zum Segen und salbe ihn mit deinem Geist, daß er sich kräftiglich erweist zu deines Namens Ehre. 4. Ach komm, wie zu der Väter ein Feuer anzuzünden,(Zeit, daß wir im Frieden und imStreit fest auf dein Wort uns gründenl Ein frommes Volk, das dir ver⸗ traut und dir zum Tempel sich erbaut zu deines Namens Ehre. Julius Sturm, g. 1816, 4 1896. Am Geburtstage des Lan⸗ desherrn. 468. Mel. Nun danket alle Gott. 1. Preis, Ehr und Lob sei dir, in dessen Schirm und Schatten wir bis zur Stund allhier viel Heil zu schmecken hatten, der auch zu jeder Frist 328 in dein und Z C. bei Gott, glich! uen sich, „ 5, 4 1647. gnädig⸗ tenlllich, er nicht, ten, eine. „+ 1546. weist e. er Väter [OZeit, mStreit ründenl dir ver⸗ traut Herbaut + 1896. 3 Lan⸗ ott. sei dir, hatten r tten, C. Berufs⸗ u. Standeslieder(Eheleute u. Eltern). allmächtig nah und fern ein Herr und Helfer ist des Fürsten, unsers Herrn. 2. Du hast ihm lebenslang den Odem treu bewahret und auf manch strengem Gang dich huldvoll offenbaret; du hast in seiner Hand das Scepter stark gemacht und unser Vaterland mit reichem Gut bedacht. 3. Du wollest deinen Geist auf seine Stirne legen, der klar ihn unterweist, des hohen Amts zu pflegen; du wollst Gerechtigkeit und milder Gnade Lust ihm stellen an die Seit, ihm pflanzen in die Brust. 4. Du wollest allezeit in deinem Gleis ihn lenken und Zucht und Frömmigkeit 2. Eheleute 469. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenst. 1. Ich und mein Haus, wir sind bereit, dir, Herr, die ganze Lebenszeit mit Seel und Leib zu dienen. Du sollst der Herr im Hause sein, gib deinen Segen nur darein, daß wir dir willig dienen. Eine kleine, fromme reine Hausgemeine mach aus allen! Dir nur soll sie wohlgefallen. 2. Es wirke durch dein kräftig Wort dein guter Geist stets fort und fort 469 in ihm dem Lande schenken, auf daß er Vorbild sei von jeder Tugendart und Hilf und Schutz verleih, wo man den Glauben wahrt. 5. Du wollest seine Treu vergelten durch die Treue, womit ihn täglich neu ein gutes Volk erfreue, daß dein Gebot im Bund von ihm und uns gescheh, und seines Thrones Grund in unserm Herzen steh. 6. O segne, was wir flehn an seinem Jahresfeste, und gib zum Wohlergehn ihm deiner Gaben beste! Gib, daß er's nie vergißt noch wir, wie du so gern ein Herr und Helfer bist des Fürsten, unsers Herrn. Karl G. Grüneisen, g. 1802, 4 1878. und Eltern. an unser aller Seelen! Es leucht uns wie das Sonnen⸗ licht, damit's am rechten Lichte nicht im Hause möge fehlen. Reiche gleiche Seelenspeise auch zur Reise durch dies Leben uns, die wir uns dir ergeben. 3. Gieß deinen Frieden auf das Haus und alle, die drin wohnen, aus, im Glauben uns verbinde, laß uns in Liebe allezeit zum Dulden, Tragen sein bereit, voll Demut sanft und linde! 829 470—471 4. Lieder für besondere Zeiten ꝛc. Liebe übe jede Seele, keinem fehle, dran man kennet den, der sich den Deinen nennet. 4. Laß unser Haus gegründet sein auf deine Gnade ganz allein und deine große Güte! Auch laß uns in der Nächte Graun auf deine treue Hilfe schaun mit kindlichem Gemüte, selig, fröhlich, selbst mit Schmerzen in demHer⸗ dir uns lassen[zen und dann in Geduld uns fassen. 5. Gibst du uns ird'sches Glück ins Haus, so schließ den Stolz, die Weltlust des Reichtums böse Gäste! laus, Denn wenn das Herz an Demut leer und voll von eitler Weltlust wär, so fehlte uns das Beste: jene schöne, tiefe stille Gnadenfülle, die mit Schätzen einer Welt nicht zu ersetzen. 6. Und endlich flehn wir aller⸗ meist, daß in dem Haus kein andrer Geist als nur dein Geist regiere. Der ist's, der alles wohl bestellt, der guteZucht und Ordnung hält, der alles liebreich ziere. Sende, sende ihn uns allen, bis wir wallen heim und oben dich in deinem Hause loben. K. J. Phil. Spitta, g. 1801, 4 1859. 470. Mel. O Gott, du frommer Gott. Laß dich, Herr Jesu Christ, durch mein Gebet bewegen, komm in mein Haus und Herz und bringe mir den Segen! All Arbeit, Müh und Kunst ohn dich nichts richtet aus, wo du mit Gnade bist, kommt Segen in das Haus. Joh. Heermann, g. 1585, 4 1647. 471. Mel. Nun sich der Tag geendet hat. 1. Nun schlaf, mein liebes Kin⸗ und tu dein Auglein zu,[delein, denn Gott der will dein Vater drum schlaf in guter Ruh! Isein, 2. Dein Vater ist der liebe Gott und will's auch ewig sein, der Leib und Seel gegeben hat dir durch die Eltern dein. 3. Er schenkt dir seinen lieben den schenkt er in den Tod; Sohn, der kam auf Erd vom Himmels⸗ half dir aus aller Not.[thron, 4. Er schickt dir seine Engelein zu Hütern Tag und Nacht, daß sie bei deiner Wiege sein und halten gute Wacht. 5. Dem Vater und der Mutter befiehlt er dich mit Fleiß,(dein daß sie dir treue Pfleger sein, ziehn dich zu Gottes Preis. 6. Das liebe Jesulein will sein dein liebes Brüderlein, drum schlaf, du liebes Kindelein, so wirst du selig sein. 7. Der heil'ge Geist der segne dich 330 1. du wal wo unt du der wo all und all wo all 2C. er Gott. Christ, egen, nd Herz egen! Runst aus, haus. 5, + 1647. endet hat. bes Kin⸗ delein, Vater lsein, ebe Gott in, ben hat in. n lieben [Sohn, immels⸗ [thron, engelein idelein, r segne dich, C. Berufs⸗ u. Standeslieder(Eheleute u. Eltern). 472 bewahr dich alle Zeit, sein heil ger Nam behüte dich, schütz dich vor allem Leid! 8. So nimm du recht an Gnade an Alter und Verstand, Izu, und halte deine Kindesruh in Jesu Schoß und Hand! Nach Joh. Mathesius, g. 1504, 1 1565. 472. Eigene Melodie. 1. O selig Haus, wo man dich aufgenommen, du wahrer Seelenfreund, Herr Jesus Christ, wo unter allen Gästen, die da kommen, du der gefeiertste und liebste bist; wo aller Herzen dir entgegen schlagen und aller Augen freudig auf dich sehn, wo aller Lippen dein Gebot er⸗ fragen, und alle deines Winks gewärtig stehn. 2. O selig Haus, wo Mann und Weib in Einer, in deiner Liebe Eines Geistes sind, als beide Eines Heils gewürdigt, keiner im Glaubensgrunde anders ist gesinnt; wo beide unzertrennbar an dir hangen, in Lieb und Leid, Gemach und Ungemach, und nur bei dir zu bleiben stets verlangen an jedem guten wie am bösen Tag. 3. O selig Haus, wo man die lieben Kleinen mit Händen des Gebets ans Herz dir legt, du Freund der Kinder, der sie als die Seinen mit mehr als Mutterliebe hegt und pflegt; wo sie zu deinen Füßen gern sich sammeln und horchen deiner süßen Rede zu und lernen früh dein Lob mit Freuden stammeln, sich deiner freun, du lieber Hei⸗ land du. 4. O selig Haus, wo Knecht und Magd dich kennen und wissend, wessen Augen auf sie sehn, bei allem Werk in Einem Eifer brennen, daß es nach deinem Willen mag geschehn; als deine Diener, deine Hausge⸗ nossen, in Demut willig und in Liebe frei, das Ihre schaffen froh und unver⸗ drossen, in kleinen Dingen zeigen große Treu. 5. O selig Haus, wo du die Freude teilest, wo man bei keiner Freude dein vergißt; o selig Haus, wo du die Wunden heilest und aller Arzt und aller Tröster bist; bis jeder einst sein Tagewerk voll⸗ endet, und bis sie endlich alle ziehen aus 473—474 4. Lieder für dahin, woher der Vater dich ge⸗ sendet, ins große, freie schöneVaterhaus. K. J. Phil. Spitta, g. 1801, 4 1859. 473. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 1. Sorge doch für meine Kinder, Vater, nimm dich ihrer an! Ob sie gleich vor dir sind Sünder, sind sie dir doch zugetan und durch deines Sohnes Blut gleichwohl dein erworb'nes Gut; darum wirst du sie aus Gnaden wohl beschützen und beraten. 2. Siesind dir vonjKindesbeinen und von ihrer ersten Stund übergeben als die Deinen, und durch deinen Gnadenbund hast du sie in ihrer Tauf väterlich genommen auf, daß sie, wenn sie sollten sterben, wären deines Reiches Erben. 3. Du hast sie bisher ernähret und so manchem Unglücksfall mehr als väterlich gewehret, der sie hier und überall hätte leichtlich umgestürzt, ja das Leben abgekürzt; aber deine Vatertreue bleibt bei ihnen täglich neue. 4. Sammeln andre große Schätze, daß ihr Haus in solchem Heil sich an Geld und Gut ergötze, so bist du mein einzig Teil. Bleib auch meiner Kinder Gott, lasse sie in keiner Not und in keinem Kreuz verderben, bis sie endlich selig sterben. besondere Zeiten ꝛc. und vor der Verführer Schar, daß ihr Fuß nicht möge gleiten. Laß sie ihre Lebensjahr' in der Tugend bringen zu, bis du sie wie mich zur Ruh wirst ins kühle Grab versenken und die Seligkeit uns schenken. 6. Können sie in diesem Leben hier und wo es dir gefällt was zu deinen Ehren geben, so laß in der ganzen Welt ihnen, wo sie immer gehn, deine Furcht vor Augen stehn, daß sie dich im Tun und Lassen stets in ihre Herzen fassen. 7. Gönne mir die große Freude, daß am lieben jüngsten Tag nach so vielem Kreuz und Leide ich mit Jauchzen sagen mag: Liebster Vater, ich bin hier und die Kinder, die du mir hast in jener Welt bescheret. Ewig sei dein Nam geehret! Ludw.Heinr.Schlosser, g.1663,f 1728. 474. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenst. 1. Wie schön ist's doch, Herr Jesu Christ, im Stande, da dein Segen ist, im Stande heil'ger Ehe! Wie steigt und neigt sichdeine Gab und alles Gut so mild herab aus deiner heil'gen Höhe, wenn sich an dich fleißig halten Jung und Alten, die im Orden Eines Lebens einig worden. 2. Wenn Mann und Weib sich wohl verstehn 5. Schütze sie vor bösen Leuten 332 und unverrückt beisammen stehn C. im Ba da geht da sieht im Hir Kein kann ze was G dem Po 3. Se die die es ist e der hat und ble derbest Anfane aller S wir ge wird er 4. Zu ein Stů die Tre jedenne ergibt, 2e. r Schar, ge gleiten. hrẽ n zu, ir Ruh versenken schenken. sem Leben fällt geben, Welt ehn, n stehn, nd Lassen ssen. e Freude, Tag ind Leide mag: hier mir heret. ehret! 63,4 1728. Morgenst. „Herr Christ, gen ist, eine Gab herab e, d Alten, den. zeib sich herstehn n stehn C. Berufs⸗ u. Standeslieder(Eheleute u. Eltern). im Bande reiner Treue, da geht das Glück in vollem Lauf, da sieht man, wie der Engel Hauf im Himmel selbst sich freue. Kein Sturm, kein Wurm kann zerschlagen, kann zernagen, was Gott gibet dem Paar, das in ihm sich liebet. 3. Sei gutes Muts! Wir sind es nicht, die diesen Orden aufgericht't, es ist ein höhrer Vater; der hat uns je und je geliebt und bleibt, wenn unsre Sorg uns derbesteFrreundundRaterzltrübt, Anfang, Ausgang aller Sachen, die zu machen wir gedenken, wird er wohl und weislich lenken. 4. Zwar bleibt's nicht aus, es kommt ja wohl ein Stündlein, da manLeides voll die Tränen lässet fließen; jedennoch, wer sich in Geduld ergibt, des Leid wird Gottes Huld in großen Freuden schließen. Schweige, beuge dich ein wenig, unser König wird behende machen, daß die Angst sich wende. 5. Wohl her, mein König, nah herzu! Gib Rat in Kreuz, in Nöten Ruh, in Angsten Trost und Freude! Des sollst du haben Ruhm und Preis, wir wollen singen bester Weis' und danken alle beide, bis wir bei dir, deinen Willen zu erfüllen, 47⁵ deinen Namen ewig loben werden. Amen. Paul Gerhardt, g. 1607, 4 1676. 475. Mel. O Jesu Christ, mein's Lebens. 1. Wohl einem Haus, da Jesus Christ allein das All in allem ist. Ja, wenn er nicht darinnen wär, wieelendwär's, wie arm und leer! 2. Wohl, wenn sich Mann und Weib und Kind in einem Glaubenssinnverbind't, zu dienen ihrem Herrn und Gott nach seinem Willen und Gebot. 3. Wohl, wenn ein solches Haus der Welt ein Vorbild vor die Augen stellt, daß ohne Gottesdienst im Geist das äußre Werk nichts ist und heißt. 4. Wohl, wenn das Rauchwerk im Gebet beständig in die Höhe geht, und man nichts treibet fort und fort als GottesWerkund Gottes Wort. 5. Wohl, wenn im äußerlichen Stand mit fleißiger, getreuer Hand ein jegliches nach seiner Art den Geist der Eintracht offenbart. 6. Wohl, wenn die Eltern gläu⸗ big sind und wenn sie Kind und Kindes⸗ kind versäumen nichtam ew'gen Glück. Dann bleibet ihrer keins zurück. 7. Wohl solchem Haus, denn es gedeiht; 333 476—478 4. Lieder für besondere Seiten ꝛe. die Eltern werden hocherfreut, samt meinem Hause diesen Bund: undihrenKindern sieht man's an, Wichalles Volkauchvon ihm fern, wie Gott die Seinen segnen kann. ich und mein Haus stehn bei dem 8. So mach ich denn zu dieser Herrn. Stund Chr. K. L. v. Pfeil, g. 1712,4 1786. 3. Kinder. 476. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns. 1. Ach lieber Gott, behüte mich und meine Eltern gnädiglich, auch mein' Geschwister vor Gefahr mit deinem starken Arm bewahrl 2. Und alle, die uns sind ver⸗ wandt, beschütz durch deine rechte Hand! Behüte mich vor aller Sünd, hilf, daß ich werd ein frommes Kind. Joh. Heermann, g. 1585, 4+ 1647. 477. Mel. Nun danket all und bringet Ehr. 1. Ich bin einKind, bin arm und und meineKraft ist schwachz klein ich wollte gerne selig sein und weiß nicht, wie ich's mach. 2. Mein Heiland, du warst mir ein armes kleines Kind(zu gut und hast mich durch dein teures erlöst von Tod und Sünd.[Blut 3.Mein liebster Heilandrat' mir was ich zur Dankbarkeit(nun, für alle deine Lieb soll tun und was dein Herz erfreut. 4. Du selber hast es mich gelehrt, daß du mein junges Herz zu einem Opfer hast begehrt, Herr, zieh es himmelwärts. 5. Du hast mich in der Taufe ja mit deinem Heil bekleid't, und, eh ich etwas wußt und sah, zu deinem Kind geweiht. 6. Bewahr mein Herz und halt von allem, was befleckt; les rein laß stets in dir mich fröhlich sein, von deiner Guad bedeckt. 7. Nimmst du mich früh aus die⸗ ser Zeit, dann ist mir wohlgeschehn, ich komm in jene Herrlichkeit, wo ich dich werde sehn. 8. Doch soll ich länger hier noch nehm ich an Jahren zu, Isein, so hilf, daß ich stets bleibe dein und fröhlich Gutes tu. 9. Und schließ ich endlich meinen in Liebe gegen dich,(Lauf so hebe mich zu dir hinauf: dann freu ich ewig mich. N.L. Graf v. Zinzendorf, g.1700,71760. 478. Eigene Melodie. 1. Weil ich Jesu Schäflein bin, freu ich mich nur immerhin über meinen guten Hirten, der mich schön weiß zu bewirten, der mich liebet, der mich kennt und bei meinem Namen nennt. 2. Unter seinem sanften Stab geh ich aus und ein und hab unaussprechlich süße Weide, 334 ö ö ö 2c. sen Bund: rihm fern, n bei dem Herrn. 712, 4+ 178ʃ. id't, t und sah ht z und halt tj les rein hlich sein, é ckt. h aus die⸗ ser Zeit, hehn, lichkeit, hier noch 1, Ilsein, leibe dein h meinen Lauf tauf: h. 00,T1760. flein bin, rhin ten, dewirten, h kennt n nennt. n Stab d hab eide,‚ C. Berufs⸗ und Standeslieder(Ainder). 479—480 daß ich keinen Hunger leide; und so oft ich durstig bin, führt ermichzum Brunngquell hin. 3. Sollt ich nun nicht fröhlich da ich sein bin und er mein?(sein, Denn nach diesen schönen Tagen werd ich endlich heimgetragen in des Hirten Arm und Schoß. Amen, ja, mein Glück ist groß! Henr. Luise v. Hayn, g. 1724, + 1782. 479. Mel. So nimm denn meine Hände. 1. Wie könnt ich ruhig schlafen in dunkler Nacht, wenn ich, o Gott und Vater, nicht dein gedacht? Es hat des Tages Treiben mein Herz zerstreut; bei dir, bei dir ist Frieden und Seligkeit. 2. O decke meine Mängel mit deiner Huld, du bist ja, Gott, die Liebe und die Geduld. Gib mir, um was ich flehe: ein reines Herz, das dir voll Freuden diene in Glück und Schmerz. 3. Auch hilf, daß ich vergebe, wie du vergibst, und meinen Bruder liebe, wie du mich liebst; so schlaf ich ohne Bangen in Frieden ein und träume süß und stille und denke dein. Agnes Franz, g. 1794, + 1843. Für Waisen. 480. Mel. O Gott, du frommer Gott. 1. Ihr Waisen, weinet nicht! Wie, könnt ihr euch nicht fassen? Verlasset euch auf Gott, der wird euch nicht verlassen. Sind gleich die Eltern tot, so lebet dennoch Gott; weil aber Gott noch lebt, so habt ihr keine Not. 2. Gott ist und bleibet stets ein Vater aller Waisen, der will sie insgesamt ernähren, kleiden, speisen. Demselben trauet nur, der nimmt sich euer an; seht, er ist euer Schatz und euer Helfersmann. 3. Gott ist ein reicher Gott, er wird euch wohl versorgen; er weiß ja eure Not, sie ist ihm nicht verborgen; ob ihr schon wenig habt, ist auch der Vorrat klein, so will fürs künftige Gott der Versorger sein. 4. Ja glaubet, bleibet fromm und geht auf Gottes Wegen, erwartet mit Geduld den euch verheißnen Segen und weichet nicht von Gott, vertraut ihm allezeit; so werd't ihr glücklich sein iu Zeit und Ewigkeit. Joh. Fr. Starck, g. 1680, 4 1756. 481. Eigene Melodie. 1. Ach wie flüchtig, ach wie nich⸗ ist des Menschen Leben! ltig Wie ein Nebel bald entstehet und auch wieder bald vergehet, so ist unser Leben, sehet! 2. Ach wie flüchtig, ach wie nich⸗ sind der Menschen Tage! stig Wie ein Strom beginnt zu rinnen und mit Laufen nicht hält innen, so fährt unsre Zeit von hinnen. 3. Ach wie flüchtig, ach wie nich⸗ ist der Menschen Freude!(Ütig Wie sich wechseln Stund und Zeiten, Licht und Dunkel, Fried und Streiten, so sind unsre Fröhlichkeiten. 4. Ach wie flüchtig, ach wie nich⸗ ist der Menschen Schöne! IÜtig Wie ein Blümlein bald vergehet, wenn ein rauhes Lüftlein wehet, so ist unsre Schöne, sehet! 5. Ach wie flüchtig, ach wie nich⸗ ist der Menschen Dichten! stig Der, so Kunst hat lieb gewonnen und manch schönes Werk erson⸗ nen, ist dem Tode nicht entronnen. 6. Ach wie flüchtig, ach wie nich⸗ ist der Menschen Prangen! stig Der in Purpur hoch vermessen ist als wie ein Gott gesessen, dessen wird im Tod vergessen. 7. Ach wie flüchtig, ach wie nich⸗ 5. Lieder von den letzten Dingen. A. Sterbe⸗- und Begräbnislieder. ist des Menschen Herrschen! Derdurch Machtist hochgestiegen, muß zuletzt aus Unvermögen in dem Grab erniedrigt liegen. 8. Ach wie flüchtig, ach wie nich⸗ sind der Menschen Schätze! stig Es kann Glut und Flut entstehen, dadurch, eh wir uns versehen, alles muß zu Trümmern gehen. 9. Ach wie flüchtig, ach wie nich⸗ sind der Menschen Sachen! stig Alles, alles, was wir sehen, das muß fallen und vergehen; wer Gott fürcht't, wird ewig stehen. Michael Franck, geb. 1609, 4 1667. 482. Eigene Melodie. 1. Alle Menschen müssen sterben, alles Fleisch vergeht wie Heu; was da lebet, muß verderben, soll es anders werden neu. Dieser Leib der muß verwesen, wenn er anders soll genesen zu der großen Herrlichkeit, die den Frommen ist bereit. 2. Drum so will ich dieses Le⸗ ben, weil es meinem Gott beliebt, auch ganz willig von mir geben, bin darüber nicht betrübt. Denn in meines Jesu Wunden hab ich schon Erlösung funden, und mein Trost in Todesnot ist des Herren Jesu Tod. tig 336 3. Je und se er hat drum f hin au in den da ich schaue 4. D da viel sind m dienen da die und d heilig, Gott de 5. Da die Pr wo au steh ie schen! gestiegen, mögen gt liegen. wie nich⸗ ätze! stig ntstehen, rsehen, n gehen. wie nich⸗ hen! stig ehen, rgehen; ewig stehen. „+ 1667. sterben, t. unden unden, snot A. Sterbe⸗ und 3. Jesus ist für mich gestorben, und sein Tod ist mein Gewinn, er hat mir das Heil erworben; drum fahr ich mit Freuden hin, hin aus diesem Weltgetümmel in den schönen Gotteshimmel, da ich werde allezeit schauen die Dreieinigkeit. 4. Da wird sein das Freuden⸗ leben, da viel taufend Seelen schon sind mit Himmelsglanz umge⸗ ben, dienen Gott vor seinem Thron; da die Seraphinen prangen und das hohe Lied anfangen: heilig, heilig, heilig heißt, Gott der Vater, Sohn und Geist. 5. Da die Patriarchen wohnen, die Propheten allzumal; wo auf ihren Ehrenthronen sitzet der zwölf Boten Zahl; wo in so viel tausend Jahren alle Frommen hingefahren; wo dem Herrn, der uns versöhnt, ewig Halleluja tönt. 6. O Jerusalem, du schöne, ach wie helle glänzest du! Ach wie lieblich Lobgetöne hört man da in sanfter Ruh! Ach der großen Freud und Wonne, jetzo gehet auf die Sonne, jetzo gehet an der Tag, der kein Ende nehmen mag! 7. Ach ich habe schon erblicket alle diese Herrlichkeit, jetzo werd ich schön geschmücket mit dem weißen Himmelskleid, mit der güldnen Ehrenkrone steh ich da vor Gottes Throne, 337 Begräbnislieder. 483 schaue solche Freude an, die kein Ende nehmen kann. Joh. Georg Albinus, g. 1624, 4 1679. 483. Mel. Nun laßt uns denLeib begraben. 1. Begrabt den Leib in seine Gruft, bis ihn des RichtersStimme ruftl Wir säen ihn, einst blüht er auf und steigt verklärtzu Gotthinauf. 2. Aus Staube schuf ihn einst der Herr! Er war schon Staub und wird's nun mehr; er liegt, er schläft, verwest, er⸗ wacht dereinst aus dieser Todesnacht. 3. Des Frommen Seele lebt bei der sie aus aller ihrer Not, Gott, aus aller ihrer Missetat durch seinen Sohn erlöset hat. 4. Hier hat ihn Trübsal oft ge⸗ drückt, nun wird er, Gott, von dir er⸗ quickt. Hier wandelt' er im finstern Tal, nun ist er frei von Schmerz und Qual. 5. Gott blieb er treu bis an sein Grab, nun wischt Gott seine Tränen ab. Was sind die Leiden dieser Zeit, Gott, gegen deine Herrlichkeit! 6. Nun, du Erlöster, schlaf in Ruh! Wir gehn nach unsern Hütten zu und machen zu der Ewigkeit mit Freud und Zittern uns bereit. 7. Ach, Jesu Christ, dein bittrer Tod 22 484—486 5. Lieder von den letzten Dingen. stärk uns in unsrer letzten Not. Laß unsre ganze Seele dein und freudig unser Ende sein! Fr. Gottl. Klopstock, g. 1724, 7 1808. 484. Mel. Ach Jesu, dessen Treu. 1. Bleib, Jesu, bleib bei mir, es will nun Abend werden; der Tag hat sich geneigt mit meiner Zeit auf Erden, mein Abschied stellt sich ein; die Stunde naht sich nun, da ich soll auf der Welt die letzte Reise tun. 2. Die Zeit der Pilgrimschaft, die ich hier angefangen, ist über Berg und Tal durch Kreuz und Not gegangen. Du aber warst bei mir, auch wenn ich's nicht gemerkt, und hast das matte Herz durch deinen Trost gestärkt. 3. So wirst du mich zuletzt,‚ mein Jesu, nicht verlassen, mein Glaube soll dich fest mit beiden Armen fassen. Ach ja, ich höre schon, was mir dein Mund verspricht: Ich weiche nicht von dir, so fürchte dich nur nicht! 4. Drum fürcht ich mich auch wird meine Seele scheiden, lnicht; so führest du sie ein ins Paradies der Freuden: so wird der böse Weg des ganzen Lebens gut, wenn man den letzten Schritt mit dir zum Himmel tut. Erdm. Neumeister, g. 1671, 4 1756. 485. Philipp. 1, 21. Eigene Melodie. 1. Christus der ist mein Leben, und Sterben mein Gewinn; dem tu ich mich ergeben, mit Fried fahr ich dahin. 2. Mit Freud fahr ich von dan⸗ zu Christ, demBruder mein, nen daß ich mög zu ihm kommen und ewig bei ihm sein. 3. Nun hab ich überwunden Kreuz, Leiden, Angst und Not, durch seine heil'gen Wunden bin ich versöhnt mit Gott. 4. Wenn meine Kräfte brechen, mein Atem geht schwer aus, schen: und kann kein Wort mehr spre⸗ Herr, nimm mein Seufzen aufl 5. Wenn Sinne und Gedanken vergehen wie ein Licht, das hin und her muß wanken, wenn ihm die Flamm gebricht: 6. Alsdann fein sanft und stille, laß, Herr, mich schlafen ein nach deinem Rat und Willen, wann kommt mein Stündelein. 7. An dir laß gleich den Reben mich bleiben allezeit, und ewig bei dir leben in deiner Seligkeit! 8. Wohl in desHimmelsThrone sing ich Lob, Ehr und Preis Gott Vater und dem Sohne und auch dem heil'gen Geist. Unbekannter 1608. 486. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. 1. Die Herrlichkeit der Erden muß Rauch und Asche werden, 338 den w ist nu sobald und d fragtk 3. E wir w ohn e Was! Dem dem w 4. was J und se Was — n Leben, inn; „ n. hon dan⸗ in, nen nmen unden id Not, nden tt. brechen, 8, lchen: hr spre⸗ zen aufl edanken anken, ebricht: id stille, ein zillen, idelein. Reben Throne reis hne zeist. er 1608. lassen. Erden erden, kein Fels, kein Erz kann stehn. Dies, was uns kann ergötzen, was wir für ewig schätzen, wird als ein leichter Traum ver⸗ gehn. 2. Der Ruhm, nach dem wir trachten, den wir unsterblich achten, ist nur ein falscher Wahn; sobald der Geist gewichen, und dieser Mund erblichen, fragt keiner, was man hier getan. 3. Es hilft kein weises Wissen, wir werden hingerissen ohn einen Unterscheid. Was nützt der Schlösser Menge? Dem hie die Welt zu enge, dem wird ein enges Grab zu weit. 4. Dies alles wird zerrinnen, was Müh und Fleiß gewinnen und saurer Schweiß erwirbt. Was Menschen hier besitzen, kann für den Tod nicht nützen; dies alles stirbt uns, wenn man stirbt. 5. Ist eine Lust, ein Scherzen, das nicht ein heimlich Schmerzen mit Herzensangst vergällt? Was ist's, womit wir prangen? Wo wirst du Ehr erlangen, die nicht in Hohn und Schmach verfällt? 6. Was pocht man auf die Thro⸗ da keine Macht noch Krone lne, kann unvergänglich sein? Es mag vom Totenreihen kein Scepter dich befreien, kein Purpur, Gold noch edler Stein. 7. Wie eine Rose blühet, wenn man die Sonne siehet A. Sterbe⸗ und Begräbnislieder. 339 487 begrüßen diese Welt, die, eh der Tag sich neiget, eh sich der Abend zeiget, verwelkt und unversehns abfällt, 8. So wachsen wir auf Erden und hoffen groß zu werden und schmerz⸗ und sorgenfrei, doch eh wir zugenommen und recht zur Blüte kommen, bricht uns des Todes Sturm ent⸗ zwei. 9. Wir rechnen Jahr auf Jahre, indessen wird die Bahre uns vor die Tür gebracht. Drauf müssen wir von hinnen und, eh wir uns besinnen, der Erde sagen gute Nacht. 10. Auf, Herz, wach und bedenke, daß dieser Zeit Geschenke den Augenblick nur dein. Was du zuvor genossen, ist als ein Strom verflossen; was künftig, wessen wird es sein? 11. Verlache Welt und Ehre, Furcht, Hoffen, Gunst und Lehre und geh den Herren an, der immer König bleibet, den keine Zeit vertreibet, der einzig ewig machen kann. 12. Wohl dem, der auf ihn trau⸗ er hat recht fest gebauet. set, Und ob er hier gleich fällt, wird er doch dort bestehen und nimmermehr vergehen, weil ihn die Stärke selbst erhält. Andreas Gryphius, g. 1616, 1664. 487. Mel. Ermuntre dich, mein schwacher. 1. Du bist zwar mein und blei⸗ best mein 22² 487 wer will mir anders sagen? Dochbistdu nicht nur mein allein, der Herr von ew'gen Tagen der hat das meiste Recht an dir, der fordert und erhebt von mir dich, o mein Sohn, mein Wille, mein Herz und Wunsches Fülle. 2. Ach gält es wünschen, wollt ö ich dich, du Sternlein meiner Seelen, vor allem Weltgut ewiglich mir wünschen und erwählen. Ich wollte sagen: Bleib bei mir, du sollst sein meines Hauses Zier, an dir will ich mein Lieben bis in mein Sterben üben. 3. So sagt mein Herz und meint es gut, Gott aber meint's noch besser. Groß ist die Lieb in meinem Mut, in Gott ist sie noch größer. Ich bin ein Vater und nichts mehr, Gott ist der Väter Haupt und Ehr, ein Quell, da Alt und Jungen in aller Welt entsprungen. 4. Ich sehne mich nach meinem und der mir ihn gegeben, Sohn, will, daß er nah an seinem Thron im Himmel solle leben. Ich sprech: Ach weh, mein Licht verschwind't, Gott spricht: Willkomm, du lie⸗ bes Kind, dich will ich bei mir haben und ewig reichlich laben. 5. O süßer Rat, o schönes Wort und heil'ger, als wir denken! Bei Gott ist ja kein böser Ort, kein Unglück und kein Kränken, 3⁴0⁰ 5. Cieder von den letzten Dingen. kein Angst, kein Mangel, kein Versehn, bei Gott kann keinem Leid ge⸗ schehn; wen Gott versorgt und liebet, wird nimmermehr betrübet. 6. Wir Menschen sind ja auch die Unfrigen zu zieren;(bedacht, wir gehn und sorgen Tag und wie wir sie wollen führen[Nacht, in einen feinen, sel'gen Stand, und ist doch selten so bewandt mit dem, wohin sie kommen, als wir's uns vorgenommen. 7. Wie manches junges, from⸗ mes Blut wird jämmerlich verführet durch bös Exempel, daß es tut, was Christen nicht gebühret. Da hat's denn Gottes Zorn zu Lohn, auf Erden nichts als Spott und Hohn, der Vater muß mit Grämen sich seines Kindes schämen. 8. Ein solches darf ich ja nun an meinem Sohnerwartenzlnicht der steht vor Gottes Angesicht und geht in Christi Garten, hat Freude, die ihn recht erfreut, und ruht von allem Herzeleid; er sieht und hört die Scharen, die uns allhier bewahren. 9. Er sieht und hört der Engel Mund, sein Mündlein hilft selbst singen; weiß alle Weisheit aus dem Grund und red't von solchen Dingen, die unser keiner noch nicht weiß die auch durch unsern Fleiß und Schweiß I, kein Versehn, ꝛeid ge⸗ schehn; liebet, ibet. ja auch bedacht, g und Nacht, Stand, wandt men, imen. 3, from⸗ es Blut ret es tut, hret. zorn zu Lohn, ott und Hohn, men en. ja nun 15nicht gesicht ten, erfreut, zeleid; haren, . Engel Mund, singen; õem Grund ngen, t weiß, iß und chweiß A. Sterbe⸗ und Begräbnislieder. wir, weil wir sind auf Erden, nicht ausstudieren werden. 10. Ach sollt ich doch von ferne und nur ein wenig hören,[stehn wenn deine Sinne sich erhöhn und Gottes Namen ehren, der heilig, heilig, heilig ist, durch den du auch geheiligt bist: ich weiß, ich würde müssen vor Freude Tränen gießen; 11. Ich würde sprechen: Bleib allhier, nun will ich nicht mehr klagen: Ach mein Sohn, wärst du noch bei mir! nein, sondern: Komm, du Wagen Eliä, hole mich geschwind und bring mich dahin, da mein und so viel liebe Seelen[Kind so schöne Ding erzählen! 12. Nun es sei ja und bleib also, will nicht mehr um dich weinen; du lebst und bist von Herzen froh, siehst lauter Sonnen scheinen, die Sonnen ew'ger Freud und Ruh; hier leb und bleib nun immerzu, ich will, will's Gott, mit andern auch bald hinüber wandern. Paul Gerhardt, g. 1607, + 1676. 488. Eigene Melodie. 1. Freu dich sehr, o meine Seele, und vergiß all Not und Qual, weil dich Christus nun, dein Her⸗ ruft aus diesem Jammertal.(re, Aus der Trübsal, Angst und Leid sollst du fahren in die Freud, die kein Ohr je hat gehöret, die in Ewigkeit auch währet. 488 2. Tag und Nacht hab ich ge⸗ rufen zu dem Herren, meinem Gott, weil mich stets viel Kreuz be⸗ troffen, daß er mir hülf' aus der Not. Wie sich sehnt ein Wanders⸗ mann nach dem Ende seiner Bahn, so hab ich gewünscht, mein Leben hin in Gottes Händ zu geben. 3. Denn gleich wie die Rosen unter Dornenspitzen gar, sstehen also auch die Christen gehen durch viel Angst, Not und Gefahr. Wie die Meereswellen sind und der ungestüme Wind, also ist allhier auf Erden unsre Wallfahrt voll Beschwer⸗ den. 4. Welt und Teufel, Sünd und Hölle, unser eigen Fleisch und Blut plagen stets hier unsre Seele, lassen uns bei keinem Mut. Wir sind voller Angst und Plag, reich an Kreuz sind unfre Tag; gleich wann wir geboren werden, sind't sich Jammer g'nug auf Erden. 5. Wenn die Morgenröt her⸗ leuchtet, und der Schlaf sich von uns wend't, Sorg und Kummer daher schlei⸗ chet, Müh sich find't an allem End. Unsre Tränen sind das Brot, so wir essen früh und spat; wenn die Sonn aufhört zu schei⸗ nen, 341 489 5. Lieder von den letzten Dingen. hört doch nicht auf Klag und Weinen. 6. Drum, Herr Christ, du Mor⸗ gensterne, der du ewiglich aufgehst, sei du jetzt von mir nicht ferne, weil dein Blut mich hat erlöst. Hilf, daß ich mit Fried und Freud mög von hinnen fahren heut, ach sei du mein Licht und Straße, mich mit Beistand nicht verlasse. 7. Ob mir schon die Augen brechen, und mir das Gehör verschwind't, meine Zung nicht mehr kann sprechen, mein Verstand sich nicht besinnt, bist du doch mein Licht und Hort, Leben, Weg und Himmelspfort, du wirst selig mich regieren und die Bahn zum Himmel füh⸗ ren. 8. Freu dich sehr, o meine Seele, und vergiß all Not und Qual, weil dich Christus nun, dein Herre, ruft aus diesem Jammertal. Seine Freud und Herrlichkeit sollst du sehn in Ewigkeit, mit den Engeln jubilieren und auf ewig triumphieren. 1620. 489. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 1. Geht nun hin und grabt mein Grab, denn ich bin des Wandernsmüde, von der Erde scheid ich ab, denn mich ruft des Himmels Frie⸗ denn mir ruft die süße Ruh lde, von den Engeln droben zu. 2. Geht nun hin und grabt mein Grab; meinen Lauf hab ich vollendet, lege nun den Wanderstab hin, wo alles Ird'sche endet, lege selbst mich nun hinein in das Bette fonder Pein. 3. Was soll ich hienieden noch in dem dunklen Tale machen? Denn wie mächtig, stolz und hoch wir auch stellen unsre Sachen, muß es doch wie Sand zergehn, wenn die Winde drüber wehn. 4. Darum, Erde, fahre wohl, laß mich nun in Frieden scheiden! Deine Hoffnung, ach, ist hohl, deine Freuden werden Leiden, deine Schönheit Unbestand, eitel Wahn und Trug und Tand. 5. Darum letzte gute Nacht, Sonn und Mond und liebe Ster⸗ fahret wohl mit eurer Pracht, ne, denn ich reis' in weite Ferne, reise hin zu jenem Glanz, worin ihr erbleichet ganz. 6. Die ihr nun in Trauern geht, fahret wohl, ihr lieben Freunde! Was von oben niederweht, tröstet froh des Herrn Gemeinde; weint nicht ob dem eitlen Schein, droben nur kann ewig sein. 7. Weinet nicht, daß nun ich will vonderWeltdenAbschiednehmen, daß ich aus dem Irrtum will, aus den Schatten, aus den Sche⸗ men)), aus dem Eitlen, aus dem Nichts hin ins Land des ew'gen Lichts. *) Wesenlose Bilder. Ps. 38, 7. 8.Weinet nicht:mein süßesHeil, meinen Heiland hab ich funden 34⁴² da we grabt n Grab; llendet, Ab ndet, ꝛein in. den noch achen? ind hoch achen, jergehn, wehn. wohl, heiden! hohl, eiden, he Ster⸗ cht, ne, erne, „ . n geht, eunde! t, ꝛeinde; Schein, in. ich will ehmen, will, Sche⸗ men), Nichts Lichts. 38, 7. 8Heil, unden A. Sterbe⸗ und Begräbnislieder. 490 und ich habe auch mein Teil in den warmen Herzenswunden, woraus einst sein frommes Blut floß der ganzen Welt zu gut. 9. Weint nicht: mein Erlöser lebt; hoch vom finstern Erdenstaube hell empor die Hoffnung schwebt, undderHimmelsheld, der Glaube, und die ew'ge Liebe spricht: Kind des Vaters, zittre nicht! Ernst Moritz Arndt, g. 1769, + 1860. 490. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. 1. Gott Lob, die Stund ist kom⸗ da werd ich aufgenommen(men, ins schöne Paradeis. Ihr Eltern dürft nicht klagen, mit Freude sollt ihr sagen: Dem Höchsten sei Lob, Ehr und Preis! 2. Kurz ist mein irdisch Leben, ein bessers wird mir geben Gott in der Ewigkeit. Da werd ich nicht mehr sterben, in keiner Not verderben, meinLeben wirdseinlauterFreud. 3. Gott eilet mit den Seinen, läßt sie nicht lange weinen in diesem Tränental. Ein schnell und selig Sterben ist schnell und glücklich erben des schönen Himmels Ehrensaal. 4. Wie öfters wird verführet manch Kind, an dem man spüret rechtschaffne Frömmigkeit! Die Welt voll List und Tücke legt heimlich ihre Stricke bei Tag und Nacht, zu jeder Zeit. 5. Ihr Netze mag sie stellen, mich wird sie nun nicht fällen, sie wird mir tun kein Leid. Denn wer kann den verletzen, den Christus jetzt wird setzen ins Schloß vollkommner Sicher⸗ heit? 6. Zuvor bracht ich euch Freude, jetzt, nun ich von euch scheide, betrübt sich euer Herz. Doch wenn ihr's recht betrachtet und, was Gott tut, hoch achtet, wird sich bald lindern aller Schmerz. 7. Gott zählet alle Stunden, er schlägt und heilet Wunden, er kennet jedermann. Nichts ist jemals geschehen, das er nicht vorgesehen, und was er tut, ist wohlgetan. 8. Wenn ihr mich werdet finden vor Gott, frei aller Sünden, in weißer Seide stehn und tragen Siegespalmen in Händen und mit Psalmen des Herren Lob und Ruhm er⸗ höhn, 9. Da werdet ihr euch freuen, es wird euch herzlich reuen, daß ihr euch so betrübt. Wohl dem, der Gottes Willen gedenket zu erfüllen und ihm sich in Geduld ergibt. 10. Ade, nun seid gesegnet! Was jetzund euch begegnet, ist andern auch geschehn, viel müssen's noch erfahren. Nun, Gott woll euch bewahren! Dort wollen wir uns wiedersehn! Joh. Heermann, g. 1585, 4 1647. 343 491—492 5. Lieder von den letzten Dingen. 491. Mel. Vater unser im Himmelreich. 1. Herr Jesu Christ, wahr'r Mensch und Gott, der du littst Marter, Angst und Spott, für mich am Kreuz auch endlich starbst und mir dein's Vaters Huld er⸗ warbst, ich bitt durchs bittre Leiden dein, du wollst mir Sündergnädigsein. 2. Wenn ich nun komm in Ster⸗ bensnot und ringen werde mit dem Tod, wenn mir vergeht all mein Gesicht und meine Ohren hören nicht, wenn meine Zunge nicht mehr spricht und mir vor Angst mein Herz zerbricht, 3. Wenn mein Verstand sich nicht besinnt und mir all menschlich Hilf zer⸗ rinnt: so komm, o Herr Christ, mir be⸗ hend zu Hilf an meinem letzten End und führ mich aus dem Jammer⸗ tal, verkürz mir auch des Todes Qual! 4. Die bösen Geister von mir treib, mit deinem Geist stets bei mir bleib, bis sich die Seel vom Leib ab⸗ wend't. So nimm sie, Herr, in deine Händ! Der Leib hat in der Erd sein Ruh, 5. Ein fröhlich Auferstehn ver⸗ leih, sprech sei und meiner Sünd nicht mehr ge⸗ denk, aus Gnade mir das Leben schenk! Wie du hast zugesaget mir in deinem Wort, das trau ich dir: 6. Fürwahr, fürwahr, euch sage ich: Wer mein Wort hält und glaubt an mich, der wird nicht kommen ins Gericht und den Tod ewig schmecken nicht; und ob er gleich hie zeitlich stirbt, mit nichten er drum ganz ver⸗ dirbt; 7. Sondern ich will mit starker Hand ihn reißen aus des Todes Band und zu mir nehmen in mein Reichz da soll er denn mit mir zugleich in Freuden leben ewiglich. Dazu hilf uns ja gnädiglich! 8. Ach Herr, vergib all unsre Schuld! Hilf, daß wir warten mit Geduld, bis unser Stündlein kommt her⸗ bei auch unser Glaub stets wacker sei, dein'm Wort zu trauen festiglich, bis wir entschlafen seliglich. Paul Eber, g. 1511, + 1569. 492. Eigene Melodie. 1. Herzlich tut mich verlangen nach einem sel'gen End, weil ich hie bin umfangen bis sich der jüngst Tag naht herzu. mit Trübsal und Elend. 3⁴4⁴4 am jüngsten G'richt mein Für⸗ Ich ha von die sehw o Jesu 2. D von S es hat drauf i des fre Sterbe 4. De zu Sta doch ar durch 6 wird L und le in Hin was se 5. Ol zu blei und m Bestät . tehn ver⸗ leih, in Für⸗ prech sei nehr ge⸗ denk, schenkl nir rich dir: uch sage ich: glaubt n mich, Gericht n nicht; h stirbt, 3 ver⸗ dirbt; starker Hand Band Reich; ugleich lich! unsre schuld! eduld, ut her⸗ bei, ker sei, iglich, ch. 1569. ingen A. Sterbe⸗ und Begräbnislieder. Ich hab Lust abzuscheiden von dieser argen Welt, sehn' mich nach ew'gen Freuden; o Jesu, komm nur bald! 2. Du hast mich ja erlöset von Sünd, Tod, Teufel, Höll, es hat dein Blut gekostet; drauf ich mein Hoffnung stell. Warum sollt mir denn grauen vor Hölle, Tod und Sünd? Weil ich auf dich tu bauen, bin ich ein selig Kind. 3. Wenn gleich süß ist dasLeben, der Tod sehr bitter mir, will ich mich doch ergeben, zu sterben willig dir. Ich weiß ein besser Leben, da meine Seel fährt hin; des freu ich mich gar eben, Sterben ist mein Gewinn. 4. Der Leib zwar in der Erden zu Staub und Asche kehrt, doch auferweckt soll werden durch Christum schön verklärt, wird leuchten als die Sonne und leben ohne Not in Himmelsfreud und Wonne; was schad't mir denn der Tod? 5. Ob mich die Welt auch reizet, zu bleiben länger hier, und mir auch immer zeiget Ehr, Geld, Gut, all ihr Zier, doch ich das gar nicht achte, es währt ein kleine Zeit; das Himmlisch ich betrachte, das bleibt in Ewigkeit. 6. Gesegn' euch Gott der Herre, ihr Vielgeliebten mein! Trauert nicht allzu sehre über den Abschied mein! Beständig bleibt im Glauben! 34⁵ 493 Wir werd'n in kurzer Zeit einander wieder schauen dort in der Ewigkeit. 7. Nun will ich mich ganz wen⸗ zu dir, Herr Christ, allein:(den Gib mir ein selig Ende, send mir dein Engelein, führ mich ins ew'ge Leben, das du erworben hast, als du dich hingegeben für meine Sündenlast. 8. Hilf, daß ich ja nicht wanke von dir, Herr Jesu Christ, den schwachen Glauben stärke in mir zu aller Frist! Hilf mir ritterlich ringen, dein Hand mich halt mit Macht, daß ich mög fröhlich singen: Gottlob, es ist vollbracht! Christoph Knoll, g. 1563, 4 1650. 493. Mel. Wenn wir in höchstenNöten sein. 1. Hilf, Helfer, hilf in Angst und Not, erbarm dich mein, du treuer Gottl Ich bin ja doch dein liebes Kind trotz Teufel, Welt und aller Sünd. 2. Ich trau auf dich, o Gott mein Herr. Wenn ich dich hab, was will ich mehr? Ich hab ja dich, Herr Jesu Christ, du mein Gott und Erlöser bist. 3. Des freu ich mich von Herzen fein, bin gutes Muts und harre dein, verlaß mich gänzlich auf dein'n Nam'n. Hilf, Helfer, hilf, drauf sprech ich Am'n. 1596. 494 494. Psalm 119, 19. Mel. Herzlich tut mich verlangen. 1. Ich bin ein Gast auf Erden und hab hier keinen Stand, der Himmel soll mir werden, da ist mein Vaterland. Hier wall ich bis zum Grabe, dort in der ew'ꝰgen Ruh ist Gottes Gnadengabe, die schließt all Arbeit zu. 2. Was ist mein ganzes Wesen von meiner Jugend an denn Müh und Not gewesen? So lang ich denken kann, hab ich so manchen Morgen, so manche liebe Nacht mit Kummer und mit Sorgen des Herzens zugebracht. 3. Mich hat auf meinen We⸗ gen manch harter Sturm erschreckt, Blitz, Donner, Wind und Regen hat mir oft Angst erweckt; Verfolgung, Haß und Neiden, ob ich's gleich nicht verschuld't, hab ich doch müssen leiden und tragen mit Geduld. 4. So ging's den lieben Alten, an deren Fuß und Pfad wir uns noch täglich halten, wenn's fehlt an gutem Rat; sie zogen hin und wieder, ihr Kreuz war immer groß, bis daß der Tod sie nieder legt in des Grabes Schoß. 5. Ich habe mich ergeben in gleiches Glück und Leid; was will ich besser leben? Hier gilt es Müh und Streit. Es muß ja durchgedrungen, 5. Lieder von den letzten Dingen. es muß gelitten sein; wer nicht hat wohl gerungen, geht nicht zur Freud hinein. ö ö 6. So will ich zwar nun treiben mein Leben durch die Welt, doch denk ich nicht zu bleiben in diesem fremden Zelt. Ich wandre meine Straße, die zu der Heimat führt, da mich ohn alle Maße mein Vater trösten wird. 7. Mein Heimat ist dort droben, da aller Engel Schar den großen Herrscher loben, der alles ganz und gar in seinen Händen träget und für und für erhält, auch alles hebt und leget, nach dem's ihm wohlgefällt. 8. Dorthin steht mein Verlan⸗ da wollt ich gerne hin;(gen, die Welt bin ich durchgangen, daß ich's fast müde bin. Je länger ich hier walle, je wen' ger find ich Freud, die meinem Geist gefalle, das meist ist Herzeleid. 9. Die Herberg ist zu böse, der Trübsal ist zu viel. Ach komm, mein Gott, und löse mein Herz, wenn dein Herz will. Komm, mach ein selig Ende mit meiner Wanderschaft, und was mich kränkt, das wende durch deinen Arm und Kraft! 10. Wo ich bisher gesessen, ist nicht mein rechtes Haus; wenn mein Ziel ausgemessen, alsdann tret ich hinaus, und was ich hier gebrauchet, das leg ich alles ab, 346 und wa so schar 11. D du, mei du zieh hin vo ins Ha da ich gleich q nebst al 12. D und nig bei den du aus ungen, mein. in treiben Velt, leiben abe, 5 d. t droben, ben, 22 fällt. Verlan⸗ Igen, ingen, A. Sterbe⸗ und Begräbnislieder. und wann ich ausgehauchet, so scharrt man mich ins Grab. 11. Du aber, meine Freude, du, meines Lebens Licht, du ziehst mich, wenn ich scheide, hin vor dein Angesicht, ins Haus der ew'gen Wonne, da ich stets freudenvoll, gleich als die helle Sonne, nebst andern leuchten soll. 12. Da will ich immer wohnen, und nicht nur als ein Gast, bei denen, die mit Kronen du ausgeschmücket hast; da will ich herrlich singen von deinem großen Tun und frei von schnöden Dingen in meinem Erbteil ruhn. Paul Gerhardt, g. 1607, + 1676· 495. Eigene Melodie. 1. Ich bin ja, Herr, in deiner Macht, du hast mich an dies Licht ge⸗ bracht, du unterhältst mir auchdas Leben; du kennest meiner Monden Zahl, weißt, wann ich diesem Jammer⸗ tal auch wieder gute Nacht muß ge⸗ ben; wo, wie und wann ich sterben soll, das weißt du, Vater, mehr als wohl. 2. Wen hab ich nun, als dich allein, der mir in meiner letzten Pein mit Trost und Rat weiß beizu⸗ springen? Wer nimmt sich meiner Seele an, 49⁵5 wenn nun mein“eben nichts mehr kann, und ich muß mit demTode ringen, wenn aller Sinne Kraft gebricht? Tust du es, Gott mein Heiland, nicht? 3. Mich dünkt, da lieg ich schon vor mir in großer Hitz, ohn Kraft, ohn Zier, mit höchster Herzensangst befal⸗ len Gehör und Rede nehmen ab, die Augen werden mir ein Grab, doch kränkt die Sünde mich vor allen, des Satans Anklag hat nicht Ruh, setzt mir auch mit Versuchung zu. 4. Ich höre der Posaunen Ton und seh auch den Gerichtstag schon, der mir auch wird ein Urteil fäl⸗ len. Hier weiset mein Gewissensbuch, da aber des Gesetzes Fluch mich Sündenkind hinab zur Höl⸗ len. Wer hilft mir nun in dieser Not, wo du nicht Gott, du Todes Tod? 5. Der Teufel hat nicht Macht an mir, ich habe bloß gesündigt dir, dir, der du Missetat vergibest. Was maßt sich Satan dessen an, der kein Gesetz mir geben kann, nichts hat an dem, was du, Herr, liebest? Er nehme das, was sein ist, hin, ich weiß, daß ich des Herren bin. 6. Herr Jesu, ich, dein teures Gut, 347 496 bezeug's mitdeinem eig'nenBlut, daß ich der Sünde nicht gehöre. Was schont denn Satan meiner nicht und schreckt mich durch das Zorn⸗ gericht? Komm, rette deinesLeidensEhrel Was gibest du mich fremder Hand und hast so viel an mich gewandt? 7. Nein, nein, ich weiß gewiß, mein Heil, du lässest mich, dein wahres Teil, zu tief in deinen Wunden sitzen. Hie lach ich aller Macht und Not, es mag Gesetz, Höll oder Tod auf mich her donnern oder blitzen. Dieweil ich lebte, war ich dein, jetzt kann ich keines Fremden sein. Simon Dach, g. 1605, 4 1659. 496. Mel. Valet will ich dir geben. 1. Ich habe Lust zu scheiden, mein Sinn geht aus der Welt; ich sehne mich mit Freuden nach Zions Friedenszelt. Weil aber uns die Stunde zum Abschied keiner nennt, so hört aus meinem Munde mein letztes Testament: 2. Gott Vater, meine Seele bescheid ich deiner Hand; aus dieser dunkeln Höhle führ sie ins Vaterland. Du hast sie mir gegeben, so nimm sie wieder hin, daß ich in Tod und Leben nur dein alleine bin. 3. Was werd ich, Jesu, finden, das dir gefallen kann? Ach nimm doch meine Sünden 5. Lieder von den letzten Dingen. als ein Vermächtnis an; ö wirf sie in deine Wunden, ö wie in ein Meer hinein, ö so hab ich Heil gefunden und schlafe selig ein. 4. Dir, o du Geist der Gnade, laß ich den letzten Blick; zieh ich des Todes Pfade, so sieh auf mich zurück; ach fleh in meinem Herzen, wenn ich kein Glied mehr rühr, und stell in meinen Schmerzen mir nichts als Jesum für. 5. Ihr Engel, nehmt die Tränen von meinen Wangen an; ich weiß, daß euer Sehnen sonst nichts erfreuen kann. Wenn Leib und Seele scheiden, tragt mich in Jesu Schoß, so bin ich voller Freuden und aller Tränen los. 6. Euch aber, meine Lieben. die ihr mich dann beweint, euch hab ich was verschrieben: Gott, euren besten Freund. Drum nehmt den letzten Segen, es wird gewiß geschehn, daß wir auf Zions Wegen einander wiedersehn. 7. Zuletzt sei dir, o Erde, mein blasser Leib vermacht, damit dir wieder werde, was du mir zugebracht. Mach ihn zu Asch und Staube, bis Gottes Stimme ruft; denn dieses sagt mein Glaube: Er bleibt nicht in der Gruft. 8. Dies ist mein letzter Wille, Gott drückt das Siegel drauf. Nun wart ich in der Stille, bis daß ich meinen Lauf 348 durch Cl so geh ie und wei des Hir Benj 1. Ich er mach' Soll ich ohn Wi sein m V 2. Ma ichschrei Es sind beid, gr fällt kein 3. Es Angst, 9 des Ble voll Mi und wer 4. Her und mo heut bl bald kr ist aller 5. Ma wohl a die We jung o auch u⸗ Gnade, de, zen, yr rühr, merzen ir. eTränen id. Segen, n A. Sterbe⸗ und Begräbnislieder. durch Christi Tod vollende; so geh ich freudig hin und weiß, daß ich ohn Ende des Himmels Erbe bin. Benj. Schmolck, g. 1672, 4 1737. 497. Eigene Melodie. 1. Ich hab mein' Sach Gott heimgestellt, er mach's mit mir, wie's ihm ge⸗ fällt. Soll ich allhier noch länger leb'n, ohn Widerstreb'n seinm Willen tu ich mich ergeb'n. 2. Mein' Zeit und Stund ist, wann Gott will; ich schreib ihm nicht vor Maß und Ziel. Es sind gezählt die Haare mein, beid, groß und klein; fällt keines ohn den Willen sein. 3. Es ist allhie ein Jammertal, Angst, Not und Trübsal überall; des Bleibens ist ein' kleine Zeit voll Müh und Leid, und wer's bedenkt, ist stets im Streit. 4. Heut sind wir frisch, gesund und stark, und morgen liegen wir im Sarg; heut blühen wir wie Rosen rot, bald krank und tot; ist allenthalben Müh und Not. 5. Man trägt eins nach dem an⸗ dern hin, wohl aus den Augen, aus dem Sinn; die Welt vergisset unser bald, jung oder alt, auch unsrer Ehren mannigfalt. 349 497 6. Ach Herr, lehr uns bedenken wohl, daß wir sind sterblich allzumal, auch haben hie kein'n Aufenthalt, davon muß bald Gelehrt, Reich, Schön, Jung oder Alt. 7. Das macht die Sünd, du treuer Gott, daher kam uns der bittre Tod; der nimmt und frißt all Menschen⸗ wie er sie find't, kind, fragt nicht, wes Stands und Ehr sie sind. 8. Ich hab hie wenig guter Tag, mein täglich Brot ist Müh und Klag. Wann mein Gott will, so will in Frieden ziehn; lich hin Tod schaͤd't mir nicht, ist mein Gewinn. 9. Und ob mich schon mein Sünd anficht, dennoch will ich verzagen nicht; ich weiß, daß mein getreuer Gott für mich in Tod sein'n liebsten Sohn gegeben hat. 10. Derselbe, mein Herr Jesus Christ, für all mein' Sünd gestorben ist und auferstanden mir zu gut, der Hölle Glut gelöscht mit seinem teuern Blut. 11. Dem leb und sterb ich alle⸗ zeit, von ihm der bittre Tod nicht scheid't. Ich leb, ich sterb, so bin ich sein; er ist allein der einig Trost und Helfer mein. 12. Das ist mein Trost zu aller Zeit 498—499 5. Lieder von den letzten Dingen. in allem Kreuz und Traurigkeit. Ich weiß, daß ich am jüngsten Tag ohn alle Klag werd auferstehn aus meinem Grab. 13. Mein'n lieben Gott von An⸗ gesicht werd ich anschaun, dran zweifl' ich nicht, in ew'ger Freud und Seligkeit, die mir bereit; ihm sei Lob, Preis in Ewigkeit. 14. O Jesu Christe, Gottes Sohn, der du für uns genug getan, ach hilf mir durch die Wunden du bist allein dein; der einig Trost und Helfer mein. 15. Amen, mein lieber, frommer Gott, bescher uns einen sel'gen Tod; hilf, daß wir mögen alle hier bald sein bei dir, in deinem Reiche für und für. Johann Leon, s 1597. 498. Mel. Herzlich tut mich verlangen. 1. Ich hab mich Gott ergeben, dem liebsten Vater mein; hier ist kein Immerleben, es muß geschieden sein. Der Tod kann mir nicht schaden, er ist nur mein Gewinn, in Gottes Fried und Gnaden fahr ich mit Freud dahin. 2. Mein Weg geht jetzt vorüber; o Welt, was acht' ich dein? Der Himmel ist mir lieber, da trachte ich hinein, darf mich nicht sehr beladen, weil ich wegfertig bin, in Gottes Fried und Gnaden fahr ich mit Freud dahin. 3. Ach sel'ge Freud und Wonne hat mir der Herr bereit't, da Christus ist die Sonne, Leben und Seligkeit. Was kann mir doch nun schaden, weil ich bei Christo bin? In Gottes Fried und Gnaden fahr ich mit Freud dahin. 4. Gesegn' euch Gott,ihr Meinen, ihr Liebsten allzumal! Um mich sollt ihr nicht weinen, ich weiß von keiner Qual. Den rechten Port noch heute nehmt fleißig ja in acht, in Gottes Fried und Freude fahrt mir bald alle nach! V. 1 Johann Leon, 7 1597. V.2—4 Joh. Siegfried, g. 1564, 4 1687. 499. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt. 1. Ich sterbe täglich, und mein Leben eilt immerfort zum Grabe hin. Wer kann mir einen Bürgen ge⸗ ben ob ich noch morgen lebend bin? Die Zeit geht hin, der Tod kommt her; ach wer nur immer fertig wärl 2. Ein Mensch, der sich mit Sün⸗ den träget, ist immer reif zu Sarg und Grab, der Apfel, der den Wurm schon heget, fällt endlich unversehens ab. Ich weiß, es ist der alte Schluß, daß ich zur Erde werden muß. 350 3. Es er kom und for Wohl d denn en hängt 4. He hast du wie la das ist Hilf, do an mei 5. Es als es den ein den and Ein ein wo ich 6. Ein und Fal Doch se und sch daß, we die Se 7. Vi wennd drum! Herr, Versch so schr I. maden in. d Wonne 1 me, schaden, 2 znaden in. Meinen, weinen, al. heute 1, 1 1507. 4, + 1687. zott läßt. ud mein Leben be hin. rgen ge⸗ ben, ud bin? okommt A. Sterbe⸗ und Begräbnislieder. 3. Es schickt der Tod nichtimmer Boten, er kommet oft unangemeld't und fordert uns ins Land der Toten. Wohl dem, der Haus und Herz bestellt, denn ew'ges Unglück oder Glück hängt nur an Einem Augenblick. 4. Herr aller Herren, Tod und Leben hast du allein in deiner Hand; wie lange du mir Frist gegeben, das ist und bleibt mir unbekannt. Hilf, daß ich jeden Glockenschlag an meinen Abschied denken mag. 5. Es kann vor Abend anders werden, als es am Morgen mit mir war; den einen Fuß hab ich auf Erden, den andern auf der Totenbahr. Ein einz'ger Schritt ist nur da⸗ hin, wo ich der Würmer Speise bin. 6. Ein einz'ger Schlag kann alles enden, und Fall und Tod beisammen sein. Doch schlage nur mit Vaterhän⸗ den und schließ in Christi Tod mich ein, daß, wenn der Leib zu Boden fällt, die Seel an Jesu Kreuz sich hält. 7. Vielleicht kann ich kein Wort mehr sagen, wenn Auge, Mund und Ohr sich schleußt; drum bet ich bei gesunden Tagen: Herr, ich befehl dir meinen Geist. Verschließen meine Lippen sich, so schreie Jesu Blut für mich. 500 8. Kann ich die Meinen nicht mehr segnen, so segne du sie mehr als ich; wenn lauter Tränen um mich reg⸗ o Tröster, so erbarme dich nen, und lasse der Verlaßnen Schrein. durch deinen Trost erhörlichsein! 9. Dringt mir der letzte Stoß zum Herzen, so schließe mir den Himmel auf, verkürze mir die Todesschmerzen und hole mich zu dir hinauf, so wird mein Abschied keine Pein, zwar eilig, dennoch selig sein. Benjamin Schmolck, g. 1672, 4 1737. 500. Mel. O Jesu Christ, mein's Lebens. 1. Ich wollt, daß ich daheime wär, den Trost der Welt ich gern ent⸗ behr. Daheim im Himmel meine ich, da ich Gott schaue ewiglich. 2. Wohlauf, mein Seel, und richt dich dar, dort wartet dein der Engel Schar. Denn alle Welt ist dir zu klein, du kommest denn erstwieder heim. 3. Daheim ist Leben ohne Tod, und ganze Freud ohn alle Not. Da sind doch tausend Jahr wie heut, und nichts, das dich verdrießt und reut. 4. Wohlauf, mein Herz und all mein Mut, und such das Gut ob allem Gut! Was das nicht ist, das schätz gar klein und sehn dich allzeit wieder heim. 351 501—503 4. Lieder für besondere Seiten ꝛc. 5. Du hast doch hie kein Bleiben nicht, ob's morgen oder heut geschicht. Da es denn anders nicht mag sein, so fleuch der Welt gar falschen Schein! 6. Bereu dein Sünd, als wollst du gleich schon morgen ziehn gen Himmel⸗ reich. Ade, Welt, Gott gesegne dich! Gen Himmelreich nun fahre ich. Heinrich v. Laufenberg, 4 1455. 501. Mel. Vater unser im Himmelreich. 1. In Christi Wunden schlaf ich ein, die machen michvonSünden rein, Christi Blut und Gerechtigkeit das ist mein Schmuck und Ehren⸗ kleid; damit will ich vor Gott bestehn, wenn ich zum Himmel werd ein⸗ gehn. 2. Mit Fried und Freud ich fahr dahin, ein Gotteskind ich allzeit bin. Dank hab, mein Tod, du förderst ins ew'ge Leben wandre ich[mich, mit Christi Blut gereinigt fein. Herr Jesu, stärk den Glauben meinl Paul Eber(7), g. 1511, 4 1569. 502. Eigene Melodie. 1. Mach's mit mir, Gott, nach deiner Güt, hilf mir in meinem Leiden! Ruf ichdichan, versagmir's nicht! Wenn meine Seel will scheiden so nimm sie, Herr, in deine Händl Ist alles gut, wenn gut das End. 2. Gern will ich folgen, liebster Herr, du wirst mir's nicht verderben. Ach du bistdoch von mir nichtfern, wenn ich gleich hier muß sterben verlassen meine liebsten Freund die' smit mirherzlichgutgemeint. 3. Ruht doch der Leib sanft in der Erd. die Seel zu dir sich schwinget, in deiner Hand sie unversehrt durch Tod ins Leben dringet. Hier ist doch nur ein Tränental, Angst, Not und Trübsal überall. 4. Tod, Teufel, Höll, die Welt, die Sünd mir können nichts mehr schaden, an dir, o Herr, ich Rettung find, ich tröst mich deiner Gnaden. Dein ein'ger Sohn aus Lieb und Huld für mich bezahlt hat alle Schuld. 5. Was wollt ich denn lang trau⸗ weil ich so wohl bestehe, lrig sein, bekleid't mitChristi Unschuld rein wie eine Braut hergehe? Gehab dich wohl, du schnöde Welt, bei Gott zu leben mir gefällt. Joh. Herm. Schein, g, 1586, 4 1630. 503. Mel. Wer nur den lieben Gott. 1. Mein Gott, ich weiß wohl, daß ich sterbe, ich bin ein Mensch, der bald ver⸗ geht und findet hier kein solches Erbe, 35² das ew drum z wie ich 2. Mo kein A Wie ba die Bl drum hier in 3. Mo dieweil dem ei wenn si doch wi mein C 4. Me und we doch wi daß dei so nehr die Err 5. Ni so nim auf daf und ha so gilt! wann Benjan 2c. l scheiden, ine Händl tdas End. en, liebster Herr, rderben. nichtfern, 18 sterben, Freund tgemeint. b sanft in der Erd, )winget, versehrt dinget. ränental, überall. die Welt, die Sünd rschaden, ung find, naden. Lieb und Huld e Schuld. ang trau⸗ rig sein, chuld rein 6, + 1630. en Gott. iß wohl, ch sterbe, hald ver⸗ geht es Erbe, A. Sterbe⸗ und Begräbnislieder. das ewig in der Welt besteht: drum zeige mir in Gnaden an, wie ich recht selig sterben kann. 2. Mein Gott, ich weiß nicht, wann ich sterbe: kein Augenblick geht sicher hin. Wie bald zerbricht doch eine Scherbe, die Blume kann gar leicht ver⸗ blühn: drum mache mich nur stets bereit hier in der Zeit zur Ewigkeit. 3. Mein Gott, ich weiß nicht, wie ich sterbe, dieweil der Tod viel Wege hält: dem einen wird das Scheiden her⸗ be, wenn sonst ein andrer sanfte fällt; doch wie du willst, gib, daß da⸗ bei mein End in dir nur selig sei. 4. Mein Gott, ich weiß nicht, wo ich sterbe, und welcher Sand mein Grab be⸗ deckt; doch wenn ich dieses nur ererbe, daß deine Hand mich auferweckt, so nehm ich jede Stelle ein, die Erd ist allenthalben dein. 5. Nun liebster Gott, wenn ich ja sterbe, so nimm du meinen Geist zu dir, auf daß ich dort mit Christo erbe; und hab ich den am Grabe hier, so gilt mir's gleich und geht mir's wohl, wann, wo und wie ich sterben soll. Benjamin Schmolck, g. 1672, + 1787. 3⁵³ 23 504—505 504. Ev. Luk. 2, 29—32. Eigene Melodie. 1. MitFried und Freud ich fahr in Gottes Wille,[dahin getrost ist mir mein Herz und sanft und stille.[Sinn, Wie Gott mir verheißen hat: der Tod ist mein Schlaf worden. 2. Das macht Christus, wahr'r der treueHeiland,[Gottes Sohn, den du mich, Herr, hast sehen lan und g'macht bekannt, daß er sei das Leben mein und Heil in Not und Sterben. 3. Den hast du allen vorgestellt mit großen Gnaden, zu seinem Reich die ganze Welt heißen laden durch dein teuer heilsam Wort, an allem Ort erschollen. 4. Er ist das hell und selig Licht für die Heiden, zu erleuchten, diedichkennennicht, und zu weiden. Er ist deins Volks Israel der Preis, Ehr, Freud und Won⸗ ne. Martin Luther, g. 1483, 4 1546. 505. Eigene Melodie. 1. Mitten wir im Leben sind mit dem Tod umfangen. Wen such'n wir, der Hilfe tu, daß wir Gnad erlangen? Das bist du, Herr, alleine. Uns reuet unsre Missetat, die dich, Herr, erzürnet hat. Heiliger Herre Gott, heiliger, starker Gott, 2 506 heiliger, barmherziger Heiland, du ewiger Gott, laß uns nicht versinken in des bittern Todes Not! Kyrieleison! 2. Mitten in dem Tod anficht uns der Hölle Rachen. Wer will uns aus solcher Not frei und ledig machen? Das tust du, Herr, alleine. Es jammert dein Barmherzigkeit unsre Sünd und großes Leid. Heiliger Herre Gott, heiliger, starker Gott, heiliger, barmherziger Heiland, du ewiger Gott, ö laß uns nicht verzagen vor der tiefen Hölle Glut! Kyrieleison! 3. Mitten in der Hölle Angst unfre Sünd uns treiben. Wo soll'n wir denn fliehen hin, da wir mögen bleiben? Zu dir, Herr Christ, alleine. Vergossen ist dein teures Blut, das g'nug für die Sünde tut. Heiliger Herre Gott, heiliger, starker Gott, heiliger, barmherziger Heiland, du ewiger Gott, laß uns nicht entfallen von des rechten Glaubens Trost! Kyrieleison! Martin Luther, g. 1483, 4+ 1546. Nach dem LateinischenNotkers des äl⸗ tern Media vita in morte sumus. 506. Eigene Melodie. Gemeinde. 1. Nun laßt uns den Leib be⸗ graben 5. Lieder von den letzten Dingen. und daran kein'n Zweifel haben, er werd am jüngsten Tag aufstehn und unverweslich hervorgehn. 2. Erd ist er und von der Erden, wird auch zu Erd wieder werden und von der Erd wieder aufstehn, wenn Gott's Posaune wird an⸗ gehn. 3. Sein Seele lebt ewig in Gott, der sie allhie aus lauter Gnad von aller Sünd und Missetat durch seinen Sohn erlöset hat. 4. Sein Jammer, Trübsal und Elend ist kommen zu ein'm sel' gen End. Er hat getragen Christi Joch, ist gestorben und lebet doch. 5. Die Seele lebt ohn alle Klag, der Leib schläft bis an jüngsten Tag, an welchem ihn Gott verklären und ew'ge Freud wird gewähren. 6. Hie ist er in Angst gewesen, dort aber wird er genesen, in ewiger Freud und Wonne leuchten wie die helle Sonne. 7. Nun lassen wir ihn hie schlafen und gehn all heim unsre Straßen, schicken uns auch mit allem Fleiß, denn der Tod kommt uns gleicher Weis'. Böhmische Brüder. Chor. 1. So traget mich nun immer hin, da ich so lang verwahret bin, bis Gott, mein treuer Seelenhirt, mich wieder auferwecken wird. 2. Ja freilich durch den Tod ich werd 35⁴4 zu Asche dochwird von mein 3. Mei die Seel der sie d erlöset h 4. Was wird nut die Welt dort ist 5. Wen und Got so wird und in d 6. Wie hatt ich Nun ab als alle 7. So und geh ein jede wie er Georg Ge 8. Da der uns von Te Ihm st el haben, aufstehn prgehn. Er Erden, r werden nufstehn, wird an⸗ gehn. in Gott, r Gnad tissetat set hat. bsal und Elend gen End. i Joch, doch. lle Klag, jüngsten Tag, erklären währen. gewesen, en, ö Vonne sonne. schlafen Straßen, m Fleiß, gleicher Weis'. Brüder. wimmer hin, t bin, lenhirt, wird. Tod ich werd zu Asche wieder und zu Erd, dochwird das schwacheFleisch und Bein von meinem Gott verwahret sein. 3. Mein Leib bleibt hie der Würmer Spott, die Seele lebt bei ihrem Gott, der sie durch sein so bittres Leid erlöset hat zur Seligkeit. 4. Was mich für Trübsal hat verletzt, wird nun in höchste Lust versetzt; die Welt ist nur ein Jammertal, dort ist ein rechter Freudensaal. 5. Wenn alle Welt zuTrümmern bricht, und Gott wird halten sein Gericht, so wird mein Leib verkläret stehn und in das Himmelreich eingehn. 6.Wie manche Widerwärtigkeit hatt ich bei meiner Lebenszeit! Nun aber ist mir nichts bewußt als aller Auserwählten Lust. 7. So laßt mich denn in sanfter Ruh und geht nach eurer Wohnung zu, ein jeder denke Tag für Tag, wie er auch selig werden mag. Georg Neumark, g. 1621, 4 1681. Gemeinde und Chor. 8. Das helf uns Christus, unser Trost, der uns hat durch sein Blut erlöst von Teufels G'walt und ew'ger Pein. Ihm sei Lob, Preis und Ehr allein! V. 8. Martin Luther. 35⁵ A. Sterbe⸗ und Begräbnislieder. 507 507. Eigene Melodie. 1. O Welt, ich muß dich lassen, ich fahr dahin mein Straßen ins ew'ge Vaterland. Mein'n Geist will ich aufgeben, dazu mein Leib und Leben setzen in Gottes gnäd'ge Hand. 2. Mein Zeit ist nun vollendet, der Tod das Leben endet, Sterben ist mein Gewinn; kein Bleiben ist auf Erden, das Ew'ge muß mir werden, mit Fried und Freud fahr ich da⸗ hin. 3. Ob mich gleich hat betrogen die Welt, von Gott gezogen durch Schand und Büberei, will ich doch nicht verzagen, sondern mit Glauben sagen, daß mir mein Sünd vergeben sei. 4. Auf Gott steht mein Ver⸗ trauen, sein Antlitz will ich schauen wahrlich durch Jesum Christ, der für mich ist gestorben, des Vaters Huld erworben, mein Mittler er auch worden ist. 5. Die Sünd kann mir nicht erlöst bin ichausGnadenlschaden, umsonst durch Christi Blut. Kein Werk kommt mir zu From⸗ so will ich zu ihm kommen,(men, allein der christlich Glaube gut. 6. Ich bin ein unnütz Knechte, mein Tun ist viel zu schlechte, denn daß ich ihm bezahl damit das ew' ge Leben; umsonst will er mir's geben und nicht nach mein'm Verdienst und Wahl. 23* 508 7. Draufwill ich fröhlich sterben, das Himmelreich ererben, wie er mir's hat bereit't; hie mag ich nicht mehr bleiben, der Tod tut mich vertreiben, mein Seele sich vomLeibe scheid't. 8. Damit fahr ich von hinnen. O Welt, tu dich besinnen, denn du mußt auch nur nach; tu dich zu Gott bekehren und von ihm Gnad begehren, im Glauben sei du auch nicht schwach. 9. Die Zeit ist schon vorhanden, hör auf von Sünd und Schanden und richt dich auf die Bahn mit Beten und mit Wachen, sonst all irdischen Sachen sollst du gutwillig geben dran. 10. Das schenk ich dir am Ende: Ade,‚ zu Gott dich wende! Zu ihm steht mein Begehr. Hüt dich vorPein und Schmerzen, nimm mein'n Abschied zu Her⸗ zen! Mein's Bleibens ist jetzt hie nicht mehr. Johann Hesse(2), g. 1490, + 1547. 508. Mel. Herzlich tut mich verlangen. 1. So hab ich obgesieget, mein Lauf ist nun vollbracht, ich bin gar wohl vergnüget, zu tausend guter Nacht! Ihr aber, meine Lieben, tut nicht so ängstiglich! Was wollt ihr euch betrüben? Steht's doch sehr gut um mich. 2. Denkt, Vater, wie viel Sor⸗ wie manche wache Nacht,(gen, 5. Lieder von den letzten Dingen. wie manchen düstern Morgen ein liebes Kind oft macht. Was ihm kann widerfahren, das fürchtet, wer es liebt. Den Kummer könnt ihr sparen, drum seid nicht so betrübt. 3. Ach Mutter, loßt die Zähren, stellt euer Klager ein, des Höchter sein Begehren das muß erfüllet sein. Warum ihr j tzo weinet und gar zu kläglich tut, das ist sehr wohl gemeinet: Got' machet alles gut. 4. Die Freude, die sich reget bei einem Wandersmann, wenn er die Reis' hinleget und kommet glücklich an; die Freude, die empfindet ein Schiffer, wenn sich schier ein sichrer Hafen findet, die spür ich jetzt bei mir. 5. Fahr hin, o Angst und Schmerzen, fahr immer, immer hin! Ich freue mich von Herzen, daß ich erlöset bin. Ich leb in tausend Freuden in meines Schöpfers Hand; da trifft und rührt kein Leiden, so dieser Welt bekannt. 6. Schmückt meinen Sarg mit Kränzen, wie sonst ein Sieg'smann prangt. Aus jenem Himmelslenzen hat meine Seel erlangt die ewig grüne Krone; die werte Siegespracht rührt her von Gottes Sohne, der hat mich so bedacht. 7. Doch netzet ihr die Wangen, 356 ihr Elte euch hat das Her des Vat sieht seh die Mut und kehr 8. Ich auf eine will Go so werfe und spr⸗ Gott, n bei dir der Me 9. Da zeigt ur daß es tut Go⸗ Gott w ich sterl wer sti⸗ der stir Nach 10. 8 genieß Uns in ist nich Wann dessell daß du sparen, bt. Zähren, ren net: reget N, get nʒ det schier 2 und hmerzen, 1 rzen, uden and; Leiden, Sarg mit Kränzen, prangt. zen dohne, Vangen, ihr Eltern, über mir, euch hat das Leid umfangen, das Herze bricht euch schier; des Vaters treue Liebe sieht sehnlich in mein Grab, die Mutter stehet trübe und kehrt die Augen ab. 8. Ich war euch nur geliehen auf eine kurze Zeit, will Gott mich zu sich ziehen, so werfet hin das Leid und sprecht: Gott hat's gegeben, Gott, nimm's, du hast das Recht, bei dir steht Tod und Leben, der Mensch ist Gottes Knecht. 9. Daß ihr mein Grab müßt se⸗ hen, zeigt unsern schwachen Stand; daß es so bald geschehen, tut Gottes Vaterhand. Gott wird das Leid euch stillen; ich sterbe nicht zu jung, wer stirbt nach Gottes Willen, der stirbt schon alt genung. (Nachruf der Betrübten.) 10. Fahr wohl, o liebe Seele, genieß der süßen Lust! Uns in der Trauerhöhle ist nichts hievon bewußt. Wann wird doch angelangen desselben Tages Schein, daß du uns wirst empfangen? O möcht er heute sein! Gottfr. Wilh. Sacer, g. 1635, 4 1699. 509. Mel. Herzlich tut mich verlangen. 1. Stimm an das Lied vom Sterben, den ernsten Abschiedssang! Vielleicht läuft beut zu Ende A. Sterbe⸗ und Begräbnislieder. 509—540 dein ird'scher Lebensgang; und eh die Sonne sinket, beschließt du deinen Lauf, und wenn die Sonne steiget, stehst du mit ihr nicht auf. 2. Es gibt nichts Ungewissers als Leben, Freud und Not; allein auch nichts Gewissers als Scheiden, Sterben, Tod. Wir scheiden von dem Leben bei jedem Lebensschritt; uns stirbt die Freud im Herzen, und unser Herz stirbt mit. 3. An unserm Pilgerstabe ziehn wir dahin zum Grab, und selbst ein Königsscepter ist nur ein Pilgerstab. Ein Pilgerkleid hat allen die Erde hier beschert; wir tragen's auf der Erde und lassen's auf der Erd. 4. So sing das Lied vom Ster⸗ das alte Pilgerlied,(ben, weil deine Straße täglich dem Grabe näher zieht. Laß dich es mild und freundlich wie Glockenton umwehn, es läute dir zum Sterben, doch auch zum Auferstehn. Karl Joh. Phil.Spitta, g. 1801, 1 1859. 510. Mel. Hüter, wird die Nacht der. 1. Unter Lilien jener Freuden sollst du weiden, Seele, schwinge dich empor! Als ein Adler fleug behende! Jesu Hände öffnen schon das Perlentor. 2. Laßt mich gehen, laßt mich zu dem Haufen laufen 357 511 derer, die des Lammes Thron nebst dem Chor der Seraphinen schon bedienen mit dem reinsten Jubelton. 3. Löse, erstgeborner Bruder, doch die Ruder meines Schiffleins, laß mich ein in den sichern Friedenshafen zu den Schafen, die der Furcht entrücket sein. 4. Nichts soll mir am Herzen süß es Leben, Ikleben, was die Erde in sich hält. Sollt ich in der Wüste weilen und nicht eilen? Nein, ich eil ins Himmelszelt. 5. Herzensheiland, laß den mir nichts rauben,(Glauben Glauben, der durch alles dringt. Nach dir sehnt sich meine Seele in der Höhle, bis sie sich von hinnen schwingt. 6. O wie bald kannst du es daß mit Lachen(machen, unser Mund erfüllet sei, du kannst durch des Todes Türen träumend führen und machst uns auf einmal frei. 7. Du hast Sünd und Straf ge⸗ Furcht und Zagen[tragen, muß nun ferne von mir gehn. Tod dein Stachel liegt danieder, meine Glieder werden fröhlich auferstehn. 8. Gotteslamm, dich will ich hier und droben loben mit der herzlichsten Begier. Du hast dich zum ew'gen Leben mir gegeben, hole, Heiland, mich zu dir! J. L. K. Allendorf, g. 1693, 4 1773. 5. Lieder von den letzten Dingen. 511. Eigene Melodie. 1. Valet will ich dir geben, du arge, falsche Welt, dein sündlich böses Leben durchaus mir nicht gefällt. Im Himmel ist gut wohnen, hinauf steht mein Begier; da wird Gott herrlich lohnen dem, der ihm dient allhier. 2. Rat mir nach deinem Herzen, o Jesu, Gottes Sohn! Soll ich ja dulden Schmerzen, hilf mir, Herr Christ, davon, verkürz mir alles Leiden, stärk meinen blöden Mut, laß selig mich abscheiden, setz mich in dein Erbgut! 3. In meines Herzens Grunde dein Nam und Kreuz allein funkelt all Zeit und Stunde, drauf kann ich fröhlich sein. Erschein mir in dem Bilde zu Trost in meiner Not, wie du, Herr Christ, so milde dich hast geblut't zu Tod. 4. Verbirg mein Seel aus Gna⸗ in deiner offnen Seit, rück sie aus allem Schaden zu deiner Herrlichkeit! Der ist wohl hie gewefen, wer kommt ins himmlischSchloß; ewig ist der genesen, wer bleibt in deinem Schoß. 5. Schreib meinen Nam'n aufs ins Buch des Lebens ein(beste und bind mein Seel gar feste ins schöne Bündelein der'r, die im Himmel grünen und vor dir leben frei, 358 [den so will daß dei Valerius 1. We ich will da wir und die Welt, b nichts in dem Friede 2. Je ich bin allen E ruhe sa In der endlick 5. liebst geben, en lt. ühnen, er; ohnen hier. Herzen, nerzen, davon, N, ut, n, tt! Grunde llein unde, sein. ilde ö 7 Hmilde ö d. uUs Gna⸗ den den en, Schloß choß. 'n aufs (beste feste ünen A. Sterbe⸗ und Begräbnislieder. so will ich ewig rühmen, daß dein Herz treue sei. Valerius Herberger, g. 1562, 4 1627. 512. Eigene Melodie. 1. Welt ade, ich bin dein müde, ich will nach dem Himmel zu; da wird sein der rechte Friede und die stolze Seelenruh. Welt, bei dir istKrieg und Streit, nichts denn lauter Eitelkeit, in dem Himmel allezeit Friede, Ruh und Seligkeit. 2. Ich bin schon dahin gekom⸗ men, ich bin meiner Krankheit los, allen Schmerzen ganz entnom⸗ ruhe sanft in GottesSchoß.[men, In der Welt war Angst und Not, endlich gar der bittre Tod, aber hier ist allezeit Friede, Freud und Seligkeit. 3. Was empfind ich da für Freu⸗ was ist hier für Herrlichkeitl lde, Überfüße Himmelsweide labet mich schon allbereit. Welt, bei dir ist Krieg und Not, Krankheit und zuletzt der Tod, hier im Himmel allezeit Friede, Ruh und Seligkeit. 4. Unaussprechlich schöne singet Gottes auserwählte Schar, heilig, heilig, heilig klinget in dem Himmel immerdar. Welt, bei dir ist Krieg und Streit, Angst und lauter Eitelkeit, aber hier ist allezeit Friede, Freud und Seligkeit. 5. Laßt doch euer Trauern blei⸗ liebsteFreunde, weinet nichtilben, 512—513 Es ist gar nicht zu beschreiben, wie mir hier so wohl geschicht; denn bei euch war Angst und Not, Schmerzen und der bittre Tod,. hier im Himmel allezeit Friede, Ruh und Seligkeit. 6. Denket, daß es wird gesche⸗ daß ihr mich in kurzer Zeit(hen, fröhlich werdet wiedersehen in der großen Herrlichkeit. Denn bei euch war nichts denn Not, Müh und Angst und gar der Tod, aber hier ist allezeit Friede, Freud und Seligkeit. 7. Ich bin nur vorangegangen, will euch allen Anlaß geb'n, daß euch soll danach verlangen, wo wir ewig sollen leb'n. Denn die Welt hat Krieg und Streit, all ihr Tun'ist Eitelkeit, aber hier ist allezeit Friede, Ruh und Seligkeit. Joh. G. Albinus(2), g. 1624, 1679. 513. Mel. O Welt, ichemuß dich lassen. 1. Wenn kleine Himmelserben in ihrer Unschuld sterben, so büßt man sie nicht ein, sie werden nur dort oben vom Vater aufgehoben, damit sie unverloren sein. 2. Sie sind ja in der Taufe zu ihrem Christenlaufe für Christum eingeweiht und noch bei Gott in Gnaden; was sollt es ihnen schaden, daß Jesus sie zu sich entbeut? 3. O wohl auch diesem Kinde! 359 514—515 5. Lieder von den letzten Dingen. Es stirbt nicht zu geschwinde. Zeuch hin, du liebes Kind! Du gehest ja nur schlafen und bleibest bei den Schafen, die ewig unsers Jesu sind. Joh. Andr. Rothe, g. 1688, 7 1758. 514. Eigene Melodie. 1. Wenn mein Stündlein vor⸗ handen ist, und ich soll fahr'n mein Straße, so g'leit du mich, Herr JesuChrist, mit Hilf mich nicht verlasse! Mein Seel an meinem letzten befehl ich dir in deine Händ, End du woll'st sie mir bewahren! 2. Mein' Sünd' mich werden kränken sehr, mein G'wissen wird mich nagen, denn ihr sind viel wie Sand am Meer; doch will ich nicht verzagen, gedenken will ich an dein'n Tod, Herr Jesu, und dein Wunden rot, dir werden mich erhalten. 3. Ich bin ein Glied an deinem Leib, des tröst ich mich von Herzen; von dir ich ungeschieden bleib in Todesnot und Schmerzen; wenn ich gleich sterb, so sterb ich ein ewig's Leben hast du mir[dir, mit deinem Tod erworben. 4. Weil du vom Tod erstanden bist, werd ich im Grab nicht bleiben; mein höchster Trost dein Auffahrt, ist Tod's Furcht kann fie vertreiben; denn wo du bist, da komm ich hin, daß ich stets bei dir leb und bin, drum fahr ich hin mit Freuden. 5. Ich fahr dahin zu Jesu Christ, mein'n Arm tu ich ausstrecken; so schlaf ich ein und ruhe fein, kein Mensch kann mich aufwecken denn Jesus Christus, Gottes Sohn; der wird die Himmelstür auftun, mich führ'n zum ew'gen Leben. V. 1—4 Niklas Hermann, 1 1561. V. 5 1574. 515. Mel. Wer nur den lieben Gott. 1. Wer weiß, wie nahe mir mein Ende? Hin geht die Zeit, her kommt der Tod; ach wie geschwinde und behende kann kommen meine Todesnot! Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Mach's nur mit meinem Ende gut! 2. Es kann vor Nacht leicht an⸗ ders werden, als es am frühen Morgen war; denn weil ich leb auf dieser Er⸗ leb ich in steter Tod'sgefahr.(den, Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Mach's nur mit meinem Ende gut! 3. Herr, lehr mich stets mein End bedenken und, wenn ich einstens sterben muß, die Seel in Jefu Wunden senken und ja nicht sparen meine Buß. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: 360 Mach's 4. Laß daß ich und sag Herr, w Mein G Mach's 5. Ma und imꝛ gib, daf die Ewi Mein 6 Mach's 6. Ach mit der dareini das gil Mein 6 Mach'“ 7. Ri nichts, ich leg und sa Mein Mach' 8. IJ A. Sterbe⸗ und Begräbnislieder. 515 und bin, Mach's nur mit meinem Ende schon längst in meiner heil' gen Freuden. gut! Tauf; uChrist, 4. Laß mich beizeit mein Haus du bist mir auch daher gewogen, trecken; bestellen, hast mich zum Kind genommen e fein, daß ich bereit sei für und für auf. ufwecken und sage stets in allen Fällen: Mein Gott, ich bitt durch Christi Bottes Herr, wie du willst, so schick's Blut: Sohn; mit mir! Mach's nur mit meinem Ende rr auftun, Mein Gott, ich bitt durch Christi gut! Leben. Blut: 9. Ich habe Jesu Leib gegessen, n, 1 1561. Mach's nur mit meinem Ende ich hab sein Blut getrunken hier; . 5 1574. gut! nun kann er meiner nicht ver⸗ 5. Mach immer süßer mir den gessen, n Gott. Himmel ich bleib in ihm und er in mir. mir mein und immer bittrer mir die Welt, Mein Gott, ich bitt durch Christi Ende? gib, daß mir in dem Weltgetüm⸗ Blut: kommt die Ewigkeit sei vorgestellt.(mel Mach's nur mit meinem Ende der Tod; Mein Gott, ich bitt durch Christi gut! behende Blut: 10. So komm mein End heut odesnot! Mach's nur mit meinem Ende oder morgen, h Christi gutlich weiß, daß mir's mit Jesu Blut: 6. Ach Vater, deck all meine glückt, n Ende Sünde ich bin und bleib in deinen Sor⸗ gut! mit dem Verdienste Jesu zu, gen, eicht an⸗ darein ich mich festgläubigwinde; mit Jesu Blut schön ausge⸗ werden, das gibt mir recht erwünschte schmückt. en war; Ruh. Mein Gott, ich bitt durch Christi ieser Er⸗ Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: hr.(den, Blut: Mach's nur mit meinem Ende Christi Mach's nur mit meinem Ende gut! Blut: gut! 11. Ich leb indes in dir ver⸗ 1 Ende 7. Nichts ist, das mich von Jesu gnüget gut! scheide‚ und sterb ohn alle Kümmernis. mein nichts, es sei Leben oder Tod; Mir g'nüget, wie mein Gott es edenken ich leg die Hand in seine Seite füget; terben und sage: Mein Herr und mein ich glaub und bin des ganz gewiß: muß, Gott! Mein Gott, durch Christi teures tsenken Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut le Buß. Blut: machstdu's mit meinem Endegut. Christ. Mach's nurmitmeinemEndegut! Amilie Juliane, Gräfin zu Schwarz⸗ Blut: 8. Ich habe Jesum angezogen burg⸗Rudolstadt, g. 1637, 4 1706. 4 V ö—9 — 516 516. Mel. Ich hab mein Sach Gott. 1. Wohlauf, wohlan zum letzten Gang! Kurz ist der Weg, die Ruh ist lang. Gott führet ein, Gott führet aus. Wohlan hinaus! Kein Bleiben ist im Erdenhaus. 2. Du Herberg in der Wander⸗ zeit gehab dich wohl und laß dein Leid, schleuß nur getrost die Pforte zu; was trauerst du? Dein Gast geht hin zur ew'gen Ruh. 3. Tragt ihn fein fanft ins Schlafgemach, ihr Lieben, folgt ihm segnend nach! Nun gute Nacht, der Tag war im Erdgewühl; schwül nun gute Nacht, die Nacht ist kühl. 4. Ein Schmuck ist auch das Leichentuch, ein Siegeszug der Leichenzug. Triumph, der Herr macht gute Sein Kreuz voran, Bahn! das winkt und deutet himmelan. 5. Ihr Glocken, tönt hochfest⸗ lich drein und läutet hell den Sabbath ein, der nach des Werktags kurzer durch Jesum Christ[Frist für Gottes Volk vorhanden ist. 6. O selig, wer das Heil er⸗ wirbt, der in dem Herrn, dem Mittler, stirbt! 5. Lieder von den letzten Dingen. O selig, wer, vom Laufe matt, die Gottesstadt, die droben ist, gefunden hat! 7. Was suchst du, Mensch, bis in den Tod? Du suchst so viel, und eins ist not. Die Welt beut ihre Güter feil; denk an dein Heil und wähl in Gott das beste Teil. 8. Was sorgst du bis zum letzten Tritt? Nichts brachtest du, nichts nimmst du mit. Die Welt vergeht mit Lust und Schau himmelwärts;[Schmerz. da, wo dein Schatz, da sei dein Herz. 9. Mit Gott bestell dein Haus beizeit, eh dich der Tod an Tote reiht, sie rufen: Gestern war's an mir, heut ist's an dir! hier. Hier ist kein Stand, kein Bleiben 10. Vom Freudenmahl zum Wanderstab, aus Wieg und Bett in Sarg und Grab, wann, wie und wo, ist Gott be⸗ Schlag an die Brust,(wußt. du mußt von dannen, Mensch, du mußt. 11. Da ist kein Sitz zu reich, zu arm, kein Haupt zu hoch, kein Herz zu warm, da blüht zu schön kein Wangen⸗ im Finstern droht rot; der Tod und überall der Tod. 12. Ach banges Herz im Leichen⸗ tal, 362 wo ist d Du bist aus Gre das Leb. 13. De Wer an Dein K dein Hi läßt un⸗ 14. V schon h Er sieht und kär und ha 15. 9 Hinein Ihr S gönnt auch il 16. 2 viel V Bereit am G² bereite 17. 6 er zeu Ja, ki e matt, hat! n Tod? ns ist not. er feil; ste Teil. n letzten Tritt? nimmst du mit. ust und Pchmerz. sei dein Herz. n Haus beizeit, reiht, an mir, hier. Bleiben zum derstab, arg und Grab, ott be⸗ (wußt. nsch, du mußt. eich, zu arm, Herz zu warm, zangen⸗ lrot; Tod. eichen⸗ tal, sch, bis wo ist dein Licht, dein Lebens⸗ strahl? Du bist es, Jesu, der mit Macht aus Gräbernacht das Leben hat ans Licht gebracht. 13. Dein Trostwort klingt so hoch und hehr: Wer an mich glaubt, stirbt nim⸗ mermehr! Dein Kreuz, dein Grab, dein dein Himmelgehn(Auferstehn, läßt uns den Himmel offen sehn. 14. Wohl dem, der, Herr, mit dir vertraut, schon hier die ew'gen Hütten baut! Er sieht das Kleinod in der Fern und kämpfet gern und harrt der Zukunft seines Herrn. 15. Nun, Tor des Friedens, öffne dich! Hinein! Hier schließt die Wall⸗ fahrt sich. Ihr Schlummernden im Frie⸗ gönnt allzugleich Idensreich, auch ihm ein Räumlein neben euch. 16. Viel Gräber sind an diesem Ort, viel Wohnungen im Himmel Bereitet ist die Stätte schon(dort. am Gnadenthron, bereitet ihm durch Gottes Sohn. 17. Sein ist das Reich mit All⸗ gewalt; er zeugt und spricht: Ich komme bald. Ja, komm, Herr Jesu, führ uns ein; A. Sterbe⸗ und Begräbnislieder. 517 wir harren dein. Amen, dein laß uns ewig sein! Chr. Fr. H. Sachse, g. 1785, 4 1860. 517. Eigene Melodie. 1. Zieh hin, mein Kind, denn Gott selbst fordert dich aus dieser argen Welt. Ich leide zwar, dein Tod betrübet doch weil es Gott gefällt,(mich, so unterlaß ich alles Klagen und will mit stillem Geiste sagen: Zieh hin, mein Kind! 2. Zieh hin, mein Kind, der Schöpfer hat dich mir nur in der Welt geliehn. Die Zeit ist aus, darum befiehlt jetzt wieder fortzuziehn. ler dir Zieh hin, Gott hat es so versehen, was dieser will, das muß ge⸗ Zieh hin, mein Kind!(schehen. 3. Zieh hin, mein Kind, im Himmel findest du, was dir die Welt versagt; denn nur bei Gott ist wahrer Trost und Ruh, da wird kein Schmerz erfragt. Hier müssen wir in Angsten schwe⸗ ben, dortkannstduewig fröhlich leben. Zieh hin, mein Kind! 4. Zieh hin, mein Kind, wir folgen alle nach, so bald es Gott gefällt. Du eilest fort, eh denn das Unge⸗ mit Haufen sich einstellt.[(mach Wer lange lebt, steckt lang im Leide, wer frühe stirbt, kommt bald zur Zieh hin, mein Kind![Freude. 363 518—519 5. Lieder von den letzten Dingen. 5. Zieh hin, mein Kind, die Engel warten schon auf deinen frommen Geist. Nun wohl, dein Seele ist ent⸗ bunden, du hast im Herren überwunden. Du siehest auch, wie Gottes lie⸗Zieh hin, mein Kind! ber Sohn Gottfr. Hoffmann, g. 1658, + 1712. dir schon die Krone weist. (Beim Tode von Kindern Nr. 487, 490, 508, 513, 517.) B. Auferstehung, Gericht und ewiges CLeben. 518. Eigene Melodie. 1.Auferstehn, ja auferstehn wirst mein Staub, nach kurzer Ruh. du, Unsterblich's Leben wird, der dich schuf, dir geben. Halleluja! 2. Wieder aufzublühn werd ich Der Herr der Ernte geht(gesät. und sammelt Garben uns ein, uns ein, die starben. Halleluja! 3. Tag des Danks, der Freuden⸗ tränen Tag, du meines Gottes Tag! Wenn ich im Grabe genug geschlummert habe, erweckst du mich. 4. Wie den Träumenden wird's dann uns sein. Mit Jesu gehn wir ein zu seinen Freuden. Der müden Pilger Leiden sind dann nicht mehr. 5. Ach ins Allerheiligste führt mein Mittler dann, lebt ich(mich im Heiligtume zu seines Namens Ruhme. Halleluja! Fr. Gortl. Klopstock, g. 1724, + 1808. 519. Ev. Matth. 25, 1—18. Mel. Valet will ich dir geben. 1. Ermuntert euch, ihr From⸗ zeigt eurer LampenSchein,[men, der Abend ist gekommen, die finstre Nacht bricht ein. Es hat sich aufgemachet der Bräutigam mit Pracht; auf, betet, kämpft und wachet, bald ist es Mitternacht. 2. Macht eure Lampen fertig⸗ und füllet sie mit Ol und seid des Heils gewärtig, bereitet Leib und Seel! Die Wächter Zions schreien: Der Bräutigam ist nah, begegnet ihm im Reihen und singt Halleluja! 3. Ihr klugen Jungfraun alle, hebt nun das Haupt empor mit Jauchzen und mit Schalle zum frohen Engelchor! Die Tür ist aufgeschlossen, die Hochzeit ist bereit; auf, auf, ihr Reichsgenossen, der Bräut'gam ist nicht weit. 4. Er wird nicht lang verziehen, drum schlafet nicht mehr ein; man sieht die Bäume blühen, der schönste Frühlingsschein verheißt Erquickungszeiten; 364 B. die Abenꝛ den schön vor dem 5. Bege ihr, die i mit freud und seid Es sind d gekomme wird, we die Kron 6. Die und mit sollt nun in Freud mit lebe und vor mit Jau in eurer 7. Hier hier ist hier steh im Frie und nac hier grü die dort hier sche e ist ent⸗ bunden, wunden. 5, + 1712. 513, 517½ I. 13. geben. r From. n,[men, ein. acht; ö wachet, ö fertig ärtig, eien: n run alle, por Schalle N, ssen, weit. rziehen, ein; ühen, hein en; die Abendröte zeigt den schönen Tag von weiten, vor dem das Dunkle weicht. 5. Begegnet ihm auf Erden, ihr, die ihr Zion liebt, mit freudigen Gebärden und seid nicht mehr betrübt! Es sind die Freudenstunden gekommen, und der Braut wird, weil sie überwunden, die Krone nun vertraut. 6. Die ihr Geduld getragen und mit gestorben seid, sollt nun nach Kreuz und Klagen in Freude sonder Leid mit leben und regieren und vor des Lammes Thron mit Jauchzen triumphieren in eurer Siegeskron. 7. Hier sind die Siegespalmen, hier ist das weiße Kleid, hier stehn die Weizenhalmen im Frieden nach dem Streit und nach den Wintertagen, hier grünen die Gebein, die dort der Tod erschlagen, hier schenkt man Freudenwein. 8. O Jesu, meine Wonne, komm bald und mach dich auf, geh auf, ersehnte Sonne, und fördre deinen Lauf! O Jesu, mach ein Ende und führ uns aus dem Streit, wir heben Haupt und Hände nach der Erlöfungszeit. Laur. Laurenti, g. 1660, 4 1722. 520. Eigene Melodie. 1. Es ist gewißlich an der Zeit, daß Gottes Sohn wird kommen B. Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. 52⁰0 in seiner großen Herrlichkeit, zu richten Bös' und Fromme. Da wird das Lachen werden teu'r, wenn alles wird vergehn im Feu'r, wie Gottes Wort bezeuget. 2. Posaunen wird man hören an aller Welten Ende,(gehn darauf bald werden auferstehn all Toten gar behende; die aber noch das Leben han, die wird der Herr von Stunde an verwandeln und verneuen. 3. Darnach wird man ablesen ein Buch, darin geschrieben, bald was alle Menschen, jung und alt, auf Erden han getrieben; da denn gewiß ein jedermann wird hören, was er hat getan in seinem ganzen Leben. 4. O weh demselben, welcher hat des Herren Wort verachtet und nur auf Erden früh und spat nach großem Gut getrachtet! Er wird fürwahr gar schlecht be⸗ stehn und mit dem Satan müssen gehn von Christo in die Hölle. 5. O Jesu, hilf zur selben Zeit von wegen deiner Wunden, daß ich im Buch der Seligkeit werd angezeichnet funden. Daran ich denn auch zweifleenicht, denn du hast ja den Feind ge⸗ richt't und meine Schuld bezahlet. 6. Derhalben mein Fürsprecher wenn du nun wirsterscheinen, ssei, und lies mich aus dem Buche frei, darinnen stehn die Deinen; auf daß ich samt den Brüdern mein 365 521 5. Lieder von den letzten Dingen. mit dir geh in den Himmel ein, den du uns hast erworben. 7. O Jesu Christ, du machst es mit deinem jüngsten Tage;(lang den Menschen wird auf Erden von wegen vieler Plage; bang komm doch, komm doch, du Rich⸗ ter groß, und mach uns bald in Gnaden von allem Übel! Amen.(llos Barthol. Ringwald, g. 1539, 1 1592. Nach dem Latein.: Dies irae, dies illa. 521. Ebr. 4, 9. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund der. 1. Es ist noch eine Ruh vor⸗ handen, auf, müdes Herz, und werde llichtl Du seufzest hier in deinen Ban⸗ den, und deine Sonne scheinet nicht. Sieh auf das Lamm, das dich mit Freuden dort wird vor seinem Stuhle weiden, wirf hin die Last und eil herzul Bald ist der heiße Kampf geendet, bald, bald der saure Lauf voll⸗ endet, so gehst du ein zu deiner Ruh. 2. Die Ruhe hat Gott auser⸗ koren, die Ruhe, die kein Ende nimmt; es hat, da noch kein Mensch ge⸗ boren, die Liebe sie uns schon bestimmt. Das Gotteslamm wollt darum sterben, uns diese Ruhe zu erwerben; es ruft, es locket weit und breit: Ihr müden Seelen und ihr from⸗ men, versäumet nicht, heut einzukom⸗ zu meiner RuheLieblichkeit.[men 3. So kommet denn, ihr matten Seelen, die manche Lastund Bürde drüct, eilt, eilt aus euren Kummer⸗ höhlen, geht nicht mehr traurig und ge⸗ bückt! Ihr habt des TagesLastgetragen dafür läßt euch der Heilandsagen: Ich selbst will eure Ruhstatt sein ihr seid mein Volk, gezeugt von oben, obSünde, Welt und Teufel toben, seid nur getrost und gehet ein! 4. Was mag wohl einen Kran⸗ ken laben und einen müden Wanders⸗ mann? Wo jener nur ein Bettlein haben und sanfte darauf ruhen kann, wenn dieser sich darfniedersetzen, an einem frischen Trunkergötzen, wie sind sie beide so vergnügt! Dochdiessindkurze Ruhestunden; es ist noch eine Ruh erfunden, da man auf ewig stille liegt. 5. Da wird man Freudengar⸗ ben bringen, denn unsre Tränensaat ist aus. O welch ein Jubel wird erklingen und süßer Ton im Vaterhaus! Schmerz, Seufzen, Leid, Tod und dergleichen wird müssen fliehn und von uns weichen. Wir werden auch das Lamm dort sehn, 366 es wird die Trä wer we 6. Kei denn di die So das La es will und ihr mit Lich Es wers der grof da man 7. Da und lebe Achfasse legt euch Ach Flü und un dort wa⸗ Fort, fo Begürte Auf, auf Joh. Sig Mel. Str 1. Her dein ist Mir zun hast du hr from⸗ men, nzukom⸗ eit. men matten Seelen, dedrückt, nmer⸗ höhlen, und ge⸗ bückt! etragen, idsagen: tatt sein Augt von oben, el toben, het ein! en Kran⸗ en laben ders⸗ mann? in haben kann, dersetzen, ergötzen, gnügt! stunden unden, iegt. idengar⸗ bringen, ist aus. klingen erhaus! od und gleichen von uns weichen. mm dort sehn, B. Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. es wird beim Brünnlein uns er⸗ erfrischen, die Tränen von den Augen wischen; wer weiß, was sonst noch soll ge⸗ schehn? 6. Kein Durst noch Hunger wird uns schwächen, denn die Erquickungszeit ist da; die Sonne wird uns nicht mehr stechen, das Lamm ist seinem Volke nah, es will selbst über ihnen wohnen und ihre Treue wohl belohnen mit Licht und Trost, mit Ehr und Preis. Es werden die Gebeine grünen; der große Sabbath ist erschienen, da man von keiner Arbeit weiß. 7. Da ruhen wir und sind im Frieden und leben ewig sorgenlos. Ach fasset dieses Wort, ihrMüden, legt euch dem Heiland in den Schoß! Ach Flügel her, wir müssen eilen und uns nicht länger hier ver⸗ weilen, dort wartet schon die frohe Schar. Fort, fort, mein Geist, zum Ju⸗ ö bilieren! Begürte dich zum Triumphieren! Auf, auf, es kommt das Ruhejahrl Joh. Sigism. Knuth, g. 1700, 1779. 522. Mel. Straf mich nicht in deinemZorn. 1. Herr, ich bin dein Eigentum, dein ist auch mein Leben. Mir zum Heil und dir zum Ruhm hast du mir's gegeben. 522 Väterlich führst du mich auf des Lebens Wegen meinem Ziel entgegen. 2. Bald kommst du mit großer zum Gericht auf Erden,(Kraft dann soll ich zur Rechenschaft dargestellet werden. Dein Gericht schonet nicht, Richter aller Welten! denn du willst vergelten. 3. Weh dann mir in Ewigkeit, wenn ich deine Gabe, meine Kräfte, meine Zeit, hier gemißbraucht habe! Weh dann mir, hab ich hier dein Geschenk verschwendet und nicht angewendet! 4. Möchte täglich dein Gericht mir vor Augen schweben, möcht ich mich, stets meiner treu zu sein, bestreben![Pflicht Daß ich nie töricht sie außer Augen setzte, noch mit Fleiß verletzte. 5. Lehre mich gewissenhaft meine Tage zählen, eingedenk der Rechenschaft nur was gut ist wählen. Gib, daß ich ernstlich mich täglich und auch heute, darauf vorbereite. 6. Zeigt sich erst die Ewigkeit furchtbar in der Nähe, o dann ist es nicht mehr Zeit, daß um Gnad ich flehe. Wenn der Tod mir schon droht, kann ich deinen Willen, Herr, nicht mehr erfüllen. 7. Mein Gewissen strafe mich gleich für jede Sünde, Mittler, daß ich bald durch dich 367 Gnade such und finde. Rufe du dann mir zu: Such in mir dein Leben, dann ist dir vergeben. 8. Einst am Tage des Gerichts werd ich mit den Frommen zu dem Anschaun deines Lichts gnädig aufgenommen. Wonnevoll, Jesu, soll dich im höhern Leben dann mein Dank erheben. Balthasar Münter, g. 1735, 4 1793. 523. Mel. Nun preiset alle. 1. Ich hab von ferne, Herr, deinen Thron erblickt und hätte gerne mein Herz vorausgeschickt und hätte gern mein müdes Leben, Schöpfer der Geister, dir hinge⸗ 2. Das war soprächtig, geben. was ich im Geist gesehn; du bist allmächtig, drum ist dein Licht so schön. Könnt ich an diesen hellen Thro⸗ nen doch schon von heute an ewig woh⸗ 3. Nur bin ich fündig,(nen! der Erde noch geneigt; das hat mir bündig dein heil'ger Geist gezeigt. Ich bin noch nicht genug gerei⸗ nigt, noch nicht ganz innig mit dir ver⸗ 4. Doch bin ich fröhlich, leinigt. daß mich kein Bann erschreckt; ich bin schon selig, seitdem ich das entdeckt. Ich will mich noch imLeiden üben und dich zeitlebens inbrünstig lieben. 5. Lieder von den letzten Dingen. 5. Ich bin zufrieden, daß ich die Stadt gesehn, und ohn Ermüden will ich ihr näher gehn und ihre hellen goldnen Gassen lebenslang nicht aus den Augen lassen. Joh. T. Hermes, g. 1738, 4 1821. 524. Eigene Melodie. 1. Jerusalem, du hochgebaute wollt Gott, ich wär in dirl[Stadt, Mein sehnlich Herz so groß Ver⸗ langen hat und ist nicht mehr bei mir. Weit über Berg und Tale, weit über blaches Feld schwingt es sich über alle und eilt aus dieser Welt. 2. O schöner Tag und noch viel schönre Stund, wann wirst du kommen schier, daß ich mit Lust und freiem Freu⸗ die Seele geb von mir[denmund in Gottes treue Hände zum auserwählten Pfand, daß sie mit Heil anlände in jenem Vaterland? 3. O Ehrenburg, sei nun ge⸗ grüßet mir, tu auf der Gnaden Pfort! Wie manche Zeit hat mich ver⸗ langt nach dir, eh ich bin kommen fort aus jenem bösen Leben, aus jener Nichtigkeit, und Gott mir hat gegeben das Erb der Ewigkeit. 4. Was für ein Volk, welch eine edle Schat 368 n, n Gassen in Augen lassen. 8, 1 1821. hgebaute Stadt, groß Ver⸗ ngen hat mir. ale,‚ le at. noch viel e Stund, i schier, em Freu⸗ denmund ind, de nun ge⸗ üßet mir, ort! mich ver⸗ nach dir, „ ben delch eine le Schar —————————— B. Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. kommt dort gezogen schon? Was in der Welt von Auserwähl⸗ trägtnun die Ehrenkron, sten war, die Jesus mir entgegen vom Himmel hat gesandt, da ich auf fernen Wegen noch war im Tränenland. 5. Propheten groß und Patri⸗ archen hoch, auch Christen insgemein, die weiland trugen ihres Kreuzes und der Tyrannen Pein,[Joch schau ich in Ehren schweben, in Freiheit überall, mit Klarheit hell umgeben, mit sonnenlichtem Strahl. 6. Wenn dann zuletzt ich ange⸗ im schönen Paradeis, langet bin von höchster Freud erfüllet wird der Sinn, der Mund von Lob und Preis. Das Halleluja reine singt man in Heiligkeit, das Hosianna feine ohn End in Ewigkeit, 7. Mit Jubelklang, mit Instru⸗ menten schön, mit Chören ohne Zahl, daß von dem Schall und von dem süßen Ton sich regt der Freudensaal, mit hunderttausend Zungen, mit Stimmen noch viel mehr, wie von Anfang gesungen das große Himmelsheer. Joh. M. Meyfart, g. 1590, 4 1642. 525. Eigene Melodie. 1. Jesus, meine Zuversicht und mein Heiland‚ ist im Leben. 52⁵5 Dieses weiß ich; sollt ich nicht darum mich zufrieden geben, was die lange Todesnacht mir auch für Gedanken macht? 2. Jesus, er mein Heiland, lebt, ich werd auch das Leben schauen, sein, wo mein Erlöser schwebt; warum sollte mir denn grauen? Lässet auch ein Haupt sein Glied, welches es nicht nach sich zieht? 3. Ich bin durch der Hoffnung Band zu genau mit ihm verbunden, meine starke Glaubenshand wird in ihm gelegt befunden, daß mich auch kein Todesbann ewig von ihm trennen kann. 4. Ich bin Fleisch und muß da⸗ auch einmal zu Asche werden; sher das gesteh ich, doch wird er mich erwecken aus der Erden, daß ich in der Herrlichkeit um ihn sein mög allezeit. 5. Dieser meiner Augen Licht wird ihn, meinenHeiland, kennen, ich, ich selbst, kein Fremder nicht, werd in seiner Liebe brennen; nur die Schwachheit um und an wird von mir sein abgetan. 6. Was hie kranket, seufzt und fleht, wird dort frisch und herrlich ge⸗ irdisch werd ich ausgesät, hen; himmlisch werd ich auferstehen; hie geh ich natürlich ein, nachmals werd ich geistlich sein. 7. Seid getrost und hocherfreut, Jesus trägt euch, meine Glieder! Gebt nicht statt der Traurigkeit! Sterbt ihr, Christus ruft euch wieder, 369 24 526—527 5. Lieder von wann einst die Posaune klingt, die auch durch die Gräber dringt. 8. Lacht der finstern Erdenkluft, lacht des Todes und der Höllen, denn ihr sollt euch aus der Gruft eurem Heiland zugesellen. Dann wird Schwachheit und Ver⸗ liegen unter eurem Fuß.[druß 9. Nur daß ihr den Geist erhebt von den Lüsten dieser Erden und euch dem schon jetzt ergebt, dem ihr beigefügt wollt werden. Schickt das Herze da hinein, wo ihr ewig wünscht zu sein. Luise Henriette, Kurfürstin von Brandenburg(e), g. 1627, 4 1667. 526. Eigene Melodie. 1. Laßt mich gehn, laßt michgehn, daß ich Jesum möge sehn! Meine Seel ist voll Verlangen, ihn auf ewig zu umfangen und vor seinem Thron zu stehn. 2. Süßes Licht, süßes Licht, Sonne, die durch Wolken bricht! O wann werd ich dahin kommen, daß ich dort mit allen Frommen schau dein holdes Angesicht! 3. Ach wie schön, ach wie schön ist der Engel Lobgetön! Hätt ich Flügel, hätt ich Flügel, flög ich über Tal und Hügel heute noch nach Zions Höhn. 4. Wie wird's sein, wie wird's wenn ich zieh in Salem ein, ssein, in die Stadt der goldnen Gassenl! Herr mein Gott, ich kann's nicht fassen, was das wird für Wonne sein. 5. Paradies, Paradies, den letzten Dingen. wie ist deine Frucht so süß! Unter deinen Lebensbäumen wird uns sein, als ob wir träu⸗ men. Bring uns, Herr, ins Paradies! G. Fr. Lud. Knak, g. 1806, 4 1878. 527. Mel. Ich bin ja, Herr in deiner Macht. 1. Mein Leben ist ein Pilgrim⸗ stand; ich reise nach dem Vaterland, nach dem Jerusalem, das droben Gott selbst als eine feste Stadt auf Bundesblut gegründet hat; da werd ich ihn ohn Ende loben. Mein Leben ist ein Pilgrimstand, ich reise nach dem Vaterland. 2. Es rinnet ohne Unterlaß hin meines LebensStundenglas, und was vorbei ist, kommt nicht ich eile zu der Ewigkeit. wieder; Herr Jesu, mach mich nur bereit, eröffne meine Augenlider, daß ich, was zeitlich ist, veracht und nur nach dem, was ewig, tracht. 3. KeinReisen ist ohnUngemach, der Lebensweg hat auch sein Ach. Man wandelt nicht auf weichen Rofsen; der Steg ist eng, der Feinde viel, die mich abreißen von dem Ziel; ich muß mich oftan Dornenstoßen, ich muß durch dürre Wüsten gehn und kann selbst keinen Ausweg sehn. 4. Der Sonne Glanz mir oft ge⸗ bricht, der Sonne, die ihr Gnadenlicht in unverfälschte Herzen strahlet; 370 da du zeig laß n und k vor E Ich! ziehr sei m Laß in F 7..— vor! so la undr jo br daS: laß u dein n. süß! iumen vir träu⸗ men. aradies! 6, + 1878. ner Macht. Pilgrim⸗ stand; rland, 5 droben te Stadt det hat; de loben. imstand, rland. terlaß denglas, mt nicht [wieder; ir bereit, 221 veracht ewig, tracht. gemach, sein Ach. weichen Rosen; ide viel, m Ziel; nstoßen, ten gehn lusweg sehn. r oft ge⸗ bricht, denlicht trahlet; B. Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. 528 Wind, Regen stürmen aufmich zu, mein matter Geist find't nirgends Ruh; doch alle Müh ist schon bezahlet, wenn ich das güldne Himmelstor mir stell in Glaub und Hoffnung vor. 5. Israels Hüter, Jesu Christ, der du ein Pilgrim worden bist, da du mein Fleisch hast angenom⸗ men, zeig mir im Worte deine Tritt, laß mich bei einem jeden Schritt zu deinem Heil stets näher kom⸗ men. Mein Leben flieht; ach eile du und komm mit Gnad und Hilf her⸗ zu. 6.Durch deinen Geist mich heilig gib in Geduld Beständigkeit, lleit, vor Straucheln meinen Fuß be⸗ schütze. Ich falle stündlich, hilf mir auf, zieh mich, damit ich dir nachlauf, sei mir ein Schirm in Trübsals⸗ hitze. Laß deinen süßen Gnadenschein in Finsternis nie ferne sein. 7. Wenn mir mein Herz, o Gna⸗ denfüll, vor Durst nach dir verschmachten will, so laß mich dich zum Labsal fin⸗ den; und wenn ich schließ die Augen zu, so bring mich zu der stolzen Ruh, daStreit und alle Müh verschwin⸗ den: laß mich da sein in Abrams Schoß dein Liebling und dein Hausge⸗ noß. 8. Bin ich in diesem Pilgerland der blinden Welt gleich unbe⸗ kannt, dort sind die Freunde, die mich kennen; dort werd ich mit der Himmels⸗ schar dir jauchzend dienen immerdar und in der reinsten Liebe brennen. MeinHeiland, kommjo bleib nicht lang, hier in der Wüste wird mir bang. Fr. Adolf Lampe, g. 1688, 4 1729. 528. Eigene Melodie. 1. OEwigkeit, du Donnerwort, o Schwert, das durch die Seele o Anfang sonder Ende![bohrt, O Ewigkeit, Zeit ohne Zeit, ich weiß vor großer Traurigkeit nicht, wo ich mich hinwende. Mein ganz erschrocknes Herz er⸗ bebt, daß mir die Zung am Gaumen klebt. 2. Kein Unglück ist in aller Welt, das endlich mit mit der Zeit nicht und ganz wird aufgehoben zlfällt die Ewigkeit nur hat kein Ziel, sie treibet fort und fort ihr Spiel, läßt nimmer ab zu toben, ja wie mein Heiland selber spricht, aus ihr ist kein Erlösung nicht. 3. O Ewigkeit, du machst mir o ewig, ewig ist zu lang,[bang, hier gilt fürwahr kein Scherzen. Drum, wenn ich diese lange Nacht zusamt der großen Pein betracht, erschreck ich recht von Herzen; 37¹ 24⁰ 529 nichts ist zu finden weit und breit so schrecklich als die Ewigkeit. 4. Ach Gott, wie bist du so gerecht, wie strafest du die bösen Knecht im heißen Pfuhl der Schmerzen; auf kurze Sünden dieser Welt hast du so lange Pein bestellt. Ach nimm dies wohl zu Herzen und merk auf dies, o Menschen⸗ kind: kurz ist die Zeit, der Tod geschwind. 5. Wach auf, o Mensch, vom ö Sündeunschlaf, ermuntre dich, verlornes Schaf, und bess're bald dein Leben! Wach auf, es ist doch hohe Zeit, es kommt heran die Ewigkeit, dir deinen Lohn zu geben. Vielleicht ist heut der letzte Tag; wer weiß doch, wie man sterben mag? 6. OEwigkeit, du Donnerwort, o Schwert, das durch die Seele o Anfang sonder Ende![bohrt, O Ewigkeit, Zeit ohne Zeit, ich weiß vor großer Traurigkeit nicht, wo ich mich hinwende. Herr Jesu, wenn es dir gefällt, eil ich zu dir ins Himmelszelt. Johann Rist, g. 1607, + 1667. 529. Mel. O Ewigkeit, du Donnerwort. 1. OEwigkeit, du Freudenwort, das mich erquicket fort und fort, o Anfang sonder Ende! O Ewigkeit, Freud ohne Leid, ich weiß vor Herzensfröhlichkeit gar nichts mehr vom Elende, das sonst in diesem Leben plagt, weil mir die Ewigkeit behagt. 5. Lieder von den letzten Dingen. 2. Kein Herrlichkeit ist in der Welt, die endlich mit der Zeit nicht fällt und gänzlich muß vergehen; die Ewigkeit nur hat kein Ziel, sie treibet fort und fort ihr Spiel, bleibt unverändert stehen, ja wie das Wort des Herren spricht, ihr Erbe das verwelket nicht. 3. OEwigkeit, du währest langl Wenn mir auf Erden gleich ist bang, weiß ich, daß dies aufhöret. Drum, wenn ich diese lange Zeit erwäge samt der Seligkeit, die gar nichts mehr zerstöret, so acht ich alles Leiden nicht, das kaum den Augenblick ansicht. 4. Was ist doch aller Christen Qual, die Pein der Märt'rer allzumal, so vieles Kreuz und Leiden? Wenn man es gleich zusammen⸗ trägt und alles auf die Wage legt, sodann zur andern Seiten dort jenes Lebens Herrlichkeit, wie wird es überwogen weit! 5. Im Himmel lebt der Christen Schar bei Gott viel taufendtausend Jahr und werden des nicht müde. Sie stimmen mit den Engeln ein, sie sehen stets der Gottheitchein, sie haben güldnen Friede, da Christus gibt, wie er verheißt, das Manna das die Engelspeist. 6. Ach wie verlanget doch nach dir 372 mein du üb Wann wohir sich al Ich w mich 7 das o Anf O En ich we wenn Herr! behar lässe Von käm und heiß 3. bald und N. st in der Welt, nicht fällt ehen; ein Ziel, hr Spiel, en, Herren spricht, nicht. rest langl gleich ist bang, öret. ange Zeit keit, störet, nicht, ckansicht. Christen Qual, Alzumal, iden? sammen⸗ ö trägt e legt, ten lichkeit, tweit! Christen Schar usend Jahr rüde. geln ein, tSchein, de, verheißt, zel speist. och nach dir B. Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. mein mattes Herze mit Begier, du übersel'ges Leben! Wann komm ich doch einmal da⸗ hin, wohin mein schwacher, blöder sich allzeit übt zu streben![Sinn Ich will der Welt vergessen ganz, mich sehnen nach des Himmels Glanz. 7. O Ewigkeit, du Freuden⸗ wort, das mich erquicket fort und fort, o Anfang sonder Ende! O Ewigkeit, Freud ohne Leid, ich weiß von keiner Traurigkeit, wenn ich mich zu dir wende. Herr Jesu, gib mir solchen Sinn beharrlich, bis ich komm dahin. Kaspar Heunisch, g 1620, 4 1690. 530. Mel. Alle Menschen müssen sterben 1. O wie fröhlich, o wie selig werden wir im Himmel sein! Droben ernten wir unzählig unsre Freudengarben ein. Gehen wir hier hin und weinen, dorten wird die Sonne scheinen, dort ist Tag und keine Nacht, wo man nach den Tränen lacht. 2. Es ist doch um dieses Leben nur ein jämmerliches Tun, und die Not, die uns umgeben, lässet uns gar selten ruhn. Von dem Abend bis zum Morgen kämpfen wir mit lauter Sorgen, und die überhäufte Not heißet unser täglich Brot. 3. Ach wer sollte sich nicht seh⸗ bald in Zion dort zu stehn nen, und aus diesem Tal der Tränen 530 in den Freudenort zu gehn, wo das Kreuze sich in Palmen, unser Klagelied in Pfalmen, unsre Last in Lust verkehrt, und das Jauchzen ewig währt! 4. Da wird unser Aug erblicken, was ganz unvergleichlich ist; da wird unsern Mund erquicken, was aus Gottes Herzen fließt; da wird unser Ohr nur hören, was die Freude kann vermehren; da empfindet unser Herz lauter Wonne sonder Schmerz. 5. O wie werden wir so schöne bei der Klarheit Gottes sein! Wie wird da das Lobgetöne seiner Engel uns erfreun! Wie wird unsre Krone glänzen bei so vielen Siegeskränzen, wie wird unser Kleid so rein, heller als die Sonne sein! 6. Ach wann werd ich dahin kommen, daß ich Gottes Antlitz schau? Werd ich nicht bald aufgenommen in den schönen Himmelsbau, dessen Grund den Perlen gleichet, dessen Glanz die Sonne weichet, dessen wundervolle Pracht alles Gold beschümet macht? 7. Nun, ich sterbe vor Verlan⸗ o du großer Lebensfürst,(gen, laß mich bald dahin gelangen, wo du mich recht trösten wirst. Unterdessen laß auf Erden schon mein Herze himmlisch wer⸗ bis mein Los in jener Welt([den, auf das allerschönste fällt. Benjamin Schmolck, g. 1672, 4 1737. 373 531—532 5. Lieder von den letzten Dingen. 531. Eigene Melodie. 1. O wie selig seid ihr doch, ihr Frommen, die ihr durch den Tod zu Gott ge⸗ Ihr seid entgangen[kommen! aller Not, die uns noch hält ge⸗ fangen. 2. Muß man doch hier wie im Kerker leben, da nur Sorge, Furcht und Schrek⸗ ken schweben; was wir hie kennen, ist nur Müh und Herzeleid zu nennen. 3. Ihr hingegen ruht in eurer Kammer ficher und befreit von allem Jam⸗ kein Kreuz und Leiden(mer, ist euch hinderlich in euren Freu⸗ den. 4. Christus wischet ab euch alle Tränen, ihr habt schon, wonach wir uns euch wird gesungen, lerst sehnen, was durch keines Ohr allhie ge⸗ drungen. 5. Ach wer wollte denn nicht gerne sterben und den Himmel für die Welt er⸗ Wer wollt hier bleiben, lerben? sich den Jammer länger lassen treiben? 6. Komm, o Christe, komm, uns auszuspannen, lös' uns auf und führ uns bald Bei dir, o Sonne,[von dannen! ist der frommen Seelen Freud und Wonne. Simon Dach, g. 1605, + 1659. 374 532. Off. Joh. 14, 13. Mel. Wachet auf, ruft unsdie Stimme. 1. Selig sind des Himmels Er⸗ ben, die Toten, die im Herren sterben, zur Aufers stehung eingeweiht. Nach den letzten Augenblicken des Todesschlummers folgt Ent⸗ zücken, 819 Wonne der Unsterblichkeit In Frieden ruhen sie, los von der Erde Müh. Hosianna! Vor Gottes Thron zu seinem begleiten ihre Werke sie.[Sohn 2. Dank, Anbetung, Preis und Ehre, Macht, Weisheit, ewig, ewigEhre sei dir, Versöhner Jesu Christ! Ihr, der Überwinder Chöre, dringtank, Anbetung, Preis und Ehre dem Lamme, das geopfert ist! Er sank wie wir ins Grab; wischt unsre Tränen ab, alle Tränen. Er hat's vollbracht; nicht Tag, nicht Nacht wird an des Lammes Throne sein. 3. Nicht der Mond, nicht mehr die Sonne scheint uns alsdann; er ist uns Sonne, der Sohn, die Herrlichkeit des Herrn. Heil, nach dem wir weinend ran⸗ gen, nun bist du, Heil, uns aufgegan⸗ gen, nicht mehr im Dunkeln, nicht von fern. Stimme. nels Er⸗ ben, sterben, Hdeiht. licken Igt Ent⸗ zücken, lichkeit. einem Sohn eis und Ehre, vigEhre Christ! öre, reis und Ehre rt ist! ab; ne sein. ht mehr Sonne ist uns Sonne, it des Herrn. ind ran⸗ gen, fgegan⸗ gen, icht von fern. B. Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. 533—534 Run weinen wir nicht mehr, das Alt ist nun nicht mehr. Halleluja! Er sank hinab wie wir ins Grab; er ging zu Gott, wir folgen ihm. Fr. G. Klopstock, g. 1724, 4 1803. 533. Ev. Matth. 25, 1—13. Eigene Melodie. 1. Wachet auf, ruft uns die Stimme der Wächter sehr hoch auf der Zinne, wach auf, du Stadt Jerusalem! Mitternacht heißt diese Stunde; sie rufen uns mit hellem Munde: Wo seid ihr klugen Jungfrauen? Wohlauf, der Bräut'gamkömmt, steht auf, die Lampen nehmt! Halleluja! Macht euch bereit zu derHochzeit, ihr müsset ihm entgegen gehn! 2.Zion hört die Wächter singen, das Herz tut ihr vor Freude springen, sie wachet und steht eilend auf. Ihr Freund kommt vom Him⸗ mel prächtig, von Gnaden stark, von Wahrheit mächtig, ihr Licht wird hell, ihr Stern geht Nun komm, du werte Kron, lauf. Herr Jesu, Gottes Sohn! Hosianna! Wir folgen all zum Freudensaal und halten mit das Abendmahl. 3. Gloria sei dir gesungen mit Menschen-⸗ und mit Engel⸗ zungen, mit Harfen und mit Cymbeln schön! 37⁵ Von zwölf Perlen sind die Tore an deiner Stadt; wir stehn im Chore der Engel hoch um deinen Thron. Kein Aug hat je gespürt, kein Ohr hat je gehört solche Freude. Drum jauchzen wir undsingendir das Halleluja für und für. Phil. Nicolai, g. 1556, 7 1608. 534. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 1. Wenn ich einst von jenem Schlummer, welcher Tod heißt, aufersteh und, erlöst von allem Kummer, jenen schönern Morgen seh, o dann wach ich anders auf, denn am Ziel ist dann mein Lauf. Sorgen, die mich angstvoll mach⸗ ten, werd ich dann für Träume achten. 2. Hilf, daß keiner meiner Tage, Vater meiner Lebenszeit, einst mich im Gericht verklage, er sei ganz von mir entweiht. Auch noch heute wacht ich auf; Herr, mein Gott, zu dir hinauf müsse jeder Tag mich leiten, mich zur Ewigkeit bereiten. 3.Daß ich nicht untröstbarzittre, wenn mein letzter Tag erscheint, mich nicht Höllenangsterschüttre, wenn mein Freund nun um mich weint, lindre dann die Todespein, laß mein End ihm lehrreich sein, daß ich ihn zum Himmel weise und dich, Herr des Todes, preise. Fr. G. Klopstock, g. 1724, 4 1808 535—536 5. Lieder von 535. Off. Joh. 7, 13—17. Mel. Weicht, ihr Berge, fallt, ihr. 1. Wer sind die vor Gottes Throne? Was ist das für eine Schar? Träget jeder eine Krone, glänzen wie die Sterne klar, Halleluja singen all, loben Gott mit hohem Schall. 2. Wer sind die, so Palmen tra⸗ wie ein Sieger in der Hand,(gen welcher seinen Feind geschlagen, hingestrecket in den Sand? Welcher Streit und welcher Krieg hat gezeuget diesen Sieg? 3. Wer sind die in reiner Seide göttlicher Gerechtigkeit, angetan mit weißem Kleide, das bestäubet keine Zeit und veraltet nimmermehr? Wo sind diese kommen her? 4. Es sind die, so wohl gerungen für des großen Gottes Ehr, haben Welt und Tod bezwungen, folgend nicht dem sünd'gen Heer, die erlanget auf den Krieg durch des Lammes Blut den Sieg. 5. Es sind die, so viel erlitten, Trübsal, Schmerzen, Angst und im Gebet auch oft gestritten Not, mit dem hochgelobten Gott; nun hat dieser Kampf ein End, Gott hat all ihr Leid gewend't. 6. Es sind Zweige eines Stam⸗ mes, der uns Huld und Heil gebracht, haben in dem Blut des Lammes ihre Kleider hell gemacht; sind geschmückt mit Heiligkeit, prangen nun im Ehrenkleid. den letzten Dingen. nen hier als Priester vor dem Herrn, Tag und Nacht bereit zu dienen, Leib und Seel geopfert gern; nunmehr stehn sie all herum vor dem Stuhl im Heiligtum. 8. Dahin streck auch ich die Hän⸗ o Herr Jesu, zu dir aus, lde, mein Gebet ich zu dir wende, der ich noch in deinem Haus hier auf Erden steh im Streit: Treibe, Herr, die Feinde weitl 9. Hilf mir in dem Kampfe siegen wider Sünde, Höll und Welt, laß mich nicht darnieder liegen, wenn ein Sturm mich überfällt. Führe mich aus aller Not, Herr, mein Fels, mein treuer Gottl 10. Daß mein Teil sei bei den Frommen, welche, Herr, dir ähnlich sind, und auch ich, der Not entnommen, als dein dir getreues Kind dann genahet zu dem Thron, nehme den verheißnen Lohn. 11. Welches Wort faßt diese Wonne, wenn ich mit der heil'gen Schar in dem Strahl der reinen Sonne leucht auch wie die Sterne klar! Amen, Lob sei dir bereit, Dank und Preis in Ewigkeit! Heinr. Th. Scheuck, g. 1656, + 1727. 536. Eigene Melodie. 1. Wo findet die Seele die Hei⸗ mat, die Ruh, 376 7. Es sind die, so stets erschie⸗ I—.— dar 1 t. S erschie⸗ nen n Herrn, dienen, gern; eꝛrum igtum. die Hän⸗ Ide, Hdende, Haus Streit: e weitl umpfe siegen Welt, liegen, berfällt. ot, treuer Gottl bei den ommen, sind, ommen, ind hron, ohn. t diese Wonne, n Schar Sonne ne klar! gkeit! + 17²⁷. die Hei⸗ e Ruh, B. Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. 536 wer deckt sie mit schützenden Fit⸗ tichen zu? Ach, bietet die Welt keine Frei⸗ statt mir an, wo Sünde nicht kommen, nicht anfechten kann? 2: Nein, nein: hier ist sie nicht, die Heimat der Seelen ist droben im Licht. 2. Verlasse die Erde, die Hei⸗ mat zu sehn, die Heimat der Seele, so herrlich, so schön! Jerusalem droben, von Golde gebaut, ist dieses die Heimat der Seele, der Braut? 2): Ja, ja 1 dieses allein kann Ruhplatz und Heimat der Seele nur sein. 3. Wie selig die Ruhe bei Jesu im Licht! Tod, Sünde und Schmerzen die kennt man dort nicht; das Rauschen der Harfen, der liebliche Klang bewillkommt die Seele mit süßem Gesang. 23 Ruh, Ruh 1 himmlische Ruh im Schoße des Mittlers, ich eile dir zu! Ludw. Jörgens, g. 1791, 1 um 1887. Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geiste, wie es war im Anfang, jetzt und immer ⸗ dar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Verzeichnis der Dichter. Agricola, Johann(Schnitter, Magister Grickel), Mitver⸗ fasser des Interim, g. 1492 zu Eisleben, 1566 als Hof⸗ prediger zu Berlin. 316. Albert, Heinrich, geb. 1604 zu Lobenstein im Voigtlande, + 1651 als Organist zu Königsberg i. Pr. 418. Albinus, Johann Georg, g. 1624 zu Unternessa bei Wei⸗ ßenfels, 1 1679 als Pfarrer zu Naumburg. 232. 482. 512. Allendorf, Joh. Ludw. Konrad, g. 1693 zu Josbach bei Marburg,1773 als Pastor u. Scholarch zu Halle. 150.510. Altenburg, Michael, g. 1584 zu Alach bei Erfurt, 1 1640 als Pastor zu Erfurt. 141. Amilie Juliane, Gemahlin des Grafen Albrecht Anton zu Schwarzburg⸗Rudolstadt, geb. Gräfin v. Bar⸗ 50 g. 1637, + 1706. 390. 449. 515. Angelus Silesius siehe Scheffler. Anton Ulrich, Herzog zu Braunschweig-Lüneburg, geb. 1633, regierender Herzog von Braunschweig⸗Wolfenbüttel seit 1685, trat 1710 öffentlich zur römischen Kirche über, + 1714 zu Salzdahlum. 368. 424. Arends, Wilh. Erasmus, 7 1721 als Pastor zu Halber⸗ stadt. 331. Arndt, Ernst Moritz, geb. 1769 zu Schoritz auf Rügen, + 1860 als Professor emer. der Geschichte zu Bonn. 32. 35. 67. 195. 248. 489. Arnold, Gottfried, geb. 1666 zu Annaberg im Königreich Sachsen, Professor zu Gießen, 4 1714 als Pastor und In⸗ spektor zu Perleberg. 327. 375. Bahnmaier, Jonathan Friedrich, g. 1774 zu Obersten⸗ feld in Württemberg, 1841 als Dekan in Kirchheim un⸗ ter Teck. 171. Bäßler, Johann Leonhard, geb. 1745, 4 1811 als Rektor zu Memmingen. 451. Becker, Kornelius, geb. 1561 zu Leipzig, 1604 als Pro⸗ fessor der Theologie und Pastor daselbst. 176. 437. 459. Behm, Martin(Behemb, Bohemus), g. 1557 zu Lauban 17 der 197. 1622 als Pastor prim. daselbst. 65. 413. 425. 37⁸ itver⸗ 8 Hof⸗ lande, Wei⸗ 3512. ich bei 9.510. 164⁰0 Unton Bar⸗ „geb. büttel über, Uber⸗ ügen, .134. greich In⸗ rsten⸗ n un⸗ tektor Pro⸗ 459. uban „65. Verzeichnis der Dichter. Betichius, Johann, g. 1650 zu Steckby in Anhalt⸗Zerbst, 1 1722 als Diakonus zu Zerbst. 412. Bienemann, Kaspar(Melissander), g. 1540 zu Nürn⸗ berg, 1 1591 als Generalsuperintendent zu Altenburg. 359. von Birken, Sigismund(Betulius), g. 1626 zu Wildstein bei Eger, 1 1681 als Privatgelehrter in Nürnberg. 78.322. Blaurer, Ambrosius, geb. 1492 zu Constanz, T 1564 zu Winterthur. 124. 387. von Bogatzky, Karl Heinrich, geb. 1690 zu Jankowe in Schlesien, 1 1774 als Privatmann im Waisenhause zu Halle. 142. 329. Böhmische oder Mähr ische Brüder. Ihre Lieder(zum Teil aus demBöhmischen übersetzt) gaben Michael Weiße (+ 1542 in Neutomischl) im Jahre 1531 und Joh. Horn (+ 1547 zu Jungbunzlau) im Jahre 1544 heraus. 86. 506. Bruhn, David, g. 1727 zu Memel, 4 1782 als Pastor zu Berlin. 326. Buchka, Johann Simon, geb. 1705 zu Arzberg bei Bay⸗ reuth, T 1752 als Hilfsprediger zu Hof i. Voigtlande. 298. Chiomusus siehe Schneesing. Claudius, Matthias, der Wandsbecker Bote, g. 1740 zu Reinfeld bei Lübeck, f1815 als Bankrevisor zu Altona. 430. Clausnitzer, Tobias, geb. 1618 oder 1619 zu Thum bei Annaberg, 1 1684 als kurpfälzischer Kirchenrat zu Weiden in der Oberpfalz. 13. 75. 138. Cramer, Johann Andreas, g. 1723 zu Jöhstadt im säch⸗ sischen Erzgebirge, 1 1788 als Professor der Theologie und Prokanzler der Universität Kiel. 391. Crasselius, Bartholomäus(Crasselt), g. 1667 zu Werns⸗ dorf im Königreich Sachsen, 1724 als Pfarrer zu Düssel⸗ dorf. 337. Dach, Simon, g. 1605 zu Memel, 1 1659 als Professor der Dichtkunst zu Königsberg i. Pr. 495. 531. Decius, Nikolaus(Hovesch 2), Mönch im Kloster Steter⸗ burg bei Braunschweig, 1523 evang. Prediger in Stettin, + 1541 daselbst. 87. 134. Denicke, David, g. 1603 in Zittau im Königreich Sachsen, 1 1680 als Kammer⸗ und Konsistorialrat in Hannover, gab in Gemeinschaft mit Gesenius das(New ordentlich) 379 Verzeichnis der Dichter. hannöversche Gesangbuch von 1646 heraus. 172. 228. 254. 308. 321. 400. Derschow, Bernhard, geb. 1591 zu Königsberg in Pr., + 1639 als Professor der Theologie, Konsistorialrat und Oberpfarrer daselbst. 190. Deßler, Wolfgang Christoph, g. 1660 zu Nürnberg, +172² als Konrektor der Schule zum heil. Geist daselbst. 251. 294. Diterich, Johann Samuel, geb. 1721 zu Berlin, + 1797 als Oberkonsistorialrat und Pastor daselbst. Herausgeber der Lieder für den öffentlichen Gottesdienst, Berlin 1765, in welchem Buche er die Kirchenlieder auf das willkürlichste umarbeitete. 246. 299. Drese, Adam, g. 1620 zu Weimar(2), 1701½ als fürstlich Schwarzburgischer Kapellmeister zu Arnstadt in Thü⸗ ringen. 285. Eber, Paul, g. 1511 zu Kitzingen in Unterfranken, Freund Luthers, 41569 als Generalsuperintendent und Professor der Theologie zu Wittenberg. 382. 491. 501. Eleonore, Fürstin Reuß, geb. Gräfin zu Stolberg, geb. 1835. 57. Englisch, Johann, g. in Buchsweiler, Prediger in Straß⸗ burg i. Elsaß, 4 1577. 193. Eschenburg, Johann Joachim, g. 1743 zu Hamburg, 1820 zu Braunschweig als Professor der alten Literatur und Canonicus. 349. Fabricius, Friedrich, geb. 1642 zu Stettin, 1703 als Pastor daselbst. 122. Falk, Joh. Daniel, g. 1768 zu Danzig, + 1826 als Lega⸗ tionsrat zu Weimar. 47. 107. 129. 386. Fischer siehe Vischer. Fleming, Paul, geb. 1609 zu Hartenstein im Königreich Sachsen, 4 1640 als Doktor der Med. zu Hamburg. 366. zranck, Johann, g. 1618 zu Guben in der Niederlausitz, 1 1677 als Bürgermeister daselbst. 63. 199. 219. 272. 389. 462. ö Franck, Michael, g. 1609 zu Schleusingen in Thüringen, 1 1667 als Lehrer an der Stadtschule zu Koburg. 184. 481. Franck, Salomo, g. 1659 zu Weimar, 1725 als Ober⸗ zonsistorialsekretär daselbst. 73. 92. 296. 38⁰ — — — IS EEEEEE . 254. 1 Pr., t und 4722 294. 57 als er der 15, in lichste rstlich Thü⸗ reund fessor „geb. traß⸗ burg, ratur 3 als Lega⸗ greich 366. usitz, 27². ngen, 481. Ober⸗ Verzeichnis der Dichter. Francke, August Hermann, g. 1663 zu Lübeck, Begründer der Franckeschen Stiftungen in Halle, 4 1727 als Profes⸗ sor der Theologie und Pastor zu Halle. 58. Franz, Agnes, g. 1794 in Militsch in Schlesien, 1843 in Breslau als Vorsteherin einer Armenschule. 479. Freylinghausen, Johann Anastasius, g. 1670 zu Gan⸗ dersheim i. Braunschweig, Schwiegersohn Franckes, 11739 als Pastor und Direktor der Franckeschen Stiftungen zu Halle. 238. 292. 372. Freystein, Johann Burchard, geb. 1671 zu Weißenfels, + 1718 als Hof⸗ und Justizrat zu Dresden. 338. Fricker, Johann Ludwig, 1 1766 als Pfarrer zu Dettin⸗ gen unter Urach. 159. Funk, Gottfried Benedikt, g. 1734 zu Hartenstein im Kö⸗ nigreich Sachsen, 4 1814 als Konsistorialrat und Rektor des Domgymnasiums zu Magdeburg. 102. Garve, Karl Bernhard, g. 1763 zu Jeinsen bei Hannover, bis 1836 Prediger der Brüdergemeinde zu Neusalz a. d. O., 1T 1841 zu Herrnhut. 164. 255. Gedicke, Lampertus, g. 1683 zu Gardelegen in der Alt⸗ mark, 1 1735 als Feldprobst zu Berlin. 385. Gellert, Christian Fürchtegott, g. 1715 zu Hainichen im süchsischen Erzgebirge, 1769 als außerordentlicher Pro⸗ fessor der Dichtkunst, Beredsamkeit und Moral zu Leipzig. 33. 76. 106. 160. 166. 191. 307. 334. 342. 362. 407. 408. 421. 432. 433. Gensch von Breitenau, Christoph, g. 1638 zu Naum⸗ burg, Hofrat des Herzogs von Plön und dänischer Ge⸗ heimrat, 4 1732 als Privatmann zu Lübeck. 234. Gerhardt, Paulus, g. 1607 zu Gräfenhainichen b. Wit⸗ tenberg, 1651 bis 1657 Probst zu Mittenwalde in Bran⸗ denburg, 1657—1667 Diakonus zu Berlin, 1676 als Archidiakonus zu Lübben. 28. 29. 40. 42. 44. 54. 61. 72. 85. 89. 93. 95. 128. 133. 250. 281. 317. 344. 346. 352. 353. 361. 363. 373. 379. 392. 395. 399. 406. 414. 427. 440. 446. 461. 463. 474. 487. 494. von Gersdorf, Henriette Katharina, g. von Friesen, g. 1648 zu Sulzbach, Gemahlin des kursächsischen Ge⸗ heimrats von Gersdorf in Dresden, Großmutter Zin⸗ 38¹ Verzeichnis der Dichter. 5250 + 1726 zu Großhennersdorf bei Herrnhut. 29. Gesenius, Justus, g. 1601 zu Esbeck i. Hannover, 1673 als Oberhofprediger und Generalsuperintendent zu Han⸗ nover(siehe Denicke). 93. Gotter, Ludwig Andreas, g. 1661 zu Gotha, 4 1735 als Hof⸗ und Assistenzrat daselbst. 310. 332. 409. Göz, Christian Gottlieb, g. 1746 zu Hengen bei Urach, 4 1803 als Pfarrer zu Plieningen. 98. Gramann, Johann(Poliander), g. 1487 zu Neustadt in Bayern, Freund Luthers, 4 1541 als Pastor zu Königs⸗ berg i. Pr. 402. Gregor, Christian, geb. 1723 zu Dirsdorf in Schlesien, + 1801 als Bischof der Brüdergemeinde zu Berthelsdorf. des Brüdergesangbuchs von 1778. 9. 168. 260. Grüneisen, Karl Georg, g. 1802 zu Stuttgart, 4 1878 daselbst als Hofprediger und Oberkonsistorialrat. 468. Gryphius, Andreas, g. 1616 zu Großglogau in Schle⸗ sien, 1 1664 als Landschaftssyndikus daselbst. 486. Günther, Cyriacus, geb. 1650 zu Goldbach bei Gotha, 1 1704 als Lehrer am Gymnasium zu Gotha. 265. Hagen, Peter, g. 1569 auf Gut Henneberg in Ostpreußen, + 1620 als Rektor der Domschule in Königsberg. 101. von Hardenberg, Friedrich Leopold, Freiherr(Nova⸗ lis), g. 1772 auf Gut Wiederstedt im Mansfeldischen, 1 1801 als Assessor zu Weißenfels. 288. 290. 291. Härter, Franz, g. 1797 in Straßburg im Elsaß, 1 1874 als Pfarrer daselbst. 267. H rtmann, Thomas, war 1604 Diakonus zu Eisleben. 13. Harttmann, Karl Friedrich, geb. 1743 zu Adelberg in Württemberg, zuletzt Pfarrer in Lauffen a. Neckar, 4 1815 in Tübingen. 301. Haslocher, Johann Adam, geb. 1645 in Speier, 4 1726 als Konsistorialrat und Hofprediger zu Weilburg in Nas⸗ sau. 10. Hausmann, Julie, g. 1826 zu Riga, Erzieherin, 4 1902 in Petersburg. 335. 38² Verzeichnis der Dichter. von Hayn, Henriette Luise, g. 1724 zu Idstein in Nassau, 470 als Oberin der ledigen Schwestern zu Herrnhut. Hecker, Heinrich Kornelius, g. 1699 zu Hamburg, 1 1743 als Pfarrer zu Meuselwitz bei Altenburg. 30. 173. Heermann, Johann, g. 1585 zu Raudten im Fürstentum Wohlau i. Schlesien, Pastor zu Köben i. Schlesien, 41647 zu Lissa in Posen. 77. 79. 100. 158. 162. 197. 230. 233. 237. 244. 259. 282. 328. 350. 450. 464. 465.470. 476. 490. Heinrich v. Laufenberg, Priester und Dekan zu Freiburg im Breisgau, 1455. 500. Held, Henrich, g. zu 126. i. Schlesien, um 1650 Sach⸗ walter daselbst. 21. 1 Helmbold, Ludwig, 1532 zu Mühlhausen in Thürin⸗ gen, 4 1598 als Superintendent und Pfarrer daselbst. 377. 401. Hensel, Luise, g. 1798 zu Linum bei Fehrbellin, Tochter eines ebdangeliichen Pfarrers, trat 1818 zur römischen Kir— che über, Erzieherin, zu Paderborn 1876. 438(gedich⸗ tet 1816). Herberger, Valerius, geb. 1562 zu Fraustadt in Posen, + 1627 als Pfarrer daselbst. 511. Herman, Niklas, 4 1561 in hohem Alter als Kantor zu Joachimstal in Böhmen. 45. 99. 415. 435. 447. 514. Hermes, Johann Timotheus, g. 1738 zu Petznik b. Star⸗ gard in Pommern, 4 1821 als Oberkonsistorialrat, Su⸗ perintendent und Pastor prim. zu Breslau. 523. Herrmann, Johann Gottfried, g. 1707 zu Altjaf nitz bei Bitterfeld, als Oberhofprediger zu Dresden. 244. Herrnschmidt, Johann Daniel, g. 1675 zu Bopfingen i. Württemberg, 1 1723 als Professor der Theologie und E der Franckeschen Stiftungen zu Halle. 357. 97. Herzog, Johann Friedrich, g. 1647 zu Dresden, 4 1699 als Rechtsanwalt daselbst. 441. Hesse, Johann, g. 1490 zu Nürnberg, 1 1547 als Pfarrer zu Breslau. 507. Heunisch, Kaspar, g. 1620 zu Schweinfurt in Unterfran⸗ ken, 1 1690 als Superintendent daselbst. 529. 383 Verzeichnis der Dichter. Heyden, Sebald, geb. 1494(?) zu Nürnberg, 4 1561 als Rektor der Sebaldsschule daselbst. 81. Hiller, Friedrich Konrad, g. 1662 zu Unteröwisheim bei Bruchsal, 4 1726 als Kanzleiadvokat zu Stuttgart. 156. Hiller, Philipp Friedrich, geb. 1699 zu Mühlhausen in Württemberg, 1 1769 als Pfarrer zu Steinheim am Aal⸗ buch in Württemberg; 1751 verlor er seine Stimme. 2. 156. 245. 252. 274. Hoffmann, Gottfried, g. 1658 zu Plagwitz bei Löwen⸗ berg in Schlesien, 1712 als Rektor des Gymnasiums zu Zittau im Königreich Sachsen. 517. Homburg, Ernst Christoph, g. 1605 zu Mühla bei Eisenach, + 1681 als Rechtskonsulent zu Naumburg. 23. 80. 116. Horn siehe Böhmische Brüder. Judä, Leo, g. 1482 zu Rappoldsweiler, 1542 als Pfar⸗ rer zu Zürich. 263. Jörgens, Ludwig, geb. 1791 in Gütersloh, Prediger in Amerika, 4 um 1837. 536. Keymann, Christian, geb. 1607 zu Pankraz in Böhmen, + 1662 als Rektor des Gymnasiums zu Zittau im König⸗ reich Sachsen. 39. 280. Klopstock, Friedrich Gottlieb, geb. 1724 zu Quedlinburg, + 1803 als badischer Hofrat und dänischer Legationsrat zu Hamburg. 18. 185. 188. 483. 518. 532. 534. Knak, Gustav Friedrich Ludwig, g. 1806 zu Berlin, 11878 als Pastor zu Berlin in Dünnow bei Stolpmünde. 460. 526. Knapp, Albert, g. 1798 zu Tübingen, 4 1864 als Stadt⸗ pfarrer zu Stuttgart. 71. 119. 148. 151. 167. Knoll, Christoph, g. 1563 zu Bunzlau in Schlesien, 1621 als Diakonus zu Sprottau in Schlesien. 492. Knorr von Rosenroth, Christian, geb. 1636 zu Alt⸗ raudten i. Schlesien, 1 1689 als Geheimrat und Kanzlei⸗ direktor zu Sulzbach in der bayr. Oberpfalz. 422. Krause, Johann Gottfried, geb. 1685 zu Greussen im Schwarzburgischen, 1 1746 als Hauptpfarrer und Super⸗ intendent zu Dahma. 345. Krau se, Jonathan, geb. 1701 zu Hirschberg in Schlesien, + 1762 als Superintendent zu Liegnitz. 7. 38⁴ 8 561 als eim bei t. 156. usen in m Aal⸗ timme. Löwen⸗ ums zu isenach, 0O. 116. 3 Pfar⸗ iger in öhmen, König⸗ nburg, onsrat T 187⁸ 2. 460. Stadt⸗ +1621¹ zu Alt⸗ anzlei⸗ sen im Super⸗ hlesien, Verzeichnis der Dichter. Krummacher, Friedrich Adolf, g. 1767 zu Tecklenburg in Westfalen, 4 1845 als reform. Pastor emerit. zu Bre⸗ men. 36. 149. Kunth, Johann Sigismund, g. 1700 zu Liegnitz, 4 1779 als Superintendent zu Baruth in der Oberlausitz. 521. Küster, Elieser Gottlieb, g. 1732 zu Watzum, 1 1799 als 6540 und Generalsuperintendent zu Braunschweig. 179. (234. Lampe, Friedrich Adolf, g. 1683 zu Bremen, 1729 als reformierter Prediger an St. Ansgarii daselbst. 527. Lange, Joachim, g. 1670 zu Gardelegen in der Altmark, 1 1744 als Professor der Theologie zu Halle. 426. Laufenberg siehe Heinrich. Laurenti, Laurentius(Lorenz Lorenzen), geb. 1660 zu Husum, 1722 als Musikdirektor und Kantor zu Bremen. 83. 110. 225. 519. Lavater, Johann Kaspar, geb. 1741 zu Zürich, 4 1801 als reformierter Prediger daselbst. 55. 165. 246. 306. Leon, Johann, geb. zu Ohrdruf in Thüringen, 1597 als Pastor zu Wölfis bei Ohrdruf. 497. 498. Liebich, Ehrenfried, g. 1713 zu Probsthain bei Liegnitz, 11780 als Pastor zu Lomnitz b. Hirschberg in Schlesien. 123. 454. Lindemann, Johann, 1580—1630 Kantor zu Gotha. 270(0 aus der Familie der Mutter Luthers stammen. 2 7). Liscow, Salomo, geb. 1640 zu Niemitzsch in der Lausitz, 420. als Diakonus zu Wurzen im Königreich Sachsen. 420. Löscher, Valentin Ernst, geb. 1673 zu Sondershausen, Ler als Oberkonsistorialrat u. Superintendent zu Dres⸗ en. 227. von Löwenstern, Matthäus Apelles, geb. 1594 zu pol⸗ nisch Neustadt bei Oppeln i. Schlesien, T 1648 als kaiser⸗ licher Rat zu Breslau. 147. 456. Ludämilia Elisabeth, Gräfin zu Schwarzburg⸗Ru⸗ dolstadt, g. 1640, + 1672 als Braut des Grafen Christian Wilhelm von Schwarzburg⸗Sondershausen. 275. 360. Luise Henriette, Tochter des Prinzen Heinrich Fried⸗ 385 25 Verzeichnis der Dichter. rich von Oranien, g. 1627 im Haag, Gemahlin des Gro⸗ ßen Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg, 1667 zu Berlin. Es ist zweifelhaft, ob die ihr zugeschrie⸗ benen Lieder von ihr verfaßt sind. 223. 525. Luther, Martin, geb. 10. November 1483 zu Eisleben, 4 am 18. Februar 1546 daselbst. 41. 51. 52. 97. 105. 125. 127. 136. 139. 140. 143. 146. 153. 187. 192. 216. 253. 258. 339. 466. 504. 505. 506. Magdeburg, Joachim, geb. 1525 zu Gardelegen in der 1 nach 1583 als Prediger im sterreichischen. 83. Mathesius, Johann, g. 1504 zu Rochlitz im Königreich Sachsen, als Student Luthers Haus⸗ und Tischgenosse, + 1565 als Pastor zu Joachimstal. 471. Melissander siehe Bienemann. Mentzer, Johann, geb. 1658 zu Jahma in der Lausitz, + 16. als Pastor zu Kemnitz bei Bernstadt in der Lausitz. 403. von Meyer, Johann Friedrich, g. 1772 zu Frankfurt a.M., + 1849 als Appellationsgerichtspräsident das. 348. Meyfart, Johann Matthäus, g. 1590 zu Walwinkel im Gothaischen, 4 1642 als Professor der Theologie u. Pastor zu Erfurt. 524. Mohr, Joseph, g. 1792 zu Salzburg, katholischer Priester, + 1848 als Vikar zu Wagrein im Salzkammergut. 50. Moller, Martin, g. 1547 zu Kropstädt bei Wittenberg, + 1606 als Pastor prim. zu Görlitz in der Lausitz. 341. Müller, Michael, g. 1673 zu Blankenburg a. H., + 1704 90 der Theologie zu Schaubeck in Württem⸗ erg. 62. Münter, Balthasar, g. 1735 zu Lübeck, 4 1793 als Pastor an der deutschen Kirche zu Kopenhagen. 180. 522. Nachtenhöfer, Kaspar Friedrich, g. 1624 zu Halle, 4 1685 als Pastor zu Koburg. 34. Neander, Joachim, g. 1650 zu Bremen, 1680 als refor⸗ mierter Diakonus daselbst. 229. 396. 410. 431. Neander, Christoph Friedrich, g. 1724 zu Eckau in Kur⸗ land, 4 1802 als Propst zu Gränzhof in Kurland. 174. 218. 423. 386 Gro⸗ Urg, 17 schrie⸗ ben, .129. . 253. in der ischen. igreich enosse, ausitz, ausitz. a. M., kel im Hastor iester, 50. iberg, 341. 1704 ttem⸗ zastor 168⁵ refor⸗ Kur⸗ 174. Verzeichnis der Dichter. Nerreter, David, g. 1649 zu Nürnberg, 1726 zu Star⸗ gard als Generalsuperintendent des Herzogtums Hinter⸗ pommern. 351. Neumann, Kaspar, g. 1648 zu Breslau, 4 1715 als Kir⸗ cheninspektor und Pastor prim. daselbst. 6. 120. 434. 439. 457. Neumark, Georg, g. 1621 zu Langensalza in Thüringen, 1.1681 als Bibliothekar und Archivsekretär zu Weimar. 384. 506. Neumeister, Erdmann, g. 1671 zu üchteritz bei Weißen⸗ fels, 7 1756 als Hauptpastor zu Hamburg. 64. 182. 249. 268. 324. 445. 484. Neunherz, Johann, g. 1653 zu Waltersdorf in Schlesien, 1 1737 als Oberpfarrer zu Hirschberg. 115. Neu ß, Heinrich Georg, g. 1654 zu Elbingerode im Harz, .1716 als Konsistorialrat und Superintendent zu Wer⸗ nigerode. 300. Nicolai, Philipp, g. 1556 zu Mengeringhausen in Wal⸗ deck,. 1608 als Hauptpastor zu Hamburg. 293. 533. Novalis siehe Hardenberg. Olearius, Johann, g. 1611 zu Halle, 1684 als Ober⸗ hofprediger und Generalsuperintendent zu Weißenfels. 5. 27. 74. 169. 340. 393. Pauli, Joachim, g. um 1636 zu Wilsnack in der Mittel⸗ mark, 1674 Hauslehrer zu Berlin. 161. Paulmann, Johann Ludwig, g. 1728 zu Vorwohle, 11807 als Pastor zu Braunschweig. 389. von Pfeil, Christoph Karl Ludwig, g. 1712 zu Grünstadt in der bayrischen Pfalz, württembergischer Geh. Legati⸗ onsrat, 4 1784 als preußischer Geheimrat und Minister zu Deufstetten im Ansbachschen. 336. 475. Pietsch, Johann Valentin, g. 1690 zu Königsberg, 11733 als Professor der Dichtkunst daselbst. 109. Poliander siehe Gramann. Prätorius, Benjamin, g. 1636 zu Obergreißlau bei Wei⸗ ßenfels, 4 1674(?) als Pastor zu Großlissa bei Delitzsch in der Provinz Sachsen. 333. Puchta, Christian Rudolf Heinrich, g. 1808 zu Kadolzburg in Mittelfranken, 1858 als Pastor zu Augsburg. 455. 387 25• Verzeichnis der Dichter. Räder, g. 1815 zu Elberfeld, 1872 daselbst als Hand⸗ lungsgehülfe. 358. Rambach, Johann Jakob, g. 1693 zu Halle, 1735 als Professor der Theologie und Superintendent zu Gießen. 175. 183. 196. 221. 256. 264. 266. 277. 283. Reusner, Adam(Reißner), g. 1496 zu Mindelheim, Geheimsekretär Georgs von Frundsberg, ein Anhänger Schwenkfeldts, uum 1575 in seiner Vaterstadt. 367. Richter, Christian Friedrich, g. 1676 zu Sorau in der Lausitz, 4 1711 als Arzt des Waisenhauses zu Halle. 48. 303. 304. 305. 313. 354. 419. Ringwald, Bartholomäus, g. 1530 zu Frankfurt a. d. Oder, 1598 als Pfarrer zu Langenfeld in der Neumark. 220. 448. 520. Rinkart, Martin, g. 1586 zu Eilenburg in der Provinz Sachsen, 4 1649 als Archidiakonus daselbst. 314. 398. Rist, Johann, g. 1607 zu Ottensen bei Hamburg, 1 1667 als Pastor zu Wedel an der Elbe in Holstein. 19. 59. 66. 88. 186. 198. 224. 444. 528. Rodigast, Samuel, g. 1649 zu Gröben bei Jena, 1 1708 als Rektor am grauen Kloster zu Berlin. 380. Rothe, Johann Andreas, g. 1688 zu Lissa bei Görlitz in der Lausitz, Pfarrer zu Berthelsdorf, 41758 als luthe⸗ rischer Pastor zu Thommendorf in der Lausitz. 247. 513. Rückert, Friedrich, g. 1789 zu Schweinfurt am Main, Professor in Erlangen und Berlin, 4 1866 als preußi⸗ scher Geheimrat zu Neuseß bei Koburg. 20. Ruopp, Johann Friedrich, g. zu Straßburg, 1 1708 als Adjunkt der theologischen Fakultät zu Halle. 302. Rutilius, Martin(Rüdel), g. 1550 zu Düben in der Pro⸗ vinz Sachsen, T 1618 als Diakonus zu Weimar. 213. Sacer, Gottfried Wilhelm, g. 1635 zu Naumburg, 1699 als Kammeradvokat zu Wolfenbüttel. 508. Sachse, Christian Friedrich Heinrich, g. 1785 zu Eisen⸗ berg in Sachsen⸗Altenburg, 1860 als Hofprediger und Konsistorialrat in Altenburg. 516. Schade, Johann Kaspar, g. 1666 zu Kühndorf bei Mei⸗ ningen, 1698 als Diakonus zu Berlin. 82. 239. 370. 388 Hand⸗ Verzeichnis der Dichter. Schalling, Martin, g. 1532 zu Straßburg, 4 1608 als Pastor zu Nürnberg. 311. Scheffler,‚ Johann(Angelus Silesius), g. 1624 zu Bres⸗ lau, Leibarzt des Herzogs von Ols, trat 1653 zur römi⸗ schen Kirche über, geistlicher Rat des Fürstbischofs, 4 1677 im Kloster St. Matthias zu Breslau. 261. 270. 278. 325. Scheidt, Christian Ludwig, g. 1709 zu Waldenburg bei Schwäbisch⸗Hall in Württemberg, T 1761 als Hofrat und Bibliothekar zu Hannover. 240. Schein, Johann Hermann, g. 1586 zu Grünhain bei Zwik⸗ kau im Königreich Sachsen, 4 1630 als Musikdirektor zu Leipzig. 502. Schenck, Hartmann, g. 1634 zu Ruhla bei Eisenach, 1 1681 als Pfarrer zu Ostheim vor der Rhön. 16. Schenk, Heinrich Theobald, g. 1656 zu Heidelbach a. d. Schwalm i. Hessen,f 1727 als Stadtpfarrer in Gießen. 535. von Schenkendorf, Ferdinand Max Gottfried, g. 1784 zu Tilsit, 1817 als Regierungsrat zu Koblenz. 31. Schiebeler, Daniel, g. 1741 zu Hamburg, daselbst 1771 als Doktor der Rechte und Advokat. 37. Schirmer, Michael, g. 1606 zu Leipzig, 1 1673 als Kon⸗ rektor am Gymnasium zum grauen Kloster zu Berlin. 26. 130. Schlosser, Ludwig Heinrich, g. 1663 zu Darmstadt, 11723 als Prediger zu Frankfurt a. M. 473. von Schmid, Christoph, g. 1768 in Dinkelsbühl, 4 1854 als Domherr in Augsburg. 43. Schmidt, Johann Eusebius, g. 1669 zu Hohenfelden bei Erfurt, 4 1745 als Pastor zu Siebleben bei Gotha. 154. Schmolck, Johann Benjamin, g. 1672 zu Brauchitsch⸗ dorf bei Liegnitz, 11737 als Pastor prim. und Inspektor zu Schweidnitz. 12. 15. 22. 60. 90. 104. 112. 132. 170. 177. 236. 257. 299. 309. 315. 356. 365. 436. 458. 496. 499. 503. 530. Schneesing, Johann(Chiomusus), g. zu Frankfurt a. M., 1 1567 als Pfarrer zu Friemar bei Gotha. 214. Schröder, Johann Heinrich, g. 1667 zu Springe bei Hannover, 4 1699 als Pfarrer zu Meseberg bei Wollmir⸗ stedt in der Provinz Sachsen. 242. 319. 389 Verzeichnis der Dichter. Schütz, Johann Jakob, g. 1640 zu Frankfurt a. M., 1 1690 als Advokat u. verschiedener Reichsstände Rat das. 405. Seriver, Christian, g. 1629 zu Rendsburg, Pastor zu Magdeburg, 4 1693 als Oberhofprediger und Kirchenrat zu Quedlinburg. 273. 429. Schwedler, Johann Christoph, g. 1672 zu Krobsdorf in Schlesien, 11730 als Pfarrer zu Niederwiese in der Ober⸗ lausitz. 295. Selnecker, Nikolaus, g. 1532 zu Hersbruck bei Nürnberg, Schüler Melanchthons, Professor in Leipzig und Jena, auch Superintendent in Hildesheim, Mitarbeiter an der Konkordienformel, 1 1592 als Professor der Theologie und Superintendent zu Leipzig. 11. 144. von Senitz, Elisabeth, g. 1629 zu Rankau in Schlesien, Hoffräulein am Hofe zu Brieg und zu Ols, 1679. 84. Siegfried, Johann, g. 1564, 7 1637 als Superintendent zu Schleiz. 498. Sophie Eleonore, Herzogin zu Braunschweig-Bevern, g. 1674, + 1711 als Kanonissin zu Gandersheim. 49. Spangenberg, Johann, g. 1484 zu Hardegsen in Han⸗ nover, seit 1524 der erste evang. Prediger an St. Blasien i. Nordhausen, 11550als Superintendent z. Eisleben. 215. Spengler, Lazarus, g. 1479 zu Nürnberg, Rechtsge⸗ lehrter und Ratsschreiber daselbst, Freund Luthers und Beförderer der Reformation, 1534 zu Nürnberg. 217. Speratus, Paul(Hoffer), g. 1484 zu Röthlen bei Ell⸗ wangen, 1524 Hofprediger Herzog Albrechts von Preu⸗ ßen, luth. Bischof von Pomesanien, 4 1554 zu Marien⸗ werder. 243. Spitta, Karl Johann Philipp, g. 1801 zu Hannover, + 1859 als Superintendent zu Burgdorf bei Hannover. 111. 152. 155. 178. 182. 364. 469. 472. 509. Starck, Johann Friedrich, g. 1680 zu Hildesheim, 1756 als Pastor und Konsistorialrat zu Frankfurt a. M. 231.480. Stegmann, Josua, g. 1588 zu Sulzfeld bei Meiningen, 1 1632 als Professor der Theologie und Superintendent zu Rinteln. 145. Steuerlein, Johann, g. 1546 zu Schmalkalden, 1 1613 als Stadtschultheiß zu Meiningen. 56. 390 Verzeichnis der Dichter. Stip, Gerhard Chryno Hermann, g. 1809 zu Norden in Ostfriesland, einige Jahre Pastor zu Osteel bei Norden fals Privatmann 1882 zu Potsdam. 417. Stockfleth, Heinrich Arnold(Dorus), g. 1643 zu Al⸗ feld in Hannover, 4 1708 als Kirchenrat, Oberhofpredi⸗ ger und Generalsuperintendent zu Mönchsberg bei Bay⸗ reuth in Mittelfranken. 388. Stöber, Adolf, g. 1810 zu Straßburg i. Els., 4 1892 zu Mülhausen i. Els. als emer. Pfarrer und Konsistorial⸗ präsident. 181. St 99 30 ius, Kaspar, 1591 Pastor zu Iglau in Mäh⸗ ren. 103. Sturm, Christoph Christian, g. 1740 zu Augsburg, 1786 als Hauptpastor in Hamburg. 326. 347. Sturm, Julius, g. 1816 zu Köstritz, 2 1896 als Pfarrer daselbst. 14. 467. Tersteegen, Gerhard, g. 1697 zu Mörs, 1 1769 als Bandmacher zu Mühlheim a. d. Ruhr(reform.). 1. 4. 121. 262. 269, 279. 318. 320. 442. Thilo, Valentin, der jüngere, g. 1607 zu Königsberg in Pr., 1 1662 als Professor der Beredsamkeit das. 26. Tietze, Christoph(Titius), g. 1641 zu Wilkau bei Breslau, 7.1703 als Pastor zu Hersbruck bei Nürnberg. 222. 376. Tollmann, Gottfried, g. 1680 zu Lauban in der Lausitz, .1766 als Pastor zu Leube bei Görlitz in d. Lausitz. 453. Vischer, Christoph, g. zu Joachimstal in Böhmen, 1600 als Generalsuperintendent zu Celle. 94. Wegelin, Josua, g. 1604 zu Augsburg, 1 1640 als evang. Pfarrer zu Preßburg in Ungarn. 117. Weiße, Michael, g. zu Neisse in Schlesien, Pfarrer zu Landskron u. Fulneck in Mähren, 4 1542 als Vorsteher der Brüder in Neutomischl. 404.(siehe auch Böhmische Brüder.) Weiße, Christian Felix, g. 1726 zu Annaberg, f 1804 als Kreissteuereinnehmer zu Leipzig. 289. Weissel, Georg, g. 1590 zu Domnau in Ostpreußen, 41635 als Prediger zu Königsberg i. Pr. 24. 108. 287. Werner, Georg, g. 1589 zu Pr.⸗Holland, 4 1643 als Di⸗ akonus zu Königsberg i. Pr. 70. 391 5 Verzeichnis der Dichter. Weyermüller, Friedrich, g. 1810 zu Niederbronn im Elsaß, Spezereihändler, 11877 als Mitglied des Kirchen⸗ vorstandes daselbst. 374. Wiesenmeyer, Burkhard, um 1640 Lehrer am Gymna⸗ sium zum grauen Kloster in Berlin, nach 1653 als Pfarrer in Petershagen. 428. Wilhelm II., Herzog zu Sachsen⸗Weimar, g. 1598 zu Al⸗ tenburg, 4 1662 zu Weimar. 8. Winckler, Johann Josef, g. 1670 zu Lucka in der Lausitz, 1 1722 als Konsistorialrat und Domprediger zu Magde⸗ burg. 330. 369. Wolf, Jakob Gabriel, g. 1684(1683) zu Greifswald, 71754 als Hofrat und Professor der Rechte zu Halle. 286. Woltersdorf, Ernst Gottlieb, g. 1725 zu Friedrichs⸗ felde bei Berlin, 11761 als Stadtpfarrer zu Bunzlau in Schlesien. 163. 194. Zeibich, Christoph Heinrich, g. 1677 zu Mölbis bei Leipzig, + 1748 als Professor der Theologie, Konsistorialassessor und Probst zu Wittenberg. 200. von Zinzendorf, Graf Nikolaus Ludwig, g. 1700 zu Dresden, Stifter der evangelischen Brüdergemeinde, 1 1760 zu Herrnhut. 9. 168. 241. 271. 477. von Zinzendorf, Graf Christian Renatus, des Vorigen Sohn, g. zu Herrnhut 1727, K daselbst 17⁵2. 3. Zwick, Johann, g. um 1496 zu Konstanz, 1 1542 als reform. Pfarrer seiner Vaterstadt zu Bischofzell in der Schweiz während der Pest. 118. Unbekannt sind die Verfasser folgender Lieder: 17. 38. 46. 69. 96. 114. 131. 135. 137. 157. 189. 226. 235. 284. 297. 312. 343. 355. 371. 378. 381. 388. 394. 411 416. 436. 443. 452. 485. 488. 493. Nach dem Lateinischen. 68. 394. 392 in im rchen⸗ mna⸗ 3 als u Al⸗ ausitz, agde⸗ 17⁵⁴4 richs⸗ au in ipzig, sessor 00 zu einde, rigen 2 als nder 717. 235. 411 Lektionar enthallend Episteln und Evangelien auf dir Honn- und Jesttage nebst Alttestamenklichen TCerten lowie die Leidensgeschichte unsers Berrn und Beilandes Jesu Christi und die Beschreibung der Zerstörung der Stadt Jerusalem. Daiu eine Bibellesetafel. * Wolfenbüttel. HKommissionsverlag von Julius Zwißler. Episteln und Evangelien. Erster Jahrgang. Am 1. Sonntaye des Advents. Epistel. Röm. 13, 11—14. Weil wir solches wissen, nämlich die Zeit, daß die Stun⸗ de da ist, aufzustehen vom Schlaf; sintemal unser Heil jetzt näher ist, denn da wir gläubig wurden; die Nacht ist vor⸗ gerückt, der Tag aber nahe herbeikommen: so lasset uns ablegen die Werke der Finsternis und anlegen die Waffen des Lichtes. Lasset uns ehrbarlich wandeln als am Tage; nicht in Fressen und Saufen, nicht in Kammern und Un⸗ zucht, nicht in Hader und Neid; sondern ziehet an den Herrn Jesum Christ, und wartet des Leibes, doch also, daß er nicht geil werde. Evangelium. Matth. 21, 1—9. Da sie nun nahe an Jerusalem kamen, gen Bethphage, an den Olberg, sandte Jesus seiner Jünger zween, und sprach zu ihnen: Gehet hin in den Flecken, der vor euch liegt; und alsbald werdet ihr eine Eselin finden angebun⸗ den und ein Füllen bei ihr; löset sie auf und führet sie zu mir. Und so euch jemand etwas wird sagen, so sprechet: Der Herr bedarf ihrer; sobald wird er sie euch lassen. Das geschah aber alles, auf daß erfüllet würde, das gesagt ist durch den Propheten, der da spricht:„Saget der Tochter Zion: Siehe, dein König kommt zu dir sanftmütig und reitet auf einem Esel und auf einem Füllen der lastbaren Eselin.“ Die Jünger gingen hin, und taten wie ihnen Je⸗ sus befohlen hatte; und brachten die Eselin und das Fül⸗ len, und legten ihre Kleider drauf, und setzten ihn drauf. Aber viel Volks breitete die Kleider auf den Weg; die an⸗ dern hieben Zweige von den Bäumen und streueten sie auf den Weg. Das Volk aber, das vorging und nachfolgte, schrie und sprach: Hosianna dem Sohn Davids! Gelobet sei, der da kommt in dem Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe! Am 2. Bonntage des Advents. Epistel. Röm. 15, 4—18. Was aber zuvor geschrieben ist, das ist uns zur Lehre geschrieben, auf daß wir durch Geduld und Trost der Schrift 114. Stun⸗ il jetzt st vor⸗ et uns Waffen Tage; id Un⸗ Herrn r nicht phage, „ und reiuch gebun⸗ ret sie rechet: Das agt ist uchter g und tbaren n Je⸗ Fül⸗ drauf. ie an⸗ en sie rolgte, elobet ianna —16. Lehre chrift ‚ Erster Jahrgang. 3 Hoffnung haben. Der Gott aber der Geduld und des Tro⸗ stes gebe euch, daß ihr einerlei gesinnet seid unter einan⸗ der nach Jesu Christ, auf daß ihr einmütiglich mit Einem Munde lobet Gott und den Vater unsers Herrn Jesu Christi. Darum nehmet euch unter einander auf, gleichwie euch Chri⸗ stus hat aufgenommen zu Gottes Lobe. Ich sage aber, daß Jesus Christus sei ein Diener gewesen der Beschneidung um der Wahrheit willen Gottes, zu bestätigen die Verheißungen, den Bätern geschehen; daß die Heiden aber Gott loben um der Barmherzigkeit willen, wie geschrieben stehet:„Darum will ich dich loben unter den Heiden und deinem Namen singen.“ Und abermal spricht er:„Freuet euch, ihr Hei⸗ den, mit seinem Volk!“ Und abermal:„Lobet den Herrn, alle Heiden, und preiset ihn, alle Völker!“ Und abermal spricht Jesaja:„Es wird sein die Wurzel Jesses, und der auferstehen wird, zu herrschen über die Heiden; auf den wer⸗ den die Heiden hoffen.“ Der Gott aber der Hoffnung er⸗ fülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben, daß ihr völlige Hoffnung habt durch die Kraft des heiligen Geistes. Evangelium. Tuk. 21, 25—36. Und es werden Zeichen geschehen an der Sonne und Mond und Sternen; und auf Erden wird den Leuten bange sein, und werden zagen; und das Meer und die Wasser⸗ wogen werden brausen; und die Menschen werden ver⸗ schmachten vor Furcht und vor Warten der Dinge, die kommen sollen auf Erden; denn auch der Himmel Ki äfte werden sich bewegen. Und alsdann werden sie sehen des Menschen Sohn kommen in der Wolke mit großer Kraft und Herrlichkeit. Wenn aber dieses anfänget zu geschehen, so sehet auf, und erhebt eure Häupter, darum daß sich eure Erlösung nahet. Und er sagte ihnen ein Gleichnis: Sehet an den Feigenbaum und alle Bäume; wenn sie jetzt ausschlagen, so sehet ihr's an ihnen und merket, daß jetzt der Sommer nahe ist. Also auch ihr, wenn ihr dies alles sehet angehen, so wisset, daß das Reich Gottes nahe ist. Wahrlich, ich sage euch: Dies Geschlecht wird nicht ver⸗ gehen, bis daß es alles geschehe. Himmel und Erde wer⸗ den vergehen; aber meine Worte vergehen nicht. Hütet euch 1* 4 Episteln und Evangelien. aber, daß eure Herzen nicht beschweret werden mit Fressen und Saufen und mit Sorgen der Nahrung, und komme dieser Tag schnell über euch; denn wie ein Fallstrick wird er kommen über alle, die auf Erden wohnen. So seid nun wacker allezeit, und betet, daß ihr würdig werden möget, zu entfliehen diesem allen, das geschehen soll, und zu stehen vor des Menschen Sohn. Am 3. Sonnkage des Advents. Epistel. 1. Ror. 4, 1—5. Dafür halte uns jedermann: für Christi Diener und Haushalter über Gottes Geheimnisse. Nun suchet man nicht mehr an den Haushaltern, denn daß sie treu erfunden wer⸗ den. Mir aber ist's ein Geringes, daß ich von euch ge⸗ richtet werde oder von einem menschlichen Tage; auch richte ich mich selbst nicht. Denn ich bin mir nichts bewußt; aber darinnen bin ich nicht gerechtfertiget; der Herr ist's aber, der mich richtet. Darum richtet nicht vor der Zeit, bis der Herr komme, welcher auch wird ans Licht bringen, was im Finstern verborgen ist, und den Rat der Herzen offen⸗ baren; alsdann wird einem jeglichen von Gott das Lob iderfahren. Evangelium. Matth. 11, 2—10. Da aber Johannes im Gefängnis die Werke Christi hörete, sandte er seiner Jünger zween und ließ ihm sagen: Bist Du, der da kommen soll, oder sollen wir eines an⸗ dern warten? Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Gehet hin und saget Johannes wieder, was ihr sehet und höret: Die Blinden sehen, und die Lahmen gehen, die Aussätzi⸗ gen werden rein, und die Tauben hören, die Toten stehen auf, und den Armen wird das Evangelium geprediget; und selig ist, der sich nicht an mir ärgert. Da die hingingen, fing Jesus an zu reden zu dem Volk von Johannes: Was seid ihr hinausgegangen in die Wüste zu sehen? Wolltet ihr ein Rohr sehen, das der Wind hin und her webt? Oder was seid ihr hinausgegangen zu sehen? Wolltet ihr einen Menschen in weichen Kleidern sehen? Siehe, die da weiche Kleider tragen, sind in der Könige Häusern. Oder was seid ihr hinausgegangen zu sehen? Wolltet ihr einen Pro⸗ pheten sehen? Ja, ich sage euch, der auch mehr ist denn Fressen komme E wird id nun get, zu jen vor 1—5. er und n nicht uwer⸗ ich ge⸗ yrichte ; aber aber, it, bis n, was offen⸗ 8 Lob Christi sagen: es an⸗ Gehet höret: 18sätzi⸗ stehen t; und zingen, Was Wolltet Oder einen weiche r was n Pro⸗ t denn Erster Jahrgang. 5 ein Prophet. Denn dieser ist's, von dem geschrieben stehet: „Siehe, Ich sende meinen Engel vor dir her, der deinen Weg vor dir bereiten soll.“ Am 4. Sonntage des Advents. Epistel. Philipp. 4, 4—7. Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermal sage ich: Freuet euch! Eure Lindigkeit lasset kundsein allen Menschen. Der Herr ist nahe. Sorget nichts, sondern in allen Dingen lasset eure Bitten im Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kundwerden. Und der Friede Got⸗ tes, welcher höher ist denn alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christo Jesu! Evangelium. Aoh. 1, 19—28. Und dies ist das Zeugnis des Johannes, da die Juden sandten von Jerusalem Priester und Leviten, daß sie ihn fragten: Wer bist du? Und er bekannte und leugnete nicht; und er bekannte: Ich bin nicht Christus. Und sie fragten ihn: Was denn? Bist du Elia? Er sprach: Ich bin's nicht. Bist du der Prophet? Und er antwortete: Nein. Da sprachen sie zu ihm: Was bist du denn? daß wir Antwort geben denen, die uns gesandt haben. Was sagest du von dir selbst? Er sprach: Ich bin eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Richtet den Weg des Herrn! wie der Prophet Jesaja gesagt hat. Und die gesandt waren, die waren von den Pharisäern; und fragten ihn und spra⸗ chen zu ihm: Warum taufest du denn, so du nicht Christus bist, noch Elia, noch der Prophet? Johannes antwortete ihnen und sprach: Ich taufe mit Wasser; aber er ist mitten unter euch getreten, den ihr nicht kennet. Der ist's, der nach mir kommen wird, welcher vor mir gewesen ist, des ich nicht wert bin, daß ich seine Schuhriemen auflöse. Dies geschah zu Bethabara jenseit des Jordans, da Johannes taufte. Am 1. Weihnachtstage. Epistel. CTit. 2, 11—14. Es ist erschienen die heilsame Gnade Gottes allen Men⸗ schen, und züchtiget uns, daß wir sollen verleugnen das un⸗ göttliche Wesen und die weltlichen Lüste, und züchtig, ge⸗ recht und gottselig leben in dieser Welt, und warten auf die selige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit des 6 Episteln und Evangelien. großen Gottes und unsers Heilandes, Jesu Christi, der sich selbst für uns gegeben hat, auf daß er uns erlösete von aller Ungerechtigkeit, und reinigte ihm selbst ein Volk zum Eigentum, das fleißig wäre zu guten Werken. Evangelium. Nuk. 2, 1—14. Es begab sich aber zu der Zeit, daß ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, daß alle Welt geschätzt würde. Und diese Schätzung war die allererste, und geschah zur Zeit. da Cyrenius Landpfleger in Syrien war. Und jeder⸗ mann ging, daß er sich schätzen ließe, ein jeglicher in seine Stadt. Da machte sich auf auch Joseph aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Da⸗ vids, die da heißt Bethlehem, darum daß er von dem Hause und Geschlechte Davids war, auf daß er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertraueten Weibe, die war schwanger. Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, daß sie gebären sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn, und wickelte ihn in Windeln, und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge. Und es waren Hirten in derselbigen Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihrer Herde. Und siehe, des Herrn Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen Fürchtet euch nicht; siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen. Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe, und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen! Am 2. Weihnachtstage. Epistel. Tit. 8, 4—8. Da aber erschien die Freundlichkeit und Leutseligkeit Gottes, unsers Heilandes,— nicht um der Werke willen der Gerechtigkeit, die wir getan hatten, sondern nach sei⸗ ner Barmherzigkeit machte er uns selig durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung des heiligen Geistes, welchen irten „ die Sngel sie; nen eude, e der der erdet rippe denge chen: dden gkeit zillen sei⸗ d der lchen Erster Jahrgang. 7 er ausgegossen hat über uns reichlich durch Jesum Christ, unsern Heiland, auf daß wir durch desselbigen Gnade ge⸗ recht und Erben seien des ewigen Lebens nach der Hoff⸗ nung. Das ist gewißlich wahr. Oder die Lektion am Jeierkage Blephani. Apystelgesch. 6, 8-15; 7, 55—59. Stephanus aber, voll Glaubens und Kräfte, tat Wun⸗ der und große Zeichen unter dem Volk. Da stunden et⸗ liche auf von der Schule, die da heißet der Libertiner, und der Kyrener und der Alexanderer und derer, die aus Cili⸗ cien und Asien waren, und befragten sich mit Stephanus. Und sie vermochten nicht zu widerstehen der Weisheit und dem Geiste, aus welchem er redete. Da richteten sie zu etliche Männer, die sprachen: Wir haben ihn gehöret Läster⸗ worte reden wider Mose und wider Gott. Und bewegten das Volk und die Altesten und die Schriftgelehrten; und traten herzu, und rissen ihn hin, und führeten ihn vor den Rat; und stelleten falsche Zeugen dar, die sprachen: Die⸗ ser Mensch höret nicht auf, zu reden Lästerworte wider diese heilige Stätte und das Gesetz. Denn wir haben ihn hören sagen: Jesus von Nazareth wird diese Stätte zer⸗ stören, und ändern die Sitten, die uns Mose gegeben hat. Und sie sahen auf ihn alle, die im Rat saßen, und sahen sein Angesicht wie eines Engels Angesicht.— Wie er aber voll heiliges Geistes war, sah er auf gen Himmel, und sah die Herrlichkeit Gottes und Jesum stehen zur Rechten Got⸗ tes und sprach: Siehe, ich sehe den Himmel offen, und des Menschen Sohn zur Rechten Gottes stehen. Sie schrieen aber laut, und hielten ihre Ohren zu, und stürmeten ein⸗ mütiglich auf ihn ein, stießen ihn zur Stadt hinaus und steinigten ihn. Und die Zeugen legten ab ihre Kleider zu den Füßen eines Jünglings, der hieß Saulus, und steinig⸗ ten Stephanus, der anrief und sprach: Herr Jesu, nimm meinen Geist auf! Er kniete aber nieder und schrie laut: Herr, behalt ihnen diese Sünde nicht! Und als er das gesagt, entschlief er. Evangelium. Tuk. 2, 15—20. Und da die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, spra⸗ chen die Hirten unter einander: Laßt uns nun gehen gen 8 Episteln und Evangelien. Bethlehem, und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kundgetan hat. Und sie kamen eilend, und fanden beide, Maria und Joseph, dazu das Kind in der Krippe liegen. Da sie es aber gesehen hatten, brei⸗ teten sie das Wort aus, welches zu ihnen von diesem Kind gesagt war. Und alle, vor die es kam, wunderten sich der Rede, die ihnen die Hirten gesagt hatten. Maria aber be⸗ hielt alle diese Worte, und bewegte sie in ihrem Herzen. Und die Hirten kehreten wieder um, preiseten und lobten Gott um alles, das sie gehöret und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war. Am Bonntage nach Weihnachten. Epistel. Gal. 4, 1—7. Ich sage aber, solange der Erbe unmündig ist, so ist zwischen ihm und einem Knechte kein Unterschied, ob er wohl ein Herr ist aller Güter; sondern er ist unter den Vormündern und Pflegern bis auf die Zeit, die der Vater bestimmt hat. Also auch wir, da wir unmündig waren, waren wir gefangen unter den äußerlichen Satzungen. Da aber die Zeit erfüllet ward, sandte Gott seinen Sohn, ge⸗ boren von einem Weibe und unter das Gesetz getan, auf daß er die, so unter dem Gesetz waren, erlöste, daß wir die Kindschaft empfingen. Weil ihr denn Kinder seid, hat Gott gesandt den Geist seines Sohns in eure Herzen, der schreiet: Abba, lieber Vater! Also ist nun hie kein Knecht mehr, sondern eitel Kinder; sind's aber Kinder, so sind's auch Erben Gottes durch Christum. Evangelium. LTuk. 2, 38—40. Und sein Vater und Mutter wunderten sich des, das von ihm geredet ward. Und Simeon segnete sie und sprach zu Maria, seiner Mutter: Siehe, dieser wird gesetzt zu einem Fall und Auferstehen vieler in Israel und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird(und es wird ein Schwert durch deine Seele dringen), auf daß vieler Herzen Gedan⸗ ken offenbar werden. Und es war eine Prophetin, Hanna, eine Tochter Phanuels, vom Geschlecht Asser; die war wohl betaget, und hatte gelebt sieben Jahre mit ihrem Manne nach ihrer Jungfrauschaft; und war nun eine Witwe bei vier und achtzig Jahren; die kam nimmer vom Temvel, Erster Jahrgang. 9 diente Gott mit Fasten und Beten Tag und Nacht. Die⸗ selbige trat auch hinzu zu derselbigen Stunde, und pries den Herrn, und redete von ihm zu allen, die da auf die Erlösung zu Jerusalem warteten. Und da sie es alles voll⸗ endet hatten nach dem Gesetz des Herrn, kehreten sie wieder nach Galiläa zu ihrer Stadt Nazareth. Aber das Kind wuchs, und ward stark im Geist, voller Weisheit; und Got⸗ tes Gnade war bei ihm. Am Neujahrstage. Epistel. Gal. 3, 23—29. Ehe denn aber der Glaube kam, wurden wir unter dem Gesetz verwahret und verschlossen auf den Glauben, der da sollte offenbart werden. Also ist das Gesetz unser Zucht⸗ meister gewesen auf Christum, daß wir durch den Glauben gerecht würden. Nun aber der Glaube kommen ist, sind wir nicht mehr unter dem Zuchtmeister. Denn ihr seid alle Gottes Kinder durch den Glauben an Christum Je⸗ sum. Denn wieviel euer auf Christum getauft sind, die haben Christum angezogen. Hie ist kein Jude noch Grieche, hie ist kein Knecht noch Freier, hie ist kein Mann noch Weib; denn ihr seid allzumal Einer in Christo Jesu. Seid ihr aber Christi, so seid ihr ja Abrahams Same und nach der Verheißung Erben. Evangelium. Tuk. 2, 21. Und da acht Tage um waren, daß das Kind beschnitten würde, da ward sein Name genannt Jesus, welcher ge⸗ nannt war von dem Engel, ehe denn er im Mutterleibe empfangen ward. Oder für die Alkarvorlesung Plalm 90. HErr, Gott, Du bist unsre Zuflucht für und für. Ehe denn die Berge wurden, und die Erde und die Welt ge⸗ schaffen wurden, bist Du, Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit, der du die Menschen lässest sterben, und sprichst: Kommt wieder, Menschenkinder! Denn tausend Jahre sind vor dir wie der Tag, der gestern vergangen ist, und wie eine Nachtwache. Du lässest sie dahinfahren wie einen Strom, und sind wie ein Schlaf; gleich wie ein Gras, das doch bald welk wird, das da frühe blühet und bald welk wird, und des Abends abgehauen wird und verdorret. Das 10 Episteln und Evangelien. machet dein Zorn, daß wir so vergehen, und dein Grimm, daß wir so plötzlich dahin müssen. Denn unsre Misseta⸗ ten stellest du vor dich, unsre unerkannte Sünde ins Licht vor deinem Angesichte. Darum fahren alle unsre Tage da⸗ hin durch deinen Zorn; wir bringen unsre Jahre zu wie ein Geschwätz. Unser Leben währet siebenzig Jahre, und wenn's hoch kommt, so sind's achtzig Jahre, und wenn's köstlich gewesen ist, so ist''s Mühe und Arbeit gewesen; denn es fähret schnell dahin, als flögen wir davon. Wer glaubt's aber, daß du so sehr zürnest? Und wer fürchtet sich vor solchem deinem Grimm? Lehre uns bedenken, daß wir sterben müssen, auf daß wir klug werden. HErr, kehre dich doch wieder zu uns und sei deinen Knechten gnä⸗ dig! Fülle uns frühe mit deiner Gnade, so wollen wir rühmen und fröhlich sein unser Leben lang. Erfreue uns nun wieder, nachdem du uns so lange plagest, nachdem wir so lange Unglück leiden. Zeige deinen Knechten deine Werke und deine Ehre ihren Kindern. Und der HErr, un⸗ ser Gott, sei uns freundlich, und fördere das Werk unsrer Hände bei uns; ja das Werk unsrer Hände wolle er för⸗ dern! Tür die Predigt kreier Text. Am Bonntage nach Neujahr. Epistel. 1. Petr. 3, 20—22. In der Arche Noahs wurden wenige, das ist acht See⸗ len, gerettet durchs Wasser; welches nun auch uns selig macht in der Taufe, die durch jenes bedeutet ist, nicht das Abtun des Unflats am Fleisch, sondern der Bund eines guten Gewissens mit Gott, durch die Auferstehung Jesu Christi, welcher ist zur Rechten Gottes in den Himmel gefahren, und sind ihm untertan die Engel und die Ge⸗ waltigen und die Kräfte. Evangelium. Malth. 3, 18—17. — der Zeit kam Jesus aus Galiläa an den Jordan zu Johannes, daß er sich von ihm taufen ließe. Aber Johannes wehrte ihm und sprach: Ich bedarf wohl, daß ich von dir getauft werde, und Du kommest zu mir? Je⸗ sus aber antwortete und sprach zu ihm: Laß es jetzt al⸗ so sein; also gebührt es uns, alle Gerechtigkeit zu erfüllen. 117111 111417 Erster Jahrgang. 11 Da ließ er's ihm zu. Und da Jesus getauft war, stieg er alsbald herauf aus dem Wasser; und siehe, da tat sich der Himmel auf über ihm. Und er sah den Geist Gottes gleich als eine Taube herabfahren und über ihn kommen. Und siehe, eine Stimme vom Himmel herab sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an welchem ich Wohlgefallen habe. Am Neste der heil. drei Rönige, Epiphan. Aesaja 60, 1—6. Mache dich auf, werde licht; denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des HErrn gehet auf über dir! Denn siehe, Finsternis bedeckt das Erdreich, und Dunkel die Völ⸗ ker; aber über dir gehet auf der HErr, und seine Herr⸗ lichkeit erscheinet über dir. Und die Heiden werden in dei⸗ nem Licht wandeln, und die Könige im Glanz, der über dir aufgehet. Hebe deine Augen auf, und siehe umher! Diese alle versammelt kommen zu dir. Deine Söhne wer⸗ den von ferne kommen, und deine Töchter auf dem Arme hergetragen werden. Dann wirst du deine Lust sehen, und ausbrechen, und dein Herz wird sich wundern, und aus⸗ breiten, wenn sich die Menge am Meer zu dir bekehret, und die Macht der Heiden zu dir kommt. Denn die Menge der Kamele wird dich bedecken, die jungen Kamele aus Mi⸗ dian und Epha. Sie werden aus Saba alle kommen, Gold und Weihrauch bringen, und des HErrn Lob verkündigen. Evangelium. Matth. 2, 1—12. Da Jesus geboren war zu Bethlehem im jüdischen Lande, zur Zeit des Königs Herodes, siehe, da kamen die Weisen vom Morgenland gen Jerusalem und sprachen: Wo ist der neugeborne König der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen im Morgenland, und sind kommen, ihn anzubeten. Da das der König Herodes hörete, erschrak er und mit ihm das ganze Jerusalem; und ließ versammeln alle Hohepriester und Schriftgelehrten unter dem Volk, und erforschete von ihnen, wo Christus sollte geboren werden. Und sie sagten ihm: Zu Bethlehem im jüdischen Lande; denn also stehet geschrieben durch den Propheten:„Und du, Bethlehem im üdischen Lande, bist mit nichten die kleinste unter den Für⸗ sten Judas; denn aus dir soll mir kommen der Herzog, der über mein Volk Israel ein Herr sei.“ Da berief Hero⸗ 12 Episteln und Evangelien. des die Weisen heimlich, und erlernte mit Fleiß von ihnen, wann der Stern erschienen wäre, und wies sie gen Bethle⸗ hem und sprach: Ziehet hin und forschet fleißig nach dem Kindlein; und wenn ihr's findet, so saget mir's wieder, daß ich auch komme und es anbete. Als sie nun den König ge⸗ höret hatten, zogen sie hin. Und siehe, der Stern, den sie im Morgenland gesehen hatten, ging vor ihnen hin, bis daß er kam und stund oben über, da das Kindlein war. Da sie den Stern sahen, wurden sie hoch erfreuet, und gingen in das Haus, und fanden das Kindlein mit Maria, seiner Mutter, und fielen nieder und beteten es an, und taten ihre Schätze auf, und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe. Und Gott befahl ihnen im Traum, daß sie sich nicht sollten wieder zu Herodes lenken; und zogen durch einen andern Weg wieder in ihr Land. Am 1. Bonnt. nach Epiphanias. Epistel. Röm. 12, 1—6. Ich ermahne euch nun, lieben Brüder, durch die Barm⸗ herzigkeit Gottes, daß ihr eure Leiber begebet zum Opfer, das da lebendig, heilig und Gott wohlgefällig sei, welches sei euer vernünftiger Gottesdienst. Und stellet euch nicht dieser Welt gleich, sondern verändert euch durch Erneue⸗ rung eures Sinnes, auf daß ihr prüfen möget, welches da sei der gute, wohlgefällige und vollkommene Gottes⸗ wille. Denn ich sage durch die Gnade, die mir gegeben ist, jedermann unter euch, daß niemand weiter von sich halte, denn sich's gebührt zu halten; sondern daß er von sich mäßiglich halte, ein jeglicher, nach dem Gott ausge⸗ teilet hat das Maß des Glaubens. Denn gleicherweise als wir in Einem Leibe viel Glieder haben, aber alle Glieder nicht einerlei Geschäft haben, also sind wir viele Ein Leib in Christo, aber unter einander ist einer des andern Glied; und haben mancherlei Gaben nach der Gnade, die uns ge⸗ 45 ist Evangelium. Luk. 2, 41—52. Und seine Eltern gingen alle Jahre gen Jerusalem auf das Osterfest. Und da er zwölf Jahre alt war, gingen sie hinauf gen Jerusalem nach Gewohnheit des Festes. Und da die Tage vollendet waren, und sie wieder zu Hause gingen, blieb das Kind Jesus zu Jerusalem, und seine hnen, ethle⸗ dem daß g ge⸗ en sie „bis war. und aria, und rauch ß sie durch —6. arm⸗ pfer, Iches nicht neue⸗ AIches sttes⸗ jeben sich von 1ge⸗ e als ieder Leib lied; 3 ge⸗ uauf ngen estes. hause seine Erster Jahrgang. 13 Eltern wußten's nicht. Sie meineten aber, er wäre unter den Gefährten, und kamen eine Tagereise weit, und suchten ihn unter den Gefreundten und Bekannten. Und da sie ihn nicht fanden, gingen sie wiederum gen Jerusalem und suchten ihn. Und es begab sich, nach dreien Tagen fanden sie ihn im Tempel sitzen mitten unter den Lehrern, daß er ihnen zuhörete und sie fragete. Und alle, die ihm zuhöre⸗ ten, verwunderten sich seines Verstandes und seiner Ant⸗ worten. Und da sie ihn sahen, entsetzten sie sich. Und seine Mutter sprach zu ihm: Mein Sohn, warum hast du uns das getan? Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht. Und er sprach zu ihnen: Was ist's, daß ihr mich gesucht habt? Wisset ihr nicht, daß ich sein muß in dem, was meines Vaters ist? Und sie verstunden das Wort nicht, das er mit ihnen redete. Und er ging mit ihnen hinab, und kam gen Nazareth, und war ihnen untertan. Und seine Mutter behielt alle diese Worte in ihrem Herzen. Und Jesus nahm zu an Weisheit, Alter und Gnade bei Gott und den Menschen. Am 2. Bonnt. nach Epiphanias. Epistel. Röm. 12, 6—16. Wir haben mancherlei Gaben nach der Gnade, die uns gegeben ist. Hat jemand Weissagung, so sei sie dem Glau⸗ ben gemäß. Hat jemand ein Amt, so warte er des Amts. Lehret jemand, so warte er der Lehre. Ermahnet jemand, so warte er des Ermahnens. Gibt jemand, so gebe er ein⸗ fältiglich. Regieret jemand, so sei er sorgfältig. Übet je⸗ mand Barmherzigkeit, so tue er's mit Lust. Die Liebe sei nicht falsch. Hasset das Arge, hanget dem Guten an. Die brüderliche Liebe unter einander sei herzlich. Einer komme dem andern mit Ehrerbietung zuvor. Seid nicht träge in dem, was ihr tun sollt. Seid brünstig im Geiste. Schicket euch in die Zeit. Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, haltet an am Gebet. Nehmet euch der Heiligen Notdurft an. Herberget gerne. Segnet, die euch verfolgen; segnet und fluchet nicht. Freuet euch mit den Fröhlichen und weinet mit den Weinenden. Habt einerlei Sinn unter einander. Trachtet nicht nach hohen Dingen, sondern haltet euch herunter zu den Niedrigen. 14 ů Episteln und Evangelien. Evangelium. Ayh. 2, 1—11. Und am dritten Tage ward eine Hochzeit zu Kana in Galiläa; und die Mutter Jesu war da. Jesus aber und seine Jünger wurden auch auf die Hochzeit geladen. Und da es an Wein gebrach, spricht die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben nicht Wein. Jesus spricht zu ihr: Weib, was habe ich mit dir zu schaffen? Meine Stunde ist noch nicht kommen. Seine Mutter spricht zu den Dienern: Was er euch saget, das tut. Es waren aber allda sechs steinerne Wasserkrüge gesetzt nach der Weise der jüdischen Reinigung, und ging in je einen zwei oder drei Maß. Jesus spricht zu ihnen: Füllet die Wasserkrüge mit Wasser. Und sie fülleten sie bis obenan. Und er spricht zu ihnen: Schöpfet nun, und bringet's dem Speisemeister. Und sie brachten's. Als aber der Speisemeister kostete den Wein, der Wasser gewesen war, und wußte nicht, von wannen er kam(die Diener aber wußten's, die das Wasser geschöpft hatten), rufet der Speisemeister dem Bräutigam und spricht zu ihm: Jedermann gibt zum ersten guten Wein und wenn sie trun⸗ ken worden sind, alsdann den geringern; du hast den guten Wein bisher behalten. Das ist das erste Zeichen, das Jesus tat, geschehen zu Kana in Galiläa, und offenbarte seine Herrlichkeit. Und seine Jünger glaubten an ihn. Am 3. Bynnk. nach Epiphanias. Epistel. Röm. 12, 17—21. Haltet euch nicht selbst für klug. Vergeltet niemand Böses mit Bösem. Fleißiget euch der Ehrbarkeit gegen jedermann. Ist es möglich, soviel an euch ist, so habt mit allen Menschen Frieden. Rächet euch selber nicht, meine Liebsten, sondern gebet Raum dem Zorn(Gottes]; denn es stehet geschrieben:„Die Rache ist mein, Ich will ver⸗ gelten, spricht der Herr.“ So nun deinen Feind hungert, so speise ihn; dürstet ihn, so tränke ihn. Wenn du das tust, so wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt sammeln. Laß dich nicht das Böse überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem. Evangelium. Matth. 8, 1—13. Da Jesus aber vom Berge herabging, folgete ihm viel Volks nach. Und siehe, ein Aussätziger kam, und betete m viel betete Erster Jahrgang. 1⁵ ihn an und sprach: Herr, so du willst, kannst du mich wohl reinigen. Und Jesus streckte seine Hand aus, rührte ihn an und sprach: Ich will's tun, sei gereiniget! Und als⸗ bald ward er von seinem Aussatz rein. Und Jesus sprach zu ihm: Siehe zu, sage es niemand, sondern gehe hin, und zeige dich dem Priester, und opfere die Gabe, die Mose befohlen hat, zu einem Zeugnis über sie. Da aber Jesus einging zu Kapernaum, trat ein Hauptmann zu ihm, der bat ihn und sprach: Herr, mein Knecht liegt zu Hause und ist gichtbrüchig, und hat große Qual. Jesus sprach zu ihm: Ich will kommen und ihn gesund machen. Der Hauptmann antwortete und sprach: Herr, ich bin nicht wert, daß du unter mein Dach gehest, sondern sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund. Denn ich bin ein Mensch, der Obrigkeit untertan, und habe unter mir Kriegsknechte; und wenn ich sage zu einem: Gehe hin! so gehet er; und zum andern: Komm her! so kommt er; und zu meinem Knecht: Tu das! so tut er's. Da das Jesus hörte, verwunderte er sich und sprach zu denen, die ihm nachfolgeten: Wahr⸗ lich, ich sage euch, solchen Glauben hab ich in Israel nicht gefunden. Aber ich sage euch: Viele werden kommen vom Morgen und vom Abend, und mit Abraham und Isaak und Jakob im Himmelreich sitzen; aber die Kinder des Reichs werden ausgestoßen in die Finsternis hinaus; da wird sein Heulen und Zähneklappen. Und Jesus sprach zu dem Hauptmann: Gehe hin, dir geschehe, wie du ge⸗ glaubt hast. Und sein Knecht ward gesund zu derselbigen Stunde. Um 4. Bonnk. nach Epiphanias. Epistel. Röm. 13, 8—10. Seid niemand nichts schuldig, denn daß ihr euch unter einander liebet; denn wer den andern liebet, der hat das Gesetz erfüllet. Denn das da gesagt ist:„Du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht töten; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht falsch Zeugnis geben; dich soll nichts gelüsten;“ und so ein andres Gebot mehr ist, das wird in diesem Wort zusammengefasset:„Du sollst deinen Nächsten lieben als dich selbst.“ Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses. So ist nun die Liebe des Gesetzes Erfüllung. 16 Episteln und Evangelien. Evangelium. Matth. 8, 28—27. Und Jesus trat in das Schiff, und seine Jünger folge⸗ ten ihm. Und siehe, da erhub sich ein groß Ungestüm im Meer, also daß auch das Schifflein mit Wellen bedeckt ward; und Er schlief. Und die Jünger traten zu ihm, und weckten ihn auf und sprachen: Herr, hilf uns, wir ver⸗ derben! Da sagt er zu ihnen: Ihr Kleingläubigen, warum seid ihr so furchsam? Und stund auf und bedräuete den Wind und das Meer; da ward es ganz stille. Die Men⸗ schen aber verwunderten sich und sprachen: Was ist das für ein Mann, daß ihm Wind und Meer gehorsam ist? Am 5. Bonnt. nach Epiphanias. Epistel. Rolosl. 3, 12—17. So ziehet nun an, als die Auserwähleten Gottes, Heili⸗ gen und Geliebten, herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld, und vertrage einer den andern, und vergebet euch unter einander, so jemand Klage hat wider den andern; gleichwie Christus euch vergeben hat, also auch ihr. Über alles aber ziehet an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit; und der Friede Gottes regiere in euren Herzen, zu welchem ihr auch berufen seid in Einem Leibe; und seid dankbar. Lasset das Wort Christi unter euch reichlich wohnen in aller Weisheit; lehret und vermahnet euch selbst mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen lieblichen Liedern, und singet dem Herrn in eurem Herzen. Und alles, was ihr tut mit Worten oder mit Wer⸗ ken, das tut alles in dem Namen des Herrn Jesu, und danket Gott und dem Vater durch ihn. Evangelium. Matth. 13, 24—-80. Jesus legte ihnen ein ander Gleichnis vor und sprach: Das Himmelreich ist gleich einem Menschen, der guten Sa⸗ men auf seinen Acker säete. Da aber die Leute schliefen, kam sein Feind, und säete Unkraut zwischen den Weizen, und ging davon. Da nun das Kraut wuchs und Frucht brachte, da fand sich auch das Unkraut. Da traten die Knechte zu dem Hausvater und sprachen: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesäet? Woher hat er denn das Unkraut? Er sprach zu ihnen: Das hat der Feind getan. Da sprachen die Knechte: Willst du denn, folge⸗ im im edeckt , und ver⸗ arum e den Men⸗ st das iist ꝰ 2—17. Heili⸗ chkeit, idern, e hat hat, die da zottes n seid hristi t und n und eurem Wer⸗ „und prach: n Sa⸗ liefen, zeizen, Frucht in die ast du er hat at der denn, 771 Erster Jahrgang. 17 daß wir hingehen und es ausjäten? Er sprach: Nein! auf daß ihr nicht zugleich den Weizen mit ausraufet, so ihr das Unkraut ausjätet. Lasset beides mit einander wachsen bis zu der Ernte; und um der Ernte Zeit will ich zu den Schnittern sagen: Sammelt zuvor das Unkraut, und bindet es in Bündlein, daß man es verbrenne; aber den Weizen sammelt mir in meine Scheuer. Am 6. Bonnt. nach Epiphanias. Epistel. 2. Petr. 1, 16—21. Wir sind nicht klugen Fabeln gefolget, da wir euch kund⸗ getan haben die Kraft und Zukunft unsers Herrn Jesu Christi, sondern wir haben seine Herrlichkeit selber gesehen, da er empfing von Gott, dem Vater, Ehre und Preis durch eine Stimme, die zu ihm geschah von der großen Herrlich⸗ keit:„Dies ist mein lieber Sohn, an dem Ich Wohlgefallen habe.“ Und diese Stimme haben wir gehöret vom Himmel geschehen, da wir mit ihm waren auf dem heiligen Berge. Und wir haben desto fester das prophetische Wort, und ihr tut wohl, daß ihr drauf achtet als auf ein Licht, das da scheinet in einem dunkeln Ort, bis der Tag aubreche und der Morgenstern aufgehe in euren Herzen. Und das sollt ihr für das erste wissen, daß keine Weissagung in der Schrift geschieht aus eigener Auslegung. Denn es ist noch nie keine Weissagung aus menschlichem Willen hervorge⸗ bracht, sondern die heiligen Menschen Gottes haben ge⸗ redet, getrieben von dem heiligen Geist. Evangelium. Matth. 17, 1—9. Und nach sechs Tagen nahm Jesus zu sich Petrus und Jakobus und Johannes, seinen Bruder, und führte sie bei⸗ seits auf einen hohen Berg; und ward verkläret vor ihnen; und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden weiß als ein Licht. Und siehe, da erschienen ihnen Mose und Elia, die redeten mit ihm. Petrus aber ant⸗ wortete und sprach zu Jesu: Herr, hie ist gut sein; Wos du, so wollen wir hie drei Hütten machen, dir eine, Mose eine und Elia eine. Da er noch also redete, siehe, da über⸗ schattete sie eine lichte Wolke. Und siehe, eine Stimme aus der Wolke sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an welchem ich Wohlgefallen habe; den sollt ihr hören. Da das die 2 1477 18 Episteln und Evangelien. Jünger höreten, fielen sie auf ihr Angesicht, und erschraken sehr. Jesus aber trat zu ch nic rührte sie an und sprach: Stehet auf und fürchtet euch nicht! Da sie aber ihre Augen aufhuben, sahen sie niemand denn Jesum allein. Und da sie vom Berge herabgingen, gebot ihnen Jesus und sprach: Ihr sollt dies Gesicht niemand sagen, bis des Menschen Sohn von den Toten auferstanden ist. Am Bonnk. Bepluagestmä. Epistel. 1. Ror. 9, 24 bis 10, 5. Wisset ihr nicht, daß die, so in den Schranken laufen, die laufen alle, aber Einer erlanget das Kleinod? Laufet nun also, daß ihr es ergreifet. Ein jeglicher aber, der da kämpfet, enthält sich alles Dinges; jene also, daß sie eine vergängliche Krone empfahen, wir aber eine unvergäng⸗ liche. Ich laufe aber also, nicht als aufs ungewisse; ich fechte also, nicht als der in die Luft streichet; sondern ich betäube meinen Leib und zähme ihn, daß ich nicht den andern predige und selbst verwerflich werde. Ich will euch aber, lieben Brüder, nicht verhalten, daß unsre Väter sind alle unter der Wolke gewesen, und sind alle durchs Meer gegangen, und sind alle auf Mose getauft mit der Wolke und mit dem Meer, und haben alle einerlei geistliche Speise gegessen, und haben alle einerlei geistlichen Trank getrun⸗ ken; sie tranken aber von dem geistlichen Fels, der mit⸗ folgte, welcher war Christus. Aber an ihrer vielen hatte Gott kein Wohlgefallen; denn sie wurden niedergeschlagen in der Wüste. Evangelium. Matth. 20, 1—16. Das Himmelreich ist gleich einem Hausvater, der am Morgen ausging, Arbeiter zu mieten in seinen Weinberg. Und da er mit den Arbeitern eins ward um einen Groschen zum Taglohn, sandte er sie in seinen Weinberg. Und ging aus um die dritte Stunde, und sah andere an dem Markte müßig stehen, und sprach zu ihnen: Gehet ihr auch hin in den Weinberg; ich will euch geben, was recht ist. Und sie gingen hin. Abermal ging er aus um die sechste und neunte Stunde, und tat gleich also. Um die elfte Stunde aber ging er aus, und fand andere müßig stehen und sprach zu ihnen: Was stehet ihr hie den ganzen Tag müßig? Sie hraken prach: Augen ind da prach: nschen 10, 5. aufen, Laufet der da ie eine gäng⸗ D Erster Jahrgang. 19 sprachen zu ihm: Es hat uns niemand gedinget. Er sprach zu ihnen: Gehet ihr auch hin in den Weinberg, und was recht sein wird, soll euch werden. Da es nun Abend ward, sprach der Herr des Weinbergs zu seinem Schaffner: Rufe den Arbeitern, und gib ihnen den Lohn, und heb an an den letzten bis zu den ersten. Da kamen, die um die elfte Stunde gedinget waren, und empfing ein jeglicher seinen Groschen. Da aber die ersten kamen, meineten sie, sie wür⸗ den mehr empfahen; und sie empfingen auch ein jeglicher seinen Groschen. Und da sie den empfingen, murreten sie wider den Hausvater und sprachen: Diese letzten haben nur Eine Stunde gearbeitet, und du hast sie uns gleich gemacht, die wir des Tages Last und die Hitze getragen haben. Er antwortete aber und sagte zu einem unter ihnen: Mein Freund, ich tue dir nicht unrecht. Bist du nicht mit mir eins worden um einen Groschen? Nimm, was dein ist, und gehe hin! Ich will aber diesem Letzten geben, gleich wie dir. Oder habe ich nicht Macht, zu tun, was ich will, mit dem Meinen? Siehest du darum scheel, daß ich so gütig bin? Also werden die Letzten die Ersten, und die Ersten die Letzten sein. Denn viele sind berufen, aber wenige sind auserwählet. Am Sonnt. Sexagenmä. Epistel. 2. Ror. 11, 19 bis 12, 9. Ihr vertraget gerne die Narren, dieweil ihr klug seid. Ihr vertraget, so euch jemand zu Knechten machet, so euch jemand schindet, so euch jemand nimmt, so jemand euch trotzet, so euch jemand in das Angesicht streicht. Das sage ich nach der Unehre, als wären wir schwach worden. Worauf aber jemand kühn ist,(ich rede in Torheit) darauf bin ich auch kühn. Sie sind Ebräer, ich auch. Sie sind Is⸗ raeliter, ich auch. Sie sind Abrahams Same, ich auch. Sie sind Diener Christi,(ich rede törlich) ich bin's wohl mehr. Ich habe mehr gearbeitet, ich habe mehr Schläge erlitten, ich bin öfter gefangen, oft in Todesnöten gewesen. Von den Juden habe ich fünfmal empfangen vierzig Streiche weniger eins. Ich bin dreimal gestäupet, einmal gesteini⸗ get, dreimal habe ich Schiffbruch erlitten, Tag und Nacht hab ich zugebracht in der Tiefe des Meers. Ich bin oft gereiset; ich bin in Fährlichkeit gewesen durch die Flüsse, 2* ᷣDꝗDRSRCJCJQJIJIꝗJIJIDPISPIPIIPIISPIIIs‚e‚‚.. 20 Episteln und Evangelien. in Fährlichkeit durch die Mörder, in Fährlichkeit unter den Juden, in Fährlichkeit unter den Heiden, in Fährlichkeit in den Städten, in Fährlichkeit in der Wüste, in Fährlich⸗ keit auf dem Meer, in Fährlichkeit unter den falschen Brü⸗ dern; in Mühe und Arbeit, in viel Wachen, in Hunger und Durst, in viel Fasten, in Frost und Blöße; ohne was sich sonst zuträgt, nämlich daß ich täglich werde angelaufen und trage Sorge für alle Gemeinen. Wer ist schwach, und ich werde nicht schwach? Wer wird geärgert, und ich brenne nicht? So ich mich ja rühmen soll, will ich mich meiner Schwachheit rühmen. Gott und der Vater unsers Herrn Jesu Christi, welcher sei gelobet in Ewigkeit, weiß, daß ich nicht lüge. Zu Damaskus, der Landpfleger des Köni⸗ ges Aretas verwahrete die Stadt der Damasker und wollte mich greifen, und ich ward in einem Korbe zum Fenster aus durch die Mauer niedergelassen, und entrann aus seinen Händen. Es ist mir ja das Rühmen nichts nütze; doch will ich kommen auf die Gesichte und Offenbarungen des Herrn. Ich kenne einen Menschen in Christo, vor vierzehn Jahren(ist er in dem Leibe gewesen, so weiß ich's nicht; oder ist er außer dem Leibe gewesen, so weiß ich's auch nicht; Gott weiß es) ward derselbige entzücket bis in den dritten Himmel. Und ich kenne denselbigen Menschen(ob er in dem Leibe oder außer dem Leibe gewesen ist, weiß ich nicht; Gott weiß es). Er ward entzücket in das Para⸗ dies, und hörte unaussprechliche Worte, welche kein Mensch sagen kann. Für denselbigen will ich mich rühmen; für mich selbst aber will ich mich nichts rühmen, ohne meiner Schwachheit. Und so ich mich rühmen wollte, täte ich dar⸗ um nicht törlich; denn ich wollte die Wahrheit sagen. Ich enthalte mich aber des, auf daß nicht jemand mich höher achte, denn er an mir siehet oder von mir höret. Und auf daß ich mich nicht der hohen Offenbarungen überhebe, ist mir gegeben ein Pfahl ins Fleisch, nämlich des Satanas Engel, der mich mit Fäusten schlage, auf daß ich mich nicht überhebe. Dafür ich dreimal dem Herrn geflehet habe, daß er von mir wiche; und er hat zu mir gesagt: Laß dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. Darum will ich mich am allerliebsten r den rlich· Brü⸗ unger was aufen und renne einer Herrn daß Röni⸗ vollte raus einen doch n des rzehn nicht; auch n den u(ob weiß Para⸗ densch für teiner dar⸗ J0 höher d auf e, ist tanas nicht daß 5 dir uden ebsten Erster Jahrgang. 21 rühmen meiner Schwachheit, auf daß die Kraft Christi bei mir wohne. Evangelium. LTuk. 8, 4—15. Da nun viel Volks bei einander war, und aus den Städten zu ihm eileten, sprach er durch ein Gleichnis: Es ging ein Säemann aus zu säen seinen Samen; und in⸗ dem er säete, fiel etliches an den Weg, und ward vertreten, und die Vögel unter dem Himmel fraßen's auf. Und et⸗ liches fiel auf den Fels; und da es aufging, verdorrete es, darum daß es nicht Saft hatte. Und etliches fiel mitten unter die Dornen; und die Dornen gingen mit auf und erstickten's. Und etliches fiel auf ein gut Land; und es ging auf, und trug hundertfältige Frucht. Da er das sag⸗ te, rief er: Wer Ohren hat zu hören, der höre! Es frag⸗ ten ihn aber seine Jünger und sprachen, was dies Gleich⸗ nis wäre? Er aber sprach: Euch ist's gegeben, zu wissen das Geheimnis des Reichs Gottes; den andern aber in Gleichnissen, daß sie es nicht sehen, ob sie es schon sehen, und nicht verstehen, ob sie es schon hören. Das ist aber das Gleichnis: Der Same ist das Wort Gottes. Die aber an dem Wege sind, das sind, die es hören; darnach kommt der Teufel, und nimmt das Wort von ihrem Herzen, auf daß sie nicht glauben und selig werden. Die aber auf dem Fels, sind die: wenn sie es hören, nehmen sie das Wort mit Freuden an; und die haben nicht Wurzel; eine Zeitlang glauben sie, und zu der Zeit der Anfechtung fal⸗ len sie ab. Das aber unter die Dornen fiel, sind die, so es hören, und gehen hin unter den Sorgen, Reichtum und Wollust dieses Lebens, und ersticken, und bringen keine Frucht. Das aber auf dem guten Land sind, die das Wort hören und behalten in einem feinen, guten Herzen, und bringen Frucht in Geduld. Am Bonntage Estomihi. Epistel. 1. Kor. 18, 1—18. Wenn ich mit Menschen⸗ und mit Engelzungen redete, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich ein tönend Erz oder eine klingende Schelle. Und wenn ich weissagen könnte, und wüßte alle Geheimnisse und alle Erkenntnis, und hätte allen Glauben, also daß ich Berge versetzte, und hätte der 22 Episteln und Evangelien. Liebe nicht, so wäre ich nichts. Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe, und ließe meinen Leib brennen, und hätte der Liebe nicht, so wäre mir's nichts nütze. Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie blähet sich nicht, sie stellet sich nicht ungebärdig, sie suchet nicht das Ihre, sie lässet:sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu, sie freuet sich nicht der Ungerechtigkeit, sie freuet sich aber der Wahrheit; sie verträget alles, sie glaubet alles, sie hoffet alles, sie duldet alles. Die Liebe höret nimmer auf, so doch die Weissagungen aufhören werden, und die Spra⸗ chen aufhören werden, und die Erkenntnis aufhören wird. Denn unser Wissen ist Stückwerk, und unser Weissagen ist Stückwverk. Wenn aber kommen wird das Vollkommne, so wird das Stückwerk aufhören. Da ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind, und war klug wie ein Kind, und hatte kindische Anschläge; da ich aber ein Mann ward, tat ich ab, was kindisch war. Wir sehen jetzt durch ei⸗ nen Spiegel in einem dunkeln Wort; dann aber von An⸗ gesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich's stückweise; dann aber werde ich erkennen, gleichwie ich erkannt bin. Nun aber bleibt Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen. Evangelium. Tuk. 18, 31—48. Jesus nahm aber zu sich die Zwölfe und sprach zu ihnen: Sehet, wir gehen hinauf gen Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, das geschrieben ist durch die Propheten von des Menschen Sohn. Denn er wird über⸗ antwortet werden den Heiden; und er wird verspottet und geschmähet und verspeiet werden; und sie werden ihn gei⸗ ßeln und töten, und am dritten Tage wird er wieder auf⸗ erstehen. Sie aber vernahmen der keines, und die Rede war ihnen verborgen, und wußten nicht, was das Gesagte war. Es geschah aber, da er nahe zu Jericho kam, saß ein Blinder am Wege und bettelte. Da er aber hörte das Volk, das hindurchging, forschte er, was das wäre. Da verkündigten sie ihm, Jesus von Nazareth ginge vorüber. Und er rief und sprach: Jesu, du Sohn Davids, erbarme dich mein! Die aber vornean gingen, bedräueten ihn, er Erster Jahrgang. 23 sollte schweigen. Er aber schrie viel mehr: Du Sohn Da⸗ vids, erbarme dich mein! Jesus aber stund stille, und hieß ihn zu sich führen. Da sie ihn aber nahe zu ihm brachten, fragte er ihn und sprach: Was willst du, daß ich dir tun soll? Er sprach: Herr, daß ich sehen möge. Und Jesus sprach zu ihm: Sei sehend! Dein Glaube hat dir geholfen. Und alsobald ward er sehend, und folgte ihm nach, und pries Gott. Und alles Volk, das solches sah, lobte Gott. Am 1. Bonnt. i. d. Nasten, Anvoravit. Epistel. 2. Ror. 6, 1—10. Wir ermahnen aber euch als Mithelfer, daß ihr nicht vergeblich die Gnade Gottes empfahet. Denn er spricht: „Ich habe dich in der angenehmen Zeit erhöret, und habe dir am Tage des Heils geholfen.“ Sehet, jetzt ist die an⸗ genehme Zeit, jetzt ist der Tag des Heils. Und wir geben niemand irgend ein Argernis, auf daß unser Amt nicht verlästert werde; sondern in allen Dingen beweisen wir uns als die Diener Gottes, in großer Geduld, in Trüb⸗ salen, in Nöten, in Angsten, in Schlägen, in Gefängnissen, in Aufruhren, in Arbeit, in Wachen, in Fasten, in Keusch⸗ heit, in Erkenntnis, in Langmut, in Freundlichkeit, in dem heiligen Geist, in ungefärbter Liebe, in dem Wort der Wahrheit, in der Kraft Gottes, durch Waffen der Gerech⸗ tigkeit zur Rechten und zur Linken, durch Ehre und Schande, durch böse Gerüchte und gute Gerüchte; als die Verführer und doch wahrhaftig; als die Unbekannten, und doch be⸗ kannt; als die Sterbenden, und siehe, wir leben; als die Gezüchtigten, und doch nicht ertötet; als die Traurigen, aber allezeit fröhlich; als die Armen, aber die doch viele reich machen; als die nichts innehaben, und doch alles aben. Evangelium. Matth. 4, 1—11. Da ward Jesus vom Geist in die Wüste geführt, auf daß er von dem Teufel versucht würde. Und da er vier⸗ zig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte ihn. Und der Versucher trat zu ihm und sprach: Bist du Got⸗ tes Sohn, so sprich, daß diese Steine Brot werden. Und er antwortete und sprach: Es stehet geschrieben:„Der 24 Episteln und Eva ngelien. Mensch lebet nicht vom Brot allein, sondern von einem jeglichen Wort, das durch den Mund Gottes gehet.“ Da führte ihn der Teufel mit sich in die heilige Stadt, und stellte ihn auf die Zinne des Tempels, und sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so laß dich hinab; denn es stehet geschrieben:„Er wird seinen Engeln über dir Befehl tun, und sie werden dich auf den Händen tragen, auf daß du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest.“ Da sprach Je⸗ sus zu ihm: Wiederum stehet auch geschrieben:„Du sollst Gott, deinen Herrn, nicht versuchen.“ Wiederum führte ihn der Teufel mit sich auf einen sehr hohen Berg, und zeigte ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit, und sprach zu ihm: Das alles will ich dir geben, so du nieder⸗ fällst und mich anbetest. Da sprach Jesus zu ihm: Heb dich weg von mir, Satan! denn es stehet geschrieben:„Du sollst anbeten Gott, deinen Herrn, und ihm allein dienen.“ Da verließ ihn der Teufel; und siehe, da traten die Engel zu ihm und dieneten ihm. Am 2. Bonnl. i. d. Fasten, Reminisrere. Epistel. 1.Chess.4.1—7. Weiter, lieben Brüder, bitten wir euch und ermahnen in dem Herrn Jesu(nach dem ihr von uns empfangen habt, wie ihr sollet wandeln und Gott gefallen), daß ihr immer völliger werdet. Denn ihr wisset, welche Gebote wir euch gegeben haben durch den Herrn Jesum. Denn das ist der Wille Gottes, eure Heiligung, daß ihr meidet die Hurerei, und ein jeglicher unter euch wisse sein Gefäß zu behalten in Heiligung und Ehren, nicht in der Brunst der Lust wie die Heiden, die von Gott nichts wissen; und daß niemand zu weit greife, noch vervorteile seinen Bruder im Handel; denn der Herr ist der Rächer über das alles, wie wir euch zuvor gesagt und bezeuget haben. Denn Gott hat uns nicht berufen zur Unreinigkeit, sondern zur Heiligung. Evangelium. Matth. 15, 21—28. Und Jesus ging aus von dannen, und entwich in die Gegend von Tyrus und Sidon. Und siehe, ein kananäisch Weib ging aus derselbigen Grenze, und schrie ihm nach und sprach: Ach Herr, du Sohn Davids, erbarme dich mein! Erster Jahrgang. 2⁵ Meine Tochter wird vom Teufel übel geplaget. Und er antwortete ihr kein Wort. Da traten zu ihm seine Jünger, baten ihn und sprachen: Laß sie doch von dir, denn sie schreiet uns nach. Er antwortete aber und sprach: Ich bin nicht gesandt denn nur zu den verlornen Schafen von dem Hause Israel. Sie kam aber, und fiel vor ihm nieder und sprach: Herr, hilf mir! Aber er antwortete und sprach: Es ist nicht fein, daß man den Kindern ihr Brot nehme und werfe es vor die Hunde. Sie sprach: Ja, Herr; aber doch essen die Hündlein von den Brosamlein, die von ihrer Herrn Tisch fallen. Da antwortete Jesus und sprach zu ihr: O Weib, dein Glaube ist groß! Dir geschehe, wie du willst. Und ihre Tochter ward gesund zu derselbigen Stunde. Am 3. Bonnk. in den Rasten, Oruli. Epistel. Ephes. 5, 1—9. So seid nun Gottes Nachfolger als die lieben Kinder, und wandelt in der Liebe, gleichwie Christus uns hat ge⸗ liebet, und sich selbst dargegeben für uns zur Gabe und Opfer, Gott zu einem süßen Geruch. Hurerei aber und alle Unreinigkeit oder Geiz lasset nicht von euch gesagt werden, wie den Heiligen zustehet, auch nicht schandbare Worte und Narrenteidinge oder Scherz, welche euch nicht iemen, sondern vielmehr Danksagung. Denn das sollt ihr wissen, daß kein Hurer oder Unreiner oder Geiziger, welcher ist ein Götzendiener, Erbe hat in dem Reich Christi und Gottes. Lasset euch niemand verführen mit vergeb⸗ lichen Worten; denn um dieser Dinge willen kommt der Zorn Gottes über die Kinder des Unglaubens. Darum seid nicht ihre Mitgenossen. Denn ihr waret weiland Finster⸗ nis; nun aber seid ihr ein Licht in dem Herrn. Wandelt wie die Kinder des Lichts; die Frucht des Geistes ist aller⸗ lei Gütigkeit und Gerechtigkeit und Wahrheit. Evangelium. Tuk. 11, 14- 28. Und Jesus trieb einen Teufel aus, der war stumm. Und es geschah, da der Teufel ausfuhr, da redete der Stumme. Und das Volk verwunderte sich. Etliche aber unter ihnen sprachen: Er treibt die Teufel aus durch Beel⸗ zebub, den Obersten der Teufel. Die andern aber versuch⸗ 26 Episteln und Evangelien. ten ihn, und begehrten ein Zeichen von ihm vom Himmel. Er aber vernahm ihre Gedanken, und sprach zu ihnen: Ein jeglich Reich, so es mit ihm selbst uneins wird, das wird wüste, und ein Haus fällt über das andre. Ist denn der Satanas auch mit ihm selbst uneins, wie will sein Reich bestehen? Dieweil ihr saget, ich treibe die Teufel aus durch Beelzebub. So aber Ich die Teufel durch Beelzebub austreibe, durch wen treiben sie eure Kinder aus? Dar⸗ um werden sie eure Richter sein. So ich aber durch Got⸗ tes Finger die Teufel austreibe, so kommt ja das Reich Gottes zu euch. Wenn ein starker Gewappneter seinen Pa⸗ last bewahret, so bleibt das Seine mit Frieden. Wenn aber ein Stärkerer über ihn kommt und überwindet ihn, so nimmt er ihm seinen Harnisch, darauf er sich verließ, und teilet den Raub aus. Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich; und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreuet. Wenn der unsaubre Geist von dem Menschen ausfähret, so durchwandelt er dürre Stätten, sucht Ruhe und findet ihrer nicht; so spricht er: Ich will wieder umkehren in mein Haus, daraus ich gegangen bin. Und wenn er kommt, so findet er's mit Besemen gekehret und geschmücket. Dann gehet er hin, und nimmt sieben Geister zu sich, die ärger sind denn er selbst; und wenn sie hineinkommen, wohnen sie da, und wird hernach mit demselbigen Menschen ärger denn vorhin. Und es begab sich, da er solches redete, er⸗ hub ein Weib im Volk die Stimme und sprach zu ihm: Selig ist der Leib, der dich getragen hat, und die Brüste, die du gesogen hast. Er aber sprach: Ja, selig sind, die das Wort Gottes hören und bewahren. Am 4. Bonnk. in den Fasten, Näkare. Epistel. Gal. 4, 21—81. Saget mir, die ihr unter dem Gesetz sein wollt, habt ihr das Gesetz nicht gehöret? Denn es stehet geschrieben, daß Abraham zween Söhne hatte, einen von der Magd, den andern von der Freien. Aber der von der Magd war, ist nach dem Fleisch geboren; der aber von der Zreien ist durch die Verheißung geboren. Die Worte bedeuten etwas. Denn das sind die zwei Testamente: eins von dem Berge Sinai, das zur Knechtschaft gebiert, welches ist die Hagar; denn Hagar heißet in Arabien der Berg Sinai, und kommt Erster Jahrgang. 27 überein mit Jerusalem, das zu dieser Zeit ist, und ist dienstbar mit seinen Kindern. Aber das Jerusalem, das droben ist, das ist die Freie; die ist unser aller Mutter. Denn es stehet geschrieben:„Sei fröhlich, du Unfruchtbare, die du nicht gebierest, und brich hervor und rufe, die du nicht. schwanger bist; denn die Einsame hat viel mehr Kin⸗ der, denn die den Mann hat.“ Wir aber, lieben Brüder, sind, Isaak nach, der Verheißung Kinder. Aber gleichwie zu der Zeit, der nach dem Fleisch geboren war, verfolgete den, der nach dem Geist geboren war, also gehet es jetzt auch. Aber was spricht die Schrift?„Stoß die Magd hinaus mit ihrem Sohn; denn der Magd Sohn soll nicht erben mit dem Sohn der Freien.“ So sind wir nun, lie⸗ ben Brüder, nicht der Magd Kinder, sondern der Freien. Evangelium. Ayh. 6, 1—15. Darnach fuhr Jesus weg über das Meer an der Stadt Tiberias in Galiläa. Und es zog ihm viel Volks nach, darum daß sie die Zeichen sahen, die er an den Kranken tat. Jesus aber ging hinauf auf einen Berg, und setzte sich daselbst mit seinen Jüngern. Es war aber nahe die Ostern, der Juden Fest. Da hub Jesus seine Augen auf, und siehet, daß viel Volks zu ihm kommt, und spricht zu Philippus: Wo kaufen wir Brot, daß diese essen?(Das sagte er aber, ihn zu versuchen; denn Er wußte wohl, was er tun wollte.) Philippus antwortete ihm: Für zweihun⸗ dert Groschen Brot ist nicht genug unter sie, daß ein jeg⸗ licher unter ihnen ein wenig nehme. Spricht zu ihm einer seiner Jünger, Andreas, der Bruder des Simon Petrus: Es ist ein Knabe hie, der hat fünf Gerstenbrote und zween Fische; aber was ist das unter so viele? Jesus aber sprach: Schaffet, daß sich das Volk lagere. Es war aber viel Gras an dem Ort. Da lagerten sich bei fünftausend Mann. Jesus aber nahm die Brote, dankte und gab sie den Jüngern, die Jünger aber denen, die sich gelagert hatten; desselbigen gleichen auch von den Fischen, wie viel sie wollten. Da sie aber satt waren, sprach er zu seinen Jüngern: Sammelt die übrigen Brocken, daß nichts um⸗ komme. Da sammelten sie, und fülleten zwölf Körbe mit Brocken von den fünf Gerstenbroten, die überblieben denen, 28 Episteln und Evangelien. die gespeiset worden. Da nun die Menschen das Zeichen sahen, das Jesus tat, sprachen sie: Das ist wahrlich der Prophet, der in die Welt kommen soll. Da Jesus nun merkte, daß sie kommen würden und ihn haschen, daß sie ihn zum König machten, entwich er abermal auf den Berg, er selbst allein. Am 5. Bonnk. in den Nasten, Audira. Epistel. Ebr. 9, 11—15. Christus aber ist kommen, daß er sei ein Hoherpriester der zukünftigen Güter, und ist durch eine größere und voll⸗ kommnere Hütte, die nicht mit der Hand gemacht, das ist, die nicht von dieser Schöpfung ist, auch nicht durch der Böcke oder Kälber Blut, sondern durch sein eigen Blut Einmal in das Heilige eingegangen, und hat eine ewige Erlösung erfunden. Denn so der Ochsen und der Böcke Blut und die Asche von der Kuh, gesprenget, heiliget die Unreinen zu der leiblichen Reinigkeit, wie vielmehr wird das Blut Christi, der sich selbst ohne allen Fehl durch den ewigen Geist Gott geopfert hat, unser Gewissen reinigen von den toten Werken, zu dienen dem lebendigen Gott! Und darum ist er auch ein Mittler des neuen Testaments, auf daß durch den Tod, so geschehen ist zur Erlösung von den Übertretungen, die unter dem ersten Testament waren, die so berufen sind, das verheißne ewige Erbe empfahen. Evangelium. Avh. 3, 46—-59. Jesus sprach: Welcher unter euch kann mich einer Sün⸗ de zeihen? So ich euch aber die Wahrheit sage, warum glaubet ihr mir nicht? Wer von Gott ist, der höret Gottes Worte; darum höret ihr nicht, denn ihr seid nicht von Gott. Da antworteten die Juden und sprachen zu ihm: Sagen wir nicht recht, daß Du ein Samariter bist und hast den Teufel? Jesus antwortete: Ich habe keinen Teu⸗ fel, sondern ich ehre meinen Vater, und ihr unehret mich. Ich suche nicht meine Ehre; es ist aber einer, der sie suchet und richtet. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: So jemand mein Wort wird halten, der wird den Tod nicht sehen ewiglich. Da sprachen die Juden zu ihm: Nun erkennen wir, daß du den Teufel hast. Abraham ist gestorben und die Propheten, und Du sprichst: So jemand mein Wort eichen ch der 5nun aß sie Berg, 11—15. riester d voll⸗ as ist, ch der Blut ewige Böcke jet die wird ch den inigen Gott! ments, ig von varen, fahen. Sün⸗ varum Gottes 3t von ihm: st und Teu⸗ t mich. suchet emand sehen kennen en und Wort Erster Jahrgang. 29 hält, der wird den Tod nicht schmecken ewiglich. Bist Du mehr denn unser Vater Abraham, welcher gestorben ist? und die Propheten sind gestorben. Was machst Du aus dir selbst? Jesus antwortete: So Ich mich selber ehre, so ist meine Ehre nichts. Es ist aber mein Vater, der mich ehret, von welchem ihr sprecht, er sei euer Gott; und kennet ihn nicht; Ich aber kenne ihn. Und so ich würde sagen: Ich kenne sein nicht, so würde ich ein Lügner, gleich⸗ wie ihr seid. Aber ich kenne ihn und halte sein Wort. Abraham, euer Vater, ward froh, daß er meinen Tag sehen sollte: und er sah ihn und freute sich. Da sprachen die Juden zu ihm: Du bist noch nicht fünfzig Jahre alt, und hast Abraham gesehen? Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ehe denn Abraham ward, bin Ich. Da huben sie Steine auf, daß sie auf ihn würfen. Aber Jesus verbarg sich und ging zum Tempel hinaus. Am Palmsonntage. Epistel. Phil. 2, 5—11. Ein jeglicher sei gesinnet, wie Jesus Christus auch war, welcher, ob er wohl in göttlicher Gestalt war, hielt er's nicht für einen Raub, Gott gleich sein, sondern äußerte sich selbst, und nahm Knechtsgestalt an, ward gleich wie ein andrer Mensch, und an Gebärden als ein Mensch er⸗ funden; erniedrigte sich selbst, und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz. Darum hat ihn auch Gott erhöhet, und hat ihm einen Namen gegeben, der über alle Namen ist, daß in dem Namen Jesu sich beugen sollen alle derer Kniee, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, und alle Zungen bekennen sollen, daß Jesus Christus der Herr sei zur Ehre Gottes, des Vaters. Evangelium. Matth. 21, 1—9. Da sie nun nahe an Jerusalem kamen, gen Bethphage, an den Olberg, sandte Jesus seiner Jünger zween, und sprach zu ihnen: Gehet hin in den Flecken, der vor euch liegt; und alsbald werdet ihr eine Eselin finden angebun⸗ den und ein Füllen bei ihr; löset sie auf, und führet sie zu mir. Und so euch jemand etwas wird sagen, so sprechet: Der Herr bedarf ihrer; sobald wird er sie euch lassen. Das geschah aber alles, auf daß erfüllet würde, das gesagt ist durch den Propheten, der da spricht:„Saget der Tochter 30 Episteln und Evangelien Zion: Siehe, dein König kommt zu dir sanftmütig, und reitet auf einem Esel und auf einem Füllen der lastbaren Eselin.“ Die Jünger gingen hin, und taten wie ihnen Jesus befohlen hatte; und brachten die Eselin und das Füllen, und legten ihre Kleider drauf, und setzten ihn drauf. Aber viel Volks breitete die Kleider auf den Weg; die an⸗ dern hieben Zweige von den Bäumen, und streueten sie auf den Weg. Das Volk aber, das vorging und nach⸗ folgte, schrie und sprach: Hosianna dem Sohn Davids! Gelobet sei, der da kommt in dem Namen des Herrn! Ho⸗ sianna in der Höhe! UAm grünen Donnerskage. Epistel. 1. Ror. 11, 23—82. Ich habe es von dem Herrn empfangen, das ich euch gegeben habe. Denn der Herr Jesus in der Nacht, da er verraten ward, nahm das Brot, dankte, und brach's, und sprach: Nehmet, esset, das ist mein Leib, der für euch ge⸗ brochen wird; solches tut zu meinem Gedächtnis. Des⸗ selbigen gleichen auch den Kelch nach dem Abendmahl, und prach: Dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blut; solches tut, so oft ihr's trinket, zu meinem Gedächt⸗ nis. Denn so oft ihr von diesem Brot esset und von die⸗ sem Kelch trinket, sollt ihr des Herrn Tod verkündigen, bis daß er kommt. Welcher nun unwürdig von diesem Brot isset oder von dem Kelch des Herrn trinket, der ist schuldig an dem Leib und Blut des Herrn. Der Mensch prüfe aber sich selbst, und also esse er von diesem Brot, und trinke von diesem Kelch. Denn welcher unwürdig isset und trinket, der isset und trinket ihm selber zum Gericht, damit daß er nicht unterscheidet den Leib des Herrn. Dar⸗ um sind auch viel Schwache und Kranke unter euch, und ein gut Teil schlafen. Denn so wir uns selber richteten, so würden wir nicht gerichtet. Wenn wir aber gerichtet werden, so werden wir von dem Herrn gezüchtiget, auf daß wir nicht samt der Welt verdammt werden. Rür die Allarvorlesung das vierte Baupfstück der Leidensgeschichte. Evangelium. Aph. 18, 1—17. Vor dem Fest aber der Ostern, da Jesus erkannte, daß seine Zeit kommen war, daß er aus dieser Welt ginge zum „ und baren ihnen d das drauf. ie an⸗ en sie nach⸗ wids! Ho⸗ 32. h euch da er 5„ und ich ge⸗ Des⸗ , und teinem edächt⸗ 'n die⸗ idigen, diesem der ist Nensch Brot, ig isset zericht, Dar⸗ h, und hteten, erichtet t, auf te, daß ge zum Erster Jahrgang. 31 Vater, wie er hatte geliebet die Seinen, die in der Welt waren, so liebte er sie bis ans Ende. Und bei dem Abend⸗ essen, da schon der Teufel hatte dem Judas, Simons Sohn, dem Ischarioth, ins Herz gegeben, daß er ihn verriete, und Jesus wußte, daß ihm der Vater hatte alles in seine Hände gegeben, und daß er von Gott kommen war und zu Gott ging: stund er vom Abendmahl auf, legte seine Kleider ab, und nahm einen Schurz und umgürtete sich. Darnach goß er Wasser in ein Becken, hub an, den Jüngern die Füße zu waschen, und trocknete sie mit dem Schurze, damit er umgürtet war. Da kam er zu Simon Petrus; und derselbige sprach zu ihm: Herr, solltest Du mir meine Füße waschen? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Was Ich tue, das weißt du jetzt nicht; du wirst's aber hernach erfahren. Da sprach Petrus zu ihm: Nimmer⸗ mehr sollst du mir die Füße waschen. Jesus antwortete ihm: Werde ich dich nicht waschen, so hast du kein Teil mit mir. Spricht zu ihm Simon Petrus: Herr, nicht die Füße allein, sondern auch die Hände und das Haupt. Spricht Jesus zu ihm: Wer gewaschen ist, der bedarf nichts denn die Füße waschen, sondern er ist ganz rein. Und ihr seid rein, aber nicht alle. Denn er wußte seinen Ver⸗ räter wohl; darum sprach er: Ihr seid nicht alle rein. Da er nun ihre Füße gewaschen hatte, nahm er seine Klei⸗ der, und setzte sich wieder nieder und sprach abermal zu ihnen: Wisset ihr, was ich euch getan habe? Ihr heißet mich Meister und Herr, und saget recht dran, denn ich bin's auch. So nun Ich, euer Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, so sollt ihr auch euch unter einander die Füße waschen. Ein Beispiel habe ich euch gegeben, daß ihr tut, wie Ich euch getan habe. Wahrlich, wahr⸗ lich, ich sage euch: Der Knecht ist nicht größer denn sein Herr, noch der Apostel größer, denn der ihn gesandt hat. So ihr solches wisset, selig seid ihr, so ihr's tut. Am Rarfreitage. Für dir Altarvorlelung das fünfte Bauptstück der Leidensgeschichte. NJür die Predigt freie Cexte. 32 Epistel und Evangelien. Am 1. Pstertage. Epistel. 1. Ror. 5, 6—8. Euer Ruhm ist nicht fein. Wisset ihr nicht, daß ein wenig Sauerteig den ganzen Teig versäuert? Darum feget den alten Sauerteig aus, auf daß ihr ein neuer Teig seid, gleichwie ihr ungesäuert seid. Denn wir haben auch ein Osterlamm, das ist Christus, für uns geopfert. Darum lasset uns Ostern halten, nicht im alten Sauerteig, auch nicht im Sauerteig der Bosheit und Schalkheit, sondern in dem Süßteig der Lauterkeit und der Wahrheit. Evangelium. Mark. 16, 1—8. Und da der Sabbath vergangen war, kauften Maria Magdalena und Maria, des Jakobus Mutter, und Sa⸗ lome Spezerei, auf daß sie kämen, und salbeten ihn. Und sie kamen zum Grabe am ersten Tage der Woche sehr frühe, da die Sonne aufging. Und sie sprachen unter einander: Wer wälzet uns den Stein von des Grabes Tür? Und sie sahen dahin, und wurden gewahr, daß der Stein abge⸗ wälzet war; denn er war sehr groß. Und sie gingen hinein in das Grab, und sahen einen Jüngling zur rechten Hand sitzen, der hatte ein lang weiß Kleid an; und sie entsetzten sich. Er aber sprach zu ihnen: Entsetzet euch nicht. Ihr suchet Jesum von Nazareth, den Gekreuzigten; er ist auf⸗ erstanden, und ist nicht hie; siehe da die Stätte, da sie ihn hinlegten. Gehet aber hin und sagt's seinen Jüngern und Petrus, daß er vor euch hingehen wird nach Galiläa; da werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat. Und sie gingen schnell heraus, und flohen von dem Grabe; denn es war sie Zittern und Entsetzen ankommen; und sagten niemand nichts; denn sie fürchteten sich. Am 2. Ostertage. Epistel. Apystelgesch. 10, 34—41. Petrus aber tat seinen Mund auf und sprach: Nun erfahre ich mit der Wahrheit, daß Gott die Person nicht ansiehet; sondern in allerlei Volk, wer ihn fürchtet und rechttut, der ist ihm angenehm. Ihr wisset wohl von der Predigt, die Gott zu den Kindern Israel gesandt hat, und verkündigen lassen den Frieden durch Jesum Christum (welcher ist ein Herr über alles), die durchs ganze jüdische Land geschehen ist, und angegangen in Galiläa nach der Erster Jahrgang. 33 Taufe, die Johannes predigte: wie Gott denselbigen Jesum von Nazareth gesalbet hat mit dem heiligen Geiste und Kraft; der umhergezogen ist, und hat wohlgetan und ge⸗ sund gemacht alle, die vom Teufel überwältiget waren; denn Gott war mit ihm. Und wir sind Zeugen alles des, das er getan hat im jüdischen Lande und zu Jerusalem. Den haben sie getötet und an ein Holz gehangen. Den⸗ selbigen hat Gott auferwecket am dritten Tage, und ihn lassen offenbar werden, nicht allem Volk, sondern uns, den vorerwähleten Zeugen von Gott, die wir mit ihm gegessen und getrunken haben, nachdem er auferstanden war von den Toten. Evangelium. Tuk. 24, 13—385. Und siehe, zween aus ihnen gingen an demselbigen Tage in einen Flecken, der war von Jerusalem sechzig Feld Wegs weit, des Name heißt Emmaus. Und sie redeten mit einander von allen diesen Geschichten. Und es geschah, da sie so redeten und befragten sich mit einander, nahte Jesus zu ihnen, und wandelte mit ihnen. Aber ihre Augen wurden gehalten, daß sie ihn nicht kannten. Er sprach aber zu ihnen: Was sind das für Reden, die ihr zwischen euch handelt unterwegen, und seid traurig? Da antwortete einer mit Namen Kleophas und sprach zu ihm: Bist Du allein unter den Fremdlingen zu Jerusalem, der nicht wisse, was in diesen Tagen drinnen geschehen ist? Und er sprach zu ihnen: Welches? Sie aber sprachen zu ihm: Das von Jesu von Nazareth, welcher war ein Prophet, mächtig von Taten und Worten, vor Gott und allem Volk; wie ihn unsre Hohenpriester und Obersten überantwortet haben zur Verdammnis des Todes, und gekreuziget. Wir aber hoffeten, Er sollte Israel er⸗ lösen. Und über das alles ist heute der dritte Tag, das solches geschehen ist. Auch haben uns erschreckt etliche Wei⸗ ber der Unsern; die sind frühe bei dem Grabe gewesen, haben seinen Leib nicht gefunden, kommen und sagen, sie haben ein Gesicht der Engel gesehen, welche sagen, er lebe. Und etliche unter uns gingen hin zum Grabe, und fanden's also, wie die Weiber sagten; aber ihn sahen sie nicht. Und Er sprach zu ihnen: O ihr Toren und träges Herzens, zu glauben alle dem, das die Propheten geredet haben; 3 34 Episteln und Evangelien. mußte nicht Christus solches leiden, und zu seiner Herr⸗ lichkeit eingehen? Und fing an von Mose und allen Pro⸗ pheten, und legte ihnen alle Schriften aus, die von ihm gesagt waren. Und sie kamen nahe zu dem Flecken, da sie hingingen; und Er stellte sich, als wollte er fürder gehen. Und sie nötigten ihn und sprachen: Bleib bei uns; denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneiget. Und er ging hinein, bei ihnen zu bleiben. Und es geschah, da er mit ihnen zu Tische saß, nahm er das Brot, dankte, brach's und gab's ihnen. Da wurden ihre Augen geöffnet, und erkannten ihn. Und Er verschwand vor ihnen. Und sie sprachen unter einander: Brannte nicht unser Herz in uns, da er mit uns redete auf dem Wege, als er uns die Schrift öffnete? Und sie stunden auf zu derselbigen Stunde, kehreten wieder gen Jerusalem und fanden die Elfe ver⸗ sammelt, und die bei ihnen waren, welche sprachen: Der Herr ist wahrhaftig auferstanden und Simon erschienen. Und sie erzähleten ihnen, was auf dem Wege geschehen war, und wie er von ihnen erkannt wäre an dem, da er das Brot brach. Am 1. Bonnk. n. Ostern, Quastmod. Epistel. 1. Avh. 5, 4—10. Alles, was von Gott geboren ist, überwindet die Welt; und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. Wer ist aber, der die Welt überwindet, wenn nicht der da glaubet, daß Jesus Gottes Sohn ist? Dieser ist's, der da kommt mit Wasser und Blut, Jesus Christus, nicht mit Wasser allein, sondern mit Wasser und Blut; und der Geist ist's, der da zeuget; denn der Geist ist die Wahr⸗ heit. Denn drei sind, die da zeugen, der Geist und das Wasser und das Blut; und die drei sind beisammen. So wir der Menschen Zeugnis annehmen, so ist Gottes Zeug⸗ nis größer; denn Gottes Zeugnis ist das, das er gezeuget hat von seinem Sohn. Wer da glaubet an den Sohn Gottes, der hat solches Zeugnis bei sich. Evangelium. Aoh. 20, 19—31. Am Abend aber desselbigen ersten Tages der Woche, da die Jünger versammelt und die Türen verschlossen waren aus Furcht vor den Juden, kam Jesus und trat mitten Voche, varen nitten Erster Jahrgang. 3⁵ ein, und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch! Und als er das gesagt hatte, zeigte er ihnen die Hände und seine Seite. Da wurden die Jünger froh, daß sie den Herrn sahen. Da sprach Jesus abermal zu ihnen: Friede sei mit euch! Gleichwie mich der Vater gesandt hat, so sende Ich euch. Und da er das gesagt hatte, blies er sie an und spricht zu ihnen: Nehmet hin den heiligen Geist! Welchen ihr die Sünden erlasset, denen sind sie erlassen; und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten. Thomas aber, der Zwölfe einer, der da heißet Zwilling, war nicht bei ihnen, da Jesus kam. Da sagten die andern Jünger zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er aber sprach zu ihnen: Es sei denn, daß ich in seinen Händen sehe die Nägelmale, und lege meinen Finger in die Nägelmale, und lege meine Hand in seine Seite, will ich's nicht glauben. Und über acht Tage waren abermal seine Jünger drinnen, und Thomas mit ihnen. Kommt Jesus, da die Türen ver⸗ schlossen waren, und tritt mitten ein und spricht: Friede sei mit euch! Darnach spricht er zu Thomas: Reiche deinen Finger her, und siehe meine Hände, und reiche deine Hand her, und lege sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig sondern gläubig. Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein Herr und mein Gott! Spricht Jesus zu ihm: Die⸗ weil du mich gesehen hast, Thomas, so glaubest du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben. Auch viel andere Zeichen tat Jesus vor seinen Jüngern, die nicht geschrieben sind in diesem Buch. Diese aber sind geschrieben, daß ihr glaubet, Jesus sei Christ, der Sohn Gottes, und daß ihr durch den Glauben das Leben habet in seinem Namen. Am 2..025 nach Ostern, Miserirordias Domini. pistel. 1. Petr. 2, 21—25. Dazu seid ihr berufen; sintemal auch Christus gelitten hat für uns, und uns ein Vorbild gelassen, daß ihr sollt nachfolgen seinen Fußstapfen; welcher keine Sünde getan hat, ist auch kein Betrug in seinem Munde erfunden; wel⸗ cher nicht wieder schalt, da er gescholten ward, nicht dräute, da er litt, er stellte es aber dem heim, der da recht rich⸗ tet; welcher unsre Sünden selbst hinaufgetragen hat an seinem Leibe auf das Holz, auf daß wir, der Sünde ab⸗ 3* 36 ö Episteln und Evangelien. gestorben, der Gerechtigkeit leben; durch welches Wunden ihr seid heil worden. Denn ihr waret wie die irrenden Schafe; aber ihr seid nun bekehret zu dem Hirten und Bischofe eurer Seelen. Evangelium. Aoh. 10, 12—16. ö Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte lässet sein Leben für die Schafe. Der Mietling aber, der nicht Hirte ist, des die Schafe nicht eigen sind, siehet den Wolf kom⸗ men, und verlässet die Schafe und fleucht; und der Wolf erhaschet und zerstreuet die Schafe. Der Mietling aber fleucht; denn er ist ein Mietling und achtet der Schafe nicht. Ich bin der gute Hirte, und erkenne die Meinen, und bin bekannt den Meinen, wie mich mein Vater ken⸗ net, und Ich kenne den Vater. Und ich lasse mein Leben für die Schafe. Und ich habe noch andere Schafe, die sind nicht aus diesem Stalle; und dieselben muß ich her⸗ führen, und sie werden meine Stimme hören, und wird Eine Herde und Ein Hirte werden. Am 3. Bonnk. n. Ostern, Aubilate. Epistel. 1. Pelr. 2, 11—20. Lieben Brüder, ich ermahne euch als die Fremdlinge und Pilgrime: enthaltet euch von fleischlichen Lüsten, wel⸗ che wider die Seele streiten, und führet einen guten Wan⸗ del unter den Heiden, auf daß die, so von euch afterreden als von Übeltätern, eure guten Werke sehen und Gott prei⸗ sen, wenn's nun an den Tag kommen wird. Seid unter⸗ tan aller menschlicher Ordnung um des Herrn willen, es sei dem Könige, als dem Obersten, oder den Hauptleuten, als die von ihm gesandt sind zur Rache über die Übeltä⸗ ter und zu Lobe den Frommen. Denn das ist der Wille Gottes, daß ihr mit Wohltun verstopfet die Unwissenheit der törichten Menschen, als die Freien, und nicht als hättet ihr die Freiheit zum Deckel der Bosheit, sondern als die Knechte Gottes. Tut Ehre jedermann. Habt die Brüder lieb. Fürchtet Gott. Ehret den König. Ihr Knechte, seid untertan mit aller Furcht den Herren, nicht allein den gütigen und gelinden, sondern auch den wunderlichen. Denn das ist Gnade, so jemand um des Gewissens willen zu Gott das Übel verträgt und leidet das Unrecht. Denn Erster Jahrgang. 37 was ist das für ein Ruhm, so ihr um Missetat willen Streiche leidet? Aber wenn ihr um Wohltat willen leidet und erduldet, das ist Gnade bei Gott. Evangelium. Avh. 16, 16—23. Jesus sprach zu seinen Jüngern: Über ein kleines, so werdet ihr mich nicht sehen; und aber über ein kleines, so werdet ihr mich sehen; denn Ich gehe zum Vater. Da sprachen etliche unter seinen Jüngern unter einander: Was ist das, das er saget zu uns: über ein kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein kleines, so werdet ihr mich sehen, und: Ich gehe zum Vater? Da sprachen sie: Was ist das, das er saget: über ein kleines? Wir wissen nicht was er redet. Da merkte Jesus, daß sie ihn fragen wollten, und sprach zu ihnen: Davon fraget ihr unter einander, daß ich gesagt habe: über ein kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein kleines, so werdet ihr mich sehen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr werdet weinen und heulen, aber die Welt wird sich freuen; ihr aber werdet traurig sein; doch eure Traurig⸗ keit soll in Freude verkehret werden. Ein Weib, wenn sie gebiert, so hat sie Traurigkeit; denn ihre Stunde ist kom⸗ men; wenn sie aber das Kind geboren hat, denket sie nicht mehr an die Angst um der Freude willen, daß der Mensch zur Welt geboren ist. Und ihr habt auch nun Traurig⸗ keit; aber ich will euch wiedersehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll niemand von euch nehmen. Und an demselbigen Tage werdet ihr mich nichts fragen. Am 4. Bonnkage n. Ostern, Cankale. Epistel. Aak. 1, 17—21. Alle gute Gabe und alle vollkommene Gabe kommt von oben herab, von dem Vater des Lichts, bei welchem ist keine Veränderung noch Wechsel des Lichts und der Finsternis. Er hat uns gezeuget nach seinem Willen durch das Wort der Wahrheit, auf daß wir wären Erstlinge seiner Kreaturen. Darum, lieben Brüder, ein jeglicher Mensch sei schnell zu hören; langsam aber zu reden, und langsam zum Zorn. Denn des Menschen Zorn tut nicht, was vor Gott recht ist. Darum so leget ab alle Unsauberkeit und alle Bosheit, und nehmt das Wort an mit Sanftmut, 38 Episteln und Evangelien. das in euch gepflanzet ist, welches kann eure Seelen selig machen. Evangelium. Aoh. 16, 5—15. Nun aber gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat; und niemand unter euch fraget mich: Wo gehest du hin? sondern dieweil ich solches zu euch geredet habe, ist euer Herz voll Trauerns worden. Aber Ich sage euch die Wahr⸗ heit: Es ist euch gut, daß ich hingehe. Denn so ich nicht hingehe, so kommt der Tröster nicht zu euch; so ich aber gehe, will ich ihn zu euch senden. Und wenn derselbige kommt, der wird die Welt strafen um die Sünde und um die Gerechtigkeit und um das Gericht: um die Sünde, daß sie nicht glauben an mich; um die Gerechtigkeit aber, daß ich zum Vater gehe, und ihr mich hinfort nicht sehet; um das Gericht, daß der Fürst dieser Welt gerichtet ist. Ich habe euch noch viel zu sagen; aber ihr könnet's jetzt nicht tragen. Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, kommen wird, der wird euch in alle Wahrheit leiten. Denn er wird nicht von ihm selber reden, sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen. Derselbige wird mich verklären; denn von dem Meinen wird er's nehmen und euch verkündigen. Alles was der Vater hat, das ist mein. Darum hab ich gesagt: Er wird's von dem Meinen nehmen und euch verkündigen. Am 5. Bonnk. n. Ostern, Rogate. Epistel. Jak. 1, 22—27. Seid aber Täter des Worts und nicht Hörer allein, dadurch ihr euch selbst betrüget. Denn so jemand ist ein Hörer des Worts und nicht ein Täter, der ist gleich einem Mann, der sein leiblich Angesicht im Spiegel beschauet. Denn nachdem er sich beschauet hat, gehet er davon und vergisset von Stund an, wie er gestaltet war. Wer aber durchschauet in das vollkommne Gesetz der Freiheit, und darinnen beharret, und ist nicht ein vergeßlicher Hörer, son⸗ dern ein Täter, derselbige wird selig sein in seiner Tat. So sich jemand unter euch lässet dünken, er diene Gott, und hält seine Zunge nicht im Zaum, sondern täuschet sein Herz, des Gottesdienst ist eitel. Ein reiner und unbefleckter Gottesdienst vor Gott, dem Vater, ist der: die Waisen und Witwen in ihrer Trübsal besuchen, und sich von der Welt unbefleckt behalten. Erster Jahrgang. 39 Evangelium. Joh. 16, 23—30. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: So ihr den Vater etwas bitten werdet in meinem Namen, so wird er's euch geben. Bisher habt ihr nichts gebeten in meinem Namen. Bittet, so werdet ihr nehmen, daß eure Freude vollkommen sei. Solches hab ich zu euch durch Sprichwörter geredet. Es kommt aber die Zeit, daß ich nicht mehr durch Sprich⸗ wörter mit euch reden werde, sondern euch frei heraus ver⸗ kündigen von meinem Vater. An demselbigen Tage werdet ihr bitten in meinem Namen. Und ich sage euch nicht, daß Ich den Vater für euch bitten will; denn er selbst, der Vater, hat euch lieb, darum daß ihr mich liebet, und glaubet, daß Ich von Gott ausgegangen bin. Ich bin vom Vater ausgegangen und kommen in die Welt; wiederum verlasse ich die Welt und gehe zum Vater. Sprechen zu ihm seine Jünger: Siehe, nun redest du frei heraus und sagest kein Sprichwort. Nun wissen wir, daß du alle Dinge weißt, und bedarfst nicht, daß dich jemand frage; darum glauben wir, daß du von Gott ausgegangen bist. Am Neste d. Bimmelf. Christi. Epistel. Apystelgesch. 1, 1—11. Die erste Rede hab ich getan, lieber Theophilus, von alle dem, das Jesus anfing, beide, zu tun und zu lehren, bis an den Tag, da er aufgenommen ward, nachdem er den Aposteln(welche er hatte erwählet) durch den heiligen Geist Befehl getan hatte, welchen er sich nach seinem Leiden lebendig erzeiget hatte durch mancherlei Erweisungen, und ließ sich sehen unter ihnen vierzig Tage laug, und redete mit ihnen vom Reich Gottes. Und als er sie versammelt hatte, befahl er ihnen, daß sie nicht von Jerusalem wichen, sondern warteten auf die Verheißung des Vaters, welche ihr habt gehöret(sprach er von mir; denn Johannes hat mit Wasser getauft; ihr aber sollt mit dem heiligen Geiste getauft werden nicht lange nach diesen Tagen. Die aber, so zusammenkommen waren, fragten ihn und sprachen: Herr, wirst du auf diese Zeit wieder aufrichten das Reich Israel? Er sprach aber zu ihnen: Es gebührt euch nicht zu wissen Zeit oder Stunde, welche der Vater seiner Macht vorbe⸗ halten hat, sondern ihr werdet die Kraft des heiligen Geistes empfahen, welcher auf euch kommen wird, und werdet meine 40 Episteln und Evangelien. Zeugen sein zu Jerusalem und in ganz Judäa und Sa⸗ maria und bis an das Ende der Erde. Und da er solches gesagt, ward er aufgehoben zusehends, und eine Wolke nahm ihn auf vor ihren Augen weg. Und als sie ihm nachsahen gen Himmel fahrend, siehe, da stunden bei ihnen zween Männer in weißen Kleidern, welche auch sagten: Ihr Män⸗ ner von Galiläa, was stehet ihr und sehet gen Himmel? Dieser Jesus, welcher von euch ist aufgenommen gen Himmel, wird kommen, wie ihr ihn gesehen habt gen Himmel fahren. Evangelium. Mark. 16, 14—20. Zuletzt, da die Elfe zu Tische saßen, offenbarte sich Je⸗ sus und schalt ihren Unglauben und ihres Herzens Härtig⸗ keit, daß sie nicht geglaubt hatten denen, die ihn gesehen hatten auferstanden. Und sprach zu ihnen: Gehet hin in alle Welt, und prediget das Evangelium aller Kreatur. Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig werden; wer aber nicht glaubet, der wird verdammt werden. Die Zeichen aber, die da folgen werden denen, die da glauben, sind die: In meinem Namen werden sie Teufel austreiben, mit neuen Zungen reden, Schlangen vertreiben, und so sie etwas Töd⸗ liches trinken, wird's ihnen nicht schaden; auf die Kranken werden sie die Hände legen, so wird's besser mit ihnen wer⸗ den. Und der Herr, nachdem er mit ihnen geredet hatte, ward er aufgehoben gen Himmel, und sitzet zur rechten Hand Gottes. Sie aber gingen aus, und predigten an allen Or⸗ ten; und der Herr wirkte mit ihnen, und bekräftigte das Wort durch mitfolgende Zeichen. Am 6. Bonnk. n. Oftern, Exaudi. Epistel. 1. Petr. 4, 8—II. So seid nun mäßig und nüchtern zum Gebet. Vor allen Dingen aber habt unter einander eine brünstige Liebe; denn die Liebe deckt auch der Sünden Menge. Seid gastfrei un⸗ ter einander ohne Murmeln. Und dienet einander, ein jeg⸗ licher mit der Gabe, die er empfangen hat, als die guten Haushalter der mancherlei Gnade Gottes. So jemand redet, daß er's rede als Gottes Wort. So jemand ein Amt hat, daß er's tue als aus dem Vermögen, das Gott darreichet, auf daß in allen Dingen Gott gepriesen werde durch Jesum Christ, welchem sei Ehre und Gewalt von Ewigkeit zu Ewig⸗ teit! Amen. lches ahm ahen ween eän⸗ nel? mel, hren. Je⸗ rtig⸗ sehen in in Wer wer ichen die: euen Töd⸗ inken wer⸗ atte, hand Or⸗ das —II. allen denn un⸗ jeg⸗ zuten edet, hat, ichet, esum wig⸗ Erster Jahrgang. 41 Evangelium. Aoh. 15, 26 bis 16, 4. Wenn aber der Tröster kommen wird, welchen Ich euch senden werde vom Vater, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgehet, der wird zeugen von mir. Und ihr werdet auch zeugen; denn ihr seid von Anfang bei mir gewesen. Solches hab ich zu euch geredet, daß ihr euch nicht ärgert. Sie werden euch in den Bann tun. Es kommt aber die Zeit, daß wer euch tötet, wird meinen, er tue Gott einen Dienst dran. Und solches werden sie euch darum tun, daß sie weder meinen Vater noch mich erkennen. Aber solches habe ich zu euch geredet, auf daß, wenn die Zeit kommen wird, ihr dran gedenket, daß Ich's euch gesagt habe. Solches aber 9. ich euch von Anfang nicht gesagt; denn ich war bei euch. Am 1. Pnglttage. Epistel. Apostelgesch. 2, 1—13. Und als der Tag der Pfingsten erfüllet war, waren sie alle einmütig bei einander. Und es geschah schnell ein Brausen vom Himmel, als eines gewaltigen Windes, und erfüllte das ganze Haus, da sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen zerteilet wie von Feuer; und er setzte sich auf einen jeglichen unter ihnen; und wurden alle voll des heiligen Geistes, und fingen an, zu predigen mit andern Zungen, nach dem der Geist ihnen gab auszusprechen. Es waren aber Juden zu Jerusalem wohnend, die waren gottes⸗ fürchtige Männer aus allerlei Volk, das unter dem Himmel ist. Da nun diese Stimme geschah, kam die Menge zu⸗ sammen, und wurden bestürzt; denn es hörte ein jeglicher, daß sie mit seiner Sprache redeten. Sie entsetzten sich aber alle, verwunderten sich und sprachen unter einander: Siehe, sind nicht diese alle, die da reden, aus Galiläa? Wie hören wir denn ein jeglicher seine Sprache, darinnen wir geboren sind? Parther und Meder und Elamiter, und die wir woh⸗ nen in Mesopotamien und in Judäa und Kappgdocien, Pontus und Asien, Phrygien und Pamphylien, Agypten und an den Enden von Libyen bei Kyrene und Ausländer von Rom, Juden und Judengenossen, Kreter und Araber: wir hören sie mit unsern Zungen die großen Taten Gottes reden. Sie entsetzten sich aber alle, und wurden irre, und sprachen einer zu dem andern: Was will das werden? 42 Episteln und Evangelien. Die andern aber hatten's ihren Spott und sprachen: Sie sind voll süßes Weins. Evangelium. Aph. 14, 23—81. Wer mich liebet, der wird mein Wort halten; und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen. Wer aber mich nicht liebet, der hält meine Worte nicht. Und das Wort, das ihr höret, ift nicht mein, sondern des Vaters, der mich gesandt hat. Solches hab ich zu euch geredet, weil ich bei euch gewesen bin. Aber der Tröster, der heilige Geist, welchen mein Vater senden wird in meinem Namen, derselbige wird euch alles lehren und euch erinnern alles des, das ich euch gesagt habe. Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe Ich euch, wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht, und fürchte sich nicht. Ihr habt ge⸗ höret, daß Ich euch gesagt habe: Ich gehe hin und komme wieder zu euch. Hättet ihr mich lieb, so würdet ihr euch freuen, daß ich gesagt habe: Ich gehe zum Vater; denn der Vater ist größer denn ich. Und nun hab ich's euch gesaget, ehe denn es geschieht, auf daß, wenn es nun ge⸗ schehen wird, ihr glaubet. Ich werde nicht mehr viel mit euch reden; denn es kommt der Fürst dieser Welt, und hat nichts an mir. Aber auf daß die Welt erkenne, daß ich den Vater liebe, und ich also tue, wie mir der Vater geboten hat: stehet auf und lasset uns von hinnen gehen. Am 2. Püngsttage. Epistel. Apystelgesch. 10, 42—48. Der Herr hat uns geboten zu predigen dem Volk und zu zeugen, daß Er ist verordnet von Gott ein Richter der Lebendigen und der Toten. Von diesem zeugen alle Pro⸗ pheten, daß durch seinen Namen alle, die an ihn glauben, Vergebung der Sünden empfahen sollen. Da Petrus noch diese Worte redete, fiel der heilige Geist auf alle, die dem Wort zuhöreten. Und die Gläubigen aus der Beschneidung, die mit Petrus kommen waren, entsetzten sich, daß auch auf die Heiden die Gabe des heiligen Geistes ausgegossen ward; denn sie höreten, daß sie mit Zungen redeten und Gott hoch priesen. Da antwortete Petrus: Mag auch je⸗ mand das Wasser wehren, daß diese nicht getauft werden, heit tt werde O und Gerid Herrr Oder wiede ihm E men zu J wisser nieme mit lich, neuer Nikod werde Mutt Erster Jahrgang. 43 die den heiligen Geist empfangen haben gleichwie auch wir? Und befahl, sie zu taufen in dem Namen des Herrn. Evangelium. Zoh. 3, 16—21. Also hat Gott die Welt geliebet, daß er seinen einge⸗ bornen Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Denn Gott hat seinen Sohn nicht gesandt in die Welt, daß er die Welt richte, sondern daß die Welt durch ihn selig werde. Wer an ihn glaubet, der wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubet, der ist schon gerichtet; denn er glaubet nicht an den Namen des eingebornen Sohns Gottes. Das ist aber das Gericht, daß das Licht in die Welt kommen ist, und die Menschen liebeten die Finsternis mehr denn das Licht; denn ihre Werke waren böse. Wer Arges tut, der hasset das Licht, und kommt nicht an das Licht, auf daß seine Werke nicht gestrafet werden. Wer aber die Wahr⸗ heit tut, der kommt an das Licht, daß seine Werke offenbar werden; denn sie sind in Gott getan. Am Crinikalisfeste. Epistel. Nöm. 11, 33—36. O welch eine Tiefe des Reichtums, beide der Weisheit und Erkenntnis Gottes! Wie gar unbegreiflich sind seine Gerichte und unerforschlich seine Wege! Denn wer hat des Herrn Sinn erkannt? Oder wer ist sein Ratgeber gewesen? Oder wer hat ihm was zuvor gegeben, daß ihm werde wieder vergolten? Denn von ihm und durch ihn und zu ihm sind alle Dinge. Ihm sei Ehre in Ewigkeit! Amen. Evangelium. Avh. 3, 1—15. Es war aber ein Mensch unter den Pharisäern mit Na⸗ men Nikodemus, ein Oberster unter den Juden; der kam zu Jesu bei der Nacht und sprach zu ihm: Meister, wir wissen, daß du bist ein Lehrer von Gott kommen; denn niemand kann die Zeichen tun, die Du tust, es sei denn Gott mit ihm. Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahr⸗ lich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, daß jemand von neuem geboren werde, kann er das Reich Gottes nicht sehen. Nikodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Kann er auch wiederum in seiner Mutter Leib gehen und geboren werden? Jesus antwortete: 44 Episteln und Evangelien. Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, daß jemand ge⸗ boren werde aus Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen. Was vom Fleisch geboren wird, das ist Fleisch; und was vom Geist geboren wird, das ist Geist. Laß dich's nicht wundern, daß ich dir gesagt habe: Ihr müsset von neuem geboren werden. Der Wind bläset, wo er will, und du hörest sein Sausen wohl; aber du weißt nicht, von wannen er kommt, und wohin er fähret. Also ist ein jeglicher, der aus dem Geist geboren ist. Nikodemus antwortete und sprach zu ihm: Wie mag solches zugehen? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Bist du ein Meister in Israel, und weißt das nicht? Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wir reden, das wir wissen, und zeugen, das wir gesehen haben; und ihr nehmet unser Zeugnis nicht an. Glaubt ihr nicht, wenn ich euch von irdischen Dingen sage, wie würdet ihr glauben, wenn ich euch von himmlischen Dingen sagen würde? Und niemand fähret gen Himmel, denn der vom Himmel herniederkommen ist, nämlich des Menschen Sohn, der im Himmel ist. Und wie Mose in der Wüste eine Schlange erhöhet hat, also muß des Menschen Sohn erhöhet werden, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Am 1. Sounntage nach Trinitatis. Epistel. 1. Avh. 4, 16—21, Gott ist die Liebe; und wer in der Liebe bleibet, der bleibet in Gott und Gott in ihm. Darinnen ist die Liebe völlig bei uns, daß wir eine Freudigkeit haben am Tage des Gerichts; denn gleichwie Er ist, so sind auch wir in dieser Welt. Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die völlige Liebe treibet die Furcht aus'; denn die Furcht r Pein. Wer sich aber fürchtet, der ist nicht völlig in der Liebe. Lasset uns ihn lieben; denn Er hat uns erst ge⸗ liebet. So jemand spricht: Ich liebe Gott, und 7 sei⸗ nen Bruder, der ist ein Lügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebet, den er siehet, wie kann er Gott lieben, den er nicht siehet? Und dies Gebot haben wir von ihm, daß wer Gott liebet, daß der auch seinen Bruder liebe. Evangelium. Tuk. 16, 19—81. Es war aber ein reicher Mann, der lleidete sich mit Purpur und köstlicher Leinwand, und lebte alle Tage herr⸗ Erster Jahrgang. 4⁵ lich und in Freuden. Es war aber ein Armer mit Namen Lazarus, der lag vor seiner Tür voller Schwären, und be⸗ gehrte, sich zu sättigen von den Brosamen, die von des Reichen Tische fielen; doch kamen die Hunde, und lecketen ihm seine Schwären. Es begab sich aber, daß der Arme starb, und ward getragen von den Engeln in Abrahams Schoß. Der Reiche aber starb auch, und ward begraben. Als er nun in der Hölle und in der Qual war, hub er seine Augen auf, und sah Abraham von ferne und Lazarus in seinem Schoß. Und er rief und sprach: Vater Abraham, erbarme dich mein, und sende Lazarus, daß er das Außer⸗ ste seines Fingers ins Wasser tauche, und kühle meine Zunge; denn ich leide Pein in dieser Flamme. Abraham aber sprach: Gedenke, Sohn, daß du dein Gutes empfan⸗ gen hast in deinem Leben, und Lazarus dagegen hat Böses empfangen; nun aber wird er getröstet, und du wirst ge⸗ peiniget. Und über das alles ist zwischen uns und euch eine große Kluft befestiget, daß die da wollten von hinnen hinabfahren zu euch, könnten nicht, und auch nicht von dannen 5. uns herüberfahren. Da sprach er: So bitte ich dich, Vater, daß du ihn sendest in meines Vaters Haus; denn ich habe noch fünf Brüder, daß er ihnen bezeuge, auf daß sie nicht auch kommen an diesen Ort der Qual. Abraham sprach zu ihm: Sie haben Mose und die Pro⸗ pheten; laß sie dieselbigen hören. Er aber sprach: Nein, Vater Abraham; sondern wenn einer von den Toten zu ihnen ginge, so würden sie Buße tun. Er sprach zu ihm: Hören sie Mose und die Propheten nicht, so werden sie auch nicht glauben, ob jemand von den Toten aufstünde. Um 2. Bonntage nach Trinikatis. Epistel. 1. Aok. 3, 13—18. Verwundert euch nicht, meine Brüder, ob euch die Welt hasset. Wir wissen, daß wir aus dem Tode in das Leben kommen sind; denn wir lieben die Brüder. Wer den Bru⸗ der nicht liebet, der bleibet im Tode. Wer seinen Bru⸗ der hasset, der ist ein Totschläger; und ihr wisset, daß ein Totschläger hat nicht das ewige Leben bei ihm bleibend. Daran haben wir erkannt die Liebe, daß Er sein Leben für uns gelassen hat; und wir sollen auch das Leben für die Brüder lassen. Wenn aber jemand dieser Welt Güter 46 Episteln und Evangelien. hat, und siehet seinen Bruder darben, und schließt sein Herz vor ihm zu,— wie bleibet die Liebe Gottes bei ihm? Meine Kindlein, laßt uns nicht lieben mit Worten noch mit der Zunge, sondern mit der Tat und mit der Wahrheit. Evangelium. NTuk. 14, 16—24. Es war ein Mensch, der machte ein groß Abendmahl, und lud viele dazu. Und sandte seinen Knecht aus zur Stunde des Abendmahls, zu sagen den Geladenen: Kommt, denn es ist alles bereit! Und sie fingen an alle nach ein⸗ ander sich zu entschuldigen. Der erste sprach zu ihm: Ich habe einen Acker gekauft, und muß hinausgehen, und ihn besehen; ich bitte dich, entschuldige mich. Und der andre sprach: Ich habe fünf Joch Ochsen gekauft, und ich gehe jetzt hin, sie zu besehen; ich bitte dich, entschuldige mich. Und der dritte sprach: Ich habe ein Weib genommen, darum kann ich nicht kommen. Und der Knecht kam, und sagte das seinem Herrn wieder. Da ward der Hausherr zornig, und sprach zu seinem Knechte: Gehe aus schnell auf die Straßen und Gassen der Stadt, und führe die Ar⸗ men und Krüppel und Lahmen und Blinden herein. Und der Knecht sprach: Herr, es ist geschehen, was du befohlen hast; es ist aber noch Raum da. Und der Herr sprach zu dem Knechte: Gehe aus auf die Landstraßen und an die Zäune, und nötige sie hereinzukommen, auf daß mein Haus voll werde. Ich sage euch aber, daß der Männer keiner, die geladen sind, mein Abendmahl schmecken wird. Am 3. Bynnkage nach Trinitatis. Epistel. 1. Petr. 5, 6—II. So demütiget euch nun unter die gewaltige Hand Got⸗ tes, daß er euch erhöhe zu seiner Zeit. Alle eure Sorge werfet auf ihn; denn Er sorget für euch. Seid nüchtern und wachet; denn euer Widersacher, der Teufel, gehet um⸗ her wie ein brüllender Löwe, und suchet, welchen er ver⸗ schlinge. Dem widerstehet fest, im Glauben, und wisset, daß eben dieselbigen Leiden über eure Brüder in der Welt gehen. Der Gott aber aller Gnade, der uns berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit in Christo Jesu, derselbige wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, vollbereiten, stär⸗ ken, kräftigen, gründen. Demselbigen sei Ehre und Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Erster Jahrgang. 47 Evangelium. Tuk. 15, 1—10. Es naheten aber zu ihm allerlei Zöllner und Sünder, daß sie ihn höreten. Und die Pharisäer und Schriftge⸗ lehrten murreten und sprachen: Dieser nimmt die Sün⸗ der an, und isset mit ihnen. Er sagte aber zu ihnen dies Gleichnis und sprach: Welcher Mensch ist unter euch, der hundert Schafe hat, und so er der eines verlieret, der nicht lasse die neun und neunzig in der Wüste, und hingehe nach dem verlornen, bis daß er's finde? Und wenn er's ge⸗ funden hat, so leget er's auf seine Achseln mit Freuden. Und wenn er heimkommt, rufet er seinen Freunden und Nachbarn, und spricht zu ihnen: Freuet euch mit mir; denn ich habe mein Schaf gefunden, das verloren war. Ich sage euch: Also wird auch Freude im Himmel sein über Einen Sünder, der Buße tut, vor neun und neunzig Ge⸗ rechten, die der Buße nicht bedürfen. Oder welch Weib ist, die 6ehn Groschen hat, so sie der einen verlieret, die nicht ein Licht anzünde, und kehre das Haus, und suche mit Fleiß, bis daß sie ihn finde? Und wenn sie ihn ge⸗ funden hat, rufet sie ihren Freundinnen und Nachbarinnen und spricht: Freuet euch mit mir; denn ich habe meinen Groschen gefunden, den ich verloren hatte. Also auch, sage ich euch, wird Freude sein vor den Engeln Gottes über Einen Sünder, der Buße tut. Am 4. Bonnkage nach Trinikakis. Epistel. Römer 8, 18—23. Ich halte es dafür, daß dieser Zeit Leiden der Herr⸗ lichkeit nicht wert sei, die an uns soll offenbaret werden. Denn das ängstliche Harren der Kreatur wartet auf die Offenbarung der Kinder Gottes. Sintemal die Kreatur un⸗ terworfen ist der Eitelkeit ohne ihren Willen, sondern um des willen, der sie unterworfen hat, auf Hoffnung. Denn auch die Kreatur frei werden wird von dem Dienst des vergänglichen Wesens zu der herrlichen Freiheit der Kin⸗ der Gottes. Denn wir wissen, daß alle Kreatur sehnet sich mit uns, und ängstet sich noch immerdar. Nicht allein aber sie, sondern auch wir selbst, die wir haben des Geistes Erst⸗ linge, sehnen uns auch bei uns selbst nach der Kindschaft, und warten auf unsers Leibes Erlösung. 48 Episteln und Evangelien. Evangelinm. Tuk. 6, 36—42. Darum seid barmherzig, wie auch euer Vater barm⸗ herzig ist. Richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet. Verdammt nicht, so werdet ihr nicht verdammt. Vergebet, so wird euch vergeben. Gebt, so wird euch gegeben. Ein voll, gedrückt, gerüttelt und überflüssig Maß wird man in euren Schoß geben; denn eben mit dem Maß, da ihr mit messet, wird man euch wieder messen. Und er sagte ihnen ein Gleichnis: Mag auch ein Blinder einem Blinde denn Weg weisen? Werden sie nicht alle beide in die Grube fallen? Der Jünger ist nicht über seinen Meister; wenn der Jünger ist wie sein Meister, so ist er volllommen. Was siehest du aber einen Splitter in deines Bruders Auge, und des Balkens in deinem Auge wirst du nicht gewahr? Oder wie kannst du sagen zu deinem Bruder: Halt stille, Bru⸗ der, ich will den Splitter aus deinem Auge ziehen; und du siehest selbst nicht den Balken in deinem Auge? Du Heuch⸗ ler, zeuch zuvor den Balken aus deinem Auge, und besiehe dann, daß du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehest. Am 5. Bonnkage nark Trinikalis. Epistel. 1. Petr. 3, 8—15. Endlich aber seid allesamt gleich gesinnet, mitleidig, brü⸗ derlich, barmherzig, freundlich. Vergeltet nicht Böses mit Bösem oder Scheltwort mit Scheltwort, sondern dagegen segnet, und wisset, daß ihr dazu berufen seid, daß ihr den Segen erbet. Denn wer leben will und gute Tage sehen, der schweige seine Zunge, daß sie nichts Böses rede, und seine Lippen, daß sie nicht trügen. Er wende sich vom Bö⸗ sen und tue Gutes; er suche Frieden und jage ihm nach. Denn die Augen des Herrn merken auf die Gerechten, und seine Ohren auf ihr Gebet; das Angesicht aber des Herrn stehet wider die da Böses tun. Und wer ist, der euch scha⸗ den könnte, so ihr dem Guten nachkommet? Und ob ihr auch leidet um Gerechtigkeit willen, so seid ihr doch selig. Fürchtet euch aber vor ihrem Trotzen nicht, und erschreckt nicht; heiliget aber Gott den Herrn in euren Herzen. Evangelium. Nuh. 5, 1—11. Es begab sich aber, da sich das Volk zu ihm drang, zu hören das Wort Gottes, und Er stund am See Gene⸗ zareth, und sah zwei Schiffe am See stehen; die Fischer arm⸗ ichtet. gebet, Ein an in r mit ihnen denn Brube wenn Was , und Oder Bru⸗ nd du Heuch⸗ esiehe iehest. 8—15. brü⸗ mit gegen yr den sehen, „ und n Bö⸗ nach. ,„ und Herrn scha⸗ b ihr selig. chreckt en. drang, Gene⸗ ischer Erster Jahrgang. 49 aber waren ausgetreten, und wuschen ihre Netze: trat er in der Schiffe eines, welches Simons war, und bat ihn, daß er's ein wenig vom Lande führte. Und er setzte sich und lehrte das Volk aus dem Schiff. Und als er hatte aufgehört zu reden, sprach er zu Simon: Fahre auf die Höhe, und werfet eure Netze aus, daß ihr einen Zug tut. Und Simon antwortete und sprach zu ihm: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen; aber auf dein Wort will ich das Netz auswerfen. Und da sie das taten, beschlossen sie eine große Menge Fische, und ihr Netz zerriß. Und sie winketen ihren Gesellen, die im andern Schiff waren, daß sie kämen und hülfen ihnen ziehen. Und sie kamen, und fülleten beide Schiffe voll, also daß sie san⸗ ken. Da das Simon Petrus sah, fiel er Jesu zu den Knieen und sprach: Herr, gehe von mir hinaus! ich bin ein sün⸗ diger Mensch. Denn es war ihn ein Schrecken ankommen und alle, die mit ihm waren, über diesem Fischzug, den sie mit einander getan hatten; desselbigen gleichen auch Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, Simons Gesellen. Und Jesus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht; denn von nun an wirst du Menschen fahen. Und sie führe⸗ ten die Schiffe zu Lande, und verließen alles, und folgeten ihm nach. Am 6. Bonnkage nach Trinikatis. Epistel. Röm. 6, 3—11. Wisset ihr nicht, daß alle, die wir in Jesum Christ ge⸗ tauft sind, die sind in seinen Tod getauft? So sind wir ja mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, auf daß, gleichwie Christus ist auferweckt von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, also sollen auch wir in einem neuen Leben wandeln. So wir aber samt ihm gepflanzet werden zu gleichem Tode, so werden wir auch seiner Auferstehung gleich sein, dieweil wir wissen, daß unser alter Mensch samt ihm gekreuziget ist, auf daß der sündliche Leib aufhöre, daß wir hinfort der Sünde nicht dienen. Denn wer ge⸗ storben ist, der ist gerechtfertiget von der Sünde. Sind wir aber mit Christo gestorben, so glauben wir, daß wir auch mit ihm leben werden, und wissen, daß Christus, von den Toten erwecket, hinfort nicht stirbet; der Tod wird hinfort über ihn nicht herrschen. Denn das er gestorben ist, das 4 50 Episteln und Evangelien. ist er der Sünde gestorben zu Einem Mal; das er aber lebet, das lebet er Gott. Also auch ihr, haltet euch da⸗ für, daß ihr der Sünde gestorben seid, und lebet Gott in Christo Jesu, unserm Herrn. Evangelium. Malth. 5, 20—26. Ich sage euch: Es sei denn eure Gerechtigkeit besser denn der Schriftgelehrten und Pharisäer, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. Ihr habt gehört, daß zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht töten; wer aber tötet, der soll des Gerichts schuldig sein. Ich aber sage euch: Wer mit seinem Bruder zürnet, der ist des Gerichts schuldig; wer aber zu seinem Bruder sagt: Racha! der ist des Rats schuldig; wer aber sagt: Du Narr! der ist des höllischen Feuers schuldig. Darum, wenn du deine Gabe auf den Altar opferst, und wirst allda eingedenk, daß dein Bruder etwas wider dich habe, so laß allda vor dem Altar deine Gabe, und gehe zuvor hin und versöhne dich mit deinem Bruder, und alsdann komm und opfre deine Gabe. Sei willfertig deinem Widersacher bald, dieweil du noch bei ihm auf dem Wege bist, auf daß dich der Widersacher nicht der⸗ maleins überantworte dem Richter, und der Richter über⸗ antworte dich dem Diener, und werdest in den Kerker ge⸗ worfen. Ich sage dir wahrlich: Du wirst nicht von dannen herauskommen, bis du auch den letzten Heller bezahlest. Am 7. Bonntage nach Trinitatis. Epistel. Röm. 6, 19—28. Ich muß menschlich davon reden um der Schwachheit willen eures Fleisches. Gleichwie ihr eure Glieder begeben habet zu Dienste der Unreinigkeit und von einer Unge⸗ rechtigkeit zu der andern, also begebet auch nun eure Glie⸗ der zu Dienste der Gerechtigkeit, daß sie heilig werden. Denn da ihr der Sünde Knechte waret, da waret ihr frei von der Gerechtigkeit. Was hattet ihr nun zu der Zeit für Furcht? Welcher ihr euch jetzt schämet; denn das Ende derselbigen ist der Tod. Nun ihr aber seid von der Sünde frei und Gottes Knechte worden, habt ihr eure Frucht, daß ihr heilig werdet, das Ende aber das ewige Leben. Denn der Tod ist der Sünde Sold; aber die Gabe Gottes ist das ewige Leben in Christo Jesu, unserm Herrn. Erster Jahrgang. 5¹ Evangelium. Marxk. 3, 1—9. Zu der Zeit, da viel Volks da war, und hatten nichts zu essen, rief Jesus seine Jünger zu sich, und sprach zu ihnen: Mich jammert des Volks; denn sie haben nun drei Tage bei mir beharret, und haben nichts zu essen; und wenn ich sie ungegessen von mir heim ließe gehen, würden sie auf dem Wege verschmachten; denn etliche sind von ferne kommen. Seine Jünger antworteten ihm: Woher nehmen wir Brot hie in der Wüste, daß wir sie sättigen? Und er fragte sie: Wie viel habt ihr Brote? Sie sprachen: Sieben. Und er gebot dem Volk, daß sie sich auf die Erde lagerten. Und er nahm die sieben Brote, und dankte und brach sie, und gab sie seinen Jüngern, daß sie dieselbigen vorlegten; und sie legten dem Volk vor. Und hatten ein wenig Fisch⸗ lein; und er dankte, und hieß dieselbigen auch vortragen. Sie aßen aber und wurden satt; und huben die übrigen Brocken auf, sieben Körbe. Und ihrer waren bei viertausend, die da gegessen hatten; und er ließ sie von sich. UAm 8. Bonntage nach Trinikatis. Epistel. Nöm. 8, 12—17. So sind wir nun, lieben Brüder, Schuldner nicht dem Fleisch, daß wir nach dem Fleisch leben. Denn wo ihr nach dem Fleisch lebet, so werdet ihr sterben müssen; wo ihr aber durch den Geist des Fleisches Geschäfte tötet, so werdet ihr leben. Denn welche der Geist Gottes treibet, die sind Gottes Kinder. Denn ihr habt nicht einen knechti⸗ schen Geist empfangen, daß ihr euch abermal fürchten müßtet, sondern ihr habt einen kindlichen Geist empfangen, durch welchen wir rufen: Abba, lieber Vater! Derselbige Geist gibt Zeugnis unserm Geist, daß wir Gottes Kinder sind. Sind wir denn Kinder, so sind wir auch Erben, nämlich Gottes Erben und Miterben Christi, so wir anders mit lei⸗ den, auf daß wir auch mit zur Herrlichkeit erhoben werden. Evangelium. Matth. 7, 15—28. Sehet euch vor vor den falschen Propheten, die in Schafs⸗ kleidern zu euch kommen, inwendig aber sind sie reißende Wölfe. An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Kann man auch Trauben lesen von den Dornen, oder Feigen von den Disteln? Also ein jeglicher guter Baum bringet gute Früchte; aber ein fauler Baum bringet arge Früchte. Ein 4* 52 Episteln und Evangelien. guter Baum kann nicht arge Früchte bringen, und ein fauler Baum kann nicht gute Früchte bringen. Ein jeglicher Baum, der nicht gute Früchte bringet, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. Darum an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr! in das Himmelreich kommen, sondern die den Willen tun meines Vaters im Himmel. Es werden viele zu mir sagen an jenem Tage: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt? Haben wir nicht in deinem Namen Teu⸗ fel ausgetrieben? Haben wir nicht in deinem Namen viel Taten getan? Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch noch nie erkannt; weichet alle von mir, ihr Ubeltäter! Am 9. Synnkage nach Trinikatis. Epistel. 1. Rvr. 10, 6—18. Das ist aber uns zum Vorbilde geschehen, daß wir nicht uns gelüsten lassen des Bösen, gleichwie jene gelüstet hat. Werdet auch nicht Abgöttische, gleichwie jener etliche wur⸗ den, als geschrieben stehet:„Das Volk setzte sich nieder zu essen und zu trinken und stund auf zu spielen.“ Auch lasset uns nicht Hurerei treiben, wie etliche unter jenen Hurerei trieben, und fielen auf Einen Tag drei und zwanzig tausend. Lasset uns aber auch Christum nicht versuchen, wie etliche von jenen ihn versuchten und wurden von den Schlangen um⸗ gebracht. Murret auch nicht, gleichwie jener etliche murre⸗ ten, und wurden umgebracht durch den Verderber. Solches alles widerfuhr jenen zum Vorbilde; es ist aber geschrieben uns zur Warnung, auf welche das Ende der Welt kommen ist. Darum, wer sich lässet dünken, er stehe, mag wohl zusehen, daß er nicht falle. Es hat euch noch keine denn menschliche Versuchung betreten; aber Gott ist getreu, der euch nicht lässet versuchen über euer Vermögen, sondern machet, daß die Versuchung so ein Ende gewinne, daß ihr's könnt ertragen. Evangelium. NTuk. 16, 1—9. Er sprach aber auch zu seinen Jüngern: Es war ein reicher Mann, der hatte einen Haushalter; der ward vor ihm berüchtiget, als hätte er ihm seine Güter umgebracht. Und er forderte ihn und sprach zu ihm: Wie höre ich das von dir? Tu Rechnung von deinem Haushalten; denn du luler um, ins r sie herr, illen mir nem Teu⸗ viel habe iter! 3. nicht hat. vur⸗ r zu asset rerei send. liche um⸗ trre⸗ (ches eben men vohl denn der dern ihr's ein vor acht. das ndu Erster Jahrgang. 53 kannst hinfort nicht Haushalter sein. Der Haushalter sprach bei sich selbst: Was soll ich tun? Mein Herr nimmt das Amt von mir; graben kann ich nicht, so schäme ich mich zu betteln. Ich weiß wohl, was ich tun will, wenn ich nun von dem Amt gesetzt werde, daß sie mich in ihre Häuser nehmen. Und er rief zu sich alle Schuldner seines Herrn, und sprach zu dem ersten: Wie viel bist du meinem Herrn schuldig? Er sprach: Hundert Tonnen Ols. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief, setze dich und schreibe flugs fünf⸗ zig. Darnach sprach er zu dem andern: Du aber, wie viel bist du schuldig? Er sprach: Hundert Malter Weizen. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief und schreib achtzig. Und der Herr lobete den ungerechten Haushalter, daß er klüglich getan hatte; denn die Kinder dieser Welt sind klü⸗ ger denn die Kinder des Lichtes in ihrem Geschlechte. Und Ich sage euch auch: Machet Euch Freunde mit dem ungerech⸗ ten Mammon, auf daß, wenn ihr nun darbet, sie euch auf⸗ nehmen in die ewigen Hütten. Am 10. Sonnlage nach Trinikatis. Epistel. 1. Ror. 12, 1—11. Von den geistlichen Gaben aber will ich euch, lieben Brüder, nicht verhalten. Ihr wisset, daß ihr Heiden seid gewesen, und hingegangen zu den stummen Götzen, wie ihr geführt wurdet. Darum tu ich euch kund, daß niemand Jesum verfluchet, der durch den Geist Gottes redet; und niemand kann Jesum einen Herrn heißen ohne durch den heiligen Geist. Es sind mancherlei Gaben; aber es ist Ein Geist. Und es sind mancherlei Amter; aber es ist Ein Herr. Und es sind mancherlei Kräfte; aber es ist Ein Gott, der da wirket alles in allen. In einem jeglichen erzeigen sich die Gaben des Geistes zum gemeinen Nutz. Einem wird gegeben durch den Geist zu reden von der Weisheit; dem andern wird gegeben zu reden von der Erkenntnis nach dem⸗ selbigen Geist; einem andern der Glaube in demselbigen Geist; einem andern die Gabe gesund zu machen in dem⸗ selbigen Geist; einem andern Wunder zu tun; einem andern Weissagung; einem andern Geister zu unterscheiden; einem andern mancherlei Sprachen; einem andern die Sprachen auszulegen. Dies aber alles wirket derselbige einige Geist, und teilet einem jeglichen seines zu, nach dem er will. Episteln und Evangelien. Evangelium. NTuk. 19, 41—48. Und als Jesus nahe hinzukam, sah er die Stadt an, und weinte über sie und sprach: Wenn doch auch du er⸗ kennetest zu dieser deiner Zeit, was zu deinem Frieden die⸗ net! Aber nun ist's vor deinen Augen verborgen. Denn es wird die Zeit über dich kommen, daß deine Feinde wer⸗ den um dich und deine Kinder mit dir eine Wagenburg schlagen, dich belagern, und an allen Orten ängsten; und werden dich schleifen und keinen Stein auf dem andern lassen, darum daß du nicht erkannt hast die Zeit, darinnen du heimgesucht bist. Und er ging in den Tempel, und fing an auszutreiben, die darinnen verkauften und kauften, und sprach zu ihnen: Es stehet geschrieben:„Mein Haus ist ein Bethaus“; ihr aber habt's gemacht zur Mörder⸗ grube. Und er lehrte täglich im Tempel. Aber die Hohen⸗ priester und Schriftgelehrten und die Vornehmsten im Volk trachteten ihm nach, daß sie ihn umbrächten; und fanden nicht, wie sie ihm tun sollten; denn alles Volk hing ihm an und hörte ihn. Ant 11. Sonnkage nach Trinitatis. Epistel. 1. Ror. 15, 1—10. Ich erinnere euch aber, lieben Brüder, des Evange⸗ liums, das ich euch verkündiget habe, welches ihr auch an⸗ genommen habt, in welchem ihr auch stehet, durch welches ihr auch selig werdet: welchergestalt ich es euch verkün⸗ diget habe, so ihr's behalten habt; es wäre denn, daß ihr's umsonst geglaubet hättet. Denn ich habe euch zuvörderst gegeben, welches ich auch empfangen habe, daß Christus gestorben sei für unsre Sünden nach der Schrift; und daß er begraben sei, und daß er auferstanden sei am dritten Tage nach der Schrift; und daß er gesehen worden ist von Kephas, darnach von den Zwölfen. Darnach ist er gesehen worden von mehr denn fünfhundert Brüdern auf Einmal, deren noch viel leben, etliche aber sind entschlafen. Dar⸗ nach ist er gesehen worden von Jakobus, darnach von allen Aposteln. Am letzten nach allen ist er auch von mir, als einer unzeitigen Geburt, gesehen worden. Denn ich bin der geringste unter den Aposteln, als der ich nicht wert bin, daß ich ein Apostel heiße, darum daß ich die Gemeine Gottes verfolget habe. Aber von Gottes Gnade bin ich, Erster Jahrgang. 55⁵ das ich bin, und seine Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe viel mehr gearbeitet denn sie alle; nicht aber ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist. Evangelium. Tuk. 18, 9—14. Er sagte aber zu etlichen, die sich selbst vermaßen, daß sie fromm wären, und verachteten die andern, ein solch Gleichnis: Es gingen zween Menschen hinauf in den Tem⸗ pel zu beten, einer ein Pharisäer, der andre ein Zöllner. Der Pharisäer stund, und betete bei sich selbst also: Ich danke dir, Gott, daß ich nicht bin wie die andern Leute, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher oder auch wie dieser Zöll⸗ ner; ich faste zweimal in der Woche, und gebe den Zehn⸗ ten von allem, das ich habe. Und der Zöllner stund von ferne, wollte auch seine Augen nicht aufheben gen Himmel, sondern schlug an seine Brust, und sprach: Gott, sei mir Sünder gnädig! Ich sage euch: Dieser ging hinab gerecht⸗ fertiget in sein Haus vor jenem. Denn wer sich selbst er⸗ höhet, der wird erniedriget werden; und wer sich selbst er⸗ niedriget, der wird erhöhet werden. Am 12. Bonnkage nach Trinitatis. Epistel. 2. Nr. 3. 4—9. Ein solch Vertrauen aber haben wir durch Christum zu Gott. Nicht daß wir tüchtig sind von uns selber, etwas zu denken, als von uns selber, sondern daß wir tüchtig sind, ist von Gott, welcher auch uns tüchtig gemacht hat, das Amt zu führen des neuen Testaments, nicht des Buch⸗ stabens, sondern des Geistes. Denn der Buchstabe tötet, aber der Geist machet lebendig. So aber das Amt, das durch die Buchstaben tötet und in die Steine ist gebildet, Klarheit hatte, also daß die Kinder Israel nicht konnten ansehen das Angesicht Moses um der Klarheit willen seines Angesichtes, die doch aufhöret, wie sollte nicht vielmehr das Amt, das den Geist gibt, Klarheit haben! Denn so das Amt, das die Verdammnis prediget, Klarheit hat, vielmehr hat das Amt, das die Gerechtigkeit prediget, überschweng⸗ liche Klarheit. Evangelium. Mark. 7, 31—37. Und da Jesus wieder ausging von den Grenzen von Tyrus und Sidon, kam er an das galiläische Meer, mitten in das Gebiet der zehn Städte. Und sie brachten zu ihm Episteln und Evangelien. einen Tauben, der stumm war, und sie baten ihn, daß er die Hand auf ihn legte. Und er nahm ihn von dem Volk beson⸗ ders, und legete ihm die Finger in die Ohren, und spützte, und rührte seine Zunge, und sah auf gen Himml, seufzte und sprach zu ihm: Hephata! das ist: Tu dich auf! Und alsbald taten sich seine Ohren auf, und das Band seiner Zunge ward los, und er redete recht. Und er verbot ihnen, sie sollten's niemand sagen. Je mehr Er aber verbot, je mehr sie es ausbreiteten, und wunderten sich über die Maßen und spra⸗ chen: Er hat alles wohl gemacht; die Tauben macht er hö⸗ rend und die Sprachlosen redend. Am 13. Sonntage nach TCrinikakis. Epistel. Gal. 3, 15—22. Lieben Brüder, ich will nach menschlicher Weise reden: verwirft man doch eines Menschen Testament nicht, wenn es bestätiget ist, und tut auch nichts dazu. Nun ist ja die Verheißung Abraham und seinem Samen zugesagt. Er spricht nicht:„durch die Samen“, als durch viele, son⸗ dern als durch Einen:„durch deinen Samen“, welcher ist Christus. Ich sage aber davon: Das Testament, das von Gott zuvor bestätiget ist auf Christum, wird nicht aufge⸗ hoben, daß die Verheißung sollte durchs Gesetz aufhören, welches gegeben ist über vierhundert und dreißig Jahre hernach. Denn so das Erbe durch das Gesetz erworben würde, so würde es nicht durch Verheißung gegeben; Gott aber hat's Abraham durch Verheißung frei geschenkt. Was soll denn das Gesetz? Es ist hinzukommen um der Sünde willen, bis der Same käme, dem die Verheißung geschehen ist, und ist gestellet von den Engeln durch die Hand des Mittlers. Ein Mittler aber ist nicht eines einigen Mitt—⸗ ler; Gott aber ist einig. Wie? Ist denn das Gesetz wider Gottes Verheißungen? Das sei ferne! Wenn aber ein Ge⸗ setz gegeben wäre, das da könnte lebendig machen, so käme die Gerechtigkeit wahrhaftig aus dem Gesetze. Aber die Schrift hat alles beschlossen unter die Sünde, auf daß die Verheißung käme durch den Glauben an Jesum Christum, gegeben denen, die da glauben. Evangelium. Tuk. 10, 23—37. Und er wandte sich zu seinen Jüngern und sprach in⸗ sonderheit: Selig sind die Augen, die da sehen, das ihr sehet. wollte hören da st Meiß erbe? schrie sollst ganze und ihm: Er al Wer sprach gen J und tot li diesel vorüb zu de riter merte und g und f dern gab so du ich wi der N len w Da sp Am 1 aite lüstet diesel ihr w unter sches, Erster Jahrgang. 57 sehet. Denn ich sage euch: Viel Propheten und Könige wollten sehen, das ihr sehet, und haben's nicht gesehen, und hören, das ihr höret, und haben's nicht gehöret. Und siehe, da stund ein Schriftgelehrter auf, versuchte ihn und sprach: Meister, was muß ich tun, daß ich das ewige Leben er⸗ erbe? Er aber sprach zu ihm: Wie stehet im Gesetz ge⸗ schrieben? Wie liesest du? Er antwortete und sprach:„Du sollst Gott, deinen Herrn, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Gemüte, und deinen Nächsten als dich selbst.“ Er aber sprach zu ihm: Du hast recht geantwortet; tue das, so wirst du leben. Er aber wollte sich selbst rechtfertigen und sprach zu Jesu: Wer ist denn mein Nächster? Da antwortete Jesus und sprach: Es war ein Mensch, der ging von Jerusalem hinab gen Jericho, und fiel unter die Mörder; die zogen ihn aus, und schlugen ihn, und gingen davon, und ließen ihn halb tot liegen. Es begab sich aber ohngefähr, daß ein Priester dieselbige Straße hinabzog; und da er ihn sah, ging er vorüber. Desselbigen gleichen auch ein Levit, da er kam zu der Stätte und sah ihn, ging er vorüber. Ein Sama⸗ riter aber reiste und kam dahin; und da er ihn sah, jam⸗ merte ihn sein, ging zu ihm, verband ihm seine Wunden, und goß drein Ol und Wein, und hub ihn auf sein Tier, und führte ihn in die Herberge, und pflegte sein. Des an⸗ dern Tages reiste er, und zog heraus zween Groschen, und gab sie dem Wirte und sprach zu ihm: Pflege sein; und so du was mehr wirst dartun, will ich dir's bezahlen, wenn ich wiederkomme. Welcher dünkt dich, der unter diesen dreien der Nächste sei gewesen dem, der unter die Mörder gefal⸗ len war? Er sprach: Der die Barmherzigkeit an ihm tat. Da sprach Jesus zu ihm: So gehe hin und tu desgleichen. Am 14. Sonnkage nach CTrinikakis. Epistel. Gal. 5, 16—24. ch sage aber: Wandelt im Geist, so werdet ihr die Lüste des Fleisches nicht vollbringen. Denn das Fleisch ge⸗ lüstet wider den Geist, und den Geist wider das Fleisch; dieselbigen sind wider einander, daß ihr nicht tut, was ihr wollet. Regieret euch aber der Geist, so seid ihr nicht unter dem Gesetze. Offenbar sind aber die Werke des Flei⸗ sches, als da sind Ehebruch, Hurerei, Unreinigkeit, Unzucht, 58 Episteln und Evangelien. Abgötterei, Zauberei, Feindschaft, Hader, Neid, Zorn, Zank, Zwietracht, Rotten, Haß, Mord, Saufen, Fressen und der⸗ gleichen, von welchen ich euch habe zuvor gesagt und sage noch zuvor, daß die solches tun, werden das Reich Gottes nicht erben. Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Glaube, Sanft⸗ mut, Keuschheit. Wider solche ist das Gesetz nicht. Welche aber Christo angehören, die kreuzigen ihr Fleisch samt den Lüsten und Begierden. Evangelium. NTuk. 17, 11—19. Und es begab sich, da Jesus reisete gen Jerusalem, zog er mitten durch Samarien und Galiläa. Und als er in einen Markt kam, begegneten ihm zehn aussätzige Männer, die stunden von ferne, und erhuben ihre Stimme und spra⸗ chen: Jesu, lieber Meister, erbarme dich unser! Und da er sie sah, sprach er zu ihnen: Gehet hin und zeiget euch den Priestern. Und es geschah, da sie hingingen, wurden sie rein. Einer aber unter ihnen, da er sah, daß er ge⸗ sund worden war, kehrte er um, und pries Gott mit lau⸗ ter Stimme, und fiel auf sein Angesicht zu seinen Füßen, und dankte ihm. Und das war ein Samariter. Jesus aber antwortete und sprach: Sind ihrer nicht zehn rein wor⸗ den? Wo sind aber die Neune? Hat sich sonst keiner ge⸗ funden, der wieder umkehrte und gäbe Gott die Ehre, denn dieser Fremdling? Und er sprach zu ihm: Stehe auf, gehe hin; dein Glaube hat dir geholfen. Am 15. Svnnkage nach Trinitalis. Epistel. Gal. 5, 25 bis 6, 10. So wir im Geist leben, so lasset uns auch im Geist wandeln. Lasset uns nicht eiteler Ehre geizig sein, ein⸗ ander zu entrüsten und zu hassen. Lieben Brüder, so ein Mensch etwa von einem Fehl übereilet würde, so helft ihm wieder zurecht mit sanftmütigem Geist, ihr die ihr geist⸗ lich seid; und siehe auf dich selbst, daß du nicht auch ver⸗ suchet werdest. Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen. So aber sich jemand läßt dünken, er sei etwas, so er doch nichts ist, der betrüget sich selbst. Ein jeglicher aber prüfe sein eigen Werk, und alsdann wird er an ihm selber Ruhm haben und nicht an essenꝰ kleiden euer hi Trachte Gerecht sorget Erster Jahrgang. 59 einem andern. Denn ein jeglicher wird seine Last tragen. Der aber unterrichtet wird mit dem Wort, der teile mit allerlei Gutes dem, der ihn unterrichtet. Irret euch nicht, Gott läßt sich nicht spotten. Denn was der Mensch säet, das wird er ernten. Wer auf sein Fleisch säet, der wird von dem Fleisch das Verderben ernten. Wer aber auf den Geist säet, der wird von dem Geist das ewige Leben ern⸗ ten. Lasset uns aber Gutes tun und nicht müde werden; denn zu seiner Zeit werden wir auch ernten ohne Aufhören. Als wir denn nun Zeit haben, so lasset uns Gutes tun an jedermann, allermeist aber an des Glaubens Genossen. Evangelium. Matth. 6, 24—34. Niemand kann zweien Herren dienen. Entweder er wird den einen hassen, und den andern lieben; oder wird dem einen anhangen, und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon. Darum sage ich euch: Sorget nicht für euer Leben, was ihr essen und trin⸗ ken werdet; auch nicht für euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr denn die Speise? und der Leib mehr denn die Kleidung? Sehet die Vögel unter dem Himmel an: sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sam⸗ meln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater nähret sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr denn sie? Wer ist aber unter euch, der seiner Länge Eine Elle zu⸗ setzen möge, ob er gleich darum sorget? Und warum sorget ihr für die Kleidung? Schauet die Lilien auf dem Felde wie sie wachsen; sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch, daß auch Salomo in aller seiner Herrlich⸗ keit nicht bekleidet gewesen ist, als derselbigen Eins. So denn Gott das Gras auf dem Felde also kleidet, das doch heute stehet und morgen in den Ofen geworfen wird: sollte er das nicht viel mehr euch tun, o ihr Kleingläubigen? Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? Was werden wir trinken? Womit werden wir uns kleiden? Nach solchem allen trachten die Heiden. Denn euer himmlischer Vater weiß, daß ihr des alles bedürft. Trachtet am ersten nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches alles zufallen. Darum sorget nicht für den andern Morgen; denn der morgende 6⁰ Episteln und Erangelien. Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, daß ein jeglicher Tag seine eigne Plage habe. Am 16. Sonnkage nach Trinitatis. Epistel. Ephes. 3, 18—21. Darum bitte ich, daß ihr nicht müde werdet um meiner Trübsale willen, die ich für euch leide, welche euch eine Ehre sind. Derhalben beuge ich meine Kniee vor dem Vater unsers Herrn Jesu Christi, der der rechte Vater ist über alles, was da Kinder heißet im Himmel und auf Erden, daß er euch Kraft gebe nach dem Reichtum seiner Herrlich⸗ keit, stark zu werden durch seinen Geist an dem inwendigen Menschen, daß Christus wohne durch den Glauben in euren Herzen, und ihr durch die Liebe eingewurzelt und gegründet werdet, auf daß ihr begreifen möget mit allen Heiligen, welches da sei die Breite und die Länge und die Tiefe und die Höhe; auch erkennen die Liebe Christi, die doch alle Erkenntnis übertrifft, auf daß ihr erfüllet werdet mit allerlei Gottesfülle. Dem aber, der überschwenglich tun kann über alles, das wir bitten oder verstehen, nach der Kraft, die da in uns wirket, dem sei Ehre in der Gemeine, die in Christo Jesu ist, zu aller Zeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Evangelium. Luk. 7, 11—17. Und es begab sich darnach, daß er in eine Stadt mit Namen Nain ging; und seiner Jünger gingen viel mit ihm und viel Volks. Als er aber nahe an das Stadttor kam, siehe, da trug man einen Toten heraus, der ein einiger Sohn war seiner Mutter, und sie war eine Witwe; und viel Volks aus der Stadt ging mit ihr. Und da sie der Herr sah, jammerte ihn derselbigen, und sprach zu ihr: Weine nicht! Und trat hinzu, und rührte den Sarg an; und die Träger stunden. Und er sprach: Jüngling, ich sage dir, stehe auf! Und der Tote richtete sich auf, und fing an zu reden; und er gab ihn seiner Mutter. Und es kam sie alle eine Furcht an, und priesen Gott und sprachen: Es ist ein großer Prophet unter uns aufgestanden, und Gott hat sein Volk heimgesucht. Und diese Rede von ihm erscholl in das ganze jüdische Land und in alle umliegende Länder. Gotte: ß ein 3—21. neiner ) eine Vater Über ärden, rlich⸗ digen euren ündet ligen, e und h alle erlei über Erster Jahrgang. 61 Um 17. Sonnkage nach Trinikatis. Epistel. Ephes. 4, 1—6. So ermahne nun euch ich Gefangener in dem Herrn, daß ihr wandelt, wie sich's gebührt eurem Beruf, darinnen ihr berufen seid, mit aller Demut und Sanftmut, mit Ge⸗ duld, und vertraget einer den andern in der Liebe, und seid fleißig zu halten die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens. Ein Leib und Ein Geist, wie ihr auch berufen seid auf einerlei Hoffnung eures Berufs. Ein Herr, Ein Glaube, Eine Taufe, Ein Gott und Vater unser aller, der da ist über euch allen, und durch euch alle und ich euch allen. Evangelium. Nuk. 14, 1—11. Und es begab sich, daß Jesus kam in ein Haus eines Obersten der Pharisäer auf einen Sabbath, das Brot zu essen; und sie hielten auf ihn. Und siehe, da war ein Mensch vor ihm, der war wassersüchtig. Und Jesus antwortete und sagte zu den Schriftgelehrten und Pharisäern und sprach: Ist's auch recht, auf den Sabbath heilen? Sie aber schwiegen stille. Und er griff ihn an und heilte ihn, und ließ ihn gehen. Und antwortete und sprach zu ihnen: Welcher ist unter euch, dem sein Ochse oder Esel in den Brunnen fällt, und er nicht alsbald ihn herauszeucht am Sabbathtage? Und sie konnten ihm darauf nicht wieder Antwort geben. Er sagte aber ein Gleichnis zu den Gästen, da er merkte, wie sie erwähleten, obenan zu sitzen, und sprach zu ihnen: Wenn du von jemand geladen wirst zur Hochzeit, so setze dich nicht obenan, daß nicht etwa ein Vornehmerer denn du von ihm geladen sei, und dann komme, der dich und ihn geladen hat, und spreche zu dir: Weiche diesem! und du müssest dann mit Scham untenan sitzen. Sondern wenn du geladen wirst, so gehe hin und setze dich untenan, auf daß, wenn da kommt, der dich geladen hat, er spreche zu dir: Freund, rücke hinauf! Dann wirst du Ehre haben vor denen, die mit dir zu Tische sitzen. Denn wer sich selbst erhöhet, der soll erniedriget werden; und wer sich selbst erniedriget, der soll erhöhet werden. Am 18. Bynntage narh Trinitatis. Epistel. 1. Ror. 1, 4—9. Ich danke meinem Gott allezeit eurethalben für die Gnade Gottes, die euch gegeben ist in Christo Jesu, daß ihr seid 6²2 Episteln und Evangelien. durch ihn in allen Stücken reich gemacht, an aller Lehre und in aller Erkenntnis; wie denn die Predigt von Christo in euch kräftig worden ist, also daß ihr keinen Mangel habt an irgend einer Gabe, und wartet nur auf die Offen⸗ barung unsers Herrn Jesu Christi, welcher auch wird euch fest erhalten bis ans Ende, daß ihr unsträflich seid auf den Tag unsers Herrn Jesu Christi. Denn Gott ist treu, durch welchen ihr berufen seid zur Gemeinschaft seines Sohns Jesu Christi, unsers Herrn. Evangelium. Malth. 22, 34—-46. Da aber die Pharisäer höreten, daß er den Sadducäern das Maul gestopft hatte, versammelten sie sich. Und einer unter ihnen, ein Schriftgelehrter, versuchte ihn und sprach: Meister, welches ist das vornehmste Gebot im Gesetz? Jesus aber sprach zu ihm:„Du sollst lieben Gott, deinen Herrn, von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüte.“ Dies ist das vornehmste und größte Gebot. Das andre aber ist dem gleich:„Du sollst deinen Nächsten lieben als dich selbst.“ In diesen zweien Geboten hanget das ganze Gesetz und die Propheten. Da nun die Pharisäer bei ein⸗ ander waren, fragte sie Jesus und sprach: Wie dünkt euch um Christus? Wes Sohn ist er? Sie sprachen: Davids. Er sprach zu ihnen: Wie nennet ihn denn David im Geist einen Herrn, da er sagt:„Der Herr hat gesagt zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis daß ich lege deine Feinde zum Schemel deiner Füße“? So nun David ihn einen Herrn nennet, wie ist er denn sein Sohn? Und niemand konnte ihm ein Wort antworten, und wagte auch niemand von dem Tage an hinfort, ihn zu fragen. Am 19. Sonnftage nach Trinikatis. Epistel. Ephel. 4, 22—28. So leget nun von euch ab nach dem vorigen Wandel den alten Menschen, der durch Lüste im Irrtum sich ver⸗ derbet. Erneuert euch aber im Geist eures Gemüts, und ziehet den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit. Darum leget die Lüge ab und redet die Wahrheit, ein jeglicher mit seinem Nächsten, sintemal wir unter einander Glieder sind. Zürnet und sündiget nicht; lasset die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen. Gebet auch nicht Raum dem Lästerer. 228. zandel ) ver⸗ „und haffen arum r mit sind. aurem sterer. Erster Jahrgang. 6³ Wer gestohlen hat, der stehle nicht mehr, sondern arbeite und schaffe mit den Händen etwas Gutes, auf daß er habe zu geben dem Dürftigen. Evangelium. Malth. 9, 1—8. Da trat Jesus in das Schiff, und fuhr wieder herüber, und kam in seine Stadt. Und siehe, da brachten sie zu ihm einen Gichtbrüchigen, der lag auf einem Bette. Da nun Jesus ihren Glauben sah, sprach er zu dem Gichtbrüchigen: Sei getrost, mein Sohn; deine Sünden sind dir vergeben. Und siehe, etliche unter den Schriftgelehrten sprachen bei sich selbst: Dieser lästert Gott. Da aber Jesus ihre Ge⸗ danken sah, sprach er: Warum denkt ihr so Arges in euren Herzen? Welches ist leichter, zu sagen: Dir sind deine Sünden vergeben; oder zu sagen: Stehe auf und wandle? Auf daß ihr aber wisset, daß des Menschen Sohn Macht habe auf Erden, die Sünden zu vergeben— sprach er zu dem Gichtbrüchigen: Stehe auf, heb dein Bette auf und gehe heim! Und er stund auf und ging heim. Da das Volk das sah, verwunderte es sich und pries Gott, der solche Macht den Menschen gegeben hat. Am 20. Sonntage nach Trinikakis. Epistel. Ephes. 5, 15—21. So sehet nun zu, wie ihr vorsichtiglich wandelt, nicht als die Unweisen, sondern als die Weisen, und kaufet die Zeit aus; denn es ist böse Zeit. Darum werdet nicht un⸗ verständig, sondern verständig, was da sei des Herrn Wille. Und saufet euch nicht voll Weins, daraus ein unordentlich Wesen folget, sondern werdet voll Geistes; redet unter einander in Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Lie⸗ dern, singet und spielet dem Herrn in euren Herzen und saget Dank allezeit für alles Gott und dem Vater in dem Namen unsers Herrn Jesu Christi; und seid unter ein⸗ ander untertan in der Furcht Gottes. Evangelium. Malth. 22, 1—14. Und Jesus antwortete und redete abermal durch Gleich⸗ nisse zu ihnen und sprach: Das Himmelreich ist gleich einem Könige, der seinem Sohn Hochzeit machte; und sandte seine Knechte aus, daß sie die Gäste zur Hochzeit riefen; und sie wollten nicht kommen. Abermal sandte er andere Knechte 6⁴ Episteln und Evangelien aus und sprach: Saget den Gästen: Siehe, meine Mahl⸗ zeit habe ich bereitet, meine Ochsen und mein Mastvieh ist geschlachtet, und alles bereit; kommt zur Hochzeit! Aber sie verachteten das, und gingen hin, einer auf seinen Acker, der andre zu seiner Hantierung. Etliche aber griffen seine Knechte, höhneten und töteten sie. Da das der König hörte, ward er zornig, und schickete seine Heere aus, und brachte diese Mörder um, und zündete ihre Stadt an. Da sprach er zu seinen Knechten: Die Hochzeit ist zwar bereit, aber die Gäste waren's nicht wert. Darum gehet hin auf die Straßen, und ladet zur Hochzeit, wen ihr findet. Und die Knechte gingen aus auf die Straßen, und brachten zusammen, wen sie fanden, Böse und Gute; und die Tische wurden alle voll. Da ging der König hinein, die Gäste zu besehen, und sah allda einen Menschen, der hatte kein hochzeitlich Kleid an, und sprach zu ihm: Freund, wie bist du herein⸗ gekommen, und hast doch kein hochzeitlich Kleid an? Er aber verstummte. Da sprach der König zu seinen Dienern: Bindet ihm Hände und Füße, und werfet ihn in die Finster⸗ nis hinaus! da wird sein Heulen und Zähneklappen; denn viele sind berufen, aber wenige sind auserwählet. Um 21. Bonntage nach Trinikatis. Epistel. Ephel. 6, 10—17. Zuletzt, meine Brüder, seid stark in dem Herrn und in der Macht seiner Stärke. Ziehet an den Harnisch Gottes, daß ihr bestehen könnt gegen die listigen Anläufe des Teu⸗ fels. Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Fürsten und Gewaltigen, nämlich mit den Herrn der Welt, die in der Finsternis dieser Welt herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel. Um deswillen, so ergreifet den Harnisch Gottes, auf daß ihr an dem bösen Tage Widerstand tun und alles wohl ausrichten und das Feld behalten möget. So stehet nun, umgürtet eure Len⸗ den mit Wahrheit und angezogen mit dem Panzer der Ge⸗ rechtigkeit, und an den Beinen gestiefelt, als fertig zu trei⸗ ben das Evangelium des Friedens. Vor allen Dingen aber ergreifet den Schild des Glaubens, mit welchem ihr aus⸗ löschen könnt alle feurige Pfeile des Bösewichtes; und neh⸗ met den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, welches ist das Wort Gottes. tahl⸗ eh ist Aber Acker, seine zörte, achte prach aber f die id die imen, irden ehen, itlich rein⸗ Er iern: uster⸗ denn —17. id in ttes, Teu⸗ pfen, herrn „mit n, so bösen ddas Len⸗ Ge⸗ trei⸗ aber aus⸗ neh⸗ istes, Erster Jahrgang. 6⁵ Evangrelium. Aph. 4, 47—54. Und es war ein Königischer, des Sohn lag krank zu Kapernaum. Dieser hörte, daß Jesus kam aus Judäa nach Galiläa, und ging hin zu ihm und bat ihn, daß er hinab⸗ käme und hülfe seinem Sohne; denn er war todkrank. Und Jesus sprach zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wun⸗ der sehet, so glaubet ihr nicht. Der Königische sprach zu ihm: Herr, komm hinab, ehe denn mein Kind stirbt. Jesus spricht zu ihm: Gehe hin, dein Sohn lebet. Der Mensch glaubete dem Wort, das Jesus zu ihm sagte, und ging hin. Und indem er hinabging, begegneten ihm seine Knechte, ver⸗ kündigten ihm und sprachen: Dein Kind lebet. Da forschte er von ihnen die Stunde, in welcher es besser mit ihm wor⸗ den war. Und sie sprachen zu ihm: Gestern um die siebente Stunde verließ ihn das Fieber. Da merkte der Vater, daß es um die Stunde wäre, in welcher Jesus zu ihm gesagt hatte: Dein Sohn lebet. Und er glaubte mit seinem gan⸗ zen Hause. Das ist nun das andere Zeichen, das Jesus tat, da er aus Judäa nach Galiläa kam. Am 22. Sonnkage nach Trinitakis. Epistel. Phil. 1, 3—11. Ich danke meinem Gott, so oft ich euer gedenke,(welches ich allezeit tue in alle meinem Gebet für euch alle, und tue das Gebet mit Freuden), über eurer Gemeinschaft am Evangelium vom ersten Tage an bis her; und bin des⸗ selbigen in guter Zuversicht, daß, der in euch angefangen hat das gute Werk, der wird's auch vollführen bis an den Tag Jesu Christi. Wie es denn mir billig ist, daß ich der⸗ maßen von euch allen halte, darum daß ich euch in meinem Herzen habe in diesem meinem Gefängnis, darin ich das Evangelium verantworte und bekräftige, als die ihr alle mit mir der Gnade teilhaftig seid. Denn Gott ist mein Zeuge, wie mich nach euch allen verlangt von Herzensgrund in Jesu Christo. Und darum bete ich, daß eure Liebe je mehr und mehr reich werde in allerlei Erkenntnis und Er⸗ fahrung, daß ihr prüfen möget, was das Beste sei, auf daß ihr seid lauter und unanstößig bis auf den Tag Christi, erfüllet mit Früchten der Gerechtigkeit, die durch Jesum Christum geschehen in euch zu Ehre und Lobe Gottes. 5 66 Episteln und Evangelien. Evangrelium. Matth. 18, 28—35. Darum ist das Himmelreich gleich einem Könige, der mit seinen Knechten rechnen wollte. Und als er anfing zu rechnen, kam ihm einer vor, der war ihm zehntausend Pfund schuldig. Da er's nun nicht hatte zu bezahlen, hieß der Herr verkaufen ihn und sein Weib und seine Kinder und alles, was er hatte, und bezahlen. Da fiel der Knecht nieder und betete ihn an und sprach: Herr, habe Geduld mit mir, ich will dir's alles bezahlen. Da jammerte den Herrn dessel⸗ bigen Knechts, und ließ ihn los, und die Schuld erließ er ihm auch. Da ging derselbe Knecht hinaus, und fand einen seiner Mitknechte, der war ihm hundert Groschen schuldig; und er griff ihn an, und würgte ihn und sprach: Bezahle mir, was du mir schuldig bist! Da fiel sein Mitknecht nie⸗ der, und bat ihn und sprach: Habe Geduld mit mir, ich will dir's alles bezahlen. Er wollte aber nicht, sondern ging hin, und warf ihn ins Gefängnis, bis daß er bezahlte, was er schuldig war. Da aber seine Mitknechte solches sahen, wurden sie sehr betrübt, und kamen und brachten vor ihren Herrn alles, das sich begeben hatte. Da forderte ihn sein Herr vor sich und sprach zu ihm: Du Schalksknecht, alle diese Schuld habe ich dir erlassen, dieweil du mich batest; solltest du denn dich nicht auch erbarmen über deinen Mit⸗ knecht, wie ich mich über dich erbarmet habe? Und sein Herr ward zornig und überantwortete ihn den Peinigern, bis daß er bezahlte alles, was er ihm schuldig war. Also wird euch mein himmlischer Vater auch tun, so ihr nicht vergebet von eurem Herzen, ein jeglicher seinem Bruder seine Fehle. Am 23. Sonnkage nach Trinikatis. Epistel. Phil 3, 17—21. Folget mir, lieben Brüder, und sehet auf die, die also wandeln, wie ihr uns habt zum Vorbilde. Denn viele wandeln, von welchen ich euch oft gesagt habe, nun aber sage ich auch mit Weinen, daß sie sind die Feinde des Kreu⸗ zes Christi, welcher Ende ist die Verdammnis, welchen der Bauch ihr Gott ist, und ihre Ehre zu Schanden wird, derer, die irdisch gesinnet sind. Unser Wandel aber ist im Him⸗ mel, von dannen wir auch warten des Heilands Jesu Christi, des Herrn, welcher unsern nichtigen Leib verklären wird, Erster Jahrgang. 67 daß er ähnlich werde seinem verklärten Leibe nach der Wir⸗ kung, damit er kann auch alle Dinge sich untertänig machen. Evangelium. Matkh. 22, 15—22. Da gingen die Pharisäer hin, und hielten einen Rat, wie sie Jesum fingen in seiner Rede; und fandten zu ihm ihre Jünger samt des Herodes Dienern und sprachen: Mei⸗ ster, wir wissen, daß du wahrhaftig bist, und lehrest den Weg Gottes recht, und du fragest nach niemand; denn du achtest nicht das Ansehen der Menschen. Darum sage uns, was dünkt dich? Ist's recht, daß man dem Kaiser Zins gebe oder nicht? Da nun Jesus merkte ihre Schalkheit, sprach er: Ihr Heuchler, was versuchet ihr mich? Weiset mir die Zinsmünze! Und sie reichten ihm einen Groschen dar. Und er sprach zu ihnen: Wes ist das Bild und die Überschrift? Sie sprachen zu ihm: Des Kaisers. Da sprach er zu ihnen: So gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist! Da sie das höreten, verwunderten sie sich, und ließen ihn und gingen davon. Am 24. Sonnkage nach Trinikatis. Epistel. Rol. 1, 9—14. Derhalben auch wir von dem Tage an, da wir's ge⸗ höret haben, hören wir nicht auf für euch zu beten und zu bitten, daß ihr erfüllet werdet mit Erkenntnis seines Willens in allerlei geistlicher Weisheit und Verstand, daß ihr wandelt würdiglich dem Herrn zu allem Gefallen und fruchtbar seid in allen guten Werken und wachset in der Erkenntnis Gottes, und gestärket werdet mit aller Kraft nach seiner herrlichen Macht zu aller Geduld und Lang⸗ mütigkeit mit Freuden, und danksaget dem Vater, der uns tüchtig gemacht hat zu dem Erbteil der Heiligen im Licht; welcher uns errettet hat von der Obrigkeit der Finsternis, und hat uns versetzt in das Reich seines lieben Sohnes, an welchem wir haben die Erlösung durch sein Blut, die Vergebung der Sünden. Evangelium. Matth. 9, 18—26. Da er solches mit ihnen redete, siehe, da kam der Ober⸗ sten einer, und fiel vor ihm nieder, und sprach: Herr, meine Tochter ist jetzt gestorben; aber komm und lege deine Hand auf sie, so wird sie lebendig. Und Jesus stund auf und 5* 6⁸ Episteln und Evangelien. folgte ihm nach und seine Jünger. Und siehe, ein Weib, das zwölf Jahre den Blutgang gehabt, trat von hinten zu ihm und rührte seines Kleides Saum an. Denn sie sprach bei ihr selbst: Möchte ich nur sein Kleid anrühren, so wür⸗ de ich gesund. Da wandte sich Jesus um und sah sie und sprach: Sei getrost, meine Tochter, dein Glaube hat dir ge⸗ holfen. Und das Weib ward gesund zu derselbigen Stunde. Und als er in des Obersten Haus kam und sah die Pfeifer und das Getümmel des Volks, sprach er zu ihnen: Weichet! denn das Mägdlein ist nicht tot, sondern es schläft. Und sie verlachten ihn. Als aber das Volk ausgetrieben war, ging er hinein und ergriff sie bei der Hand; da stund das Dand auf. Und dies Gerücht erscholl in dasselbige ganze Land. Am 25. Sounkage nach Trinitatis. Epistel. 1. Chesl. 4,13—18⸗ Wir wollen euch aber, lieben Brüder, nicht verhalten von denen, die da schlafen, auf daß ihr nicht traurig seid wie die andern, die keine Hoffnung haben. Denn so wir glauben, daß Jesus gestorben und auferstanden ist, also wird Gott auch, die da entschlafen sind durch Jesum, mit ihm führen. Denn das sagen wir euch als ein Wort des Herrn, daß wir, die wir leben und überbleiben auf die Zu⸗ kunft des Herrn, werden denen nicht vorkommen, die da schlafen. Denn er selbst, der Herr, wird mit einem Feld⸗ geschrei und Stimme des Erzengels und mit der Posaune Gottes herniederkommen vom Himmel, und die Toten in Christo werden auferstehen zuerst. Darnach wir, die wir leben und überbleiben, werden zugleich mit denselbigen hin⸗ gerückt werden in den Wolken dem Herrn entgegen in der Luft, und werden also bei dem Herrn sein allezeit. So tröstet euch nun mit diesen Worten unter einander. Evangelium. Malth. 24, 15—28. Wenn ihr nun sehen werdet den Greuel der Verwüstung (davon gesagt ist durch den Propheten Daniel), daß er stehet an der heiligen Stätte,(wer das lieset, der merke drauf!) alsdann fliehe auf die Berge, wer im jüdischen Lande ist; und wer auf dem Dach ist, der steige nicht hernieder, etwas aus seinem Hause zu holen; und wer auf dem Felde ist, Erster Jahrgang. 69 der kehre nicht um, seine Kleider zu holen. Weh aber den Schwangern und Säugerinnen zu der Zeit! Bittet aber, daß eure Flucht nicht geschehe im Winter oder am Sab⸗ bath. Denn es wird alsdann eine große Trübsal sein, als nicht gewesen ist von Anfang der Welt bis her, und als auch nicht werden wird. Und wo diese Tage nicht würden verkürzt, so würde kein Mensch selig; aber um der Aus⸗ erwähleten willen werden die Tage verkürzt. So alsdann jemand zu euch wird sagen: Siehe, hie ist Christus, oder: da, so sollt ihr's nicht glauben. Denn es werden falsche Christi und falsche Propheten aufstehen, und große Zei⸗ chen und Wunder tun, daß verführet werden in den Irr⸗ tum(wo es möglich wäre) auch die Auserwähleten. Siehe, ich habe es euch zuvor gesagt. Darum, wenn sie zu euch sagen werden: Siehe, er ist in der Wüste, so gehet nicht hinaus; siehe, er ist in der Kammer, so glaubt nicht. Denn gleichwie der Blitz ausgehet vom Aufgang und scheinet bis zum Niedergang, also wird auch sein die Zukunft des Menschensohns. Wo aber ein Aas ist, da sammeln sich die Adler. Am 26. Sonntage nach Trinitatis. Epistel. 2. Petr. 3, 3—18. Und wisset das aufs erste, daß in den letzten Tagen kom⸗ men werden Spötter, die nach ihren eignen Lüsten wan⸗ deln, und sagen: Wo ist die Verheißung seiner Zukunft? Denn nachdem die Väter entschlafen sind, bleibet es alles, wie es von Anfang der Kreatur gewesen ist. Aber Mut⸗ willens wollen sie nicht wissen, daß der Himmel vor Zeiten auch war, dazu die Erde aus Wasser, und im Wasser be⸗ standen durch Gottes Wort; dennoch ward zu der Zeit die Welt durch dieselbigen mit der Sintflut verderbet. Also auch der Himmel, der jetzund ist, und die Erde werden durch sein Wort gesparet, daß sie zum Feuer behalten wer⸗ den auf den Tag des Gerichts und Verdammnis der gott⸗ losen Menschen. Eines aber sei euch unverhalten, ihr Lie⸗ ben, daß Ein Tag vor dem Herrn ist wie tausend Jahre und tausend Jahre wie Ein Tag. Der Herr verzieht nicht die Verheißung, wie es etliche für einen Verzug achten, son⸗ dern er hat Geduld mit uns, und will nicht, daß jemand verloren werde, sondern daß sich jedermann zur Buße kehre. Episteln und Evangelien. Es wird aber des Herrn Tag kommen als ein Dieb in der Nacht, in welchem die Himmel zergehen werden mit gro⸗ ßem Krachen; die Elemente aber werden vor Hitze schmel⸗ zen, und die Erde und die Werke, die darauf sind, werden verbrennen. So nun das alles soll zergehen, wie sollt ihr denn geschickt sein mit heiligem Wandel und gottseligem Wesen, daß ihr wartet und eilet zu der Zukunft des Tages des Herrn, in welchem die Himmel vom Feuer zergehen und die Elemente vor Hitze zerschmelzen werden? Wir war⸗ ten aber eines neuen Himmels und einer neuen Erde nach seiner Verheißung, in welchen Gerechtigkeit wohnet. Evangelium. Malth. 25, 31—46. Wenn aber des Menschen Sohn kommen wird in sei⸗ ner Herrlichkeit und alle heilige Engel mit ihm, dann wird er sitzen auf dem Stuhl seiner Herrlichkeit; und werden vor ihm alle Völker versammelt werden. Und er wird sie von einander scheiden, gleich als ein Hirte die Schafe von den Böcken scheidet. Und wird die Schafe zu seiner Rech⸗ ten stellen und die Böcke zur Linken. Da wird dann der König sagen zu denen zu seiner Rechten: Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbet das Reich, das euch be⸗ reitet ist von Anbeginn der Welt! Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich gespeiset. Ich bin durstig ge⸗ wesen, und ihr habt mich getränket. Ich bin ein Gast ge⸗ wesen, und ihr habt mich beherberget. Ich bin nacket ge⸗ wesen, und ihr habt mich bekleidet. Ich bin krank gewesen, und ihr habt mich besucht. Ich bin gefangen gewesen, und ihr seid zu mir kommen. Dann werden ihm die Gerechten antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich hung⸗ rig gesehen, und haben dich gespeiset? oder durstig, und haben dich getränket? Wann haben wir dich einen Gast gesehen, und beherberget? oder nacket, und haben dich be⸗ kleidet? Wann haben wir dich krank oder gefangen gesehen, und sind zu dir kommen? Und der König wird antworten und sagen zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr ge⸗ tan habt Einem unter diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan. Dann wird er auch sagen zu denen zur Linken: Gehet hin von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Erster Jahrgang. 71 Engeln! Ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich nicht gespeiset. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich nicht getränket. Ich bin ein Gast gewesen, und ihr habt mich nicht beherberget. Ich bin nacket gewesen, und ihr habt mich nicht bekleidet. Ich bin krank und gefangen gewesen, und ihr habt mich nicht besucht. Da werden sie ihm auch antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich gesehen hungrig oder durstig oder einen Gast oder nacket oder krank oder gefangen, und haben dir nicht gedienet? Dann wird er ihnen antworten und sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr nicht getan habt Einem unter diesen Geringsten, das habt ihr mir auch nicht getan. Und sie werden in die ewige Pein gehen; aber die Gerechten in das ewige Leben. Am 27. Sonnkage nach Trinikatis. Epistel. 1. CThess. 5, 1—11. Von den Zeiten aber und Stunden, lieben Brüder, ist nicht not, euch zu schreiben; denn ihr selbst wisset gewiß, daß der Tag des Herrn wird kommen wie ein Dieb in der Nacht. Denn wenn sie werden sagen: Es ist Friede, es hat keine Fahr, so wird sie das Verderben schnell über⸗ fallen, gleichwie der Schmerz ein schwanger Weib, und wer⸗ den nicht entfliehen. Ihr aber, lieben Brüder, seid nicht in der Finsternis, daß euch der Tag wie ein Dieb ergreife. Ihr seid allzumal Kinder des Lichtes und Kinder des Tages; wir sind nicht von der Nacht, noch von der Finsternis. So lasset uns nun nicht schlafen wie die andern, sondern lasset uns wachen und nüchtern sein. Denn die da schlafen, die schlafen des Nachts, und die da trunken sind, die sind des Nachts trunken. Wir aber, die wir des Tages sind, sollen nüchtern sein, angetan mit dem Panzer des Glaubens und der Liebe und mit dem Helm der Hoffnung zur Seligkeit. Denn Gott hat uns nicht gesetzt zum Zorn, sondern die Seligkeit zu besitzen durch unsern Herrn Jesum Christ, der für uns gestorben ist, auf daß, wir wachen oder schlafen, wir zugleich mit ihm leben sollen. Darum ermahnet euch unter einander, und bauet einer den andern, wie ihr denn tut. Evangelium. Malth. 25, 1—186. Dann wird das Himmelreich gleich sein zehn Jung⸗ frauen, die ihre Lampen nahmen, und gingen aus, dem 72 Episteln und Evangelien. Bräutigam entgegen. Aber fünf unter ihnen waren töricht, und fünf waren klug. Die törichten nahmen ihre Lampen; aber 01 nahmen nicht Ol mit sich. Die klugen aber nah⸗ men Ol in ihren Gefäßen samt ihren Lampen. Da nun der Bräutigam verzog, wurden sie alle schläfrig und entschlie⸗ fen. Zur Mitternacht aber ward ein Geschrei: Siehe, der Bräutigam kommt; gehet aus, ihm entgegen! Da stun⸗ den diese Jungfrauen alle auf, und schmückten ihre Lam⸗ pen. Die törichten aber sprachen zu den klugen: Gebt uns von eurem Ole, denn unsre Lampen verlöschen. Da ant⸗ worteten die klugen und sprachen: Nicht also, auf daß nicht uns und euch gebreche; gehet aber hin zu den Krämern, und kaufet für euch selbst. Und da sie hingingen, zu kau⸗ fen, kam der Bräutigam; und welche bereit waren, gingen mit ihm hinein zur Hochzeit; und die Tür ward verschlos⸗ sen. Zuletzt kamen auch die andern Jungfrauen und spra⸗ chen: Herr, Herr, tu uns auf! Er antwortete aber und sprach: Wahrlich, ich sage euch: Ich kenne euer nicht. Dar⸗ um wachet; denn ihr wisset weder Tag noch Stunde, in welcher des Menschen Sohn kommen wird. Am Tage Mariä Reinigung. Lekkion. Maleach. 3, 1—4. Siehe, ich will meinen Engel senden, der vor mir her den Weg bereiten soll. Und bald wird kommen zu seinem Tempel der Herr, den ihr sucht; und der Engel des Bunds, des ihr begehret, siehe, er kommt! spricht der HErr Ze⸗ baoth. Wer wird aber den Tag seiner Zukunft erleiden mögen? Und wer wird bestehen, wenn er wird erscheinen? Denn er ist wie das Feuer eines Goldschmieds und wie die Seife der Wäscher. Er wird sitzen und schmelzen und das Silber reinigen; er wird die Kinder Levi reinigen und läutern wie Gold und Silber. Dann werden sie dem HErrn Speisopfer bringen in Gerechtigkeit; und wird dem HErrn wohlgefallen das Speisopfer Judas und Jerusalems wie vorhin und vor langen Jahren. Evangelium. Tuk. 2, 22—32. Und da die Tage ihrer Reinigung nach dem Gesetz Moses kamen, brachten sie ihn gen Jerusalem, auf daß sie ihn dar⸗ stelleten dem Herrn(wie denn geschrieben stehet in dem Ge⸗ Erster Jahrgang. 73 setz des Herrn:„Allerlei Männliches, das zum ersten die Mutter bricht, soll dem Herrn geheiliget heißen“); und daß sie gäben das Opfer, nach dem gesagt ist im Gesetz des Herrn, ein paar Turteltauben oder zwo junge Tau⸗ ben. Und siehe, ein Mensch war zu Jerusalem, mit Na⸗ men Simeon; und derselbe Mensch war fromm und got⸗ tesfürchtig, und wartete auf den Trost Israels, und der heilige Geist war in ihm. Und ihm war eine Antwort wor⸗ den von dem heiligen Geist, er sollte den Tod nicht sehen, er hätte denn zuvor den Christ des Herrn gesehen. Und kam aus Anregen des Geistes in den Tempel. Und da die Eltern das Kind Jesus in den Tempel brachten, daß sie für ihn täten, wie man pfleget nach dem Gesetz, da nahm er ihn auf seine Arme, und lobte Gott und sprach: Herr, nun lässest du deinen Diener im Frieden fahren, wie du gesagt hast; denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen, wel⸗ chen du bereitet hast vor allen Völkern, ein Licht, zu erleuch⸗ ten die Heiden, und zum Preis deines Volks Israel. Am Tage Mariä Verkündigung. Lektivn. Aesaja 7, 10—15. Und der HErr redete abermal zu Ahas und sprach: Fordere dir ein Zeichen vom HErrn, deinem Gott, es sei unten in der Hölle oder droben in der Höhe. Aber Ahas sprach: Ich will's nicht fordern, daß ich den HErrn nicht versuche. Da sprach er: Wohlan, so höret, ihr vom Hause David: Ist's euch zu wenig, daß ihr die Leute beleidiget, ihr müßt auch meinen Gott beleidigen? Darum so wird euch der Herr selbst ein Zeichen geben: Siehe, eine Jung⸗ frau ist schwanger, und wird einen Sohn gebären, den wird sie heißen Immanuel. Butter und Honig wird er essen, wann er weiß, Böses zu verwerfen und Gutes zu etühlen⸗ Evangelium. Tuk. 1, 26—38. Und im sechsten Monat ward der Engel Gabriel ge⸗ sandt von Gott in eine Stadt in Galiläa, die heißt Naza⸗ reth, zu einer Jungfrau, die vertrauet war einem Manne, mit Namen Joseph, vom Hause David; und die Jungfrau hieß Maria. Und der Engel kam zu ihr hinein und sprach: Gegrüßet seist du, Holdselige! Der Herr ist mit dir, du Gebenedeiete unter den Weibern. Da sie aber ihn sah, er⸗ 74 Episteln und Evangelien. schrak sie über seiner Rede und gedachte: Welch ein Gruß ist das? Und der Engel sprach zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria; du hast Gnade bei Gott gefunden. Siehe, du wirst schwanger werden im Leibe, und einen Sohn gebären, des Namen sollst du Jesus heißen. Der wird groß und ein Sohn des Höchsten genannt werden; und Gott der Herr wird ihm den Stuhl seines Vaters David geben; und er wird ein König sein über das Haus Jakob ewiglich, und seines Königreichs wird kein Ende sein. Da sprach Maria zu dem Engel: Wie soll das zugehen, sintemal ich von kei⸗ nem Manne weiß? Der Engel antwortete und sprach zu ihr: Der heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten; darum auch das Heilige, das von dir geboren wird, wird Gottes Sohn ge⸗ nannt werden. Und siehe, Elisabeth, deine Gefreundte, ist auch schwanger mit einem Sohn in ihrem Alter, und gehet jetzt im sechsten Mond, die im Geschrei ist, daß sie unfrucht⸗ bar sei. Denn bei Gott ist kein Ding unmöglich. Maria aber sprach: Siehe, ich bin des Herrn Magd; mir geschehe, wie du gesagt hast. Und der Engel schied von ihr. Am Tage d. Bagelfeier. Für die Allarvorlesung Pfalm 85. HErr, der du bist vormals gnädig gewesen deinem Lande, und hast die Gefangenen Jakobs erlöset; der du die Misse⸗ tat vormals vergeben hast deinem Volk, und alle ihre Sünde bedeckt(Sela); der du vormals hast allen deinen Zorn auf⸗ gehoben, und dich gewendet von dem Grimm deines Zorns; tröste uns, Gott, unser Heiland, und laß ab von deiner Ungnade über uns! Willst du denn ewiglich über uns zür⸗ nen, und deinen Zorn gehen lassen für und für? Willst Du uns denn nicht wieder erquicken, daß sich dein Voll über dir freuen möge? HErr, erzeige uns deine Gnade und hilf uns! Ach, daß ich hören sollte, was Gott der HErr redet; daß er Frieden zusagte seinem Volk und sei⸗ nen Heiligen, auf daß sie nicht auf eine Torheit geraten! Doch ist ja seine Hilfe nahe denen, die ihn fürchten, daß in unserm Lande Ehre wohne; daß Güte und Treue einander begegnen, Gerechtigkeit und Friede sich küssen; daß Treue auf der Erde wachse, und Gerechtigkeit vom Himmel schaue; Gruß nicht, wirst u, des id ein Herr ind er „ und Naria n kei⸗ ach zu id die ch das hn ge⸗ te, ist gehet rucht⸗ Naria schehe, Im 85. Jande, Misse⸗ Sünde n auf⸗ orns; deiner zür⸗ Willst Volk Bnade tt der id sei⸗ raten! daß in ander Treue chaue; Erster Jahrgang. 75⁵ daß uns auch der HErr Gutes tue, und unser Land sein Gewächs gebe; daß Gerechtigkeit fürder vor ihm bleibe, und im Schwang gehe. Dder Pfalm 104. Tobe den Berrn— Balleluja! Jür die Predigt freier Text. Am Aphannisfeste. Lektiyn. Aesfaja 40, 1—5. Tröstet, tröstet mein Volk! spricht euer Gott; redet mit Jerusalem freundlich, und prediget ihr, daß ihre Ritter⸗ schaft ein Ende hat, denn ihre Missetat ist vergeben; denn sie hat Zwiefältiges empfangen von der Hand des HErrn um alle ihre Sünden. Es ist eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Bereitet dem HErrn den Weg, macht auf dem Gefilde eine ebene Bahn unserm Gott! Alle Tale sol⸗ len erhöhet werden, und alle Berge und Hügel sollen ge⸗ niedriget werden, und was ungleich ist, soll eben, und was höckericht ist, soll schlicht werden; denn die Herrlichkeit des HErrn soll offenbart werden, und alles Fleisch mit einan⸗ der wird es sehen. Denn des HErrn Mund hat's geredet. Evangelium. Tuk. 1, 57—80. Und Elisabeth kam ihre Zeit, daß sie gebären sollte; und sie gebar einen Sohn. Und ihre Nachbarn und Gefreundten höreten, daß der Herr große Barmherzigkeit an ihr getan hatte, und freueten sich mit ihr. Und es begab sich am achten Tage, kamen sie, zu beschneiden das Kindlein; und hießen ihn nach seinem Vater Zacharias. Aber seine Mut⸗ ter antwortete und sprach: Mit nichten, sondern er soll Jo⸗ hannes heißen. Und sie sprachen zu ihr: Ist doch niemand in deiner Freundschaft, der also heiße. Und sie winketen seinem Vater, wie er ihn wollte heißen lassen. Und er for⸗ derte ein Täfelein, und schrieb also: Er heißt Johannes. Und sie verwunderten sich alle. Und alsbald ward sein Mund und seine Zunge aufgetan, und er redete und lo⸗ bete Gott. Und es kam eine Furcht über alle Nachbarn; und diese Geschichte ward alle ruchbar auf dem ganzen jü⸗ dischen Gebirge. Und alle, die es höreten, nahmen's zu Her⸗ zen und sprachen: Was, meinest du, will aus dem Kind⸗ lein werden? Denn die Hand des Herrn war mit ihm. Und sein Vater Zacharias ward des heiligen Geistes voll, 76 Episteln und Evangelien. weissagte und sprach: Gelobet sei der Herr, der Gott Js⸗ raels; denn er hat besucht und erlöset sein Volk; und hat uns aufgerichtet ein Horn des Heils in dem Hause seines Dieners David, wie er vor Zeiten geredet hat durch den Mund seiner heiligen Propheten; daß er uns errettete von unsern Feinden und von der Hand aller, die uns hassen, und Barmherzigkeit erzeigete unsern Vätern, und gedächte an sei⸗ nen heiligen Bund und an den Eid, den er geschworen hat unserm Vater Abraham; uns zu geben, daß wir, erlöset aus der Hand unsrer Feinde, ihm dieneten ohne Furcht unser Leben lang in Heiligkeit und Gerechtigkeit, die ihm gefäl⸗ lig ist. Und du, Kindlein, wirst ein Prophet des Höchsten heißen; du wirst vor dem Herrn hergehen, daß du seinen Weg bereitest, und Erkenntnis des Heils gebest seinem Volk, die da ist in Vergebung ihrer Sünden, durch die herzliche Barmherzigkeit unsers Gottes, durch welche uns besucht hat der Aufgang aus der Höhe, auf daß er erscheine denen, die da sitzen in Finsternis und Schatten des Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens. Und das Kindlein wuchs, und ward stark im Geist; und war in der Wüste, bis daß er sollte hervortreten vor das Volk Israel. Am Tage Mariä Breimsuchung. TLekkiyn. Aesaja 11, 1—5. Und es wird eine Rute aufgehen von dem Stamm Isais, und ein Zweig aus seiner Wurzel Frucht bringen; auf wel⸗ chem wird ruhen der Geist des HErrn, der Geist der Weis⸗ heit und des Verstandes, der Geist des Rats und der Stärke, der Geist der Erkenntnis und der Furcht des HErrn. Und Wohlgeruch wird ihm sein die Furcht des HErrn. Er wird nicht richten, nach dem seine Augen sehen, noch Urteil sprechen, nach dem seine Ohren hören, sondern wird mit Gerechtig⸗ keit richten die Armen, und recht Urteil sprechen den Elen⸗ den im Lande; und wird mit dem Stabe seines Mundes die Erde schlagen, und mit dem Odem seiner Lippen den Gottlosen töten. Gerechtigkeit wird der Gurt seiner Len⸗ den sein, und der Glaube der Gurt seiner Hüften. Evangelium. Tuk. 1, 39—56. Maria aber stund auf in den Tagen, und ging auf das Gebirge eilends zu der Stadt Judas, und kam in das Haus sich, a in ihr voll, den W Und m zu mi ßes hö Und o vollen! Maric Geist die Ni werde große Name für u mit sei Herze worfer der T und u den ar die sy und d nes C fen ist haben Erster Jahrgang. 77 Haus des Zacharias, und grüßte Elisabeth. Und es begab sich, als Elisabeth den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leibe. Und Elisabeth ward des heiligen Geistes voll, und rief laut und sprach: Gebenedeiet bist du unter den Weibern, und gebenedeiet ist die Frucht deines Leibes. Und woher kommt mir das, daß die Mutter meines Herrn zu mir kommt? Siehe, da ich die Stimme deines Gru⸗ ßes hörete, hüpfte mit Freuden das Kind in meinem Leibe. Und o selig bist du, die du geglaubt hast! denn es wird vollendet werden, was dir gesagt ist von dem Herrn. Und Maria sprach: Meine Seele erhebt den Herrn, und mein Geist freuet sich Gottes, meines Heilandes. Denn er hat die Niedrigkeit seiner Magd angesehen. Siehe, von nun an werden mich selig preisen alle Kindeskinder. Denn er hat große Dinge an mir getan, der da mächtig ist, und des Name heilig ist; und seine Barmherzigkeit währet immer für und für bei denen, die ihn fürchten. Er übet Gewalt mit seinem Arm, und zerstreuet, die hoffärtig sind in ihres Herzens Sinn. Er stößet die Gewaltigen vom Stuhl, und erhebt die Niedrigen. Die Hungrigen füllet er mit Gütern, und läßt die Reichen leer. Er denket der Barmherzigkeit, und hilft seinem Diener Israel auf, wie er geredet hat un⸗ sern Vätern, Abraham und seinem Samen ewiglich. Und Maria blieb bei ihr bei dreien Monaten; darnach kehrte sie wiederum heim. Am Michaelisfeste. Lrktiypn. Offenb. Avh. 12, 7—12. Und es erhub sich ein Streit im Himmel: Michael und seine Engel stritten mit dem Drachen; und der Drache stritt und seine Engel, und siegeten nicht, auch ward ihre Stätte nicht mehr gefunden im Himmel. Und es ward ausge⸗ worfen der große Drache, die alte Schlange, die da heißt der Teufel und Satanas, der die ganze Welt verführet, und ward geworfen auf die Erde, und seine Engel wur⸗ den auch dahin geworfen. Und ich hörte eine große Stimme, die sprach im Himmel: Nun ist das Heil und die Kraft und das Reich unsers Gottes worden, und die Macht sei⸗ nes Christus, weil der Verkläger unserer Brüder verwor⸗ fen ist, der sie verklagte Tag und Nacht vor Gott. Und sie haben ihn überwunden durch des Lammes Blut und durch 78 Episteln und Evangelien. das Wort ihres Zeugnisses, und haben ihr Leben nicht ge⸗ liebet bis an den Tod. Darum freuet euch, ihr Himmel, und die darinnen wohnen! Evangelium, Matth. 18, 1—11. Zu derselbigen Stunde traten die Jünger zu Jesu und sprachen: Wer ist doch der Größte im Himmelreich? Jesus rief ein Kind zu sich, und stellte das mitten unter sie und sprach: Wahrlich, ich sage euch: Es sei denn, daß ihr euch umkehret, und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen. Wer nun sich selbst niedriget wie dies Kind, der ist der Größte im Himmelreich. Und wer Ein solches Kind aufnimmt in meinem Namen, der nimmt mich auf. Wer aber ärgert dieser Geringsten Einen, die an mich glauben, dem wäre besser, daß ein Mühlstein an seinen Hals gehänget, und er ersäuft würde im Meer, da es am tiefsten ist. Weh der Welt der Argernis halben! Es muß ja Argernis kommen; doch weh dem Menschen, durch welchen Argernis kommt! So aber deine Hand oder dein Fuß dich ärgert, so haue ihn ab, und wirf ihn von dir. Es ist dir besser, daß du zum Leben lahm oder ein Krüp⸗ pel eingehest, denn daß du zwo Hände oder zween Füße habest, und werdest in das ewige Feuer geworfen. Und so dich dein Auge ärgert, reiß es aus, und wirf's von dir. Es ist dir besser, daß du einäugig zum Leben eingehest, denn daß du zwei Augen habest, und werdest in das höl⸗ lische Feuer geworfen. Sehet zu, daß ihr nicht jemand von diesen Kleinen verachtet. Denn ich sage euch: Ihre Engel im Himmel sehen allezeit das Angesicht meines Vaters im Himmel. Denn des Menschen Sohn ist kommen, selig zu machen, das verloren ist. Am Erntedankfeste. Rür die Altarvorlesung Pfalm 95, 1—8. Kommt herzu, laßt uns dem HErrn frohlocken, und jauchzen dem Hort unsers Heils! Lasset uns mit Danken vor sein Angesicht kommen, und mit Psalmen ihm jauch⸗ zen! Denn der HErr ist ein großer Gott, und ein großer König über alle Götter. Denn in seiner Hand ist, was unten in der Erde ist, und die Höhen der Berge sind auch sein. Denn sein ist das Meer, und Er hat's gemacht; und seine 4 cht ge⸗ el, und u und Jesus ie und r euch r nicht jet wie id wer nimmt n, die in an er, da n Es durch r dein n dir. Krüp⸗ Füße Ind so n dir. gehest, 3 höl⸗ id von Erster Jahrgang. 79 seine Hände haben das Trockne bereitet. Kommt, laßt uns anbeten und knieen und niederfallen vor dem HErrn, der uns gemacht hat. Denn Er ist unser Gott, und wir das Volk seiner Weide und Schafe seiner Hand. Heute, so ihr seine Stimme höret, so verstocket euer Herz nicht. Dder Pfalm 111. Ich danke dem HErrn von ganzem Herzen im Rat der Frommen und in der Gemeine. Groß sind die Werke des HErrn; wer ihrer achtet, der hat eitel Lust dran. Was er ordnet, das ist löblich und herrlich, und seine Gerech⸗ tigkeit bleibet ewiglich. Er hat ein Gedächtnis gestiftet sei⸗ ner Wunder, der gnädige und barmherzige HErr. Er gibt Speise denen, so ihn fürchten; er gedenket ewiglich an sei⸗ nen Bund. Er läßt verkündigen seine gewaltigen Taten seinem Volk, daß er ihnen gebe das Erbe der Heiden. Die Werke seiner Hände sind Wahrheit und Recht; alle seine Gebote sind rechtschaffen. Sie werden erhalten immer und ewiglich, und geschehen treulich und redlich. Er sendet eine Erlösung seinem Volk; er verheißet, daß sein Bund ewig⸗ lich bleiben soll. Heilig und hehr ist sein Name. Die Furcht des Herrn ist der Weisheit Anfang; das ist eine seine Klug⸗ heit, wer darnach tut, des Lob bleibet ewiglich. Jür die Predigt freier Cext. Am Refvrmakionsfeste. Für die Alkarvorlesung 1. Ryr. 3, 4—28. So einer saget: Ich bin Paulisch; der andre aber: Ich bin Apollisch,— seid ihr nicht fleischlich? Wer ist nun Paulus? Wer ist Apollos? Diener sind sie, durch welche ihr seid gläubig worden; und dasselbige, wie der Herr einem jeglichen gegeben hat. Ich habe gepflanzet, Apollos hat begossen; aber Gott hat das Gedeihen gege⸗ ben. So ist nun weder der da pflanzet, noch der da be⸗ geußt, etwas, sondern Gott, der das Gedeihen gibt. Der aber pflanzet und der da begeußt, ist einer wie der andre. Ein jeglicher aber wird seinen Lohn empfahen nach seiner Arbeit. Denn wir sind Gottes Mitarbeiter; ihr seid Got⸗ tes Ackerwerk und Gottes Gebäu. Ich nach Gottes Gnade, 8⁰ Episteln und Evangelien. die mir gegeben ist, habe den Grund gelegt als ein weiser Baumeister; ein andrer bauet darauf. Ein jeglicher aber sehe zu, wie er darauf baue. Einen andern Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christ. So aber jemand auf diesen Grund bauet Gold, Silber, edle Steine, Holz, Heu, Stoppeln, so wird eines jeglichen Werk offenbar werden; der Tag wird's klar ma⸗ chen; denn es wird durchs Feuer offenbar werden, und welcherlei eines jeglichen Werk sei, wird das Feuer bewäh⸗ ren. Wird jemandes Werk bleiben, das er darauf gebauet hat, so wird er Lohn empfahen. Wird aber jemandes Werk verbrennen, so wird er des Schaden leiden; er selbst aber wird selig werden, so doch als durchs Feuer. Wisser ihr nicht, daß ihr Gottes Tempel seid, und der Geist Got⸗ tes in euch wohnet? So jemand den Tempel Gottes ver⸗ derbet, den wird Gott verderben; denn der Tempel Got⸗ tes ist heilig; der seid ihr. Niemand betrüge sich selbst. Welcher sich unter euch dünket weise zu sein, der werde ein Narr in dieser Welt, daß er möge weise sein. Denn dieser Welt Weisheit ist Torheit bei Gott. Denn es stehet ge⸗ schrieben:„Die Weisen erhaschet er in ihrer Klugheit.“ Und abermal:„Der Herr weiß der Weisen Gedanken, daß sie eitel sind.“ Darum rühme sich niemand eines Men⸗ schen. Es ist alles euer; es sei Paulus oder Apollos, es sei Kephas oder die Welt, es sei das Leben oder der Tod, es sei das Gegenwärtige oder das Zukünftige, alles ist euer, ihr aber seid Christi, Christus aber ist Gottes. Jür die Predigt freirr Text. Am Bußhtage. Für die Alkarvorlesung ein Bufpfalm, etwa Plalm 1380. Aus der Tiefe rufe ich, HErr, zu dir. HErr, höre meine Stimme, laß deine Ohren merken auf die Stimme meines Flehens! So du willst, HErr, Sünden zurechnen, HErr, wer wird bestehen? Denn bei dir ist die Verge⸗ bung, daß man dich fürchte. Ich harre des HErrn; meine Seele harret, und ich hoffe auf sein Wort. Meine Seele wartet auf den HErrn von einer Morgenwache bis zur andern. Israel hoffe auf den HErrn; denn bei dem HErrn ist die raelee 5 weiser aber kann Jesus Gold, eines r ma⸗ „ und ewäh⸗ ebauet landes selbst Wisset t Got⸗ 3ver⸗ Got⸗ selbst. de ein dieser et ge⸗ heit.“ I, daß Men⸗ os, es Tod, t euer, 130. „höre timme chnen, Berge⸗ meine Seele is zur Errn Sweiter Jahrgang. 81 ist die Gnade, und viel Erlösung bei ihm; und Er wird Is⸗ rael erlösen aus allen seinen Sünden. Dder Plalm 25. Nach dir, HErr, verlanget mich— seiner Not. Oder Pfalm 143, 1—11. HErr, erhöre mein Gebet— Gerechtigkeit willen. 2 Episteln und Evangelien. Zweiter Jahrgang. Am 1. Sonnkage des Advents. Lekkion. Pfalm 24, 3—10. Wer wird auf des HErrn Berg gehen? und wer wird stehen an seiner heiligen Stätte? Der unschuldige Hände hat und reines Herzens ist; der nicht Lust hat zu loser Lehre und schwöret nicht fälschlich: der wird den Segen vom HErrn empfahen und Gerechtigkeit von dem Gott seines Heils. Das ist das Geschlecht, das nach ihm fraget, das da suchet dein Antlitz, Gott Jakobs.(Sela.) Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, daß der König der Ehren einziehe! Wer ist derselbige König der Ehren? Es ist der R stark und mächtig, der HErr, mächtig im Streit. achet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, daß der König der Ehren einziehe! Wer ist derselbige König der Ehren? Es ist der HErr Zebaoth, Er ist der König der Ehren.(Sela.) Evangelium. Malth. 11, 25—30. u derselbigen Zeit antwortete Jesus und sprach: Ich preise dich, Vater und Herr Himmels und der Erde, daß du solches den Weisen und Klugen verborgen hast, und haft es den Unmündigen offenbaret. Ja, Vater; denn es ist also wohlgefällig gewesen vor dir. Alle Dinge sind mir über⸗ geben von meinem Vater. Und niemand kennet den Sohn denn nur der Vater; und niemand kennet den Vater denn nur der Sohn, und wem es der Sohn will offenbaren. Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, 0 82 Episteln und Evangelien. Ich will euch erquicken. Nehmet auf euch mein Joch und lernet von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht. Am 2. Sonnkage des Advenkts. Leklivn. Aerem. 31, 31—84. Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HErr, da will ich mit dem Hause Israel und mit dem Hause Juda einen neuen Bund machen. Nicht wie der Bund gewesen ist, den ich mit ihren Vätern machte, da ich sie bei der Hand nahm, daß ich sie aus Agyptenland führete; welchen Bund sie nicht ge⸗ halten haben, und Ich sie zwingen mußte, spricht der HErr; sondern das soll der Bund sein, den ich mit dem Hause Israel machen will nach dieser Zeit, spricht der HErr: Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben, und in ihren Sinn schreiben; und sie sollen mein Volk sein, so will ich ihr Gott sein. Und wird keiner den andern, noch ein Bruder den an⸗ dern lehren und sagen:„Erkenne den HErrn,“ sondern sie sollen mich alle kennen, beide, klein und groß, spricht der HErr. Denn ich will ihnen ihre Missetat vergeben, und ih⸗ rer Sünde nimmermehr gedenken. Evangelium. Tuk. 17, 20—25. Da Jesus aber gefraget ward von den Pharisäern: Wann kommt das Reich Gottes? antwortete er ihnen und sprach: Das Reich Gottes kommt nicht mit äußerlichen Gebärden; man wird auch nicht sagen: Siehe, hie, oder: da ist es. Denn sehet, das Reich Gottes ist inwendig in euch. Er sprach aber zu den Jüngern: Es wird die Zeit kommen, daß ihr werdet begehren zu sehen Einen Tag des Menschensohns, und werdet ihn nicht sehen. Und sie werden zu euch sagen: Siehe hie, siehe da. Gehet nicht hin und folget auch nicht. Denn wie der Blitz oben vom Himmel blitzet, und leuchtet über alles, das unter dem Himmel ist, also wird des Menschen Sohn an seinem Tage sein. Zuvor aber muß er viel leiden, und verworfen werden von diesem Geschlechte. Am 8. Sonnkage des Advents. Lektiyn. Aesaja 55, 6—11. Suchet den HErrn, solang er zu finden ist; ruft ihn an, solang er nahe ist. Der Gottlose lasse von seinem Wege, und der Übeltäter seine Gedanken, und bekehre sich zum HErrn, bei i der 2 ist ei dem aber, leder Heuf die Länd im Phat spra gewi Sehe nicht zum diese Bäu gute worf mir bin, Geif Sweiter Jahrgang. 83 so wird er sich sein erbarmen, und zu unserm Gott, denn bei ihm ist viel Vergebung. Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der Herr; sondern soviel der Himmel höher ist denn die Erde, so sind auch meine Wege höher denn eure Wege, und meine Gedanken denn eure Gedanken. Denn gleichwie der Regen und Schnee vom Himmel fällt, und nicht wieder dahin kommt, sondern feuchtet die Erde, und machet sie fruchtbar und wachsend, daß sie gibt Samen, zu säen, und Brot, zu essen: also soll das Wort, so aus meinem Munde gehet, auch sein. Es soll nicht wieder zu mir leer kommen, sondern tun, das mir gefällt, und soll ihm gelingen, dazu ich's sende. Evangelium. Matth. 3, 1—12. Zu der Zeit kam Johannes der Täufer, und predigte in der Wüste des jüdischen Landes und sprach: Tut Buße, das Himmelreich ist nahe herbeikommen. Und er ist der, von dem der Prophet Jesaja gesagt hat und gesprochen:„Es ist eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Bereitet dem Herrn den Weg und machet richtig seine Steige.“ Er aber, Johannes, hatte ein Kleid von Kamelhaaren und einen ledernen Gürtel um seine Lenden; seine Speise aber war Heuschrecken und wilder Honig. Da ging zu ihm hinaus die Stadt Jerusalem und das ganze jüdische Land und alle Länder an dem Jordan; und ließen sich taufen von ihm im Jordan, und bekannten ihre Sünden. Als er nun viel Pharisäer und Sadducäer sah zu seiner Taufe kommen, sprach er zu ihnen: Ihr Otterngezüchte, wer hat denn euch gewiesen, daß ihr dem zukünftigen Zorn entrinnen werdet? Sehet zu, tut rechtschaffene Frucht der Buße. Denket nur nicht, daß ihr bei euch wollt sagen: Wir haben Abraham zum Vater. Ich sage euch: Gott vermag dem Abraham aus diesen Steinen Kinder zu erwecken. Es ist schon die Axt den Bäumen an die Wurzel gelegt. Darum, welcher Baum nicht gute Frucht bringet, wird abgehauen und ins Feuer ge⸗ worfen. Ich taufe euch mit Wasser zur Buße; der aber nach mir kommt, ist stärker denn ich, dem ich auch nicht genugsam bin, seine Schuhe zu tragen; der wird euch mit dem heiligen Geist und mit Feuer taufen. Und Er hat seine Worfschaufel 6* 84 Episteln und Evangelien. in der Hand; er wird seine Tenne fegen, und den Weizen in seine Scheune sammeln; aber die Spreu wird er ver⸗ brennen mit ewigem Feuer. Am 4. Bonnkage des Advenks. Leklinn. Aesaja 12, 1—6. Zu derselbigen Zeit wirst du sagen: Ich danke dir, HErr, daß du zornig bist gewesen über mich, und dein Zorn sich gewendet hat, und tröstest mich. Siehe, Gott ist mein Heil, ich bin sicher, und fürchte mich nicht; denn Gott der HErr ist meine Stärke und mein Psalm, und ist mein Heil. Ihr werdet mit Freuden Wasser schöpfen aus den Heilsbrunnen. Und werdet sagen zur selbigen Zeit: Danket dem HErrn, prediget seinen Namen, machet kund unter den Völkern sein Tun, verkündiget, wie sein Name so hoch ist. Lobsinget dem HErrn, denn er hat sich herrlich bewiesen; solches sei kund in allen Landen. Jauchze und rühme, du Einwohnerin zu Zion; denn der Heilige Israels ist groß bei dir. Evangelium. Joh. 3, 22—36. Darnach kam Jesus und seine Jünger in das jüdische Land, und hatte daselbst sein Wesen mit ihnen, und taufte. Johannes aber taufte auch noch zu Enon, nahe bei Salim, denn es war viel Wassers daselbst; und sie kamen dahin, und ließen sich taufen. Denn Johannes war noch nicht ins Gefängnis gelegt. Da erhub sich eine Frage unter den Jün⸗ gern des Johannes mit den Juden über die Reinigung. Und kamen zu Johannes und sprachen zu ihm: Meister, der bei dir war jenseit des Jordans, von dem du zeugetest, siehe, der taufet, und jedermann kommt zu ihm. Johannes antwortete und sprach: Ein Mensch kann nichts nehmen, es werde ihm denn gegeben vom Himmel. Ihr selbst seid meine Zeugen, daß ich gesagt habe, ich sei nicht Christus, sondern vor ihm her gesandt. Wer die Braut hat, der ist der Bräutigam; der Freund aber des Bräutigams stehet und höret ihm zu, und freuet sich hoch über des Bräutigams Stimme. Dieselbige meine Freude ist nun erfüllet. Er muß wachsen, ich aber muß abnehmen. Der von oben her kommt, ist über alle. Wer von der Erde ist, der ist von der Erde, und redet von der Erde. Der vom Himmel kommt, der ist über alle, und zeuget, was er gesehen und gehöret hat; und eizen ver⸗ 1—6. Err, 1 sich Heil, Err Ihr nnen. Errn, sein dem kund in zu dische ufte. Uim, ahin, t ins Jün⸗ ung. ister, etest, nnes men, seid stus, r ist tehet ams muß umt, orde, r ist und Sweiter Jahrgang. 85 sein Zeugnis nimmt niemand an. Wer es aber annimmt, der besiegelt's, daß Gott wahrhaftig sei. Denn welchen Gott gesandt hat, der redet Gottes Worte; denn Gott gibt den Geist nicht nach dem Maß. Der Vater hat den Sohn lieb, und hat ihm alles in seine Hand gegeben. Wer an den Sohn glaubet, der hat das ewige Leben. Wer dem Sohn nicht glaubet, der wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt über ihm. Am 1. Weihnachtskage. Epistel. Ephes. 1, 3—6. Gelobet sei Gott und der Vater unsers Herrn Jesu Chri⸗ sti, der uns gesegnet hat mit allerlei geistlichem Segen in himmlischen Gütern durch Christum. Wie er uns denn er⸗ wählet hat durch denselbigen, ehe der Welt Grund gelegt war, daß wir sollten sein heilig und unsträflich vor ihm in der Liebe; und er hat uns verordnet zur Kindschaft gegen ihm selbst durch Jesum Christ, nach dem Wohlgefallen seines Willens, zu Lob seiner herrlichen Gnade, durch welche er uns hat angenehm gemacht in dem Geliebten. Evangelium. LTuk. 2, 1—14. Es begab sich aber zu der Zeit, daß ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, daß alle Welt geschätzt würde. Und diese Schätzung war die allererste, und geschah zur Zeit, da Cyrenius Landpfleger in Syrien war. Und jeder⸗ mann ging, daß er sich schätzen ließe, ein jeglicher in seine Stadt. Da machte sich auf auch Joseph aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, darum daß er von dem Hause und Geschlechte Davids war, auf daß er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertraueten Weibe, die war schwanger. Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, daß sie gebären sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn, und wickelte ihn in Win⸗ deln, und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge. Und es waren Hirten in der⸗ selbigen Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde. Und siehe, des Herrn Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürch⸗ tet euch nicht; siehe, ich verkündige euch große Freude, die 86 Episteln und Evangelien. allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Hei ⸗ land geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen. Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himm⸗ lischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe, und Friede auf Erden, und den Menschen ein Wohlgefallen! Am 2. Weihnarchtskage. Epistel. Ebr. 1, 1—6. Nachdem vor Zeiten Gott manchmal und mancherlei Weise geredet hat zu den Vätern durch die Propheten, hat er am letzten in diesen Tagen zu uns geredet durch den Sohn, welchen er gesetzt hat zum Erben über alles, durch welchen er auch die Welt gemacht hat; welcher, sintemal er ist der Glanz seiner Herrlichkeit und das Ebenbild seines Wesens, und trägt alle Dinge mit seinem kräftigen Wort, und hat gemacht die Reinigung unsrer Sünden durch sich selbst, hat er sich gesetzt zu der Rechten der Majestät in der Höhe, und ist so viel besser worden denn die Engel, so gar viel einen höhern Namen er vor ihnen ererbet hat. Denn zu welchem Engel hat er jemals gesagt:„Du bist mein Sohn, heute habe Ich dich gezeuget“? Und abermal: „Ich werde sein Vater sein, und er wird mein Sohn sein“ꝰ Und abermal, da er einführet den Ersitgebornen in die Welt, spricht er:„Und es sollen ihn alle Engel Gottes anbeten.“ Evangelium. Ioh. 1, 1—14. Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Dasselbige war im An⸗ fang bei Gott. Alle Dinge sind durch dasselbige gemacht, und ohne dasselbige ist nichts gemacht, was gemacht ist. In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht scheinet in der Finsternis, und die Finsternis hat's nicht begriffen. Es ward ein Mensch von Gott gesandt, der hieß Johannes. Derselbige kam zum Zeugnis, daß er von dem Licht zeugete, auf daß sie alle durch ihn glaubten. Er war nicht das Licht, sondern daß er zeugete von dem Licht. Das war das wahrhaftige Licht, welches alle Menschen erleuchtet, die in diese Welt kommen. Sweiter Jahrgang. 9 82 Es war in der Welt, und die Welt ist durch dasselbige ge⸗ macht; und die Welt kannte es nicht. Er kam in sein Eigen⸗ tum; und die Seinen nahmen ihn nicht auf. Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden, die an seinen Namen glauben; welche nicht von dem Geblüt, noch von dem Willen des Fleisches, noch von dem Willen eines Mannes, sondern von Gott geboren sind. Und das Wort ward Fleisch, und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des einge⸗ bornen Sohns vom Vater, voller Gnade und Wahrheit. Am Sonnkage nach Weihnachten. Epistel. Rolosf. 2, 6—10. Wie ihr nun angenommen habt den Herrn Christum Je⸗ sum, so wandelt in ihm, und seid gewurzelt und erbauet in ihm, und fest im Glauben, wie ihr gelehret seid, und seid in demselbigen reichlich dankbar. Sehet zu, daß euch niemand beraube durch die Philosophie und lose Verfüh⸗ rung nach der Menschen Lehre und nach der Welt Satzungen, und nicht nach Christo. Denn in ihm wohnet die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig, und ihr seid vollkommen in ihm, welcher ist das Haupt aller Fürstentümer und Obrigkeit. Evangelium. Aoh. 1, 15—18. Johannes zeuget von ihm, rufet und spricht: Dieser war es, von dem ich gesagt habe: Nach mir wird kommen, der vor mir gewesen ist; denn er war eher denn ich. Und von seiner Fülle haben wir alle genommen Gnade um Gna⸗ de. Denn das Gesetz ist durch Mose gegeben; die Gnade und Wahrheit ist durch Jesum Christ worden. Niemand hat Gott ie gesehen; der eingeborne Sohn, der in des Va⸗ ters Schoß ist, der hat es uns verkündiget. Am Neujahrstage. Epistel. 1. Timokh. 2, 1—6. So ermahne ich nun, daß man vor allen Dingen zu⸗ erst tue Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen, für die Könige und für alle Obrigkeit, auf daß wir ein geruhig und stilles Leben führen mögen in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit. Denn solches ist gut und an⸗ genehm vor Gott, unserm Heiland, welcher will, daß allen Menschen geholfen werde, und zur Erkenntnis der Wahr⸗ heit kommen. Denn es ist Ein Gott und Ein Mittler zwi⸗ 88 Episteln und Evangelien. schen Gott und den Menschen, nämlich der Mensch Christus Jesus, der sich selbst gegeben hat für alle zur Erlösung, daß solches zu seiner Zeit geprediget würde. Evangelium. Xuk. 2, 21. Und da acht Tage um waren, daß das Kind beschnitten würde, da ward sein Name genannt Jesus, welcher genannt war von dem Engel, ehe denn er im Mutterleibe empfan⸗ gen ward. Dder für die Altarvorlesung Plalm 121. Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen, von welchen mir Hilfe kommt. Meine Hilfe kommt von dem HErrn, der Himmel und Erde gemacht hat. Er wird deinen Fuß nicht gleiten lassen; und der dich behütet, schläft nicht. Siehe, der Hüter Israels schläft noch schlummert nicht. Der HErr behütet dich, der HErr ist dein Schatten über deiner rechten Hand, daß dich des Tages die Sonne nicht steche, noch der Mond des Nachts. Der HErr behüte dich vor allem Ubel; er behüte deine Seele. Der HErr behüte deinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit. Rür die Predigt freier Text. Am BSonnkage nach RNeufahr. Epistel. Jak. 4, 183—17. Wohlan nun, die ihr saget: Heute oder morgen wollen wir gehen in die oder die Stadt, und wollen Ein Jahr da liegen und Handel treiben und gewinnen; die ihr nicht wisset, was morgen sein wird. Denn was ist euer Leben? Ein Dampf ist's, der eine kleine Zeit währet, darnach aber verschwindet er. Dafür ihr sagen solltet: So der Herr will und wir leben, wollen wir dies oder das tun. Nun aber rühmet ihr euch in eurem Hochmut. Aller solcher Ruhm ist böse. Denn wer da weiß Gutes zu tun, und tut's nicht, dem ist's Sünde. Evangelium. Malth. 2, 13—28. Da sie aber hinweggezogen waren, siehe, da erschien der Engel des Herrn dem Joseph im Traum und sprach: Stehe auf, und nimm das Kindlein und seine Mutter zu dir, und fleuch nach Agyptenland, und bleib allda, bis ich dir sage; denn es ist vorhanden, daß Herodes das Kindlein suche, dass Kindl wich Tod 1 durch ten he daß e nig, töten drunt Weise dem 1 birge nens sich n aber Herr Stehe dir, die de undeu in das jüdisc fürcht sing e läische heißt Sweiter Jahrgang. 89 . dasselbe umzubringen. Und er stund auf, und nahm das Kindlein und seine Mutter zu sich bei der Nacht, und ent⸗ wich nach Agyptenland; und er blieb allda bis nach dem Tod des Herodes, auf daß erfüllet würde, das der Herr durch den Propheten gesagt hat, der da spricht:„Aus Agyp⸗ ten hab ich meinen Sohn gerufen.“ Da Herodes nun sah, daß er von den Weisen betrogen war, ward er sehr zor⸗ nig, und schickte aus, und ließ alle Kinder zu Bethlehem töten und an ihren ganzen Grenzen, die da zweijährig und drunter waren, nach der Zeit, die er mit Fleiß von den Weisen erlernet hatte. Da ist erfüllet, das gesagt ist von dem Propheten Jeremia, der da spricht:„Auf dem Ge⸗ birge hat man ein Geschrei gehöret, viel Klagens, Wei⸗ nens und Heulens; Rahel beweinte ihre Kinder, und wollte sich nicht trösten lassen; denn es war aus mit ihnen.“ Da aber Herodes gestorben war, siehe, da erschien der Engel des Herrn dem Joseph im Traum in Agyptenland und sprach: Stehe auf, und nimm das Kindlein und seine Mutter zu dir, und zeuch hin in das Land Israel; sie sind gestorben, die dem Kinde nach dem Leben stunden. Und er stund auf, und nahm das Kindlein und seine Mutter zu sich, und kam in das Land Israel. Da er aber hörete, daß Archelaus im jüdischen Lande König war anstatt seines Vaters Herodes, fürchtete er sich, dahin zu kommen. Und im Traum emp⸗ fing er Befehl von Gott, und zog in die Orter des gali⸗ läischen Landes, und kam und wohnte in der Stadt, die da heißt Nazareth; auf daß erfüllet würde, das da gesagt ist durch die Propheten: Er soll Nazarenus heißen. Am Feste d. heil. drei KRönige, Epiph. Lekt. Aesaja 42, 1—8. Siehe, das ist mein Knecht, ich erhalte ihn, und mein Auserwähleter, an welchem meine Seele Wohlgefallen hat. Ich habe ihm meinen Geist gegeben, er wird das Recht unter die Heiden bringen. Er wird nicht schreien noch ru⸗ sen, und seine Stimme wird man nicht hören auf den Gas⸗ sen. Das zerstoßne Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen. Er wird das Recht wahrhaftiglich halten lehren. Er wird nicht matt werden noch verzagen, bis daß er auf Erden das Recht 9⁰ Episteln und Evangelien. anrichte; und die Inseln werden auf sein Gesetz warten. So spricht Gott, der HErr, der die Himmel schaffet und ausbreitet, der die Erde machet und ihr Gewächs, der dem Volk, so drauf ist, den Odem gibt, und den Geist denen, die drauf gehen: Ich, der HErr, habe dir gerufen in Ge⸗ rechtigkeit, und habe dich bei deiner Hand gefasset, und habe dich behütet, und habe dich zum Bund unter das Volk gegeben, zum Licht der Heiden; daß du sollst öffnen die Augen der Blinden, und die Gefangenen aus dem Ge⸗ fängnis führen, und die da sitzen in der Finsternis, aus dem Kerker. Ich, der HErr, das ist mein Name; und will er Ehre keinem andern geben, noch meinen Ruhm den Götzen. Evangelium. Matth. 2, 1—12. Da Jesus geboren war zu Bethlehem im jüdischen Lande, zur Zeit des Königs Herodes, siehe, da kamen die Weisen vom Morgenland gen Jerusalem und sprachen: Wo ist der neugeborne König der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen im Morgenland, und sind kommen, ihn anzubeten. Da das der König Herodes hörete, erschrak er und mit ihm das ganze Jerusalem; und ließ versammeln alle Hohe⸗ priester und Schriftgelehrten unter dem Volk, und erfor⸗ schete von ihnen, wo Christus sollte geboren werden. Und sie sagten ihm: Zu Bethlehem im jüdischen Lande; denn also stehet geschrieben durch den Propheten:„Und du, Bethle⸗ hem im jüdischen Lande, bist mit nichten die kleinste unter den Fürsten Judas; denn aus dir soll mir kommen der Herzog, der über mein Volk Israel ein Herr sei.“ Da be⸗ rief Herodes die Weisen heimlich, und erlernte mit Fleiß von ihnen, wann der Stern erschienen wäre, und wies sie gen Bethlehem und sprach: Ziehet hin und forschet fleißig nach dem Kindlein; und wenn ihr's findet, so saget mir's wieder, daß ich auch komme und es anbete. Als sie nun den König gehöret hatten, zogen sie hin. Und siehe, der Stern, den sie im Morgenland gesehen hatten, ging vor ihnen hin, bis daß er kam und stund oben über, da das Kindlein war. Da sie den Stern sahen, wurden sie hoch erfreuet, und gingen in das Haus, und fanden das Kind⸗ lein mit Maria, seiner Mutter, und fielen nieder und beteten Jesaja Napht! das he hat eit und S Von de Tut B nun J Brüde Brude Fischer euch z Netze r ging, Zebede rem V arten. t und r dem denen, in Ge⸗ „ und r das öffnen m Ge⸗ „ aus d will n den zande, Veisen ist der Stern beten. it ihm Hohe⸗ erfor⸗ Und n also ethle⸗ Unter n der ⁴ be⸗ Fleiß ies sie leißig mir's nun „ der g vor a das ö hoch Kind⸗ eteten Sweiter Jahrgang. 9¹ es an, und taten ihre Schätze auf, und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe. Und Gott befahl ihnen im Traum, daß sie sich nicht sollten wieder zu Herodes lenken; und zo⸗ gen durch einen andern Weg wieder in ihr Land. Am 1. Sonnk. nach Epiphanias. Epistel. Ephel. 5, 3—14. Ihr waret weiland Finsternis; nun aber seid ihr ein Licht in dem Herrn. Wandelt wie die Kinder des Lichts; die Frucht des Geistes ist allerlei Gütigkeit und Gerechtig⸗ keit und Wahrheit; und prüfet, was da sei wohlgefällig dem Herrn. Und habt nicht Gemeinschaft mit den unfruchtbaren Werken der Finsternis, strafet sie aber vielmehr. Denn was heimlich von ihnen geschieht, das ist auch zu sagen schänd⸗ lich. Das alles aber wird offenbar, wenn's vom Licht ge⸗ strafet wird; denn alles, was offenbar wird, das ist Licht. Darum heißt es:„Wache auf, der du schläfest, und stehe auf von den Toten, so wird dich Christus erleuchten.“ Evangelium. Matth. 4, 12—22. Da nun Jesus hörte, daß Johannes überantwortet war, zog er in das galiläische Land; und verließ die Stadt Na⸗ zareth, kam und wohnete zu Kapernaum, die da liegt am Meer, an den Grenzen Sebulons und Naphthalis; auf daß erfüllet würde, das da gesagt ist durch den Propheten Jesaja, der da spricht:„Das Land Sebulon und das Land Naphthali, am Wege des Meers, jenseit des Jordans, und das heidnische Galiläa, das Volk, das in Finsternis saß, hat ein großes Licht gesehen, und die da saßen am Ort und Schatten des Todes, denen ist ein Licht aufgegangen.“ Von der Zeit an fing Jesus an, zu predigen und zu sagen: Tut Buße, das Himmelreich ist nahe herbeikommen. Als nun Jesus an dem galiläischen Meer ging, sah er zween Brüder, Simon, der da heißt Petrus, und Andreas, seinen Bruder, die warfen ihre Netze ins Meer; denn sie waren Fischer. Und er sprach zu ihnen: Folget mir nach, ich will euch zu Menschenfischern machen. Alsbald verließen sie ihre Netze und folgeten ihm nach. Und da er von dannen fürbaß ging, sah er zween andere Brüder, Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und Johannes, seinen Bruder, im Schiff mit ih⸗ rem Vater Zebedäus, daß sie ihre Netze flickten; und er rief 92 Episteln und Evangelien. ihnen. Alsbald verließen sie das Schiff und ihren Vater und folgeten ihm nach. Am 2. Bonnk. narh Epiphanias. Epistel. Röm. 1, 16—20. Ich schäme mich des Evangeliums von Christo nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die da selig machet alle, die daran glauben, die Juden vornehmlich und auch die Grie⸗ chen. Sintemal darinnen offenbaret wird die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, welche kommt aus Glauben in Glauben; wie denn geschrieben stehet:„Der Gerechte wird seines Glau⸗ bens leben.“ Denn Gottes Zorn vom Himmel wird offen⸗ bart über alles gottlose Wesen und Ungerechtigkeit der Men⸗ schen, die die Wahrheit in Ungerechtigkeit aufhalten. Denn was man von Gott weiß, ist ihnen offenbar; denn Gott hat es ihnen offenbart, damit daß Gottes unsichtbares Wesen, das ist seine ewige Kraft und Gottheit, wird ersehen, so man des wahrnimmt, an den Werken, nämlich an der Schöpfung der Welt; also daß sie keine Entschuldigung haben. Evangelium. Tuk. 4, 14—24. Und Jesus kam wieder in des Geistes Kraft nach Gali⸗ läa; und das Gerücht erscholl von ihm durch alle umlie⸗ gende Orte. Und Er lehrete in ihren Schulen, und ward von jedermann gepriesen. Und er kam gen Nazareth, da er erzogen war, und ging in die Schule nach seiner Ge⸗ wohnheit am Sabbathtage, und stund auf und wollte lesen. Da ward ihm das Buch des Propheten Jesaja gereicht. Und da er das Buch herumwarf, fand er den Ort, da geschrie⸗ ben stehet:„Der Geist des Herrn ist bei mir, darum daß er mich gesalbet hat; er hat mich gesandt, zu verkündigen das Evangelium den Armen, zu heilen die zerstoßenen Her⸗ zen, zu predigen den Gefangenen, daß sie los sein sollen, und den Blinden das Gesicht, und den Zerschlagenen, daß sie frei und ledig sein sollen, und zu verkündigen das an⸗ genehme Jahr des Herrn.“ Und als er das Buch zutat, gab er's dem Diener, und setzte sich. Und aller Augen, die in der Schule waren, sahen auf ihn. Und er fing an, zu sagen zu ihnen: Heute ist diese Schrift erfüllet vor euren Ohren. Und sie gaben alle Zeugnis von ihm, und wunderten sich der hold⸗ seligen Worte, die aus seinem Munde gingen, und sprachen: Iit da Ihr hilf di zu Kay stadt. phet i Am 8 N so hab Christ) gegane ritisch so du die Ir Jesus die G mir z Wasse damit denn Jakob darau Vater 6—20. nicht; lle, die Grie⸗ tigkeit, luben; Glau⸗ offen⸗ Men⸗ Denn ott hat Wesen, o man opfung Gali⸗ umlie⸗ ward th, da er Ge⸗ lesen. Und schrie⸗ n daß idigen Her⸗ sollen, „ daß is an⸗ t, gab in der jen zu Und hold⸗ ichen: Sweiter Jahrgang. 93³ Ist das nicht Josephs Sohn? Und er sprach zu ihnen: Ihr werdet freilich zu mir sagen dies Sprichwort: Arzt, hilf dir selber! Denn wie große Dinge haben wir gehört zu Kapernaum geschehen! Tu auch also hie in deiner Vater⸗ stadt. Er sprach aber: Wahrlich, ich sage euch: Kein Pro⸗ phet ist angenehm in seinem Vaterlande. Am 3. Sonnk. nach Epiphanias. Epistel. Röm. 5, 1—5. Nun wir denn sind gerecht worden durch den Glauben, so haben wir Frieden mit Gott durch unsern Herrn Jesum Christ, durch welchen wir auch den Zugang haben im Glau⸗ ben zu dieser Gnade, darinnen wir stehen, und rühmen uns der Hoffnung der zukünftigen Herrlichkeit, die Gott geben soll. Nicht allein aber das, sondern wir rühmen uns auch der Trübsale, dieweil wir wissen, daß Trübsal Geduld brin⸗ get; Geduld aber bringet Erfahrung; Erfahrung aber brin⸗ get Hoffnung; Hoffnung aber läßt nicht zu Schanden wer⸗ den; denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unser Herz durch den heiligen Geist, welcher uns gegeben ist. Evangelium. Ayh. 4, 5—14. Da kam er in eine Stadt Samarias, die heißet Sichar, nahe bei dem Feld, das Jakob seinem Sohn Joseph gab. Es war aber daselbst Jakobs Brunnen. Da nun Jesus müde war von der Reise, setzte er sich also auf den Brunnen; und es war um die sechste Stunde. Da kommt ein Weib von Samaria, Wasser zu schöpfen. Jesus spricht zu ihr: Gib mir zu trinken. Denn seine Jünger waren in die Stadt gegangen, daß sie Speise kauften. Spricht nun das sama⸗ ritische Weib zu ihm: Wie bittest Du von mir zu trinken, so du ein Jude bist, und ich ein samaritisch Weib?(Denn die Juden haben keine Gemeinschaft mit den Samaritern.) Jesus antwortete und sprach zu ihr: Wenn du erkennetest die Gabe Gottes, und wer der ist, der zu dir saget: Gib mir zu trinken, du bätest ihn, und er gäbe dir lebendiges Wasser. Spricht zu ihm das Weib: Herr, hast du doch nichts, damit du schöpfest, und der Brunnen ist tief; woher hast du denn lebendig Wasser? Bist Du mehr, denn unser Vater Jakob, der uns diesen Brunnen gegeben hat? und er hat daraus getrunken und seine Kinder und sein Vieh. Jesus 9⁴ Episteln und Evangelien. antwortete und sprach zu ihr: Wer dieses Wassers trinket, den wird wieder dürsten; wer aber des Wassers trinken wird, das Ich ihm gebe, den wird ewiglich nicht dürsten; sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, das wird in ihm ein Brunnen des Wassers werden, das in das ewige Leben quillet. Am 4. Synnk. nach Epiphanias. Epistel. Ephel. 2, 17—22. Christus ist kommen, hat verkündiget im Evangelium den Frieden euch, die ihr ferne waret, und denen, die nahe waren; denn durch ihn haben wir den Zugang alle beide in Einem Geiste zum Vater. So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Bürger mit den Heiligen und Gottes Hausgenossen, erbauet auf den Grund der Apostel und Propheten, da Jesus Christus der Eckstein ist; auf wel⸗ chem der ganze Bau in einander gefüget wächst zu einem heiligen Tempel in dem Herrn, auf welchem auch ihr mit erbauet werdet zu einer Behausung Gottes im Geist. Evangelium. Ayh. 4, 15—-26. Spricht das Weib zu ihm: Herr, gib mir dasselbige Wasser, auf daß mich nicht dürste, und ich nicht herkommen müsse, zu schöpfen. Jesus spricht zu ihr: Gehe hin, rufe deinem Manne, und komm her. Das Weib antwortete und sprach zu ihm: Ich habe keinen Mann. Jesus spricht zu ihr: Du hast recht gesagt: Ich habe keinen Mann. Fünf Männer hast du gehabt, und den du nun hast, der ist nicht dein Mann; da hast du recht gesagt. Das Weib spricht zu ihm: Herr, ich sehe, daß Du ein Prophet bist. Unsre Väter haben auf diesem Berge angebetet, und ihr saget, zu Jerusalem sei die Stätte, da man anbeten solle. Jesus spricht zu ihr: Weib, glaube mir, es kommt die Zeit, daß ihr weder auf diesem Berge noch zu Jerusalem werdet den Vater anbeten. Ihr wisset nicht, was ihr anbetet; wir wissen aber, was wir anbeten; denn das Heil kommt von den Ju⸗ den. Aber es kommt die Zeit, und ist schon jetzt, daß die wahrhaftigen Anbeter werden den Vater anbeten im Geist und in der Wahrheit; denn der Vater will haben, die ihn also anbeten. Gott ist Geist, und die ihn anbeten, die müs⸗ sen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten. Spricht das W Christ uns al mit di Am 5 D meiner ner L Leiden nion, aus a lig leb Mit de länger bleibe sintem von Ki n Jesum zur Le der Ge zu alle Als Er aue heimlie Wo ist ter den aber su mand den Ji Tempe sprache gelerne Lehre! jemand Lehre! von ihr ö ö ö Sweiter Jahrgang. 9⁵ das Weib zu ihm: Ich weiß, daß Messias kommt, der da Christus heißt. Wenn derselbige kommen wird, so wird er's. uns alles verkündigen. Jesus spricht zu ihr: Ich bin's, der mit dir redet. Am 5. Sonnkage nach Epiph. Epistel. 2. Cimokh. 3, 10—17. Du aber bist nachgefolget meiner Lehre, meiner Weise, meiner Meinung, meinem Glauben, meiner Langmut, mei⸗ ner Liebe, meiner Geduld, meinen Verfolgungen, meinen Leiden, welche mir widerfahren sind zu Antiochien, zu Iko⸗ nion, zu Lystra, welche Verfolgungen ich da ertrug; und. aus allen hat mich der Herr erlöset. Und alle, die gottse⸗ lig leben wollen in Christo Jesu, müssen Verfolgung leiden. Mit den bösen Menschen aber und verführerischen wird's je länger je ärger, verführen und werden verführet. Du aber bleibe in dem, das du gelernet hast, und dir vertrauet ist, sintemal du weißt, von wem du gelernet hast. Und weil du von Kind auf die heilige Schrift weißt, kann dich dieselbige unterweisen zur Seligkeit durch den Glauben an Christum Jesum. Denn alle Schrift, von Gott eingegeben, ist nütze zur Lehre, zur Strafe, zur Besserung, zur Züchtigung in der Gerechtigkeit, daß ein Mensch Gottes sei vollkommen, zu allem guten Werk geschickt. Evangelium. Aoh. 7, 10—18. Als aber Jesu Brüder waren hinaufgegangen, da ging Er auch hinauf zu dem Fest, nicht offenbarlich, sondern als heimlich. Da suchten ihn die Juden am Fest und sprachen: Wo ist der? Und es war ein groß Gemurmel von ihm un⸗ ter dem Volk. Etliche sprachen: Er ist fromm; die andern aber sprachen: Nein, sondern er verführet das Volk. Nie⸗ mand aber redete frei von ihm um der Furcht willen vor den Juden. Aber mitten im Fest ging Jesus hinauf in den Tempel und lehrte. Und die Juden verwunderten sich und sprachen: Wie kann dieser die Schrift, so er sie doch nicht gelernet hat? Jesus antwortete ihnen und sprach: Meine Lehre ist nicht mein, sondern des, der mich gesandt hat. So jemand will des Willen tun, der wird innewerden, ob diese Lehre von Gott sei, oder ob Ich von mir selbst rede. Wer von ihm selbst redet, der suchet seine eigne Ehre; wer aber 96 Episteln und Evangelien. suchet die Ehre des, der ihn gesandt hat, der ist wahrhaftig, und ist keine Ungerechtigkeit an ihm. Am 6. Sonnkage nach Epiphanias. Epistel. 1. Ror. 1, 25—81. Die göttliche Torheit ist weiser, denn die Menschen sind, und die göttliche Schwachheit ist stärker, denn die Menschen sind. Sehet an, lieben Brüder, euren Beruf; nicht viel Wei⸗ se nach dem Fleisch, nicht viel Gewaltige, nicht viel Edle sind berufen; sondern was töricht ist vor der Welt, das hat Gott erwählet, daß er die Weisen zu Schanden machte; und was schwach ist vor der Welt, das hat Gott erwählet, daß er zu Schanden machte, was stark ist; und das Unedle vor der Welt und das Verachtete hat Gott erwählet, und das da nichts ist, daß er zunichte machte, was etwas ist, auf daß sich vor ihm kein Fleisch rühme. Von ihm kommt auch ihr her in Christo Jesu, welcher uns gemacht ist von Gott zur Weisheit und zur Gerechtigkeit und zur Heiligung und zur Erlösung, auf daß(wie geschrieben stehet),„wer sich rühmet. der rühme sich des Herrn“. Evangelium. Avh. 7, 37—-58. Aber am letzten Tage des Festes, der am herrlichsten war, trat Jesus auf, rief und sprach: Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke! Wer an mich glaubet, wie die Schrift saget, von des Leibe werden Ströme des lebendigen Wassers fließen. Das sagte er aber von dem Geist, wel⸗ chen empfahen sollten, die an ihn glaubten; denn der heili⸗ ge Geist war noch nicht da; denn Jesus war noch nicht ver⸗ kläret. Viele nun vom Volk, die diese Rede höreten, spra⸗ chen: Dieser ist wahrlich der Prophet. Andere sprachen: Er ist Christus. Etliche aber sprachen: Soll Christus aus Galiläa kommen? Spricht nicht die Schrift, von dem Sa⸗ men Davids und aus dem Flecken Bethlehem, da David war, solle Christus kommen? Also ward eine Zwietracht unter dem Volk über ihm. Es wollten aber etliche ihn grei⸗ fen; aber niemand legte die Hand an ihn. Die Knechte ka⸗ men zu den Hohenpriestern und Pharisäern; und sie spra⸗ chen zu ihnen: Warum habt ihr ihn nicht gebracht? Die Knechte antworteten: Es hat nie kein Mensch also geredet wie dieser Mensch. Da antworteten ihnen die Pharisäer: Seid ster od vom mus, ihnen man teten sche u jeglich Am D so du sei, u Toten Herzer Mund „Wer ist hie ler zur haftig, 5—31. 4 sind, uschen Wei⸗ IEdle ,„ das achte; zählet, Inedle t, und 4s ist, ommt st von ligung „wer ichsten et, der ie die ndigen „ wel⸗ heili⸗ t ver⸗ spra⸗ achen: 5 aus m Sa⸗ David etracht grei⸗ gte ka⸗ spra⸗ 7 Die eredet risäer: Sweiter Jahrgang. 97⁷ Seid ihr auch verführet? Glaubet auch irgend ein Ober⸗ ster oder Pharisäer an ihn? Sondern das Volk, das nichts vom Gesetz weiß, ist verflucht. Spricht zu ihnen Nikode⸗ mus, der bei der Nacht zu ihm kam, welcher einer unter ihnen war: Richtet unser Gesetz auch einen Menschen, ehe man ihn verhöret und erkennet, was er tut? Sie antwor⸗ teten und sprachen zu ihm: Bist du auch ein Galiläer? For⸗ sche und siehe, aus Galiläa stehet kein Prophet auf. Und ein jeglicher ging also heim. Am Sonntage Beptuagenmä. Epistel. RNöm. 10, 8—18. Dies ist das Wort vom Glauben, das wir predigen. Denn so du mit deinem Munde bekennest Jesum, daß er der Herr sei, und glaubest in deinem Herzen, daß ihn Gott von den Toten auferwecket hat, so wirst du selig. Denn so man von Herzen glaubet, so wird man gerecht; und so man mit dem Munde bekennet, so wird man selig. Denn die Schrift spricht: „Wer an ihn glaubet, wird nicht zu Schanden werden.“ Es ist hie kein Unterschied unter Juden und Griechen; es ist al⸗ ler zumal Ein Herr, reich über alle, die ihn anrufen. Denn „wer den Namen des Herrn wird anrufen, soll selig wer⸗ den.“ Wie sollen sie aber anrufen, an den sie nicht glau⸗ ben? Wie sollen sie aber glauben, von dem sie nichts ge⸗ hört haben? Wie sollen sie aber hören ohne Prediger? Wie sollen sie aber predigen, wo sie nicht gesandt werden? Wie denn geschrieben stehet:„Wie lieblich sind die Füße derer, die den Frieden verkündigen, die das Gute verkündigen!“ Aber sie sind nicht alle dem Evangelium gehorsam. Denn Jesaja spricht:„Herr, wer glaubet unserm Predigen?“ So kommt der Glaube aus der Predigt, das Predigen aber durch das Wort Gottes. Ich sage aber: Haben sie es nicht gehöret? Wohl, es ist ja in alle Lande ausgegangen ihr Schall und in alle Welt ihre Worte. Evangelium. Maltkh. 9, 35—388. Und Jesus ging umher in alle Städte und Märkte, lehrte in ihren Schulen, und predigte das Evangelium von dem Reich, und heilete allerlei Seuche und allerlei Krankheit im Volke. Und da er das Volk sah, jammerte ihn desselbigen; denn sie waren verschmachtet und zerstreuet wie die Schafe, 7 98 Episteln und Evangelien. die keinen Hirten haben. Da sprach er zu seinen Jüngern: Die Ernte ist groß, aber wenig sind der Arbeiter. Darum in den Herrn der Ernte, daß er Arbeiter in seine Ernte sende. Am BSonnkage Sexagenmä. Epistel. 2. Chesf. 3, 1—5. Weiter, lieben Brüder, betet für uns, daß das Wort des Herrn laufe und gepriesen werde wie bei euch, und daß wir erlöset werden von den unverständigen und argen Menschen. Denn der Glaube ist nicht jedermanns Ding. Aber der Herr ist treu; der wird euch stärken und bewahren vor dem Ar⸗ gen. Wir versehen uns aber zu euch in dem Herrn, daß ihr tut und tun werdet, was wir euch gebieten. Der Herr aber richte eure Herzen zu der Liebe Gottes und zu der Geduld Christi. Evangelium. Mark. 4, 26—32. Jesus sprach: Das Reich Gottes hat sich also, als wenn ein Mensch Samen aufs Land wirft, und schläft, und stehet auf, Nacht und Tag; und der Same gehet auf und wächset, daß er's nicht weiß; denn die Erde bringet von ihr selbst zum ersten das Gras, darnach die Ahren, darnach den vol⸗ len Weizen in den Ahren. Wenn sie aber die Frucht ge⸗ bracht hat, so schicket er bald die Sichel hin; denn die Ernte ist da. Und er sprach: Wem wollen wir das Reich Got⸗ tes vergleichen? und durch welch Gleichnis wollen wir es vorbilden? Gleichwie ein Senfkorn, wenn das gesäet wird aufs Land, so ist's das kleinste unter allen Samen auf Er⸗ den; und wenn es gesäet ist, so nimmt es zu, und wird größer denn alle Kohlkräuter, und gewinnet große Zweige, also daß die Vögel unter dem Himmel unter seinem Schat⸗ ten wohnen können. Am Bynntage Estomihi. Epistel. 1. Ror. 1, 18—24. Das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die ver⸗ loren werden; uns aber, die wir selig werden, ist's eine Gotteskraft. Denn es stehet geschrieben:„Ich will zunichte machen die Weisheit der Weisen, und den Verstand der Ver⸗ ständigen will ich verwerfen.“ Wo sind die Klugen? Wo sind die Schriftgelehrten? Wo sind die Weltweisen? Hat nicht Gott die Weisheit dieser Welt zur Torheit gemacht? igern: darum Ernte —5. ort des aß wir uschen. r Herr m Ar⸗ aß ihr r aber Beduld wenn stehet ächset, selbst en vol⸗ cht ge⸗ Ernte )Got⸗ wir es t wird uf Er⸗ d wird zweige, Schat⸗ Sweiter Jahrgang. 99 Denn dieweil die Welt durch ihre Weisheit Gott in seiner Weisheit nicht erkannte, gefiel es Gott wohl, durch törichte Predigt selig zu machen die, so daran glauben; sintemal die Juden Zeichen fordern und die Griechen nach Weisheit fragen, wir aber predigen den gekreuzigten Christ, den Ju⸗ den ein Argernis und den Griechen eine Torheit, denen aber, die berufen sind, Juden und Griechen, predigen wir Chri⸗ stum, göttliche Kraft und göttliche Weisheit. Evangelium. Aoh. 11, 47—54. Da versammelten die Hohenpriester und die Pharisäer einen Rat und sprachen: Was tun wir? Dieser Mensch tut viel Zeichen. Lassen wir ihn also, so werden sie alle an ihn glauben; so kommen dann die Römer, und nehmen uns Land und Leute. Einer aber unter ihnen, Kaiphas, der desselben Jahrs Hoherpriester war, sprach zu ihnen: Ihr wisset nichts, bedenket auch nichts; es ist uns besser, Ein Mensch sterbe für das Volk, denn daß das ganze Volk verderbe. Solches aber redete er nicht von sich selbst, son⸗ dern dieweil er desselbigen Jahrs Hoherpriester war, weis⸗ sagte er; denn Jesus sollte sterben sür das Volk, und nicht für das Volk allein, sondern daß er auch die Kinder Got⸗ tes, die zerstreuet waren, zusammenbrächte. Von dem Tage an ratschlagten sie, wie sie ihn töteten. Jesus aber wan⸗ delte nicht mehr frei unter den Juden, sondern ging von dannen in eine Gegend nahe bei der Wüste, in eine Stadt, genannt Ephrem, und hatte sein Wesen daselbst mit seinen Jüngern. Am 1. Honntage in den Fasten, Anvyravit. Epistel. Ebr. 12, 1—4. Darum auch wir, dieweil wir eine solche Wolke von Zeugen um uns haben, lasset uns ablegen die Sünde, so uns immer anklebt und träge macht, und lasset uns laufen durch Geduld in dem Kampf, der uns verordnet ist, und aufsehen auf Jesum, den Anfänger und Vollender des Glau⸗ bens; welcher, da er wohl hätte mögen Freude haben, er⸗ duldete er das Kreuz, und achtete der Schande nicht, und ist gesessen zur Rechten auf dem Stuhl Gottes. Gedenket an den, der ein solches Widersprechen von den Sündern wider sich erduldet hat, daß ihr nicht in eurem Mut matt 7* 100⁰ Episteln und Evangelien. werdet und ablasset. Denn ihr habt noch nicht bis aufs Blut widerstanden über dem Kämpfen wider die Sünde. Evangelium. Malth. 16, 21—28. Von der Zeit an fing Jesus an und zeigte seinen Jün⸗ gern, wie er müßte hin gen Jerusalem gehen, und viel leiden von den Altesten und Hohenpriestern und Schrist⸗ gelehrten, und getötet werden, und am dritten Tage auf⸗ erstehen. Und Petrus nahm ihn zu sich, fuhr ihn an und sprach: Herr, schone dein selbst; das widerfahre dir nur nicht! Aber er wandte sich um und sprach zu Petrus: Heb dich, Satan, von mir! du bist mir ärgerlich; denn du mei⸗ nest nicht, was göttlich, sondern was menschlich ist. Am 2. Sonntage in den Fasten, Beminisrere. Epistel. 1. Petr. 4, 12—19. Ihr Lieben, lasset euch die Hitze, so euch begegnet, nicht befremden(die euch widerfähret, daß ihr versucht werdet), als widerführe euch etwas Seltsames, sondern freuet euch, daß ihr mit Christo leidet, auf daß ihr auch zur Zeit der Offenbarung seiner Herrlichkeit Freude und Wonne haben möget. Selig seid ihr, wenn ihr geschmähet werdet über dem Namen Christi; denn der Geist, der ein Geist der Herrlichkeit und Gottes ist, ruhet auf euch. Bei ihnen ist er verlästert, aber bei euch ist er gepriesen. Niemand aber unter euch leide als ein Mörder oder Dieb oder Übeltäter, oder der in ein fremd Amt greifet. Leidet er aber als ein Christ, so schä⸗ me er sich nicht; er ehre aber Gott in solchem Fall. Denn es ist Zeit, daß anfange das Gericht an dem Hause Gottes. So aber zuerst an uns, was will's für ein Ende werden mit denen, die dem Evangelium Gottes nicht glauben? Und so der Gerechte kaum erhalten wird, wo will der Gottlose und Sünder erscheinen? Darum, welche da leiden nach Got⸗ tes Willen, die sollen ihm ihre Seele befehlen, als dem treuen Schöpfer, in guten Werken. Evangelium. Matth. 20, 20—-28. Da trat zu ihm die Mutter der Kinder des Zebedäus mit ihren Söhnen, fiel vor ihm nieder und bat etwas von ihm. Und er sprach zu ihr: Was willst du? Sie sprach zu ihm: Laß diese meine zween Söhne sitzen in deinem Reich, Blut jün⸗ viel rist⸗ auf⸗ und nur Heb mei⸗ licht det), uch, der üben dem keit tert, euch r in chä⸗ senn tes. den Und lose Bot⸗ uen äus von u ich, Sweiter Jahrgang. 10¹ einen zu deiner Rechten und den andern zu deiner Linken. Aber Jesus antwortete und sprach: Ihr wisset nicht, was ihr bittet. Könnet ihr den Kelch trinken, den Ich trinken werde, und euch taufen lassen mit der Taufe, da Ich mit getauft werde? Sie sprachen zu ihm: Ja, wohl. Und er sprach zu ihnen: Meinen Kelch sollt ihr zwar trinken, und mit der Taufe, da Ich mit getauft werde, sollt ihr getauft werden; aber das Sitzen zu meiner Rechten und Linken zu geben, stehet mir nicht zu, sondern denen es bereitet ist von meinem Vater. Da das die Zehn höreten, wurden sie un⸗ willig über die zween Brüder. Aber Jesus rief sie zu sich und sprach: Ihr wisset, daß die weltlichen Fürsten herr⸗ schen, und die Oberherrn haben Gewalt. So soll es nicht sein unter euch; sondern, so jemand will unter euch gewal⸗ tig sein, der sei euer Diener. Und wer da will der Vor⸗ nehmste sein, der sei euer Knecht. Gleichwie des Menschen Sohn ist nicht kommen, daß er sich dienen lasse, sondern daß er diene, und gebe sein Leben zu einer Erlösung für viele. Am 3. Sonntage i. d. Jasten, Oruli. Epist. Röm. 8, 28—39. Wir wissen aber, daß denen, die Gott lieben, alle Dinge Den besten dienen, denen, die nach dem Vorsatz berufen sind. enn welche er zuvor ersehen hat, die hat er auch verord⸗ net, daß sie gleich sein sollten dem Ebenbilde seines Sohns, auf daß derselbige der Erstgeborne sei unter vielen Brü⸗ dern. Welche er aber verordnet hat, die hat er auch be⸗ rufen; welche er aber berufen hat, die hat er auch gerecht gemacht; welche er aber hat gerecht gemacht, die hat er auch herrlich gemacht. Was wollen wir nun hiezu sagen? Ist Gott für uns, wer mag wider uns sein? Welcher auch seines eignen Sohns nicht hat verschonet, sondern hat ihn für uns alle dahingegeben; wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken? Wer will die Auserwähleten Gottes be⸗ schuldigen? Gott ist hie, der da gerecht machet. Wer will verdammen? Christus ist hie, der gestorben ist, ja viel⸗ mehr, der auch auferwecket ist, welcher ist zur Rechten Got⸗ tes und vertritt uns. Wer will uns scheiden von der Liebe Gottes? Trübsal oder Angst oder Verfolgung oder Hunger 102 Episteln und Evangelien. oder Blöße oder Fährlichkeit oder Schwert? Wie geschrie⸗ ben stehet:„Um deinetwillen werden wir getötet den gan⸗ zen Tag; wir sind geachtet wie Schlachtschafe.“ Aber in dem allen überwinden wir weit um des willen, der uns geliebet hat. Denn ich bin gewiß, daß weder Tod noch Le⸗ ben, weder Engel noch Fürstentümer noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes, noch keine andere Kreatur mag uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christo Jesu ist, unserm Herrn. Evangelium. NTuk. 19, 1—10. Und er zog hinein und ging durch Jericho. Und siehe, da war ein Mann, genannt Zachäus, der war ein Ober⸗ ster der Zöllner, und war reich; und begehrte Jesum zu sehen, wer er wäre, und konnte nicht vor dem Volk; denn er war klein von Person. Und er lief voraus und stieg auf einen Maulbeerbaum, auf daß er ihn sähe; denn allda soll⸗ te er durchkommen. Und als Jesus kam an dieselbige Stät⸗ te, sah er auf und ward sein gewahr, und sprach zu ihm: Zachäus, steig eilend hernieder; denn ich muß heute zu dei⸗ nem Hause einkehren. Und er stieg eilend hernieder, und nahm ihn auf mit Freuden. Da sie das sahen, murreten sie alle, daß er bei einem Sünder einkehrte. Zachäus aber trat dar und sprach zu dem Herrn: Siehe, Herr, die Hälfte meiner Güter gebe ich den Armen, und so ich jemand be⸗ trogen habe, das gebe ich vierfältig wieder. Jesus aber sprach zu ihm: Heute ist diesem Hause Heil widerfahren, sintemal er auch Abrahams Sohn ist. Denn des Menschen Sohn ist kommen, zu suchen und selig zu machen, das ver⸗ loren ist. Am 4. Bonnk. i. d. Jasten, Lätare. Epistel. 2. Ror. 5, 14—21. Die Liebe Christi dringet uns also; sintemal wir hal⸗ ten, daß so Einer für alle gestorben ist, so sind sie alle gestorben, und er ist darum für alle gestorben, auf daß die, so da leben, hinfort nicht ihnen selbst leben, sondern dem, der für sie gestorben und auferstanden ist. Darum von nun an kennen wir niemand nach dem Fleisch; und ob wir auch Christum gekannt haben nach dem Fleisch, so kennen wir ihn doch jetzt nicht mehr. Darum, ist jemand in Chri⸗ sto, so siehe, der ur und da Gott ber, u ter ur sind m mahne Laset keiner wir w Sa da La wecket Abend einer, Pfund bete d Füße; sprach rioth, verkar Das sonder was den; Denn nicht Am 5 S keit z chen durch einen hinzr bespr hrie⸗ gan⸗ rin uns Le⸗ eder efes, ꝛiebe iehe, ber⸗ zu henn auf soll⸗ tät⸗ hm: dei⸗ und eten Aber ilfte be⸗ Aber ren, chen ver⸗ 21. hal⸗ alle daß ern von wir nen ri⸗ Sweiter Jahrgang. 10³ sto, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, es ist alles neu worden. Aber das alles von Gott, der uns mit ihm selber versöhnet hat durch Jesum Christ, und das Amt gegeben, das die Versöhnung prediget. Denn Gott war in Christo, und versöhnte die Welt mit ihm sel⸗ ber, und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu, und hat un⸗ ter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung. So sind wir nun Botschafter an Christi Statt; denn Gott ver⸗ Laset e durch uns; so bitten wir nun an Christi Statt: Lasset euch versöhnen mit Gott! Denn er hat den, der von keiner Sünde wußte, für uns zur Sünde gemacht, auf daß wir würden in ihm die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt. Evangelium. Ayh. 12, 1—8. Sechs Tage vor den Ostern kam Jesus nach Bethanien, da Lazarus war, der Verstorbene, welchen Jesus aufer⸗ wecket hatte von den Toten. Daselbst machten sie ihm ein Abendmahl, und Martha dienete; Lazarus aber war der einer, die mit ihm zu Tische saßen. Da nahm Maria ein Pfund Salbe von ungefälschter, köstlicher Narde, und sal⸗ bete die Füße Jesu, und trocknete mit ihrem Haare seine Füße; das Haus aber ward voll vom Geruch der Salbe. Da sprach seiner Jünger einer, Judas, Simons Sohn, Ischa⸗ rioth, der ihn hernach verriet: Warum ist diese Salbe nicht verkauft um dreihundert Groschen und den Armen gegeben? Das sagte er aber nicht, daß er nach den Armen fragte, sondern er war ein Dieb, und hatte den Beutel und trug was gegeben ward. Da sprach Jesus: Laß sie mit Frie⸗ den; solches hat sie behalten zum Tage meiner Begräbnis. Denn Arme habt ihr allezeit bei euch; mich aber habt ihr nicht allezeit. Am 5. Bonntage i. d. Jasten, Audira. Epist. Ebr. 10, 19—27. So wir denn nun haben, lieben Brüder, die Freudig⸗ keit zum Eingang in das Heilige durch das Blut Jesu, wel⸗ chen er uns bereitet hat zum neuen und lebendigen Wege durch den Vorhang, das ist, durch sein Fleisch, und haben einen Hohenpriester über das Haus Gottes: so lasset uns hinzugehen mit wahrhaftigem Herzen in völligem Glauben, besprenget in unsern Herzen und los von dem bösen Ge⸗ 10⁴ Episteln und Evangelien wissen, und gewaschen am Leibe mit reinem Wasser; und lasset uns halten an dem Bekenntnis der Hoffnung, und nicht wanken; denn er ist treu, der sie verheißen hat; und lasset uns unter einander unser selbst wahrnehmen mit Rei⸗ zen zur Liebe und guten Werken, und nicht verlassen un⸗ sere Versammlung, wie etliche pflegen, sondern unter ein⸗ ander ermahnen; und das so viel mehr, so viel ihr sehet, daß sich der Tag nahet. Denn so wir mutwillig sündigen, nachdem wir die Erkenntnis der Wahrheit empfangen haben, haben wir fürder kein ander Opfer mehr für die Sünden, sondern ein schrecklich Warten des Gerichtes und des Feuer⸗ eifers, der die Widersacher verzehren wird. Evangelium. Markth. 23, 29—39. Jesus sprach: Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr der Propheten Gräber bauet, und schmücket der Gerechten Gräber, und sprecht: Wären wir zu unsrer Väter Zeiten gewesen, so wollten wir nicht teil⸗ haftig sein mit ihnen an der Propheten Blut. So gebt ihr über euch selbst Zeugnis, daß ihr Kinder seid derer, die die Propheten getötet haben. Wohlan, erfüllet auch ihr das Maß eurer Väter! Ihr Schlangen, ihr Otterngezüchte! wie wollt ihr der höllischen Verdammnis entrinnen? Darum siehe, Ich sende zu euch Propheten und Weise und Schrift⸗ gelehrte; und derselbigen werdet ihr etliche töten und kreu⸗ zigen, und etliche werdet ihr geißeln in euren Schulen, und werdet sie verfolgen von einer Stadt zu der andern; auf daß über euch komme all das gerechte Blut, das vergossen ist auf Erden, von dem Blut an des gerechten Abel bis aufs Blut Zacharias, des Sohnes Berechjas, welchen ihr getötet habt zwischen dem Tempel und Altar. Wahrlich, ich sage euch, daß solches alles wird über dies Geschlecht kommen. Jerusalem, Jerusalem, die du tötest die Prophe⸗ ten und steinigest, die zu dir gesandt sind! wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne versam⸗ melt ihre Küchlein unter ihre Flügel; und ihr habt nicht gewollt. Siehe, euer Haus soll euch wüst gelassen werden. Denn ich sage euch: Ihr werdet mich von jetzt an nicht se⸗ hen, bis ihr sprecht: Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn! Sweiter Jahrgang. 10⁵ Am Palmsonntage. Epistel. Ebr. 5, 5—9. Christus hat sich nicht selbst in die Ehre gesetzt, daß er Hoherpriester würde, sondern der zu ihm gesagt hat: „Du bist mein Sohn, heute habe Ich dich gezeuget.“ Wie er auch am andern Ort spricht:„Du bist ein Priester in Ewigkeit, nach der Ordnung Melchisedeks.“ Und er hat in den Tagen seines Fleisches Gebet und Flehen mit star⸗ kem Geschrei und Tränen geopfert zu dem, der ihm von dem Tode konnte aushelfen; und ist auch erhöret, darum daß er Gott in Ehren hatte. Und wiewohl er Gottes Sohn war, hat er doch an dem, das er litt, Gehorsam gelernet. Und da er vollendet war, ist er worden allen, die ihm ge⸗ horsam sind, eine Ursache zur ewigen Seligkeit. Evangelium. Auh. 17, 1—5. Solches redete Jesus, und hub seine Augen gen Himmel und sprach: Vater, die Stunde ist hie, daß du deinen Sohn verklärest, auf daß dich dein Sohn auch verkläre; gleich⸗ wie du ihm Macht hast gegeben über alles Fleisch, auf daß er das ewige Leben gebe allen, die du ihm gegeben hast. Das ist aber das ewige Leben, daß sie dich, der du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hast, Jesum Christ, erkennen. Ich habe dich verkläret auf Erden, und vollen⸗ det das Werk, das du mir gegeben hast, daß ich es tun sollte. Und nun verkläre mich Du, Vater, bei dir selbst mit der Klarheit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war. Am grünen Donnerskage. Epistel. 1. Ror. 10, 16. 17. Der gesegnete Kelch, welchen wir segnen, ist der nicht die Gemeinschaft des Bluts Christi? Das Brot, das wir brechen, ist das nicht die Gemeinschaft des Leibes Christi? Denn Ein Brot ist's, so sind wir viele Ein Leib; dieweil wir alle Eines Brots teilhaftig sind. ö Jür die Altarvorlesung das vierte Baupfstück der Leidensgeschichte. Evangelium. Matth. 26, 17—-29. Aber am ersten Tage der süßen Brote traten die Jünger zu Jesu, und sprachen zu ihm: Wo willst du, daß wir dir bereiten, das Osterlamm zu essen? Er sprach: Gehet hin in die Stadt zu einem und sprecht zu ihm: Der Meister 106 Episteln und Evangelien. läßt dir sagen: Meine Zeit ist nahe, ich will bei dir die Ostern halten mit meinen Jüngern. Und die Jünger taten, wie ihnen Jesus befohlen hatte, und bereiteten das Oster⸗ lamm. Und am Abend setzte er sich zu Tisch mit den Zwöl⸗ fen. Und da sie aßen, sprach er: Wahrlich, ich sage euch: Einer unter euch wird mich verraten. Und sie wurden sehr be⸗ trübt, und huben an, ein jeglicher unter ihnen, und sagten zu ihm: Herr, bin ich's? Er antwortete und sprach: Der mit der Hand mit mir in die Schüssel tauchte, der wird mich verraten. Des Menschen Sohn gehet zwar dahin, wie von ihm geschrieben stehet; doch weh dem Menschen, durch welchen des Menschen Sohn verraten wird! Es wäre ihm besser, daß derselbige Mensch nie geboren wäre. Da ant⸗ wortete Judas, der ihn verriet und sprach: Bin ich's Rabbi? Er sprach zu ihm: Du sagst es. Da sie aber aßen, nahm Jesus das Brot, dankte, und brach's, und gab's den Jüngern und sprach: Nehmet, esset, das ist mein Leib. Und er nahm den Kelch und dankte, gab ihnen den und sprach: Trinket alle daraus; das ist mein Blut des neuen Testaments, wel⸗ ches vergossen wird für viele zur Vergebung der Sünden. Ich sage euch: Ich werde von nun an nicht mehr von die⸗ sem Gewächs des Weinstocks trinken bis an den Tag, da ich's neu trinken werde mit euch in meines Vaters Reich. Am Rarfreitage. Jür die Altarvorlefung das fünfte Baupkstück der Leidensgeschichte. Jür die Predigt freie Texte. Am 1. Ostertage. Epistel. 1. Petr. 1, 3—9. Gelobet sei Gott und der Vater unsers Herrn Jesu Christi, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wieder⸗ geboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auf⸗ erstehung Jesu Christi von den Toten, zu einem unver⸗ gänglichen und unbefleckten und unverwelklichen Erbe, das behalten wird im Himmel euch, die ihr aus Gottes Macht durch den Glauben bewahret werdet zur Seligkeit, welche bereitet ist, daß sie offenbar werde zu der letzten Zeit. In derselbigen werdet ihr euch freuen, die ihr jetzt eine kleine Zeit, wo es sein soll, traurig seid in mancherlei Anfech⸗ Petru: hinein davon Sweiter Jahrgang. 107 tungen, auf daß euer Glaube rechtschaffen und viel köst⸗ licher erfunden werde denn das vergängliche Gold, das durchs Feuer bewähret wird, zu Lobe, Preis und Ehre, wenn nun offenbaret wird Jesus Christus, welchen ihr nicht gesehen und doch lieb habt, und nun an ihn glaubet, wie⸗ wohl ihr ihn nicht sehet, und werdet euch freuen mit un⸗ aussprechlicher und herrlicher Freude und das Ende eures Glaubens davonbringen, nämlich der Seelen Seligkeit. Evangelium. Tuk. 24, 1—12. Aber am ersten Tage der Woche sehr frühe kamen sie zum Grabe, und trugen die Spezerei, die sie bereitet hatten, und etliche mit ihnen. Sie fanden aber den Stein abge⸗ wälzet von dem Grabe; und gingen hinein, und fanden den Leib des Herrn Jesu nicht. Und da sie darum beküm mert waren, siehe, da traten zu ihnen zween Männer mit glän⸗ zenden Kleidern. Und sie erschraken, und schlugen ihre An⸗ gesichter nieder zu der Erde. Da sprachen die zu ihnen: Was suchet ihr den Lebendigen bei den Toten? Er ist nicht hie, er ist auferstanden. Gedenket dran, wie er euch sagte, da er noch in Galiläa war, und sprach: Des Menschen Sohn muß überantwortet werden in die Hände der Sünder, und gekreuziget werden, und am dritten Tage auferstehen. Und sie gedachten an seine Worte. Und sie gingen wieder vom Grabe, und verkündigten das alles den Elfen und den an⸗ dern allen. Es war aber Maria Magdalena und Johanna und Maria, des Jakobus Mutter, und andere mit ihnen, die solches den Aposteln sageten. Und es deuchten sie ihre Worte eben, als wären's Märlein, und glaubten ihnen nicht. Petrus aber stund auf und lief zum Grabe, und bückte sich hinein, und sah die leinenen Tücher allein liegen; und ging davon, und es nahm ihn wunder, wie es zuginge. Am 2. Osterkage. Epistel. 1. Ror. 15, 51—58. Siehe, ich sage euch ein Geheimnis: Wir werden nicht alle entschlafen, wir werden aber alle verwandelt werden; und dasselbe plötzlich in einem Augenblick, zur Zeit der letzten Posaune. Denn es wird die Posaune schallen, und die Toten werden auferstehen unverweslich, und wir wer⸗ den verwandelt werden. Denn dies Verwesliche muß an⸗ —— — S—.— 1 41 108 Episteln und Evangelien. ziehen die Unverweslichkeit, und dies Sterbliche muß an⸗ ziehen die Unsterblichkeit. Wenn aber dies Verwesliche wird anziehen die Unverweslichkeit, und dies Sterbliche wird an⸗ ziehen die Unsterblichkeit, dann wird erfüllet werden das Wort, das geschrieben stehet:„Der Tod ist verschlungen in den Sieg. Tod, wo ist dein Stachel? Hölle, wo ist dein Sieg?“ Aber der Stachel des Todes ist die Sünde; die Kraft aber der Sünde ist das Gesetz. Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gegeben hat durch unsern Herrn Jesum Christum. Darum, meine lieben Brüder, seid fest, unbe⸗ weglich, und nehmet immer zu in dem Werk des Herrn, sintemal ihr wisset, daß eure Arbeit nicht vergeblich ist in Dent Hernn. Evangelium. Aph. 20, 11—18. Maria aber stund vor dem Grabe und weinte draußen. Als sie nun weinte, guckte sie in das Grab, und siehet zween Engel in weißen Kleidern sitzen, einen zu den Häup⸗ ten und den andern zu den Füßen, da sie den Leichnam Je⸗ su hingelegt hatten. Und dieselbigen sprachen zu ihr: Weib, was weinest du? Sie spricht zu ihnen: Sie haben meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wo sie ihn hin⸗ gelegt haben. Und als sie das sagte, wandte sie sich zu⸗ rück, und siehet Jesum stehen, und weiß nicht, daß es Je⸗ sus ist. Spricht Jesus zu ihr: Weib, was weinest du? Wen suchest du? Sie meinet, es sei der Gärtner, und spricht zu ihm: Herr, hast Du ihn weggetragen, so sage mir, wo hast du ihn hingeleget, so will ich ihn holen. Spricht Jesus zu ihr: Maria! Da wandte sie sich um und spricht zu ihm: Rabbuni, das heißet: Meister. Spricht Jesus zu ihr: Rüh⸗ re mich nicht an; denn ich bin noch nicht aufgefahren zu meinem Vater. Gehe aber hin zu meinen Brüdern und sage ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und zu eurem Va⸗ ter, zu meinem Gott und zu eurem Gott. Maria Magda⸗ lena kommt und verkündiget den Jüngern: Ich habe den Herrn gesehen, und solches hat er zu mir gesagt. Am 1. Sonnk. n. Ostern, Aualimod. Epistel. 1. Cim. 6, 12—16. Kämpfe den guten Kampf des Glaubens; ergreife das ewige Leben, dazu du auch berufen bist, und bekannt hast ein gut Bekenntnis vor vielen Zeugen. Ich gebiete dir vor Gott, su, de kenntn bis au wird z der Ki Unsterh mand noch se jünger du hin Sweiter Jahrgang. 109 Gott, der alle Dinge lebendig machet, und vor Christo Je⸗ su, der unter Pontius Pilatus bezeuget hat ein gut Be⸗ kenntnis, daß du haltest das Gebot ohne Flecken, untadelig, bis auf die Erscheinung unsers Herrn Jesu Christi, welche wird zeigen zu seiner Zeit der Selige und allein Gewaltige, der König aller Könige und Herr aller Herrn, der allein Unsterblichkeit hat, der da wohnet in einem Licht, da nie⸗ mand zukommen kann, welchen kein Mensch gesehen hat noch sehen kann; dem sei Ehre und ewiges Reich! Amen. Evangelium. Ayh. 21, 15—19. Da sie nun das Mahl gehalten hatten, spricht Jesus zu Simon Petrus: Simon Jona, hast du mich lieber, denn mich diese haben? Er spricht zu ihm: Ja, Herr, Du weißt, daß ich dich lieb habe. Spricht er zu ihm: Weide meine Lämmer! Spricht er wieder zum andernmal zu ihm: Si⸗ mon Jona, hast du mich lieb? Er spricht zu ihm: Ja, Herr, Du weißt, daß ich dich lieb habe. Spricht er zu ihm: Weide meine Schafe! Spricht er zum drittenmal zu ihm: Simon Jona, hast du mich lieb? Petrus ward trau⸗ rig, daß er zum drittenmal zu ihm sagte: Hast du mich lieb? und sprach zu ihm: Herr, Du weißt alle Dinge, Du weißt, daß ich dich lieb habe. Spricht Jesus zu ihm: Weide meine Schafe! Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Da du jünger warest, gürtetest du dich selbst, und wandeltest, wo du hinwolltest; wenn du aber alt wirst, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein andrer wird dich gürten und führen, wo du nicht hinwillst. Das sagte er aber, zu deu⸗ ten, mit welchem Tode er Gott preisen würde. Und da er das gesaget, spricht er zu ihm: Folge mir nach! Am 2. Sonnk. n. Ostern, Miser. Dom. Epistel. Ephel.2, 4—10. Gott, der da reich ist an Barmherzigkeit, durch seine große Liebe, damit er uns geliebet hat, da wir tot waren in den Sünden, hat er uns samt Christo lebendig gemacht (denn aus Gnade seid ihr selig worden), und hat uns samt ihm auferwecket, und samt ihm in das himmlische Wesen gesetzt in Christo Jesu, auf daß er erzeigete in den zukünf⸗ tigen Zeiten den überschwenglichen Reichtum seiner Gna⸗ de durch seine Güte gegen uns in Christo Jesu. Denn aus 110 Episteln und Evangelien. Gnade seid ihr selig worden durch den Glauben, und das⸗ selbige nicht aus euch, Gottes Gabe ist es; nicht aus den Werken, auf daß sich nicht jemand rühme. Denn wir sind sein Werk, geschaffen in Christo Jesu zu guten Werken, zu welchen Gott uns zuvor bereitet hat, daß wir darinnen wandeln sollen. Evangelium. Aoh. 6, 35—50. Jesus aber sprach zu ihnen: Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern; und wer an mich glaubet, den wird nimmermehr dürsten. Aber ich habe es euch gesagt, daß ihr mich gesehen habt, und glaubet doch nicht. Alles, was mir mein Vater gibt, das kommt zu mir; und wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen. Denn ich bin vom Himmel kommen, nicht daß ich meinen Willen tue, sondern des, der mich ge⸗ sandt hat. Das ist aber der Wille des Vaters, der mich gesandt hat, daß ich nichts verliere von allem, das er mir gegeben hat, sondern daß ich's auferwecke am jüngsten Ta⸗ ge. Denn das ist der Wille des, der mich gesandt hat, daß, wer den Sohn siehet und glaubet an ihn, habe das ewige Leben; und Ich werde ihn auferwecken am jüngsten Tage. Da murreten die Juden darüber, daß er sagte: Ich bin das Brot, das vom Himmel kommen ist, und sprachen: Ist dieser nicht Jesus, Josephs Sohn, des Vater und Mut⸗ ter wir kennen? Wie spricht Er denn: Ich bin vom Him⸗ mel kommen? Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Mur⸗ ret nicht unter einander. Es kann niemand zu mir kom⸗ men, es sei denn, daß ihn ziehe der Vater, der mich gesandt hat; und Ich werde ihn auferwecken am jüngsten Tage. Es stehet geschrieben in den Propheten:„Sie werden alle von Gott gelehret sein.“ Wer es nun höret vom Vater und ler⸗ net's, der kommt zu mir. Nicht daß jemand den Vater habe gesehen, ohne der vom Vater ist; der hat den Vater ge⸗ sehen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer an mich glau⸗ bet, der hat das ewige Leben. Ich bin das Brot des Le⸗ bens. Eure Väter haben Manna gegassen in der Wüste, und sind gestorben. Dies ist das Brot, das vom Himmel kommt, auf daß, wer davon isset, nicht sterbe. tet, si Sweiter Jahrgang. 111 An 3. Bonnk. n. Ostern, Aubilate. Epistel. 2. Ror. 5, 1—9. Wir wissen aber, so unser irdisch Haus dieser Hütte zer⸗ brochen wird, daß wir einen Bau haben, von Gott erbauet, ein Haus, nicht mit Händen gemacht, das ewig im Him⸗ mel. Und darüber sehnen wir uns auch nach unsrer Be⸗ hausung, die vom Himmel ist, und uns verlanget, daß wir damit überkleidet werden; so doch wo wir bekleidet und nicht bloß erfunden werden. Denn dieweil wir in der Hüt⸗ te sind, sehnen wir uns und sind beschweret; sintemal wir wollten lieber nicht entkleidet, sondern überkleidet werden, auf daß das Sterbliche würde verschlungen von dem Le⸗ ben. Der uns aber dazu bereitet, das ist Gott, der uns das Pfand, den Geist, gegeben hat. So sind wir denn ge⸗ trost allezeit und wissen, daß dieweil wir im Leibe wohnen, so wallen wir ferne vom Herrn; denn wir wandeln im Glauben und nicht im Schauen. Wir sind aber getrost, und haben vielmehr Lust außer dem Leibe zu wallen und daheim zu sein bei dem Herrn. Darum fleißigen wir uns auch, wir sind daheim oder wallen, daß wir ihm wohlge⸗ allen. Evangelium. Aoh. 14, 1—9. Jesus sprach zu seinen Jüngern: Euer Herz erschrecke nicht. Glaubet an Gott und glaubet an mich. In meines Vaters Hause sind viel Wohnungen. Wenn's nicht so wäre, so wollte ich zu euch sagen: Ich gehe hin, euch die Stätte zu bereiten. Und wenn ich hingehe, euch die Stätte zu be⸗ reiten, so will ich wiederkommen und euch zu mir nehmen, auf daß ihr seid, wo Ich bin. Und wo Ich hingehe, das wisset ihr, und den Weg wisset ihr auch. Spricht zu ihm Thomas: Herr, wir wissen nicht, wo du hingehest; und wie können wir den Weg wissen? Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich. Wenn ihr mich kenne⸗ tet, so kennetet ihr auch meinen Vater. Und von nun an kennet ihr ihn, und habt ihn gesehen. Spricht zu ihm Phi⸗ lippus: Herr, zeige uns den Vater, so genüget uns. Jesus spricht zu ihm: So lang bin ich bei euch, und du kennest Gat⸗ nicht, Philippus? Wer mich siehet, der siehet den ater. 112 Episteln und Evangelien. Am 4. Bonnk. n. Ostern, Cantate. Epistel. 1. Perr. 5, 15—18. Seid allezeit bereit zur Verantwortung jedermann, der Grund fordert der Hoffnung, die in euch ist, und das mit Sanftmütigkeit und Furcht; und habt ein gut Gewissen, auf daß die, so von euch afterreden als von Übeltätern, zu Schanden werden, daß sie geschmäht haben euren guten Wandel in Christo. Denn es ist besser, so es Gottes Wille ist, daß ihr von Wohltat wegen leidet denn von Übeltat we⸗ gen. Sintemal auch Christus einmal für unsre Sünden ge⸗ litten hat, der Gerechte für die Ungerechten, auf daß er uns zu Gott führete, und ist getötet nach dem Fleisch, aber le⸗ bendig gemacht nach dem Geist. Evangelium. Matth. 10, 16—20. Siehe, Ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe: darum seid klug wie die Schlaͤngen und ohne Falsch wie die Tauben. Hütet euch aber vor den Menschen; denn sie werden euch überantworten vor ihre Rathäuser, und wer⸗ den euch geißeln in ihren Schulen. Und man wird euch vor Fürsten und Könige führen um meinetwillen, zum Zeug⸗ nis über sie und über die Heiden. Wenn sie euch nun über⸗ antworten werden, so sorget nicht, wie oder was ihr re⸗ den sollt; denn es soll euch zu der Stunde gegeben werden, was ihr reden sollt. Denn ihr seid es nicht, die da reden, sondern eures Vaters Geist ist es, der durch euch redet. Am 5. Bynnk. n. Ostern, Rygate. Epistel. Röm. 38, 24—27. Wir sind wohl selig, doch in der Hoffnung. Die Hoff⸗ nung aber, die man siehet, ist nicht Hoffnung; denn wie kann man des hoffen, das man siehet? So wir aber des hoffen, daß wir nicht sehen, so warten wir sein durch Geduld. Desselbigen gleichen auch der Geist hilft unsrer Schwach⸗ heit auf. Denn wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sich's gebührt, sondern der Geist selbst vertritt uns aufs beste mit unaussprechlichem Seufzen. Der aber die Her⸗ zen forschet, der weiß, was des Geistes Sinn sei; denn er vertritt die Heiligen nach dem, das Gott gefällt. Evangelium. Matth. 7, 7—11. Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan. Denn wer da bittet, der AUm Je empfäh klopft, so ihn biete? Schlan dennoc euer Vo Sei droben Trachte auf Er ist ver euer Lo offenba Jes Reden, denn es ben ist Psalmei die Sch. schrieber von der seinem allen V des alle heißung rusalem der Höl und hu da er s Himmel Jerusal pel, pri Am 6.3 Der lichkeit, ssen, ern, uten Ville we⸗ ge⸗ uns le⸗ Ife: wie sie ver⸗ euch ug⸗ ber⸗ re⸗ den, den, 27. off⸗ wie des uld. ach⸗ wie ufs er⸗ er en; der Sweiter Jahrgang. 113 empfähet; und wer da suchet, der findet; und wer da an⸗ klopft, dem wird aufgetan. Welcher ist unter euch Menschen, so ihn sein Sohn bittet ums Brot, der ihm einen Stein biete? Oder so er ihn bittet um einen Fisch, der ihm eine Schlange biete? So denn ihr, die ihr doch arg seid, könnt dennoch euren Kindern gute Gaben geben, wieviel mehr wird euer Vater im Himmel Gutes geben denen, die ihn bitten. Um Neste der Bimmelfahrk Christi. Epistel. Rol. 3, 1—4. Seid ihr nun mit Christo auferstanden, so suchet, was droben ist, da Christus ist, sitzend zu der Rechten Gottes. Trachtet nach dem, das droben ist, nicht nach dem, das auf Erden ist. Denn ihr seid gestorben, und euer Leben ist verborgen mit Christo in Gott. Wenn aber Christus, euer Leben, sich offenbaren wird, dann werdet ihr auch offenbar werden mit ihm in der Herrlichkeit. Evangelium. Tuk. 24, 44—58. Jesus sprach aber zu seinen Jüngern: Das sind die Reden, die ich zu euch sagte, da ich noch bei euch war; denn es muß alles erfüllet werden, was von mir geschrie⸗ ben ist im Gesetz Moses, in den Propheten und in den Psalmen. Da öffnete er ihnen das Verständnis, daß sie die Schrift verstunden, und sprach zu ihnen: Also ist's ge⸗ schrieben, und also mußte Christus leiden, und auferstehen von den Toten am dritten Tage, und predigen lassen in seinem Namen Buße und Vergebung der Sünden unter allen Völkern, und anheben zu Jerusalem. Ihr aber seid des alles Zeugen. Und siehe, Ich will euch senden die Ver⸗ heißung meines Vaters. Ihr aber sollt in der Stadt Je⸗ rusalem bleiben, bis daß ihr angetan werdet mit Kraft aus der Höhe. Er führte sie aber hinaus bis gen Bethanien; und hub die Hände auf und segnete sie. Und es geschah, da er sie segnete, schied er von ihnen, und fuhr auf gen Himmel. Sie aber beteten ihn an, und kehreten wieder gen Jerusalem mit großer Freude; und waren allewege im Tem⸗ pel, priesen und lobeten Gott. Am 6. Synnk. n. Ostern, Exaudi. Epistel. Ephel. 1, 17—28. Der Gott unsers Herrn Jesu Christi, der Vater der Herr⸗ lichkeit, gebe euch den Geist der Weisheit und der Offen⸗ 8 114 Episteln und Evangelien. barung zu seiner selbst Erkenntnis, und erleuchtete Augen eures Verständnisses, daß ihr erkennen möget, welche da sei die Hoffnung eures Berufs, und welcher sei der Reich⸗ tum seines herrlichen Erbes an seinen Heiligen, und welche da sei die überschwengliche Größe seiner Kraft an uns, die wir glauben nach der Wirkung seiner mächtigen Stärke, welche er gewirket hat in Christo, da er ihn von den Toten auferwecket hat und gesetzt zu seiner Rechten im Himmel, über alle Fürstentümer, Gewalt, Macht, Herrschaft und alles, was genannt mag werden, nicht allein in dieser Welt, sondern auch in der zukünftigen; und hat alle Dinge unter seine Füße getan, und hat ihn gesetzt zum Haupt der Ge⸗ meine über alles, welche da ist sein Leib, nämlich die Fülle des, der alles in allen erfüllet. Evangelium. Aph. 14, 15—21. Liebet ihr mich, so haltet meine Gebote; und Ich will den Vater bitten, und er soll euch einen andern Tröster ge⸗ ben, daß er bei euch bleibe ewiglich, den Geist der Wahrheit, welchen die Welt nicht kann empfahen; denn sie siehet ihn nicht, und kennet ihn nicht. Ihr aber kennet ihn; denn er bleibet bei euch, und wird in euch sein. Ich will euch nicht Waisen lassen; ich komme zu euch. Es ist noch um ein kleines, so wird mich die Welt nicht mehr sehen; ihr aber sollt mich sehen; denn Ich lebe, und ihr sollt auch leben. An demselbigen Tage werdet ihr erkennen, daß Ich in meinem Vater bin, und ihr in mir, und Ich in euch. Wer meine Gebote hat und hält sie, der ist's, der mich liebet. Wer mich aber liebet, der wird von meinem Vater geliebet werden, und Ich werde ihn lieben, und mich ihm offenbaren. Am 1. Pfngsttage. Epistel. 2. Ryr. 5, 17 bis RNap. 4, 6. Der Herr ist der Geist; wo aber der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit. Nun aber spiegelt sich in uns allen des Herrn Klarheit mit aufgedecktem Angesichte, und wir werden verkläret in dasselbige Bild von einer Klarheit zu der andern, als vom Herrn, der der Geist ist. Darum, die⸗ weil wir ein solch Amt haben, nach dem uns Barmherzih⸗ keit widerfahren ist, so werden wir nicht müde, sondern mei⸗ blendet geliumg Gottes Christ, willen. nis hen Herzen von de Jesu C Pet wir all ist, un vom V ret. De aber:, zu mein mel de gewiß, zu eine höreten und zu was so und laf sti zur Gabe! ist diese unser ten be; retten gerne tan an Sweiter Jahrgang. 11⁵ den auch heimliche Schande, und gehen nicht mit Schalk⸗ heit um, fälschen auch nicht Gottes Wort, sondern mit Offen⸗ barung der Wahrheit beweisen wir uns wohl an aller Men⸗ schen Gewissen vor Gott. Ist nun unser Evangelium ver⸗ deckt, so ist's in denen, die verloren werden, verdeckt; bei welchen der Gott dieser Welt der Ungläubigen Sinn ver⸗ blendet hat, daß sie nicht sehen das helle Licht des Evan⸗ geliums von der Klarheit Christi, welcher ist das Ebenbild Gottes. Denn wir predigen nicht uns selbst, sondern Jesum Christ, daß er sei der Herr, wir aber eure Knechte um Jesu willen. Denn Gott, der da hieß das Licht aus der Finster⸗ nis hervorleuchten, der hat einen hellen Schein in unsre Herzen gegeben, daß durch uns entstünde die Erleuchtung von der Erkenntnis der Klarheit Gottes in dem Angesichte Jesu Christi. Evangelium. Rpystelgesch. 2, 32—41. Petrus sprach: Jesum hat Gott auferwecket; des sind wir alle Zeugen. Nun er durch die Rechte Gottes erhöhet ist, und empfangen hat die Verheißung des heiligen Geists vom Vater, hat er ausgegossen dies, das ihr sehet und hö⸗ ret. Denn David ist nicht gen Himmel gefahren. Er spricht aber:„Der Herr hat gesagt zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis daß ich deine Feinde lege zum Sche⸗ mel deiner Füße.“ So wisse nun das ganze Haus JIsrael gewiß, daß Gott diesen Jesum, den ihr gekreuziget habt, zu einem Herrn und Christ gemacht hat. Da sie aber das höreten, ging's ihnen durchs Herz, und sprachen zu Petrus und zu den andern Aposteln: Ihr Männer, lieben Brüder, was sollen wir tun? Petrus sprach zu ihnen: Tut Buße, und lasse sich ein jeglicher taufen auf den Namen Jesu Chri⸗ sti zur Vergebung der Sünden, so werdet ihr empfahen die Gabe des heiligen Geists. Denn euer und eurer Kinder ist diese Verheißung, und aller, die ferne sind, welche Gott, unser Herr, herzurufen wird. Auch mit viel andern Wor⸗ ten bezeugte er und ermahnte und sprach: Lasset euch er⸗ retten aus diesem verkehrten Geschlecht. Die nun sein Wort gerne annahmen, ließen sich taufen; und wurden hinzuge⸗ tan an dem Tage bei dreitausend Seelen. 8* 116 Episteln und Evangelien. Am 2. Pfingsttage. Epistel. Ephel. 4, 11—16. Christus hat etliche zu Aposteln gesetzt, etliche aber zu Propheten, etliche zu Evangelisten, etliche zu Hirten und Lehrern, daß die Heiligen zugerichtet werden zum Werk des Amts, dadurch der Leib Christi erbauet werde, bis daß wir alle hinankommen zu einerlei Glauben und Erkenntnis des Sohns Gottes, und ein vollkommner Mann werden, der da sei im Maße des vollkommenen Alters Christi, auf daß wir nicht mehr Kinder seien, und uns wägen und wiegen lassen von allerlei Wind der Lehre durch Schalkheit der Menschen und Täuscherei, damit sie uns erschleichen zu verführen. Lasset uns aber rechtschaffen sein in der Liebe, und wachsen in allen Stücken an dem, der das Haupt ist, Christus, von welchem aus der ganze Leib zusammengefüget ist und ein Glied am andern hanget durch alle Gelenke, dadurch eins dem andern Handreichung tut nach dem Werk eines jeg⸗ lichen Gliedes in seinem Maße, und machet, daß der Leib wächset zu seiner selbst Besserung; und das alles in der Liebe. Evangelium. Bpostelgesch. 2, 42—47. Sie blieben aber beständig in der Apostel Lehre und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet. Es kam auch alle Seelen Furcht an; und geschahen viel Wunder und Zeichen durch die Apostel. Alle aber, die gläu⸗ big waren worden, waren bei einander, und hielten alle Dinge gemein. Ihre Güter und Habe verkauften sie, und teileten sie aus unter alle, nach dem jedermann not war. Und sie waren täglich und stets bei einander einmütig im Tempel, und brachen das Brot hin und her in Häusern, nahmen die Speise, und lobeten Gott mit Freuden und einfältigem Herzen, und hatten Gnade bei dem ganzen Volk. Der Herr aber tat hinzu täglich, die da selig wurden, zu der Gemeine. Am CTrinitatis-Neste. Epistel. 1. Rox. 2, 7—16. Wir reden von der heimlichen, verborgenen Weisheit Gottes, welche Gott verordnet hat vor der Welt zu unsrer Herrlichkeit, welche keiner von den Obersten dieser Welt er⸗ kannt hat; denn wo sie die erkannt hätten, hätten sie den Herrn schriebe gehöret Gott b Gott o schet al cher M Mensch in Got empfan daß wi ches wi Weishe Geist le türliche es ist i es muf alles, u Herrn aber he Abe dahin len sie trat zu ben all hin, ut Vaters ret sie Ich bir Am 1. Es lässet bracht; bringe lasset fallen schädlit er zu und kEdes wir des er da wir assen schen hren. chsen von dein eins jegr Leib der viel läu⸗ war. g im sern, Sweiter Jahrgang. 117⁷ Herrn der Herrlichkeit nicht getreuziget; sondern wie ge⸗ schrieben stehet:„Das kein Auge gesehen hat, und kein Ohr gehöret hat, und in keines Menschen Herz kommen ist, das Gott bereitet hat denen, die ihn lieben.“ Uns aber hat es Gott offenbaret durch seinen Geist, denn der Geist erfor⸗ schet alle Dinge, auch die Tiefen der Gottheit. Denn wel⸗ cher Mensch weiß, was im Menschen ist, ohne der Geist des Menschen, der in ihm ist? Also auch weiß niemand, was in Gott ist, ohne der Geist Gottes. Wir aber haben nicht empfangen den Geist der Welt, sondern den Geist aus Gott, daß wir wissen können, was uns von Gott gegeben ist; wel⸗ ches wir auch reden, nicht mit Worten, welche menschliche Weisheit lehren kann, sondern mit Worten, die der heilige Geist lehret, und richten geistliche Sachen geistlich. Der na⸗ türliche Mensch aber vernimmt nichts vom Geist Gottes; es ist ihm eine Torheit, und kann es nicht erkennen; denn es muß geistlich gerichtet sein. Der geistliche aber richtet alles, und wird von niemand gerichtet. Denn wer hat des Herrn Sinn erkannt? oder wer will ihn unterweisen? Wir aber haben Christi Sinn. Evangelium. Malth. 28, 16—20. Aber die elf Jünger gingen nach Galiläa auf einen Berg, dahin Jesus sie beschieden hatte. Und da sie ihn sahen, fie⸗ len sie vor ihm nieder; etliche aber zweifelten. Und Jesus trat zu ihnen, redete mit ihnen und sprach: Mir ist gege⸗ ben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin, und lehret alle Völker, und taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes; und leh⸗ ret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende. Am 1. Sonnkage n. Trinitakis. Epistel. 1. Cimoth. 6, 6—11. Es ist aber ein großer Gewinn, wer gottselig ist und lässet sich genügen. Denn wir haben nichts in die Welt ge⸗ bracht; darum offenbar ist, wir werden auch nichts hinaus⸗ bringen. Wenn wir aber Nahrung und Kleider haben, so lasset uns genügen. Denn die da reich werden wollen, die fallen in Versuchung und Stricke und viel törichter und schädlicher Lüste, welche versenken die Menschen ins Ver⸗ 118 Episteln und Evangelien. derben und Verdammnis. Denn Geiz ist eine Wurzel alles Übels; des hat etliche gelüstet, und sind vom Glauben irre⸗ gegangen, und machen ihnen selbst viel Schmerzen. Aber du, Gottes Mensch, fliehe solches! Jage aber nach der Gerech⸗ tigkeit, der Gottseligkeit, dem Glauben, der Liebe, der Ge⸗ duld, der Sanftmut. Evangelium. Tuk. 12, 16—21. Und er sagte ihnen ein Gleichnis und sprach: Es war ein reicher Mensch, des Feld hatte wohl getragen. Und er gedachte bei ihm selbst und sprach: Was soll ich tun? Ich habe nicht, da ich meine Früchte hinsammle. Und sprach: Das will ich tun: ich will meine Scheunen abbrechen, und größere bauen, und will drein sammeln alles, was mir ge⸗ wachsen ist, und meine Güter; und will sagen zu meiner Seele: Liebe Seele, du hast einen großen Vorrat auf viel Jahre; habe nun Ruhe, iß, trink und hab guten Mut. Aber Gott sprach zu ihm: Du Narr, diese Nacht wird man deine Seele von dir fordern; und wes wird's sein, das du bereitet hast? Also gehet es, wer sich Schätze sammelt, und ist nicht reich in Gott. Am 2. Bonnlage nach Trinikakis. Epistel. 2. Petr. 1, 2—11. Gott gebe euch viel Gnade und Frieden durch die Er⸗ kenntnis Gottes und Jesu Christi, unsers Herrn! Nachdem allerlei seiner göttlichen Kraft, was zum Leben und göttli⸗ chen Wandel dienet, uns geschenkt ist durch die Erkenntnis des, der uns berufen hat durch seine Herrlichkeit und Tu⸗ gend, durch welche uns die teuren und allergrößesten Ver⸗ heißungen geschenkt sind, nämlich daß ihr dadurch teilhaftig werdet der göttlichen Natur, so ihr fliehet die vergängliche Lust der Welt: so wendet allen euren Fleiß daran, und rei⸗ chet dar in eurem Glauben Tugend, und in der Tugend Er⸗ kenntnis, und in der Erkenntnis Mäßigkeit, und in der Mä⸗ ßigkeit Geduld, und in der Geduld Gottseligkeit, und in der Gottseligkeit brüderliche Liebe, und in der brüderlichen Lie⸗ be gemeine Liebe. Denn wo solches reichlich bei euch ist, wird's euch nicht faul noch unfruchtbar sein lassen in der Erkenntnis unsers Herrn Jesu Christi; welcher aber solches nicht hat, der ist blind, und tappet mit der Hand, und ver⸗ gisset d Brüder festzu faulen gehen. Gerech da wir Am 38. ö Li rig ge ich seh so frer trübt Denn keinen Traut reuet; . jüngs das 2 Gut. alles Sweiter Jahrgang. 119 gisset der Reinigung seiner vorigen Sünden. Darum, lieben Brüder, tut desto mehr Fleiß, euren Beruf und Erwählung festzumachen; denn wo ihr solches tut, werdet ihr nicht straucheln, und also wird euch reichlich dargereicht werden der Eingang zu dem ewigen Reich unsers Herrn und Hei⸗ landes Jesu Christi. Evangelium. Makth. 13, 44-50. Abermal ist gleich das Himmelreich einem verborgnen Schatz im Acker, welchen ein Mensch fand, und verbarg ihn, und ging hin vor Freuden über demselbigen, und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte den Acker. Abermal ist gleich das Himmelreich einem Kaufmann, der gute Perlen suchte. Und da er Eine köstliche Perle fand, ging er hin und ver⸗ kaufte alles, was er hatte, und kaufte dieselbige. Abermal ist gleich das Himmelreich einem Netze, das ins Meer geworfen ist, damit man allerlei Gattung fähet. Wenn es aber voll ist, so ziehen sie es heraus an das Ufer, sitzen und lesen die guten in ein Gefäß zusammen; aber die faulen werfen sie weg. Also wird es auch am Ende der Welt gehen. Die Engel werden ausgehen, und die Bösen von den Gerechten scheiden, und werden sie in den Feuerofen werfen; da wird Heulen und Zähneklappen sein. Am 3. Bvunkage nach Trinikalis. Epistel. 2. Rvr. 7. 8—10. Lieben Brüder, daß ich euch durch den Brief habe trau⸗ rig gemacht, reuet mich nicht. Und ob's mich reuete, dieweil ich sehe, daß der Brief vielleicht eine Weile euch betrübt hat, so freue ich mich doch nun, nicht darüber, daß ihr seid be⸗ trübt worden, sondern daß ihr betrübt seid worden zur Reue. Denn ihr seid göttlich betrübet worden, daß ihr von uns ja keinen Schaden irgend worinnen nehmet. Denn die göttliche Traurigkeit wirket zur Seligkeit eine Reue, die niemand ge⸗ reuet; die Traurigkeit aber der Welt wirket den Tod. Evangelium. Tuk. 15. 11—82. Jesus sprach: Ein Mensch hatte zween Söhne; und der jüngste unter ihnen sprach zu dem Vater: Gib mir, Vater, das Teil der Güter, das mir gehört. Und er teilte ihnen das Gut. Und nicht lang darnach sammelte der jüngste Sohn alles zusammen, und zog ferne über Land; und daselbst 120 Episteln und Evangelien. brachte er sein Gut um mit Prassen. Da er nun all das Seine verzehret hatte, ward eine große Teurung durch das⸗ selbige ganze Land, und er fing an zu darben. Und ging hin und hängte sich an einen Bürger desselbigen Landes, der schickte ihn auf seinen Acker, die Säue zu hüten. Und er be⸗ gehrte seinen Bauch zu füllen mit Trebern, die die Säue aßen; und niemand gab sie ihm. Da schlug er in sich und sprach: Wie viel Taglöhner hat mein Vater, die Brot die Fülle haben, und ich verderbe im Hunger! Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen, und zu ihm sagen: Vater, ich habe gesündiget in den Himmel und vor dir, und bin hinfort nicht mehr wert, daß ich dein Sohn heiße; mache mich als einen deiner Taglöhner. Und er machte sich auf, und kam zu seinem Vater. Da er aber noch ferne von dan⸗ nen war, sah ihn sein Vater, und es jammerte ihn, lief und fiel ihm um seinen Hals und küßte ihn. Der Sohn aber sprach zu ihm: Vater, ich habe gesündiget in den Himmel und vor dir; ich bin hinfort nicht mehr wert, daß ich dein Sohn heiße. Aber der Vater sprach zu seinen Knechten: Bringet das beste Kleid hervor, und tut ihn an, und gebet ihm einen Fingerreif an seine Hand und Schuhe an seine Füße; und bringet ein gemästet Kalb her, und schlachtet's; lasset uns essen und fröhlich sein; denn dieser mein Sohn war tot, und ist wieder lebendig worden; er war verloren, und ist gefunden worden. Und fingen an fröhlich zu sein. Aber der älteste Sohn war auf dem Felde; und als er nahe zum Hause kam, hörte er das Gesänge und den Reigen; und rief zu sich der Knechte einen und fragte, was das wäre. Der aber sagte ihm: Dein Bruder ist kommen, und dein Vater hat ein gemästet Kalb geschlachtet, daß er ihn gesund wieder hat. Da ward er zornig, und wollte nicht hineinge⸗ hen. Da ging sein Vater heraus und bat ihn. Er aber ant⸗ wortete und sprach zum Vater: Siehe, so viel Jahre diene ich dir, und habe dein Gebot noch nie übertreten; und du hast mir nie einen Bock gegeben, daß ich mit meinen Freun⸗ den fröhlich wäre. Nun aber dieser dein Sohn kommen ist, der sein Gut mit Huren verschlungen hat, hast du ihm ein gemästet Kalb geschlachtet. Er aber sprach zu ihm: Mein Sohn, du bist allezeit bei mir, und alles, was mein ist, das Sweiter Jahrgang. 12¹ ist dein. Du solltest aber fröhlich und gutes Muts sein; denn dieser dein Bruder war tot, und ist wieder lebendig worden; er war verloren, und ist wiedergefunden. Am 4. Bonnkage nach Trinikatis. Epistel. Röm. 7, 18- 25. Ich weiß, daß in mir, das ist in meinem Fleische, woh⸗ net nichts Gutes. Wollen habe ich wohl, aber Vollbringen das Gute finde ich nicht. Denn das Gute, das ich will, das tue ich nicht, sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich. So ich aber tue, das ich nicht will, so tue ich dasselbige nicht, sondern die Sünde, die in mir wohnet. So finde ich mir nun ein Gesetz, der ich will das Gute tun, daß mir das Böse anhanget. Denn ich habe Lust an Gottes Gesetz nach dem inwendigen Menschen. Ich sehe aber ein ander Gesetz in meinen Gliedern, das da widerstreitet dem Gesetz in mei⸗ nem Gemüte, und nimmt mich gefangen in der Sünde Ge⸗ setz, welches ist in meinen Gliedern. Ich elender Mensch! wer wird mich erlösen von dem Leibe dieses Todes? Ich danke Gott durch Jesum Christ, unsern Herrn. So diene ich nun mit dem Gemüte dem Gesetz Gottes, aber mit dem Flei⸗ sche dem Gesetze der Sünde. Evangelium. Matth. 5, 1—12. Da er aber das Volk sah, ging er auf einen Berg und setzte sich; und seine Jünger traten zu ihm. Und er tat sei⸗ nen Mund auf, lehrte sie und sprach: Selig sind, die da geist⸗ lich arm sind; denn das Himmelreich ist ihr. Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden. Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen. Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtig⸗ keit; denn sie sollen satt werden. Selig sind die Barmherzi⸗ gen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen. Selig sind, die reines Herzens sind; denn sie werden Gott schauen. Se⸗ lig sind die Friedfertigen; denn sie werden Gottes Kinder heißen. Selig sind, die um Gerechtigkeit willen verfolget wer⸗ den; denn das Himmelreich ist ihr. Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen und verfolgen, und reden allerlei Ubels wider euch, so sie daran lügen. Seid fröhlich und getrost; es wird euch im Himmel wohl beloh⸗ net werden. 12² Episteln und Evangelien. Am 5. Bonnkage nark Trinikatis. Epistel. 1. Pekr. 2, 1—10. So leget nun ab alle Bosheit und allen Betrug und Heu⸗ chelei und Neid und alles Afterreden; und seid begierig nach der vernünftigen lautern Milch als die jetzt gebornen Kind⸗ lein, auf daß ihr durch dieselbige zunehmet, so ihr anders geschmeckt habt, daß der Herr freundlich ist, zu welchem ihr kommen seid als zu dem lebendigen Stein, der von den Menschen verworfen, aber bei Gott ist er auserwählet und köstlich. Und auch ihr, als die lebendigen Steine, bauet euch zum geistlichen Hause und zum heiligen Priestertum, zu opfern geistliche Opfer, die Gott angenehm sind durch Jesum Christum. Darum stehet in der Schrift:„Siehe da, ich lege einen auserwähleten, köstlichen Eckstein in Zion; und wer an ihn glaubet, der soll nicht zu Schanden werden.“ Euch nun, die ihr glaubet, ist er köstlich; den Ungläubigen aber ist der Stein, den die Bauleute verworfen haben, und zum Eckstein worden ist, ein Stein des Anstoßens und ein Fels des Argernisses; die sich stoßen an dem Wort und glau⸗ ben nicht dran, dazu sie auch gesetzt sind. Ihr aber seid das auserwählete Geschlecht, das königliche Priestertum, das hei⸗ lige Volk, das Volk des Eigentums, daß ihr verkündigen sollt die Tugenden des, der euch berufen hat von der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht; die ihr weiland nicht ein Voll waret, nun aber Gottes Volk seid, und weiland nicht in Gna⸗ den waret, nun aber in Gnaden seid. Evangelium. Aph. 1, 48—51. Des andern Tages wollte Jesus wieder nach Galiläa ziehen, und findet Philippus, und spricht zu ihm: Folge mir nach! Philippus aber war von Bethsaida, aus der Stadt des Andreas und Petrus. Philippus findet Nathanael und spricht zu ihm: Wir haben den gefunden, von welchem Mose im Gesetz und die Propheten geschrieben haben, Jesum, Jo⸗ sephs Sohn von Nazareth. Und Nathanael sprach zu ihm: Was kann von Nazareth Gutes kommen? Philippus spricht zu ihm: Komm und sieh es. Jesus sah Nathanael zu sich kommen und spricht von ihm: Siehe, ein rechter Jsraeliter, in welchem kein Falsch ist. Nathanael spricht zu ihm: Wo⸗ her kennest du mich? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Ehe denn dir Philippus rief, da du unter dem Feigenbaum Sweiter Jahrgang. 123 warest, sah ich dich. Nathanael antwortete und spricht zu ihm: Rabbi, Du bist Gottes Sohn, Du bist der König von Israel. Jesus antwortete und sprach zu ihm: Du glaubest, weil ich dir gesagt habe, daß ich dich gesehen habe unter dem Feigenbaum; du wirst noch Größeres denn das sehen. Und spricht zu ihm: Wahrlich, wahrlich sage ich euch: von nun an werdet ihr den Himmel offen sehen, und die Engel Got⸗ tes hinauf⸗ und herabfahren auf des Menschen Sohn. NAm 6. Bonnk. nach Trinit. Epist. 1. Anh. 2, 28 bis Rap. 3, 8. Und nun, Kindlein, bleibet bei ihm, auf daß, wenn er offenbaret wird, wir Freudigkeit haben und nicht zu Schan⸗ den werden vor ihm in seiner Zukunft. So ihr wisset, daß er gerecht ist, so erkennet auch, daß wer recht tut, der ist von ihm geboren. Sehet, welch eine Liebe hat uns der Vater er⸗ zeiget, daß wir Gottes Kinder sollen heißen! Darum kennet euch die Welt nicht; denn sie kennet ihn nicht. Meine Lie⸗ ben, wir sind nun Gottes Kinder, und ist noch nicht erschie⸗ nen, was wir sein werden. Wir wissen aber, wenn es er⸗ scheinen wird, daß wir ihm gleich sein werden; denn wir werden ihn sehen, wie er ist. Und ein jeglicher, der solche Hoffnung hat zu ihm, der reiniget sich, gleichwie Er auch rein ist. Wer Sünde tut, der tut auch unrecht, und die Sünde ist das Unrecht. Und ihr wisset, daß Er ist erschie⸗ nen, auf daß er unsere Sünden wegnähme, und ist keine Sünde in ihm. Wer in ihm bleibet, der sündiget nicht; wer da sündiget, der hat ihn nicht gesehen noch erkannt. Kind⸗ lein, lasset euch niemand verführen. Wer recht tut, der ist gerecht, gleichwie Er gerecht ist. Wer Sünde tut, der ist vom Teufel; denn der Teufel sündiget von Anfang. Dazu ist er⸗ schienen der Sohn Gottes, daß er die Werke des Teufels zerstöre. Evangelium. Avh. 15, 1—11. Ich bin der rechte Weinstock, und mein Vater der Wein⸗ gärtner. Einen jeglichen Reben an mir, der nicht Frucht bringet, wird er wegnehmen; und einen jeglichen, der da Frucht bringet, wird er reinigen, daß er mehr Frucht brin⸗ ge. Ihr seid schon rein um des Worts willen, das ich zu euch geredet habe. Bleibt in mir, und Ich in euch. Gleich⸗ 12⁴4 Episteln und Evangelien. wie der Rebe kann keine Frucht bringen von ihm selber, er bleibe denn am Weinstock, also auch ihr nicht, ihr bleibet denn in mir. Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibet, und Ich in ihm, der bringet viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun. Wer nicht in mir blei⸗ bet, der wird weggeworfen wie eine Rebe, und verdorret, und man sammelt sie, und wirft sie ins Feuer, und müs⸗ sen brennen. So ihr in mir bleibet, und meine Worte in euch bleiben, werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch widerfahren. Darinnen wird mein Vater geehrt, daß ihr viel Frucht bringet, und werdet meine Jünger. Gleich⸗ wie mich mein Vater liebet, also liebe Ich euch auch. Blei⸗ bet in meiner Liebe. So ihr meine Gebote haltet, so bleibet ihr in meiner Liebe, gleichwie Ich meines Vaters Gebote halte, und bleibe in seiner Liebe. Solches rede ich zu euch, auf daß meine Freude in euch bleibe, und eure Freude voll⸗ kommen werde. Am 7. Synnkage nach CTrinikakis. Epistel. 1. Avh. 2, 1—6. Meine Kindlein, solches schreibe ich euch, auf daß ihr nicht sündiget. Und ob jemand sündiget, so haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesum Christ, der gerecht ist. Und derselbige ist die Versöhnung für unsre Sünden; nicht allein aber für die unseren, sondern auch für der ganzen Welt. Und an dem merken wir, daß wir ihn kennen, so wir seine Gebote halten. Wer da saget: Ich kenne ihn, und hält seine Gebote nicht, der ist ein Lügner, und in solchem ist keine Wahrheit. Wer aber sein Wort hält, in solchem ist wahrlich die Liebe Gottes vollkommen. Daran erkennen wir, daß wir in ihm sind. Wer da saget, daß er in ihm bleibet, der soll auch wandeln, gleichwie Er gewandelt hat. Evangelium. Tuk. 6, 48—49. Jesus sprach: Es ist kein guter Baum, der faule Frucht trage, und kein fauler Baum, der gute Frucht trage. Ein jeglicher Baum wird an seiner eignen Frucht erkannt. Denn man lieset nicht Feigen von den Dornen, auch so lieset man nicht Trauben von den Hecken. Ein guter Mensch bringet Gutes hervor aus dem guten Schatz seines Herzens; und ein boshaftiger Mensch bringet Böses hervor aus dem bösen y, er eibet eben. ucht; blei⸗ rret, müs⸗ te in wird „daß leich⸗ Blei⸗ eibet ebote euch, voll⸗ 16. ihr inen t istG nicht nzen wir hält m ist n ist wir, ibet, rucht Ein denn man nget und ösen Sweiter Jahrgang. 12⁵ Schatz seines Herzens. Denn wes das Herz voll ist, des ge⸗ het der Mund über. Was heißt ihr mich aber Herr, Herr, und tut nicht, was ich euch sage? Wer zu mir kommt, und höret meine Rede, und tut sie, den will ich euch zeigen, wem er gleich ist. Er ist gleich einem Menschen, der ein Haus bauete, und grub tief, und legete den Grund auf den Fels. Da aber Gewässer kam, da riß der Strom zum Hause zu, und mochte es nicht bewegen; denn es war auf den Fels ge⸗ gründet. Wer aber höret und nicht tut, der ist gleich einem Menschen, der ein Haus bauete auf die Erde ohne Grund und der Strom riß zu ihm zu, und es fiel alsbald, und das Haus gewann einen großen Riß. Am 8. Bonnkage nach Trinitatis. Epistel. Jakob. 2, 8—12. So ihr das königliche Gesetz erfüllet nach der Schrift: „Liebe deinen Nächsten als dich selbst,“ so tut ihr wohl; so ihr aber die Person ansehet, tut ihr Sünde und werdet über⸗ führt vom Gesetz als Übertreter. Denn so jemand das ganze Gesetz hält und sündiget an Einem, der ist's ganz schuldig. Denn der da gesagt hat:„Du sollst nicht ehebrechen,“ der hat auch gesagt:„Du sollst nicht töten.“ So du nun nicht ehebrichest, tötest aber, bist du ein Ubertreter des Gesetzes. Also redet und also tut, als die da sollen durchs Gesetz der Freiheit gerichtet werden. Evangelium. Matth. 15, 1—14. Da kamen zu ihm die Schriftgelehrten und Pharisäer von Jerusalem und sprachen: Warum übertreten deine Jünger der Altesten Aufsätze? Sie waschen ihre Hände nicht, wenn sie Brot essen. Er antwortete und sprach zu ihnen: Warum üÜbertretet denn ihr Gottes Gebot um eurer Aufsätze willen? Gott hat geboten: Du sollst Vater und Mutter ehren; wer aber Vater und Mutter fluchet, der soll des Todes sterben. Aber ihr lehret: Wer zum Vater oder zur Mutter spricht: „Es ist Gott gegeben, das dir sollte von mir zu nutz lom⸗ men,“ der tut wohl. Damit geschieht es, daß niemand hin⸗ fort seinen Vater oder seine Mutter ehret, und habt also Gottes Gebot aufgehoben um eurer Aufsätze willen. Ihr Heuchler, es hat wohl Jesaja von euch geweissaget und ge⸗ sprochen:„Dies Volk nahet sich zu mir mit seinem Munde 126 Episteln und Evangelien. und ehret mich mit seinen Lippen; aber ihr Herz ist ferne von mir; aber vergeblich dienen sie mir, dieweil sie lehren solche Lehren, die nichts denn Menschengebote sind.“ Und er rief das Volk zu sich und sprach zu ihm: Höret zu und verneh⸗ met's! Was zum Munde eingehet, das verunreiniget den Menschen nicht; sondern was zum Munde ausgehet, das verunreiniget den Menschen. Da traten seine Jünger zu ihm und sprachen: Weißt du auch, daß sich die Pharisäer ärger⸗ ten, da sie das Wort höreten? Aber er antwortete und sprach: Alle Pflanzen, die mein himmlischer Vater nicht pflanzte, die werden ausgereutet. Lasset sie fahren! sie sind blinde Blindenleiter. Wenn aber ein Blinder den andern leitet, so fallen sie beide in die Grube. Am 9. Bonnkage nach Trinitatis. Epistel. 1. Avh. 2, 12—17. Lieben Kindlein, ich schreibe euch; denn die Sünden sind euch vergeben durch seinen Namen. Ich schreibe euch Vätern; denn ihr kennet den, der von Anfang ist. Ich schreibe euch Jünglingen; denn ihr habt den Bösewicht überwunden. Ich habe euch Kindern geschrieben; denn ihr kennet den Vater. Ich habe euch Vätern geschrieben; denn ihr kennet den, der von Anfang ist. Ich habe euch Jünglingen geschrieben; denn ihr seid stark, und das Wort Gottes bleibt bei euch, und habt den Bösewicht überwunden. Habt nicht lieb die Welt, noch was in der Welt ist. So jemand die Welt lieb hat, in dem ist nicht die Liebe des Vaters. Denn alles, was in der Welt ist, des Fleisches Lust und der Augen Lust und hoffärtiges Leben, ist nicht vom Vater, sondern von der Welt. Und die Welt vergehet mit ihrer Lust; wer aber den Willen Gottes tut, der bleibet in Ewigkeit. Evangelium. Matth. 19, 16—26. Und siehe, einer trat zu ihm und sprach: Guter Meister, was soll ich Gutes tun, daß ich das ewige Leben möge haben? Er aber sprach zu ihm: Was heißest du mich gut? Niemand ist gut denn der einige Gott. Willst du aber zum Leben ein⸗ gehen, so halte die Gebote. Da sprach er zu ihm: Welche? Jesus aber sprach: Du sollst nicht töten; du sollst nicht ehe⸗ brechen; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht falsch Zeugnis geben; ehre Vater und Mutter; und: du sollst deinen Näch⸗ Sweiter Jahrgang. 12⁷ sten lieben als dich selbst. Da sprach der Jüngling zu ihm: Das habe ich alles gehalten von meiner Jugend auf; was fehlet mir noch? Jesus sprach zu ihm: Willst du voll⸗ kommen sein, so gehe hin, verkaufe, was du hast, und gib's den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben, und komm und folge mir nach. Da der Jüngling das Wort hörte, ging er betrübt von ihm; denn er hatte viel Güter. Jesus aber sprach zu seinen Jüngern: Wahrlich, ich sage euch: Ein Reicher wird schwer ins Himmelreich kommen. Und weiter sage ich euch: Es ist leichter, daß ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, denn daß ein Reicher ins Reich Gottes komme. Da das seine Jünger höreten, entsetzten sie sich sehr und sprachen: Ja, wer kann denn selig werden? Jesus aber sah sie an und sprach zu ihnen: Bei den Men⸗ schen ist's unmöglich; aber bei Gott sind alle Dinge möglich. Am 10. Synnk. nack Trinik. Epistel. 2. Ror. 6, 14—18 u. 7, 1. Ziehet nicht am fremden Joch mit den Ungläubigen. Denn was hat die Gerechtigkeit zu schaffen mit der Unge⸗ rechtigkeit? Was hat das Licht für Gemeinschaft mit der Finsternis? Wie stimmt Christus mit Belial? Oder was für ein Teil hat der Gläubige mit dem Ungläubigen? Was hat der Tempel Gottes für eine Gleiche mit den Götzen? Ihr aber seid der Tempel des lebendigen Gottes; wie denn Gott spricht:„Ich will unter ihnen wohnen und unter ihnen wandeln, und will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein.“ Darum gehet aus von ihnen, und sondert euch ab, spricht der Herr, und rühret kein Unreines an, so will Ich euch annehmen und euer Vater sein, und ihr sollt meine Söhne und Töchter sein, spricht der allmächtige Herr. Die⸗ weil wir nun solche Verheißungen haben, meine Liebsten, so lasset uns von aller Befleckung des Fleisches und des Geistes uns reinigen, und fortfahren mit der Heiligung in. der Furcht Gottes. Evangelium. Ayh. 2, 183—22. Und der Juden Ostern waren nahe, und Jesus zog hin⸗ auf gen Jerusalem; und fand im Tempel sitzen, die da Ochsen, Schafe und Tauben feil hatten, und die Wechsler. Und er machte eine Geißel aus Stricken, und trieb sie alle zum Tempel hinaus samt den Schafen und Ochsen, und 128 Episteln und Evangelien. verschüttete den Wechslern das Geld, und stieß die Tische um; und sprach zu denen, die die Tauben feil hatten: Tra⸗ get das von dannen, und machet nicht meines Vaters Haus zum Kaufhause. Seine Jünger aber gedachten dran, daß geschrieben stehet:„Der Eifer um dein Haus hat mich ge⸗ fressen.“ Da antworteten nun die Juden und sprachen zu ihm: Was zeigst du uns für ein Zeichen, daß du solches tun mögest? Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Bre⸗ chet diesen Tempel, und am dritten Tage will ich ihn auf⸗ richten. Da sprachen die Juden: Dieser Tempel ist in sechs⸗ undvierzig Jahren erbauet; und Du willst ihn in dreien Tagen aufrichten? Er aber redete von dem Tempel seines Leibes. Da er nun auferstanden war von den Toten, ge⸗ dachten seine Jünger dran, daß er dies gesagt hatte, und glaubten der Schrift und der Rede, die Jesus gesagt hatte. Am 11. Bonnkage n. Trinikatis. Epistel. Philipp. 3, 7—14. Was mir Gewinn war, das hab ich um Christi willen für Schaden geachtet. Ja, ich achte es noch alles für Scha⸗ den gegen die überschwengliche Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn, um welches willen ich alles habe für Schaden gerechnet, und achte es für Kot, auf daß ich Christum ge⸗ winne, und in ihm erfunden werde, daß ich nicht habe mei⸗ ne Gerechtigkeit, die aus dem Gesetz, sondern die durch den Glauben an Christum kommt, nämlich die Gerechtigkeit, die von Gott dem Glauben zugerechnet wird, zu erkennen ihn und die Kraft seiner Auferstehung und die Gemeinschaft seiner Leiden, daß ich seinem Tode ähnlich werde, damit ich entgegenkomme zur Auferstehung der Toten. Nicht, daß ich's schon ergriffen habe oder schon vollkommen sei; ich jage ihm aber nach, ob ich's auch ergreifen möchte, nach⸗ dem ich von Christo Jesu ergriffen bin. Meine Brüder, ich schätze mich selbst noch nicht, daß ich's ergriffen habe. Eines aber sage ich: Ich vergesse, was dahinten ist, und strecke mich zu dem, das da vorne ist, und jage nach dem vorgesteckten Ziel, nach dem Kleinod, welches vorhält die himmlische Berufung Gottes in Christo Jesu. Evangelium. Tuh. 10, 88— 42. Es begab sich aber, da sie wandelten, ging Er in einen Markt. Da war ein Weib mit Namen Martha, die nahm Sweiter Jahrgang. 129 ihn auf in ihr Haus. Und sie hatte eine Schwester, die hieß Maria; die setzte sich zu Jesu Füßen, und hörte seiner Rede zu. Martha aber machte sich viel zu schaffen, ihm zu dienen. Und sie trat hinzu und sprach: Herr, fragest du nicht darnach, daß mich meine Schwester läßt allein dienen? Sage ihr doch, daß sie es auch angreife. Jesus aber antwortete und sprach zu ihr: Martha, Martha, du hast viel Sorge und Mühe; Eins aber ist not. Maria hat das gute Teil erwählet, das soll nicht von ihr genommen werden. Am 12. Sonnkage nach Trinitatis. Epistel. Ebr. 12, 5—14. Mein Sohn, achte nicht gering die Züchtigung des Herrn, und verzage nicht, wenn du von ihm gestraft wirst; denn welchen der Herr lieb hat, den züchtiget er; und er stäupt einen jeglichen Sohn, den er aufnimmt. So ihr die Züch⸗ tigung erduldet, so erbietet sich euch Gott als Kindern; denn wo ist ein Sohn, den der Vater nicht züchtiget? Seid ihr aber ohne Züchtigung, welcher sie alle sind teilhaftig worden, so seid ihr Bastarde und nicht Kinder. Und so wir haben unsre leiblichen Väter zu Züchtigern gehabt und sie gescheuet, sollten wir denn nicht vielmehr untertan sein dem Vater der Geister, daß wir leben? Denn jene ha⸗ ben uns gezüchtiget wenig Tage nach ihrem Dünken; dieser aber zu Nutz, auf daß wir seine Heiligung erlangen. Alle Züchtigung aber, wenn sie da ist, dünkt uns nicht Freude, sondern Traurigkeit zu sein; aber darnach wird sie geben eine friedsame Frucht der Gerechtigkeit denen, die dadurch geübt sind. Darum richtet wieder auf die lässigen Hände und die müden Kniee, und tut gewisse Tritte mit euren Füßen, daß nicht jemand strauchele wie ein Lahmer, sondern vielmehr gesund werde. Jaget nach dem Frieden gegen je⸗ dermann und der Heiligung, ohne welche wird niemand den Herrn sehen. Evangelium. Aoh. 5, 1—14. Darnach war ein Fest der Juden, und Jesus zog hin⸗ auf gen Jerusalem. Es ist aber zu Jerusalem bei dem Schaf⸗ tor ein Teich, der heißet auf ebräisch Bethesda, und hat fünf Hallen, in welchen lagen viel Kranke, Blinde, Lahme, Ver⸗ dorrte, die warteten, wann sich das Wasser bewegte. Denn 9 130 Episteln und Evangelien. ein Engel fuhr herab zu seiner Zeit in den Teich und be⸗ wegte das Wasser. Welcher nun der erste, nachdem das Wasser beweget war, hineinstieg, der ward gesund, mit wel⸗ cherlei Seuche er behaftet war. Es war aber ein Mensch daselbst, acht und dreißig Jahre lang krank gelegen. Da Jesus denselbigen sah liegen, und vernahm, daß er so lang gelegen war, spricht er zu ihm: Willst du gesund werden? Der Kranke antwortete ihm: Herr, ich habe keinen Men⸗ schen wenn das Wasser sich beweget, der mich in den Teich lasse; und wenn ich komme, so steiget ein anderer vor mir hinein. Jesus spricht zu ihm: Stehe auf, nimm dein Bette und gehe hin! Und alsobald ward der Mensch gesund, und nahm sein Bette und ging hin. Es war aber desselbigen Tages der Sabbath. Da sprachen die Juden zu dem, der gesund war worden: Es ist heute Sabbath; es ziemt dir nicht, das Bette zu tragen. Er antwortete ihnen: Der mich gesund machte, der sprach zu mir: Nimm dein Bette und gehe hin! Da fragten sie ihn: Wer ist der Mensch, der zu dir gesagt hat: Nimm dein Bette und gehe hin? Der aber gesund war worden, wußte nicht, wer es war; denn Jesus war gewichen, da so viel Volks an dem Ort war. Dar⸗ nach fand ihn Jesus im Tempel und sprach zu ihm: Siehe zu, du bist gesund worden; sündige hinfort nicht mehr, daß dir nicht etwas Argeres widerfahre. Am 13. Synnkage nach Trinikatis. Epistel. 1. Ioh. 4, 7—12. Ihr Lieben, lasset uns unter einander lieb haben; denn die Liebe ist von Gott, und wer lieb hat, der ist von Gott geboren und kennet Gott. Wer nicht lieb hat, der kennet Gott nicht; denn Gott ist Liebe. Daran ist erschienen die Liebe Gottes gegen uns, daß Gott seinen eingebornen Sohn gesandt hat in die Welt, daß wir durch ihn leben sollen. Darinnen stehet die Liebe: nicht daß wir Gott geliebet ha⸗ ben, sondern daß Er uns geliebet hat und gesandt seinen Sohn zur Versöhnung für unsre Sünden. Ihr Lieben, hat uns Gott also geliebet, so sollen wir uns auch unter ein⸗ ander lieben. Niemand hat Gott jemals gesehen. So wir uns unter einander lieben, so bleibet Gott in uns, und seine Liebe ist völlig in uns. Sweiter Jahrgang. 131 Evangelium. Mark. 12, 28—-34. Und es trat zu ihm der Schriftgelehrten einer, der ihnen zugehöret hatte, wie sie sich mit einander befrageten, und sah, daß er ihnen fein geantwortet hatte, und fragte ihn: Welches ist das vornehmste Gebot vor allen? Jesus aber antwortete ihm: Das vornehmste Gebot vor allen Geboten ist das:„Höre, Jsrael, der Herr, unser Gott, ist ein einiger Gott; und du sollst Gott, deinen Herrn, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüte und von al⸗ len deinen Kräften.“ Das ist das vornehmste Gebot. Und das andre ist ihm gleich:„Du sollst deinen Nächsten lieben als dich selbst.“ Es ist kein ander größer Gebot denn diese. Und der Schriftgelehrte sprach zu ihm: Meister, du hast wahrlich recht geredet, denn es ist Ein Gott, und ist kein andrer außer ihm; und denselbigen lieben von ganzem Herzen, von gan⸗ zem Gemüte, von ganzer Seele und von allen Kräften, und lie⸗ ben seinen Nächsten als sich selbst, das ist mehr denn Brand⸗ opfer und alle Opfer. Da Jesus aber sah, daß er vernünftig⸗ lich antwortete, sprach er zu ihm: Du bist nicht ferne von dem Reich Gottes. Und es wagte ihn niemand weiter zu fragen. Am 14. Synnk. nach Trinitakis. Epistel. 1. Cimokh. 1, 12—17. Ich danke unserm Herrn Christo Jesu, der mich stark gemacht und treu geachtet hat, und gesetzt in das Amt der ich zuvor war ein Lästerer und ein Verfolger und ein Schmäher; aber mir ist Barmherzigkeit widerfahren, denn ich habe es unwissend getan im Unglauben. Es ist aber desto reicher gewesen die Gnade unsers Herrn samt dem Glau⸗ ben und der Liebe, die in Christo Jesu ist. Das ist gewiß⸗ lich wahr und ein teuer wertes Wort, daß Christus Jesus kommen ist in die Welt, die Sünder selig zu machen, unter welchen ich der vornehmste bin. Aber darum ist mir Barm⸗ herzigkeit widerfahren, auf daß an mir vornehmlich Jesus Christus erzeigete alle Geduld zum Vorbild denen, die an ihn glauben sollten zum ewigen Leben. Aber Gott, dem ewigen Könige, dem Unvergänglichen und Unsichtbaren und wallein Weisen sei Ehre und Preis in Ewigkeit! Amen. Evangelium. Luk. 7, 36—50. Es bat Jesum aber der Pharisäer einer, daß er mit ihm äße. Und er ging hinein in des Pharisäers Haus, und 9²³ 132 Episteln und Evangelien. setzte sich zu Tisch. Und siehe, ein Weib war in der Stadt, die war eine Sünderin. Da die vernahm, daß er zu Ti⸗ sche saß in des Pharisäers Hause, brachte sie ein Glas mit Salbe, und trat hinten zu seinen Füßen, und weinte, und fing an, seine Füße zu netzen mit Tränen und mit den Haaren ihres Hauptes zu trocknen, und küßte seine Füße, und salbte sie mit Salbe. Da aber das der Pharisäer sah, der ihn geladen hatte, sprach er bei sich selbst und sagte: Wenn dieser ein Prophet wäre, so wüßte er, wer und welch ein Weib das ist, die ihn anrühret; denn sie ist eine Sün⸗ derin. Jesus antwortete und sprach zu ihm: Simon, ich habe dir etwas zu sagen. Er aber sprach: Meister, sage an. Es hatte ein Wucherer zween Schuldner. Einer war schuldig fünfhundert Groschen, der andre fünszig. Da sie aber nicht hatten, zu bezahlen, schenkte er's beiden. Sage an, welcher unter denen wird ihn am meisten lieben? Si⸗ mon antwortete und sprach: Ich achte, dem er am meisten geschenket hat. Er aber sprach zu ihm: Du hast recht gerich⸗ tet. Und er wandte sich zu dem Weibe und sprach zu Si⸗ mon: Siehest du dies Weib? Ich bin kommen in dein Haus, du hast mir nicht Wasser gegeben zu meinen Füßen; diese aber hat meine Füße mit Tränen genetzet, und mit den Haaren ihres Haupts getrocknet. Du hast mir keinen Kuß gegeben; diese aber, nachdem sie hereinkommen ist, hat sie nicht abgelassen, meine Füße zu küssen. Du hast mein Haupt nicht mit Ol gesalbet; sie aber hat meine Füße mit Salbe gesalbet. Derhalben sage ich dir: Ihr sind viele Sün⸗ den vergeben, denn sie hat viel geliebet; welchem aber wenig vergeben wird, der liebet wenig. Und er sprach zu ihr: Dir sind deine Sünden vergeben. Da fingen an, die mit ihm zu Tisch saßen, und sprachen bei sich selbst: Wer ist dieser, der auch die Sünden vergibt? Er aber sprach zu dem Wei⸗ be: Dein Glaube hat dir geholfen; gehe hin mit Frieden. Am 15. Sonnkage n. Trinitatis. Epistel. 2. Ror. 4, 7—18. Wir haben aber solchen Schatz in irdenen Gefäßen, auf daß die überschwengliche Kraft sei Gottes und nicht von uns. Wir haben allenthalben Trübsal; aber wir ängsten uns nicht. Uns ist bange; aber wir verzagen nicht. Wir leiden Verfol⸗ Sweiter Jahrgang. 133 gung; aber wir werden nicht verlassen. Wir werden unter⸗ drückt; aber wir kommen nicht um; und tragen um allezeit das Sterben des Herrn Jesu an unserm Leibe, auf daß auch das Leben des Herrn Jesu an unserm Leibe offenbar werde. Denn wir, die wir leben, werden immerdar in den Tod ge⸗ geben um Jesu willen, auf daß auch das Leben Jesu offen⸗ bar werde an unserm sterblichen Fleische. Darum so ist nun der Tod mächtig in uns, aber das Leben in euch. Dieweil wir aber denselbigen Geist des Glaubens haben, nach dem geschrieben stehet:„Ich glaube, darum rede ich,“ so glauben wir auch, darum so reden wir auch und wissen, daß der, so den Herrn Jesum hat auferweckt, wird uns auch auferwecken durch Jesum, und wird uns darstellen samt euch. Denn es geschieht alles um euretwillen, auf daß die überschwengliche Gnade durch vieler Danksagen Gott reichlich preise. Darum werden wir nicht müde, sondern ob unser äußerlicher Mensch verdirbet, so wird doch der innerliche von Tage zu Tage erneuert. Denn unsre Trübsal, die zeitlich und leicht ist, schaffet eine ewige und über alle Maßen wichtige Herrlich⸗ keit uns, die wir nicht sehen auf das Sichtbare, sondern auf das Unsichtbare. Denn was sichtbar ist, das ist zeitlich; was aber unsichtbar ist, das ist ewig. Evangelium. Matth. 10, 24—33. Der Jünger ist nicht über seinen Meister, noch der Knecht über den Herrn. Es ist dem Jünger genug, daß er sei wie sein Meister, und der Knecht wie sein Herr. Haben sie den Hausvater Beelzebub geheißen, wie viel mehr werden sie seine Hausgenossen also heißen! So fürchtet euch denn nicht vor ihnen. Es ist nichts verborgen, das nicht offenbar werde, und ist nichts heimlich, das man nicht wissen werde. Was ich euch sage in der Finsternis, das redet im Licht; und was ihr höret in das Ohr, das predigt auf den Dächern. Und fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, und die Seele nicht mögen töten. Fürchtet euch aber vielmehr vor dem, der Leib und Seele verderben mag in die Hölle. Kauft man nicht zween Sperlinge um Einen Pfennig? Dennoch fällt derselbigen keiner auf die Erde ohne euren Vater. Nun aber sind auch eure Haare auf dem Haupt alle gezählet. So fürchtet euch denn nicht; ihr seid besser denn viel Sperlinge. 134 Episteln und Evangelien. Wer nun mich bekennet vor den Menschen, den will ich be⸗ kennen vor meinem himmlischen Vater. Wer mich aber ver⸗ leugnet vor den Menschen, den will ich auch verleugnen vor meinem himmlischen Vater. Am 16. Bonnkage nach Trinikakis. Epistel. Ebr. 4, 9—13. Darum ist noch eine Ruhe vorhanden dem Volke Gottes. Denn wer zu seiner Ruhe kommen ist, der ruhet auch von seinen Werken gleichwie Gott von seinen. So lasset uns nun Fleiß tun, einzukommen zu dieser Ruhe, auf daß nicht je⸗ mand falle in dasselbige Beispiel des Unglaubens. Denn das Wort Gottes ist lebendig und kräftig und schärfer denn kein zweischneidig Schwert, und dringet durch, bis daß es scheidet Seele und Geist, auch Mark und Bein, und ist ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens. Und keine Kreatur ist vor ihm unsichtbar, es ist aber alles bloß und entdeckt vor seinen Augen; von dem reden wir. Evangelium. Avh. 9, 1—7. Und Jesus ging vorüber und sah einen, der blind ge⸗ boren war. Und seine Jünger frageten ihn und sprachen: Meister, wer hat gesündiget, dieser oder seine Eltern, daß er ist blind geboren? Jesus antwortete: Es hat weder dieser gesündiget noch seine Eltern, sondern daß die Werke Gottes offenbar würden an ihm. Ich muß wirken die Werke des, der mich gesandt hat, solange es Tag ist; es kommt die Nacht, da niemand wirken kann. Dieweil ich bin in der Welt, bin ich das Licht der Welt. Da er solches gesaget, spützte er auf die Erde, und machte einen Kot aus dem Speichel, und schmierte den Kot auf des Blinden Augen, und sprach zu ihm: Gehe hin zu dem Teich Siloah(das ist verdolmetscht: gesandt) und wasche dich. Da ging er hin und wusch sich und kam sehend. Am 17. Sonnkage nach Trinitatis. Epistel. Rol. 2, 16—20. So lasset nun niemand euch Gewissen machen über Speise oder über Trank oder über bestimmten Feiertagen oder Neu⸗ monden oder Sabbathen; welches ist der Schatten von dem, das zukünftig war; aber der Körper selbst ist in Christo. Lasset euch niemand das Ziel verrücken, der nach eigener Wahl einhergehet in Demut und Geistlichkeit der Engel, des er nie seinem aus w reichu wächst seid m denn U. Getre aßen, risäer zu tu: zu ih hung tes ei dener ohne schen aber und! verde auf i eine und auf, sprac tun halte spra tat's sund Am der rühr so je ke n Sweiter Jahrgang. 13⁵ er nie keins gesehen hat, und ist ohne Ursache aufgeblasen in seinem fleischlichen Sinn, und hält sich nicht an dem Haupt, aus welchem der ganze Leib durch Gelenke und Fugen Hand⸗ reichung empfähet und zusammengehalten wird, und also wächst zur göttlichen Größe. So ihr denn nun abgestorben seid mit Christo den Satzungen der Welt, was lasset ihr euch denn fangen mit Satzungen, als lebtet ihr noch in der Welt? Evangelium. Tuk. 6, 1—10. Und es begab sich auf einen Aftersabbath, daß er durchs Getreide ging, und seine Jünger rauften Ahren aus und aßen, und rieben sie mit den Händen. Etliche aber der Pha⸗ risäer sprachen zu ihnen: Warum tut ihr, das sich nicht ziemet zu tun auf die Sabbathe? Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Habt ihr nicht das gelesen, das David tat, da ihn hungerte, und die mit ihm waren? Wie er zum Hause Got⸗ tes einging, und nahm die Schaubrote und aß, und gab auch denen, die mit ihm waren; die doch niemand durfte essen, ohne die Priester allein? Und sprach zu ihnen: Des Men⸗ schen Sohn ist ein Herr auch des Sabbaths. Es geschah aber auf einen andern Sabbath, daß er ging in die Schule und lehrete. Und da war ein Mensch, des rechte Hand war verdorret. Aber die Schriftgelehrten und Pharisäer hielten auf ihn, ob er auch heilen würde am Sabbath, auf daß sie eine Sache zu ihm fänden. Er aber merkete ihre Gedanken, und sprach zu dem Menschen mit der dürren Hand: Stehe auf, und tritt hervor! Und er stund auf, und trat dahin. Da sprach Jesus zu ihnen: Ich frage euch, was ziemet sich zu tun auf die Sabbathe, Gutes oder Böses? das Leben er⸗ halten oder verderben? Und er sah sie alle umher an, und sprach zu dem Menschen: Strecke aus deine Hand! Und er tat's; da ward ihm seine Hand wieder zurechtgebracht, ge⸗ sund wie die andre. Am 18. Sonntage nach Trinikatis. Epistel. Jak. 2, 13-17. Es wird aber ein unbarmherzig Gericht über den gehen, der nicht Barmherzigkeit getan hat; und die Barmherzigkeit rühmet sich wider das Gericht. Was hilft's, lieben Brüder, so jemand sagt, er habe den Glauben, und hat doch die Wer⸗ ke nicht? Kann auch der Glaube ihn selig machen? So aber 136 Episteln und Evangelien. ein Bruder oder Schwester bloß wäre, und Mangel hätte der täglichen Nahrung, und jemand unter euch spräche zu ihnen: Gott berate euch, wärmet euch, und sättiget euch; gäbet ihnen aber nicht, was des Leibes Notdurft ist: was hülfe sie das? Also auch der Glaube, wenn er nicht Werke hat, ist er tot an ihm selber. Evangelium. Mark. 12, 41—44. Und Jesus setzte sich gegen den Gotteskasten, und schaute, wie das Volk Geld einlegte in den Gotteskasten; und viel Reiche legten viel ein. Und es kam eine arme Witwe und legte zwei Scherflein ein; die machen einen Heller. Und er rief seine Jünger zu sich und sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Diese arme Witwe hat mehr in den Gotteskasten gelegt denn alle, die eingelegt haben. Denn sie haben alle von ihrem übrigen eingelegt; diese aber hat von ihrer Ar⸗ mut alles, was sie hatte, ihre ganze Nahrung, eingelegt. Am 19. Bonnk. nach Trinit. Ep. Rolosl. 3. 16 bis Rap. 4, 2. Lasset das Wort Christi unter euch reichlich wohnen in aller Weisheit; lehret und vermahnet euch selbst mit Psal⸗ men und Lobgesängen und geistlichen lieblichen Liedern, und singet dem Herrn in eurem Herzen. Und alles, was ihr tut mit Worten oder mit Werken, das tut alles in dem Namen des Herrn Jesu, und danket Gott und dem Vater durch ihn. Ihr Weiber, seid untertan euren Männern in dem Herrn, wie sich's gebührt. Ihr Männer, liebet eure Weiber, und seid nicht bitter gegen sie. Ihr Kinder, seid gehorsam den Eltern in allen Dingen; denn das ist dem Herrn gefällig. Ihr Väter, erbittert eure Kinder nicht, auf daß sie nicht scheu werden. Ihr Knechte, seid gehorsam in allen Dingen euren leiblichen Herrn, nicht mit Dienst vor Augen, als den Menschen zu gefallen, sondern mit Einfältigkeit des Herzens und mit Gottesfurcht. Alles, was ihr tut, das tut von Herzen als dem Herrn, und nicht den Menschen; und wisset, daß ihr von dem Herrn empfahen werdet die Vergeltung des Erbes; denn ihr dienet dem Herrn Christo. Wer aber unrecht tut, der wird empfahen, was er unrecht getan hat; und gilt kein Ansehen der Person. Ihr Herrn, was recht und billig ist, das beweiset den Knechten, und wisset, daß ihr auch einen verzehr dräute Sweiter Jahrgang. 137 Herrn im Himmel habt. Haltet an am Gebet, und wachet in demselbigen mit Danksagung. Evangelium. Matth. 12, 46—50. Da Jesus noch also zu dem Volk redete, siehe, da stunden seine Mutter und seine Brüder draußen, die wollten mit ihm reden. Da sprach einer zu ihm: Siehe, deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und wollen mit dir reden. Er antwortete aber und sprach zu dem, der es ihm ansagte: Wer ist meine Mutter? und wer sind meine Brüder? Und reckte die Hand aus über seine Jünger und sprach: Siehe da, das ist meine Mutter und meine Brüder. Denn wer den Willen tut meines Vaters im Himmel, derselbige ist mein Bruder, Schwester und Mutter. Am 20. Sounkage nach Trinitatis. Epistel. Aak. 3, 13—18. Wer ist weise und klug unter euch? Der erzeige mit sei⸗ nem guten Wandel seine Werke in der Sanftmut und Weis⸗ heit. Habt ihr aber bittern Neid und Zank in eurem Her⸗ zen, so rühmet euch nicht, und lüget nicht wider die Wahr⸗ heit. Das ist nicht die Weisheit, die von oben herab kommt, sondern irdisch, menschlich und teufelisch. Denn wo Neid und Zank ist, da ist Unordnung und eitel böses Ding. Die Weis⸗ heit aber von oben her ist aufs erste keusch, darnach fried⸗ sam, gelinde, läßt sich sagen, voll Barmherzigkeit und guter Früchte, unparteiisch, ohne Heuchelei. Die Frucht aber der Gerechtigkeit wird gesäet im Frieden denen, die den Frieden halten. Evangelium. Tuk. 9, 51—56. Es begab sich aber, da die Zeit erfüllet war, daß er soll⸗ te von hinnen genommen werden, wendete Er sein Angesicht, stracks gen Jerusalem zu wandeln. Und er sandte Boten vor sich hin; die gingen hin und kamen in einen Markt der Samariter, daß sie ihm Herberge bestelleten. Und sie nah⸗ men ihn nicht an, darum daß er sein Angesicht gewendet hatte, zu wandeln gen Jerusalem. Da aber das seine Jün⸗ ger Jakobus und Johannes sahen, sprachen sie: Herr, willst du, so wollen wir sagen, daß Feuer vom Himmel falle und verzehre sie, wie Elia tat? Jesus aber wandte sich, und be⸗ dräute sie und sprach: Wisset ihr nicht, welches Geistes Kin⸗ 138 Episteln und Evangelien. der ihr seid? Des Menschen Sohn ist nicht kommen, der Menschen Seelen zu verderben, sondern zu erhalten. Am 21. Sonntage nach Trinitakis. Epistel. Röm. 14, 7—13. Unser keiner lebet ihm selber, und keiner stirbet ihm sel⸗ ber. Leben wir, so leben wir dem Herrn; sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Darum, wir leben oder sterben, so sind wir des Herrn. Denn dazu ist Christus auch gestor⸗ ben und auferstanden und wieder lebendig worden, daß er über Tote und Lebendige Herr sei. Du aber, was richtest du deinen Bruder? Oder du andrer, was verachtest du dei⸗ nen Bruder? Wir werden alle vor den Richtstuhl Christi dargestellet werden; denn es stehet geschrieben:„So wahr als Ich lebe, spricht der Herr, mir sollen alle Kniee gebeu⸗ get werden, und alle Zungen sollen Gott bekennen.“ So wird nun ein jeglicher für sich selbst Gott Rechenschaft ge⸗ ben. Darum lasset uns nicht mehr einer den andern richten; sondern das richtet vielmehr, daß niemand seinem Bruder einen Anstoß oder Argernis darstelle. Evangelium. Malth. 9, 9—18. Und da Jesus von dannen ging, sah er einen Menschen am Zoll sitzen, der hieß Matthäus; und sprach zu ihm: Folge mir! Und er stund auf und folgete ihm. Und es be⸗ gab sich, da er zu Tisch saß im Hause, siehe, da kamen viel Zöllner und Sünder, und saßen zu Tische mit Jesu und seinen Jüngern. Da das die Pharisäer sahen, sprachen sie zu seinen Jüngern: Warum isset euer Meister mit den Zöll⸗ nern und Sündern? Da das Jesus hörte, sprach er zu ih⸗ nen: Die Starken bedürfen des Arztes nicht, sondern die Kranken. Gehet aber hin und lernet, was das sei:„Ich ha⸗ be Wohlgefallen an Barmherzigkeit und nicht am Opfer.“ Ich bin kommen, die Sünder zur Buße zu rufen, und nicht die Frommen. Am 22. Sunnkage nach Crinikatis. Epistel. Röm. 2, 1—9. Darum, o Mensch, kannst du dich nicht entschuldigen, wer du auch bist, der da richtet; denn worinnen du einen andern richtest, verdammst du dich selbst; sintemal du eben dasselbige tust, das du richtest. Denn wir wissen, daß Got⸗ tes Urteil ist recht über die, so solches tun. Denkest du aber, o Mensc dasselbi, Oder ver Langmü Buße le fertigen des Zor Gottes, Werlen: nen, die ewigen Wahrhe keit, Ung len der! Es 1 kündigte samt ihr und spr allen Ge ten hab sert, wer daß die erschlug zu Jeru euch nic sagte ih genbaun und suck zu dem alle Ja Feigenb er das L laß ihn dünge il ihn dar: Am 23. Wer Belohni Sweiter Jahrgang. 139 o Mensch, der du richtest die, so solches tun, und tust auch dasselbige, daß du dem Urteil Gottes entrinnen werdest? Oder verachtest du den Reichtum seiner Güte, Geduld und Langmütigkeit? Weißt du nicht, daß dich Gottes Güte zur Buße leitet? Du aber nach deinem verstockten und unbuß⸗ fertigen Herzen häufest dir selber den Zorn auf den Tag des Zorns und der Offenbarung des gerechten Gerichtes Gottes, welcher geben wird einem jeglichen nach seinen Werlen: Preis und Ehre und unvergängliches Wesen de⸗ nen, die mit Geduld in guten Werken trachten nach dem ewigen Leben; aber denen, die da zänkisch sind und der Wahrheit nicht gehorchen, gehorchen aber der Ungerechtig⸗ keit, Ungnade und Zorn; Trübsal und Angst über alle See⸗ len der Menschen, die da Böses tun. Evangelium. Tuk. 13, 1—9. Es waren aber zu derselbigen Zeit etliche dabei, die ver⸗ kündigten ihm von den Galiläern, welcher Blut Pilatus samt ihrem Opfer vermischet hatte. Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Meinet ihr, daß diese Galiläer vor allen Galiläern Sünder gewesen sind, dieweil sie das erlit⸗ ten haben? Ich sage: Nein; sondern so ihr euch nicht bes⸗ sert, werdet ihr alle auch also umkommen. Oder meinet ihr, daß die achtzehn, auf welche der Turm in Siloah fiel und erschlug sie, seien schuldig gewesen vor allen Menschen, die zu Jerusalem wohnen? Ich sage: Nein; sondern so ihr euch nicht bessert, werdet ihr alle auch also umkommen. Er sagte ihnen aber dies Gleichnis: Es hatte einer einen Fei⸗ genbaum, der war gepflanzt in seinem Weinberge; und kam und suchte Frucht darauf und fand sie nicht. Da sprach er zu dem Weingärtner: Siehe, ich bin nun drei Jahre lang alle Jahre kommen, und habe Frucht gesucht auf diesem Feigenbaum, und finde sie nicht; haue ihn ab; was hindert er das Land? Er aber antwortete und sprach zu ihm: Herr, laß ihn noch dies Jahr, bis daß ich um ihn grabe und be⸗ dünge ihn, ob er wollte Frucht bringen; wo nicht, so haue ihn darnach ab. Am 23. Sonnkage nach Trinitatis. Epistel. Ebr. 10. 35—39. Werfet euer Vertrauen nicht weg, welches eine große Belohnung hat. Geduld aber ist euch not, auf daß ihr den 14⁰ Episteln und Evangelien Willen Gottes tut und die Verheißung empfahet. Denn „noch über eine kleine Weile, so wird kommen, der da kom⸗ men soll, und nicht verziehen. Der Gerechte aber wird des Glaubens leben. Wer aber weichen wird, an dem wird mei⸗ ne Seele kein Gefallen haben.“ Wir aber sind nicht von denen, die da weichen und verdammet werden, sondern von denen, die da glauben und die Seele erretten. Evangelium. Avh. 11, 1—27. Es lag aber einer krank, mit Namen Lazarus, von Be⸗ thanien, in dem Flecken Marias und ihrer Schwester Mar⸗ tha.(Maria aber war, die den Herrn gesalbet hat mit Sal⸗ be und seine Füße getrocknet mit ihrem Haar; derselbigen Bruder, Lazarus, war krank.) Da sandten seine Schwestern zu ihm und ließen ihm sagen: Herr, siehe, den du lieb hast, der liegt krank. Da Jesus das hörte, sprach er: Die Krank⸗ heit ist nicht zum Tode, sondern zur Ehre Gottes daß der Sohn Gottes dadurch geehret werde. Jesus aber hatte Martha lieb und ihre Schwester und Lazarus. Als er nun hörte, daß er krank war, blieb er zween Tage an dem Ort, da er war. Darnach spricht er zu seinen Jüngern: Laßt uns wieder nach Judäa ziehen. Seine Jünger sprachen zu ihm: Meister, jenes Mal wollten die Juden dich steinigen, und du willst wieder dahin ziehen? Jesus antwortete: Sind nicht des Tages zwölf Stunden? Wer des Tages wandelt, der stößet sich nicht; denn er siehet das Licht dieser Welt. Wer aber des Nachts wandelt, der stößet sich; denn es ist kein Licht in ihm. Solches sagte er, und darnach spricht er zu ihnen: Lazarus, unser Freund, schläft; aber ich gehe hin, daß ich ihn aufwecke. Da sprachen seine Jünger: Herr, schläft er, so wird's besser mit ihm. Jesus aber sagte von seinem Tode; sie meineten aber, er redete vom leiblichen Schlaf. Da sagte es ihnen Jesus frei heraus: Lazarus ist gestorben; und ich bin froh um euretwillen, daß ich nicht dagewesen bin, auf daß ihr glaubet; aber lasset uns zu ihm ziehen. Da sprach Thomas, der genannt ist Zwilling, zu den Jüngern: Laßt uns mitziehen, daß wir mit ihm sterben. Da kam Jesus, und fand ihn, daß er schon vier Tage im Grabe gelegen war. Bethanien aber war nahe bei Jerusa⸗ lem, bei Martha der. Als ihm ente Martha wäre nich bittest vo ihr: Dei Ich weiß am jüng erstehung leben, ob mich, der spricht zu der Soh Am 24. 4 Sint der Pers Wandel, ihr nicht von eure mit dem unbefleck Welt G. Zeiten u der ihn lichkeit g haben m sam der liebe, ur nem Her vergäng! lich aus bet. De der Mer dorret u bleibet i euch ver Denn kom⸗ 5des mei⸗ von von Be⸗ Nar⸗ Sal⸗ digen stern has, rank⸗ 8 der hatte nun Ort, Laßt en zu igen, rtete: ages dieser denn pricht gehe Herr, e von lichen us ist nicht ihm 3, zu erben. ge im rusa⸗ Sweiter Jahrgang. 141 lem, bei fünfzehn Feld Weges; und viel Juden waren zu Martha und Maria kommen, sie zu trösten über ihren Bru⸗ der. Als Martha nun hörte, daß Jesus kommt, gehet sie ihm entgegen; Maria aber blieb daheim sitzen. Da sprach Martha zu Jesu: Herr, wärest du hie gewesen, mein Bruder wäre nicht gestorben; aber ich weiß auch noch, daß was du bittest von Gott, das wird dir Gott geben. Jesus spricht zu ihr: Dein Bruder soll auferstehen. Martha spricht zu ihm: Ich weiß wohl, daß er auferstehen wird in der Auferstehung am jüngsten Tage. Jesus spricht zu ihr: Ich bin die Auf⸗ erstehung und das Leben; wer an mich glaubet, der wird leben, ob er gleich stürbe; und wer da lebet und glaubet an mich, der wird nimmermehr sterben. Glaubest du das? Sie spricht zu ihm: Herr, ja; ich glaube, daß Du bist Christus, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen ist. Am 24. Sunnkage nach Trinitalis. Epistel. 1. Pefr. I, 17—25. Sintemal ihr den zum Vater anrufet, der ohne Ansehen der Person richtet nach eines jeglichen Werk, so führet euren Wandel, solange ihr hie wallet, mit Furcht, und wisset, daß ihr nicht mit vergänglichem Silber oder Gold erlöset seid von eurem eiteln Wandel nach väterlicher Weise, sondern mit dem teuren Blut Christi, als eines unschuldigen und unbefleckten Lammes, der zwar zuvor ersehen ist, ehe der Welt Grund gelegt ward, aber offenbaret zu den letzten Zeiten um euretwillen, die ihr durch ihn glaubet an Gott, der ihn auferwecket hat von den Toten und ihm die Herr⸗ lichkeit gegeben, auf daß ihr Glauben und Hoffnung zu Gott haben möchtet. Und machet keusch eure Seelen im under⸗ sam der Wahrheit durch den Geist zu ungefärbter Bruder⸗ liebe, und habt euch unter einander brünstig lieb aus rei⸗ nem Herzen, als die da wiederum geboren sind, nicht aus vergänglichem, sondern aus unvergänglichem Samen, näm⸗ lich aus dem lebendigen Wort Gottes, das da ewiglich blei⸗ bet. Denn„alles Fleisch ist wie Gras und alle Herrlichkeit der Menschen wie des Grases Blume. Das Gras ist ver⸗ dorret und die Blume abgefallen; aber des Herrn Wort bleibet in Ewigkeit.“ Das ist aber das Wort, welches unter euch verkündiget ist. 142 Episteln und Evangelien. Evangelium. Ayh. 11, 32—45. Als nun Maria kam, da Jesus war, und sah ihn, siel sie zu seinen Füßen und sprach zu ihm: Herr, wärest du hie gewesen, mein Bruder wäre nicht gestorben. Als Jesus sie sah weinen und die Juden auch weinen, die mit ihr kamen, ergrimmte er im Geist und betrübte sich selbst und sprach: Wo habt ihr ihn hingelegt? Sie sprachen zu ihm: Herr, komm und sieh es. Und Jesu gingen die Augen über. Da sprachen die Juden: Siehe, wie hat er ihn so lieb gehabt! Etliche aber unter ihnen sprachen: Konnte, der dem Blinden die Augen aufgetan hat, nicht verschaffen, daß auch dieser nicht stürbe? Da ergrimmte Jesus abermal in ihm selbst, und kam zum Grabe. Es war aber eine Kluft, und ein Stein darauf gelegt. Jesus sprach: Hebt den Stein ab. Spricht zu ihm Martha, die Schwester des Verstorbenen: Herr, er stinkt schon; denn er ist vier Tage gelegen. Jesus spricht zu ihr: Hab ich dir nicht gesagt, so du glauben wür⸗ dest, du solltest die Herrlichkeit Gottes sehen? Da huben sie den Stein ab, da der Verstorbene lag. Jesus aber hub seine Augen empor und sprach: Vater, ich danke dir, daß du mich erhöret hast; doch Ich weiß, daß du mich allezeit hörest; aber um des Volkes willen, das umherstehet, sage ich's, daß sie glauben, Du habest mich gesandt. Da er das gesagt hatte, rief er mit lauter Stimme: Lazarus, komm heraus! Und der Verstorbene kam heraus, gebunden mit Grabtüchern an Füßen und Händen, und sein Angesicht ver⸗ hüllet mit einem Schweißtuch. Jesus spricht zu ihnen: Lö⸗ set ihn auf und lasset ihn gehen. Viel nun der Juden, die zu Maria kommen waren und sahen, was Jesus tat, glaub⸗ ten an ihn. Am 25. Bonnkagr nach Trinitakis. Epistel. Ebr. 8, 12—15. Sehet zu, lieben Brüder, daß nicht jemand unter euch ein arges, ungläubiges Herz habe, das da abtrete von dem lebendigen Gott; sondern ermahnet euch selbst alle Tage, solange es heute heißet, daß nicht jemand unter euch ver⸗ stocket werde durch Betrug der Sünde. Denn wir sind Chri⸗ sti teilhaftig worden, so wir anders das angefangene Wesen bis ans Ende fest behalten. Indem gesagt wird:„Heute, so ihr seine nicht.“ Es und füh nen, und aus, un Früchte, sie seine seine Kn den drit: te, mehr also. D Sie wer Weingät Das ist gut an r zum We Herr de Weingär sewichter Weingät geben. Schrift: der ist; schehen, um sage men unt bringt. Am 26. Wir Ungezog seid ged ses mit Guten u Seid all allen D Jesu an verachtet Sweiter Jahrgang. 143 ihr seine Stimme hören werdet, so verstocket eure Herzen nicht. Evangelium. Makkh. 21, 33—43. Es war ein Hausvater, der pflanzte einen Weinberg, und führte einen Zaum drum, und grub eine Kelter drin⸗ nen, und baute einen Turm, und tat ihn den Weingärtnern aus, und zog über Land. Da nun herbeikam die Zeit der Früchte, sandte er seine Knechte zu den Weingärtnern, daß sie seine Früchte empfingen. Da nahmen die Weingärtner seine Knechte; einen stäupten sie, den anderen töteten sie, den dritten steinigten sie. Abermal sandte er andere Knech⸗ te, mehr denn der ersten waren; und sie taten ihnen gleich also. Darnach sandte er seinen Sohn zu ihnen und sprach: Sie werden sich vor meinem Sohn scheuen. Da aber die Weingärtner den Sohn sahen, sprachen sie unter einander: Das ist der Erbe; kommt, laßt uns ihn töten, und sein Erb⸗ gut an uns bringen! Und sie nahmen ihn, und stießen ihn zum Weinberge hinaus, und töteten ihn. Wenn nun der Herr des Weinberges kommen wird, was wird er diesen Weingärtnern tun! Sie sprachen zu ihm: Er wird die Bö⸗ sewichter übel umbringen, und seinen Weinberg andern Weingärtnern austun, die ihm die Früchte zu rechter Zeit geben. Jesus sprach zu ihnen: Habt ihr nie gelesen in der Schrift:„Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, der ist zum Eckstein worden. Von dem Herrn ist das ge⸗ schehen, und es ist wunderbarlich vor unsern Augen“? Dar⸗ um sage ich euch: Das Reich Gottes wird von euch genom⸗ men und einem Volke gegeben werden, das seine Früchte bringt. Am 26. Sonnk. nach Crinitatis. Epistel. 1. Chess. 5, 14—24. Wir ermahnen aber euch, lieben Brüder, vermahnet die Ungezognen, tröstet die Kleinmütigen, traget die Schwachen, seid geduldig gegen jedermann. Sehet zu, daß keiner Bö⸗ ses mit Bösem jemand vergelte, sondern allezeit jaget dem Guten nach, beide unter einander und gegen jedermann. Seid allezeit fröhlich, betet ohne Unterlaß, seid dankbar in allen Dingen; denn das ist der Wille Gottes in Christo Jesu an euch. Den Geist dämpfet nicht, die Weissagung verachtet nicht, prüfet aber alles, und das Gute behaltet. * W 14 4 RN * V V I 4 * 0 0 1 +* 14⁴4 Episteln und Evangelien. Meidet allen bösen Schein. Er aber, der Gott des Friedens, heilige euch durch und durch, und euer Geist ganz samt See⸗ le und Leib müsse bewahret werden unsträflich auf die Zu⸗ kunft unsers Herrn Jesu Christi. Getreu ist er, der euch rufet, er wird's auch tun. Evangelium. Makth. 25, 14—30. Ein Mensch, der über Land zog, rief seinen Knechten, und tat ihnen seine Güter aus; und einem gab er fünf Zentner, dem andern zween, dem dritten einen, einem jeden nach seinem Vermögen, und zog bald hinweg. Da ging der hin, der fünf Zentner empfangen hatte, und handelte mit denselbigen, und gewann andere fünf Zentner. Des⸗ gleichen auch, der zween Zentner empfangen hatte, gewann auch zween andere. Der aber Einen empfangen hatte, ging hin, und machete eine Grube in die Erde, und verbarg seines Herrn Geld. Über eine lange Zeit kam der Herr dieser Knechte, und hielt Rechenschaft mit ihnen. Da trat herzu. der fünf Zentner empfangen hatte, und legete andere fünf Zentner dar und sprach: Herr, du hast mir fünf Zentner getan; siehe da, ich habe damit andere fünf Zentner ge⸗ wonnen. Da sprach sein Herr zu ihm: Ei, du frommer und getreuer Knecht, du bist über wenigem getreu gewesen, ich will dich über viel setzen; gehe ein zu deines Herrn Freude! Da trat auch herzu, der zween Zentner empfan⸗ gen hatte und sprach: Herr, du hast mir zween Zentner getan; siehe da, ich habe mit denselben zween andre ge⸗ wonnen. Sein Herr sprach zu ihm: Ei, du frommer und getreuer Knecht, du bist über wenigem getreu gewesen, ich will dich über viel setzen; gehe ein zu deines Herrn Freude! Da trat auch herzu, der Einen Zentner empfangen hatte und sprach: Herr, ich wußte, daß du ein harter Mann bist; du schneidest, wo du nicht gesäet hast, und sammelst, da du nicht gestreuet hast; und fürchtete mich, ging hin, and verbarg deinen Zentner in die Erde. Siehe, da hast du das Deine. Sein Herr aber antwortete und sprach zu ihm: Du Schalk und fauler Knecht! wußtest du, daß ich schneide, da ich nicht gesäet habe, und sammle, da ich nicht gestreuet habe, so solltest du mein Geld zu den Wechslern getan ha⸗ ben, und wenn ich kommen wäre, hätte ich das Meine zu mir gen Zentner da hat, ben; we men we sternis! Am 27. Und denn de Merr ist das neu ren, ber hörte ei he da,! ihnen w Gott m wischen nicht me mehr se Stuhl spricht; tig und Ich bin will der gen We ererben Sohn se Seh es Zeit ließ sein lichen se So wac Hauses oder un nicht sch euch sag Sweiter Jahrgang. 14⁵ mir genommen mit Wucher. Darum nehmet von ihm den Zentner, und gebet's dem, der zehn Zentner hat. Denn wer da hat, dem wird gegeben werden, und wird die Fülle ha⸗ ben; wer aber nicht hat, dem wird auch, das er hat, genom⸗ men werden. Und den unnützen Knecht werft in die Fin⸗ sternis hinaus; da wird sein Heulen und Zähneklappen. Am 27. Bynnk. nach TCrinik. Lektion. Offenb. Aph. 21, 1—7. Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde verging, und das Meer ist nicht mehr. Und ich, Johannes, sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabfah⸗ ren, bereitet als eine geschmückte Braut ihrem Mann. Und hörte eine große Stimme von dem Stuhl, die sprach: Sie⸗ he da, die Hütte Gottes bei den Menschen; und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein, und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein; und Gott wird ab⸗ wischen alle Tränen von ihren Augen; und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das erste ist vergangen. Und der auf dem Stuhl saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu. Und er spricht zu mir: Schreibe; denn diese Worte sind wahrhaf⸗ tig und gewiß. Und er sprach zu mir: Es ist geschehen. Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende. Ich will dem Durstigen geben von dem Brunnen des lebendi⸗ gen Wassers umsonst. Wer überwindet, der wird's alles ererben, und ich werde sein Gott sein, und er wird mein Sohn sein. Evangelium. Mark. 18, 83—87. Sehet zu, wachet und betet; denn ihr wisset nicht, wann es Zeit ist. Gleich als ein Mensch, der über Land zog, und ließ sein Haus, und gab seinen Knechten Macht, einem jeg⸗ lichen sein Werk, und gebot dem Türhüter, er sollte wachen. So wachet nun; denn ihr wisset nicht, wann der Herr des Hauses kommt, ob er kommt am Abend oder zu Mitternacht oder um den Hahnenschrei oder des Morgens; auf daß er nicht schnell komme, und finde euch schlafend. Was ich aber euch sage, das sage ich allen: Wachet! 10 Episteln und Evangelien. Am Cage Marik Reinigung. Tekkivn. Micha 4, 1—4. In den letzten Tagen aber wird der Berg, darauf des HErrn Haus ist, fest stehen, höher denn alle Berge, und über die Hügel erhaben sein, und die Völker werden dazu laufen. Und viel Heiden werden gehen und sagen: Kommt, laßt uns hinauf zum Berge des HErrn gehen und zum Hause des Gottes Jakobs, daß er uns lehre seine Wege, und wir auf seiner Straße wandeln; denn aus Zion wird das Gesetz ausgehen, und des Herrn Wort aus Jerusalem. Er wird unter großen Völkern richten, und viel Heiden stra⸗ fen in fernen Landen. Sie werden ihre Schwerter zu Pflug⸗ scharen und ihre Spieße zu Sicheln machen. Es wird kein Volt wider das andre ein Schwert aufheben, und werden nicht mehr kriegen lernen. Ein jeglicher wird unter seinem Weinstock und Feigenbaum wohnen ohne Scheu; denn der Mund des Herrn Zebaoth hat's geredet. Evangelium. Tuk. 2, 22—32. Und da die Tage ihrer Reinigung nach dem Gesetz Mo⸗ ses kamen, brachten sie ihn gen Jerusalem, auf daß sie ihn darstelleten dem Herrn(wie denn geschrieben stehet in dem Gesetz des Herrn:„Allerlei Männliches, das zum ersten die Mutter bricht, soll dem Herrn geheiliget heißen“); und daß sie gäben das Opfer, nach dem gesagt ist im Gesetz des Herrn, ein Paar Turteltauben oder zwo junge Tauben. Und siehe, ein Mensch war zu Jerusalem, mit Namen Simeon; und derselbe Mensch war fromm und gottesfürchtig, und warte⸗ te auf den Trost Israels, und der heilige Geist war in ihm. Und ihm war eine Antwort worden von dem heiligen Geist, er sollte den Tod nicht sehen, er hätte denn zuvor den Christ des Herrn gesehen. Und kam aus Anregen des Geistes in den Tempel. Und da die Eltern das Kind Jesus in den Tempel brachten, daß sie für ihn täten, wie man pfleget nach dem Gesetz, da nahm er ihn auf seine Arme, und lobte Gott und sprach: Herr, nun lässest du deinen Diener im Frieden fahren, wie du gesagt hast; denn meine Augen ha⸗ ben deinen Heiland gesehen, welchen du bereitet hast vor allen Völkern, ein Licht, zu erleuchten die Heiden, und zum Preis deines Volks Israel. Nm By: Und den Tat in Jsre Ewigket die Zei dann di dern Ii des HC Gottes. Zeit he Und von Ge einer J men J Maria. grüßet benedei sie über Und de du hast ger we⸗ sollh d Höchste Stuhl sein üb wird ke soll da Der Er wird ü dich üb boren! Elisabe Sohn die im ist kein des He der En Sweiter Jahrgang. 147 Am Bynnk. Mariä Perkündigung. Tektion. Micha 5, 1—8. Und du, Bethlehem Ephratha, die du klein bist unter den Tausenden in Juda, aus dir soll mir der kommen, der in Jsrael Herr sei, welches Ausgang von Anfang und von Ewigkeit her gewesen ist. Indes läßt er sie plagen bis auf die Zeit, daß die, so gebären soll, geboren habe; da werden dann die übrigen seiner Brüder wiederkommen zu den Kin⸗ dern Israel. Er aber wird auftreten und weiden in Kraft des HErrn und im Sieg des Namens des HErrn, seines Gottes. Und sie werden wohnen; denn er wird zur selbigen Zeit herrlich werden, so weit die Welt ist. Evangelium. Tuk. 1, 26—88. Und im sechsten Monat ward der Engel Gabriel gesandt von Gott in eine Stadt in Galiläa, die heißt Nazareth, zu einer Jungfrau, die vertrauet war einem Manne, mit Na⸗ men Joseph, vom Hause David; und die Jungfrau hieß Maria. Und der Engel kam zu ihr hinein und sprach: Ge⸗ grüßet seist du, Holdselige! Der Herr ist mit dir, du Ge⸗ benedeiete unter den Weibern. Da sie aber ihn sah, erschrak sie über seiner Rede und gedachte: Welch ein Gruß ist das? Und der Engel sprach zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria; du hast Gnade bei Gott gefunden. Siehe, du wirst schwan⸗ ger werden im Leibe, und einen Sohn gebären, des Namen solls du Jesus heißen. Der wird groß und ein Sohn des Höchsten genannt werden; und Gott der Herr wird ihm den Stuhl seines Vaters David geben; und er wird ein König sein über das Haus Jakob ewiglich, und seines Königreichs wird kein Ende sein. Da sprach Maria zu dem Engel: Wie soll das zugehen, sintemal ich von keinem Manne weiß? Der Engel antwortete und sprach zu ihr: Der heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten; darum auch das Heilige, das von dir ge⸗ boren wird, wird Gottes Sohn genannt werden. Und siehe, Elisabeth, deine Gefreundte, ist auch schwanger mit einem Sohn in ihrem Alter, und gehet jetzt im sechsten Mond, die im Geschrei ist, daß sie unfruchtbar sei. Denn bei Gott ist kein Ding unmöglich. Maria aber sprach: Siehe, ich bin des Herrn Magd; mir geschehe, wie du gesagt hast. Und der Engel schied von ihr. 10* 148 Episteln und Evangelien Am Tage der Bagelfeier. Jür die Alkarvorlesung. Plalm 65. Gott, man lobet dich in der Stille zu Zion, und dir be⸗ zahlt man Gelübde. Du erhörest Gebet, darum kommt al⸗ les Fleisch zu dir. Unsre Missetat drücket uns hart; Du wollest unsre Sünde vergeben. Wohl dem, den du erwäh⸗ lest und zu dir lässest, daß er wohne in deinen Höfen; der hat reichen Trost von deinem Hause, deinem heiligen Tem⸗ pel. Erhöre uns nach der wunderbaren Gerechtigkeit, Gott, unser Heil, der du bist Zuversicht aller auf Erden und ferne am Meer; der die Berge fest setzt in seiner Kraft, und ge⸗ rüstet ist mit Macht; der du stillest das Brausen des Meers, das Brausen seiner Wellen und das Toben der Völker, daß sich entsetzen, die an den Enden wohnen, vor deinen Zeichen. Du machst fröhlich, was da webet, beide gegen Morgen und gegen Abend. Du suchest das Land heim, und wässerst es, und machest es sehr reich. Gottes Brünnlein hat Wassers die Fülle. Du lässest ihr Getreide wohl geraten, denn also bauest du das Land. Du tränkest seine Furchen und feuch⸗ test sein Gepflügtes; mit Regen machst du es weich und segnest sein Gewächs. Du krönest das Jahr mit deinem Gut, und deine Fußstapfen triefen von Fett. Die Weiden in der Wüste sind auch fett, daß sie triefen, und die Hügel sind umher lustig. Die Anger sind voll Schafe, und die Auen stehen dick mit Korn, daß man jauchzet und singet. DOder Pfalm 147. Lobet den Herrn— Halleluja. Jür die Predigt freier Lexk. Am Avhannisfeste. LTektion. Aesaja 35, 8—10. Stärket die müden Hände und erquickt die strauchelnden Kniee! Saget den verzagten Herzen: Seid getrost, fürch⸗ tet euch nicht! Sehet, euer Gott, der kommt zur Rache; Gott, der da vergilt, kommt und wird euch helfen. Alsdann werden der Blinden Augen aufgetan werden, und der Tau⸗ ben Ohren werden geöffnet werden; alsdann werden die Lahmen löcken wie ein Hirsch, und der Stummen Zunge wird Lob sagen. Denn es werden Wasser in der Wüste hin und wieder fließen und Ströme im dürren Lande. Und wo es zuvor trocken ist gewesen, sollen Teiche stehen; und wo es dürre g Schakals hen. Ur welcher drauf ge drauf ge da kein noch daf daselbst kommen de wird den sie ein gele Abendn nehmste dias un die am Bitte v schwur ich dir ging hi ten? D sie gin sprach: tun. U hieß sei Sweiter Jahrgang. 149 dürre gewesen ist, sollen Brunnquellen sein. Da zuvor die Schakale gelegen haben, soll Gras und Rohr und Schilf ste⸗ hen. Und es wird daselbst eine Bahn sein und ein Weg, welcher der heilige Weg heißen wird, daß kein Unreiner drauf gehen darf; und derselbige wird für sie sein, daß man drauf gehe, daß auch die Toren nicht irren mögen. Es wird da kein Löwe sein, und wird kein reißend Tier drauf treten, noch daselbst gefunden werden, sondern man wird frei sicher daselbst gehen. Die Erlöseten des HErrn werden wieder kommen, und gen Zion kommen mit Jauchzen; ewige Freu⸗ de wird über ihrem Haupte sein, Freude und Wonne wer⸗ den sie ergreifen, und Schmerz und Seufzen wird entfliehen. Evangelium. Mark. 6, 17—29. Er aber, Herodes, hatte ausgesandt, und Johannes ge⸗ griffen und ins Gefängnis gelegt um der Herodias willen, seines Bruders Philippus Weib; denn er hatte sie gefreiet. Johannes aber sprach zu Herodes: Es ist nicht recht, daß du deines Bruders Weib habest. Herodias aber stellte er nach, und wollte ihn töten, und konnte nicht. Herodes aber fürchtete Johannes; denn er wußte, daß er ein frommer und heiliger Mann war; und verwahrte ihn, und gehorchte ihm in vielen Sachen, und hörte ihn gerne. Und es kam ein gelegener Tag, daß Herodes auf seinen Jahrstag ein Abendmahl gab den Obersten und Hauptleuten und Vor⸗ nehmsten in Galiläa. Da trat hinein die Tochter der Hero⸗ dias und tanzete, und gefiel wohl dem Herodes und denen, die am Tisch saßen. Da sprach der König zum Mägdlein: Bitte von mir, was du willst, ich will dir's geben. Und schwur ihr einen Eid: Was du wirst von mir bitten, will ich dir geben, bis an die Hälfte meines Königreichs. Sie ging hinaus und sprach zu ihrer Mutter: Was soll ich bit⸗ ten? Die sprach: Das Haupt Johannes des Täufers. Und sie ging alsbald hinein mit Eile zum Könige, bat und sprach: Ich will, daß du mir gebest jetzt zur Stunde auf einer Schüssel das Haupt Johannes des Täufers. Der Kö⸗ nig war betrübt; doch um des Eides willen und derer, die am Tische saßen, wollte er sie nicht lassen eine Fehlbitte tun. Und alsbald schickte hin der König den Henker, und hieß sein Haupt herbringen. Der ging hin und enthauptete 15⁰ Episteln und Evangelien. ihn im Gefängnis, und trug her sein Haupt auf einer Schüssel und gab's dem Mägdlein, und das Mägdlein gab's ihrer Mutter. Und da das seine Jünger höreten, kamen sie und nahmen seinen Leib, und legten ihn in ein Grab. Am Tage Marik Beimsuchung. Teklirn. Aerem. 88, 14—16. Siehe, es kommt die Zeit, spricht der Herr, daß ich das gnädige Wort erwecken will, welches ich dem Hause Israel und dem Hause Juda geredet habe. In denselbigen Tagen und zur selbigen Zeit will ich dem David ein gerecht Ge⸗ wächs aufgehen lassen; und soll Recht und Gerechtigkeit an⸗ richten auf Erden. Zur selbigen Zeit soll Juda geholfen werden, und Jerusalem sicher wohnen; und man wird sie nennen: Der Herr unsre Gerechtigkeit. Evangelium. NTuk. 1, 39—56. Maria aber stund auf in den Tagen, und ging auf das Gebirge eilends zu der Stadt Judas, und kam in das Haus des Zacharias, und grüßte Elisabeth. Und es begab sich, als Elisabeth den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leibe. Und Elisabeth ward des heiligen Geistes voll, und rief laut und sprach: Gebenedeiet bist du unter den Weibern, und gebenedeiet ist die Frucht deines Leibes. Und woher kommt mir das, daß die Mutter meines Herrn zu mir kommt? Siehe, da ich die Stimme deines Grußes hö⸗ rete, hüpfte mit Freuden das Kind in meinem Leibe. Und o selig bist du, die du geglaubt hast! denn es wird vollendet werden, was dir gesagt ist von dem Herrn. Und Maria sprach: Meine Seele erhebt den Herrn, und mein Geist freuet sich Gottes, meines Heilandes. Denn er hat die Nie⸗ drigkeit seiner Magd angesehen. Siehe, von nun an werden mich selig preisen alle Kindeskinder. Denn er hat große Dinge an mir getan, der da mächtig ist, und des Name hei⸗ lig ist; und seine Barmherzigkeit währet immer für und für bei denen, die ihn fürchten. Er übet Gewalt mit seinem Arm, und zerstreuet, die hoffärtig sind in ihres Herzens Sinn. Er stößet die Gewaltigen vom Stuhl, und erhebt die Niedrigen. Die Hungrigen füllet er mit Gütern, und läßt die Reichen leer. Er denket der Barmherzigkeit, und hilft seinem Diener Israel auf, wie er geredet hat unsern Vätern, ria blie wiederu Am Dar nieman Sprache getan n schrieen der auf Und ab und un Angesie und El und S Amen. mir: V woher weißt sind au und ha Darun Tag ut sitzt, w gern nv Sonne Stuhl serbrur ren Ar Sweiter Jahrgang. 15¹ Vätern, Abraham und seinem Samen ewiglich. Und Ma⸗ ria blieb bei ihr bei dreien Monaten; darnach kehrte sie wiederum heim. Am Mirhaelisfeste. Lektiyn. DOffenb. Avh. 7, 9—17. Darnach sah ich, und siehe, eine große Schar, welche niemand zählen konnte, aus allen Heiden und Völkern und Sprachen, vor dem Stuhl stehend und vor dem Lamm, an⸗ getan mit weißen Kleidern und Palmen in ihren Händen, schrieen mit großer Stimme und sprachen: Heil sei dem, der auf dem Stuhle sitzt, unserm Gott und dem Lamm! Und alle Engel stunden um den Stuhl und um die Altesten und um die vier Tiere, und fielen vor dem Stuhl auf ihr Angesicht und beteten Gott an und sprachen: Amen, Lob und Ehre und Weisheit und Dank und Preis und Kraft und Stärke sei unserm Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Und es antwortete der Altesten einer und sprach zu mir: Wer sind diese mit den weißen Kleidern angetan? und woher sind sie kommen? Und ich sprach zu ihm: Herr, du weißt es. Und er sprach zu mir: Diese sind's, die kommen sind aus großer Trübsal, und haben ihre Kleider gewaschen, und haben ihre Kleider helle gemacht im Blut des Lammes. Darum sind sie vor dem Stuhl Gottes, und dienen ihm Tag und Nacht in seinem Tempel; und der auf dem Stuhl sitzt, wird über ihnen wohnen. Sie wird nicht mehr hun⸗ gern noch dürsten; es wird auch nicht auf sie fallen die Sonne oder irgend eine Hitze; denn das Lamm mitten im Stuhl wird sie weiden, und leiten zu den lebendigen Was⸗ serbrunnen, und Gott wird abwischen alle Tränen von ih⸗ ren Augen. Evangelium. Mark. 10, 13—16. Und sie brachten Kindlein zu ihm, daß er sie anrührete; die Jünger aber fuhren die an, die sie trugen. Da es aber Jesus sah, ward er unwillig und sprach zu ihnen: Laßt die Kindlein zu mir kommen, und wehret ihnen nicht; denn solcher ist das Reich Gottes. Wahrlich, ich sage euch: Wer das Reich Gottes nicht empfähet als ein Kindlein, der wird nicht hineinkommen. Und er herzte sie, und legte die Hände auf sie, und segnete sie. 152 Episteln und Evangelien. Am Erntedankfeste. Rür die Alkarvorlesung. Pfalm 67. Gott sei uns gnädig und segne uns; er lasse uns sein Antlitz leuchten!(Sela.) Daß man auf Erden erkenne sei⸗ nen Weg, unter allen Heiden sein Heil. Es danken dir, Gott, die Völker; es danken dir alle Völker. Die Völler freuen sich und jauchzen, daß du die Leute recht richtest, und regierest die Leute auf Erden.(Sela.) Es danken dir, Gott, die Völker; es danken dir alle Völker. Das Land gibt sein Gewächs. Es segne uns Gott, unser Gott. Es segne uns Gott, und alle Welt fürchte ihn! DOder Pfalm 145. Ich will dich erheben, mein Gott, du König, und deinen Namen loben immer und ewiglich. Ich will dich täglich lo⸗ ben, und deinen Namen rühmen immer und ewiglich. Der HErr ist groß und sehr löblich, und seine Größe ist unaus⸗ forschlich. Kindeskinder werden deine Werke preisen und von deiner Gewalt sagen. Ich will reden von deiner herr⸗ lichen schönen Pracht und von deinen Wundern; daß man soll sagen von deinen herrlichen Taten, und daß man er⸗ zähle deine Herrlichkeit; daß man preise deine große Güte, und deine Gerechtigkeit rühme. Gnädig und barmherzig ist der HErr, geduldig und von großer Güte. Der HErr ist allen gütig, und erbarmet sich aller seiner Werke. Es sollen dir danken, HErr, alle deine Werke, und deine Heiligen dich loben und die Ehre deines Königreichs rühmen, und von deiner Gewalt reden, daß den Menschenkindern deine Ge⸗ walt kund werde und die herrliche Pracht deines König⸗ reichs. Dein Reich ist ein ewiges Reich, und deine Herr⸗ schaft währet für und für. Der HErr erhält alle, die da. fallen, und richtet auf alle, die niedergeschlagen sind. Aller Augen warten auf dich, und Du gibst ihnen ihre Speise zu seiner Zeit. Du tust deine Hand auf, und erfüllest alles, was lebet, mit Wohlgefallen. Der HErr ist gerecht in ullen seinen Wegen, und heilig in allen seinen Werken. Der HErr ist nahe allen, die ihn anrufen, allen, die ihn mit Ernst an⸗ rufen. Er tut, was die Gottesfürchtigen begehren, und hö⸗ ret ihr Schreien, und hilft ihnen. Der HErr behütet alle, die ihn lieben, und wird vertilgen alle Gottlosen. Mein Mund seinen h Am Ref War daß, ob höre, ih uns kän in keine welches aber de gegeben ihn glar denselbi nun vor Anr E Got Sünden wohl vr Sünde. ist imm übel vo Worten ich bin hat mie Wahrhe die hei ich rein mich hi werden meinen in mir, wissen und nir wieder rüste m Sweiter Jahrgang. 153 Mund soll des HErrn Lob sagen, und alles Fleisch lobe seinen heiligen Namen immer und ewiglich. Für die Predigt freier Cext. Am Reformativnefeste. Aür dir Alkarvorl. Plxilipp. 1,27—80. Wandelt nur würdiglich dem Evangelium Christi, auf daß, ob ich komme und sehe euch oder abwesend von euch höre, ihr stehet in Einem Geist und Einer Seele, und samt uns kämpfet für den Glauben des Evangeliums, und euch in keinem Weg erschrecken lasset von den Widersachern, welches ist ein Anzeichen, ihnen der Verdammnis, euch aber der Seligkeit, und dasselbige von Gott. Denn euch ist gegeben um Christi willen zu tun, daß ihr nicht allein an ihn glaubet, sondern auch um seinetwillen leidet, und habet denselbigen Kampf, welchen ihr an mir gesehen habt, und nun von mir höret. Jür die Predigt freier Cet. An Buhtage. Für die Altarvorlesung ein Bußpfalm, etwa Pfalm 51, 3—19. Gott, sei mir gnädig nach deiner Güte, und tilge meine Sünden nach deiner großen Barmherzigkeit. Wasche mich wohl von meiner Missetat, und reinige mich von meiner Sünde. Denn ich erkenne meine Missetat, und meine Sünde ist immer vor mir. An dir allein hab ich gesündigt, und übel vor dir getan, auf daß du recht behaltest in deinen Worten, und rein bleibest, wenn du gerichtet wirst. Siehe, ich bin in sündlichem Wesen geboren, und meine Mutter hat mich in Sünden empfangen. Siehe, du hast Lust zur Wahrheit, die im Verborgnen liegt; du lässest mich wissen die heimliche Weisheit. Entsündige mich mit Ysop, daß ich rein werde; wasche mich, daß ich schneeweiß werde. Laß mich hören Freude und Wonne, daß die Gebeine fröhlich werden, die du zerschlagen hast. Verbirg dein Antlitz von meinen Sünden, und tilge alle meine Missetaten. Schaffe in mir, Gott, ein rein Herz, und gib mir einen neuen ge⸗ wissen Geist. Verwirf mich nicht von deinem Angesichte, und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir. Tröste mich wieder mit deiner Hilfe, und mit einem freudigen Geist rüste mich aus. Ich will die Ubertreter deine Wege lehren, 154 Alttestamentliche Teyte. daß sich die Sünder zu dir bekehren. Errette mich von den Blutschulden, Gott, der du mein Gott und Heiland bist, daß meine Zunge deine Gerechtigleit rühme. Herr, tue mei⸗ ne Lippen auf, daß mein Mund deinen Ruhm verkündige. Denn du hast nicht Lust zum Opfer, ich wollte dir's sonst wohl geben; und Brandopfer gefallen dir nicht. Die Opfer. die Gott gefallen, sind ein geängsteter Geist; ein geängstet und zerschlagen Herz wirst du, Gott, nicht verachten. Oder Pfalm 32. Wohl dem— und rühmet, alle ihr Frommen. Alttestamenkliche Texle zur Auswahl für Predigten über freie Teyte. Am 1. Bonnkage des Advenks. Aerem. 31, 31—34. Oer neue Bund.) Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HErr, da will ich mit dem Hause Israel und mit dem Hause Juda einen neuen Bund machen. Nicht wie der Bund gewesen ist, den ich mit ihren Värern machte, da ich sie bei der Hand nahm daß ich sie aus Agyptenland führete; welchen Bund sie nicht gehalten haben, und Ich sie zwingen mußte, spricht der HErr; sondern das soll der Bund sein, den ich mit dem Hause Israel machen will nach dieser Zeit, spricht der HErr: Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben, und in ihren Sinn schreiben; und sie sollen mein Volk sein, so will ich ihr Gott sein. Und wird keiner den andern, noch ein Bruder den andern lehren und sagen:„Erkenne den HErrn“, sondern sie sollen mich alle kennen, beide, klein und groß, spricht der HErr. Denn ich will ihnen ihre Missetat vergeben, und ihrer Sünde nimmermehr gedenken. Am 2. Sonntage des Advenks. Maleachi 4. (Der grosse und schreckliche Tag des Herrn.) Denn siehe, es kommt ein Tag, der brennen soll wie ein Ofen; da werden alle Verächter und Gottlosen Stroh ge Flügel die Me sein, ur HErr! 1—— en mit J. terscha denn HErrr Predis macht den bist, ei⸗ ige. onst fer. gstet ge Flügeln; und ihr sollt aus⸗ und eingehen, und hüpfen wie die Mastkälber. Ihr werdet die Gottlosen zertreten; denn Alttestamentliche Texte. 15⁵ sein, und der künftige Tag wird sie anzünden, spricht der HErr Zebaoth, und wird ihnen weder Wurzel noch Zweig lassen. Euch aber, die ihr meinen Namen fürchtet, soll auf⸗ en die Sonne der Gerechtigkeit und Heil unter ihren sie sollen Asche unter euren Füßen werden des Tages, den Ich machen will, spricht der HErr Zebaoth. Gedenkt des Gesetzes Moses, meines Knechts, das ich ihm befohlen habe auf dem Berge Horeb an das ganze Israel Dene den Ge⸗ boten und Rechten. Siehe, Ich will euch senden den Pro⸗ pheten Elisa, ehe denn da komme der große und schreckliche Tag des HErrn. Der soll das Herz der Väter bekehren zu den Kindern und das Herz der Kinder zu ihren Vätern, daß ich nicht komme, und das Erdreich mit dem Bann schlage. Am 3. Sonnkage des Advenks. Aes. 40, 1—8. (Cröstet, tröstet mein Volk.) Tröstet, tröstet mein Volk! spricht euer Gott; redet mit Jerusalem freundlich, und prediget ihr, daß ihre Rit⸗ terschaft ein Ende hat, denn ihre Missetat ist vergeben; denn sie hat Zwiefältiges empfangen von der Hand des HErrn um alle ihre Sünden. Es ist eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Bereitet dem HErrn den Weg, macht auf dem Gefilde eine ebene Bahn unserm Gott! Alle Tale sollen erhöhet werden, und alle Berge und Hü⸗ gel sollen geniedriget werden, und was ungleich ist, soll eben, und was höckericht ist, soll schlicht werden; denn die Herrlichkeit des HErrn soll offenbart werden, und alles Fleisch mit einander wird es sehen. Denn des HErrn Mund hat's geredet. Es spricht eine Stimme: Predige! Und er sprach: Was soll ich predigen? Alles Fleisch ist Gras, und alle seine Güte ist wie eine Blume auf dem Felde. Das Gras verdorret, die Blume verwelket; denn des HErrn Geist bläset drein. Ja, das Volk ist das Gras. Das Gras verdorret, die Blume verwelkt; aber das Wort unsers Gottes bleibet ewiglich. 156 Alttestamentliche Texte. Am 4. Bonntage des Advenks. 5. Mose 138, 15—19. (Uerheissung des propheten.) „Einen Propheten wie mich wird der HErr, dein Gott, dir erwecken aus dir und aus deinen Brüdern; dem sollt ihr gehorchen. Wie du denn von dem HErrn, deinem Gott, gebeten hast zu Horeb am Tage der Versammlung, und sprachst: Ich will hinfort nicht mehr hören die Stimme des HErrn, meines Gottes, und das große Feuer nicht mehr sehen, daß ich nicht sterbe. Und der HErr sprach zu mir: Sie haben wohl geredet. Ich will ihnen einen Pro⸗ pheten, wie du bist, erwecken aus—᷑ᷣ ͤ Brüdern, und meine Worte in seinen Mund geben; der soll zu ihnen re⸗ den alles, was ich ihm gebieten werde. Und wer meine Worte nicht hören wird, die er in meinem Namen reden wird, von dem will Ich's fordern. Am 1. Weihnachtstage. Ies. 9, 6. 7. (Uns ist ein Kind geboren.) Denn uns ist ein Kind Rauf se ein Sohn ist uns ge⸗ eißt Wunderbar, Rat, Kraft, Held, Ewig⸗Vater, Friede⸗ ürst; auf daß seine Herrschaft groß werde und des Frie⸗ dens kein Ende auf dem Stuhl Davids und in seinem Königreich, daß er's zurichte und stärke mit Gericht und Gerechtigkeit von nun an bis in Ewigkeit. Solches wird tun der Eifer des HErrn Zebaoth. Am 2. Weihnarhtstage. Micha 5, 1—8. (Bethlehem Ephratha.) Und du, Bethlehem Ephratha, die du klein bist unter den Tausenden in Juda, aus dir soll mir der kommen, der in Jsrael Herr sei, welches Ausgang von Anfang und von Ewigkeit her gewesen ist. Indes läßt er sie plagen bis auf die Zeit, daß die, so gebären soll, geboren habe; da werden dann die übrigen seiner Brüder wiederkommen zu den Kindern Israel. Er aber wird auftreten und weiden in Kraft des HErrn und im Sieg des Namens des HErrn, eines Gottes. Und sie werden wohnen; denn er wird zur feloigen Zeit herrlich werden, so weit die Welt ist. . und die Herrschaft ist auf seiner Schulter; und er A Ich bes des und der erzeiget de. Der nicht fe ängstete gesichts liebete, allezeit ten seir stritt w rigen eer seinen k ten Ha Wasser gen Ne die Ro Vieh ir zur Rr dir ein Himme Roße große! Bist D nicht, 1 unser! dein N Eir Du bij wurder bist Dr schen enkin Alttestamentliche Texte. 15⁷ Am Bonnkage nach Weihnachten. Ael. 63, 7—N16. Bist du doch unser Vater.) Ich will der Gnade des HErrn gedenken und des Lo⸗ bes des HErrn in allem, das uns der HErr getan hat, und der großen Güte an dem Hause Israel, die er ihnen erzeiget hat nach seiner Barmherzigkeit und großen Gna⸗ de. Denn er sprach: Sie sind ja mein Volk, Kinder, die nicht falsch sind. Darum war er ihr Heiland. Wer sie ängstete, der ängstete ihn auch, und der Engel seines An⸗ gesichts half ihnen. Er erlösete sie, darum daß er sie liebete, und ihrer schonete. Er nahm sie auf, und trug sie allezeit von alters her. Aber sie erbitterten und entrüste⸗ ten seinen heiligen Geist; darum ward er ihr Feind, und stritt wider sie. Und sein Volk gedachte wieder an die vo⸗ rigen Zeiten, an Mose: Wo ist denn nun, der sie aus dem eer führete samt dem Hirten seiner Herde? Wo ist, der seinen heiligen Geist unter sie gab? der Mose bei der rech⸗ ten Hand führte durch seinen herrlichen Arm? der die Wasser trennte vor ihnen her, auf daß er sich einen ewi⸗ gen Namen machte? der sie führte durch die Tiefen wie die Rosse in der Wüste, die nicht straucheln? Wie das Vieh ins Feld hinabgehet, brachte der Geist des Herrn sie ur Ruhe; also hast du dein Volk geführet, auf daß du dir einen herrlichen Namen machtest. So schaue nun vom Himmel, und Fest herab von deiner heiligen herrlichen Wohnung. Wo ist nun dein Eifer, deine Macht? Deine große herzliche Barmherzigkeit hält sich hart gegen mich. Bist Du doch unser Vater. Denn Abraham weiß von uns nicht, und IJsrael kennet uns nicht. Du aber, HErr, bist unser Vater und unser Erlöser; von alters her ist das dein Name. Am Nrujahrstage. Pfalm 90, 1—17. (Berr, Gott, du bist unsre Zullucht.) Ein Gebet Moses, des Manns Gottes. Herr, Gott, Du bist unsre Zuflucht für und für. Ehe denn die Berge wurden, und die Erde und die Welt geschaffen wurden, bist Du, Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit, der du die Men⸗ en lässest sterben, und sprichst: Kommt wieder, Men⸗ enkinder! Denn tausend Jahre sind vor dir wie der 158 Alttestamentliche Texte. Tag, der gestern vergangen ist, und wie eine Nachtwache. Du lässest sie dahinfahren wie einen Strom, und sind wie ein Schlaf; gleich wie ein Gras, das doch bald welk wird, das da frühe blühet, und bald welk wird, und des Abends abgehauen wird und verdorret. Das machet dein Zorn, daß wir so vergehen, und dein Grimm, daß wir so plötz⸗ lich dahin müssen. Denn unsre Missetaten stellest du vor dich, unsre unerkannte Sünde ins Licht vor deinem Ange⸗ sichte. Darum fahren alle unsre Tage dahin durch deinen Zorn; wir bringen unsre Jahre zu wie ein Geschwätz. Unser Leben währet siebenzig Jahre, und wenn's hoch kommt, sind's achtzig Jahre, und wenn's köstlich gewe⸗ sen ist, so ist's Mühe und Arbeit gewesen; denn es fähret schnell dahin, als flögen wir davon. Wer glaubt's aber, daß du so sehr zürnest? und wer fürchtet sich vor solchem deinem Grimm? Lehre uns bedenken, daß wir sterben müssen, auf daß wir klug werden. HErr, kehre dich doch wieder zu uns und sei deinen Knechten gnädig! Fülle uns frühe mit deiner Gnade, so wollen wir rühmen und fröh⸗ lich sein unser Leben lang. Erfreue uns nun wieder, nach⸗ dem du uns so lange plagest, nachdem wir so lange Un⸗ glück leiden. Zeige deinen Knechten deine Werke und deine Ehre ihren Kindern. Und der HErr, unser Gott, sei uns reundlich, und fördere das Werk unsrer Hände bei uns; ja, das Werk unsrer Hände wolle er fördern! Oder Pfalm 121. (Eingang und Rusgang.) Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen, von welchen mir Hilfe kommt. Meine Hilse kommt von dem HErrn, der Himmel und Erde gemacht hat. Er wird deinen Juß nicht gleiten lassen; und der dich h scht schläft nicht. Siehe, der Hüter Israels schläft noch Der HErr behütet dich, der HErr ist dein Schatten über deiner rechten Hand, daß dich des Tages die Sonne nicht steche, noch der Mond des Nachts. Der HErr behüte dich vor allem Ubel; er behüte deine Seele. Der HErr behüte deinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit. schlummert nicht. ins Haus des HErrn gehen! Unsre Fü Alttestamentliche CTexte. 159 Am Bonnkage nach Neujahr. Plalm 73, 23—28. Herr, wenn ich nur dich habe.) Dennoch bleibe ich stets an dir; denn du hältst mich bei meiner rechten Hand, du leitest mich nach deinem Rat, und nimmst mich endlich mit Ehren an. Wenn ich nur dich habe, so frage ich nichts nach Himmel und Erde. Wenn mir gleich Leib und Seele verschmachtet, so bist du doch, Gott, allezeit meines Herzens Trost und mein Teil. Denn, siehe, die von dir weichen, werden umkommen; du bringest um alle, die wider dich huren. Aber das ist meine Freude, daß ich mich zu Gott halte, und meine Zuversicht setze auf den Herrn, HErrn, daß ich verkündige all dein Tun. Am Epiphaniasfeste. Aes. 2, 2—5. (Uon Zion geht das Gesetz aus.) Es wird zur letzten Zeit der Berg, da des HErrn Haus ist, fest stehen, höher denn alle Berge, und über alle Hügel erhaben werden; und werden alle Heiden dazu lau⸗ sen, und viel Völker hingehen, und sagen: Kommt, laßt uns 3 den Berg des HErrn gehen, zum Hause des Got⸗ tes Jakobs, daß er uns lehre seine Wege, und wir wan⸗ deln auf seinen Steigen! Denn von Zion wird das Gesetz ausgehen, und des HErrn Wort von Jerusalem. Und er wird richten unter den Heiden, und strafen viel Völker. Da werden sie 19 Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spieße zu Sicheln machen. Denn es wird kein Volk wider das andre ein Schwert aufheben, und werden An 3 nicht mehr kriegen lernen. Kommet nun, ihr vom Hause Jakob, laßt uns wandeln im Licht des HErrn! Am 1. Sunnkage nach Epiphanias. Pfalm 122. (Uir werden in das HBaus des Herrn gehen.) Ich freute mich über die, so mir lesteh⸗ Lasset uns e stehen in deinen Toren, Jerusalem. Hanmente ist gebauet, daß es eine Stadt sei, da man zusammenkommen soll, da die Stämme hinaufgehen, die Stämme des HErrn, wie geboten ist dem Volk Israel, zu danken dem Namen des HErrn. Denn daselbst stehen die Stühle zum Gericht, die Stühle des Hauses David. Wünschet Jerusalem Glück! Es möge wohl⸗ 160 Alttestamentliche Texte. gehen denen, die dich lieben! Es möge Friede sein in dei⸗ nen Mauern und Glück in deinen Palästen! Um meiner Brüder und Freunde willen will ich dir Frieden wün⸗ schen. Um des Hauses willen des HErrn, unsers Gottes, will ich dein Bestes suchen. Am 2. Sounkage nach Epiphanias. Ael. 61, 1—6. (Des Geist des Herrn ist über mir.) Der Geist des Herrn, HErrn ist über mir, darum daß mich der HErr gesalbet hat. Er hat mich gesandt, den Elenden zu predigen, die zerbrochnen Herzen zu verbin⸗ den; zu verkündigen den Gefangenen die Freiheit, den Ge⸗ bundenen, daß ihnen geöffnet werde; zu verkündigen ein nädiges Jahr des HErrn und einen Tag der Rache un⸗ sers Gottes; zu trösten alle Traurigen; zu schaffen den Traurigen zu Zion, daß ihnen Schmuck für Asche, und Freudenöl für Traurigkeit, und schöne Kleider für einen betrübten Geist gegeben werden; daß sie genannt werden Bäume der Gerechtigkeit, Pflanzen des HErrn zum Preise. Sie werden die alten Wüstungen bauen, und was vor Zeiten zerstöret ist, aufrichten; sie werden die verwüsteten Städte, so für und für zerstört gelegen sind, erneuen. Annder werden stehen, und eure Herde weiden, und Aus⸗ änder werden eure Ackerleute und Weingärtner sein. Ihr aber sollet Priester des HErrn heißen, und man wird euch Diener unsers Gottes nennen; und werdet der Hei⸗ den Güter essen, und in ihrer Herrlichkeit euch rühmen. Am 3. Sonnkage nach Epiphanias. 2. Rönige 5, 1—19. Maeman.) Naeman, der Feldhauptmann des Königs zu Syrien, war ein trefflicher Mann vor seinem Herrn und hoch ge⸗ halten; denn durch ihn gab der HErr Heil in Syrien. Und er war ein gewaltiger Mann, und Saerallen Die Kriegsleute aber in Syrien waren herausgefallen, und hatten eine junge Dirne weggeführt aus dem Lande Js⸗ rael; die war am Dienst des Weibes Naemans. Die sprach zu ihrer Frau: Ach, daß mein Herr wäre bei dem Pro⸗ pheten zu Samaria! der würde ihn von seinem Aussatz losmachen. Da ging er hinein zu seinem Herrn, und sagte es ihm Lande zieh hii ben. U Silber und br also: 2 habe m von sei raels d Bin ic könnte, nem Ar sache z daß der er zu Kleider werde, mit Ri Elisas. sagen: so wird Da er meinte, den Ne seiner abtun. Dama drinne zog we redeter Alttestamentliche Texte. 161 es ihm an, und sprach: So und so hat die Dirne aus dem Lande Israel geredet. Der König zu Syrien sprach: So zieh hin, ich will dem Könige Israels einen Brief schrei⸗ ben. Und er zog hin, und nahm mit sich zehn Zentner Silbers und sechstausend Gulden und zehn Feierkleider; und brachte den Brief dem Könige Israels, der lautete also: Wenn dieser Brief zu dir kommt, siehe, so wisse, ich habe meinen Knecht Naeman zu dir gesandt, daß du ihn von seinem Aussatz losmachest. Und da der König Is⸗ raels den Brief las, zerriß er seine Kleider und sprach: Bin ich denn Gott, daß ich töten und lebendig machen könnte, daß er zu mir schicket, daß ich den Mann von sei⸗ nem Aussatz losmache? Merket und sehet, wie sucht er Ur⸗ sache zu mir? Da das Elisa, der Mann Gottes, hörte, daß der König Israels seine Kleider zerrissen hatte, sandte er zu ihm, und ließ ihm sagen: Warum hast du deine Kleider zerrissen? Laß ihn zu mir kommen, daß er inne⸗ werde, daß ein Prophet in Israel ist. Also kam Naeman mit Rossen und Wagen, und hielt vor der Tür am Hause Elisas. Da sandte Elisa einen Boten zu ihm, und ließ ihm sagen: Gehe hin, und wasche dich siebenmal im Jordan, so wird dir dein Fleisch wieder erstattet und rein werden. Da erzürnte Naeman, und zog weg, und sprach: Ich meinte, er sollte zu mir herauskommen und hertreten, und den Namen des HErrn, seines Gottes, anrufen, und mit seiner Hand über die Stätte fahren, und den Aussatz also abtun. Sind nicht die Wasser Amana und Pharphar zu Damaskus besser denn alle Wasser in Jsrael, daß ich mich drinnen wüsche und rein würde? Und wandte sich, und zog weg mit Zorn. Da machten sich seine Knechte zu ihm⸗ redeten mit ihm und sprachen: Lieber Vater, wenn dich der Prophet etwas Großes hätte geheißen, solltest du es nicht tun? Wieviel mehr, so er zu dir saget: Wasche dich, so wirst du rein. Da stieg er ab, und taufte sich im Jor⸗ dan siebenmal, wie der Mann Gottes geredet hatte; und sein Fleisch ward wieder erstattet wie ein Fleisch eines jungen Knaben, und ward rein. Und er kehrte wieder zu dem Mann Gottes samt seinem ganzen Heer. Und da er hineinkam, trat er vor ihn, und sprach: Siehe, ich weiß, 11 16² Alttestamentliche Texte. daß kein Gott ist in allen Landen, außer in Israel; so nimm nun den Segen von deinem Knecht. Er aber sprach: So wahr der HErr lebt, vor dem ich stehe, ich nehme es nicht. Und er nötigte ihn, daß er's nähme; aber er wollte nicht. Da sprach Naeman: Möchte denn deinem Knechte nicht gegeben werden dieser Erde eine Last, soviel zwei Manltiere tragen? Denn dein Knecht will nicht mehr an⸗ dern Göttern opfern und Brandopfer tun, sondern dem HErrn. Nur darinnen wolle der HErr deinem Knecht gnä⸗ dig sein: wo ich anbete im Hause Rimmons, wenn mein Herr ins Haus Rimmons gehet, daselbst anzubeten, und er sich an meine Hand lehnet! Er sprach zu ihm: Zieh hin mit Frieden. Am 4. Sonnkage nach Epiphanias. Plalm 93. (Der HErr ist König.) Der HErr ist König und herrlich geschmückt; der HErr ist geschmückt, und hat ein Reich angefangen, soweit die Welt ist, und zugerichtet, daß es bleiben soll. Von Anbe⸗ ginn stehet dein Stuhl fest; Du bist ewig. HErr, die Was⸗ serströme erheben sich, die Wasserströme erheben ihr Brau⸗ sen, die Wasserströme heben empor die Wellen, die Was⸗ erwoden im Meer sind groß und brausen mächtiglich; der HErr aber ist noch größer in der Höhe. Dein Wort ist eine rechte Lehre. Heiligkeit ist die Zierde deines Hauses, o HErr, ewiglich. Am 5. Sonnkage nach Epiphanias. Belekiel 33, 10—16. (Ich habe kein Geiallen an dem Code des Gottlosen.) Darum, du Menschenkind, sage dem Hause Israel: Ihr sprecht also: Unsere Sünden und Missetaten liegen auf uns, daß wir darunter vergehen: wie können wir denn leben? So sprich zu ihnen: So wahr als Ich lebe, spricht der Herr, HErr, ich habe keinen Gefallen am Tode des Gottlosen, sondern daß sich der Gottlose bekehre von sei⸗ nem Wesen, und lebe. So bekehret euch doch nun von eurem bösen Wesen. Warum wollt ihr sterben, ihr vom Hause Israel? Und du, Menschenkind, sprich zu deinem Volk: Wenn ein Gerechter Böses tut, so wird's ihn nicht elfen, daß er fromm gewesen ist; und wenn ein Gottloser 505. wird, so soll's ihm nicht schaden, daß er gottlos ge⸗ Alttestameniliche Texte. 163 wesen ist. So kann auch der Gerechte nicht leben, wenn er sündigt. Denn wo ich zu dem Gerechten spreche, er soll le⸗ ben, und er verläßt sich auf seine Gerechtigkeit und tut Böses, so soll aller seiner Frömmigkeit 22—— gedacht wer⸗ den, sondern er soll sterben in seiner Bosheit, die er tut. Und wenn ich zum Gottlosen spreche, er soll sterben, und er bekehret sich von seiner Sünde, und tut, was recht und gut ist, also daß der Gottlose das Pfand wiedergibt, und bezahlet, was er geraubt hat, und nach dem Wort des Le⸗ bens wandelt, daß er kein Böses tut: so Die er leben, und nicht sterben, und aller seiner Sünden, die er getan hat, soll nicht gedacht werden; denn er tut nun, was recht und gut ist; darum soll er leben. Am 6. Sonnkage nach Epiphanias. 2. Myse 3, 1—6. (Berufung Mosis.) Mose aber hütete der Schafe Wrrich seines Schwä⸗ hers, des Priesters in Midian, und trieb die Schafe hin⸗ ter die Wüste, und kam an den Berg Gottes Horeb. Und der Engel des HErrn erschien ihm in einer feurigen Jlam⸗ me aus dem Busch. Und er sah, daß der Busch mit Jeuer bronnte, und ward doch nicht verzehret; und sprach: deh will dahin, und beschauen dies große Gesicht, warum der Busch nicht verbrennet. Da aber der HErr sch daß er hin · ing, zu sehen, rief ihm Gott aus dem Busch und sprach: ose, Mose! Er antwortete: Hie bin ich. Er sprach: Tritt nicht herzu, zeuch deine sehes, aus von deinen Fähend denn der Ort, darauf du stehest, ist ein heilig Land. Und sprach weiter: Ich bin der Gott deines Vaters, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs. Und Mose verhüllte sein Angesicht; denn er fürchtete sich, Gott anzuschauen. Am Synnkage Bepftuageimä. Aer. 9, 28. 24. (Ver sich rühmet, der rühme sich des HErrn.) So spricht der HErr: Ein Weiser rühme sich nicht sei⸗ ner Weisheit, ein Starker rühme sich nicht seiner Stärke, ein Reicher rühme sich nicht seines Reichtums. Sondern wer sich rühmen will, der rühme sich des, daß er mich wisse und kenne, daß Ich der HErr bin, der Barmherzig⸗ 11 164 Alttestamentliche Cexte. keit, Recht und Gerechtigkeit übet auf Erden; denn solches gefällt mir, spricht der HErr. Am Bonnkage Serageiimä. Amos 3, 11. 12. (Hunger nach dem Wort Goties.) „Siehe, es kommt die Zeit, spricht der Herr, HErr, daß ich einen Hunger ins Land schicken werde, nicht einen Hun⸗ 95 nach Brot, oder Durst nach Wasser, sondern nach dem Vort des HErrn, zu hören; daß sie hin und her, von einem Meer zum andern, von Mitternacht gegen Morgen umlaufen, und des HErrn Wort suchen, und doch nicht finden werden. Am Bynnkage Estomihi. Aer. 8, 4—9. Mein Uolk geht irre.) Darum sprich zu ihnen: So spricht der HErr: Wo ist jemand, so er fällt, der nicht gerne wieder aufstünde? Wo ist jemand, so er irre gehet, der nicht gerne wieder zurechtkäme? Dennoch will ja dies Volk zu Jerusalem irre gehen für und für. Sie halten so hart an dem falschen Gottesdienst, daß sie sich nicht wollen abwenden lassen. Ich sehe und höre, daß sie nichts Rechtes reden. Keiner ist, dem seine Bosheit leid wäre, und spräche: Was mache ich doch! Sie laufen alle ihren Lauf wie ein grimmiger Hengst im Streit. Ein Storch unter dem Himmel weiß seine Zeit, eine Turteltaube, Kranich und Schwalbe merken ihre Zei wann sie wiederkommen sollen; aber mein Volk will das Recht des HErrn nicht wissen. Wie möget ihr doch sagen: „Wir wissen, was recht ist, und haben die heilige Schrift vor uns?“ Ist's doch eitel Lüge, was die Schriftgelehrten setzen. Darum müssen solche Lehrer zu Schanden, erschreckt und gefangen werden; denn was können sie Gutes lehren, weil sie des HErrn Wort verwerfen? Am Synnkage Anvoravik. 1. Mose 22, 1—14. (Isaaks Oplerung.) mach diesen Geschichten versuchte Gott Abraham, und sprach zu ihm: Abraham! Und er antwortete: Hie bin ich. Und er Laft: un Nimm Isaak, deinen einigen Sohn, den du lieb hast, und gehe hin in das Land Morija, und op⸗ fere ihn daselbst zum Brandopfer auf einem Berge, den . ö ich dir frühe ar zween K zum Bi Ort, dar Abrahar und spro Esel; ich wir ang Und Abr es auf se Messer i Da sprac Prachre prach: Schafon Gott wi gingen d Stätte,; Faal saak, l abe sei nen Sol vom Hin wortete: den Kna du Gott verschone gen auf, seinen Hi der, und Statt. U Daher n da der Am Der will ich gefunden Alttestamentliche Texte. 16⁵ ich dir sagen werde. Da stund Abraham des Morgens frühe auf, und gürtete seinen Esel, und nahm mit sich zween Knaben und seinen Sohn Isaak; und spaltete Holz zum Brandopfer, machte sich auf, und ging hin an den Ort, davon ihm Gott gesagt hatte. Am drittlen Tage hub Abraham seine Augen auf, und sah die Stätte von ferne; und sprach zu seinen Knaben: Bleibt ihr hie mit dem Esel; ich und der Knabe wollen dorthin gehen; und wenn wir angebetet haben, wollen wir wieder zu euch kommen. Und Abraham nahm das Holz zum Brandopfer, und legte es auf seinen Sohn Isaak; er aber nahm das Feuer und Messer in seine Hand, und gingen die beide mit einander. Da sprach Isaak zu seinem Vater Abraham: Mein Vater! Abraham antwortete: Hie bin ich, mein Sohn. Und er sprach: Siehe, hie ist Feuer und Holz; wo ist aber das Schafzum Brandopser? Abraham antwortete: Mein Sohn, Gott wird 1 ersehen ein Schaf zum Brandopfer. Und gingen die beide mit einander. Und als sie kamen an die Stätte, die ihm Gott sagte, baute Abraham daselbst einen Altar, und legte das Holz drauf, und band seinen Sohn Ijaak, legte ihn auf den Altar oben auf das Holz, und reckte seine Hand aus, und faßte das Messer, daß er sei⸗ nen Sohn schlachtete. Da rief ihm der Engel des HErrn vom Himmel und sprach: Abraham! Abraham! Er ant⸗ wortete: Hie bin ich. Er sprach: Lege deine Hand nicht an den Knaben, und tu ihm nichts; denn nun weiß ich, daß du Gott fürchtest, und hast deines einigen Sohnes nicht verschonet um meinetwillen. Da hub Abraham seine Au⸗ gen auf, und sah einen Widder hinter sich in der Hecke mit einen Hörnern hangen; und ging hin, und nahm den Wid⸗ der, und opferte ihn zum Brandopfer an seines Sohnes Statt. Und Abraham hieß die Stätte: Der HErr siehet. Daher man noch heutiges Tages sagt: Auf dem Berge, da der HErr siehet. Am Bynnitage Reminisrere. 2. Mose 33, 17—23. (Wem ich gnädig bin, dem bin ich gnädig.) Der HErr sprach zu Mose: Was du jetzt geredet hast, will ich auch tun; denn du hast Gnade vor meinen Augen gefunden, und ich kenne dich mit Namen. Er aber sprach: 166 Alttestamentliche Cexte. So laß mich deine Herrlichkeit sehen. Und er sprach: Ich will vor deinem Angesicht alle meine Güte vorübergehen lassen, und will ausrufen des HErrn Namen vor dir. Wem ich aber gnädig bin, dem bin ich gnädig; und wes ich mich erbarme, des erbarme ich mich. Und sprach weiter: Mein Angesicht kannst du nicht sehen; denn kein Mensch wird leben, der mich siehet. Und der HErr sprach weiter: Siehe, es ist ein Raum bei mir; da sollst du auf dem Fels stehen. Wenn denn nun meine Herrlichkeit vorübergehet, will ich dich in der Felskluft lassen stehen, und meine Hand soll ob dir halten, bis ich vorübergehe. Und wenn ich mei⸗ ne Hand von dir tue, wirst du mir hintennach sehen; aber mein Angesicht kann man nicht sehen. Am Sonntage Bruli. Aer. 26, 1—15. (Ob sie vielleicht hören wollen und sich bekehren.) Im Anfang des Königreichs Jojakims, des Sohns Jo⸗ sias, des Königs in Juda, geschah dies Wort vom HErrn, und sprach: So spricht der HErr: Tritt in den Vorhof am Hause des HErrn, und predige allen Städten Judas, die da hereingehen, anzubeten im Hause des HErrn, alle Worte, die ich dir beid len habe, ihnen zu sagen; und tue nichts davon. Ob sie vielleicht hören wollen, und sich be⸗ kehren, ein jeglicher von seinem bösen Wesen, damit mich auch reuen möchte das Ubel, das Ich gedente ihnen zu tun um ihres bösen Wandels willen. Und sprich zu ihnen: So spricht der HErr: Werdet ihr mir nicht gehorchen, daß ihr in meinem Gesetze wandelt, das ich 210 vorgelegt ha⸗ be, daß ihr höret au die Worte meiner Knechte, der Pro⸗ pheten, welche Ich stets zu euch gesandt habe, und ihr doch nicht hören wolltet: so will ich's mit diesem Hause machen wie mit Silo, und diese Stadt zum r allen Heiden auf Erden machen. Da nun die Priester, Propheten und alles Volk höreten Jeremia, daß er solche Worte redete im Hause des HErrn, und Jeremia nun ausgeredet 10 alles, was ihm der HErr befohlen hatte, allem Volk zu sagen, griffen ihn die Priester, Propheten und das ft du Volk, und sprachen: Du mußt sterben! Warum darfst du weissagen im Namen des HErrn und sagen: Es wird die⸗ sem Hause gehen wie Silo, und diese Stadt soll so wüste werden ganze? remia. aus de— setzten ster un Volk: sagt wi habt. 2 Volk: das ihr und wi Wande Gottes, er wide den; ih gut dü werdet Stadt! mich zu reden s Wie die da; digen; Wächte einande HErr Und da wider Alttestamentliche Cexte. 167 werden, daß niemand mehr drinnen wohne? Und das ganze Volk sammelte sich im Hause des HErrn wider Je⸗ remia. Da solches höreten die Fürsten Judas, gingen sie aus des Königs Hause hinauf ins Haus des HErrn, und setzten sich vor das neue Tor des HErrn. Und die Prie⸗ ster und Propheten sprachen vor den Fürsten und allem Volk: Dieser ist des Todes schuldig; denn er hat geweis⸗ sagt wider diese Stadt, wie ihr mit euren Ohren gehöret habt. Aber Jeremia sprach zu allen Fürsten und zu allem Volk: Der HErr hat mich gesandt, daß ich solches alles, das ihr gehöret habt, sollte weissagen wider dies Haus und wider diese Stadt. So bessert nun euer Wesen und Wandel, und gehorchet der Stimme des HErrn, eures Gottes, so wird den HErrn auch gereuen das Ubel, das er wider euch geredet hat. Siehe, ich bin in euren Hän⸗ den; ihr möget's machen mit mir, wie es euch recht und gut dünkt. Doch sollt ihr wissen: wo ihr mich tötet, so werdet ihr unschuldig Blut laden auf euch selbst, auf diese Stadt und ihre Einwohner. Denn wahrlich, der HErr hat mich zu euch gesandt, daß ich solches alles vor euren Ohren reden sollte. Am Syonnlage LTätare. Ael. 52. 7—10. Die Boten, die Frieden verkündigen.) Wie lieblich sind auf den Bergen die Füße der Boten, die da Frieden verkündigen, Gutes predigen, Heil verkün⸗ digen; die da sagen zu Zion: Dein Gott ist König! Deine Wächter rufen laut mit ihrer Stimme, und rühmen mit einander; denn man wird's mit Augen sehen, wenn der HErr Zion bekehret. Lasset fröhlich sein, und mit einan⸗ der rühmen das Wüste zu Jerusalem; denn der HErr 93 sein Volk getröstet und Jerusalem gelöset. Der HErr hat offenbart seinen heiligen Arm vor den Augen aller Hei⸗ den; daß aller Welt Enden sehen das Heil unsers Gottes. Am Bonnkage Audira. 4. Mose 21, 4—9. (Die Erhöhung der Schlange in der Wüste.) Da zogen sie von dem Berge Hor auf dem Wege gegen das Schilfmeer, daß sie um der Edomiter Land hinzögen. Und das Volk ward verdrossen auf dem Wege, und redete wider Gott und wider Mose: Warum hast du uns aus 168 Alttestamentliche Texte. Agypten geführt, daß wir sterben in der Wüste? Denn es ist kein Brot noch Wasser hie, und unsre Seele ekelt über dieser magern Speise. Da sandte der HErr feurige Schlan⸗ gen unter das Volk; die bissen das Volk, daß viel Volks in Jsrael starb. Da kamen sie zu Mose und sprachen: Wir haben gesündigt, daß wir wider den HErrn und wider dich geredet haben; bitte den HErrn, daß er die Schlan⸗ gen von uns nehme. Mose bat für das Volk. Da sprach der HErr zu Mose: Mache dir eine eherne Schlange, und richte sie zum Zeichen auf; wer gebissen ist, und siehet sie an, der soll leben. Da machte Mose eine eherne Schlange, und richtete sie auf zum Zeichen; und wenn jemanden eine Schlange biß, so sah er die eherne Schlange an, und blieb leben. * Am Sonnkage Palmarum. Bach. 9, 8—12. (Dein Rönig kommt zu dir sanftmütig.) Und ich will selbst um mein Haus das Lager sein wi⸗ der Kriegsvolk, daß es nicht dürfe hin⸗ und herziehen, daß nicht mehr über sie fahre der Treiber; denn ich habe es nun angesehen mit meinen Augen. Aber du, Tochter Zion, freue dich sehr, und du, Tochter Jerusalem, jauchze; siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer, arm, und reitet auf einem Esel und auf einem jungen Füllen der Eselin. Denn ich will die Wagen abtun von Ephraim und die Rosse von Jerusalem, und der Streit⸗ bogen soll zerbrochen werden. Denn er wird Frieden leh. ren unter den Heiden, und seine Herrschaft wird sein von einem Meer bis ans andre und vom Strom bis an der Welt Ende. Auch lasse ich durchs Blut deines Bundes los deine Gefangenen aus der Grube, da kein Wasser innen ist. So kehret euch nun zur Festung, ihr, die ihr auf Hoff⸗ nung gefangen liegt; denn auch heute verkündige ich, daß ich dir Zwiefältiges vergelten will. Am Gründonnerskage. Pfalm 111. (Der herr hat ein Gedächtnis gestittet seiner Wunder.) Halleluja! Ich danke dem HErrn von ganzem Herzen im Rat der Frommen und in der Gemeine. Groß sind die Werke des HErrn; wer ihrer achtet, der hat eitel Lust dran. Was er ordnet, das ist löblich und herrlich, und gestifte seine G schrieen wurden kein NY Volks. auf un helfe ih Du haf rest me sten we uch bif nicht fe kein He ge Stii auf wi Ich bir den sid zerschm eine S Alttestamentliche Texte. 169 seine Gerechtigkeit bleibet ewiglich. Er hat ein Gedächtnis gestiftet seiner Wunder, der gnädige und barmherzige SeErr. Er gibt Speise denen, so ihn fürchten; er gedenket ewiglich an seinen Bund. Er läßt verkündigen seine ge⸗ waltigen Taten seinem Volk, daß er ihnen gebe das Erbe der Heiden. Die Werke seiner Hände sind Wahrheit und Recht; alle seine Gebote sind rechtschaffen. Sie werden er⸗ halten immer und ewiglich, und geschehen treulich und red⸗ lich. Er sendet eine Erlösung seinem Volk; er verheißet, daß sein Bund ewiglich bleiben soll. Heilig und hehr ist sein Name. Die Furcht des HErrn ist der Weisheit An⸗ fang; das ist eine feine Klugheit, wer darnach tut, des Lob bleibet ewiglich. Am Rarfreitage. Pfalm 22, 2—20. (Uarum hast du mich verlassen?) Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlas⸗ sen? Ich heule, aber meine Hilfe ist* Mein Gott, des Tages rufe ich, so antwortest du nicht; und des Nachts schweige ich auch nicht. Aber Du bist heilig, der du woh⸗ nest unter dem Lob Israels. Unsre Väter hoffeten auf dich; und da sie hoffeten, halfest du ihnen aus. Zu dir schrieen sie und wurden errettet; sie Heffeten auf dich, und wurden nicht zu Schanden. Ich aber bin ein Wurm und kein Mensch, ein Spott der Leute und Verachtung des Volks. Alle, die mich sehen, spotten mein, sperren das Maul auf und schütteln den Kopf:„Er klage es dem HErrn, der helfe ihm aus und errette ihn, hat er Lust zu ihm.“ Denn Du hast mich aus meiner Mutter Leibe gezogen; du wa⸗ rest meine Zuversicht, da ich noch an meiner Mutter Brü⸗ sten war. Auf dich bin ich geworfen von Mutterleib an; Du bist mein Gott von meiner Mutter Schoß an. Sei nicht ferne von mir, denn Angst ist nahe; denn es ist 111— kein Helfer. Große Farren haben mich umgeben, gewalti⸗ ge Stiere haben mich umringet; ihren Rachen sperren sie auf wider mich wie ein brüllender und reißender Löwe. Ich bin ausgeschüttet wie Wasser, alle meine Gebeine ha⸗ den sich zertrennet, mein Herz ist in meinem Leibe wie zerschmolzen Wachs. Meine Kräfte sind vertrocknet wie eine Scherbe, und meine Zunge klebt an meinem Gau⸗ 170 Alttestamentliche Cexte. men, und du legest mich in des Todes Staub. Denn Hun⸗ de haben mich umgeben, und der Bösen Rotte hat mich umringt; sie haben meine Hände und Füße durarahen Ich kann alle meine Gebeine zählen. Sie aber schauen, und sehen ihre Lust an mir. Sie teilen meine Kleider un⸗ ter sich, und werfen das Los um mein Gewand. Aber Du, HErr, sei nicht ferne; meine Stärke, eile mir zu helfen! Am 1. DOstertage. Pfalm 118, 14—24. ODie Rechte des Herrn behält den Sieg.) Der HErr ist meine Macht und mein Psalm, und ist mein Heil. Man singt mit Freuden vom Sieg in den Hüt⸗ ten der Gerechten: Die Rechte des HErrn behält den Sieg; die Rechte des HErrn ist erhöhet; die Rechte des HErrn behält den Sieg. Ich werde nicht sterben, sondern leben und des HErrn Werke verkündigen. Der HErr züch⸗ tiget mich wohl; aber er gibt mich dem Tode nicht. Tut mir auf die Tore der Gerechtigkeit, daß ich dahin eingehe und dem HErrn danke. Das ist das Tor des HErrn; die Gerechten werden dahin eingehen. Ich danke dir, daß du mich demütigest und hilfest mir. Der Stein, den die Bau⸗ leute verworfen haben, ist zum Eckstein worden. Das ist vom HErrn geschehen, und ist ein Wunder vor unsern Augen. Dies ist der Tag, den der HErr macht; laßt uns freuen, und fröhlich drinnen sein. Am 2. Pstertage. Pfalm 16, 3—11. (Dein heiliger wird die Uerwesung nicht sehen.) Ich habe den HErrn allezeit vor Augen; denn er ist mir zur Rechten, so werde ich fest bleiben. Darum freuet sich mein Herz, und meine Ehre ist fröhlich; auch mein Fleisch wird sicher liegen. Denn du wirst meine Seele nicht der Hölle lassen, und nicht zugeben, daß dein Heiliger verwese. Du tust mir kund den Weg zum Leben; vor dir ist Freude die Fülle und lieblich Wesen zu deiner Rechten ewiglich. Am Sonnlage QAualmodogeniti. 1. Mose 32, 22—81. (Jakobs Kampf.) Also ging das Geschenk vor ihm her; aber er blieb die⸗ selbe Nacht beim Heer, und stund auf in der Nacht, und nahm seine zwei Weiber und die zwo Mägde und seine nicht, elf Ki und fü hatte; die M überm das G ihm ve Morge Er an Jatob mit Y fragte aber s segnete denn Seele Alttestamentliche Texte. 171 elf Kinder, und zog an die Furt des Jabbok, nahm sie, und führte sie über das Wasser, daß hinüberkam, was er hatte; und blieb allein. Da rang ein Mann mit ihm, bis die Morgenröte anbrach. Und da er sah, daß er ihn nicht übermochte, rührte er das Gelenk seiner Hüfte an; und das Gelenk der Hüfte Jakobs ward über dem Ringen mit ihm verrenkt. Und er sprach: Laß mich gehen, denn die Morgenröte bricht an. Aber er antwortete: Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn. Er sprach: Wie heißest du? Er antwortete: Jakob. Er sprach: Du sollst nicht mehr Jakob heißen, sondern IJsrael; denn du hast mit Gott und mit Menschen gekämpft, und bist obgelegen. Und Jakob fragte ihn und sprach: Sage doch, wie heißest du? Er aber sprach: Warum fragest du, wie ich heiße? Und er segnete ihn daselbst. Und Jakob hieß die Stätte Pniel; denn ich habe Gott von Angesicht gesehen, und meine Seele ist genesen. Am Sonntage Miserirordias Domini. Pfalm 28. (Der herr ist mein hirte.) Der HErr ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf einer grünen Aue, und führet mich zum frischen Wasser; er erquicket meine Seele, er führet mich esch rechter Straße um seines Namens willen. Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Un⸗ glück; denn Du bist bei mir, dein Stecken und Stab trö⸗ sten mich. Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. Du salbest mein Haupt mit Ol, und schen. kest mir voll ein. Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und werde bleiben im Hause des Errn immerdar. Am Sonntage Aubilate. Ars. 40, 26—31. (Die auf den HErrn harren, kriegen neue Kraft.) Hebet eure Augen in die Höhe und sehet! Wer hat solche Dinge geschaffen, und führet ihr Heer bei der Zahl heraus? Er rufet sie alle mit Namen; sein Vermögen und starke Kraft ist so groß, daß es nicht an Einem fehlen kann. Warum sprichst du denn, Jakob, und du, Israel, sagest: Mein Weg ist dem HErrn verborgen, und mein Recht gehet vor meinem Gott vorüber? Weißt du nicht? 172 Alttestamentliche Texte. Hast du nicht gehört? Der HErr, der ewige Gott, der die Enden der Erde geschaffen hat, wird nicht müde noch matt; sein Verstand 5 unausforschlich. Er gibt dem Mü⸗ den Kraft und Stärke genug dem Unvermögenden. Die Knaben werden müde und matt, und die Jünglinge fal⸗ len; aber die auf den HErrn harren, kriegen neue Kraft, daß sie auffahren mit Flügeln wie Adler, daß sie laufen und nicht matt werden, daß sie wandeln, und nicht müde werden. Am Bonnkage Cankate. Pfalm 98. (singet dem hErrn ein neues Lied.) Singet dem HErrn ein neues Lied; denn er tut Wun⸗ der. Er sieget mit seiner Rechten und mit seinem heiligen Arm. Der HErr läßt sein Heil verkündigen; vor den Völ⸗ kern läßt er seine Gerechtigkeit offenbaren. Er gedenket an seine Gnade und Wahrheit dem Hause Israel. Aller Welt Enden sehen das Heil unsers Gottes. Jauchzet dem HErrn, alle Welt, singet, rühmet und lobet! Lobet den HErrn mit Harfen, mit Harfen und Psalmen; mit Drom⸗ meten und Posaunen jauchzet vor dem HErrn, dem Kö⸗ nige! Das Meer brause, und was drinnen ist; der Erd⸗ boden, und die drauf wohnen. Die Wasserströme froh⸗ locken, und alle Berge seien fröhlich vor dem HErrn; denn er kommt, das Erdreich zu richten. Er wird den Erdboden richten mit Gerechtigkeit und die Völker mit Recht. Am Bynntage Bogate. Jes. 55, 6—11. Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken.) Suchet den HErrn, solang er zu finden ist; ruft ihn an, solang er nahe ist. Der Gottlose lasse von seinem We⸗ ge, und der Ubeltäter seine Gedanken, und bekehre sich zum HErrn, so wird er sich sein erbarmen, und zu unserm Gott, denn bei ihm ist viel Vergebung. Denn meine Ge⸗ danken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der HErr; sondern soviel der Himmel höher ist denn die Erde, so sind auch meine We⸗ ge höher denn eure Wege, und meine Gedanken denn eure Gedanken. Denn gleichwie der Regen und Schnee vom Himmel fällt, und nicht wieder dahin kommt, sondern feuchtet die Erde, und machet sie fruchtbar und wachsend, daß f soll de Es sol mir ge Di meinen Füße senden deinen ligem Tau a es wi nach d Wi meine nach d men,! sind m mir sa⸗ werde, ich wo wallen ter det meine Gott; mit sei in mir und H schen d sen; a Der§ Nacht' bens. mein 1 mein; Alttestamentliche Texte. 17³ daß sie gibt Samen, zu säen, und Brot, zu essen: also soll das Wort, so aus meinem Munde aehet, auch sein. Es soll nicht wieder zu mir leer kommen, sondern tun, das mir gefällt, und soll ihm gelingen, dazu ich's sende. Am Bimmelfahrkafeste. Pralm 110, 1—4. Cetze dich zu meiner Rechten.) Der HErr sprach zu meinem Herrn:„Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde zum Schemel deiner Füße lege.“ Der HErr wird das Scepter deines Reichs senden aus Zion. Herrsche unter deinen Feinden! Nach deinem Sieg wird dir dein Volk williglich opfern in hei⸗ ligem Schmuck. Deine Kinder werden dir geboren wie der Tau aus der Morgenröte. Der HErr hat geschworen, und es wird ihn nicht gereuen:„Du bist ein Priester ewiglich nach der Weise Melchisedeks.“ Am Bonnkage Exaudi. Pfalm 42. (Meine Seele dürstet nach Gott.) Wie der Hirsch schreiet nach frischem Wasser, so schreiet meine Seele, Gott, zu dir. Meine Seele dürstet na Gott, nach dem lebendigen Gott. Wann werde ich dahin kom⸗ men, daß ich Gottes Angesicht schaue? Meine Tränen sind meine Speise Tag und Nacht, weil man täglich zu mir sagt: Wo ist nun dein Gott? Wenn ich denn des inne⸗ werde, so schütte ich mein Herz heraus bei mir selbst; denn ich wollte gerne hingehen mit dem Haufen, und mit ihnen wallen zum Hause Gottes mit Frohlocken und Danken un⸗ er dem Haufen, die da feiern. Was betrübest du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, daß er mir hilft mit seinem Angesicht. Mein Gott, betrübt ist meine Seele in mir; darum gedenke ich an dich im Lande am Jordan und Hermonim, auf dem kleinen Berg. Deine Fluten rau⸗ schen daher, daß hie eine Tiefe und da eine Tiefe brau⸗ sen; alle deine Wasserwogen und Wellen gehen über mich. Der HErr hat des Tages verheißen seine Güte, und des Nachts singe ich ihm, und bete zu dem Gott meines Le⸗ bens. Ich sage zu Gott, meinem Jels: Warum hast du mein vergessen? Warum muß ich so traurig gehen, wenn —. mein Feind mich dränget? Es ist als ein Mord in meinen: 17⁴4 Alttestamentliche Cexte. Gebeinen, daß mich meine Feinde schmähen, wenn sie täg⸗ lich zu mir sagen: Wo ist nun dein Gott? Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, daß er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist. Am 1. Yungstlage. Bel. 36, 22—28. (Das neue Herz.) Darum sollst du zum Hause Israel sagen: So spricht der Herr, HErr: Ich tue es nicht um euretwillen, ihr vom Hause Israel, sondern um meines heiligen Namens wil⸗ len, welchen ihr entheiliget habt unter den Heiden, zu wel⸗ chen ihr kommen seid. Denn ich will meinen großen Na⸗ men, der vor den Heiden entheiligt ist, den ihr unter den⸗ selbigen entheiliget habt, heilig machen. Und die Heiden sollen erfahren, daß Ich der HErr sei, spricht der Herr, OErr, wenn ich mich vor ihnen an euch erzeige. daß ich heilig sei. Denn ich will euch aus den Heiden holen, und euch aus allen Landen versammeln, und wieder in euer Land führen. Und will rein Wasser über euch sprengen, daß ihr rein werdet. Von all eurer Unreinigkeit und von allen euren Götzen will ich euch reinigen. Und ich will euch ein neu Herz und einen neuen 1 in euch geben, und will das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen, und euch ein fleischern Herz geben; ich will meinen Geist in euch geben, und will solche Leute aus euch machen, die in meinen Geboten wandeln, und meine Rechte halten, und darnach tun. Und ihr sollet wohnen im Lande, das ich euren Vätern gegeben habe, und sollet mein Volk sein, und Ich will euer Gott sein. Am 2. Pfingstlage. Arl. 44, 1—6. (ch will Wasser giessen auf das Durstige.) So höre nun, mein Knecht Jakob, und Israel, den ich erwählet habe! So spricht der HErr, der dich gemacht und bereitet hat, und der dir beistehet von Mutterleibe an: Fürchte dich nicht, mein Knecht Fakob, und du Jesu · run, den ich erwählet habe! Denn ich will Wasser gießen auf das Durstige und Ströme auf das Dürre; i will meinen Geist aus deinen Samen gießen und meinen Se⸗ gen auf deine Nachkommen, daß sie wachsen sollen wie er Gaber Wen soll ich *. Alttestamentliche Texte. 17⁵ Gras, wie die Weiden an den Wasserbächen. Dieser wird sagen: Ich bin des HErrn, und jener wird genannt wer⸗ den mit dem Namen Jakob; und dieser wird sich mit sei⸗ ner Hand dem HErrn zuschreiben, und wird mit dem Na⸗ men Israel genannt werden. So spricht der HErr, der König Israels, und sein Erlöser, der HErr Zebaoth: Ich bin der Erste, und Ich bin der Letzte, und außer mir ist kein Gott. am Crinitatispeste. Aer. 6, 1—8. (Das dreimal heilig.) Des Jahrs, da der König Usia starb, sah ich den Herrn sitzen auf einem hohen und erhabnen Stuhl, und sein Saum füllte den Tempel. Seraphim stunden über ihm, ein jeg⸗ licher hatte sechs Flügel; mit zween deckten sie ihr Antlitz, mit zween deckten sie ihre Füße, und mit zween flogen sie. Und einer rief zum andern und sprach: Heilig, heilig, hei⸗ lig ist der HErr Zebaoth, alle Lande sind seiner Ehre voll! Daß die Aberschwellen bebeten von der Stimme ihres Rufens, und das Haus ward voll Rauchs. Da sprach ich: W0 mir, ich vergehe! Denn ich bin unreiner Lippen, und wohne unter einem Volk von unreinen Lippen; denn ich habe den König, den HErrn Zebaoth, gesehen mit mei⸗ nen Augen. Da flog der Seraphim einer zu mir, und hatte eine glühende Kohle in der Hand, die er mit der Zange vom Altar nahm, und rührte meinen Mund, und sprach: Siehe, hiemit sind deine Lippen gerühret, daß dei⸗ ne Missetat von dir genommen werde, und deine Sünde versöhnet sei. Und ich hörte die Stimme des Herrn, daß enden? Wer will unser Bote sein? aber sprach: Hie bin ich, sende mich! Oder: 4. Myl. 6, 22—27. (Der Haronitische Segen.) Und der HErr redete mit Mose und sot ih Sage Aaron und seinen Söhnen und sprich: Also sollt ihr sagen u den Kindern Israel, wenn ihr sie segnet: Der HErr feone dich, und behüte dich; der HErr lasse sein Angesicht leuchten über dir, und sei dir gnädig; der HErr hebe sein Angesicht über dich, und gebe dir Frieden. Denn ihr sollt meinen Namen auf die Kinder Israel legen, daß Ich sie segne. 176 Alttestamentliche CTexte. Am 1. Sonnkage nach Trinikatis. 5. Mos. 6, 4—13. (Du sollst Gott lieben von ganzem herzen.) Höre, Israel, der HErr, unser Gott, ist ein einiger HErr. Und du sollst den HErrn, deinen Gott, lieb haben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allem Vermö⸗ gen. Und diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollst du zu Herzen nehmen; und sollst sie deinen Kindern einschär⸗ fen, und davon reden, wenn du in deinem Hause sitzest, oder auf dem Wege gehest, wenn du dich niederlegest, oder aufstehest, und sollst sie binden zum Zeichen auf deine Hand, und sollen dir ein Denkmal vor deinen Augen sein; und sollst sie über deines Hauses Pfosten schreiben und an die Tore. Wenn dich nun der HErr, dein Gott, in das Land bringen wird, das er deinen Vätern Abraham, Isaak und Jakob geschworen hat, dir zu geben, große und feine Städte, die du nicht gebauet hast, und Häuser, alles Guts voll, die du nicht gefüllet hast, und ausgehauene Brunnen, die du nicht ausgehauen hast, und Weinberge und Ol⸗ berge, die du nicht gepflanzt hast, daß du issest, und satt wirst: so hüte dich, daß du nicht des HErrn vergessest, der dich aus Agyptenland, aus dem Diensthaus geführet hat; sondern sollst den HErrn, deinen Gott, fürchten, und ihm dienen, und bei seinem Namen schwören. Am 2. Sonnkage nach Trinitakis. Bpr. Bal. 9, 1—10. (Das Mahl der Ueisheit.) Die Weisheit bauete ihr Haus, und hieb sieben Säu⸗ len, schlachtete ihr Vieh, und trug ihren Wein auf, und bereitete ihren Tisch, und sandte ihre Dirnen aus, zu ru⸗ fen oben auf den Höhen der Stadt: Wer unverständig ist, der mache sich hieher! und zum Narren sprach sie: Kommt, zehret von meinem Brot, und trinket des Weins, den ich schenke; verlasset das unverständige Wesen, so werdet ihr leben, und gehet auf dem Wege der Klugheit. Wer den Spötter züchtiget, der muß Schande auf sich nehmen, und wer den Gottlosen straft, der muß gehöhnet werden. Strafe den Spötter nicht, er hasset dich;, strafe den Weisen, der wird dich lieben. Gib dem Weisen, so wird er noch weiser werden; lehre den Gerechten, so wird er in der Lehre zu⸗ ewigli Denn ihr V. rusale mehr noch d rufen, hören. wird Erde meine Am k D seine alle A Alttestamentliche Texte. 17⁷ nehmen. Der Weisheit Anfang ist des HErrn Furcht, und den Heiligen erkennen, ist Verstand. Am 3. Bynnkage nach Trinikatis. Aes. 12. Danklied der Erlöseten.) Zu derselbigen Zeit wirst du sagen: danke dir, „Err, daß du 0n bist gewesen über Wic) und dein orn sich gewendet hat, und tröstest mich. Siehe, Gott ist mein Heil, ich bin sicher, und fürchte mich nicht; denn Gott der HErr ist meine Stärke und mein Psalm, und ist mein Heil. Ihr werdet mit Freuden Wasser Haen aus den Heilsbrunnen. Und werdet sagen zur selbigen Zeit: Dan⸗ ket dem HErrn, prediget seinen Namen, machet kund unter den Völkern sein Tun, verkündiget, wie sein Name so hoch ist. Lobsinget dem HErrn, denn er hat sich herrlich bewie⸗ bn solches sei kund in allen Landen. Jauchze und rühme, u Einwohnerin zu Zion; denn der Heilige Israels ist groß bei dir. Am 4. Bonnkage nach Trinikatis. Aes. 65, 17—19. 24. 25. (Die neue Erde.) Denn sen ich will einen neuen Himmel und neue Erde schaffen, daß man der vorigen nicht mehr gedenken wird, noch zu Herzen nehmen; sondern sie werden sich ewiglich freuen und fröhlich sein über dem, das ich schaffe. Denn siehe, Ich will Jerusalem schaffen zur Wonne und ihr Volk zur Freude. Und ich will fröhlich sein über Je⸗ rusalem, und mich freuen über mein Volk; und soll nicht mehr drinnen gehört werden die Stimme des Weinens, noch die Stimme des Klagens. Und soll geschehen, ehe sie rufen, will Ich antworten; wenn sie noch reden, will Ich hören. Wolf und Lamm sollen weiden zugleich, der Löwe wird Stroh essen wie ein Rind, und die Schlange soll Erde essen. Sie werden nicht schaden, noch verderben auf meinem ganzen heiligen Berge, spricht der HErr. Am 5. Bynnkage nach Trinitatis. Rlagl. Aer. 3, 22—82. Oie Güte des ZBerrn ist, dass wir nicht gar aus sind.) Die Güte des HErrn ist, daß wir nicht gar aus sind; seine Barmherzigkeit hat noch kein Ende, sondern sie is alle Morgen neu, und deine Treue ist groß. Der HErr ist 12 178 Alttestamentliche Texte. mein Teil, spricht meine Seele, darum will ich auf ihn Haster Denn der HErr ist freundlich dem, der auf 6. harret, und der Seele, die nach ihm fraget. Es ist ein köst⸗ lich Ding, geduldig sein, und auf die Hilfe des HErrn hoffen. Es ist ein köstlich Ding einem Mann, daß er das Joch in seiner Jugend trage; daß ein Verlassener gedul⸗ dig sei, wenn— etwas überfällt, und seinen Mund in den Staub stecke, und der Hoffnung erwarte, und lasse sich auf die Backen schlagen und viel Schmach anlegen. Denn der HErr verstößet nicht ewiglich, sondern er betrübt wohl, und erbarmet sich wieder nach fener großen Güte. Am 6. Bonnkage nach Trinikakis. Pfalm 1. (ODer UWeg der Gerechten und der Weg der Gottlosen.) Wohl dem, der nicht wandelt im Rat der Gottlosen, noch tritt auf den Weg der Sünder, noch sitzt, da die Spötter sitzen, sondern hat Lust zum Gesetz des HErrn, und redet von seinem Gesetz Tag und Nacht! Der ist wie ein Baum, gepflanzet an den Wasserbächen, der seine Frucht bringet zu seiner Zeit, und seine Blätter verwelken nicht; und was er macht, das gerät wohl. Aber so sind die Gott⸗ losen nicht, sondern wie Spreu, die der Wind verstreuet. Darum bleiben die Gottlosen nicht im Gerichte, noch die Sünder in der Gemeine der Gerechten. Denn der HErr kennet den Weg der Gerechten; aber der Gottlosen Weg vergehet. Am 7. Synnkage nach Trinikakis. Aes. 62, 6—12. (Wächter aut den Mauern Jerusalems.) O Jerusalem, ich will Wächter auf deine Mauern be⸗ stellen, die den ganzen Tag und die ganze Nacht nimmer stille schweigen sollen, und die des HErrn gedenken sollen; auf daß bei euch kein Schweigen sei, und ihr von ihm nicht schweiget, bis daß Jerusalem zugerichtet und gesetzt wer⸗ de zum Lobe auf Erden. Der HErr hat Dch bei sei · ner Rechten und bei dem Arm seiner Macht: Ich will dein Getreide nicht mehr deinen Feinden zu essen geben, noch deinen Most, daran du gearbeitet hast, die Fremden trin⸗ ken lassen; sondern die, so es einsammeln, sollen's auch essen, und den HErrn rühmen; und die ihn einbringen, Alttestamentliche Cexte. 179 sollen ihn trinken in den Vorhöfen meines Heiligtums. Gehet hin, gehet hin durch die Tore, bereitet dem Volk den Weg; machet Bahn, machet Bahn, räumet die Steine hin⸗ weg; werft ein Panier auf über die Völker! Siehe, der HErr lässet sich hören bis an der Welt Ende: Saget der Tochter Zion: Siehe, dein Heil kommt; siehe, sein Lohn ist bei ihm, und seine Vergeltung ist vor ihm. Man wird sie nennen das heilige Volk, die Erlöseten des HErrn, und dich wird man heißen die besuchte und unverlassene Stadt. Am 8. Bonnkage nach Trinikatis. Aer. 28, 16—29. (Das Wort Gottes Feuer und hammer.) So spricht der HErr Zebaoth: Gehorcht nicht den Worten der Propheten, so euch weissagen. Sie betrügen euch; denn sie predigen ihres en dene Gesicht, und nicht aus des HErrn Munde. Sie sagen denen, die mich lästern: „Der HErr hat's gesagt, es wird euch wohlgehen;“ und allen, die nach ihres Herzens Dünkel wandeln, sagen sie: „Es wird kein Unglück über euch kommen.“ Aber wer ist im Rat des HErrn gestanden, der sein Wort gesehen und gehört habe? Wer hat sein Wort vernommen und gehö⸗ ret? Siehe, es wird ein Wetter des HErrn mit Grimm kommen, und ein schrecklich Ungewitter den Gottlosen auf den Kopf fallen. Und des HErrn Zorn wird nicht nach⸗ lassen, bis er tue und ausrichte, was er im Sinn hat; ur letzten Zeit werdet ihr's wohl erfahren. Ich sandte die Prop eten nicht, doch liefen sie; ich redete nicht mit ihnen, doch weissagten sie. Denn wo sie bei meinem Rat blieben, und hätten meine Worte meinem Volk gepredigt, so hätten sie dasselbe von ihrem bösen Wesen und von ihrem bösen Leben bekehret. Bin ich nur ein Gott, der nahe ist, spricht der HErr, und nicht auch ein Gott von ferne her? Meinst du, daß sich jemand so heimlich verbergen könne, daß Ich ihn nicht sehe? spricht der HErr. Bin Ich's nicht, der Himmel und Erde füllet? spricht der HErr. Ich höre es wohl, was die Propheten predigen, und falsch weissagen in meinem Namen, und sprechen: Mir hat geträumet, mir hat geträumet. Wann wollen doch die Propheten aufhö⸗ ren, die falsch weissagen, und ihres Herzens Trügerei weis⸗ sagen, und wollen, daß mein Volk meines Namens ver⸗ 12* 180⁰ Alttestamentliche Texte. all über ihren Träumen, die einer dem andern erzäh⸗ t2 gleichwie ihre Väter meines Namens vergaßen über dem Baal. Ein Prophet, der Träume hat, der erzähle Träume; wer aber mein Wort hat, der predige mein Wort recht. Wie reimen sich Stroh und Weizen zusammen ꝛspricht der HErr. Ist mein Wort nicht wie ein Feuer, spricht der HErr, und wie ein Hammer, der Felsen zerschmeißt? Am 9. Bonnkage nach Trinikalis. Spr. Bal. 16, 1—9. (Des Menschen Weg und Gottes Weg.) Der Mensch setzt sich's wohl vor im Herzen; aber vom HErrn kommt, was die Zunge reden soll. Einen jeglichen dünken seine Wege rein; aber der HErr wäget die Geister. Befiehl dem HErrn deine Werke, so werden deine Anschlä⸗ fortgehen. Der HErr macht alles zu bestimmtem Ziel, auch den Gottlosen für den bösen Tag. Ein stolz Herz ist dem HErrn ein Greuel, und wird nicht ungestraft blei⸗ ben, wenn sie sich gleich alle an einander hängen. Durch Güte und Treue wird Missetat versöhnet, und durch die Furcht des HErrn meidet man das Böse. Wenn jemands Wege dem HErrn wohlgefallen, so macht er auch seine FJeinde mit ihm zufrieden. Es ist besser wenig mit Gerech⸗ tigkeit, denn diel Einkommens mit Unrecht. Des Menschen Herz erdenkt sich seinen Weg, aber der HErr allein gibt, daß er fortgehe. Am 10. Sonnkage nach CTrinilatis. Aer. 7, 1—11. (Die predigt am Cor des Tempels.) Dies ist das Wort, welches geschah zu Jeremia vom HErrn, und sprach: Tritt ins Tor im Hause des HErrn, und predige daselbst dies Wort und sprich: Höret des HErrn Wort, ihr alle von Juda, die ihr zu diesen Toren eingehet den HErrn anzubeten! So spricht der HErr Ze⸗ baoth, der Gott Israels: Bessert euer Leben und Wesen, so will ich bei euch wohnen an diesem Ort. Verlasset euch nicht auf die Lügen, wenn sie sagen: Hie ist des HErrn Tempel, hie ist des HErrn Tempel, hie ist des HErrn Tempel! Sondern bessert euer Leben und Wesen, daß ihr recht tut einer gegen den andern, und den Fremdlingen, Waisen und Witwen keine Gewalt tut, und nicht unschul 2 2 — eEe — Alttestamentliche Cexrte 18 dig Blut vergießet an diesem Ort; und folget nicht nach andern Göttern zu eurem eignen Schaden: so will ich im⸗ mer und ewiglich bei euch wohnen an diesem Ort, im Lande, das ich euren Vätern gegeben habe. Aber nun ver⸗ lasset ihr euch auf Lügen, die nichts nütze sind. Daneben seid ihr Diebe, Mörder, Ehebrecher und Meineidige, und räuchert dem Baal, und folget fremden Göttern nach, die ihr nicht kennet. Darnach kommt ihr dann, und tretet vor mich in diesem Hause, das nach meinem Namen genannt ist, und sprecht: Es hat keine Not mit uns, weil wir solche Greuel tun. Haltet ihr denn dies Haus, das nach meinem Namen genannt ist, für eine Mördergrube? Siehe, Ich sehe es wohl, spricht der HErr. Am 11. Sonnkage nach Trinikakis. Dan. 9, 15—18. (Aut deine grosse Barmherzigkeit.) Und nun, Herr, unser Gott, der du dein Volk aus Agyptenland geführt hast mit starker Hand, und hast dir einen Namen gemacht, wie er jetzt ist: wir haben ja ge⸗ sündiget und sind leider gottlos koende Ach, Herr, um aller deiner Gerechtigkeit willen wende ab deinen Zorn und Grimm von deiner Stadt Jerusalem und deinem hei⸗ ligen Berg. Denn um unsrer Sünden willen und um unsrer Väter Missetaten willen trägt Jerusalem und dein Volk Schmach bei allen, die um uns her sind. Und nun, unser Gott, höre das Gebet deines Knechtes und sein Flehen, und siehe gnädiglich an dein Heiligtum, das verstöret ist, um des Herrn willen. Neige dein Ohr, mein Gott, und höre, tue deine Augen auf und siehe, wie wir verstöret sind, und die Stadt, die nach deinem Namen genannt ist. Denn wir liegen vor dir mit unserm Gebet, nicht auf un⸗ sre Gerechtigkeit, sondern auf deine große Barmherzigkeit. Am 12. Sonntage nach Trinikakis. Aes. 29, 18—21. (Die Tauben hören.) Und zur selbigen Zeit werden die Tauben hören die Worte des Buchs, und die Augen der Blinden werden aus dem Dunkel und Finsternis sehen, und die Elenden wer⸗ den wieder Freude haben am HErrn, und die Armen un⸗ ter den Menschen werden fröhlich sein in dem Heiligen 18² Alttestamentliche CTexte. Israels; wenn die Tyrannen ein Ende haben, und es mit den Spöttern aus sein wird, und vertilget sein werden alle die, so wachen, Mühe anzurichten, welche die Leute sündigen machen durchs Predigen, und stellen dem nach, 291 105 strafet im Tor, und stürzen durch Lügen den Ge⸗ rechten. Am 13. Bunnkage nach CTrinikatis. Bach. 7, 410. (Barmherzigkeit gegen die Brüder.) Und des HErrn Zebaoth Wort geschah zu mir und sprach: Sage allem Volk im Lande und den Priestern und sprich: Da ihr fastetet und Leid truget im fünften und siebenten Monat diese e aßet Jahre lang, habt ihr mir so gefastet? Oder da ihr aßet und tranket, habt ihr nicht für euch selbst gegessen und getrunken? Ist's nicht das, welches der HErr predigen ließ durch die vorigen Pro-⸗ pheten, da Jerusalem bewohnet war, und hatte die Fülle samt ihren Städten umher, und Leute wohneten, beide, gegen Mittag und in den Gründen? Und des HErrn Wort geschah zu Sacharja und sprach: Also sprach der HErr Zebaoth: Richtet recht, und ein jeglicher beweise an sei⸗ nem Bruder Güte und Barmherzigkeit; und tut nicht un⸗ recht den Witwen, Waisen, Fremdlingen und Armen; und denke keiner wider seinen Bruder etwas Arges in seinem Herzen. Am 14. Bonntage nach Trinitatis. Plalm 50, 14—23. (Opfere Gott Dank.) Opfere Gott Dank, und bezahle dem Höchsten deine Gelübde! Und rufe mich an in der Not, so will ich dich er⸗ retten, so sollst du mich preisen. Aber zum Gottlosen spricht Gott: Was verkündigest du meine Rechte, und nimmft meinen Bund in deinen Mund, so du doch Zucht hassest, und wirfest meine Worte hinter dich? Wenn du einen Dieb siehest, 2. läufest du mit ihm, und hast Gemeinschaft mit den Ehebrechern. Deinen Mund lässest du Böses re⸗ den, und deine Zunge treibet Falschheit. Du sizest und re⸗ dest wider deinen Bruder; deiner Mutter Sohn verleum⸗ det du. Das tust du, und ich schweige; da meinest du, ich werde sein gleichwie du. Aber ich will dich strafen, und will dir's unter Augen stellen. Merket doch das die ihr Alttestamentliche Texte. 183 Gottes vergesset, daß ich nicht einmal hinraffe, und sei kein Retter da. Wer Dank opfert, der preiset mich; und da ist der Weg, daß ich ihm zeige das Heil Gottes. Am 15. Bonnlage nack Trinikalis. 1. Rön. 17, 8-16. (Elias und die Witwe.) Da kam das Wort des HErrn zu Elia und sprach: Mache dich auf, und gehe gen Zarpath, welche bei Sidon liegt, und bleibe daselbst; denn ich habe daselbst einer Witwe geboten, daß sie dich versorge. Und er machte sich auf, und ging gen Zarpath. Und da er kam an das Tor der Stadt, siehe, da war eine Witwe, und las Holz auf. Und er rief ihr und sprach: Hole mir ein wenig Wasser im Gefäße, daß ich trinke. Da sie aber hinging, zu holen, rief er ihr und sprach: Bringe mir auch einen Bissen Brots mit. Sie sprach: So wahr der HErr, dein Gott, lebet, ich habe nichts Gebacknes, ohne eine Handvoll Mehls im Kad und ein wenig Ol im Kruge. Und siehe, ich habe ein Holz oder zwei aufgelesen, und gehe hinein, und will mir und meinem Sohn zurichten, daß wir essen, und sterben. Elia sprach zu ihr: Fürchte a nicht; gehe ter und mach's, wie du gesagt hast; doch mache mir am ersten ein kleines Ge⸗ backnes davon, und bringe mir's heraus; dir aber und deinem Sohn sollst du darnach auch machen. Denn also spricht der HErr, der Gott Israels: Das Mehl im Kad soll nicht verzehret werden, und dem Olkrug soll nichts mangeln bis auf den Tag, da der OErr regnen lassen wird auf Erden. Sie ging hin, und machte, wie Elia ge⸗ sagt hatte. Und er aß, und sie auch und ihr Haus eine Zeitlang. Das Mehl im Kad ward nicht verzehret, und dem Olkrug mangelte nichts nach dem Wort des HErrn, das er geredet hatte durch Elia. Am 16. Synnkage nach Crinikalis. Bivb 5, 17—26. (Er schlägt und heilt.) Siehe, selig ist der Mensch, den Gott strafet; darum weigre dich der Züchtigung des Allmächtigen nicht. Denn Er verletzet, und verbindet; er zerschlägt, und seine Hand heilet. Aus sechs Trübsalen wird er dich erretten, und in der siebenten wird dich kein Ubel rühren. In der Teurung 18⁴ Alttestamentliche Texte. wird er dich vom Tod erlösen und im Kriege von des Schwertes Hand. Er wird dich verbergen vor der Geißel der Zunge, daß du dich nicht fürchtest vor dem Verderben, wenn es kommt. Im Verderben und Hunger wirst du la⸗ chen, und dich vor den wilden Tieren im Lande nicht fürchten; sondern dein Bund wird sein mit den Steinen auf dem Felde, und die wilden Tiere auf dem Lande wer⸗ den Frieden mit dir halten; und wirst erfahren, daß deine Hütte Frieden hat; und wirst deine Behausung versorgen, und nichts vermissen; und wirst erfahren, daß deines Sa⸗ mens wird viel werden und deine Nachkommen wie das Gras auf Erden; und wirst im Alter zu Grab kommen, wie Garben eingeführt werden zu seiner Zeit. Am 17. Bonnkage nach Trinikakis. Pfalm 75, 5—8. (Cott erniedrigt und erhöht.) Ich sprach zu den Ruhmredigen: Rühmet nicht so, und u den Gottlosen: Pochet nicht auf Gewalt, pochet nicht 10 hoch auf eure Gewalt, redet nicht halsstarrig, es habe keine Not, weder von Aufgang, noch von Niedergang, noch von dem Gebirge in der Wüste. Denn Gott ist Richter, der diesen niedriget, und jenen erhöhet. An 18. Sonnkage nach Trinikatis. 2. Chron. 1, 7—12. (Salomos Gebet um Weisheit.) In derselben Nacht aber erschien Gott Salomo, und prach zu ihm: Bitte, was soll 10 dir geben? Und Salomo prach zu Gott: Du hast große Baruiher igkeit an meinem Vater David getan, und hast mich an sener Statt zum Könige gemacht; so laß nun, HErr, Gott, deine Worte wahr werden an meinem Vater David; denn Du hast mich zum Könige gemacht über ein Volk, des so viel ist als Staub auf Erden. So gib mir nun Weisheit und Er⸗ kenntnis, daß ich vor diesem Volk aus⸗ und eingehe; denn wer kann dies dein großes Volk richten? Da sprach Gott zu Salomo: Weil du das im Sinn hast, und hast nicht um Reichtum, noch um Gut, noch um Ehre, noch um dei⸗ ner Feinde Seele, noch um langes Leben gebeten, sondern hast um Weisheit und Erkenninis gebeten, daß du mein Volk richten mögest, darüber ich dich zum Könige gemacht Alttestamentliche Cexte. 18⁵ habe, so sei dir Weisheit und Erkenntnis gegeben; dazu will ich dir Reichtum und Gut und Ehre geben, daß dei⸗ nesgleichen unter den Königen vor dir nicht gewesen ist, noch werden soll nach dir. Am 19. Sonnkage nach CTrinikatis. Plalm 32, 1—7. (Wohl dem, dem die Übertretungen vergeben sind.) Wohl dem, dem die Übertretungen vergeben sind, dem die Sünde bedecket ist! Wohl dem Menschen, dem der HErr die Missetat nicht zurechnet, in des Geist kein Falsch ist! denn da ich's wollte verschweigen, verschmachteten mei⸗ ne Gebeine durch mein täglich Heulen. Denn deine Hand war Tag und Nacht schwer auf mir, daß mein Saft ver⸗ trocknete, wie es im Sommer dürre wird. Darum bekannte ich dir meine Sünde, und verhehle meine Missetat nicht. Ich sprach: Ich will dem HErrn meine Ubertretungen be⸗ kennen. Da dergabst Du mir die Missetat meiner Sünde. Um deswillen werden alle Heiligen zu dir beten zur rech⸗ ten Zeit; darum, wenn große Wasserfluten kommen, wer⸗ den sie nicht an dieselbigen gelangen. Du bist mein Schirm; du wirst mich vor Angst behüten, daß ich errettet gar fröh⸗ lich rühmen kann. Am 20. Sonnkage nach Trinikalis. Bpr. Hal. 2, 1—8. (Lass dein Ohr auf Weisheit achtgeben.) Mein Kind, so du willst meine Rede annehmen, und meine Gebote bei dir behalten, daß dein Ohr auf Weis⸗ heit acht hat, und du dein Herz mit Fleiß dazu neigest; ja, so du mit Fleiß darnach rufest und darum betest, so du sie suchest wie Silber, und forschest sie wie Schätze: als⸗ dann wirst du die Furcht des HErrn vernehmen, und Got. tes Erkenntnis finden. Denn der HErr gibt Weisheit, und aus seinem Munde kommt Erkenntnis und Verstand. Er läßt's den Aufrichtigen gelingen, und D bapahnr die From⸗ men, und behütet die, so recht tun, und bewahret den Weg seiner Heiligen. Am 21. Svunkage nach Crinikakis. 2. Bam. 7, 17—29. (Wer bin ich und was ist mein Haus?) Da Nathan alle diese Worte und all dies Gesicht Da⸗ vid gesagt hatte, kam David, der König, und blieb vor dem HErrn, und sprach: Wer bin ich, Herr, HErr, und 186 Alttestamentliche Texte. was ist mein Haus, daß du mich bis hieher gebracht hast? Dazu hast du das zu wenig geachtet, Herr, HErr, sondern hast dem Hause deines Knechts noch von sernem Zukünfti⸗ gem geredet, und das nach Menschenweise, Herr, HErr! Und was soll David mehr reden mit dir? Du erkennest dei⸗ nen Knecht, Herr, HErr! Um deines Worts willen und nach deinem Herzen hast du solche große Dinge alle getan, daß du sie deinem Knecht kundtätest. Darum bist du auch groß geachtet, HErr, Gott; denn es ist keiner wie du, und ist kein Gott denn du, nach allem, das wir mit unsern Ohren gehört haben. Denn wo ist ein Volk auf Erden wie dein Bolk Israel, um welches willen Gott ist hingegangen, sich ein Volk zu erlösen, und sich einen Namen zu machen, und solch große und schreckliche Dinge zu tun auf deinem Lande vor deinem Volk, welches du dir erlöset hast von Agypten, von den Heiden und ihren Göttern? Und du hast dir dein Volk Israel zubereitet, dir zum Volk in Ewigkeit; und Du, HErr, bist ihr Gott worden. So bekräftige nun, HErr, Gott, das Wort in Ewigkeit, das du über deinen Knecht und über sein Haus geredet hast; und tu, wie du geredet hast: so wird dein Name groß werden in Ewigkeit, daß man wird sagen: Der HErr Zebaoth ist der Gott über Jsrael, und das Haus deines Knechts David wird beste⸗ hen vor dir. Denn du, HErr Zebaoth, du Gott Israels, hast das Ohr deines Knechts geöffnet, und gesagt: Ich will dir ein Haus bauen. Darum hat dein Knecht sein Herz gefunden, daß er dies Gebet zu dir betet. Nun, Herr, HErr, Du bist Gott, und deine Worte werden Wahrheit sein. Du hast solches Gute über deinen Knecht geredet. So hebe nun an, und segne das Haus deines Knechts, daß es ewiglich vor dir sei; denn Du, Herr, HErr, hast's geredet, und mit deinem Segen wird deines Knechts Haus gesegnet wer⸗ den ewiglich. Am 22. Bonnkage nach Trinikakis. Bypr. Bal. 24, 14—20. ODer Gerechte fällt und steht wieder aul.) Also lerne die Weisheit für deine Seele. Wenn du sie findest, so wird's hernach wohlgehen, und deine Hoffnung wird nicht umsonst sein. Laure nicht als ein Gottloser auf das Haus des Gerechten; verstöre seine Ruhe nicht. Denn egne auf d daß 1 Gewe und i An A mir! davor dir, sind her w ruhe; dich. dich. nicht und Wen! von um d von Höre und Alttestamentliche Texte. 187⁷ ein Gerechter fällt siebenmal, und stehet wieder auf; aber die Gottlosen versinken in Unglück. Freue dich des Falles deines Feindes nicht; und dein Herz sei nicht froh über seinem Unglück; der HErr möchte es sehen, und ihm übel gefallen, und seinen Zorn von ihm wenden. Erzürne dich nicht über den Bösen, und eifre nicht über die Gottlosen. Denn der Böse hat nichts zu hoffen, und die Leuchte der Gottlosen wird verlöschen. Am 23. Synnlage nach Trinikakis. Psalm 85, 9—14. (Güte und Creue, Gerechtigkeit und Friede.) Ach, daß ich hören sollte, was Gott der HErr redet; daß er Frieden zusagte seinem Volk und seinen Heiligen, auf daß sie nicht auf eine Torheit geraten! Doch ist ja seine Hilfe nahe denen, die ihn fürchten, daß in unserm Lande Ehre wohne; daß Güte und Treue einander be⸗ gegnen, Gerechtigkeit und Friede sich küssen; daß Treue auf der Erde wachse, und Gerechtigkeit vom Himmel schaue; daß uns auch der HErr Gutes kue, und unser Land sein Gewächs gebe; daß Gerechtigkeit fürder vor ihm bleibe und im Schwang gehe. Am 24. Bonnkage nach Trinikalis. Plalm 39, 5—14. (Lehte doch mich, dass es ein Ende mit mir haben muss.) Aber, HErr, lehre doch mich, daß es ein Ende mit mir haben muß, und mein Leben ein Ziel hat, und ich davon muß. Siehe, meine Tage sind einer Hand breit bei dir, und mein Leben ist wie nichts vor dir. Wie gar nichts sind alle Menschen, die doch so sicher leben! Sie gehen da⸗ her wie ein Schemen, und machen sich viel vergebliche Un⸗ ruhe; sie sammeln, und wissen nicht, wer es einnehmen wird. Nun, Herr, wes soll ich mich trösten? Ich hoffe auf dich. Errette mich von aller meiner Sünde, und laß mich nicht den Narren ein Spott werden. Ich will schweigen, und meinen Mund nicht auftun; denn Du hast's getan. Wende deine Plage von mir; denn ich bin verschmachtet von der Strafe deiner Hand. Wenn du einen züchtigest um der Sünde willen, so wird seine Schöne verzehret wie von Motten. Ach wie gar nichts sind doch alle Menschen! Höre mein Gebet, HErr, und vernimm mein Schreien, und schweige nicht über meinen Tränen; denn ich bin dein 188 Alttestamentliche Texte. Pilgrim und dein Bürger, wie alle meine Väter. Laß ab von mir, daß ich mich erquicke, ehe denn ich hinfahre, und nicht mehr hie sei. Am 25. Sonnkage nach Trinikalis. Bivb 14, 1—5. (Der MWensch, vom UWeibe geboren, lebt kurze Zeit.) Der Mensch, vom Weibe geboren, lebt kurze Zeit, und ist voll Unruhe; gehet auf wie eine Blume, und fällt ab; fleucht wie ein Schatten, und bleibt nicht. Und du tust deine Augen über einen solchen auf, daß du mich vor dir ins Gericht zeuchst. Kann wohl ein Reiner kommen von dem Unreinen? Auch nicht einer. Es hat seine bestimmte Zeit, die Zahl seiner Monde 11505 bei dir; du hast ein Ziel gesetzt, das wird er nicht überschreiten. Am 26. Svunkage nach Trinilatis. Psalm 126. (Die mit Cränen säen, werden mit Freuden ernten.) Wenn der HErr die Gefangnen Zions erlösen wird, so werden wir sein wie die Träumenden. Dann wird un⸗ ser Mund voll Lachens und unsre Zunge voll Rühmens sein. Da wird man sagen unter den Heiden: Der HErr hat Großes an ihnen getan. Der HErr hat Großes an uns getan; des sind wir fröhlich. HErr, bringe wieder unsre Gefangenen, wie du die Bäche wiederbringest im Mittagslande. Die mit Tränen säen, werden mit Ien Oe, ernten. Sie gehen hin, und weinen, und tragen edlen Sa⸗ men; und kommen mit Freuden, und bringen ihre Garben. Am 27. Sonnlkage nach Trinitatis. Aes. 35, 3—10. (Die Erlöseten Zions werden kommen mit Freuden.) Stärket die müden Hände und erquickt die straucheln⸗ den Kniee! Saget den verzagten Herzen: Seid getrost, fürchtet euch nicht! Sehet, euer Gott, der kommt zur Rache; Gott, der da vergilt, kommt und wird euch helfen. Alsdann werden der Blinden Augen aufgetan werden, und der Tauben Ohren werden geöffnet werden; alsdann werden die Lahmen löcken wie ein Hirsch, und der Stum⸗ men Zunge wird Lob sagen. Denn es werden Wasser in der Wüste hin und wieder fließen und Ströme im dürren Lande. Und wo es zuvor trocken ist gewesen, sollen Teiche stehen; und wo es dürre gewesen ist, sollen Brunnquellen sein. 2 Rohr sein u daß ke für si⸗ nicht i kein r werde , und It ab; 1 tust or dir n von mmte st ein 2 wird, d un⸗ mens HErr es an vieder st im euden Sa⸗· rben. 0. cheln⸗ trost, t zur elfen. rden, dann otum⸗ er in ürren eiche tellen Alttestamentliche Texte. 189 sein. Da zuvor die Schakale gelegen haben, soll Gras und Rohr und Schilf stehen. Und es wird daselbst eine Bahn sein und ein Weg, welcher der heilige Weg heißen wird, daß kein Unreiner drauf gehen darf; und derselbige wird für sie sein, daß man drauf gehe, daß auch die Toren nicht irren mögen. Es wird da kein Löwe sein, und wird kein reißend Tier drauf treten, noch daselbst gefunden werden, sondern man wird frei sicher daselbst gehen. Die Erlöseten des HErrn werden wieder kommen, und gen Zion kommen mit Jauchzen; ewige Freude wird über ihrem Haupte sein, Freude und Wonne werden sie ergrei⸗ sen, und Schmerz und Seufzen wird entfliehen. Am Tage der Darstellung Aesu im Cempel. Plalm 96, 1—10. (Sagt, dass der Bérr König sei.) Singet dem HErrn ein neues Lied; singet dem HErrn, alle Welt! Singet dem HErrn, und lobet seinen Namen; verkündiget von Tag zu Tage sein Heil! Erzählet unter den Heiden seine Ehre, unter allen Völkern seine Wunder! Denn der HErr ist groß, und hoch zu loben, wunderbar⸗ lich über alle Götter. Denn alle Götter der Völker sind Götzen; aber der HErr hat den Himmel gemacht. Es ste⸗ het herrlich und prächtig vor ihm, und gehet gewaltiglich und löblich zu in seinem Heiligtum. Ihr Völker, bringet her dem HErrn, bringet her dem HErrn Ehre und Macht! Bringet her dem HErrn die Ehre seines Namens; brin⸗ get Geschenke, und kommt in seine Vorhöfe! Betet an den HErrn in heiligem Schmuck; es fürchte ihn alle Welt! Sagt unter den Heiden, daß der HErr König sei, und habe sein Reich, so weit die Welt ist, bereitet, daß es blei⸗ ben soll; und richtet die Völker recht. Am Tage der Perkündigung Mariä. Pfalm 2. (Du bist mein Sohn.) Warum toben die Heiden, und die Völker reden so ver. geblich? Die Könige der Erde lehnen sich auf, und die Herren ratschlagen mit einander wider den HErrn und seinen Gesalbeten:„Lasset uns zerreißen ihre Bande, und von uns werfen ihre Seile!“ Aber der im Himmel woh- net, lachet ihrer, und der Herr spottet ihrer. Er wird einst 190 Alttestamentliche Texte. mit ihnen reden in seinem Zorn, und mit seinem Grimm wird er sie schrecken. Aber Ich habe meinen König einge⸗ setzt auf meinen heiligen Berg Zion.“ Ich will von der Weise predigen, daß der HErr zu mir gesagt hat:„Du bist mein Sohn, heute hab Ich dich gezeuget; heische von mir, so will ich dir die Heiden zum Erbe geben und der Welt Enden zum Eigentum. Du sollst sie mit einem eiser⸗ nen Scepter zerschlagen, wie Töpfe sollst du sie zerschmei⸗ ßen.“ So laßt euch nun weisen, ihr Könige, und laßt euch züchtigen, ihr Richter auf Erden! Dienet dem HErrn mit Furcht, und freuet euch mit Zittern! Küsset den Sohn, daß er nicht zürne, und ihr umkommet auf dem Wege; denn sein Zorn wird bald entbrennen. Aber wohl allen, die auf ihn trauen! Am Avhannisfest. Aes. 54, 7—10. (Der Bund meines Friedens soll nicht hinkallen.) Ich habe dich einen kleinen Augenblick verlassen; aber mit großer Barmherzigkeit will ich dich sammeln. Ich ha⸗ be mein Angesicht im Augenblick des Zorns ein wenig vor dir verborgen; aber mit ewiger Gnade will ich mich dein erbarmen, spricht der HErr, dein Erlöser. Denn solches soll mir sein wie das Wasser Noahs, da ich schwur, daß die Wasser Noahs sollten nicht mehr über den Erdboden gehen. Also hab ch geschworen, daß ich nicht über dich zürnen, noch dich schelten will. Denn es sollen 1 Berge weichen, und Hügel hinfallen; aber meine Gnade soll nicht von dir weichen, und der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen, spricht der HErr, dein Erbarmer. Am Tage der Beimsuchung Mariä. Pfalm 39, 2—6. (Eine ewige Gnade wird aufgehen.) Ich will singen von der Gnade des HErrn ewiglich, und seine Wahrheit verkündigen mit meinem Munde für und für, und sage also: Daß eine ewige Gnade wird auf⸗ gehen, und du wirst deine Wahrheit treulich halten im Himmel.„Ich habe einen Bund gemacht mit meinem Aus⸗ erwähleten; ich habe David, meinem Knechte, geschworen: ch will deinen Samen bestätigen ewiglich, und deinen Stuhl bauen für und für.“ Und die Himmel werden, Alttestamentliche Texte. HErr, deine Wunder preisen, und deine Wahrheit in der Gemeine der Heiligen. Am Micharlistage. 1. Mol. 28, 10—22. (Die himmelsleiter.) Aber Jakob zog aus von Beer⸗Seba, und reiste gen Haran, und kam an einen Ort, da blieb er über Nacht; denn die Sonne war untergegangen. Und er nahm einen Stein des Orts, und legte ihn zu seinen Häupten, und legte sich an demselbigen Ort schlafen. Und ihm träumte; und siehe, eine Leiter stund auf Erden, die rührte mit der Spitze an den Himmel, und siehe, die Engel Gottes stiegen dran auf und nieder; und der HErr stund oben drauf, und sprach: Ich bin der HErr, Abrahams, deines Vaters, Gott, und Isaaks Gott; das Land, da du auf liegest, will ich dir und deinem Samen geben. Und dein Same soll wer⸗ den wie der Staub auf Erden, und du sollst ausgebreitet werden gegen Abend, Morgen, Mitternacht und Mittag; und durch dich und deinen Samen sollen alle Geschlechter auf Erden Hebeht werden. Und siehe, Ich bin mit dir, und will dich behüten, wo du hin zeuchst, und will dich wieder herbringen in dies Land. Denn ich will dich nicht lassen, bis daß ich tue alles, was ich dir geredet habe. Da nun Jakob von seinem Schlaf aufwachte, sprach er: Gewißlich ist der HErr an diesem Ort, und ich wußte es nicht; und fürchtete sich, und sprach: Wie heilig ist diese Stätte! Hie ist nichts anders denn Gottes Haus, und hie ist die Pforte des Himmels. Und Jakob stund des Morgens frühe auf, und nahm den Stein, den er zu seinen Häupten gelegt hatte, und richtete ihn auf zu einem Mal, und goß Ol oben drauf, und hieß die Stätte Beth⸗El; vorhin aber hieß die Stadt Lus. Und Jakob tat ein Gelübde, und prach: So Gott wird mit mir sein, und mich behüten auf dem Wege, den ich reise, und mir Brot zu essen geben, und Kleider Fater bit und mich mit Frieden wieder heim zu meinem Vater bringen, so soll der HErr mein Gott sein; und dieser Stein, den ich aufgerichtet habe zu einem Mal, soll ein Gotteshaus werden; und alles, was du mir gibst, des will ich dir den Zehnten geben. 192 Alttestamentliche Cexte. Am Reformalionsfest. Pfsalm 46. (Die feste Burg.) Gott ist unsre Zuversicht und Stärke, eine Hilfe in den großen Nöten, die uns getroffen haben. Darum fürchten wir uns nicht, wenn gleich die Welt unterginge, und die Berge mitten ins Meer sänken, wenn gleich das Meer wü⸗ tete und wallte, und von seinem Ungestüm die Berge ein⸗ fielen. Dennoch soll die Stadt Gottes fein lustig bleiben mit ihren Brünnlein, da die heiligen Wohnungen des Höchsten sind. Gott ist bei ihr drinnen, darum wird sie fest bleiben; Gott hilft ihr früh am Morgen. Die Heiden müssen verzagen, und die Königreiche fallen; das Erdreich muß vergehen, wenn er sich hören läßt. Der HErr Zeba⸗ oth ist mit uns; der Gott Jakobs ist unser Schutz. Kommt her, und schauet die Werke des HErrn, der au aler Me Zerstören anrichtet; der den Kriegen steuert in aller Welt; der Bogen zerbricht, Spieße zerschlägt, und Wagen mit Feuer verbrennt. Seid Laen und erkennt, daß Ich Gott bin. Ich will Ehre einlegen unter den Heiden; ich will Ehre einlegen auf Erden. Der HErr Zebaoth ist mit uns; der Gott Jakobs ist unser Schutz. Am Ernkedankfest. Psalm 34, 2—9. (Schmeckt und sehet, wie freundlich der Herr ist.) Ich will den HErrn loben allezeit; sein Lob soll im⸗ merdar in meinem Munde sein. Meine Seele soll sich rüh⸗ men des HErrn, daß es die Elenden hören, und sich freuen. Preiset mit mir den HErrn, und laßt uns mit einander seinen Namen erhöhen. Da ich den HErrn suchte, antwor⸗ tete er mir, und errettete mich aus aller meiner Furcht. Welche auf ihn sehen, die werden erquicket, und ihr Ange⸗ sicht wird nicht zu Schanden. Da dieser Elende rief, hörte der HErr, und half ihm aus allen seinen Nöten. Der En⸗ gel des HErrn lagert sich um die her, so ihn fürchten, und hilft ihnen aus. Schmeckt und sehet, wie freundlich der OErr ist. Wohl dem, der auf ihn trauet! UAm Kirchweihtage. Plalm 84. (Wie ieblich sind deine Wohnungen.) Wie Leie ponane deine Wohnungen, Herr Zebaoth! Meine Seele verlanget und sehnet sich nach den Vorhöfen chten d die wü⸗ ein⸗ eiben des d sie eiden preich Zeba⸗ Pbmmt solch Welt; 1 mit Gott will uns; im⸗ rüh⸗ euen. mder wor⸗ urcht. Inge⸗ hörte En⸗ „und )der ꝛ oth! zöfen Alttestamentliche Texte. ö 193 des HErrn; mein Leib und Seele freuen sich in dem le⸗ bendigen Gott. Denn der Vogel hat ein Haus gefunden und die Schwalbe ihr Nest, da sie Junge hecken: deine Altäre, HErr Zebaoth, mein König und mein Gott. Wohl denen, die in deinem Hause wohnen; die loben dich im⸗ merdar. Wohl den Menschen, die dich für ihre Stärke hal⸗ ten, und von Herzen dir nachwandeln, die durch das Jam⸗ mertal gehen, und machen daselbst Brunnen. Und die Leh⸗ rer werden mit viel Segen geschmückt. Sie erhalten einen Sieg nach dem andern, daß man sehen muß, der rechte Gott sei zu Zion. HErr, Gott Zebaoth, höre mein Gebet; vernimm's, Gott Jakobs! Gott, unser Schild, schaue doch; siehe an das Antlitz deines Gesalbeten! Venn ein Tag in deinen Vorhöfen ist besser denn sonst tausend. Ich will lieber der Tür hüten in meines Gottes Hause, denn woh⸗ nen in der Gottlosen Hütten. Denn Gott der HErr ist Sonne und Schild, der HErr gibt Gnade und Ehre; er wird kein Gutes mangeln lassen den Frommen. HErr Ze⸗ baoth, wohl dem Menschen, der sich auf dich verläßt! Am Bußtage. Plalm 130. (Aus der Ciete rute ich, BErr, zu dir.) Aus der Tiefe rufe ich, HErr, zu dir. Herr, höre meine Stimme, laß deine Ohren merken auf die Stimme meines Flehens! So du willst, HErr, Sünden zurechnen, Herr, wer wird bestehen? Denn bei dir ist die Vergebung, daß man dich fürchte. Ich harre des HErrn; meine Seele har⸗ ret, und ich hoffe auf sein Wort. Meine Seele wartet auf den Herrn von einer Morgenwache bis zur andern. IJs⸗ rael hoffe auf den HErrn; denn bei dem HErrn ist die Gnade und viel Erlösung bei ihm; und Er wird JIsrael erlösen aus allen seinen Sünden. 194 Die Leidensgeschichte Die Teidensgeschichte unsers Berrn und Beilandes Jesu Christi nach den vier Evangelien. I. Das Dstermahl. 1. Die Salbung. 1. Sechs Tage vor den Ostern kam Jesus gen Betha⸗ nien, da Lazarus war, der Verstorbene, welchen Jesus auferwecket hatte von den Toten. 2.965 machten sie ihm ein Abendmahl im Hause Simons, des Aussätzigen, und Martha dienete; Lazarus aber war der einer, die mit ihm u Tische saßen. Da nahm Maria ein Pfund Salbe, und lalbete ie Füße Iher und trocknete mit ihrem Haar seine Füße; das Haus aber ward voll vom Geruch der Salbe. Und sie hatte ein Glas mit ungefälschtem und köstlichem Nardenwasser, und zerbrach das Glas, und goß es auf sein Haupt. Da das seine Jünger sahen, wurden sie un⸗ willig und murreten über sie, und es sprach seiner Jünger einer, Judas, Simons Sohn, Ischarioth, der ihn hernach verriet: Wozu dienet diese Vergeudung? Warum ist diese Salbe nicht verkauft um dreihundert Groschen, und den Armen gegeben? Das sagte er aber nicht, daß er nach den Armen fragte, sondern er war ein Dieb, und hatte den Beutel, und trug, was gegeben ward. Da sprach Jesus: Lasset sie mit Frieden! Was bekümmert ihr das Weib? Sie hat ein gut Werk an mir getan. Ihr habt allezeit Arme bei 08, und wenn ihr wollt, könnt ihr bat g Gu⸗ tes tun, mich aber habt ihr nicht allezeit. Sie hat getan, was sie konnte, sie ist zuvorkommen, meinen Leichnam zu 90 zu meinem Begräbnis. Wahrlich, ich sage euch: Wo ies Evangelium geprediget wird in der ganzen Welt, da wird man auch das sagen zu ihrem Gedächtnis, was sie getan hat.“ 2. Jesus kündigt sein Leiden an, und Judas erbietet sich zum Verrat. 2. Es war aber nahe das 5 der süßen Brote, das da Ostern heißet. Da sprach Jesus zu seinen Jüngern: 1 Joh. 12, 1—8. Matth. 26, 6—13. Mark. 14, 3—9. unsers Berrn und Heilandes Jesu Christi. 195 Ihr wisset, daß nach zween Tagen Ostern wird, und des Menschen Sohn wird überantwortet werden, daß er ge⸗ kreuziget werde. Da versammelten sich die Hohenpriester und Schrift⸗ gelehrten und die Altesten im Volke in den Palast des Ho⸗ henpriesters, der da hieß Kaiphas, und hielten Rat, wie f Jesum mit Listen griffen und töteten. Sie fürchteten ich aber vor dem Volk, und sprachen: Ja nicht auf das Jest, auf daß nicht ein Aufruhr werde im Volk! Und Judas, genannt Ischarioth, der da war aus der Zahl der Zwölfe, ging hin, und redete mit den Hohenprie⸗ stern und mit den Hauptleuten, wie er ihn wollte ihnen überantworten, und sprach: Was wollt ihr mir geben? Ich will ihn euch verraten. Da sie das höreten, wurden sie froh, und boten ihm dreißig Silberlinge. Und er ver⸗ sprach es, und Leran von dem an Gelegenheit, daß er ihn verriete und überantwortete ohne Lärmen.“ 3. Die Bereitung. 3. Aber am ersten Tage der süßen Brote, auf welchen man mußte opfern das Osterlamm, traten die Jünger zu Jesu und sprachen zu ihm: Wo willst du, daß wir dir be⸗ reiten, das Osterlamm zu essen? Und er sandte seiner Jün⸗ ger zween, Petrus und Johannes, und sprach zu ihnen: Gehet hin in die Stadt, und wenn ihr hineinkommt, wird euch ein Mensch begegnen, der trägt einen Wasserkrug; folget ihm nach in das Haus, da er hineingehet, und saget zu dem Hausherrn: Der Meister läßt dir sagen: Meine Zeit ist nahe, ich will bei dir die Ostern halten, wo ist die Herberge, darinnen ich das Osterlamm essen möge mit meinen Daeloit ri Und er wird euch einen großen Saal zeigen; daselbst richtet für uns zu. Und die Jünger taten, wie ihnen Jesus befohlen hatte, und gingen hin und kamen in die Stadt, und fanden's, wie er ihnen gesagt hatte, und bereiteten das Osterlamm. Und am Abend kam er, und setzte sich zu Tisch, und die zwölf Apostel mit ihm.? 1 Luk. 22, 1. 2. Matth. 26, 1—5. Mark. 14, 1. 2. Luk. 22, 3—6. Matth. 26, 14—16. Mark. 14, 10. 11. Luk. 22, 7—14. Matth. 26, 17—20. Mark. 14, 12—17. 13² 196 Die Leidensgeschichte 4. Das Osterlanim. 4. Und Jesus Iprach zu ihnen: Mich hat herzlich ver⸗ langet, dies 5b00 amm mit euch zu essen, ehe denn ich leide; denn ich sage euch, daß ich hinfort nicht mehr davon essen werde, bis daß es erfüllet werde im Reiche Gottes. Und er nahm den Kelch, dankte, und sprach: Nehmet den⸗ selbigen, und teilet ihn unter euch; denn wahrlich, ich sage euch, ich werde von nun an nicht mehr von diesem Ge⸗ wächs des Weinstocks trinken bis an den Tag, da ich's neu trinken werde mit euch in meines Vaters Reich.“ 5. Die Fußwaschung. 5. Da nun Jesus erkannte, daß seine Zeit kommen war, daß er aus dieser Welt ginge zum Vater, wie er hatte geliebet die Seinen, die in der Welt waren, so liebte er sie bis ans Ende. Und bei dem Abendessen, da schon der Teufel hatte dem Judas, Simons Sohn, dem Ischarioth, ins Herz gegeben, 4 er ihn verriete, und Jesus wußte, daß ihm der Vater hatte alles in seine Hände gegeben, und daß er von Gott kommen war, und zu Gokt ging: stund er vom Abendmahl auf, legte seine Kleider ab, und nahm einen SHenn und umgürtete sich. Darnach goß er Wasser in ein Becken, hub an, den Jüngern die Füße zu waschen, und trocknete sie mit dem Schurze, damit er um⸗ gürtet war. Da kam er Simon Petrus; und derselbige sprach zu ihm: Herr, solltest du mir meine Füße waschen? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Was Ich tue, das weißt du jetzt nicht; du wirst es aber hernach erfahren. Da sprach Petrus zu ihm: Nimmermehr sollst du mir die Füße waschen. Jesus antwortete ihm: Werde ich dich nicht waschen, so hast du kein Teil mit mir. Spricht zu ihm Simon Petrus: Herr, nicht die Füße allein, sondern auch die Hände und das Haupt. Spricht Jesus zu ihm: Wer gewaschen ist, der bedarf nichts, denn die Füße waschen, sondern er ist ganz rein. Und ihr seid rein, aber nicht alle. Denn er wußte seinen Verräter wohl; darum sprach er Ihr seid nicht alle rein. 1 Luk. 22, 15—18. Matth. 26, 29. Mark. 14, 25. 2 Joh. 13, 1—11.1 unsers Herrn und Heilandes Jesu Christi. 197 6. Ein Beispiel habe ich euch gegeben. 6. Da er nun ihre Jüße gewaschen hatte, nahm er sei⸗ ne Kleider, und Hisze sich wieder nieder, und sprach aber⸗ mal zu ihnen: Wisset ihr, was ich euch getan habe? Ihr heißet mich Meister und Herr, und saget recht dran, denn ich bin's auch. So nun Ich, euer Herr und Meister, euch ander die Füße waschen. Ein Beispiel habe i die Füße gewaschen habe, so sollt ihr auch euch unter ein⸗ euch gege⸗ ben, daß ihr tut, wie Ich euch getan habe. Wahrlich, wahr⸗ — So ihr solches wi lich, ich sage euch: Der Knecht ist nicht größer denn sein Herr, noch der Apostel größer, denn der ihn gesandt hat. set, selig seid ihr, so ihr's tut. Nicht sage ich von euch allen; ich weiß, welche ich erwählet habe. Aber es muß die Schrift erfüllet werden:„Der mein Brot isset, der tritt mich mit Füßen.“ Jetzt sage ich's euch, ehe denn es geschieht, auf daß, wenn es geschehen ist, ihr glaubet, daß Ich's bin. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer aufnimmt, so ich jemand senden werde, der nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat.“ 2. Einer unter euch wird mich verraten. 7. Da solches Jesus gesagt hatte, ward er betrübet im Geist, und zeugete und sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Einer unter ench wird mich verraten. Siehe, die Hand meines Verräters ist mit mir über Tische. Da wurden die Jünger sehr betrübt, und sahen sich unterein⸗ ander an, und ward ihnen bange, von welchem er redete, und huben an, ein jeglicher unter ihnen, und sagten zu ihm einer nach dem andern: Herr, bin ich's? und der andre: bin ich's? Er antwortete und sprach: Der mit der Hand mit mir in die Schüssel tauchte, der wird mich ver⸗ raten. Des 2u slchet. Sohn gehet zwar dahin, wie von ihm geschrieben stehet; doch weh dem Menschen, durch wel⸗ en des Menschen Sohn verraten wird! Es wäre ihm besser, daß derselbige Mensch nie geboren wäre. Es war aber einer unter seinen Jüngern, der zu Tische 1 an der Brust Jesu, welchen Jesus lieb hatte, dem winkte Simon 1 Joh. 13, 12—20. 198 Die Leidensgeschichte Petrus, daß er forschen sollte, wer es wäre, von dem er agte. Denn derselbige lag an der Brust Jesu, und er ibre zu ihm: Herr, wer ist's? Jesus antwortete: Der ist's, dem ich den Bissen eintauche und gebe. Und er tauchte den Bissen ein, und gab ihn Judas, Simons Sohn, dem Ischarioth. Und nach dem Bissen fuhr der Satan in ihn. Da sprach Jesus zu ihm: Was du tust, das tue bald. Dasselbige aber wußte niemand über dem Tische, wozu er's ihm sagete. Etliche meineten, dieweil Judas den Beu⸗ tel hatte, Jesus spräche zu ihm: Kaufe, was uns not ist auf das Jest, oder, daß er den Armen etwas gäbe. Da er nun den Bissen genommen hatte, ging er sobald hinaus. Und es war Nacht.“ 8. Einsetzung des heiligen Abendmahls. 8. Da Judas aber hinausgegangen war, spricht Jesus: Nun ist des. It 0 Sohn verkläret, und Gott ist ver⸗ kläret in ihm. Ist Gott verkläret in ihm, so wird ihn Gott auch verklären in ihm selbst, und wird ihn bald ver⸗ klären. Da nahm Jesus das Brot, dankte, und brach's, und gab's den Jüngern, und sprach: Nehmet, esset, das ist mein Leib, der für euch gegeben wird, das tut zu meinem Gedächtnis. Desselbigen gleichen auch den Kelch, nach dem Abendmahl, und sprach: Trinket alle daraus; das ist der Kelch, das neue Testament in meinem Blut, das für euch und für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden. Solches tut, so oft ihr's trinket, zu meinem Gedächtnis. Und sie tranken alle daraus.“. 9. Ein neu Gebot. 9. Jesus aber sprach: Lieben Kindlein, ich bin noch eine kleine Weile bei euch. Ihr werdet mich. da und, wie ich zu den Juden sagte: wo Ich hingehe, da könnt ihr nicht hinkommen, sage ich jetzt auch euch. Ein neu Gebot gebe ich euch, daß ihr euch untereinander liebet, wie ich euch geliebet habe, auf daß auch ihr einander lieb habet. 1 Joh. 13, 21—30. Luk.22, 21—23. Matth.26, 21—25. Mark. 14, 18—21. 2 Joh. 13, 31. 32. Matth.26, 26—29. Mark. 14, 22—25. Luk. 22, 19.20. Vergl. 1. Kor. 11, 23—25. unsers HBerrn und Heilandes Jesu Christi. 199 Dabei wird jedermann erkennen, daß ihr meine Jünger seid, so ihr Liebe untereinander habt. Spricht Simon Petrus zu ihm: Herr, wo gehest du hin? Jesus antwortete ihm: Da Ich hingehe, dannt du mir diesmal nicht folgen, aber du wirst mir hernachmals solgen. Petrus spricht zu ihm: Herr, warum kann ich dir diesmal nicht folgen? Ich will mein Leben für dich lassen. sassen antwortete ihm: Solltest du dein Leben für mich lassen? Simon, Simon, siehe, der Satanas hat euer be⸗ gehrt daß er euch möchte sichten wie den Weizen, Ich aber habe für dich gebeten, daß dein Glaube nicht aufhöre. Und wenn du dermaleins dich bekehrest, so stärke deine Brüder.“ 10. Es muß vollendet werden, das geschrieben steht. 10. Und Jesus sprach zu ihnen: So oft ich euch aus⸗ gesandt habe ohne Beutel, ohne Tasche und ohne Schuhe, habt ihr auch je Mangel gehabt? Sie sprachen: Nie kei⸗ nen. Da sprach er zu ihnen: Aber nun, wer einen Beutel hat, der nehme ihn, desselbigen gleichen auch die Tasche; wer aber nicht hat, verkaufe sein Kleid, und kaufe ein Schwert. Denn ich sage euch: Es muß noch das auch voll⸗ endet werden an mir, das geschrieben stehet:„Er ist unter die Übeltäter gerechnet.“ Denn was von mir geschrieben stehet, das hat ein Ende. Sie Der sora. aber: Herr, siehe, hie sind zwei Schwerter. Er aber sprach zu ihnen: Es ist genug.ꝰ II. Jesus in Gelhsemane. 11. Des Petrus Vermessenheit. 11. Und da sie den Lobgesang gesprochen hatten, ging Jesus hinaus nach seiner Gewohnheit über den Bach Ki⸗ dron an den Olberg. Es folgeten 9— aber seine Jünger nach an denselbigen Ort. Da sprach Jesus zu ihnen: In dieser Nacht werdet ihr euch alle ärgern an mir, denn es stehet geschrieben:„Ich werde den Hirten schlagen, und die Schafe der Herde werden sich zerstreuen.“ Wenn ich aber auferstehe, will ich vor euch hingehen nach Galiläa. Pe⸗ trus aber antwortete und sprach zu ihm: Wenn sich auch 1 Joh. 13, 33—38. Luk. 22, 31—34. 2 Luk. 22, 35—38. 200 Die Leidensgeschichte alle an dir ärgerten, so will ich doch mi nimmermehr ärgern. Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir: Heute in dieser Nacht, ehe der Hahn zweimal krähet, wirst du mich dreimal verleugnen. Petrus aber sprach zu ihm: Und wenn ich mit dir sterben müßte, so will ich dich nicht ver⸗ leugnen. Desgleichen sagten auch alle Jünger. 12. Jesu Ankunft in Gethsemane. 12. Da kam Jesus mit ihnen zu einem Hofe, der hieß Gethsemane. Da war ein Garten, darein ging Nes und seine Jünger. Judas aber, der ihn verriet, wußte den Ort auch; denn Jesus versammelte sich oft dafelbst mit seinen Jüngern. Und Jesus sprach zu seinen Jüngern: Setzet euch hie, bis daß ich dorthin gehe, und bede. Und nahm zu ich Petrus und Jakobus und Johannes, die zween Söhne des Zebedäus, und fing an zu trauern, zu zittern und zu zagen, und sprach zu ihnen: Meine Seele ist betrübt bis an den Tod; bleibet hie und wachet mit mir. Betet, auf daß ihr nicht in Anfechtung fallet. 13. Jesu Gebetskampf. 13. Und Jesus riß sich von ihnen bei einem Stein⸗ wurf, fiel nieder auf sein Angesicht auf die Erde, und be⸗ tete, daß, so es möglich wäre, die Stunde vorüberginge; und sprach: Abba, mein Vater, es ist Dir alles möglich; überhebe mich dieses Kelchs; doch nicht wie Ich will, son⸗ dern wie Du willst. Es erschien ihm aber ein Engel vom Himmel und stärkte ihn. Und er kam zu seinen Jüngern, und fand sie schlafend, und sprach zu Petrus: Simon, schläfest du? Vermochtest du nicht Eine Stunde mit mir zu wachen? Wachet, und betet, 30 ihr nicht in Anfechtung fallet. Der Geist ist willig; aber das Fleisch ist schwach. Zum andern Mal ging er wieder hin, betete und sprach: Mein Vater, ist's nicht möglich, daß dieser Kelch von mir gehe, ich trinke ihn denn, so geschehe Dein Wille. Und es kam, daß er mit dem Tode rang, und betete heftiger. Es ward aber sein Schweiß wie Blutstropfen, die fielen auf die Erde. Und er kam wieder, 1 Matth. 26, 30—35. Mark. 14, 26—31. Luk. 22, 39. Joh. 18, 1. 2 Matth. 26, 36—38. Mark. 14, 32—34. Luk. 22, 40. unsers HZerrn und Heilandes Jesu Christi. 201 und fand sie abermal Hlass un vor Traurigkeit; denn ihre Augen waren voll Schlafs, und wußten nicht, was sie ihm antworteten. Und er ließ sie, und ging abermal hin, und betete zum dritten Mal, und redete dieselbigen Worte Und er stund auf von dem Gebet, und kam zum dritten Mal zu seinen Jüngern und sprach zu ihnen: Ach, wollt ihr nun Rhie, und ruhen? Es ist genug. Siehe, die Stunde ist hie, daß des Menschen Sohn in der Sünder Hände überantwortet wird. Stehet auf, laßt uns gehen! Siehe, der mich verrät, ist nahe. 14. Jesus und die Häscher. 14. Und alsbald, da er noch redete, siehe, da kam Ju⸗ das, der Zwölfe einer, welcher hatte zu sich genommen die Schar und der Hohenpriester und Pharisäer Diener, mit Fackeln und mit Lampen, mit Schwertern und mit Stan⸗ gen. Und Judas ging vor ihnen her. Wie nun Jesus wußte alles, was ihm begegnen sollte, ging er hinaus und sprach zu ihnen: Wen suchet ihr? Sie antworteten ihm Jesum von Nazareth. Jesus spricht zu ihnen: Ich bin's Als nun Jesus zu ihnen sprach: Ich bin's, wichen sie zu⸗ rück und fielen zu Boden. Da fragte er sie abermal: Wen suchet ihr? Sie aber sprachen: Jesum von Nazareth. Je⸗ sus antwortete: Ich habe es euch gesagt, daß Ich's sei. Suchet ihr denn mich, so lasset diese gehen.(Auf daß das Wort erfüllet würde, welches er sagte: Ich habe der kei⸗ nen verloren, die du mir gegeben hast.)“ 15. Der Kuß des Judas. 15. Und der Verräter hatte ihnen ein Zeichen gegeben, und gesagt: Welchen ich küssen werde, der ist's; den grei⸗ fet, und führet ihn seht Und alsbald trat er zu Jesu und sprach: Gegrüßest seist du, Rabbi! und küßte ihn. Jesus aber sprach zu ihm: Mein Freund, warum bist du kom⸗ men? Juda, verrätest du des Menschen Sohn mit einem Kuß? Da traten 2 herzu, und legten die Hände an Je⸗ sum und griffen ihn.“ 1 Matth. 26, 39—46. Mark. 14, 35—42. Luk. 22, 41—46. 2 Joh. 18, 3—9. Matth. 26, 47. Mark. 14, 43. Luk. 22, 47. Matth. 26, 48—50. Mark. 14, 44—46. Luk. 22, 47. 48. 202 Die Leidensgeschichte 16. Petrus mit dem Schwert. 16. Da aber sahen, die um ihn waren, was da werden wollte, sprachen sie zu ihm: Herr, sollen wir mit dem Schwert drein schlagen? Und siehe, Simon Petrus hatte ein Schwert, und zog es aus, und schlug nach des Hohen⸗ priesters Knecht, und hieb ihm sein rechtes Ohr ab. Und der Knecht hieß Malchus. Jesus aber antwortete und sprach: Lasset sie doch so ferne machen. Und er rührte sein Ohr an und heilte ihn, und sprach zu Petrus: Stecke dein Schwert in die Scheide an feinen Ort. Denn wer das Schwert nimmt, der soll durchs Schwert umkommen. Oder meinst du, lt ich nicht könnte meinen Vater bitten, daß er mir zuschickte mehr denn zwölf Legionen Engel? Soll ich den Kelch nicht trinken, den mir mein Vater gegeben hat? Wie würde aber die Schrift erfüllet? Es muß also gehen.“ 2. Die Macht der Finsternis. 17. Zu der Stunde sprach Jesus zu den Scharen und zu den Hohenpriestern und Hauptleuten des Tempels und den Altesten, die über ihn kommen waren: Ihr seid aus⸗ gegangen als zu einem Mörder, mit Schwertern und mit Stangen, mich zu fahen. Bin ich doch täglich gesessen bei euch und habe gelehret im Tempel, und ihr habt keine Hand an mich gelegt; aber dies ist eure Stunde, und die Macht der Finsternis. Und das ist alles geschehen, daß er⸗ füllet würden die Schriften der Propheten. Da verließen ihn alle Jünger, und flohen. Und es war ein Jüngling, der folgete ihm nach, der war mit Lein⸗ wand bekleidet auf der bloßen Haut; und die Jünglinge griffen ihn. Er aber ließ die Leinwand fahren, und floh bloß von ihnen.“ III. Aesus vor dem hohen Ral. 18. Jesus vor dem Hohenpriester Hannas. 18. Die Schar aber und der Oberhauptmann und die Diener der Juden nahmen Jesum, und banden ihn, und führeten ihn aufs erste zu Hannas, der war Kaiphas Schwäher, welcher des Jahrs Hoherpriester war. Es war 1 Matth. 26,51—54. Mark. 14, 47. Luk. 22, 49—51. Joh. 18, 10. 11. 2 Matth. 26, 55. 56. Mark. 14, 48—52. Luk. 22, 52. 53. unsers Herrn und Heilandes Jesu Christi. 203 aber Kaiphas, der den Juden riet, es wäre gut, daß Ein Mensch würde umgebracht für das Volk. Aber der Hohepriester fragte Jesum um seine Jünger und um seine Lehre. Jesus antwortete ihm: Ich habe frei öffentlich geredet vor der Welt; ich habe allezeit gelehret in der Schule und in dem Tempel, da alle Juden zusam⸗ menkommen, und habe nichts im Verborgenen geredet. Was fragest du mich darum? Frage die darum, die gehö⸗ ret haben, was ich zu ihnen geredet habe; siehe, dieselbi⸗ gen wissen, was ich gesagt habe. Als er aber solches redete, gab der Diener einer, die dabei stunden, Jesu einen Backen⸗ streich, und sprach: Sollst du dem Hohenpriester also ant⸗ worten? Jesus antwortete: Hab ich übel geredet, so be⸗ weise es, daß es böse sei; habe ich aber recht geredet, was schlägst du mich? Und Hannas sandte ihn gebunden zu dem Hohenpriester Kaiphas, dahin zusammenkommen wa⸗ ren alle Hohenpriester, Altesten und Schriftgelehrten.“ 19. Die falschen Zeugen. 19. Die Hohenpriester aber und Altesten und der ganze stat suchten falsch Zeugnis wider Jesum, auf daß sie ihn töteten, und fanden keins. Viele gaben falsch Zeugnis wi⸗ der ihn, aber ihr Zeugnis stimmete nicht überein. Zuletzt traten herzu zween falsche Zeugen und sprachen: Wir ha⸗ ben gehöret, daß er sagte: Ich will den Tempel, der mit Händen gemacht ist, abbrechen, und in dreien Tagen einen andern bauen, der nicht mit Händen gemacht sei. Aber ihr Zeugnis stimmete noch nicht überein. Und der Hoheprie⸗ ster stund auf, trat mitten unter sie und sprach zu ihm: Antwortest du nichts zu dem, was diese wider dich zeu⸗ gen? Aber Jesus schwieg stille, und antwortete nichts.“ 20. Das Codesurteil. 20. Da fragete ihn der Hohepriester abermal, und sprach zu ihm: Ich beschwöre dich bei dem lebendigen Gott, daß du uns sagest, ob du seiest Christus, der Sohn Gottes, des Hochgelobten? Jesus sprach zu ihm: Du sagst es, Ich bin's. Doch sage ich euch: Von nun an wird's geschehen, daß ihr 1 Joh. 18, 12—14. 19—24. 2 Matth. 26, 59—63. Mark. 14, 55—61. 20⁴ Die Leidensgeschichte sehen werdet des Menschen Sohn sitzen zur Rechten der Kraft, und kommen in den Wolken des Himmels. Da zer⸗ riß der Hohepriester seine Kleider, und sprach: Er hat Gott gelästert, was bedürfen wir weiter Zeugnisses? Sie⸗ he, jetzt habt ihr seine Gotteslästerung gehört. Was dünkt euch? Sie aber verdammten ihn alle und sprachen: Er ist des Todes schuldig. 21. Jesu Verspottung. 21. Die Mörder aber, die Jesum hielten, verspotteten ihn, und etliche fingen an, ihn zu verspeien, und zu ver⸗ decken sein Angesicht, und schlugen ihn mit Fäusten. Etliche aber schlugen ihn ins Angesicht, und sprachen: Weissage uns, Christe, wer ist's, der dich schlug? Und viel andere Lästerungen sagten sie wider ihn.? 22. Die Verleugnung des Petrus. 22. Simon Petrus aber folgte Jesu nach von ferne und ein andrer Jünger. Derselbige Jünger war dem Ho⸗ henpriester bekannt, und ging mit Jesu hinein in des Ho⸗ henpriesters Palast, Petrus aber stund draußen vor der Tür. Da ging der andre Jünger, der dem Hohenpriester bekannt war, hinaus und redete mit der Türhüterin, und führte Petrus hinein. Es stunden aber die Knechte und Diener, und hatten ein Kohlenfeuer gemacht mitten im Hof, denn es war kalt, und wärmeten sich. Petrus aber setzte sich unter sie, auf daß er sähe, wo es hinaus wollte. Da kam des Hohenpriesters Mägde eine, die Türhü⸗ terin; und da sie sah Mtzr sitzen bei dem Licht, und si wärmen, schaute sie ihn an, und sprach: Und du warest auch mit dem Jesu von Galiläa. Bist du nicht auch Menschen Jünger einer? Er leugnete aber vor ihnen allen und sprach: Weib, ich bin's nicht, ich kenne ihn nicht, weiß auch nicht, was du sagest. Und über eine kleine Weile ging Petrus hinaus in den Vorhof; und der Hahn krähte. Als Petrus aber zur Tür hinausging, sah ihn eine andre und sprach zu denen, die dabei stunden: Dieser war auch mit dem Jesu von Nazareth. Und er leugnete abermal, und 1 Matth. 26, 63—66. Mark. 14, 61—64. 2 Matth. 26, 67. 68. Mark. 14, 65. Ouk. 22, 68—65. unsers Berrn und Heilandes Jesu Christi. 205 schwur dazu: Ich kenne des Men chen nicht. Und über eine Weile, bei einer Stunde, bekräftigte es ein andrer, und sprach: Wahrlich, dieser war auch mit ihm. Da traten hin⸗ zu, die da stunden, und sprachen zu Petrus: Wahrlich, du bist auch einer von denen, denn du bist ein Galiläer, und deine Sprache verrät dich. Spricht des Hohenpriesters Knechte einer, ein Gefreundter des, dem Petrus das Ohr abgehauen hatte: Sah ich dich nicht im Garten bei ihm? Da verleugnete Petrus abermal, hub an sich zu verfluchen und zu sich kun und sprach: Mensch, ich weiß nicht, was du sagest, ich kenne des Menschen nicht. Und alsbald krähte der Hahn zum andern Male. Und der Herr wandte sich und sahe Petrus an. Da gedachte Petrus an das Wort, das Jesus zu ihm sagte: Ehe der Hahn zweimal krähet, wirst du mich dreimal verleugnen. Und ging hinaus, und weinte bitterlich.“ 23. Die Morgenversammlung des hohen Rats. 23. Des Morgens aber, als es Tag ward, sammelten sich die Altesten des Volks, die Hohenpriester und Schrift⸗ gelehrten und führeten ihn fage e vor ihren Rat, und sprachen: Bist du Christus? sage es uns. Er sprach aber zu ihnen: Sage ich's euch, so glaubet ihr's nicht; frage ich aber, so antwortet ihr nicht, und lasset mich doch nicht los. Darum von nun an wird des Du prar Sohn sitzen zur rechten Hand der Kraft Gottes. Da sprachen sie alle: Bist du denn Gottes Sohn? Er sprach zu ihnen: Ihr saget's, denn ich bin's. Sie aber sprachen: Was bedürfen wir wei⸗ ter Zeugnisses? Wir haben's selbst gehöret aus seinem Munde.“ IV. Arsus vor Pilatus. 24. Des Verräters Ende. 24. Da stund der ganze Haufe auf, und banden Jesum und führeten ihn hin vor das Richthaus, und überant⸗ worteten ihn dem Landpfleger Pontius Pilatus, und es war frühe. ö Matth. 26, 58. 69—75. Mark. 14, 54. 66—72. Luk. 22, 54—62. Joh. 18, 15—18. 25—27. 2 Matth. 27, 1. Mark. 15, 1. Luk. 22, 66—71. 206 Die Leidensgeschichte Da das sah Judas, der ihn verraten hatte, daß er ver⸗ dammt war zum Tode, gereute es ihn, und brachte her⸗ wieder die dreißig Silberlinge den Hohenpriestern und den Altesten und sprach: Ich habe übel getan, daß ich unschul⸗ dig Blut verraten habe. Sie sprachen: Was gehet uns das an? Da siehe du zu. Und er warf die Silberlinge in den Tempel, hub sich davon, ging hin und erhängte sich selbst. Aber die Hohenpriester nahmen die Silberlinge und spra⸗ chen: Es taugt nicht, daß wir sie in den Gotteskasten le⸗ gen, denn es ist Blutgeld. Sie hielten aber einen Rat, und kauften den Töpfersacker darum zum Begräbnis der Pilger. Daher ist derselbige Acker genannt der Blutacker bis auf den heutigen Tag. Da ist erfüllet, das gesagt ist durch den Propheten Jeremias, da er spricht:„Sie haben genommen dreißig Silberlinge, damit bezahlet war der Verkaufte, welchen sie kauften von den Kindern Israel, und haben 10n gegeben um den Töpfersacker, als mir der Herr befohlen hat.““ 25. Vor dem Richthaus. 25. Die Juden aber gingen nicht in das Richthaus, auf daß sie nicht unrein würden, sondern Ostern essen möch⸗ ten. Da ging Pilatus zu ihnen heraus, und sprach: Was bringet ihr für Klage wider diesen Menschen? Sie ant⸗ worteten und sprachen zu ihm: Wäre dieser nicht ein Ubel⸗ täter, wir hätten ihn dir nicht überantwortet. Da sprach Pilatus zu ihnen: So nehmet ihr ihn hin, und richtet ihn nach eurem Gesetz. Da sprachen die Juden zu ihm: Wir dürfen niemand töten. Auf daß erfüllet würde das Wort Jesu, welches er sagte, da er deutete, welches Todes er sterben würde. Jesus aber stund vor dem Landpfleger. Und sie fingen an, ihn zu verklagen, und sprachen: Diesen fin⸗ den wir, daß er das Volk abwendet, und verbietet, den Schoß dem Kaiser zu geben, und spricht, Er sei Christus, 2 ein König. 26. Der Nönig der Wahrheit. 26. Da ging Pilatus wieder hinein ins Richthaus und rief Jesu, fragte ihn und sprach zu ihm: Bist du der Ju⸗ 1 Matth. 27, 1—10. Mark. 15, 1. Lnk. 23, 1. Joh. 18, 28 2 Joh. 18, 28—32. Matth. 27, 11. Luk. 23, 2. unsers Herrn und Heilandes Jesu Christi. 207 den König? Jesus antwortete: Redest du das von dir selbst oder haben's dir andere von mir gesagt? Pilatus antwortete: Bin ich ein Jude? Dein Volk und die Hohen⸗ priester—— dich mir überantwortet. Was hast du ge⸗ tan? Jesus antwortete: Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Wäre mein Reich von dieser Welt, meine Diener würden drob kämpfen, daß ich den Juden nicht überant⸗ wortet würde, aber nun ist mein Reich nicht von dannen. Da sprach Pilatus zu ihm: So bist du dennoch ein Kö⸗ nig? Jesus antwortete: Du sagst's, ich bin ein König. Ich bin dazu geboren und in die Welt kommen, daß ich für die Wahrheit zeugen soll. Wer aus der Wa rheit ist, der höret meine Stimme. Spricht Pilatus zu ihm: Was ist Wahrheit? Und da er das gesagt, ging er wieder hin- aus zu den Juden und sprach zu den Hohenpriestern und zum Volk: Ich finde keine Schuld an diesem Menschen. Und die Hohenpriester beschuldigten ihn hart. Und da er von ihnen und den Altesten verklagt ward, antwortete er nichts. Pilatus aber fragte ihn abermal und sprach zu ihm: Antwortest du nichts? Siehe, wie hart sie dich ver⸗ klagen, hörest du nicht? Und er antwortete ihm nicht auf Ein Wort, also daß sich auch der Landpfleger sehr ver⸗ wunderte.“ 22. Jesus vor Herodes. 27. Die Hohenpriester aber hielten an, und sprachen: Er hat das Volk erreget damit, daß er gelehret hat hin und her im ganzen jüdischen Lande, und hat in Galiläa angefangen bis hieher. Da aber Pilatus Galiläa hörete, fragte er, ob er aus Galiläa wäre. Und als er vernahm, daß er unter Herodes' Obrigkeit gehörte, übersandte er ihn zu Herodes, welcher in denselbigen Tagen auch zu Je⸗ rusalem war. Da aber Herodes Jesum sah, ward er sehr froh; denn er hätte ihn längst gerne gesehen; denn er hatte viel von ihm gehöret, und hoffte, er würde ein Zeichen von ihm sehen. Und er fragte ihn mancherlei; er antwortete ihm aber nichts. Die Hohenpriester aber und Schriftgelehrten 1 Joh. 18,33—38. Matth. 27,11—14. Mark. 15, 2—5. Luk. 23, 3.4. 20⁸ Die Leidensgeschichte stunden, und verklagten ihn hart. Aber Herodes mit sei⸗ nem Hofgesinde verachtete und verspottete ihn, legte ihm ein weiß Kleid an, und sandte ihn wieder zu Pilatus. Auf den Tag wurden Herodes und Pilatus Freunde mitein⸗ ander, denn zuvor waren sie einander feind. 28. Jesus oder Barabbas. 28. Pilatus aber rief die Hohenpriester und die Ober⸗ sten und das Volk zusammen und sprach zu ihnen: Ihr habt diesen Menschen zu mir gebracht, als der das Volk abwende; und siehe, ich habe ihn vor euch verhöret, und finde an dem Menschen der Sachen keine, deren ihr ihn beschuldiget; Herodes auch nicht; denn ich habe euch zu ihm gesandt, und siehe, man hat nichts auf ihn gebracht, 1921 dse Todes wert sei. Darum will ich ihn züchtigen und oslassen. Auf das Osterfest aber hatte der Landpfleger die Ge⸗ wohnheit, dem Volk Einen Gefangenen loszugeben, wel⸗ chen sie begehrten. Und das Volk ging hinauf und bat, daß er täte, wie er pflegte. Er hatte aber zu der Zeit einen Gefangenen, einen sonderlichen vor andern, der hieß Ba⸗ rabbas, welcher war um eines Aufruhrs und Mords wil⸗ len ins Gefängnis geworfen. Und da sie versammelt wa⸗ ren, sprach Pilatus zu ihnen: Ihr habt eine Gewohnheit, daß ich euch einen auf Ostern losgebe. Welchen wollt ihr, daß ich euch losgebe? Barabbas oder Jesum, von dem ge⸗ sagt wird, er sei Christus, der Juden König? Denn er wußte wohl, daß die Hohenpriester ihn aus Neid überant⸗ wortet hatten. Und da er auf dem Richtstuhl saß, schickte sein Weib zu ihm, und ließ ihm sagen: Habe du nichts zu schaffen mit diesem Gerechten, ich habe heute viel erlitten im Traum von seinetwegen. Aber die Hohenpriester und Altesten überredeten und reizten das Volk, daß sie viel lieber um Barabbas bitten sollten, und Jesum umbräch⸗ ten. Da antwortete nun der Landpfleger und sprach zu ihnen: Welchen wollt ihr unter diesen zweien, den ich euch soll losgeben? Wollt ihr, daß ich euch den König der Ju⸗ den losgebe? Da schrie der ganze Haufe und sprach: Hin⸗ 1 Mark. 15, 3—5. Matth. 27, 12—13. Luk. 23, 5—12. rant⸗ chickte hts zu litten und ch⸗ räch⸗ ch zu euch c Ju⸗ Hin⸗ unsers HZerrn und Beilandes Jesu Christi. 209 weg mit diesem, und gib uns Barabbas los! Da rief Pi⸗ latus abermals zu ihnen, und wollte Jesum loslassen, und sprach: Was soll ich denn machen mit Jesu, von dem ge⸗ sagt wird, er sei Christus? Sie riefen aber, schrieen und sprachen: Kreuzige, kreuzige ihn! Der Landpfleger aber sprach zum dritten Mal zu ihnen: Was hat er denn Ubels getan? Ich finde keine 90950 des Todes an ihm; darum will ich ihn züchtigen und loslassen. Aber sie lagen ihm an mit großem Geschrei, und schrieen noch viel mehr: Kreu⸗ zige ihn! Und ihr und der Hohenpriester Geschrei nahm * 1 überhand. 29. Die Dornenkrone. 0 29. Da nahm Pilatus Jesum, und ließ ihn geißeln. Die Kriegsknechte des Landpflegers aber führten Jesum hinein in das Richthaus, und sammelten über ihn die ganze Schar; und zogen ihn aus, und legten ihm einen Pur⸗ purmantel an; und flochten eine Dornenkrone, und setzten sie ihm auf sein Haupt, und ein Rohr in seine rechte Hand, und beugeten die Kniee vor ihm, und beteten ihn an; und fingen an, ihn zu grüßen, spotteten ihn und sprachen: Ge⸗ grüßest seist du, der Juden König! Und spieen ihn an, und cabem das Rohr, und schlugen damit sein Haupt, und ga en ihm Backenstreiche.? 30. Sehet, welch ein Mensch. 30. Da ging Pilatus wieder heraus, und sprach zu ihnen: Sehet, ich führe ihn heraus zu euch, daß ihr er⸗ kennet, daß ich keine Schuld an ihm finde. Also ging Je⸗ sus heraus, und trug eine Dornenkrone und Purpurkleid. Und er spricht zu ihnen: Sehet, welch ein Mensch! Da ihn die Hohenpriester und die Diener sahen, schrieen sie und sprachen: Kreuzige, Udeerenz Pilatus spricht zu ihnen: Nehmt ihr ihn hin, und kreuziget ihn; denn ich finde keine Schuld an ihm. Die Dem 0 antworteten ihm: Wir haben ein Gesetz, und nach dem Gesetz soll er sterben; denn er hat sich selbst zu Gottes Sohn gemacht.“ Luk. 23, 13—16. Matth. 27, 15—23. Mark. 15, 6—14. Luk. 25, 17—23. Joh. 18, 39. 40. Joh. 19, 1—3. Mark. 15, 16—19. Matth. 27, 26—30. Joh. 19, 4—7. 14 210 Die Leidensgeschichte 31. Der letzte Rettungsversuch. 31. Da Pilatus das Wort hörte, fürchtete er sich noch mehr; und ging wieder hinein in das Richthaus, und spricht zu Jesu: Von wannen bist du? Aber Jesus gab ihm keine Antwort. Da sprach Pilatus zu ihm: Redest du nicht mit mir? Weißt du nicht, daß ich Macht habe, dich zu kreuzi⸗ gen, und Macht habe, dich loszugeben? Jesus antwortete: Du hättest keine Macht über mich, wenn sie dir nicht wäre von oben herab gegeben; darum, der mich dir überant⸗ wortet hat, der hat's größere Sünde. Von dem an trachtete Pilatus, wie er ihn losließe. Die Juden aber schrieen und sprachen: Läßt du diesen los, so bist du des Kaisers Freund nicht; denn wer sich zum Könige machet, der ist wider den Kaiser. Da Pilatus das Wort hörete, Lamd. er Jesum heraus, und setzte sich auf den Richtstuhl an der Stätte, die da heißt Hochpflaster, auf Ebräisch aber Gabbatha. Und er spricht zu den Ju⸗ den: Sehet, das ist euer König! Sie schrieen aber: Weg, weg mit dem! Kreuzige ihn! Spricht Pilatus zu ihnen: Soll ich euren König kreuzigen? Die Hohenpriester ant⸗ worteten: Wir haben keinen König denn den Kaiser!* 32. Pilatus willigt in die Kreuzigung Jesu. 32. Da aber Pilatus sahe, daß er nichts schaffte, son⸗ dern daß ein viel größer Getümmel ward, gedachte er dem Volk genug zu tun, und urteilte, daß ihre Bitte geschähe, nahm Wasser, und wusch die Hände vor dem Volk, und sprach: Ich bin unschuldig an dem Blut 1 Gerechten, sehet ihr zu! Da antwortete das ganze Volk und sprach: Sein Blut komme über uns und unsere Kinder! Da gab er ihnen den los, der um Aufruhrs und Mords willen war ins Gefängnis geworfen, um welchen sie baten; aber Jesum übergab er ihrem Willen, daß er gekreuzigt würde.“ . V. Die Kreuzigung. 53. Simon von Ryrene. 33. Da nahmen die Kriegsknechte Jesum, zogen ihm den Purpurmantel aus, und zogen ihm seine eigenen Klei⸗ Joh. 19, 8—15. 2 Matth. 27, 24—26. Luk. 23, 24. 25. Joh. 19, 16. unsers Herrn und Beilandes Jesu Christi. 211 der an, nahmen ihn und führeten ihn hin, daß sie ihn kreuzigten. Und er trug sein Kreuz. Und indem sie hinausgingen, sanden sie einen Menschen, der vorüberging, mit Namen Simon von Kyrene, der vom Jelde kam(der ein Vater war des Alexander und Rufus), den ergriffen sie, und leg· ten das Kreuz auf ihn, und zwangen ihn, daß er's Jesu nachtrüge.“ 34. Weinet nicht über mich, sondern weinet über euch. 34. Es folgte ihm aber nach ein großer Haufe Volks und Weiber, die klageten und beweineten ihn. öchter aber wandte sich um zu ihnen, und sprach: Ihr Töchter von Jerusalem, weinet nicht über mich, sondern weinet über euch selbst und über eure Kinder. Denn siehe, es wird die Hef kommen, in welcher man sagen wird: Selig sind die nfruchtbaren und die Leiber, die nicht geboren haben, und die Brüste, die nicht gesäuget haben! Dann werden sie anfangen, zu sagen zu den Bergen: Fallet über uns! und zu den Hügeln: Decket uns! Denn so man das tut am grünen Holz, was will am dürren werden? Es wurden aber auch hingeführt zween andere Ubeltäter, daß sie mit ihm abgetan würden.“ 35. Das erste Wort Jesu am Ärenze. 35. Und da sie an die Stätte kamen mit Namen Gol⸗ gatha, das ist verdeutschet Schädelstätte, gaben sie ihm Myrrhe im Wein zu trinken; und da er's schmeckte, wollte er es nicht trinken. Daselbst kreuzigten sie ihn, und mit ihm zween Ubeltäter zu beiden Seiten, einen zur Rechten und einen zur Linken, Jesum aber mitten inne. Da ward die Schrift erfüllet, die da sagt:„Er ist unter die Ubel⸗ täter gerechnet.“ Und es war um die dritte Stunde, da sie ihn kreuzigten. Jesus aber sprach: Vater, vergib ihnen; denn sie wissen nicht, was sie tun. Pilatus aber schrieb eine Überschrift, was man ihm Schuld gab, die Ursache seines Todes,. sie auf das Kreuz zu seinen Häupten; und war geschrieben: Je⸗ 1 Matth. 27, 31. 32. Mark. 15, 20. 21. Luk. 23, 26. Joh. 19, 16. * Luk. 23, 27—32. 14* 212 Die Leidensgeschichte sus von Nazareth, der Juden König. Diese Uberschrift la⸗ sen viel Juden; denn die Stätte war nahe bei der Stadt, da Jesus gekreuziget ward. Und es war geschrieben in ebräischer, griechischer und lateinischer Sprache. 4 chen die Hohenpriester der Juden zu Pilatus: Schreib nicht: Der Juden König, sondern, daß er gesaget habe: Ich bin der Juden König. Pilatus antwortete: Was ich geschrieben habe, das hab ich geschrieben.“ 36. Die Verteilung der Rleider Jesu. 36. Die Kriegsknechte aber, da sie Jesum gekreuziget hatten, nahmen seine Kleider, und machten vier Teile, einem jeg aber Kriegsknechte ein Teil, dazu auch den Rock. Der Rock aber war ungenähet, von oben an gewirket durch und durch. Da sprachen sie unter einander: Lasset uns den nicht zerteilen, sondern darum losen, wes er sein soll. Auf daß erfüllet würde die Schrift, die da saget:„Sie haben meine Kleider unter sich geteilet, und haben über meinen Rock das Los geworfen.“ Solches taten die Kriegsknechte, 1205 sie saßen allda und hüteten sein, und das Volk stund und sah zu. ö 32. Das zweite Wort Jesu am UÄreuze. 37. Die aber vorübergingen, Pfut di⸗ ihn, und schüt⸗ telten ihre Köpfe, und Pprachen Pfui dich, wie fein zer⸗ brichest du den Tempel Gottes, und bauest ihn in dreien Tagen! Hilf dir nun selber; bist du Gottes Sohn, so steig herab vom Kreuz! Desgleichen auch die Hohenpriester spot⸗ teten sein unter einander, Dren den Schriftgelehrten und Altesten, und sprachen: Andern hat er 4— und kann ihm selber nicht helfen. Ist er Christus, der Auserwählte Gottes, der König in Israel, so steige er nun vom Kreuze, 94 wir sehen, und glauben. Er hat Gott vertrauet, der erlöse ihn nun, hat er Lust zu ihm; denn er hat gesagt: 80 bin Gottes Sohn. Es verspotteten ihn auch die Kriegs⸗ nechte, traten zu ihm, und Deitaten einer⸗ du Christus, so hilf dir selbst. Aber der Ubeltäter einer, die da gehenkt Matth. 27, 33. 34. 37. 38. Mark. 15, 22. 23. 25—28. Luk. 23, 33. 34. 38. Joh. 19, 18—2 2. 2 Matth. 27, 35. 36. Mark. 15, 24. Luk. 23, 34. 35. Joh. 19, 23. 24. unsers Berrn und Heilandes Jesu Christi. 213 waren, lästerte ihn und sprach: Bist du Christus, so hilf dir selbst und uns. Da antwortete der andre, strafte ihn, und sprach: Und du fürchtest dich auch nicht vor Gott, der du 14 8 in gleicher Verdammnis bist? Und zwar wir sind billig drinnen, denn wir empfahen, was unsre Taten wert sind; dieser aber hat nichts Ungeschicktes getan. Und Reich zu Jesu: Herr, gedenke an mich, wenn du in dein Reich kommest. Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir: heute wirst du mit mir im Paradies sein.“ 38. Das dritte Wort Jesu am Äreuze. 38. Es stund aber bei dem Kreuze Jesu seine Mutter und seiner Mutter Schwester, Maria, Kleophas Weib, und Maria Magdalena. Da nun Jesus seine Mutter sah, und den Jünger dabei stehen, den er lieb hatte, spricht er zu seiner Mutter: Weib, siehe, das ist dein Hohn! Dar⸗ nach spricht er zu dem Jünger: Siehe, das ist deine Mutter! Und von der Stunde an nahm sie der Jünger u sich. sich 59. Das vierte Wort Jesu am Ureuze. 39. Und von der sechsten Stunde an ward eine Fin⸗ sternis über das ganze Land bis zu der neunten Stunde, und die Sonne verlor ihren Schein. Und um die neunte Stun⸗ de Iarie und rief 9——— laut und sprach: Eli, Eli, lama asabthani, d. i. verdolmetscht; Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Und etliche, die da⸗ bei stunden, da sie das höreten, sprachen sie: Siehe, er ruft dem Elias.“ 30. Die drei letzten Worte Jesu am Ureuze. 40. Darnach, da Jesus wußte, daß schon alles voll⸗ bracht war, daß die Schrift erfüllet würde, spricht er: Mich dürstet. Da stund ein Gefäß voll Essigs; und bald lief einer unter ihnen, nahm einen Schwamm, und füllte ihn mit Essig, und steckte ihn auf ein Rohr, und hielt es ihm dar zum Munde, und tränkte ihn. Die andern aber sprachen: Halt, laß sehen, ob Elias komme, und ihm helfe. 1 Matth. 27, 39—44. Mark. 15, 29—32. Luk. 23, 35—43. 2 Joh. 19, 25—27. Matth. 27, 45—47. Mark. 15, 33-35. Luk. 23, 44. 21⁴ Die Leidensgeschichte Da nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht! Und Jesusschrie abermal laut, und sprach: Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände! Und als er das gesagt, neigte er das Haupt, und verschied 41. Die Seichen nach dem Code Jesu. 41. Und siehe da, der Vorhang im Tempel zerriß in zwei Stücke, von oben an bis unten aus. Und die Erde erbebete, und die Jelsen zerrissen, und die Gräber taten sich auf, und stunden auf viele Leiber der Heiligen, die da schliefen, und gingen aus den Gräbern nach seiner Aufer⸗ stehung, und kamen in die heilige Stadt, und erschienen vielen. Aber der Hauptmann und die bei ihm waren und bewahreten Jesum, da sie sahen das Erdbeben, und was da geschah, und daß er mit solchem Geschrei verschied, er⸗ schraken 0, sehr, und der Hauptmann pries Gott und sprach: Wahrlich, dieser ist ein frommer Mensch und Gottes Sohn gewesen! Und alles Volk, das dabei war und zusah, da sie sahen, was da geschah, schlugen sie an ihre Brust und wandten wieder um. Es stunden aber alle seine Bekann⸗ ten von ferne, und die Weiber, die ihm aus Galiläa wa⸗ ren nachgefolget, und hatten ihm gedienet, da er in Gali⸗ läa war, und sahen das alles, unker welchen war Maria Magdalena und Maria, die Mutter des Jakobus und Jo⸗ ses, und Salome, die Mutter der Kinder des ebedäus, und viel andere, die mit ihm hinauf gen Jerusalem ge⸗ gangen waren.? VI. Das Begräbnis. 42. Die Grablegung. 42. Die Euat aber, dieweil es der Rüsttag war, daß nicht die Leichname am Kreuze blieben den Sabbath über (denn desselbigen Sabbaths Tag war groß), baten sie Pi⸗ latus, daß ihre Beine gebrochen und sie abgenommen wür⸗ den. Da kamen die Kriegsknechte, und brachen dem ersten die Beine, und dem andern, der mit ihm gekreuziget war. Als sie aber zu Jesu kamen, da sie sahen, daß er schon ge⸗ 1 Matth 2 Matth. 27, 51—56. Mark. 15, 38—41. Luk. 23, 47—49. 27, 48-50. Mark. 15, 36. 37. Luk. 23, 46. Joh. 19, 28—30. unsers Berrn und Heilandes Jesu Christi. 215 storben war, brachen sie ihm die Beine nicht, sondern der Kriegsknechte einer öffnete seine Seite mit einem Speer, und alsbald ging Blut und Wasser heraus. Und der das gesehen hat, der hat es bezeuget, und sein Zeugnis ist wahr; und derselbige weiß, daß er die Wahrheit saget, auf daß auch ihr glaubet. Denn solches ist geschehen, daß die Schrift erfüllet würde:„Ihr sollt ihm kein Bein zerbre⸗ chen.“ Und abermal spricht eine andre Schrift:„Sie wer⸗ den sehen, in welchen be gestochen haben.“ Darnach am Abend kam ein reicher Mann von Ari⸗ mathia, der Stadt der Juden, mit Namen Joseph, ein ehrbarer Ratsherr, ein guter, frommer Mann, der hatte nicht gewilligt in ihren Rat und Handel, welcher auch auf das Reich Gottes wartete; denn er war ein Jünger Jesu, doch heimlich aus Furcht vor den Juden. Der wagte es, und ging hinein zu Pilatus, und bat, daß er möchte ab⸗ nehmen den Leichnam Jesu. Pilatus aber verwunderte ich, daß er schon tot war, und rief dem Hauptmann, und Rhte ihn, ob er schon lange gestorben wäre. Und als er's erkundet von dem Hauptmann, erlaubte er es und befahl, man sollte den Leichnam dem Joseph geben. Und Joseph kaufte eine Leinwand. Es kam aber auch Nikodemus, der vormals bei der Nacht zu Jesu kommen war, und brachte Myrrhe und Aloe unter einander bei hundert Pfunden. Da nahmen sie den Leichnam Jesu, und wickelten ihn in die reine Leinwand, und banden ihn in leinene Tücher mit den Spezereien, wie die Juden pflegen zu begraben. Es war aber an der Stätte, da er gekreuziget ward, ein Garten, und im Garten ein neu Grab, welches Joseph hatte lassen in einen Fels hauen, darinnen niemand je ge⸗ legt war. Daselbst hin legten sie n um des Rüsttages willen der Juden, dieweil das Grab nahe war, und wälz⸗ ten einen großen Stein vor die Tür des Grabes, und gingen davon. Und der Sabbath brach an. Es waren aber allda Maria Magdalena und Maria, des Joses Mut⸗ ter, die setzten sic gegen das Grab, und die andern Wei⸗ ber, die mit ihm kommen waren aus Galiläa, die beschaue⸗ 1 Joh. 19, 31—37. 216 Beschreibung der Zerstörung ten das Grab und wie sein Leib gelegt ward. Sie kehre⸗ ten aber um, und bereiteten Spezerei und Salben. Und den Sabbath über waren sie stille nach dem Gesetz. Des andern Tages, der da folget nach dem Rüsttage, kamen die Hohenpriester und die Pharisäer sämtlich zu Pilatus, und sprachen: Herr, wir haben gedacht, daß dieser Ver⸗ führer sprach, da er noch lebte: Ich will nach dreien Ta⸗ gen auferstehen. Darum befiehl, daß man das Grab ver⸗ wahre bis an den dritten Tag, auf daß nicht seine Jün⸗ ger kommen, und stehlen ihn, und sagen zum Volk: Er ist auferstanden von den Toten; und werde der letzte Betrug ärger denn der—*— Pilatus sprach zu ihnen: Da habt ihr die Hüter; gehet hin, und verwahret, wie ihr wisset. Sie gingen hin, und verwahreten das Grab mit Hütern, und versiegelten den Stein.“ S Beschreibung der Zerstörung der Stadt Jerusalem. Als das vormals von Gott so hoch begnadigte Volt der Juden das Maß seiner Sünden durch die Verwerfung des Sohnes Gottes erfüllt hatte, ward es von den Stras⸗ gerichten Gottes getroffen, die durch Mosen und die Pro⸗ pheten und von dem Sohne Gottes selber ihm zuvor an⸗ gedroht waren. Das Werkzeug hierbei in Gottes Hand waren die Römer, ein Volk von fern her, des Sprache sie nicht kannten, das wie ein Adler flog, ein freches Volk, das nicht ansah die Person der Alten, noch schonte der Jünglinge; wie denn schon Moses bezeugt hatte, daß ein solches Volk über sie kommen würde, wenn sie der Stimme ihres Gottes nicht gehorchten(5. Moses 26, 49). Das Strafgericht selber ward aber also vollzogen. Nachdem die Juden Jesum Christum verworfen und ge⸗ kreuzigt hatten, wurden sie hingegeben in verkehrten Sinn, zu tun, was nicht taugt. Sie übertraten immer augenfäl⸗ 1 Matth. 27, 57—66. Mark. 15, 42—47. Luk. 23, 50—56. Joh. 15, 55—4.. der Stadt Jerusalem. 217 liger die heiligen Gebote Gottes und setzten ihre ganze Religion nur in eine abergläubische Beobachtung äußer⸗ licher Gebräuche. Die Ungerechtigkeit nahm zu, und die Liebe erkaltete. Vornehme und Geringe überließen sich mit frechem Leichtsinn allen Lastern. Uppigkeit, Unordnungen und Spaltungen zeigten sich allenthalben. Jerusalem und das ganze Land ward mit Räubern und Mördern ange⸗ füllt. Der Greuel der Verwüstung stand an heiliger Stät⸗ te. Die römischen Landpfleger steuerten solchen Unordnun⸗ gen nicht nur nicht, sondern förderten sie wohl gar, um dann bei dem nachherigen Einschreiten desto größere Er⸗ pressungen und Gewalttätigkeiten sich erlauben zu können. So nahm z. B. der Landpfleger Gessius Florus einmal bei Unterdrückung eines Aufstandes einen Teil des Tem⸗ pelschatzes für sich weg, ließ 3000 Juden in Jerusalem niederhauen und viele Vornehme geißeln und kreuzigen. Solch Verfahren erbitterte dann wieder die Juden und reizte 92 um so mehr, das ohnehin verhaßte Joch der Rö⸗ mer abzuwerfen, so daß Rotten und Aufruhr nichts Sel⸗ tenes waren. Als nun gar die 4— über Cestius, den Landpfleger von Syrien, der auch einmal zur Unterdrük⸗ kung eines solchen Aufruhrs herbeigekommen war, einen kleinen Sieg davongetragen hatten und überdies gerade damals die Ankunft eines weltlichen Messias recht zuver⸗ sichtlich erwarteten, brach der Aufstand im ganzen Lande aus, und ward der Krieg gegen die Römer beschlossen. Die Mauern Jerusalems wurden ausgebessert und befestigt, der Feldherr Josephus mit einem Heere von 100 000 Mann nach Galiläa geschickt, um dort den Römern entgegen zu treten, wenn sie von Syrien aus ins Land kommen wür⸗ den; und alles übte sich in den Waffen. Die Christen in Jerusalem jedoch, eingedenk der Weisung und des Befehls des Herrn, sahen das Gericht Gottes herannahen und flo⸗ hen über die Berge nach Pella am jenseitigen Ufer des Jordans. Die Römer ließen nicht lange auf sich warten, und die Adler sammelten sich. Der römische Feldherr Vespasian drang mit einem mächtigen Heere in Galiläa ein und un⸗ terwarf eine Stadt nach der andern. Josephus, der sich im 218 Beschreibung der Zerstörung offenen Felde nicht halten konnte, warf sich in die starke Festung Jotapata bei Tiberias und widerstand dort? Wo⸗ chen lang dem Feinde. Da erstiegen aber in einer nebe⸗ lichten Nacht die römischen Soldaten die Mauern, und alles, was Waffen trug, ward niedergemetzelt. Josephus selber entkam und flüchtete mit 29 Juden in die trockenen Wasserleitungen der Stadt, wo einige mitleidige Frauen ihn und seine Begleiter insgeheim ernährten. Er ward je⸗ doch auch hier von den Römern entdeckt; seine 29 Beglei⸗ ter töteten sich gegenseitig, um nicht den Heiden in die Hände zu fallen; Josephus selber aber ließ sich gefangen⸗ nehmen und ward von Vespasian dahin begnadigt, daß er als Gefangener in seinem Zelte bleiben mußte. Und das geschah gewiß nicht 105 göttliche Zulassung; denn Gott wollte einen Zeugen haben, der die Erfüllung seiner Ge⸗ richte aller Welt verkündigen könnte; und Jale hus war nicht nur ein Feldherr, sondern auch ein gelehrter Ge⸗ schichtsschreiber und hat dann auch die Geschichte dieses Krieges und der Zerstörung Jerusalems als Augenzeuge beschrieben. Vespasian drang nun weiter siegreich in Ju⸗ däa ein und war schon in die Nähe von Jerusalem gekom⸗ men, als er in Rom zum Kaiser ausgerufen ward. Er eilte deshalb nach Rom und überließ die weitere Führung des Krieges seinem Sohne Titus, der um Jerusalem eine Wa⸗ vor genburg schlug. wol In Jerusalem selber wimmelte es von allerlei Volk; jab denn viel tausend Juden waren dorthin geeilt, teils um 9ö die Stadt zu schützen, teils um hinter ihren starken Mau⸗ Ver ern Schutz zu chen. Es herrschte aber in der Stadt die mit größte Zwietracht. Drei Parteien insonderheit standen sich Sp einander gegenüber: 1) die Partei Simons, eines vormali⸗ S en Räuberhauptmanns, der die Außenwerke der Stadt in innehatte; 2) die Zeloten, d. h. Eiferer, die unter dem lag Vorwande des Eifers für den Glauben und die Freiheit sche die größten Grausamkeiten verübten, und die unter An⸗ neh führung des Johannes von Giscala die mittlere Stadt gel besetzt hielten, und 3) die Partei Eleasars, der, von 20000 zu Idumäern unterstützt, des Tempels sich bemächtigt hatte. hei Diese drei Parteien bekämpften sich gegenseitigmit Schwert, un XIIII der Stadt Jerusalem. 219 Feuer und Dolch. Der Hohepriester Ananias, den Jo⸗ sephus als den besten Mann seiner Zeit schildert, und der Eintracht herzustellen suchte, ward nebst 12000 angesehe⸗ nen Einwohnern umgebracht. Johannes von Giscala drang mit seinen Bewaffneten in den Tempel ein, den Eleasar geöffnet hatte, um das Volk zum Opfer zuzulassen, be⸗ mächtigte sich des Tempels und richtete ein entsetzliches Blutbad an, worin Tausende umkamen, wie jene Gali⸗ läer, deren Blut Pilatus samt ihrem Opfer vermischt hatte. Tag und Nacht hörte man nichts als das 664 rei der Kämpfenden und den Jammer der Trauernden. Die Töch⸗ ter Jerusalems weinten über sich selbst und über ihre Kinder. Inzwischen hatte nun auch Titus die Stadt von außen belagert und an allen Orten geängstet. Am 15. Tage stie⸗ en die Römer mit ihren Sturmböcken, die ein Rabbiner jener Zeit das Schwert des Würgengels nennt, die äußerste Mauer ein; und 9 Tage vachher ward auch die innere Mauer erobert. Die Römer drangen in den zunächst ge⸗ legenen Teil der Stadt, und Ströme Bluts flossen in den engen Gassen. Darauf richtete Titus seinen Angriff gegen den Tempel und die Burg Antonia. Um den Tempel zu erhalten und das Aedenandiet zu vermeiden, ließ er zu⸗ vor den Juden Frieden anbieten, wenn sie sich ergeben wollten. Allein die Juden wollten nichts von einer ÜAber⸗ jabe wissen. Und doch war die Not in der Stadt aufs höchste gestiegen. Eine furchtbare Hungersnot peinigte die Verteidiger. Bewaffnete drangen in alle Häuser, Lebens⸗ mittel aufzusuchen. Eltern und Kinder rissen einander die Speise vor dem Munde weg. Man aß das Leder der Schuhsohlen und die Riemen an den Schilden. Man suchte in den Düngerhaufen nach Knochen. Leichen Verhungerter lagen in den Straßen und verpesteten die Luft. Ja, es ge⸗ schah, was Moses auch zuvor verkündigt hatte: Eine vor⸗ nehme Frau,„ein Weib, das zuvor zärtlich und in Lüsten gelebt, daß sie nicht hat versucht, 1— Füße auf die Erde zu setzen vor Zärtlichkeit und Wohllust, hat ihr eigen Kind heimlich geschlachtet und gegessen in dem Mangel, Angst und Not, womit die Stadt von den Feinden gedrängt 220 Beschreibung der Zerstörung ward.“ Als dies Titus hörte, hob er seine Hände gen Him⸗ mel und rief Gott zum Zeugen an, daß er unschuldig an Enbe. Greueln sei, da er wiederholt Frieden angeboten habe. Viele Juden in Jerusalem suchten dem Elend da⸗ durch zu entgehen, daß sie des Nachts heimlich aus der Stadt flohen. Allein sie wurden von den Römern ergrif⸗ fen und fanden keine Gnade bei ihnen. Als sich einst das Gerücht verbreitete, die geflüchteten Juden hätten Gold verschluckt, schnitten die römischen Soldaten in einer Nacht 2000 gefangenen Juden die Bäuche auf, um Gold in ihren Eingeweiden zu suchen. Die meisten der Geflüchteten aber wurden von den Römern gekreuzigt, das Angesicht gegen die Tempelmauern gerichtet, so daß nach kurzer Zeit die Juden von der Zinne ihres Tempels Tausende ihrer Brü⸗ der am Kreuze mußten hangen sehen. Das Blut des auf Golgatha von ihnen Gekreuzigten kam über sie und über ihre Kinder. Titus hatte unterdes die Belagerung fortgesetzt und auch die Burg Antonia erobert, so daß nur noch der Tem⸗ el mit seinen Nebengebäuden und einigen Mauertürmen in der Gewalt der Juden war. Um Tempel und Menschen zu schonen, ließ Titus den Juden nochmals Frieden an⸗ bieten und ihnen namentlich vorstellen, wie ihr Heiligtum u Grunde Hepun würde, wenn der Kampf fortgesetzt wer⸗ e. Allein abermals vergebens!„Nun so sei es denn!“ rief Titus.„Wir wollen den Kampf fortsetzen; aber den Tem⸗ pel will ich auch gegen euren Willen erhalten.“ Doch er konnte mit aller sever Macht nicht das Haus erhalten, von dem der Herr gesagt hat, daß an ihm kein Stein auf dem andern bleiben sollte.— Die Römer berannten von neuem die Mauern und eroberten bald die beiden nördli⸗ chen Vorhallen des Tempels, die eine Beute der Flammen wurden. Nach sechs Tagen unaufhörlichen Stürmens wur⸗ den endlich die östlichen Vorhallen erobert und niederge⸗ brannt. Darauf ging es an den Tempel selbst. Titus hatte verboten, Feuer an das Gebäude zu legen; ein Soldat stieg aber dennoch, als der Kampf am Remen war, einem andern auf die Schultern und warf einen Feuerbrand durch das goldene Fenster in den Tempel. Er zündete; die der Stadt Jerusalem. 221 Flammen griffen um sich, und in kurzer Zeit brannte der Tempel lichterloh, daß an ein Ann nicht zu denken war. Da stieg die Wut und Verzweif ung der Juden aufs höchste. Der ganze Tempelberg ward ein Leichenhaufen. * wenigen Stunden lag der Tempel in Asche. 6000 Wei⸗ er und Kinder, die ein falscher Prophet auf die flachen Dächer des Tempels, als auf eine sichere Burg, geführt hatte, kamen in den Flammen um. Und das geschah am 10. August des. daß 70 nach Christi Geburt. Da Titus sah, daß der Tempel,„das Prachtstück des römischen Reichs“, wie er ihn nannte, zerstört war, gab er Befehl, nun auch die ganze Stadt niederzubrennen und dem Erdboden gleich zu machen. Nur drei Mauertürme sollten stehen bleiben, aus denen die Juden zuletzt selbst geflohen waren, und die so waren, daß Titus, als er sie besichtigte, ausrief:„Gott selbst hat die Juden aus die⸗ sen Bollwerken getrieben, denn was hätten wir mit unsern Werkzeugen gegen solche Türme ausrichten können!“ Der Befehl des Titus ward so pünktlich vollzogen, daß man, wie Wedien berichtet, bald nicht mehr glauben konnte es habe hier je eine Stadt gestanden. Ferusatem ward zer⸗ treten von den Heiden und geschleift, und ward kein Stein auf dem andern gelassen. Mehr als eine Million und 300 000 Juden sind in diesem Kriege getötet; 97000 sind gefangen und von diesen die einen gekreuzigt, die andern den wilden Tieren vorgeworfen, und die jungen Kinder als Sklaven verkauft. Von der Zeit an ist Israel ohne König, ohne Fürsten, ohne Opfer, ohne Altar, ohne Priester und ohne Heilig⸗ tum geblieben(Hos. 3, 4). Und der Herr hat das Vollk zerstreut unter alle Reiche auf Erden(5. Mos. 28, 25). Und hat sie unter allen Heiden sichten lassen, gleichwie man mit einem Siebe sichtet(Amos 9, 9). Und hat sie zu einem Sprichwort und Spott gemacht unter allen Völ⸗ kern(5. Mos. 28, 37). Und hat ihnen ein bebendes Herz gegeben und verschmachtete Augen und eine verdorrete Seele, daß sie unter den Völkern kein bleibendes Wesen haben und ihre Fußsohlen keine Ruhe finden(5. Mos. 28, 65). Ihre Plagen sind wunderlich, groß und langwierig 222 Beschreibung der Zerstörung der Stadt Jerusalem. gewesen(5. Mos. 28, 59). Ihr Haus ist ihnen wüste ge⸗ worden. Und das alles ist über sie gekommen darum, daß sie den Ratschluß Gottes von ihrer Seligkeit verachtet und, statt sich von dem verheißenen Heiland Jesu Christo sammeln zu lassen unter seine Flügel, ihn, den Sohn Got⸗ tes, verworfen und gekreuzigt haben. Und ihr Haus wird ihnen wüste gelassen werden, bis sie sprechen: Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn(Matth. 23, 39). Der du dieses liesest, siehe dich wohl vor, daß du nicht auch den Sohn Gottes verachtest und mit Sünden kreu. zigst. Schaue die Güte und den Ernst Gottes! Den Ernst an denen, die gefallen sind; die Güte aber an dir, sofern du an der Güte bleibest, sonst wirst du auch abgehauen werden(Röm. 11, 22). Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerst. Freitag Sonnabd. Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerst. Freitag Sonnabd. Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerst. Freitag Sonnabd. Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerst. Freitag Sonnabd. 25. Dez. Bibellesetafel.v 1. Advenk. Morgens. Abends. Ev: Matth.21, 1—9. Ep: Römer 13,11—14. 1. Mose 3, 8—15. 1. Mose 12, 1—3. 49, 8—12. 4. 24,15—17. 5. 18,15—19.2. Samuel. 7, 8—16. Jesaja 7,10—14. Jesaja 9, 2—7. 11, 1—10. 12, 1—6. 25, 6—-9. Psalm 24. 2. Advenk. Ev: Lukas 21,25—36.] Ep: Römer 15, 4—13. Jesaja 35, 1—10. Jesaja 40, 1—11. 42, 1—9. 49, 5—13. 51, 4—-11.f„ 52, 7—10. „ 54, 7—13..„ 55, 1—7. 57,14— 21.W„ 61, 1—3. 2 6—12. Psalm 96. Advent. Ev: Matth. 11, 2—10. Ep: 1. Kor. 4, 1—5. Jeremia 23, 1—6. Lukas 1, 5—25. „ 31,31—34. 1, 26-38. 33, 14 26..„ 1,39—56. Hesekiel 34, 11— 16.. 1,57—80. 34,23—31. Matthäus 1,18—25. 4. Advenkt. Ev: Joh. 1,19—28.] Ep: Philipp. 4, 4—7. Daniel 7,13—18. Daniel 9,22—27. Hosea 2,14—23.] Hosea 14, 2—10. Joel 3, 1—5. Amos 9,11—15. Micha 4, 1—5. Micha 5, 1—3. Zephanja 3, 14 20. Haggai 2, 1—10. — 9, 8-10.] Psal*m 113. 1. Weihnachtskag. [Ev: Lukas 2, 1——14.] Ep: Titus 2,11—14. *) Herausgegeben von der Preußischen Haupt⸗Bibelgesellschaft. 2²2⁴ 31. Dez. Bibellesetafel. 2. Weihnachtstag. Miorgens. Abends. Ev: Lukas 1.1191.8 Titus 3, 4—7. Johannes 1, 1—-18.1. Johannis 3, 1—8. Epheser 1, 3—6. Psalm Kolosser 9, 9—17.„ 45, 1—8. Ebräer 1, 1—4. 90. Bynnkag nach Weihnachlen. [Ev: Lukas 2,33—40.] Ep: Galater 4, 1—7. Aahresschluß. Ebräer 6,11—20.] Psalm 103. Neujahr. 1. e Ev: Lukas 2,21. Matthäus 3„ 1—12. Johannes 1. 29—34. Johannes 1, 35—51. 2,13—25.• 3,22— 36. 4, 114.* 4. 15—-26. Epiphanias. Ep: Galater 3, 23—29. Matthäus„ 13—17. 6. JanuarsEv: Matth. 2, 1—12. Ep: Jesaja 60, 1—6. 7. Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerst. Freitag Sonnabd. Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerst. Freitag Sonnabd. Johannes 4, 27—42. Psalm 126. Bonnkag nach Neujahr. Ev: Matth. 2, 13—23. Pfsalm 8. 27. 46. 112. 85. 111. Ev: Lukas 2,41—52. Lukas 4, 14—30. 4,31—44. Matthäus 5,27—48. 1 7, 1—14. * 8,28-34. 9,27—38. Pfaĩm 19. 80. 40. 32. 5. 3. VVV 1. Epiphanias. Ep: Römer 12, 1—6. Ep: 1. Petri 4,12—19. Matthäus 4, 12—25. • 5, 1—19. * 6, 1—18. * 7,15—29. * 9, 9—17. Psalm 29. 19. Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerst. Freitag Sonnabd. Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerst. Freitag Sonnabd. Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerst. Freitag Sonnabd. Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerst. Freitag Sonnabd. Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerst. Freitag Sonnabd. Bibellesetafel. 22⁵ 2. Epiphanias. Morgens. Abe nds. Ev: Joh. 2, 1—11. Ep: Römer 12, 7—16. Matthäus 10, 1—15. Lukas 7, 36—50. 13,31—35.„ 9, 57—62. 13,44—52.„ 10,38— 42. 13, 53—-58..„ 11,37—54. Johannes 5, 116.] Johannes 5, 17—30. ** 47.] Psalm 38. 8. Epipnanige. Ev: Matth. 8,—13. Ep: Römer 12,17—21. Jesaja 1, 118. Psalm 78.9—— 2, 1—19.P„ 84. 5, 1—7. 86. „ 6, 1—13.„ 87. 26, 1—12.¶„ 89, 1—19 4.6 13—21.U 18, 1—-20 Epiphanias. Ev: Matth. 8, 23—27. Ep: Römer 13, 8—10. Jesaja 41, 114. Psalm 68, 1—12. 43, 1—13.„ 100. 44, 1—8. 123. * 45, 1—11.„ 124. — 45,12—25. 125. 2 9.6 Piphani— 12. iphanias. Ev: Matth. 13 24—30. Ep: Kolosser 3,12—17. Jesaja 58, 7—14. Jesaja 63, 7—16. 64,61 12„ 65,17—25. 66,13—24. Hesekiel 31, 1—19. Hesekiel 36,22—28. Jona 1. Jona 2. 3. 6.6 Psalm 116. Epiphanias. Ev: Matth⸗ 17, 1—9. Sprichwört. 8, 1—21. Prediger 2, 1—11. Psalm 119, 25—48. » 119, 73—96. „ 119,121—144. » 119,161—176. Ep: 2. Petri 1,16—21. Sprichwört. 9, 1—18. Psalm 119, 1—24. 119, 49.—72. „ I19, 97—120. „119,145—160. * 14. 2 15 226 Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerst. Freitag Sonnabd. Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerst. Freitag Sonnabd. Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerst. Freitag Sonnabd. Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerst. Freitag Sonnabd. Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerst. Freitag Sonnabd. Bibellesetafel. Bepluagesimä. Morgens. Abends. Ev: Matth.20, 1—16. Ep: 1. Kor. 9,2410,5. Markus 6, 7—13.] Matthäus 14, 1—12. Matthäus 14,22—33. Johannes 6,22—34. Johannes 6,35—51. 6,52-60. 6,61—71. Matthäus 15, 1—20. Matthäus 16, 1—12. „S7½½/½½142 Sexagesimä. —15. Matthäus 18, 1—11. Ev: Lukas 8, 4 Johannes 7, 1—10. 7,11—24. — 7,37—53. 8,12—20. 8,31—45. Estomihi. Ev: Lukas 18,31—4 Johannes 9, 1—9. Johannes 9,10—23. 9,24—41. 10, 1—11. Matthäus 10,24— 42.] Lukas 10,21—24. Lukas 11, 1—13. Matthäus 11,16—24. 11,37—54. Lukas 12, 1—12. 12,13—31. Pfam 91. Anvoravit. Ev: Matth. 4, 1—11.] Ep: 2. Kor. 6, 1—10. Lukas 12,32 40. Lukas 12,41—48. 12,49—59..„ 13,10—17. 13,22—35. 14,25—35. * 15,11—24.. 15,25—32. * 17, 1—10.» 17,20—37. 18, 1—8. Psalm 13. Reminisrere Ev: Matth. 15,21—-28. Johannes 10,22—42. 11, 1—16. Matthäus 20,17—28. Lukas 19, 1—10. Johannes 11,17—31. Psalm 138. [Ep: 1.Kor. 13, 1—13. Ep: 1.Thess. 4, 1—7. Markus 2 911„A. 3316, 13—28. Ep: 2.Kor.11, 19—12,9. Matthäus 18,12—22. Lukas 9,51—56. Johannes 7,25—36. 8, 1—11. 8,21—30. Psalm 141. 10, 1—16. Matthäus 19,16—30. 20,29—34. Lukas 19,11—28. Johannes 11,32—46. Psalm 121. Son Mon Dien Mitt Don Frei Son Son Mon Dien Mitt Don Frei Son Sonn Mon Dien Mitt: Donn Freit Sonn Sonꝛ Mon Dien Mitt Don Frei Son Son 0,5. 12. 34. 60. 20. 28. 2,9. 22. 56. 36. 1. 30. 3. 23. 1. 24. 24. 12. 10. 48. 17. 35. 32. 37. 7. 16. 30. 34. 28. 46. Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerst. Freitag Sonnabd. Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerst. Freitag Sonnabd. Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerst. Freitag Sonnabd. Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerst.] Ev: Joh. Freitag Bibellesetafel. 227 Druli. Morgens. Ev: Lukas 11,14- 28. Lukas 19,29—40. Markus 11,11—19. Johannes 12,34-50. Matthäus 21,33—46. 23, 1—12. 23,29—39. Täkare. Ev: Joh. 6, 1—15. Markus 12,41—44. Matthäus 24, 29-36. 26, 1—5. Lukas 22, 7—13. 22, 24—-38. Johannes 13,31—38. Audira. Ev: Joh. 8, 46—59. Johannes 14, 1—21. 15,16—25. Matthäus 26,30—46. • 26,57— 75. Lukas 23, 1—7. Matthäus 27, 11—23. Halmarum. Ev: Matth.21, 1—9. Matthäus 27,24—31. Lukas 23,33—38. Johannes 19, 19— 29. Abends. Ep: Ephes. 5, 1—9. Matthäus 21,12—17. Johannes 12,20—33. Matthäus 21,23—33. 22, 23—33. „ 23,13—28. Psalm 145. Ep: Galater 4,21—31. Matthäus 24, 1—14. 25,14—30. Lukas 22, 1—6. Matthäus 26,20—29. Johannes 13,12- 30. Psalm 26. Ep: Ebräer 9,11—15. Johannes 15, 1—15. 17, 1—26. Matthäus 26,47—56. 27, 1—10. Lukas 23, 8—12. Psalm 69, 1—21. Ep: Philipp. 2, 5—11. Lukas 23,26—32. 23,39— 43. Psalm 22. Am grünen Donnerstage. 13, 1—15. Ep: 1.Kor. 11,23—32. Am Karfreitage. Ev: Matth. 27, 45—54. Ep: Jes. 52, 13—53,12. Sonnabd. Matthäus 27,55—66. Psalm 16. 1. Dstextag. Sonntag Ev: Mark. 16, 1—8. Ep: I. Kor. 5, 6—8. 15* 2²⁸ Montag Dienstag Mittwoch Donnerst. Freitag Sonnabd. Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerst. Freitag Sonnabd. Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerst. Freitag Sonnabd. Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerst. Freitag Sonnabd. Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerst. Freitag Sonnabd. Bibellesetafel. 2. Oftertag. Morgens. Ev: Lukas 24, 13—35. Lukas 24,36—47. Johannes 20, 1—10. 21, 1—14. * 21,20—25. Matthäus 28, 16—20. Lukas 24,48—- 53.] Pfalm 133. Aualimodpgensti. Ev: Joh. 20, 19—31. Ep: 1. Joh. 5, 4—10. Apostelg. 1,12—26. Hiob 19, 23—27. 2,14—28. Pfalm 48. —.— 2.29—47.* 72. — 3, 1—11.. 93. — 3,12—20.— 95. * 4, 1—18.]„ 23. Abends. Ep: Ap.⸗G. 10,34—41. 13, 26—33. Johannes 20, 11—18. 21,15—19. Apostelg. Misericordias Domini. Ev: Joh. 10,12—1 Apostelg. 4, 19—31. 4,32—5,1I1. 5,12—5 — 5,25— 42. — 6, 1—15. — 7,44—59. Aubilate. 16,16—23. 8, 1—25. 8,26—40. 9, 1—22. 9,23—31. 9,32—43. 10,17—33. Cankate. 16, 5—15. 11, 1—18. 12, 1—25. 13,44—52. 14,19— 28. 16, 9—24. 17, 1-15. Ev: Joh. Apostelg. VS„ S Ev: Joh. Apostelg. S 6. Ep: 1. Petri 2,21—25. Psalm 98. 99. 110. 118,14—29. 122. — 66. Ep: 1. Petri 2,11—20. Psalm 132. 139. 56. • 62. Apostelg. 10, 1—16. Psalm 147. Ep: Jakobi 1,16—21. Apostelg. 11,19—-30. 13, 114. 14, 118. — 15, 1—20. 16,25—40. Psalm 77. Son Mon Dien Mitt Don Frei Son Son Mor Dien Mit: Don Frei Son 41. 33. 18. 19. 20. 10. 27. 29. Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerst. Freitag Sonnabd. Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerst. Freitag Sonnabd. Sonntag Ev: Joh. Montag Dienstag Mittwoch Donnerst. Freitag Sonnabd. Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerst. Freitag Sonnabd. Bibellesetafel. 229 Aygalr. Morgens. Ev: Joh. 16,23—30. Apostelg. 17,16—34. 10, 120. 20, 1—16. Abends. Ep: Jakobi 1,22—27. Apostelg. 18, 1—28. 19, 21—40. Psalm 47. Am CTage der Bimmelfahrk Christi. Ev: Mark. 16, 14— 20. Apostelg. 20, 17—-38. 21,17—39. Exaudi. Ev: Joh. 15, 2-616, 4. Apostelg. 21,40—22,22. »22, 23— 23,11. 23,12—35. 24. — 25, 1—12. 25,13—27. Ep: Ap.⸗G. 1, 1—11. Apostelg. 21, 1—16. Psalm 61. Ep: 1. Petri 4, 8—11. Offenbarung 1, 1—7 1, 8—20. 2, 1—7. 2, 8—11. 2,12—17. Psalm 91. 1. Pfingstlag. 14,23—31. Ep: Ap.⸗G. 2, 1—13. 2. Pfingslag. Ev: Joh. 3,16—21. Apostelg. 26. 27, 1—20. 27,21—44. 28, 1—15. — 28,16—31. Trinitkatis. Ev: Joh. 3, 1—15. 1. Mose 1, 1—81. 2,16—25. * 3. 4, 1—16. • 6, 5—22. 7. Ep: Apostg. 10,42—48. Offenbarung 2, 18-29. 3, 1—6. 3, 18. 3,14—22. Psalm 67. Ep: Römer 11,33—36. Römer 1, 1—12. 1,13—23. — 2, 1—16. 2,17—29. 3, 1—20. Psalm 49. 23⁰0 Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerst. Freitag Sonnabd. Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerst. Freitag Sonnabd. Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerst. Freitag Sonnabd. Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerst. Freitag Sonnabd. Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerst. Freitag Sonnabd. Bibellesetafel. — narkh Trinikakis. Mor gens. Ev: Lukas 16 19—31. 1. Mose 8. 9, 8—29. 11, 1—9. 13, 1—18. 14, 8—24. — 15, 1—18. Ep: 1. Joh. 16—21. Römer 3,21—31. 4, 1—8. 4, 9—25. 5, 1—11. 5,12—21. Psalm 104. 2. nach CTrinitakis. Ev: Lukas 14, 16—24. 1. Mose 17, 1—16. 2 18, 1—16. 18,17—33. — 19,12—29. 21, 1—21. 22, 1—19. Ep: 1.Joh. 3,13—18. Römer 6,12—18. 7, 1—18. — 7,14—25. 8, 1—11. Psalm 6. 3. nath Asni Ev: Lukas 15, 1. Mose 23. 24, 1—14. 24, 15—28. 24,29—49. * 24, 50—67. 27/ 1—17. —10. Ex: 1. Petri 5, 6—11. Römer 8, 31—39. 2 9, 113. 9j,14—21. 9,22—33. 10, 1—11. Psalm 63. 4. nach CTrinikatis. Ev: Lukas 6,36—42 1. Mose 27,18—29. „ 27,30—45. — 28, 10—22. 29, 1—20. — 31, 1—18. 32, 1—21. 5. nach Trinikakis Ep: 1. Petri 3, 8—15. Ev: Lukas 5, 1—11. 1. Mose 39. 32,22—32. 35,H—17 35, 1—15 37/,J—17• 37,18—36. Ep: Römer 8, 18—23. Römer 10, 12—21. 11, 1—12. — 11,13—24 11,25—32. 13, 1.—7. Pfalm 44. Römer 14, 1—9. 1 14, 10—23. 1. Korinther 1, 10—19. 1,20—31. 2. 1—5. Psalm 43.91 8,24—30. Sonr Mon Dien Mitt Doni Freit Sonn Sonn Mon Dien Mitt Donn Freit Soni Sont Mon Dien Mitt Don: Freit Son Sont Mon Dien Mitt Don Freit Son: Son Mon Dien Mitt Don Frei Son Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerst. Freitag Sonnabd. Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerst. Freitag Sonnabd. Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerst. Freitag Sonnabd. Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerst. Freitag Sonnabd. Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerst. Freitag Sonnabd. Bibellesetafel. 231 6. narh Trinilatis. Morgens. Ev: Matth. 5,20—26. 1. Mose 40, 1—23. • 41, 1—24. — 41,25—43. 41,44—57. 42, 1—17. 42,18—38. Abends. Ep: Römer 6, 3—11. 1. Korinther 2, 6—16. 3, 1—10. — 3,11—23. 6, 112. „ 9,13—23. Psalm 33. 7. nach Trinitkatis. Ev: Markus 8, 1—9. Ep: Römer 6,19—23. 1. Mose 43, 1—15. 1. Korinther 10,14—33. 43,16—34.» 12,1—51. — 44, 1—13.• 15,12—28. 44,14—34.„ 15,29—49. 45, 1—15.„ 15,50—58. 45,16—28. Psalm 55. 8. nach Trinikatis. Ev: Matth. 7, 15—23. 1. Mose 46,1-7. 26-34. 5» 4/,-12.27.51. Ey: Römer 8,12—17. 2. Korinther 1, 1—11. 1,12—22. * 4. 5, 1—10. 5,11—21. Psalm 17. kis. Ep: 1.Kor. 10, 6—13. 2. Korinther 6,11—18. 7 * 48, 1—20. 49,29—50, 14. H 50, 14- 26. 2. Mose 1, 6—22. 9. nack Trinilakis Ev: Lukas 16, 1—9. 2. Mose 2, 1—10. 2,11—25. * 3, 1—15. * 4, 1—17. * 5. 6, 1—13. 8, 1—15. * 9. 10. Psalm 79. 10. nach Trinikatis. Ev: Lukas 19,41—48. 2. Mose 7. 11. 12, 1—19. 12,29—42. 13,11.2. 14, 1—14. Ep: 1.Kor. 12, 1—11. Galater 1, 1—10. 1j,11—24. 2,16—21. 3, 1—14. 4,11—20. Psalm 25. 232 Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerst. Freitag Sonnabd. Sonntag Mon ag Dienstag Mittwoch Donnerst. Freitag Sonnabd. Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerst. Freitag Sonnabd. Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerst. Freitag Sonnabd. Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerst. Freitag Sonnabd. Bibellesetafel. 11. nach Trinikakis. Morgens. Ev: Lukas 18, 9—14. 2. Mose 14, 15—31. 15,20—26. 10, 1—14. 16,15—35. 17, 1—16. 19. Ev: Markus 7,31—37. 2. Mose 20, 1—19. 24. 32, 1—14. 32, 15—35. 33,12—23. 34, 1—10. 3. nach CTrinit Ev: Lulas 10,23—37. S V V 2. Mose 34, 27—35. 3. Mose 10, 1—11. 4. Mose 12. 13,17—34. 14, 1—25. 14,26—45. 4. nach Trinit Ev: Lulas 17,11—19. 4. Mose 16, 1—19. 16,20—40. 16,41—50. 0 17, 1—11. 20, 1—13. 20,14—29. Ev: Matth. 6,24—34. 4. Mose 21, 1—9. 23, 16—24. 5. Mose 31, 14—23. 34, 1—12. Josua 15. nach Trinitati 12. nach Trinikatis. Psalm Abe Ep: 1.Kor. 15 110. Galater 5, 115. 6, 11—18. Epheser 1, 1—14. 1,15—23. „ 2, 1—10. Psalm 94. Ep: 2. Kor. 3, 4—11. Epheser 2,11—22. 2 3, 1—12. 4, 7—14. 4,15—21. * 5,10—14. — 0 1. atis Epꝛ Galater 3, 15—22. Epheser 5 1—9. 6,18—24. Philipper 12—21. 1,22—30. „ 2, 12—18. Psalm 30. alis. Ep: Galater 5, 16—24. Philipper 3, 1—16. 4, 8—23. Kolosser 1, 1—8. „15—29. 2, 1—15. Psalm 39. Alts. Ep: Galater 5, 25⸗6,10. 5308 2, 16—23. 8„ 1—11. 3,184, 1. 4, 2—18. 1. Tessalon. 1. 28. Sonn Mont Diens Mitti Donn Freit Sonn Sonn Mon Dien Mitti Donn Freit Sonn Sonn Mon Dien; Mitt! Donr Freit Sonn Sonr Mon Dien Mitt Dont Freit Son: Sont Mon Dien Mitt Don: Freit Sont Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerst. Freitag Sonnabd. Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerst. Freitag Sonnabd. Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerst. Freitag Sonnabd. Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerst. Freitag Sonnabd. Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerst. Freitag Sonnabd. Bibellesetafel. 233 16. naclr TCrinikakis. Morgens. Ev: Lukas 7,11—17. Josua 6. 1—21. 7 23. 24, 1—18. 24,19—33. Richter 2, 8—23. Abends. Ep: Epheser 3,13—21. 1. Tessalon. 2, 1—8. 2, 9—20. 3 4, 8—12. Psalm 75. 17. nach IE Ev: Lukas 14, 1— Ruth 1. 2. 3. 4. 1. Samuelis 1, 1—-20. v S. Wa e 2,/11. 8. nach Crinik Ev: Matth. 22,34—46. 1. Samuelis 3. 4, 1—18. * 5. 5 7, 313. 8. 9, 1—17. [Ep: Epheser 4, 1—6. 2. Tessalon. 2, 1—12. 2,13—17. 3. 1. Timotheus 1, 1—11. 2 1,12.20. Psalm 36. alis. Ep: 1. Kor. 1, 4—-9. 1. Timotheus 2. 5 3. 4. „ 5,17—25 6, 1—11 Psalm 143. 19. h 52 Ev: Matth. 9, 1. Samuel. 10, 42716 10,17—27. 12. * 13, 1—14. 15, 7—29. 16, 1—13 20. nach Trin it᷑ Ev: Matth. 22, 1—14. 1. Samuel. 16, 14—23. , l8. 2. 16, 01. 232 örl„. HsEe 18, 1—14. Ep: Epheser 4,22 28. 1. Timotheus 6, 12—21. 2. Timotheus 1, 1—7. 1, 818. 2, 1—10. „ 2,11—21. Psalm 34. akis. Ep: Epheser 5, 15—21. 2.Timotheus 2,22—26. 3 ** 2•% 19, 1—18. 4, 1—8. Titus 1. ** 2, 1—10. Psalm 20. 234 Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerst. Freitag Sonnabd. Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerst. Freitag Sonnabd. Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerst. Freitag Sonnabd. Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerst. Freitag Sonnabd. Bibellesetafel. 21. nach Trinikakis. Joh. 4, 1 Samuel. 24. 26. 31. 2. Samuel. 1,17—27. 5 5,17—25. 6. 4,47—54. Abends. Ep: Cpheser 6, 10—17. hilemon 1. Petri 1, 1—12 1,13—25. » 2285, 1—10. • 3,15—22 Psalm 130. 22. nach Trinitakis. Ev: Matth. 18,23—35. 2. Samuel. 12, 1—14. *« 12,15—28. 15, 1—14. 16, 5—15. 18, 1—17. 24. 1 1. Petri 4, 1—7. 5 1 1 2. Psalßm 71. 23. nach Trinitakis. Ev: Matth. 22, 15—22. 1. Chronika 29, 1—10. 1. Könige 3, 3—15. 8, 1—21. 8, 22—30. * 8,54— 66. 9, 1—9. 1. Johannis 1. 24. nach Trinikakis.“) Ev: Matth. 9, 18—26. 1. Könige 10, 1—13. 2 Ep: Kolosser 1, 9—14. 1. Johannis 5, 12—21. Ebräer 2, 1—18. Am Buhkage. Lukas 13, 1—9. Psalm 102. 1. Könige 18, 1—16. Ebräer 3. „ 158,17—29. * 4. 18, 30—46. Psalm 76. *) Von dem Sonntage ab, an dem das Totenfest gefeiert wird, werden die Lektionen gelesen, die für die 27. Woche nach Trinitatis an⸗ gegeben sind. 1.9 Philipp. 1, 3—11. Ep: Philipp.3, 17—21. 2, 1—14. 2,15—19. 3, 1—12 * 4, 1—16 Psalm 42. NR⸗ Donnerst. Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerst. Freitag Sonnabd. Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerst. Freitag Sonnabd. Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Freitag Sonnabd. Von dem Sonntage ab, werden die Lektionen gelesen, gegeben sind. Bibellesetafel. 23⁵ 25. nach Trinilakis.) Morgens Ev: Matth.24, 15—28. 1. Könige 19. 2, 1.—19. 2. Könige 2, 1—14. 4,%—7. — 9„, 1—14. „ 6, 8—28. Abends. Ep: 1. Thess. 4,13—18. Ebräer 5. 6. 10, 1—18. 10,19—39. 12, 1—11. Psalm 138. 6. nach CTrinikakis.“) 2 Ev: Matth.25,31—46. 2. Könige 17, 1—23. 18, 1—8. 20. „ 22. „ 25, 1—22. Klagl. Jer. 3, 22—39. Ep: 2. Thess. 1, 3—10. Ebräer 12,12—29. 13, 1—14. „ 13,15—25. Jakobi 1, 1—15 „ 2, Psalm 149. 27. nach Trinikakis.“) Ev: Matth.25, 1—13. Offenbarung 5. 7, 9—17. 2 19, 1—9 — 20,11—25 — 21. — 22. Ep: 1. Thess. 5‚, 1—11. Jakobi 2,14—26. 3. * 4. 5 Judã Psalm 150. an dem das Totenfest gefeiert wird, die für die 27. Woche nach Trinitatis an⸗ Gebete. A. Kirchengebete. 1. Allgemeines Rirchengebel. Ewiger, allmächtiger Gott! Wir beten dich in tiesster Ehrfurcht an und danken dir demütiglich für die unzähli⸗ gen Wohltaten, womit du uns bisher ohne unser Verdienst und Würdigkeit an Leib und Seele reich gesegnet hast. Wir preisen dich insonderheit, daß du dein seligmachendes Wort und reinen christlichen Gottesdienst noch immer un⸗ ter uns erhältst, obschon wir vor dir bekennen müssen, daß wir nicht getreu in deinen Wegen wandeln. So laß uns denn auch unser Gebet um alles, was un⸗ b irdische Wohlfahrt betrifft, vor deinen heiligen Thron ringen. Walte mit deiner allmächtigen Gnade über dem deut⸗ schen Kaiser, über dem Regenten unsers Landes und sei⸗ nem ganzen Hause, so auch über allen, die du deinen Völ⸗ kern auf Erden zu Obrigkeiten gegeben hast. Segne unser gesamtes deutsches Vaterland, und beschütze seine Kriegs⸗ macht zu Wasser und zu Lande. Erhalte die ganze Chri⸗ stenheit bei der Wahrheit deines Wortes und beim lieben Frieden. Gib, daß(in unsrer Stadt und) in unserm Lande deine Ehre wohne, daß Güte und Treue Küne einander begegnen, daß Gerechtigkeit und Friede sich küssen. Laß dir zu dem Ende all unsre Schulen und n Phansalten ganz besonders befohlen sein. Mache sie zu Pflanzstätten nicht nur nützlicher und heilsamer Kenntnisse ondern auch christlicher Tugenden und Sitten. Wende Feuers- und Wassersnot, Krieg und Seuchen, Mißwachs und teure Zeit in Gnaden von uns ab. Segne hingegen des Handwerkers Fleiß und des Landmanns Ar⸗ beit mit fruchtbarem Gedeihen. Sei ein Vater der Wit⸗ wen und Waisen, ein Helfer der Kranken und Notleiden⸗ den, ein Tröster der Vereinsamten, der Verstörten und Betrübten. Belebe unser aller Herzen mit dem Geiste der Liebe, damit wir einer für des andern Wohl gern und mit Freuden tun mögen, was einem jeglichen in seinem Stande möglich ist. ö A. Kirchengebete. 237 Und da wir nur Fremdlinge und Gäste auf Erden sind und hieselbst keine bleibende Stätte haben, sondern dent Menschen his ist, einmal zu sterben, darnach aber das Gericht: so hilf uns, daß wir dazu im Glauben und wah⸗ rer Gottesfurcht täglich uns vorbereiten und tun mögen das Werk, wozu du uns auf Erden berufen hast, dieweil es noch Tag ist, ehe denn die Nacht kommt, da niemand mehr wirken kann.— Zuletzt aber, wann dieses Leben vorüber ist und unser letztes Stündlein kommt, dann steh uns bei mit deiner Kraft und hilf uns aus zu deinem LSoiches Reiche. Solches alles verleihe uns, o himmlischer Vater, durch deinen lieben Sohn Jesum Christum, unsern Herrn, in dessen Namen wir ferner also beten: Vater unser, der du bist im Himmel! Geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel, also auch auf Erden. Unser täglich Brot gib uns heute. Und vergib uns unsre Schuld, wie wir verge⸗ ben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versu⸗ 918 Sondern erlöse uns von dem Ubel. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. len. An 2. Advent. Herr Jesu Christe, du Sohn des allmächtigen Gottes, wir danken dir von ganzem Herzen, daß du vom Himmel herab ins Fleisch gekommen bist und menschliche Natur angenommen hast. Du hast deine Gottheit mit unserer Menschheit vereinigt, darum vereinige dich auch mit un⸗ serm Herzen. Zwar ist dasselbe inmiisch und irdisch, aber du kannst es durch deine Kraft himmlisch und göttlich ma⸗ chen. Ziehe denn in unsere Herzen ein und mache dir dar⸗ in eine beständige Wohnung. Komm und hilf uns, daß wir durch wahren Glauben und ein gottseliges Leben dir beständig dienen mögen und allezeit in guter Bereitschaft erfunden werden, damit wir bei deiner letzten Wiederkunft das Ende des Glaubens, der Seelen Seligkeit davonbrin⸗ gen und dir samt deinem und unserm himmlischen Vater und dem heiligen Geiste Lob, Ehr, Preis und Dank sa⸗ gen. Amen. 838 Gebete. 3. Wrihnacht. Herr Jesu Christe, du Heiland aller Menschenkinder, wie sollen wir deine unbegreifliche Liebe zur Genüge rüh⸗ men und preisen, daß du uns arme Menschen so hoch ge⸗ würdigt und als ein Mensch gleich wie wir, dazu arm und elend, hast wollen geboren werden, damit du uns von Sünde und allem Elende erlösen und bei deinem himmli⸗ schen Vater wiederum zu Gnaden bringen möchtest. Für solche Liebe und Demut sei dir, o gnädiger Heiland, ewig⸗ lich von uns Lob und Dank gesagt. Laß uns denn diese frohe Botschaft mit Worten und Werken immer weiter ausbreiten, daß die Schlafenden erweckt, die Unwissenden erleuchtet, die Verkehrten bekehret und die Leidtragenden getröstet werden, daß die Elenden es hören und sich freu⸗ en.— Und weil du darum Mensch geworden bist, daß du durch dein Leben, Leiden und Sterben zilse Mittler und Versöhner bei Gott sein möchtest, so hilf uns, daß wir durch wahre Buße und festen Glauben in allen christlichen Tugenden leben, damit wir dieser großen Wohltat, die du uns durch deine heilige Geburt erworben hast, schon hier in diesem Erdental mit freudiger Zuversicht genießen mö⸗ gen, bis wir dort in deinem Himmelreiche in ewiger Se⸗ ligkeit mit allen Engeln und Auserwählten dich ohne En⸗ de rühmen und preisen werden. Amen. 4. Jahresschluß. Herr Gott, du bist unsre Zuflucht für und für. Ehe denn die Berge worden, und die Erde und die Welt geschaffen worden, bist du, Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Wir aber vergehen in der Zeit, und unser Leben fähret schnell dahin, als flögen wir davon. Darum kommen wir zu dir, du unsere einzige Hilfe, unser ewiger Trost, denn deine Gnade weicht nicht, und der Bund deines Friedens fällt nicht, Herr, unser Erbarmer! Wir danken dir, o Gott, für allen Segen deines Wortes, den du in dem verflossenen Jahre uns reichlich zugewendet hast. Du bist uns nahe gewesen mit deinem Geiste, so oft wir in diesem Heilig⸗ tume versammelt waren, auch heute, da wir zum letzten Male in diesem Jahre gemeinschaftlich dein Angesicht ge⸗ sucht haben. Laß dein heiliges Wort in unseren Herzen be⸗ wahrt unser wir d ziemt, nen. ten, u aller Amen A abern komm ken, k guten Was ren 9 nicht! de un aufs baue rer. Haus de. B chen Krön de, F und e für al dern deine ren 2 — für d tung, ferne Misse Herz lich v A. Kirchengebete. 239 wahrt bleiben, damit unser Ausgang aus dem alten, und unser Eingang in das neue Jahr gesegnet sei. Gib, daß wir das alte Jahr in ernster Stille, wie es Christen ge⸗ ziemt, beschließen und das neue in deinem Namen begin⸗ nen. O Herr, laß dein der Biß freundlich über uns leuch⸗ ten, und schenke uns bei der Flucht unserer Tage die edelste aller Gaben, deinen Frieden in Christo Jesu, unserm Herrn. Amen. 5. Nrujahr. Allmächtiger, gnädiger Gott und Va ter, wir haben heute abermals ein Jahr unferes Lebens zu Ende gebracht und kommen vor dein heiliges Angesicht mit Loben und Dan⸗ ken, daß du uns in demselben dein väterliches Herz in guten und in bösen Tagen genugsam hast erkennen Hsten Was wären wir ohne dich gewesen, o Gott, in allen unse⸗ ren Nöten und Gefahren, wenn deine gnädige Hand uns nicht beschirmet und errettet hätte. Verzeihe uns alle Sün⸗ de und Missetat. Fange mit diesem neuen Jahre an, uns aufs neue zu segnen. Erhalte uns dein reines Wort. Er⸗ baue Kirche und Schule. Erleuchte alle Prediger und Leh⸗ rer. Stärke alle Regenten und Obrigkeiten. Segne alle Hausväter und Hausmütter. Regiere Kinder und Gesin⸗ de. Bewahre uns vor Krieg und Aufruhr. Wende ab Seu⸗ chen und Teurung. Beschere uns gedeihliche Witterung. Kröne das Jahr mit deinem Gute. Gib Friede im Lan⸗ de, Freude unseren Herzen, Gesundheit unseren Leibern und erbarme dich aller deiner Menschenkinder. Du auch, o treuer Heiland Jesu Christe, sei gepriesen für alle die unzähligen Wohltaten, die du uns armen Sün⸗ dern bisher erwiesen hast, bleibe auch in Zukunft mit deiner erlösenden Liebe uns zugetan, daß wir deines teu⸗ ren Verdienstes in Not und Tod uns getrösten mögen. O Herr, heiliger Geist, Lob und Preis sei dir gesagt für deinen Beistand, für deine Hilfe und tröstliche Lei⸗ tung, die du uns hast erfahren lassen. Regiere uns auch ferner durch deine Gnade, daß wir die alte Sünde und Missetat mit dem alten Jahre ablegen, ein neugeborenes Herz in dieses neue Jahr mitbringen, heilig und unsträf⸗ lich vor dir wandeln, unsern christlichen Beruf wohl aus- 240 Gebete. führen und endlich die Krone der ewigen Herrlichkeit er⸗ langen mögen. Amen. ö 6. Epiphanias. Allmächtiger Gott, barmherziger Vater, wir danken dir von Herzen, daß du dich unserer Voreltern, die in der Finsternis des Heidentums wandelten, in Gnaden ange⸗ nommen und sie und uns zu deinem Reiche berufen hast. Erhalte uns ferner das helle Licht deines seligmachenden Wortes, als den einzigen und gewissen Leitstern, der uns aus dieser dunkeln und verkehrten Welt zu deinem Him⸗ melreiche führen muß. Breite seinen Schein aus durch alle Lande und Finsternisse. Erleuchte unsere Herzen, daß wir demselben mit Fleiß folgen, unsern Heiland, Jesum Chri⸗ stum, der da ist das Licht und Leben der Welt, immer ernstlicher suchen und ihn in Wort und Tat freudig be⸗ kennen und ehren. Laß uns auch in Iuif unserer Pil⸗ grimschaft keine Mühe, Gefahr noch Unlust scheuen, son⸗ dern unserm Heiland und Erlöser in Not und Tod getrost nachfolgen, bis wir einst durch deine Gnade das vorge⸗ setzte Ziel, deine himmlische Friedens⸗ und Freudenstadt erreichen werden. Bewahre uns inzwischen, wie du den Weisen aus dem Morgenlande getan, vor allen Anläufen des Teufels und der bösen Welt, damit wir unser wahres Vaterland bei dir sicher und unverrückt erreichen mögen, um deiner ewigen Liebe und Barmherzigkeit willen in Christo Jesu, unserm Herrn. Amen. 7. Parfynszeit. 1. O Herr Jesus Christus, der du uns armen verlore⸗ nen Sündern durch dein heiliges, unschuldiges Leiden Gna⸗ de bei deinem himmlischen Vater erworben und das ewige Leben wiedergebracht hast, wir danken dir aus Herzens⸗ grund für deine Liebe, deine Angst und Not und deinen seligmachenden Tod und bitten dich: Erhalte uns ewig in der Liebe und im Lobe deines Leidens, und gib uns Gna⸗ de, die ewige Wohltat der teuren Erlösung mit dankbarem Herzen zu erkennen und zu preisen. Laß uns dadurch im Glauben stärker, in der Hoffnung fröhlicher, in der Liebe heißer, in der Geduld getroster, im Gehorsam williger und A. Nirchengebete. 24¹ beständiger werden und unseren Sünden absterben. Hilf auch, daß wir an unserm Ende deines blutigen Todes uns zur ewigen Seligkeit freuen und trösten, o Herr Jesus Christus. Amen. 2. Herr Jesus Christus, du Lamm Gottes, wir danken dir von Herzen, daß du der Welt Sünde getragen hast und durch dein Leiden und deinen Tod das Sühnopfer für uns geworden bist. Du hast dich in der Sünder Hän⸗ de hingegeben und bist um unsertwillen verspottet, gegei⸗ ßelt, mit Dornen gekrönet und gekreuzigt worden. Ach ver⸗ leihe uns Gnade, daß wir durch die andächtige Betrach⸗ tung deines heiligen Leidens und Todes von Herzen ge⸗ demütiget, unter allen Anfechtungen im Leben und Ster⸗ ben getröstet und zu dem Kampfe wider Sünde und Welt mächtig gewaffnet werden. Du hast uns, o lieber Heiland, ein Vorbild gelassen, daß wir sollen nachfolgen deinen Fußstapfen. Gib, daß wir im Aufsehen auf dich, den An⸗ sänger und Vollender unseres Glaubens, laufen durch Ge⸗ duld in dem Kampf, der uns verordnet ist, auch einst des Glaubens Ende, der Seelen Seligkeit davonbringen und dich für deine unaussprechliche Liebe loben und preisen immer und ewiglich. Amen. 8. Rarfreikag. Wir danken dir, o Jesu Christe, du heiliger, barmher⸗ ziger Heiland, daß du uns arme verlorene Menschen ohne all unser Verdienst und Würdigkeit durch dein heiliges Leiden und Sterben von der Sünde Macht und Fluch er⸗ löset hast. O, Herr Jesu Christe, wie groß ist dein Leiden, wie schwer ist deine Pein, wie viel ist deiner Marter, wie bitter und schmerzlich ist dein Tod, wie unaussprechlich ist deine Liebe, damit du uns deinem himmlischen Vater versöhnet hast. Du hast am Olberge in schwerer Todes⸗ angst blutigen Schweiß vergossen, du bist verlassen von allen deinen Jüngern, du bist gebunden durch die Hände der Gottlosen, du bist vor ungerechten Richtern fälschlich verklagt, du bist verurteilt, verspeiet und verhöhnet und mit Fäusten ins Angesicht geschlagen.— Um unserer Misse⸗ tat willen bist du verwundet und um unserer Sünde wil⸗ len bist du geschlagen.— Du bist gegeißelt und mit Dor⸗ 16 242 Gebete. nen gekrönet, du bist mitten unter die Übeltäter gerechnet, du bist als ein Fluch ans Kreuz gehänget, an Händen und Füßen mit Nägeln durchgraben, und in deinem höchsten Durst mit Essig und Galle getränket. Endlich ist dir im Todesschmerz das Herz gebrochen, und b deine Seele gegeben in deines Vaters Hände. So hast du, o heiliger,‚ gerechter Mittler, unsere Schuld bezahlet, auf daß wir durch deine Wunden geheilet würden. Für all diese Marter und Seelenpein sagen wir dir nun als deine Erlösten Lob und Dank, und bitten dich, laß dein heiliges, bitteres Leiden an keinem von uns verloren sein, sondern gib, daß wir uns dessen von Herzen wider alle Anfechtung unseres Gewissens trösten, auch dasselbe uns dazu dienen lassen, daß alle böse Lust in uns ausge⸗ löschet, dagegen aber alle Tugenden eingepflanzt und ge⸗; mehret werden, auf daß wir, der Sünde abgestorben, hin· forl der Gerechtigkeit leben, deinem Vorbilde getreulich nachfolgen, christlich leben, geduldig leiden, selig sterben und durch den Tod mit dir zum ewigen Leben eingehen mögen, wo wir dich schauen werden nach allem Leide in deiner göttlichen Herrlichkeit von Angesicht zu Angesicht. Amen.(0 hilf Christe, Gottes Sohn, durch dein bitter Leiden, daß wir dir stets untertan all Untugend meiden, deinen Tod und sein Ursach fruchtbarlich bedenken, dafür, wiewohl arm und schwach, dir Dankopfer schenken. Amen.) 9. Ostern. Ewiger, allmächtiger Gott, himmlischer Vater, es freuen sich alle heilige Engel, es freuen sich alle deine Auser⸗ wäͤhlten, die dich kennen, es freuet sich auch unser Herz und unsere Seele, daß dein lieber Sohn, der um unserer Sünden willen gestorben war, heute von den Toten wieder auferstanden ist, und alle unsere Missetat in seinem Grabe verborgen und versiegelt hat. Dafür danken wir dir nun von Grund der Seelen und bitten dich um solcher fröhli⸗ chen A 57 ere Li ben m unsere Sünde keine? die G worbe hier z komme ste u Jeint A. Uirchengebete. 2⁴3 chen Auferstehung willen, du wollest uns aus dem Todes⸗ f der Sünden mächtig auferwecken, daß wir alle un⸗ ere Lust und Verlangen zu dir hinauf in den Himmel he⸗ ben mögen. Laß uns durch au siegreiche Auferstehung unseres Heilandes allezeit fröhlich und getrost sein, daß Sünde und Tod Hetilger sind, und daß es nun mit uns keine Not mehr habe, wenn wir nur mit wahrem Glauben die Gerechtigkeit ergreifen, die dein lieber Sohn uns er⸗ worben hat. Darin erhalte uns gnädiglich, so lange wir hier zu leben haben, bis wir dermaleinst völlig zu dir kommen, dich von Angesicht zu Iwäpiten schauen, und mit allen heiligen Engeln und Auserwählten ewig rühmen und loben werden. Amen. In Jesu, unsers auferstandenen Heilandes Namen. Amen. 10. Bimmelfahrk. Herr Jesu Christe, du erhöheter Siegesfürst, Lob, Ehre, Preis und Dank sei dir gesagt, daß du nach erhaltenem fröhlichen Siege wider Sünde, Tod, Teufel und Hölle gen Himmel aufgefahren bist und dich zur Rechten deines himmlischen Vaters gesetzt hast, wo du als Haupt deiner Gemeinde dich unser in allen Nöten annimmst und als un⸗ i ewiger Hoherpriester treulich für uns bittest. Gib uns eine Gnade, daß wir mit unsern Herzen und Gedanken bei dir seien allezeit. Laß uns alle Eitelkeit der Welt ver⸗ achten und in steter Bereitschaft deiner herrlichen Wieder⸗ kunft warten. Wir glauben und trösten uns nun festiglich, weil du, unser Haupt, gen Himmel gefahren bist, du wer⸗ dest uns, deine Glieder, nicht immer im Elende zurücklas⸗ sen, sondern dermaleinft sicher zu dir holen. So Hilf denn, wenn die 11 herannahet, da du uns abfordern wirst, daß wir mit gläubigem Herzen, mit betendem Munde und mit fester Zuversicht auf dein hall Verdienst in 541 bei⸗ fahren mögen. Bis dahin erhalte uns beständig bei dei⸗ nem Wort und deinen heiligen Sakramenten, und gib uns durch deinen Geist Kraft und Stärke, alle Hindernisse unsrer Wallfahrt freudig und getrost zu überwinden. Trö⸗ ste uns in aller Widerwärtigkeit, schütze uns wider alle Feinde und laß uns endlich mit erwünschtem Siege in dei⸗ ö 16* 244 Gebete. ne ewige Herrlichkeit gelangen. Dir samt dem Vater und dem heiligen Geiste sei Lob und Preis gesagt jetzt und in alle Ewigkeit. Amen. 11. Püngsten. O Gott heiliger Geist, der du am heutigen Tage die Herzen der Apostel erfüllet und durch sie deine heilige Kirche auf Erden gegründet hast, wir bitten dich herzlich, du wollest auch in uns wohnen und uns alfo regieren und führen, daß wir das Ende unsers Glaubens, der Seelen Se⸗ ligkeit davonbringen mögen. Du bist ein Geist der Lehre, lelbe woht uns in deinem heiligen Worte, daß wir das⸗ selbe wohl fassen und behalten mögen. Lehre uns unsern Gott recht erkennen und über alles fürchten, lieben und vertrauen. Du bist ein Geist des Gebets, so erwecke in uns eine heilige Begier, allezeit mit herzlicher Andacht recht⸗ schaffen zu beten, daß wir damit durch die Wolken drin⸗ gen und Erhörung finden mögen. Du bist ein Geist der Reinigkeit und Heiligkeit, reinige unser Gewissen von al⸗ lem Bösen, schasfe in uns ein reines Herz und keusches Ge⸗ müt, daß wir allen Sünden und bösen Lüsten feind seien und in keine Sünde willigen. Du bist ein Geist aller Tu⸗ genden, laß uns als deinen Tempel mit allen christlichen Tugenden schön geschmücket sein. Du bist ein Geist der Freude und des Trostes, vertreibe bei uns alle kleinmüti⸗ gen Sorgen und mache uns freudig und getrost in aller Trübsal, damit wir unserm Heilande durch Not und Tod mit freudigem Mute folgen. Treibe von uns des Satans Schrecken und alle Anfechtungen; zumal an unserm letzten Ende, wenn uns aller menschliche Trost verläßt, da stehe du uns bei mit deinem göttlichen Troste. Gib uns als⸗ dann ein freudiges Herz und versichere uns der Vergebung — Sünden, der Gnade und Kindschaft Gottes, daß wir still und gottgelassen unsre Seele in die Hände unsers Er⸗ lösers befehlen und also auf sein heiliges Verdienst selig einschlafen, auch hernach in der ewigen Freude dich für alle deine Wohltaten ohne Ende rühmen und preisen mögen, Amen, um deiner Liebe und Barmherzigkeit willen, Amen. O liger ges X 9 4 e de fest be chen. und p Herr Ehre mit d erhal sei un Gegen dig, h und e mit w gesich und p Amenr 9 Erder A. Hirchengebete. 2⁴⁵ 12. Trinitakisfest. O du heiliger, dreieiniger Gott, Vater, Sohn und hei⸗ liger Geist, wir danken dir, daß du dich durch dein heili⸗ ges Wort uns zu erkennen gegeben hast in deiner Macht und Herrlichkeit. Erhalte uns und unsern Nachkommen sol⸗ che deine seligmachende Erkenntnis. Laß uns bei derselben fest beharren und nichts von derselben uns abwendig ma⸗ chen. Wir loben dich, wir ehren dich, wir beten dich an und preisen dich: Heilig, heilig, heilig ist unser Gott, der Herr Zebaoth; alle Lande, Himmel und Erde sind seiner Ehre voll. O Gott Vater, sei uns gnädig und erfreue uns mit deiner Liebe. O du Sohn Gottes, sei uns gnädig und erhalte uns durch dein mnditröste O Gott heiliger Geist, sei uns gnädig, erquicke und tröste uns mit deiner heiligen Gegenwart. O du heiliger, dreieiniger Gott, sei uns gna⸗ dig, hilf uns recht glauben, christlich leben, geduldig leiden und endlich, wenn die rechte Zeit kommt, selig sterben, da⸗ mit wir mit allen Engeln und Auserwählten dich von An⸗ gesicht zu Angesicht schauen und daselbst ewig lieben, loben und preisen mögen. Amen, Herr Jesu, in deinem Namen, Amen. 13. Bagelfeier. Herr, allmächtiger Gott, du König Himmels und der Erden, der du durch deine übers wengliche Güte den gan⸗ zen Erdboden mit allerlei Früchten zierest und erfüllest; wir bitten dich um deiner Barmherzigkeit willen, du wol⸗ lest unser Land segnen, daß es seine Früchte gebe zu sei⸗ ner Zeit; denn Dne deinen Segen ist alle unsre Arbeit umsonst. Gib vom Himmel her Regen und Himmel aicht daß alles wachse und gedeihe. Schließe den Himmel nicht zu über uns um unsrer Sünde willen, sondern 1 fe das Land heim mit deiner Fülle. Tränke seine Furchen, feuchte sein Gepflügtes, segne sein Gewächs. Kröne das Jahr mit deinem Gute, daß deine Fußstapfen triefen von Fett, so werden die Wohnungen in der Wüste auch fett werden; die Hügel umher werden lustig sein und die Auen werden prangen mit Korn, daß man jauchzet und singet.— So laß dir, o himmlischer Vater, in deinen gnädigen Schutz befohlen sein die liebe Saat und alle Früchte des Erd⸗ 246 Gebete. reichs. Bewahre sie in Frost und Hitze, in Regen und Un⸗ gewitter; bewahre sie vor Sturm und Hagel, vor Verhee⸗ rung und allem Schaden. Behüte uns vor Mißwachs und Teuerung, vor Hunger und Kummer. Erhöre uns in dei⸗ nem Himmel, und verlaß uns nicht um der Sünde willen deines Volkes; sondern versorge uns gnädiglich mit aller Notdurft des Lebens, auf daß wir in allen Dingen deine göttliche Kraft und deine milde Hand mit Danksagung er⸗ kennen und dich Har dei der du uns reichlich ernährest an Leib und Seele hier zeitlich und dort ewiglich. Amen. 14. Erntedankfest. Herr Gott Himmels und der Erden, der du allein kannst geben Regen und fruchtbare Zeiten, und die Herzen der In a erfüllen mit Speise und Freude, wir sagen dir Dank, daß du wiederum die Arbeit unserer Hände geseg⸗ net und dies Jahr gekrönt hast mit deinem Gute, so daß wir mit fröhlichem Mute die Früchte des Feldes einsam⸗ meln konnten in die Scheunen. Darüber jauchzen und sin⸗ gen wir zu dir: Nun danket alle Gott, der große Dinge tut an allen Enden, der uns vom Mutterleibe an lebendig erhält und tut uns alles Gute. Preise, Jerusalem, den Herrn, und lobe, Zion, deinen Gott, der deinen Grenzen Friede schafft und segnet dein Land mit Wein und Korn und allerlei Frucht.— Segne und behüte nun, getreuer Gott, alles, was du uns bescheret hast, daß wir es nach deinem Willen anwenden und in Frieden genießen mögen. Uns selber aber laß als lebendige Zweige deiner Pflan⸗ zung also leben, daß wir einst am Tage der Ernte durch deine heiligen Engel in vollen Garben als guter Weizen in deine Scheunen gesammelt werden. So wollen wir dir mit allen Heiligen ein fröhliches Danklied singen und dei⸗ ne Güte preisen in alle Ewigkeit. Amen. 15. Buktag. Herr, Herr, barmherzig und gnädig, geduldig und von großer Güte und Treue, wir liegen hier vor deinem hei⸗ ligen Angesichte und dürfen unsere Augen nicht aufheben zu dir. Denn wir müssen uns schämen, daß wir so gesün⸗ digt haben, obschon du uns so väterlich den Weg des Heils gewie unser sind 1 uns d Liebe über — Al beken nigfa Barn Gem sind. gen u unser Barr den lebe. uns Hast barm sere! Stre in de A. Kirchengebete. 2⁴47 gewiesen hast. Wir haben dich nicht geliebt über alles, und unsern Nächsten wie uns selbst. Wir haben gesündigt und sind von deinen Geboten abgewichen, also daß auch bei uns die Ungerechtigkeit hat überhand genommen, weil die Liebe in vielen erkaltet ist. Darum ist deine Hand schwer über uns, und wir finden keinen Frieden in unsern Herzen. — Aber, o heiliger und gerechter Gott, wir erkennen und bekennen vor dir unsern großen Undank und unsere man⸗ nigfache Sünde, und wir bitten demütiglich, erzeige deine Barmherzigkeit über uns. Denn du kennest, was für ein Gemächte wir sind, du gedenkest daran, daß wir Staub sind. So vergib uns denn, o Herr, alle unsere Ubertretun⸗ gen um deiner Güte willen. Gedenke nicht mehr unserer und unserer Väter Sünde, sondern gedenke unser nach deiner Barmherzigkeit, die da ewiglich währet. Du willst ja nicht den Tod des Sünders, sondern daß er sich bekehre und lebe. O Herr, bekehre uns, so werden wir bekehrt, und laß uns nicht um unserer Untreue willen zu Grunde gehen. Hast du dich doch der kleinen Kinder zu Ninive einst er⸗ barmt, daß du die Stadt nicht verderbtest; so laß nun un⸗ sere und der ganzen Christenheit Not dir zu Herzen gehen. Strafe uns nicht in deinem Zorn und züchtige uns nicht in deinem Grimm, sondern sei uns gnädig, Herr, und er⸗ rette uns von der Hand aller, die uns hassen. Siehe des⸗ wegen an das Angesicht deines lieben Sohnes, unseres Mittlers Jesu Christi, der erhöhet zu deiner Rechten für uns bittet und uns vertritt. Siehe an sein heiliges Haupt, von der Dornenkrone zerrissen;—7 an sein Kreuz und Leiden, seine Marter und seinen Tod, und sei uns gnädig. Du auch, o gebenedeiter Friedefürst, Herr Jesu Christe, habe du über uns und über die ganze Christenheit Gedan⸗ ken des Friedens und nicht des Leides, so wollen wir dich, unsern Erlöser, samt dem Vater und dem heiligen Geiste, dafür von Herzen loben und deinem Namen danken, daß er so lieblich ist, hier zeitlich und dort ewiglich. Amen. 16. Tokenfeier. Allmächtiger, ewiger Gott, deine Jahre währen für und sür, wir aber vergehen in der Zeit, denn alles Fleisch ist wie Heu, und alle Herrlichkeit des Menschen wie des 248 Gebete. Grases Blume; das Gras verdorret, die Blume fällt ab. Lehre uns bedenken, daß es ein Ende mit uns haben muß, daß unser Leben ein Ziel hat, und wir davon müssen, da⸗ mit wir uns allezeit bereit halten und auf ein seliges En⸗ de im Glauben warten. Laß des Todes Gedanken und seinen Stachel uns nicht erschrecken, sondern laß uns alle⸗ zeit aufsehen auf unsern Herrn Jesum Christum, der dem Tode die Macht genommen und Leben und unvergängli ⸗ ches Wesen ans Licht gebracht hat. Erhalte uns durch dei⸗ nen Geist im Glauben und bei gutem Gewissen, daß wir nicht säen auf das Fleisch, von welchem wir das Verder⸗ ben ernten, sondern säen auf den Geist, zu ernten das ewi⸗ ge Leben. Bei dem Heimgange der Unsern, die in dem Herrn sterben, gib uns zu erkennen, daß sie selig sind von nun an, daß sie zu dir kommen, wo nichrt Leid ist, noch Geschrei, noch Schmerzen, und daß du abwischest alle Trä⸗ nen von ihren Augen. Herr Gott, du schauest allen Jam⸗ mer und alles Elend; die Armen befehlen dir ihre Sache, du 04 der Witwen und Waisen Helfer. Erscheine mit dei⸗ nem kräftigen Troste allen Angefochtenen und Betrübten, und laß sie samt ihren im Glauben entschlafenen Toten, die sie betrauern, mit Freuden einst gestellt werden vor dein bauch w Wenn aber unsre Zeit und Stunde kommi, so laß auch uns als deine Knechte im Frieden fahren. Be⸗ hüte uns vor einem bösen, schnellen Tode, laß uns voll Glaubens und reich an Früchien der Gerechtigkeit unsern Geist in deine Hände befehlen, und also unsern Lauf mit Freuden vollenden und das ewige Leben ergreifen. Amen. 17. Wockenbelstunde. Barmherziger Gott und Vater, nachdem wir abermals eine Woche zurückgelegt haben und in eine neue eingetre⸗ ten sind, so danken wir dir für alle uns erwiesenen Wohl⸗ taten. Du hast dein Wort und Sakrament unter uns rein und lauter erhalten, uns Ruhe und Frieden, auch tägliche Nahrung beschert. Du hast uns der vorigen Woche Tage und Plage gnädig überwinden helfen und lässest uns diese Woche mit Gesundheit und Freuden antreten. Für solche und alle anderen Guttaten sagen wir dir von Herzen Lob und Dank. Weil wir aber in der vergangenen Woche wi⸗ der di ist uns und V alten zen un Morg nem re ligen unsre Förde Seuch alles und E und 6 unsre o Got dazu fuüͤhre men Nächs lieber und 2 das K du en sen, il ser VX Ende, samt Himn und§ in des 18. 1 N unden schen hen so gil heilig behüt A. Kirchengebete. 849 der dich, Herr unser Gott, vielfältig gesündigt haben, so ist uns solches herzlich leid, und bitten wir alle um Gnade und Vergebung. Gib, daß wir aus der alten Woche keine alten Sünden mit in die neue nehmen. Gib uns neue Her⸗ zen und einen neuen gewissen Geist. Laß deine Gnade alle Morgen über uns neu aufgehen und erhalte uns bei dei⸗ nem reinen Worte und bei dem rechten Gebrauche der hei⸗ ligen Sakramente. Stärke auch mit Kraft aus der Höhe unsre Landesherrschaft und alle christlichen Obrigkeiten. Fördere guten Rat und nützliche Tat und wende Krieg, Seuche, Teuerung, Feuersbrunst, Wassersnot und sonst alles Herzeleid in Gnaden von uns ab. Gib uns Friede und Gesundheit, auch Glück und Heil zu unser aller Beruf und Stande. Und weil wir nun mit der neuen Woche unsre Amts⸗ und Berufsarbeit wieder antreten, so fange, o Gott, von neuem an, uns zu segnen. Laß uns das Werk, dazu du uns berufen hast, mit Freuden angreifen und führe durch deinen Segen alles, was wir in deinem Na⸗ men anfangen, zu deiner Ehre, zu unserer und unseres Nächsten Wohlfahrt glücklich hinaus. Gefällt es dir aber, lieber Vater, uns in der angehenden Woche mit Kreuz und Trübsal heimzusuchen, so gib Geduld und mache uns das Kreuz nicht schwerer, als wir es tragen können. Hast du endlich über einen oder den andern unter uns beschlof⸗ sen, ihn in dieser Woche durch den zeitlichen Tod aus die⸗ ser Welt abzufordern, so gib demselben hier ein seliges Ende, daß er dort ewig bei dir sei, und wir zuletzt insge⸗ samt nach aller Mühe und Arbeit auf Erden bei dir int Himmel einen Sabbath nach dem andern in ewiger Freude und Herrlichkeit feiern mögen. Das verleihe uns, o Gott, in des heiligen Geistes Kraft durch Jesum Christum. Amen. 18. Belstunde narh der meier des heiligen Abendmahls. Nun, mein Heiland, in deiner Kraft will ich hingehen, und was noch übrig ist, im Fleische zu leben, will ich nach deinem Willen zubringen. Weil es aber nicht in eines Men⸗ schen Kraft steht, wie er wandle oder seinen Gang richte, so gib du mir das Vollbringen. Regiere mich durch deinen heiligen Geist, laß deine Güte und Treue mich allewege behüten. Laß mich empfinden, daß du durch den Glauben 250 Gebete. in mir wohnest, durch die Liebe in mir lebest und durch die Hoffnung mich täglich stärkest. Gib, daß ich ohne Heu⸗ chelei in Sanftmut und Demut beständig einhergehe, da⸗ mit dein Leben an mir offenbar werde. Gib mir alle Ta⸗ ge neue Kraft, daß ich mich selbst verleugne, die Welt ver⸗ schmähe, dein Kreuz auf mich nehme und dir beständig nachfolge. Gib mir Mut und Stärke, daß ich meinen Fein⸗ den getrost widerstrebe, die Werke des Teufels in mir be⸗ ständig töte, auch die Welt und was in der Welt ist, als Augenlust, Fleischeslust und hoffärtiges Wesen, siegreich überwinde. Laß mich in allen Stücken an dir, meinem Haupte, wachsen und fruchtbar sein in allen guten Wer⸗ ken. Vollführe du selbst das gute Werk, das du in mir an⸗ gefangen hast. Bleibe in mir und laß mich bleiben in dir; laß mich in deiner Liebe und Erkenntnis zunehmen, daß ich im Glauben bleibe, einen guten Kampf kämpfe, und durch den Tod zu dir in das ewige Leben dringe, wo Freude die Fülle und liebliches Wesen ist zu deiner Rech; ten ewiglich, da ich dann mit allen Auserwählten vor dei⸗ nem Throne stehen und singen werde: Lob, Preis und Dank und Weisheit und Kraft und Stärke sei unserm Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. B. Beicht⸗ und Abendmahlsgebete. 1. Por der Beichte. Herr, du ss gesagt: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen. Auf solche deine Verheißung kom⸗ me ich zu dir und glaube festiglich, ich werde nicht hinaus⸗ gestoßen werden. Ich komme aber, weil ich mühselig und beladen bin. Es drückt und beschweret mich der Sünden Last, welche ich in demütiger Beichte vor deinem Angesicht niederlege. Ach Vater, ich habe gesündigt in den Himmel und vor dir, ich bin hinfort nicht mehr wert, daß ich dein Kind heiße. Du aber bist gnädig und barmherzig und von großer Güte. Darum trete ich mit gläubiger Zuverficht zu deinem Gnadenstuhle und begehre demütiglich Gnade. Erlaß mir, o Gott, was ich dir Lauttam bin, ich kann nicht zahlen aus Unvermögen, du aber kannst es mir erlassen aus Gnade. Geh nicht, ach geh nicht mit deinem Knechte B. Beicht⸗ uno Abendmahlsgebete. 25¹ (mit deiner Magd) ins Gericht. Rechne mir die Sünden nicht zu, die mein Gewissen beschweren, und verzeih mir auch die verborgenen Fehler. Siehe an das Blut deines Sohnes, dasselbe ist vergossen für die Sünde der Welt. Ich bin auch in der Welt und bin ein Sünder, darum ist es auch für mich vergossen. Ach Herr, du hast mich geschla⸗ gen, verbinde mich; du hast mich zerrissen, heile mich. Gib mir Glauben und Beständigkeit, daß ich an deinem Tische ein würdiger Gast sei und in der Gottseligkeit zunehme. Führe und regiere mich hinfort, daß ich das Gute, so ich mir vorgenommen, ins Werk richten möge. Beuge das Herz zur Gottesfurcht, öffne die Ohren zum fleißigen Auf⸗ merken auf dein Wort, die Lippen zum Lobe deines Na⸗ mens. Segne meine Arbeit, verleih Frieden im Hause und öffentlich, wende ab die Argernisse, behüte die Meinen und regiere all unser Tun, daß es dir angenehm und den Gläu⸗ bigen heilsam sein möge. Höre mein Seufzen, o mein Gott, ia erhöre es, daß ich in dir und du in mir sein und blei⸗ ben mögest. Amen. 2. Nach der Beichte. Ich will den Herrn loben allezeit, sein Lob soll im⸗ merdar in meinem Munde sein. Denn da ich den Herrn suchte, antwortete er mir und errettete 960 aus aller mei⸗ ner Furcht. Er hat meine Seele beim Leben erhalten, er hat meine Traurigkeit in Freude verwandelt, er hat mei⸗ ne Finsternis licht gemacht. Darum freue ich mich und bin fröhlich in dir und lobe deinen Namen, du Allerhöchster. Laß mich noch ferner vor deinen Augen Gnade finden. Weise mir, Herr, deinen Weg, daß ich wandle in deiner Wahr⸗ heit. Erhalte mein Herz bei dem Einigen, daß ich deinen Namen fürchte. Lehre mich tun nach deinem Wohlgefallen, denn du bist mein Gott; dein guter Geist führe mich auf ebener Bahn. Erhalte meinen Gang auf deinen Fußstei⸗ gen, daß meine Tritte nicht gleiten. Rüste mich aus mit Kraft aus der Höhe und mache meine Wege ohne Wandel, damit ich Glauben und gut Gewissen behalte und in dei⸗ ner Gnade bleiben möge. Das bitte ich um Jesu Christi, deines lieben Sohnes, meines einigen Erlösers und Hei⸗ landes willen. Amen. 25² Gebete. 3. Murgen gebet am Abendmahlskage. Allmächtiger und barmherziger Gott und Vater, ich danke dir von Grund meines Herzens für deinen Schutz und Schirm in dieser Nacht und für den frohen Morgen, welchen du mich erleben lässest. Gelobt sei deine Barmher⸗ zigkeit, die alle Morgen neu ist und mich heute zu deinem Hause, zu deinem Altare beruft und einladet. O Herr, weil ich nun mit den Haufen, die da feiern, zu deinem Abendmahle kommen will, so bereite du mich elbst dazu. Willst du eine reine Wohnung in mir finden, 10 reinige und heilige selbst meinen Leib und Seele. Leite mich mit deinen Augen, führe mich mit deiner Hand zum Reichtum deiner Güte, tröste mich mit deinem Angesichte. Wie der Hirsch schreiet nach frischem Wasser, so schreiet meine Seele, Gott, zu dir. Erhalte mich in beständiger Andacht, bewahre mich vor bösen Gedanken, nimm mich in deinen besonderen Gnadenschutz und ri nicht von mir. Heiliger Jesu, vereinige du dich an diesem Tage mit meinem Leibe und mit meiner Seele. Speise mich mit dei⸗ nem Leibe, tränke mich mit deinem Blute, auf daß mein schwacher Glaube gestärkt und ich deiner Gnade, der Ver⸗ gebung meiner Sünden und der ewigen Seligkeit versi⸗ chert werde, daß ich als ein würdiger Gast an deinem Tische erscheine. ö Nun, Herr Gott Vater, sei mein Schutz und Beistand. Herr Jesu, sei meiner Seele Speise, Licht und Leben. Und du, Herr Gott heiliger Geist, erleuchte mich und er⸗ halte mich in der wahren Heiligung, daß ich in dem Stan⸗ de der Gnade, in welchen ich heute aufs neue trete, Zeit meines Lebens verbleiben möge. O Herr, o Herr, laß wohl gelingen. Deinem heiligen Namen sei Lob, Ehre und Dank gesagt immer und ewiglich. Amen. 4. Am Binjugehen zum Alkar. O Gott Vater im Himmel, erbarme dich über mich und sei mir gnädig, deinem Kinde, welches jetzt mit kindlicher Furcht zu deinem heiligen Altar kommt. Laß mich deiner himmlischen Mahlzeit genießen, wie du sie mir bereitet hast, nämlich zu meiner Seele Seligkeit. O michn dir a hast, mir v O verlei ment stärke Gewif Leben laß n B. Beicht⸗ und Abendmahlsgebete. 25³3 O Gott Sohn, der Welt Heiland, erbarme dich über mich und laß mich jetzt bei deinem heiligen Abendmahl ein dir angenehmer Gaft sein. Gib mir, was du verheißen hast, nach deiner Wahrheit und laß mich nehmen, was mir von dir beschieden ist, zu meiner Gerechtigkeit. O Gott heiliger Geist, erbarme dich über mich und verleihe mir deine Gnade, daß ich dieses heilige Sakra⸗ ment würdig empfange, damit meinen schwachen Glauben stärke, mein kaltes Herz mit Liebe entzünde, mein blödes Gewissen tröste, meine Hoffnung erfrische, mein sündhaftes Leben bessere und darauf selig werde. O Herr hilf, o Herr, laß wohl gelingen. Amen. O Herr Jesu Christe, ich bin nicht würdig, daß du ein⸗ ö gehest in mein sündiges Herz, du weißt aber und erkennst meine große Armut und Not, darum ich von Herzen be⸗ gehre deiner Gegenwart, zu speisen, zu trösten und zu stär⸗ ken meine arme Seele. Sprich sie an mit Einem Wort, so wird sie gesund. Amen. Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn. 5. Beim Empfang des heiligen Abendmahls. Herr Jesu Christe, dein heiliger Leib stärke und be⸗ wahre mich im rechten Glauben zum ewigen Leben. Amen. Herr Jesu Christe, dein heiliges Blut stärke und be⸗ wahre mich im rechten Glauben zum ewigen Leben. Amen. 6. Bach dem Empfang des heiligen Abendmahls. Herr Jesu Christe, ich sage dir herzlich Lob und Dank, daß du mich jetzt abermal so gnädig an deinem Tische mit deinem Leibe und Blute gespeist und getränkt hast, und bitte dich von Herzen, laß mir solches gedeihen zur Stär⸗ kung meines Glaubens, zur Besserung meines Lebens, zum Schirm meiner Seele und zu sicherer uv. Biei aus die⸗ sem Jammertal in das ewige Vaterland. Bleibe in mir, daß ich ewiglich bleibe in dir. Amen. Mein Lebetage will ich dich aus meinem Sinn nicht lassen, dich will ich stets, gleich wie du mich, mit Liebesarmen fassen; du sollst sein meines Herzens Licht, gnädiglich verordnet hast, ich bitte di Gebete. und wenn mein Herz in Stücke bricht, sollst du mein Herze bleiben, ich will mich dir, mein höchster Ruhm, hiermit zu deinem Eigentum beständiglich verschreiben. 7. Abendgebet am Abendmahlskage. Allmächtiger, ewiger Gott, der du allewege unsere Schwachheit ganz väterlich bedenkest und daher neben an⸗ dern unzählbaren Wohltaten, die du uns erzeigest, auch die Nacht zur notwendigen Ruhe unsers müden Leibes von Herzen, ver⸗ zeihe mir und allen denen, welche du heute mit himmli⸗ scher Speise und Trank begnadigt hast, alles, wodurch wir deiner himmlischen Güte nach unserer großen Schwachheit aufs neue unwert geworden sind. Gib uns, Herr, ein ernst⸗ lich Mißfallen aller unserer sündlichen Gebrechlichkeiten, entzünde in uns durch deinen heiligen Geist eine unaus⸗ löschliche Begierde nach der täglichen Besserung. Verleihe nun, o Herr und getreuer Vater, eine stille und ruhige Nacht in deinem Frieden mir und allen freudenmüden Menschen, sowie auch denen, die ohne deine besondere Ga⸗ be und Erhörung dieser Bitte vor Krankheit, Kummer, Herzeleid, Anfechtungen oder Leibesschmerzen nicht schla⸗ fen könnten. Wache du über uns, du getreuer Vater, er⸗ leuchte die Augen unsers Gemütes, daß wir nicht im To⸗ de der Sünden entschlafen, sondern wachen im lebendigen Glauben, welcher allezeit in der Lampe unsers Herzens brenne und seine notwendige Nahrung habe von dem Ole deines heiligen Geistes, auf daß, wenn du kommst zu der Stunde, die uns verborgen, dir aber allein bewußt ist, wir dir, unserm geliebten Bräutigam, fröhlich entgegen⸗ gehen und dann mit dir eingelasfen werden in deinen himmlischen Freudensaal, wo du dich mit allen Gläubigen in ewiger Liebe, Freude und nn eit vereinigen und er⸗ freuen wirst bei deinem ewigen Abendmahle. Amen. C. Gebete für die tägliche häusliche Andacht. 255 C. Gebete für die tägliche häusliche Andacht. a. Morgengebete. 1. Tukhers Worgensegen. Das walte Gott Vater, Sohn und heiliger Geist. Amen. Ich glaube an Gott den Vater, allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erden. Und an Jesum Christum, seinen eingebornen Sohn, Iehere Herrn, der empfangen ist von dem heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontio Pilato, gekreuziget, gestorben und begraben, niedergefah⸗ ren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel, sitzend zur rechten Hand Gottes, des allmächtigen Vaters, von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. Ich glaube an den heiligen Geist, eine eabhe christ · liche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Le⸗ ben. Amen. Vater unser, der du bist im Himmel. Geheiliget werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel also auch auf Erden. Unser täglich Brot gib uns heute. Und vergib uns unsre Schuld, wie wir verge⸗ ben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versu⸗ chung. Sondern erlöse uns von dem Ubel. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen. Ich danke dir, mein himmlischer Vater, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, daß du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitle dich, du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Ubel, bes dir all mein Tun und Leben wohl⸗ al Denn ich besehle mich, meinen Leib und Seele und alles in deine Hände; dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen. 2. Myrgengebel am Bonnkage. Barmherziger, getreuer Gott, du ewiger Vater unse⸗ res Herrn Jesu Christi, der du mit deinem Sohne und dem heiligen Geiste regierest in Ewigkeit, wir sagen dir 256 Gebete. Lob und Dank für alle Wohltaten, die wir ohne Unterlaß von deiner milden Güte empfangen, daß du uns die ganze Zeit unsers Lebens, wie auch die vergangene Nacht, so väterlich behütet und uns den heutigen Tag gesund hast lassen erleben. Insonderheit danken wir dir, daß du bei uns das helle Licht deines Evangeliums hast lassen auf⸗ gehen, bei welchem wir dich und deinen Willen recht er⸗ kennen und lernen mögen, wie wir christlich leben und se⸗ lig sterben sollen. Wir bitten dich, gütiger Gott, du wol⸗ lest solch Gnadenlicht des Evangeliums uns und unsern Nachkommen erhalten; und damit wir dein angenehmes Volk sein und bleiben können, so vergib uns alle unsere Sünde und Missetaten um deines lieben Sohnes, unsers Heilandes Jesu Christi willen, und heilige uns durch dei⸗ nen heiligen Geist je länger je mehr, daß wir der Welt und allen weltlichen Lüsten von Herzen entsagen und un⸗ sere Freude und Lust darin suchen, daß wir dir dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit, die dir gefällig ist. Offne un⸗ sere Ohren und Herzen, daß wir dein heiliges Wort mit Freuden hören, mit Fleiß erwägen und in reinem Herzen behalten, dich getrost anrufen und nicht allein diesen Tag, sondern auch alle übrigen Tage unsers Lebens von allen bösen Werken feiern, bis wir endlich zu dem ewigen Sab⸗ bathtag gelangen, da wir deine großen Taten mit allen Auserwählten, Engeln und Menschen, rühmen und prei⸗ sen werden in alle Ewigkeit. Amen. 3. Worgengebel am Wontkage. Barmherziger, mildreicher Gott und Vater, in dieser Morgenstunde heali ich vor dem Throne deiner gött⸗ lichen Güte mit herzlichem Danke, daß du nach zurückge⸗ legter finsterer Nacht mich abermals gesund und frisch hast aufstehen lassen. O Vater, deine Hand hat mich geschützet, daß mich nichts hat betrüben oder beschädigen können. Da⸗ mit nun ferner mein Mund deines Ruhmes und deines Preises täglich voll sei, so vergib mir alle meine Sünde und tu mir wohl. Gedenke nicht der Sünden meiner Ju⸗ gend noch meiner Ubertretung, gedenke aber meiner nach deiner Barmherzigkeit um deiner Güte willen, und regiere mich h nes Lo Worte chung tes, de deine ten, de Denn mein Meine Abel z meinet nen N allen trübe men s liebste beit u meine an did ne Ju lig ste ben S wiede väterli lest ar mich 2 den u Herr, seine! bich ö lich C. Gebete für die tägliche häusliche Andacht. 257 mich heute, diese angehende Woche und die ganze Zeit mei⸗ nes Lebens, daß ich in allem meinem Vornehmen deinem Worte folge. Behüte mich, liebster Vater, vor der Versu⸗ chung des Satans und meines eigenen Fleisches und Blu⸗ tes, daß ich nichts Ubles tue noch wider dich sündige. Laß deine heiligen Engel mich auf allen meinen Wegen behü⸗ ten, daß ich vor allem Schaden väterlich bewahrt werde. Denn dir, o Gott, übergebe ich meinen Leib und Seele mein Haus und Hof, mein Weib und Kind und alle die Meinen). Behüte, schütze und erhalte mich, daß sich kein Ubel zu mir nahe. Sei du mein Schild und Schirm, segne meinen Eingang und Ausgang und verlaß nicht, die dei⸗ nen Namen kennen. Tröste alle Betrübte und Kranke. Hilf allen Notleidenden und Verlassenen. Und wenn auch eine trübe Unglückswolke nach deinem Willen über mich kom⸗ men sollte, so gib mir Geduld und Rat. Gesegne auch, liebster Vater, heute und die ganze Woche über meine Ar⸗ beit und Nahrung und die Werke meines Berufs, daß meine Mühe und Arbeit nicht verloren sei. Laß mich stets an dich gedenken, dich in meinem Herzen behalten und dei⸗ ne Furcht vor Augen— daß ich christlich lebe und se⸗ lig sterbe. Das verleihe mir um Jesu Christi, deines lie⸗ ben Sohnes willen. Amen. 4. Morgengebel am Dienskage. Gelobet seist du, o Gott, mein Schöpfer, gelobet seist du, o Gott, mein Heiland, gelobet seist du, o Gott, mein höchster Tröster, der du mein Schild und Horn meines Heils und mein Schutz bist und mich die vergangene Nacht wiederum vor allen geistlichen und leiblichen Feinden so väterlich bewahret hast. Ich bitte dich demütiglich, du wol⸗ lest auch diesen Tag deine Güte über mich ausstrecken und mich mit deiner Barmherzigkeit erfüllen, auch vor Sün⸗ den und allem Ubel gnädiglich behüten. Umgib mich, o Herr, rings mit deinem Schilde, daß der böse Feind und seine Werkzeuge mir keinen Schaden zufügen können. Er⸗ —: mich in deiner Furcht, daß ich nicht sündige, sondern ich herzlich liebe und dein Knecht(deine Magd) sei ewig⸗ 900 Verleih mir auch deine Gnade, daß 10 die Werke 17 258 Gebete. meines Berufes treulich und fleißig ausrichte. Gib dein Gedeihen zu meinem Amt und Stand, segne mein Brot und Wasser und richte all mein Vorhaben, Tun und Ar⸗ beit zu deinem Lob, auch zu meiner zeitlichen und ewigen Wohlfahrt. Wende von mir alle bösen Krankheiten und was mir an Seel und Leib schädlich sein mag. Insonder⸗ heit aber behüte mich vor einem bösen, schnellen Tode und vor allerlei Herzeleid. Dein heiliger Geist weiche nur nicht von mir. Dein guter Engel sei allezeit zwischen mir und allen meinen Feinden, daß sie keine Hand an mich legen können. Deine Gnade und Segen sei ewiglich ob mir. Amen. 5. Morgengeber am Wirtwoch. O Herr Gott, Vater und Herr meines Lebens, ich danke dir von Grund meiner Seele, daß du auch in dieser vergangenen Nacht die Hand deiner väterlichen Barmher⸗ zigkeit über mich gehalten, mich durch den Schutz deiner heiligen Engel behütet 191 und mich zu deinem Lobe wie⸗ der aufstehen lassen. Ich bitte dich durch Christum, deinen Sohn, laß mich dir diesen Tag zu gleicher Gnade, Liebe und Fürsorge befohlen sein. Regiere mein Herz, Sinn und Gedanken, Worte und Werke durch deinen werten und hei⸗ ligen Geist, daß ich nichts Ubles tue. Leite mich auf ebner Bahn und laß mein Mig deinen Tempel und Wohnung sein. Ach Herr, allmächtiger Gott, du bist mein Vater, ich dein Kind; verlaß mich nicht, mein Heil steht allein bei dir. In deinem Namen, o Vater, fange ich alles an, gib, daß ich mein Werk in deiner Kraft vollbringe, für deinen väterlichen Beistand dir danke, mit dem, was mir deine Güte verliehen hat, mich kindlich begnügen lasse und nicht nach mehr oder nach Verbotenem trachte. Zieh mich von der Welt und ihrer Lust ab, ich begehre ihrer nicht. Sei du mir nur, mein Gott, nicht schrecklich in der Not, denn wenn ich nur dich habe, so frage ich nichts nach Himmel und Erde. Du bist mir werter, als alle Schätze der Welt. Ach gib, daß ich dich, du süße Liebe, nimmermehr verlasse. Bleibe diesen Tag und allezeit bei mir. Nimm dich auch nach deiner großen Liebe aller Armen und Notleidenden, aller Bekümmerten und Trostlosen, aller Verlornen und C. Gebete für die tägliche häusliche Andacht. 259 Irrenden, Weran, ser deiner verlorenen Schafe aus dem Hause Israel an, sei das ewige Heil deiner Kirche und laß auch mich in derselben ein wahres und lebendiges Glied sein, daß, wenn ich aus diesem Leben scheiden soll, ich zu dir in den Himmel aufgehoben werde. Ach Vater, erhöre mich und gewähre mir meine Bitte, in dem Namen deines Sohnes Jesu. Amen. 6. Mourgengebel am Dynnerskage. Wir loben, preisen und rühmen dich, wir danken dir, du Gott unserer Väter, daß du uns aus dem Schatten der Nacht herausgeführt und uns von neuem das Licht des Tages hast sehen lassen. Zu deiner Güte flehen wir: Sei gnädig über unsere Missetat und nimm an unser Gebet nach der Fülle deiner Erbarmung. Denn du bist unsere Zuflucht für und für, barmherziger, allmächtiger Gott. Laß scheinen in unsere Herzen die wahrhaftige Sonne dei⸗ ner Gerechtigkeit, erleuchte unsern Verstand und behüte unsere Sinne, auf daß wir als am Tage ehrbarlich wan⸗ deln den Weg deiner Gebote und auch dermaleinst im ewi⸗ gen Freudenlichte dich selig schauen mögen. Amen. 7. Morgengebet am Yreifage. Herr, Jesu, deine Liebe ist in der vergangenen Nacht mein Schild und Schirm gewesen. Ich danke dir für alle deine Güte, die du an mir armen und elenden Menschen so gnädig bewiesen, und bitte dich, zeige mir auch heute diesen Tag deine Gestalt, denn sie ist lieblich. Erfreue die Seele deines Kindes mit deiner heiligen Gegenwart. Stärke mich mit dem Beistande deines werten heiligen Geistes. Vergib mir alle meine Sünde und Missetat, mit welcher ich bisher wider dich und deine heilige Liebe mißgehandelt habe, und regiere heute und allezeit mein ganzes Leben und meine Werke, daß ich nichts Böses tue, nichts Gutes unterlasse. Herr Jesu, stärke meinen Glauben, mehre mei⸗ ne Liebe zu dir und gib mir ein festes Vertrauen zu dei⸗ nem heiligen Versöhnungsblute. Zeuch mich nach dir, so werde ich den Weg deiner Gebote nimmermehr vergessen. Herr Jesu, der du an dem heutigen Tage deinen heiligen Leib in das Grab hast legen lassen, ach gib mir deine 17³ 260 Gebete. Gnade, daß ich meine Sünde tief vergrabe und sie nim⸗ mermehr über mich herrschen lasse. Sei mit mir in allen meinen Verrichtungen, laß sie wohl geraten, wenn sie in dir getan sind. Erbarme dich auch aller, die dir anhangen, und gib einem jeden sein täglich Brot und verlaß deine Gemeine nicht, deren Erzhirte du bist. Gib uns ferner die Süßigkeit deiner heiligen Liebe zu genießen, und wenn wir endlich am Ende unseres Lebens den Weg des Todes gehen sollen, so laß deinen Tod unser Leben und dein hei⸗ liges Grab unsere Ruhe sein, daß wir durch den Tod zum Leben eingehen. Erhöre uns, o Jesu, um deines Namens und um deiner Liebe willen. Amen. 8. Morgengebet am Bynnabend. Herr Gott, himmlischer Vater, in dieser Morgenstun⸗ de befehle ich dir meinen Leib und meine Seele in deine liebreiche Regierung, in deinen mächtigen Schutz, in dei⸗ ne väterliche Aufsicht und Treue. Laß mir und den lieben Meinigen heute nichts Ubles begegnen und keine Plage unserm Hause sich nahen. Laß deinen heiligen Geist uns kräftig regieren und unser Herz zum kindlichen Gehorsam lenken, daß wir von den Wegen der wahren Gottseligkeit nicht abweichen. Segne mich heute an Leib und Seele, segne meinen Ausgang und Eingang, segne meine Haus⸗ haltung und Nahrung. Laß mir in allen meinen Geschäf⸗ ten und Vornehmen dein himmlisches Licht leuchten, deine Kraft mich stärken, deine Liebe mich dringen, daß ich in Gerechtigkeit wandle, meinen Taufbund stets vor Augen habe und meinem Nächsten mit aufrichtiger Liebe begegne. Gib, daß ich die Zeit, die ich noch zu leben habe, wohl und christlich anwende, zu deines erebit Namens Ehre, mei⸗ nes Nächsten Dienst und meiner selbst Besserung. Gib mir auch die Gnade, daß ich mich meiner Sterblichkeit stets erinnere und meine Gedanken allezeit aus dem Zeitlichen in das Himmlische und Ewige richte. Und wenn ich dann meinen Lauf vollendet und das Ziel, welches du mir in Gnaden gesetzt, erreicht habe, 0 verleih mir nach deiner großen Barmherzigkeit um Jesu Christi willen ein sanf⸗ tes, fröhliches und seliges Ende. Amen. E „HEN 1 3 3 3 3 v n C. Gebete für die tägliche häusliche Andacht. 261 b. Tischgebete. Vyr dem Elfen. Aller Augen warten auf dich und du gibst ihnen ihre Speise zu seiner Zeit. Du tust deine Hand auf und sättigst alles, was lebe, mit Wohlgefallen. Herr Gott, himmlischer Vater, segne uns und diese deine Gaben, die wir von deiner milden Güte zu uns neh⸗ men, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Mel. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort. 1. Gesegn' uns, Herr, die Gaben dein, die Speis' laß unsre Nahrung sein, hilf, daß dadurch erquicket werd der dürft'ge Leib auf dieser Erd. 2. Doch dies zeitliche Brot allein kann uns nicht g'nug zum Leben sein, dein göttlich Wort die Seele peis hilft uns zum Leben allermeist. 3. Drum gib uns beides, Herre Gott! Hilf endlich auch aus aller Not! So preisen wir dein Gütigkeit hier und auch dort in Ewigkeit. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. Speis' uns, Vater, deine Kinder, tröste die betrübten Sünder, sprich den Segen zu den Gaben, die wir jetzo vor uns haben, daß sie uns zu diesem Leben Stärke, Kraft und Nahrung geben, bis wir endlich zu den Frommen an die Himmelstafel kommen. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. 1. Wir danken Gott für seine Gab'n, die wir von ihm empfangen hab'n, und bitten unsern lieben Herrn, er woll hinfort uns mehr bescher'n, 2. Und speisen uns mit seinem Wort, daß wir satt werden hier und dort. Ach lieber Herr, du wollst uns geb'n nach dieser Zeit das ew'ge Leb'n! 5 262 Gebete. Nach dem Essen. Danket dem Herrn, denn er ist freundlich und seine Güte währet ewiglich. Wir danken dir, Herr Gott himmlischer Vater, durch Jesum Christum, unsern Herrn, für alle deine Wohltat, der du lebeft und regierest in Ewigkeit. Amen. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du 101 Gast gewesen bist. Bleib du bei uns, so hat's nicht Not, du bist das rechte Lebensbrot. C. Abendgebete. 1. Lukhers Abendsegen. Das walte Gott Vater, Sohn und heiliger Geist. Amen. Ich glaube an Gott den Vater, allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erden. Und an Jesum Christum, seinen eingebornen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontio Pilato, gekreuziget, gestorben und begraben, niedergefah⸗ ren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel, sitzend zur rechten Hand Gottes, des allmächtigen Vaters, von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. Ich glaube an den heiligen Geist, eine heilige christ⸗ liche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Le⸗ ben. Amen. Vater unser, der du bist im Himmel. Geheiliget werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel also auch auf Erden. Unser täglich Brot gib uns heute. Und vergib uns unsre Schuld, wie wir verge⸗ ben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versu⸗ chung. Sondern erlöse uns von dem Ubel. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen. Ich danke dir, mein himmlischer Vater, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, daß du mich diesen Tag näd 9s mich mein heili Mac 8 dir Gna anzu zu g arme alle! dein nem selig hen einig von E 9 C. Gebete für die tägliche häusliche Andacht. 268 gnädiglich behütet hast, und bitte dich, du wollest mir ver⸗ geben alle meine Sünde, wo ich Unrecht getan habe, und mich diese Nacht gnädiglich behüten. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen. 2. Abendgebek am Bonnkage. Herr, allmächtiger Gott, barmherziger Vater, ich danke dir herzlich, daß du mich heute so gnädig behütet und Gnade verliehen hast, dein Wort zu hören, deinen Namen anzurufen und auch der leiblichen Ruhe und Erquickung zu genießen. Herr, wie groß ist deine Güte, die du uns armen Menschen 11367 Vergib mir, o lieber Vater, alle meine Sünde um Christi willen und regiere mich durch deinen heiligen Geist, daß ich dem, was ich heute aus dei⸗ nem heiligen Wort gelernt, in beständigem Glauben, gott⸗ seligem Leben und fröhlicher Geduld fleißig und von Her⸗ zen nachkomme. Und gleichwie dein lieber Sohn, mein einiger Heiland Jesus Christus, an diesem Tage siegreich von den Toten auferstanden ist, also verleih mir Gnade, in einem neuen Leben vor dir zu wandeln. Ich bitte dich auch, lieber Vater, du wollest diese Nacht in deinen väter⸗ lichen Schutz nehmen meinen Leib und Seele und alles, was du mir gegeben hast, daß der böse Feind und seine Werkzeuge keine Macht an mir finden. Dein heiliger Geist erleuchte mich, daß ich dein nimmermehr vergesse. Deine allmächtige Hand erhalte mich. Dein heiliger Engel be⸗ schütze mich. Deine väterliche Güte segne und erquicke mich, damit ich morgen gesund und mit Freuden aufstehen und dir nach deinem Willen dienen möge. Und wenn ich im zeitlichen Tode werde entschlafen sein, so gib durch die Auferstehung Jesu Christi, daß ich an jenem Tage fröh⸗ lich aus dem Tode wiederum hervorgehen möge zur ewi⸗ gen Herrlichkeit. Amen. 3. Abendgebet am Monkage. Allmächtiger, treuer Gott, ich danke dir, daß du mich und die Meinigen diesen Tag über väterlich behütet und alles Unglück gnädiglich von uns abgewendet hast. Ich will 264 Gebete. mich nun in deinem Namen zur Ruhe begeben und auf meinem Lager unter deinem Schutze sanft entschlafen. Ver⸗ zeih mir doch, lieber Vater, alle meine Sünden und Fehl · tritte, mit denen ich dich diesen Tag wissentlich oder un⸗ wissentlich beleidigt und erzürnt habe. Gib mir eine ru⸗ hige Nacht und einen stillen Schlaf, daß ich nicht erschreckt werde. Du Hüter Israels, der du weder schläfst noch schlum⸗ merst, wache über mich. Bleibe bei mir, denn es ist Abend worden, und der Tag hat sich geneiget. Sei du in Fin⸗ sternis meiner Seele helles Licht, daß ich mich, ob ich schon im Finstern schlafe, doch nicht fürchte. Laß meine Seele in dir ruhen, und ob mich der Tod erschleichen wollte, so er⸗ halte mein Herz und meinen Geist, daß ich zu dir wache und dein sei im Leben und im Tode. Ich befehle dir ach all die Meinen, meine Freunde und Nachbarn, dazu auch Haus und Hof. Gib, o treuer Vater, eine stille, ruhige Nacht auch allen denen, die in Kümmernis, Krankheit, Herzeleid Not und Anfechtung sind, die ohne deine wunderbare Hand vor Leibes und der Seele Schmerzen den Schlaf nicht fin⸗ den. Behüte uns vor allem Übel. Wecke mich frühe sanft auf zu deines Namens Ehre und lehre mich deinen Willen tun nach deinem Wohlgefallen. Und wenn ich an meinem letzten Ende meine Augen zuschließe und selig in deiner Gnade einschlafe, so erwecke mich am Tage der Auferste⸗ hung alles Fleisches fröhlich zum ewigen Leben. Amen. 4. Abendgebel am Dienslage. Allmächtiger, ewiger Gott, wie freundlich bist du de⸗ nen, die auf dich harren, und der Seele, die nach dir fra⸗ get. Wie hast du mich diesen Tag so gnädiglich angesehen, der ich doch alles Guten unwürdig bin, hast nicht mit mir gehandelt nach meinen Sünden und mir nicht vergolten nach meiner Missetat. Das danke ich dir von ganzem Her⸗ zen. O Herr, laß dir angenehm sein, was ich diesen Tag in deinem Namen getan habe; vergib mir, was ich wider dei⸗ nen göttlichen Willen gesündigt habe. Laß in mir nicht ver⸗ löschen das Licht des Glaubens und deiner Erkenntnis, laß nicht mich überfallen die grausame Finsternis der Unwis⸗ senheit, des Unglaubens und der Verzweiflung, behüte mich C. Gebete für die tägliche häusliche Andacht. 1 vor der ewigen Nacht. Herr, bleibe bei mir, denn der Tag sten sich geneiget, und es ist niemand, der mich in der Fin⸗ ternis erhalten möge, denn du allein, mein Gott. Hilf n· uns, so wir wachen, daß wir in Christo wachen; behüte u⸗ uns, so wir schlafen, daß wir in Frieden ruhen. Suche heim ckt und regiere dieses Haus und verkreibe davon alle Schrecken n⸗ des Feindes und laß deine heiligen Engel darin wohnen. d Dein heiliger Segen bleibe über uns durch Jesum Chri⸗ n⸗ stum, unsern Herrn. Amen. 3 5. Abendgrbet am Wiktwoch. Ich sage dir Dank, du wahres, ewiges Licht, daß du 0 mich in dem Glanze deiner göttlichen Gnade und deines 8 Geistes in dieses natürlichen Tages Schein vor schweren 0 Sünden behütet hast. Laß nun, o Gott, der du die Nacht 115 dem gebrechlichen Leibe zur Ruhe verordnet hast, meine 2 mühselige, dändige Seele in dir ruhen und bbn haben — vor aller List und jeglichem Anlauf des ösen Geistes. 15 Meine Sinne und Gedanken laß samt Händen und Füßen 1. feiern, schweigen und stille sein zu dir, der du den Beinen 2 gegenwärtig und unvergessen bist auch im tiefen Schlafe. Laß ja nicht mein träges Fleisch die arme Seele überwäl⸗ 10 tigen, daß sie dein vergesse des Nachts. Dir befehle ich 11 meinen Geist, o Hirte, zu treuen Händen; du hast ihn er⸗ 2 löset, Herr, du treuer Gott. Laß mich von dir nicht sinken, wache über mich, schirme mich mit deinen lügeln. Wenn Tag und Nacht sich scheiden, so wecke mich und verleihe mir wieder das Licht, darin ich hie wandeln und bei dir 0 dort ewig wohnen möchte. Höre und erhöre mich, der du nicht schläfst noch schlummerst, durch Jesum Christum. Amen. ir 6. Abendgeber sam Donnerslage. n Herr Gott Vater, voll Gnade und Güte, der du Barm⸗ r· herzigkeit erweisest bis in das tausendste Glied, wie soll n ich deinem Namen genugsam Ehre und Ruhm geben, daß i. du mich so herzlich geliebt und diesen Tag ohne allen 2 Schaden und Gefahr hast hinbringen lasfen. Ach Vater, 5 nimm an meiner Statt das vollkommene Opfer deines liebsten Sohnes Jesu Christi an und sei mir um seinetwil⸗ h len auch ferner gnädig und barmherzig, denn ohne dich, 266 Gebete. mein Gott, bin ich in der Finsternis dieser Nacht verlo⸗ ren. Du aber bist mein Licht und starker Hort, nimm mich in deine Gnadenarme, o Gott, der du verheißen, meiner nimmermehr zu vergessen. Vergib mir meine Sünden und schaffe in mir einen neuen, freudigen Geist, daß ich allezeit in kindlichem Vertrauen zu dir rufe: Abba, lieber Vater! Deiner väterlichen Fürsorge übergebe ich auch diese Nacht meinen Leib, Seele und all das Meine. Wache über mich, daß ich vor allem Leid behütet in deiner Gnade wieder er⸗ wache und dich preise. Tröste auch in dieser Nacht alle Bekümmerten und Betrübten und laß allen, die den Na⸗ men deines Sohnes Jesu in wahrem Glauben anrufen, Hilfe widerfahren. Und weil der Schlaf ein Vorbote des Todes ist, so verleih mir, o gütiger Vater, deine Gnade und den Beistand deines Geistes, daß ich mich also bereite, daß ich am Ende meiner Tage zur ewigen Ruhe des Him⸗ mels aufgenommen werde. Erhöre mich und erbarme dich mein, o Gott, um der kräftigen Fürbitte deines Sohnes Jesu willen. Amen. 7. Abendgebet am Freitage. O Herr Jesu Christe, du geduldiges Gotteslamm und heiliges Sühnopfer für all meine Sünde, ja nicht allein für meine, sondern auch für der ganzen Welt Sünde, dir danke ich abermal von Grund meines Herzens, daß du mich an Leib und Seele durch deinen Schutz diesen Tag so väterlich behütet hast. Dich bitte ich, du wollest mir alle meine Sünden, so ich heute diesen Tag aus Schwachheit meiner verderbten Natur und Anreizung des bösen Gei⸗ stes getan habe, welche mein Herz und Gewissen sehr be⸗ schweren und drücken, gnädiglich verzeihen und vergeben. Und weil ich mich nun zur Ruh und Schlaf will nieder⸗ legen, wollest du deine Gnade über mich ausbreiten, daß ich darunter in Fried und Ruh diese Nacht mit dem Leibe schlafen, mit der Seele aber allezeit zu dir wachen möge. Zaß mich also deiner herrlichen Zukunft zum jüngsten Ge⸗ richt wahrnehmen und mit herzlichem Seufzen auf dich warten, bis ich dermaleinst gar zu dir selig von hinnen sahre. Dazu hilf mir, treuer Heiland, mit dem Vater und heiligem Geiste hochgelobet in Ewigkeit. Amen. zu steh bet nic Jesu g 1 Stunde mich vr bewahr getrage auf ma stenstar Christi und S auf da sein köt D. Dankgebete und Gebete für bes. Anlässe usw. 267 8. Abendgebet am Sonnabend. Barmherziger Gott und Vater, ich sage dir von Her⸗ zen Lob und Dank, daß du dich meiner die Zeit meines Lebens so väterlich angenommen und mich diesen Tag über und sonderlich die ganze Woche bis auf diese Stunde vor allem Unglück Leibes und der Seele gnädig behütet hast. Ich bitte dich ferner, du wollest alle meine Sünden, die ich heut und die ganze Woche wider dich und meinen Näch⸗ sten wissentlich und unwissentlich getan, durch deine Gna⸗ de, welche alle bußfertigen Sünder bei dir haben, zudecken und ihrer nimmermehr gedenken. Hilf gnädiglich, daß ich aus der alten Woche in ein neu christlich Leden trete, dir und allen Auserwählten im Himmel gefallen möge, und laß mich diese angehende Nacht in deine gnädigen Arme befohlen sein, daß ich sicher ruhen und schlafen, srisch und gesund zu deinem ferneren Lob wieder aufstehen möge; und wenn mein Stündlein vorhanden ist, nimm mich zu dir, Herr Jesu Christ, denn ich bin dein und du bist mein, wie gern wollt ich bald bei dir sein. Amen. D. Dankgebete und Gebete für besondere Anlässe und in allerlei Aot. 1. Danksagung für Gottes Wohlktaten. Ewiger, allmächtiger Gott, du bist mein Leben, meine Wohlfahrt, meine Seligkeit, ich aber bin ein Staub der Erde und unterwinde mich, vor deinem Angesicht Vinn zu stehen und dich zu loben. Verwirf mein armes Lobge⸗ bet nicht, o Herr, und nimm mein Dankopfer in Christo Jesu gnädig an. Du hast mich von Anfang meines Lebens bis auf diese Stunde an Leib und Seele gespeist und ernährt. Du 9015 mich vor unzählbaren Gefährlichkeiten Leibes und der Seele bewahrt oder daraus errettet. Du hast mich mit Langmut getragen, zum Wege meiner Seligkeit ohne Unterlaß und auf mancherlei Weise gerufen und zu meinem seligen Chri⸗ stenstande bekehrt. Das alles hast du mir getan um Jesu Christi willen, der sich allen meinen Schmerzen, Strafen und Schanden und zuletzt meinem Tode unterworfen hat, auf daß ich endlich bei dir in ewiger Seligkeit fröhlich sein könnte. 268 Gebete. Wie soll ich dir, o mein Gott und Vater, für alle dei⸗ ne Treue und Barmherzigkeit danken? Wie soll ich dir danken, Herr Jesu, der du mit deinem Verdienste, mit Le⸗ ben und voller Genüge, ja mit dir selber den armen Sün⸗ der speisest und tränkest? Ich vermag allewege nichts Gu⸗ tes, wie sollte ich danken können? Gib du selbst, o Herr, mir in meine daß ie was ich bin und habe, und verleih mir alsdann, daß ich zum schwachen Danke dir wieder übergebe und opfere, was ich bin und habe, und mein Opfer von deinem Altare nicht wieder raube, so lange ich lebe. Dein heiliger Wille allein werde in mir, an mir und durch mich in allen Dingen vollbracht und mein Leben deinem Preis vollführt, so lange es noch währt. Das hilf mir nach deiner großen Liebe. Amen. 2. Gebel um Gylles Begen in Beruf und Baus. O allmächtiger, ewiger und barmherziger Gott, die⸗ weil du mit Worten und Werken genugsam bewiesen hast, daß du als ein getreuer Vater für uns sorgest, und hast uns gnädiglich zu Kindern angenommen und einem jeden seinen Beruf gegeben, darinnen er dir und dem Nächsten dienen soll, so bitten wir dich von Herzen, lieber Vater, gib Gnade, daß wir unsers Berufes fleißig wahrnehmen und im Gehorsam als deine treuen Kinder allezeit erfun⸗ den werden. Fördere die Werke unsers Haushaltens also, daß wir ja unsere Herzen nicht an die Güter dieser Welt hängen noch lichen e dadurch Argernis geben, sondern laß uns alle zeitlichen Güter und Gaben, so wir durch deinen Segen empfangen haben, in stillem Wesen mit täglicher uns abnende genießen und gebrauchen. Wollest auch von uns abwenden allen Müßiggang, unnötige Sorge der Nah⸗ rung und alles, was dir mißfällt, und bei uns und in uns fördern alles, was dir he nachgehe auf daß wir in all un⸗ serm Tun deinem Befehle nachgehen und alle Sorgen und Anliegen aus rechtem Glauben auf dich werfen. Denn du weißt alles, was uns mangelt und not ist; das wollest du uns gnädiglich verleihen. Amen. 3. Gebel der Elkern für ihre Rinder. Getreuer, lieber Gott und Vater, Schöpfer und Er⸗ halter aller Kreaturen, wir danken dir von Herzen für die D Kinder, Reitta heiliger auch ur in ihne Weishe kenntni und in Ende v mütige⸗ sen und Mensch Wortes dienst, gen jed und fle richtun mütig allen All sti, der gens u sein E unser ten la bitten Kinder, die du uns durch deinen Segen gegeben hast, und bitten dich herzlich, weil du gesagt hast, du wollest deinen heiligen Geist geben allen, die dich darum bitten, begnade auch unsere armen Kinder mit deinem heiligen Geiste, der in ihnen die wahre Furcht Gottes anzünde, welche der Weisheit Anfang ist. Beselige sie mit deiner wahren Er⸗ kenntnis, laß sie in dem wahren seligmachenden Glauben und in aller Gottseligkeit aufwachsen und darin bis ans Ende verharren. Gib ihnen ein gläubiges, gehorsames, de⸗ mütiges Herz, auch Weisheit und Verstand, daß sie wach · sen und zunehmen an Alter und Gnade bei dir und den Menschen. Pflanze in ihr Herz die Liebe deines göttlichen Wortes, daß sie seien andächtig im Gebet und Gottes⸗ dienst, ehrerbietig gegen die Diener des Wortes und ge⸗ gen jedermann, schamhaftig in Worten und Werken, treu und fleißig in Geschäften, verständig und glückselig in Ver⸗ richtungen ihres Berufes, richtig in allen Dingen, sanft⸗ mütig und freundlich gegen alle Menschen. Behüte sie vor allen Argernissen dieser Welt, sei ihr Schutz in allerlei Gefahr, daß sie nicht plötzlich umkommen. Laß uns ja nicht ren und Schande, sondern Freude und Ehre an ihnen erleben, daß durch sie auch dein Reich vermehret und die Zahl der Gläubigen groß werde, daß sie auch im Himmel um deinen Tisch her Ien mögen als die Hren lohen Ol⸗ zweige und dich mit allen Auserwählten ehren, loben und preisen mögen, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Darauf bete den 127. und 128. Psalm. Für die Früchte des Feldes: s. Kirchengebete 15. (Bagelfeier.) 4. Beim Beginn der Ernke. Allmächtiger Gott und Vater unsers Herrn Jesu Chri- sti, der du fröhlich machst, was da webet, beide des Mor⸗ gens und des Abends, bauest selbst das Land und segnest sein Gewächs: wir danken dir, daß du auch dieses Jahr unser Land heimgesucht hast und das Getreide wohl gera⸗ ten lassen. Wir wollen nun deinen Segen einsammeln und bitten dich herzlich, du wollest uns dazu gute und bequeme D. Dankgebete und Gebete für bes. Anlässe usw. 269 270 Gebete. Witterung verleihen, das Angesicht der Erde fröhlich ma⸗ chen und deine liebe Sonne igenire lassen, damit unsere Trumen vor allem Schaden behütet und zu ihrer Voll⸗ ommenheit gebracht, von uns in gutem Frieden fein trocken eingesammelt, mit Danksagung aus deiner milden Hand angenommen und zur Notdurft unsers Leibes in guter Ge⸗ sundheit genossen werden. Du weißt, lieber Vater, daß wir des täglichen Brotes und deines Erdsegens hoch bedürfen, weil du es so geordnet, daß der Mensch vom Brote lebe und sein Herz damit stärke. Darum so gönne uns auch für die⸗ ses Jahr deinen gezeigten Segen, und wie du angefangen hast, uns zu segnen, so segne uns noch ferner, gib uns un⸗ sere Speise zu seiner Zeit, tu deine milde Hand auf und sättige uns mit deinem Gut. Herr, du erhörest Gebet, dar⸗ um kommt alles Fleisch zu dir. Höre auch jetzt unser Gebet und vernimm unser Schreien, auf daß wir dein väterli⸗ ches Herz erkennen und dich für deine Wohltat loben und preisen, 10 lange wir leben. Dazu hilf uns, du frommer Gott, und gib uns, was wir für uns selber nicht vermö⸗ en. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herr⸗ ichkeit in Ewigkeit. Amen. Dankgebet nach der Ernte: s. Kirchengebete 14. (Erntedankfest.) 5. Um Geduld in NLeidenszeiten. Allmächtiger, gütiger Gott, der du bist eine Stärke der Schwachen, ein Trost der Betrübten, eine Zuflucht der Verlassenen, eine Hilfe der Angefochtenen, ein Leben der Sterbenden, ein Gott der Geduld und alles Trostes, du siehest, wie schwach, blöde und verzagt wir sind, und daß wir im Kreuze ohne deine göttliche Hilfe und Beistand nicht bestehen können. Deswegen rufe ich zu dir, wenn du mir Krankheit oder sonst Widerwärtigkeit nach deinem gött⸗ lichen Willen und Wohlgefallen zuschickest, du wollest mich darunter fest im Glauben und bestandig in der Geduld er⸗ halten. Verleih mir Gnade, daß ich deine väterliche Hand und Züchtigung mit sanftem Geiste und stillem Herzen er⸗ tragen möge. Gib mir Geduld in Leidenszeit, welche mir — hoch vt Gott, Trübse in mein ungedu chen di seiner duld al Hoffnu der M mand! verletze heilet. der sie ewiger duld fe an dir väterli möge, großen und Le gewap aller 9 auf da allhier hoben O meines in mei des G! Heilan seiest,! Lebens und T alle A duld ü dersteh meines D. Dankgebete und Gebete für bes. Anlässe usw. 271 hoch vonnöten ist, und lehre mich, daß ich dir, meinem Gott, stille halte, wenn es mir übel gehet, damit ich die Trübsal nicht achte für ein Zeichen deiner Ungnade und in meinem Herzen nicht etwa wider dich murre oder wer⸗ ungeduldig werde, sondern laß mich erkennen, daß, wel⸗ chen du, Herr, lieb hast, denselben du auch züchtigest zu seiner Besserung; denn die Trübsal bringt Geduld, Ge⸗ duld aber bringt Erfahrung, Erfahrung bringt Hoffnung, Hoffnung aber läßt nicht zu schanden werden, und selig ist der Mann, den du, Gott, züchtigest. Darum soll sich nie⸗ mand weigern der Züchtigung des Allmächtigen, denn du verletzest und verbindest, du zerschmeißest, und deine Hand heilet. Aus sechs Trübsalen wirst du mich erretten, und in der siebenten wird mich kein Ubel rühren. So hilf nun, ewiger, barmherziger Gott, daß sich meine Seele mit Ge⸗ duld fasse und in gewisser Hoffnung unabgewendet stets an dir bleibe, auf daß ich mit kindlicher Zuversicht dein väterliches Herz, unter dem Kreuze verborgen, erkennen möge, mit allerlei Kraft mächtig gestärkt werde nach der großen Macht deiner Herrlichkeit, und mit aller Geduld und Langmut in aller Anfechtung und Widerwärtigkeit gewappnet stehe und fröhlich mit dankbarem Gemüle in aller Not samt allen deinen Gläubigen dich Ueben möge; auf daß, wie ich mit Christo Jesu, deinem lieben Sohne, allhier leide, also auch mit ihm zur ewigen Herrlichkeit er⸗ hoben werde. Amen. 6. An Anfechtungen. O mein Herr Jesu Christe, ich bitte dich von Grund meines Herzens, sprich mir diese Himmelsfreude allezeit in mein Herz und schreib sie an mit der goldenen Schrift des Glaubens in mein Gemüt, daß du mein Jesus, mein Heiland, mein Helfer, mein Erlöser, mein Gort und Herr seiest, damit ich als ein Kind Gottes und Erbe des ewigen Lebens in diesem Elend dich, den Brunnquell aller Freude und Trostes, allezeit in meinem Herzen trage, auf daß ich alle Anfechtung und Widerwärtigkeit mit fröhlicher Ge⸗ duld überwinde, dem Teufel mit fröhlichem Glauben wi⸗ derstehe, mit fröhlicher Zuversicht bete, alle Mühseligkeit meines Berufs mit Freuden dulde und einmal, wann du 272 Gebete. willst, in fröhlicher Hoffnung ein seliges Ende nehmen mö⸗ ge. Amen. 7. In Kriegszeiten. Heiliger und barmherziger Gott, erzeige uns deine Gna⸗ de und hilf uns. Schwere Wetter steigen auf, Kriegsge⸗ schrei ist rings um uns her. Ach daß wir unter dem To⸗ ben der Völker deine Stimme hörten und deinen Geist uns strafen ließen! Mit Langmut hast du uns geschont und Geduld mit uns gehabt, aber wir sind über deine Güte um so sicherer geworden, haben deine Wohltaten mißbraucht, dein Wort vergessen, haben viel wider einander gemurrt, aber wenig für einander gebetet, haben mit unserer Weis⸗ heit, unserm Vermögen und Werk Götzendienst getrieben, statt auf dich allein unsere Hoffnung zu setzen. Aber nun kommen wir wieder zu dir, Herr, unser Gott. Laß uns eins werden in Erkenntnis unserer Sünde, daß wir auch eins werden im Vertrauen auf deine Erbarmung. Nimm von uns, Herr, jegliche Verschuldung, um Christi willen vergib uns unsere Sünde. Deine Gnade sei unser Trost, dein Friede unsere Kampfesrüstung. Sei eine feurige Mau⸗ er um unser Vaterland her und erzeige dich herrlich dar⸗ innen. Wächst die Not, so mache die Liebe brennender, daß sie rastlos einhergehe und den Verwundeten und Kranken Pflege bringe, den Armen und Knene Bind Obdach und Speise. Knüpfe durch die Trübsal neue Bruderbande, füh⸗ re uns durch Kampf und Sieg zu neuen Siegen deines Reiches und laß über unserm deutschen Vaterlande einen Frieden aufgehen, der deines Namens Ehre ist. Herr Gott, sei uns gnädig und erbarme dich über uns, erhöre unser Gebet um Jesu Christi willen. Amen. 8. An leurer Zeit. Ach Herr, du großer und gewaltiger Gott, reich über alle, die dich anrufen, wir bekennen dir von Grund unse⸗ rer Herzen, daß wir die Teurung und Hungersnot, die uns betrogffen, mit unsern vielfältigen Sünden wohl ver⸗ dient haben. Du, Herr, hast dich nicht Iructoe gelassen, sondern uns viel Gutes getan und bisher fruchtbare Zeiten gegeben und unsere Herzen erfüllt mit Speise und Freude. Wir aber haben für solche deine Wohltaten dir nicht ge⸗ 5⸗ D. Dankgebete und Gebete für bes. Anlässe usw. 273 dankt noch gedient. Darum, o gerechter Gott, hast du uns billig solchen Segen entzogen und den Stab des Brotes erbrochen. Ach Herr, sei uns gnädig und vergib uns un⸗ 100 Sünden um Jesu Christi willen. Tu deine milde Hand auf und sättige uns wieder nach deinem Wohlgefallen. Suche das Land heim und wässere es und mache es frucht⸗ bar, deine Brünnlein, Herr, haben ja Wassers die Fülle. Laß das Getreide wohl geraten, baue das Land und segne sein Gewächs, kröne das Jahr mit deinem Gute. Gott, der du rufen kannst dem, das nicht ist, daß es sei; der du dem Vieh sein Futter gibst, den jungen Raben, die dich anrufen, laß doch uns Menschen, die wir nach deinem Ebenbilde geschaffen, auf deinen Namen getauft, ja mit dem teuren Blute Jesu Christi, deines Sohnes, erkauft sind, nicht verschmachten. Erquicke uns doch wieder, denn unser aller Augen sehen auf dich. Herr Jesu, dich hat ja des Volkes gejammert, das nur etliche Tage bei dir ver⸗ harrt und Hunger gelitten hatte, so laß dich doch auch un⸗ ser Elend jammern, die wir jetzt Teurung und Kummer leiden. Hebe doch wieder an zu segnen die Hände deiner Knechte, denn was du, Herr, segnest, das ist gesegnet ewig⸗ lich. Verleih auch uns allen wahre, herzliche Buße und re⸗ giere uns durch deinen Geist, daß wir deine väterliche Güte besser erkennen und deine Gaben und Wohltaten mit größerer Dankbarkeit gebrauchen. Vor allen Dingen aber speise uns mit dem geistlichen Brote deines heiligen Wor⸗ tes zu unserer Seligkeit und laß uns trachten nach dem, was droben ist, da Ehristus ist, damit wir dermaleinst mit ihm seiner himmlischen Güter genießen mögen in alle Ewig⸗ keit. Amen. 9. Bei größem Ungewitter. O du großer und erschrecklicher Gott, dem Sturmwinde und Feuerflammen dienen müssen, der du auf den Wolken fährest wie auf einem Wagen und deinen Donner mit Ha⸗ gel und Blitzen auslässest, wir armen Menschen müßten ja in einem Augenblicke verderben, wenn du deine Donner⸗ strahlen auf uns gehen ließest. Denn die Erde bebt und wird bewegt, die Grundfesten der Berge regen sich und be⸗ ben, wenn du zornig bist. Herr, wir sehen und hören dei⸗ 18 27⁴4 Gebete. ne große Macht und entsetzen uns vor dem erschrecklichen Prasseln deines Donners. Ach gedenke nicht unserer Sün⸗ den und Missetaten, sondern sei uns gnädig um deines Sohnes Jesu Christi willen. Verfolge uns doch nicht mit deinem Wetter und zerschmettere uns nicht mit deinen Don⸗ nerschlägen; bewahre uns Leib und Seele, Haus, Hof, Vieh und die lieben Früchte auf dem Felde. Behüte uns vor grau⸗ samen Schrecken und einem bösen, schnellen Tode. Nimm von uns alle Kleinmütigkeit und ungläubige Furcht. Er⸗ halte und stärke in uns den wahren Glauben, herzliche Bußfertigkeit, fröhliche Hoffnung und Geduld, damit wir bereit seien, wenn es dein Wille ist, aus diesem Leben se⸗ lig abzuscheiden. Nimm uns, o Herr, unter den Schatten deiner Flügel, bis das Ungewitter vorübergehe, und be⸗ hüte uns, daß wir die Donnerstimme deines grimmigen Zorns, womit du die Gottlosen dermaleinst in das hölli⸗ sche Feuer weisen wirst, in Ewigkeit nimmermehr hören müssen, sondern nimm uns auf in dein Reich, daß wir dich, Vater, samt deinem Sohne Jesu Christo und dem heiligen Geiste, einigen wahren Gott, in Ewigkeit preisen mögen. Amen. 10. Bri Sturm und Wallerfluten. Allmächtiger, großer und starker Gott, der du Him⸗ mel und Erde in deiner Hand hast, sieh doch an unsere große Not und Gefahr, darin wir jetzt schweben. Du hast die Winde mit Ungestüm Am Lan lassen und die Wasser⸗ fluten daherrauschen, daß uns bange ist, und unsere Her⸗ zen wollen verzagen. Ach halt ein, du Gott aller Güte und Barmherzigkeit, vergib uns unsere Sünden und Missetat, um unsers Mittlers und Fürsprechers Jesu Christi willen. Laß vor dich kommen das Seufzen der Bedrängten, be⸗ hüte die Schiffe und alle, die auf dem Meere fahren, ma· che unsere Dämme und Deiche sest, bewache unsere Häu⸗ ser und Habe, laß die Gefahr und Angst gnädig vorüber⸗ gehn. Du hast einst Noah in der großen Flut wunderbar erhalten und nachher den Regenbogen als Gnadenzeichen in die Wolken gesetzt, mache auch diesmal den verheeren⸗ den Fluten ein Ende und tu ein Zeichen an uns, daß es uns wohl gehe. Du hast dich Elias nach Sturm, Feuer T 2— RNR S ooen n b NN ·* D. Dankgebete und Gebete für bes. Anlässe usw. 275 und Erdbeben in stillem, sanftem Sausen offenbart, laß auch jetzt den Sturm sich wieder legen und erquicke unsere merten Herzen mit friedlicher Stille, daß wir deine Nähe merken. Herr Jesu Christe, du bist der Mann, dem Wind und Meer gehorchen muß, stille das Brausen des Windes und das Toben der Wellen. Sprich nur Ein Wort, so ist uns geholfen, so wollen wir dir danken um deine Güte und um deine Wunder, die du an den Menschenkindern tust, und deinen Namen preisen hie zeitlich und dort ewiglich. Ame Ament 11 Pei Sruchen und in Blerbenszriten. Ach Herr Gott, gnädig und barmherzig, von großer Güte und Treue, wir erkennen deinen gerechten Zorn, wel⸗ chen wir mit unsern Sünden wider uns erweckt haben. Ach schone unser, lieber Vater, um deines lieben Sohnes Jesu Christi willen. Strafe uns nicht in deinem Zorn und züch⸗ tige uns nicht in deinem Grimm. Ach Herr, sei uns gnä⸗ dig, sei uns gnädig nach deiner Güte und tilge unsere Sün⸗ de nach deiner großen Barmherzigkeit. Wende deine Pla⸗ ge von uns, daß wir nicht verschmachten von der Strafe deiner Hand. Wende dich, o Herr, und errette uns. Hilf uns um deiner Güte willen. Heile, Herr, alle Schwachen und Kranken. Sei bei ihnen in der Not. Reiße sie heraus und zeige ihnen dein Heil. Nimm dich ihrer Seelen herz⸗ lich an und vergib ihnen alle ihre Sünde. Lehre uns hie⸗ bei alle bedenken, daß wir sterben müssen, auf daß wir klug werden und mit Furcht und Zittern unsere Seligkeit schaffen. Laß uns, wenn unser Stündlein kommt, an dei⸗ nem Worte festhalten, in Frieden hinfahren und den Tod nicht sehen ewiglich. Erhöre uns, erhöre uns, erhöre un⸗ sere Bitte, Gott Vater, Sohn und heiliger Geist, hochge⸗ lobt in Ewigkeit. Amen. Darnach lies Psalm 90. 91. 12. Um kägliche Bereitschaft zum Bferben. Ach lieber Gott und Herr, ich lebe und weiß nicht wie lange, ich muß sterben, und weiß nicht wann; du, mein himmlischer Vater, weißt es. Wohlan, sol dieser Tag(oder diese Nacht und Stunde) die letzte meines Lebens sein, Herr, so geschehe dein Wille, der ja allezeit und allewege 18* 276 Gebete. der beste ist. Nach demselben deinem heiligen Willen laß mich allezeit bereit sein, in wahrem Glauben an meinen Erlöser Jesum Christum zu leben und zu sterben. Allein, mein frommer Gott, gewähre mir diese Bitte, 9 ich nicht plötzlich in meinen Sünden sterben und verderben möge. Stelle sie mir in diesem Leben zu meiner Bekehrung un⸗ ter Augen, damit sie mir nicht am jüngsten Tage zu mei⸗ ner Verdammnis vorgestellet und zugerechnet werden mö⸗ gen. Verleih mir, daß ich noch in der Gnadenzeit meine mannigfaltigen schweren Sünden erkenne, bekenne, sie von Hesraen bereue, einen festen Vorsatz fasse, mein Leben zu essern, und auch Vergebung derselben von dir erlange. Alsdann, mein Gott, Halchch dein heiliger Wille; laß mich sterben, wann es dir gefällt, nur gib mir ein sanftes und seliges Ende. Barmherziger Gott und Vater, der du bei deinem Leben geschworen hast, du wollest nicht den Tod des Gottlosen, sanbern daß er sich von seinem bösen Wesen bekehre und lebe, Gott Sohn, der Welt Heiland, der du alle, die an dich glauben, bei deiner Wahrheit versichert hast, was sie den Vater in deinem Namen bitten werden, das wolle er ihnen geben, Gott heiliger Geist, der du un⸗ serer Schwachheit aufhilfst und, wenn wir nicht wissen, was und wie wir erhörlich beten Larale uns mit unaussprech⸗ lichem Seufzen vertrittst, erbarme dich über mich armen Sünder und laß diese meine Bitte Ja, Amen und erhört sein. In deine Hände befehle ich meinen Geist, du hast mich erlöset, du getreuer Gott. Amen. 13. Gebele für ein Rrankes Rind. 1. Herr Jesu, du treuer und barmherziger Heiland, er. barme dich unser und dieses kranken Kindleins. Du hast einst das Kind des Königischen gesund gemacht, da sein Vater dich bat, und hast des Jairus Töchterlein vom To⸗ de aufgeweckt; so wissen wir, daß du auch hier gnädiglich helfen kannst. Du guter Hirte, nimm dich in Gnaden die⸗ ses deines elenden Schäfleins an. Es ist ja dein Eigen⸗ tum. Du hast es in der Heingen Taufe angenommen und zu den Deinen hinzugetan; so ziehe doch die Hand nicht ab von dem, was dein ist. Herr, unser Heiland, wir möchten und se sie kein gen ur ge. Ar 4. Gott D. Dankgebete und Gebete für bes. Anlässe usw. 277 wohl dieses Kindlein noch behalten. Ist es ihm und uns gut, daß es länger lebe, so schenke es uns noch einmal und verleih ihm wieder Kraft und Gesundheit, so wollen wir dich loben für deine Treue und Gnade⸗ Haß du aber be· schlossen, dies Kindlein aus dieser argen und sündhaften Welt abzurufen und zu deinem ewigen Frieden und zur Schar deiner Auserwählten heimzuführen, so eschehe dein Wille. Wir weigern uns des Kreuzes nicht, das du uns auflegen willst. Stärke nur unsern Glauben und gib uns den Geist der heiligen Stille, daß wir aus deinen treuen Händen alles dahinnehmen, es gefalle uns oder gefalle uns nicht. Herr, erbarme dich unser. An dein Herz und in dei⸗ ne Hände legen wir dies Kindlein, so ist's wohlgeborgen und selig in Zeit und Ewigkeit. Amen. 2. Allmächtiger, barmherziger Gott, lieber himmlischer Vater! Du hast gesagt: Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten, so sollst du mich preisen. Auf solchen dei⸗ nen Befehl und gnädige Verheißung kommen wir zu dir in unsrer Not und bitten dich demütiglich für unser liebes krankes Kind Siehe an seinen Jammer und Elend und erbarme dich. Nimm es in deine Gnadenarme und hilf ihm. Du bist ja dieses Kindleins rechter Vater, denn du hast es in der heiligen Taufe zu deinem Kinde angenommen. Dar⸗ um erbarme dich seiner, wie sich ein Vater über seine Kin. der erbarmt. Laß dir seine Angst und Schmerzen zu Her. zen gehen und lindere sie. Stärke es durch deine Kraft, und wofern du ihm sein Leben zu fristen beschlossen hast, so schaffe Rat und gute Mittel und gib dazu dein göttli⸗ ches Gedeihen, daß es bald genesen möge. Willst du es aber von diesem zeitlichen Jammertale erlösen und zu dir in den Himmel nehmen, ach so schenke ihm einen sanften und seligen Tod und fasse seine Seele in deine Hand, da sie keine Qual anrühren wird, damit es mit allen Gläubi⸗ gen und Auserwählten dich ewiglich loben und preisen mö⸗ ge. Amen, in Jesu Namen, Amen. 14. Gebeke rinens KRranken. 1. O Herr, himmlischer Vater, du bist ja ein getreuer Gott und lässest niemand über sein Vermögen versucht 278 Gebete. werden, sondern schaffest, daß die Versuchung so ein Ende gewinne, daß wir sie ertragen mögen, ich bitte dich in mei · nen Eer Nöten und Schmerzen, laß mir das Kreuz nicht zu schwer werden. Stärke mich, daß ich es mit Geduld er· tragen möge und an deiner Barmherzigkeit nimmermehr verzage. O Christe, des lebendigen Gottes Sohn, der du des Kreuzes Pein für mich gelitten hast und endlich für meine Sünde gestorben bist, zu dir rufe ich aus meines Herzens Grunde: Erbarme dich über mich sündigen Men⸗ schen, vergib mir alle meine Abertretungen, die ich in mei;⸗ nem ganzen Leben begangen habe. Erhalte mich im Leis, ren Glauben bis an mein Ende. O Gott heiliger Geist, du wahrer Tröster in aller Not, erhalte mich in der Ge · duld und herzlichen Anrufung Gottes, heilige mich mit wahrer Zuversicht und weiche nicht von mir in meiner letz ten Not. Leite mich aus diesem Fammertale in das rechte Vaterland. Amen. 2. Herr Jesu Christe, du hast deinen Boten zu mir ge· schickt, nämlich diese meine Krankheit, und mich zur Buße ermahnen lassen. Siehe, mein Herr, ich erkenne deinen gnä⸗ digen Willen, bin gehorsam und bekehre mich zu dir. Mein Gott, ich sende dir wieder einen Boten, nämlich mein ar⸗ mes Gebet und mein Seufzen. O Herr, nimm mein Fle⸗ hen an und laß meine Seufzer vor dich kommen. Gefällt dir's, mein Erlöser, und ist mir's gut und W daß ich leben soll, wohl, so richte mich auf und hilf, daß es ein neues, gesundes, christliches Leben sei bis an mein Ende. Gefällt dir's nicht, daß ich lebe, sondern soll dies das Ende sein, wohl, so sei es ein seliges Ende. So komm, Herr Jesu, bald und nimm meine Seele in deine Hände. Amen. 3. O allmächtiger, starker Gott, der du bist gnädig und barmherzig, geduldig und von großer Güte und Treue, vergibest Sünde und Missetat, zu dir rufe ich, du wollest mir alle meine Sünde aus Gnade verzeihen und meine Seele wider alle Anfechtung stärken und erhalten. Komm mir zu Hilfe und ofsn mir bei, daß der Glaube in mir nicht wanke, die Hoffnung nicht verzage, die Liebe nicht erkalte, menschliche Schwachheit vor Schrecken des Todes nicht versinke. Und wenn mein Stündlein kommt, so laß D. Dankgebete und Sebete für bes. Anlässe usw. 279 mich in Frieden fahren, denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen. An diesen Heiland glaube ich und auf ihn hoffe ich. Ach Herr, laß mich nicht zu schanden werden, denn du bist meine Hilfe und Stärke. Siehe mich an mit den Augen deiner Barmherzigkeit und wende zu mir dei⸗ ne väterliche Huld, durch Jesum Christum deinen Sohn, der mit uung e heiligen Leiden und Sterben uns eine ewi⸗ ge Erlösung erworben hat. Amen. 15. Dankgebel eines Genesenden. Herr, mein Gott, mein Trost, mein Erretter, mein eini⸗ ger Nothelfer, dir danke ich von Grund meines Herzens für deine unaussprechlichen, vielfältigen Wohltaten, die du mir armen Sünder erzeiget hast, sonderlich aber, daß du in meiner großen Not, Krankheit und Elend mich in Gna⸗ den angesehen, mein Herz gestärkt, mein Gebet erhört und mir so väterlich wiederum aufgeholfen hast. Ich danke dir, Herr, daß du zornig über mich gewesen bist, und dein Zorn sich so gewendet hat, daß du mich nun wiederum tröstest. Ach wie gut ist mir es, daß du mich gedemütigt hast. Du hast, o lieber Vater, mich gezüchtigt, damit ich nicht mit der gottlosen Welt verdammt werde. Um Trost war mir sehr bange, aber, Herr, du hast dich meiner Seele herzlich angenommen, wie soll ich dir vergelten all das Gute, das du an mir getan hast? Ich will dir danken mein Lebelang und deinen Ruhm verkündigen für und für. Da ich dich, Herr, suchte, antwortetest du mir und errettetest mich aus meiner Not. Du verlässest die nicht, die dich suchen. Du er⸗ hörest Gebet, darum kommt alles Fleisch zu dir. Du bist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind, und hilfst de⸗ nen, die zerschlagene Gemüter haben. Ach mein Gott, ver⸗ leihe mir eine herzliche, beständige Buße durch die Kraft des heiligen Geistes um Jesu Christi willen, damit ich hin⸗ fort nicht mehr sündige, auf daß mir nicht etwas Argeres widerfahre, sondern daß ich mich mein Lebelang vor sol⸗ cher Betrübnis meiner Seele hüte. Beschütze mich auch hinfort durch deine heiligen Engel, daß 92 mich bewahren auf allen meinen Wegen. Und dieweil ich doch endlich die⸗ ses Leben werde lassen und sterben müssen, so erhalte und 28⁰ Gebete. vermehre in mir den wahren seligmachenden Glauben, Got⸗ tesfurcht, Geduld und Trost, damit ich ritterlich kämpfen, selig überwinden und fröhlich in dein himmlisches Reich eingehen möge, dich, o Vater aller Barmherzigkeit, samt deinem Sohne und heiligem Geist, den einigen wahren Gott, ewiglich zu preisen. Dir, o allerhöchster Gott, sei Lob, Ehre und Dank gesagt in alle Ewigkeit. Amen. 16. Um Geduld in langwieriger Krankheil. O Herr Jesu Christe, der du in den Tagen deines Flei⸗ sches in höchster Geduld all dein Elend ausgestanden und uns unsere Seelen mit Geduld zu fassen befohlen hast, du siehst mein betrübtes Elend, hörst mein Seufzen, das ich auf meinem Angstlager ausgieße. Du weißt, wie meine Schwachheit und Gebrechlichkeit so groß und heftig ist. Wie soll ich aber tun, du frommer Herr? Keine Arznei weiß ich als das Kräutlein Geduld. Dieweil aber dasselbe nicht wächst in dem ungebauten Garten meines Fleisches und Blutes, denn der Geist ist zwar willig, aber das Fleisch ist schwach, so stärke du mich mit dem Geiste der Gnade und des Trostes, gib mir Geduld in Leidenszeit, gehorsam sein in Lieb und Leid, damit ich wider deine Gerichte nicht murre, sondern mit Freuden ein Halleluja darein singe und gewiß dafür halte, du wollest mitten unter deinen Zucht⸗ ruten gedenken deiner väterlichen Barmherzigkeit, mich züch⸗ tigen, aber mit Maße, mich strafen, aber nicht in deinem Zorn, mich töten, aber wieder lebendig machen, mir eine Last auflegen, aber wiederum aushelfen. Du bift ja der Gott, der da hilft, und der Herr Herr, der vom Tode er⸗ rettet, hochgelobt in Ewigkeit. Amen. 17. Bprüche aus Goltes Wort für Rranke. Bange Seufzer: Deine große herzliche Barmherzig⸗ keit hält sich hart gegen mich.(Jes. 63, 15.) Ach du Herr, wie lange?(Psalm 6, 4.) Ich elender Mensch, wer wird mich erlösen von dem Leibe dieses Todes?(Röm. 7, 24.) Demütigung vor Gott: Ach Herr, unsere Misse⸗ taten haben's ja verdient.(Jer. 14, 7.) So du willst, Herr, Sünde zurechnen, Herr, wer wird bestehen?(Psalm 130, 3.) Wir liegen vor dir mit unserm Gebet, nicht auf unsere D. Dankgebete und Gebete für bes. Anlässe usw. 281 Gerechtigkeit, sondern auf deine große Barmherzigkeit. (Dan. 9, 18.) Trost des Glaubens: Das Blut Jesu Christi, des Sohnes Gottes, macht uns rein von aller Sünde.(1. Joh. 1.7.) Alle Züchtigung, wenn sie da ist, dünket sie uns nicht Freude, sondern Traurigkeit zu sein, aber darnach wird sie geben eine friedsame Frucht der Gerechtigkeit denen, die dadurch geübet sind.(Ebr. 12, 11.) Selig ist der Mann, der die Anfechtung erduldet, denn nachdem er bewähret ist, wird er die Krone des Lebens empfahen, welche Gott verheißen hat denen, die ihn lieb haben.(Jak. 1, 12.) Die väterliche Stimme Gottes: Kann auch ein Weib ihres Kindleins vergessen, daß 55 sich nicht erbarme über den Sohn ihres Leibesd Und ob sie desselbigen ver⸗ gäße, so will ich doch dein nicht vergessen. Siehe, in die Hände hab ich dich gezeichnet.(Jes. 49, 15. 16.) Ich will dich nicht verlassen noch versäumen.(Ebr. 13, 5.) Ich habe dich je und je geliebet, darum habe ich dich zu mir gezo⸗ gen aus lauter Güte.(Jer. 31, 3.) Die Gnadenstimme Jesu Christi: Wen da dür⸗ stet, der komme zu mir und trinke. Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen.(Joh. 7, 37. 6, 37.). Laß dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.(2. Kor. 12, 9.) Sei getreu bis an den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben.(Offenb. 2, 10.) Auch können folgende längere Abschnitte göttlichen Wor. tes von dem Kranken gelesen oder ihm vorgelesen werden: 1. Petr. 5, 6—11. Psalm 130. Psalm 25. Psalm 42. Psalm 63, 2—9. Psalm 91. Klagelieder 3, 22—42. Röm. L.18—27. Röm. 8, 28—39. 1. Petr. 1, 3—9. Psalm 126. Offenb. 7, 9—17. 18. Morgengebet eines Rranken. O du getreuer Gott und Vater unsers Herrn Jesu Christi, ich sage dir von Herzen Lob und Dank, daß du mich armen kranken Menschen diese Nacht über so gnädig erhalten, gestärket und das erquickende Tageslicht wieder hast sehen und erleben lassen. Gelobt sei deine Gnade und Barmherzigkeit, welche über mich waltet, so hoch der Him⸗ 282 Gebete. mel über der Erde ist. Ich bitte dich, vergib mir alle mei ⸗· ne Sünde, erneure, vermehre deine Liebe und Treue die⸗ sen Morgen und allezeit an mir armen Menschen und laß deine Güte nicht von mir weichen. Tröste und stärke mich mit deinem heiligen Geiste, daß ich in allem nach deinem Willen leben und leiden möge. Ach Herr, verlaß mich nun und nimmermehr mit deinem Schutze. Laß aufhören die böse Zeit; wenn es, lieber Herr und Gott, dein Wille ist, so mache meinen schwachen Leib gesund, oder bringe mich bald und seliglich aus diesem Elende zu deiner ewigen Herrlichkeit durch das bittere Leiden und Sterben und durch die siegreiche Auferstehung Fese Christi, deines lie⸗ ben Sohnes, welcher als unser Mittler alle unsere Krank⸗ heit getragen, unsere Schmerzen auf sich geladen und uns durch seine Wunden geheilet hat. Nun, ich befehle dir noch⸗ mals meinen Leib, Seele und alles, was du mir gegeben, in deinen väterlichen Schutz; dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Der Segen, Schutz und Kraft Gottes des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes sei über mir und bei mir jetzt und in alle Ewigkeit. Amen. 19. Abendgebel eines Rranken. Heiliger Herr und Gott, barmherziger himmlischer Va⸗ ter, ich danke dir, daß du mir bis hieher so gnädig gehol⸗ fen und mich nun abermals einen beschwerlichen Krank⸗ heitstag in diesem Elend hast zurücklegen lassen. Ich bitte dich von Grund des Herzens, vergib mir um Christi, mei⸗ nes höchsten Seelen⸗Arztes und Heilandes willen, alle mei⸗ ne Sünde und hilf mir Kranken auch durch diese bevorste⸗ hende Nacht hindurch mit deiner Gnade, Kraft und Trost. Mein Leib will sich zur Ruhe legen, ach dieselbe gönne mir gnädiglich zur Erquickung dieses meines schwachen Lei⸗ bes. Behüte mich vor der ewigen Nacht um Jesu Christi willen und laß mich das liebe Tageslicht wiederum er⸗ freulich sehen, auch dermaleinst den Glanz des ewigen Ta⸗ ges in himmlischer Herrlichkeit unaufhörlich schauen. In⸗ dessen, weil ich meiner selbst nicht pflegen kann, so lege die Wacht deiner heiligen Engel zu mir, über meine Seele D. Dankgebete und Gebete für bes. Anlässe usw. 283 und Leib und alles, was du mir gegeben, daß mir kein Feind noch Unfall schade. Herr Gokt Vater, erbarme dich diese Nacht über dein armes Geschöpf. Herr Gott Sohn, der Welt Heiland, siehe gnädiglich an deinen Diener und erkauftes Gut. Herr Gott heiliger Geist, tröste und führe mich seliglich in diesem und nach diesem zu dem ewigen Leben. Deine Gnade und Wahrheit, o du heilige Dreifal⸗ tigkeit, walte über mich in Ewigkeit. Amen. 20. Gebel eines Rranken, der lich zum Blerben schickt. O Vater aller Gnade, erbarme dich über meine arme Seele. Vergib mir alle meine Sünde, die ich leider wider dich getan hube. Verachte nicht dein armes Geschöpf, ver⸗ schmähe mich nicht, der ich deiner Hände Werk bin. Laß den nicht umkommen, welchen du gemacht und geschaffen hast, denn auf dich hoffe ich, du bist meine Hilfe und mein Gott. O Christe, wahrer Heiland, der du bist das Lamm Gottes, welches da trägt die Sünde der Welt, der du mich mit deinem Blute gewaschen und Adealich hast, ich bitte dich durch dein bitteres Leiden, sonderlich aber durch die Schmerzen, die du zu der Stunde deines Todes empfun⸗ den hast: Erbarme dich über meine arme Seele bei ihrem Ausgange und führe sie zum ewigen Leben. O Gott heili⸗ ger Geist, du süßer Trost, erhalte mein Herz wider alle Anfechtung des bösen Feindes, stärke meinen Glauben, daß ich festiglich glaube eine Vergebung der Sünden und ein ewiges Leben. So befehle ich nun, o heilige Dreieinigkeit, meinen Geist in deine Hände. Du treuer Gott, du hast mich erlöset, der du lebest und regierest in Ewigkeit. Amen. 21. Gebrte der Amstehenden für den Blerbenden. Allmächtiger, datiger Gott, der du unser Leben erhältst im Tod und Sterben, wir bitten dich, du wollest die Augen der Barmherzigkeit wenden zu diesem kranken Menschen und ihn erquicken an Leib und Seele und ihm alle seine Sünden aus Gnaden vergeben. Nimm an das Opfer des unschuldigen Todes Jesu Christi, deines lieben Sohnes für die Bezahlung seiner Missetat Er ist ja auch auf des⸗ selbigen Namen getauft und mit desselbigen Blut gewa⸗ schen und gereinigt. So errette ihn nun von des Leibes 284 Gebete. Qual und Pein. Verkürze ihm seine Schmerzen, erhalte ihn wider die Anklage des Gewissens und wider alle An. fechtung des bösen Feindes, auf daß er im Glauben rit⸗ terlich kämpfe und überwinde. Verleihe ihm eine selige Heimfahrt zum ewigen Leben. Schicke deine heiligen En⸗ gel her, daß sie ihn begleiten zur Versammlung aller Aus. erwählten, in Christo Jesu, unserm Herrn. Amen. O Herr Jesu Christe, der du allein bist die Tür zum ewigen Leben, daß, wer durch dich eingeht, selig werden mag, wir bitten dich von Herzen, du wollest solche Gna⸗ dentür diesem Dahinsterbenden auftun und ihn aus der Anfechtung der Sünde und des Teufels List und Macht bald erlösen. Ach Herr, hilf ihm, daß er im finstern Tale und Schatten des Todes nicht irre gehe noch verderbe, sondern du, als ein getreuer Hirte, nimm auf dieses ver⸗ lorene Schaf und deinen Knecht, laß ihm dein Wort in seinem Herzen leuchten, stehe ihm in aller Not bei und zeige ihm dein Heil, laß ihn nicht entfallen aus des rech⸗ ten Glaubens Trost, nimm seine Seele in deine Hände und pflege ihrer mit Gnaden, auf daß sie keine Qual an⸗ rühre, und gib also ihm das ewige Leben. Amen. 22. Sprüche, den Bterbenden zuzusprechen. Ob ich schon wanderte im finstern Tale, fürchte ich kein Unglück, denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich. Psalm 23, 4. Christus ist mein Leben, und Sterben ist mein Ge⸗ winn. bcnad 1, 21. Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöset, ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein. Jes. 43, 1. Der Herr wird dich erlösen von allem Ubel und dir aushelfen a seinem himmlischen Reiche; welchem sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. 2. Tim. 4, 18. Herr, ich warte auf dein Heil. 1. Mos. 49, 18. In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich ha⸗ be die Welt überwunden. Joh 16, 33. Verlaß mich nicht, Herr! Mein Gott, sei nicht ferne von mir! Eile mir beizustehen, Herr, meine Hilfel Psalm 38, 22 23. du so dir ge auch — est. 2 betrül so frü es wo geeiler in dei D. Dankgebete und Gebete für bes. Anlässe usw. 285 Also hat Gott die Welt geliebet, daß er seinen einge⸗ borenen Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Joh. 3, 16. Wir haben einen Gott, der da hilft, und den Herrn Herrn, der vom Tode errettet. Pfalm 68, 21. Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist, du hast mich erlöset, Herr, du treuer Gott. Psalm 31, 6. Herr Jesu, nimm meinen Geist auf. Ap.⸗Gesch. 7, 58. Abschiedssegen. Der allmächtige Gott stärke dich, wider alle Anfech⸗ tung ritterlich zu kämpfen und im wahren Glauben bis ans Ende zu verharren! Der Herr Jesus Christus sei mit dir und begleite dich in das ewige Leben und verleihe dir am jüngsten Tage eine fröhliche Auferstehung! Amen, Amen, Amen. 23. Gebel nach dem Tode eines Rindleins. Herr Jesu Christe, du ewiger Gott und Heiland, der du so freundlich der Kindlein dich angenommen und sie zu dir gerufen und gesegnet hast, wir zweifeln nicht, daß du auch dieses unser liebes Kindlein zu dir in deine ewige 5. gerufen und mit Leben und Seligkeit gesegnet ha⸗ est. Aber, Herr, unser Gott und Heiland, unsre Seele ist betrübt, und wir tragen Leid, weil du unser liebes Kind so frühe dahingenommen. Wenn wir schon wissen, daß du es wohl meinest, da du mit ihm aus diesem bösen Leben geeilet, so will es uns doch fast schwer werden, uns stille in deinen heiligen Willen zu fügen. So hilf du selbst uns durch deinen heiligen Geist und stärke unsern Glauben, daß wir deinen Rat ehren und preisen, un wenn wir ihn nicht verstehen. Wir danken dir, daß du unser liebes Kind⸗ lein in der heiligen Taufe zu deinem Kinde angenommen, es zum ewigen Leben wiedergeboren und ihm das Erbe des Himmels zugesprochen hast. Darum sind wir der gu⸗ ten Zuversicht, daß es nunmehr in deinem Frieden und in der ewigen Ruhe ist. Hilf, lieber Herr, daß wir umkehren und werden wie die Kinder, auf daß auch wir dereinst mit 286 Gebete. Freuden cinschlafen und zur ewigen Ruhe der Heiligen ge⸗ langen mögen durch deine ewige Gnade und Barmherzig⸗ keit. Amen. 24. An Begräbniskagen. Barmherziger, gnädiger Gott, der du nach deinem un⸗ erforschlichen, aber gewißlich gnädigen Ratschluß uns mit schwerem Leid heimgesucht hast, wir sagen dir Lob und Dank, daß du uns auch deine heiligen Tröstungen dar⸗ reichest im Worte des Lebens. So sind wir nun nicht wie die andern, die keine Hoffnung haben, sondern wir wissen es, daß du unsere sterblichen Leiber zur Herrlichkeit und zum ewigen Leben auferwecken willst am jüngsten Tage. Dessen getrösten wir uns auch heute, da wir ein edles Sa⸗ menkorn in deinen heiligen Acker legen auf den Tag der Auferstehung. Ach Herr, deine Wege sind wunderbar, wer kann sie verstehen? Deine Gerichte sind heilig und hoch, wer darf darüber murren? Du hast alles wohlgemacht, und dein Wille ist gut und gnädig, auch wenn du uns heimsuchst mit Trauer und Herzeleid. Darum wollen wir stille sein und dir unsere Sache befehlen. Tröste uns, Gott, unser Heiland, und verlaß uns nicht in unserm Leide. Du bist nahe, und dein Erbarmen hat noch kein Ende. Bleibe bei uns und sei unsers Herzens Trost und unser Teil. Gib, daß uns nichts von dir und deiner Liebe scheide. In deine Hände befehlen wir uns ganz und gar. Erbarme dich unser und sei uns gnädig jetzt und im letzten Stündlein und am Tage des Gerichts, durch Jesum Christum, dei⸗ nen lieben Sohn, unsern Herrn. Amen. Darnach lies 1. Thess. 4, 13—18. Offenb. 7, 9—17. Past. I Got: Ordnung des Hauptgottesdienstes an den Bonn- und Festtagen. [Chorgesang.) Eingangslied. Eingangs⸗Antiphone. a. Nn Sonntagen. Past. Lobe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen heili⸗ gen Namen. Gem. 1 4 4—.— S— —*—— 1 Lobe den Herrn, meine See-le, und vergiß nicht, l EEI I EE— ——— E——.—41 was er dir Gu⸗tes ge⸗ tan hat. b. An Joesttagen. Paft. Lobe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen heili⸗ gen Namen. Gem. 9 E— E — 2..— + Lo ⸗be den Herrn, meine See⸗le, und vergiß 2 n 2 4 EV— Hin. .—I nicht, was er dir Gu⸗tes ge⸗ tan hat. Buß-Spruch. Past. Herr, handle nicht mit uns nach unsern Sünden und vergilt uns nicht nach unsrer Missetat. Gottesdienstordnung. 1 2 Ordnung der Gottesdienste. Gem. Kyrie— EI n d, n,. . rer, en da 2 Herrr——, er ⸗ bar-me dich un-ser! 4— EUN—— E1U.. t——.— —1 dr.-. r, n — rinn ui...—— —.— 1D.II. Herr——, er ⸗ bar me dich un ⸗ ser! Gnaden-Antiphone. dast. Bei dem Herrn findet man Hilfe. Halleluja! em. H— . E—— III — Und seinen Segen über sein Volk. Hal-le ⸗ lu ⸗ja! Am ersten Advent. Gem. Bereitet dem Herrn den Weg. Halleluja! em. Machet seine Steige richtig. Halleluja! Weihnachten. Past. Euch ist heute der Heiland geboren. Halleluja! em. Welcher ist Christus der Herr. Halleluja! Epiphanias. Past. Mache dich auf, werde Licht, denn dein Licht kommt. Halleluja! Gem. Und die Herrlichkeit des Herrn gehet auf über dir. Halleluja! Alston. Paft. Christus ist um unserer Missetat willen verwundet. hem. Und um unserer Sünde willen zerschlagen. Ostern. Past. Christus ist um unserer Sünde willen dahingegeben. Halleluja! em. Und um unserer Gerechtigkeit willen auferwecket. Halleluja! Bimmelfahrt. Past. Christus ist aufgehoben zum Himmel. Halleluja! Gem. Und sitzet zur Rechten Gottes des Vaters. Halleluja! Ein von sei Past. Der Muin hat ausgegossen von seinem Geiste über die Gemeinde. Halleluja! Gem. Den Geist der Gnade und des Gebets. Halleluja! Past. Helig, heilig, beiig it der Hert gebasth! Halemja! ast. Heilig, heilig, heilig ist der Herr Zebaoth! Halleluja! Gem. Alle Lande sind seiner Ehre voll. Halleluja! Geme leluja! leluja! leluja! Auja! ieinde. Sonn⸗ und Festtage. 3 Erntedankfest. ast. Es danken dir, Gott, die Völker. Halleluja! HSem. Es danken dir alle Völker. Halleluja! Resormalivnsfest. ast. Dein Wort ist meines Fußes Leuchte. Halleluja! zem. Und ein Licht auf meinen Wegen. Halleluja! Totenfeier. Past. Leben wir, so leben wir dem Herrn. Halleluja! Gem. Sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Halleluja! Gloria in excelsts. a. An Sonntagen. ast. Ehre sei Gott in der Höhe! em. 1 GE— n Fan— r rn —.————— 1— * Und Fried' auf Er⸗den und den Men⸗ — —. EH Di. 115 —.I. 2 schen ein Wohl⸗-ge⸗fal⸗len. 5) b. An Jesttagen. Hem. Ehre sei Gott in der Höhe! em. C————— 3 —-— DD=.—. 2 E— 0e, D Und Frie⸗de auf Er- den, den Men⸗-schen ein —.——3 EF— +. II— EE———..— —.—.ñꝛ Wohl ⸗ ge⸗ fal⸗ 2 len. Hal ⸗ le⸗ 9— I i L L 4 =— —*.———41 lu ⸗ ja! Hal ⸗-le ⸗ lu ⸗ jal) Gruß. Past. Der Herr sei mit euch. Z.— 4 A Gem. ee *—.——n⁷⁷ J XI Und mit dei ⸗nem Geist. *) Anmerkung. Statt:„Und Friede auf Erden“ kann auch von der Gemeinde das Lied:„Allein Gott in der Höh' sei Ehr“ gesungen werden. 1* 4 Ordnung der Gottesdienste. Kollelte. Past. Lasset uns beten: ꝛc. 425½% EJ——— E — A men. Epistel oder Evangelium. ast. Herr, laß meine Seele in deinem Worte leben. Halleluja! em. — — ‚—————.—..H 2—— 2 Daß sie dich lobe immer und ewiglich. Halle⸗lu⸗-ja! Belenntnislied. ——. iEE Du treu⸗er Gott, sei hoch- ge⸗preist, Gott, Va⸗ter, Sohn und heil'-ger Geist, E 65—.—...—.—. ů 4—. 8—2.— E— hast uns dein Wort ge⸗ ge⸗ ben! V Wir du un ⸗ ser Licht und Le ⸗ ben, 9 ——0—*UDe— ——.—..—— ee n in., Vin—. 1—— glau⸗ben und be⸗ken⸗ nen dich, und uns⸗ re 9⁰⁴ EEE—— 3 N iiiE+I ——————— ——— D See⸗le hofft auf dich, stärk uns den Glau⸗ben. A⸗ men. [Rirchliche Gelangstüche des Chors.] An hohen Festlagen(statt des Bekenntnisliedes 2 Das apostolische Glaubensbekenntnis. Past. Lasset uns nun mit dem gemeinsamen Bekenntnis der christlichen Kirche vor Gott treten und also sprechen: Ich glaube an Gott den Vater, allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erden. Und an Jesum Christum, seinen eingebornen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Sonn⸗ und Festtage. 5 Maria, gelitten unter Pontio Pilato, gekreuziget, gestorben und be⸗ graben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel, sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters, von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. Ich glaube an den heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. 55 I + N . A⸗men, A⸗men, A ⸗ men. [Kirchliche Gesangstüche des Chors.] Das Hauptlied. Die Predigt. (Abkündigungen mit dem Friedensgruß.) Gesang der Gemeinde. Das allgemeine Kirchengebet. Vaterunser. A⸗ men. Schtuß-Antiphone. ast. Schaff in mir, Gott, ein reines Herz. Halleluja! em. 4 EI N E— nn. 2.—— N V— Und gib mir einen neuen, gewissen Geist. Hal⸗le ⸗-lu⸗- ja! Am ersten Advent. aft. Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch. Halleluja! em. Daß der König der Ehren einziehe. Halleluja! Weihnachten. ast. Also hat Gott die Welt geliebt. Halleluja! em. Daß er seinen eingebornen Sohn gab. Halleluja! Epiphanias. ast. Lobet den Herrn, alle Heiden. Halleluja! em. Und preiset ihn, alle Völker. Halleluja! Passion. ast. Gott hat seines eigenen Sohnes nicht verschonet. em. Sondern ihn für uns alle dahingegeben. 6 Ordnung der Gottesdienste. Ostern. Gem. Christus hat dem Tode die Macht genommen. Halleluja! em. Und das Leben und ein unvergängliches Wesen an das Licht gebracht. Halleluja! Bimmelsahrt. ast. Gott hat Christum erhöhet über alles. Halleluja! em. Und hat ihm einen Namen gegeben, der über alle Namen ist. Halleluja! Pfingsten. ast. Der Herr ist Gott, der uns erleuchtet. Halleluja! em. Schmücket das Fest mit Maien bis an die Hörner des Altars. Halleluja! Trinitatis. ast. Wir loben Gott den Vater, Sohn und heiligen Geist. Halleluja! em. Und preisen ihn von nun an bis in Ewigkeit. Halleluja! Erntedankfest. ast. Die Augen des Herrn sehen auf die, so ihm vertrauen. Ler Tene⸗ em. Er errettet ihre Seelen vom Tode und ernähret sie in der Teue⸗ rung. Halleluja! Resormativnsfest. ast. Deim dein Wort bleibet ewiglich. Halleluja! em. Deine Wahrheit währet für und für. Halleluja! CUptenfeier. Past. Selig sind die Toten, die in dem Herrn sterben von nun an. em. Ja, der Geist spricht, daß sie ruhen von ihrer Arbeit. Schluß-Kollelte. Past. Lasset uns beten: ꝛc. —.—. NM Gem., hr, E A.* men. Segen. Past. Der Herr segne dich und behüte dich, der Herr lasse sein An⸗ gesicht leuchten über dir und sei dir gnädig, der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden. V .. 1 Gem. E½ ö ——— A ⸗ men, A⸗ men. 14 licht ist. ars. an. An⸗ hebe Das heilige Abendmahl. 7 Das heilige Abendmahl. Past. Der Herr sei mit euch. zem. E— 2 II 5. 22— rnn— Und mit dei ⸗ nem Geist. ast. Erhebet zum Himmel eure Herzen. em. Wir ha⸗ ben sie er⸗ho- ben. dast. Danksaget dem Herrn, unserm Gott. ——5 II Das ist bil ⸗lig und recht. Past. Wahrlich es ist billig und recht, daß wir dir, unserm Gott, danksagen und dich loben, weil dein lieber Sohn mit seinem bittern Leiden für unsere Sünde bezahlet hat, welcher um unserer Missetat willen verwundet und um unserer Sünde willen zerschlagen ist, darum wir mit allen Engeln und Erz⸗ engeln und allen himmlischen Heerscharen zu deiner Ehr' ohne Unterlaß sagen: Gem.— + .— 2 5 SIIASSIATSTTSE.. .—2.——————.——— — Hei ⸗lig ist Gott, der Her re Zze ⸗ ba: dth, —— ——— —.—— —.—. f. 4, hei⸗ lig ist Gott, der Her⸗ re Ze ⸗ ba ⸗ olh, —— — 4 2 —.—.— , hei ⸗ lig ist Gott, der Her⸗ re Ze ⸗ ba⸗ oth, EII BPᷓꝑqꝑq I. sei ne Ehr die gan ⸗ze Welt er ⸗fül ⸗let hat. 8 Ordnung der Gottesdienste. icht:) wendet sich der Geistliche zu den Nommunikanten und pricht:“ Meine Geliebten in Gott, weil wir das Abendmahl unsers Herrn Jesu Christi wollen halten, so lasset uns Gott den Vater im Namen Jesu Christi anrufen und von Grund des Herzens also beten: Herr Gott, himmlischer Vater, wir danken dir von Herzen, daß du deinen einigen lieben Sohn, unsern Herrn und Hei⸗ land, Jesum Christum für unsere Sünde zu unserer Seligkeit hast Mensch werden und am Kreuz eines bittern Todes sterben lassen, welcher uns auch befohlen hat, dieses Gedächtnis seines Leidens und Sterbens im heiligen Abendmahl zu halten, in welchem er uns seinen Leib zu einer Speise und sein Blut zu einem Tranke gibt, damit wir desto fester glauben möchten, sein Tod und Blutvergießen am Kreuz sei unsere gewisse Seligkeit. Stärke dazu unsern schwachen Glauben, auf daß wir würdige Gäste bei dieser himmlischen Mahlzeit seien, und laß uns an das Leiden und Sterben deines lieben Sohnes so zu unserm Troste gedenken, daß wir die süße Kraft desselben in unserm Herzen freudig empfinden mögen. Gib uns deinen heiligen Geist, daß wir verleugnen das ungöttliche Wesen und die weltlichen Lüste und in kindlicher Furcht dir allezeit leben und dienen in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heilig⸗ keit. Laß auch einen jeglichen unter uns sein Kreuz auf sich nehmen, deinem lieben Sohne nachfolgen und einer den andern lieben, gleichwie dein lieber Sohn uns geliebet hat. Denn es ist dieses heilige Sakrament ein Brot, wir alle aber ein Leib, weil wir eines Brotes teilhaͤftig werden und aus einem Kelche trinken. Gib uns auch und allen gläubigen Christen, was uns sonst nützlich und dienlich ist, dieses Leben in deiner Furcht zu führen, selig zu beschließen und endlich die ewige Seligkeit zu erlangen. Darauf sprechet nun von Herzen einmütig: Amen. Gem. spricht: Amen. Der Geistliche wendet sich gegen den Altar und singt: Vater unser, der du bist im Himmel. Geheiliget werde dein Name. Zu uns komme dein Reich. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, also auch auf Erden. Unser täglich Brot gib uns *) Das folgende Gebet kann da weggelassen werden, wo als Ein⸗ gang zum heil. Abendmahle die Beichthandlung unmittelbar vorher⸗ gegangen ist. Dan De. Hier dient f Nel eure im we Nel eure Glaul 9 diert d Das heilige Abendmahl. 9 heut. Und erlaß uns unsere Schuld, wie wir erlassen unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Übel. — Gem. 5 Der Geistliche singt darauf die Einsetzungsworte: Unser Herr Jesus Christus, in der Nacht, da er verraten ward, nahm er das Brot, dankte und brach's und gab's seinen Jüngern und sprach: Nehmet hin und esset, das ist mein Leib, der für euch gegeben wird. Solches tut zu meinem Ge⸗ dächtnis. Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Abendmahl, dankte, gab ihn und sprach: Trinket alle daraus. Dieser Kelch ist das Neue Testament in meinem Blut, das für euch vergossen wird zur Vergebung der Sünden. Solches tut, so oft ihr's trinket, zu meinem Gedächtnis. Hierauf spricht oder singt der Geistliche: Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünde der Welt, erbarm dich unser! Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünde der Welt, erbarm dich unser! Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünde der Welt, gib uns deinen Frieden. Amen!“) SS men. Danach wendet 5 9. Geisliche zur Cemende und spricht: Der Friede des Herrn sei mit euch allen! Amen! Hierauf beginnt die Austeilung des Sakraments. Der Geistliche be⸗ dient sich dabei folgender Worte: Nehmet hin und esset, das ist der Leib Jesu Christi, für eure Sünde in den Tod gegeben, der stärke und erhalte euch im wahren Glauben zum ewigen Leben. Amen. Nehmet hin und trinket, das ist das Blut Jesu Christi, für eure Sünde vergossen, das stärke und erhalte euch im wahren Glauben zum ewigen Leben. Amen. Wenn das„Christe“ vom Geistlichen gesungen wird, dann respon⸗ diert die Gemeinde mit„Amen“. 10 Ordnung der Gottesdienste. während der Austeilung werden Passionslieder oder Gesänge vom heiligen Abendmahl gesungen. Nach der Austeilung verliest der Geistliche den 25. Psalm: Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser. Er erquicket meine Seele; er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen. Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück, denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich. Du bereitest vor mir einen Tisch gegen meine Feinde, du salbest mein Haupt mit Ol und schenkest mir voll ein. Gutes und Barm⸗ herzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar. Darauf intoniert der Geistliche, gegen den Altar gewandt: Danket dem Herrn, denn er ist freundlich. Gem. 71 II 3. e ert, orir.n, de, —— S‚ll Und seine Güte wäh⸗ ret e⸗ wig=lich. Sodann singt der Geistliche die Rollekte: Wir danken dir, allmächtiger Herre Gott, daß du uns durch diese heilsame Gabe hast erquicket, und bitten deine Barmherzigkeit, daß du uns solches gedeihen lassest zu starkem Glauben gegen dich und zu brünstiger Liebe unter uns allen, um Jesu Christi, unsers Herrn willen. — Genn CEAI ——————.—— A Past. Der Herr segne dich und behüte dich, der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig, der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden. 2 men. — — 1 1 N — n, 1 2—— A⸗ men, A⸗ men. nach dem Amen kann noch ein Schlußgesang gesungen werden. Antiphonen. 31 n Antiphonen. (Zum Gebrauche neben den bereits in der Ordnung des Haupt⸗ gottesdienstes enthaltenen.) ö 1. Hosianna dem Sohne Davids. Halleluja! f Gelobet sei, der da kommt im Namen des Herrn. Halleluja! In 2. Ein Kind ist uns geboren. Halleluja! bu Ein Sohn ist uns gegeben. Halleluja! est 3. Das Wort ward Fleisch. Halleluja! in Und wohnete unter uns. Halleluja! n⸗ 4. Kündlich groß ist das gottselige Geheimnis. Halleluja! de Gott ist geoffenbaret im Fleisch. Halleluja! 5. Jesus Christus gestern und heute, Halleluja! Und derselbe in Ewigkeit. Halleluja! 6. Himmel und Erde werden vergehen, Aber des Herrn Wort bleibet in Ewigkeit! 7. Die Heiden werden in Deinem Lichte wandeln. Halleluja! Und die Könige im Glanz, der über Dir aufgeht. Halleluja! 8. Die Strafe liegt auf Ihm, auf daß wir Frieden hätten, Und durch Seine Wunden sind wir geheilet. 9. Der Herr ist auferstanden. Halleluja! ns Er ist wahrhaftig auferstanden. Halleluja! ne 10. Der Tod ist verschlungen in den Sieg. Halleluja! m Gott sei Dank, der uns den Sieg gegeben hat. Halleluja! n, 11. Trachtet nach dem, was droben ist. Halleluja! Da Christus ist, sitzend zur rechten Hand Gottes. Halleluja! 12. Herr, tue meine Lippen auf. Halleluja! Daß mein Mund Deinen Ruhm verkündige. Halleluja! 13. Gott, sei uns gnädig nach Deiner Güte, ö Und tilge unsere Sünden nach Deiner Barmherzigkeit. 14. Barmherzig und gnädig ist der Herr. Halleluja! ig Geduldig und von großer Güte. Halleluja! en. 15. Rufe mich an in der Not, so will Ich dich erretten. Halleluja! Und du sollst Mich preisen. Halleluja! 16. Schmecket und sehet, wie freundlich der Herr ist. Halleluja! Wohl dem, der auf Ihn trauet. Halleluja! 17. Ich will den Herrn loben, so lange ich lebe. Halleluja! Und meinem Gott lobsingen, weil ich hier bin. Halleluja! 18. Herr, zeige uns Deine Wege. Halleluja! Und lehre uns Deine Steige. Halleluja! Ordnung der Gottesdienste. 12 19. Kommt herzu und lasset uns dem Herrn frohlocken. Halleluja! Und jauchzen dem Hort unsers Heiles. Halleluja! 20. Herr, nun lässest Du Deinen Diener in Frieden fahren. Halleluja! Denn meine Augen haben Deinen Heiland gesehen. Halleluja! Bauptgyttesdienst am Gründonnerstage und Karfreitage. Nachdem es ausgeläutet hat, kniet der Pastor gegen den Altar und betet unter dem Anschlagen der Betglocke: Christe, Du Lamm Gottes, der Du trägst die Sünde der Welt, erbarme Dich unser! Christe, Du Lamm Gottes, der Du trägst die Sünde der Welt, erbarme Dich unser! Christe, Du Lamm Gottes, der Du trägst die Sünde der Welt, gib uns Deinen Frieden! Vater unser u. s. w. Bierauf Gemeindegesang, der Bedeutung des Tages gemäß. Dann verliest der Pastor am Altare nach einem biblischen Segens⸗ wunsche am Gründonnerstage das vierte, am Karfreitage das fünfte Sauptstück der Leidensgeschichte des Herrn.“) Das Hauptlied, nach der Bedeutung des Tages ausgewählt. Die Predigt wird am Gründonnerstage über die Epistel oder das Evangelium des Tages, als des Gedächtnistages der Einsetzung des heiligen Abend⸗ mahls, am Karfreitage aber über einen von dem Prediger zu wählen⸗ den Passionstext gehalten. Am Uarfreitage kann sich an die Predigt die allgemeine Beichte anschließen. Hierauf ein für diesen Tag geeignetes Kirchengebet nebst der Für⸗ bitte für die Rommunikanten, sofern das heilige Abendmahl gefeiert wird, sodann das„Vaterunser“ und„Oer Friede Gottes“ u. s. w.“ Dann folgt die Abendmahlsfeier in der gewöhnlichen Ordnung. Findet Abendmahlsfeier nicht statt, so wird der Gottesdienst mit dem Segen und einem Gesangverse beschlossen. *) An beiden Tagen kann ein Chorgesang folgen; auch ist es nicht unstatthaft, in die Borlesung selbst an geeigneten Stellen einzelne Ge⸗ sangverse einzulegen. Der P das„Vo Dann Hierar wozu die wird übe Darau Daran Past. ligen G mit buß jeglicher Allm sündiget ns· fte Gründonnerstag, Karfreitag, Bußtag. 13 Bauptgyttesdienst am Buhtage. Der Pastor betet zu Anfang das„Christe, du TCamm Gottes“ und das„Vaterunser“ wie am Gründonnerstage und Uarfreitage. Dann Gemeindegesang, der Bedeutung des Tages gemäß. Hierauf verliest der Geistliche am Altare einen der Bußpsalmen, wozu die Gemeinde sich erhebt.“) Das Hauptlied. Die Predigt wird über den vorgeschriebenen Bußtext gehalten. Darauf erhebt sich die Hemeinde und singt stehend den Hesang Nr. 235. Daran schließt sich die allgemeine Beichte.“ Past.: Geliebte in Christo! Wollet euch nun vor dem hei⸗ ligen Gotte demütigen und das Bekenntnis Eurer Sünden mit bußfertigem und gläubigem Herzen ablegen, indem ein jeglicher mit mir also spricht: Allmächtiger, barmherziger Gott und Vater, ich armer sündiger Mensch bekenne vor Deinem heiligen Angesichte, daß ich leider schwer und mannigfaltig gesündigt habe(nicht allein mit äußerlichen groben Sünden, sondern auch mit innerlicher Blindheit, Unglauben, Zweifel, Kleinmütigkeit, Ungeduld, Hoffart, bösen Lüsten, Geiz, heimlichem Neid, Haß, Mißgunst und anderen Sünden), daß ich auf mancherlei Weise mit Ge⸗ danken, Worten und Werken Deine allerheiligsten Gebote übertreten habe, wie Du, mein Herr und Gott, das wohl an mir erkennst und ich leider so vollkommen nicht erkennen kann. Aber solches alles ist mir leid und reuet mich sehr, und ich begehre von Herzen Deine Gnade, o Gott, durch Deinen lieben Sohn, Jesum Christum, und bitte, daß Du mir alle meine Sünden vergeben und Deinen heiligen Geist zur Besserung meines Lebens mitteilen wollest. Amen. Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Amen! Ist das nun euer aller aufrichtiges Bekenntnis? Sind eure Sünden euch von Herzen leid, setzet ihr all euer Ver⸗ trauen auf die Gnade Gottes in Christo und gelobet ihr, euer *) Hier kann ein Chorgesang folgen. *) Statt der Beichte kann auch ein Bußtagsgebet gesprochen werden, worauf die Gemeinde mit„Amen“ antwortet. Ordnung der Gottesdienste. 14 Leben hinfort mit Gottes Hilfe nach Gottes Willen anzu⸗ stellen? so bezeuget solches selbst vor Gott und sprechet: Ja! Gem.: Ja! Darauf die Absolution. Past.: Der allmächtige Gott hat Sich euer erbarmet, und ich, als verordneter Diener der christlichen Kirche, verkündige euch auf solch euer Bekenntnis nach dem Befehle unseres Herrn Jesu Christi die Vergebung aller eurer Sünden im Namen Gottes des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. Amen. Gehet hin in Frieden. Allen Unbußfertigen aber gebe Gott Seinen heiligen Geist, daß sie mögen wahre Buße tun und selig werden. Amen. Hiernach Fürbitte für die Nommunikanten, sofern das heilige Abend⸗ mahl gefeiert wird. Sodann das„Baterunser“ und„Der Friede Gottes u. s. w.“ Da⸗ nach der zur Kommunion überleitende Gesangvers. Ist keine Wommunion, so kann nach dem Gesangverse die Litanei gesungen werden. Mit antiphone, Kollekte und Hegen wird der Hottesdienst beschlossen. Bauptgotltesdienst am Bagelfeiertage. 1. Gemeindegesang.— 2. Salutatio.— 3. Antiphone. Past. Herr, erzeige uns Deine Gnade und Güte. Halleluja! em. Daß unser Land sein Gewächs gebe. Halleluja! 4. Kollekte. 5. Psalm 85: Herr, der Du bist vormals gnädig gewesen Deinem Lande, und hast die Gefangenen Jakobs erlöset; Der Du die Missetat vormals vergeben hast Deinem Volk, und alle ihre Sünden bedecket, Sela; Der Du vormals hast allen Deinen Zorn aufgehoben, und Dich gewendet von dem Grimm Deines Zorns; Tröste uns, Gott, unser Heiland, und laß ab von Deiner Ungnade über uns. Willst Du denn ewiglich über uns zürnen, und Deinen Zorn gehen lassen immer für und für? Willst Du uns denn nicht wieder erquicken, daß sich Dein Volk über Dich freuen möge? Herr, erzeige uns Deine Gnade, und hilf uns. Ach, Er Fri daß sie Dock in unse U⸗ X * Bußtag. Hagelfeiertag. 15 Ach, daß ich hören sollte, daß Gott der Herr redete, daß Er Frieden zusagte Seinem Volk, und Seinen Heiligen, auf daß sie nicht auf eine Torheit geraten. Doch ist ja Seine Hilfe nahe denen, die Ihn fürchten, daß in unserm Lande Ehre wohne; Daß Güte und Treue einander begegnen, Gerechtigkeit und Friede sich küssen; Daß Treue auf der Erde wachse, und Gerechtigkeit vom Himmel schaue; Daß uns auch der Herr Gutes tue, damit unser Land sein Gewächs gebe; Daß Gerechtigkeit dennoch vor ihm bleibe, und im Schwange gehe. 6. Gemeindegesang. 7. Predigt über einen freien Text. 8. Gemeindegesang. 9. Altargebet.“) Herr, allmächtiger Gott, Du König Himmels und der Erden, der Du durch Deine überschwengliche Güte den ganzen Erdboden mit allerlei Früchten zierest und erfüllest, wir bitten Dich um Deiner Barmherzigkeit willen, Du wollest unser Land segnen, daß es seine Früchte gebe zu seiner Zeit; denn ohne Deinen Segen ist alle unsere Arbeit umsonst. Gib vom Himmel her Regen und Sonnenschein, daß alles wachse und gedeihe. Schließe den Himmel nicht zu über uns um unsrer Sünde willen, sondern suche das Land heim mit Deiner Fülle. Tränke seine Furchen, feuchte sein Gepflügtes, segne sein Gewächs. Kröne das Jahr mit Deinem Gute, daß Deine Fußstapfen triefen von Fett, so werden die Wohnungen in der Wüste auch fett werden; die Hügel umher werden lustig sein und die Auen werden prangen mit Korn, daß man jauchzet und singet.— So laß Dir, o himmlischer Vater, in Deinen gnädigen Schutz befohlen sein die liebe Saat und alle Früchte des Erdreichs. Bewahre sie in Frost und Hitze, in Regen und Ungewitter; bewahre sie vor Sturm und Hagel, vor Verheerung und allem Schaden. Behüte uns vor Miß⸗ wachs und Teuerung, vor Hunger und Kummer. Erhöre uns in Deinem Himmel, und verlaß uns nicht um der Sünde willen Deines Volkes; sondern versorge uns gnädiglich mit ) Unter besonderen Verhältnissen, in denen der Inhalt des Gebets nicht angemessen erscheint, sind Anderungen des Inhalts zulässig. 16 aller Notdurft des Lebens, auf daß wir in allen Dingen Deine göttliche Kraft und Deine milde Hand mit Danksagung erkennen und Dich preisen, der Du uns reichlich ernährest an Leib und Seele, hier zeitlich und dort ewiglich. Amen. Lasset uns ferner mit den Worten des 67. Psalms also eten: Gott sei uns gnädig und segne uns; Er lasse uns Sein Antlitz leuchten. Sela. Daß wir auf Erden erkennen Seinen Weg, unter allen Heiden Sein Heil. Es danken Dir, Gott, die Völker; es danken Dir alle Völker. Die Völker freuen sich und jauchzen, daß Du die Leute recht richtest, und regierest die Leute auf Erden. Sela. Es danken Dir, Gott, die Völker; es danken Dir alle Völker. Das Land gibt sein Gewächs. Es segne uns Gott, unser Gott. Es segne uns Gott, und alle Welt fürchte Ihn. Vaterunser mit Amen der Gemeinde. 10. Antiphone. ast. Aller Augen warten auf Dich, Herr. Halleluja! em. Und Du gibst ihnen ihre Speise zu seiner Zeit. Halleluja! 11. Kollehte.— 12. Segen. 13. Schlußvers.(Nann auch wegfallen.) Ordnung der Gottesdienste. Die sonn⸗ und festtägigen Früh- und Vachmittags-Gyttesdienste und die Wochen-Gottesdienste mit Predigt. 1. Eingangslied. 2. Am Altar: Salutatio, Antiphone und Kollelite. Verlesung eines Abschnittes aus der heiligen Schrift. 3. Gemeindegesang. 4. Predigt über die Sonntags⸗ oder Festtags⸗Perikope (oder einen freien Text). Sum Schluß: Der Friede Gottes u. s. w. 5. Gemeindegesang. 6. Am Altar: Gebet und Vaterunser. Antiphone, Kolleltte und Hegen. 7. Gemeindegesang.(Nann auch fortfallen.) Es kann auch nach dem Vaterunser sogleich der Segen gesprochen und damit der Gottesdienst geschlossen werden. Schließt sich an den Sottesdienst die Feier des heiligen Abendmahls an, so fallen Antiphone, Rollekte und Segen fort und wird nach einem Früh⸗j„ Bibelwor allen“ du munion Wo se Oredigt wendung 2 Past Gem Past. em Past Gem 3. Hiera 4. Kate lied sofo Früh⸗, Nachmittags⸗ und Wochengottesdienste. Katechismuslehre. 17 gen Bibelwort, z. B.„Die Gnade unseres Herrn Jesu Christi sei mit euch ung allen“ durch das Lied:„Vor Dir, Herr Jesu, steh ich hier“ zur Rom⸗ an munion übergeleitet. wo es herkömmlich ist, kann im Nachmittags⸗Gottesdienste vor der Oredigt auch die liturgische Ordnung des Hauptgottesdienstes in An⸗ also wendung kommen. dein —05 RKatechismuslehre. ot sich 1. Gemeindegesang. rest 2. Past. Unsere Hilfe stehet im Namen des Herrn. Halleluja! ker; Gem. Der Himmel und Erde gemacht hat. Halleluja! Past. Der Herr sei mit euch. Eͤs Gem. Und mit deinem Geist. alle Past. Kollekte. Gem. Amen. 3. Hierauf kann von zwei Äindern ein Hauptstück des lutherischen Katechismus mit der Erklärung aufgesagt werden. 4. Katechisation, welche mit einem Gebete und dem Vaterunser ge⸗ a! schlossen wird. 5. Gesang. 6. Past. Herr, lehre mich tun nach Deinem Wohlgefallen. Halleluja! Gem. Dein guter Geist führe mich auf ebener Bahn. Halleluja! ast. Lasset uns beten:(Kollekte). em. Amen. 7. Segen. 8. Schlußvers.(Kann auch fortfallen.) E wenn einige Sonntage benutzt werden sollen, der Gemeinde Mit⸗ teilungen zu machen aus dem Gebiete der äußeren und inneren Mission, 2 der Arbeit des Gustav⸗Adolfvereines und der Reformationsgeschichte, so sind die Mitteilungen an Stelle von Nr. 5 und 4 zu setzen. Bei der Uatechismuslehre an Wochentagen kann auf das Eingangs⸗ lied sofort die Katechisation folgen, und der Gottesdienst nach einem Gebete nebst Vaterunser mit Segen und Gesang geschlossen werden. Wochenbertstunde. gen Nachdem es ausgeläutet hat, tritt der Pastor an den Altar und spricht 5 unter dem Anschlagen der Betglocke: Hen 1. Christe, Du Lamm Gottes, der Du trägst die Sünde der Welt, erbarme Dich unser! ö ö; ahls ö Christe, Du Lamm Gottes, der Du trägst die Sünde der inem— Wielt, erbarme Dich unser! ö Gottesdienstordnung. 2 V Ordnung der Gottesdienste. Christe, Du Lamm Gottes, der Du trägst die Sünde der Welt, gib uns Deinen Frieden! Vaterunser. 2. Die Gemeinde singt einen Morgen- oder Lobgesang. 3. Der Pastor verliest am Altar nach einem Votum einen Abschnitt aus der heikigen Schrift, welchen er in der Rürze auslegt. 4. Gemeindegesang. 5. Danach spricht er ein Gebet. 6. Past.(am Altar): Herr, erbarme Dich unser. Christe, erbarme Dich unser. Herr, erbarme Dich unser. Vaterunser. 7. Past. Gott, gib Fried in Deinem Lande. em. Glück und Heil zu allem Stande. Past. Lasset uns beten: Herr Gott, himmlischer Vater, der Du heiligen Mut, guten Rat und rechte Werke schaffest, gib Deinen Dienern den Frieden, welchen die Welt nicht kann geben, auf daß unser Herz an Deinen Geboten hange, und wir zu unserer Zeit durch Deinen Schutz stille und sicher vor Feinden leben, durch Jesum Christum, Deinen Sohn, unsern Herrn. Gem. Amen. 8. Segen. 9. Gem. Unsern Ausgang segne Gott u. s. w. oder Verleih uns Frieden gnädiglich u. s. w. (Nr. 9 kann auch wegfallen.) Jastengottesdienste. Wo während der Fastenzeit vor dem Sonntage Palmarum besondere Fastengottesdienste gehalten werden, sind dieselben mit dem„Christe, Du Lamm Gottes“ u. s. w. und dem Vaterunser zu beginnen, im übrigen aber nach dem Ermessen des Pastors, je nach der liturgischen Befähigung der Gemeinde und dem örtlichen Herkommen einzurichten. Die Betstunden am Montag, Dienstag und Mittwoch in der stillen Woche werden, wie die Gottesdienste am Gründonnerstag und Nar⸗ freitag, mit dem„Christe, Du Camm Gottes“ u. s. w. und dem Vater⸗ unser begonnen. Bei der Verlesung der Hauptstücke der Leidensgeschichte können an geeigneten Stellen passende Gesangverse eingelegt werden. Die weitere liturgische Ausgestaltung der Gottesdienste an den bezeich⸗ neten drei Tagen ist auch hier dem Ermessen des Pastors je nach der liturgischen Befähigung der Gemeinde und dem örtlichen Herkommen überlassen. er n Wochenbetstunde. Fastengottesdienste. Lesegottes dienst. Beichthandl. 19 Lesegottesdienst. Falls in Vertretung des Geistlichen der Gottesdienst durch den Gpfer⸗ mann bezw. Lehrer abgehalten wird, so hat derselbe in nachstehender Ordnung zu verlaufen: 1. Gemeindegesang.— 2. Verlesung der Epistel. 3. Gemeindegesang. 4. Vorlesung der vom Geistlichen vorgeschriebenen Predigt. 5. Kirchengebet. 6. Vaterunser. Segen. 7. Schlußvers.(Nann auch wegfallen.) öffenkliche Beichthandlung. Bußgesang. Past.: Im Namen Gottes des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. Amen. Hierauf können nach Auswahl des Geistlichen noch folgende Schrift⸗ sprüche verlesen werden: Joh. 3, 16: Also hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. 1. Joh. 1, 8. 9, 7: So wir sagen, wir haben keine Sünde, verführen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns. So wir aber unsere Sünde bekennen, so ist Gott treu und gerecht, daß er uns die Sünde vergibt und reiniget uns von aller Untugend. Und das Blut Jesu Christi, seines Sohnes, macht uns rein von aller Sünde. Ps. 51, 19: Die Opfer, die Gott gefallen, sind ein ge⸗ ängsteter Geist; ein geängstetes und zerschlagenes Herz wirst du, Gott, nicht verachten. Ps. 51, 3: Gott sei mir gnädig nach deiner Güte und tilge meine Sünde nach deiner Barmherzigkeit. Ezech. 33, 11: So wahr ich lebe, spricht der Herr Herr: Ich habe keinen Gefallen am Tode des Gottlosen, sondern daß sich der Gottlose bekehre von seinem Wesen und lebe. Jes. 44, 22: Ich vertilge deine Missetat wie eine Wolke und deine Sünde wie den Nebel. Kehre dich zu mir, denn ich erlöse dich. 2* Ordnung der Gottesdienste. 20 Matth. 11, 2830: Kommet her zu mir alle, die ihr müh⸗ Miße selig und beladen seid; ich will euch erquicken. Nehmet auf ö Weise euch mein Joch und lernet von mir, denn ich bin sanftmütig Gebo und von Herzen demütig, so werdet ihr Ruhe finden für eure wohl Seelen. Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.— kenne Oder ein Bußpsalm, etwa:„ sehr, Pf. 32, 1—7: Wohl dem, dem die Übertretungen vergeben deine sind, dem die Sünde bedecket ist. 258 Wohl dem Menschen, dem der Herr die Missetat nicht zu⸗ ait rechnet, in des Geist kein Falsch ist. Denn da ich es wollte verschweigen, verschmachteten meine Gebeine durch mein täglich Heulen. 4 Denn deine Hand war Tag und Nacht schwer auf mir, daß Da mein Saft vertrocknete, wie es im Sommer dürre wird. Ist Darum bekenne ich dir meine Sünde und verhehle meine Sünt 1 Missetat nicht. Ich sprach: Ich will dem Herrn meine Über⸗ auf d tretung bekennen. Da vergabst du mir die Missetat meiner hinfo Sünde. bezeu Dafür werden dich alle Heiligen bitten zur rechten Zeit; G6 darum, wenn große Wasserfluten kommen, werden sie nicht an dieselbigen gelangen. Du bist mein Schirm; du wollest mich vor Angst behüten, uch ö daß ich errettet ganz fröhlich rühmen könne. Amen. Herr Reichtrede, Nam welcher ein geeignetes Schriftwort zu Grunde zu legen ist. Geist Nach Schluß derselben fährt der Geistliche fort: Ge Geliebte in Christo! Wollet euch nun vor dem heiligen La Gotte demütigen und das Bekenntnis eurer Sünden mit He bußfertigem und gläubigem Herzen ablegen, indem ein jeg⸗ roß licher mit mir also spricht: 2—5 Der Geistliche, zum Altar gewandt, spricht die folgende sein x Beichte: hast! Allmächtiger, barmherziger Gott und Vater, ich armer, durch sündiger Mensch bekenne vor deinem heiligen Angesichte, daß* ich leider schwer und mannigfaltig gesündigt habe(nicht allein Beicht mit äußerlichen, groben Sünden, sondern auch mit inner⸗ könner licher Blindheit, Unglauben, Zweifel, Kleinmütigkeit, Un⸗ gesun⸗ geduld, Hoffart, bösen Lüsten, Geiz, heimlichem Neid, Haß, 44) 4 Beichthandlung. 21 Mißgunst und anderen Sünden), daß ich auf mancherlei Weise mit Gedanken, Worten und Werken deine allerheiligsten Gebote übertreten habe, wie du, mein Herr und Gott, das wohl an mir erkennst und ich leider so vollkommen nicht er⸗ kennen kann. Aber solches alles ist mir leid und reuet mich sehr, und ich begehre von Herzen deine Gnade, o Gott, durch deinen lieben Sohn, Jesum Christum, und bitte, daß du mir alle meine Sünden vergeben und deinen heiligen Geist zur Besserung meines Lebens mitteilen wollest. Amen. Herr, erbarme dich unser! Christe, erbarme dich unser! Herr, erbarme dich unser! Amen. Darauf wendet sich der Geistliche zur Gemeinde und spricht: Ist das nun euer aller aufrichtiges Bekenntnis? Sind eure Sünden euch von Herzen leid, setzet ihr all euer Vertrauen auf die Gnade Gottes in Christo und gelobet ihr, euer Leben hinfort mit Gottes Hilfe nach Gottes Willen anzustellen? so bezeuget solches selbst vor Gott und sprechet: Ja! Gem.: Ja! Absolution. Past.: Der allmächtige Gott hat sich euer erbarmet, und ich, als verordneter Diener der christlichen Kirche, verkündige euch auf solch euer Bekenntnis nach dem Befehle unseres Herrn Jesu Christi die Vergebung aller eurer Sünden im Namen Gottes des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. Amen. Gehet hin in Frieden. Amen.“) Lasset uns beten:“) Herr Gott, himmlischer Vater, wir danken dir für deine große Gnade und Barmherzigkeit, daß du durch deinen ein⸗ geborenen Sohn eine ewige Versöhnung gestiftet und durch sein heiliges Wort auch uns der Vergebung unserer Sünden hast versichern lassen; wir bitten dich, regiere unsere Herzen durch deinen heiligen Geist, daß wir für solche deine Gnade —— 5) Wenn die Feier des heiligen Abendmahls sich unmittelbar an die Beichthandlung anschließt, wie bei Kommunionen an Wochentagen, so können die auf die Absolution folgenden Stücke wegfallen, und es wird nur ein auf die Feier des heiligen Abendmahls überleitender Gesang e) Hier kann auch Psalm 103, V. 1 bis 12 eingeschaltet werden. 22 dir allezeit dankbar bleiben, derselben in allen Nöten und Anfechtungen uns getrösten und in einem neuen, heiligen Leben vor dir wandeln mögen, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Vaterunser.— Segen.— Schlußgesang. Ordnung der Gottesdienste. Die Ronfirmationshandlung. Past.: Geliebte Söhne und Töchter, wollet ihr nun euren Taufbund mit Gott bestätigen, euren christlichen Glauben, in welchem ihr nach der Lehre unserer evangelisch⸗lutherischen Kirche unterwiesen seid, öffentlich bekennen und das Tauf⸗ gelübde, das einst eure Paten für euch abgelegt, nun selber auf euch nehmen, so sprechet: Ja. Vachdem die Semeinde nach Aufforderung des Geistlichen sich er⸗ hoben hat, fährt derselbe fort:) 938 frage ich euch nun vor Gott und dieser christlichen Ge⸗ meinde: I) Glaubet ihr an Gott den Vater, allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erden? Und an Jesum Christum, seinen eingebornen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontio Pilato, ge⸗ kreuziget, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder aufgestanden von den Toten, auf⸗ gefahren gen Himmel, sitzend zur rechten Hand Gottes, des allmächtigen Vaters, von dannen Er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Toten? Und an den heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auf⸗ erstehung des Fleisches und ein ewiges Leben? so antwortet: Ja, das glauben wir.*) Antwort: Ja, das glauben wir. ) Statt dieser Frage kann auch folgende Form gebraucht werden: So fordere ich euch nun auf, euren christlichen Glauben zu bekennen, indem einer von euch im Namen eurer aller ihn sprechen möge(oder: indem ihr alle gemeinsam ihn sprechen möget). Einer der Unaben spricht das apostolische Glaubensbekenntnis(oder: die Honfirmanden sprechen das apostolische Glaubensbekenntnis). So frage ich euch nun vor Gott und dieser christlichen Gemeinde: Bekennt ihr euch alle von Herzen zu diesem christlichen Glauben, auf den ihr getauft seid, so antwortet: Ja, wir glauben. Antwort: Ja, wir glauben. HE—— Konfirmationshandlung. 23 2) Ich frage euch weiter: Gelobet ihr, diesem allerheiligsten Glauben gemäß durch die Gnade Gottes würdiglich zu wan⸗ deln, euch vor Sünden zu hüten und gottselig zu leben? so antwortet: Ja, das geloben wir. Antwort: Ja, das geloben wir. 3) Ich frage euch zum dritten: Wollet ihr in solchem rechten Glauben und gottseligen Wandel mit Gottes Hilfe bis an euer Ende beharren und, damit ihr solches wohl vollbringen möget, euch mit fleißigem Gebet zu Gottes Wort und Tisch treulich halten? so antwortet: Ja, mit Gottes Hilfe. Antwort: Ja, mit Gottes Hilfe. Auf solch euer Bekenntnis und Gelübde bezeuge ich euch kraft meines Amtes als verordneter Diener der christlichen Kirche, daß der Gnadenbund Gottes, des dreieinigen, welchen Er in der heiligen Taufe euch zugesagt und versiegelt hat, feststeht, bestätige euch als Glieder unserer evangelisch⸗luthe⸗ rischen Kirche und, wie ihr damit alle Verpflichtungen der⸗ selben übernehmt, so spreche ich euch zu alle Rechte, Güter und Gaben, die unser Herr Jesus Christus Seiner gläubigen Gemeinde erworben und geschenkt hat. Solches tue ich im Namen Gottes des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. Amen. Lasset uns nun zur Stärkung und Kräftigung dieser Kinder im rechten Glauben und wahrhaftiger Gottseligkeit den Bei⸗ stand des allmächtigen Gottes anrufen und also für sie beten: Allmächtiger und barmherziger Gott, Vater unseres Herrn Jesu Christi, der Du allein alles Gute in uns anfängst, be⸗ stätigest und vollendest, wir danken Dir von Herzen, daß Du diese Kinder Deiner Kirche geschenkt, durch die heilige Taufe wiedergeboren und nun auch so weit erleuchtet hast, daß sie diese Deine Gnade und Güte und ihre Erlösung in Christo, Deinem lieben Sohne, unserm Herrn, auch selbst erkennen und vor Deiner Gemeinde jetzt bekannt haben. Wir bitten Dich, Du wollest das gute Werk, das Du in ihnen angefangen hast, stärken, Deinen heiligen Geist in ihnen mehren, auf daß sie in Deiner Kirche und Gemeinde, im wahren Glauben Deines heiligen Evangeliums stetig bleiben und beständig verharren, und keine falsche Lehre noch fleischliche Lüste sie von der bekannten Wahrheit abführen mögen. Sondern gib ihnen, daß sie zu Deinem heiligen Wohlgefallen an Christo, 2⁴4 Deinem Sohne, unserm gemeinsamen Haupte, immerdar wachsen, in aller Weisheit, Heiligkeit und Gerechtigkeit, damit sie Dich und Deinen lieben Sohn, unsern Herrn, samt dem heiligen Geiste als alleinigen wahren Gott immer vollkomme⸗ ner erkennen, herzlicher lieben und vor aller Welt mit Worten und all ihrem Leben je länger desto beständiger bekennen, loben und preisen; daß sie also nach ihrem Taufbunde Glauben und gut Gewissen bewahren, christlich leben, ge⸗ duldig leiden, ritterlich ingen und durch Tod und Leben zu Dir in den Himmel dringen mögen, durch denselben unsern Herrn Jesum Christum, der mit Dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret, hochgelobet in Ewigkeit. Amen. Valerunser. Der Friede Gottes, welcher höher ist, denn alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christo Jesu zum ewigen Leben. Amen. . S‚DSSPSSSP 2. 2 2