Notgesangbuch der Evangelischen Rirche in Hessen und Nassau fuͤr Zessen⸗Darmstadt Auswahl aus dem Gessangbuch für die evangelische Landeskirche in Sessen 1949 R. Herrosé's Verlag Wiesbaden mom (Jur Aiturgie vgl. auch die Lieder Nr. 38, 323, 3128, 395, 2)), 42), 837, 542, 5737, 576, 577.) Zum Anfang des Gottesdienstes 4 II. Jahrhundert. Romm, heiliger Geist,/ erfüll die Zerzen deiner Gläubigen/ und entzünd in ihnen das Feuer deiner göttlichen Liebe,/ der du durch Mannigfaltigkeit der zungen die Völker der ganzen Welt versammelt hast/ zur Einigkeit des Glaubens. ¶Halleluja!/ alle⸗ luja! Veni sancte spiritus) Alte Rirche.— I522. 5 Görlitz 1648. 3. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend,/ den heil⸗ gen Geist du zu uns send;/ mit ilf und Gnad er uns regier/ und uns den Weg zur Wahrheit führ. 6*8 z. Tu uauf den Mund zum Lobe dein,/ bereit das erz zur Andacht fein;/ den Glauben mehr, stärk den Verstand,/ daß uns dein Nam werd wohlbekannt; 3. Bis wir singen mit Gottes Seer:/ Heilig, heilig ist Gott der Zerr!/ und schauen dich von Angesicht/ in ewger Freud und selgem Licht. 4. Ehr sei dem Vater und dem Sohn,/ dem heil⸗ —0— Geist in Einem Thron;/ der heiligen Dreieinig⸗ keit/ sei Lob und Preis in Ewigkeit! Der Tag des Herrn Altenburg J678. 6 Joh. Rudolf Ahle, J667. 9. Liebster Jesu, wir sind hier,/ dich und dein Wort anzuhören; /lenke Sinnen und Begier/ auf die süßen Simmelslehren,/ daß die Serzen von der Erden/ ganz zu dir gezogen werden. 2. Unser Wissen und Verstand/ ist mit Finsternis verhüllet,/ wo nicht deines Geistes Sand/ uns mit hellem Licht erfüllet;/ Gutes denken, tun und dich⸗ ten/ mußt du selbst in uns verrichten. z. O du Glanz der Herrlichkeit,/ Licht vom Licht, aus Gott geboren,/ mach uns allesamt bereit,/ öffne Herzen, Mund und Ohren;/ unser Bitten, Flehn und Singen/ laß, Herr Jesu, wohlgelingen. Tobias Clausnitzer, F 1684. 8 Mel.: Sott des Simmels und der Erden. Zeinrich Albert, 1672. . Tut mir auf die schöne Pforte,/ führt in Gottes Haus mich ein;/ ach, wie wird an diesem Orte/ meine Seele fröhlich sein!/ Hier ist Gottes Ange⸗ sicht; /hier ist lauter Troͤst und Licht. 6 Der Tag des Zerrn II 2. Ich bin, Serr, zu dir gekommen,/ komme du nun auch zu mir;/ wo du Wohnung hast genom⸗ men,/ da ist lauter Himmel hier./ Zeuch in meinem Herzen ein,/ laß es deinen Tempel sein! 3. Laß in Furcht mich vor dich treten,/ heilge du Leib, Seel und Geist,/ daß mein Singen und mein Beten/ dir ein lieblich Opfer heißt./ Zeilge du, Herr, Mund und Ohr,/ zeuch das Zerz zu dir empor! 4. Mache mich zum guten Lande,/ wenn dein Saat⸗ korn auf mich fällt;/ gib mir Licht in dem Ver⸗ stande,/ und was mir wird vorgestellt,/ präge mei⸗ nem Herzen ein,/ laß es mir zur Frucht gedeihn! 9. Stärk in mir den schwachen Glauben,/ laß dein teures Kleinod mir/ nimmer aus dem Herzen rau⸗ ben;/ halte stets dein Wort mir für,/ daß es mir zum Leitstern dient/ und zum Trost im Zerzen grünt. 6. Rede, Serr, so will ich hören,/ und dein Wille werd erfüllt! /ichts laß meine Andacht stören,/ wenn der Brunn des Lebens quillt;/ speise mich mit Himmelsbrot,/ tröste mich in aller Wot! BVenjamin Schmolck, 1 1737. Zum Schlusse des Gottesdienstes II Mel.: Liebster Jesu, wir sind hier(Nr. 6). Unsern Ausgang segne Sott,/ unsern Eingang gleichermaßen;/ segne unser täglich Brot,/ segne unser Tun und Lassen,/ segne uns mit selgem Ster⸗ ben/ und mach uns zu Simmelserben. Hartmann Schenk, 4 J68J. Der Tag des Serrn I3 Mel.: Liebster Jesu, wir sind hier(Nr. 6). ). Höchster Gott, wir danken dir,/ daß du uns dein Wort gegeben;/ hilf uns ferner, daß auch wir/ nach demselben heilig leben;/ gib dem Glauben solche Stärke,/ daß er tätig sei im Werke! 2. Uns, o Vater, lehrest du,/ was wir tun und glauben sollen;/ schenk uns deine Kraft dazu,/ gib zum Wissen auch das Wollen/ und zum Wollen das Vollbringen,/ so wird alles wohlgelingen. 3. Gib uns, eh wir gehn nach Haus,/ deinen väter⸗ lichen Segen,/ breite deine ände aus,/ leite uns auf deinen Wegen;/ laß uns hier im Segen gehen,/ dort gesegnet auferstehen! Joh. Adam Saßlocher, 1 1726. N N MWNS e De (Auch die Lieder Ur. voꝛ und 333.) 15 J. A. Freylinghausen, Salle 17034. ). Macht hoch die Tür, die Tor macht weit!/ Es kommt der Herr der Serrlichkeit,/ ein Rönig aller Rönigreich,/ ein Heiland aller Welt zugleich,/ der ⸗eil und Leben mit sich bringt;/ derhalben jauchzt, mit Freuden singt:/ Gelobet sei mein Gott,/ mein reich von Rat! 2. Er ist gerecht, ein Selfer wert,/ Sanftmütig⸗ keit ist sein Gefährt,/ sein Rönigskron ist Heilig⸗ keit,/ sein zepter ist Barmherzigkeit;/ all unsre Not zu End er bringt;/ derhalben jauchzt, mit Freuden singt:/ Gelobet sei mein Gott,/ mein Zeiland, groß von Tat! 3. O wohl dem Land, o wohl der Stadt,/ so diesen Roönig bei sich hat;/ wohl allen Serzen insgemein,/ da dieser Rönig ziehet ein!/ Er ist die rechte Freu⸗ densonn,/ bringt mit sich lauter Freud und Wonn./ Gelobet sei mein Gott,/ mein Tröster früh und spat! 7 — Advent 4. Macht hoch die Tür, die Tore weit,/ das Zerz zum Tempel macht bereit;/ die Palmen der Sott⸗ seligkeit/ streut hin mit Andacht, Lust und Freud;/ so kommt der Rönig auch zu euch,/ ja Heil und Le⸗ ben mit zugleich./ Gelobet sei mein Gott,/ voll Rat, voll Tat, voll Gnad! 9. Komm, o mein Heiland Jesu Christ,/ des Zer⸗ zens Tür dir offen ist;/ ach zeuch mit deiner Gnade ein,/ dein Freundlichkeit auch uns erschein./ Dein heilger Geist uns führ und leit/ den Weg zur ewgen Seligkeit!/ Dem Namen dein, o Serr,/ sei ewig Preis und Ehr! Georg Weißel, 1 J635. 16 mel.: Nun komm, der Seiden Seiland.(J5. Zahrhundert.) Erfurt 1524. ). Gott sei Dank durch alle Welt,/ der sein Wort beständig hält/ und der Sünder Trost und Rat/ zu uns hergesendet hat. z. Was der alten Väter Schar/ höchster Wunsch und ZSehnen war,/ und was sie einst prophezeit,/ ist erfüllt in Serrlichkeit. 3. Zions Silf und Abrams Lohn,/ Jakobs Seil und Davids Sohn,/ Wunderbar, Rat, Rraft und hZeld/ hat sich treulich eingestellt. 4. Sei willkommen, o mein Seil,/ dir Zosianna, o mein Teil!/ Richte du auch eine Bahn/ dir in meinem Serzen an! 8. Daß, wenn du, o Lebensfürst,/ prächtig wieder⸗ kommen wirst,/ ich dir mög entgegengehn/ und vor dir gerecht bestehn! Seinrich Seld, J1659 Advent 17.IS 17 Mel.: Von Sott will ich nicht lassen. Erfurt 1572. ). Mit Ernst, o Menschenkinder,/ das Zerz in euch bestellt!/ Bald wird das Zeil der Suͤnder,/ der wunderstarke Held,/ den Gott aus Gnad allein/ der Welt zum Licht und Leben/ versprochen hat zu geben,/ bei allen kehren ein. 2. Bereitet doch fein tüchtig/ den Weg dem gro— ßen Gast,/ macht seine Steige richtig,/ laßt alles, was er haßt;/ macht eben jeden Pfad,/ die Tale rings erhöhet,/ macht niedrig, was hoch stehet,/ was krumm ist, macht gerad! 3. Ein Herz, das Demut liebet,/ bei Gott am höchsten steht;/ ein Zerz, das Zochmut übet,/ mit Angst zugrunde geht;/ ein Zerz, das richtig ist/ und folget Gottes Leiten,/ das kann sich recht bereiten,/ zu dem kommt Zesus Christ. 4. Ach mache du mich Armen/ in dieser Gnaden⸗ zeit/ aus Güte und Erbarmen,/ Zerr Jesu, selbst bereit! Jeuch in mein Herz hinein,/ mach es zu deiner Krippen;/ so werden Zerz und Lippen/ dir ewig dankbar sein. Valentin Tbilo, 4 1662. 18 Mel.: Aus meines Serzens Srunde. Samburg I598. ). Auf, auf, ihr Reichsgenossen,/ der König kommt heran;/ empfahet unverdrossen/ den großen Wun⸗ dermann./ Ihr Christen, geht herfür,/ laßt uns vor allen Dingen/ ihm Hosianna singen/ mit heiliger Begier! 2. Auf, ihr betrübten Zerzen,/ der Rönig ist nicht fern. Hinweg all Angst und Schmerzen,/ dort kommt der Morgenstern./ Der Zerr will in der I1 Ad vent Vot/ mit reichem Trost euch speisen,/ er will euch Hilf erweisen,/ ja dämpfen gar den Tod. 3. Frisch auf in Gott, ihr Armen,/ der Rönig sorgt für euch. Er will durch sein Erbarmen/ euch machen groß und reich./ Der alles hat bedacht,/ der wird auch euch ernähren;/ was Menschen nur be⸗ gehren,/ das steht in seiner Macht. 4. Frisch auf, ihr Sochbetrübten,/ der Rönig kommt mit Macht./ An uns, die Zerzgeliebten,/ hat er schon längst gedacht. Wun wird kein Angst, noch Pein,/ noch zorn hinfür uns schaden,/ dieweil uns Bott aus Gnaden/ läßt seine Kinder sein. 9. Auf, auf, mit schnellen Schritten,/ den Rönig eilt zu sehn!/ Er kommt in unsre Mitten/ stark, herrlich, sanft und schön./ Nun tretet all heran,/ den Heiland zu begrüßen,/ der alles Kreuz ver⸗ süßen/ und uns erlösen kann. 6. Der Rönig will bedenken/ die, so er herzlich liebt,/ mit köstlichen Geschenken,/ als der sich selbst uns gibt/ durch seine Gnad und Wort./ Ja, Rönig, hocherhoben,/ wir alle wollen loben/ dich freudig hier und dort. 7. Nun, Serr, du gibst uns reichlich,/ wirst selbst doch arm und schwach;/ du liebest unvergleichlich,/ du eilst den Sündern nach;/ drum wolln wir ins⸗— gemein/ die Stimmen hoch erschwingen,/ dir Zo⸗ sianna singen/ und ewig dankbar sein. Johann Rist, 1 J667. 20 Mel.: Valet will ich dir geben. Melchior Teschner, J6J3. . Wie soll ich dich empfangen,/ und wie begegn ich dir,/ o aller Welt Verlangen, /o meiner Seele 12 Advent 20 Ziers/ O Jesu, Jesu, setze/ mir selbst die Fackel bei,/ damit, was dich er goͤtze,/ bewußt und kund mir sei. 2. Dein Zion streut dir Palmen/ und grüne Zweige hin,/ und ich will dir in Psaͤlmen/ ermuntern mei⸗ nen Sinn. Mein Serze soll dir grünen/ in stetem Lob und Preis/ und deinem Namen dienen,/ so gut es kann und weiß. 3. Was hast du unterlassen/ zu meinem Trost und Freud,/ als Leib und Seele saßen/ in ihrem größten Leid?/ Als mir das Reich genommen,/ da Fried und Freude lacht,/ bist du, mein SZeil, gekom⸗ men/ und hast mich froh gemacht. 4. Ich lag in schweren Banden,/ du kommstꝛund machst mich los;/ ich stand in Spott und Schanden,/ du kommst und machst mich groß/ und hebst mich hoch zu Ehren/ und schenkst mir großes Gut,/ das sich nicht läßt verzehren,/ wie irdscher Reichtum tut. 9. Nichts, nichts hat dich getrieben/ zu mir vom Himmelszelt/ als dein getreues Lieben,/ damit du alle Welt/ in ihren tausend Plagen/ und großer Jammerslast,/ die kein Mund aus kann sagen,/ so fest umfangen hast. 6. Das schreib dir in dein Serze,/ du hochbetrüb⸗ tes Heer,/ bei welchem Gram und Schmerze/ sich häuft je mehr und mehr;/ seid unverzagt, ihr habet/ die Silfe vor der Tür;/ der eure Zerzen labet/ und tröstet, steht allhier. 7. Ihr dürft euch nicht bemühen,/ noch sorgen Tag und Vacht,/ wie ihr ihn wollet ziehen/ mit eures Armes Macht;/ er kommt, er kommt mit Willen,/ ist voller LCieb und Lust,/ all Angst und Vot zu stillen,/ die ihm an euch bewußt. 8. Auch dürft ihr nicht erschrecken/ vor eurer Sündenschuld;/ nein, Jesus will sie decken/ mit sei⸗ I3 Advent ner Lieb und Suld./ Er kommt, er kommt den Sün⸗ dern/ zum Trost und wahren Seil,/ schafft, daß bei Gottes Kindern/ verbleib ihr Erb und Teil. 9. Was fragt ihr nach dem Schreien/ der Feind und ihrer Tück?/ Der Zerr wird sie zerstreuen/ in einem Augenblick. Er kommt, er kommt, ein Rö⸗ nig,/ dem alle Macht und List/ der Feinde viel zu wenig/ zum Widerstande ist. 90. Er kommt zum Weltgerichte,/ zum Fluch dem, der ihm flucht,/ mit Gnad und süßem Lichte/ dem, der ihn liebt und sucht. Ach komm, ach komm, Sonne,/ und hol uns allzumal/ zum Licht, zur ewgen Wonne/ in deinen Freudensaal! Paul Serhardt, 4 1676. 23 Mel.: Erschienen ist der herrlich Tag. Mikolaus Serman, Witten⸗ berg 1566. 3. Nun kommt das neue Rirchenjahr,/ des freut sich alle Christenschar. Dein Rönig kommt, drum freue dich,/ du wertes Zion, ewiglich./ Salleluja! 2. Wir hören noch das Gnadenwort,/ das Wort vom Seiland, immerfort,/ das uns den Weg zum Leben weist;/ Gott, sei für solche nad gepreist./ Halleluja! 3. Gott, was uns deine Wahrheit lehrt,/ die un⸗ sern Glauben stärkt und mehrt,/ das bringe Frucht, auf daß wir dir/ lobsingen dankbar für und für./ Halleluja! Johann Olearius, 1 J684. Wss/ N V — V. U 7 6 SISS S N ENV ů I OHHE 3132 Weihnachten (Zu Weihnachten vgl. auch die Lieder Nr. 322, Sos, Soo, go7, Sos, 8jo, 89)), 8) 2, 83.) 9⁴ (Vorreformatorisch.) Köln J599. ). Es ist ein Ros entsprungen/ aus einer Wurzel zart,/ als uns die Alten sungen,/ von Jesse kam die Art,/ und hat ein Blümlein bracht/ mitten im kal⸗ ten Winter /wohl zu der halben Nacht. 2. Das Röslein, das ich meine,/ davon Jesaias sagt,/ hat uns gebracht alleine/ Marie, die reine Magd./ Aus Gottes ewgem Rat/ hat sie ein Rind geboren/ wohl zu der halben Nacht.— (Vorreformatorisch.)— I599. 32 Ein Kinderlied auf die Weihnachten vom Kindlein Jesu Leipzig I539. „Vom Simmel hoch, da komm ich her,/ ich bring euch gute neue Mär;/ der guten Mär bring ich so viel,/ davon ich singn und sagen will. 2. Euch ist ein Kindlein heut geborn/ von einer Jungfrau auserkorn,/ ein Rindelein so zart und fein,/ das soll eur Freud und Wonne sein. 3. Es ist der Herr Christ, unser Gott,/ der will euch führn aus aller Not;/ er will eur Seiland sel⸗ ber sein/ von allen Sünden machen rein. 4. Er bringt euch alle Seligkeit,/ die Gott, der Vater, hat bereit,/ daß ihr in seinem Simmelreich/ mit uns sollt leben allzugleich. 5. So merket nun das Zeichen recht:/ die KRrippen, Windelein so schlecht,/ da findet ihr das Rind ge⸗ legt,/ das alle Welt erhält und trägt.“ 16 Weihnachten 33 6. Des laßt uns alle fröhlich sein/ und mit den Hirten gehn hinein,/ zu sehn, was Gott uns hat be⸗ schert,/ mit seinem lieben Sohn verehrt. 7. Sei uns willkommen, edler Gast,/ den Sünder nicht verschmähet hast/ und kommst ins Elend her zu mir:/ wie soll ich immer danken dirs 8. Ach Zerr, du Schöpfer aller Ding,/ wie bist du worden so gering,/ daß du daliegst auf dürrem Gras,/ der in dem Schoß des Vaters saß! 9. Und wär die Welt vielmal so weit,/ mit Edel⸗ stein und Gold bereit't,/ so wäre sie doch viel zu klein,/ um eine Wiege dir zu sein. 0. Der Sammet und die Seiden dein,/ das müs⸗ sen Seu und Windeln sein,/ worin du, König, groß und reich,/ herprangst, als wärs dein Himmelreich. 3. Das hat also gefallen dir,/ die Mahrheit an⸗ zuzeigen mir,/ wie aller Welt Macht, Ehr und Gut/ vor dir nichts gilt, nichts hilft noch tut. 2. Ach du herzlieber Jesu mein,/ mach dir ein Bette sanft und rein,/ zu ruhn in meines Herzens Schrein,/ daß ich nimmer vergesse dein. 33. Davon ich allzeit fröhlich sei,/ zu springen, singen immer frei/ zu Ehren dir, o Gottessohn,/ mit erzenslust den süßen Ton. 4. Lob, Ehr sei Gott im höchsten Thron,/ der uns schenkt seinen eingen Sohn;/ des freuet sich der Engel Schar/ und singet uns solch neues Jahr. Martin Luther, 1 1546. 33 (Vorreformatorisch.) Wittenberg 1527. 9. Gelobet seist du, Jesu Christ,/ daß du Mensch geboren bist/ von einer Jungfrau, das ist wahr;/ des freuet sich der Engel Schar./ Salleluja! 2 Motgesangbuch Sessen I7 34 Weihnachten 2. Des ewgen Vaters einig Kind/ jetzt man in der Rrippen findt;/ in unser armes Fleisch und Blut/ verkleidet sich das ewge Gut./ Zalleluja 3. Den aller Weltkreis nie beschloß,/ der liegt in Marien Schoß;/ er ist ein Rindlein worden klein,/ der alle Ding erhält allein./ Salleluja! 4. Das ewge Licht geht da herein,/ gibt der Welt ein'n neuen Schein; /es leucht't wohl mitten in der Nacht/ und uns des Lichtes Kinder macht./ Zalle⸗ luja! . Der Sohn des Vaters, Gott von Art,/ ein Gast in der Welt hie ward/ und führt uns aus dem Jam⸗ mertal,/ macht Erben uns in seinem Saal./ Zalle⸗ luja! 6. Er ist auf Erden kommen arm,/ daß er unser sich erbarm/ und uns im Zimmel mache reich/ und seinen lieben Engeln gleich./ Salleluja! 7. Das hat er alles uns getan,/ sein groß Lieb zu zeigen anz/ des freu sich alle Christenheit/ und dank ihm des in Ewigkeit./ Salleluja! Martin Luther, 1 1546.(Vers J vorreformatorisch). 34 ). Lobt Gott ihr Christen allzugleich,/ in seinem Mikolaus Serman, I554. höͤchsten Thron,/ der heut schleußt auf sein Zimmel⸗ reich und schenkt uns seinen Sohn.) 2. Er kommt aus seines Vaters Schoß/ und wird ein Kindlein klein;/ er liegt dort elend, nackt und bloß„: in einem Krippelein. 3. Der Serr begibt sich der Gewalt,/ wird niedrig und gering,/ nimmt an sich eines Rnechts Gestalt, /1 der Schöpfer aller Ding.): I8 * * Weihnachten 4. Er wechselt mit uns wunderbar,/ nimmt Fleisch an, wird uns gleich/ und beut uns Gottes Klarheit dar ,: in seines Vaters Reich.: 9. Er wird ein Rnecht und ich ein Zerr,/ das mag ein Wechsel sein!/ Wie könnte doch sein freund⸗ licher„ das liebe Christkindlein!:, 6. HZeut schleußt er wieder auf die Tür/ zum schö⸗ nen Paradeis,/ der Cherub steht nicht mehr dafür, ,: Gott sei Lob, Ehr und Preis!:,: Mikolaus Serman, 1 156J. 35 Johann Crüger, Berlin 1656. 9. Fröhlich soll mein Serze springen/ dieser Zeit,/ da vor Freud/ alle Engel singen./ Sört, hört, wie mit vollen Chören/ alle Luft/ jauchzt und ruft:/ Christus ist geboren! 2. Heute geht aus seiner Rammer/ Gottes Zeld,/ der die Welt/ reißt aus allem Jammer./ Gott wird Mensch, dir, Mensch, zu gute;/ Gottes Rind,‚/ das verbindt/ sich mit unserm Blute. 3. Sollt uns Gott nun können hassen,/ der uns gibt,/ was er liebt/ über alle Maßen?/ Gott gibt, unserm Leid zu wehren,/ seinen Sohn/ aus dem Thron/ seiner Macht und Ehren. 4. Nun er liegt in seiner Rrippen,/ ruft zu sich/ mich und dich,/ spricht mit süßen Lippen: /Lasset fahren, liebe Brüder,/ was euch quält,/ was euch fehlt;/ ich bring alles wieder. 9. Ei, so kommet ohn Verweilen,/ stellt euch ein,/ groß und klein,/ laßt uns zu ihm eilen!/ Liebt den, der vor Liebe brennet,/ schaut den Stern,/ der uns gern/ Licht und Labsal gönnet. 2* 19 Weihnachten 6. Die ihr schwebt in großen Leiden,/ sehet, hier/ ist die Tür/ zu den wahren Freuden./ Faßt ihn wohl, er wird euch führen/ an den Ort,/ da hin⸗ fort/ euch kein Rreuz wird rühren, 7. Wer sich fühlt beschwert im Herzen,/ wer emp⸗ findt/ seine Sünd/ und Gewissensschmerzen,/ sei ge⸗ trost: hier wird gefunden,/ der in Eil/ machet heil/ auch die tiefsten Wunden. 8. Die ihr arm seid und elende,/ kommt herbei,/ füllet frei/ eures Glaubens Zände!/ Zier sind alle guten Gaben/ und das Gold,/ dran ihr sollt/ eure Herzen laben. 9. Süßes Heil! laß dich umfangen,/ laß mich dir,/ meine zier,/ unverrückt anhangen!/ Du bist meines Lebens Leben,/ nun kann ich/ mich durch dich/ wohl zufrieden geben. 0. Ich will dich mit Fleiß bewahren,/ ich will dir/ leben hier/ und mit dir heimfahren;/ mit dir will ich endlich schweben/ voller Freud/ ohne zeit/ dort im andern Leben. Paul Gerhardt, 1676. 37 Mel.: Nun freut euch, lieben Christen gmein(oder wie Nr. 270). Wittenberg 1524. ). Ich steh an deiner Rrippe hier,/ o Jesu, du mein Leben!/ Ich stehe, bring und schenke dir,/ was du mir hast gegeben./ Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn,/ HZerz, Seel und Mut, nimm alles hin/ und laß dirs wohlgefallen! 2. Da ich noch nicht geboren war,/ da bist du mir geboren,/ und hast mich dir zu eigen gar,/ eh ich 2⁰ Weihnachten 39 dich kannt, erkoren;/ eh ich noch war ans Licht ge⸗ bracht,/ da hat dein Serze schon bedacht,/ wie du mein wolltest werden. 3. Ich lag in tiefer Todesnacht,/ du wurdest meine Sonne,/ die Sonne, die mir zugebracht/ Licht, Le⸗ ben, Freud und Wonne. /O Sonne, die das werte Licht/ des Glaubens in mir zugericht,/ wie schön sind deine Strahlen! 4. Ich sehe dich mit Freuden an/ und kann nicht satt mich sehen,/ und weil ich nun nichts weiter kann,/ so preis ich, was geschehen./ G, daß mein Sinn ein Abgrund wär/ und meine Seel ein weites Meer,/ daß ich dich möchte fassen! Paul Serhardt, J676. 3 Mel.; Lobe den Serren, den mächtigen Rönig. Stralsund I665. 3. Jauchzet, ihr Zimmel, frohlocket, ihr Engel, in Chören! Singet dem Herren, dem Seiland der Menschen, zu Ehren!/ Sehet doch da,/ Gott will so freundlich und nah/ zu den Verlornen sich kehren. 2. Jauchzet, ihr Zimmel, frohlocket ihr Enden der Erden!/ Gott und der Sünder, die sollen zu Freun⸗ den nun werden./ Friede und Freud/ wird uns ver⸗ kündiget heut:/ Freuet euch, Zirten und Serden! z. Sehet dies Wunder, wie tief sich der Söchste ge⸗ neiget!/ Sehet die Liebe, die ganz sich als Liebe nun zeiget!/ Sie wird ein Rind,/ träget und tilget die Sünd;/ alles anbetet und schweiget. 4. Gott ist im Fleische! wer kann dies Geheimnis verstehen?/ Zier ist die Pforte des Lebens nun offen 21 4045 Weihnachten zu sehen./ Gehet hinein,/ eins mit dem Rinde zu sein,/ die ihr zum Vater wollt gehen. Gerhard Tersteegen, 1769. 4⁰ Mel.: Vom Simmel hoch, da komm ich her(Nr. 32). ). Dies ist der Tag, den Gott gemacht,/ sein werd in aller Welt gedacht;/ ihn preise, was durch Jesum Christ/ im Zimmel und auf Erden ist. 2. Die Völker haben dein geharrt,/ bis daß die Jeit erfüllet ward,/ da sandte Gott von seinem Thron/ das Zeil der Welt, dich, seinen Sohn. 3. Wenn ich dies Wunder fassen will,/ so steht mein Geist vor Ehrfurcht still;/ er betet an, und er ermißt,/ daß Gottes Lieb unendlich ist. 4. Damit der Sünder Gnad erhält,/ erniedrigst du dich, Herr der Welt,/ nimmst selbst an unsrer Menschheit teil,/ erscheinst im Fleisch zu unserm Seil. 9. Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erfuhrt,/ den Tag der heiligsten Geburt;/ und Erde, die ihn heute sieht,/ sing ihm, dem Zerrn, ein neues Lied. 0. Dies ist der Tag, den Gott gemacht,/ sein werd in aller Welt gedacht;/ ihn preise, was durch ZJesum Christ/ im Himmel und auf Erden ist. Christian Fürchtegott Gellert, 1 1769. 45 Mel.: Aus meines Serzens Grunde. Zamburg J598. ). Der heilge Christ ist kommen,/ der teure Gottes⸗ sohn;/ des freun sich alle Frommen/ am höchsten — Jahreswende 46 Himmelsthron. Auch was auf Erden ist,/ soll prei⸗ sen hoch und loben/ mit allen Engeln droben/ den lieben heilgen Christ. 2. Das Licht ist aufgegangen,/ die lange Nacht ist hin;/ die Sünde liegt gefangen,/ erlöst ist Serz und Sinn. Die Sündenangst ist weg,/ der Glaube geht zum Himmel/ nun aus dem Weltgetümmel /auf einem sichern Steg. ö 3. Nun sind nicht mehr die Kinder/ verwaist und vaterlos; /Gott rufet selbst die Sünder/ in seinen Gnadenschoß;/ er will, daß alle, rein/ von ihren alten Schulden,/ vertrauend seinen Zulden,/ gehn in den Himmel ein. 4. Drum freuet euch und preiset,/ ihr Seelen fern und nah! /Der euch den Vater weiset, der heilge Christ, ist da;/ er ruft so freundlich drein/ mit süßen Liebesworten:/ Geöffnet sind die Pforten,/ ihr Kin⸗ der, kommt herein! Ernst Moritz Arndt, 1 J860. Jahreswende 46 Mel.: Serr Jesu Christ, dich zu uns wend(oder wie Nr. 32). Görlitz J638. 3. Das alte Jahr vergangen ist;/ wir danken dir, Herr Jesu Christ,/ daß du in Not uns und Gefahr/ behütet hast lang zeit und Jahr. 2. Wir bitten dich, den ewgen Sohn/ des Vaters in dem höchsten Thron:/ du wollst dein arme Chri⸗ stenheit/ bewahren ferner allezeit. 23 48 3. Entzeuch uns nicht dein heilsam Wort,/ der Seelen höchsten Trost und Hort;/ vor Irrlehr und Abgötterei /behüt uns, Serr, und steh uns bei! 4. Hilf, daß wir fliehn die Sündenbahn/ und fromm zu werden fangen an;/ der Sünd im alten nicht gedenk,/ ein gnadenreich neu Jahr uns schenk! 9. Hilf christlich leben stetiglich,/ in dir einst ster⸗ ben seliglich/ und danach fröhlich auferstehn/ und mit dir in den Zimmel gehn, 6. Zu loben und zu preisen dich/ mit allen Engeln ewiglich./ O Jesu, unsern Glauben mehr/ zu deines NVamens Lob und Ehr. 1568 und 1588. 48 Mel.: Nun laßt uns Sott, dem Serren. Leipzig 1587. 3. Nun laßt uns gehn und treten/ mit Singen und mit Beten/ zum Herrn, der unserm Leben/ bis hierher Rraft gegeben. z2. Wir gehn dahin und wandern/ von einem Jahr zum andern,/ wir leben und gedeihen/ vom alten bis zum neuen. z. Denn wie von treuen Müttern/ in schweren Ungewittern/ die Kindlein hier auf Erden/ mit Fleiß bewahret werden: 4. Also auch und nicht minder/ läßt Gott ihm seine Rinder,/ wenn Vot und Trübsal blitzen,/ in seinem Schoße sitzen. v. Ach, Züter unsres Lebens,/ fürwahr, es ist ver⸗ gebens/ mit unserm Tun und Machen,/ wo nicht dein' Augen wachen. Jahreswende Jahreswende 51 6. Gelobt sei deine Treue,/ die alle Morgen neue;/ Lob sei den starken Sanden,/ die alles Herzleid wen⸗ den! 7. Laß ferner dich erbitten,/ o Vater, und bleib mitten/ in unserm Rreuz und Leiden/ ein Brunnen unsrer Freuden. 8. Gib uns und allen denen,/ die sich von Herzen sehnen/ nach dir und deiner Sulde,/ ein Herz, das sich gedulde. 9. Sprich deinen milden Segen/ zu allen unsern Wegen,/ laß Großen und auch Rleinen/ die Gna⸗ densonne scheinen. 30. Sei der Verlaßnen Vater,/ der Irrenden Be⸗ rater,/ der Unversorgten Gabe,/ der Armen Gut und Sabe. ). Hilf gnädig allen Rranken,/ gib fröhliche Ge⸗ danken/ den hochbetrübten Seelen,/ die sich mit Schwermut quälen. 2. Und endlich, was das meiste,/ füll uns mit dei⸗ nem Geiste,/ der uns hier herrlich ziere/ und dort zum Simmel führe. 33. Das alles wollst du geben,/ o unsres Lebens Leben,/ uns und der Christenschare/ zum selgen neuen Jahre! Paul Serhardt, J676. 51 mel.: Meinen Jesum laß ich nicht. Johann Uhlich, J673. 3. Jesus soll die Losung sein,/ da ein neues Jahr erschienen;/ Jesu Name soll allein/ denen zum Pa⸗ niere dienen,/ die in seinem Bunde stehn/ und auf seinen Wegen gehn. 25 53 2. Jesu Name, Jesu Wort/ soll in der Gemeinde schallen,/ und so oft wir an den Ort,/ der nach ihm genannt ist, wallen,/ mache seines NWamens Ruhm/ unser Herz zum Seiligtum. 3. Sein Versühnen und sein Seil/ wollen wir im Glauben ehren;/ also wird es uns zuteil,/ wird sich täglich bei uns mehren;/ auch fürs neue Jahr uns beut/ Jesu Name Seligkeit. 4. Unsre Wege wollen wir/ nun in Jesu Wamen gehen;/ geht uns dieser Leitstern für,/ so wird alles wohl bestehen/ und durch seinen Gnadenschein/ alles voller Segen sein. Benjamin Schmolck, 1737. Erscheinung Christi(Epiphanias) (Auch die Lieder Nr. 209 und 587.) Mel.: Unser Serrscher, unser Rönig. Bremen J680. ). Werde licht, du Stadt der Seiden,/ und du, Salem, werde licht;/ schaue, welch ein Glanz mit Freuden/ über deinem Zaupt anbricht!/ Gott hat derer nicht vergessen,/ die im Finstern sind gesessen. z. Dunkelheit, die mußte weichen,/ als dies Licht kam in die Welt,/ dem kein andres zu vergleichen,/ welches alle Ding erhält./ Die nach diesem Glanze sehen,/ dürfen nicht im Finstern gehen. 5. Aber wie hervorgegangen/ ist der Aufgang aus der Höh,/ haben wir das Licht empfangen,/ welches so viel Angst und Weh/ aus der Welt hinweg⸗ getrieben,/ daß nichts Dunkles ist geblieben. 7. Gib, Serr Jesu, Rraft und Stärke,/ daß wir dir zu jeder Zeit/ durch der Liebe Glaubenswerke/ 2— UnE.-SIO. Gsessear — 5—9———— Erscheinung Christi(Epiphanias) * Erscheinung Christi(Epiphanias) 55 folgen in Gerechtigkeit/ und hernach im Freuden⸗ leben/ heller als die Sterne schweben. Johann Rist, 1667• Mel.: Zobt Sott, ihr Christen allzugleich(Nr. 33). 3. Auf, Seele, auf und säume nicht!/ Es bricht das Licht herfür;/ der Wunderstern gibt dir Bericht,/ der Seld sei vor der Tür. z. Geh aus von deinem Vaterland,/ zu suchen solchen Serrn,/ laß deine Augen sein gewandt/ auf diesen Morgenstern! 3. Gib acht auf diesen hellen Schein,/ der auf⸗ gegangen ist;/ er führet dich zum Kind hinein,/ das heißet Jesus Christ. 4. Er ist der eld aus Davids Stamm,/ der alle Feinde schlägt;/ er ist das teure Gotteslamm,/ das unsre Sünden trägt. . Drum mache dich behende auf,/ befreit von aller Last,/ und laß nicht ab von deinem Lauf,/ bis du dies Rindlein hast. 6. Zalt dich im Glauben an das Wort,/ das fest ist und gewiß;/ das führet dich zum Lichte fort/ aus aller Finsternis. 7. Brum sinke nur vor seinem Glanz/ in tiefste Demut ein/ und laß dein Serz erleuchten ganz/ von solchem Freudenschein! michael müller, 1704. EN EN (Auch die Lieder Nr. 3)6 und 3)8.) 58 Braunschweig 1572. 3. O Lamm Gottes, unschuldig/ am Stamm des Kreuzes geschlachtet,/ allzeit erfunden geduldig,/ wiewohl du warest verachtet;/ all Sünd hast du ge⸗ tragen,/ sonst müßten wir verzagen;/ erbarm dich unser, o Jesu! 2. O Lamm Gottes, unschuldig/ am Stamm des Kreuzes geschlachtet,/ allzeit erfunden geduldig,/ wiewohl du warest verachtet;/ all Sünd hast du ge⸗ tragen,/ sonst müßten wir verzagen;/ erbarm dich unser, o Jesu! 3. O Lamm Gottes, unschuldig/ am Stamm des Kreuzes geschlachtet,/ allzeit erfunden geduldig,/ wiewohl du warest verachtet;/ all Sünd hast du ge⸗ tragen,/ sonst müßten wir verzagen;/ gib deinen Frieden, o Jesu! Nach dem Agnus dei) Mikolaus Decius, f 1541. Passion 606²2 Johann Crüger, J630. . Zerzliebster Jesu, was hast du verbrochen,/ daß Ran ein solch scharf Urteil hat gesprochens/ Was ist die Schuldꝛ In was für Missetaten/ bist du ge⸗ ½ten z. Du wirst gegeißelt und mit Dorn gekrönet,/ ins Angesicht geschlagen und verhöhnet,/ du wirst mit Essig und mit Gall getränket,/ ans Rreuz ge⸗ henket. 3. Was ist doch wohl die Ursach solcher Plagens/ Ach, meine Sünden haben dich geschlagen;/ ich, o Herr Jesu, habe dies verschuldet,/ was du erduldet. 4. Wie wunderbarlich ist doch diese Strafe!/ Der gute irte leidet für die Schafe,/ die Schuld bezahlt der Serre, der Gerechte,/ für seine Rnechte. v. O große Lieb, o Lieb ohn alle Maße,/ die dich gebracht auf diese Marterstraße;/ ich lebte mit der Welt in Lust und Freuden,/ und du mußt leiden. 6. Ach großer Rönig, groß zu allen Zeiten,/ wie kann ich gnugsam solche Treu ausbreiten? /Rein Menschenherz vermag es auszudenken,/ was dir zu schenken. Johann Seermann, 1 J647. 62 (I5. Jahrhundert.) Erfurt 1524. ). Wenn mich mein Sünden kränken,/ o mein HZerr Jesu Christ,/ so laß mich wohl bedenken,/ wie du gestorben bist/ und alle meine Sündenlast/ am Stamm des heilgen Rreuzes/ auf dich genommen hast. Passion 2. O Wunder ohne Maßen,/ wenn mans betrach⸗ tet recht!/ Es hat sich martern lassen/ der Zerr für seinen Knecht;/ selbst seinen eingen Sohn hat Gott/ für mich verlornen Menschen/ gegeben in den Tod. 3. Was kann mir denn nun schaden/ der Sünden große Zahls/ Ich bin bei Gott in Gnaden;/ die Schuld ist aͤllzumal/ bezahlt durch Christi teures Blut,/ daß ich nicht mehr darf fürchten/ der Sölle Qual und Glut. 4. Drum sag ich dir von erzen/ jetzt und mein Leben lang/ für deine Pein und Schmerzen,/ o Jesu, Lob und Dank,/ für deine Wot und Angstgeschrei,/ für dein unschuldig Sterben,/ für deine Lieb und Treu. 9. Herr, laß dein bittres Leiden/ mich reizen für und für,/ mit allem Ernst zu meiden/ die sündliche Begier,/ daß mir nie komme aus dem Sinn,/ wie⸗ viel es dich gekostet,/ daß ich erlöset bin. 7. Laß mich an andern üben,/ was du an mir ge⸗ tan,/ und meinen Vächsten lieben,/ gern dienen jedermann/ ohn Eigennutz und Seuchelschein/ und, wie du mir erwiesen,/ aus reiner Lieb allein. Justus Gesenius, 1 1673. 63 Mel.: Serzlich tut mich verlangen. Zans Leo Saßler, I60I. . O Haupt voll Blut und Wunden,/ voll Schmerz und voller Hohn;/ o Haupt, zum Spott gebunden/ mit einer Dornenkron; /o Saupt, sonst schön ge⸗ krönet/ mit höchster Ehr und Zier,/ jetzt aber höchst verhöhnet,/ gegrüßet seist du mir! 2. Du edles Angesichte,/ davor das Reich der Welt/ erschrickt und wird zunichte,/ wie bist du so 30 passion 63 entstellt,/ wie bist du so erbleichet!/ Wer hat dein Augenlicht,/ dem sonst kein Licht mehr gleichet,/ so schändlich zugericht't? 3. Nun, was du, Serr, erduldet,/ ist alles meine Last,/ ich hab es selbst verschuldet,/ was du getra⸗ gen hast./ Schau her, hier steh ich Armer,/ der zorn verdienet hat;/ gib mir, o mein Erbarmer,/ den Anblick deiner Gnad! 74. Erkenne mich, mein Hüter, /mein irte, nimm mich an!/ Von dir, Ouell aller Güter,/ ist mir viel Guts getan;/ dein Wort hat mich gelabet/ mit süßer Gnadenkost,/ dein Geist hat mich begabet/ mit rei⸗ chem Simmelstrost. . Ich will hier bei dir stehen,/ verachte mich doch nicht;/ von dir will ich nicht gehen,/ wenn dir dein Zerze bricht;/ wenn dein aupt wird erblassen/ im letzten Todesstoß,/ alsdann will ich dich fassen/ in meinen Arm und Schoß. 6. Es dient zu meinen Freuden/ und kommt mir herzlich wohl,/ wenn ich in deinem Leiden,/ mein Zeil, mich finden soll./ Ach, möcht ich, o mein Le⸗ ben,/ an deinem Kreuze hier/ mein Leben von mir geben,/ wie wohl geschähe mir! 7. Ich danke dir von Herzen, /o Jesu, liebster Freund,/ für deines Todes Schmerzen,/ da dus so gut gemeint./ Ach, gib, daß ich mich halte/ zu dir und deiner Treu,‚,/ und wenn ich nun erkalte,/ in dir mein Ende sei. 8. Wenn ich einmal soll scheiden,/ so scheide nicht von mir,/ wenn ich den Tod soll leiden,/ so tritt du dann herfür;/ wenn mir am allerbängsten/ wird um das Zerze sein,/ so reiß mich aus den Angsten/ kraft deiner Angst und Pein. ů 31 64 Passion 9. Erscheine mir zum Schilde,/ zum Trost in mei⸗ nem Tod,/ und laß mich sehn dein Bilde/ in deiner Rreuzesnot;/ da will ich nach dir blicken,/ da will ich glaubensvoll/ dich fest an mein Zerz drücken./ Wer so stirbt, der stirbt wohl. —8— Paul Gerhardt, 1676. Mach einem lateinischen Lied des dreizehnten Jahrhunderts. 6⁴4 Mel.: O Welt, ich muß dich lassen.(Seinrich Isaak, 4 I517.) J536. . O Welt, sieh hier dein Leben/ am Stamm des Rreuzes schweben,/ dein Zeil sinkt in den Tod!/ Der große Fürst der Ehren/ läßt willig sich be⸗ schweren/ mit Schlägen, Sohn und großem Spott. 2. Tritt her und schau mit Fleiße,/ wie er mit Todesschweiße/ und Blut ist überfüllt;/ aus seinem edlen Herzen/ vor unerschöpften Schmerzen/ ein Seufzer nach dem andern quillt. 3. Wer hat dich so geschlagen,/ mein Zeil, und dich mit Plagen/ so übel zugericht'ts/ Du bist ja nicht ein Sünder,/ wie wir und unsre Kinder,/ von Übeltaten weißt du nicht. 4. Ich, ich und meine Sünden,/ die sich wie Körn⸗ lein finden/ des Sandes an dem Meer,/ die haben dir erreget/ das Elend, das dich schläget,/ und dei⸗ ner Martern ganzes Heer. 9. Du setzest dich zum Bürgen,/ ja lässest dich er⸗ würgen/ für mich und meine Schuld;/ mir lässest du dich krönen/ mit Dornen, die dich höhnen,/ und leidest alles mit Geduld. 6. Ich bin, mein Heil, verbunden/ all Augenblick und Stunden/ dir überhoch und sehr;/ was Leib 32 Passion 65 und Seel vermögen,/ das soll ich billig legen/ allzeit an deinen Dienst und Ehr. 0. Ich will mich mit dir schlagen/ ans Rreuz und dem absagen,/ was meinem Fleisch gefällt;/ was deine Augen hassen,/ das will ich fliehn und lassen,/ 5. es auch der ganzen Welt. Dein Seufzen und dein Stöhnen/ und die Wiel tausend Tränen,/ die für mich weintest du,/ die sollen mich am Ende/ i in deinen Schoß und Hände/ begleiten zu der ewgen Ruh. Paul Serhardt, 1 J676. 65 Mel.: An wWasserflüssen Babylon. Straßburg J525. 3. Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld/ der Welt und ihrer Rinder;/ es geht und träget in Ge⸗ duld/ die Sünden aller Sünder;/ es geht dahin, wird matt und krank,/ ergibt sich auf die Würge⸗ bank,/ verzicht't auf alle Freuden;/ es nimmt auf sich Schmach, Sohn und Spott,/ Angst, Wunden, Striemen, Rreuz und Tod/ und spricht:„Ich wills gern leiden.“ 2. Das Lämmlein ist der große Freund/ und Sei⸗ land unsrer Seelen;/ den, den hat Gott zum Sün⸗ denfeind/ und Sühner wollen wählen:/„Geh hin, mein Kind, und nimm dich an/ der Rinder, die von Anfang an/ verdienet Straf und Ruten;/ die Straf ist schwer, der Zorn ist groß,/ du kannst und sollst sie machen los/ durch Sterben und durch Bluten.“ 3. Ja, Vater, ja, von Serzensgrund,/ leg auf, ich wills gern tragen!/ Mein Wollen hängt an deinem Mund,/ mein Wirken ist dein Sagen.“ /O Wunder⸗ lieb, o Liebesmacht,/ du kannst, was nie ein Mensch 3 Motgesangbuch Sessen 33 66 ö Passion gedacht,/ Gott seinen Sohn abdringen;/ o Liebe, Liebe, du bist stark,/ du streckest den in Grab und Sarg,/ vor dem die Felsen springen! 4. Mein Lebetage will ich dich/ aus meinem Sinn nicht lassen;/ dich will ich stets, gleich wie du mich,/ mit Liebesarmen fassen,/ du sollst sein meines Her⸗ zens Licht,/ und wenn mir auch mein Herz zer⸗ bricht,/ sollst du mein Serze bleiben;/ ich will mich dir, mein höchster Ruhm,/ hiermit zu deinem Eigen⸗ tum/ beständiglich verschreiben. 5. Ich will von deiner Lieblichkeit/ bei Nacht und Tage singen,/ mich selbst auch dir zu aller zeit/ zum Freudenopfer bringen./ Mein Bach des Lebens soll sich dir/ und deinem Namen für und für/ in Dank⸗ barkeit ergießen,/ und was du mir zu gut getan,/ das will ich stets, so tief ich kann,/ in mein Gedächt⸗ nis schließen. paul Gerhardt, 11676. 66 Christoph Anton, 165J. 3. Jesu, meines Lebens Leben,/ Jesu, meines Todes Tod,/ der du dich für mich gegeben/ in die tiefste Seelennot,/ in das äußerste Verderben,/ nur daß ich nicht möchte sterben;/ tausend⸗, tausendmal sei dir,/ liebster Jesu, Dank dafür. 2. Du, ach du hast ausgestanden /Lästerreden, Spott und Hohn,/ hast getragen Strick und Ban⸗ den,/ du gerechter Gottessohn,/ nur mich Armen zu erretten/ von den schweren Sündenkettenz/ tausend⸗/ tausendmal sei dir,/ liebster Jesu, Dank dafür. 3. Willig ließest du dich schlagen,/ mich zu lösen von der Pein,/ ließest fälschlich dich anklagen,/ daß Passion 71 ich könnte sicher sein;/ daß ich möchte trostreich pran⸗ gen,/ hast du sonder Trost gehangen;/ tausend⸗, tausendmal sei dir,/ liebster Jesu, Dank dafür. 6. Nun, ich danke dir von. Zerzen,/ Jesu, für ge⸗ samte Not,/ für die Wunden, für die Schmerzen,/ für den herben, bittern Tod;/ für dein Zittern, für dein Zagen,/ deine tausendfachen Plagen,/ für dein Ach und tiefe Pein/ will ich ewig dankbar sein. 2 Ernst Christoph Somburg, I68J. 7¹ Mel.: Serzliebster Jesu, was hast du verbrochen. Johann Crüger 1640. ). Herr, stärke mich, dein Leiden zu bedenken,/ mich in das Meer der Liebe zu versenken,/ die dich bewog, von aller Schuld des Bösen/ uns zu erlösen! 2. Du wolltest, Serr, ein Mensch gleich uns auf Erden/ und bis zum Tod am Rreuz gehorsam wer⸗ den,/ an unsrer Statt gemartert und zerschlagen/ die Sünde tragen. 3. Welch wundervoll hochheiliges Vollbringen!/ Mein Geist kann nicht in seine Tiefe dringen./ Mein Herz erbebt; ich seh und ich empfinde/ den Fluch der Sünde. 4. Gott ist gerecht, ein Rächer alles Bösen;/ Gott ist die Lieb und läßt die Welt erlösen:/ dies kann mein Geist mit Schrecken und Entzücken/ am Rreuz erblicken. 9. Es schlägt den Stolz und mein Verdienst da⸗ nieder;/ es stürzt mich tief, und es erhebt mich wie⸗ der,/ lehrt mich mein Glück, macht mich aus Gottes Feinde/ zu Gottes Freunde. 25—— 5 ‚qꝗ‚q‚qꝑ‚R‚ñß/́ꝗ/‚‚‚‚‚AEꝗꝗIꝗqIꝗIQ Passion 8. So sei denn ewig auch von mir gepriesen/ für das Erbarmen, das du mir bewiesen./ Du hast, mein HZeiland, auch für mich dein Leben/ dahingegeben. 9. Du liebtest mich; ich will dich wieder lieben/ und stets mit Freuden deinen Willen üben./ O gib du, Serr, zu diesem heilgen Werke/ mir Kraft und 71 Stärke. Begräbnis Jesu 74 Mainz 1668. 9. O Traurigkeit,/ o Herzeleid!/ Ist das nicht zu beklagen?/ Gott des Vaters einger Sohn/ wird ins Grab getragen. 2. O große Vot,/ der Serr liegt tot!/ Am Kreuz ist er gestorben,/ hat dadurch das Simmelreich/ uns aus Lieb erworben. 3. O Menschenkind,/ nur deine Sünd/ hat dieses angerichtet,/ da du durch die Missetat/ warest ganz vernichtet. 4. Dein Bräutigam,/ das Gotteslamm,/ liegt hie mit Blut beflossen,/ welches er ganz mildiglich/ hat für dich vergossen. . O selig ist/ zu aller Frist,/ der dieses recht be⸗ denket,/ wie der Herr der Berrlichkeit/ wird ins Grab versenket. 6. O Jesu, du/ mein Silf und Ruh,/ ich bitte dich mit Tränen:/ hilf, daß ich mich bis ins Grab/ nach dir möge sehnen! ZJobann Rist, 1 166v. 36 Christian Fürchtegott Gellert, 1769. 4 I 8 WIHNH VI* W V MEEE MMNe**— xV 60 — ** 189 400 2 — 2* 8 ;D* „ 4 22 47 2 7 * — 7677 Ostern (Zu Ostern vgl. auch die Lieder Nr. 339 und 32).) 76 I3. Jahrhundert. 3. Christ ist erstanden/ von der Marter alle./ Des solln wir alle froh sein,/ Christ will unser Trost sein./ Salleluja! 2. Wär er nicht erstanden,/ die Welt, die wär vergangen;/ seit daß er erstanden ist,/ so lobn wir den Zerrn Jesum Christ./ Halleluja! 3. Salleluja,/ Salleluja, Salleluja!/ Des solln wir alle froh sein,/ Christ will unser Trost sein./ Salle⸗ luja! I3. Jahrhundert. ö 77 Wittenberg 1527. ö 3. Christ lag in Todesbanden,/ für unsre Sünd ö gegeben;/ der ist wieder erstanden/ und hat uns bracht das Leben;/ des wir sollen fröhlich sein,/ Gott loben und ihm dankbar sein/ und singen: Salle⸗ luja, Salleluja! 2. Den Tod niemand bezwingen konnt/ bei allen é Menschenkindern;/ das machte alles unsre Sünd,/ kein Unschuld war zu finden./ Davon kam der Tod ö sobald/ und nahm auch über uns Gewalt;/ sein Reich hielt uns gefangen./ Salleluja! 3. Jesus Christus, Gottes Sohn,/ an unsrer Statt ö ö ist kommen/ und hat die Sünde abgetan,/ damit dem Tod genommen/ all sein Recht und sein Ge⸗ walt;/ da bleibet nichts denn Todsgestalt,/ den Stachl hat er verloren./ Halleluja! 4. Es war ein wunderlicher Krieg,/ da Tod und Leben rungen;/ das Leben, das behielt den Sieg,/ 38 Ostern 78 es hat den Tod verschlungen. Die Schrift uns die Runde bringt,/ wie da ein Tod den Tod bezwingt;/ ein Spott der Tod ist worden./ Salleluja! v. Hier ist das rechte Osterlamm,/ davon wir sollen leben;/ das ist uns an des Rreuzes Stanim/ aus heißer Lieb gegeben./ Des' Blut zeichnet unsre Tür,/ das hält der Glaub dem Tode für;/ nicht rührn kann uns der Würger. /Salleluja! 6. So feiern wir das hohe Fest/ mit Serzensfreud und Wonne,/ das uns der Herr erscheinen läßt;/ er selber ist die Sonne,/ der durch seiner Snade Glanz/ erleuchtet unsre Zerzen ganz;/ der Sünd Nacht ist vergangen./ Halleluja! Marthin Luther, 1 1536. ö 78 ö Mel.: Seut triumphieret Sottes Sohn.(Oder mit Weglassung des Eingeklammerten wie Nr. 95 oder Nr. 407.) Frankfurt a. 1651 . Frühmorgens, da die Sonn aufgeht,/ mein Hei⸗ land Christus aufersteht.(Salleluja, Salleluja.) Ver⸗ trieben ist der Sünden Nacht,/ Licht, Seil und Le⸗ ben wiederbracht./ Salleluja,(Salleluja.) 2. Nicht mehr als nur drei Tage lang/ hält mei⸗ ö nen Seiland Todeszwang.(Halleluja, Halleluja.) ö Am dritten Tag durchs Grab er dringt,/ mit Ehren seine Siegsfahn schwingt./ Salleluja,(Halleluja.) 3. Jetzt ist der Tag, da mich die Welt/ mit Schmach am Kreuz gefangen hält.(alleluja, Salle⸗ luja.) Drauf folgt der Sabbat in dem Grab,/ allda ich Ruh und Frieden hab./ Salleluja,(Salleluja.) 4. In kurzem wach ich fröhlich auf,/ mein GOster⸗ tag ist schon im Lauf.(Halleluja, Salleluja.) Ich 39 79 Ostern wach auf durch des Zerren Stimm,/ veracht den Tod mit seinem Grimm./ Salleluja,(Halleluja.) 9. O Wunder groß, o starker Held,/ wo ist ein Feind, den er nicht fällts(alleluja, Salleluja.) Kein Angststein liegt so schwer auf mir,/ er wälzt ihn von des Herzens Tür./ Salleluja,(Salleluja.) 9. Mein Serz darf nicht entsetzen sich:/ Gott und die Engel lieben mich.(Salleluja, Salleluja.) Die Freude, die mir ist bereit,/ vertreibet Furcht und Traurigkeit./ Salleluja,(Salleluja.) 0. Für diesen Trost, o großer Held,/ Serr Jesu, dankt dir alle Welt.(Salleluja, Salleluja.) Dort wollen wir mit größerm Fleiß/ erheben deinen Ruhm und Preis./ Salleluja,(Salleluja.) Johann Seermann, 1 1647. 79 Johann Schop, I64I. 3. Lasset uns den Serren preisen,/ o ihr Christen überall!/ Rommet, laßt uns Dank erweisen/ unserm Gott mit frohem Schall!/ Jauchzet: frei von Todes⸗ banden/ ist der Zeld aus Judas Stamm./ Der zu uns vom Simmel kam, JJesus Christus ist erstan⸗ den!/ Vun ist aus der lange Streit;/ freue dich, o Christenheit! 2. Christus hat nun überwunden/ des ergrimm⸗ ten Todes Macht;/ der im Tode lag gebunden,/ hat das Leben neu gebracht/ und die Finsternis be⸗ zwungen. Die Verwesung schaute nicht,/ der des Todes Retten bricht;/ nun zum SZimmelsthron ge⸗ drungen,/ gibt er uns ein frei Geleit;/ freue dich, o Christenheit! Ostern 80 3. War er gleich am Kreuz gestorben,/ war er gleich ins Grab gelegt:/ dennoch blieb er unver⸗ dorben./ Als die Erde ward erregt,/ hat der Lebens⸗ fürst erhoben/ sein verklärtes Angesicht,/ stirbet nun und nimmer nicht./ Ewig werden wir ihn loben;/ Harf und Psalter, seid bereit!/ Freue dich, o Chri⸗ stenheit! 4. Grab, wo sind nun deine Schrecken?/ Sölle, wo ist dein Triumph?/ Tod, du kannst kein Graun erwecken,/ deine Pfeile sind jetzt stumpf. /CThristus ist dein Gift gewesen;/ er, der starke Gottesheld,/ hat dir deinen Trotz gefällt,/ und wir Menschen sind genesen./ Nun, vom schweren Joch befreit,/ freue dich, o Christenheit! Mach Johann Rist, 1 1667. 80 mMel.: Nun freut euch, lieben Christen(oder wie Nr. I37). wittenderg 1523. 3. Wach auf, mein Serz, die Nacht ist hin,/ die Sonn ist aufgegangen!/ Ermuntre deinen Geist und Sinn,/ den Seiland zu empfangen,/ der heute durch des Todes Tor/ gebrochen aus dem Grab her vor,/ der ganzen Welt zur Wonne. 2. Steh aus dem Grab der Sünden auf/ und such ein neues Leben,/ vollführe deinen Glaubenslauf/ und laß dein Herz sich heben/ gen Simmel, da dein Jesus ist,/ und such, was droben, als ein Christ,/ der geistlich auferstanden. 3. Vergiß nur, was dahinten ist,/ und tracht' nach dem, was droben,/ damit dein Herz zu jeder Frist/ zu Jesu sei erhoben. Tritt unter dich die böse Welt/ und strebe nach des Zimmels Zelt,/ wo Jesus ist zu finden. Ostern 4. Drückt dich ein schwerer Sorgenstein,/ dein Jesus wird ihn heben;/ es kann ein Christ bei Rreuz und Pein/ in Freud und Wonne leben./ Wirf dein Anliegen auf den Zerrn/ und sorge nicht, er ist nicht fern,/ weil er ist auferstanden. 5. Drum auf, mein Serz, fang an den Streit,/ weil Jesus überwunden;/ er wird auch überwinden weit/ in dir, weil er gebunden/ der Feinde Macht, daß du aufstehst/ und in ein neues Leben gehst/ und Gott im Glauben dienest. Zaurentius Laurenti, 4 1722. 84 Mel.: Jesus, meine Zuversicht. Berlin J653. . Jesus lebt, mit ihm auch ich;/ Tod, wo sind nun deine Schrecken? /Er, er lebt und wird auch mich/ von den Toten auferwecken. Er verklärt mich in sein Licht;/ dies ist meine Zuversicht. 2. Jesus lebt, ihm ist das Reich/ über alle Welt gegeben;/ mit ihm werd auch ich zugleich/ ewig herrschen, ewig leben. /Gott erfüllt, was er ver⸗ spricht;/ dies ist meine Zuversicht. 3. Jesus lebt, wer nun verzagt,/ lästert ihn und Gottes Ehre;/ Gnade hat er zugesagt,/ daß der Sünder sich bekehre./ Gott verstößt in Christo nicht;/ dies ist meine Zuversicht. 4. Zesus lebt, sein eil ist mein;/ sein sei auch mein ganzes Leben;/ reines Herzens will ich sein/ und den Lüsten widerstreben./ Er verläßt den Schwachen nicht;/ dies ist meine Zuversicht. . Jesus lebt, ich bin gewiß,/ nichts soll mich von Jesu scheiden,/ keine Macht der Finsternis,/ keine Christi Himmelfahrt 9396 Herrlichkeit, kein Leiden. /Er gibt selbst mir Kraft und Licht;/ dies ist meine Zuversicht. 6. Jesus lebt, nun ist der Tod/ mir der Eingang in das Leben. Welchen Trost in Todesnot/ wird er meiner Seele geben,/ wenn sie gläubig zu ihm spricht:/ Herr, Serr, meine Zuversicht. Christian Fürchtegott Gellert, 1 1769. Christi Himmelfahrt (Auch Lied Nr. 52.) 93 I5. Jahrhundert. Christ fuhr gen Simmel;/ da sandt er uns her⸗ nieder/ den Tröster, den heiligen Geist,/ zu Trost der armen Christenheit./ Salleluja! Halleluja!/ Halleluja!/ Salleluja!/ Des solln wir alle froh sein,/ Christ will unser Trost sein./ Salleluja! J5. Jahrhundert. 96 mMel.: Nun freut euch, lieben Christen gmein. Wittenberg I527. ). Auf Christi Zimmelfahrt allein/ ich meine Nachfahrt gründe/ und alle Zweifel, Angst und Pein/ hiermit stets überwinde./ Denn weil das Haupt im Simmel ist,/ wird seine Glieder Jesus Christ/ zur rechten Zeit nachholen. 2. Weil er gezogen himmelan/ und große Gab empfangen,/ mein Herz auch nur im immel kann,/ sonst nirgends Ruh erlangen./ Denn wo mein Schatz gekommen hin,/ dahin steht auch mein Berz und Sinn;/ nach ihm mich sehr verlaͤnget. 43 —.—...—.— i 102 Christi Zimmelfahrt 3. Ach, Zerr, laß diese Gnade mich/ von deiner Auffahrt spüren,/ daß mit dem wahren Glauben ich/ mög meine Nachfahrt zieren/ und dann ein⸗ mal, wenn dirs gefällt,/ mit Freuden scheiden aus der Welt;/ Zerr, höre dies mein Flehen! Nach Josuag Wegelin, 1 1640. 102 Mel.: Alle Menschen müssen sterben. 9. Siegesfürst und Ehrenkönig,/ höchstverklärte Majestät!/ Alle Zimmel sind zu wenig,/ du bist drüber hoch erhöht./ Sollt ich nicht zu Fuß dir fal⸗ len/ und mein Herz vor Freude wallen,/ wenn mein Glaubensaug entzückt/ deine Serrlichkeit erblickt. 2. Weit und breit, du Zimmelssonne,/ deine Rlar⸗ heit sich ergießt,/ daß ein Strom von Glanz und Wonne/ durch die Zimmelsgeister fließt;/ prächtig wirst du aufgenommen,/ freudig heißt man dich willkommen:/ schau, dein armes Rind auch hier/ rufet Sosianna dir. 3. Sollt ich deinen Relch nicht trinken,/ da ich deine Rlarheit sehꝛ/ Sollt mein Mut noch wollen sinken,/ da ich deine Macht versteh?/ Meinem Rönig will ich trauen,/ nicht vor Welt noch Teufel grauen,/ nur in Jesu Namen mich/ beugen hier und ewiglich! 4. Geist und Rraft nun überfließen;/ drum wirk in uns kräftiglich,/ bis zum Schemel deiner Füße/ alle Feinde legen sich./ Serr, zu deinem Zepter wende/ alles bis zum Weltenende;/ mache dir auf Erden Bahn,/ alle Serzen untertan. 4 ö ö Christi Zimmelfahrt 103 v. Du kannst alles aller Grten/ nun erfülln und nahe sein;/ meines armen Serzens Pforten/ stehen offen, komm herein!/ RKomm, du Rönig aller Ehren,/ du mußt auch bei mir einkehren;/ ewig in mir leb und wohn/ als in deinem Zimmelsthron! Gerhard Tersteegen, 1 1769 103 Mel.: Alles ist an Gottes Segen. Frankfurt a. M. I738. . Jesus Christus herrscht als König,/ alles wird ihm untertänig,/ alles legt ihm Gott zu Fuß./ Jede Zunge soll bekennen,/ Jesus sei der Zerr zu nennen,/ dem man Ehre geben muß. 2. Fürstentümer und Gewalten,/ Mächte, die die Thronwacht halten,/ geben ihm die Serrlichkeit./ Alle Herrschaft dort im Zimmel,/ hier im irdischen Getümmel/ ist zu seinem Dienst bereit. 3. Gott ist Herr, der Serr ist Einer,/ und dem⸗ selben gleichet keiner,/ nur der Sohn, der ist ihm gleich;/ dessen Stuhl ist unumstößlich,/ dessen Le⸗ ben unauflöslich,/ dessen Reich ein ewig Reich. 9. Jauchz ihm, Menge heilger Rnechte,/ rühmt, vollendete Gerechte,/ und du Schar, die Palmen trägt,/ und ihr Märtrer mit der Rrone,/ und du Chor vor seinem Throne,/ der die Gottesharfen schlägt! 0. Ich auch auf der tiefsten Stufen,/ ich will glauben, reden, rufen,/ ob ich schon noch Pilgrim bin: Jesus Christus herrscht als Rönig,/ alles sei ihm untertänig,/ ehret, liebet, lobet ihn! Phil. Friedrich Siller, 1769. (J5. Jahrhundert.) Erfurt 1524. 9. Romm, heiliger Geist, Zerre Gott,/ erfüll mit deiner Gnaden Gut/ der Glaubigen Serz, Mut und Sinn,/ dein brünstig Lieb entzünd in ihn'n!/ O Herr, durch deines Lichtes Glast/ zum Glauben du versammelt hast/ das Volk aus aller Welt Zungen./ Das sei dir, Zerr, zu Lob gesungen!/ Halleluja! Salleluja! 2. Du heiliges Licht, edler Zort,/ laß uns leuch⸗ ten des Zebens Wort/ und lehr Gott uns recht er⸗ kennen,/ von Herzen Vater ihn nennen./ Herr, behüt vor fremder Lehr,/ daß wir nicht Meister suchen mehr/ denn Jesum mit rechtem Glauben/ und ihm aus ganzer Macht vertrauen./ Halleluja! Salleluja! 3. Du heilige Glut, süßer Trost,/ nun hilf uns fröhlich und getrost/ in deinem Dienst beständig bleibn,/ die Trübsal uns von dir nicht treibn./ Durch deine Rraft uns, Zerr, bereit'/ und stärk des Pfingsten I08· IIO Fleisches Bloͤdigkeit,/ daß wir hier ritterlich rin⸗ gen,/ durch Tod und Leben zu dir dringen./ Zalle⸗ luja! Halleluja! v. I Ceni sancte spiritus) vorreformatarisch; V. 2 und 3 von Martin Auther, 1 1546. 108 (Vorreformatorisch.) Wittenberg 1524. ). Vun bitten wir den heiligen Geist/ um den rechten Glauben allermeist,/ daß er uns behüte an unserm Ende,/ wenn wir heimfahrn aus diesem Elende./ Erbarm dich, Serr! 2. Du wertes Licht, gib uns deinen Schein,/ lehr uns Jesum Christ kennen allein,/ daß wir an ihm bleiben, dem treuen Zeiland,/ der uns bracht hat zum rechten Vaterland. /Erbarm dich, Serr! 3. Du süße Lieb, schenk uns deine Gunst,/ laß uns empfinden der Liebe Brunst,/ daß wir uns von Herzen einander lieben/ und im Frieden auf einem Sinn bleiben./ Erbarm dich, Serr! 4. Du höchster Tröster in aller Not,/ hilf, daß wir nicht fürchten Schand noch Tod;/ daß in uns die Sinne nimmer verzagen,/ wenn der Feind wird das Leben verklagen./ Erbarm dich, err! V. Jaus dem J3. Jahrhundert. Martin Luther, 1 J1546. IIo Mel.: wie schön leuchtet der Morgenstern. Frankfurt a. M. I599. 3. O heilger Geist, kehr bei uns ein/ und laß uns deine Wõhnung sein;/ o komm, du Zerzenssonne!/ Du Simmelslicht, laß deinen Schein/ bei uns und 47 III Pfingsten in uns kräftig sein/ zu steter Freud und Wonne! Sonne,/ Wonne,/ himmlisch Leben/ willst du geben,/ wenn mir beten;/ zu dir kommen wir getreten. 2. Du Ouell, draus alle Wahrheit fließt,/ die sich in fromme Seelen gießt,/ laß deinen Trost uns hören,/ daß wir in Glaubenseinigkeit/ auch andre in der Christenheit/ dein wahres Zeugnis lehren./ Söre,/ lehre,/ daß wir können/ Zerz und Sinnen/ dir ergeben,/ dir zum Lob und uns zum Leben. 3. Steh uns stets bei mit deinem Rat/ und führ uns selbst den rechten Pfad,/ die wir den Weg nicht wissen./ Gib uns Beständigkeit, daß wir/ getreu dir bleiben für und für,/ auch wenn wir leiden müssen./ Schaue,/ baue,/ was zerrissen/ und beflissen,/ dich zu schauen/ und auf deinen Trost zu bauen. 4. O laß uns deine Gorteskraft/ empfinden und zur Ritterschaft/ dadurch gestärket werden;/ auf daß wir unter deinem Schutz/ begegnen aller Feinde Trutz/ mit freudigen Gebärden./ Laß dich/ reich⸗ lich/ auf uns nieder,/ daß wir wieder/ Trost emp⸗ finden,/ alles Unglück überwinden. ö Michael Schirmer, 1 1673. III Johann Crüger, J653. 9. Zeuch ein zu deinen Toren,/ sei meines Zerzens Gast,/ der du, da ich geboren,/ mich neugeboren hast,/ o hochgeliebter Geist/ des Vaters und des ö Sohnes,/ mit beiden gleichen Thrones,/ mit beiden x gleich gepreist. 2. Zeuch ein, laß mich empfinden/ und schmecken deine Kraft,/ die Rraft, die uns von Sünden/ Silf 78 Pfingsten und Errettung schafft;/ entsündge meinen Sinn,/ daß ich mit reinem Geiste/ dir Ehr und Dienste leiste,/ die ich dir schuldig bin. 3. Du bist ein Geist, der lehret,/ wie man recht beten soll;/ dein Beten wird erhöret,/ dein Singen klinget wohl,/ es steiget himmelan,/ es steiget son⸗ der Ende,/ bis der sich zu uns wende,/ der allen helfen kann. 4. Du bist ein Geist der Freuden,/ mit Trauern hältst dus nicht,/ erleuchtest uns im Leiden/ mit deines Trostes Licht./ Ach ja, wie manchesmal/ hast du mit süßen Worten/ mir aufgetan die Pforten/ zum güldnen Freudensaal! v. Du bist ein Geist der Liebe,‚/ ein Freund der Freundlichkeit,/ willst nicht, daß uns betrübe/ Zorn, Zzank, Saß, Weid und Streit. Der Feindschaft Feind du bist,/ willst, daß in Liebesflammen/ sich wieder tu zusammen,/ was voller Zwietracht ist. 6. Du, Herr, hast selbst in Zänden/ die ganze weite Welt,/ kannst Menschenherzen wenden,/ wie dir es wohlgefällt./ So gib doch deine Gnad/ zu Fried und Liebesbanden,/ verknüpf in allen Lan⸗ den,/ was sich getrennet hat. 7. Beschirm die Obrigkeiten,/ richt auf des Rech⸗ tes Thron,/ gib Glück zu diesen Zeiten,/ schmück, als mit einer Kron,/ die Alten mit Verstand,/ mit Frömmigkeit die Jugend,/ mit Gottesfurcht und Tugend/ das Volk im ganzen Land. 8. Erfülle die Gemüter /mit reiner Glaubens⸗ zier,/ die Zäuser und die Güter/ mit Segen für und für; /vertreib den bösen Geist,/ der dir sich widersetzet/ und, was dein Herz ergötzet,/ aus un⸗ sern Herzen reißt. 49 Motgesangbuch Zessen IIq. I2I Pfingsten 9. Richt unser ganzes Leben/ allzeit nach deinem Sinn,/ und wenn wirs sollen geben/ ins Todes Hände hin,/ wenns mit uns hie wird aus,/ so hilf uns fröhlich sterben/ und nach dem Tod ererben/ des ewgen Lebens Saus. Paul Gerhardt, 1676. II5 (Oder wie Nr. 307.) Arnold Mendelssohn, Darmstadt J905. ). Schmückt das Fest mit Maien,/ lasset Blumen streuen,/ zündet Gpfer an;/ denn der Geist der Gnaden/ hat sich eingeladen,/ machet ihm die Bahn./ Vehmt ihn ein,/ so wird sein Schein/ euch mit Licht und Seil erfüllen/ und den Rummer stillen. 2. Tröster der Betrübten,/ Siegel der Geliebten,/ Geist voll Rat und Tat,/ starker Gottesfinger,/ Friedensüberbringer,/ Licht auf unsrem Pfad,/ gib uns Rraft/ zur Pilgrimschaft,/ laß uns deine teu⸗ ren Gaben/ Herz und Seele laben. 3. Laß die Zungen brennen,/ wenn wir Jesum nennen,/ führ den Geist empor;/ gib uns Rraft zu beten/ und vor Gott zu treten,/ sprich du selbst uns vor./ Gib uns Mut,/ du höchstes Gut,/ tröst uns kräftiglich von oben/ bei der Feinde Toben. Benjamin Schmolck, 1 1737. 121 Mel.: O Jesu Christ, meins Lebens Licht. Leipzig 1625. . O Gottes Geist und Christi Geist,/ der uns den Weg zum Simmel weist,/ der uns die dunkle Erden⸗ nacht/ durch seine Lichter helle macht; 30 Schlußlied der Weihnachtszeit I22 2. Du Sauch, der durch das Weltall weht/ als Gottes stille Majestät,/ du aller Lichter reinstes Licht,/ erleucht uns Serz und Angesicht. 3. Romm, leuchte mit dem Gnadenschein/ hell in die weite Welt hinein;/ komm, mach uns in der Finsternis/ des lichten Himmelswegs gewiß. 4. Ach, hier ist alles Staub und Nacht,/ die Wahn und Sünde trübe macht;/ ach, hier ist alles Vot und Tod,/ geht uns nicht auf dein Morgenrot; v. Das Morgenrot der bessern Welt,/ das wie ein Strahl vom Simmel fällt,/ als Gottes Macht und Gottes Lust/ durchblitzt die kranke Menschen⸗ brust. 6. O Gottes Geist und Christi Geist,/ der uns wie Kinder beten heißt,/ der uns wie Kinder glauben heißt,/ o komm, o komm, du heilger Geist! 7. Romm, Gottes Frieden, Sottes Mut!/ Romm, stille RKraft, die nimmer ruht,/ komm, gieße deinen Gnadenschein/ in Seele, Sinn und Serz mir ein. 8. Dann wandl ich, wie ein Rind des Lichts,/ im Glanze deines Angesichts/ schon meinen kurzen Erdenlauf/ stets himmelein und himmelauf. Ernst Moritz Arndt, 1 J1860. Schlußlied der Weihnachtszeit 122 Sizilianische Volksweise, vor 1788. 9. O du fröhliche,/ o du selige,/ gnadenbringende Weihnachtszeit!/ Welt ging verloren,/ Christ ist geboren;/ freue, freue dich, o Christenheit! 2. O du fröhliche,/ o du selige,/ gnadenbringende 3* * I23 Trinitatisfest Weihnachtszeit! /Christ ist erschienen,/ uns zu ver⸗ sühnen;/ freue, freue dich, o Christenheit! 3. O du fröhliche,/ o du selige,/ gnadenbringende Weihnachtszeit!/ Rönig der Ehren,/ dich wolln wir hören;/ freue, freue dich, o Christenheit! Johannes Daniel Falk, 1826. Trinitatisfest (Auch die Liedstrophen 3, 3; 353)/ 3; 39, 8; 273, 4; 293, 7; 306, 2—4; 328, 7; 777,-3.) I23 (Vorreformatorisch) Leipzig 1539. ). Allein Gott in der HSöh sei Ehr/ und Dank für seine Gnade,/ darum, daß nun und nimmer⸗ mehr/ uns rühren kann ein Schade./ Ein Wohl⸗ gefalln Gott an uns hat,/ nun ist groß Fried ohn Unterlaß,/ all Fehd hat nun ein Ende. 2. Wir beten an und loben dich,/ wir bringen Ehr und danken,/ daß du, Gott Vater, ewiglich/ regierst ohn alles Wanken;/ ganz ohne Maß ist deine Macht,/ allzeit geschieht, was du bedacht:/ wohl uns des starken Herren. z. O Zesu Christe, Gottes Sohn,/ für uns ein Mensch geboren,/ der uns vertritt vor Gottes Thron/ und rettet, was verloren;/ Lamm Gottes, heilger Serr und Gott,/ nimm an die Bitt von unsrer Not,/ erbarm dich unser aller! 4. O heilger Geist, du höchstes Gut,/ mit deinem Zeil uns tröste!/ Vor Satans Maͤcht nimm uns in Sut,/ die Jesus Christ erlöste/ durch Marter groß und bittern Tod;/ wend unsern Jammer ab und Vot,/ darauf wir uns verlassen. (Nach dem Cloria in excelsis) Nikolaus Decius, 1541. 32 —— Trinitatisfest 124 124 Mel.: Nun danket alle Gott. Johann Crüger, J647. . Gelobet sei der Serr,/ mein Gott, mein Licht, mein Leben,/ mein Schöpfer, der mir Leib/ und Seele hat gegeben,/ mein Vater, der mich schützt/ von Mutterleibe an,/ der jeden Augenblick/ viel Guts an mir getan. 2. Gelobet sei der Serr,/ mein Gott, mein Seil, mein Leben,/ des Vaters liebster Sohn,/ der sich für mich gegeben,/ der mich erlöset hat/ mit sei⸗ nem teuren Blut,/ der mir im Glauben schenkt/ sich selbst, das höchste Gut. 3. Gelobet sei der Serr,/ mein Gott, mein Trost, mein Leben,/ des Vaters werter Geist,/ den mir der Sohn gegeben,/ der mir mein Herz erquickt,/ der mir gibt neue Rraft,/ der mir in aller Not/ Rat, Trost und Silfe schafft. 4. Gelobet sei der Serr,/ mein Gott, der ewig lebet,/ den alles rühmt und lobt,/ was durch ihn lebt und webet;/ gelobet sei der Herr,/ des Name heilig heißt,/ Gott Vater, Gott der Sohn/ und Gott der werte Geist. 9. Dem wir Salleluja/ mit Freuden lassen klin⸗ gen/ und mit der Engel Schar/ das Seilig! Seilig! singen,/ den herzlich lobt und preist/ die ganze Christenheit,/ gelobet sei mein Gott/ in alle Ewig⸗ keit! Johann Olearius, J68. 53 N SSSSS (Auch Lied Nr. 942.) 128 wittenberg(1529) 1535. Erster Chor: Zzweiter Chor oder Gemeinde: ). Herr Gott, dich loben wir, Herr Gott, wir danken dir! Dich, Vater in Ewigkeit, ehrt die Welt weit und breit, all Engel und Himmelsheer, und was dienet deiner Ehr, auch Cherubim und Seraphim singen immer mit hoher Stimm: Zeilig ist unser Gott! Heilig ist unser Gott! Zusammen: Heilig ist unser Gott! der Herre Zebaoth. 54 VLob und Dank Erster Chor: Zzweiter Chor oder Gemeinde: 2. Dein göttlich Macht und Herrlichkeit geht über Simmel und Erden weit; der heiligen zwölf Boten Zahl und die lieben Propheten all, die teuren Märtrer allzumal loben dich, Zerr, mit großem Schall; die ganze werte Christenheit rühmt dich auf Erden allezeit; dich, Gott Vater, im höchsten Thron, deinen rechten und eingen Sohn, den heilgen Geist und Tröster wert mit rechtem Dienst sie lobt und ehrt. 3. Du Rönig der Ehren, ZJesu Christ, Gott Vaters ewger Sohn du bist; du nahmest an, der Welt zu gut, gleich Menschenkindern Fleisch und Blut; du hast dem Tod zerstört sein Macht und all' Christen zum Zimmel bracht; du sitzst zur Rechten Gottes gleich mit aller Ehr ins Vaters Reich; ein Richter du zukünftig bist allem, das tot und lebend ist. 4. Nun hilf uns, Serr, den Dienern dein, die durch dein teur Blut erlöset sein; laß uns im Himmel haben teil mit den eilgen am ewgen Seil. Zilf deinem Volk, Serr Jesu Christ, und segne, was dein Erbteil ist; wart und pfleg sein zu aller Zeit und heb es hoch in Ewigkeit. 2 129 Lob und Dank 8. Cäglich, Serr Gott, wir loben dich und deinen Namen stetiglich. Behüt uns heut, o treuer Gott, vor aller Sünd und Missetat; sei uns gnädig, o Zerre Gott, sei uns gnaͤdig in aller Not; zeig uns deine Barmherzigkeit, wie unsre Zoffnung zu dir steht; auf dich hoffen wir, lieber Herr, in Schanden laß uns nimmermehr! Zusammen: Amen. Mach dem Te deum laudamus(Alte Rirche) Martin Luther, 1 1546. 129 Augsburg 1540. . Nun lob, mein Seel, den Herren,/ was in mir ist, den Namen seinz/ sein Wohltat tut er mehren,/ vergiß es nicht, o Zerze mein;/ hat dir dein Sünd vergeben,/ heilt deine Schwachheit groß,/ erlöst dein armes Leben,/ nimmt dich in seinen Schoß,/ mit Trost dich überschüttet,/ verjüngt dem Adler gleich;/ der SZerr schafft Recht, behütet,/ die leiden für sein Reich. 2. Er hat uns wissen lassen/ sein heilig Recht und sein Gericht,/ dazu sein Güt ohn Maßen;/ es man⸗ gelt an Erbarmung nicht,/ den Zorn läßt er wohl fahren,/ straft nicht nach unsrer Schuld;/ die Gnad tut er nicht sparen,/ den Blöden ist er hold;/ sein Süt ist hoch erhaben/ ab dem, der fürchtet ihn./ So fern der Ost vom Abend,/ ist unsre Sünd dahin. Lob und Dank I30 z. Wie Bäter sich erbarmen/ ob ihrer jungen Kindelein,/ so tut der Serr uns Armen,/ wenn wir ihn kindlich fürchten rein;/ er kennt uns arme Knechte/ und weiß, wir sind nur Staub,/ ein bald verwelkt Geschlechte,/ wie Gras und fallend Laub;/ der Wind nur drüber wehet,/ so ist es nimmer daz/ also der Mensch vergehet,/ sein Ende ist ihm nah. 4. Die Gottesgnad alleine/ steht fest und bleibt in Ewigkeit;/ sie bleibt bei der Gemeine,/ die, stets in seiner Furcht bereit,/ will seinen Bund bewahren./ Er herrscht im Simmelreich. /Ihr starken Engel⸗ scharen,/ lobt ihn mit uns zugleich/ und dient dem Herrn der Ehren/ und breitet aus sein Wort!/ Miein Seel soll auch vermehren/ sein Lob an allem Ort! Johann Gramann, 1 I5I. I30 Matth. Apelles v. Löwenstern, J644. 9. Nun preiset alle/ Gottes Barmherzigkeit;/ lob ihn mit Schalle,/ dank ihm, o Christenheit!/ Er läßt dich freundlich zu sich laden,„ freue dich, Israel, seiner Gnaden!) 2. Der Serr regieret/ über die ganze Welt;/ was sich nur rühret,/ alles zu Fuß ihm fällt;/ viel tausend Engel um ihn schweben,„ Psalter und arfe ihm Ehre geben. ,: z. Wohlauf, ihr Seiden,/ lasset das Trauern sein,/ zur grünen Weiden/ stellet euch willig ein;/ da läßt er uns sein Wort verkünden,: machet uns ledig von allen Sünden.:,: 4. Er gibet Speise/ reichlich und überall,/ nach Vaters Weise/ sättigt er allzumal;/ er schaffet I3I. I32 Lob und Dank früh⸗ und späten Regen, ,: füllet uns alle mit sei⸗ nem Segen.): . Drum preis und ehre/ seine Barmherzigkeit,/ sein Lob vermehre,/ dank ihm, o Christenheit;/ uns soll hinfort kein Unfall schaden; freue dich, Israel, seiner Gnaden! Matth. Apelles v. Löwenstern, 1 1648. 131 Johann Crüger, 1647. . Nun danket alle Gott/ mit Zerzen, Nund und Zänden,/ der große Dinge tut/ an uns und allen Enden,/ der uns von Mutterleib/ und Kindes⸗ beinen an/ unzählig viel zu gut/ und noch jetzund getan. 2. Der ewig reiche Sott/ woll uns bei unserm Leben/ ein immer fröhlich Serz/ und edlen Frieden geben/ und uns in seiner Gnad/ erhalten fort und fort/ und uns aus aller Vot/ erlösen hier und dort. 3. gob, Ehr und Preis sei Gott,/ dem Vater und dem Sohne/ und dem, der beiden gleich/ im höch⸗ sten Himmelsthrone,/ dem ewig höchsten Gott;/ als es anfänglich war/ und ist und bleiben wird/ jetz⸗ und und immerdar. martin Rinckart, 1649. 132 Mel.: Nun lob mein Seel, den Herren. Augsburg J5 40. ). Man lobt dich in der Stille,/ du hocherhabner Zions⸗Gott!/ Des Rühmens ist die Fülle/ vor dir, du starker zebaoth!/ Du bist doch, Zerr, auf Erden/ Lob und Dank I33 der Frommen Zuversicht,/ in Trübsal und Be⸗ schwerden/ läßt du die Deinen nicht./ Drum soll dich stündlich ehren/ mein Mund vor jedermann/ und deinen Ruhm vermehren,/ so lang er lallen kann. 2. Es müsse dein sich freuen,/ wer deine Macht und Gnade kennt,/ und deinem Dienst sich weihen,/ wer dich in Christo Vater nennt./ Soch seist du stets gepriesen;/ du bists, der Wunder tut,/ und hast auch mir erwiesen/ das, was mir nütz und gut./ Vun, das ist meine Freude,/ zu halten fest an dir,/ daß nichts von dir mich scheide,/ so lang ich walle hier. 3. Herr, du hast deinen Namen/ sehr herrlich in der Welt gemacht;/ wenn Schwache zu dir kamen,/ hast du gar bald an sie gedacht./ Du hast mir Gnad erzeiget;/ nun, wie vergelt ichs dir? Ach bleibe mir geneiget,/ so will ich für und für/ den Relch des eils erheben/ und preisen allezeit/ dich, Herr Gott, hier im Leben/ und dort in Ewigkeit. Johann Rist, 1667. I33 Mel.: Nun danket all und bringet Ehr(Nr. 133). ). Zch singe dir mit Herz und Mund,/ Herr, meines Herzens Lust!/ Ich sing und mach auf Erden kund,/ was mir von dir bewußt. 2. Zch weiß, daß du der Brunn der Gnad/ und ewge Guelle seist,/ daraus uns allen früh und spat/ viel Seil und Gutes fleußt. 3. Was sind wir doch, was haben wir/ auf dieser ganzen Erd,/ das uns, o Vater, nicht von dir/ allein gegeben werd? 59 134 Lob und Dank 4. Wer hat das schöne Himmelszelt/ hoch über uns gesetzts /Wer ist es, der uns unser Feld/ mit Tau und Regen netztꝛ 9. Wer wärmet uns in Kält und Frosts/ Wer schützt uns vor dem Wind? /Wer macht es, daß man 6l und Most/ zu seinen Zeiten findt? 6. Wer gibt uns Leben und Geblüt? /Wer hält mit seiner and/ den güldnen, edlen, werten Fried/ in unserm Vaterlands 7. Ach, Serr, mein Gott, das kommt von dir,/ und du mußt alles tun!/ Du hältst die Wacht an unsrer Tür/ und läßt uns sicher ruhn. 3. Wohlaͤuf, mein Herze, sing und spring/ und habe guten Mut! /Dein Gott, der Ursprung aller Ding,/ ist selbst und bleibt dein Gut. 7. Er hat noch niemals was versehn/ in seinem Regiment;/ nein, was er tut und läßt geschehn,/ das nimmt ein gutes End. 58. Ei nun, so laß ihn ferner tun/ und red ihm nichts darein, so wirst du hier in Frieden ruhn/ und ewig fröhlich sein. paul Gerhardt, 4 1676. 134 Johann Crüger, 1647. ). Nun danket all und bringet Ehr,/ ihr Men⸗ schen in der Welt,/ dem, dessen Lob der Engel Seer/ im Himmel stets vermeldt. 2. Ermuntert euch und singt mit Schall/ Gott, unserm höchsten Gut,/ der seine Wunder überall/ und große Dinge tut. 3. Der uns von Mutterleibe an/ frisch und ge⸗ sund erhält/ und, wo kein Mensch mehr helfen kann,/ sich selbst zum Helfer stellt. Lob und Dank 135 4. Der, ob wir ihn gleich hoch betrübt,/ doch bleibet guten Muts,/ die Straf erläßt, die Schuld vergibt/ und tut uns alles Guts. 5. Er gebe uns ein fröhlich Herz,/ erfrische Geist und Sinn/ und werf all Angst, Furcht, Sorg und Schmerz/ ins Meeres Tiefe hin. 6. Er lasse seinen Frieden ruhn/ auf unserm Vaterland; /er gebe Glück zu unserm Tun/ und Zeil in allem Stand. 7. Er lasse seine Lieb und Güt/ um, bei und mit uns gehn,/ was aber ängstet und bemüht,/ gar ferne von uns stehn. 8. So lange dieses Leben währt,/ sei er stets unser Zeil/ und bleib auch, wenn wir von der Erd/ ab⸗ scheiden, unser Teil. 9. Er drücke, wenn das Serze bricht,/ uns unsre Augen zu/ und zeig uns drauf sein Angesicht/ dort in der ewgen Ruh. paul Gerhardt, 1 1676. I35 Stralsund J665. . Lobe den erren, den mächtigen Rönig der Ehren;/ stimme, du Seele, mit ein zu den himm⸗ lischen Chören./ Rommet zuhauf,/ Psalter und Harfe wacht auf,/ lasset den Lobgesang hören! 2. Lobe den HZerren, der alles so herrlich regieret,/ der wie auf Flügeln des Adlers dich sicher geführet,/ der dich erhält,/ wie es dir selber gefällt;/ hast du nicht dieses verspüret? 3. Lobe den erren, der künstlich und fein dich be⸗ reitet,/ der dir Gesundheit verliehen,/ dich freund⸗ lich geleitet; in wieviel Not/ hat nicht der Inadithe Gott/ über dir Flügel gebreitet? I36 Lob und Dank 4. gobe den Zerren, der deinen Stand sichtbar ge⸗ segnet,/ der aus dem Himmel mit Strömen der Liebe geregnet;/ denke daran,/ was der Allmächtige kann,/ der dir mit Liebe begegnet. 9. Lobe den Serren; was in mir ist, lobe den Namen;/ alles, was Odem hat, lobe des Seiligen Namen]/ Er ist dein Licht!/ Seele, vergiß es ja nicht:/ lob ihn in Ewigkeit! Amen. Joachim Meander, 1680. I36 Bremen J680. . Wunderbarer Rönig,/ Zerrscher von uns allen,/ laß dir unser Lob gefallen;/ deine Vater⸗ güte/ hast du lassen fließen,/ ob wir schon dich oft verließen;/ hilf uns noch,/ stärk uns doch!/ Laß die Zunge singen,/ laß die Stimm erklingen! z2. Simmel, lobe prächtig/ deines Schöpfers Werke,/ mehr als aller Menschen Werke./ Großes Licht der Sonne,/ lob ihn mit den Strahlen,/ die das große Rund bemalen./ Lobet gern,/ Mond und Stern,/ seid bereit, zu ehren/ einen solchen Serren! 3. O du meine Seele,/ singe fröhlich, singe,/ singe deine Glaubenslieder!/ Was da Odem holet,/ jauchze, preise, klinge;/ wirf dich in den Staub da⸗ nieder./ Er ist Gott/ zebaoth;/ er nur ist zu loben/ hier und ewig droben. 4. Halleluja bringe,/ wer den Zerren kennet,/ wer den Herren Jesum liebet;/ Salleluja singe,/ welcher Christum nennet,/ sich von Serzen ihm er⸗ gibet./ O wohl dir!/ Glaube mir,/ endlich wirst du droben/ ohne Sünd ihn loben. Joachim Neander, 1 1680. 62² Lob und Dank I137 4³7 Mel.: Es ist das Seil uns kommen her.(Vorreformatorisch) Wittenberg 1523. 3. Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut,/ dem Vater aller Güte,/ dem Gott, der alle Wunder tut,/ dem Gott, der mein Gemüte/ mit seinem reichen Trost erfüllt,/ dem Gott, der allen Jammer stillt./ Gebt unferm Gott die Ehre! 2. Es danken dir die Simmelsheer,/ o Serrscher aller Thronen,/ und die in Lüften, Land und Meer/ in deinem Schatten wohnen,/ die preisen deine Schöpfermacht,/ die alles hat so wohl bedacht./ Gebt unserm Gott die Ehre! 3. Was unser Sott geschaffen hat,/ das will er auch erhalten,/ darüber will er früh und spat/ mit seiner Gnade walten./ In seinem ganzen Rönigreich/ ist alles recht, ist alles gleich. Gebt unserm Gott die Ehre! 4. Ich rief dem Serrn in meiner Not: /Ach Gott, vernimm mein Schreien!/ Da half mein Selfer mir vom Tod/ und ließ mir Trost gedeihen./ Drum dank, ach Gott, drum dank ich dir,/ ach danket, danket Gott mit mir./ Gebt unserm Gott die Ehre! v. Der Serr ist noch und nimmer nicht/ von sei⸗ nem Volk geschieden;/ er bleibet ihre Zuversicht,/ ihr Segen, Seil und Frieden./ Mit Mutterhänden leitet er/ die Seinen stetig hin und her./ Gebt unserm Gott die Ehre! 6. Wenn Trost und Silfe mangeln muß,/ wie sie die Welt erzeiget,/ so kommt und hilft der Uber⸗ fluß,/ der Schöpfer selbst, und neiget/ die Vater⸗ augen denen zu,/ die sonsten nirgends finden Ruh./ Gebt unserm Sott die Ehre! ä 139 Lob und Dank 7. Ich will dich all mein Leben lang,/ o Gott, von nun an ehren;/ man soll, Gott, deinen Lobgesang/ an allen Orten hören. Mein ganzes Serz ermuntre sich,/ mein Geist und Leib erfreue dich./ Gebt unserm Gott die Ehre! 8. Ihr, die ihr Christi Jamen nennt,/ gebt unserm Gott die Ehre! /Ihr, die ihr Gottes Macht bekennt,/ gebt unserm Gott die Ehre! /Die falschen Götzen macht zum Spott;/ der Herr ist Gott! Der Herr ist Gott!/ Gebt unserm Gott die Ehre! 9. So kommet vor sein Angesicht,/ mit Jauchzen Dank zu bringen;/ bezahlet die gelobte Pflicht,/ und laßt uns fröhlich singen:/ Gott hat es alles wohl bedacht/ und alles, alles recht gemacht./ Gebt unserm Gott die Ehre! Joh. Jakob Schütz, 4 1690. 139 Ansbach 1665. . Lobe den Serren, o meine Seele!/ Ich will ihn loben bis zum Tod; /weil ich noch Stunden auf Erden zähle,/ will ich lobsingen meinem Gott./ Der Leib und Seel gegeben hat,/ werde gepriesen früh und spat./ Salleluja, Salleluja! 2. Fürsten sind Menschen, vom Weib geboren,/ und sinken nieder in den Staub;/ ihre Anschläge sind auch verloren,/ wenn nun das Grab nimmt seinen Raub. /Weil dann kein Mensch uns helfen kann,/ rufe man Gott um Silfe an./ Salleluja, Halleluja! 3. Selig, ja selig ist der zu nennen,/ des Silfe der ö Gott Jakobs ist,/ der sich vom Glauben durch nichts läßt trennen/ und hofft getrost auf Jesum Christ./ 6⁴ Lob und Dank 140 Wer diesen Zerrn zum Beistand hat,/ findet am besten Rat und Tat./ Salleluja, Salleluja! 4. Dieser hat Zimmel und Meer und Erden,/ und was darinnen ist, gemacht;/ alles muß treulich er⸗ füllet werden,/ was er uns einmal zugedacht./ Er ists, der Zerrscher aller Welt,/ welcher uns ewig Glauben hält./ Zalleluja, Salleluja! 5. Zeigen sich solche, die Unrecht leiden,/ er ists, der ihnen Recht verschafft;/ Zungrigen will er zur Speis bescheiden,/ was ihnen dienr zur Lebenskraft./ Die hart Gebundnen macht er frei,/ und seiner Gnad ist mancherlei./ Salleluja, Salleluja! 6. Sehende Augen gibt er den Blinden,/ erhebt, die tiefgebeuget gehn;/ wo er kann einige Fromme finden,/ die läßt er seine Liebe sehn./ Sein Auf⸗ sehn ist des FCremden Trutz, Witwen und Waisen nimmt er in Schutz./ Zalleluja, Salleluja! 7. Aber der Gottesvergeßnen Tritte/ kehrt er mit starker Sand zurück,/ daß sie nur machen verkehrte Schritte/ und fallen selbst in ihren Strick./ Der HZerr ist Rönig ewiglich;/ Jion, dein Gott sorgt stets für dich./ Salleluja, Salleluja! 8. Rühmet, ihr Menschen, den hohen Namen/ des, der so große Wunder tut!/ Alles, was Odem hat, rufe Amen/ und bringe Lob mit frohem Mut./ Ihr Rinder Gottes, lobt und preist/ Vater und Sohn und heilgen Geist./ Salleluja, Salleluja! Joh. Daniel Serrnschmidt, I723. 14⁰ . O daß ich tausend Zungen hätte/ und einen tausendfachen Mund,/ so stimmt ich damit um die Frankfurt a. M. I738. 5 Notgesangbuch Zessen 65 Lob und Dank 140 Wette/ vom allertiefsten Serzensgrund/ ein Lob— lied nach dem andern an/ von dem, was Gort an mir getan. 3. O daß doch meine Stimme schallte/ bis dahin, wo die Sonne steht!/ O daß mein Blut mit Jauch zen wallte,/ solang es noch im Laufe geht!/ Ach, wär ein jeder Puls ein Dank/ und jeder Odem ein Gesang! z. Was schweigt ihr denn, ihr meine Kräftes/ Auf, auf, braucht allen euren Fleiß/ und stehet mun⸗ ter im Geschäfte/ zu Gottes, meines Serren, Preis!/ Mein Leib und Seele, schicke dich/ und lobe Sott herzinniglich. 4. Ihr grünen Blätter in den Wäldern,/ bewegt und regt euch doch mit mir!/ Ihr schwanken Gräs⸗— lein in den Feldern,/ ihr Blumen, laßt doch eure Zier/ zu Gottes Ruhm belebet sein/ und stimmet lieblich mit mir ein. v. Ach, alles, alles, was ein Leben/ und einen Odem in sich hat,/ soll sich mir zum Sehilfen geben;/ denn mein Vermögen ist zu matt,/ die gro⸗ ßen Wunder zu erhöhn,/ die allenthalben um mich stehn. 9. Ich will von deiner Güte singen,/ solange sich die zunge regt;/ ich will dir Freudenopfer bringen,/ solange sich mein Serz bewegt;/ ja, wenn der Mund wird kraftlos sein,/ so stimm ich doch mit Seufzen ein. 0. Ach nimm das arme Lob auf Erden,/ mein Gott, in allen Gnaden hin;/ im Simmel soll es besser werden,/ wenn ich verklärt und selig bin;/ da sing ich dir im höhern Chor/ viel tausend Salle⸗ luja vor! 55 ———— ꝑ———— Johann Mentzer, 4 1733. Lob und Dank I43 143 Mel.: Es ist das Seil uns kommen her(Nr. J37). . Wenn ich, o Schöpfer, deine Macht,/ die Weis⸗ heit deiner Wege,/ die Liebe, die für alle wacht,/ anbetend überlege,/ so weiß ich, von Bewundrung voll,/ nicht, wie ich dich erheben soll,/ mein Gott, mein Herr und Vater. 2. Mein Auge sieht, wohin es blickt,/ die Wun⸗ der deiner Werke;/ der Himmel, prächtig aus⸗ geschmückt,/ preist dich, du Gott der Stärke./ Wer hat die Sonn an ihm erhöht?/ Wer kleidet sie mit Majestät?/ Wer ruft das Heer der Sterne; z. Wer mißt dem Winde seinen Lauf?/ Wer heißt die Zimmel regnen?/ Wer schließt den Schoß der Erde auf,/ mit Vorrat uns zu segnen?/ O Gott der Macht und errlichkeit!/ Gott, deine Güte reicht so weit,/ so weit die Wolken reichen. 4. Dich predigt Sonnenschein und Sturm,/ dich preist der Sand am Meere. /Bringt, ruft auch der geringste Wurm,/ bringt meinem Schöpfer Ehre!/ Mich, ruft der Baum in seiner Pracht,/ mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht. Bringt unserm Schöpfer Ehre! §. Der Mensch, ein Leib, den deine Zand/ so wunderbar bereitet,/ der Mensch, ein Geist, den sein Verstand,/ dich zu erkennen, leitet,/ der Mensch, der Schöpfung Ruhm ünd Preis,/ ist sich ein täglicher Beweis/ von deiner Güt und Größe. 6. Erheb ihn ewig, o mein Geist,/ erhebe seinen Namen!/ Gott, unser Vater, sei gepreist,/ und alle Welt sag Amen! /Und alle Welt fürcht' ihren errn/ und hoff' auf ihn und dien' ihm gern!/ Wer wollte Gott nicht dienen? Christian Fürchtegott Gellert, 1 1769. 85 67 145 Phil. Emanuel Bach, 1787. ). Gott ist mein Lied! /Er ist der Gott der Stärke;/ groß ist sein Nam,/ und groß sind seine Werke,/ und alle HZimmel sein Gebiet. 2. Er will und sprichts,/ so sind und leben Wel⸗ ten,/ und er gebeut,/ so fallen durch sein Schelten/ die Zimmel wieder in ihr Nichts. 3. Licht ist sein Rleid/ und seine Wahl das Beste;/ er herrscht als Gott,/ und seines Thrones Feste/ ist Wahrheit und Gerechtigkeit. 4. Unendlich reich,/ ein Meer von Seligkeiten,/ ohn Anfang Gott/ und Gott in ewgen zeiten,/ Zerr aller Welt, wer ist dir gleichr 5. Was ist und war/ im Simmel, Erd und Meere,/ das kennet Gott,/ und seiner Werke Seere/ sind ewig vor ihm offenbar. 6. Er ist um mich,/ schafft, daß ich sicher ruhe;/ er schafft, was ich/ vor oder nachmals tue,/ und er erforschet mich und dich. 7. Er ist dir nah,/ du sitzest oder gehest;/ ob du ans Meer,/ ob du gen Zimmel flöhest,/ so ist er allenthalben da. 8. Er kennt mein Flehn/ und allen Rat der Seele./ Er weiß, wie oft/ ich Gutes tu und fehle,/ und eilt, mir gnädig beizustehn. 9. Er wog mir dar,/ was er mir geben wollte,/ schrieb auf sein Buch,/ wie lang ich leben sollte,/ da ich noch unbereitet war. 0. Nichts, nichts ist mein,/ das Gott nicht an⸗ gehöre;/ Zerr, immerdar/ soll deines Wamens Ehre,/ dein Lob in meinem Munde sein. Lob und Dank Rirche 148 3). Wer kann die Pracht/ von deinen Wundern fassen;/ Ein jeder Staub,/ den du hast werden lassen,/ verkündigt seines Schöpfers Macht. 2. Der kleinste Zalm/ ist deiner Weisheit Spiegel./ Du, Luft und Meer,/ ihr Auen, Tal und Hügel,/ ihr seid sein Loblied und sein Psalm. 3. Du tränkst das Land,/ führst uns auf grüne Weiden,/ und Nacht und Tag/ und Rorn und Wein und Freuden/ empfangen wir aus deiner Sand. 54. Kein Sperling fällt,/ Zerr, ohne deinen Willen;/ sollt ich mein Serz/ nicht mit dem Troste stillen,/ daß deine Sand mein Leben hält? 59. Ist Gott mein Schutz,/ will Gott mein Retter werden,/ so frag ich nichts/ nach Zimmel und nach Erden/ und biete selbst der Sölle Trutz. Christian Fürchtegott Gellert, 1769. Kirche (Auch Lied Nr. 584.) I48 Wittenberg J529. . Ein feste Burg ist unser Gott,/ ein gute Wehr und Waffen;/ er hilft uns frei aus aller Not,/ die uns jetzt hat betroffen./ Der alt böse Feind,/ mit Ernst ers jetzt meint;/ groß Macht und viel List/ sein grausam Rüstung ist;/ auf Erd ist nicht seins Gleichen. 2. Mit unsrer Macht ist nichts getan,/ wir sind gar bald verloren;/ es streit't für uns der rechte Mann,/ den Gott hat selbst erkoren./ Fragst du, wer der ist:/ er heißt Jesus Christ,/ der Serr Zebaoth,/ und ist kein andrer Gott;/ das Feld muß er behalten. 69 149.150 Rirche z. Und wenn die Welt voll Teufel wär/ und wollt uns gar verschlingen,/ so fürchten wir uns nicht so sehr,/ es soll uns doch gelingen. Der Fürst dieser Welt,/ wie saur er sich stellt,/ tut er uns doch nicht;/ das macht, er ist gericht't,/ ein Wörtlein kann ihn fällen. 4. Das Wort sie sollen lassen stan/ und kein' Dank dazu haben; /er ist bei uns wohl auf dem Plan/ mit seinem Geist und Gaben./ Vehmen sie den Leib,/ Gut, Ehr, Rind und Weib: /laß fahren dahin,/ sie habens kein Gewinn;/ das Reich muß uns doch bleiben. Martin Luther, 1536. 149 Wittenberg 1533. 3. Erhalt uns, Zerr, bei deinem Wort/ und steur' der Feinde Trug und Mord,/ die Jesum Christum, deinen Sohn,/ wollen stürzen von deinem Thron. 2. Beweis dein Macht, Serr Jesu Christ,/ der du Herr aller Serren bist; /beschirm dein arme Christenheit,/ daß sie dich lob in Ewigkeit. 3. Gott heilger Geist, du Tröster wert,/ gib deim Volk ein'rlei Sinn auf Erd;/ steh bei uns in der letzten Not,/ leit uns ins Leben aus dem Tod. Martin Nuther, 1 1536. 15⁰ Erfurt 1523. 9. Ach Gott, vom Himmel sieh darein/ und laß dich des erbarmen: wie wenig sind der Heilgen dein,/ verlassen sind wir Armen!/ Dein Wort man 7⁰ Rirche I läßt nicht haben wahr,/ der Glaub ist auch verloschen gar/ bei allen Menschenkindern. 2. Sie lehren eitel falsche List,/ was eigner Witz erfindet;/ ihr Serz nicht eines Sinnes ist/ in Gottes Wort gegründet;/ der wählet dies, der andre das,/ sie trennen uns ohn alles Maß/ und gleißen schön von außen. 3. Gott woll ausrotten aller Lehr,/ die falschen Schein uns lehren/ und sich vermessen hoch und sehr:/„Trotz dem, ders uns will wehren!/ Wir haben Recht und Macht allein,/ was wir setzen, gilt allgemein; wer ist, der uns sollt meistern“ J. Darum spricht Gott: Ich muß auf sein,/ die Armen sind verstoret;/ ihr Seufzen dringt zu mir herein,/ ich hab ihr Rlag erhoret;/ mein heilsam Wort soll auf den Plan,/ getrost und frisch sie greifen an/ und sein die Kraft der Armen. L. Das Silber, durchs Feu'r siebenmal/ bewährt, wird lauter funden;/ an Gottes Wort man warten soll/ desgleichen alle Stunden. /Es will durchs Rreuz bewähret sein;/ da wird sein Rraft erkannt und Schein/ und leucht't stark in die Lande. 6. Das wollst du, Gott, bewahren rein/ vor diesem arg'n Geschlechte,/ und laß uns dir befohlen sein,/ daß sichs in uns nicht flechte. Der gottlos Hauf sich umher findt,/ wo diese losen Leute sind/ in deinem Volk erhaben. Martin Nuther, 1 J5J6. I51 Mel.: Erhalt uns, Serr, bei deinem Wort(Nr. I39). ). Ach bleib bei uns, Serr Jesu Christ,/ weil es nun Abend worden ist;/ dein göttlich Wort, das helle Licht,/ laß ja bei uns auslöschen nicht. 71 —— 152 Rirche 2. In dieser schwerbetrübten zeit/ verleih uns, Zerr, Beständigkeit,/ daß wir dein Wort und Sakrament/ behalten rein bis an das End. z. Gib Glück und Zeil zu deinem Wort,/ damit es schall an allem Ort;/ gib deiner Rirche Gnad und Zuld,/ Fried, Einigkeit, Nut und Geduld. 4. Den stolzen Geistern wehre doch,/ die mit Ge⸗ walt sich heben hoch/ und bringen stets was Neues her,/ zu fälschen deine rechte Lehr. 5. Die Sach und Ehr, Serr Jesu Christ,/ nicht unser, sondern dein ja ist;/ darum, so steh du denen bei,/ die sich auf dich verlassen frei. 6. Dein Wort ist unsers Serzens Trutz/ und deiner Kirche wahrer Schutz;/ dabei erhalt uns, lieber Herr,/ daß wir nichts andres suchen mehr. +. Zilf leben uns in deinem Wort/ und darauf mutig fahren fort/ von hinnen aus dem Jammer⸗ tal/ zu dir in deinen Himmelssaal. 161II.— v. 3 bis 7 von Nikolaus Selnecker, 1 1592. 152 Mel.: Christus, der ist mein Leben. Melchior Vulpius, J609. 9. Ach bleib mit deiner Gnade/ bei uns, Herr Jesu Christ,/ daß uns hinfort nicht schade/ des bösen Feindes List. 2. Ach bleib mit deinem Worte/ bei uns, Erlöser wert,/ auf daß uns hier und dorte/ sei Güt und eil beschert. z. Ach bleib mit deinem Glanze/ bei uns, du wertes Licht;/ dein Wahrheit uns umschanze,/ da⸗ mit wir irren nicht. Rirche 153·J58 4. Ach bleib mit deinem Segen/ bei uns, du reicher Herr;/ dein Gnad und all Vermöͤgen/ in uns reichlich vermehr. 9. Ach bleib mit deinem Schutze/ bei uns, du star⸗ ker Seld,/ daß uns der Feind nicht trutze,/ noch fäll die böse Welt. 6. Ach bleib mit deiner Treue/ bei uns, mein Herr und Gott, /Beständigkeit verleihe,/ hilf uns aus aller Not! Josua Stegmann, 4 1632. I33 Mel: Rommt her zu mir, spricht Gottes Sohn. I530. ). Verzaͤge nicht, du Säuflein klein,/ obschon die Feinde willens sein,/ dich gänzlich zu zerstoren,/ und suchen deinen Untergang,/ davon dir wird ganz angst und bang;/ es wird nicht lang mehr währen. 2. Des tröst' dich nur, daß deine Sach/ ist Gottes, dem befiehl die Rach,/ und laß es ihn nur walten;/ er wird durch einen Gideon,/ den er wohl weiß, dir helfen schon,/ dich und sein Wort erhalten. 3. So wahr Gott Sott ist und sein Wort,/ muß Teufel, Welt und Söllenpfort,/ und was dem tut anhangen,/ endlich werden zu ohn und Spott./ Gott ist mit uns und wir mit Gott;/ den Sieg woll'n wir erlangen. michael Altenburg, f 1630. 158 Mel.: O Durchbrecher aller Bande. Serrnhaag 1740. ). Herz und Serz vereint zusammen,/ sucht in Gottes Serzen Ruh;/ lasset eure Liebesflammen/ lodern auf den Seiland zu!/ Er das Zaupt, wir seine Glieder,/ er das Licht und wir der Schein,/ 7³ 158 Kirche er der Meister, wir die Brüder,/ er ist unser, wir sind sein. 2. Kommt, ach kommt, ihr Gnadenkinder,/ und erneuert euern Bund! /Schwöret unserm Über— winder/ Lieb und Treu von Herzensgrund!/ Und wenn eurer Liebeskette /Festigkeit und Stärke fehlt, /o so flehet um die Wette,/ bis sie Jesus wieder stählt! z. Legt es unter euch, ihr Glieder,/ auf so treues Lieben an,/ daß ein jeder für die Brüder/ auch das Leben lassen kann. So hat uns der Herr geliebet,/ so vergoß er dort sein Blut;/ denkt doch, wie es ihn betrübet,/ wenn ihr euch selbst Eintrag tut. J. Halleluja! Welche Söhen,/ welche Tiefen rei— cher Gnad,/ daß wir dem ins Auge sehen,/ der uns so geliebet hat;/ daß der Vater aller SGeister,/ der der Wunder Abgrund ist,/ daß du, unsichtbarer Meister,/ uns so fühlbar nahe bist. v. O du treuster Freund, vereine/ deine dir ge⸗ weihte Schar,/ daß sie es so herzlich meine,/ wie's dein letzter Wille war,/ und daß, wie du eins mit ihnen,/ also sie auch eines sei'n,/ sich in wahrer Liebe dienen/ und einander gern erfreun. 6. Liebe, haͤst du es geboten,/ daß man Liebe üben soll, /o so mache doch die toten,/ trägen Geister lebensvoll!/ Zünde an die Liebesflamme,/ daß ein jeder sehen kann:/ wir, als die von einem Stamme,/ stehen auch für einen Mann. +. Laß uns so vereinigt werden,/ wie du mit dem Vater bist,/ bis schon hier auf dieser Erden/ kein getrenntes Glied mehr ist,/ und allein von deinem Brennen/ nehme unser Licht den Schein./ Also wird die Welt erkennen,/ daß wir deine Jünger sei'n. * 74 Mikolaus Ludwig Sraf von Zinzendorf, 1760. mission 104.107 164 mMel.: Waͤchet auf, ruft uns die Stimme. Frankfurt a. M. 1599. ). Gottes Stadt steht fest gegründet/ auf beilgen Bergen; es verbündet/ sich wider sie die ganze Welt /Dennoch steht sie und wird stehen,/ man wird an ihr mit Staunen sehen,/ wer hier die Zut und Wache hält. Der Süter Zsraels/ ist ihres Sei⸗ les Fels/ Halleluja! /Lobsingt und sprecht:/ Wohl dem Seschlecht,/ das in ihr hat das Bürgerrecht. 6. Gottes Stadt, du wirst auf Erden/ die Mutter aller Völker werden,/ die ewges Leben fanden hier./ Welch ein Jubel, wie im Reigen,/ wird einst von dir zum Himmel steigen!/ Die Lebensbrunnen sind in dir. In dir das Wasser quillt,/ das alles Dür⸗ sten stillt./ Salleluja!/ Von Sünd und Tod,‚/ von aller Not/ erlöst nur Einer, Zions Gott. Philipp Spitta, 4 1859. Mission (Auch Lieder Vr. 330, sS6,§cr.) 167 Straßburg 1525. ). Es wolle Gott uns gnädig sein/ und seinen Segen geben; /sein Antlitz uns mit hellem Schein/ erleucht zum ewgen Leben,/ daß wir erkennen seine Werk,/ und was ihm b'liebt auf Erden,/ und Jesus Christus Seil und Stärk/ bekannt den Seiden wer⸗ den/ und sie zu Gott bekehren! 2. So danken dir und loben dich, /o Gott, die Volker alle,/ und alle Welt, die freue sich/ und sing mit großem Schalle,/ daß du auf Erden Richter 7⁵ 168 mission bist/ und läßt die Sünd nicht walten;/ dein Wort die Zut und Weide ist,/ die alles Volk erhalten,/ in rechter Bahn zu wallen. 3. Es danke, Gott, und lobe dich/ das Volk in guten Taten./ Das Land bringt Frucht und bessert sich,/ dein Wort ist wohl geraten./ Uns segne Vater und der Sohn,/ uns segne Gott der heilge Geist,/ dem alle Welt die Ehre tu,/ vor ihm sich fürchte allermeist.) Wun sprecht von Serzen: Amen! Martin Luther, 1 1546. 168 Mel.: Dir, dir, Jehova, will ich singen. J. A. Freylinghausen, Halle 1704. ). Wach auf, du Geist der ersten Zeugen,/ der Wächter, die auf Jions Mauern stehn,/ die Tag und Nächte nimmer schweigen,/ und die getrost dem Feind entgegengehn,/ ja, deren Schall die ganze Welt durchdringt/ und aller Völker Scharen zu dir bringt. 2. O daß doch bald dein Feuer brennte!/ O möcht es doch in alle Lande gehn!/ Gib zu der Ernte doch die HZände! /Gib Rnechte, die in rreuer Arbeit stehn!/ O Herr der Ernte, siehe doch darein:/ die Ernt ist groß, die Zahl der Rnechte klein. z. Dein Sohn hat ja mit klaren Worten/ uns diese Bitte in den Mund gelegt./ O siehe, wie an allen Orten/ sich deiner Rinder Serz und Sinn be⸗ wegt,/ dich herzinbrünstig darum anzuflehn;/ drum hör, o Herr, und sprich: Es soll geschehn. 4. So gib dein Wort doch großen Scharen,/ die in der Kraft Evangelisten sein;/ laß eilend Silf uns 76 ö mission 17I. I72 widerfahren/ und brich in Satans Reich und Macht hinein. /O breite, Serr, auf weitem Erdenkreis/ dein Reich bald aus zu deines Namens Preis! 6. Ach laß dein Wort recht schnelle laufen!/ Es sei kein Ort ohn dessen Glanz und Schein./ Ach führe bald dadurch mit Saufen/ der eiden Füll zu allen Toren ein!/ Ja wecke doch auch Israel bald auf,/ und also segne deines Wortes Lauf! 8. Laß jede hoh' und niedre Schule/ die Werk⸗ statt deines guten Geistes sein,/ ja sitze du nur auf dem Stuhle/ und präge dich der Jugend selber ein,/ daß treue Lehrer wir und Beter sehn,/ die kräftig vor dem Riß der Rirche stehn. Rarl Seinrich v. Bogatzky, 1 1774. I71 Mel.: Lasset uns den Serren preisen(Nr. 79). 3. Romm, o Zerr, komm bald, du Treuer!/ Gib, ach gib dich allen kund/ und entzünd dein heilges Feuer/ auf dem ganzen Erdenrund./ Großes hast du schon begonnen,/ Großes willst du ferner tun;/ deine Liebe kann nicht ruhn,/ bis die ganze Welt gewonnen,/ bis ein jedes Herz besiegt,/ Serr, zu deinen Füßen liegt. Rarl August Döring, 4 1833. 172 Mel.: Meinen Jesum laß ich nicht. Johann Uhlich, 1674. ). Eine Serde und ein Sirt!/ Wie wird dann dir sein, o Erde,‚/ wenn sein Tag erscheinen wird!/ Freue dich, du kleine Zerde!/ Mach dich auf und werde Licht!/ Jesus hält, was er verspricht. 77 Mission 2. Hüter, ist der Tag noch fern?/ Schon ergrünt es auf den Weiden,/ und die Serrlichkeit des errn/ nahet dammernd sich den Seiden;/ blinde Pilger flehn um Licht: Jesus hält, was er verspricht. 3. Sieh, das Heer der Vebel flieht/ vor des Morgenrotes Selle,/ und der Sohn der Wüste kniet/ dürstend an der Lebensquelle;/ ihn umleuch⸗ tet Morgenlicht; /Jesus hält, was er verspricht. 9. Gräber harren aufgetan;/ rauscht, verdorrete Gebeine!/ Macht dem Bundesengel Bahn!/ Großer Tag des Herrn, erscheine!/ Jesus ruft: Es werde Licht!/ Jesus hält, was er verspricht. ö 6. O des Tags der Herrlichkeit!/ Jesus Christus, du die Sonne,/ und auf Erden weit und breit/ Licht und Wahrheit, Fried und Wonne!/ Mach dich auf; es werde Licht! Zesus hält, was er verspricht. Friedr. Adolf Rrummacher, 1 1845. 17⁴ Mel.: Gott des Simmels und der Erden. Heinrich Albert, J642. ). Licht, das in die Welt gekommen,/ Sonne voller Glanz und Pracht,/ Morgenstern, aus Gott entglommen,/ treib hinweg die alte Nacht./ Zeuch in deinen Wunderschein/ bald die ganze Welt hinein. 2. Gib dem Wort, das von dir zeuget,/ einen recht gepriesnen Lauf,/ daß noch manches Rnie sich beu⸗ get,/ sich noch manches Herz tut auf,/ eh die Zeit er⸗ füllet ist,/ wo du richtest, Jesu Christ. 4. Es sei keine Sprach noch Rede,/ da man nicht die Stimme höͤrt,/ und kein Land so fern und oͤde,/ wo nicht dein Gesetz sie lehrt./ Laß den hellen Freu⸗ denschall/ siegreich ausgehn überall! 78 175 5. Geh, du Bräutgam, aus der Rammer,/ laufe deinen Seldenpfad;/ strahle Tröstung in den Jam⸗ mer,/ der die Welt umdunkelt hat. O erleuchte, ewges Wort,/ Ost und West und Süd und Vord. Ewald Rudolf Stier, 1 I862. mission 475 Mel.: Wachet auf, ruft uns die Stimme. Frankfurt a. M. I599. 9. Einer ists, an dem wir hangen,/ der für uns in den Tod gegangen/ und uns erkauft mit seinem Blut./ Unsre Leiber, unsre Serzen/ gehören dir, o Mann der Schmerzen;/ in deiner Liebe ruht sichs gut. Wimm uns zum Eigentum,/ bereite dir zum Ruhm/ deine Rinder!/ Verbirg uns nicht/ das Gna⸗ denlicht/ von deinem heilgen Angesicht! 2. Vicht wir haben dich erwählet,/ du selbst hast unsre Zahl gezählet/ nach deinem ewgen Gnaden⸗ rat./ Unsre Kraft ist schwach und nichtig,/ und kei⸗ ner ist zum Werke tüchtig,/ der nicht von dir die Stärke hat. Drum brich den eignen Sinn,/ denn Demut ist Gewinn/ für den Himmel./ Wer in sich schwach,/ folgt, err, dir nach/ und trägt mit Ehren deine Schmach. 3. O Serr Zesu, Ehrenkönig!) Die Ernt ist groß, der Schnitter wenig,/ drum sende treue zeugen aus;/ send auch uns hinaus in Gnaden,/ viel frohe Gäste einzuladen/ zum Mahl in deines Vaters Saus./ Wohl dem, den deine Wahl/ beruft zum Abend⸗ mahl/ im Reich Gottes. Da ruht der Streit,/ da währt die Freud/ heut, gestern und in Ewigkeit. 4. Schau auf deine Millionen,/ die noch im Todes schatten wohnen,/ von deinem Himmelreiche fern! 79 7 1 I79 IS53 Wort Gottes Seit Jahrtausenden ist ihnen/ kein Evangelium er⸗ schienen,/ kein gnadenreicher Morgenstern./ Glanz der Gerechtigkeit,/ geh auf, denn es ist Zeit!/ Romm, herr Zesu,/ zeuch uns voran/ und mach uns Bahnz/ gib deine Türen aufgetan! 6. Seiland, deine gröͤßten Dinge/ beginnest du still und geringe;/ was sind wir Armen, Zerr, vor dirꝛ/ Aber du wirst für uns streiten/ und uns mit deinen Augen leiten;/ auf deine Rraft vertrauen wir./ Dein Senfkorn, arm und klein,/ wächst endlich ohne Schein/ doch zum Baume,/ weil du, Herr Christ,/ sein Süter bist,/ dem es von Gott vertrauet ist. Albert Rnapp, 1864. Wort Gottes 179 Mel.: O Durchbrecher aller Bande(Nr. 169). 3. Herr, dein Wort, die edle Gabe,/ diesen Schatz erhalte mir;/ denn ich zieh es aller Zabe/ und dem größten Reichtum für./ Wenn dein Wort nicht mehr soll gelten,/ worauf soll der Glaube ruhn?/ Mir ists nicht um tausend Welten,/ aber um dein Wort zu tun. Mikolaus Ludwig Graf v. Zinzendorf, 1760. 183 mel.: Serr Jesu Christ, dich zu uns wend. Görlitz 1643. . Vun geh uns auf, du Morgenstern,/ du selig⸗ machend Wort des Zerrn,/ du Pfand des Zeils, das uns im Sohn/ der Vater gab von seinem Thron. Seilige Taufe und Ronfirmation 184 2. Bereitet ist für dich die Bahn,/ die Serzen sind dir aufgetan;/ wir sehnen uns nach deinem Licht/ und seufzen auf: Versäum uns nicht! 3. Du Wort der Wahrheit, lautrer Quell,/ mach unsre dunklen Augen hell,/ daß wir die Wege GSot⸗ tes sehn,/ nicht in der Wahrheit irre gehn. 4. Du. Wort der Buße, füll das Serz/ uns an mit tiefem Reueschmerz,/ daß unser Flehn und Seufzen sei:/ Gott steh uns armen Sündern bei! v. Du Wort der Gnade, tröstend Wort,/ o bring uns Botschaft fort und fort/ von ihm, der für uns litt und starb/ und uns Gerechtigkeit erwarb. 6. Du Wort des Glaubens, gib uns Rraft,/ daß wir, der Eitelkeit entrafft,/ im gnädig dargebotnen HZeil/ ergreifen unser ewges Teil. 7. So geh uns auf, du Gottesglanz,/ durchdring uns und verklär uns ganz,/ du Wort, das noch in Rraft besteht,/ wenn Erd und Zimmel untergeht. Julius Sturm, 1 1896. Heilige Taufe und Konfirmation (Siehe auch Trinitatisfest.) 184 Mel.: Liebster Jesu, wir sind hier(Nr. 6). 3. Liebster Jesu, wir sind hier,/ deinem Worte nachzuleben;/ dieses Rindlein kommt zu dir,/ weil du den Befehl gegeben,/ daß man sie zu dir hin⸗ führe;/ denn das Zimmelreich ist ihre. 2. Ja, es schallet allermeist/ dieses Wort zu un⸗ sern Ohren:/ Wer durch Wasser und durch Geist/ nicht zuvor ist neugeboren,/ wird von dir nicht auf⸗ genommen/ und in Gottes Reich nicht kommen. 6 motgesangbuch Sessen 81 188 Zeilige Taufe und Ronfirmation 3. Darum eilen wir zu dir,/ nimm das Pfand von unsern Armen,/ tritt mit deinem Glanz herfür/ und erzeige dein Erbarmen,/ daß dein Kind es hier auf Erden/ und im Himmel möge werden. 4. Hirte, nimm dein Schäflein an,/ Saupt, mach es zu deinem Gliede,/ Zimmelsweg, zeig ihm die Bahn,/ Friedefürst, sei du sein Friede,/ Weinstock, hilf, daß diese Rebe/ auch im Glauben dich umgebe! Benjamin Schmolck, + 1737. 188 Mel.: O daß ich tausend Zungen hätte(Tr. 140). ). Ich bin getauft auf deinen Namen,/ Gott Va⸗ ter, Sohn und heilger Geist!/ Und so ist alles Ja und Amen,/ was mir dein teures Wort verheißt;/ ich bin in Christum eingesenkt,/ ich bin mit seinem Geist beschenkt. z. Du hast zu deinem Rind und Erben,/ mein lieber Vater, mich erklärt;/ du hast die Frucht von deinem Sterben,/ mein treuer Seiland, mir ge— währt;/ du willst in aller Not und Pein,/ o guter Geist, mein Tröster sein. 3. Doch hab ich dir auch Furcht und Liebe,/ Treu und Gehorsam zugesagt;/ ich hab, o Herr, aus rei⸗ nem Triebe/ dein Eigentum zu sein gewagt;/ hin⸗ gegen sagt ich bis ins Grab/ der Sünden schnöden Werken ab. 4. Mein treuer Gott, auf deiner Seite/ bleibt dieser Bund wohl feste stehn;/ wenn aber ich ihn über⸗ schreite,/ so laß mich nicht verloren gehn;/ nimm mich, dein Rind, in Gnaden an,/ wenn ich hab einen Fall getan. Heiliges Abendmahl 195·196 . Zch gebe dir, mein Gott, aufs neue/ Leib, Seel und Herz zum Gpfer hin,/ erwecke mich zu neuer Treue/ und nimm Besitz von meinem Sinn./ Es sei in mir kein Tropfen Blut,/ der nicht, Herr, deinen Willen tut. 6. Laß diesen Vorsatz nimmer wanken,/ Gott Va⸗ ter, Sohn und heilger Geist!/ Salt mich in deines Bundes Schranken,/ bis mich dein Wille sterben heißt;/ so leb ich dir, so sterb ich dir,/ so lob ich dich dort für und für. Joh. Jakob Rambach, 1 1735. Heiliges Abendmahl (Auch die Liedstrophen Nr. 332, 3; 388,—7; 332, 303 56 und die Lieder der jeweiligen Kirchenjahreszeit.) 195 Braunschweig J528. 3. Christe, du Lamm Gottes,/ der du trägst die Sünd der Welt,/ erbarm dich unser! 2. Christe, du Lamm Gottes,/ der du trägst die Sünd der Welt,/ erbarm dich unser! z. Christe, du Lamm Gottes,/ der du trägst die Sünd der Welt,/ gib uns deinen Frieden. Amen. (Agnus dei) Wittenberg JI533. 196 Johann Crüger, J639. 3. Schmücke dich, o liebe Seele,/ laß die dunkle Sündenhöhle,/ komm ans helle Licht gegangen,/ fange herrlich an zu prangen;/ denn der Herr voll eil und Gnaden/ will dich jetzt zu Gaste laden;/ der den Himmel kann verwalten,/ will jetzt Ser⸗ berg in dir halten. 6* 83 197 Zeiliges Abendmahl 2. Dürstend nach dem Simmelssegen/ eile deinem Zerrn entgegen,/ der mit süßen Bnadenworten/ klopft an deines Zerzens Pforten,/ eile, sie ihm auf⸗ zuschließen,/ wirf dich hin zu seinen Füßen;/ sprich: Herr, laß dich umfassen,/ von dir will ich nimmer assen! 6. Jesu, wahres Brot des Lebens,/ hilf, daß ich doch nicht vergebens/ oder mir wohl gar zum Scha⸗ den/ sei zu deinem Tisch geladen;/ laß mich durch dies Seelenessen/ dein Liebe recht ermessen,/ daß ich auch, wie jetzt auf Erden,/ mög dein Gast im Himmel werden! Johann Franck, 1 1677. 197 Mel.: Es ist gewißlich an der Zeit. wittenberg 1535. 9. Herr Jesu Christ, du höchstes Gut,/ du Brunn— quell aller Gnaden!/ Wir kommen, deinen Leib und Blut,/ wie du uns hast geladen,/ zum Preise deiner errlichkeit/ und unsrer Seelen Seligkeit/ zu essen und zu trinken. 2. O Jesu, mach uns selbst bereit/ zu diesem hohen Werke!/ Schenk uns dein schönes Ehrenkleid/ durch deines Geistes Stärke; /hilf, daß wir würdge Gäste sein/ und werden dir gepflaͤnzet ein/ zum ewgen Himmelswesen. 3. Bleib du in uns, daß wir in dir/ auch bis ans Ende bleiben;/ laß Sünd und Not uns für und für/ von dir nicht wieder treiben,/ bis wir durch deines Nachtmahls Kraft/ in deines Zimmels Bürger⸗ schaft/ dort ewig selig werden. Chemnitz 17I3. geiliges Abendmahl 206 206 mel.: Zeuch ein zu deinen Toren(oder wie Nr. 365). Johann 83623, 653. 9. Rommt her, ihr seid geladen;/ der Seiland rufet euch,/ der treue Herr der Bnaden, an Suld und Liebe reich;/ der Erd und Simmel lenkt,/ will Gastmahl mit euch halten/ und wunderbar gestal⸗ ten,/ was er in Liebe schenkt. 2. Rommt her, verzagte Sünder,/ und werft die Ungste weg;/ kommt her, versöhnte Rinder, /hier ist der Lebenssteg!/ Empfangt die immelslust,/ die heilge Geistesspeise,/ die auf verborgne Weise/ er⸗ quicket jede Brust. 3. Rommt her, betrübte Seelen,/ die Not und Jammer drückt,/ mit Gott euch zu vermählen,/ der wunderbar beglückt. Rommt, legt auf ewig ab/ der Sünde bange Säumnis;/ empfanget das Ge⸗ heimnis,/ das Gott vom Himmel gab. 3. O Wonne kranker Serzen,/ die mir von oben kam!/ Verschwunden sind die Schmerzen,/ getröstet ist der Gram;/ was von dem Simmel fleußt,/ hat lieblich sich ergossen;/ mein Herz ist gar durch⸗ flossen/ vom süßen Liebesgeist. 5. Drum jauchze, meine Seele,/ hell aus der Sün⸗ dennacht;/ verkünde und erzaͤhle/ die tiefe Wunder⸗ macht,/ die unermeßlich süß,/ ein Born der Liebe, quillet/ und jeden Jammer stillet,/ der fast ver⸗ zweifeln ließ. 6. Drum jauchze, meine Seele,/ drum jauchze dei⸗ nem Serrn;/ verkünde und erzähle/ die Gnade nah und fern,/ den Wunderborn im Blut, die selge Zimmelsspeise,/ die auf verborgne Weise/ dir gibt das höchste Gut. Ernst moritz Arndt, 41860. 85 ornomund namig e an nan nirrn.. nech 96 2 N. edräwenhtea- 590 V„ Buße 21I Georg Winter, 1678. 3. Schaffe in mir, Gott, ein reines Serze und gib mir einen neuen, gewissen Geist..): Oerwirf mich nicht,), von deinem Angesicht, und nimm dei— nen heiligen Geist nicht von mir. Psalm 5J D. I2, I3. 212 Wittenberg 152 9. Aus tiefer Vot schrei ich zu dir,/ Herr Gott, erhör mein Rufen! Dein gnädig Ohr neig her zu mir/ und meiner Bitt es öffne;/ denn so du willst das sehen an,/ was Sünd und Unrecht ist getan;/ wer kann, Herr, vor dir bleiben? 2. Bei dir gilt nichts denn Gnad und Gunst,/ die Sünde zu vergeben; 7es ist doch unser Tun um⸗ sonst/ auch in dem besten Leben;/ vor dir niemand sich rühmen kann; des muß dich fürchten jeder— mann/ und deiner Gnaͤde leben. Darum auf Sott will hoffen ich,/ auf mein Verd ienst nicht bauen;/ auf ihn allein verl assen mich/ und seiner Hüte trauen,/ die mir zusagt sein wertes Wort;/ das ist mein Crost und treuer Hort; 2 will ich allzeit harren. Und ob es waͤhrt bis in die Nacht/ und wieder 2—8 den Morgen,/ doch soll mein Herz an Sottes Macht/ verzweifeln nicht noch sorgen./ So tu das Volk von rechter Art,/ das aus dem Geist erzeuget ward,/ und seines Gottes harre. 87 213 Buße 9. Ob bei uns ist der Sünden viel,/ bei Gott ist viel mehr Gnaden;/ sein Zand zu helfen hat kein Ziel,/ wie groß auch sei der Schaden. JEr ist allein der gute Sirt,/ der Israel erlösen wird/ aus seinen Sünden allen. martin Luther, f 1546. 2713 Wittenberg 1541I. ). Allein zu dir, Serr Jesu Christ,/ mein Zoff⸗ nung steht auf Erden;/ ich weiß, daß du mein Trö⸗ ster bist,/ kein Trost mag mir sonst werden./ Von Anbeginn ist nichts erkorn,/ auf Erden ward kein Mensch geborn,/ der mir aus Vöten helfen kann;/ dich ruf ich an,/ du bist der rechte Helfersmann. 2. Mein Sünd ist schtwer und übergroß/ und reuet mich von Herzen;/ derselben mach mich frei und los/ durch deinen Tod und Schmerzen/ und nimm dich mein beim Vater an,/ der du für mich genug getan,/ so werd ich los der Sünden Last;/ mein Glaub erfaßt,/ was du mir, Herr, versprochen hast. 3. Ach stärk durch dein Barmherzigkeit/ in mir ein recht Vertrauen,/ auch daß ich deine Freundlich⸗ keit/ mög inniglich anschauen;/ vor allen Dingen lieben dich/ und meinen Nächsten gleich als mich./ Send mir dein Silf am letzten End,/ damit behend/ des Todes Graun sich von mir wend. 4. Ehr sei Gott in dem höchsten Thron,/ dem Vater aller Güte,/ und Jesu Christo, seinem Sohn,/ der uns allzeit behüte,/ und seinem werten heilgen Geist,/ der uns sein' Silfe allzeit leist,/ daß wir ihm wohlgefällig sein/ hier in der Zeit/ und dort hernach in Ewigkeit. v. 1—3 von Ronrad Zubert, 4 1577. Buße 215228 215 Zeipzig 1625. . Ach Gott und Serr,/ wie groß und schwer/ sind mein' begangne Sünden!/ Da ist niemand,/ der helfen kann,/ in dieser Welt zu finden. 2. Lief ich gleich weit/ zu dieser zeit/ bis an der Erden Enden/ und wollt los sein/ des Elends mein,/ würd ich es doch nicht wenden. 3. Zu dir flieh ich,/ verstoß mich nicht,/ wie ichs wohl hab verdienet./ Ach geh doch nicht,/ Gott, ins Gericht;/ dein Sohn hat mich versühnet. 4. Solls ja so sein,/ daß Straf und Pein/ auf Sünde folgen müssen,/ so fahr hie fort und schone dort/ und laß mich hier wohl büßen. 5. Gib, Serr, Geduld,/ vergiß die Schuld,/ schaff ein gehorsam Serze,/ daß ich mein Zeil,/ mein bestes Teil,/ durch Murren nicht verscherze. 6. Handle mit mir,/ wies dünket dir,⸗ ich will es gerne leiden;/ nur wollst du mich/ nicht ewiglich/ von deiner Gnade scheiden. Zena J613. 228 mel.: Sieh, hier bin ich, Ehrenkönig. . Gott der Gnaden!/ Schwer beladen/ neigt sich unser Saupt vor dir;/ unsre Herzen sind voll Schmerzen,/ Staub und Asch ist unsre Zier./ Sab Erbarmen/ mit uns Armen! /Aus der Tiefe rufen wir. 2. Wir verzagen,/ denn wir tragen/ auf uns aller Sünden Last,/ aller Oualen/ volle Schalen,/ die du ausgegossen hast./ Zab Erbarmen/ mit uns Armen/ Angst und Not hat uns erfaßt. 89 231 3. Wir bekennen,/ Zerr, wir nennen/ laut vor dir die Missetat;/ es ist keiner/ hier ein Reiner,/ jeder erntet böse Saat./ Zab Erbarmen/ mit uns Armen! /Sieh auf ihn, der für uns bat. 4. Herr, verzeihe;/ Jesu, leihe/ uns dein priester⸗ lich Gebet!/ Gott, verschone,/ wenn vom Sohne/ das Erbarmen zu dir fleht!/ Zab Erbarmen/ mit uns Armen,/ wenn der Mittler vor dir steht. 9. Zesu, rette!/ Brich die Rette/ unsrer Finster⸗ nis entzwei,/ daß der Glaube/ tief im Staube/ unser Trost und zZuflucht sei. Zab Erbarmen/ mit uns Armen; /Jesu, mach uns wieder frei! 6. Sei uns gnädig,/ mach uns ledig,/ führ uns aus dem finstern Tal!/ Du kannst lindern/ und ver— mindern/ alle Not und Serzensqual./ Zab Erbar⸗ men/ mit uns Armen; /Jesu, hilf noch dieses Mal!. 7. Du mußt siegen,/ wir erliegen;/ du bist frei, wir sind in Haft,/ du alleine/ bist der Reine,/ wir sind schwach, dein ist die Rraft./ Zab Erbarmen/ mit uns Armen;/ denk an deine Pilgrimschaft! 8. Wenn du Frieden/ uns beschieden,/ fürchten wir die Strafe nicht;/ dein Versöhnen/ wird uns krönen /mit Gerechtigkeit und Licht; 7dein Erbar⸗— men/ hilft uns Armen;/ du bist unsre Zuversicht! Seinrich Puchta, 1858 Glaube und Rechtfertigung Glaube und Rechtfertigung 231 Wittenberg 1524. ). Nun freut euch, lieben Christen gmein/ und laßt uns fröhlich springen,/ daß wir getrost und all in ein/ mit Lust und Liebe singen,/ was Gott an +——.— Glaube und Rechtfertigung 231 uns gewendet hat/ und seine süße Wundertat;/ gar teur hat ers erworben. 2. Dem CTeufel ich gefangen lag,/ im Tod war ich verloren;/ mein Sünd mich quälte Nacht und Tag,// darin ich war geboren; 7 ich fiel auch immer tiefer drein, es war kein Guts am Leben mein,/ die Sünd hat mich besessen. z. Mein gute Werk, die galten nicht,/ es war mit ihn' verdorben;/ der frei Will haßte Gotts Gericht,/ zum Guten gar erstorben; die Angst mich zu ver⸗ zweifeln trieb,/ daß nichts denn Sterben bei mir blieb,/ zur Söllen mußt ich sinken. 4. Da jammert Sott in Ewigkeit/ mein Elend übermaßen; 7er dacht an sein Barmherzigkeit,/ er wollt mir helfen lassen;/ er wandt zu mir das Vater⸗ berz,/ es war bei ihm fürwahr kein Scherz,/ ließ es sein Bestes kosten. 5. Er sprach zu seinem lieben Sohn:„Es ist Zeit, zu erbarmen;/ fahr hin, meins erzens werte Kron,/ und sei das Seil dem Armen/ und hilf ihm aus der Sünden Vot,/ erwürg für ihn den bittern Tod/ und laß ihn mit dir leben.“ 6. Der Sohn Gott gern gehorsam ward,/ er kam zu mir auf Erden,/ von einer ZJungfrau rein und zart; /er sollt mein Bruder werden. In meiner armen Rnechtsgestalt/ ging er einher, um die Ge— walt/ des Teufels zu zerstören. 7. Er sprach zu mir:„Salt dich an mich,/ es soll dir jetzt gelingen;/ ich geb mich selber ganz für dich,/⸗ da will ich für dich ringen;/ denn ich bin dein, und du bist mein,/ und wo ich bleib, da sollst du sein;/ uns soll der Feind nicht scheiden. 8. Vergießen wird er mir mein Blut,/ dazu mein Leben rauben;/ das leid ich alles dir zu gut,/ das 91 235 Glaube und Rechtfertigung halt mit festem Glauben./ Den Tod verschlingt das Leben mein,/ mein Unschuld trägt die Sünde dein,/ da bist du selig worden. 9. Gen Himmel zu dem Vater mein/ fahr ich von diesem Leben;/ da will ich sein der Meister dein,/ den Geist will ich dir geben,/ der dich in Trübnis trösten soll/ und lehren mich erkennen wohl/ und in der Wahrheit leiten. 30. Was ich getan hab und gelehrt,/ das sollst du tun und lehren,/ daß Gottes Reich hier werd ge⸗ mehrt/ zu seinem Lob und Ehren;/ und hüt dich vor der Menschen Satz,/ davon verdirbt der edle Schatz;/ das laß ich dir zur Letze.“ Martin Xuther, 1 1546. 235 Mel.: Jesus meine Zuversicht(oder wie Nr. 271). Berlin 1653. ). Zesus nimmt die Sünder an!/ Saget doch dies Trostwort allen,/ welche von der rechten Bahn/ auf verkehrten Weg verfallen./ Sier ist, was sie retten kann:/ Jesus nimmt die Sünder an. 2. Reiner Gnade sind wir wert,/ doch hat er in seinem Worte/ eidlich sich dazu erklärt;/ sehet nur, die Gnadenpforte/ ist hier völlig aufgetan:/ Jesus nimmt die Sünder an. 3. Wenn ein Schaf verloren ist,/ suchet es ein treuer Sirte;/ Jesus, der uns nie vergißt,/ suchet treulich das Verirrte,/ daß es nicht verderben kann:/ Jesus nimmt die Sünder an. 4. Rommet alle, kommet her,/ kommet, ihr be⸗ trübten Sünder;/ Jesus rufet euch, und er/ macht aus Sündern Gottes Rinder;/ glaubt es doch und denkt daran:/ Jesus nimmt die Sünder an. Glaäube und Rechtfertigung 242. 7. Jesus nimmt die Sünder an!/ Er hat mich auch angenommen/ und den Simmel aufgeran,/ daß ich selig zu ihm kommen/ und auf den Trost sterben kann:/ Jesus nimmt die Sünder an. Erdmann Meumeister, 1756. 2172 Mel.: Valet will ich dir geben. Melchior Teschner, JI6I3. . Ich weiß, an wen ich glaube,/ ich weiß, was fest besteht,/ wenn alles hier im Staube/ wie Staub und Rauch verweht;/ ich weiß, was ewig bleibet,/ wo alles wankt und fällt,/ wo Wahn die Weisen treibet/ und Trug die Rlugen hält. 2. Ich weiß, was ewig dauert,/ ich weiß, was nie verläßt;/ auf ewgen Grund gemauert/ steht diese Schutzwehr fest. /Es sind des Heilands Worte,/ die Worte fest und klar;/ an diesem Felsenhorte/ halt ich unwandelbar. 3. Auch kenn ich wohl den Nieister,/ der mir die Feste baut:/ es ist der Serr der Geister,/ auf den der Zimmel schaut,/ vor dem die Seraphinen an⸗ betend niederknien,/ um den die Zeilgen dienen!/ Ich weiß und kenne ihn. 8— 4. Das ist das Licht der Hohe,/ das ist mein Jesus Christ,/ der Fels, auf dem ich stehe,/ der diamanten ist,/ der nimmermehr kann wanken,/ mein Seiland und mein Sort,/ die Leuchte der Gedanken,/ die leuchtet hier und dort. ö 5. Er, den man blutbedecket/ am Abend einst be⸗ grub;/ er, der von Gott erwecket,/ sich aus dem Grab erhub;/ der meine Schuld versöhnet,/ der sei⸗ nen Geist mir schenkt,/ der mich mit Gnade kroͤnet und ewig mein gedenkt. 93 —————— Nachfolge Christi 6. Drum weiß ich, was ich glaube,/ ich weiß, was fest besteht/ und in dem Erdenstaube/ nicht mit als Staub verweht. /Es bleibet mir im Grauen/ des Todes ungeraubt;/ es schmückt auf Himmelsauen/ mit Rronen einst mein Saupt. Ernst Moritz Arndt, 1 1860. V. 5 von A. Knapp, 4 1864. Nachfolge Christi 244 Mel.: Machs mit mir, Sott, nach deiner Güt. Joh. Sermann 6 0 2. .„Mir nach“, spricht Christus, unser Seld,/ mir nach, ihr Christen alle;/ verleugnet euch, verlaßt die Welt,/ folgt meinem Ruf und Schalle;/ nehmt euer Rreuz und Ungemach/ auf euch, folgt meinem Wandel nach!“ 2.„Ich bin das Licht, ich leucht euch für/ mit heil⸗ gem Tugendleben;/ wer zu mir kommt und folget mir,/ darf nicht im Finstern schweben;/ ich bin der Weg, ich weise wohl,/ wie man wahrhaftig wan⸗ deln soll.“ „Mein Serz ist voll Demütigkeit,/ voll Liebe „Gemüte,/ mein Mund voll Suld und Freund⸗ lichkeit,/ voll Sanftmut und voll Güte;/ mein Geist und Wille, Kraft und Sinn/ ist Gott ergeben, schaut auf ihn.“ 4.„Ich zeig euch das, was schädlich ist,/ zu fliehen und zu meiden,/ und euer Herz von arger List/ zu reingen und zu scheiden;/ ich bin der Seelen Fels und HZort/ und führ euch zu der Himmelspfort!“ v.„Fällts euch zu schwer, ich geh voran,/ ich steh euch an der Seite,/ ich kämpfe selbst, ich hrech die Nachfolge Christi ö 245 Bahn,/ bin alles in dem Streite./ Ein böser Knecht, der still mag stehn,/ sieht er voran den Feldherrn gehn!“ ö 6.„Wer seine Seel zu finden meint,/ wird sie ohn mich verlieren;/ wer sie hier zu verlieren scheint,/ wird sie in Gott einführen. Wer nicht sein Rreuz nimmt und folgt mir,/ ist mein nicht wert und mei⸗ ner Zier.“ 7. So laßt uns denn dem lieben Herrn mit Leib und Seel nachgehen/ und wohlgemut, getrost und gern/ in allen Leiden stehen;/ denn wer nicht kämpft, trägt auch die Kron/ des ewgen Lebens nicht davon. Joh. Scheffler, 1 J677. V. 4 bei§reylinghausen, 1703. 245 mMel.: Lasset uns den Serren preisen. Johann Schop, I631I. . Lasset uns mit Jesu ziehen, seinem Vorbild folgen nach,/ in der Welt der Welt entfliehen,/ auf der Bahn, die er uns brach,/ immerfort zum Him⸗ mel reisen,/ irdisch noch, schon himmlisch sein,/ glauben recht und leben rein,/ in der Lieb den Glau⸗ ben weisen!/ Treuer Jesu, bleib bei mir;/ geh vor⸗ an, ich folge dir. 2. Lasset uns mit Zesu leiden, seinem Vorbild werden gleich!/ Wach dem Leiden folgen Freuden,/ Armut hier macht droben reich;/ Tränensaat, die erntet Wonne,/ Zoffnung tröstet mit Geduldʒ;/ denn es scheint durch Gottes Suld nach dem Regen bald die Sonne./ Jesu, hier leid ich mit dir; dort teil deine Freud mit mir! z. Lasset uns mit Jesu sterben!/ Sein Tod rettet uns vom Tod,/ rettet von der Seel Verderben,/ V 246 Nachfolge Christi von der ewiglichen Not./ Laßt uns töten, weil wir leben,/ unser Fleisch, ihm sterben ab,/ so wird er uns aus dem Grab/ in das Himmelsleben heben./ Zesu, sterb ich, sterb ich dir,/ daß ich lebe für und für! 3. Lasset uns mit Jesu leben!/ Weil er auferstan⸗ den ist,/ muß das Grab uns wiedergeben./ Jesu, unser Saupt du bist,/ wir sind deines Leibes Glie⸗ der;/ wo du lebst, da leben wir;/ ach, erkenn uns für und für,/ treuer Freund, als deine Brüder!/ Jesu, dir ich lebe hier,/ dorten ewig auch bei dir! Sigismund v. Birken, 1 J68J. 246 Darmstadt J698. . Jesu, hilf siegen, du Fürste des Lebens!/ Sieh, wie die Finsternis dringet herein,/ wie sie ihr drohendes Seer nicht vergebens/ mächtig aufführet, mir schädlich zu sein!/ Schau, wie sie sinnet auf aller⸗ lei Ränke,/ daß sie mich sichte, zerstöre und kränke. 3. Jesu, hilf siegen, wenn in mir die Sünde,/ Eigenlieb, Soffart und Mißgunst sich regt,/ wenn ich die Last der Begierden empfinde,/ und sich mein tiefes Verderben darlegt./ Silf dann, daß ich vor mir selber erröte/ und durch dein Leiden die Sün⸗ denlust töte. 6. ZJesu, hilf siegen und laß mich nicht sinken!/ Wenn sich die KRräfte der Lügen aufblähn/ und mit dem Scheine der Wahrheit sich schminken,/ laß doch viel heller dann deine Kraft sehn./ Steh mir zur Rechten, o Rönig und Meister,/ lehre mich kämpfen und prüfen die Geister. 7. Jesu, hilf siegen im Wachen und Beten;/ Zü⸗ ter, du schläfst ja und schlummerst nicht ein./ Laß Nachfolge Christi 248 dein Gebet mich unendlich vertreten,/ der du ver⸗ sprochen, Fürsprecher zu sein./ Wenn mich die Nacht mit Ermüdung will decken,/ wollst du mich, Jesu, ermuntern und wecken. 8. Zesu, hilf siegen, wenn alles verschwindet,/ und ich mein Wichts und Verderben nur seh;/ wenn kein Vermögen zu beten sich findet,/ wenn ich muß sein ein verschüchtertes Reh,/ ach Herr, so wollst du im Grunde der Seelen/ dich mit dem innersten Seufzen vermählen. 9. Zesu, hilf siegen, wenns nun kommt zum Ster⸗ ben;/ mach du uns würdig und stetig bereit,/ daß ich mich nenne des Simmelreichs Erben/ dort in der Ewigkeit,/ hier in der Zeit. Jesu, mein Jesu, dir bleib ich ergeben,/ hilf du mir siegen, mein Seil, Trost und Leben! Joh. Seinrich Schröder, 4 J699. 248 Zerrnhaag 1740. 3. O Durchbrecher aller Bande,/ der du immer bei uns bist,/ bei dem Schaden, Spott und Schande/ lauter Lust und Simmel ist,/ übe ferner dein Ge— richte/ wider unsern Adamssinn,/ bis uns dein so treu Gesichte/ führet aus dem Rerker hin. 2. Ists doch deines Vaters Wille,/ daß du endest dieses Werk;/ hierzu wohnt in dir die Fülle/ aller Weisheit, Lieb und Stärk,/ daß du nichts von dem verlierest,/ was er dir geschenket hat,/ und es aus der Unruh führest/ zu der selgen Ruhestatt. 4. Schau doch aber unsre Retten,/ da wir mit der Rreatur/ seufzen, ringen, schreien, beten/ um Er⸗ 7 Motgesangbuch Sessen 97 249 Nachfolge Christi lösung der Natur/ von dem Dienst der Eitelkeiten,/ der uns noch so hart bedrückt,/ ob auch schon der Geist in zeiten/ sich auf etwas Bessres schickt. 6. Herr, zermalme, Herr, zerstöre/ diese Macht der Finsternis;/ denn der preist nicht deine Ehre,/ den sie fort zum Tode riß./ Heb uns aus dem Staub der Sünden,/ wirf die Lust der Welt hinaus;/ laß uns wahre Freiheit finden,/ Freiheit in des Vaters Haus! 8. Herrscher, herrsche, Sieger, siege;/ RKönig, brauch dein Regiment,/ führe deines Reiches Kriege,/ mach der Sklaverei ein End! 7Ach, die Last treibt uns zu rufen,/ alle flehen wir dich an:/ Zeig doch nur die ersten Stufen/ der gebrochnen Freiheitsbahn! 0. Liebe, zeuch uns in dein Sterben,/ laß mit dir gekreuzigt sein,/ was dein Reich nicht kann er— erben;/ führ ins Paradies uns ein!/ Doch wohlan, du wirst nicht säumen,/ laß nur uns nicht lässig sein;/ werden wir doch als wie träumen,/ wenn die 2242 Mel.: O Jesu Christ, meins Lebens Licht(oder wie Nr. I49). Leipzig 1625. 9. Ein reines Herz, Serr, schaff in mir,/ schleuß zu der Sünde Tor und Tür,/ vertreibe sie und laß nicht zu,/ daß sie in meinem Herzen ruh! 2. Dir öffn ich, Jesu, meine Tür;/ ach, komm und wohne du bei mir;/ was unrein ist, das treib hin⸗ aus /aus deinem Tempel, deinem Haus. 3. Laß deines guten Geistes Licht/ und dein hell⸗ glänzend Angesicht/ erleuchten mein Zerz und Ge⸗ müt, /o Brunnen unerschöpfter Güt! Freiheit bricht herein! Sottfried Arnold, 4 1714. Vachfolge Christi 251 4. Und mache denn mein Serz zugleich/ an Zim⸗ melsgut und Segen reich;/ gib Weisheit Stärke, Rat, Verstand/ aus deiner milden Gnadenhand: v. So will ich deines Wamens Ruhm/ ausbreiten als dein Eigentum/ und dieses achten für Gewinn,/ wenn ich nur dir ergeben bin. Zeinrich Seorg Neuß, 1 1716. 25¹ Mel.: Wachet auf, ruft uns die Stimme. Frankfurt a. M. I599. ). Rüstet euch, ihr Christenleute!/ Die Feinde suchen euch zur Beute,/ jWa Satan selbst hat eu'r be⸗ gehrt. Wappnet euch mit Sottes Worte/ und kämpfet frisch an jedem Grte,/ damit ihr bleibet un⸗ versehrt!/ Ist euch der Feind zu schnell,/ hier ist Immanuel;/ Sosianna!/ Der Starke fällt/ durch diesen Held,/ und wir behalten mit das Feld. 2. Reinigt euch von euren Austen,/ besieget sie, die ihr seid Christen,/ und stehet in des Zerren Rraft./ Stärket euch in Jesu Namen,/ daß ihr nicht strauchelt wie die Lahmen./ Wo ist des Glau⸗ bens Ritterschaft?/ Wer hier ermüden will,/ der schaue auf das Ziel:/ da ist Freude!/ Wohlan, so seid/ zum Rampf bereit,/ so krönet euch die Ewig⸗ keit. 4. Jesu, stärke deine Rinder/ und mach aus ihnen Uberwinder,/ die du erkauft mit deinem Blut;/ schaff in uns ein neues Leben,/ daß wir uns stets zu dir erheben,/ wenn uns entfallen will der Mut!/ Gieß aus auf uns den Geist,/ dadurch die Liebe fleußt/ in die erzen;/ so halten wir/ getreu an dir im Tod und Leben für und für. Wilh. Erasmus Arends, 1 172I. 2 oo 259 Vachfolge Christi 259 Mel.: Zeuch ein zu deinen Toren(oder wie Nr. 365). Johann 3——6 653. ). Rommt, Brüder, laßt uns gehen,/ der Abend kommt herbei;/ es ist gefährlich stehen/ in dieser Wüstenei. Rommt, stärket euern Mut,/ zur Ewig⸗ keit zu wandern/ von einer Rraft zur andern,/ es ist das Ende gut. 2. Es soll uns nicht gereuen/ der schmale Pilger⸗ pfad;/ wir kennen ja den Treuen,/ der uns gerufen hat./ Rommt, folgt und trauet dem;/ ein jeder sein Gesichte/ mit ganzer Wendung richte/ fest nach Je⸗ rusalem. 3. Schmückt euer Serz aufs beste/ und mehr als Leib und Haus;/ wir sind hier fremde Gäste/ und ziehen bald hinaus. Wir gehn ins Ewge ein;/ mit Gott muß unser Sandel,/ im Himmel unser Wan⸗ del/ und Serz und alles sein. 4. Rommt, Brüder, laßt uns gehen;/ der Vater gehet mit! /Er selbst will bei uns stehen/ in jedem sauern Tritt. Das Aug dahin gekehrt,/ wo seine Liebe winket/ und dem, der folgt und sinket,/ den wahren Ausgang lehrt. 9. Rommt, Brüder, laßt uns wandern,/ wir gehen Hand in Hand;/ eins freuet sich am andern/ in die⸗ sem fremden Land./ Rommt, laßt uns kindlich sein,/ uns auf dem Weg nicht streiten;/ die Engel selbst begleiten/ als Brüder unsre Reihn. 6. Und sollt' ein Schwacher fallen,/ so greif der Stärkre zu;/ man trag', man helfe allen,/ man pflanze Fried und Ruh./ Rommt, schließt euch fester an!/ Ein jeder sei der Rleinste,/ doch wohl auch gern der Reinste/ auf unsrer Pilgerbahn. Io0 — — Nachfolge Christi 7. Rommt, laßt uns munter wandern;/ der Weg nimmt immer ab:/ ein Tag, der folgt dem an⸗ dern;/ bald fällt das Fleisch ins Srab./ Nur noch ein wenig Mut,/ nur noch ein wenig treuer,/ von allen Dingen freier,/ gewandt zum ewgen Gut! 8. Es wird nicht lang mehr währen;/ harrt noch ein wenig aus!/ Es wird nicht lang mehr währen,/ so kommen wir nach SZaus;/ da wird man ewig ruhn,/ wenn wir mit allen Frommen/ heim zu dem Vater kommen;/ wie wohl, wie wohl wirds tun! 9. Drauf wollen wirs denn wagen,/ es ist wohl wagenswert,/ und gründlich dem absagen,/ was auf⸗ hält und beschwert./ Welt, du bist uns zu klein!/ Wir gehn durch Zesu Leiten/ hin in die Ewig⸗ keiten: /es soll nur Jesus sein. Gerhaͤrd Tersteegen, 1 1769 265 Mel.: Valet will ich dir geben(Nr. 264). ). Es kennt der Herr die Seinen/ und hat sie stets gekannt,/ die Großen und die Kleinen/ in jedem Volk und Land;/ er läßt sie nicht verderben,/ er führt sie aus und ein;/ im Leben und im Sterben/ sind sie und bleiben sein. 2. Er kennet seine Scharen/ am Glauben, der nicht schaut/ und doch dem Unsichtbaren,/ als säh er ihn, vertraut;/ der aus dem Wort gezeuget/ und durch das Wort sich nährt/ und vor dem Wort sich beuget/ und mit dem Wort sich wehrt. 3. Er kennt sie als die Seinen/ an ihrer Zoff⸗ nung Mut,/ die fröhlich auf dem Einen,/ daß er der Herr ist, ruht;/ in seiner Wahrheit Slanze/ IoI 267 NVachfolge Christi sich sonnet frei und kühn/ die wunderbare bflanze, 925 immerdar ist grün. Er kennt sie an der Liebe,/ die seiner Liebe Irucht, sund die mit lauterm Triebe/ ihm zu ge⸗ fallen sucht;/ die andern so begegnet,/ wie er das Herz bewegt;/ die segnet, wie er segnet,/ und trägt, wie er sie trägt. 9. So kennt der Herr die Seinen,/ wie er sie stets gekannt,/ die Großen und die Rleinen/ in jedem 7 Volk und Land:/ am Werk der Gnadentriebe/ durch ö seines Geistes Stärk,/ an Glauben, Zoffnung, Liebe/ als seiner Gnade Werk. 6. So hilf uns, Herr, zum Glauben,/ und halt uns fest dabei;/ laß nichts die offnung rauben,/ die Liebe herzlich sei!/ Und wird der Tag erschei⸗ nen,/ da dich die Welt wird sehn,/ so laß uns als die Deinen/ zu deiner Rechten stehn! Philipp Spitta, 1 J859. 267 ODurchbrecher aller Bande. ). Volf des Serrn! Du hast hienieden /einen langen, schweren Streit; Kämpfe sind dir hier be— schieden,/ Friede in der Ewigkeit./ Lege an die rechte ö Wehre,/ stehe auf dem ewgen Fels,/ daß dir Sieg ö und Seil beschere/ er, der Seiland Israels! ö 2. Träumest du von guten Tagen,/ oder wachst du auf zum Streit? /Wiegst du dich in alten Sa⸗ gen,/ oder kennst du deine Zeit?/ Zörest du den Ruf der Wächter:/„Glaubet ihr, so bleibt ihr stehn!/ Aber wehe dem Verächter,/ denn sein Trost wird ö untergehn!“ Mel.: Liebe zu Christus 268 3. Volk des HZerrn! Du hast hienieden/ einen langen, schweren Streit;/ nun so suche keinen Frie⸗ den/ in der bösen Zeitlichkeit./ Führe deines Gottes Kriege; /Jesu Rreuz ist das Panier,/ unter diesem Zeichen siege!/ Seine Schmach sei deine Zier! Samuel Preiswerk, 1 1871 Liebe zʒu Christus 268 Straßburg J577. ). Herzlich lieb hab ich dich, o Herr,/ ich bitt, ö wollst sein von mir nicht fern/ mit deiner Hilf und Gaben! /Die ganze Welt erfreut mich nicht,/ nach ö Erd und Himmel frag ich nicht,/ wenn ich nur dich kann haben;/ und wenn mir gleich mein Serz zer⸗ ö bricht,/ bist du doch meine Zuversicht,/ mein Trost und meines Herzens Teil,/ durch dessen Wunden ich werd heil./ Herr Jesu Christ,/ mein Gott und Herr,/ in Schanden laß mich nimmermehr! 2. Es ist ja dein Geschenk und Gab/ mein Leib und Seel und was ich hab/ in diesem armen Le⸗ ben;/ damit ichs brauch zum Lobe dein,/ zu Nutz und Dienst des Nächsten mein,/ wollst deine Gnad mir geben!/ Behüt mich, Serr, vor falscher Lehr,/ des Satans Mord und Lügen wehr;/ in allem KRreuz erhalte mich,/ auf daß ichs trag geduldiglich!/ Serr Jesu Christ,/ mein Serr und Gott,/ mein Serr und Gott,/ tröst mir mein' Seel in Todesnot! z. Ach Herr, laß dein lieb Engelein/ am letzten End die Seele mein/ in Abrahams Schoß tragen,/ den Leib in sein'm Schlafkämmerlein/ gar sanft I03 269 Liebe zu Christus ohn einge Gual und Pein/ ruhn bis zum jüngsten Tage;/ alsdann vom Tod erwecke mich,/ daß meine Augen sehen dich/ in aller Freud, o Gottessohn,/ mein Seiland und mein Gnadenthron!/ Herr Jesu Christ,/ erhoͤre mich,/ erhöͤre mich!/ Ich will dich preisen ewiglich! 1571 269 Frankfurt a. M. 1599. 3. Wie schön leuchtet der Morgenstern,/ voll Gnad und Wahrheit von dem Serrn,/ aus Juda aufgegangen!/ Du Davids Sohn aus Jakobs Stamm,/ du Gottes⸗Sohn und Gottes⸗Lamm,/ er⸗ füllst mich mit Verlangen,/ lieblich,/ freundlich,/ schön und mächtig,/ groß und prächtig,/ reich an Gaben,/ über alles hoch erhaben. 2. O meine perl, du werte Kron,/ Sohn Gottes und Marien Sohn,/ ein hochgeborner Rönig!/ Du, meines Serzens schönste Blum,/ dein süßes Evan⸗ gelium/ ist lauter Milch und Honig./ Jesu,/ Jesu// Hosianna!/ Zimmlisch Manna,/ das wir essen,/ deiner kann ich nicht vergessen. 3. Geuß sehr tief in mein Serz hinein,/ du hel⸗ les Licht und Zimmelsschein,/ die Flamme deiner Liebe;/ und stärk mich, daß ich ewig bleib/ an dei⸗ nem auserwählten Leib/ ein Glied voll Lebens⸗ triebe./ In dir/ laß mir/ ohn Aufhören/ sich ver⸗ mehren/ Lieb und Freude,/ daß uns selbst der Tod nicht scheide. 4. Von Gott kommt mir ein Freudenschein,/ wenn mich die heilgen Augen dein/ so mildiglich an⸗ blicken. /G Jesu, du mein trautes Gut,/ dein Wort, Liebe zu Christus 27⁰ dein Geist, dein Leib und Blut/ mich innerlich er⸗ quicken!/ Tröst mich/ freundlich,/ hilf mir Armen/ aus Erbarmen,/ hilf in Gnaden!/ Auf dein Wort komm ich geladen. 9. Gott Vater, o mein starker Seld,/ du hast mich ewig vor der Welt/ in deinem Sohn geliebet;/ dein Sohn hat mich ihm selbst vertraut,/ auf ihn mein erz mit Freuden schaut,/ drum mich auch nichts betrübet./ Heil mir,/ Seil mir!/ Simmlisch Le⸗ ben/ wird er geben/ mir dort oben;/ ewig soll mein Herz ihn loben. 6. Spielt unserm Gott mit Saitenklang/ und laßt den süßesten Gesang/ ganz freudenreich erschallen;/ ich will mit meinem Jesu Christ,/ der mir mein Ein und Alles ist,/ in steter Liebe wallen./ Singet,/ klinget,/ jubilieret,/ triumphieret,/ dankt dem Zer⸗ ren,/ groß ist der Rönig der Ehren. 7. Wie freu ich mich, Herr Jesu Christ,/ daß du der Erst und Letzte bist,/ der Anfang und das Ende!/ Du wirst mich einst zu deinem Preis/ auf⸗ nehmen in dein Paradeis,/ drauf faß ich deine ande./ Amen,/ Amen./ Romm, du schöne/ Freu⸗ denkrone,/ bleib nicht lange;/ deiner wart ich mit Verlangen. philipp Wicolai, 1 160s. 27⁰ Mel.: Es ist gewißlich an der Zeit. Wittenberg 1535 ). Such, wer da will,/ ein ander Ziel,/ die Selig⸗ keit zu finden;/ mein Serz allein/ bedacht soll sein,/ auf Christum sich zu gründen./ Sein Wort ist wahr,/ sein Werk ist klar;/ sein heilger Mund/ hat Rraft und Grund,/ all Feind zu überwinden. 105 27 Liebe zu Christus 2. Such, wer da will,/ Wothelfer viel,/ die uns doch nichts erworben;/ hier ist der Mann,/ der hel⸗ fen kann,/ bei dem nie was verdorben./ Uns wird das eil/ durch ihn zuteil,/ uns macht gerecht/ der treue Rnecht,/ der für uns ist gestorben. 3. Ach sucht doch den,/ laßt alles stehn,/ die ihr das eil begehret! /Er ist der Herr/ und keiner mehr,/ der euch das Seil gewähret./ Sucht ihn all Stund/ von Herzensgrund,/ sucht ihn allein;/ denn wohl wird sein/ dem, der ihn herzlich ehret. 4. Mein Zerzenskron,/ mein Freudensonn/ sollst du, Serr Jesu, bleiben;/ laß mich doch nicht/ von deinem Licht/ durch Eitelkeit vertreiben;/ bleib du mein Preis,/ dein Wort mich speis;/ bleib du mein Ehr,/ dein Wort mich lehr,/ an dich stets fest zu gläuben. . Wend von mir nicht/ dein Angesicht,/ laß mich in Rreuz nicht zagen;/ weich nicht von mir,/ mein höchste Zier,/ hilf mir mein Leiden tragen;/ hilf mir zur Freud/ nach diesem Leid,/ hilf, daß ich mag/ nach dieser Klag/ dir ewig dort Lob sagen. Georg Weißel, J635. 27 Johann Uhlich, 1674. . Meinen Jesum laß ich nicht;/ weil er sich für mich gegeben,/ so erfordert meine Pflicht,/ unver⸗ rückt nur ihm zu leben;/ er ist meines Lebens Licht,/ meinen Jesum laß ich nicht. 2. Jesum laß ich ewig nicht,/ weil ich soll auf Erden leben;/ ihm hab ich voll Zuversicht,/ was ich bin und hab, ergeben;/ alles ist auf ihn gericht't,/ meinen Jesum laß ich nicht. 106 CLiebe zu Christus 273 3. Laͤß vergehen das Gesicht,/ alle Sinne mir entweichen;/ laß das letzte Tageslicht/ mich auf die⸗ ser Welt erreichen;/ wenn der Lebensfaden bricht:/ meinen Jesum laß ich nicht. 4. Ich werd ihn auch lassen nicht,/ wenn ich nun dahin gelanget,/ wo vor seinem Angesicht/ meiner Väter Glaube pranget; /mich erfreut sein Ange⸗ sicht,/ meinen Jesum laß ich nicht. 5. Wicht nach Welt, nach Zimmel nicht/ meine Seel in mir sich sehnet;/ Jesum wünscht sie und sein Licht,/ der mich hat mit Gott versöhnet/ und befreiet vom Gericht;/ meinen Jesum laß ich nicht. 6. Jesum laß ich nicht von mir,/ geh ihm ewig an der Seiten; /Christus läßt mich für und für/ zu den Lebensbächen leiten. /Selig, wer mit mir so spricht:/ Meinen Jesum laß ich nicht! Christian Reimann, 1 1662. 273 Frankfurt a. M. I738. . Zch will dich lieben, meine Stärke,/ ich will dich lieben, meine Zier;/ ich will dich lieben mit dem Werke/ und immerwaͤhrender Begier;/ ich will dich lieben, schönstes Licht,/ bis mir das Serze bricht. 2. Ich will dich lieben, o mein Leben,/ als meinen allerbesten Freund;/ ich will dich lieben und er⸗ heben,/ solange mir dein Glanz erscheint;/ ich will mit reiner Liebesflamm/ dich lieben, Gotteslamm. 3. Ach daß ich dich so spät erkannte,/ du hoch⸗ gelobte Liebe du;/ daß ich nicht eher mein dich nannte,/ du höchstes Gut und wahre Ruh! /Es ist mir leid, ich bin betrübt,/ daß ich so spät geliebt. 107 277 4. Ich lief verirrt und war verblendet,/ ich suchte dich und fand dich nicht;/ ich hatte mich von dir ge⸗ wendet/ und liebte das geschaffne Licht;/ nun aber ists durch dich geschehn,/ daß ich dich hab gesehn. 5. Zch danke dir, du wahre Sonne,/ daß mir dein Glanz hat Licht gebracht;/ ich danke dir, du Zim⸗ melswonne,/ daß du mich froh und frei gemacht;/ ich danke dir, du güldner Mund,/ daß du mich machst gesund. 6. Erhalte mich auf deinen Stegen/ und laß mich nicht mehr irre gehn;/ laß meinen Fuß in deinen Wegen/ nicht straucheln oder stille stehn;/ erleucht mir Leib und Seele ganz,/ du starker Zimmelsglanz. 7. Ich will dich lieben, meine Krone,/ ich will dich lieben, meinen Gott,/ dich lieben auch bei Schmach und Hohne,/ auch in der allergrößten Not;/ ich will dich lieben, schönstes Licht,/ bis mir das Zerze bricht. Johann Scheffler, 1 1677. Liebe zu Christus 277 Adam Krieger, 1657. . Eins ist not, ach Serr, dies Eine/ lehre mich erkennen doch!/ Alles andre, wies auch scheine,/ ist ja nur ein schweres Joch,/ darunter das Serze sich naget und plaget/ und dennoch kein wahres Ver⸗ gnügen erjaget. /Erlang ich dies Eine, das Alles ersetzt,/ so werd ich mit Einem in Allem ergötzt. 2. Seele, willst du dieses finden,/ suchs bei keiner Kreatur;/ laß, was irdisch ist, dahinten,/ schwing dich über die Natur./ Wo Gott und die Menschheit in einem vereinet,/ wo alle vollkommene Fülle er⸗ scheinet,/ da, da ist das beste, notwendigste Teil,/ mein Ein und mein Alles, mein seligstes Seil. Io8 Gebet 291 3. Darum ist auch mein Verlangen,/ liebster Jesu, nur nach dir; /laß mich treulich an dir hangen,/ schenke dich zu eigen mir./ Wie viele dich auch mit der Menge verlassen,/ so will ich in Liebe dich den⸗ noch umfassen;/ denn dein Wort, o Jesu, ist Leben und Geist,/ das einzig den Weg uns zur Seligkeit weist. 9. Drum auch, Zesu, du alleine/ sollst mein Ein und Alles sein;/ prüf, erfahre, wie ichs meine,/ tilge allen Seuchelschein;/ sieh, ob ich auf bösem, betrüglichem Stege,/ und leite mich, Söchster, auf ewigem Wege;/ laß Schmach mich nicht achten, nicht Leiden noch Tod/ und Jesum gewinnen; dies Eine ist not. Joh. Seinrich Schröder, 1 J699. Gebet 291 Leipzig I539. ). Vater unser im Simmelreich,/ der du uns alle heißest gleich/ Brüder sein und dich rufen an/ und willst, daß werd Gebet getan:/ gib, daß nicht bet allein der Mund,/ hilf, daß es geh von Her⸗ zensgrund. z. Geheiligt werd der Name dein;/ dein Wort bei uns hilf halten rein,/ daß wir auch leben heilig⸗ lich,/ nach deinem Wamen würdiglich; /behüt uns, Herr, vor falscher Lehr,/ das arm verführte Volk bekehr. 3. Es komm dein Reich zu dieser Zeit/ und dort hernach in Ewigkeit;/ der heilge Geist uns wohne I09 291 Gebet bei/ mit seinen Gaben mancherlei;/ des Satans zorn und groß Gewalt/ zerbrich; vor ihm dein Kirch erhalt. 4. Dein Will gescheh, Serr Gott, zugleich/ auf Erden wie im Himmelreich;/ gib uns Geduld in Zeidenszeit,/ gehorsam sein in Lieb und Leid/ und wehre allem Fleisch und Blut,/ das wider deinen Willen tut. 9. Gib uns heut unser täglich Brot/ und was man braͤucht zur Leibesnot;/ behüt uns vor Unfried und Streit,/ vor Seuchen und vor teurer zeit,/ daß wir in gutem Frieden stehn,/ der Sorg und Geizes müßig gehn. 6. All unsre Schuld vergib uns, Serr,/ daß sie uns nicht betrübe mehr,/ wie wir auch unsern Schul⸗ digern/ ihr Schuld und Fehl vergeben gern;/ zu dienen mach uns all bereit/ in rechter Lieb und Einigkeit. 7. Führ uns, Herr, in Versuchung nicht,/ wenn uns der böse Geist anficht;/ zur linken und zur rech⸗ ten Hand/ hilf uns tun starken Widerstand,/ im Glauben fest und wohl gerüst/ und durch des heil— gen Geistes Trost. 8. Von allem Übel uns erlös,/ es sind die Zeit und Tage bös;/ erlös uns von dem ewgen Tod/ und trost uns in der letzten Not;/ bescher uns auch ein selig End,/ nimm unsre Seel in deine SHänd. 9. Amen, das ist, es werde wahr!/ Stärk unsern Glauben immerdar,/ auf daß wir ja nicht zweifeln dran,/ es sei die Bitte wohlgetan;/ auf dein Wort, in dem Namen dein:/ so sprechen wir das Amen fein. Martin Luther, 1 1546. Gebet 292 292 Wittenberg 1535. 3. Ich ruf zu dir, Serr Jesu Christ,/ ich bitt, er⸗ hör mein Rlagen! /Verleih mir Gnad zu dieser Frist,/ laß mich doch nicht verzagen./ Den rechten Weg, o Herr, allein,/ den wollest du mir geben,/ dir zu leben,/ dem Nächsten nütz zu sein,/ nach dei⸗ nem Reich zu streben. 2. Ich bitt noch mehr, o Herre Gott,/ du kannst es mir wohl geben:/ daß ich nicht wieder werd zu Spott;/ die Soffnung gib daneben,/ voraus, wenn ich muß hie davon,/ daß ich dir mög vertrauen/ und nicht bauen /auf all mein eignes Tun,/ sonst wird michs ewig reuen. 3. Verleih, daß ich aus Zerzensgrund/ den Fein⸗ den mög vergeben;/ verzeih mir auch zu dieser Stund,/ schaff mir ein neues Leben. Dein Wort mein Speis laß allweg sein,/ damit mein Seel zu nahren,/ mich zu wehren,/ wenn Unglück geht da⸗ her,/ das mich möcht von dir kehren. 4.Laß mich nicht Lust noch Furcht von dir/ in dieser Welt abwenden. Getreusein bis ans End gib mir,/ du hasts allein in Zänden,/ und wem dus gibst, der hats umsonst;/ es mag niemand ererben,/ noch erwerben/ durch Werke deine Gnad,/ die uns erlöst vom Sterben. 9. Ich lieg im Streit und widerstreb;/ hilf,o Zerr Christ, dem Schwachen!/ Von deiner Gnad allein ich leb,/ du kannst mich stärker machen./ Rommt nun Anfechtung und Gefahr,/ wollst du mich nicht verlassen,/ fest mich fassen,/ behüten immerdar./ Ich weiß, du wirsts nicht lassen. 1529. I. 293 Gebet 293 Mel.: In dich hab ich gehoffet.(15. Jahrhundert.) Straßburg 1560) ). Auf dich hab ich gehoffet, Serr,/ hilf, daß ich nicht zuschanden werd,‚/ noch ewiglich zu Spotte./ Das bitt ich dich:/ erhalte mich/ dir treu, dir, mei⸗ nem Gotte. 2. Dein gnädig Ohr neig her zu mir,/ erhör mein Bitt, tritt du herfür,/ eil, bald mich zu erretten./ In Angst und Weh/ ich lieg und steh;/ hilf mir in meinen Vöten. 3. Mein Gott und Schirmer, steh mir bei,/ sei meine Burg, darin ich frei/ und ritterlich mög strei⸗ ten,/ ob mich bedräng'/ der Feinde Meng/ hier und auf allen Seiten. 4. Du bist mein Stärk, mein Fels, mein Hort,/ mein Schild, mein Rraft, sagt mir dein Wort,/ mein Silf, mein Seil, mein Leben,/ mein starker Gott/ in aller Not:/ wer mag mir widerstreben? d. Mir hat die Welt oft zugericht't,/ viel Lug und Trug und falsch Gedicht,/ viel Wetz und heim⸗ lich Stricke;/ nimm meiner wahr,/ HSerr, in Ge⸗ fahr;/ behüt vor falscher Tücke. 6. Herr, meinen Geist befehl ich dir;/ mein Gott, mein Gott, weich nicht von mir,/ nimm mich in deine Sände!/ O wahrer Gott,/ aus aller Not/ hilf mir am letzten Ende. 7. Lob, Ehre, Preis und Serrlichkeit/ sei Vater, Sohn und Geist bereit!/ Lobt Gottes heilgen Na⸗ men!/ Die göttlich Rraft/ mach uns sieghaft/ durch Jesum Christum! Amen. ö Adam Reißner, fum 1575. 294·295˙296 294 Straßburg 1525. 3. Zerr, wie du willst, so schicks mit mir/ im Leben und im Sterben!)Allein zu dir steht mein Begier,/ laß mich, Serr, nicht verderben. Erhalt mich nur in deiner Suld,/ sonst wie du willst; gib mir Geduld,/ denn dein Will ist der beste. 2. Zucht, Ehr und Treu verleih mir, Herr,/ und Lieb zu deinem Worte; /behüt mich, Herr, vor fal⸗ scher Lehr/ und gib mir hier und dorte,/ was dient zu meiner Seligkeit;/ wend ab all Ungerechtigkeit/ in meinem ganzen Leben! 3. Soll ich einmal nach deinem Rat/ von dieser Welt abscheiden,/ verleih mir, Zerr, nur deine Gnad,/ daß es gescheh mit Freuden./ Mein Leib und Seel befehl ich dir;/ o Herr, ein selig End gib mir/ durch Jesum Christum. Amen. Raspar Bienemann, I59J. 295 ‚ 9. Laß mich dein sein und bleiben,/ du treuer Gott und Zerr!/ Von dir laß mich nichts treiben,/ halt mich bei deiner Lehr./ Herr laß mich nur nicht 296 3. O Gott, du frommer Gott,/ du Brunnquell guter Gaben,/ ohn den nichts ist, was ist,/ von dem s Wotgesangbuch Sessen II3 Mel.: Serzlich tut mich verlangen. Zans Leo Saßler, J6ol. wanken,/ gib mir Beständigkeit;/ dafür will ich dir danken/ in alle Ewigkeit! Mikolaus Selnecker, 41592. (Oder wie Nr. Zoo.) Meiningen 1693. 296 Gebet wir alles haben,/ gesunden Leib gib mir,/ und daß in solchem Leib/ ein unverletzte Seel/ und rein Ge⸗ wissen bleib. 2. Gib, daß ich tu mit Fleiß,/ was mir zu tun ge⸗ bühret,/ wozu mich dein Befehl/ in meinem Stande führet;/ gib, daß ichs tue bald,/ zu der Zeit, da ich soll,/ und wenn ichs tu, so gib,/ daß es gerate wohl. z. Hilf, daß ich rede stets,/ womit ich kann be⸗ stehen,/ laß kein unnützes Wort/ aus meinem Munde gehen;/ und wenn in meinem Amt/ ich reden soll und muß,/ so gib den Worten Rraft/ und Nachdruck ohn Verdruß. 4. Findt sich Gefährlichkeit,/ so laß mich nicht verzagen;/ gib einen Seldenmut,/ das Rreuz hilf selber tragen;/ gib, daß ich meinen Feind/ mit Sanftmut überwind/ und, wenn ich Rat bedarf,/ auch guten Rat erfind. 9. Laß mich mit jedermann/ in Fried und Freund⸗ schaft leben,/ soweit es christlich ist;/ willst du mir etwas geben/ an Reichtum, Gut und Geld,/ so gib auch dies dabei,/ daß von unrechtem Gut/ nichts untermenget sei. 6. Sollt ich auf dieser Welt/ mein Leben höher bringen,/ durch manchen sauren Tritt/ hindurch ins Alter dringen,/ so gib Geduld; vor Sünd/ und Schanden mich bewahr,/ auf daß ich tragen mag/ mit Ehren graues Haar. —. Laß mich an meinem End/ auf Christi Tod ab— scheiden;/ die Seele nimm zu dir/ hinauf zu deinen Freuden;/ dem Leib ein Räumlein gönn/ bei from⸗ mer Christen Grab,/ auf daß er seine Ruh/ an ihrer Seite hab. 8. Wenn du die Toten wirst/ an jenem Tag er⸗ wecken,/ so woll auch deine and/ zu meinem Grab II4 . Gebet ö 298290 ausstrecken;/ laß hören deine Stimm,/ erwecke mein Gebein/ und führ mich schon verklart/ in deinen Himmel ein. Johann Seermann, 1 J647. 298 „Darmstadt J698. . Sieh, hier bin ich,/ Ehrenkönig,/ lege mich vor deinen Thron;/ schwache Tränen,/ kindlich Sehnen/ bring ich dir, du Menschensohn./ Laß dich fenden,/ laß dich finden,/ bin ich gleich nur Asch und Ton. z. Sieh doch auf mich, Serr, ich bitt dich,/ lenke mich nach deinem Sinn. JDich alleine/ ich nur meine,/ dein erkaufter Erb ich bin. /Laß dich fin⸗ den,/ laß dich finden;/ gib dich mir und nimm mich hin! z. Herr, erhöre,/ ich begehre/ nichts als deine freie Gnad,/ die du gibest,/ wo du liebest,/ und man dich liebt in der Tat./ Laß dich finden,/ laß dich finden;/ der hat alles, wer dich hat. 4. Hör, wie kläglich,/ wie beweglich/ dir die treue Seele singt,/ wie demütig/ und wehmütig/ deines Rindes Stimme klingt./ Laß dich finden,/ laß dich finden;/ denn mein Serze zu dir dringt. 9. Dieser Zeiten /Eitelkeiten, Reichtum, Wollust, Ehr und Freud/ sind nur Schmerzen/ meinem Ser⸗ zen,/ welches sucht die Ewigkeit./ Laß dich finden,/ laß dich finden!/ Großer Gott, ich bin bereit. Joachim Meander, 1 J680. 299 J. A. Freylinghausen, Salle 1704. . Dir, dir, Jehova, will ich singen;/ denn wo ist doch ein solcher Sott wie dus 7Dir will ich meine 8* II5 299—— Gebet Lieder bringen; /ach gib mir deines Geistes Kraft dazu,/ daß ich es tu im Namen Zesu Christ,/ so wie es dir durch ihn gefällig ist. z. Zeuch mich, o Vater, zu dem Sohne,/ damit dein Sohn mich wieder zieh zu dir;/ dein Geist in meinem Serzen wohne/ und meine Sinne und Ver— stand regier,/ daß ich den Frieden Gottes schmeck und fühl/ und dir darob im Serzen sing und spiel. z. Verleih mir. Sochster, solche Güte,/ so wird gewiß mein Singen recht getan,/ so klingt es schön in meinem Liede,/ und ich bet dich im Geist und Wahrheit an;/ so hebt dein Geist mein Zerz zu dir empor,/ daß ich dir Psalmen sing im höhern Chor. J. Dein Geist kann mich bei dir vertreten/ mit Zeufzern, die ganz unaussprechlich sind;/ der lehret mich recht gläubig beten,/ gibt Zeugnis meinem Geist, daß ich dein Rind/ und ein Miterbe Jesu Christi sei,/ daher ich Abba, lieber Vater, schrei. L. Was mich dein Geist selbst bitten lehret,/ dem neiget sich dein gnädger Wille zu,/ das wird gewiß von dir erhöret,/ weil ichs im Wamen deines Soh⸗ nes tu,/ durch welchen ich dein Kind und Erbe bin/ und nehme von dir Gnad um Gnade hin. 6. Wohl mir, daß ich dies zeugnis habe;/ drum bin ich voller Trost und Freudigkeit/ und weiß es, alle gute Gabe,/ die ich von dir verlanget jeder⸗ zeit,/ die gibst du und tust überschwenglich mehr,/ als ich verstehe, bitte und begehr. +. Wohl mir! Zch bitt in Jesu Namen,/ der mich zu deiner Rechten selbst vertritt;/ in ihm ist alles Ja und Amen,/ was ich von dir im Geist und Glau⸗ ben bitt./ Wohl mir! Lob dir jetzt und in Ewig⸗ keit,/ daß du mir schenkest solche Seligkeit! Bartholomäus Crasselius, 1 172. I16 ( * Here 305·301 zoo Mel.: O Sott, du frommer Sott(oder wie Nr. 296.. . Ach Sott, verlaß mich nicht! /Reich mir die Gnadenhände;/ ach führe mich, dein Kind,/ daß ich den Lauf vollende/ zu meiner Seligkeit;/ sei du mein Lebenslicht,/ mein Stab, mein Horr, mein Schutz; /ach Gott, verlaß mich nicht! 2. Ach Gott, verlaß mich nicht!/ Regiere du mein Wallen; /ach laß mich nimmermehr/ in Sünd und Schande fallen;/ gib mir den guten Seist,/ gib Glaubenszuversicht,/ sei meine Stark und Rraft;/ ach Gott, verlaß mich nicht! 3. Ach Sott, verlaß mich nicht!/ Ich ruf aus erzensgrunde; /ach Söchster, starke mich/ in jeder bösen Stunde;/ wenn mich Versuchung plagt/ und meine Seel anficht,/ so weiche nichk von mir;/ ach Gott, verlaß mich nicht! 3.Ach Gott, verlaß mich nicht!/ Ach laß dich doch bewegen,/ ach Vater, kröͤne doch/ mit reichem Him⸗ melsfegen/ die Werke meines Amts,/ die Werke meiner Pflicht,/ zu tun, was dir gefällt;/ ach Gott, verlaß mich nicht! 9. Ach Gott, verlaß mich nicht!/ Ich bleibe dir ergeben,/ hilf mir, o großer Gott,/ recht glauben, christlich leben/ und selig scheiden ab,/ zu sehn dein Angesicht,/ hilf mir in Not und Tod;/ ach Gott, verlaß mich nicht! Salomo Sranck, 1725. 301 Mel.: Wunderbarer Rönig. Bremen J680. 3. Gott ist gegenwäͤrtig;/ lasset uns anbeten/ und in Ehrfurcht vor ihn treten. Gott ist in der Mit⸗ II7 301 Gebet ten! /Alles in uns schweige/ und sich innigst vor ihm beuge./ Wer ihn kennt,/ wer ihn nennt,/ schlag die Augen nieder;/ gebt das Serz ihm wieder. 2. Gott ist gegenwärtig,/ dem die Cherubinen/ Tag und Nacht in Demut dienen. /Seilig, heilig, heilig/ singen ihm zur Ehre/ aller Engel hohe Chöôre./ err vernimm/ unsre Stimm,/ da auch wir Geringen/ unsre Opfer bringen. 3. Wir entsagen willig/ allen Eitelkeiten,/ dieser Erden Lust und Freuden;/ da liegt unser Wille,/ Seele, Leib und Leben/ dir zum Eigentum ergeben;/ du allein/ sollst es sein,/ unser Gott und Herre,/ dir gebührt die Ehre. 4. Majestätisch Wesen,/ möcht ich recht dich prei⸗ sen/ und im Geist dir Dienst erweisen!/ Mocht ich, wie die Engel,/ immer vor dir stehen/ und dich gegenwärtig sehen!/ Laß mich dir/ für und für/ trachten zu gefallen,/ liebster Gott, in allen. 9. Geist, der alles füllet,/ drin wir sind und weben,/ aller Dinge Grund und Leben!/ Meer ohn' Grund und Ende,/ Wunder aller Wunder,/ ich senk mich in dich hinunter;/ ich in dir,/ du in mir,/ laß mich ganz verschwinden,/ dich nur sehn und finden. 6. Du durchdringest alles;/ laß mit deinem Lichte,/ „Zerr, berühren mein Gesichte;/ wie die zarten Blu⸗ men/ willig sich entfalten/ und der Sonne stille halten,/ laß mich so/ still und froh/ deine Strahlen fassen/ und dich wirken lassen. . Mache mich einfältig,/ innig abgeschieden,/ sanft und still in deinem Frieden;/ mach mich reines Herzens,/ daß ich deine Rlarheit/ schauen mag in Geist und Wahrheit;/ laß mein Herz/ himmel⸗ wärts/ wie ein Adler schweben/ und in dir nur leben. II8 Allgemeine Fürbitte 305 8. Zerr, komm in mir wohnen,/ laß den Geist auf Erden/ dir ein eiligtum noch werden;/ komm du nahes Wesen,/ dich in mir verkläre,/ daß ich dich stets lieb und ehre;/ wo ich geh,/ sitz und steh,⸗ laß mich dein gedenken,/ mich in dich versenken. Gerhard Tersteegen, 1 1769. Allgemeine Fürbitte 305 Mel.: Alles ist an Gottes Segen. Frankfurt a. M. 1738. 9. Zesu, der du bist alleine/ Saupt und Rönig der Gemeine,/ segne mich, dein armes Glied!/ Wollst mir neuen Einfluß geben/ deines Geistes, dir zu leben;/ stärke mich durch deine Güt. z. Ach dein Lebensgeist durchdringe, Gnade, Rraft und Segen bringe/ deinen Gliedern allzu⸗ mal,/ wo sie hier zerstreuet wohnen sunter allen Nationen,/ die du kennest überall. z. O wie lieb ich, Serr, die Deinen,/ die dich suchen, die dich meinen;/ o wie koͤstlich sind sie mir!/ Du weißt, wie michs oft erquicket,/ wenn ich See⸗ len hab erblicket,/ die sich ganz ergeben dir. 3. Ich umfasse, die dir dienen,/ ich verein'ge mich mit ihnen,/ und vor deinem Angesicht/ wünsch ich allen tausend Segen;/ stärke sie in deinen Wegen,/ führ sie selbst zu deiner Pflicht. 5. Die in Rreuz und Leiden leben,/ stärke, daß sie ganz ergeben/ ihre Seel in deine Handz/ laß sie dadurch werden kleiner/ und von allen Schlacken reiner,/ ganz allein in dich gewandt. II9 Friede und Freude 306 6. Laß die Deinen noch auf Erden/ ganz nach dei⸗ nem Herzen werden;/ mache deine Kinder schön,/ abgeschieden, klein und stille,/ sanft, einfältig, wie dein Wille,/ und wie du sie gern willst sehn. 7. Sonderlich gedenke deren,/ die es, Serr, von mir begehren,/ daß ich für sie beten soll./ Auf dein erz will ich sie legen;/ gib du jedem solchen Se⸗ gen,/ wie es not; du kennst sie wohl. 8. Ach besuch zu dieser Stunde/ ihre Herzen, und im Grunde/ sie erfreu in dir allein;/ zeuch mit dei⸗ nen Liebeszügen/ ihre Lust und ganz Vergnügen/ wesentlich in dich hinein. 9. Ach du hast uns teur erworben,/ da du bist am Rreuz gestorben;/ denke, Jesu, wir sind dein!/ Salt uns fest, solang wir leben/ und in dieser Wüste schweben;/ laß uns nimmermehr allein; 0. Bis wir einst mit allen Frommen/ dort bei dir zusammenkommen/ und, von allen Flecken rein,/ dort vor deinem Throne stehen,/ uns in dir, dich in uns sehen,/ ewig eins in dir zu sein. Gerhard Tersteegen, 1769 Friede und Freude (Auch Lied Nr. 32.) 306 Mel.: Lasset uns den Serren preisen. Johann Schop, I641. 9. Sollt ich meinem Sott nicht singen,/ sollt ich ihm nicht fröhlich seins/ Denn ich seh in allen Din⸗ gen,/ wie so gut ers mit mir mein./ Ists doch nichts als lauter Lieben,/ das sein treues HZerze regt,/ das ohn Ende hebt und trägt,/ die in seinem Dienst sich üben. /Alles Ding währt seine Zeit,/ Gottes Lieb in Ewigkeit. Friede und Freude 2. Wie ein Adler sein Gefieder/ über seine Jun⸗ gen streckt,/ also hat auch immer wieder/ mich des Höchsten Arm gedeckt,/ alsobald im Mutterleibe,/ da er mir mein Wesen gab/ und das Leben, das ich hab/ und noch diese Stunde treibe./ Alles Ding währt seine Zeit,/ Gottes Lieb in Ewigkeit. z. Sein Sohn ist ihm nicht zu teuer,/ nein, er gibt ihn für mich hin,/ daß er mich vom ewgen Feuer/ durch sein teures Blut gewinn;/ o du Brun⸗ nen ohn Ergründen,/ wie will doch mein schwacher Geist,/ ob er sich gleich hoch befleißt,/ deines Grun⸗ des Tiefe finden;/ Alles Ding währt seine Jeit,/ Gottes Lieb in Ewigkeit. 4. Seinen Geist, den edlen Führer,/ gibt er mir in seinem Wort,/ daß er werde mein Regierer/ durch die Welt zur HZimmelspfort,/ daß er mir mein Serz erfülle/ mit dem hellen Glaubenslicht,/ das des Todes Reich zerbricht/ und die Hölle selbst macht stille. Alles Ding währt seine Zeit,/ Gottes Lieb in Ewigkeit. 2. Weil denn weder Ziel noch Ende/ sich in Got⸗ tes Liebe findt,/ ei, so heb ich meine Sände/ zu dir, Vater, als dein Rind,/ bitte: wollst mir Gnade geben,/ dich aus aller meiner Macht/ zu umfangen Tag und Nacht,/ hier in meinem ganzen Leben,/ bis ich dich nach dieser zeit/ lob und lieb in Ewigkeit. Paul Serhardt, 1 J676. 307 Johann Crüger, Berlin J656. . Jesu, meine Freude,/ meines Herzens Weide,/ Jesu, meine Zier!/ Ach wie lang, ach lange/ ist dem Herzen bange/ und verlangt nach dir!/ Hab ich 121 Friede und Freude 3II dich,/ wie reich bin ich!/ Außer dir soll mir auf Erden/ nichts sonst lieber werden. 2. Unter deinem Schirmen/ bin ich vor den Stür⸗ men/ aller Feinde frei;/ laß von Ungewittern/ rings die Welt erzittern,/ mir steht Jesus bei./ Wenn die Welt/ in Trümmer fällt,/ wenn gleich Sünd und Sölle schrecken: 7Jesus will mich decken. 3. Trotz des Feindes Lauern,/ trotz des Todes Schauern,/ trotz der Furcht dazu!/ Tobe, Welt, geringe/ halt ich dich und singe/ in gar sichrer Ruh!/ Gottes Macht/ hält mich in acht;/ Erd und Abgrund muß sich scheuen,/ ob sie noch so dräuen. 6. Weicht, ihr Trauergeister,/ denn mein Freu⸗ denmeister,/ Jesus tritt herein. Denen, die Gott lieben,/ muß auch ihr Betrüben/ lauter Freude sein./ Duld ich schon/ hier Spott und Sohn,/ den⸗ noch bleibst du auch im Leide,/ Jesu, meine Freude Johann Franck, 1677. 3II mel.: Unser Serrscher, unser König. Bremen J680. 9. Weicht, ihr Berge, fallt, ihr Sügel,/ alle Fel⸗ sen, brechet ein!/ Gottes Gnade hat das Siegel,/ sie will unverändert sein. /Laß die Welt zu Trüm⸗ mern gehn,/ Gottes Gnade wird bestehn. 2. Gott hat Gnade mir versprochen,/ Gott hat einen Bund gemacht,/ der wird nimmermehr ge— brochen,/ bis er alles hat vollbracht./ Er, die Wahr⸗ heit, trüget nicht; /es geschieht, was er verspricht. 8. Nun, so soll mein ganz Vertrauen/ ankerfest auf ihm beruhn;/ Felsen will ich auf ihn bauen,/ was er saget, will er tun./ Erd und Himmel kann vergehn,/ sein Bund bleibet feste stehn. Benjamin Schmolck, + 1737. Vertrauen 325328 Vertrauen 323 Paris I530. 3. Was mein Gott will, gescheh' allzeit,/ sein Will ist stets der beste;/ zu helfen dem er ist bereit,/ der an ihn glaubet feste. Er hilft aus Not,/ der fromme Gott,/ er züchtiget mit Maßen. Wer Gott vertraut,/ fest auf ihn baut, den will er nicht ver⸗ lassen. 2. Gott ist mein Trost, mein Zuversicht,/ mein offnung und mein Leben;/ was mein Sott will, daß mir geschieht,/ will ich nicht widerstreben./ Sein Wort ist wahr;/ denn all mein Haar/ er selber hat gezählet./ Er schützt und wacht,/ nimmt uns in acht,/ auf daß uns gar nichts fehlet. 3. Nun muß ich Sünder von der Welt/ hinfahrn nach Gottes Willen/ zu meinem Gott, wenns ihm gefaͤllt,/ ich will ihm halten stills./ Mein arme Seel/ ich Gott befehl/ in meiner letzten Stunden;/ du frommer Gott,/ Sünd, Söll und Tod/ hast du mir überwunden. 3. Voch eins, Serr, will ich bitten dich,/ du wirst mirs nicht versagen:/ Wenn mich der böse Geist anficht,/ laß mich, Serr, nicht verzagen;/ hilf und auch wehr,/ ach Gott, mein. Herr,/ zu ehren deinen Namen./ Wer das begehrt,/ dem wirds gewährt;/ drauf sprech ich fröhlich Amen. 1554. 328 Erfurt 1572. 3. Von Gott will ich nicht lassen,/ denn er läßt nicht von mir,/ führt mich auf rechter Straßen,/ I23 328 Vertrauen sonst ging ich in der Irr;/ er reicht mir seine Hand,/ den Abend wie den Morgen/ will er mich wohl ver⸗ sorgen,/ wo ich auch sei im Land. 2. Wenn sich der Menschen Treue/ und Wohltat all verkehrt,/ wird bald an mir aufs neue/ die sZuld des Serrn bewahrt;/ er hilft aus aller Not,/ befreit von Sünd und Schanden,/ von Retten und von Banden,/ und wenns auch wär der Tod. 3. Auf ihn will ich vertrauen/ in meiner schweren Zeit;/ so kann mir gar nicht grauen,/ er wendet alles Leid. Ihm sei es heimgestellt;/ mein Leib, mein Seel, mein Leben/ sei Gott, dem Zerrn, er⸗ geben,/ er machs, wies ihm gefällt. 4. Es kann ihm nichts gefallen,/ denn was mir nützlich ist;/ er meints gut mit uns allen,/ schenkt uns den HSerren Christ,/ den eingebornen Sohn;/ durch ihn er uns bescheret,/ was Leib und Seele nahret;/ lobt ihn im Zimmelsthron! 5. Lobt ihn mit Serz und Munde,/ die er uns beide schenkt;/ das ist ein selge Stunde,/ darin man sein gedenkt;/ sonst ist all unsre Zeit/ verloren hier auf Erden;/ wir sollen selig werden/ und sein in Ewigkeit. 6. Darum, ob ich schon dulde/ hier Widerwärtig⸗ keit,/ wie ichs auch wohl verschulde,/ kommt doch die Ewigkeit,/ die, aller Freuden voll,/ dieweil ich Christum kenne/ und mich von ihm nicht trenne,/ mein Erbteil werden soll. 7. Das ist des Vaters Wille,/ der uns geschaffen hat;/ sein Sohn gibt uns die Fülle/ der Wahrheit und der Gnad;/ auch Gott, der heilge Geist,/ im Glauben uns regieret,/ zum Reich der Simmel füh⸗ ret;/ drum sei er hoch gepreist! Ludwig Selmbold, 1 1598. Vertrauen 329 33⁰ 329 Mürnberg 1574. ). Auf meinen lieben Gott/ trau ich in Angst und Vot; /er kann mich allzeit retten/ aus Trübsal, Angst und Vöten;/ mein Unglück kann er wenden;/ Lee all's in seinen Sänden. Ob mich die Sünd anficht,/ will ich verzagen nicht⸗ sauf Christum will ich bauen/ und ihm allein vertrauen;/ ihm will ich mich ergeben/ im Tod und auch im Leben. 3. Ob mich der Tod nimmt hin,/ ist Sterben mein Gewinn,/ und Christus ist mein Leben;/ dem will ich mich ergeben./ Ich sterb heut oder morgen,/ mein Seel wird er versorgen. 4. O mein Herr Zesu Christ,/ der du geduldig bist/ für mich am Rreuz gestorben,/ hast mir das eil erworben,/ uns allen auch beschieden/ den ewgen Himmelsfrieden: 5. Erhöre gnäͤdig mich,/ mein Trost, das bitt ich dich;/ hilf mir am letzten Ende,/ nimm mich in deine HSände,/ daß selig ich abscheide/ zur ewgen Zimmelsfreude. 6. Amen zu aller Stund/ sprech ich aus Herzens⸗ grund. /Du wollest selbst uns leiten,/ Serr Christ, zu allen Zeiten,/ auf daß wir deinen Namen/ ohn' Ende preisen. Amen. Mürnberg J6o/ 330 Mel.: O wWelt, ich muß dich lassen. Seinrich Isaak, 1 1517.—(I536). ). In allen meinen Taten/ laß ich den Söchsten raten,/ der alles kann und hat;/ er muß zu allen Dingen,/ solls anders wohl gelingen,/ selbst geben Segen, Rat und Tat. I25 390— Vertrauen 2. Vichts ist es spät und frühe/ um alle meine mühe,/ mein Sorgen ist umsonst;/ er mags mit meinen Sachen/ nach seinem Willen machen,/ ich stells in seine Vatergunst. 3. Es kann mir nichts geschehen,/ als was er aus⸗ ersehen,/ und was mir selig ist./ Ich nehm es, wie ers gibet;/ was ihm von mir beliebet,/ das hab ich willig auch erkiest. 4. Zch traue seiner Gnaden,/ die mich vor allem Schaden,/ vor allem Übel schützt./ Leb ich nach seinen Sätzen,/ so wird mich nichts verletzen,/ nichts fehlen, was mir ewig nützt. v. Er wolle meiner Sünden/ in Gnaden mich ent— binden,/ durchstreichen meine Schuld./ Er wird auf mein Verbrechen/ nicht stracks das Urteil sprechen/ und mit mir haben noch Geduld. 6. Leg ich mich späte nieder,/ erwach ich frühe wieder,/ lieg oder zieh ich fort,/ in Schwachheit und in Banden,/ und was mir stößt zuhanden,/ so trö⸗ stet mich sein göttlich Wort. 7. Hat er es denn beschlossen,/ so will ich unver⸗ drossen/ an mein Verhängnis gehn;/ kein Unfall unter allen/ wird je zu hart mir fallen,/ ich will mit Gott ihn überstehn. 8. Ihm hab ich mich ergeben,/ zu sterben und zu leben,/ sobald er mir gebeut;/ es sei heut oder mor⸗ gen,/ dafür laß ich ihn sorgen;/ er weiß allein die rechte Zeit. 9. So sei nun, Seele, seine,/ und traue dem alleine,/ der dich geschaffen hat!/ Es gehe, wie es gehe,/ dein Vater in der Söhe,/ der weiß zu allen Sachen Rat. Paul Sleming, 4 1640. Vertrauen 331 Jakob Sintze, 1670. 9. Gib dich zufrieden und sei stille/ in dem Gotte deines Lebens; /in ihm ruht aller Freuden Fülle,/ ohn' ihn mühst du dich vergebens;/ er ist dein Quell/ und deine Sonne,/ scheint täglich hell/ zu deiner Wonne. /Gib dich zufrieden. 2. Er ist voll Lichtes, Crost und Gnaden,/ un⸗ gefärbten treuen Serzens;/ wo er steht, tut dir kei⸗ nen Schaden/ auch die Pein des größten Schmer⸗— zens; Rreuz, Angst und Vot/ kann er bald wen⸗ den,/ ja, auch den Tod/ hat er in Händen./ Gib dich zufrieden. z. Wie dirs und andern oft ergehe,/ ist ihm wahr⸗ lich nicht verborgen; /er sieht und kennet aus der Höhe/ der betrübten Serzen Sorgen;/ er zählt den Lauf/ der heißen Tränen/ und faßt zuhauf/ all unser Sehnen. Gib dich zufrieden. 4. Wenn gar kein Ein'ger mehr auf Erden,/ dessen Treue du darfst trauen,/ alsdann will er dein Treuster werden/ und zu deinem Besten schauen./ Er weiß dein Leid/ und heimlich Grämen,/ auch weiß er Zeit,/ dirs zu benehmen. Gib dich zufrieden. 5. Er hört die Seufzer deiner Seelen/ und des erzens stilles Rlagen,/ und was du keinem kannst erzählen,/ magst du Gott gar kühnlich sagen;/ er ist nicht fern,/ steht in der Mitten,/ hört bald und gern/ der Armen Bitten. /Gib dich zufrieden. 53. Es ist ein Ruhetag vorhanden,/ da uns unser Gott wird lösen;/ er wird uns reißen aus den Ban⸗ den/ dieses Leibes und vom Bösen;/ es wird ein⸗ mal/ der Tod herdringen/ und aus der Qual/ uns sämtlich bringen./ Gib dich zufrieden. Vertrauen 332 2. Er wird uns bringen zu den Scharen/ der Er⸗ wählten und Getreuen,/ die hier mit Frieden heim⸗ gefahren,/ sich auch nun in Frieden freuen,/ da sie den Grund,/ der nicht kann brechen,/ den ewgen Mund/ selbst hören sprechen: /Gib dich zufrieden. Paul Gerhardt, 1 1676. 332 Joh. Georg Ebeling, 1666. ). Warum sollt ich mich denn grämen?/ Hab ich doch/ Christum noch,/ wer will mir den nehmen?/ Wer will mir den Zimmel rauben,/ den mir schon/ Gottes Sohn/ beigelegt im Glauben? 2. Arm und bloß kam ich ins Leben,/ da es mir,/ Herr, von dir/ ward zuerst gegeben./ Arm und bloß werd ich hinziehen,/ wenn ich werd/ von der Erd/ als ein Schatten fliehen. z. Gut und Blut, Leib, Seel und Leben/ ist nicht mein;/ Gott allein/ ist es, ders gegeben./ Will ers wieder zu sich kehren,/ nehm ers hin,/ ich will ihn/ dennoch fröhlich ehren. 4. Schickt er mir ein Rreuz zu tragen,/ dringt herein/ Angst und Pein,/ sollt ich drum verzagenꝛ/ Der es schickt, der wird es wenden,/ er weiß wohl,/ wie er soll/ all mein Unglück enden. 5. Gott hat mich bei guten Tagen/ oft ergötzt,/ sollt ich jetzt/ nicht auch etwas tragen?/ Fromm ist Gott und übt mit Maßen/ sein Gericht,/ kann mich nicht/ ganz und gar verlassen. 6. Unverzagt und ohne Grauen/ soll ein Christ,/ wo er ist,/ stets sich lassen schauen;/ wollt ihn auch der Tod aufreiben,/ soll der Mut/ dennoch gut/ und fein stille bleiben. 2 0 3 — V. Vertrauen 333 7. Rann ja doch kein Tod uns töten,/ sondern reißt/ unsern Geist/ aus viel tausend Vöten,/ schleußt das Tor der bittern Leiden/ und macht Bahn,/ da man kann/ gehn zu Himmelsfreuden. 0. Herr, mein Sirt, Brunn aller Freuden,/ du bist mein,/ ich bin dein,/ niemand kann uns schei⸗ den./ Ich bin dein,/ weil du dein Leben/ und dein Blut/ mir zu gut/ in den Tod gegeben; ). Du bist mein, weil ich dich fasse/ und dich nicht,/ o mein Licht,/ aus dem Zerzen lasse./ Laß mich, laß mich hingelangen,/ wo du mich/ und ich dich/ ewig werd umfangen. Paul Gerhardt, 11676. Mel.: Zerzlich tut mich verlangen. Zans Leo Saßler, J6oI. . Befiehl du deine Wege,/ und was dein Her ze kränkt,/ der allertreusten Pflege/ des, der den Him⸗ mel lenkt;/ der Wolken, Luft und Winden/ gibt Wege, Lauf und Bahn,/ der wird auch Wege fin⸗ den,/ da dein Fuß gehen kann. 2. Dem Herren mußt du trauen,/ wenn dirs soll wohlergehn;/ auf sein Werk mußt du schauen,/ wenn dein Werk soll bestehn./ Mit Sorgen und mit Grämen/ und mit selbsteigner Pein/ läßt Gott sich gar nichts nehmen:/ es muß erbeten sein. 3. Dein ewge Treu und Gnade,/ o Vater, weiß und sieht,/ was gut sei oder schade/ dem sterblichen Geblüt;/ und was du dann erlesen,/ das treibst du, starker Held,/ und bringst zu Stand und Wesen,/ was deinem Rat gefällt. 4. Weg hast du allerwegen,/ an Mitteln fehlt dirs nicht,/ dein Tun ist lauter Segen,/ dein Gang 9Notgesangbuch ZSessen 333 Vertrauen ist lauter Licht;/ dein Werk kann niemand hin⸗ dern,/ dein Arbeit darf nicht ruhn,/ wenn du, was deinen Kindern/ ersprießlich ist, willst tun. 9. Und ob gleich alle Teufel/ hier wollten wider⸗ stehn,/ so wird doch ohne Zweifel/ Gott nicht zurückegehn;/ was er sich vorgenommen,/ und was er haben will,/ das muß doch endlich kommen/ zu seinem Zweck und Ziel. 6. Hoff, o du arme Seele,/ hoff und sei unver⸗ zagt!/ Gott wird dich aus der Höhle,/ da dich der Rummer plagt,/ mit großen Gnaden rücken;/ er⸗ warte nur die Zeit,/ so wirst du schon erblicken/ die Sonn der schönsten Freud. +. Auf, auf, gib deinem Schmerze/ und Sorgen gute Nacht;/ laß fahren, was das Herze/ betrübt und traurig macht; /bist du doch nicht Regente,/ der alles führen soll:/ Gott sitzt im Regimente/ und führet alles wohl. 8. Zhn, ihn laß tun und walten;/ er ist ein wei⸗ ser Fürst/ und wird sich so verhalten,/ daß du dich wundern wirst,/ wenn er, wie ihm gebühret,/ mit wunderbarem Rat/ das Werk hinausgeführet,/ das dich bekümmert hat. 9. Er wird zwar eine Weile/ mit seinem Trost verziehn/ und tun an seinem Teile,/ als hätt in sei⸗ nem Sinn/ er deiner sich begeben,/ und sollst du für und für/ in Angst und Vöten schweben,/ als fragt er nichts nach dir; . Wirds aber sich befinden,/ daß du ihm treu verbleibst,/ so wirst du ilfe finden,/ da dus am mindsten gläubst;/ er wird dein Herze lösen/ von der so schweren Last,/ die du zu keinem Bösen/ bis⸗ her getragen hast. Vertrauen 335 ). Wohl dir, du Rind der Treue,/ du hast und trägst davon/ mit Ruhm und Dankgeschreie/ den Sieg und Ehrenkron!/ Gott gibt dir selbst die Pal⸗ men/ in deine rechte Zand,/ und du singst Freuden⸗ psalmen/ dem, der dein Leid gewandt. 2. Mach End, o Berr, mach Ende/ mit aller unsrer Vot;/ stärk unsre Füß und ände/ und laß bis in den Tod/ uns allzeit deiner Pflege/ und Treu empfohlen sein,/ so gehen unsre Wege/ gewiß zum Himmel ein. Paul Gerhardt, 4 1676. 335 Mel.: Valet will ich dir geben. Melchior Teschner, J613. ). Ist Gott für mich, so trete/ gleich alles wider mich;/ so oft ich ruf und bete,/ weicht alles hinter sich. Sab ich das Haupt zum Freunde/ und bin ge⸗ liebt bei Gott,/ was kann mir tun der Feinde/ und Widersacher Rott? ö 2. Nun weiß und glaͤub ich feste,/ ich rühms auch ohne Scheu,/ daß Gott, der Söchst' und Beste,/ mein Freund und Vater sei,/ und daß in allen Faͤl⸗ len/ er mir zur Rechten steh/ und dämpfe Sturm und Wellen/ und was mir bringet Weh. 3. Der Grund, draͤuf ich mich gründe,/ ist Chri⸗ stus und sein Blut;/ das machet, daß ich finde/ das ewge wahre Gut./ An mir und meinem Leben/ ist nichts auf dieser Erd;/ was Christus mir gegeben,/ das ist der Liebe wert. 4. Mein Christus ist mein Ehre,/ mein Glanz und helles Licht;/ wenn der nicht in mir waͤre,/ könnt ich bestehen nicht./ In ihm kann ich mich freuen,/ hab einen Heldenmut,/ darf kein Gerichte scheuen,/ wie sonst ein Sünder tut. 9* 131 Vertrauen 9. Die Welt, die mag zerbrechen,/ du stehst mir ewiglich;/ nicht Feur und Schwert der Frechen/ soll trennen mich und dich;/ kein Zunger und kein Dürsten,/ kein Armut, keine Pein,/ kein Zorn der großen Fürsten/ soll mir ein Sind'rung sein. 30. Rein Engel, keine Freuden,/ kein Thron, kein Herrlichkeit,/ kein Lieben und kein Leiden,/ kein Angst, kein Herzeleid,/ was man nur kann erden— ken,/ es sei klein oder groß,/ der keines soll mich lenken/ aus deinem Arm und Schoß. ). Mein Herze geht in Sprüngen/ und kann nicht traurig sein,/ ist voller Freud und Singen,/ sieht lauter Sonnenschein;/ die Sonne, die mir lachet,/ ist mein Herr Jesus Christ;/ das was mich singen machet,/ ist, was im Simmel ist. Paul Serhardt, 1 1676. 338 Frankfurt a. M. I738. 3. Alles ist an Gottes Segen/ und an seiner Gnad gelegen,/ über alles Geld und Gut./ Wer auf Sott sein Hoffnung setzet,/ der behält ganz unverletzet/ einen freien Seldenmut. 2. Der mich hat bisher ernähret/ und so manches Glück bescheret,/ ist und bleibet ewig mein;/ der mich wunderbar geführet/ und noch leitet und regieret,/ wird hinfort mein Selfer sein. z. Viele mühen sich um Sachen,/ die nur Sorg und Unruh machen/ und ganz unbeständig sind;/ ich begehr, nach dem zu ringen,/ was den Frieden pflegt zu bringen,/ und man jetzt gar selten findt. 4. Hoffnung kann das Serz erquicken;/ was ich wünsche, wird sich schicken,/ so es anders Gott ge⸗ fällt./ Meine Seele, Leib und Leben/ hab ich seiner Gnad ergeben/ und ihm alles heimgestellt. —........——.——....——————‚pp——J—4—.....—2—. Vertrauen 339 v. Er weiß schon nach seinem Willen/ mein Ver⸗ langen zu erfüllen; /es hat alles seine Zeit./ Ich hab ihm nichts vorzuschreiben;/ wie Gott will, so muß es bleiben;/ wann Gott will, ich bin bereit. 6. Soll ich länger allhier leben,/ will ich ihm nicht widerstreben;/ ich verlasse mich auf ihn./ Ist doch nichts, das lang bestehet,/ alles Irdische vergehet/ und fährt wie ein Strom dahin. Mürnberg 1676. 339 Georg Meumark, J657. ). Wer nur den lieben Gott läßt walten/ und hoffet auf ihn allezeit,/ den wird er wunderbar er⸗ halten/ in aller Not und Traurigkeit./ Wer Gott, dem Allerhöchsten traut,/ der hat auf keinen Sand gebaut. 2. Was helfen uns die schweren Sorgen?/ Was hilft uns unser Weh und Achs/ Was hilft es, daß wir alle Morgen/ beseufzen unser Ungemach?/ Wir machen unser Rreuz und Leid/ nur größer durch die Traurigkeit. 3. Man halte nur ein wenig stille/ und sei doch in sich selbst vergnügt,/ wie unsers Gottes Gnaden⸗ wille,/ wie sein Allwissenheit es fügt./ Gott, der uns ihm hat auserwählt,/ der weiß auch sehr wohl, was uns fehlt. 4. Er kennt die rechten Freudenstunden,/ er weiß wohl, wann es nützlich sei./ Wenn er uns nur hat treu, erfunden/ und merket keine Seuchelei,/ so kommt Gott, eh wir uns versehn,/ und lässet uns viel Guts geschehn. 9. Denk nicht in deiner Drangsalshitze,/ daß du von Gott verlassen seist,/ und daß ihm der im I33 344 Vertrauen Schoße sitze,/ der sich mit stetem Glücke speist;/ die Folgezeit verändert viel/ und setzet jeglichem sein Ziel. 6. Es sind ja Gott sehr leichte Sachen/ und ist dem Söchsten alles gleich,/ den Reichen klein und arm zu machen,/ den Armen aber groß und reich;/ Gott ist der rechte Wundermann,/ der bald erhoͤhn, bald stürzen kann. . Sing, bet und geh auf Gottes Wegen,/ ver⸗ richt das Deine nur getreu/ und trau des Himmels reichem Segen,/ so wird er werden bei dir neu;/ denn welcher seine Zuversicht/ auf Gott setzt, den verläßt er nicht. Georg Neumark, J68J. 344 Severus Gastorius, I68J. 3. Was Gott tut, das ist wohlgetan, /es bleibt gerecht sein Wille;/ wie er fängt meine Sachen an,/ will ich ihm halten stille./ Er ist mein Gott,/ der in der Vot/ mich wohl weiß zu erhalten;/ drum laß ich ihn nur walten. 2. Was Gott tut, das ist wohlgetan;/ er kann ja nimmer trügen,/ er führet mich auf rechter Bahn;/ so laß ich mir genügen/ an seiner Suld/ und hab Geduld,/ er wird mein Unglück wenden; ses steht in seinen Händen. z. Was Gott tut, das ist wohlgetan;/ er wird mich wohl bedenken;/ er, als mein Arzt, der helfen kann,/ wird mir nicht Gift einschenken/ für Arze⸗ nei,/ Gott ist getreu;/ drum will ich auf ihn bauen/ und seiner Güte trauen. 3. Was Gott tut, das ist wohlgetan;/ er ist mein Licht und Leben,/ der mir nichts Böses gönnen Vertrauen 345 kann;/ ich will mich ihm ergeben/ in Freud und Leid,/ es kommt die zeit,/ da öffentlich erscheinet,/ wie treulich er es meinet. 9. Was Gott tut, das ist wohlgetan;/ muß ich den Relch gleich schmecken,/ der bitter ist nach mei⸗ nem Wahn,/ laß ich mich doch nicht schrecken,/ weil doch zuletzt/ ich werd ergoͤtzt/ mit süßem Trost im Herzen;/ da weichen alle Schmerzen. 6. Was Gott tut, das ist wohlgetan;/ dabei will ich verbleiben;/ es mag mich auf die rauhe Bahn/ Not, Tod und Elend treiben,/ so wird Gott mich/ ganz väterlich/ in seinen Armen halten;/ drum laß ich ihn nur walten. Samuel Rodigast, 1 J70s. 345 Mel.: Alles ist an Gottes Segen. Frankfurt a. M. I738. ). Wunderanfang, herrlich's Ende,‚/ wo die wun⸗ derweisen Sände/ Gottes führen ein und aus!/ Wunderweislich ist sein Raten,/ wunderreich sind seine Taten,/ und du sprichst: Wo wills hinaus? 2. Denke doch: es muß so gehen,/ was Gott weis⸗ lich heißt geschehen/ ihm und dir zur HSerrlichkeit;/ ob der Anfang seltsam scheinet,/ ist das Ende gur gemeinet;/ Friede folget nach dem Streit. 3. Gottes Weg ist wie in Flüssen/ und in großen Wassergüssen,/ und du spürst nicht seinen Fuß;/ so auch in dem Meer der Sorgen/ hält Gott seinen Pfad verborgen,/ daß man nach ihm suchen muß. 9. Gott muß manu in allen Sachen,/ weil er alles wohl kann machen,/ End und Anfang geben frei./ Er läßt, was er angefangen,/ so zum Ende stets ge⸗ langen,/ daß es wunderherrlich sei. Seinrich Arnold Stockfleth, 1708 I35 V W. Sommer 362 Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse Sommer (Auch Lied Nr. 536.) 362 Johannes Schmidlin, I769. ). Geh aus, mein Serz, und suche Freud/ in die⸗ ser lieben Sommerzeit/ an deines Gottes Gaben;/ schau an der schönen Gärten zier/ und siehe, wie sie mir und dir/ sich ausgeschmücket haben. 2. Die Bäume stehen voller Laub,/ das Erdreich decket seinen Staub/ mit einem grünen Kleide;/ die Blümlein auf dem Wiesenplan,/ die ziehen sich viel schöner an/ als Salomonis Seide. 3. Die Lerche schwingt sich in die Auft,/ das Täublein fleugt aus seiner Rluft/ und macht sich in die Wälder;/ die hochbegabte Vachtigall/ ergötzt und füllt mit ihrem Schall/ Berg, HZügel, Tal und Felder. 4. Die Glucke führt ihr Völklein aus,/ der Storch baut und bewohnt sein Haus,/ das Schwälblein speist die Jungen;/ der schnelle Sirsch, das leichte Reh/ ist froh und kommt aus seiner Zöh/ ins tiefe Gras gesprungen. 9. Die unverdroßne Bienenschar/ fleugt hin und her, sucht hier und da/ sich edle Zonigspeise;/ des süßen Weinstocks starker Saft/ bringt täͤglich neue Stärk und Rraft/ in seinem schwachen Reise. 6. Der Weizen wächset mit Gewalt;/ darüber jauchzet jung und alt/ und rühmt die große Güte/ 137 365 des, der so überflüssig labt/ und mit so manchem Gut begabt/ das menschliche Gemüte. 7. Ich selbst kann und mag nicht ruhn;/ des gro⸗ ßen Gottes großes Tun/ erweckt mir alle Sinnen;/ ich singe mit, wenn alles singt,/ und lasse, was dem Höchsten klingt,/ aus meinem Herzen rinnen. 8. Ach, denk ich, bist du hier so schön,/ und läßt dus uns so lieblich gehn vauf dieser armen Erden:/ was will doch wohl nach dieser Welt/ dort in dem reichen Himmelszelt/ und güldnen Schlosse werden! 9. Welch hohe Lust, welch heller Schein/ wird wohl in Christi Garten sein!/ Wie muß es da wohl klingen,/ da so viel tausend Seraphim/ aus einem Mund mit heller Stimm/ ihr Halleluja singen! 0. O wär ich da, o stünd ich schon,/ ach lieber Gott, vor deinem Thron/ und trüge meine Pal⸗ men!/ So wollt ich nach der Engel Weis/ erhöhen deines Namens Preis/ mit tausend schönen Psalmen. Paul Serhardt, J1676. Morgen Morgen (Auch Lied Nr.§6).) 365 — Samburg 1598. ). Aus meines Herzens Grunde/ sag ich dir Lob und Dank/ in dieser Morgenstunde/ und all mein Leben lang,/ Serr Gott, auf deinem Thron,/ zu Lob dir, Preis und Ehren/ durch Christum, unsern Herren,/ dein' eingebornen Sohn: 2. Daß du mich hast aus Gnaden/ in der ver⸗ gangnen Nacht/ vor Not, Gefahr und Schaden/ behütet und bewacht./ Ich bitt demütiglich,/ wollst 138 Morgen 366 mir mein Sünd vergeben,/ womit in diesem Leben/ ich hab erzürnet dich. 3. Du wollest auch behüten/ mich gnädig diesen Tag/ vor Satans List und Wüten,/ vor Sünden und vor Schmach,/ vor Feur und Wassersnot,/ vor Armut und vor Schanden,/ vor Retten und vor Banden,/ vor bösem, schnellem Tod. 3. Mein Leib und Seel, mein Leben,/ mein Weib, Gut, Ehr und Rind/ sei dir, Serr, übergeben,/ da⸗ zu mein Sausgesind/ als dein Geschenk und Gab,/ die Eltern und Verwandten,/ Geschwister und Be⸗ kannten/ und alles, was ich hab. 9. Gott will ich lassen raten,/ der alle Ding ver⸗ mag;/ er segne meine Taten/ auch an dem heutgen Tag. Ihm hab ich heimgestellt/ Leib, Seele, Gut und Leben,/ und was er sonst gegeben;/ er machs, wies ihm gefällt. 6. Darauf so sprech ich Amen/ und zweifle nicht daran,/ Gott nimmt in Jesu Namen/ mein Flehen gnädig an. Nun streck ich aus die Sand,/ greif an mein Werk mit Freuden,/ das Gott mir will be— scheiden/ in meinem Amt und Stand. Georg Wiege, 1 1588. 366 Zeinrich Albert, 1672. 3. Gott des Zimmels und der Erden, ᷓ/ Vater, Sohn und heilger Geist,/ der es Nacht und Tag läßt werden,/ Sonn und Mond uns scheinen heißt,/ dessen starke and die Welt/ und, was drinnen ist, erhält: 2. Gott, ich danke dir von Zerzen,/ daß du mich in dieser Nacht/ vor Gefahr, Angst, Not und Schmerzen/ hast behütet und bewacht/ und bei aller meiner Schuld/ mich noch trägst mit Vaterhuld. 139 Morgen v. Führe mich, o Serr, und leite/ meinen Gang nach deinem Wort;/ sei und bleibe du auch heute/ mein Beschützer und mein Hort! Nirgends, als von dir allein,/ kann ich recht bewahret sein. 6. Meinen Leib und meine Seele/ samt den Sin⸗ nen und Verstand,/ großer Sott, ich dir befehle/ unter deine starke Sand;/ Herr, mein Schild, mein Ehr und Ruhm,/ nimm mich auf, dein Eigentum! 7. Deinen Engel zu mir sende,/ der des bösen Feindes Macht,/ List und Anschlag von mir wende/ und mich halt' in guter Acht;/ der auch endlich mich zur Ruh/ trage nach dem Himmel zu! Zeinrich Albert, 4 J65J. 368 Joh. Seorg Ebeling, J666. ). Die güldne Sonne,/ voll Freud und Wonne,/ bringt unsern Grenzen/ mit ihrem Glänzen/ ein herzerquickendes, liebliches Licht. Mein Saupt und Glieder,/ die lagen darnieder,/ aber nun steh ich,/ bin munter und fröhlich,/ schaue den Zimmel mit meinem Gesicht. z. Mein Auge schauet,/ was Gott gebauet/ zu seinen Ehren,/ und uns zu lehren,/ wie sein Ver⸗ mögen sei mächtig und groß,/ und wo die From— men/ dann sollen hinkommen,/ wenn sie mit Frie— den/ von hinnen geschieden/ aus dieser Erden ver— gänglichem Schoß. z. Lasset uns singen,/ dem Schöpfer bringen/ Güter und Gaben;/ was wir nur haben,/ alles das sei Gott zum Gpfer gesetzt./ Die besten Süter/ sind unsre Gemüter;/ vor ihn zu treten/ mit Sin⸗ gen und Beten,/ das ist ein Gpfer, dran er sich ergötzt. I40 Morgen 4. Abend und Morgen/ sind seine Sorgenz/ seg⸗ nen und mehren,/ Unglück verwehren,/ sind seine Werke und Taten allein. Wenn wir uns legen,/ so ist er zugegen;/ wenn wir aufstehen,/ so laßt er aufgehen/ über uns seiner Barmherzigkeit Schein. 8. Alles vergehet,/ Gott aber stehet/ ohn alles Wanken;/ seine Gedanken,/ sein Wort und Willen hat ewigen Grund./ Sein Seil und Gnaden,/ die nehmen nicht Schaden,/ heilen im Herzen/ die toͤd⸗ lichen Schmerzen,/ halten uns zeitlich und ewig ge⸗ sund. 0. Willst du mir geben,/ womit mein Leben/ ich kann ernaähren,/ so laß mich hören/ allzeit im Ser— zen dies heilige Wort: /Gott ist das Großte,/ das Schönste, das Beste,/ Gott ist das Süßte/ und Allergewißte,/ aus allen Schätzen der edelste Zort. 2. Kreuz und Elende,/ das nimmt ein Ende;/ nach Meeresbrausen/ und Windessausen/ leuchtet der Sonne erwünschtes Gesicht./ Freude die Fülle/ und selige Stille/ darf ich erwarten/ im himm— lischen Garten;/ dahin sind meine Sedanken gericht. DPaul Serhardt,, 1676. 309 Mel.: Nun laßt uns Sott, dem Serren. Leipzig J587. . Wach auf, mein Herz, und singe/ dem Schoͤpfer aller Dinge,/ dem Seber aller Hüter,/ dem treuen Menschenhüter: 2. Heut, als die dunklen Schatten/ mich ganz um⸗ fangen hatten,/ bedecktest du mich Armen, /o Va⸗ ter, mit Erbarmen. z. Du sprachst:„Mein Rind, nun liege,/ kein Schrecken dich besiege;/ schlaf wohl, laß dir nicht grauen,/ du sollst die Sonne schauen.“ I4I 371 mMorgen 4. Dein Wort, das ist geschehen,/ ich kann das Licht noch sehen;/ von Vot blieb ich befreiet,/ dein Schutz hat mich erneuet. 9. Du willst ein Opfer haben: 7hier bring ich meine Gaben/ und opfere dir wieder/ mein Herz und meine Lieder; 6. Die wirst du nicht verschmähen;/ du kannst ins Zerze sehen/ und weißt wohl, daß zur Gabe/ ich ja nichts Beßres habe. —. So wollst du nun vollenden/ dein Werk an mir und senden,/ der mich an diesem Tage/ auf sei⸗ nen Sänden trage. 8. Sprich Ja zu meinen Taten,/ hilf selbst das Beste raten,/ den Anfang, Mitt und Ende,/ ach Herr, zum Besten wende. 9. Mit Segen mich beschütte,/ mein Herz sei deine dütte,/ dein Wort sei meine Speise,/ bis ich gen Himmel reise. Paul Serhardt, 1 1676. 37¹ . Morgenglanz der Ewigkeit,/ Licht vom un— erschöpften Lichte,/ schick uns diese Morgenzeit/ deine Strahlen zu Gesichte/ und vertreib durch deine Macht/ unsre Vacht. z. Deiner Güte Morgentau/ fall auf unser matt Gewissen;„laß die dürre Lebensau /lauter süßen Trost genießen/ und erquick uns, deine Schar,/ immerdar. z. Gib, daß deiner Liebe Glut/ unsre kalten Werke töte,‚/ und erweck uns Herz und Mut/ bei 142 Joh. Rudolf Ahle, J662. Morgen 378 erstandner Morgenröte,/ daß wir, eh wir gar ver⸗ gehn,/ recht aufstehn. 4. Ach du Aufgang aus der Söh,/ gib, daß auch am jüngsten Tage/ unser Leib verklärt ersteh/ und, entfernt von aller Plage,/ sich auf jener Freuden— bahn/ freuen kann. 9. Leucht uns selbst in jene Welt,/ du verklärte Gnadensonne,/ führ uns durch das Tränenfeld/ in das Land der süßen Wonne,/ wo die Lust, die uns erhöht,/ nie vergeht. Christian Knorr v. Rosenroth, 1 I689. 378 Ich dank dir schon durch deinen Sohn. Aus dem Böhmischen, 1595. 3. Mein erst Gefühl sei Preis und Dank;/ erheb ihn, meine Seele!/ Der Zerr hoͤrt deinen Lob⸗ gesang;/ lobsing ihm, meine Seele! 2. Mich selbst zu schützen ohne Macht,/ lag ich und schlief in Frieden. Wer schafft die Sicherheit der Nacht/ und Ruhe für die Müdens z. Du bist es, Gott und Serr der Welt,/ und dein ist unser Leben;/ du bist es, der es uns erhält/ und mirs jetzt neu gegeben. 4. Gelobet seist du, Hott der Macht,/ gelobt sei deine Treue,/ daß ich nach einer sanften Nacht/ mich dieses Tags erfreue. 5. Laß deinen Segen auf mir ruhn,/ mich deine Wege wallen,/ und lehre du mich selber tun/ nach deinem Wohlgefallen. Christian Fürchtegott Gellert, 1769. 143 Mel.: 383386 Bei Tisch/ Abend Bei Tisch 383 Mel.: Nun lobt und dankt Sott allzusammen. Wir danken Gott für seine Gaben,/ die wir von ihm empfangen haben,/ wir bitten unsern lieben Herrn,/ er woll auch ferner sie beschern/ und spei— sen uns mit seinem Wort,/ daß wir satt werden hier und dort;/ ach lieber Gott, du wollst uns geben/ nach dieser Welt das ewge Leben. Erasmus Alberus, I537. Abend (Auch Lied Nr. 538.) 386 Mel.: Erhalt uns, Serr, bei deinem Wort. Wittenberg 1543. ). Hinunter ist der Sonne Schein,/ die finstre Nacht bricht stark herein;/ leucht uns, Serr Christ, du wahres Licht,/ laß uns im Finstern straucheln nicht. 2. Dank sei dir, daß du uns den Tag/ vor Scha⸗ den, Angst und mancher Plag/ durch deine Engel hast behüt't/ aus Gnad und väterlicher Güt. z3. Womit wir heut erzürnet dich,/ das, Herr, verzeih uns gnädiglich/ und rechn es unsrer Seel nicht zu; /laß schlafen uns in Fried und Ruh. 4. Die Engel dein zur Wach bestell,/ daß uns der böse Feind nicht fäll;/ vor Schrecken, Angst und Feuersnot/ behüt uns diese Nacht, o Gott! Mikolaus Serman, 4 156J. 144 Abend 387.388 387 Mel.: Zn dich hab ich gehoffet, Serr. (J5. Zahrhundert.) Straßburg * 1560. . Mein schönste Zier und Kleinod bist/ auf Erden du, Herr Jesu Christ;/ dich will ich lassen walten/ und allezeit/ in Lieb und Leid/ in meinem Herz be⸗ halten. 2. Dein Lieb und Treu für alles geht,/ kein Ding auf Erd so fest besteht:/ das muß ich frei bekennen;/ drum soll nicht Tod,/ nicht Angst, nicht Not/ von deiner Lieb mich trennen. z. Dein Wort ist wahr und trüget nicht/ und hält gewiß, was es verspricht,/ im Tod und auch im Leben./ Du bist nun mein,/ und ich bin dein;/ dir hab ich mich ergeben. 4. Der Tag nimmt ab; ach schönste Zier,/ Herr Jesu Christ, bleib du bei mir;/ es will nun Abend werden./ Laß doch dein Licht/ auslöschen nicht/ bei uns allhier auf Erden. Leipzig 1597. 388 Johann Schop, 1672. ). Werde munter, mein Gemüte,/ und ihr Sinne geht herfür,/ daß ihr preiset Sottes Güte,/ die er hat getan an mir,/ da er mich den ganzen Tag/ vor so mancher schweren Plag /durch sein gnaͤden⸗ reiches Walten/ hat beschirmet und erhalten. 3. Lob und Dank sei dir gesungen,/ Vater der Barmherzigkeit,/ daß mir ist mein Werk gelungen,/ 10 Wotgesangbuch Sessen 145 389 Abend daß du mich vor allem Leid/ und vor Sünden man⸗ cher Art/ so getreulich hast bewahrt,/ auch die Feinde weggetrieben,/ daß ich unversehrt geblieben. 3. Herr, ich bin von dir gewichen,/ doch ich stell mich wieder ein;/ denn dein Sohn hat ausgeglichen/ meine Schuld durch seine Pein./ Ich verleugne nicht die Schuld;/ aber deine Gnad und Huld/ ist viel größer als die Sünde,/ die ich täglich in mir finde. Johann Rist, 1667. 389 Mel.: O welt, ich muß dich lassen. Seinrich Isaak, 4 1517.—(I536) ). Nun ruhen alle Wälder,/ Vieh, Menschen, Städt und Felder,/ es schläft die ganze Welt;/ ihr aber, meine Sinnen,/ auf, auf, ihr sollt beginnen,/ was eurem Schöpfer wohlgefällt. 2. Wo bist du, Sonne, bliebens/ Die Nacht hat dich vertrieben,/ die Wacht, des Tages Feind./ Fahr hin, ein andre Sonne,/ mein Jesus, meine Wonne,/ gar hell in meinem Serzen scheint! z. Der Tag ist nun vergangen;/ die güldnen Sternlein prangen/ am blauen Himmelssaal;/ also werd ich auch stehen,/ wenn mich wird heißen gehen/ mein Gott aus diesem Jammertal. 4. Der Leib, der eilt zur Ruhe,/ legt ab das Kleid und Schuhe,/ das Bild der Sterblichkeit;/ die zieh ich aus, dagegen/ wird Christus mir anlegen/ den Rock der Ehr und Serrlichkeit. 9. Das Saupt, die Füß und Sände/ sind froh, daß nun zum Ende/ die Arbeit kommen sei;/ Herz, freu dich, du sollst werden/ vom Elend dieser Erden/ und von der Sündenarbeit frei. 146 Abend 398 6. Nun geht, ihr matten Glieder,/ geht hin und legt euch nieder,/ der Betten ihr begehrt;/ es kom⸗ men Stund und Zeiten,/ da man euch wird bereiten/ zur Ruh ein Bettlein in der Erd. 7. Mein Augen stehn verdrossen,/ im Nu sind sie geschlossen,/ wo bleibt dann Leib und Seels/ Wimm sie zu deinen Gnaden,/ sei gut für allen Schaden,/ du Aug und Wächter Zsrael! 8. Breit aus die Flügel beide,/ o Jesu, meine Freude,‚/ und nimm dein Küchlein ein!/ Will mich der Feind verschlingen,/ so laß die Englein singen:/ Dies Kind soll unverletzet sein! 9. Auch euch, ihr meine Lieben,/ soll heute nicht betrüben/ ein Unfall noch Gefahr;/ Gott laß euch ruhig schlafen,/ stell euch die güldnen Waffen/ ums Bett und seiner Selden Schar. Paul Serhardt, 1 1676. 398 Mel.: O welt, ich muß dich lassen(Nr. 389). ). Nun sich der Tag geendet,/ mein Herz zu dir sich wendet/ und danket inniglich;/ dein holdes An⸗ gesichte/ zum Segen auf mich richte,/ erleuchte und entzünde mich. 2. Zch schließe mich aufs neue/ in deine Vater— treue/ und Schutz und Herze ein;/ die fleischlichen Geschäfte/ und alle finstren Rräfte/ vertreibe durch dein Nahesein. 3. Daß du mich stets umgibest,/ daß du mich herz⸗ lich liebest/ und rufst zu dir empor,/ daß du allein den Frieden/ mir geben kannst hienieden,/ das stelle früh und spät mir vor. 1* 147 400 Abend 4. Ein Tag, der sagts dem andern,/ mein Leben sei ein Wandern/ zur großen Ewigkeit./ G Ewig⸗ keit, du schoͤne,/ mein Serz an dich gewöhne!/ Mein Heim ist nicht in dieser Zeit. Gerhard Tersteegen, 1769. 40⁰⁰ Mel.: O Welt, ich muß dich lassen(Nr. 389). ). Der Mond ist aufgegangen,/ die goldnen Sternlein prangen/ am Simmel hell und klar./ Der Wald steht schwarz und schweiget,/ und aus den Wiesen steiget/ der weiße Nebel wunderbar. 2. Wie ist die Welt so stille/ und in der Dämm⸗ rung wülle/ so traulich und so hold,/ als eine stille Rammer,/ wo ihr des Tages Jammer/ verschlafen und vergessen sollt. z. Seht ihr den Mond dort stehens/ Er ist nur halb zu sehen/ und ist doch rund und schön./ So sind wohl manche Sachen,/ die wir getrost belachen,/ weil unsre Augen sie nicht sehn. 4. Wir stolzen Menschenkinder/ sind eitel arme Sünder/ und wissen gar nicht viel;/ wir spinnen Luftgespinste/ und suchen viele Rünste/ und kom⸗ men weiter von dem Ziel. 9. Gott, laß dein Seil uns schauen,/ auf nichts Vergänglichs trauen, /nicht Eitelkeit uns freun;/ laß uns einfältig werden/ und vor dir hier auf Erden/ wie Kinder fromm und fröhlich sein! 6. Wollst endlich sonder Grämen/ aus dieser Welt uns nehmen/ durch einen sanften Tod;/ und wenn du uns genommen,/ laß uns in Himmel kommen,/ du, unser Serr und unser Sott! 148 Beruf und Sausstand 406·4II 7. So legt euch denn, ihr Brüder,/ in Gottes Namen nieder;/ kalt ist der Abendhauch./ Verschon uns, Gott, mit Strafen/ und laß uns ruhig schla⸗ fen/ und unsern kranken Wachbar auch. Matthias Claudius, I815. Beruf und Hausstand 406 Mel.: Es ist das Seil uns kommen her. Wittenberg J523. ). In Gottes Namen fang ich an,/ was mir zu tun gebühret;/ mit Gott wird alles wohlgetan/ und glücklich ausgeführet./ Was man in Gottes Namen tut,/ ist allenthalben recht und gut/ und muß uns auch gedeihen. 2. Gott ists, der das Vermögen schafft,/ das Gute zu vollbringen,/ er gibt uns Segen, Mut und Rraft/ und läßt das Werk gelingen,/ daß uns ein reicher Zug entsteht/ und Gottes Gab in Fülle geht,/ daß wir zur Gnüge haben. 4. Drum komm, HSerr Jesu, stärke mich,/ hilf mir in meinen Werken;/ laß du mit deiner Gnade dich/ bei meiner Arbeit merken./ Gib dein Gedeihen selbst dazu,/ daß ich in allem, was ich tu,/ erfahre deinen Segen. Salomo Liscow, J689. 4II Mel.: Seelenbräutigam. Adam Drese, J690. . Jesu, geh voran/ auf der Lebensbahn,/ und wir wollen nicht verweilen,/ dir getreulich nachzu— eilen;/ führ uns an der Hand/ bis ins Vaterland. 149 413 Beruf und Zausstand 2. Solls uns hart ergehn,/ laß uns feste stehn/ und auch in den schwersten Tagen/ niemals über Lasten klagen;/ denn durch Trübsal hier/ geht der Weg zu dir. 3. Rühret eigner Schmerz/ irgend unser Serz,/ kümmert uns ein fremdes Leiden,/ o so gib Ge⸗ duld zu beiden;/ richte unsern Sinn/ auf das Ende hin. 4. Ordne unsern Gang,/ Jesu, lebenslang;/ führst du uns durch rauhe Wege,/ gib uns auch die nötge Pflege;/ tu uns nach dem Lauf/ deine Türe auf. Mikolaus Ludwig Graf v. Zinzendorf, 4 1760. 413 Mel.: wie schön leuchtet der Morgenstern. ). Ich und mein Saus, wir sind bereit,/ dir, Herr, die ganze Lebenszeit/ mit Seel und Leib zu dienen. Du sollst der Zerr im Sause sein;/ gib dei⸗ nen Segen nur darein,/ daß wir dir willig dienen./ Eine/ kleine,/ fromme, reine/ Sausgemeine/ mach aus allen. Dir nur soll sie wohlgefallen. 3. Gieß deinen Frieden auf das Zaus/ und alle, die drin wohnen, aus,/ im Glauben uns verbinde;/ laß uns in Liebe allezeit/ zum Dulden, Lragen sein bereit,/ demütig, sanft und linde./ Liebe/ übe/ jede Seele;/ keinem fehle,/ dran man kennet/ den, der sich den Deinen nennet. 4. LZaß unser Haus gegründet sein/ auf deine Gnade ganz allein/ und deine große Güte./ Auch laß uns in der Nächte Graun/ auf deine treue Zilfe schaun/ mit kindlichem Gemüte;/ selig,/ fröhlich,/ 15⁰0 * * Not, Rrieg und Frieden 418 selbst mit Schmerzen/ in dem Herzen/ dir uns lassen/ und dann in Geduld uns fassen. 5. Gibst du uns irdisch Glück ins Saus,/ so schließ den Stolz, die Weltlust aus,/ des Reichtums böse Gäste;/ denn wenn das Serz an Demut leer/ und voll von eitler Weltlust wär,/ so fehlte uns das Beste:/ jene/ schöne, tiefe, stille/ Snadenfülle,/ die mit Schätzen/ einer Welt nicht zu ersetzen. Philipp Spitta, 4 1859. Not, Krieg und Frieden 418 Französischer Psalter, 1547. . Wenn wir in höchsten Vöten sein/ und wissen nicht, wo aus noch ein,/ und finden weder Silf noch Rat,/ ob wir gleich sorgen früh und spat: 2. So ist dies unser Trost allein,/ daß wir zu⸗ sammen insgemein/ anrufen dich, treuer Gott,/ um Rettung aus der Angst und Not, 3. Und heben unser Aug und Serz/ zu dir in wahrer Reu und Schmerz/ und bitten um Be gnadigung /und aller Strafen Linderung, 4. Die du verheißest gnädiglich/ all denen, die drum bitten dich/ im Namen des Herrn Jesu Christ,/ der unser Heil und Mittler ist. . Drum kommen wir, o Herre Gott,/ und klagen dir all unsre Not,/ weil wir jetzt stehn verlassen gar/ in großer Trübsal und Gefahr. 6. Sieh nicht an unsre Sünden groß,/ sprich uns davon in Gnaden los,/ steh uns in unserm Elend bei,/ mach uns von allen Plagen frei; I5I 119 7. Auf daß von Serzen können wir/ nachmals mit Freuden danken dir,/ gehorsam sein nach dei⸗ nem Wort,/ dich allzeit preisen hier und dort. Paul Eber, 1569. 4 NVot, Rrieg und Frieden Mel.: Da Christus geboren war.(Vorreformatorisch.) Nürnberg 1543. ). Treuer Wächter Zsrael,/ des sich freuet Leib und Seel,/ der du kennest alles Leid/ deiner armen Christenheit;/ o du Wächter, der du nicht/ schläfst noch schlummerst, zu uns richt/ jetzt dein hilfreich Angesicht! 2. Schau, wie große Not und Qual/ trifft dein Volk jetzt überall!/ Täglich wird der Trübsal mehr:/ hilf, ach hilf, schütz deine Ehr!/ Ach wir Armen, wir vergehn, /Trost wir nicht vor Augen sehn,/ wo du nicht bei uns wirst stehn. z3. Kläglich schreien wir zu dir,/ klopfen an die Gnadentür,/ wir, die du mit höchstem Ruhm/ hast erkauft zum Eigentum./ Dein Erbarmen hat kein End,/ deines Vaters Zorn abwend,/ der jetzt wie ein Feuer brennt. 4. Jesu, der du Zesus heißt,/ als ein Jesus Silfe leist!/ Zilf mit deiner starken Sand,/ Menschenhilf hat sich gewandt;/ eine Mauer um uns bau,/ daß dem Feinde davor grau,/ er mit zittern sie anschau. 7. Du bist ja der Held und Mann,/ der den Rrie⸗ gen steuern kann,/ der da Spieß und Schwert zer⸗ bricht,/ der die Bogen macht zunicht,/ der die Wa⸗ gen gar verbrennt,/ der der Menschen HSerzen wendt,/ daß der Rrieg gewinnt ein End. ZJohann Seermann, 4 1637. I52 Not, Krieg und Frieden 421.422 4²21 mürnberg I53J. ö Verleih uns Frieden gnädiglich,/ Serr Gotr, zu* unsern Zeiten;/ es ist ja doch kein andrer nicht,/ der für uns könnte streiten,/ denn du, unser Gott, alleine. Mach dem altkirchlichen Lied von Martin Luther, 4 1536. 422 Mel.: Nun lob, mein Seel, den Serren. Augsburg 1540. ). Gottlob! nun ist erschollen/ das edle Fried⸗ 1 und Freudenwort,/ daß nunmehr ruhen sollen/ die ö Spieß und Schwerter und ihr Mord! /Wohlauf! und nimm nun wieder/ dein Saitenspiel hervor,/ o Deutschlaͤnd, und sing Lieder/ im hohen, vollen ö Chor;/ erhebe dein Gemüte/ zu deinem Gott und ö sprich:/„Herr, deine Gnad und Güte/ bleibt den⸗ noch ewiglich!“ 2. Sei tausendmal willkommen,/ du teure, werte Friedensgab!/ Jetzt sehn wir, was für Frommen/ dein Beiunswohnen in sich hab./ In dich hat Gott versenket/ all unser Glück und Heil;/ wer dich be⸗ trübt und kränket,/ der drückt sich selbst den Pfeil/ des Serzleids in das Herze/ und löscht aus Unver⸗ stand/ die güldne Freudenkerze/ mit seiner eignen Sand. za. Das drückt uns niemand besser/ in unsre Seel und Serz hinein/ als ihr zerstörten Schlösser/ und Städte voller Schutt und Stein,/ ihr vormals schö⸗ nen Felder,/ mit frischer Saat bestreut,/ jetzt aber 153 422 Vot, Krieg und Frieden lauter Wälder/ und dürre, wüste Zeid,/ ihr Grä⸗ ber voller Leichen/ und blutgem Zeldenschweiß/ der Helden, derengleichen/ auf Erden man nicht weiß. 3. Ach laß dich doch erwecken!/ Wach auf, wach auf, du harte Welt,/ eh als das letzte Schrecken/ dich schnell und plötzlich überfällt. Wer aber Chri⸗ stum liebet,/ sei unerschrocknen Muts;/ der Friede, den er gibet,/ bedeutet alles Guts./ Er will die Lehre geben:/ das Ende naht herzu,/ da sollt ihr bei Gott leben/ in Fried und ewger Ruh. Paul Gerhardt, 1638. Ernte (Siehe die Lieder unter„Lob und Dank“.) 7*.. V. 2 +2 Wohn S V —. h A*— 8 4136·438 Sterbelieder Die letʒten Dinge Sterbelieder 136 Frankfurt a. M. I569. . Wenn mein Stündlein vorhanden ist,/ und ich soll fahrn meine Straße,/ geleit du mich, Herr Jesu Christ,/ mit Silf mich nicht verlasse!/ Mein Seel an meinem letzten End/ befehl ich dir in deine Händ, du wollst sie mir bewahren. z. Mein Sünde wird mich kränken sehr/ und mein Gewissen nagen;/ denn ihr ist viel, wie Sand am Meer,/ doch will ich nicht verzagen;/ will den⸗ ken in der letzten Wot,/ Zerr Jesu Thrist, an dei⸗ nen Tod,/ der wird mich wohl erhalten. 3. Ich bin ein Glied an deinem Leib,/ des tröst ich mich von HZerzen!/ Von dir ich ungeschieden bleib/ in Todesnot und Schmerzen;/ wenn ich gleich sterb, so sterb ich dir;/ ein ewig Leben hast du mir/ mit deinem Tod erworben. 4. Weil du vom Tod erstanden bist,/ werd ich im Grab nicht bleiben,/ mein höchster Trost dein Auf⸗ fahrt ist,/ kann Todesfurcht vertreiben;/ denn wo du bist, da komm ich hin,/ daß ich stets bei dir leb und bin;/ drum fahr ich hin mit Freuden. Nikolaus ZSerman, I56J. 438 Vorreformatorisch.) Joh. Rhau, Wetter I589. ). Zch hab mein Sach Gott heimgestellt;/ er machs mit mir, wies ihm gefällt!/ Lang oder kurz I56 Sterbelieder sei meine Zeit,/ ich bin bereit/ zu allem, was mein »Herr gebeut. 2. Mein zeit und Stund ist, wann Sott will;/ ich schreib ihm nicht vor Maß und Ziel;/ es sind ge⸗ zählt all Särlein mein,/ groß oder klein,/ fällt kei⸗ nes ohn den Willen sein. 3. Es ist allhier ein Jammertal,/ Angst, Not und Trübsal überall;/ des Bleibens ist nur kurze zeit/ voll Müh und Leid,/ und wers bedenkt, ist stets im Streit. 4. Heut sind wir frisch, gesund und stark,/ schon morgen liegen wir im Sarg;/ heut blühn wir wie die Rosen rot,/ bald krank und tot;/ ist allenthalben Müh und Vot. 9. Man trägt eins nach dem andern hin;/ wohl aus den Augen, aus dem Sinn! Die Welt vergisset unser bald,/ jung oder alt,/ auch unsrer Ehren mannigfalt. 6. Das macht die Sünd, du treuer Sott,/ dadurch kam uns der bittre Tod,/ der reißt dahin all Men⸗ schenkind,/ wie er sie findt,/ fragt nicht, von wel⸗ chem Stand sie sind. 7. Doch ob mich schon mein Sünd anficht,/ den⸗ noch will ich verzagen nicht;/ ich weiß, daß mein ge⸗ treuer Gott/ für mich in Tod/ den eingen Sohn ge⸗— geben hat. 8. Dem leb und sterb ich allezeit,/ von ihm der Tod mich nimmer scheidt;/ leb oder sterb ich, bin ich seinz/ er ist allein/ der einge Trost und Zelfer mein. 9. Das ist mein Trost zu aller Zeit,/ in aller Not und Traurigkeit;/ ich weiß, daß ich am jüngsten Tag/ ohn alle Rlag/ werd auferstehn aus meinem Grab. 157 439440 Sterbelieder 30. Den lieben Gott von Angesicht/ werd ich dann schaun, dran zweifl ich nicht,/ in ewger Freud und Seligkeit,/ die mir bereit;/ ihm sei Lob, Preis in Ewigkeit! Johann Leon, 1597. 439 Melchior Vulpius, J609. 3. Christus, der ist mein Leben/ und Sterben mein Gewinn;/ dem hab ich mich ergeben,/ mit Fried fahr ich dahin. 2. Mit Freud fahr ich von dannen/ zu Christ, dem Bruder mein,/ daß ich mög zu ihm kommen/ und ewig bei ihm sein. z. Nun hab ich überwunden /Rreuz, Leiden, Angst und Not,/ durch seine heilgen Wunden/ bin ich versöhnt mit Gott. 4. Wenn meine Kräfte brechen,/ ich kaum mehr atmen kann,/ und kann kein Wort mehr sprechen,/ nimm, Herr, mein Seufzen an. 9. Wenn Sinne und Gedanken/ zergehn als wie ein Licht,/ das hin und her muß wanken,/ wenn ihm die Flamm gebricht: 6. Alsdann fein sanft und stille/ laß mich, Serr, schlafen ein,/ wie es dein Rat und Wille,/ wenn kommt mein Stündelein. 7. Laß mich gleich einem Reben/ anhangen dir allzeit/ und ewig bei dir leben/ in Himmelswonn und Freud. Jena I609. 44⁰ Mel.: Wie nach einer Wasserquelle. Französischer Psalter, 155J. 3. Freu dich sehr, o meine Seele,/ und vergiß all Vot und Gual,/ weil dich Christus nun, dein 158 ‚ Sterbelieder Herre,/ ruft aus diesem Jammertal. Aus der Trüb⸗ sal, Angst und Leid/ sollst du fahren in die Freud,/ die kein Ohr hat je gehöret,/ die in Ewigkeit auch währet. 2. Tag und Nacht hab ich gerufen/ zu dem Ser⸗ ren, meinem Gott,/ weil mich stets viel Rreuz be⸗ troffen,/ daß er mir hülf aus der Vot./ Wie sich sehnt ein Wandersmann/ nach dem Ende seiner Bahn,/ so hab ist gewünscht, mein Leben/ hin in Gottes Händ zu geben. 9. Drum, Herr Christ, du Morgensterne,/ der du ewiglich aufgehst,/ sei du jetzt von mir nicht ferne,/ weil dein Blut mich hat erlöst./ Silf, daß ich mit Fried und Freud/ mög hinfahren aus der Zeit;/ ach sei du mir Licht und Straße,/ mich mit Beistand nicht verlasse! Freiberg 1620. 442 Melchior Teschner, 1613. ). Valet will ich dir geben,/ du arge, falsche Welt;/ dein sündlich böses Leben/ durchaus mir nicht gefällt. Im Himmel ist gut wohnen,/ hinauf steht mein Begier,/ da wird Gott herrlich lohnen/ dem, der ihm dient allhier. 2. Rat mir nach deinem Serzen, /o Jesu, Gottes Sohn!/ Sollt ich ja dulden Schmerzen,/ hilf mir, Herr Christ, davon;/ verkürz mir alles Leiden,/ stärk meinen blöden Mut,/ laß selig mich abschei⸗ den,/ schenk mir dein ewig Gur. 3. In meines Herzens Grunde/ dein Nam und Rreuz allein/ funkelt all zeit und Stunde;/ drauf kann ich fröhlich sein./ Erschein mir in dem Bilde/ zum Trost in meiner Vot,/ wie du dich, Serr, so milde/ geblutet hast zu Tod. 159 Sterbelieder 4. Herr, meinen Namen schreibe/ ins Buch des ö Lebens ein;/ laß mich an deinem Leibe/ ein Glied mit jenen sein,/ die in dem Himmel grünen/ und vor dir leben frei;/ so will ich ewig rühmen,/ daß treu dein erze sei. Valerius Serberger, 1627. 448 Gotha 1726. ). Wer weiß, wie nahe mir mein Ende!/ Hin geht die Zeit, her kommt der Tod;/ ach wie ge⸗ schwinde und behende/ kann kommen meine Todes— not!/ Mein Sott, ich bitt durch Christi Blut:/ Machs nur mit meinem Ende gut! 2. Es kann vor Nacht leicht anders werden,/ als es am frühen Morgen war;/ dieweil ich leb auf dieser Erden,/ leb ich in steter Todsgefahr./ Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut:/ Machs nur mit meinem Ende gut! z. Herr, lehr mich stets mein End bedenken/ und, wenn ich einmal sterben muß,/ die Seel in Jesu Tod versenken/ und ja nicht sparen meine Buß./ Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut:/ Machs nur mit meinem Ende gut! 4. Laß mich bei Zeit mein Saus bestellen,/ daß ich ö bereit sei für und für/ und sage frisch in allen Fäl⸗ len:/ Herr, wie du willst, so schicks mit mir!/ Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut:/ Machs nur mit meinem Ende gut! 8. Ich habe Jesum angezogen/ schon längst in meiner heilgen Tauf;/ du bist mir daher auch ge⸗ wogen,/ hast mich zum Kind genommen auf./ Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut:/ Machs nur mit meinem Ende gut! 16⁰ Gericht und Ewigkeit 476478 9. Ich habe Jesu Leib gegessen,/ ich hab sein Blut getrunken hier;/ nun kannst du meiner nicht ver⸗ gessen;/ ich bleib in ihm und er in mir./ Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut:/ Machs nur mit meinem Ende gut! Aemilie Juliane Gräfin von Schwarzburg⸗Rudolstadt, 1706. Beim Tod von Kindern 476 Mel. 0 welt, ich muß dich lassen. . Wenn kleine Simmelserben/ in ihrer Unschuld sterben,/ so büßt man sie nicht ein;/ sie werden nur dort oben/ vom Vater aufgehoben,/ damit sie un⸗ verloren sein. 2. Sie sind ja in der Taufe/ zu ihrem Christen⸗ laufe/ für Jesum eingeweiht;/ sie sind bei Gott in Gnaden;/ was soll es ihnen schaden,/ wenn er nun über sie gebeut; 3. O wohl auch diesem Rinde;/ es stirbt nicht zu geschwinde./ Zeuch hin, du liebes Rind!/ Du gehest ja nur schlafen/ und bleibest bei den Schafen,/ die ewig unsers Jesu sind. Zoh. Andreas Rothe, f 1758. Gericht und Ewigkeit 478 (J5. Jahrhundert.) wittenberg 1524. ). Mitten wir im Leben sind/ mit dem Tod um⸗ fangen./ Wer ist, der uns Hilfe tu, daß wir Gnad erlangens/ Das bist du, Zerr, alleine./ Uns reuet unsre Missetat,/ die dich, Herr, erzürnet hat./ Zei⸗ liger Serre Gott,/ heiliger, starker Gott,/ heiliger, II Notgesangbuch Sessen I6I 479 Gericht und Ewigkeit barmherziger Seiland,/ du ewiger Gott,/ laß uns nicht versinken/ in des bittern Todes Not!/ Er⸗ barm dich unser! 2. Mitten in dem Tod anficht/ uns der Sölle Rachen./ Wer will uns aus solcher Not/ frei und ledig machens/ Das tust du, Zerr, alleine./ Es jam⸗ mert dein Barmherzigkeit/ unsre Sünd und großes Leid./ Zeiliger Serre Gott,/ heiliger, starker Sott// heiliger, barmherziger Seiland,/ du ewiger Sott,/ laß uns nicht verzagen/ vor der tiefen Hlle Glut!/ Erbarm dich unser! 3. Mitten in der Söllen Angst/ unsre Sünd uns treiben. Wo solln wir denn fliehen hin,/ da wir mögen bleiben?/ zu dir, Serr Christ, alleine!/ Ver⸗ gossen ist dein teures Blut,/ das gnug für die Sünde tut./ Zeiliger Serre Gott,/ heiliger, starker Gott,/ heiliger, barmherziger eiland,/ du ewiger Gott,/ laß uns nicht entfallen/ von des rechten Glaubens Trost!/ Erbarm dich unser! V. IMedias vita in morte sumus(Alte Rirche) V. 2 u. 3 von Martin Luther, 1 15⁴ 479 3.„Wachet auf!“ ruft uns die Stimme/ der Wäch⸗ ter sehr hoch auf der Zinne,/„wach auf, du Stadt Jerusalem!“/ Mitternacht heißt diese Stunde;/ sie rufen uns mit hellem Munde:/„Wo seid ihr klugen Jungfrauen?/ Wohlauf, der Bräutgam kömmt,/ steht auf, die Lampen nehmt!/ Salleluja!/ Macht euch bereit/ zu der Sochzeit;/ ihr müsset ihm ent⸗ gegengehn.“ 162 Gericht und Ewigkeit 480 2. Zion hört die Wächter singen,/ das Serz will ihr vor Freude springen,/ sie wachet und steht eilend auf./ Ihr Freund kommt vom Simmel prächtig,/ von Gnaden stark, von Wahrheit mächtig,/ ihr Licht wird hell, ihr Stern geht auf./ Nun komm, du werte Rron,/ Zerr Jesu, Gottes Sohn!/ Zo⸗ sianna!/ Wir folgen all/ zum. Freudensaal/ und hal⸗ ten mit das Abendmahl. 3. Gloria sei dir gesungen/ mit Menschen⸗ und mit Engelzungen,/ mit Harfen und mit Zimbeln schön./ Von zwölf Perlen sind die Tore/ an deiner Stadt, wir stehn im Chore/ der Engel hoch um deinen Thron./ Rein Aug hat je gesehn,/ kein Ohr hat je gehört/ solche Freude;/ drum jauchzen wir/ und singen dir/ das Salleluja für und für. Pbilipp Micolai, + I6os. 48⁰ Erfurt J663. . Jerusalem, du hochgebaute Stadt,/ wollt Gott, ich wär in dir!/ Mein sehnli h Serz so groß Ver⸗ langen hat/ und ist nicht mehr bei mir,/ weit über Berg und Tale,/ weit über blaches Feld/ schwingt es sich über alle/ und eilt aus dieser Welt. 2. O schöner Tag und noch viel schönre Stund,/ wann bist du endlich hier,/ da ich mit Lust und freiem Freudenmund/ die Seele geb von mir/ in Sottes treue Sände/ zum auserwählten Pfand,/ daß sie mit Seil anlände/ in jenem Vaterland! 3. O Ehrenburg, sei nun gegrüßet mir,/ tu auf der Gnaden Pfort!/ Wie große Zeit hat mich ver⸗ langt nach dir,/ eh ich bin kommen fort/ aus jenem 1* I63 483 Gericht und Ewigkeit bösen Leben,/ aus jener Vichtigkeit/ und mir Gott hat gegeben/ das Erb der Ewigkeit! 3. Was für ein Volk, was für ein edle Schar/ kommt dort gezogen schon?/ Was in der Welt von Auserwählten war,/ seh ich, die beste Rron,/ die Jesus mir, der Herre,/ entgegen hat gesandt,/ da ich noch war von ferne/ in meinem Tränenland. 5. Propheten groß und Patriarchen hoch,/ auch Christen insgemein,/ die weiland dort trugen des Rreuzes Joch/ und der Tyrannen Pein,/ schau ich in Ehren schweben, Lin Freiheit überall,/ mit Rlar⸗ heit hell umgeben,/ mit sonnenlichtem Strahl. 6. Wenn dann zuletzt ich angelanget bin/ im schönen Paradeis,/ von höchster Freud erfüllet wird der Sinn,/ der Mund von Lob und Preis;/ das Salleluja reine/ man singt in Seiligkeit,/ das Ho⸗ sianna feine/ ohn End in Ewigkeit; 7. Mit Jubelklang, mit Instrumenten schön,/ in Chören ohne Zahl,/ daß von dem Schall und lieb⸗ lichen Getön/ sich regt der Freudensaal,/ mit hun⸗ derttausend Zungen,/ mit Stimmen noch viel mehr,/ als von Anfang gesungen/ das selge Zimmelsheer. Joh. Matthäus Meyfart, 1642. 483 Berlin J653. . Jesus, meine Zuversicht/ und mein Seiland, ist im Leben:/ dieses weiß ich, sollt ich nicht/ darum mich zufrieden geben,/ was die lange Todesnacht/ mir auch für Gedanken macht? 2. Jesus, er, mein Seiland, lebt,/ ich werd auch das Leben schauen,/ sein, wo mein Erlöser schwebt,/ 164 Gericht und Ewigkeit warum sollte mir denn grauen? /Lässet auch ein Haupt sein Glied,/ welches es nicht nach sich zieht? 3. Ich bin durch der Hoffnung Band/ zu genau mit ihm verbunden;/ meine starke Glaubenshand/ wird in ihn gelegt befunden,/ daß mich auch kein Todesbann/ ewig von ihm trennen kann. 4. Ich bin Fleisch und muß daher/ auch einmal zu Asche werden,/ dieses weiß ich; doch wird er/ mich erwecken aus der Erden,/ daß ich in der Serrlich— keit/ um ihn sein mög allezeit. v. Dann wird meiner Augen Licht/ diesen meinen eiland kennen,/ und ich selbst, ich zweifle nicht,/ ö werd in seiner Liebe brennen;/ nur die Schwachheit um und an/ wird von mir sein abgetan. 6. Seid getrost und hocherfreut,/ Jesus trägt ö euch, seine Glieder; /gebt nicht statt der Traurig⸗ keit!/ Sterbt ihr, Christus ruft euch wieder,/ wenn einst die Posaun erklingt,/ die auch durch die Grä⸗ 235 dringt. ö 7. Nur, daß ihr den Geist erhebt/ von den Lüsten dieser Erden/ und euch dem schon jetzt ergebt,/ dem ö ihr dort vereint sollt werden./ Schickt das Serze da hinein,/ wo ihr ewig wünscht zu sein. Trostlied der Wieie Luise Senriette von Brandenburg. Berlin J653. 484 (Die Strophen 484,) und 485, 1 sollen zusammen als ö ein Lied gesungen werden.) ö Joh. Crüger, J653. ). OG Ewigkeit, du Donnerwort,/ o Schwert, das durch die Seele bohrt,/ o Anfang sonder Ende!/ O Ewigkeit, Zeit ohne Zeit,/ ich weiß vor großer 167 485 Gericht und Ewigkeit Traurigkeit/ nicht, wo ich mich hinwende;/ mein ganz erschrocknes Herz erbebt,/ wenn mir dies Wort im Sinne schwebt. Johann Rist, 1 1667. 485 (Die Strophen 484,) und 486,) sollen zusammen als ein Lied gesungen werden.) Mel.: O Ewigkeit, du Donnerwort(Nr. 484). ). O Ewigkeit, du Freudenwort,/ das mich er⸗— quicket fort und fort,/ o Anfang sonder Ende!/ O Ewigkeit, Freud ohne Leid,/ ich weiß vor Her⸗ zensfröhlichkeit/ nichts mehr vom Weltelende,/ das uns in diesem Leben quält,/ weil ich die Ewigkeit erwählt. Raspar Seunisch, 1690. ö NW RE — — I *.— —. Advent Anhang geistlicher Lieder) (Die in Antiqua gesetzten Lieder sind ausschließ- lich für Kinder- und Jugendfeiern und für das Haus bestimmt und sollen im Hauptgottesdienst nicht gebraucht werden.) I. Die Festzeiten Advent (Auch Lied Nr. 333 und 36). 50 Mel.: Erwacht vom süßhen Schlummer. Friedr. Karl Ludwig Scholinus, 1816. 1. Die Tage sind so dunkel,/ die Nächte lang und kalt;/ doch übet Sterngefunkel/ noch über uns Ge⸗- wali. 1a. Und sehen wir es scheinen/ aus veiter, weiter Fern,/ so denken wir, die Seinen,/ der Zukunft unsres Herrn. 2. Er war einmal erschienen/ in ferner, selger Zeit;/ da waren ihm zu dienen/ die Weisen gleich bereit. ö 3. Der Lenz ist fortgezogen,/ der Sommer ist entflohn:/ doch fließhen warme Wogen,/ doch klingt ein Liebeston. Die in manchen Liedern des Anhangs verwendeten Zeichen I, II, A sind Andeutungen für etwaigen Wech⸗ selgesang. Ibzw. I1 bedeutet, daß die erste bzw. zweite Gruppe(Chor) oder auch der Gesamtchor singt, A, daß alle singen. Beim Fehlen eines Zeichens wird die Strophe von allen(der Gemeinde) gesungen. I68 Weihnachten 3502·505 4. Es rinnt aus Jesu Herzen,/ es spricht aus Jesu Mund/ ein Quell der Lust und Schmerzen,/ wie da- mals noch zur Stund. 5. Wir wollen nach dir blicken,/ du Licht, das ewig brennt;/ wir wollen uns beschicken/ zum seligen Advent. Max von Schenkendorf, f 1817. 50²2 (Vorreformatorisch.) Andernach, J60s. ). Es kommt ein Schiff geladen/ bis an den höchsten Bord,/ trägt Gottes Sohn voll Gnaden,/ des Vaters ewig Wort. 2. Das Schiff geht still im Triebe, /trägt eine teure Last;/ das Segel ist die Liebe,/ der heilge End der Mast. „Der Anker haft't auf Erden,/ da ist das Schiff an Land. Das Wort soll Fleisch uns werden,/ der Sohn ist ausgesandt. 4. Zu Bethlehem geboren/ im Stall ein Kinde⸗ lein/ gibt sich für uns verloren;/ gelobet muß es . Und wer dies Kind mit Freuden/ umfangen, küssen will,/ muß vorher mit ihm leiden/ groß Pein und marter viel; 6. Danach mit ihm auch sterben/ und geistlich auf⸗ erstehn,/ das Leben zu ererben,/ wie an ihm ist ge⸗ schehn. Nach Johannes Tauler, I36J. Weihnachten 505— (J5. Jahrhundert.) Wittenberg J535. ). Der Tag, der ist so freudenreich,/ zu loben Gottes Namen,/ daß Christus von dem Zimmel⸗ 169 50 Weihnachten reich/ auf Erden zu uns kommen./ Groß ist die De⸗ * mut, Suld und Gnad,/ die Gott vom Himmel bei uns tat:/ ein Rnecht ist er hier worden,/ in all'm, ö doch ohn Sünd, uns gleich,/ daß wir ewig werden reich;/ trug unsre Sündenbürde. ö ö 2. Ein Rindelein so löbelich/ ist uns ge⸗ boren heute,/ von einer Jungfrau säuberlich/ zu Trost uns armen Leuten./ Wär uns das Rindlein nicht geborn,/ so wärn wir allzumal verlorn:/ das II Seil ist unser aller. /O du süßer Jesu Christ,/ der du Mensch geboren bist,/ behüt uns vor der Sölle. I5. Jahrhundert. 506 Cottlob Siegert, 1822. 1. Du lieber, heilger, frommer Christ,/ der für uns Kinder kommen ist,/ damit wir sollen weiß und rein/ und rechte Kinder Gottes sein. 13 2. Du Licht, vom lieben Gott resandt/ in unser dunkles Erdenland,/ du Himmelskind und Himmels- schein,/ damit wir sollen himmlisch sein; 3. Du lieber, heilger, frommer Christ,/ weil heute dein Geburtstag ist,/ drum ist auf Erden weit und I13 breit/ bei allen Kindern frohe Zeit. 4. O segne mich, ich bin noch klein,/ o mache mir reichen Himmelsquell; 5. Daß ich wie Engel Gottes sei/ in Demut und in Liebe treu;/ daß ich dein bleibe für und für,/ du heilger Christ, das schenke mir! Ernst Moritz Arndt, 1660 I7⁰ das Herze rein,/ o bade mir die Seele hell/ in deinem Weihnachten 507·508 507 Um 1815. 1. Herbei, o ihr Gläubigen, fröhlich triumphie- rend, /o kommet, o kommet nach Bethlehem!/ Sehet das Kindlein, uns zum Heil geboren! I O lasset uns anbeten, II o lasset uns anbeten, A o lasset uns anbeten den König! 2. O König der Ehren, du Herrscher der Heer- scharen,/ verschmähst nicht zu ruhn in Marien Schoßb,/ du wahrer Gott, von Ewigkeit geboren. I O lasset uns anbeten, II o lasset uns anbeten, A o lasset un anbeten den König! 3. Kommt, singet dem Herren, o singt ihm Engel- chöre!/ Frohlocket, frohlocket, ihr Seligen:/ Ehre sei Gott im Himmel und auf Erden! I O lasset uns anbeten, II o lasset uns anbeten, A o lasset uns an- beten den König! 4. O dir, der du heute bist Mensch für uns ge⸗ boren, /o Jesu, sei Ehre und Preis un Ruhm,/ dir fleischgewordnes Wort des ewgen Vaters. I O lasset uns anbeten, II o lasset uns anbeten, A o lasset uns anbeten den König! Nach Adeste fideles; deutsch 19. Jahrhundert. 508 J. Abr. Peter Schulz, 1794. 1. I Ihr Kinderlein, kommet, o kommet doẽch all, zur Krippe her kommet in Bethlehems Stall/ und seht, was in dieser hochheiligen Nacht/ der Vater im Himmel für Freude uns macht. 2. II O seht in der Krippe im nächtlichen Stall,/ seht hier bei des Lichtleins hellglänzendem Strahl/ in reinlichen Windeln das himmlische Kind,/ viel schöner und holder, als Engel es sind. I7I 510·51II Weihnachten 3. A Da liegt es, das Kindlein, auf Heu und auf Stroh, /Maria und Joseph betrachten es froh;/ die redlichen Hirten knien betend davor,/ hoch oben schwebt jubelnd der Engelein Chor. 4. IILO beugt wie die Hirten anbetend die Knie; erhebet die Händlein und danket wie sie; /stimmt freudig, ihr Kinder, wer wollt sich nicht freun 2/ stimmt freudig zum Jubel der Engel mit ein! 5. A O nimm unsre Herzen zum Opfer denn hin,/ wir geben sie gerne mit fröhlichem Sinn./ Ach mache ö sie heilig und selig wie deins/ und mach sie auf ewig mit deinem in eins. Christoph von Schmid, T 1654. 510 Altböhmische Weise. 1. I Kommet, ihr Hirten, ihr Männer und Fraun,/ kommet, das liebliche Kindlein zu schaun./ Christus, der Herr, ist/ heute geboren,/ den Gott zum Hei- land/ euch hat erkoren./ Fürchtet euch nicht! 2. II Lasset uns sehen in Bethlehems Stall,/ was uns verheighen der himmlische Schall;/ was wir dort änden,/ lasset uns künden,/ lasset uns preisen/ in frommen Weisen./ Halleluja! 3. A Wahrlich, die Engel verkünden heut/ Beth- lehems Hirtenvolk gar grobe Freud: /Nun soll es werden/ Friede auf Erden/ den Menschen allen/ ein Wohlgefallen. /Ehre sei Gott! Nach einem altböhmischen Weihnachtslied. 5II Mel.: Den die Sirten lobten sehre. Vorreformatorisch . IRommt und laßt uns Christum ehren,/ Herz und Sinnen zu ihm kehren! 7Singet fröhlich, laßt euch hören,/ wertes Volk der Christenheit. I72 Weihnachten 512 z. II Sünd und Sölle mag sich grämen,/ Tod und Teufel mag sich schämen: /wir, die unser Seil annehmen,/ werfen allen Rummer hin. z. A Sehet, was hat Gott gegeben:/ seinen Sohn zum ewgen Leben!/ Dieser kann und will uns heben/ aus dem Leid ins Himmels Freud. 4. I Seine Seel ist uns gewogen,/ Lieb und Gunst hat ihn gezogen,/ uns, die Satanas betrogen,/ zu besuchen aus der Söh. v. II Jakobs Stern ist aufgegangen,/ stillt das sehnliche Verlangen,/ bricht den Ropf der alten Schlangen/ und zerstört der Sölle Reich. 6. A O gebenedeite Stunde,/ da wir das von Herzensgrunde/ glauben und mit unserm Munde/ danken dir, o Jesulein. 7. Schönstes Rindlein in dem Stalle/ sei uns freundlich, bring uns alle/ dahin, da mit süßem Schalle/ dich der Engel Seer erhöht. Paul Gerhardt, 1 1676. Nr. 51II 2 auch 2 7— Nr. 512 im 5175. gesungen werden: I. 5IIV. I, D. 2. I2, v. I. 5. 3.— 3, II. D. 4, A 5 B. 2. f B. 5,. Wo A SI2 d.. 91 D. J, A: 512 V. J. 912 Mel.: In dulci jubilo. 14. Jahrhundert.— Wartenbert 1529. 1. I Nun singet und seid froh,/ jauchzt alle und sagt 80:/ Unsers Herzens Wonne/ liegt in der Krippe bloß/ und leuchtet wie die Sonne/ in seiner Mutter Schobh./ Du bist A und O./ Du bist A und O. 2. A Sohn Gottes in der Höh,/ nach dir ist mir so weh! /Tröst mir mein Cemüte,/ o Kind voll Mildig- keit;/ durch alle deine Güte,/ du Fürst der Herrlich- keit,:,: zeuch mich hin nach dir.:,: I73 513·516 Passion 3. II Groß ist des Vaters Huld,/ der Sohn tilgt unsre Schuld,/ wir warn all verdorben/ durch unsre Missetat,/ so hat er uns erworben/ himmlische Freud und Gnad.:,: Wären wir doch da!:,: 4. A Dir schallt Halleluja,/ jetzt hier und einstens da,/ wo die Engel singen/ das Heilig allzumal,/ und wo die Psalmen klingen/ im hohen Himmels- saal.:,: Wären wir doch da!:,: Nach In dulei jubilo(15. Jahrhundert) 1599. 573 Franz Gruber, 1818. 1. Srille Nacht, heilige Nacht!/ Alles schläft, ein- sam wacht/ nur das traute, hochheilige Paar./ Holder Knabe im lockigen Haar,/:,: schlaf in himmlischer Ruh.:,: 2. Stille Nacht, heilige Nacht!/ Hirten erst kund gemacht;/ durch der Engel Halleluja/ tönt es laut von fern und nah::,: Christ, der Retter, ist da!:,: 3. Stille Nacht, heilige Nacht!/ Gottes Sohn, o wie lacht/ Lieb aus deinem göttlichen Mund,/ da uns schlägt die rettende Stund,:,: Christ, in deiner Geburt.:„: Joseph Mohr, 1818. Passion 516 Mel.: Serr und Altster deiner Kreuzgemeine. Zerrnhut um 1740. Die wir uns allhier beisammen finden,/ schlagen unsre Sände ein,/ uns auf deine Marter zu ver⸗ binden,/ dir auf ewig treu zu sein./ Und zum Zei⸗ chen, daß dies Lobgetöne/ deinem Serzen angenehm I74 Ostern ö 318519 und schöne,/ sage: Amen! und zugleich:/ Friede, Friede sei mit euch! Christian Renatus von Zinzendorf, 1752. 518 Mel.: Christus, der uns selig macht. Böhmische Brüder, I53J. O hilf, Christe, Gottes Sohn,/ durch dein bitter Leiden,/ daß wir dir stets untertan,/ all Untugend meiden;/ deinen Tod und sein Ursach/ fruchtbarlich bedenken;/ dafür, wiewohl arm und schwach,/ dir Dankopfer schenken. Aus: Christus, der uns selig macht.(Böhmische Brüder) Michael Weihe, 1534. Ostern 519 Johann Crüger, 1649. . Auf, auf, mein Zerz, mit Freuden/ nimm wahr, was heut geschicht:/ wie kommt nach großem Lei⸗ den/ nun ein so großes Licht!/ Mein Seiland war gelegt/ da, wo man uns hinträgt,/ wenn von uns unser Geist/ zum Simmel ist gereist. z. Er war ins Grab gesenket,/ der Feind trieb groß Geschrei;/ eh ers vermeint und denket,/ ist Christus wieder frei/ und ruft: Viktoria!/ schwingt fröhlich hie und da/ sein Fähnlein als ein Seld,/ der Feld und Mut behält. 3. Das ist mir anzuschauen/ ein rechtes Freuden⸗ spiel./ Nun soll mir nicht mehr grauen/ vor allem, was mir will/ entnehmen meinen Mut/ zusamt dem edlen Gut,/ das mir durch Jesum Christ/ aus Lieb erworben ist. I75 521 Ostern 4. Die Welt ist mir ein Lachen/ mit ihrem gro⸗ ßen Zorn,/ sie zürnt und kann nichts machen,/ all Arbeit ist verlorn. Die Trübsal trübt mir nicht/ mein Berz und Angesicht;/ das Unglück ist mein Glück,/ die Wacht mein Sonnenblick. F. Zch hang und bleib auch hangen/ an Christo als ein Glied;/ wo mein Saupt durch ist gangen,/ da nimmt er mich auch mit. Er reißet durch den Tod,/ durch Welt, durch Sünd, durch Vot;/ er reißet durch die Söll,/ ich bin stets sein Gesell. 6. Er bringt mich an die Pforten,/ die in den Himmel führt,/ daran mit güldnen Worten/ der Reim gelesen wird:/ Wer dort wird mit verhöhnt,/ wird hier auch mit gekrönt;/ wer dort mit sterben geht,/ wird hier auch mit erhöht. Paul SGerhardt, 1 J676. 521 Melchior Vulpius, I609. ). Gelobt sei Gott im höchsten Thron/ samt sei⸗ nem eingebornen Sohn,/ der für uns hat genug ge⸗ tan. Salleluja, Salleluja, Salleluja. z. Des Morgens früh am dritten Tag,/ da noch der Stein am Grabe lag,/ erstand er frei ohn alle Rlag. ,: Halleluja ,: ö 3. IJ Der Engel sprach:„Fürchtet euch nicht;/ denn ich weiß wohl, was euch gebricht./ Ihr sucht Jesum und findt ihn nicht.“ ½, Salleluja, 4.„Er ist erstanden von dem Tod,/ hat über⸗ wunden alle Not,/ versöhnet Sünd und Missetat.“ 2): Salleluja) 9. A Vun bitten wir dich, Jesu Christ,/ weil du vom Tod erstanden bist;/ E. was seliglich uns ist, ,: Salleluja/ I76 Das christliche Leben 525.559 6. Damit von Sünden wir befreit/ dem Namen dein gebenedeit/ frei mögen singen allezeit.): Salle⸗ luja*(Bömische Brüder) Michael Weiße, J1533. Christi Simmelfahrt 325 Melchior Franck, 1 J639. ). Gen Himmel aufgefahren ist,/ Salleluja,/ der Ehrenkönig Jesus Christ./ Zalleluja. 2. Er sitzt zu Gottes rechter Sand,/ Zalleluja,/ herrscht über Simmel, Meer und Land./ Salleluja. 3. Nun ist erfüllt, was g'schrieben ist,/ Zalleluja,/ im Psalter von dem Zerren Christ. /Salleluja. 4. Drum jauchzen wir mit großem Schall,/ Zalle⸗ luja,/ dem Herren Christ zum Wohlgefalln:/ Salle⸗ luja. 16. Jahrhundert. II. Das christliche Leben 529 Friedrich Silcher, 1860. 1. Aus dem Himmel ferne,/ wo die Englein sind,/ schaut doch Cott so gerne/ her auf jedes Kind. 2. Höret seine Bitte/ treu bei Tag und Nacht,/ nimmts bei edem Schritte/ väterlich in acht. 3. Gibt mit Vaterhänden/ ihm sein täglich Brot,/ hilft an allen Enden/ ihm aus Angst und Not. 4. Sagis den Kindern allen,/ dag ein Vater ist,/ dem sie wohlgefallen,/ der sie nie vergißt. Wilhelm Hey, 1 1854. I12 Votgesangbuch Sessen 177 Das christliche Leben 533 Arnold Mendelssohn, Darmstadt 1906. ). Der Serr bricht ein um Mitter nacht;/ jetzt ist noch alles still./ Wohl dem, der nun sich fertig macht/ und ihm begegnen will! 2. Er hat es uns zuvor gesagt/ und einen Tag gestellt;/ er kommt, wenn niemand nach ihm fragt,/ noch es für möglich hält. 3. I Wie liegt die Welt so blind und tot!/ Sie schläft in Sicherheit/ und meint, des großen Tages Not/ sei noch so fern und weit. 4. II Wer waltet als ein frommer Rnecht/ im Hause so getreu,/ daß, wenn der Serr kommt, er gerecht/ und nicht zu strafen seiz 5. J Sind eure Lampen rein und voll?/ Brennt euer Glaubenslicht,/ wenn nun der Aufbruch wer⸗ den soll,/ daß uns kein öl gebricht? 6. A Sei immer wach, mein Zerz und Sinn,/ und schlummre ja nicht mehr! /Blick täglich auf sein Rommen hin,/ als ob es heute wär. 7. Der Tag des Urteils nahet sich,/ der Zerr kommt zum Gericht;/ du, meine Seele, schicke dich,/ steh und verzage nicht! 8. J Dein Teil und Seil ist schön und groß,/ auf, auf, du hast es Macht;/ ergreif im Glauben jenes Los,/ das Gott dir zugedacht. 9. A O eübergroße Seligkeit/ nach abgelegter Last,/ wobei dich, Seele, nicht gereut,/ daß du ge⸗ stritten hast! 90. Der Serr bricht ein um Mitternacht;/ jetzt ist noch alles still./ Wohl dem, der nun sich fertig macht/ und ihm begegnen will! Johann Christoph Rube, 1 1749. 178 8 Das christliche Leben 3317.:530 334 Friedrich Mergner, 4 1891. 1. Der Maie, der Maie/ bringt uns der Blümlein viel;/ ich trag A frei Gemüte, /:.: Gott weiß wohl, vem ichs will.: 2. Ich wills Christo. dem Herren,/ der unser 9876 land ist, /er trägt das Kreuz für unsre Sünd.:,: ja wie man von ihm liest.:,: 3. Den Tod hat er bezwungen,/ die Höll gerissen ein,/ die Sünd hat er verschlungen,:,: geholfen aus der Pein.:,: 4. Er will die nicht verlassen,/ die an ihn glauben fein;/ das hat er uns versprochen,:,: denn wir sein' Kinder sein.:,: 5. Drum, wer ihm traut zu Ehren,/ den läßt er nimmermehr;/ demselben unserm Herren,:,: dem sei Lob, Preis und Ehr.:,: Jakob Klieber, um 1530, nach einem Mailied 536 Lob der Musika Arnold Mendelssohn, Darmstadt 1905. Die beste Zeit im Jahr ist mein,/ da 5— alle Vögelein,/ Himmel und Euit ist der voll,/:.: viel gut Gesang da lautet vohl. 2. Voran die liebe Nachrigall macht alles fröh- lich überall/ mit ihrem lieblichen Gesang,:,: des muß sie haben immer Dank;:,: 3. Viel mehr der liebe Herre Gott,/ der sie also geschaffen hat,/ zu sein die rechte Sängerin,:,: der Musika ein Meisterin; 2 12* 179 337·.538 Das christliche Leben 4. Dem singt und springt sie Tag und Nacht,/ seins Lobes sie nichts müde macht;/ den ehrt und lobt auch mein Gesang:,: und sagt ihm einen ewgen Dank.:„: Martin Luther, 1546. 337 Christian Gregor, 4 1763. Die Gnade unsers Herrn Zesu Christi und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des heilgen Gei⸗ stes sei mit uns allen, mit uns allen! Amen. 2. Rorinther I3, I3. 538 Bei Nigidius, 1550. . Die Nacht ist kommen,/ drin wir ruhen sollenz;/ Gott walts zu Frommen/ nach sei'm Wohlgefallen,/ daß wir uns legen/ in sei'm Gleit und Segen,/ der Ruh zu pflegen. 2. Fern von uns treibe,/ Zerr, unreine Geister;/ halt die Nachtwache,/ unser Schutz und Meister;/ schirm Leib und Seele/ unter deinen Flügeln,/ send uns dein Engel. 3. Laß uns einschlafen/ mit guten Gedanken,/ fröhlich aufwachen/ und von dir nicht wanken./ Laß uns mit Züchten/ unser Tun und Dichten/ zu dei'm Preis richten. 4. Pfleg auch der Kranken/ durch deinen Gelieb⸗ ten,/ hilf den Gefangnen,/ tröste die Betrübten./ Pfleg auch der Kinder,/ sei selbst ihr Vormünder,/ Feindes Neid hinder'! 180 Das christliche Leben 5. Vater, dein Name/ werd von uns gepreiset,/ dein Reich zukomme,/ dein Will werd beweiset;/ frist unser Leben,/ wollst die Schuld vergeben,/ er⸗ lös uns! Amen. (Böhmische Brüder.) Peter Serbert, 157J. 34² wien 1779. 3. Großer Gott, wir loben dich;/ Herr, wir prei⸗ sen deine Stärke;/ vor dir neigt die Erde sich/ und bewundert deine Werke;/ wie du warst vor aller Zeit,/ so bleibst du in Ewigkeit. 2. Alles, was dich preisen kann,/ Cherubim und Seraphinen,/ stimmen dir ein Loblied anz/ alle Engel, die dir dienen,/ rufen dir in selger Ruh:/ HZeilig, heilig, heilig! zu. 3. IHeilig, Serr Gott Zebaoth,/ heilig, Herr der Rriegesheere;/ starker Selfer in der Not,/ Himmel, Erde, Luft und Meere/ sind erfüllt von deinem Ruhm;/ alles ist dein Eigentum. 4. II Der Apostel heilger Chor,/ der Propheten große Menge/ schickt zu deinem Thron empor/ neue Lob⸗ und Dankgesänge,/ der Blutzeugen groß: Schar/ lobt und preist dich immerdar. 5. Auf dem ganzen Erdenkreis/ loben Große und auch Rleine/ dich, Sott Vater; dir zum Preis/ singt die heilige Gemeine;/ sie verehrt auf deinem Thron/ deinen eingebornen Sohn. 6. Sie verehrt den heilgen Geist,/ welcher uns mit seinen Lehren/ und mit Troste kraftig speist,/ der, o Rönig aller Ehren,/ der mit dir, Herr Jesu Christ,/ und dem Vater ewig ist. I8J 546 Das christliche Leben 7. I Steh, Serr, deinen Dienern bei,/ welche dich mit Demut bitten,/ die dein Blut dort machte frei,/ als du für uns hast gelitten./ Nimm uns nach voll⸗ brachtem Lauf/ zu dir in den Zimmel auf. 8. II Sieh dein Volk in Gnaden an;/ hilf uns, segne, Serr, dein Erbe;/ leit es auf der rechten Bahn,/ daß der Feind es nicht verderbe;/ wart und pfleg es in der Zeit,/ heb es hoch in Ewigkeit. 9. A Alle Tage wollen wir/ dich und deinen Na⸗ men preisen/ und zu allen Zeiten dir/ Ehre, Lob und Dank erweisen./ Gib, daß wir von Sünden heut/ und von Unfall sei'n befreit. 0. Serr, erbarm, erbarme dich!/ über uns, Serr, sei dein Segen!/ Deine Güte zeige sich,/ Zerr, auf allen unsern Wegen. /Auf dich hoffen wir allein,/ laß uns nicht verloren sein! Mach dem Te deum laudamus(Alte Kirche), Wien 1779. 346 Weise eines deutschen Sommerliedes, 1545. ). Berzlich tut mich erfreuen/ die liebe Sommer⸗ zeit,/ wenn Gott wird schön verneuen/ alles zur Ewigkeit. Den Simmel und die Erde/ wird Gott neu schaffen gar,/ all Rreatur soll werden/ ganz herrlich, schön und klar. 2. Reine Zunge kann erreichen/ die ewge Schön⸗ heit groß;/ man kanns mit nichts vergleichen,/ die Wort sind viel zu bloß;/ drum müssen wir das sparen/ bis an den jüngsten Tag;/ dann wollen wir erfahren,/ was Gott ist und vermag. 3. Da werden wir mit Freuden/ den Zeiland schauen an,/ der durch sein Blut und Leiden/ den 182 * Das christliche Leben—50 HZimmel aufgetan,/ die lieben Patriarchen,/ Pro⸗ pheten allzumal,/ die Närtrer und Apostel/ bei ihm in großer Zahl. 4. Er wird uns fröhlich leiten/ ins ewge Para⸗ deis,/ die Sochzeit zu bereiten/ zu seinem Lob und Preis:/ da wird sein Freud und Wonne,/ in rechter Lieb und Treu,/ aus Gottes Schatz und Bronne/ und täglich werden neu. 9. Herr Gott, durch deine Güte/ führ mich auf rechter Bahn!/ Herr Christ, mich wohl behüte,/ sonst möcht ich irre gahn:/ halt mich im Glauben feste/ in dieser bösen Zeit,/ hilf, daß ich mich stets rüste/ zur ewgen Hochzeitsfreud. Johann Walter, 1570, nach einem Sommerlied. 35⁰ Dort oben, dort oben.) Volksweise. 1. Im Himmel, im Himmel/ ist Freude so viel;/ 25: da tanzen die Englein/ und haben ihr Spiel. 2. Sie singen, sie springen/ und loben ihrn Gott, 25: der Himmel und Erde/ erschaffen hat. ,: 3. Dort oben, dort oben/ vor der himmlischen Tür,:,: da steht ein arm Seele/ und weinet so sehr.:,: 4.„Arm Seele, arm Seele,/ was stehest du hier? 5: Wenn ich dich anschaue,/ so weinest du mir.“:,: 5.„Wie sollt ich nicht weinen,/ du gütiger Gott? 25: Ich hab übertreten/ die zehen Gebotl:,: 6.„Hast du übertreten/ die zehen Gebot::,: fall nieder auf die Knie/ und bete zu Gott!:,: 7. Bet immer, bet immer/ und allzeit mit Fleiß, 5: s0 wird dir Gott schenken/ die himmlische Freud..:, 183 551.552 Das chrisliche Leben 8. Die himmlische Freud ist/ ein wunderschöne Stadt,:,: da Friede und Freude/ kein Ende mehr Rat.— Volkslied. Joh. Friedrich Reichardt, 1790. 1. Immer muß ich wieder lesen/ in dem alten. heilgen Buch,/ wie er ist so sanft gewesen,/ ohne List und ohne Trug. 2. Wie er hieh die Kindlein kommen,/ wie er hold sie angeblickt/ und sie in den Arm genommen/ und sie an das Herz gedrückt; 3. Wie er Hilfe und Erbarmen/ allen Kranken gern erwies/ und die Blöden und die Armen/ seine Ilieben Brüder hieß; 4. Wie er keinem Sünder vehrte,/ der beküm- mert zu ihm kam,/ wie er freundlich ihn bekehrte,/ ihm den Tod vom Herzen nahm. 5. Hat die Herde sanft geleitet,/ die sein Vater ihm verliehn,/ hat die Arme ausgebreitet,/ alle an sein Herz zu ziehn. 6. Immer muß ich wieder lesen,/ und ich lese mich nicht satt,/ wie er ist so treu gewesen,/ wie er uns geliebet hat. Luise Hensel, T 1876. 352 G. Gastoldi, 159J. . In dir ist Freude/ in allem Leide,/ o du süßer Jesu Christ;/ durch dich wir haben/ himmlische Gaben,/ der du wahrer Seiland bist./ Silfest von Schanden, srettest von Banden;/ wer dir ver⸗ trauet,/ hat wohl gebauet,/ wird ewig bleiben,/ 184 Das christliche Leben 554 Halleluja./ Zu deiner Güte/ steht unser Gmüte,/ an dir wir kleben/ im Tod und Leben;/ nichts kann uns scheiden./ Zalleluja. 2. Wenn wir dich haben,/ kann uns nicht scha⸗ den/ Teufel, Sünde, Welt und Tod;/ du hasts in gänden,/ kannst alles wenden,/ wie nur heißen mag die Vot. Drum wir dich ehren,/ dein Lob ver⸗ mehren/ mit hellem Schalle/ freuen uns alle/ zu dieser Stunde,/ Salleluja./ Wir jubilieren/ und triumphieren,/ lieben und loben/ dein Macht dort oben/ mit Herz und Munde,/ Salleluja. Johann Lindemann, ‚ nach 1633. 35⁴ mel.: Entlaubt ist uns der Walde. Volksweise, I5. Jahrhundert. . I Lob Gott getrost mit Singen,/ frohlock, du christlich Schar! /Dir soll es nicht mißlingen,/ Gott hilft dir immerdar. Ob du gleich hier mußt tra⸗ gen/ viel Widerwärtigkeit,/ doch sollst du nicht ver⸗ zagen,/ denn er hilft dir aus allem Leid. 2. A RKann und mag auch verlassen/ ein Mutter je ihr Kind/ und also gar verstoßen,/ daß es kein Gnad mehr findt? /Und ob sichs möcht begeben,/ daß sie so gar abfiel: /Gott schwört bei seinem Le⸗ ben,/ daß er dich nicht verlassen will. 3. II Darum laß dich nicht schrecken, /o du christ⸗ gläubge Schar./ Gott wird dir Silf erwecken/ und selbst dein nehmen wahr./ Zat er dich doch gezeich⸗ net,/ gegraben in sein Sänd./ Dein Nam stets vor ihm leuchtet,/ daß er dir seine Silfe send. 4. A Es tut ihn nicht gereuen,/ was er vorlängst gedeut't,/ sein Rirche zu erneuen/ in dieser gfähr⸗ I85 556 Das christliche Leben lich Zeit./ Er wird herzlich anschauen/ dein Jam⸗ mer und Elend,/ dich herrlich auferbauen/ durch sein rein Wort und Sakrament. 8. Gott solln wir billig loben,/ der sich aus großer Gnad/ durch seine milden Gaben/ uns kundgegeben hat./ Er wird uns auch erhalten/ in Lieb und Einigkeit/ und unser freundlich walten/ hie und auch dort in Ewigkeit. (Böhmische Brüder) Johann Sorn, 1 1547. 356 (Mel. nach: Wenn wir in höchsten Nöten sein.) Französischer 91547 37½. ). O daß doch bald dein Feuer brennte,/ du un⸗ aussprechlich Liebender,/ und bald die ganze Welt erkennte,/ daß du bist Rönig, Gott und err! 2. Zwar brennt es schon in heller Flamme/ jetzt hier, jetzt dort, in Ost und West,/ dir, dem für uns erwürgten Lamme/ ein herrlich Pfingst⸗ und Freu⸗ denfest. 3. Und noch entzünden Zimmelsfunken/ so man⸗ ches kalte, tote erz/ und machen Durstge freude⸗ trunken/ und heilen Sünd⸗ und Söllenschmerz. 4. Erwecke, läutre und vereine/ des ganzen Chri⸗ stenvolkes Schar/ und mach in deinem Gnaden⸗ scheine/ dein Seil noch jedem offenbar. 5. Du unerschöpfter Guell des Lebens,/ allmächtig starker Gotteshauch,/ dein Feuermeer ström nicht vergebens;/ ach, zünd in unsern Serzen auch. 6. Schmelz alles, was sich trennt, zusammen/ und baue deinen Tempel aus;/ laß leuchten deine heil⸗ gen Flammen/ durch deines Vaters ganzes Saus. I86 —* . *— Das christliche Leben ö 397 7. Beleb, erleucht, erwärm, entflamme/ doch bald die ganze, weite Welt/ und zeig dich jedem Völker⸗ stamme/ als Seiland, Friedefürst und Held. 8. Dann tönen dir von Millionen/ der Liebe Jubelharmonien,/ und alle, die auf Erden woh⸗ nen,/ knien vor den Thron des Lammes hin. Georg Sriedrich Fickert, 1815. 357 mel.: O Jesu Christ, mein's Lebens Licht(oder wie Nr. 139). Zeipzig 1625. . O ZJesu Christe, wahres Licht,/ erleuchte, die dich kennen nicht,/ und bringe sie zu deiner Herd,/ daß ihre Seel auch selig werd. 2. Erfülle mit dem Gnadenschein,/ die in Irrtum verführet sein,/ auch die, so heimlich noch ficht an in ihrem Sinn ein falscher Wahn. 3. Und was sich sonst verlaufen hat/ von dir, das suche du mit Gnad/ und sein verwundt Gewissen heil;/ laß sie am Himmel haben teil. 4. Den Tauben öffne das Gehör,/ die Stummen richtig reden lehr,/ die nicht bekennen wollen frei,/ was ihres Zerzens Glauben sei. . Erleuchte, die da sind verblendt,/ bring her, die sich von uns getrennt,/ versammle, die zerstreuet gehn,/ mach feste, die im Zweifel stehn. 6. So werden sie mit uns zugleich/ auf Erden und im Simmelreich/ hier zeitlich und dort ewiglich/ für solche Gnade preisen dich. Johann Seermann, 1 1647. 187 359560 Das christliche Leben 959 Säehlesisch 1842. 1. Schönster Herr Jesu,/ Herrscher aller Enden,/ Cottes und Marien Sohn,/ dich vill ich lieben,/ dich will ich ehren,/ meiner Seele Freud und Kron. 2. I Schön sind die Wälder,/ schön sind die Fel- der/ in der schönen Frühlingszeit:/ A Jesus ist schöner,/ Jesus ist reiner,/ der unser traurig Herz erfreut. 3. II Schön leucht't die Sonne,/ schön leucht't der Monde/ und die Sternlein allzumal:/ A Jesus leucht't schöner,/ Jesus leucht't reiner/ als die Engel im Himmelssaal. 4. III Schön sind die Blumen,/ schöner sind die Menschen/ in der. frischen Jugendzeit:/ A Sie müssen sterben, müssen verderben:/ Jesus bleibt in Ewigkeit. Munster i. Westf. 1677. 560 Mel.: Wie könnt ich ruhig schlafen. Friedrich Silcher 1842. 1. So nimm denn meine Hände/ und führe mich/ bis an mein selig Ende/ und ewiglich. Ich mag allein nicht gehen,/ nicht einen Schritt;/ Wo du wirst gehn und stehen,/ da nimm mich mit. 2. In dein Erbarmen hülle/ mein schwaches Herz und mach es gänzlich stille/ in Freud und Schmerz;/ laß ruhn zu deinen Füßen/ dein armes Kind,/ es will die Augen schließen/ und glauben blind. 3. Wenn ich auch gleich nichts fühle/ von deiner Macht,/ du führst mich doch zum Ziele/ auch durch die Nacht;/ so himm denn meine Hände/ und führe mich/ bis an mein selig Ende/ und ewiglich. Inlie von Hausmann, + 1901 I88 ** Das christliche Leben 561 561 Mel.: Wer hier vor Sott will sein gerecht. Nach Mikolaus + 7501. 9. J Steht auf, ihr lieben Kinderlein,/ der Mor⸗ genstern mit hellem Schein/ läßt frei sich sehen wie ein Held/ und leuchtet in die ganze Welt. 2. A Willkommen seist du, schöner Stern!/ Du bringst uns Christum, unsern Herrn,/ der unser lieber Seiland ist;/ darum du hoch zu loben bist. 3. II Ihr Rinder sollt bei diesem Stern/ erkennen Christum, unsern Herrn,/ Marien Sohn, den treuen Hort;/ der leuchtet uns mit seinem Wort. 4. A Gotts Wort, du bist der Morgenstern,/ wir können dein gar nicht entbehrn,/ du mußt uns leuch⸗ ten immerdar,/ sonst sitzen wir im Finstern gar. F. III Willkommen seist du, lieber Tag,/ vor dir die Nacht nicht bleiben mag;/ leucht uns in unsre Herzen fein/ mit deinem hellen Simmelsschein! 6. G Zesu Christ, wir warten dein:/ dein heil⸗ ges Wort leucht uns so fein!/ Am End der Welt bleib nicht lang aus/ und führ uns in deins Vaters aus! 7. Du bist die liebe Sonne klar,/ wer an dich glaubt, der ist fürwahr/ ein Rind der ewgen Selig⸗ keit,/ die deinen Christen ist bereit. 8. Wir danken dir, wir loben dich/ hier zeitlich und dort ewiglich/ für deine groß Barmherzigkeit/ von nun an bis in Ewigkeit. Erasmus Alberus, geb. um 1500 in der Wetterau, Pfarrer in Sprendlingen i. St., Staden, De u. a. O., I553 in Neu⸗ Brandenburg. 189 Das christliche Leben 563 Choralbuch der Brüdergemeinde, 1784. 1. Weil ich Jesu Schäflein bin,/ freu ich mich nur immerhin/ über meinen guten Hirten,/ der mich wohl weiß zu bewirten,/ der mich liebet, der mich kennt/ und bei meinem Namen nennt. 2. Unter seinem sanften Stab/ geh ich aus und ein und hab/ unaussprechlich süße Weide,/ daß ich keinen Mangel leide;/ und sooft ich durstig bin,/ führt er mich zum Brunnquell hin. 3. Sollt ich nun nicht fröhlich sein,/ ich beglück- tes Schäfelein?/ Denn nach diesen schönen Tagen/ werd ich endlich heimgetragen/ in des Hirten Arm und Schoh./ Amen, ja, mein Glück ist groß! Luise von Hayn, f 1782. 564 Volksweise, 1818. 1. Weißt du, wieviel Sternlein stehen/ an dem blauen Himmelszelt?/ Weißt du, wieviel Wolken gehen/ weithin über alle Welt?/ Gott, der Herr, hat sie gezählet,/ daß ihm auch nicht eines fehlei/ 25: an der ganzen großen Zahl.:.: 2. Weißt du, wieviel Mücklein spielen/ in der heißen Sonnenglut?/ wieviel Fischlein auch sich kühlen/ in der hellen Wasserflut?/ Gott, der Herr, rief sie mit Namen,/ daß sie all ins Leben kamen, 25: daß sie nun so fröhlich sind. ,: 3. Weiht du, wieviel Kinder frühe/ stehn aus ihrem Bettlein auf,/ daf sic ohne Sorg und Mühe/ fröhlich sind im Tageslauf?/ Cott im Himmel hat an allen/ seine Lust, sein Wohlgefallen,:,: kennt auch dich und hat dich lieb.:: Wilhheim Hey, f 1854 19⁰0 2** ——*———— Das christliche Leben 569 Um 1802 · 1. I Wir pflügen und wir streuen/ den Samen auf das Land,/ doch Wachstum und Gedeihen/ steht in des Himmels Hand;/ der tut mit leisem Wehen /sich mild und heimlich auf/ und träuft, wenn heim wir gehen,/ Wuchs und Gedeihen drauf. Alle gute Gabe kommt her von Gott, dem Herrn; drum dankt ihm, danki,/ drum dankt ihm, dankt/ und hofft auf ihn! ö 2. II Er sendet Tau U und Regen/ und Sonn- und Mondenschein/ und wickelt seinen Segen/ gar zart und künstlich ein;/ und bringt ihn dann behende in unser Feld und Brot; /es geht durch unsre Hände, kommt aber her von Cott./ A Alle gute Gabe kommt her von Gott, dem Herrn;:,: drum dankt ihm, dankt:,: und hofft auf ihn! 3. IWas nah ist und was ferne,/ von Gott kommt alles her,/ der Strohhalm und die Sterne,/ das Sandkorn und das Meer./ Von ihm sind Büsch und Blätter/ und Korn und Obst, von ihm/ das schöne Frühlingswetter/ und Schnee und Ungestüm./ A Alle gute Cabe kommt her von Gott, dem Herrn; 25: drum dankt ihm, dankt:,: und hofft auf ihn! 4. II Er läßt die Sonn aufgehen,/ er stellt des Mondes Lauf,/ er läßt die Winde vehen/ und tut die Wolken auf./ Er schenkt uns so viel Freude,/ er macht uns frisch und rot;/ er gibt dem Viehe Weide/ und seinen Menschen Brot./ A Alle gute Gabe kommt her von Gott, dem Herrn;:,: drum dankt ihm, dankt:,: und hofft auf ihn! Matthias Claudius, 1 1815. I91 573574.575 576777 Liturgische Gesänge III. CLiturgische Gesänge (Jur Aiturgie vgl. auch die Lieder Nr. 5s, 23, 328, 398, 2)), 43), 837, vaz.) 73, 1/4, 373 (Statt Lied Nr. 57367 besser Lied Nr. 577. Wir glauben all an Einen Gott,/ Schöpfer Sim⸗ mels und der Erden,/ der sich durch Jesum, seinen Sohn,/ uns zum Vater hat gegeben.7 Er will uns allzeit ernähren,/ uns zur Seligkeit bewahren/ durch den heilgen Geist im Glauben;/ kein Leid soll uns widerfahren. Und ob auch Tod und Sölle dräut,/ wir sind des Zerrn in Ewigkeit!/(Amen, Amen, Amen!) Nach Luther, 1 1546. 576 Heilig, heilig, heilig ist Gott, der Zerr Zebaoth! Alle Lande sind seiner Ehre voll. Zosianna in der öhe! Gelobet sei, der da kommt im Namen des Herrn, Hosianna in der Söhe! Jesaia 6, 3; Matth. 2JI, 9. 3577 (Das dreimalige Amen am Schluß gilt nur für die Melodien 374 und 75.) ö 3. Wir glauben all an Einen Gott,/ Schöpfer immels und der Erden,/ der sich zum Vater geben hat,/ daß wir seine Kinder werden./ Er will uns allzeit er nähren,/ Leib und Seel auch wohl bewah⸗ ren;/ allen Unfall will er wehren,/ kein Leid soll 192 Liturgische Gesänge uns widerfahren;/ er sorget für uns, hüt't und wacht,/ es steht alles in seiner Macht.(Amen, Amen, Amen.) 2. Wir glauben auch an Jesum Christ,/ seinen Sohn und unsern Serren,/ der ewig bei dem Vater ist,/ gleicher Gott von Macht und Ehren,/ von Marien, der Jungfrauen,/ ist ein wahrer miensch geboren/ durch den heilgen Geist im Glauben,/ für uns, die wir war'n verloren,/ am Kreuz gestorben und vom Tod/ wieder auferstanden durch Gott. (Amen, Amen, Amen.) 3. Wir glauben an den heilgen Geist,/ Gott mit Vater und dem Sohne,/ der aller Blöden Tröster heißt/ und mit Gaben zieret schöne,‚/ die ganz Chri⸗ stenheit auf Erden/ hält in einem Sinn gar eben;/ hier all Sünd vergeben werden,/ das Fleisch soll auch wieder leben;/ nach diesem Elend ist bereit/ uns ein Leben in Ewigkeit.(Amen, Amen, Amen.) 13 Wotgesängbuch Sessen 193 Inhalt Seite Der Laß des Herrnn) Zum Anfang des Sottesdienste Zum Schluß des Gottesdienste 7 Adventt 9 Weihnachenn 16 Bahreswendeed 23 Erscheinung Christi(Epiphaniasss 26 Dasion 28 Gsternnn 38 Ehrimn Himmelfahrrt:r w0 43 Binguermtt 46 Schlußlied der Weihnachtszeeelt Trinitatisfenmnmnmm 82 Seemnd Dannn 74 Kirchr 69 Füfiooeonn 79 Woert Settteeeeeeend 8⁰ Zeilige Taufe und Ronfirmati[n 85 Welliges Abendmah 83 Dufttii 87 Glaube und nechtfertigannnnnRnss 9⁰0 Wachienge Chril 94 Eiebe zu Christuus 303 Gevbeee 30909 Allgepieine Fürbitstrte 339 Oriede und Frendwuweeeee 5 2⁰ Bertraueen ũꝛ; Inhaltsverzeichnis BDeite Lieder für besondere Zeiten und Verhaltnisse 137 Sommerτt 137 Morgemnn ² 3 BDei Wistee 35. 44 Abend 44 Beruf und ausstad 149 Wot, Arieg und Frieden 5³ Eruereett 7 194 Die letzten Dinee 196 Sterbelieder 56 Beim Lod von Kindeer 3163 Gericht und wigreettt 3653 Anhang geistlicher Lieder 558 Die Feunzeiten n 168 Adveit 168 Weihnachteen RPPPP* 569 Nassienn 174 Suernn 7 Ehrisi immehahrrrr 377 I. Das christliche Leben 322 III. Liturgische GesfingeM 392 Derzeichnis der Lieder 96 13* 195 Ach bleib bei uns Ach bleib mit deiner UAch Gott und Herr Auch Gott, verlaß Ach Gott, vom Sim⸗ mel sieh Allein Gott in der Allein zu dir, Serr Alles ist an Gottes Auf, auf, ihr Reichs⸗ genossen Auf, auf mein Herz Auf Christi Sim⸗ melfahrt Auf dich hab ich Auf meinen lieben Gott Auf, Seele, auf, und Aus dem Simmel Aus meines Zer⸗ zens Grunde Aus tiefer Vot Befiehl Wege du deine Christe, du Lamm Christ fuhr gen Christ ist erstanden Christ lag in Todes⸗ banden Verzeichnis der Lieder NVr. 39 392 258 300 E 23 Christus, der ist Das alte Jahr Der heilge Christ Der Berr bricht ein Der Maie, der Maie Der Mond ist Der Tag, der ist so Die beste Zeit im Jahr ist Die Gnade unsers Die güldne Sonne Die Nacht ist kom⸗ men, drin Dies ist der Tag Die Tage sind so Dir, dir Jehova Die wir uns allhier Du lieber, heilger, frommer Christ Eine Serde und ein Einer ists, an dem Eine feste Burg Ein Lämmlein geht Ein reines Serz Eins ist not Erhalt uns, Serr Es ist ein Ros Es kennt der Herr Es kommt ein Schiff 267 9⁰2 Verzeichnis der Lieder Es wolle Gott uns Freu dich sehr, o Fröhlich soll mein Frühmorgens, da Geh aus, mein Zerz Gelobet sei der Serr Gelobet seist du Gelobt sei Gott Gen Himmel auf⸗ gefahren ist Gib dich zufrieden Gott der Gnaden Gott des Zimmels Gottes Stadt steht Gott ist gegenwär⸗ tig Gott ist mein Lied Gottlob, nun ist Gott sei Dank durch Großer Gott, wir Zeilig, heilig heilig Herbei, o ihr Gläu⸗ bigen err, dein Wort err Gott, dich loben wir Serr Jesu Christ, dich zu uns Zerr Jesu Christ, du höchstes Nr. 367 397 Zerr, stärke mich Herr, wie du willst Herzlich lieb hab ich Herzlich tut mich »erzliebster Jesu herz und Serz ver⸗ eint inunter ist der SHöchster Gott, wir Ich bin getauft auf Ich hab mein Sach Ich ruf zu dir, Zerr Ich singe dir mit Ich steh an deiner Ich und mein Saus Ich weiß, an wen Ich will dich lieben Ihr Rinderlein, kommet, o Im Simmel, Simmel Immer muß ich In allen meinen In dir ist Freude In Gottes Namen Ist Gott für mich im Jauchzet, ihr Zim⸗ mel Jerusalem, du Jesu, der du bist 197 Jesu, geh voran Jesu, hilf siegen Jesu, meine Freude Jesu, meines Le⸗ bens Leben Jesus Christus herrscht Jesus lebt, mit ihm Jesus, meine Zu⸗ versicht Jesus nimmt die Jesus soll die Lo⸗ sung sein Rommet, ihr Sirten Romm, heiliger Geist, erfüll Romm, heiliger Geist, Serre Romm, o Serr Rommt, Brüder Rommt her, ihr seid Rommt und laßt uns Lasset uns den Ser⸗ ren preisen Lasset uns mit Jesu Laß mich dein sein Licht, das in die Liebster Jesu, wir sind hier, deinem Liebster Jesu, wir sind hier, dich Nr. 4)) Lobe den Serren, 246 den mächtigen zor? Lobe den Herren, o meine 66 Lob Gott getrost Lobt Gott, ihr Chri⸗ 503 sten Macht hoch die Tür 483 Man lobt dich in 239 Meeiin erst Gefühl sei Meinem Jesum laß 5)mein schönste Zier Mir nach, spricht 930 Miti Ernst, o Men⸗ schenkinder mitten wir im Morgenglanz der 7) Vun bitten wir den 299 Vun danket alle 206 Gott 5)) Vun danket all und Nun freut euch, lie⸗ ben Christen 79 Vun geh uns auf 249 Vun kommt das 299 neue 74 Vun laßt uns gehn Nun lob, mein Seel 584 Vun preiset alle Vun ruhen alle 6Vun sich der Tag 198 Verzeichnis der Lieder 23 83 25 48 29 330 389 398 —— uʒm. Verzeichnis der Lieder Nr. Nun singet und seid 89)2 O daß doch bald O daß ich tausend O du fröhliche O Durchbrecher O Ewigkeit, du Donnerwort O Ewigkeit, du Freudenwort O Gott, du frommer O Gottes Geist und O Saupt voll Blut O heilger Geist, kehr O hilf, Christe, Got⸗ tes Sohn OJesuchriste, wah— res Licht O Lamm Gottes O Traurigkeit O Welt, sieh hier Rüstet euch, ihr Schaffe in mir, Gott Schmücke dich, o Schmückt das Fest Schönster Serr Jesu Sei Lob und Ehr Siegesfürst und Sieh, hier bin ich Sollt ich meinem 996 4⁰ 22 248 484 489 296 23 63 39⁰ 958 7 78 74 64 299 2757 96 7 89 337 30² 298 306 199 So nimm denn Steht auf, ihr Stille Nacht Such, wer da will Tut mir auf die Treuer Wächter Unsern Ausgang Valet will ich dir Vater unser im Verleih uns Frie⸗ den gnädiglich Verzage nicht, du Volk des Herrn, du Vom Simmel hoch Von Gott will ich Wach auf, du Geist Wach auf, mein Serz, die Wach auf, mein Herz, und Wachet auf, ruft Warum sollt ich Was Gott tut, das Was mein Gott will Weicht, ihr Berge Weil ich JesuSchäf⸗ lein bin Weißt du, wieviel Wenn ich, o Schöp⸗ ser, deine Nr. 96⁰0 96 973 270 8 4979 E 442 203 42 93 267 32 328 568 8⁰ 369 479 332 344 328 33 963 964 43 Wenn kleine Sim⸗ melserben Wenn mein Stünd⸗ lein Wenn mich Sünden Wenn wir in höch⸗ sten Vöten Werde licht, du mein Werde munter, mein ⸗ Wer nur den lieben Wer weiß, wie nahe Wie schön leuchtet 448 269 Verzeichnis der Lieder Vr. Wie soll ich dich Wir danken Gott Wir glauben all an Einen Gott 1573 Wir glauben all an Einen Gott II Wir pflügen und Wunderanfang Wunderbarer Rönig Zeuch ein zu deinen 20 383 979 77 969 345 36 Veröffentlicht unter der Fulassung Nr. US-W-2O4 der Nachrichten⸗ kontrolle der Militärregierung Druck: Wiesbadener Graphische Betrlebe Gmb')h., Wiesbaden Verlags⸗Nr. 4920 IIN .——— SRRRREEE——— — SIRRRRRRRTRRTR ö ä———F——* . 2.222 — N— PNNNNSSSNNNNNNNNNNNNNNEN* — SSS W ——— D— D