—.——.. —————— ——— — ν νν —* 8 — — 3 —. — — — .— — — 2 — 2 — + — — +⁰0 S — —. 6 — —2 E —— E — 6 — — — — — — — — — — — —8 — + — — — —— L. C M n. W .. N — nhalt. —— Nr. Der. Tag des Herrn: 1— 14 Am Morgen 1— 3 Zum Suend des Gottsdienstes 4—10 Zum Schlusse des Gottesdienstes 11—14 Adbents 15— 30 Weihnachten 31 45 Jahreswechsal 46— 52 Darstellung und Ers cheinung Jesu Ehristi 53— 57 . 0. 88. 75 Begräbnis Jesu. 73—75 DOsternnn 70— 92 Himmelfahrt J3.105 Viingsten 106 122 Trinitatisfewsst. 125—127 Allgemeine Lob⸗ und Danklieder 128—147 ann und Sdenmitter. 148—210 Kirche. 148—176 Kirchweihe*. I65—166 Ausbreitung der Kirche (Missionslieder)/.. 167—176 1* *XII. IV. Gnadenmittel 177—210 Wort Gottes. 177—183 Sakramente 18⁴4—210 Smenr Taufe 184—187 onfirmation. 188—194 Das heilige Abendmahl 195—210 Vor und während der Feier.. 195—206 Nach der Feier 207—210 on und Heiligung.. 211-360 Buße 211—230 Glaube und Reälertigang 231—242 Heiligung.. 243—360 Nachfolge Ehrisn 243—267 Liee 268—290 Gebeet 291—303 Allgemeine Fürbitte 304—305 Werne und Freude 306—324 ertrauen.. 325—360 Lieder für bes Au. ne Stände und Verhältnisse 361—435 Jahreszeiten 361—364 Frühling 361 Sommer 362 Winte 363 inter. 364 Morgen 365—379 Mittag 380—385 Vor Tische 380—382 Nach Tische 383—385 Abend. 386—401 ür Kinder 401 Am Schlusse der Woche 402—403 Beruf* 40⁴4—407 Ehe und Hauss sand 408—415 Obrigkeit 4¹16 Predigtamt 417 Allgemeine Not— 418—420 Krieg und Frieden.. 421—423 XV Mißwachs und 4424 Ernte 425—427 Wetterlieder.428—429 Aeiee 430 Krankheit.* 4518432 Am Wutertstage 458 n Alter. 434—435 XV.. letzten Inge* 6 00 ..436—476 360 ESteelder. 1436—457 Begräbnislieder.. 458—466 Beim Tode von Eltern 467—468 Beim Tode von Ehegatten 469—471 Beim Tode von Kindern. 472—476 Gericht und Ewigkeit... 477—500 DSDq Anhang geistlicher Lieder. I. Die Festzeitnernrꝓn 501—527 435 I5vent 501.503 Weihnachten 3048514 Passioon 5158518 Ostern 3519324 Himmelfahrt.525—526 Pfingsteen 527—528 II. Das christliche Leben 528—572 Gebete zur häuslichen Andacht. holen. 2. deinen Werk sollst in d gehn, Pflicht rung f 1 deines * Andac vor d auf d kann — Am Morgen. Mel. Mein Jesu, dem die Sera⸗ phinen ꝛc. 1 Beschworte⸗ Herz, leg ab die Sorgen; er⸗ hebe dich, gebeugtes Haupt! Es kommt der angenehme Morgen, da Gott zu ruhen hat erlaubt, da Gott zu ruhen hat befohlen und selbst die Ruhe eingeweiht. Auf, auf! die ihm geraubte Zeit in seinem Dienste einzu⸗ holen. 2. Auf, laß die Welt aus deinem Sinne, dein irdisch Werk muß stille stehn; du sollst zu höherem Gewinne in deines Gottes Tempel gehn, ihm zu bezahlen deine Pflichten und zur Vermeh⸗ rung seines Ruhms die Werke deines Priestertums in tiefster Andacht zu verrichten. 3. Mein Gott! ich bin vor dir erschienen und gebe auf dein Winken acht; wie kann ich dir gefällig dienen, I. Der Tag des Herrn. wenn mich dein Geist nicht tüchtig macht? Wie werde ich in dir erfreuet, wenn er nicht stillt der Sünde Schmerz? Wie bet ich, wenn er nicht das Herz durch seine Gnade mir erneuet? 4. Kann meine Harfe lieb⸗ lich klingen, wenn sie dein Finger nicht berührt? Kann ich die finstre Nacht durch— dringen, wenn mich dein Licht nicht aufwärts führt? Kann ich ein reines Opfer werden, wenn deine Flamm nicht in mich fahrt und mich in deiner Lieb verzehrt und hebet von dem Staub der Erden? 5. Mein Jesus hat mein Herz so teuer zu seinem Tem⸗ pel eingeweiht: hier ist dein Herd, hier ist dein Feuer, die Fülle deiner Herrlichkeit, dein Heiligtum, dein Stuhl der Gnade; dein Licht und Recht, das Himmelsbrot, des Geistes Frucht und dein Ge⸗ bot erfüllen diese Bundeslade. 6. In deinem Haus will ich mir bauen die Hütte, Nr. 2, 3 Hütte, bis ich scheid einmal. Indessen gib mir, dich zu schauen, o Lebenslicht, den Gnadenstrahl! So feir ich recht den Tag der Sonnen, so hab ich meine Ruh in dir; ach, habe du dein Werk in mir! Vollführe, was du hast begonnen! 7. Wenn sich des Lebens Werktag enden, so ruh, von allem Frondienst los, mein Geist in Gottes Vaterhänden, mein Leib in Dad Mutter Schoß, bis beides feiern wird dort oben, wo man in sicherm Frieden ruht, nichts denket, redet oder tut, als dich zu lieben, dich zu loben. Chr. Wegleiter, 4 1706. Mel. Gott des Himmels ꝛc. 2 Geser Gott von alten Zeiten, dessen Hand Welt regiert, dessen Treu auf allen Seiten mich von Jugend auf geführt: heute weckt des Tages Lauf mich zu lauter Andacht auf. 2. Ach, wie lieb ich diese Stunden, denn sie sind des Herren Fest, das mit so viel Trost verbunden, da mein Gott mich ruhen läßt und durch seinen guten Geist mir den Weg zum Leben weist. 3. Habe Dank für diesen Morgen, der mir Zeit zum Guten schenkt; das sind unsre besten Sorgen, wenn der Mensch an Gott gedenkt und Der Tag des Herrn. von Herzen betet, singt, daß es durch die Wolken dringt. 4. Was ist schöner, als Gott loben? Was ist süßer, als sein Wort? Da das Herz zu Gott erhoben, offen sieht des Himmebz Pfort! Selig ist, wer Tag und Nacht also nach dem Himmel tracht. 5. O mein Gott, sprich selber Amen, denn wir sind dein Eigentum; alles preise deinen Namen, alles mehre deinen Ruhm, bis es künftig wird geschehn, daß wir dich im Himmel sehn. Kasp. Neumann, 1 1715. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht 2. 3 Liht vom Licht, erleuchte mich bei dem neuen Tageslichte; Gnadensonne, zeige dich meinem muntern Angesichte; wohne mir mit Glanze bei, daß mein Sabbat fröhlich sei. 2. Brunnquell aller Selig⸗ keit, laß mir deine Ströme fließen; mache Mund und Herz bereit, deiner Gnade zu genießen; streu das Wort mit Segen ein, laß es hundert⸗ früchtig sein! 3. Zünde selbst das Opfer an, das auf meinen Li pen lieget; sei mir Weisheit, Licht und Bahn, daß kein Irrtum mich betrüget und kein frem⸗ des Feuer brennt, welches dein Altar nicht kennt. alleze singe keit schwi Vorse im H 5. in di Herze mir, Kerze zu, e 6. weiht keiten lichkei reiten nichts deiner 3 4 deiner zünd deiner du der ganzer zur 6 Hallel 272 2 9 heilge 3 Der Tag des Herrn. 4. Laß mich heut und allezeit heilig, heilig, Euien singen und mich in die Ewig⸗ keit mit des Geistes Flügeln schwingen; gib mir einen Vorschmack ein, wie es mag im Himmel sein. 5. Ruh in mir und ich in dir, bau ein Paradies im Herzen, offenbare dich doch mir, sende meiner Andacht Kerzen immer neues Feuer zu, o du Liebesflamme du! 6. Dieser Tag sei dir ge⸗ weiht; weg mit allen Eitel⸗ keiten! Ich will deiner Herr⸗ lichkeit einen Tempel zube⸗ reiten, nichts sonst wollen, nichts sonst tun, als in deiner Liebe ruhn. ö B. Schmolck, 4 1737. Zum Anfang des Gottesdienstes. 4 Kemm, heiliger Geist, erfüll die Herzen deiner Gläubigen und ent⸗ zünd in ihnen das Feuer deiner göttlichen Liebe, der du durch Mannigfaltigkeit der Zungen die Völker der ganzen Welt versammelt hast zur Einigkeit des Glaubens. Halleluja! Halleluja! Alte Kirche. R err Jesu Christ, dich — H zu uns wend, den heilgen Geist du zu uns send; Nr. 4—6 mit Hilf und Gnad er uns regier und uns den Weg zur Wahrheit führ. 2. Tu auf den Mund zum Lobe dein, bereit das Herz zur Andacht fein; den Glauben mehr, stärk den Verstand, 7. uns dein Nam werd wohlbekannt; 3. Bis wir singen mit Gottes Heer: heilig, heilig ist Gott der Herr! und schauen dich von Angesicht in ewger Freud und selgem Licht. 4. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, dem heilgen Geist in einem Thron; der heiligen Dreieinigkeit sei Lob und Preis in Ewigkeit! 1651. 6 L Jesu, wir sind hier, dich und dein Wort anzuhören; lenke Sinnen und Begier auf die süßen Himmelslehren, daß die Her⸗ zen von der Erden ganz zu dir gezogen werden. 2. Unser Wissen und Ver⸗ stand ist mit Finsternis ver⸗ hüllet, wo nicht deines Geistes Hand uns mit hellem Licht erfüllet; Gutes denken, tun und dichten mußt du selbst in uns verrichten. 3. O du Glanz der Herr⸗ lichkeit, Licht vom Licht, aus Gott geboren, mach uns alle⸗ samt bereit, öffne Herzen, Mund Nr. 7, 8 Mund und Ohren; unser Bitten, Flehn und Singen laß, Herr Jesu, wohlgelingen. 2993 Einuiter T 1684. Mel. Ach, was soll ich Sünder machen ꝛc. 7 Herr, es ist ein Tag H erschienen, der mich 6 den Himmel weist und an Gott gedenken heißt; darum komm ich, dir zu dienen; richte du mich selber zu, daß ich deinen Willen tu. 2. Stille selbst an diesem Morgen den verwirrten Lauf der Welt, der uns hier ge⸗ fangen hält; brich die Nacht der eitlen Sorgen, daß ich heut, von allem frei, dir allein ergeben sei. 3. Kröne mich mit deinen Gaben, zieh mich an mit deiner Kraft,-die den neuen Menschen schafft. Ach, was Freude werd ich haben, wenn das Herz in meiner Brust sucht am Herren seine Lust. 4. Laß die Predigt wohl⸗ gelingen, steh auch deinem Worte bei, daß es in mir kräftig sei. Unser Beten, unser Singen, und was sonst noch wird getan, siehe du mit Gnaden an! C. Neumann, T 1715. Mel. Gott des Himmels ꝛc. ut mir auf die schöne 8; Pforte, führt in Gottes Haus mich ein; ach, Der Tag des Herrn. 4 wie wird an Annin Orte meine Seele fröhlich sein! Hier ist Gottes Angescht; hier ist lauter Trost und Licht. 2. Ich bin, Herr, zu dir gekommen, komme du nun auch zu mir; wo du Woh⸗ nung hast genommen, da ist lauter Himmel hier. Zeuch in meinem Herzen ein, laß es.— Tempel sein! 3. Laß in Furcht mich vor 40 bren heilge du Leib, Seel und Geist, daß mein Singen und mein Beten dir ein lieblich Opfer heißt. 10 du, Herr, Mund und Ohr, zeuch d das Herz zu dir empor! 4. Mache mich zum guten Lande, wenn dein Saatkorn auf mich Lalht⸗ gib mir Licht in dem n Berstande, und was mir wird vorgestellt, präge meinem Herzen ein, laß es mir zur Frucht gedeihn! 5. Stärk in mir den schwachen Glauben, laß dein teures Kleinod mir nimmer aus dem Herzen rauben; halte stets dein Wort mir für, daß es mir zum Leitstern dient und zum Trost im Herzen grünt. 6. Rede, Herr, so will ich hören, und dein Wille werd erfüllt! Nichts laß meine Andacht stören, wenn der Brunn des Lebens quillt; speise mich mit Himmelsbrot, tröste mich in aller Not! B. Schmolck, 4 1737. dacht verwi dein stamu schwa gnädi 2. ers che bring Gewe dring erneu Trost bekan treuli den! stum, Schn uns unsre 2. Füße du, süßer daß hient rzen ich verd seine der lillt; rot, 17³7. 5 Der Tag des Herrn. Nr. 9—12 Mel. Liebster Jesu, wir sind ꝛc. 9 H²i vor deinem An⸗ gesicht hat die An⸗ dacht uns versammelt; ach, verwirf die Bitten nicht, die dein Volk dir, Höchster, stammelt! Hör auf unsre schwachen Lieder und sieh gnädig auf uns nieder! 2. Laß dein Wort, das hier erschallt, viele gute Früchte bringen und mit göttlicher Gewalt tief in unsre Seelen dringen. Laß es unsern Sinn erneuen und das Herz mit Trost erfreuen! 3. Dein Gebot mach uns bekannt und hilf selbst es treulich üben, dich und den, den du gesandt, Jesum Chri⸗ stum, herzlich lieben, daß kein Schmerz und keine Freude uns von deiner Liebe scheide! Dan. Schiebeler, 1771. Mel. O Durchbrecher aller Bande ꝛc. 0 O wie freun wir uns der Stunde, da wir dir, Herr Jesu, nahn, um aus deinem heilgen Munde Lebensworte zu em⸗ pfahn! Laß uns heute nicht vergebens Hörer deines Wor⸗ tes sein; schreibe selbst das Wort des Lebens tief in unsre Herzen ein. 2. Sieh, wir sitzen dir zu Füßen; großer Meister, rede du, sieh, wir hören deiner süßen Rede heilsbegierig zu. Lehr uns, wie wir selig werden; lehr uns, wie wir aun E Zeit, diese kurze Zeit auf Erden, nützen für die Ewigkeit. 3. Nun, so lege Licht und Liebe, Kraft und Feuer auf dein Wort; laß es mit lebendgem Triebe in uns wirken fort und fort; hilf uns, daß wir treu bewahren, was wir in das Herz gefaßt und laß andre auch erfahren, daß du Lebensworte hast. K. J. Ph. Spitta, 4 1859. Zum Schlusse des Gottesdienstes. Mel. Liebster Jesu, wir sind ꝛc. 1 1 4— Luoprv segne Gott, unsern Ein⸗ gang gleichermaßen; segne unser täglich Brot segne unser Tun und Lassen, segne uns mit selgem Sterben und mach uns zu Himmelserben. Hartm. Schenk, 1 1681. Mel. Unser Herrscher, unser önig ꝛc. 12 029 dir sei Preis gesungen, daß du uns so wohl gelehrt, daß dein Werk an uns gelungen, daß wir jetzt dein Wort ge⸗ hört; laß die Lehr den Glau⸗ ben stärken, mach uns reich an guten Werken. 2. Jesu, dein Wort ist sehr süße, habe Dank für diese Lehr! Lenke nur auch unsre Füße, daß wir wandeln dir zur Ehr; laß uns deinen Trost erquicken, bis wir deinen Thron erblicken. 3. Heilger Geist, schreib alle Worte nun in unsre Herzen ein, daß man stets an allem Orte deren eingedenk mag sein, daß wir täglich Früchte bringen und im Him⸗ mel Amen singen! Mich. Wiedemann, 1 1719. Mel Liebster Jesu, wir sind ꝛc. 13 Hüdan Gott, wir danken dir, daß du uns dein Wort gegeben; hilf uns ferner, daß auch wir nach demselben heilig leben; gib dem Glauben solche Stärke, daß er tätig sei im Werke! 2. Uns, o Vater, lehrest du, was wir tun und glau⸗ ben sollen; schenk uns deine Kraft dazu, gib zum Wissen Nr. 13—15 Der Tag des Herrn. 6 auch das Wollen und zum Wollen das Vollbringen, so wird alles wohlgelingen. 3. Gib uns, eh wir gehn nach Haus, deinen väterlichen Segen, breite deine Hände aus, leite uns auf deinen Wegen, laß uns hier im Segen gehen, dort gesegnet auferstehen! Joh. Ad. Haßlocher, 1 1726. Mel. Christus, der ist mein Leben ꝛc. 1 4 R sei mit deiner ö Gnade bei uns, Herr Jesu Christ, daß uns fortan nicht schade des bösen Feindes List. 2. Ach sei mit deiner Liebe, Gott Vater, um uns her; denn wenn uns die nicht bliebe, fiel uns die Welt zu schwer. 3. Ach heilger Geist be⸗ halte Gemeinschaft allezeit mit n. Geist und walte nun und in Ewigkeit! C. B. Garve, 1 1841. II. Advent. 15 Maht hoch die Tür, die Tor macht weit! Es kommt der Herr der Herrlichkeit, ein König aller Königreich, ein Heiland aller Welt zugleich, der Heil und Leben mit sich bringt; derhalben jauchzt, mit Freu⸗ den singt: gelobet sei mein Gott, mein Schöpfer, reich von Rat! 2. Er ist gerecht, ein Helfer wert, Sanftmütigkeit ist sein Gefährt, sein Königs⸗ kron ist Barmiher sein Zep⸗ ter ist Barmherzigkeit; all unsre 7 unsre; derhall den si Gott, 1 Tat! 3. wohl König allen dieser ist di bringt und V Gott, spatl 4 die Te Tempe Palme hin m Freud auch Leben sei me Tat, v 5. c5 Jesu Tür d mit d Freun schein. uns f. zur er Namer Preis Mel. 3 16 Wort 7 Advent. unsre Not zu End er bringt, derhalben jauchzt, mit Freu⸗ den singt: gelobet sei mein Gott, mein Heiland, groß von Tat! 3. O wohl dem Land, o wohl der Stadt, so diesen König bei sich hat; wohl allen Herzen insgemein, da dieser König ziehet ein! Er ist die rechte Laner en bringt mit sich lauter Freud und Wonn. Gelobet sei mein Gott, mein Tröster früh und spatl 4. Macht hoch die Tür, die Tore weit, das Herz zum Tempel macht bereit; die Palmen der Gottseligkeit streut hin mit Andacht, Lust und Freud; so kommt der König auch zu euch, ja Heil und Leben mit zugleich, Gelobet sei mein Gott, voll Rat, voll at, voll Gnad! 5. Komm, o mein Heiland, Jesu Christ, des Herzens Tür dir offen ist; ach, zeuch mit deiner Gnade ein, dein Freundlichkeit auch uns er⸗ schein. Dein heilger Geist uns führ und leit den Weg zur ewgen Seligkeit! Dem Namen dein, o Herr, sei ewig Preis und Ehr! G. Weißel, 4 1635. Mel. Nun komm, der Heiden ꝛc. 16 Gert sei Dank durch alle Welt, der sein Wort beständig hält und der Nr. 16, 17 Sünder Trost und Rat zu uns hergesendet hat. 2. Was der alten Väter Schar höchster Wunsch und Sehnen war, und was sie einst prophezeit, ist erfüllt in Herrlichkeit. 3. Zions Hilf und Abrams Lohn, Jakobs Heil und Da⸗ vids Sohn, Wunderbar, Rat, Kraft und Held hat sich treu⸗ lich eingestellt. 4. Sei willkommen, o mein Deil dir Hosianna, o mein eil! Richte du auch eine Bahn dir in meinem Herzen an! 5. Zeuch, du Ehrenkönig, ein, es gehöret dir allein; mach es, wie du gerne tust, rein von aller Sündenlust! 6. Und wie du voll Sanft⸗ mut kamst, jedes Armen dich annahmst, also sei auch jederzeit deine Sanftmut mir bereit! 7. Tröste, tröste meinen Sinn, weil ich schwach und blöde bin, daß im Glauben ich fortan treu dir bleibe zugetan, 8. Daß, wenn du, o Lebens⸗ fürst, prächtig wiederkommen wirst, ich dir mög entgegen⸗ gehn und vor dir gerecht be⸗ stehn! H. Held, 4 1659. Mel. Von Gott will ich ꝛc. 17 Mit Ernst, o Men⸗ 0 schenkinder, das Herz Nr. 18 Herz in euch bestellt! Bald wird das Heil der Sünder, der wunderstarke Held, den Gott aus Gnad allein der Welt zum Licht und Leben versprochen hat zu geben, bei allen kehren ein. 2. Bereitet doch fein tüch⸗ tig den Weg dem großen Gast, macht seine Steige richtig, laßt alles, was er haßt; macht eben jeden Pfad, die Tale rings erhöhet, macht niedrig, was hoch stehet, was krumm ist, macht gerad! 3. Ein Herz, das Demut liebet, bei Gott am höchsten steht; ein Herz, das Hochmut übet, mit Angst zu grunde geht; ein Herz, das richtig ist und folget Gottes Leiten, das kann sich recht bereiten, zu dem kommt Jesus Christ. 4. Ach, mache du mich Armen in dieser Gnadenzeit aus Güte und Erbarmen, Herr Jesu, selbst bereit! Zeuch in mein Herz hinein, mach es zu deiner Krippen; 5 werden Herz und Lippen ir ewig dankbar sein. V. Thilo, 4 1662. Mel. Aus meines Herzens ꝛc. 1 8 Auf, auf, ihr Reichs⸗ genossen! der König kommt heran; empfahet un⸗ verdrossen den großen Wun⸗ dermann. Ihr Christen, geht herfür, laßt uns vor allen Advent. 8 Dingen ihm Hosianna singen mit heiliger Begier! 2. Auf, ihr betrübten Herzen! Der König ist nicht ern. Hinweg all Angst und chmerzen! Dort kommt der Morgenstern. Der Herr will in der Not mit reichem Trost euch speisen, er will euch Hilf erweisen, ja dämpfen gar den Tod. 3. Frisch auf in Gott, ihr Armen! Der König sorgt für euch. Er will durch sein Er⸗ barmen euch machen groß und reich. Der alles hat be⸗ dacht, der wird auch euch Hnn was Menschen nur begehren, das steht in seiner Macht. 4. Frisch auf, ihr Hoch⸗ betrübten! Der König kommt mit Macht. An uns, die Herzgeliebten, hat er schon längst gedacht. Nun wird kein Angst, noch Pein, noch Zorn hinfür uns schaden, dieweil uns Gott aus Gnaden läßt seine Kinder sein. 5. Auf, auf, mit schnellen Schritten den König eilt zu sehn! Er kommt in unsre Mitten stark, herrlich, sanft und schön. Nun tretet all heran, den Heiland zu be⸗ grüßen, der alles Kreuz ver⸗ süßen und uns erlösen kann. 6. Der König will beden⸗ ken die, so er herzlich liebt, mit köstlichen Geschenken, als der sich selbst uns gibt— 9 seine König, wollen und die 7. uns re arm u unverg Sünde wir ir hoch sianna bar se Mel 19 ser G Heil i der H stolze zu ver zerstöre und Y 9 Advent. seine Gnad und Wort. Ja, König, hoch erhoben, wir alle wollen loben dich freudig hier und dort. 7. Nun, Herr, du gibst uns reichlich, wirst selbst doch arm und schwach; du liebest unvergleichlich, du eilst den Sündern nach; drum wolln wir insgemein die Stimmen hoch erschwingen, dir Ho⸗ sianna singen und ewig dank⸗ bar sein. J. Rist, 4 1667. Mel. Aus meines Herzens Grunde ꝛc. un jauchzet all, ihr 19 N Frommen, in die⸗ ser Gnadenzeit, weil unser Heil ist kommen, der Herr der Herrlichkeit; zwar ohne stolze Pracht, doch mächtig, zu verheeren und gänzlich zu zerstören des Teufels Reich und Macht. 2. Kein Zepter, keine Krone sucht er auf dieser Welt; im hohen Himmelsthrone ist ihm sein Reich bestellt. Er will hier seine Macht und Ma⸗ jestät verhüllen, bis er des Vaters Willen im Leiden hat vollbracht. 3. Ihr Mächtigen auf Erden, nehmt diesen König an, wollt ihr beraten werden und gehn die rechte Bahn, die zu dem Himmel führt; sonst, wo ihr ihn verachtet und nur nach Hoheit trachtet, des Höchsten Zorn euch rührt. Nr. 19, 20 4. Ihr Armen und Elen⸗ den in dieser bösen Zeit, die ihr an allen Enden müßt haben Angst und Leid, seid dennoch wohlgemut, laßt eure Lieder klingen, dem König 6n zu singen, der euer höchstes ut. 5. Er wird nun bald er⸗ scheinen in seiner Herrlichkeit und euer Leid und Weinen verwandeln ganz in Freud; er ists, der helfen kann. Macht eure Lampen fertig und seid stets sein gewärtig! Er ist schon auf der Bahn. M. Schirmer, 1673. Mel. Valet will ich dir geben ꝛe. 20 Mie soll ich dich ö empfangen, und wie begegn ich dir, o aller Welt Verlangen, o meiner Seele Zier? O Jesu, Jesu, setze mir selbst die Fackel bei, damit, was dich ergötze, be⸗ wußt und kund mir sei. 2. Dein Zion streut dir Palmen und grüne Zweige hin, und ich will dir in Psalmen ermuntern meinen Sinn. Mein Herze soll dir grünen in stetem Lob und Preis und deinem Namen dienen, so gut es kann und weiß. 3. Was hast du unter⸗ lassen zu meinem Trost und Freud, als Leib und Seele en in ihrem größten Leid? Is mir das Reich Ene 9 Nr. 21 da Fried und Freude lacht, bist du, mein Heil, gekommen und hast mich froh gemacht. 4. Ich lag in schweren Banden, du kommst und machst mich los; ich stand in Spott und Schanden, du kommst und machst mich groß und hebst mich hoch zu Ehren und schenkst mir großes Gut, das sich nicht läßt verzehren, wie irdscher Reichtum tut. 5. Nichts, nichts hat dich getrieben zu mir vom Him⸗ melszelt, als dein getreues Lieben, damit du alle Welt in ihren tausend Plagen und großer Jammerslast, die kein Mund aus kann sagen, so fest umfangen hast. 6. Das schreib dir in dein Herze, du hochbetrübtes Heer, bei welchem Gram und Schmerze sich häuft je mehr und mehr; seid unverzagt, ihr habet die Hilfe vor der Tür; der eure Herzen labet und tröstet, steht allhier. 7. Ihr dürft euch nicht bemühen, noch sorgen Tag und Nacht, wie ihr ihn wollet ziehen mit eures Armes Macht; er kommt, er kommt mit Willen, ist voller Lieb und Lust, all Angst und Not zu stillen, die ihm an euch bewußt. 8. Auch dürft ihr nicht erschrecken vor eurer Sünden⸗ schuld; nein, Jesus will sie Advent. 10 decken mit Daun Lieb und Huld. Er kommt, er kommt den Sündern zum Trost und wahren Heil, schafft, 040 bei Gottes Kindern verbleib ihr Erb und Teil. 9. Was fragt ihr nach dem Schreien der Feind und ihrer Tück? Der Herr wird sie zerstreuen in einem Augen⸗ blick. Er kommt, er kommt, ein König, dem alle Macht und List der Feinde viel zu wenig zum Widerstande ist. 10. Er kommt zum Welt⸗ gerichte, zum Fluch dem, der ihm flucht, mit Gnad und süßem Lichte dem, der ihn liebt und sucht. Ach komm, ach komm, o Sonne, und hol uns allzumal zum Licht, zur ewgen Wonne in deinen Freudensaal! P. Gerhardt, 4 1676. Mel. Wie nach einer Wasserquelle ꝛc. 21 Warum nh du draußen stehen, du Gesegneter des Herrn? Laß dir, bei mir einzugehen, wohlgefallen, du mein Stern, du mein Jesu, meine Freud, Helfer in der rechten Zeit! ilf, o Heiland, meinem erzen von den Wunden, die mich schmerzen. 2. In der Welt ist alles nichtig, nichts ist, das nicht kraftlos wär. Hab ich Ho⸗ Rei die ist flüchtig, hab ich eichtum, was ists mehr, als ein 11 ein St Hab ie wert? heut erft nicht ge 3. 2 Freude Jesu C ist die recht ft mir, o mein He Herr, a komm, l 4. 8 bist erhi zeucht er zu dir e willkomi dich ihn zu seine Gemüt was dick 5. Fromme und sch dich Cl und es meint. wieder 1 bleibt d den Eng ewig we Mel. Ach 22 0 den? J säumest! 10 und kommt st und — bei ib ihr nach d und wird Augen⸗ ommt, Macht hiel zu e ist. Welt⸗ m, der d und er ihn komm, nd hol ht, zur deinen + 1676. zuelle ꝛc. du tehen, gerrn? igehen, Stern, Freud, eit! neinem en, die t alles 25 9 Ho⸗ hab ich hr, als ein zu seiner Ruh, 11 Advent. ein Stäublein armer Erd? Hab ich Lust, was ist sie wert? Was ists, das mich heut erfreue, das mich morgen nicht gereue? 3. Aller Trost und alle Freude ruht in dir, Herr Jesu Christ; dein Erfreuen ist die Weide, da man erst recht fröhlich ist. Leuchte mir, o Freudenlicht, ehe mir mein Herze bricht; laß mich, Herr, an dir erquicken, Jesu komm, laß dich erblicken! 4. Freu dich, Herz, du bist erhöret, jetzo kommt und zeucht er ein; sein Gang ist zu dir gekehret, heiß ihn nur willkommen sein und bereite dich ihm zu, gib dich ganz öffne dein Gemüt und Seele, klag ihm, was dich drück und quäle! 5. Alles dient zu deinem Frommen, auch was bös und schädlich scheint, weil dich Christus angenommen und es treulich mit dir meint. Bleibest du dem wieder treu, ists gewiß und bleibt dabei, daß du mit den Engeln droben ihn dort ewig werdest loben. P. Gerhardt, 1676. Mel. Ach, was soll ich Sünder machen ꝛc. 22 Kemmie du, kommst du, Licht der Hei⸗ den? Ja, du kommst und säumest nicht, weil du weißt, Nr. 22, 23 was uns gebricht. O du starker Trost im Leiden, deht meines Herzens Tür steht dir offen, komm zu mir! 2. Ja, du bist bereits zu⸗ gegen, du Weltheiland, Gottes Sohn! Meine Sinnen spüren schon deinen gnadenvollen Segen und die Wunder deiner Kraft, welche Frucht und Leben schafft. 3. Adle mich durch deine Liebe, Jesu, nimm mein Flehen hin! Schaffe, daß mein Geist und Sinn sich in deinem Lieben übe; denn zu lieben dich, mein Licht, steht in meiner Kraft sonst nicht. 4. Jesu, rege mein Ge⸗ müte, Jesu, öffne mir den Mund, daß dich meines Herzens Grund innig preise für die Güte, die du mir, o Seelengast, lebenslang er⸗ wiesen hast. 5. Laß durch deines Geistes Gaben, Liebe, Glauben und Geduld, durch Bereuung meiner Schuld mich zu dir sein hoch erhaben! Dann so will ich für und für Hosianna singen dir. E. Ch. Homburg, 1 1681. Mel. Erschienen ist der herrlich ꝛc. 23 Nun kommt das neue Kirchenjahr, des freut sich alle Christen⸗ schar. Dein König kommt, 2 drum Nr. 24, 25 drum freue dich, du wertes Zion, ewiglich. Halleluja! Wir hören noch das Gnadenwort, das Wort vom Heiland immerfort, das uns den Weg zum Leben weist; Gott, sei für solche Gnad gepreist. Halleluja! 3. Gott, was uns deine Wahrheit lehrt, die unsern Glauben stärkt und mehrt, das bringe Frucht, auf daß wir dir lobsingen dankbar für und für. Halleluja! Johann Olearius, 4 1684. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht 2. osianna! Davids 24 H Sohn kommt in Zion eingezogen; ach, be⸗ reitet ihm den Thron, setzt ihm tausend Ehrenbogen; streuet Palmen, machet Bahn, daß er Einzug halten kann! 2. Hosianna, sei gegrüßt! Komm, wir gehen dir ent⸗ gegen; unser Herz ist schon gerüst, will sich dir zu Füßen legen. Zeuch zu unsern Toren ein, du sollst uns willkommen sein! 3. Hosianna, Friedefürst, Ehrenkönig, Held im Streite! Alles, was du schaffen wirst, das ist unsre Siegesbeute. Deine Rechte bleibt erhöht, und dein Reich allein besteht. 4. Hosianna, lieber Gast, wir sind deine Reichsge⸗ nossen, die du dir erwählet Advent. hast; ach, so laß uns unver⸗ drossen deinem Zepter dienst⸗ bar sein; herrsche du in uns allein! 5. Hosianna, komme bald, die Verheißung zu erfüllen! Sollte gleich die Knechtsge⸗ stalt deine Majestät verhüllen, o, so kennet Zion schon Gottes und auch Davids Sohn. 6. Hosianna, steh uns bei! O Herr, hilf, laß wohl⸗ gelingen, daß wir ohne Heu⸗ chelei dir das Herz zum Opfer bringen. Du nimmst keinen Jünger an, der dir nicht gehorchen kann. 7. Hosianna, nah und fern! Eile, bei uns einzu⸗ gehen. Du Gesegneter des Herrn, warum willst du draußen stehen? Hosianna, bist da da? Ja, du kommst, Halleluja! Mel. Meinen Jesum laß ich nicht 2. 9 5 Sieh, dein König * kommt zu dir! Seele, das sind frohe Worte. Sprich: mein König komm zu mir, sieh, ich öffne dir die Pforte, zeuch mit deiner Sanftmut ein! Was du findest, das ist dein. 2. Komm, ich bin dein Eigentum schon seit deinem Wasserbade; komm, Evangelium werde mir ein Wort B. Schmolck, 1737. dein 13 Wort de ja dein mein Ki 3. K aus, w mich reu dein He hat entt mit dein rein und 4. Ko mahl, d gegeben, Erdental Himmel Deber le Leben se 5. K Geist ar der dich im Geb Königs ich bis komm, mag. Mel. A 26( hält, wa Heiland Völker T der uns uns zur selbst sei durch ihr 2. Et hat uns mit wele Herz 12 unver⸗ dienst⸗ in uns e bald, füllen! achtsge⸗ hüllen, schon Davids ins beil wohl⸗ e Heu⸗ Opfer keinen rnicht h und einzu⸗ er des Ist du sianna, kommst, I ch nicht 2. König zu dir Worte. komm sfne dir tdeiner as du in dein deinem dein mir ein Wort „T 1737. ö r was er verspricht. Der 13 Advent. Wort der Gnade! Du schickst ja dein Wort voran, daß mein König kommen kann. 3. Komm und räume alles aus, was du hassest, was mich reuet; komm und reinige dein Haus, das die Sünde hat entweihet. Mache selbst mit deinem Blut alles wieder rein und gut! 4. Komm in deinem Abend⸗ mahl, das du uns zum Heil gegeben, daß wir schon im Erdental mit dir als im Himmel leben. Komm, Herr Deber leb in mir, und mein Leben sei in dir! 5. Komm und bring den Geist auch mit, deinen Geist, der dich verkläret, der mich im Gebet vertritt und des Königs Willen lehret, daß ich bis auf jenen Tag: komm, Herr Jesu! rufen mag. Ph. L. Hiller, 4 1779. Mel. Aus meines Herzens ꝛc. 26 Eebt den Herrn, ihr Frommen! Er Heiland ist gekommen, der Völker Trost und Licht. Gott, der uns nicht verstößt, hat uns zum Heil und Leben selbst seinen Sohn gegeben; durch ihn sind wir erlöͤst. 2. Erlöst! O welche Liebe hat uns der Herr erzeigt, mit welchem Vatertriebe sein Herz zu uns geneigt! Nr. 26 Von seiner Himmel Thron kommt, Rettung vom Ver⸗ derben uns Sündern zu er⸗ werben, sein eingeborner Sohn. 3. Er kommt zu uns auf Erden in tiefer Niedrig⸗ keit, nimmt auf sich die Beschwerden von unsrer Pilgerzeit, enthält sich seiner Macht, verleugnet Himmels⸗ freuden, bis er durch Todes⸗ leiden sein großes Werk vollbracht. 4. Er hats vollbracht; o bringet Gott euren Lob⸗ gesang! Erlöste Menschen, singet dem Mittler ewig Dank! Wo niemand helfen kann, da hilft er aus Er⸗ barmen, wird Licht und Trost uns Armen: o nehmt ihn gläubig an! 5. Du Freund der Men⸗ schenkinder, verwirf uns, Jesu, nicht! Dein Name, Heil der Sünder, ist unsre uversicht. Gib unsren Seelen Ruh; hilf jeden Reiz zu Sünden uns glücklich überwinden; gib Mut und Kraft dazu! 6. Dich wollen wir er⸗ heben hier und in Ewigkeit, wo uns ein bessres Leben vor deinem Thron erfreut. Dann sind wir ewig dein, und nichts wird uns mehr fehlen, dann werden unsre Seelen vollkommen selig sein. S. Diterich, 4 1797. 1.2* — Nr. 27, 28 Advent. 14 Mel. Wie schön leuchtet der Morgen⸗ und dir und unsrem Nächsten stern ꝛc. treu, aufrichtig, ohne Heuche⸗ 27 Der Heiland kommt, lobsinget ihm, dem Herrn, dem alle Seraphim das Heilig, Heilig singen! Er kommt, der eingeborne Sohn, und steigt von seines Himmels Thron, der Welt das Heil zu bringen. Preis dir, daß wir von den Sünden Rettung finden; höchstes Wesen, durch dich werden wir genesen. 2. Willkommen, Friede⸗ fürst und Held, Rat, Vater, Kraft und Heil der Welt, willkommen hier auf Erden! Du kleidest dich in Fleisch und Blut, wirst Mensch und willst der Welt zu gut selbst unser Bruder werden. Ja du, Jesu, kommst uns Armen voll Erbarmen nun entgegen, wandelst unsern Fluch in Segen. 3. Du bringst uns Trost, Zufriedenheit, Heil, Leben, ewge Seligkeit; sei hoch dafür gepriesen! O Herr, wie viel zu schwach sind wir, die Treue zu vergelten dir, die du an uns bewiesen! Von dir, da wir im Verder⸗ ben müßten sterben, kommt das Leben. O was kannst du Größres geben! 4. Wir bringen dir ein dankbar Herz, gebeugt durch Buße, Reu und Schmerz, bereit, vor dir zu wandeln, lei, zu denken und zu handeln. Zu dir flehn wir: hilf uns Schwachen, daß wir wachen, beten, ringen und des Fleisches Lust bezwingen. 5. Laß uns zu unserm ewgen Heil an dir im wahren Glauben Teil durch deinen Geist erlangen; auch wenn wir leiden, auf dich sehn, im Guten immer weiter gehn, nicht an der Erde hangen, bis wir zu dir mit den Frommen ewig kommen, dich erheben und in deinem Reiche leben. S. Diterich, 1 1797. Mel. Die Tugend wird durchs Kreuz geübet ꝛc. 28 Was wär ich ohne dich gewesen? Was würd ich ohne dich nicht sein? Zu Furcht und Aengsten auserlesen, ständ ich in weiter Welt allein. Nichts wüßt ich sicher, das ich liebte; die Zukunft wär ein dunkler Schlund, und wenn mein Herz sich tief betrübte, wem tät ich meine Sorge kund? 2. Einsam, verzehrt von Lieb und Sehnen, erschien mir nächtlich jeder Tag; ich folgte nur mit heißen Tränen dem wilden Lauf des Lebens nach; ich fände im Getümmel und hoff⸗ Unruh 15 hoffnune Haus;r im Hin auf Erd 3. V kundgege seiner er verzehrt bodenlof ihn erhe durch ih Kind, g zu haber versamm 4. O allen V Irrender eure H ladet fr Der Hir Erden, wir ihn bens mi denen ist 5. D reichste Wesen wards ir so war winn. an der Gefangn des Te verschlan Ueberrest 6. V ein Befr sohn vo und hat in unsert 14 Nächsten Heuche⸗ handeln. ilf uns wachen, d des gen. unserm wahren deinen wenn ch sehn, weiter r Erde zu dir ewig en und en. h, 1 1797. d durchs ich ohne gewesen? hne dich rcht und „ständ t allein. her, das inft wär nd, und sich tief ich meine ehrt von erschien er Tag; it heißen den Lauf ich fände mel und hoff⸗ 15 hoffnungslosen Gram zu Haus; wer hielte ohne Freund im Himmel, wer hielte da auf Erden aus? 3. Hat Christus sich mir kundgegeben, und bin ich seiner erst gewiß, wie schnell verzehrt ein lichtes Leben die bodenlose Finsternis! Durch ihn erhalt ich 230 10 Gaben, durch ihn bin ich ja Gottes Kind, gewiß, ihn unter uns zu haben, wo zwei auch nur versammelt sind. 4. O geht hinaus auf allen Wegen und holt die Irrenden herein; streckt jedem eure Hand entgegen und ladet froh sie zu uns ein! Der Himmel ist bei uns auf Erden, im Glauben schauen wir ihn an. Die eines Glau⸗ bens mit uns werden, auch denen ist er aufgetan. 5. Das Herz, des Lebens reichste Quelle, ein böses Wesen wohnte drin; und wards in unserm Geiste helle, so war nur Unruh der Ge⸗ winn. Ein eisern Band hielt an der Erde die bebenden Gefangnen fest; Furcht vor des Todes Richterschwerte verschlang der Hoffnung Ueberrest. 6. Da kam ein Heiland, ein Befreier, ein Menschen⸗ sohn voll Lieb und Macht und hat ein allbelebend Feuer in unserm Innern angefacht. Advent. Nr. 29 Nun sahn wir erst den Him⸗ mel offen als unser wahres Vaterland; wir konnten glauben nun und hoffen und fühlten uns mit Gott ver⸗ wandt. 7. Noch steht in wunder⸗ samem Glanze der heilige Geliebte hier; gerührt von seinem Dornenkranze und seiner Treue, weinen wir. Ein jeder Mensch ist uns willkommen, der seine Hand mit uns ergreift und, in sein Herz mit aufgenommen, zur Frucht des Paradieses reift. Novalis(Fr. v. Hardenberg), + 1801. Mel. Wachet auf, ruft uns ꝛc. 29 Her⸗ wir singen deiner Ehre, erbarm dich unser und er⸗ höre, nimm gnädig unser Loblied an! Herr, wir danken voll Entzücken; wo ist ein Gott, der so beglücken, so lieben und so segnen kann? Der Gott, den wir erhöhn, er, dessen Heil wir sehn, ist die Liebe; schon vor der Zeit, in Ewigkeit war Gott die Liebe, wird sie sein. 2. Um zu dir uns zu erheben, hauchst du in unsre Brust das Leben und schenkest uns der Erde Glück; um zu dir uns zu erheben, entziehst du schen Brust das Leben und schenkest uns des Him⸗ mels Nr. 30 mels Glück. Du gibst das Leben, Gott! Du sendest uns den Tod nur zum Segen, bist liebevoll; nur unser Wohl, nicht unser Elend schaffest du. 3. Als wir, von der Sünde Plagen gequält, in unserm Elend lagen und Nacht des Todes uns um⸗ fing, fern von deiner Wahr⸗ heit Pfade, da war es, Gott, als deine Gnade erbarmend vor uns überging. Da rief der Liebe Blick ins Leben uns zurück; von der Sünde, von ihrer Nacht sind wir erwacht, erwacht, um Gottes Licht zu sehn. 4. Preiset ihn, ihr Jubel⸗ lieder! Zur Erde stieg sein Sohn hernieder, ward Mensch und starb der Sünder Tod. Christus hat den Tod be⸗ zwungen; ein neues Lied werd ihm gesungen! Uns segnet und begnadigt Gott. Wir sind mit ihm versöhnt; ihr Lobgesänge, tönt, tönt zum Himmel! Erschallt schon hier! Einst knieen wir an seinem Thron und beten an. J. J. Eschenburg, 4 1829. 30 Dein König kommt in niedern Hüllen sanftmütig auf der Eslin Füllen; empfang ihn froh, Jerusalem! Trag ihm ent⸗ gegen Friedenspalmen, be⸗ Advent. 16 streu den Pfad mit grünen Halmen; so ists dem Herren angenehm. 2. O mächtger awtaer ohne Heere, gewaltger Kämpfer ohne Speere, o Friedensfürst von großer Macht! Es wollen dir der Erde Herren den Weg zu deinem Throne sperren; doch du gewinnst ihn ohne Schlacht. 3. Dein Reich ist nicht von dieser Erden; doch aller Erden Reiche werden dem, das du gründest, untertan. Bewaffnet mit des Glaubens Worten zieht deine Schar nach den vier Orten der Welt hinaus und macht dir Bahn. 4. Und wo du kommest hergezogen, da ebnen sich des Meeres Wogen, es bedronn der Sturm, von dir bedroht. Du kommst, 115 den em⸗ pörten Tristen des Lebens neuen Bund zu stiften, und schlägst in Fessel Sünd und Tod. 5. O Herr von großer Huld und Treue, o komme du auch jetzt aufs neue zu uns, die wir sind schwer ver⸗ stört! Not ist es, daß du selbst hienieden kommst, zu erneuern deinen Frieden, da⸗ gegen sich die Welt empört. 6. O laß dein Licht auf Erden siegen, die Macht der Finster⸗ 17 Finstert der Zw daß wi 31 einer 2 die Alt kam d Blümle kalten halben 2... meine, hat u Marie, Gottes ein Kii der hal A Ein K Weihr 0 32, ich brin der gut viel, d sagen n 2. 0 heut gel frau ar lein, so 16 grünen Herren Wölrer ewaltger heere, o großer dir der Weg zu en; doch ohne ist nicht och aller en dem, untertan. Blaubens e Schar rten der nacht dir kommest i sich des bedronn bedroht. den em⸗ Lebens ften, und zünd und großer o komme neue zu hwer ver⸗ daß du mmst, zu jeden, da⸗ t empört. Licht auf Nacht der Finster⸗ 17 Weihnachten. Thronen, vereint als Brüder wieder wohnen in Finsternis erliegen und lösch der Zwietracht Glimmen aus, daß wir, die Völker und die Nr. 31, 32 deines großen Vaters Haus. Fr. Rückert, 1 1866. III. Weihnachten. 31 Fs ist ein Ros ent⸗ sornden aus einer Wurzel zart, als uns die Alten sungen, von Jesse kam die Art und hat ein Blümlein bracht mitten im kalten Winter, wohl zu der halben Nacht. 2. Das Röslein, das ich meine, davon Jesaias sagt, hat uns gebracht alleine Marie, die reine Magd. Aus Gottes ewgem Rat hat sie ein Kind geboren, wohl zu der halben Nacht. Aus dem 16. Jahrhundert. Ein Kinderlied auf die Weihnachten vom Kind⸗ lein Jesu. Ior e 32„Vou Himmel hoch, da komm ich her, ich bring euch gute neue Maͤr; der guten Mär bring ich fo viel, davon ich singn und sagen will. 2. Euch ist ein Kindlein heut geborn, von einer Jung⸗ frau auserkorn, ein Kinde⸗ lein, so zart und fein, das soll eur Freud und Wonne sein. 3. Es ist der Herr.u unser Gott, der will führn aus aller Not; er will eur Heiland selber sein, von allen Sünden machen rein. 4. Er bringt euch alle Seligkeit, die Gott, der Vater, hat bereit, daß ihr in seinem Himmelreich mit uns sollt leben allzugleich. 5. So merket nun das Zeichen recht: die Krippen, Windelen so schlecht, da findet ihr das Kind gelegt, das alle Welt erhält und trägt.“ 6. Des laßt uns alle fröhlich sein und mit den Hirten gehn hinein, zu sehn, was Gott uns hat beschert, mit seinem lieben Sohn ver⸗ ehrt! 7. Sei uns willkommen, edler Gast, den Sünder nicht verschmähet hast, und kommst ins Elend her zu mir: wie soll ich immer danken dir? 8. Ach Herr, du Schöpfer aller Ding, wie bist du—.90 0 Nr. 33, 34 so gering, daß du daliegst auf dürrem Gras, der in dem Schoß des Vaters saß! 9. Und wär die Welt viel⸗ mal so weit, mit Edelstein und Gold bereit, so wäre sie doch viel zu klein, um eine Wiege dir zu sein. 10. Der Sammet und die Seiden dein, das müssen Heu und Windeln sein, worin du, König, groß und reich, her⸗ prangst, als wärs dein Him⸗ melreich. 11. Das hat also gefallen dir, die Wahrheit anzuzeigen mir, wie aller Welt Macht, Ehr und Gut vor dir nichts gilt, nichts hilft noch tut. 12. Ach, du herzlieber Jesu mein, mach dir ein Bette sanft und rein, zu ruhn in meines Herzens Schrein, daß ich nimmer vergesse dein; 13. Davon ich allzeit fröh⸗ lich sei, zu springen, singen immer frei zu Ehren dir, o Gottessohn, mit Herzenslust den süßen Ton. 14. Lob, Ehr sei Gott im höchsten⸗ Thron, der uns schenkt seinen eingen Sohn; des freuet sich der Engel Schar und singet uns solch neues Jahr. Luther, t 1546. 33 Gelobes seist du, Jesu Christ, daß du Mensch geboren bist von einer Jungfrau, das ist wahr; Weihnachten. 18 des freuet sich der Engel Schar. Halleluja! 2. Des ewgen Vaters einig Kind jetzt man in der Krippen findt; in unser armes Fleisch und Blut verkleidet sich das ewge Gut. Halleluja! 3. Den aller Welt kreis nie beschloß, der liegt in Mariens Schoß; er ist ein Kindlein worden klein, der alle Ding erhält allein. Halleluja! 4. Das ewge Licht geht da herein, gibt der Welt ein neuen Schein; es leucht wohl mitten in der Nacht und uns des Lichtes Kinder macht. Halleluie a! 5. Der Sohn des Vaters, Gott von Art, ein Gast in der Welt hie ward und führt uns aus dem Jammertal, macht Erben uns in seinem Saal. Halleluja! 6. Er ist auf Erden kom⸗ men arm, daß er unser sich erbarm und uns im Himmel mache reich und seinen lieben Engeln gleich. Halleluja! 7. Das hat er alles uns getan, sein groß Lieb zu zeigen an; des freu sich alle Christenheit und dank ihm des in Ewigkeit. Halleluja! Luther, 4 1546. 34 07 Gott, ihr Chri⸗ sten allzugleich,i in seinem höchsten Thron, der heut schleußt auf sein wecch melreich 19 melreich seinen S 2. E Vaters 6 Kindlein elend, n einem Kt 8. der Gen und geri eines Kn Schöpfer 4. Er wunderbe wird un uns Gott seines Ve liebe Chr 6. He auf die Paradeis nicht meh Lob, Ehr 35 7 dieser 3 alle Enge wie mit Luft jauch ist gebore 2. He Kammer die Welt Jammer. dir, Men 18 Engel rs einig Krippen Fleisch ich das Zeltkreis iegt in ist ein in, der allein. ht geht Velt ein ht wohl und uns macht. Vaters, Gast in ud führt nmertal, seinem en kom⸗ iser sich Himmel nlieben luja! les uns zieb zu sich alle nk ihm Aleluja! 6,4 1546. yr Chri⸗ gleich, in on, der n wecch melreich 19 melreich und schenkt uns seinen Sohn.: 2. Er kommt aus seines Vaters Schoß und wird ein Kindlein klein; er liegt dort elend, nackt und bloß„1 in einem Krippelein. 3. Der Herr begibt sich der Gewalt, wird niedrig und gering, nimmt an sich eines Knechts Gestalt, 1 der Schöpfer aller Ding. 4. Er wechselt mit uns wunderbar, nimmt Fleisch an, wird uns gleich und beut uns Gottes Klarheit dar 1 in seines Vaters Reich. 5. Er wird ein Knecht und ich ein Herr, das mag ein Wechsel sein! Wie könnte doch sein freundlicher das liebe Christkindlein!: 6. Heut schleußt er wieder auf die Tür zum seelt Paradeis; der Cherub steht nicht mehr dafür, Gott sei Lob, Ehr und Preis! N. Hermann, 1 1561. 35 Frder soll mein Herze springen dieser Zeit, da vor Freud alle Engel singen. Hört, hört, wie mit vollen Chören alle Luft jauchzt und ruft: Christus ist geboren! 2. Heute geht aus seiner Kammer Gottes Held, der die Welt reißt aus allem Jammer. Gott wird Mensch, dir, Mensch, zu gute; Gottes Weihnachten. Nr. 35 Kind, das verbindt sich mit unserm Blute. 3. Sollt uns Gott nun können hassen, der uns gibt, was er liebt über alle Maßen? Gott gibt, unserm Leid zu wehren, seinen Sohn aus dem Thron seiner Macht und Ehren. 4. Nun, er liegt in Fun Krippen, ruft zu sich mich und dich, spricht mit süßen Lippen: lasset fahren, lieben Brüder, was euch quält, was euch fehlt; ich bring alles wieder. 5. Ei, so kommet ohn Ver⸗ weilen, stellt euch ein, groß und klein, laßt uns zu ihm eilen! Liebt den, der vor Liebe brennet, schaut den Stern, der uns gern Licht und Labsal gönnet. 6. Die ihr nin in großen Leiden, sehet, hier ist die Tür zu den wahren Freuden. Faßt ihn wohl, er wird euch führen an den Ort, da hinfort euch kein Kreuz wird rühren. 7. Wer sich fühlt beschwert im Herzen, wer empfindt 1— Sünd und Gewissens⸗ chmerzen, sei getrost: hier wird gefunden, der in Eil machet heil auch die tiefsten Wunden. 8. Die ihr arm seid und elende, kommt herbei, füllet frei eures Glaubens Hände! Hier sind alle guten Gaben und das Gold, dran ihr sollt eure Herzen laben. Nr. 36 9. Süßes Heil! laß dich umfangen, laß mich dir, meine Zier, unverrückt anhangen! Du bist meines Lebens Leben nun kann ich mich durch dich wohl zufrieden geben. 10. Ich will dich mit Fleiß bewahren, ich will dir leben hier und mit dir heim⸗ fahren; mit dir will ich endlich schweben, voller Freud, ohne Zeit dort im andern Leben. P. Gerhardt, 4 1676. Mel. Erschienen ist der herrlich ꝛc. (Oder: Vom Himmel hoch ꝛe.) 36 ir singen dir, Immanuel, du Lebensfürst und Gnadengquell, daß du, o lang gewünschter Gast, dich(Sanehn ein⸗ gestellet hast.(Hallelujal 2. Vom Anfang, da die Welt gemacht, hat so manch Herz nach dir gewacht; dich hat gehofft so lange Jahr der Väter und Propheten Schar.(Halleluja! 3. Ach, daß der Herr aus Zion käm und unsere Bande von uns nähm! Ach, daß die Hilfe bräch herein, so würde dein Volt fröhlich sein.“ (Hallelujah 4. Nun, du bist hier, da liegest du, hältst in dem Kripplein deine Ruh, bist klein und machst doch alles groß, bekleidst die Welt und kommst doch bloß.(Hallelujal) 5. Du kehrst in fremde Weihnachten. 2⁰ Hausung ein und sind doch alle Himmel dein; du liegst an einer Menschenbrust und bist doch aller Engel Lust. (Hallelujal) 6. Du bist der Ursprung aller Freud und duldest so viel Herzeleid; du bist der größte Menschenfreund, doch sind dir so viel Menschen feind.(Hallelujal 7. Ich aber, dein geringster Knecht, ich sag es frei und mein es recht: ich liebe dich, doch nicht so viel, als ich dich gerne lieben will.(Hallelujah 8. Der Will ist da, die Kraft ist klein; doch wird dir nicht zuwider sein mein armes Herz, und was es kann, wirst du in Gnaden nehmen an. (Hallelujah) 9. Darum hab ich so guten Mut, du wirst auch halten mich für gut; o Jesu Christ, dein frommer Sinn macht, daß ich so voll Trostes bin. (Hallelujal) 10. Und bin ich gleich der Sünde voll, hab ich gelebt nicht, wie ich soll, so kommst du doch deswegen her, daß sich der Sünder zu dir kehr. Hallelujah) 11. So faß ich dich nun ohne Scheu: du machst mich alles Jammers frei; du trägst die Schuld, erwürgst den Tod, verkehrst in Freud all Angst und Not.(Hallelujah) 12. Du bist mein Haupt in⸗ 21 hinwiede Glied 1 will, sor gibt, ste 5 beli 13. luja hier für und deinem 6 len ohn Halleluj Mel. N 37 du mein bring un du mir! hin, es Sinn, H nimm al wohlgefa 2. D boren w geboren eigen ga erkoren; Licht gel Herze sck mein wo 3. Ich nacht, Sonne, zugebrach und Wo das wert in mir sind dein 8 Freuden id doch u liegst ust und I Lust. rsprung ldest so bist der d, doch Nenschen eringster rei und ebe dich, ich dich llelujah da, die wird dir n armes m, wirst nen an. so guten )halten 1 Christ, macht, stes bin. eich der h gelebt kommst jer, daß dir kehr. dich nun chst mich du trägst 21 hinwiederum bin ich dein Glied und Eigentum und will, soviel dein Geist mir gibt, stets dienen dir, wie dirs beliebt.(Hallelujah 13. Ich will dein Halle⸗ luja hier mit Freuden singen für und für, und dort in deinem Ehrensaal solls schal⸗ len ohne Zeit und Zahl. (Halleluja!) P. Gerhardt, 1676. Mel. Nun freut euch, lieben Christen ꝛc. 37 Och steh an deiner * Krippe hier, o Jesu, du mein Leben! Ich stehe, bring und schenke dir, was du mir hast gegeben. Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn, Herz, Seel und Mut, nimm alles hin und laß dirs wohlgefallen! 2. Da ich noch nicht ge⸗ boren war, da bist du mir geboren und hast mich dir zu eigen gar, eh ich dich kannt, erkoren; eh ich noch war ans Licht gebracht, da hat dein Herze schon bedacht, wie du mein wolltest werden. 3. Ich lag in tiefer Todes⸗ nacht, du wurdest meine Sonne, die Sonne, die mir zugebracht Licht, Leben, Freud und Wonne. O Sonne, die das werte Licht des Glaubens in mir zugericht, wie schön sind deine Strahlen! 4. Ich sehe dich mit Freuden an und kann nicht Weihnachten. Nr. 87 satt mich sehen, und weil ich nun nicht weiter kann, so preis ich, was geschehen. O daß mein Sinn ein Abgrund wär und meine Seel ein weites Meer, daß ich dich möchte fassen! 5. Wenn oft mein Herz vor Leide weint und keinen Trost kann finden, da ruft mirs zu: ich bin dein Freund, ein Tilger deiner Sünden; was trauerst du, o Bruder mein? Du sollst ja guter Dinge sein, ich zahle deine Schulden. 6. Du fragest nicht nach Lust der Welt, uc) nach des Leibes Freuden; du hast dich bei uns eingestellt, an unsrer Statt zu leiden; suchst meiner Seele Trost und Freud durch dein selbsteignes Herze⸗ leid; das will ich dir nicht wehren. 7. Eins aber, hoff ich, wirst du mir, mein Heiland, nicht versagen: daß ich dich möge für und für in meinem Herzen tragen. So laß mich deine Wohnung sein, komm, komm und kehre bei mir ein mit allen deinen Freuden. 8. Zwar sollt ich denken, wie gering ich dich bewirten werde; du bist ein Schöpfer aller Ding, ich bin nur Staub und Erde; doch bist du ein so lieber Gast, daß du noch nie verschmähet hast den, der dich gerne siehet. P. Gerhardt, 1 1676. Nr. 88, 39 Mel. O daß ich tausend Zungen ꝛc. 38 ies ist die Nacht, da mir erschienen des großen Gottes Freund⸗ lichkeit. Das Kind, dem alle Engel dienen, bringt Licht in meine Dunkelheit, und dieses Welt⸗ und Himmels⸗ licht weicht hunderttausend Sonnen nicht. 2. Laß dich erleuchten, meine Seele, versäume nicht den Gnadenschein! Der Glanz in dieser kleinen Höhle streckt sich in alle Welt hinein; er treibet weg der Höllen Macht, der Sünden und des Todes Nacht. 3. In diesem Lichte kannst du sehen das Licht der klaren Seligkeit. Wenn Sonne, Mond und Stern vergehen dereinst am Ende dieser Zeit, wird dieses Licht mit seinem Schein dein Himmel und dein alles sein. 4. Laß nur indessen helle scheinen dein Glaubens⸗ und dein Liebeslicht; mit Gott mußt du es treulich meinen, sonst hilft dir diese Sonne nicht; willst du genießen uicht Schein, so darfst du uicht mehr dunkel sein. 5. Drum, Jesu, schöne Weihnachtssonne, bestrahle mich mit deiner Gunst; dein Licht sei meine Weihnachts⸗ wonne und lehre mich die Weihnachtskunst, wie ich im Weihnachten. 22 Lichte wandeln uun und sei des Weihnachtsglanzes voll. K. F. Nachtenhöfer, 4 1685. Mel. Lobe den Herren, den ꝛe. QJauchzet, ihr Himmel, 39 N frohlocket, ihr Engel, in Chören! Singet dem Herren, dem Heiland der Menschen, zu Ehren! Sehet doch da, Gott will so freund⸗ lich und nah zu den Ver⸗ lornen sich kehren. 2. Jauchzet, ihr Himmel, frohlocket, ihr Enden der Erden! Gott und der Sünder, die sollen zu Freunden nun werden. Friede und Freud wird uns verkündiget heut; freuet euch, Hirten und Herden! 3. Sehet dies Wunder, wie tief sich der Höchste ge⸗ neiget! Sehet die Liebe, die ganz sich als Liebe nun zeiget! Sie wird ein Kind, träget und tilget die Sünd; alles anbetet und schweiget. 4. Gott ist im Fleischel wer kann dies Geheimnis verstehen? Hier ist die Pforte des Lebens nun offen zu sehen. Gehet hinein, eins mit dem Kinde zu sein, die ihr zum Vater wollt gehen. 5. Hast du denn, Höchster, auch meiner no wollen gedenken? Du willst dich selber, dein Herze voll Liebe mir 23 mir schenl Sinn in darin ur versenken? 6. Kö Liebe gen dem ich Herze in sollst es s allein; er Sünde. I werd aue boren; k Heiland, länger ve mir, mac mit dir, erkoren! 8. Me dich lieb erheben, l nach dein leben! G Jesu, die mich dir; Mel. Vo 40 2 ac werd acht; ihn Jesum C und auf 6 2. Die geharrt, erfüllet we von seiner der Welt, 22 ind sei voll. + 1685. den ꝛc. simmel, Engel, t dem d der Sehet freund⸗ n Ver⸗ himmel, n der Zünder, en nun Freud t heut; und Lunder, hste ge⸗ ebe, die e nun Kind, Sünd; beiget. Fleischel heimnis Pforte ffen zu ins mit die ihr n. höchster, wollen st dich ll Liebe mir Sinn 23 mir schenken; sollt nicht mein innigst sich freuen darin und sich in Demut versenken? 6. König der Ehren, aus Liebe geworden zum Kinde, dem ich auch wieder mein Herze in Liebe verbinde, du sollst es sein, den ich erwähle allein; ewig entsag ich der Sünde. 7. Treuer Immanuel, werd auch in mir nun ge⸗ boren; komm doch, mein Heiland, und laß mich nicht länger verloren! Wohne in mir, mache ganz eins mich mit dir, in dir zum Leben erkoren! 8. Menschenfreund, Jesu, dich lieb ich, dich will ich erheben, laß mich doch einzig nach deinem Gefallen nun leben! Gib mir auch bald, Jesu, die Kindesgestalt, völlig mich dir zu ergeben! G. Tersteegen, 1769. Mel. Vom Himmel hoch ꝛc. 40 Diss ist der Tag, den Gott gemacht, bac werd in aller Welt ge⸗ acht; ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist. 2. Die Völker haben dein geharrt, bis daß die Gur erfüllet ward, da sandte Gott von seinem Thron das Heil der Welt, dich, seinen Sohn. Weihnachten. Nr. 40 3. Wenn ich dies Wunder fassen will, so steht mein Geist vor Ehrfurcht still; er betet an, und er ermißt, daß Gottes Lieb unendlich ist. 4. Damit der Sünder Gnad erhält, erniedrigst du dich, Herr der Welt, nimmst selbst an unsrer Menschheit teil, erscheinst im Fleisch zu unserm Heil. 5. Dein König, Zion, kommt zu dir.„Ich komm, im Buche steht von mir; Gott, deinen Willen tu ich gern.“ Gelobt sei, der da kommt im Herrn! 6. Herr, der du Mensch geboren wirst, Immanuel und Friedensfürst, auf den die Väter hoffend sahn, dich, Gott, mein Heiland, bet ich an! 7. Du, unser Heil und höchstes Gut, vereinest dich mit Fleisch und Blut, wirst unser Freund und Bruder hier, und Gottes Kinder werden wir. 8. Durch Eines Sünde fiel die Welt, Ein Mittler ists, der sie erhält. Was zagt der Mensch, wenn der ihn schützt, der in des Vaters Schoße sitzt! 9. Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erfuhrt, den Tag der heiligsten Geburt; und Erde, die ihn heute sieht, sing ihm, dem Herrn, ein neues Lied! Nr. 41, 42 10. Dies ist der Tag, den Gott gemacht, sein werd in aller Welt gedacht; ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist. Chr. F. Gellert, 4 1769. Mel. Kommt her zu mir ꝛc. 41 Ba an, du schönes Morgenlicht! Das ist der alte Morgen nicht, der täglich wiederkehret; es ist ein Leuchten aus der Fern, es ist ein Schimmer, ist ein Stern, von dem ich längst gehöret. 2. Nun wird ein König aller Welt, von Ewigkeit zum Heil bestellt, ein zartes Kind geboren; der Teufel hat sein altes Recht am ganzen menschlichen Geschlecht verspielt und chon verloren. 3. Der Himmel ist jetzt nimmer weit, es naht die selge Gotteszeit der Freiheit und der Liebe; wohlauf, du frohe Christenheit, daß jeder sich nach langem Streit in Friedenswerken übe. 4. Ein ewig festes Liebes⸗ band hält jedes Haus und jedes Land und alle Welt umfangen; wir alle sind ein heilger Stamm, der Löwe spielet mit dem Lamm, das ind am Nest der Schlangen. 5. Wer ist noch, welcher sorgt und sinnt? Hier in Weihnachten. 24 der Krippe liegt ein Kind mit lächelnder Gebärde. Wir reisen dich, du Sternenheld! illkommen, Heiland, aller Welt! Willkommen auf der Erde! M. v. Schenkendorf, 4 1817. Mel. Lobe den Herren, den ꝛc. 42 Ehn 5 2* 5 he! der Herr ist geboren! Laßt uns ihm singen, o Christen; auch wir sind erkoren, sein uns zu freun und durch ihn selig zu sein; Christen, wir sind nicht verloren! 2. Schatten und Dunkel bedeckten den Erdkreis; es irrten Völker umher wie die Herden, verlassen vom Hir⸗ ten. Jesus erschien, Nächte verschwanden durch ihn, die auch den Weisen verwirrten. 3. Menschen, berufen, durch Liebe die Gottheit zu ehren, folgten der Zwietracht und haßten sich vor den Altären. Jesus erschien und es ward Friede durch ihn; singet es laut ihm zu Ehren! 4. Ehre sei Gott in der Höhe! Ein ewiges Leben hat er durch ihn, den Geliebten, 25 Retter, die dort ich ve Danket sche o dankt ih sei Gott i A. Mel. Herr (Oder: Vor 43 Er 300 16—18 er hohe§ lobsinget 5 2. Vom dunkler Na Lebenslicht leuchtet u Strahl wie dunklen Ta 3. Er l Ebenbild, Pilgerkleid führet uns ein treuer land. K. Er, Vater thron ein Mensch, auch wir ih auf Erden reich. 5. Einst Himmelsbah uns allen gegeben. Bis in Brüder, ar das Grab stieg er vom wandelt unf immel herab, einst uns zum Sternenglan. ei H Himmel zu heben. 5. Selige Aussicht! Wie eit. 6. Empo werd ich im Lichte der Höhe, Lobgesang! Retter, 24 Kind Wir enheld! „aller luf der + 1817⁷. den ꝛc. in der Herr ihm ich wir nns zu elig zu d nicht Dunkel is; es wie die n Hir⸗ Nächte yn, die virrten. derufen, heit zu ietracht r den en und h ihn; Ehren! in der ben hat liebten, Bis in Brüder, vom 25 Retter, dich preisen, wenn dort ich verherrlicht dich sehe! Danket schon hier. Christen, o dankt ihm mit mir: Ehre sei Gott in der Höhe! A. H. Niemeyer, 4 1827. Mel. Herr Gott, dich loben alle 6 Wir ꝛc. (Oder: Vom Himmel hoch ꝛc.) 43 Eudr zu Gott, mein Lobgesang! Er, dem das Lied der Engel klang, der hohe. ist da; lobsinget ihm: Halleluja! 2. Vom Himmel kam in dunkler Nacht, der uns das Lebenslicht gebracht; nun leuchtet uns ein milder Strahl wie Morgenrot im dunklen Tal. 3. Er kam, des Vaters Ebenbild, von schlichtem Pilgerkleid umhüllt und führet uns mit sanfter Hand, ein treuer Hirt, ins Vater⸗ land. 4. Er, der jetzt bei dem Vater thront, hat unter uns, ein Mensch, gewohnt, damit auch wir ihm werden gleich auf Erden und im Himmel⸗ reich. 5. Einst führet er zur Himmelsbahn uns, seine auch hinan und wandelt unser Pilgerkleid in ns zum Fiernenglanz und Herrlich⸗ eit. Wie r Höhe, Lobgesang! Retter, 6. Empor zu Gott, mein Er, dem der Weihnachten. Nr. 43, 44 Engel Lied erklang, der hohe Freudentag ist da; ihr Christen, singt Halleluja! F. A. Krummacher, 4 1845. Mel. Valet will ich dir geben ꝛce. 4 4 Erfüllt sind Stund und Zeiten, der neue Tag bricht an; das Licht der Ewigkeiten tritt auf die Siegesbahn. hat Mitternacht verschwiegen hat es sich ein⸗ gestellt: die Engel Gottes fliegen und rufens in die Welt. 2. Hier liegts im Mutter⸗ schoße und ist noch schwach und klein; nur zu geringem Lose scheint es bestimmt zu sein, als sollt es sich ver⸗ lieren in tiefer Dunkelheit, und doch soll es regieren die Welt in Herrlichkeit. 3. Es muß vor diesem Lichte der Erde Glanz ver⸗ gehn, vor diesem Angesichte die Sonne finster stehn. Sein still verborgnes Wesen hat eine solche Macht, daß Kranke drin genesen und Totes neu erwacht. 4. Es freuen sich die Armen, die Müden in dem Schein; es ladet voll Er⸗ barmen die Schwachen zu sich ein. Die Stolzen nur erquicken sich nicht an De Strahl; nur den verkehrten Blicken ist dieses Licht zur Qual. Nr. 45, 46 5. O Licht, laß uns hie⸗ nieden als deine Kinder stehn, bis wir dereinst in Frieden den höhern Aufgang sehn! O Jesu, Stern der Gnade, des Vaters Glanz und Zier, o leucht auf unsre Pfade, damit sie gehn zu dir. Chr. R. Puchta, 4 1858. Mel. Aus meines Herzens ꝛc. Der heilge Christ ist 4⁵ D kommen, der teure Gottessohn; des freun sich alle Frommen am höchsten Himmelsthron. Auch was auf Erden ist, soll preisen hoch und loben mit allen Engeln droben den lieben heilgen Christ. 2. Das Licht ist aufge⸗ gangen, die lange Nacht ist hin; die Sünde liegt ge⸗ Weihnachten. 26 fangen, erlöst ist Herz und Sinn. Die Sündenangst ist weg, der Glaube geht zum Himmel nun aus dem Welt⸗ getümmel auf einem sichern Steg. 3. Nun sind nicht mehr die Kinder verwaist und vaterlos; Gott rufet selbst die Sünder in seinen Gnaden⸗ schoß, er will, daß alle, rein von ihren alten Schulden, vertrauend seinen Hulden, gehn in den Himmel ein. 4. Drum freuet euch und preiset, ihr Seelen fern und nah! Der euch den Vater weiset, der heilge Christ ist da; er ruft so freundlich drein mit süßen Liebesworten: Ge⸗ öffnet sind die Pforten, ihr Kinder, kommt herein! E. M. Arndt, 1 1860., IV. Jahreswechsel. Mel. Herr Jesu Christ, dich ꝛe. 46 as alte Jahr ver⸗ gangen ist; wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du in Not uns und Gefahr behütet hast lang Zeit und Jahr. 2. Wir bitten dich, den ewgen Sohn des Vaters in dem höchsten Thron: du wollst dein arme Christenheit bewahren ferner allezeit. 3. Entzeuch uns nicht dein heilsam Wort, der See⸗ len höchsten Trost und Hort; vor Irrlehr und Abgöttere behüt uns, Herr, und steh uns bei! 4. Hilf, daß wir fliehn die Sündenbahn und fromm zu werden fangen an; der Sünd im alten nicht gedenk ein gnadenreich neu Jahr uns schenk! 27 5. Hils stetiglich, seliglich u auferstehn den Himm 6. Zu l dich mit all O Jesu, mehr zu de und Ehr. Mel. Herr, ic (Oder: Un 47 H neue Jahr neue Kräf aufs neu Neues G Leben wolle geben. 2. Meit und Taten Red und durch dich ö glücklich ge Kraft laß verrichten d 3. Was mache, da⸗ allein; we wenn icheu Herr, bei aus, wollst kehr ich he Seiten. 4. Laß Kniee nur; Ehr; hilf, rz und ngst ist t zum Welt⸗ sichern mehr t und selbst zaden⸗ e, rein hulden, Hulden, ein. ich und rn und Vater ist da; drein n: Ge⸗ en, ihr + 1860. nicht er See⸗ Hort; götteres nd steh fliehn fromm n; der gedent ahr uns 27 5. Hilf christlich leben stetiglich, in dir einst sterben seliglich und danach fröhlich auferstehn und mit dir in den Himmel gehn, 6. Zu loben und zu preisen dich mit allen Engeln ewiglich. O Jesu, unsern Glauben mehr zu deines Namens Lob und Ehr. 1588. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt ꝛc. Oder:.—* Herrscher, unser Rönig ꝛc.) 47 Hes Herr Jesu, laß gelingen, hilf, das neue Jahr geht an; laß es neue Kräfte bringen, daß aufs neu ich wandeln kann. Neues Glück und neues Leben wollest du aus Gnaden geben. 2. Meiner Hände Werk und Taten, meiner Zunge Red und Wort müssen nur durch dich geraten und ganz glücklich gehen fort. Neue Kraft laß mich erfüllen, zu verrichten deinen Willen. 3. Was ich dichte, was ich mache, das gescheh in dir allein; wenn ich schlafe, wenn ich wache, wollest du Herr, bei mir sein; geh i aus, wollst du mich leiten, kehr ich heim, steh mir zur Seiten. 4. Laß mich beugen meine Kniee nur zu deines Namens Ehr; hilf, daß ich mich stets Jahreswechsel. Nr. 47 bemühe, dich zu preisen mehr und mehr. Laß mein Bitten, Flehn und Singen zu dir in den Himmel dringen. 5. Laß dies sein ein Jahr der Gnade, laß bereun mich meine Sünd; hilf, daß sie mir nimmer shade und ich bald Verzeihung find, Herr, in dir, denn du, mein Leben, kannst die Sünd allein ver⸗ geben. 6. Tröste mich mit deiner Liebe, nimm, o Gott, mein much hin, sieh, wie sehr ich mich betrübe, ja voll Angst und Zagen bin. Stärke mich in meinen Nöten, daß mich Sünd und Tod nicht töten. 7. Herr, du wollest Gnade geben, daß dies Jahr mir heilig sei, und ich christlich könne leben, Da Trug und Heuchelei, daß ich noch allhier auf Erden fromm und selig möge werden. 8. Jesu, richte mein Be⸗ ginnen, Jesu, bleibe stets bei mir; Jesu, zähme mir die Sinnen, Jesu, sei nur mein Begier; Jesu sei mir in Gedanken, Jesu, lasse nie mich wanken. 9. Jesu, laß mich fröhlich enden dieses angefangne Jahr: trage stets mich auf den Händen, halte bei mir in Gefahr. sen, ae will ich dich umfassen, wenn ich soll die Welt verlassen. Joh. Rist, 4 1667. Nr. 48, 49 Mel. Nun laßt uns Gott, dem Herren ꝛe. 48 Nun laßt uns gehn und treten mit Singen und mit Beten zum Herrn, der unserm Leben bis hierher Kraft gegeben. 2. Wir gehn dahin und wandern von einem Jahr zum andern, wir leben und gedeihen vom alten bis zum neuen. 3. Denn wie von treuen Müttern in schweren Un⸗ gewittern die Kindlein Rret auf Erden mit Fleiß bewahret werden; 4. Also auch und nicht minder läßt Gott ihm seine Kinder, wenn Not und Trüb⸗ sal blitzen, in seinem Schoße sitzen. 5. Ach, Hüter unsres Lebens, fewahr, es ist ver⸗ gebens mit unserm Tun und Machen, wo nicht dein Augen wachen. 6. Gelobt sei deine Treue, die alle Morgen neue; Lob sei den starken Händen, die alles Herzleid wenden! 7. Laß ferner dich erbitten, o Vater, und bleib mitten in unserm Kreuz und Leiden ein Brunnen unsrer Freuden. 8. Gib uns und allen denen, die sich von Herzen sehnen nach dir und deiner Hulde, ein Herz, das sich gedulde. Jahreswechsel 28 9. Sprich deinen milden Segen zu allen unsern Wegen, laß Großen und auch Kleinen die Gnadensonne scheinen. 10. Sei der Verlassnen Vater, der Irrenden Be⸗ rater, der Unversorgten Gabe, der Armen Gut und —ðf— 3 Hilf gnädig allen ———— 010 fröhliche Ge⸗ danken hochbetrübten Seelen, die sich mit Schwer⸗ mut quälen. 12. Und endlich, was das Meiste, füll uns mit deinem Geiste, der uns hier Omen ziere und dort zum Himmel führe. 13. Das alles wollst du geben, o unsres Lebens Leben, uns und der Christenschare zum selgen neuen Jahre! P. Gerhardt, 4 1676. Mel. Wie guane 2— Wasser⸗ 49 Al ein Jahr verflossen näher zu der Ewigkeit! Wie ein Pfeil wird abgeschossen, so vergehet meine Zeit, o Jehovah Zebaoth! unver⸗ änderlicher Gott! Ach, was 6. was soll ich bringen, einer Langmut Dank zu singen? 2. Ich erschrecke, mächtig Wesen! Ich versluf in Angst und Not; denn mein Beten, Singen, 29 Singen, L so träg Ceraps eraphiner ich muß ve kann vor d 3. Aber mütig, o g In dem gütig, der Schmerz. deiner Han ein Pfand willst bewa Feindes Se 4. Auf, dich nun Friedensfür dem des welcher krör Fang ein das zum kann, wo Sterben w kron ererbe 5. Soll Hütten mi plagen noc mich übersch das weiß auf deiner Jesu Chri heut von schreiben,! zu bleiben. 6. An dem beiud Rat, besu Heiden 0 mer scheide 28 milden Wegen, leinen ien. lassnen uBe⸗ sorgten it und allen je Ge⸗ trübten ochwer⸗ as das deinem herrlich Himmel lst du Leben, nschare re! + 1676. zasser⸗ Jahr näher zie ein sen, so it, 0 unver⸗ 9, was ringen, nk zu mächtig 1 Angst Beten, Singen, 29 Singen, Lesen, ach, das ist so träg und tot. Heilig! Ceraps Heiliger! roßer eraphinen⸗Herr! Wehe mir! ich muß vergehen; denn wer kann vor dir bestehen? 3. Aber du bist auch sanft⸗ mütig, o getreues Vaterherz! In dem Bürgen bist du gütig, der gefühlt des Todes Schmerz. Steh ich nicht in deiner Hand eingezeichnet als ein Pfand, das du ewig willst bewahren vor des bösen Feindes Scharen? 4. Auf, mein Herz, gib dich nun wieder ganz dem Friedensfürsten dar! Opfre dem des Dankes Lieder, welcher krönet Tag und Jahr. Fang ein neues Leben an, das zum Ziel dich führen kann, wo du durch ein selig Sterben wirst die Himmels⸗ kron ererben. 5. Soll ich denn in dieser Hütten mich ein Zeitlang plagen noch, so wirst du mich überschütten mit Geduld, das weiß ich doch. Trag auf deinem Herzen mich Jesu Christe, dir will ich heut von neuem mich ver⸗ schreiben, dir auf ewig treu zu bleiben. 6. An dem Abend und dem Morgen, Gott, mein Rat, 1 mich! Laß der Heiden Nahrungssorgen nim⸗ mer scheiden mich und dich! Jahreswechsel. Nr. 50 Prüf mich jeden Augenblick, gib, daß ich mein Haus be⸗ schick, daß ich wache, bet und flehe, ehe denn ich schnell vergehe. J. Neander, 1 1680. Mel. Herzlich tut mich verlangen ꝛc. 50 Durrch Trauern und durch Plagen, durch Not, durch Angst und Pein, durch Hoffnung und durch Klagen, durch Sorgen groß und klein bin ich, gott⸗ lob, gedrungen. Dies Jahr ist nun dahin: dir, Gott, sei Lob gesungen! Bewegt ist Herz und Sinn. 2. Der du mich hast er⸗ bauet, in dir besteht mein Heil; dir ist mein Glück ver⸗ trauet, du bist und bleibst mein Teil. Du hast mich wohl erhalten, du bist mein Trost und Hort; dich laß ich ferner walten; Herr, führ mich fort und fort. 3. Mein Gott, o meine Liebe, was du willst, will auch ich; gib, daß ich nichts verübe, was irgend wider dich; dir ist mein Will ergeben, ja, er ist nicht mehr mein, dieweil mein ganzes Leben dein eigen wünscht zu fein. 4. Nach dir soll ich mich schicken, und, Herr, ich wills auch tun. Soll mich die Armut drücken? Ich will dabei beruhn. Soll mich Ja, Verfolgung plagen? 3* Herr, Nr. 51, 52 Herr, befiehl du mir! Soll ich Verachtung tragen? Ach, ich gehorch auch hier. 5. Soll ich verlassen leben? Herr Gott, dein Wille gilt. Soll ich in Aengsten schweben? Mein Heiland, wie du willt. Soll ich denn Krank⸗ heit leiden? Ich will gehor⸗ sam sein. Soll ich von hinnen scheiden? Herr, dein Will ist auch mein. 6. Heut ist das Jahr be⸗ schlossen; Herr, deine Gnade sei heut auf mich neu er⸗ gossen, mein Herze werd auch neu. Laß ich die alten Sün⸗ den, so werd ich, Gott, bei dir auch neuen Segen fin⸗ den, dein Wort verspricht es mir. G. W. Sacer, 4 1699. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht 2. 51 QJesus soll die Losung N sein, da ein neues Jahr erschienen; Jesu Name soll allein denen zum Paniere dienen, die in seinem Bunde stehn und auf seinen Wegen gehn. 2. Jesu Name, Jesu Wort soll in der Gemeinde schallen, und so oft wir an den Ort, der nach ihm genannt ist, wallen, mache seines Namens Ruhm unser 2—— zum Hei⸗ ligtum. 3. Sein Versühnen und sein Heil wollen wir im Glauben ehren; also wird Jahreswechsel. 30 es uns zu teil, wird sich täglich bei uns mehren; auch fürs neue Jahr uns beut Jesu Name Seligkeit. 4. Unsre Wege wollen wir nun in Jesu Namen gehen; geht uns dieser Leitstern Hen so wird alles wohl bestehen, und durch seinen Gnaden⸗ Em alles voller Segen ein. 5. Alle Sorgen, alles Leid soll sein Name uns versüßen, so wird alle Bitterkeit uns ein Segen werden müssen. Jesu Nam sei Sonn und Hil. welcher allen Kummer tillt. 6. Jesus, aller Bürger Heil, unserm Ort ein Gna⸗ denzeichen, unsres Landes bestes Teil, dem kein Kleinod zu vergleichen, Jesus, unser Schutz und Hort, bleib uns Losung fort und fort. B. Schmolck, 1 1737. Mel. Es ist das Heil uns ꝛc. 52 ott ruft der Sonn und schafft den Mond, das Jahr danach zu teilen; er schafft es, daß man sicher wohnt, und heißt die Zeiten eilen; er ordnet Jahre, Tag und Nacht. Auf, laßt uns ihm, dem Gott der Macht, Ruhm, Preis und Dank erteilen! 2. Herr, der da ist und der da war! Von danker⸗ füllten Zungen sei dir 973 0³ 31 das verf heilig Lied ben, Woh Rat, für 5 jede Tat, dich gelun 3. Laß segnet sein gegeben, — die Kr deiner Fur schützest u mehrst der wenn sie Reiche stre 4. Hil V. Mel.! un 1 53 V den, und Licht; schar mit Freud Haupt an derer nicht Finstern si 2. Dun weichen, a in die Wel zu verglei Ding erhäl Glanze set im Finster 3. Ach, verblendet Licht brach ürger Gna⸗ andes einod unser uns 31 Jahreswechsel. das verflossne Jahr ein heilig Lied gesungen, für Le⸗ ben, Wohlfahrt, Trost und Rat, für Fried und Ruh, für jede Tat, die uns durch dich gelungen. 3. Laß auch dies Jahr ge⸗ segnet sein, das du uns neu gegeben, verleih uns Kraft — die Kraft ist dein—, in deiner Furcht zu leben! Du schützest uns, und du ver⸗ mehrst der Menschen Glück, wenn sie zuerst nach deinem Reiche streben. 4. Hilf deinem Volke Nr. 53 väterlich in diesem Jahre wie⸗ der, erbarme der Verlassnen dich und der bedrängten Glieder; gib Glück zu jeder guten Tat, und laß dich, Gott, mit 1 und Rat auf unsern Fürsten nieder: 5. Daß Weisheit und Ge⸗ rechtigkeit auf seinem Stuhle throne, daß Tugend und ufriedenheit in unserm Lande wohne, daß Treu und Liebe bei uns sei, dies, lieber Vater, dies verleih in Christo, deinem Sohne! Chr. F. Gellert, 4 1769. V. Darslellung und Erscheinung Jesu Christi. ö Mel. Unser Herrscher, unser König ꝛc. — erde licht, du 53 Stadt der Hei⸗ den, und du, Salem, werde Licht; schaue, welch ein Glanz mit Freuden über deinem Haupt anbricht! Gott hat derer nicht vergessen, die im Finstern sind gesessen. Dunkelheit, die mußte weichen, als dies Licht kam in die Welt, dem kein andres zu vergleichen, welches alle Ding erhält. Die nach diesem Glanze sehen, dürfen nicht im Finstern gehen. 3. Ach, wie waren wir verblendet, ehe noch dies Licht brach an! Ja, da hatte sich gewendet schier vom Himmel jedermann; unsre Augen und Gebärden hingen einzig an der Erden. 4. Gottes Rat war uns verborgen, seine Gnade schien uns nicht, Klein und Große mußten sorgen, jedem fehlt es an dem Licht, das zum rechten Himmelsleben seinen Glanz uns sollte geben. 5. Aber wie hervorge⸗ gangen ist der Aufgang aus der Höh, haben wir das Licht empfangen, welches so viel Angst und Weh aus der Welt hinweggetrieben, daß nichts Dunkles ist ge⸗ blieben. 6. Dieses Licht läßt uns nicht wanken in der rechten Glaubensbahn. Ewig, Herr, will ich dir danken, daß du hast so wohl getan und uns diesen Schatz ge⸗ schenket, der zu deinem Reich uns lenket. 7. Gib, Herr Jesu, Kraft und Stärke, daß wir dir zu jeder Zeit durch der Liebe Glaubenswerke folgen in Ge⸗ rechtigkeit und hernach im Freudenleben heller als die Sterne schweben. 8. Dein Erscheinen müß erfüllen mein Gemüt in aller Not; dein Erscheinen müsse stillen meine Seel auch gar im Tod; Herr, in Freuden und im Weinen müsse mir dein Licht er⸗ scheinen! 9. Jesu, laß mich endlich gehen freudig aus der bösen Welt, dein so helles Licht zu sehen, das mir dort schon ist bestellt, wo wir sollen unter Kronen in der schönsten Klarheit wohnen. Joh. Rist, 4 1667. Mel. Valet will ich dir geben ꝛc. 5 4 Hes Jesu, Licht der Heiden, der From⸗ men Schatz und Lieb! Wir kommen jetzt mit Freuden durch deines Geistes Trieb in diesen deinen Tempel und Nr. 54 Darstellung u. Erscheinung Jesu. 32 suchen mit Begier, nach Simeons Exempel, dich, Gottes Sohn, allhier. 2. Du wirst von uns gefunden, o Herr, an jedem Ort, dahin du dich verbunden durch dein Verheißungs⸗ wort; vergönnst noch heut⸗ zutage, daß man dich glei⸗ cherweis auf Glaubensarmen trage, wie hier der fromme Greis. 3. Sei unser Glanz in Wonne, ein helles Licht in Pein, in Schrecken unsre Sonne, im Kreuz ein Gnaden⸗ schein, in Zagheit Glut und Feuer, in Not ein Freuden⸗ strahl, in Banden ein Be⸗ freier, ein Stern in Todes⸗ qual! 4. Herr, laß auch uns gelingen, daß einst, wie Simeon, ein jeder Christ kann singen den schönen Schwanenton: mir werden nun mit Frieden die Augen zugedrückt, nachdem ich schon hienieden den Heiland hab erblickt. 5. Ja, ja, ich hab im Glauben, mein Jesu, dich geschaut; kein Feind kann dich mir rauben, dräut er auch noch so laut. Ich wohn in deinem Herzen, und in dem meinen du; uns scheiden keine Schmerzen, kein Angst, kein Tod dazu. Joh. Franck, 4 1677. 33 De Mel. Lobt ö bricht das Wunderstet richt, der Tür. 2. Geh Vaterland, Herrn, laf gewandt stern! 3. Gib hellen Se gangen is zum Kind Jesus Chr 4. Er Davids Feinde sch teure Gotte Sünden tr 5. Dru hende auf, Last, und deinem Le Kindlein h 6. Hal an das 2 und gewiß zum Licht Finsternis. 7. Dru seinem Gl mut ein, u erleuchten Freudensch 8. Gib zum Opfe und Leib u 32 nach dich, 1uns jedem hunden zungs⸗ heut⸗ )glei⸗ zarmen romme inz in icht in unsre naden⸗ it und euden⸗ n Be⸗ Todes⸗ h uns wie Christ schönen verden Augen schon d hab ib im dich kann iut er wohn nd in heiden Angst, + 1677⁷. 33 Mel. Lobt Gott, ihr Christen all⸗ zugleich ꝛc. 5 5 Aif Seele, auf und säume nicht! Es bricht das Licht herfür; der Wunderstern gibt dir Be⸗ richt, der Held sei vor der Tür. 2. Geh aus von deinem Vaterland, zu suchen solchen Herrn, laß deine Augen sein gewandt auf diesen Morgen⸗ stern! 3. Gib acht auf diesen hellen Schein, der aufge⸗ gangen ist; er führet dich zum Kind hinein, das heißet Jesus Christ. 4. Er ist der Held aus Davids Stamm, der alle Feinde schlägt; er ist das teure Gotteslamm, das unsre Sünden trägt. 5. Drum mache dich be⸗ hende auf, befreit von aller Last, und laß nicht ab von deinem Lauf, bis du dies Kindlein hast. 6. Halt dich im Glauben an das Wort, das fest ist und gewiß; das führet dich zum Lichte fort aus aller Finsternis. 7. Drum sinke nur vor seinem Glanz in tiefste De⸗ mut ein, und laß dein Herz erleuchten ganz von solchem Freudenschein! 8. Gib dich ihm selbst zum Opfer dar mit Geist und Leib und Seel und singe Darstellung u. Erscheinung Jesu. Nr. 55, 56 mit der Engel Schar: hier ist Immanuel! 9. Hier ist das Ziel, hier ist der Ort, wo man zum Leben geht; hier ist des Para⸗ dieses Pfort, die wieder offen steht. 10. Hier fallen alle Sorgen hin, zur Lust wird alle Pein; es wird erfreuet Herz und Sinn, denn Gott ist wieder dein; 11. Der zeigt dir einen andern Weg, als du vorher gekannt: den stillen Ruh⸗ und Friedenssteg zum ewgen Vaterland. M. Müller, 1 1704. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht 2. 56 QJesu, großer Wunder⸗ * stern, der aus Jakob ist erschienen, meine Seele will so gern dir an deinem Feste dienen; nimm doch, nimm doch gnädig an, was ich Armer schenken kann. 2. Nimm das Gold des Glaubens hin, wie ichs von dir selber habe und damit beschenket bin, so ist dirs die liebste Gabe; laß es auch bewährt und rein in dem Trübsalsfeuer sein! 3. Nimm den Weihrauch des Gebets, laß denselben zu dir dringen; Herz und Lippen sollen stets ihn als Opfer vor dich bringen;. wenn ich bete, nimm es auf, und sprich Ja und Amen drauf! 4. Nimm die Myrrhen bitt⸗ rer Reu; ach, mch schmerzet meine Sünde! Aber du bist fromm und treu, daß ich Trost und Gnade finde und nun fröhlich sprechen kann: Jesus nimmt mein Opfer an. C. Neumeister, 4 1756. Mel. Kommt her zu mir ꝛc. ohlauf, mein Herz, 0 7 verlaß die Welt, dem, der für dich sich dar⸗ gestellt, nun dich auch dar⸗ zustellen! Er ist das Licht, drum sei gewiß, er wird auch deine Finsternis durch seinen Glanz erhellen. 2. Ach, du sollst ihm ein Tempel sein! Er selbst macht dich von Sünden rein und hat Lust, hier zu wohnen. Doch, finstres Herz, auf, werde Licht! Denn Jesus wohnt in Herzen nicht, die noch der Lüste schonen. Nr. 57, 58 Darstellung u. Erscheinung Jesu. 34 3. Wer dich begehret, Gottes Sohn, vom Geist er⸗ weckt, wie Simeon, zu seinem Heil zu haben, Gott fürchtet, sich der Welt entwöhnt, aus ihr sich nach dem Himmel sehnt, der opfert rechte Gaben. 4. Wer auf die Treue Gottes baut, im Glauben lun Heiland schaut, der ann in Frieden fahren. Der Heiland hält, was er verspricht, er wird sich ihm in seinem Licht dort herrlich offenbaren. 5. Herr, mache mich ge⸗ recht und rein, Herr, laß mich stets voll Glaubens sein, mich stets im Geiste leben, bis du auch mich, wenn dirs gefällt, im Frieden wirst aus dieser Welt zu deiner Wonn er⸗ heben. Nach Laurenti(1722) von J. A. Schlegel, 4 1793. VI. Passton. 58 O Lamm Gottes unschuldig, am Stamm des Kreuzes ge⸗ schlachtet, allzeit erfunden geduldig, wiewohl du warest verachtet; all Sünd hast du getragen, sonst müßten wir verzagen; erbarm dich unser, o Jesu! 2. O Lamm Gottes un⸗ schuldig, am Stamm des Kreuzes geschlachtet, allzeit erfunden geduldig, wiewohl du warest verachtet; all Sünd hast du getragen, sonst müßten wir ver⸗ zagen; erbarm dich unser, o Jesu! 35 3. O schuldig, Kreuzes erfunden du ware Sünd he sonst müß gib deinen Mel. Wie ( 99 Qual und mir zu al in Leibs⸗ fällt mir denk ich ba die verleid mit der Si 2. Will Lüsten we derbtes F so gedenk i bald wird Setzet der heftig zu, deine Gne zeichen: ba dannen wei 3. Will dun verfüh ündenbahr verlieren, emsig an danden bar tanden hast Andacht bl Lust vertrei 34 egehret, jeist er⸗ seinem fürchtet, it, aus Himmel rechte Treue lauben t, der fahren. vas er ch ihm herrlich ich ge⸗ iß mich u, mich bis du gefällt, dieser im er⸗ 1 J. A. 35 3. O Lamm Gottes un⸗ schuldig, am Stamm des Kreuzes geschlachtet, allzeit erfunden geduldig, wiewohl du warest verachtet; all Sünd hast du getragen, sonst müßten wir verzagen; gib deinen Frieden, o Jesu! N. v. Hof, 1 1541. Mel. Wie nach einer Wasser⸗ quelle ꝛc. Jesu, deine tiefen 59 XN Wunden, deine Qual und bittrer Tod geben mir zu allen Stunden Trost in Leibs⸗ und Seelennot; fällt mir etwas Arges ein, denk ich bald an deine Pein, die verleidet meinem Herzen, mit der Sünde je zu scherzen. 2. Will sich dann in Lüsten weiden mein ver⸗ derbtes Fleisch und Blut, so gedenk ich an dein Leiden, bald wird alles, wieder gut. Setzet der Versucher mir heftig zu, halt ich ihm für deine Gnad und Gnaden⸗ zeichen: bald muß er von dannen weichen. 3. Will die Welt mein Herz verführen auf die breite Sündenbahn, wo so viele sich verlieren, alsdann schau ich emsig an deiner Marter danden bar die du ausge⸗ tanden hast; so kann ich in Andacht bleiben, alle böse Lust vertreiben. Passion. Nr. 59, 60 4. Ja, für alles, das mich kränket, mir dein Leiden bmei schafft; wenn mein Herz inein sich senket, schöpf ich neue Lebenskraft. Deines Trostes Süßigkeit wendet mir das bittre Leid, der du mir das Heil erworben, da du bist für mich gestorben. 5. Auf dich seß ich all mein Hoffen, du bist meine Zuversicht; dein Tod hat den Tod getroffen, daß er mich kann köten nicht. Daß ich an dir habe teil, bringet Trost mir, Schutz und Heil; deine Gnade wird mir geben Auferstehung, Licht und Leben. 6. Hab ich dich in meinem Herzen, du Brunn alller Gütigkeit, so empfind ich keine Schmerzen, auch im letzten Kampf und Streit. Ich verberge mich in dich, kein Feind kann verletzen mich; wer vertraut auf deine Wunden, der hat selig über⸗ wunden. J. Heermann, 1 1647. 60 Hihen du duhn was hast du verbrochen, daß man ein solch scharf Urteil hat gesprochen? Was ist die Schuld? In was für Missetaten bist du ge⸗ raten? 2. Du wirst gegeißelt und mit Dorn gekrönet, ins An⸗ gesicht geschlagen und ver⸗ höhnet, Rr. 61 Passion. 36 höhnet, du wirst mit Essig und mit Gall getränket, ans Kreuz gehenket. 3. Was ist doch wohl die Ursach solcher Plagen? Ach, meine Sünden haben dich geschlagen; ich, o Herr Jesu, habe dies verschuldet, was du erduldet. 4. Wie wunderbarlich ist doch diese Strafe! Der gute Hirte leidet für die Schafe, die Schuld bezahlt der Herre, der Gerechte, für seine Knechte. 5. O große Lieb, o Lieb ohn alle Maße, die dich ge⸗ bracht auf diese Marterstraße; ich lebte mit der Welt in Lust und Freuden, und du mußt leiden. 6. Ach, großer König, roß zu allen Zeiten, wie ann ich genugsam solche Treu ausbreiten? Kein Menschenherz vermag es auszudenken, was dir zu schenken. 7. Ich kanns mit meinen Sinnen nicht erreichen, wo⸗ mit doch dein Erbarmen zu vergleichen; wie kann ich dir denn deine Liebestaten im Werk erstatten? 8. Doch ist noch etwas, was dir angenehme: wenn ich des Fleisches Lüste dämpf und zähme, daß sie aufs neue nicht mein Herz entzünden mit alten Sünden. 9. Weil aber es nicht steht in eignen Kräften, fest die Begierden an das Kreuz zu heften, so gib mir deinen Geist, der mich regiere, zum Guten führe. 10. Dann werd ich dir zu Ehren alles wagen, kein Kreuz mehr achten, keine Schmach und Plagen, nichts von Verfolgung, nichts von Todesschmerzen nehmen zu Herzen. 11. Dies alles, obs für schlecht zwar ist zu schätzen, wirst du es doch nicht gar beiseite setzen, in Gnaden wirst du dies von mir an⸗ nehmen, mich nicht beschämen. 12. Wenn dort, Herr Jesu, wird vor deinem Throne auf meinem Haupte stehn die Ehrenkrone, da will ich dir, wenn alles wird wohl klingen, Lob und Danl fingen. J. Heermann, 1 1647. Mel. Wie nach einer Wasserquelle ꝛce 61 er am Kreuz ist meine Liebe, meine Lieb ist Jesus Christ! Weg ihr argen Sündentriebe, Welt und Fleisch mit eurer List! Eure Lieb ist nicht von Gott, eure Lieb ist gar der Tod. Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 37 2. Der meine Liel befremdets im Glaube sich selbst ward er aber auch Der am Liebe, we Glauben ü 3. Der meine Lieb siegst mich wenn ich für mich Kreuzigt Sohn? S Blut nicht Kreuz ist ich mich in 4. Der meine Liebe hart und Blöße, G macht mick nicht Gew nicht Ruhr kein Fürste Kreuz ist ich mich im 5. Der meine Lieb komm, mei Wenn ich zerstiebe, wi vereint. D Gottes Lan Bräutigam. ist meine L im Glauber 36 nicht n, fest Kreuz deinen e, zum ich dir , kein keine nichts 5 von en zu bs für chätzen, ht gar znaden ir an⸗ hämen. Herr deinem Haupte e, da 8 wird Dank + 1647 quelle ꝛc uz ist meine Weg ntriebe, eurer nicht ist gar euz ist mich 37 2. Der am Kreuz ist meine Liebe! Frevler, was befremdets dich, daß ich mich im Glauben übe? Jesus gab sich selbst für mich. So ward er mein Friedeschild, aber auch mein Lebensbild. Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 3. Der am Kreuz ist meine Liebe! Sünde, du be⸗ siegst mich nicht. Weh mir, wenn ich den betrübe, der für mich ging ins Gericht! Kreuzigt ich nicht Gottes Sohn? Spräch ich seinem Blut nicht Hohn? Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 4. Der am Kreuz ist meine Liebe! Keine Not, wie hart und groß, Hunger, Blöße, Geißelhiebe, nichts macht mich von Jesus los; nicht Gewalt, nicht Gold, nicht Ruhm, Engel nicht, kein Fürstentum. Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 5. Der am Kreuz ist meine Liebe! Komm, Tod, komm, mein bester Freund! Wenn ich wie ein Staub zerstiebe, wird mein Jesus mir vereint. Da, da schau ich Gottes Lamm, meiner Seele Bräutigam. Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 1668. Passion. Nr. 62 62 Weenn mich mein Sünden kränken, o mein Herr Jesu Christ, so laß mich wohl bedenken, wie du gestorben bist und alle meine Sündenlast am Stamm des heilgen Kreuzes auf dich genommen hast. 2. O Wunder ohne Maßen, wenn mans betrachtet recht! Es hat sich martern lassen der Herr für seinen Knecht; selbst seinen eingen Sohn hat Gott für mich verlornen Menschen gegeben in den Tod. 3. Was kann mir denn nun schaden der Sünden große Zahl? Ich bin bei Gott in Gnaden; die Schuld ist allzumal bezahlt durch Christi teures Blut, daß ich nicht mehr darf fürchten der Hölle Qual und Glut. 4. Drum sag ich dir von Derzen jetzt und mein Leben ang für deine Pein und Schmerzen, o Jesu, Lob und Dank, für deine Not und Angstgeschrei, für dein un⸗ schuldig Sterben, für deine Lieb und Treu. 5. Herr, laß dein bittres Leiden mich reizen für und für, mit allem Ernst zu mei⸗ den die sündliche Begier, daß mir nie komme aus dem Sinn, wieviel es dich gekostet, daß ich erlöset bin. 6. Mein Kreuz und meine Plagen, sollts auch sein Schmach und Spott, hilf mir geduldig Nr. 63 geduldig tragen; gib, o mein Herr und Gott, daß ich ver⸗ leugne diese Welt und treu dem Beispiel folge, das du mir vorgestellt. 7. Laß mich an andern üben, was du an mir getan, und meinen Nächsten lieben, gern dienen jedermann ohn Eigennutz und Heuchelschein und, wie du mir erwiesen, aus reiner Lieb allein. 8. Laß endlich deine Wun⸗ den mich trösten kräftiglich in meinen letzten Stunden und des versichern mich: weil ich auf dein Verdienst nur trau, du werdest mich an⸗ nehmen, daß ich dich ewig schau. Just. Gesenius, 1 1673. Mel. Herzl. tut mich verlangen ꝛc. 63 O Haupt voll Blut und Wunden, voll Schmerz und voller Hohn; o Haupt, zum Spott gebun⸗ den mit einer Dornenkron; o Haupt, sonst schön gekrönet mit höchster Ehr und Zier, jetzt aber höchst verhöhnet, ge⸗ grüßest seist du mir! 2. Du edles Angesichte, davor das Reich der Welt erschrickt und wird zunichte, wie bist du so entstellt, wie bist du so erbleichet! Wer hat dein Augenlicht, dem sonst kein Licht mehr gleichet, so schändlich zugericht!? Passion. 38 3. Nun, was du, Herr, erduldet, ist alles meine Last, ich hab es selbst verschuldet was du getragen hast. Schau her, hier steh ich Armer, der Zorn verdienet hat; gib mir, o mein Erbarmer, den An⸗ blick deiner Gnad! 4. Erkenne mich, mein Hüter, mein Hirte, nimm mich an! Von dir, Quell aller Güter, ist mir viel Guts getan; dein Wort hat mich gelabet mit 1 ha Gna⸗ denkost, dein Geist hat mich begabet mit reichem Himmels⸗ trost. 5. Ich will hier bei dir stehen, verachte mich doch nicht; von dir will ich nicht gehen, wenn dir dein Herze bricht; wenn dein Haupt wird erblassen im letzten Todesstoß, alsdann will ich dich fassen in meinen Arm und Schoß. 6. Es dient zu meinen Freuden und kommt mir herzlich wohl, wenn ich in deinem Leiden, mein Heil, mich finden in Ach, möchs ich, o mein Leben, an deinem Kreuze hier mein Leben von mir geben, wie wohl geschäht mirl 7. Ich danke dir von Herzen, o Jesu, liebster Freund, für deines Todes 39 Treu, und erkalte, in d 8. Wenr scheiden, so mir, wenn leiden, so tr für; wenn bängsten wi sein, so rei Aengsten kr und Pein. 9. Ersch Schilde, zum Tod, und lo Bilde in de da will ich da will ich fest an mei Wer so stirb P Mel. O Welt, i 64 0 Stamm des ben, dein§H Tod! Der Ehren läßt schweren mit und großem Fleiße mit Fleiße, u schweiße und füllt; aus sein vor unerschö ein Seufzer quillt. 3. Wer chmerzen, da dus so gut schlagen, mei gemeint. Ach, gib, daß ich mich halte zu dir und deiner Treu, mit Plagen f 38 Herr, ie Last, chuldet, Schau er, der ib mir, n An⸗ mein nimm Quell r viel ort hat Gna⸗ it mich mmels⸗ bei dir 925 nicht Herze Haupt letzten vill ich 1Arm meinen t mir ich in Heil, möcht deinem en von zeschähe rvon liebster Todes 39 Treu, und wenn ich nun erkalte, in dir mein Ende sei. 8. Wenn ich einmal soll scheiden, so scheide nicht von mir, wenn ich den Tod soll leiden, so tritt du dann her⸗ für; wenn mir am aller⸗ bängsten wird um das Herze sein, so reiß mich aus den Aengsten kraft deiner Angst und Pein. 9. Erscheine mir zum Schilde, zum Trost in meinem Tod, und laß mich sehn dein Bilde in deiner Kreuzesnot; da will ich nach dir blicken, da will ich glaubensvoll dich fest an mein Herz drücken. Wer so stirbt, der stirbt wohl. P. Gerhurdt, 4 1676. Mel. O Welt, ich muß dich lassen ꝛc. 6 4 Welt, sieh hier dein Leben am Stamm des Kreuzes schwe⸗ ben, dein Heil sinkt in den Tod! Der große Fürst der Ehren läßt willig sich be⸗ schweren mit Schlägen, Hohn und großem Spott. 2. Tritt her und schau mit Fleiße, wie er mit Todes⸗ schweiße und Blut ist über⸗ füllt; aus seinem edlen Herzen vor unerschöpften Schmerzen ein Seufzer nach dem andern quillt. 3. Wer hat dich so ge⸗ so guß schlagen, mein Heil, und 91 aß ich deiner Treu, mit Plagen so übel zugericht Passion. Nr. 64 Du bist ja nicht ein Sünder, wie wir und unsre Kinder, von Uebeltaten weißt du nicht. 4. Ich, ich und meine Sünden, die sich wie Körn⸗ lein finden des Sandes an dem Meer, die haben dir erreget das Elend, das dich schläget, und deiner Martern ganzes Heer. 5. Du setzest dich zum Bürgen, ja lässest dich er⸗ würgen für mich und meine Schuld; mir lässest du dich krönen mit Dornen, die dich höhnen, und leidest alles mit Geduld. 6. Ich bin, mein Heil, ver⸗ bunden all Augenblick und Stunden dir überhoch und sehr; was Leib und Seel ver⸗ mögen, das soll ich billig legen allzeit an deinen Dienst und Ehr. 7. Nun, ich kann nicht viel geben in diesem armen Leben, eins aber will ich tun: es soll dein Tod und Leiden, bis Leib und Seele scheiden, mir stets in meinem Herzen ruhn. 8. Ich wills vor Augen setzen, mich stets daran er⸗ götzen, ich auch, wo ich sei; es soll mir sein ein Spiegel der b und ein Siegel der Lieb und unver⸗ fälschten Treu. 9. Ich will darin erblicken, wie ich mein Herz soll schmücken Nr. 65 schmücken mit stillem, sanftem Mut, und wie ich die soll lieben, die mich doch sehr betrüben mit Werken, so die Bosheit tut. 10. Ich will mich mit dir schlagen ans Kreuz und dem absagen, was meinem Fleisch gefällt; was deine Augen hassen, das will ich fliehn und lassen, gefiel es auch der ganzen Welt. 11. Dein Seufzen und dein Stöhnen und die viel tausend Tränen, die für mich weintest du, die sollen mich am Ende in deinen Schoß und Hände begleiten zu der ewgen Ruh. P. Gerhardt, 1 1676. Mel. An Wasserflüssen Babylon ꝛc. 6 5 Einn Lämmlein geht und trägt die Schuld der Welt und ihrer Kinder; es geht und träget in Geduld die Sünden aller Sünder, es geht dahin, wird matt und krank, ergibt sich auf die Würgebank, verzicht auf alle Freuden; es nimmt auf sich Schmach, Hohn und Spott, Angst, Wunden, Striemen, Kreuz und Tod und spricht: ich wills gern leiden. 2. Das Lämmlein ist der große Freund und Heiland unsrer Seelen; den, den hat Gott zum Sündenfeind und Passion. 40 Sühner wollen wählen:„Geh hin, mein Kind, und nimm dich an der Kinder, die von Anfang an verdienet Straf und Ruten; die Straf ist schwer, der Zorn ist groß, du kannst und sollst sie machen los durch Sterben und durch Bluten.“ 3.„Ja, Vater, ja, von Herzensgrund, leg auf, ich wills gern tragen! Mein Wollen hängt an deinem Mund, mein Wirken ist dein Sagen. O Wunderlieb, o Liebesmacht, du kannst, was nie ein Mensch gedacht, Gott seinen Sohn abdringen; o Liebe, Liebe, du bist stark, du streckest den in Grab und Sarg, vor dem die Felsen springen. 4. Mein Lebetage will ich dich aus meinem Sinn nicht lassen; dich will ich stets, gleich wie du mich, mit Liebes⸗ armen fassen, du sollst sein meines Herzens Licht, und wenn mir auch mein Her zerbricht, sollst du mein Herze bleiben; ich will mich dir, mein höchster Ruhm, hiermit zu deinem Eigentum bestän⸗ diglich verschreiben. — 5. Ich will von deiner Lieblichkeit bei Nacht und Tage singen, mich selbst auch dir zu aller Zeit zum Freuden⸗ opfer bringen. Mein Bach des Lebens soll sich dir und deinen 41 deinem Nar in Dankbar was du m das will i ich kann, in schließen. Qesi 66 JN nes Todes für mich tiefste Seel äußerste Ve ich nicht mö send, tause liebster Jesu 2. Du, gestanden L und Hohn, Strick und rechter Gott Armen zu schweren Si send, tauser liebster Jesu 3. Willie schlagen, mi der Pein, dich anklager sicher sein; trostreich r sonder Trost send, tauser liebster Jesu 4. Du h versenket, w meine Schuld kelch geträn mit Geduld; Felsen vill ich n nicht stets, Liebes⸗ st sein Hen Herz Herze h dir sich hiermit bestän⸗ deiner t und st auch reuden⸗ Bach ir und deinem 41 deinem Namen für und für in Dankbarkeit ergießen, und was du mir zu gut getan, das will ich stets, so tief ich kann, in mein Gedächtnis schließen. P. Gerhardt, 1 1676. 66 QJesu, meines Lebens NI Leben, Jesu, mei⸗ nes Todes Tod, der du dich für mich gegeben in die tiefste Seelennot, in das äußerste Verderben, nur daß ich nicht möchte sterben; tau⸗ send, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 2. Du, ach du hast aus⸗ gestanden Lästerreden, Spott und Hohn, hast getragen Strick und Banden, du ge⸗ rechter Gottessohn, nur mich Armen zu erretten von den schweren Sündenketten; tau⸗ send, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 3. Willig ließest du dich schlagen, mich zu lösen von der Pein, ließest sälschlich dich anklagen, daß ich könnte icher sein; daß ich möchte trostreich prangen, hast du sonder Trost gehangen; tau⸗ send, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 4. Du hast dich in Not versenket, wurdest, ach, für meine Schuld mit dem Todes⸗ kelch getränket, littest alles mit Geduld; daß ich würde Passion. Nr. 66, 67 freigegeben, gabst du hin dein teures Leben; tausend, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 5. Deine Demut hat ge⸗ büßet meinen Stolz und Uebermut, dein Tod meinen Tod versüßet; es kommt alles mir zu gut; dein Verlassen⸗ sein, dein Schreien muß zu Ehren mir gedeihen; tausend, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 6. Nun, ich danke dir von Herzen, Jesu, für ge⸗ samte Not, für die Wunden, für die Schmerzen, für den herben, bittern Tod; für dein Zittern, für dein Zagen, deine tausendfachen Plagen, für dein Ach und tiese Pein will ich ewig dankbar sein. C. Chr. Homburg, 1 1681. 67 O du Liebe meiner Liebe, du erwünschte Seligkeit, die du dich aus höchstem Triebe in das jammervolle Leid deines Leidens, mir zu gute, als ein Opfer eingestellt und be⸗ zahlt mit deinem Blute alle Missetat der Welt. 2. Liebe, die mit heißen Tränen an dem Oelberg sich betrübt; Liebe, die mit heißem Sehnen unaufhörlich fest geliebt; Liebe, die den eignen Willen in des Vaters Willen legt und, den Flach er Nr. 68 der Welt zu stillen, treu die Last des Kreuzes trägt. 3. Liebe, die mit starkem Herzen Schmach und Läste⸗ rung gehört; Liebe, die in Angst und Schmerzen bis zum Tod blieb unversehrt; Liebe, die sich liebend zeiget, da der Atem geht zu End; Liebe, die sich liebend neiget, da sich Leib und Seele trennt. 4. Liebe, die für mich gestorben und ein immer⸗ während Gut an dem Kreuzesholz erworben, ach, wie denk ich an dein Blut! Ach, wie dank ich deinen Wunden, du verwundte Liebe du, wenn ich in den letzten Stunden sanft an deinem Herzen ruh. 5. Liebe, die sich totge⸗ kränket und für mein erkaltet Herz in ein kaltes Grab gesenket, ach wie dank ich deinem Schmerz! Habe Dank, daß du gestorben, daß ich ewig leben kann und der Seelen Heil erworben; nimm mich ewig liebend an! E. von Senitz, 1 1679. Mel. Wer weiß, wie nahe mir mein Ende ꝛc. 68 Ei ist vollbracht! Er ist verschieden, mein Jesus schließt die Augen zu; der Friedefürst Vinn nin im Frieden, die Lebenssonne geht Passion. 42 zur Ruh und sinkt in stille Todesnacht. O großes Wort: es ist vollbracht! 2. Es ist vollbracht! Er hats gesprochen, das ewge Wort muß sprachlos sein; das Herz der Treue wird gebrochen, den Fels des Heils umschließt ein Stein; die höchste Kraft ist nun ver⸗ schmacht. O wahres Wort: es ist vollbracht! 3. Es ist vollbracht! Ihr, meine Sünden, verdammet nun mein Herz nicht mehr. Vom Himmel her hör ich verkünden: des Sohnes Blut erlangt Gehör; am Kreuz hats Frieden uns gemacht. O süßes Wort: es ist voll⸗ bracht! 4. Es ist vollbracht! O welch Verlangen zieht mich zu deinem Grabe hin; dich wünschen Engel zu um⸗ fangen: ruh auch in mei⸗ nem Herzen drin, wo dit die Liebe Raum gemacht. O tröstlich Wort: es ist voll⸗ bracht! 5. Es ist vollbracht! Ich will mich legen zur Ruh auf Christi Grabesstein; die Engel sind allhier zugegen, ich schlummre sanft wie Jakob ein; die Himmels⸗ — ist aufgemacht. O ebenswort: es ist voll⸗ bracht! Sal. Frank, 4 17²5 43 Mel. Nach 69 D mein treue mit; laß n treten, ich keinen Sch dir, mein mein Geb schehn. 2. Du und mit in den dies soll schlagen, de geliebt; aß mein mein Anfe sei. 3. Du Jünger Se stille Einse auch ich m und fliehen zerstreut. aller Welt wir zwei be 4. Zur deine Glier auf dein 2 die stille drum rühr Staub mick und beuge meinem E hier. 5. Du b Vater und wie ein K ist auch mi 42 stille Wort: tl Er ewge sein; wird Heils die uver⸗ Wort: Ihr, ammet mehr. ör ich Blut Kreuz emacht. t voll⸗ ht! O t mich 1; dich um⸗ mei⸗ vo dir emacht. ist voll⸗ tl Ich rRuh in; dit ugegen, t wie mmels⸗ t. voll⸗ + 17⁷⁰ 43 Mel. Nach einer Prüfung kurzer Tage ꝛc. gehest in den 69 Di Garten beten mein treuer 12 nimm mic mit; laß mich an deine Seite treten, ich weiche von dir keinen Schritt; ich will an dir, mein Lehrer, sehn, wie 1905 Gebet soll recht ge⸗ ehn. 2. Du gehst mit Zittern und mit Zagen und bist bis in den Tod betrübt; ach, dies soll mir ans Herze schlagen, daß ich die Sünde geliebt; drum willst du, aß mein Herz voll Reu mein Anfang zum Gebete ei. 3. Du reißt dich von der Jünger Seiten, du suchst die stille Einsamkeit; so muß auch ich mich wohl bereiten und fliehen, was mein Herz zerstreut. Zieh mich von aller Welt allein, daß nur wir zwei beisammen sein. 4. Zur Erde beugst du deine Glieder, fällst nieder auf dein Angesicht; so sinkt die stille Demut nieder; drum rühm ich Asch und Staub mich nicht; ich bieg und beuge mich mit dir vor meinem Gott in Demut hier. 5. Du betest zu dem lieben Vater und rufest:„Abba!“ wie ein Kind; dein Vater ist auch mein Berater, sein Passion. Nr. 69 Vaterherz ist treu gesinnt. halte mich getrost an dich und rufe:„Abba, höre mi 1⁰ 6. Du greifst voll Zuver⸗ sicht und Liebe dem Vater tief ins treue Herz und rufst aus stärkstem Herzenstriebe: „O Vater, Vater!“ himmel⸗ wärts. Ach, Glaub und Liebe sind mir not, sonst ist doch all mein Beten tot. 7. Geduldig Lamm, wie hältst du stille und im Ge⸗ bete dreimal an! Dabei ist auch für mich dein Wille, daß ich soll tun, wie du getan. Gott hilft nicht stets aufs erstemal; drum fleh und ruf ich ohne Zahl. 8. Dein Wille senkt sich in den Willen des allerbesten Vaters ein; in ihm muß auch mein Herz sich stillen, wofern ich will erhöret sein; drum bet ich in Gelassenheit: „Was mein Gott will, ge⸗ scheh allzeit.“ 9. Du, Herr, erlangest auf dein Flehen Trost, Kraft, Sieg, Leben, Herrlichkeit; und so wirds auch mit mir geschehen, daß ich zur ange⸗ nehmen Zeit auf ernstlich Beten freudevoll den gleichen Segen ernten soll. 10. Drum, Jesu, hilf mir stets so beten, wie mich dein heilig Vorbild lehrt; so kann ich frei zum Vater treten 4 und Nr. 70 und werde stets von ihm erhört; so bet ich mich zum Himmel ein und will dir ewig dankbar sein. J. Mentzer, 1 1734. Mel. Sieh, aünt bin ich, Ehren⸗ g ꝛc. 70 Rob Her, mein Geist, ein wenig und schau an dies Wunder groß, wie dein Herr und Ehren⸗ könig hängt am Kreuze bleich und bloß, den sein Lieben hat getrieben zu dir aus des Vaters Schoß. 2. Wie dich Jesus liebt von Herzen, kannst du hier am Kreuze sehn; schau, wie bittre Todesschmerzen hn, durch Leib und Seele gehn Fluch und Schrecken ihn be⸗ decken; höre doch sein Klag⸗ getön! 3. Dies sind meiner Sün⸗ den Früchte, die, mein Hei⸗ land, ängstgen dich; dieser Leiden schwer Gewichte zöge sonst zum Abgrund mich; diese Nöten, die dich töten, sollt ich fühlen ewiglich. 4. Doch du hast für 9—10 besieget Einde Tod und Höllenmacht, Gottes ewgem Recht genüget, seinen Willen ganz vollbracht, durch dein Sterben mich zum Erben deines Lebens dort gemacht. 5. Ach, ich Sündenkind auf Erden! Jesu, stirbst du mir zu gut? Soll dein Feind Passion. 44 erlöset werden durch dein eigen Herzensblut? Ich muß schweigen und mich beugen für dies unverdiente Gut. 6. Seel und Leben, Leib und Glieder, alles gibst du für mich hin; sollt ich dir nicht schenken wieder alles, was ich hab und bin? Ich bin deine ganz alleine, dir verschreib ich Herz und Sinn. 7. Zeuch durch deines Todes Kräfte mich in deinen Tod hinein; G mein Fleisch und sein Geschäfte, Herr, mit dir Oektenzint sein, daß mein Wille sanft und stille und die Liebe werde rein. 8. Laß in allen Leidens⸗ wegen deine Leiden stärken mich, daß mein Leiden mir zum Segen mag gedeihen stetiglich, daß mein Herze auch im Schmerze ohne Wanken liebe dich. 9. Wenn mich schrecken meine Sünden, wenn mich böse Lust anficht, 11 nicht Kraft noch Gnad kann fin⸗ den, wollst du mich verlassen nicht! Laß dein Sterben mir zairn Trost im Tod und Gericht! m10 Jesu, nun will ich ergeben meinen Geist in deine Hand; laß mich dir alleine leben, bis ich nach dem Lei⸗ densstand bei dir wohne, in der Krone dich beschau im Vaterland. G. Tersteegen, 4 1769. 4⁵ Mel. Herzliebf 71¹ bedenken, m der Liebe 3 dich bewog, des Bösen u 2. Du u Mensch gleie und bis zun gehorsam w Statt gemar gen, die Sü 3. Welch heiliges Vol Geist kann Tiefe dring erbebt; ich pfinde den 8 4. Gott Rächer alles die Lieb un erlösen; dies mit Schrecke am Kreuz er 5. Es se und mein nieder; es und es erhe lehrt mich m mich aus G Gottes Freut 6. O Her dessen Blut liege hier vo Staube, ver dankendem 6 Büte. 7. Das C Gnad und Uns kommt ein. eidens⸗ stärken n mir edeihen Herze ohne mig mi nicht n fin⸗ rlassen en mit d und ill ich i deine alleine m Lei⸗ ne, in au im + 17⁰9 4⁵ Mel. Herzliebster Jesu, was hast ꝛc. 71 H3 stärke mich, ö dein Leiden zu bedenken, mich in das Meer der Liebe zu versenken, die dich bewog, von aller Schuld des Bösen uns zu erlösen! 2. Du wolltest, Herr, ein Mensch gleich uns auf Erden und bis zum Tod am Kreuz gehorsam werden, an unsrer Statt gemartert und zerschla⸗ gen, die Sünde tragen. 3. Welch wundervoll hoch⸗ heiliges Vollbringen! Mein Geist kann nicht in seine Tiefe dringen. Mein Herz erbebt; ich seh und ich em⸗ pfinde den Fluch der Sünde. 4. Gott ist gerecht, ein Rächer alles Bösen; Gott ist die Lieb und läßt die Welt erlösen; dies kann mein Geist mit Schrecken und Entzücken am Kreuz erblicken. 5. Es schlägt den Stolz und mein Verdienst da⸗ nieder; es stürzt mich tief, und es erhebt mich wieder, lehrt mich mein Glück, macht mich aus Gottes Feinde zu Gottes Freunde. 6. O Herr, mein Heil, an dessen Blut ich glaube, ich liege hier vor dir gebückt im Staube, verliere mich mit dankendem Gemüte in deine Güte. 7. Das Größt in Gott ist: Gnad und Lieb erweisen. Uns kommt es zu, sie de⸗ Passion. Nr. 71, 72 mutsvoll zu preisen, zu sehn, wie hoch, wenn Gott uns Gnad erzeiget, die Gnade steiget. 8. So sei denn ewig auch von mir gepriesen für das Erbarmen, das du mir be⸗ wiesen. Du hast, mein Hei⸗ land, auch für mich dein Leben dahingegeben. 9. Du liebtest mich; ich will dich wieder lieben und stets mit Freuden deinen Willen üben. O gib du, Herr, zu diesem heilgen Werke mir Kraft und Stärke. Chr. F. Gellert, 4 1769. Mel. O Traurigkeit ꝛc. 7 2 Ann Kreuz erblaßt, der Marter Last, der Todesqualen müde, fin⸗ det mein Erlöser erst in dem Grabe Friede. 2. Ein heilger Schmerz durchdringt mein Herz, und Herr, was kann ich sagen? Nur an meine Brust kann ich tiefgebeuget schlagen. 3. Du schützest mich, und über dich gehn aller Trübsal Wetter; sterben wolltest du für mich, einziger Erretter! 4. Du hasts getan, dich bet ich an, du König der Erlösten! Dein will ich im Tode mich glaubensvoll ge⸗ trösten. 5. Es ist vollbracht! riefst du mit Macht; du zeigst 4* da Nr. 73, 74 daß du dein Leben, mein Versöhner, göttlich frei habest hingegeben. 6. Hochheilge Tat! Des Höchsten Rat will ich in Demut preisen; mein Er⸗ löser wird mir einst seine Tiefen weisen. 7. Allmächtig rief er, der entschlief, den Toten: sie erstanden. Leicht entschwingt der Lebensfürst sich des Todes Banden. 8. Das finstre Tal will ich einmal durchwandeln ohne Grauen; denn durch dich, Erlöser, ists mir der Weg zum Schauen. 9. Ich preise dich, erforsche mich und siehe, wie ichs meine; ja, du siehst es, wenn ich still meinen Dank dir weine. 10. Vergeß ich dein, so werde mein in Ewigkeit ver⸗ gessen. Herr, ich will, so lang ich bin, deine Lieb er⸗ messen. Chr. F. Neander, 1 1802. Begräbnis Jesu. Mel. Nun laßt uns den Leib ꝛe. 7 3 Der du, Herr Jesu, Ruh und Rast in deinem Grab gehalten hast, gib, daß wir in dir ruhen all und unser Leben dir gefall. 2. Verleih, o Herr, uns Stärk und Mut, die du Passion. 4⁰ erkauft mit deinem Blu und führ uns in des Him mels Licht zu deines Vaten Angesicht. 3. Wir danken dir, o Got tes Lamm, getötet an de— Kreuzes Stamm; laß ja un Sündern deine Pein den Eingang in das Leben sein G. Werner, 1 1640 7 4 O Traurigkeit, Herzeleid! I das nicht zu beklagen? Gol des Vaters einger Soh wird ins Grab getragen. 2. O große Not, der Hen liegt tot! Am Kreuz ist e V gestorben, hat dadurch dat Himmelreich uns aus Liel erworben. 3. O Menschenkind, nun deine Sünd hat dieses ange richtet, da du durch die Misse tat warest ganz vernichtet. 4. Dein Bräutigam, das Gotteslamm, liegt hie mi Blut begossen, welches e ganz mildiglich hat für dil vergossen. 5. O selig ist zu alle Prist der dieses recht beden et, wie der Herr der Henn lichkeit wird ins Grab ver senket. 6. O Jesu, du mein Hil und Ruh, ich bitte dich m Tränen: hilf, daß ich mit bis ins Grab nach dir mög sehnen! J. Rist, 4 160 47 Mel. O 75 S. Grabeshöhle durch deiner Seele. 2. Man vieler Pein, Leben! Di Felsengrab, umgeben. 8. Ach, Hort und§ dein heißes in das kalt gut getrieber 4. Doch Du konntest Verwesung dich des Ve dem Grab 76 Ce alle. Des si sein, Christ sein. Hallel Wär er die Welt, di seit daß er Ohr 119 rist. Ha Halleluja, luja! Des froh sein, Trost sein. 3 Him Vater „o Got an de ja un in den hes e für dii u alle t beden r Herr ab ver ein Hil dich 0 ch mith ir mög „ + 1660 in Leben! 47 Mel. O Traurigkeit ꝛc. 7 5 So ruhest du, o meine Ruh, in deiner Grabeshöhle und erweckst durch deinen Tod meine tote Seele. 2. Man 915 dich ein nach vieler Pein, du meines Lebens Dich hat jetzt ein Felsengrab, Fels des Heils, umgeben. 3. Ach, du bist kalt, mein Hort und Halt! Das macht dein heißes Lieben, das dich in das kalte Grab mir zu gut getrieben 4. Doch Preis sei dir! Du konntest hier nicht die Verwesung sehen; bald ließ dich des Vaters Macht aus dem Grab erstehen. Passion. Nr. 75— 77 5. O Lebensfürst, ich weiß, du wirst mich wieder auferwecken; sollte denn mein gläubig Herz vor der Gruft erschrecken? 6. Sie wird mir sein ein Kämmerlein, da ich im Frie⸗ den liege, weil ich nun durch deinen Tod Tod und Grab besiege. 7. Nein, nichts verdirbt, der Leib nur stirbt; doch wird er auferstehen und in ganz verklärter Zier aus dem Grabe gehen. 8. Indes will ich, mein Jesu, dich in meine Seele senken und an deinen bittern Tod bis zum Tod gedenken. S. Franck, 1725. VII. Ostern. 76 Christ ist erstanden von der Marter alle. Des solln wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Halleluja! Wär er nicht erstanden, die Welt, die wär vergangen; seit daß er erstanden ist, so lobn wir den Herrn Jesum Christ. Halleluja! Halleluja, Halleluja, Halle⸗ luja! Des solln wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Halleluja! 12. Jahrhundert. 77 Chyist lag in Todes⸗ banden, für unsre Sünd gegeben; der ist wie⸗ der erstanden und hat uns bracht das Leben; des wir sollen fröhlich sein, Gott loben und ihm dankbar sein und singen: Halleluja, Halle⸗ luja! 2. Den Tod niemand bezwingen konnt bei allen Menschenkindern; das machte alles unsre Sünd, kein Un⸗ schuld war zu finden. Davon kam der Tod sobald und nahm Nr. 78 nahm auch über uns Ge⸗ walt; sein Reich hielt uns gefangen. Halleluja! 3. Jesus Christus, Gottes Sohn, an unsrer Statt ist kommen und hat die Sünde abgetan, damit dem Tod genommen all sein Recht und sein Gewalt; da bleibet nichts denn Todsgestalt,‚, den Stachl hat er verloren. Halleluja! 4. Es war ein wunder⸗ licher Krieg, da Tod und Leben rungen; das Leben, das behielt den Sieg, es hat den Tod verschlungen. Die Schrift uns die Kunde bringt, wie da sein Tod den Tod bezwingt; ein Spott der Tod ist worden. Halle⸗ luja! 5. Hier ist das rechte Osterlamm, davon wir sollen leben; das ist uns an des Kreuzes Stamm aus heißer Lieb gegeben. Des Blut zeichnet unsre Tür, das hält der Glaub dem Tode für; nicht rührn kann uns der Würger. Halleluja! 6 7 t Lnsstend ohe Fest mit Herzensfreu 005 Vonne, das uns der Herr erscheinen läßt; er selber ist die Sonne, der durch seiner Gnade Glanz erleuchtet unsre Herzen ganz; der Sünd Nacht ist ver⸗ gangen. Halleluja! Luther, 4 1546. Ostern. 40 Mel. Heut triumphieret Gottes ꝛe. 78 Fdte Sonn d0 die Sonn aufgeht mein Heiland Christus auf⸗ ersteht. Halleluja, Halleluja! Vertrieben ist der Sünden Nacht, Licht, Heil und Leben wiederbracht. Halleluja, Halle⸗ luja! 2. Nicht mehr als nur drei Tage lang hält meinen lun Todeszwang. Halle⸗ uja, Hallelujaͤ! Am dritten Tag durchs Grab er dringt mit Ehren seine Siegs⸗ fahn schwingt. Halleluja Halleluja! 3. Jetzt ist der Tag, da mich die Welt mit Schmach am Kreuz gefangen hält. Halleluja, Halleluja! Drauf folgt der Sabbat in demn Grab, allda ich Ruh und Rar hab. Halleluja, Halle⸗ uja! 4. In kurzem wach ich fröhlich auf, mein Ostertag ist schon im Lauf. Halleluja Halleluja! Ich wach auf durch des Herren Stimm, verach den Tod mit seinem Grimm Halleluja, Halleluja! 5. O Wunder groß, 9 starker Held, wo ist ein Feind den er nicht fällt? Halleluja Halleluja! Kein Angststein liegt so schwer auf mir, er wälzt ihn von des Herzenz Tür. Halleluja, Halleluja! 49 6. Lebt ich betrübt? er mich her luja, Halle gleich alle gnug, daß mir hab. luja! 2. Er tröstet mie nimmt er Halleluja, er jetzt lel hin, weil Glied ich Halleluja! 8. Dur stehung Kre Engel Brü luja, i bin ich m mit Gnad gekrönt. luja! 9. Mein entsetzen sie Engel lieb luja, Halle die mir is Furcht und luja, Halle 15 großer Held 1 dir a Halleluja! mit größer deinen Ri Halleluja, Jol 4⁰ ottes ꝛc. gststein nir, er Herzen luja! dir a 49 6. Lebt Christus, was bin ich betrübt? Ich weiß, daß er mich herzlich liebt. Halle⸗ luja, Halleluja! Wenn mir gleich alle Welt stürb ab, gnug, daß ich Christum bei mir hab. Halleluja, Halle⸗ luja! 7. Er nährt, er schützt, er tröstet mich; sterb ich, so nimmt er mich zu sich. Halleluja, Halleluja! Wo er jetzt lebt, da muß ich hin, weil seines Leibes Glied ich bin. Halleluja, Halleluja! 8. Durch seiner Aufer⸗ stehung Kraft komm ich zur Engel Brüderschaft. 75 luja, it Durch ihn bin ich mit Gott versöhnt, mit Gnad und ewgem Heil gekrönt. Halleluja, Halle⸗ luja! 9. Mein Herz darf nicht entsetzen sich: Gott und die Engel lieben mich. Halle⸗ luja, Halleluja! Die Freude die mir ist bereit, vertreibet Furcht und Traurigkeit. Halle⸗ luja, Halleluja! 10. Für diesen Trost, o großer* Herr Jesu, dankt e Welt. Halleluja, Halleluja! Dort wollen wir mit größerm Fleiß erheben deinen Ruhm und Preis. Halleluja, Halleluja! Joh. Heermann, 7 1647. 79 La set uns den Herren preisen, o ihr Christen überall! Kommet, laßt uns Dank erweisen unserm Gott mit frohem Schall! Jauchzet: frei von Todesbanden ist der Held aus Judas Stamm. Der zu uns vom Himmel kam, Jesus Christus, ist erstanden! Nun ist aus der lange Streit; freue dich, o Christenheit! 2. Christus hat nun über⸗ wunden des ergrimmten Todes Macht; der im Tode lag gebunden, hat das Leben neu gebracht und die Finster⸗ nis bezwungen. Die Ver⸗ wesung schaͤute nicht, der des Todes Ketten bricht; nun zum Himmelsthron gedrungen, gibt er uns ein frei Geleit; freue dich, o Christenheit! 3. War er gleich am Kreuz gestorben, war er gleich ins Grab gelegt: dennoch blieb er unverdorben. Als die Erde ward erregt, hat der Lebens⸗ fürst erhoben sein verklärtes Angesicht, stirbet nun und nimmer nicht. Ewig werden wir ihn loben; Harf und Psalter, seid bereit! Freue dich, o Christenheit! 4. Grab, wo sind nun deine Schrecken? Hölle, wo ist dein Triumph? Tod, du kannst kein Graun erwecken, deine Pfeile sind jetzt stumpf. Christus ist dein Gift ge⸗ wesen; —————————.——— Nr. 80 wesen; er, der starke Gottes⸗ held, hat dir deinen Trotz gefällt, und wir Menschen sind genesen. Nun, vom schweren Joch befreit, freue dich, o Christenheit! 5. Sehnsuchtsvoll laßt uns verlangen nach dem Herrn und seinem Heil; auch wir werden dann empfangen unser teur erworbnes Teil. Er geht auf in unsern Herzen; laßt uns mit ihm auferstehn, mit ihm ein zum Himmel gehn, wo er stillet alle Schmerzen. Wonne wird dann alles Leid; freue dich, o Christenheit! 6. Meinen Leib wird man begraben, doch er schläft auf ewig nicht; neues Leben wird er haben, schön verklärt im Glanz und Licht. Das Ver⸗ wesliche muß sterben, irdisch wird es ausgesät, bis es himmlisch einst ersteht, um das Reich des Herrn zu erben, ihn zu schauen allezeit. Freue dich, o Christenheit! Nach Joh. Rist, 1667. Mel. Nun freut euch, lieben Christen ꝛc. 80 Wach auf, mein Herz, die Nacht ist hin, die Sonn ist auf⸗ gegangen! Ermuntre deinen Geist und Sinn, den Heiland zu empfangen, der heute durch des Todes Tor ge⸗ Ostern. 50 brochen aus dem Grab her⸗ vor, der ganzen Welt zur Wonne. 2. Steh aus dem Grab der Sünden auf und such ein neues Leben, vollführe deinen Henz sch heh und laß dein derz sich heben gen Himmel, da dein Jesus ist, und such, was droben, als ein Christ, der geistlich auf⸗ erstanden. 3. Vergiß nur, was da⸗ hinten ist und tracht nach dem, was droben, damit dein Herz zu jeder Frist zu Jesu 51 erhoben. Tritt unter dich ie böse Welt und strebe nach des Himmels Zelt, wo Jesus ist zu finden. 4. Drückt dich ein schwerer Sorgenstein, dein Jesus wird ihn heben; es kann ein Christ bei Kreuz und Pein in Freud und Wonne leben. Wirf dein Anliegen auf den Herrn und sorge nicht, er ist nicht fern, weil er ist auferstanden. 5. Drum auf, mein Herz, fang an den Streit, weil Jesus überwunden; er wird auch überwinden weit in dir, weil er gebunden der Feinde Macht, daß du aufstehst und in ein neues Leben gehst und Gott im Glauben dienest. 6. Ach, mein Herr Jesu, der du bist vom Tode auf⸗ erstanden, bewahr uns 98 es 51 des Feinde aus Todesb alle insger Leben gehe uns hast er 7. Sei, dieser Zeit kindern un Herrlichkeit windern, durch dein gib uns daß wir au Mel. Valet u Oick 5 erfürst, 1 nung 2 zeigen wirst fröhlich ster auferstehn, Himmels 6 des Lebens 2. Du l‚ und hast sie ich begraben mein Herz in den Star Asch und weil dir dos Erde zugeh 3. D Du Grabe, daß Ruh an die du schließt! soll mir 0⁰ wenn mein ich werde de der mir zur werer wird ein Pein leben. if den t, er er ist Herz, 51 des Feindes List, rett uns aus Todesbanden, damit wir alle insgemein zum neuen Leben gehen ein, das du uns hast erworben. 7. Sei, Herr, gelobt in dieser Zeit von allen Gottes⸗ kindern und ewig in der Herrlichkeit von allen Ueber⸗ windern, die überwunden durch dein Blut! Herr Jesu, gib uns Kraft und Mut, daß wir auch überwinden! L. Laurenti, 4 1722. Mel. Valet will ich dir geben ꝛc. Qch geh zu deinem 8¹ NI Grale du großer Wag 6 weil ich die Hoff⸗ nung habe, daß du mir zeigen wirst, wie man kann fröhlich sterben und fröhlich auferstehn, auch mit des Himmels Erben ins Land des Lebens gehn. 2. Du liegest in der Erde und hast sie eingeweiht, wenn ich begraben werde, daß sich mein Herz nicht scheut, auch in den Staub zu legen, was Asch und Staub vermehrt, weil dir doch allerwegen die Erde zugehört. 3. Du schläfest in dem Grabe, daß ich auch meine Ruh an diesem Orte habe; du schließt die Augen zu, so soll mir gar nicht grauen, wenn mein Gesicht vergeht: ich werde den wohl schauen, der mir zur Seite steht. Ostern. Nr. 81, 82 4. Dein Grab schließt Stein und Siegel, und du wirst dennoch frei; auch meines Grabes Riegel bricht deine Hand entzwei. Du wirst den Stein schon rücken, der auch mein Grab bedeckt; da werd ich den erblicken, der mich vom Tode weckt. 5. Du fährest in die Höhe und zeigest mir die Bahn, wohin ich endlich gehe, da ich dich finden kann. Dort ist es sicher wohnen, wo lauter Glanz um dich; da warten lauter Kronen in deiner Hand auf mich. 6. O meines Lebens Leben o meines Todes Tod, ch will mich dir ergeben in meiner letzten Not; ich will mein Lager machen in deine liebe Gruft, da werd ich schon erwachen, wenn deine Stimme ruft. B. Schmolck, 4 1737. Mel. Christus, der ist mein Leben ꝛc. 82 Willkommen, Held im Streite, aus deines Grabes Kluft! Wir triumphieren heute um deine leere Gruft. 2. Der Feind wird schau⸗ getragen und heißt nunmehr ein Spott; wir aber können sagen: mit uns ist unser ott 3. In der Gerechten ütten schallt schon das Siegeslied, du trittst selbst M Nr. 83 in die Mitten und bringst den Osterfried. 4. Ach, teile doch die Beute bei deinen Gliedern aus! Wir alle kommen heute deswegen in dein Haus. 5. Schwing deine Sieges⸗ fahne auch über unser Herz und unsern Weg uns bahne vom Grabe himmelwärts! 6. Laß unser aller Sünden ins Grab verscharret sein, uns einen Schatz hier finden, der ewig kann erfreun! 7. Wir sind mit dir ge⸗ storben, so leben wir mit dir. Was uns dein Tod er⸗ Rb das stell uns täglich ür! 8. Wir wollen hier ganz fröhlich mit dir zu Grabe gehn, wenn wir dereinst nur selig mit dir auch auferstehn! 9. Der Tod kann uns nicht schaden, sein Stachel ist nun stumpf; wir stehn bei Gott in Gnaden und rufen schon Triumph! B. Schmolck, 4 1737. Mel. Jesu, meines Lebens Leben ꝛc. wei der Jünger gehn 83 3 mit Sehnen über Feld nach Emmaus; ihre Augen sind voll Tränen, ihre Seelen voll Verdruß; man hört ihre Klageworte; doch es ist von ihrem Orte unser Jesus gar nicht weit 210 vertreibt die Traurig⸗ eit. Ostern. 52 2. Ach, es gehn noch manche Herzen ihrem stillen Kummer nach, sie bejammern voller Schmerzen ihre Not und Ungemach. Manches wandert ganz alleine, daß es nur zur Gnüge weine; doch mein Jesus ist dabei, fragt, was man so traurig sei. 3. Oft schon hab ichs auch empfunden, Jesus läßt mich nie allein; Jesus stellt zur rechten Stunden sich mit einem Beistand ein. Wenn ich mich bei ihm beschwere, gleich als ob er ferne wäre, o so ist er mehr als nah und mit seiner Hilfe da. 4. Treuster Freund von allen Freunden, bleibe ferner noch bei mir; kommt die Welt, mich anzufeinden, ach so sei du auch allhier! Wenn mich Trübsalswetter schrecken, wollst du kräftig mich be⸗ decken; komm, in meinem Geist zu ruhn; was du willst das will ich tun. 5. Bin ich traurig und betrübet, Herr, 5 ruf mir in den Sinn, da Seele liebet und daß ich der Deine bin. Laß dein Wort mich fester gründen, laß es auch mein Hers ent⸗ zünden, daß es voller Liebe brennt und dich immer besser kennt! 6. Tröst auch andre, die voll Jammer einsam durch die Fluren gehn, oder 1— er mich deine 53 der stillen kümmert zu sie von der daß sie können, so zu: liebes 190 Hilf Hilf, Abend werd tag sich n dunklen 2 nirgends si bleib alsd Mitten, wie bitten, bis hast; bleil Gast! Mel. Jesus, 84 J 2. Jesu Reich über gleih e gleich ewie leben. Go verspricht; versicht. 3. Jesu verzagt, Gottes Eh— zugesagt, d bekehre. Christo nie Zuversicht. ch be⸗ neinem willst, 3 und f mir 9 deine Aß ich dein ünden, z ent⸗ Liebe besser re, dit durch er in der 53 der stillen Kammer tiefbe⸗ kümmert zu dir flehn. Wenn sie von der Welt sich trennen, daß sie satt sich weinen können, so sprich ihrer Seele zu: liebes Kind, was trauerst du? 7. Hilf, wenn es will Abend werden und der Lebens⸗ tag sich neigt, wenn dem dunklen Aug auf Erden nirgends sich ein Helfer zeigt; bleib alsdann in unsrer Mitten, wie dich deine Jünger bitten, bis du sie getröstet hast; bleibe, bleibe, teurer Gast! J. Neunherz, 4 1737. Mel. Jesus, meine Zuversicht ꝛc. Jesus lebt, mit ihm 8⁴ N auch ich; Tod, wo sind nun deine Schrecken? Er, er lebt und wird auch mich von den Toten aufer⸗ wecken. Er verklärt mich in sein Licht; dies ist meine Zuversicht. 2. Jesus lebt, ihm ist das Reich über alle Welt gegeben; mit ihm werd auch ich zu⸗ gleich ewig herrschen, ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht; dies ist meine Zu⸗ versicht. 3. Jesus lebt, wer nun verzagt, lästert ihn und Gottes Ehre; Gnade hat er zugesagt, daß der Sünder sich bekehre. Gott verstößt in Christo nicht; dies ist meine Zuversicht. Ostern. Nr. 84, 85 4. Jesus lebt, sein Heil ist mein; sein sei auch mein ganzes Leben; reines Herzens will ich sein und den Lüsten widerstreben. Er verläßt den Schwachen nicht; dies ist meine Zuversicht. 5. Jesus lebt, ich bin gewiß, nichts soll mich von Jesu scheiden, keine Macht der Finsternis, keine Herrlich⸗ keit, kein Leiden. Er gibt selbst mir Kraft und Licht; dies ist meine Zuversicht. 6. Jesus lebt, nun ist der Tod mir der Eingang in das Leben. Welchen Trost in Todesnot wird er meiner Seele geben, wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht! Chr. F. Gellert, 4 1769. Mel. O Jesu Christ, meins Lebens 20. 8 5 Ercure dich, mein Geist, erfreut des hohen Tags der Herrlichkeit; halt im Gedächtnis Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist! 2. Entbrenn in Lieb und Dank für ihn, als ob er Frie dir erschien und spräche: riede sei mit dir!— So freue dich, mein Geist, in mir! 3. Schau über dich und bet ihn an; er mißt den Sternen ihre Bahn; er lebt und herrscht mit Gott ver⸗ eint Nr. 86 eint und ist dein König und dein Freund. 4. Mein Heiland ist für mich erhöht; was ist der Erde Majestät, wenn sie mein Geist mit der vergleicht, die ich durch Gottes Sohn er⸗ reicht? 5. Vor seinem Thron, in seinem Reich, unsterblich, heilig, Engeln gleich und ewig, ewig selig sein: ach, welche Herrlichkeit ist mein! 6. Herr, der du in dem Himmel thronst, ich soll da wohnen, wo du wohnst, und du erfüllest mein Vertraun, dich in der Herrlichkeit zu schaun. 7. Ich soll, wenn du, o Lebensfürst, in Wolken wieder⸗ kommen wirst, verklärt aus meinem Grabe gehn und froh zu deiner Rechten 8. Mit deiner heilgen Engel Schar soll ich dich Frommen aller Zeit soll ich mich freun in Ewigkeit. 9. Nie komm es mir aus meinem Sinn, was ich, mein 1. dir schuldig bin! Gib Kraft, daß ich in Lieb und Treu mich stets zu deinem Bild erneu! 10. Macht, Ruhm und Hoheit immerdar dem, der da ist und der da war! Sein Name sei gebenedeit von nun an bis in Ewigkeit! Ostern. 54 11. Sein ist das Reich, der ist die Kraft; er ists, er alles in uns schafft. 651 im Gedächtnis Jesum hrist, der von dem Tod erstanden ist! Chr. F. Gellert, 4 1769. Mel. Lasset uns den Herren preisen ꝛc. 86 Uäi nimm die Palmen, die dein Volk dir heute bringt, das mit frohen Osterpsalmen den erkämpften Sieg besingt. Wo ist nun der Feinde Pochen und der Würger Mordge⸗ schrei, da des Todes Nacht vorbei und sein Stachel ist zerbrochen? Tod und Hölle liegen da; Gott sei Dank, Halleluja! 2. Stecke nun dein Sieges⸗ zeichen aus der dunklen Gruft empor! Was kann deinem Ruhme gleichen? Held und König, tritt hervor! Laß dir tausend Engel dienen; denn nach harter Leidenszeit ist dein Tag der Herrlichkeit, höchste Majestät, erschienen; Erd und Himmel jauchzen da: Gott sei Dank, Halleluja! 3. Teile, großer Fürst, die Beute deiner armen Herde mit, die in froher Sehnsucht heute vor den Thron der Gnade tritt! Deinen Frieden gib uns allen! O so jauchzet Herz und Mut, weil das Los uns 55 uns wund Lieblichste Oelzweig g Dank, Hall 4.* rechten, de Herze gehn deinen Kner lich auferf Schlaf un o so förd: rufe mäch Denn die gangen, ur ist da: Go luja! 5. Tilg Grauen, Stunde si denen, die die Krone uns in de gib uns mi deinen Tr. ein; o so k töten, den blühet da: Halleluja! 6. Zeig Kummer Grüften Schwachheit Schlummer Kraft ersch hwentd hi treift das was sterbli und der loren; 12 Gott sei D nimm n, die ringt, ieges⸗ Gruft einem und ß dir denn it ist ichkeit, ienen; n da: jal st, die Herde nsucht der uche Uchzet 5 Los uns 55 Ostern. uns wundergut und aufs Lieblichste gefallen; denn der Oelzweig grünet da: Gott sei Dank, Halleluja! 4. 93 o Sonne der Ge⸗ rechten, deinen Strahl ins Herze gehn; gib Erleuchtung deinen Knechten, daß sie geist⸗ lich auferstehn. Hält der Schlaf uns noch gefangen, o so fördre du den Lauf, rufe mächtig: wachet auf! Denn die Schatten sind ver⸗ gangen, und der helle Tag ist da: Gott sei Dank, Halle⸗ luja! 5. Tilg in uns des Todes Grauen, wenn die letzte Stunde schlägt, weil du denen, die dir trauen, schon die Krone beigelegt. Gib uns in den höchsten Nöten, gib uns mitten in der Pein deinen Trost und Glauben ein; o so kann der Tod nicht töten, denn die Hoffnun blühet da: Gott sei Dank, Halleluja! 6. Zeige, wenn der blöde Kummer über Sarg und Grüften weint, wie die Schwachheit nach dem Schlummer dort in voller Kraft erscheint. Sind wir hent hier geboren, o so treift das kühle Grab nur, was sterblich heißt, uns ab, und der Staub ist unver⸗ loren; unser 4 hütet da: Gott sei Dank, Halleluja! Nr. 87 7. Rufe die zerfallnen Glieder endlich aus der dunklen Nacht; wenn der Deinen Asche wieder in ver⸗ klärtem Glanz erwacht, dann wirst du die Krone geben, dann wird unsre volle Brust, Herr, mit engelgleicher Lust ewig deinen Sieg erheben, und wir sprechen auch allda: Gott sei Dank, Halleluja! Chr. L. Taddel, 4 1775. Mel. Lasset uns den Herren preisen ꝛc. 87 Gofter Morgen, der die Erde nach der tiefsten Nacht belebt, der sie nach dem Wort: es werde! nochmals aus dem Nichts erhebt! Nach der Nacht voll düstrer Sorgen, da man angst⸗ und kummervoll ohne Jesum leben soll, bringt der allerschönste Morgen Jesum aus des Todes Tor, Jesum, unser Licht, hervor. 2. Lebt nun auf, ihr stillen Seelen, die in Tränen ihr zerfloßt, die ihr euch in Kummerhöhlen ohne Licht und Kraft verschloßt! Lebt nun auf: er ist erstanden! Er, an den ihr doch geglaubt, ist vom Tode nicht geraubt, nein, er lebt, ist frei von Banden und mit Klarheit angetan; betet euren König an! 3. Jauchz, o Erde, Himmel, tönet, rühme, neu geschaffne Welt! Gott und eu in —————.‚.‚.—————— Nr. 88 sind versöhnet! Seht, wie glänzt der große Held, der des Abgrunds und der Höllen und der Himmel Schlüssel führt und, mit Ehr und Schmuck geziert, seine Kirche sicher stellen und nach tiefem Gottesplan ewig selig machen kann! 4. Großer Hirte deiner Schafe, von den Toten aus⸗ geführt, dem, nach ganz er⸗ littner Strafe uhre Schuld, der Preis gebührt! Nimm ihn von den Millionen derer, die das Grab noch deckt, derer, die dein Ruf schon weckt, derer, die im Himmel wohnen, auch von uns hier unten an, wie dich jeder preisen kann. 5. Hilf uns aus den Fesseln gehen, womit uns die Welt bestrickt; laß uns geistlich auferstehen, allem Sündendienst entrückt! Schenk uns Kraft zum neuen Wesen, daß es täglich Ostern sei, dann kommt einst der Tag herbei, da du völlig uns er⸗ lösen und zu dir erheben wirst, auferstandner Siegesfürst. J. A. Lehmus, 4 1788. Mel. Lasset uns den Herren preisen ꝛc. 88 Aunden auf⸗ erstanden ist der Herr, der uns versöhnt; seht, wie hat nach Schmach und Banden Gott mit Ehren ihn Ostern. 56 gekrönt! Dort auf seines Vaters Throne, über Schmerz und Tod erhöht, herrscht er nun in Majestät. Fallet nieder vor dem Sohne, der uns einst zu sich erhebtl Halleluja! Jesus lebt. 2. Singt dem Herrn! Er ist erstanden, da er starb auf Golgatha; rühmt es laut in allen Landen: was sein Mund verhieß, geschah. Wer kann ihm noch widerstreben? Mächtig steigt der Held em⸗ or, im Triumph bricht er ervor. Seht des Abgrunds Pforten beben, da ihr Sieger 119 erhebt! Halleluja! Jesus ebt. 3. Uns vom Tode zu be⸗ freien, sank er in des Grabes Nacht; uns zum Leben zu erneuen, steht er auf durch Gottes Macht. Tod, du bist in Sieg verschlungen; deine Schrecken sind gedämpft, deine Herrschaft ist bekämpft, und das Leben ist errungen; ob man unsern Leib begräbt, Halleluja! Jesus lebt. 4. Aus dem Grab uns zu erheben, ging er zu dem Vater hin. Laßt uns ihm zur Ehre leben, dann ist Sterben uns Gewinn. Haltet unter Lust und Leiden im Gedächtnis Jesum Christ, der vom Tod erstanden ist; unvergänglich sind die Freu⸗ den des, der nach dem Himmel 57 Himmel str Jesus lebt. 5. Freut Kinder! E gesang! Br überwinder und Dank. Versuchungs euch Sünd rühmt es i unser Herr Der uns ein Halleluja! Nach J. F. De Chr. Sturm, Mel. Nun br. 89 J5 e erstanden ist, Mitte schwel uns ist. 2. Ich sa sagt es seinen daß bald tagt das ne 3. Jetzt dem neuen ein Vaterla Leben nimm zückt aus sei 4. Hinun Meer versa raun, und leicht und Zukunft schar 5. Der d er betrat, gel zu be⸗ rabes n zu durch u bist deine deine „ und n; ob gräbt, uns dem ihm m ist Haltet 5⁷ Ostern. Nr. 89, 90 Himmel strebt. Halleluja! aus; und wer nur hört auf Jesus lebt. Bater Rat, kommt auch ins 5. Freut euch seiner, Gottes Vaterhaus. Kinder! Er sei euer Lob⸗ 6. Nun weint auch keiner gesang! Bringt dem Todes⸗ mehr allhie, wenn eins die überwinder ewig Ehre, Preis Augen schließt; vom Wieder⸗ und Dank. Rühmt es in Versuchungsstunden, wenn euch Sünd und Elend droht, rühmt es in der Todesnot: unser Herr hat überwunden! Der uns einst zu sich erhebt, Halleluja! Jesus lebt. Nach J. F. Danneil(4 1772) von Chr. Sturm, 180f. C. Lavater, Mel. Nun danket all und bringet ꝛc. 89 Och sag es jedem, daß er lebt und auf⸗ erstanden ist, daß er in unsrer Mitte schwebt und ewig bei uns ist. 2. Ich sag es jedem, jeder sagt es seinen Freunden gleich, daß bald an allen Orten tagt das neue Himmelreich. 3. Jetzt scheint die Welt dem neuen Sinn erst wie ein Vaterland; ein neues Leben nimmt man hin ent⸗ zückt aus seiner Hand. 4. Hinunter in das tiefe Meer versank des Todes raun, und jeder kann nun leicht und hehr in seine Zukunft schaun. 5. Der dunkle Weg, den er betrat, geht in den Himmel sehn, spät oder früh, wird dieser Schmerz versüßt. 7. Es kann zu jeder guten Tat ein jeder frischer glühn; denn herrlich wird ihm diese Saat in schönern Fluren blühn. 8. Er lebt und wird nun bei uns sein, wenn alles uns verläßt, und so soll dieser Tag uns sein ein Weltverjüngungsfest. Novalis(Fr. von Hardenbexg), + 1801. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern ꝛc. 90 Ebnder Siegesfürst und Held! Dir jauchzet die erlöste Welt am Feste deiner Wonne; du gehst aus deines Grabes Tor als wie ein Bräutigam hervor, chön wie die Morgensonne. Zächtig, prächtig kommst du heute aus dem Streite, kommst mit Segen uns aus deiner Gruft entgegen. 2. Wie majestätisch bauest du am dritten Tage deiner Ruh den Leibestempel wie⸗ der! Trotz aller Feinde List und Macht hast du dein großes Wort vollbracht: ich sterb Nr. 91 sterb und lebe wieder. Gehet, sehet: alle Riegel, Band und Siegel sind zerstöret, Jesus lebt und ist verkläret! 3. Erlöste, kommt zu diesem Grab und blicket glaubensvoll hinab; ist dies die Gruft der Schrecken? Seit Jesus hier geschlummert at, sind Gräber eine Ruhe⸗ tatt, die Fried und Hoff⸗ nung decken. Zagt nicht! Klagt nicht! Diese Glieder werden wieder sich erheben und das Leben Christi leben. 4. Dann werd ich ihn im Lichte sehn gekrönt vor seinem Throne stehn mit himmlischem Entzücken. Dann ist mein Aug von Tränen leer, dann schreckt mich Sünd und Tod nicht mehr, nichts kann mich ihm entrücken. Ewig, selig, ohne Mängel, wie die Engel werd ich leben und ihm Preis und Ehre geben. 5. Indes zerstöre, starker Held, was mich hier noch zurücke hält, daß ich zu dir mich schwinge. O gib mir deinen Geist, dein Licht, daß ich, wenn Herz und Auge bricht, vom Tod ins Leben dringe! Mach mich mutig in dem Streite und bereite mich bei Lehen zum Triumph der Ewigkeiten! Chr. G. Göz, 4 1803. Ostern. 50 Mel. Wachet auf! ruft uns u. 91 Huhr h jauchz ihr Chöre, sing Jesu Christo Preis un Ehre! Wie groß und herrlith ist sein Tag! Er, der Held ist von den Banden da Todes siegreich auferstanden er, der für uns im Grabe lag Sein ist Gewalt und Mach Preis ihm, er hats vollbracht Halleluja! Er hats vollbrach er, der die Macht des Tode und des Grabes hat. 2. Glorreich hat der Grd gerungen, hat mächtig Gra und Tod bezwungen, vos ihren Schrecken uns befrei Wir von Gott gewichn Sünder sind nun mit ihn versöhnte Kinder und Erbe seiner Seligkeit. Bald, balh entschlafen wir, entschlafen Christo, dir, ruhn in Friede die kurze Nacht, bis dein Macht das Licht des ewges Tages ruft. 3. Unsern Staub ma⸗ Staub bedecken, du wirst ih⸗ herrlich auferwecken, der di des Staubes Schöpfer bis Du wirst unvergänglich Lebes und Kraft und Herrlichkei ihm geben, dem Staube, de dir teuer ist. Wir werder ewig dein, gerecht und seli sein. Halleluja! Tod um Gericht erschreckt uns nicht 59 4. Da, erfreuen un zerstreuen, Lebensfriede ist seines N ewig giltig ewig selig, Wir gehn durch dieses zum Himme er, der da Ehren ewigl 5. Tag der Wonne, sein, wenn durch unsres bricht! O,: empfinden, Finsternis v uns umstrah Licht! Volle uns diesem die Deinen. gingst du vo dir in deine G. Be 93 Cn uns herniede den heiligen der armen Ch luja! 2. Halleli Hallelujsa! ⸗ alle froh sei denn Jesus, unser Mittler unser Trost s lebt. Aus dem 5⁰ uns u jauchz e, sing 3 un herrlih r Helt en de standen abe lag Mach [bracht (lbrach, Tode o ma irst ih der di er bist h Leben rlichkel ibe, da werden 1d seli od un nichh Mittler 59 4. Ja, er lebt, uns zu erfreuen und alles, alles zu zerstreuen, was uns den Lebensfrieden raubt. Groß ist seines Namens Ehre, und ewig giltig seine Lehre, und ewig selig, wer ihm glaubt. Wir gehn an seiner Hand durch dieses Tränenland hin zum Himmel, und dort erhebt er, der da lebt, uns hoch zu Ehren ewiglich. 5. Tag des Lebens, Tag der Wonne, wie wird uns sein, wenn Gottes Sonne durch unsres Grabes Dunkel bricht! O, was werden wir empfinden, wenn Nacht und Finsternis verschwinden und uns umstrahlt des Himmels Licht! Vollender, führe du uns diesem Tage zu, uns, die Deinen. Die Todesbahn gingst du voran; wir folgen in dir in deine Ruh. G. Bened. Funk, 4 1814. Ostern. Nr. 92—94 Mel. Lasset uns den Herren ꝛc. 92 men! Deines Gra⸗ bes Friede wird auch unser Grab durchwehn, wann wir, von der Wallfahrt müde, ruhn, um froher auf⸗ zustehn. Amen! Fürst der Auferstehung, der des Todes Siegel brach, zeuch durch Tod und Grab uns nach zu der seligen Erhöhung, wo dem Lamm, das uns versöhnt, aller Himmel Loblied tönt. 2. Preis dem Herrn, wir werden leben; weil du auf⸗ erstanden bist, muß das Grab uns wieder geben; Preis und Dank dir, Jesu Christ! Du das Haupt und wir die Glieder; weil du lebst, so leben wir. Alle ziehst du nach zu dir, großer Erstling deiner Brüder. Preis und Dank, wir leben hier, leben ewig dort mit dir. B. Garve, 1841. VIII. Himmelfahrt. 93 Christ fuhr gen Him⸗ mel; da sandt er uns hernieder den Tröster, den heiligen Geist, zu Trost der armen Christenheit. Halle⸗ luja! 2. Halleluja! Halleluja! Hallelujaͤ! Des solln wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Halleluja! Aus dem 14. Jahrhundert. 9 4 NI diesen Tag be⸗ denken wir, daß Christus aufgefahren und flehn mit herzlicher Begier, Gott wolle nun bewahren uns arme Sünder hier auf Erd, die wir, von Not und Tod beschwert, ohn ihn kein Hoffnung haben. Halleluja! Halleluja! 2. Gottlob, nun ist der 5 Weg Nr. 95 Himmelfahrt. 60 61 Weg gemacht, uns steht der Himmel offen! Christus chleußt— mit großer racht, vorhin konnts nie⸗ mand hoffen. Wers glaubt, des Herz ist freudenvoll, da⸗ bei er sich doch rüsten soll, dem Herren nachzufolgen. Halleluja! Halleluja! 3. Wer nun nicht seinen Willen tut, dem ists nicht Ernst zum Herren; der aber wird vor Fleisch und Blut sein Himmelreich versperren. Am Glauben liegts, 15 der ist echt, wird auch gewiß das Leben recht zum nn sein gerichtet. Halleluja! Halleluja! 4. Solch Himmelfahrt fäht in uns an, wenn wir den Vater Dente und fliehen stets die breite Bahn, tun uns zu Gottes Kindern; wir sehn hinauf, Gott sieht herab, an Treu und Lieb geht uns nichts ab, bis wir zusammen⸗ kommen. Halleluja! Halle⸗ luja! 5. Dann wird der Tag erst freudenreich, wenn Gott uns zu sich nehmen und seinem Sohn wird machen gleich, den wir hier treu be⸗ kennen. Da wird sich finden Freud und Mut in Ewigkeit beim höchsten Gut. Gott woll, daß wirs erleben! Halleluja! Halleluja! Joh. Zwick, 4 1522. Mel. Erschienen ist der fort und lich Tag ꝛc. herrlich Tag ꝛc vollbrachtem uf, Jesu Jünger, ni ö 9⁵ A freuet euch! Der 1 0W, 8 Herr fährt auf zu seinen 8. Dein Reich. Er triumphiert; lob⸗ Herrlichkeit singet ihm! Lobsinget ihm unsrer Prüft mit lauter Stimm! Halle zu leben, di luja wir dereins 2. Sein Werk auf Erden schaun. Hal ist vollbracht; zerstört h 9. Dann er des Todes Macht. E ewig dein, er hat die Welt mit Gott ven freun. Dar söhnt, und Gott hat ihn von deinem! mit Preis gekrönt. Halle Lied im He lia luja! 3. Weit, über alle himm!. Nach E. All weit, geht seine Macht un. Dit Die Seraßh 11 binge sih ie Seraphim; lobsinget ihn mit lauter Stimm! Hall Wht luja! 4. Sein sind die Völh 96 Au aller Welt; er herrscht al meine sieggewohnter Held; e alle Zwessel herrscht, bis unter seine hiermit stet Fuß der Feinde Heer sil Denn weil beugen muß. Halleluja! Himmel ist, r 5. Er schützet sein der Jesus C Christenheit, erhält sie bis 1 Zeit nachholer Ewigkeit; er ist ihr Hauft 2. Weil e lobsinget ihm! Lobsinget ihz melan und e ri.(kauter Stimm! Hall pfangen, mei uja! ö nur im Hi 6. Ja, Heiland, wir esnirgends dug heben dich, und unsere Hern Denn wo m freuen sich der Herrlichtt kommen hin, und Majestät, dazu dich Go mein Herz ur dein Gott, erhöht. Halleluß ihm mich sehr 7. Bereitet hast du schh 3. Ach, den Ort, wo wir dich shn Gnade mich v er ünger, Der tt ver⸗ at ihn Halle Himme un! n selbs et ihn Halle Völlh cht alt seing eer sih Hija! sein ebisi Haupt get ihn Hall — 5 wir esnirgends 61 fort und fort. Nach treu vollbrachtem Glaubenslauf nimmst du uns in den Him⸗ mel auf. Halleluja! 8. Dein Eingang in die Herrlichkeit stärk uns in unsrer Prüfungszeit, nur dir zu leben, dir zu traun, bis wir dereinst dein Antlitz schaun. Halleluja! 9. Dann werden wir uns ewig dein, erhöheter Erlöser, freun. Dann singen wir von deinem Ruhm ein neues Lied im Heiligtum. Halle⸗ luja! Nach E. Alberus(1 1553) von S. Diterich, 1791. Mel. Nun freut euch, lieben Christen ꝛc. 96 NaI Christi Himmel⸗ fahrt allein ich meine Nachfahrt gründe und alle Zweifel, Angst und Pein hiermit stets überwinde. Denn weil das Haupt im Himmel ist, wird seine Glie⸗ der Jesus Christ zur rechten Zeit nachholen. 2. Weil er gezogen him⸗ melan und große Gab em⸗ pfangen, mein Herz auch nur im Himmel kann, sonst Ruh erlangen. eꝛ Her Denn wo mein Schatz ge⸗ rrlichie kommen hin, dahin steht auch ich G ol mein Herz und Sinn; nach alleluß ihm mich sehr verlaͤnget. du scho 3. Ach, Herr, laß 28 10 Gnade mich von deiner Auf⸗ 0 Himmelfahrt. und Herzen Labsal schafft, 5 Nr. 96, 97 fahrt spüren, daß mit dem wahren Glauben ich mög meine Nachfahrt zieren, und dann einmal, wenn dirs ge⸗ fällt, mit Freuden scheiden aus der Welt; Herr, höre dies mein Flehen! Nach Josua Wegelin(+ 1640) von J. Gesenius, 1 1673. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern ꝛc. 97 Ab, wundergroßer Siegesheld, du Sündentilger aller Welt, heut bist du aufgefahren zur Rechten Gottes in der Kraft, hast herrlich dir den Sieg verschafft trotz aller Feinde Scharen; mächtig, prächtig triumphierst du und regierst du; Tod und Leben ist, Herr Christ, dir unter⸗ geben. 2. Dir dienen alle Che⸗ rubim, viel tausend hohe Seraphim dich Siegesfürsten loben; du hast den Segen wiederbracht und dich mit Majestät und Macht zur Herrlichkeit erhoben. Singet, bringet Jubellieder, fallet nieder, rühmt und ehret den, der auf zum Himmel fähret. 3. Du, Herr, bist unser Haupt, und wir sind deine Glieder; nur von dir kommt auf uns Heil und Leben; Trost, Friede, Freude, Licht Kraft, und was dem wird uns Nr. 98 uns durch dich gegeben. Dringe, zwinge, ewge Güte, mein Gemüte, daß es preise, dir Lob, Ehr und Dank er⸗ weise. 4. Zeuch, Jesu, uns, zeuch uns nach dir; hilf, daß wir forthin für und für nach deinem Reiche trachten; laß unsern Wandel himmlisch sein, daß wir der Erde eiteln Schein und Ueppigkeit ver⸗ achten; Unart, Hoffart laß uns meiden, christlich leiden, wohl ergründen, wo die Gnade sei zu finden. 5. Sei, Jesu, unser Schirm und Hort und gründ uns auf dein göttlich Wort, dar⸗ auf wir uns verlassen. Laß suchen uns, was droben ist; auf Erden wohnet Trug und List und Feinde, die dich hassen. Lügen, Trügen, Angst und Zagen, ach, sie plagen, ach, sie quälen stündlich arme Christenseelen. 6. Herr Jesu, komm, du Gnadenthron, du Sieges⸗ fürst, Held, Davids Sohn, komm, stille das Verlangen! Du, du bist allen uns zu gut, o Jesu, durch dein teures Blut ins Heiligtum gegangen. Dafür soll dir von uns allen Preis er⸗ schallen; Herr, am Ende nimm uns auf in deine Hände! E. Chr. Homburg, i 1681. Himmelfahrt. 62 Mel. Aus meines Herzens Grunde ꝛc. 98 Der Herr fährt auf gen Himmel mit frohem Jubelton aus diesem Weltgetümmel empor zu sei⸗ nem Thron. Lobsingt, lob⸗ singet Gott! Lobsingt, lobsing mit Freuden dem Könige der Heiden, dem Herren Zebaoth 2. Der Herr wird auß genommen in seines Himmelz Pracht; um ihn stehn allt Frommen, die er hat frei gemacht. Es holen Jesun ein die heilgen Cherubinen den lichten Seraphinen muf er willkommen sein. 3. Wir wissen nun von Siege, der unser Haupt er höht, wir wissen zur Genüg wie man zum Himmel gehl der Heiland geht voran, wil uns zurück nicht lassen; e zeiget uns die Straßen; e bricht uns sichre Bahn. 4. Wir sollen himmlist werden, der Herr macht selh uns Platz; wir gehen vof der Erden dorthin, wo unst Schatz. Ihr Herzen, math euch auf! Wo Jesus hing gangen, dahin sei das Va kangen, dahin sei euer Lau 5. Laßt uns gen Himm dringen mit herzlicher V gier; laßt uns einmüt singen: dich, Jesus, Gols wir! Dich, o du Gottz Sohn, dich Weg, dich wahn Leber 6³ Leben, dem geben, dich, Kron! 5 6. Fahr Schätzen, Welt; dein 7. Wam schehen? W liebe Zeit, d den sehen ii keit? Du du sein, da land grüßen zu Füßen? dich doch ein W./ Mel. Wie n qu 99 H* und bin vo Weh, warun mir scheiden du in die H. Armen auch bleibe doch dich und deir möge bei mi 2. Laß zurücke, und mit hinauf, zu dir schick Himmel auf beten kann, in von upt er Benüg el geht. an, wil sen; 6 zen; e n. mmlist cht selh jen vof 5o Unst „ mach 3 hing as Va er Lau Himm her B einmütl Gols Ott wahr Lebe 6³ Leben, dem alle Macht ge⸗ geben, dich, unsers Hauptes Kron! 6. Fahr hin mit deinen Schätzen, du trugesvolle Welt; dein Tand kann nicht ergötzen! Weißt du, was uns gefällt? Der Herr ist unser Preis, der Herr ist unsre Freude und köstliches Ge⸗ schmeide; zu ihm gilt unsre Reis'. 7. Wann soll es doch ge⸗ schehen? Wann kommt die liebe Zeit, daß wir ihn wer⸗ den sehen in seiner Herrlich⸗ keit? Du Tag, wann wirst du sein, daß wir den Hei⸗ land grüßen und fallen ihm zu Füßen? Komm, stelle dich doch ein! W. G. Sacer, 1 1699. Mel. Wie nach einer Wasser⸗ quelle ꝛc. 99 H auf Erden muß ich leiden und bin voller Angst und Weh, warum willst du von mir scheiden, warum fährst du in die Höh? Nimm mich Armen auch mit dir, oder bleibe doch in mir, daß ich dich und deine Gaben täglich möge bei mir haben. 2. Laß dein Herze mir zurücke, und nimm meines mit hinauf, wenn ich Seufzer zu dir schicke, tue mir den Himmel auf und, so ich nicht beten kann, rede du den Himmelfahrt. Nr. 99, 100 Vater an; denn du sitzt zu seiner Rechten; darum hilf uns, seinen Knechten. 3. Zeuch die Sinne von der Erde über alles Eitle hin, daß ich mit dir himmlisch werde, ob ich gleich noch sterb⸗ lich bin und im Glauben meine Zeit richte nach der Ewigkeit, bis wir auch zu dir gelangen, wie du bist vorangegangen. 4. Meine Wohnung mache fertig droben in des Vaters Haus, da ich werde gegen⸗ wärtig bei dir gehen ein und aus. Dahin bringe mich zur Ruh, denn der Weg dahin bist du, und nimm an dem letzten Ende meinen Geist in deine Hände. 5. Komme, wenn es Zeit ist, wieder, wie dein Wort uns hoffen lehrt, und erlöse meine Glieder, die das dunkle Grab beschwert; richtest du dann diese Welt, die dein Wort für Lügen hält, dann nach überstandnem Leide führ uns ein zu deiner Freude. C. Neumann, 1 1715. Mel. Jesu, meines Lebens Leben 1. 100 Großer Mittler, der zur Rechten seines großen Vaters sitzt und die Schar von seinen Knechten in dem Reich der Gnaden schützt, den auf dem erhabnen Throne in der könig⸗ lichen Nr. 101 lichen Krone alles Heer der Ewigkeit mit verhülltem Antlitz scheut! 2. Dein Erlösungswerk auf Erden und dein Opfer ist vollbracht; was vollendet sollte werden, ist geschehn durch deine Macht. Da du bist für uns gestorben, ist uns Gnad und Heil erwor⸗ ben, und dein siegreich Auf⸗ erstehn läßt uns in die Frei⸗ heit gehn. 3. Nun bist du ja Hort und Hüter in des Vaters Heiligtum, die erworbnen Segensgüter durch dein Evangelium allen denen mit⸗ zuteilen, die zum Thron der Gnade eilen; nun wird uns durch deine Hand Heil und Segen zugewandt. 4. Deines Volkes teure Namen trägst du stets auf deiner Brust, und die gläu⸗ big zu dir kamen, sind und bleiben deine Lust. Du ver⸗ trittst, die an dich glauben, daß sie nichts dir möge rauben, bittest in des Vaters Haus ihnen eine Wohnung aus. 5. Doch vergißt du auch der Armen, die der Welt noch dienen, nicht, weil das Herz dir voll Erbarmen über ihrem Elend bricht; daß mein Vater ihrer schone, daß daß er nicht nach Werken lohne, daß er ändre ihren Himmelfahrt. 64 Sinn, darauf zielt dein Bitten hin. 6. Die Verdienste deiner Leiden stellest du dem Vater dar und vertrittst vor ihn mit Freuden deine teur er⸗ löste Schar, daß er woll Rn und Leben deinen Volk auf Erden geben und die Seelen zu dir ziehn, di— noch deine Freundschaft fliehn 7. Großer Mittler, sei ge priesen, daß du in dem Hei ligtum so viel Treu an un bewiesen; dir sei Ehre, Dan und Ruhm! Laß uns dei Verdienst vertreten, wenn wi zu dem Vater beten; sprit für uns in letzter Not, wen den Mund verschließt de Tod! J. J. Rambach, 1 175 Mel. Schmücke dich, o liebe Seele 101 Kenig, dem kei König gleich dessen Ruhm kein Mund e reichet, dem als Gott da Reich gebühret, der al Mensch das Zepter führ dem das Recht gehört zur Throne als des Vaters ei gem Sohne, den so viel Vol kommenheiten krönen, zier und begleiten! 2. Himmel, Erde, V und Meere nebst dem ung zählten Heere der Geschöß in den Feldern, in den Sei in den Wäldern sind,. b 65⁵ über Tod Eigentum Menschen, Menschens Dräuen. 3. In Grenzen schönsten tausend t zu ihrem die durch Mundes u Gnadenbu regieren l das Unrer 4. In Ehren kar loben höre lischen Ge Menge d dort ohne dein verklä zu vergleie fluß der Ordnung Vollkomme welche deii du beschütz du bezwine 6. Herrf Herzen ü Furcht un mich deine gläubig dii ßen, ehren lieben und 64 t dein deiner n Vater hor ihn teur er⸗ r wolle deinem hen und iehn, di— ft fliehn r, sei ge em Hei an un re, Dan ins dein venn wi ; sprit ot, wen ießt de 9, 4 1½ he Seelen sem keii gleiche Nund ei ott do der al rführt zört zun Iters ein viel Vol n, zier de, L em ung Geschöß hen Sei nd, Hen üh 6 Himmelfahrt. über Tod und Leben, dir zum Eigentum gegeben. Tiere, Menschen, Geister scheuen, Menschensohn, dein mächtig Dräuen. 3. In des Gnadenreiches Grenzen sieht man dich am schönsten glänzen, wo viel tausend treue Seelen dich zu ihrem Haupt erwählen, die durchs Zepter deines Mundes nach dem Recht des Gnadenbundes sich von dir regieren lassen und wie du das Unrecht hassen. 4. In dem Reiche deiner Ehren kann man stets dich loben hören von dem himm⸗ lischen Geschlechte, von der Menge deiner Knechte, die dort ohne Furcht und Grauen dein verklärtes Antlitz schauen, die dich unermüdet preisen und dir Ehr und Dienst er⸗ weisen. 5. Herr in allen diesen Reichen! Dir ist niemand zu vergleichen an dem Ueber⸗ fluß der Schätze, an der Ordnung der Gesetze, an Vollkommenheit der Gaben, welche deine Bürger haben; du beschützest deine Freunde, du bezwingest deine Feinde. 6. Herrsche auch in meinem Herzen über Zorn, Lust, Furcht und Schmerzen; laß mich deinen Schutz genießen, gläubig dich ins Herze schlie⸗ ßen, ehren, fürchten, loben, lieben und mich im Gehor⸗ Nr. 102 oul üben; hier mitringen, ulden, streiten, dort mit⸗ herrschen dir zur Seiten. J. J. Rambach, 1735. Mel. Alle Menschen müssen sterben ꝛe. 102 Siegesfurst und Ehrenkönig, höchstverklärte Majestät! Alle Himmel sind zu wenig, du bist drüber hoch erhöht. Sollt ich nicht zu Fuß dir fallen und mein Herz vor Freude wallen, wenn mein Glaubens⸗ aug entzückt deine Herrlichkeit erblickt? 2. Weit und breit, du Himmelssonne, deine Klar⸗ heit sich ergießt, daß ein Strom von Glanz und Wonne durch die Himmels⸗ geister fließt; prächtig wirst du aufgenommen, freudig heißt man dich willkommen: schau, dein armes Kind auch hier rufet Hosianna dir. 3. Sollt ich deinen Kelch nicht trinken, da ich deine Klarheit seh? Sollt mein Mut noch wollen sinken, da ich deine Macht versteh? Meinem König will ich trauen, nicht vor Welt noch Teufel grauen, nur in Jesu Namen lcht beugen hier und ewig⸗ i 4. Geist und Kraft nun überfließen; drum wirk in uns kräftiglich, bis zum Schemel deiner Füße alle Feinde ——.——..— —.—.—.— Feinde legen sich. Herr, zu deinem Zepter wende alles bis zum Weltenende; mache dir auf Erden Bahn, alle Herzen untertan. 5. Du kannst alles aller Orten nun erfülln und nahe sein; meines armen Herzens Pforten stehen offen, komm herein! Komm, du König aller Ehren, du mußt auch bei mir einkehren; ewig in mir leb und wohn als in deinem Himmelsthron! 6. Dein zum Himmel Sicherheben bringt mir Gott und Himmel nah; lehr mich nur im Geiste leben als vor deinen Augen da; fremd der Welt, der Zeit, den Sinnen, bei dir abgeschieden drinnen, in das Himmelreich versetzt, da mich Jesus nur ergötzt. G. Tersteegen, 1 1769. Mel. Alles ist an Gottes Segen ꝛc. Wesus Christus 1 03* 55 König, alles wird ihm unter⸗ tänig, alles legt ihm Gott zu Fuß. Jede Zunge soll bekennen, Jesus sei der Herr zu nennen, dem man Ehre geben muß. ö 2. Fürstentümer und Ge⸗ walten, Mächte, die die Thronwacht halten, geben ihm die Herrlichkeit. Alle Herrschaft dort im Himmel, hier im irdischen Getümmel ist zu seinem Dienst bereit. Himmelfahrt. 66 3. Gott ist Herr, der Herr ist Einer, und demsel— ben gleichet keiner, nur der Sohn, der ist ihm gleich, dessen Stuhl ist un; istößlich dessen Leben unauflöslich dessen Reich ein ewig Reich. 4. Nur in ihm— Wundergaben!— können wir Erlösung haben, die Erlösung durch sein Blut. Hörts! das Leben ist erschienen, und ein ewiges Versühnen kommt in Jesus uns zu gut. 5. Gebt, Sünder, ihn die Herzen, klagt, ihr Kran⸗ ken, ihm die Schmerzen, sagt, ihr Armen, ihm dit Not. Er kann alle Wunden heilen, Reichtum weiß er auszuteilen, Leben schenkt ein nach dem Tod. 6. Eil, es ist nicht Zeil zum Schämen! Willst du Gnade? du sollst nehmen Willst du leben? es sol sein! Willst du erben? du wirsts sehen! Soll der Wunsch aufs höchste gehen, willst du Jesum? er ist dein G 7. Zwar auch Kreuz drüch Christi Glieder hier auf kurz ——— danieder, und das eiden geht zuvor. Nur Geduld! Es folgen Freuden nichts kann 2 von Jesu Deam und ihr Haupt zieht ie empor. 8. Ihnen steht ein Him⸗ mel offen, welcher über allet Hoffen, 67 Hoffen, ü ist. Die weiß, 0 wo sie ihr 9. Jal heilger Kr endete Ger die Palm Märtreren du Chor 2 der die G 140. Je tiefsten E glauben, ꝛ schon noch Christus h alles sei ehret, liebe 9 Mel. Wie Mo 104 6 hoch über 1 höhn, seit di seit du von aussendest d und deine Fröhlich, laube von zum Sohne ist am Thre hne Zhl ohne Za tausendfache ist der Gl Ein Schatte Licht, das Angesicht ar Wonne! S 6⁰ rr, der demsel⸗ nur der gleich, istößlich uflöslich ig Reich — 0 men wir Erlösung rts! das und ein ommt in der, ihn r Kran⸗ hmerzen, hm die Wunden veiß er henkt er icht Zeit zillst du nehmen es uz drüch zuf kurze id das N Freuden, n. Jesu upt zieht n Him⸗ Her alles Hoffen, 67 Hoffen, über alles Wünschen ist. Die gereinigte Gemeine weiß, 0 eine Zeit erscheine, wo sie ihren König grüßt. 9. Jauchz ihm, Menge heilger Knechte, rühmt, voll⸗ endete Gerechte, und du Schar, die Palmen trägt, und ihr Märtrer mit der Krone, und du Chor vor seinem Throne, der die Gottesharfen schlägt! 10. auch auf der tiefsten Stufen, ich will glauben, reden, rufen, ob ich schon noch Pilgrim bin: Jesus Christus herrscht als König, alles sei ihm untertänig, ehret, liebet, lobet ihn! Ph. F. Hiller, 4 1769. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern ꝛc. 10 4 Hbeplt Wie lieblich stehn hoch über uns die Himmels⸗ höhn, seit du im Himmel sitzest, seit du vom ewgen Zion dort aussendest dein lebendig Wort und deine Herde schützest! Fröhlich, selig schaut der laube von dem Staube auf zum Sohne: meine Heimat ist am Throne! 2. Die Sterne leuchten ohne Zahl; was ist ihr tausendfacher Strahl? Was ist der Glanz der Sonne? Ein Schatten nur von jenem Licht, das dir vom holden Angesicht ausgeht mit ewger onne! Spende, sende deine Himmelfahrt. Nr. 104 hellen Lebensquellen reichlich nieder, großes Haupt, auf deine Glieder! 3. Verhüllt den Erdkreis düstre Nacht, ich weiß, daß dort ein Auge wacht, das einst um uns geweinet, das einst für uns im Tode brach; es ist dein Aug, es bleibet wach, bis neu die Sonne scheinet. wer nunmehr nimmer klagte, nimmer zagte, seit du wachest und aus Nächten Tage machest! 4. Wohin wir ziehn durch Land und Meer, ein Himmel neigt sich drüber her, dein Weigter voller Gnaden. Da teigt erhörlich das Gebet, da wallt man sicher früh und spät vor Feindeslist und Schaden. Keiner deiner Aus⸗ erwählten, Geistbeseelten bleibt verlassen; treu will ihn dein Arm umfassen. 5. Wir fliehn zu dir mit allem Schmerz, zu dir, wenn sich das arme Herz abhärmt in bittrer Reue. Du brichst nicht das zerstoßne Rohr, und wenn der Docht sein Oel verlor, so tränkst du ihn aufs neue. Im Licht soll nicht eine fehlen von den Seelen, die zum Leben dir dein Vater übergeben. 6. O selger König Jesu Christ! Wie wundervoll und heilig ist, was uns in dir geschenket! In dir, der Gottes Kinder Nr. 105 Kinder schirmt, bleibt unser Anker, wenn es stürmt, auf ewig eingesenket. Hier, hier sind wir festgebunden; unsre Stunden fliehn in Eile; dann hinauf zum ewgen Heile! A. Knapp, 1 1864. Mel. Lobe den Herren, den ꝛc. 1 0 5 Lamm, das gelitten, und Löwe, der siegreich gerungen; blutendes Opfer und Held, der die Hölle bezwungen; brechendes Herz, das sich aus irdischem Schmerz über die Himmel geschwungen! 2. Du hast in schauriger Tiefe das Höchste vollendet, Gott in die Menschheit ge⸗ hüllt, daß sein Licht uns nicht blendet. Würdig bist du,— jauchzt dir die Ewig⸗ keit zu, Preises und Ruhms, der nicht endet. 3. Himmlische Liebe, die Namen der Erde nicht nennen! Fürst deiner Welten, den einst alle Zungen bekennen! Gingest du nicht selbst in der Sünder Gericht, Sünder entlassen zu können? 4. Ueber des Todes um⸗ nachteten, graunvollen Klüften schwangst du die Palme des Sieges in himmlischen Lüften. Wer an dich glaubt, trägt nun, von Heffaus umlaubt, ewiges Leben aus Grüften. 5. Menschensohn, Heiland, Himmelfahrt. 6⁰ in dem sich das ewge Er barmen milde zu eigen ge geben den schuldigen Armen Dir an der Brust darf nun in Leben und Lust jede Erstarrte erwarmen. 6. Wahl voller Wunder Der einzige Reine von allen eint sich mit Seelen, di sündig im Staube hie wallen, trägt ihre Schuld hebt in unendlicher Huld daßz was am tiefsten gefallen. 7. Mir auch ist süß über windend dein Rufen ertönel Herr, auch mein feindliche Herz hat dein Lieben ver söhnet; ja deine Hand, z dem Verirrten gewandt, hu mich mit Gnade gekrönet. 8. Lobe den Herrn, mein Seele! Er hat dir vergeben heilt dein Gebrechen, legt dich ein ewiges Leben; Fri den im Streit, Wonnen i irdischen Leid weiß dir des Heiland zu geben. 9. Hoffnung und Glaub und Liebe, sie tragen a Flügeln dich in das Lan der Verheißung zu ewige Hügeln, wo deine Wahl, do⸗ in der Herrlichkeit Strah Lieb und Erbarmen besiegel 10. Jauchze, Natur, des Frühlings beginnende Wehen, singe, du Welt, 9 das Werk der Erlösung 9 sehen! Jauchze, du Heer, di am kristallenen Meer: Eh sei Gott in den Höhen! M. Heußer⸗Schweizer, 4 1 69 Mel. Herr sprich dei zu; erfüll Gast, die schaffen he 2. Der bist genan. Gottes P quell, du Herzenssal 3. Du f gut, du die Wund aller Zur frei das 2 4. Zür an im V das Herz stärk unset und Blut heit starker 5. Den uns fern uns auf d daß wir, geführt, v unberührt. 6. Lehr kennen wo Sohn mat Glaubenen wie du 1 gesandt. 6⁰ wge Er⸗ igen ge⸗ Armen darf nun st jede Wunderl von allen len, di be hig Schul huld daz Ulen. süß über ertönet eindliche ben vei hand, z indt, he rönet. en, mein vergebe „legt i n; Fri⸗ mnen i dir desn 5Glaub agen al as Lan 1ewige zahl, dor Strah besiegeh atur, innende Welt, d ösung 9 Heer, do er: Eh⸗ henl zer, 4 18 69 Pfingsten. Nr. 106, 107 IX. Yfingsten. Mel. Herr Gott, dich loben alle wir ꝛc. 10 6 Kemm heilger Geist, o Schöpfer du, sprich deinen armen Seelen zu; erfüll mit Gnaden, süßer Gast, die Brust, die du ge⸗ schaffen hast. 2. Der du ein Tröster bist genannt, des allerhöchsten Gottes Pfand, du Liebes⸗ quell, du Lebensbronn, du Herzenssalbung, Gnadensonn! 3. Du siebenfaches Gnaden⸗ gut, du Hand des Herrn, die Wunder tut, du lösest aller Zungen Band, gibst frei das Wort in alle Land. 4. Zünd uns ein Licht an im Verstand, entflamm das Herz in Liebesbrand, stärk unser schwaches Fleisch und Blut durch deiner Gott⸗ heit starken Mut. 5. Den Feind treib von uns fern hinweg und bring uns auf des Friedens Steg, daß wir, durch deine Hand geführt, vom Argen bleiben unberührt. 6. Lehr uns den Vater kennen wohl, und wie den Sohn man ehren soll; im Glauben mache uns bekannt, wie du von beiden wirst gesandt. 7. Ehr sei dem Vater, unserm Herrn, und seinem Sohn, dem Lebensstern; dem heilgen Geiste gleicherweis sei jetzt und ewig Lob und Preis! Alte Kirche. 1 07 omm, heiliger Geist, Herre Gott, erfüll mit deiner Gnaden Gut der Gläubigen Herz, Mut und Sinn, dein brünstig Lieb entzünd in ihn! O Herr, durch deines Lichtes Glast zum Glauben du versammelt hast das Volk aus aller Welt Zungen. Das sei dir, Herr, zu Lob gesungen! Halleluja! Halle⸗ luja! 2. Du heiliges Licht, edler Labn laß uns leuchten des ebens Wort und lehr Gott uns recht erkennen, von Vater ihn nennen. Herr, behüt vor fremder Lehr, daß wir nicht Meister suchen mehr, denn Jesum mit rechtem Glauben, und ihm aus ganzer Macht ver⸗ trauen. Halleluja! Halleluja! 3. Du heilige Glut, 1166l Trost, nun hilf uns röhlich und getrost in dei⸗ nem Dienst beständig bleibn, die Trübsal uns von dir nicht treibn. Durch deine Kraft Nr. 108, 109 Harn uns, Herr, bereit und stärk des Fleisches Blödig⸗ keit, daß wir hier ritterlich ringen, durch Tod und Leben zu dir dringen. Halleluja! Halleluja! V. 1 vorreformatorisch; V. 2 u. 3 von Luther, 1546. 108 Nem bitten wir den heiligen Geist um den rechten Glau⸗ ben allermeist, daß er uns behüte an unserm Ende, wenn wir heimfahrn aus diesem Elende. Erbarm dich, Herr! 2. Du wertes Licht, gib uns deinen Schein, lehr uns Jesum Christ kennen allein, daß wir an ihm bleiben, dem treuen Heiland, der uns bracht hat zum rechten Vaterland. Erbarm dich, Herr! 3. Du süße Lieb, schenk uns deine Gunst, laß uns empfinden der Liebe Brunst, daß wir uns von Herzen einander lieben und im Frie⸗ den auf einem Sinn bleiben, Erbarm dich, Herr! 4. Du höchster Tröster in aller Not, hilf, daß wir nicht fürchten Schand noch Tod; daß in uns die Sinne nimmer verzagen, wenn der Feind wird das Leben ver⸗ Ragen. Erbarm dich, Herr! Luther, 4 1546. V. 1 aus dem 13. Jahrhundert. Pfingsten. 7⁰ 109 Kam, o komm du Geist des Lebens, wahrer Gott von Ewigkeit. Deine Kraft sei nicht vergebens, sie erfüll uns jederzeit, so wird Geist und Licht und Schein in dem dunklen Herzen sein. 2. Gib in unser Herz und Sinnen Weisheit, Rat, Verstand und Zucht, daß wir andres nicht beginnen, als nur, was dein Wille sucht. Dein Erkenntnis werde groß und mach uns von Irr⸗ tum los. 3. Zeig uns, Herr, die rechten Stege zu der wahren Wohlfahrt an, räume alles aus dem Wege, was im Lauf uns hindern kann; wirke Ren durch deine Gnad, wenn der Fuß gestrauchelt hat. 4. Laß dein Zeugnis uns empfinden, daß wir Gottes Kinder sind; die auf ihn allein sich gründen, wenn sich Not und Drangsal findt; denn was Vaterliebe tut, ist uns allewege gut. 5. Reiz uns, daß wir zu ihm treten frei mit aller Freudigkeit; seufz auch in uns, wenn wir beten, und vertritt uns alle Poit so wird unsre Bitt erhört und die Zuversicht vermehrt. 6. Wird uns auch nach Troste bange, daß das Her oft rufen muß: ach, mein Gott, 71 Gott, mei Ei, so mo sprich der und gib Ruh. 7. und Stä neuer Gei deine Wer uns an uns Waft und erhalt 8. Her unsern G Feind, kein uns densel du bist Gott. Sa immer nei gewisser se 9. Wen sterben, so und mehr, reiches Erl keit und 6 durch Jesi unaussprec Mel. Wie M 110 ein und Wohnung Herzens son licht, laß uns und in zu steter F. onne, V Leben wills 7⁰ komm ist des tt von raft sei erfüll d Geist in dem rHerz t, Rat, daß wir n, als e sucht. de groß nIrr⸗ rr, die wahren e alles im Lauf rke Reu enn der lis uns Gottes uf ihn wenn Ifindt; tut, ist iß wir lit aller uch in n, und eit; so zrt und rt. ch nach 8 Hern „ mein Gott, 71 Gott, mein Gott, wie lange? Ei, so mach du den Beschluß; sprich der Seele tröstlich zu 255 gib Mut, Geduld und uh. 7. O du Geist der Kraft und Stärke, du gewisser, neuer Geist, fördre in uns deine Werke, wenn die Welt uns an sich reißt. Schenk uns Waffen in dem Krieg und erhalt in uns den Sieg. 8. Herr, bewahr auch unsern Glauben, daß kein Feind, kein Tod, noch Spott uns denselben möge rauben; du bist unser Schutz und Gott. Sagt das Fleisch gleich immer nein, laß dein Wort gewisser sein! 9. Wenn wir endlich sollen sterben, so versichr uns mehr und mehr, als des Himmel⸗ reiches Erben, jener Herrlich⸗ keit und Ehr, die Gott gibt durch Jesum Christ und die unaussprechlich ist. H. Held, 1 1661. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern ꝛc. 110 O heilger Geist, kehr bei uns ein und laß uns deine Wohnung sein; o komm, du Herzenssonne! Du Himmels⸗ licht, laß deinen Schein bei uns und in uns kräftig sein zu steter Freud und Wonne! Sonne, Wonne, himmlisch Leben willst du geben, wenn Pfingsten. Nr. 110 wir beten; zu dir kommen wir getreten. 2. Du OQuell, draus alle Wahrheit fließt, die sich in fromme Seelen gießt, laß deinen Trost uns hören, daß wir in Glaubenseinigkeit auch andre in der Christen⸗ heit dein wahres Zeugnis lehren. Höre, lehre, daß wir können Herz und Sinnen dir ergeben, dir zum Lob und uns zum Leben. 3. Steh uns stets bei mit deinem Rat und führ uns selbst den rechten Pfad, die wir den Weg nicht wissen. Gib uns Beständigkeit, daß wir getreu dir bleiben für und für, auch wenn wir leiden müssen. Schaue, baue, was zerrissen und berlissen, dich zu schauen und auf deinen Trost zu bauen. 4. O laß uns deine Gotteskraft empfinden und zur Ritterschaft dadurch ge⸗ stärket werden; auf daß wir unter deinem Schutz begegnen aller Feinde Trutz mit freudigen Gebärden. Laß dich reichlich auf uns nieder, daß wir wieder Trost empfinden, alles Unglück überwinden. 5. O starker Fels und Lebenshort, laß doch dein mildes Himmelswort in unsern Herzen brennen, daß wir uns mögen nimmer⸗ mehr von deiner weisheits⸗ reichen Nr. 111 reichen Lehr und reinen Liebe trennen. Fließe, gieße deine Güte ins Gemüte, daß wir können Christum unsern Heiland nennen. 6. Du milder Himmels⸗ tau, senk dich in unsre Seelen kräftiglich und schenk uns deine Liebe, daß unser Sinn verbunden sei dem Nächsten stets mit Liebes⸗ treu und sich darinnen übe. Kein Neid, kein Streit dich betrübe, Fried und Liebe müß umschweben und durch⸗ dringen unser Leben. 7. Gib, daß in reiner Heiligkeit wir führen unsre Lebenszeit, sei unsres Geistes Stärke, daß uns forthin sei unbewußt die Eitelkeit, des Fleisches Lust und seine toten Werke. Rühre, führe unser Sinnen und Beginnen von der Erden, daß wir Himmelserben werden. M. Schirmer, 4 1673. 111 3 ein zu dei⸗ nen Toren, sei meines Herzens Gast, der du, da ich geboren, mich neu geboren hast, o Vabas liebter Geist des Vaters nnd des Sohnes, mit beiden gleichen Thrones, mit beiden gleich gepreist. 2. Zeuch ein, laß mich empfinden und schmecken deine Kraft, die Kraft, die Pfingsten. 7² uns von Sünden. Hilf und Errettung schafft; entsündge meinen Sinn, daß ich mit reinem Geiste dir Ehr und Dienste leiste, die ich dir schuldig bin. 3. Du bist ein Geist, der lehret, wie man recht beten soll; dein Beten wird er⸗ höret, dein Singen klinget wohl, es steiget himmelan, es steiget sonder Ende, bis der sich zu uns wende, der allen helfen kann. 4. Du bist ein Geist der Freuden, mit Trauern hältst dus nicht, erleuchtest uns im Leiden mit deines Trostes Licht. Ach ja, wie manches⸗ mal hast du mit süßen Worten mir aufgetan die Pforten zum güldnen Freuden⸗ saal! 5. Du bist ein Geist der Liebe, ein Freund der Freund⸗ lichkeit, willst nicht, daß uns betrübe Zorn, Zank, Haß, Neid und Streit. Der Feind⸗ schaft Feind du bist, willlst, daß in Liebesflammen sich wieder tu zusammen, was voller Zwietracht ist. 6. Du, Herr, hast selbst in Händen die ganze weite Welt, kannst Menschenherzen wenden, wie dir es wohlge⸗ fällt. So gib doch deine Gnad zu Fried und Liebes⸗ banden, verknüpf in allen Hal. was sich getrennet at. 73 7. Be keiten, be Thron, 0 Zeiten, einer Kro Verstand, die Jugen und Tug ganzen Le 8. Erf mit reiner Häuser u Segen für den bösen widersetzet Hez erg erzen re 9. Ri Leben al Sinn, une geben in wenns n aus, so sterben ut ererben Haus. Mel. Wie ne 112 allerschöns uns in L besuchet des Höchf der du wirst oh Dinge, hi singe! 2. Du Gabe, die 7² hilf und ntsündge ich mit Ihr und ich dit zeist, der ht beten vird er⸗ klinget mmelan, ude, bis nde, der Seist der rn hältst uns im Trostes manches⸗ t süßen tan die Freuden⸗ Beist der Freund⸗ daß uns l, Feind er Feind⸗ t, willst, nen sich n, was ast selbst ze weite henherzen wohlge⸗ ha deine Liebes⸗ in allen getrennet 73 7. Beschirm die Obrig⸗ keiten, bau unsers Fürsten Thron, gib Glück zu diesen Zeiten, schmück, als mit einer Kron, die Alten mit Verstand, mit Frömmigkeit die Jugend, mit Gottesfurcht und Tugend das Volk im ganzen Land. 8. Erfülle die Gemüter mit reiner Glaubenszier, die Häuser und die Güter mit Segen für und für; vertreib den bösen Geist, der dir sich widersetzet und, was dein erz ergötzet, aus unsern erzen reißt. 9. Richt unser ganzes Leben allzeit nach deinem Sinn, und wenn wirs sollen geben in Todes Hände hin, wenns mit uns hie wird aus, so hilf uns fröhlich sterben und nach dem Tod ererben des ewgen Lebens Haus. P. Gerhardt, 4 1676. Mel. Wie nach einer Wasserquelle ꝛc. 1 12 O du allersüßte Freude, o du allerschönstes Licht, der du uns in Lieb und Leide un⸗ besuchet lässest nicht, Geist des Höchsten, höchster Farit der du hältst und halten wirst ohn Aufhören alle Dinge, höre, höre, was ich singe! 2. Du bist ja die beste Gabe, die ein Mensch nur Pfingsten. Nr. 112 nennen kann; wenn ich dich erwünsch und habe, geb ich alles Wünschen dran. Ach, ergib dich, komm zu mir in mein Herze, das du dir, da ich in die Welt geboren, selbst zum Tempel auserkoren. 3. Du wirst als ein milder Regen ausgegossen von dem Thron, bringst uns nichts als lauter Segen von dem Vater und dem Sohn. Laß doch, o du werter Gast, Gottes Segen, den du hast und verwaltst nach deinem Willen, mich an Leib und Seel er⸗ füllen. 4. Du bist weis und voll Verstandes, was geheim ist, ist dir kund, zählst den Staub des kleinsten Sandes, gründst des tiefsten Meeres Grund; nun, du weißt auch zweifel⸗ frei, wie verderbt und blind ich sei, drum gib Weisheit und vor allen, wie ich möge Gott gefallen. 5. Du bist heilig, läßt dich finden, wo man rein und redlich ist, fleuchst hin⸗ gegen Schand und Sünden, hassest Schlangentrug und List. Mache du, o Gnaden⸗ quell, meine Seele rein und hell; laß mich fliehen, was du fliehest, gib mir, was du gerne siehest. 6. Deine Huld hat keine Schranken, du bist fromm und sanften Muts, bleibst im Leben ohne Wanken, tust Nr. 113 tust uns Bösen alles Guts. Ach, verleihe mir doch auch deinen edlen Sinn und Brauch, daß ich Freund und Feinde liebe, keinen, den du liebst, betrübe. 7. Mein Hort, ich bin wohl zufrieden, wenn du mich nur nicht verstößt; bleib ich von dir ungeschieden, so bin ich genug getröst. Laß mich sein dein Eigen⸗ tum; ich versprech hinwie⸗ derum, hier und dort all mein Vermögen dir zu Ehren anzulegen. 8. Nur allein, daß du mich stärkest und mir treu⸗ lich stehest bei; hilf mein Helfer, wo du merkest, daß mir Hilfe nötig sei. Brich des bösen Fleisches Sinn, nimm den alten Willen hin, daß er sich in dir erneue und mein Gott sich meiner freue. 9. Sei mein Retter, He mich eben; wenn ich sinke sei mein Stab; wenn ich sterbe, sei mein Leben; wenn ich liege, sei mein Grab; wenn ich wieder aufersteh, o so hilf mir, daß ich geh hin, wo du in ewgen Freu⸗ den wirst die Auserwählten weiden. P. Gerhardt, 1676. Mel. Wie nach einer Wasserquelle ꝛc. 113 ott, gib einen milden Regen, denn mein Herz ist dürr Pfingsten. 74 wie Sand; Vater, gib von Himmel Segen, tränke de dein dürstend Land! Las des heilgen Geistes Gab au mich Armen doch herab wi in starken Strömen fließe und sich in mein Herz en gießen. 2. Jesu, der du hinge gangen zu dem Vater, sende mir deinen Geist, den mi Verlangen ich erwarte, Hern von dir. Laß den Trösta ewiglich bei mir sein um lehren mich in der Weishes festzustehen und auf dih im Glauben sehen. 3. Heilger Geist, du Kraf der Frommen, kehre bei mi Armen ein und sei tausend mal willkommen, laß mit deinen Tempel sein. Reinig du selbst das Haus meine Herzens, wirf hinaus alles was mich hier kann scheide von den süßen Himmels freuden. 4. Schmücke deinen Gaben, mich mi mache ne mich, rein und schön; la Triebe, 7⁵ werde kon Vater un im höch ich erhebet mit den f Mel. Wie na 114 der du und von Throne l Schwache mir mäch: Gott ergeb mein Herz ein Tempe 2. La Wege dei mir sein, weifel he eit mich kräftig m mein wahr lehrst du ist, wähler mein Heil 3 ei da mich wahre Liebe haben um treu mei in deiner Gnade stehn. Gi liebe, daß mir einen starken Mudwichtig sei heilige mein Fleisch und Blul Huld lehre mich vor Gott In Ghohn, treten und im Geist un vollbringen, Wahrheit beten. ö 5. So will ich mich di dich gelinge 4. Stär ergeben; dir zu Ehren sol zur Sünd mein Sinn dem, was himn versuchet w lisch ist, nachstreben, bis nict über: werd 741 75 gib von ränke d nd! NLaf Gab au jerab wi n fließen Herz err zu hinge⸗ ter, sende e, Hen rte, Herr n Trösten sein um Weishel auf dil du Kraf e bei mi i tausend laß mih Reinig s meine aus allez n scheide Himmelz werde kommen hin, da mit Vater und dem Sohn dich im höchsten Himmelsthron ich erheben kann und preisen mit den süßen Engelsweisen. M. Kramer, 1 1702. Mel. Wie nach einer Wasserquelleꝛc. 11 4 eist vom Vater und vom Sohne, der du unser Tröster bist und von unsres Gottes Throne hilfreich auf uns Schwache siehst: stebe du mir mächtig bei, daß ich Gott ergeben sei, o so wird mein Herz anß Erden schon ein Tempel Gottes werden. 2. Laß auf jedem meiner Wege deine Weisheit mit mir sein, wenn ich bange n hege, deine Wahr⸗ eit mich erfreun. Lenke kräftig meinen Sinn auf mein wahres Wohlsein hin; lehrst du mich, was recht ist, wählen, werd ich nie mein Heil verfehlen. 3. Heilige des Herzens ä Triebe, daß ich über alles haben um treu meinen Gott und Vate ehn. Giliebe, daß mir nichts so en Mut wichtig sei, als in seiner und Blud Huld zu stehn; seinen Namen Gott hin zu erhöhn, seinen Willen zu Geist um pollbringen, müsse mir durch Idich gelingen. mich di 4. Stärke mich, so oft Shren sehzur Sünde mein Gemüt das himm versuchet wird, daß sie mich n, bis nicht überwinde; hab ich werd mich mi lache nes chön; la Pfingsten. Nr. 114, 115 irgend mich verirrt, o so strafe selbst mein Herz, daß ich unter Reu und Schmerz mich vor Gott darüber beuge und mein Herz zur Bessrung neige. 5. Reize mich, mit Flehn und Beten, wenn mir Hülfe nötig ist, zu dem Gnaden⸗ stuhl zu treten. Gib, daß ich auf Jesum Christ als auf meinen Mittler schau und auf ihn die Hoffnung bau, Gnad um Gnad auf mein Verlangen von dem Vater zu empfangen. 6. Stehe mir in allen Leiden stets mit deinem Troste bei, daß ich auch als⸗ dann mit Freuden Gottes Führung folgsam sei. Gib mir ein gelassen Herz; laß mich selbst im Todesschmerz bis zum frohen Ueberwinden dieses Trostes Kraft em⸗ pfinden. Nach Erth imann, 112. Mel. Jesu, meine Freude ꝛc. 1 1 5 Schmüct das Fest mit Maien, lasset Blumen streuen, zündet Opfer an, denn der Geist der Gnaden hat sich einge⸗ laden; machet ihm die Bahn! Nehmt ihn ein, so wird sein Schein euch mit Licht und Heil erfüllen und den Kum⸗ mer stillen. 2. Tröster der Betrübten, Siegel der Geliebten, Geist 6 voll Nr. 116 Pfingsten. 7⁰ voll Rat und Tat, starker recht erkennen und Gotl Gottesfinger, Friedensüber⸗ Vater nennen. bringer, Licht auf unsrem 7. Mach das Kreuz uns Pfad, gib uns Kraft zur Pilgrimschaft, laß uns deine teuren Gaben Herz und Seele laben. 3. Laß die Zungen brennen, wenn wir Jesum nennen, führ den Geist em⸗ por; gib uns Kraft zu beten und vor Gott zu treten, sprich du selbst uns vor. Gib uns Mut, du höchstes Gut, tröst uns kräftiglich von oben bei der Feinde Toben. 4. Goldner Himmels⸗ regen, schütte deinen Segen auf das Kirchenfeld; lasse Ströme fließen, die das Land begießen, wo dein Wort hinfällt, und verleih, daß es gedeih; hundertfältig n zu bringen, laß ihm stets gelingen. 5. Schlage deine Flam⸗ men über uns zusammen, heilge Liebesglut; laß dein sanftes Wehen über uns er⸗ gehen, dämpfe Fleisch und Blut; laß uns doch am Sündenjoch mit der Welt nicht ferner ziehen und das Böse fliehen. 6. Gib zu allen Dingen Wollen und Vollbringen, führ uns ein und aus; wohn in unsrer Seele, unser Herz erwähle dir zum eignen aus. Wertes Pfand, mach uns bekannt, wie wir Jesum süße und durch Finsternisse sei du unser Licht; trag nach Waant Hügeln uns mit laubensflügeln und verlaß uns nicht, wenn der Tod die letzte Not, mit uns will zu Felde liegen, daß wir fröhlich siegen. 8. Laß uns hier indessen nimmermehr vergessen, daf wir Gott verwandt. Den laß uns stets dienen und im Guten grünen als ein fruchtbar Land, bis wir dort du werter Hort, bei der grünen Himmelsmaien ewif uns erfreuen. B. Schmolck, 17H Mel. Erquicke mich, du Heil de Sünder ꝛc. 116 Gott, o Gei o Licht di Lebens, das uns im Tode schatten scheint, du schein und lockst so lang vergeben weil Finsternis dem Lich feind! O Geist, dem keim kann entgehen, dich laß i gern mein Herze 6rn 2. Entdecke alles un verzehre, was nicht in deine Lichte rein; wenn mi gleich noch so ‚ merzl wäre, die Wonne folget na der Pein; du wirst m aus dem finstern Alten Jesu Klarheit umgestalten. Lichts! X aus mi hilft mei nichts. Geistes L selbst nich 4. Du ewgen anft de üll mich fülle und Greuel sti Lieb und in Geist zu dienen. 5. Me und Beg folgsam! wahr me Sinnen u Lieb. De Lehren, ö auf keine 6. O( uns vom kristallenre und des nun quillt ich öffne sinke 5 ö ich trinke. +. bleib inde gewandt, die Welt und innig 7⁰ d Gotl euz uns nsternisse rag nach ins mit )verlaß der Tod uns will daß wit nien ewit Ack, 4 170 du Heil de o Gei Licht de im Tode u schein vergebemn dem Lich 99 labl aß ehen. Alles un ‚ in deing nn mi schmerzl. folget no wirst m Alten gestalten. 77⁷ 3. Ich kann nicht selbst der Sünde steuern, das ist dein Werk, du Quell des Lichts! Du mußt von Grund aus mich erneuern, sonst hilft mein eignes Trachten nichts. O Geist, sei meines Geistes Leben; ich kann mir selbst nichts Gutes geben. 4. Du Odem aus der ewgen Stille, durchwehe anft der Seele Grund; üll mich mit aller Gottes⸗ fülle und da, wo Sünd und Greuel stund, laß Glauben, Lieb und Ehrfurcht grünen, in Geist und Wahrheit Gott zu dienen. 5. Mein Wirken, Wollen und Beginnen sei kindlich folgsam deinem Trieb; be⸗ wahr mein Herz mit allen Sinnen untadelig in Gottes Lieb. Dein in mir Beten, Lehren, Kämpfen laß mich auf keine Weise dämpfen. 6. O Geist, o Strom, der uns vom Sohne eröffnet und kristallenrein aus Gottes und des Lammes Throne nun quillt in stille Herzen ein, ich öffne meinen Mund und sinke hin zu der Quelle, daß ich trinke. 7. Ich laß mich dir und bleib indessen, von allem ab⸗ gewandt, dir nah; ich will die Welt und mich vergessen und innigst glauben: Gott Pfingsten. Nr. 117 ist da! O Gott, o Geist, o Licht des Lebens, man harret deiner nie vergebens. G. Tersteegen 1 1769. Mel. Kommt her zu mir ꝛe. 117 Eꝰ saß ein frommes Häuflein dort und wollte nach des Herren Wort einmütig Pfingsten halten. Ach, laß auch jetzt im Christenstand, Herr Jesu, deiner Liebe Band bei from⸗ men Gliedern walten. 2. Schnell fiel hernieder auf das Haus ein starker Wind, der mit Gebraus sich wundersam erhoben. O Gotteshauch, ach, 10 dich bei uns auch spüren kräftig⸗ lich und weh uns an von oben! 3. Er füllete die Wohnung ganz, zerteilter 49— Feuer⸗ glanz ließ auf jedem spüren. Ach, nimm auch unsre Kirchen ein, laß feurig unsre Lehrer sein, und deine Sprach uns rühren! 4. Sie wurden all des Geistes voll und fingen an zu reden wohl, wie er gab auszusprechen. Erfüll auch uns mit heilger Glut, daß wir des Herzens blöden Mut mit freier Rede brechen! 5. Das Volk von allen Zungen kann, was Gott zum Heil der Welt getan, in 6* seiner Nr. 118 seiner Sprache hören. Ach, heb der Zungen Irrsal auf; laß, Jesu, deinem Wort den Lauf, daß dich die Völker ehren! 6. Die Welt zwar treibt nur ihren Spott, und wer nicht merkt die Kraft von Gott, spricht leider:„Sie sind trunken!“ Den rechten Freudenwein uns gib, er⸗ Gaick, o Herr, in deiner Lieb, was noch in Angst versunken! 7. Dein Licht treib in des Herzens Haus mit hellen Strahlen gänzlich aus die alten Finsternisse, daß Blind⸗ heit, Irrtum, falscher Wahn und was uns sonst verlei⸗ ten kann, auf ewig weichen müsse. 8. Dein Feuer töt in unsrer Brust, was sich noch regt von Sündenlust; erwecke reine Triebe, auf daß wir hatt de wahre Freud, an⸗ tatt der schnöden Eitelkeit, in Jesu süßer Liebe. Hier. Annoni, 4 1770. Mel. Fröhlich soll mein Herze ꝛc. 118 H m Tröster, komm hernie⸗ der; Geist des Heist⸗ ei nicht fern, stärke Christi Glieder. Er hat nie sein Wort ge⸗ brochen, Jesus hat deinen Rat seinem Volk ver⸗ sprochen. Pfingsten. 78 2. Schöpfer unsres neuen Lebens, jeder Schritt, jeder Tritt ist ohn dich vergebens, Mache unser Heil uns wichtig; wer ist wohl, wie er soll, treu zu handeln tüchtig? 3. Herr, wir fallen dir zu Fuße; eins ist not für den Tod: Buße, wahre Buße Zeig uns selbst den Greul der Sünde, Angst und Schmerz, Reu und Scham empfinde. 4. Zeig uns des Erlösers Wunden, ruf uns zu: ihr habt Ruh, ihr habt Heil gefunden! Er hat Gnade euch erworben, Jesu Blut machet gut, was die Welt verdorben. 5. Weck uns auf vom Sündenschlafe, rette doch heute noch die verlornen Schafe. Reiß die Welt auz dem Verderben, laß sie nicht im Gericht der Verstockung sterben. 6. Geist der Weisheit gib uns allen durch dein Licht Unterricht, wie wit Gott gefallen. Lehr un freudig vor Gott treten, so uns nah und sprich: jal wenn wir gläubig beten. 7. Hilf den Kampf de— Glaubens kämpfen, gib un Mut, Fleisch und Blut, Sünd und Welt zu dämpfen. La uns Trübsal, Kreuz und Lei den, Angi und Not,— 1 daß das Herz 79 und Tot scheiden. 8. Hi Besten 9 Kraft, tu. zu leben; stille steh froh die zu gehen. 9. Se unsre S mach uns fungshitze uns nach heißt, un Himmels Mel. Wi 119 treuer Go denen, di ja, uns 1 demutsvol Vater, ser Wissen L Hiet dr leibt dir Dienst d wenn er Kraft die schafft, da ergebe un lebe. 78 8 neuen t, jeder rgebens, wichtig; er soll, tig? en dir zu für den e Buße. n Greul as Herz Reu und Erlösers R l abt Hei Gnade su Blut die Welt muf vom te doch verlornen Welt aus sie nich erstockung Weisheit icch dein wie wit ehr um reten, se rich: jal 79 und Tod nicht von Jesu scheiden. 8. Hilf uns nach dem Besten streben, schenk uns Kraft, tugendhaft und gerecht zu leben; gib, daß wir nie stille stehen, treib uns an, froh die Bahn deines Worts zu gehen. 9. Sei in Schwachheit unsre Stütze, steh uns bei, mach uns treu in der Prü⸗ fungshitze. Führ, wenn Gott uns nach dem Leide sterben heißt, unsern Geist in des Himmels Freude. E. Liebich, 1 1780. Mel. Wie nach einer Wasser⸗ quelle ꝛc. 119 er du uns als Vater liebest, treuer Gott, und deinen Geist denen, die dich bitten, gibest, ja, uns um ihn bitten heißt, demutsvoll fleh ich zu dir: Vater, send ihn auch zu mir, aß er meinen Geist erneue und mich dir zum Tempel weihe. 2. Ohne ihn fehlt meinem Wissen Leben, Kraft und Hlht drn und mein Herz leibt dir entrissen und dem Dienst der Welt geweiht, wenn er nicht durch seine Kraft die Gemwunng in mir schafft, daß ich dir mich ganz R⸗ und zu deiner Ehre lebe. Pfingsten. Nr. 119 3. Ewge Quelle wahrer Güter, hochgelobter Gottes⸗ geist, der du menschliche Ge⸗ müter heiligst und mit Trost erfreust! Nach dir, Herr, ver⸗ langt auch mich, ich ergebe mich an dich; mache mich zu Gottes Preise heilig und zum Himmel weise. 4. Fülle mich mit heilgen Trieben, daß ich Gott, mein — Gut, über alles möge ieben, daß ich mit getrostem Mut seiner Vaterhuld mich freu und mit wahrer Kindes⸗ treu stets vor seinen Augen wandle und rechtschaffen denk und handle. 5. Geist des Friedens und der Liebe, bilde mich nach deinem Sinn, daß ich Lieb und Sanftmut übe und mirs rechne zum Gewinn, wenn ich je ein Friedensband knüpfen kann, wenn meine Hand zur Erleichtrung der Beschwerden kann dem Nächsten nützlich werden. 6. Wenn der Anblick meiner Sünden mein Ge⸗ wissen niederschlägt, wenn sich in mir Zweifel finden, die mein Herz mit Zittern hegt, wenn mein Aug in Nöten weint und Gott nicht zu hören scheint; o dann laß es meiner Seelen nicht an Trost und Stärkung fehlen. 7. Was sich gutes in mir findet, ist dein Gnaden⸗ ö werk Nr. 120, 121 werk in mir; selbst den Trieb hast du entzündet, daß mich, Herr, verlangt nach dir. O so setze durch dein Wort deine Gnadenwirkung fort, bis sie durch ein selig Ende herrlich sich an mir vollende. Dav. Bruhn, 7 1782. Mel. Nun komm, der Heiden Heiland ꝛc. 120 Geit vom Vater und vom Sohn, weihe dir mein Herz zum Thron! Schenke dich mir immerdar, so wie einst der Jünger Schar! 2. Geist der Wahrheit, leite mich! Eigne Leitung täuschet sich, da sie leicht des Wegs verfehlt und den Schein für Wahrheit wählt. 3. Geist des Lichtes, mehr in mir meinen Glauben für und für, der mich Christo einverleibt und durch Liebe Früchte treibt. 4. Geist der Andacht, schenke mir Salbung, In⸗ brunst, Feur von dir; laß mein Bitten innig rein und vor Gott erhörlich sein. 5. Geist der Liebe, Kraft und Zucht! Wenn mich Welt und Fleisch versucht, o dann unterstütze mich, daß ich ringe; rette mich! 6. Geist der Heiligung, verklär Jesum in mir mehr und mehr und erquicke inner⸗ Pfingsten. 8⁰ lich durch den Frieden Gottes mich. 7. Geist der Hoffnung, führe du mich dem Himmels⸗ erbe zu; laß mein Herz sich deiner freun und in Hoff⸗ nung selig sein. G. J. Tode, 1 179N. Mel. O Jesu Christ, meins Lebens Licht ꝛc. 121 O und Christi Geist, der uns den Weg zum Him⸗ mel weist, der uns die dunkle Erdennacht durch seine Lich⸗ ter helle macht. 2. Du das Weltall weht als Gottes stille Majestät, du aller Lichter reinstes Licht, er⸗ leucht uns Herz und Ange⸗ sicht. 3. Komm, leuchte mit den Gnadenschein hell in die weitt Welt hinein; komm, mach uns in der Finsternis des lichten Himmelswegs gewiß. 4. Ach, hier ist alles Staub und Nacht, die Wahn und Sünde trübe machtt ach, hier ist alles Not und Tod, geht uns nicht auf dein Morgenrot. 5. Das Morgenrot der bessern Welt, das wie ein Strahl vom Himmel fälli. als Gottes Macht und Gottes Lust durchblitzt dit kranke Menschenbrust. auch, der durch 81 Schl 6. O Christi& Kinder be wie Kint o komm, Geist. 7. Kor Gottes 9 Kraft, komm, gi schein in Herz mir 8. De ein Kin! Glanze schon me lauf ste— himmelau 6 der We und 1228 bringende Welt gin ist gebor⸗ o Christe 2. O du selig Weihnack erschienen freue, fr heit! 3.— du selig Weihnac 8⁰ Gottes offnung, zimmels⸗ Herz sich n Hoff⸗ e, 1 17N. meins Beist und ti Geist, im Him⸗ ie dunkle ine Lich⸗ der durch 8 Gottes u aller icht, er⸗ ud Ange⸗ mit dem die weite m, mach rnis dez gewiß. ist alles die Wahn macht: Not und m auf dein enrot der wie ein mel fälll icht und blitzt die st. 6. O Gottes Geist und Christi Geist, der uns wie Kinder beten heißt, der uns wie Kinder glauben heißt, o komm, o komm, du heilger Geist. 7. Komm, Gottes Frieden, Gottes Mut! Komm, stille Kraft, die nimmer ruht, komm, gieße deinen Gnaden⸗ schein in Seele, Sinn und Herz mir ein. 8. Dann wandl ich, wie ein Kind des Lichts, im Glanze deines Angesichts schon meinen kurzen Erden⸗ lauf stets himmelein und himmelauf. E. M. Arndt, 1 1860. Schlußlied der Weihnachts⸗, Oster⸗ und Pfingstzeit. I. du fröhliche, o 122 O du selige, gnaden⸗ bringende Weihnachtszeit! Welt ging verloren, Christ ist geboren; freue, freue dich, o Christenheit! 2. O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit! Christ ist erschienen, uns zu versühnen; freue, freue dich, o Christen⸗ heit! 3. O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit! König der 81 Schlußl. d.Weihn.⸗„Oster⸗ u. Pfingstzeit. Nr.122 Ehren, dich wolln wir hören; freue, freue dich, o Christen⸗ heit! 11. 4. O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Osterzeiti! Welt lag in Banden, Christ ist erstanden; freue, freue dich, o Christen⸗ heit! 5. O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Osterzeit! Tod ist bezwungen, Leben errungen; freue, freue dich, o Christenheit! 6. O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Osterzeit! Kraft ist gegeben, laßt uns ihm leben; freue, freue dich, o Christenheit! III. 7. O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Pfingstenzeit! Christ, unser Meister, heiligt die Geister; freue, freue dich, o Christen⸗ heit! 8. O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Pfingstenzeit: Führ, Geist der Gnade, uns deine Pfade; freue, freue dich, o Christen⸗ heit! 9. O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Pfingstenzeit! Uns, die Er⸗ lösten, Geist, willst du trösten; freue, freue dich, o Christen⸗ heit! J. Daniel Falk, 4 1826. Nr. 123, 124 Trinitatisfest. X. Trinitatisfest. llein Gott in 123 der Höh sei Ehr und Dank für seine Gnade, darum, daß nun und nimmermehr uns rühren kann ein Schade. Ein Wohl⸗ gefalln Gott an uns hat, nun ist groß Fried ohn Unterlaß, all Fehd hat nun ein Ende. 2. Wir beten an und loben dich, wir bringen.. und danken, daß du, Gott Vater, ewiglich regierst ohn alles Wanken; ganz ohne 92 9 ist deine Macht, allzeit geschieht, was du bedacht: wohl uns des starken Herren. 3. O Jesu Christe, Gottes Sohn, für uns ein Mensch geboren, der uns vertritt vor Gottes Thron und rettet, was verloren; Lamm Gottes, heilger Herr und Gott, nimm an die Bitt von unsrer Not, erbarm dich unser aller! 4. O heilger Geist, du höchstes Gut, mit deinem Heil uns tröste! Vor Satans Macht nimm uns in Hut, die Jesus Christ erlöste durch Marter groß und bittern Tod; wend unsern Jammer ab und Not, darauf wir uns verlassen. N. v. Hof, 4 1541. 8² Mel. Nun danket alle—3 ꝛc. 1 2 4 W. sei der Herr, mein Gott, mein Licht, mein Leben, mein Schöpfer, der mir Leib und Seele hat gegeben, mein Vater, der mich schützt von Mutterleibe an, der jeden Augenblick viel Guts an mir getan. 2. Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Heil, mein Leben, des Vaters liebster Sohn, der sich für mich ge— geben, der mich erlöset hat mit seinem teuren Blut, der mir im Glauben schenkt sich selbst, das höchste Gut. 3. Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Trost, mein Leben, des Vaters werter Geist den mir der Sohn gegeben, der mir mein Herz erquickt, der mir gibt neue Kraft, der mir in aller Not Rat, Trost und Hilfe schafft. 4. Gelobet sei der Herr, mein Gott, der ewig lebet, den alles rühmt und lobt, was durch ihn lebt und webet; gelobet sei der Herr, des Name heilig heißt, Gott Vater, Gott der Sohn und Gott der werte Geist. 5. Dem wir Halleluja mit Freuden lassen ng un 83 und mit Heilig! H herzlich l. ganze Chr mein Gott Mel. Wie sch 145 sei unserm mehr für Von Ewi sei in uns Dank, We Stärke! K ist heilig, k und Ehre Himmelshe 2. Hal und Mack Gotteslam wir sind mit seinem i schn und sich Heilig, jel schaft und wir haben erlaben. 3. Hall ger Geist se gepreist, d geboren, de ausgeziert, uns zugesü tag erkoren uns! Da Weide, da ein ewig H 8² 83 und mit der Engelschar das Heilig! Heilig! singen, den Gott ꝛc. sei der r, mein in Leben, mir Leib sen, mein jützt von er jeden an mir der Herr, eil, mein liebster mich ge⸗ löset hat zlut, der henkt sich Ut. der Herr, ost, mein werter er Sohn ein Herz ibt neue Uler Not e schafft. der Herr, ig lebet, ud lobt, ebt Herr er Herr, ßt, Gott hn und Halleluja klingen und herzlich lobt und preist die ganze Christenheit, gelobet sei mein Gott in alle Ewigkeit! J. Olearius, 4 1684. Mel. Wie schön leuchtet derMorgen⸗ stern ꝛx. alleluja! Lob, 12⁵5 H Preis und Ehr sei unserm Gott je mehr und mehr für alle seine Werke! Von Ewigkeit zu Ewigkeit sei in uns allen ihm bereit Dank, Weisheit, Kraft und Stärke! Klinget, singet: Gott ist heilig, heilig, heilig! Preis und Ehre sei dem Herrn der Himmelsheere. 2. Halleluja! Preis, Ehr und Macht sei auch dem Gotteslamm gebracht, in dem wir sind erwählet, das uns mit seinem Blut erkauft, da⸗ mit besprenget und getauft und sich mit uns vermählet. Heilig, selig ist die Fi und⸗ schaft und Gemeinschaft, die wir haben und darinnen uns erlaben. 3. Halleluja! Gott heil⸗ ger Geist sei ewiglich von uns gepreist, durch den wir neu geboren, der uns mit Glauben ausgeziert, dem Bräutigam uns zugesührt, den Hochzeits⸗ tag erkoren. Heil uns, Heil uns! Da ist Freude, da ist Weide, da ist Manna und ein ewig Hosianna. Trinitatisfest. Nr. 125, 126 4. Halleluja! Lob, Preis und Ehr sei unserm Gott je mehr und mehr und seinem großen Namen! Stimmt an mit aller Himmelsschar und singet nun und immerdar mit Freuden: Amen, Amen! Klinget, singet: Gott ist heilig, heilig, heilig! Preis und Ehre sei dem Herrn der Himmels⸗ heere. Darmstadt, 1698. Mel. Wie schön leuchtet der Morgen⸗ stern ꝛc. 126 Was freut mich noch, wenn dus nicht bist, Herr Gott, der doch mein Alles ist, mein Trost und meine Wonne? Bist du nicht Schild, wer decket mich? Bist du nicht Licht, wo finde ich im Finstern eine Sonne? Keine reine, wahre Freude, auch im Leide, auch für Sünden, ist, Herr, außer dir zu finden. 2. Was freut mich noch, wenn dus nicht bist, mein Herr Erlöser, Jesus Christ, mein Friede und mein Leben? Heilst du mich nicht, wo find ich Heil? Bist du nicht mein, wo ist mein Teil? Gibst du nicht, wer wird geben? Meine eine wahre Freude, wahre Weide, wahre Gabe hab ich, wenn ich Jesum habe. 3. Was freut mich noch, wenn dus nicht bist, o Haer er Nr. 127, 128 Allgem. Lob⸗ u. Danklieder. der uns gegeben ist zum Führer der Erlösten? Bist du nicht mein, was sucht mein Sinn? Führst du mich nicht, wo komm ich hin? Hilfst du nicht, wer will trösten? Meine eine wahre Freude, Trost im Leide, Heil für Schaden ist in dir, o Geist der Gnaden. V. 1 u. 2 von Ph. Fr. Hiller, 4 1769. V. 3 von A. Knapp, i 1864. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. 127 ank und An⸗ betung bringen wir, Herr, unser Gott und 80 Vater, dir. Du bist es, de die ganze Welt erschaffen hat und noch erhält. Halls luja! 2. Dank und Anbetun bringen wir, Herr, unse Gott und Heiland, dir. D litst für uns des Tode Pein, uns vom Verderbes zu befrein. Halleluja! 3. Gelobet seist du, Geif des Herrn! Wir waren ein von Christo fern; du haf durch deines Wortes Mach auch uns zum Licht und Hel gebracht. Halleluja! J. Chr. Stockhausen, 1 17ʃ XI. Allgemeine Lob- und Hanklieder, 1 28 Erster Chor: Herr Gott, dich loben wir, Dich, Vater in Ewigkeit, all Engel und Himmelsheer, auch Cherubim und Sera⸗ phim heilig ist unser Gott! Beide Zweiter Chor oder Gemeindt Herr Gott, wir danken dir ehrt die Welt weit und brei und was dienet deiner Eh⸗ singen immer mit hoht Stimm: heilig ist unser Gott! Chöre: Heilig ist unser Gott! der Herre Zebaoth. Erster Chor: 2. Dein göttlich Macht und Herrlichkeit der heiligen zwölf Boten Zahl die teuren Märtrer allzu⸗ mal ZweiterChor oder Gemeind geht über Himmel und Erdt weit; 8⁵ Erf die ganze dich, Gott Thron, den heilgen wert 3. Du Jesu Ch du nahmes gut, du hast sein Ma du sitzst z gleich ein Richter 4. Nun den Diet laß uns 1 teil Hilf deiner Christ, wart und Zeit, 5. Tägli loben dich Behüt un⸗ Gott, sei uns gn zeig uns keit, auf dich h Herr, 129* und die lieben Propheten dd Herren, we loben dich, Herr, Schall; mit großs Namen se 80 st es, de schaf Halle⸗ Anbetun rr, 115 dir. D es Tode⸗ Verderbe Hja! du, Geiß haren eins du has tes Mach und Hel al isen, 4 11ʃ ieder. Bemeinde inken dir! und breih heiner Eh⸗ nit hohz ott! h. Gemeindt und Erdt pheten d mit großn Namen sein; 85 Allgem. Lob⸗ u. Danklieder. Nr. 129 Erster Chor: die ganze werte Christenheit dich, 2110 Vater, im höchsten Thron den heilgen Geist und Tröster wert 3. Du König der Ehren, Jesu Christ, 40 ᷣ⁰7 an, der Welt zu m ihast dem Tod zerstört sein Macht du—˙³ zur Rechten Gottes glei ein Richter du zukünftig bist 4. Nun hilf uns, Herr, den Dienern dein, laß uns im Himmel haben teil Hif deinem Volk, Herr Jesu Christ, w und pfleg sein zu aller eit, 5. Täglich, Herr Gott, wir loben dich Behüt uns heut, o Gott, sei uns gnädig, o Herre Gott, deig uns deine Barmherzig⸗ eit, auf dich hoffen wir, lieber Herr, treuer Zweiter Chor oder Gemeinde: rühmt dich auf Erden alle Zeit; deinen rechten und eingen Sohn, mit rechtem Dienst sie lobt und ehrt. Khit—5 ewger Sohn du bah Menschenkindern Fleisch und Blut; und all Christen zum Himmel racht; mit aller Ehr ins Vaters Reich; allem, das tot und lebend ist. die durch dein teur Blut er⸗ löset sein; —8. Heilgen am ewgen ei und segne, was dein Erbteil ist; und heb es hoch in Ewigkeit. und deinen Namen stetiglich. vor aller Sünd und Misse⸗ tat; sei uns gnädig in aller Not; wie unsre Hoffnung zu dir steht; in Schanden laß uns nimmer⸗ mehr! Beide Chöre: Amen. 129 Nen lob, mein Seel, den Herren, was 2 mir ist den sein Wohltat Luther, 4 1546. tut er mehren, vergiß es nicht, o Herze mein; hat dir dein Sünd vergeben, heilt deine Schwachheit groß, 10 öst Nr. 130 löst dein armes Leben, nimmt dich in seinen Schoß, mit Trost dich überschüttet, ver⸗ jüngt dem Adler gleich; der Herr schafft Recht, behütet, die leiden für sein Reich. 2. Er hat uns wissen lassen sein heilig Recht und sein Gericht, dazu sein Güt ohn Maßen; es mangelt an Erbarmung nicht, den sraft läßt er wohl fahren, straft nicht nach unsrer Schuld; die Gnad tut er nicht sparen, den Blöden ist er hold; sein Güt ist hoch erhaben ob dem, der fürchtet ihn. So fern der Ost vom Abend, ist unsre Sünd dahin. 3. Wie Väter sich erbar⸗ men ob ihrer jungen Kinde⸗ lein, so tut der Herr uns Armen, wenn wir ihn kindlich fürchten rein; er kennt uns arme Knechte und weiß, wir sind nur Staub, ein bald ver⸗ welkt Geschlechte, wie Gras und fallend Laub; der Wind nur drüber wehet, so ist es nimmer da; also der Mensch vergehet, sein Ende ist ihm nah. 4. Die Gottesgnad alleine steht fest und bleibt in Ewig⸗ keit; sie bleibt bei der Ge⸗ meine, die, stets in seiner Furcht bereit, will seinen Bund bewahren. Er herrscht im Himmelreich; ihr starken Engelscharen, lobt ihn mit uns zugleich und dient dem Allgem. Lob⸗u. Danklieder. 8 87 131 zen, Mund große Di und allen von Mutt. beinen an gut und tan. 2. Der woll uns ein immer edlen Fr uns in sei fort und aller Not dort. 3. Lob i Gott Herrn der Ehren und breitt aus sein Wort; mein Sei soll auch vermehren sein L⁰ an allem Ort. Joh. Gramann, 1 154ʃ 130 Nen preiset all Gottes Barm herzigkeit; lob ihn m Schalle, dank ihm, o Christen heit! Er läßt dich freundlit zu sich laden, freue dich, IY rael, seiner Gnaden! 2. Der Herr regieret übe die ganze Welt; was sit nur rühret, alles zu Fuß ihn fällt; viel tausend Engel un ihn schweben, Psalter un Harfe ihm Ehre geben. ö 3. Wohlauf, ihr Heiden pein Soh lasset das Trauern 191 u beiden g⸗ grünen Weiden stellet en lchhen willig ein; da läßt er un höchsten 6 sein Wort verkünden, macht fänglich 1 uns ledig von allen Sit bleiben u den. immerdar. 4. Er gibet Speise reith lich und überall, nach Vates en set Fr pah er schaffet Früh⸗ und späth Regen, fubet uns alle m 132 ö seinem Segen. du hocherh 5. Drum preis und ehn Des Rühn —— Barmherzigkeit, sei vor dir, d ob vermehre, dank ihm, Du bist de Christenheit; uns soll hi der Fromsu Mel. Nun fort kein Unfall schaden Trübsal freue dich, Israel, sein läßt du Gnaden! Drum so Math. A. v. Löwenstern, 106 ehren meir 80⁰ ind breittl nein Ses sein Loh mu, 1 154 reiset all ttes Barm ihn m o Christen freundlit edich, JY 11 7 gieret üb⸗ was sit u Fuß iht Engel un alter un eben. hr Heides n 3 zu stellet eu äßt er un jen, mach allen Sün peise reii nach Vaten allzuma und späth 8 alle mn 8 und ehr gkeit, se ink ihm, 87⁷ Allgem. Lob⸗u. Danklieder. Nr. 131— 133 1 31 un danket alle Gott mit Her⸗ zen, Mund und Händen, der große Dinge tut an uns und allen Enden, der uns von Mutterleib und Kindes⸗ beinen an unzählig viel zu gut und noch jetzund ge⸗ tan. 2. Der ewig reiche Gott woll uns bei unserm Leben ein immer fröhlich Herz und edlen Frieden geben und uns in seiner Gnad erhalten fort und fort und uns aus aller Not erlösen hier und dort. 3. Lob, Ehr und Preis 0 Gott, dem Vater und em Sohne und dem, der beiden gleich im höchsten ichen Got; dem ewig öchsten Gott; als es an⸗ fänglich war und ist und bleiben wird jetzund und immerdar. M. Rinkart, 4 1649. Mel. Nun lob, mein Seel, den Herren ꝛc. 132 Men lobt dich in der Stille, du hocherhabner Zions⸗Gott! Des Rühmens ist die Fülle vor dir, du starker Zebaoth! Du bist doch Herr auf Erden, soll hü der Frommen Zuversicht, in schaden Trübsal und Beschwerden ael, sein läßt du die Deinen nicht. Drum soll dich stündlich stern, 4 160 ehren mein Mund vor jeder⸗ mann und deinen Ruhm vermehren, so lang er lallen kann. 2. Es müsse dein sich freuen, wer deine Macht und Gnade kennt, und deinem Dienst sich weihen, wer dich in Christo Vater nennt. Hoch seist du stets gepriesen; du bists, der Wunder tut, und hast auch mir erwiesen das, was mir nütz und gut. Nun, das ist meine Freude, zu halten fest an dir, daß nichts von dir mich scheide, so lang ich walle hier. 3. Herr, du hast deinen Namen sehr herrlich in der Welt gemacht; wenn Schwache zu dir kamen, hast du gar bald an sie gedacht. Du hast mir Gnad erzeiget; nun, wie vergelt ichs dir? Ach, bleibe mir geneiget, so will ich für und für den Kelch des Heils erheben und preisen alle Zeit dich, Herr Gott, hier im Leben und dort in Ewigkeit. Joh. Rist, 4 1667. Mel. Nun danket all und bringet ꝛc. 133 Och singe dir mit V Herz und Mund, S meines Herzens Lust! ch 1 und mach auf Er⸗ den kund, was mir von dir bewußt. 2. Ich weiß, daß du der Brunn der Gnad und ewge Quelle Quelle seist, daraus uns allen früh und spat viel Heil und Gutes fleußt. 3. Was sind wir doch, was haben wir auf dieser ganzen Erd, das uns, o Vater, nicht von dir allein gegeben werd? 4. Wer hat das schöne Himmelszelt hoch über uns gesetzt? Wer ist es, der uns unser Feld mit Tau und Regen netzt? 5. Wer wärmet uns in Kält und Frost? Wer schützt uns vor dem Wind? Wer macht es, daß man Oel und Most zu seinen Zeiten findt? 6. Wer gibt uns Leben und Geblüt? Wer hält mit seiner Hand den güldnen, edlen, werten Fried in un⸗ serm Vaterland? 7. Ach, Herr, mein Gott, das kommt von dir, und du mußt alles tun! Du hältst die Wacht an unsrer Tür und läßt uns sicher ruhn. 8. Du nährest uns von Jahr zu Jahr, bleibst immer fromm und treu und stehst uns, wenn wir in Gefahr geraten, herzlich bei. 9. Du strafst uns Sünder mit Geduld und schlägst nicht allzu sehr, ja endlich nimmst du unsre Schuld und wirfst sie in das Meer. 10. Wenn unser Herze seufzt und schreit, wirst du gar leicht erweicht und gibst Allgemeine Lob- und Danklieder. 8 uns, was uns hoch erfren und dir zur Ehr gereicht. 11. Du zählst, wie 9 ein Christe wein und wo sein Kummer sei; kein Zähr und Tränlein ist so klein du hebst und legst es bei. 12. Du füllst des Leben Mangel aus mit dem, wa ewig steht und führst un in des Himmels Haus, wenm uns die Erd entgeht. 13. Wohlauf, mein Hert sing und spring und hab guten Mut! Dein Goht der Ursprung aller Ding 6 selbst und bleibt dei ut. 14. Er ist dein Scha⸗ dein Erb und Teil, dei Glanz und Freudenlich dein Schirm und Schil dein Hilf und Heil, schaf Rat und läßt dich nicht. 15. Was kränkst du di in deinem Sinn und gräm dich Tag und Nacht? Nim deine Sorg und wirf sie hi auf den, der dich gemacht! 16. Hat er dich nicht 0 S Jugend auf versorget un nren und manchen schwen Unglückslauf zum Segen d gekehrt?ꝰ 17. Er hat noch niemal was versehn in seinem R giment; nein, was er u und läßt geschehn, das nimn ein gutes End. 18. Ei nun, so laß ih serner tun und red iht ni 89 nichts dar hier in; ewig fröhl 134 Ehr, ihr Welt, der Engel Hee vermeldt. 2. Ert singt mit serm höchf Wunder Dinge tut. 3. Der leibe an erhält un mehr helf zum Helfe 4. Dei hoch betr gutes Mi läßt, di und tut u 5. Er lich Herz, inn und Furcht, e in Meeres 6. Er ruhn auf er gebe Tun und Stand. 7. Er Güt um, gehn, was 8 ch erfren ereicht. wie und waz kein Zäht so klein es bei. des Leben dem, waz führst un aus, wenn ht. iein Hern und hab sein Gohz ler Ding leibt dei in Schah Teil, dei reudenlich d 94 Heil, scha nicht. kst du di und gräm cht? Nim virf sie hi gemachtl h nicht 0 S sorget un jen schwen Segen d och niemal seinem R das er das nimi so laß ih G red iht nich 89 nichts darein, so wirst du hier in Echlien ruhn und ewig fröhlich sein. P. Gerhardt, 4 1676. 1 3 4 Nen danket all und bringet Ehr, ihr Menschen in der Welt, dem, dessen Lob der Engel Heer im Himmel stets vermeldt. 2. Ermuntert euch und singt mit Schall Gott, un⸗ serm höchsten Gut, der seine Wunder überall und große Dinge tut. 3. Der uns von Mutter⸗ leibe an frisch und gesund erhält und, wo kein 91995 mehr helfen kann, sich selbst zum Helfer stellt. 4. Der, ob wir ihn gleich hoch betrübt, doch bleibet gutes Muts, die Straf er⸗ läßt, die Schuld vergibt und tut uns alles Guts. 5. Er gebe uns ein fröh⸗ lich Herz, erfrische Geist und inn und werf all Angst, Furcht, Sorg und Schmerz in Meeres Tiefe hin. 6. Er lasse seinen Frieden ruhn auf unserm Vaterland; er gebe Glück zu unserm Tun und Heil in allem tand. 7. Er lasse seine Lieb und üt um, bei und mit uns gehn, was aber ängstet und Allgem. Lob⸗u. Danklieder. Nr. 134, 135 bemüht, gar ferne von uns stehn. 8. So lange dieses Leben währt, sei er stets unser Heil und bleib auch, wenn wir von der Erd abscheiden, unser Teil. 9. Er drücke, wenn das Herze bricht, uns unsre Au⸗ gen zu und zeig uns drauf sein Ruh. dort in der ewgen Ru P. Gerhardt, 4 1676. 13 5 E* den Herren, den mächtigen König der Ehren; stimme, du Seele, mit ein zu den himmlischen Chören. Kom⸗ met zu Hauf; Psalter und Harfe wacht auf, lasset den Lobgesang hören. 2. Lobe den Herren, der alles so herrlich regieret, der wie auf Flügeln des Adlers dich sicher geführet, der dich erhält, wie es dir selber ge⸗ fällt; hast du nicht dieses verspüret? 3. Lobe den Herren, der künstlich und fein dich be⸗ reitet, der dir Gesundheit verliehen, dich freundlich ge⸗ leitet; in wie viel Not hat nicht der gnädige Gott über dir Flügel gebreitet? 4. Lobe den Herren, der deinen Stand sichtbar ge⸗ segnet, der aus dem i mit Strömen der Liebe ge⸗ regnet; Nr. 136,137 Allgem. Lob⸗u. Danklieder. 90 regnet; denke daran, was der Allmächtige kann, der dir mit Liebe begegnet. 5. Lobe den Herren; was in mir ist, lobe den Namen; alles, was Odem hat, lobe den heiligen Namen! Er ist dein Licht; Seele, vergiß es ja nicht: lob ihn in Ewig⸗ keit! Amen. J. Neander, 4 1680. 1 3 6 underbarer Kö⸗ nig, Herrscher von uns allen, 5 dir un⸗ ser Lob gefallen; deine Va⸗ tergüte hast du lassen flie⸗ ßen, ob wir. dich oft verließen; hilf uns noch, stärk uns doch! Laß die Zunge singen, laß die Stimm erklingen! ö 2. Himmel, lobe prächtig deines Schöpfers Werke, mehr als aller Menschen Werke. Großes Licht der Sonne, lob ihn mit den Strahlen, die das große Rund bemalen. Lobet gern, Mond und Stern, seid be⸗ reit, zu ehren einen solchen Herren! 3. O du meine Seele, singe fröhlich, singe, singe deine Glaubenslieder! Was da Odem holet, jauchze, preise, klinge; wirf dich in den Staub darnieder. Er ist Gott Zebaoth; er nur ist zu loben hier und ewig droben. 4. Halleluja bringe, wa den Herren kennet, wer des Herren Jesum liebet; Hall⸗ luja singe, welcher Christun nennet, sich von Herzen ihn ergibet. O wohl dir! Glauh mir, endlich wirst du drobe ohne Sünd ihn loben. J. Neander, 4 168 Mel. Es ist das Heil uns ꝛc. 137 ei Lob und Eh dem höchsth Gut, dem Vater aller Gütt dem Gott, der alle Wunde tut, dem Gott, der mei Gemüte mit seinem reiche Trost erfüllt, dem Gott, de allen Jammer stillt: geh unserm Gott die Ehre! 2. Es danken dir di Himmelsheer, o Herrschs aller Thronen, und die Lüften, Land und Meer i deinem Schatten wohnen die preisen deine Schöpfey macht, die alles hat so woh bedacht; gebt unserm Gos die Ehre! 3. Was unser Gott g schaffen hat, das will 4 E auch erhalten, darüber ul er früh und spat mit seine Gnade walten. In seinen ganzen Königreich ist allt recht, ist alles gleich; gůah unserm Gott die Ehre! 4. Ich rief dem Herrn i meiner Not: ach Gott, ven nimm mein Schreien! 2 half mein Helfer mir 12 0 9¹ Tod und deihen. Gott, dr. ach, danke mir; gebi Ehre! 5. Der nimmer Volk gese ihre Zuve Heil und Mutterhän Seinen ste gebt unser 6. Wen mangeln Welt erz und hilft Schöpfer die Vater die sonste Ruh; geb +D Leben lar nun an Gott, dei allen Or Gott die Gottes M unserm G falschen Spott; d der Herr unserm G 90 inge, wa wer dey et; Halle Christun erzen ihn Glaub⸗ du drobe hen. der, 1 168ʃ il uns ꝛe. Roghn n höchsten ller Gütz e Wunde der mein m reiche Gott, da hre geh hre! dir di Herrsche Ch id die i Meer i wohnen Schöpfey at so woh serm Gol Gott g will 6 rüber wil mit 12 In seinen ist alle leich; gah Hre! Herrn i Gott, ver eien! d mir von 2 9¹ Tod und ließ mir Trost ge⸗ deihen. Drum dank, ach Gott, drum dank ich dir, ach, danket, danket Gott mit mir; gebt unserm Gott die Ehre! 5. Der Herr ist noch und nimmer nicht von seinem Volk geschieden; er bleibet ihre Zuversicht, ihr Segen, Heil und Frieden. Mit Mutterhänden leitet er die Seinen stetig hin und her; gebt unserm Gott die Ehre! 6. Wenn Trost und Hilfe mangeln muß, wie sie die Welt erzeiget, so kommt und hilft der Ueberfluß, der Schöpfer selbst, und neiget die Vateraugen denen zu, die sonsten nirgends finden Ruh; gebt unserm Gott die Chre! 7. Ich will 4— all mein Leben lang, o Gott, von nun an ehren; man soll, Gott, deinen Lobgesang an allen Orten hören. Mein ganzes Herz ermuntre sich, mein Geist und Leib erfreue dich; gebt unserm Gott die Ehre! 8. Ihr, die—5 Christi Namen nennt, gebt unserm Gott die Ehre! Ihr, die ihr Gottes Macht bekennt, gebt unserm Gott die Ehre! Die falschen Götzen macht zu Spott; der Herr ist Gott! der Herr ist Gott! Gebt unserm Gott die Ehre! Allgem. Lob⸗ u. Danklieder. Nr. 138 9. So kommet vor sein Angesicht, mit Jauchzen Dank zu bringen; bezahlet die ge⸗ lobte Pflicht, und laßt uns fröhlich singen: Gott hat es alles wohl bedacht und alles, alles recht gemacht; gebt unserm Gott die Ehre! J. J. Schütz, 4 1690. Mel. Allein Gott in der Höh ꝛe. 138 Bringt her dem Herren Lob und Ehr aus freudigem Ge⸗ müte! Ein jeder Gottes Ruhm vermehr und preise seine Güte! Ach, lobet, lobet alle Gott, der uns befreiet aus der Not, und danket seinem Namen! 2. Lobt Gott und rühmet allezeit die großen Wunder⸗ werke, die Majestät und Herrlichkeit, die Weisheit, Kraft und Stärke, die er beweist in aller Welt und dadurch alle Ding erhält; drum danket seinem Na⸗ men! 3. Lobt Gott, der uns erschaffen hat, Leib, Seele, Geist und Leben aus lauter väterlicher Gnad uns allen hat gegeben, der uns durch seine Engel schützt und täg⸗ lich gibet, was uns nützt; drum danket seinem Na⸗ men! 4. Lobt Gott, der uns schenkt seinen Sohn, der für uns ist gestorben und uns 7 des Nr. 139 des ewgen Lebens Kron durch seinen Tod erworben, der Tod und Hölle macht zu Spott und uns versöhnt mit unserm Gott; drum danket seinem Namen! 5. Lobt Gott, der in uns durch den Geist den Glau⸗ ben angezündet, uns alles Gute noch verheißt, uns stärket, kräftigt, gründet; der uns erleuchtet durch sein Wort, regiert und heiligt ort und fort; drum danket einem Namen! 6. Lobt Gott, der auch das gute Werk, so in uns angefangen, vollführen wird und geben Stärk, das Kleinod zu erlangen, das er hat allen dargestellt und seinen Gläub⸗ gen vorbehält; drum danket seinem Namen! 7. Lobt Gott, ihr starken Seraphim, ihr Fürsten und ihr Thronen! Es loben Gott mit heller Stimm, die hier auf Erden wohnen. Lobt Gott und preist ihn früh und spat! Ja alles, was nur Odem hat, das danke seinem Namen! C. Günther, 1 1704. 139 Qobe den Herren, o meine Seele! Ich will ihn loben bis zum Tod; weil ich noch Stunden auf Erden zähle, will ich 3 n meinem Gott. Der Leib und Seel gegeben hat, Allgem. Lob⸗ u. Danklieder. werde gepriesen früh u spat. Halleluja, Hallelujal 2. Fürsten sind Menscht vom Weib geboren, und s ken nieder in den Stauh ihre Anschläge sind auch vn loren, wenn nun das Gu nimmt seinen Raub. W. dann kein Mensch uns hels kann, rufe man Gott u Hilfe an. Halleluja, Hal luja! 3. Selig, ja selig ist d zu nennen, des Hilfe der Jakobs ist, der sich u Glauben durch nichts l trennen und hofft getu auf Jesum Christ. Wer d sen dudet zum Beistat hat, findet am besten A und Tat. Halleluja, Hal luja! 4. Dieser hat Himm und Meer und Erden u was darinnen ist gemah alles muß treulich erful werden, was er uns einn zugedacht. Er ists, Herrscher aller Welt, welt uns ewig Glauben hi Halleluja, Halleluja! 5. Zeigen sich solche, unrecht leiden, er ists,!“ ihnen Recht verschafft; Hun rigen will er zur Speis scheiden, was ihnen die zur Lebenskraft. Die Gebundnen macht er und seiner Gnad ist m cherlei. Halleluja, Hallelu 93 6. Se er den B tief geber kann eini, die läßt sehn. Se Fremden Waisen n Halleluja, 7. Ab gessnen T starker He nur mache und falle Strick. 2 ewiglich; sorgt stets luja, Hal 8. Rü den hohe groß lles, we Amen un rohem J Gottes, le ter und Geist. uja! J. D. — — 140 8 und ei Mund, si um die tiefsten Loblied an von! mir getan 4 früh un Hallelujal d Menschez en, und si den Staub id auch vn das Gun taub. 0 ) uns helst Gott u luja, Hal selig ist ilfe der G sich 10 nichts hofft geth ö Wer W Beista besten N luja, Hal jat Himn Erden u ist gemath llich erfil uns einm ists, l Velt, welch auben hi ujal h solche,‚! 94 1150 0 t; Hun peis ihnen dit Die cht er ad ist m a, Halleluj lA ewiglich; Zion, 93 6. Sehende Augen gibt er den Blinden, erhebt, die tief gebeuget gehn; wo er kann einige Frommen finden, die läßt er seine Liebe sehn. Sein Aufsehn ist des Feuden Trutz, Witwen und Waisen nimmt er in Schutz. Halleluja, Halleluja! 7. Aber der Gottesver⸗ gessnen Tritte kehrt er mit starker Hand zurück, daß sie nur machen verkehrte Schritte und fallen selbst in ihren Strick. Der Herr ist König dein Gott sorgt stets f für dich. Halle⸗ luja, Halleluja! 8. Rühmet, ihr Menschen, den hohen Namen des, der o große Wunder ane lles, was Odem hat, rufe Amen und bringe Lob mit frohem Mut. Ihr Kinder Gottes, lobt und preist Va⸗ ter und Sohn und heilgen Wuis. Halleluja, Halle⸗ luja! J. D. Herrnschmidt, 4 1723. d d 140 O Hn Ahie und einen tausendfachen Mund, so stimmt ich damit um die Wette vom aller⸗ tiessten Herzensgrund ein Loblied nach dem andern an von dem, was Gott an mir getan. Allgem. Lob⸗ u. Danklieder. Nr. 140 2. O daß doch meine Stimme„schallte bis dahin, wo die Sonne stehtl. O aß mein Blut mit Jauchzen wallte, so lang es noch im Laufe geht! Ach, wär ein jeder Puls ein Dank und jeder Odem ein Ge⸗ sang! 3. Was schweigt ihr denn, ihr meine Kräfte? Auf, auf, braucht allen euren Fleiß und stehet munter im Ge⸗ schäfte zu Gottes, meines Herren, Preis! Mein Leib und Seele schicke dich und lobe Gott herz zinniglich. 4. Ihr grünen Blätter in den Wäldern, bewegt und regt euch doch mit mir! Ihr schwanken Gräslein in den Feldern, ihr Blumen, laßt doch eure Zier zu Gottes Ruhm belebet sein und stim⸗ met lieblich mit mir ein. 5. Ach alles, alles, was ein Leben und einen Odem in sich hat, soll sich mir zum Gehilfen geben; denn mein Vermögen ist zu matt, die 43Z— Wunder zu er⸗ höhn, die allenthalben um mich stehn. 6. Wer überströmet mich mit Segen? Bist du es nicht, o reicher Gott? Wer schützet mich auf meinen egen? Du, du, o Herr, Gott Zebaoth! Du trägst mit meiner Sündenschuld unsäglich e Geduld! Nr. 141 7. Auch hab ich es mein Lebetage 1200 so manch liebes Mal gespürt, daß du mich unter vieler Plage zwar wunderbar, doch wohl geführt; denn in der größe⸗ sten Gefahr ward ich dein Trostlicht stets gewahr. 8. Wie sollt ich nun nicht voller Freuden in deinem steten Lobe stehn? Wie sollt ich auch im tiefsten Leiden nicht triumphierend einher⸗ gehn? Und fiele auch der Himmel ein, so will ich doch nicht traurig sein. 9. Ich will von deiner Güte singen, so lange sich die Zunge regt; ich will dir Line fer bringen, so ange sich mein Herz be⸗ wegt; ja, wenn der Mund wird kraftlos sein, so stimm ich doch mit Seufzen ein. 10. Ach nimm das arme Lob auf Erden, mein Gott, in allen Gnaden hin; im Himmel soll es besser wer⸗ den, wenn ich verklärt und selig bin; da sing ich dir im höhern Chor viel tausend Halleluja vor! Joh. Mentzer, 1734. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. 2. Womit soll ich 141 W' dich wohl loben, mächtiger Herr Ze⸗ baoth? Sende mir dazu von oben deines Geistes Kraft, Allgem. Lob⸗ u. Danklieder. 9 mein Gott; denn ich kam mit nichts erreichen dein Gnad und Liebeszeichen Tausend, tausendmal sei din großer König, Dank dafür 2. Herr, entzünde mei Gemüte, daß ich dein Wundermacht, deine Gnadt Treu und Güte stets erheh Tag und Nacht; denn von deinen Gnadengüssen Lei und Seele zeugen müssen Tausend, tausendmal sei dit großer König, Dank dafür 3. Denk ich, wie ich dih verlassen und gehäufet Schul auf Schuld, so möcht it vor Scham erblassen vn der Langmut und Gedu womit du, o Gott, mit Armen hast getragen vol Erbarmen. Tausend, tah sendmal sei dir, großer K nig, Dank dafür! 4. Bald mit Lieben, bal mit Leiden kamst du, Hen mein Gott, zu mir, un mein Herze zu bereiten, gan sich zu ergeben dir, di mein gänzliches Verlange möcht an deinem Will hangen. Tausend, tausend mal sei dir, großer Könih Dank dafür! 5. Wie ein Vater nimmn und gibet, wies den Kinden nützlich ist, so hast du mi auch geliebet, Herr, ma⸗ Gott, zu jeder Frist, un dich meiner angenomm wenns auch gleich au höch 9⁵ höchste tausendm König, T 6. M lersflügel terlich, i den Hüg rettet mie zu zerr deiner H. send, ta großer F. 7. Fi Seiten ur mal meh doch ber Engel sta Nöten, ich bin gangen. mal sei d Dank daf 8. Va erzeiget Gütigkeit; mir gene Freundlich dich, o werd ich laden. T sei dir, g dafür! 9. Tat ö Preis reis, Le es mir ach, laß ferner doe nur gehn da will ie für ewig, 9 ich kam hen dein ebeszeichen al sei diin ank dafür inde mein ich dein ne Gnade tets erheh denn von issen Lei na müssen al sei dit ank dafün hie ich dit ufet Schul möcht ii lassen vn d Geduhh Bott, mit ragen vl send, tal großer K ieben, bal du, Hen mir, nu reiten, gan dir, di Verlange em Will d, tausend ßer Köniz ater nimm den Kinden ast du mi Herr, mo⸗ Frist, un ngenomm zleich au höcht Preis 9⁵ höchste kommen. tausendmal sei dir, König, Dank dafür! 6. Mich hast du auf Ad⸗ lersflügeln oft getragen vä⸗ terlich, in den Tälern, auf den Hügeln wunderbar er⸗ rettet mich; wenn schien alles zu zerrinnen, ward doch deiner Hilf ich innen. Tau⸗ send, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 7. Fielen 1 Rech mir zur Seiten und zur Rechten zehn⸗ mal mehr, ließest du mich doch begleiten durch der Engel starkes Heer, daß den Tausend, großer Nöten, die mich drangen, ich bin dennoch stets ent⸗ gangen. Tausend, tausend⸗ mal sei dir, Dank dafür! 8. Vater, du hast mir erzeiget lauter Gnad und Gütigkeit; und du hast zu mir geneiget, Jesu, deine Freundlichkeit; und durch dich, ö Geist der Gnaden, werd ich stets noch einge⸗ laden. Tausend, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 9. Tausendmal sei dir ge⸗ Herr, mein Gott, reis, Lob und Dank, daß es mir bisher gelungen; ach, laß meinen Lebensgang ferner doch durch Jesu Leiten nur gehn in die Ewigkeiten; da will ich, Herr, für und für ewig, ewig danken dir. L. A. Gotter, 4 1735. großer König, Allgem. Loͤb⸗ u. Danklieder. Nr. 142 Mel. Wunderbarer König. 2. 1 42 numschränkte Liebe, gönne blöden Augen, die sonst kaum auf Erden taugen, daß sie in die Strahlen deiner Langmut blicken, die den Erdkreis wärmend schmücken, und zugleich freu⸗ denreich Bösen und den Deinen mit der Sonne scheinen. 2. Wasser, Luft und Erde, ja dein ganz Gebiete ist ein Schauplatz deiner Güte; deiner Langmut Ehre wird durch neue Proben immer herrlicher erhoben. O wie weit, o wie breit über Berg und Hügel streckt sie ihre Flügel! 3. Was wir davon denken, was wir sagen können, ist ein Schatten nur zu nennen. Tag für Tag zu schonen, Tag für Tag zu dulden so viel Millionen Schulden, und dazu ohne Ruh lieben für das Hassen: Herr, wer kann das fassen? 4. Du vergibest Sünde, hörst der Sünder Flehen, wenn sie weinend vor dir stehen; deine Rechte dräuet und erbarmt sich wieder, legt die Pfeile gerne nieder da man doch, wenn du 915 sie kaum weggeleget, di zum Zorn erreget. 5. Herr, es hat noch keiner, der zu dir gegangen, satt statt der Gnade Recht em⸗ fangen. Wer zu deinen Füßen sich mit Tränen senket, dem wird Straf und Schuld geschenket. Unser Schmerz rührt dein Herz, und du willst der Armen gnädig dich erbarmen. 6. König, sei gepriesen, daß du so verschonest und uns nicht nach Werken lohnest; deiner Hand sei Ehre, die so wohl regieret und mit Ruhm das Zepter führet. Fahre fort, Zions Hort, Langmut auszuüben und die Welt zu lieben. Joh. Jak. Rambach, 1 1735. Mel. Es ist das Heil uns ꝛc. 1 43 Wern ich, o Schöpfer, deine Macht, die Weisheit deiner Wege, die Liebe, die für alle wacht, anbetend überlege, so weiß ich, von Bewundrung voll, nicht, wie ich dich erheben soll, mein Gott, mein Herr und Vater. 2. Mein Auge sieht, wo⸗ hin es blickt, die Wunder deiner Werke; der Himmel, prächtig ausgeschmückt, preist dich, du Gott der Stärke. Wer hat die Sonn an ihm erhöht? Wer kleidet 10 mit Majestät? Wer ruft dem Heer der Sterne? 3. Wer mißt dem Winde seinen Lauf? Wer heißt die Himmel regnen? Wer schließt Nr. 143, 144 Allgem. Lob⸗u. Danklieder.g den Schoß der Erde auf mit Vorrat uns zu segnen O Gott der Macht um Herrlichkeit!“ Gott, dein Güte reicht so weit, so wo die Wolken reichen. 4. Dich predigt Sonnen schein und Sturm, dih preist der Sand am Meen Bringt, ruft auch der ge ringste Wurm, bringt meinen Schöpfer Ehre! Mich, uu der Baum in seiner Prach mich, ruft die Saat, hi Gott gemacht, bringt unsen Schöpfer Ehre! 5. Der Mensch, ein Leil den deine Hand so wunde bar bereitet, der Mensch, ei Geist, den sein Verstan dich zu erkennen, leitet, d Mensch, der Schöpfung Ruht und Preis, ist sich ein ta⸗ licher Beweis von dein Güt und Größe. 6. Erheb ihn ewig, mein Geist, erhebe seing Namen! Gott, unser Vath ei gepreist, und alle Wi ag Amen! Und alle Wi fürcht ihren Herrn und h auf ihn und dien i gern! Wer wollte G nicht dienen? Chr. F. Gellert, 1 1 Mel. Die Tugend wird durch Kreuz geübet ꝛc. Mie groß ist 144 Wee Lamac Güte! Ist der ein W 97⁷ den sie mit ve den Dat gebührt? zu ermess größte hat mein vergiß, n niht. 1. M bar beir der mei Wer hat geleitet? oft vern den Fri Wer gib Kraft⸗ viel Bli nicht ein schafft? 3. Ge in jenes du ersch mit He Gott ew n 7 iesen F. Güte sinr um muf damit di 4. ich nicht üte n in ruf en Wee nicht gel mir ins sein Wor lich. Go R Erde au zu segnen Macht un ott, dein eit, so woa n. gt Sonnen turm, dih am Meen ich der ge ingt meinen Mich, ruß iner Prach Saat, he ingt unsen h, ein Leil so wunde Mensch, e mVerstan „leitet, di pfung Ruht ich ein ta von dein 1ewig, hebe sein inser Vath alle We alle W rn und h dien ih⸗ vollte G zellert, 1 wird durchi et ꝛc. groß ist d Allmächth⸗ ein Was 97⁷ Allgem. Lob⸗ u. Danklieder. den sie nicht rührt? der mit verhärtetem Gemüte den Dank erstickt, der ihm gebührt? Nein, seine Liebe zu ermessen, sei ewig meine gößte Pflicht. Der Herr hit mein noch nie vergessen, vergiß, mein Herz, auch seiner niht. 2. Wer hat mich wunder⸗ bar bereitet? Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Langmut mich geletet? Er, dessen Rat ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Gewissen? Wer gibt dem Geiste neue Kraft? Wer läßt mich so viel Blück genießen? Ists nicht ein Arm, der alles schafft? 3. Schau, o mein Geist, in jenes Leben, zu welchem du erschrffen bist, wo du, mit Herlichkeit umgeben, Gott ewi sehn wirst, wie er ist. Di hast ein Recht zu diesen Freiden, durch Gottes Güte sind je dein. Sieh, dar⸗ um mußte Christus leiden, damit du knntest selig sein. 4. Und hiesen Gott sollt ich nicht ehen, und seine Güte nicht verstehn? Er en rufen, ih nicht hören? en Weg, der er mir zeigt, nicht gehn⸗ Cein Will ist mir ins Her geschrieben; sein Wort bestäkt ihn ewig⸗ lich. Gott soll ih über alles Nr. 145 lieben und meinen Nächsten gleich als mich. 5. Dies ist mein Dank, dies ist sein Wille: ich soll vollkommen sein wie er. Solang ich dies Gebot er⸗ fülle, stell ich sein Bildnis in mir her. Lebt seine Lieb in meiner Seele, so treibt sie mich zu jeder Pflicht, und ob ich schon aus Schwachheit fehle, herrscht doch in mir die Sünde nicht. 6. O Gott, laß deine Güt und Liebe mir immerdar vor Augen sein! Sie stärk in mir die guten Triebe, mein ganzes Leben dir zu weihn. Sie tröste mich zur Zeit der Schmerzen, sie leite mich zur Zeit des Glücks, und sie besieg in meinem Aucen⸗ die Furcht des letzten Augen⸗ blicks. Chr. F. Gellert, 4 1769. 1 45 Gott is mein Lied! Er ist der Gott der Stärke; groß ist sein Nam, und groß sind seine Werke, und alle Himmel sein Gebiet. 2. Er will und sprichts, so sind und leben Welten und er gebeut, so fallen durck sein Schelten die Himmel wieder in ihr Nichts. 3. Licht ist sein Kleid und herr Wahl das beste; er errscht als Gott, und seines Thrones Nr. 146 Thrones Feste ist Wahrheit und Gerechtigkeit. 4. Unendlich reich, ein Meer von Seligkeiten, ohn Anfang Gott und Gott in ewgen Zeiten, Herr aller Welt, wer ist dir gleich? 5. Was ist und war im Himmel, Erd und Meere, das kennet Gott, und seiner Werke Heere sind ewig vor ihm offenbar. 6. Er ist um mich, shast, daß ich sicher ruhe; er schafft, was ich vor oder nachmals tue, und er erforschet mich und dich. 7. Er ist dir nah, du sitzest oder gehest; ob du ans Meer, ob du gen Himmel rii so ist er allenthalben a. 8. Er kennt mein Flehn und allen Rat der Seele. Er weiß, wie oft ich Gutes tu und fehle und eilt, mir gnädig beizustehn. 9. Er wog mir dar, was er mir geben wollte, schrieb auf sein Buch, wie lang ich leben sollte, da ich noch un⸗ bereitet war. 10. Nichts, nichts ist mein, das Gott nicht angehöre; Herr, immerdar soll deines Namens Ehre, dein Lob in meinem Munde sein. 11. Wer kann die Pracht von deinen Wundern fassen? Ein jeder Staub, den du hast Allgem. Lob⸗u. Danklieder. 99 99 werden lassen, verkündig 3. V. seines Schöpfers Macht. die Wur 12. Der kleinste Halm ih die Nat deiner Weisheit Spiegel. Du. Verkündi Luft und Meer, ihr Auen Ordnung Tal und Hügel, ihr seid sei nicht den Loblied und sein Psalm. der Welt 13. Du tränkst das Lan, 4. Ke führst uns auf grüne Weide, unzählbar und Nacht und Tag ut sten Star Korn und Wein und Freude Durch n empfangen wir aus dein gib ihm Hand. ruft der 14. Kein Sperling fill traun!“ Herr, ohne deinen Wilen 5.„2 sollt ich mein Herz nicht mih mein ist dem Troste stillen, daß dein an mein Hand mein Leben hält? du mich. 15. Ist Gott mein Schuß war und will Gott mein Retter wer dein Gott den, so frag ich nichts nah lich. Himmel und nach Erden 6.„Ic und biete selbst der Hölll bin Weis Trutz. Gott der Chr. F. Gellert, 4 1700 Heil. Je von gan 46 Die Himmal nimm a rühmen des teil!“ Ewigen Ehre; ihr Schal C pflanzt seinen Namen fortt ihn rühmt der Erdkreis, ihn Mel. preisen die Meere, vernimm o Mensch, ihr goͤttlich Wort 2. Wer trägt der Himme 147 unzählbare Sserne? Wa Gedanken, führt die Sonn aus ihren Ewigkeit; laucht Sie kommt un alle Schr euchtet und lacht uns von und deren ferne und läuft den Weh daß Gott gleich wie ein Held. ewig alt u 98 verkündih Macht. e Halm is hiegel. Du, ihr Auen yr seid sei Pjalm. das Lam, ne Weidah Tag un ud Freuden azus deine rling fill, n Willn nicht mit daß dein hält? nein Schutz detter werz nichts nach l ach Erden der Höll⸗ Ueit, 4 10. 99 3. Vernimms und siehe die Wunder der Werke, 1 die Natur dir aufgestellt. Verkündigt Weisheit und Ordnung und Stärke dir nicht den Herrn, den Herrn der Welt? 4. Kannst du der Wesen unzählbare Heere, den klein⸗ sten Staub fühllos beschaun? Durch wen ist alles? O gib ihm die Ehre!„Mir,“ ruft der Herr,„sollst du ver⸗ traun!“ 5.„Mein ist die Kraft, mein ist Himmel und Erde, an meinen Werken kennst du mich. Ich bins, der ich war und der ich sein werde, ich Gott und Vater ewig⸗ — 6.„Ich bin dein Schöpfer, bin Weisheit und Güte, ein Gott der Ordnung und dein Heil. Ich bins, mich liebe von ganzem Gemüte und Himmi nimm an meiner Gnade uhmen des teil!“ ihr Schal Chr. F. Gellert, 1 1769. men fort dreis, in. Mel. O daß ich tausend lich Won Zungen ꝛc. tli ort eht hin, ihr der Himma 147 G glaͤubigen e? Ve Gedanken, ins weite Feld der aus ihren Ewigkeit; und alle Schranken der uns vol und der neuen den Weß daß Gott die nmt d. erhebt euch über alten Lebe erwägt, iebe sei, die ewig alt und ewig neu. Allgem. Lob⸗ u. Danklieder. Nr. 147 2. Der Grund der Welt war nicht geleget, der Him⸗ mel war noch nicht gemacht, so hat Gott schon den Trieb geheget, der mir das Beste zugedacht; da ich noch nicht geschaffen war, da reicht er mir schon Gnade dar. 3. Sein Ratschluß war, ich sollte leben durch seinen eingebornen Sohn; den wollt er mir zum Mittler geben, den macht er mir zum Gna⸗ denthron; in dessen Blute ollt ich rein, geheiliget und flig sein. 4. O Wunderliebe, die mich wählte vor allem An⸗ beginn der Welt und mich zu ihren Kindern zählte, für welche sie das Reich bestellt! Vaterhand, o Gnaden⸗ trieb, der mich ins Buch des Lebens schrieb! 5. Wie wohl ist mir, wenn mein Gemüte hinauf zu dieser Quelle steigt, von welcher sich ein Strom der Güte zu mir durch alle Zei⸗ ten neigt, daß jeder Tag ein Zeugnis gibt: Gott hat mich je und je geliebt! 6. Wer bin ich unter Mil⸗ lionen der Kreaturen seiner Macht, die in der Höh und Tiefe wohnen, daß er mich bis hierher gebracht? Ich bin ja nur ein dürres Blatt, hat Staub, der keine Stätte at. Nr. 148 7. Ja freilich bin ich zu geringe der herzlichen Barm⸗ herzigkeit, womit, o Schöpfer aller Dinge, mich deine Liebe stets erfreut; ich bin, o Vater, elbst nicht mein, dein bin ich, Herr, und bleibe dein. 8. Im sichern ah die deiner Flügel find ich die ungestörte Ruh. Der feste Grund hat dieses Siegel: wer dein ist, Herr, den ken⸗ nest du. Laß Erd und Him⸗ mel untergehn, dies Wort der Wahrheit bleibet stehn. 9. Wenn in dem Kampfe mun al Leiden der Seele ut und Kraft gebricht, so Teeun du mein Haupt mit Freuden, so tröstet mich dein Angesicht; da spür ich deines Geistes Kraft, die in der Schwachheit alles schafft. 10. Die Hoffnung schauet in die Ferne durch alle Kirche und Gnadenmittel. 10⁰ Schatten dieser Zeit; de Glaube schwingt sich durt die Sterne und sieht in Reich der Ewigkeit; da zeih mir deine milde Hand mei Erbteil und gelobtes Land, 11. Ach könnt ich dii nur besser ehren, welch edl⸗ Loblied stimmt ich an! 6 sollten Erd und Himm hören, was du, mein Got an mir getan; nichts ist köstlich, nichts so erh al höchster Vater, di erhöhn. 12. Doch nur Gedul Es kommt diei Stunde, mein durch dich erlöst Geist im höhern Chor n Uide Munde dich, schoͤn iebe, schöner preist; din eilt mein Herz aus dies eit und sehnt sich nach d Swigkeit. J. G. Herrmann, 4 1 XII. Kirche und Gnadenmittel. Kirche. 1 48 Ein feste Burg ist unser Gott, ein gute Wehr und Waffen; er hilft uns frei aus aller Not, die uns jetzt hat be⸗ troffen. Der alt böse Feind, mit Ernst ers jetzt meint; groß Macht und viel List sein grausam Rüstung auf Erd ist nicht seh Gleichen. ö 2. Mit unsrer Macht! nichts getan, wir sind bald verloren; es streit uns der rechte Mann, Gott hat selbst erkon heißt du, wer der ist: eißt Jesus Christ, der g Zebab 10² Zebaoth. Gott; d halten. er ist g kann ihn 4. D lassen st dazu hal wohl a seinem Nehmen Ehr, Kin fahren de ewinn; doch blei 149 und steu und Mor stum, de stürzen vi 2. Be Renr Je Herr alle schirm d heit, daß SEbwigkeit. —4— Tröster w einrlei S 10⁰ Zeit; de 109 dur sieht in t; da zeih Hand mein dtes Land. t ich dii welch edl⸗ ch an! 6 id Himm mein Got lichts ist chön, al ch erhöhn. r Gedull Stunde,) ich erlöst nChor n dich, schön reist; din aus dies sich nach! mann, 1 1 ittel. Rüstung nicht sch rer Macht! vir sind 9 es streit Mann, bst erkon r der ist: rist, der d Zebao 10² ebaoth, und ist kein andrer — das Feld muß er be⸗ halten. 3. Und wenn die Welt voll Teufel wär und wollt uns gar verschlingen, so fürchten wir uns nicht so sehr, es soll uns doch gelingen. Der Fürst dieser Welt, wie saur er sich stellt, tut er uns doch nicht; das macht, er ist gericht, ein Wörtlein kann ihn fällen. 4. Das Wort, sie sollen lassen stan und kein Dank dazu haben; er ist bei uns wohl auf dem Plan mit seinem Geist und Gaben. Nehmen sie den Leib, Gut, Ehr, Kind und Weib: laß fahren dahin, sie habens kein Gewinn; das Reich muß uns doch bleiben. Luther, 4 1546. 1 49 Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort und steur der Feinde Trug und Mord, die Jesum Chri⸗ stum, deinen Sohn, wollen stürzen von deinem Thron. 2. Beweis dein Macht, Renr Jesu Christ, der du gerr aller Herren bist; be⸗ schirm dein arme Christen⸗ heit, daß sie dich lob in Ewigkeit. 3. Gott heilger Geist, du Wöster wert, gib deim Volk einrlei Sinn auf Erd; steh Kirche. Nr. 149, 150 bei uns in der letzten Not, 205 uns ins Leben aus dem — Luther, 4 1546. 150 A Gott, vom Himmel sieh darein und laß dich des er⸗ barmen: wie wenig sind der Heilgen dein, verlassen sind wir Armen. Dein Wort man läßt nicht haben wahr, der Glaub ist auch verloschen gar bei allen Menschen⸗ kindern. 2. Sie lehren eitel falsche List, was eigner Witz erfindet; ihr Herz nicht eines Sinnes ist in Gottes Wort gegründet; der wählet dies, der andre das, sie trennen uns ohn alles Maß und gleißen schön von außen. 3. Gott woll ausrotten aller Lehr, die falschen Schein uns lehren und sich vermessen hoch und sehr: Trotz dem, ders uns will wehren! Wir haben Recht und Macht allein, was wir setzen, gilt allgemein; wer ist, der uns soll meistern? 4. Darum spricht Gott: ch muß auf sein, die Armen ind zerstöret; ihr Seufzen dringt zu mir herein, ich hab ihr Klag erhöret; mein heil⸗ sam Wort soll auf den Plan, getrost und frisch sie greifen an und sein die Kraft der Armen. 5. Das Silber, durchs Feur siebenmal bewährt, wird lauter funden; an Gottes Wort man warten soll desgleichen alle Stun⸗ den. Es will durchs Kreuz bewähret sein; da wird sein Kraft erkannt und Schein und leucht stark in die Lande. 6. Das wollst du, Gott, bewahren rein vor diesem argn Geschlechte, und daß uns dir befohlen sein, da sichs in uns nicht flechte. Der gottlos Hauf sich um⸗ her findt, wo diese losen Leute sind in deinem Volk erhaben. Luther, 4 1546. Mel. Erhalt uns, Herr, bei ꝛc. 151 A bleib bei uns, Herr Jesu Christ, weil es nun Abend worden ist; dein göttlich Wort, das helle Licht, laß ja bei uns auslöschen nicht. 2. In dieser schwerbe⸗ trübten He verleih uns, Herr, eständigkeit, daß wir dein Wort und Sakra⸗ ment behalten rein bis an das End. 3. Gib Glück und Heil zu deinem Wort, damit es schall an allem Ort; gib deiner Kirche Gnad und Huld, Fried, Einigkeit, Mut und Geduld. Nr. 151, 152 Kirche u. Gnadenmittel. 10 4. Den stolzen Geisten wehre doch, die mit Gewa sich heben hoch und bringe stets was Neues her, fälschen deine rechte Lehr. 5. Die Sach und Eh Herr Jesu Christ, nicht unse sondern dein ja ist; darun o steh du denen bei, die si auf dich verlassen frei. 6. Dein Wort ist unses Kinche Trutz und deinne kirche wahrer Schutz; dahb⸗ erhalt uns, lieber Herr, di wir nichts andres suche mehr. 7. Hilf leben uns deinem Wort und darg mutig fahren fort von hi nen aus dem Jammert zu dir in deinen Himmel saal. N. Selnecker, 1 1 Mel. Christus, der ist mein Leben 152 Adener G bei uns, Herr Jesu Chis daß uns hinfort nicht schi des bösen Feindes List. 2. Ach bleib mit dein Worte bei uns, Erlöser wa auf daß uns hier und dal sei Güt und Heil beschert 3. Ach bleib mit dein Glanze bei uns, du wen Licht; dein Wahrheit u umschanze,‚ damit wir in nicht. 4. Ach bleib mit dein Segen bei uns, du 90 103 Ram ermöge vermehr. und Got leihe, hil Iũ (Gustar Mel. K 153 obschon sein, die stören 1 Untergan ganz an wird nich 2. De daß dein dem befi laß es er wird den er w chon, di erhalten. 3. Oe ist und Teufel, pfort un anhangen zu Hohn — 10— en Geisten mit Gewal und bringe es her, hte Lehr. und Ehs nicht unse ist; darun bei, die si frei. rt ist unseh und dein Schutz; dab er Herr, di dres suche jsen uns und dara⸗ rt von hi Jammert en Himmal Inecker, 4 1 st mein Leben bleib n Ohn Jesu Chri nicht schol es List. )mit dein Erlöser wa ier und dol eil beschert omit deint 3, du wert Bahrheit u. nit wir in b mit dein anhangen, 103 Hern dein Gnad und all ermögen in uns reichlich vermehr. 5. Ach bleib mit deinem Schutze bei uns, du starker Held, daß uns der Feind nicht trutze, noch fäll die böse Welt. 6. Ach bleib mit deiner Treue bei uns, mein Herr und Gott, Beständigkeit ver⸗ leihe, hilf uns aus aller Not! Josua Stegmann, 1 1632. (Gustav Adolfs Feldlied.) Mel. Kommt her zu mir ꝛc. 1 53 Verzage nicht, du Häuflein klein, obschon die Feinde willens sein, dich gänzlich zu zer⸗ stören und suchen deinen Untergang, davon dir wird ganz angst und bang; es wird nicht lang mehr währen. 2. Des tröst dich nur, daß deine Sach ist Gottes, dem befiehl die Rach, und laß es ihn nur walten; er wird durch einen Gideon, den er wohl weiß, dir helfen schon, dich und sein Wort erhalten. „3. So wahr Gott Gott ist und sein Wort, muß Teufel, Welt und Höllen⸗ pfort und was dem tut endlich werden 3, du reih zu Hohn und Spott; Gott Hen Kirche. Nr. 153, 154 6 mit uns und wir mit ott; den Sieg wolln wir erlangen. J. Altenburg, 4 1640. Mel. Zion klagt mit Angst ꝛc. 1 5 4 ion, gib dich nur zufrieden, Gott ist noch bei dir darin; du bist nicht von ihm geschieden, er hat einen Vatersinn. Wenn er straft, so liebt er auch, dies ist sein geliebter Brauch. Zion, lerne dies bedenken; warum willst du dich so kränken? 2. Treiben dich die Meeres⸗ wellen in der wilden, tiefen See; wollen sie dich gar zerschellen, mußt du rufen Ach und Weh! schweigt dein Heiland still dazu, gleich als schlafend in der Ruh: Zion, laß dich nicht bewegen; diese Flut wird bald sich legen. 3. Berg und Felsen mögen weichen, ob sie noch so feste stehn; ja die ganze Welt desgleichen möchte gar auch untergehn; dennoch hat es keine Not in dem Leben und im Tod: Zion, du kannst doch nicht wanken aus des ewgen Bundes Schranken. 4. Müssen schon allhier die Tränen deine schönsten Perlen sein; stellt sich Seuf⸗ zen nur und Stöhnen dir statt schöner Lieder ein; 97 er Nr. 155 der Spott dein täglich Brot und dein Trank die bittre Not: Zion, laß dir doch nicht grauen; du kannst deinem Gott vertrauen. 5.. Droht man dir mit Schmach und Banden, mit viel Qual und Herzeleid, dennoch wirst du nicht zu schanden, denk nur an die Ewigkeit; sei getrost und wohlgemut, denn der Gi ists, der es tut; Zion, Gott wird dich schon stärken, dieses mußt du eben merken. 6. Freue dich, es kommt das Ende und der Abend schon herbei; gib dich nur in Gottes Hände, der macht dich von allem frei. Für die Trübsal, Spott und Hohn gibt er dir die Freu⸗ denkron; Zion, Gott, dein Schutz, wird wachen und die Welt zu schanden machen. 7. hicht a Deine Wonne bricht anjetzt mit Macht herfür; denn die schöne Gnadensonne, Jesus Christus, naht zu dir, gibt dir einen Freudengruß und den rechten Friedenskuß; Zion, wo ist jetzt dein Kla⸗ gen? Jetzt kannst du von Freuden sagen. 8. Freuet euch, ihr Him⸗ melserben, freuet euch mit Zion hier! Die vor Jam⸗ mer wollten sterben, sollen leben für und für. Dort ist Kirche und Gnadenmittel. 104 nicht mehr Angst und Qus in dem schönen Himmelssaal Zion, wer will dich nu scheiden von dem Lamm un ewgen Freuden? Joachim Pauli, 4 nach 16N Mel. Valet will ich dir geben ꝛc. 15 5 Erbat uns dein Lehre, Hen in der letzten Zeit; erhal dein Reich und mehre del edle Christenheit; erhal standhaften Glauben, de Hoffnung hellen Strah laß uns dein Wort nit rauben in diesem Jammerln 2. Erhalt dein Ehr un wehre dem, was dir wide spricht; erleuchte und bekehr allwissend ewges Licht, mi dich noch nicht erkennet. Ei decke doch der Welt, der dein Licht gegönnet, m einzig dir gefällt. 3. 1 was du gebah und durch dein Blut erkau was du dir hast vertrat und mit dem Geist getauh Ob grimme Feinde stürm zu deiner Kirche Fall, wollest du sie schirmen Hort und Felsenwall. 4. Erhalt uns, Herr, d Erbe, dein wertes Heiligti zerbrich, zernicht, verden was wider deinen Ruht laß dein Gesetz uns fühn 000 10⁵ gönn brot; uns zie deinen ort 9 Ewigkeit Nach v. 156 im erste nichts seht nur wie in 8 sie Feuer vor der die Hölle 2. Unen üsten r onnten 0 des Her inn di 104 t und Qus dich i dich nn Lamm un „ T nach 161 ll ich dir 2C. It uns dein ehre, Hen Zeit; erhal mehre dei eit; erhll auben, de en Strah Wort nih Jammerti in Ehr un 8 dir wide und bekehn 3Licht, w rkennet. En Welt, der zönnet, m— 4. as du gebau Blut erkau ast vertran Geist getau einde stürm che Fall, schirmen nwall. ns, Herr, di tes Heiligtu ht, verden einen Ruh⸗ ; uns fühnd 0 10⁵ gönn uns dein Himmels⸗ brot; laß deinen Schmuck uns zieren, heil uns durch deinen Tod. 5. Erhalt und laß uns hören dein Wort, das selig macht, den Spiegel deiner Ehren, das Licht in finstrer Nacht; laß diesen Born uns tränken im dürren Tal der Welt; laß diese Stimm uns lenken hinauf zum ewgen Zelt. 6. Erhalt in Sturm und Wellen der Kirche heilig Schiff, und laß es nicht Raienif an Sand und Felsenriff; gib, Herr, daß wir entrinnen der wilden Flut der Zeit, laß uns den ort gewinnen der selgen Ewigkeit. Nach Jos. Stegmann, 1 1632, v. A. Gryphius, 1664. 156 L laßt euch ö wiederfinden, wie im ersten Christentum, die nichts konnte überwinden; seht nur an ihr Märtyrtum: wie in Lieb sie glühten, wie sie Feuer Sieren daß 0 vor der Sterbenslust selbst die Hölle fürchten mußt. 2. In Gefahren uner⸗ Unen und von schnöden üsten rein, die zum Eitlen konnten locken, war damals des Herrn Gemein. Ihr Sinn drang zum Himmel; Kirche. Nr. 156 fern aus dem Getümmel war erhoben Herz und Geist, suchte nicht, was zeitlich heißt. 3. Ganz großmütig sie ver⸗ lachten, was die Welt für Vorteil hält; nach dem Reiche Gottes trachten, darauf war ihr Sinn gestellt. Im Un⸗ glück glückselig waren sie und fröhlich, fern von Menschen⸗ bin mrei und von ihren Ban⸗ en frei. 4. O daß ich wie diese waren, mich befänd auch in dem Stand! Laß mich doch im Grund Ahand, deine starke Helfershand, mein Gott, recht lebendig! Gib, daß ich beständig bis zum Tod durch deine Kraft übe gute Ritterschaft. 5. Gib, daß ich mit Geisteswaffen kämpf in meines Jesu Stärk, und ja niemals mög erschlaffen; daß mir dh große Werk durch dich mög gelingen, und ich tapfer ringen; eich ich in die 5015 nicht streich, sondern bald das Ziel erreich. 6. Es dürft wieder dazu kommen, daß der Feinde tolle Wut zu der Schlachtbank deine Frommen führte und vergöß ihr Blut. Nach ge⸗ meiner Sage große Trübsals⸗ tage werden kommen uns zu Haus und noch ein sehr harter Strauß. Nr. 157 7. Ei wohlan, nur fein standhaftig! O ihr Brüder, tapfer drauf! Lasset uns doch recht herzhaftig folgen jener Zeugen Lauf. Stehtals Jesu Glieder, wenn der Feind sich wider euren Christenglau⸗ ben setzt und das Schlacht⸗ schwert auf uns wetzt. 8. Gebt euch in das Leiden wacker! Mit dem Blut der Märtyrer wird getränkt der Kirchenacker, und so treibt er um mehr; alle Pflanzen sprossen, so damit begossen; o wie trägt er reichli hende von der Trübsal eimgesucht! 9. Komm, befrucht, o goldner Regen, uns, dein Erb, die dürre Erd, daß wir dir getreu sein mögen und nicht achten Feur und Schwert, als in Liebe trunken und in dir versunken. Mach die Kirch an Glauben reich, daß das End dem Anfang gleich. 17¹2. 1 57 Fyet fort, fahre fort, Zion, fahre fort im Licht! Mache deinen Leuchter helle, laß die erste Liebe nicht, suche stets die Lebensquelle. Zion, dringe durch die enge Pfort! Fahre fort, fahre fort! 2. Leide dich, leide dich, . leide ohne Scheu Trüb⸗ al, Angst mit Spott und Kirche und Gnadenmittel. 10⁰ Hohne! Sei bis in den Tod getreu, siehe auf die Lebens krone. Zion, fühlest du der Schlange Stich, leide dich leide dich! 3. Folge nicht, folge nicht Zion, folge nicht der Wel wenn sie dich sucht groß z machen! Achte nichts ih Gut und Geld, nichts iht Dräuen, nichts ihr Lacheh Zion, wenn sie dir viel Lu verspricht, folge nicht, folg nicht! 4. Prüfe recht, prüfe rech Zion, prüfe recht den Geist der dir ruft zu beiden Seiten tue nicht, was er dich heiß laß nur deinen Stern di leiten! Zion, beides, was d gut und schlecht, prüfe rech prüfe recht! 5. Dringe ein, dringe ei Zion, dringe ein in Gohh Stärke dich mit Geist un Leben, sei nicht wie die a dern tot, sei du gleich de grünen Reben. Zion, in Kraft, statt in den Schei dringe ein, dringe ein! 6. Brich herfür, brich he für, Zion, brich herfür Kraft! Weil die Bruderlih f brennet, zeige, was der ind schafft, der als seine Brat dich kennet. Zion, durch 9 dir gegebne Tür brich he für, brich herfür! 7. Halte aus, halte al Zion, halte deine Treu! nii 107 nicht lau un! Auf das Kle Auf, verlasse Zion, in de und Strauß aus! J. Mel. O Durchb 158 H sammen, si Labrs Ru iebesflamme den Heiland Haupt, wir er das Licht Schein, er d die Brüder, sind sein. 2. Kommt, Gnadenkinder euern Bun unserm Ueber Treu von Und wenn e Festigkeit ur o so flehet un sie 2—— wie 3. Legt es Glieder, auf an, daß ein Brüder auch ann. So he geliebet, so sein Blut; de ihn betrübet, selbst Eintrag 4. Hallel öhen, wel 0 680 welche „daß 10⁰ n Toh ebens⸗ u der dich nichs Well roß zu ts ihn Jachen el Lu folg e rech Geis heh heiß n dii was d e rech ige ein Golth ist un die an eich d „in d Scheij 1 ich he rfür derlich f er ind Brah ich h Ute al u H N 107 nicht lau und träg dich finden. Auf, das Kleinod rückt herbei! uf verlasse, was dahinten! Zion, in dem letzten Kampf und Strauß halte aus, halte aus! J. E. Schmidt, 1 1745. Mel. O Durchbrecher aller Bande ꝛc. 1 58 Hes und Herz vereint zu⸗ sammen, sucht in Gottes Ruh; Labrs lasset eure iebesflammen lodern auf den Heiland zu! Er das Haupt, wir seine Glieder, er das Licht und wir der Schein, er der Meister, wir die Brüder, er ist unser, wir sind sein. 2. Kommt, ach kommt, ihr Gnadenkinder, und erneuert euern Bund! Schwöret unserm Ueberwinder Lieb und Treu von Herzensgrund! Und wenn eurer Liebeskette Festigkeit und Stärke fehlt, o so flehet um die Wette, bis sie Daer wieder stählt! „Legt es unter euch, ihr Glieder, auf so treues Lieben an, daß ein jeder für die Brüder auch das Leben lassen ann. So hat uns der dort geliebet, so vergoß er dort sein Blut; denkt doch, wie es ihn betrübet, wenn ihr euch selbst Eintrag tut. 4. Halleluja! Welche Gnen welche Tiefen reicher nad „daß wir dem ins Kirche. Nr. 158, 159 Herze sehen, der uns so ge⸗ liebet hat; daß der Vater aller Geister, der der Wunder Ab⸗ grund ist, daß du, unsichtbarer b uns so fühlbar nahe ist. 5. O du treuster Freund, vereine deine dir geweihte Schar, daß sie es so herzlich meine, wies dein letzter Wille war, und daß, wie du eins mit ihnen, also sie auch eines Din sich in wahrer Liebe ienen und einander gern erfreun. 6. Liebe, hast du es ge⸗ boten, daß man Liebe üben soll, o so mache doch die toten, trägen Geister lebensvoll! Zünde an die Liebesflamme, daß ein jeder sehen kann: wir, als die von einem Stamme, stehen auch für einen Mann. 7. Laß uns so vereinigt werden, wie du mit dem Vater bist, bis schon hier auf dieser Erden kein getrenntes Glied mehr ist, und allein von deinem Brennen nehme unser Licht den Schein. Also wird die Welt erkennen, daß wir deine Jünger sein. N. L. v. Zinzendorf, 4 1760. Mel. Ein feste Burg ꝛc. 1 59 enn Christus seine Kirche schützt, so mag die Höͤlle wüten; er, der zur Rechten 8 Gottes Nr. 160 Gottes sitzt, hat Macht, ihr zu gebieten. Er ist mit Hilfe nah; wenn er gebeut, stehts da. Er schützet seinen Ruhm und hält sein Heilig⸗ tum; mag doch die Hölle wüten. 2. Gott sieht die Fürsten auf dem Thron sich wider ihn empören, denn den Ge⸗ salbten, seinen Sohn, den wollen sie nicht ehren. Sie schämen sich des Worts des Heilands, IR Horts; sein Kreuz ist selbst ihr Spott; doch ihrer lachet Gott, sie mögen sich em⸗ pören. 3. Der Ouahn⸗ mag die Wahrheit schmähn; uns kann er sie nicht rauben. Der Unchrist mag ihr widerstehn, wir halten fest am Glauben. Gelobt sei Jesus Christ! Wer hier sein Jünger ist, sein ort von Herzen hält, dem kann die ganze Welt die Seligkeit nicht rauben. 4. Auf, Christen, die ihr ihm vertraut, laßt euch kein Drohn erschrecken! Der Gott, der von dem Himmel schaut, wird uns gewiß bedecken. Der Herr Herr Zebaoth hält über sein Gebot, gibt uns Geduld in Not und Kraft und Mut im Tod; was will uns denn erschrecken? Chr. F. Gellert, 1769. Kirche und Gnadenmittel. Mel. Mein Jesu, dem die Serat ein Wort, 9 phinen ꝛc. 160 Herr, bring uns zusammen, daß wir in der Gemeinschaft stehn; e läßt an uns die heilgen Flammen des Glaubens und der Liebe sehn. Wir werden durch das Wort der Gnade auch zur Gemeinschaft jenen Schar, die bei dem Herrn is immerdar, gelockt und kräfti eingeladen. 2. Nur Menschen, die von Gott geboren, die unter einem Haupte stehn, die ha der Herr sich auserkoren die läßt er Wunderlieh. sehn; Gemeinschaft mit den Vater haben und mit den Sohn im heilgen Geist, da⸗ ist, was ihre Seelen speis nur das kann sie vollkommes laben. 3. Der Glaubensgrund auf dem wir stehen, 0 Christus und sein teur Blut; das einge Ziel, darau wir sehen, ist Christus, unst höchstes Gut; sein Wort 5 Regel, die wir kennen, seh Geist das Band, das un verbindt; die Seelen all, di er gewinnt, sind, was u heilge Kirche nennen. 4. Was ist das für himmlisch Leben, mit Vath Sohn und heilgem Geist! seliger Gemeinschaft schwehe genieß 10³⁰ 109 genießen das, heißt! Wie ft selgen Triebe! in sein geist ganze Gnader wohnet Gott, 5. Der V trägt die Kin' den Geist, de des Sohnes die Sünder n rechtigkeit; de tritt mit dem dens und de die Herzen se b die Kra Leib und Seel 6. Die K Brot gegesser auch für einen sich der Feind messen, sobald alle an. Sie Gott zu Füß⸗ in des Herre wollen von de auch das g nicht missen. 7. Sie walle nen Herzen d tal ins Vaterl sich die bitter eins reicht dem Hand; sie we Freuden diene und Auge, He des großen G in ihnen.“ J. B. K. A 109 Kirche. genießen das, was Gott ver⸗ heißt! Wie flammen da die selgen Triebe! Gott schüttet in sein geistlich Haus die ganze Gnadenfülle aus: hier wohnet Gott, die ewge Liebe. 5. Der Vater liebt und trägt die Kinder und schenkt den Geist, der Abba schreit; des Sohnes Treue schmückt die Sünder mit ewiger Ge⸗ rechtigkeit; der heilge Geist tritt mit dem Oele des Frie⸗ dens und der Freude zu; die Herzen schmecken Gottes 2e die Kraft durchdringet Leib und Seele. 6. Die Kinder, so ein Brot gegessen, die stehen auch für einen Mann; macht sich der Feind an eins ver⸗ messen, sobald greift er sie alle an. Sie fallen betend Gott zu Füßen und siegen in des Herren Kraft; sie wollen von der Brüderschaft auch das geringste Glied nicht missen. 7. Sie wallen mit verbund⸗ nen Herzen durchs Tränen⸗ tal ins Vaterland, versüßen sich die bittern Schmerzen; ans reicht dem andern seine Hand; sie wollen sich mit Freuden dienen, mit erz und Auge, Hand und 95 bis zu dem völligen Genu hren.“ Guts:„Ich, ich in ihnen. J. B. K. Allendorf, 4 1773. Nr. 161 Mel. Wenn Christus seine Kirche schützt und Ein feste Burg ꝛc. 161 Her deine Kirche danket dir; noch wohnt dein Wort im Lande; von deiner Gnade haben wir noch deinen Geist zum Pfande. Kommt sie in Gefahr durch der Feinde Schar, dann, o Jesu Christ, besiege Macht und List und herrsch in jedem Lande. Sei, Herr, mit uns! Verlaß uns nie, uns, deines Leibes Glieder; hilf deiner Kirch und schütze sie, denn wir sind deine Brüder. Sie, die dir vertraut, hast du selbst erbaut; ach, erhalt sie rein, und die den Bund ent⸗ weihn/ die heilige dir wieder. 3. Eins, Herr, ists, was den Frommen kränkt, daß unter deinen Christen noch mancher deiner nicht gedenkt, beherrscht von seinen Lüsten. Vieler Glaub ist schwach, kalt die Lieb und a h, sie bedenken nicht, es wartet ein Gericht auf träge, sichre Christen. 4. Und, du, o Jesu, bist 6 treu! Ach, daß wir römmer wären! Mach alle Herzen rein und neu, laß alle sich bekehren. Gib uns Wissenschaft, Glaube, Lieb und Kraft, gib Entschluß und Mut, zu wagen Ehr und Blut zum Preise deiner Lehren. 5• SIPI E Nr. 162 5. Entferne Zwietracht, Krieg und Mord, erhalt uns Ruh und Frieden. Laß uns, gestärket durch dein Wort, im guten nie ermüden. Mache leicht, was drückt, gib uns, was beglückt. Nach der Prüfungszeit ruf uns zur Seligkeit, zu deines Himmels Freuden. 6. Herr, deine Kirche streitet noch: hilf deiner Kirche siegen! Wie schwer ihr Kampf ist, müsse doch kein Kämpfer unterliegen. Hör ihr kindlich Flehn, eil, ihr beizustehn, daß sie stand⸗ haft sei, stets deiner ahrheit treu, hilf deiner Kirche siegen. Nach Borchward, 1 1776, und Cramer, 4 1778. Mel. Es ist das Heil uns ꝛc. 162 Die Feinde deines Kreuzes drohn, dein Reich, Herr, zu zerstören; du aber, Mittler, Gottes Sohn, kannst ihrem Trotze wehren. Dein Thron bestehet ewiglich; vergeblich wird sich wider dich die Macht der Hölle rüsten. 2. Dein Reich ist nicht von dieser Welt, kein Werk von Menschenkindern; drum konnt auch keine Macht der Welt, Herr, deinen Fortgang hindern. Dein Erbe bleibt dir immerdar und wird selbst durch der n Schar zu deinem Ruhm sich mehren. Kirche und Gnadenmittel. 11⁰ 3. Du wollest deine Herr schaft noch auf Erden wei verbreiten, und unter deinen sanften Joch zum Heil di Völker leiten. Vom Aufgang bis zum Niedergang brin alle Welt dir Preis un Dank und glaub an deinen Namen. 4. Auch deine Feinde, di dich schmähn, die freveln sich empören, laß deing Gnade Wunder sehn, daß ft sich noch bekehren. Lehr s mit uns gen Himmel schau und unerschüttert im Ve traun auf deine Zukun warten. 5. Uns, deine Gläubge wollest du fest in der Wah heit gründen, daß wir st unsre Seelen Ruh in dein Gnade finden. Mach unsen Glaubens uns gewiß; u Irrtum und vor Finstern dewahr uns bis ans En 6. Dein Geist führ u auf ebner Bahn und heil unsern Willen, so wird de Volk dir untertan, ge dein Gesetz erfüllen, bis erscheinest zum Gericht dann vor deinem Angest die Menschenkinder sammi 7. Voll Zuversicht erwan dich, Herr, alle deine Frn men und freun des gro⸗ Tages sich, da du wirst wied kommen. Dann werden o Menschensohn, den ‚ — 11¹ verheißnen& Himmelreich, Balt Mel. Valet w 163 B Noch lebt d der sich, ein für seine Ki Feinde mög schon des uns wird d euch auseina 2. Wir st Grunde, wi Christ, der u bunde ein Fel Wir wandelr der von dem und er ist wenn unser 3. Wer uns scheiden uns erwarb, schwerem Le am Kreuze bleiben an i Not und 2 bunden und Christenfreud 4. Unglät spotten, erfir und euch zu jeder Christus, 90⁰ helige die il eilige Gem den Fels, gel 5. Unden weichen und 11¹ verheißnen Gnadenlohn, dein Himmelreich, ererben. Balth. Münter, 4 1793. Mel. Valet will ich dir geben ꝛc. 1 63 Bis hierher und nicht weiter! Noch lebt der starke Held, der sich, ein rechter Streiter, für seine Kirche stellt. Ihr Feinde möget wüten, euch schon des Sieges freun; uns wird der Herr behüten, euch auseinander streun. 2. Wir stehn auf festem Grunde, wir haben Jesum Christ, der unserm Glaubens⸗ bunde ein Fels und Eckstein ist. Wir wandeln in dem Glanze, der von dem Herrn ausgeht, und er ist unsre Schanze, wenn unser Feind aufsteht. 3. Wer will von ihm uns scheiden, der blutend uns erwarb, als er nach schwerem Leiden den Tod am Kreuze starb? Wir bleiben an ihm hangen, in Not und Traurigkeit, ge⸗ bunden und gefangen, mit Christenfreudigkeit. 4. Ungläubge, ihr mögt spotten, erfinden bösen Rat und euch zusammenrotten zu jeder Freveltat: er, Christus, ganz alleine, be⸗ haltg die ihm vertraut, die eilige Gemeine, auf ihn, den Fels, gebaut. 5. Und wenn auch Berge weichen und Hügel sinken Kirche. Nr. 163, 164 ein, die Kirche ohne gleichen wird wohl bewahret sein. Er wohnet bei ihr drinnen und hütet früh und spät; hell glänzen 910 Zinnen, darauf sein Zeichen steht. Chr. A. Bähr, 7 1846. Mel. Wachet auf! ruft uns ꝛc. 16 4 Gente⸗ Stadt steht fest gegründet auf heilgen Bergen; es ver⸗ bündet sich wider sie die ganze Welt. Dennoch steht sie und wird stehen; man wird an ihr mit Staunen sehen, wer hier die Hut und Wache hält. Der Hüter Israels ist ihres Heiles Fels. Halleluja!. Lobsingt und sprecht: wohl dem Geschlecht, das in ihr hat das Bürger⸗ recht. 2. Zions Tore liebt vor allen der Herr mit gnädgem Wohlgefallen, macht ihre Riegel stark und fest, segnet, die darinnen wohnen, weiß überschwenglich dem zu lohnen, der ihn nur tun und walten läßt. Wie groß ist seine Huld, wie trägt er mit Geduld all die Seinen! O Gottes Stadt, du reiche Stadt, die solchen Herrn und König hat! 3. Große, heilge Dinge werden in dir gepredigt, wie auf Erden sonst unter keinem Volk man hört. Gottes Wort Nr. 165 Wort ist deine Land Rn du hast den Geist und hast die Klarheit, die alle Finster⸗ nis zerstört. Da hört man fort und fort das teuer⸗ werte Wort ewger Gnade. Wie lieblich tönt, was hier versöhnt und dort mit ewgem Leben krönt. 4. Auch die nichts davon vernommen, die fernsten Völker werden kommen und in die Tore Zions gehn. Denen, die im Finstern saßen, wird auch der Herr noch predgen lassen, was einst für alle Welt geschehn. Wo ist der Gottessohn? Wo ist sein Gnadenthron? wird man fragen. Dann kommt die Zeit, wo weit und breit erscheint der Herr der Herrlichkeit. 5. Darum stellet ein die Klagen! Man wird noch einst zu Zion sagen: wie mehrt sich deiner Bürger Zahl! Voll Erstaunens wird man schauen, wie Gott sein Zion mächtig bauen und herrlich weitern wird einmal. Er⸗ hebet Herz und Sinn! Es ist die Nacht schier hin für die Heiden; es kommt ihr Tag, sie werden wach, und Israel folgt ihnen nach. 6. Gottes Stadt, du wirst auf Erden die Mutter aller Völker werden, die ewges Leben fanden hier. Welch Kirche und Gnadenmittel. 11² ein Jubel, wie im Reigen, wird einst von dir zun Himmel steigen! Die Lebens⸗ brunnen sind in dir. In dir das Wasser quillt, das alles Dürsten stillt. Hallelujal Von Sünd und Tod, von aller Not erlöst nur Einer, Zions Gott. K. J. Ph. Spitta, 4 1850 Kirchweihe. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht ꝛ 165 A⸗, wie heilig ist der Ort! Ach, wie selig ist die Stättel Hier, hier ist des Himmels Pfort; hier erhöret Gott Gebete; hier erschallt sein teures Wort; o wie heilih ist der Ort! 2. Heil war in dez Zöllners Haus, weil e hristum aufgenommen, und hier rufet Jesus aus: selig sind, die zu mir kommen h Deren Herzen nimmt er ein daß sie seine Tempel sein. 3. O welch Heil ist biz hierher diesem dere wider⸗ fahren! Wenn der Herr nicht bei uns wär, der sich uns will offenbaren, woher hätten wir den Geist, der den Weh zum Himmel weist? 4. O wie lieblich, o wit schön sind des Herren Gottes dienste! Laßt uns froh zu ihnen gehn; hier erlang man 113 man zum Schatz, der er kein Rost nock 5. Bleibe Gast; speis dem Worte, gegeben hast, diesem Orte! feste stehn, bis untergehn! B. Mel. Wie sch Morge 166 G gib deinen Ve an diesem heil lieblich ist di Die her ö dir; hier ist Pforte. Woh bei Sündern, e voller Wahrhe deiner Wahrhe 2. Sohn der Herrlichkei aus ist dir dirs wohlge Ban dein U ein Segen n ort in diesen Einheit, Rein Herzen; Angst tilg in Gnaden vom Sündensch 3. Gott, he wertes Licht, göttlich Angeft erleuchtet we⸗ über uns und oh zu rlang man 113 man zum Gewinste einen Schatz, der ewig währt, den kein Rost noch Raub verzehrt. 5. Bleibe bei uns, liebster Gast; speis uns gnädig mit dem Worte, das du uns gegeben hast, Jesu, stets an diesem Orte! Laß die Kirche feste stehn, bis die Welt wird untergehn! B. Schmolck, 1 1737. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern ꝛc. 1 66 Gott Vater, aller Dinge Grund, gib deinen Vaternamen kund an diesem heilgen Orte. Wie lieblich ist die Stätte hier! Die her wallen auf zu dir; hier ist des Himmels Pforte. Wohne, throne hier bei Sündern, als bei Kindern, voller Wahrhe heilge uns in deiner Wahrheit! Sohn Gottes, Herr der Herrlichkeit, dies Gottes⸗ haus ist dir geweiht, o laß dirs wohlgefallen! Hier sein. Ban dein lebendig Wort, ein Segen walte fort und fort in diesen Friedenshallen. Einheit, Reinheit gib den Herzen; Angst und Schmerzen tilgh in Gnaden, heil uns ganz vom Sündenschaden. 3. Gott, heilger Geist, du wertes Licht, wend her dein göttlich Angesicht, daß wir erleuchtet werden. Geuß über uns und dieses Haus Kirchweihe. Nr. 166, 167 dich mit allmächtgen Flam⸗ men aus; mach himmlisch uns auf Erden. Lehrer, Hörer, Kinder, Väter!—4 später gehts zum Sterben; hilf uns Jesu Reich ererben. 4. Dreieinger Gott, Lob, Dank und Preis sei dir von allen gleicherweis für dies dein Haus gesungen! Du hasts geschenkt und aufer⸗ baut, dir ists geheiligt und vertraut mit Herzen, Händen, Zungen. Ach, hier sind wir noch in Hütten; Herr, wir bitten: stell uns droben in den Tempel, dich zu loben. A. Knapp, 4 1864. Ausbreitung der Kirche. Missionslieder.) 1 67 8 wolle Gott uns gnädig sein und seinen Segen geben; sein Antlitz uns mit hellem Schein erleucht zum ewgen Leben, daß wir erkennen seine Werk und was ihm lieb auf Erden, und Jesus Christus Heil und Stärk bekannt den Heiden werden und sie zu Gott be⸗ kehren. 2. So danken dir und loben dich, o Gott, die Völker alle, und alle Welt, die freue sich und sing mit großem Schalle, daß du auf Erden Richter bist und läßt die Sünd Nr. 168 Sünd nicht walten; dein Wort die Hut und Weide ist, die alles Volk erhalten, in rechter Bahn zu wallen. 3. Es danke, Gott, und lobe dich das Volk in guten Taten. Das Land bringt Frucht und bessert sich, dein Wort ist wohl geraten. Uns segne Vater und der Sohn, uns segne Gott der heilge Geist, dem alle Welt die Ehre tu, vor ihm sich fürchte allermeist. tun sprecht von Herzen: Amen. Luther, 1546. Mel. Dir, dir, Jehovah ꝛe. 168 Woch auf, du Geist der ersten Zeugen, der Wächter, die auf Zions Mauern stehn, die Tag und Nächte nimmer schweigen, und die getrost dem Feind entgegengehn, ja, deren Schall die ganze Welt durchdringt und aller Völker Scharen zu dir bringt. 2. O daß doch bald dein Feuer brennte! O möcht es doch in alle Lande gehn! Gib zu der Ernte vch die Hände! Gib Knechte, die in treuer Arbeit e 5 O Herr der Ernte, siehe doch darein: die Ernt ist groß, die Zahl der Knechte klein. 3. Dein Sohn hat ja mit klaren Worten uns diese Bitte in den Mund gelegt. O siehe, wie an allen Orten Kirche und Gnadenmittel. 114 sich deiner Kinder Herz und Sinn bewegt, dich herzin⸗ brünstig darum anzuflehn; drum 10 o Herr, und sprich: es soll geschehn. 4. So gib dein Wort doch großen Scharen, die in der Kraft Evangelisten sein, laß eilend biiß uns wider⸗ fahren und brich in Satans Reich und Macht hinein. O breite, Herr, auf weiten Erdenkreis dein Reich bald aus zu deines Namens Preis! 5. Ach, daß die Hilf aus 00 käme! O daß dein Geis 0 wie dein Wort verspricht, dein Volk aus dem Gefäng⸗ nis nähme! O würd es doh nur bald vor Abend lichtl Ach, reiß, o Herr, den Him⸗ mel bald entzwei und komm herab zur Hilf und mach uns frei! 6. Ach, laß dein Won recht schnelle laufen! Es si kein Ort ohn dessen Glam und Schein. Ach, führe balh dadurch mit Haufen der Heiden Füll zu allen Toren ein! Ja, wecke doch auh Israel bald auf, und als segne deines Wortes Lauf 7. O bessre Zions wüfl Stege, und was dein Won im Laufe hindern kann das räume bald aus jeden Wege; vertilg, o Herr, des falschen Glaubenswahn, un mach uns bald von jeden Mietlim 115 Ausbr Mietling fre und Schul Gottes sei. 8. Laß niedre Schule deines guten ja, sitze du Stuhle und Jugend selber Lehrer wir u die kräftig vo Kirche stehn. K. H. v. Mel. O Durchbre 169 V durch die ga⸗ läßt uns sch sehen deines lichkeit; denn ausgespendet d weite Welt, versendet au Ackerfeld. 2. Dieser bald 9 h hoch und hehr gelisten ziehen Land und J Saaten zu b. der Pfingsten, laß uns Leben bis zum Grab 3. Sei gegr Morgen! 088 bald empor! 2 ihr bangen So künder, tritt der Berge S jeden etlim Mietling frei, und Schul Gottes sei. 8. Laß jede hoh und niedre Schule die Werkstatt deines guten Geistes sein, ja, sitze du nur auf dem Stuhle und präge dich der Jugend selber ein, daß treue Lehrer wir und Beter sehn, die kräftig vor dem Riß der Kirche stehn. K. H. v. Bogatzky, 4 1774. daß Kirch ein Garten Mel. O Durchbrecher aller Bandeꝛc. 1 69 ater, deines Geistes senhen durch die ganze Christenheit läßt uns schon von ferne sehen deines Reiches Herr⸗ lichkeit; denn dein Wort wird ausgespendet durch die ganze weite Welt, millionenweis versendet auf das große Ackerfeld. 2. Dieser Samen wird bald dheh allenthalben hoch und hehr; denn Evan⸗ gelisten ziehen über Inseln, Land und Meer, um die Saaten zu begießen. Geist der Pfingsten, komm herab; laß uns Lebensströme fließen bis zum Grabe tief hinab. 3. Sei gegrüßt, du ewger Morgen! Steige, Sonne, bald empor! Weicht nun, all ihr bangen Sorgen, Tagver⸗ künder, tritt hervor! Seht, der Berge Spitzen glühen 115 Ausbreit. d. Kirche(Miss.⸗Lieder) Nr. 169, 170 schon im ewgen Morgenlicht, und die Frühlingsblumen blühen: Brüder alle, sorget nicht! Joh. J. Jung, gen. Stilling, 1817. Mel. Nun komm, der Heiden Heiland ꝛc. 170 Walte walte nah und fern, all⸗ gewaltig Wort des Herrn, wo nur seiner Allmacht Ruf shun für den Himmel uf. 2. Wort vom Vater, der die Welt schuf und in den Armen hält und aus seinem Schoß herab seinen Sohn zum Heil uns gab. 3. Wort von des Erlösers Huld, der der Erde schwere Schuld durch des heilgen Todes Tat ewig wegge⸗ nommen hat. 4. Kräftig Wort von Gottes Geist, der den Weg zum Himmel weist und durch seine heilge Kraft Wollen und Vollbringen schafft. 5. Wort des Lebens, stark und rein, alle Völker harren dein. Walte fort, bis aus der Nacht alle Welt zum Tag erwacht. 6. Auf, zur Ernt in alle Welt! Weithin wogt das weiße Feld; klein ist noch der Schnitter 55 viel der Garben überall. 7. Herr der Ernte, hnr und gut weck zum Werke Lust Lust und Mut; laß die Völ⸗ ker allzumal schauen deines Lichtes Strahl! Jonath. F. Bahnmaier, 1 1841. Mel. Lasset uns den Herren preisen ꝛe. 171 Wm o Herr, komm bald, du Treuer! Gib, ach, gib dich allen kund und entzünd dein heilges Feuer auf dem ganzen Erdenrund. Großes hast du schon begonnen, Großes willst du ferner tun; deine Liebe kann nicht ruhn, bis die ganze Welt gewonnen, bis ein jedes Herz besiegt, Herr, zu deinen Füßen liegt. K. A. Döring, 1 1844. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht 2. 172 Eive Herde und ein Hirt! Wie wird dann dir sein, o Erde, wenn sein Tag erscheinen wird! Freue dich, du kleine Herde, mach dich auf und werde Licht! Jesus hält, was er verspricht. 2. Hüter, ist der Tag noch fern? Schon ergrünt es auf den Weiden, und die Herrlichkeit des Herrn nahet dämmernd sich den Heiden; blinde Pilger flehn um Licht: Jesus hält, was er verspricht. 3. Komm, o komm, du treuer Hirt, daß die Nacht zum Tage werde! Ach, wie Nr. 171—173 Kircheu. Gnadenmittel. 11⁰ manches Schäflein irrt fern von dir und deiner Herdel Kleine Herde, zage nichtl Jesus hält, was er verspricht 4. Sieh, das Heer der Nebel flieht vor des Morgen⸗ rotes Helle, und der Sohn der Wuͤste kniet dürstend an der Lebensquelle; ihn um⸗ leuchtet Morgenlicht; Jesut hält, was er verspricht. 5. Gräber harren aufge⸗ tan; rauscht, verdorrete G⸗ beine! Macht dem Bundes⸗ engel Bahn! Großer Tas des Herrn, erscheine! Jesu⸗ ruft: es werde Licht! Jesus hält, was er verspricht. 6. O des Tags der Hern lichkeit! Jesus Christus, di die Sonne, und auf Erder weit und breit Licht um Wahrheit, Fried und Wonn Mach dich 35 es werde Licht! Jesus hält, was a verspricht. F. A. Krummacher, 1 186 Mel. Valet will ich dir geben 173 Der du in Todch nächten erkämp das Heil der Welt und dit als den Gerechten zun Bürgen dargestellt, der de den Feind bezwungen, di Himmel aufgetan, dir stimme unsre Zungen ein Halleluß an! Im Himmel und a ist alle Macht m 2. Erden deih 11⁷ dein, k zu dei die vo bis di sind n bei dein 3. laden, aus, u Gnaden Haus. teuer, schwer, feuer in 4. S men w Welt;( sammen erhellt, schallet, Christ, wallet d 5. O dir au. daß vie ziehn Schleuß Pforten! Volk her Tag gen Feuer at Mel.( 17⁴4 Sonne Pracht, Gott ent 11⁰ rrt fern Herdel e nichtl erspricht. deer der Morgen⸗ er Sohn stend an ihn um⸗ Jesus cht. n aufge⸗ rrete Ge⸗ Bundes⸗ ser Tag e Jesus ytl Jesus icht. der Herr⸗ istus, du uf Erden icht und d Wonne es werdi was e her, 1 18ʃ ir geben in Todes n erkämp und diih ten zul „ der d ngen, da ir stimma Halleluß l und as Nacht nu deih 17 Ausbr. d. Kirche(Miss.Lieder). Nr. 174 dein, bis alle Völker werden zu deinen Füßen sein, bis die von Süd und Norden, bis die von Ost und West sind deine Gäste worden bei deinem Hochzeitsfest. 3. Noch werden sie ge⸗ laden, noch gehn die Boten aus, um mit dem Ruf der Gnaden zu füllen dir dein Haus. Es ist kein Preis zu teuer, es ist kein Weg zu schwer, zu streun dein Lebens⸗ feuer ins weite Völkermeer. 4. So ziehen deine Flam⸗ men wie Sonnen um die Welt; Getrenntes fließt zu⸗ sammen, das Dunkle wird erhellt, und wo dein Name challet, du König Jesu Christ, ein selig Häuflein wallet dahin, wo Frieden ist. 5. O sammle deine Herden dir aus der Völker Zahl, daß viele selig werden und ziehn zum Abendmahl! Schleuß auf die hohen Pforten! Es strömt dein Volk heran. Wos noch nicht Tag geworden, da zünd ein — Feuer an! C. G. Barth, 1 1862. Mel. Gott des Himmels ꝛc. 174 Licht, das in die Welt gekommen, Sonne voller Glanz und Pracht, Morgenstern, aus Gott entglommen, treib hin⸗ weg die alte Nacht. Zeuch in deinen Wunderschein bald die ganze Welt hinein. 2. Gib dem Wort, das von dir zeuget, einen recht gepriesnen Lauf, daß noch manches Knie sich beuget, sich noch manches Herz tut auf, eh die Zeit erfüllet ist, wo du richtest, Jesu Christ. 3. Heile die zerbrochnen Herzen, baue dir Jerusalem und verbinde unsre Schmer⸗ zen, denn so ist dirs ange⸗ nehm. Herr, tu auf des Wortes Tür, rufe allen: kommt zu mir! 4. Es sei keine Sprach noch Rede, da man nicht die Stimme hört, und kein Land so fern und öde, wo nicht dein Gesetz sie al Laß den hellen Freudenschall siegreich ausgehn überall! 5. Geh, du Bräutgam, aus der Kammer, laufe deinen Heldenpfad; strahle Tröstung in den Jammer, der die Welt umdunkelt hat. O erleuchte, ewges Wort, Ost und West und Süd und Nord. 6. Komm, erquick auch unsre Seelen; mach die Augen hell und klar, daß wir dich zum Lohn erwählen; vor den Stolzen uns bewahr; ja, laß deinen Himmelsschein unsres Fußes Leuchte sein! R. Stier, 1862. . Nr. 17⁵5 Mel. Wachet auf, ruft uns die timme ꝛc. 17 5 Einer ists, an dem wir hangen, der für uns in den Tod gegangen und uns erkauft mit seinem Blut. Unsre Leiber, unsre Herzen gehören dir, o Mann der Schmerzen; in deiner Liebe ruht sichs gut. Nimm uns zum Eigentum, bereite dir zum Ruhm deine Kinder! Verbirg uns nicht das Gnadenlicht von deinem heil⸗ gen Angesicht! 2. Nicht wir haben dich erwählet, du selbst hast unsre Zahl gezählet na deinem ewgen Gnadenrat. Unsre Kraft ist schwach und nichtig, und keiner ist zum Werke tüchtig, der nicht von dir die Stärke hat. Drum brich den eignen Sinn, denn De⸗ mut ist Gewinn für den Him⸗ mel. Wer in sich schwach, folgt, Herr, dir nach, und trägt mit Ehren deine Schmach. 3. O Herr Jesu, Ehren⸗ könig! Die Ernt ist groß, der Schnitter wenig, drum sende treue Zeugen aus; send auch uns hinaus in Gnaden, viele frohe Gäste einzuladen zum Mahl in deines Vaters Haus. Wohl dem, den deine Wahl beruft zum Abendmahl im Reich Gottes. Da ruht der Streit, da währt die Freud heut, gestern und in Ewigkeit. Kirche und Gnadenmittel. 1¹⁰ 4. Schau auf deine Mil lionen, die noch im Tode⸗ schatten wohnen, von deinen Lahnafeude 6 Sei ahrtausenden ist ihnen ken Cvangelium erschienen, kein gnadenreicher Mor enstern Glanz der Gerechtigkeit, g— auf, denn es ist Zeit! Komm Herr Jesu, zeuch uns vorn und mach uns Bahn; 0 deine Türen aufgetan! 5. Deine Liebe, dein Wunden, die uns ein ewg⸗ Her⸗ erfunden, dein treu Herz, das für uns floß wollen wir den Seelen preis und auf dein Kreuz solan weisen, bis es durch ih Herzen geht. Denn kräft ist dein Wort; es rich und durchbohrt Geist u Seele; dein Joch ist f dein Geist gewiß, und off steht dein Paradies. 6. Heiland, deine größt Dinge beginnest du still v geringe; was sind wir Arm err, vor dir? Aber wirst für uns streiten uns mit deinen Augen leil auf deine Kraft vertral wir. Dein Senfkorn, und klein, wächst endl ohne Schein doch zum Baun weil du, Herr Christ, Ll. bist, dem es Gott vertrauet ist. A. Knapp, 1 4. werder bis d zu de du im gesöhn dir g gestellt 5. graben 11⁰ deine Mil im Todes von deinen rni Sei ihnen kei ienen, kei Torgenstern tigkeit, gi eit! Komn uns vorch Bahn; g etan! iebe, dein ein ewg dein treut uns fleh ůeelen preis reuz solan durch ih Hdeine gröͤßt du still u Hwir Arm Aber streiten 1 Augen lein ft vertrah nfkorn, 8 ächst endl zum Balh Christ,‚ em es st. Knapp, 119 Ausbreit. d. Kirche(Missionslieder). Nr. 177 Mel. Valet will ich dir geben ꝛc. 176 er du zum Heil erschienen der allerärmsten Welt und von den Cherubinen zu Sündern dich gesellt, den sie mit frechem Stolze verhöhnt für seine Huld, als du am Marterholze versöhntest ihre Schuld: 2. Damit wir Kinder würden, gingst du vom Vater aus, nahmst auf dich unsre Bürden und bautest uns ein Haus. Von Westen und von Süden, von Morgen ohne Zahl sind Gäste nun beschieden zu deinem Abend⸗ mahl. 3. Im schönen Hochzeits⸗ kleide, von allen Flecken rein, führst du zu deiner Freude die Völkerscharen ein, und welchen nichts verkündigt, kein Heil verheißen war, die bringen nun entsündigt dir Preis und Ehre dar. 4. Drum kann nicht Ruhe werden, bis deine Liebe siegt, bis dieser Kreis der Erden zu deinen u db liegt, bis du im neuen Leben die aus⸗ gesöhnte Welt dem, der sie dir gegeben, vors Angesicht gestellt. 5. Und siehe, tausend 11 1 mit Völkern ohne icht stehn in der Nacht und dürsten nach deinem Ange⸗ sicht. Auch sie hast du ge⸗ graben in deinen Priester⸗ schild, am Brunngquell sie zu laben, der dir vom Herzen quillt. 6. So sprich dein gött⸗ lich„Werde!“ Laß deinen Odem wehn, daß auf der finstern Erde die Toten auferstehn, daß, wo man Greueln fröhnet und vor den Götzen kniet, ein willig Volk versöhnet zu deinem Tempel zieht. 7. Wir rufen, du willst hören; wir fassen, was du sprichst. Dein Wort muß sich bewähren, womit du Fesseln brichst. Wie viele sind zer⸗ brochen! Wie viele sinds noch nicht! O du, ders uns versprochen, werd aller Heiden Licht! A. Knapp, 1 1864. Gnadenmittel. Wort Gottes. Mel. Wie nach einer Wasserquelle ꝛc. 177 Rede, liebster Jesu, rede; denn dein Kind gibt acht darauf. Stärke mich, denn ich bin blöde, daß ich meines Lebens Lauf dir zu Ehren setze fort. Ach, laß stets dein heilig Wort in mein Herze sein verschlossen, dir zu folgen unverdrossen. .. . Nr. 178 2. Ach, wer wollte dich nicht hören, dich, du liebster Menschenfreund! Sind doch deine Wort und Lehren alle herzlich wohl gemeint. Sie vertreiben alles Leid; aller Freuden Süßigkeit muß vor deinen Worten weichen, nichts ist ihnen zu ver⸗ gleichen. 3. Deine Worte sind mein Stecken, dessen ich mich trö⸗ sten kann, will der Feind zurück mich schrecken von der chmalen Lebensbahn; ja, sie ühren ohne Qual mich selbst durch des Todes Tal, schirmen mich auf allen Wegen, machen auch das Kreuz zum Segen. 4. Jesu, dein Wort soll mich laben, deine trosterfüllte Lehr will ich in mein Herze graben; ach, nimm sie doch nimmermehr von mir weg in dieser Hei, bis ich in der Ewigkeit werde kommen zu den Ehren, dich, o Jesu, selbst zu hören. 5. Unterdes vernimm mein Flehen, liebster Jesu höre mich! Laß bei dir d0 fest stehen, so will ich di ewiglich preisen mit Herz, Sinn und Mund; ich will dir zu jeder Stund Ehr und Dank in Demut bringen und dein hohes Lob be⸗ singen. Anna Sophie Landgräfin von Hessen⸗Darmstadt, 4 1683. Kirche und Gnadenmittel. 12 Mel. Gott des Himmels ꝛe. 178 Teures Wort au ö Gottes Munde das mir lauter Segen traͤg dich allein hab ich zun Grunde meiner Seligkeit ge legt. In dir treff ich alle an, was zu Gott mit führen kann. 2. Will ich einen Von schmack haben von des 14 mels Seligkeit, so kann dir ein Tisch bereit, der mi lauter Manna schenkt un mit Lebenswasser tränkt. 3. Geist der Gnaden, de im Worte mich an Gottz Himn legt, öffne mir d Himmels Pforte, daß mei Geist hier recht erwägt, wo für Schätze Gottes Han durch sein Wort ihm zug sandt. 4. Gib dem Samen eing Acker, der die Frucht nith Die Mur bleibt; mache m ie Augen wacker und, w hier dein Finger schreil präge meinem Herzen äen laß den Zweifel ferne sein. 5. Was ich lese, laß mili merken; was du sagest, I mich tun; wird dein Wu den Glauben stärken, laß“ nicht dabei beruhn, hn gib, daß auch dabei ihm di Leben ähnlich sei. 6. Hilf, daß alle mei Wege nur nach dieser hn m t fN mich herrlich laben, weil b 12 himmels ꝛe. Wort auz tes Mundz Segen träg ich zun Seligkeit g eff ich alle Gott mit einen Von n des Him o kannst d en, weil bl eit, der mi schenkt un tränkt. Gnaden, de an Gottl ie mir di daß mei rwägt, wo httes Han ihm zug Samen einh Frucht nith mache mn und, wi zer schreih Herzen ei ferne sein. ese, laß mi sagest, I0 dein WI ken, laß 4 hn, hn bei ihm di alle mei⸗ dieser Ridh schmn 121¹ Wort schnur gehn; was ich hier zum Grunde lege, müsse wie ein Felsen stehn, daß mein Geist auch Rat und Tat in den größten Nöten hat. 7. Laß dein Wort mir einen Spiegel, Jesu, deines Vorbilds sein; drück darauf dein Gnadensiegel, schließ den Schatz im Herzen ein, daß ich fest im Glauben steh, bis ich dort zum Schauen geh. B. Schmolck, 1 1737. Mel. O Durchbrecher aller ande ꝛe. 179 H8 dein Wort, die edle Gabe, diesen Schatz erhalte mir; denn ich zieh es aller Habe und dem größten Reichtum für. Wenn dein Wort nicht mehr soll gelten, worauf soll der Glaube ruhn? Mir ists nicht um tausend Welten, aber um dein Wort zu tun. 2. Halleluja, Ja und Amen! Herr, du wollest auf mich sehn, daß ich mög in deinem Namen fest bei deinem Worte stehn! Laß mich eifrig sein beflissen, dir zu dienen früh und spat und zugleich zu deinen 2—5 sitzen, wie Maria at. N. L. Graf v. Zinzendorf, + 1760. Gottes. Nr. 179, 180 Mel. Schmücke dich, o liebe Seele ꝛc. 1 80 Pechr der süßen Lehre, die ich mit Erstaunen höre, großer Arzt der Menschenkinder, du Evangelist der Sünder und Prophet des neuen Bundes, laß die Worte deines Mun⸗ des, deine Stimme an die Herden mir zu Geist und Leben werden! 2. Herr, dein Wort ist wie ein Hammer, schlägt und zeigt den Seelenjammer; es erquickt mich wie der Regen, leuchtet mir auf allen Wegen, stärket meines Geistes Kraͤfte, gibt mir neue Lebenssäfte, ist ein Stab für matte Glie⸗ der und ein Schwert dem Feind zuwider. 3. Diesem Worte will ich trauen und darauf beständig schauen; sonst ist doch kein Licht vorhanden, fremde Lehre macht zu schanden; aber dein Gesetz und Gnade leiten mich auf rechtem Pfade. Herr, mein Glauben und mein Lieben hat den Grund: es steht geschrieben. 4. Lehre mich dein Wort betrachten, mit Begierde dar⸗ auf achten; lehre michs im Geist verstehn, laß es mir zu Herzen gehen; mache, daß ichs fröhlich glaube und kein Zweifel mir es raube, daß ichs mit Gehorsam ehre und sonst keine Stimme höre. Nr. 181 5. Was die Welt bekennt und lehret, was mein Herz erdenkt und ehret, was der böse Geist erdichtet, wird von Gottes Wort gerichtet. Weg mit euch, ihr falschen Geister! Mir ist gnug an einem Meister. Wißt, daß euch der Fluch verzehret, wenn ihr selbst auch Engel wäret. 6. Selig, selig sind die Seelen, die sich sonst kein Licht erwählen, als allein das Wort des Lebens! Diese glauben nicht vergebens, weil sie Gottes Rat ergründen und sein Herz im Worte finden. O ein unschätzbares Wissen! Andre Weisheit kann ich missen. 7. Licht und Kraft und Mut und Freude, wahrer Trost im tiefsten Leide, Schutz vor allerlei Gefahren und ein ewiges Bewahren: das sind dieses Wortes Früchte. Alles andre wird zu nichte; alles andre muß vergehen; Gottes Wort bleibt ewig stehen. C. G. Woltersdorf, 4 1761. Mel. Ach Gott und Herr ac. 181 Gettist mein Hort, und auf sein Wort soll meine Seele trauen; ich wandle hier, mein Gott, vor dir im Glauben, nicht im Schauen. Kirche und Gnadenmittel. 12² 2. Dein Wort ist wahn laß immerdar mich sein Kräfte schmecken. Laß keing Spott, o Herr, mein Gott mich von dem Glauba schrecken. 3. Wo hätt ich Licht, wo fern mich nicht dein Wort d Wahrheit lehrte? Gott, ohn sie verständ ich nie, wie dich würdig ehrte. 4. Dein Wort erklärt d Seele Wert, Unsterblichth und Leben; zur Ewigkeit diese Zeit von dir mir übe geben. ö 5. Den ewgen Rat, d Missetat der Sünder versühnen, den kennt nicht, wär dies mein N nicht durch dein Wort schienen. 6. Nun darf mein He in Reu und Schmerz d Sünden nicht verzage nein, du verzeihst, lh meinen Geist ein glaih Abba sagen. 7. Mich zu erneun, u dir zu weihn, ist mein eils Geschäfte. Durch mai tüh vermag ichs n dein Wort gibt mir Krafte. 8. Herr, unser Hert uns dies Wort; denn hast es gegeben. Es sei mn Teil, es sei mein Heil Kraft zum ewgen Leben. Chr. F. Gellert, 1 I 12 t ist wahr mich sein Laß keing mein Gottz 1 Glaube h Licht, w in Wort di Gott, ohn nie, wie i e. erklärt d Insterblicht Ewigkeit i ir mir übe en Rat, I Sünder kennt mein N n Wort a fe mein Ha Schmerz d verzagt zeihst, leh ein gläͤuh erneun, n ist mein Durch mah ichs n bt mir ser dem rt; denn Es sei m⸗ ꝛein Heil. en Leben. Bellert, 4 123 Mel. Was Gott tut, das ist ꝛc. 182 ein Wort, o Herr, ist milder Tau für trostbedürftge Seelen; laß keinem Pflänzchen deiner Au den Himmelsbalsam sehlen. Erquickt durch ihn laß jedes blühn und in der Zukunft Tagen dir Frucht und Samen tragen. 2. Dein Wort ist, Herr, ein Flammenschwert, ein Blitz, der Felsen splittert, ein Feuer, das im Herzen zehrt und Mark und Bein durchschüttert. O laß dein Wort noch fort und fort der Sünde Macht zerscheitern und alle Herzen läutern! 3. Dein Wort ist uns der Wunderstern für unsre Pil⸗ gerreise; er führt die Toren hin zum Herrn und macht die Einfalt weise. Dein Him⸗ melslicht verlösch uns nicht und leucht in jede Seele, daß keine dich verfehle. 4. Ich suchte Trost und fand ihn nicht; da ward das Wort der Gnade mein Labsal, meine Zuversicht, die Fackel meiner Pfade. Sie zeigte mir den Weg zu dir und leuchtet meinen Schritten bis zu den ewgen Hütten. 5. Auf immer gilt dein Segensbund, dein Wort ist Ja und Amen; nie weich es uns aus Herz und Mund, zu preisen deinen Namen. Laß immerfort dein helles Wort Gottes. Nr. 182, 183 Wort in allen Lebenszeiten uns trösten, warnen, leiten. 6. O sende bald von Ort zu Ort den Durst nach deinen Lehren, den Hunger aus, dein Lebenswort und deinen Geist zu hören, und send ein Heer von Meer zu Meer, der Herzen Durst zu stillen und dir dein Reich zu füllen. C. B. Garve, 1 1841. Mel Herr Jesu Christ, dich ꝛc. (un geh uns auf, 183 N du Morgenstern, du seligmachend Wort des Herrn, du Pfand des Heils, das uns im Sohn der Vater gab von seinem Thron. 2. Bereitet ist für dich die Bahn, die Herzen sind dir auf⸗ getan; wir sehnen uns nach deinem Licht und seufzen auf: versäum uns nicht! 3. Du Wort der Wahr⸗ heit, lautrer Quell, mach unsere dunklen Augen hell, daß wir die Wege Gottes sehn, nicht in der Wahrheit irre gehn. 4. Du Wort der Buße, füll das Herz uns an mit tiefem Reueschmerz, daß unser Flehn und Seufzen sei: Gott steh uns armen Sündern bei! 5. Du Wort der Gnade, tröstend Wort, o bring uns Botschaft fort und fort von 9 ihm, ihm, der für uns litt und starb und uns Gerechtigkeit erwarb. 6. Du Wort des Glaubens, gib uns Kraft, daß wir, der Eitelkeit entrafft, im gnädig dargebotnen Heil ergreifen unser ewges Teil. 7. So geh uns auf, du Gottesglanz, durchdring uns und verklär uns ganz, du Wort, das noch in Kraft be⸗ steht, wenn Erd und Himmel untergeht. Julius Sturm, 1 1896. Die Sakramente. Die heilige Taufe. Mel. Liebster Jesu, wir sind ꝛc. 18 4 0 Jesu, wir sind hier, deinem Worte nachzuleben; dieses Kindlein kommt zu dir, weil du den Befehl gegeben, daß man sie zu dir hinführe; 1918 das Himmelreich ist ihre. 2. Ja, es schallet aller⸗ meist dieses Wort zu unsern Ohren: wer durch Wasser und durch Geist nicht zuvor ist neugeboren, wird von dir nicht aufgenommen und in Gottes Reich nicht kom⸗ men. 3. Darum eilen wir zu dir, nimm das Pfand von unsern Armen, tritt mit Nr. 184, 185 Kirche u. Gnadenmittel. deinem Glanz herfür un erzeige dein Erbarmen, doß dein Kind es hier auf Erda und im Himmel möge wer den. 4. Hirte, nimm dein Schiß lein an, Haupt, mach es 4. deinem Gliede, Himmelswi zeig ihm die Bahn, Frieht fürst, sei du sein Frieh erlan Weinstock, hilf, daß dish Rebe auch im Glauben dit umgebe! 5. Nun, wir legen ⸗ dein Herz, was von Hern ist gegangen; führ die Seufsh himmelwärts und erfül das Verlangen; ja, de Namen, den wir gebe chreib ins Lebensbuch zu eben! B. Schmolck, 11 Mel. Liebster Jesu, wir sind 3Rerfüll 185 N gottlob, ist vollbrat und der Bund mit Gott g schlossen; was uns rein un selig macht, ist auf dieh bleib Kind geflossen; Jesus hal met eingesegnet und mit Himmel tau beregnet. 2. O du dreimal seh Kind, vom Dreieinigen liebet, dem der Vater f. reht verbindt, dem der Sohn d Leben gibet, dem der G ist Faaeito und der H mel aufgeschlossen! ba Nun so denk an dief i Bund, weil du einen Od dein hegt 124 herfür un darmen, diß er auf Erde möge won n dein Schi⸗ mach es Himmelsweh ahn, Frieht sein Frieh daß dish Blauben di ir legen von Herse r die Seufsh und erfül 1 ja, i wir gebaz ensbuch zun chmolck, 4 1 u, wir sind 1 gottlob, ist vollbra⸗ mit Gott g uns rein un t auf dies Jesus hat! mit Himmah dreimal seh reieinigen 9 r Vater der Sohn de m der O ind der Hit n! denk an dii einen Odi hegl 12⁵ egest, daß auf einen festen Grud du stets deinen Glau⸗ ben legest. Wer sich läßt auf Jesum taufen, muß in Jesu Wegen laufen. 4. Werde fromm und wachse groß, werde deiner Eltern Freude, und dein jetzt erlangtes Los tröste dich in allem Leide; deine Taufe sei die Türe, welche dich zum Himmel führe. B. Schmolck, 1 1737. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten ꝛc. 186 Bearmherziger laß deiner Gnade jetzt dieses Kind empfohlen sein, das wir im heilgen Wasserbade nach deines Sohns Befehl dir weihn; erfülle, was dein Wort ver⸗ heißt, an ihm, Gott Vater, Sohn und Geist. 2. Regiere nun das ganze Leben auch dieses Kindes, treuer Gott! Dir sei und leib es stets ergeben; sei du mit ihm in Gluͤck und Not; ach, führ es selbst auf rechter Bahn, nimm es zu⸗ letzt in Ehren an! Laß uns die Wohltat recht ermessen, die uns die Taufe zugewandt, und nie, o Herr, den Bund vergessen, der uns so fest mit dir ver⸗ band; uns alle stärk zu neuer Treu, daß über uns dein Friede sei! . Die heilige Taufe. Nr. 186, 187 Mel. Schmücke dich, o liebe Seele ꝛc. 187 O du reicher Herr der Armen, mit welch herzlichem Erbarmen bist du uns zuvorgekommen, hast dich unser angenommen! Wie kamst du mit allem Segen uns erbarmungsvoll entgegen schon an deines Reiches Pforte durch das Wasserbad im Worte. 2. Sind wir selbst doch unaussprechlich kraftlos, hilf⸗ los und gebrechlich, ja, als Fleisch vom Hlen geboren, sündlich, sterblich und ver⸗ loren; aber reinigend und heilend, Geist und Leben uns erteilend, schenkest du uns reiche Gnade in der Taufe heilgem Bade. 3. Und wir glauben dei⸗ nem Worte. Darum bringen wir zur Pforte deines teuren Gnadenreiches dieses Kind; tu an ihm gleiches! Die Verheißung, die zum Leben deinem Volke du gegeben, geht nach deiner Huld nicht minder über deines Volkes Kinder. 4. Sei auch 3 Kinde gnädig, mach es aller Sünde ledig; schenke ihm die reine Seide der Gerechtigkeit zum Kleide; salbe es mit deinem Geiste und ihm alle Hilfe leiste, daß der Segen deiner Hände auf ihm bleibe bis ans Ende. K. J. Ph. Spitta, 4 1859. 9 * Konfirmation. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten ꝛc. 188 Isch bin getauft auf deinen Namen, Gott Vater, Sohn und heil⸗ ger Geist! Und so ist alles Ja und Amen, was mir dein teures Wort verheißt; ich bin in Christum eingesenkt, ich bin mit seinem Geist beschenkt. 2. Du hast zu deinem Kind und Erben, mein lieber Vater, mich erklärt; du hast die Frucht von deinem Ster⸗ ben, mein treuer Heiland, mir gewährt; du willst in aller Not und Pein, o guter Geist, mein Tröster sein. 3. Doch hab ich dir auch Furcht und Liebe, Treu und Gehorsam zugesagt; ich hab, o Herr, aus reinem Triebe dein Eigentum zu sein ge⸗ wagt; hingegen sagt ich bis ins Grab der Sünde schnöden Werken ab. 4. Mein treuer Gott, auf deiner Seite bleibt dieser Bund wohl feste stehn; wenn aber ich ihn überschreite, so laß mich nicht verloren gehn; nimm mich, dein Kind, zu Gnaden an, wenn ich hab einen Fall getan. 5. Ich gebe dir, mein Gott, aufs neue Leib, Seel und Herz zum Opfer hin; erwecke mich zu neuer Treue, und nimm Besitz von meinem Nr. 188, 189 Kirche u. Gnadenmittel. 12 Sinn. Es sei in mir kei Tropfen Blut, der nicht, Hen deinen Willen tut. 6. Laß diesen Vorso nimmer wanken, Gott Vath Sohn und heilger Geif Halt mich in deines Bundi Schranken, bis mich dei Wille sterben heißt; so l ich dir, so sterb ich dir, lob ich dich dort für und sh J. J. Rambach, i 1 (Gesang der Gemeinde un der Konfirmation.) Mel. Den die Hirten lobten sehren e olk des Hem 189 V bring dein 9 schlechte nach dem alten L und Rechte her zum Kön aller Knechte, sprich: Ha hie ist dein Geschöpf! 2. Dämpfe Fleisch u Blut in ihnen, laß sie ni der Sünde dienen! Ziehe durch dein Versühnen, eh sterben, an dein Herz! 3. Kommt, ihr Kind die wir haben als viel tu Gottesgaben, nehmt u Schatz, dran wir uns lah den euch zugedachten Teil 4. Einen Teil am Liebe bande mit dem ewgen Vah lande, aber auch am Kreut stande und am Weltverle nungssinn. 5. Wollet ihr euch bin lassen? Jesu Kreuz mit di den fassen und die 0 nen Lehre vor Sünd groß da d dir t 12 in mir ke er nicht, Hen ut. esen Vorsh „Gott Valh eilger Geiß eines Bundi mich da heißt; so l rb ich dir, t für und slh ambach, 4 1 Hemeinde u mation.) en lobten sehre des Her ring dein g em alten Y r zum Koͤn HrN Hen schöpf! Fleisch laß sie ni ien! Ziehe sühnen, eh u Herz! ihr Kind als viel te nehmt u vir uns lab⸗ achten Teil. eil am Lich. ewgen Vah ch am Kreuz u Weltverle⸗ ihr euch bint Rreuz mit du nd die 0 12⁷ Konfirmation. Ruhe hassen? Willst du, liebes Kindervolk? 6. Ach, die ewig treue Liebe schenk euch ihre selgen Triebe, daß ein jedes Glauben übe, bis ihr seht, was ihr geglaubt! Graf N. L. v. Zinzendorf, 4 1760. Mel. Es ist das Heil uns ꝛc. 190 Die hier vor deinem Antlitz stehn, sind Jesu Christi Glieder. Blick, wenn vereint wir für sie flehn, erbarmend auf sie nieder! Gib ihnen, Vater, Sohn und Geist, das Gute, das dein Wort verheißt, im Leben und im Sterben! 2. Sie kennen, Vater, dei⸗ nen Sohn und dessen heilge Lehren. Ist Freude, Gott, vor deinem Thron, wenn Sünder sich bekehren, wie groß ist unsre Freude nun, da diese das Gelübde tun, dir treulich anzuhangen. 3. O laß sie nimmer zum Gericht sich dem Altare nahen! Laß sie in Glaubens⸗ zuversicht das Bundesmahl empfahen! Dies stärke sie in aller Not; dies reize sie, des Heilands Tod zu preisen durch ihr Leben. 4. Lacht ihnen bei dem Christenlauf der Reiz der Welt entgegen,— hilf ihrem schwachen Glauben auf, wenn dann sich Lüste regen! Laß Nr. 190, 191 sie hinauf auf Jesum sehn, die Welt mit ihrer Lust ver⸗ schmähn, beharren bis ans Ende. 5. Den wichtgen Lohn der Ewigkeit, die Herrlichkeit dort oben zeig ihnen, die auf alle Zeit jetzt Treue dir geloben! Der Blick muß ihnen Kraft verleihn! Herr, segne sie, denn sie sind dein: erhalt sie in der Wahrheit! G. v. Hippel, 1796. (Gesang der Konfirmanden vor der Einsegnung.) Mel. Seelenbräutigam ꝛc. on des Himmels 191 V Thron sende, Gottes Sohn, deinen Geist, den Geist der Stärke! Gib uns Kraft zum heilgen Werke, dir uns ganz zu weihn, ewig dein zu sein. 2. Mach uns selbst bereit, gib uns Freudigkeit, unsern Glauben zu bekennen und dich unsern Herrn zu nennen, dessen teures Blut floß auch uns zu gut. 3. Richte Herz und Sinn zu dem Himmel hin, wenn wir unsern Bund erneuern und gerührt vor dir beteuern, deine Bahn zu gehn, Welt⸗ lust zu verschmähn. 4. Wenn wir betend nahn, Segen zu empfahn, wollest du auf unsre Bitten uns mit Gnade Nr. 192, 193 Kirche u. Gnadenmittel. 14 126 Gnade überschütten! Licht Sollt ich ihm nicht Tru du und Kraft und Ruh ströme schwören, Treue bis in M scho dann uns zu. und Grab? 5. Gib auch, daß dein 4. Ja, Herr Jesu, bei di ergr Geist, wie dein Wort ver⸗ bleib ich, in Freude, u keit heißt, unauflöslich uns ver⸗ in Leid; bei dir bleib ih und eine mit der gläubigen Ge⸗ dir verschreib ich mich sih meir meine, bis wir dort dich sehn Zeit und Ewigkeit. Deint auf und dein Lob erhöhn. Winks bin ich gewärtig, aut S. Marot, 4 1865. des Rufs aus dieser Wel ön denn der ist zum Sterhe pzll (Gesang der Konfirmanden hält der sich lebend zu g auf nach der Einsegnung.) 5. Bleib mir nur a 5 Mel. O du Liebe meiner Liebe ꝛc. dieser Erden nahe, bis mi⸗ chre 192 ei dir, Jesu, will Tag sich neigt! Wenn schre ich bleiben, stets einst will Abend werde ih in deinem Dienste stehn; und die Nacht herniedt ö nichts soll mich von dir ver⸗ steigt, wenn mein Aug wil treiben, deine Wege will ich dunkler, trüber, dann 4. gehn. Du bist meines Lebens leuchte meinen Geist, daß i du Leben, meiner Seele Trieb fröhlich zieh hinüber, mir und Kraft, wie der Wein⸗ man nach der Heimat reist zeiti stock seinen Reben zuströmt K. J. Ph. Spitta, 1 10 Kraft und Lebenssaft. a 2. Könnt ichs irgend besser der haben, als bei dir, der alle⸗ Mel. Mein Glaub ist meing ich zeit so viel tausend Gnaden⸗ Lebens Ruh ꝛc. gaben für mich Armen hat 193 ch bin in leider bereit? Könnt ich je getroster Fund du in m werden, als bei dir, Herr Nichts soll mich, ewge Lich é Jesu Christ, dem im Himmel dir in dieser Welt entreißn(Ges⸗ V und auf Erden alle Macht Auf Erden, wo nur Sünd ö gegeben ist? sind, nennst du mich frem 3. Wo ist solch ein Herr lich schon dein Kind, 0 Mel. zu finden, der, was Jesus michs ewig heißen und wi tat, mir tut, mich erkauft mit Wandel, Herz und Mu 9 von Tod und Sünden mit bewahren deinen Friedei Jesu, dem eignen teuren Blut? bund! ewigl Sollt ich dem nicht angehören 2. Ich bin in dir n den, der sein Leben für mich gab? du in mir; dreieiniger O hält, 12 nicht Trau bis in V Jesu, bei di Freude, u zir bleib ith ich mich fi gkeit. Dein zewärtig, aut dieser Wel zum Sterbe lebend zu di nir nur a ahe, bis mi⸗ tI. Wenn bend werde ht herniede ein Aug wil r, dann Geist, daß i hinüber, Heimat reist Spitta, 4 1 aub ist meine Ruh ꝛe. bin in d id du in mi h, ewge Lilh Velt entreiße o nur Sünd u mich freun Kind, oh ißen und derz und Mi⸗ nen Frieden in dir eieiniger H 129 Konfirmation. du hast zu dir mich frühe nn berufen. Was mir, em Kindlein, war bereit, ergreif ich heut voll Innig⸗ keit an des Altares Stufen und sag: o Liebe, du bist mein, ich will dein Kind auf ewig sein! 3. Ich bin in dir und du in mir; noch wohn ich völlig nicht bei dir, weil ich auf Erden walle; drum führ mich, Jesu, treuer Hirt, daß mich, was locket, schreckt und irrt, nicht bringe je zu Falle! O daß, was ich dir heut versprach, mir gehe tief und ewig nach! 4. Ich bin in dir und du in mir; komm, Herr, mir deine Tugendzier früh⸗ zeitig anzulegen, daß mir des Lebens Glück und Not, ja selbst der letzte Feind, der Tod, nur kommen mög mit Segen! Mit dir will ich durchs Leben gehn, dir leiden, sterben, auferstehn! A. Knapp, 1864. (Gesang der Gemeinde nach der Konfirmation.) Mel. Wie nach einer Wasserquelle ꝛc. 19 4 Großer König unsrer Erden, Nesu, dem die ganze Welt ewiglich muß dienstbar wer⸗ den, dessen Hand das Zepter haͤlt, wir, dein Volk und Nr. 194, 195 Eigentum, wollen deines Namens Ruhm mit ver⸗ dientem Lob erheben und dir Preis und Ehre geben. 2. Herr, wir danken dir einmütig, daß du dir ein Volk erwählt und auch uns Verlorne gütig deiner Kirche zugezählt; wir sind Christen, wir sind dein, laß uns, was wir heißen, sein und auf⸗ richtig darnach streben, wie wir dir zu Dienste leben. 3. Dir sei Dank für deine Gaben, so du in die Kinder legst, die den Bund bestätigt haben, die du in den Armen trägst. Herr, laß ihnen ewig nicht, was ihr Mund allhier verspricht, was sie heut sich vorgenommen, aus dem Sinn und Herzen kommen. 4. Gib, daß sie durch dei⸗ nen Segen, dir, o Heiland, treu gesinnt, bessre Christen werden mögen, als wir lei⸗ der alle sind. Durch sie sei dein Reich vermehrt, durch sie werdest du geehrt, bis wir all in Zions Höhen einst dein Jubelfest begehen. Das heilige Abendmahl. (Vor und während der Feier.) 1 9 5 Cbriste du Lamm Gottes, der du trägst die Sünd der Welt, erbarm dich unser! 2. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünd der Welt, erbarm dich unser! 3. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünd der Welt, gib uns deinen Frieden! Amen. Alte Kirche. 196(Sen dich, o liebe Seele, laß die dunkle Sündenhöhle, komm ans helle Licht ge⸗ gangen, fange herrlich an zu prangen; denn der Herr voll Heil und Gnaden will dich jetzt zu Gaste laden; der den Himmel kann ver⸗ walten, will jetzt Herberg in dir halten. 2. Dürstend nach dem Himmelssegen eile deinem Herrn entgegen, der mit süßen Gnadenworten klopft an deines Herzens Pforten; eile, sie ihm aufzuschließen, wirf dich hin zu seinen Füßen; sprich: o Herr, laß dich umfassen, von dir will ich nimmer lassen! 3. Ach, wie hungert mein Gemüte, Menschenfreund, nach deiner Güte; ach, wie pfleg ich oft mit Tränen mich nach deinem Mahl zu sehnen; ach, wie pfleget mich zu dürsten nach dem Trank des Lebensfürsten, daß mit diesem Brot und Weine sich mein Heiland mir vereine. Nr. 196, 197 Kirche u. Gnadenmittel. 13 4. Jesu, meine Leben sonne, Jesu, meine Freud und Wonne, Jesu, du mein ganz Beginnen, Lebensqul und Licht der Sinnen hier fall ich zu deinen Fi ßen! Laß mich würdiglit genießen diese deine Hin melsspeise, mir zum Hel und dir zum Preise. 5. Herr, es hat dein treut Lieben dich vom Himm hergetrieben, daß du will hast dein Leben in den V für uns gegeben und daß ganz unverdrossen, Hen dein Blut für uns vergossen das uns jetzt kann kräfth tränken, deiner Liebe zu g denken. 6. Jesu, wahres Brot d Lebens, hilf, daß ich da nicht vergebens, oder i wohl gar zum Schaden zu deinem Tisch gelade laß mich durch dies Seels essen deine Liebe recht messen, daß ich auch, u jetzt auf Erden, mög de Gast im Himmel werdenl Joh. Franck, 1 10 Mel. Es ist gewißlich an der Zeil 0 err Jesu Chnt 197 H du höchstes H du Brunnquell aller G den! Wir kommen, deit Leib und Blut, wie du n hast geladen, zum P deiner Herrlichkeit und. 131 Seelen und zu 2. O bereit z Schenk Ehrenkl Geistes würdge den di ewgen 3. wir in Ende b Not ut dir nick wir du⸗ Kraft Bürger werden. Mel. Wie 198 einen 1 wo doa Kinder Liebe bin ich mir bef auch, d Wohlta 2 Gemüte nen Tif Himmel 13 Lebens ne Freuh du mein ebensqutl Sinnen einen J würdiglit ine Him zum Hel e. hein treut Himm du will den I und dah u, Hen vergosseh un krästt ebe zu g Brot d ich du oder i schaden gelade ies Seelh recht auch, u mög de werdenl anck, 1 100 an der Zeit zesu Chun öchstes H aller G ien, dein vie dun um Pu und uns Sell 131 Das Seelen Seligkeit zu und zu trinken. 2. O Jesu, mach uns selbst bereit zu diesem hohen Werke! Schenk uns dein schönes Ehrenkleid durch deines Geistes Stärke; hilf, daß wir würdge Gäste sein und wer⸗ den dir gepflanzet ein zum ewgen Himmelswesen. 3. Bleib du in uns, daß wir in dir auch bis ans Ende bleiben; laß Sünd und Not uns für und für von dir nicht wieder treiben, bis wir durch deines Nachtmahls Kraft in deines Himmels Bürgerschaft dort ewig selig werden. heilige essen Vor 1698. Mel. Wie nach einer Wasserquelle ꝛc. 198 He du hast für alle Sünder einen reichen Tisch gedeckt, wo das Brot der armen Kinder nach des Vaters Liebe schmeckt. Heute nun bin ich dein Gast, wie du mir befohlen hast; aber hilf auch, daß mein Herze deine Wohltat nicht verscherze. Räume mir aus dem Gemüte alles Arge völlig aus, daß auch meines Her⸗ zens Hütte werde dein ge⸗ weihtes Haus. Denn ich hoffe nur auf dich, liebster Jesu, liebe mich und laß dei⸗ nen Tisch auf Erden mir des Himmels Vorschmack werden. Abendmahl. Nr. 198 3. Kann der Herr dem Knechte schenken auch sein eigen Fleisch und Blut: ach, so hilf mir recht bedenken, was hier deine Liebe tut, und verleihe, daß ich nicht eß und trinke zum Gericht, was du, Jesu, für mein Leben zur Erlösung hast gegeben. 4. Wirke heilige Gedanken in der Seel, die dir gehört; ni meinen Sinn in Schran⸗ en, wenn mich Furcht und Sinen stört. Fühl ich meiner ünden Not, so erfülle mich dies Brot, dieser Kelch mit neuem Mute; dein Blut floß auch mir zu gute. 5. Sind wir doch aus dir geboren, nähr uns auch durch deine Kraft, und weil alles da verloren, wo nicht Jesus Hilfe schafft: ach, so laß dein Brot und Wein meines Herzens Labsal sein, daß die Wirkung dieser Speise künftig in der Tat sich weise. 6. Laß mich deine Liebe schmecken und die Güter jener Welt; oder wenn auch Furcht und Schrecken mich zuweilen überfällt, so verschaffe mir dein Blut einen rechten Freu⸗ denmut, daß ich meinen Trost im Glauben mir durch nie⸗ mand lasse rauben. 7. Hilf mir recht ins Herze fassen deinen herben, bittern Tod; lasse mich auch nie⸗ mand hassen, der mit mir genießt dein Brot; nimm mich Nr. 199 mich ganz vollkommen ein, bis ich werde bei dir sein und die Fülle deiner Gaben, meinen Gott und alles haben. K. Neumann, 1 1715. Mel. Erquicke mich, du Heil der Sünder ꝛc. 199 Mein Jesu, der du vor dem Scheiden in deiner letzten Trauernacht uns hast die Lestann deiner Leiden in einem estament vermacht: es prei⸗ sen gläubige Gemüter dich, Stifter dieser hohen Güter! 2. So oft wir dieses Mahl genießen, wird dein Gedächt⸗ nis bei uns neu; man kann aus frischen Proben Liehe er wie brünstig deine Liebe sei. Dein Blut, dein Tod und deine Schmerzen erneuern sich in unsern Herzen. 3. Es wird dem zittern⸗ den Gewissen ein neues Sie⸗ gel aufgedrückt, daß unser Schuldbrief sei zerrissen, daß unsre Handschrift sei zerstückt, daß wir Vergebung unsrer Sünden in deinen blutigen Wunden finden. 4. Und fester, als es je gewesen, wird nun das Band, das uns vereint; von allem Seelenschmerz genesen, schaun wir in dir den liebsten Freund! Wir fühlen uns in solchen Stunden mit dir zu einem Geist verbunden. 5. Dies Brot kann wahre Kirche und Gnadenmittel. 13² Nahrung geben, und diest Kelch erquickt den Geist; 6 mehrt f unser inni⸗ Leben, wenn unser Glauh⸗ dich geneußt; wir fühlen neue Kraft und Stärke in unserm Kampf und Glau⸗ benswerke. 6. Wir treten in genaun Bande mit deines Leibe Gliedern ein; wir müssen al in solchem Stande ein Heu und eine Seele sein; de Geist muß mehr zusammen fließen, da wir ein Fleish und Blut genießen. 7. Dein Leib muß um zum Pfande dienen, daß unse Fleisch, jetzt schwachheit voll, einst herrlich aus den Staube grünen und unver weslich werden soll; ja, das du uns ein ewig Leben nah diesem kurzen werdest geben 8. O teures Lamm, edle Gaben hast du in diest Mahl gelegt! Da wir dil selbst zur Speise haben, ui wohl ist unser Geist gepfleg Dies Mahl ist unter alle Leiden ein wahrer Vorschmal jener Freuden. 9. Dir sei Lob, Ehr un Preis gesungen! Ein solche duß Liebesschein verdien daß aller Engel Zungen dessen Ruhm geschäftig sein Wird unser Geist zu dir 6 Ronmn so wird er dich vol ommen loben. J. Jak. Rambach, 4 1 133 Mel. He⸗ 200⁰ wo ich Sie ist mir, d O Leb Herrn! ich nich Gottes 2. bensbre denzeich zens 2 alle L Brot, d o Mat beschert genießer 13² ind diest Geist; 6 innrcz Glaube ir fühlen Stärke in id Glau⸗ n genaun 8 Leibe⸗ müssen al ein Hen sein; de usammen⸗ in Fleish muß um daß unse wachheitz aus den ud unves ja, daf deben nahh dest geben Zamm, in diesch wir dih aben, wi t gepflegt nter allz Vorschmal Ehr un Lin solchz verdien zungen äftig sein zu dir e dich vol dach, 4 1 133 Mel. Herr, wie du willst, so schicks ꝛc. 200 Wie heilig ist die Stätte hier, wo ich voll Andacht stehe! Sie ist des Himmels Pforte mir, die ich nun offen sehe. O Lebenstor, o Tisch des Herrn! Vom Himmel bin ich nicht mehr fern und fühle Gottes Nähe. 2. Wie heilig ist dies Le⸗ bensbrot, dies teure Gna⸗ denzeichen, vor dem des Her⸗ zens Angst und Not und alle Qualen weichen. O Brot, das meine Seele nährt, o Manna, das mir Gott beschert, dich will ich jetzt genießen. 3. Wie heilig ist doch dieser Trank, der mein Verlangen stilet, der mein Gemüt mit Lob und Dank und heilger Freud erfüllet! O Lebens⸗ trank, o heilges Blut, das einst geflossen mir zu gut, dich will ich jetzt empfan⸗ gen! Welc Ouch 4. elch unaussprechli Glück ist mein, welch Heil ab ich gefunden! Mein Jesus kehret bei mir ein; mit ihm werd ich verbunden. Wie ist mein Herz so Phen denvoll, daß ich in Jesu leben soll und er in mir will leben! 5. O wär doch auch mein Herz geweiht zu einer heilgen tätte, damit der Herr der Herrlichkeit an mir Gefallen Das heilige Abendmahl. Nr. 200, 201 hätte! O wäre doch mein Jen der Ort, an welchem esus fort und fort aus Gnaden Wohnung machtel 6. Mein Jesu, komm und heile mich, was sündlich ist, vertreibe, damit ich nun und ewiglich dein Tempel sei und bleibe. Von dir sei ganz mein Herz erfüllt; Herr, laß dein heilig Eben⸗ bild beständig in mir leuch⸗ ten! 7. Nun, du hast Hast dic mich erquickt, du hast dich mir gegeben, in dir, der mich so hoch beglückt, will ich nun stündlich leben. Laß mich, mein Heiland, allezeit von nun an bis in Ewigkeit mit dir vereinigt bleiben! V. Löscher, 1 1749. Rel. Schmücke dich, o liebe Seele ꝛc. 201 Keomm, mein Herz, aus Jesu Leiden strömt auch dir ein Quell der Freuden. Stille hier dein sehnlich Dürsten aus dem Kelch des Lebensfürsten. Daß ich einen Heiland habe und in seinem Heil mich labe und in sein Verdienst mich kleide, das ist meines Her⸗ zens Freude. 2. Darum will ich mit Verlangen nun sein Abend⸗ mahl empfangen; 960 darf ich mich ihm verbinden, und so werd ichs tief——846 a Nr. 202 daß ich einen Heiland habe, der am Kreuz und in dem Grabe, wie sein Wort mir sagt und schreibet, mein Er⸗ löser war und bleibet. 3. Ach, wie werd ich oft so müde! Wie entweicht der süße Friede! Sünd und Welt kann mich verwunden, wenn mir dieses Licht ent⸗ schwunden: daß ich einen Heiland habe, der mit seinem Hirtenstabe, sanft und mild und voll Vergeben, mir nichts ist, als Heil und Leben. 4. Sei gesegnet, ewge Liebe, daß du mir aus treuem Triebe, da das Miß⸗ traun mich vergiftet, solch ein Denkmal selbst gestiftet: daß ich einen Heiland habe, der den Gang zum Kreuz und Grabe gern getan, mich zu erretten von des ewgen Todes Ketten. 5. Heilges Brot, sei mir gesegnet, weil mir der mit dir begegnet, der mit seinen Todeswunden die Erlösung mir erfunden! Daß ich einen Heiland habe, der erblaßt und tot im Grabe auch für meine Schuld gelegen, will ich schmecken und er⸗ wägen. 6. Heilger Kelch, sei mir gesegnet, weil mir der mit dir begegnet, dessen Blut mich lässet finden die Ver⸗ gebung aller Sünden! Daß ich einen Heiland habe, der Kirche und Gnadenmittel. 134 die dürre Seele labe, muß nicht dies mein Dürsten stillen und mein Herz mi Wonne füllen? 7. Er gebietet mir essen, meines Jammers vergessen; er gebietet mir z trinken und in Freude z versinken, daß ich einen Heit land habe, der sich selbst ah Opfergabe hat für mich di hingegeben, mir zu Spei und Trank und Leben! 8. Will hinfort mich etwa quälen, oder wird mir etwa fehlen, oder wird die Kraß zerrinnen, so will ich mih nur besinnen, daß ich eine Heiland habe, der vom Kriph lein bis zum Grabe, bi zum Thron, wo man ih ehret, mir, dem Sünde zugehöret! E. G. Woltersdorf, 1 l Mel. An Wasserflüssen Babylon (Ein Lämmlein geht.) Och komme, Hen 202 JITund suche du mühselig und beladen; Gah mein Erbarmer, würdge mi des Wunders deiner Gnader Ich liege hier vor deing Thron, Sohn Gottes un des Menschen Sohn, m deiner zu getrösten; ich füh meiner Sünden Müh; suche Ruh und finde sie i Glauben der Erlösten. 2. Dich bet ich zun sichtlich an, du bist das 8 135⁵ der Hands wir si denk Macht es ist mein für n Gott die V versüht 3 Herz, deine in sei Gnad Du r dich f sei get Schuld bist in und di erkauft, leben. 4. der E hier in durch deine ich vere bin de mir, bringen stärke Liebe der Si 130 abe, muß Dürsten Herz mi mir u nmers z tet mir Freude z inen Heil selbst ab mich d zu Spei ben! nich etwol mir etwa⸗ die Kraf ich mit ich eine vom Kripß zrabe, h man ih Sünde dorf, 1 l 1 Babylon⸗ geht.) nme, Hen suche dii den; Gah ürdge mi er Gnaden or deing zottes u sohn, mi ; ich sih Müh; nde sie i 135 Das heilige der Sünder, du hast die Handschrift abgetan, und wir sind Gottes Kinder. Ich denk an deines Leidens Macht und an dein Wort: es ist vollbracht! Du hast mein Heil verdienet: du hast für mich dich dargestellt; Gott war in dir und hat die Welt in dir mit sich versühnet. 3. So freue dich, mein Herz, in mir! Er tilget deine Sünden und läßt in seinem Mahle hier dich Gnad um Gnade finden. Du rufst, und er erhört dich schon, spricht liebreich: sei getrost, mein Sohn, die Schuld ist dir vergeben; du bist in meinen Tod getauft, und du wirst dem, der dich erkauft, von ganzem Herzen leben. 4. Dein ist das Glück der Seligkeit; bewahr es hier im Glauben, und laß durch keine Sicherheit dir deine Krone rauben. Sieh, ich vereine mich mit dir, ich bin der Weinstock, bleib an mir, so wirst du Früchte bringen. Ich helfe dir, ich stärke dich, und durch die Liebe gegen mich wird dir der Sieg gelingen. „5. Ja, Herr, mein Glück ist dein Gebot, ich will es treu erfüllen und bitte dich durch deinen Tod um Kraft zu meinem Willen. Laß Abendmahl. Nr. 203 mich von nun an würdig sein, mein ganzes Herz dir, Herr, zu weihn und deinen Tod zu preisen; laß mich den Ernst der Heiligung durch eine wahre Besserung mir und der Welt beweisen! Chr. F. Gellert, 1769. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele ꝛc. 203 Jesu, Freund der V Menschenkinder, Heiland der verlornen Sün⸗ der, der zur Sühnung unsrer Schulden Kreuzesschmach hat wollen dulden, wer kann fassen das Erbarmen, das du trägest mit uns Armen! In der Schar erlöster Brü⸗ der fall ich dankend vor dir nieder. 2. Ja, auch mir strömt Heil und Segen, Herr, aus deiner Füll entgegen; in dem Elend meiner Sünden soll bei dir ich Hilfe finden; meine Schuld willst du be— decken, mich befrein von Furcht und Schrecken, willst ein ewig selig Leben als des Glaubens Frucht mir geben. 3. Herr, du kommst, dich mit den Deinen in dem Nachtmahl zu vereinen; du, der Weinstock, gibst den Reben neue Kraft zum neuen Leben. Nun, so steh bei mir und stärke mich zu jedem guten Werke; hilf, daß ich die Lust der Sünde durch dich kräftig überwinde. 4. Nun, so sei der Bund erneuet, unser Herz dir ganz geweihet! Auf dein Vorbild wolln wir sehen und dir nach, mein Heiland, gehen. Schaff ein neues Herz uns Sündern, mache uns zu Gotteskindern, die dir leben, leiden, sterben, deine Herr⸗ lichkeit zu erben. 5. Großes Abendmahl der Frommen, Tag des Heils, wann wirst du kommen, daß wir mit der Engel Chören, Herr, dich schaun und ewig ehren?ꝰ dnd die welche Freuden sind die Früchte deiner Leiden! Danket, dan⸗ ket, fromme Herzen, ewig ihm für seine Schmerzen. K. Lavater, 4 1801. Mel. Wachet auf, ruft uns ꝛc. 204 Hun du wollst uns vollbereiten zu deines Mahles Seligkei⸗ ten, sei mitten unter uns, o Gott! Laß uns, Leben zu empfahen, mit glaubens⸗ vollem Herzen nahen und sprich uns los von Sünd und Tod. Wir sind, o Jesu, dein; dein laß uns ewig sein! Amen, Amen! Anbetung dir! Einst feiern wir das große Abendmahl bei dir. 2. Nehmt und eßt zum ewgen Leben das Brot, das euch der Herr gegeben; die Gnade Jesu sei mit euch! Nr. 204, 205 Kirche u. Gnadenmittel. 13 Nehmt und trinkt zum ewgn Leben den Kelch des Heilz auch euch gegeben, ererh ererbt des Mittlers Reich Wacht, eure Seele sei bi in den Tod getreu! Amenl Amen! Der Weg ist schmal klein ist die Zahl, die don eingeht zum Abendmahl. F. G. Klopstock, 4 10N Mel. Herzlich tut mich verlangenn 205 Wien könnt ih ö sein vergessah der mein noch nie vergaß Kann ich die Lieb ermesseh dadurch mein Herz genas Ich lag in bittern Schmerzen er schafft mein Leben nen und stets quillt aus den Herzen ihm neue Lieb un reu! 2. Wie sollt ich ihn nith lieben, der mir so hold si zeigt? Wie jemals ihn h trüben, der so zu mir sii neigt? Er, der ans Kreh erhoben, getragen meil Schmach, 270 er mir nich von oben: komm, folge d mir nach! 3. Ich will ihn eni lieben, der mir aus Toddez nacht, von meinem Schmes Hruchte Unsterblichkeit 9. racht; der noch zur letzte Stunde mir reicht die trel Hand, daß mich kein Feii verwunde im Lauf zu Heimatland. 137 4. Pfand Blut, und S Himm mir Gnade ihm 1 nicht s 5 Schme dein 2 der He mild! Hoffen ich dir offen u für! Mel. 206 land ri der Ge Liebe Himme mit eue bar ges schenkt. 2. Sünder weg;! Kinder, stegl E lust, di die au erquicke 3. 6 Seelen, drückt, 13 zum ewgen des Heilz n, ererh ers Reich e sei bt 11 Amenl ist schmah „ die don mahl. stock, 4 10N verlangenn könnt ih vergesseh ie vergaß b ermesseh rz genaß Schmerzen Leben neu aus den Lieb un h ihn nich o hold st 1s ihn he u mir sit ans Kreu in meilh mir nich „ folge u ihn ens aus Tode⸗ m Schmas lichkeit g zur letzie yt die tun kein Feil Lauf zu 137 Das heilige Abendmahl. Nr. 206, 207 4. Er gibt zum heilgen Pfande mir seinen Leib, sein Blut, hebt mich aus Nacht und Schande, füllt mich mit Himmelsmut, will selber in mir thronen mit heilgem Gnadenschein. Sollt ich bei ihm nicht wohnen? in ihm nicht selig sein? 5. Bei Freuden und bei Schmerzen durchleuchte mich dein Bild, wie du, o Herz der Herzen, geblutet hast so mild! Mein Lieben und mein Hoffen, mein Dulden weih ich dir. Laß mir die Heimat offen und dein Herz fuͤr und ür! Chr. Kern, 1 1835. Mel. Zeuch ein zu deinen ꝛc. 206 Kemat her, ihr seid geladen; der Hei⸗ land rufet euch, der treue Herr der Gnaden, an Huld und Liebe reich; der Erd und Himmel lenkt, will Gastmahl mit euch halten und wunder⸗ bar gestalten, was er in Liebe schenkt. 2. Kommt her, verzagte Sünder und werft die Aengste weg; kommt her, versöhnte Kinder, hier ist der Lebens⸗ steg! 3e Mlee die Himmels⸗ lust, die heilge Geistesspeise, die auf verborgne eise erquicket jede Brust. 3. Kommt her, betrübte Seelen, die Not und Jammer drückt, mit Gott euch zu ver⸗ mählen, der wunderbar be⸗ glückt. Kommt, legt auf ewig ab der Sünde bange Säum⸗ nis; empfanget das Geheim⸗ nis, das Gott vom Himmel gab. 4. O Wonne kranker Herzen, die mir von oben am! Verschwunden sind die Schmerzen, getröstet ist der ram; was von dem Him⸗ mel fleußt, hat lieblich sich duuchtof mein Herz ist gar durchflossen vom süßen Lie⸗ besgeist. 5. Drum jauchze, meine Seele, hell aus der Sünden⸗ nacht; verkünde und erzähle die tiefe Wundermacht, die unermeßlich Hile ein Born der Liebe, quillet und jeden Jammer stillet, der fast ver⸗ zweifeln ließ. 6. Drum jauchze, meine Seele, drum jauchze deinem Herrn; verkünde und erzähle die Gnade nah und fern, den Wunderborn im Blut, die selge Himmelsspeise, die auf verborgne Weise dir gibt das höchste Gut. E. M. Arndt, f 1860. (Nach der Feier des heiligen Abendmahls.) Mel. Nun laßt uns Gott, dem Herren ꝛc. 207 O Jesu, meine Wonne, du meiner Seelen Sonne, du Freund⸗ Nr. 208 Freundlichster auf Erden, laß mich dir dankbar werden! 2. Wie kann ich gnugsam schätzen dies himmlische Er⸗ götzen und diese teuren Ga⸗ ben, die uns gestärket haben? 3. Wie soll ich dirs ver⸗ danken, o Herr, daß du mich Kranken gespeiset und ge⸗ tränket, ja selbst dich mir geschenket? 4. Ich lobe dich von Her⸗ zen für alle deine Schmerzen; dir dank ich für dein Leiden, den Ursprung meiner Freu⸗ den. 5. Dir dank ich für dein Lieben, das standhaft ist ge⸗ blieben; dir dank ich für dein Sterben, das mich dein Reich läßt erben. 6. Du wollest ja die Sünde, die ich noch in mir finde, aus meinem Herzen treiben und kräftig in mir bleiben. 7. Laß mich sie ernstlich meiden, laß mich geduldig leiden; laß mich mit Andacht beten, von deinem Weg nie treten. 8. So kann ich nicht ver⸗ derben, drauf will ich selig sterben und freudig aufer⸗ stehen, o Jesu, dich zu sehen. Joh. Rist. 4 1667 Mel. Jesu, meines Lebens Leben ꝛc. ket, dank 208 Dinenmit Freuden, danket ihm mit Kirche und Gnadenmittel. 13 Herz und Mund! Macht di großen Seligkeiten diest heilgen Mahles kund, wa der Herr für Gnaden schenie da er selbst uns speist un tränket; danket ihm vor den Altar, daß er uns so freunh lich war. 2. Ja, wir preisen Golli Güte, denn sie währet ewiß lich. O wie freut sich di Gemüte, daß der Herr gnädig sich gegen uns aul jetzt erwiesen! Immerdarf er gepriesen; groß ist sein Huld und Treu; sie in diesesmal auch neu. 3. Heilig, heilig, heil werde, Gott, dein Nam u mehr und mehr; alle Hin mel samt der Erde zeuh laut von deiner Ehr. V Herr, singen Seraphin dreimal heilig, die dienen; droben in de Heiligtum schallet dein Namens Ruhm. 4. Gott der Herr u Vater segne uns in seint lieben Sohn; und des H ters Sohn begegne uns seinem Gnadenthron; u der Herr, der Geist, ben uns zur Herrlichkeit leite uns zu seinem Fried Ja! Amen! sprecht Hu luja! N Kaiser, 139 Mel. LO 20⁰ 8 deine! Jesu dich n du fü laß de Pein Augen 2 überw zu jede vor n mich ir dein f. schenk Mut. 3. Leibes Heil, Herzen als E Wir U Gott, ein Ke XI 211 Herze neuen, wirf mi Angesie heiligen 130 Macht di en diesc und, wa en schente speist un n vor den so freund isen Gottz ähret ewi it sich du Herr nuns aut nmerdar/ 5 ist seit ; sie w u. ilig, heil Nam u alle Hin rde zeug Ehr. N Seraphim die d in de let deill Herr u in sein d des Y ne uns u hron; u zeist, ben lichkeit em Friede recht Hah daiser, 1 H 139 Mel. O daß ich tausend Zungen ꝛc. imm hin den 209 N Dank für deine Liebe, erhöhter Mittler, Jesu Christ! Gib, daß ich dich nicht mehr betrübe, der du für mich gestorben bist; laß deines Leidens Angst und Pein mir immerdar vor Augen sein. 2. Im Streite hilf mir überwinden und stärke mich zu jeder Pflicht; bewahre mich vor neuen Sünden, verlaß mich in Versuchung nicht, und dein für mich vergossnes Blut schenk mir im Todeskampfe Mut. 3. Hilf, daß ich deines Leibes Glieder, die heut dein Heil, wie mich, erfreut, von Herzen lieb als meine Brüder, als Erben einer Herrlichkeit. Wir haben einen Herrn und Gott, uns speist und tränkt ein Kelch, ein Brot. Das heilige Abendmahl. Nr. 209—212 4. Wie jetzt, o Herr, in deinem Namen dein Volk vor dir versammelt war, so bring einst wieder uns zu⸗ sammen, daß wir mit deiner Engelschar, anbetend als dein Eigentum, stets preisen deines Namens Ruhm. G. J. Sodikofer, + 1788, und J. C. Lavater, 4 1801. Mel. Die Tugend wird durchs Kreuz geübet ꝛe. 21 0 Volbracht ist nun die heilge Feier; verkündet ward von uns dein Tod. O dein Gedächtnis sei uns teuer und unvergeß⸗ lich dein Gebot! Laß nie des Himmels Vorgefühle in uns erkalten und vergehn; laß würdig einst am Kronenziele, Herr, deine Herrlichkeit uns sehn! J. Ch. Wagner, 1 1825. XIII. Wiedergeburt und Heiligung. Buße. 211 Schaffe in mir, Gott, ein reines Herze und gib mir einen neuen, gewissen Geist Ver⸗ wirf mich nicht von deinem Angesicht„: und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir. Pf. 51, V. 12, 13. 212 As tiefer Not schrei ich zu dir, Herr Gott, erhör mein Rufen! Dein gnädig Ohr neig her zu mir und meiner Bitt es öffne; denn so du willst das sehen an, was Sünd und Unrecht ist ge⸗ tan; wer kann, Herr, vor dir bleiben? 10 Nr. 213 Wiedergeburt und Heiligung. 2. Bei dir gilt nichts denn Gnad und Gunst, die Sünde zu vergeben; es ist doch unser Tun umsonst auch in dem besten Leben; vor dir niemand sich rühmen kann; des muß dich fürchten jedermann und deiner Gnaden leben. 3. Darum auf Gott will hoffen ich, auf mein Verdienst nicht bauen; auf ihn allein verlassen mich und seiner Güte trauen, die mir zusagt sein wertes Wort; das ist mein Trost und treuer Hort; des will ich allzeit harren. 4. Und ob es währt bis in die Nacht und wieder an den Morgen, doch soll mein Herz an Gottes Macht ver⸗ zweifeln nicht noch sorgen. So tu das Volk von rechter Art, das aus dem Geist er⸗ zeuget ward und seines Gottes harre. 5. Ob bei uns ist der Sünden viel, bei Gott ist viel mehr Gnaden; sein Hand zu helfen hat kein Ziel, wie groß auch sei der Schaden. Er ist allein der gute Hirt, der Is⸗ rael erlösen wird aus seinen Sünden allen. Luther, 1 1546. 213 Ain zu dir, Herr Jesu Christ, mein Hoffnung steht auf Erden; ich weiß, daß du mein 140 Tröster bist, kein Trost mi mir sonst werden. Von M. beginn ist nichts erkorn, an Erden ward kein Mensch g⸗ born, der mir aus Molh helfen kann; dich ruf ich an, d bist der rechte Helfersmam 2. Mein Sünd ist schuh und übergroß und reuet mit von Herzen; derselben mo mich frei und los durch di nen Tod und Schmerzen, un nimm dich mein beim Van an, der du für mich genn getaͤn, so werd ich los d Sünden Last; mein Glal erfaßt, was du mir, Hen versprochen hast. 3. Ach, stärk durch du Barmherzigkeit in mir 6 recht Vertrauen, auf d ich deine Freundlichkeit ni inniglich anschauen; vor all Dingen lieben dich i meinen Nächsten gleich mich. Send mir dein Hilf u letzten End, damit behend d Todes Graun sich von n wend. 4. Ehr sei Gott in z höchsten Thron, dem M aller Güte, und Jesu Chust seinem Sohn, der uns al behüte, und seinem wen heilgen Geist, der uns fl Hilfe allzeit leist, ihm wohlgefällig sein hier der Zeit und dort hers in Ewigkeit. C. Hubert.k. 157, 6 555. Scnzeng 8 lornes all me 5 deinem leben ö ich mö langen 215 chwer Sünder der he Welt z 2. 7 dieser Enden, des El⸗ es doch — Trost mag Von M⸗ erkorn, a Mensch g⸗ aus Nothn f ich an, d elfersmam d ist schwe reuet mih selben mat durch de merzen, un beim Vah mich geni ich los d nein Glah mir, Hen durch de in mir 6 auf di lichkeit n n; 13 ale dich un gleich d dein Hilf it behend d ich von n Hott in de dem M Jesu Chrst r uns alh inem wellh der uns f ist, daß n sein hier dort herm xt. f. 1577, meesing, Buße. Nr. 214—216 Mel. Erhalt uns, Herr, bei ꝛc. 3. Zu dir flieh ich, ver⸗ 21¹ 4 O frommer und stoß mich nicht, wie ichs getreuer Gott, wohl hab verdienet. Ach, ich hab gebrochen dein Gebot geh doch nicht, Gott, ins und sehr gesündigt wider Gericht; dein Sohn hat mich dich! Das ist mir leid und versühnet. reuet mich. 4. Solls ja so sein, daß 2. Weil aber du, o gnädger Straf und Pein auf Sünde Gott, nicht Lust hast an des folgen müssen, so fahr hie Sünders Tod, so ist dein herzj⸗ fort und schone dort und liches Begehr, daß ich mich laß mich hier wohl büßen. wieder zu dir kehr. 5. Gib, Herr, Geduld, 3. Auf dies Wort, lieber vergiß die Schuld, schaff ein Vater fromm, ich armer gehorsam Herze, daß ich Sünder zu dir komm und mein Heil, mein bestes Teil, bitt durch deines Sohnes durch Murren nicht ver⸗ Tod: erbarm dich mein in scherze. meiner Not! 6. Handle mit mir, wies 4. Verschon, o Herr, laß dünket dir, ich will es gerne deine Huld zudecken alle meine leiden; nur wollst du mich Schuld, so werd ich arm ver⸗ nicht ewiglich von deiner lornes Kind ledig und los Gnade scheiden. all meiner Sünd. Jena, 1613. n will, o 60 b nach eine When iroum Hrsrt, damit Mel. Aus dire schrei ich zu ich mög nach dieser Zeit ge⸗— langen zu der Seligkeit. Vater der Barm⸗ % 210 O herzigkeit, ich In 10 Susr schren 0 en nicht, der zu dir schreit 215 As Wie gruß und und tut noch endlich Buße. shwer sind mein begangne Was ich begangen wider dich Sunden Da ist niemand, verzeih mir alles gnädiglich der helfen kann, in dieser durch deine große Güte. Welt zu finden. 2. Durch deiner Allmacht 2. Lief ich gleich weit zu Wundertat nimm von mir, dieser Zeit, bis an der Erden was mich quälet; durch deine Enden, und wollt los sein Weisheit schaffe Rat in allem, des Clends mein, würd ich wo mirs fehlet; gib Willen es doch nicht wenden. Mittel, Kraft und Stärk, b 10 i ich mit dir all meine Werk anfange und vollende. 3. O Jesu Christe, der du hast am Kreuze für mich Armen getragen aller Sün⸗ den Last, wollst meiner dich erbarmen! O Gottes und des Menschen Sohn, erbarm dich mein und mein verschon, hör auf mein kläglich Rufen! 4. O heilger Geist, du wahres Licht, Regierer der Gedanken, wenn mich die Sündenlust anficht, laß mich von dir nicht wanken; verleih, daß nun und nimmermehr Begierd nach Reichtum, Lust und Ehr in meinem Herzen herrsche. 5. Und wenn mein Stünd⸗ lein kommen ist, so hilf mir treulich kämpfen, daß ich des Satans Trutz und List durch Christi Sieg mag dämpfen, auf daß mir Krankheit, Angst und Not und dann der letzte 0. der Tod, nur sei die ür zum Leben. Dav. Denicke, 4 1680. ünden ꝛc. 217 Ab⸗ was bin ich, mein Erretter und Vertreter bei dem un⸗ sichtbaren Licht? Ich verzag in meinem Mute; denn das Mel. 89 6 wird die Nacht der Gute, das ich will, das tu ich nicht. Nr. 217,218 Wiedergeburt u. Heiligung. 2. Ach, was bin ih mein Erbarmer? Sieh, it Armer bin ein schwanl Rohr im Wind; wie eh Weberschifflein schießet, verfließet meines Leben Lauf geschwind. 3. Ach, was bin ich, mei Erlöser? Immer böser fin ich meiner Seele Stand drum, mein Helfer, nicht vi weile, Jesu, eile, reiche m die Gnadenhand! 4. Ach, wann wirst 9 mich erheben zu dem Lebeu Komm, ach komm und I mir doch! Demut kann di bald bewegen, lauter Seh wirst du lassen fließen nut 5. Trotzig ist, o Gott, mi Herze, mir zum Schmerze, es ist mir leid dazu! H⸗ mich, hör an das Quult Arzt der Seelen, schaffe II nem Herzen Ruh! 6. Gib, daß nir der& nicht schade; Herr, Gnade, laß mich sein d liebes Kind! Ein Demüth und Kleiner, aber Reiner, lich Ruh und Gnade findt J. Neander, Mel. Nun sich der Tag gein hat ꝛc. 2 1 8 Henien dir als Gabe und Gesch⸗ du forderst dieses ja von des bin ich eingedenk. nd tuh Erd. 3 nimm acht gut ie mir d 4. Sünd keit, wußt keit. 5. in R stand allem erst fe 6 Christ Gered von schuld Teil. 7. du ar schaft willen hinein ström Glut Finste aus, Trieb. 9 Herze mein 14 bin ith Sieh, i6 schwankz „ nicht vn reiche m wirst 9 dem Lebel na und hi t kann di muter Sehh fließen nt Gott, mi ochmerze, dazu! Hi as Qudlh schaffe m mir der& Herr, ch sein d n Demütih Reiner, en nade findt eander, r Tag gein c. 143 Buße. 2. Gib mir, mein Sohn, dein Herz, sprichst du, das ist mir lieb und wert; du 210 anders auch nicht tuh im Himmel und auf Erd. 3. Nun, du, mein Vater, nimm es an, mein Herz, ver⸗ acht es nicht. Ich gebs, so gut ichs geben kann; kehr zu mir dein Gesicht! 4. Zwar ist es voller Sündenlust und voller Eitel⸗ keit, des Guten aber unbe⸗ Hi und wahrer Frömmig⸗ eit. 5. Doch aber steht es nun in Reu, fühlt seinen Uebel⸗ stand und träget jetzt vor allem Scheu, daran es Lust erst fand. 6. Schenk mir, Herr Christ, nach deiner Huld Gerechtigkeit und Heil; nimm von mir meine Sünden⸗ schuld und meiner Strafe Teil. 7. O heilger Geist, nimm du auch mich in die Gemein⸗— schaft ein, ergieß um Jesu willen dich tief in mein Herz hinein. 8. Dein göttlich Licht ström in mich aus und Glut der reinen Lieb; tilg Finsternis, Haß, Falschheit aus, schenk mir stets deinen Trieb. 9. Hilf, daß ich sei von Herzen treu im Glauben dir, mein Gott, daß mich im Nr. 219 guten nicht mach scheu der Welt List, Macht und Spott. 10. We daß ich sei von Ced est in Hoffen und eduld, daß, wenn auch alles mich verläßt, mich tröste deine Huld. 11. Hilf, daß ich sei von Herzen rein im Lieben und erweis, daß mein Tun nicht sei Heuchelschein, durch Werke dir zum Preis. 12. Nimm ganz, o Gott, zum Tempel ein mein Herz hier in der Zeit; ja, laß es deine Wohnung sein auch in der Ewigkeit. Kasp. Schade, 4 1698. Mel. Wer weiß, wie nahe mir mein Ende ꝛe. 219 Och armer Mensch, ich armer Sün⸗ der steh hier vor Gottes An⸗ gesicht! Ach Gott, ach Gott, verfahr gelinder und geh nicht mit mir ins Gericht! Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 2. Wie ist mir doch so angst und bange, wie kränkt mich meine große Sünd! Hilf, daß ich wieder Gnad erlange, ich armes und ver⸗ lornes Kind! Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 3. Hör, ach erhör mein seufzend Schreien, und neig zu mir dein Vaterherz; wollst Nr. 220 Wiedergeburt und Heiligung. 144 wollst alle Sünden mir ver⸗ zeihen und lindern meines Herzens Schmerz! Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 4. Nicht wie ich hab ver⸗ schuldet, lohne und handle nicht nach meiner Sünd; o treuer Vater, schone, schone, erkenn mich wieder als dein Kind! Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 5. Sprich nur ein Wort, so werd ich leben; sprich, daß ich armer Sünder hör: geh hin, die Sünd ist dir vergeben; nur sündige hin⸗ fort nicht mehr! Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 6. Ich zweifle nicht, ich bin erhöret, erhöret bin ich zweifelsfrei; weil sich der Trost im Herzen mehret, drum will ich enden mein Geschrei. Ich weiß ja, du erbarmest dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! Chr. Titius, 1 1703. Mel. Zeuch meinen Geist ꝛe. 220 H legt mein Sinn sich vor dir nieder, mein Geist sucht seinen Ursprung wieder; Herr, dein erfreuend Ange⸗ sicht auf meine Armut gnä⸗ dig richt. 2. Schau her, ich fühle mein Verderben; laß mich in Christi Tode sterben; möchte doch in seiner Pein die Eigenheit ertötet 1 3. Ich fühle wohl, daß ich dich liebe und mich in deinen Wegen übe; jedoch is von Unlauterkeit die Liebe noch nicht ganz befreit. 4. Ich muß noch mehr auf dieser Erden durch dei nen Geist geheiligt werden, der Sinn muß tiefer in dich gehn, der Fuß muß unbe⸗ weglich stehn. 5. Ich weiß mir zwar nicht selbst zu raten, hien gelten nichts der Menschen Taten; wer macht sein Hei wohl selber rein? Es muß durch dich gewirket sein. 6. Doch kenn ich wohl dein treues Lieben: du bis noch immer treu geblieben. Ich weiß gewiß, du stehs mir bei und machst mich von mir selber frei. 7. Indessen will ich tres lich kämpfen und stets di falsche Regung dämpfen, bi du dir deine Zeit ersiehs und aus der Sünde N. mich ziehst. 8. In Hoffnung kann i fröhlich sagen: Gott hat da Hölle Macht geschlagen, Goh führt mich aus dem Kam und Streit in seine Ruh und Sicherheit. 9. Drum will die Sorg meiner Seelen ich dir, mei Vater, ganz befehlen. 1— rücd 14⁵ drücke daß bin! Mel. 22 über und vor d der H Kleid. und und Arme mehr, deiner Sünd 2. Zölln von 25 erze voller 144 sterben; iner Pein et In wohl, daß )mich in jedoch ist die Liebe freit. noch mehr durch dei⸗ jt werden, ser in dich nuß unbe⸗ mir zwar aten, hien Menschen sein Hen Es muß t sein. ich wohl 1: du bist geblieben. du stehst iachst mich i ill ich tres )stets di impfen, biz eit ersiehs zünde N ng kann ith ott hat de lagen, Goh dem Kam seine Rih die Sor9 9 dir, meiß hlen. At drüt 14⁵ drücke tief in meinen Sinn, daß ich in dir schon selig in! 65 Chr. Fr. Richter, 4 1711. Mel. An Wasserflüssen Babylon ꝛc. 221 König, dessen Majestät weit über alles steiget, dem Erd und Meer zu Dienste steht, vor dem die Welt sich neiget, der Himmel ist dein helles Kleid, du bist voll Macht und Herrlichkeit, sehr groß und wundertätig. Ich Armer, ich vermag nichts mehr, als daß ich ruf zu deiner Ehr: Gott, sei mir Sünder gnädig! 2. Hier steh ich, wie der Zöllner tat, beschämet und von ferne, ich suche deine 91 und Gnad, o Herr, von erzen gerne. Doch weil ich voller Fehler bin und, wo ich Ruh nur wende hin, des Ruhmes vor dir ledig, so schlag ich nieder mein Gesicht vor dir, du reines Himmels⸗ licht: Gott, sei mir Sünder gnädig! 3. Die Schulden, der ich mir bewußt, durchängsten mein Gewissen; drum schlag ich reuig an die Brust und will von Herzen büßen. Ich bin, o Vater, ja nicht wert, daß ich noch wandle auf der Erd; doch weil du winkst, so bet ich mit ganz zer⸗ Buße. Nr. 221 knirschtem, bangem Geist, der gleichwohl dich noch Vater heißt: Gott, sei mir Sünder gnädig! 4. Mein Vater, schaue Jesum an, den Heiland aller Sünder, der für die Welt genug getan, durch den wir Gottes Kinder im gläubigen Vertrauen sind: der ists, bei dem ich Ruhe find, sein Herz ist ja guttätig. Ich fasse ihn und laß ihn nicht, bis dir das Herz mitleidig bricht: Gott, sei mir Sünder gnädig! 5. Regiere doch mein Herz und Sinn in diesem ganzen Leben; du bist mein Gott und was ich bin, bleibt ewig dir ergeben. Ach, heilige mich ganz und gar, laß meinen Glauben immerdar sein durch die Liebe tätig. Und geht es nicht so, wie ich soll, so ruf ich, wie mein Herz ist voll: Gott, sei mir Sünder gnädig! 6. Mein Leben und mein Sterben ruht allein auf deiner Gnade; mir geh es böse oder gut, gib nur, daß es nicht schade. Kommt dann das letzte Stündlein an, so sei mir auf der Todesbahn, mein Jesu, selbst noch gnädig. Und wenn ich nicht mehr sprechen kann, so nimm den letzten Seufzer an: Gott, sei mir Sünder gnädig! V. Löscher, 1 1749. Nr. 222,223 Wiedergeburt u. Heiligung. 222 n dir allein, an dir hab ich ge⸗ sündigt und übel oft an dir getan. Du siehst die Schuld, die mir den Fluch verkündigt, sieh, Gott, auch meinen Jam⸗ mer an! 2. Dir ist mein Flehn, mein Seufzen nicht verborgen, und meine Tränen sind vor dir. Ach, Gott, mein Gott, wie lange soll ich sorgen? Wie lang entfernst du dich von mir? 3. Herr, handle nicht mit mir nach meinen Sünden, vergilt mir nicht nach meiner Schuld! Ich suche dich; laß mich dein Antlitz finden, du Gott der Langmut und Ge⸗ duld! 4. Früh wollst du mich mit deiner Gnade füllen, Gott, Vater der Barmherzig⸗ keit! Erfreue mich um deines Sohnes willen; du bist ein Gott, der gern erfreut! 5. Laß deinen Weg mich wieder freudig wallen und lehre du dein heilig Recht mich täglich tun nach deinem Wohlgefallen; du bist mein Gott, ich bin dein Knecht! 6. Herr, eile, du mein Schutz, mir beizustehen, und leite mich auf ebner Bahn! Er hört mein Schrein, der Herr erhört mein Flehen und nimmt sich meiner Seele an. Gellert, 1 1769. 14 Mel. Wie nach einer Wasser⸗ quelle ꝛc. ott, vor dess 223 Angesichte mn ein reiner Wandel gilt, ewg⸗ Licht, aus dessen Lichte nicht als reinste Klarheit quilh laß uns doch zu jeder 3 deinen Strahl der 19 80 so durch Herz und Sell dringen, daß auch wir nat Heilgung ringen! 2. Du bist rein im Wu und Wesen und dein unhb⸗ flecktes Kleid, das von Ewi keit gewesen, ist die reins Heiligkeit. Du bist heili aber wir, großer Schöpfen stehn vor dir, wie in einnn Kleid voll Flecken, die u dir umsonst verstecken. 3. Was dein Geist un Herze sinnet, was dein weish Wille tut, was dein starh Arm beginnet, ist stets n. rein und gut. Und so bleih du ewiglich, während ui auf Erden dich durch de Böse, das wir üben, stets vn Jugend auf betrüben. 4. Herr, du willst, da deine Kinder deinem Bihh ähnlich sein. Es besteht vn dir kein Sünder, denn du hi vollkommen rein; du bist n der Frommen Freund, Uebe⸗ tätern bist du Feind; m beharrt in seinen Sündeh kann vor dir nicht Gnah finden. ganzen dein W deinen unsern allem E ohne 7 wir mit Erlöster heilig! die rein J. Ch Mel. Si 224 dem D neige di tröstlich Flehen verbirg 2. Sünde schuld; flehe un duld. 7 mir geb Huld. so lange 14 ner Wasser⸗ vor desse gesichte m Igilt, ewg⸗ Lichte nicht rheit quilh u jeder 30 er 19 666 und Seih ich wir nah in im Wah dein unh⸗ 3 von Ewih die reins bist heiliz r Schöpfer die in einen en, die u ecken. Geist un 3dein weis dein starkz t stets Hed nd so bleih zährend ui durch du en, stets v üben. willst, da einem Bilh besteht v denn du bi du bist nuh reund, Uebll Feind; m en Sünden nicht Gnah 1⁴⁷ Buße. 5. Uns von Sünden zu erlösen, gibst du deinen Sohn dahin; o so reinige vom Bösen durch ihn unsern ganzen Sinn. Gib uns, wie dein Wort verheißt, gib uns deinen guten Geist, daß er unsern Geist regiere und zu allem Guten führe. 6. Hilf, o Vater, unsern Seelen, glaubensvoll auf dich zu sehn, deinen ewgen Weg zu wählen und ihn ohne Falsch zu gehn, bis wir mit der selgen Schar der Erlösten immerdar heilig! heilig! heilig! singen und die reinsten Opfer bringen! J. Chr. Zimmermann, 1 1783. Mel. Sieh, hier bin ich, Ehren⸗ könig ꝛe. 22 4 M. Fehle, zuchet ehle, suchet in dem Dunkeln Licht; Jesu, neige dich und zeige mir dein tröstlich Angesicht; auf mein Flehen laß dich sehen, und verbirg dich länger nicht! 2. Ich empfinde, meine Sünde sei an allem Kummer schuld; ich gestehe dirs und flehe um Vergebung und Ge⸗ duld. Du, mein Leben, kannst and neue Hilfe, neue uld. 3. Ach, von Herzen und mit Schmerzen such ich dich, mein Trost und Heil. Wie so lange ist es bange meiner Nr. 224, 225 Seele! Komm in Eil, laß dich nieder, komme wieder, meines Herzens bestes Teil! 4. Richtig wandeln, weise handeln, wollst du künftig mir verleihn; gib die Triebe reiner Liebe voller in mein Herz hinein. Welch ein Segen ist zugegen, wenn es heißt: du mein, ich dein! 5. Lehre, leite, vollbereite mich, wie du mich haben willt; gib mir Klarheit Geist und Wahrheit, daß i gleich sei deinem Bild; daß man merke, meine Stärke 5 in dir und du mein Schild. 6. Bis im Lichte dein Ge⸗ sichte mir sich droben völlig zeigt, wenn die Deinen nicht mehr weinen und die Klage⸗ stimme schweigt. Drum so zeige mir die Steige, da man auf zum Himmel steigt! Magd. Sib. Rieger, 1 1786. Mel. Wie nach einer Wasser⸗ quelle ꝛc. 225 H'l denk ich an die Güte, die du mir bisher erzeigt, o so wird mein ganz Ge⸗ müte zu der tiefsten Scham gebeugt, daß ich dich gering geschätzt, häufig dein Gebot verletzt und dich, der mich so geliebet, mit Vergehungen be⸗ trübet. 2. Alle meine Seelen⸗ kräfte, meine Glieder sind ja dein, — * Nr. 226 Wiedergeburt und Heiligung. dein, und sie sollten zum Ge⸗ schäfte deines Dienstes fertig sein; doch ich hab der Eitel⸗ keit unbedachtsam sie geweiht; ja zum schnöden Dienst der Sünden ließ ich mich oft willig finden. 3. Deine Huld war jeden Morgen über mir, o Vater, neu. Von wie manchen schweren Sorgen machtest du das Herz mir frei! Was mir nützte, gabst du mir; aber ach, wie dankt ich dir? O wie hab ich so vermessen deines Wohltuns Zweck vergessen! 4. Bei so hellem Licht der Gnaden sollt ich ja die Sünde fliehn und um Rettung von dem Schaden meiner Seele mich bemühn. Deine Güte lockte mich oft zur Buße, aber ich floh vor ihrem sanften Locken, suchte mich selbst zu verstocken. 5. Ich erkenne meine Sünden, beuge mich, mein Gott, vor dir; laß mich bei dir Gnade finden, neige, Herr dein Ohr zu mir! Ach, ver⸗ gib, was ich getan! Nimm mich doch erbarmend an! Führe mich vom Sündenpfade schnell zurück durch deine Gnade! 6. Dir ergeb ich mich aufs neue; gib, daß mein gebeugter Geist deiner Vater⸗ huld sich freue, die dein tröstend Wort verheißt. Was 14 dein Sohn auch mir erwalh als er für die Sünder stath Fried und Freude im( wissen, ach, das laß au mich genießen! höre der 7. Stärke selbst in meinn Seele he Seele den Entschluß, mich 4. E zu weihn; gib, daß mirs h Sünders Kraft nicht fehle, folgsan Seele w deinem Wort zu sein. Steh ihm ver mir stets mächtig bei, mach zu dir du mich selbst getreu! Dih dem Sü zu lieben, dir zu leben, sein Ge mein ernstlichstes Bestreben dem, de Nach Fabricius, 4 u umkehrt, von S. Diterich, Im nicht. 5 149 dir finde ins Ge die une Vater, Mel. Jesu, meines Lebens Leben! wenden, 226 Ich erhebe m betrübt, Gemüte seh Rettung suchtsvoll, mein Gott, zu di Herz sic ich erkenne deine Güte, schenket wie teuer ist sie mir! G angsteten der Liebe und des Leben du die keiner harrt auf dich u abgenom gebens; nur Verächter dein d. 41 stürzet ihre eih denn er chuld. Gott, ve 2. Lehre mich, Herr, deh Hen 5 Wege, zeige deinen Will Keine mir; daß ich richtig wandt Sünden möge, führe du mich sehh iherwinz zu dir. Gott, du siehest mi⸗ ich bitte Vertrauen; sicher kann und stär auf dich bauen; deine Vath treue ist ewig, wie du selb bist. ö Mel. Es i 3. Ach, gedenke, Herr,A Sünden meiner Jugendiah 220 nicht; laß mich Gnade ů lichkeit 16 149 mir erwah dir finden, geh nicht mit mir zünder stash 5 sGericht bAlle Sünden, ude im O die uns reuen, willst du, 5 laß auth Vater, ja verzeihen. O so höͤre denn auch mich! Meine st in meinn Seele hofft auf dich. luß, michd 4. Gott, du willst des daß mirsm Sünders Leben; dir ist seine hle, folgsn Seele wert. Gnädig willst du sein. Steh ihm vergeben, wenn er sich g bei, mach zu dir bekehrt. Mitten auf getreul! Dih dem Sündenwege machst du zu leben, sein Gewissen rege. Wohl 8 Bestrebal dem, der zu seiner Pflicht Hricius, 4 u umkehrt, du verwirfst ihn d)iterich, 4Im nicht. dir sih 5. Allen, die zu dir si ebens Leben. wenden, über ihre Schuld erhebe met betrübt, willst du Trost und Zemüte seh. Rettung senden, wenn ihr Gott, zu du Herz sich dir ergibt. Freude ine Güte, schenket deine Güte dem ge⸗ e mir!( ängsteten Gemüte, welchem des Leben du die Sündenlast liebreich uf dich vn abgenommen hast. rächter den 6. Dir will ich mich ihre eih denn ergeben; Gott, mein —1 verlaß Rhel 90 mich immer heilig leben, ben MI Herr, vor deinem Angesicht! chtig wandt Snden— 3 14.—0 Rewer wande⸗ 5 u mich sch überwinden. Ach, bewahr, du siehest niich bitte dich, meinen Geist udeine I und stärke mich! 1018 du selh K. Lavater, 4 1801. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit ꝛc. enke, Herr,A Wann kommt der Jugendiah 227 Herr der Herr⸗ ch Gnade lickit mit seines Reiches Buße. Nr. 227 Freuden? Wann kommt der Richter, Freud und Leid und bös und gut zu scheiden? Er ist nicht fern, er ist uns nah; in unserm 1 win ist er da; du kannst ihn nimmer meiden. 2. In unserm Herzen spricht sein Spruch; wer mag vor ihm bestehen? Frei auf⸗ geschlagen ist sein Buch mit jeglichem Vergehen. Sein Blick wie Feuerflamme fährt und teilt wie ein zweischneidig Schwert, was keine Augen sehen. 3. Was keines Feindes Mund erzählt, erzählt uns das Gewissen; was sich der Heuchler lang verhehlt, wird er sich sagen müssen, wenn Gottes Zeit kommt und ihn schilt, wenn Gottes Zeit kommt und vergilt und läßt den Frevler büßen. 4. Wem kam nicht diese Gotteszeit so oft und oft im Leben? Wer mich nicht die Gerechtigkeit anflehn, ihm zu vergeben? und fühlt in sei⸗ nem Innern noch viel stumme Schuld, ob deren doch er einst wird müssen beben! 5. du Herzensrichter, auf, ersahr und prüfe, wie wirs meinen! Mach uns die Fehler offenbar; was nützt es, gut zu scheinen? Dem Ausspruch des Gewissens treu und feind sein jeder Heuchelei, Heuchelei, dies stellt uns den Deinen. 6. Denn wen sein eignes Herz beschämt mit innerstem Beschämen, die Schuld, die uns im Innern grämt, wer könnt uns die entnehmen? Herr, gib, daß wir der Sünde Schritt und deiner Strafe leisen Tritt, eh sie uns naht, vernehmen! 7. Und wenn die letzte Stunde schlägt, der niemand kann entgehen, so gib, Herr, daß wir unbewegt auf unser Innres sehen, 211 unser Leben uns dann klar und rein erschein und offenbar auch das geringst Vergehen. 8. Dann sprich in uns, o Richter: komm! Dein Lohn ist dir beschieden. zu Was du getan hast, gut und fromm, dem Dürftigsten hienieden, das hast du deinem Herrn getan, dem Menschensohne. Komm hinan! Genieße Him⸗ melsfrieden! J. G. von Herder, 4 1803. Mel. Sieh, In bin ich, Ehren⸗ öonig ꝛc. 228 ott der Gnaden! Schwer beladen neigt sich unser Haupt vor dir; unsre Herzen sind voll Schmerzen, Staub und Asch ist unsre Zier. Hab Er⸗ barmen mit uns Armen! Aus der Tiefe rufen wir. Nr. 228 Wiedergeburt und Heiligung. 10 2. Wir verzagen, dun wir tragen auf uns ah Sünden Last, aller Quch volle Schalen, die du a gegossen hast. Hab Erbarm mit uns Armen! Angst in Not hat uns erfaßt. 3. Wir bekennen, Hu wir nennen laut vor dir! Missetat; es ist keiner 6 ein Reiner, jeder erntet h Saat. Hab Erbarmen u uns Armen! Sieh auf ih der für ihn bat. 4. Herr, verzeihe; A leihe uns dein priestel Gebet! Gott, verschone, w⸗ vom Sohne das Erbanmh zu dir fleht! Hab Erbannh mit uns Armen, wenn Mittler vor dir steht! 5. Jesu, rette! Brich Kette unsrer Finsternis zwei, daß der Glaube! im Staube unser Trost u Zuflucht sei. Hab Erbam mit uns Armen; Jesu, m uns wieder frei! 6. Sei uns gnädig, I uns ledig, führ uns aus finstern Tal! Du uin lindern und vermindern! Not und Herzensqual. 9 Erbarmen mit uns Auhh Jesu, hilf noch dieses N 7. Du mußt siegen, erliegen; du bist frei,! sind in Haft, du alleine! der Reine, wir sind schun dein ist die Kraft. ühw aun 151 barmen denk an 8. We beschieden, Strafe ni wird uns rechtigkeit Erbarmen du bist un 229 6 dich verl reuig bitt Herrn mi du bist, s und wi nommen. Iit ur eit zurü Erneuung neues Gl⸗ Stürme! so wild heilgen mit stille von neus Jesu— 3. Ke Seele!l Herz beu Fehle, B denschmer voll Erb 10 agen, dan uns alh ler Qualz ie du gl Ib Erbarm⸗ Angst in ißt. nnen, Hu vor dir. keiner 6 r erntet h barmen u zieh auf ih zeihe; A priesteil schone, wn 5 Erbarn b Erbarn i5, wenn steht! el Brich! nusternis Glaube! er Trost u ab Erbarn ö Jesu, m gnädig, uns aus Du kun mindern“ 18qual. 0 uns Arm dieses M 151 barmen mit uns Armen; denk an deine Pilgrimschaft! 8. Wenn du Frieden uns beschieden, fürchten wir die Strafe nicht; dein Versöhnen wird uns krönen mit Ge⸗ rechtigkeit und Licht; dein Erbarmen hilft uns Armen; du bist unsre Zuversicht! H. Puchta, 1 1858. 229 Kebre wieder, kehre wieder, der du dich verloren hast! Sinke reuig bittend nieder vor dem Herrn mit deiner Last! Wie du bist, so darfst du kommen und wirst gnädig aufge⸗ nommen. Sieh, der Herr kommt dir entgegen, und sein heilig Wort verspricht dir Vergebung, Heil und Segen; kehre wieder, zaudre nicht! ö 2. Kehre aus der Welt Iit auch in die Einsam⸗ eit zurück, wo in geistiger Erneuung deiner harrt ein neues Glück; wo sich bald die Stürme legen, die das Herz so wild bewegen; wo des heilgen Geistes Mahnen du mit stillem Beben hörst und von neuem zu den Fahnen Jesu ahre heilig schwörst. 3. Kehre wieder, irre Seele! Deines Gottes treues Herz beut Vergebung deinem Fehle, Balsam für den Sün⸗ denschmerz. Sieh auf den, der voll Erbarmen dir mit aus⸗ Buße. Nr. 229, 230 gestreckten Armen winket von des Kreuzes Stamme; kehre wieder, fürchte nicht, daß der Gnädge dich verdamme, dem sein Herz vor Liebe bricht. 4. Kehre wieder, neues Leben trink in seiner Liebes⸗ huld; bei dem Herrn ist viel Vergeben, große Langmut und Geduld. Faß ein Herz zu seinem Herzen; er hat Trost für alle Schmerzen; er kann alle Wunden heilen, macht von allen Flecken rein; darum kehre ohne Weilen zu ihm um und bei ihm ein. 5. Kehre wieder, endlich kehre in der Liebe Heimat ein, in die Fülle aus der Leere, in das Wesen aus dem Schein; aus der Lüge in die Wahrheit, aus dem Dunkel in die Klarheit, aus dem Tode in das Leben, aus der Welt ins Himmelreich! Doch was Gott dir heut will geben, nimm auch heute; kehre gleich! Ph. Spitta, 4 1859. Am Bußtage. Mel. Herzlich lieb hab ich dich, o Herr ꝛc. der du unsre 230 G uflucht bist, Eest unser Mittler, Jesu hrist, Geist Gottes, Geist der Gnaden! Unendlicher, verwirf uns nicht! Wir kommen kommen vor dein Angesicht, mit Missetat beladen. Nimm von uns unsre Sünden⸗ schuld, du Gott der Lang⸗ mut und Geduld! Erhöre gnädig unser Flehn, daß wir dein Heil, Erbarmer, sehn. Herr, unser Gott verbirg uns nicht dein Angesicht und geh mit uns nicht ins Gericht! 2. Ward Recht und Pflicht von uns entweiht, gebrochen unsres Bundes Eid, dein Weg von uns verlassen: o sieh, wir kehren voller Reu zurück zu dir; laß, Herr, aufs neu uns deine Gnade fassen! Sie leit uns auf den ebnen Pfad, den uns dein Wort bezeichnet hat, daß Irrtum und Versuchung nie uns auf die Bahn des Lasters zieh. Herr, unser Gott, groß von Geduld, vor neuer Schuld behüt uns deine Vaterhuld! 3. Dein Segen komm auf unser Land; laß es, beschirmt von deiner Hand, des Frie⸗ dens Ruh genießen! Wend ab von uns der Flammen Wut und die Verwüstung wilder Flut, des Krieges Blutvergießen; sei unser Retter, wenn uns Not des Mangels und der Seuchen droht. Du, Vater, wollest mit uns sein, daß wir uns deines Schutzes freun. Mut unser Gott, verleih uns Mut! Nr. 230 Wiedergeburt und Heiligung 1 In deiner Hut sind wir, u was du tust, ist gut. 4. Gib Frieden, wo sn Zwietracht war; vereine, u getrennet war; schenk i der Eintracht Segen! leite Gott, dein guter O und was dein teures M verheißt, sei Licht auf unsn Wegen! Laß, Herr, in V und Wandel rein die Dien deines Wortes sein, u bringe zu der Wahrheit O zu dir die Irrenden zursl Herr, unser Gott, breit a dein Wort an jedem 0 gib Geist und Kraft deinem Wort! 5. Auch die Regent lenke du, daß weise sie sichrer Ruh der Völker Woh stand heben. Dem Fürstt der uns schützt und lieh gib, der in ihm so viel in gibt, ein frohes, lang Leben. Noch lange sei— Vaterblick uns, seinen dern, Schutz und Glückl schütt auf ihn und auf s Haus und seine Räte E nung aus! Herr, 1* Ga in deiner 4948 ist uns Land, beglück es, segne jehr Stand! 6. Vernimm der Leider den Gebet! Wer in n Not um Rettung fleht, du hilf aus seinen Nöten; 9 Kranken Linderung Ruh; die Sterbenden 0 153 du, erhö Sei aler der Witn Teil, ver P0. Pfad. durch all zeit führ Herrlichke 7. D als wir mehr ge flehn; le finden! 935 de erz zu mach uns Laß uns sein, im dein! W Blut erlö der nich unser G erbarme leit uns C J. Glaut f 231 gmein, ur lich sprin trost und Lust und Gott an und seine gar teur 10 sind wir, u gut. en, wo sh vereine, u schenk i Segen! I guter teures Vn t auf unso Herr, in& n die Dien sein, u ahrheit G nden zurih 1, breit a jedem I Kraft e Regentz weise sie! Bölker Woh jem Fürst und lieh so viel un es, lang nge sei 90 seinen Ki „Glückl ind auf s e Räte S 1 GOal ist um segne jen der Leiden zer in d fleht, de Nöten; 9 rung nden 153 du, rn ihr letztes Beten! Sei aller Unterdrückten Heil, der Witwen und der Waisen Teil, vereitle der Verfolger Rat und lehre sie den rechten Pfad. Herr, unser Gott, durch alles Leid der Pilger⸗ zeit führ uns zu deiner Herrlichkeit! 7. Du tust weit mehr, als wir verstehn, kannst mehr gewähren, als wir flehn; laß uns Erhörung finden! O neig auf unser 935 dein Ohr, heb unser erz zu dir empor und mach uns rein von Sünden! Laß uns dir nun geheiligt sein, im Leben und im Tode dein! Wir sind durch Christi Blut erlöst; o du, der Sün⸗ der nicht verstößt, Herr, unser Gott, erbarme dich, erbarme dich, vergib uns, leit uns väterlich. J. J. Eschenburg, 4 1820. Glaube und Recht⸗ fertigung. 231 un freut euch, ö lieben Christen gmein, und laßt uns fröh⸗ lich springen, daß wir ge⸗ trost und all in ein mit Lust und Liebe singen, was Gott an uns gewendet hat und seine süße Wundertat; gar teur hat ers erworben. Glaube und Rechtfertigung. Nr. 231 2. Dem Teufel ich ge⸗ fangen lag, im Tod war ich verloren; mein Sünd mich quälte Nacht und Tag, darin ich war geboren; ich fiel auch immer tiefer drein, es war kein Guts am Leben mein, die Sünd hat mich besessen. 3. Mein gute Werk, die galten nicht, es war mit ihn verdorben; der frei Will haßte Gotts Gericht, zum Guten gar erstorben; die Angst mich zu verzweifeln trieb, daß nichts denn Ster⸗ ben bei mir blieb, zur Höllen mußt ich sinken. 4. Da jammert Gott in Ewigkeit mein Elend über⸗ maßen; er dacht an sein Barmherzigkeit, er wollt mir helfen lassen; er wandt zu mir das Vaterherz, es war bei ihm fürwahr kein Scherz, ließ es sein Bestes kosten. 5. Er sprach zu seinem lieben Sohn: es ist Zeit, zu erbarmen; fahr hin, meins Herzens werte Kron, und sei das Heil dem Armen, und hilf ihm aus der Sün⸗ den Not, erwürg für ihn den bittern Tod und laß ihn mit dir leben. 6. Der Sohn Gott gern gehorsam ward, er kam zu mir auf Erden, von einer Jungfrau rein und zart; er sollt mein Bruder werden. In meiner armen Knechts⸗ gestalt Nr. 232 Wiedergeburt und Heiligung. 10 gestalt ging er einher, um die Gewalt des Teufels zu zerstören. 7. Er sprach zu mir: Halt dich an mich, es soll dir jetzt gelingen; ich geb mich selber ganz für dich, da will ich für dich ringen; denn ich bin dein und du bist mein, und wo ich bleib, da sollst du sein; uns soll der Feind nicht scheiden; 8. Vergießen wird er mir mein Blut, dazu mein Leben rauben; das leid ich alles dir zu gut, das halt mit festem Glauben. Den Tod verschlingt das Leben mein, mein Unschuld trägt die Sünde dein, da bist du selig worden; 9. Gen Himmel zu dem Vater mein fahr ich von diesem Leben; da will ich sein der Meister dein, den Geist will ich dir geben, der dich in Trübnis trösten soll, und lehren mich erkennen wohl und in der Wahrheit leiten; 10. Was ich getan hab und gelehrt, das sollst du tun und lehren, daß Gottes Reich hier werd gemehrt zu seinem Lob und Ehren; und hüt dich vor der Menschen Satz, davon verdirbt der edle Schatz; das laß ich dir zur Letze.“ Luther, 4 1546. *zum Abschied. Mel. Vater unser im Himm⸗ reich ꝛc. 2 32 Ssd wahr ich li — spricht d Gott, mir ist nicht lieb v Sünders Tod, vielmehr dies mein Wunsch und M daß er von Sünden he still, von Ien Bosheit lh sich und lebe mit mir en lich. 2. Dies Wort bedeh o Menschenkind, verzwe nicht in deiner Sünd! 9 findest du Trost, Heil u. Gnad, die Gott dir zugesh hat und zwar durch en teuren Eid. O selig, d die Sünd ist leid! 3. Doch hüte dich Eonn Site denk nicht: 64 noch gute Zeit, ich will⸗ fröhlich sein auf Erd, wenn ich lebensmüde wn alsdann will ich bekehn mich, Gott wird wohl un erbarmen sich. 4. Wahr ist es, Golt! stets bereit dem Sünder Barmherzigkeit; auf Gnade sündigt hin, si fort in seinem bösen E und seiner Seele selbst ns schont, dem wird mit I gnad einst gelohnt. 5. Gnad hat dir zugesh f Gott durch Jesu Christi H und Tod; doch sagen er nicht gewollt, ob du! morgen leben sollt. Daß I doch 5 15⁵ mußt ste verborgen Stund. 3 bekehre kommt, Wer heu und rot, ja gar nun stirl Leib un muß. +Hil du mir, mich wen tu den 2 der schnel daß ich l zu meiner reit. Mel. Wie ne 233 einen küh Abgrund ihm einen Blick voll Finsternis lödes A und aus e den erwür aßt, der ten Welt Beegeld, Sohnes S Freiheit zu 10 r im Himm⸗ 2c. wahr ich li spricht nicht lieb d vielmehr sch und M Zünden hul Bosheit lh rit mir enh Zort beden 5,‚ verzwih Sünd! 0 t, Heil u dir zugesh durch ein )selig, A id! te dicheu k nicht: 66 ich will⸗ uf Erd, smüde wa ich belehz d wohl m igt hin, l bösen Ei le selbst ns ird mit l nt. dir zugen faß 155 mußt sterben, ist dir kund: verborgen ist des Todes Stund. 6. Heut lebst du, heut bekehre dich! Eh morgen kommt, kanns ändern sich. Wer heut ist frisch, gesund und rot, ist morgen krank, ja gar wohl tot. So du nun stirbest ohne Buß, dein Leib und Seel verderben muß. 7. Hilf, o Herr Jesu, hilf du mir, daß ich noch heut mich wend zu dir und Buße tu den Augenblick, eh mich der schnelle Tod entrück, auf daß ich heut und jeder Zeit zu meiner Heimfahrt sei be⸗ reit. J. Heermann, 1647. Mel. Wie nach einer Wasserquelle ꝛc. 0 wge Liebe, mein 233 E Gemüte waget einen kühnen Blick in den Abgrund deiner Güte! Send ihm einen Blick zurück, einen Biick voll Heiterkeit, der die Finsternis zerstreut, die mein blödes Auge drücket, wenn es nach dem Lichte blicket. 2. Ich verehre dich, o Liebe, daß du dich erbarmet hast und aus einem freien Triebe den erwünschten Schluß ge⸗ aßt, der im Fluch versenk⸗ Christi H ten Welt durch ein teures du Vsegeld, durch des eignen „ob 11 Sohnes Sterben Gnad und llt. I Freiheit zu erwerben. Glaube und Rechtsertigung. Nr. 233 3. O ein Ratschluß voll Erbarmen, voller Huld und Freundlichkeit, der so einer Welt voll Armen Gnade, Trost und Hilfe beut! Liebe, die den Sohn nicht schont, der in ihrem Schoße wohnt, um die Sünder zu erretten aus den schweren Sünden⸗ ketten. 4. Doch du hast, o weise Liebe, eine Ordnung auch be⸗ stimmt, daß sich der darin⸗ nen übe, der am Segen Anteil nimmt; wer nur an den Mittler gläubt und ihm treu ergeben bleibt, der soll nicht verloren ge en, sondern Heil und Leben sehen. 5. Liebe, dir sei Lob ge⸗ sungen für den gnadenvollen Schluß, den die Schar ver⸗ klärter Zungen rühmen und bewundern muß, den der Glaub in Demut ehrt, die Vernunft erstaunet hört und umsonst sich unterwindet, wie sie dessen Tief ergründet. 6. Liebe, laß mich dahin streben, meines Heils gewiß zu sein; richte selbst mein ganzes Leben so nach deinem Willen ein, daß des Glau⸗ bens rucht und Kraft, den dein Geist in mir geschafft, mir zum Zeugnis dienen möge, ich sei auf dem Him⸗ melswege. 7. Laß mich meinen Na⸗ men schauen in dem Buch des Lebens stehn; dann so 11 werd Nr. 234 Wiedergeburt und Heiligung. werd ich ohne Grauen Lene dem Tod entgegengehn. Keine Kreatur wird mich, deinen Liebling, ewiglich deiner Hand entreißen können, noch von deiner Liebe trennen. J. J. Rambach, 4 1735. 2 3 4( Heiland nimmt die Sünder an, die unter ihrer Last der Sünden kein Mensch, kein Engel trösten kann, die nirgend Ruh und Rettung finden, für deren Angst und Seelenpein die weite Welt ist selbst zu klein, weil über sie der Stab gebrochen, der Himmel ihnen abgesprochen, die sehn die Freistatt aufge⸗ tan: mein Heiland nimmt die Sünder an. 2. Sein mehr als mütter⸗ liches Herz trieb ihn von seinem Thron auf Erden; ihn drang der Sünder Not und Schmerz, an ihrer Statt ein Fluch zu werden; er senkte sich in ihre Not und litt für sie den bittern Tod; nun, da er denn sein eigen Leben für sie als Lösegeld gegeben und seinem Vater gnug getan, so heißts: er nimmt die Sünder an. 3. O solltest du sein Herze sehn, wie sichs nach armen Sündern sehnet, sowohl wenn sie noch irre gehn, als wenn ihr Auge vor ihm tränet! 150 157 Wie streckt es sich nach Zul nern aus, wie eilt 8 rnennn O niederdrück Zachäi Haus, wie sanft sih so noch an er dort Magdalenen do wie sein Strom der heißen Ras und wie tränen und denkt nith geht! Wi wie sie sonst getan. Mi vielem Fl Heiland nimmt die Sündt nach dir an. komm den. 4. Wie freundlich bih heran! Me er Petrum an, so tief i die Sünder Jünger auch gefallen. M 7. Spri dies hat er nicht nur gdigte zu s tan, da er auf Erden mußsehr mit wallen; nein, er ist immn für mich dar sich gleich, an Liebe, umehr, mich und Enaden ach und nnicht an z er unter Schmach und lfern dus den, so ist er auf dem Iumeinst und der Freuden den Sündernst bewe liebreich zugetan. Mhichts die§ Heiland nimmt die Sint Hul sei an. IIt, u 5. So komme denn, nn I1. Sünder heißt, wen se⸗ 00 Da Sündenschuld betrübet, 3 0 dem, der keinen von 1270 de weist und der derschlühut Herzen liebet. Wie, wilf glic Hen dir im Lichte stehn und Uhforte Rhtes Not verloren gehn? Vlt 10 sch i0 du der Sünde länger lum o um nen, da,‚ dich zu retten ber Eer erschienen? O nein! vellzäumet der I land nimmt die Sü ernach Au aneut komm, 6. Komm nur müshesus an. und gebückt, komm nun 9. Ja gut du weißt zu konmmecht zu m 150 157 h nach Zul wenn gleich die Last 905 eilt er niederdrückt, du wirst au iee sanft sil so noch angenommen. Sieh, alenen de wie sein Herz dir offen steht, ißen Ren und wie er dir entgegen⸗ denkt nih gaht! Wie lang hat er mit tan. Mi yielem Flehen sich brünstig die Sündn nach dir umgesehen! So lomm denn, armer Mensch, ndlich bli heran! Mein Heiland nimmt so tief die Sünder an. allen. Pu 7. Sprich nicht: ich sün⸗ cht nur gdigte zu schwer, ich bin zu Erden mussehr mit Schuld beladen, ist imun für mich ist keine Rettung 1 Liebe, Aumehr, mich nimmt der 255. ich; und nnicht an zu Gnaden. Wo⸗ —47 Aern dus jetzt nur redlich fdem Inmeinst und deinen Fall mit en Sündelbrnst beweinst, so soll ihm an. Mhuichts die Hände binden, und die Sümdu sollst seine Gnade finden. Er hilft, wenn sonst nichts helfen kann. Mein Heiland 5 wel shimt die Sünder an. hetrübet, 4. 8., Doch sprich auch nicht: Ies ist noch Zeit, ich muß n rschlaltt noch der Welt genießen; 0 regih hott wird ja eben nicht Lie, nd allech heut die offne Gnaden⸗ hn 73 Vllorte schließen. Nein, weil ehn? ruft, so höre du und tritt e 3. Gnadenstuhl hinzu; 21471 Lin er seiner Seele Heil ver⸗ Mein käumet, der hat die Gna⸗ 22 emei versäumet, ihm wird kernach nicht aufgetan; Ieh komm, heut nimmt dich ur mühsgesus an. mm nun 9. Ja, zeuch uns selber zu 2 iu dir, holdselger * Glaube und Rechtfertigung. Nr. 235 Heiland aller Sünder, erfüll mit sehnender Begier auch uns und alle Adams⸗Kin⸗ der. Zeig uns bei unserm Seelenschmerz dein aufge⸗ schlossnes Liebesherz, und wenn wir unser Elend sehen, so laß uns ja nicht stille sehen, bis daß ein jeder sagen kann: gottlob, auch mich nimmt Jesus an! L. F. F. Lehr, 4 1744. Mel. Jesus, meine Zuversicht ꝛc. 23 5 Jesus nimmt die N Sünder an! Saget doch dies Trostwort allen, welche von der rechten Bahn auf verkehrten Weg verfallen. Hier ist, was sie retten kann: Jesus nimmt die Sünder an. 2. Keiner Gnade sind wir wert, doch hat er in seinem Worte eidlich sich dazu er⸗ klärt; sehet nur, die Gnaden⸗ pforte ist hier völlig aufge⸗ tan: Jesus nimmt die Sün⸗ der an. 3. Wenn ein Schaf ver⸗ loren ist, suchet es ein treuer Hirte, Jesus, der uns nie vergißt, suchet treulich das Verirrte, daß es nicht ver⸗ derben kann: Jesus nimmt die Sünder an. 4. Kommet alle, kommet her, kommet, ihr betrübten Sünder, Jesus rufet euch, und er macht aus Sündern 11* Gottes Nr. 236 Wiedergeburt und Heiligung. Gottes Kinder; glaubt es doch und denkt daran: Jesus nimmt die Sünder an. 5. Ich Betrübter komme hier und bekenne meine Sün⸗ den; laß, mein Heiland, mich bei dir Gnade und Ver⸗ gebung finden, daß dies Wort mich trösten kann: Jesus nimmt die Sünder an. 6. Nun so faß ich frohen Mut, auf dich werf ich meine Sünden; dein am Kreuz vergossnes Blut lässet mich Vergebung finden, daß ich gläubig sprechen kann: Jesus nimmt die Sünder an. 7. Jesus nimmt die Sün⸗ der an! Er hat mich auch angenommen und den Him⸗ mel aufgetan, daß ich selig zu ihm kommen und auf den Trost sterben kann: Je⸗ sus nimmt die Sünder an. E. Neumeister, 1756. Mel. O daß ich tausend Zungen ꝛc. 236 Och habe nun den Grund gefun⸗ den, der meinen Anker ewig hält. Wo anders als in Jesu Wunden? da lag er vor der Zeit der Welt, der Grund, der unbeweglich steht, wenn Erd und Himmel unter⸗ geht. 2. Es ist das ewige Er⸗ barmen, das alles Denken 1⁵⁰ gewandelt aitwohl fäͤllt wohl übersteigt, des, der mit nen Liebesarmen sich zuh armen Sündern neigt, 0.7 allemal das Herze hnn zoch ist wir kommen oder kom bereit. ich nicht. herzigkeit. 3. Wir sollen nicht 1 8. Es loren werden, Gott Villen, be uns soll geholfen sein; barmen ist wegen kam sein Sohn mein Herz Erden und nahm hen dies nur den Himmel ein; desnn stehet es in er für und fir in, durch stark an unsers Herzens? herzigkeit. 4. O Abgrund, ml„9. Bei alle Sünden durch( ich bleiber Tod verschlungen hatl die Erde t heißt die Wunden recht! denken, t binden; hier findet kein so lange dammen statt, weil 6 chlägt; so Blut beständig schreit: R Gwigkeit: ö herzigkeit, Barmherzigkel Barmherzi. 5. Darein will ich gläubig senken, dem wil mich auh einn e Mel. O daß wenn mich meine E kränken, nur bald nach! 237 tes Herzen schaun; daf den! Herz sich zu aller Zeit unen glaubst di Barmherzigkeit. willst du 6. Wird alles andts bärden? entrissen, was Seel und die Schrift erquicken kann; darf ith auch dieses keinem Troste wissen aus Gnade scheine völlig ausgetah 4.3 die Errettung noch so Aus mir bleibet doch Wn gen Verdi zigkeit.—6 falle ler, der im 7. Muß ich an besten Werken, darim hat diese geng 1⁵9 gewandelt bin, viel Unvoll⸗ kommenheit bemerken, so fällt 3— alles Rühmen hin; doch ist auch hier der Trost bereit: ich hoffe auf Barm⸗ herzigkeit. icht n8. Es gehe mir nach dessen en 51tWihen, bei dem so wiel Er⸗ en sein; barmen ist; er wolle selbst in Sohn mein Herze stillen, damit es zahm hen dies nur nicht vergißt; so ein; desm stehet es in Lieb und Leid sin in, durch und auf Barm⸗ der mit n sich zu y n neigt, Herze bel oder komn will ich „dem wil vertraun, Nel. O daß ich tausend Zungen ꝛc. neine S sus Gnaden soll bald nah 237 Alich seiig wer⸗ aun; das den! Herz, glaubst dus oder Zeit ung glaubst dus nicht? Was . ri Fis Wah ei, ge⸗ 3 andt bärden? Ists Wahrheit, was eeet unl die Schrift verspricht, so muß . darf ih auch dieses Wahrheit sein: e wissen aus Gnaden ist der Himmel ausgetan dein! noch su 2. Aus Gnaden! Hier gilt doch Von kein Verdienen, die eignen Verke fallen hin. Der Mitt⸗ ler, der im Fleisch erschienen, ich an hat di „ darimn hat diese Ehre zum Gewinn, genn Glaube und Rechtfertigung. Nr. 237 daß uns sein Tod das Heil gebracht und uns aus Gna⸗ den selig macht. ö 3. Aus Gnaden! Merk dies Wort„aus Gnaden“, so oft dich deine Sünde plagt, so schwer du immer bist beladen, so oft dich dein Gewissen nagt; was die Ver⸗ nunft nicht fassen kann, das beut dir Gott aus Gnaden an. 4. Aus Gnaden kam er Sohn auf Erden und über⸗ nahm die Sündenlast; was nötigt ihn, dein Freund zu werden? Sprich, wo du was zu rühmen hast! Wars nicht, daß er dein Bestes wollt und dir aus Gnaden helfen sollt? 5. Aus Gnaden! Dieser Grund wird bleiben, so lange Gott wahrhaftig heißt; was alle Knechte Jesu schreiben, was Gott in seinem Worte preist, worauf all unser Glaube ruht, ist Gnade durch des Sohnes Blut. 6. Aus Gnaden! Doch, du sichrer Sünder, denk nicht: wohlan, ich greif auch zu. Wahr ists, Gott rufet Adams Kinder aus Gnaden zur ver⸗ heißnen Ruh; doch nimmt er nicht zu Gnaden an, der noch auf Gnade fündgen kann. 7. Aus Gnaden! Wer dies Wort gehöret, tret ab von aller Heuchelei; nur wenn wenn der Sünder sich be⸗ kehret, dann lernt er erst, was Gnade sei; beim Sündgen scheint die Gnad gering, dem Glauben ists ein Wunder⸗ ding! 8. Aus Gnaden bleibt dem blöden Herzen das Herz des Vaters aufgetan, wenns unter Angst und hei⸗ ßen Schmerzen nichts sieht und nichts mehr hoffen kann. Wo nähm ich oftmals Stär⸗ kung her, wenn Gnade nicht mein Anker wär? 9. Aus Gnaden! Hierauf will ich sterben; ich glaube, darum ist mir wohl; ich kenn mein sündliches Ver⸗ derben, doch den auch, der mich heilen soll. Mein Geist ist froh, die Seele lacht, weil mich die Gnade selig macht. Chr. L. Scheidt, 4 1761. Mel. O daß ich tausend Zungen ꝛc. 238 Mir ist Erbar⸗ mung wider⸗ fahren, Erbarmung, deren ich nicht wert; das zähl ich zu dem Wunderbaren, mein stolzes Herz. hats nie begehrt. Nun weiß ich das und bin erfreut und rühme die Barm⸗ herzigkeit. 2. Ich hatte nichts als Got verdienet und soll bei ott in Gnaden sein; er hat mich mit sich selbst ver⸗ sühnet, macht durch das Nr.238,239 Wiedergeburt u. Heiligung. Blut des Sohns mich u Warum? ich war ja Guh Feind! Erbarmung hatz treu gemeint! 3. Das muß ich dir, m Gott, bekennen, das n ich, wenn ein Menschén fragt; ich kann es nur barmung nennen, so ist m ganzes Herz gesagt. beuge mich und bin erst und rühme die Barmhen keit. 4. Dies laß ich kein schöpf mir rauben, dies mein einzig Rühmen s auf dies Erbarmen will glauben, auf dieses bel auch allein, auf dieses d ich in der Not, auf di boß ich noch im Tod. Gott, der du reich! 1— Erbarmen, nimm Y Erbarmen nicht von und 2* durch den 1 mich Armen durch mei Heilands Tod zu dir, bin ich ewig hoch ei und rühme die Barmhen keit. Ph. F. Hiller, 4 Mel. Wer nur den lieben Goh Qch weiß 23 9 Veinem ad⸗ Grunde, als den der G in Christo hat; ich I. keinem andern Bunde,“ keinem andern Weg Rat, als daß man elh armꝰ und bloß sich legt seines Vaters Schoß. 161 2. Haland immer von ihr sinde l er ist n Teil, u kein He nun er ihm ge ich mit bunden, 2 27 bleibe, auf ih Frieden unablä bleib stehn, d tum vo . yns mich u var ja Got mung hatz 5 ich dir, n n, das ul Mensch en n es nur en, so ist m gesagt. nd bin erst e Barmhen 5 ich kein g Üben, dies Rühmen ss trmen will dieses bet If dieses d ot, auf dil zu dir; hoch ernt e Barmher v. Hiller, n lieben Goh ch weiß u keinem ande den der G Nich weiß u Bunde,“ 161 Glaube und Rechtfertigung. Nr. 240 7. Ich bleib im tiefsten 2. Ich bin zu meinem Heiland kommen und eil ihm immer besser zu; ich bin auch von ihm aufgenommen und sinde bei ihm wahre Ruh; er ist mein Kleinod und mein Teil, und außer ihm weiß ich kein Heil. 3. Ich bleib in Christo nun erfunden und bin in ihm gerecht und rein; bleib ich mit ihm nur stets ver⸗ bunden, so kann ich immer sicher sein; Gott sieht auch mich in Christo an,— wer ist, der mich verdammen kann? 4. Ich fühle noch in mir die Sünde; doch schaden kann sie mir nicht mehr, weil ich in Christo mich befinde; wohl aber beuget sie mich sehr. Ich halte nichts gering und klein, sonst dringt ein sichres Wesen ein. 5. Ich kämpfe gegen mein Verderben im Glauben und in Christi Kraft; der alte Mensch muß täglich sterben, der noch nicht tot am Kreuze haft; dies aber macht mich rein und klein und lehrt zu Jesu ernstlich schrein. 6. Und da ich so in Christo bleibe, stets vor ihm wandelnd auf ihn seh, das Wort des Friedens fröhlich treibe und unablässig zu ihm fleh, so bleib ich stets im Grunde stehn, da kann mein Wachs⸗ tum vor sich gehn. Demutsgrunde und will von Christo nimmer gehn; ich bleib im allgemeinen Bunde, in allgemeiner Liebe stehn und hang an Christo ganz allein; dies soll mein Grund auf ewig sein! 8. O Jesu, laß mich in dir bleiben, o Jesu, bleibe du in mir; laß deinen guten Geist mich treiben, daß ich im Glauben folge dir; laß stets mich fromm und wach— sam sein, so reißet nichts den Grund mir ein. K. H. v. Bogatzky, 1774. Mel. Herzlich lieb hab ich dich, o Herr ꝛc. 0 Qch komme, Frie⸗ 240 N densfürst, zu dir; erbarmend rufest du auch mir, den Frieden zu empfangen. Der Sünden Last ist mir zu schwer: o laß mich nicht vom Troste leer, laß mich zur Ruh ge⸗ langen. Sieh an mein tief⸗ gebeugtes Herz! Sieh meiner Seele Angst und Schmerz! Wer tröstet mich, als du allein? wer machet mich von Sünden rein? Herr Jesu Christ, mein Trost, mein Licht, mein Trost, mein Licht, verwirf mein sehnlich Flehen nicht! 2. Du, du bist meine seh h Durch dich ent⸗ lieh ich dem Gericht, dem schweren Nr. 241 schweren Lohn der Sünden. Durch dich kann ich dem 600 entgehn und mich mit Gott vereinigt sehn, durch dich das Leben finden. Dein Tod ist der Verlornen Heil; sein Segen werd auch mir zu teil; er sei auch mir Be⸗ ruhigung und meines Lebens Heiligung. u di Jesu 0 baf ich hof. f dich, ich hoff auf di 10 00 dieser Voffune stärke mich 3. Mein ganzes Leben preise dich! Erlöst, mein Mittler, hast du mich, dein Eigentum zu werden. Bin ich nur dein, so fehlt mir nichts, nichts einst am Tage des Gerichts, nichts hier auf dieser Erden. Auf dieser Bahn zum Vaterland ent⸗ zeuch mir niemals deine Hand; zu deinem Dienste stärke mich, und laß mich siegen einst durch dich. Herr Jesu Christ, erhöre mich: einst preis ich dich für deine Gnade ewiglich! Chr. Sturm, 1 1786. Mel. Jesu, meines Lebens Leben 1. 2 41 Dus sollst glauben, o du Armer; und du zweifelst? zweifle nicht! Du sollst beten zum Erbarmer, und du kannst, du kannst es nicht. Du sollst unbedingt vertrauen, dort wirst du den Ausgang Wiedergeburt und Heiligung. 100 schauen. Jesu Ausgang wath erst klar, als er auferstande war. 2. Glaube gibt der M. dacht Flügel, Glaube hebt Glaube brith Gott empor, des Grabes Siegel, selbst de Ewigkeiten Tor; Glath geht durch Flamm und I. ten, ließ die Büihen Nei bluten und sie überwinder weit, sicher ihrer Seligkeit. 3. Glaube hilft in allen siegen, macht die schwerst Tugend leicht; alles mi zu Füßen liegen, selbst ge wohnte Sünde weicht. A du auch im Kampf erlagel schon an Glaubenskrah verzagest, kämpfe stärke kämpfe mehr, deine Hilfe i der Herr. 4. Hast nicht d Wunderbaren Wunderauz gang oft gesehn? siehst d nicht den Unsichtbaren grh durch Taten bei dir stehnl mußt du denn ihn imma sehen? bald des Ewgen M du verstehen? bald dich seing. Hilfe freun? würde dies den Bestes sein? 5. Glaube dann I wenn zu glauben fast kei Hoffnungsf strahl mehr bleibt laß dir nichts sein Macht wort rauben: selig, ist, wer glaubt! ersten dort am Thron glaubten ohne Schaun d Kron l Ach, din d 163 Krone, ten nie — Sei Mel. V 242 weiß, 1 alles h Staub ich weit wo all wo Wa und Tr 2. dauert, verläßt; gemauer wehr f Heiland fest un⸗ Felsenhe dabar 3. 2 den Me Feste be der Ge Himmel Seraphi knien, v dienen! ihn. 100 usgang wan auferstande gibt der M aube hebt z hlaube bricht gel, selbst de r; Glaub im und Fh⸗ Zeugen Ih überwinder Seligkeit. ilft in allen die schwerst alles mu n, selbst ge weicht. I mpf erlagsh laubenskras pfe stärke eine Hilfe i nicht d Wunderau⸗ 2 siehst 9 htbaren groß i dir stehni ihn imma Ewgen M dich seinn de dies deh dann noh en fast ken mehr bleibh„ sein Machh selig, selh 1 Ach, di um Thron Schaun d Krom 163 Glaube u. Rechtfertigung. Nr. 242, 243 Krone, rangen, starben, wank⸗ ten nie und— empfingen! — Sei, wie sie! G. Reiber, 1 1809. Mel. Valet will ich dir geben ꝛe. 242 Och weiß, an wen Yich glaube, ich weiß, was fest besteht, wenn alles hier im Staube wie Staub und Rauch verweht; ich weiß, was ewig bleibet, wo alles wankt und fällt, wo Wahn die Weisen treibet und Trug die Klugen hält. 2. Ich weiß, was ewig dauert, ich weiß, was nie verläßt; auf ewgen Grund gemauert steht diese Schutz⸗ wehr fest. Es sind des Heilands Worte, die Worte fest und klar; an diesem Felsenhorte halt ich unwan⸗ delbar. 3. Auch kenn ich wohl den Meister, der mir die Feste baut: es ist der Herr der Geister, auf den der Himmel schaut, vor dem die Seraphinen anbetend nieder⸗ knien, um den die Heilgen —0 Ich weiß und kenne ihn. 4. Das ist das Licht der höhe, das ist mein Jesus Christ, der Fels, auf dem ich stehe, der diamanten ist er nimmermehr kann wan⸗ ken, mein Heiland und mein Hort,— die Leuchte der Gedanken, die leuchtet hier und dort. 5. Er, den man blutbe⸗ decket am Abend einst be⸗ grub; er, der von Gott er⸗ wecket, sich aus dem Grab erhub; der meine Schuld ver⸗ söhnet, der seinen Geist mir schenkt, der mich mit Gnade krönet und ewig mein ge⸗ denkt. 6. Drum weiß ich, was ich glaube, ich weiß, was fest besteht und in dem Erden⸗ staube nicht mit als Staub verweht. Es bleibet mir im Grauen des Todes unge⸗ raubt; es schmückt auf Him⸗ melsauen mit Kronen einst mein Haupt. E. M. Arndt, 7 1860. Heiligung. Nachfolge Christi. Mel. Wie nach einer Wasserquelle ꝛc. 243 Sei getreu bis an das Ende, daß nicht Marter, Angst und Not dich von deinem Jesu wende; sei ihm treu bis in den Tod! Ach, das Leiden dieser Zeit ist nicht wert der Herrlich⸗ keit, die dein Jesus dir will geben dort in jenem Freuden⸗ seben. 2. Sei getreu in deinem Glauben! Laß dir Ienen festen Nr. 244 Wiedergeburt und Heiligung. 10 festen Grund ja nicht aus dem Herzen rauben, halte treulich deinen Bund, den dein Gott durchs Wasserbad fest mit dir geschlossen hat. Ach, du gingest ja verloren, wenn du treulos ihm ge⸗ schworen. 3. Sei getreu in deiner Liebe gegen Gott, der dich geliebt; auch die Lieb am Nächsten übe, wenn er dich auch oft betrübt. Denke, was dein Heiland tat, als er für die Feinde bat! Du mußt, soll dir Gott vergeben, auch verzeihn und liebreich leben. 4. Sei getreu in deinem Leiden! Lasse dich kein Un⸗ gemach, laß dich nichts von Jesu scheiden, murre nicht in Weh und Ach! Denn du machest deine Schuld größer nur durch Ungeduld; leichter trägt, wer willig träget, was sein Gott ihm aufer⸗ leget. 5. Sei getreu in deinem Hoffen! Traue fest auf Gottes Wort; hat dich Kreuz und Not betroffen und Gott hilft nicht alsofort:— hoff auf ihn doch festiglich, sein Herz bricht ihm gegen dich, seine Hilf ist schon vor⸗ handen, Hoffnung machet nie zu schanden. 6. Nun wohlan, so bleib im Leiden, Glauben, Liebe, Hoffnung fest! Ich will treu sein bis zum Scheiden, u mein Gott mich nicht un läßt. Herr, den meine Se liebt, dem sie sich im Km ergibt, sieh, ich fasse dein Hände: hilf mir treu ss bis zum Ende! Nach Benj. Prätorius, um 1ʃ Mel. Machs mit mir, Gott, m einer Güt ꝛc. 0 ir nach, spri 244 M Chritus unser Held, mir nach, i Christen alle; verleugnet eln verlaßt die Welt, folgt n nem Ruf und Schalle; nah euer Kreuz und Ungemach! euch, folgt meinem Wann nach! 2. Ich bin das Licht. leucht euch für mit heilh Tugendleben; wer zu n kommt und folget mir, d nicht im Finstern schwehg ich bin der Weg, ich m wohl, wie man wahrhof wandeln soll. 3. Mein Herz ist Demütigkeit, voll Liebe n Gemüte, mein Mund Oumt und Freundlichkeit,! anftmut und voll G mein Geist und Wille, und Sinn ist Gott ergh schaut auf ihn. 4. Ich zeig euch das, schädlich ist, zu fliehen! zu meiden, und euer von arger List zu reih zu ve in Ge sein mir, meine 7. lieben Seel mut, allen weren die K nicht! Mel 24⁵ seinem in de fliehen er uns Himm schonk J. 10 Scheiden, u ich nicht un en meine Sa sich im Kun ich fasse deil mir treu s itorius, um 10 mir, Gott, un Güt ꝛc. ir nach, spri Christus, mir nach, i verleugnet eln zelt, folgt n Schalle; noh 9 Ungemach einem Wanh 1 das Licht,! ür mit heilh wer zu olget mir, d tern schweh Weg, ich an wahrhaß erz ist 1 0l Liebe m n Mund Aundlichkeit.! ꝛid voll G id Wille, R t Gott ergeh . euch das 20 fliehen und euer 9 zist zu reih 165 und zu scheiden; ich bin der Seelen Fels und Hort und führ euch zu der Himmels⸗ pfort. 5. Fällts euch zu schwer, ich geh voran, ich steh euch an der Seite, ich kämpfe selbst, ich brech die Bahn, bin alles in dem Streite. Ein böser Knecht, der still mag stehn, sieht er voran den Feldherrn gehn! 6. Wer seine Seel zu finden meint, wird sie ohn mich verlieren; wer sie hier zu verlieren D wird sie in Gott einführen. Wer nicht sein Kreuz nimmt und folgt mir, ist mein nicht wert und meiner Zier. 7. So laßt uns denn dem lieben Herrn mit Leib und Seel nachgehen und wohlge⸗ mut, getrost und gern in allen Leiden stehen; denn wer nicht kämpft, trägt auch die Kron des ewgen Lebens nicht davon. Joh. Scheffler, 4 1677. Mel. Lasset uns den Herren preisen ꝛc. 245 L seinem Vorbild folgen nach, in der Welt der Welt ent⸗ fliehen, auf der Bahn, die er uns brach, immerfort zum Himmel reisen, irdisch noch, schon himmlisch sein, glauben mit ziehen, Nachfolge Christi. Nr. 245 recht und leben rein, in der Lieb den Glauben weisen! Treuer Jesu, bleib bei mir; geh voran, ich folge dir! 2. Lasset uns mit Jesu leiden, seinem Vorbild wer⸗ den gleich! Nach dem Leiden folgen Freuden, Armut hier macht droben reich; Tränen⸗ saat, die erntet Wonne, Hoffnung tröstet mit Geduld; denn es scheint durch Gottes Huld nach dem Regen bald die Sonne. Jesu, hrer leid ich mit dir; dort teil deine Freud mit mir! 3. Lasset uns mit Jesu sterben! Sein Tod rettet uns vom Tod, rettet von der Seel Verderben, von der ewiglichen Not. Laßt uns töten, weil wir leben, unser Fleisch, ihm sterben ab, so wird er uns aus dem Grab in das Him⸗ melsleben heben. Jesu, sterb ich, sterb ich dir, daß ich lebe für und für! 4. Lasset uns mit Jesu leben! Weil er auferstanden ist, muß das Grab uns wiedergeben. Jesu, unser Haupt du bist, wir sind deines Leibes Glieder; wo du lebst, da leben wir; ach, erkenn uns für und für, treuer Freund, als deine Brüder! Jesu, dir ich lebe hier, dorten ewig auch bei dir! Siegmund v. Birken, 1 1681. Nr. 246 Wiedergeburt und Heiligung. 166 2 46 Qesu, hilf siegen, du Fürste des Lebens! Sieh, wie die Finsternis dringet herein, wie sie ihr drohendes Heer nicht vergebens mächtig auf— führet, mir schädlich zu sein! Schau, wie sie sinnet auf allerlei Ränke, daß sie mich sichte, zerstöre und kränke. 2. Jesu, hilf siegen! Ach, wer muß nicht klagen! Herr, mein Gebrechen ist immer vor mir; hilf, wenn die Sünden der Jugend mich nagen, die mein Gewissen mir täglich hält für! Ach, laß mich 911 ve dein kräftig Versühnen und dies zu meiner Demütigung dienen. 3. Jesu, hilf siegen, wenn in mir die Sünde, Eigen⸗ lieb, Hoffart und Mißgunst sich regt, wenn ich die Lust der Begierden empfinde, und sich mein tiefes Verderben darlegt. Hilf dann, daß ich vor mir selber erröte und durch dein Leiden die Sünden⸗ lust töte. 4. Jesu, hilf siegen und lege gefangen in mir die Lüste des Fleisches und gib, daß in mir lebe des Geistes Verlangen, aufwärts sich Luch. e durch heiligen rieb. Laß mich eindringen ins göttliche Wesen, so wird der Leib und die Seele ge⸗ nesen. 5. Jesu, hilf siegen, de⸗ mit auch mein Wille dis, Herr, sei gänzlich zu eigen ge schenkt, und ich mich so in dein Wollen verhülle, daß sich die Seele zur Ruhe hin⸗ lenkt. Laß mich mir sterben und alle dem Meinen, daß ich mich zählen darf unter die Deinen. 6. Jesu, hilf siegen um laß mich nicht sinken! Wem sich die Kräfte der Lügen aufblähnn und mit den Scheine der Wahrheit sih schminken, laß doch vie heller dann deine Kraft sehn. Steh mir zur Rechten, König und Meister, lehn mich kämpfen und prüfen die Geister. 7. Jesu, hilf siegen in Wachen und Beten; Hüten du schläfst ja und schlum merst nicht ein. Laß dein Gebet mich unendlich ven⸗ treten, der du versprochen Fürsprecher zu sein. Wem mich die Nacht mit Erms⸗ dung will decken, wollst d mich, Jesu, ermuntern un wecken. 8. Jesu, hilf siegen, wem alles verschwindet, und ii mein Nichts und Verderba nur seh; wenn kein WI mögen zu beten sich finde wenn ich muß sein ein ven schüchtertes Reh, ach, Hen so wollst du im Grunde di Seell 167 Seel. Seuf 9. nun mach stetig nenn Erbe hier Jesu hilf Heil, 24 uns du und als präck 910 rühr Vate und zur zoge ihm über häng woll. auch natü in! verp drin Lebe 3 und 169 f siegen, do⸗ Wille dis, zu eigen ge⸗ mich so in erhülle, daß ir Ruhe hin⸗ h mir sterben Meinen, daß darf unter f siegen und nken! Wenn der Lügen mit den Bahrheit sih doch viel e Kraft sehn. Rechten, eister, lehn und prüfen ilf siegen in zeten; Hüter und schlum . Laß dein nendlich ves versprochen sein. Wem mit Ermi⸗ n, wollst d muntern un fsiegen, wem det, und iih ud Verderbel nakein V n sich finde sein ein van Grunde de Seell , ach, Hen 167 Seelen dich mit dem innersten Seufzen vermählen. 9. Jesu, hilf siegen, wenns nun kommt zum Sterben; mach du uns würdig und stetig bereit, daß ich mich nenne des Himmelreichs Erben dort in der Ewigkeit, hier in der Zeit. Jesu, mein Jesu, dir bleib ich ergeben, hilf du mir siegen, mein Heil, Trost und Leben! J. H. Schröder, 4 1699. Mel: Eins ist not ꝛc. 2 47 Hu unsrer Se⸗ ligkeiten, zeuch uns in dein Heiligtum, da du uns die Stäatt bereiten und zu deines Namens Ruhm als deine Erlösten sieg⸗ prächtig willst führen; laß unsre Bitte dein Herze jetzt rühren; wir wollen dem Vater zum Opfer dastehn und mit dir durch Leiden zur Herrlichkeit gehn. 2. Er hat uns zu dir ge⸗ zogen, und du wieder zu ihm hin; Liebe hat uns überwogen, daß an dir hängt Herz und Sinn. Nun wollen wir gerne mit dir auch absterben dem ganzen natürlichen Seelenverderben; in deinen Tod, Herr, laß verpflanzet uns sein, sonst dringen wir nimmer ins Leben hinein. 3. Fürst des Lebens, komm und eile, führ das Todes⸗ Nachfolge Christi. Nr. 247 urteil aus; brich entzwei des Mörders Pfeile, wirf die Sünde ganz hinaus! Ach, laß sich dein neues, erstandenes Leben in unsern erstorbenen Herzen erheben; erzeig dich verkläret und herr⸗ lich noch hier und bringe ein neues Geschöpfe herfür. 4. Kehre die zerstreuten Sinnen aus der Vielheit in das Ein, daß sie wieder Raum gewinnen, nur von dir erfüllt zu sein! Ach, wirf du die Mächte der Fin⸗ sternis nieder, erneure die Kräfte des Geistes uns wie⸗ der, daß er aus der Fülle der Gnade sich nähr und gegen der Gottheit Verächter sich wehr. 5. Lebe denn und lieb und labe in der neuen Kreatur, Lebensfürst, durch deine Gabe die genesene Na⸗ tur! Erwecke dein Paradies wieder im Grunde der See⸗ len und bringe noch näher die Stunde, da du dich in allen den Deinen verklärst und ihnen das ewige Leben gewährst. 6. Gönne uns noch Frist auf Erden, Zeugen deiner Kraft zu sein, deinem Bilde gleich zu werden, in dem Tod zu nehmen ein des Le⸗ bens vollkommene Freiheit und Rechte, als eines voll⸗ endeten Heilands Ae Der Der Unglaub mag denken: wir bitten zu viel; du hörst unsre Bitten, tust über ihr Ziel! G. Arnolb, 4 1714. 2 48 O Durchbrecher aller Bande, der du immer bei uns bist, bei dem Schaden, Spott und Schande lauter Lust und Himmel ist, übe ferner dein Gerichte wider unsern Adamssinn, bis uns dein so treu Gesichte führet aus dem Kerker hin. 2. Ists doch deines Va⸗ ters Wille, daß du endest dieses Werk; hierzu wohnt in dir die Fülle aller Weis⸗ heit, Lieb und Stärk, daß du nichts von dem verlierest, was er dir geschenket hat, und es aus der Unruh führest zu der selgen Ruhestatt. 3. Ach, so mußt du uns vollenden, willst und kannst ja anders nicht; denn wir sind in deinen Händen, dein Herz ist auf uns gericht, ob wir wohl von allen Leu⸗ ten als gefangen sind geacht, weil des Kreuzes Niedrig⸗ keiten uns der Welt zum Spott gemacht. 4. Schau doch aber unsre Ketten, da wir mit der Kreatur seufzen, ringen, schreien, beten um Erlösung der Natur von dem Dienst der Eitelkeiten, der uns noch Nr. 248 Wiedergeburt und Heiligung. 166 so hart bedrückt, ob aut schon der Geist in Zeiten auf etwas Bessres schickt. 5. Ach, erheb die matten Kräfte, reiße du das Band entzwei, daß wir, durch die Weltgeschäfte durchgebrochen, stehen frei! Weg mit Men⸗ schenfurcht und Zagen, weich Vernunftbedenklichkeit; fon mit Scheu vor Schmach und Plagen; weg des Fleischtz Zärtlichkeit! 6. Herr, zermalme, Herr zerstöre diese Macht der Finsternis; denn der preist nicht deine Ehre, den si fort zum Tode riß. Hoh uns aus dem Staub der Sünden, wirf die Lust der Welt hinaus; laß uns wahre Freiheit finden, Freiheit in des Vaters Haus! 7. Wir verlangen keine Ruhe für das Fleisch in dieser Zeit; wie dus nötih findest, tue noch vor unsrer Abschiedszeit; aber unsen Geist, der bindet dich in Glauben, läßt dich nicht bis er die Erlösung findet die dein treuer Mund ver⸗ spricht. 8. benet herrsche, Sieger, siege; König, brauch dein Regiment, führe deines Reiches Kriege, mach der Sklaverei ein End! Ach, die Last treibt uns zu rufen, alle flehen wir dich an eih 169 zeig Stufe heitsb 9. wir Mense Drum storber macher und dein der h genom Füll f 10. dein gekreuz Reich führ i Doch säumer lässig als w Freihe Mel. 249 mir, Tor u und la meinen 2. meine wohne rein i aus de Haus. 1660 ktt, ob au in Zeiten si es schickt. b die matten u das Band ir, durch die urchgebrochen, eg mit Men⸗ Zagen, weich chkeit; font Schmach und des Fleischts malme, Herr Macht der uder preist re, 6. 90 e riß. He Staub der die Lust der 5 uns wahre 1 in 8 langen kein Fleisch in mdus nötig )vor unsrer aber unse det dich in dich nicht ösung findet Mund ver⸗ herrsche önig, brauch führe deines mach der d! Ach, die zu rufen dich an Reij 169 Nachfolge Christi. zeig doch nur die ersten Stufen der gebrochnen Frei⸗ heitsbahn! 9. Ach, wie teur sind wir erworben, nicht der Menschen Knecht zu sein! Drum, so wahr du bist ge⸗ storben, mußt du uns auch machen rein, rein und frei und ganz vollkommen, in dein heilig Bild verklärt; der hat Gunad um Gnad genommen, wer aus deiner Füll sich nährt. 10. Liebe, zeuch uns in dein Sterben, laß mit dir gekreuzigt sein, was dein Reich nicht kann ererben; führ ins Paradies uns ein! Doch wohlan, du wirst nicht säumen, laß nur uns nicht lässig sein; werden wir doch als wie träumen, wenn die Freiheit bricht herein. G. Arnold, 4 1714. Mel. O Jesu Christ, meins eben ꝛe. 2 49 Err⸗—03— 17 Herr, schaff in mir, schleuß 320 der Sünde Tor und Tür, vertreibe sie und laß nicht zu, daß sie in meinem Herzen ruh! 2. Dir öffn ich, Jesu, meine Tür; ach, komm und wohne du bei mir; was un⸗ rein ist, das treib hinaus aus deinem Tempel, deinem Haus. Nr. 249, 250 3. Laß deines guten Geistes Licht und dein hell⸗ glänzend Angesicht erleuchten mein Herz und Gemüt, o Brunnen unerschöpfter Güt! 4. Und mache denn mein Herz zugleich an Himmels⸗ gut und Segen reich; gib Weisheit, Stärke, Rat, Ver⸗ stand aus deiner milden Gnadenhand: 5. So will ich deines Namens Ruhm ausbreiten als dein Eigentum und dieses achten für Gewinn, wenn ich nur dir ergeben bin. G. H. Neuß, 1 1716. Mel. Straf mich nicht in deinem ꝛc. ache dich, mein 250 M Geist, bereit, wache, fleh und bete, daß dich nicht die böse Zeit un⸗ verhofft betrete; denn es ist Satans List über viele From⸗ men zur Versuchung kommen. 2. Aber wache erst recht auf von dem Sündenschlafe; denn es folget sonst darauf eine lange Strafe, und die Not samt dem Tod möchte dich in Sünden unvermutet finden. 3. Wache auf, sonst kannst du nicht Christi Klarheit sehen; wache, sonst wird dir sein Licht ewig ferne stehen; denn Gott will für die ne seiner Gnadengaben offne Augen haben. — DSSDSDSSSxxx PꝑPꝑPPPPP —— SSPP...I...I.——— 4. Wache, daß dich nicht die Welt durch Gewalt be⸗ zwinge, oder, wenn sie sich verstellt, wieder an sich bringe; wach und sieh, daß dich nie falsche Brüder fällen, die dir Netze stellen. 5. Wach und hab auf dich wohl acht, trau nicht deinem Herzen; leicht kann, wer es nicht bewacht, Gottes Gnad verscherzen; denn es ist voller List, kann sich selber heucheln und in Hoffart schmeicheln. 6. Bete aber auch dabei mitten in dem Wachen; denn der Herr nur kann dich frei von dem allen machen, was dich drückt und bestrickt, daß du schläfrig bleibest und sein Werk nicht treibest. 7. Doch getrost, es muß uns schon alles glücklich gehen, wenn wir ihn durch seinen Sohn im Gebet an⸗ flehen; denn er will alle Füll seiner Gunst aus⸗ schütten, wenn wir gläubig bitten. 8. Drum so laßt uns immerdar wachen, flehen, beten, weil die Angst, Not und Gefahr immer näher treten; denn die Zeit ist nicht weit, da uns Gott wird richten und die Welt vernichten. Joh. Burchh. Freystein, 4 1720. Nr. 251 Wiedergeburt und Heiligung. Mel. Wachet auf! ruft uns z üstet euch, 251 Rin Christenleut Die Feinde suchen euch z Beute, ja, Satan selbst eur begehrt. Wappnet ell mit Gottes Worte i kämpfet frisch an jede Orte, damit ihr bleibet u versehrt. Ist euch der Fein zu schnell, hier ist Y manuel; Hosianna! N Starke fällt durch dies Held, und wir behalten n das Feld. 2. Reinigt euch von eun Lüsten, besieget sie, die 963 Christen und stehet es Herren Kraft. Stärl euch in Jesu Namen, u nicht strauchelt wie l Lahmen. Wo ist des Gln bens Ritterschaft? Wer h— ermüden will, der schaue g das Ziel: da ist Freud Wohlan, so seid zum Kam bereit, so krönet euch Cwigkeit. 3. Streitet recht wengen Jahre, eh ihr kom auf die Totenbahre; kn kurz ist unser Lebenslah mecden Gott wird die 1— vecken und das Gericht!“ Welt wird schrecken, so st 0 wir mit Freuden auf. Eh lob, wir sind versöhnt! I uns die Welt noch höoͤh währt nicht lange, Gottes Sohn hat auh mein gelasse Willen gleichg sam K 1g. 1 uf! ruft uns v istet euch, Christenleut suchen euch z atan selbst h Wappnet en Worte u huan jeder ihr bleibet u euch der Fein hier ist Y 'sianna! A durch diesz ir behalten n euch von eun et sie, die und stehet Kraft. Stärl Namen, di auchelt wie ist des Gla⸗ aft? Wer hi der schaue g a ist Freud eid zum Kam önet euch t recht „eh ihr konm enbahre; kn er Lebensla vird die Duh das Gericht recken, so sth den auf. E versöhnt! A lt noch höh⸗ lange, u hat 4* 17¹ Nachfolge Christi. schon uns beigelegt die Ehren⸗ kron. 4. Jesu, stärke deine Kin⸗ der und mach aus ihnen Ueberwinder, die du erkauft mit deinem Blut; schaff in uns ein neues Leben, daß wir uns stets zu dir erheben, wenn uns entfallen will der Mut! Gieß aus auf uns den Geist, dadurch die Liebe fleußt in die Herzen; so halten wir getreu an dir im Tod und Leben für und für. W. C. Arends, 1 1721. Mel. Wachet auf! ruft uns ꝛc. eilger Jesu, 252 H Heilgungs⸗ quelle, mehr als Kristall rein, klar und helle, du lautrer Strom der Heilig⸗ keit! Aller Glanz der Che⸗ rubinen, die Heiligkeit der Seraphinen ist gegen dich nur Dunkelheit. Ein Vorbild bist du mir; ach, bilde mich nach dir, du mein alles! Hilf, Jesu, du auch mir da⸗ zu, daß ich mag heilig sein wie du. 2. Stiller Jesu, wie dein Wille dem Willen deines Vaters stille und bis zum Lod gehorsam war, also mach auch gleichermaßen mein Herz und Willen dir gelassen; ach, stille meinen Willen gar! Mach mich dir gleichgesinnt, wie ein gehor⸗ sam Kind stille, stille; ilf, Nr. 252 Jesu, du auch mir dazu, daß ich fein stille sei wie du. 3. Wacher Jesu, ohne Schlummer, in großer Ar⸗ beit, Müh und Kummer bist du gewesen Tag und Nacht; mußtest täglich viel aus⸗ stehen, des Nachts lagst du vor Gott mit Flehen und hast gebetet und gewacht. Gib mir auch Wachsamkeit, daß ich wie du allzeit wach und bete! Hilf, Jesu, du auch mir dazu, daß ich stets wachsam sei wie du. 4. Gütger Jesu, ach, wie gnädig, wie liebreich bist du und guttätig doch gegen Dae und Feind gesinnt! eine Sonne scheinet allen, dein Regen muß auf alle fallen, ob sie dir gleich un⸗ dankbar sind. Mein Herr ach, lehre mich, damit au hierin ich dir nacharte! Hilf, Jesu, du auch mir dazu, daß ich so gütig sei wie du. 5. Sanfter Jesu, ganz unschuldig ertrugst du alle Schmach geduldig und übtest niemals Rache aus. Wer kann deine Sanftmut messen, bei der du dennoch nie ver⸗ gessen den Eifer um des Vaters Haus! Mein Hei⸗ land, ach, verleih mir Sanft⸗ mut und dabei guten Eifer! Hilf, Jesu, du auch mir dazu, daß ich sanftmütig sei wie du. 12 Nr. 253 6. Hoher Jesu, Ehren⸗ könig, du suchtest deine Ehre wenig und wurdest niedrig und gering; wandeltest ein⸗ her auf Erden in Demut und in Knechtsgebärden, erhobst dich selbst in keinem Ding. Herr, solche Demut lehr mich auch je mehr und mehr stetig üben! Hilf, Jesu, du auch mir dazu, daß ich demütig sei wie du. 7. Liebster Jesu, liebstes Leben, mach mich in allem dir ergeben und deinem heilgen Vorbild gleich; gib, daß mich dein Geist durch— dringe, daß ich viel Glaubens⸗ früchte bringe und tüchtig werd zu deinem Reich. Ach, zeuch mich ganz zu dir, behalt mich für und für, treuer Heiland! Hilf mir dazu, daß ich wie du, und wo du bist, einst finde Ruh. Nach dem Holländ. des Jod. v. Lo⸗ denstein, von B. Crasselius, 1 1724. Mel. Wie nach einer Wasser⸗ quelle ꝛc. Ichaffet, schaffet, 25 3 S Menschenkinder, schaffet eure Seligkeit! Bauet nicht, wie freche Sünder, nur auf gegenwärtge Zeit, sondern schauet über euch, ringet nach dem Himmel⸗ reich, und bemühet euch auf Erden, wie ihr möget selig werden. Wiedergeburt und Heiligung. 1 17³ 2. Daß nun dieses m Gefal geschehen, müßt ihr nii Oel nach Fleisch und Blut u. Geiste nach dessen Neigung gohn christ sondern was Gott will u wahrl tut, das muß ewig und alz man eures Lebens Richtschm den! sein, mag es eure schunt scherze Herzen nun erfreuen o 7. schmerzen. vor de 3. Ihr habt Ursach 3 das bekennen, daß in euch nn sichern Sünde ist, daß ihr Fla damm von Fleisch zu nennen, I ists,! ihr fehlt zu jeder Frist, u Woller daß Gottes Gnadenkrastem gibt; allein das Gute schafft, i gehen, nichts außer seiner Gun flehen! in euch ist als Seelenschth Selig, wer im Gla ben kämpfet! Selig, wer Kampf besteht und die S den in sich dämpfet! Sel seine wer die Welt verschmah euch hit Unter Christi Kreuzesschun euch är jaget man dem Frieden nah und d wer den Himmel will Worte: erben, muß zuvor mit Chi enge P sterben. 9. 5. Werdet ihr nicht un Sünde lich ringen, sondern u sehn, b und lässig sein, eure Neinm sinde, zu bezwingen, so bricht ei stehn. Hoffnung ein. Ohne tapfe doch ni Streit und Krieg folgete ins Ger ein rechter Sieg. Nur Geistes Siegern wird die Kronei keit zu gelegt zum Gnadenlohne. 6. Mit der Welt nach Amen! zu jagen, findet nicht in mir Christen statt; an—5 Rment l 8. Gliede bewegt, Mensch —.— ng. I. nun dieses m üßt. nit und Blut u Neigung gehn Gott will in ewig und alleh 8 Lichmun eure schwachz erfreuen oh habt Ursach ß in euch m daß ihr Fleih zu nennen, di eder Frist, u ;nadenkraft n ute schafft, d seiner Gnn Is Seelenschah „wer im Glh Selig, wer i t und die S ämpfet! Selh elt verschmäh Kreuzesschun n Frieden nat mmel will wor mit Chrst ꝛt ihr nicht iu sondern „ eure Neigih so bricht en Ohne tapfe drieg folget dieg. Nur die Krone h nadenlohne. Welt nach& ndet nicht He an dem Fla 17³ Nachfolge Christi. Gefallen tragen, macht des Geistes Kräfte matt; unter Christi Kreuzesfahn geht es wahrlich gar nicht an, daß man noch mit frechem Her⸗ zen wolle sicher tun und scherzen. 7. Furcht muß herrschen vor dem Richter, dessen Hand das Zepter trägt, der die sichern Bösewichter zur Ver⸗ dammnis niederschlägt. Er ists, der, wies ihm beliebt, Wollen und Vollbringen gibt; o so laßt uns zu ihm gehen, ihn um Gnade anzu⸗ flehen! 8. Und zu werden Christi Glieder, die sein reiner Geist bewegt, kämpft den alten Menschen nieder, bis ihm seine Macht gelegt. Was euch hindert, werfet ab; was euch ärgert senkt ins Grab, und denkt stets an Christi Worte: dringet durch die enge Pforte! 9. Zittern will ich vor der Sünde und dabei auf Jesum sehn, bis ich seinen Beistand lehn. in der Gnade zu be⸗ tehn. Ach, mein Heiland, geh doch nicht mit mir Armen ins Gericht! Gib mir deines Geistes Waffen, meine Selig⸗ keit zu schaffen. 10. Amen, es geschehe, Amen! Gott al dies u mir, auf daß ich in Jesu Namen meinen Kampf zu Nr. 254 Ende führ. Er verleihe Kraft und Stärk und regiere selbst das Werk, daß ich wache, bete, ringe und also zum Himmel dringe. L. A. Gotter, 1735. Mel. Jesus, meine Zuversicht ꝛe. 2 5 4 H immelan geht unsre Bahn; wir sind Gäste nur auf Erden, bis wir dort nach Kanaan durch die Wüste kommen werden. Hier ist unser Pilgrimsstand, droben unser Vaterland. 2. Himmelan schwing dich, mein Geist; denn du bist ein himmlisch Wesen und kannst das, was irdisch heißt, nicht zu deinem Ziel erlesen; ein von Gott erleuchter Sinn kehrt in seinen Ursprung hin. 3. Himmelan! ruft Gott mir zu, wenn ich ihn im Worte höre. Das weist mir den Ort der Ruh, wo ich ein⸗ mal hingehöre. Wenn mich dieses Wort bewahrt, halt ich eine Himmelfahrt. 4. Himmelan! Mein Glaͤube zeigt mir das schöne Los von ferne, daß mein Herz schon aufwärts steigt über Sonne, Mond und Sterne, denn ihr Licht ist viel zu klein gegen jenen Glanz und Schein. ö 5. Himmelan wird mich der Tod in die rechte Rhren 12* ühren, führen, da ich über alle Not ewig werde triumphieren. Jesus geht mir selbst voran, daß ich freudig folgen kann. 6. Himmelan! Ach, him⸗ melan! Das soll meine Losung bleiben. Ich will allen eitlen Wahn durch die Himmelslust vertreiben. Himmelan steht nur mein Sinn, bis ich in dem Him⸗ mel bin. B. Schmolck, 1 1737. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛc. 255 Wos hinket ihr betrognen Seelen noch immerhin auf jeder Seit? Fällts euch zu schwer, das zu erwählen, was euch des Himmels Ruf anbeut? O sehts mit offnen Augen an und brecht hin⸗ durch auf schmaler Bahn. 2. Bedenkt, es sind nicht Kaiserkronen, nicht Reichtum, Ehr und Lust der Welt, womit euch Gott will ewig lohnen, wenn euer Kampf den Sieg erhält: Gott selbst ists und die Ewigkeit, voll Lust und Ruh, voll Selig⸗ keit. 3. Es gilt hier nur ein ganzes Leben, Gott krönet kein geteiltes Herz; wer Jesu sich nicht recht ergeben, der macht sich selber Müh und Schmerz und träget zum verdienten Lohn hier Nr. 255 Wiedergeburt und Heiligung. 17⁴ Unruh, dort die Qual de— von. 4. Wer aber mit Gebe und Ringen auf ewig allen Abschied gibt und Gott, da Herrn, von allen Dingen vn Herzen und allein nur lich der wird der Krone wert g⸗ schätzt und auf des Könih Stuhl gesetzt. 5. Zerreißt doch die ge legten Schlingen, die ei in diesem schönen Lauf vn hindern und zum Säumn bringen, und rafft euch ha von neuem auf! Auf, au verlaßt die falsche Rü Auf, auf, es geht dem Hin mel zu! 6. Die Allmacht scch euch zur Seiten; die Wei heit hält bei euch die Wah die Gottheit selber will eh leiten, folgt nur mit trau⸗ Schritten nach. Wie manth hat nicht diese Hand sh durchgeführt ins Vaterlash 7. Nur spart es n auf andre Zeiten, ihr h schon jetzo viel versäumt; mehrt euch selbst die Sch rigkeiten, wenn ihr das f Heut verträumt. Eilt, eil denn die Gnadenzeit fü pfeilgeschwind zur Ewigkeit 8. Eilt, faßt einander den Händen! Seht, wi! unser Ziel so nah! Wie u wird unser Kampf sich eihe da steht dann unser 4 254 auf u nach,! und S mel a ihm n er ists schafft. 2. sagen, und mit Fl 11 de er K und erteilt. 3. ihm i arm:! ist un Unser werke. helfen mel ur 4. will u so drir euch, t Mag stürmer Geduld Weg z 17⁴ e Qual do⸗ rmit Gebe fewig allen ud Gott, du Dingen von in nur lieht rone wert ge des König doch die ge n, die eil ien Lauf ven um Säume afft euch hu f! Auf, au falsche R eht dem Hin macht sth. 1; die Wah ich die Wah lber will el ir mit treuh Wie manch⸗ Hand seh 5 Vaterlash art es n iten, ihr h versäumt i st die Schu ihr das si t. Eilt, adenzeit si zur Ewigklei zt einander Seht, wit u0sch e mpf sich eme Hunser din 17⁵ Nachfolge Christi. da: der führt uns ein zur stillen Ruh und urteilt uns das Kleinod zu. L. F. F. Lehr, 4 1744. Mel. Ach, was soll ich Sünder machen ꝛe. 2 56 Af, ihr Streiter, durchgedrungen, auf und folgt dem Heiland nach, der durch Marter, Tod und Schmach sich zum Him⸗ mel aufgeschwungen! Ringt ihm nach in seiner Kraft; er ists, der den Sieg ver⸗ schafft. 2. Kein Erlöster müsse sagen, ihm gebreche Kraft und Mut zu dem Kampf mit Fleisch und Blut. Alles soll der Jünger wagen, weil der Herr die Wunden heilt und den Schwachen Kraft erteilt. 3. Sind wir schwach: bei ihm ist Stärke; sind wir arm: der Herr ist reich; wer ist unserm Führer gleich? Unser Gott tut Wunder⸗ werke. Sagt, ob der nicht helfen kann, dem die Him⸗ mel untertan? 4. Ja, Gott kann und will uns schirmen. Drum, so dringet mutig ein; schämt euch, träg und feig zu sein! Mag es drohen, mag es sürmen: nur durch Müh, Geduld und Streit führt der Weg zur Seligkeit. Nr. 256, 25 5. Nun, so wachet, kämpft und ringet, bleibet wacker im Gebet, bis ihr auf der Höhe steht, wo der Sieg die Fahne schwinget! Ist der Erde Werk getan, hebt des Himmels Sabbat an. Nach J. S. Buchka, 1 1752. Mel. Jesus, meine Zuversicht ꝛc. 2 57 Seele, was ermüdst du dich in den Dingen dieser Erden, die doch bald verzehren sich und zu Staub und Asche werden? Suche Jesum und sein Licht; alles andre hilft dir nicht. 2. Sammle den zerstreuten Sinn, laß ihn sich zu Gott aufschwingen, richt ihn stets zum Himmel hin, laß ihn in die Gnad eindringen. Suche Jesum und sein Licht; alles andere hilft dir nicht. 3. Oft verlangst du Trost und Ruh, dein betrübtes Herz zu laben; eil der Lebens⸗ quelle zu, da kannst du sie reichlich haben. Suche Jesum und sein Licht; alles andre hilft dir nicht. 4. Geh in Einfalt stets einher; laß dir nichts das Ziel verrücken; Gott wird aus dem Liebesmeer dich, den Kranken, wohl erquicken. Suche Jesum und sein Licht; alles andre hilft dir nicht. 5. Du bist ja ein Hauch aus Gott und aus seinem Geist geboren, bist erlöst durch Nr. 258 Wiedergeburt und Heiligung. 176 durch Christi Tod und zu seinem Reich erkoren. Suche Jesum und sein Licht; alles andre hilft dir nicht. 6. Schwinge dich fein oft im Geist über alle Himmels⸗ höhen; laß, was dich zur Erde reißt, weit von dir entfernet stehen. Suche Jesum und sein Licht; alles andre hilft dir nicht. 7. Nahe dich dem lautern Strom, der vom Thron des Lammes fließet und auf die, so keusch und fromm, sich in reichem Maß ergießet. Suche Jesum und sein Licht; alles andre hilft dir nicht. 8. Laß dir seine Majestät immerdar vor Augen schwe⸗ ben; laß mit brünstigem Ge⸗ bet sich dein Herz zu ihm er⸗ heben. Suche Jesum und Dir Licht; alles andre hilft ir nicht. 9. Sei im übrigen ganz still, du wirst schon zum Ziel gelangen; Hande, daß sein Dr stillen werde dein Verlangen. Drum such Je⸗ sum und sein Licht; alles andre hilft dir nicht. J. G. Wolf, 1 1754. Mel. Valet will 0 dir geben ꝛc. 2 5 In unsers Königs Namen betreten wir die Bahn; so viele von ihm stammen, o schließt euch freudig an! Wir ziehn zum Friedenslande, ein Herz, ein Leib, ein Geist. Wohl dem, der alle Bande voll Helden⸗ mut zerreißt! 2. Der Weg ist schmal, doch eben und führt zur Seligkeit; die Straße dort daneben ist zwar bequem und breit, doch wer sie geh, muß sterben, an ihrem Ende droht ein ewiges Verderben, J00 Zorn und Qual und 0 Wir folgen deinem Locken, du ewig treuer Freund! Wer könnte sich verstocken? Du hasts so gut gemeint! Wir 2. abgeschieden, und eh es geht zur Rast, trägt jeder still zu⸗ frieden sein Kreuz und seine Last. 4. Der große Hirt der Herde geht seinem Volt voran; sein Allmachtswort: „es werde!“ bereitet selbst die Bahn; es lähmt er⸗ zürnten Feinden Herz Zunge, Fuß und Hand. müpft zwischen frommen Freunden der Liebe Bruder⸗ band. 5. So wandeln wir ent⸗ schlossen dem Himmelsführer nach und dulden unver⸗ drossen und tragen seine Schmach und flehn im 10 stern Tale: O Jesu, st uns bei und mach im Hoch⸗ zeitssaale bald alles, alles neul 17⁷ 6. schimme einst sck Leib ze tenbau Sonn Pilger glänzt des gro 7 Fromme und B geklomn Heldenn unser Tod un net uns der Lieb Mel. Zeu 259 der Ab es ist dieser stärket Ewigkeit einer Kr ist das 2. Es reuen d pfad; n Waen, hat. 58 trauet de Hesichten lichte fest S aufs bes Leib 1 — —. 17⁰ Bohl dem, ll Helden⸗ ist schmal, führt zur raße dort bequem r sie geht, jrem Ende Verderben, Qual und n deinem ig treuer önnte sich hasts so r wandern eh es geht er still zu⸗ und seine Hirt der iem Volt lachtswort: eitet selbst lähmt er⸗ nHerß nd Hand, frommen de Bruder⸗ nwir ent⸗ melsführer en unver⸗ gen seine jn im 10 Jesu, stch im Hoch⸗ lles, alles 6. Seht, wie die Krone scsimmert, die unser Haupt einst schmückt! Und wird der Leib zertrümmert, der Wel⸗ tenbau zerstückt, erlöschen Sonn und Sterne: kein Pilger werde matt! Dort glänzt uns schon von ferne des großen Königs Stadt. 7. Hinan, hinan, ihr Frommen, es koste Schweiß und Blut! Hinan, hinan geklommen, mit wahrem Heldenmut! Bald hebt uns unser Sehnen hoch über Tod und Grab; bald trock⸗ net unsre Tränen die Hand er Liebe ab. J. L. Frickert, 4 1766. Mel. Zeuch ein zu deinen Toren ꝛc. 259 Kommt, Brüder, laßt uns gehen, der Abend kommt herbei; es ist gefährlich stehen in dieser Wüstenei. Kommt, stärket euern Mut, zur Ewigkeit zu wandern, von einer Kraft zur andern, es ist das Ende gut. 2. Es soll uns nicht ge⸗ reuen der schmale Pilger⸗ pfad; wir kennen ja den Treuen, der uns gerufen hat. Kommt, folgt und mauet dem; ein jeder sein Hesichte mit ganzer Wendung richte fest nach Jerusalem. 3. Schmückt euer Herz aufs beste und mehr als deib und Haus; wir sind —. Nachfolge Christi. Nr. 259 hier fremde Gäste und ziehen bald hinaus. Wir gehn ins Ewge ein; mit Gott muß unser Wardel im Himmel unser Wandel und Herz und alles sein. 4. Kommt, Brüder, laßt uns gehen; der Vater gehet mit! Er selbst will bei uns stehen in jedem sauern Tritt. Das Aug dahin gekehrt, wo seine Liebe winket und dem, der folgt und sinket, den wahren Ausgang lehrt. 5. Kommt, Brüder, laßt uns wandern; wir gehen Hand in Hand; eins freuet sich am andern in diesem fremden Land. Kommt, laßt uns kindlich sein, uns auf dem Weg nicht streiten; die Engel selbst begleiten als Brüder unsre Reihn. 6. Und sollt ein Schwacher fallen, so greif der Stärkre zu; man trag, man helfe allen, man pflanze Fried und Ruh. Kommt, schließt euch fester an! Ein jeder sei der kleinste, doch wohl auch gern der reinste auf unsrer Pilgerbahn. 7. Kommt, laßt uns mun⸗ ter wandern; der Weg nimmt immer ab; ein Tag, der folgt dem andern; bald fällt das Fleisch ins Grab. Nur noch ein wenig Mut, nur noch ein wenig treuer, von allen Dingen freier, gewandt zum ewgen Gut! Nr. 260, 261 Wiedergeburt u. Heiligung. 17³ 8. Es wird nicht lang mehr währen; harrt noch ein wenig aus! Es wird nicht lang mehr währen, so kommen wir nach Haus; da wird man ewig ruhn, wenn wir mit allen From⸗ men heim zu dem Vater kommen; wie wohl, wie wohl wirds tun! 9. Drauf wollen wirs denn wagen, es ist wohl wagenswert, und gründlich dem absagen, was auf⸗ hält und beschwert. Welt, du bist uns zu klein! Wir gehn durch Jesu Leiten hin in die Ewigkeiten; es soll nur Jesus sein. G. Tersteegen, 1 1769. Mel. Herzlich tut mich ver⸗ langen ꝛc. 260 ch soll zum Leben N dringen, für welches Gott mich schuf, soll nach dem Himmel ringen, das, das ist mein Beruf! In einer Welt von Sünden e ich nur ihm mich weihn, ie fliehn, sie überwinden, und dann erst selig sein. 2. Und wenn der Pilger Gottes der Sünder Lust verschmäht, wenn er, trotz ihres Spottes, auf seinem Pfade geht; was wird ihm nicht zum Lohne, wenn er die kurze Zeit getreu war! Welche Krone! Welch eine Seligkeit! 3. O Herr, auch mich verlanget, dein treues Kind zu sein, und meine Seele hanget doch nicht an dir allein; ich weiß, ich werde sterben und liebe doch die Welt; o Herr, welch ein Verderben, das mich ge— fangen hält! 4. Entsagt hab ich dem Bösen, und doch wird es vollbracht; ach, wer wird mich Nactt aus dieses Todes Nacht! Ich lasse nach, zu ringen, und doch istz mein Beruf: ich soll zum Leben dringen, zu welchem Gott mich schuf. 5. Dir seufz ich anzu⸗ hangen, Erbarmer, dit allein! Du hast es ange⸗ fangen, das gute Wer ist dein! Vollende, Gotz vollende, was mir dein Wort verheißt; in deine Vaterhände befehl ich mei nen Geist. J. A. Cramer, 1 178 Mel. Jesu, meines Lebens Leben 2. 261 U'se Wandel is im Himmael Köstlich Wort, wie strömef du mir, umringt vom Well getümmel, Mut und siüß Hoffnung zul Jeder Fuß tritt, den ich tue, brings mich dem Land der Ruh näher, immer näher i Wort, wie hoch erfreuest dul 179 2. Brüder werte eure H immer blicket schon e so wa wir ere 3. ger m. seid nie Zwecks kampft stehn Stürme Nebel, faßt ni Lohn. . gesehen, höret l hier zu wunden Gott d tapfer drum Bahn, voran. 5. 1 Himmel strömest vom und süß mein G chon Schimm Schritte ist mein 17⁸ auch mich eues Kind eine Seele t an dir ich werde doch die welch ein mich ge— b ich dem wird 6s wer wird us dieses lasse nach doch ists soll zum zu welchen ich anzu⸗ mer, dit es ange⸗ zute Werl ude, Gott mir dein in deine lKich mei— amer, 4 178 les Lebens Wandel i Himmell vie strömes vom Well und süß Jeder Fuß ue, bringgt der Ruhh näher z erfreuest dul 179 Nachfolge Christi. 2. Haltets fest, ihr teuren Brüder, haltets fest, dies werte Wort! Nichts schlag eure Hoffnung nieder, wallet immer mutig fort! Mutig blicket hin zum Ziele; viele schon ergriffens, viele! Wir, so wahr es Gott verhieß, wir ergreifens auch gewiß. 3. Nur, wie fromme Pil⸗ ger müssen, bleibet wacker, seid nie laß! Stets des hohen Zwecks beflissen, wacht und kämpft ohn Unterlaß! Feinde stehnh an euren Wegen, Stürme toben euch entgegen, Nebel, Klüfte, Felsen drohn; faßt nur Mut, groß ist der Lohn. 4. Was kein Auge je gesehen, was kein Ohr ge⸗ höret hat, was kein Herz hier zu erflehen je sich unter⸗ wunden hat: das, das hat Gott dem bereitet, der hier tapfer kämpft und streitet; drum perlapt nicht eure Bahn, Jesus selbst ging euch voran. 5. Unser Wandel ist im Himmel! Köstlich Wort, wie strömest du mir, umringt vom Weltgetümmel, Mut und süße Hoffnung zu! Auf, mein Geist, ermüde nimmer; chon seh ich des Zieles Schimmer. Wenig, wenig Schritte noch: und getragen ist mein Joch. J. Ch. Fröbing, 1 1805. Nr. 262 Mel. O Ewigkeit, du Donner⸗ wort ꝛc. 262 Gete der du Herzenskenner bist, Herr, dem die Falschheit Greuel ist und jede Lüg Verbrechen; kein Wort spricht je ein falscher Mund, das dir, Allwissender, nicht kund; du, Heiliger, wirsts rächen! Laß jederzeit mein Ja und Nein, wies Christen ziemt, aufrichtig sein! 2. Und wenn ich schwörend vor dir steh, dir in dein heilig Antlitz eb die Hand zum Himmel hebe, wenn ich zum Zeugen feierlich anrufe, Hocherhaͤhner, dich, durch den ich bin und lebe: dann sei von Trug und Heuchelei mein Herz und meine Zunge frei. 3. Wenn Frevler dich auch da noch schmähn und frech mit Lügen vor dir stehn, dann laß mein Herz erschrecken! Weh dem, der Gott und Gottes Macht zum Siegel seiner Bosheit macht, sie vor der Welt zu decken! Herz, schau den Gott mit Zittern an, der Seel und Leib verderben kann. 4. Gott, wenn du nicht mein Gott mehr bist, dein Sohn nicht mehr mein Heiland ist, dein Himmel nicht mein Erbe; wenn mich beim Leiden dieser Zeit kein Trost vom Himmel mehr erfreut, erfreut, kein Trost mehr, wenn ich sterbe; wenn Gott und Jesus nicht mehr mein: — dann besser, nie geboren sein! 5. Nein, Ehre nicht, nicht Gut und Geld, kein Fürsten⸗ tum und keine Welt soll mich so weit verführen; um alle Leiden dieser Zeit will ich doch Gott und Seligkeit mutwillig nicht verlieren! Wie klein mein Glück auch immer sei: nur Gott und reines Herz dabei. 6. Gott, lehre mich bei jedem Eid aus Furcht vor deiner Heiligkeit die Wahr⸗ heit treulich Dr Be⸗ schwör ich aber Amt und Pflicht, so laß mich auch im kleinsten nicht die teure 6te brechen! Auch dir, Bott, schwur ich treu zu sein, erhalt mich ewig, ewig dein. J. K. D. Bickel, 4 1809. Mel. Gott des Himmels ꝛe. 263 Hn das Wort voll Ernst und Liebe, das zu euch der Hei⸗ land spricht, hörts und prüft des Herzens Triebe bei des Wortes hellem Licht! Was der Mund des Herrn gebeut, das ist eure Seligkeit. 2. Nicht aus Sinais Ge⸗ wittern donnert hier des Herrn Gebot, daß die Herzen bang erzittern, weil es Zorn und Strafe droht; selig Nr. 263 Wiedergeburt und Heiligung 18⁰ preisend tut sein Mund euch den Sinn des Vaters kund. 3.„Selig sind die geist⸗ lich Armen, denn das Him⸗ melreich ist ihr! Ihnen öffnet voll Erbarmen Gott der ewgen Gnade Tür; da wird ohne Maß gewährt, was ihr sehnend Herz begehrt.“ 4.„Selig sind, die Leid empfinden schmaler Bahn! Ihre Trau⸗ rigkeit wird schwinden, reicher Trost wird sie umfahn; denn sie wirkt zur Seligkeit Reue, welche nie gereut.“ 5.„Selig sind, die sanf⸗ ten Mutes und in Demut milde sind! Sie erfreuen sich des Gutes, das kein Trot und Streit gewinnt. Durch der Sanftmut stille Macht wird das Schwerste leicht vollbracht.“ 6.„Selig sind, die hier mit Schmachten dürsten nach Gerechtigkeit, die nach Gottes Reiche trachten, nicht nach Gütern dieser Hen Wo der Born des Lebens auf des Lebens quillt, wird ihr Seelendurst gestillt.“ 7.„Selig sind, die voll Erbarmen Leiden sehn und den Schwa⸗ chen, Kranken, Armen freu⸗ dig eilen beizustehn! Noch vor Gottes Thron erfreut einst auch sie Barmherzigkeit.“ 8.„Selig sind die reinen Herzen, die nicht Sünd——— auf der Brüder 181 Welt schnöder Einst i Kränkun haß m für Ver Trifft si Spott, sie Gott 10. Herechte folgung, Herrn jum To Groß i Thron Lohn.“ . Licht de Wahrhei durch eu euer Va Ob der sein Gel steht.“ Mel. Val 264 nichts da zeigt den uhin di Wer lei. wenn es Ber füh 18⁰ Mund euch tters kund: die geist⸗ das Him⸗ Ihnen men Gott Tür; da währt, was begehrt.“ „die Leid es Lebens Ihre Trau⸗ den, reicher umfahn; r Seligkeit jereut.“ „die sanf⸗ in Demut rfreuen sich kein Trotz nt. Durch ille Macht rste leicht „ die hier dürsten die nach hten, nicht eser Hen es Lebens Seelendurst „ die voll r Brüder en Schwa⸗ men freu⸗ jn! Noch in erfreut herzigkeit!“ die reinen Sünd und Well 181 Nachfolge Christi. Welt umstrickt, die mit schnöder Lust nicht scherzen, weil nur Heilges sie entzückt! Einst im reinen Himmels⸗ licht schaun sie Gottes Ange⸗ sicht.“ 9.„Selig sind, die Frie⸗ den bringen, Schuld und Kränkung übersehn, Feindes⸗ haß mit Huld bezwingen, für Verfolger segnend flehn! Trifft sie auch der Menschen Spott, seine Kinder nennt sie Gott.“ 10.„Selig sind, die als Gerechte dulden Kreuz, Ver⸗ folgung, Schmach, als des Herrn getreue Knechte bis jum Tod ihm folgen nach! Groß ist dort vor Gottes Thron seiner Ueberwinder Lohn.“ II.„Seid ein Salz, ein Licht der Erde, laßt der Wahrheit Früchte sehn, daß durch euch verherrlicht werde euer Vater in den Höhn. Ob der Erdball untergeht, sein Gebot, sein Wort be⸗ steht.“ K. L. Garve, 4 1841. Rel. Valet will ich dir geben ꝛc. ö 26 4 Nus irdischem Ge— ö tümmel, wo nichts das Herz erquickt, wer daht den Weg zum Himmel, dahin die Hoffnung blickt? er leitet unser Streben, wenn es das Ziel vergißt? Wer führt durch Tod zum Nr. 264, 265 Leben? Der Weg heißt Jesus Christ. 2. Hier irren wir und fehlen, gehüllt in tiefe Nacht; durch wen wird unsern Seelen ein wahres Licht ge⸗ bracht? Von oben kommt die Klarheit, die alles uns erhellt, denn Christus ist die Wahrheit, er ist das Licht der Welt. 3. Wer gibt uns hier schon Freuden, die niemand rauben kann? Wer zeiget uns im Leiden den Himmel aufgetan? Wenn vor dem Tod wir beben, wer gibt dem Herzen Ruh? Heil! Christus ist das Lepen, führt uns dem Vater zu. K. J. Aschenfeld, 4 1856. Mel. Valet will ich dir geben ꝛc. s kennt der Herr 265 E die Seinen und hat sie stets gekannt, die Großen und die Kleinen in jedem Volk und Land; er läßt sie nicht verderben, er führt sie aus und ein; im Leben und im Sterben sind sie und bleiben sein. 2. Er kennet seine Scharen am Glauben, der nicht schaut und doch dem Unsicht⸗ baren, als säh er ihn, ver⸗ traut; der aus dem Wort gezeuget und durch das Wort sich nährt und vor dem Wort sich beuget und mit dem Wort sich wehrt. 3. Er kennt sie als die Seinen an ihrer Hoffnung Mut, die fröhlich auf dem Einen, daß er der W ist, ruht; in seiner ahrheit Glanze sich sonnet frei und kühn die wunderbare Pflanze, die immerdar ist grün. 4. Er kennt sie an der Liebe, die seiner Liebe Frucht und die mit lauterm Triebe ihm zu gefallen sucht; die andern so begegnet, wie er das Herz bewegt; die segnet, wie er segnet, und trägt, wie er sie trägt. 5. So kennt der Herr die Seinen, wie er sie stets gekannt, die Großen und die Kleinen in jedem Volk und Land: am Werk der Gnaden⸗ triebe durch seines Geistes Stärk, an Glauben, Hoffnung, Liebe, als seiner Gnade Werk. 6. So hilf uns, Herr, zum Glauben, und halt uns fest dabei; laß nichts die Hoffnung rauben; die Liebe herzlich sei! Und wird der Tag erscheinen, da dich die Welt wird sehn, so laß uns als die Deinen zu deiner Rechten stehn! K. J. Ph. Spitta, 4 1859. Mel. O Durchbrecher aller Bande ꝛc. 266 leibt bei dem, der euretwillen auf die Erde nieder kam, der, um euren Schmerz zu stillen, Nr. 266, 267 Wiedergeburt u Heiligung. 18² tausend Schmerzen auf sich nahm! Bleibt bei dem, der einzig bleibet, wenn auch alles Endrehl der, wenn alles auch zerstäubet, siegend überm Staube steht. 2. Alles schwindet, +* brechen, denen ihr euch hier ergabt, und der Mund Hon auf zu sprechen, der euch oft mit Trost gelabt, und der Arm, der euch zum Stabe und zum Schilde ward, er⸗ starrt, und das Auge schla im Grabe, das euch sorgsan einst bewahrt. 3. Alles stirbt, das Irdsche findet in dem Irdischen sein Grab; alle Lust der Well verschwindet und das Hen stirbt selber ab. Irdsches Wesen muß verwesen, irdsche ri muß ich 1omn irdse dshe B Fessel muß sich lösen irdsche Blüte muß verblühn 4. Doch der Herr steht überm Staube alles Irdischer und spricht: stütze dich. mich und glaube, hoffe, lieb! und fürchte nicht! Darun bleibt bei dem, der bleibe! und der geben kann, wal bleibt, der, wenn ihr euc ihm verschreibet, euch inz Buch 1 Lebens schreibt. J. Ph. Spitta, 4 1800 Mel. O Durchbrecher aller Banden 267 Volt des Herrn du hast hienit den einen langen, schwen Strei 183 Streit guten du auf du dick lennst du de Glaube stehn! ühter unterge hast hi schwere suche k bösen deines Rreuz diesem Schmac ich bitt, nicht f und Ge erfreut und Hi wenn haben, mein H 182 en auf sich ei dem, det wenn auoch der, wenn ubet, siegend eht ndet, Herzen hreuch hier Mund hon , der euch gelabt, und h zum Stabe e ward, er⸗ Auge schläst uch sorgsan das Irdsche rdischen sein tder Well das Her ). Irdsches vesen, irdsche verglühn, 6j sich lösen, iß verblühn. Herr steht les Irdische tze dich au „hoffe, lich. hti Darun der bleibe kann, wal in ihr euch euch inz schreibt. Spitta, 4 180 aller Banden des errn hast hieniz n, schwernn Stre 183 Liebe. Streit; Kämpfe sind dir hier beschieden, Friede in der Ewigkeit. Lege an die rechte Wehre, stehe auf dem ewgen ure daß dir Sieg und Heil eschere er, der Heiland Praels! 2. Träumest du von guten Tagen, oder wachst du auf zum Streit? Wiegst du dich in alten Sagen, oder kennst du deine Zeit? Hörest du den Ruf der Wächter: Glaubet ihr, so bleibt ihr stehn! Aber wehe dem Ver⸗ ächter, denn sein Trost wird untergehn! 3. Volk des Herrn! du hast hienieden einen langen, schweren Streit; nun, so suche keinen Frieden in der bösen Zeitlichkeit. Führe deines Gottes Kriege; Jesu Kreuz ist das Panier, unter Schu Zeichen siege! Seine mach ist deine Zier! S. Preiswerk, 1 1871. 1½ H Liebe. zlich lieb hab 268 Heuh dich o Her ich bitt, wollst sein von mir nicht fern mit deiner Hilf und Gaben! Die ganze Welt erfreut mich nicht, nach Erd und Himmel frag ich nicht, wenn ich nur dich kann haben, und wenn mir gleich mein Herz zerbricht, bist du Nr. 268 doch meine Zuversicht, mein Trost und meines Herzens ih 19 5.s Wunden ich werd heil. Herr Jesu Christ, mein Gott und Herr, mein Gott und Herr, in Schanden laß mich nimmer⸗ mehr! 2. Es ist ja dein Geschenk und Gab mein Leib und Seel und was ich hab in diesem armen Leben; damit ichs brauch zum Lobe dein, zu Nutz und Dienst des Nächsten mein, wollst deine Gnad mir geben! Behüt mich, Herr, vor falscher Lehr, des Satans Mord und Lügen wehr; in allem Kreuz erhalte mich, auf daß ichs trag geduldiglich! Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, tröst mir mein Seel in Todesnot! 3. Ach, Herr, laß dein lieb Engelein am letzten End die Seele mein in Abrahams Schoß tragen, den Leib in sein'm Schlafkämmer⸗ lein gar sanft ohn einge Qual und Pein ruhn bis zum jüngsten Tage; alsdann vom Tod erwecke mich, daß meine Augen sehen dich in aller Freud, o Gottessohn, mein Heiland und mein Gnadenthron! Herr Jesu Christ, erhöre mich, erhöre mich! Ich will dich preisen ewiglich! Mart. Schalling, 4 1608. 269 9 Wie schön leuchtet der Morgen⸗ stern, voll Gnad und Wahr⸗ heit von dem Herrn, aus Juda aufgegangen! Du Davids Sohn aus Jakobs Stamm, du Gottessohn und Gotteslamm, erfüllst mich mit Verlangen, lieblich, freundlich, schön und mächtig, groß und prächtig, reich an Gaben, über alles hoch er⸗ haben. 2. O meine Perl, du werte Kron, Sohn Gottes und Marien Sohn, ein hoch⸗ geborner König! Du meines Herzens schönste Blum, dein süßes Evangelium ist lauter Milch und Honig. Jesu, Jesu, Hosianna! Himmlisch Manna, das wir essen, deiner kann ich nicht vergessen. 3. Geuß sehr tief in mein Herz hinein, du helles Licht und Himmelsschein, die Flamme deiner Liebe, und stärk mich, daß ich ewig bleib an deinem auserwählten Leib ein Glied voll Lebenstriebe. In dir laß mir ohn Auf⸗ hören sich vermehren Lieb und Freude, daß uns selbst der Tod nicht scheide. 4. Von Gott kommt mir ein Freudenschein, wenn mich die heilgen Augen dein so mildiglich anblicken. O Jesu, du mein trautes Gut, dein Wort, dein Geist, dein Leib Nr. 269 Wiedergeburt und Heiligung. 184 und Blut mich innerlich er⸗ quicken! Tröst mich freund⸗ lich, hilf mir Armen aus Erbarmen, hilf in Gnaden! Auf dein Wort komm ich geladen. 5. Gott Vater, o mein starker Held, du hast mich ewig vor der Welt in deinen Sohn geliebet; dein Sohn hat mich ihm selbst ver⸗ traut, auf ihn mein Hers mit Freuden schaut, 121 mich auch nichts betrübet. Heil mir, Heil mir! Himm⸗ lisch Leben mir dort oben; ewig soll mein Herz ihn loben. 6. Spielt unserm Gott mit Saitenklang und laͤßt den süßesten Gesang ganz freudenreich erschallen; ich will mit meinem Jesus Christ, der mir mein eins und alles ist, in steter Liebe wallen. Singet, klinget, ju⸗ bilieret, triumphieret, dankt dem Herren; groß ist der König der Ehren. 7. Wie freu ich mich Herr Jesu Christ, daß du der erst und letzte bist, der Anfang und das Ende! Du wirst mich einst zu deinem Preis aufnehmen in dein 18⁵ Mel. 270 Ziel, d mein soll seit zu grü wahr, f eilger Grund, winden. 2. 6 Pothelfe nichts e — + wird er geben Mann, dem nie wird de teil, un treue Kr gestorber 3. A laßt all. Heil bege und kein Heil ge all Stun sucht ihr wird sein lich ehret Paradeis, drauf faß ich dent un Hände. Amen, Amen! komm, du schöne Freudenkrone, bleib! nicht lange; deiner wart ihU mit Verlangen. Ph. Nikolai, 4 1008 2 mein Fr Herr Jef u nick lb du Vort m nein Eh lc, an läuben. 184 innerlich er⸗ nich freund⸗ Armen aus in Gnaden! komm r, o mein hast mich t in deinen dein Sohn selbst ver⸗ mein Herz haut, drum 3betrübet. ir! Himn⸗ d er geben ewig soll ben. iserm Gott und laßt esang ganz hallen; ich iem Jesus mein eins steter Liebe klinget, ju⸗ ieret, dankt oß ist der ich mich st, daß du te bist, der Ende! Du zu deinem 1 in dein aß ich dein men! komm krone, bleih ier wart ich kolai, 4 1008 185 Liebe. Mel. Es ist gewißlich an ber Zeit ꝛc. 57 uch, wer da 270 S.ch, ein ander giel, die Seligkeit zu finden; nein Herz allein bedacht sll sein, auf Christum sich zu gründen. Sein Wort ist wahr, sein Werk ist klar; sein heilger Mund hat Kraft und Grund, all Feind zu über⸗ winden. 2. Such, wer da will, Nothelfer viel, die uns doch nichts erworben; hier ist der Mann, der helfen kann, bei dem nie was verdorben. Uns wird das Heil durch ihn zu teil, uns macht gerecht der eue Knecht, der für uns ist gestorben. 3. Ach, sucht doch den, laßt alles stehn, die ihr das Heil begehret! Er ist der Herr und keiner mehr, der euch das Heil gewähret. Sucht ihn all Stund von Herzensgrund, sucht ihn allein; denn wohl wird sein dem, der ihn herz⸗ lich ehret. 4. Mein nein Ehr, dein Wort mich lh, an dich stets fest zu läuben. Nr. 270, 271 5. Wend von mir nicht dein Angesicht, laß mich in Kreuz nicht zagen; weich nicht von mir, mein höchste Zier, hilf mir mein Leiden tragen; hilf mir zur Freud nach die⸗ sem Leid, hilf, daß ich mag nach dieser Klag dir ewig dort Lob sagen. G. Weißel, 4 1635. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht 1. 271 einen Jesum laß ich nicht; weil er sich für mich ge⸗ geben, so erfordert meine Pflicht, unverrückt nur ihm zu leben; er ist meines Lebens Licht, meinen Jesum laß ich nicht. 2. Jesum laß ich ewig nicht, weil ich 1 auf Erden leben; ihm hab ich voll Zu⸗ versicht, was ich bin und hab, ergeben; alles ist auf ihn gericht, meinen Jesum laß ich nicht. 3. Laß vergehen das Ge⸗ sicht, alle Sinne mir ent⸗ weichen; laß das letzte Tages⸗ licht mich auf dieser Welt erreichen; wenn der Lebens⸗ faden bricht, meinen Jesum laß ich nicht. 4. Ich werd ihn auch lassen nicht, wenn ich nun dahin gelanget, wo vor sei⸗ nem Angesicht meiner Väter Glaube pranget; mich erfreut sein Angesicht, meinen Jesum laß ich nicht. 5. Nicht nach Welt, nach Himmel nicht meine Seel in mir sich sehnet; Jesum wünscht sie und sein Licht, der mich hat mit Gott ver⸗ söhnet und befreiet vom Ge⸗ richt; meinen Jesum laß ich nicht. 6. Jesum laß ich nicht von mir, geh ihm ewig an der Seiten; Christus läßt mich für und für zu den Lebens⸗ bächen leiten. Selig, wer mit mir so spricht: meinen Jesum laß ich nicht! Chr. Keymann, 1 1662. Mel. Komm, o komm, du Geist des Lebens ꝛc. 0 esus, Jesus, nichts 272 3m als Jesus soll mein Wunsch sein und mein Ziel! Jetzund mach ich ein Verbündnis, daß ich will, was Jesus will; denn mein Herz, mit ihm erfüllt, rufet nur: Herr, wie du willt. 2. Einer ist es, dem ich lebe, den ich liebe früh und spat: Jesus ist es, dem ich gebe, was er mir gegeben hat; ich bin in dein Blut verhüllt, führe mich, Herr, wie du willt. 3. Scheinet was, es sei mein Glücke, und ist doch zu⸗ wider dir, ach, so nimm es bald zurücke, Jil gib, was nützet mir; gib dich mir mein Jesu, mild; nimm mich dir, Herr, wie du willt. Nr. 272, 273 Wiedergeburt u. Heiligung. 106 157 4. Und vollbringe deinen uu 1 Willen in und an mir, o sch un mein Gott; deinen Willn hatte m laß erfüllen mich im eben md li Freud und Not, sterben a liht;! dein Ebenbild, Herr, wann sich gef wie und wo du willt. hab gese — 5. Sei auch, Jesu, stek 5. gepriesen, der du dich und pahre e viel dazu hast geschenkt ind Glanz mir erwiesen, daß ich fröh ih danl lich singe nu: mir geschehl wonne Gott, mein Schild, wie du und frei willt, Herr, wie du willtl ir, du ämilia Eli„ 4* 8 Schwarzburg-Rudoladt, du mich 6. Er! 273 Och will dich lieben Vmeine Statt Fuß in ich will dich lieben, meim r Zier; ich will dich lieber—9 mit dem Werke und immen ganz, di währender Begier; ich mil ganz dich lieben, schönstes Licht 7. bis mir das Herze bricht. meine 3 2. Ich will dich lieben,ieben mein Leben, als meinen alleh sieben at besten Freund; ich will dihh hohne lieben und erheben, so lang größten mir dein Glanz erscheinh Ishen ich will mit reiner Liebe mir das flamm dich lieben, Gotit lamm. 3. Ach, daß ich dich so sul dnz daß 10 Lacht cher Rl Nel. Kor u; daß ich nicht eher 0 dich unhe 300 110100 27⁴ und wahre Ruh! Es ist u Gotthei leid, ich bin betrübt, daß il de so spät geliebt. — ö 4. Ich lief verirrt und bringe deinn gar verblendet, ich suchte an mür 9 dich und fand dich nicht; ich inen Willn hatte mich von dir gewendet ch im Lebey, und liebte das geschaffne „sterben as lüäht; nun aber ists durch Herr, wann sich geschehn, daß ich dich willt. hab gesehn. Jesu, sts 5. Ich danke dir, du du dich un gahre Sonne, daß mir dein geschenkt und Glanz hat Licht gebracht; daß ich fröh ih danke dir, du Himmels⸗ mir gescheht vonne, daß du mich froh hild, wie dusund frei gemacht; ich danke du 90 dir 1 wahst Murd, daß beth, Gräfin du mich machst gesund. Anen 6. Erhalte mich auf deinen H..Stegen, und laß mich nicht ill dich lieben nehr irre gehn; laß meinen teine Starth zuß in deinen Wegen nicht lieben, mein sraucheln oder stille stehn; dich liebe erleucht mir Leib und Seele und immen ganz, du starker Himmels⸗ ier; ich wil glanz. dae brih.. Ich will dich lieben, ie duhn meine Krone, ich will dich dich lieben Heben, meinen Gott, dich meinen alle ieben auch bei Schmach und ich will dühhohne, auch in der aller⸗ ben, so lang hrößten Not; ich will dich iz erscheinieben, schönstes Licht, bis reiner Sueuir das Herze bricht. eben, Gotis J. Scheffler, 4 1677. ich dich so 0 Rel. Komm, o komm, du Geist chgelobte Lich des Lebens ꝛc. icht 3 mi⸗ Diebe, die du mich höchstes 00 27⁴ L zum Bilde deiner 54. Es istm Hottheit hast gemacht; Liebe, trübt, daß i. die du mich so milde nach 106 18⁷ Liebe. Nr. 274 dem Fall zurückgebracht; Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 2. Liebe, die du mich er⸗ koren, eh denn ich geschaffen war; Liebe, die du Mensch geboren und mir gleich wardst ganz und gar; Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 3. Liebe, die für mich ge⸗ litten und gestorben in der Zeit; Liebe, die mir hat er⸗ stritten ewge Lust und Selig⸗ keit; Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 4. Liebe, die du Kraft und Leben, Licht und Wahrheit, Geist und Wort; Liebe, die sich ganz ergeben mir zum Heil und Seelenhort; Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 5. Liebe, die mich hat gebunden an ihr Joch mit Leib und Sinn; Liebe, die mich überwunden und mein Herz hat ganz dahin; Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 6. Liebe, die mich ewig liebet, die für meine Seele litt; Liebe, die das Lösgeld gibet und mich kräftiglich vertritt; Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. — 7. Liebe, die mich wird entrücken aus dem Grab der Sterblichkeit; Liebe die mich 13 einst Nr. 275, 276 Wiedergeburt u. Heiligung. 189 189 einst wird schmücken mit der Taten, die ich fröhlich fang Kron der Herrlichkeit; Liebe, an, daß in seinem teurn dir ergeb ich mich, dein zu Namen alles glücklich sei und herrn bleiben ewiglich. Amen; so wird alles werde und ve J. Scheffler, 4 1677. gut, wenn nur Jesus Hilfe tut daß i⸗ 5. Jesus, meiner Jugend mein; Mel. Jesu, meines Lebens deben 1. Leiter von des Lebens M, sein. 27 5 Iâ esus schwebt mir beginn, wird auch sein mahh 2. in Gedanken, Trostbereiter, wenn ich al umfang Jesus liegt mir stets im und kraftlos bin; wenn sih Welt e Sinn, von ihm will ich krümmen meine Glieder Un schon nimmer wanken, weil ich hier die Lebenssonn geht nieden noch ne im Leben bin. Er ist meiner wenn verdunkelt mein Gs du haf Augen Weide, meines Herzens sicht: meinen Jesum laß iil da ich will i⸗ jetzo ur ä höchste Freude, meiner Seele nicht. men; i schönste Zier; Jesum lieb ich 6. Jesus soll in allg bist m für und für. Leiden mein getreuer M andern 2. Jesus funkelt mir im stand sein; nichts, nichts u 3. A Herzen, wie ein Stern mit mich von ihm scheiden; kein Wegen goldnem Schein; er vertreibt Angst und§H erzenspein, kein Güt; d mir Angst und Schmerzen, Trübsal, keine Schmers und Se⸗ er ist mein und ich bin sein. reißen ihn aus meinen Gemüt, Drum ergreif ich ihn mit Herzen; ob mir gleich do kreten,! Freuden, wenn ich soll von Herze bricht, laß ich dennoh mer hnmnen scheiden; er ist meines Jesum nicht. bist me Lebens Licht; Jesum laß ich„7. Jesu leben, Jesu sterbe andern W von mir nicht. Jesu einzig eigen sein m 3. Jesum will ich bei mir mit Jesu dorten erben: din faßt . haben, wenn ich gehe aus ist mein Gewinn allein. Yi at Un und ein; seines Geistes Trost will ich sein und bleibg neinem und Gaben ruhn in meines nichts, nichts soll mich. ch wä Herzens Schrein. Wenn ich ihm treiben; laß ich gle chue mich zur Ruh 260 oder Gut, Blut und Ehr: Jein Wrben! mich vom Schlaf erhebe, laß ich nimmermehr. M bist e bleibt doch Feus früh und Vor 10 spat meiner Seelen Schutz ö und Rat. Mel. Jesu, meines Lebens LebenO he ö 4. Jesum will ich lassen 276 J Jesu, meiner SA Lcht raten, der am besten raten Leben, meinsi—0 kann; er gesegne meine Herzens Hachn Freud,. meinen g. 188 189 fröhlich fu will ich mich ganz ergeben seinem teurn itzo und in Ewigkeit; meinen lüchlich seiul Herrn will ich dich nennen alles merde und vor aller Welt bekennen, desus Hilfe u daß ich dein bin und du neiner Jugen mein; ich will keines andern Lebens M—⸗ ein. auch sein men 2. Deine Güt hat mich wenn ich all umfangen, eh mich noch die in; wenn sil Welt empfing; du bist mir e Glieder un schon nachgegangen, als ich geht nieden noch nach dir nicht ging, und It mein O du hast mich aufgenommen, Jesum laß i da ich an das Licht gekom⸗ men; ich bin dein und du oll in i. Wiein ich will keines getreuer Ba andern sein. 18 nichts s 3. Auf der Kindheit wilden scheiden; kin Wegen folgte mir stets deine zenspein, kin Güt; deines Geistes Trieb e Schhmerzü und Segen regte mir oft mein aus meinen Gemüt, wenn ich etwa über⸗ ur gleich di treten, daß ich wiederkäm mit ich dennoh Beten; ich bin dein und du aß ich 2n ů ̃ 5 0 b ich will keines andern sein. hein un 4. Ach, wie oft hat meine erben: d Jugend deine Gnadenhand n allein. Il gefaßt, wenn die Frömmig⸗ und bleibg kit und Tugend war in soll mich zu Meinem Sinn verhaßt. Ach, daß ich gla ich wäre längst gestorben 5Ehr: Iisn ohne dich und längst ver⸗ 205 dorben! Ich bin dein und mehr.. du bist mein; ich will keines Vor Iansandern sein. 4 5. Ja, in meinem ganzen merner Leben hat mich stets dein . Eii Licht geführt; du hast, was Leben, l hab, gegeben, du hast e Freud, u neinen Lauf regiert; deine Liebe. Nr. 277 Güt, die täglich nahret hat mich immerdar ernähret; ich bin dein und du bist mein; ich will keines andern sein. 6. Irr ich, sucht mich deine Liebe, fall ich, hilfet sie mir auf; ist es, daß ich mich betrübe, stärkt sie mich in meinem Lauf; bin ich arm, sie gibt mir Güter; schlaf ich ein, sie ist mein Hüter; ich bin dein und du bist mein; ich will keines andern sein. 7. Dein Geist zeiget mir das Erbe, das mir droben beigelegt; ich weiß, wenn ich heute sterbe, wo man meine Seel hinträgt; zu dir, Jesu, in die Freude, daß mich nichts mehr von dir scheide! Ich bin dein und du bist mein; ich will keines andern sein. 8. Drum ich sterbe oder lebe, bleib ich doch dein Eigentum; dir allein ich mich ergebe, du bist meiner Seelen Ruhm, meine Zu⸗ versicht und Freude, meines Herzens Trost im Leide; ich bin dein und du bist mein; ich will keines andern sein. Ch. Scriver, 4 1698. 277 ins ist not, ach, Herr, dies eine lehre mich erkennen doch! Alles andre, wies auch scheine, ist ja nur ein 13* schweres 7 schweres Joch, darunter das Herze sich naget und plaget und dennoch kein wahres Ver⸗ gnügen erjaget. Erlang ich dies eine, das alles ersetzt, so werd ich mit einem in allem ergötzt. 2. Seele, willst du dieses finden, suchs bei keiner Krea⸗ tur; laß, was irdisch ist, da⸗ hinten, schwing dich über die Natur. Wo Gott und die Menschheit in Einem vereinet, wo alle vollkommene Fülle erscheinet, da‚, da ist das beste, notwendigste Teil, mein ein und mein alles, mein seligstes Heil. 3. Darum ist auch mein Verlangen, liebster Jesu, nur bei dir; laß mich treulich an dir hangen, schenke dich zu eigen mir. Wie viele dich auch mit der Menge ver⸗ 915 so will ich in Liebe dich dennoch umfassen; denn dein Wort, o Jesu, ist Leben und Geist, der einzig den Weg uns zur Seligkeit weist. 4. Aller Weisheit höchste Fülle in dir ja verborgen liegt; gib nur, daß sich auch mein Wille fein in solche Schranken fügt, worinnen die Demut und Einfalt regieret und mich zu der Weisheit, die himmlisch ist, führet. ich nur Jesum weiß. so Ach, wenn ich recht kenne und Nr. 277 Wiedergeburt und Heiligung. 19 hab ich der Weisheit un kommenen Preis. 5. Nichts kann ich un Gott ja bringen, als m dich, mein höchstes O Jesu, es muß mir gelingn durch dein heilig teures YA Die höchste Gerechtigeh ist mir erworben, da du i am Stamme des Kreu gestorben; da hab ich g Kleider des Heiles erlan worinnen mein Glaube i 191 gesetzt. also me wenn i immer alleine alles s. wie ich Ewigkeit prangt. an 6. Nun so gib, daß moh 2— Seele auch nach dein Söcht Bild erwacht; du bit Pßhte⸗ den ich erwähle, mir z h Heiligung gemacht. W 705 ů dienet zum göttlichen Wans es m und Leben, ist in dir, m es ein 2610 nch aer gegebn entreiße mich aller vergäh lichen Lust; dein Leben 278 Jesu, mir einzig bewußt. Lammt 7. Ja, was soll ich ni⸗ Liebe. verlangen? Auf mich stron Rit 0 die Gnadenflut; du bist Huenied mal eingegangen in es Heilge durch dein Blut;] hast mir die ewge 6 lösung erfunden, daß nun von Tod und Verdam nis entbunden; dein 6 gang die völlige Freiheit gin n G55 as a nun klingt. Gott. 5 W.Hruden Gnügen, 7 Hat und Freude jetzo meine ergötzt, weil auf eine fis gboren, Weide mein Hirt Jesus ꝶ 00 verloren, tod, wah 10 eisheit vl mn ich un n, als un chstes Gh mir gelingn teures Bhh erechtighe „ da du hi des Kreuzz hab ich 9 iles erlan Glaube 3 „** ach deinn du bist e, mir n nacht. W ichen Wand in dir, mi les gegebn Uer vergah n Leben bewußt. soll ich mi⸗ fmich stroß du bist 6 en in in Blut;! ewge 6 en, daß nd Verdam dein Freiheit i olichen G klingt. nügen, du o meine f eine sss rt Jesus 00 — 191 Liebe. gesett. Nichts Süßres kann also mein Herze erlaben, als wenn ich nur, Jesu, dich immer soll haben; nichts, nichts il das also mich innig erquickt, als wenn ich dich, Jesu, im Glauben er⸗ blickt. 9. Drum auch, Jesu, du alleine sollst mein ein und alles sein; prüf, erfahre, wie ichs meine, tilge allen Heuchelschein; sieh, ob ich auf bösem, betrüglichem Stege und leite mich, Höchster, auf ewigem Wege; laß Schmach mich nicht achten, nicht Leiden noch TLod und Jesum gewinnen; dies eine ist not. J. H. Schröder, 1 1728. 278 SeelenkräutiJam, Jesu, Gottes Lamm! Habe Dank für deine Liebe, die für mich aus reinem Triebe starb am Kreuzesstamm, Jesu, Gottes Lamm! 2. Deine Liebesglut stärket Mut und Blut; wenn du freundlich mich anblickest und mit deinem Geist erquickest, macht mich wohlgemut dei⸗ ner Liebe Glut. 3. Wahrer Mensch und Gott, Trost in Not und Lod! Du bist darum Mensch geboren, zu ersetzen, was verloren, durch den Kreuzes⸗ tod, wahrer Mensch und Gott. Nr. 278 4. Meines Glaubens Licht laß verlöschen nicht! Salbe mich mit Freudenöle, daß hinfort in meiner Seele ja verlösche nicht meines Glau⸗ bens Licht. 5. So werd ich in dir bleiben für und für; deine Liebe will ich ehren und in mir dein Lob vermehren, weil ich für und für bleiben werd in dir. 6. Held aus Davids Stamm, deine Liebesflamm mich ernähre und verwehre, daß die Welt mich nicht versehre, ob sie mir auch gram, Held aus Davids Stamm! 7. Deinen Frieden gib aus so großer Lieb uns, den Deinen, die dich kennen und nach dir sich Christen nennen; denen du bist lieb, deinen Frieden gib. 8. Wer der Welt abstirbt, sich mit Ernst bewirbt, dir zu leben und zu trauen, der wird bald mit Freude schauen, daß niemand verdirbt, der der Welt abstirbt. 9. Nun ergreif ich dich, du mein ganzes Ich; ich will nimmermehr dich lassen, sondern gläubig dich um⸗ fassen, weil im Glauben ich nun ergreife dich. 10. Hier durch Spott und Hohn, dort die Ehrenkron; hier im Hoffen und Ver⸗ trauen, dort im Haben und im im Schauen; denn die Ehrenkron folgt auf Spott und Hohn. 11. Jesu, hilf, daß ich allhier ritterlich alles durch dich überwinde und in deinem Sieg empfinde, wie so ritterlich du gekämpft für mich. 12. Du mein Preis und Ruhm, werte Himmelsblum! In mir soll nun nichts er⸗ schallen, als was dir nur kann gefallen, werte Peeis melsblum, du, mein Preis und Ruhm! A. Drese, 4 1701. Mel. Es ist das Heil uns ꝛc. 279 Hen im Gedächt⸗ nis Jesum Christ, den Heiland, der auf Erden vom Thron des Himmels kommen ist, dein Bruder da zu werden; ver⸗ iß nicht, daß er dir zu gut hat angenommen Fleisch und Blut; dank ihm für diese Liebe! 2. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, der für dich hat gelitten und dir, da er gestorben ist, am Kreuz das Heil erstritten. Besieget hat er Sünd und Tod und dich erlöst aus aller Not; dank ihm für diese Liebe! 3. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, der auch am dritten Tage siegreich vom Nr. 279, 280 Wiedergeburt u. Heiligung. 10 Tod erstanden ist, befreit vn Not und Plage; bedenke, di er Fried gemacht, das Leh⸗ wieder hat gebracht; das ihm für diese Liebe! 4. Halt im Gedächtuh Jesum Christ, der nach de Leidenszeiten gen Himm aufgefahren ist, die Si dir zu bereiten, da du solh bleiben allezeit und sche seine Herrlichkeit; dank ih für diese Liebe! 5. Halt im Jesum Christ, der einst win wiederkommen und sich, wi A tot und lebend ist, zu richt vorgenommen. O sorge, di du da bestehst und mit ih in sein Reich eingehst, ih ewiglich zu danken. 6. Gib, Jesu, gib, di ich dich kann mit wahren Glauben fassen und u was du an mir getan, m aus dem Herzen lassen, da dessen ich in aller Not mi trösten mag und durch de Tod zu dir ins Lehe dringen. Cyriak. Günther, 1 1 Mel. Nun freut euch, lieben Christen ꝛe. 280 O Liebesglut, u soll ich dich n Lobe würdig zieren? deine Tiefen will ich mi o volle See, verlieren. flammet Gottes Herrlichll Gedächtuh 193 es bren keit: ble erkaltet? 2. L seinen Schoß von den uns h Mangel, und Gre zu male lieben ke laß den währt, ausgelee Herz zu. 4. O es hin! zu lieber den, M hiermit aus da laß ew Brust a Mel. L 28¹ Licht, de sucht, 1 Lebendig und he heiligen in die b lließt. 10 „befreit vn bedenke, di „ das Lehe racht; dah be! Gedächtu er nach de en Himm die Stlt da du sohh und sehz dank ih Gedächtun r einst win id sich, wů t, zu richth ) sorge, di ind mit ihh ingehst, ih n. , gib, d⸗ nit wahrn und n getan, ni lassen, de er Not mi durch de ins Leba inther, 4 euch, lieben 26. besglut, u UHich dichn zieren? 9 ll ich mit rlieren. 6 Herrlichtl fließt 193 es brennt die ganze Ewig⸗ leit: bleibt noch mein Herz erkaltet? 2. O Liebe, die Gott seinen Sohn aus G Schoß genommen. Er ist von dem gestirnten Thron zu uns herabgekommen; sein Mangel, Knechtschaft, Kreuz und Grab sind uns ein Bild, zu malen ab, wie stark Gott lieben könne. 3. hen auf zu grübeln, glaub allein! Kannst du dies Meer nicht gründen, so wirf dich blindlings nur hinein mit allen deinen Sünden; laß dem das Herze sein ge⸗ währt, der dir dein Herz hat ausgeleert; gib Herz für Herz zum Opfer. 4. O liebster Vater, nimm es hin! Gib Kraft, um dich zu lieben; Herz und Begier⸗ den, Mut und Sinn sei dir hiermit verschrieben; brenn aus das Feuer böser Lust, laß ewig nichts in dieser Brust als deine Liebe glühen. F. A. Lampe, 1 1729. Mel. O fröhliche Stunden ꝛe. 281 O Ursprung des ö Lebens, o ewiges Licht, da niemand vergebens ucht, was ihm gebricht! Lebendige Quelle, die lauter und helle sich aus seinem heiligen Tempel ergießt und in die begierigen Seelen ein⸗ — Nr. 281 2. Du sprichst: wer be⸗ gehret zu trinken von mir, was ewiglich nähret, der komme; allhier sind himm⸗ lische Gaben, die kräftiglich laben; er trete im Glauben zur Quelle heran; hier ist, was ihn ewig beseligen kann. 3. Mein Hirt und mein Hüter, ich komme zu dir, ge⸗ währe die Güter des Heiles auch mir; du kannst dein Versprechen mir Armen nicht brechen; du siehest, wie elend und dürftig ich bin, drum gib deine Gaben aus Gna⸗ den nur hin. 4. O Brunnquell, du labest Geist, Seele und Mut, und wen du begabest, hat ewiges Gut; wenn man dich genießet, wird alles versüßet; es jauchzet und singet das fröhliche Herz, es weichet zu⸗ rücke der bittere Schmerz. 5. Drum gib mir zu trinken, wie dein Wort ver⸗ heißt, laß gänzlich versinken den sehnenden Geist im Meer deiner Liebe, laß heilige Triebe mich immerfort trei⸗ ben zum Himmlischen hin; es werde mein Herze ganz selig darin. 6. Wenn du auch vom Leiden was schenkest mit ein, so laß mich mit Freuden gehorsam dir sein; denn alle die, welche mittrinken vom Nr. 282 Wiedergeburt und Heiligung. 10 vom Kelche, den du hast ge⸗ trunken im Leide allhier, die werden dort ewig sich freuen mit dir. 7. Drum laß mich auch werden, mein Jesu, erquickt, da, wo deine—.—6 kein Leiden mehr drückt, wo Freuden die Fülle, wo lieb⸗ liche Stille, wo Wonne und Jauchzen, wo Herrlichkeit wohnt, wo heiliges Leben wird ewig belohnt. Ch. J. Koitsch, 4 1735. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele ꝛc. 282 Hn deine Menschenliebe war die Quelle deiner Triebe, die dein treues Herz bewogen, dich in unser Fleisch gezogen, dich mit Schwachheit über⸗ decket, dich vom Kreuz ins Grab gestrecket. O der unge⸗ meinen Triebe deiner treuen Menschenliebe! 2. Ueber seine Feinde weinen, jedermann mit Hilf erscheinen, sich der Blinden, Lahmen, Armen mehr als väterlich erbarmen, der Be⸗ trübten Klagen hören, sich in andrer Dienst verzehren, sterben für die ärgsten Sün⸗ der, das ist Lieb, o Menschen⸗ kinder! O du Zuflucht der Elenden, wer hat nicht von deinen Händen Segen, Hilf und Heil genommen, der ge⸗ beugt zu dir gekommen? wie ist dein Herz gebroch wenn dich Kranke auz sprochen? O wie pflegtesth zu eilen, das Erbetne n zuteilen. 4. Die Betrübten zu ⸗ quicken, zu den Kleinen f. zu bücken, die Unwissend⸗ zu lehren, die Verführten bekehren, Sünder, die selbst verstocken, täglich l reich zu sich locken: das u deines Werkes Weise, Hur und deine liebste Speise. 5. Deine Lieb hat di getrieben, Sanftmut und 0 duld zu üben, ohne Schell Drohen, Klagen ande Schmach und Last zu trage allen freundlich zu begegnm für die Lästerung zu segn für der Feinde Schar beten und die Mörder vertreten. 6. O wie hoch stieg de Erbarmen, da du für ärmsten Armen dein unschiz bar teures Leben in d ärgsten Tod gegeben; dan in der Sünder Händen, Leiden zu vollenden und d Segen zu erwerben, als 6 Fluch hast wollen sterben! 7. Herr, laß deine Li decken meiner Sünden Ma⸗ und Flecken; du hast d Gesetz erfüllet, seinen Ihh hast du gestillet; laß m wider dessen Stürmen dein Liebe Schild Dehig tih heilge salbe f Mel. W 28³ so ster bist; e mehr der W Jesu, bleiben der Li mir zu Wonne wenn versenk freund, glut ge Herz entzünd erworb unterge o mein in dein siege d so wer phieren sieg mi leid un 3. Lebesf deiner und mit i ich sei wenn n gewinne recht äl ommen? 3z gebroch anke an pflegtesti rbetne n bten zu g Kleinen s. Unwissend⸗ erführten r, die f täglich l n: das mn Spei Hen Speise. bu hat di tut und 9 ne Scheltth n andi t zu trage u begegng zu segna char Mörder ch stieg di du für ein unschi n in de ben; dah zänden, al en und de den, als 6 sterben! deine Ll inden Ma⸗ hast d einen Fh laß n rmen dein beschirmt heil heilge meines Herzens Triebe, salbe sie mit deiner Liebe. J. J. Rambach, 1 1735. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund ꝛc. 283 Lebst du in mir, o wahres Leben, so sterbe nur, was du nicht bist; ein Blick von dir kann mehr mir geben, als was der Welt das liebste ist. O Jesu, du sollst mein ver⸗ bleiben, nichts wird mich von der Liebe treiben, die du mir zugesaget hast. O süße Wonne, die mich tränket, wenn sich die Seel in dich versenket und dich, o Seelen⸗ freund, umfaßt! 2. Herz, das in Liebes⸗ glut gestorben, ach, laß mein Herz in Flammen stehn; entzünd das Herz, das du erworben und laß darinnen untergehn, was du nicht bist, o mein Vergnügen; laß mich in deiner Liebe siegen, ja, siege du nur selbst in mir: so werd ich fröhlich trium— phieren, so wird dein Todes⸗ sieg mich zieren, so leb und leid und sterb ich dir. 3. Zünd auc in mir die Liebesflammen zum Dienste deiner Glieder an; bind mich und ihre Not zusammen, da⸗ mit ich mich versichern kann, ich sei also wie du gesinnet, wenn mein Geist die Gestalt gewinnet, die deinem Sinn recht ähnlich ist; so werd ich Liebe. Nr. 283 Freund und Feinde lieben, so wird ihr Kummer mich betrüben, wie du mir vorge⸗ gangen bist. 4. Gib mir des Glaubens Licht und Kräfte, damit er wahre Früchte zeigt, mach mich zur Rebe voller Säfte, die sich nach dir, dem Wein⸗ stock, neigt; du bist der Fels, auf den ich baue, du bist mein Panldes dem ich traue, du bist des Glaubens fester Grund. Wenn sich die Zweifelsstunden finden, so laß die Hilfe nicht verschwinden und mach den kranken Geist gesund. 5. Hilf, daß die Hoffnung nicht erlieget und daß dein Kreuz ihr Anker ist; gib, daß sie alle Angst besieget durch dich, der du mein alles bist. Die Welt mag auf das Eitle bauen, ich aber will auf dich nur schauen, o Jesu, meiner Hoffnung Licht; ich will dich stets in Lieb umfassen, dich, der du mich nicht wirst ver⸗ lassen, denn deine Liebe wanket nicht. 6. Willst du mich noch im Leben wissen, so leb ich, weil es dir beliebt; werd ich vom Tode 18 uicht so bin ich gleichfalls nicht betrübt; dein Leben laß stets in mir leben, dein Sterben laß mir Stärke geben, wenn meines Lebens Ziel erscheint. I wil 1 9/4 i * Nr. 284—286 Wiedergeburtu. Heiligung 196 will dir meinen Willen schen⸗ ken, ich will im Tod und Leben denken, daß du es gut mit mir gemeint. Ph. Balth. Sinold, 4 1742. Mel. Nun bar der Tag geendet hat ꝛc. 284 Der du noch in der letzten Nacht, eh du für uns er⸗ blaßt, den Deinen von der Liebe Macht so schön gepre⸗ digt hast: 2. Erinnre deine kleine Schar, die sich so leicht ent⸗ zweit, daß deine letzte Sorge war: der Glieder Einigkeit. Graf N. L. v. Zinzendorf, 4 1760. Mel. Alles ist an Gottes Segen ꝛc. 285 Nun so will ich denn mein Leben völlig meinem Gott ergeben; nun wohlan, es ist geschehn; Sünd, ich will von dir nicht hören; Welt, ich will mich von dir kehren, ohne je zurückzusehn. 2. Hab ich sonst mein Herz geteilet, hab ich hie und da verweilet: endlich sei der Schluß gemacht, meinen Willen ganz zu geben, meinem Gott allein zu leben, ihm zu dienen Tag und Nacht. 3. Herr, ich opfre dir zur Gabe all mein Liebstes, das ich habe; schau, ich halte nichts zurück; schau und prüfe Herz und Nieren; solltest du was Falsches spüren, nimm es diesen Augenblick. 4. Ich scheu keine 1— und Schmerzen; gründli und von ganzem Herzen will ich folgen deinem Kann ich stetig und in allem deinen Augen nur gefallen, ach, so hab ich ewig gnug. 5. Eines will ich nur be⸗ trachten und nicht wissen, noch drauf achten, was sonst draußen mag geschehn; fremd der Welt und ihren Sorgen, will ich hier, in dir verborgen, als ein wahrer Pilger gehn. 6. Dich allein will ich erwählen; alle Kräfte meiner Seelen nimm nur ganz in deine Macht; ja, ich will mich dir verschreiben, laß es ewig feste bleiben, was ich dir hah zugesagt. G. Tersteegen, 1 1700. Mel. Was Gott tut, das ist ꝛr 286 Dich. Jesum, laß ich ewig nichtz dir bleibt mein Herz ergeben; du kennst dies Herz, das red⸗ lich spricht: nur einem will ich leben. Du, du allein, du sollst es sein; du sollst mein Trost auf Erden, mein Glül im Himmel werden. 2. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; ich halte dich in Glauben! Nichts kann mi meine Zuversicht und deinn Gnade 197⁷ Gnade bensbu die dei die ka men. 3. ewig Erbarr Sünde büßtest Aus allzeit willen erfüller 4 ewig er von o meine, Feinde dir, di mich di du mie 5. ewigen dir mit jedes seinem Doch ö kurze 2 standen vorhan 9. ewig 1 Glaube des Lei ich mit Freund sein; e Tröster, löster. 6 190 olltest du n, nimm ine 1— gründli Herzen iem in allem gefallen, hig gnug h nur be⸗ t wissen, was sonst jn; fremd 1 Sorgen, Hherborgen, Iger gehn, will ich te meiner ganz in will mich 3es ewig h dir hab jen, 4 1709. das ist ar. esum, laß vig nicht; z ergeben; „das red⸗ inem will allein, du ollst mein iein Glüd . „ laß iih te dich in kann mit ind deine Gnade 197⁷ Liebe. Gnade rauben. Der Glau⸗ bensbund hat festen Grund; die deiner sich nicht schämen, die kann dir niemand neh⸗ men. 3. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; aus göttlichem Erbarmen gingst du für Sünder ins Gericht und büßtest für mich Armen. Aus Dankbarkeit will ich allzeit um deines Leidens willen die Pflicht der Treu erfüllen. 4. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; du stärkest mich von oben. Auf dir steht meine Zuversicht, wenn meine Feinde toben. Ich flieh zu dir, du eilst zu mir; wenn mich die Feinde hassen, wirst du mich nicht verlassen. 5. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; nichts soll von dir mich scheiden. Es bleibet jedes Gliedes Pflicht, mit seinem Haupt zu leiden. och all mein Leid währt kurze Zeit; bald ist es über⸗ standen, und Ruh ist dann vorhanden. 6. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; nie soll mein laube wanken; und wenn des Leibes Hütte bricht, sterb ich mit dem Gedanken: mein Freund ist mein und ich bin sein; er ist mein Schutz und Tröster, und ich bin sein Er⸗ löster. Ehrenfried Liebich, 4 1780. Nr. 287 Mel. Herr, ich habe miß⸗ gehandelt ꝛc. 287 Seid barmherzig, Menschen, höret, hört das heiligste Gebot, das uns Jesus Christus lehret: seid barmherzig, seids wie Gott; gebt, so wird auch euch gegeben, was euch not ist, Heil und Leben. 2. So viel Menschen, so viel Brüder! Ein Gott ists, der uns erschuf. Wir sind alle Christi Glieder; allge⸗ mein ist Gottes Ruf. G0 den Bösen, wie den Seinen läßt der Herr die Sonne scheinen. 3. Gottes Bild in euch zu sehen, seid barmherzig, so wie er; eilt, den Armen beizustehen; was ihr gebt, empfängt der Herr. Weiß es Gott und dein Gewissen, darfs die linke Hand nicht wissen. 4. Was ihr habt, mit Aermern teilen, sehn, was jedem frommt und nützt, des Verlassnen Wunden heilen, schützen den, den niemand schützt, ohne Stolz, von Pflicht gedrungen, heißt: nach Ruhm bei Gott ge⸗ rungen. 5. Herr, wir geben von dem Deinen, Geber, dem der Dank gebührt! Laß, wenn unsre Brüder weinen, unser Herz nie ungerührt; daß, wenn wir zu dir uns nahen, nahen, wir auch Hilf und Trost empfahen! Th. G. v. Hippel, 1796. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛc. 288(Hu Vater deiner Menschenkinder, der du die Liebe selber bist und dessen Herz auch gegen Sünder noch gütig und voll Mitleid ist, laß mich von ganzem Herzen dein, laß michs mit allen Kräften sein! 2. Gib, daß ich als dein Kind dich liebe, da du mich als ein Vater liebst, und so gesinnt zu sein mich übe, wie du mir selbst die Vor⸗ schrift gibst! Was dir ge⸗ fällt, gefall auch mir; nichts scheide mich, mein Gott, von dir! 3. Vertilg in mir durch deine Liebe den Hang zur Liebe dieser Welt und gib, daß ich Verleugnung übe, wenn mir was Eitles noch gefällt. Wie sollte ich die Kreatur dir vorziehn, Schöpfer der Natur? 4. Laß mich um deiner Liebe willen gern tun, was mir dein Wort gebeut! Kann ichs nicht, wie ich soll, erfüllen, so sieh auf meine Willigkeit und rechne mir nach deiner Huld die Schwachheit, Vater, nicht zur Schuld! Nr. 288, 289 Wiedergeburt u. Heiligung. 195 5. Der liebt dich nicht der noch mit Freuden das tut, was dir, o Gott, miß⸗ fällt; drum laß es mich mit Ernst vermeiden, gefiel e⸗ auch der ganzen Welt. Die kleinste Sünde selbst zu scheun, laß, Vater, mich be⸗ flissen sein. 6. Aus Liebe laß mich alles leiden, was mir dein weiser Rat bestimmt; du führst durch Trübsal den zu Freuden, der seine Last gern auf sich nimmt; und wer sein Leiden weislich nütz, wird mächtig von dir unter⸗ stützt. 7. In deiner Liebe laß mich sterben, dann wird selbst Sterben mein Gewinn dann werd ich deinen Him—⸗ mel erben, wo ich dir ewih nahe bin. Da lieb ich in Vollkommenheit dich, Vater der Barmherzigkeit. Nach B. Schmolck, 1 175N, von S. Diterich, 4 17N. Mel. Nun sich der Tag geendel hat ꝛc. 289 O Christ, wenn Arme manches⸗ mal vor deiner Türe stehn, merk auf, ob nicht in ihrer Zahl der Herr sei ungesehn 2. Und wenn ihr matter Ruf so bang erschallt zu di herein, horch auf, ob seinn Stimme Klang nicht moͤcht drunter sein. hinaus mitleid dein H 5. versehr Jesus Türe lich ist 6 erkann den ti nen 2 mit sri Mel. I 290 meine schön; 195 ich nicht uden daßs ott, miß⸗ mich mit gefiel ez Jelt. Die selbst zu mich be⸗ laß mich mir dein numt; du U den zu Last gern und wer ich nütz, dir unter⸗ Liebe laß nn wird Gewinn; nen Him⸗ dir ewig eb ich in ch, Vater olck, 4 ich, T 17. Lag geendet ist, wem e manches⸗ üre stehh, t in ihren ungesehn. ihr matt ult zu di ob seinet icht möcht 199 Liebe. 3. O nicht so fest und eng verschließ die Türen und das Herz; ach, wer den Heiland von sich stieß, was träfe den für Schmerz! 4. Drum reiche mild der Liebe Zoll dem Dürftigen hinaus und öffne gern und mitleidsvoll dem Flehenden dein Haus. 5. Denn ehe du dich wirst versehn, wird dein Herr Jesus Christ hinein zu deiner Türe gehn, weil sie so gast⸗ lich ist. 6. Und ehe du ihn noch erkannt, der arm erschien vor dir, erhebt er seine heilge Hand zum Segen für und für; 7. Zum Segen über deinen Tisch und über all dein Gut und über deine Kinder frisch und deinen frohen Mut; 8. Zum Segen über deine Zeit, die du hinieden gehst und über deine Ebwigkeit, wo du dort oben stehst; 9. Dort oben, wo er dann die Tür dir auf mit Freu⸗ den tut, wie ihm und sei⸗ nen Brüdern hier du tatst mit frommem Mut. W. Hey, 1 1854. Mel. Jesu, meines Lebens Leben 2. 290 Wernaauch wie ein Psalter klänge meine Rede fromm und schön; ja wenn meine Zunge Nr. 290 sänge Engeln gleich in Him⸗ melshöhn: hätt ich keine Lieb im Herzen, ach, so wär ich gleich den Erzen, gleich der Schelle, die erklingt, doch kein Leben hat noch bringt. 2. Wenn ich mit Pro⸗ phetenklarheit schon die Zu⸗ kunft säh erfüllt; wenn mir kund wär alle Wahrheit, kein Geheimnis mehr ver⸗ hüllt; wenn ich jenen Glau⸗ ben hätte, der versetzt der Berge Stätte: ach, das alles hilft mir nicht, wenns an Liebe mir gebricht. 3. Wenn ich alle meine Habe teilte den Bedürftgen aus und den Greis am Bettelstabe gastlich führte in mein Haus; wenn ich, Chri⸗ stum zu bekennen, meinen Leib selbst ließe brennen: ach, das alles hilft mir nicht, wenns an Liebe mir gebricht. 4. Liebe, Liebe ist die Krone, die den Baum des Glaubens schmückt, dran man, dank dem Gottessohne, seiner Liebe Früchte pflückt. O welch edle Tugendblüte ziert das liebende Gemüte: Langmut, Freundlichkeit, Ge⸗ duld, Demut, Sanftmut, Güt und Huld! 5. Und wie herrlich ist die Liebe! Ewig hört sie nimmer auf; da sonst nichts ist, das da bliebe, das nicht schlösse ffütt säüttsü⸗i 4 SSSSSIII *** schlösse seinen Lauf. Sprach und Weissagung vergehen, Glaub und Hoffnung wird zum Sehen; alles währet seine Zeit, Liebe bleibt in Ewigkeit. 6. Herr, mein Gott, du bist die Liebe, bist der Liebe Quell allein! Haͤuche deines Geistes Triebe mir auch tief ins Herz hinein. O daß ich doch in der Liebe bis zum letzten Atem bliebe; Jesu, so bleib ich in dir, und du ewiglich in mir! A. Stöber, 4 1892. Gebet. 291 Veter unser im Himmelreich, der du uns alle heißest gleich Brüder sein und dich rufen an und willst, daß werd Gebet getan: gib, daß nicht bet allein der Mund, hilf, daß es geh von Herzens rund. 2. Geheiligt werd der Name dein; dein Wort bei uns hilf halten rein, daß wir auch leben heiliglich, nach deinem Namen würdig⸗ lich; behüt uns, Herr, vor falscher 9161 das arm ver⸗ führte Volk bekehr. 3. Es komm dein Reich zu dieser Zeit und dort her⸗ nach in Ewigkeit; der heilge Geist uns wohne bei mit Nr. 291 Wiedergeburt und Heiligung. 9.— 8 Gaben mancherlei es Satans Zorn und groß Gewalt zerbrich; vor ihn dein Kirch erhalt. 4. Dein Will gescheh, Hen Gott, zugleich auf Erden wi im Himmelreich; gib um Geduld in Leidenszeit, ge 929 sein in Lieb und eid und wehre allem Fleisch und Blut, das wider deinen Willen tut. 5. Gib uns heut unser täglich Brot und was man braucht zur Leibesnot; be⸗ hüt uns vor Unfried un Streit, vor Seuchen und vor teurer Zeit, seh win in gutem Frieden stehn, de Sorg und Geizes müßig gehn. 6. All unsre Schuld ver⸗ gib uns, Herr, daß sie um nicht betrübe mehr, wie wi auch unsern Schuldigern iht Schuld und Fehl vergeben gern; zu dienen mach un all bereit in rechter Lil und Einigkeit. 7. Führ uns, Herr, in Versuchung nicht, wenn un der böse Geist anficht; zu linken und zur rechten Hauh hilf uns tun starken Widen stand, im Glauben fest und wohl gerüst und durch de heilgen Geistes Trost. 8. Von allem Uebel un erlös, es sind die Zeit und Tage bös; erlös uns vol dem ewgen Tod und nil u 200 201 uns scher nimm Händ 9 wahr ben it ja m sei auf Name wir d 290 ich bi Verlei Frist, verzag von, trauen all m wirds 8. Herzen mög auch z mir ei Wort weg si 200 nancherleiz und groß vor ihn scheh, Hen Erden wie gib unz nszeit, ge Lieb und re allem das wider heut unser was man Snot; be⸗ fried un ichen und seh win stehn, der nüßig gehn. Schuld ver aß sie un „ wie win ldigern ih vergeben mach um echter Lich Herr, in wenn un nficht; zu chten Hand ken Widen n fest und durch de ost. Uebel un e Zeit un uns voh und tuif uuh 201 Gebet. uns in der letzten Not; be⸗ scher uns auch ein selig End, nimm unsre Seel in deine Händ. 9. Amen, das ist, es werde wahr! Stärk unsern Glau⸗ ben immerdar, auf daß wir ja nicht zweifeln dran, es sei die Bitte wohlgetan; auf dein Wort, in dem Namen dein: so sprechen wir das Amen fein. Luther, 4 1546. 292 Ich ruf zu dir, N Herr Jesu Christ, ich bitt, erhör mein Klagen! Verleih mir Gnad zu dieser Frist, laß mich doch nicht verzagen. Den rechten Weg, o Herr, allein, den wollest du mir geben, dir zu leben, dem Nächsten nütz zu sein, nach deinem Reich zu streben. 2. Ich bitt noch mehr, o Herre Gott, du kannst es mir wohl geben: daß ich nicht wieder werd zu Spott; die Hoffnung gib daneben; vor⸗ aus, wenn ich muß hie da⸗ von, daß ich dir mög ver⸗ trauen und nicht bauen auf all mein eignes Tun, sonst wirds mich ewig reuen. 3. Verleih, daß ich aus Herzensgrund den Feinden mög vergeben; verzeih mir auch zu dieser Stund, schaff mir ein neues Leben. Dein Wort mein Speis laß all⸗ weg sein, damit mein Seel Nr. 292, 293 zu nähren, mich zu wehren, wenn Unglück geht daher, das mich möcht von dir kehren. 4. Laß mich nicht Lust noch Furcht von dir in die⸗ ser Welt abwenden; Getreu⸗ 2— bis ans End gib mir, u hasts allein in Händen, und wem dus gibst, der hats umsonst; es mag nie⸗ mand ererben noch erwerben durch Werke deine Gnad, die uns erlöst vom Sterben. 5. Ich lieg im Streit und widerstreb; hilf, o err Christ, dem Schwachen! Von deiner Gnad allein ich leb, du kannst mich stärker machen. Kommt nun An⸗ fechtung und Gefahr, wollst du mich nicht verlassen, fest mich fassen, behüten immer⸗ dar; ich weiß, du wirsts nicht lassen. J. Agricola, 1566. Mel. In dich hab ich gehoffet ꝛe. 293 NII dich hab ich gehoffet, Herr, hilf, daß ich nicht zu schan⸗ den werd, noch ewiglich zu Spotte. Das bitt ich dich: erhalte mich dir treu, dir, meinem Gotte. 2. Dein gnädig Ohr neig her zu mir, erhör mein Bitt, tritt du herfür, eil, bald mich zu erretten. In Angst rrr —. 1 8 Angst und Weh ich lieg und steh; hilf mir in meinen Nöten. 3. Mein Gott und Schir⸗ mer, steh mir bei, sei meine Burg, darin ich frei und ritterlich mög streiten, ob mich bedräng der Feinde Meng hier und auf allen Seiten. 4. Du bist mein Stärk, mein Fels, mein Hort, mein Schild, mein Kraft, sagt mir dein Wort, mein Hilf, mein Heil, mein Leben, mein star⸗ ker Gott in aller Not: wer 335 mir widerstreben? Mir hat die Welt oft Aatridn viel Lug und Trug und falsch Gedicht, viel Netz und heimlich Laee nimm meiner wahr, Herr in Ge⸗ fahr; behüt vor falscher Tücke. 6. Herr, meinen Geist befehl ich dir; mein Gott, mein Gott, weich nicht von mir, nimm mich in deine Hände! O wahrer Gott, aus aller Not hilf mir am 0 Ende! 7. Lob, Ehre, Preis und Herrlicheet sei Vater, Sohn und Geist bereit! Lobt Got⸗ tes heilgen Namen! Die göttlich Kraft 2— 0 uns sieg⸗ haft durch Jesum Christum! Amen. A. Reißner, um 1575. Nr. 294, 295 Wiedergeburt u. Heiligung. 202² 0 9 Herr, wie du willst, 2 Hen so schicks mit mir im Leben und im Sterben! Allein zu dir steht mein Begier, laß mich, Herr, 296 nicht verderben. Erhalt mich nur in deiner Huld, sonst wie du willst; gib mir Geduld, denn dein Will ist nichts i der beste. 2. Zucht, Ehr und Treu verleih mir, Herr, und Lieb zu deinem⸗ Worte; behüt mich, Herr, vor falscher Lehr und gib mir hier und dorte, was dient zu meiner Seligkeit; wend ab all Ungerechtigkeit in meinem ganzen Leben! 3. Soll ich einmal nach deinem Rat von dieser Welt abscheiden, verleih mir, Herr, nur deine Gnad, daß 65 gescheh mit Freuden. Mein Leib und Seel befehl ich dir; o Herr, ein selig End gib mir durch Jesum Christum. Amen. Kaspar Bienemann, 1 1591. Mel. Heriunc tut mich ver⸗ langen ꝛc. 295 Laß mich dein sein und bleiben, du treuer Gott und Herr! Von dir laß mich nichts treiben, halt mich bei deiner Lehr. Herr, laß mich nur nicht wanken, gib mir Lela eit) 2⁰³ leit; da in alle quell gr wir all Leib gi solchem 50 un G ö Rh; bühret, n in mein gib, daß der Zeit wenn ich gerate w 3. Hi womit id kein un meinem wenn in reden sol den Wor. druck ohn 4. Fin keit, so in gi das Kreu hib, daß nit Sanf wenn ich guten Rat 5. Laß mann in shaft lebe lch ist, w 202² 203 Gebet. Nr. 296, 297 zu willst, icks mit keit; dafür will ich dir danken geben an Reichtum, Gut und nd im in alle Ewigkeit! Geld, so gib auch dies dabei, „ Hers N. Selnecker, 1 1592. daß von unrechtem Gut nichts „Herr, Emh Gott, duf untermenget sei. alt mich ott, du frommer 6. Sollt ich auf dieser „ sonst 296 OGa du Brunn⸗ Welt mein Leben böher brin⸗ ib mir quell guter Gaben, ohn den gen, durch manchen sauren Will ist nichts ist was ist, von dem Tritt hindurch ins Alter wir alles haben, gesunden dringen, so gib Geduld, vor Leib gib mir und daß in Sünd und Schanden mich bewahr, auf daß ich tragen mag mit Ehren graues Haar. 7. Laß mich an meinem Jy 15 Lich polchem Leib ein unverletzte behüt Seel und rein Gewissen bleib. falscher 2. Gib, daß ich tu mit hier und Fleiß, was mir zu tun ge⸗ End auf Christi Tod ab⸗ meiner bühret, wozu mich dein Befehl scheiden; die Seele nimm zu ab all in meinem Stande führet; dir hinauf zu deinen Freu⸗ meinem gib, daß ichs tue bald, zu den; dem Leib ein Räum⸗ der Zeit, da ich 970 und lein gönn bei frommer Christen wenn ichs tu, so gib, daß es Grab, auf daß er seine Ruh dal nach gerate wohl ser Welt 4. Hil, dah ich rdef an ihrer Seite hab. , Her, womit lilz daß ich rede stets, 8. Wenn du die Toten daß es womit ich kann bestehen, laß wirst an jenem Tag erwecken, Mein kin unnützes Wort aus so woll auch deine Hand zu ich dit: meinem Munde gehen; und meinem Grab ausstrecken; Ind gib Wbe in meinem Amt ich laß hören deine Stimm, er⸗ hristum. zden soll und muß, so gib wecke mein Gebein und führ den Worten Kraft und Nach⸗ mich schön verklärt in deinen n, T 1591. nuck ohn Verdruß. Himmel ein. 4. Findt sich Gefährlich⸗ — J. Heermann, 1 1647. ch ver⸗ kit, so laß mich nicht ver⸗ 201 gib l Wer Kaen⸗ Mel. Da Christus geboren war ꝛc. dein sein das Kreuz hi selber tragen; weierlei bitt i iben, du kib, daß ich meinen Feind 297 3 90n die Zwreer r won ue Sauftmit üherwind und, lei trag ich dir für, dir, der treiben, wenn ich Rat bedarf, auch alles reichlich gibt, was uns er Lehr. guten Rat erfind. dient und dir beliebt; gib ir nicht 5. Laß mich mit jeder⸗ mein Bitten, das du weißt, eständig⸗ nann in Fried und Freund⸗ eh ich sterb und sich mein keit, shaft leben, weit es christ⸗ Geist aus des Leibes Ban⸗ ist, willst du mir etwas den reißt. 14 SISIIIII 2. Gib, daß ferne von mir sei Lügen und Abgöt⸗ terei; Armut, so die Maße bricht, großen Reichtum gib mir nicht; allzuarm und allzureich ist nicht gut, stürzt beides gleich unsre Seel ins Sündenreich. 3. Laß mich aber, o mein Heil, nehmen mein bescheiden Teil und beschere mir zur Not hier mein täglich Biß⸗ chen Brot, ein klein wenig, da der Mut und ein gut Gewissen ruht, ist fürwahr ein großes Gut. 4. Sonst wohl möcht im Ueberfluß ich empfinden Ueber⸗ druß, dich verleugnen, dir zum Spott fragen: wer ist Herr und Gott? Denn das Herz ist Frechheit voll, weiß oft nicht, wenn ihm ist wohl, wie es sich erheben soll. 5. Wiederum, wenns stehet bloß und die Armut wird zu groß, wirds leicht untreu, stiehlt und stellt nach des Nächsten Gut und Geld, tut Gewalt, braucht Ränk und List, ist mit Unrecht ausgerüst, iüt gar nicht, was christlich ist. 6. Ach, mein Gott, mein Schatz, mein Licht! dieses beides ziemt mir nicht; bei⸗ des schändet deine Ehr, bei⸗ des stürzt ins Höllenmeer. Drum so gib mir Hüll und Nr. 298 Wiedergeburt und Heiligung. 204 205 Füll also, wie dein Here sucht di will, nicht zu wenig, nicht finden, zu viel. P. Gerhardt, 1 1680, GHroßer ieh, hier bin ich 298 Siechrentönig, lege 299 mich vor deinen Thron] denn w schwache Tränen, kindlih Gott w Sehnen bring ich dir, dus meine Menschensohn. Laß dich fin!“ gib mir den, laß dich finden, bin ih dazu, gleich nur Asch und Ton. Namen 2. Sieh doch auf mich. es dir Herr, ich, bitt dich, leus 2. 8 mich nach deinem Sim zu dem Dich alleine ich nur mein Sohn dein erkaufter Erb ich bil dir, dei Laß dich finden, laß dis Herzen finden; gib dich mir un Sinnen nimm mich hin! n 1 Hör e 3. Herr, erhöre, ich de Inoo gehre nichts als deine fui piel Gnad, die du gibest, wo u 53. liebest, und man dich lich olch 6 in der Tat. Laß dich finden uiin 85 laß dich finden; der hat all⸗ lingt ö wer dich hat. Lde 4. Hör, wie kläglich, I Heist un beweglich dir die treue Sai hebt dei singt, wie demütig u zu dir wehmütig deines Kindl Psalmen Stimme klingt. Laß d Chor. finden, laß dich finde 4. De denn mein Herze zu N bei dir dringt. Iunn, die 5. Dieser Zeiten Eitelh lich sind ten, Reichtum, Wollust, ch ucht glä und Freud sind nur Schu geugnis zen meinem Herzen, nh dein — 204 1 Here 9, nicht t, 1 16ʃ0, bin ich nig, lege Thron, 1. 0 dir, du dich fin „bin ih Ton. uf mich h, lent Sinn ir mein ich bii laß dith mir un ich he eine fin st, wo d dich lich ich finden hat alle iglich, n eue Se itig Kindi Laß d finde zu H n Citell Alust, r Schulh n, wellh suh 205 Gebet. ucht die Ewigkeit. Laß dich —00 laß dich finden! Großer Gott, ich bin bereit. J. Neander, 4 1680. 299 ir, dir, Jehovah, will ich singen; denn wo ist doch ein solcher Gott wie du? Dir will ich meine Lieder bringen; ach, gib mir deines Geistes Kraft dazu, daß ich es tu s im Namen Jesu Christ, so wie es dir durch ihn gefällig ist. 2. Zeuch mich, o Vater, zu dem Sohne, damit dein Sohn mich wieder zieh zu dir, dein Geist in meinem Herzen wohne und meine Sinnen und Verstand regier, daß ich den Frieden Gottes schmeck und fühl und dir Hl im Herzen sing und piel. 3. Verleih mir, Höchster, solche Güte, so wird gewiß nein Singen recht getan, so llingt es schön in meinem giede, und ich bet dich im Geist und Wahrheit an; so hebt dein Geist mein Herz u dir empor, daß ich dir Halmen sing im höhern Chor. 4. Dein Geist kann mich bei dir vertreten mit Seuf⸗ — sern, die ganz unaussprech⸗ ich sind; der lehret mich ucht gläubig beten, gibt zeugnis meinem Geist, daß ih dein Kind und ein Mit⸗ in Ewigkeit, schenkest solche Seligkeit! Nr. 2 erbe Jesu Christi sei, daher ich Abba, lieber Vater, schrei. 5. Was mich dein Geist selbst bitten lehret, dem neiget sich dein gnädger Wille zu, das wird gewiß von dir erhöret, weil ichs im Namen deines Sohnes tu, durch welchen ich dein Kind und Erbe bin, und nehme von dir Gnad um Gnade hin. 6. Wohl mir, daß ich dies Zeugnis habe; drum bin ich voller Trost und Freudigkeit und weiß es, alle gute Gabe, die ich von dir verlanget jederzeit, die gibst du und tust überschwenglich mehr, als ich verstehe, bitte und begehr. 7. Wohl mir! Ich bitt in Jesu Namen, der mich zu deiner Rechten selbst vertritt; in ihm ist alles Ja und Amen, was ich von dir im Geist und Glauben bitt. Wohl mir! Lob dir jetzt und daß du mir Barthol. Crasselius, 4 1724. Mel. O Gott, du frommer Gott 2. 300 Ab/ Gott, verlaß mich nicht! Reich mir die Gnadenhände; ach, führe mich, dein Kind, daß ich zu meiner Seligkeit; sei du mein Lebenslicht, mein Stab, 14 den Lauf vollende mein „300 Nr. 301 Wiedergeburt und Heiligung. 200 mein Hort, mein Schutz; ach, Gott, verlaß mich nicht! 2. Ach, Gott, verlaß mich nicht! Regiere du mein Wal⸗ len; ach, laß mich nimmer⸗ mehr in Sünd und Schande fallen; gib mir den guten Geist, gib Glaubenszuver⸗ sicht, sei meine Stärk und Kraft; ach, Gott, verlaß mich nicht! 3. Ach, Gott, verlaß mich nicht! Ich ruf aus Herzens⸗ grunde: ach, doöten stärke mich in jeder bösen Stunde; wenn mich Versuchung plagt und meine Seel anficht, so weiche nicht von mir; ach, Gott, verlaß mich nicht! 4. Ach, Gott, verlaß mich nicht! Ach, laß dich doch be⸗ wegen, ach, Vater, kröne do mit reichem Himmelssegen die Werke meines Amts, die Werke meiner Pflicht, zu tun, was dir gefällt; ach, Gott, verlaß mich nicht! 5. Ach, Gott, verlaß mich nicht! Ich bleibe dir ergeben, hilf mir, o großer Gott, recht glauben, christlich leben und selig scheiden ab, zu sehn dein Angesicht, hilf mir in Not und Tod; ach, Gott, verlaß mich nicht! S. Frank, 1 1724. Mel. Wunderbarer König 1. 301 Gel ist gegenwär⸗ tig; lasset uns anbeten und in Ehrfurcht 207 mich gat nur sehr 6. Di vor ihn treten. Gott ist in 10 ae und sch u in uns weige und sich innigst vor ihm beuge. Wer ihn fentt Kaihrn wer ihn nennt, schlag di zie 0 Augen nieder; gebt das Henn sh eni ihm wieder. file h 2. Gott ist gegenwärtig und fr dem die Cherubinen Tag und fassen u Nacht in Demut dienen. 7. N Heilig, heilig, heilig, singen innig al ihm zur Ehre aller Engel sill in! hohe Chöre. Herr, vernimm mich rei unsre Stimm, da auch wi deine K Geringen unsre Opfer brin in Geist gen. mein H 3. Wir entsagen willih ein Adl allen Eitelkeiten, dieser Erden dir nur Lust und Freuden; da lien! 8. H Labet Wille, Seele, Leib ums wohnen, Leben dir zum Eigentum er Erden geben; du allein sollst 6 noch wer —6 unser Gott und Hern Wesen, ir gebührt die Ehre. daß ich 4. Majestätisch Weseh chre; n möcht ich recht dich preiss sieh, la und im Geist dir Dienst en mich in weisen! Möcht ich, wie di Engel, immer vor dir stehn 0 und dich gegenwärtig sehnl Ie, Laß mich dir für und ft 302 0o weit trachten zu gefallen, liebsth Gott, in allen. 1 b 5. Geist, der alles füllh herzi ei drin wir sind und wehen Ruchen aller Dinge Grund und AH nein 65 ben! Meer ohn Grund u nimm n Ende, Wunder aller Wunde mein 2 ich senk mich in dich hinunt zor dir ich in dir, du in mir, 0 mh 206 mich ganz verschwinden, dich tt ist in— sehn und finden. im us 6. Du durchdringest alles; 166 vur laß mit deinem Lichte, Herr, n kennt berühren mein Gesichte; wie lag di die zarten Blumen willig das Hen sich entfalten und der Sonne tille halten, laß mich so still nwärtig und froh deine Strahlen Tag und fassen und dich wirken lassen. dienen 7. Mache mich einfältig, „ singen innig abgeschieden, sanft und r Engell still in deinem Frieden; mach vernimm mich reines Herzens, daß ich auch wi deine Klarheit schauen mag fer brin in Geist und Wahrheit; laß mein Herz himmelwärts wie nawillgl ein Adler schweben und in ser Erden dir nur leben. da lienl 8. Herr, komm in mir Leib unds wohnen, laß den Geist auf entum en Erden dir ein Heiligtum sollst eHnoch werden; komm du nahes nd Herm Wesen, dich in mir verkläre, e. daß ich dich stets lieb und Weseh ehre; wo ich geh, sitz und 9 preisa sth, laß mich dein gedenken, Dienst en mich in dich versenken. „wie di G. Tersteegen, 4 1769. dir stehs — Mel. Es ist das Heil uns ꝛc. tig sehen ö f0 ott, deine Güte „ ch 302 G reicht so weit, weit die Wolken gehen; 3 fül du krönst uns mit Barm⸗ lles. herzigkeit und eilst uns bei⸗ d 10 0 zustehen. Herr, meine Burg, d und H. mein Fels, mein Hort, ver⸗ rund 0 mimm mein Flehn, merk auf r Wun mein Wort; denn ich will hinung vor dir beten. mir, 0 0 207⁷ Gebet. Nr. 302, 303 2. Ich bitte nicht um Ueberfluß und Schätze dieser Erden; laß mir, so viel ich haben muß, nach deiner Gnade werden. Gib mir nur Weisheit und Verstand, dich, Gott, und den, den du gesandt, und mich selbst zu erkennen. 3. Ich bitte nicht um Ehr und Ruhm, so sehr sie Men⸗ schen rühren; des guten Na⸗ mens Eigentum laß mich nur nicht verlieren; mein wahrer Ruhm sei meine Pflicht, der Ruhm vor deinem Angesicht und frommer Freunde Liebe. 4. So bitt ich dich, mein Herr und Gott, auch nicht um langes Leben. Im Glücke Demut, Mut in Not, das wollest du mir geben. In deiner Hand steht meine Zeit, laß du mich nur Barmherzig⸗ keit vor dir im Tode finden. Chr. F. Gellert, 4 1769. Mel. Wenn wir in höchsten Nöten ꝛc. 303 edenk ich deine große Treue, bedenk ich meine tiefe Schuld, dann fühl ich heiße Scham und Reue und preis in De⸗ mut deine Huld. 2. Ich bin nur Staub, aus Staub geboren, bin irdisch und verweslich noch, und bin zur Herrlichkeit er⸗ koren, bin himmlisch auch und ewig doch. .I........ E 27 3. O Vater deine große Liebe, wie kann ein Mensch sie hier verstehn? Gib, daß ich mich in Einfalt übe, den auh den du mich führft, zu ge 4. Gib, daß ich dir nicht widerstrebe, wenn Dornen meinen Pfad umziehn, und daß ich dir im Glauben lebe und nicht von dieser Erde bin. 5. Gib, daß der Erde Eitelkeiten mir unbewußt vorübergehn, und daß ich mag zu allen Zeiten auf Jesu Kreuz und Sterben sehn. 6. Gib, daß ich nimmer möge schwanken, wenn mir der Erde Reichtum blinkt; laß mich von deinem Weg nicht wanken, wo mir am Ziel die Palme winkt. 7. Gib, daß ich dulden mag und hoffen, und gib mir deinen heilgen Geist, und zeige mir den Himmel offen, wenn mir der Tod das Herz zerreißt. L. Hensel, 1 1876. Allgemeine Fürbitte. Mel. O Welt, ich muß dich lassen ꝛc. 30 4 Herr, höre! ni erhöre! Breit deines Namens Ehre an allen Orten aus! Behüte alle Stände durch deiner Allmacht Nr. 304 Wiedergeburt und Heiligung. 200 Hände, beschütze Kirche, Land 932 Haus. Ach, laß dein Wort uns allen noch ferner reichlich schallen zu unsrer Seelen Nutz! Bewahr uns vor den Rotten, die deiner Wahrheit spotten, beut allen deinen Feinden Trutz. 3. Gib du getreue Lehrer und unverdrossne Hörer, die beide Täter sein; auf Pflan⸗ zen und Begießen laß dein Gedeihen fließen und Früchte reichlich ernten ein. 4. Du wollst uns hoch beglücken, mit hellen Gnaden⸗ blicken auf unsern Fürsten sehn, ihn schützen auf dem Throne, auf seinem Haupt die Krone in vollem Glanze lassen stehn. 5. Laß alle, die regieren, ihr Amt getreulich führen, schaff jedermann sein Recht, daß Fried und Treu sich müssen in unserm Bunde küssen; segn uns als dein er⸗ wählt Geschlecht. 6. Erhalt in jeder Ehe beim Glücke wie beim Wehe rechtschaffne Frömmigkeit! In Unschuld und in Tugend ge⸗ deihe unsre Jugend, zu deines Reiches Dienst bereit. 7. O Vater, wend in Gna⸗ den Krieg, Seuche und den Schaden der Elemente abl Bewahr des Landes Früchte und mache nicht zunichte, was deine milde Hand uns gab. Verirrt Witwer wollst wenn schrein. 9.. Kranke ben un Grund und t Plage 110 ze, erfüller nem 2 begehrt Amen so ist gewähr Mel. A 3057 und segnen Wollst geben leben; Güt. 2. durchd 208 je, Land ort uns reichlich Seelen bor den zahrheit deinen sch Lehrer rer, die Pflan⸗ iß dein Früchte 3 hoch znaden⸗ Fürsten If dem Haupt Glanze egieren, führen, Recht, eu sich Bunde dein er⸗ r Ehe Wehe eit! In end ge⸗ deines n Gna⸗ ud den te abl Früchte te, was 5 gab. 209 8. Gedenke voll Erbarmen der Leidenden und Armen; Verirrte bring herein; die Witwen und die Waisen wollst du mit Troste speisen, wenn sie zu dir um Hilfe rein. 9. Hilf als ein Arzt den Kranken, und die im Glau⸗ ben wanken, laß nicht zu Grunde gehn; die Alten heb und trage, damit sie ihre Plage geduldig mögen über⸗ stehn. 10. Die Reisenden be⸗ schütze, bleib den Verfolgten Stütze, die Sterbenden geleit mit deinen Engelscharen, daß sie in Frieden fahren zu Zions Freud und Herrlichkeit. 11. Nun, Herr, du wirst erfüllen, was wir nach dei⸗ nem Willen in Demut jetzt begehrt; wir sprechen gläubig Amen in unsers Jesu Namen so ist gewiß der Wunsch gewährt! B. Schmolck, 1 1737. Mel. Alles ist an Gottes Segen ꝛc. 305 Qesu, der du bist aͤlleine Haupt und König der Gemeine, segne mich, dein armes Glied! Wollst mir neuen Einfluß geben deines Geistes, dir zu leben; stärke mich durch deine üt. 2. Ach, dein Lebensgeist durchdringe, Gnade, Kraft Allgemeine Fürbitte. Nr. 305 und Segen bringe deinen Gliedern allzumal, wo sie hier zerstreuet wohnen unter allen Nationen, die du kennest überall. 3. O wie lieb ich, Herr, die Deinen, die dich suchen, die dich meinen; o wie köst⸗ lich sind sie mir! Du weißt, wie michs erquicket, wenn ich Seelen hab erblicket, die sich ganz ergeben dir. 4. Ich umfasse, die dir dienen, ich vereinge mich mit ihnen, und vor deinem An⸗ gesicht wünsch ich allen tau⸗ send Segen; stärke sie in deinen Wegen, führ sie selbst zu deiner Pflicht. 5. Die in Kreuz und Lei⸗ den leben, stärke, daß sie ganz ergeben ihre Seel in deine Hand; laß sie dadurch werden kleiner und von allen Schlacken reiner, ganz allein in dich gewandt. 6. Laß die Deinen noch auf Erden ganz nach deinem Herzen werden; mache deine Kinder schön, abgeschieden, klein und stille, Büle ein⸗ fältig, wie dein Wille, und wie du sie gern willst sehn. 7. Sonderlich gedenke de⸗ ren, die es, Herr, von mir begehren, daß ich für sie beten soll. Auf dein Herz will ich sie legen; gib du jedem sol⸗ chen Segen, wie es not; du kennst sie wohl. 64 I e —— n N. 8. Ach, besuch zu dieser Stunde ihre Herzen, und im Grunde sie erfreu in dir allein; zeuch mit deinen Lie⸗ beszügen ihre Lust und ganz Vergnügen wesentlich in dich hinein. 9. Ach, du hast uns teur erworben, da du bist am Kreuz gestorben; denke, Jesu, wir sind dein! Halt uns fest, so lang wir leben und in dieser Wüste schweben; laß uns nimmermehr allein. 10. Bis wir einst mit allen Frommen dort bei dir en. und, von allen Flecken rein, dort vor deinem Throne stehen, uns in dir, dich in uns sehen, ewig eins in dir zu sein. G. Tersteegen, 4 1769. Friede und Freude. Mel. Lasset uns den Herren preisen ꝛc. 306 Sont ich meinem Gott nicht singen, sollt ich ihm nicht fröhlich sein? Denn ich seh in allen Dingen, wie so gut ers mit mir mein. Ists doch nichts als lauter Lieben, das sein treues Herze regt, das ohn Ende hebt und trägt, die in seinem Dienst sich üben. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. Nr. 306 Wiedergeburt und Heiligung. 2¹⁰ 2. Wie ein Adler sein Gefieder über seine Jungen streckt, also hat auch immer wieder mich des Höchsten Arm gedeckt, alsobald im Mutterleibe, da er mir mein Wesen gab und das Leben, das ich hab und noch diese Stunde treibe. Alles Ding in Ewigkeit. 3. Sein Sohn ist ihm nicht zu teuer, nein, er gibt ihn für mich hin, daß er mich vom ewgen Feuer durch sein teures Blut gewinn; o du Brunnen ohn Ergründen, wie will doch mein schwacher Geist, ob er sich gleich hoch befleißt, deines Grundes Tiefe finden? Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 4. Seinen Geist, den edlen Führer, gibt er mir in sei⸗ nem Wort, daß er werde mein Regierer durch die Welt zur Himmelspfort, daß er mir mein Herz erfülle mit dem hellen Glaubenslicht, das des Todes Reich zerbricht und die Hölle selbst macht stille. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 5. Meiner Seele Wohl⸗ ergehen hat er ja recht wohl bedacht: will dem Leibe Not entstehen, nimmt ers gleich⸗ falls wohl in acht; wenn mein Können, mein Ver⸗ mögen währt seine Zeit, Gottes Lieb 21¹ mögen mein( nicht sei leitet, n 8. A ren Pla beigefüh. Lebetage her beri den er f das der war ger weggewe waährt se in Ewig 9. V Kinde 21¹¹ Friede und Freude. moögen nichts vermag, nichts helfen kann, kommt mein Gott und hebt mir an, sein Vermögen beizulegen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 6.. Erd und ihre Heere hat er mir zum Dienst bestellt; wo ich nur mein Aug hinkehre, find ich, was mich nährt und hält: Tier und Kräuter und Getreide, in den Gründen, in der Höh, in den Büschen, in der See: überall ist meine Weide. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 7. Wenn ich schlafe, wacht sein Sorgen und ermuntert mein Gemüt, daß ich alle liebe Morgen schaue neue Lieb und Güt. Wäre nicht mein Gott gewesen, hätte nicht sein Angesicht mich ge⸗ leitet, wär ich nicht aus so mancher Angst genesen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 8. An wie mancher schwe⸗ ren Plage hat er mich vor⸗ beigeführt, daß sie mich mein Lebetage niemals noch bis⸗ her berührt; und der Engel, den er sendet, hat das Böse, das der Feind anzurichten war gemeint, in die Ferne weggewendet. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 9. Wie ein Vater seinem Kinde niemals ganz sein Nr. 306 Herz entzeucht, ob es wohl bisweilen Sünde tut und von der Bahn abweicht, also hält auch mein Verbrechen mir mein frommer Gott zu gut, will mein Fehlen mit der Rut und nicht mit dem Schwerte rächen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 10. Seine Strafe, seine Schläge, ob es mir 0 ch bitter scheint, sind, wenn i es recht erwäge, dennoch Zeichen, daß mein Freund, der mich liebet, mein gedenke und mich von der schnöden Welt, die uns hart gefangen sch durch das Kreuze zu ich lenke. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 11. Das weiß ich fürwahr und lasse mirs nicht aus dem Sinne gehn: Christenkreuz hat seine Maße und muß endlich stille stehn; wenn der Winter ausgeschneiet, tritt der schöne Sommer ein: also wird auch nach der Pein, wers erwarten kann, er⸗ freuet. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 12. Weil denn weder Ziel noch Ende sich in Gottes Liebe findt, ei so heb ich meine Hände zu dir, Vater, als dein Kind, bitte: wollst mir Gnade geben, dich aus aller meiner Macht zu um⸗ fangen fangen Tag und Nacht, hier in meinem ganzen Leben, bis ich dich nach dieser Zeit lob und lieb in Ewigkeit. P. Gerhardt, 4 1676. 307 Jesu, meine Freude, meines Herzens Weide, Jesu, meine Zier! Ach, wie lang, ach, lange ist dem Herzen bange und ver⸗ langt nach dir! Hab ich dich, wie reich bin ich! Außer dir soll mir auf Erden nichts sonst lieber werden. 2. Unter deinem Schirmen bin ich vor den Stürmen aller Feinde frei; laß von Ungewittern rings die Welt erzittern, mir steht Jesus bei. Wenn die Welt in Trümmer fällt, wenn gleich Sünd und Hölle schrecken: Jesus will mich decken. 3. Trotz des Feindes Lauern, trotz des Todes Schauern, trotz der Furcht dazu! Tobe, Welt, geringe halt ich dich und singe in gar sichrer Ruh; Gottes Macht hält mich in acht; Erd und Abgrund muß sich scheuen, ob sie noch so dräuen. 4. Weg mit allen Schätzen; du bist mein Ergötzen, Ahen meine Lust! Weg, ihr eitlen Ehren, ich mag euch nicht hören, bleibt mir unbewußt! Elend, Not, Kreuz, Schmach und Tod soll mich, ob ich Nr. 307, 308 Wiedergeburt u. Heiligung. 21¹² viel muß leiden, nicht von Jesu scheiden. 5. Gute Nacht, o Wesen, das die Welt erlesen, mir gefällst du nicht. Gute Nacht, ihr Sünden, bleibet weit dahinten, kommt nicht mehr ans Licht. Gute Nacht, du Stolz und Pracht; dir sei ganz, du Sündenleben, gute Nacht gegeben. 6. Weicht, ihr Trauer⸗ geister, denn mein Freuden⸗ meister, Jesus, tritt herein. Denen, die Gott lieben, muß auch ihr Betrüben lauter Her sein. Duld ich schon hier Spott und Hohn, den⸗ noch bleibst du auch im Leide, Jesu, meine Freude. Joh. Franck, 4 1677. 308 83 glänzet der Christen in⸗ wendiges Leben, obgleich sie von außen die Sonne ver⸗ brannt; was ihnen der König des Himmels gegeben, ist keinem, als ihnen nur selber bekannt; was niemand ver⸗ spüret, was niemand be⸗ rühret, hat ihre erleuchteten Sinne gezieret und sie zu der göttlichen Würde ge⸗ führet. 2. Denn innerlich sind sie von göttlichem Stamme, geboren aus Gott durch sein es lodert himmlische Flamme, entzündet von oben, mächtiges Wort; in ihnen die genähret 213 genäl sind lieder und muß prächt 3. und sie b chütze den; tümm sten, stehen in Fr tötet und Glauk Leben, wenn Herrli sie mi Erden zum werder triumj als 1 zieren: Freud 5. und je weil Samei des E zum noch noch tigste verbor 2¹² icht von Wesen, sen, mir te Nacht, det weit ht mehr acht, du dir sei sen, gute Trauer⸗ Freuden⸗ en, muß lauter ich schon hn, den⸗ m Leide, k, 1 16N. zet der ten in⸗ leich sie me ver⸗ er König ben, ist ir selber ind ver⸗ ind be⸗ euchteten sie zu rde ge⸗ ch sind Stamme, herein. irch sein lodert mmlische on oben, genähret 213 genähret von dort; die Engel sind Brüder, die ihre Lob⸗ lieder mit ihnen holdselig und inniglich singen; das muß dann ganz herrlich und prächtig erklingen. 3. Sie wandeln auf Erden und leben im Himmel; sie bleiben ohnmächtig und schützen die Welt; sie schmecken den Frieden bei allem Ge⸗ tümmel, sie haben, die Aerm⸗ sten, was ihnen gefällt. Sie stehen in Leiden und bleiben in Freuden; sie scheinen er⸗ tötet den äußeren Sinnen und führen das Leben des Glaubens nach innen. 4. Wenn Christus, ihr Leben, wird offenbar werden, wenn er sich einst dar in der Herrlichkeit stellt, so werden sie mit ihm als Hernch der Erden auch herrlich erscheinen zum Wunder der Welt. Sie werden regieren, mit ihm triumphieren, den Himmel als prächtige Lichter aus⸗ zieren; da wird man die Freude gar offenbar spüren. 5. Frohlocke, du Erde, und jauchzet, ihr Hügel, die⸗ weil ihr solch göttlichen Samen geneußt; denn das ist des Ewigen göttliches Siegel, zum Zeugnis, daß er euch noch Segen verheißt; ihr sollt noch mit ihnen aufs präch⸗ tigste grünen, wenn erst ihr verborgenes Leben erscheinet, Friede und Freude. Nr. 309 wonach sich eur Seufzen mit ihnen vereinet. 6. O Jesu, verborgenes Leben der Seelen, du heim⸗ liche Zierde der inneren Welt! Laß deinen verborgenen Weg uns erwählen, wenn gleich uns die Schmach deines Kreuzes entstellt. Hier übel genennet und wenig erkennet, hier heimlich mit Christo im Vater gelebet, dort öffent⸗ lich mit ihm im Himmel ge⸗ schwebet. Chr. Fr. Richter, 4 1711. Mie wohl ist mir, 309 W' o Freund der Seele, wenn ich in deiner Liebe ruh; ich steige aus der Schwermutshöhle und eile deinen Armen zu; da muß die Nacht des Trauerns scheiden, wenn mit der Fülle selger Freuden die Liebe strahlt aus deiner Brust. Hier ist mein Himmel schon auf Erden; wer sollte nicht beseligt werden, der in dir suchet Ruh und Lust? 2. Die Welt mag meine Feindin heißen; es sei also; ich trau ihr nicht, wenn sie mir gleich will Lieb erweisen bei einem freundlichen Ge⸗ sicht. In dir vergnügt sich meine Seele, du bist mein Hlaihrrn den ich erwähle, du leibst mein Freund, wenn Freundschaft weicht. Der Welt Haß kann mich doch nicht r dn erx— nicht fällen, weil in den stärksten Unglückswellen mir deine Treu den Anker reicht. 3. Will mich der Sünde Last erdrücken, Weh auf mich des Gesetzes Weh, droht mir die Strafe schon im Rücken, so steig ich gläubig in die Höh und flieh zu deinen heilgen Wunden, da hab ich schon den Ort ge⸗ funden, wo mich kein Fluch⸗ strahl treffen kann. Tritt alles wider mich zusammen, du bist mein Heil, wer will verdammen? Die Liebe nimmt sich meiner an. 4. Lenkst du durch Wüsten meine Reise, ich folg und lehne mich auf dich; du gibst aus Wolken mir die Speise und labest aus den Felsen mich. Ich traue deinen Wunderwegen; sie enden sich in Lieb und Segen: genug, wenn ich dich bei mir hab! Ich weiß, wen du willst herrlich zieren und über Sonn und Sterne führen, den führest du zuvor hinab. 5. Der Tod mag andern düster scheinen, mir nicht, weil Seele, Herz und Mut in dir, der du verlässest keinen, in dir, mein liebstes Leben, ruht. Wen macht des Weges End erzittern, wenn aus Gefahr und Ungewittern er eingeht in die Sicherheit? Mein Licht, so will ich auch mit Freuden aus dieser Nr. 310 Wiedergeburt und Heiligung. 214 finstern Wildnis scheiden zu deiner Ruh der Ewigkeit. 6. Wie ist mir dann, o Freund der Seelen, so wohl, wenn ich i auf dich! Mich kann Welt, Not und Tod nicht quälen, weil du, mein Gott, vergnügest mich. Laß solche Ruh in dem Ge⸗ müte nach deiner unum⸗ schränkten Güte des Himmels üßen Vorschmack sein. Weg, elt, mit allen Schmeiche⸗ leien! Nichts kann, als Jesus, mich erfreuen. O reicher Trost: mein Freund ist mein! Wolfg. Chr. Deßler, 1722. 3 10 Frien ach Friede, ach, göttlicher Friede, vom Vater durch Christum im heiligen Geist, welcher der Frommen Herz, Sinn und Gemüte in Christo zum ewigen Leben auf⸗ schleußt! Den sollen die gläu⸗ bigen Seelen erlangen, die alles verleugnen und Christo anhangen. 2. Richte deswegen, fried⸗ liebende Seele, dein Herze im Glauben zu Jesu hinan! Was da ist droben bei Christo, erwähle, verleugne dich selbst und den irdischen Wahn; nimm auf dich das sanfte Joch Christi hienieden, so findest du Ruhe und gött⸗ lichen Frieden. 214 iden zu keit. dann, o owohl, If dichl ot und eil du, t mich. em Ge⸗ unum⸗ immels Weg, meiche⸗ „ als n. O Freund + 17²2. Friede, ttlicher durch Hez erz, Christo auf⸗ e glaͤu⸗ n, die Christo fried⸗ Herze hinan! n bei leugne dischen ha das nieden, )gött⸗ 21⁵ 3. Nahm doch der Mittler des Friedens viel Schmerzen, die Sünder mit Gott zu versöhnen, auf sich. Nimm dies, o Seele, recht fleißig zu Herzen und siehe, was tut nicht dein Jesus für dich! Am Kreuze dort bringt er dir Frieden zuwege und hilft dir, daß Jammer und Unruh sich lege. 4. Nun, dafür bist di. ihm ewig verbunden, du sollst dafür er sein Eigentum sein; er hat die ewge Erlösung erfunden und schließt in den Bund seines iehr da dich ein; drum iehe, daß du dich ihm gänz⸗ lich ergibest und immer be⸗ ständig von Herzen ihn liebest. 5. Siehe, von all seinen riedensgenossen erfordert er erzliche Liebe und Treu; drum sollst du treulich und tapfer ausstoßen, was Jesus dir zeiget, das wider ihn e Welt, Satan und Sünde, ie mußt du bestreiten, was Jesu zuwider ist, fliehen und meiden. 6. Liebe und übe, was Jesus dich lehret, und was er dir saget, dasselbige tu; 290• und lasse, was sein ort verwehret, so—— du Frieden und ewige Ruh. Ja, selig, die also sich Jesu er⸗ geben und gläubig und heilig nach seinem Wort leben. Friede und Freude. Nr. 311 7. Jesu, du Herzog der Friedensheerscharen, o König des Friedens, ach, zeuch uns nach dir, daß wir den hren densbund treulich bewahren, im Wege des Friedens dir folgen allhier; ach, laß uns doch deinen Geist kräftig re⸗ gieren und dir nach im Frieden zum Vater hinführen! B. Crasselius, 4 1724. Mel. Unser Herrscher, unser König ꝛe. 311 Weich, ihr Berge, fallt, 0 Hügel, alle Felsen, brechet ein! Gottes Gnade hat das Siegel, sie will unverändert sein. Laßt die Welt zu Trümmern gehn, Gottes Gnade wird bestehn. 2. Gott hat Gnade mir versprochen, Gott hat einen Bund gemacht, der wird nimmermehr gebrochen, bis er alles hat vollbracht. Er, die Wahrheit, trüget nicht; es geschieht, was er ver⸗ spricht. 3. Seine Gnade soll nicht weichen, wenn gleich alles bricht und fällt, sondern ihren Zweck erreichen, bis sie mich zufrieden stellt. Ist die Welt voll Heuchelei, Gott ist fromm und gut und treu. 4. Will die Welt den Frieden brechen, hat sie lauter Krieg im Sinn, Gott hält immer ———.—— immer sein Ver sprechen; so fällt aller Zweifel hin, als wär er nicht immerdar, was er ist und was er war. 5. Laßt sein Antlitz sich verstellen, ist sein Herz' doch treu gesinnt und bezeugt in allen Fällen, daß ich sein geliebtes Kind, dem er beide Hände reicht, wenn auch Grund und Boden weicht. 6. Er will Friede mit mir halten, wenn die Welt sich auch empört; ihre Liebe mag erkalten, achtet doch mein Gott mich wert. Ob die Sonne sich verhüllt, bleibt er mir doch Sonn und Schild. 7. Er, der Herr, ist mein Erbarmer, so hat er sich selbst genennt; das ist Trost: so werd ich Armer nimmer⸗ mehr von ihm getrennt. Sein Erbarmen läßt nicht zu, daß er mir was Leides tu. 8. Nun, so soll mein ganz Vertrauen ankerfest auf ihm beruhn: Felsen will ich auf ihn bauen, was er saget, will er tun. Erd und Him⸗ mel kann vergehn, sein Bund bleibet feste stehn. B. Schmolck, 4 1737. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht 2. 312 Hae deine Lust am Herrn, der dir schenket Lust und Leben, — wird dir dein Gnaden⸗ tern tausend holde Strahlen Nr. 312,313 Wiedergeburt u. Heiligung. 216 geben; denn er beut dir treu⸗ lich an, was dein Herz nur wünschen kann. 2. Laß der Welt die eitle Lust, die in Weinen sich verkehret; wer das Herz in seiner Brust Gott allein zur Lust gewähret, dieser trifft in allem an, was das Herz nur wünschen kann. 3. Lust an Gott erfüllt mit Licht, wenn man ihn durchs Wort erkennet: Lust am Herrn stärkt den zur Pflicht, der in seiner Liebe brennet! Lust am Herrn beut alles an, was das Herz nur wünschen kann. 4. Wer nur Lust am Herren hat, hat auch Lust an seinem Willen und be⸗ müht sich früh und spat, solchen Willen zu erfüllen; und so wird er auch empfahn, was das Herz nur wünschen kann. 5. Ist die Lust nicht ohne Last, trag geduldig die Be⸗ schwerden; wenn du wohl gelitten hast, wirst du erst recht fröhlich werden und triffst dort im Himmel an, was dein Herz nur wünschen kann. B. Schmolck, 1 1787. Mel. Seelenbräutigam ꝛc. 313 Wer ist wohl wie du, Jesu, süße Ruh? Für uns alle auser⸗ koren, Leben derer, die ver⸗ loren, mich führ 8. Du Erli in 1 der Her: 4 Tod hast und dure Blu 5. und will dir spät 6. als Geif in dein 2¹⁰ dir treu⸗ Herz nur die eitle nen sich Herz in llein zur trifft in Herz nur erfüllt ian ihn et: Lust den zur r Liebe rrn beut erz nur ist am ch Lust 0 be⸗ spa rfulken npfahn, ünschen ht ohne ie Be⸗ wohl 3u erst 1und iel an, ünschen + 1737. n ꝛe. hla wie „ süße auser⸗ e ver⸗ loren, 21⁷ Friede und Freude. loren, und ihr Licht dazu, Niu, süße Ruh! Leben, das den Tod, nich aus aller Not zu er⸗ lösen, hat geschmecket, meine Schuld hat zugedecket und mich aus der Not hat ge⸗ führt zu Gott! 3. Glanz der Herrlichkeit! Du bist vor der Zeit zum Erlöser uns geschenket und in unser Fleisch versenket in der Füll der Zeit, Glanz der . r 4. Großer Siegesheld! Tod, Sünd, Höll und Welt hast du mächtig überwunden und ein ewges Heil erfunden durch das Lösegeld deines Bluts, o Held! 5. Höchste Majestät, König und Prophet! Deinen Zepter will ich küssen, wie Maria dir zu Füßen sitzen früh und spät, 906 Majestät! 6. Laß mich deinen Ruhm, als dein Eigentum, durch des Geistes Licht erkennen, stets in deiner Liebe brennen, als dein Eigentum, allerschönster Ruhm! 7. Deiner Sanftmut Schild, deiner Demut Bild mir an⸗ lege, in mich präge, daß kein Zorn noch Stolz sich rege; vor dir sonst nichts gilt, als dein eigen Bild. 8. Steure meinem Sinn, der m Welt will hin, daß ich nicht mög von dir wanken, sondern bleiben in Nr. 314 sei du mein deinen den Schranken; Gewinn, gib mir Sinn! 9. Wecke mich recht auf, daß ich meinen Lauf unver⸗ rückt zu dir fortsetze und die Sünd in ihrem Netze mich nicht halte auf; fördre meinen Lauf! 10. Deines Geistes Trieb in die Seele gib, daß ich wachen mög und beten, freudig vor dein Antlitz treten; ungefärbte Lieb in die Seele gib! 11. Wenn der Wellen Macht in der trüben Nacht will des Herzens Schifflein decken, wollst du deine Hand ausstrecken; habe auf mich acht, Hüter in der Nacht! 12. Einen de eldenmut, der da Gut und Blut gern um deinetwillen lasse und des Fleisches Lüste hasse, gib mir, höchstes Gut, durch dein teures Blut! 13. Solls zum Sterben gehn, wollst du bei mir stehn, mich durchs Todestal be— gleiten und zur Herrlichkeit bereiten, daß ich einst mag sehn mich zur Rechten stehn. J. A. Freylinghausen, + 1739. Mel. O du Hüter Israel ꝛc. 31 4 Coristen sind ein göttlich Volk, aus dem Geist des Herrn gezeuget, ihm gebeuget und von 4 14 . 4 47 3 von seiner Flammenmacht an⸗ gefacht; vor des Bräutgams Augen schweben, das ist ihrer Seelen Leben, und sein Blut ist ihre Pracht. 2. Königskronen sind zu bleich für der Gottverlobten Würde; eine Hürde wird zum himmlischen Palast; und die Last, drunter sich die Helden plagen, wird den Kindern leicht, zu tragen, die des Kreuzes Kraft gefaßt. 3. Ehe Jesus unser wird, ehe wir uns selbst vergessen und gesessen zu den Füßen unsers Herrn, sind wir fern von der ewgen Bundesgnade, von dem schmalen Lebens⸗ fade, von dem hellen orgenstern. 4. Pilgrimschaft zur Ewig⸗ keit bleibet immerdar be⸗ schwerlich, ja gefährlich, bis man ringt und dringt zu dir, einge Tür, einge Ursach der Vergebung, Glut der gött⸗ lichen Belebung, Jesu, unser Liebspanier! 5. Zeuch uns hin, erhöhter Heuz„ zeuch uns an dein erz der Liebe! Deine Triebe führen mich, du Siegesheld, durch die Welt, daß ich deine Seele bleibe und so lange an dich gläube, bis ich lieb im innern Zelt. 6. Da ist meine Hand und Herz! Du hast deine Seel gewaget, unverzaget, und das alles bloß allein, daß ich dein Nr. 315 Wiedergeburt und Heiligung. 21⁸ und du meine heißen könntest Wenn du nicht von Liebe brenntest, hätte das nicht können sein. 7. Nun, ihr Kronen, fah⸗ ret hin, fahre hin, erlaubte Freude! Meine Weide sei des Herren letztes Mahl vor der Qual, meine Ehre seine Schande, meine Freiheit seine Bande, meine Zier die Ros im Tal. N. L. Graf v. Zinzendorf, 4 1760. Mel. Jesu, meine Freude ꝛc. 31 5 Algenugsam Wesen, das ich hab er⸗ lesen mir zum höchsten Gut, du vergnügst alleine völlig, innig, reine Seele, Geist und Mut. Wer dich hat, ist still und satt; wer dir kann im Geist anhangen, darf nichts mehr verlangen. 2. Wem du dich gegeben, kann in Frieden leben; er hat, was er will; wer im Herzensgrunde lebt mit dir im Bunde, liebet und ist still. Bist du da und innig nah, muß das Schönste bald erbleichen und das Beste weichen. 3. Ruhen Gut der Güter, Ruhe der Gemüter, Trost in aller Pein; was Geschöpfe haben, kann den Geist nicht laben; du ver⸗ gnügst allein. Was ich mehr als dich begehr, kann mein Selig⸗ 219 Selig den 7 4. werde Erden einer Ruh! nur wesen Seel doch 5. Wesen werd Hunge Herz gar! Gut 1 in je bvöllig 310 Ruh 1 Himm ich gl Herr, diesen nichts Tief p ein, u Christ 2. erworb zurück wird 1 du bit 21⁸ könntest. in Liebe 18 nicht ien, fah⸗ erlaubte zeide sei tahl vor jre seine heit seine die Ros f, +4 1760. eude ꝛc. 1 Wesen, hab er⸗ en Gut, völlig, in jenem eist und ist still ann im f nichts gegeben, ben; er wer im nit dir ind ist d innig te bald Beste it der emüter, Mwas im den u ver⸗ h mehr 1mein Selig⸗ 21¹9 Seligsein nur hindern und den Frieden mindern. 4. Was genannt kann werden droben und auf Erden, alles reicht nicht zu; einer kann nur geben Freude, Ruh und Leben, eins ist not: nur du! Hab ich dich nur wesentlich, so mag Leib und Seel verschmachten; will ichs doch nicht achten. 5. Komm, du selges Wesen, das ich mir erlesen, werd mir offenbar! Meinen Hunger stille und mein Herz erfülle mit dir selber gar! Bleib nur du mein Gut und Ruh, bis du wirst Leben dich mir völlig geben. G. Tersteegen, 1 1769. 316 Mein Glaub ist meines Lebens Ruh und führt mich deinem Himmel zu, o du, an den ich glaube! Ach, gib mir, Herr, Beständigkeit, daß diesen Trost der Sterblichkeit nichts meiner Seele raube! Tief präg es meinem Herzen ein, welch Glück es ist, ein Christ zu sein! 2. Du hast dem sterblichen Heschlecht zur selgen Ewigkeit ein Recht durch deinen Tod erworben; zum Staube kehrt zurück der Staub, der Geist wird nicht des Todes Raub; du bist für mich gestorben. Friede und Freude. Nr. 316 Mir, der ich dein Erlöster bin, ist dieses Leibes Tod Gewinn. 3. Ich bin erlöst und bin ein Christ! Mein Herz ist ruhig und vergißt die Schmerzen dieses Lebens. Ich dulde, was ich dulden soll und bin des hohen Trostes voll: ich leide nicht vergebens. Gott selber mißt mein Teil mir zu, hier kurzen Schmerz, dort ewge Ruh. 4. Was seid ihr, Leiden dieser Zeit, mir, der ich jener Herrlichkeit mit Ruh entgegenschaue? Bald ruft mich Gott, und ewiglich belohnet und erquickt er mich, weil ich ihm hier vertraue. Bald, bald ver⸗ schwindet aller Schmerz, und Himmelsfreuden schmeckt mein Herz. 5. Bin ich gleich schwach, so trag ich doch nicht mehr der Sünde schmählich Joch in meinem Lauf auf Erden; mit Freuden üb ich meine Pflicht; doch fühl ich wohl, ich bin noch nicht, was ich dereinst soll werden. Mein Trost ist dies: Gott hat Ge⸗ duld und straft mich nicht nach meiner Schuld. 6. Der du den Tod für mich bezwangst, du hast mich, Mittler, aus der Angst, in der ich lag, gerissen! Dir, 15 dir dir verdank ich meine Ruh; denn meine Wunden heiltest du und stilltest mein Ge⸗ wissen; und fall ich noch in meinem Lauf, so richtest du mich wieder auf. 7. Dank sei dir, Vater, Dank und Ruhm, daß mich dein Evangelium lehrt glau⸗ ben, hoffen, lieben. Was mir schon jetzt in dieser Zeit den Vorschmack gibt der Seligkeit, wie soll ich das nicht üben? Gott, präg es meinem Herzen ein, welch Glück es sei, ein Christ zu sein. Balth. Münter, 1 1793. Mel. Nun bitten wir den heiligen Geist ꝛc. 317 As mein Herr Jesu, dein Nahesein bringt großen Frieden ins Herz hinein, und dein Gnadenanblick macht uns so selig, daß Leib und Seele darüber fröhlich und dankbar wird. 2. Wir sehn dein freund⸗ liches Angesicht voll Huld und Gnade wohl leiblich nicht; aber unsre Seele kanns schon gewahren, du kannst ihr fühlbar dich offenbaren, auch ungesehn. 3. O wer nur immer bei Tag und Nacht dein zu genießen recht wär bedacht! Der hätt ohne Ende von Glück zu sagen, und seine Nr. 317 Wiedergeburt und Heiligung. 2²2⁰0 Seele müßt immer fragen: wer ist wie du? ö 4. Barmherzig, gnädig, geduldig sein, uns täglich reichlich die Schuld verzeihn, heilen, trösten, stillen, er⸗ freun und segnen und unsrer Seel als Freund begegnen, ist deine Lust. 5. Ach, gib an deinem kostbaren Heil uns alle Tage vollkommenen Teil, und laß unsre Seelen sich immer schicken, aus Not und Liebe nach dir zu blicken ohn Unterlaß. 6. Und wenn wir weinen, so tröst uns bald mit dener heiligen Todsgestalt; ja, laß sie uns immer vor Augen schweben und dein wahrhaf⸗ tiges Inunsleben zu spüren sein. 7. Ein herzlich Wesen und Kindlichkeit sei unste Zierde zu aller Zeit, und die Tröstung aus deinen Todes⸗ wunden erhalt uns Frieden zu allen Stunden, bei Freud und Leid. 8. So werden wir in Himmel hinein in dir ver⸗ gnügt wie die Kinder sein Muß gleich unser Aug sich noch einmal netzen, wenn sich das Herz nur an dit ergötzen und stillen kann. 9. Du reichst uns deine durchgrabne Hand, die so⸗ viel Treue an uns gewandt. daß wir, daran denkend, be⸗ schämt mein Herz seine ich n nichts Freud 2. habe, an treu Herrn breite, wande 3. habe, ewig seines die n alles durchd 4. habe, weil abe oben Schaut Vdisch „ 5. ist me fäͤllt n Erbteil vermiß fragen: gnädig, 8täglich verzeihn, llen, er⸗ nd unsrer begegnen, deinem alle Tage und laß )immer und Liebe icken ohn ir weinen, nit dens ) ja, laß r Augen wahrhaf⸗ zu spüren Wesen sei unsre t, und die en Todes⸗ 3 Frieden bei Freud wir in dir ver⸗ uder sein. Aug sich n, wenm ran dit kann. uns deine die so⸗ gewandt nkend, be⸗ schämt 7 schaͤmt dastehen, und unser Auge muß übergehen vor Lob und Dank. Chr. Gregor, 4 180ʃ. 318 Wenn ich ihn nur habe, wenn er mein nur ist, wenn mein Herz bis hin zum Grabe seine Treue nie vergißt; weiß ich nichts von Leide, fühle nichts, als Andacht, Lieb und Freude. 2. Wenn ich ihn nur habe, laß ich alles gern, folg an meinem Wanderstabe treu gesinnt nur meinem Herrn, lasse still die andern breite, lichte, volle Straßen wandern. 3. Wenn ich ihn nur habe, schlaf ich fröhlich ein; ewig wird zu süßer Labe seines Herzens Flut mir sein, die mit sanftem Zwingen alles wird erreichen und durchdringen. 4. Wenn ich ihn nur habe, hab ich auch die Welt, weil des Himmels schönste abe meinen Blick nach oben hält; hingesenkt im Schauen, kann mir vor dem Irdischen nicht grauen. 5. Wo ich ihn nur habe, ist mein Vaterland, und es flt mir jede Gabe wie ein Erbteil in die Hand. Längst vermißte Brüder find ich Friede und Freude. Nr. 318, 319 nun in seinen Jüngern wieder. Novalis(Fr. v. Hardenberg), + 1801. Mel. Jesu, meine Freude ꝛc. (ie getrost und 319 Wẽ heiter, Herr, mein Licht und Leiter, machst du meinen Geist! Der du, die dir trauen, führst zu grünen Auen und so gern erfreust! Niemals wird bei dir, o Hirt und Beruhiger der Seelen, mir Erquickung fehlen. 2. Deinem Rat ergeben, freu ich mich zu leben; was du willst, ist gut. Nichts vermag ich Schwacher; du, mein Seligmacher, rüstest mich mit Mut. Wenn die Welt erbebt und fällt, wenn Gericht und Hölle schrecken, willst du mich bedecken. 3. Ich kann ohne Grauen Gräber vor mir schauen; mein Erlöser lebt; ich weiß, wem ich glaube, weiß, daß aus dem Staube mich sein Arm erhebt. Todestag, dein Schrecken mag eines Frevlers Herz erschüttern; was brauch ich zu zittern? 4. Auch in mir ist Sünde; doch ich überwinde sie, mein Hort, durch dich. Sink ich oft noch nieder, du erhebst mich wieder, du begnadigst mich. Deine Huld tilgt meine Schuld; nie entziehst du 15* deinem Nr. 320 Wiedergeburt und Heiligung. deinem Knechte der Erlösten Rechte. ö 5. Daß ich Gott erkenne und ihn Vater nenne und mich ewig sein, daß ich hier am Grabe Trost und Hoff⸗ nung habe, dank ich dir allein. Daß dein Geist mich unterweist und mich führt auf deinem Pfade, das ist deine Gnade. 6. Der du Blut und Leben für mich hingeben, daß in meiner Not ich nicht hilflos bliebe, groß ist deine Liebe, stärker als der Tod! Herr, und ich, ich sollte mich deiner Huld nicht dankbar freuen, dir mein Herz nicht weihen? 7. Würdig dir zu leben, dies sei mein Bestreben, meine Lust und Pflicht! Was die Welt vergnüget, o mein Heil, das gnüget meiner Seele nicht. Hab ich dich, wie gern will ich das, wonach die Heiden trachten, reich in dir, verachten! 8. Macht ein Gut der Erde, daß ich glücklich werde durch Zufriedenheit? Sind nicht auch die Ehren, die die Welt betören, Traum und Eitelkeit? Du erfreust des Menschen Geist; Herr, du willst, die dich verehren, ewig wieder ehren. 9. Deinen hohen Frieden schmeck ich schon hinieden, und was hoff ich dort? Unbegrenzte Zeiten voller 222 223 Seligkeiten hoff ich auf dein ind Wort. Sie sind mein durch dich allein. Bleib ich di Ona getreu im Glauben, wer kann sie mir rauben? 10. Voll von deiner Güt. Vlage frohlockt mein Gemüte, Gott, mein Heiland, dir. Dieser— Geist der Freuden stärke mich Mense im Leiden, weiche nie von voll E mir! Laß mich so beherzt schwer und froh einst durchs Tal tausen des Todes dringen, dort dein Laß n Lob zu singen. wenn Chr. F. Neander, 1 1802. Hilf siegen Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. den K 320 om Geräusch der Welt geschieden, Friede ich 2 Erlösers Mel. V Frieden und die Freude schon auf Erden, Gott, mit 32⁷ dir vereint zu werden; sehe] Also l diese Welt der Sünden unter Auf, I meinen Füßen schwinden! fleuch! und das Glück von jenem Angst Leben den entzückten Geist] trost u umgeben. was et 2. Was ist aller Rei!“ 2 von Lüsten über sie er⸗ du v habnen Christen? Was der immer Glanz der eiteln Freuden. du in Was des Lebens kurze Lei dem den, wenn sie deinen Lohi nieden erblicken, der sie ewig wird ein, l. beglücken, und des Kranze fin! Wert empfinden, den don 3 Engel für sie winden? Ibdt, 3. Nun mag Trübsal au b mich stürmen! Gottes Tuos mer 1* wird mich beschirmen. I in 222 auf dein ein durch ich dit en, wer 12 ner Güte, ite, Gott, Dieser tärke mich nie von o beherzt rchs Tal dort dein er, 4 1802. ebe Seele ꝛe. räusch der geschieden, (ahd Freude Gott, mit den; sehe den unter schwinden on jenem ten Geist ller Reiz sie er⸗ Was der Freuden! kurze Lei⸗ nen Lohn wig witd Kranzes den don en? rübsal auf ttes Tros ien. Kun sind 223 Friede und Freude. Nr. 321, 322 sind dieses Lebens Pfade; ewig währt der Lohn der Gnade. Mit des Dankes sillen Zähren will ich Gottes Rat verehren, unter keiner Plage sinken und den Kelch der Leiden trinken. I. Du hast selbst der Menschen Plagen, Heiland, voll Geduld ertragen, mit dem schwersten Tod gestritten, tausendfaches Leid erlitten! Laß mich deine Kraft beleben, wenn die matten Hände beben! Hilf mir wachen, kämpfen, siegen! Friede lohnet nach den Kriegen. J. J. Eschenburg, 4 1820. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht 2. 321 Meinen Frieden geb ich euch! Also hat der Herr verheißen. Auf, mein Herz, die Sorgen fleuch! Er wird aus der Ungst dich reißen. Sei ge⸗ trost und unverzagt, glaube, was er zugesagt. 2. Herr, du hältst, was du versprichst, gibst noch immer deinen Frieden, wenn du in die Herzen brichst mit dem Wahrheitsglanz hie⸗ nieden. Kehre eilig bei mir ein, laß in dir mich selig sein! 3. Güter, die die Erde sibt, sind nur mangelhafte Gaben; ewig, Herr, wird, per dich liebt, in dir volle Gnüge haben. Schütte auf mein ganzes Haus deine Gnadenfülle aus! 4. Ohne dich vermag ich nichts; eignes Ringen ist ver⸗ gebens; du allein, o Quell des Lichts, bist der Grund des neuen Lebens. Rühre mich mit deiner Kraft, die den neuen Menschen schafft! 5. Führe du mein Glau⸗ bensschiff durch die sturm— bewegten Wellen, daß es nicht am Felsenriff harter Zweifel mög zerschellen! Wenn ichs nicht mehr lenken kann, so sei du der Steuermann. 6. Rette mich in jenen Port, wo die Erdenstürme schweigen und vor dir, o Gnadenhort, alle Seligen sich neigen! Dann in deines Vaters Haus werf ich meinen Anker aus. Chr. A. Bähr, 1 1846. Mel. Valet will ich dir geben ꝛc. 322 O Jesu, meine Sonne, vor der die Nacht entfleucht, o Jesu, meine Wonne, die alle Not verscheucht! Im Herzen klingt mir täglich der eine helle Ton; wie hast du so unsäglich geliebt, o Gottes Sohn! 2. Es faßt mich so ein I ein himmlisches Ge⸗ fühl; es ist mir stets, als rief es: hier ist dein einzig Ziel! Nr. 323 Wiedergeburt und Heiligung. Ziel! Ja, wenn mir gar nichts bliebe, ich gäb mit frohem Sinn um Jesu Christi Liebe auch noch das Letzte hin. 3. Um diese Perle wäre mir alles andre feil, selbst Hab und Gut und Ehre, mein ganzes Erdenteil. Wie gerne will ich meiden das alles froh und still, wenns von dem Herrn mich scheiden und ihn mir rauben will! 4. Ich kenn auch gar kein Leben, 3— dir, mein Herr, getrennt; du bist mein einzig Leben und Lebens⸗ element. Ich kenne gar kein Sterben, seitdem ich leb in dir; denn was mich konnt verderben, die Sünde, nahmst du mir. 50 Ich weiß nichts mehr von Leiden, denn alles Kreuz und Leid kann mich von dir nicht scheiden, du Born der Seligkeit; ja, wenn ich dich nur habe, dann gilt mir alles gleich, ich bin am Bettelstabe noch wie ein König reich. 6. Ich bin schon hier auf Erden so selig und so leicht, und was wird dort erst werden, wo alle S chwach⸗ heit weicht! Das macht ein selig Sterben, daß ich als Gnadenlohn ein Königreich soll erben und eine ewge Kron. 224 7. O lieber Herr, so präg es recht meinen Sinnen ein; o lieber Herr, so leg es mir tief ins Herz hineih daß ohne deine Liebe ich ganz verloren wär und ohne Hoffnung triebe auf wüstem Meer umher; 8. Doch daß du mich allmählich zum Hafen Wel gebracht und mich so über⸗ selig aus macht, daß ich vor nichts erschrecke, was andern schreck⸗ Gnaden hast ge⸗ lich ist, weil ich es seh und schmecke, wie du mein Hei⸗ land bist. K. J. Ph. Spitta, 4 1859. Mel. Herzlich tut mich verlangenꝛe. 7 in Wohlstand 323 ohnegleichen ist eines Christen Stand, wie er bei lwem Reichen von dieser Welt bekannt. Den kann auch niemand rauben, wie feindlich er gesinnt; ein Christ ist durch den Glau⸗ ben des reichsten Vaters Kind. kommen vor Gottes Ange⸗ sicht; da wird er ange⸗ nommen, und niemand wider⸗ spricht. Was alles ihn be⸗ Roffer 361. der Ian oder Leid: ihm steht der Zugang offen zum Vater allezeit. ö 2. Er kann mit Freuden 3. Er kann in großen Scharen als Diener um sich sehn, die einst waren ihm Herren 22⁵ waren stehn. ihnen denn was 4. Erder er we nach Erbte liebte Wohl eines Mel. Weite das hoffe, selbst 2 dir 8 Sonn über los d 3. dir n du he Welt nur mast 505 ihr 095 Wind 5. in de 224 Herr, so Sinnen so leg es hinein, Liebe ich und ohne f wüstem du mich sen Wel so über⸗ hast ge⸗ »r nichts n schreck⸗ seh und iein Hei⸗ ta, 4 1869. rlangenee. Johlstand eichen ist nd, wie hen von t. Den rauben, innt; ein n Glau⸗ Vaters Ddir nicht bieten das, Freuden Belt hat keinen Frieden, hat 8Ange⸗ r ange⸗ id wider⸗ ihn be⸗ der Leid: ng offen großen um sich Herren waren 225 Friede und Freude. waren und nun zu Diensten stehn. Er ist umringt von ihnen den ganzen Lebenstag; dm ihm muß alles dienen, was ihm begegnen mag. 4. Und geht einmal auf Erden die Kindeszeit zu End, er weiß, was ihm muß werden nach Christi Testament: ein Erbteil in dem reichen, ge⸗ liebten Vaterland. Solch Wohlstand ohnegleichen ist eines Christen Stand. K. J. Ph. Spitta, 4 1859. Mel. Ringe recht, wenn Gottes Gnade ꝛe. 32 4 H erz, mein Herz, H nicht in der Weite, in der Nähe wohnt das Glück! Glaube, liebe, leide und kehr in dich selbst zurück! 2. Wüchsen über Nacht dir Flügel, schneller als der Sonne Strahl, trügst doch über Berg und Hügel rast⸗ los deiner Sehnsucht Qual. 3. Denn die Welt kann wonach du heiß verlangst; denn die nur Streit und Not und Angst. 4. Ewig wechselnd ist ihr Streben, ewig wechselnd ist ihr Ziel; was ihr heute Rast gegeben, morgen ists der Winde Spiel. 5. Drum, mein Herz, nicht in der Weite, in der Nähe Nr. 324, 325 such das Glück! Glaube, liebe, hoffe, leide und kehr in dich selbst zurück! J. Sturm, 1 1896. Vertrauen. Gott 325 Will, ges⸗ eh allzeit, sein Will ist stets der beste; zu helfen dem er ist bereit, der an ihn glaubet feste. Er hilft aus Not, der fromme Gott, er züchtiget mit Maßen. Wer Gott vertraut, sest auf ihn baut, den will er nicht verlassen. 2. Gott ist mein Trost, mein Zuversicht, mein Hoff⸗ nung und mein Leben; was mein Gott will, das mir ge⸗ schieht, will ich nicht wider⸗ streben. Sein Wort ist wahr; denn all mein Haar er selber hat gezählet. Er schützt und auf d. nimmt uns in acht, auf daß uns garnichts fehlet. 3. Nun muß ich Sünder von der Welt hinfahrn nach Gottes Willen zu meinem Gott, wenns ihm gefällt, ich will ihm halten stille. Mein arme Seel ich Gott befehl in meiner letzten Stunden; du frommer Gott, Sünd, Höll und Tod hast du mir über⸗ wunden. 4. Noch eins, Herr, will ich bitten dich, du wirst mirs nicht versagen: wenn nich Rr. 326, 327 Wiedergeburt u. Heiligung. mich der böse Geist anficht, laß mich, Herr, nicht ver⸗ zagen; hilf und auch wehr, ach Gott, mein Herr, zu ehren deinen Namen. Wer das begehrt, dem wirds ge⸗ währt; drauf sprech ich fröh— lich Amen. Wied Albrecht von Branden⸗ burg(2), 4 1557. 326 Woerum betrübst du dich, mein Herz, bekümmerst dich und trägest Schmerz nur um das zeitlich Gut? Vertrau du deinem Herrn und Gott, der alle Ding erschaffen hat. 2. Er kann und will dich—0 nicht, er weiß gar wohl, was dir gebricht; Himel und Erd ist sein; er ist mein Vater und mein Gott, der mir beisteht in aller Not. 3. Weil du mein Gott und Vater bist, dein Kind du nimmermehr 2—0 du väterliches Herz. Ich bin nuy Erd und weiß ohn dich mich Erden keinen Trost für m 4. Der Reiche trotzt auf zeitlich Gut, ich trau 5 dich mit festem Mut, ob ic gleich werd veracht; ich weiß und glaube festiglich, wer dir vertraut, dem mangelts nicht. 5. Du bist, o Gott, so reich noch heut, als du es warst von Ewigkeit, zu dir steht mein Vertraun; mach reich an meiner Seele mich, so gnügt mir hier und ewiglich. 226 6. Der eitlen Ehr ich gern entbehr; das Ewige mir nur gewähr, hast durch deinen herben, ittern Tod; das bitt ich dich, mein Herr und Gott. 7. Denn alles, was auf dieser Welt, es sei Gold, Silber oder Geld, Reichtum und zeitlich Gut, das 4½ nur eine kleine Zeit und hilst 220 nichts zur Seligkeit. danke dir, Herr Ich Fn Christ, daß solches kund mir worden ist durch dein göttliches Wort; verleih mir auch Beständigkeit zu meiner Seelen Seligkeit. 9. Lob, Ehr und Preis sei dir gebracht, daß du hast alles wohlgemacht; ich bitt demütig dich, du wollst von deinem Angesicht mich ewig⸗ lich nerstoßen nicht. das du erworben Hans Sachs(2), 1 1576. Mel. Mag ich Unglück nicht ꝛc. 327 lebt; V Ohn meinen Gott krümmt sie fürwahr mir nicht ein Haar, er woll es denn erlauben. Führt mich sein Rat auf rauhem Pfad durch 1. elt: 22⁷ Welt 3 Her ßer Erde zagef Ruh! werd dir d trau ben 3. trau mir, Mein allein mich daß treuer ohn —1 Hele drum graue Höchs Thror fest noch wird werde Och weiß, daß mein Erlöser was widerstrebt die Welt denn meinem Glauben? Leid „ zu dir in; mach ele mich, ier und rich gern 226 mir nur erworben herben, bitt ich „Gott. was auf ei Gold, Reichtum as währt und hilft gkeit. ir, Herr ches kund irch dein rleih mir u meiner Preis sei du hast ich bitt ollst von ich ewig⸗ 7), 1 1576. nicht ꝛc. iß, daß Erlöser rebt die lauben? ümmt sie in Haar, erlauben. 69.. iese Welt: 22⁷ Welt: wies ihm gefaͤllt! Nur daß ichs mög ertragen. 2. Ich weiß, daß mein Herr Jesus Christ viel grö⸗ ßer ist als alle Macht der Erden. O liebe Seel, was zagest du? Gib dich zur Ruh! Es kann bald besser werden. Aus aller Not hilft dir dein Gott, das ist gewiß; trau fest auf dies! Im Glau⸗ ben muß mans fassen. 3. Von Herzen, Herr, ver⸗ trau ich dir; bleib stets bei mir, du König aller Ehren! Mein 105 steht zu dir allein; laß ferne sein, was mich von dir möcht kehren, daß ich dein Wort, du treuer Hort, bekenne frei, ohn alle Scheu, auch in den größten Nöten. 4. Ich weiß, daß du mein Heiland bist, o Jesu Christ, drum laß ich mir nicht grauen. Mein Helfer ist des Höchsten Sohn auf Gottes Thron; auf den will ich fest bauen. Lebt er doch noch im.6 hoch! Er wird mich wohl, wenns werden soll, nach meinem Leid ergötzen. K. Bienemann, 1 1591. Gott will i 328 V nicht lanen, denn er läßt nicht von mir, führt nich auf rechter Straßen, sonst ging ich in der Irr; er reicht mir seine Hand, Vertrauen. Nr. 328 den Abend wie den Morgen will er mich wohl versorgen, wo ich auch sei im Land. 2. Wenn sich der Menschen Treue und Wohltat all ver⸗ kehrt, wird bald an mir aufs neue die Huld des Herrn bewährt; er hilft aus aller Not, befreit von Sünd und Schanden, von Ketten und von Banden, und wenns auch wär der Tod. 3. Auf ihn will ich ver⸗ trauen in meiner schweren Zeit; so kann mir garnicht grauen, er wendet alles Leid. Ihm sei es heimgestellt; mein Leib, mein Seel, mein Leben sei Gott, dem Herrn, ergeben, er machs, wies ihm gefällt. 4. Es kann ihm nichts gefallen, denn was mir nützlich ist; er meints gut mit uns allen, schenkt uns den Herren Christ, den ein⸗ gebornen Sohn; durch ihn er uns bescheret, was Leib und Seele nähret; lobt ihn im Himmelsthron! 5. Lobt ihn mit Herz und Munde, die er uns beide schenkt; das ist ein selge Stunde, darin man sein ge⸗ denkt; sonst ist all unsre Zeit verloren hier auf Erden; wir sollen selig werden und sein in Ewigkeit. 6. Darum, ob ich schon dulde hier Widerwärtigkeit, wie ichs auch wohl ver⸗ schulde, Nr. 329, 330 Wiedergeburt u. Heiligung. 22⁸ 22 ö schulde, kommt doch die Ewigkeit, die, aller Freuden voll, dieweil ich Christum kenne und mich von ihm nicht trenne, mein Erbteil werden soll. 7. Das ist des Vaters Wille, der uns geschaffen hat; sein Sohn gibt uns die Fülle der Wahrheit und der Gnad; auch Gott, der heilge Geist, im Glauben uns regieret, zum Reich der oeh aer führet; drum sei er hoch gepreist! L. Helmbold, 1 1598. 329 A meinen lieben Gott trau ich in Angst und Not; er kann mich allzeit retten aus Trüb⸗ sal, Angst und Nöten; mein Unglück kann er wenden; es steht in seinen Händen. 2. Ob mich die Sünd anficht, will ich verzagen nicht; auf Christum will ich bauen und ihm allein ver⸗ trauen; ihm will ich mich ergeben im Tod und auch im Leben. 3. Ob mich der Tod nimmt hin, ist Sterben mein Gewinn, und Christus ist mein Leben; dem will ich mich ergeben. Ich sterb heut oder morgen, mein Seel wird er versorgen. 4. O mein Herr Jesu Christ, der du geduldig bist für mich am Kreuz ge⸗ storben, hast mir das Heil erworben, uns allen auch beschieden den ewgen Him⸗ melsfrieden: 5. Erhöre gnädig mich, mein Trost, das bitt ich dich; hilf mir am letzten Ende, nimm mich in deine Hände, daß selig ich ab⸗ scheide zur ewgen Himmels⸗ freude. 6. Amen zu aller Stund sprech ich aus Herzensgrund. Du wollest selbst uns leiten, Herr Christ, zu allen Zeiten, auf daß wir deinen Namen ohn Ende preisen. Amen. F. Beurhaus, 1 1609. Mel. O Welt, ich muß dich lassen ꝛc. 330 Qn allen meinen VTaten laß ich den Höchsten raten, der alles kann und hat; er muß zu allen Dingen, solls anders wohlgelingen, selbst geben Segen, Rat und Tat. 2. Nichts ist es spät und frühe um alle meine Mühe, mein Sorgen ist umsonst; er mags mit meinen Sachen nach seinem Willen machen, Vater⸗ ich stells in seine gunst. 3. Es kann mir nichts geschehen, als was er aus⸗ ersehen, und was mir selig ist. Ich nehm es, wie ers gibet; was ihm von mir be⸗ liebet, liebe auch 4. den, Sche schüt Sätz verle mir 5. den bind Schu Verb Urtei habe 6. der, lieg Schn und hand höttli 7. schlof drosse gehn; wird ich m stehn. 8. geben leben, 228 euz ge.. das Heil en auch en Him⸗ ig mich, bitt ich n letzten in deine ich ab⸗ Himmels⸗ r Stund nsgrund. 8 leiten, Wanel Namen Amen. 8, 4 1609. ch lassen ꝛr. muß zu anders geben t. spät und e Mühe, umsonst; 1 Sachen machen, Vater⸗ r nichts er aus⸗ nir selig wie ers mir be⸗ liebet, 229 Vertrauen. liebet, das hab ich willig auch erkiest. 4. Ich traue seiner Gna⸗ den, die mich vor allem Schaden, vor allem Uebel schützt. Leb ich nach seinen Sätzen, so wird mich nichts verletzen, nichts fehlen, was mir ewig nützt. 5. Er wolle meiner Sün⸗ den in Gnaden mich ent⸗ binden, durchstreichen meine Schuld. Er wird auf mein Verbrechen nicht stracks das Urteil sprechen und mit mir haben noch Geduld. 6. Leg ich mich späte nie⸗ der, erwach ich frühe wieder, lieg oder zieh ich fort, in Schwachheit und in Banden, und was mir stößt zu⸗ handen, so tröstet mich sein göttlich Wort. 7. Hat er es denn be⸗ schlossen, so will ich unver— drossen an mein Verhängnis gehn; kein Unfall unter allen wird je zu hart mir fallen, ich will mit Gott ihn über⸗ stehn. 8. Ihm hab ich mich er⸗ geben, zu sterben und zu leben, sobald er mir gebeut; es sei heut oder morgen, dafür laß ich ihn sorgen; er weiß allein die rechte Zeit. 9. So sei nun, Seele, seine, und traue dem alleine, der bich geschaffen hat! Es gehe wie es gehe, dein Vater in Nr. 331 der Höhe, der weiß zu allen Sachen Rat. P. Flemming, 1 1640. 331 Gibd dich zufrieden und sei stille in dem Gotte deines Lebens; in ihm ruht aller Freuden Fülle, ohn ihn mühst du dich vergebens; er ist dein Quell und deine Sonne, scheint täglich hell zu deiner Wonne; gib dich zufrieden. 2. Er ist voll Lichtes, Trost und Gnaden, unge⸗ färbten treuen Herzens; wo er steht, tut dir kein Scha⸗ den auch die Pein des größten Schmerzens; Kreuz, Angst und Not kann er bald wenden, ja, auch den Tod hat er in Händen; gib dich zufrieden. 3. Wie dirs und andern oft ergehe, ist ihm wahrlich nicht verborgen; er sieht und kennet aus der Höhe der betrübten Herzen Sorgen; er zählt den Lauf der heißen Tränen und faßt zuhauf all unser Sehnen; gib dich zufrieden. 4. Wenn gar kein Ein⸗ ger mehr auf Erden, dessen Treue du darfst trauen, als⸗ dann will er dein Treuster werden und zu deinem Besten schauen. Er weiß dein Leid und heimlich Grämen, auch weiß er Zeit, dirs zu beneh⸗ men; gib dich zufrieden. 1 4 * ö 4 1* ö bimsunsuui t: 5. Er hört die Seufzer deiner Seelen und des Her⸗ zens stilles Klagen, und was du keinem kannst erzählen magst du Gott gar kühnlich sagen; er ist nicht fern, steht in der Mitten, hört bald und gern der Armen Bitten; gib dich zufrieden. 6. Laß dich dein Elend nicht bezwingen; halt an Gott, so wirst du siegen; ob alle Fluten dich umringen, sollst du doch nicht unter⸗ liegen; denn wenn du wirst zu hoch beschweret, hat Gott, dein Fürst, dich schon erhöret; gib dich zufrieden. 7. Was Lebos du für dein armes Leben, wie dus halten wollst und nähren? Der dir das Leben hat ge⸗ geben, wird auch Unterhalt bescheren. Er hat die Hand voll aller Gaben, davon sich Land und See muß laben; gib dich zufrieden. 8. Sprich nicht: ich sehe keine Mittel, wo ich such, ist nichts zum besten; denn das ist Gottes Ehrentitel: helfen, wenn die Not am größten. Wenn ich und du ihn nicht mehr spüren, tritt er herzu, uns wohl zu füh⸗ ren; gib dich zufrieden. 9. Bleibt gleich die Hilf in etwas lange, wird sie dennoch endlich kommen; macht dir das Harren angst und bange, glaube mir, es Nr. 332 Wiedergeburt und Heiligung. 230 ist dein Frommen. Waz langsam schleicht, faßt man gewisser, und was verzeuchh ist desto süßer; gib dich zu⸗ frieden. 10. Es kann und mag nicht anders werden: alle Menschen müssen leiden; was lebt und webet auf der Erden, kann das Unglüch nicht vermeiden. Des Kreuzes Stab schlägt unsre Lenden bis in das Grab, dann wird sichs enden; gib dich zufrieden. 11. Es ist ein Ruhetag vorhanden, da uns unser Gott wird lösen; er wird uns reißen aus den Banden dieses Leibes und vom Bösen: es wird einmal der Tod her⸗ dringen und aus der Qual uns sämtlich bringen; gib dich zufrieden. 12. Er wird uns bringen zu den Scharen der Erwähl⸗ ten und Getreuen, die hir mit Frieden heimgefahren, sich auch nun in Frieden freuen, da sie den Grund, der nicht kann brechen, den ewgen Mund selbst hören sprechen: gib dich zufrieden. P. Gerhardt, 4 1610 332 Worum sollt ich mich denn grämen? Hab ich doch Chri⸗ stum noch, wer will mir den nehmen? Wer will mir den Himmel rauben, den mir mein gegel 0 ich u ehren 4. zu tr und verza wird wohl Ungl 5. guten ich 1 trage und Geric und 6. Grau er ist, wollt reiber gut v 7. Tod unser: Nöter n. Was faßt man verzeuchh b dich zu⸗ und 11. den: a leeiden; et auf der Unglück es Kreuzes e Lenden dann wird zufrieden. Ruhetag ms unser er wird n Banden om Bösen: Tod her⸗ der Qual gen; gib is bringen Erwähl⸗ die hier ngefahren, Frieden Grund, schen, den ost hören zufrieden. rdt, 4 1676 9 ich ich denn doch Chri⸗ will mir will mir hen, den mit 230 231 Vertrauen. mir schon Gottes Sohn bei⸗ gelegt im Glauben? 2. Arm und bloß kam ich ins Leben, da es mir, Herr, von dir ward zuerst gegeben. Arm und bloß werd ich hinziehen, wenn ich werd von der Erd als ein Schatten fliehen. 3. Gut und Blut, Leib, Seel und Leben ist nicht mein, Gott allein ist es, ders gegeben. Will ers wieder zu sich kehren, nehm ers hin, ich will ihn dennoch fröhlich ehren. 4. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen, dringt herein Angst und Pein, sollt ich drum verzagen? Der es schickt, der wird es wenden, er weiß wohl, wie er soll all mein Unglück enden. 5. Gott hat mich bei guten Tagen oft ergötzt, sollt ich jett nicht auch etwas tragen? Fromm ist Gott und übt mit Maßen sein Gericht, kann mich nicht ganz und gar verlassen. 6. Unverzagt und ohne Grauen soll ein Christ, wo er ist, stets sich lassen schauen; wollt ihn auch der Tod auf⸗ reiben, soll der Mut dennoch gut und fein stille bleiben. 7. Kann ja doch kein Lod uns töten, sondern reißt unsern Geist aus viel tausend Nöten, schleußt das Tor der Nr. 333 bittern Leiden und macht Bahn, da man kann gehn zu Himmelsfreuden. 8. Allda will in süßen Schätzen ich mein Herz auf den Schmerz ewiglich ergötzen. Hier ist kein recht Gut zu finden; was die Welt in sich hält, muß wie Rauch ver⸗ schwinden. 9. Was sind dieses Lebens Güter? eine Hand voller Sand, Kummer der Ge⸗ müter. Dort, dort sind die edlen Gaben, da mein Cade Christus wird mich ohn Ende laben. 10. Herr, mein Hirt, Brunn aller Freuden, du bist mein, ich bin dein, niemand kann uns scheiden. Ich bin dein, weil du dein Leben und dein Blut mir zu gut in den Tod gegeben; 11. Du bist mein, weil ich dich fasse und dich nicht, o mein Licht, aus dem Herzen lasse. Laß mich, laß mich hin⸗ gelangen, wo du mich und ich dich ewig werd umfangen. P. Gerhardt, 4 1676. Mel. Herzlich tut mich ver⸗ langen ꝛe. 333 Befiehl du deine Wege und was dein Herze kränkt, der aller⸗ treusten Pflege des, der den immel lenkt; der Wolken, Luft und Winden gibt Wege, ö ö 1 Wege, Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann. 2. Dem Herren mußt du trauen, wenn dirs soll wohlergehn; auf sein Werk mußt du schauen, wenn dein Werk soll bestehn. Mit Sorgen und mit Grämen und mit selbsteigner Pein läßt Gott sich gar nichts nehmen: es muß erbeten sein. Dein ewge Treu und Gnade, o Vater, weiß und sieht, was gut sei oder schade dem sterblichen Geblüt; und was du dann erlesen, das treibst du, starker Held, und bringst zum Stand und Wesen, was deinem Rat gefällt. 4. Weg hast du aller⸗ wegen, an Mitteln fehlts dir nicht; dein Tun ist lauter Segen, dein Gang ist lauter Licht; dein Werk kann nie⸗ mand hindern, dein Arbeit darf nicht ruhn, wenn du, was deinen Kindern ersprieß⸗ lich ist, willst tun. 5. Und ob gleich alle Teufel hier wollten wider⸗ stehn, so wird doch ohne Zweifel Gott nicht zurücke⸗ gehn; was er sich vorge⸗ genommen, und was er haben will, das muß doch endlich kommen zu seinem Zweck und Ziel. 6. Hoff, o du arme Seele, hoff und sei unver⸗ Nr. 333 Wiedergeburt und Heiligung. zagt! Gott wird dich aus 1. der Höhle, da dich der der Kummer plagt, mit großen träg Gnaden rücken; erwarte nun Dan die Zeit, so wirst du schon Ehre erblicken die Sonn der selbs schönsten Freud. recht 7. Auf, auf, gib deinen Frer Schmerze und Sorgen gute dein Nacht; laß fahren, was das Herze betrübt und traurig Rot macht; bist du doch nicht 25 Regente, der alles führen 905 soll: Gott sitzt im Regimente i und führet alles wohl. 990 8. Ihn, ihn laß tun und dim walten; er ist ein weiser Fürt und wird sich so verhalten, daß du dich wundern wirst, Wel. wenn er, wie ihm gebühret, mit wunderbarem Rat das 33 Werk hinausgeführet, das dich auf bekümmert hat. Won 9. Er wird zwar eine Pein Weile mit seinem Trost ver⸗ Labs ziehn und tun an seinem die Teile, als hätt in seinem Tode Sinn er deiner sich begeben zum und sollst du für und für 2. in Angst und Nöten schwe⸗ stehn ben, als fragt er nichts zurün nach dir. au e 10. Wirds aber sich be⸗ ein finden, daß du ihm treu Gott verbleibst, so wirst du Hilfe sinde finden, da dus am mindsten was gläubst; er wird dein Herze ergöt lösen von der so schweren 3. Last, die du zu keinem Bösen wie bisher getragen hast. ein 23² dich auz dich der nit großen warte nur du schon 5onn der gib deinem orgen gute „was das id traurig doch nicht es führen Regimente ohl. iß tun und Heiser Fürst verhalten, dern wirst. gebühret, Rat das t, das dich zwar eine Trost ver⸗ in seinem in seinem ha begeben und für ten schwe⸗ er nichts er sich be⸗ ihm tren du Hilfe mindsten dein Herze schweren iem Bösen t. 233 Vertrauen. 11. Wohl dir, du Kind der Treue, du hast und trägst davon mit Ruhm und Dankgeschreie den Sieg und Ehrenkron! Gott gibt dir selbst die Palmen in deine rechte Hand, und du singst Freudenpsalmen dem, der dein Leid gewandt. 12. Mach End, o Herr, mach Ende mit aller unsrer Not; stärk laß Füß und Hände und laß bis in den Tod uns allzeit deiner Pflege und Treu empfohlen sein, so gehen unsre Wege gewiß zum Himmel ein. P. Gerhardt, 1676. Mel. Da Christus geboren war ꝛc. 33 4 A den Nebel olgt die Sonn, auf das Trauern Freud und Wonn, auf die schwere, bittre Pein stellt sich Trost und Labsal ein. Meine Seele, die zuvor sank bis zu des Todes Tor, steigt nun bis zum Himmelschor. 2. Gott läßt keinen traurig stehn, noch mit Schimpf zurückegehn, der sich ihm zu eigen schenkt und ihn in sein Herze senkt; wer auf Gott sein Hoffnung setzt, sindet endlich und zuletzt, was ihm Leib und Seel ergötzt. 3. Kommts nicht heute, wie man will, sei man nur ein wenig still; ist doch morgen auch ein Tag, da die Wohlfahrt kommen mag. Gottes Zeit hält ihren Schritt; wenn die kommt, kommt unsre Bitt und die Freude reichlich mit. 4. Als ich furchtsam und verzagt mich mit schwerem Gram geplagt, als ich manche liebe Nacht mich mit Wachen krank gemacht, als mir aller Mut entfiel, tratst, mein Gott, du selbst ins Spiel, gabst dem Unfall Maß und Ziel. 5. Nun, so lang ich in der Welt haben werde Haus und Zelt, soll mir dieser Wunder⸗ schein stets vor meinen Augen sein; ich will all mein Leben lang meinem Gott mit Lob⸗ gesang hierfür bringen Preis und Dank. 6. Allen Jammer, allen Schmerz, den des ewgen Vaters Herz mir schon jetzo zugezählt oder künftig aus⸗ erwählt, will ich hier in diesem Lauf meines Lebens allzuhauf frisch und freudig nehmen auf. 7. Ich will gehn in Angst und Not, ich will gehn bis in den Tod, ich will gehn ins Grab hinein und doch allzeit Wale sein. Wem der Stärkste bei will stehn, wen der Höchste will erhöhn, kann nicht ganz zu grunde gehn. P. Gerhardt, 4 1676. Nr. 334 Nr. 335 Wiedergeburt und Heiligung. Mel. Valet will ich dir geben ꝛc. 3 3 5 J Qst Gott für mich, so trete gleich alles wider 1 so oft ich ruf und bete, weicht alles hinter sich. Hab ich das Haupt zum Freunde und bin geliebt bei Gott, was kann mir tun der Feinde und Widersacher Rott? 2. Nun weiß und glaub ich feste, ich rühms auch ohne Scheu, daß Gott, der Höchst und Beste mein Freund und Vater sei, und daß in allen Fällen er mir zur Rechten steh und dämpfe Sturm und Wellen und was mir bringet eh. 3. Der Grund, drauf ich mich gründe, ist Christus und sein Blut; das machet, daß ich finde das ewge wahre Gut. An mir und meinem Leben ist nichts auf dieser Erd: was Christus mir gegeben, das ist der Liebe wert. 4. Mein Christus ist mein Ehre, mein Glanz und helles Licht; wenn der nicht in mir wäre, könnt ich be⸗ stehen nicht. In ihm kann ich mich freuen, hab einen Heldenmut, darf kein Ge⸗ richte scheuen, wie sonst ein Sünder tut. 5. Sein Geist wohnt mir im Herzen, regieret meinen Sinn, vertreibt mir Sorg und Schmerzen, nimmt allen SSREET 234 Kummer hen gibt Segen und Gedeihen dem, was er in mir schafft hilft mir das Abba schreien aus aller meiner Kraft. 6. Und wenn an. heit findt, so seufzt ub spricht er Worte, die unaus⸗ sprechlich sind mir zwar und meinem Munde, Gott aber wohl bewußt, der an des ust. 7. Sein Geist spricht meinem Geiste manch süßes Trostwort zu, wie Gott dem Hilfe leiste, der bei ihm suchet Rah, und wie er hab erbauet ein edle neue Stadt, da Aug und Herze schauet, was es geglaubet hat. 8. Da ist mein Teil, mein Erbe mir prächtig zugericht; wenn ich gleich fall und sterbe, fällt doch mein h e nicht. Muß ich auch gleich hier feuchten mit Tränen meine Zeit, mein Jesus und sein Leuchten durch⸗ süßet alles Leid. 9. Die Welt die mag zer⸗ brechen, du stehst mir ewiglich; nicht Feur und Schwert der Frechen soll trennen mich und dich; kein Hunger und kein Dürsten, kein Armut, keine Pein, kein Zorn der großen Fürsten soll mir ein Hindrung sein. —— 0 Grunde ersiehet seine 231 oDt Segen was er mir das ler meiner nameinem Schwach⸗ ufzt und ie unaus⸗ zwar und Bott aber an des iehet seine spricht uch süßes Gott dem ihm suchet ib erbauet „ da Aug was es ein Teil, prächtig ich gleich fällt doch jt. Muß r feuchten zeit, mein ten durch⸗ mag zer⸗ ewiglich; hwert der nen mich nger und Armut, Zorn der mir ein 10. Kein Engel, keine Freuden, kein Thron, kein kein Lieben und ein Leiden, kein Angst, kein Herzeleid, was man nur kann erdenken, es sei klein oder Ru der keines soll mich lenken aus deinem Arm und Schoß. 11. Mein Herze geht in Sprüngen und kann nicht traurig sein, ist voller Freud und Singen, sieht lauter Sonnenschein: die Sonne, die mir lachet, ist mein Herr Jesus Christ; das, was mich singen machet, ist, was im Himmel ist. P. Gerhardt, 4 1676. 336 Schwing dich auf zu deinem Gott, du betrübte Seele! Warum liegst du, Gott zum Spott, in der Schwermutshöhle? Merkst du nicht des Feindes List? Er will durch sein Kämpfen deinen Trost, den Jesus Christ dir erworben, dämpfen. 2. Stürme, Feind und Welt und Tod, was könnt ihr mir schaden? Deckt mich doch in meiner Not Gott mit seinen Gnaden, der Gott, der mir seinen Sohn selbst geschenkt aus Liebe, daß der ewge Spott und Hohn mich dort nicht betrübe. 3. Spreche alle Welt, es sei Gott mir nicht gewogen; Vertrauen. Nr. 336 weiß ich doch, er bleibt ge⸗ treu, hat mich nie betrogen. Wär er gnädig nicht gesinnt, würd er seine Gaben, die mein eigen worden sind, wohl behalten haben. 4. Was ist unterm Him⸗ melszelt, was im tiefen Meere, was ist Gutes in der Welt, das nicht mir gut wäre? Wem erglänzt das Sternenlicht? Wozu ist ge⸗ geben Luft und Wasser? Dient es nicht mir und meinem Leben? 5. Meine Seele lebt in mir durch die heilgen Lehren, so die Christen mit Begier alle Tage hören. Gott eröffnet früh und spat meinen Geist und Sinne, daß sie seines Geistes Gnad freudig werden inne. 6. Nun, auf diesen heilgen Grund bau ich mein Gemüte, sehe, wie der Feind zur Stund zwar dawider wüte; gleichwoh! muß er lassen stehn, was Gott aufgerichtet, aber schmählich muß vergehn, was er selber dichtet. 7. Ich bin Gottes, Gott ist mein; wer ist, der uns scheide? Dringt auch schweres Kreuz herein mit dem bittern Leide: laß es dringen, kommt es doch von geliebten Händen; schnell zerbricht des Kreuzes och, wenn es Gott will wenden. 16 8. Kinder, die der Vater soll ziehn zu allem Guten, die gedeihen 41 wohl ohne Zucht und Ruten. Bin ich denn nun Gottes Kind, warum will ich fliehen, wenn er mich von meiner Sünd will zum Guten ziehen? 9. Es ist herzlich gut gemeint mit der Christen Plagen; wer hier zeitlich wohl geweint, darf nicht ewig klagen, sondern hat vollkommne Lust dort in Christi Garten, dem sein Leiden ist bewußt, endlich zu erwarten. 10. Gottes Kinder säen zwar traurig und mit Tränen, aber endlich bringt das Jahr, wonach sie sich sehnen; denn es kommt die Erntezeit, da sie Garben binden, da wird all ihr Gram und Leid ewiglich verschwinden. 1. Ci, 0 faß, o Christen⸗ herz, alle deine Schmerzen; wirf sie fröhlich hinterwärts laß des Trostes Kerzen dich entzünden mehr und mehr; gib dem großen Namen deines Gottes Preis und Ehr! Er wird helfen. Amen! P. Gerhardt, 1 1676. Mel. Von Gott will ich ꝛc. 337 eduld ist euch von nöten, wenn Sorge, Gram und Schmerz, und was euch Nr. 337 Wiedergeburt und Heiligung. 236 mehr will töten, euch schneidet in das Herz. O auserwählte Schar! Soll euch kein Tod je töten, ist euch Geduld von nöten; das ist gewißlich wahr. 2. Geduld ist Gottes Gabe und seines Geistes Gut; er schenkt sie uns zum Stabe, sobald er in uns ruht. Der edle, werte Gast erlöst uns von dem Zagen und hilft uns treulich tragen die größte Bürd und Last. 3. Geduld dem Glauben an Gottes Wort; das läßt sie sich nicht rauben, das ist ihr Heil und Hort; das ist ihr hoher Wall, da hält sie sich verborgen, läßt Gott, den Vater, sorgen und fürchtet keinen Fall. 4. Geduld ist wohl zu⸗ frieden mit Gottes weisem Rat, läßt sich nicht leicht er⸗ müden durch Aufschub seiner Gnad, hält frisch und fröhlich aus, läßt sich getrost be⸗ schweren und denkt: wer wills ihm wehren? Ist er doch Herr im Haus. kommt aus 5. Geduld dient Gott zu Ehren und läßt sich nimmer⸗ mehr von seiner Liebe kehren; und schlüg er noch so sehr, so ist sie doch bedacht, die heilge Hand zu loben, spricht: Gott, der hoch erhoben, hat alles wohlgemacht. und hängt O/ 33 seiner alles auf E der! einen ernäh Glück bleibe 236 schneidet Serwählte kein Tod Geduld gewißlich ttes Gabe Gut; er n Stabe, iht. Der rlöst uns ind hilft die größte imt aus d hängt das läßt „ das ist das ist hält sie Gott, den fürchtet wohl zu⸗ weisem leicht er⸗ ub seiner d fröhlich trost be⸗ wer wills er doch Gott zu nimmer⸗ be kehren; so sehr, acht, die „, spricht: oben, hat 6. Geduld macht große Freude, bringt aus dem Himmelsthron ein schönes Autehte Hror dem Haupt ein edle Kron, ist wie ein schönes Licht, davon, wer an ihr hanget, mit Gottes Hilf erlanget ein fröhlich An⸗ gesicht. 7. Geduld ist mein Ver⸗ langen und meines Herzens Lust, nach der ich oft ge⸗ gangen: das ist mir wohl bewußt. Herr, voller Gnad und Huld! Ach, gib mir und gewähre mein Bitten: ich begehre nichts anders als Geduld. 8. Geduld ist meine Bitte, die ich sehr oft und viel aus dieser Leibeshütte zu dir, Herr, schicken will. Kommt dann der letzte Zug, so gib durch deine Hände auch ein geduldig Ende, so hab ich alles gnug. P. Gerhardt, 4 1676. 338 Alls ist an Gottes Segen und an seiner Gnad gelegen, über alles Geld und Gut. Wer auf Gott sein Hoffnung setzet, der behält ganz unverletzet einen freien Heldenmut. 2. Der mich hat bisher ernähret und so manches Hlück bescheret, ist und bleibet ewig mein; der mich Vertrauen. wunderbar geführet und noch leitet und regieret, wird hin⸗ fort mein Helfer sein. 3. Viele mühen sich um Sachen, die nur Sorg und Unruh machen und ganz unbeständig sind; ich begehr, nach dem zu ringen, was den Frieden pflegt zu bringen und man jetzt gar selten findt. 4. Hoffnung kann das Herz erquicken; was ich wünsche, wird sich schicken, so es anders Gott gefällt. Meine Seele, Leib und Leben hab ich seiner Gnad ergeben und ihm alles heimgestellt. 5. Er weiß schon nach seinem Willen mein Ver⸗ langen zu erfüllen; es hat alles seine Zeit. Ich hab ihm nichts vorzuschreiben; wie Gott will, so muß es bleiben; wann Gott will, ich bin bereit. 6. Soll ich länger allhier leben, will ich ihm nicht widerstreben; ich verlasse mich auf ihn. Ist doch nichts, das lang bestehet, alles Irdische vergehet und fährt wie ein Strom dahin. Vor 1676. er nur den 339 Wé lieben Gott läßt walten und hoffet auf ihn allezeit, den wird er wunder⸗ bar erhalten in aller Not 16* und Nr. 338, 339 Nr. 340 Wiedergeburt und Heiligung. 238 und Traurigkeit. Wer Gott, dem Allerhöchsten, traut, der hat auf keinen Sand gebaut. 2. Was helfen uns die schweren Sorgen? Was hilft uns Bußt Weh und Ach? Was hilft es, daß wir alle Morgen beseufzen unser Un⸗ gemach? Wir machen unser Kreuz und Leid nur größer durch die Traurigkeit. 3. Man halte nur ein wenig stille und sei doch in sich selbst vergnügt, wie unsers Gottes Gnadenwille, wie sein Allwissenheit es fügt. Gott, der uns ihm hat auserwählt, der weiß auch sehr wohl, was uns fehlt. 4. Er kennt die rechten Freudenstunden, er weiß wohl, wann es nützlich sei. Wenn er uns nur hat treu erfunden und merket keine Heuchelei, so kommt Gott, eh wirs uns versehn, und lässet uns viel Guts ge⸗ schehn. 5. Denk nicht in deiner Drangsalshitze, daß du von Gott verlassen seist, und daß ihm der im Schoße sitze, der sich mit stetem Glücke speist; die Folgezeit verändert viel und setzet jeglichem sein Ziel. 6. Es sind ja Gott sehr leichte Sachen, und ist dem Höchsten alles gleich, den Reichen klein und arm zu machen, den Armen aber JI groß und reich; Gott ist der rechte Wundermann, der bald erhöhn, bald stürzen kann. 7. Sing, bet und geh auf Gottes Wegen, verricht das deine nur getreu und trau des Himmels reichem Segen, so wird er werden bei dir neu; denn welcher seine Zuversicht auf Gott setzt, den verläßt er nicht. G. Neumark, 7 1681. 0 ollt es gleich bis⸗ 340 S weilen scheinen, als verließe Gott die Seinen, o so glaub und weiß ich dies: Gott hilft endlich doch gewiß. 2. Hilfe, die er aufgescho⸗ ben, hat er drum nicht auf⸗ gehoben; hilft er nicht zu jeder Frist, hilft er doch, wanns nötig ist. 3. Wie oft Väter nicht gleich geben, wonach ihre Kinder streben, so hält Gott auch Maß und Ziel; er gibt, wem und wann er will. 4. Seiner kann ich mich getrösten, wenn die Not am allergrößten, er ist gegen mich, sein Kind, mehr als väterlich gesinnt. 5. Will der Feind mir bange machen,— ich kann seine Macht verlachen; 4 mi ———————————— 0 0 shen krän Verderber ohne Urs Himmel 7 immer ne nicht lär frag ich ist Richte 8. W. sich treib der Himt Himmel 9. He dich umft andre laf dereinst Herr, we Mel. Ii 341 mich erge Tod; er meine Fr der größ gleich in werd ich und dort 2. Di werden r dem Ste Fesu ste ihm erbe bestellt. 230 arm zu ien aber tt ist der der bald kann. d geh auf richt das und trau m Segen, bei dir er seine setzt, den irk, 4 1681. gleich bis⸗ scheinen, ie Seinen, weiß ich dlich doch aufgescho⸗ nicht auf⸗ t zu jeder ), wanns iter nicht iach ihre hält Gott er gibt, will. ich mich Not am ist gegen mehr als eind mir ich kann en; drücht mich 239 Vertrauen. mich schwer des Kreuzes Joch,— Gott, mein Vater, lebet noch. 6. Mögen mich die Men⸗ schen kränken, mag auf mein Verderben denken, wer mir ohne Ursach feind! Gott im Himmel ist mein Freund. 7. Laß die Welt nur immer neiden! Will sie mich nicht länger leiden, ei, so frag ich nichts danach; Gott ist Richter meiner Sach. 8. Will sie mich gleich von sich treiben, muß mir doch der Himmel bleiben; ist der Himmel mein Gewinn, geb ich alles andre hin. 9. Herr, kann ich nur dich umfassen, will ich alles andre lassen; legt man mich dereinst ins Grab, genug, Herr, wenn ich dich nur hab! Ch. Titius, 4 1703. Mel. Jesu, meine Freude ꝛc. 3 41 Qesus ist mein N Leben, dem ich mich ergeben fest bis in den Tod; er ist meine Sonne, meine Freud und Wonne in der größten Not. Leid ich gleich in seinem Reich, so werd ich mit ihm regieren und dort rümmhieren 2. Die mit Jesu leiden, werden mit ihm weiden in dem Sternenzelt; die mit gesu sterben, werden mit ihm erben, wo ihr Reich bestelt. Ihre Kron und Nr. 341 Siegeslohn sind, wo Gott die Engel loben, sicher auf⸗ gehoben. 3. Die mit Tränen säen, wenn die Winde wehen, die der Feind erweckt, werden dort mit Freuden ernten nach dem Leiden, wo kein Feind mehr schreckt. Nach der Müh, die sie allhie dulden, wird sie Gott ergötzen mit des Himmels Schätzen. 4. O ihr frommen Seelen, die ihr euch mit Quälen bringet durch die Welt, die ihr öfters weinet, wenn kein Trost erscheinet, wenn euch Kreuz befällt, denket doch bei diesem Joch an die Kron in jenem Leben, die euch Gott wird geben. 5. Wenn uns Sünden kränken, lasset uns bedenken Gottes Gnadenrat! Jesus hat erduldet, was wir hier verschuldet; er gibt Gnad um Gnad. Kämpfen wir mit ihm allhier, so wird er uns helfen kämpfen und die Sünde dämpfen. 6. Seid getreu, ihr Herzen, n n bei des Kreuzes Schmerzen, treu bis in den Tod! Jesus wird euch trösten, wenn er die Erlösten führt aus aller Not. Auf das Leid folgt Fried und Freud; Gott wird lassen nach dem Weinen euch die Sonne scheinen. 7. Nun, Herr Jesu, stärke uns zum guten Werke, hilf uns Nr. 342, 343 Wiedergeburt u. Heiligung. 240 uns durch die Welt! Komm, du Herr der Ehren, unser Herz zu kehren nach dem Himmelszelt. Sei uns Schutz und starker Trutz, jetzt im Leben, dort im Sterben, daß wir alles erben. Freylinghausens Gesangbuch, 1704. Mel. Wie nach einer Wasserquelle ꝛc. 5 sgeine Sorgen, 342 M Angst und Plagen laufen mit der Zeit zu End; alles Seufzen, alles Klagen, das der Herr alleine kennt, wird gottlob nicht ewig sein. Nach dem Regen wird ein Schein von viel tausend Sonnenblicken meinen matten Geist erquicken. 2. Meine Saat, die ich gesäet, wird zur Freude wachsen aus; wenn die Dornen abgemähet, so trägt man die Frucht nach Haus. Wenn ein Wetter ist vorbei, wird der Himmel wieder frei; nach dem Kämpfen, nach dem Streiten kommen die Erquickungszeiten. 3. Unser Weg geht nach den Sternen, der mit Kreuzen ist besetzt; hier muß man sich nicht entfernen, ob er gleich mit Blut benetzt. Zu dem Schloß der Ebwigkeit kommt kein Mensch hin ohne Streit. Die in Salems Mauern wohnen, zeigen ihre Dornenkronen. 4. Es sind wahrlich alle Frommen, die des Himmels Klarheit Trübsal hergekommen; darum sehn, aus viel siehet man sie stehn vor des Lammes Stuhl und Thron, prangend in der Ehrenkron und mit Palmen ausgezieret, weil sie glücklich triumphieret. 5. Gottes Ordnung stehet feste und bleibt ewig un⸗ verrückt: seine Freund und Hochzeitsgäste werden nach dem Streit beglückt. Israel behält den Sieg nach ge⸗ führtem Kampf und Krieg; Kanaan wird nicht gefunden, wenn man nicht hat über⸗ wunden. 6. Darum trage deine Ketten, meine Seel, und dulde dich! Gott wird dich gewiß erretten, das Gewitter leget sich; nach dem Blitz und Donnerschlag folgt ein angenehmer Tag; auf den Abend folgt der Morgen, und die Freude nach den Sorgen. Freylinghausens Gesangbuch, 1704. Mel. Zu Gott in dem Himmel droben ꝛc. e 343 Seaalh Lun ängstlich an das Künstge denken? Soll ich abends nie mit Ruh meine Augen schließen zu? Soll es immer vor mir stehen: wie wirds einst 24¹ einst nock die Sore 2. Gi erhalten, zu walter allein sei sein? 2 Sorgen Vertraue mich auck Seele ble 3. Wi mir gehe verstehet, ist und Schaden für mich kein wah aber eig wählt of 4. B niedern das Herz vieler S Sturz wenn Go will ich streben; Kraft r getreu zi 5. M Hütten schütten, zugleich, reich.5 beschiede zufrieden arme 3 Ewigkeit rlich alle Himmels 241 Vertrauen. us viel n; darum vor des Thron, Shrenkron isgezieret, mphieret. ing stehet wig un⸗ und und den nach Israel nach ge⸗ d Krieg; gefunden, hat über⸗ ge deine el, und vird dich Gewitter sem Blitz folgt ein auf den Morgen, nach den gbuch, 1704. n Himmel denn mich 9 kränken, Künstge )abends ne Augen es immer hie wirds einst einst noch mir ergehen? Da die Sorge mich nur quält, und doch ihres Ziels verfehlt? 2. Gott, der mich bisher erhalten, höret nimmer auf zu walten; oder sollt er jetzt allein seines Waltens müde sein? Wohl, ich will das Sorgen lassen und zu ihm Vertrauen fassen; wie er mich auch führen will, meine Seele bleibe still. 3. Wies auch in der Welt mir gehet, er ists, der allein verstehet, was mir heilsam ist und gut, oder was mir Schaden tut. Laß ich ihn für mich nur wählen, wird kein wahres Gut mir fehlen; aber eigner Will und Rat wählt oft einen falschen Pfad. 4. Bleib ich stehn auf niedern Stufen, will ich in das Herz mir rufen, daß ich, vieler Sorgen frei, vor dem Sturz gesichert sei. Doch, wenn Gott mich wollt erheben, will ich ihm nicht wider⸗ streben; er wird mir die Kraft verleihn, im Beruf getreu zu sein. 5. Will die Armut meiner Hütten er mit Segen über⸗ schütten, so verleih er nur zugleich, daß die Seele werde reich. Doch ist Armut mir beschieden, bin ich auch damit zufrieden; denn auf diese arme Zeit folgt die reiche Ewigkeit. Nr. 344 6. Wird mir Gott Gesund⸗ heit geben, will ich eifrig danach streben, daß ich Gotter mehr und mehr meines Gottes Ruhm und Ehr. Aber auch in. Gei mir da möge Gottes Geist mir sagen, daß solch herbe Arzenei mir zum Heile nötig sei. 7. Soll ich noch viel Jahre zählen, mit des Lebens Not mich quälen, kommt doch auch wohl mancher Tag, daß mein Herz sich freuen mag. Aber käm ich bald hinüber, wär mir solches desto lieber, weil ich käm aus aller Not hin zu meinem Herrn und Gott. 8. Alles sei Gott heim⸗ gegeben, Freud und Trübsal, Tod und Leben; es geschehe, was sein Rat über mich beschlossen hat. Ich will mich nicht länger kränken, sondern dies allein bedenken, daß nach Gottes Gnaden⸗ schluß Christen alles from⸗ men muß. Ph. Jak. Spener, 1 1705. 3 4 4 as Gott tut, das ist wohl getan, es bleibt gerecht sein Wille; wie er fängt meine Sachen an, will ich ihm halten stille. Er ist mein Gott, der in der Not mich wohl weiß zu erhalten; drum laß ich ihn nur walten. Nr. 345 2. Was Gott tut, das ist wohl getan; er kann ja nimmer trügen, er führet mich auf rechter Bahn; so laß ich mir genügen an seiner Huld und hab Ge⸗ duld, er wird mein Unglück wenden; es steht in seinen Händen. 3. Was Gott tut, das ist wohl getan; er wird mich wohl bedenken; er, als mein Arzt, der helfen kann, wird mir nicht Gift ein⸗ schenken für Arzenei, Gott ist getreu; drum will ich auf ihn bauen und seiner Güte trauen. 4. Was Gott tut, das ist wohl getan; er ist mein Licht und Leben, der mir nichts Böses gönnen kann; ich will mich ihm ergeben in Freud und Leid, es kommt die Zeit, da öffentlich er⸗ scheinet, wie treulich er es meinet. 5. Was Gott tut, das ist wohl getan; muß ich den Kelch gleich schmecken, der bitter ist nach meinem Wahn, laß ich mich doch nicht schrecken, weil doch zuletzt ich werd ergötzt mit süßem Trost im Herzen; da weichen alle Schmerzen. 6. Was Gott tut, das ist wohl getan; dabei will ich verbleiben; es mag mich auf die rauhe Bahn Not, Tod und Elend treiben, so wird Gott mich ganz väter⸗ lich in seinen Armen halten; drum laß ich ihn nur walten. S. Rodigast, 1 1708. Mel. Alles ist an Gottes Segen ꝛ. MNaunderanfan 345 W̃ herrlich Ende, wo die wunderweisen Hände Gottes führen ein und aus! Wunderweislich ist sein Raten, wunderreich sind seine Taten, und du sprichst: wo wills hinaus? Wiedergeburt und Heiligung. 242 2. Denke doch: es muß so gehen, was Gott weislich heißt geschehen ihm und dir zur Herrlichkeit; ob der An⸗ fang seltsam scheinet, ist das Ende gut gemeinet; Friede folget nach dem Streit. 3. Gottes Weg ist wie in Flüssen und in großen Wassergüssen, und du spürst nicht seinen Fuß; so auch in dem Meer der Sorgen 9 Gott 670 Pfad ver⸗ orgen, daß man nach ihm suchen muß. 4. Kein Besinnen mag er⸗ sinnen, wo man Hilfe kann gewinnen, die Vernunft ist hier zu blind; nicht für das Verborgne taugen ihre halb⸗ gebrochnen Augen, weil sie allzublöde sind. Sachen, weil er alles wohl kann machen, End und An⸗ fang geben frei. Er läßt, was er angefangen, so zum Ende 5. Gott muß man in allen 2⁴3 Ende stets wunderhe 6. Dr nimmer g Gott ver und gute wahr, et daß du spüren, n uts. 7. Dei nicht fehl der Welt blinde W wird dir süßen, d kennen anfang, k 5 346 verzagst gut, der Hilf auf Kraft ut machet a Gott kan 242 inz väter⸗ in halten; Ir walten. ast, 4 1705. 8 Segen u. eranfang, errlichs derweisen hren ein erweislich underreich ö nicht fehlen; du wirst noch der Welt erzählen, was die es muß blinde Welt nicht kennt. Er inaus? weislich und dir der An⸗ „ ist das . Friede reit. ist wie großen du spürst so auch Sorgen ofad ver⸗ nach ihm 1mag er⸗ ilfe kann nunft ist für das hre halb⸗ weil sie in allen les wohl und An⸗ Er läßt, so zum Ende 243 Vertrauen. Ende stets gelangen, daß es wunderherrlich sei. 6. Drum laß dir doch nimmer grauen, lerne deinem Gott vertrauen, sei getrost und gutes Muts. Er für⸗ wahr, er wird es führen, daß du wirst am Ende spüren, wie er dir tut lauter uts. 7. Deinem Glauben wirds wird dir dein Kreuz ver⸗ süßen, daß du wirst be⸗ kennen müssen: Wunder⸗ anfang, herrlichs End! H. A. Stockfleth, 1 1708. 346 Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Gott ist gut, der aus Erbarmen alle Hilf auf Erden tut, der mit Kraft und starken Armen machet alles wohl und gut; Gott kann besser, als wir denken, alle Not zum besten lenken. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herr⸗ gott noch. 2. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Sollt der schlummern oder schlafen, der das Aug hat zugericht? Der die Ohren hat er⸗ schaffen, sollte dieser hören nicht? Gott ist Gott, der hört und siehet, wo den Nr. 346 Frommen weh Wibiegeh Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herrgott noch. 3. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Der den Erdenkreis verhüllet mit den Wolken weit und breit, der die ganze Welt erfüllet, ist von uns nicht fern und weit. Wer Gott liebt, dem will er senden Hilf und Trost an allen Enden. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herrgott noch. 4. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Bist du schwer mit Kreuz beladen, nimm zu Gott nur deinen Lauf. Gott ist groß und reich von Gnaden, hilft den Schwachen gnädig auf. Gottes Gnade währet immer, seine Treu vergehet nimmer. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herrgott noch. 5. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Wenn dich deine Sünden kränken, dein Verbrechen quält dich sehr: komm zu Gott, er wird versenken deine Sünden in das Meer; mitten in der Angst der Höllen kann er dich zufriedenstellen. Seele so bedenke doch: lebt doch unser Herrgott noch. 6. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Will dich alle Welt verlassen, weißt du weder aus noch ein, ein, Gott wird dennoch dich umfassen und im Leiden bei dir sein. Gott ists, der es herzlich meinet, wo die Not am größten scheinet. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herrgott noch. 7. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Mußt du schon geängstigt wallen auf der harten Dornenbahn; es ist Gottes Wohlgefallen, dich zu führen himmelan. Gott will nach dem Jammer⸗ leben Fried und Freud und Himmel geben. Drum, o Seel, bedenke doch: lebt doch unser Herrgott noch. Joh. Fr. Zihn, 1 1719. 3 47 J Och laß dich nicht, du Hilf in allen riuin leg Joch auf Joch, ich hoffe doch, auch wenn es scheint, als wolltest du mich töten. Machs, wie du willst, mit mir: ich weiche nicht von dir; verstelle dein Gesicht: du Hilf in allen Nöten, ich laß dich nicht, ich laß dich nicht! 2. Ich laß dich nicht! Sollt ich den Segen lassen? Mein Jesu, nein, du bleibest mein, dich halt ich noch, wenn ich nichts mehr kann fassen. Nach kurzer Nächte Lauf geht mir der Segen auf von dir, dem Segenslicht: sollt ich den Segen lassen? Ich Nr. 347, 348 Wiedergeburt u. Heiligung. 244 laß dich nicht, ich laß dich nicht! 3. Ich laß dich nicht, mein Gott, mein Herr, mein Leben! Mich reißt das Grab von dir nicht ab, der du dich hast für mich in Tod gegeben. Du starbst gus Liebe mir; ich sag in Liebe dir, auch wenn das Heg zerbricht: mein Gott, mein Herr, mein Leben, ich laf dich nicht, ich laß dich nichtl M. Ch. Deßler, 4 17²22 Mel. Meinen Jesum laß ich nicht? 3 48 Meine Seele sen⸗ ket sich hin in Gottes Herz 1— Hände und erwartet ruhiglich seiner Wege 7 und Ende, liegt fein stille, arm und bloß in des liebsten Vaters Schoß. 2. Meine Seele murret nicht, ist mit allem wohl zufrieden; was der eigne Wille spricht, ist zum Tode schon beschieden; was die Ungeduld erregt, ist in Christi Grab gelegt. 3. Meine Seele 92 0 nicht, will vielmehr an nichts gedenken, was gleich spitzen Dornen tticht und den Trieden nur kann kränken. Sorgen kommt dem Schöpfer zu: meine Seele sucht nur Ruh. 4. Meine, Seele grämt sich nicht, liebt hingegen Gott im Leiden; Whrh et 24⁵ der das und ängf Wer Go liegt, ble vergnügt. 5. Me nicht; d keinen 5 Gottes 2 beklagt, w verjagt. 6. M Gott, un gebunden Spott, a wunden, filles N Preis un Mel. Rin 349 bb n laß die chwellen, Jesu bist 2. W er denket, Schlaf, u sich plage leide Str 3. D dein W noch sch den Höh deine Gl 244 laß dich dich nicht Herr, mein das Grab „der du h in Tod arbst aus in Liebe das Hen zler, 1 1799. Iß ich nicht? e sene] Spott, alle Echnerzen über⸗ t sich hin nd Hände lich seiner nde, liegt d bloß in Schoß. e murret llem wohl der eigne zum Tode was die ist in t. e 92 0 mehr an vas gleich t und den kränken. Schöpfer sucht nur e grämt hingegen Kummer, det 245 Vertrauen. der das Herze bricht, 1f und ängstet nur die Heiden. Wer Gott in dem Schoße liegt, bleibt in aller Not vergnügt. 5. Meine Seele klaget nicht; denn sie weiß von einen Nöten, hängt an Gottes Angesicht auch als⸗ dann, wenn er will töten. BVo sich Fleisch und Blut 6 dich nichl beklagt, wird der Freudengeist verjagt. 6. Meine Seel ist still zu Gott, und die 50b bleibt gebunden; also hab ich allen wunden, bin gleichwie ein stilles Meer 501 von Gottes Pars und Ehr. J. J. Winkler, 4 1722. Mel. Ringe recht, wenn Gottes Gnade ꝛc. 3 49 ott wills machen, daß die Sachen bb wie es heilsam ist; laß die Wellen ringsum chwellen, wenn du nur bei Jesu bist! 2. Wer sich kränket, weil er denket, Jesus liege in dem Schlaf, wird mit Klagen nur sich plagen, daß der Unglaub leide Straf. Gott, 3. Du Verächter! dein Wächter, schläfet ja noch schlummert nicht; zu den Höhen aufzusehen, wäre deine Glaubenspflicht. Nr. 349 4. Im Verweilen und im Eilen bleibt er stets ein Vaterherz; laß dein Weinen bitter scheinen, dein Schmerz ist ihm auch ein Schmerz. 5. Glaub nur feste, daß das Beste über dich beschlossen sei; wenn dein Wille nur ist stille, wirst du von dem Kummer frei. 6. Willst du wanken in Gedanken, faß dich in Ge⸗ lassenheit; laß den sorgen, der auch morgen Herr ist über Leid und Freud. 7. Gottes Hände sind ohn Ende, sein Vermögen hat kein Ziel; ists beschwerlich, scheints gefährlich, Denen Gott ist nichts zu viel. 8. Wenn die Stunden sich gefunden, bricht die Hilf mit Macht herein, und dein Grämen zu beschämen, wird es unversehens sein. 9. Drum wohl denen, die sich sehnen nach der stillen Willensruh! Auf das Wollen fällt dem Sollen bald auch das Vollbringen zu. 10. Nun so trage deine Plage fein getrost und mit Geduld! Wer das Leiden will vermeiden, häufet seine Sündenschuld. 11. Aber denen, die mit Tränen küssen ihres Jesu Joch, wird die Krone vor dem Throne ihres Heilands werden noch. Nr. 350, 351 Wiedergeburt u. Heiligung. 12. Amen, Amen! In dem Namen meines Jesu halt ich still; es geschehe und er⸗ gehe, wie und wann und was er will. J. D. Herrnschmidt, 4 1723. Mel. Jesu, meine Freude ꝛc. 3 50 Seele, sei zufrie⸗ den! Was dir Gott beschieden, das ist alles gut; treib aus deinem Herzen Ungeduld und Schmerzen, fasse frischen Mut. Ist die Not dein täglich Brot, mußt du weinen mehr als lachen: Gott wirds doch wohl⸗ machen. 2. Scheint der Himmel trübe, und der Menschen Liebe stirbt dir ganz dahin; kommt das Mißgeschicke fast all Augenblicke und quält deinen Sinn: nur seht auf Des Himmels Huld sieht auf alle deine Sachen: Gott wirds doch wohlmachen. 3. Ungeduld und Grämen kann nichts von uns nehmen, macht nur größern Schmerz. Wer sich detetret wird nur mehr verletzet; drum Geduld, mein Herz! Aus dem Sinn die Sorgen hin! Drücket G8 die Last die Schwachen: Gott wirds doch wohlmachen. 4. Auf die Wasserwogen folgt ein Regenbogen, und die Sonne blickt; so muß auf das Weinen lauter Freude scheinen, die das Herz er⸗ quickt. Laß es sein, wenn Angst und Pein mit dir schlafen, mit dir wachen: Gott wirds doch wohl⸗ machen. 5. Kronen sollen tragen, die des Kreuzes Plagen in Geduld besiegt; fröhlich aus⸗ zuhalten und Gott lassen walten, das macht recht ver⸗ gnügt. Drum nimm dir, o Seele, für, stets zu beten und zu wachen: Gott wirds doch wohlmachen. 6. Also soll es bleiben! Ich will mich verschreiben, Gott getreu zu sein; beides Tod und Leben, bleibe ihm ergeben, ich bin sein, er mein denn mein Ziel ist: wie Gotl will! Drum sag ich in allen Sachen: Gott wirds doch wohlmachen. B. Schmolck, 1 1731. Mel. Nach einer—. 6 kurzer Tage 2 351 Qe We Kreuz, j näher Himmel; wer ohne Kreuz, 10 ohne Gott, denn bei dem eitlen Weltgetümmel vergißt man Hölle, Fluch und Tod. O selig ist der Mann geschätzt, den Gott in Kreuz und Trübsal setzt. 2. Je größer Kreuz, je bessre Christen; Gott prüft uns mit dem Probestein. Wie mancher Garten muß gleich Wüsten, weil ohne Tränen⸗ 2⁴⁰ 247 Tränenres Gold wir herd, ein Not bewä 3. Je stärkrer erstarket Süßigkeit Traube er keltert ha in Salzes Rreuz der 4. Je größre L facht nur scheint c noch so t1 bald die gleichwie nährt, wi Kreuz ver 5. We mehr Geb dem Herz das Schi wehte, so nach dem Davids 1 Rreuz warꝰ 6. Je mehr Ver steiget m durch die gangen, d Kanaan. hier nicht sie Zions 7. Je lieber St 246 in, wenn mit dir wachen: wohl⸗ n tragen, lagen in hlich aus⸗ tt lassen recht ver⸗ im dir, o zu beten ott wirds bleiben! rschreiben, n; beides, leibe ihm er mein; wie Gott ) in allen rds doch lck, 4 1737. fung kurzer Kreuz, je ut ahn ist ohne em eitlen ißt man Tod. O geschätzt euz und Rreuz, je ott prüft robestein. ten muß eil ohne Tränen⸗ 247 Tränenregen, sein! Das Gold wird auf dem Feuer⸗ herd, ein Christ in mancher Not bewährt. 3. Je anter Kreuz, je tärkrer Glaube; die Palm erstarket durch die Last; die Süßigkeit fließt aus der Raube erst, wenn du sie ge⸗ keltert hast; und wie die Perl in Salzesflut, so wächst im Kreuz der Glaubensmut. 4. Je größer Kreuz, je größre Liebe; der Sturm facht nur die Flammen auf; scheint auch der immel noch so trübe, so lacht doch bald die Sonne drauf, und gleichbvie Oel das Feuer nährt, wird Liebesglut durch Kreuz vermehrt. 5. Je größer Kreuz, je mehr Gebete; sie strömen aus dem Herzen fort. Wenn um das Schiff kein Sturmwind wehte, so fragte man nicht nach dem Port. Wo kämen Davids Psalmen her, wenn Kreuz ihm ferngeblieben wär? 6. Je größer Kreuz, je mehr Verlangen; im Tale steiget man bergan; wer durch die Wüsten oft ge⸗ gangen, der sehnet sich nach Kanaan. Die Seele findet hier nicht Ruh, drum eilt sie Zions Hütten zu. 7. Je größer Kreuz, je lieber Sterben; man freut Vertrauen. Nr. 352 sich recht auf seinen Tod, denn man entgehet dem Verderben; es stirbt auf ein⸗ mal alle Not. Das Kreuz, das unsre Gräber ziert, be⸗ zeugt, man habe triumphiert. 8. Je größer Kreuz, je schönre Krone, die Gott den Seinen beigelegt, und die einmal vor seinem Throne der Ueberwinder Scheitel trägt. Ach, dieses teure Kleinod macht, daß man das größte Kreuz nicht acht. 9. Gekreuzigter! laß mir dein Kreuze je länger desto lieber sein; daß mich die Ungeduld nicht reize, so pflanz ein solches Herz mir ein, das Glaube, Liebe, Hoffnung hegt, bis dort mein Kreuz die Krone trägt. B. Schmolck, 1 1737. Mel. Was Gott tut, das ist ꝛe. 2 ott lebt! Wie 35 2 kann ich traurig sein, als wär kein Gott zu sinden? Er weiß ja wohl von meiner Pein, die ich hier muß empfinden; er kennt mein Herz und meinen Schmerz, so darf ich nicht verzagen und ihm nur alles klagen. 2. Gott hört! Wenn niemand hören will: wie soll ich lange sorgen, mein Seufzen dringe nicht zum Ziel und bleibe Gott ver⸗ borgen? ——— Nr. 353 Wiedergeburt und Heiligung. borgen? Schrei ich empor, hört sein Ohr, so steigt ie Hilfe nieder, so schallt das Amen wieder. 3. Gott sieht! Wie klaget denn mein Herz, als säh er nicht mein Weinen? Vor ihm muß auch der tiefste Schmerz ganz offenbar er⸗ scheinen; kein Tränlein fällt, — er nicht zaͤhlt und sich vor lugen setzet, bis er uns drauf ergötzet. 4. Gott führt! So geh ich ruhig fort auf allen meinen Wegen; und wenn die Welt bald hier, bald dort will ihre Stricke legen, so pflegt er mich zwar wunderlich, doch selig auch zu führen, daß mich kein Fall kann rühren. 5. Gott gibt! Und wär ich noch so arm, doch soll ich nicht verderben; was hilft mir denn mein steter Harm, als müßt ich Hungers sterben; er hat ja Brot, und wenn die Not uns nach der Wüste weiset, doch werden wir gespeiset. 6. Gott lebt, wohlan, ich merke das; Gott hört, ich wills ihm sagen; Gott Ras! er setzt den Tränen Maß; Gott führt, ich darf nicht klagen; Gott gibt und liebt. Nur unbetrübt! Er wird mir endlich geben, auch dort mit ihm zu leben. B. Schmolck, 4 1737. Mel. Was Gott tut, das ist ꝛe. 3 5 3 ott ist mein Gott, er sorgt für mich, was soll ich mich denn grämen? Will er doch 243 249 Wer Got der Tat auf Erde Himmel r 6. Go alle Last auf sich von meinen e segnet Schultern nehmen. Wenn noch so schwer mein Krem auch wär, es soll mich nicht erdrücken; er will mich stetz erquicken. 2. Gott ist mein Schild, er decket mich bei allen Un⸗ gewittern, auch wenn der Hölle Pforten sich mit aller Macht erbittern; ist sein Panier nur über mir, so kann ihr blinder Schrecken mir keine Furcht erwecken. 3. Gott ist mein Licht, er leitet mich auf allen meinen Wegen und führet mich ganz wunderlich bei Sonnenschein und Regen; sein Wort geht mir als Leitstern für und leuchtet meinen Füßen bei allen Finsternissen. 4. Gott ist mein Fels, er träget mich; laßt alle Berge sinken, so steh ich un⸗ veränderlich und werde nicht ertrinken; obgleich die Flut mit aller Wut an meinen Anker schläget; doch werd ich nicht beweget. 5. Gott ist mein Teil, er sättigt mich; mir wird kein Gutes fehlen; was sollte denn mein Herze 0 mit vielen Sorgen quälen Mer Christo le hat aus in Tod mein Los wer kann ben mir rauben? 7. Go er weidet grünen treuen H ohne Fure hier und fahr, er Seiten, se leiten. 8. Got hier und und auf auch mein immer liel dorthin ge mit Gott hochste Gr Mel. Alles 354 mein Leb dich gnus für Liede Was soll weisen? 2⁴³ „das ist ꝛe. ist mein tt, er sorgt ich mich ill er doch on meinen Wenn sein Kreuz mich nicht mich stets * Schild, allen Un⸗ wenn der mit aller ist sein mir, so Schrecken rwecken. in Licht, auf allen nd führet erlich bei Regen; mir als d leuchtet bei allen in Fels, laßt alle eh ich un⸗ erde nicht die Flut nmeinen och werd in Teil, nir wird n; Herze si aunlen Mer 20⁰9 Wer Gott nur hat, ist in der Tat der reichste Mensch aguf Erden, ihm muß der Himmel werden. 6. Gott ist mein Heil, er segnet mich; ich soll in Christo leben; mein Heiland hat aus Liebe sich für mich in Tod gegeben. So fiel mein Los in Gottes Schoß; wer kann bei diesem Glau⸗ ben mir Gott und Himmel rauben?ꝰ 7. Gott sei mein Hirt, er weidet mich auf reinen, grünen Auen, und seiner treuen Hut kann ich mich ohne Furcht vertrauen. Zeigt hier und da sich auch Ge⸗ fahr, er gehet mir zur Seiten, sein Auge muß mich leiten. 8. Gott ist mein alles hier und dort, im Himmel und auf Erden; es soll mir auch mein Gott hinfort noch immer lieber werden, bis ich dorthin gelanget bin, wo ich, mit Gott verbunden, das hochste Gut gefunden. B. Schmolck, 1 1787. Mel. Alles ist an Gottes Segen ꝛc. mein Licht⸗ 354 Herann Hei, mein Leben, wie kann ich dich gnug erheben? Was für Lieder stimm ich an? Was soll ich für Dank er⸗ weisen? Wie soll ich das Vertrauen. Nr. 354 Gute preisen, so du, Herr, an mir getan? 2. Zwar du hattest mich gebeuget, aber auch dabei gezeiget, wie du seist mit Hilfe nah. In der Nacht warst du verborgen, doch kam bald ein froher Mor⸗ gen, da ich, Herr, dein Antlitz sah. 3. Also hast du mich geführet, wie ichs tausend⸗ mal verspüret, selbst von meiner Jugend an, mit Ge⸗ duld und Liebesarmen, mit viel Gnade und Erbarmen, daß ichs nicht verdanken kann. 4. Dich recht lieben, heißt dich loben, dich recht loben, führt nach oben, wo du ewig wirst verklärt. O so laß denn alle Sinnen, Reden, Schweigen und Beginnen nach dem Himmel sein ge⸗ kehrt. 5. Hier will ich dir fest vertrauen und auf deine Gnade schauen, wenn des Kreuzes Last mich drückt. Ich will in der Stille hoffen, bis mein Glaub dich ange⸗ troffen und dein Antlitz mich erquickt. 6. Willst du mit der Hilf verziehen, eine Zeit lang von mir fliehen? Herr, ich bin ein sündger Knecht! Willst du strafen, willst du schlagen? Willst du züchtgen, willst willst du plagen? Herr, du bleibest stets gerecht. 7. Nun, 10 stärke mir den Glauben; laß mir nichts denselben rauben, keine Welt⸗ lust, keine Pein. Deine Liebe laß mich schmecken, deine Gnade mich erwecken, immer dankbar dir zu sein. J. G. Wolf, 1 1754. Mel. Was Gott tut, das ist ꝛe. 35 5 Ar Gott und Rat f meinen Rat will ich mein lück bauen und dem, der mich erschaffen hat, mit ganzer Seele trauen. Er, der die Welt allmächtig hält, wird mich in meinen Tagen als Gott und Vater tragen. 2. Er sah von aller Ewig⸗ keit, wieviel mir nützen würde, bestimmte meine Lebenszeit, mein Glück und meine Bürde. Was zagt mein Herz? Ist auch ein Schmerz, der zu des Glau⸗ bens Ehre nicht zu besiegen wäre? 3. Gott kennet, was mein Herz begehrt und hätte, was ich bitte, mir gnädig, eh ichs bat, gewährt, wenns seine Weisheit litte. Er sorgt für mich stets väterlich; nicht, was ich mir ersehe, sein Wille, der geschehe! 4. Ist nicht ein unge⸗ störtes Glück weit schwerer Nr. 355, 356 Wiedergeburt u. Heiligung. 250 oft zu tragen, als selbst d . Ge schick, bei dessen Last wir Hlagen⸗ Die großte Not hebt doch der Tod, und Ehre, Glück und Habe ver⸗ läßt mich doch im Grabe. 5. An dem, was nShidet glücklich hten läßt Gott es keinem fehlen; Gesundheit, Ehre, Glück und Pracht sind nicht das Glück der Seelen. Wer Gottes Rat vor Augen hat, dem wird ein gut Ge⸗ wissen die Trübsal auch ver⸗ süßen. 6. Was ist des Lebens Ie perschwn Wie bald ist ie verschwunden! Was ist das Leiden dieser Zeit? Wie bald ists überwunden! Hofft auf den Herrn, er hilft uns gern. Seid röhlich, ihr Ge⸗ rechten; der Herr hilft seinen Knechten. Chr. F. Gellert, 4 1709. Mel Was Gott tut, das ist ꝛe. 3 56 Der Herr ist meine Zuversicht, mein bester Trost im Leben. Dem Eie es nie an Heil und icht, der sich dem Herrn en geben. Gott ist mein Gott, auf sein Gebot wird meine Seele stille; mir gnügt des Baters Wille. 2. Wer wollte dir, Herr, nicht vertraun? Du bist des Schwachen Stärke; die Augen, die auf dich nur schaun, schaun, werke. ö und star huadeno du dein 3. N dich geli⸗ müssen; ihn Not Trost geni Herz wir der Sün wird einst 4. Di hoff auf Trost v der Ger— Hilf und Wenn je ein Held Sünder; Ungewitte 5. Wi Haftmung Glaube ro die zu M dem, der Dein Hei erwarb hügel dir Siegel. 6. Sei um dich wolken sa. wenn Cl zu ihm un Die Zeit Tränen wägt die wälzt sie 250 selbst daz bei dessen Die großte Habe und abe ver⸗ Grabe. 3wahrhast ßt Gott ez Gesundheit, Pracht sind er Seelen. vor Augen ngut Ge⸗ auch ver⸗ es Lebens lert, 4 1709. das ist ꝛ. r ist meine rsicht, mein ben. Dem eil und errn er⸗ nein Gott; ird meine gnügt des dir, Herr, Du bist tärke; die dich nur schaun, 251 Vertrauen. schaun, sehn deine Wunder⸗ werke. Herr, groß von Rat und stark von Tat, mit gnadenvollen Händen wirst W du dein Werk vollenden. 3. Noch nie hat sich, wer dich geliebt, verlassen sehen müssen; du läßt ihn, wenn ihn Not umgibt, doch deinen Dost genießen. Des Frommen Herz wird frei von Schmerz, der Sünder eitles Dichten wird einst dein Rat vernichten. 4. Drum hoff, o Seele, hoff auf Gott; der Toren Trost verschwindet, wenn der Gerechte in der Not Hilf und Erbarmung findet. Wenn jener fällt, ist er ein Held; er steht, wenn Sünder zittern, ein Fels in Ungewittern. 5. Wirf nicht die große Hoffnung hin, die dir dein Glaube reichet. Weh denen, die zu Menschen fliehn: weh dem, der von Gott weichet! Dein Heiland starb; ja, er erwarb auf seinem Todes⸗ hügel dir deines Glaubens Siegel. 6. Sei unbewegt, wenn um dich her sich Wetter⸗ wolken sammeln; Gott hilft, wenn Christen freudenleer u ihm um Gnade stammeln. die Zeit der Qual, der Ränen Zahl zählt er, er wägt die Schmerzen und wälzt sie weg vom Herzen. Nr. 357 7. Herr, du bist meine Zuversicht; auf dich hofft meine Seele. Du weißt, was meinem Glück gebricht, wenn ich mich sorgend quäle. Wer wollte sich nicht ganz auf dich, Allmächtiger, ver⸗ lassen und sich im Kummer fassen? 8. In deine Hand befehl ich mich, mein Wohlsein und mein Leben. Mein hoffend Auge blickt auf dich, dir will ich mich ergeben; sei du mein Gott und einst im Tod mein Fels, auf den ich traue, bis ich dein Antlitz schaue. Ch. Sturm, 1 1786. Mel. Alles ist an Gottes Segen ꝛc. 28 ortgekämpft und 357 F fortgerungen, bis zum Lichte durchgedrungen muß es, bange Seele, sein. Durch die tiefsten Dunkel⸗ heiten kann dich Jesus hin⸗ begleiten; Mut spricht er den Schwachen ein. 2. Bei der Hand will er dich fassen; scheinst du gleich von ihm verlassen, glaube nur und zweifle nicht! Bete, kämpfe sonder Wanken: bald wirst du voll Freude danken, bald umgibt dich Kraft und Licht. 3. Bald wird dir sein Antlitz funkeln: hoffe, harre, glaub im Dunkeln! Nie ge⸗ reut ihn seine Wahl. Er 17 will Nr. 358 Wiedergeburt und Heiligung. will dich im Glauben üben; Gott, die Libe, kann nur lieben, Wonne wird bald deine Qual. 4. Weg von aller Welt die Blicke! Schau nicht seit⸗ wärts, nicht zurücke, nur auf Bott und Ewigkeit; nur zu deinem Jesus wende Aug und Herz und Sinn und Hände, bis er himmlisch dich erfreut. 5. Aus des Jammers wilden Wogen hat dich oft herausgezogen seiner All⸗ macht treue Hand. Nie zu kurz ist seine Rechte, wo ist einer seiner Knechte, der bei ihm nicht Rettung fand? 6. Schließ dich ein in deine Kammer. geh und schütte deinen Jammer aus in Gottes Vaterherz; kannst du gleich ihn nicht empfinden, Worte nicht, nicht Tränen finden, klag ihm schweigend deinen Schmerz! 7. Kräftig ist dein tiefes Schweigen. Gott wird sich als Vater zeigen; glaube nur, daß er dich hört! Glaub, daß Jesus dich vertreten, glaube, daß, was er ge⸗ beten, Gott, sein Vater, ihm gewährt. 8. Drum, so will ich nicht verzagen, mich vor Gottes Antlitz wagen, flehen, ringen fort und fort; ja, ich werde überwinden; wa ihn sucht, der wird ihn finden, wird ihn haben hin und dort. J. K. Lavater, 1801 Mel. Wie uel einer Wasser⸗ quelle ꝛc. enn der Hen! 358 Wé einst di. fangnen ihrer Bande ledih macht, o dann schwinden ü. vergangnen Leiden wie ein Traum der Nacht. wird unser Herz unser sein; jauchzend werden wir erheben ihn, der Freiheit um gegeben. 2. Herr, erhebe dein Rechte, gib uns einen Vater⸗ blick; aus der Fremde die Knechte in die Heimu bald zurück! Ach, der Pfad ist steil und weit! Kürd unsre Prüfungszeit; füht uns, wenn wir treu ge stritten, in des Friedens still Hütten. 3. Ernten werden wi mit Freuden, was wir w⸗ nend ausgesät; jenseits die Frucht der Leiden um. des Sieges Palme woh Unser Gott auf seim Thron, er, er selbst ist unst Lohn; die ihm lebten, d ihm starben,‚ bringen B zend ihre Garben. S. G. Bürde, 1 1ʃ t. Damn sich freun, Mund voll Dankez h ö 2² 253 Mel. O Rie 359 D shwer, ich Zelt kaum u Wolken hell 0 ein freunt 2. Es ti mit wilder! o dunkel doch wenn a bebt, sie weif ——— Heiland lebt 3. Sie ze inaus ins Vaterhaus, seiner Kraft bis er sie lös 4. Die 6 morsches Be mir zu sin steh, nach o mit einem 7 Rand. 5. Geber mit einem B 1 hinter schwinge mi Hand hinau jauchze: Land 6. Ich e gern zu dir! mich noch ä Sturm und n 7. Daß und Nächten Ehre wacker I ö g. 2⁵⁷ rwinden; wen er wird ihi ihn haben hie Lavater, 1 180ʃ 253 Vertrauen. Mel. O Jesu Christ, meins Lebens Licht ꝛc. 3 59 er Himmel hängt voll Wolken schwer, ich seh das blaue Zelt kaum mehr; doch über Wolken hell und klar nehm )einer Wasser⸗ le 2c. enn der Hen einst die Ge Bande ledih! schwinden di eiden wie ein Nacht. Dann herz sich freun, voll Danke⸗ d werden win er Freiheit um erhebe dein einen Vater⸗ r Fremde un na die Heimat Ach, der Pfad weit! Kürh ngszeit; füht wir treu ge Friedens still werden wi was wir weh ; jenseits ui er Leiden un Palme wehi auf seing selbst ist unst m lebten, di bringen jauch ben. G. Bürde, 1 1N ich ein freundlich Auge wahr! 2. Es tobt der Sturm mit wilder Macht, sie wird so dunkel oft, die Nacht; doch wenn auch meine Seele bebt, sie weiß, daß dort mein Heiland lebt! 3. Sie zöge gar zu gern hinaus ins große, weite Vaterhaus, doch hält in seiner Kraft sie still, bis er, bis er sie lösen will. 4. Die Erd ist mir ein morsches Boot, das unter mir zu sinken droht; ich steh, nach oben hingewandt, mit einem Fuß auf seinem Rand. 5. Gebeutst du, Herr, mit einem Blick, so schleudr 1 hinter mich zurück und scwinge mich an deiner Hand hinauf, hinauf und jauchze: Land! 6. Ich ginge gern, so gern zu dir! Doch wenn du mich noch länger hier in Sturm und dunklen Nächten 192 so halt du meine Seele est: 7. Daß sie in Sturm und Nächten treu, zu deiner Ehre wacker sei, bis du mir Nr. 359, 360 rufst: nun ist mirs recht, nun kannst du kommen, treuer Knecht! H. Möwes, 1 1834. Mel. Wie nach einer Wasser⸗ quelle ꝛc. 2 mein Herz, gib 360 O dich aufendent O verzage nicht so bald! Was dein Gott dir hat be⸗ schieden, nimmt dir keiner Welt Gewalt. Keiner hindert, was er will, harre nur, ver⸗ traue still; geh des Wegs, den er dich sendet; er begann, und er vollendet. 2. Hüllt er dich in Dunkel⸗ heiten, so lobsing ihm aus der Nacht, sieh, er wird dir Licht bereiten, wo dus nim⸗ mermehr gedacht. Häuft sich Not und Sorg umher, wird die Last dir allzuschwer, faßt er plötzlich deine Hände und führt selber dich ans Ende. 3. Wär auch alle Welt dir feindlich, rottete sich wider dich: dank ihm! O, der Herr ist freundlich, seine Huld währt ewiglich. Sind auch Trauer, Angst und Leid seines Segens dunkles Kleid: dank ihm! Er schickt seinen Segen auf geheimnisvollen Wegen. 4. Endlich wird dein Mor⸗ gen grauen; kennst du nicht sein Morgenrot? Darfst du zagend rückwärts schauen, 17⁰ wenn Nr. 361 Lieder für besondere Zeiten. wenn dich Glut und Sturm bedroht? Denn auch Feuer⸗ flamm und Wind Boten seines Willens sind; und kanns nur ein Wunder wenden: auch ein Wunder kann er senden! 5. O so laß denn alles Bangen! Wirke frisch, halt XIV. CLieder für Stände und Jahreszeiten. Frühling. Mel. Lobe den Herren, den ꝛc. ör ich euch wie⸗ 361 He der, ihr Töne des Frühlings, erklingen, jubelnde Stimmen des Preis es sich himmelwärts shwingen Tief in der Brust regt sich die sehnende Lust, mit euch ein Loblied zu singen. 2. Soll mich die Amsel und soll mich die Lerche be⸗ schämen? Sang ist ihr Leben und freudiges Lob ohne Grämen. Schweigest nur du, Seele, berufen dazu, Gnade um Gnade zn nehmen? 3. Ist nicht dein Früh⸗ ling, der himmlische, dir auch erschienen? Sahst du die Auen der Hoffnung in ihm nicht ergrünen, der bis ins 25l 255 Was mit ihn 7. Gib t mutig aus! führet a und laß mich du angefangen, mit dir hinaus. Und ah lieder fernh alles widersteht: in V Sie hallen traun und in Gebet bleh wieder. Enge am Werke deiner Hände, sh Erlöseten Dan führt ers zum schöns iu und hernieder Ende. 8. Schön is V. v. Strauß, 1 130 die, ewiges 7 wun die Berge 1 besondere Zeiten, undet: Frü hat, wie der Verhältnisse. Raht, längst verkündet. Grab stieg aus dem Himnal 9. Jauchz herab, all deinen Jamma des Frühling iu sühnen? Wehen! Sin 4. König des Himmelz die das Wer und Freund einer sündigen gesehen! Jau Seele, jeder Gedanke und dort am krif jede Empfindung erzählel Ehre sei( was du mir bist; aus dil Höhen! ein Lebensstrom fließt ßt, daßl Meta Heußer⸗ ich mich nimmermehr quale. 5. Laß mich dich loben Ich weinte dir lange nu Klagen, wähnte dich hatt wenn aus Liebe du Wunden geschlagen, habe die Hand ewiger Güte verkannt, irn von Sorgen und Zagen. 6. Doch wie der Wintu Son 362 G Freud in diest merzeit an Haben, schau von starrenden schneeigen owr und Höhen spurlos zerrinnt wenn sie Lüfte des Früh⸗ shmücket habe lings Bundehen also en] 2. Die fliehn, gibst du dem Herza voller Laub, dich hin, all seine starrenden decket seinen Wehen. einem grüner n. 251 Was mit ihn n, führet e us. Und ob ht: in Ven 1 Gebet bleib! iner Hände, 0 zum ihn Strauß, 180 Zeiten, sse. 3 dem Himmd inen Jammer des Himmels einer sündigen Gedanke und dung erzähli, bist; aus dit m fließt, daß nermehr quäle. ch dich loben! ir lange mun ite dich hatt he du Wunden be die Hand verkannt, irn nd Zagen. ie der Winter en schneeigen os zerrinn te des Früh⸗ n, also en⸗ u dem Herzen eine starrenden 255 Jahreszeiten. 7. Gib mir die Harfe und laß mich die himmlischen lieder fernher vernehmen! Sie hallen im Tränental wieder. Engelgesang und der Crlöseten Dank schwebe hinauf und hernieder! 8. Schön ist die Schöpfung, die, ewiges Wort, du ge⸗ gründet; wundervoll hast du die Berge und Täler ge⸗ ründet; Frühlinges Pracht hat, wie der Tag und die Nacht, längst deinen Namen verkündet. 9. Jauchze, Natur, in des Frühlings beginnendem Wehen! Singe, du Welt, die das Werk der Erlösung gesehen! Jauchze, du Heer, dort am kristallenen Meer: Ehre sei Gott in den Höhen! Meta Heußer⸗Schweizer, 1876. Sommer. 362 G²⁰ aus, mein bHerz, und suche Freud in dieser lieben Som⸗ merzeit an deines Gottes Gaben, schau an der schönen Garten Zier und siehe, wie se mir und dir sich ausge⸗ schmücket haben. 2. Die Bäume stehen voller Laub, das Erdreich decket seinen Staub mit einem grünen Kleide; die Nr. 362 Blümlein auf dem Wiesen⸗ plan, die ziehen sich viel schöner an, als Salomonis Seide. 3. Die Lerche schwingt sich in die Luft, das Täub⸗ chen fleugt aus seiner Kluft und macht sich in die Wälder; die hochbegabte Nachtigall ergötzt und füllt mit ihrem Schall Berg, Hügel, Tal und Felder. 4. Die Glucke führt ihr Völklein aus, der Storch baut und bewohnt sein Haus, das Schwälblein speist die Jungen; der schnelle Hirsch, das leichte Reh ist froh und kommt aus seiner Höh ins tiefe Gras gesprungen. 5. Die unverdrossne Bie⸗ nenschar fleugt hin und her, sucht hier und da sich edle Honigspeise; des süßen Wein⸗ stocks starker Saft bringt täglich neue Stärk und Kraft in seinem schwachen Reise. 6. Der Weizen wächset mit Gewalt; darüber jauchzet jung und alt und rühmt die große Güte des, der so über⸗ flüssig labt und mit so man⸗ chem Gut begabt das mensch⸗ liche Gemüte. 7. Ich selber kann und mag nicht ruhn; des großen Gottes großes Tun erweckt mir alle Sinnen; ich singe mit, wenn alles singt, und lasse, was dem Höchsten klingt, Nr. 363 Lieder für besondere Zeiten. klingt, rinnen. 8. Ach, denk ich, bist du hier so schön, und läßt dus uns so lieblich gehn auf dieser armen Erden: was will doch wohl nach dieser Welt dort in dem reichen Himmelszelt und güldnen Schlosse werden? 9. Welch hohe Lust, welch heller Schein wird wohl in Christi Garten sein? Wie muß es da wohl klingen, da so viel tausend Seraphim aus einem Mund mit hellr Stimm ihr Halleluja singen“ 10. O wär ich da, o stünd ich schon, ach, lieber Gott, vor deinem Thron und trüge meine Palmen! So wollt ich nach der Engel Weis erhöhen deines Namens Preis mit tausend schönen aus meinem Herzen Psalmen. 11. Doch will ich gleich⸗ wohl, weil ich noch hier trage dieses Leibes Joch, auch nicht gar—— h gen; mein Herze soll sich fort und fort an dieem und an allem Ort zu deinem Lobe neigen. 12. Hilf nur und segne meinen Geist mit Segen, der vom Himmel fleußt, daß ich dir stetig blühe; gib, daß der Sommer deiner Gnad in meiner Seele früh 256 und spat viel Glaubensfrüct erziehe. 13. Mach in mir 0 Geiste Raum, laß mich als einen guten Baum am Lebenswasser grünen; so will ich dir und deiner cK allein und keinem andern mehr hier und dort ewig dienen. P. Gerhardt, 4 1606. Herbst. Mel. Kommt her zu mir ꝛe. 2 es Jahres schöner 363 D Echmud ent⸗ weicht, die Flur wird kahl, der Wald erbleicht, der Vöglein Lieder schweigen. Ihr Gotteskinder, schweiget nicht und laßt hinauf zum ewgen Licht des Herzens Opfer steigen! 2. Gott ließ der Erde Frucht gedeihn; wir greifen zu, wir holen ein, wir sammeln seinen Segen. Herr Jesu, laß uns gleichen Fleiß an deiner Liebe Ruhm und Preis mit Herzensfreude legen. 3. Was Gottes Hand für uns gemacht, das is nun alles eingebracht, hat Dach und Raum gefunden. So sammle dir zur Gnaden⸗ zeit, o Seele, was dein Hen dir beut, für deine Kreuzes⸗ stunden. 257 4. Denn oͤde stehn, darüber wehr fürbt die M alle Lust d Lebens Gla erfällt; schne Schatten. 5. Es bre der Wald Wandrer eilt Nacht zu fli Wettern. O Dach und oft des Sturm uns schmettern. 6. Es fä Baume Lau sich wieder 1 von dannen Ach, Mensch, und wert: di in die Erd, genommen! 7. Doch mann seine eh der Wi künftig Fruck treuer Vater, unsern Leib daß er soll a 8. Indes, und Meer di der Schwal! Sonn entgege zu dir die deinem Paro deiner Sonne V. 256 laubensfrüct mir deinem laß mich als Baum am grünen; so ‚ inem andern d deiner E d dort ewig erhardt, 4 1676. st. er zu mir ꝛe. jahres 4 Schmuck ent⸗ r wird kahl, rbleicht, der schweigen. der, schweiget hinauf zum des Herzens ß der Erde wir greifen nein, wir sen Segen. uns gleichen Liebe Ruhm Herzensfreude zottes Hand icht, das ist zebracht, hat im gefunden. zur Gnaden⸗ as dein Herr eine Kreuzes⸗ der Wald 25/ 4. Denn wie die Pabn oͤde stehn, die Nebel kalt darüber wehn und Reif ent⸗ färbt die Matten: so endet alle Lust der Welt, des ebens Glanz und Kraft erfällt; schnell wachsen seine Schatten. 5. Es braust der Sturm, erkracht, der Wandrer eilt, um noch vor Nacht zu flüchten aus den Wettern. O Jesu, sei uns Dach und Turm, wenn oft des Lebens rauher Sturm uns will zu Boden schmettern. 6. Es fällt der höchsten Bäume Laub und mischt sich wieder mit dem Staub, von dannen es gekommen. Ach, Mensch, sei noch so hoch und wert: du mußt hinunter in die Erd, davon du bist genommen! 7. Doch wie der Land⸗ mann seine Saat ausstreuet, eh der Winter naht, um künftig Frucht zu sehen: so, treuer Vater, deckest du auch unsern Leib mit Erde zu, daß er soll auferstehen. 8. Indes, wie über Land und Meer der Störche Zug, der Schwalben Heer der Sonn entgegenstreben: so laß zu dir die Seele fliehn, zu deinem Paradiese ziehn, an deiner Sonne leben! V. v. Strauß, 1 1899. Jahreszeiten. Nr. 364 Winter. Mel. Gott 5 110 durch alle ober Schöpfer, 364 G Herr der Welt, dessen Hand die Himmel hält! Zu der Sonne sprichst du: lauf, gehe unter, gehe auf! 2. Deine Macht und Herrlichteit leuchtet auch zur Winterszeit in der wolken⸗ vollen Luft, in den Flocken, in dem Duft. 3. Alles ruht; auf dein Geheiß wird der Wasser⸗ strom zu Eis. Du gibst, was der Landmann bat, deckst und wärmest seine Saat. 4. Der des Sperlings nicht vergißt, sorgt noch mehr für dich, o Christ! Gott sei dir in Hitz und Frost Freude, Zuversicht und Trost. 5. Bleibe du, mein Herz, nur warm! Isi ein Bruder nackt und arm, brich ihm liebevoll dein Brot, lindre freundlich seine Not. 6. Nach des Winters kalter Nacht lebet alles, alles laͤcht; Bäume, Wiesen, Wäl⸗ der blühn, und die dürre Welt wird grün. 7. Also blüht nach kurzer Zeit aus dem Staub Un⸗ sterblichkeit; neu und umge⸗ 6e einst sind wir, wenn u, Herr, erscheinst. Nr. 365, 366 Lieder für besondere Zeiten. 8. Eile, Freudentag, heran, dem kein Winter folgen kann! Sonne, die nie unter⸗ geht, sei gelobet und erhöht! J. K. Lavater, 4 1801. Morgen. us meines Herz⸗ 365 2 zens Grunde sag ich dir Lob und Dank in dieser Morgenstunde und all mein Leben lang, Herr Gott, auf deinem Thron, zu Lob dir, Preis und Ehren durch Christum, unsern Her⸗ ren, dein eingebornen Sohn; 2. Daß du mich hast aus Gnaden in der vergangnen Nacht vor Not, Gefahr und Schaden behütet und be⸗ wacht. Ich bitt demütiglich, wollst mir mein Sünd ver⸗ geben, womit in diesem Leben ich hab erzürnet dich. 3. Du wollest auch be⸗ hüten mich gnädig diesen Tag vor Satans List und Wüten, vor Sünden und vor Schmach, vor Feur und Wassersnot, vor Armut und vor Schan⸗ den, vor Ketten und vor Banden, vor bösem schnellen Tod 4. Mein Leib und Seel, mein Leben, mein Weib, Gut, Ehr und Kind sei dir, Herr, übergeben, dazu mein Haus⸗ gesind, als dein Geschenk und Gab, die Eltern und Ver⸗ 258 wandten, Geschwister und Bekannten und alles, was ich hab. 5. Gott will ich lassen raten, der alle Ding ver⸗ mag; er segne meine Taten auch an dem heutgen Tag, Ihm hab ich heimgestell Leib, Seele, Gut und Leben, und was er sonst gegeben; er machs, wies ihm gefältt. 6. Darauf so sprech ich Amen und zweifle nicht daran, Gott nimmt in Jesu Namen mein Flehen gnaͤdig an. Nun streck ich aus die Hand, greif an mein Werk mit Freuden, das Gott mir will bescheiden in meinem Amt und Stand. 16. Jahrhundert. 366 Vater, Sohn und heilger Geist, der es Tag und Nacht läßt werden, Sonn und Mond uns scheinen heißt, dessen starke Hand die Welt und, was drinnen ist, erhält: 2. Gott, ich danke dir von Herzen, daß du mich in dieser Nacht vor Gefahr, Angst, Not und Schmerzen hast behütet und bewacht und bei aller meiner Schuld mich ott des Himmels und der Erden, noch trägst mit Vaterhuld. 3. Laß die Nacht jetzt auch mit dieser meiner Sünden 259 dieser Nacht Seele Jesu, laß! dein Herz 1 da alleine H für meine Y 4. Hilf, diesem More erstehen mag Seele sorgen, dein großer und dein G erschrecke nich 5. Führe und leite me deinem Wor. du auch heut und mein als von dir recht bewahre 6. Meiner samt und Verstan ich dir befel starke Hand Schild, mein nimm mich tum! 7. Deiner sende, der de Macht, List von mir we halt in guter endlich mich nach dem Hit Mel. Herr Je 367 D ist; wir dar Fesu Christ, n. 258 hwister alles, was ll ich lassen Ding ver⸗ meine Taten heutgen Tag heimgestellt t und Leben, nst gegeben; ihm gefältt. so sprech ich weifle nicht nmt in Jesu lehen gnädig ich aus die mein Werk 6 Gott mir in meinem Jahrhundert, dHes Himmels Dder Erden, und heilger Tag und den, Sonn us scheinen e Hand die drinnen ist, inke dir von rich in dieser ahr, Angst, nerzen hast icht und bei chuld mich zaterhuld. Nacht auch mit dieser letzt und Seele 259 dieser Nacht vergehn; o, Herr Jesu, laß dich finden und dein Herz mir offen stehn, da alleine Hilf und Rat ist für meine Missetat. 4. Hilf, daß ich mit diesem Morgen geistlich auf⸗ erstehen mag und für meine Seele sorgen, daß, wenn nun dein großer Tag uns erscheint und dein Gericht, ich davor erschrecke nicht. 5. Führe mich, o Herr, und leite meinen Gang nach deinem Wort; sei und bleibe du auch heute mein Beschützer und mein Hort! Nirgends als von dir allein, kann i recht bewahret sein. 6. Meinen Leib und meine samt den Sinnen und Verstand, großer Gott, ich dir befehle unter deine starke Hand; Herr, mein Schild, mein Ehr und Ruhm, nimm mich auf, dein Eigen⸗ tum! 7. Deinen Engel zu mir sende, der des bösen Feindes Macht, List und Anschlag von mir wende und mich halt in guter Acht; der auch endlich mich zur Ruh trage nach dem Himmel zu! H. Albert, 1 1651. Mel. Herr Jesu Christ, dich ꝛe. ö ie Nacht 367 Duuchr egangel it, wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du uns frei Morgen. Nr. 367, 368 von aller Plag gesund läßt sehen jeden Tag. 2. Wir bitten dich, du Gnadenstrahl, leucht uns in diesem Erdental; beschirm uns täglich und auch heut, bewahr uns ferner allezeit. 3. Daneben gib uns Fried und Ruh und, was uns nötig ist, dazu; durch deine starke Gnadenhand beschütze uns und unser Land. 4. All Sünd und Schwach⸗ heit uns verzeih, ein gut. Gewissen stets verleih; gib, daß wir deines Namens Ehr ausbreiten immer mehr und mehr; 5. Und wenn es dir, o Herr, gefällt, uns abzufor⸗ dern aus der Welt, so gib ein selig Ende hier, daß wir dort ewig sind bei dir. 6. O Jesu Christ, erbarme dich, hör unsre Bitten gnä⸗ diglich; durch dein Verdienst, durch deinen Tod erlöse uns aus aller Not. Vor 1664. 2 Die güldne Sonne, 368 D voll Freud und Wonne, bringt unsern Gren⸗ zen mit ihrem Glänzen ein herzerquickendes, liebliches Licht. Mein Haupt und Glieder, die lagen danieder, aber nun steh ich, bin mun⸗ ter und fröhlich, schaue den Himmel mit meinem Gesicht. 2. Mein Auge schauet, was Gott gebauet zu seinen Ehren Nr. 368 Lieder für besondere Zeiten. Ehren und uns zu lehren, wie sein Vermögen sei mäch⸗ tig und groß, und wo die Döme dann sollen hin⸗ lommen, wenn sie mit Frie⸗ den von hinnen geschieden aus dieser Erden vergäng⸗ lichem Schoß. 3. Lasset uns singen, dem Schöpfer bringen Güter und Gaben; was wir nur haben, alles das sei Gott zum Opfer gesetzt. Die besten Güter sind unsre Gemüter; vor ihn zu treten mit Singen und Beten, das ist ein Opfer, dran er sich ergötzt. 4. Abend und Morgen sind seine Sorgen; segnen und mehren, Unglück ver⸗ wehren, sind seine Werke und Taten allein. Wenn wir uns legen, so ist er zugegen; wenn wir aufstehen, so läßt er aufgehen über uns seiner Barmherzigkeit Schein. Ich hab erhoben zu dir hoch droben mein ganzes Sinnen; laß mein Beginnen ohn allen Anstoß und glück⸗ lich ergehn. Laster und Schande, der Finsternis Bande, Fallen und Tücke treib ferne zurücke, laß mich auf deinen Geboten bestehn. 6. Laß mich mit Freu⸗ den, ohn alles Neiden, sehen den Segen, den du wirst legen in meines Nächsten und Mitbruders Haus. Geiziges Brennen, unchristliches Ren⸗ nen nach Gut mit Sünde, das tilge geschwinde von meinem Herzen und wirf es hinaus. 7. Menschliches Wesen, was ists gewesen? In einer Stunde geht es zu grunde, sobald die Lüfte des Todes drein wehn. Alles in allen muß brechen und fallen; Himmel und Erden, die müssen das werden, was sie gewesen vor ihrem Bestehn. 8. Alles vergehet, Gott aber stehet ohn alles Wan⸗ ken; seine Gedanken, sein Wort und Willen hat ewigen Grund. Sein Heil und Gnaden, die nehmen nicht Schaden, heilen im Herzen Schmerzen, die tödlichen halten uns zeitlich und ewig gesund. 9. Gott, meine Krone, ver⸗ gib und schone! Laß meine Schulden in Gnad und Hul⸗ den von deinen Augen sein ferne gewandt! Sonsten re⸗ giere, mich lenke und führe, wie dirs gefället; ich habe gestellet alles in deine Be⸗ liebung und Hand. 10. Willst du mir geben, womit mein Leben ich kann ernähren, so laß mich hören allzeit im Herzen 4s Geti Wort: Gott ist das Größte, das Schönste, das Beste, Golt ist das Süßte und Allerge⸗ wißte, aus allen Schätzen der edelste Hort. 260 261 11. Will en, mit Ge oll von P was tragen, 28, wie dir gut und tüg lich und nidk beine, das n hast niemalẽ noch betrübt. 12. Kreu das nimmt Meeresbraus sausen leuch erwünschtes die Fülle u darf ich erw lischen Gart meine Gedan Mel. Nun la He— 369 V singe dem Dinge, den Güter, dem hüter. 2. Heut, Schatten mie hatten, bed Armen, o barmen. 3. Du spr nun liege, ke besiege; schla nicht grauen Sonne schau— 260 261 mit Sünde, hwinde von und wirf es ches Wesen, n? In einer zu grunde, e des Todes lles in allen und fallen; Erden, die den, was sie rem Bestehn. rgehet, Gott alles Wan⸗ danken, sein n hat ewigen Heil und iehmen nicht im Herzen Schmerzen, ch und ewig e Krone, ver⸗ Laß meine ad und Hul⸗ Augen sein Sonsten re⸗ und führe, t; ich habe 1deine Be⸗ id. 1mir geben, hen ich kann mich hören 4s Geti das Größte, Beste, Gott und Allerge⸗ en Schätzen 11. Willst du mich krän⸗ en, mit Galle tränken, und oll von Plagen ich auch was tragen, wohlan, so mach 26, wie dir es beliebt! Was gut und tüchtig, was schäd— lich und nichtig meinem Ge⸗ beine, das weißt du alleine, hast niemals einen zu sehr noch betrübt. 12. Kreuz und Elende, das nimmt ein Ende; nach Meeresbrausen und Windes⸗ sausen leuchtet der Sonne erwünschtes Gesicht. Freude die Fülle und selige Stille darf ich erwarten im himm⸗ lischen Garten; dahin sind meine Gedanken gericht. P. Gerhardt, 4 1676. Mel. Nun laßt uns Gott, dem Herren ꝛe. 369 Woch auf, mein Herz, und singe dem Schöpfer aller Dinge, dem Geber aller Güter, dem treuen Menschen⸗ hüter. 2. Heut, als die dunklen Schatten mich ganz umfangen hatten, bedecktest du mich Armen, o Vater, mit Er⸗ barmen. 3. Du sprachst: mein Kind, nun liege, kein Schrecken dich besiege; schlaf wohl, laß dir nicht grauen, du sollst die Sonne schauen. Morgen. Nr. 369, 370 4. Dein Wort, das ist geschehen, ich kann das Licht noch sehen; von Not blieb ich befreiet, dein Schutz hat mich erneuet. 5. Du willst ein Opfer haben: hier bring ich meine Gaben und opfere dir wie⸗ der mein Herz und meine Lieder; 6. Die wirst du nicht verschmähen; du kannst ins Herze sehen und weißt wohl, daß zur Gabe ich ja nichts Bessres habe. 7. So wollst du nun vollenden dein Werk an mir und senden, der mich an die⸗ sem Tage auf seinen Händen trage. 8. Sprich Ja zu meinen Taten, hilf selbst das Beste raten, den Anfang, Mitt und Ende, ach, Herr, zum besten wende. 9. Mit Segen mich be⸗ schütte, mein Herz sei deine Hütte, dein Wort sei meine Speise, bis ich gen Himmel reise. P. Gerhardt, 4 1676. Mel. O Herr, dein Ohren zu mir kehre ꝛc. 370 O allerhöchster Menschenhüter, du unbegreiflich großes Gut, ich will dir opfern Herz und Mut; stimmt an mit mir, gedenkt der Güter, all ihr Gemüter! Nr. 371, 372 Lieder für besondere Zeiten. 2. Herr, deiner Kraft ichs nur zuschreibe, daß ich noch Odem schöpfen kann; ach, nimm dich meiner gnädig an, du Vaterherz, mich nicht vertreibe, heut bei mir bleibe! 3. Israels Gott, da ist mein Wille, der sich dir willig untergibt, dich über alles gerne liebt; das ist mein Wunsch in früher Stille, o Gnadenfülle! 4. Dein Angesicht mich heilig leite, dein Auge kräftig auf mich seh; ich reise, sitz, geh oder steh, mich zu der Ewigkeit begleite; Herr, mich bereite! 5. Laß Seel und Leib, so du gegeben, stets sein in deiner Furcht bereit, als Glieder der Gerechtigkeit bis in den Tod dir sein ergeben, o Seelenleben! 6. Gesegne mich auf mei⸗ nen Wegen, mein Tun und Lassen lenke du; in Unruh bleibe meine Ruh, bis ich zuletzt mich werde legen in Fried und Segen. Joach. Neander, 1 1680. 371 Mergenglanz der Ewigkeit, Licht vom unerschöpften Lichte, schick uns diese Morgenzeit deine Strahlen zu Gesichte und vertreib durch deine Macht unsre Nacht. 262 2. Deiner Güte Morgen⸗ tau fall auf unser matt Gewissen; laß die dürre Lebensau lauter süßen Trost genießen und erquick uns, deine Schar, immerdar. 3. Gib, daß deiner Liebe Glut unsre kalten Werke töte und erweck uns Herz und Mut bei erstandner Morgenröte, daß wir, eh wir gar vergehn, recht auf⸗ stehn. 4. Ach, du Aufgang aus der Höh, gib, daß auch am jüngsten Tage unser Leib verklärt ersteh und, entfernt von aller Plage, sich auf jener Freudenbahn freuen kann. 5. Leucht uns selbst in jene Welt, du verklärte Gnadensonne, führ uns durch das Tränenfeld in das Land der süßen Wonne, wo die Lust, die uns erhöht, nie vergeht. Chr. Knorr v. Rosenroth, 1 1689, Mel. Hüter, wird die Nacht der muß Sünden ꝛe. 3 7 2 munter werden, Heele, du denn der Erden blickt her⸗ vor ein neuer Tag; komm, dem Schöpfer dieser Strahlen zu bezahlen, was dein schwacher Trieb vermag. 2. Deine Pflicht, die kannst du lernen von den Sternen, deren Gold der Sonne weicht, so laß auch vor Gott zer⸗ rinnen, 263 rinnen, m hier im deucht. 3. Sche Odem ziel um der S=t wie sich, tum spüret wenn ihr E bricht. 4. So finden, ai Weihrauch, da dich G stürmen wi so glücklich 5. Bitte deihen mae du auf w aber daß e und bekehr Regung füh 6. Kee diesen Mor gen, der es macht, m pflegt die und auch lacht. 7. Denk nen Wegen erkennet, w er auch r kann entdet Sündenlust. 8. Wir der Stund der entführt und der dei nach der Hi gewölbes re n. 262 züte Morgen⸗ unser matt die dürre süßen Trost erquick uns, merdar. deiner Liebe Uten Werke k uns Herz erstandner iß wir, eh 1, recht auf⸗ Aufgang aus aß auch am unser Leib nd, entfernt sich auf jener ien kann. 5 selbst in 1verklärte yr uns durch in das Wonne, wo erhöht, nie nroth, 4 1689. die Nacht der 20. du muß iter werden, blickt her⸗ ag; komm, er Strahlen ein schwacher t, die kannst n Sternen, onne weicht, Gott zer⸗ rinnen, 263 Morgen. rinnen, was den Sinnen hier im Finstern schöne deucht. 3. Schau, wie das, was Odem ziehet, sich bemühet um der Sonne holdes Licht, wie sich, was nur Wachs⸗ tum spüret, freudig rühret, wenn ihr Glanz die Schatten bricht. 4. So laß dich auch fertig finden, anzuzünden deinen Weihrauch, weil die Nacht, da dich Gott vor Unglücks⸗ stürmen wollen schirmen, ist so glücklich hingebracht. 5. Bitte, daß er dir Ge⸗ deihen mag verleihen, wenn du auf was Gutes zielst, aber daß er dich mag stören und bekehren, wenn dü böse Regung fühlst. 6. Kränkt dich etwas diesen Morgen, laß ihn sor⸗ gen, der es wie die Sonne macht, welche freundlich pflegt die Höhen anzusehen und auch in die Täler lacht. 7. Denk, daß er auf dei⸗ nen Wegen ist zugegen und erkennet, was du tust; daß er auch verborgne Flecken kann entdecken und die tiefste Sündenlust. 8. Wir sind an den Lauf der Stunden festgebunden, der entführt, was eitel heißt, und der dein Gefäß, o Seele, nach der Höhle eines Sterb⸗ gewölbes reißt. Nr. 373 9. Drum so seufz ich nicht daß mein Scheiden ein Leiden, sondern sanftes Schlafen sei, und daß ich mit Lust und Wonne seh die Sonne, wenn des Todes Nacht vorbei. F. R. L. v. Canitz, 1699. üter, wird die 373 H Nacht der Sün⸗ den nicht verschwinden? — 3 ist die Nacht schier in? Wird die Finsternis der Sinnen bald zerrinnen, darein ich verhüllet bin? 2. Möcht ich wie das Rund der Erden lichte wer⸗ den! Seelensonne, gehe auf! Ich bin finster, kalt und trübe; Jesu, Liebe, komm, beeile deinen Lauf! 3. Wir sind ja im neuen Bunde, da die Stunde der Erscheinung kommen ist; und ich muß mich stets im Schatten so ermatten, weil du mir so ferne bist. 4. Wir sind ja der Nacht entnommen, weil du kommen; aber ich bin lauter Nacht; darum wollst du mir, dem Deinen, auch erscheinen, der nach Licht und Rechte tracht. 5. Wie kann ich des Lich⸗ tes Werke ohne Stärke in der Finsternis vollziehn? Wie kann ich die Liebe üben, Demut lieben und der Nacht Geschäfte fliehn? Nr. 374 Lieder für besondere Zeiten. 6. Ach, daß länger meine Seele sich nicht quäle, zünd dein Feuer in mir an! Laß mich finstres Kind der Erden helle werden, daß ich Gutes wirken kann. 7. Das Vernunftlicht kann das Leben mir nicht geben; Jesus und sein heller Schein, Jesus muß das Herz an⸗ blicken und erquicken, Jesus muß die Sonne sein. 8. Nur die Decke vor den Augen kann nicht taugen, seine Klarheit kann nicht ein; wenn sein helles Licht den Seinen soll erscheinen, muß das Auge reine sein. 9. Jesu, gib gesunde Au⸗ gen, die was taugen, rühre meine Augen an! Denn das ist die größte Plage, wenn am Tage man das Licht nicht sehen kann. Chr. Fr. Richter, 4 1711. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten ꝛc. ein Gott, nun 374 Y ist es wieder Morgen, die Nacht vollendet ihren Lauf; nun wachen alle meine Sorgen auf ein⸗ mal wieder mit mir auf. Die Ruh ist aus, der Schlaf dahin; ich sehe wieder, wo ich bin. 2. Ich bin noch immer auf der Erde, wo jeder Tag sein Elend hat, wo ich nur 264 immer älter werde und nie⸗ mals rein von Mibssetat. O Gott, der täglich mich ernährt, wär ich doch deiner Gnad auch wert! 3. Du siehst am Morgen aufstehen, regier mich auch in dieser Welt; ich nicht, wie mirs heut gehen, mach alles so, dirs gefällt; schließ mich in deine Vorsicht ein, dein will ich tot und lebend sein. 4. Vergib mir, Vater, meine Sünden, die ich bei Tag und Nacht beging, und laß mich vor dir Gnade finden, erhöre, was ich bet und sing; denn wenn ich nur bei dir wohl steh, so acht ich gar nicht, wie es geh. 5. Hilf du in allen Sachen raten, denn ich bin selber mir nicht klug; behüte mich vor Missetaten, vor böser Menschen List und Trug; laß mich den Tag wohl legen an und Gutes schaffen, wo ich kann. 6. Behüte mir mein Leib und Leben, mein Weib und Kind, mein Hab und Gut und laß den Himmel Segen geben, wenn meine Hand das Ihre tut; hilf, daß ich alles wohl verricht! Du wirst es tun, ich zweifle nicht. C. Neumann, 4 17ʃ5, 265 Mel. Wie 375 C das ohn 0 das die Fin der du blei ich verlass rufe: 9. 8 daß ich, de Gar durck kläret werde 2. Weck geschlafen, geistlich au Lichtes We leite ihren sein des L mir, da i Jesu, daß in deinem 3. Sche und gewäh Seele stillt; verkläre st Ebenbild! Geist der neues Lebe himmlisch ein Geist 4. Segit Werke, för ner Pflich Schwachhei Lebens K laß mein deines Na hilf, daß Liebe gegen übe. 264 rde und nie⸗ 'n Missetat. täglich mich doch deiner am Morgen regier mich Welt; ich mirs heut ach alles so, ällt; schließ Vorsicht ein, t und lebend mir, Vater, die ich bei beging, und dir Gnade was ich bet wenn ich nur „ so acht ich 5 geh. allen Sachen )bin selber behüte mich vor böser und Trug; ig wohl legen schaffen, wo ir mein Leib uWeib und b und Gut immel Segen neine Hand hilf, daß erricht! Du ich zweifle mann, 1 1715. 265 Morgen. Mel. Wie nach einer Wasser⸗ quelle ꝛc. 375 Gett, du Licht, das ewig bleibet, das ohn allen Wechsel ist, das die Finsternis vertreibet, der du bleibest, wie du bist, ich verlasse meine Ruh; rufe: werde Licht! mir zu, daß ich, der ich Nacht und Erde, durch dein Licht ver⸗ kläret werde. 2. Wecke, da der Leib geschlafen, auch die Seele geistlich auf, gib ihr deines Lichtes Waffen, richt und leite ihren Lauf; laß mich sein des Lichtes Kind, hilf mir, da ich geistlich blind, Jesu, daß ich wieder sehe und in deinem Lichte gehe. 3. Schenke mir, Herr, und gewähre, was die arme Seele stillt; ach, erneure und verkläre stets in mir dein Ebenbild! Sende mir den Geist der Kraft, der ein neues Leben schafft, daß ich himmlisch auf der Erde und ein Geist mit Christo werde. 4. Segne meiner Hände Werke, fördre mich in mei⸗ ner Pflicht; bleibe meiner Schwachheit Stärke, meines Lebens Kraft und Licht; laß mein Lebensziel allein deines Namens Ehre sein; hilf, daß ich stets wahre e gegen meinen Nächsten übe. Nr. 375, 376 5. Führ mich einst zu jenem Lichte deiner höchsten Majestät, wo vor deinem Angesichte die verklärte Seele steht, heller als der Sonnen⸗ schein, schön, unsterblich, engelrein laß sie sein mit dir vereinet, wenn mein letzter Tag erscheinet. Sal. Franck, 4 1725. Mel. Den die Hirten lobten sehre ꝛc. 376 F˖ am Morgen Jesus gehet und vor allen Türen stehet, klopfet an, wo man geflehet: komm, Herr Jesu, unser Gast! 2. Nun, so lasset ihn nicht dorten, tut ihm auf des Herzens Pforten und ruft ihn mit süßen Worten: eile, Jesu, kehre ein! 3. Wollest täglich bei uns bleiben, alle Feinde von uns treiben, uns ins Buch des Lebens schreiben und der gute Hirte sein; 4. Weiden uns auf grünen Auen, daß wir deine Fülle schauen und auf deinen Reichtum bauen, mit dir gehen aus und ein. 5. Amen, ja, es soll ge⸗ schehen! Jesus wird heut mit uns gehen, und wir werden fröhlich sehen, daß er uns nicht läßt allein. Nr. 377, 378 Lieder für besondere Zeiten. Mel. O Gott, I.ies Gott. 377 O Fe 1 lt die Nacht nun ist die Nacht vergangen; nun hat dein Gnadenglanz aufs neue mich umfangen; nun ist, was an mir ist, vom Schlafe auf⸗ geweckt und hat sich, Herr, nach dir verlangend aus⸗ gestreckt. 2. Was soll ich dir denn nun, mein Gott, für Opfer schenken? Ich will mich ganz und gar in deine Gnade senken mit Leib, mit Seel, mit Geist heut diesen ganzen Tag; das soll mein Opfer sein, weil ich sonst nichts vermag. 3. Mein Jesu, schmücke mich mit Weisheit und mit Liebe, mit Keuschheit und Geduld durch deines Geistes Triebe; auch mit der Demut mich vor allem kleide an, so bin ich wohl ges schmückt und köstlich angetan. 4. Gib, daß mir diesen Tag stets vor den Augen schwebe, daß dein Allgegen⸗ wart mich wie die Luft um⸗ gebe, auf daß mein ganzes Tun durch Herz, durch Sinn und Mund dich lobe innig⸗ lich, mein Gott, zu aller Stund! 5. Ach, segne, was ich tu, ja rede und gedenke; durch deines Geistes Kraft es also führ und lenke, daß alles nur gescheh zu deines Namens Ruhm, und daß ich unverrückt verbleib dein Eigentum. J. Lange, 1 1744. Mel. Ich dank dir schon 378 M Dank; erheb ahn, meine Seele! Der Herr hört deinen Lobgesang; lobsing ihm, meine Seele! 2. Mich selbst zu schützen ohne Macht, lag ich und schlief in Frieden. Wer schafft die Sicherheit der Nacht 10 Ruhe für die Müden? 3. Du bist es, Gott und Herr der Welt, und dein ist unser Leben; du bist es, der es uns erhält und mirs jetzt neu gegeben. 4. Gelobet seist du, Gott der Macht, gelobt sei deine Treue, daß ich nach einer sanften Nacht mich dieses Tags erfreue. 5. Laß deinen Segen auf mir ruhn, mich deine Wege wallen, und lehre du mich selber tun nach deinem Wohl⸗ gefallen. 6. Nimm meines Lebens gnädig wahr, auf dich hofft meine Seele; sei mir ein Retter in Gefahr, ein Vater, wenn ich sehle. 7. Gib mir ein Herz vol Zuversicht, erfüllt mit 110 un 266 und Ruhe, e das seine Pf willig tue; 8. Daß treuer Kneck Reiche strebe, und gerecht Gnade lebe; 9. Daß i Lebenszeit in gließe und Ban ¶ beschließe. Chr. Mel. Wie ne qu 379. V Schlummer, heißt, aufer von allem schönren Mot wach ich and am Ziel ist! Träume sin Sorgen, gri deinem More 2. Hilf, de Tage, in santt einst verklage, d. entweiht. A wacht ich auf Zu dir hinau meiner Tage jede Plage; . Daß Himmel seh letzter Tag e zum dunklen en. deines Namens ich unverrückt Ligentum. J. Lange, 1 1744. E dir schon ꝛc. ein erst Gefühl sei Preis 1 ihn, meine rr hört deinen obsing ihm, bst zu schützen lag ich und n. Wer schafft der Nacht 10 Müden? es, Gott und „und dein ist u bist es, der und mirs jetzt seist du, Gott lobt sei deine ha nach einer mich dieses ten Segen auf h deine Wege ehre du mich deinem Wahl neines Lebens auf dich hofft sei mir ein hr, ein Vater, ein Herz vol üllt mit Lieb und 266 von und Ruhe, ein weises Herz, das seine Pflicht erkenn und willig tue; U. Daß ich als ein ge⸗ treuer Knecht nach deinem Reiche strebe, gottselig, züchtig und gerecht durch deine Gnade lebe; 9. Daß ich das Glück der Lebenszeit in deiner Furcht gließe und meinen Lauf mit hndigkeit wenn du gebeutst, beschließe. Chr. F. Gellert, 4 1769. Mel. Wie nach einer Wasser⸗ quelle ꝛc. 379 ich einst denn von jenem Schlummer, welcher Tod heißt, aufersteh und, erlöst allem Kummer, jenen schönren Morgen seh: 0 dann wach ich anders auf. Schon am Ziel ist dann mein Lauf; Träume sind des Pilgers Sorgen, großer Tag, an deinem Morgen! 2. Hilf, daß keiner meiner Tage, Geber der Unsterb⸗ lihkeit, einst mich im Gericht verklage, da ich frevelnd ihn entweiht. Auch noch heute wacht ich auf; Dank sei dir! Zu dir hinauf führ mich jeder meiner Tage, jede Freude, jede Plage; 3. Daß ich froh gen Himmel sehe, wenn mein letzter Tag erscheint. Wenn zum dunklen Tal ich gehe, Morgen. Nr. 379—381 von den Meinigen beweint, lindre dann des Todes Pein, laß mich stark und freudig sein, daß ich sie zum Himmel weise und dich, Herr des Todes, preise. F. G. Klopstock, 4 1803. Mittag. Vor Tische. Mel. O Jesu Christ, meins Lebens Licht ꝛc. 380 Gẽ egn uns, Herr, die Gaben dein, die Speis laß unsre Nah⸗ rung sein; hilf, daß dadurch erquicket werd der dürftge Leib auf dieser Erd! 2. Doch dieses zeitlich Brot allein kann uns nicht gnug zum Leben sein; dein göttlich Wort die Seele speist, hilft uns zum Leben allermeist. 3. Drum gib uns beides, Herr und Gott, hilf endlich auch aus aller Not: so preisen wir dein Gütigkeit hier und auch dort in Ewig⸗ keit. Vor 1562. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele ꝛc. 22 eis, o Gott 381 Sd uns, deine Kinder, tröste die betrübten Sünder, sprich den Segen zu den Gaben, die wir jetzo vor uns haben, daß sie uns zu diesem Leben Stärke, Kraft 18 und Nr. 382—386 Lieder für besondere Zeiten. und Nahrung geben, bis wir endlich mit den Frommen zu dem Himmelsmahle kommen. J. Heermann, 17 1647. Mel. Jesu, als du erstlich kamest ꝛe. 38½ Hen den Eser laß uns deiner nicht ver⸗ gessen, denn du bist das Himmelsbrot; speis die Leiber, stärk die Seelen, die wir dir jetzt anbefehlen, steh uns bei in aller Not; hilf uns, daß wir nach der Er⸗ den deine Gäst im Himmel werden. Nach Tische. Mel. Nun lobt und dankt Gott allzusammen ꝛe. Tir Rues Gott 383 Wi für seine Gaben, die wir von ihm empfangen haben, wir bitten unsern lieben Herrn, er woll auch ferner sie beschern und speisen uns mit seinem Wort, daß wir satt werden hier und dort; ach, lieber Gott, du wollst uns geben nach dieser Welt das ewge Leben. Vor 1588. Mel. Da Christus geboren war ꝛc. — nser Vater, der 384 U uns liebt, der uns, was uns gut ist, gibt, gab auch jetzt uns Speis und Trank; lobt ihn, sagt ihm frohen Dank. Aller Segen kommt vom Herrn; dankt ihm und gehor t ihn gern, liebt ihn, freuet euch des Herrn! Mel. Gott sei Dank durch alle Welt ꝛe. 38 5 G Geber, Dank sei dir; du bel lebsi drum Len wir; du gibf Speise uns und Trank, dir sei ewig Lob und Dankl Amen. J. K. Lavater, 1 1801. Abend. Mel. Erhalt uns, Herr, bei ꝛc. 386 H.Cenn ist der Sonne Schein, die finstre Nacht bricht stark herein; leucht uns, o Herr, du wahres Licht, laß uns im Finstern straucheln nicht. 2. Dank sei dir, daß du uns den Tag vor Schaden, Angst und mancher Plag durch deine Engel hast behüt aus Gnad und väterlicher Güt. 8. Hah wir heut er⸗ zürnet dich, das, Herr, ver⸗ zeih uns gnädiglich und rechn es unsrer Seel nicht zu; 10 Ruß uns in Fried un tuh. 4. Die Engel dein zur Wach bestell, daß uns 15 269 Christ, 269 böse 220 Schrecken, A not behüt o Gott! 3 Mel. In dich 387 Y bist auf 6 Fesu Christ lassen walte Lieb und 5 Herz behalte 2. Dein für alles auf Erd so muß ich frei soll nicht T nicht Not 1 mich trennen 3. Dein und trüget gewiß, was Tod und Du bist nur bin dein; d ergeben. 4. Der ach, üe blei 66 will nun Laß doch deii nicht bei 1 Erden. Aus det 388 V und ihr Si daß ihr prei iten. 268 zt uns Speis lobt ihn, sagt Dank. Aller vom Herrn; d gehorcht ihm n, freuet euch Dank durch alle t ꝛc. r Geber, Dant dir; du belebst, vir; du gibst nd Trank, dir )und Dankl Lavater, 1 180ʃ. nd. 18, Herr, bei ꝛe. unter ist der Sonne Schein, cht bricht stark uns, o Herr, ht, laß uns im heln nicht. i dir, daß du vor Schaden, nancher Plag igel hast behüt ind väterlichn wir heut er⸗ 8, Herr, ver⸗ glich und rechn nicht zu; la in Fried un igel dein zur daß uns der böse 269 Abend. böse 1—1 nicht fäll; vor Schrecken, Angst und Feuers⸗ not behüt uns diese Nacht, o Gott! N. Herman, 1561. Mel. In dich hab ich gehoffet ꝛc. Aein schönste Zier 387 M und Klemod bist auf Erden du, Herr Jsu Christ; dich will ich lassen walten und allezeit in Lieb und Leid in meinem Herz behalten. 2. Dein Lieb und Treu für alles geht, kein Ding auf Erd so fest besteht: das muß ich frei bekennen; drum soll nicht Tod, nicht Angst, nicht Not von deiner Lieb mich trennen. 3. Dein Wort ist wahr und trüget nicht und hält gewiß, was es verspricht, im LTod und auch im Leben. Du bist nun mein, und ich bin dein; dir hab ich mich ergeben. 4. Der Tag nimmt ab; ach, schönste Zier, Herr Jesu Christ, bleib du bei mir; es will nun Abend werden. Laß doch dein Licht auslöschen nicht bei uns allhier auf Erden. Aus dem 16. Jahrhundert. d 388 Wemen Gemutt, und ihr Sinne geht herfür, daß ihr preiset Gottes Güte, Nr. 387, 388 die er hat getan an mir, da er mich den ganzen Tag vor so mancher schweren Plag durch sein gnaden⸗ reiches Walten hat beschirmet und erhalten. 2. Lob und Dank sei dir gesungen, Vater der Barm⸗ herzigkeit, daß mir ist mein Werk gelungen, daß du mich vor allem Leid und vor Sünden mancher Art so ge⸗ treulich hast bewahrt, auch die Feinde weggetrieben, daß ich unversehrt geblieben. 3. Herr, ich bin von dir gewichen, doch ich stell mich wieder ein; denn dein Sohn hat ausgeglichen meine Schuld durch seine Pein. Ich ver⸗ leugne nicht die Schuld; aber deine Gnad und Huld ist viel größer als die Sünde, die ich täglich in mir finde. 4. O du Licht der frommen Seelen, o du Glanz der Ewigkeit, dir will ich mich ganz befehlen diese Nacht und allezeit. Bleibe doch, mein Gott, bei mir, weil es nun⸗ mehr dunkel hier; daß kein Unfall mich betrübe, tröste mich mit deiner Liebe. 5. Laß mich diese Nacht empfinden eine sanfte, süße Ruh; alles Uebel laß ver⸗ schwinden, decke mich mit Segen zu. Leib und Seele, Mut und Blut, Weib und Kinder, Hab und Gut, 18* Freunde, Nr. 389 Lieder für besondere Zeiten. Freunde, Feind und Haus⸗ genossen sein in deinen Schutz geschlossen. 6. Ach, bewahre mich vor Schrecken, lus mich vor Ueberfall; laß mich Krank⸗ heit nicht aufwecken, halte fern des Krieges Schall; wend ab Feur und Wassers⸗ not, Pestilenz und schnellen Tod; laß mich nicht in Sünden sterben, noch an Leib und Seel verderben. 7. O du großer Gott, erhöre, was dein Kind ge⸗ beten hat; Jesu, den ich stets verehre, bleibe du mein Schutz und Rat; und mein Hort, du werter Geist, der du Freund und Tröster heißt, höre doch mein sehn⸗ lich Flehen! Amen, ja, es soll geschehen. Joh. Rist, 4 1667. Mel. O Welt, ich muß dich lassen ꝛc. 389 Nem ruhen alle Wälder, Vieh, Menschen, Städt und Felder, es schläft die ganze Welt; ihr aber, meine Sinnen, auf, auf, ihr 397 beginnen, was eurem Schöpfer wohlgefällt. 2. Wo bist du, Sonne, blieben? Die Nacht 1, dich vertrieben, die Nacht, des Tages Feind. Fahr hin, ein andre Sonne, mein Jesus, meine Wonne, gar hell in meinem Herzen scheint! 27⁰ 3. Der Tag ist nun ver⸗ gangen; die güldnen Stern⸗ lein prangen am blauen Himmelssaal; also werd ich auch stehen, wenn mich wird heißen gehen mein Gott aus diesem Jammertal. 4. Der Leib, der eilt zur Ruhe, legt ab das Kleid und Schuhe, das Bild der Sterblichkeit; aus, dagegen wird Christus mir anlegen den Rock der Ehr und Herrlichkeit. 5. Das Haupt, die Füß und Hände sind froh, daß nun zum Ende die Arbeit kommen sei; Herz, freu dich, du sollst werden vom Elend dieser Erden und von der Sünden Arbeit frei. 6. Nun geht, ihr matten Glieder, geht hin und legt euch nieder, der Betten ihr begehrt; es kommen Stund und Zeiten, da man euch wird bereiten zur Ruh ein die zieh ich 7. Mein Augen verdrossen, im Nu sind sie geschlossen, wo bleibt dann Leib und Seel? Nimm sie zu deinen Gnaden, sei gut für allen Schaden, du Aug und Wächter Israel! 8. Breit aus die Flügel beide, o Jesu, meine Freude, und nimm dein Küchlein ein! Will mich der Feind verschlingen, so laß die— ein Bettlein in der Erd. 27¹ lein singen unverletzet 9. Au Lieben, soll trüben ein fahr; Gott schlafen, ste nen Waffer seiner Helde 9 390 2 fleucht hin nichte, die angegangen. umfangen d kreis. Der endet; meir wendet, der geschaffen; zum Schla deinen Pre 2. Wo mein Psal Erhalter,‚! und Seeler ich kann; guts getar blick und gar viel er sein Ge schöpfte Gi zeiget hat. der Weide, Treue ohn Scheue erg und sich n den Durst 1. 27⁰ g ist nun ver⸗ üldnen Stern⸗ am blauen also werd ich enn mich wird nein Gott aus rtal. b, der eilt zur b das Kleid das Bild der die zieh ich wird Christus den Rock der lichkeit. aupt, die Füß nd froh, daß de die Arbeit Herz, freu dich, en vom Elend und von der frei. ht, ihr matten hin und legt der Betten ihr ommen Stund da man euch zur Ruh ein Erd. Augen Nu sind sie hbleibt dann el? Nimm sie taden, sei gut aden, du Aug ISrael! us die Flügel meine Freude, dein Küchlein ich der Feind „laß die Eng⸗ lein 1 27¹ lein singen: dies Kind soll unverletzet sein! 9. Auch euch, ihr meine Lieben, soll heute nicht be⸗ trüben ein Unfall noch Ge⸗ fahr; Gott laß euch ruhig schlafen, stell euch die güld⸗ nen Waffen ums Bett und seiner Helden Schar. P. Gerhardt, 1 1676. Tag mit 390 Der seinem Lichte fleucht hin und wird zu⸗ nichte, die Nacht kommt angegangen, mit Ruhe zu umfangen den matten Erden⸗ kreis. Der Tag, der ist ge⸗ endet; mein Herz zu dir sich wendet, der Tag und Nacht geschaffen zum Wachen und zum Schlafen, will singen deinen Preis. 2. Wohlauf, wohlauf, mein Psalter! Erhebe den Erhalter, der mir an Leib und Seelen viel mehr, als ich kann zählen, hat heute guts getan. Augen⸗ blick und Stunden hat sich gar viel gefunden, womit er sein Gemüte und uner⸗ schöpfte Güte mir klar ge⸗ zeiget hat. 3. Gleichwie des Hirten Freude, ein Schäflein auf der Weide, sich unter seiner Treue ohn alle Furcht und Scheue ergötzet in dem Feld und sich mit Blumen füllet, den Durst mit Quellen stillet, Abend. Nr. 390 so hat mich heut geführet, mit manchem Gut gezieret der Hirt in aller Welt. 4. Gott hat mich nicht verlassen, ich aber hab ohn Maßen mich nicht gescheut, mit Sünden und Unrecht zu entzünden das treue Vater⸗ herz. Ach, Vater, laß nicht brennen den Eifer, noch mich trennen von deiner Hand und Seiten; mein Tun und Ueberschreiten erweckt mir Reu und Schmerz. 5. Erhöre, Herr, mein Beten und laß mein Ueber⸗ treten zur Rechten und zur Linken ins Meeres Tiefe sinken und ewig untergehn. Laß aber, laß hingegen sich deine Engel legen um mich mit ihren Waffen; mit dir will ich entschlafen, mit dir auch auferstehn. 6. Darauf so laß ich nieder mein Haupt und Augenlider, will ruhen ohne Sorgen, bis daß der güldne Morgen mich wieder munter macht. Dein Flügel wird mich decken, so wird mich nicht erschrecken der Feind mit Hune Listen, der mich und alle Christen verfolget Tag und Nacht. 7. Ich lieg hier oder stehe, ich sitz auch oder gehe, so bleib ich dir ergeben, und du bist auch mein Leben, das ist ein wahres Wort. Was ich beginn und mache, Nr. 391, 392 Lieder für besondere Zeiten. 27² ich schlaf ein oder wache, wohn ich, als wie im Schlosse, in deinem Arm und Schoße, bin selig hier und dort. P. Gerhardt, 4 1676. Mel. Werde munter, mein ꝛc. Insre müden Au⸗ 391 U genlider schlie⸗ ßen sich jetzt schläfrig zu, und des Leibes matte Glieder grüßen schon die Abendruh; denn die dunkle, finstre Nacht hat des hellen Tages Pracht nun versenkt im tiefen Meere und entflammt der Sterne Heere. 2. Ach, bedenk, eh du gehst schlafen, du, o meines Leibes Gast, ob du den, der dich erschaffen, heute nicht erzürnet hast; tu, ach, tu beizeiten Buß, geh und falle ihm zu Fuß und bitt ihn, daß er aus Gnaden dich der Strafe woll entladen. 3. Sprich: Herr, dir ist unverhohlen, daß ich diesen Tag verbracht anders, als du mir befohlen; ja, ich habe nicht bedacht des Berufes schmalen Steg, deinen vor⸗ geschriebnen Weg, sondern dich, mein Gott, verlassen, bin gefolgt der Weltlust Straßen. 4. Ach, Herr, laß mich Gnad erlangen, gib mir nicht verdienten Lohn, laß mich deine Huld umfangen, sieh an deinen lieben Sohn, der für mich genug getan; Vater, nimm den Bürgen an! Dieser hat für mich er⸗ duldet, was ich Sünder hab verschuldet. 5. Laß mich, Herr, von dir nicht wanken; in dir schlaf ich sanft und wohl; gib mir heilige Gedanken, und bin ich gleich Schlafes voll, so laß doch den Geist in mir zu dir wachen für und für, bis die Morgenröt angehet und die Sonn am Himmel stehet. 6. Vater droben in der Höhe, dessen Nam uns teuer wert, dein Reich komm, dein Will geschehe, unser Brot werd uns beschert, und ver⸗ gib uns 265 Schuld, schenk uns deine Gnad und Huld; laß uns nicht Versuchung töten, hilf uns, Herr, aus allen Nöten. Joh. Franck, 4 1677. Mel. O höchster Gott, o unser lieber Herre ꝛe. 8 er Tag ist hin, 392 D mein Jesu, bei O Seelenlicht, mir bleibe! der Sünden Nacht vertreibe; geh auf in mir, Glanz der. Gerechtigkeit, erleuchte mich, o Herr, denn es ist Zeit! 2. Lob, Preis und Dank 5 dir, mein Gott, gesungen; ir sei die Ehr, wenn alles nach deinem Rat, wohlgelungen 27³ Rat, ob i versteh; du gehe, wie es 3. Nur mich empfin ständigkeit noch fehlet; wohl, o He strauchle ne mündiger. 4. Vergi sagt mir der Sünde von dir ger leid, ich f ein; hier ich dein, He 5. Mein mein Hüter zu meinem haft Schwe wahre mie große Mach Feind nack tracht. 6. Du wenn matte ach, laß die auch Gutes sonn, erquie dich laß ich der Tag ist 393 9 keine Son: schläft alles, lieben Sohn, genug getan; den Bürgen für mich er⸗ 9 Sünder hab h, Herr, von iken; in dir ft und wohl, ge Gedanken, leich Schlafes och den Geist r wachen für die Morgenröt die Sonn am roben in der am uns teuer h komm, dein unser Brot hert, und ver⸗ Schuld, schenk d und Huld; t Versuchung „ Herr, aus Franck, 1 1677. Gott, o unser rre ꝛc. Tag ist hin, nein Jesu, bei ) Seeklenlicht, icht vertreibe; „Glanz der rleuchte mich, ist Zeit! is und Dank ott, gesungen; „wenn alles nach deinem Rat, 27³3 Abend. Rat, ob ichs gleich nicht bersteh; du bist gerecht, es gehe, wie es geh. 3. Nur eines ist, das mich empfindlich quälet: Be⸗ ständigkeit im guten mir noch fehlet; das weißt du wohl, o Herzenskündiger, ich strauchle noch wie ein Un⸗ mündiger. 4. Vergib mir, Herr! Es sagt mir mein Gewissen: der Sünde Lust hat mich von dir gerissen; es ist mir leid, ich stell mich wieder ein; hier ist mein Herz, ich dein, Herr, und du mein! 5. Mein Herr und Gott, mein Hüter und mein Hirte, zu meinem Trost dein sieg⸗ haft Schwert umgürte; be⸗ wahre mich durch deine große Macht, wenn mir der Feind nach meiner Seele tracht. 6. Du schlummerst nicht, wenn matte Glieder schlafen: ach, laß die Seel im Schlaf auch Gutes schaffen; o Lebens⸗ sonn, erquicke meinen Sinn; dich laß ich nicht, mein Fels; der Tag ist hin! J. Neander, 4 1680. un sich der Tag 393 Nogeendet hat und keine Sonn mehr scheint, schläft alles, was von Arbeit Nr. 393 matt und was zuvor ge⸗ weint. 2. Nur du, mein Gott, hast keine Rast, du schläfst noch schlummerst nicht; die Finsternis dich nicht um⸗ faßt, weil du bist selbst das Licht. 3. Gedenke, Herr, doch auch an mich in dieser finstern Nacht, und schirme du mich gnädiglich mit deiner Engel Wacht. 4. Zwar fühl ich wohl der ünden Schuld, die mich bei dir klagt an; doch deines lieben Sohnes Huld hat gnug für mich getan. 5. Drauf tu ich meine Augen zu und schlafe fröhlich ein; mein Gott wacht jetzt in meiner Ruh, wer wollte traurig sein? 6. Weicht, nichtige Ge⸗ danken, hin, hemmt nicht der Andacht Lauf! Ich baue jetzt in meinem Sinn Gott einen Tempel auf. 7. Soll diese Nacht die letzte sein in diesem Jammer⸗ tal, so führ mich, Herr, zum Himmel ein zur auserwählten Zahl. 8. Und also leb und sterb ich dir, du Herr Gott Ze⸗ baoth; im Tod und Leben hilfst du mir aus aller Angst und Not. J. F. Hertzog, 4 1699. Nr. 394, 395 Lieder für besondere Zeiten. 27⁴ Mel. Werde munter, mein ꝛc. 2 err, es ist von 394 meinem Leben wiederum ein Tag dahin; lehre mich nun Achtung geben, ob ich fromm Lietber bin; zeige mir auch selber an, so ich was nicht recht getan, und hilf jetzt in allen Sachen guten Feierabend machen. 2. Freilich wirst du man⸗ ches finden, das dir nicht gefallen hat; denn ich bin noch voller Sünden in Ge⸗ danken, Wort und Tat, und zu jeder Tagesstund pfleget Herz und Hand und Mund so geschwind und oft zu fehlen, daß ichs selber nicht kann zählen. 3. Aber, o du Gott der Gnaden, habe noch einmal Geduld! Ich bin freilich schwer beladen, doch vergib mir alle Schuld! Deine große Vatertreu werde diesen Abend neu; so will künftig deinen Willen ich noch mehr als heut erfüllen. 4. Heilige mir das Ge⸗ müte, daß der Schlaf nicht sündlich sei; decke mich mit deiner Güte, und dein Engel steh mir bei. Lösche Licht und Feuer aus und bewahre selbst das Haus, daß ich morgen mit den Meinen nicht im Unglück müsse weinen. 5. Steure den gottlosen Leuten, die im Finstern Böses tun; sollte man gleich was bereiten, uns zu scha⸗ den, wenn wir ruhn, so zerstöre du den Rat und verhindere die Tat; wend auch allen andern Schrecken, den die Bosheit kann er⸗ wecken. 6. Herr, dein Auge geht nicht unter, wenn es bei uns Abend wird; denn du bleibest ewig munter und bist wie ein guter Hirt, der auch in der finstern Nacht über seine Herde wacht; darum hilf uns, deinen Schafen, daß wir alle sicher schlafen. 7. Laß mich dann gesund erwachen, wenn es rechte Zeit wird sein, daß ich ferner meine Sachen richte dir zu Ehren ein; oder hast du, lieber Gott, heut bestimmet meinen Tod, so befehl ich dir am Ende Leib und Seel in deine Hände. Kasp. Neumann, 1 1715. Mel. Ach, was soll ich Sünder ꝛ. ch, mein Jesu, 395 A sieh, ich trete, da der Tag nunmehr sich neigt und die Finsternis sich zeigt, hin zu deinem Thron und bete: neige du zu deinem Sinn auch mein Herz und Sinnen hin. 27⁵ 2. Mei schwinde n Ewigkeit; längste Ze wie die W als wie nellsten! — Aber Armer n nicht in a bei Tag 1 suchte mein mancher T ich kalt un 4. Ach, herzlich sch und schütze Nacht so g will mich daß ich o dafür recht 5. Nun Verlangen, freund, zu Licht zu 1 nunmehr selbst mein durch alles 6. Laß zählen, die willt; von erfüllt, so können que bist, Tag uns die N Lev. Mel. Jesi 396 K Schlafe et ten. 27⁴ den gottlosen im Finstern llte man gleich uns zu scha⸗ wir ruhn, so den Rat und e Tat; wend dern Schrecken, heit kann er⸗ ein Auge geht wenn es bei zird; denn du munter und zuter Hirt, der finstern Nacht Herde wacht; uns, deinen wir alle sicher )dann gesund mes rechte Zeit aß ich ferner richte dir zu der hast du, eut bestimmet so befehl ich eib und Seel eumann, 1 1715, ll ich Sünder ꝛc. mein Jesu, ieh, ich trete, nunmehr sich Finsternis sich deinem Thron du zu deinem in Herz und 2. Meine Tage gehn ge⸗ schwinde wie ein Pfeil zur Ewigkeit; auch die aller⸗ längste Heit rauscht vorüber wie die Winde, fließt dahin als wie ein Fluß mit dem schnellsten Wasserguß. 3. Aber, Jesu, sieh, ich Armer nehme mich doch nicht in acht, daß ich dich bei Tag und Nacht herzlich suchte mein Erbarmer; o wie mancher Tag geht hin, daß ich kalt und träge bin. 4. Ach, ich muß mich herzlich schämen; du erhältst und schützest mich Tag und Nacht so gnädiglich, und ich will mich nicht bequemen, daß ich ohne Heuchelei dir dafür recht dankbar sei. 5. Nun, ich komme mit Verlangen, o mein Herzens⸗ freund, zu dir: neige du dein Licht zu mir, da der Tag nunmehr vergangen; sei du selbst mein Sonnenlicht, das durch alles Finstre bricht. 6. Laß mich meine Tage zählen, die du mir noch gönnen willt; von dir sei mein Herz erfüllt, so wird mich nichts können quälen; denn wo du bist, Tag und Licht, schaden uns die Nächte nicht. Lev. Joh. Schlicht, 4 1723. Mel. Jesu, meine Freude ꝛc. irte deiner Schafe, 396 H der von keinem Schlafe etwas wissen mag, Nr. 396 deine Treu und Milde diente mir zum Schilde den ver⸗ gangnen Tag; sei die Nacht auch auf der Wacht und laß mich von deinen Scharen um und um bewahren. 2. Decke mich von oben vor der Feinde Toben mit der Vaterhuld; ein versöhnt Gewissen sei mein Ruhekissen, drum vergib die Schuld! Denn dein Sohn hat mich davon durch die tiefgeschlag⸗ nen Wunden gnädiglich ent⸗ bunden. 3. Laß auch meine Lieben keine Not betrüben; sie sind mein und dein. Schließ uns mit Erbarmen in den Vater⸗ armen wohlgeborgen ein. Du bei mir und ich bei dir; also sind wir ungeschieden, und ich schlaf in Frieden. 4. Komm, verschließ die Kammer und laß allen Jammer ferne von uns sein. Sei du Schloß und Riegel, unter deine Flügel nimm dein Küchlein ein; deck uns zu mit Schutz und Ruh, so wird uns kein Grauen wecken, noch der Feind uns schrecken. 5. Wie, wenn ich mein Bette heut zum Grabe hätte? Wie bald rot, bald tot! Doch hast du beschlossen, daß, mein Ziel verflossen, kommt die Todesnot, so wi ich nichts wider dich. Wne weil ö Nr. 397—399 Lieder für besondere Zeiten. weil ich dich gefunden, sterb ich alle Stunden. 6. Nun wohlan! ich tue in vergnügter Ruhe meine Augen zu. Seele, Leib und Leben hab ich dir ergeben, treuer Hüter du! Gute Nacht, nimm mich in acht; und erleb ich ja den Morgen, wirst du weiter sorgen. B. Schmolck, 1737. Mel. Herzlich tut mich verlangen ꝛc. 397 Her, es gescheh dein Wille! Der Körper eilt zur Ruh, es fallen in der Stille die müden Augen zu. Vergib der Schwachheit Sünden, verschon mit Zorn und Straf; laß mich bereitet finden zum Tode wie zum Schlaf. 2. Dein Heil hab ich ge⸗ sehen; in Frieden fahr ich hin, weil ich beim Auferstehen in deinem Reiche bin. Wohl dem, der bis ans Ende sich als ein Christ erweist! Mein Gott, in deine Hände befehl ich meinen Geist. J. F. v. Cronegk, 1758. Mel. O Welt, ich muß dich lassen ꝛc. un sich der Tag 398 N geendet, mein Herz zu dir sich wendet und danket inniglich; dein holdes Angesichte zum Segen auf mich richte, erleuchte und entzünde mich. 27⁰ 2. Ich schließe mich aufs neue in deine Vatertreue und Schutz und Herze ein; die fleischlichen Geschäfte und alle finstren Kräfte vertreibe durch dein Nahesein. 3. Daß du mich stets umgibest, daß du mich herz⸗ lich liebest und rufst zu dir empor, daß du allein den Frieden mir geben hienieden, das stelle früh und spät mir vor. 4. Ein Tag der sagts dem andern, mein Leben sei ein Wandern zur großen Ewig⸗ keit. O Ewigkeit, du schöne, mein Herz an dich gewöhnel Mein Heim ist nicht in dieser Zeit. G. Lersteegen, 1 1700 Mel. O Welt, ich muß dich lassen ꝛc. 0 err, der du mir 39 H das Leben bis diesen Tag gegeben, dich bet ich kindlich an. Ich bin viel zu geringe der Treue, die ich singe und die du heut an mir getan. 2. Mit dankendem Ge⸗ müte freu ich mich deiner Güte; ich freue mich in dir. Du gibst mir Kraft und Stärke, Gedeihn zu meinem Werke und schaffst ein reines Herz in mir. kannst 277⁷ ehn, auf d 10 Geist de und dort Glaubens se 4. Ich glaube, und Staube zu! Heil. Ich entladen, ick Gnaden, un ist mein Te 5. Bede Segen eil i gegen; deir preist! M mein Ende Hände bef meinen Geif Chr. Mel. O Welt, 400 D goldnen S am Färean Der Wald schweiget, un steiget der u derbar. 2. Wie stille und in 3. Gott, welche Ruh der Seelen, nach deines Worts rund und Leben gehn, Befehlen einher im Hülle so hold, als eit wo ihr des verschlafen ollt. 3. Seht dort stehen halb zu sel ten. 27⁰ eße mich aufs ie Vatertreue id Herze ein; Geschäfte und 121 vertreibe esein. u mich stets du mich herz⸗ rufst zu dir u allein den geben kannst stelle früh und der sagts dem Leben sei ein großen Ewig⸗ it, du schöne, dich gewöhnel nicht in dieser steegen, 4 1769. juß dich lassen ꝛc. „der du mir 48 Leben bis ben, dich bet Ich bin viel Treue, die ich du heut an ikendem Ge⸗ mich deiner mich in dir. Kraft und zu meinem sst ein reines che Ruh der eines Worts ö 20 und schön. im Leben gehn, 27⁷ Abend. gehn, auf den Güte hoffen, im Geist den Himmel offen und dort den Preis des Glaubens sehn! 4. Ich weiß, an wen ich glaube, und nahe mich im Staube zu dir, o Gott, mein Heil. Ich bin der Schuld entladen, ich bin bei dir in Gnaden, und in dem Himmel ist mein Teil. 5. Bedeckt mit deinem Segen eil ich der Ruh ent⸗ gegen; dein Name sei ge⸗ preist! Mein Leben und mein Ende ist dein; in deine Hände befehl ich, Vater, meinen Geist. Chr. F. Gellert, 4 1769. Mel. O Welt, ich muß dich lassen ꝛc. 400 Der Mond ist auf⸗ gegangen, die goldnen Sternlein prangen am Hanener hell und klar. Der Wald steht schwarz und schweiget, und aus den Wiesen steiget der weiße Nebel wun⸗ derbar. 2. Wie ist die Welt so stille und in der Dämmrung Hülle so traulich und so hold, als eine stille Kammer, wo ihr des Tages Jammer b. und vergessen ollt 3. Seht ihr den Mond dort stehen? Er ist nur halb zu sehen und ist doch So sind Nr. 400, 401 wohl manche Sachen, die wir getrost belachen, weil unsre Augen sie nicht sehn. 4. Wir stolzen Menschen⸗ kinder sind eitel arme Sün⸗ der und wissen gar nicht viel; wir spinnen Luftgespinste und suchen viele Künste und kommen weiter von dem Ziel. 5. Gott, laß dein Heil uns schauen, auf nichts Vergänglichs trauen, nicht Eitelkeit uns freun; laß uns einfältig werden und vor dir hier auf Erden wie Kinder fromm und fröhlich sein! 6. Wollst endlich sonder Grämen aus dieser Welt uns nehmen durch einen sanften Tod; und wenn du uns genommen, laß uns in Himmel kommen, du unser Herr und unser Gott! 7. So legt euch denn, ihr Brüder, in Gottes Namen nieder; kalt ist der Abend⸗ hauch. Verschon uns, Gott, mit Strafen und laß uns ruhig schlafen und unsern kranken Nachbar auch. M. Claudius, 4 1815. Für Kinder. 401 Miide bin ich, geh zur Ruh, schließe beide Aeuglein zu. Bute, 4* ie Nr. 402 Lieder für besondere Zeiten. die Augen dein über meinem Bette sein! 2. Hab ich unrecht heut getan, sieh es, lieber Gott, nicht an! Deine Gnad und Jesu Blut macht ja allen Schaden gut. 3. Alle, die mir sind verwandt, Gott, laß ruhn in deiner Hand; alle Menschen, groß und klein, sollen dir befohlen sein. 4. Kranken Herzen sende Ruh, nasse Augen schließe zu; laß den Mond am Himmel stehn und die stille Welt besehn. Luise Hensel, 4 1876. Am Schlusse der Woche. Mel. Du Lebensbrot ꝛc. 402 Goettlob eig Schrin zur Ewigkeit ist abermals vollendet; zu dir im Fortgang dieser Zeit mein Herz sich sehnlich wendet, o OQuell, daraus mein Leben fließt und alle Gnade sich ergießt zu meiner Seele Leben. 2. Ich zähle Stunden, Tag und Jahr und wird mir fast zu lange, bis es erscheine, daß ich gar, o Leben, dich umfange, damit, was sterb⸗ lich ist an mir, verschlungen werde ganz in dir, und ich unsterblich werde. 3. Doch sei dir ganz an⸗ heimgestellt die rechte Zeit und Stunde, wiewohl ich weiß, daß dirs gefällt, wenn ich mit Herz und Munde dich kommen heiße und darauf von nun an richte meinen Lauf, daß ich dir komm ent⸗ gegen. 4. Ich bin vergnügt, daß mich nichts kann von deiner Liebe trennen, und daß ich frei vor jedermann dich meinen Freund darf nennen, und daß du dort, o Lebens⸗ fürst, dich ganz mit mir vereinen wirst und mir dein Erbe schenken. 5. Drum preis ich dich aus Dankbarkeit, daß sich die Woch geendet, und also auch von dieser Zeit ein neuer Schritt vollendet, und freudig schreit ich weiter fort, bis ich gelange an die Pfort Jerusalems dort oben. 6. Wenn meine Hände lässig sind und meine Kniee beben, so biet mir deine Hand geschwind, mich wieder zu erheben; erfüll mit deiner Kraft mein Herz, damit ich freudig himmelwärts ohn — 6 aufsteige. 7. Geh, Seele, frisch im Glauben dran und sei nur unerschrocken; laß dich nicht von der rechten nn die Lust der Welt ablocken; so dir der Lauf zu langsam deucht, so eile, wie ein Adler fleugt leugt, mit Liebe. 8. O J ist zu dir du hast, W bist, mich jogen. Fah Stund und schon in de ich in Jes u A. Mel. Valeten 403 2 aber Gott wo ich mi ist sie imme kann wohl Gottes Gü sich täglich mir Trost! 2. Du 9 von allem, meines Mu nimm mein zählbar sin du geschenk ich nur kan ja von dir. 3. Die g von deiner zu mir ge jeder Zeit Lebens Pf Augenblick ner Gnade im Glück. 4. All. bebet, wenn wie übel „ Msd dir ganz an⸗ e rechte Zeit wiewohl ich gefällt, wenn nd Munde dich und darauf richte meinen dir komm ent⸗ vergnügt, daß in von deiner und daß ich ermann dich darf nennen, ort, o Lebens⸗ inz mit mir und mir dein dreis ich dich it, daß sich die und also auch eit ein neuer t, und freudig ter fort, bis in die Pfort t oben. meine Hände meine Kniee t mir deine d, mich wieder üll mit deiner erz, damit ich elwärts ohn ige. ele, frisch in und sei nur laß dich nicht n Wnn die ablocken; so zu langsam wie ein Adler fleug, leugt, mit Flügeln süßer Liebe. 8. O Jesu, meine Seele ist zu dir schon aufgeflogen; du hast, weil du voll Liebe bist, mich ganz zu dir ge⸗ jogen. Fahr hin, was heißet Stund und Zeit! Ich bin chon in der Ewigkeit, weil ich in Jesu lebe. A. H. Francke, 4 1727. Mel. Valet will ich dir geben ꝛe. 403 Die Woche geht zu Ende, nicht aber Gottes Treu; denn wo ich mich hinwende, da ist sie immer neu. Die Zeit kann wohl verschwinden, nur Gottes Güte nicht, sie läßt sich täglich finden und gibt mir Trost und Licht. 2. Du gnädigster Erhalter von allem, was ich bin, hör meines Mundes Psalter und nimm mein Opfer hin. Un⸗ zählbar sind die Gaben, die du geschenket mir, und was ich nur kann haben, ist alles ja von dir. 3. Die ganze Woche zeuget von deiner Gütigkeit, die du zu mir geneiget, getreu zu jeder Zeit. Auf meines Lebens Pfade rühmt jeder Augenblick die Wunder dei⸗ ner Gnade im Unglück wie im Glück. 4. Allein mein Herze bebet, wenn es zurücke denkt, wie übel ich gelebet und Am Schlusse der Woche. Nr. 403, 404 dich, mein Gott, gekränkt; drum ruf ich: Herr, erbarme erbarm dich über mich! Ich fall dir in die Arme: ach, schone gnädiglich! 5. Mein Glaube heißt mich hoffen, es sei durch Christi Blut ein neuer Bund getroffen und alles wieder gut; drum will ich dir ge⸗ loben, auf ewig treu zu sein; dein guter Geist von oben wird mir die Kraft verleihn. 6. Ich bin dein Kind aufs neue; drum gib, daß diese Nacht mich auch dein Schutz erfreue, der alles sicher macht. Ich werde gleichsam sterben; der Schlaf ist wie ein Tod; doch kann ich nicht verderben: du lebst in mir, mein Gott. 7. Soll das in diesem Leben die letzte Woche sein, will ich nicht widerstreben, nein, mich im Geiste freun auf jenen Feierabend, den Christi Tod gemacht, und diese Hoffnung habend, sprech ich nun: gute Nacht! B. Schmolck, 4 1737. Beruf. Mel. O Welt, ich muß dich lassen ꝛc. 40 4 Du sollst in allen Sachen mit Gott den Anfang machen aus Nr. 405 Lieder für besondere Stände. aus treuer Schuld und Pflicht. Wem hast du Dank zu geben, als ihm, für Heil und Leben? Von dir, o Mensch, entspringt es nicht. 2. Was will dein kaltes Sinnen, du Staub der Hil beginnen, legt er nicht Hilfe bei? Der Mensch mit seinem Dichten weiß wenig aus⸗ zurichten, das wahrhaft gut zu heißen sei. 3. Drum sei nicht zu verwegen auf des Berufes Stegen und bilde dir nicht ein, als könntest du Ver⸗ trauen auf deine Kräfte bauen; denn sie sind Gottes und nicht dein. 4. Wo Gottes Hand sich reget, den Grund zur Arbeit leget, da zieht der Segen ein; verkehrt er sein Gesichte, so wird ein Werk zunichte, Hei trefflich auch die Meister ein. 5. Schlag an die Himmels⸗ pforten mit starken Glaubens⸗ worten, da bitte Beistand aus. Daher wird Segen fließen und reichlich sich ergießen auf dich und auf dein ganzes aus. A. Tscherning, 4 1659. Mel. O Durchbrecher aller Bande ꝛc. 405 Jesu, komm, sei ö NI eingebeten. Meine Hände leg ich an; wollest mir zur Seite treten, daß mein Tun sei wohlge⸗ 28⁰ tan. Auf dein Wort, zu deiner Ehre will mein Netz ich senken ein; einen guten Zug beschere, laß es voller Segen sein. 2. Ohne dich macht nichts mein Machen, nichts kann alle meine Kunst; ohne dich in allen Sachen alle Müh ist ganz umsonst. Ach, du mußt mit Hand anlegen, meine Hand ist viel zu schwach. Nun so komm mit Hilf und Segen, meine Ohn⸗ macht mächtig mach! 3. Gerne will ich tun das Meine, will es tun auf dein Geheiß: tu auch du dabei das Deine und beglücke meinen Fleiß. Laß mich und mein Haus erfreuen einen reichen, guten Zug; doch sollt es nicht gleich gedeihen, hab ich dich, hab ich genug. 4. Zwar, wie sollt es mir nicht glücken, da du selbst Mithelfer bist? Ach, du kannst und willst erquicken, wenn man fromm und gläubig ist. Ist nur Gott, so ist daneben alles andre auch im Haus; du wirst segnen, du wirst geben, der du allen teilest aus. 5. Ich verseh mich deiner Gnaden, ob ich keines Segens wert; wirst du mir mein Netz beladen, 5 du sein mit Dank verehrt; gibst du, will ich ja, wiedergeben; ein 281 ein Teil dav o Gott, ur meines arm S Mel. Es ist 406 J mir zu tu Gott wird und glückl Was man i mut, ist a und gut un gedeihen. 2. Gott Vermögen zu vollbrine Segen, Mu läßt das W uns ein rei und Gottes Welt Haß, kann ihnen Gott decket Hand, er s und Stand mit Freuden 4. Drun Jesu, stärke in meinen mit deiner meiner Arbe dein Gedeil daß ich in tu, erfahre! de. 28⁰ in Wort, zu bill mein Netz einen guten laß es voller h macht nichts nichts kann ust; ohne dich en alle Müh nst. Ach, du and anlegen, ist viel zu so komm mit n, meine Ohn⸗ mach! ill ich tun das tun auf dein uch du dabei und beglücke Laß mich und rfreuen einen Zug; doch sollt gedeihen, hab )genug. fromm und sst nur Gott, alles andre 3; du wirst st geben, der aus. mich deiner keines Segens u mir mein ollst du sein rt; gibst du, ergeben; j, ein 281 Beruf. ein Teil davon soll dein, dein, o Gott, und auch daneben meines armen Nächsten sein. S. v. Birken, 1 1681. Mel. Es ist das Heil uns ꝛc. 406 Qn Gottes Namen N fang ich an, was mir zu tun gebühret; mit Gott wird alles wohlgetan und glücklich ausgeführet. Was man in Gottes Namen tut, ist allenthalben recht und gut und muß uns auch gedeihen. 2. Gott ists, der das Vermögen schafft, das Gute zu vollbringen, er gibt uns Segen, Mut und Kraft und läßt das Werk gelingen, daß uns ein reicher Zug entsteht und Gottes Gab in Fülle geht, daß wir zur Gnüge haben. 3. Gott ist der Frommen Schild und Lohn, er krönet sie mit Gnaden; der bösen Welt Haß, Neid und Hohn kann ihnen gar nicht schaden. Gott decket sie mit seiner Hand, er segnet ihren Weg und Stand und füllet sie mit Freuden. 4. Drum komm, Herr Fesu, stärke mich, hilf mir in meinen Werken; laß du mit deiner Gnade dich bei meiner Arbeit merken. Gib dein Gedeihen selbst dazu daß ich in allem, was i tu, erfahre deinen Segen. Nr. 406, 407 5. Regiere mich durch deinen Geist, den Müßiggang zu meiden, daß das, was du mich schaffen heißt, ge⸗ scheh mit lauter Freuden, auf daß ich dir mit aller Treu auf dein Gebot ge⸗ horsam sei und meinem Nächsten diene. 6. Nun, Jesu, komm und bleib bei mir; die Werke meiner Hände befehl ich, liebster. Heiland, dir; hilf, daß ich sie vollende zu deines Namens Herrlichkeit und gib, daß ich zur Abendzeit erwünschten Lohn empfange! S. Liscow, 1698. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag ꝛc. as walte Gott, 407 der helfen kann! Mit Gott fang ich die Arbeit an, mit Gott nur geht es glücklich fort; drum ist auch dies mein erstes Wort: das walte Gott! 2. All mein Beginnen, Tun und Werk erfordert Gottes Kraft und Stärk; mein Herz sucht Gottes An⸗ gesicht; drum auch mein Mund mit Freuden spricht: das walte Gott! 3. Wenn Gott nicht hilft, so kann ich nichts; wo Gott nicht gibet, da gebrichts; Gott gibt und tut mir alles Guts; drum sprech ich nun nun auch gutes Muts: das walte Gott! 4. Will Gott mir etwas geben hier, so will ich dank— bar sein dafür; auf sein Wort werf ich aus mein Netz und sag in meiner Arbeit stets: das walte Gott! 5. Anfang und Mitte samt dem End stell ich allein in Gottes Händ; er gebe, was mir nützlich ist; drum sprech ich auch zu jeder Frist: das walte Gott! 6. Legt Gott mir seinen Segen bei nach seiner großen Güt und Treu, so gnügets mir zu jeder Stund; drum sprech ich auch aus Herzens⸗ grund: das walte Gott! 7. Trifft mich ein Un⸗ glück: unverzagt! Ist doch mein Werk mit Gott gewagt; er wird mir gnädig stehen bei; drum dies auch meine Losung sei: das walte Gott! 8. Er kann mich segnen früh und spat, bis all mein Tun ein Ende hat; er gibt und nimmt, machts, wie er will; drum sprech ich auch fein in der Still: das walte Gott! 9. Gott steht mir bei in aller Not und gibt mir auch mein täglich Brot; nach seinem alten Vaterbrauch tut er mir Guts; drum sprech ich auch: das walte Gott! Nr. 408 Lieder für besondere Stände. 10. Nichts glücket ohne Gottes Gunst, nichts hilt Verstand, Witz oder Kunst; mit Gott gehts fort, gerzt auch wohl, daß ich kam sagen glaubensvoll: das walte Gott! 11. Teilt Gott was mil aus Gütigkeit, so acht ich keiner Feinde Neid; laß hassen, wers nicht lassen kann, ich stimme doch mit Freuden an: das wallie Gott! 12. Tu ich dann was mit Gottes Rat, der mir beistehet früh und spat, dann alles wohl geraten muß; drum sprech ich nochmals zum Beschluß: das walte Gott! J. Betichius, 4 170 Ehe und Hausstand. Mel. Nicht so traurig, nicht so sehrꝛ. Zoller Wunder, 408 V voller Kunst, voll von hoher Weisheit Preis, voller Hulde, Gnad und Gunst, Labsal bei des Lebens Schweiß, voller Wunder, sag ich noch, ist der keuschen Liebe Joch. 2. Die sich nach dem Angesicht niemals je zuvor gekannt, auch sonst im ge⸗ ringsten nicht mit Gedanken zugewandt, derer 1 ere ö 4 ——— 222 2 2.5. n 28² 283 Ehe⸗ und Hausstand. derer Hand knüpft Gott in ein Liebesband. 3. Dieser Vater zieht sein Kind, jener seins dagegen auf, beide treibt ihr sondrer Wind, ihre sondre Bahn und Lauf; aber wenn die Zeit mun dar, wirds ein wohl⸗ geratnes Paar. 4. Hier wächst ein geschickter Sohn, dort ein edle Tochter zu; eines ist des andern Kron, eines ist des andern Ruh, eines ist des andern Licht, wissens aber beide nicht. 5. Bis solang es dem beliebt, der die Welt im Schoße hält und zur rechten Stunde gibt jedem, was ihm wohlgefällt, da erscheint im Werk und Tat der so tief verborgne Rat. 6. Jeder findet, jeder nimmt, was der Höchst ihm ausersehn; was im Himmel ist bestimmt, pflegt auf Erden zu geschehn, und was dann nun so geschicht, das ist sehr wohl ausgericht. 7. Oefters denkt man: das und dies hätte können besser sein; aber wie die Finsternis nicht erreicht den Sonnenschein, also geht auch Menschensinn hinter Gottes Weisheit hin. 8. Laß zusammen, was Gott fügt; der weiß, wies am besten sei; unser Denken fehlt und trügt, sein Gedank ist mangelfrei; Gottes Werk Nr. 408 hat festen Fuß, wenn sonst alles fallen muß. 9. Siehe frommen Kin⸗ dern zu, die im heilgen Stande stehn, wie so wohl Gott ihnen tu, wie so schön er lasse gehn alle Taten ihrer Händ auf ein gutes, selges End. 10. Ihrer Tugend werter Ruhm steht in steter voller Blüt; wenn sonst aller Liebe Blum als ein Schatten sich verzieht, und wenn auf⸗ hört alle Treu, ist doch ihre Treue neu. 11. Ihre Lieb ist immer frisch und verjüngt sich fort und fort; Liebe zieret ihren Tisch und versüßet alle Wort; Liebe gibt dem Her⸗ zen Rast in der Müh und Sorgenlast. 12. Gehts nicht allzeit wie es soll, ist doch diese Liebe still, hält sich in dem Kreuze wohl, denkt, es sei des Herren Will, und ver⸗ sichert sich mit Freud einer künftig bessern Rer 13. Unterdessen geht und fleußt Gottes reicher Segens⸗ bach, speist die Leiber, tränkt den Geist, stärkt des Hauses Grund und Dach, und was klein, gering und bloß, macht er mächtig, viel und groß. 14. albracht wenn nun ganz vollbracht, was Gott hier in dieser Welt frommen 19 Kindern Kindern zugedacht, nimmt er sie ins Himmelszelt und drückt sie mit großer Lust selbst an seinen Mund und Brust. 15. Nun so bleibt ja voller Gunst, voll von hoher Weisheit Preis, voller Wun⸗ der, voller Kunst, Labsal bei des Lebens Schweiß, voller Wunder, sag ich noch, bleibt der keuschen Liebe Joch. P. Gerhardt, 1676. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern ꝛc. 409 Wie schön ists doch, Herr Jesu Christ, im Stande, da dein Segen ist, im Stande heilger Ehe! Wie steigt und neigt sich deine Gab und alles Gut so mild herab aus deiner heilgen Höhe, wenn sich an dich fleißig halten Jung und Alten, die im Orden eines Lebens einig worden. 2. Wenn Mann und Weib sich wohl verstehn und Hand in Hand durchs Leben gehn im Bunde reiner Treue, da blüht das Glück von Jahr zu Jahr, da sieht man, wie der Engel Schar im Himmel selbst sich freue. Kein Sturm, kein Wurm kann zerschlagen, kann zer⸗ nagen, was Gott gibet dem Paar, das in ihm sich liebet. Nr. 409 Lieder für besondere Stände. 280 3. Der Mann wird einen Baume gleich, an Aestz schön, an Zweigen reich, de Weib gleicht einem Rebe der seine Träublein trah und nährt und sich je meh und mehr vermehrt m Früchten, die da lebez Wohl dir, o Zier, Manne⸗ wonne, Ganr dentt Ehrey krone! Gott denkt dein U1 seinem Throne. 4. Sei gutes Muts! Nicht Menschenhand hat aufgerichn solchen Stand: es ist ein höhrer Vater; der hat um je und je geliebt und bleiht wenn unsre Sorg uns trübt der beste Freund und Rater Anfang, Ausgang allen Sachen, die zu machen wu gedenken, wird er wohl und weislich lenken. 5. Zwar bleibts nicht aus, es kommt ja wohl ein Stündlein, da man Leides voll die Tränen lässet fließen; doch wer sich still und in Geduld ergibt, des Leid wird Gottes Huld in große Fren⸗ den schließen. Aage trage nur ein wenig! Unser König wird behende machen, daß die Angst sich wende. 6. Wohl denn, mein König, nah herzu! Gib Rat in Kreuz, in Nöten Ruh, in Aengsten Trost und Freudel Des sollst du haben Ruhn und Preis; wir wollen singen bester neue 3 solck 10 ar und und Wo müf Got ess 4 Sch 5 20 d einen Aestg ch, d Rebe trag e meh t m leben anne⸗ Chren in au Nich erichtt st ein t un bleiht trübz Rater, aller 1 wir 1und nicht 1 ein 35⁵ Ehe und Hausstand. hter Weis und danken alle hide, bis wir bei dir, deinen Billen zu erfüllen, deinen samen ewig loben werden. Inen! P. Gerhardt, 1 1676. Mel. Werde munter, mein ꝛc. 10 Sorge doch für meine Kinder, dater, nimm dich ihrer an; ob sie gleich vor dir sind Sünder, sind sie dir doch ugetan, und du hast sie in der Tauf väterlich ge⸗ nommen auf, daß sie, wenn se sollten sterben, wären deines Reiches Erben. 2. Du hast sie bisher er⸗ nähret und so manchem Un⸗ glücksfall mehr als väterlich gewehret, der sie hier und überall hätt in Angst und Not gestürzt, ja das Leben abgekürzt; aber deine Vater⸗ weue bleibt bei ihnen täglich neue. 3. Sollt ich nicht für solche Güte immer dir ver⸗ sicer sein und mit dank⸗ arem Gemüte solchen Glücks⸗ und Segensschein rühmen und vor jedermann deine Wohltat zeigen an, ach, so müßt ich ganz vermessen Hottes, meines Heils, ver⸗ gessen. 4. Sammeln andre große Schätze, suchen in der Welt 5 Heil, daß sie Geld und ut ergötze, so bist du mein Nr. 410 einzig Teil. Bleib auch meiner Kinder Gott, lasse sie in keiner Not und in keinem Kreuz verderben, bis sie end⸗ lich selig sterben. 5. Der du sie bisher erhalten, wollest stets ihr Schützer sein, wollst in Gnaden ihrer walten, bricht Gefahr für sie herein. Regt in ihrer eignen Brust sich mit Macht die böse Lust: gib dann, daß sie mutig kämpfen und den Reiz der Sünde dämpfen. 6. Schütze sie vor bösen Leuten und vor der Ver⸗ führer Schar, daß ihr Fuß nicht möge gleiten; laß sie ihre Lebensjahr in der Gnade bringen zu, bis du sie, wie mich, zur Ruh wirst ins kühle Grab versenken und die Seligkeit uns schenken. 7. Können sie in diesem Leben hier und wo es dir gefällt, was zu deiner Ehre geben, so laß in der ganzen Welt ihnen, wo sie immer gehn, deine Furcht vor Augen stehn, daß sie dich im Tun und Lassen stets in ihre Herzen fassen. 8. Gönne mir die große Freude, daß einst an dem jüngsten Tag nach so vielem Kreuz und Leide ich mit Jauchzen sagen mag: liebster Vater, ich bin hier und die Kinder, die du mir hast in 19* iener ....: É nlI1 ä—— 2 jener Welt bescheret; ewig sei dein Nam geehret! L. H. Schlosser, 4 1723. Mel. Seelenbräutigam ꝛc. 411 Jesu, geh voran N auf der Lebens⸗ bahn, und wir wollen nicht verweilen, dir getreulich 9000 zueilen; führ uns an der Hand bis ins Vaterland. 2. Solls uns hart ergehn, laß uns feste stehn und auch in den schwersten Tagen niemals über Lasten klagen; denn durch Trübsal hier geht der Weg zu dir. 3. Rühret eigner Schmerz irgend unser Herz, kümmert uns ein fremdes Leiden, o so gib Geduld zu beiden; richte unsern Sinn auf das Ende hin. 4. Ordne unsern Gang, Jesu, lebenslang; führst du uns durch rauhe Wege, gib uns auch die nötge Pflege; tu uns nach dem Lauf deine Türe auf. N. L. Graf v. Zinzendorf, 4 1760. Mel. O Jesu Christ, meins Lebens Licht ꝛc. 412 Mohl einem Haus, da Jesus Christ allein das All in allem ist! Ja, wenn er nicht darinnen wär, so stünd es öd und wüst und leer. 2. Wohl ihm, wenn Mann und Weib und Kind im Nr. 411, 412 Lieder für besondere Stände. 286 rechten Glauben einig sind. 6 Wuch Ruuen errn und ott nach seinem Willen und Gebot. 1. 3. Wohl, wenn ein solche here Haus der Welt ein Vorbil vor die Augen stellt, daß ohne Gottesdienst im Geist her das äußre Werk nichts is, Rin noch heißt. daß 4. Wohl, wenn der Herzen 0 fromm Gebet beständig in die Höhe geht, und man fall nichts treibet fort und fort 12 als Gottes Werk und Gottes if Wort. Hei 5. Wohl, wenn im äußer⸗ ins lichen Stand mit fleißiger, ins getreuer Hand ein jegliches dan nach seiner Art im Glauben nich seine Pflicht bewahrt. Rei 6. Wohl, wenn die Eltem duo gläubig sind, und wenn sit Lb Kind und Kindeskind ver, erg säumen nicht am ewgen Glück, so bleibet ihrer keinn uf zurück. 7. Wohl solchem Haus 0 denn es gedeiht, die Eltem Tre werden hocherfreut, und ihren Kindern sieht mans an, wie Gott die Seinen segnen kann. Den 8. So mach ich denn zu dieser Stund samt meinen Hause diesen Bund: Wenn gar alles Volk vom Iuen wich, Gü so dienen wir ihm ewiglich. Ni Ch. E. L. v. Pfeil, 1 1780. trei —ꝓ. 40 3 sind. Nel. Wie schön leuchtet der on und Morgenstern ꝛc. en und Qch und mein 113 Haus, wir sind olches(bereit, dir, Herr, die ganze 25— lbenszeit mit Seel und Leib „ daß u dienen. Du sollst der Geil herr im Hause sein; gib ts ish deinen Segen nur darein, uß wir dir willig dienen. Eine kleine, fromme, reine Henn hausgemeine mach aus allen. — l nur soll sie wohlge⸗ sallen. ů Gang 2. Es wirke durch dein Wort r guter Geist stets fort und fort an äußer⸗ me aller Seerer leucht ißiger s wie das Sonnenlicht, liches damits am rechten Lichte auben nicht im Hause möge fehlen. Reiche gleiche Seelenspeise Clten auch zur Reise durch dies Leben uns, die wir uns dir m sie ver, ergeben. ů ö wgen 3. Gieß deinen Frieden keins auf das Haus und alle, die in ue pehinde im Glau⸗ ben uns verbinde; laß uns Am ö in Liebe allezeit zum Dulden, ud Ragen sein bereit, demütig, unn Uie Halt Lanen shte den nan kennet den, der sich den Deinen nennet. in zu4. Laß unser Haus ge⸗ amemgründet sein auf deine Gnade Lenn ganz allein und deine große wich, Hüte. Auch laß uns in der glich. Nichte Graun auf deine 126n tteue Hilfe schaun mit kind⸗ 286 57 Ehe und Hausstand. Nr. 413, 414 lichem Gemüte; selig, fröh⸗ lich, selbst mit Schmerzen in dem Herzen dir uns lassen und dann in Geduld uns fassen. 5. Gibst du uns irdisch Glück ins Haus, so schließ den Stolz, die Weltlust aus, des Reichtums böse Gäaste; denn wenn das Herz an Demut leer und voll von eitler Weltlust wär, so fehlte uns das Beste: jene schöne, tiefe, stille Gnadenfülle, die mit Schätzen einer Welt nicht zu ersetzen. 6. Und endlich flehn wir allermeist, daß in dem Haus kein andrer Geist, als nur dein Geist regiere; daß er, der alles wohl bestellt und gute Zucht und Ordnung hält, uns alles lieblich ziere. Sende, spende ihn uns allen, bis wir wallen heim und droben dich in deinem Hause loben. K. J. Ph. Spitta, 1859. 41 4 O selig Haus, wo man dich auf⸗ genommen, du wahrer Seelen⸗ freund, Herr Jesu Christ! wo unter allen Gästen, die da kommen, du der gefeiertste und liebste bist; wo aller Herzen dir entgegenschlagen und aller Augen freudig auf dich sehn; wo aller Lippen dein Gebot erfragen und alle deines Winks gewärtig stehn. 2. O selig Haus, wo Mann und Weib in einer, in deiner Liebe eines Geistes sind, als beide eines Heils gewürdigt, keiner im Glau⸗ bensgrunde anders ist ge⸗ sinnt; wo beide unzertrenn⸗ bar an dir hangen in Lieb und Leid, Gemach und Un⸗ gemach, und nur bei dir zu bleiben stets verlangen an jedem guten, wie am bösen Tag! 3. O selig Haus, wo man die lieben Kleinen mit Händen des Gebets ans Herz dir legt, du Freund der Kinder, der sie als die Seinen mit mehr als Mutterliebe hegt und pflegt; wo sie zu deinen Füßen gern sich sammeln und horchen deiner süßen Rede zu und lernen früh dein Lob mit Freuden stammeln, sich deiner freun, du lieber Heiland, du! 4. O selig Haus, wo Knecht und Magd dich kennen und wissen, wessen Augen auf sie sehn, bei allem Werk in einem Eifer brennen, daß es nach deinem Willen mag geschehn; als deine Diener, deine Hausgenossen, in Demut willig und in Liebe frei, das Ihre schaffen, froh und unverdrossen, in kleinen Dingen zeigen große Treul Nr. 415 Lieder für besondere Stände. 5. O selig Haus, wo du die Eatert teilest, wo man bei keiner Freude dein ver⸗ gißt! O selig Haus, wo du die Wunden heilest und aller Arzt und aller Tröster bist; bis jeder einst sein Tagewerk vollendet, und biz sie endlich alle ziehen auz dahin, woher der Vater dich gesendet, ins große, freie, schöne Vaterhaus. K. J. Ph. Spitta, 1 1859. Vor der Trauung. Mel. Wie schön leuchtet ꝛc. dir, du G 415 Veder gh ward einst der Ehebund ge⸗ weiht; von dir kommt auch der Segen. O segn auch jetzt von deinen Höhn, die hier vor deinem Antlitz stehn, um Hand in Hand zu legen. Laß sie, Vater, dir ergeben, einig leben, treu sich lieben und in deinem Wort sich üben. Nach der Trauung. Mel. Wie schön leuchtet ꝛc. Nimm sie in deine Vater⸗ ihren Sinn bei frohem Mut, ihr Herz dem und lehre hut, halt Himmel offen, ö sie, sich deiner freun, ein Herz und eine Seele sein im Glauben, Lieben, Hasfen Laß sie, Vater, dir ergeben, glück⸗ 280 280 Obrigkeit. Predigtamt. Nr. 416, 417 lücklich leben, freudig sterben und vereint den Himmel erben! G. CE. Waldau, 1 1817. Obrigkeit. Mel. Aus meines Herzens ꝛc. 416 Jehova, Herr und önig der Könige und Herrn, dir sind wir untertänig, du herrschest nah und fern; du Herr im Himmelszelt, laß unter dei⸗ nem Leiten bestehn die Obrig⸗ keiten, zu herrschen in der Welt. 2. Es zeugen deine Knechte, daß keine Obrigkeit, als nur durch deine Rechte und deine Macht gebeut. Du hast sie hoch geschätzt; wer ihr zuwider lebet, der trotzt und widerstrebet dem, was du hast gesetzt. 3. Du, Gott der Ordnung, lehre mich selbst durch deinen Geist, daß ich die Obern hre, wie uns dein Wort es heißt. Sie tragen ja dein Bild; gib daß ich Demut übe und sie mit Ehrfurcht liebe, so wird dein Wort erfült. 4. Verleihe deine Güte und sende Recht und Licht; gib 1 ins Gemüte viel Weisheit zum Gericht. Du herrschest selbst im Land; das Herz der Obrigkeiten kannst du wie Bäche leiten; es steht in deiner Hand. 5. Gib, daß durch ihr Regieren wir mit Zufrieden⸗ heit ein ruhig Leben führen in wahrer Frömmigkeit. Laß sie die Pfleger sein der gläubigen Gemeinde und als getreue Freunde ihr heilge Sorgfalt weihn. 6. Die uns allhier re⸗ gieren, Herr, die regiere du; laß deinen Geist sie führen, dein Rat sprech ihnen zu. Herr Gott, du segnest gern; o, walte du hienieden, gib deinem Volke Frieden durch Jesum, unsern Herrn. Nach Ph. Frd. Hiller, 4 1769. Predigtamt. Mel. Wie schön leuchtet der ꝛc. 417 O Jesu, Herr der Herrlichkeit, du König deiner Christenheit, du Hirte deiner Herde, du siehst auf die erlöste Welt, regierst sie, wie es dir gefällt, sorgst, daß sie selig werde. Von dir sind wir auch er⸗ wählet, zugezählet den Er⸗ lösten, die du segnen willst und trösten. 2. Wohl deinem Volk, daß du es liebst, nach deinem Sinn ihm Hirten gibst, die es zum Himmel führen, und die voll Eifer, Geist und Kraft, voll Glauben, Liebe, Wissen⸗ Wissenschaft das Herz der ünder rühren. Treue Hir⸗ ten laß den Seelen niemals fehlen, daß die Herden mit den Hirten selig werden. 3. Wir nehmen hier von deiner Hand den Lehrer, den du uns gesandt; Herr, segne sein Geschäfte! Die Seelen die sich ihm vertraun, durch Lehr und Leben zu erbaun, gib Weisheit ihm und Kräfte. Lehr ihn, hilf ihm tun und leiten, dulden, streiten, beten, wachen, selig sich und uns zu machen. 4. Herr, deinen Geist laß auf ihm ruhn; laß ihn sein Amt mit Freuden tun; nichts sei, das ihn betrübe! Wenn er uns deine Wahr⸗ heit lehrt, gib uns ein Herz, das folgsam hört, ein Herz voll treuer Liebe. Lchrer, Hörer laß in Freundschaft und Gemeinschaft feste stehen und den Weg zum Himmel gehen. 5. Wenn einst dein großer Tag erscheint, laß unsern Lehrer, unsern Freund, uns dir entgegenführen. Du gibst ihm unter seine Hand die Seelen als ein teures Pfand; laß keine ihn ver⸗ lieren. Jesu, hilf du, beut die Hände, daß am Ende Hirt und Herde treu vor dir erfunden werde. 6. Sei uns gesegnet, Knecht des Herrn! Wir heißen dich Nr. 418 Lieder für besondere Verhältnisse. 29⁰ willkommen gern in Jesu Christi Namen. O Hirtz, nimm uns bei der Hand, führ uns zum ewgen Vater⸗ land. Gott mit dir! Amen! Amen! Mit dir gehn wir durch die Leiden dieser Zeiten zu dem Leben, das uns unser Gott will geben. J. D. K. Bickel, 4 1800, Allgemeine Not. 418 Wenn wir in höchsten Nöten sein und wissen nicht, wo aus noch ein und finden weder Hilf noch Rat, ob wir gleich sorgen früh und spat: 2. So ist dies unser Trost allein, daß wir zusammen insgemein anrufen dich, o treuer Gott, um Rettung aus der Angst und Not, 3. Und heben unser Aug und Herz zu dir in wahrer Reu und Schmerz und bitten um Begnadigung und aller Strafen Linderung, 4. Die du verheißest gnäa⸗ diglich all denen, die drum bitten dich im Namen des Herrn Jesu Christ, der unser Heil und Mittler ist. 5. Drum kommen wir, 0 Herre Gott, und klagen dir all unsre Not, weil wir jetzt stehn verlassen gar in großer Trübsal und Gefahr. noch schlummerst, 291 Allgemeine Not. 6. Sieh nicht an unsre Sünden groß, sprich uns davon in Gnaden los, steh uns in unserm Elend bei, mach uns von allen Plagen rei; 7. Auf daß von Herzen löͤnnen wir nachmals mit Freuden danken dir, gehorsam sein nach deinem Wort, dich allzeit preisen hier und dort. P. Eber, 1 1569. Mel. Da Christus geboren ꝛc. 419 Treuer Wächter Israel, des sich freuet Leib und Seel, der du kennest alles Leid deiner armen Christenheit; o du Wächter, der du nicht schläfst zu uns richt jetzt dein hilfreich An⸗ gesicht! 2. Schau, wie große Not und Qual trifft dein Volk jetzt überall! Täglich wird der Trübsal mehr: hilf, ach hilf, schütz deine Ehr! Ach, wir Armen, wir vergehn, Vost wir nicht vor Augen sehn, wo du nicht bei uns wirst stehn. 3. Kläglich schreien wir zu dir, klopfen an die Gnaden⸗ tür, wir, die du mit höchstem Ruhm hast erkauft zum Eigentum. Dein Erbarmen hat kein End, deines Vaters Zorn abwend, der jetzt wie ein Feuer brennt. Nr. 419 4. Jesu, der du Jesus heißt, als ein Jesus Hilfe leist! Hilf mit deiner starken Hand, Menschenhilf hat sich gewandt; eine Mauer um uns bau, daß dem Feinde davor grau, er mit Zittern sie anschau. 5. Höchster Hort, Imma⸗ nuel, du Beschützer meiner Seel, Gott mit uns in aller Not, Gott um uns und in uns Gott, Gott für uns zu aller Zeit! Trotz dem, der uns tut ein Leid; Gottes Straf ist ihm bereit. 6. Du, des Vaters starker Arm, komm und unser dich erbarm; laß jetzt sehen deine Macht, 3571. wir hoffen Tag und Nacht; aller Feinde Rotten trenn, daß dich alle Welt erkenn, aller Herren Herrn dich nenn. 7. Du bist ja der Held und Mann, der den Kriegen steuern kann, der da Spieß und Schwert zerbricht, der die Bogen macht zunicht, der die Wagen gar verbrennt, der der Menschen Herzen wendt, daß der Krieg ge⸗ winnt ein End. 8. O du wahrer Friedens⸗ fürs. der der Schlange Kopf zerknirscht und durch seinen Kreuzestod Frieden wieder⸗ bracht bei Gott, gib uns Frieden gnädiglich! So wird dein Volk freuen sich und dich preisen ewiglich. J. Heermann, 4 1647. Mel. Herzlich tut mich ver⸗ langen ꝛc. 420 In tiefen Aengsten N schreien wir dich, Erbarmer, an, dich, der allein befreien, allein erhören kann. Hast du denn ganz ver⸗ borgen dein Vaterangesicht? Kommt uns in finstern Sorgen nicht mehr ein Strahl von Licht? 2. Die Not von so viel Seiten beraubt uns aller Ruh; wir sehn dem Sturm der Zeiten mit bangem Herzen zu. Die Hilfe im Ge⸗ dränge, wonach das Auge tränt, verzieht sich in die Länge und ist noch nicht ersehnt. 3. Wir fallen, müd im Herden, nachts auf die agerstatt und träumen, was mit Schmerzen uns tags gefoltert hat; erwachen wir, o beben wir vor der neuen ast. Wie qualvoll ist dies Leben! Herr, wir erliegen fast! 4. Willst du noch länger schweigen zu unserm Kum⸗ merstand, nicht uns Ver⸗ lassnen zeigen die Allmacht deiner Hand? Laß endlich dich bewegen! Errett uns, dir zum Ruhm! Kehr doch den Fluch in Segen, das Leid in Freuden um! 5. Verdienten wir als Sünder die Rut, ach, so ver⸗ gib; hab uns und unsre Nr. 420—422 Lieder f. besond. Verhältnisse. 292 Kinder in Christo dennoch lieb! Gib uns, daß wir dich ehren, den Sinn, der dir gefällt! Komm, komm, uns zu erhören, Erbarmer aller Welt! J. G. Schöner, 1 1818. Krieg und Frieden. 9 421 Verleih uns Frie⸗ den gnädiglich, Herr Gott, zu unsern Zei⸗ ten; es ist ja doch kein andrer nicht, der für uns könnte streiten, denn du, unser Gott, alleine. Luther, 4 1546. Mel. Nun lob, mein Seel, den Herren ꝛc. 422 ottlob, nun ist erschollen das edle Fried⸗ und Freudenwort, daß nunmehr ruhen sollen die Spieß und Schwerter und ihr Mord! Wohlaufl und nimm nun wieder dein Saitenspiel hervor, o Deutsch; land, und sing Lieder im hohen, vollen Chor; erhebe dein Gemüte zu deinem Gott und sprich: Herr, deine Gnad und Güte bleibt dennoch ewiglich! 2. Sei tausendmal will⸗ kommen, du teure, werte Friedensgab! Jetzt sehn wir, was für Frommen dein Bei⸗ unswohnen in sich hab. In dich hat Gott versenket all unser 292 nnoch dich dir uns aller 1818. den n ist das vort, ollen erter laufl dein Itsch⸗ im hebe Gott znad noch will⸗ Herte wir, Bei⸗ In all nser 203 Krieg und Frieden. unser Glück und Heil; wer dich betrübt und kränket, der drückt sich selbst den Pfeil des Herzleids in das Herze und löscht aus Unver⸗ stand die güldne Freuden⸗ kerze mit seiner eignen Hand. 3. Ach, laß dich doch er⸗ wecken! Wach auf, wach auf, du harte Welt, eh, als das letzte Schrecken dich schnell und plötzlich überfällt. Wer aber Christum liebet, sei unerschrocknen Muts; der Friede, den er gibet, be⸗ deutet alles Guts. Er will die Lehre geben: das Ende naht herzu, da sollt ihr bei Gott leben in Fried und ewger Ruh. P. Gerhardt, 1 1676. Mel. Nun danket alle Gott ꝛc. 423 Herr Gott, dich loben wir, wir preisen deine Güte, wir rühmen deine Macht mit herzlichem Gemüte; es steiget unser Lied bis an des Himmels Tür und tönt mit großem Schall: Herr Gott, dich loben wir! 2. Herr Gott, dich loben wir für deine großen Gnaden, daß du das Vaterland von Kriegeslast entladen, daß du uns blicken läßt des güld⸗ nen Friedens Zier; drum jauchzet alles Volk: Herr Gott, dich loben wir! 3. Herr Gott, dich loben wir, die wir in langen Nr. 423, 424 Jahren der Waffen schweres Joch und frechen Grimm erfahren; jetzt rühmet unser Mund mit herzlicher Begier: Gottlob, wir sind in Ruh! Herr Gott, wir danken dir! 4. Herr Gott, dich loben wir, daß du uns zwar ge⸗ strafet, jedoch in deinem Zorn nicht gar hast weggeraffet. Es hat die Vaterhand uns deine Gnadentür jetzt wieder aufgetan; Herr Gott, wir danken dir! 5. Herr Gott, wir danken dir und bitten, du wollst geben, daß wir auch künftig stets in guter Ruhe leben. Krön uns mit deinem Gut, erfülle für und für, o Vater, unsern Wunsch; Herr Gott, wir danken dir! Joh. Franck, 4 1648. Mißwachs und Teurung. Mel. Jesu, hilf siegen, du Fürste des Lebens ꝛc. 42 4 Christen erwarten in allerlei Fällen Jesum mit seiner allmäch⸗ tigen Hand; mitten in Stürmen und tobenden Wellen sind sie gebauet auf felsiges Land. Wenn sie die Nächte der Trübsal bedecken, kann doch ihr Grauen sie wenig erschrecken. 2. Jauchzen die— 5 zur Rechten und Linken, drohet * I drohet und hauet ihr blin⸗ kendes Schwert, lassen doch Christen die Häupter nicht sinken, denen sich Jesus im Herzen verklärt. Wüten die Feinde mit Schnauben und Toben, schaun doch die Chri⸗ sten voll Trostes nach oben. 3. Geben die Felder den Samen nicht wieder, bringen die Gärten und Auen nichts ein, schlagen die Schloßen die Früchte danieder, brennen die Berge von hitzigem Schein: kann doch ihr Herze den Frieden erhalten, weil es den Schöpfer in allem läßt walten. 4. Viele verzehren in ängstlichen Sorgen Kräfte, Gesundheit und Kürze der Zeit, da doch im Rate des Höchsten verborgen, wann und wo jedem sein Ende bereit. Sind es nicht alles unnötige Schmerzen, die ihr euch machet, ihr törichten Herzen? 5. Hen e und Schmerzen verderben die Frommen; Glauben und Hoffen bringt Ehre bei Gott; Seele, ver⸗ langst du zur Ruhe zu kommen, hoffe geduldig in Jammer und Not! Ob auch die göttliche Hilfe ver⸗ borgen, traue dem Höchsten und meide die Sorgen! 6. Gutes und alle erbe⸗ tenen Gaben folgen dir, bis man dich leget ins Grab, Nr. 425 Lieder für besondere Verhältnisse. 294 ja, du wirst selber den Him⸗ mel noch haben; ei, warum sagst du den Sorgen nicht ab? Werde doch in dir 80 ruhig und stille! Das ist des Vaters, des ewigen, Wille. 7. Völlige Wonne, ver⸗ klärete Freude, himmlische Güter, undenkliches Heil wer⸗ den dir dort auf der ewigen Weide unter den Menschen und Engeln zu teil, wenn einst in Herrlichkeit Christus wird kommen und zu sich sam⸗ meln die Herde der Frommen. 8. Seine allmächtige Stärke beweiset in den Ohnmäch⸗ tigen mächtige Kraft; dann wird alleine sein Name ge⸗ preiset, wenn er den Zagenden Freudigkeit schafft. Darum, o Jesu, gib, daß ich dir traue, wenn ich die Hilfe nicht sichtbarlich schaue. Ch. L. Edeling, 1 1742. Ernte. Mel. O daß ich tausend ꝛc. 42 5 Gott, von dem wir alles haben, die Welt ist ein sehr großes Haus; du aber teilest deine Gaben recht wie ein Vater drinnen aus. Dein Segen macht uns alle reich; ach, lieber Gott, wer ist dir gleich? 2. Wer kann die Men⸗ schen alle zählen, die 2 ei 294 Him⸗ varum nicht 100 ist des ille. ver⸗ nlische Iwer⸗ wigen nschen wenn ristus sam⸗ nmen. Stärke 295⁵ Ernte. bei dir zu Tische gehn? Doch darf die Notdurft keinem sehlen, denn du weißt allen vorzustehn und schaffest, daß ein jedes Land sein Brot empfängt aus deiner Hand. 3. Du machst, daß man auf Hoffnung säet und endlich auch die Frucht genießt. Der Wind, der durch die Felder wehet, die Wolke, so das Land begießt, des Himmels Tau, der Sonne Strahl sind deine Diener allzumal. 4. Und also wächst des Menschen Speise, der Acker selbst wird ihm zu Brot, es mehret sich vielfältger Weise, was anfangs schien, als wär es tot, bis in der Ernte jung und alt erlanget seinen Unterhalt. 5. Nun, Herr, wer kanns genug bedenken? Der Wunder sind hier gar zu viel. So⸗ viel als du kann niemand schenken, und dein Erbarmen hat kein Ziel; denn immer wird uns mehr beschert, als wir zusammen alle wert. 6. Wir wollen es auch nie vergessen, was uns dein Segen träget ein; ein jeder Bissen, den wir essen, soll deines Namens Denkmal sein, und Herz und Mund soll lebenslang* unsre Nahrung sagen Dank. C. Neumann, 1715. Nr. 426 Mel. Unser Herrscher, unser ꝛc. 426 Her im Himmel, Gott auf Erden, Herrscher dieser ganzen Welt! Laß den Mund voll Lobes werden, da man dir zu Füßen fällt, für den reichen Ernte⸗ segen Dank und Opfer dar⸗ zulegen. 2. Vater, du hast aus Erbarmen uns Unwürdige genährt, du hast Reichen, du hast Armen milder Gaben viel gewährt. Sei gelobt und hochgepriesen, daß du soviel Guts erwiesen. 3. Du hast Sonnenschein und Regen uns zu rechter Zeit geschickt, und so hat man allerwegen Auen voller Korn erblickt; Berg und Täler, Tiefen, Höhen sahen wir im Segen stehen. 4. Ach, wer ist, der solche Güte dir genug verdanken kann? Nimm ein dankbares Gemüte für die große Wohl⸗ tat an! Alle Felder sollen schallen: du machst satt mit Wohlgefallen. 5. Lehr uns auch wohl anzuwenden, was uns deine Huld gewährt; nie zur Sünd es zu verschwenden, daß es nicht der Fluch verzehrt. Bleiben wir in alten Sünden, kann der Segen leicht ver⸗ schwinden. 6. Schenk uns auch zu⸗ friedne Herzen, Stolz und Geiz laß ferne sein; laß den Undank ——————— Undank nichts verscherzen, streu das Samkorn wieder ein, daß wir jetzt und künftig haben, auch die Dürftigen zu laben. 7. Laß dein Wort auch Früchte bringen, daß man reichlich ernten kann, so wird man hier jährlich singen, wie du uns so wohlgetan. Gib uns nach dem Tränensamen Freudenernt im Himmel. Amen. B. Schmolck, 1737. Mel. Was Gott tut, das ist wohl⸗ getan! Es bleibt ꝛc. 427 as Gott tut, das ist wohl⸗ getan! So denken Gottes Kinder. Wenn man nicht reichlich ernten kann, liebt er uns doch nicht minder. Er zieht das Herz nur himmel⸗ wärts, wenn er uns läßt auf Erden ein Ziel der Plagen werden. 2. Was Gott tut, das ist wohlgetan! Im Nehmen und im Geben sind wir bei ihm stets wohl daran und können ruhig leben. Er nimmt und gibt, weil er uns liebt, und seine Hände müssen wir stets in Demut küssen. 3. Was Gott tut, das ist wohlgetan! Er zeigt uns oft den Segen, und ehe man ihn ernten kann, muß sich die Hoffnung legen; weil Nr. 427, 428 Lieder f. besond. Verhältnisse. 390 er allein der Schatz will sein, so nimmt er andre Güter zum Heile der Gemüter. 4. Was Gott tut, das ist wohlgetan! Es geh nach seinem Willen, und läßt sichs auch zum Mangel an, so weiß er ihn zu stillen. Obgleich das Feld nicht viel enthält, man kann bei wenig Gaben satt werden und sich laben. 5. Was Gott tut, das ist wohlgetan! Das Feld mag traurig stehen; wir gehn getrost auf seiner Bahn und wollen ihn erhöhen. Sein Wort verschafft uns Lebens⸗ kraft, es nennt uns Gottes Erben; wie können wir ver⸗ derben? 6. Was Gott tut, das ist wohlgetan! wir stets schließen; ist gleich bei uns kein Kanaan, wo Milch und Honig fließen: er, unser Gott, weiß, was uns not, und wird es gern uns geben; kommt, laßt uns ihn erheben! B. Schmolck, 4 1737, Wetterlieder. Mel. Wo Gott, der Herr, nicht bei hält ꝛc. uns 428 O Gott, der du das Firmament mit Wolken heißt sich decken, der du ingleichen kannst behend das Sonnenlicht er⸗ wecken, So wollen 297 Wetterlieder. wecken, halt doch mit vielem Regen ein, und gib uns wieder Sonnenschein, daß unser Land sich freue. 2. Die Felder trauern weit und breit, die Früchte leiden Schaden, weil sie von vieler Feuchtigkeit und Nässe sind beladen; dein Segen, Herr, den du gezeigt uns Armmen, sich zur Erde neigt und will fast gar ver⸗ schwinden. 3. Das machet unsre Missetat und ganz ver⸗ kehrtes Leben, so deinen gorn entzündet hat, daß wir in Nöten schweben. Wir müssen zeigen unsre Schuld; weil wir die Buße nicht gewollt, so muß der Himmel weinen. 4. Doch denke wieder an die Treu, die du uns hast versprochen, und wohne uns in Gnaden bei, die wir dich lindlich sch di Wie hält so hart sich diese Zeit dein Herz und sanfte Freund⸗ lichkeit? Du bist ja unser Vater! 5. Gib uns von deinem Himmelssaal dein klares Licht und Sonne, und laß uns wieder überall empfinden Freud und Wonne, daß alle Welt erkenne frei, daß außer dir kein Segen sei im Himmel und auf Erden. M. Schirmer, 1 1673. Nr. 429 Mel. Auf meinen lieben Gott ꝛc. 0 Sin Wetter steiget 429 E auf: mein Dert zu Gott hinauf! Fall indlich ihm zu Fuße durch wahre Reu und Buße, da⸗ mit gleich deine Sünden durch Christi Tod ent⸗ schwinden. 2. Herr, der du gut und fromm, zu dir ich gläubig komm, ich bitt um dein Er⸗ barmen, sieh Christum in mir Armen; um dessenwillen schone, mir nicht nach Sünden lohne. 3. Durch Christi teures Blut mach mir ein Herz und Mut, das sich nicht knechtisch scheue, vielmehr auf deine Treue in allem kindlich traue und auf dein Helfen baue. 4. Ich will mit dem, was mein, dir ganz ge⸗ lassen sein; dein Flügel wird uns decken, verjagen allen Schrecken, und lassen uns aus Gnaden das Wetter gar nicht schaden. 5. Wohlan! Verlaß uns nicht; bleib unsre Zuversicht und laß dein Vaterlieben auch jetzt an uns sich üben, so wolln wir, weil wir leben, dir Preis und Ehre geben. Aemilie Juliane, Gräfin von Schwarzburg-Rudolstadt, 4 1706. iu.n *****— Reise. Mel. O Welt, ich muß dich lassen ꝛc. 430 Qch zieh in ferne VVande, zu nützen einem Stande, zu dem mich Gott bestellt; sein Segen wird mich lassen, was gut und recht ist, fassen, zu dienen treulich seiner Welt. 2. Gott wird zu diesen Reisen gewünschten Fortgang weisen, wohl helfen hin und her; Gesundheit, Heil und Leben, Zeit, Wind und Wetter geben, und was in Demut ich begehr. 3. Sein Engel, der ge⸗ treue, macht meine Feinde scheue, tritt zwischen mich und sie; durch seinen Schutz, den frommen, bin ich soweit gekommen, und weiß doch selber fast nicht wie. 4. Leg ich mich späte nieder, erwach ich frühe wieder, lieg oder zieh ich fort, in Schwachheit und in Banden, und was mir stößt zu Handen, so tröstet mich sein göttlich Wort. 5. Hat er es denn be⸗ schlossen, so will ich unver⸗ drossen an mein Verhängnis gehn; kein Unfall unter allen wird je zu hart mir fallen: ich will mit Gott ihn über⸗ stehn. 6. Ihm hab ich mich er⸗ geben, zu sterben und zu Nr. 430, 431 Lieder f. besond. Verhältnisse. 200 leben, sobald er mir gebeut; es sei heut oder morgen, dafür laß ich ihn sorgen, er weiß allein die rechte Zeit. 7. Gefällt es seiner Güte, und sagt mir mein Gemüte nicht was Vergeblichs zu: so werd ich Gott noch preisen mit manchen schönen Weisen daheim in meiner stillen Ruh. 8. Indes wird er den Meinen mit Segen auch er⸗ scheinen, ihr Schutz wie meiner sein; wird beiderseitz gewähren, was unser Wunsch und Zähren ihn bitten mögen insgemein. 9. So sei nun, Seele, seine und traue dem alleine, der dich(he hat! Es gehe, wie es gehe, dein Vater in der Höhe, der weiß zu allen Sachen Rat. ö P. Flemming, 1640. Krankheit. Mel. O Welt, ich muß dich lassen r. 431 Och hab in guten XStunden des Lebens Glück empfunden und Freuden ohne Zahl; so will ich denn gelassen mich auch in Leiden fassen; welch Leben hat nicht seine Qual? ö 2. Ja, Herr, ich bin ein Sünder, und stets strafst du gelinder, als es der Mensch verdient. 298 gebeut; norgen, sorgen, te Zeit. r Güte, Gemüte zu: so preisen Weisen en Ruh. er den luuch er⸗ tz wie derseits Wunsch 1 mögen le, seine ne, der 58 gehe, zater in zu allen „T 1640. lassen r. verdient. und Tod? 209 Krankheit. verdient. Sollt ich, beschwert mit Schulden, kein zeitlich Beh erdulden, das doch zu meinem Besten dient? 3. Dir will ich mich er⸗ geben, nicht meine Ruh, mein Leben mehr lieben als den herrn; dir, Gott, will ich vertrauen und nicht auf Menschen bauen; du hilfst und du errettest gern. 4. Laß du mich Gnade sinden, mich alle meine Sünden erkennen und bereun. Ftzt hat mein Geist noch Kräfte; sein Heil laß mein Heschäfte, dein Wort mir Tost und Leben sein. 5. Wenn ich in Christo sterbe, bin ich des Himmels Erbe; was schreckt mich Grab Auch auf des Lodes Pfade vertrau ich deiner Gnade; du, Herr, bist bei mir in der Not. 6. Ich will dem Kummer wehren, Gott durch Geduld verehren; im Glauben zu ihm flehn. Ich will den Tod be⸗ denken, der Herr wird alles lenken, und was mir gut ist, wird geschehn. Chr. F. Gellert, 4 1769. Mel. Sthein dich auf zu deinem ott ꝛc. 432 Hideden ganzer * Leidenstag ist nun überwunden. Ach, wie⸗ viel der Mensch vermag, das Nr. 432 hab ich empfunden. Wie gebrechlich ist die Kraft, wie verzagt der Glaube! Wenn der Herr nicht Hilfe schafft, liegen wir im Staube. 2. Ach, wie könnt ich diese Nacht ohne dich be⸗ stehen? Ohne deine Huld und Macht müßt ich ganz vergehen. Trübe fällt der Abend ein, stille wirds auf Erden; doch in diesem Kämmerlein wirds so still nicht werden. 3. Jedes Auge tut sich zu, alles sucht den Schlummer; doch hier ist noch keine Ruh, denn es wacht der Kummer. O so komm und bleibe hier bei dem armen Kranken; liebster Jesu, schenke mir tröstliche Gedanken. 4. Zeuch empor das matte Herz aus der finstern Höhle; salbe diesen Leib voll Schmerz mit dem Lebensöle! Herr, du kannst die Furcht und Pein in der Seele stillen. Laß mich ganz ergeben sein in des Vaters Willen! 5. Wenn ich diese ganze Nacht wachen muß und weinen: Herr, du bists, der bei mir wacht, du wirst mir erscheinen. Du wirst in der Dunkelheit freundlich mit mir sprechen, sollte gleich vor Traurigkeit mir das Wort gebrechen. 20 65v S — i 6. bin, lieg ich dir in etr hon wo mein Auge siehet hin, wirds zu dir sich wenden. Mein Gebet bestärke du, laß es nicht ermatten; laß mich finden sanfte Ruh unter deinem Schatten. H. Puchta, 4 1858. Am Geburtstage. Mel. O Welt, ich muß dich lassen ꝛc. 433 Dir dank ich für mein Leben, Gott, der du mirs gegeben, ich danke dir dafür. Du hast, von Huld bewogen, mich aus dem Nichts gezogen, durch deine Güte bin ich hier. 2. Du, 69 7 hast mich bereitet, mich väterlich ge⸗ leitet bis diesen Augenblick. Du gabst mir frohe Tage und wandtest auch die Plage zu meiner Seele wahrem Glück. 3. Ich bin nicht wert der Treue, der ich mich täglich freue, der Huld, die 105 bewacht. Damit ich, Stau und Erde, auf ewig glücklich werde, hast du schon ewig mein gedacht. ö 4. Du kanntest schon mein Sehnen und zähltest meine Tränen, eh ich bereitet war; noch konnt ich dich nicht denken, zu dir das Herz nicht Nr. 433, 434 Lieder f. besond. Verhältnisse. Wo ich auch gebettet lenken, da wogst du schon mein Teil mir dar. 5. Für alle meine Sünden, Herr, ließest du mich finden in Christo Gnad und Huld. O Höchster, welch Erbarmen! Du nahmest an mich Ar⸗ men und tilgtest alle meine Schuld. 6. Daß du mich liebreich führest, mit deinem Geist regierest, dies, Vater, dank ich dir. Daß du mein Leben fristest, mit deiner Kraft mich rüstest, dies alles, Vater, dank ich dir. 7. Was noch in diesem Leben mir frommt, wirst du mir geben. Du gibsts, ich hoff auf dich. Ja, Vater, ich befehle dir kindlich Leib und Seele; Herr, segne und behüte mich! Nach Chr. F. Gellert, 4 1769. Im Alter. Mel. Jesu, meines Lebens Leben 1. 43 4 H'mir Helfer, sei nicht fernel Mein Beschirmer, steh mir bei, hilf mir, daß ich tu und lerne, was dein heilger Wille sei. Leite mich nach deiner Güte und erleuchte mein Gemüte; laß mir deine Vatertreu alle Morgen wer⸗ den neu. 300 301 2. Halte mich, o mein Erhalter! O mein Fuhrun weiche nicht; führe mich in meinem Alter, wenn mir Lebenskraft gebricht. Gib, daß ich recht christlich lebe und stets nach dem Himmel strebe; hilf mir durch, wenn Qual und Schmerz bricht mein halb zerbrochnes Herz. 3. Stoß mich nicht von deiner Seiten, wenn sich Angst und Ohnmacht häuft, wenn die schwachen Tritte gleiten und man nach dem Stabe greift; fasse du mich bei dem Arme, o mein Hei⸗ land, und umarme mich auch in der letzten Not, bis er⸗ folgt ein selger Tod. 4. Herrscher über Tod und Leben, höchster Tröster, tritt herbei! Wenn ich soll den Geist aufgeben, so ver⸗ nimm mein Angstgeschrei; wenn mein Auge wird er⸗ blinden und die Lebensgeister schwinden, o so sei du selbst mein Licht, daß ich seh dein Angesicht. 5. Meine Seele soll er⸗ heben dich, o Herr der Herr⸗ lichkeit, dort in jenem Freu⸗ denleben, wenn ich nach voll⸗ brachtem Streit dir mein Danklied werde bringen und vor deinem Throne singen, daß du mich so wohl be⸗ dacht und zum Himmel hast gebracht. Zach. Hensel, 4 vor 1736. Im Alter. Nr. 435 Mel. O Welt, ich muß dich lassen ꝛc. 43 5 Gott hat in mei⸗ nen Tagen mich väterlich getragen von mei⸗ ner Jugend auf; ich sah auf meinen Wegen des Höchsten Huld und Segen: er lenkte meines Lebens Lauf. 2. Sein Weg war oft verborgen; doch wie der helle Morgen aus dunkeln Nächten bricht, so hab ich stets gespüret: der Weg, den Gott mich führet, bringt mich durchs finstre Tal zum Licht. 3. War Menschenhilf ver⸗ Tbee so kam der Herr des ebens und half und machte Bahn; wußt ich mir nicht zu raten, so tat Gott große Taten und nahm sich meiner mächtig an. 4.„Bis zu des Alters Tagen will ich dich heben, tragen und dein Erretter sein“: dies hat mir Gott versprochen, der nie sein Wort gebrochen; ich werde sein mich ewig freun. 5. Er wird mir schwachem Alten, was er verheißen, halten; denn er ist fromm und treu. Bin ich gleich matt und müde, er gibt mir Trost und Friede und steht mit Mut und Kraft mir bei. 20* 6. Noch wenig bange Stunden, dann hab ich über⸗ wunden: ich bin vom Ziel nicht weit. O welche großen Freuden sind nach dem letzten Leiden vor Gottes Thron für mich bereit! Nr. 436, 437 Die letzten Dinge. stille, bis meines Gottes Wille mich nach dem Kampfe krönt. An meiner Laufbahn Ende sink ich in Jesu Hände, der mich dem Vater hat ver⸗ söhnt. J. F. Feddersen, 1 1788. XV. Die letzten Dinge. Tod. Sterbelieder. 4 36 Wenn mein Stünd⸗ lein vorhanden ist, und ich soll fahrn mein Straße, geleit du mich, Herr Jesu Christ, mit Hilf mich nicht verlasse! Mein Seel an meinem letzten End be⸗ fehl ich dir in deine Händ, du wollst sie mir bewahren! 2. Mein Sünde wird mich kränken sehr und mein Ge⸗ wissen nagen; denn ihr ist viel, wie Sand am Meer, doch will ich nicht verzagen; will denken in der letzten Not, Herr Jesu Christ, an deinen Tod, der wird mich wohl erhalten. 3. Ich bin ein Glied an deinem Leib, des tröst ich mich von Herzen! Von dir ich ungenchiden bleib in Todesnot und Schmerzen; wenn ich gleich sterb, so sterb ich dir: ein ewig Leben hast du mir mit deinem Tod er⸗ worben. 4. Weil du vom Tod er⸗ standen bist, werd ich im Grab nicht bleiben; mein höchster Trost dein Auffahrt ist, treiben; denn wo du bist, da komm ich hin, daß ich stets bei dir leb und bin: drum fahr ich hin mit Freuden. N. Hermann, 1 1551. Mel. Vater unser im Himmel⸗ reich ꝛe. 437 Ha Christe, wah⸗ rer Mensch und Gott, der du littst Marter, Angst und Spott, für mich am Kreuz auch endlich starbst und mir des Vaters Huld erwarbst: ich bitt durchs bittre Leiden dein, du wollst mir Sünder gnädig sein. 2. Wenn ich nun komm in Sterbensnot und ringen werde mit dem Tod, wenn mir vergeht all mein Gesicht und meine Ohren hören nicht, kann Todesfurcht ver⸗ 302 7. Ich harre froh und ———————— 22* 303 Sterbelieder. nicht, wenn meine Zunge nicht mehr spricht und mir vor Angst mein Herz zer⸗ bricht; 3. Wenn mein Verstand sich nichts besinnt und mir all menschlich Hilf zerrinnt: so komm, Herr Christe, mir behend zur Hilf an meinem letzten End und führ mich aus dem Jammertal, ver⸗ kürz mir auch des Todes Qual! 4. Die bösen Geister von mir treib, mit deinem Geist stets bei mir bleib, bis sich die Seel vom Leibe trennt; dann nimm sie, Herr, in deine Händ! Der Leib hab in der Erde Ruh, bis naht der jüngste Tag herzu. 5. Ein fröhlich Auferstehn verleih, in dem Gericht mein Cund sei, und meiner ünd nicht mehr gedenk: aus Gnaden mir das Leben schenk, wie du hast zugesaget mir in deinem Wort, das trau ich dir: 6. Fürwahr, fürwahr, euch sage ich, wer mein Wort hält und glaubt an mich, der wird nicht kommen ins Gericht, den Tod auch ewig schmecken nicht; und ob er gleich hie zeitlich stirbt, mit nichten er drum gar ver⸗ dirbt; 7. Vielmehr will ich mit starker Hand ihn reißen aus des Todes Band und zu Nr. 438 mir nehmen in mein Reich; da soll er denn mit mir zugleich in Freuden leben ewiglich. Dazu hilf uns ia gnädiglich! 8. Ach, Herr, vergib all unsre Schuld; hilf, daß wir warten mit Geduld, bis unser Stündlein kommt her⸗ bei; auch unser Glaub stets wacker sei, aufs Wort zu trauen festiglich, bis wir ent⸗ schlafen seliglich. P. Eber, 1 1569. 438 ch hab mein Sach NI Gott heimge⸗ stellt; er machs mit mir, wies ihm gefällt! Lang oder kurz sei meine Zeit, ich bin bereit zu allem, was mein Herr gebeut. 2. Mein Zeit und Stund ist, wann Gott will; ich schreib ihm vor nicht Maß und Ziel; es sind gezählt all Härlein mein, groß oder klein, fällt keines ohn den Willen sein. 3. Es ist allhier ein Jam⸗ mertal, Angst, Not und Trüb⸗ sal überall: des Bleibens ist nur kurze Zeit, voll Hent und Leid, und wers bedenkt, ist stets im Streit. 4. Heut sind wir frisch, gesund und stark, schon mor⸗ gen liegen wir im Sarg: heut blühn wir wie die Rosen rot, bald krank und tot: N DLäee. Nr. 439 tot; ist allenthalben Müh und Not. 5. Man trägt eins nach dem andern hin; wohl aus den Augen, aus dem Sinn! Die Welt vergisset unser bald, jung oder alt, auch unsrer Ehren mannigfalt. 6. Das macht die Sünd, du treuer Gott, dadurch kam uns der bittre Tod, der reißt dahin all Menschen⸗ kind, wie er sie findt, fragt nicht, von welchem Stand sie sind. 7. Doch ob mich schon mein Sünd anficht, dennoch will ich verzagen nicht; ich weiß, daß mein getreuer Gott für mich in Tod den eingen Sohn gegeben hat. 8. Dem leb und sterb ich allezeit, von ihm der Tod mich nimmer scheidt; leb oder sterb ich, bin ich sein; er ist allein der einge Trost und Helfer mein. 9. Das ist mein Trost zu aller Zeit, in aller Not und Traurigkeit; ich weiß, daß ich am jüngsten Tag ohn alle Klag werd auferstehn aus meinem Grab. 10. Den lieben Gott von Angesicht werd ich dann schaun, dran zweifl ich nicht, in ewger Freud und Selig⸗ keit, die mir bereit; ihm sei Lob, Preis in Ewigkeit! 11. Amen, mein lieber frommer Gott, bescher uns Die letzten Dinge. 30⁴ einen selgen Tod; hilf, daß wir deinen Engeln gleich in deinem Reich mit dir dann leben allzugleich. Nach J. Leon, 4 um 1597. 439 Christus, der ist mein Leben und Sterben mein Gewinn; dem hab ich mich ergeben, mit Fried fahr ich dahin. 2. Mit Freud fahr ich von dannen, zu Christ, dem Bruder mein, daß ich mög zu— kommen und ewig bei ihm sein. 3. Nun hab ich überwun⸗ den Kreuz, Leiden, Angst und Not, durch seine heilgen Wunden bin ich versöhnt mit Gott. 4. Wenn meine Kräfte brechen, ich kaum mehr at⸗ men kann und kann kein Wort mehr sprechen, nimm, Herr, mein Seufzen an. 5. Wenn Sinne und Ge⸗ danken zergehn als wie ein Licht, das hin und her muß wanken, wenn ihm die Flamm gebricht: 6. Alsdann fein sanft und stille laß mich, Herr, chlafen ein, wie es dein at und Wille, wenn kommt mein Stündelein. 7. Laß mich gleich einem Reben anhangen dir allzeit und ewig bei dir leben in Himmelswonn und Freud. Vor 1608. 30⁵ Mel. Wie nach einer Wasser⸗ quelle ꝛc. 4 40 Fren dich sehr, o meine Seele, ind vergiß all Not und Qual, weil dich Christus nun, dein Herre, ruft aus diesem Jammertal. Aus der Trüb⸗ sal, Angst und Leid sollst du fahren in die Freud, die kein Ohr hat je gehöret, die in Ewigkeit auch währet. 2. Tag und Nacht hab ich gerufen zu dem Herren, meinem Gott, weil mich stets viel Kreuz betroffen, daß er mir hülf aus der Not. Wie sich sehnt ein Wandersmann nach dem Ende seiner Bahn, Rosen stehen unter so hab ich gewünscht, mein Leben hin in Gottes Händ zu geben. 3. Denn gleichwie die einer Dornenschar, also auch die Christen gehen stets in Aengsten und Gefahr. Wie die Meereswellen sind und der ungestüme Wind, also ist allhier auf Erden unser Lauf voll von Beschwerden. 4. Wenn die Morgen⸗ röt aufgehet und der Schlaf sich von uns wendt, Sorg und Kummer uns umstehet, Müh sich findt an allem End; unsre Tränen sind das Brot, so wir essen früh und spat; wenn die Sonn aufhört zu scheinen, hört Sterbelieder. Nr. 440, 441 doch nicht auf Klag und Weinen. 5. Drum, Herr Christ, du Morgensterne, der du ewig⸗ lich aufgehst, sei du jetzt von mir nicht ferne, weil dein Blut mich hat erlöst. Hilf, daß ich mit Fried und Freud mög hinfahren aus der Zeit; ach, sei du mir Licht und Straße, mich mit Beistand nicht verlasse! 6. Ob mir schon die Augen brechen, ob mir das Gehör verschwindt, meine Zung iht mehr kann sprechen, mein Verstand sich nichts besinnt, bist du doch mein Licht, mein Hort, Leben, Weg und Himmelspfort; du wirst selig mich regieren und die Bahn zum Himmel führen. 7. Freu dich sehr, o meine Seele, und vergiß all Not und Qual, weil dich Christus nun, dein Herre, ruft aus diesem Jammer⸗ tal. Seine Freud und Herrlichleit sollst du sehn in N.HOU Ewigkeit, mit den Engeln jubilieren und auf ewig triumphieren. K. v. Warnberg, 1 vor 1620. 4 41 Heerh tut mich verlangen 350 einem selgen End, weil i hier bin umfangen mit Trübsal und Elend. Ich ust, Nr. 441 Lust, abzuscheiden von dieser argen Welt, sehn mich nach ewgen Freuden; o Jesu, komm nur bald! 2. Du hast mich ja er⸗ löset von Sünde, Tod und Wüten es hat dein Blut ge⸗ ostet, drauf ich mein Hoff⸗ nung stell; warum sollt mir denn grauen vor Hölle, Tod und Sünd? Weil ich auf dich kann bauen, bin ich ein selig Kind. 3. Wenngleich süß ist das Leben, der Tod 9 5 bitter mir, will ich mich doch er⸗ geben, zu sterben willig dir. Ich weiß ein besser Leben, da meine Seel fährt 2i des freu ich mich gar eben; Sterben ist mein Gewinn. 4. Der Leib zwar in der Erden zum Staube wieder⸗ kehrt, doch auferweckt wird werden durch Christum, schön verklärt, wird leuchten als die Sonne und leben ohne Not in ewger Freud und Wonne; was schadet mir der Tod? 5. Ob mich die Welt auch reizet, zu leben länger hier, und mir auch immer zeiget Ehr, Gut und all ihr Zier: doch ich das gar nicht achte, es währt nur kurze Zeit; nach Himmlischem ich trachte, das bleibt in Ewigkeit. 6. Wenn ich auch gleich nun scheide von meinen Freunden gut, für mich und Die letzten Dinge. meinen Mut, daß wir in größern Freuden zusammen⸗ kommen schon, wo nichts uns mehr wird scheiden, dort an des Himmels Thron. 7. Muß ich auch hinter⸗ lassen betrübte Waiselein, dern Not mich über Maßen jammert im Herzen mein, will ich doch gerne sterben und trauen meinem Gott; er läßt sie nicht verderben, er hilft aus aller Not. 8. Gesegn euch Gott, der Herre, ihr Vielgeliebten mein! Trauert nicht allzusehre über den Abschied mein! Beständig bleibt im Glauben! Wir werdn in kurzer Zeit ein⸗ ander wiederschauen dort in der Ewigkeit. 9. Nun will ich mich ganz wenden zu dir, Herr 306 sie zum Leide: doch tröstet Christ, allein; gib mir ein selig Ende, send mir die Engel dein; führ mich ins ewge Leben, das du erworben hast, als du dich hingegeben für meine Sündenlast. 10. Hilf, daß ich ja nicht wanke, von dir, Gen Jesu Christ, den schwachen Glau⸗ ben stärke in mir zu aller Frist! Hilf ritterlich mir ringen, dein Hand mich halt mit Macht, daß ich mög fröhlich singen: Gottlob, es ist vollbracht! Chr. Knoll, 4 162ʃ. 307 4 42 Valet will ich dir geben, du arge, falsche Welt; dein sündlich böses Leben durchaus mir nicht gefällt. Im Himmel ist gut wohnen, hinauf steht mein Begier, da wird Gott herrlich lohnen dem, der ihm dient allhier. 2. Rat mir nach deinem — o Jesu, Gottes Sohn! Sollt ich ja dulden Schmerzen, hilf mir, Herr Christ, davon; verkürz mir alles Leiden, stärk meinen blöden Mut, laß selig mich abscheiden, schenk mir dein ewig Gut. 3. In meines Herzens Grunde dein Nam und Kreuz allein funkelt all Zeit und Stunde; drauf kann ich fröhlich sein. Erschein mir in dem Bilde, zum Trost in meiner Not, wie du dich, Herr, so milde ge⸗ blutet hast zu Tod. 4. Herr, meinen Namen schreibe ins Buch des Lebens ein; laß mich an deinem Leibe ein Glied mit jenen sein, die in dem Himmel grünen und vor dir leben frei; so will ich ewig rühmen, daß treu dein Herze sei. Valerius Herberger, 1 1627. 443 M.Go magde⸗ ner Güt, hilf mir in meinem Sterbelieder. Nr. 442, 443 Leiden! Versag mir nicht, was ich dich bitt: wenn meine Seel will scheiden, so nimm sie, Herr, in deine Händ!'s ist alles gut, wenn gut das End. 2. Gern will ich folgen, liebster Herr, du läßt mich nicht verderben; ach, du bist doch von mir nicht fern, ob ich gleich hie muß sterben und lassen meine lieben Freund, dies mit mir herzlich gut gemeint. 3. Ruht doch der Leib sich in der Erd, die Seel ich zu dir schwinget, in deiner Hand sie unversehrt durch Tod ins Leben dringet. Hier ist doch nur ein Trä⸗ nenthal, Angst, Not und Mühe überall. 4. Der Tod, die Hölle, Welt und Sünd mir können nichts mehr schaden; an dir, o Herr, ich Rettung find, ich tröst mich deiner Gnaden; dein einger Sohn aus Lieb und Huld für mich bezahlt hat alle Schuld. 5. Was sollt ich denn nun traurig sein, weil ich kann wohl bestehen, ge⸗ schmückt mit Christi Unschuld rein zu meinem Gotte gehen? Gehab dich wohl, du schnöde Welt! Bei Gott zu leben mir gefällt. J. H. Schein, 4 1630, Nr. 444, 445 Mel. Herzlich tut mich ver⸗ langen ꝛc. 4 4 4 Och hab mich Gott NI ergeben, dem liebsten Vater mein; hier ist kein Immerleben, es muß geschieden sein. Der Tod kann mir nicht schaden, er ist nur mein Gewinn; in Gottes Fried und Gnaden fahr ich mit Freud da⸗ hin. 2. Mein Weg geht jetzt vorüber; o Welt, was acht ich dein? Der Himmel ist mir lieber, da muß ich gehen ein und mich nicht mehr beladen, weil ich wegfertig bin; in Gottes Fried und Gnaden fahr ich mit Freud dahin. 3. Ach, selge Freud und Wonne hält mir der Herr bereit, da Christus ist die Sonne der ewgen Seligkeit. Was kann mir doch nun schaden, weil ich bei Christo bin? In Gottes Fried und Gnaden fahr ich mit Freud dahin. 4. Gesegn euch Gott, ihr Meinen, ihr Liebsten allzu⸗ mal! Um mich sollt ihr nicht weinen, 5 weiß von keiner Qual. Was Christus euch beschieden, laßt nicht aus eurem Sinn; in Gottes Gnad und Frieden fahrt dann auch ihr dahin. J. Siegfried, 4 1636. V. 1 v. J. Leon, 4 1597. Die letzten Dinge. 308 Mel. O Welt, ich muß dich lassen ꝛc. 4 4 5 ie Crden maun der Erden muß Rauch und Asche werden, kein Fels, kein Erz bestehn. Was uns hier mag ergötzen, was wir für ewig schätzen, wird als ein leichter Traum vergehn. 2. Der Ruhm, nach dem wir trachten, den wir un⸗ sterblich achten, ist nur ein falscher Wahn; sobald der Geist gewichen und dieser Mund erblichen, fragt keiner, was man hier getan. 3. Es hilft nicht Kunst noch Wissen; wir werden hin⸗ gerissen, der morgen, dieser heut. Was nützt der Güter Menge? Dem hier die Welt zu enge, dem wird ein enges Grab zu weit. 4. Dies alles wird zer⸗ rinnen, was Müh und Fleiß gewinnen und saurer Schweiß erwirbt; was Menschen hier besitzen, kann vor dem Tod nicht schützen; dies alles stirbt uns, wenn man stirbt. 5. Ist eine Lust, ein Scherzen, die nicht ein heimlich Schmerzen mit Herzensangst vergällt? Was ists, womit wir prangen? Wo wirst du Ehr erlangen, die nicht in Hohn und Schmach verfällt? 6. Was pocht man auf die Throne, da keine Macht noch Krone kann unver⸗ gänglich 309 Sterbelieder. ginglich sein? Es mag vom Lotenreihen kein Zepter dich befreien, kein Purpur, Gold noch Edelstein. 7. Wir rechnen Jahr auf gahre, indessen wird die Hahre uns vor die Tür gebracht; drauf müssen wir von hinnen und, eh wir uns besinnen, der Erde sagen gute Nacht. 8. Wach auf, Herz, und hedenke, daß dieser Zeit Ge⸗ schenke den Augenblick nur dein; was du zuvor genossen, it als ein Strom verflossen; was künftig,— wessen wird es sein? 9. Trau nicht auf Men⸗ schenlehre, G Weltgunst, Macht und Ehre, und fleh den Herren an, der immer König bleibet, den keine Zeit vertreibet, der einzig ewig machen kann. 10. Wohl dem, der auf ihn trauet! Er hat recht sest gebauet, und ob er hier gleich fällt, wird er doch dort bestehen und nimmer⸗ mehr vergehen, weil ihn die Strke selbst erhält. A. Gryphius, 1 1664. Mel. Herzlich tut mich ver⸗ langen ꝛe. In Christo will 446 1 ih sterben, wenns meinem Gott gefällt; hier ist nichts zu erwerben in dieser argen Welt. Es Nr. 446, 447 ist ein elend Leben in dieser schnöden Zeit; dort wird ein bessres geben Gott in der Ewigkeit. 2. Mit Christo will ich scheiden von dieser Erden⸗ qual, der wird mich selber leiten durchs finstre Todes⸗ tal; drum laß ich mir nicht grauen vor diesem Augen⸗ blick; bald werd ich ewig schauen mein einzig wahres Glück. 3. Zu Christo will ich fahren in das gelobte Land, der wird mich wohl bewahren in seiner starken Roten Trotz sei dem Feind geboten, daß er mich reiß heraus; dort will ich seiner spotten im schönen Friedenshaus. 4. Bei Christo will ich bleiben in alle Ewigkeit und ohn Aufhören treiben sein Lob mit höchster Freud; mit Jauchzen und mit Singen will ich ihm dankbar sein; nun laß mirs, Herr, gelingen zu deinem Preis allein. P. Frank, 1 1675. Mel. Herzlich tut mich ver⸗ langen ꝛc. 4 47 Occh bin ein Gast V auf Erden und hab hier keinen Stand; der Himmel soll mir werden, da ist mein Vaterland. Hier muß ich Unruh haben, hier reis ich ab und zu, dort wird rmm iü Nr. 447 wird mein Gott mich laben in seiner ewgen Ruh. 2. Was ist mein ganzes Wesen von meiner Jugend an, als Müh und Not ge⸗ wesen? So lang ich denken kann, hab ich so manchen Morgen, so manche liebe Nacht mit Kummer und mit Sorgen des Herzens zuge⸗ bracht. 3. So gings den lieben Alten, an deren Fuß und Pfad wir uns noch täglich halten, wenns fehlt an gutem Rat. Sie zogen hin und wieder, ihr Kreuz war immer groß, bis daß der Tod sie nieder legt in des Grabes Schoß. 4. Ich habe mich ergeben in gleiches Glück und Leid; was will ich besser leben in dieser Zeitlichkeit? Es muß ja durchgedrungen, es 115 gelitten sein; wer nicht hat wohl gerungen, geht nicht zur Freude ein. 5. So will ich zwar nun treiben mein Leben durch die Welt, doch denk ich nicht zu bleiben in diesem fremden Zelt; ich wandre meine Straße, die zu der Heimat führt, da mich ohn alle Maße mein Vater trösten wird. 6. Mein Heimat ist dort oben, da aller Engel Schar den großen Herrscher loben, der alles ganz und gar in in seinen Händen träget und Die letzten Dinge. für und für erhält, auch alles hebt und leget, nach⸗ dems ihm wohlgefällt. 7. Zu dem steht mein Ver⸗ langen, da wollt ich gerne hin; die Welt bin ich durch⸗ gangen, daß ichs fast müde bin; je länger ich hier walle, je wenger find ich Freud, die meinem Geist gefalle; das meist ist Eitelkeit. 8. Die Herberg ist zu böse, der Trübsal ist zu viel; ach, 310 komm, mein Gott, und löse mein Herz, wenn dein Herz will! Komm, mach ein selig Ende mit meiner Wander⸗ schaft, und was mich kränkt, das wende durch deinen Arm und Kraft. 9. Wo ich bisher gesessen, ist nicht mein rechtes H aus; wenn mein Ziel ausgemessen, so tret ich dann hinaus, und was ich hier gebrauchet, das ö leg ich alles ab, und wenn ich ausgehauchet, so legt man mich ins Grab. 10. Du aber, meine Freude, du meines Lebens Licht, du zeuchst mich, wenn ich scheide, hin vor dein Angesicht, ins Haus der ewgen Wonne, da ich stets freudenvoll, gleich als die helle Sonne, nächst andern leuchten soll; 11. Da will ich immer wohnen und nicht nur als ein Gast, bei denen, die mit Kronen du ausgeschmücket hast; da will ich herrlich singen not! dur nur mit meinem Ende gut! Dingen, in meinem Erbteil ruhn. P. Gerhardt, 1 1676. 4 48 Wer weiß, wie nahe mir mein Ende! Hin geht die Zeit, her kommt der Tod; ach, wie geschwinde und behende kann kommen meine Todes⸗ Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: machs nur mit meinem Ende gut! 2. Es kann vor Nacht leicht anders werden, als es am frühen Morgen war; dieweil ich leb auf dieser Erden, leb ich in steter Tods⸗ Mein Gott, ich bitt efahr. Christi Blut: machs 3. Herr, lehr mich stets mein End bedenken und, wenn ich einmal sterben muß, die Seel in Jesu Tod versenken und ja nicht sparen meine Buß. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: machs nur mit meinem Ende gut! 4. Laß mich bei Zeit mein Haus bestellen, daß ich bereit sei für und für und sage frisch in allen Wüllen: Herr, wie du willst, so schicks mit mir! Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: 311 Sterbelieder. Nr. 448 singen von deinem großen machs nur mit meinem ZLun und, frei von schnöden Ende gut! 5. Ach, Herr, mach süße mir den Himmel und bitter mir die Lust der Welt; gib, daß mir in dem Weltge⸗ tümmel die Ewigkeit sei vor⸗ gestellt. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: machs nur mit meinem Ende gut! 6. Ach, Vater, deck all meine Sünde mit dem Ver⸗ dienste Jesu zu, darauf ich mich festgläubig gründe, dies gibt mir die ersehnte Ruh. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: machs nur mit meinem Ende gut! 7. Nichts ist, das mich von Jesu scheide, nichts, es . Leben oder Tod; ich leg ie Hand in seine Seite und sage: o, mein Herr und Gott! Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: machs nur mit meinem Ende gut! 8. Ich habe Jesum ange⸗ zogen schon längst in meiner heilgen Tauf; du bist mir daher auch gewogen, hast mich zum Kind genommen auf. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: machs nur mit meinem Ende gut! 9. Ich habe Jesu Leib gegessen, ich hab sein Blut getrunken hier; nun kannst du meiner nicht vergessen; ich bleib in ihm und er in mir. Mein Gott, ich bitt durch durch Christi Blut: machs nur mit meinem Ende gut! 10. So komm mein End heut oder morgen, ich weiß, daß mirs mit Jesu glückt; ich bin und bleib in deinen Sorgen, mit Jesu Gnaden schön geschmückt. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: machs nur mit meinem Ende gut! 11. Ich leb indes in dir vergnüget und sterb ohn alle Kümmernis; mir gnüget, wie mein Gott es füget; ich glaub und bin es ganz gewiß: durch deine Gnad und Christi Blut machst dus mit meinem Ende gut! Aemilie Juliane, Gräfin von Schwarzburg-⸗Rudolstadt, 4 1706. was ist doch Ach, 449 A unsre Zeit? Flüchtigkeit, Nebel, auch und Wind und Schatten; Menschen können nicht be⸗ stehn; sie vergehn wie die Blumen auf den Matten. Unser Leben fleucht behende: Mensch, bedenke doch das Ende! 2. Menschen sind zerbrech⸗ lich Glas, nichtig Gras, Blumen, die nicht lange stehen; ach, wie bald wird ihre Kraft hingerafft, wenn die Todes⸗ lüfte wehen. Unser Leben fleucht behende: Mensch, be⸗ denke doch das Ende! Nr. 449, 450 Die letzten Dinge. 3. Jugend, die den Rosen gleicht, die verbleicht; ihre Schönheit muß verschwinden; es vergeht durch Todesmacht alle Pracht, die wir an den Menschen finden. Unser Leben fleucht behende: Mensch, be⸗ denke doch das Ende! 4. Menschen sind der Zeiten Spiel und ein Ziel, drauf die Todespfeile fliegen; die wie schlanke Zedern stehn groß und schön, müssen dur den Tod erliegen. Leben fleucht behende: Mensch, bedenke doch das Ende! 5. Ach, der Tod ist dir gewiß, Eitle dieser Erden; lenke dich zur Ewigkeit jederzeit, willst du dort unsterblich werden. Unser Leben fleucht behende: Mensch, bedenke doch das Ende! 6. Schwinge dein Gemüt und Herz himmelwärts, wo nicht Tod, nicht Not, nicht Leiden; denk an das, was ewig ist, lieber Christ, soll dich einst der Himmel weiden. Unser Leben fleucht behende: Mensch, bedenke doch das Ende! Sal. Franck, 1 1725. Mel. O Gott, der du ein Heerfürst bist ꝛc. 450 Mein Leben ist ein Pilgrim⸗ stand; ich reise nach dem Vaterland, 31²2 Unser drum vergiß alles 313 Vaterland, nach dem Jeru⸗ salem dort oben, wo eine ewge Ruhestatt Gott selber mir gegründet hat; da werd ich ohne End ihn loben. Mein Leben ist ein Pilgrim⸗ stand; ich reise nach dem Vaterland. 2. Wie Schatten vor der Sonne fliehn, so flieht mein Leben schnell dahin, und was vorbei ist, kommt nicht wieder. Ich eile zu der Ewigkeit; Herr R mach mich nur bereit un öffne meine Augen⸗ lider, daß ich, was zeitlich ist, veracht und nur nach dem, was ewig, tracht. 3. Der Sonne Glanz mir oft gebricht, der Sonne, die ihr Gnadenlicht in unverfälschte Herzen strahlet. Wind, Regen sürmen auf mich zu, mein matter Geist findt nirgends Ruh; doch alle Muh ist schon bezahlet, wenn ich die güldne Himmelstür mir stell Ileisch im festen Glauben für. 4. Du treuer Hüter, Jesu Christ, der du ein Pilgrim worden bist, da du mein hast angenommen, zeig mir im Worte deine Tritt, laß mich bei einem jeden Schritt zu deinem Heil stets näher kommen. ein Leben fleucht; ach, eile du, und fleuch mit Gnad und Hilf herzu. 5. Durch deinen Geist mich heilig leit, gib in Sterbelieder. Geduld Beständigkeit; Straucheln meinen 12 be⸗ schütze. Ich falle stündlich, hilf mir auf und richte zu dir meinen Lauf; sei mir ein Schirm in Trübsalshitze; laß deinen milden Gnaden⸗ schein in Finsternis nie ferne sein. 6. Wenn mir mein Herz, o Gnadenfüll, vor Durst nach dir verschmachten will, so laß mich dich zum Labsal finden; und schließ ich meine lugen zu, so bring mich zu der ale Mih wo Streit und alle Müh verschwinden, und wo ich kann, von Sünden rein, dein Freund und Haus⸗ genosse sein. Bin ich denn hier, im fremden Land, der blinden Welt gleich unbekannt: dort sind die Freunde, die mich kennen; dort werd ich mit der Himmelsschar dir jauchzend dienen immerdar und in der reinsten Liebe brennen. Mein Heiland, komm, ach, bleib nicht lang! Hier in der Fremde wird mir bang. F. A. Lampe, 1 1729. vor Mel. Wer weiß, wie nahe mir mein Ende ꝛe. 4 51 Och sterbe täglich, NI und mein Leben eilt immerfort zum Grabe hin. Wer kann mir einen Bürgen geben, ob ich noch morgen lebend bin? Die Nr. 452 Die Zeit geht hin, der Tod kommt her: ach, wer nur immer fertig wär! 2. Es schickt der Tod nicht immer Boten; er kommet oft unangemeldt und fordert uns ins Reich der Toten; wohl dem, der Haus und Herz bestellt! Denn ewig Unglück oder Glück hängt nur an einem Augenblick. 3. Herr aller Herren, Tod und Leben hast du allein in deiner Hand. Wie lange du mir Frist willst geben, das ist und bleibt mir unbekannt; hilf, daß ich jeden Glocken⸗ schlag an meinen Abschied denken mag. 4. Es kann vor Abend anders werden, als es am Morgen mit mir war; den einen Fuß hab ich auf Erden, den andern auf der Toten⸗ bahr; ein kleiner Schritt ist nur dahin, wo ich der Würmer Speise bin. 5. Ein einzger Schlag kann alles enden und Fall und Tod beisammen sein; doch schlage nur mit Vater⸗ händen und schließ in Christi Tod mich ein, daß wenn der Leib zu Boden fällt, die Seel an Jesu Kreuz sich hält. 6. Kann ich die Meinen nicht mehr segnen, so segne du sie mehr als ich; wenn lauter Tränen um mich regnen, o Tröster, so erbarme Die letzten Dinge. 314 dich und lasse der Verlassnen Schrein durch deinen Trost erhörlich sein. 7. Dringt mir der letzte Stoß zum Herzen, so schließe mir den Himmel auf; verkürze mir des Todes Schmerzen und hole mich zu dir hinauf; so wird mein Abschied keine Pein, zwar eilig, dennoch selig sein. B. Schmolck, 1 1737. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛc. 452 ein Gott, ich weiß wohl, daß ich sterbe, ich bin ein Mensch, der bald vergeht, und finde hier kein solches Erbe, das unveränderlich besteht; drum zeige mir in Gnaden an, wie ich recht selig sterben kann. 2. Mein Gott, ich weiß nicht, wann ich sterbe, kein Augenblick geht sicher hin; wie bald zerbricht doch eine Scherbe! Wie kann die Blume schnell verblühnl Drum mache mich nur stets bereit hier in der Zeit zur Ewigkeit. 3. Mein Gott, ich weiß nicht, wie ich sterbe, dieweil der Tod viel Wege haält; dem einen wird das Scheiden herbeß ein andrer sanft in Schlummer fällt. Doch wie du willst; gib nur dabei, daß mir mein Ende selig sei. 315 Sterbelieder. 4. Mein Gott, ich weiß nicht, wo ich sterbe, und welche Erde mich einst deckt; doch wenn ich nur den Trost erwerbe, daß mich dein Ruf zum Leben weckt, so nehm ich jede Stelle ein; die Erd ist allenthalben dein. 5. Nun, liebster Gott, wenn ich einst sterbe, so nimm du meinen Geist zu dir, auf daß ich dort mit Christo erbe; hab ich nur den im Glauben hier, so gilt mirs gleich und geht mir wohl, wann, wo und wie ich sterben soll. B. Schmolck, 1 1737. Mel. O du Liebe meiner Liebe ꝛc. 453 Urser. keiner lebt ihm selber, keiner stirbt ihm selber hier; was wir leben, was wir sterben, kommt, o Herr, allein von dir. Du mußt helfen, tragen, heben, du bist unser bestes Teil, bleibst im Tode, bleibst im Leben unser Trost und unser Heil. 2. Glauben, schauen,— leben, sterben, gilt mit dir uns alles gleich; wenn wir nur mit Christo erben, macht der Tod uns ewig reich. Dann erst fängt des Christen Leben und das rechte Wohl⸗ sein an, wenn er sich zu dir erheben und dein Antlitz schauen kann. Nr. 453, 454 3. Nun, es scheiden oder bleiben unsre Lieben oder wir: Jesu, dir uns einver⸗ leiben, das sei unsre Sorge hier! Selig, wer entschläft in Frieden, selig wir, die noch nicht tot! Sind die Leiber auch geschieden, sind die Geister doch in Gott. 4. Heil und Wahrheit Kraft und Stärke gibt Jehovah mehr und mehr. Alle seine Weg und Werke sind voll Herrlichkeit und Ehr. Singet ihm, ihr Gotteskinder, der uns liebt am Kreuzesstamm! Bringet Ruhm, ihr Ueber⸗ winder, Gott, dem Vater, und dem Lamm! Ph. H. Weissensee, 4 1767. Mel. Jesus, meine Zuversicht ꝛe. 4 5 4 M Lebenszeit verstreicht, stündlich eil ich zu dem Grabe, und wie wenig ists vielleicht, das ich noch zu leben habe! Denk, o Mensch, an deinen Tod, säume nicht; denn eins ist not. 2. Lebe, wie du, wenn du stirbst, wünschen wirst, ge⸗ lebt zu haben! Güter, die du hier erwirbst, Würden, die dir Menschen gaben, nichts wird dich im Tod erfreun; diese Güter sind nicht dein. 3. Nur ein Herz, das Jesum liebt, nur ein ruhiges 21 Gewissen, ‚ Nr. 455 Gewissen, das vor Gott dir 205. we gibt, wird dir deinen od versüßen; dieses Herz, von Gott erneut, gibt im Tode Freudigkeit. 4. Daß du dieses Herz erwirbst, fürchte Gott und bet und wache; sorge nicht, wie früh du stirbst; deine Zeit ist Gottes Sache. Lern nicht nur den Tod nicht scheun, lern auch seiner dich erfreun. 5. Ueberwind ihn durch Vertraun, sprich: ich weiß, an wen ich glaube, und ich weiß, ich werd ihn schaun, denn er weckt mich aus dem Staube; er, der rief: es ist vollbracht! nahm dem Tode seine Macht. 6. Tritt im Geist zum Grab oft hin, siehe dein Gebein versenken; sprich: Herr, daß ich Erde bin, lehre du mich stets bedenken; lehre du mich jeden Tag, daß ich weiser werden mag. Chr. F. Gellert, 4 1769. Mel. Erhalt uns, Herr, bei ꝛe. 455 Wie sicher lebt der Mensch, der Staub! Sein Leben ist ein fallend Laub, und dennoch schmeichelt er sich gern, der Tag des Todes sei noch fern. 2. Der Jüngling hofft des Greises Ziel, der Mann noch seiner Jahre viel, der Die letzten Dinge. 316 Greis zu vielen noch ein Jahr, und keiner nimmt den Irrtum wahr. 3. Sprich nicht: ich denk in Glück und Not im Herzen oft an meinen Tod; der, den der Tod nicht weiser macht, hat nie mit Ernst an ihn gedacht. 4. Wir leben hier zur Ewigkeit, zu tun, was uns der Herr gebeut, und unsres Lebens kleinster Teil ist eine Frist zu unserm Heil. 5. Der Tod rückt Seelen vor Gericht; da bringt Gott alles an das macht, was hier verborgen war, den Rat des Herzens, offenbar. 6. Drum, da dein Tod dir täglich dräut, so sei doch wacker und bereit, prüf deinen Glauben als ein Christ, ob er durch Liebe tätig ist. 7. Ein Herz, das Gottes Stimme hört, ihr folgt und sich vom Bösen kehrt, ein gläubig Herz, von Lieb erfüllt, dies ist es, was vor Gott nur gilt. 8. Gib, Herr, daß ich mit jedem Tag vor dir mein Herz erforschen mag, ob Liebe, Demut, Fried und Treu die Frucht des Geistes in mir sei; 9. Daß ich zu dir um Gnade fleh, stets meiner Schwachheit widersteh und einstens Licht und 317 Sterbelieder. einstens in des Glaubens Macht mit Freuden ruf: es ist vollbracht! Chr. F. Gellert, 1 1769. Mel. Herzlich tut mich ver⸗ langen ꝛc. 456 Die auf der Erde wallen, die Sterblichen, sind Staub; sie blühen auf und fallen, des Todes sichrer Raub. Ver⸗ borgen ist die Stunde, da Gottes Stimme ruft; doch jede, jede Stunde bringt näher uns der Gruft. 2. Getrost gehn Gottes Kinder die öde, dunkle Bahn, zu der verstockte Sünder verzweiflungsvoll sich nahn, wo selbst der freche Spötter nicht mehr zu spotten wagt, vor dir, Gott, seinem Retter, erzittert und verzagt. 3. Wenn diese Bahn zu gehen dein Will einst mir gebeut, wenn nahe vor mir stehen Gericht und Ewigkeit, wenn meine Kräfte beben und schon das Herz mir bricht: Herr über Tod und Leben, o dann verlaß mich nicht! 4. Hilf, Todesüberwinder, hilf mir in dieser Angst, der du zum Heil der Sünder selbst mit dem Tode rangst; und wenn des Kampfes Ende gewaltiger mich faßt, nimm mich in deine Hände, den du erlöset hast. Nr. 456, 457 5. Des Himmels Wonn und Freuden ermißt kein sterblich Herz; o Trost für kurze Leiden, für kurzen Todesschmerz! Dem Todes⸗ überwinder sei ewig Preis und Dank; Preis ihm, der für uns Sünder den Kelch des Todes trank! 6. Heil denen, die auf Erden sich schon dem Himmel weihn, die aufgelöst zu wer⸗ den, mit heilger Furcht sich freun! Bereit, es Gott zu geben, wenn er, ihr Herr, gebeut, gehn sie getrost durchs Leben hin zur Unsterblichkeit. G. Bened. Funck, 1 1814. Mel. Christus, der ist mein Leben ꝛc. 4 57 Och weiß, an wen N ich glaube und daß mein Heiland lebt, der aus dem Todesstaube den Geist zu sich erhebt. 2. Ich weiß, an wem ich hange, wenn alles wankt und weicht, der, wenn dem Herzen bange, die Retterhand mir reicht. 3. Ich weiß, wem ich vertraue, und, wenn mein Auge bricht, daß ich ihn ewig schaue, ihn selbst von Angesicht. 4. Er trocknet alle Tränen so tröstend und so mild, und mein unendlich Sehnen wird nur durch ihn gestillt. 21⁷ EI Nr. 458, 459 5. Ich weiß, beim luri erstehen, wenn ich verkläret bin, werd ich mit Jesu gehen durch Ewigkeiten hin. Vers 1—4 von A. H. Niemeyer, + 1828. Vers 5 von A. Knapp, + 1864. Begräbnislieder. Mel. Schwing dich auf zu ꝛc. 4 58 Einen guten Kampf hab ich auf der Welt gekämpfet; denn Gott hat mir gnädiglich all mein Leid gedämpfet; daß ich meines Lebens Lauf seliglich vollendet und die Seele himmelauf Christo zugesendet. 2. Forthin ist mir bei⸗ gelegt der Gerechten Krone, die mir wahre Freud erregt vor des Himmels Throne; forthin meines Lebens Licht, dem ich hier vertrauet; meines Gottes Angesicht meine Seele schauet. 3. Diese gar verderbte Welt ist, was meinem Leben nunmehr gänzlich nicht ge⸗ fällt; drum ich mich ergeben meinem Jesu, da ich bin jetzt in lauter Freuden; denn sein Tod ist mein Gewinn, mein Verdienst sein Leiden. 4. Gute Nacht, ihr meine Freund, ihr, o meine Lieben! Alle, die ihr um mich weint, laßt euch nicht betrüben diesen Schritt, den ich nun tu in Die letzten Dinge. 318 die Erde nieder; schaut, die Sonne geht zur Ruh, kommi doch morgen wieder. H. Albert, 1 1651. 459 RToenbeite. der stillen Einsamkeit! Ruhet bis das End erscheine, da der Herr euch zu der Freud rufen wird aus euren Grüften zu den freien Himmelslüften. 2. Nur getrost, ihr werdet leben, weil das Leben, euer Hort, die Verheißung hat ge⸗ geben durch sein teuer wertes Wort: die in seinem Namen sterben, sollen nicht im Tod verderben. 3. Und wie sollt im Grabe bleiben, der ein Tem⸗ pel Gottes war, den der Herr ließ einverleiben seiner auserwählten Schar, die er selbst mit seinem Sterben hat gemacht zu Himmels⸗ erben? 4. Nein, d Tod nicht halten, die kann der die des Herren Glieder sind. Muß der Leib im Grab erkalten, da man nichts als Asche findt; wenn des Herren Hauch drein bläset, grünet neu, was hier verweset. 5. Jesus wird, wie er erstanden, auch die Seinen einst mit Macht führen aus des Todes Banden, führen aus des Grabes Wahen em neui ente dem ewgen Himmelsfrieden, 319 Begräbnislieder. den er seinem Volk be⸗ schieden. 6. Ruhet wohl, ihr Toten⸗ beine, in des Grabes Dun⸗ lelheit! Ruhet, bis der Herr erscheine an dem Ende dieser Zeit! Da sollt ihr mit neuem Leben herrlich ihm entgegenschweben. F. C. Hiller, 4 1726. Mel. Jesus, meine Zuversicht ꝛe. 460 25 mir und morgen dir! So hört man die Glocken klingen, wenn wir die Verstorbnen hier auf den Todesacker bringen. Aus den Gräbern rufts herfür: heute mir und morgen dir! 2. Heute rot und morgen tot! Unser Leben eilt auf Flügeln, und wir habens täglich not, daß wir uns an andern spiegeln; wie bald ruft des Herrn Gebot: heute rot und morgen tot! 3. Mensch, es ist der alte Bund, und der Tod zählt keine Jahre; bist du heute noch gesund, denk an deine Totenbahre; jedem kommt die letzte Stund: Mensch, das ist der alte Bund. 4. Ach, wer weiß, wie nah mein Tod! Ich will sterben, eh ich sterbe; so wird mir die letzte Not, wenn sie kommt, doch nicht Nr. 460, 461 so herbe. Rüste mich dazu, mein Gott! Ach, wer weiß, wie nah mein Tod! 5. Selig, wer in Christo stirbt! denn ihm wird der Tod zum Leben; wer das Leben hier erwirbt, dem nur wird es dort gegeben. Wer nicht lebet, der verdirbt; selig, wer in Christo stirbt! B. Schmolck, 1737. Mel. Der lieben Sonne Licht und ꝛc. (Die Christen gehn 461 von Ort zu Ort durch mannigfaltgen Jam⸗ mer und kommen in den Friedensport und ruhn in ihrer Kammer. Gott nimmt sie nach dem Lauf in seinen Armen auf; das Weizen⸗ korn wird in sein Beet auf Hoffnung reicher Frucht gesät. 2. Wie seid ihr doch so wohl gereist! Gelobt sein eure Schritte, du allbereits befreiter Geist, du jetzt ver⸗ lassne Hütte! Du, Seele, bist beim Herrn, dir glänzt der Morgenstern; euch Glie⸗ der deckt mit sanfter Ruh der Liebe stiller Schatten zu. 3. Wir freun uns in Gelassenheit der großen Of⸗ fenbarung; indessen bleibt das Pilgerkleid in heiliger Verwahrung. Wie ist das Glück so groß: in Jesu Arm und Schoß! Die Liebe fůühr führ uns gleiche Bahn, so tief hinab, so hoch hinan. N. L. Graf v. Zinzendorf, 1 1760. Mel. Jesu, komm doch selbst ꝛc. 462 Aler Gläubgen Sammelplatz ist da, wo ihr Herz und Schaß wo ihr Heiland Jesus Christ und ihr Leben hier schon ist. 2. Eins geht da, das andre dort in die ewge Heimat fort, ungefragt, ob die und der uns nicht hier noch nützlich wär. 3. Doch der Herr kann nichts versehn; und wenn es nun doch geschehn, hat man nichts dabei zu tun, als zu schweigen und zu ruhn. 4. Manches Herz, das nicht mehr da, geht uns freilich innig nah doch, o Liebe, wir sind dein, und du willst uns alles sein. Nach N. L. Graf v. Zinzendorf, + 1760, und Chr. Gregor, 1801. Mel. Nun laßt uns den Leib ꝛc. 0 zun bringen wir 463 N den Leib zur Ruh und decken ihn mit Erde zu, den Leib, der nach des Schöpfers Schluß zu Staub und Erde werden muß. 2. Er bleibt nicht immer Asch und Staub, nicht im⸗ mer der Verwesung Raub; Nr. 462, 463 Die letzten Dinge. 32⁰ er wird, wenn Christus einst erscheint, mit seiner Seele neu vereint. 3. Hier, Mensch, hier lerne, was du bist, lern Raa was unser Leben ist. Nach Sorge, Furcht und mancher Not kommt endlich noch zuletzt der Tod. 4. Schnell schwindet unsre Lebenszeit: auf Sterben folgt die Ewigkeit. Wie wir die Zeit hier angewandt, so folgt der Lohn aus Gottes Hand. 5. So währen Reichtum, Ehr und Glück, wie wir selbst, einen Augenblick; so währt auch Kreuz und Trau⸗ rigkeit, wie unser Leben, kurze Zeit. 6. O sichrer Mensch, be⸗ sinne dich! Tod, Grab und Richter nahen sich. In allem, was du denkst und tust, bedenke, daß du sterben We Hier, wo wir bei den Grabem stehn, soll jeder zu dem Vater flehn: ich bitt, o Gott, durch Christi Blut, machs einst mit meinem Ende gut! 8. Laßt alle Sünden uns bereun, vor unserm Gott uns kindlich scheun. Wir sind hier immer in Gefahr; nehm jeder seine Seele wahr! 9. Wenn unser Lauf voll⸗ endet ist, so sei uns nah, Herr Herr Jesu Christ! Mach uns das Sterben zum Ge⸗ winn; zieh unsre Seelen zu dir hin! 10. Und wenn du einst, du Lebensfürst, die Gräber mächtig öffnen wirst, dann laß uns fröhlich auferstehn und dort dein Antlitz ewig sehn! Ehrenf. Liebich, 4 1780. 46 4 Mluferstehn, ja, auf⸗ erstehn wirst du, mein Staub, nach kurzer Ruh! Unsterblichs Leben wird, der dich schuf, dir geben! Halleluja! 2. Wieder aufzublühn, werd ich gesät! Der Herr der Ernte geht und sammelt Garben uns ein, uns ein, die starben! Halleluja! 3. Tag des Danks, der Freudentränen Tag! du meines Gottes Tag! Wenn ich im Grabe genug ge⸗ schlummert habe, erweckst du mich! 4. Wie den Träumenden wirds dann uns sein; mit Jesu gehn wir ein zu seinen Freuden! Der müden Pilger Leiden sind dann nicht mehr. 5. Ach, ins Allerheiligste führt mich mein Mittler, dann lebt ich im Heiligtume zu seines Namens Ruhme. Halleluja! F. G. Klopstock, 4 1803. 32¹ Begräbnislieder. Nr. 464, 465 Mel. Jesus, meine Zuversicht ꝛc. 465 Get nun hin und grabt mein Grab, denn ich bin des Wanderns müde; von der Erde scheid ich ab, denn mir ruft des Himmels Friede, denn mir ruft die süße Ruh von den Engeln droben zu. 2. Geht nun hin und grabt mein Grab; meinen Lauf hab ich vollendet, lege nun den Wanderstab hin, wo alles Irdsche endet; lege selbst mich nun hinein in das Bette sonder Pein. 3. Was soll ich hienieden noch in dem dunkeln Tale machen? Denn wie mächtig, stozz und hoch wir auch stellen unsre Sachen, muß es doch wie Sand zergehn, wenn die Winde drüber wehn. 4. Darum, Erde, fahre wohl, laß mich nun in Frieden scheiden! Deine Hoffnung, ach, ist hohl, deine Freuden selber Leiden, deine Schönheit Unbestand, eitel Wahn und Trug und Tand. 5. Darum letzte gute Nacht, Sonn und Mond und liebe Sterne. Fahret wohl mit eurer Pracht; denn ich reis in weite Ferne, reise hin zu jenem Glanz, worin ihr verschwindet ganz. 6. Die ihr nun in Trauern geht, fahret wohl, ihr lieben Freunde; Nr. 466 Freunde; was von oben niederweht, tröstet ja des Herrn Gemeinde; weint nicht ob dem eitlen Schein, droben nur kann ewig sein. 7. Weinet nicht, daß ich nun will von der Welt den Abschied nehmen, daß ich aus dem Irrtum will, aus dem Schatten, aus dem Schemen, aus dem Eiteln, aus dem Nichts hin ins Land des ewgen Lichts. 8. Weinet nicht! Mein süßes Heil, meinen Heiland, hab ich funden, und ich habe auch mein Teil in den warmen Herzenswunden, woraus einst sein heilges Blut floß der ganzen Welt zu gut. 9. Weint nicht, mein Er⸗ löser lebt! Hoch vom finstern Erdenstaube hell empor die Hoffnung schwebt, und der Himmelsheld, der Glaube, und die ewge Liebe spricht: Kind des Vaters, zittre nicht! E. M. Arndt, 1 1860. Mel. Ich hab mein Sach ꝛc. A. 466 Wohlauf, wohlan, zum letzten Gang! Kurz ist der Weg, die Ruh ist lang. Gott führet ein, Gott führet aus: wohlan, hinaus! Kein Blei⸗ ben ist im Erdenhaus. Die letzten Dinge. 2. Du Herberg in der Wanderzeit, gehab dich wohl und laß dein Leid! Schleuß nur getrost die Pforte zul Was trauerst du? Dein Gast geht hin zur ewgen Ruh. 3. Tragt ihn fein sanst ins Schlafgemach, ihr Lie⸗ ben, folgt ihm segnend nach! Hab gute Nacht! Der Tag war schwül im Erdgewühl: hab gute Nacht, die Nacht ist kühl. 4. Ein Festschmuck ist des Sarges Tuch, ein Siegeszug der Leichenzug. Triumph, der Herr macht gute Bahn: sein Kreuz voran,— das winkt und deutet himmelan. 5. Ihr Glocken, tönt hoch⸗ festlich drein und läutet hell den Sabbat ein, der nach des Werktags kurzer Frist durch Jesum Christ für Gottes Volk vorhanden ist. b. 6. O selig, wer das Heil erwirbt, daß er im Herrn, in Christo stirbt! O selig, wer, vom Laufe matt, die Gottesstadt, die droben ist, gefunden hat! 7. Was suchst du, Mensch, bis in den Tod? Du suchst so viel, und eins ist notl Die Welt beut ihre Güter feil; denk an dein Heil, und wähl in Gott das beste Teil. 32² 32 8 ö 323 8. Was sorgst du bis um letzten Tritt? Nichts brachtest du, nichts nimmst du mit. Die Welt vergeht mit Lust und Schmerz; schau himmelwärts! Da, wo dein Sghatz ist, sei dein Herz. 9 9. Mit Gott bestell dein Haus bei Zeit, eh dich der Tod an Tote reiht; sie rufen: getern wars an mir, heut ists an dir! Hier ist kein Stand, kein Bleiben hier. 10. Vom Freudenmahl zum Wanderstab, aus Wieg und Bett in Sarg und Grab! Wann, wie und wo, ist Gott bewußt. Schlag an die Brust! Ddu mußt von dannen, Mensch, du mußt! 11. Da ist kein Sitz zu reich, zu arm, kein Haupt zu hoch, kein Herz zu warm, da blüht zu schön kein Wangenrot; im Finstern droht der Tod und überall der Tod. 12. Ach, banges Herz im Leichental, wo ist dein Licht, dein Lebensstrahl? Du bist es, Jesu, der mit Macht aus Gräbernacht das Leben hat ans Licht gebracht. 13. Dein Trostwort klingt so hoch und hehr: wer an mich glaubt, stirbt nimmer⸗ mehr! Dein Kreuz, dein Grab, dein Auferstehn, dein Himmelgehn läßt uns den Himmel offen sehn. Begräbnislieder. Nr. 467 14. Wohl dem, der, Herr, mit dir vertraut, schon hier die ewgen Hütten baut! Er sieht das Kleinod in der Fern und kämpfet gern und harrt der Zukunft seines Herrn. C. 15. Nun, Tor des Frie⸗ dens, öffne dich! Hinein!— hier schließt die Wallfahrt sich. Ihr Schlummernden im Friedensreich, gönnt allzu⸗ gleich auch ihm(ihr) ein Räumlein neben euch. 16. Viel Gräber sind an diesem Ort, viel Wohnungen im Himmel dort; bereitet ist die Stätte schon am Gnaden⸗ thron, bereitet ihm(ihr) durch Gottes Sohn. 17. Sein ist das Reich mit Allgewalt; er zeugt und spricht: ich komme bald! Ja, komm, Herr Jesu, führ uns ein! Wir harren dein; Amen, dein laß uns ewig sein! Chr. Fr. H. Sachse, 4 1860. Beim Tode der Eltern. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt ꝛe. 467 Vober, hier im Erdenschoße ruhst du lange nun forthin; bald wird auch mit grünem Moose sich dein stilles Grab umziehn; Stürme werden drüber fliegen, Schnee auf deinem Bette liegen. EI. Nr. 468 2. Doch in unsern treuen Herzen wird dein Geist, dein Bild, dein Wort unter tiefen Liebesschmerzen unvergänglich leben fort, wie du liebend uns umfangen und in Frie⸗ den hingegangen. 3. O wie heilig ist dies Bette, wo der Herr dich hingelegt! O wie teuer diese Stätte, die nun dein Ge⸗ beine hegt, das im ewgen Osterwehen himmlisch klar soll auferstehen! 4. Schlafse wohl, o Vater, schlafe deiner Wallfahrt Lei⸗ den aus, bis der Hirte seine Schafe sammelt in des Va⸗ ters Haus! Sanft sei dir der letzte Schlummer, dein Erwachen ohne Kummer! 5. Jesus Christus, Herr der Toten! der du nichts von dem verlierst, was dein Vater dir geboten, daß dus zur Vollendung führst: dieses Vaters Geist und Ende legen wir in deine Hände! 6. Komm, in unser Herz zu geben deiner Wahrheit hellen Schein, daß, wenn sich die Toten heben, unser Vater ohne Pein spreche bei des Herrn Erscheinen: sieh, hier bin ich und die Meinen! A. Knapp, 1 1864. Mel. Wie nach einer Wasserquelle ꝛc. 46 8 Eingef argt zum letzten Schlum⸗ mer, blaß,‚, in weißem Die letzten Dinge. Schmerzen, ohne Kummer, seh ich dich mit stillem Leid, vielgetreue Mutter du! n trägt man dich zur Ruh; schlummre süß stunde! 2. Auge, das mit Lieb und Sehnen oft die Seinen angeblickt, segnend, mit viel tausend Tränen haben wir dich zugedeckt. Nie auf dieser Erde mehr blickst du zärtlich auf uns her; doch zu Wiedersehens Grüßen wirst du heller dich erschließen. 3. Hand, die treulich uns geleitet, die uns nichts als Liebe gab, Freud und Trost um uns verbreitet, ruhe nun im stillen Grab! Unermüdet war dein Fleiß, und dein Tagewerk war heiß. Wenn die Toten auferstehen, wird in dir die Palme wehen. 4. Edler Mund, zum Reinen, Großen und zu Lieb und mildem Wort freund⸗ lich, lieblich aufgeschlossen, nimmer tönest du hinfort; aber was die Lippe naß tönt in unserm Herzen nach, bis du, wenn die Gräber springen, Gott wirst Halle⸗ luja singen. 5. Herz, das ohne Falsch geschlagen, das in Liebe nie geruht, das uns iute no 324 (schwarzem) Sterbekleid, ohne im kühlen Grunde bis zur Auferstehungs⸗ 325 Beim Tode von Ehegatten. noch getragen, ruhe sanft in Gottes Hut! Weinend, dankend rufen wir: ewger Segen folge dir! Wenn die Grüfte sich bewegen, schlage wieder uns entgegen! 6. Dann wird froh die Waäne fließen, wie sie jetzt in Trauer fließt; froh wird dich dein Kind begrüßen, das dich heut in Tränen grüßt; dann, dann wird der schwere Stein weg von dei⸗ nem Grabe sein. Christus war im Tod dein Leben; ewig darfst du vor ihm schweben. A. Knapp, 1 1864. Beim Tode von Ehe⸗ gatten. Mel. Nach einer Prüfung kurzer Tage ꝛe. Metrübtes Herze, 469 V sei zufrieden, ob dich schon schwerer Kummer plagt; der Himmel bleibt dir doch beschieden, den dir dein Jesus zugesagt; kein Kummer, keine Not und Pein kann dir, mein Herz, im Wege sein. 2. Hn schwimmest du in heißen Tränen, das ist der Witwen täglich Brot; du quälest dich mit bangem Sehnen, denn dein Geliebter ist ja tot. Ists möglich, wenn das Herz entzwei, daß noch der Mensch lebendig sei? Nr. 469 3. Die Krone fiel von deinem Haupte, der Baum starb, so dir Schatten gab; die Sonne, die kein Nebel raubte, geht unter und sinkt in ihr Grab. O welch ein Schmerz, welch eine Nacht, in welche dich der Tod ge⸗ bracht! 4. Die armen Waisen stehn verlassen, wie Schäflein, wenn der Hirte fehlt; ihr Herze weiß sich nicht zu fassen, indem es sieht, was deines quält; ihr fragend Wort, ihr Schmerzensblick ruft dir, was du verlorst, zurück. 5. So weine nur, be⸗ trübtes Herze, und klage Gott dein schweres Leid; er ist auch in dem größten Schmerze mit seiner Hilf und Trost bereit; er ists, der, was dich jetzt erfüllt, er ists, der deinen Jammer stillt. 6. Drum halte ein mit deinen Tränen, versinke nicht in ihrem Meer; es bringt kein Klagen und kein Sehnen dir, was du wünschest, wieder her; doch wirst du, glaub, es wird geschehn, einst, den du liebest, wiedersehn. 7. Da wird kein Tod die Herzen scheiden, kein Kummer um das Lager stehn; da werdet ihr in tau⸗ send Freuden auf Salems Ealer Höhen gehn und, heller als der Sterne Schein, ann, Nr. 470 Mann, Weib ewig sein. 8. Indessen stille dein Gemüte, dein Jesus sorget selbst für dich; er hört der frommen Witwen Bitte, sein treues Herz erbarmet sich; er ist und bleibet allezeit auch dir mit Hilf und Trost bereit. G. B. Scharf, 4 1744. und Kinder Mel. Wenn mein Stündlein ꝛe. 470 Ab. Gott, ich muß in Traurigkeit mein Leben nun beschließen, dieweil der Tod von meiner Seit so eilends hat gerissen mein treues Herz, der Tugend Schein; des muß ich jetzt beraubet sein. Wer kann mein Elend wenden? 2. Wenn ich an ihre Freundlichkeit gedenk in meinem Herzen, die sie mir hat zu jeder Zeit, in Freud und auch in Schmerzen, er⸗ wiesen ganz beständiglich, mein Kreuz und Weinen mehret sich, vor Angst möcht ich vergehen. 3. Bei wem soll ich auf dieser Welt rechtschaffne Liebe finden? Der meiste Teil nicht Glauben hält, die Treu will gar verschwinden. Ich glaub und red es ohne Scheu: die best ist doch getraute Treu; der muß ich jetzt entraten. 4. Fürwahr, mir geht ein scharfes Schwert jetz⸗ Die letzten Dinge. und durch meine Seele, die abzuscheiden oft begehrt aus ihres Leibes Höhle. Wo du nicht, o.m Jesu Christ, in solchem Kreuz mein Tröster bist, muß ich vor Leid ver⸗ zagen. 5. O treugeliebtes selig Herz, zu dir will ich mich wenden in diesem meinem großen Schmerz, ob sich mein Angst wollt wenden; ich will betrachten deinen Stand, wie Gott dir alles Kreuz gewandt in höchste Freud und Wonne. 6. Kein Angst, kein Trüb⸗ sal, Weh und Not kann dich jetzund verletzen; im Himmel will der 09H e0 Gott mit Liebe dich ergötzen. Die Seele schaut mit Lust und Freud den Herrn in seiner Herrlichkeit mit allen Aus⸗ erwählten. 7. Du kommst nicht wieder her zu mir in dies betrübte Leben, ich aber komm hinauf zu dir; da werd ich mit dir schweben in höchster Freude, Wonn und Lust, die deine Seele täglich kost, drauf ich mich herzlich freue. 8. O wie mit großer Freudigkeit wolln wir ein⸗ ander kennen; da wird uns dann zu keiner Zeit der bittre Tod mehr trennen. Ach, welche Freude wird dann sein, wenn ich dih ie — — E E HOE& C die ich jetzt bewein, mit Freuden werd umfangen. 9. Dies will ich stets in meinem Leid mir zu Ge⸗ müte führen, erwarten in Geduld die Zeit, wie Christen will gebühren. Gott alles Trostes steh bei mir und mich durch seinen Geist regier zu seines Namens Ehren. Joh. Heermann, 1 1647. ig ꝛc. 471 Ge² zum Schlum⸗ mer ohne Kum⸗ mer, teures, gottvertrautes erz! Nun ists stille, deine Hüle schläft hier aus den letzten Schmerz, und die Lebe, wenn auch trübe, schaut durch Tränen himmel⸗ wärts. 2. Geh zur Ruhe, tu, o tue friedevoll die Augen zu! Vielgeliebte,‚ Vielgeübte, deines Gatten Wonne du! All die Deinen, die hier weinen, gönnen doch dir deine Ruh! 3. Schlafe, schlafe! Seine Schafe kennt auch hier der treue Hirt. O hier schwindet, was da bindet, was die Seelen quält und irrt! Dies Verwesen schafft Ge⸗ nesen, das dich ewig freuen wird. 4. Jauchzend stehen, wiedersehen wird dich unsre Mel. Sieh, kont bin ich, Ehren⸗ ön 327 Beim Tode von Ehegatten. Nr. 471, 47²2 Liebe dann, deren Zähre Gott zur Ehre bitter, doch im Glauben rann. Dann beim Krönen wird ertönen, was die ewge Liebe kann. 5. Herr, ten hel uns und lasse leuchten hell dein Angesicht; stets behüte deine Güte dieses Grab mit dter uutd d Laß dich loben hier und droben; denn die Liebe stirbet nicht! A. Knapp, 1 1864. Beim Tode von Kindern. Mel. Ermuntre dich, mein ꝛc. 472 Dr bist zwar mein und bleibest mein; wer will mirs anders sagen? Doch bist du nicht nur mein allein; der Herr von ewgen Tagen, der hat das meiste Recht an dir, der fordert und erhebt von mir— dich, o mein Kind, mein Wille, mein Herz und Wunsches Fülle. 2. Ach, gält es wünschen, wollt ich dich, du Sternlein meiner Seelen, vor allem Weltgut ewiglich mir wün⸗ schen und erwählen; ich wollte sagen: bleib bei mir; du sollst sein meines Hauses Zier; an dir will ich mein Lieben bis in mein Sterben üben. 3. So sagt mein Herz und meint es gut; Gott aber meints noch besser; groß Nr. 473 groß ist die Lieb in meinem Mut; in Gott ist sie noch größer. Ich bin ein Vater und nichts mehr,— Gott ist der Väter Haupt und Ehr, ein Quell, daraus die Jungen und Alten sind ent⸗ sprungen. 4. Ich sehne mich nach meinem Sohn, und der mir ihn gegeben, will, daß er nah an seinem Thron im Himmel solle leben. Ich sprech: ach weh, mein Licht verschwindt! Gott spricht: willkommen, liebes Kind, dich will ich bei mir haben und ewig reichlich laben. 5. O süßer Rat, o schönes Wort und heilger, als wir denken! Bei Gott ist ja kein böser Ort, kein Unglück und kein Kränken, kein Angst, kein Mangel, kein Versehn; bei Gott kann keinem Leid geschehn; wen Gott versorgt und liebet, wird nimmer⸗ mehr betrübet. ich doch 6. Ach dürft von ferne stehn und nur ein wenig hören, wenn deine Sinne sich erhöhn und Gottes Namen ehren, der heilig, heilig, heilig ist, durch den du auch geheiligt bist; ich weiß, ich würde müssen vor Freuden Tränen gießen. 7. Nun denn, es sei und bleib also! Ich will nicht Die letzten Dinge. 328 3²⁸ um dich weinen; du lebst hat und bist von Herzen froh, siehst lauter Sonnen scheinen, die Sonnen ewger Freud und Ruh; da leb und bleib nur immerzu; wills Gott, will ich mit andern auch bald hinüberwandern. P. Gerhardt, 4 1676. Mel. Vater eich: im Himmel⸗ ꝛc. ret 473 Soeen Grab. du liebes Kind so hold und fein! Geh hin und schlaf in stiller Ruh in deinem engen Kämmerlein! Schlaf, bis der Toten Schar erwacht, schlaf sanft! Viel tausend gute Nacht! 2. Wohl dir, du schlossst früh den Lauf in diesem armen Fremdlingsland; die Seele eilte himmelauf, zu ruhen in des Herren Hand. Schlaf, bis der Toten Schar erwacht, tausend gute Nacht! 3. Dich hat noch nie die Welt betrübt mit ihrer fal⸗ schen Sündenlust; nun hast du, was die Wonne gibt, du ruhst an deines Wle Brust und schläfst, bis alle Welt erwacht. Schlaf sanft! Viel tausend gute Nacht! 4. Dich hat des Vaters Herz versorgt, du lebst in seinem Himmelshaus: 5 at * schlaf sanft! Viel der hero Wel 328 329 lebst hat er deinen Leib geborgt roh, einen, Freud bleib Gott, auch P 1676. nmel⸗ hin, he zu, und laf in engen bis wacht, usend lossst iesem die Zand. Schar Viel ie die fal⸗ hast der Erd, daß sie ihn geb heraus, wenn wieder alle Welt erwacht. Schlaf sanft! Mel tausend gute Nacht! 5. Ihr Engel, stehet um die Gruft, bewahret freund⸗ lich dies Gebein, bis der⸗ maleinst die Stimme ruft: komm her, mein Kind, ach, komm 1120r— Nun schlaf, bis alle Welt erwacht. Schlaf sanft! Viel tausend gute Nacht! 6. Geh hin! Ich folge dieser Bahn, die Seligkeit mit dir zu sehn; da werd ich, neu dir zugetan, er⸗ freut vor meinem Heiland stehn. Wohl mir, wenn ich, dir gleich gemacht, der Welt darf geben gute Nacht! S. Bornmeister, 4 1688. Mel. Herzlich tut mich ver⸗ langen ꝛc. 47 4 So hab ich obge⸗ sieget, mein Lauf ist nun vollbracht; ich bin gar wohl vergnüget und sag euch gute Nacht! Ihr aber, meine Lieben, klagt nicht so ängstiglich. Was wollt ihr euch betrüben? Stehts doch sehr gut um mich. 2. Fahrt hin, o Angst und Schmerzen, fahrt immer, immer hin! Ich freue mich von Herzen, daß ich erlöset bin. Ich leb in tau⸗ Beim Tode von Kindern. Nr. 474 send Freuden in meines Schöpfers Hand; mich trifft und rührt kein Leiden, so dieser Welt bekannt. 3. Die noch auf Erden wallen in irrtumsvoller Zeit, vermögen kaum zu kallen von froher Ewigkeit. Viel besser wohlgestorben, als in der Welt gelebt; die Schwachheit ist verdorben, worinnen ich geschwebt. 4. Zum Schmucke bringt mir Kränze, damit mein Sarg noch prangt; aus jenem Himmelslenze hat meine Seel erlangt die ewig grüne Krone; die werte Siegespracht rührt her von Gottes Sohne, der hat mich so bedacht. 5. Noch netzet ihr die Wangen, ihr Eltern, über mir; euch hat das Leid um⸗ fangen, das Herze bricht euch schier. Des Vaters treue Liebe sieht sehnlich in mein Grab, die Mutter stehet trübe und kehrt die Augen ab. 6. Ich war euch nur ge⸗ liehen auf eine kurze Zeit; Gott will mich zu sich ziehen, drum werfet hin das Leid und sprecht: Gott hats ge⸗ geben, Gott hats zu nehmen Macht; er nimmts zum ewgen Leben, er hat es wohlgemacht! G. W. Sacer, 1 1699. D —— Mel. Es ist genug, so nimm, err ꝛc. 5 euch hin, mein 47⁵ 3 Kind! Gott selber fordert dich aus dieser argen Welt. Ich leide zwar, dein Tod betrübet mich; doch weil es Gott gefällt, so unterlaß ich alles Klagen und will mit stillem Geiste Rahen zeuch hin, mein Kind! 2. Zeuch hin, mein Kind! Der Schöpfer hat dich mir nur in der Welt geliehn; die Zeit ist aus, darum be⸗ fiehlt er dir, nun wieder fortzuziehn. Zeuch hin, Gott hat es so versehen, was dieser will, das muß ge⸗ Wen zeuch hin, mein Kind! 3. Zeuch hin, mein Kind! Im Himmel findest du, was dir die Welt versagt; denn nur bei Gott ist wahrer Trost und Ruh, kein Schmerz, der Seelen plagt. Hier müssen wir in Aengsten schweben, dort kannst du ewig fröhlich leben; zeuch hin, mein Kind! 4. Zeuch hin, mein Kind! Wir folgen alle nach, sobald es Gott gefällt; du eilest fort, eh dir das Ungemach verbittert diese Welt. Wer lange lebt, steht lang im Leide, wer frühe stirbt, kommt bald zur Freude; zeuch hin, mein Kind! Nr. 475—477 Die letzten Dinge. 330⁰ 5. Zeuch hin, mein Kind!. Die Engel warten schon auf deinen frommen Geist; nun siehest du, wie Gottes lieber Sohn dir selbst die Krone weist. Nun wohl, die Seele ist entbunden, du hast durch Jesum überwunden; zeuch hin, mein Kind! G. Hoffmann, 1 17ʃ2. Mel. O Welt, ich muß dich lassen ꝛr. klei im⸗ 476 Auetseen un ihrer Unschuld sterben, so büßt man sie nicht ein; si werden nur dort obern vom Vater aufgehoben, damit sie unverloren sein. 2. Sie sind ja in der Taufe zu ihrem Christenlaufe für Jesum eingeweiht; si sind bei Gott in was soll es ihnen schaden, wenn er nun über sie gebeut? 3. O wohl auch diesem Kinde; es stirbt nicht zu ge⸗ schwinde. Zeuch hin, du liebes Kind! Du gehest ja nur schlafen und bleibest bei den Schafen, die ewig unsers Jesu sind. A. Rothe, 1 1758. Gericht und Ewigkeit. d ntag, 477 n dem hohen stürzt die Welt in drohen. Feuer⸗ lohen, wie Prophetenschwin naden; 330 ein Kind! schon auf eist; nun tes lieber ie Krone die Seele jast durch n; zeuch un, 1 1712, ich lassen ꝛr. eine Him⸗ zerben in rben, so ein; si ben vom damit sie in der istenlaufe Gu sie shoden chaden, e gebeut! ) diesem ht zu ge⸗ du liebes ja nur bei den sers Jesu )e, 1 1758. vigkeit. Zorntag, n hohen, Feuer⸗ nschwüre 331 Gericht und Ewigkeit. 2. Welch ein Graun wird . zur Stunde, wenn der tichter kommt und Kunde nimmt von allem bis zum Grunde! 3. Die Posaun im Wun⸗ dertone dröhnt durch Grüfte jeder Zone, sammelt alle vor dem Throne. 4. Erd und Tod wird schaun mit Beben alle Krea⸗ tur sich heben, Antwort vor Gericht zu geben. 5. Und ein Buch wird aufgeschlagen, drin steht alles eingetragen, des die Welt ist anzuklagen. 6. Wenn der Richter also sitzet, wird, was dunkel war, durchblitzet, vor der Rache nichts beschützet. 7. Ach, wie werd ich Armer stehen? wen zum Anwalt mir erflehen, wenn Gerechte schier vergehen? 8. König voll erhabner Schrecken! Gnade nur deckt unsre Flecken,— Gnade, Gnade laß mich decken! 9. Jesu, milder Heiland, siehe, wie ich Ziel war deiner Mühe, daß ich jenem Zorn entfliehe! 10. Hast dich matt um mich geschritten, hast am Kreuze mich erstritten; das sei nicht umsonst gelitten. 11. Richter mit der heil⸗ gen Wage, tilge wider mich die Klage vor dem großen Rachetage. Nr. 478 12. Sieh, ich seufze schuldbeladen, schamrot über chweren Schaden! Hör mein Flehen, Gott in Gnaden! 13. Du, der schuldfrei sprach Marien und dem Schächer noch verziehen, Hen auch Hoffnung mir verliehen. 14. Mein Gebet gilt nicht 0 teuer, aber laß mich, o u Treuer, nicht vergehn im ewgen Feuer! 15. Zu den Schafen mich geleite, von den Böcken in die Weite stelle mich zur rechten Seite. 16. Wenn Verworfne sich entfärben, die du hinsprichst ins Verderben, rufe mich mit deinen Erben. 17. Tief im Staub ring ich die Hände; zum zerknirschten Geist dich wende; Herr, ver⸗ walte du mein Ende! Nach dem Lateinischen(dies irae) des Thomas von Celano c um 1255) von A. Knapp, 4 1864. 478 itten wir im Leben sind mit dem Tod umfangen. Wer ist, der uns Hilfe tu, daß wir Gnad erlangen? Das bist du, Herr, alleine. Uns reuet unsre Missetat, die dich, Herr, erzürnet hat. Heiliger Herre Gott, heiliger, starker Gott, heiliger, barmherziger Heiland, du ewiger Gott, laß uns nicht versinken in des bittern Todes Not! Erbarm dich 71 Nr. 479, 480 2. Mitten in dem Tod anficht uns der Höllen Ra⸗ chen. Wer will uns aus solcher Not frei und ledig machen? Das tust du, Herr, alleine. Es jammert dein Barmherzigkeit unsre Sünd und großes Leid. Heiliger 11 Gott, heiliger, starker ott, heiliger, barmherziger Heiland, du ewiger Gott, laß uns nicht verzagen vor der tiefen Höllen Glut! Er⸗ barm dich unser! 3. Mitten in der Höllen Angst unsre Sünd uns trei⸗ ben. Wo solln wir denn fliehen hin, da wir mögen bleiben? Zu dir, Herr Christ, alleine! Vergossen ist dein teures Blut, das gnug für die Sünde tut. Heiliger Herre Gott, heiliger, starker Gott, heiliger, barmherziger Heiland, du ewiger Gott, laß uns nicht entfallen von des rechten Glaubens Trost! Erbarm dich unser! 20— tichen vien 55. 3 nach dem lateinischen Lied des Notker von St. Gallen, 4 912. V. 2 u. 3 von Luther, 1546. 479 Wachet auf! ruft uns die Stimme der Wächter sehr hoch auf der Zinne, wach auf, du Stadt Jerusalem! Mitternacht heißt diese Stunde; sie rufen uns mit hellem Munde: wo seid ihr klugen Jungfrauen? Wohl⸗ Die letzten Dinge. 332 auf, der Bräutgam kömmt! Steht auf, die Lampen nehmt! Halleluja! Macht euch be⸗ reit zu der Hochzeit; ihr müsset ihm entgegengehn. 2. Zion hört die Wächter singen, das Herz will ihr vor Freude springen, sie wachet und steht eilend auf. Ihr Freund kommt vom Himmel prächtig, von Gna⸗ den stark, von Wahrheit mächtig, ihr Licht wird hell, ihr Stern geht auf. Nun komm, du werte Kron, Herr Jesu, Gottes Sohn! Hosianna! Wir folgen all zum Freuden⸗ saal und halten mit das Abendmahl. 3. Ehr und Preis sei dir gesungen mit Menschen⸗ und mit Engelzungen, mit Harfen und mit Zimbeln schön. Von zwölf Perlen sind die Tore an deiner Stadt; wir stehn im Chore der Engel hoch um deinen Thron. Kein Aug hat je gesehn, kein Ohr hat je gehört solche Freude; drum jauchzen wir und singen dir das Halleluja für und für. Ph. Nicolai, 1 1608. 480 Jerusalem, du N hochgebaute Stadt, wollt Gott, ich wär in dir! Mein sehnlich Herz so groß Verlangen hat und ist nicht mehr bei mir. Weit über Berg und Tale, weit über blaches Feld schwingt 6 8* es sich über alle und eilt aus dieser Welt. 2. O schöner Tag und noch viel schönre Stund, wann bist du endlich hier, da ich mit Lust und freiem Freudenmund die Seele geb von mir in Gottes treue Hände zum auserwählten Pfand, daß sie mit Heil an⸗ lände in jenem Vaterland? 3. O Ehrenburg, sei nun gegrüßet mir, tu auf der Gnaden Pfort! Wie große Zeit hat mich verlangt nach dir, eh ich bin kommen fort aus jenem bösen Leben, aus jener Nichtigkeit, und mir hat Gott gegeben das Erb der Ewigkeit! 4. Was für ein Volk, was für ein edle Schar kommt dort gezogen schon? Was in der Welt von Aus⸗ erwählten war, seh ich, die beste Kron, die 4*0 mir, der Herre, entgegen hat gesandt, da ich noch war von ferne in meinem Tränenland. 5. Propheten groß und Patriarchen hoch, auch Chri⸗ sten insgemein, die weiland trugen dort des Kreuzes Joch und der Tyrannen Pein, schau ich in Ehren schweben, in Freiheit überall, mit Klar⸗ heit hell umgeben, mit son⸗ nenlichtem Strahl. 6. Wenn dann zuletzt ich angelanget bin im schönen Paradeis, von höchster Freud 333 Gericht und Ewigkeit. Nr. 481 erfüllet wird der Sinn, der Mund von Lob und Preis; das Halleluja reine man singt in Heiligkeit, das Ho⸗ sianna feine ohne End in Ewigkeit: 7. Mit Jubelklang, mit Instrumenten schön, in Chö⸗ ren ohne 9 daß von dem Schall und lieblichen Getön sich regt der Freudensaal, mit hunderttausend Zungen, mit Stimmen noch viel mehr, als von Anfang gesungen das selge Himmelsheer. J. M. Meyfart, 1 1642. 481 Schöner Baterlond saal, Vaterland der Frommen, die aus gro⸗ ßer Qual dieses Lebens kom⸗ men und von keiner Lust in der Welt gewußt! 2. Sei mir hoch gegrüßt; dich such ich vor allen, weil ich öd und wüst in der Welt muß wallen und von Kreuz und Pein nie befreit kann sein. 3. Deinetwegen bloß trag ich dies mein Leiden, diesen Herzensstoß willig und mit Freuden; du versüßest mir alles Bittre hier. 4. Trüg mein armes Herz nicht nach dir Verlangen, o, in meinem Schmerz wär ich längst vergangen; du bist, einzig du, nichts sonst meine Ruh. 2²⁰ 5. Gott, du kennst vor⸗ hin alles, was mich kränket, und woran mein Sinn Tag und Nacht gedenket; niemand weiß um mich, als nur du und ich. 6. O wie werd ich mich dort an dir erquicken! Du wirst mich, und ich werde dich erblicken, ewig herrlich, reich und den Engeln gleich. 7. Schöner Himmelssaal, Vaterland der Frommen Ende meiner Qual, heiß mich zu dir kommen! Denn ich wünsch allein bald bei dir zu sein. S. Dach, 4 1659. wie selig seid 482 O ihr doch, ihr Frommen, die ihr durch den Tod zu Gott gekommen! Ihr seid entgangen aller Not, die uns noch hält gefangen. 2. Muß man hier doch wie im Kerker leben, da nur Sorge, Furcht und Schrecken schweben; was wir hier ken⸗ nen, ist nur Müh und Herze⸗ leid zu nennen. 3. Ihr dagegen ruht in eurer Kammer, sicher und befreit von allem Jammer; kein Kreuz und Leiden ist euch hinderlich in euren Freuden. 4. Christus wischet ab euch alle Tränen; ihr habt das schon, wonach wir uns sehnen; euch wird gesungen, was in keines Ohr allhier gedrungen. Nr. 482, 483 Die letzten Dinge. 334 5. Ach, wer wollte denn nicht gerne sterben und den Himmel für die Welt er⸗ werben? Wer wollt hier bleiben, sich vom Jammer länger lassen treiben? 6. Komm, o Herr, uns aus dem Joch zu spannen, lös uns auf und führ uns bald von dannen! Bei dir, o Sonne, ist der frommen Seelen Freud und Wonne. S. Dach, 4 1659. Cesus, meine Zu⸗ 485 J. ders un mein Heiland, ist im Leben. Dieses weiß ich, sollt ich nicht darum mich zufrieden⸗ geben; was die lange Todes⸗ nacht mir auch für Gedanken macht? 2. Jt er, mein Hei⸗ land, lebt, ich werd auch das Leben schauen, sein, wo mein Erlöser schwebt, warum sollte mir denn grauen? Lässet auch ein Haupt sein Glied, welches es nicht nach sich zieht? 3. Ich bin durch der Hoff⸗ nung Band zu genau mit ihm verbunden; meine starke Glaubenshand wird in ihn gelegt befunden, daß mich auch kein Todesbann ewig von ihm trennen kann. 4. Ich bin Fleisch und muß daher auch einmal zu Asche werden. Dieses weiß ich doch wird er mich er⸗ mecken 334 denn den t er⸗ hier mmer uns nnen, uns i dir, mmen onne. 1659. Zu⸗ und eben. t ich ieden⸗ odes⸗ anken Hei⸗ auch n, wo arum 335 wecken aus der Erden, daß ich in der Herrlichkeit um ihn sein mög allezeit. 5. Dann wird meiner Augen Licht diesen meinen Heiland kennen, und i selbst, ich zweifle nicht, werd in seiner Liebe brennen; nur die Schwachheit um und an wird von mir sein abgetan. 6. Seid getrost und hoch⸗ erfreut, Jesus trägt euch, seine Glieder; gebt nicht statt der Traurigkeit! Sterbt Christus ruft euch wie⸗ der, wenn einst die Posaun erklingt, die auch durch die Gräber dringt. 7. Nur, daß ihr den Geist erhebt von den Lüsten dieser Erden und euch dem schon jetzt ergebt, dem ihr dort vereint sollt werden. Schickt das Herze da hinein, wo ihr ewig wünscht zu sein. Wuise Henriette, Kurfürstin von Brandenburg(, 4 1667. 484 O Donnerwort, o Schwert, das durch die Seele bohrt, o Anfang sonder Ende! O Ewigkeit, Zeit ohne Iran ich weiß vor großer raurigkeit nicht, wo i mich hinwende; mein ganz erschrocknes Herz erbebt, wenn mir dies Wort im Sinne schwebt. ihr, Ewigkeit, du Gericht und Ewigkeit. Nr. 484 2. Kein Unglück ist in aller Welt, das endlich mit der Zeit nicht fallt, nicht endlich muß vergehen. Nur die unselge Ewigkeit ist ohne Maße, Ziel und Zeit, bleibt Unverändert stehen; ja, wie mein Heiland selber spricht: ihr Wurm und Feuer stirbet nicht. 3. O Ewigkeit, du machst mir bang! O ewig, ewig ist zu lang! Hier gilt fürwahr kein Scherzen. Drum, wenn ich diese lange Nacht zusamt der großen Pein betracht, erschreck ich recht von Herzen. Nichts ist zu finden weit und breit so schrecklich, als die Ewigkeit. 4. Ach, Gott, wie bist du so gerecht, wie strafest du den bösen Knecht so hart mit ewgen Schmerzen! Auf kurze Sünden dieser Welt hast du so lange Pein be⸗ stellt. Ach, nimm es wohl zu Herzen, bedenk es oft, o Menschenkind: kurz ist die Zeit, der Tod geschwind! 5. Wach auf, o Mensch, vom Sündenschlaf, ermuntre dich, verlornes Schaf, und bessre bald dein Leben! Wach auf, es ist sehr hohe Zeit, es kommt heran die Ewig⸗ keit, dir deinen Lohn zu geben. Vielleicht ist heut der letzte Tag; wer weiß doch, wie er sterben mag! Nr. 485, 486 Die letzten Dinge. 336 6. O Ewigkeit, du Donner⸗ 4. Im Himmel lebt der wort, o Schwert, das durch Christen Schar bei Gott viel die Seele bohrt, o Anfang tausend, tausend Jahr und sonder Ende! O Ewigkeit, werden des nicht müde; sie Zeit ohne Zeit, ich weiß vor haben mehr als Sonnenlicht, großer Traurigkeit nicht, wo sie sehen Gottes Angesicht, ich mich hinwende. Nimm sie haben goldnen Frieden, du mich, wenn es dir ge⸗ wo Christus gibt, wie er Prnd n. Jesu, in dein Eugel zt. Manna, so die Freudenzelt! a ö 7. Engel speist. 5. Ach, wie verlanget doch nach dir mein mattes Mel, OEwigkeit, du Donnerwortꝛe. Herze mit Begier, du über⸗ 485 O Ewigkeit, du selig Leben! Ach, bringe ů Freudenwort, mich, mein Gott, dahin, wo⸗ das mich erquicket fort und nach jetzt Seele, Mut und fort, o Anfang sonder Ende! Sinn mit allen Kräften O. Ewigkeit, Freud ohne streben. Der schnöden Welt Leid, ich weiß vor Herzens⸗ vergeß ich ganz und sehn fröhlichkeit nichts mehr vom mich nach des Himmels Weltelende, das uns in diesem Glanz. Leben quält, weil ich die 6. O Ewigkeit, du Freuden⸗ Ewigkeit erwählt. wort, das mich erquicket fort 2. Kein Herrlichkeit ist in und fort, o Anfang sonder der Welt, die endlich mit der Ende! O Ewigkeit, Freud Zeit nicht fällt und gänzlich ohne Leid, ich weiß von muß vergehen; allein die selge keiner Traurigkeit, wenn ich Ewigkeit bleibt ohne Jahre, mich zu dir wende. Herr Ziel und hen; bleibt unver⸗ Jesu, gib mir solchen Sinn, ändert stehen; ja, wie das bis ich dort ewig bei dir bin. Wort des Herren spricht: sie Nach K. Heunisch, 1690. welket und vergehet nicht. 3. O Ewigkeit, du währest Eigne Mel. u. Jesu, meines Lebens lang! Wenn mir auf Erden Leben 1. gleich ist bang, weiß ich, daß 486 Alle Menschen müs⸗ dies aufhöret; drum, wenn sen sterben, alles ich diese lange Zeit erwäge Fleisch vergeht wie Heu; was samt der Seligkeit, die ewig da lebet, muß verderben, soll nichts zerstöret, so acht ich es anders werden neu. Dieser alles Leiden kaum als einen Leib, der muß verwesen, ängstlich bösen Traum. wenn er anders soll genesen zu ——:———2—— 337 zu der großen Herrlichkeit, die den Frommen ist bereit. 2. Drum, so will ich dieses Leben, weil es meinem Gott beliebt, auch ganz willig von mir geben, bin darüber nicht betrübt; denn in meines Jesu Wunden hab ich schon Erlösung funden, und mein Trost in Todesnot ist des Herren Jesu Tod. 3. Christus ist für mich gestorben, und sein Tod ist mein Gewinn; er hat mir das Heil erworben, drum fahr ich mit Freuden hin, hin aus diesem Weltgetümmel in den schönen Gotteshimmel, da ich werde allezeit schauen Gottes Herrlichkeit. 4. Da wird sein das Freudenleben, da viel tau⸗ send Seelen schon sind mit Himmelsglanz umgeben, die⸗ nen Gott vor Aten Thron; da die Seraphinen prangen und das hohe Lied anfangen: heilig, heilig, heilig heißt Gott, der Vater, Sohn und Geist! 5. Da die Patriarchen wohnen, die Propheten all⸗ zumal; wo auf ihren Ehren⸗ thronen sitzet der Apostel Zahl: wo in soviel tausend Jahren alle Frommen hin⸗ gefahren, wo dem Herrn, der uns versöhnt, ewig Halle⸗ luja tönt. Gericht und Ewigkeit. Nr. 487 6. O Jerusalem, du schöne, ach, wie helle glänzest du! Ach, wie lieblich Lobgetöne hört man da in sanfter Ruh! O der großen Freud und Wonne! Jetzo gehet auf die Sonne, leßo gehet an der Tag, der kein Ende nehmen mag. 7. Ach, ich habe schon erblicket alle diese Herrlich⸗ keit; jetzo werd ich schön ge⸗ schmücket mit dem weißen Himmelskleid, mit der güld⸗ nen Ehrenkrone, stehe da vor Gottes Throne, schaue solche Freude an, die kein Ende nehmen kann. J. G. Albinus, 4 1679. Mel. Ich hab mein Sach Gott heimgestellt ꝛc. 487 Wie fleucht. der Menschen Zeit, wie eilet man zur Ewigkeit! Wie wenig denken an die Stund von Herzens⸗ grund, wie schweigt davon der träge Mund! 2. Das Leben ist gleich⸗ wie ein Traum, ein nichtger, leerer Wasserschaum, ein Augenblick, der schnell ver⸗ geht und nicht besteht, wie ihr dies täglich vor euch seht. 3. Nur du, Jehovah, bleibest mir das, was du bist; ich traue dir. Laß Berg und Hügel fallen hin, mir ists Gewinn, wenn ich allein bei Jesu bin. 488 4. So lang ich in der Hütte wohn, so lehre mich, o Gottes Sohn! Gib, daß ich zähle meine Tag und munter wach, daß, eh ich sterb, ich sterben mag. 5. Was hilft die Welt in letzter Not? Lust, Ehr und Reichtum in dem Tod? O Mensch, du läufst dem Schatten zu! Das merke du; du kommst sonst nicht zu wahrer Ruh. 6. Weg, Eitelkeit, der Toren Lust! Mir ist das höchste Gut bewußt; das such ich nur, das bleibet mir, so dort wie hier; Herr Jesu, zeuch mein Herz nach dir! 7. Was wird das Halt wenn ich dich seh und bald vor deinem Throne steh? Du unterdessen lehre mich, daß stetig ich mit klugem Herzen suche dich. J. Neander, 1 1680. Mel. Herzlich tut mich verlangen ꝛc. 488 edenke, Mensch, das Ende, be⸗ denke deinen Tod! Der Tod kommt oft behende; der heute frisch und rot, kann morgen und geschwinder hinweg⸗ gestorben sein; drum bilde dir, o Sünder, ein täglich Sterben ein. 2. Bedenke, Mensch, das Ende, bedenke das Gericht! Die letzten Dinge. 338 Es müssen alle Stände vor Jesu Angesicht; kein Mensch ist ausgenommen, dort muß ein jeder nahn und wird den Lohn bekommen, nachdem er hier getan. 3. Bedenke, Mensch, das Ende, der Hölle Angst und Leid, daß dich die Welt nicht blende mit ihrer Eitelkeit. Hier ist ein kurzes Freuen, dort aber ewiglich ein kläg⸗ lich, schmerzlich Schreien; ach, Sünder, hüte dich! 4. Bedenke, Mensch, das Ende, bedenke doch die Zeit, daß dich ja nichts abwende von jener Herrlichkeit, womit vor Gottes Throne die Seele wird gepflegt; dort ist die Lebenskrone den Frommen beigelegt. — 5. Herr, lehre mich be⸗ denken der Zeiten letzte Zeit, daß, sich nach dir zu lenken, mein Herze sei bereit. Laß mich den Tod betrachten und deinen Richterthron, laß mich auch nicht verachten der Hölle Sündenlohn. 6. Hilf, Gott, daß ich in Zeiten auf meinen letzten Tag mit Buße mich bereiten und täglich sterben mag. Im Tod und vor Gerichte steh mir, o Jesu, bei, daß ich im Himmelslichte zu wohnen würdig sei. Sam. Liscov(2), 4 1689. 2. genie Glar 339 Gericht und Ewigkeit. Nr. 489, 490 Nel. Erquicke mich, du Heil der ꝛc. ö 489 WSotte Männ, mein Leib schläft sanft und feig ein; die Liebe lässet mich Erwarmen bei ewig gnaden⸗ richem Schein. Dort hatt ih wenig Ruhestunden, hier hab ich sie in Gott gefunden. 2. Hier hab ich alles zu genießen, worauf mein Glaube sich gefreut; der Lebensquell läßt auf mich fießen die Ströme seiner Seligkeit. Mein Freuden⸗ meer ist Gottes Fülle; bei dem ist meine Seele stille. 3. Mein matter Leib schft in der Erden, er schlaͤt, bis ihn mein Freund erweckt. Die Asche wird zur Sonne werden, ob sie gleich Himmelsbrot der sinstre Nacht jetzt deckt; er wird mit Freuden auferstehen, mit mir vereint zur Hochzeit gehen. 4. Da wird das Lamm mich ewig weiden auf Auen selger Sicherheit; da ist das reuden in Ewigkeit für mich bereit; das hab ich schon von Gott em⸗ pfangen mit denen, die vor⸗ angegangen. 5. Ihr, die ihr jetzo Tränen speiset, denkt an des Himmels Freudenmahl; ob ihr noch durch die Wüste reiset, Gott bringt euch in den Ehrensaal; da werdet ihr mit Freuden sehen, wie wohl mir durch den Tod geschehen. Vor 1694. Mel. Valet will ich dir geben ꝛc. 490 Ea euch, ihr Frommen! Zeigt eurer Lampen Schein; der Abend ist gekommen, die finstre Nacht bricht ein; es hat sich aufgemachet der Bräuti⸗ gam mit Pracht. Auf, betet, kämpft und wachet! Bald ist es Mitternacht. 2. Macht eure Lampen fertig und füllet sie mit Oel und seid des Herrn gewär⸗ tig; bereitet Leib und Seel. Die Wächter Zions schreien: der Bräutigam ist nah. Be⸗ gegnet ihm in Reihen und singt Halleluja! 3. Ihr klugen Jungfraun alle, hebt nun das Haupt empor mit Jauchzen und mit Schalle zum frohen Engelchor! Die Tür ist aufgeschlossen, die Hochzeit ist bereit; auf, auf, ihr Reichs⸗ genossen! Der Bräutgam ist nicht weit. 4. Er wird nicht lang verziehen; drum schlafet nicht mehr ein! Man sieht die Bäume blühen, der schönste Frühlingsschein verheißt Er⸗ quickungszeiten; die Abend⸗ röte zeigt den schönen Tag von weitem, davor das Dunkel weicht. EII Nr. 491 5. Begegnet ihm auf Er⸗ den, ihr, die ihr Zion liebt, mit freudigen Gebaͤrden und seid nicht mehr betrübt! Es sind die Freudenstunden ge⸗ kommen, und der Braut wird, weil sie überwunden, die Krone nun vertraut. 6. Die ihr Geduld ge⸗ tragen und mit gestorben seid, sollt nun nach Kreuz und Klagen in Freuden sonder Leid mit leben und regieren und vor des Lammes Thron mit Jauchzen triumphieren in eurer Siegeskron. 7. Hier sind die Sieges⸗ palmen, hier ist das weiße Kleid; hier stehn die Weizen⸗ halmen in Frieden nach dem Streit und nach den Winter⸗ tagen; hier grünen die Gebein, die dort der Tod erschlagen; hier quillt der Freudenwein. 8. Hier ist die Stadt der Freuden, Jerusalem, der Ort, wo die Erlösten weiden; hier ist die sichre Pfort, hier sind die güldnen Gassen; hier ist der Freudensaal, da wir uns niederlassen zum ewgen Hoch⸗ zeitsmahl. 9. O Jesu, meine Wonne, komm bald und mach dich auf! Geh auf, ersehnte Sonne, und fördre deinen Lauf! O Jesu, mach ein Ende und führ uns aus dem Streit; wir heben Haupt und Hände nach der Erlösungszeit. L. Laurenti, 4 1722. Die letzten Dinge. 34⁰ Mel. Gott des Himmels ꝛc. 491 Wone Thrnn was ist das für eine Schar? Krone, Jeder träget eine glänzet gleich den Sternen klar; Halleluja singen all, loben Gott mit hohem Schall. 2. Wer sind die, so Palmen i tragen, wie ein Sieger in der Hand, wenn er seinen Feind erschlagen, hingestrecket in den Sand? Welcher Streit und welcher Krieg hat er⸗ zeuget diesen Sieg? 3. Wer sind die in reiner Seide göttlicher Gerechtigkeit, angetan mit weißem Kleide, das bestäubet keine Zeit und veraltet nimmermehr? Wo sind diese kommen her? 4. Es sind die, so wohl gekämpfet für des großen Gottes Ehr, haben Fleisch und Blut gedämpfet, folgend nicht dem Sünderheer; die erlanget auf den Krieg durch des Herren Arm den Sieg. 5. Es sind die, so durch⸗ gedrungen durch viel Trüb⸗ sal, Angst und Not, im Gebet auch oft gerungen mit dem hochgelobten Gott; nun hat dieser Kampf ein End, Gott hat all ihr Leid gewendt. 6. Es sind die, so stets erschienen hier als Priester vor dem Herrn, Tag und Nacht bereit zu dienen, Leib und einer gkeit, leide, und Wo 34¹ Gericht und Ewigkeit. und Seel geopfert gern; nunmehr stehn sie all herum vor dem Stuhl im Heilig⸗ tum. 7. Dahin streck auch ich die Hände, o Herr Jesu, ju dir aus; mein Gebet zu 15 ich wende, der ich noch in deinem Haus hier auf Erden steh im Streit: treibe, Herr, die Feinde weit! 8. Hilf mir in dem Kampfe siegen wider Sünde, Höll und Welt; laß mich nicht daniederliegen, wenn ein Sturm mich überfällt; führe mich aus aller Not, Herr, mein Fels, mein treuer Gott! 9. Daß mein Teil sei bei den Frommen, welche, Herr, dir ähnlich sind, und aus Trübsal kommen; hilf, daß ich auch überwind ale Trübsal, Not und Tod, bis ich komm zu meinem Gott! 10. O, wie groß wird sein die Wonne, wenn ich mit der heilgen Schar in dem Strahl der reinen Sonne Iuce wie die Sterne klar! Amen, Lob sei dir bereit, Dank und Preis in Ewigkeit! Th. Schenck, 4 1727. Mel. Jesu, meines Lebens Leben 1. 492 O wie fröhlich, o wie selig Worden wir im Himmel sein! Dro⸗ ben ernten wir unzählig Nr. 492 unsre Freudengarben ein. Gehen wir hier hin und weinen, dorten wird die Sonne scheinen; dort ist Tag und keine Nacht, dort, wo man nach Tränen lacht. 2. Ach, wer wollte sich nicht sehnen, dort in Zion bald zu stehn, und aus die⸗ sem Tal der Tränen an den Freudenort zu gehn, wo sich unser Kreuz in Palmen, unser Klagelied in Psalmen, unsre Last in Lust verkehrt und das Jauchzen ewig währt! 3. O wie werden wir so schöne bei der Klarheit Got⸗ tes sein! Wie wird uns das Lobgetöne seiner Engelschar erfreun! Wie wird delen Krone glänzen bei so vielen Siegeskränzen! Wie wird unser Kleid so rein, heller — die Sonne sein! Ach, wann werd ich dahin kommen, daß ich Got⸗ tes Antlitz schau? Werd ich nicht bald aufgenommen in den schönen Himmelsbau, dessen Grund den Perlen glei⸗ chet, dessen Glanz die Sonne weichet, dessen wundervolle Wand, alles Gold beschämet macht? 5. Nun, so stille mein Ver⸗ langen, o du großer Lebens⸗ fürst! Laß mich bald dahin gelangen, wo du mich recht trösten wirst. Unterdessen laß auf Erden schon mein Herz E. e DEE Nr. 493 Herz recht himmlisch werden, bis mein Los auf jener Welt auf das Allerhöchste fällt. B. Schmolck, 4 1737. ach einer Prüfung 493 N kurzer Tage er⸗ wartet uns die Ewigkeit! Dort, dort verwandelt sich die Klage in göttliche Zu— friedenheit. Hier übt die Tugend ihren Fleiß, und jene Welt reicht ihr den Preis. 2. Wahr ists, der Fromme schmeckt auf Erden schon manchen selgen Augenblick; doch alle Freuden, die ihm werden, sind ihm ein unvoll⸗ kommnes Glück. Er bleibt ein Mensch, und seine Ruh nimmt in der Seele ab und zu. 3. Bald stören ihn des Körpers Schmerzen, bald das Geräusche dieser Welt, bald kämpft in seinem eignen Herzen ein Feind, der öfter siegt, als fällt; bald sinkt er durch des Nächsten Schuld in Kummer und in Ungeduld. 4. Hier, wo die Tugend oftmals leidet, das Laster oftmals glücklich ist, wo man den Glücklichen beneidet und des Bekümmerten vergißt, hier kann der Mensch nie frei von Pein, nie frei von eigner Schwachheit sein. 5. Hier such ichs nur, dort werd ichs finden; dort werd ich, heilig und verklärt, der Die letzten Dinge. Tugend ganzen Wert em⸗ pfinden, den unaussprechlich eg da großen Wert; den Gott der Liebe werd ich Dahn ihn lieben, ewig ihn erhöhn. Da wird des Vaters heilger Wille mein Will und meine Wohlfahrt sein und lieblich Wesen, Heil die Fülle am Throne Gottes mich er⸗ freun. Dann läßt Gewinn stets auf Gewinn mich fühlen, daß ich ewig bin. 7. Da werd ich das im Licht erkennen, was ich auf Erden dunkel sah, das wun⸗ derbar und heilig nennen, was unerforschlich hier ge⸗ schah; da denkt mein Geist mit Preis und Dank die Schickung im Zusammen⸗ hang. 8. Da werd ich zu dem Throne dringen, wo Gott, mein Heil, sich offenbart, ein Heilig, Heilig, Heilig! singen dem Lamme, das erwürget ward, und Cherubim und Seraphim und alle Himmel jauchzen ihm. 9. Da werd ich in der Engel Scharen mich ihnen gleich und heilig sehn, das nie gestörte Gluck erfahren, stets fromm mit Frommen umzugehn. Da wird durch je⸗ den Augenblick ihr Heil mein Heil, ihr Glück mein Glück. 10. Da werd ich dem den Dank bezahlen, der Gottes Weg mich gehen hieß, 10 ihn 342 34² ihn Har auf 34⁴³ em⸗ echlich t der ö ihn zaters und und Fülle h er⸗ winn ihlen, imen⸗ dem Gott, t, ein ingen ürget und mmel der ihnen das hren, nmen ch je⸗ mein Hlück. n den zottes und ihn 343 Gericht und Ewigkeit. Nr. 494 ihn zu millionen Malen noch ist zur Freudenkrone kommen, uu si daß er ihn mir wies; sie steht als Braut und Kö⸗ a find ich in des Höchsten nigin im Golde ewger Herr⸗ Hand den Freund, den ich lichkeiten dem großen König auf Erden fand. an der Seiten; sie sieht sein 11. Da ruft, o möchte Gott klares Angesicht. Sein freu⸗ es geben, vielleicht auch mir denvolles, lieblich Wesen ein Selger zu: Heil sei dir; macht sie nun durch und denn du hast mein Leben, durch genesen; sie ist ein die Seele mir gerettet, du! Licht im großen Licht. 0 Gott, wie muß dies Glück. Sie jauchzt dem Sterb⸗ lichen entgegen: ja, za, nun erfreun, der Retter einer ne. — sein! ist mir ewig wohl! sch bin 51 durch meines Mittlers Segen —2. Was seid ihr, Leiden des Lebens, Lichts und Fren⸗ dieser Erden, doch gegen diese den voll! Mein schönes Erb⸗ Herrlichkeit, die offenbar an teil ist mir worden; viel Ian ee HRto Ewig⸗ tausend aus der Selgen keit zu Ewigkeit! Wie nichts, Orten bewundern jauchzend wie gar nichts gegen sie ist meine Pracht. Man kann doch ein Augenblick voll in allen Himmelschören Müh! Chr. Fr. Gellert, 1 1769. gleichwie mit Donnerstim⸗ men hören: der Herr hat —*. alles wohlgemacht. 494 ie Seele ruht in 4. Ja wohlgemacht durchs r, ft Armen, der ganze Lehen, recht wohl in Leib schläft sanft im Erden⸗ meiner Todespein! Sein schoß: nun kann sich Herz mütterliches Tragen, Heben an Herz erwarmen; die Ruh bracht mich heraus, hindurch, ist unaussprechlich groß, die hinein: heraus aus dieser sie nach wenig Kampfesstun⸗ Erden Lüsten, hindurch durch den bei ihrem holden Freund die Versuchungswüsten, hinein gefunden; sie schwimmt im ins schönste Kanaan. Da tillen Friedensmeer. Gott darf ich auf den grünen hat die Tränen abgewischet, Auen den Helden, der mich ihr Geist wird durch und führte, schauen, der große durch erfrischet, des Herren Ding an mir getan. Glanz ist um sie her. 5. Nun kann das Kind 2. Sie ist nun aller Not den Vater sehen, es fühlt entnommen, ihr Schmerz den sanften iebestrieb; nun und Seufzen ist dahin; sie kann es Jesu Wort verstehen: er Mel. Zu dir erhebt sich ꝛe. 40 Nr. 495 Die letzten Dinge. 344 er selbst, der Vater, hat mich lieb! Ein unergründlich Meer des Guten, ein Abgrund ewger m Deateete entdeckt sich dem verklärten Geist; er schauet Gott von Ange⸗ sichte und weiß, was Gottes Erb im Lichte und ein Mit⸗ erbe Christi heißt. 6. Der matte Leib ruht in der Erden, er schläft, bis Christus ihn erweckt; dann wird der Staub zur Sonne werden, den jetzt die finstre Gruft bedeckt; dann werden wir mit allen Frommen, wer weiß, wie bald, zusam⸗ menkommen und bei dem Herrn sein allezeit; dann werden wir ihn ewig sehen. Wie wohl, wie wohl wird uns geschehen! Herr Jesu, komm, mach uns bereit! J. B. E. Allendorf, 1773. Mel. Zu dir erhebt sich ꝛc. 495 Eꝰ ist noch eine Ruh vorhanden; auf, müdes Herz, und werde Licht! Du seufzest hier in deinen Banden und deine Sonne scheinet nicht. dich auf das Lamm, das di mit Freuden dort wird vor seinem Stuhle weiden; wirf hin die Last und eil herzu! Bald ist der heiße Kampf geendet, bald, bald der saure Lauf vollendet; so gehst du ein zu deiner Ruh! 2. Die Ruhe hat Gott auserkoren, die Ruhe, die kein Ende nimmt; es hat, da noch kein Mensch geboren, die Liebe sie uns schon be⸗ stimmt. Der gute Hirte wollte sterben, uns diese Ruhe zu erwerben; er ruft, er locket weit und breit: ihr müden Seelen und ihr Hutener versäumet nicht, eut einzukommen zu meiner Ruhe Lieblichkeit! 3. So kommet denn, ihr matten Seelen, die manche Last und Bürde drückt; eilt eilt aus euren Kummerhöh⸗ len, geht nicht mehr müde und gebückt. Ihr habt des Tages Last getragen, dafür läßt euch der Heiland sagen: ich selbst will eure Ruhstatt sein! Ihr seid sein Volk, gezeugt von oben; ob Sünde, Welt und Hölle toben, seid nur getrost und gehet ein! 4. Da wird man Freuden⸗ garben bringen, denn unsre Tränensaat ist aus. O, welch ein Jubel wird er⸗ klingen und süßer Ton im Vaterhaus! Schmerz, Seuf⸗ zen, Leid wird ferne weichen, es wird kein Tod uns mehr erreichen, wir werden den Erlöser sehn; die Träne wird vom Aug er wischen, sein Lebensstrom wird uns erfrischen. Wer weiß, was sonst noch soll geschehn! 345 5. wird die 6 die 6 mehr seinen ö hre mit L und Gehe Sabb man 6. sind ewig dieses Legt den her! uns weile die f mein auf, bs Mel. 345 Gericht und Ewigkeit. 5. Kein Durst, noch Hunger wird uns schwächen, denn die Erquickungszeit ist da; die Sonne wird uns nicht mnehr stechen; der 74 ist seinem Volke nah. Er selbst will über ihnen wohnen und ihre Treue wohl belohnen mit Licht und Trost, mit Ehr und Preis. Es werden die Gebeine grünen, der große Sabbat ist erschienen, da man von keiner Arbeit weiß. 6. Da ruhen wir und sind in Frieden und leben wig sorgenlos. Ach, fasset dieses Wort, ihr Müden! Legt euch dem Heiland in den Schoß! Ach, Flügel her! Wir müssen eilen und uns nicht länger hier ver⸗ weilen, dort wartet schon die frohe Schar. Fort, fort, mein Geist, zum Jubilieren, auf, gürte dich zum Trium⸗ s N Auf, auf, es kommt as Ruhejahr! J. S. Kunth, 1 1779. Mel. Wie schön leuchtet der Morgen⸗ stern ꝛc. 496 ein Geist, o Gott, wird ganz entzückt, wenn er hinauf gen Himmel blickt, dahin dein Rat uns leitet; wo deine milde Vaterhand aus neuen Wundern wird erkannt, die du daselbst verbreitet. Mächtig fühl ich mich er⸗ hoben, dich zu loben, der Nr. 496 zum Leben, das dort ist, mich will erheben. 2. Was sind die Freuden dieser Zeit, Herr, gegen jene Herrlichkeit, die dort bei dir zu finden? Du stellst uns hier auf Erden zwar viel Wunder deiner Güte dar zum fröhlichen Empfinden; doch hier sind wir bei den Freuden noch mit Leiden stets umgeben; dort nur ist voll⸗ kommnes Leben. 3. Kein Tod ist da mehr und kein Grab; dort wischest du die Tränen ab von deiner Kinder Wangen. Da ist kein Leid mehr, kein Ge⸗ schrei; denn du, o Herr, machst alles neu, das Alte ist vergangen; hinfort sind dort von gerechten Gottes⸗ knechten keine Plagen mehr zur Prüfung zu ertragen. In unsres Gottes Heiligtum schallt seines Namens hoher Ruhm von lauter frohen Zungen. Hier strahlt die Herrlichkeit des Herrn; hier schaut man sie nicht mehr von fern, hier wird sie neu besungen. Völlig gibt sich, sie zu trösten, den Erlösten zu erkennen der, den sie schon Vater nennen. 5. Vor seinem Antlitz wandeln sie, auf ewig frei von aller Müh, und schmecken seine Güte. Hier stört den Frieden ihrer Brust und ihre tausendfache Lust kein feind⸗ liches 4 ...— Nr. 497 liches Gemüte; kein Neid, kein Streit hemmt die Triebe reiner Liebe unter Seelen, die hinfüro nicht mehr fehlen. 6. Gott, welche Schar ist dort vereint! Die Frommen, die ich hier beweint, die find ich ewig wieder. Dort sam⸗ melt deine Vaterhand, die deine Liebe hier verband, Herr, alle deine Glieder. Ewig werd ich, frei von Mängeln, selbst mit Engeln Freundschaft pflegen; o ein Umgang voller Segen! 7. Wo ist mein Freund, des Höchsten Sohn, der mich geliebtt? Wo glänzt sein Thron? In jenen Himmels⸗ höhen, da werd ich dich, Herr Jesu Christ, so menschen⸗ freundlich als du bist, auch mit Entzücken sehen; da wird, mein Hirt, von den Freuden nichts mich scheiden, die du droben deinen Freunden auf⸗ gehoben. 8. Wie herrlich ist die neue Welt, die Gott den Frommen vorbehält! Kein Mensch kann sie erwerben. O Jesu, Herr der Herrlich⸗ keit, du hast die Stätt auch mir bereit; hilf sie mir an ererben! Laß mich eifrig danach streben und so leben auf der Erde, daß ich dort dein Erbe werde. J. S. Diterich, 4 1797(nach Ahasverus Fritsch, 4 1701). Die letzten Dinge. 34 Mel. Es ist gewißlich an der Zeit ꝛe. 497 Schon ist der Tag von Gott be⸗ stimmt, da, wer auf Erden wandelt, sein Los aus Gottes Händen nimmt, nachdem er hier gehandelt. Er kommt, er kommt, des Menschen Sohn; er kommt, und Wolken sind sein Thron, der Erde Kreis zu richten. 2. Hier an dem Rand der Ewigkeit versammeln sich die Scharen, die seit dem ersten Tag der Zeit der Erde Bürger waren, nur dem Allwissenden bekannt, unzählbar, wie des Meeres Sand; hier stehn sie vor dem Richter. 3. Hier muß der falsche Wahn der Welt der Wahr⸗ heit unterliegen. das Recht die Wage hält, wird keine Sünde siegen. Hier ist zur Buße nicht Wr ö Frist, hier gilt nicht mehr Betrug und List, hier gilt kein falscher Zeuge. 4. Der Richter der Himmel schweigt, und alle Völker hören erwartungsvoll und tief gebeugt: erbt das Reich der Ehren! So spricht er zu der frommen Schar; zu der, die ihm nicht folgsam war: hinweg von mir, Verbrecher! 5. Sie gehn verzweifelnd, jammern, flehn: stürzt*0 un spricht; Hier, wo kommt, 34⁰ Zeit ꝛe. r Tag 4² 34 uns zusammen, ihr Welten, jsallt, daß wir vergehn, die tt be⸗ Erden Bottes em er mt, er Sohn; sind Kreis Rand nmeln seit it der nur kannt, Neeres r dem falsche Wahr⸗ wo häll siegen. Wr mehr gilt Hricht; d alle g8voll ommt, hren! mmen nicht von jfelnd, über uns wir uns selbst verdammen! die Frommen aber stehn im Licht des Friedens, und ihr Angesicht strahlt seliges Entzücken. 6. Frohlockend ziehn sie in das Reich, das Gott für sie bereitet, wo er sie, seinen Engeln gleich, von Licht zu Lichte leitet. Das Stück⸗ werk wird Vollkommenheit; lein Kummer, keine Trau⸗ rigkeit stört ihre selgen Freuden. 7. Mein Heiland, laß mich dein Gericht oft und mit Ernst bedenken! Es tärke mich mit Zuversicht, o oft mich Leiden kränken! Es reize mich, gewissenhaft und, eingedenk der Rechen⸗ schaft, nach deinem Wort zu wandeln. S. Diterich, 1 1797. Mel. Wachet auf, ruft uns ꝛc. 498 Selig sind des Himmels Er⸗ ben, die Toten, die im Herren sterben, zur Aufer⸗ stehung eingeweiht! Nach den letten Augenblicken des Todesschlummers folgt Ent⸗ zücken, folgt Wonne und Un⸗ sterblichkeit« Im Frieden ruhen sie, frei von der Erde Müh, Hosianna! Vor Gottes Thron zu seinem Sohn be⸗ cleiten ihre Werke sie. A Gericht und Ewigkeit. Nr. 498, 499 2. Dank, Anbetung, Preis und Ehre, Macht, Weisheit, ewig, ewig Ehre sei dir, Versöhner Jesu Christ! Ihr, der Ueberwinder Chöre, bringt Dank, Anbetung, Preis und Ehre dem Lamme, das geopfert ist! Er, sank wie wir ins Grab, wischt unsre Tränen ab, alle Trä⸗ nen! Er hats vollbracht! Nicht Tag, nicht Nacht wird an des Lammes Throne sein. 3. Nicht der Mond, nicht mehr die Sonne scheint uns alsdann; er ist uns Sonne, der Sohn, die Herrlichkeit des Herrn. Heil, nach dem wir weinend rangen, nun bist du, Heil, uns aufge⸗ gangen, nicht mehr im Dunkeln, nicht von fern! Nun weinen wir nicht mehr; das Alte ist nicht mehr. Halleluja! Er sank hinab, wir wir, ins Grab; er ging zu Gott, wir folgen ihm. F. G. Klopstock, 4 1803. Mel. Nun preiset alle ꝛc. ch hab von ferne, 499 N Herr, deinen Thron erblickt, und hätte gerne mein Herz vorausge⸗ schickt und hätte gern mein müdes Leben, Schöpfer der Geister, dir hingegeben! 2. Das war so prächtig, was ich im Geist gesehn! 23 Du Nr. 500 Du bist allmächtig: drum ist dein Licht so schön! Könnt ich an diesen hellen Thronen : doch schon von heute an ewig wohnen! 3. Nur bin ich sündig, der Erde noch geneigt; das hat mir bündig dein heilger Geist gezeigt; ich bin noch nicht genug gereinigt,„: noch nicht ganz innig mit dir vereinigt. 4. Doch bin ich fröhlich, daß mich kein Bann er⸗ chreckt; ich bin schon selig, eitdem ich das entdeckt. Ich will mich noch im Leiden üben„ und dich zeitlebens inbrünstig lieben. 5. Ich bin zufrieden, daß ich die Stadt gesehn, und ohn Ermüden will ich ihr näher gehn und ihre hellen, goldnen Gassen„1 lebenslang nicht aus den Augen lassen. J. Timoth. Hermes, 1 1821. 500 Wir werden bei dem Herrn sein allezeit! Du Heimatland in fremden Pilgertalen! Tiefdunkel ist die ernste Ewigkeit,— doch wie durch Nachtgewölk des Mondes Strahlen, glänzt der Verheißung Licht durch Todes⸗ leid: wir werden bei dem Herrn sein allezeit! 2. Bei ihm daheim! In seiner Liebe ruht die Seele Die letzten Dinge. 348 aus von ihrer Irrfahrt Schmerzen. Der langen Sehnsucht Ziel, das höchste Gut, der Herzen Heimat ist in seinem Herzen; er ging voran, die Stätte steht bereit: wir werden bei dem Herrn sein allezeit! 3. Bei ihm versammelt! Seinem Salem geht die Wall⸗ fahrt zu. Wie oft in guten Stunden, wenn seiner Nähe Odem uns umweht, hat es sein Volk vor ihm vereint empfunden; das ist die Fülle aller Seligkeit: wir werden bei dem Herrn sein allezeit! 4. Hier trennt die Welt; was heut sich liebend fand, sehnt morgen fich nach Blick und Wort vergebens; es drängt sich zwischen Seelen Meer und Land und starrer noch das Machtgebot des Lebens. Der Himmel sam⸗ melt, was die Welt zer⸗ streut; wir werden bei dem Herrn sein allezeit! 5. Und waren wir hier jemals ganz vereint? Ach, nur das Reine eint sich mit dem Reinen! Die Schuld, die täglich noch das Herz beweint, sie scheidet es von den geliebten Seinen. Der Fürst des Friedens tilgt, was uns entzweit; wir werden bei dem Herrn sein allezeit! 348 fahrt ngen schste t ist ging reit: jerrn nelt! Ball⸗ Uten tähe t es reint die wir sein Zelt; and, Blick es elen rrer des am⸗ 349 Hab acht wird von 6. Wir irren alle, sind erlöst noch nicht von alter Sinnverwirrung schweren Handen; die Sprache, die ein Kind des Hauses spricht, dem andern Kinde nicht verstanden. Das Wort des Vaters löst der Rede Streit: wir werden bei dem Herrn sein alle— zeit! Hab acht auf mich in aller & Not, o großer Gott, Herr aller Herren, wann Satans Wut, die Höllenrott den Rachen gegen mich auf⸗ sperren, wann sie mich suchen zu verschlingen und in die höchste Not zu bringen, so bitt ich dich herzinniglich, mein Vater, so hab acht auf mich. 2. Hab acht auf mich; wann mich die Sünd will von dem höchsten Gut ab⸗ wenden, so halte mich, Herr, als dein Kind mit deinen treuen Vaterhänden; bleib du mir stets in dem Ge⸗ danken, laß mich von deinem Wort nicht wanken: wann Sünden in mir regen sich, mein Vater, so hab acht auf mich. auf mich. 7. Du Gotteswort, dem froh der Glaube traut, wohl magst du allen Erdenjammer stillen, das finstre Tal, vor dem der Seele graut, mit Morgenrot und heilgem Frieden füllen! O Heimat⸗ licht aus dunkler Ewigkeit: wir werden bei dem Herrn sein allezeit! Meta Heußer⸗Schweizer, 4 1876. 3. Hab acht auf mich, wanns gehet wohl; wann mir die Glückessonn will scheinen, die meine Seel macht freudenvoll, daß sie nichts wissen mag von Weinen, daß ich dem blinden Glück nicht traue, vielmehr auf deine Güte schaue, weil oft das Glücksrad wendet sich: mein Vater, so hab acht auf mich. 4. Hab acht auf mich und steh mir bei, wann mir das Unglück braust entgegen, daß ich nicht zu verzaget sei und weichen mög von deinen Wegen, die mir zu wandeln sind befohlen; und wann mir auch des Kreuzes Kohlen mein Paue brennen bitterlich, mein Vater, so hab acht auf mich. 28* *0 auf mich, 5. Hab acht wann ich gesund, wann ich empfinde keine Schmerzen, wann keine Klag in meinem Mund, noch Trauern ist in meinem Herzen; damit ich bei gesundem Leibe dir dank⸗ bar und gehorsam bleibe; auf daß ich nie vergesse dich, mein Vater, so hab acht auf mich. 6. Hab acht auf mich, auch wann ich krank, wann die Gesundheit will ver⸗ schwinden, daß ich geduldig und mit Dank annehme die Arznei der Sünden; laß mich nicht ungeduldig werden und denke, daß ich Staub und Erden; auch wann die Schmerzen mehren sich, mein Vater, so hab acht auf mich. Hab acht auf mich. 4 0 350 7. Hab endlich dann auch acht auf mich, wann ich der Welt Valet soll geben, daß ich im Glauben halte dich, bis ich komm in ein ander Leben, da mir das frohe Glaubensende erteilen wer⸗ den deine Hände; daß ich bei dir leb ewiglich, mein Vater, so hab acht auf mich. 8. Ach, laß mich doch nicht aus der Acht, wann uns dein jüngster Tag er⸗ scheinet, der Tag, da vor Gericht wird bracht auch das, so man hier nicht gemeinet; laß mich zu deiner Rechten stehn und zu des Lammes Hochzeit gehn; mein Jesu, dann hab acht auf mich, so will ich ewig preisen dich. H. L. Schlosser, 4 1723. auch der daß dich, nder frohe wer⸗ ich mein auf doch hann er⸗ vor das, inet; chten mes Fesu, „ so Nr. 501, 502 Anhang geiltlicher Bieder lür Zugendgottesdienit e und für freie Ver⸗ jammlungen der Semeinde. (Erläuternde Bemerkungen über die nelodien besinden sich auf S. 38¹1 I. Die Festzeiten. Advent. Mel. Erwacht vom süßen Schlummer ꝛc. 501 Die Tage sind so dunkel, die Nächte lang und kalt; doch übet Stern⸗ gefunkel noch über uns Ge⸗ walt. 2. Er war einmal erschie⸗ nen in ferner, selger Zeit; da waren ihm zu dienen die Weisen gleich bereit. 3. Der Lenz ist fortgezogen, der Sommer ist entflohn: doch fließen warme Wogen, doch klingt ein Liebeston. 4. Es rinnt aus Jesu Her⸗ zen, es Hderd aus Jesu Mund ein Quell der Lust und Schmer⸗ zen, wie damals noch zur Stund. 5. Wir wollen nach dir blicken, du Licht, das ewig brennt: wir wollen uns be⸗ schicken zum seligen Advent. Marx von Schenkendorf, 4 1817. kommt ein 502 E Schiff geladen bis an den höchsten Bord, trägt Gottes Sohn voll Gna⸗ den, des Vaters ewig Wort. 2. Das Schiff geht still im Triebe, trägt eine teure Last; das Segel ist die Liebe, der heilge Geist der Mast. 3. Der Anker haft't auf Erden, da ist das Schiff am Land. Das Wort soll Fleisch uns werden, der Sohn ist uns gesandt. 4. Zu Bethlehem geboren im Stall ein Kindelein gibt sich für uns verloren; gelobet muß es sein. 5. Und wer dies Kind mit Freuden umfangen, küssen will, muß vorher mit ihm leiden groß Pein und Marter viel; 6. Darnach mit ihm auch sterben und geistlich auferstehn, das Leben zu ererben, wie an ihm ist geschehn. Nach Johannes Tauler, 1 138J. Mel. Seht, er kommt mit Preis Tonhte 1 ochter Zion, freue 503;N7 dich, jauchzelaut, Jerusalem! Sieh, dein König kommt zu dir; ja er kommt der Friedefürst. Tochter Zion, freue dich, jauchze laut, Jerusalem! 2.I1 Hosianna, Davids Sohn, sei gesegnet deinem Volk! Gründe nun dein ewig Reich, Hosianna in der Höh! Ho⸗ sianna, Davids Sohn, sei ge⸗ segnet deinem Volk! 3.A Hosianna, Davids Sohn, sei gegrüßet, König mild! Ewig steht dein Friedensthron, du des ewgen Vaters Kind. Hosianna, Davids Sohn, sei gegrüßet, König mild! Friedrich Heinrich Ranke, 1 1876. Weihnachten. (Oder wie Nr. 528 Abend wird es wieder.) 50 4 All⸗ Jahre wieder kommt das Chri⸗ stuskind auf die Erde nieder, wo wir Menschen sind. 2. Kehrt mit seinem Segen ein in jedes Haus, geht auf allen Wegen mit uns ein und aus. 3. Ist auch mir zur Seite still und unerkannt, daß es treu mich leite an der lieben Hand. Wilhelm Hey, 1854. E er Tag der ist so 505 D freudenreich, zu loben Gottes Namen, daß Nr. 503—506 Advent. Weihnachten. 352 Christus von dem Himmelreich auf Erden zu uns kommen. Groß ist die Demut, Huld und Gnad, die Gott vom Himmel bei uns tat: ein Knecht ist er hier worden, in all'm, doch ohn Sünd, uns gleich, daß wir ewig werden reich; trugunsre Sündenbürde. 2. Ein Kindelein so löbelich ist uns geboren heute, von einer Jungfrau säuberlich zu Trost uns armen Leuten. Wär uns das Kind⸗ lein nicht geborn, so wärn wir allzumal verlorn: das Heil ist unser aller. O du süger Jesu Christ, der du Mensch geboren bist, behüt uns vor der Hölle. 15. Jahrhundert. 506 Du lieber, heilger, frommer Christ, der für uns Kinder kommen ist, damit wir sollen weiß und hin und rechte Kinder Gottes ein; 2. Du Licht, vom lieben Gott gesandt in unser dunkles Erdenland, du Himmelskind und Himmelsschein, damit wir sollen himmlisch sein: 3. Du lieber, heilger, from⸗ mer Christ, weil heute dein Geburtstag ist, drum ist auf Erden weit und breit bei allen Kindern frohe Zeit. 4. O segne mich ich bin noch klein, o mache mir das Herze rein, o bade mir die Seele ————E&———2 —..—232—2—.—— 352 lreich men. Huld vom ein u, in uns rden ürde. so oren frau men dind⸗ 353 Weihnachten. Seele hell in deinem reichen Himmelsquell; 5. Daß ich wie Engel Gottes sei in Demut und in Liebe treu; daß ich dein bleibe für und für, du heilger Christ, das schenke mir! Ernst Moritz Arndt, 1 1860. 507 H erbei, o ihr Gläu⸗ bigen, fröhlich triumphierend, o kommet, o kommet nach Bethlehem! Sehet das Kindlein, uns zum Heil geboren! 1 O lasset uns an⸗ beten, Uo lasset uns anbeten, 4 o lasset uns anbeten den König. 2. O König der Ehren, du Herrscher der Heerscharen, verschmähst nicht zu ruhn in Marien Schoß, du wahrer Gott, von Ewigkeit geboren. 1 O lasset uns anbeten, II o lasset uns anbeten, A o lasset uns anbeten den König. 3. Kommt, singet dem Herren, o singt ihm Engel⸗ chöre! Frohlocket, frohlocket, ihr Seligen: Ehre sei Gott im Himmel und auf Erden! 1 O lasset uns anbeten, II o lasset uns anbeten, A 0 lasset uns anbeten den König. 4. O dir, der du heute bist Mensch für uns geboren, o Jesu, sei Ehre und Preis und Ruhm, dir fleischgeword⸗ nes Wort des ewgen Vaters. Nr. 507, 508 1 O lasset uns anbeten, II o lasset uns anbeten, A o lasset uns anbeten den König. Nach Adeste fideles, deutsch von Friedrich Heinrich Ranke, 1 1876. Uhr Kinderlein 508 1kommet, o kom⸗ met doch all, zur Krippe her kommet in Bethlehems Stall, und seht, was in dieser hoch⸗ heiligen Nacht der Vater im Himmel für Freude uns macht. 2.l1 O seht in der Krippe im nächtlichen Stall, seht hier bei des Lichtleins hellglänzen⸗ dem Strahl in reinlichen Win⸗ deln das himmlische Kind, viel schöner und holder, als Engel es sind. 3. A Da liegt es, das Kind⸗ lein, auf Heu und auf Stroh, Maria und Joseph betrachten es froh; die redlichen Hirten knien betend davor, hoch oben schwebt jubelnd der Engelein hor. 4. In O beugt wie die Hirten anbetend die Knie; erhebet die Händlein und danket wie sie; stimmt freudig, ihr Kinder, wer wollt sich nicht freun? stimmt freudig zum Jubel der Engel mit ein. 5. AO nimm unsre Herzen zum Opfer denn hin, wir geben sie gerne mit fröhlichem Sinn. Ach mache sie heilig und selig wie deins und mach sie auf ewig mit deinem in eins. Ehristoph von Schmid, 4 1854. Nr. 509—511 50 In Bethlehem ein 140 Kindelein uns neu geboren ist, von Davids Stamm ein Jungfrau rein, Marie sein Mutter ist. 2. I Wie elend ist dein Krippelein, o großer König und Herr, und rühmen doch die Engelein dein göttlich Macht und Ehr. 3. A Du machst aus mir ein Kindelein dem lieben Vater dein und läßt mich auch ein Erbe sein an allen Gütern dein. 4. 1 So kommst du nun, o Herre mein, aus großer Gütig⸗ keit und willst mein Licht, nein Leben sein, mein Heil und Seligkeit. 5. I Mein Herz regier, die Seele mein laß dir befohlen sein, daß ich mit allen Enge⸗ lein dir möge singen fein: 6. A Lob, Ehr sei Gott im höchsten Thron, auf Erd Fried allezeit, den Menschen sei recht Freud und Wonn, Amen, in Ewigkeit. 1609. ommet, ihr Hir⸗ 510 18 ten, ihr Männer und Fraun, kommet das lieb⸗ liche Kindlein zu schaun. Chri⸗ stus, der Herr, ist heute ge⸗ boren, den Gott zum Heiland euch hat erkoren. Fürchtet euch nicht! 2. Lasset uns sehen in Bethlehems Stall, was uns nerheißen der himmlische Weihnachten. Schall; was wir dort finden, lasset uns künden, lasset uns preisen in frommen Weisen. Halleluja! 3. A Wahrlich, die Engel ver⸗ kündigen heut Bethlehems Hirtenvolk gar große Freud: Nun soll es werden Friede auf Erden, den Menschen allen ein Wohlgefallen. Ehre sei Gott! Nach einem altböhmischen Weihnachtslied. Mel. Den die Hirten lobten sehre ꝛc. 5111 Dommt und laßt uns Christum ehren, Herz und Sinnen zu ihm kehren! Singet fröhlich, laßt euch hören, wertes Volk der Christenheit. 2.Ii Sünd und Hölle mag sich grämen, Tod und Teufel mag sich schämen: wir, die unser Heil annehmen, werfen allen Kummer hin! 3. A Sehet, was hat Gott gegeben: seinen Sohn zum ewgen Leben! Dieser kann und will uns heben aus dem Leid ins Himmels Freud. 4. Seine Seel ist uns ge⸗ wogen, Lieb und Gunst hat ihn gezogen, uns, die Sata⸗ nas betrogen, zu besuchen aus der Höh. 5. II Jakobs Stern ist auf⸗ gegangen, stillt das sehnliche Verlangen, bricht den Kopf der alten Schlangen und zer⸗ stört der Hölle Reich. 354 inden, tuns zeisen. ver⸗ Hems reud: riede ischen Ehre tischen d. ten laßt istum 35⁵⁵ Weihnachten. 6. AO gebenedeite Stunde, da wir das von Herzens⸗ grunde glauben und mit un⸗ Den Munde danken dir, o Jesulein. 7. Schönstes Kindlein in dem Stalle, sei uns freundlich, bring uns alle dahin, da mit füßem Schalle dich der Engel Heer erhöht. Paul Gerhardt, 1 1676 Nr. 511 kann auch mit Nr. 512 im Wechsel gesungen werden: I: 511 B. 1, II. B. 2, A: 512, L. 1.— 1. 511 V. 3. II: V. 4, A: 512 V. 2. — I: 511 V. 5, II: V. 6, A: 512 A 3.— I u. II. 511. 7,&. 512 V. 4. Mel. In dulci jubilo. un singet und seid 512 N froh, jauchzt alle und sagt so: Unsers Herzens Wonne liegt in der Krippe bloß und leuchtet wie die Sonne in seiner Mutter Schoß. Du bist A und O!: 2. Sohn Gottes in der Höh, nach dir ist mir so weh! Tröst mir mein Gemüte, o Kind voll Mildigkeit; durch alle deine Güte, du Fürst der Herrlichkeit,: zeuch mich hin nach dir. 3. Groß ist des Vaters Huld, der Sohn tilgt unsre Schuld, wir warn ull ver⸗ dorben durch unsre Missetat, so hat er uns erworben himm⸗ lische Freud und Gnad. 21 Wären wir doch da! Nr. 512—514 4. A Dir schallt Halleluja, jetzt hier und einstens da, wo die Engel singen das Heilig allzumal, und wo die Psalmen klingen im hohen Himmelssaal.: Wären wir doch da! 5: Nach In dulei qubilo(15. Jahr⸗ hundert), 1648. 513 Stille Nacht, hei⸗ lige Nacht! Alles schläft einsam wacht nur das traute, hochheilige Paar. Holder Knabe im lockigen Haar,:/ schlaf in himmlischer Ruh. 2. Stille Nacht, heilige Nacht! Hirten erst kund ge⸗ macht; durch der Engel Halle⸗ luja tönt es laut von fern und nah::v Christ, der Retter, ist da! 3. Stille Nacht, heilige Nacht! Gottes Sohn, o wie lacht Lieb aus deinem gött⸗ lichen Mund, da uns schlägt die rettende Stund,:; Christ, in deiner Geburt. Joseph Mohr, 1 1848. — u Bethlehem ge⸗ 514 boren ist uns ein Kindelein, das hab ich auserkoren, sein eigen will ich sein.(Eia, eia, sein eigen will ich sein.) 5) *) Bei Verwendung der Melo⸗ die B fallen die eingeklammerten Sätze weg. t* Nr. 515 2. In seine Lieb versenken will ich mich ganz hinab; mein Herz will ich ihm schen⸗ ken und alles, was ich hab. (Eia, eia, und alles, was ich hab.) 3. O Kindelein, von Herzen will ich dich lieben sehr, in Freuden und in Schmerzen je länger und je mehr.(Eia, eia, je länger und je mehr.) 4. Laß mich von dir nicht scheiden, knüpf zu, knüpf zu das Band der Liebe zwischen beiden; nimm hin mein Herz zum Pfand.(Eia, eia, nimm hin mein Herz zum Pfand.) Kölner Psalter, 1638. Passion. 51 5 Als Jesus von sei⸗ ner Mutter ging, und die große, heilige Woch anfing, da hatte Maria viel Herzeleid, sie fragte den Sohn mit Traurigkeit: 2.„Ach Sohn, du liebster Jesus mein, was wirst du am heiligen Sonntag sein?“ II, Am Sonntag werd ich ein König sein, da wird man mir Kleider und Palmen streun. 3.„Ach Sohn, du liebster Jesus mein, was wirst du am heiligen Montag sein?“ „Am Montag bin ich ein Passion. 356 Wandersmann, der nirgend ein Obdach finden kann.“ 4.„Ach Sohn, du liebster Jesus mein, was wirst du am heiligen Dienstag sein?“ II„Am Dienstag bin ich der Welt ein Prophet, verkünde, wie Himmel und Erde ver⸗ geht!“ 5.„Ach Sohn, du liebster Jesus mein, was wirst du am heiligen Mittwoch sein?“ I1„Am Mittwoch bin ich gar arm und gering, verkauft um dreißig Silberling.“ 6.„Ach Sohn, du liebster Jesus mein, was wirst du am heiligen Donnerstag sein?“ I„Am Donnerstag bin ich im Speisesaal das Opferlamm bei dem Abendmahl.“ — — — —— .. 2 7. 1„Ach Sohn, du liebster Jesus mein, was wirst du am heiligen Freitag sein?“ II„Ach Mutter, liebste Mutter mein, könnt dir der Freitag verborgen sein!“ .„Am Freitag, liebste Mutter mein, dann werd ich ans Kreuz genagelt sein. Drei Nägel, die gehn mir durch Händ und Füß; verzage nicht, Mutter, das End ist süß.“ 9.„Ach Sohn, du liebster Jesus mein, was wirst du am heiligen Samstag sein?“ I1I„Am Samstag bin ich ein Weizenkorn, das in der Erde wird neugeborn.“ 10. 4 ‚Und am Sonntag freu dich, o Mutter mein, dann werd 356 irgend . liebster rst du sein?“ ich der künde, e ver⸗ iebster st du sein?“ Hh gar ft um iebster sein?“ ich im lamm iebster 357⁷ Passion. werd ich vom Tod erstanden ein; dann trag ich das Kreuz mit der Fahn in der Hand, st du sein?“ Nutter reitag liebste rd ich Drei durch nicht, dann siehst du mich wieder im Glorienstand.“ Westfälisches Volkslied. Mel. Herr und Altster deiner Kreuzgemeine ꝛc. 516 Die wir uns all⸗ hier beisammen sinden, schlagen unsre Hände ein, uns auf deine Marter zu verbinden, dir auf ewig neu zu sein. Und zum Zeichen, st du daß dies Lobgetöne deinem Herzen angenehm und schöne, sage: Amen! und zugleich: Friede Friede sei mit euch! Christian Renatus von Zinzen⸗ dorf, 4 1752. Mel. Herr und Altster deiner Kreuzgemeine ꝛc. 517 Fines wünsch ich mir vor allem andern, eine Speise früh und ebster ö st du ein?“ h ein Erde untag dann werd spät; selig läßts im Tränen⸗ tal sich wandern, wenn dies Eine mit uns geht: unverrückt auf einen Mann zu schauen, der mit blutgem Schweiß und Todesgrauen auf sein Antlitz niedersank und den Kelch des Vaters trank. 2. Ewig soll er mir vor Augen stehen, wie er als ein stilles Lamm dort so blutig und so bleich zu sehen, hängend an des Kreuzes Stamm; wie Nr. 516—518 er dürstend rang um meine Seele, daß sie ihm zu seinem Lohn nicht fehle, und dann auch an mich gedacht, als er rief: Es ist vollbracht! 3. Ja, mein Jesu, laß mich nie vergessen meine Schuld und deine Huld! Als ich in der Finsternis gesessen, trugest du mit mir Geduld; hattest längst nach deinem Schaf ge⸗ trachtet, eh es auf des Hirten Ruf geachtet, und mit teurem Lösegeld mich erkauft von dieser Welt. 4. Ich bin dein; sprich du darauf ein Amen! Treuster Jesu, du bist mein. Drücke deinen süßen Jesusnamen brennend in mein Herz hinein. Mit dir alles tun und alles lassen, in dir leben und in dir erblassen, das sei bis zur letzten Stund unser Wandel, unser Bund! Albert Knapp, 4 1864. Mel. Christus, der uns selig macht ꝛc. 518 O hilf, Christe, Got⸗ tes Sohn, durch dein bitter Leiden, daß wir, dir stets untertan, all Un⸗ tugend meiden; deinen Tod und sein Ursach fruchtbarlich bedenken; dafür, wiewohl arm und schwach, dir Dankopfer schenken. Michael Weiße, 1 1542 Nr. 519, 520 Ostern. Nuf, auf, mein Herz, 5 19 mit Freuden nimm wahr, was heut ge⸗ schicht: wie kommt nach großem Leiden nun ein so großes Licht! Mein Heiland war gelegt da, wo man uns hin⸗ trägt, wenn von uns unser Geist zum Himmel ist gereist. 2. Er war ins Grab ge⸗ senket, der Feind trieb groß Geschrei; eh ers vermeint und denket, ist Christus wieder frei und ruft: Viktoria! schwingt sröhlich hie und da sein Fähn⸗ lein als ein Held, der Feld und Mut behält. 3. Das ist mir anzuschauen ein rechtes Freudenspiel. Nun soll mir nicht mehr grauen vor allem, was mir will ent⸗ nehmen meinen Mut zusamt dem edlen Gut, das mir durch Jesum Christ aus Lieb er⸗ worben ist. 4. Die Welt ist mir ein Lachen mit ihrem großen Zorn, sie zürnt und kann nichts machen, all Arbeit ist verlorn. Die Trübsal trübt mir nicht mein Herz und Angesicht; das Unglück ist mein Glück, die Nacht mein Sonnenblick. 5. Ich hang und bleib auch hangen an Christo als ein Glied; wo mein Haupt durch ist gangen, da nimmt er mich auch mit. Er reißet durch den Tod, durch Welt, Ostern. 358 durch Sünd, durch Not; er reißet durch die Höll, ich bin stets sein Gesell. 6. Er bringt mich an die Pforten, die in den Himmel führt, daran mit güldnen Worten der Reim gelesen wird: Wer dort wird mit verhöhnt, wird hier auch mit gekrönt; wer dort mit sterben geht, wird hier auch mit erhöht. Paul Gerhardt, 1 1676. 520 Enrden ist der heilge Christ, Halleluja, Halleluja, der aller Welt ein Tröster ist. Halle⸗ luja. 2. Es gingen drei heilige Fraun, Halleluja:1 des Morgens frühe hin im Taun?, 5: Halleluja 359 7 die e unse 3. Sie suchten den Herrn Jesum Christ,: Halleluja:: der von dem Tod erstanden ist.:: Halleluja 4.„Ach Engel, lieber Engel fein,: Halleluja 1 wo find ich denn den Herren mein?“ : Halleluja:; 5. II„Er ist erstanden aus dem Grab 1 Halleluja heut an dem heilgen Ostertag. 5: Halleluja:u 6.1„Zeig uns den Herren Jesum Christ, Halleluja:; der von dem Tod erstanden ist.“ 5: Halleluja im Morgentau⸗ „ * ist 1 Wer ich 9 rin wick 2— 8 1 dies wei Chr *7 geh det 358 359 t; er ch bin in die immel ildnen wird: höhnt, 4.— geht, öht. T 1676 st der Christ, aller Halle⸗ heilige des 7. uI, So tret't heran und seht die Statt,:): Halleluja da unser Herr gelegen hat. N Halleluja. 8.„Der Herr ist hin, er ist nicht da! 5: Halleluja Wenn ich ihn hätt, so wär ich froh.“ Halleluja: 9., Seht an das Tuch, da⸗ rin er lag:; Halleluja ge⸗ wickelt bis am dritten Tag.“ 2m Halleluja 10. 1„Wir sehens wohl zu dieser Frist, 3 Halleluja weis uns den Herren Jesum Christ!“ 1 Halleluja II. II Ihr sollt nach Galiläa aun*. Herrn uja anden Engel o find nein?“ n aus a ertag. Herren 14 anden gehn,; Halleluja da wer⸗ det ihr den Heiland sehn.“ 2: Halleluja 12.1„Habt Dank, ihr lieben Engel fein, Halleluja nun wolln wir alle fröhlich sein.“ 3 Halleluja 13.„Geht hin, sagt das Sankt Petrus an:1 Halle⸗ luja und seinen Jüngern lobesam.“: Halleluja:; 14. Nun singet all zu dieser Frist: Halleluja Er⸗ standen ist der heilge Christ! 2½ Halleluja 15. 4 Des solln wir alle fröhlich sein,: Halleluja und Christ soll unser Tröster sein. 3: Halleluja 16. Jahrhundert. lobt sei Gott i 521 Gesachsen Thron samt seinem eingebornen Ostern. Nr. 521, 522 Sohn, der für uns hat genug getan. Halleluja, Halleluja, Halleluja. 2. Des Morgens früh am dritten Tag, da noch der Stein am Grabe lag, erstand er frei ohn alle Klag. Halleluja: 3. Der Engel sprach:„Fürch⸗ tet euch nicht; denn ich weiß wohl, was euch gebricht. Ihr sucht Jesum und findt ihn nicht. 5 Halleluja: 4.„Er ist erstanden von dem Tod, hat überwunden alle Not, versöhnet Sünd und Missetat.“ Halleluja:; 5. ANun bitten wir dich, Jesu Christ, weil du vom Tod erstanden bist; verleih, was seliglich uns ist, Hal⸗ leluja 6. Damit von Sünden wir befreit dem Namen dein gebenedeit srei mögen singen allezeit: Halleluja: (Böhmische Brüder) Michael Weiße, 1542. Mel. O heiliger Geist, o heiliger Gott ꝛc. 2 522 O herrlicher Tag, o fröhliche Zeit, da Jesus lebt ohn alles Leid! Er ist erstanden von dem Tod, wir sind erlöst aus aller Not. O herrlicher Tag, o fröhliche Zeit! 2. O herrlicher Tag, o fröhliche Zeit, da wir von Sünden sind befreit! Getilget ist nun unsre Schuld, wir sind Nr. 523, 5²4 2 gerecht aus Gottes Huld. errlicher Tag, o fröhliche Zeit! 3. O herrlicher Tag, o fröh⸗ liche Zeit! Der Tod ist über⸗ wunden heut; es darf uns nicht mehr vor ihm graun, wir sind erfüllet mit Vertraun. O herrlicher Tag, o fröhliche Zeit! 4. O herrlicher Tag, o fröh⸗ liche Zeit! Die Liebe Gottes uns erfreut; des Herren Sieg hat uns erlöst, uns neues Leben eingeflößt. O herrlicher Tag, o fröhliche Zeit! 5. O herrlicher Tag, o fröh⸗ liche Zeit! Erhalt uns, Jesus, diese Freud, zu sagen hier zu aller Stund und dort einmal mit selgem Mund: O herr⸗ licher Tag, o fröhliche Zeit! Cyriakus Günther 4 1704. 52 3 Ostern Ostern, Frühlingswe⸗ hen, Ostern, Ostern, Auferstehen aus der tiefen Grabesnacht, aus der tiefen Grabesnacht! Blumen sollen fröhlich blühen, Herzen sollen heimlich glühen, denn der Heiland ist erwacht! 2. I Trotz euch, höllische Ge⸗ walten! Hättet ihn wohl gern behalten, der euch in den Abgrund zwang, 1 Konntet ihr das Leben binden? Aus des Todes düstern Gründen dringt hinan sein ewger Gang. 3. II Der im Grabe lag ge⸗ bunden, hat den Satan über⸗ Ostern. 360 wunden,„: und der lange Kerker bricht; 5: Frühling spielet auf der Erden, Früh⸗ ling solls im Herzen werden, herrschen soll das ewge Licht. 4. AAlle Gräber sind nun heilig, Grabesträume schwin⸗ den eilig,: seit im Grabe Jesus lag.: Jahre, Monde, Tage, Stunden, Zeit und Raum, wie schnell verschwun⸗ den! Und es scheint ein ewger Tag. Max von Schenkendorf, 4 1817. 52 4 DTEs kommt mit Pracht der Siegesfürst heut aus der Schlacht. Wer seines Reiches Untertan, der schaue ö sein Triumphfest an. 2. 1Vor Freuden Tal und Wald erklingt; die Erde frische Blumen bringt; ihr schöner Schmuck zu dieser Frist zeugt, daß ihr Schöpfer Sieger ist. 3. U Die Sonne sich aufs schönste schmückt und wieder durch das Blaue blickt, die vor im schwarzen Trauerkleid beschaut den blutgen Todes⸗ streit. 4. I Das stille Lamm jetzt nicht mehr schweigt, sich mutig als ein Löwe zeigt; kein harter Fels ihn hält und zwingt; Grab, Siegel, Riegel vor ihm springt. 5. II Herr Jesu, wahrer Siegesfürst, wir glauben, daß du schenken wirst den Frieden uns 361 uns, den du gebracht mit aus dem Grab und aus der Schlacht. 6.A Triumph, Triumph! dich chren wir und wollen durch dich kämpfen hier, daß wir als Reichsgenossen dort dir solgen durch die Siegespfort. Benjamin Prätorius, 1 1674 Himmelfahrt. 52 5 Gen Himmel auf⸗ gefahren ist, Halleluja, der Ehrenkönig Jesus Christ. Halleluja. 2. Er sitzt zu Gottes rechter Hand, da eluja, herrscht über Himmel, Meer und Land. Halleluja. 3. Nun ist erfüllt, was gschrieben ist, Halleluja, im Psalter von dem Herren Christ. Halleluja. 4. Drum jauchzen wir mit großem Schall, Halleluja, dem Herren Christ zum Wohl⸗ gefalln: Halleluja. 16. Jahrhundert. Mel. Ach Gott und Herr ꝛe. 0 euch uns nach dir 526 3 so laufen wir mit herzlichem Verlangen hin, da du bist, Herr Jesu Christ, aus dieser Welt gegangen. 2. Zeuch uns nach dir, Herr Christ, ach führ uns deine Himmelsstege; wir irren Himmelfahrt. Pfingsten. Nr. 525—527 leicht und sind verscheucht vom rechten Lebenswege. 3. Zeuch uns nach dir, so folgen wir dir nach in deinen Himmel, daß uns nicht mehr allhier beschwer das böse Weltgetümmel. 4. Zeuch uns nach dir nur für und für und gib, daß wir nachfahren dir in dein Reich, und mach uns gleich den auserwählten Scharen. Friedrich Funcke, 4 1699. Pfingsten. 527 O heiliger Geist, o heiliger Gott, du Tröster wert in aller Not, du bist gesandt vom Himmels⸗ thron von Gott, dem Vater und dem Sohn, o heiliger Geist, o heiliger Gott. 2. O heiliger Geist, o hei⸗ liger Gott, gib uns die Lieb zu deinem Wort; zünd an in uns der Liebe Flamm, dar⸗ nach zu lieben allesamt, o hei⸗ liger Geist, o heiliger Gott! 3. O heiliger Geist, o hei⸗ liger Gott, mehr unsern Glau⸗ ben immerfort; an Christum niemand glauben kann, es sei denn durch dein Hilf getan, o heiliger Geist, o heiliger Gott! 4. O heiliger Geist, o hei⸗ liger Gott, du zeigest uns die Himmelspfort; laß uns hier kämpfen . kämpfen ritterlich und zu dir dringen seliglich, o heiliger Geist, o heiliger Gott! 5. O heiliger Geist, o hei⸗ liger Gott, verlaß uns nicht Nr. 528—530 Das christliche Leben. 362 in Not und Tod. Wir sagen dir Lob, Ehr und Danl jetz⸗ und und unser Leben lang, o heiliger Geist, o heiliger Gott. Altenburg, 1651 II. Das christliche Heben. (Siehe auch die Lieder Nr. 501, 516, 517, 526.) + bend wird es wie⸗ 528 der: über Wald und Feld säuselt Friede nieder, und es ruht die Welt. 2. Nur der Bach ergießet sich am Felsen dort, und er braust und fließet immer⸗, immerfort. 3. Und kein Abend bringet Frieden ihm und Ruh, keine Glocke klinget ihm ein Rast⸗ lied zu. 4. So in deinem Streben bist mein Herz auch du: Gott nur kann dir geben wahre Abendruh. Heinrich Hoffmann von Fallers⸗ leben, + 1874. — us dem Himmel 529 A ferne, wo die Englein sind, schaut doch Gott so gerne her auf jedes Kind. 2. Höret seine Bitte treu bei Tag und Nacht, nimmts bei jedem Schritte väterlich in acht. 3. Gibt mit Vaterhänden ihm sein täglich Brot, hilft an allen Enden ihm aus Angst und Not. 4. Sagts den Kindern allen, daß ein Vater ist, dem sie wohlgefallen, der sie nie vergißt. Wilhelm Hey, 1 1854. leibe bei uns, 530 o Herr Jesul Weil der Tag sich neigt und — die Nacht aufsteigt, bleibe bei uns, Herr! 2. Sei uns gnädig, o Herr Jesu! Ach wie quält die Schuld ohne deine Huld, sei uns gnädig, Herr! 3. Tröst im Leid uns, o Herr Jesu! Weil des Kreuzes Last uns erdrücket fast, tröst im Leid uns, Herr! 4. Gib uns Frieden, o Herr Jesu! Schon so lang, so lang macht die Welt uns bang, gib uns Frieden, Herr! 5. Nimm uns zu dir, o Herr Jesu, für dein Abend⸗ mahl mache voll die Zahl, nimm uns zu dir, Herr! 6. So behüt uns, o Herr Jesu, guter Hirte du, schenke selge Ruh, o behüt uns, Herr! Wilhelm Baur, 1 1897. 362 sagen letz⸗ 10, 0 Gott. „1651 —— 363 531 Das Lehen welkt wie Gras, wie Blumen auf der Flur, sobald der Wind darüber weht, ver⸗ schwindet ihre Spur. 2. Wer gestern frisch und sroh, heut ruft der Tod ihn ab, und was uns lieb und teuer war, wir senken es ins Grab. 3. Doch Gottes Gnade bleibt dem Frommen ewig stehn. Wer seinen Bund von Herzen hält, wird nimmer⸗ mehr vergehn. Schottisches Volkslied, V. 2 v. Ludwig Hallwachs, 1 1903. 532 Der beste Freund ist in dem Him⸗ mel, auf Erden sind die Freunde rar; denn bei dem falschen Weltgetümmel ist Redlichkeit oft in Gefahr. Drum hab ichs immer so gemeint: Mein Jesus ist der beste Freund. 2. Die Welt ist gleich dem Rohr im Winde; mein Jesus stehet felsenfest. Wenn ich mich ganz verlassen finde, mich seine Freundschaft doch nicht läßt. In Freud und Schmerz ers redlich meint: Mein Jesus ist der beste Freund. 3. Er läßt sich selber für mich töten, vergießt für mich sein eigen Blut; er steht mir bei in allen Nöten und sagt für meine Schulden gut; er hat mir niemals was ver⸗ Das christliche Leben. Nr. 531—533 neint: Mein Jesus ist der beste Freund. 4. Behalte, Welt, dir deine Freunde, sie sind doch gar zu wandelbar. Und hätt ich hunderttausend Feinde, so krümmen sie mir nicht ein Haar. Hier immer Freund und nimmer Feind: Mein Jesus ist der beste Freund. Benjamin Schmolck, 1 1737. 533 Der Herr bricht ein um Mitternacht; jetzt ist noch alles still. Wohl dem, der nun sich fertig macht und ihm begegnen will! 2. Er hat es uns zuvor gesagt und einen Tag gestellt; er kommt, wenn niemand nach ihm fragt, noch es für möglich hält. 3. 1 Wie liegt die Welt so blind und tot! Sie schläft in Sicherheit und meint, des großen Tages Not sei noch so fern und weit. 4. Wer waltet als ein frommer Knecht im Hause so getreu, daß, wenn der Herr kommt, er gerecht und nicht zu strafen sei? 5. 1 Sind eure Lampen rein und voll? Brennt euer Glau⸗ benslicht, wenn nun der Auf⸗ bruch werden soll, daß uns kein Ol gebricht? 6. A Sei immer wach, mein Herz und Sinn, und schlummre ja nicht mehr! Blick täglich 24 auf EII auf sein Kommen hin, als ob es heute wär. 7. Der Tag des Urteils nahet sich, der Herr kommt zum Gericht; du, meine Seele, schicke dich, steh und verzage nicht! 8. Dein Teil und Heil ist schön und groß, auf, auf, du hast es Macht; ergreif im Glaͤuben jenes Los, das Gott dir zugedacht. 9. A Osübergroße Seligkeit nach abgelegter Last, wobei dich, Seele, nicht gereut, daß du gestritten hast! 10. Der Herr bricht ein um Mitternacht; jetzt ist noch alles still. Wohl dem, der nun sich fertig macht und ihm begegnen will! Johann Christoph Rube, 4 1746. 534 Der Maie, der Maie bringt uns der Blümlein viel; ich trag ein frei Gemüte, Gott weiß wohl, wem ichs will, Gott weiß wohl, wem ichs will: 2. Ich wills Christo, dem Herren, der unser Heiland ist, er trägt das Kreuz für unsre Sünd, z: ja wie man von ihm liest. 3. Den Tod hat er be⸗ zwungen, die Höll gerissen ein, die Sünd hat er verschlungen, 21 geholfen aus der Pein. 4. Er will die nicht ver⸗ lassen, die an ihn glauben fein; Nr. 534, 535 Das christliche Leben. 364 das hat er uns versprochen, 25: denn wir sein Kinder sein. 5. Drum, wer ihm traut zu Ehren, den läßt er nimmer⸗ mehr; demselben unserm Herren, 5 dem sei Lob, Preis und Ehr. Jakob Klieber, um 1530, nach einem Mailied. 535 Der Mensch hat nichts so eigen, so wohl steht ihm nichts an, als daß er Treu erzeigen und Freundschaft halten kann, wenn er mit seines gleichen soll treten in ein Band, ver⸗ spricht sich nicht zu weichen mit Herzen, Mund und Hand. 2. Die Red ist uns gegeben, damit wir nicht allein für uns nur sollen leben und fern von Menschen sein; wir sollen uns befragen und sehn auf guten Rat, das Leid einander klagen, das uns betreten hat. 3. Was kann die Freude machen, die Einsamkeit ver⸗ hehlt? Das gibt ein doppelt Lachen, was Freunden wird erzählt; der kann des Leids sich wehren, der es von Her⸗ zen sagt; der muß sich selbst verzehren, der insgeheim sich nagt. 4. Gott stehet mir vor allen, die meine Seele liebt; dann soll mir auch gefallen, der mir sich herzlich gibt. Mit diesen Bundsgesellen verlach ich Pein und Not, geh 995 en 364 chen, 1l.„ raut mer⸗ serm zreis ilied. hat gen, an, und ann, chen ver⸗ chen and. ben, uns von uns Uten gen, 365 Das christliche Leben. Nr. 536—538 den Grund der Höllen und breche durch den Tod. 5. Ich hab, ich habe Herzen so treu, wie sichs gebührt, die Heuchelei und Scherzen nie wissentlich berührt! Ich bin auch ihnen wieder von Grund der Seelen hold; ich lieb euch mehr, ihr Brüder, als alles Erdengold. Simon Dach, 1659. Lob der Musika. 536 Die beste Zeit im Jahr ist mein, da singen alle Vögelein, Him⸗ mel und Erden ist der voll, 1 viel gut Gesang da lautet wohl. 2. Voran die liebe Nach⸗ tigall macht alles fröhlich über⸗ all mit ihrem lieblichen Ge⸗ sang, des muß sie haben immer Dank; 3. Viel mehr der liebe Herre Gott, der sie also ge⸗ schaffen hat, zu sein die rechte Sängerin, der Musika ein Meisterin; 3: 4. Dem singt und springt sie Tag und Nacht, seins Lobes sie nichts müde macht; den ehrt und lobt auch mein Ge⸗ sang 1 und sagt ihm einen ewgen Dank. Martin Luther, 1 1546. 537 Die Gnade unsers Herrn Jesu Christi und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des heilgen Geistes sei mit uns allen, mit uns allen! Amen. 2. Korinther 13, 13. 538 ie Nacht ist kom⸗ men, drin wir ruhen sollen; Gott walts zu Frommen nach seim Wohl⸗ gefallen, daß wir uns legen in seim Gleit und Segen, der Ruh zu pflegen. 2. Fern von uns treibe, Herr, unreine Geister; halt die Nachtwache, unser Schutz und Meister; schirm Leib und Seele unter deinen Flügeln, send uns dein Engel. 3. Laß uns einschlasen mit guten Gedanken, fröhlich auf⸗ wachen und von dir nicht wanken. Laß uns mit Züchten unser Tun und Dichten zu deim Preis richten. 4. Pfleg auch der Kranken durch deinen Geliebten, hilf den Gefangnen, tröste die Be⸗ trübten. Pfleg auch der Kinder, sei selbst ihͤr Vormünder, Fein⸗ des Neid hinder! 5. Vater, dein Name werd von uns gepreiset, dein Reich zukomme, dein Will werd be⸗ weiset; frist unser Leben, wollst die Schuld vergeben, erlös uns! Amen.(Böhmische Brüder.) Peter Herbert, 4 1571. 24⁷ Mel, Wie lieblich sind die Woh⸗ nung dein ꝛc. 2 ie Sach ist dein, 539 D Herr Jesu Christ, die Sach, an der wir stehn, und weil es deine Sache ist, kann sie nicht untergehn! Allein das Weizenkorn, bevor es fruchtbar sproßt zum Licht empor, muß sterben in der Erde Schoß zuvor vom eignen Wesen los.(Im Sterben los, vom eignen Wesen los.) 2. Du gingst, o Jesu, unser Haupt, durch Leiden himmelan und führest jeden, der da glaubt, mit dir die gleiche Bahn. Wohlan, so nimm uns allzugleich zum Teil am Leiden und am Reich. Führ uns durch deines Todes Tor samt deiner Sach zum Licht empor!(Zum Licht empor, durch Nacht zum Licht empor) 3. Du starbest selbst als Weizenkorn und sankest in das Grab. Belebe denn, o Lebens⸗ born, die Welt, die Gott dir gab; send Boten aus in jedes Land, daß bald dein Name werd bekannt, dein Name voller Seligkeit: auch wir stehn dir zum Dienst bereit. (In Kampf und Streit, zum Dienst in Kampf und Streit.) Samuel Preiswerk, 4 1871, V. 3 von Felician Zaremba,/f 1874. *) Bei der Melodie& fallen die eingeklammerten Sätze im Liede weg. Nr. 539, 540 Das christliche Leben. 366 5 40 E ist ein Schnitter, der heißt Tod, hat Gwalt vom großen Gott. Heut wetzt er das Messer, es schneidt schon viel besser, bald wird er dreinschneiden, wir müssens nur leiden. Hüt dich, schöns Blümelein! 2. Was heut noch grün und frisch da steht, wird morgen weggemäht: die edlen Nar⸗ zissen, diehimmlischenSchlüssel, die schön Hyazinthen, die tür⸗ kischen Winden: Hüt dich, schöns Blümelein! 3. Viel hunderttausend un⸗ gezählt da unter die Sichel fällt: rot Rosen, weiß Lilien, euch wird er austilgen; und ihr Kaiserkronen, er wird euch nicht schonen: Hüt dich, schöns Blümelein! 4. So viel Maßlieb und Rosmarin schwellt unter der Sichel hin; Vergißmeinnit, du mußt auch mit, und du Tau⸗ sendschön, man läßt dich nit stehn: Hüt dich, schöns Blüme⸗ lein! 5. Er macht so gar kein Unterschied, geht alles in einem Schritt; der stolz Rittersporn und Blumen im Korn, sie liegen beisammen, man weiß kaum den Namen: Hüt dich, schöns Blümelein! 6. Trutz, Tod! komm her, ich fürcht dich nit, trutz, komm und tu ein Schnitt! Wenn er mich verletzet, so werd ich ver⸗ setzet in himmlischen Garten, darauf — –— eer G—9.H——W—..— 367 Das christliche Leben. Nr. 541, 542 darauf will ich warten: Freu dich, schöns Blümelein! Regensburg, 1637. 5 41 Fir dich sei ganz V emein Herz und Leben, mein süßer Gott, und all mein Gut; für dich hast du mirs nur gegeben, in dir es nur und selig ruht. Her⸗ steller meines schweren Falles, für dich sei ewig Herz und alles. 2. Ich liebt und lebte recht im Zwange, wie ich mir lebte ohne dich. Ich wollte dich nicht, ach so lange; doch lieb⸗ test du und suchtest mich, mich böses Kind aus bösem Samen, im hohen, holden Jesusnamen. 3. Deins Vaterherzens tiefste Triebe in diesem Namen zeigen sich; ein Brunn der Freude, Fried und Liebe quillt nun so nah, so mildiglich. Mein Gott, wenns doch der Sünder wüßte! Sein Herz alsbald dich lieben müßte. 4. bete an die Macht der Liebe, die sich in Jesu offenbart; ich geb mich hin dem freien Triebe, wo⸗ durch ich Wurm geliebet ward; ich will, anstatt an mich zu denken, ins Meer der Liebe mich versenken. 5. Wie bist du mir so zart gewogen, und wie verlangt dein Herz nach mir! Durch Liebe sanft und tief gezogen, neigt sich mein Alles auch zu dir. Du traute Liebe, gutes Wesen, du hast mich und ich dich erlesen. 6. Ich fühls, du bists, dich muß ich haben, ich fühls, ich muß für dich nur sein; nicht im Geschöpf, nicht in den Ga⸗ ben, mein Platz der ist in dir allein. Hier ist die Ruh, hier ist Vergnügen, drum folg ich deinen selgen Zügen. 7. Ehr sei dem hohen Jesusnamen, in dem der Liebe Quell entspringt, von dem hier alle Bächlein kamen, aus dem der Selgen Schar dort trinkt! Wie beugen sie sich ohne Ende, wie falten sie die frohen Hände! 8. O Jesu, daß dein Name bliebe im Grunde tief gedrücket ein; möcht deine süße Jesus⸗ liebe in Herz und Sinn ge⸗ präget sein! Im Wort, im Werk und allem Wesen sei Jesus und sonst nichts zu lesen! Gerhard Tersteegen, 1 1769. 5 42 Goßen Gott, wir loben dich; Herr, wir preisen deine Stärke; vor dir neigt die Erde sich und bewundert deine Werke; wie du warst vor aller Zeit, so bleibst du in Ewigkeit. 2. Alles, was dich preisen kann, Cherubim und Sera⸗ phinen, stimmen dir ein Lob⸗ lied an; alle Engel, die dir dienen, dienen, rufen dir in selger Ruh: Heilig, heilig, heilig! zu. 3.1 Heilig, Herr Gott Zeba⸗ oth, heilig, Herr der Krieges⸗ heere; starker Helfer in der Not, Himmel, Erde, Luft und Meere sind erfüllt von deinem Ruhm; alles ist dein Eigentum. 4.II Der Apostel heilger Chor, der Propheten große Menge schickt zu deinem Thron empor neue Lob⸗ und Dankgesänge, der Blutzeugen große Schar lobt und preist dich immerdar. 5. A Auf dem ganzen Erden⸗ kreis loben Große und auch Kleine dich, Gott Vater; dir zum Preis singt die heilige Gemeine; sie verehrt auf seinem Thron deinen eingebornen Sohn. 6. Sie verehrt den heilgen Geist, welcher uns mit seinen Lehren und mit Troste kräftig speist, der, o König aller Ehren, der mit dir, Herr Jesu Christ, und dem Vater ewig ist. 7. Steh, Herr, deinen Die⸗ nern bei, welche dich mit De⸗ mut bitten, die dein Blut dort machte frei, als du für uns hast gelitten. Nimm uns nach vollbrachtem Lauf zu dir in den Himmel auf. 8. I1 Sieh dein Volk in Gna⸗ den an; hilf uns, segne, Herr, dein Erbe; leit es auf der rechten Bahn, daß der Feind es nicht verderbe; wart und pfleg es in der Zeit, heb es hoch in Ewigkeit. Nr. 543, 544 Das christliche Leben. 368 9. A Alle Tage wollen wir dich und deinen Namen preisen und zu allen Zeiten dir Ehre, Lob und Dank erweisen. Gib, daß wir von Sünden heut und von Unfall sein befreit. 10.„Herr, erbarm, erbarme dich! Uber uns, Herr, sei dein Segen! Deine Güte zeige sich, Herr, auf allen unsern Wegen. Auf dich hoffen wir allein, laß uns nicht verloren sein! Wien, um 1774, nach dem Te Deum laudamus(siehe Gesang⸗ buch Nr. 128). arre, meine Seele, 543 harre des Herrn Alles ihm befehle, hilft er doch so gern.(I‚ dann A) 5 Sei unverzagt, bald der Morgen tagt, und ein neuer Frühling folat dem Winter nach. In allen Stürmen, in aller Not wird er dich beschirmen, der treue Gott. 2. Harre, meine Seele, harre des Herrn! Alles ihm befehle, hilft er doch so gern. (I, dann A);: Wenn alles bricht: Gott verläßt uns nicht; größer als der Helfer ist die Not ja nicht.:;: Ewige Treue, Retter in Not, rett auch unsre Seele, du treuer Gott! Friedrich Räder, 4 1872. 544 H err, nun selbst * H den Wagen halt, bald abseit geht sonst die Fahrt, das brächt Freud dem Wider⸗ part, 369 Das christliche Leben. Nr. 545, 546 part, der dich veracht't so fre⸗ ventlich. 2. Gott, erhöh deins Namens Ehr; wehr und straf der Bösen Grimm, weck die Schaf mit deiner Stimm, die dich lieb haben inniglich! 3. Hilf, daß alle Bitter⸗ keit scheid, o Herr, und alte Treu wiederkehr und werde neu, daß wir ewig lobsingen dir! Huldreich Zwingli, 1 1531. 545 H erz, laß dein 9 Sorgen sein, Sorgen schafft Angst und Pein und frommt doch nicht. Vertrau auf Gott, den Herrn, sein Hilf ist dir nicht fern, ½ Gott schlummert nicht. 2. Sieh doch die Lilien an, wer hat sie angetan mit solcher Zier? Gott webt zu aller Zeit ihnen das Feier⸗ kleid, ¾ webt es auch dir.: 3. Nimm doch der Vöglein wahr, die aller Sorgen bar, so fröhlich sind. Gott nährt sie spät und früh, bist du nicht mehr, denn sie? u nicht Gottes Kind 9 4. Gottes Kind, hörst du nicht, wie so vernehmlich spricht dein Jesus Christ: Herz, laß dein Sorgen sein, trachte nach dem allein,: was droben ist. Julius Sturm, 4 1896. SEeerzlich tut mich 546 H erfreuen die liebe Sommerzeit, wenn Gott wird schön verneuen alles zur Ewigkeit. Den Himmel und die Erde wird Gott neu schaf⸗ fen gar, all Kreatur soll werden ganz herrlich, schön und klar. 2. Kein Zunge kann er⸗ reichen die ewge Schönheit groß; man kanns mit nichts vergleichen, die Wort sind viel zu bloß: drum müssen wir das sparen bis an den jüngsten Tag; dann wollen wir erfahren, was Gott ist und vermag. 3. Da werden wir mit Freuden den Heiland schauen an, der durch sein Blut und Leiden den Himmel aufgetan, die lieben Patriarchen, Pro⸗ pheten allzumal, die Märtrer und Apostel bei ihm in großer Zahl. 4. Er wird uns fröhlich leiten ins ewge Paradeis, die Hochzeit zu bereiten zu seinem Lob und Preis: da wird sein Freud und Wonne, in rechter Lieb und Treu, aus Gottes Schatz und Bronne und täg⸗ lich werden neu. 5. Herr Gott, durch deine Güte führ mich auf rechter Bahn! Herr Christ, mich wohl behüte, sonst möcht ich irre gahn: halt mich im Glauben feste in dieser bösen Zeit, hilf, daß ich mich stets rüste zur ewgen Hochzeitsfreud. Johann Walther, 1570, nach einem Sommerlied. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern ꝛc. ier stehen wir von 547 H nah und fern in einem Geist vor einem Herrn vereint zu Dank und Bitte: O Jesu, selge Majestät, ge⸗ kreuzigt einst und nun erhöht, tritt ein in unsre Mitte! Stimm an, nimm an unsre Lieder, die wir wieder vor dich bringen, deiner Liebe Tun zu singen. 2. Was ein verborgnes Senfkorn war, das breitest du von Jahr zu Jahr nun aus mit mächtgen Zweigen. Zu Tausenden erwächst dein Bund, und öffnet Herz und Hand und Mund, für Gottes Heil zu zeugen; deinen reinen Lebenssamen, deinen Namen durch die Weiten aller Länder auszubreiten. 3. Dein ist die Welt, dein sind auch wir, und alle Völker werden dir einst noch zu Füßen fallen; du weckst sie aus der Todesruh, und führst schon Erstlinge herzu zu Salems heilgen Hallen; spendest, sen⸗ dest Licht und Segen aller⸗ wegen deinen Freunden, herr⸗ schest unter deinen Feinden. 4. Dein sind wir, dein in Ewigkeit; drum wollen wir, du Held im Streit, an deinem Auge hängen. Wohlauf, mit Macht umgürte dich, du Arm des Herrn, so werden sich die Völker um dich drängen! Als⸗ Nr. 547, 548 Das christliche Leben. 37⁰ dann wird man fröhlich singen, Palmen schwingen, wenn man schauet, wie Jehova Zion bauet. Albert Knapp, 1 1864. Occh trau auf Gottl 548 In aller Not auf Gott mein Hoffnung baue. Ich liebe Gott! Bis in den Tod auf diese Lieb vertraue. Jesu, dir leb ich; Jesu, dir sterb ich. Dein bin ich tot und lebendig. 2. Das Heil allein kann sicher sein in meines Jesu Wunden; in deinem Tod,‚ o liebster Gott, das Leben wird gefunden. Jesu, dir leb ich; Jesu, dir sterb ich. Dein bin ich tot und lebendig. 3. Ein sehnend Herz in Reu und Schmerz soll nimmer⸗ mehr verzagen! Mit rechter Reu, von Sünden frei, darf ich zu Jesu sagen: Jesu, dir leb ich; Jesu, dir sterb ich. Dein bin ich tot und lebendig. 4. Fort, fort, o Welt; was dir gefällt, das macht mich jetzt verdrossen, in Gott allein mein Ruh foll sein, ich hab es fest beschlossen: Jesu, dir leb ich; Jesu, dir sterb ich. Dein bin ich tot und lebendig. 5. Am letzten End in deine Händ will ich mein Seel auf⸗ geben! O Jesu mein, ganz bin ich dein, schenk mir das ewge Leben! Jesu, dir leb ich; Jesu, dir sterb ich. Dein bin ich tot und lebendig. Duderstädter Gesangbuch, 1724. 6ꝗ ‚7.᷑& 37¹ Das christliche Leben. Nr. 549—551 ö 549 J5 will streben die Englein und haben ihr nach dem Le⸗ Spiel. ben, wo ich selig bin; ich 2. Sie singen, sie springen will ringen einzudringen, bis und loben ihrn Gott, er 2 0 daß ichs gewinn. Hält man Himmel und Erde erschaffen mich, so lauf ich fort; bin ich hat.: matt, so ruft das Wort: Fort⸗ 3. Dort oben, dort oben gerungen, durchgedrungen bis vor der himmlischen Tür, zum Kleinod hin!„ da steht ein arm Seele und 2. Als berufen zu den weinet so sehr.: Stufen vor des Lammes Thron 4.„Arm Seele, arm Seele, will ich eilen, das Verweilen was stehest du hier?ꝰ ½ Wenn bringt oft bösen Lohn. Wer ich dich anschaue, so weinest auch läuft und läuft zu schlecht, du niir.“ 2 der versäumt sein Kronenrecht. 5. Wie sollt ich nicht weinen, Was dahinten, das mag du gütiger Gott: Ich hab schwinden; ich will nichts übertreten die zehen Gebot!“:: davon. 6.„Hast du übertreten die 3. Jesu, richte mein Ge⸗ zehen Gebot: Fall nieder sichte nur auf jenes Ziel: lenk auf die Knie und bete zu die Schritte, stärk die Tritte, Gott! 5 wenn ich Schwachheit fühl. 7. Bet immer, bet immer Lockt die Welt, so sprich mir und allzeit mit Fleiß,:3 so zu, schmäht sie mich, so tröste wird dir Gott schenken die du; deine Gnade führ gerade himmlische Freud.“ mich aus ihrem Spiel. 8. Die himmlische Freud 4. Du mußt ziehen; mein ist ein wunderschöne Stadt, Bemühen ist zu mangelhaft. da Friede und Freude kein Wo ihrs fehle, fühlt die Seele; Ende mehr hat. aber du hast Kraft, weil dein Volkslied. Wort ein Leben bringt, und dein Geist das Herz durch⸗ 5 51 Qmmer muß ich dringt. Dort wirds tönen V wieder lesen in bei dem Krönen: Gott ist's, dem alten, heilgen Buch, wie der es schafft. er ist so sanft gewesen, ohne Philipp Friedrich Hiller, 4 1769. List und ohne Trug. 2. Wie er hieß die Kind⸗ lein kommen, wie er hold sie 5 50 Qm Himmel, im angeblickt und sie in den Arm * Himmel ist genommen und sie an das Freude so viel; 1 da tanzen Herz gedrückt; ...... Nr. 552, 553 Das christliche Leben. 37² 3. Wie er Hilfe und Er⸗ mit hellem Schalle, freuen uns barmen allen Kranken gern alle zu dieser Stunde, Halle⸗ erwies und die Blöden und luja. Wir jubilieren und die Armen seine lieben Brüder triumphieren, lieben und loben ieß; dein Macht dort oben mit 4. Wie er keinem Sünder Herz und Munde, Halleluja. wehrte, der bekümmert zu ihm Johann Lindemann(9), K nach 1634. kam, wie er freundlich ihn dn 1 den Tod vom Herzen nahm. ich nden die Herde sant 553 Vesaht unh gehn geleitet, die sein Vater ihm daß ich Jesum möge sehn! verliehn, hat die Arme aus⸗ Meine Seel ist voll Verlangen, gebreitet, alle an sein Herz ihn auf ewig zu umfangen zu ziehn. und vor seinem Thron zu stehn. 16. Inmmer muß ich wieder 2. Süßes Licht, süßes Licht, lesen, und ich lese mich nicht Sonne, die durch Wolken sait, wie er ist so treu gewesen, hricht! O wann werd ich da⸗ wie er uns geliebet hat. hin kommen, daß ich dort mit Luise Hensel, 4 1876. 9915. Frommen schau dein holdes Angesicht! 552 In dir ist Freude 3. Ach wie schön, ach wie V* in allem Leide, schön ist der Engel Lobgetön! o du süßer dabe Christ; durch Hätt ich Flügel, hätt ich Flü⸗ dich wir haben himmlische gel, flög ich über Tal und Gaben, der du wahrer Hei⸗ Hügel heute noch nach Zionz land bist. Hilfest von Schan⸗ Höhn. den, rettest von Banden; wer 4. Wie wirds sein, wie dir vertrauet, hat wohl gebauet, wirds sein, wenn ich zieh in wird ewig bleiben, Halleluja. Salem ein, in die Stadt der Zu deiner Güte steht unser goldnen Gassen! Herr, mein Gmüte, an dir wir kleben im Gott, ich kanns nicht fassen Tod und Leben; nichts kann was das wird für Wonne sein! uns scheiden. Halleluja. 5. Paradies, Paradies, Wenn wir dich haben, wie ist deine Frucht so süß! lann uns nicht schaden Leufel, Unter deinen Lebensbäumen Sünde, Welt und Tod; du wird uns sein, als ob wir hasts in Händen, kannst alles träumen. Bring uns, Herr, die 35 255 nur heißen 1— ins Paradies! die Not. Drum wir dich i zudmig ehren, dein Lob Vernehren Gustav 3 155. Knaf, 773 Nel.& 55 rohlo Di f Gott hu gl Wide nicht dir 0 2. verla Rind daß Und daß schwẽ er di men geze Hän ihm Hilf 4 reue deu in wir 37² uns Jalle⸗ und oben mit luja. 1634. ehn, ehn, ehn! gen, igen ehn. icht, ken da⸗ mit hein wie ön! Blü⸗ ind Ins wie in der ein en, in! es, iß! sen Hir rr, af, 7³3 RNel. Entlaubt ist uns der Walde. 554 ˙˙ Das christliche Leben. Nr. 554, 555 Gott getrost mit Singen, rohlock, du christlich Schar! Ar soll es nicht mißlingen, Gott hilft dir immerdar. Ob du gleich hier mußt tragen viel VPiderwärtigkeit, doch sollst du nicht verzagen, dir aus allem denn er hilft Leid. 2. A Kann und mag auch verlassen ein gind und also daß es kein Gnad Und ob sichs daß sie so g schwört bei f Mutter je ihr gar verstoßen, mehr find? möcht begeben, sie so gar abfiel: Gott einem Leben, daß er dich nicht verlassen will. 3. 1 Darum laß dich nicht schrecen, o du christgläubge Schar. Gott erwecken und selbst wird dir Hilf dein neh⸗ men wahr. Hat er dich doch gezeichnet, gegraben in sein Häaͤnd. Dein Nam stets vor ihm leuchtet, daß er dir seine Hilfe send. 4. A Es tut ihn nicht ge⸗ reuen, was er vorlängst ge⸗ deut't, sein Kirche zu erneuen in dieser gfährlich Zeit. wird herzlich und herrlich auferbauen durch sein Jammer Er anschauen dein Elend, rein Wort und Sakrament. loben, der dich 5. Gott sch wir billig ich aus großer Gnad durch seine milden Ga⸗ ben uns kundgegeben hat. Er wird uns auch erhalten in Lieb und Einigkeit und unser freundlich walten hie und auch dort in Ewigkeit. Böhmische Brüder) Johann Horn, + 1547. äher, mein Got 59) N., uihe zu dir! Drückt mich auch Kummer hier, drohet man mir, soll doch trotz Kreuz und Pein dies meine Losung sein: Näher, mein Gott, zu dir, näher zu dir! 2. Bricht mir wie Jakob dort Nacht auch herein; find ich zum Ruheort nur einen Stein; ist auch im Traume hier mein Sehnen für und für: Näher, mein Gott, zu dir, näher zu dir! 3. Geht auch die schmale Bahn aufwärts gar steil, führt sie doch himmelan zu meinem Heil. Engel, so licht und schön, winken aus selgen Höhn. Näher, mein Gott, zu dir, näher zu dir! 4. Ist dann die Nacht vor⸗ bei, leuchtet die Sonn, weih ich mich dir aufs neu vor deinem Thron, baue mein Bethel dir und jauchz mit Freuden hier: Näher, mein Gott, zu dir, näher zu dir! 5. Ist mir auch ganz ver⸗ hüllt dein Weg allhier, wird nur mein Wunsch erfüllt: Näher zu dir! Schließt dann mein Pilgerlauf, schwing— mi — mich freudig auf näher, mein Gott, zu dir, näher zu dir! (Nach dem Englischen) Sara F. Adams. Mel. nach: Wenn wir in höchsten Nöten sein ꝛc. 556 O daß doch bald dein Feuer brennte, du unaussprechlich Liebender, und bald die ganze Welt erkennte, daß du bist König, Gott und Herr! 2. Zwar brennt es schon in heller Flamme jetzt hier, jetzt dort, in Ost und West, dir, dem für uns erwürgten Lamme, ein herrlich Pfingst⸗ und Freudenfest. 3. Und noch entzünden Himmelsfunken so manches kalte, tote Herz und machen Durstge freudetrunken und heilen Sünd⸗ und Höllen⸗ schmerz. 4. Erwecke, läutre und ver⸗ eine des ganzen Christenvolkes Schar und mach in deinem Gnadenscheine dein Heil noch jedem offenbar. 5. Du unerschöpfter Quell des Lebens, allmächtig starker Gotteshauch, dein Feuermeer ström nicht vergebens; ach zünd in unsern Herzen auch. 6. Schmelz alles, was sich trennt, zusammen und baue deinen Tempel aus; laß leuch⸗ ten deine heilgen Flammen durch deines Vaters ganzes Haus. Nr. 556, 557 Das christliche Leben. 37⁴4 7. Beleb, erleucht, erwärm, entflamme doch bald die ganze, weite Welt und zeig dich jedem Völkerstamme als Heiland, Friedefürst und Held. Dann tönen dir von Millionen der Liebe Jubel⸗ harmonien, und alle, die auf Erden wohnen, knien vor den Thron des Lammes hin. Um 1818. Mel. O Jesu Christ, mein Lebens Licht ꝛc. 557 O nn erleuchte, die dich kennen nicht, und bringe sie zu deiner Herd, daß ihre Seel auch selig werd. 2. Erfülle mit dem Gnaden⸗ schein, die in Irrtum verführet sein, auch die, so heimlich noch ficht an in ihrem Sinn ein falscher Wahn. 3. Und was sich sonst ver⸗ laufen hat von dir, das suche du mit Gnad und sein ver⸗ wundt Gewissen heil; laß sie am Himmel haben teil. 4. Den Tauben öffne das Gehör, die Stummen richtig reden lehr, die nicht bekennen wollen frei, was ihres Herzens Glauben sei. 5. Erleuchte, die da sind verblendt, bring her, die sich von uns getrennt, versammle, die zerstreuet gehn, mach feste, die im Zweifel stehn. So werden sie mit uns zugleich auf Erden und im Himmel⸗ — 37⁴ wärm, ganze, jedem iland, von Jubel⸗ ie auf or den 1818. Lebens hriste, Licht, nicht, Herd, werd. aden⸗ führet noch nein t ver⸗ suche ver⸗ iß sie das ichtig nnen rzens sind sich imle, feste uns im mel⸗ 37⁵ Das christliche Leben. Nr. 558—560 Himmelreich hier zeitlich und rien Sohn, dich will ich lieben, dort ewiglich für solche Gnade dich will ich ehren, meiner preisen dich. Seele Freud und Kron. Johann Heermann, 4 1647. 2. 1 Schön sind die Wälder, schön sind die Felder in der 5 58 ag, was hilft schönen Frühlingszeit: A Jesus alle Welt mit ist schöner, Jesus ist reiner, ihrem Gut und Geld? Alles der unser traurig Herz erfreut. verschwind't geschwind gleich 3. I Schön leucht't die wie der Rauch im Wind. Sonne, schön leucht't der 2. Was hilft der hohe Monde und die Sternlein Ihron, das Szepter und die allzumal: 4 Jesus leucht't Kron? Szepter und Regiment schöner, Jesus leucht't reiner hat alles bald ein End. als die Engel im Himmelssaal. 3. Was hilft sein hübsch 4. IU Schön sind die Blu⸗ und fein, schön wie die Röse⸗ men, schöner sind die Men⸗ lein? Schönheit vergeht im schen in der frischen Jugend⸗ Grab; die Rosen fallen ab. zeit: A Sie müssen sterben, 4. Was hilft ein goldgelb müssen verderben: Jesus bleibt Gupen Augen kristallenklar? in Ewigkeit. ippen korallenrot? Alles Voltslied, Münster i. Westf, 1677. vergeht im Tod. 5. Was ist das güldne Mel. Wie könnt ich ruhig schlafen ꝛc. Stück von Gold, Zierd und 560 o nimm denn Geschmück? Gold ist nur rote meine Hände Erd: die Erd ist nicht viel und führe mich bis an mein wert. selig Ende und ewiglich. Ich 6. Fahr hin, o Welt, fahr mag allein nicht gehen, nicht hin! Bei dir find ich kein einen Schritt; wo du wirst Gwinn: das Ewge achtst du gehn und stehen, da nimm nit; hier hast dein Ernt und mich mit. Schnitt. 2. In dein Erbarmen hülle 7. Fahr hin! leb,‚ wie du mein schwaches Herz, und mach willt, hast gnug mit mir ge⸗ es gänzlich stille in Freud spielt. Die Ewigkeit ist nah: und Schmerz; laß ruhn zu sromms Leben ich anfah. deinen Füßen dein armes Volkslied, Köln, 1623. Kind, es will die Augen schließen und glauben blind. 559 Sobdaster Herr Je⸗ 3. Wenn ich auch gleich su, Herrscher nichts fühle von deiner Macht, aller Enden, Gottes und Ma⸗ du führst mich doch zum Ziele auch . Nr. 561, 562 Das christliche Leben. auch durch die Nacht; so nimm denn meine Hände und führe mich bis an mein selig Ende und ewiglich. Julie von Hausmann, 1 1901. Mel. Wer hier vor Gott will sein gerecht ꝛc. teht auf, ihr 561 Sieben Ainder lein, der Morgenstern mit hellem Schein läßt frei sich sehen wie ein Held und leuchtet in die ganze Welt. 2. A Willkommen seist du, schöner Stern! Du bringst uns Christum, unsern Herrn, der unser lieber Heiland ist; darum du hoch zu loben bist. 3. II Ihr Kinder sollt bei diesem Stern erkennen Chri⸗ stum, unsern Herrn, Marien Sohn, den treuen Hort; der leuchtet uns mit seinem Wort. 4. A Gotts Wort, du bist der Morgenstern, wir können dein gar nicht entbehrn, du mußt uns leuchten immerdar, sonst sitzen wir im Finstern gar. 5. 1I Willkommen seist du, lieber Tag, vor dir die Nacht nicht bleiben mag; leucht uns in unsre Herzen fein mit deinem hellen Himmelsschein! 6. A O Jesu Christ, wir warten dein: dein heilges Wort leucht uns so fein! Am End der Welt bleib nicht lang aus und führ uns in deins Vaters Haus! 7. Du bist die liebe Sonne klar, wer an dich glaubt, der ist fürwahr ein Kind der ewgen Seligkeit, die deinen Christen ist bereit. 8. Wir danken dir, wir loben dich hier zeitlich und dort ewiglich für deine groß Barmherzigkeit von nun an bis in Ewigkeit. Erasmus Alberus, geb. um 1500 in der Wetterau, Pfarrer in Sprend⸗ lingen i. St., Staden u. a. O, 1 1553 in Neu⸗Brandenburg. 562 nter Lilien jener Freuden sollst du weiden, Seele, schwinge dich empor! Wie ein Adler fleug behende; Jesu Hände öffnen schon das Perlentor. 2. Laßt mich gehen, laßt mich laufen zu dem Haufen derer, die des Lammes Thron nebst dem Chor der Sera⸗ phinen schon bedienen mit dem reinsten Jubelton. 3. Löse, erstgeborner Bru⸗ der, doch die Ruder meines Schiffleins; laß mich ein in den sichern Friedenshafen, zu den Schafen, die der Furcht entrücket sein. 4. Nichts soll mir am Herzen kleben, süßes Leben, was die Erde in sich hält. Sollt ich in der Wüste weilen und nicht eilen? Nein, ich eil ins Himmelszelt. 37037⁰ 37⁰ Sonne bt, der d der deinen „ Wir h und e groß un an jener lst 0 e di fleug öffnen „laßt aufen Thron Sera⸗ t dem Bru⸗ ieines in in mn, zu Furcht am eben, hält. heilen ch eil 5. Herr, wie bald kannst du es machen, daß mit Lachen unser Mund erfüllet sei! Du kannst durch des Todes Türen träumend führen und machst uns auf einmal frei. 6. Du hast Sünd und Straf getragen; Furcht und Zagen muß nun ferne von mir gehn. Tod, dein Stachel wird zu Schanden; frei von Banden werd ich fröhlich auf⸗ erstehn. 7. Gottes Lamm, dich will ich loben hier und droben mit der herzlichsten Begier. Du hast dich zum ewgen Leben mir gegeben; hole mich, o Herr, zu dir! Joh. Ludw. Konrad Allendorf, + 177³. 563 eil ich Jesu Schäflein bin, freu ich mich nur immerhin über meinen guten Hirten, der mich wohl weiß zu be⸗ wirten, der mich liebet, der mich kennt und bei meinem Namen nennt. 2. Unter seinem sanften Stab geh ich aus und ein und hab unaussprechlich süße Weide, daß ich keinen Mangel leide; und so oft ich durstig bin, führt er mich zum Brunn⸗ quell hin. 3. Sollt ich nun nicht fröh⸗ lich sein, ich beglücktes Schäfe⸗ lein? Denn nach diesen schönen Tagen werd ich endlich heim⸗ ——————— 37⁷ Das christliche Leben. Nr. 563—565 getragen in des Hirten Arm und Schoß. Amen, ja mein Glück ist groß! Henriette Marie Luise von Hayn + 1782. eißt du, wieviel 564 Sternlein stehen an dem blauen Himmelszelt? Weißt du, wieviel Wolken gehen weithin über alle Welt? Gott, der Herr, hat sie ge⸗ zählet, daß ihm auch nicht eines fehlet: an der ganzen großen Zahl. 2. Weißt du, wieviel Mück⸗ lein spielen in der heißen Sonnenglut? wieviel Fischlein auch sich kühlen in der hellen Wassersflut? Gott, der Herr, rief sie mit Namen, daß sie all ins Leben kamen, in daß sie nun so fröhlich sind. 3 3. Weißt du, wieviel Kin⸗ der frühe stehn aus ihrem Bettlein auf, daß sie ohne Sorg und Mühe fröhlich sind im Tageslauf? Gott im Him⸗ mel hat an allen seine Lust, sein Wohlgefallen, 1 kennt auch dich und hat dich lieb.: Wilhelm Hey, 1 1854. Mel. Komm, Seele, Jesu Leiden ꝛc. 5 6 5 enn alle untreu werden, so bleib ich dir doch treu, daß Dank⸗ barkeit auf Erden nicht aus⸗ gestorben sei. Für mich um⸗ fing dich Leiden, vergingst für mich in Schmerz; drum* i ich dir mit Freuden auf ewig dieses Herz. 2. Oft muß ich bitter weinen, daß du gestorben bist, und mancher von den Deinen dich lebenslang vergißt. Von Liebe nur durchdrungen hast du so viel getan, und doch bist du verklungen, und keiner denkt daran. 3. Du stehst voll treuer Liebe noch immer jedem bei, und wenn dir keiner bliebe, so bleibst du dennoch treu. Die treuste Liebe sieget, am Ende fühlt man sie, weint bitterlich und schmieget sich kindlich an dein Knie. 4. Ich habe dich empfun⸗ den, o lasse nicht von mir; laß innig mich verbunden auf ewig sein mit dir! Einst schauen meine Brüder auch wieder himmelwärts und sinken liebend nieder und fallen dir ans Herz. Friedrich von Hardenberg (Novalis), 4 1801. 2 er ist ein Mann? 566 Wdder betentaun und Gott, dem Herrn, ver⸗ traut, wenn alles bricht, er zaget nicht,: dem Frommen nimmer graut. ½ 2. Wer ist ein Mann? Wer glauben kann inbrünstig, wahr und frei; denn diese Bei der Melodie A fällt die Wiederholung der Schlußzeile weg. Nr. 566, 567 Das christliche Leben. Wehr trügt nimmermehr, die bricht kein Mensch entzwei.: 3. Wer ist ein Mann? Wer lieben kann von Herzen fromm und warm; die heilge Glut gibt hohen Mut 1 und stärkt mit Stahl den Arm.: 4. Dies ist der Mann, der streiten kann für Weib und liebes Kind; der kalten Brust fehlt Kraft und Lust, 25: und ihre Tat wird Wind.:: 5. Dies ist der Mann, der sterben kann für Freiheit, Pflicht und Recht; dem from⸗ men Mut deucht alles gut,:;: es geht ihm nimmer schlecht.:: 6. Dies ist der Mann, der sterben kann für Gott und Vaterland; er läßt nicht ab bis an das Grab ꝛv mit Herz und Mund und Hand.:; 7. So, deutscher Mann, so, freier Mann, mit Gott, dem Herrn, zum Krieg! Denn Gott allein kann Helfer sein,‚: von Gott kommt Glück und Sieg.:: Ernst Moritz Arndt, 1813. 567 Wie lieblich ists hienieden, wenn Brüder treugesinnt in Ein⸗ tracht und in Frieden ver⸗ traut beisammen sind. 2. Wie Tau vom Hermon nieder auf Gottes Berge fließt: also auch auf die Brüder der Segen sich ergießt. 3. Und einstens wird er⸗ neuet durch sie die heilge Stadt; was Knecht ist, wird befreiet und rein, was Flecken hat. 378 2 die ei. 2 dann? Herzen heilge und M. 5 Nann, Weib kalten eiheit, 379 Das christliche Leben. Nr. 568, 569 4. Und alles Volk der Erde geht nun zum Lichte ein; dann wird nur eine Herde und nur ein Hirte sein. Friedr. Gottlob Wetzel, 4 1819. ie mit grimm⸗ 568 gem Unver⸗ stand Wellen sich bewegen! Nirgends Rettung, nirgends Land vor des Sturmwinds Schlägen. IU Einer ist's, der in der Nacht, einer ist's, der uns bewacht: Christ Kyrie, du wandelst auf der See. 2. 1 Wie vor unserm An⸗ gesicht Mond und Sterne schwinden! Wenn des Schiff⸗ leins Ruder bricht, wo dann Rettung finden? II Keine Hilf als bei dem Herrn, er ist unser Morgenstern: Christ Kyrie, erschein uns auf der See! 3. ANach dem Sturme fahren wir sicher durch die Wellen, lassen, großer Schöpfer, dir unser Lob erschallen. Lo⸗ bet ihn mit Herz und Mund, lobet ihn zu jeder Stund! Christ Kyrie, ja dir gehorcht die See. 4. Einst in meiner letzten Not laß mich nicht versinken! Soll ich von dem bittern Tod Well auf Welle trinken, reiche mir dann liebentbrannt, Herr, Herr, deine Glaubenshand! Christ Kyrie, komm zu uns auf die See! Nach einem Schifferliede von Johannes Daniel Falk, 4 1826. Niir pflügen und 569 Wẽ wir streuen den Samen auf das Land, doch Wachstum und Gedeihen steht in des Himmels Hand; der tut mit leisem Wehen sich mild und heimlich auf und träuft, wenn heim wir gehen, Wuchs und Gedeihen drauf. Alle gute Gabe kommt her von Gott, dem Herrn; drum dankt ihm, dankt, drum dankt ihm, dankt und hofft auf ihn! 2. I Er sendet Tau und Regen und Sonn⸗ und Mon⸗ denschein und wickelt seinen Segen gar zart und künstlich ein; und bringt ihn dann be⸗ hende in unser Feld und Brot; es geht durch unsre Hände, kommt aber her von Gott. Alle gute Gabe kommt her von Gott, dem Herrn; drum dankt ihm, dankt 1 und hofft auf ihn! 3. Was nah ist und was ferne, von Gott kommt alles her, der Strohhalm und die Sterne, das Sandkorn und das Meer. Von ihm sind Büsch und Blätter und Korn und Obst, von ihm das schöne Frühlingswetter und Schnee und Ungestüm. A Alle gute Gabe kommt her von Gott, dem Herrn; 1 drum dankt ihm, dankt:„ und hofft auf ihn! 4. U Er läßt die Sonn auf⸗ gehen, er stellt des Mondes 25⁵ Lauf, Lauf, er läßt die Winde wehen und tut die Wolken auf. Er schenkt uns so viel Freude, er macht uns frisch und rot; er gibt dem Viehe Weide und seinen Menschen Brot. A Alle gute Gabe kommt her von Gott, dem Herrn;: drum dankt ihm, dankt 1 und hofft auf ihn! Matthias Claudius, 4 1815. 570 ir treten zum Beten vor Gott, den Herren, ihn droben zu loben mit Herz und Mund: So rühmet froh seins lieben Namens Ehren, der jetzo unsern Feind warf auf den Grund. 2. Zu Ehren des Herren wollt, weil ihr lebet, ihm danken ohn Wanken dies Wunder groß. Vor seinem Aug stets rein zu wandeln strebet, tut Recht und sagt von Lug und Trug euch los. 3. II Der Böse, Arglose zu Fall zu bringen, schleicht grollend und brüllend, dem Löwen gleich, und suchet, wen er grausam mag verschlingen, wem er versetzen mag den Todesstreich. 4. A Wacht, flehet, bestehet im guten Streite, mit Schande in Bande der Sünd nicht fallt! Dem frommen Volk gibt Gott den Feind zur Beute, und wär Nr. 570—572 Das christliche Leben. 380 auch noch so groß seins Reichs Gewalt! Niederländisches Siegeslied, genau nach dem Holländischen bei Adria⸗ nus Valerius(1626) übertragen von Karl Budde. 57 1 Wo findet die Seele die eimat, die Ruh? Wer deckt sie mit schützenden Fittichen zu? Ach bietet die Welt keine Freistatt uns an, wo Sünde nicht herrschen, nicht anfechten kann?: Nein, nein, hier ist sie nicht; die Heimat der Seele ist droben im Licht. 2. Verlasset die Erde, die Heimat zu sehn, die Heimat der Seele, so herrlich, so schön! Jerusalem droben, von Golde gebaut, ist dieses die Heimat der Seele, der Braut?:, Ja, ja:; dieses allein kann Ruh⸗ platz und Heimat der Seele nur sein. 3. Wie selig die Ruhe bei Jesu im Licht! Tod, Sünde und Schmerzen die kennt man dort nicht. Das Rauschen der Rurr der liebliche Klang ewillkommt die Seele mit süßem Gesang!:: Ruh, Ruh,: himmlische Ruh im Schoße des Mittlers, ich eile dir zu! Ludwig Jörgens, 4 1845. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme aꝛc. 572 3 in Frieden eure Pfade! Mit euch des großen Gottes W10 un 381 und seiner heilgen Engel Wacht! Wenn euch Jesu Hände schirmen, gehts unter Sonnenschein und Stürmen getrost und froh bei Tag und Nacht. Lebt wohl, lebt wohl Das christliche Leben. Nr. 572 im Herrn! Er sei euch nimmer fern, spät und frühe! Vergeßt uns nicht in seinem Licht, und wenn ihr sucht sein Angesicht! Gustav Friedr. Ludwig Knak, 1 1878. Erläuterungen für den Selang der Hieder. Die Zeichen l, Uu. A sind Andeutungen für etwaigen Wechsel⸗ gesang. bezw. li bedeutet, daß die erste bezw. zweite Gruppe(Chor) oder auch der Gesamtchor, A, daß wieder alle singen. Beim Fehlen eines Zeichens wird die Strophe von allen(der Gemeinde) gesungen. Ein Anhang zum Choralbuch zur Begleitung der vorstehenden Lieder auf Orgel, Harmonium oder Klavier ist bei J. Waitz, Darm⸗ stadt, erschienen. Nr. 570 ist mit Genehmigung des Übersetzers und der K. Budde Härtelschen Verragshandlung in Leipzig aus J. Röntgen und K. Budde „XIVAltniederländische Volkslieder“ entnommen. Gebete zur häuslichen Andacht. I. Allgemeine Gebete. 1. Psalm 67. Gott sei uns gnädig und segne uns; er lasse uns sein Antlitz leuchten, daß wir 31 Erden erkennen seinen Weg, unter allen Heiden sein Heil. Es danken dir, Gott, die Völker; es danken dir alle Völker. Die Völker freuen sich und jauchzen, daß du die Leute recht richtest und regierest die Leute auf Erden. Es danken dir, Gott, die Völker, es danken dir alle Völker. Das Land gibt sein Gewächs; es segne uns Gott, unser Gott. Es segne uns Gott, und alle Welt fürchte ihn! Amen. 2. Witle um die Gabe des Gebets. Herr, höre meine Worte, merke auf meine Rede, ver⸗ nimm mein Schreien, mein König und mein Gott, denn ich will vor dir beten. Ps. 5, 1.42. Gnädiger, liebreicher Vater! Du hast mir befohlen zu beten, und dein lieber Sohn hat es mich gelehrt; dein heiliger Geist erinnert mich oft in meinem Herzen des Gebets. Ich weiß auch, daß meine vollkommenen Gaben von dir, Vater des Lichtes, kommen müssen, und daß kein wahres, beständiges Gut, keine Hilfe und kein rechter Trost ohne Gebet erlangt werden können. Dennoch bin Allgemeine Fürbitte. 38⁴4 38 ich so lässig und träge zum Gebet und rechne mehr auf Ge meine Arbeit und Klugheit, als auf deine Hilfe und tut Gnade. Ach, vergib mir diese Sicherheit und Torheit! Ne Wende von mir die Strafe, womit du den Verächtern deiner Gnade drohest und gib mir den Geist der Gnade und des Gebets. Laß mich deine tröstliche Verheißung bedenken: daß selig werden soll, wer deinen Namen an⸗ ruft; daß du antworten willst, wenn wir zu dir reden; daß du nahe bist denen, die dich anrufen. Entzünde mein Herz mit inniger Andacht, damit mein Gebet dir angenehm sei. Erfreue mein Gemüt mit dem Lichte deiner Gnade und reinige meine Lippen durch das Feuer deines Geistes. Erhöre mein Gebet und laß es dir wohlgefallen, wenn ich meine Hände zu dir auf⸗ hebe. Erwecke in mir einen heiligen Durst nach deiner Gnade und laß mich deine Herrlichkeit im Glauben sehen, wenn mein eignes Elend mich niederbeugt und meine Augen mit Tränen füllt. Ach, Herr, der du die Herzen kennst, du weißt, wie unbeständig menschliche Gemüter sind, viel beweglicher als die Welle vom Winde. Befestige selbst meine Seele und nimm von mir den zerstreuten Sinn, daß ich nicht durch mancherlei Gedanken hin und her bewegt werde. Regiere du das Schifflein meines Herzens mit dem Hauche deines Geistes und bezwinge den Sturm, daß es ruhig in mir werde, um dich ohne Hindernisse anzuschauen und in 6t d Stille mit dir vereinigt zu bleiben. Führe mich in die Einsamkeit, wo ich die Welt vergesse und du dich mir offenbarst. Erneure mir Herz und Sinn und entferne alles, was die Liebe zu dir hindert, jegliche Neigung des sündigen Willens und des Unglaubens. Laß mein Gemüt eine Wohnung deines heiligen Geistes sein, daß ich dich anrufe, dich lobe und dir danke und damit ein. meiner Kindschaft bei dir empfange. Erfülle mich mit Liebe, Trost und Stärke; gib mir den Frieden, der von dir kommt, die Andacht, die dich über⸗ all sucht und findet, und die Freude, die nie von mir kann genommen werden. Laß mich mit dir, mein Vater, und mit deinem Sohne, als meinem Herrn und Haupte, durch die Wirkung deines Geistes immer mehr vereinigt werden und mache mich zu einem lebendigen Gliede der E „c 5 Allgemeine Gebete. Gemeinde auf Erden und im Himmel, die deinen Willen tut und dich mit gläubiger Zuversicht der Erhörung im Namen Christi anruft. ied Nr. 301: Gott ist gegenwaͤrtig. 3. Allgemeine Fürbitte. Du erhörest Gebet, darum kommt alles Fleisch zu dir. Ps. 65, 3. Herr Gott, dreieiniger Gott, du hast in deinem heiligen Worte uns geboten, daß wir für einander beten sollen. Darum unterwinden wir uns, mit dir zu reden und dir unseres Herzens Anliegen vorzutragen. Du wollest unser Flehen nicht verwerfen, sondern gnädiglich annehmen und erhören. Wir bitten dich, du getreuer Gott und Heiland, für deine Kirche; erhalte, schütze, regiere und führe sie; schenke ihr allezeit treue Hirten und Lehrer und salbe dieselben mit deinem Geiste und segne die Arbeit; wehre allen Feinden, dämpfe alle Irrlehren, bewahre deine Gemeinde vor Aergernis und Spaltung und laß die Ehre deines heiligen Namens in der Welt immer mehr ansgebreitet werden. Erleuchte die Irrenden, bekehre die Gottlosen, habe Langmut mit uns armen Sündern, vergib den Buß⸗ fertigen und züchtige die losen Verächter zu ihrem Heil. Erbarme dich aller Heiden und segne die Boten des Friedens, welche du zu ihnen sendest, daß sie dir ein großes Volk gewinnen und dein Name an allen Enden der Erde geheiligt werde. Segne die christlichen Schulen, alle Lehrer und die liebe Jugend, damit dieselbe aufwachse in wahrhaftiger Gottesfurcht und vechtschaffenem Glauben. Nimm in deine gnädige Obhut alle Anstalten, Reiches und zur Ausbreitung deines Evangeliums dienen, und erfülle mit deinem Geiste alle, die daran arbeiten. Beschütze auch, du starker, allmächtiger Gott, unser Regiment und gemeines 8 und gib allen Fürsten und Obrigkeiten rechte Weis heit und Gottseligkeit. Hilf, daß sie deiner Kirche, des ganzen Vaterlandes und aller Untertanen sich treulich annehmen, und segne ihr Tun reichlich. Insbesondere befehlen wir in deine Gnadenhand Ugemeine Gebete. 386 den deutschen Kaiser und unsern Großherzog samt dem ganzen Großherzoglichen Hause. Pflanze in die Herzen aller Gewaltigen Gedanken des Friedens; gib allen Räten heilsame Ratschläge; verleihe allen Richtern Gerechtigkeit, allen Beamten Barmherzigkeit, auf 566 bei uns und überall das Böse bestraft, das Gute be ohnt, dem Uebel gesteuert und, was löblich ist, erhalten und gefördert werde. Sei mit allem Volke, daß es die Obrigkeit liebe, ihre Herrschaft ehre und den Gesetzen folge. Segne einen jeden in seinem Stande und Berufe; walte gnädig über unserer Gemeinde und unserem ganzen Vaterlande. Segne auch den Hausstand und verleihe allen Hausvätern und Hausmüttern Frieden in ihrer Ehe, Glück in ihrer Nahrung und ihrem Gewerbe und Freude an ihren Kindern. Den Kindern gib willigen Gehorsam, kindliche Furcht, rechtschaffne Demut und Ehrerbietung und laß allen Segen ihrer Eltern reichlich an ihnen erfullt werden. Beschere allen Hausherren und Hausfrauen gute Dienst⸗ boten; allem Gesinde aber verleihe herzliche Liebe und Gehorsam, Treue und Redlichkeit. Laß dir, o Herr, alle Menschen befohlen sein und gib einem jeden, was er bedarf. Insbesondere erbarme dich aller Armen und Elenden; tröste alle Traurigen und Betrübten; nimm dich der Kranken an; bekehre alle Ver⸗ brecher und erlöse alle unschuldig Gefangenen. Versorge die Witwen und Waisen, trage die Alten, stärke und tröste die Sterbenden. Sei gnädig allen, die uns feind sind und mache sie uns ch us gesinnt. Halte in deiner Gnade alle, die sich An Gebet befohlen haben, und die du gar wohl kennst.(Insbesondere bitten wir dich für u. s. w. Hier sind etwaige besondere Fürbitten einzuschalten.) Zuletzt aber laß dir, lieber Gott, noch besonders befohlen sein alle unsere An⸗ gehörigen in der Nähe und in der Ferne: behüte sie vor allem Uebel, gib ihnen alles Gute und regiere sie mit deinem heiligen Geiste. Sei mit ihnen und uns allen heute und alle Tage und hilf uns endlich, Amen unser Stündlein kommt, aus zum ewigen Leben. Amen. Lied Nr. 304: Herr, höre! Herr, erhöre! 38 Allgemeine Gebete. 4. Luthers Morgensegen. Wenn ich mich zu Bette lege, so denke ich an dich; wenn ich erwache, so rede ich von dir. Ps. 63, 7. Das walte Gott Vater, Sohn und heilger Geist! Amen. Ich danke dir, mein lieber himmlischer Vater, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, daß du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast und bitte dich, du wollest mich 90 Tag auch behüten vor Sünden und allem Uebel, auf daß dir all mein Tun und Leben gefalle. Ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen. Lied Nr. 291: Vater unser im Himmelreich. 5. Cuthers Abendsegen. Herr, ich gedenke des Nachts an deinen Namen. Ps. 119, 55. Das walte Gott Vater, Sohn und heilger Geist! men. Ich danke dir, mein lieber himmlischer Vater, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, daß du mich diesen Tag so gnädiglich behütet hast und bitte dich, du wollest mir vergeben alle meine Sünden, wo ich unrecht getan und dich beleidigt habe, und mich diese Nacht auch so gnädiglich behüten. Ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen. Lied Nr. 386: Hinunter ist der Sonnenschein. II. Morgen⸗ und Abendgebete auf die Tage der Woche. 6. Morgengebet am Sonntage. Eins bitte ich vom Herrn, das hätte ich gern, daß ich im Hause des Herrn bleiben möge mein Leben lang, zu schauen die schönen Gottesdiensie des Herrn und seinen Tempel zu besuchen. Ps. 27, 4. Morgen⸗ und Abendgebete. 388 Vater des Lichts, der du das natürliche Licht dieser Welt uns scheinen lässest,. doch auch heute und alle 55 das kasse ihn Licht, Jesum Christum, in unsere erzen und lasse ihn darin leuchten und alle Finsternis vertreiben, damit wir dich, ewiger Gott, in deinem lieben Sohne erkennen und liebgewinnen mögen. Siehe, wir 29 durch die Sünde in der Finsternis der Eitelkeit dieser elt gefangen: darum lehre uns selber durch deinen heiligen Geist aus deinem Worte, wie wir uns zu dir bekehren und dir im Glauben gehorsam werden können. Lieber himmlischer Vater, wir danken dir im Namen Jesu Christi, daß du uns in der vergangnen Nacht vor jedem Unfall so väterlich bewahrt und gesund zu diesem Tag hast kommen lassen. O getreue Liebe, laß doch mit der vergangnen Nacht auch das Gedächtnis unserer Sünden vor deinem An⸗ gesicht vergangen sein. Und weil heute der Tag der Auf⸗ erstehung deines Sohnes ist, so erwecke uns vom Schlaf der Torheit und Trägheit unserer Herzen zu einem neuen Leben in dir. Vater des Lichts und Geber aller guten und vollkommnen Gaben, gönne uns heute dein heiliges Wort und laß es unseres Herzens höchste Freude und Wonne sein. Lehre uns durch dasselbige den alten Menschen aus⸗ und den neuen anziehen, der nach dir ge⸗ schaffen ist in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit. Gib uns zu diesem Ende reichlich die Gabe deines heiligen Geistes, daß wir schnell und aufmerksam seien am heutigen Tage, dein köstliches Wort zu hören, langsam aber zu reden allerlei eitle Dinge und faule Geschwätze, die nicht zur Besserung dienen und nicht holdselig sind zu hören. Stärke uns, alles zu meiden, was deinen heiligen Tag entheiligt, und schenke uns sehende Augen, hörende Ohren, verständige Herzen, zu merken, wo es uns fehlt. Pflanze dein Wort selbst in uns, daß es unsre Seelen selig mache. Gib auch allen denen, die hier und an anderen Orten der ganzen Christenheit heute dein Wort verkündigen, die Gabe des heiligen Geistes, daß sie deine und nicht ihre Worte predigen, und daß sie solches tun mit Ddrn, Auftun ihres Mundes zum Heile derer, die sie hören. Ja komme selbst mit deinem heiligen Geiste zu uns und halte deinen Sabbat und Feiertag in unsern Seelen. lten ge⸗ keit. igen igen zu licht ren. Tag ren, mze iche. rten die ihre hem uns len. 389 Morgen⸗ und Abendgebete. Laß unser Herz deinen Tempel sein, in welchem dein Geist durch wahren Glauben das Verdienst deines Sohnes uns zueigne, uns in rechter Liebe gegen dich entzünde, zu dankbarem Gehorsam führe, und wir also einen dir gefälligen Gottesdienst alle Tage verrichten. Führe uns aus Glauben in Glauben, aus Liebe in Liebe, aus Kraft in Kraft, aus Leben in Leben, aus Licht in Licht bis an das Ende unserer Wallfahrt, bis wir würdig werden, jene Welt zu erlangen und den ewigen Sabbat mit dem Volke Gottes in den sicheren Wohnungen des Friedens zu feiern; dann wollen wir dich für alle deine Liebe und deine Wohltaten herzlich lieben, loben und preisen ewig⸗ lich, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Lied Nr. 3: Licht vom Licht, erleuchte mich. 7. Abendgebet am Sonntage. Das ist ein köstlich Ding, dem Herrn danken und lobsingen deinen Namen, du Höchster, des Morgens deine Gnade und des Nachts deine Wahrheit verkündigen. Ps. 92, 2, 3. Herr, allmächtiger Gott und himmlischer Vater, wir danken dir von Grund unserer Herzen für deine Güte und Wohltat, die du uns an diesem heiligen Tag so väterlich erzeigt hast. Insbesondere sagen wir dir Lob und Dank für dein göttliches Wort, welches du uns auch heute hast verkündigen lassen und bitten dich, du wollest uns solches allezeit rein und lauter erhalten, auch dasselbe immer weiter ausbreiten und deine Kirche mehren und gnädiglich schützen und bewahren. Wir bitten dich auch, du treuer Gott, als deine lieben Kinder, du wollest uns bei deinem allein seligmachenden Wort bis an unser letztes Seufzen erhalten und unsere Herzen mit deinem heiligen Geist erleuchten, daß wir mögen erkennen, was gut und böse ist. Du wollest auch alle Sünden, die wir heute wissentlich oder unwissentlich getan haben, auch die ver⸗ borgenen Fehler, durch deine Barmherzigkeit uns vergeben und in der kommenden Nacht uns eine christliche Ruhe ver⸗ leihen, daß wir frisch und gesund zu deinem Lobe morgen wieder aufstehn. Hilf endlich, lieber Vater, daß wir durch deine Gnade ein neues, dir wohlgefälliges Leben anfangen Morgen⸗ und Abendgebete. 390 zu unserer Seelen Seligkeit, in Christo Jesu, deinem lieben Sohn, unserem einigen Helfer. Amen. Lied Nr. 151: Ach bleib bei uns, Herr Jesu Christ. 8. Morgengebet am Montag. Der Herr, unser Gott, sei uns freundlich und fördere das Werk unserer Hände bei uns; ja das Werk unserer Hände wolle er fördern. Ps. 90, 17. O Herr! Durch deine Güte fangen wir mit diesem Morgen unsere Wochenarbeit von neuem an. Laß des⸗ halb deine ewige Liebe und Treue, die uns mit deinem Segen bisher überschüttet hat, auch heute uns abermals aufgehen. Wer sind wir, o Gott, daß du uns bis hier⸗ her gebracht hast? Wir sind allzumal Sünder und mangeln des Ruhms, den wir an dir haben sollten. Ach, so ge⸗ denke denn auch heute unser nach deiner großen Barm⸗ herzigkeit und nach deiner Verheißung, daß alle, die an deinen Sohn glauben und nach diesem Glauben leben, nicht sollen verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Verlaß uns nicht und ziehe deine Hand nicht von uns ab, Gott, unser Heil! Lehre uns heute und die ganze Woche tun nach deinem Wohlgefallen; dein guter Geist führe uns auf ebener Bahn. Wir wissen nicht, was uns in dieser angefangenen Woche begegnen kann. Ach, be⸗ hüte uns vor allem Uebel, behüte unsere Seele und unseren Leib, unseren Eingang und Ausgang. Wehre allem Bösen, welches uns das Ziel unseres Christenlaufs verrücken könnte. Laß uns aufsehen auf Jesum, den Anfänger und Vollender unseres Glaubens, damit alles, was wir tun, in dir getan sei. Gib zu unserer Arbeit dem Leibe Kraft und Gesundheit, dem Gemüte Ruhe und Zufriedenheit und erhalte uns den Segen, den du seither uns hast zufließen lassen. Ernähre, versorge, be⸗ schütze uns. Gib uns Weisheit unsere Zeit wohl anzu⸗ wenden. Legest du uns eine Last auf, so hilf sie uns auch tragen und laß uns allezeit erfahren, daß du ein Gott seiest, der uns von allem Uebel erlösen will. Sei mit uns und zeige uns dein Heil. Und wie alles auf dich wartet, so segne auch heute und in dieser Woche alle dir wohlgefällige Arbeit und gib, daß ein jeder sich — 2n&2425953 2 390 eben 391 Morgen⸗ und Abendgebete. redlich nähre und mit gutem Gewissen vor dir wandle. Ja, ke 6 18 1 gne uns! Se e ieben, Ja, denke an uns und segne uns! Segne, die dich lieb beide, Große und Kleine! Segne uns je mehr und mehr um deines lieben Sohnes Jesu Christi willen. Amen. Lied Nr. 365: Aus meines Herzens Grunde. 9. Abendgebel am Montag. Ich liege und schlafe ganz in hue⸗ denn du allein, Herr, hilfst mir, daß ich sicher wohne. Ps. 4, 9. Ich lobe und preise deinen heiligen Namen, ewiger Gott, daß du mich erhört und mein Gebet nicht ver⸗ schmäht hast, das ich heute in der Morgenstunde vor dein heiliges Angesicht gebracht habe. Ich preise dich mit Herz und Mund nach dem Maße deiner Gnade, die du mir dazu darreichest, beides für die erkannten und unerkannten Wohltaten, die ich heute wieder von dir empfangen habe. Ich preise dich auch für das Kreuz, welches du mir, als einem Jünger Jesu, täglich auflegst, um meine Seele von den Lüsten dieser Welt zu entwöhnen und zu dir zu ziehen. So nimm mich denn jetzt zur Ruh, lieber Vater! Ich lege mich in deine Arme, in gläubigem Ver⸗ trauen auf deine Gnade. Schließe du mir mit deiner segnenden Vaterhand die Augen zu und bleibe indessen vereinigt mit meinem Geiste. Behüte gnädiglich meinen Leib und meine Seele und alles, was du mir gegeben hast. Behüte insbesondere auch alle meine Lieben, und laß sie niemand aus deiner Hand reißen. Erbarme dich aller Menschen in der Welt, vornehmlich meiner Mitbrüder und Mitschwestern in Christo Jesu, und laß sie auch einer Frucht aus meinem armen Gebet teilhaftig werden.— An dem morgenden Tag aber öffne wieder meine Augen und erfülle meinen Mund aufs neue mit deinem Lobe, damit ich solange dich preise und dir zur Ehre lebe, bis mein Abend dieses zeitlichen Lebens herankommt, du meinen Leib ins Grab zur Ruhe legst und mich ausweckst zum großen Freudentag deiner Kinder, da meine Sonne ewiglich nicht untergehen wird, sondern ich immerdar in Wahrheit und Klarheit vor dir leben werde! Amen. Lied Nr. 300: Ach, Gott, verlaß mich nicht. Morgen⸗ und Abendgebete. 392 10. Morgengebet am Dienslag. Bei dir ist die lebendige Quelle und in deinem Licht sehen wir das Licht. Breite deine Güte aus über die, die dich kennen, und deine Gerechtigkeit über die Frommen. Ps. 36, 10. 11. O du allmächtiger Gott und Vater des Lichts, der du wohnest in einem Lichte, da niemand zukommen kann, der du aus der Finsternis den Morgen machst und die Sonne dem Tage zum Lichte gibst, dir bringe ich das frühe Dankopfer meines Mundes dar, weil du mich das Sonnenlicht nach der Finsternis wieder hast erblicken und den Tag gesund antreten lassen. Ach, Herr, laß mit dem Tageslicht mir und den Meinen, allen Christen und allen Menschen, meinen Freunden und denen, die mir feind sind, auch deine Gnade neu aufgehen. Gib allenthalben neues Licht, neue Freudigkeit, neues Leben und neue Seligkeit! Laß mein Glück und meine Wohlfahrt hervor⸗ brechen wie die schöne Morgenröte, und wenn ich in Finsternis und Schatten des Todes wandle, so sei du mein Licht. O Herr Jesu Christe, du Sonne der Ge⸗ rechtigkeit, gehe auf mit deiner Gnade in meinem Herzen. Erleuchte, erwärme und erfreue dasselbe. Lehre mich denken an dein Gericht, bewahre mich vor den Werken der Finsternis, laß mich in deinem Lichte wandeln, dir folgen, immer frömmer werden und dereinst gelangen zu Nuler himmlischen Klarheit um deines Verdienstes willen. men. Lied Nr. 373: Hüter, wird die Nacht der Sünden. 11. Abendgebet am Dienstag. Gehe nicht ins Gericht mit deinem Knecht; denn vor dir ist kein Lebendiger gerecht. Ps. 143, 2. Herr, du Hüter Israels, der du weder schläfst noch . gedenke unser und wache über uns mit einem Vaterauge auch in dieser Nacht. Deine Hand decke alles, was da lebet! Erhöre in dieser Abendzeit, o barm⸗ herziger Vater, aller frommen Christen Abbaruf. Schone hnd deiner großen Güte derer, die heute wider dich ge⸗ sündigt haben. Laß niemand unter uns deiner Gerichte 392 Licht „die men. or och nit cke m⸗ ne 3e⸗ 393 Morgen⸗ und Abendgebete. vergessen, und daß wir offenbar werden müssen vor dem Richterstuhl Christi, auf daß ein jeglicher empfange, nach dem er gehandelt hat bei Leibes Leben, es sei gut oder böse. Laß uns bedenken, daß wir sterben müssen, auf daz wir klug werden; denn es ist uns gesetzt, einmal zu sterben und dann das Gericht!— Gib, daß alle, die heute uneins miteinander geworden sind, die Sonne nicht über ihrem Zorn untergehen lassen. Ach, erbarme dich auch derer, die ohne Andacht und Gebet sich niederlegen. Er⸗ quicke mit sanfter Ruhe alle Menschen, welche diesen Tag über müde geworden sind. Stärke die, welche aus Not auch in dieser Nacht arbeiten müssen. Hilf den Reisenden zurecht, die jetzt noch vel der Straße wallen. Schaffe denen ihr Unterkommen, welche heute keine Herberge fanden. Labe, die sich hungrig niederlegen müssen. Wache selbst über den Kranken, pflege der Kinder und Säuglinge, kürze die Zeit denen, die nicht schlafen können, und stehe mit deinem Trost allen Notleidenden bei, die heute eine elende Nacht haben werden.— Behüte unsere ganze Gemeinde in dieser Nacht vor Lärm und Aufruhr, vor Not und Gewalt, vor Feuers⸗ und Wassersgefahr, vor Mord und Totschlag, vor allem Schaden und Unglück. Hilf, daß alle, die für uns wachen, treulich auf ihrer Hut stehen, und erhalte einem jeden das Seine in Ruhe und Frieden, bis wir endlich aus der Finsternis dieser Welt kommen zu deinem ewigen Licht! Amen. Lied Nr. 296: O Gott, du frommer Gott. 12. Morgengebet am Mittwoch. Herr, lehre mich tun nach deinem Wohlgefallen, denn du bist mein Gott; dein guter Geist führe mich auf ebner Bahn. Ps. 143, 10. Lieber himmlischer Vater, durch deine Gnade bin ich wieder in die Mitte einer Woche eingetreten und preise dafür deinen heiligen Namen. Deine Güte ists, daß wir nicht gar aus sind, deine Barmherzigkeit hat noch kein Ende, sondern sie ist alle Morgen über uns neu, und deine Treue ist groß. So laß auch an diesem neuen Morgen und immerdar das rechte göttliche, geistliche und Morgen⸗ und Abendgebete. 39⁴4 himmlische Leben, das aus dir ist, durch den Geist der Gnade in mir neu werden, damit nicht ich lebe, sondern Christus in mir. Dir ergeb ich mich aufs neue, o Vater; mache mit mir, was dir wohlgefällt. Reinige, läutere und bewähre mich, daß ich ein rechtschaffener Christ sei; denn ich begehre keine Ehre, als deine Kindschaft, keinen Reichtum, als die Gerechtigkeit Christi, keine Genirs als die gnadenreiche Einwohnung deines heiligen eistes. Für meine leibliche Notdurft wirst du wohl sorgen; denn du hast gesagt: ich will dich nicht verlassen noch versäumen. Doch bewahre mich vor Müßiggang und laß mich arbeiten, nicht aus Geiz, sondern weil es dein Wille ist, und aus herzlicher Liebe gegen meinen Nächsten. Laß deine Barmherzigkeit sich ausbreiten über alle Menschen und deine Güte über alle deine Geschöpfe. Ge⸗ denke deiner Kinder, die dich kennen und in der Einigkeit des Geistes verbunden sind als lebendige Glieder an ihrem hochgelobten Haupte, Jesu Christo. Laß unser aller Gebet Ein Gebet sein vor dir durch Christum, in welchem du uns dir selbst angenehm gemacht hast. Sei du eine ewige Vergeltung denen, die mir Liebe beweisen. Meine Beleidiger siehe mit erbarmendem Auge an und vergib ihnen, gleichwie ich ihnen von Herzen vergebe. Alle meine Anverwandten lege ich in deine Liebesarme. Kirchen und Schulen, Obrigkeiten und Untertanen befehle ich dir, mein Gott. Ach, siehe an das Sündenelend in allen Ständen; mache dich auf und hilf uns, daß deine Ehre gerettet und des gottlosen Wesens ein Ende werde. Hilf den Armen und Elenden, die zu dir schreien. Herr, mein Gott, verschmähe mein Gebet nicht, sondern erhöre mich um Jesu Christi willen! Amen. Lied Nr. 111: Zeuch ein zu deinen Toren. 13. Abendgebet am Mittwoch. „Gott, erhöre mein Gebet und verbirg dich nicht vor meinem Flehen; merke auf mich und erhöre mich. Ps. 55, 1.2. Barmherziger Gott, lieber himmlischer Vater! Ich sage dir Lob und Dank für alles Gute, das du mir in meinem bisherigen Leben erwiesen hast, für allen Segen, 395 Morgen⸗ und Abendgebete. mit welchem du mich im Leiblichen, wie im Geistlichen gekrönt, für alle Hilfe und allen Beistand, den du mich immer wieder erfahren, und alle Rettungen, welche du mir ohne mein Verdienst und Würdigkeit hast zu teil werden lassen. Insbesondere danke ich dir von ganzem Herzen für deine Gnade und Wohltat, die du mir, o Gott, an dem vergangenen Tage erzeigt, für die Freude, die du mir geschenkt, für den Schutz gegen alle Uebel des Leibes und der Seele, den du mir gewährt, und für die Langmut und Geduld, womit du meine den u getragen hast. Ich bin zu gering aller Barmherzigkeit und Treue, die du an mir getan hast, und bitte dich mit herzlicher Reue um Vergebung alles Bösen, das ich begangen, und womit ich bis heute und auch diesen Tag deine Gnade mißbraucht habe. Herr, gehe nicht ins Gericht mit mir, sondern erbarme dich mein, und laß deine Güte und Treue mich auch diese Nacht und ferner behüten. In deine Hand befehle ich meinen Leib und meine Seele, mein Gut und Vermögen, mein Wachen und Schlafen, mein Leben und Sterben. Decke mich mit deinem Schilde und bewahre mich vor allem Uebel und vor aller Gefahr. Laß mich morgen wieder fröhlich erwachen, damit ich aufs neue dir die Opfer meines Dankes bringe und meinen Christenlauf zu deinem Preise fortsetze. Und wenn einst die Nacht auch für mich kommt, da niemand mehr wirken kann, dann reiche mir deine allmächtige Hand und nimm mich auf zu dir in dein himmlisches Reich! Amen. Lied Nr. 298: Sieh, hier bin ich, Ehrenkönig. 14. Morgengebet am Donnerstag. Herr, höre meine Worte, merke auf meine Rede, vernimm mein Schreien, mein König und mein Gott, denn ich will vor dir beten! Herr, frühe wollest du meine Stimme hören, frühe will ich mich zu dir schicken. Ps. 5, 2—4. O allmächtiger, starker und gewaltiger Gott, lieber himmlischer Vater, der du uns bis auf diese Stunde lebendig Idesen hast, wir kommen vor dein heiliges An⸗ gesicht an diesem Morgen und preisen 20 um alle deine Morgen⸗ und Abendgebete. 396 Barmherzigkeit, die du wiederum in dieser Nacht an uns erwiesen hast. Du hast uns sicher ruhen lassen, unseren Leib und alle unsere Kräfte neu erquickt und uns fröhlich gemacht im Anschauen deines freundlichen Lichtes. Du, unser Gott und Herr, erforschest und kennest uns; du siehest auf unsere geheimsten Gedanken; wir aber müssen mit herzlichem Leid bekennen, daß wir nicht also vor dir wandeln, wie sichs gebührt, und des Ruhmes mangeln, den wir vor dir haben sollten. Wir sündigen oft und werden übereilt von unserm eignen Fleisch und Blut. Es ist uns leid, ja es ist uns leid, daß wir dich so oft versuchen. Ach, Vater, vergib uns doch um deines Namens willen unsere Uebertretungen! Gedenke der Fürbitte deines Sohnes, unseres gekreuzigten Heilands, und nimm uns wieder zu Gnaden an. Du bist ja unser Vater; von Ewigkeit her ist das dein Name. Dein heiliger Geist regiere uns zu allem Guten. Siehe, o Herr, unseren Leib und unsere Seele und alles, was uns deine Gnadenhand gegeben hat, bund a wir in deine treuen Vaterhände. Sei du unser und aller Menschen, die dich erkennen und fürchten, Licht und Heil. Sei mit uns in all unserem Tun; gib, daß wir mit aller Treue warten des Berufes, in den du uns gesetzt hast. Laß alles wohlgelingen; laß uns auch heute unser täglich Brot nach deiner Zusage von deiner er mit Danksagung empfangen. Ach, Herr, bewahre unsere Zunge und alle unsere Glieder vor dem Bösen. Laß uns diesen Tag in deiner Furcht zubringen, dir zur Ehre und uns zur Seligkeit, um Jesu Christi, unseres Heilands willen. Amen. Lied Nr. 369: Wach auf, mein Herz, und singe. 15. Abendgebet am Donnerstag. Behüte mich wie ein Augapfel im Auge; beschirme mich unter dem Schatten deiner Flügel. Ps. 17, 8. Lieber, barmherziger Gott und Vater! Wir kommen vor dein Angesicht, um dir zu danken, daß du uns auch Gesch Tag wieder durch deinen Schutz vor Schaden und Gefahr gnädiglich behütet hast. Wir sind nicht wert aller der Güte und Treue, die du auch heute wieder an uns 397 Morgen⸗ und Abendgebete. getan hast. So du willst, Herr, Sünde zurechnen, wer wird bestehen? Aber du bist langmütig und freundlich und lässest dich gnädig finden denen, die dich suchen. Darum bitten wir dich, du wollest uns alle Sünden ver⸗ geben, welche wir in Gedanken, Worten und Werken be⸗ gangen haben, und uns auch jetzt in dieser Nacht und alle Zeit unseres Lebens vor aller Gefahr und allem Schaden des Leibes und der Seele gnädiglich beschirmen. Zu dir steht unsre Hoffnung; denn du bist unser Gott, der Hort, auf den wir bauen. Darum laß deine Augen offen stehen über uns und decke uns mit deinem Schilde. Laß uns heute in Frieden entschlafen und morgen fröhlich zu deinem Preise wieder erwachen. Führe uns durch Nacht zum Licht, bis endlich der letzte Tag unseres Lebens kommt und ein Tag anbricht, der kein Ende nimmt; dann führe uns gnädig in die ewigen Hütten. Amen. Lied Nr. 369: Hirte deiner Schafe. 16. Morgengebet am Freitag. Gott, sei mir gnädig nach deiner Güte und tilge meine Sünden nach deiner großen Barmherzigkeit. Wasche mich wohl von meiner Missetat und reinige mich von meiner Sünde; denn ich erkenne meine Missetat, und meine Sünde ist immer vor mir. Ps. 51, 3—5. Gnädiger und liebreicher Gott! Ich erhebe in dieser Morgenstunde mein Herz und meine Hände auf zu dem Thron deiner göttlichen Majestät, von welchem mir Zeit meines Lebens und auch wieder in der vergangenen Nacht so viele Wohltaten Maalochen sind. Du bist in derselben meine Stärke und meine Burg, mein Schutz und Schirm gewesen. Mitten in der Ledeln hast du an mich ge⸗ dacht und, da mich die dunkeln Schatten umgaben, mir Leib und Seele vor Gefahr und Schaden bewahrt. Darum danke ich dir und preise deinen heiligen Namen; du hast Großes an mir getan, des bin ich fröhlich. Sei, o lieb⸗ reicher Gott, auch heute mein Beistand, leite mich nach deinem Rat und nimm mich endlich mit Ehren an. Gib mir heute und allezeit ein, was ich reden soll, daß ic nichts Uebels rede; lehre mich, was ich tun soll, daß ich nichts Böses tue. Laß deines Si Zucht an mein 2 Morgen⸗ und Abendgebete. 398 Herz klopfen, wenn meine Gedanken sich von dir verirren wollen. Und da der heutige Tag ein Gedenktag des Leidens und Sterbens meines Herrn und Heilands ist, so stelle sein Kreuz vor meine Augen, damit ich schaue, was er für mich gelitten hat, und alle Lust meines Herzens zur Sünde erlösche. Laß mir diesen Freitag einen rechten Freiheitstag von allem Bösen werden und einen Wegweiser zur herrlichen Freiheit der Kinder Gottes. Gedenke auch im Leiblichen an mich und segne mich; laß mich aber auch alles Irdische als ein vergängliches Gut ansehen, daß ich meine Seele nicht daran hänge, sondern nach dem Ewigen trachte. Wenn ich arbeite, so stärke mich; wenn ich bete, so erhöre mich; wenn ich ausgehe, so begleite mich; wenn ich heimkehre, so weiche nicht von mir. Umgib mich und die Meinen mit deinem Schutze, daß wir den Abend fröhlich erleben. Halte traurige Botschaft fern und laß uns hören Freude und Wonne. Amen. Lied Nr. 62: Wenn mich mein Sünden kränken. 17. Abendgebet am Freitag. Herr, auf dich traue ich; laß mich nimmermehr zu Schanden werden; errette mich durch deine Gerechtigkeit. 5 Wir danken dir, Herr, unser Gott, für die wunder⸗ bare Liebe, mit welcher du uns Unwürdige durch deinen geliebten Sohn errettet hast. Also hast du die Welt ge⸗ liebt, daß du deinen Eingebornen dahingabst, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. O unermeßliche Liebe, du gabst den Sohn dahin, um den Knecht zu erlösen und jeder Ge⸗ walt des Bösen zu entreißen. Wie sollen wir dich loben und dir Dank sagen für diese deine Barmherzigkeit? Laß dir wohlgefallen das Stammeln unseres Mundes und den kindlichen Dank unseres Herzens. Vernimm in deiner Herrlichkeit die schwachen Seufzer unserer Seelen, die wir dir darbringen für alle Erbarmungen, womit du uns in deinem Sohne, unserem Heiland, zu Hilfe kamst. Er starb für unsere Sünden und stand auf zu unserer Gerechtigkeit und herrschet nun in Ewigkeit zu deiner Rechten und bittet für- uns. Du hast ihm alle Macht E GMeE FFHIHE PFFFFIEIII‚ 399 Morgen⸗ und Abendgebete. gegeben, daß in seinem Namen sich unsere Knie beugen und alle Zungen bekennen sollen, daß er der Herr sei zu deiner Ehre. Gott, allmächtiger Vater, gelobet sei dein heiliger Name in Ewigkeit! O mache uns würdig, himmlischer Vater, der großen Verheißung deines Sohnes, daß wir in ihm Leben und Seligkeit haben sollen. Vollende, was du begonnen hast, und laß uns immer reichlicher zum Genusse deiner Gnade gelangen. Würdige uns tieferer Blicke in das Geheimnis deiner Erbarmungen und zerstreue alle Finsternisse unseres Herzens durch die Strahlen deines ewigen Lichtes. Stärke, kräftige, gründe uns durch die helle Erkenntnis unseres Erlösers. Siehe, wir lieben ihn, hilf uns stärker ihn lieben. Siehe, wir glauben, hilf unserem Unglauben. Amen. Lied Nr. 387: Mein schönste Zier und Kleinod bist. 18. Morgengebel am Samstag. Herr Gott, du bist unsere Erde un für und für. Ehe denn die Berge worden und die Erde und die Welt geschaffen worden, bist du, Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Ps. 90, 2. Rühmet den Herrn, die ihr ihn fürchtet; denn er hat nicht verachtet noch verschmäht das Elend der Armen und sein Antlitz vor ihnen nicht verborgen. Ja, du erhörst das Gebet, du getreuer Gott; darum kommt alles Fleisch zu dir. Du machst fröhlich, was da lebt, beides des Morgens und des Abends. Auch in dieser Nacht hast du uns wieder geholfen und lässest uns heute unter deinem Schutze den Schluß einer Woche erleben. O Herr, deine Güte reicht, so weit der Himmel ist, und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen. Darum danken wir dir für alle deine Gnade und lobsingen deinem Namen, du Höchster. Ach, gib doch, daß wir ohne Unterlaß deiner Treue gedenken und des Morgens deine Gnade, des Nachts deine Wahr⸗ heit verkündigen. Und hilf uns, daß auch all unser Wandel dich preise und unser Tun und Lassen dich ehre. Heilige du uns zu O fern, die dir angehören und die da lebendig, heilig, unsträflich und dir wohlgefällig sind. Dazu erwecke uns alle Morgen; wirke beständig in unseren Herzen durch deinen heiligen Geist und mache uns zu neuen Menschen, auf daß wir in dir bleiben und einen SS.... e e Morgen⸗ und Abendgebete. 400⁰ Fels des Heils haben mögen, wenn auch eine Woche um die andere dahinflieht. Es ist alles eitel; alles Fleisch ist wie Gras und alle Herrlichkeit des Menschen wie des Grases Blume. Das Gras verdorrt, die Blume fällt ab, du allein bleibst, wie du bist, und deine Jahre nehmen kein Ende. Darum nehmen wir unsere Schut zu dir und bitten dich: sei unser allmächtiger chutz und leite uns an deiner Hand, daß wir nicht von deinen Wegen abweichen. Hilf uns zu einem gesegneten Schlusse dieser Voche; segne uns zu ernstlicher Selbstprüfung, damit wir unsere Gedanken und Werke dieser Woche überschauen und merken, wo wir gefehlt haben, und uns demütigen vor dir. OHerr, wirke du selbst in uns eine wahre Buße an Herz und Sinn. Bereite uns zu, daß du unter uns wohnen könnest; mache uns den heutigen Tag zu einem stillen Vorsabbat unserer Seelen, damit wir morgen deinen heiligen Sabbat⸗ tag im rechten Segen feiern mögen. O treuer Vater, schenke uns heute deine Hilfe unter allen Umständen und laß nichts Böses über uns herrschen. Sei uns gnädig und erfülle an uns deine Verheißung: es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen, aber meine Gnade soll nicht von euch weichen und der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen. Ja, offenbare an uns deine Treue, Vater, Sohn und heiliger Geist. Hilf, o Herr, und laß alles wohlgelingen. Erhebe dein Angesicht über uns und gib uns deinen zeitlichen und ewigen Frieden! Amen. Lied Nr. 375: Gott, du Licht. 19. Abendgebet am Samstag. Herr, lehre mich, daß es ein Ende mit mir haben muß und mein Leben ein Ziel hat, und ich davon muß. Siehe, meine Tage sind einer Hand breit bei dir, und mein Leben ist wie nichts vor dir. Wie gar nichts sind alle Menschen, die doch so sicher leben! Sie gehen daher wie ein Schatten und machen sich viele vergebliche Auuhei sie sammeln und wissen nicht, wer es kriegen wird. Nun, Herr, wes soll ich mich trösten? Ich hoffe auf dich. Ps. 39, 5—8. Danket dem Herrn, denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich! Ich lobe dich täglich und preise auch jetzt, am letzten Abend dieser Woche, deinen heiligen ‚‚‚ KFHAetrert 00 401 Morgen⸗ und Abendgebete. Im Namen. Denn wer bin ich, Herr, und was ist mein sch Haus, daß du mich bis hierher gebracht hast? Du hast Hes in dieser Woche nicht mit mir gehandelt nach meinen b, Sünden und mir nicht vergollen nach meiner Missetat, en hast mir Leben und Wohltat erzeigt und durch dein dir Aufsehen meinen Odem bewahrt; des Tages bin ich unter ite deinem Schatten gesessen und des Nachts durfte ich unter en deinem Schirm ruhen. Du warst und bist meine Zuver⸗ ser sicht und meine Burg, mein Gott, auf den ich traue. ir Darum danke ich dir von Grund meines Rlerlei und nd wenn du auch mich und die Meinen mit allerlei Leiden ir. dieser Welt heimsuchst, so lobe ich doch deine Güte, die d durch Trübsal uns in dein Reich führen will. t; Ach, vergib mir um Jesu Christi willen meine Sün⸗ at den, welche ich wider dich, meinen Nächsten und mich selbst it⸗ in dieser Woche begangen— Schaffe in mir, Gott, ein W, reines Herz durch das Blut deines Sohnes und einen 1 neuen Geist durch deinen heiligen Geist. Und wie du 10 aus Gnaden mir meine Sünden erlässest, so neige auch hl mein Herz, daß ich denen vergebe, die sich wider mich de versündigt haben. Ich weiß ja nicht, ob du nicht mit 18 dem Ende dieser Woche und in dieser Nacht mich aus e, dem zeitlichen Leben abrufst. Darum laß mich weder in 5 der Sünde des Zornes und der Unversöhnlichkeit, noch d sonst in einem Läster sterben oder verderben, sondern in Jesu Christo, meinem Heiland, erfunden werden. Herr, du bist unsere Zuflucht für und für! Sei mit mir, mit den Meinen, mit allen Menschen, schütze und schirme sie und laß sie immerdar deine Wege gehen. Durch deine Kraft bereite alle, die nach dir fragen und dein Heil lieb 5 buh n daß ein jeder das Werk, das du ihm befohlen , ast, von Tag zu Tag treulich ausrichte und am Ende seines 4 Lebens mit Freuden vollendet habe, damit das Ende, es „ komme heut oder morgen, eine Befreiung von dem Dienst 5 des vergänglichen Wesens und ein Anfang der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes in jener Welt sei. Bereite uns zum ewigen Sabbat, da nicht Leid noch Geschrei, noch Schmerz mehr ist, sondern Freude die Fülle und liebliches e Wesen zu deiner Rechten. Das tue, lieber Vater, um e Jesu Christi, deines Sohnes, willen. Amen. Lied Nr. 402: Gottlob! ein Schritt zur Ewigkeit. Festgebete. III. Festgebete. 20. Auf Weihnachten. Laß dir wohlgefallen die Rede meines Mundes und das Gespräch meines Herzens vor dir, Herr, mein Hort und mein Erlöser. Ps. 19, 15. Ewiger und allmächtiger Gott, du hast also die Welt geliebt, daß du deinen eingebornen Cohn sandtest, damit alle, die an 905 glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Wir danken dir dafür von Grund unserer Herzen und loben deine große Barm⸗ erzigkeit, daß uns besucht hat der Aufgang aus der öhe, dein Sohn 0 Christus, und unser Fleisch und lut angenommen, damit er durch sein Leben unser Leben heilige und durch seinen Tod dem Tode die Macht nähme und Leben und unvergängliches Wesen an das Licht bringe durch das Evangelium.— Wir bitten dich Henlich verleihe uns die Gnade, daß wir dir unser Leben ang danken und von Tag zu Tag mehr erkennen, wie uns dein Sohn gemacht ist zur Weisheit, zur Gerechtigkeit, zur Heiligung und Erlösung, daß wir alles für Schaden achten gegen die überschwengliche Erkenntnis Jesu Christi. ib, daß wir an ihn, unsern Heiland, aufrichtig glauben, uns ihm gänzlich ergeben,—6 willig dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit, und dur h ihn deine Kinder und Mit⸗ erben sein mögen deiner ewigen Herrlichkeit. Ehre sei dir in der Höhe, Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen! Amen. Lied Nr. 38: Ich steh an deiner Krippe hier. 21. Zum Jahreswechsel. Mein Gott, nimm mich nicht weg in der Hälfte meiner Tage. Deine Jahre währen für und für. Du hast vorhin die Erde gegründet, und die Himmel sind deiner Hände Werke. Sie werden vergehen; aber du bleibest. Sie werden alle veralten, wie ein Gewand; sie werden verwandelt wie ein Kleid, wenn du sie ver⸗ — I M¶ te-=6 und Hort die test, den, für rm⸗ der ind iser icht 908 dich hen vie eit, hen sti. en, eit lit⸗ dir in Festgebete. wandeln wirst. Du aber bleibest, wie du bist, und deine Jahre nehmen kein Ende. Ps. 102, 25—28. Allmächtiger, ewiger Gott, barmherziger Vater, wir haben jetzt abermals ein Jahr unserer Pilgerschaft auf Erden zu Ende gebracht und fangen in deinem Namen ein neues an. Ach, Herr und Gott, wie groß ist deine Gnade, die du uns bel erzeigt hast, da wir doch durch 110 Sünden so viel Strafen verdient hätten. Wir rühmen und preisen deine große Barmherzigkeit und danken dir für alle deine Güte und Treue.— Wir bitten dich aber auch durch deinen Sohn, unsern Heiland, gehe nicht mit uns ins Gericht und vergilt uns nicht nach unserer Missetat, sondern vergib uns unsere Sünden und führe uns auf deinen Wegen. Regiere uns, daß wir keine alte Unreinigkeit in das neue Jahr bringen, sondern den alten Menschen aus⸗ und den neuen anziehen, der nach dir geschaffen ist. Fange an, o Vater, uns aufs neue zu segnen. Gib uns rechten Mut, rechten Glauben und rechte Werke. Nimm von uns alles Herzeleid, und weil wir im künftigen Jahre, wie in unserer ganzen Lebenszeit, vor allem deines Schutzes bedürftig sind, so halte deine Gnadenhand väterlich über uns.— Getreuer Gott, erhöre unser Gebet und erbarme dich aller Menschen; erhalte uns dein reines Wort, heilige alle Lehrer und Prediger; erbaue Kirchen und Schulen. Behüte uns vor falscher Lehre. Stärke alle Regenten, fördere jeden guten Rat und jede gute Tat. Segne Väter und Mütter, regiere Kinder und Gesinde. Bewahre uns vor Krieg und Blutvergießen, vor Feuers⸗ und Wassersnot, vor Teuerung und Krantheiten. Kröne das Jahr mit deinem Gut; gib Frieden im Lande, unseren Herzen Frieden, unserem Leibe Gesundheit. Segne unsere Nahrung und fördere das Werk unserer Hände. Bekehre die Sünder, stärke die Frommen, bringe zurecht die Irrenden, erleuchte unsere Feinde, wehre allen Verfolgern, 610 Witwen und Waisen, versorge die Armen, tröste die Elenden, errette die Be⸗ drängten, pflege die Kranken, sei bei den Sterbenden durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, unseren Hei⸗ land und Erlöser. Amen. Lied Nr. 48: Nun laßt uns gehn und ireten. 22. Auf Karfreitag. Der Gerechte muß viel leiden, aber der Herr hilft ihm aus dem allen. Ps. 34, 20. Hen Gott, heiliger, barmherziger Vater, der du kein Gefallen hast an unserem Tode, sondern willst, daß wir uns bekehren und leben: in tiefer Demut preisen wir deine Gnade, daß du deines eingeborenen Sohnes nicht verschont, sondern ihn für uns alle dahingegeben hast zum 9 und Lösegeld für unsere Sünden.—. Herr Jesus Christus, du Mittler des neuen Bundes, demütige uns heute durch den Anblick deines Leidens und Sterbens. Wir, wir haben dir Mühe und Arbeit gemacht mit unseren Sünden, und um unserer Missetat willen bist du verwundet. O laß es uns nie vergessen, wie schwer die Strafe auf dir lag, damit wir Friede hätten für unsere Seelen. Treuer Heiland und Versöhner! Du hast das große Werk unserer Erlösung vollbracht. O laß dein Sterben unser Leben, deine Gerechtigkeit unser Heil, deinen Todeskampf unsern Sieg und ewigen Frieden werden. Ergreife uns mit der Hand deines heiligen Geistes und versetze uns in die Gemeinschaft deines Lebens, daß von heute an unser alter Mensch samt dir gekreuzigt und begraben werde in den Tod, und wir zu einem neuen Leben mit dir auferstehen. Entzünde unsere Herzen durch die Liebe, damit du uns geliebt hast bis in den Tod, daß wir dich wiederum lieben mit rechter Inbrunst des Geistes und dir dein Kreuz nachtragen im Glauben und in Geduld. Herr Jesu, wie du selbst deinen Geist be⸗ fohlen hast in die Hände deines himmlischen Vaters, so befehlen auch wir in festem Vertrauen auf die Kraft deiner Erlösung unsern Geist ganz samt Seele und Leib in deine allmächtige Hand.— Laß, Herr, das Wort vom Kreuz eine Gotteskraft und Friedensbotschaft werden bei allen Menschen und unter allen Völkern, damit auch die, welche noch ferne stehen, erlöst werden von ihren Sünden und samt uns deine Gnade und Herrlichkeit rühmen. Denn du, Herr, hast uns erkauft mit deinem Blute; du bist würdig zu nehmen Preis und Ehre und Kraft und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Lied Nr. 63: O Haupt voll Blut und Wunden, Festgebete. 404 405 S2 Festgebete. 23. Auf Ostern. Alles, was Odem hat, lobe den Herrn! Ps. 150, 6. Wir loben und preisen dich, allbarmherziger Gott, und danken dir von Herzen, daß du deinen Sohn, Jesum Christum, den großen Hirten der Schafe, ausgeführt hast von den Toten und ihm die Herrlichkeit gegeben, welche er hatte, ehe denn die Welt war. Und dir, du großer Siegesfürst, sei ewig Ehre und Preis gebracht für deine unaussprechliche Liebe und den Segen deiner Auferstehung. Stärke und mehre nun unseren schwachen Glauben, daß wir gewiß werden, du seiest um unserer Sünden willen gestorben und um unserer Gerechtigkeit willen auferweckt. Wirke in uns durch deine Gnade, daß wir die Frucht und Kraft deiner herrlichen Auferstehung recht an unseren Seelen fühlen und den beständigen Trost empfinden, daß weder Tod noch Hölle uns schrecken können. Erwecke uns durch deinen Geist zu einem neuen Leben in dir und stärke uns, die Lüste des Fleisches zu besiegen und die Werke des Geistes zu vollbringen. Erhalte uns und unseren Nachkommen die Predigt von deiner Auferstehung. Sei mit allen, die für dein Reich arbeiten, damit das Reich dieser Welt seine Macht verliere auf Erden. Kehre ein mit dem Segen deiner Auferstehung in alle Häuser und gib, daß in unserem Lande Ehre wohne, Güte und Treue einander begegnen, Gerechtigkeit und Friede sich küssen. Komme zu Hilfe deiner bedrängten Kirche und erwecke auch sie zu neuem Leben und neuer Kraft; gib ihr Sieg gegen ihre Feinde. Tröste mit deiner Osterbotschaft alle betrübten Herzen und errette alle, die in Not und Gefahr sind. aen uns durch die Kraft deiner Auf⸗ erstehung einen seligen Heimgang zu deinem und unserem Vater und gib, daß wir an jenem Tage fröhlich von den Toten auferstehen und mit dir in himmlischer Freude und Herrlichkeit ewig leben mögen. Amen. Lied Nr. 86: Ueberwinder, nimm die Palmen. 24. Auf Himmelfahrt. Du bist in die Gabe gefahren und hast das Gefängnis gefangen; du hast Gaben empfangen für die Menschen, auch die Abtrünnigen. Gelobet sei der Herr täglich! Gott legt uns eine Last auf, aber er hilft uns auch. Festgebete. Wir haben einen Gott, der da hilft, und den Herrn Herrn, der vom Tode errettet. Ps. 68, 19—21. Allmächtiger Gott, Vater unseres Herrn Jesu Christi, ich sage dir von Herzen Dank für deine große Gnade, die u uns armen Sündern erzeigt hast durch deinen Sohn, n Herrn, welcher auferstanden ist von den Toten, aufgefahren gen Himmel, sitzet zu deiner Rechten und vertritt uns. Ich bitte dich, du wollest auch mich er⸗ wecken aus dem Grabe aller Sünden und zu dir hinauf⸗ ziehen, daß ich allein Lust, Liebe und Verlangen habe nach den himmlischen Gütern. Laß meinen Leib auf Erden leben und seines Berufs warten, mein Herz aber, Ge⸗ danken und Sinne laß bei dir im Himmel sein. Behüte und bewahre mich vor Sünden und allem Uebel, erhalte mich in deiner wahren Erkenntnis, solange ich noch hier auf Erden zu leben habe, bis ich einst ganz zu dir komme, dich von Angesicht zu Angesicht sehe und ewig bei dir bleibe in deiner Herrlichkeit. Amen. Lied Nr. 96: Auf Christi Himmelfahrt allein. 25. Auf Vfingsten. Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz und gib mir einen neuen, gewissen Geist. Verwirf mich nicht von deinem Angesicht und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir. Tröste mich wieder mit deiner Hilfe, und der freudige Geist enthalte mich. Ps. 51, 1214. O Gott, der du die Herzen deiner Gläubigen gnädig und reichlich mit deinem heiligen Geist am heili⸗ gen Pfingstfest besucht und begabt hast: ach, gieße diesen deinen Geist auch über unsere dürren, verschmachtenden Her⸗ zen aus; erquicke doch dein Erbteil und labe die Elenden. Komm, o heiliger Geist, und ziere uns mit deinen so vielfältigen Gaben, daß wir die roßen Taten Gottes, welche durch Jesum Christum 25i wahrhaftig er⸗ kennen und preisen und mit neuen Zungen dein Wort reden, rühmen und ausbreiten. Komme in deiner Fülle in die Kirche, 23203 durch dich gegründet ist, und laß sie immerdar deine ohnung sein. Entzünde uns mit dem Feuer deiner göttlichen Liebe, brenne aus alle innerliche 406 errn, risti, „die ohn, Oten, und 407 Festgebete. Bosheit, samt allen andern fleischlichen Lüsten und Be⸗ gierden. Zünde an das Licht deiner Wahrheit, daß wir inbrünstig mit rechtem Ernst und Eifer unserm Gotte dienen. O du Geist des Friedens, verbinde unsere Herzen mit deinem Bande des Friedens, daß wir in Sanftmut und Demut, in Friede und Einigkeit bei einander bleiben und leben. O du Geist der Geduld, gib uns Geduld in Leidenszeit und bis ans Ende Beständigkeit. O du Geist des Gebets, erwecke unsere Herzen, damit wir sie samt heiligen Händen zu Gott erheben und ihn in allen Nöten anrufen. Und da wir nicht wissen, was wir bitten sollen, noch wie es sich gebührt, so vertritt du uns mit unaussprechlichem Seufzen. Sei unser Schutz in der Not, unsere Hilfe in Trübsal, unser Trost in aller Widerwärtigkeit. Komm, du starker Gott, und stärke die Schwachen, lehre die Elenden deinen Weg, hilf den Gefallenen auf, bringe die Irrenden zurecht und erhalte sie bei deiner treuen Hand. Komm, o du ewiges Licht, sei unser Licht im Finstern, unser Heil im Leben, unser Trost im Sterben und führe uns auf ebner Bahn zum ewigen Leben, damit wir dich, heiliger Geist, samt dem Vater und dem Sohne mit allen Engeln und Auserwählten dort in deinem Reich am rechten Pfingsttag rühmen und preisen immer und ewiglich. Amen. Lied Nr. 110: O heilger Geist, kehr bei uns ein. 26. Am Bußtage. Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir. Herr, höre meine Stimme, laß deine Ohren merken auf die Stimme meines Flehens. So du willst, Herr, Sünde zurechnen, Herr, wer wird bestehen? Denn bei dir ist die Vergebung, daß man dich fürchte. Ps. 130, 1—3. Herr der Welten, Richter der Seelen, Vater in Christo! Heute bekennen wir dir unsere Sünden, und ein Volk von vielen Tausenden bekennt sie dir mit uns. Wir sind ja allzumal Sünder und mangeln des Ruhms, den wir an dir haben sollten, und wenn unsere Lippen hiervon schwiegen, so würden ni Taten reden. Bei dir, Herr, aber ist Gnade und Erbarmung, darum sinken wir vor dir nieder und bitten dich: Herr, gehe nicht mit uns ins Festgebete. 408 40⁰ Gericht und vergilt uns nicht nach unserer Missetat.* Barmherzig und gnädig bist du, geduldig und von großer Güte, und kein Wechsel des Lichts und der Finsternis ist in dir. O lege das Gefühl davon recht tief in unsere so kranken, verwundeten Herzen; laß uns nicht erliegen unter vo der Last unserer Schuld. Siehe an unsere Trauer und Lu unser Heimweh nach deinem Himmel. Siehe auch an Si unser Vertrauen auf die Gnade, die du uns angeboten rei hast in Christo. Um Jesu Christi willen vergib uns Ri unsere Sünden. Verstoße uns nicht von deinem Angesicht, Fr und laß es nicht mit uns gar aus sein, sondern wie sich Re ein Vater über seine Kinder erbarmt, also erbarme dich un auch über uns. Siehe an, Herr, unseren Entschluß, der sel Sünde abzusterben und der Gerechtigkeit zu leben; gründe h5 ihn, stärke ihn, vollbereite ihn, damit der Zustand unserer Ge Seelen und unserer Werke zu deinem Preise und zu unserer gi⸗ Seligkeit erneuert werde. O erleuchte unsere Herzen, ha daß wir rechtschaffene, wahre Buße tun, alle wissenklichern S vorsätzlichen Sünden fliehen und meiden, hingegen dich He und dein heiliges Wort stets vor Augen haben und durch ta deine Gnade dem wohlverdienten Verderben zeitlich und sa ewiglich entgehen mögen. Erbarme dich deines Christen⸗ sch volkes und aller Völker, daß sie suchen und finden dein Heil. Weihe uns zu deinen Tempeln. Sei bei uns in all unserer Not und höre auf unser Flehen in unserr lie Trübsal. Das alles wollest du tun, o treuer und barm⸗** Heicer Gott, um des teuern Verdienstes und der so räftigen Fürbitte deines geliebten Sohnes Jesu Christi, F unseres Herrn und Heilandes, willen. Amen. so Lied Nr. 230: Gott, der du unsre Zuflucht bist. 6 di IV. Gebete in besonderen Lebenslagen 1 und Verhältnissen. 27. Am ZBeichtlage(Vorbereitung zum heil. Abendmahh). a. Anleitung zur Selbstprüfung. ö Y Erforsche mich, Gott, und erfahre mein Herz; 5 h U mich und erfahre, wie ich es meine, und siehe, ob ich m + H. ife ich 409 Gebete in besonderen Lebenslagen. auf bösem Wege bin und leite mich auf ewigem Wege. Ps. 139, 23—24. Erforsche und frage dich, ob du nicht immer noch: so fleischlich und weltlich gesinnt bist,— so wenig frei von Leidenschaften,— so voll von Regungen der bösen Lust,— so unbewacht in Rücksicht auf das, was den Sinnen schmeichelt,— so ergeben vielen eitlen Träume⸗ reien,— so sehr geneigt zum Aeußeren, so nachlässig in Rücksicht auf das Innere,— so schnell aufgelegt zur Freude und Zerstreuung,— so schwer zu bewegen zur Reue und Zerknirschung,— so bereit zur Gemächlichkeit und Untätigkeit,— so träge zur Verleugnung deiner selbst und zur Tugendübung,— so begierig, Neues zu hören und Schönes zu sehen,— so wenig bereit, das Geringe und Verachtete dir gefallen zu lassen,— so be⸗ gierig zu haben, so karg im Geben, so hartnäckig im Be⸗ halten,— so unvorsichtig im Reden, so unenthaltsam im Schweigen,— so unordentlich im Betragen, so heftig im Handeln,— so unmäßig in Speise und Trank,— so taub gegen Gottes Wort,— so schnell zur Ruhe, so lang⸗ sam zur Arbeit,— so munter zu unnützem Geschwätz, so schläfrig zu frommen Betrachtungen,— so nachlässig im Gebet, so lau im Gottesdienst, so kalt beim Abendmahl,— so schnell zerstreut, so selten ganz gesammelt,— so plötz⸗ lich zum Zorn bewegt, so leicht bereit, andern wehe zu tun, so streng im Tadel, so vorschnell zum Verdammen,— so wenig treu den Freunden, so unversöhnlich gegen die Feinde,— so fröhlich im Glück, so verzagt im Unglück,— so voll ninn Entschlüsse und so arm an guten Werken. (Die Selbstprüfung kann auch nach den 10 Geboten geschehen.) Der Mensch prüfe sich selbst, und also esse er von diesem Brot und trinke von diesem Kelch. Denn welcher unwürdig isset und trinket, der isset und trinket sich selber das Gericht. 1. Kor. 11, 28. 29. b. Sündenbekenntnis. Ich bekenne dir meine Sünde und verhehle dir meine Missetat nicht. Ich sprach: ich will dem Herrn meine Uebertretung bekennen; da vergabst du mir die Missetat meiner Sünde. Psf. 32, 5. Gebete in besonderen Lebenslagen. 410 O allmächtiger Gott, barmherziger Vater! Ich armer, elender Sünder bekenne vor deinem Angesicht alle meine Missetat und Sünde, womit ich dich erzürnt und deine Strafe zeitlich und ewig wohl verdient habe. Sie sind mir aber alle herzlich leid und reuen mi sehr. Darum bitte ich um deiner unergründlichen Barmherzigkeit und des unschuldigen, bitteren Leidens und Sterbens deines lieben Sohnes Jesu Christi, meines Heilands, willen, du wollest mir meine Sünden verzeihen und deinen heiligen Geist geben, daß ich durch sein Eingeben mein Leben bessere und von Herzen fromm werde. Ach Gott, sei mir Sünder gnädig! Amen. c. Gebet um Vergebung der Sünden. Die Angst meines Herzens ist groß, führe mich aus meinen Nöten. Siehe an meinen Jammer und Elend und vergib mir alle meine Sünden. Pf. 20, 17. 18. Mein Gott und Herr! Meine Seele ist betrübt, mein Herz voll Angst und mein Gewissen voll Traurigkeit um meiner Sünden willen. Sie gehen über mein Haupt und sind mir wie eine schwere Last. Du aber bist voll Gnade. Darum komme ich zu dir und flehe: gedenke nicht meiner Sünden, gedenke aber an deine Barmherzigkeit, die von der Welt her gewesen ist. Vergib mir um deines Sohnes willen, der gekommen ist, das Verlorene zu suchen und die Sünder selig zu machen. Hier bin ich als verlorenes Kind; nimm mich in Gnaden an und schenke mir deine Barmherzigkeit. hun mir meine Sünden herzlich bereuen und deine Verzeihung mit gläubigem Herzen ergreifen. Stärke llich durch deinen heiligen Geist, daß ich hinfort ein christliches und gottseliges Leben führe und dir alle⸗ zeit diene in Heiligkeit und Gerechtigkeit, wie es dir ahte gefällig ist. Laß mir den Genuß des heiligen Mahles deines lieben Sohnes gereichen zur Kräftigung meines chwachen Glaubens, zur Besserung meines sündlichen zebens und zum Pfand meiner ewigen Seligkeit. Und sollte ich wieder straucheln und fallen, dann, Herr, richte mich auf um deines heiligen Namens willen. Hilf, daß mein Leben eine stete Buße sei, daß ich mich allezeit nach deinem Wort und Willen richte, bis ich endlich in dein S see 411 Gebete in besonderen Lebenslagen. Reich komme, wo alle Schwachheit aufhört und keine Sünde mehr begangen wird, wo man dich anschaut und dir dient in vollkommener Liebe und Freude von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Lied Nr. 224: Meine Seele, voller Fehle. 28. Am Abendmahlstag. a. Vor dem Abendmahl. Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser. Er erquicket meine Seele; er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen. Ps. 23, 1—8. Herr Jesus Christus, mein getreuer Hirte und Bischof meiner Seele, du hast gesagt: ich bin das Brot des Lebens, wer zu mir kommt, den wird nicht hungern, und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten. Siehe, ich komme zu dir und bitte dich, du selbst wollest mich recht bereiten und zum würdigen Gast deines himmlischen Mahles machen. Bewahre mich vor dem einen, daß ich unwürdig von dem heiligen Brot. und von dem heiligen Kelche trinke und damit mir selbst esse und trinke das Gericht. Gib rechte Reue über meine Sünden in mein Herz und festen Glauben an dein heiliges Verdienst zum Trost in meine Seele. Gib mir auch einen demütigen und versöhnlichen Sinn, daß ich meinen Feinden vergebe, und tilge in mir die Wurzel aller Bitterkeit und Feindseligkeit. Pflanze in mein Gemüt herzliche Liebe und Barmherzigkeit, daß ich meinen Bruder und Nächsten, ja alle Menschen, wie mich selber in dir lieb habe. Ach, Herr, ich komme zu dir mit Sünden beladen, nimm die Last von mir; ich komme als Unreiner, reinige mich; als Blinder, erleuchte mich; als Armer, mache meine Seele reich; als Verirrter, suche mich; als Ver⸗ lorener, mache mich selig. Mein himmlischer Arzt, ich bringe zu dir eine kranke Seele, heile sie; ein Herz, das Mangel hat an wahrer Gottseligkeit, Heiligkeit und Ge⸗ rechtigkeit, erfülle es mit deiner Gnade, mit deinem Geiste, deiner Liebe, deiner Demut und Sanftmut, deiner Ge⸗ duld und deinem Frieden. Du Brot des Gebete in besonderen Lebenslagen. 412 Lebens, speise mich zum ewigen Leben. Nur in dir habe ich volles Genüge, darum bleibe ewig in mir und laß mich ewig in dir bleiben, wie du gesagt hast: wer mein Fleisch isset und trinket mein Blut, der bleibt in mir und ich in ihm, und ich werde ihn auferwecken am jüngsten Tage. Amen. Lied Nr. 202: Ich komme, Herr, und suche dich. b. Vor dem Hintritt zum Tische des Herrn. O Gott, sei mir armem Sünder gnädig; gib deinen heiligen Geist in mein Herz, daß ich das heilige Sakrament würdiglich empfangen, meinen schwachen Glauben stärken, mein blödes Gewissen trösten, mein Leben bessern und ewig selig werden möge. Solches verleihe mir, o Gott, um Jesu Christi willen. Amen. c. Nach dem Abendmahl. Ich danke dir, Herr, mein Gott, von ganzem Herzen und ehre deinen Namen ewiglich. Ps. 86, 12. Barmherziger Gott und Vater, ich lobe und preise deinen heiligen Namen und danke dir für deine unaus⸗ sprechliche Güte, daß du mich armen, unwürdigen Sünder mit dem Leibe und Blute deines Sohnes Jesu Christi ge⸗ speist und getränkt hast. Ach, Herr, ich bin zu gering aller Barmherzigkeit und Treue, die du an mir tust. So hilf mir denn, getreuer Gott, daß an mir dieses Mahl gedeihen möge zur Stärkung meines Glaubens und zur Liebe gegen die Brüder, zum Wachstum in der Gottselig⸗ keit, zur Geduld im Leiden und dereinst zu einem freu⸗ digen, seligen Sterben. Mache mich brünstig im Geist, sröhlich in§ Aiaung, geduldig in Trübsal, laß mich an⸗ halten am Ge det, auf daß ich die guten Vorsätze, welche ich durch deine Gnade gefaßt habe, durch deine Kraft nun auch ins Werk setzen und alle Anfechtungen der Welt und des Fleisches überwinden möge. Erhalte deine Kirche im rechten Glauben und in wahrer Einigkeit des Geistes und hilf uns allesamt aus zu deinem himmlischen Reiche, das du aufgerichtet hast durch Jesum Christum, welchem ei samt dir und dem heiligen Geiste Dank, Lob, Ehre, Preis und Herrlichkeit von nun an bis in Ewigkeit. Amen. Lied Nr. 207: O Jesu, meine Wonne. 2 — EE ———————E— π dig set n NEr LeM 413 Gebete in besonderen Lebenslagen. d. Gebet eines Kranken vor dem Abendmahl. Ich will zu Gott rufen, und der Herr wird mir helfen. Ps. 55, 17. Mein Herr und Heiland, der du das Seuszen der Elenden hörst und ein geängstetes und zerschlagenes Herz nicht verachtest, blicke auf mich in meiner Trübsal und Anfechtung in Gnaden herab und erquicke meine Seele, die nach deiner Erbarmung dürstet, mit himmlischem Troste. Nahe dich zu mir in deinem heiligen Mahle und stärke mich durch den Genuß deines Leibes und Blutes. Gib mir Kraft, daß auch Krankheit und Schmerz mein Vorhaben nicht hindern, mich mit dir zu vereinigen. Lehre du selbst mich deinen Tod auf rechte Art verkündigen und an dein Leiden und Sterben, deine Marter und Pein und alles gedenken, was du für mich getan und gelitten hast. Ich weiß, daß ich in deinem Mahle dich selbst empfange zur Versöhnung mit Gott, und bin gewiß, daß ich nicht soll verloren gehen, sondern das ewige Leben haben. Erhalte mich bei diesem beseligenden Glauben und stärke ihn durch deine Kraft. Mein Herr und mein Gott, tröste mich in meinem Leide und sei bei mir in meiner Trübsal, und hast du bestimmt, daß ich abscheiden soll von dieser Erde, so scheide nicht von mir. Stehe mir bei im letzten Kampfe und laß deinen Tod mein Leben sein. Ists aber dein gnädiger Ratschluß, daß ich noch länger ein Pilgrim sein soll in dieser argen Welt, dann reinige mir Herz und Sinn, daß ich nach deinem Wohl⸗ gefallen meine Wege gehe. Herr, wie du willst, so schicks mit mir im Leben und im Sterben. Amen. Lied Nr. 294: Herr, wie du willst, so schicks mit mir. e. Gebet eines Kranken nach dem Abendmahl. Ich danke dir, Gott, denn du kannst es wohl machen, und will harren auf deinen Namen. Ps. 52, 11. O du gnädiger und getreuer Gott und Vater, ich sage dir Lob und Dank, daß du mich durch dieses heilige Mahl erquickt und gestärkt hast. Ich bitte dich um deiner Barmherzigkeit willen, du wollest durch diese himmlische Speise und durch diesen Trank des L meine Seele N Gebete in besonderen Lebenslagen. 414 heiligen, damit ich meinen Lauf im Glauben vollende, deinem väterlichen Willen mich demütig unterwerfe und auch unter Kreuz und Trübsal deinen Namen preise. Gib, daß ich ewig dein Eigentum bleibe, und daß weder Gegen⸗ wärtiges noch Zukünftiges, weder Leben noch Tod mich scheiden möge von deiner Liebe in Christo. Amen. Lied Nr. 295: Laß mich dein sein und bleiben. 29. Gebete in Kranstheit. Herr, sei mir gnädig, heile meine Seele, denn ich habe an dir gesündigt. Ps. 41, 5. Es hat dir gefallen, mein Schöpfer und Vater, mich mit Krankheit heimzusuchen. Meine Kraft hat mich ver⸗ lassen, mein Odem ist schwach, meine Heiterkeit dahin; Mattigkeit und Schmerzen haben meine Glieder befallen, und mein natürliches Leben ist dem Grabe nahe. All⸗ mächtiger, der du gesagt hast:„Ich bin der Herr, dein Gott“, zu dir nehme ich meine Zuflucht, auf dich setze ich auch in 9.— Prüfung mein Vertrauen. Vor allen Dingen bitte ich dich, daß du dich gnädig meiner Seele annehmen, mir um Christi willen meine Sünden ver⸗ geben und mir Hoffnung und Glaubensfreudigkeit im Tode schenken wollest. Laß die Krankheit meines Leibes zur Gesundheit meiner Seele gereichen, daß das Gefühl meiner Schwachheit den Glauben an dich stärke und meine Buße aufrichtiger und ernsthaft mache. Sei mir freund⸗ lich, mein Gott, in diesem Leiden, und laß die Gebeine, die du zerschlagen hast, wieder Freude und Wonne fühlen; denn ich habe niemand im Himmel und auf Erden, der mir helfen, mich stärken und beruhigen könnte, als dich, den treuen Helfer in aller Not. O mein Vater, du hast mir eine Last aufgelegt, hilf sie mir auch tragen; lindere meine Schmerzen; erquicke meine matte Seele mit deinem himmlischen Troste; schenke mir christliche Geduld und Gelassenheit; läutere meinen Glauben in der Hitze der rübsal und segne den Gebrauch der Arzneimittel zur Wiederherstellung meiner verlorenen Gesundheit. Herr, — A.—— ——— 58—— 23 — S— . 415 Gebete in besonderen Lebenslagen. du Allmächtiger, bei dir ist kein Ding unmöglich; wenn du willst, kannst du mich wieder gesund machen. Bin ich noch nicht bereit zum Sterben, noch nicht reif für die Ewigkeit, o so verlängere noch meine Gnadenzeit. Reiß mich nicht weg aus dem Lande der Lebendigen, sondern stärke mich noch ferner durch deinen Geist, daß ich künftig als ein fruchtbarer Baum dir wohlgefällige Früchte bringen möge. Ja, Herr, ich gelobe es, daß ich mit Leib und Seele mich dir heiligen will, wenn du mich wieder aufkommen lässest. Sollte aber in deinem heiligen Rat mein Ende beschlossen sein, so bitte ich dich flehentlich um die Gnade, selig sterben zu dürfen. Ach, nur selig, welchen Ausgang auch die Krankheit nehmen wird; sie mag zum Leben oder zum Tode sein, laß sie nur zu deiner Ehre und zu meinem wahren Besten dienen. Vater, nicht mein, sondern dein Wille geschehe. Herr, dir lebe ich; Herr, dir sterbe ich; Herr, dein bin ich tot und lebendig. Amen. Lied Nr. 293: Auf dich hab ich gehoffet. b. Die Angst meines Herzens ist groß; führe mich aus meinen Nöten. Ps. 25, 17. Du frommer und getreuer Gott und Vater unseres Herrn Jesu Christi, ich bitte dich von Herzen, du wollest mich in meiner Not nicht verlassen, sondern mit dem Licht deiner wahren Erkenntnis erleuchten, daß ich in demselben aus der Finsternis dieser Welt und meiner schweren Krankheit zu dir, dem ewigen Lichte, möge wan⸗ deln. O Herr, sei du bei mir, wenn ich sterben soll; stehe du mir zur rechten Hand, wenn ich meinen Geist aufgeben muß; errette mich aus der Hand des Feindes unserer Seelen, tröste und stärke mich, erhalte mich in deiner Erkennt⸗ nis und im festen, starken Vertrauen auf deine große Gnade und Barmherzigkeit. Ach, Herr, laß das letzte Wort deines lieben Sohnes am Stamme des Kreuzes auch mein letztes Wort sein, daß ich mit gläubiger Zuversicht im Herzen sagen darf: Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist; denn du hast mich erlöset, du getreuer Gott. Und wenn ich aus Schwachheit und Größe meiner Krankheit solches — T— * SS........... Gebete in besonderen Lebenslagen. 416 nicht mehr könnte mit dem Munde reden, so laß doch mein Herz also in der Stille zu dir rufen und seufzen. Amen. Lied Nr. 439: Christus, der ist mein Leben. cC. Morgengebet eines Kranken. Ich komme früh und schreie; auf dein Wort hoffe ich. Ps. 119, 17. Herr, du Vater des Lebens, dessen Güte alle Morgen neu ist, sei gelobt und gepriesen, daß du mich armen Kranken in dieser Nacht so gnädig bewahrt und erhalten hast. Noch kann ich das Licht schauen im Lande der Lebendigen und deine über mich erneuerte Güte preisen. Sollte aber dieser Tag mein letzter 38 Erden sein, ach, so bewahre doch in meinem Herzen das Licht des Glaubens und laß Jesum Christum, das ewige Licht, mit seiner Gnade mir leuchten bis ans Ende, daß ich selig einschlafen möge in seiner seligmachenden Erkenntnis. Nun, Herr, dein Wille geschehe! Nimm dich meiner Seele treulich an, daß sie nicht verderbe. Mein Gott und Vater, erbarme dich über mich! Mein treuer Heiland, Herr Jesu, erbarme dich meiner! O heiliger Geist, du Troͤster in aller Not, erbarme dich über mich und gib mir deinen Frieden! Amen. Lied Nr. 371: Morgenglanz der Ewigkeit. d. Abendgebet eines Kranken. Der Herr ist mein Licht und mein Heil; vor wem sollte ich mich fürchten? Ps. 27, 1. Deinem Namen, mein treuer Gott und Heiland, lage ich von Herzen Dank und Lob, daß du mir diesen Tag hast überwinden helfen, und daß deine Kraft in mir Schwachem mächtig war. Aber siehe, hier liege ich noch unter deiner Heimsuchung und seufze zu dir: ach, Herr, mein Gott, wie lange verziehi du mit deiner Hilfe! Siehe doch an meinen Jammer und mein Elend, vergib mir alle meine Sünden und errette mich! Dir befehle ich meinen hinfälligen Leib und meine so teuer erkaufte Seele. Laß meinen Leib ruhen, die Seele aber stets zu dir wachen, damit ich deine herrliche Ankunft mit Ver⸗ langen erwarte. Stärke mich im Glauben und in der ———„= 417 Gebete in besonderen Lebenslagen. Geduld also, daß ich vor dir bestehen und das himmlische Erbe durch deine Gnade erlangen möge. Dazu hilf mir, mein Heiland und 93 6 um deines bitteren Leidens und Sterbens willen! Amen. Lied Nr. 397: Herr, es gescheh dein Wille. e. Gebet der Eltern bei Erkrankungen eines Kindes. Erhöre mich, wenn ich rufe, Gott meiner Gerechtig⸗ keit, der du mich tröstest in der Angst; sei mir gnädig und erhöre mein Gebet. Ps. 4, 2. Barmherziger, gnädiger Gott und Vater, du siehst, welcher Jammer unser Herz erfüllt. Die Freude an unserem lieben Kinde ist in schwere Sorge und großes Herzeleid verwandelt. Da liegt es vor unseren Augen, und jeder Zug Ha Antlitzes bricht unser Herz. Wir möchten gern helfen und können doch nicht. Darum er⸗ barme du dich, allmächtiger Helfer, denn bei dir ist kein Ding unmöglich. Gebiete du, dann wird die Krankheit weichen; laß es dein Wohlgefallen sein, so werden wir die heißersehnte Freude haben, unser Kind genesen zu sehen. Doch es ist dein Kind, du bist sein rechter Vater, denn du hast es geschaffen und in der heiligen Taufe als dein Kind aufgenommen. So hast du ein größeres Anrecht an es, als wir. Deshalb dein Wille geschehe. Wir wollen nicht murren, wenn du es uns nimmst aus unseren Armen in deine treuen Vaterarme. Vor dir liegt ja alle deteni. wie ein aufgeschlagenes Buch, und du weißt am esten, was unserem teuren Kinde heilsam ist, Leben oder Sterben. Gedenkst du es zu versetzen als Pflanze in dein Paradies, dann wollen wir uns trösten, daß du es auch bewahrst vor den Sünden dieser Welt und es frühe mir zu deinem ewigen Heile. Willst du unser liebes Kind uns aber noch lassen, dann, o Herr, wollen wir es von neuem freudig aus deiner Vaterhand nehmen als lebendigen Zeugen deiner Macht und deiner Gnade. Dann aber schenke uns auch Kraft und Weisheit, es für dich und dein himmlisches Reich zu erziehen. Endlich, getreuer Gott, laß uns wieder vereinigt werden in dem Himmel⸗ reich unseres Herrn und Heilandes Jesu Christi, da, wo kein Leid, kein Schmerz, kein Tod mehr uns stört, und wo wir in vollkommener Seligkeit loben und preisen werden. Amen. Lied Nr. 333: Befiehl du deine Wege. f. Fürbitte der Angehörigen für einen Kranken. Hilf uns, Gott, unser Helfer, um deines Namens Ehre willen! Ps. 79, 9. Vater, wir flehen zu dir für den Kranken, der uns so wert und teuer ist. Kann es nach deiner Weisheit, die höher ist, als alle Weisheit dieser Welt, geschehen, so laß ihn Doc und erhalte uns ihn, den wir so innig lieben. Doch wir unterwerfen uns mit Demut deinem heiligen Willen, wenn auch mit banger Besorgnis und mit Tränen. Ach, verwandle unsere Angst und Traurig⸗ keit durch Erhörung unseres heißen Gebetes in Freude und Wonne. Hilf, Helfer, hilf, denn wenn du willst, so kannst du uns wohl helfen. In deinem heiligen Worte hast du uns ja gesagt: rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten, so sollst du mich preisen. Vater, wir rufen dich an: ist es möglich, so laß uns den bittern Kelch der Trennung nicht trinken, gib vielmehr, daß wir für Rettung und Erhaltung dich preisen und dir danken können. Mildere, o Gott, die Schmerzen unseres lieben Kranken und tröste, beruhige, stärke ihn durch deinen Geist. Und soll, o Herr über Leben und Tod, nach deinem väterlichen Ratschlu seine Todesstunde herannahen, ach, so mache sie ihm sanft und selig. Stärke dann mit Kraft aus der Höhe den Scheidenden und uns, die Zurück⸗ bleibenden. Laß ihn und uns im Geiste hinüberblicken in die ewigen Wohnungen, wohin diejenigen, die vor uns sterben, vorangehen, und wohin wir ihnen folgen werden. Laß ihn und uns alle feststehen im Glauben an unseren Er⸗ löser und Heiland, der dem Tode die Macht genommen und Leben und unvergängliches Wesen ans Licht gebracht hat. In solchem Glauben laß uns leben, leiden und sterben. Amen. Lied Nr. 344: Was Gott tut, das ist wohlgetan. Gebete in besonderen Lebenslagen. 418 ere Freude dich ewig 18 ide Hig 419 Gebete in besonderen Lebenslagen. g. Fürbitte der Angehörigen für einen Sterbenden. Wo ist jemand, der da lebet und den Tod nicht sehe? Ps. 89, 40. Heiliger, barmherziger Vater, siehe in Gnaden an unseren Miterlösten, der mit dem Tode ringt. Erbarme dich seiner in seiner letzten Angst. Erbarme dich seiner im Gericht. Wir empfehlen dir seine Seele, die du zum ewigen Leben erschaffen hast; erlöse sie von allem Uebel und nimm sie auf in deine Hände. Göttlicher Erlöser Jesus Christus, auch für Idtt Sterbenden hast du dein Blut vergossen, auch für ihn die heißen Todeskämpfe gekämpft. Stehe ihm bei in seiner letzten Not. Du hast seine unsterbliche Seele erlöst zum ewigen Leben. Rufe den scheidenden Geist in die Heimat zu dir, auf daß er deine Herrlichkeit schaue. Heiliger Geist, göttlicher Tröster, sei Licht, Trost und Kraft diesem Sterbenden, dessen Auge jetzt bricht. Stärke ihn in seinem letzten Kampfe; hilf ihm durchdringen durch die enge Pforte zum ewigen Leben. Bringe seine Seele zum ewigen Frieden. Amen. Lied Nr. 453: Unser keiner lebt ihm selber. h. Kurze Sprüche, Sterbenden vorzusprechen. O Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände! Du hast mich erlöset und wirst mich auch jetzt erlösen, o Herr, du getreuer Gott. Amen. Ach Herr, erlöse mich von allem Uebel und hilf mir zu deinem himmlischen Reiche. Herr Jesu, dein bitteres Leiden und Sterben komme mir zu Hilfe in meiner Todesnot und vor deinem Ge⸗ richt. Amen. Herr, ich warte auf dein Heil! Führe mich nach deinem Worte ins rechte Vaterland. Herr Jesu, dir leb ich, Herr Jesu, dir sterb ich; dein bin ich tot und lebendig. Amen. Gebete in besonderen Lebenslagen. 420 Ich bin gewiß, daß weder Tod noch Leben, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes, noch keine andere Kreatur 9 3 scheiden kann von der Whi Gottes, die in Christo Jesu ist, unserem Herrn. men. Erlöse mich, o mein Gott, von meinem Leiden; doch nicht wie ich will, sondern wie du willst; Herr, dein Wille geschehe. Amen. 30. Gebet nach dem BVerscheiden eines Kranken. Nun, Herr, wes soll ich mich trösten? Ich hoffe auf dich. Ps. 39, 8. Herr, allmächtiger Gott und Vater, verleihe unserem Dahingeschiedenen um deines lieben Sohnes willen die ewige Freude und Ruhe; laß ihm leuchten dein ewiges Licht und gib ihm das ewige Leben. Uns aber, die wir hienieden bleiben und dem Ent⸗ schlafenen nachschauen, tröste aus der Fülle deiner Barm⸗ herzigkeit. Sei unser aller Pfleger, Helfer und Beistand und laß uns deine Güte und Gnade reichlich erfahren, bis auch unser Stündlein kommt, und wir selig dahinfahren. O getreuer Herr und Heiland, geleite die Seele unseres Entschlafenen, die du selber durch dein Blut erkauft hast, in die Herrlichkeit Gottes um deiner Liebe willen. Amen. Lied Nr. 242: Ich weiß, an wen ich glaube. 31. Sankgebet nach erlangter Genesung. Lobe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist seinen heiligen Namen! Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes getan hat; der dir alle deine Sünden vergibt und heilet alle deine Gebrechen; der dein Leben vom Verderben erlöst; der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit. Ps. 103, 1—4. Ich preise, dich, Herr, denn du hast mich 3—7 da ich schrie zu dir, machtest du mich gesund. Du hast mein Herzeleid in Herzensfreude verwandelt. Herr, mein Gott, ich will dir danken in Ewigkeit. Siehe, um Trost war mir sehr bange, aber du, Herr, hast dich meiner Seele — 2 — —.——ee—S—— + 421 Gebete in besonderen Lebenslagen. angenommen, daß sie nicht verdürbe. Stricke des Todes umfingen mich, und ich dachte: nun bin ich gar dahin. Aber du hast mein Flehen erhört und meine Seele vom Tode errettet. Herr, mein Gott, wie groß sind deine Wunder, die du an mir bewiesen hast! Ich will sie verkündigen, so lange ich lebe. Gelobet seist du, Herr, täglich, und Larreen —5 dein herrlicher Name immer und ewiglich! Getreuer ater, wende nun deine Barmherzigkeit nicht von mir, sondern vollführe das gute Werk, das du in mir an⸗ gefangen hast und stärke mich von Tag zu Tag mehr und mehr; leite mich durch deinen guten Geist, daß ich hin⸗ fort nicht mehr sündige, damit mir nichts Aergeres wider⸗ fahre, sondern daß ich dir mein Leben lang diene in Heiligkeit und Gerechtigkeit, die dir gefällig ist. Laß deine Güte und Treue allewege mich behüten und befiehl deinen heiligen Engeln, deinen starken Helden, über mir, daß sie mich auf meiner Lebensreise begleiten und auf den Händen tragen, damit ich meinen Fuß nicht an einen Stein stoße. Verlaß mich nicht, Herr, mein Gott; sei nicht fern von mir; eile, mir immerdar beizustehen, Herr, meine Hilfe, auf daß ich allezeit deinen heiligen Namen lobe und deine Erbarmung und Gnade preise. Herr, mein Gott, ich will dir danken in Ewigkeit! Amen. Lied Nr. 137: Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut. 32. Gebet in innerer Ansechtung. Siehe mein Elend und errette mich; hilf mir aus, denn ich vergesse deines Gesetzes nicht. Führe meine Sache und erlöse mich; erquicke mich durch dein Wort. Ps. 119, 153. 154. Lieber himmlischer Vater, ich danke dir, daß du mich in der heiligen Taufe zu deinem Kinde aufgenommen und durch dein Wort geheiligt und bisher in demselben er⸗ halten hast. ö Weil ich aber mit großer Traurigkeit meines Herzens beladen bin und täglich geängstigt werde, sodaß ich meine Betrübnis nicht aussagen noch beschreiben kann, so bitte ich dich, treuer Gott, verlaß mich doch nicht und Gebete in besonderen Lebenslagen. 422 halte mich fest bei deiner Hand, daß ich nimmermehr sinke, noch von dir geschieden werde. Mit traurigem Herzen stehe ich des Morgens auf, mit betrübtem Geiste esse ich meine Speise, mit Angst lege ich mich nieder und habe keine Ruhe in mir. Ach Gott, Iohl an meinen Kummer! Ich wollte dir gern mit fröhlichem Herzen dienen, aber ich vermag es nicht; wie stark ich mich wehre und wider das Elend meines Herzens streite, ich bin zu schwach zu diesem großen Kampfe. Darum hilf mir Schwachem, o du starker Gott, und gib mir deinen heiligen Geist, daß er mich tröste und erfreue in aller meiner Traurigkeit. Ich bin ja dein im Tode und im Leben, und weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Trübsal noch Angst kann mich scheiden von dir und deiner Liebe, obgleich ich jetzt in Angst und Kummer schwebe. Herr, ich hoffe auf deine Gnade, du wirst mich nicht unerhört lassen, sondern alle Angst aus meinem Herzen nehmen. Darum will ich dich für deine Güte rühmen, loben, preisen, dir danken und dienen hier und in Ewig⸗ keit. Amen. Lied Nr. 334: Auf den Nebel folgt die Sonn. 33. Gebet in äußerer Armut. Ich bin arm und elend; der Herr aber sorget für mich; du bist mein Helfer und Erretter; mein Gott, ver⸗ ziehe nicht. Ps. 40, 18. Allmächtiger, allbarmherziger Gott und Vater, der du die Schicksale' der Menschen in deiner Hand trägst und jedem das Seine zuteilst nach deinem Wohlgefallen, von dir kommt Armut und Reichtum, Mangel und Ueber⸗ fluß. Ich preise deine Güte für alle deine Gaben und danke dir für alle deine Geschenke, selbst für die in den Augen der Menschen kleinsten und geringsten. Ich danke dir auch für die Armut, die du mir beschieden hast, denn du weißt am besten, was deinen Menschenkindern zum Frieden dient, das große Gut des Reichen oder die Arbeit, Sorge und Bangigkeit des Armen. Du hast ja Gedanken des Friedens mit mir mitten in meiner Armut 423 Gebete in besonderen Lebenslagen. und Not; nur mein schwaches Herz will nicht tragen, was du mir auferlegtest. Darum bitte ich dich, stärke und tröste mich und laß an mir wahr werden das Wort deiner Verheißung: rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten, so sollst du mich preisen. Erhalte und mehre in mir den tröstlichen Glauben an deine väterliche Güte und Erbarmung und an die Gewißheit, daß denen, die dich lieben, alle Dinge müssen zum besten dienen. Es ist ein köstlich Ding, daß das Her⸗ fest werde; so mache denn mein Herz fest, im Aufsehen auf dich treulich auszuharren in meinem Elend, aber auch treu und fleißig zu wirken und zu arbeiten, daß ich mein bescheiden Teil Speise dahinnehme. Bewahre mich durch deine Kraft vor aller Trägheit, vor aller Untreue, vor allem Verzagen und allem Murren. Lehre mich in Geduld leiden, was ich nach deinem Ratschluß leiden soll, immerdar aber auch auf dich hoffen und dir vertrauen. Und da du die Herzen der Menschen lenkest wie Wasserbäche, so erwecke mir liebreiche Freunde, die sich meiner Not annehmen und als deine Boten an mir Barmherzigkeit tun, wie du sie an ihnen getan hast.— Gib mir ein dankbares Herz, daß jede Gabe der Menschen mich bereit mache zum Lobe gegen sie und gegen dich, den Geber aller guten und vollkommenen Gaben.— Vor allem aber stehe mir bei durch deinen heiligen Geist, daß ich mich nicht gegen dich ver⸗ sündige in meiner Armut, und daß meine Not mich nicht errege, deine und der Menschen Gesetze zu übertreten. Laß mir vielmehr mein Elend zur Besserung dienen und lehre mich erkennen, daß, gleich wie Gold durchs Feuer, also werden die, so dir gefallen, durchs Feuer der Trübsal bewährt. Lehre mich, daß Trübsal bringt Ge⸗ duld, Geduld aber bringt Erfahrung, Erfahrung bringt Hoffnung, und Hoffnung läßt nicht zu schanden werden.— Ja, Herr, laß mich nicht zu schanden werden; sende den Armen wieder bessere Zeit und gib meiner Seele die rechte Kraft, auch das Aergste zu überwinden und das Feld zu behalten. In deine treue Vaterhand be⸗ fehle ich mein Leben; du bist der Armen Schutz und Zuversicht. Amen. Lied Nr. 328: Von Gott will ich nicht lassen. Gebete in besonderen Lebenslagen. 424 34. Gebete in allgemeiner Not. Gott ist unsere Zuversicht und Stärke, eine Hilfe in den großen Nöten, die uns getroffen haben; darum fürchten wir uns nicht, wenn gleich die Welt unterginge und die Berge mitten ins Meer sänken. Ps. 46, 2. 3. O du Richter alles Fleisches, der du nicht nach dem richtest, was vor Augen ist, sondern das Herz ansiehst, erwecke unsere Herzen, daß wir uns freiwillig richten, damit wir nicht von dir gerichtet werden. Wir wissen und fühlen es, daß wir die große Not, welche du uns gesandt hast, wohl verdient haben durch unsere mannig⸗ faltigen und großen Sünden. Aber dennoch bringen wir unsere Klagen vor dich, weil die dringende Gefahr uns antreibt, vor dir niederzufallen mit Bitten und Flehen. Ach, räche nicht die Untreue und Falschheit des mensch⸗ lichen Herzens, sondern erwecke uns aus dem Schlafe der Sicherheit, damit wir uns nicht mehr versündigen, und erlöse uns von Schuld und Strafe um deines Sohnes Willen! Beweise also an deinen Geschöpfen anstatt des gedrohten Untergangs deine große Geduld und Er⸗ barmung, auf daß wir Vertrauen zu dir schöpfen, uns in der Not an dich halten und nach ihr beständig an dir hangen. Hilf uns aus unseren Trübsalen! Ergreife die Deinigen durch deine starke Rechte, reiße sie aus der Gefahr und laß sie deine Kraft und Gnade erfahren. Den Blöden und Schwachen sende Rettung, daß sie im Elend nicht verzagen, und den Trostlosen komme zur Hilfe, daß sie ihre Trübsal überwinden. Segne uns die jetzige Gefahr zur rechten Buße, und leite die Feinde deines Wortes zur Umkehr, daß ihr Gewissen aufwache und sie die Zeit der Gnade recht anwenden. Mache allen fleischlichen Trost zu nichte, hinter welchen sich so viele verstecken möchten, und füge es also, daß wir nur auf dich trauen und bauen, denn deiner Hand können wir nicht entfliehen. Verlaß an den heimgesuchten Orten die Deinen nicht und erbarme dich auch derer, die wider dich sind. Und weil so manche dir bisher nur wenig gedient haben und gehorsam waren, so lehre sie auf dein Wort merken, deine Stimme in ihrem Gewissen wahrnehmen und so ihr ewiges Heil suchen.— Ach Herr, laß alle Gnade rrSice S —D— V. — 425 Gebete in besonderen Lebenslagen. finden, die im Namen Jesu Christi vor dich kommen. Sei barmherzig gegen dein armes Volk und schone deiner Geschöpfe, die du gemacht hast. Gib allen Seelen Buße und Vergebung der Sünden, erhöre diejenigen, welche mit dem Tode ringen, und erzeige dich ihnen gnädig und freundlich. Wir trauen auf dich, denn wir haben einen Gott, der da hilft, einen Herrn, Herrn, der vom Tode errettet. Amen. Lied Nr. 418: Wenn wir in höchsten Nöten sein. 25. Dansgebet für Errettung aus der Not. Ps. 103. Lobe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen! Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes getan hat. Der dir alle deine Sünden vergibt und heilet alle deine Gebrechen; der dein Leben vom Verderben erlöset; der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit; der deinen Mund fröhlich macht, und du wieder jung wirst wie ein Adler. Der Herr schafft Gerechtigkeit und Gericht allen, die Unrecht leiden. Er hat seine Wege Mosen wissen lassen, die Kinder Israels sein Tun. Barmherzig und gnädig ist der Herr, geduldig und von großer Güte. Er wird nicht immer hadern, noch ewiglich Zorn halten. Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden und vergilt uns nicht nach unserer Missetat. Denn so hoch der Himmel über der Erde ist, läßt er seine Gnade walten über die, so ihn fürchten. So fern der Morgen ist vom Abend, läßt er unsere Uebertretungen von uns sein. Wie sich ein Vater über Kinder erbarmet, so erbarmet sich der Herr über die, so ihn fürchten. Denn er kennet, was für ein Gemächte wir sind; er gedenkt daran, daß wir Staub sind. Der Mensch ist in seinem Leben wie Gras, er blühet wie eine Blume auf dem Felde. Wenn der Wind darüber geht, so ist sie nimmer da, und ihre Stätte kennt sie nicht mehr. Die Gnade aber des Herrn währet von Ewigkeit zu Ewigkeit über die, so ihn fürchten und seine Gerechtig⸗ keit auf Kindeskind, bei denen, die seinen Bund halten und denken an seine Gebote, daß sie danach tun. Der Herr hat seinen Stuhl im Himmel bereitet, und sein Gebete in besonderen Lebenslagen. 426 S Reich herrschet über alles. Lobet den Herrn, ihr seine Engel, ihr starken Helden, die ihr seinen Befehl ausrichtet, daß man höre die Stimme seines Wortes. Lobet den Herrn, alle seine Heerscharen, seine Diener, die ihr seinen Willen tut. Lobet den Herrn, alle seine Werke an allen Annen seiner Herrschaft. Lobe den Herrn, meine Seele! Amen. V (Die Lic An der An dii Auf, a Auf, a Verzeichnis der Lieder. seine chtet, den einen allen eele! Verzeichnis der Hieder(mit Anhang). Oie Lieder Ur. 801-522 finden sich nur in den Ausgaben mit Anhang.) Nr. Abend wird es wieder 528 Auf Christi Himmelfahrt 96 Abermals ein Jahr verfl. 49 Auf den Nebel folgt d. 334 Ach bleib bei uns, Herr 151 Auf dich hab ich gehoffet 293 Ach bleib mit deiner„152 Auf diesen Tag bedenken 94 Ach Gott, ich muß in„470 Auferstanden, auferst.. 88 Ach Gott und Herr, wie 215 Auferstehn, ja auferstehn 464 Ach Gott, verlaß mich n. 300 Auf Gott und nicht auf 355 Ach Gott, vom Himmel 150 Auf, ihr Streiter, durchg. 256 Ach, mein Herr Jesu„ 317 Auf, Jesu Jünger, fr.. 95 Ach, mein Jesu, sieh, ich 395 Auf meinen lieben Gott 329 Ach sei mit deiner Gnade 14 Auf, Seele, auf, und. 55 Ach, was bin ich, mein 217 Aus dem Himmel ferne 529 ö Ach, was ist doch unsre 449 Aus Gnaden soll ich. 237 ö Ach, wie heilig ist der 165 Aus irdischem Getümmel 264 Ach, wundergroßer Sieg. 97 Aus meines Herzens. 365 ö Allein Gott in der Höh sei 123 Aus tiefer Not schrei.212 Allein zu dir, Herr Jesu 213 Alle Jahre wieder kommt 504 Barmherziger, laß d.. 186 Alle Menschen müssen„486 Bedenke, Mensch, das„ 488 Aller Gläubgen Samm. 462 Bedenk ich deine große 303 Alles ist an Gottes S. 338 Befiehl du deine Wege 333 Allgenugsam Wesen.. 315 Bei dir, Jesu, will ich. 192 Als Jesus von s. Mutter 515 Beschwertes Herz, leg ab 1 Amen, deines Grabes. 92 Betrübtes Herze, sei zuf. 469 Am Kreuz erblaßt.. 72 Bis hierher und nicht w. 163 An dem Zorntag, an. 477 Bleibe bei uns, o Herr. 530 An dir allein, an dir„222 Bleibt bei dem, der.. 266 Auf, auf, mein Herz, mit 519 Brich an, du schönes. 41 Auf, auf, ihr Reichsgen. 18 Bringt 20 dem Herren 138 2 Nr. „Christe, du Lamm G. 195 Christen erwarten in. 424 Christen sind ein göttl. 314 Christ fuhr gen Himmel 93 Christ ist erstanden von 76 Christ lag in Todesb. 77 Christus, der ist mein. 439 Danket, danket Gott m. 208 Dank und Anbetung. 127 Das alte Jahr verg.. 46 Das Leben welkt wie. 531 Das walte Gott, der. 407 Dein König kommt in. 30 Dein Wort, o Herr, br. 160 Dein Wort, o Herr, ist 182 Der am Kreuz ist meine 61 Der beste Freund ist i. d. 532 Der du, Herr Jesu, Ruh 73 Der du in Todesnächten 173 Der du noch in der l. 284 Der du uns als Vater.„119 Der du zum Heil ersch. 176 Der Heiland kommt.. 27 Der heilge Christ ist k. 45 Der Herr bricht ein um 533 Der Herr fährt auf gen 98 Der Herr ist meine Z. 356 Der Himmel hängt voll 359 Der Maie, der Maie. 534 Der Mensch hat nichts so 535 Der Mond ist aufgeg. 400 Der Tag d. ist so freudenr. 505 Der Tag ist hin, mein 392 Der Tag mit seinen. 390 Des Jahres schöner S. 363 Dich, Jesum, laß ich ewig 286 Die auf der Erde wallen 456 Die beste Zeit im Jahr 536 Die Christen gehn von. 461 Verzeichnis der Lieder. Nr. Die Vuede deines K.. 162 Die Gnade unsers Herrn 537 Die güldne Sonne, voll 368 Die Herrlichkeit der E. 445 Die hier vor deinem A. 190 Die Himmel rühmen des 146 Die Nacht ist kommen, 538 Die Nacht nunmehr ver. 367 Die Sach ist dein, Herr 539 Die Seele ruht in Jesu 494 Dies ist der Tag, den G. 40 Dies ist die Nacht, da. 38 Die Tage sind so dunkel 501 Die Woche geht zu Ende 403 Dir dank ich für m. L. 433 Dir, dir, Jehovah will 299 Die wir uns allhier beis. 516 Du bist zwar mein und 472 Du gehest in den Garten 69 Du l., heilger, frommer 506 Durch Trauern und durch 50 Du sollst glauben, o du 241 Du sollst in allen Sachen 404 Du Vater deiner Mensch. 288 Ehre sei Gott in der. 42 Eine Herde und ein..172 Einen guten Kampf hab 458 Einer ists, an dem wir 175 Eines wünsch ich mir. 517 Eine feste Burg ist unser 148 Eingesargt zum letzten„468 (Ein Kindelein s. löbelich) 505 Ein Lämmlein geht und 65 Ein reines Herz, Herr 249 Eins ist not, ach Herr 277 Ein Wetter steiget auf 429 Ein Wohlstand ohnegl. 323 Empor zu Gott, mein. 43 Erfüllt sind Stund und 44 Nr. Erhalt uns deine Lehre 155 Erhalt uns, Herr, bei„149 Erhebt den Herrn, ihr F. 26 Erhöhter Siegesfürst u. 90 Erinnre dich, mein Geist 85 Ermuntert euch, ihr F. 490 Erstanden ist der heilge 520 Es glänzet der Christen 308 Es ist ein Ros entspr. 31 Es ist ein Schnitter, der 540 Es ist noch eine Ruh 495 Es ist vollbracht! Er 68 Es kennt der Herr die 265 Es kommt ein Schiff gel. 502 Es saß ein frommes. 117 Es wolle Gott uns g. 167 Ewge Liebe, mein Gem. 233 Fahre fort, fahre fort 157 Fortgekämpft und fortg. 357 Freu dich sehr, o meine 440 Friede, ach Friede, ach 310 Fröhlich soll mein H. 35 Früh am Morgen Jesus 376 Frühmorgens, da die. 78 Für dich sei ganz mein 541 Geduld ist euch von. 337 Geh aus, mein Herz, und 362 Geht hin, ihr gläubigen 147 Geht nun hin und grabt 465 Geht zum Schlummer. 471 Geist vom Vater und.„ 114 Geist v. Vater u. v. S. 120 Gelobet sei der Herr.124 Gelobet seist du, Jesu. 33 Gelobt sei Gott im.. 521 Gen Himmel aufgefahren 525 Gesegn uns, Herr, die.380 Gib dich zufrieden und„331 Verzeichnis der Lieder. Nr. Gott, deine Güte reicht. 302 Gott, der du Herzensk.. 262 Gott, der du unsre Zufl. 230 Gott der Gnaden, schw. 228 Gott des Himmels und„366 Gott, du Licht, das ewig 375 Gottes Stadt steht festg. 164 Gott, gib einen milden 113 Gott hat in meinen T. 435 Gott ist gegenwärtig. 301 Gott ist mein Gott, er. 353 Gott ist mein Hort, und 181 Gott ist mein Lied.. 145 Gott lebet noch! Seele. 346 Gott lebt, wie kann ich 352 Gottlob, ein Schritt. 402 Gottlob, nun ist erschollen 422 Gott ruft der Sonn und 52 Gott sei Dank durch. 16 Gott Vater, aller Dinge 166 Gott, vor dessen Anges. 223 Gott wills machen, daß 349 Größter Morgen, der die 87 Großer Gott von alten. 2 Großer Gott, wir loben 542 Großer König unsrer. 194 Großer Mittler, der zur 100 Großer Schöpfer, Herr. 364 Guter Geber, Dank sei„385 Hab acht auf mich S. 349 Habe deine Lust am Nr. 312 Halleluja! jauchzt, ihr„91 alleluja! Lob, Preis. 125 alleluja! wie lieblich„ 104 Halt im Gedächtnis J.. 279 Harre, meine Seele. 543 Heiland, deine Menschenl. 282 Heilger Jesu, Heilgungs. 252 Herbei, o ihr Gläubigen 507 Nr. Herr, auf Erden muß ich 99 Herr Christe, wahrer M. 437 Herr, deine Kirche dank. 161 Herr, dein Wort, die.„ 179 Herr, der du mir das. 399 Herr, du hast für alle.198 Herr, du wollst uns vollb. 204 Herr, ein ganzer Leid.. 432 Herr, es gescheh dein„397 Herr, es ist ein Tag ersch. 7 Herr, es ist von meinem 394 Herr Gott, dich loben wir, Herr Gott, wir.. 128 Herr Gott, dich loben w. 423 Herr, höre, Herr, erhöre 304 Herr im Himmel, Gott 426 Herr Jesu Christ, dich. 5 Herr Jesu Christ, du. 197 Herr Jesu, Licht der H. 54 Herr, mein Licht, mein. 354 Herr, nun selbst den„ 544 Herr, stärke mich, dein„ 71 Herr, vor deinem Anges. 9 Herr, wie du willst, so„294 Herr, wir kommen zu.382 Herr, wir singen deiner 29 Herz, laß dein Sorgen. 545 Herzlich lieb hab ich d. 268 Herzlich tut mich erfreuen 546 erzlich tut mich verl..441 erzliebster Jesu, was. 60 erz, mein Herz, nicht. 324 — unsrer Seligkeiten 247 Herz und Herz vereint. 158 Heute mir und morgen. 460 Hier legt mein Sinn sich 220 Hier stehen wir von nah 547 Hilf, Herr Jesu, las. 47 Summten geht unsre. 254 inunter ist der Sonn. 386 Verzeichnis der Lieder. Nr. Hirte deiner Schafe, d. 396 Zie denk ich an. 225 Höchster Gott, wir d.. 13 Höchster Helfer, sei nicht 434 Höchster Tröster, komm. 118 Hör ich euch wieder.. 361 Hört das Wort voll E. 263 Hosianna! Davids Sohn 24 Hüter, wird die Nacht.373 Jauchzet, ihr Himmel. 39 Ich armer Mensch, ich 219 (Ich bete an d. Macht der) 541 Ich bin ein Gast auf„447 Ich bin getauft auf d. 188 Ich bin in dir und du 193 Ich erhebe mein Gem. 226 Ich geh zu deinem Grabe 81 Ich habe nun den Grund 2386 Ich hab in guten St. 431 Ich hab mein Sach G. 438 Ich hab mich Gott erg. 444 Ich hab von ferne.. 499 Ich komme, Friedensfürst 240 Ich komme, Herr, und 202 Ich laß dich nicht, du.347 Ich ruf zu dir, Herr. 292 Ich ruhe nun in Gottes 489 Ich sag es jedem, daß 89 J singe dir mit Herz 133 Ich soll zum Leben dring. 260 J steh an deiner Krippe 37 ch sterbe täglich und.451 Ich trau auf Gott, in. 548 Ich und mein Haus, w. 413 Ich weiß, an wen ich gl. 242 Ich weiß an wen ich gl. u. 457 Ich weiß, daß mein Erl. 327 Ich weiß von keinem a. 239 Ich will dich lieben, m. 273 ‚‚„„yer555/?ehenehenenrereeeeee 225W5WC6F64K Krereu Nr. Ich will strebee... 549 Ich zieh in ferne Lande 430 Je größer Kreuz, je.. 351 Jehovah, Herr u. König 416 Jerusalem, du hochgeb. 480 Jesu, deine tiefen Wunden 59 Jesu, der du bist allein 305 Jesu, Freund der Men. 203 Jesu, geh voran... 411 Jesu, großer Wunderst. 56 Jesu, hilf siegen, du F. 246 Jesu, komm, sei eing. 405 Jesu, meine Freude.. 307 Jesu, meiner Seele Leb. 276 Jesu, meines Lebens L. 66 Jesus Christus herrscht 103 Jesus, Jesus, nichts als 272 Jesus ist mein Leben. 341 Jesus lebt, mit ihm.. 84 Jesus, meine Zuversicht 483 Jesus nimmt die Sünder 235 Jesus schwebt mir.. 275 Jesus soll die Losung s. 51 Ihr Kinderlein kommet, 508 Im Himmel, im Himmel 550 Immer muß ich wieder 551 In allen meinen Taten 330 In Bethlehem ein Kind. 509 In Christo will ich st. 446 In dir ist Freude in. 552 In Gottes Namen fang 406 In tiefen Aengsten schr. 420 In unsers Königs Nam. 258 Ist Gott für mich, so„335 Kehre wieder, kehre. 229 König, dem kein König 101 Kommet ihr Hirten.. 510 Komm, heiliger Geist, erf. 4 Komm, heiliger Geist„107 Verzeichnis der Lieder. Komm, heiliger Geist, o 106 Komm, mein Herz, aus 201 Komm, o Herr, komm 171 Komm, o komm, dꝓu. 109 Kommst du, kommst du, 22 Kommt, Brüder, laßt. 259 Kommt her, ihr seid. 206 Kommt und laßt uns. 511 Lamm, das gelitten, und 105 Lasset uns den Herren. 79 Lasset uns mit Jesu z.. 245 Laß mich dein sein und 295 Laßt mich gehnh.. 553 Lebst du in mir, o. w. 283 Licht, das in die Welt 174 Licht vom Licht, erleuchte 3 Liebe, die du mich zum 274 Liebster Jesu, w. s. hier, deinem 184 Liebster Jesu, wir sind. 6 Lobe den Herren, den„ 135 Lobe den Herren, o m. 139 Lob Gott getrost mit„ 554 Lobt Gott, ihr Christen 34 Löwen, laßt euch wieder 156 Mache dich, mein Geist 250 Machs mit mir, Gott„443 Macht hoch die Tür. 15 Man lobt dich in der„132 Mein erst Gefühl sei P. 378 Meine Lebenszeit verstr. 454 Meinen Frieden geb ich 321 Meinen Jesum laß ich. 271 Meine Seele senket sich 348 Meine Seele, voller F. 224 Meine Sorgen, Angst. 342 Mein Geist, o Gott, w. 496 Mein Glaub ist meines 316 Nr. Mein Gott, das Herz.218 Mein Gott, ich weiß w. 452 Mein Gott, nun ist es 374 Mein Heiland nimmt.234 Mein Jesu, der du vor 199 Mein Leben ist ein P.. 450 Mein schönste Zier und 387 Mir ist Erbarmung w. 238 Mir nach, spricht Christ. 244 Mit Ernst, o Menschenk. 17 Mitten wir im Leben. 478 Morgenglanz der Ewigk. 371 Müde bin ich, geh.. 401 Nach einer Prüfung k. 493 (Nach dem Sturme).. 568 Näher, mein Gott, zu. 555 Nimm hin den Dank. 209 Nun bitten wir den h. 108 Nun bringen wir den. 463 Nun danket alle Gott. 131 Nun danket all und br. 134 Nun freut euch, lieben.„231 Nun geh uns auf, du„183 Nun gottlob, es ist.. 185 Nun jauchzet all, ihr. 19 Nun kommt das neue. 23 Nun laßt uns gehn und 48 Nun lob, mein Seel. 129 Nun preiset alle Gottes 130 Nun ruhen alle Wälder 389 Nun sich der Tag geendet 393 Nun sich der Tag g., m. 398 Nun singet und seid froh 512 Nun so will ich denn„ 285 O allerhöchster Mensch. 370 Christ, wenn Arme„ 289 O daß doch bald dein„556 O daß ich tausend Z.. 140 Verzeichnis der Lieder. Nr. O du allersüßte Freude 112 O du fröhliche, o du. 122 O du Liebe meiner Liebe 67 O Durchbrecher aller„248 O du reicher Herr der. 187 O Ewigkeit, du D... 484 O Ewigkeit, du F.. 485 O frommer und getreuer 214 O Gott, der du das F. 428 O Gott, du frommer. 296 O Gottes Geist und. 121 O Gott, o Geist, o L. 116 O Gott, von dem wir. 425 O Haupt voll Blut und 63 O heiliger Geist, o.. 527 O dnin. Geist, kehr bei 110 O herrlicher Tag.. 522 O hilf, Christe, Gottes. 518 O Jesu Christe, wahres 557 O Jesu, Herr der H.. 417 O Jesu, meine Sonne. 322 O Jesu, meine Wonne 207 O Jesu, süßes Licht.. 377 O König, dessen Majest 221 O Lamm Gottes, Eal 58 O Liebesglut, wie soll.280 O mein Herz, gib dich. 360 O selig Haus, wo man 414 Ostern, Ost., Frühlings. 523 O Traurigkeit, o Herzel. 74 O Ursprung des Lebens 281 O Vater der Barmherz. 216 O Welt, sie hier dein„ 64 O wie freun wir uns. 10 O wie fröhlich, o wie s. 492 O wie selig seid ihr d. 482 Prediger der süßen L. 180 Rede, liebster Jesu, r. 177 Rüstet euch, ihr Christ. 251 E INHOOOSCOSSOSSOO VONVOAA Nr. Ruhe hier, mein Geist„ 70 Ruhet wohl, ihr Totenb. 459 Sag, was hilft alle Welt 558 Schaffe in mir, Gott. 211 Schaffet, schaffet, M.. 253 Schmücke dich, o liebe„196 Schmückt das Fest mit. 115 Schöner Himmelssaal. 481 Schönster Herr Jesu. 559 Schon ist der Tag von 497 Schwing dich auf zu. 336 Seele, du mußt munter 372 Seelenbräutigam, Jesu. 278 Seele, sei zufrieden.. 350 Seele, was ermüdst du 257 Seid barmherzig, M.. 287 Sei getreu bis on das 243 Sei Lob und Ehr dem 137 Selig sind des Himmels 498 Siegesfürst und Ehrenk. 102 Sieh, dein König kommt 25 Sieh, hier bin ich.. 298 So geh nun hin, dem„473 So hab ich obgesieget„474 Soll ich denn mich täglich 343 Sollt es gleich bisweil. 340 Sollt ich meinem Gott 306 So nimm denn meine. 560 Sorge doch für meine.„ 410 So ruhest du, o meine. 75 So wahr ich lebe, spr. 232 Speis, o Gott, uns.. 381 Steht auf, ihr l. Kinderl. 561 Stille Nacht, heil. Nacht 513 Such, wer da will, ein 270 Teures Wort aus. 178 Tochter Zion, freue dich 503 Tut mir auf die schöne 8 Verzeichnis der Lieder. Nr. Treuer Wächter Jsrael 419 Triumph, Triumph.. 524 Ueberwinder, nimm die 86 Unser keiner lebt ihm„453 Unsern Ausgang segne 11 Unser Vater, der uns. 384 Unser Wandel ist im. 261 Unsre müden Augenlider 391 Unter Lilien j. Freuden 562 Unumschränkte Liebe..142 Valet will ich dir geben 442 Vater deines Geistes. 169 Vater, dir sei Preis. 12 Vater, hier im Erdensch. 467 Vater unser im Himmel 291 Verleih uns Frieden 421 Verzage nicht, du Häufl. 153 Volk des Herrn, bring 189 Volk des Herrn, du h. 267 Vollbracht ist nun die„210 Voller Wunder, voller. 408 Vom Geräusch der W. 320 Vom Himmel hoch, da 32 Von des Himmels Thron 191 Von dir, du Gott der E. 415 Von Gott will ich nicht 328 Wach auf, du Geist der 168 Wach auf, mein Herz, die 80 Wach auf, mein Herz, u. 369 Wachet auf, ruft uns.„479 Walte, walte nah und. 170 Wann kommt der Herr 227 Warum betrübst du dich 326 Warum sollt ich mich„332 Warum willst du dr.. 21 Was freut mich noch. 126 Was Gott tut, das ist wohlgetan 34 PPT E Was Gott tut, das ist wohlgetan, so denken 427 Was hinket ihr betrog. 255 Was mein Gott will. 325 Was wär ich ohne dich 28 Weicht, ihr Berge, fallt 311 Weil ich Jesu Schäflein 563 Weißt du wieviel Sternl. 564 Wenn alle untreu werden 565 Wenn auch wie ein Ps. 290 Wenn Christus seine. 159 Wenn der Herr einst„ 358 Wenn ich einst von jenem 379 Wenn ich ihn nur habe 318 Wenn ich, o Schöpfer„143 Wenn kleine Himmelserb. 476 Wenn mich mein Sünden 62 Wenn mein Stündlein. 436 Wenn wir in höchsten„418 Werde Licht, du Stadt 53 Werde munter, mein G. 388 Wer ist ein Mann?. 566 Wer ist wohl wie du. 313 Wer nur den lieben. 339 Wer sind die vor Gottes 491 Wer weiß, wie nahe m. 448 Wie fleucht dahin der.„487 Wie getrost und heiter. 319 Wie groß ist des Allm. 144 Wie heilig ist die Stätte 200 Verzeichnis der Lieder. Nr. Nr. Wie könnt ich sein verg. 205 Wie lieblich ists hienieden 567 Wie mit grimmgem.. 568 Wie schön ists doch, Herr 409 Wie schön leuchtet der. 269 Wie sicher lebt der M. 455 Wie soll ich dich empf. 20 Wie wohl ist mir, o 309 Willkommen, Held im. 82 Wir danken Gott für„ 383 Wir pflügen und wir. 569 Wir singen dir, Imm. 36 Wir treten zum Beten.570 Wir werden bei dem. 500 Wo findet die Seele die Wohlauf, mein Herz. 57 Wohlauf, wohlan zum. 466 Wohl einem Haus, da 412 Womit soll ich dich.. 141 Wunderanfang, herrlichs 345 Wunderbarer König 136 euch ein zu deinen 111 euch hin, mein Kind„475 euch uns nach dir, so 526 ieht in Frieden eure. 572 ion, gib dich nur zufr. 154 Zu Bethlehem geboren. 514 Zwe der Jünger gehn. 83 Zweierlei bitt ich von„297 In8. isk unser IAHHAHH O em —————