*** *** 961 Gesangbuch De Cbangellschen Landeskirche Nasau⸗Besen für Hessen — T alleduneGchrchen derdern e Wmhnberathju druchummt Mit Gnade und Barmherzigkeit— W N D 2 2 2 Mel. Jesu⸗ dem die Seraphinen. Am Morgen J. A. Freylinghausen, Salle 1704. V ++ + —14 — e? schwer⸗tes Herz, leg Es kommt der an⸗ge⸗ N + 23 ,, dn. ab die Sor ⸗ gen;/ er⸗ neh⸗ me Mor ⸗ gen,/ da he⸗be dich, ge⸗ Gott zu ru⸗ hen hat er⸗laubt, beug⸗tes 11. da Gott zu u⸗ hen hat be⸗foh-len/ und selbst die Ru⸗ ein⸗ge⸗ weiht. 7Auf, auf! die ihm ge⸗raub-⸗te S Pee, a, v.—— Zeit/ in sei⸗ nem Dien ste ein ⸗ zu ⸗ho⸗len. 2. Auf, laß die Welt aus deinem Sinne,/ dein irdisch Werk muß stille stehn;/ du sollst zu hoherem Gewinne/ in deines Gottes Tempel gehn,/ ihm zu bezaͤhlen deine Pflich⸗ ten/ und zur Vermehrung seines Ruhms/ die Werke deines Priestertums/ in tiefster Andacht zu verrichten. 3. Mein Gott! ich bin vor dir erschienen/ und gebe auf dein Winken acht;/ wie kann ich dir gefällig dienen,/ wenn mich dein Geist nicht tůchtin macht?/ Wie werde ich in dir er⸗ freuet,/ wenn er nicht stillt der Sunde Schmerz?/ Wie bet ich, wenn er nicht das Herz/ durch seine Gnade mir erneuet? 4. Rann meine Sarfe lieblich klingen,/ wenn sie dein Finger nicht beruͤhrt?/ Rann ich die finstre Wacht durch⸗ dringen,/ wenn mich dein Licht nicht aufwärts führt?/ Rann ich ein reines Opfer werden,/ wenn deine Flamm nicht in mich faͤhrt?/ und mich in deiner Lieb verzehrt/ und hebet von dem Staub der Erden? 5. Mein Jesus hat mein Herz so teuer/ zu seinem Tempel eingeweiht:/ hier ist dein Herd, hier ist dein Feuer,/ die Fuͤlle deiner Serrlichkeit,/ dein Seiligtum, dein Stuhl der Gnade;/ dein Licht und Recht, das Zimmelsbrot,/ des Geistes Frucht und dein Gebot/ erfüllen diese Bundeslade. 6. In deinem Saus will ich mir bauen/ die Hütte, bis ich scheid einmal./ Indessen gib mir, dich zu schauen,/ o Lebenslicht, den Gnadenstrahl!/ So feir ich recht den Tag der Sonnen,/ so hab ich meine Ruh in dir;/ ach, habe du dein Werk in mir!/ Vollfuͤhre, was du hast begonnen! 7. Wenn sich des Lebens Werktag' enden,/ so ruh, von allem Frondienst los,/ mein Geist in Gottes Vaterhänden,/ mein Leib in seiner Mutter Schoß,/ bis beides feiern wird dort oben,/ wo man in sicherm Frieden ruht,/ nichts denket, redet oder tut,/ als dich zu lieben, dich zu loben. Christoph Wegleiter, 1 1706. Der Tag des Herrn 23 Mel. Un ser Serrscher, un ser RKönig. 2 Bremen 1680. 0 [7 W —— Gro⸗ ßer Gott von al⸗ten Zei⸗ten,/ des⸗ sen J. Udes-sen Treu auf al⸗„len Sei⸗ten/ mich von wii in tii. Hand die Welt re⸗giert, Ju⸗gend auf oe fuͤhrt: heu ⸗te weckt des 2 E—— Ta⸗ ges Cauf/ mich zu lau ter An⸗ dacht auf. 2. Ach, wie lieb ich diese Stunden,/ denn sie sind des Herren Fest,/ das mit so viel Trost verbunden,/ da mein Gott mich ruhen läßt/ und durch seinen guten Geist/ mir den Weg zum Leben weist. 3. Habe Dank für diesen Morgen,/ der mir Zeit zum Guten schenkt;/ das sind unsre besten Sorgen,/ wenn der Mensch an Gott gedenkt/ und von Serzen betet, singt,/ daß es durch die Wolken dringt. 4. Was ist schöner, als Gott loben?/ Was ist süßer als sein Wort?/ Da das Herz, zu Gott erhoben,/ offen sieht des Bimmels Pfort!/ Selig ist, wer Tag und Nacht/ also nach dem Him mel traͤcht't. 5. O mein Gott, sprich selber Amen,/ denn wir sind dein Eigentum; /aͤlles preise deinen Namen,/ alles mehre deinen Ruhm,/ bis es künftig wird geschehn,/ daß wir dich im Himmel sehn. Raspar Neumann, I7IS. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. 3 Johann Uhlich, 1674. 8—— 2— ö Licht vom Licht, er ⸗leuch ⸗ te mich/ bei dem Gna⸗ den⸗son⸗ne, zei öge dich/ mei⸗nem 3 Der Tag des Herrn ..— ö 55 ö 1— neu en Ta⸗ ges-lich 143 mun⸗-tern An⸗ge⸗ sich te; 2.——— EEEEEEEEE.. E— I— Glan⸗ ze bei,/ daß mein Sab⸗bat froh-lich sei. 2. Brunnquell aller Seligkeit,/ laß mir deine Ströme fließen;/ mache Mund und Herz bereit,/ deiner Gnade zu genießen;/ streu das Wort mit Segen ein,/ laß es hundert · fruchtig sein! 3. Jünde selbst das Opfer an,/ das auf meinen Lippen lieget;/ sei mir Weisheit, Licht und Bahn,/ daß kein Irr⸗ tum mich betruͤget/ und kein fremdes Feuer brennt,/ welches dein Altar nicht kennt. 4. Caß mich heut und allezeit/ heilig, heilig, heilig singen/ und mich in die Ewigkeit/ mit des Geistes Fluͤgeln schwingenz/ gib mir einen Vorschmack ein// wie es mag im Himmel sein. 5. Ruh in mir und ich in dir,/ bau ein Paͤraͤdies im Zerzen,/ offenbare dich doch mir,/ sende meiner Andacht Rerzen/ immer neues Feuer zu,/ o du Liebesflamme dul 6. Dieser Tag sei dir geweiht;/ weg mit allen Eitelkeitenl/ Ich will deiner Serrlichkeit/ einen Tempel zubereiten,/ nichts sonst wollen, nichts sonst tun,/ als in deiner CLiebe ruhn. Benjamin Schmolck, 1737. Zum Anfang des Gottesdienstes — ö 4 585— .SPS T RKomm, hei„li⸗ger Geist, er⸗ füll die der⸗zen e.—— dei⸗ ner Glaͤubi⸗ gen und ent⸗zůnd in ih ⸗nen das Feu⸗ er Der Tag des Herrn 5 +— .— dei⸗ner goͤtt⸗li⸗chen Cie be, der du durch Mannig⸗ — — r 566 fal⸗tig⸗keit der Zun⸗gen die Völ⸗ker der gan⸗zen Welt — H— n.. EREE ver⸗ sam melt hast zur Ei⸗-nig⸗-keit des Glaubens. 1— 1— — E 2 E——. Hal⸗le lu ⸗jal Bal⸗-le⸗-lu⸗ jal (Veni sancte spiritus) Alte Kirche.-I522. 5 Görlitz 1648. J. Serr Je-su Christ, dich zu uns wend,/ den d v.,. heilgen Geist du zu uns send;/ mit Hilf und Gnad er — .....———. uns regier/ und uns den Weg zur Wahr⸗heit führ. 2. Tu auf den Mund zum LCobe dein,/ bereit das Serz zur Andacht fein;/ den Glauben mehr, staͤrk den Verstand,/ daß uns dein Nam werd wohlbekannt; 3. Bis wir singen mit Gottes Heer:/ Seilig, heilig ist Gott der Serrl/ und schauen dich von Angesicht/ in ewger Freud und selgem Licht. 4. Ehr sei dem Vaͤter und dem Sohn,/ dem heilgen Geist in Einem Thron;/ der heiligen Dreieinigkeit/ sei Lob und Preis in Ewigkeit! Altenburg 1648. 5 Der Tag des Herrn 6 Zoh. Rudolf Ahle, 1664. S.. 23 Lieb-ster Je- su, wir sind hier,/ dich und len ke Sin- nen und Be gier/ auf die dein Wort an-⸗ hõö⸗renz sü ⸗ßen Lrreneisvuroren, —5 2.—„——— E daß die Ber⸗zen von der Er⸗den/ ganz zu dir ge⸗zo-gen werden. 2. Unser Wissen und Verstand/ ist mit Finsternis ver— hüllet,/ wo nicht deines Geistes Sand/ uns mit hellem Licht erfüllet;/ Gutes denken, tun und dichten/ mußt du selbst in uns verrichten. 3. O du Glanz der Serrlichkeit,/ Cicht vom Licht, aus Gott geboren,/ mach uns allesamt bereit,/ öffne Herzen, Mund und Ohren;/ unser Bitten, Flehn und Singen/ laß, Herr Jesu, wohlgelingen. Tobias Clausnitzer, 41684. 2. Mel. Ach, was soll ich Sünder machen. Altdorf 1653. I J. Herr, es ist ein Tag er⸗schie⸗nen,/ der mich ——— ,. e d——— in den Him⸗mel weist/ und an Gott ge⸗den⸗ken heißt;/ ——— E= 1— n. da⸗ rum komm ich, dir zu die⸗nen;/ rich⸗te Der Tag des Herrn 8 du mich sel⸗ber zu,/ daß ich dei⸗ nen Wil⸗len tu. 2. Stille selbst an diesem Norgen/ den verwirrten Cauf der Welt,/ der uns hier gefangen hält;/ brich die NMacht der eitlen Sorgen,/ daß ich heut von allem frei,/ dir allein er⸗ geben sei. 3. Kröne mich mit deinen Gaben,/ zieh mich an mit deiner Kraͤft,/ die den neuen Menschen schafft./ Ach, was Freude werd ich haben,/ wenn das Herz in meiner Brust/ sucht am Serren seine Lust. 4. Caß die Predigt wohlgelingen,/ steh auch deinem Worte bei,/ daß es in mir kräftig sei./ Unser Beten, unser Singen,/ und was sonst noch wird getan,/ siehe du mit Gnaden an! Raspar Neumann, + I7I5. Mel. Gott des Simmels und der Erden. Seinrich Albert, 1642. E——— Tut mir auf die schö⸗ne Pfor-te,/ führt in Uach, wie wird an die⸗sem Or⸗te/ mei⸗-ne I——4— Got ⸗ tes Saus mich ein; 55 See„le fröh lich sein!) Sier ist Got tes E—. L. +——E..— 1——— 1 EEEEE An ⸗ge⸗ sicht;/ hier ist lau- ter Trost und Licht. 2. Ich bin, Herr, zu dir gekommen,/ komme du nun auch zu mir;/ wo du Wohnung haͤst genommen,/ da ist lauter HBimmel hier./ ZJeuch in meinem Herzen ein,/ laß es deinen Tempel sein! 910 Der Tag des Herrn 3. Caß in Furcht mich vor dich treten,/ heilge du Leib, Seel und Geist,/ daß mein Singen und mein Beten/ dir ein lieblich Opfer heißt./ Seilge du, Serr, Nund und Ohr,/ zeuch das Herz du dir empor! 4. Mache mich zum guten CLande,/ wenn dein Saaͤtkorn auf mich fällt;/ gib mir Licht in dem Verstande,/ und was mir wird vorgestellt,/ präge meinem Herzen ein,/ laß es mir zur Frucht gedeihn! 5. Stärk in mir den schwachen Glauben,/ laß dein teures Rleinod mir/ nimmer aus dem Herzen rauben;/ halte stets dein Wort mir für,/ daß es mir zum Leitstern dient/ und zum Trost im Serzen grünt. 6. Rede, Herr, so will ich hoͤren,/ und dein Wille werd er⸗ füllt!/ Wichts laß meine Andacht stören,/ wenn der Brunn des Cebens quillt;/ speise mich mit Simmelsbrot,/ tröste mich in aller Wot! Benjamin Schmolck, F 1737. 9 Mel. Liebster Jesu, wir sind hier(Nr. G. J. Serr, vor deinem Angesicht/ hat die Andacht uns ver; sammelt;/ ach, verwirf die Bitten nicht,/ die dein Volk dir, Höchster, staͤmmelt!/ Hör auf unsre schwachen Lieder/ und sieh gnädig auf uns nieder! 2. Caß dein Wort, das hier erschallt,/ viele gute Früchte bringen/ und mit göttlicher Gewaͤlt/ tief in unsre Serzen dringen./ Caß es unsern Sinn erneuen/ und das Serz mit Trost erfreuen! 3. Dein Gebot mach uns bekannt/ und hilf selbst es treu⸗ lich üben,/ dich und den, den du gesandt,/ Jesum Christum, herzlich lieben,/ daß kein Schmerz und keine Freude/ uns von deiner Liebe scheide! Daniel Schiebeler, 177I. 60 O Durchbrecher aller Bande. 10 Herrnhaag 1740. SII 255. O wie freun wir uns der Stun ⸗ de,/ da wir Uum aus dei⸗ nem heil gen Nun⸗de /Cebens dir, Zerr Je⸗su, nahn, Wer- te znn emtfehne CLaß uns heu⸗te nicht ver⸗ge⸗bens/ Ii 56 rer dei⸗ nes Wor ⸗tes sein;/ schrei⸗be selbst das 1=———————— 2910 N S.— Wort des Le⸗bens/ tief in uns⸗re Ber-⸗ zen ein. 2. Sieh, wir sitzen dir zu Füßen;/ großer Meister, rede du;/ sieh, wir hören deiner suͤßen/ Rede heilsbegierig zu./ Lehr uns, wie wir selig werden;/ lehr uns, wie wir unsre Zeit,/ diese kurze Zeit auf Erden,/ nützen für die Ewigkeit. 3. Nun, so lege Licht und Liebe,/ Kraft und Feuer auf dein Wort;/ laß es mit lebendgem Triebe/ in uns wirken fort und fort;/ hilf uns, daß wir treu bewahren,/ was wir in das Herz gefaßt,/ und laß andre auch erfahren,/ daß du Lebensworte haͤst. Philipp Spitta, 1859. Zum Schlusse des Gottesdienstes II Mel. Liebster Jesu, wir sind hier(Nr. O. Unsern Ausgang segne Gott,/ unsern Eingang gleicher⸗ maßen;/ segne unser täglich Brot,/ segne unser Tun und Lassen,/ segne uns mit selgem Sterben/ und mach uns zu Zimmelserben. Zartmann Schenk, 1 J68J. 12 Mel. Unser Serr scher, unser RKönig(Nr. Y. J. Vater, dir sei Preis gesungen,/ daß du uns so wohl ge⸗ lehrt,/ daß dein Werk an uns gelungen,/ daß wir jetzt dein Wort gehoͤrt;/ laß die Lehr den Glauben stärken,/ mach uns reich an guten Werken! 13.I4 Der Tag des Herrn 2. Jesu, dein Wort ist sehr süße,/ habe Dank für diese Lehr!/ Lenke nur auch unsre Fuͤße,/ daß wir wandeln dir zur Ehr;/ laß uns deinen Trost erquicken,/ bis wir deinen Thron erblicken. 3. Beilger Geist, schreib alle Worte/ nun in unsre Serzen ein,/ daß man stets an allem Grte/ deren eingedenk mag sein,/ daß wir täglich Früchte bringen/ und im Bimmel Amen singen! Michael Wiedemann, 1719. I3 Mel. Liebster Jesu, wir sind hier(Nr. Y. J. Höchster Gott, wir danken dir,/ daß du uns dein Wort gegeben;/ hilf uns ferner, daß auch wir/ nach demselben heilig leben;/ gib dem Glauben solche Staͤrke,/ daß er tätig sei im Werkel! 2. Uns, o Vater, lehrest du,/ was wir tun und glauben sollen;/ schenk uns deine Kraft dazu,/ gib zum Wissen auch das Wollen/ und zum Wollen das Vollbringen,/ so wird alles wohlgelingen. 3. Gib uns, eh wir gehn nach Saus,/ deinen väterlichen Segen,/ breite deine Hände aus,/ leite uns auf deinen Wegen;/ laß uns hier im Segen gehen,/ dort gesegnet auf⸗ erstehen! Joh. Adam Saßlocher, 1 1726. Mel. Christus, der ist mein Leben. 1 4 Melchior Vulpius, 1609. LLLE E.— 7 3—.— 4 EHEEE ö E= DEDEEEEEEEEEEE I. Ach sei mit dei ner Gnade/ bei uns, Herr Jesu Christ,/ daß uns fortan nicht scha⸗ de/ des boͤ⸗ sen Feindes list. 2. Ach sei mit deiner CLiebe,/ Gott Vater, um uns her;/ denn wenn uns die nicht bliebe,/ fiel uns die Welt zu schwer. 3. Ach heilger Geist, behalte/ Gemeinschaft allezeit/ mit unserm Geist und walte/ nun und in Ewigkeit! Bernhard Garve, I841. ½ . M* e 1 5 J. A. Freylinghausen, Salle 1704. acht hoch die Tür, die EE — Tor macht weit!/ Es kommt der —.———..—. E.= Herr der Berr-lich-keit,/ ein Rö⸗nig al ⸗ler L E—.— D— äIIITIIT Rö⸗ nig-reich,/ ein Hei⸗land al ⸗ ler Welt zu⸗ 1— 12.——— 1—— gleich,/ der Seil und Le⸗-ben mit sich bringt;/ der⸗ .— —. Hulden jauchzt, mit Freu⸗den singt:/ Ge⸗lo-bet sei mein II Advent —— +. EEAEEE —— Gott,/ mein Schöpfer, reich von Rat! 2. Er ist gerecht, ein Selfer wert,/ Sanftmütigkeit ist sein Gefährt,/ sein Rönigskron ist Heiligkeit,/ sein Zepter ist Barmherzigkeit;/ all unsre Not zu End er bringt;/ der⸗ halben jaͤuchzt, mit Freuden singt:/ Gelobet sei mein Gott,/ mein Heiland, groß von Tat! 3. O wohl dem Land, o wohl der Stadt,/ so diesen Rönig bei sich hat;/ wohl allen Herzen insgemein,/ da dieser Bönig ziehet ein!/ Er ist die rechte Freudensonn,/ bringt mit sich laͤuter Freud und Wonn./ Gelobet sei mein Gott,/ mein Tröster früh und spat! 7. Macht hoch die Tür, die Tore weit,/ das Herz zum Tempel macht bereit;/ die Palmen der Gottseligkeit/ streut hin mit Andacht, Cust und Freud;/ so kommt der Rönig auch zu euch,/ ja Seil und Ceben mit zugleich./ Gelobet sei mein Gott,/ voll Rat, voll Tat, voll Gnad! 5. Romm, o mein Heiland Jesu Christ,/ des Berzens Tür dir offen ist;/ ach zeuch mit deiner Gnade ein,/ dein Freund⸗ lichkeit auch uns erschein./ Dein heilger Geist uns führ und leit/ den Weg zur ewgen Seligkeitl/ Dem Namen dein, o Herr,/ sei ewig Preis und Ehrl Georg weißel, + 1635. Mel. Mun komm, der Seiden Seiland.(5. Jahrhundert.) Erfurt 1524. — 2 SD= — 1—.— 2 +. Gott sei Dank durch al ⸗le Welt,/ der sein ö 1—— 1 Wort be⸗stän⸗dig hält/ und der Suͤn der IISE Trost und Rat/ zu uns her⸗ge⸗ sen ⸗ det hat. Advent I7 2. Was der alten Väter Schar/ höchster Wunsch und Sehnen war,/ und was sie einst prophezeit,/ ist erfüllt in HBerrlichkeit. 3. Zions Hilf und Abrams Lohn,/ Jakobs Beil und Davids Sohn,/ Wunderbar, Rat, Rraft und Held/ hat sich treulich eingestellt. 4. Sei willkommen, o mein Heil,/ dir Hosianna, o mein Teil!/ Richte du auch eine Bahn/ dir in meinem Berzen an! 5. Jeuch, du Ehrenkönig, ein,/ es gehöret dir allein;/ mach es, wie du gerne tust,/ rein von aller Sündenlust! 8. Und wie du voll Sanftmut kamst,/ jedes Armen dich an⸗ nahmst,/ also sei auch jederzeit/ deine Sanftmut mir bereit! 7. Tröste, tröͤste meinen Sinn,/ weil ich schwach und bloͤde bin,/ daß im Glauben ich fortan/ treu dir bleibe zugetan; 8. Daß, wenn du, o Lebensfürst, /prächtig wiederkommen wirst,/ ich dir mog entgegengehn/ und vor dir gerecht be— stehn! Seinrich Zeld, 4 1659. Mel. Von Gott will ich nicht lassen. 1 30 Erfurt 1572. d DDDi. ie 0——I‚‚.‚.—— * Mit Ernst, o Men-schen⸗-kin- der,/ das Herz in Bald wird das Seil der Sün⸗der,/ der wun'der⸗ , n den Gott aus Gnad al ⸗lein/ der star ke Held, ——— Welt zum Licht und Le-ben/ ver⸗ spro⸗chen hat zu J. ö EES 4* ——— 3 12— ge⸗ben,/ bei al ⸗len keh⸗ ren ein. I8 Advent 2. Bereitet doch fein tuůchtig/ den Weg dem großen Gast,/ macht seine Steige richtig,/ laßt alles, was er haßt;/ macht eben jeden Pfad,/ die Tale rings erhohet,/ macht niedrig, was hoch stehet,/ was krumm ist, macht gerad! 3. Ein Herz, das Demut liebet,/ bei Gott am höchsten steht;/ ein Herz, das Hochmut übet,/ mit Angst zugrunde geht;/ ein Herz, das richtig ist/ und folget Gottes Leiten,/ das kann sich recht beveiten,/ zu dem kommt Jesus Christ. 4. Ach mache du mich Armen/ in dieser Gnaͤdenzeit/ aus Güute und Erbarmen,/ Serr Zesu, selbst bereit!/ Zeuch in mein Herz hinein,/ mach es zu deiner Rrippen;/ so werden Herz und Lippen/ dir ewig dankbar sein. Valentin Thilo, f 1662. Mel. Aus meines Zerzens Grunde. U 8 Bamburg 1598. H 1 1 1 14—¹0— ——— 1 SSSSSI Auf, auf, ihr Reichs ge⸗ nos ⸗sen,/ der Rõ⸗nig Vemp'⸗fa het un ver⸗dros sen/ den groeßen E 11. 4 — I. 12 t heran;— Wun der„mann. Ihr Christen, geht her⸗für,/ laßt 2———— 24 2 EI + uns vor al⸗len Din⸗-gen/ ihm 50⸗ si⸗ an ⸗ na sin gen/ mit hei⸗li⸗ger Be⸗ gier! 2. Auf, ihr betrübten Herzen,/ der Ronig ist nicht fern./ Hinweg all Angst und Schmerzen,/ dort kommt der Mor⸗ genstern./ Der Herr will in der NVot/ mit reichem Trost euch speisen,/ er will euch silf erweisen,/ ja daͤmpfen gar den Tod. 14 Advent 19 3. Frisch auf in Gott, ihr Armen,/ der Roͤnig sorgt fůr euch./ Er will durch sein Erbarmen/ euch machen groß und reich. /Der alles hat bedacht,/ der wird auch euch ernährenj/ was Menschen nur begehren,/ das steht in seiner Macht. J. Frisch auf, ihr Sochbetrübten,/ der Rönig kommt mit Macht./ An uns, die Serzgeliebten,/ hat er schon längst ge⸗ dacht./ Nun wird kein Angst, noch Pein,/ noch Zorn hinfür uns schaden,/ dieweil uns Gott aus Gnaden/ laßt seine Kinder sein. S. Auf, auf, mit schnellen Schritten,/ den Rönig eilt zu sehn!/ Er kommt in unsre Mitten/ stark, herrlich, sanft und schön./ Nun tretet all heran,/ den Seiland zu begrüßen,/ der alles Rreuz versüßen/ und uns erlösen kann. §. Der Rönig will bedenken/ die, so er herzlich liebt,/ mit köstlichen Geschenken,/ als der sich selbst uns gibt/ durch seine Gnad und Wort./ Ja, Rönig, hocherhoben,/ wir alle wollen loben/ dich freudig hier und dort. 7. Nun, Serr, du gibst uns reichlich,/ wirst selbst doch arm und schwach;/ du liebest unvergleichlich,/ du eilst den Sün⸗ dern nach;/ drum wolln wir insgemein/ die Stimmen hoch erschwingen,/ dir Hosianna singen/ und ewig dankbar sein. Johann Rist, 1667. 19 Mel. Aus meines Serzens Grunde(Nr. I8). J. Nun jauchzet all, ihr Frommen,/ in dieser Gnaͤdenzeit,/ weil unser Heil ist kommen,/ der Serr der Berrlichkeit;/ zwar ohne stolze Pracht,/ doch mächtig, zu verheeren/ und gänzlich zu zerstören/ des Teufels Reich und Macht. 2. Rein Zepter, keine Krone/ sucht er auf dieser Welt;/ im hohen Himmelsthrone/ ist ihm sein Reich bestellt./ Er will hier seine Nacht/ und Majestaät verhüllen,/ bis er des Vaters Willen/ im CLeiden hat vollbracht. 3. Ihr Mächtigen auf Erden,/ nehmt diesen Rönig an,/ wollt ihr beraten werden/ und gehn die rechte Bahn,/ die zu dem Himmel führt;/ sonst, wo ihr ihn verachtet/ und nur nach Hoheit trachtet,/ des Höchsten Zorn euch rührt. Advent 4. Ihr Armen und Elenden/ in dieser boͤsen Jeit,/ die ihr an allen Enden/ müßt haben Angst und Leid,/ seid den⸗ noch wohlgemut,/ laßt eure Lieder klingen,/ dem Rönig Cob zu singen,/ der euer höchstes Gut. 5. Er wird nun bald erscheinen/ in seiner Berrlichkeit/ und euer Ceid und Weinen/ verwandeln ganz in Freud;/ er ists, der helfen kann./ Macht eure Campen fertig/ und seid stets sein gewärtig!/ Er ist schon auf der Bahn. Michael Schirmer, 1673. Mel. Valet will ich dir geben. 20 Melchior Teschner, I6I3. SSSS.. — 1 Wie soll ich dich emp ⸗ fangen,/ und wie be⸗gegn ich o al-ler Welt Ver-langen, /o mei⸗ ner See⸗le EEEEE dir, Zier? EEEE O Jesu, Jesu, set:ze/ mir selbst die Fackel bei,/ da⸗ mit, was dich er⸗goͤt⸗ ze,/ be⸗ wußt und kund mir sei. 2. Dein Zion streut dir Palmen/ und gruůne Iweige hin,/ und ich will dir in Psalmen/ ermuntern meinen Sinn./ Mein Serze soll dir gruͤnen/ in stetem Lob und Preis/ und deinem Namen dienen,/ so gut es kann und weiß. 3. Was hast du unterlassen/ zu meinem Trost und Freud,/ als Ceib und Seele saßen/ in ihrem groͤßten Leidꝰ/ Als mir das Reich genommen,/ da Fried und Freude laͤcht,/ bist du, mein Heil, gekommen/ und hast mich froh gemacht. 4. Ich lag in schweren Banden,/ du kommst und machst mich los;/ ich stand in Spott und Schanden,/ du kommst und machst mich groß/ und hebst mich hoch zu Ehren/ und schenkst mir großes Gut,/ das sich nicht läßt verzehren,/ wie irdscher Reichtum tut. Advent 21 5. Vichts, nichts haͤt dich getrieben/ zu mir vom Him⸗ melszelt/ als dein getreues Lieben,/ damit du alle Welt/ in ihren tausend Plagen/ und großer Jammerslast,/ die kein Mund aus kann sagen,/ so fest umfangen haͤst. 6. Das schreib dir in dein Zerze,/ du hochbetrübtes Heer,/ bei welchem Gram und Schmerze/ sich häuft je mehr und mehr;/ seid unverzagt, ihr habet/ die Hilfe vor der Tür;/ der eure Herzen labet/ und tröstet, steht allhier. 7. Ihr dürft euch nicht bemühen,/ noch sorgen Tag und Nacht,/ wie ihr ihn wollet ziehen/ mit eures Armes Macht;/ er kommt, er kommt mit Willen,/ ist voller LCieb und Lust,/ all Angst und Not zu stillen,/ die ihm an euch bewußt. 8. Auch dürft ihr nicht erschrecken/ vor eurer Sünden⸗ schuld;/ nein, Jesus will sie decken/ mit seiner Lieb und Buld./ Er kommt, er kommt den Sündern/ zum Trost und wahren Seil,/ schafft, daß bei Gottes Kindern/ verbleib ihr Erb und Teil. 9. Was fragt ihr nach dem Schreien/ der Feind und ihrer Tück?/ Der Herr wird sie zerstreuen/ in einem Augenblick./ Er kommt, er kommt, ein Bönig,/ dem alle Macht und CList/ der Feinde viel zu wenig/ zum Widerstande ist. Io. Er kommt zum Weltgerichte,/ zum Fluch dem, der ihm flucht,/ mit Gnad und süßem Lichte/ dem, der ihn liebt und sucht./ Ach komm, ach komm, o Sonne,/ und hol uns allzu⸗ mal/ zum Licht, zur ewgen Wonne/ in deinen Freudensaaͤll 21 Paul Gerhardt, I676. Mel. Wie nach einer Wasserquelle(oder wie Nr. 388). Sranzõ sischer Psalter 155J. —— H 4— 44.—4. E SPI— 1 3.. 6 willst du draußen ste⸗hen,/ du Ge⸗ seg ⸗ ne⸗ Laß dir, bei mir ein⸗-zu⸗ge⸗ hen,/ wohlgefal ⸗en, en, 6605 ererirn , d eniti ter des Herrn?Y du mein Stern, du, mein Je⸗ su, mei ⸗ne Freud,/ A 22 Advent ———— ....... Hel⸗fer in der rechten Zeit!/ Hilf, o Bei⸗land, mei⸗nem 2—— EE—. 4 Her⸗zen/ von den Wun den, die mich schmer⸗zen. 2. In der welt ist alles nichtig;/ nichts ist, was nicht kraftlos wär./ Hab ich Hoheit, die ist flüchtig;/ hab ich Reichtum, was ists mehr/ als ein Stäublein armer Erd?/ Hab ich LCust, was ist sie wert?/ Was ists, das mich heut er⸗ freue,/ das mich morgen nicht gereue? 3. Aller Trost und alle Freude/ ruht in dir, Berr Jesu Christ;/ dein Erfreuen ist die Weide,/ da man erst recht fröhlich ist./ Ceuchte mir, o Freudenlicht,/ ehe mir mein Herze bricht;/ laß mich, Serr, an dir erquicken,/ Jesu, komm, laß dich erblicken! 4. Freu dich, Serz, du bist erhoͤret,/ jetzo kommt und zeucht er ein;/ sein Gaͤng ist zu dir gekehret,/ heiß ihn nur will⸗ kommen sein/ und bereite dich ihm zu,/ gib dich ganz zu seiner Ruh,/ oͤffne dein Gemuͤt und Seele,/ klag ihm, was dich drück und quälel 5. Alles dient zu deinem Frommen,/ auch was bös und schädlich scheint,/ weil dich Christus angenommen und es treulich mit dir meint./ Bleibest du dem wieder treu,/ ists gewiß und bleibt dabei,/ daß du mit den Engeln droben/ ihn dort ewig werdest loben. Paul Gerhardt, + 1676 22 Mel. Ach, was soll ich Sunder machen(Nr. 7). J. Rommst du, kommst du, Licht der Heiden?/ Ja, du kommst und säumest nicht,/ weil du weißt, was uns ge⸗ bricht. O du starker Trost im Leiden,/ Jesu, meines Herzens Tür/ steht dir offen, komm zu mirl 2. Ja, du bist bereits zugegen,/ du Weltheiland, Gottes Sohn!/ Meine Sinnen spüren schon/ deinen gnadenvollen Segen/ und die Wunder deiner Rraͤft,/ welche Frucht und Ceben schafft. Advent 23 24 3. Adle mich durch deine Ciebe,/ Jesu, nimm mein Flehen hin!/ Schaffe, daß mein Geist und Sinn/ sich in deinem Lieben übe;/ denn zu lieben dich, mein Licht,/ steht in meiner Kraft sonst nicht. 4. Jesu, rege mein Gemute,/ Jesu, öffne mir den Mund,/ daß dich meines Herzens Grund/ innig preise für die Güte,/ die du mir, o Seelengast,/ lebenslang erwiesen haͤst. 5. Caß durch deines Geistes Gaben,/ Ciebe, Glauben und Geduld,/ durch Bereuung meiner Schuld/ mich zu dir sein hoch erhaben!/ Dann so will ich für und für/ Bosianna singen dir. Ernst Christoph Somburg, I68I. 23 Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. Nikolaus Zerman, Wittenberg 1566. 5 J. Nun kommt das neu⸗e Rir⸗ chenjahr,/ des freut sich 22..—— +——— 1— ——IIRDRIDRR al le Chri⸗sten⸗schar./ Dein Röͤnig Lohrmt, einr freu E K—.4.———.—— in. . 2—— dich/ du wer⸗tes Ji⸗ on, e⸗wig⸗lich./ Zal⸗le⸗lu⸗jal 2. Wir hören noch das Gnadenwort,/ das Wort vom Heiland, immerfort,/ das uns den Weg zum Ceben weist;/ Gott, sei fur solche Gnad gepreist./ Salleluja! 3. Gott, was uns deine Wahrheit lehrt,/ die unsern Glauben stärkt und mehrt,/ das bringe Frucht, auf daß wir dir/ lobsingen dankbaͤr für und für./ Sallelujal Johann Olearius, 1684. 6½ Meinen Zesum laß ich nicht. 24 Zohann Uhlich, 1674. —.— ESSEEE— x 1. 50 ⸗-sian⸗ nal Da- vids Sohn/ kommt in Vach be rei tet ihm den Thron,/ setzt ihm 19 25 Advent 1255, wane Bri, ——— I Ji on ein ⸗-ge⸗ zo ge tau⸗send Eh⸗ren⸗bo ⸗ ge 3— 1 1— j— 1 ... .—— 1— ma⸗chet Bahn,/ daß er Ein⸗ zug hal⸗ten kann! 2. Hosianna, sei gegrüßt!/ Komm, wir gehen dir ent⸗ gegen;/ unser Herz ist schon gerüst,/ will sich dir zu Füßen legen./ Zeuch zu unsern Toren ein,/ du sollst uns will⸗ kommen sein! 3. Hosianna, Friedefürst,/ Ehrenkönig, Beld im Streitel/ Alles, was du schaffen wirst,/ das ist unsre Siegesbeute./ Deine Rechte bleibt erhöht,/ und dein Reich allein besteht. 4. Hosianna, lieber Gast,/ wir sind deine Reichsgenossen,/ die du dir erwählet hast;/ ach, so laß uns unverdrossen/ deinem Zepter dienstbar sein;/ herrsche du in uns allein! 5. Hosianna, komme bald,/ die Verheißung zu erfuͤllenl/ Sollte gleich die Rnechtsgestalt/ deine Majestät verhüllen,/ o, so kennet Zion schon/ Gottes und auch Davids Sohn. 6. Hosianna, steh uns beil/ O Herr, hilf, laß wohlge⸗ lingen,/ daß wir ohne Seuchelei/ dir das Serz zum Opfer bringen./ Du nimmst keinen Junger an,/ der dir nicht ge⸗ horchen kann. 7. Hosianna nah und fern!/ Eile, bei uns einzugehenl/ Du Gesegneter des Herrn,/ warum willst du draußen stehen?/ Hosianna, bist du da?/ Ja, du kommst, Salleluja! Benjamin Schmolck, 1737 Mel. Meinen Zesum laß ich nicht MNr. 20. J. Sieh, dein Koͤnig kommt zu dir!/ Seele, das sind frohe Worte. Sprich: Mein Voͤnig, komm zu mir,/ sieh, ich oͤffne dir die Pforte,/ zeuch mit deiner Sanftmut ein!/ Was du findest, das ist dein. 2. Romm, ich bin dein Eigentum/ schon seit deinem Wasserbade;/ komm, dein Evangelium werde mir ein nz 73 streu⸗et Pal⸗ men, nz Advent 26 Wort der Gnaͤde! Du schickst ja dein Wort voran,/ daß mein Bönig kommen kann. 3. Romm und räume alles aus,/ was du hassest, was mich reuet;/ komm und reinige dein Saus,/ das die Sünde hat entweihet./ Mache selbst mit deinem Blut/ alles wieder rein und gut! 4. Romm in deinem Abendmahl,/ das du uns zum Seil gegeben,/ daß wir schon im Erdental/ mit dir als im Sim⸗ mel leben./ RKomm, Serr Jesu, leb in mir,/ und mein Leben sei in dirl 5. Romm und bring den Geist auch mit,/ deinen Geist, der dich verkläret,/ der mich im Gebet vertritt/ und des Rönigs Willen lehret,/ daß ich bis auf jenen Tag:/ Romm, Berr Jesu, rufen mag. Philipp Sriedrich Siller, f I769. Mel. Aus meines Serzens Grunde. 26 Hamburg 1598. ö——=D +.— n—1 1 Er ⸗hebt den Serrn, ihr From⸗menl/ Er hält, was Der Sei⸗land ist ge kom⸗men,/ der Völ ⸗ker SEEEEEEE er ver-⸗spricht. Crost und Licht. Gott, der uns nicht ver⸗stoͤßt,/ hat 1.— H——E I 1————4 I F 1 uns zum Seil und Le⸗ben/ selbst sei⸗ nen Sohn ge⸗ E 1— 241 2—— I* S — ge ⸗benz/ durch ihn sind wir er ⸗löͤst. 2. Erlöst! O welche Liebe/ hat uns der Herr erzeigt,/ mit welchem Vatertriebe/ sein derz zu uns geneigt!/ Von seiner Himmel Thron/ kommt, Rettung vom Verderben/ uns Sündern zu erwerben,/ sein eingeborner Sohn. 21 Advent 3. Er kommt zu uns auf Erden/ in tiefer Wiedrigkeit,/ nimmt auf sich die Beschwerden/ von unsrer Pilgerzeit,/ enthält sich seiner Macht,/ verleugnet Simmelsfreuden,/ bis er durch Todesleiden/ sein großes Werk vollbracht. 4. Er hats vollbracht; bringet/ Gott euren Lob— gesang! /Erlöste Menschen, singet/ dem Mittler ewig Dankl/ wo niemaͤnd helfen kann,/ da hilft er aus Er⸗ barmen,/ wird Cicht und Trost uns Armen:/ o nehmt ihn gläubig an! 5. Du Freund der Menschenkinder,/ verwirf uns, Jesu, nicht!/ Dein Name, Heil der Sünder,/ ist unsre Zuversicht./ Gib unsren Seelen Ruh;/ hilf jeden Reiz zu Sünden/ uns glücklich überwinden;/ gib Nut und Rraft daͤzu! 6. Dich wollen wir erheben/ hier und in Ewigkeit,/ wo uns ein bessres Leben/ vor deinem Thron erfreut./ Dann sind wir ewig dein,/ und nichts wird uns mehr fehlen,/ dann werden unsre Seelen/ vollkommen selig sein. Samuel Diterich, 1797. 27 Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern.§rankfurt a. M. 1599. EEEE——.̃——.— — —— — 1 W Der Sei⸗land kommt, lob ⸗ sin ⸗get ihm,/ Er kommt, der ein ge⸗ bor ⸗ne Sohn,/ * dem Serrn, dem al ⸗le Se⸗ra⸗ phim/ und steigt von sei⸗ nes Bim⸗mels Thron,/ =— ö——— .......———T ..—— 2— I— 1 das Sei ⸗lig, Bei⸗ lig, sin⸗ genl A der 2255 das Seil zu—— gen. Preis dir, E daß wir/ von den Sünden./ Ret⸗tung fin⸗den;/ Advent 28 12 ö—— ——— IE . höch⸗stes Wesen,/ durch dich wer⸗den wir ge⸗ ne⸗ sen. 2. Willkommen, Friedefürst und Held,/ Rat, Vater, Kraft und Seil der Welt,/ willkommen hier auf Erdenl/ Du kleidest dich in Fleisch und Blut,/ wirst Mensch und willst der Welt zu gut/ selbst unser Bruder werden./ Ja du,/ Jesu,/ kommst uns Armen/ voll Erbarmen/ nun ent⸗ gegen,/ wandelst unsern Fluch in Segen. 3. Du bringst uns Trost, Zufriedenheit,/ Seil, Ceben, ewge Seligkeit;/ sei hoch dafuͤr gepriesen!/ O Serr, wie viel zu schwach sind wir,/ die Treue zu vergelten dir,‚/ die du an uns bewiesen!/ Von dir,/ da wir/ im Verderben/ müßten sterben,/ kommt das Ceben./ O was kannst du Großres geben! 7. Wir bringen dir ein dankbar Serz,/ gebeugt durch Buße, Reu und Schmerz,/ bereit, vor dir zu wandeln/ und dir und unsrem Nächsten treu,/ aufrichtig, ohne Seuchelei,/ zu denken und zu handeln./ Zu dir/ flehn wir:/ Hilf uns Schwachen,/ daß wir wachen,/ beten, ringen/ und des Fleisches Cust bezwingen. 5. Caß uns zu unserm ewgen Seil/ an dir im wahren Glaͤuben Teil/ durch deinen Geist erlangen;/ auch wenn wir leiden, auf dich sehn,/ im Guten immer weiter gehn,/ nicht an der Erde hangen,/ bis wir/ zu dir/ mit den From⸗ men/ ewig kommen,/ dich erheben/ und in deinem Reiche leben. Samuel Diterich, 4 1707. 28 Mel. Die Tugend wird durchs Kreuz geübet. J. A. Freylinghausen, Salle] 704. F 1———— 365 —— — 1 wWas wär ich oh ne dich ge⸗ we send/ Zu Furcht und Ang⸗-sten aus⸗ er le ⸗sen,/ Advent 28 ......I.... — 1. 2I—.— Was wuͤrd ich oh ⸗ne dich nicht sein? ständ ich in wei⸗ter Welt al ⸗lein. ............... wüßt ich si cher, das ich lieb⸗te;/ die Zu⸗kunft — war ein dunk⸗ler Schlund,/ und wenn mein Serz sich E——— IAHN EEEIEE tief be⸗truͤb⸗te,/ wem tät ich mei⸗ ne Sorge kundꝰ 2. Einsam, verzehrt von Lieb und Sehnen,/ erschien' mir nachtlich jeder Tag;/ ich folgte nur mit heißen Tränen/ dem wilden Cauf des Lebens nach;/ ich faͤnde Unruh im Getümmel/ und hoffnungslosen Gram zu Saus;/ wer hielte ohne Freund im Zimmel,/ wer hielte da auf Erden ausꝰ 3. Hat Christus sich mir kundgegeben,/ und bin ich seiner erst gewiß,/ wie schnell verzehrt ein lichtes Leben/ die bodenlose Finsternis!/ Durch ihn erhalt ich tausend Gaben,/ durch ihn bin ich ja Gottes Kind,/ gewiß, ihn unter uns zu haben,/ wo zwei auch nur versammelt sind. 4. O geht hinaus auf allen Wegen/ und holt die Irrenden herein;/ streckt jedem eure Hand entgegen/ und ladet froh sie zu uns ein!/ Der Simmel ist bei uns auf Erden,/ im Glauben schauen wir ihn an./ Die eines Glaubens mit uns werden,/ auch denen ist er aufgetan. 5. Das Herz, des Cebens reichste Quelle,/ ein bösesWesen wohnte drin;/ und wards in unserm Geiste helle,/ so war nur Unruh der Gewinn./ Ein eisern Band hielt an der Erde/ die bebenden Gefangnen fest;/ Furcht vor des Todes Richterschwerte/ verschlang der Soffnung überrest. ů Nichts Advent 29 6. Da kam ein Heiland, ein Befreier,/ ein Menschensohn voll Cieb und Macht/ und hat ein allbelebend Feuer/ in unserm Innern angefacht./ NMun sahn wir erst den Simmel offen/ als unser wahres Vaterland;/ wir konnten glauben nun und hoffen/ und fühlten uns mit Gott verwandt. 7. Noch steht in wundersamem Glanze/ der heilige Ge⸗ liebte hier;/ gerührt von seinem Dornenkranze/ und seiner Treue, weinen wir./ Ein jeder Mensch ist uns willkommen,/ der seine Sand mit uns ergreift/ und, in sein Serz mit auf⸗ genommen,/ zur Frucht des Paradieses reift. Friedrich v. Sardenberg(Movalis), I8ol. 29 Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. Srankfurt a. M. I599. E f f ö—.— — 35. (ar wir sin⸗gen dei⸗ ner Eh⸗re,/ erbarm dich Herr, wir dan⸗ken voll Ent⸗ zük⸗ken;/ wo ist ein ————— un ⸗ser und er⸗hoö⸗re,/ nimm gnä⸗dig un ⸗ ser Lob⸗ Gott, der so be⸗glüͤk⸗kjen,/ so lie⸗ben und so seg⸗ 2 „ ,r, +— —— II..— 55555P—— — lied anl ven tanne Der Gott, den wir er⸗höhn,/ er, des⸗ *2— DIDDRDDDRSDD“R sen Heil wir sehn,/ ist die Cie⸗be;/ schon vor der Zeit,/ — . in E⸗wig⸗keit/ war Gott die Lie⸗be, wird sie sein. 25 Advent 2. Um zu dir uns zu erheben,/ hauchst du in unsre Brust das Ceben/ und schenkest uns der Erde Glück;/ um zu dir uns zu erheben,/ entziehst du unsrer Brust das Leben/ und schenkest uns des Himmels Glück. Du gibst das Ceben, Gott!l/ Du sendest uns den Tod/ nur zum Segen,/ bist liebevoll;/ nur unser Wohl,/ nicht unser Elend schaffest du. 3. Als wir, von der Sünde Plagen/ gequält, in unserm Elend lagen/ und Nacht des Todes uns umfing,/ fern von deiner Waͤhrheit Pfade,‚/ da war es, Gott, als deine Gnade/ erbarmend vor uns uͤberging./ Da rief der Liebe Blick/ ins Leben uns zurück;/ von der Sünde,/ von ihrer Nacht/ sind wir erwacht,/ erwacht, um Gottes Licht zu sehn. 4. Preiset ihn, ihr Jubellieder!/ Zur Erde stieg sein Sohn hernieder,/ ward Mensch und starb der Sünder Tod./ Christus hat den Tod bezwungen;/ ein neues CLied werd ihm gesungen!/ Uns segnet und begnaͤdigt Gott./ Wir sind mit ihm versoͤhnt;/ ihr Lobgesänge, tönt,/ tönt zum Him⸗ mell/ Erschaͤllt schon hier!/ Einst knieen wir/ an seinem Thron und beten an. Zoh. Joachim Eschenburg, 1 1820. 30 Arnold Mendelssohn, Darmstadt 1887. .., SSS I I T T T TI TTITTATI EE5 zn ... 3— J. Dein Rö⸗nig kommt in nie ⸗dern Hülzlen/ sanft⸗ D 12——— 56 DIIIIEIJII.— e muü⸗ tig 2655 der Eslin Hül len; emp- E S fang 60 froh, Je⸗ru⸗ sa⸗ lest! ¶Trag ihm ent⸗ge gen — Frie denspalmen,/ be⸗streu den Pfad mit grü ⸗ nen 2⁶ Unv,-Siol. Glessen Advent 30 . Halmen;/ so ists dem ger ren an ⸗ ge⸗nehm. 2. O mächtger Herrscher ohne Heere,/ gewaltger Rämpfer ohne Speere, /o Friedensfürst von großer Macht! s/ Es wollen dir der Erde Herren/ den Weg zu deinem Throne sperren;/ doch du gewinnst ihn ohne Schlaͤcht. 3. Dein Reich ist nicht von dieser Erden;/ doch aller Erden Reiche werden/ dem, das du gründest, untertan./ Bewaͤffnet mit des Glaubens Worten,/ zieht deine Schar nach den vier Orten/ der Welt hinaus und maͤcht dir Bahn. 4. Und wo du kommest hergezogen,/ da ebnen sich des Meeres Wogen,/ es schweigt der Sturm, von dir bedroht./ Du kommst, auf den empörten Triften/ des Lebens neuen Bund zu stiften,/ und schlägst in Fessel Sünd und Tod. 5. O Herr von großer Zuld und Treue,/ o komme du auch jetzt aufs neue/ zu uns, die wir sind schwer verstört!/ Not ist es, daß du selbst hienieden/ kommst zu erneuern deinen Frieden,/ dagegen sich die Welt empört. G. O laß dein Licht auf Erden siegen,/ die Macht der Finsternis erliegen/ und loͤsch der Zwietracht Glimmen aus,/ daß wir, die Völker und die Thronen,/ vereint als Bruͤder wieder wohnen/ in deines großen Vaters Saus. Sriedrich Rückert, T I866. 27 70⁰ N . V8 95 N 90 D Was 2—. W W E D SS S 0᷑.. NN Weihnachten 3I. 32 31 Vorreformatorisch.) Röln 1599. 2EE IIS + Valh a, ein Ros ent ⸗sprun⸗gen/ aus ei⸗ ner Wur⸗ Lals uns die Al ⸗ten sun⸗gen,/ von Jes⸗se kam II. ä.. 0 2181 0 und haͤt ein Blümlein braͤcht/ mit⸗ten im * —.— 2 ö— 2444 IIII——— 1—.— kal ten Win ⸗ter/ wohl zu der hal⸗ ben Nacht. 2. Das Röslein, das ich meine,/ davon Jesaias sagt,/ hat uns gebracht alleine/ Marie, die reine Magd./ Aus Gottes ewgem Rat/ hat sie ein Rind geboren/ wohl zu der halben Nacht. Vorreformatorisch.) ISH9. 32 Ein Rinderlied auf die Weihnachten vom Rindlein Jesu Leipzig 1539. 4 IEEEE + IJ.„Vom Zim⸗mel hoch, da komm ich her,/ ich 4— ö 1— A ů S.,.———.— bring euch gu⸗te neu⸗e Mär;/ der gu⸗ten Mär bring I* E+— III ——— ꝗ ich so viel,/ da⸗ von ich singn und sa ⸗gen will. 2. Euch ist ein Rindlein heut geborn/ von einer Jung⸗ frau auserkorn,/ ein Kindelein so zart und fein,/ das soll eur Freud und Wonne sein. Weihnachten 3. Es ist der Herr Christ, unser Gott,/ der will euch fͤhrn aus aller Not;/ er will eur Zeiland selber sein/ von allen Sünden maͤchen rein. 4. Er bringt euch alle Seligkeit,/ die Gott, der Vater, hat bereit,/ daß ihr in seinem Zimmelreich/ mit uns sollt leben allzugleich. 5. So merket nun das Zeichen recht:/ die RKrippen, Winde⸗ lein so schlecht,/ da findet ihr das Kind gelegt,/ das alle Welt erhält und trägt.“ 6. Des laßt uns alle froͤhlich sein/ und mit den Zirten gehn hinein,/ zu sehn, was Gott uns hat beschert,/ mit seinem lieben Sohn verehrt. 7. Sei uns willkommen, edler Gast,/ den Sünder nicht verschmähet hast/ und kommst ins Elend her zu mir:/ wie soll ich immer danken dirꝰ 8. Ach Herr, du Schöpfer aller Ding,/ wie bist du worden so gering,/ daß du daliegst auf dürrem Gras,/ der in dem Schoß des Vaters saß! 9. Und wär die Welt vielmaͤl so weit,/ mit Edelstein und Gold bereit't,/ so wäre sie doch viel zu klein,/ um eine Wiege dir zu sein. J. Der Sammet und die Seiden dein,/ das müssen Seu und Windeln sein,‚/ worin du, König, groß und reich,/ her⸗ prangst, als wärs dein Him melreich. II. Das hat also gefallen dir,/ die Wahrheit anzuzeigen mir,/ wie aller Welt Nacht, Ehr und Gut/ vor dir nichts gilt, nichts hilft noch tut. I2. Ach du herzlieber Jesu mein,/ mach dir ein Bette sanft und rein,/ zu ruhn in meines Serzens Schrein,/ daß ich nimmer vergesse dein. I3. Davon ich allzeit fröhlich sei,/ zu springen, singen immer frei/ zu Ehren dir, o Gottessohn,/ mit Herzenslust den süßen Ton. I4. Cob, Ehr sei Gott im höchsten Thron,/ der uns schenkt seinen eingen Sohnz/ des freuet sich der Engel Schar/ und singet uns solch neues Jahr. Martin Luther, 1546. 3⁰ Weihnachten 3334 33 (Vorreformatorisch.) Wittenberg 1524. 2 + J. Ge⸗lo⸗bet seist du, Jesu Christ,/ daß du Mensch ge⸗ —*—— —4— +— 1— N S IIIITTI...——.. 6— ö bo⸗ren bist/ von ei⸗ ner 555 das 63 11365 des freu⸗et sich der En⸗gel Schar./ n le⸗lu⸗ ja! 2. Des ewgen Vaters einig Rind/ jetzt man in der Krip⸗ pen findt;/ in unser armes Fleisch und Blut/ verkleidet sich das ewge Gut./ Hallelujal 3. Den aller Weltkreis nie beschloß,/ der liegt in Marien Schoß;/ er ist ein RKindlein worden klein,/ der alle Ding er⸗ hält allein./ Hallelujal 7. Das ewge Licht geht da herein,/ gibt der Welt ein'n neuen Schein;/ es leucht't wohl mitten in der Nacht/ und uns des Cichtes Rinder macht./ Zallelujal 5. Der Sohn des Vaters, Gott von Art,/ ein Gast in der Welt hie ward/ und führt uns aus dem Jammertal,/ macht Erben uns in seinem Saal./ Hallelujal G. Er ist auf Erden kommen arm,/ daß er unser sich er⸗ barm/ und uns im Zimmel mache reich/ und seinen lieben Engeln gleich./ Sallelujal 7. Das hat er alles uns getan,/ sein groß Lieb zu zeigen anz;/ des freu sich alle Christenheit/ und dank ihm des in Ewigkeit./ Ballelujal Martin Luther, 1546. ers I vorreformatorisch.) 3* Mikolaus Serman, I554. N 1———— I. Cobt Gott ihr Christen all ⸗zu⸗gleich,/ in sei⸗ nem 2² 31 bS 34.35 Weihnachten hoͤchsten Thron,/ der heut schleußt auf sein Simmelreich/ und 1————— N d, d, vͤ᷑ien e.: r, schenkt uns sei⸗nen Sohn/ und schenkt uns sei⸗nen Sohn. 2. Er kommt aus seines Vaters Schoß/ und wird ein Rindlein klein;/ er liegt dort elend, nackt und bloß ,: in einem KRrippelein. ,: 3. Der Serr begibt sich der Gewalt,/ wird niedrig und ge⸗ ring,/ nimmt an sich eines Rnechts Gestalt, der Schöpfer aller Ding.:,: 7. Er wechselt mit uns wunderbar,/ nimmt Fleisch an, wird uns gleich/ und beut uns Gottes KRlarheit dar ,: in seines Vaters Reich.:,: 5. Er wird ein Rnecht und ich ein Herr,/ das mag ein Wechsel sein!/ wie könnte doch sein freundlicher, das liebe Christkindleinl:,: 6. Heut schleußt er wieder auf die Tür/ zum schönen Paradeis,/ der Cherub steht nicht mehr dafür, 2,: Gott sei Lob, Ehr und Preisl:,: Nikolaus Serman, I56I. 3 5 Johann Crüger, Berlin 1656. — 5... — IJ. Fröh-lich soll mein Her⸗ ze sprin⸗ gen/ 1——— ö— die⸗ser Zeit,/ da vor Freud/ al⸗le En⸗gel sin⸗gen./ ——— 1.— ort, höͤrt, wie mit vol ⸗-len Choͤtren/ al · le Quft/ Weihnachten 35 1 2— 1— I äöSII A—— jauchzt und ruft:/ Chri⸗-stus ist ge⸗bo⸗ren! 2. Heute geht aus seiner Rammer/ Gottes Beld,/ der die Welt/ reißt aus allem Jammer./ Gott wird Mensch, dir, Mensch, zu gute;/ Gottes Kind,/ das verbindt/ sich mit unserm Blute. 3. Sollt uns Gott nun können hassen,/ der uns gibt,/ was er liebt/ über alle Maßen?/ Gott gibt, unserm Leid zu wehren,/ seinen Sohn/ aus dem Thron/ seiner Macht und Ehren. 4. Nun er liegt in seiner Krippen,/ ruft zu sich/ mich und dich,/ spricht mit süßen Cippen:/ Lasset fahren, liebe Bruder,/ was euch qualt,/ was euch fehlt;/ ich bring alles wieder. 5. Ei, so kommet ohn Verweilen,/ stellt euch ein,/ groß und klein,/ laßt uns zu ihm eilen!/ Liebt den, der vor CLiebe brennet,/ schaut den Stern,/ der uns gern/ Licht und Cab⸗ sal gönnet. 6. Die ihr schwebt in großen Leiden,/ sehet, hier/ ist die Tür/ zu den wahren Freuden./ Faßt ihn wohl, er wird euch fůhren/ an den Grt,/ da hinfort/ euch kein Rreuz wird rühren. 7. Wer sich fuůhlt beschwert im Serzen,/ wer empfindt/ seine Sünd/ und Gewissensschmerzen,/ sei getrost: hier wird ge⸗ funden,/ der in Eil/ machet heil/ auch die tiefsten Wunden. 8. Die ihr arm seid und elende,/ kommt herbei,/ fullet frei/ eures Glaubens Zändel/ Sier sind alle guten Gaben/ und das Gold,/ dran ihr sollt/ eure Serzen laben. 9. Süßes Heill laß dich umfangen,/ laß mich dir,/ meine Zier,/ unverrückt anhangen!/ Du bist meines Cebens CLeben,/ nun kann ich/ mich durch dich/ wohl zufrieden geben. IJo. Ich will dich mit Fleiß bewahren,/ ich will dir/ leben hier/ und mit dir heimfahren;/ mit dir will ich endlich schweben/ voller Freud/ ohne Zeit/ dort im andern Ceben. Paul Gerhardt, 1 1676. 33 Weihnachten 36 Mel. VomSimmel hoch(mit Weglassung des Salleluja)(Nr. 32 od. wie Nr. 23). J. Wir singen dir, Immanuel,/ du Lebensfürst und Gnadenquell,/ daß du, o langgewünschter Gast,/ dich nun⸗ mehr eingestellet hast.(Balleluja.) 2. Von Anfang, da die Welt gemacht,/ hat so manch Berz nach dir gewacht;/ dich hat gehofft so lange Jahr/ der Väter und Propheten Schar:(Balleluja.) 3.„Ach, daß der Herr aus Zion käm/ und unsre Bande von uns nähm!/ Ach, daß die Hilfe bräch herein,/ so würde dein Volk fröhlich sein.“(alleluja.) 4. Nun, du bist hier, da liegest du,/ haͤltst in dem Kripp⸗ lein deine Ruh,/ bist klein und machst doch alles groß,/ be⸗ kleidst die Welt und kommst doch bloß.(Zalleluja.) 5. Du kehrst in fremde Hausung ein,/ und sind doch alle Bimmel dein;/ du liegst an einer Menschenbrust/ und bist doch aller Engel Cust.(Salleluja.) 6. Du bist der Ursprung aller Freud/ und duldest so viel Herzeleid;/ du bist der groͤßte Menschenfreund,/ doch sind dir so viel Menschen feind.(Zalleluja.) 7. Ich aber, dein geringster Knecht,/ ich sag es frei und mein es recht:/ Ich liebe dich, doch nicht so viel,/ als ich dich gerne lieben will.(Halleluja.) 8. Der Will ist da, die Kraft ist klein;/ doch wird dir nicht zuwider sein/ mein armes Herz, und was es kann,/ wirst du in Gnaden nehmen an.(Salleluja.) 9. Darum hab ich so guten Mut,/ du wirst auch halten mich für gut;/ o Jesu Christ, dein frommer Sinn/ macht, daß ich so voll Trostes bin. Galleluja.) J0. Und bin ich gleich der Sünde voll,/ hab ich gelebt nicht, wie ich soll,/ so kommst du doch deswegen her,/ daß sich der Sünder zu dir kehr.(Zalleluja.) II. So faß ich dich nun ohne Scheu:/ du machst mich alles Jammers frei;/ du trägst die Schuld, erwürgst den Tod,/ verkehrst in Freud all Angst und Not.(Salleluja.) 3⁴ Weihnachten 37 I2. Du bist mein Saupt, hinwiederum/ bin ich dein Glied und Eigentum/ und will, soviel dein Geist mir gibt,/ stets dienen dir, wie dirs beliebt.(Balleluja.) I3. Ich will dein Saͤlleluja hier/ mit Freuden singen fuͤr und für,/ und dort in deinem Ehrensaal/ solls schallen ohne Jeit und Zahl.(alleluja.) Paul Gerhardt, 4 1676. 37 Mel. Nun freut euch, lieben Christen gmein(oder wie Nr. 270). Wittenberg 1524. 8— H.———— 7 Ich steh an dei⸗ ner Krip⸗pe hier,/ o Ich ste ⸗he, bring und schen ke dir,/ was I—— ———— 2 e=i e EEEE Je⸗ su, du mein Le⸗ 9 du mir hast ge„ ge ben. Nimm hin, es I———— 1— 1 1 ist mein Geist und Sinn, Herz, Seel und Mut, nimm —.ð—ũ.⁵4—+ 1=II‚m . al ⸗les hin/ und laß Sns wohl⸗ge ⸗ fal⸗lenl 2. Da ich noch nicht geboren war,/ da bist du mir ge⸗ boren,/ und hast mich dir zu eigen gar,/ eh ich dich kannt, erkoren;/ eh ich noch war ans Licht gebracht,/ da hat dein Berze schon bedacht,/ wie du mein wolltest werden. 3. Ich lag in tiefer Todesnacht,/ du wurdest meine Sonne,/ die Sonne, die mir zugebracht/ Licht, Leben, Freud und Wonne. /O Sonne, die das werte Licht/ des Glaubens in mir zugericht,/ wie schön sind deine Strahlen! J. Ich sehe dich mit Freuden an/ und kann nicht satt mich sehen,/ und weil ich nun nichts weiter kann,/ so preis ich, was geschehen./ O, daß mein Sinn ein Abgrund war/ und meine Seel ein weites Meer,/ daß ich dich möchte fassen! 35 J. 38 Weihnachten 5. Wenn oft mein Herz vor Ceide weint/ und keinen Trost kann finden,/ da ruft mirs zu:„Ich bin dein Freund,/ ein Tilger deiner Sünden;/ was trauerst du, o Bruder mein?/ Du sollst ja guter Dinge sein,/ ich zaͤhle deine Schulden.“ 6. Du fraͤgest nicht nach Cust der Welt,/ noch nach des LCeibes Freuden; /du haͤst dich bei uns eingestellt,/ an unsrer Statt zu leiden;/ suchst meiner Seele Trost und Freud/ durch dein selbsteignes Serzeleid;/ das will ich dir nicht wehren. 7. Eins aber, hoff ich, wirst du mir,/ mein Heiland, nicht versaͤgen: /daß ich dich möge für und für/ in meinem Berzen tragen./ So laß mich deine Wohnung sein,/ komm, komm und kehre bei mir ein/ mit allen deinen Freuden! 8. Zwar sollt ich denken, wie gering/ ich dich bewirten werde;/ du bist ein Schöpfer aller Ding,/ ich bin nur Staub und Erde;/ doch bist du ein so lieber Gast,/ daß du noch nie verschmähet haͤst/ den, der dich gerne siehet. Paul Gerhardt, 1676. 4 O daß ich tausend Zungen hätte. Srankfurt a. M. I738. Sör Hmr. I. 1510 ist die Wacht, da mir er ⸗ schie⸗nen/ des Das Rind, dem al ⸗le En⸗gel die⸗nen,/ bringt IIIR. gro⸗ßen Got⸗ 4in, ii. n* 0 Licht in mei⸗ ne Dun⸗kel⸗heit, und diee ses rert: und öSISISITSTITITITITTTTTT... 5. v... Himmels⸗licht/ weicht hunderttaͤu⸗send Sonnen nicht. 2. Caß dich erleuchten, meine Seele,/ versäume nicht den Gnaͤdenschein!/ Der Glanz in dieser kleinen Höhle/ streckt sich in alle Welt hinein;/ er treibet weg der Zöllen Macht,/ der Sünden und des Todes Nacht. wannn e;; —— ———8 Weihnachten 39 3. In diesem Lichte kannst du sehen/ das Licht der klaren Seligkeit./ Wenn Sonne, Mond und Stern vergehen/ der⸗ einst am Ende dieser Zeit,/ wird dieses Licht mit seinem Schein/ dein Simmel und dein Alles sein. 4. Caß nur indessen helle scheinen/ dein Glaubens⸗ und dein Liebeslicht;/ mit Gott mußt du es treulich meinen,/ sonst hilft dir diese Sonne nicht;/ willst du genießen diesen Schein,/ so darfst du nicht mehr dunkel sein. S. Drum, Jesu, schöne Weihnachtssonne,/ bestrahle mich mit deiner Gunst,/ dein Licht sei meine Weihnachtswonne/ und lehre mich die Weihnachtskunst,/ wie ich im Lichte wandeln soll/ und sei des Weihnachtsglanzes voll. R. Friedrich Machtenhöfer, 4 1685. 39 Mel. Lobe den Zerren, den mächtigen Rõnig. Stralsund 1665. I— I 1 1 —.—— 1—¹ —— 8——— EIEESS x Jauch-⸗zet, ihr Zim-mel, froh ⸗-lok⸗ket, ihr Sin ⸗get dem Ber⸗-ren, dem Sei⸗-land der IIIII En⸗gel, in Chö⸗renl menschen, zu Eh renl Se⸗het doch da,/ Gott will so 193—.— SSES Ee freundlich und nah/ zu den Ver⸗lor⸗nen sich keh⸗ren. 2. Jauchzet, ihr Simmel, frohlocket ihr Enden der Erden!/ Gott und der Sünder, die sollen zu Freunden nun werden./ Friede und Freud/ wird uns verkündiget heut:/ Freuet euch, Sirten und Serden! 3. Sehet dies Wunder, wie tief sich der Sochste geneiget!ĺ/ Sehet die Liebe, die ganz sich als Ciebe nun zeigetl/ Sie wird ein Kind,/ träget und tilget die Sünd;/ alles anbetet und schweiget. 37 4⁰ Weihnachten 4. Gott ist im Fleischel wer kann dies Geheimnis ver⸗ stehen?/ Hier ist die Pforte des Lebens nun offen zu sehen./ Gehet hinein,/ eins mit dem Kinde zu sein,/ die ihr zum Vater wollt gehen. 5. Bast du denn, Höchster, auch meiner noch wollen ge⸗ denken? /Du willst dich selber, dein Zerze voll Ciebe, mir schenken;/ sollt nicht mein Sinn/ innigst sich freuen darin/ und sich in Demut versenken? 6. Vönig der Ehren, aus Liebe geworden zum Rinde,/ dem ich auch wieder mein Herze in Liebe verbinde,/ du sollst es sein,/ den ich erwähle allein;/ ewig entsag ich der Sünde. 7. Treuer Immaͤnuel, werd auch in mir nun geboren;/ komm doch, mein Heiland, und laß mich nicht länger ver⸗ loren!/ Wohne in mir,/ mache ganz eins mich mit dir,/ in dir zum Leben erkoren! 8. Menschenfreund Jesu, dich lieb ich, dich will ich er⸗ heben,/ laß mich doch einzig nach deinem Gefallen nun leben!/ Gib mir auch bald,/ Jesu, die Kindesgestalt,/ völlig mich dir zu ergeben. Gerhard Tersteegen, 1 769. 40 Mel. Vom Simmel hoch, da komm ich her(Nr. 32). J. Dies ist der Tag, den Gott gemacht,/ sein werd in aller Welt gedacht;/ ihn preise, was durch Jesum Christ/ im Bimmel und auf Erden ist. 2. Die Völker haͤben dein geharrt,/ bis daß die Zeit er⸗ füllet ward,/ da sandte Gott von seinem Thron/ das Seil der Welt, dich, seinen Sohn. 3. Wenn ich dies Wunder faͤssen will,/ so steht mein Geist vor Ehrfurcht still;/ er betet an, und er ermißt,/ daß Gottes CLieb unendlich ist. 4. Damit der Sünder Gnad erhält,/ erniedrigst du dich, Berr der Welt,/ nimmst selbst an unsrer Menschheit teil,/ erscheinst im Fleisch zu unserm Seil. 5. Dein Vönig, Zion, kommt zu dir./„Ich komm, im Buche steht von mir;/ Gott, deinen Willen tu ich gern.“/ Gelobt sei, der da kommt im Herrnl ö chten 5 ver⸗ hen./ r zum en ge⸗ e, mir arin/ inde,/ sollst zünde. ren;/ rver⸗ r,/ in ich er⸗ nun talt,/ +J769. naller tNim eit er⸗ s Beil Geist Bottes dich, teil,/ m, im rn.“/ Weihnachten 41 6. Berr, der du Mensch geboren wirst,/ Immanuel und Friedensfürst,/ auf den die Väter hoffend sahn,/ dich, Gott, mein Seiland, bet ich an! 7. Du unser Seil und höchstes Gut,/ vereinest dich mit Fleisch und Blut,/ wirst unser Freund und Bruder hier,/ und Gottes Rinder werden wir. 8. Durch Eines Sünde fiel die Welt,/ Ein Mittler ists, der sie erhaͤlt./ Was zagt der Mensch, wenn der ihn schutzt,/ der in des Vaters Schoße sitzt! 9. Jauchzt, Simmel, die ihr ihn erfuhrt,/ den Tag der heiligsten Geburt;/ und Erde, die ihn heute sieht,/ sing ihm, dem Serrn, ein neues Lied. J0. Dies ist der Tag, den Gott gemacht,/ sein werd in aller Welt gedacht;/ ihn preise, was durch Jesum Christ/ im Bimmel und auf Erden ist. Christian Sürchtegott Gellert, T 1769. 41 Mel. Rommt her zu mir, spricht Gottes Sohn(Nr. I53). J. Brich an, du schönes Morgenlicht!/ Das ist der alte Morgen nicht,/ der taͤglich wiederkehret;/ es ist ein Leuch⸗ ten aus der Fern,/ es ist ein Schimmer, ist ein Stern,/ von dem ich längst gehöͤret. 2. Nun wird ein Rönig aller Welt,/ von Ewigkeit zum Seil bestellt,/ ein zartes Rind geboren;/ der Teufel hat sein altes Recht/ am ganzen menschlichen Geschlecht/ verspielt und schon verloren. 3. Der Simmel ist jetzt nimmer weit,/ es naht die selge Gotteszeit/ der Freiheit und der Liebe;/ wohlauf, du frohe Christenheit,/ daß jeder sich nach langem Streit/ in Frie⸗ denswerken übe. 4. Ein ewig festes Ciebesband/ haͤlt jedes Saus und jedes Land/ und alle Welt umfangen;/ wir alle sind ein heilger Stamm,/ der Cöwe spielet mit dem Camm,/ das Rind am Nest der Schlaͤngen. S5. Wer ist noch, welcher sorgt und sinnt?/ Hier in der Krippe liegt ein Rind/ mit lächelnder Gebärde./ Wir preisen dich, du Sternenheldl/ Willkommen, Seiland aller Welt!/ Willkommen auf der Erdel mar v. Schenkendorf, T I8I7. 39 43 Weihnachten 42 Mel. Lobe den Serren, den mächtigen König der Ehren(Nr. 309. J. Ehre sei Gott in der Hoͤhel Der Serr ist geboren!/ Laßt uns ihm singen, o Christen; auch wir sind erkoren,/ sein uns zu freun/ und durch ihn selig zu sein:/ Christen, wir sind nicht verloren! 2. Schatten und Dunkel bedeckten den Erdkreis; es irrten/ Voͤlker umher wie die derden, verlassen vom Sirten./ Jesus erschien,/ Nächte verschwanden durch ihn,/ die auch den Weisen verwirrten. 3. Menschen, berufen, durch Ciebe die Gottheit zu ehren,/ folgten der Zwietracht und haßten sich vor den Altären./ Jesus erschien,/ und es ward Friede durch ihn;/ singet es laut ihm zu Ehren! 4. Ehre sei Gott in der Höhel Ein ewiges Leben/ hat er durch ihn, den Geliebten, uns allen gegeben./ Bis in das Grab/ stieg er vom Simmel herab,/ einst uns zum Zimmel zu heben. 5. Selige Aussicht! Wie werd ich im Lichte der Zöhe,/ Retter, dich preisen, wenn dort ich verherrlicht dich sehel/ Danket schon hier,/ Christen, o dankt ihm mit mir:/ Ehre sei Gott in der Höhel August Sermann Miemeyer, 1828. 43 Mel. Herr Gott, dich loben alle wir(oder wie Nr. 32). Franzõ sischer Psalter, I55I. 24———— —.——.— ö——0 E 5——— zu.————— 865655 A— dem das Lied der En⸗gel klang, der ho⸗ he Freu⸗den⸗ EE tag ist da;ĩ] D¶ᷣ/lob ⸗sin⸗get ihm: Hal⸗le⸗lu⸗ jal 2. Vom Simmel kam in dunkler Nacht,/ der uns das Lebenslicht gebracht;/ nun leuchtet uns ein milder Strahl/ wie Morgenrot im dunklen Tal. hten LCaßt sein wir 5; es ten./ auch ren,/ en./ ũet es at er ʒrab/ eben. he,/ Weihnachten 44 3. Er kam, des Vaters Ebenbild,/ von schlichtem Pilger⸗ kleid umhüllt/ und fuhret uns mit sanfter Sand,/ ein treuer Birt, ins Vaterland. 4. Er, der jetzt bei dem Vater thront,/ hat unter uns, ein Mensch, gewohnt,/ damit auch wir ihm werden gleich/ auf Erden und im Himmelreich. S. Einst führet er zur Zimmelsbahn/ uns, seine Brüder, auch hinan/ und wandelt unser Pilgerkleid/ in Sternen⸗ glanz und Serrlichkeit. 6. Empor zu Gott, mein Lobgesang!/ Er, dem der Engel Lied erklang,/ der hohe Freudentag ist da; /ihr Christen, singt Sallelujal Friedrich Adolph Krummacher, 1845. 9 Mel. Valet will ich dir geben. 4⁴ Melchior Teschner, I6I3. B en ene — I. Er⸗ füllt sind Stund und Zeiten,/ der neu⸗e Tag bricht das Cicht der E⸗ wig ⸗kei⸗ten/ tritt auf 90 Sie⸗ges⸗ Vahn zur Mit⸗ternacht, verschwiegen/ hat es sich ein⸗ge⸗ ipᷓᷓ—. stellt;/ die En⸗gel Gottes fliegen/ und rufens in die welt. 2. Sier liegts im Mutterschoße/ und ist noch schwach und klein;/ nur zu geringem Lose/ scheint es bestimmt zu sein,/ als sollt es sich verlieren/ in tiefer Dunkelheit,/ und doch soll es regieren/ die Welt in Herrlichkeit. 3. Es muß vor diesem Lichte/ der Erde Glanz vergehn,/ vor diesem Angesichte/ die Sonne finster stehn./ Sein still verborgnes Wesen/ hat eine solche Macht,/ daß Kranke drin genesen/ und Totes neu erwacht. 4. Es freuen sich die Armen,/ die Nüden in dem Schein;/ es ladet voll Erbarmen/ die Schwaͤchen zu sich ein./ Die 41 Weihnachten Stolzen nur erquicken/ sich nicht an seinem Strahl;/ nur den verkehrten Blicken/ ist dieses Cicht zur Qual. 5. O Licht, laß uns hinieden/ als deine Rinder stehn,/ bis wir dereinst in Frieden/ den höhern Aufgang sehnl/ O Jesu, Stern der Gnade,/ des Vaters Glanz und Zier,/ o leucht auf unsre Pfade,/ damit sie gehn zu dir. Seinrich Puchta, T 1858. 7* Aus meines Serzens Grunde. 45 Samburg 1598. 1 I +— 5— E—— n wr. I heil⸗ ge Christ ist kom ⸗ men,/ der Ides freun sich al ⸗ le From⸗ men/ am teu ⸗- re Got · tes · sohn; hoͤch · sten Him mels · thron. Auch was auf Er den I—DZ— +—.——— LE— I N——— +——— E + EEESEEEEEEEEEEEEEEE — ist,/ soll prei⸗ sen hoch und lo⸗ben/ mit al ⸗len 446551• 1 1— 12————— + —.— EEE En⸗geln dro ⸗ben/ den lie⸗ben heilgen Christ. 2. Das Licht ist aufgegangen,/ die lange Nacht ist hin;/ die Sünde liegt gefangen,/ erlöst ist Serz und Sinn./ Die Sündenangst ist weg,/ der Glaube geht zum Simmel/ nun aus dem Weltgetümmel/ auf einem sichern Steg. 3. Mun sind nicht mehr die Kinder/ verwaist und vater⸗ los;/ Gott rufet selbst die Sunder/ in seinen Gnadenschoß;/ er will, daß alle, rein/ von ihren alten Schulden,/ ver⸗ trauend seinen Hulden,/ gehn in den Zimmel ein. 4. Drum freuet euch und preiset,/ ihr Seelen fern und nahl/ Der euch den Vater weiset,/ der heilge Christ, ist daz/ er ruft so freundlich drein/ mit süßen Liebesworten:/ Ge⸗ öffnet sind die Pforten,/ ihr Kinder, kommt hereinl Ernst Moritz Arndt, T 1860. Jahreswechsel 46.47 Jahreswechsel (Auch Lied Mr. 402.) 46 Mel. Serr Jesu Christ, dich zu uns wend(oder wie Nr. 32). Görlitz 1648. 0 — . Das al ⸗te Jahr ver⸗gan-gen ist;/ wir dan⸗ken ——— ———.— 2 B.—.— 0 2———— dir, Herr Je- su Christ,/ daß du in Not uns —.— E II —— SDSSS 4 und Ge⸗fahr/ be⸗ hü⸗tet hast lang Zeit und Jahr. 2. Wir bitten dich, den ewgen Sohn/ des Vaters in dem höchsten Thron: /du wollst dein arme Christenheit/ be⸗ wahren ferner allezeit. 3. Entzeuch uns nicht dein heilsam Wort,/ der Seelen höchsten Trost und Hort;/ vor Irrlehr und Abgötterei/ be⸗ hüt uns, Herr, und steh uns beil 4. Zilf, daß wir fliehn die Sündenbahn/ und fromm zu werden fangen an;/ der Sünd im alten nicht gedenk,‚/ ein gnadenreich neu Jahr uns schenk! S. Bilf christlich leben stetiglich,/ in dir einst sterben selig⸗ lich/ und danach fröhlich auferstehn/ und mit dir in den Bimmel gehn, 6. Zu loben und zu preisen dich/ mit allen Engeln ewig⸗ lich./ O Jesu, unsern Glauben mehr/ zu deines Namens Lob und Ehr. 1568 und 1588. 47 Mel. Unser Serrscher, unser König(Nr. 53 oder wie Nr. 287). J. Bilf, Serr Jesu, laß gelingen,/ hilf, das neue Jahr geht an;/ laß es neue Kräfte bringen,/ daß aufs neu ich wandeln kann./ Veues Glück und neues Ceben/ wollest du aus Gnaͤden geben. 43 Jahreswechsel 2. Meiner Hände Werk und Taten,/ meiner Junge Red und Wort/ müssen nur durch dich geraten/ und ganz glück⸗ lich gehen fort./ Weue Rraft laß mich erfuͤllen,/ zu ver⸗ richten deinen Willen. 3. Was ich dichte, was ich mache,/ das gescheh in dir allein;/ wenn ich schlafe, wenn ich wache, wollest du, Herr, bei mir sein;/ geh ich aus, wollst du mich leiten,/ kehr ich heim, steh mir zur Seiten. 4. Laß mich beugen meine Kniee/ nur zu deines Namens Ehr;/ hilf, daß ich mich stets bemůhe,/ dich zu preisen mehr und mehr./ Laß mein Bitten, Flehn und Singen zu dir in den Himmel dringen. 5. Caß dies sein ein Jahr der Gnade,/ laß bereun mich meine Sünd;/ hilf, daß sie mir nimmer schade/ und ich bald Verzeihung find,/ Zerr, in dir; denn du, mein Leben,/ kannst die Sünd allein vergeben. C. Tröste mich mit deiner Liebe,/ nimm, o Gott, mein Flehen hin,/ sieh, wie sehr ich mich betrübe,/ ja voll Angst und Zagen bin./ Stärke mich in meinen Nöten, daß mich Sünd und Tod nicht töten. 7. Berr, du wollest Gnade geben,/ daß dies Jahr mir heilig sei/ und ich christlich konne leben/ sonder Trug und Heuchelei,/ daß ich noch allhier auf Erden/ fromm und selig möge werden. 8. Jesu, richte mein Beginnen,/ Jesu, bleibe stets bei mirz/ Jesu, zaͤhme mir die Sinnen,/ Jesu, sei nur mein Begier;/ Jesu, sei mir in Gedanken,/ Jesu, lasse nie mich wanken. 9. Jesu, laß mich fröhlich enden/ dieses angefangne Jahr;/ trage stets mich auf den Bänden,/ halte bei mir in Gefahr./ Freudig will ich dich umfassen,/ wenn ich soll die Welt verlassen. Johann Rist, 1667 4 Mel. Nun laßt uns Gott, dem Serren. Zeipzig 1587. + ⁴ F—— x——— I 22....—. 2 DIII 2 2 —— + 4⁴4 1 IJ. Nun laßt uns gehn und tre⸗ ten 7/ mit Jahreswechsel 48 EIII + LCe⸗ben/ bis hier⸗her Rraft ge ⸗ ge⸗ben. 2. Wir gehn dahin und wandern/ von einem Jahr zum andern,/ wir leben und gedeihen/ vom alten bis zum neuen. 3. Denn wie von treuen Müttern/ in schweren Unge— wittern/ die Kindlein hier auf Erden/ mit Fleiß bewahret werden: 4. Also auch und nicht minder/ läßt Gott ihm seine Rinder,/ wenn Not und Trübsal blitzen,/ in seinem Schoße sitzen. 5. Ach, Hüter unsres Cebens,/ fürwahr, es ist ver⸗ gebens/ mit unserm Tun und Machen,/ wo nicht dein' Augen wachen. 6. Gelobt sei deine Treue,/ die alle Norgen neue;/ Lob sei den starken Zänden,/ die alles Serzleid wenden! 7. CLaß ferner dich erbitten,/ o Vater, und bleib mitten/ in unserm Kreuz und Leiden/ ein Brunnen unsrer Freuden. 8. Gib uns und allen denen,/ die sich von Serzen sehnen/ nach dir und deiner Hulde,/ ein Serz, das sich gedulde. 9. Sprich deinen milden Segen/ zu allen unsern Wegen,/ laß Großen und auch Kleinen/ die Gnaͤdensonne scheinen. J0. Sei der Verlaßnen Vater,/ der Irrenden Berater,/ der Unversorgten Gabe,/ der Armen Gut und Sabe. II. Silf gnädig allen Rranken,/ gib froͤhliche Gedanken/ den hochbetrübten Seelen,/ die sich mit Schwermut quälen. I2. Und endlich, was das meiste,/ füll uns mit deinem — der uns hier herrlich ziere/ und dort zum Simmel uhre. I3. Das alles wollst du geben,/ o unsres Lebens CLeben,/ uns und der Christenschare/ zum selgen neuen Jahrel Paul Gerhardt, 1676. 7⁵ Jahreswechsel Mel. Wie nach einer Wasserquelle. 49 Französischer Psalter 155J. +2—.— ö ö F E RIIII ——— rnn. A⸗ber⸗-mals ein Jahr ver-flos⸗sen/ nä⸗ her Wie ein— wird ab⸗————.5 3— ver⸗ —— — ————— nn,n.. u der E-wig⸗keitl! Herdet Zeit, o Je ⸗ho · va Ze⸗ba·othl/ ————————— iI un ⸗ ver⸗ än· r li⸗—— was soll, was — 4 2— soll ich bringen,/ dei⸗ner Langmut Dank zu sin gen? 2. Ich erschrecke, mächtig Wesen! /Ich versink in Angst und Not;/ denn mein Beten, Singen, Lesen,/ ach, das ist so träg und tot./ Seilig! Seiligl Seiliger!/ Großer Sera⸗ phinen⸗Serrl/ Wehe mir! ich muß vergehen;/ denn wer kann vor dir bestehen? 3. Aber du bist auch sanftmütig,/ o getreues Vaterherzl/ In dem Bůrgen bist du gůtig,/ der gefühlt des Todes Schmerz./ Steh ich nicht in deiner Sand/ eingezeichnet als ein Pfand,/ das du ewig willst bewahren/ vor des bosen Feindes Scharen? 4. Auf, mein Serz, gib dich nun wieder/ ganz dem Friedensfürsten dar!/ Opfre dem des Dankes Lieder,/ welcher kroͤnet Tag und Jahr./ Fang ein neues CLeben an,/ das zum Ziel dich führen kann,/ wo du durch ein selig Sterben/ wirst die Simmelskron ererben. 5. Soll ich denn in dieser Zütten/ mich ein Zeitlang plagen noch,/ so wirst du mich überschütten/ mit Geduld, das weiß ich doch./ Trag auf deinem HZerzen mich,/ Jesu Christe, dir will ich/ heut von neuem mich verschreiben,/ dir auf ewig treu zu bleiben. 4⁰ Jahreswechsel 30 6. An dem Abend und dem Morgen,/ Gott, mein Rat, be⸗ suche mich!/ Caß der Heiden Nahrungssorgen/ nimmer scheiden mich und dich!/ Prüf mich jeden Augenblick,/ gib, daß ich mein Haus beschick,/ daß ich wache, bet und flehe,/ ehe denn ich schnell vergehe. Joachim Meander, 1680. — Berzlich tut mich verlangen. 50 Sans Leo Saßler, I60lI. CE 1 1 — 1 1 +— 55 1 i⸗ Trau⸗ern und durch Pla⸗gen,/ durch durch Boff⸗nung und durch Kla⸗ gen,/ durch — —..— N — N 1 1.— EE Not, durch Angst und Pein, Sor⸗-gen groß und klein bin ich, gott · lob, ge⸗ drun⸗gen./ Dies Jahr ist nun da⸗ hinꝛ/ dir, 1 — L.* DW,s Gott, sei Lob ge⸗ sun⸗gen!/ Be⸗wegt ist Berz und Sinn. 2. Der du mich hast erbauet,/ in dir besteht mein Seil;/ dir ist mein Glück vertrauet,/ du bist und bleibst mein Teil./ Du hast mich wohl erhaͤlten,/ du bist mein Trost und Bort;/ dich laß ich ferner walten;/ Berr, führ mich fort und fort. 3. Mein Gott, o meine Liebe,/ was du willst, will auch ich;/ gib, daß ich nichts verübe,/ was irgend wider dich;/ dir ist mein Will ergeben,/ ja, er ist nicht mehr mein,/ die⸗ weil mein ganzes Ceben/ dein eigen wünscht zu sein. 4. Nach dir soll ich mich schicken,/ und, Herr, ich wills auch tun./ Soll mich die Armut drücken?/ Ich will dabei * 2 Jahreswechsel beruhn./ Soll mich Verfolgung plagen?/ Ja, Berr, befiehl du mir!/ Soll ich Verachtung tragen?/ Ach, ich gehorch auch hier. S. Soll ich verlassen leben?/ Herr Gott, dein Wille gilt./ Soll ich in Angsten schweben?/ Mein Seiland, wie du willt./ Soll ich denn Krankheit leiden? Ich will gehorsam sein./ Soll ich von hinnen scheiden?/ Herr, dein Will ist auch mein. 6. Heut ist das Jahr beschlossen;/ Serr, deine Gnade sei/ heut auf mich neu ergossen,/ mein Berze werd auch neu./ Caß ich die alten Suͤnden,/ so werd ich, Gott, bei dir/ auch neuen Segen finden,/ dein Wort verspricht es mir. G. Wilhelm Sacer, I699. 4. Jesum laß ich nicht. 5 1 Johann Uhlich, 1674. ESSSS 11 soll die Lo-sung sein,/ da ein Je su Na⸗ me soll al⸗ lein/ de⸗ nen ä— neu ⸗es Jahr er⸗schie nenz zum Pa⸗ nie re die⸗nen, die in sei nem EEEE Bun⸗de stehn/ und auf sei nen we⸗ gen gehn. 2. Jesu Name, Jesu wort/ soll in der Gemeinde schallen,/ und so oft wir an den Ort,/ der nach ihm genannt ist, wallen,/ mache seines Namens Ruhm/ unser Serz zum Heiligtum. 3. Sein Versuhnen und sein Seil/ wollen wir im Glauben ehren;/ also wird es uns zuteil,/ wird sich täglich bei uns meh⸗ ren;/ auch fürs neue Jahr uns beut/ Jesu Rame Seligkeit. 4. Unsre Wege wollen wir/ nun in Jesu Namen gehen;/ geht uns dieser Ceitstern für,/ so wird alles wohl bestehen/ und durch seinen Gnaͤdenschein/ alles voller Segen sein. Jahreswechsel 32 5. Alle Sorgen, alles Ceid/ soll sein Name uns ver⸗ süßen,/ so wird alle Bitterkeit/ uns ein Segen werden müssen./ Jesu Nam sei Sonn und Schild,/ welcher allen Rummer stillt. 6. Jesus, aͤller Bürger Heil/ unserm Ort ein Gnaͤden⸗ zeichen,/ unsres Candes bestes Teil,/ dem kein Kleinod zu vergleichen,/ Jesus, unser Schutz und Sort,/ bleib uns Losung fort und fort. Benjamin Schmolck, 1 1737. 9—— Mel. Es ist das Seil uns kommen her. Vorreformatorisch. Wittenberg 1523. ————— 4—. 5 Gott ruft der Sonn und schafft den Mond,/ das schafft es, daß man si⸗ cher wohnt,/ und —— 5— Jahr da⸗ nach zu tei ⸗ len;/ 1 heißt die Jei ten ei len;/ er V ord⸗net —.— 4— Jah re, Tag und Nacht. /Auf, laßt uns ihm, dem 1 I —.———— 20— 1 2—— Gott der Macht,/ Ruhm, Preis und Dank er⸗ tei ⸗len! 2. Herr, der da ist und der da warl/ Von dankerfüllten Jungen/ sei dir fur das verfloßne Jahr/ ein heilig Cied ge⸗ sungen,/ für Leben, Wohlfahrt, Trost und Rat,/ fur Fried und Ruh, für jede Tat,/ die uns durch dich gelungen. 3. Caß auch dies Jahr gesegnet sein,/ das du uns neu gegeben,/ verleih uns Kraft— die Rraft ist dein—,/ in deiner Furcht zu leben!/ Du schützest uns, und du vermehrst/ der Menschen Glück, wenn sie zuerst/ nach deinem Reiche streben. 33 Darstellung und Erscheinung Jesu Christi 4. Hilf deinem Volke väterlich/ in diesem Jahre wieder,/ erbarme der Verlaßnen dich/ und der bedrängten Glieder;/ gib Glück zu jeder guten Tat/ und laß dich, Gott, mit Beil und Rat/ auf unserm Volke nieder: 5. Daß Weisheit und Gerechtigkeit/ in unsrem LCande throne,/ daß Tugend und Zufriedenheit/ in allen Ständen wohne,/ daß Treu und Liebe bei uns sei,/ dies, lieber Vater, dies verleih/ in Christo, deinem Sohnel Christian Fürchtegott Gellert, 1 1769. Darstellung und Erscheinung Jesu Christi (Auch Lied Mr. 269.) Mel. Un ser Serrscher, unser Röͤnig. 53 Bremen 1680. E—— SS..... 40 de licht, du Stadt der Sei ⸗den,/ und du, schau⸗e, welch ein Glanz mit Freu⸗den/ ü⸗ber —— 2 + 1 2 E — 1— 2 Sa ⸗lem, wer ⸗de licht; dei ⸗ nem Saupt an⸗bricht!/ Vott hat de rer N D 1 II PSPSPIIIFIFIFI.IIIIII I 1— I 1—t. nicht ver⸗ges⸗ sen,/ die im Fin· stern sind ge⸗ ses ⸗sen. 2. Dunkelheit, die mußte weichen,/ als dies Licht kam in die Welt,/ dem kein andres zu vergleichen,/ welches alle Ding erhalt./ Die nach diesem Glanze sehen,/ dürfen nicht im Finstern gehen. 3. Ach, wie waren wir verblendet,/ ehe noch dies Licht brach an!/ Ja, da hatte sich gewendet/ schier vom Bimmel jedermann;/ unsre Augen und Gebärden/ hingen einzig an der Erden. Darstellung und Erscheinung Jesu Christi 34 4. Gottes Rat war uns verborgen,/ seine Gnaͤde schien uns nicht,/ Klein und Große mußten sorgen,/ jedem fehlt' es an dem Licht,/ das zum rechten Simmelsleben/ seinen Glanz uns sollte geben. 5. Aber wie hervorgegangen/ ist der Aufgang aus der Höh,/ haben wir das Licht empfangen,/ welches so viel Angst und Weh/ aus der Welt hinweggetrieben,/ daß nichts Dunkles ist geblieben. 6. Dieses Licht läßt uns nicht wanken/ in der rechten Glaubensbahn./ Ewig, Serr, will ich dir danken,/ daß du hast so wohlgetan/ und uns diesen Schatz geschenket,/ der zu deinem Reich uns lenket. 7. Gib, Herr Jesu, Kraft und Stärke,/ daß wir dir zu jeder Zeit/ durch der Ciebe Glaubenswerke/ folgen in Ge⸗ rechtigkeit/ und hernach im Freudenleben/ heller als die Sterne schweben. 8. Dein Erscheinen muß erfüllen/ mein Gemüt in aller NVot;/ dein Erscheinen müsse stillen/ meine Seel auch gar im Tod;/ Herr, in Freuden und im Weinen/ müsse mir dein Licht erscheinen! 9. Jesu, laß mich endlich gehen/ freudig aus der bösen Welt,/ dein so helles Licht zu sehen,/ das mir dort schon ist bestellt,/ wo wir sollen unter Rronen/ in der schönsten Rlaͤrheit wohnen. Johann Rist, T 667. 5⁴ Mel. Valet will ich dir geben(Nr. 44½. J. Berr Jesu, Licht der Zeiden,/ der Frommen Schatz und Lieb!/ Wir kommen jetzt mit Freuden/ durch deines Geistes Trieb/ in diesen deinen Tempel/ und suchen mit Begier/ nach Simeons Exempel/ dich, Gottes Sohn, allhier. 2. Du wirst von uns gefunden, /o Herr, an jedem Ort,/ dahin du dich verbunden/ durch dein Verheißungswort;/ vergönnst noch heutzutage,/ daß man dich gleicherweis/ auf Glaubensarmen trage,/ wie hier der fromme Greis. 3. Sei unser Glanz in Wonne,/ ein helles Licht in Pein,/ in Schrecken unsre Sonne,/ im Kreuz ein Gnadenschein,/ 50 55 Darstellung und Erscheinung Jesu Christi in Zagheit Glut und Feuer,/ in Not ein Freudenstrahl,/ in Banden ein Befreier,/ ein Stern in Todesqual! 4. Herr, laß auch uns gelingen,/ daß einst wie Simeon/ ein jeder Christ kann singen/ den schönen Schwaͤnentonꝛ/ Mir werden nun mit Frieden/ die Augen zugedrückt,/ nach⸗ dem ich schon hienieden/ den Seiland hab erblickt. S. Ja, ja, ich hab im Glauben,/ mein Jesu, dich geschaut;/ kein Feind kann dich mir rauben,/ dräut er auch noch so laut./ Ich wohn in deinem Serzen,/ und in dem meinen du;/ uns scheiden keine Schmerzen,/ kein Angst, kein Tod dazu. Johann Franck, + 1677. 55 Mel. Lobt Gott, ihr Christen allzugleich(Nr. 30. J. Auf, Seele, auf und säume nichtl/ Es bricht das Cicht herfür;/ der Wunderstern gibt dir Bericht,/ der Seld sei vor der Tür. 2. Geh aus von deinem Vaterland,/ zu suchen solchen Herrn,/ laß deine Augen sein gewandt/ auf diesen Morgen⸗ stern! 3. Gib acht auf diesen hellen Schein,/ der aufgegangen ist;/ er fuͤhret dich zum Kind hinein,/ das heißet Jesus Christ. 4. Er ist der deld aus Davids Stamm,/ der alle Feinde schlaͤgt;/ er ist das teure Gotteslamm,/ das unsre Suͤnden trägt. õ. Drum mache dich behende auf,/ befreit von aller Cast,/ und laß nicht ab von deinem LCauf,/ bis du dies Kindlein hast. 6. Halt dich im Glauben an das Wort,/ das fest ist und gewiß; /das führet dich zum Lichte fort/ aus aller Finsternis. 7. Drum sinke nur vor seinem Glanz/ in tiefste Demut ein/ und laß dein Serz erleuchten ganz/ von solchem Freudenschein! 8. Gib dich ihm selbst zum Gpfer dar/ mit Geist und Leib und Seel/ und singe mit der Engel Schar:/ Bier ist Im⸗ manuell Darstellung und Erscheinung Jesu Christi 36 9. Hier ist das Ziel, hier ist der Ort,/ wo man zum Leben geht;/ hier ist des Paraͤdieses Pfort,/ die wieder offensteht. J0. Sier faͤllen alle Sorgen hin,/ zur CLust wird alle Pein;/ es wird erfreuet Serz und Sinn,/ denn Gott ist wieder dein. II. Der zeigt dir einen andern Weg,/ als du vorher ge— kannt:/ den stillen Ruh- und Friedenssteg/ zum ewgen Vaterland. Michael Müller, T 704. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. 56 Zohann Uhlich, 1674. 0 —..—— 5. ö x 1 Je-su, gro⸗ßer Wun⸗derstern,/ der aus Umei⸗-ne See⸗le will so gern/ dir an P I Ja⸗kob ist er⸗ schie nen, dei⸗nem Fe⸗ste die⸗ nen; 2— 1 —..—, ——— — gnä⸗ dig an,/ was ich Ar ⸗mer schen⸗ken kann. 2. Nimm das Gold des Glaubens hin,/ wie ichs von dir⸗ selber habe/ und damit beschenket bin,/ so ist dirs die liebste Gabe;/ laß es auch bewährt und rein/ in dem Trübsals⸗ feuer sein! 3. Wimm den Weihrauch des Gebets,/ laß denselben zu dir dringen;/ Herz und Cippen sollen stets/ ihn als Opfer vor dich bringen;/ wenn ich bete, nimm es auf/ und sprich Ja und Amen draufl 4. Wimm die Myrrhen bittrer Reu; /ach mich schmerzet meine Sünde! /Aber du bist fromm und treu,/ daß ich Trost und Gnaͤde finde/ und nun froͤhlich sprechen kannꝛ/ Jesus nimmt mein Gpfer an. Erdmann Neumeister, + 1756. 33 E nimm doch, nimm doch 57 Darstellung und Erscheinung Jesu Christi 57 Mel. Rommt her zu mir, spricht Gottes Sohn Nr. I53). J. Wohlaͤuf, mein Serz, verlaß die Welt,/ dem, der für dich sich dargestellt,/ nun dich auch darzustellen!/ Er ist das Licht, drum sei gewiß,/ er wird auch deine Finsternis/ durch seinen Glanz erhellen. 2. Ach, du sollst ihm ein Tempel sein!/ Er selbst macht dich von Sünden rein/ und hat Lust, hier zu wohnen./ Doch, finstres Herz, auf, werde licht!/ Denn Jesus wohnt in Berzen nicht,/ die noch der Luͤste schonen. 3. Wer dich begehret, Gottes Sohn,/ vom Geist erweckt wie Simeon,/ zu seinem Heil zu haben,/ Gott fürchtet, sich der Welt entwoͤhnt,/ aus ihr sich nach dem Simmel sehnt,/ der opfert rechte Gaben. 4. Wer auf die Treue Gottes baut,/ im Glauben seinen Beiland schaut,/ der kann in Frieden fahren./ Der Heiland hält, was er verspricht,/ er wird sich ihm in seinem Licht/ dort herrlich offenbaͤren. 5. Herr, mache mich gerecht und rein,/ Herr, laß mich stets voll Glaubens sein,/ mich stets im Geiste leben,/ bis du auch mich, wenn dirs gefällt,/ im Frieden wirst aus dieser Welt/ zu deiner Wonn erheben. Nach Laurenti(+ 1722) von Joh. Adolf Schlegel, 4 1793. CLamm SGot⸗⸗tes, un⸗ —— ——— schul⸗ dig/ am Stamm des Rreuzes I A/ 2 E— Z— ge ⸗schlach⸗tet,/ all⸗zeit er · fun ⸗· den ge⸗ dul⸗dig,/ IAI=—— ——— ä— *— wie⸗wohl du wa⸗ rest ver⸗ach⸗tet;/ all Sünd — 12——5 ö Zanniuiimer hast du ge⸗ tra ⸗gen,/ sonst müß⸗ten wir ö ö f 2. ver⸗za ⸗ gen;/ er⸗ barm dich un⸗ ser, o Je⸗sul 35 Passion 2. O Camm Gottes, unschuldig/ am Stamm des Rreuzes geschlachtet,/ allzeit erfunden geduldig,/ wiewohl du warest verachtet;/ all Sünd haͤst du getragen,/ sonst müßten wir verzagen;/ erbarm dich unser, o Jesul 3. O Camm Gottes, unschuldig/ am Stamm des Rreuzes geschlachtet,/ allzeit erfunden geduldig,/ wiewohl du warest verachtet;/ all Sünd hast du getragen/ sonst müßten wir verzagen;/ gib deinen Frieden, o Jesu! Nach dem Agnus dei) Mikolaus Decius, 1541. 4.— Wie nach einer Wasserquelle. 59 Franzöõ sischer Psalter, 155J. CE 5 ö ö S.I— 1 e su, dei ne tie⸗fen Wun⸗den,/ dei ⸗ ne Uge⸗ben mir zu al⸗len Stun⸗den/ Trost in i E Qual und bitt⸗ rer Tod * fällt mir et⸗was Ar⸗ges ein,/ d.. denk ich bald an dei⸗ ne Pein;/ die ver⸗lei⸗det 5 ö— H . Ernnd—— rrn E ———.— mei⸗nem Ber⸗zen,/ mit der Sünde je zu scher⸗ zen. 2. Will sich dann in Lüsten weiden/ mein verderbtes Fleisch und Blut,/ so gedenk ich an dein Leiden,/ bald wird alles wieder gut./ Setzet der Versucher mir/ heftig zu, halt ich ihm für/ deine Gnad und Gnaͤdenzeichen:/ bald muß er von dannen weichen. 3. Will die Welt mein Herz verführen/ auf die breite Sün⸗ denbahn,/ wo so viele sich verlieren,/ alsdann schau ich emsig Passion 60 an/ deiner Marter Zentnerlast,/ die du ausgestanden hast;/ so kann ich in Andacht bleiben,/ alle böse Cust vertreiben. 4. Ja, für alles, das mich kränket,/ mir dein Leiden Silfe schafft;/ wenn mein Herz hinein sich senket,/ schöpf ich neue Lebenskraft./ Deines Trostes Süßigkeit/ wendet mir das bittre Ceid,/ der du mir das Heil erworben,/ da du bist für mich gestorben. 5. Auf dich setz ich all mein Zoffen,/ du bist meine ZJu⸗ versicht;/ dein Tod hat den Tod getroffen,/ daß er mich kann töten nicht./ Daß ich an dir habe teil,/ bringet Trost mir, Schutz und Heil;/ deine Gnaͤde wird mir geben/ Auf⸗ erstehung, Licht und Ceben. 6. Hab ich dich in meinem Serzen,/ du Brunn aller Gütigkeit,/ so empfind ich keine Schmerzen/ auch im letzten RKampf und Streit./ Ich verberge mich in dich,/ kein Feind kann verletzen mich;/ wer vertraut auf deine Wun⸗ den,/ der hat selig überwunden. Johann Seermann, 1647. 6⁰ 9965 Johann Crüger, J640. DWE........... ———.— J. Berz⸗lieb⸗ster Je⸗su, was hast du ver⸗bro chen,/ 2—— n.——— . 2—— DIE daß man ein solch scharf Urteil hat gesprochen?/ Was ist die 1 Schuldꝰ? In was für Mis⸗se⸗ ta⸗ ten/ bist du ge⸗ ra⸗ ten? 2. Du wirst gegeißelt und mit Dorn gekrönet,/ ins An⸗ gesicht geschlagen und verhöhnet,/ du wirst mit Essig und mit Gall getränket,/ ans Kreuz gehenket. 3. Was ist doch wohl die Ursach solcher Plagen?/ Ach, meine Sünden haben dich geschlagen;/ ich, o Serr Jesu, habe dies verschuldet,/ was du erduldet. E 1 E 5⁷ 61 Passion 4. Wie wunderbaͤrlich ist doch diese Strafe!/ Der gute Birte leidet für die Schafe,/ die Schuld bezahlt der Serre, der Gerechte,/ für seine Knechte. 5. O große Lieb, o Lieb ohn alle Maße,/ die dich ge⸗ bracht auf diese Marterstraße;/ ich lebte mit der Welt in Cust und Freuden,/ und du mußt leiden. G. Ach großer Rönig, groß zu allen Zeiten,/ wie kann ich gnugsam solche Treu ausbreiten?/ Kein Menschenherz ver⸗ mag es auszudenken,/ was dir zu schenken. 7. Ich kanns mit meinen Sinnen nicht erreichen,/ womit doch dein Erbarmen zu vergleichen;/ wie kann ich dir denn deine Ciebestaten/ im Werk erstatten? 8. Doch ist noch etwas, was dir angenehme:/ wenn ich des Fleisches Lüste dämpf und zähme,/ daß sie aufs neue nicht mein Herz entzünden/ mit alten Sünden. 9. Weil aber es nicht steht in eignen Fräften,/ fest die Begierden an das Kreuz zu heften,/ so gib mir deinen Geist, der mich regiere,/ zum Guten füͤhre. Io. Dann werd ich dir zu Ehren alles wagen,/ kein Rreuz mehr achten, keine Schmach und Plagen,/ nichts von Ver⸗ folgung, nichts von Todesschmerzen/ nehmen zu Serzen. II. Dies alles, obs für schlecht zwaͤr ist zu schätzen,/ wirst du es doch nicht gar beiseite setzen,/ in Gnaden wirst du dies von mir annehmen,/ mich nicht beschämen. I2. Wenn dort, Serr Jesu, wird vor deinem Throne/ auf meinem Saupte stehn die Ehrenkrone,/ da will ich dir, wenn alles wird wohl klingen,/ Lob und Dank singen. Johann Seermann, f 1647. Mel. Wie nach einer Wasserquelle. 61 cranzo sischer Psalter, 155J. I ————— — 2. —+—z 1 Der am Kreuz ist mei⸗ ne Lie⸗be,/ mei⸗ne Iweg, ihr ar⸗gen Sün den ⸗trie⸗be,/ Welt und Passion 62 gute 4——.— ö e, der..——.— CLieb ist eern E 11 bge⸗ Keiseh mit en rer Kistl Eu⸗re Lieb ist nicht von Gott,/ It in————— + ————— in ich eu⸗re CLieb ist gar der Tod. /Der am Rreuz ist 1—⁷3 ö 42.—.5. omit mei⸗ne Lie⸗be,/ weil ich mich im Glau⸗ben u⸗be. denn 2. Der am Rreuz ist meine Liebe!/ Frevler, was be⸗ fremdets dich,/ daß ich mich im Glauben uͤbe?/ Jesus gab n ich sich selbst für mich./ So waͤrd er mein Friedeschild,/ aber neue auch mein Lebensbild./ Der am Rreuz ist meine Liebe,/ weil ich mich im Glauben übe. st die 3. Der am Kreuz ist meine Ciebe!/ Sünde, du besiegst Beist, mich nicht. Weh mir, wenn ich den betrüͤbe,/ der fur mich ging ins Gericht!/ Kreuzigt ich nicht Gottes Sohn?/ vreuz Spräch ich seinem Blut nicht Sohn?/ Der am Kreuz ist Ver⸗ meine Liebe,/ weil ich mich im Glauben uͤbe. rzen. 7. Der am Kreuz ist meine Ciebe!/ Reine Not, wie haͤrt und groß,/ Hunger, Blöße, Geißelhiebe,/ nichts macht mich Gie von Jesus los;/ nicht Gewaͤlt, nicht Gold, nicht Ruhm,/ dies Engel nicht, kein Fürstentum./ Der am Kreuz ist meine Liebe,/ weil ich mich im Glauben übe. auf S. Der am Kreuz ist meine Liebel/ RKomm, Tod, komm, mein dir, bester Freundl/ Wenn ich wie ein Staub zerstiebe,/ wird mein Jesus mir vereint./ Da, da schau ich Gottes Camm,/ meiner 16⁴⁷. Seele Bräutigam./ Der am Kreuz ist meine Liebe,/ weil ich mich im Glauben übe. Ende des I7. Jahrhunderts. I55J. —. 6²(I5. Jahrhundert.) Erfurt 1524. 2. ͤ T E SS ne 1 wenn mich mein Sün⸗den krän⸗ken,/ o mein Herr und sbso laß mich wohl be⸗den⸗ken,/ wie du ge⸗ 5 Passion 95 6 d. dnt +— öä38 den oün und al⸗le mei⸗ne Sündenlaͤst/ am Stamm — EX 1 —H ö ́ᷓᷓPP EEET des heil⸗gen Rreu⸗zes/ auf dich ge⸗nommen hast. 2. O Wunder ohne Maßen,/ wenn mans betraͤchtet recht!/ Es hat sich maͤrtern lassen/ der Serr für seinen Rnecht;/ selbst seinen eingen Sohn hat Gott/ für mich ver⸗ lornen Menschen/ gegeben in den Tod. 3. Was kann mir denn nun schaden/ der Sünden große Jahl? /Ich bin bei Gott in Gnaden;/ die Schuld ist allzu⸗ mal/ bezahlt durch Christi teures Blut,/ daß ich nicht mehr darf fürchten/ der Hölle Qual und Glut. 4. Drum saͤg ich dir von Zerzen/ jetzt und mein Leben lang/ für deine Pein und Schmerzen,/ o Jesu, Lob und Dank,/ für deine Wot und Angstgeschrei,/ für dein un⸗ schuldig Sterben,/ fuͤr deine Lieb und Treu. 5. Berr, laß dein bittres Leiden/ mich reizen für und für,/ mit allem Ernst zu meiden/ die sündliche Begier,/ daß mir nie komme aus dem Sinn,/ wieviel es dich gekostet,/ daß ich erlöset bin. 6. Mein Kreuz und meine Plagen,/ sollts auch sein Schmach und Spott,/ hilf mir geduldig tragen;/ gib, o mein Herr und Gott,/ daß ich verleugne diese Welt/ und treu dem Beispiel folge,/ das du mir vorgestellt. 7. CLaß mich an andern üben,/ was du an mir getan,/ und meinen Nächsten lieben,/ gern dienen jedermann/ ohn Eigennutz und Seuchelschein/ und, wie du mir erwiesen,/ aus reiner Lieb allein. 8. Caß endlich deine Wunden/ mich trosten kräftiglich/ in meinen letzten Stunden/ und des versichern mich:/ weil ich auf dein Verdienst nur trau,/ du werdest mich annehmen,/ daß ich dich ewig schau. Justus Gesenius, 1673. Passion 63 Mel. Serzlich tut mich verlangen. 63 Zans Leo Saßler, 160J. ast. achtet seinen h ver⸗ große allzu⸗ mehr Ceben bund n un⸗ rund daß ostet,/ hsein gib, o und tan,/ ohn esen,/ ich/ in eil ich men,/ + I673. I II ,.— — 2——— IISIIi — Saupt voll Blut und Wun⸗den,/ voll I. Saupt, zum Spott ge⸗ bun-⸗den/ mit E I EE Schmerz und vol ⸗ler Bohn; ei„ ner Dor⸗- nen kron; o Haupt, sonst —————— — schon ge⸗ krö⸗ net/ mit höchster Ehr und Zier,/ jetzt — 2— ö—.— 3....— a⸗ber höchst ver⸗höh⸗net,/ ge⸗grü⸗ßet seist du mirl 2. Du edles Angesichte,/ davor das Reich der Welt/ er⸗ schrickt und wird zunichte,/ wie bist du so entstellt,/ wie bist du so erbleichet!/ Wer hat dein Augenlicht,/ dem sonst kein Licht mehr gleichet,/ so schändlich zugericht't? 3. Nun, was du, Herr, erduldet,/ ist alles meine Last,/ ich hab es selbst verschuldet,/ was du getragen hast./ Schau her, hier steh ich Armer,/ der Jorn verdienet hat;/ gib mir, o mein Erbarmer,/ den Anblick deiner Gnaͤdl 4. Erkenne mich, mein Huͤter,/ mein Zirte, nimm mich an!/ Von dir, Quell aller Güͤter,/ ist mir viel Guts getan;/ dein Wort hat mich gelabet/ mit süßer Gnadenkost,/ dein Geist hat mich begabet/ mit reichem Zimmelstrost. 5. Ich will hier bei dir stehen,/ verachte mich doch nicht;/ von dir will ich nicht gehen,/ wenn dir dein Zerze bricht;/ wenn dein Haupt wird erblassen/ im letzten Todesstoß,/ als⸗ dann will ich dich fassen/ in meinen Arm und Schoß. G. Es dient zu meinen Freuden/ und kommt mir herzlich wohl,/ wenn ich in deinem Ceiden,/ mein Seil, mich finden 3 61 i S Passion soll./ Ach, möcht ich, o mein Ceben,/ an deinem Kreuze hier/ mein Ceben von mir geben,/ wie wohl geschähe mir! 7. Ich danke dir von Herzen, /o Jesu, liebster Freund,/ fuͤr deines Todes Schmerzen,/ da dus so gut gemeint./ Ach, gib, daß ich mich halte/ zu dir und deiner Treu,/ und wenn ich nun erkalte,/ in dir mein Ende sei. 8. Wenn ich einmal soll scheiden,/ so scheide nicht von mir,/ wenn ich den Tod soll leiden,/ so tritt du dann her— fůr;/ wenn mir am allerbängsten/ wird um das Serze sein,/ so reiß mich aus den Ängsten/ kraft deiner Angst und Pein. 9. Erscheine mir zum Schilde,/ zum Trost in meinem Tod,/ und laß mich sehn dein Bilde/ in deiner Rreuzesnot;/ da will ich nach dir blicken,/ da will ich glaͤubensvoll/ dich fest an mein Herz drücken. /Wer so stirbt, der stirbt wohl. Paul Gerhardt, 4 1676. Nach einem lateinischen Lied des dreizehnten Jahrhunderts. 5— O Welt, ich muß dich lassen. 64(Seinrich Isaak,f 1517.) 1536. E+ ö . OR Welt, sieh hier dein Le-ben/ am Stamm des — SIIISSIIIIIIIIIIII Rreuzes 92—535 ben, dein Beil sinkt in den Tod!/ Der a.e gro⸗ße 3— 11— Eh⸗ren 9655 2—— 1— be⸗ S———.. schwe⸗ ren/ mit Schlä⸗gen, Hohn und großem Spott. 2. Tritt her und schau mit Fleiße,/ wie er mit Todes⸗ schweiße/ und Blut ist uͤberfuͤllt;/ ꝛus seinem edlen herzen/ vor unerschöpften Schmerzen/ ein Seufzer nach dem andern quillt. 3. Wer hat dich so geschlagen,/ mein Heil, und dich mit Plagen/ so übel zugericht't?/ Du bist ja nicht ein Sünder,/ wie wir und unsre Kinder,/ von Übeltaten weißt du nicht. + 1676. underts. 1536. quillt. ch mit der,/ nicht. Passion 65 4. Ich, ich und meine Sünden,/ die sich wie Körnlein finden/ des Sandes an dem Meer,/ die haben dir erreget/ das Elend, das dich schläget,/ und deiner Martern ganzes Heer. 5. Du setzest dich zum Bürgen,/ ja lässest dich erwürgen/ fuͤr mich und meine Schuld;/ mir lässest du dich kroͤnen/ mit Dornen, die dich höhnen,/ und leidest alles mit Geduld. G. Ich bin, mein Seil, verbunden/ all Augenblick und Stunden/ dir überhoch und sehr;/ was Ceib und Seel ver⸗ mögen,/ das soll ich billig legen/ allzeit an deinen Dienst und Ehr. 7. Wun, ich kann nicht viel geben/ in diesem armen Leben,/ eins aber will ich tun: /es soll dein Tod und Ceiden,/ bis Ceib und Seele scheiden,/ mir stets in meinem Berzen ruhn. 8. Ich wills vor Augen setzen,/ mich stets daran ergoͤtzen,/ ich sei auch, wo ich sei;/ es soll mir sein ein Spiegel/ der Un⸗ schuld und ein Siegel/ der Cieb und unverfaͤlschten Treu. 9. Ich will darin erblicken,/ wie ich mein Serz soll schmücken/ mit stillem, sanftem Mut,/ und wie ich die soll lieben,/ die mich doch sehr betrüben/ mit Werken, so die Bosheit tut. J0. Ich will mich mit dir schlagen/ ans Kreuz und dem absagen,/ was meinem Fleisch gefällt;/ was deine Augen hassen,/ das will ich fliehn und lassen,/ gefiel es auch der ganzen Welt. II. Dein Seufzen und dein Stöhnen/ und die viel tausend Tränen,/ die für mich weintest du,/ die sollen mich am Ende/ in deinen Schoß und Hände/ begleiten zu der ewgen Ruh. Paul Gerhardt, +1676. Mel. An Wasserflüssen Babylon. 65 Straßburg 1524. —.— —.———————.— 2 +—— — . Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld/ der es geht und trä⸗ get in Ge⸗ ⸗duld/ die 63 Passion Zahhi EEE—— Welt und ih⸗ rer Rin⸗der; Sün ⸗den al ler Sün⸗der; es geht da⸗hin, wird ö—=..D— ä IIIIII matt und krank,/ er⸗gibt sich auf die Wür⸗ge⸗bank,/ ver⸗ eer———= 2— 2— 2 119—59——4 zicht't auf al⸗le Freu⸗ den;/ es nimmt auf sich Schmach, SIPIIIIII— —. Hohn und Spott, Angst, wunden, Striemen, Rreuz und —— D— — 5— SDIie —2 Tod/ und spricht:„Ich wills gern leii. den.“ 2. Das Cämmlein ist der große Freund/ und Seiland unsrer Seelen;/ den, den hat Gott zum Sündenfeind/ und Sühner wollen wählen:/„Geh hin, mein Rind, und nimm dich an/ der Kinder, die von Anfang an/ verdienet Straf und Ruten;/ die Straf ist schwer, der Zorn ist groß,/ du kannst und sollst sie machen los/ durch Sterben und durch Bluten.“ 3. Ja, Vater, ja, von Serzensgrund,/ leg auf, ich wills gern traͤgen!/ Mein Wollen hängt an deinem Mund,/ mein Wirken ist dein Sagen.“/ O Wunderlieb, o Liebesmacht,/ du kannst, was nie ein Mensch gedacht,/ Gott seinen Sohn abdringen;/ o Liebe, Liebe, du bist stark,/ du streckest den in Grab und Sarg,/ vor dem die Felsen springen! 4. Mein Lebetage will ich dich/ aus meinem Sinn nicht lassen;/ dich will ich stets, gleich wie du mich,/ mit Liebes⸗ armen faͤssen,/ du sollst sein meines Serzens Licht,/ und Passion 66 wenn mir aͤuch mein Serz zerbricht,/ sollst du mein Berze bleiben;/ ich will mich dir, mein höchster Ruhm,/ hiermit zu deinem Eigentum/ beständiglich verschreiben. S. Ich will von deiner Lieblichkeit/ bei Nacht und Tage singen,/ mich selbst auch dir zu aller Zeit/ zum Freudenopfer bringen./ Mein Bach des Lebens soll sich dir/ und deinem Namen fuͤr und fuͤr/ in Dankbarkeit ergießen,/ und was du mir zu gut getan,/ das will ich stets, so tief ich kann,/ in mein Gedächtnis schließen. Paul Gerhard, 4 1676. 66 Christoph Anton, I65J. X +—..— —.—— + Ti— SISISIISIIIIIIII.III 5 1 Je⸗su, mei⸗ nes Le⸗ bens Le⸗ben,/ Je⸗su, Ider du dich für mich ge—ge⸗ben/ in die —.—.— ö—.—.——2——— —. äSIAISII.I.... mei⸗nes To⸗des Tod H Ser⸗ tief ⸗ ste See⸗len⸗not, —— I 1 ———— L nur daß ich nicht möchte ster⸗ben;/ tau⸗ send⸗, tau⸗send⸗ E——— ö mal sei dir,/ lieb⸗ster Je⸗ su, Dank da⸗ für. 2. Du, ach du haͤst ausgestaͤnden/ Caͤsterreden, Spott und Hohn,/ hast getragen Strick und Banden,/ du gerechter Gottessohn,/ nur mich Armen zu erretten/ von den schweren Sündenketten;/ tausend⸗, taͤusendmal sei dir,/ liebster Jesu, Dank dafür. 3. Willig ließest du dich schlagen,/ mich zu lösen von der DPein,/ ließest faͤlschlich dich anklagen,/ daß ich koͤnnte sicher sein;/ daß ich möchte trostreich prangen,/ hast du sonder Trost gehangen,/ tausend⸗, taͤusendmal sei dir,/ liebster Jesu, Dank dafür. 6⁵ 67 Passion 4. Du hast dich in Not versenket,/ wurdest, ach, fuͤr meine Schuld/ mit dem Todeskelch getränket,/ littest alles mit Geduld;/ daß ich wurde freigegeben,/ gabst du hin dein teures irn tausend⸗, tausendmal sei dir,/ liebster Jesu, Dank dafür. 5. Deine Demut hat gebüßet/ meinen Stolz und über— mut,/ dein Tod meinen Tod versůßet;/ es kommt alles mir zu gut;/ dein Verlassensein, dein Schreien/ muß zu Ehren mir gedeihen;/ taͤusend⸗, tausendmal sei dir,/ liebster Jesu, Dank dafur. 6. Nun, ich danke dir von Herzen,/ Jesu, für gesamte Not,/ fur die Wunden, fuͤr die Schmerzen,/ fuͤr den herben, bittern Tod;/ für dein Zittern, fuͤr dein Zagen,/ deine tausendfachen Plagen,/ für dein Ach und tiefe Pein/ will ich ewig dankbaͤr sein. Ernst Christoph Somburg, 168I. (Oder wie Nr. 248.) 67 Mürnberg 1684. .............. 2OSEEE 2 O du Lie⸗be mei⸗ ner Lie⸗be,/ du er⸗ I. die du dich aus höch-stem Trie⸗be/ in das —3—. wünsch⸗te Se⸗lig⸗-keit,) 5 3 jam⸗ mer vol le Leid dei⸗nes Lei⸗dens mir zu EEEEEEE guate/ als ein Op⸗fer ein⸗ge⸗stellt/ und be⸗ zahlt mit E III dei⸗-nem Blu⸗te /al⸗le Mis⸗se ⸗ tat der Welt. 2. Ciebe, die mit heißen Tränen/ an dem Glberg sich be— trübt; /Ciebe, die mit heißem Sehnen/ unaufhoͤrlich fest geliebt;/ Ciebe, die den eignen Willen/ in des Vaters ssion meine es mit teures Dank Über⸗ es mir Ehren Jesu, samte erben, deine will +I68J. Passion 68 Willen legt/ und, den Fluch der Welt zu stillen,/ treu die LCast des Kreuzes trägt. 3. Liebe, die mit starkem Serzen/ Schmach und Casterung gehoͤrt;/ Ciebe, die in Angst und Schmerzen/ bis zum Tod blieb unversehrt; /Ciebe, die sich liebend zeiget,/ da der Atem geht zu End; /Liebe, die sich liebend neiget,/ da sich Ceib und Seele trennt. J. Ciebe, die für mich gestorben/ und ein immerwährend Gut/ an dem Rreuzesholz erworben,/ ach, wie denk ich an dein Blut!/ Ach, wie dank ich deinen Wunden,/ du ver⸗ wundte Liebe du,/ wenn ich in den letzten Stunden/ sanft an deinem Herzen ruh. 5. Liebe, die sich totgekranket/ und fuͤr mein erkaltet Herz/ in ein kaltes Grab gesenket,/ ach, wie dank ich deinem Schmerzl/ Habe Dank, daß du gestorben,/ daß ich ewig leben kann,/ und der Seelen Seil erworben;/ nimm mich ewig liebend an! Elisabeth von Senitz, 1679. 68 Mel. Wer weiß, wie nahe mir mein Ende. I738. 2— ö —6——..—— 2 Es ist vollbracht! Er ist ver⸗schie⸗den,/ mein der Frie⸗-de⸗-fuͤrst entschläft im Frieden,/ die .—4 Je⸗sus schließt die Au⸗gen zu; ö — Le⸗bens ⸗son⸗ ne geht zur Ruh/ und sinkt in stil ⸗le tmit E.— 85—5—— S..—— 1 — To⸗des⸗-nacht./ O gro⸗ßes Wort: Es ist voll⸗bracht! elt. 2. Es ist vollbrachtl Er hats gesprochen,/ das ewge Wort ch be⸗ muß sprachlos sein;/ das Herz der Treue wird gebrochen,/ h fest den Fels des Seils umschließt ein Stein;/ die hoͤchste Kraft aters ist nun verschmacht't./ O wahres Wort: Es ist vollbracht! 67 69 Passion 3. Es ist vollbracht! Ihr, meine Sünden,/ verdaͤmmet nun mein Herz nicht mehr./ Vom Himmel her hoͤr ich ver⸗ künden:/ des Sohnes Blut erlangt Gehör;/ am Kreuz hats Frieden uns gemacht./ O süßes Wort: Es ist vollbrachtl 4. Es ist vollbracht! O welch Verlangen/ zieht mich zu deinem Grabe hin;/ dich wünschen Engel zu umfangenꝛ/ ruh auch in meinem Herzen drin,/ wo dir die Ciebe Raum gemacht. O tröstlich Wort: Es ist vollbracht! S. Es ist vollbraͤcht! Ich will mich legen/ zur Ruh auf Christi Grabesstein;/ die Engel sind allhier zugegen,/ ich schlummre sanft wie Jakob ein;/ die Simmelspfort ist auf⸗ gemacht./ O Lebenswort: Es ist vollbracht! 60 Salomo Franck, 1725 * Mach einer Prüfung kurzer Tage—— wie Nr. 330). Schicht I819. 23 —.——. e aen⸗ ge⸗hest in den Gar⸗ten be⸗ ten,/ mein I. laß——85 an dei⸗ ne Sei⸗te tre ⸗ ten,/ ich treu⸗er Je ⸗su, Rinn wich m mit; wei⸗che von dir kei⸗nenSchritt; . LCeh⸗rer, sehn,/ wie mein Ge⸗bet soll recht geschehn. 2. Du gehst mit Zittern und mit Zaͤgen/ und bist bis in den Tod betrubt;/ ach, dies soll mir ans derze schlagen,/ daß ich die Sünde so geliebt;/ drum willst du, daß mein Serz voll Reu/ mein Anfang zum Gebete sei. 3. Du reißt dich von der Jünger Seiten,/ du suchst die stille Einsamkeit;/ so muß auch ich mich wohl bereiten/ und fliehen, was mein Serz zerstreut./ Zieh mich von aller Welt allein,/ daß nur wir zwei beisammen sein. 2 ich will an dir, mein Passion 7⁰ 4. Zur Erde beugst du deine Glieder,/ fällst nieder auf dein Angesicht;/ so sinkt die stille Demut nieder;/ drum rühm ich Asch und Staub mich nicht;/ ich bieg und beuge mich mit dir/ vor meinem Gott in Demut hier. 5. Du betest zu dem lieben Vater/ und rufest:„Abba!“ wie ein Kind;/ dein Vater ist auch mein Berater,/ sein Vaterherz ist treu gesinnt./ Ich halte mich getrost an dich/ und rufe:„Abba, höre mich!“ 6. Du greifst voll Zuversicht und Ciebe/ dem Vater tief ins treue Serz/ und rufst aus stärkstem Zerzenstriebe:/„O Vater, Vater!“ himmelwärts./ Ach, Glaub und Liebe sind mir not,/ sonst ist doch all mein Beten tot. 7. Geduldig Lamm, wie hältst du stille/ und im Gebete dreimal an! /Dabei ist auch für mich dein Wille,/ daß ich soll tun, wie du getan./ Gott hilft nicht stets aufs erstemal;/ drum fleh und ruf ich ohne Zahl. 8. Dein Wille senkt sich in den Willen/ des aͤllerbesten Vaͤters ein;/ in ihm muß auch mein Serz sich stillen,/ wo⸗ fern ich will erhoͤret sein;/ drum bet ich in Gelassenheit:/ „Was mein Gott will, gescheh allzeit.“ 9. Du, Herr, erlaͤngest auf dein Flehen/ Trost, Kraft, Sieg, Ceben, Serrlichkeit;/ und so wirds auch mit mir ge⸗ schehen,/ daß ich zur angenehmen zeit/ auf ernstlich Beten freudevoll/ den gleichen Segen ernten soll. J0. Drum, Jesu, hilf mir stets so beten,/ wie mich dein heilig Vorbild lehrt;/ so kann ich frei zum Vater treten/ und werde stets von ihm erhört;/ so bet ich mich zum Sim⸗ mel ein/ und will dir ewig dankbar sein. Zohann Mentzer, 1 1734. 70 hier bin ich, Ehrenkönig. Darmstadt J698. E◻+E ö ———..—.——— I. Ru⸗he hier, mein Geist, ein we⸗nig/ und schau 69 Passion I + E—— Co——= 1.—— 1 1 — — an dies Wun⸗der groß,/ wie dein Serr und Eh⸗ren⸗kö⸗nig/ — —. 1 ö 5½91——.——— — hängt am Rreu⸗ ze bleich und bloß,/ den sein Lie· ben/ ————— äTTTT hat ge⸗ trie⸗ben/ zu dir aus des Va⸗ters Schoß. 2. Wie dich Jesus liebt von Serzen,/ kannst du hier am Rreuze sehn;/ schaͤu, wie bittre Todesschmerzen/ ihm durch Ceib und Seele gehn,/ Fluch und Schrecken/ ihn bedeckenj/ höre doch sein Klaggetön! 3. Dies sind meiner Sünden Früchte,/ die, mein Heiland, ängstgen dich;/ dieser Ceiden schwer Gewichte/ zöge sonst zum Abgrund mich;/ diese Nöten,/ die dich toten,/ sollt ich fühlen ewiglich. 7. Doch du haͤst für mich besieget/ Sünde, Tod und Söl— lenmacht,/ Gottes ewgem Recht genüget,/ seinen Willen ganz vollbracht,/ durch dein Sterben/ mich zum Erben/ deines Cebens dort gemacht. 5. Ach, ich Sündenkind auf Erden!/ Jesu, stirbst du mir zu gut?/ Soll dein Feind erlöset werden/ durch dein eigen Berzensblut?/ Ich muß schweigen/ und mich beugen/ fuͤr dies unverdiente Gut. 6. Seel und Ceben, Ceib und Glieder/ alles gibst du für mich hin;/ sollt ich dir nicht schenken wieder/ alles, was ich hab und bin?/ Ich bin deine/ ganz alleine,/ dir verschreib ich Herz und Sinn. 7. Zeuch durch deines Todes Kräfte/ mich in deinen Tod hinein;/ laß mein Fleisch und sein Geschäfte,/ Serr, mit dir gekreuzigt sein,/ daß mein Wille/ sanft und stille/ und die Liebe werde rein. 8. Caß in allen Ceidenswegen/ deine Leiden stärken mich,/ daß mein Ceiden mir zum Segen/ maͤg gedeihen Passion 71 stetiglich,/ daß mein Herze /auch im Schmerze/ ohne Wanken liebe dich. 9. Wenn mich schrecken meine Sünden,/ wenn mich böse LCust anficht,/ ich nicht Rraft noch Gnad kann finden,/ wollst du mich verlaͤssen nicht!/ Caß dein Sterben/ mir er⸗ werben/ Trost im Tod und im Gericht! J0. Jesu, nun will ich ergeben/ meinen Geist in deine Hand;/ laß mich dir alleine leben,/ bis ich nach dem Ceidens⸗ stand /bei dir wohne,/ in der Krone/ dich beschaͤu im Vaterland. Gerhard Tersteegen, 4 1769. Mel. Serzliebster Jesu, was hast du verbrochen. Zohann Crüger 1640. 674— J. Herr, stär⸗ke mich, dein Lei⸗den zu be⸗den⸗ ken,/ mich in das Meer der Lie⸗be zu ver⸗sen⸗ken,/ die dich be⸗ d,, ,i,n E wog, von al⸗ler Schuld des——— sen/ uns zu er⸗lö⸗sen! 2. Du wolltest, Serr, ein Mensch gleich uns auf Erden/ und bis zum Tod am Kreuz gehorsam werden,/ an unsrer Statt gemartert und zerschlagen/ die Sünde tragen. 3. Welch wundervoll hochheiliges Vollbringen!/ Mein Geist kann nicht in seine Tiefe dringen./ Mein Herz erbebt; ich seh und ich empfinde/ den Fluch der Sünde. 4. Gott ist gerecht, ein Rächer alles Bösen;/ Gott ist die Lieb und läßt die Welt erlösen:/ dies kann mein Geist mit Schrecken und Entzücken/ am Rreuz erblicken. S. Es schlägt den Stolz und mein Verdienst danieder;/ es stürzt mich tief, und es erhebt mich wieder,/ lehrt mich mein Glück, macht mich aus Gottes Feinde/ zu Gottes Freunde. 71 Passion §. O Herr, mein Heil, an dessen Blut ich glaube,/ ich liege hier vor dir gebückt im Staube,/ verliere mich mit dankendem Gemüte/ in deine Gute. 7. Das Größt in Gott ist: Gnad und Lieb erweisen./ Uns kommt es zu, sie demutsvoll zu preisen, zu sehn, wie hoch, wenn Gott uns Gnaͤd erzeiget,/ die Gnade steiget. 8. So sei denn ewig auch von mir gepriesen/ für das Er⸗ barmen, das du mir bewiesen./ Du hast, mein Heiland, auch fuͤr mich dein Ceben/ dahingegeben. 9. Du liebtest mich; ich will dich wieder lieben/ und stets mit Freuden deinen Willen uͤben./ O gib du, Herr, zu diesem heilgen Werke/ mir Kraft und Stärke. Christian Fürchtegott Gellert, T 1769. 2 Mel. O Traurigkeit, o Serzeleid(Nr. 7%). J. Am Kreuz erblaßt,/ der Marter Last,/ der Todes⸗ qualen müde,/ findet mein Erloͤser erst/ in dem Grabe Friede. 2. Ein heilger Schmerz/ durchdringt mein Berz,/ und, Herr, was kann ich sagen?/ Nur an meine Brust kann ich/ tiefgebeuget schlagen. 3. Du schützest mich,/ und über dich/ gehn aller Trübsal Wetter;/ sterben wolltest du für mich,/ einziger Erretter! J. Du hasts getan,/ dich bet ich an,/ du Rönig der Er⸗ löͤsten!/ Dein will ich im Tode mich/ glaubensvoll getrösten. 5. Es ist vollbracht!/ riefst du mit Macht;/ du zeigst, daß du dein Leben,/ mein Versoͤhner, goͤttlich frei/ habest hin⸗ gegeben. 6. Hochheilge Tatl/ Des Söchsten Rat/ will ich in Demut preisen;/ mein Erlöser wird mir einst/ seine Tiefen weisen. 7. Allmächtig rief/ er, der entschlief,/ den Toten; sie er⸗ standen. /Leicht entschwingt der Lebensfürst/ sich des Todes Banden. 8. Das finstre Tal/ will ich einmal/ durchwandeln ohne Grauen;/ denn durch dich, Erlöser, ists/ mir der Weg zum Schauen. ssion „ich ch mit isen./ n, wie teiget. s Er⸗ „auch d stets diesem +1769. odes⸗ riede. und, nich/ übsal etter! r Er⸗ östen. daß hin⸗ ch in iefen ie er⸗ des ohne zum Passion 7³3.7¹7 9. Ich preise dich,/ erforsche mich/ und siehe, wie ichs mei⸗ ne;/ ja, du siehst es, wenn ich still/ meinen Dank dir weine. J0. Vergeß ich dein,/ so werde mein/ in Ewigkeit ver⸗ gessen./ Herr, ich will, so lang ich bin,/ deine Lieb ermessen. Christoph Friedrich Neander, 1802. Begräbnis Jesu 73 Mel. Nun laßt uns den Leib begraben. Wittenberg 1544. 4 4 1 ö— ———— 2—* — J. Der du, Herr Je⸗ su, Ruh und Rast./ in F ö—— d ite dei⸗nem Grab ge⸗ hal⸗ten hast,/ gib, daß wir ——— SI..———..— 2——— . ien maW, 5., in dir ru⸗ hen all/ und un⸗ser Ce⸗ben dir ge⸗ fall. 2. Verleih, o Serr, uns Stärk und Mut,/ die du erkauft mit deinem Blut,/ und führ uns in des Himmels Licht/ zu deines Vaters Angesicht. 3. Wir danken dir, o Gottes Camm,/ getötet an des Kreuzes Stamm;/ laß ja uns Sündern deine Pein/ den Eingang in das Leben sein. Georg Werner, 1 1643. 2 74 Mainz 1628. * ö. 2 —.———— ö 40 J. O Trau⸗rig⸗keit,/ o Ser⸗-ze ⸗ leidlw/ Ist .. — 1— 2— das nicht zu be⸗ kla⸗gen?/ Gott des Va⸗ ters ———— 2 ein ger Sohn/ wird ins Grab ge tra⸗gen. 7³3 7⁵ Passion 2. O große Not,/ der Serr liegt tot!/ Am KRreuz ist er ge⸗ storben,/ hat dadurch das Zimmelreich/ uns aus Lieb er⸗ worben. 3. O Menschenkind,/ nur deine Sünd/ hat dieses an⸗ gerichtet,/ da du durch die Missetat/ warest ganz vernichtet. 4. Dein Bräutigam,/ das Gotteslamm,/ liegt hie mit Blut beflossen,/ welches er ganz mildiglich/ hat für dich vergossen. 5. O selig ist/ zu aller Frist,/ der dieses recht bedenket,/ wie der Herr der Herrlichkeit/ wird ins Grab versenket. 6. O Jesu, du/ mein Silf und Ruh,/ ich bitte dich mit Tränen:/ hilf, daß ich mich bis ins Grab/ nach dir möge sehnen! Johann Rist, 1 1667. 70 Mel. O Traurigkeit, o Serzeleid(Nr. 7). J. So ruhest du,/ o meine Ruh,/ in deiner Grabeshöͤhle/ und erweckst durch deinen Tod/ meine tote Seele. 2. Man senkt dich ein/ nach vieler Pein,/ du meines Lebens Leben!/ Dich hat jetzt ein Felsengrab,/ Fels des Beils, umgeben. 3. Ach du bist kalt,/ mein Hort und Halt! Das macht dein heißes LCieben,/ das dich in das kalte Grab/ mir zu gut ge⸗ trieben. 4. Doch Preis sei dir!/ Du konntest hier/ nicht die Ver⸗ wesung sehen;/ bald ließ dich des Vaters Macht/ aus dem Grab erstehen. 5. O Lebensfürst,/ ich weiß, du wirst/ mich wieder auf⸗ erwecken;/ sollte denn mein gläubig Serz/ vor der Gruft erschrecken? 6. Sie wird mir sein/ ein Kämmerlein,/ da ich im Frieden liege,/ weil ich nun durch deinen Tod/ Tod und Grab besiege. 7. Nein, nichts verdirbt,/ der Ceib nur stirbt;/ doch wird er auferstehen/ und in ganz verklärter Zier/ aus dem Grabe gehen. 8. Indes will ich,/ mein Jesu, dich/ in meine Seele senken/ und an deinen bittern Tod/ bis zum Tod gedenken. Salomo Franck, + 1725 SENNE —— Ostern 76 I3. Jahrhundert. H++———— 5 2435 ö E — J. Christ ist er⸗stan⸗ den/ von der Mar⸗ter al le./ EIEEEE— Des solln wir al⸗le froh sein,/ Christ will un⸗ ser Trost sein./ 1—— 3— 3426.. E DDD—— Hal⸗le⸗-lu⸗jal 2. Wär er nicht er stan⸗den,/ die Welt, ISSIIIT——.— I 2—— die wär ver⸗ gan ⸗gen;/ seit daß er er⸗ stan⸗den ist,/ —I—— — A . ——— so lobn wir den derrn Je⸗sum Christ./ Sal⸗le⸗lu⸗ jal E——.— +* Z— 3. Balz le lu ⸗ ja,/ Zal le lo ja, ö— I + Christ will un ser Trost sein./ Hal⸗le⸗-lu⸗ jal I3. Jahrhundert. stern hundert. I undert. Ostern 77⁷ FJ. Wittenberg 1524. +— 2 x,, nsin—.— — lag in To⸗ des⸗ban ⸗den,/ für der ist wie der er ⸗stan ⸗ den/ und ù ö—— ö ö— uns⸗re Sünd ge⸗ge⸗ ben;! hat uns bracht das Le⸗ben;/ SSSEEEE S— ö. froͤh· lich sein,/ Gott lo⸗ben und ihm dankbar sein/ und 2— 1——— I Ee— sin⸗gen: Hal ⸗le⸗ lu e, al ⸗le ⸗lu⸗jal 2. Den Tod niemand bezwingen konnt/ bei allen Men⸗ schenkindern;/ das machte alles unsre Sünd,/ kein Un⸗ schuld war zu finden./ Davon kam der Tod sobald/ und nahm auch über uns Gewalt;/ sein Reich hielt uns ge⸗ fangen./ Hallelujal 3. Jesus Christus, Gottes Sohn,/ an unsrer Statt ist kommen/ und hat die Sunde abgetan,/ damit dem Tod ge⸗ nommen/ all sein Recht und sein Gewalt;/ da bleibet nichts denn Todsgestalt,/ den Stachl hat er verloren./ Salle⸗ lujal 4. Es war ein wunderlicher Krieg,/ da Tod und Ceben rungen;/ das Leben, das behielt den Sieg,/ es hat den Tod verschlungen./ Die Schrift uns die Runde bringt,/ wie da ein Tod den Tod bezwingt;/ ein Spott der Tod ist worden./ Hallelujal 5. Bier ist das rechte Osterlamm,/ davon wir sollen leben;/ das ist uns an des Kreuzes Stamm/ aus heißer Cieb gegeben./ Des' Blut zeichnet unsre Tür,/ das hält der Glaub dem Tode fuͤr;/ nicht ruhrn kann uns der Würger./ Ballelujal 77⁷ Ostern 6. So feiern wir das hohe Fest/ mit Serzensfreud und Wonne,/ das uns der Herr erscheinen läßt;/ er selber ist die Sonne,/ der durch seiner Gnade Glanz/ erleuchtet unsre Herzen ganz;/ der Sünd Naͤcht ist vergangen./ Salleluja! 78 Martin Luther, 1 1546. Mel. Heut triumphierer Gottes Sohn.(Oder mit Weglassung des Eingeklam⸗ 2 wie Nr. 95 oder Nr. 407.) Srankfurt a. d. G. J60I. IN 2 5 66 Ii I ,ur en 2— — H. Früh⸗ mor⸗gens, 5 die 3— 5 3— 2—— mein —— ö + — E 2— Hei⸗land Chri- stus auf- 555—8 le⸗Iu⸗ x .——.—.———... ja, Hal⸗le⸗-lu⸗ ja.) Ver⸗ trie ben ist der ..————————.— EEEIIIEIEIEEEEE Sün ⸗den Nacht, /Licht, Heil und Le ⸗ben —— H 2. 2 ö—.——.—. wie Adetebracht. Hal⸗le⸗lu⸗ ja,(Hal⸗-le⸗lu⸗ ja.) 2. Wicht mehr als nur drei Tage lang/ hält meinen Sei⸗ land Todeszwang.(Galleluja, Salleluja.) Am dritten Tag durchs Grab er dringt,/ mit Ehren seine Siegsfahn schwingt./ Halleluja,(Salleluja.) 3. Jetzt ist der Tag, da mich die Welt/ mit Schmach am Rreuz gefangen hält.(Halleluja, Salleluja.) Drauf folgt der Sabbat in dem Grab,/ allda ich Ruh und Frieden hab./ Halleluja,(Salleluja.) J. In kurzem wach ich fröhlich auf,/ mein Ostertag ist schon im Cauf.(Salleluja, Salleluja.) Ich wach auf durch des Herren Stimm,/ veracht den Tod mit seinem Grimm. Balleluja,(Halleluja.) — Ostern 79 5. O Wunder groß, o starker Held,/ wo ist ein Feind, den er nicht fällt?(Halleluja, Salleluja.) Rein Angststein liegt so schwer auf mir,/ er wälzt ihn von des Zerzens Tür./ Salle⸗ luja,(Galleluja.) 6. Cebt Christus, was bin ich betrübt?/ Ich weiß, daß er mich herzlich liebt.(Halleluja, Salleluja.) Wenn mir gleich alle Welt stürb ab,/ gnug, daß ich Christum bei mir hab./ Balleluja,(Salleluja.) 7. Er nährt, er schützt, er tröstet mich;/ sterb ich, so nimmt er mich zu sich.(Halleluja, Salleluja.) Wo er jetzt lebt, da muß ich hin,/ weil seines Ceibes Glied ich bin./ Halleluja,(Salleluja.) 8. Durch seiner Auferstehung Rraft/ kemm ich zur Engel Brüderschaft.(Halleluja, Salleluja.) Durch ihn bin ich mit Gott versöhnt,/ mit Gnad und ewgem Seil gekrönt./ Balleluja,(Salleluja.) 9. Mein Serz darf nicht entsetzen sich:/ Gott und die Engel lieben mich.(Halleluja, Salleluja.) Die Freude, die mir ist bereit,/ vertreibet Furcht und Traͤurigkeit./ Salle⸗ luja,(Halleluja.) J0. Für diesen Trost, o großer Held,/ Serr Jesu, dankt dir alle Welt.(Halleluja, Salleluja.) Dort wollen wir mit größerm Fleiß/ erheben deinen Ruhm und Preis./ Salle⸗ luja,(Balleluja.) Zohann Seermann, + 1647. 79 Johann Schop, I641. ER I 2—— 31 15.——.—— Las⸗set uns den Ber⸗ ren prei⸗sen,/ Rommet, laßt uns Dank er⸗wei⸗sen/ e, n.———.— 54— ni, Kr— ....... o ihr Chri⸗ sten u; ber all!— un⸗serm Gott mit fro⸗ hem Schaͤll!„ Jauch ⸗zet: ISTE —999 7 Ostern 81— E—4—— ————— E frei von To⸗des⸗ban⸗den/ ist der Beld aus .— ö—— ISIDIISIIEIISSSE SIIIIIIIII Ju⸗das Stamm./ Der zu uns vom Him⸗mel kam,/ — ö 2 7 2—— ö —. SS——— Je· sus Chri⸗stus ist er⸗stan⸗ den!/ Nun ist aus der E..I....... A 4387 lan⸗ge Streit;/ freu e dich, o Chri⸗sten⸗heit! 2. Christus hat nun überwunden/ des ergrimmten Todes Macht;/ der im Tode lag gebunden,/ hat das CLeben neu ge⸗ bracht/ und die Finsternis bezwungen./ Die Verwesung schaute nicht,/ der des Todes Ketten bricht;/ nun zum Himmelsthron gedrungen,/ gibt er uns ein frei Geleit;/ freue dich, o Christenheit!l 3. War er gleich am Kreuz gestorben,/ war er gleich ins Grab gelegt:/ dennoch blieb er unverdorben./ Als die Erde ward erregt,/ hat der Lebensfuͤrst erhoben/ sein verklärtes Angesicht,/ stirbet nun und nimmer nicht./ Ewig werden wir ihn loben;/ Harf und Psalter, seid bereit!æ/ Freue dich o Christenheit! 4. Grab, wo sind nun deine Schrecken?/ Sölle, wo ist dein Triumph?/ Tod, du kannst kein Graun erwecken,/ deine Pfeile sind jetzt stumpf./ Christus ist dein Gift ge⸗ wesen;/ er, der starke Gottesheld,/ hat dir deinen Trotz gefällt,/ und wir Menschen sind genesen./ NVun, vom schweren Joch befreit,/ freue dich, o Christenheitl 5. Sehnsuchtsvoll laßt uns verlangen/ nach dem Berrn und seinem Heil;/ auch wir werden dann empfangen/ unser teur erworbnes Teil./ Er geht auf in unsern Berzen;/ laßt uns mit ihm auferstehn,/ mit ihm ein zum Simmel gehn,/ Ostern 80 wo er stillet alle Schmerzen./ Wonne wird dann alles Leid;/ freue dich, o Christenheit! ů 6. Meinen Leib wird man begraben,/ doch er schläft auf ewig nicht;/ neues Ceben wird er haben,/ schoͤn verklärt im Glanz und Licht./ Das Verwesliche muß sterben,/ irdisch wird es ausgesät,/ bis es himmlisch einst ersteht,/ um das Reich des Serrn zu erben,/ ihn zu schauen allezeit./ Freue dich, o Christenheit! Nach Zohann Rist, 1667. Mel. Mun freut euch, lieben Christen(oder wie Nr. 137). Wittenberg 1524. 0 2. E ö— E — inn, . Wach auf, mein Serz, die Macht ist hin,/ die I. VEr⸗munt-re dei nen Geist und Sinn,/ den 8— —— Sonn ist auf⸗ge⸗ gan⸗ genl Bei⸗-land zu emp⸗fan⸗gen, — 1 40 To⸗des Tor/ ge⸗bro⸗chen aus dem Grab her⸗ FEE— ———..——4— ——..—— vor,/ der gan ⸗-zen welt zur won ⸗ne. 2. Steh aus dem Grab der Sünden auf/ und such ein neues Leben,/ vollführe deinen Glaubenslauf/ und laß dein Serz sich heben/ gen Himmel, da dein Jesus ist,/ und such, was droben, als ein Christ,/ der geistlich auferstanden. 3. Vergiß nur, was dahinten ist,/ und tracht' nach dem, was droben,/ damit dein Herz zu jeder Frist/ zu Jesu sei er⸗ hoben./ Tritt unter dich die boͤse Welt/ und strebe nach des Himmels Zelt,/ wo Jesus ist zu finden. der heu⸗ te durch des 81 81 Ostern 7. Drückt dich ein schwerer Sorgenstein,/ dein Jesus wird ihn heben;/ es kann ein Christ bei Kreuz und Pein/ in Freud und Wonne leben./ Wirf dein Anliegen auf den Berrn/ und sorge nicht, er ist nicht fern,/ weil er ist auf⸗ erstanden. S. Drum auf, mein Herz, fang an den Streit,/ weil Jesus überwunden;/ er wird auch überwinden weit/ in dir, weil er gebunden/ der Feinde Macht, daß du aufstehst/ und in ein neues Ceben gehst/ und Gott im Glauben dienest. 6. Ach mein Herr Jesu, der du bist/ vom Tode auf⸗ erstanden,/ bewahr uns vor des Feindes List,/ rett uns aus Todesbanden,/ damit wir alle insgemein/ zum neuen CLeben gehen ein,/ das du uns hast erworben. 7. Sei, Serr, gelobt in dieser JZeit/ von allen Gottes-— kindern/ und ewig in der Serrlichkeit/ von allen über— windern,/ die überwunden durch dein Blut!/ Zerr Jesu, gib uns RKraft und Mut,/ daß wir auch überwinden. Laurentius Laurenti, 1722. Mel. Valet will ich dir geben. 81 Melchior Teschner, J613. J. Ich geh zu dei ⸗nem Gra⸗be,/ du weil ich die Boff⸗-nung ha- be,/ daß ——— — ꝑ— gro⸗ßer ster⸗ fürst, I du mir 30 306 wirst, ö—— 1—— ster⸗ben/ und fröh-⸗-lich auf er⸗stehn,/ auch DEEE mit des Him-mels Er⸗ben/ ins Land des Ce⸗bens gehn. wie man kann froͤh ⸗lich Ostern 82 2. Du liegest in der Erde/ und haͤst sie eingeweiht,/ wenn ich begraben werde,/ daß sich mein Herz nicht scheut,/ auch in den Staub zu legen,/ was Asch und Staub vermehrt,/ weil dir doch allerwegen/ die Erde zugehört. 3. Du schläfest in dem Grabe,/ daß ich auch meine Ruh/ an diesem Orte habe;/ du schließt die Augen zu,/ so soll mir gar nicht grauen,/ wenn mein Gesicht vergeht:/ ich werde den wohl schauen,/ der mir zur Seite steht. 4J. Dein Grab schließt Stein und Siegel,/ und du wirst dennoch frei;/ auch meines Grabes Riegel/ bricht deine Band entzwei./ Du wirst den Stein schon rücken,/ der auch mein Grab bedeckt;/ da werd ich den erblicken,/ der mich vom Tode weckt. 5. Du fährest in die Höhe/ und zeigest mir die Bahn,/ wo⸗ hin ich endlich gehe,/ da ich dich finden kann./ Dort ist es sicher wohnen,/ wo laͤuter Glanz um dich;/ da warten lauter Rronen/ in deiner Sand auf mich. 6. O meines Cebens Leben, /o meines Todes Tod,/ ich will mich dir ergeben/ in meiner letzten Not;/ ich will mein Lager machen/ in deine liebe Gruft,/ da werd ich schon er⸗ wachen,/ wenn deine Stimme ruft. Benjamin Schmolck, 1737. Mel. Christus, der ist mein Leben. 82 Melchior Vulpius, I609. 0 2O—.— —————— ——0 ,.. J. Will⸗ Held im Strei⸗ te,/ aus 4.—.—. dei⸗ nes Gra⸗ bes BRluft!/ Wir tri um phie⸗ren ö x ———* F. — + heu ⸗-te/ um dei ne lee⸗ re Gruft. 2. Der Feind wird schaͤugetragen/ und heißt nunmehr ein Spott;/ wir aber können sagen:/ mit uns ist unser Gott. 83 * 83 Ostern 3. In der Gerechten Huͤtten/ schallt schon das Siegeslied,/ du trittst selbst in die Nitten/ und bringst den Gsterfried. 7. Ach, teile doch die Beute /bei deinen Gliedern aus!/ Wir alle kommen heute/ deswegen in dein Zaus. 5. Schwing deine Siegesfahne/ auch über unser Serz/ und unsern Weg uns bahne/ vom Grabe himmelwärts! 6. Caß unser aller Sünden/ ins Grab verscharret sein,/ uns einen Schatz hier finden,/ der ewig kann erfreun! 7. Wir sind mit dir gestorben,/ so leben wir mit dir./ Was uns dein Tod erworben,/ das stell uns täglich fuͤr! 8. Wir wollen hier ganz fröhlich/ mit dir zu Grabe gehn,/ wenn wir dereinst nur selig/ mit dir auch auferstehn! 9. Der Tod kann uns nicht schaden,/ sein Stachel ist nun stumpf;/ wir stehn bei Gott in Gnaden/ und rufen schon Triumph! Benjamin Schmolck, 4 1737. 83 Mel. Zesu, meines Lebens Leben(oder wie Nr. Ioo). Christoph Anton, I65J. 94 Er 1 ——— 1 I. Swei der Jün⸗ger gehn mit Seh⸗nen Fü⸗ ber ih⸗ re Au⸗—— sind voll Trä⸗nen,/ ih⸗ re .......— Lre——— Feld nach Em⸗ ma⸗ us; See⸗len voll Verdruß; man hört ih ⸗re Kla⸗ge⸗ E E —— I....— 15 S IEEEEEEE wor⸗te; h es 00 von ih⸗rem—— te/ un⸗ser Je ⸗sus — V e, e,..——— ‚ D gar nicht weit/ und ver⸗treibt die Trau-rig-keit. 2. Ach, es gehn noch manche Herzen/ ihrem stillen Kum⸗— mer nach,/ sie bejammern voller Schmerzen/ ihre Not und Ungemach. Maͤnches waͤndert ganz alleine,/ daß es nur stern lied,/ fried. usl/ zerz/ ärtsl ein,/ Ostern 84 zur Gnuͤge weine;/ doch mein Jesus ist dabei,/ fragt, was man so traurig sei. 3. Oft schon hab ichs auch empfunden,/ Jesus läßt mich nie allein;/ Jesus stellt zur rechten Stunden/ sich mit seinem Bei— stand ein./ Wenn ich mich bei ihm beschwere,/ gleich als ob er ferne wäre,/ o so ist er mehr als nah/ und mit seiner Silfe da. 4. Treuster Freund von allen Freunden,/ bleibe ferner noch bei mir;/ kommt die Welt, mich anzufeinden,/ ach, so sei du auch allhier!/ Wenn mich Trübsalswetter schrecken,/ wollst du kräftig mich bedecken;/ komm, in meinem Geist zu ruhn;/ was du willst, das will ich tun. S. Bin ich traͤurig und betrubet,/ Serr, so ruf mir in den Sinn,/ daß mich deine Seele liebet,/ und daß ich der Deine bin./ Laß dein Wort mich fester gründen,/ laß es auch mein Herz entzünden,/ daß es voller Ciebe brennt/ und dich immer besser kennt! G. Tröst auch andre, die voll Jammer/ einsam durch die Fluren gehn/ oder in der stillen Kammer/ tiefbekümmert zu dir flehn./ Wenn sie von der Welt sich trennen,/ daß sie satt sich weinen können,/ so sprich ihrer Seele zu: Liebes Rind, was trauerst du? 7. Bilf, wenn es will Abend werden/ und der Lebenstag sich neigt,/ wenn dem dunklen Aug auf Erden/ nirgends sich ein Helfer zeigt;/ bleib alsdann in unsrer Mitten,/ wie dich deine Jünger bitten,/ bis du sie getroͤstet hast;/ bleibe, bleibe, teurer Gast! Joh. Meunherz, 4737. Mel. Zesus, meine Zuversicht. 84 Berlin 1653. EEEESESSSSEEE.— . 117 sus lebt, mit ihm auch ich; Tod, wo Er, er lebt und wird auch mich/ von den sind nun dei⸗ne Schrek⸗ken?* ů To⸗ten auf⸗ er ⸗wek⸗ ken. t i 85 1— 3——28.—— z..., in sein Licht;/ dies ist mei⸗ ne Zu-ver⸗-sicht. 2. Jesus lebt, ihm ist das Reich/ über alle Welt gegeben;/ mit ihm werd auch ich zugleich/ ewig herrschen, ewig leben./ Gott erfuͤllt, was er verspricht;/ dies ist meine Juversicht. 3. Jesus lebt, wer nun verzaͤgt,/ laͤstert ihn und Gottes Ehre;/ Gnade hat er zugesagt,/ daß der Sünder sich be— kehre./ Gott verstößt in Christo nicht;/ dies ist meine Ju— versicht. 4. Jesus lebt, sein Heil ist mein;/ sein sei aͤuch mein ganzes Ceben;/ reines Herzens will ich sein/ und den Lüsten widerstreben./ Er verläßt den Schwachen nicht;/ dies ist meine Zuversicht. 5. Jesus lebt, ich bin gewiß,/ nichts soll mich von Jesu scheiden,/ keine Macht der Finsternis,/ keine Serrlichkeit, kein Ceiden./ Er gibt selbst mir Rraft und Licht;/ dies ist meine Zuversicht. 6. Jesus lebt, nun ist der Tod/ mir der Eingang in das ö Leben./ Welchen Trost in Todesnot/ wird er meiner Seele geben,/ wenn sie gläubig zu ihm spricht:/ Serr, Serr, meine Zuversicht. Christian Fürchtegott Gellert, 1769. + 85 67 O 4*— Christ, meins Lebens Licht. Leipzig 1625 4 K———.—————— SSSSSSII + J. Er⸗ inn re dich, mein Geist, er⸗freut/ ......—. EEA 45 des ho⸗ hen Tags der Berrslich⸗keit;/ halt im Ge⸗ —— ö—.— IRNöE dächtnis Jesum Christ,/ der von dem Tod er⸗stan⸗den ist!l Jesu keit, es ist das eele Zerr, 1769. Ostern 86 2. Entbrenn in Lieb und Dank für ihn,/ als ob er heute dir erschien/ und spräche: Friede sei mit dir!/ So freue dich, mein Geist, in mir! 3. Schau uͤber dich und bet ihn an;/ er mißt den Sternen ihre Bahn;/ er lebt und herrscht mit Gott vereint/ und ist dein RKönig und dein Freund. J. Mein Seiland ist für mich erhöht;/ was ist der Erde Majestat,/ wenn sie mein Geist mit der vergleicht,/ die ich durch Gottes Sohn erreicht? 5. Vor seinem Thron, in seinem Reich,/ unsterblich, heilig, Engeln gleich/ und ewig, ewig selig sein: j/ach, welche Serrlichkeit ist mein! 6. Berr, der du in dem Simmel thronst,/ ich soll da wohnen, wo du wohnst,/ und du erfüllest mein Vertraun,/ dich in der Herrlichkeit zu schaun. 7. Ich soll, wenn du, o Cebensfürst,/ in Wolken wieder⸗ kommen wirst,/ verklärt aus meinem Grabe gehn/ und froh zu deiner Rechten stehn. 8. Mit deiner heilgen Engel Schar/ soll ich dich loben immerdar!/ Mit allen Frommen aller Zeit/ soll ich mich freun in Ewigkeit. 9. Wie komm es mir aus meinem Sinn,/ was ich, mein Beil, dir schuldig bin!/ Gib Kraft, daß ich in CLieb und Treu/ mich stets zu deinem Bild erneu! J0. Macht, Ruhm und Hoheit immerdar/ dem, der da ist und der da war!/ Sein Waͤme sei gebenedeit/ von nun an bis in Ewigkeit! II. Sein ist das Reich, sein ist die Rraft;/ er ists, der alles in uns schafft./ Halt im Gedächtnis Jesum Christ,/ der von dem Tod erstaͤnden ist! Christian Fürchtegott Gellert, V6y. 86 Mel. Lasset uns den Herren preisen(Nr. 70). J. Uberwinder, nimm die Palmen,/ die dein Volk dir heute bringt,/ das mit frohen Osterpsalmen/ den er⸗ kämpften Sieg besingt./ Wo ist nun der Feinde Pochen/ und der Würger Mordgeschrei,/ da des Todes Nacht vorbei/ 87 86 Ostern und sein Stachel ist zerbrochen?/ Tod und Sölle liegen daꝛ/ Gott sei Dank, HSalleluja! 2. Stecke nun dein Siegeszeichen/ aus der dunklen Gruft empor!/ Was kann deinem Ruhme gleichen?/ Held und Rönig, tritt hervor!/ Laß dir tausend Engel dienen;/ denn nach harter Ceidenszeit/ ist dein Tag der Serrlichkeit,/ höchste Majestät, erschienen;/ Erd und Himmel jauchzen da:/ Gott sei Dank, Saͤllelujal 3. Teile, großer Fürst, die Beute/ deiner armen Serde mit,/ die in froher Sehnsucht heute/ vor den Thron der Gnade trittl/ Deinen Frieden gib uns allen!/ O so jauchzet Serz und Mut,/ weil das Cos uns wundergut/ und aufs lieblichste gefallen;/ denn der Glzweig grünet da:/ Gott sei Dank, Sallelujal 4. Caß, o Sonne der Gerechten,/ deinen Strahl ins Herze gehn;/ gib Erleuchtung deinen Knechten,/ daß sie geistlich auferstehn./ Zält der Schlaf uns noch gefangen,/ o so fördre du den Cauf,/ rufe mächtig: Wachet auf!/ Denn die Schatten sind vergangen,/ und der helle Taͤg ist da:/ Gott sei Dank, Hallelujal 5. Tilg in uns des Todes Grauen,/ wenn die letzte Stunde schlägt,/ weil du denen, die dir trauen,/ schon die Krone beigelegt./ Gib uns in den höchsten Nöten,/ gib uns mitten in der Pein/ deinen Trost und Glauben ein;/ o so kann der Tod nicht töten,/ denn die Hoffnung blühet da:/ Gott sei Dank, Hallelujal 6. Jeige, wenn der blöde Kummer/ über Sarg und Gruften weint,/ wie die Schwachheit nach dem Schlummer/ dort in voller Kraft erscheint./ Sind wir sterblich hier ge⸗ boren,/ o so streift das kühle Grab/ nur, was sterblich heißt, uns ab,/ und der Staub ist unverloren;/ unser Sirte hütet da:/ Gott sei Dank, Sallelujal 7. Rufe die zerfallnen Glieder/ endlich aus der dunklen Nacht;/ wenn der Deinen Asche wieder/ in verklärtem Glanz erwaͤcht,/ dann wirst du die Krone geben,/ dann wird unsre volle Brust,/ Serr, mit engelgleicher Cust/ ewig deinen Sieg erheben,/ und wir sprechen auch allda:/ Gott sei Dank, Salleluja! Christian Ludwig Taddel, 11775. Ostern 87. 88 87 Mel. Lasset uns den Zerren preisen(Nr. 70). I. Größter Morgen, der die Erde/ nach der tiefsten Nacht belebt,/ der sie nach dem Wort: Es werdel/ nochmals aus dem Nichts erhebt!/ Nach der Nacht voll dustrer Sorgen,/ da man angst⸗ und kummervoll/ ohne Jesum leben soll,/ bringt der allerschönste Morgen/ Jesum aus des Todes Tor, Jesum, unser Licht, hervor. 2. Cebt nun auf, ihr stillen Seelen,/ die in Tranen ihr zerfloßt,/ die ihr euch in Rummerhoͤhlen/ ohne Licht und KRraft verschloßt!/ Lebt nun auf: er ist erstanden!/ Er, an den ihr doch geglaubt,/ ist vom Tode nicht geraubt,/ nein, er lebt, ist frei von Banden/ und mit Rlaͤrheit angetan;/ betet euren Rönig an! 3. Jauchz, o Erde, Simmel, tönet,/ ruͤhme, neu geschaffne Welt!/ Gott und Menschheit sind versoͤhnet!l/ Seht, wie glänzt der große Held,/ der des Abgrunds und der Höllen/ und der Himmel Schlüssel führt/ und, mit Ehr und Schmuck geziert,/ seine Birche sicher stellen/ und nach tiefem Gottesplan/ ewig selig machen kann! J. Großer Sirte deiner Schafe,/ von den Toten aus⸗ geführt,/ dem, nach ganz erlittner Strafe/ unsrer Schuld, der Preis gebührtl/ Nimm ihn von den Millionen derer, die das Grab noch deckt,/ derer, die dein Ruf schon weckt,/ derer, die im Simmel wohnen,/ auch von uns hier unten an,/ wie dich jeder preisen kann. S. Hilf uns aus den Fesseln gehen,/ womit uns die Weli bestrickt;/ laß uns geistlich auferstehen,/ allem Sünden⸗ dienst entrückt!/ Schenk uns Kraft zum neuen Wesen,/ daß es täglich Ostern sei,/ dann kommt einst der Tag herbei,/ da du völlig uns erlösen/ und zu dir erheben wirst,/ aufer. standner Friedensfürst. Joh. Ad. Lehmus, 1788. 88 Mel. Lasset uns den Zerren preisen(Nr. 70). J. Auferstanden, auferstanden/ ist der derr, der uns ver⸗ soͤhnt;/ seht, wie hat nach Schmach und Banden/ Gott mit Ehren ihn gekrönt!/ Dort auf seines Vaters Throne,/ 89 89 Ostern über Schmerz und Tod erhoͤht,/ herrscht er nun in Maje⸗ stät./ Fallet nieder vor dem Sohne,/ der uns einst zu sich erhebt!/ Halleluja, Jesus lebt! 2. Singt dem Serrn! Er ist erstanden,/ da er starb auf Golgatha;/ rühmt es laut in allen Landen:/ was sein Mund verhieß, geschah./ Wer kann ihm noch widerstrebenꝰ/ Mächtig steigt der Seld empor,/ im Triumph bricht er her⸗ vor./ Seht des Abgrunds Pforten beben,/ da ihr Sieger sich erhebtl/ Salleluja, Jesus lebt! 3. Uns vom Tode zu befreien,/ sank er in des Grabes Nacht;/ uns zum Leben zu erneuen,/ steht er auf durch Gottes Macht./ Tod, du bist in Sieg verschlungen;/ deine Schrecken sind gedämpft,/ deine Herrschaft ist bekämpft,/ und das Ceben ist errungen;/ ob man unsern Leib be⸗ gräbt,/ Salleluja, Jesus lebt! 4. Aus dem Grab uns zu erheben,/ ging er zu dem Vater hin./ Laßt uns ihm zur Ehre leben,/ dann ist Sterben uns Gewinn./ Haltet unter Cust und Ceiden/ im Gedächtnis Jesum Christ,/ der vom Tod erstanden ist;/ unvergänglich sind die Freuden/ des, der nach dem Himmel strebt./ Halle⸗ luja, Jesus lebt! 5. Freut euch seiner, Gottes Rinder!/ Er sei euer LCob⸗ gesang!/ Bringt dem Todesuͤberwinder/ ewig Ehre, Preis und Dank./ Ruhmt es in Versuchungsstunden,/ wenn euch Sünd und Elend droht,/ ruͤhmt es in der Todesnot:/ unser Herr hat uͤberwunden!/ Der uns einst zu sich erhebt,/ Halle⸗ luja, Jesus lebt! Nach S.§. Danneil(H 772) von Chr. Sturm, I785, und Raspar Lavater, ISoI. mMel. Nun danket all und bringet Ehr. Johann Crüger, + 1647. E——— —— IE 23— je⸗ dem, daß er lebt/ und 9⁰ 23— Mit ⸗-te schwebt/ und e⸗wig bei uns ist. 2. Ich sag es jedem, jeder saͤgt/ es seinen Freunden gleich,/ daß bald an allen Orten tagt/ das neue Simmelreich. 3. Jetzt scheint die Welt dem neuen Sinn/ erst wie ein Vaterland;/ ein neues Leben nimmt man hin/ entzůckt aus seiner Sand. J. Hinunter in das tiefe Meer/ versank des Todes Graun,/ und jeder kann nun leicht und hehr/ in seine Zukunft schaun. S. Der dunkle Weg, den er betrat,/ geht in den Zimmel aus;/ und wer nur hört auf seinen Rat,/ kommt auch ins Vaterhaus. 6. Wun weint auch keiner mehr allhie,/ wenn eins die Augen schließt;/ vom Wiedersehn, spät oder früh,/ wird dieser Schmerz versüßt. 7. Es kann zu jeder guten Tat/ ein jeder frischer glühn; /denn herrlich wird ihm diese Saat/ in schönern Fluren blühn. 8. Er lebt und wird nun bei uns sein,/ wenn alles uns verläßt,/ und so soll dieser Tag uns sein/ ein Weltver⸗ 1U —+ —+* III + UA jüngungsfest. Movalis(Friedrich von Sardenberg), ISoI. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern. Frankfurt a. M. I599. — 4— 2*— — r EE H. ——— 2— ö E E Er⸗höh⸗ter Sie⸗ges⸗fürst und Held!l/ Dir jauchzet du gehst aus dei- nes Gra⸗bes Tor a/ als wie ein de...x die er ⸗lö⸗ste Welt/ am Fe⸗ste dei⸗ ner Wonne;! Bräu⸗ ti⸗gam her⸗vor,/ schon wie die Norgen⸗son ⸗ne. I. 91 Ostern ——— ———2— eri, ue, E., Hiur, Eu ,e, L Machtig,/ prächtig/ kommst du heu⸗ te/ aus dem Strei⸗ te/⸗ 1 ö ͤͤ S kommst mit Se⸗gen/ uns aus dei⸗ner Gruft ent⸗ge⸗gen. 2. Wie majestätisch bauest du/ am dritten Taͤge deiner Ruh/ den Leibestempel wieder! /Trotz aller Feinde List und Macht/ hast du dein großes Wort vollbracht:/ Ich sterb und lebe wieder./ Gehet,/ sehet:/ alle Riegel,/ Band und Siegel/ sind zerstöret,/ Jesus lebt und ist verkläret! 3. Erlöste, kommt zu diesem Grab/ und blicket glaͤubens⸗ voll hinab;/ ist dies die Gruft der Schrecken?/ Seit Jesus hier geschlummert hat,/ sind Gräber eine Ruhestatt,/ die Fried und Hoffnung decken./ Zaͤgt nicht!/ Klagt nicht! œ/ Diese Glieder/ werden wieder/ sich erheben/ und das Leben Christi leben. J. Dann werd ich ihn im Lichte sehn,/ gekrönt vor seinem Throne stehn/ mit himmlischem Entzücken. Dann ist mein Aug von Tränen leer,/ dann schreckt mich Suůnd und Tod nicht mehr,/ nichts kann mich ihm entrücken./ Ewig,/ selig,/ ohne Mängel,/ wie die Engel/ werd ich leben/ und ihm Preis und Ehre geben. S. Indes zerstöre, starker Seld,/ was mich hier noch zu— rücke hält,/ daß ich zu dir mich schwinge./ O gib mir deinen Geist, dein Licht,/ daß ich, wenn Herz und Auge bricht,/ vom Tod ins Ceben dringe!/ Nach mich/ mutig/ in dem Streite/ und bereite/ mich bei Zeiten/ zum Triumph der Ewigkeiten! Christ. Gottlieb Göz, 1I8oz. 6 Wachet auf, ruft uns die Stimme. Frankfurt a. M. I599. SIS V. al⸗ le⸗lu⸗jal jauchzt, ihr Chö⸗ re,/ singt Je ⸗su Er, der Held, ist von den Ban⸗den/ des To⸗des ö Christo Preis und Eh rel/ Wwie groß und herr-lich sieg⸗reich auf⸗ er⸗stan⸗ den,/ er, der fuͤr uns im ist sein Tag! 15 Gra ⸗ be lag. Sein ist Ge⸗walt und Macht. Preis 287 = —— SSSEEE —— ihm, er hats vollbracht,/ al⸗ le⸗lu⸗ jal/ Er hats vollbracht,/ ——— 2 1 2 . S er, der die Machi/ des To des und des Gra⸗bes hat. 2. Glorreich hat der Seld gerungen,/ hat mächtig Grab und Tod bezwungen,/ von ihren Schrecken uns befreit./ Wir von Gott gewichne Sünder/ sind nun mit ihm ver⸗ söhnte Kinder/ und Erben seiner Seligkeit./ Bald, bald entschlafen wir,/ entschlafen, Christo, dir,/ ruhn in Frieden/ die kurze Nacht,/ bis deine Macht/ das Licht des ewgen Tages ruft. 3. Unsern Staub mag Staub bedecken,/ du wirst ihn herrlich auferwecken/ der du des Staubes Schoͤpfer bist./ Du wirst unvergänglich Ceben/ und Kraft und HBerrlichkeit ihm geben,/ dem Staube, der dir teuer ist./ Wir werden ewig dein,/ gerecht und selig sein./ Sallelujal/ Tod und Gericht/ erschreckt uns nicht;/ denn Jesus, unser Mittler, lebt. 4. Ja, er lebt, uns zu erfreuen/ und alles, alles zu zer⸗ streuen,/ was uns den Lebensfrieden raubt./ Groß ist seines Namens Ehre,/ und ewig gültig seine Cehre,/ und ewig selig, wer ihm glaubt./ Wir gehn an seiner Sand/ durch dieses Tränenland/ hin zum Bimmel,/ und dort er⸗ hebt/ er, der da lebt,/ uns hoch zu Ehren ewiglich. 9³ 92. 93 Himmelfahrt 5. Tag des Lebens, Tag der Wonne,/ wie wird uns sein, wenn Gottes Sonne/ durch unsres Grabes Dunkel bricht!/ O, was werden wir empfinden,/ wenn Naͤcht und Finster— nis verschwinden/ und uns umstrahlt des Zimmels Licht!l/ Vollender, führe du /Tuns diesem Taͤge zu,/ uns, die Deinen./ Die Todesbahn/ gingst du voran;/ wir folgen dir in deine Ruh. Gottlieb Benedikt Funk, 4 J8J4. 9² Mel. Lasset uns den Serren preisen(Nr. 79). J. Amen! Deines Graͤbes Friede/ wird auch unser Grab durchwehn,/ wann wir, von der Waͤllfahrt müde,/ ruhn, um froher aufzustehn./ Amen! Fuͤrst der Auferstehung,/ der des Todes Siegel brach,/ zeuch durch Tod und Grab uns nach/ zu der seligen Erhöhung,/ wo dem Lamm, das uns versöhnt,/ aller Simmel Coblied tönt. 2. Preis dem Serrn, wir werden leben;/ weil du aͤuf⸗ erstanden bist,/ muß das Grab uns wiedergeben; /Preis und Dank dir, Jesu Christ!/ Du das Haupt und wir die Glieder;/ weil du lebst, so leben wir./ Alle ziehst du nach zu dir,/ großer Erstling deiner Brüder./ Preis und Dank, wir leben hier,/ leben ewig dort mit dir. Bernhard Garve, f 1841. Himmelfahrt 93 I5. Jahrhundert. SSSS hrist fuhr gen HBim ⸗ mel;/ ö...—. da sandt er uns her⸗ nie⸗der/ — .,..— — den Trö⸗ster, den hei ⸗li ⸗gen Geist,/ zu Trost Himmelfahrt 9⁴ — der ar⸗ men Chri⸗sten- heit./ Hal⸗le⸗ lu⸗ jal II Bal lu ⸗ jal/ Sal lu⸗ jal/ 1 +— ö ö .—— DD— L. —— Hal ⸗le lu⸗ jal/ Des solln wir al⸗le froh sein,/ — ö ———— —— DNNSN Christ will un ser Trost sein./ Hal⸗-le⸗lu⸗jal J5. Jahrhundert. — mit Weglassung des Salleluja wie Nr. 123.) Straßburg 1537. E—— acrrellin. S— . Wand die⸗sen Tag be⸗den⸗ken wir,/ daß Chri⸗stus und flehn mit herz⸗li⸗ cher Be⸗gier,/ Gott wol⸗le IL— .— ů— auf⸗ ge⸗ fah ⸗ren, nun be⸗ wah ⸗ren dereere, a Errif n,— ————.—— ů uns ar⸗ me Sün-der hier auf I Erd,/ die wir, von Not und Tod beschwert,/ ohn ihn kein 72—— 2——— Le L,Hir. Boffnung ha⸗ ben.(Zal⸗-le„ lu⸗ ja. Hal⸗le ⸗Iu⸗ja.) 38 9⁵ 95 Bimmelfahrt 2. Gottlob, nun ist der Weg gemaͤcht,/ uns steht der Sim⸗ mel offen!/ Christus schleußt auf mit großer Pracht,/ vor⸗ hin konnts niemand hoffen./ Wers glaubt, des Serz ist freudenvoll,/ dabei er sich doch rüsten soll,/ dem Herren nachzufolgen. Galleluja. Salleluja.) 3. Wer nun nicht seinen Willen tut,/ dem ists nicht Ernst zum Serren;/ der aber wird vor Fleisch und Blut/ sein Bimmelreich versperren./ Am Glaͤuben liegts; so der ist echt,/ wird auch gewiß das Ceben recht/ zum Himmel sein gerichtet.(Zalleluja. Halleluja.) 4. Solch Simmelfahrt fäht in uns an,/ wenn wir den Vater finden/ und fliehen stets die breite Bahn,‚/ tun uns zu Gottes Kindern;/ wir sehn hinauf, Gott sieht herab,/ an Treu und Lieb geht uns nichts ab,/ bis wir zusammen— kommen.(Salleluja. Halleluja.) 5. Dann wird der Taͤg erst freudenreich,/ wenn Gott uns zu sich nehmen/ und seinem Sohn wird machen gleich,/ den wir hier treu bekennen./ Da wird sich finden Freud und Mut/ in Ewigkeit beim höchsten Gut./ Gott woll, daß wirs erleben!(Salleluja. Salleluja). Zohannes Zwick, 1542. 9⁵ Mel. Erschienen ist der herrlich Tag(oder wie Nr. 407). Mikolaus Serman, + 1561. —2— —— ö—.——— 2—— J. Auf, Je⸗su Juͤn⸗ ger, kreul et euch!/ Der r, I.— Herr fäͤhrt auf zu sei ⸗ nem Reich./ Er tri⸗ um —— ö — ö—— 605 L ihm!/ Lob ⸗ sin-get phiert; lob sin ⸗get 2—*——.—— ——. ihm mit lau ⸗ter Stimml/ Hal le ⸗lu⸗jal Uss Himmelfahrt 96 2. Sein Werk auf Erden ist vollbracht;/ zerstört hat er des Todes Macht./ Er hat die Welt mit Gott versöhnt,/ und Gott hat ihn mit Preis gekrönt./ Hallelujal 3. Weit, über alle Simmel weit,/ geht seine Nacht und Serrlichkeit;/ ihm dienen selbst die Seraphim; /lobsinget ihm mit lauter Stimm!/ Sallelujal 4. Sein sind die Völker aller Welt;/ er herrscht als sieg⸗ gewohnter Seld;/ er herrscht, bis unter seinen Fuß/ der Feinde Seer sich beugen muß./ Hallelujal 5. Er schützet seine Christenheit,/ erhält sie bis in Ewig⸗ keit;/ er ist ihr Saupt; lobsinget ihm!/ Cobsinget ihm mit lauter Stimm!/ Halleluja! 6. Ja, Seiland, wir erheben dich,/ und unsre Serzen freuen sich/ der Serrlichkeit und Majestät,/ dazu dich Gott, dein Gott, erhöht./ Halleluja! 7. Bereitet hast du schon den Ort,/ wo wir dich schauen fort und fort./ Nach treu vollbrachtem Glaubenslauf/ nimmst du uns in den Himmel auf./ Ballelujal 8. Dein Eingang in die Serrlichkeit/ stärk uns in unsrer Prüfungszeit,/ nur dir zu leben, dir zu traun,/ bis wir der⸗ einst dein Antlitz schaͤun./ Hallelujal 9. Dann werden wir uns ewig dein,/ erhöheter Erlöser, freun./ Dann singen wir von deinem Ruhm/ ein neues CLied im Seiligtum./ Balleluja! MNach Erasmus Alberus(+ 1553) von Samuel Diterich, T 179I. 9⁵ Mel. Nun freut euch, lieben Christen gmein. Wittenberg 1524. 2— ö TT .——.— . Wuus Chri ⸗sti Zim⸗-mel⸗fahrt al⸗lein/ ich Vund al ⸗le Zwei ⸗fel, Angst und Pein/ hier⸗ E 1 ——2— 1 —— I 2—— Denn weil das mei ne NVachfahrt Frün de mit stets ü⸗ ber ⸗ win-de. 9⁷ 9⁷7 Bimmelfahrt D— — im Him⸗ mel ist,/ wird sei ⸗ ne Glie-der ö ö——.—.— ů———.— Je⸗sus Christ/ zur rech⸗ wen Jeit nach ho⸗len. 2. Weil er gezogen himmelan/ und große Gab emp⸗ fangen,/ mein Serz auch nur im Zimmel kann,/ sonst nirgends Ruh erlangen./ Denn wo mein Schatz gekommen hin,/ dahin steht auch mein Serz und Sinn;/ nach ihm mich sehr verlaͤnget. 3. Ach, Herr, laß diese Gnade mich /von deiner Auffahrt spüren,/ daß mit dem wahren Glaͤuben ich/ mög meine Nachfahrt zieren/ und dann einmal, wenn dirs gefällt,/ mit Freuden scheiden aus der Welt;/ Serr, höre dies mein Flehen! Nach Josua Wegelin, 1 1640. 7 Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern. Frankfurt a. M. I599. 1———F— 20— — er,——....—— x Ach, wun⸗der⸗gro⸗ßer Sie⸗ges⸗held,/ du Sün⸗den⸗ zur Rech⸗ten Got⸗tes in der Rraft,/ hast herr⸗ lich ———... til⸗ger al⸗ ler Welt,/ heut bist du auf-ge⸗ fah⸗ren dir den Sieg verschafft/ trotz al⸗ler Fein⸗ de Scha⸗ren; ö—.— ——.— ö — H————— mäch⸗tig,/ präch⸗tig/ tri⸗ umphierst du/ und re⸗gierst du;/ L. n.,———— D.. Tod und Le⸗ben/ ist, Serr Christ, dir un⸗ter⸗ge⸗ ben. 938 —.—————.———————— Bimmelfahrt 98 2. Dir dienen alle Cherubim, /viel taͤusend hohe Sera— phim /dich Siegesfürsten loben;/ du hast den Segen wiederbracht/ und dich mit Maͤjestät und Macht/ zur Serr— lichkeit erhoben./ Singet,/ bringet/ Jubellieder,/ faͤllet nieder,‚,/ rühmt und ehret/ den, der auf zum Simmel fähret. 3. Du, Serr, bist unser Saupt, und wir/ sind deine Glieder; nur von dir/ kommt auf uns Beil und Leben;/ Trost, Friede, Freude, CLicht und RKraft,/ und was dem Berzen Labsal schafft,/ wird uns durch dich gegeben./ Dringe,/ zwinge,/ ewge Güte,/ mein Gemüte,/ daß es preise,/ dir Lob, Ehr und Dank erweise. 7. Zeuch, Jesu, uns, zeuch uns nach dir;/ hilf, daß wir forthin für und für/ nach deinem Reiche trachten;/ laß unsern Waͤndel himmlisch sein,/ daß wir der Erde eiteln Schein/ und Uppigkeit verachten;/ Unart,/ Boffaͤrt/ laß uns meiden,/ christlich leiden,/ wohl ergründen,/ wo die Gnade sei zu finden. S. Sei, Jesu, unser Schirm und Hort/ und gründ uns auf dein göttlich Wort,/ darauf wir uns verlassen./ Caß suchen uns, was droben ist;/ auf Erden wohnet Trug und CList/ und Feinde, die dich hassen./ Lügen,/ Truͤgen,/ Angst und Jagen,/ ach, sie plagen,/ ach, sie quälen/ stündlich arme Christenseelen. 6. Herr Jesu, komm, du Gnadenthron,/ du Siegesfürst, Beld, Davids Sohn,/ komm, stille das Verlangen!/ Du, du bist allen uns zu gut,/ o Jesu, durch dein teures Blut/ ins Beiligtum gegangen./ Dafür/ soll dir/ von uns allen/ Preis erschallen;/ Serr, am Ende/ nimm uns auf in deine Händel! Ernst Christoph Somburg, J68I. Mel. Aus meines Serzens Grunde. 98 Hamburg 1598. 5 ö 3 DiSSPSEDEESEEE— 1 as Herr fährt auf gen Him⸗ mel/ mit Vaus die ⸗sem Welt ge⸗tüm ⸗ mel/ em⸗ 99 98 Himmelfahrt 1— I———⁴⁵ 1 EiEEEEEEE fro⸗hem Ju⸗bel⸗ ton por zu sei⸗nem Thron. DE—— EEE Gott!l/ Lob-singt, lob⸗-singt mit Freu⸗den/ dem Rö⸗ni⸗ Lobsingt, lob⸗ sin ⸗ get — .— E LI E— 2 * IIEIEE ge der Sei ⸗den,/ dem Her⸗ren ZJe⸗ ba⸗othl 2. Der Serr wird aufgenommen/ in seines Simmels Pracht;/ um ihn stehn alle Frommen,/ die er hat frei⸗ gemacht./ Es holen Jesum ein/ die heilgen Cherubinen,/ den lichten Seraphinen/ muß er willkommen sein. 3. Wir wissen nun vom Siege,/ der unser Haͤupt er⸗ höht,/ wir wissen zur Genüge,/ wie man zum Himmel geht;/ der Seiland geht voran,/ will uns zurück nicht lassen;/ er zeiget uns die Straßen;/ er bringt uns sichre Bahn. 4. Wir sollen himmlisch werden,/ der Herr maͤcht selbst uns Platz;/ wir gehen von der Erden/ dorthin, wo unser Schatz. Ihr Serzen, macht euch aufl/ Wo Zesu hin⸗ gegangen,/ dahin sei das Verlangen,/ dahin sei euer LCauf. 5. Caßt uns gen Simmel dringen/ mit herzlicher Be— gier;/ laßt uns einmuͤtig singen:/ Dich, Jesus, suchen wirl/ Dich, o du Gottes Sohn,/ dich Weg, dich wahres Leben,/ dem alle Macht gegeben,/ dich, unsres Sauptes Rron! 6. Fahr hin mit deinen Schätzen,/ du trugesvolle Welt;/ dein Tand kann nicht ergötzen!/ Weißt du, was uns ge⸗ fällt?/ Der Herr ist unser Preis,/ der Herr ist unsre Freude/ und köstliches Geschmeide;/ zu ihm gilt unsre Reis'. 7. Wann soll es doch geschehen?/ Wann kommt die liebe Zeit,/ daß wir ihn werden sehen/ in seiner Serrlichkeit?/ Du Tag, wann wirst du sein,/ daß wir den seiland grüßen/ und fallen ihm zu Fuͤßen?/ Romm, stelle dich doch ein! G. Wilhelm Sacer, 4 1699. —ũ—. Himmelfahrt 99I0⁰0 7 Mel. wie nach einer Wasserquelle(Mr. 6J0). J. Berr, auf Erden muß ich leiden/ und bin voller Angst und Weh,/ waͤrum willst du von mir scheiden,/ warum fährst du in die ZBöh?/ Nimm mich Armen auch mit dir,/ oder bleibe doch in mir,/ daß ich dich und deine Gaben/ täg⸗ lich möge bei mir haben. 2. Laß dein Serze mir zurücke/ und nimm meines mit hinauf; /wenn ich Seufzer zu dir schicke,/ tue mir den Himmel aͤuf/ und, so ich nicht beten kann,/ rede du den Vater an;/ denn du sitzt zu seiner Rechten;/ darum hilf uns, deinen Rnechten. 3. JZeuch die Sinne von der Erde/ über alles Eitle hin,/ daß ich mit dir himmlisch werde,‚/ ob ich gleich noch sterblich bin,/ und im Glauben meine Zeit/ richte nach der Ewigkeit,/ bis wir auch zu dir gelangen,/ wie du bist vorangegangen. 4. Meine Wohnung maͤche fertig/ droben in des Vaters Haus,/ da ich werde gegenwärtig/ bei dir gehen ein und aus./ Dahin bringe mich zur Ruh,/ denn der Weg dahin bist du,/ und nimm an dem letzten Ende/ meinen Geist in deine Hände. 5. Romme, wenn es Zeit ist, wieder,/ wie dein Wort uns hoffen lehrt,/ und erlöse meine Glieder,/ die das dunkle Grab beschwert; /richtest du dann diese Welt,/ die dein Wort für Cügen hält,/ dann nach überstandnem Leide/ führ uns ein zu deiner Freude. Raspar Neumann, 1 I7I5. Mel. Alle Men schen müssen sterben. 10⁰0 Jakob Sintze, 1678. —— ö—— .—— *——— 2.— 1 Gro⸗ßer Mitt⸗ler, der zur Rech⸗ten/ und die Schar von sei nen Rnech⸗ten/ E— 22——— — —00— x ö ö +— 3 5 sei⸗ nes gro ßen Va⸗ters sitzt in dem Reich der Gna⸗den schützt, den auf dem er⸗ IoI hab⸗ nen Thro⸗ne/ in der kö⸗nig-li⸗ chen Rro ⸗ne/ ů— 8 ů— .———— 6————.— EEEEEEE alles seer der E-wig⸗-keit/ mit verhüll⸗tem Antlitz scheut: 2. Dein Erlösungswerk auf Erden/ und dein Gpfer ist vollbracht;/ was vollendet sollte werden,/ ist geschehn durch deine Macht./ Da du bist fur uns gestorben,/ ist uns Gnaͤd und Seil erworben,/ und dein siegreich Auferstehn/ läßt uns in die Freiheit gehn. 3. Nun bist du ja dort und Hüter/ in des Vaters Seilig⸗ tum, /die erworbnen Segensgüter/ durch dein Evan— gelium Maͤllen denen mitzuteilen,/ die zum Thron der Gnade eilen;/ nun wird uns durch deine Sand/ Seil und Segen zugewandt. 7. Deines Volkes teure Naͤmen/ trägst du stets auf deiner Brust,/ und die gläubig zu dir kamen,/ sind und bleiben deine Cust./ Du vertrittst, die an dich glaͤuben,/ daß sie nichts dir moge rauben,/ bittest in des Vaters Saus/ ihnen eine Wohnung aus. 5. Doch vergißt du auch der Armen,/ die der Welt noch dienen, nicht,/ weil das Serz dir voll Erbarmen/ uͤber ihrem Elend bricht;/ daß dein Vater ihrer schone,/ daß er nicht nach Werken lohne,/ daß er ändre ihren Sinn,/ dar⸗ auf zielt dein Bitten hin. G. Die Verdienste deiner Ceiden/ stellest du dem Vater dar/ und vertrittst vor ihm mit Freuden/ deine teur erlöste Schar,/ daß er wolle Rraft und Leben/ deinem Volk auf Erden geben/ und die Seelen zu dir ziehn,/ die noch deine Freundschaͤft fliehn. 7. Großer Mittler, sei gepriesen,/ daß du in dem Seilig; tum/ so viel Treu an uns bewiesen;/ dir sei Ehre, Dank und Ruhm!/ Caß uns dein Verdienst vertreten,/ wenn wir zu dem Vaͤter beten;/ sprich für uns in letzter Not,/ wenn den Mund verschließt der Tod! Zoh. Zakob Rambach, 1735. Bimmelfahrt 101 Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 1 0⁴ Johann Crüger, 1649. 72 57 ö— SSDSPSISSISISIISIIIIIII..... es dem kein Rö⸗nig glei⸗chet,/ dessen Ruhm kein dem als Gott das Reich ge⸗büh⸗ret,/ der als Nensch das ů——.— 6—..— .— I 5—...... Mund er ⸗rei⸗chet, ZJep⸗ter füh⸗ret, , rr. e als des Va⸗ters ein⸗gem Soh⸗ne,/ den so viel Voll⸗ —. 1.—— 5„ I ————— kom⸗men⸗ hei⸗ten/ krö⸗nen, zie⸗ren und be⸗glei⸗ten! 2. Himmel, Erde, Cuft und Meere/ nebst dem unge⸗ zählten Seere/ der Geschöpfe in den Feldern,/ in den Seen, in den Wäldern/ sind, Serr uͤber Tod und Ceben,/ dir zum Eigentum gegeben. /Tiere, Menschen, Geister scheuen,/ Menschensohn, dein mächtig Dräuen. 3. In des Gnaͤdenreiches Grenzen/ sieht man dich am schönsten glänzen,/ wo viel tausend treue Seelen/ dich zu ihrem Saupt erwählen,/ die durchs Jepter deines Mundes/ nach dem Recht des Gnadenbundes/ sich von dir regieren lassen/ und wie du das Unrecht hassen. 4. In dem Reiche deiner Ehren/ kann man stets dich loben hören/ von dem himmlischen Geschlechte,/ von der Menge deiner Knechte,/ die dort ohne Furcht und Grauen/ dein verklärtes Antlitz schauen,/ die dich unermuͤdet preisen/ und dir Ehr und Dienst erweisen. 5. Herr in allen diesen Reichen!/ Dir ist niemand zu ver⸗ gleichen/ an dem Überfluß der Schätze,/ an der Ordnung der Gesetze,/ an Vollkommenheit der Gaben,/ welche deine Io3 dem das Recht ge⸗hört zumThrone/ +. Bimmelfahrt Bürger haben; /du beschützest deine Freunde,/ du be— zwingest deine Feinde. 6. Herrsche auch in meinem Herzen/ über Zorn, CLust, Furcht und Schmerzen;/ laß mich deinen Schutz genießen,/ gläubig dich ins Serze schließen,/ ehren, fürchten, loben, lieben/ und mich im Gehorsam üͤben;/ hier mitringen, dulden, streiten,/ dort mitherrschen dir zur Seiten. Joh. Jakob Rambach, 1735. 102 Mel. Alle Menschen müssen sterben(Nr. Ioo). J. Siegesfürst und Ehrenkönig,/ höchstverklärte Maje— stät!/ Alle Simmel sind zu wenig,/ du bist drüber hoch er⸗ hoͤht./ Sollt ich nicht zu Fuß dir fallen/ und mein Herz vor Freude wallen,/ wenn mein Glaubensaug entzückt/ deine Berrlichkeit erblickt. 2. Weit und breit, du dimmelssonne,/ deine Klaͤrheit sich ergießt,/ daß ein Strom von Glanz und Wonne/ durch die Himmelsgeister fließt;/ prächtig wirst du aufgenommen,/ freudig heißt man dich willkommen:/ schau, dein armes Rind auch hier/ rufet Hosianna dir. 3. Sollt ich deinen Kelch nicht trinken,/ da ich deine Klar— heit seh?/ Sollt mein Mut noch wollen sinken,/ da ich deine Macht versteh?/ Meinem Koͤnig will ich trauen,/ nicht vor Welt noch Teufel grauen,/ nur in Jesu Namen mich/ beugen hier und ewiglich! 4. Geist und Kraft nun überfließen;/ drum wirk in uns kräftiglich,/ bis zum Schemel deiner Fuße/ alle Feinde legen sich./ Herr, zu deinem Zepter wende/ alles bis zum Welten— ende;/ mache dir auf Erden Bahn,/ alle Serzen untertan. 5. Du kannst alles aller Orten/ nun erfülln und nahe sein;/ meines armen Serzens Pforten/ stehen offen, komm herein!/ Romm, du Vönig aller Ehren,/ du mußt auch bei mir einkehren;/ ewig in mir leb und wohn/ als in deinem Bimmelsthron! 6. Dein zum Himmel Sicherheben/ bringt mir Gott und Bimmel nah;/ lehr mich nur im Geiste leben/ als vor deinen Himmelfahrt 103 Augen da;/ fremd der Welt, der Zeit, den Sinnen,/ bei dir abgeschieden drinnen,/ in das Simmelreich versetzt,/ da mich Jesus nur ergötzt. Gerhard Tersteegen, 1 1769. Mel. Alles ist an Gottes Segen. I103 Frankfurt a. M. 1738. ...— I. Zesus Chri⸗stus herrscht als Rornig,/ al· Les SSSSSSSSTT wird ihm un⸗ter⸗ta⸗nig,/ al ⸗les legt ihm Gott zu Fuß./ 10 2 ö i Je⸗de Jun ge soll be⸗ken⸗nen,/ Je⸗sus sei der ů.———— ö SSISISSIII.I....... Berr zu nen⸗ nen,/ dem man Ehẽ're ge⸗ben muß. 2. Fuͤrstentümer und Gewalten,/ Mächte, die die Thron⸗ wacht halten,/ geben ihm die Serrlichkeit. Alle Serrschaft dort im Himmel,/ hier im irdischen Getümmel/ ist zu seinem Dienst bereit. 3. Gott ist Serr, der Serr ist Einer,/ und demselben gleichet keiner,/ nur der Sohn, der ist ihm gleich;/ dessen Stuhl ist unumstoßlich,/ dessen Ceben unauflöslich/ dessen Reich ein ewig Reich. 4. Nur in ihm, o Wundergaben!/ können wir Erlösung haben,/ die Erlösung durch sein Blut./ Hörts! das Leben ist erschienen,/ und ein ewiges Versühnen/ kommt in Jesus uns zugut. S. Gebt, ihr Sünder, ihm die Zerzen,/ klagt, ihr Rranken, ihm die Schmerzen,/ sagt, ihr Armen, ihm die Wot./ Er kann alle Wunden heilen,/ Reichtum weiß er auszuteilen,/ Leben schenkt er nach dem Tod. 105 Himmelfahrt G. Eil, es ist nicht Zeit zum Schämen! /Willst du Gnade? du sollst nehmen!/ Willst du leben? es soll sein!/ Willst du erben? du wirsts sehen!/ Soll der Wunsch aufs höchste gehen,/ willst du Jesum? er ist dein! 7. Zwar auch RKreuz drückt Christi Glieder/ hier auf kurze Zeit danieder,/ und das Ceiden geht zuvor./ Nur Geduld, es folgen Freuden,/ nichts kann sie von Jesu scheiden,/ und ihr Haupt zieht sie empor. 8. Ihnen steht ein Himmel offen,/ welcher uͤber alles Hoffen, /über alles Wünschen ist./ Die gereinigte Ge⸗ meine/ weiß, daß eine Zeit erscheine,/ wo sie ihren Rönig grüßt. 9. Jauchz ihm, Menge heilger Knechte,/ rühmt, voll⸗ endete Gerechte,/ und du Schar, die Palmen trägt,/ und ihr Mäaͤrtrer mit der Rrone,/ und du Chor vor seinem Throne,/ der die Gottesharfen schlägt! 10. Ich auch auf der tiefsten Stufen, /ich will glauben, reden, rufen,/ ob ich schon noch Pilgrim bin:/ Jesus Christus herrscht als Rönig,/ alles sei ihm untertänig,/ ehret, liebet, lobet ihn! Phil Sriedrich Siller. 4 1769 104 Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern(Nr. 97). I. Hallelujal Wie lieblich stehn/ hoch uͤber uns die Zim- melshöhn,/ seit du im Himmel sitzest,/ seit du vom ewgen Zion dort/ aussendest dein lebendig Wort/ und deine Zerde schützest!/ Fröhlich,/ selig/ schaͤut der Glaube/ von dem Staube/ auf zum Sohne:/ meine Seimat ist am Throne. 2. Die Sterne leuchten ohne Zahl;/ was ist ihr taͤusend— facher Strahl?/ Was ist der Glanz der Sonne?/ Ein Schatten nur von jenem Licht,/ das dir vom holden An— gesicht ausgeht mit ewger Wonnel/ Spende,/ sende/ deine hellen/ Cebensquellen reichlich nieder,/ großes Haupt, auf deine Glieder! 3. Verhüllt den Erdkreis düstre Macht,/ ich weiß, daß dort ein Auge waͤcht,/ das einst um uns geweinet,/ das einst für uns im Tode brach;/ es ist dein Aug, es bleibet Himmelfahrt 105 wach,/ bis neu die Sonne scheinet./ O wer/ nunmehr/ nimmer klagte,/ nimmer zagte,/ seit du wachest/ und aus NVachten Taͤge machestl 4. Wohin wir ziehn durch CLand und Meer,/ ein Bimmel neigt sich druͤber her,/ dein Himmel voller Gnaͤden./ Da steigt erhoͤrlich das Gebet,/ da wallt man sicher frůh und spaͤt/ vor Feindeslist und Schaden./ Keiner/ deiner/ Aus⸗ erwaͤhlten,/ Geistbeseelten/ bleibt verlassen;/ treu will ihn dein Arm umfassen. 5. Wir fliehn zu dir mit allem Schmerz,/ zu dir, wenn sich das arme Herz/ abhärmt in bittrer Reue./ Du brichst nicht das zerstoßne Rohr,/ und wenn der Docht sein Ol verlor,/ so tränkst du ihn aufs neue./ Im Licht/ soll nicht/ eine fehlen/ von den Seelen,/ die zum Leben/ dir dein Vater übergeben. 6. O selger König Jesu Christ!/ Wie wundervoll und heilig ist,/ was uns in dir geschenket!/ In dir, der Gottes Rinder schirmt,/ bleibt unser Anker, wenn es stuͤrmt,/ auf ewig eingesenket./ Sier, hier/ sind wir/ festgebunden;/ unsre Stunden/ fliehn in Eile;/ dann hinauf zum ewgen Heile! Albert Rnapp, 1864. Mel. Lobe den Serren, den mächtigen Rönig. Stralsund 1665. 5 8—. .,e—— 0* I. Lamm, das ge lit-ten, und Lo⸗we, der blu⸗ten-des Op⸗-fer und Seld, der die 1 —4 AIEIS .— E sieg⸗reich ge⸗ run⸗ gen; Y 551. Le be⸗ zwun⸗genz 6 brechen⸗des Herz,/ das sich aus — 15, n,. n 0 ir⸗dischem Schmerz/ U⸗ber die Sim-mel geschwungen! Ioꝰ Bimmelfahrt 2. Du hast in schauriger Tiefe das Söchste vollendet,/ Gott in die Menschheit gehüllt, daß sein CLicht uns nicht blendet./ Würdig bist du,/ jauchzt dir die Ewigkeit zu,/ Preises und Ruhms, der nicht endet. 3. Himmlische Liebe, die NMamen der Erde nicht nennenl/ Fürst deiner Welten, die einst alle Zungen bekennen!/ Gingest du nicht/ selbst in der Sünder Gericht,/ Sünder entlaͤssen zu können? 4. UÜber des Todes umnachteten, graunvollen XKlüften/ schwaͤngst du die Palme des Sieges in himmlischen Lüften./ Wer an dich glaubt,/ trägt nun, von Boffnung umlaubt,/ ewiges Ceben aus Grüften. 5. Menschensohn, Heiland, in dem sich das ewge Er⸗ barmen/ milde zu eigen gegeben den schuldigen Armen!/ Dir an der Brust/ darf nun in Leben und Cust/ jeder Er⸗ starrte erwarmen. 6. Wahl voller Wunder! Der einzige Reine von allen/ eint sich mit Seelen, die sündig im Staube hier wallen,/ trägt ihre Schuld,/ hebt in unendlicher Suld/ das, was am tiefsten gefallen. 7. Mir auch ist süß überwindend dein Rufen ertönet;/ Herr, auch mein feindliches Serz hat dein Cieben versöhnet;/ ja deine Hand,/ zu dem Verirrten gewandt,/ hat mich mit Gnade gekrönet. 8. Cobe den Herrn, meine Seele! Er hat dir vergeben,/ heilt dein Gebrechen, legt in dich ein ewiges Leben;/ Frieden im Streit,/ Wonnen im irdischen Leid/ weiß dir dein Heiland zu geben. 9. Hoffnung und Glaube und Liebe, sie tragen auf Flügeln/ dich in das Cand der Verheißung zu ewigen Hügeln,/ wo deine Wahl/ dort in der HBerrlichkeit Strahl/ Cieb und Erbarmen besiegeln. J0. Jauchze, Watur, in des Fruͤhlings beginnendem Wehen;/ singe, du Welt, die das Werk der Erlösung ge— sehen!/ Jauchze, du Heer,/ dort am kristallenen Meer:/ Ehre sei Gott in den Zöhen! Meta Seußer⸗Schweizer, 1876. Ios I N 22 H EE FE Pfingsten 106 Mel. Serr Gott, dich loben alle wir(Nr. 43, oder wie Nr. y). J. Romm, heilger Geist, o Schöpfer du,/ sprich deinen armen Seelen zu; /erfüll mit Gnaden, süßer Gast,/ die Brust, die du geschaffen hast. 2. Der du ein Tröster bist genannt,/ des allerhöchsten Gottes Pfand,/ du Liebesquell, du Cebensbronn,/ du Herzenssalbung, Gnadensonn! 3. Du siebenfaches Gnaͤdengut,/ du Sand des Herrn, die Wunder tut,/ du lösest aller Bungen Band,/ gibst frei das Wort in alle Land. 4. Jünd uns ein Licht an im Verstand,/ entflamm das Herz in CLiebesbrand,/ stärk unser schwaches Fleisch und Blut/ durch deiner Gottheit starken Mut. 5. Den Feind treib von uns fern hinweg/ und bring uns auf des Friedens Steg,/ daß wir, durch deine Zand ge⸗ führt,/ vom Argen bleiben unberührt. 6. Cehr uns den Vater kennen wohl,/ und wie den Sohn man ehren soll;/ im Glauben mache uns bekannt,/ wie du von beiden wirst gesandt. 7. Ehr sei dem Vater, unserm Herrn,/ und seinem Sohn, dem Cebensstern;/ dem heilgen Geiste gleicherweis/ sei jetzt und ewig Lob und Preis!(Veni creator spiritus) Alte Kirche. Ioο9 1 0/7(5. Zahrhundert.) Erfurt 1524. —— N— .—* J. Romm, hei„li⸗ger Geist, Ser⸗re Gott,/ er⸗ E..— 40 433555 füll mit dei⸗ner Gnaͤ⸗den Gut/ der Gläu⸗bi⸗ gen Herz, SISISISIIII.I.IIIIIII..... Mut und Sinn, Pdein brün⸗stig Cieb ent⸗ zünd in ——. ihn'n!/ O Berr, durch dei⸗nes Lich⸗tes Glastœ/—5 EEEEEEEEE Glauben du ver⸗sam-⸗melt haͤst/ das Volk aus al⸗ler 1 + 1 —— +. 1 ———————————— 1———— Welt Zun⸗gen./ Das sei dir, Serr, zu Lob ge⸗ sun ⸗ögen!/ Hal ⸗le⸗-lu⸗ jal Hal⸗-le⸗lu- jal 2. Du heiliges Licht, edler Zort,/ laß uns leuchten des Lebens Wort/ und lehr Gott uns recht erkennen,/ von Herzen Vater ihn nennen./ O Serr, behüt vor fremder Cehr,/ daß wir nicht Meister suchen mehr,/ denn Jesum mit rechtem Glauben,/ und ihm aus ganzer Macht ver⸗ trauen./ Halleluja! Sallelujal 3. Du heilige Glut, süßer Trost,/ nun hilf uns fröhlich und getrost/ in deinem Dienst beständig bleibn,/ die Trubsal — Ininn Pfingsten 108 uns von dir nicht treibn./ Durch deine Kraft uns, Serr, be⸗ reit'/ und stärk des Fleisches Blödigkeit,/ daß wir hier ritterlich ringen,/ durch Tod und Leben zu dir dringen./ Halleluja! Halleluja! v. IWVeni sancte spiritus) vorreformatorisch; v. 2 und z von Martin Luther, 1546. 108 (Vorreformatorisch.) Wittenberg 1524. 9 ö ö ö O ö ö—— 2. 2———— 2— 1 ◻— J. Wun bit ten wir den hei ⸗li⸗gen Geist/ .—.——.— ö.— 5 E= ö—.— 2 3— 2 um den rech⸗ten Glau⸗ben al ⸗-ler-meist,/ daß er Zaid we. uns be⸗hü⸗te an un⸗ serm En⸗de,/ wenn wir heim⸗ —— ————— ö—— E—— +—— ——— ISISA.— — 12 fahrn aus die sem E⸗len⸗-de./ Er ⸗barm dich, Serrl 2. Du wertes Licht, gib uns deinen Schein,/ lehr uns Jesum Christ kennen allein,/ daß wir an ihm bleiben, dem treuen Seiland, /der uns braͤcht hat zum rechten Vater⸗ land./ Erbarm dich, Serr! 3. Du süße Cieb, schenk uns deine Gunst,/ laß uns emp⸗ finden der Liebe Brunst,/ daß wir uns von Serzen ein⸗ ander lieben/ und im Frieden auf einem Sinn bleiben./ Erbarm dich, Serr! 4. Du höchster Tröster in aller Wot,/ hilf, daß wir nicht furchten Schand noch Tod;/ daß in uns die Sinne nimmer verzaͤgen,/ wenn der Feind wird das Leben verklaͤgen./ Erbarm dich, Serr! V. Jaus dem 13. Zahrhundert. Martin Luther, 4 1546. III Pfingsten 1 09 Meiningen 1693. ——•———— . ern Romm, o komm, du Geist des Le⸗bens,/ Dei ne Kraft sei nicht ver⸗ ge-⸗bens,/ —— D SSISISISISISISIIIIIII.. wahrer Gott von E-wig⸗-keit. sie er füll uns je-⸗der-zeit, EEEEEE ½*— Licht und Schein/ in dem dunk⸗len Ber-zen sein. 2. Gib in unser Herz und Sinnen/ Weisheit, Rat, Ver⸗ stand und Zucht,/ daß wir anders nichts beginnen,/ als nur, was dein Wille sucht./ Dein Erkenntnis werde groß/ und mach uns von Irrtum los. 3. Jeig uns, Herr, die rechten Stege/ zu der wahren Wohlfahrt an,/ raͤume alles aus dem Wege,/ was im Cauf uns hindern kann;/ wirke Reu durch deine Gnad,/ wenn der Fuß gestrauchelt hat. 4. Caß dein ZJeugnis uns empfinden,/ daß wir Gottes Rinder sind,/ die auf ihn allein sich gründen,/ wenn sich Not und Drangsal findt;/ denn was Vaterliebe tut,/ ist uns allewege gut. 5. Reiz uns, daß wir zu ihm treten/ frei mit aller Freudig⸗ keit;/ seufz auch in uns, wenn wir beten,/ und vertritt uns alle Jeit;/ so wird unsre Bitt erhoͤrt/ und die Juversicht vermehrt. . Wird uns auch nach Troste bange,/ daß das Serz oft rufen muß:/ Ach, mein Gott, mein Gott, wie lange? /Ei, so mach du den Beschluß;/ sprich der Seele tröstlich zu/ und gib Mut, Geduld und Ruh. 7. O du Geist der Kraft und Stärke,/ du gewisser, neuer Geist,/ fördre in uns deine Werke,/ wenn die Welt uns an sich reißt./ Schenk uns Waͤffen in dem Krieg/ und erhalt in uns den Sieg. 4 ö +. so wird Geist und —23— Anwiii, Pfingsten 1IO 8. Herr, bewahr auch unsern Glauben,/ daß kein Feind, kein Tod, noch Spott/ uns denselben moͤge rauben;/ du bist unser Schutz und Gott./ Saͤgt das Fleisch gleich immer nein,/ laß dein Wort gewisser sein. 9. Wenn wir endlich sollen sterben,/ so versichr uns mehr und mehr/ als des Zimmelreiches Erben/ jener Berrlichkeit und Ehr,/ die Gott gibt durch Jesum Christ,/ und die un⸗ aussprechlich ist. Seinrich Seld, 4 1659. IIo —* Wie schön leuchtet der Morgenstern. Frankfurt a. M. I599. N ——— IIEEEE O heil⸗ger Geist, kehr bei uns ein/ und laß uns Du Sim-melslicht, laß dei⸗nen Schein/ bei uns und 3 1— TT —*— 1 4 dei⸗ ne Wohnung sein;/ o komm, du Ber⸗zens⸗son⸗nel in uns kräf⸗tig sein/ zu ste⸗ter Freud und Won· nel/ Sonne,/ Wonne,/ himmlisch Le⸗ben/ willst du ge⸗ben,/ S E 1 S........————— wenn wir be⸗ten;/ zu dir kom⸗men wir ge⸗tre ten. 2. Du Guell, draus alle Wahrheit fließt,/ die sich in fromme Seelen gießt,/ laß deinen Trost uns hoͤren,/ daß wir in Glaubenseinigkeit/ auch andre in der Christenheit/ dein wahres Zeugnis lehren./ Höre,/ lehre,/ daß wir koͤnnen/ Herz und Sinnen/ dir ergeben,/ dir zum LCob und uns zum Leben. 3. Steh uns stets bei mit deinem Rat/ und fuͤhr uns selbst den rechten Pfad,/ die wir den Weg nicht wissen./ Gib uns Beständigkeit, daß wir/ getreu dir bleiben fuͤr und für,/ II3 III Pfingsten auch wenn wir leiden müssen./ Schaue,/ baue,/ was zer⸗ rissen/ und beflissen,/ dich zu schauen/ und auf deinen Trost zu bauen. 4. O laß uns deine Gotteskraft/ empfinden und zur Rit⸗ terschaͤft/ dadurch gestärket werden;/ auf daß wir unter deinem Schutz/ begegnen aller Feinde Trutz/ mit freudigen Gebärden./ Laß dich/ reichlich/ auf uns nieder,/ daß wir wieder/ Trost empfinden,/ alles Unglück berwinden. 5. O starker Fels und Cebenshort,/ laß doch dein mildes BHimmelswort/ in unsern Serzen brennen,/ daß wir uns mögen nimmermehr/ von deiner weisheitsreichen Lehr/ und reinen Liebe trennen./ Fließe,/ gieße/ deine Güte/ ins Gemüte,/ daß wir können/ Christum unsern Beiland nennen. §. Du milder Simmelstau, senk dich/ in unsre Seelen kräftiglich/ und schenk uns deine Liebe,/ daß unser Sinn verbunden sei/ dem Mächsten stets mit Liebestreu/ und sich darinnen übe./ Rein Neid,/ kein Streit/ dich betrübe,/ Fried und Liebe/ müß umschweben/ und durchdringen unser Ceben. 7. Gib, daß in reiner Seiligkeit/ wir führen unsre Cebenszeit,/ sei unsres Geistes Stärke,/ daß uns forthin sei unbewußt/ die Eitelkeit, des Fleisches Cust/ und seine toten Werke./ Ruͤhre,/ fuͤhre/ unser Sinnen/ und Be⸗ ginnen/ von der Erden,/ daß wir Simmelserben werden. Michael Schirmer, 1 1673. 1 1 1 Johann Crüger, J653. Jeuch ein zu deinen Toren,/ sei meines Berzens Gast, der du, da ich ge⸗bo⸗ ren,/ mich neu gebo⸗ren hast, EREE o hochgeliebter Geist/ des Vaters und des Sohnes,/ mit Pfingsten III SSSTI bei⸗den gleichen Thrones,/ mit beiden gleich gepreist. 2. Zeuch ein, laß mich empfinden/ und schmecken deine Rraft,/ die Kraft, die uns von Sünden/ Hilf und Errettung schafft;/ entndge meinen Sinn,/ daß ich mit reinem Geiste/ dir Ehr und Dienste leiste,/ die ich dir schuldig bin. 3. Du bist ein Geist, der lehret,/ wie man recht beten soll;/ dein Beten wird erhöret,/ dein Singen klinget wohl,/ es steiget himmelan,/ es steiget sonder Ende,,/ bis der sich zu uns wende,/ der allen helfen kann. 4. Du bist ein Geist der Freuden,/ mit Trauern hältst dus nicht,/ erleuchtest uns im CLeiden/ mit deines Trostes Licht./ Ach ja, wie manchesmal/ hast du mit süßen Worten/ mir aufgetan die Pforten/ zum güldnen Freudensaall S. Du bist ein Geist der Ciebe,/ ein Freund der Freund⸗— lichkeit,/ willst nicht, daß uns betruͤbe/ Zorn, Jank, Haß, NVeid und Streit./ Der Feindschaft Feind du bist,/ willst, daß in Ciebesflammen/ sich wieder tu zusammen,/ was voller Zwietraͤcht ist. 6. Du, Serr, hast selbst in Sänden/ die ganze weite Welt,/ kannst Menschenherzen wenden,/ wie dir es wohlgefällt./ So gib doch deine Gnad/ zu Fried und Liebesbanden,/ ver⸗ knüpf in allen Landen,/ was sich getrennet hat. 7. Beschirm die Obrigkeiten/ mit Gnad von deinem Thron,/ gib Glück zu diesen Zeiten,/ schmück, als mit einer Kron,/ die Alten mit Verstand,/ mit Frommigkeit die Jugend,/ mit Gottesfurcht und Tugend/ das Volk im ganzen Cand. 8. Erfülle die Gemüter/ mit reiner Glaubenszier,/ die Bäuser und die Güter/ mit Segen fuͤr und fuͤr;/ vertreib den bösen Geist,/ der dir sich widersetzet/ und, was dein Herz ergötzet,/ aus unsern Serzen reißt. 9. Richt unser ganzes Leben/ allzeit nach deinem Sinn,/ und wenn wirs sollen geben/ ins Todes Hände hin,/ wenns mit uns hie wird aus,/ so hilf uns fröhlich sterben/ und nach dem Tod ererben/ des ewgen Cebens Haus. Paul Gerhardt, 1676. II5 Pfingsten II2 Mel. werde munter, mein Gemüte(oder wie Nr. 440). Johann Schop. I642. 3 —— x. ———0— .— O du al⸗ler⸗süß ⸗te Freu ⸗de, /o du Ider du uns in Lieb und Lei⸗de/ un be⸗ ——..— ů ů ————4 E al ⸗-ler⸗ schön-stes Licht, suscher les ses nicht, Geist des Höch⸗sten, höchster —..—.——.—.....— SDD‚D‚D‚‚D‚E‚‚D‚ Fürst,/ der du haͤltst und hal⸗ten wirst/ ohn Auf⸗ho⸗ren V 1— III IEEEEE al le Din⸗ge,/ hö⸗re, hö⸗re, was ich sin gel 2. Du bist ja die beste Gabe,/ die ein Mensch nur nennen — kann;/ wenn ich dich erwünsch und habe,/ geb ich alles ö wünschen dran. /Ach, ergib dich, komm zu mir/ in mein Herze, das du dir,/ da ich in die Welt geboren,/ selbst zum Tempel auserkoren. 3. Du wirst als ein milder Regen/ ausgegossen von dem Thron,/ bringst uns nichts als lauter Segen/ von dem Vaͤter und dem Sohn. /Laß doch, o du werter Gast,/ Gottes Segen, den du hast/ und verwaͤltst nach deinem Willen,/ mich an Leib und Seel erfüllen. 4. Du bist weise, voll Verstandes,/ was geheim ist, ist dir kund,/ zählst den Staub des kleinsten Sandes,/ gründst des tiefsten Meeres Grund;/ nun, du weißt auch zweifelsfrei,/ wie verderbt und blind ich sei,/ drum gib Weisheit und vor allen,/ wie ich möge Gott gefallen. S. Du bist heilig, läßt dich finden,/ wo man rein und red⸗ lich ist,/ fleuchst hingegen Schand und Sünden,/ hassest Schlangentrug und List./ Mache du, o Gnadenquell,/ Pfingsten II3 meine Seele rein und hell;/ laß mich fliehen, was du fliehest,/ gib mir, was du gerne siehest. 6. Deine Zuld hat keine Schranken,/ du bist fromm und sanften Muts,/ bleibst im Leben ohne Wanken,/ tust uns Bösen alles Guts./ Ach verleihe mir doch auch/ deinen edlen Sinn und Brauch,/ daß ich Freund und Feinde liebe,/ keinen, den du liebst, betruͤbe. 7. Mein Hort, ich bin wohl zufrieden,/ wenn du mich nur nicht verstoͤßt;/ bleib ich von dir ungeschieden,/ so bin ich genug getröst't./ Caß mich sein dein Eigentum;/ ich ver⸗ sprech hinwiederum,/ hier und dort all mein Vermöͤgen/ dir zu Ehren anzulegen. 8. Nur allein, daß du mich staͤrkest/ und mir treulich stehest bei;/ hilf, mein Selfer, wo du merkest,/ daß mir Hilfe nötig sei./ Brich des boͤsen Fleisches Sinn,/ nimm den alten Willen hin,/ daß er sich in dir erneue/ und mein Gott sich meiner freue. 9. Sei mein Retter, führ mich eben;/ wenn ich sinke, sei mein Stab;/ wenn ich sterbe, sei mein Leben;/ wenn ich liege, sei mein Grab;/ wenn ich wieder aufersteh,/ o so hilf mir, daß ich geh/ hin, wo du in ewgen Freuden/ wirst die Auserwählten weiden. Paul Gerhardt, 1676. II3 Mel. Werde munter, mein Gemüte(Nr. II2). J. Gott, gib einen milden Regen,/ denn mein Herz ist dürr wie Sand; /Vater, gib vom Bimmel Segen,/ tränke du dein dürstend Landl/ Caß des heilgen Geistes Gab/ auf mich Armen doch herab/ wie in starken Strömen fließen/ und sich in mein Herz ergießen. 2. Jesu, der du hingegangen/ zu dem Vater, sende mir/ deinen Geist, den mit Verlangen/ ich erwarte, Herr, von dir./ Caß den Troͤster ewiglich/ bei mir sein und lehren mich,/ in der Weisheit festzustehen/ und auf dich im Glauben sehen. 3. Zeilger Geist, du Rraft der Frommen,/ kehre bei mir Armen ein/ und sei tausendmal willkommen,/ laß mich deinen Tempel sein. /Reinige du selbst das Saus/ meines Berzens, wirf hinaus/ alles, was mich hier kann scheiden/ von den süßen Zimmelsfreuden. II7 II4 Pfingsten 7. Schmücke mich mit deinen Gaben,/ mache neu mich, rein und schon;/ laß mich wahre Liebe haben/ und in deiner Gnaͤde stehn./ Gib mir einen starken Mut,/ heilige mein Fleisch und Blut,/ lehre mich vor Gott hintreten/ und im Geist und Wahrheit beten. S. So will ich mich dir ergeben;/ dir zu Ehren soll mein Sinn/ dem, was himmlisch ist, nachstreben,/ bis ich werde kommen hin,/ da mit Vater und dem Sohn/ dich im höchsten Simmelsthron/ ich erheben kann und preisen/ mit den süßen Engelsweisen. Moritz Kramer, 1702. I14 Mel. Werde munter, mein Gemüte(Nr. IIQ. J. Geist vom Vater und vom Sohne,/ der du unser Tröster bist/ und von unsres Gottes Throne/ hilfreich auf uns Schwache siehst:/ stehe du mir mächtig bei,/ daß ich Gott ergeben sei;/ o so wird mein Serz auf Erden/ schon ein Tempel Gottes werden. 2. Caß auf jedem meiner Wege/ deine Weisheit mit mir sein,/ wenn ich bange Zweifel hege,/ deine Wahrheit mich erfreun./ Lenke kraͤftig meinen Sinn/ auf mein wahres Wohlsein hin;/ lehrst du mich, was recht ist, waͤhlen,/ werd ich nie mein Heil verfehlen. 3. Heilige des gerzens Triebe,/ daß ich uber alles treu/ meinen Gott und Vater liebe, Pdaß mir nichts so wichtig sei// als in seiner Suld zu stehn;/ seinen Namen zu erhöhn,/ seinen Willen zu vollbringen,/ müͤsse mir durch dich gelingen. 4. Stärke mich, so oft zur Sünde/ mein Gemüt versuchet wird,/ daß sie mich nicht überwinde;/ hab ich irgend mich verirrt,/ o so strafe selbst mein Berz,/ daß ich unter Reu und Schmerz/ mich vor Gott daruber beuge/ und mein Herz zur Bessrung neige. 5. Reize mich, mit Flehn und Beten,/ wenn mir Silfe nötig ist,/ zu dem Gnadenstuhl zu treten./ Gib, daß ich auf Jesum Christ/ als auf meinen Mittler schau/ und auf ihn die Hoffnung bau,/ Gnad um Gnad auf mein Verlangen/ von dem Vater zu empfangen. Pfingsten II5 6. Stehe mir in allen Ceiden/ stets mit deinem Troste bei,/ daß ich auch alsdann mit Freuden/ Gottes Führung folgsam sei./ Gib mir ein gelassen Serz;/ laß mich selbst im Todesschmerz/ bis zum frohen Uberwinden/ dieses Trostes Rraft empfinden. Mach Gottfried Soffmann, I7I2. 77 wie Nr. 307. Arnold Mendelssohn, Darmstadt 1905. +..— 1.——— .SSSSI 1 Schmückt das Fest mit Mai-en,/ las⸗set Blu⸗men 9 denn der Geist der Gnaden/ hat sich ein⸗ge— E streu⸗ en,/ zün-det Op⸗fer an; 0 la den,/ ma⸗chet ihm die Bahn. Nehmt ihn ———.— ö— — 52 ö— ö. ein,/ so wird sein Schein/ euch mit Licht und II ä. Heil er⸗ful⸗len/ und den Rum-mer stil ⸗len. 2. Tröster der Betrübten,/ Siegel der Geliebten,/ Geist voll Rat und Tat,/ starker Gottesfinger,/ Friedensüberbringer,/ Licht auf unsrem Pfad,/ gib uns Kraft/ zur Pilgrimschaft,/ laß uns deine teuren Gaben/ Berz und Seele laben. 3. Laß die Zungen brennen,/ wenn wir Jesum nennen,/ führ den Geist empor;/ gib uns Kraft zu beten/ und vor Gott zu treten,/ sprich du selbst uns vor./ Gib uns Mut,/ du hochstes Gut,/ troͤst uns kräftiglich von oben/ bei der Feinde Toben. 4. Goldner Himmelsregen,/ schütte deinen Segen/ auf das KRirchenfeld;/ lasse Ströme fließen,/ die das LCand be⸗ gießen,/ wo dein Wort hinfaͤllt,/ und verleih,/ daß es gedeih;/ hundertfältig Frucht zu bringen,/ laß ihm stets gelingen. 119 II6 Pfingsten S. Schlage deine Flammen/ über uns zusammen,/ heilge Ciebesglut;/ laß dein sanftes Wehen/ uͤber uns ergehen,/ dämpfe Fleisch und Blut;/ laß uns doch/ am Sündenjoch/ mit der Welt nicht ferner ziehen/ und das Boͤse fliehen. 6. Gib zu allen Dingen/ Wollen und Vollbringen,/ führ uns ein und aus;/ wohn in unsrer Seele,/ unser Serz er⸗ wähle/ dir zum eignen Haus./ Wertes Pfand,/ mach uns bekannt,/ wie wir Jesum recht erkennen/ und Gott Vater nennen. 7. Mach das Rreuz uns süße,/ und durch Finsternisse/ sei du unser Licht;/ trag nach Zions Zügeln/ uns mit Glau⸗ bensflügeln/ und verlaß uns nicht,/ wenn der Tod,/ die letzte Not,/ mit uns will zu Felde liegen,/ daß wir fröhlich siegen. 8. Caß uns hier indessen/ nimmermehr vergessen,/ daß wir Gott verwandt./ Dem laß uns stets dienen/ und im Guten grünen/ als ein fruchtbar Cand,/ bis wir dort,/ du werter Hort,/ bei den grünen Simmelsmaien/ ewig uns er⸗ freuen. Benjamin Schmolck, 1 1737. Mel. Erquicke mich, du Zeil der Sünder. J. A. Freylinghausen, Salle 1714. . n, x SSDSPSCSSISIIIIIIII. 1 n Gott, o Geist, o Licht des Le⸗bens,/ das du scheinst und lockst so lang ver⸗ge⸗bens,/ weil — ö 1 ZIII———— uns im To⸗des⸗schat⸗ten scheint, Fin⸗ster⸗ nis dem Lich⸗-te feindl O Geist, dem kei · ner 1—— ——.— n, kann ent ⸗ge⸗hen,/ dich laß ich gern mein Ser· ze se⸗hen. 2. Entdecke alles und verzehre,/ was nicht in deinem Lichte rein;/ wenn mirs gleich noch so schmerzlich wäre,/ Pfingsten II7 die Wonne folget nach der Pein;/ du wirst mich aus dem finstern Alten/ in Jesu Rlaͤrheit umgestalten. 3. Ich kann nicht selbst der Sünde steuern,/ das ist dein Werk, du Quell des Lichts!/ Du mußt von Grund aus mich er⸗ neuern,/ sonst hilft mein eignes Trachten nichts./ O Geist, sei meines Geistes Leben;/ ich kann mir selbst nichts Gutes geben. 4. Du Odem aus der ewgen Stille,/ durchwehe sanft der Seele Grund;/ füll mich mit aller Gottesfuͤlle/ und da, wo Sünd und Greuel stund,/ laß Glauben, CLieb und Ehr— furcht grünen,/ in Geist und Wahrheit Gott zu dienen. 5. Mein Wirken, Wollen und Beginnen/ sei kindlich folgsam deinem Trieb;/ bewaͤhr mein Herz mit allen Sinnen/ untaͤdelig in Gottes Cieb./ Dein in mir Beten, LCehren, Rämpfen/ laß mich auf keine Weise dämpfen. 6. O Geist, o Strom, der uns vom Sohne/ eröffnet und kristallenrein/ aus Gottes und des Cammes Throne/ nun quillt in stille Serzen ein,/ ich öffne meinen Mund und sinke/ hin zu der Quelle, daß ich trinke. 7. Ich laß mich dir und bleib indessen,/ von allem ab⸗ gewaͤndt, dir nah;/ ich will die Welt und mich vergessen/ und innigst glauben: Gott ist dal/ O Gott, o Geist, o Licht des Cebens,/ man harret deiner nie vergebens. Gerhard Tersteegen, 1769. II7 Mel. Rommt her zu mir, spricht Gottes Sohn. Nr. 153(oder wie Nr. 369. J. Es saß ein frommes Häuflein dort/ und wollte nach des Herren Wort/ einmütig Pfingsten halten./ Ach laß auch jetzt im Christenstand,/ Herr Jesu, deiner Ciebe Band/ bei frommen Gliedern waͤlten. 2. Schnell fiel hernieder auf das Baus/ ein starker Wind, der mit Gebraus/ sich wundersam erhoben./ O Gottes⸗ hauch, ach lasse dich/ bei uns auch spüren kräftiglich/ und weh uns an von oben! 3. Er füllete die Wohnung ganz,/ zerteilter Zungen Feuerglanz/ ließ sich auf jedem spüren./ Ach nimm auch unsre Kirchen ein,/ laß feurig unsre Cehrer sein/ und deine Sprach uns rühren! I2I II8 Pfingsten 7. Sie wurden all des Geistes voll/ und fingen an zu reden wohl,/ wie er gab auszusprechen./ Erfüll auch uns mit heilger Glut,/ daß wir des Serzens blöden Mut/ mit freier Rede brechen! 5. Das Volk von allen Jungen kann,/ was Gott zum Zeil der Welt getan,/ in seiner Sprache hoͤren./ Ach heb der zungen Irrsal auf;/ Iaß, Jesu, deinem Wort den Cauf,/ daß dich die Völker ehren! 6. Die Welt zwar treibt nur ihren Spott,/ und wer nicht merkt die Kraft von Gott,/ spricht leider:„Sie sind trunken!“/ Den rechten Freudenwein uns gib,/ erquick, o Berr, in deiner Lieb,/ was noch in Angst versunken! 7. Dein Licht treib in des Zerzens Saus/ mit hellen Strahlen gänzlich aus/ die alten Finsternisse,/ daß Blind⸗ heit, Irrtum, falscher Wahn,/ und was uns sonst ver⸗ leiten kann,/ auf ewig weichen müsse. 8. Dein Feuer töt in unsrer Brust,/ was sich noch regt von Sündenlust;/ erwecke rein⸗ Triebe,/ auf daß wir schmecken wahre Freud/ anstatt der schnoͤden Eitelkeit/ in Jesu süßer Liebe. Sieronymus Annoni, 1770. II8 Mel. Warum sollt ich mich denn grämenꝰ Nr. 332). I. Höchster Troster, komm hernieder;/ Geist des Serrn,/ sei nicht fern,/ staͤrke Christi Glieder./ Er hat nie sein Wort gebrochen,/ Jesus hat/ deinen Rat/ seinem Volk ver⸗ sprochen. 2. Schöpfer unsres neuen Cebens,/ jeder Schritt,/ jeder Tritt/ ist ohn dich vergebens./ Mache unser Seil uns wich⸗ tig;/ wer ist wohl,/ wie er soll,/ treu zu handeln tůchtigꝰ 3. Berr, wir fallen dir zu Fuße;/ eins ist not/ fůr den Tod:/ Buße, wahre Buße./ Zeig uns selbst den Greul der Sünde,/ daß das Herz/ Angst und Schmerz,/ Reu und Scham empfinde. J. Jeig uns des Erlösers Wunden,/ ruf uns zu:/ Ihr habt Ruh,/ ihr habt Seil gefundenl/ Er hat Gnade euch erworben,/ Jesu Blut/ machet gut,/ was die Welt ver⸗ dorben. Pfingsten II9 5. Weck uns auf vom Suͤndenschlaͤfe,/ rette doch/ heute noch/ die verlornen Schafe. Reiß die Welt aus dem Ver— derben,/ laß sie nicht/ im Gericht/ der Verstockung sterben. 6. Geist der Weisheit, gib uns allen/ durch dein Licht/ Unterricht,/ wie wir Gott gefallen./ Lehr uns freudig vor Gott treten,/ sei uns nah/ und sprich: Jal/ wenn wir gläubig beten. 7. Silf den Raͤmpf des Glaubens kämpfen,/ gib uns Mut,/ Fleisch und Blut,/ Sünd und Welt zu dämpfen./ Caß uns Trübsal, Kreuz und Leiden,/ Angst und Not,/ Schmerz und Tod/ nicht von Jesu scheiden. 8. Bilf uns nach dem Besten streben,/ schenk uns Kraft,/ tugendhaft/ und gerecht zu leben;/ gib, daß wir nie stille stehen,/ treib uns an,/ froh die Bahn/ deines Worts zu gehen. 9. Sei in Schwachheit unsre Stütze,/ steh uns bei,/ mach uns treu/ in der Prüfungshitze./ Führ, wenn Gott uns nach dem Leide/ sterben heißt,/ unsern Geist/ in des Himmels Freude. Ehrenfried Liebich, T 1780. 119 Mel. Werde munter, mein Gemüte(Nr. IIQ). J. Der du uns als Vater liebest,/ treuer Gott, und deinen Geist/ denen, die dich bitten, gibest,/ ja, uns um ihn bitten heißt,/ demutsvoll fleh ich zu Dir:/ Vater, send ihn auch zu mir,/ daß er meinen Geist erneue/ und mich dir zum Tempel weihe. 2. Ohne ihn fehlt meinem Wissen/ Leben, Rraft und Fruchtbaͤrkeit,/ und mein Herz bleibt dir entrissen/ und dem Dienst der Welt geweiht,/ wenn er nicht durch seine Kraft/ die Gesinnung in mir schafft,/ daß ich dir mich ganz ergebe/ und zu deiner Ehre lebe. 3. Ewge Quelle wahrer Güter,/ hochgelobter Gottes⸗ geist,/ der du menschliche Gemüter/ heiligst und mit Trost erfreustl/ Wach dir, Serr, verlangt auch mich,/ ich ergebe mich an dich;/ mache mich zu Gottes Preise/ heilig und zum Himmel weise. 12³ Schein für Wahrheit wählt. Pfingsten 4. Fülle mich mit heilgen Trieben,/ daß ich Gott, mein höchstes Gut,/ uber alles möge lieben,/ daß ich mit ge⸗ trostem Mut/ seiner Vaterhuld mich freu/ und mit wahrer Kindestreu/ stets vor seinen Augen wandle/ und recht⸗ schaͤffen denk und handle. 5. Geist des Friedens und der Ciebe,/ bilde mich nach deinem Sinn,/ daß ich Lieb und Sanftmut uͤbe/ und mirs rechne zum Gewinn,/ wenn ich je ein Friedensband/ knüpfen kann, wenn meine Hand/ zur Erleichtrung der Beschwerden/ kann dem Mächsten nützlich werden. 6. Wenn der Anblick meiner Sünden/ mein Gewissen niederschlägt,/ wenn sich in mir Zweifel finden,/ die mein Berz mit Zittern hegt,/ wenn mein Aug in Vöten weint/ und Gott nicht zu hören scheint:/ o dann laß es meiner Seelen/ nicht an Trost und Stärkung fehlen. 7. Was sich Gutes in mir findet,/ ist dein Gnadenwerk in mir;/ selbst den Trieb hast du entzündet,/ daß mich, Serr, verlangt nach dir./ G so setze durch dein Wort/ deine Gnadenwirkung fort,/ bis sie durch ein selig Ende/ herrlich sich an mir vollende. David Bruhn, 1782. I20 Mel. Nun komm, der Zeiden Seiland(oder wie Nr. 36).(IS. Jahrhundert.) Erfurt 1524. V V —— 1— ...I....... J. Geist vom Va⸗ter und vom Sohn,/ wei⸗he SS S S.I.I r dir mein Herz zum Thronl/ Schen ke dich mir ———.——— ů SSSPSPSSSSSSS.I.IIIIII im ⸗mer⸗dar,/ so wie einst der Jün-⸗-ger Schar. 2. Geist der Wahrheit, leite mich!/ Eigne Leitung täuschet sich,/ da sie leicht des Wegs verfehlt/ und den Pfingsten I21 3. Geist des Lichtes, mehr in mir/ meinen Glauben für und fur,/ der mich Christo einverleibt/ und durch Liebe Früchte treibt. 4. Geist der Andacht, schenke mir/ Salbung, Inbrunst, Feur von dir;/ laß mein Bitten innig rein/ und vor Gott erhörlich sein. 5. Geist der Ciebe, Kraft und Zucht!/ Wenn mich Welt und Fleisch versucht,/ o dann unterstütze mich,/ daß ich ringe; rette mich! 6. Geist der ZSeiligung, verklär/ Jesum in mir mehr und mehr/ und erquicke innerlich/ durch den Frieden Gottes mich. 7. Geist der Hoffnung, führe du/ mich dem Simmelserbe zu;/ laß mein Serz sich deiner freun/ und in Zoffnung selig sein. Julius Tode, + 1797. Mel. O Zesu Christ, meins Lebens Licht. Leipzig 1625. , a Ki e.n dr. ,n., w, n ü. ö —3—— der uns den Weg zum Sim⸗ mel weist,/ der uns die n——— ———.—.————————.—— j.— —— E EE dunk⸗le Er⸗den⸗nacht/ durch seine Lich⸗ter hel⸗ le macht; 2. Du Hauch, der durch das Weltall weht/ als Gottes stille Majestät,/ du aller Cichter reinstes Licht, /erleucht uns Herz und Angesicht. 3. Romm, leuchte mit dem Gnaͤdenschein/ hell in die weite Welt hinein;/ komm, mach uns in der Finsternis/ des lichten dHimmelswegs gewiß. 7. Ach, hier ist alles Staub und Nacht,/ die Wahn und Sünde truͤbe macht;/ ach, hier ist alles Not und Tod,/ geht uns nicht auf dein Norgenrot; 5 125⁵ 5 I. O Got- tes Geist und Chri⸗ sti Geist,/ I . Schlußlied der Festzeiten 5. Das Morgenrot der bessern Welt,/ das wie ein Strahl vom Simmel fällt,/ als Gottes Macht und Gottes Lust/ durchblitzt die kranke Menschenbrust. 6. O Gottes Geist und Christi Geist,/ der uns wie Kinder beten heißt,/ der uns wie Rinder glauben heißt,/ komm, o komm, du heilger Geist! 7. Romm, Gottes Frieden, Gottes Mut!/ Romm, stille Kraft, die nimmer ruht,/ komm, gieße deinen Gnaͤden⸗ schein/ in Seele, Sinn und Herz mir ein. 8. Dann wandl ich, wie ein Kind des Lichts,/ im Glanze deines Angesichts/ schon meinen kurzen Erdenlaͤuf/ stets him melein und himmelaͤuf. Ernst Moritz Arndt, 4 1860. Schlußlied der Weihnachts⸗, Oster⸗ und Pfingstzeit 122 J. Sizilianische Volksweise, vor 1788. J. G du froh ⸗li⸗che, 8 du se li. W dn. * ge,„gna⸗ den ⸗-brin⸗-gen⸗ de Weihrnachts zeitl/ 2 *— 1— — 1⁰—— E AE Welt ging ver⸗lo ⸗ ren,/ Christ ist ge⸗ bo⸗ renz/ e freunze dich, o Chri-⸗sten⸗heit!l 2. O du fröhliche,/ o du selige,/ gnadenbringende Weih⸗ nachtszeit!/ Christ ist erschienen,/ uns zu versühnen;/ freue, freue dich, o Christenheit! —— freu e, ——— Trinitatisfest 123 3. O du fröhliche,/ o du selige,/ gnadenbringende Weih⸗ nachtszeit!/ König der Ehren,/ dich wolln wir hören;/ freue, freue dich, o Christenheit. II. 4. O du fröhliche,/ o du selige,/ gnadenbringende Gster— zeit!/ Welt lag in Banden,/ Christ ist erstanden;/ freue, freue dich, o Christenheit! S. O du fröhliche,/ o du selige,/ gnadenbringende Gster— zeit!/ Tod ist bezwungen,/ Ceben errungen;/ freue, freue dich, o Christenheit! 6. O du fröhliche,/ o du selige,/ gnadenbringende Oster— zeit!/ Kraft ist gegeben,/ laßt uns ihm leben;/ freue, freue dich, o Christenheit! III. 7. O du fröhliche,/ du selige,/ gnaͤdenbringende Pfingstenzeit!/ Christ, unser Meister,/ heiligt die Geister;/ freue, freue dich, o Christenheit! 8. O du fröhliche, /o du selige,/ gnadenbringende Pfingstenzeit!/ fuͤhr, Geist der Gnade,/ uns deine Pfade;/ freue, freue dich, o Christenheit. 9. O du fröhliche, /o du selige,/ gnadenbringende Pfingstenzeit!„Uns, die Erlösten,/ Geist, willst du troͤsten;/ freue, freue dich, o Christenheit! Johannes Daniel Halk, 4 1826. Trinitatisfest 1 23(Vorreformatorisch) Leipzig 1539. 44 F———— 5OSA + Al⸗lein Gott in der Söh sei Ehr/ und dar⸗um, daß nun und nim⸗ mermehr/ uns 8 127 124 Trinitatisfest 1— ö—— öSSPIIIIIII...I..T. AT Dank für sei ne Gus de, A ruͤh⸗ren kann ein Scha⸗de.) Ein wohl ⸗ge⸗ PIII...I....... 1 falln Gott an uns hat,/ nun ist groß Fried ohn 51 ————— dö v d,x w erx,— Un⸗ter ⸗-laß, all Fehd hat nun ein En ⸗de. 2. Wir beten an und loben dich,/ wir bringen Ehr und danken,/ daß du, Gott Vater, ewiglich/ regierst ohn alles Wanken;/ ganz ohne Maß ist deine Macht,/ allzeit geschieht, was du bedacht:/ wohl uns des starken Herren. 3. O Jesu Christe, Gottes Sohn,/ für uns ein Mensch ge⸗ boren,/ der uns vertritt vor Gottes Thron/ und rettet, was verloren;/ Camm Gottes, heilger Herr und Gott,/ nimm an die Bitt von unsrer Not,/ erbarm dich unser aller! 4. O heilger Geist, du höchstes Gut,/ mit deinem Seil uns tröste!/ Vor Satans Macht nimm uns in Hut,/ die Jesus Christ erlöste/ durch Narter groß und bittern Tod;/ wend unsern Jammer ab und Vot,/ darauf wir uns ver⸗ lassen. Nach dem Gloria in excelsis) Nikolaus Decius, 4 54I. I24 77 Nun danket alle Gott. Johann Crüger, 1647. ö DDDDRRREEEEe ——.— 5 1 Ge lo⸗ bet sei der Berr,/ mein Umein Schöp⸗-fer, der mir LeibwkÜ und —0 ö 5 ö—— x Gott, mein Licht, mein Le⸗ben, I See le hat ge ⸗de ben, Pe Trinitatisfest I25 PꝑPIPIPIIPIPPIPIPIIITTI..I... E. 15 der mich schützt/ von Mut⸗ter⸗-lei⸗ be an,/ der — den Au⸗-⸗gen⸗blick/ viel Guts an mir ge⸗ 2. Gelobet sei der Herr,/ mein Gott, mein n. mein Leben,/ des Vaters liebster Sohn,/ der sich für mich ge— geben,/ der mich erlöset hat/ mit seinem teuren Blut,/ der mir im Glauben schenkt/ sich selbst, das höchste Gut. 3. Gelobet sei der Herr,/ mein Gott, mein Trost, mein Leben,/ des Vaters werter Geist,/ den mir der Sohn ge⸗ geben,/ der mir mein Herz erquickt,/ der mir gibt neue Kraft,/ der mir in aller Not/ Rat, Trost und Silfe schafft. 7. Gelobet sei der Serr,/ mein Gott, der ewig lebet,/ den alles rühmt und lobt,/ was durch ihn lebt und webet;/ ge⸗ lobet sei der Serr,/ des Name heilig heißt,/ Gott Vater, Gott der Sohn/ und Gott der werte Geist. 5. Dem wir Halleluja/ mit Freuden lassen klingen/ und mit der Engel Schar/ das Heilig! Seiligl singen,/ den herzlich lobt und preist/ die ganze Christenheit,/ gelobet sei mein Gott/ in alle Ewigkeit! Johann Olearius, + 1684. Mel. Wie schön leuchtet der 4⸗ Frankfurt a. M. IS99. Hal⸗le⸗lu⸗ jal CLCob, Preis und Ehr/ sei un⸗serm Von E-wig⸗keit zu E⸗ wig⸗keit/ sei in uns .. Gott je mehr und mehr/ für al⸗le sei⸗ ne Wer⸗kel al⸗len ihm be:reit/ Dank, Weisheit, Kraft und Stär⸗kel 9 IDESI EE + J. 129 Trinitatisfest 2—— ö 1— 4.—5.——.3——— 4I—‚——..—‚.——‚‚‚.‚— KRlin⸗get,/ sin⸗get: Gott ist hei⸗lig,/ hei⸗lig, hei⸗ligl/ 2 ö—— H ——— 2— + —————— 32— öSRE Preis und Eh⸗re/ sei dem Herrn der HSimmelshee-re. 2. Baͤllelujal Preis, Ehr und Macht/ sei auch dem Gotteslamm gebracht,/ in dem wir sind erwählet,/ das uns mit seinem Blut erkauft,/ damit besprenget und getaͤuft/ und sich mit uns vermaählet./ Heilig,/ selig/ ist die Freund⸗ schaft/ und Gemeinschaft,/ die wir haben/ und darinnen uns erlaben. 3. Hallelujal! Gott heilger Geist/ sei ewiglich von uns ge⸗ preist,/ durch den wir neu geboren,/ der uns mit Glauben ausgeziert,/ dem Bräutigam uns zugeführt,/ den Hoch⸗ zeitstag erkoren./ Heil uns,/ Heil uns!/ Da ist Freude,/ da ist Weide,/ da ist NManng/ und ein ewig Bosianna. 4. Salleluja! Lob, Preis und Ehr/ sei unserm Gott je mehr und mehr/ und seinem großen Namen!/ Stimmt an mit aller Himmelsschar/ und singet nun und im merdaͤr/ mit Freuden: Amen, Amen! /Klinget,/ singet:/ Gott ist heilig,/ heilig, heilig!/ Preis und Ehre/ sei dem Serrn der Bim melsheere. Darmstadt 1698. 126 Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern(Nr. I25). J. Was freut mich noch, wenn dus nicht bist,/ Herr Gott, der doch mein Alles ist,/ mein Trost und meine Wonne?/ Bist du nicht Schild, wer decket mich?/ Bist du nicht Licht, wo finde ich/ im Finstern eine Sonne? /Keine/ reine,/ wahre Freude,/ auch im Leide,/ auch für Sünden,/ ist, Berr, außer dir zu finden. 2. Was freut mich noch, wenn dus nicht bist,/ mein Herr Erlöser, Jesus Christ,/ mein Friede und mein CLeben?/ Heilst du mich nicht, wo find ich Seil?/ Bist du nicht mein/ Trinitatisfest 127 wo ist mein Teil?/ Gibst du nicht, wer wird geben?/ Meine/ eine/ wahre Freude,/ waͤhre Weide,/ wahre Gabe,/ hab ich, wenn ich Jesum habe. 3. Was freut mich noch, wenn dus nicht bist,/ o Geist, der uns gegeben ist/ zum Führer der Erlösten?/ Bist du nicht mein, was sucht mein Sinn?/ Führst du mich nicht, wo komm ich hin?/ Hilfst du nicht, wer will tröͤsten?/ Meine/ eine/ wahre Freude,/ Trost im LCeide,/ Seil für Schaden/ ist in dir, o Geist der Gnaden. Phil. Friedrich Siller, 1 1769, V. 3 von Albert Rnapp, 1864. 12/ Mel. Erschienen ist der herrlich Tag(od.wie Nr. 407). Mikolaus Serman,/ 156J. DSEEE J. Dank und An⸗be⸗tung brin⸗gen wir,/ Herr un ⸗ ser S.IIII Gott und Va ter, dir. Du bist es, der die gan ze ...... 1— EA E Welt/ er⸗ schaffen hat und noch er⸗hält./ Hal⸗le ⸗lu⸗jal 2. Dank und Anbetung bringen wir,/ Herr unser Gott und Seiland, dir./ Du littst für uns des Todes Pein,/ uns vom Verderben zu befrein./ Hallelujal 3. Gelobet seist du, Geist des Serrn!/ Wir waren einst von Christo fern;/ du hast durch deines Wortes Macht auch uns zum Licht und Heil gebracht./ Sallelujal J. Chr. Stockhausen, 1 1784. I31 0 Erster Chor: 128 Wittenberg(I529) 1535. Zweiter Chor oder Gemeinde: — — * 1. Serr Gott, dich lo⸗ben wir, — 2 Serr Sott, wir dan⸗ken dir! E Dich, Da⸗ter in E-wig ⸗keit, ehrt die Welt weit und breit, E ů ö 5 all En⸗ gel und Simmels-heer, und was die net dei⸗ ner Ehr, ....... auch Che⸗ ru⸗bim und Se⸗ ra⸗-phim sin⸗gen im⸗mer mit ho⸗her Stimm: ö I ö ö , e,— ö—————— Bei⸗ lig ist un⸗ ser Sott! Zei ⸗lig ist un⸗ser Sottl Lob⸗ und Danklieder 128 ZJusammen: —.— ö ISS.......... + Bei lig ist un⸗ser Gott! der Her⸗ re Ze⸗ba⸗ oth. Erster Chor: Zweiter Chor oder Gemeinde: DSIEEE 2. Dein göttlichNacht und Serrlichkeit der hei⸗ li⸗ gen zwölf Bo⸗ ten Zahl die teu⸗ren Märt⸗rer all⸗ zu⸗mal die gan⸗ze wer⸗te Christenheit geht ü⸗ber Simmel und Erden weit; und die lie-ben Prophe⸗ten all, lo⸗ben dich, Serr, mit großemSchall; rühmt dich auf Er⸗den al⸗le-⸗zeit; dich, Gott Va⸗ter, im höchsten Thron, dei⸗-nen rech⸗ten und ein⸗gen Sohn, den heil⸗gen Geist und Tröster wert PRN —.—..——— mit rech⸗tem Dienst sie lobt und ehrt. Gott Va⸗ters ew⸗ ger Sohn du bist; du nah⸗mest an, der Welt zu gut, du hast dem Tod zer⸗stört sein Macht du sitzst zur Rech-ten Got⸗tes gleich ein Rich-ter du zu⸗künf⸗tig bist 52.———— III ——— SSEEEEEEE gleich Menschenkindern Fleisch u. Blut; und all' Christen zum Simmel bracht; mit al⸗ler Ehr ins Vaters Reich; al ⸗lem, das tot und le⸗bend ist. D. —.—.—.. 3. Nun hilf uns, Zerr, den ienern dein, die durch dein teur Blut er⸗löᷣ⸗set sein; 2 laß uns im Zim⸗mel ha⸗ben teil R mit den Seil⸗gen am ew⸗gen Seil. Se Hilf dei⸗nemVolk, Zerr Ze⸗su Christ, ——.— 4 und segne, was dein Erb⸗teil ist; 133 gob⸗ und Danklieder Erster Chor: Zweiter Chor oder Gemeinde: 1 I EEEEE wart und pfleg sein zu al⸗ler 3 Seit und heb es hoch in E-wig⸗keit. —— mnte.—— —5. Taglich, Herr—65 wir lo⸗ben dich und dei⸗nen Na⸗-men ste⸗tig=lich. ———— .......T Be⸗hüt uns heut, o treu⸗ er Gott, vor al⸗ ler Sünd und Mis⸗se⸗tat; sei uns gnä⸗-dig, o Ser⸗re Gott, sei uns gnä⸗dig in al⸗ler Not; zeig uns dei ne Barmher⸗-zig⸗keit, wie uns⸗re Soff⸗nung zu dir steht; .. auf dich hof⸗ fen wir, lie⸗ber Serr. in Schanden laß uns Untrermehr! Jusammen: H SIDIIIITII — 2nen. Nach dem Te deum laudamus(Alte Kirche) Martin Luther, 4 1546. 1 29 Augsburg 1540. I.—. 10 lob, mein Seel, den Her⸗ren,/ was in mir Usein Wohl- tat tut er meh⸗ren,/ ver⸗giß es ...— EED— ist, den Namen sein; nicht, o Her⸗ze mein; 13⁴ + 9— — II haͤt dir dein Sünd ver⸗ge⸗ — OLob⸗ und Danklieder I29 EiiiEE ben,/ heilt dei⸗ erit nroß, er-löst dein ar⸗mes 5. Z. 4* ü⸗ber⸗schüt⸗tet,/ ver⸗ inngt dem Ad⸗ler gleich;/ der ——.——. ö— .I H„HH EI Berr schafft Recht, be⸗hů⸗tet,/ die lei-den für sein Reich. 2. Er hat uns wissen lassen/ sein heilig Recht und sein Gericht,/ dazu sein Güt ohn Naßen;/ es mangelt an Er⸗ barmung nicht,/ den Zorn läßt er wohl fahren,/ straft nicht nach unsrer Schuld;/ die Gnad tut er nicht sparen,/ den Blöden ist er hold;/ sein Guͤt ist hoch erhaben/ ob dem, der fuͤrchtet ihn./ So fern der Ost vom Abend,/ ist unsre Sůnd dahin. 3. Wie Väter sich erbarmen/ ob ihrer jungen Xindelein,/ so tut der derr uns Armen,/ wenn wir ihn kindlich fuͤrchten rein;/ er kennt uns arme Rnechte/ und weiß, wir sind nur Staub,/ ein baͤld verwelkt Geschlechte,/ wie Gras und fallend Caub;/ der Wind nur drüber wehet,/ so ist es nimmer da; /also der Mensch vergehet,/ sein Ende ist ihm nah. 4. Die Gottesgnaͤd alleine/ steht fest und bleibt in Ewig⸗ keit;/ sie bleibt bei der Gemeine,/ die, stets in seiner Furcht bereit,/ will seinen Bund bewahren./ Er herrscht im Himmelreich./ Ihr starken Engelscharen,/ lobt ihn mit uns zugleich/ und dient dem Zerrn der Ehren/ und breitet aus sein Wort!/ Mein Seel soll auch vermehren/ sein Lob an allem Ort! Johann Gramann, I54I. I35 130.I31 CLCob⸗ und Danklieder 130 Matth. Apelles v. Löwenstern, 1644. J. Wun prei⸗set al ⸗le/—— tes e her zig⸗keit;/ lob ihn mit Schalle, Dankihm, 0 chrisenheith/ er Laßt dich ..... freund⸗-lich zu sich la⸗den,/ freu⸗e dich, Is⸗ra⸗el, EEEEE sei⸗ner Cnadentrene dich, Is⸗ra⸗ el, sei⸗ner Gna⸗den! 2. Der Serr regieret/ über die ganze Welt;/ was sich nur rühret,/ alles zu Fuß ihm fällt;/ viel tausend Engel um ihn schweben, ,„: Psalter und HSarfe ihm Ehre geben. 2, 3. Wohlauf, ihr Heiden,/ lasset das Trauern sein,/ zur grünen Weiden/ stellet euch willig ein;/ da läßt er uns sein Wort verkünden,, machet uns ledig von allen Sünden. ,: 4. Er gibet Speise/ reichlich und überall,/ nach Vaters Weise/ sättigt er allzumal;/ er schaffet früh⸗ und späten Regen, ,: füllet uns alle mit seinem Segen. ,: E Diem preis und ehre/ seine Barmherzigkeit,/ sein Lob vermehre,/ dank ihm, o Christenheit;/ uns soll hinfort kein Unfaͤll schaden; ,: freue dich, Israel, seiner Gnaden!, Matth. Apelles v. Löwenstern, 4 I648. 1 31 Zohaͤnn Crüger, 1677. Burntin—..— ꝗ— ———— Sö P‚.........I......... Vun dan⸗ket al⸗le Gott/ mit Her⸗zen, Nund und der gro⸗ ße Din⸗ge tut/ an uns und al⸗len 2 Lob⸗ und Danklieder I32 ö ENR———.— Haͤn⸗den, der uns von Mutter=-leib/ und Kindes-bei⸗nen En⸗den, ——— EEEEEEEEEE an/ un⸗ zäh⸗lig viel zu gut/ und noch jetz und ge⸗tan. 2. Der ewig reiche Gott/ woll uns bei unserm Leben/ ein immer fröhlich Herz/ und edlen Frieden geben/ und uns in seiner Gnad/ erhalten fort und fort/ und uns aus aller NVot/ erlösen hier und dort. 3. Cob, Ehr und Preis sei Gott,/ dem Vater und dem Sohne/ und dem, der beiden gleich/ im höchsten Simmels— throne,/ dem ewig höchsten Gott;/ als es anfänglich waͤr/ und ist und bleiben wird/ jetzund und immerdaͤr. Martin Rinckart, 1649. un lob, mein Seel, den Serren. Augsburg J540. —— P——: ꝗ+ —0— EI.—— ———. Man lobt dich in der Stil-le,/ du hoch-er⸗ Des Rühmens ist die Fül ⸗ le/ vor dir, du ö—.—=.. 5,... d. nnidin pLmner, ir mun, — E E hab⸗ ner ZJi⸗ ons⸗Gott!l ö serzter Jerba othl Du bist doch, Herr, auf Er⸗ l + I 1 I—— ——— H——4—.— 1 II — iin Kere i——ES—4 2—..— EEEEEE den/ der Frommen Zu⸗ver-sicht,/ in Truüb⸗sal und Be⸗ ————— n Eündenrnn — 2— EiiEEEEEEEEESSAE schwer⸗den/ läßt du die Dei⸗nen nicht./ Drum soll dich 137 CLob⸗ und Danklieder ——— 13— stünd⸗lich eh⸗ren/ mein Mund vor je⸗- der- mann/ und 2— 1.— U———..— PP.— — 2* E EE dei⸗nen Ruhm vermehren,/ so lang er lal ⸗len kann. 2. Es müsse dein sich freuen,/ wer deine Macht und Gnade kennt,/ und deinem Dienst sich weihen,/ wer dich in Christo Vater nennt./ Soch seist du stets gepriesen;/ du ö bists, der Wunder tut,/ und hast auch mir erwiesen/ das, was mir nütz und gut./ Nun, das ist meine Freude,/ zu halten fest an dir,/ daß nichts von dir mich scheide,/ so lang ich walle hier. 3. Herr, du hast deinen Namen/ sehr herrlich in der Welt gemaͤcht;/ wenn Schwaͤche zu dir kamen,/ hast du gar bald an sie gedacht./ Du hast mir Gnaͤd erzeiget;/ nun, wie ver⸗ gelt ichs dir?/ Ach bleibe mir geneiget,/ so will ich fur und für/ den Relch des Heils erheben/ und preisen allezeit/ dich, ö Berr Gott, hier im Ceben/ und dort in Ewigkeit. Johann Rist, 1667. I33 Mel. MNun danket all und bringet Ehr(Nr. I3%. V J. Ich singe dir mit Serz und Mund,/ Herr, meines Herzens CLust!/ Ich sing und mach auf Erden kund,/ was mir von dir bewußt. 2. Ich weiß, daß du der Brunn der Gnad/ und ewge Quelle seist,/ daraus uns allen früh und spat/ viel Seil und Gutes fleußt. 3. Was sind wir doch, was haben wir/ auf dieser ganzen Erd,/ das uns, o Vater, nicht von dir/ allein gegeben werd? 4. Wer hat das schöne Simmelszelt/ hoch uber uns ge⸗ setzt?/ Wer ist es, der uns unser Feld/ mit Tau und Regen netztꝰ EII Lob⸗ und Danklieder I33 5. Wer wärmet uns in RKält und Frost?/ Wer schützt uns vor dem Wind?/ Wer maͤcht es, daß man Ol und Most/ zu seinen Zeiten findt? 6. Wer gibt uns Leben und Geblüt?/ Wer hält mit seiner Hand/ den gůldnen, edlen, wertenFried/ in unserm Vaterland? 7. Ach, Herr, mein Gott, das kommt von dir,/ und du mußt alles tun!/ Du hältst die Wacht an unsrer Tür/ und läßt uns sicher ruhn. 8. Du nährest uns von Jahr zu Jahr,,/ bleibst immer fromm und treu/ und stehst uns, wenn wir in Gefahr/ ge⸗ raten, herzlich bei. 9. Du strafst uns Sünder mit Geduld/ und schlägst nicht allzusehr,/ ja endlich nimmst du unsre Schuld/ und wirfst sie in das Meer. J0. Wenn unser Serze seufzt und schreit,/ wirst du gar leicht erweicht/ und gibst uns, was uns hoch erfreut/ und dir zur Ehr gereicht. II. Du zählst, wie oft ein Christe wein',/ und was sein Rummer sei;/ kein Zähr⸗ und Tränlein ist so klein,/ du hebst und legst es bei. I2. Du fuͤllst des Cebens Mangel aus/ mit dem, was ewig steht,/ und fuͤhrst uns in des Zimmels Saus,/ wenn uns die Erd entgeht. I3. Wohlaͤuf, mein Herze, sing und spring/ und habe guten Mut!/ Dein Gott, der Ursprung aller Ding,/ ist selbst und bleibt dein Gut. I4. Er ist dein Schatz, dein Erb und Teil,/ dein Glanz und Freudenlicht,/ dein Schirm und Schild, dein Hilf und Heil,/ schafft Rat und läßt dich nicht. I5. Was kränkst du dich in deinem Sinn/ und grämst dich Tag und Nacht?/ Nimm deine Sorg und wirf sie hin/ auf den, der dich gemacht! I6. Hat er dich nicht von Jugend auf/ versorget und ernaͤhrt/ und manchen schweren Unglückslauf/ zum Segen dir gekehrt? I7. Er hat noch niemals was versehn/ in seinem Regi⸗ ment;/ nein, was er tut und läßt geschehn,/ das nimmt ein gutes End. 139 I34 Lob⸗ und Danklieder J8. Ei nun, so laß ihn ferner tun/ und red ihm nichts darein,/ so wirst du hier in Frieden ruhn/ und ewig froͤh— lich sein. Paul Gerhardt, 1676. 1 34 Zohann Crüger, 1647. ———.. ö 3 S.SS.. II 9—— J. Nun dan⸗ ket all und brin⸗get Ehr,/ ihr ——4— Z,n,.,. men schen in der Welt,/ dem, des⸗sen Lob der B F 4 DIDTITDIe En⸗gel Heer/ im Him-mel stets ver-meldt. 2. Ermuntert euch und singt mit Schall/ Gott, unserm höchsten Gut,/ der seine Wunder überall/ und große Dinge tut. 3. Der uns von Mutterleibe an/ frisch und gesund erhaͤlt/ und, wo kein Mensch mehr helfen kann,/ sich selbst zum Helfer stellt. 7. Der, ob wir ihn gleich hoch betrübt,/ doch bleibet gutes Muts,/ die Straf erläßt, die Schuld vergibt/ und tut uns alles Guts. 5. Er gebe uns ein fröhlich Serz,/ erfrische Geist und Sinn/ und werf all Angst, Furcht, Sorg und Schmerz/ ins Meeres Tiefe hin. 6. Er lasse seinen Frieden ruhn/ auf unserm Vaterland;/ er gebe Glück zu unserm Tun/ und Seil in allem Stand. 7. Er lasse seine Lieb und Gut/ um, bei und mit uns gehn,/ was aber aͤngstet und bemůht,/ gar ferne von uns stehn. 8. So lange dieses Ceben währt,/ sei er stets unser Beil/ und bleib auch, wenn wir von der Erd/ abscheiden, unser Teil. 9. Er drücke, wenn das Herze bricht,/ uns unsre Augen zu/ und zeig uns draͤuf sein Angesicht/ dort in der ewgen Ruh. Paul Gerhardt, 1676. JLob⸗ und Danklieder 135 1 3 5 Stralsund 1665. — ocbe den Ber⸗ren, den stim⸗me, du See⸗le, mit 1 E 1 —— EN mäch⸗ti⸗gen Rö⸗nig der ein zu den himm⸗li⸗ schen S.— 1—ESII— ——H — 2 Har ⸗fe, wacht auf,/ las⸗set den Lob-⸗ge⸗sang hoͤ⸗ren! 2. Cobe den Serren, der alles so herrlich regieret,/ der wie auf Flügeln des Adlers dich sicher geführet,/ der dich er⸗ hält,/ wie es dir selber gefällt;/ hast du nicht dieses ver⸗ spüret? 3. Cobe den Herren, der künstlich und fein dich bereitet,/ der dir Gesundheit verliehen, dich freundlich geleitet;/ in wieviel Not/ hat nicht der gnädige Gott/ über dir Flüͤgel gebreitet? 4. Cobe den Herren, der deinen Stand sichtbar gesegnet,/ der aus dem Zimmel mit Strömen der Liebe geregnet;/ denke daran,/ was der Allmächtige kann,/ der dir mit Ciebe begegnet. 5. Cobe den Serren; was in mir ist, lobe den Namen;/ alles, was Odem hat, lobe des Seiligen Namen!/ Er ist dein Licht;/ Seele, vergiß es ja nicht:/ Iob ihn in Ewig⸗ keit! Amen. Joachim Neander, 4 1680. I41 I36.I37 ob⸗ und Danklieder 1 36 Bremen J680. +4 — ²IIE CX CII LII 0 + CII * * CGI Wunder⸗-ba⸗ rer Rö⸗-nig,/ Herrscher von uns alẽlen,/ dei⸗ ne Va⸗ter-gü⸗te/ hast du las⸗ sen fließen, — —— — * 4 I — laß dir un⸗-ser Lob ge⸗ n ob wir schon dich oft ver ⸗lie⸗§en; SSSSS ITI doch!/ Laß die unge sin⸗gen,/ laß die Stimm er⸗klin⸗gen! 2. Himmel, lobe prächtig/ deines Schöpfers Werke,/ mehr als aller Nenschen Werke./ Großes Licht der Sonne,/ lob ihn mit den Strahlen,/ die das große Rund bemalen./ Lobet gern,/ Mond und Stern,/ seid bereit, zu ehren/ einen solchen Serren! 3. O du meine Seele,/ singe froͤhlich, singe,/ singe deine Glaubenslieder!/ Was da Odem holet,/ jauchze, preise, klinge;/ wirf dich in den Staub danieder./ Er ist Gott/ Jebaoth;/ er nur ist zu loben/ hier und ewig droben. 7. Halleluja bringe,/ wer den Herren kennet,/ wer den Herren Jesum liebet;/ Halleluja singe,/ welcher Christum nennet,/ sich von Serzen ihm ergibet./ O wohl dir!œ/ Glaube mir,/ endlich wirst du droben/ ohne Suͤnd ihn loben. Joachim Meander, 4 1680. 650 2—6 ist das Seil uns kommen her. Vorreformatorisch) Wittenberg 1523. OE— 1 Sei Lob und Ehr dem höch-sten Gut,/ dem Gott, der al le Wun⸗der tut,/ dem hilf uns noch,/ stärk uns Lob⸗ und Danklieder 137 D +—— II + 2—.— 2 P.. e ter ael ler Gu te,/ dem Gott, der mein Ge⸗-muü te/ mit/ C CE— ———— .———.— rei ⸗ chen Trost er⸗füllt,/ dem Gott, der al⸗-len „4„—.—, 4 —.—.—————— Jam⸗-mer stillt./ Gebt un-serm Gott die Eh- rel 2. Es danken dir die Himmelsheer, /o Herrscher aller Thronen,/ und die in CLüften, Land und Meer/ in deinem Schatten wohnen,/ die preisen deine Schopfermacht,/ die alles hat so wohl bedacht./ Gebt unserm Gott die Ehrel 3. Was unser Gott geschaffen hat,/ das will er auch er⸗ halten,/ darüber will er früh und spat/ mit seiner Gnade walten./ In seinem ganzen Vöͤnigreich/ ist alles recht, ist alles gleich./ Gebt unserm Gott die Ehrel 4. Ich rief dem Serrn in meiner Not: /Ach SGott, ver⸗ nimm mein Schreien!/ Da half mein Zelfer mir vom Tod/ und ließ mir Trost gedeihen./ Drum dank, ach Gott, drum dank ich dir,/ ach danket, danket Gott mit mir./ Gebt unserm Gott die Ehre! 5. Der Serr ist noch und nimmer nicht/ von seinem Volk geschieden; Jer bleibet ihre Juversicht,/ ihr Segen, Seil und Frieden./ Mit Mutterhänden leitet er/ die Seinen stetig hin und her./ Gebt unserm Gott die Ehre! 6. Wenn Trost und Silfe mangeln muß,/ wie sie die Welt erzeiget,/ so kommt und hilft der Überfluß,/ der Schöpfer selbst, und neiget/ die Vateraugen denen zu,/ die sonsten nirgends finden Ruh./ Gebt unserm Gott die Ehrel 7. Ich will dich all mein Ceben lang, /o Gott, von nun an ehren;/ man soll, Gott, deinen Lobgesang d/ an allen Orten hören./ Mein ganzes Serz ermuntre sich,/ mein Geist und Leib erfreue dich./ Gebt unserm Gott die Ehre! 143 sei⸗ nem I138 JLob⸗ und Danklieder 8. Ihr, die ihr Christi Namen nennt,/ gebt unserm Gott die Ehrel/ Ihr, die ihr Gottes Macht bekennt,/ gebt unserm Gott die Ehre!/ Die falschen Goͤtzen macht zum Spott;/ der Serr ist Gott! Der Serr ist Gott!/ Gebt unserm Gott die Ehre! 9. So kommet vor sein Angesicht,/ mit Jauchzen Dank zu bringen;/ bezahlet die gelobte Pflicht,/ und laßt uns froͤhlich singen:/ Gott hat es alles wohl bedacht/ und alles, alles recht gemacht./ Gebt unserm Gott die Ehrel Joh. Jakob Schütz, J690. I38 Mel. Allein Gott in der Söh sei Ehr. Vorreformatorisch) Leipzig 1539. 2 3 E=——.—— 2 ö—— 1— 4 r her dem Her⸗ren Lob und Ehr/ aus Ein je ⸗der Got-tes Ruhm ver⸗mehr'/ und —. DISESSSNEE&x I freu⸗di⸗gem Ge⸗ mu tel prei se se ne Sa teil Auc(s bet, 1—————— E lo⸗bet al ⸗le Gott,/ der uns be⸗frei⸗ et aus der — 1 8 ö———— Not,/ und dan⸗ket sei nem NWa menl 2. Lobt Gott und rühmet allezeit/ die großen Wunder— werke,/ die Majestaͤt und Herrlichkeit,/ die Weisheit, Kraft und Stärke,/ die er beweist in aller Welt/ und dadurch alle Ding erhält;/ drum danket seinem Namen! 3. Cobt Gott, der uns erschaffen hat,/ Ceib, Seele, Geist und CLeben/ aus lauter vaͤterlicher Gnad/ uns allen hat ge⸗ geben,/ der uns durch seine Engel schuͤtzt/ und täglich gibet, was uns nuͤtzt;/ drum danbet seinem Namen! CLob⸗ und Danklieder I39 4. Cobt Gott, der uns schenkt seinen Sohn,/ der für uns ist gestorben/ und uns des ewgen Lebens Kron/ durch seinen Tod erworben,/ der Tod und Hoͤlle macht zu Spott/ und uns versöhnt mit unserm Gott;/ drum danket seinem Namen! 5. Cobt Gott, der in uns durch den Geist/ den Glauben angezündet/ und alles Gute noch verheißt, /uns stärket, kräftigt, gründet;/ der uns erleuchtet durch sein Wort,/ regiert und heiligt fort und fort;/ drum danket seinem Naͤmen! 6. Cobt Gott, der auch das gute Werk,/ so in uns an— gefangen,/ vollführen wird und geben Stärk,/ das Rleinod zu erlangen,/ das er hat aͤllen dargestellt/ und seinen Gläubgen vorbehält;/ drum danket seinem Waͤmen! 7. Cobt Gott, ihr starken Seraphim,/ ihr Fürsten und ihr Thronen!/ Es loben Gott mit heller Stimm,/ die hier auf Erden wohnen! /Lobt Sott und preist ihn früh und spat!/ Ja alles, was nur Odem hat,/ das danke seinem Namenl Cyriakus Günther, + 1704. I 39 Ansbach 1665. W. 1 Lo-be den Ser⸗-ren, o mei ne See ⸗lel/ Uweil ich noch Stunden auf Er ⸗ den— le,/ D l——— ö ——— AWcDT E Ich will ihn lo„ ben bis zum Tod; will ich lob⸗sin gen mei⸗ nem Gott. O l— 1 1 1 Der Leib und —. 4—4 2 + 1 ——— +——0— Seel— Den 29— wer⸗- de ge prie⸗ sen ..—— fruͤh und spat. al. le ⸗ lu ⸗ ja, 11 le⸗lu⸗ 381 145⁵ Cob⸗ und Danklieder 2. Fürsten sind Menschen, vom Weib geboren,/ und sinken nieder in den Staub;/ ihre Anschläge sind auch ver⸗ loren,/ wenn nun das Grab nimmt seinen Raub./ Weil dann kein Mensch uns helfen kann,/ rufe man Gott um Bilfe an./ Halleluja, Sallelujal 3. Selig, ja selig ist der zu nennen,/ des Silfe der Gott Jakobs ist,/ der sich vom Glaͤuben durch nichts läßt trennen/ und hofft getrost auf Jesum Christ./ Wer diesen Herrn zum Beistand hat,/ findet am besten Rat und Tat./ Balleluja, Salleluja! 7. Dieser hat Himmel und Meer und Erden,/ und was darinnen ist, gemacht;/ alles muß treulich erfuͤllet wer⸗ den,/ was er uns ein mal zugedacht./ Er ists, der Zerrscher aller Welt,/ welcher uns ewig Glauben hält./ Salleluja, Halleluja! S. ZJeigen sich solche, die Unrecht leiden,/ er ists, der ihnen Recht verschafft;/ Hungrigen will er zur Speis bescheiden,/ was ihnen dient zur Cebenskraft./ Die hart Gebundnen macht er frei,/ und seiner Gnad ist maͤncherlei./ Salleluja, Halleluja! G. Sehende Augen gibt er den Blinden,/ erhebt, die tief⸗ gebeuget gehn;/ wo er kann einige Fromme finden,/ die läßt er seine Ciebe sehn./ Sein Aufsehn ist des Fremden Trutz,/ Witwen und Waisen nimmt er in Schutz. /Halle⸗ luja, Sallelujal 7. Aber der Gottesvergeßnen Tritte/ kehrt er mit starker Hand zurück,/ daß sie nur machen verkehrte Schritte/ und fallen selbst in ihren Strick./ Der Serr ist Rönig ewig⸗ lich;/ Zion, dein Gott sorgt stets für dich./ Halleluja, HBallelujal 8. Rühmet, ihr Menschen, den hohen Namen/ des, der so große Wunder tut!/ Alles, was Odem hat, rufe Amen/ und bringe Lob mit frohem Mut./ Ihr Rinder Gottes, lobt und preist/ Vater und Sohn und heilgen Geist./ Salleluja, ia ilni Zoh. Daniel Zerrnschmidt, 1723. Job⸗ und Danklieder 14⁰ 140 Frankfurt a. M. 1738. PII I. O daß ich tausend Zun-gen hät⸗te/ und so stimmt ich da-mit um die Wet ⸗te/ vom ei⸗ nen tau⸗ send⸗ fa⸗ chen Kerdeh M, al⸗ler⸗ tief- sten Ser ⸗zens⸗grund ein Cob⸗lied ............. nach dem an⸗dern an/ von dem, was Gott an mir ge⸗tan. 2. O daß doch meine Stimme schaͤllte/ bis dahin, wo die Sonne steht!/ O daß mein Blut mit Jaͤuchzen wallte,/ so lang es noch im Caufe geht!/ Ach, wär ein jeder Puls ein Dank/ und jeder Odem ein Gesang! 3. Was schweigt ihr denn, ihr meine Kräfte? /Auf, auf, braucht allen euren Fleiß/ und stehet munter im Geschäfte/ zu Gottes, meines Herren, Preis!/ Mein Leib und Seele, schicke dich/ und lobe Gott herzinniglich. 4. Ihr grünen Blätter in den Wäldern,/ bewegt und regt euch doch mit mir!/ Ihr schwanken Gräslein in den Fel⸗ dern,/ ihr Blumen, laßt doch eure Zier/ zu Gottes Ruhm belebet sein/ und stimmet lieblich mit mir ein. 5. Ach, alles, alles, was ein Leben/ und einen Odem in sich haͤt,/ soll sich mir zum Gehilfen geben;/ denn mein Vermöͤgen ist zu matt,/ die großen Wunder zu erhoͤhn,/ die allenthalben um mich stehn. E. Wer überströmet mich mit Segen?/ Bist du es nicht, o reicher Gott?/ Wer schützet mich auf meinen Wegen?/ Du, du, o Herr Gott Zebaoth!/ Du trägst mit meiner Sün⸗ denschuld/ unsäglich gnädige Geduld! 7. Auch hab ich es mein Cebetage/ schon so manch liebes Mal gespürt,/ daß du mich unter vieler Plage ͥ/ zwar 14⁷ 141 ob⸗ und Danklieder wunderbar, doch wohl gefuͤhrt;/ denn in der groͤßesten Ge⸗ fahr/ ward ich dein Trostlicht stets gewahr. 8. Wie sollt ich nun nicht voller Freuden/ in deinem steten Lobe stehn?/ Wie sollt ich auch im tiefsten Leiden/ nicht triumphierend einhergehn?/ Und fiele auch der Himmel ein,/ so will ich doch nicht traurig sein. 9. Ich will von deiner Güte singen,/ solange sich die Zunge regt;/ ich will dir Freudenopfer bringen,/ solange sich mein Herz bewegt;/ ja, wenn der Nund wird kraftlos sein,/ so stimm ich doch mit Seufzen ein. Io. Ach nimm das arme Cob auf Erden,/ mein Gott, in allen Gnaden hin;/ im Himmel soll es besser werden,/ wenn ich verklaͤrt und selig bin;/ da sing ich dir im höhern Chor/ viel taͤusend HBalleluja vorl Johann Mentzer, + 1734. Mel. Zesu, meines Lebens Leben. 1 41 Christoph Anton, I65J. H LVE N 1 S.SISISIIIIII 1 Womit soll ich dich wohl lo⸗ben,/ mäch⸗ti ⸗ ger Herr Sen⸗de mir da⸗-zu von o⸗ben/ dei⸗nes Gei⸗ stes 5, Ht,, Ritv, I— ä Ruiht, niirn Werteh denn ich kann mit nichts er⸗ 1— 1 ——— 2= EI.— ...— rei⸗ chen/ dei⸗ ne Gnad und Lie bes⸗zeichen./ Tausend⸗/ —— 1——— j ——3——— ————————— tau⸗send⸗mal sei dir,/ gro⸗ßer Ro ⸗nig, Dank da⸗fuͤrl 2. Berr, entzünde mein Gemüte,/ daß ich deine Wunder— macht,/ deine Gnade, Treu und Güte/ stets erhebe Tag und Nacht;/ denn von deinen Gnaͤdenguͤssen/ Leib und errerre Cob⸗ und Danklieder I41 Seele zeugen müssen. Tausend-, tausendmal sei dir,/ großer Rönig, Dank dafür! 3. Denk ich, wie ich dich verlassen/ und gehäufet Schuld auf Schuld,/ so möcht ich vor Scham erblassen/ vor der Cangmut und Geduld,/ womit du, o Gott, mich Armen/ hast getragen voll Erbarmen./ Tausend⸗, tausendmal sei dir,/ großer König, Dank dafür! 7. Bald mit Cieben, bald mit Ceiden/ kamst du, Serr, mein Gott, zu mir,/ nur mein Herze zu bereiten,/ ganz sich zu ergeben dir,/ daß mein gänzliches Verlangen/ moͤcht an deinem Willen hangen./ Tausend-, taͤusendmal sei dir,/ großer König, Dank dafür! S. Wie ein Vater nimmt und gibet,/ wie's den Kindern nützlich ist,/ so hast du mich auch geliebet,/ err, mein Gott, zu jeder Frist/ und dich meiner angenommen,/ wenns auch gleich aufs höͤchste kommen./ Tausend⸗, tausendmal sei dir,/ großer König, Dank dafür. 6. Mich haͤst du auf Adlersflügeln /oft getragen väter— lich,/ in den Tälern, auf den Zügeln/ wunderbar errettet mich;/ wenn schien alles zu zerrinnen,/ ward doch deiner Bilf ich innen./ Tausend-, tausendmal sei dir,/ großer Rönig, Dank dafüͤrl 7. Fielen Tausend mir zur Seiten/ und zur Rechten zehn— mal mehr,/ ließest du mich doch begleiten/ durch der Engel starkes Seer,/ daß den Voͤten, die mich drangen,/ ich bin dennoch stets entgangen./ Tausend-, tausendmal sei dir,/ großer Rönig, Dank dafür! 8. Vater, du hast mir erzeiget/ Iauter Gnad und Guͤtig⸗ keit;/ und du hast zu mir geneiget, /Jesu, deine Freundlich— keit;/ und durch dich, o Geist der Gnaden,/ werd ich stets noch eingeladen./ Tausend-, taͤusendmal sei dir,/ großer Rönig, Dank dafür! 9. Tausendmal sei dir gesungen,/ Serr, mein Gott, Preis, LCob und Dank,/ daß es mir bisher gelungen;/ ach, laß meinen Cebensgang/ ferner doch durch Jesu CLeiten/ nur gehn in die Ewigkeiten;/ da will ich, Serr, fuͤr und fuͤr/ ewig, ewig danken dir. Ludwig Andreas Gotter, I735. 1⁴⁹ 142. 143 JLob⸗ und Danklieder 142 Mel. Wunderbarer König(Nr. 136. J. Unumschränkte Liebe,/ gönne blöden Augen,/ die sonst kaum auf Erden taugen,/ daß sie in die Strahlen/ deiner Cangmut blicken,/ die den Erdkreis waͤrmend schmücken,/ und zugleich/ freudenreich/ Bosen und den Deinen/ mit der Sonne scheinen. 2. Wasser, Cuft und Erde,/ ja dein ganz Gebiete/ ist ein Schauplaͤtz deiner Güͤte;/ deiner Langmut Ehre/ wird durch neue Proben/ immer herrlicher erhoben./ O wie weit,/ o wie breit/ über Berg und Huͤgel/ streckt sie ihre Flügel! 3. Was wir davon denken,/ was wir sagen koͤnnen,/ ist ein Schatten nur zu nennen./ Tag und Nacht zu schonen,/ Tag für Tag zu dulden/ so viel Millionen Schulden/ und dazu/ ohne Ruh/ lieben fuͤr das Zassen:/ Herr, wer kann das fassen? J. Du vergibest Sünde,/ hörst der Sunder Flehen,/ wenn sie weinend vor dir stehen;/ deine Rechte dräuet/ und erbarmt sich wieder,/ legt die Pfeile gerne nieder,/ da man doch,/ wenn du noch/ sie kaum weggeleget,/ dich zum Zorn erreget. S. Herr, es hat noch keiner,/ der zu dir gegaͤngen,/ statt der Gnaͤde Recht empfangen./ Wer zu deinen Fuͤßen/ sich mit Tränen senket,/ dem wird Straf und Schuld ge— schenket./ Unser Schmerz/ rührt dein Herz,/ und du willst der Armen/ gnädig dich erbarmen. 6. önig, sei gepriesen,/ daß du so verschonest/ und uns nicht nach Werken lohnest;/ deiner Hand sei Ehre,/ die so wohl regieret/ und mit Ruhm das Szepter führet./ Fahre fort,/ Zions Hort,/ Langmut auszuüben/ und die Welt zu lieben. Zoh. Bakob Rambach, f 1735. 143 Mel. Es ist das Seil uns kommen her(Nr. 137). J. Wenn ich, o Schöpfer, deine Macht,/ die Weisheit deiner Wege,/ die Ciebe, die für alle wacht,/ anbetend über⸗ lege,/ so weiß ich, von Bewundrung voll,/ nicht, wie ich dich erheben soll,/ mein Gott, mein Herr und Vater. 1 re— ree, n Job⸗ und Danklieder 144 2. Mein Auge sieht, wohin es blickt,/ die Wunder deiner Werke;/ der Himmel, prächtig ausgeschmückt,/ preist dich, du Gott der Staͤrke./ Wer hat die Sonn an ihm erhoͤhtꝰ/ Wer kleidet sie mit Majestät?/ Wer ruft das Seer der Sterneꝰ 3. Wer mißt dem Winde seinen Cauf?/ Wer heißt die Himmel regnen?/ Wer schließt den Schoß der Erde auf,/ mit Vorrat uns zu segnen?/ O Gott der Naͤcht und Berr⸗ lichkeit!/ Gott, deine Güte reicht so weit,/ so weit die Wolken reichen. 4. Dich predigt Sonnenschein und Sturm,/ dich preist der Sand am Meere./ Bringt, ruft auch der geringste Wurm,/ bringt meinem Schöpfer Ehre!/ Mich, ruft der Baum in seiner Pracht,/ mich, ruft die Saat, hat Gott gemaͤcht./ Bringt unserm Schöpfer Ehre! S. Der Mensch, ein CLeib, den deine Sand/ so wunderbar bereitet,/ der Mensch, ein Geist, den sein Verstand,/ dich zu erkennen leitet,/ der Mensch, der Schöpfung Ruhm und DPreis,/ ist sich ein täglicher Beweis/ von deiner Güt und Größe. 6. Erheb ihn ewig, o mein Geist,/ erhebe seinen Namenl/ Gott, unser Vater, sei gepreist,/ und alle Welt sag' Amenl/ Und alle Welt fuͤrcht' ihren Serrn/ und hoff' auf ihn und dien' ihm gern!/ Wer wollte Gott nicht dienen? Christian Fürchtegott Gellert, T 1769. Mel. Die Tugend wird durchs Rreuz geübet. J. A.§reylinghausen, Salle 1704. 50. ö—— SSPSISISSISISIIII... Wie groß ist des All⸗mächt⸗gen Gü⸗ tel/ der mit ver⸗ härte⸗ tem Ge⸗ mü te/ ———— SIII—— ä.. TT —— 12— II— Ist der ein Mensch, den sie nicht rührt? ö den Dank er⸗stickt, der ihm ge⸗bührt?/ Nein,/ 151 Cob⸗ und Danklieder II—. sei- ne Cie⸗ be zu er⸗mes⸗sen,/ sei e⸗ wig mei⸗ne S . größ⸗-te Pflicht./ Der Herr hat mein noch nie ver⸗ 11— ö ges⸗sen,/ ver⸗giß, mein Herz, auch sei⸗ ner nicht. 2. Wer hat mich wunderbar bereitet?/ Der Gott, der meiner nicht bedarf./ Wer hat mit Cangmut mich geleitet?/ Er, dessen Rat ich oft verwarf./ Wer stärkt den Frieden im Gewissenꝛ/ Wer gibt dem Geiste neue Rraft?/ Wer läßt mich soviel Glück genießen?/ Ists nicht sein Arm, der alles schafft? 3. Schau, o mein Geist, in jenes Leben,/ zu welchem du erschaffen bist,/ wo du, mit Serrlichkeit umgeben,/ Gott ewig sehn wirst, wie er ist. Du hast ein Recht zu diesen Freuden,/ durch Gottes Guͤte sind sie dein./ Sieh, darum mußte Christus leiden,/ damit du könntest selig sein. 4. Und diesen Gott sollt ich nicht ehren/ und seine Güte nicht verstehn?/ Er sollte rufen, ich nicht hoͤren?/ den Weg, den er mir zeigt, nicht gehn?/ Sein Will ist mir ins Herz geschrieben;/ sein Wort bestärkt ihn ewiglich./ Gott soll ich ber alles lieben/ und meinen Nächsten gleich als mich. S. Dies ist mein Dank, dies ist sein Wille: /Jich soll voll⸗ kommen sein wie er./ Solang ich dies Gebot erfülle,/ stell ich sein Bildnis in mir her./ Cebt seine Lieb in meiner Seele,/ so treibt sie mich zu jeder Pflicht,/ und ob ich schon aus Schwachheit fehle,/ herrscht doch in mir die Sunde nicht. 6. O Gott, laß deine Güͤt und Liebe/ mir immerdar vor Augen sein!/ Sie stärk' in mir die guten Triebe,/ mein ganzes Ceben dir zu weihn./ Sie tröste mich zur Zeit der Schmerzen,/ sie leite mich zur Zeit des Glücks,/ und sie be⸗ sieg' in meinem Herzen/ die Furcht des letzten Augenblicks. Christian Fürchtegott Gellert, 4 I769. 87 ott èIl⸗ ell ier hor ein der be⸗ Es. 769. * Lob⸗ und Danklieder 145 + J. Gott ist mein Lied!/ Er ist der Gott der Stär⸗-ke;/ groß ist sein Nam,/ und groß sind sei⸗ ne — Wer⸗ke,/ und al⸗le Sim-mel sein Ge- biet. 2. Er will und sprichts,/ so sind und leben Welten,/ und er gebeut,/ so fallen durch sein Schelten/ die Simmel wieder in ihr Nichts. 3. Licht ist sein Kleid/ und seine Wahl das Beste;/ er herrscht als Gott,/ und seines Thrones Feste/ ist Wahrheit und Gerechtigkeit. 4. Unendlich reich,/ ein Meer von Seligkeiten,/ ohn An⸗ fang Gott/ und Gott in ewgen Zeiten,/ Herr aller Welt, wer ist dir gleich? S. Was ist und war/ im Zimmel, Erd und Meere,/ das kennet Gott,/ und seiner Werke Heere/ sind ewig vor ihm offenbar. 6. Er ist um mich,/ schafft, daß ich sicher ruhe;/ er schafft, was ich/ vor oder nach mals tue,/ und er erforschet mich und dich. 7. Er ist dir nah,/ du sitzest oder gehest;/ ob du ans Meer,/ ob du gen Himmel floͤhest,/ so ist er allenthalben da. 8. Er kennt mein Flehn/ und allen Rat der Seele./ Er weiß, wie oft/ ich Gutes tu und fehle,/ und eilt, mir gnädig beizustehn. 9. Er wog mir dar,/ was er mir geben wollte,/ schrieb auf sein Buch,/ wie lang ich leben sollte,/ da ich noch un⸗ bereitet war. 153 JLob⸗ und Danklieder 10. Nichts, nichts ist mein,/ das Gott nicht angehoͤre;/ Herr, immerdar/ soll deines Namens Ehre,/ dein Lob in meinem Munde sein. II. Wer kann die Pracht/ von deinen Wundern fassenꝛ/ Ein jeder Staub,/ den du hast werden lassen,/ verkündigt seines Schöpfers Macht. 12. Der kleinste Salm/ ist deiner Weisheit Spiegel./ Du, LCuft und Meer,/ ihr Auen, Tal und Hügel,/ ihr seid sein Loblied und sein Psalm. I3. Du tränkst das Cand,/ fuͤhrst uns auf grüne Weiden,/ und Nacht und Tag/ und Rorn und Wein und Freuden/ empfangen wir aus deiner Hand. 14. Kein Sperling fällt,/ Serr, ohne deinen Willen;/ sollt ich mein Serz/ nicht mit dem Troste stillen,/ daß deine Hand mein Ceben hält? IS. Ist Gott mein Schutz,/ will Gott mein Retter werden,/ so frag ich nichts/ nach dimmel und nach Erden/ und biete selbst der dolle Trutz. Christian Zürchtegott Gellert, T I769. 146 Zoh. Zoachim Muanz, 1760. ,——4 .— J. Die Him⸗ mel rüh-men des E= wi⸗ gen 1—— —— Irn— —— 2 7 —————.2 1 1 23—41—— Eh re;/ ihr Schall pflanzt sei⸗- nen NWa⸗ men —.— —— — —.—— IE .— A IIE meere,/ ver⸗nimm, o Mensch, ihr gött-⸗-lich Wort. 2. Wer traͤgt der Zimmel unzählbare Sterne?/ Wer führt die Sonn aus ihrem Zelt?/ Sie kommt und leuchtet und lacht uns von ferne/ und läuft den Weg gleichwie ein Held. CLob⸗ und Danklieder 147 3. Vernimms und siehe die Wunder der Werke,/ so die Natur dir aufgestellt./ Verkündigt Weisheit und Ordnung und Stärke/ dir nicht den Zerrn, den Zerrn der Welt? J. Rannst du der Wesen unzählbare Heere,/ den kleinsten Staub fuhllos beschaͤun?/ Durch wen ist alles? O gib ihm die Ehre!/„Mir,“ ruft der Herr,„sollst du vertraͤun!“ 5.„Mein ist die Kraft, mein ist Zimmel und Erde,/ an meinen Werken kennst du mich./ Ich bins, der ich war und der ich sein werde,/ dein Gott und Vater ewiglich.“ 6.„Ich bin dein Schöpfer, bin Weisheit und Güte,/ ein Gott der Ordnung und dein Seil./ Ich bins, mich liebe von ganzem Gemüͤte/ und nimm an meiner Gnade teil!“ Christian Fürchtegott Gellert, F 1769. 14⁷7 Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. Frankfurt a. M. I738. X— 1 JGeht hin, ihr gläu⸗bi⸗gen Ge⸗ dan⸗ken,/ ins Mer--hebt euch ü⸗ber al ⸗le Schranken/ der 1 2...— A.V—— —— 2. , F. wei ⸗te Feld der E-wig ⸗keit; al ten und der neu ⸗-en zeit; er⸗ wägt, daß —— e En IEEEEEE Gott die Lie-be sei,/ die e⸗wig alt und e⸗wig neu. 2. Der Grund der Welt war nicht geleget,/ der Simmel war noch nicht gemacht,/ so hat Gott schon den Trieb ge— heget,/ der mir das Beste zugedacht;/ da ich noch nicht ge⸗ schaffen war,/ da reicht er mir schon Gnade dar. 3. Sein Ratschluß war, ich sollte leben/ durch seinen eingebornen Sohn;/ den wollt er mir zum Mittler geben,/ den macht er mir zum Gnadenthron;/ in dessen Blute sollt ich rein,/ geheiliget und selig sein. Lob⸗ und Danklieder 4. O Wunderliebe, die mich wählte/ vor allem An⸗ beginn der Welt/ und mich zu ihren Rindern zaͤhlte,/ fuͤr welche sie das Reich bestellt!/ O Vaterland, o Gnaͤden⸗ trieb,/ der mich ins Buch des Cebens schrieb! 5. Wwie wohl ist mir, wenn mein Gemuͤte/ hinauf zu dieser Quelle steigt,/ von welcher sich ein Strom der Güte/ zu mir durch alle Zeiten neigt,/ daß jeder Tag ein Zeugnis gibt:/ Gott hat mich je und je geliebt! E. Wer bin ich unter Millionen/ der Rreaturen seiner Macht,/ die in der doͤh und Tiefe wohnen,/ daß er mich bis hierher gebracht?/ Ich bin ja nur ein duͤrres Blatt,/ ein Staub, der keine Stätte hat. 7. Ja freilich bin ich zu geringe/ der herzlichen Barm— herzigkeit,/ womit, o Schöpfer aller Dinge,/ mich deine Liebe stets erfreut;/ ich bin, o Vater, selbst nicht mein,/ dein bin ich, Serr, und bleibe dein. 8. Im sichern Schatten deiner Flügel/ find ich die un⸗ gestörte Ruh./ Der feste Grund hat dieses Siegel:/ wer dein ist, Serr, den kennest du./ Laß Erd und Simmel untergehn,/ dies Wort der Waͤhrheit bleibet stehn. 9. Wenn in dem Rampfe schwerer Ceiden /der Seele mut und Rraft gebricht,/ so salbest du mein Haupt mit Freuden,/ so tröstet mich dein Angesicht;/ da spür ich deines Geistes Kraft,/ die in der Schwaͤchheit alles schafft. 10. Die Zoffnung schauet in die Ferne/ durch alle Schatten dieser Zeit;/ der Glaube schwingt sich durch die Sterne/ und sieht ins Reich der Ewigkeit;/ da zeigt mir deine milde Sand/ mein Erbteil und gelobtes Cand. II. Ach koͤnnt ich dich nur besser ehren,/ welch edles Lob⸗ lied stimmt' ich an!/ Es sollten Erd und Bimmel hören,/ was du, mein Gott, an mir getan;/ nichts ist so köstlich, nichts so schoͤn,/ als, hoͤchster Vater, dich erhöhn. 12. Doch nur Geduld! Es kommt die Stunde,/ da mein durch dich erlöster Geist/ im höhern Chor mit frohem munde/ dich, schoͤnste Liebe, schoͤner preist,/ drum eilt mein Zerz aus dieser Zeit/ und sehnt sich nach der Ewigkeit. Joh. Gottfried Serrmann, 170I. + SSSSSS—— EEEE Burg ist un ⸗ ser frei aus al⸗ler —— II 1—— trtĩK»«KHcHc —— Gott,/ ein gu te Wehr und Waf fen; 0 Not,/ die uns jetzt hat be⸗ trof fen. 60 A—— x j 6 U P Der alt bö⸗se Feind,/ mit Ernst ers jetzt meint;/ 6 —.——.— + EEEEEE V groß Macht und viel List/ sein grausam Rüstung 0 ... ist;/ auf Erd ist nicht seins Glei- chen. Q & 8 S E 6 Rirche 2. Mit unsrer Macht ist nichts getan,/ wir sind gar bald verloren;/ es streit't fuͤr uns der rechte Mann,/ den Gott hat selbst erkoren./ Fragst du, wer der ist:/ er heißt Jesus Christ,/ der Serr Zebaoth,/ und ist kein andrer Gott;/ das Feld muß er behaͤlten. 3. Und wenn die Welt voll Teufel wär/ und wollt uns gar verschlingen,/ so fürchten wir uns nicht so sehr,/ es soll uns doch gelingen./ Der Fuͤrst dieser Welt,/ wie saur er sich stellt,/ tut er uns doch nicht;/ das macht, er ist gericht't,/ ein Wörtlein kann ihn fällen. 4. Das Wort sie sollen lassen stan/ und kein Dank dazu haben; /er ist bei uns wohl auf dem Plan/ mit seinem Geist und Gaben./ Wehmen sie den Leib,/ Gut, Ehr, Kind und Weib:/ laß fahren dahin,/ sie habens kein Gewinn;/ das Reich muß uns doch bleiben. Martin Luther, 1 1546. 1 49 Wittenberg 1543. 4 E2Z2 1 EIES S *— E J. Er⸗haͤlt uns, Herr, bei dei nem Wort/ und ———— a..=——. 5.—— steur' der Fein⸗de Trug und Mord,/ die Je⸗sum Christum, ö —.— +—........ baus— dei⸗nen Sohn,/ wol⸗len stür⸗ zen von el⸗mewShren 2. Beweis dein Maͤcht, Serr Jesu Christ,/ der du Herr aller Serren bist;/ beschirm dein arme Christenheit,/ daß sie dich lob in Ewigkeit. 3. Gott heilger Geist, du Tröster wert,/ gib dei'm Volk ein'rlei Sinn auf Erd;/ steh bei uns in der letzten Not,/ leit uns ins Leben aus dem Tod. Martin Luther, 1 1546. 2 Rirche 15⁰ 1 50 Erfurt 1524. + ö—.——— 12 ..... EE 7 Ach Gott, vom Him-mel sieh dar⸗ein und Uwie we-⸗nig sind der Beil- gen dein,/ ver⸗ dn dn, de, Bes., SISII II —— RRRRI laß dich des er bar ⸗ men: l x las⸗sen sind wir Ar ⸗ menl/ Dein wort men —— ö 2 0—— — * i—— lo⸗schen gar/ bei al-len Menschen-kin ⸗ dern. 2. Sie lehren eitel falsche Cist,/ was eigner Witz er⸗ findet;/ ihr Herz nicht eines Sinnes ist/ in Gottes Wort gegründet;/ der wählet dies, der andre das,/ sie trennen uns ohn alles Naß/ und gleißen schön von außen. 3. Gott woll ausrotten aller Cehr,/ die falschen Schein uns lehren/ und sich vermessen hoch und sehr:/„Trotz dem, ders uns will wehren!/ Wir haben Recht und Macht allein,/ was wir setzen, gilt allgemein;/ wer ist, der uns sollt meistern?“ 4. Darum spricht Gott:„Ich muß auf sein,/ die Armen sind verstöret;/ ihr Seufzen dringt zu mir herein,/ ich hab ihr Klag erhöret;/ mein heilsam Wort soll auf den Plan,/ getrost und frisch sie greifen an/ und sein die Fraft der Armen.“ S. Das Silber, durchs Feu'r siebenmal/ bewährt, wird lauter funden;/ an Gottes Wort man warten soll/ des⸗ gleichen alle Stunden. /Es will durchs RKreuz bewähret sein;/ da wird sein Rraft erkannt und Schein/ und leucht't stark in die Cande. 33 159 läßt nicht ha- ben wahr,/ der Glaub ist auch ver⸗ + 1 1 I 2+2 + 151.152 Rirche 6. Das wollst du, Gott, bewahren rein/ vor diesem arg'n Geschlechte,/ und laß uns dir befohlen sein,/ daß sichs in uns nicht flechte./ Der gottlos Hauf sich umher findt,/ wo diese losen Leute sind/ in deinem Volk erhaben. Martin Luther, 1546. 151 Mel. Erhalt uns, Serr, bei deinem Wort(Nr. 140). J. Ach bleib bei uns, Herr Jesu Christ,/ weil es nun Abend worden ist;/ dein göttlich Wort, das helle Licht,/ laß ja bei uns auslöschen nicht. 2. In dieser schwerbetrübten Zeit/ verleih uns, Herr, Beständigkeit,/ daß wir dein Wort und Sakrament/ be⸗ halten rein bis an das End. 3. Gib Glück und Seil zu deinem Wort,/ damit es schaͤll an allem Ort;/ gib deiner Kirche Gnad und Huld,/ Fried, Einigkeit, Nut und Geduld. J. Den stolzen Geistern wehre doch,/ die mit Gewalt sich heben hoch/ und bringen stets was Neues her,/ zu faͤlschen deine rechte Lehr. 5. Die Sach und Ehr, Herr Jesu Christ,/ nicht unser, sondern dein ja ist;/ darum, so steh du denen bei,/ die sich auf dich verlaͤssen frei. 6. Dein Wort ist unsers Herzens Trutz/ und deiner Rirche wahrer Schutz; /dabei erhaͤlt uns, lieber Herr,/ daß wir nichts andres suchen mehr. 7. Hilf leben uns in deinem Wort/ und darauf mutig fahren fort/ von hinnen aus dem Jammertaͤl/ zu dir in i i Issaal. deinen dimmekssehe 16II.-V. 3 bis 7 von MNikolaus Selnecker, 1592. Mel. Christus, der ist mein Leben. 1 52 Melchior Vulpius, I689. IEN—.—— .— D.—— 22———.——— J. Ach bleib mit dei⸗ ner Gna⸗de/ bei uns, derr Je⸗su Rirche 153 ........ Christ,/ daß uns hinfort nicht schade/ des böͤsen Feindes List. 2. Ach bleib mit deinem Worte/ bei uns, Erlöser wert,/ auf daß uns hier und dorte/ sei Güt und Seil beschert. 3. Ach bleib mit deinem Glanze /bei uns, du wertes CLicht;/ dein Wahrheit uns umschanze,/ damit wir irren nicht. 4. Ach bleib mit deinem Segen/ bei uns, du reicher Serr;/ dein Gnad und all Vermögen/ in uns reichlich vermehr. s. Ach bleib mit deinem Schutze /bei uns, du staͤrker Held,/ daß uns der Feind nicht trutze,/ noch faͤll die böse Welt. 6. Ach bleib mit deiner Treue/ bei uns, mein Herr und Gott,/ Beständigkeit verleihe,/ hilf uns aus aller Wot! Jo sua Stegmann, 1 I632. 153 7* Rommt her zu mir, spricht Sottes Sohn. I530. 0PPP —.————.ren. Fein⸗de wil⸗lens sein,/ dich gänzlich zu zer⸗stö⸗ ren,/ — und su⸗chen dei⸗ nen Un⸗ter⸗ gang,— von dir wird ganz .......— 8 angst und bang;/ es un nicht lang mehr währen. 2. Des tröst' dich nur, daß deine Sach/ ist Gottes, dem be⸗ fiehl die Rach,/ und laß es ihn nur walten;/ er wird durch einen Gideon,/ den er wohl weiß, dir helfen schon,/ dich und sein Wort erhaͤlten. I6I 3. So wahr Gott Gott ist und sein Wort,/ muß Teufel, Welt und Soͤllenpfort,/ und was dem tut anhangen,/ end⸗ lich werden zu dohn und Spott./ Gott ist mit uns und wir mit Gott;/ den Sieg woll'n wir erlaͤngen. Michael Altenburg, 1 1640. Mel. Zion klagt mit Angst und Schmerzen(oder wie Nr. 177). I. Zion, gib dich nur zufrieden,/ Gott ist noch bei dir darin;/ du bist nicht von ihm geschieden,/ er hat einen Vatersinn./ Wenn er straͤft, so liebt er auch,/ dies ist sein geliebter Brauch. Zion, lerne dies bedenken;/ warum willst du dich so kranken? 2. Treiben dich die Meereswellen/ in der wilden, tiefen See;/ wollen sie dich gaͤr zerschellen,/ mußt du rufen Ach und Weh;/ schweigt dein Heiland still dazu,/ gleich als schlafend in der Ruh:/ Zion, laß dich nicht bewegen;/ diese Flut wird bald sich legen. 3. Berg und Felsen moͤgen weichen,/ ob sie noch so feste stehn;/ ja die ganze Welt desgleichen/ möchte gar auch untergehn;/ dennoch hat es keine Not/ in dem Leben und im Tod!/ Zion, du kannst doch nicht wanken/ aus des ewgen Bundes Schranken. 4. Muͤssen schon allhier die Tränen/ deine schönsten Perlen sein;/ stellt sich Seufzen nur und Stoöhnen/ dir statt schöner Lieder ein;/ ist der Spott dein täglich Brot/ und dein Trank die bittre Not:/ Zion, laß dir doch nicht grauenz/ du kannst deinem Gott vertrauen. S. Droht man dir mit Schmach und Banden,/ mit viel Qual und Serzeleid,/ dennoch wirst du nicht zuschanden,/ denk nur an die Ewigkeit;/ sei getrost und wohlgemut,/ denn der Herr ists, der es tut;/ zion, Gott wird dich schon staͤrken,/ dieses mußt du eben merken. 6. Freue dich, es kommt das Ende/ und der Abend schon herbei;/ gib dich nur in Gottes Hände,/ der macht dich von allem frei./ Fuͤr die Truͤbsal, Spott und Hohn/ gibt er dir die Freudenkron;/ Zion, Gott, dein Schutz, wird wachen/ und die Welt zuschanden machen. Rirche 15⁵ 7. Ballelujal Deine Wonne/ bricht anjetzt mit Maͤcht her⸗ fůr;/ denn die schöne Gnadensonne,/ Jesus Christus, naht zu dir,/ gibt dir einen Freudengruß/ und den rechten Friedenskuß;/ Zion, wo ist nun dein Klagen?/ Jetzt kannst du von Freuden saͤgen. 8. Freuet euch, ihr Simmelserben,/ freuet euch mit Zion hier!/ Die vor Jammer wollten sterben,/ sollen leben für und für. /Dort ist nicht mehr Angst und Gual/ in dem schönen Himmelssaal./ Zion, wer will dich nun scheiden/ von dem Camm und ewgen Freuden? Zoachim Pauli, 1758. Mel. Valet will ich dir geben. 1 5 5 Melchior Teschner, 1613. H 4* 4———— T———— — Er⸗ halt uns dei ne Leh ⸗re,/ Serr, in der Uer⸗haͤlt dein Reich und meh-⸗re/ dein ed⸗le PEEEEEEE nbndn d ů——— —————.— D—e 1 ,, m u, REEE Glauben,/ der Hoff-nung hel⸗-len Strahl;/ laß uns dein 1H— I SS.ISIIIIIIIIT— ——.— Wort nicht rau⸗-ben/ in die⸗ sem Jam-mer⸗tal. 2. Erhaͤlt dein Ehr und wehre/ dem, was dir wider— spricht;/ erleuchte und bekehre,/ allwissend ewges Licht,/ was dich noch nicht erkennet./ Entdecke doch der Welt,/ der du dein Cicht gegönnet,/ was einzig dir gefällt. 3. Erhaͤlt, was du gebauet/ und durch dein Blut er⸗ kauft,/ was du dir hast vertrauet/ und mit dem Geist 163 Rirche getauft./ Ob grimme Feinde stürmen/ zu deiner Rirche Fall,/ so wollest du sie schirmen/ als Sort und Felsenwall. 4. Erhaͤlt uns, Herr, dein Erbe,/ dein wertes Heiligtum,/ zerbrich, zernicht, verderbe,/ was wider deinen Ruhm;/ laß dein Gesetz uns fuͤhren,/ goͤnn uns dein Bimmelsbrot;/ laß deinen Schmuck uns zieren,/ heil uns durch deinen Tod. 5. Erhalt und laß uns hören/ dein Wort, das selig macht,/ den Spiegel deiner Ehren,/ das Licht in finstrer Nacht;/ laß diesen Born uns tränken/ im durren Tal der Welt;/ laß diese Stimm uns lenken/ hinaͤuf zum ewgen Jelt. 6. Erhalt in Sturm und Wellen/ der Rirche heilig Schiff/ und laß es nicht zerschellen/ an Sand und Felsen⸗ riff;/ gib, Serr, daß wir entrinnen/ der wilden Flut der Zeit,/ laß uns den Port gewinnen/ der selgen Ewigkeit. Nach Zosua Stegmann, 1 1632, v. Andreas Gryphius, 1664. I 56 Bernhard Klein, I823. F 721.—. ——. ...— I. Co⸗wen, laßt euch wie⸗der⸗fin⸗ den/ wie im SSISISIE ö—— ———— er⸗sten Chri⸗sten⸗tum,/ die nichts konn⸗te u⸗ber⸗ win ⸗den;/ seht nur an ihr Mar⸗tyr⸗tum:/ wie in 1— ö ö en,——.———— Lieb sie glüh⸗ten,/ wie sie Feu⸗er sprüh⸗ten, /daß sich vor der Ster⸗ bens ⸗lust/ selbst die doͤl⸗le furchten mußt'. 23. Hi n 4 Rirche 156 2. In Gefahren unerschrocken/ und von schnöden Lüsten rein,/ die zum Eitlen konnten locken,/ war damals des Herrn Gemein./ Ihr Sinn drang zum Him mel;/ fern aus dem Getümmel/ war erhoben Herz und Geist,/ suchte nicht, was zeitlich heißt. 3. Ganz großmütig sie verlachten,/ was die Welt fůr Vor⸗ teil hält;/ nach dem Reiche Gottes trachten,/ darauf war ihr Sinn gestellt. Im Unglück glückselig/ waren sie und fröh⸗ lich,/ fern von Menschensklaverei/ und von ihren Banden frei. 4. O daß ich, wie diese waren,/ mich befänd' auch in dem Stand!/ Caß mich doch im Grund erfahren/ deine starke Helfershand,/ mein Gott, recht lebendig!/ Gib, daß ich be⸗ ständig/ bis zum Tod durch deine Kraft/ uͤbe gute Ritterschaft. S. Gib, daß ich mit Geisteswaffen/ kämpf in meines Jesu Stärk/ und ja niemals mög erschlaffen;/ daß mir dieses große Werk/ durch dich mög gelingen/ und ich tapfer ringen;/ daß ich in die CLuft nicht streich,/ sondern bald das Ziel erreich. 6. Es dürft' wieder dazu kommen,/ daß der Feinde tolle Wut/ zu der Schlachtbank deine Frommen/ führte und ver⸗ göß ihr Blut./ Nach gemeiner Sage/ große Trübsalstage/ werden kommen uns zu Haus/ und noch ein sehr haͤrter Strauß. 7. Ei wohlan, nur fein standhaftig!/ O ihr Brüder, tapfer draufl/ Casset uns doch recht herzhaftig/ folgen jener Jeugen Cauf. /Steht als Jesu Glieder,/ wenn der Feind sich wider/ euren Christenglauben setzt/ und das Schlachtschwert auf uns wetzt. 8. Gebt euch in das Ceiden wacker!/ Mit dem Blut der Märtyrer/ wird getränkt der Kirchenacker,/ und so treibt er um so mehr;/ alle Pflanzen sprossen,/ so damit begossen;/ o wie trägt er reichlich Frucht,/ von der Trübsal heimgesucht! 9. Romm, befrucht, o goldner Regen,/ uns, dein Erb, die dürre Erd,/ daß wir dir getreu sein mogen/ und nicht achten Feur und Schwert,/ als in Liebe trunken/ und in dir versunken./ Mach die Kirch an Glauben reich,/ daß das End dem Anfang gleich. 1712. I65 Rirche 1 57 J. A. Freylinghausen, Halle 1704. —— I. Fah re fort, fah⸗ re fort,/ zi ⸗ on, fah ⸗öre fort im Lichtl/ — 2 ö EEIEE .n,. Mache deinen Ceuch-ter hel⸗le,/ laß die er-⸗ ste ö—.——* d—2— II....— Lie⸗be nicht,/ su⸗che stets die Ce⸗bensquel-le./ Zi-on, + 1.— + D—3—— PDIEE ISI— drin=ge durch die en? ge Pfortl/ Fah⸗ re fort, fah ⸗ re fortl 2. Ceide dich, leide dich,/ Jion, leide ohne Scheu/ Trüb⸗ sal, Angst mit Spott und Hohnel/ Sei bis in den Tod getreu,/ siehe auf die Lebenskrone./ Zion, fühlest du der Schlange Stich? /Ceide dich, leide dich! 3. Folge nicht, folge nicht,/ zion, folge nicht der Welt,/ wenn sie dich sucht groß zu machen!/ Achte nichts ihr Gut und Geld,/ nichts ihr Dräuen, nichts ihr Cachen./ Zion, wenn sie dir viel Cust verspricht,/ folge nicht, folge nicht!l 4. Prufe recht, pruͤfe recht,/ zion, prüfe recht den Geist,/ der dir ruft zu beiden Seiten;/ tue nicht, was er dich heißt,/ laß nur deinen Stern dich leiten!/ Zion, beides, was da gut und schlecht,/ pruͤfe recht, prüfe recht! 5. Dringe ein, dringe ein,/ Zion, dringe ein in Gott!/ Stärke dich mit Geist und Ceben,/ sei nicht wie die andern tot,/ sei du gleich den grünen Reben./ Zion, in die Kraft, statt in den Schein,/ dringe ein, dringe ein! 6. Brich herfur, brich herfür,/ Zion, brich herfür in Rraft!/ Weil die Bruderliebe brennet,/ zeige, was der in dir schafft,/ der als seine Braut dich kennet./ Zion, durch die dir gegebne Tür/ brich herfuͤr, brich herfürl Birche 158 7. Halte aus, halte aus,/ Jion halte deine Treu,/ laß nicht lau und träg dich finden./ Auf, das Kleinod rückt herbeil/ Auf, verlasse, was dahinten!&/ Zion, in dem letzten Kampf und Strauß/ halte aus, halte aus! Joh. Eusebius Schmidt, 1745. 158 Mel. O Durchbrecher aller Bande. Berrnhaag 1740. 1 4 7 underz vereint zu⸗sammen,/ sucht in Got⸗tes Vlas⸗set eu⸗ re Lie ⸗bes⸗flammen/ lo⸗dern auf den Ber zen Ruh; Bei⸗land zul .— er das Licht und wir der Schein,/ er der Mei⸗»sister, Er das Haupt, wir sei⸗ ne Glie⸗der,/ wir die Brü⸗ der,/ er ist un-ser, wir sind sein. 2. Rommt, ach kommt, ihr Gnadenkinder,/ und erneuert euern Bundl/ Schworet unserm Überwinder/ Cieb und Treu von Serzensgrund!/ Und wenn eurer Liebeskette/ Festigkeit und Stärke fehlt,/ o so flehet um die Wette,/ bis sie Jesus wieder stählt! 3. Cegt es unter euch, ihr Glieder,/ auf so treues Lieben an,/ daß ein jeder für die Bruͤder/ auch das Leben lassen kann./ So hat uns der Herr geliebet,/ so vergoß er dort sein Blut;/ denkt doch, wie es ihn betrübet,/ wenn ihr euch selbst Eintraͤg tut. 4. Hallelujal Welche Zöhen,/ welche Tiefen reicher Gnad,/ daß wir dem ins Auge sehen,/ der uns so geliebet 16⁷7 159 Rirche hat;/ daß der Vater aller Geister,/ der der Wunder Ab— grund ist,/ daß du, unsichtbarer Meister,/ uns so fühlbar nahe bist. 5. O du treuster Freund, vereine/ deine dir geweihte Schar,/ daß sie es so herzlich meine,/ wie's dein letzter Wille waͤr,/ und daß, wie du eins mit ihnen,/ also sie auch eines sei'n,/ sich in wahrer CLiebe dienen/ und einaͤnder gern erfreun. 6. Ciebe, hast du es geboten,/ daß man Liebe üben soll,/ o so mache doch die toten,/ trägen Geister lebensvoll!/ Zünde an die Liebesflamme,/ daß ein jeder sehen kann:/ wir, als die von einem Stamme,/ stehen auch fuͤr einen Mann. 7. Caß uns so vereinigt werden,/ wie du mit dem Vater bist,/ bis schon hier auf dieser Erden/ kein getrenntes Glied mehr ist,/ und allein von deinem Brennen/ nehme unser Licht den Schein./ Also wird die Welt erkennen,/ daß wir deine Jünger sei'n. Mikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf, 1760. 1 59 Friedr. August Ihme, 1866. ... n;rird,— 1 Wenn Christus sei⸗ne Kirche schuͤtzt,/ so mag die N 1 7 er, der zur Rechten Got⸗tes sitzt,/ hat Macht, ihr —+. 1 III Böl⸗le wü⸗ tenze zu ge⸗bie⸗ ten. — beut, stehts da. Er schüt⸗-zet sei⸗ nen Buhn und Er ist mit 46 nahz/ wenn er ge⸗ 2 haͤlt sein Sei ⸗lig⸗tumz/ mag doch die Höl⸗le wü⸗ Rirche 16⁰ 2. Gott sieht die Fuͤrsten auf dem Thron/ sich wider ihn empoöͤren,/ denn den Gesalbten, seinen Sohn,/ den wollen sie nicht ehren./ Sie schämen sich des Worts/ des Heilands, unsers Sorts;/ sein Kreuz ist selbst ihr Spott;/ doch ihrer lachet Gott,/ sie mögen sich empoͤren. 3. Der Frevler mag die Wahrheit schmähn,/ uns kann er sie nicht rauben. Der Unchrist mag ihr widerstehn,/ wir halten fest am Glauben./ Gelobt sei Jesus Christ!/ Wer hier sein Jünger ist,/ sein Wort von Serzen hält,/ dem kann die ganze Welt/ die Seligkeit nicht rauben. 4. Auf, Christen, die ihr ihm vertraut,/ laßt euch kein Drohn erschrecken!/ Der Gott, der von dem Him mel schaut,/ wird uns gewiß bedecken./ Der Herr Herr ZJebaoth/ hält uͤber sein Gebot,/ gibt uns Geduld in Not/ und Kraft und Mut im Tod;/ was will uns denn erschrecken? Christian Sürchtegott Gellert, 1 I769. 16⁰ Mel. Mein Zesu, dem die Seraphinen(Nr. I). J. Dein Wort, o Herr, bringt uns zusaͤmmen,/ daß wir in der Gemeinschaft stehn; Jes läßt an uns die heilgen Flammen/ des Glaͤubens und der Liebe sehn./ wir werden durch das Wort der Gnaden /aͤuch zur Gemein— schaft jener Schar,/ die bei dem Herrn ist immerdar,/ ge— lockt und kräftig eingeladen. 2. Wur Menschen, die von Gott geboren,/ die unter einem Haupte stehn,/ die hat der Herr sich auserkoren,/ die läßt er Wunderliebe sehn;/ Gemeinschaft mit dem Vater haben/ und mit dem Sohn im heilgen Geist,/ das ist, was ihre Seelen speist:/ nur das kann sie vollkommen laben. 3. Der Glaubensgrund, auf dem wir stehen,/ ist Christus und sein teures Blut;/ das einge Ziel, darauf wir sehen,/ ist Christus, unser höchstes Gut;/ sein Wort die Regel, die wir kennen,/ sein Geist das Band, das uns verbindt;/ die Seelen all, die er gewinnt,/ sind, was wir heilge Virche nennen. 169 Rirche 4. Was ist das für ein himmlisch Ceben,/ mit Vater, Sohn und heilgem Geist/ in seliger Gemeinschaft schweben,/ genießen das, was Gott verheißt!/ Wie flammen da die selgen Triebe!/ Gott schüttet in sein geistlich Saus/ die ganze Gnadenfülle aus:/ hier wohnet Gott, die ewge Liebe. 5. Der Vater liebt und trägt die Kinder/ und schenkt den Geist, der Abba schreit;/ des Sohnes Treue schmückt die Sünder/ mit ewiger Gerechtigkeit;/ der heilge Geist tritt mit dem Gle/ des Friedens und der Freude zu;/ die Zerzen schmecken Gottes Ruh,/ die Kraft durchdringet Ceib und Seele. 6. Die Kinder, so ein Brot gegessen,/ die stehen auch für einen Mann;/ maͤcht sich der Feind an eins vermessen,/ sobald greift er sie alle an. Sie fallen betend Gott zu Füßen/ und siegen in des Herren Kraft;/ sie wollen von der Brüderschaft/ auch das geringste Glied nicht missen. 7. Sie wallen mit verbundnen Serzen/ durchs Tränental ins Vaterland,/ versüßen sich die bittern Schmerzen;/ eins reicht dem andern seine Hand;/ sie wollen sich mit Freuden dienen,/ mit Serz und Auge, Sand und Fuß/ bis zu dem voͤlligen Genuß /des großen Guts:„Ich, ich in ihnen.“ Joh. Ronrad Ludwig Allendorf, 1773. Mel. Nr. 148. 6 J. Berr, deine Kirche danket dir;/ noch wohnt dein Wort im Cande;/ von deiner Gnaͤde haben wir/ noch deinen Geist zum Pfande./ Rommt sie in Gefahr/ durch der Feinde Schar,/ dann, o Jesu Christ,/ besiege Macht und Cist/ und herrsch in jedem Cande. 2. Sei, Serr, mit uns! Verlaß uns nie,/ uns, deines Leibes Glieder;/ hilf deiner Kirch und schütze sie,/ denn wir sind deine Bruͤder./ Sie, die dir vertraut,/ hast du selbst erbaut;/ ach, erhalt sie rein,/ und die den Bund entweihn,/ die heilige dir wieder. 3. Eins, Herr, ists, was den Frommen kränkt,/ daß unter deinen Christen/ noch mancher deiner nicht gedenkt,/ beherrscht von seinen Lüsten./ Vieler Glaub ist schwach,/ Rirche 162 kalt die Lieb und ach,/ sie bedenken nicht,/ es wartet ein Gericht/ auf träge, sichre Christen. 4. Und du, o Jesu, bist so treul/ Ach, daß wir frommer waren!/ Maͤch alle Serzen rein und neu,/ laß alle sich be⸗ rehren./ Gib uns wissenschaft,/ Glaube, Lieb und Kraft,/ gib Entschluß und Mut,/ zu wagen Ehr und Blut/ zum Preise deiner Lehren. Ss. Entferne Zwietracht, rieg und Mord,/ erhalt uns Ruh und Frieden./ LCaß uns, gestärket durch dein Wort,/ im Guten nie ermüden./ Mache leicht, was drückt,/ gib uns, was beglückt./ Nach der Prüfungszeit/ ruf uns zur Seligkeit,/ zu deines dimmels Freuden. 6. Herr, deine Rirche streitet noch:/ hilf deiner Rirche siegen!/ wie schwer ihr Rampf ist, müsse doch/ kein Rämpfer unter⸗ liegen./ Hoͤr ihr kindlich Flehn,/ eil, ihr beizustehn,/ daß sie standhaft sei,/ stets deiner Wahrheit treu,/ hilf deiner Kirche siegen! Nach Borchward, + 1776, und Soh. Andreas Cramer, J788. 162 Mel. Es ist das Zeil uns kommen her.(Vorreformatorisch) Wittenberg 1523. P — 1 Die Fein de dei⸗nes KRreu- zes drohn,/ a ⸗ber, Mitt⸗-ler, Got⸗tes Sohn,/ dein Reich, Serr, zu zer ⸗stö ⸗ ren;/ du kannst ih ⸗ rem Trot⸗ ze weh⸗ ren. Dein ——— 2—— 3———— ———— 55— —— Thron be⸗ste⸗ het e⸗wig ⸗lich;/ ver⸗geb⸗lich wird sich 1 ——————4 EEEEE—= *— wi⸗ der dich/ die Macht der Sol ⸗le ru sten. 163 Rirche 2. Dein Reich ist nicht von dieser Welt,/ kein Werk von Menschenkindern;/ drum konnt auch keine Macht der Welt,/ Herr, deinen Fortgang hindern./ Dein Erbe bleibt dir immerdar/ und wird selbst durch der Feinde Schar/ zu deinem Ruhm sich mehren. 3. Du wollest deine Serrschaft noch/ auf Erden weit ver⸗ breiten/ und unter deinem sanften Joch/ zum Seil die Völker leiten./ Vom Aufgang bis zum Viedergaͤng/ bring' alle Welt dir Preis und Dank/ und glaub' an deinen Namen! 4. Auch deine Feinde, die dich schmaͤhn,/ die frevelnd sich empören,/ laß deiner Gnade Wunder sehn,/ daß sie sich noch bekehren./ Cehr sie mit uns gen Himmel schaun/ und unerschüttert im Vertraun/ auf deine Zukunft warten. S5. Uns, deine Gläubgen, wollest du/ fest in der Wahrheit grunden,/ daß wir fuͤr unsre Seelen Ruh/ in deiner Gnaͤde finden./ Mach unsers Glaͤubens uns gewiß;/ vor Irrtum und vor Finsternis/ bewahr uns bis ans Ende. 6. Dein Geist führ uns auf ebner Bahn/ und heilge unsern Willen,/ so wird dein Volk dir untertan,/ gern dein Gesetz erfüllen,/ bis du erscheinest zum Gericht/ und dann vor deinem Angesicht/ die Menschenkinder saͤmmelst. 7. Voll Zuversicht erwarten dich,/ Serr, alle deine Frommen/ und freun des großen Tages sich,/ da du wirst wiederkommen./ Dann werden wir, o Menschensohn,/ den uns verheißnen Gnadenlohn,/ dein Himmelreich, ererben. Balthasar Münter, 1 1793. J63 Mel. Valet will ich dir geben(Nr. 155). J. Bis hierher und nicht weiter!/ Voch lebt der starke Held,/ der sich, ein rechter Streiter,/ fuͤr seine Rirche stellt./ Ihr Feinde möget wüten,/ euch schon des Sieges freun;/ uns wird der Zerr behüten,/ euch auseinanderstreun. 2. Wir stehn auf festem Grunde,/ wir haben Jesum Christ,/ der unserm Glaͤubensbunde/ ein Fels und Eckstein ist./ Wir wandeln in dem Glanze,/ der von dem Herrn aus— geht,/ und er ist unsre Schanze,/ wenn unser Feind aufsteht. Rirche 164 3. Wer will von ihm uns scheiden,/ der blutend uns erwarb,/ als er nach schwerem Ceiden/ den Tod am Kreuze starb?/ Wir bleiben an ihm hangen/ in Not und Traurigkeit,/ gebunden und gefangen,/ mit Christen⸗ freudigkeit. 4. Ungläubge, ihr mögt spotten,/ erfinden bösen Rat/ und euch zusammenrotten/ zu jeder Freveltat:/ er, Christus, ganz alleine/ beschützt, die ihm vertraut,/ die heilige Ge— meine,/ auf ihn, den Fels, gebaut. 5. Und wenn auch Berge weichen/ und Hug el sinken ein,/ die Kirche ohnegleichen/ wird wohl bewahret sein./ Er wohnet bei ihr drinnen/ und hütet früh und spät;/ hell glänzen ihre Zinnen,/ darauf sein Zeichen steht. Christ. August Bähr, T 1846. 16⁴4 Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. Frankfurt a. M. I599. gen Ber⸗gen; es ver⸗bün⸗det/ sich wi-der sie die an ihr mit Stau⸗nen se⸗ hen,/ wer hier die Hut und t. ö EE. —.—— IEE— a ́ᷓͤ gan⸗ze Welt. 70 Wache halt. Der Hü⸗ter Is⸗ra⸗ els/ ist ih⸗res — 2 2 Bei⸗les Fels./ Hal⸗-le⸗-lu⸗ jal/ CLob⸗singt und sprecht:/ 173 Rirche EE DD———————— wohl dem Geschlecht,/ das in ihr hat das Bür-ger-recht. 2. Zions Tore liebt vor allen/ der Herr mit gnädgem Wohlgefaͤllen,/ macht ihre Riegel stark und fest,/ segnet, die darinnen wohnen,/ weiß uͤberschwenglich dem zu lohnen,/ der ihn nur tun und walten läßt./ Wie groß ist seine Huld,/ wie trägt er mit Geduld/ all die Seinen!/ O Gottes Stadt,/ du reiche Stadt,/ die solchen Herrn und Rönig hat. 3. Große, heilge Dinge werden/ in dir gepredigt, wie auf Erden/ sonst unter keinem Volk man hört./ Gottes Wort ist deine Wahrheit,/ du haͤst den Geist und hast die Klar⸗ heit,/ die alle Finsternis zerstört./ Da höͤrt man fort und fort/ das teuerwerte Wort/ ewger Gnade./ Wie lieblich toͤnt,/ was hier versoͤhnt/ und dort mit ewgem CLeben krönt. 4. Auch die nichts davon vernommen, /die fernsten Voͤlker werden kommen/ und in die Tore Zions gehn./ Denen, die im Finstern saßen,/ wird auch der Herr noch predgen lassen,/ was einst fuͤr alle Welt geschehn./„Wo ist der Gottessohn?/ Wo ist sein Gnaͤdenthron?“/ wird man fragen./ Dann kommt die Zeit,/ wo weit und breit/ er⸗ scheint der Herr der Herrlichkeit. S. Darum stellet ein die Rlagen!/ Man wird noch einst zu Zion sagen:/ Wie mehrt sich deiner Bürger Zahll/ Voll Erstaunens wird man schauen,/ wie Gott sein Zion mächtig bauen/ und herrlich weitern wird einmal./ Erhebet Herz und Sinn!/ Es ist die Nacht schier hin/ fr die eiden;/ es kommt ihr Tag,/ sie werden wach,/ und Israel folgt ihnen nach. 6. Gottes Stadt, du wirst auf Erden/ die Mutter aller Voͤlker werden,/ die ewges CLeben fanden hier./ Welch ein Jubel, wie im Reigen,/ wird einst von dir zum Zimmel steigenl/ Die Lebensbrunnen sind in dir./ In dir das Wasser quillt,/ das alles Dürsten stillt./ Hallelujal/ Von Sůnd und Tod,/ von aller Not/ erloͤst nur Einer, Zions Gott. Philipp Spitta, 1859. Rirchweihe I165I66 Rirchweihe 16⁵ Mel. Meinen Jesum laß ich nicht(Nr. I72). J. Ach wie heilig ist der Ort! /Ach wie selig ist die Stättel/ Sier, hier ist des dimmels Pfort;/ hier erhöret Gott Gebete;/ hier erschallt sein teures Wort;/ o wie heilig ist der Ort! 2. Zeil waͤr in des Zoͤllners Saus,/ weil er Christum auf⸗ genommen,/ und hier rufet Jesus aus:/„Selig sind, die zu mir kommen!“/ Deren Herzen nimmt er ein,/ daß sie seine Tempel sein. 3. O welch Seil ist bis hierher/ diesem Hause wider⸗ fahren!/ Wenn der Serr nicht bei uns wär,/ der sich uns will offenbaren,/ woher hätten wir den Geist,/ der den Weg zum Himmel weist? 4. O wie lieblich, o wie schön/ sind des Serren Gottes— dienstel/ Laß uns froh zu ihnen gehn;/ hier erlangt man zum Gewinste/ einen Schatz, der ewig währt,/ den kein Rost noch Raub verzehrt. S. Bleibe bei uns, liebster Gast;/ speis uns gnädig mit dem Worte,/ das du uns gegeben hast,/ Jesu, stets an diesem Ortel /Laß die Virche feste stehn,/ bis die Welt wird untergehn! Benjamin Schmolck, T I737. 166 Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern(Nr. 269). J. Gott Vater, aller Dinge Grund,/ gib deinen Vater⸗ namen kund/ an diesem heilgen Orte./ Wie lieblich ist die Stätte hier!/ Die Herzen wallen auf zu dir;/ hier ist des HZimmels Pforte./ Wohne,/ throne/ hier bei Sündern,/ als bei Kindern,/ voller Klaͤrheit,/ heilge uns in deiner Wahrheit! 2. Sohn Gottes, Serr der Serrlichkeit,/ dies Gotteshaus ist dir geweiht,/ o laß dirs wohlgefallen!/ Sier schalle dein lebendig Wort,/ dein Segen walte fort und fort/ in diesen I75⁵ 167 Rirche Mission Friedenshallen./ Einheit,/ Reinheit/ gib den Serzen;/ Angst und Schmerzen/ tilg in Gnaden,/ heil uns ganz vom Sündenschaͤden. 3. Gott, heilger Geist, du wertes Licht,/ wend her dein göttlich Angesicht,/ daß wir erleuchtet werden./ Geuß über uns und dieses Saus/ dich mit allmächtgen Flammen aus;/ mach himmlisch uns auf Erden. /Lehrer,/ Hörer,/ Rinder, Väter!/ Fruͤher, später/ gehts zum Sterben;/ hilf uns, Jesu Reich ererben. 4. Dreieinger Gott, Lob, Dank und Preis/ sei dir von allen gleicherweis/ fuͤr dies dein Saus gesungen!/ Du hasts geschenkt und auferbaut,/ dir ists geheiligt und vertraut/ mit Herzen, Sänden, Zungen. /Ach, hier,/ sind wir/ noch in Hütten;/ Serr, wir bitten:/ stell uns droben/ in den Tempel, dich zu loben. Albert Rnapp, f 1864. Ausbreitung der Birche(Mis nir (Auch Lied Nr. I30) 167 Straßburg 1525. RR.T—‚‚‚‚s‚.‚.‚.... V. Es wol ⸗le Gott uns gnä⸗ dig sein/ und Usein Ant-litz uns mit hel⸗lem Schein/ er⸗ ö II — ö e, e rn e.—— sei⸗ nen Se⸗gen ge⸗ ben; leucht zu*m ew⸗gen Le„ben, J aß wir er⸗ dnn en. . ken⸗nen sei ne Werk,/ und was—— b'liebt 20 Er⸗den,/ — —— 6 — und Je⸗sus Chri⸗ stus deil und Stärk/ be⸗kannt den Mission 168 EEEEE EEEEET— 731—————— Zei den wer⸗»den/ und sie zu Gott be⸗keh- ren! 2. So danken dir und loben dich,/ o Gott, die Völker alle,/ und alle Welt, die freue sich/ und sing mit großem Schalle,/ daß du auf Erden Richter bist/ und läßt die Süͤnd nicht walten;/ dein Wort die dut und Weide ist,/ die alles Volk erhalten,/ in rechter Bahn zu wallen. 3. Es danke, Gott, und lobe dich/ das Volk in guten CTaten./ Das Cand bringt Frucht und bessert sich,/ dein Wort ist wohl geraten./ Uns segne Vater und der Sohn,/ uns segne Gott der heilge Geist,/ dem alle Welt die Ehre tu,/ vor ihm sich fürchte allermeist. Mun sprecht von Herzen: Amen! Martin Luther, 1546. *Die kleinen Noten gelten für die 3. Strophe. 168 Mel. Dir, dir, Zehova, will ich singen. S. A. Freylinghausen, Salle 1704. V ach auf, du Geist der die Tag und Naͤch ⸗te — Le., er ⸗sten Jeu ⸗gen,/ der nim⸗mer schwei ⸗-gen,/ und die ge⸗ trost dem Feind ent ⸗ge⸗gen⸗-gehn, ————— de ren Schall die gan- ze Welt durch⸗dringt/ 1⁷ Rirche —— 1 1 und al⸗ler Völ⸗-ker Scha⸗ ren zu dir bringt. 2. O daß doch bald dein Feuer brennte!/ O möͤcht es doch in alle Lande gehn!/ Gib zu der Ernte doch die Händel/ Gib Knechte, die in treuer Arbeit stehn!/ O Serr der Ernte, siehe doch darein:/ die Ernt ist groß, die zahl der Knechte klein. 3. Dein Sohn haͤt ja mit klaren Worten/ uns diese Bitte in den Mund gelegt./ O siehe, wie an allen Orten/ sich deiner Kinder Serz und Sinn bewegt,/ dich herzinbrünstig darum anzuflehn;/ drum hör, o Serr, und sprich: Es soll geschehn. 4. So gib dein Wort doch großen Schaͤren,/ die in der KRraft Evangelisten sein;/ laß eilend dilf uns widerfahren/ und brich in Satans Reich und Macht hinein. O breite, Berr, auf weitem Erdenkreis/ dein Reich bald aus zu deines Naͤmens Preis! S. Ach, daß die Silf aus Zion kämel/ O daß dein Geist, so wie dein Wort verspricht,/ dein Volk aus dem Gefängnis nähmel/ O wüurd es doch nur bald vor Abend licht!/ Ach reiß, o Serr, den Zimmel bald entzwei/ und komm herab zur Silf und mach uns freil 6. Ach laß dein Wort recht schnelle laufen!/ Es sei kein Ort ohn dessen Glanz und Schein./ Ach führe bald dadurch mit Baufen/ der Seiden Füll zu allen Toren ein!/ Ja wecke doch auch Israel bald auf,/ und also segne deines Wortes Laufl 7. O bessre Jions wüste Stege,/ und was dein Wort im Laufe hindern kann,/ das räume bald aus jedem Wege;/ vertilg, o Serr, den falschen Glaubenswahn,/ und mach uns bald von jedem Mietling frei,/ daß Kirch und Schul ein Garten Gottes sei. 8. Caß jede hoh' und niedre Schule/ die Werkstatt deines guten Geistes sein,/ ja sitze du nur auf dem Stuhle/ und präge dich der Jugend selber ein,/ daß treue Lehrer wir und Beter sehn,/ die kräftig vor dem Riß der Virche stehn. Rarl Zeinrich v. Bogatzky, 1 1774. Mission I69. I7⁰0 169 5—— O Durchbrecher aller Bande. Serrnhaag 1740. Va⸗ter, dei⸗ nes Gei⸗stes We⸗hen/ durch die Vläßt uns schon von fer⸗ ne se⸗ hen/ dei ⸗nes —— ———— DEE—.— gan⸗ze Chri⸗sten⸗heit Reiches Serr⸗lich⸗keit; Zä. nen ei en.— spen⸗det/ durch die gan⸗ze wei⸗ te Welt,/ milli ⸗o⸗nen⸗ denn dein Wort wird aus-ge⸗ P—6 5 2 E weis ver⸗sen-det /auf das gro ße Ak⸗⸗ker⸗-feld. 2. Dieser Samen wird bald blühen /allenthalben hoch und hehr;/ denn Evangelisten ziehen/ über Inseln, Cand und Meer,/ um die Saaten zu begießen;/ Geist der Pfing⸗ sten, komm herab;/ laß uns Cebensströme fließen/ bis zum Grabe tief hinab. 3. Sei gegrüßt, du ewger Norgen!/ Steige, Sonne, bald empor!l/ Weicht nun, all ihr bangen Sorgen,/ Tagverkünder, tritt hervorl/ Seht, der Berge Spitzen glühen/ schon im ewgen Morgenlicht,/ und die Frühlingsblumen blühen:/ Brüͤder alle, sorget nicht! Zoh. Seinrich Jung-Stilling, 1817. 17⁰ mel. Nun komm, der Seiden Seiland(oder wie Nr. 360).(I5. Zahrhundert) 959— 1525. n An wn— E— + IJ. Wal⸗ te, wal⸗ te nah und fern,/ all⸗ge⸗ 17⁰⁹ Virche Z wal⸗ tig Wort des Zerrn,/ wo nur sei⸗-ner P I Ea All⸗macht Ruf/ Men⸗schen für den HZim-mel schuf. 2. Wort vom Vater, der die Welt/ schuf und in den Armen hält/ und aus seinem Schoß herab/ seinen Sohn zum Seil uns gab! 3. Wort von des Erlösers Suld,/ der der Erde schwere Schuld/ durch des heilgen Todes Tat/ ewig weggenommen hat! 4. Rräftig Wort von Gottes Geist,/ der den Weg zum Himmel weist/ und durch seine heilge KRraft/ Wollen und Vollbringen schafft! 5. Wort des Lebens, stark und rein,/ alle Völker harren dein./ Walte fort, bis aus der Nacht/ alle Welt zum Tag erwacht. 6. Auf, zur Ernt in alle Welt!/ Weithin wogt das weiße Feld;/ klein ist noch der Schnitter Zahl,/ viel der Garben überall. 7. Herr der Ernte, groß und gut,/ weck zum Werke Lust und Mut;/ laß die Völker allzumaͤl/ schauen deines Cichtes 1 Strahll Sonath. Friedrich Bahnmaier, 1841. 17 Mel. Lasset uns den Serren preisen(Nr. 70). J. Romm, o Serr, komm bald, du Treuer!/ Gib, ach gib dich allen kund/ und entzund dein heilges Feuer/ auf dem ganzen Erdenrund. Großes haͤst du schon begonnen,/ Großes willst du ferner tun;/ deine Liebe kann nicht ruhn,/ bis die ganze Welt gewonnen,/ bis ein jedes Herz besiegt,/ Berr, zu deinen Füßen liegt. Rarl August Döring, 1844. Mission 172 Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. 172 ZJohaͤnn Uhlich, 1674. 0 674 3....— 10— 15— + 1 Rade ne Her⸗-de und ein Birt!/ Wie wird wenn sein Tag er⸗schei ⸗nen wird!/ Freu ge S... E.. dann dir sein, o Er 1960 di nd dich, du klei⸗ ne Ser⸗del *————I EEEE wer⸗de Licht!/ Je⸗-sus hält, was er ver⸗spricht. 2. Hüter, ist der Tag noch fern?/ Schon ergrünt es auf den Weiden,/ und die Serrlichkeit des Serrn/ nahet däm⸗ mernd sich den Seiden; /blinde Pilger flehn um Licht:/ Jesus hält, was er verspricht. 3. Romm, o komm, du treuer Hirt,/ daß die Nacht zum Tage werde!/ Ach, wie maͤnches Schäflein irrt/ fern von dir und deiner Serde!/ Rleine Serde, zage nicht!/ Jesus hält, was er verspricht. 4. Sieh, das Zeer der Nebel flieht/ vor des Morgenrotes Zelle,/ und der Sohn der Wüste kniet/ dürstend an der Lebensquelle;/ ihn umleuchtet Morgenlicht;/ Jesus hält, was er verspricht. 5. Gräber harren aufgetan;/ rauscht, verdorrete Ge⸗ beinel/ Macht dem Bundesengel Bahn!/ Großer Tag des Berrn, erscheinel/ Jesus ruft: Es werde Licht!/ Jesus hält, was er verspricht. 6. O des Tags der Serrlichkeit!/ Jesus Christus, du die Sonne,/ und auf Erden weit und breit/ Cicht und Wahr⸗ heit, Fried und Wonnel!/ Mach dich auf; es werde Licht!l/ Jesus hält, was er verspricht. Friedr. Adolf Krummacher, s 1845. 181 173·17⁴ Rirche 173 Mel. Valet will ich dir geben(Nr. I55). J. Der du in Todesnächten/ erkämpft das Heil der Welt/ und dich als den Gerechten/ zum Bürgen dargestellt,/ der du den Feind bezwungen,/ den Himmel aͤufgetan,/ dir stimmen unsre Zungen/ ein Halleluja an! 2. Im Simmel und auf Erden/ ist alle Macht nun dein,/ bis alle Völker werden/ zu deinen Füßen sein,/ bis die von Süd und Worden,/ bis die von Ost und West/ sind deine Gaäste worden/ bei deinem Sochzeitsfest. 3. Noch werden sie geladen,/ noch gehn die Boten aus,/ um mit dem Ruf der Gnaͤden/ zu fuͤllen dir dein Saus./ Es ist kein Preis zu teuer,/ es ist kein Weg zu schwer,/ zu streun dein Cebensfeuer/ ins weite Völkermeer. 4. So ziehen deine Flammen/ wie Sonnen um die Welt;/ Getrenntes fließt zusammen,/ das Dunkle wird erhellt,/ und wo dein Name schallet,/ du Rönig Jesu Christ,/ ein selig Säuflein wallet/ dahin, wo Frieden ist. 5. O sammle deine Serden/ dir aus der Völker Zahl,/ daß viele selig werden/ und ziehn zum Abendmahll/ Schleuß auf die hohen Pforten!/ Es stroͤmt dein Volk heran./ Wo's noch nicht Tag geworden,/ da zund ein Feuer an! Christian Gottlob Barth, 1862. 17⁴ ott des Simmels und der Erden. Seinrich Albert, 162. Mel. ——.—— — +. 2— 1 EEE 1 Licht, das in die Welt ge⸗kom- men,/ Son-ne [Mor⸗gen⸗stern, aus Gott ent⸗glom⸗men,/ treib hin⸗ ——— 7 II—....: vol ⸗ler Glanz und Pracht, I weg die al-te Nacht.) Feuch in dei⸗ nen Mission 175 EEEEE E wun ⸗⸗derschein/ bald die gan ⸗ ze Welt hin⸗ein. 2. Gib dem Wort, das von dir zeuget,/ einen recht ge— priesnen Cauf,/ daß noch manches Knie sich beuget,/ sich noch manches Herz tut auf,/ eh die Zeit erfüllet ist,/ wo du richtest, Jesu Christ. 3. Heile die zerbrochnen Zerzen,/ baue dir Jerusalem/ und verbinde unsre Schmerzen,/ denn so ist dirs angenehm./ Zerr, tu auf des Wortes Tuͤr,/ rufe allen:„Kommt zu mir!“ 4. Es sei keine Sprach noch Rede,/ da man nicht die Stimme hoͤrt,/ und kein Cand so fern und oͤde,/ wo nicht dein Gesetz sie lehrt./ Caß den hellen Freudenschaͤll/ sieg⸗ reich ausgehn üͤberall! 5. Geh, du Bräutgam, aus der Kammer,/ laufe deinen Heldenpfad;/ strahle Tröstung in den Jammer,/ der die Welt umdunkelt hat./ O erleuchte, ewges Wort,/ Ost und West und Süͤd und Nord. 6. Romm, erquick auch unsre Seelen;/ mach die Augen hell und klar,/ daß wir dich zum Lohn erwählen;/ vor den Stolzen uns bewahr;/ ja, laß deinen Himmelsschein-/ unsres Fußes Leuchte sein! Ewald Rudolf Stier, I862. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. Frankfurt a. M. IS599. — ‚— EE EE E 1 Eiener ists, an dem wir han⸗gen,/ der für uns in den VUns⸗re Lei⸗ber, uns⸗re Her⸗zen/ ge⸗ hö⸗ren dir, o nnm. edi Len PPII— ————————.. Tod ge⸗gan⸗-gen ʒ und uns er⸗kauft mit sei⸗nem Mann der Schmerzen;/ in dei⸗ ner Lie ⸗be ruht sichs 183 Nimm uns zum Ei⸗gen⸗tum,/ be⸗rei te gut.) —.— dir zum Ruhm/ dei⸗ ne Rin⸗der!/ Ver⸗birg uns nicht/ 2 SSSS........... 2—.— —, das Gnarden⸗licht/ von dei⸗ nem heil⸗ gen An⸗ge⸗sicht! 2. Wicht wir haben dich erwählet,/ du selbst hast unsre Zahl gezählet/ nach deinem ewgen Gnadenrat. /Unsre Rraft ist schwach und nichtig,/ und keiner ist zum Werke tůchtig,/ der nicht von dir die Staͤrke hat./ Drum brich den eignen Sinn,/ denn Demut ist Gewinn für den Himmel./ Wer in sich schwach,/ folgt, Herr, dir nach/ und trägt mit Ehren deine Schmach. 3. O Serr Jesu, Ehrenkönigl/ Die Ernt ist groß, der Schnitter wenig,/ drum sende treue ZJeugen aus;/ send auch uns hinaus in Gnaͤden,/ viel frohe Gäste einzuladen/ zum Mahl in deines Vaters Haus./ Wohl dem, den deine Wahl/ beruft zum Abendmahl/ im Reich Gottes./ Da ruht der Streit,/ da währt die Freud/ heut, gestern und in Ewigkeit. 4. Schau auf deine Millionen,/ die noch im Todes⸗ schatten wohnen,/ von deinem Himmelreiche fern!/ Seit Jahrtausenden ist ihnen/ kein Evangelium erschienen,/ kein gnadenreicher Morgenstern./ Glanz der Gerechtigkeit,/ geh auf, denn es ist Zeit!/ Romm, Herr Jesu,/ zeuch uns voran/ und mach uns Bahn;/ gib deine Türen aufgetan! 5. Deine Ciebe, deine Wunden,/ die uns ein ewges Heil erfunden,/ dein treues Herz, das fur uns fleht,/ wollen wir den Seelen preisen/ und auf dein Kreuz solange weisen,/ Mission 176 bis es durch ihre Serzen geht./ Denn kräftig ist dein Wort;/ es richtet und durchbohrt/ Geist und Seele;/ dein Joch ist suͤß,/ dein Geist gewiß,/ und offen steht dein Paradies. 6. Heiland, deine größten Dinge/ beginnest du still und geringe;/ was sind wir Armen, Herr, vor dir?/ Aber du wirst fuͤr uns streiten/ und uns mit deinen Augen leiten;/ auf deine Kraft vertrauen wir./ Dein Senfkorn, arm und klein,/ wächst endlich ohne Schein/ doch zum Baume,/ weil du, Herr Christ,/ sein Züͤter bist,/ dem es von Gott ver⸗ trauet ist. Albert Knapp, 1864. 176 Mel. Valet will ich dir geben(Nr. I55). J. Der du zum Heil erschienen/ der alleraärmsten Welt/ und von den Cherubinen/ zu Sündern dich gesellt,/ den sie mit frechem Stolze/ verhöhnt für seine Huld,/ als du am Marterholze/ versöhntest ihre Schuld: 2. Damit wir RKinder würden,/ gingst du vom Vater aus,/ nahmst auf dich unsre Bürden/ und bautest uns ein Haus./ Von Westen und von Süden,/ von Morgen ohne Zahl/ sind Gäste nun beschieden/ zu deinem Abendmahl. 3. Im schönen Bochzeitskleide,/ von allen Flecken rein,/ führst du zu deiner Freude/ die Völkerscharen ein,/ und welchen nichts verkündigt,/ kein Heil verheißen war,/ die bringen nun entsündigt/ dir Preis und Ehre dar. 4. Drum kann nicht Ruhe werden,/ bis deine Liebe siegt,/ bis dieser Kreis der Erden/ zu deinen Füßen liegt,/ bis du im neuen Leben/ die ausgesöhnte Welt/ dem, der sie dir ge⸗ geben,/ vors Angesicht gestellt. 5. Und siehe, taͤusend Fürsten/ mit Völkern ohne Licht/ stehn in der Wacht und dürsten/ nach deinem Angesicht./ Auch sie hast du gegraben/ in deinen Priesterschild,/ am Brunnquell sie zu laben,/ der dir vom Herzen quillt. G. So sprich dein göttlich„Werde!“/ Caß deinen Gdem wehn,/ daß auf der finstern Erde/ die Toten auferstehn,/ daß, wo man Greueln frönet/ und vor den Götzen kniet,/ ein willig Volk versöhnet/ zu deinem Tempel zieht. 185 Gnadenmittel 7. Wir rufen, du willst höͤren;/ wir fassen, was du sprichst. Dein Wort muß sich bewähren,/ womit du Fesseln brichst./ Wie viele sind zerbrochen!/ Wie viele sinds noch nicht!/ O du, ders uns versprochen,/ werd' aller Beiden Licht! Albert Knapp, 1864. Gnadenmittel Wort Gottes 17⁷7 Mel. Wie nach einer Wasserquelle. Französischer Psalter, 155J. E+—— ö 5 ö 5⸗6 5 f.. 1S.. 7 L V. + Re⸗de, lieb⸗ ster Je⸗su, re⸗de;/ denn dein Stär⸗ke mich, denn ich bin blö-⸗de,/ daß ich —— D— DSSSe 2 Kind gibt acht dar⸗ auf. I mei ⸗nes Le⸗bens Cauf dir zu Eh⸗ren set⸗ze fort./ S———.— 2.— ö————. —— Ach, laß stets dein hei⸗lig Wort/ in mein Her-⸗ze — — sein verschlossen,/ dir zu fol⸗gen un⸗ver⸗dros⸗ sen. 2. Ach, wer wollte dich nicht hören,/ dich, du liebster Menschenfreundl/ Sind doch deine Wort und Lehren/ alle herzlich wohlgemeint./ Sie vertreiben alles Ceid;/ aller Freuden Süßigkeit/ muß vor deinen Worten weichen,/ nichts ist ihnen zu vergleichen. 3. Deine Worte sind mein Stecken,/ dessen ich mich troͤsten kann,/ will der Feind zuruck mich schrecken/ von der schmalen Lebensbahn;/ ja, sie führen ohne Qual/ mich 186 EEE Gnadenmittel I78 selbst durch des Todes Tal,/ schirmen mich auf allen Wegen,/ maͤchen auch das Kreuz zum Segen. 4. Jesu, dein Wort soll mich laben,/ deine trosterfullte Cehr/ will ich in mein Serze graben;/ ach, nimm sie doch nimmermehr/ von mir weg in dieser Zeit,/ bis ich in der Ewigkeit/ werde kommen zu den Ehren,/ dich, o Jesu, selbst zu hören. 5. Unterdes vernimm mein Flehen,/ liebster Jesu, höre mich!/ Caß bei dir mich feste stehen,/ so will ich dich ewig⸗ lich/ preisen mit Herz, Sinn und Mund;/ ich will dir zu jeder Stund/ Ehr und Dank in Demut bringen/ und dein hohes Cob besingen. Anna Sophie, Landgräfin von Sessen⸗Darmstadt, 1683. 178 Mel. Unser Serrscher, unser Rönig. Bremen 1680. E——— I—4— H—————— .———.. Teu-res Wort aus Got⸗tes Mun⸗de,/ das mir dich al⸗-lein hab ich zum Grun⸗de/ mei⸗ ner . ö.— —— 2 — lau⸗ ter Se-⸗gen trägt, U Selig⸗keit ge⸗legt. ¶ In dir treff ich —* 4.— E 3.,—.—— E— al⸗les an,// was zu Gott mich füh⸗ren kann. 2. Will ich einen Vorschmack haben/ von des Zimmels Seligkeit,/ so kannst du mich herrlich laben,/ weil bei dir ein Tisch bereit,/ der mir lauter Manna schenkt/ und mit Lebenswasser tränkt. 3. Geist der Gnaͤden, der im Worte/ mich an Gottes Herze legt,/ oͤffne mir des Zimmels Pforte,/ daß mein Geisl hier recht erwägt,/ was für Schätze Gottes Zand/ durch sein Wort ihm zugesandt. 187 179·JI80 Gnadenmittel 4. Gib dem Samen einen Acker,/ der die Frucht nicht schuldig bleibt;/ mache mir die Augen wacker/ und, was hier dein Finger schreibt,/ praͤge meinem Serzen ein,/ laß den Zweifel ferne sein. 5. Was ich lese, laß mich merken;/ was du sagest, laß mich tun;/ wird dein Wort den Glaͤuben stärken,/ laß es nicht dabei beruhn,/ sondern gib, daß auch dabei/ ihm das Leben ähnlich sei. 6. Silf, daß alle meine Wege/ nur nach dieser Richt⸗ schnur gehn;/ was ich hier zum Grunde lege,/ müsse wie ein Felsen stehn,/ daß mein Geist auch Rat und Tat/ in den größten Nöten hat. 7. Caß dein Wort mir einen Spiegel,/ Jesu, deines Vor— bilds sein;/ drück darauf dein Gnaͤdensiegel,/ schließ den Schatz im Zerzen ein,/ daß ich fest im Glauben steh,/ bis ich dort zum Schaͤuen geh. Benjamin Schmolck, 1737. 179 Mel. O Durchbrecher aller Bande(Nr. I60). J. Herr, dein Wort, die edle Gabe,/ diesen Schatz erhalte mir;/ denn ich zieh es aller Sabe/ und dem größten Reich— tum für./ Wenn dein Wort nicht mehr soll gelten,/ worauf soll der Glaube ruhn?/ Mir ists nicht um tausend Welten,/ aber um dein Wort zu tun. 2. Halleluja, Ja und Amen!/ Herr, du wollest auf mich sehn,/ daß ich mög in deinem Namen/ fest bei deinem Worte stehn!/ Laß mich eifrig sein beflissen,/ dir zu dienen fruͤh und spat,/ und zugleich zu deinen Füßen/ sitzen, wie Maria tat. Mikolaus Ludwig Graf v. Zinzendorf, 4 176o. 180 Mel. Schmücke dich, o liebe Seele(Nr. I96). J. Prediger der süßen Lehre,/ die ich mit Erstaunen hoͤre;/ großer Arzt der Menschenkinder,/ du Evangelist der Sünder/ und Prophet des neuen Bundes,/ laß die Worte deines MNundes,/ deine Stimme an die Serden/ mir zu Geist und Ceben werden! Wort Gottes I81 2. Herr, dein Wort ist wie ein Sammer,/ schlägt und zeigt den Seelenjammer; /Jes erquickt mich wie der Regen,/ leuchtet mir auf allen Wegen,/ stärket meines Geistes Kräfte,/ gibt mir neue Cebenssäfte,/ ist ein Stab fuͤr matte Glieder/ und ein Schwert dem Feind zuwider. 3. Diesem Worte will ich trauen/ und darauf beständig schauen; /sonst ist doch kein Licht vorhaͤnden,/ fremde Cehre macht zuschaͤnden; /aber dein Gesetz und Gnaͤde/ leiten mich auf rechtem Pfade./ Serr, mein Glauben und mein Cieben/ hat den Grund: Es steht geschrieben. 4. Cehre mich dein Wort betrachten,/ mit Begierde darauf achten;/ lehre michs im Geist verstehen,/ laß es mir zu Herzen gehen;/ mache, daß ichs fröhlich glaube/ und kein Zweifel mir es raube,/ daß ichs mit Gehorsam ehre/ und sonst keine Stimme höre. S. Was die Welt bekennt und lehret,/ was mein Herz er⸗ denkt und ehret,/ was der böse Geist erdichtet,/ wird von Gottes Wort gerichtet./ Weg mit euch, ihr falschen Geisterl/ Mir ist gnug an Einem Meister./ Wißt, daß euch der Fluch verzehret,/ wenn ihr selbst auch Engel wäͤret. 6. Selig, selig sind die Seelen,/ die sich sonst kein Licht er⸗ wählen,/ als allein das Wort des Cebens!/ Diese glauben nicht vergebens,/ weil sie Gottes Rat ergrnden/ und sein Herz im Worte finden./ O ein unschaͤtzbares Wissen!/ Andre Weisheit kann ich missen. 7. Licht und Kraft und Mut und Freude,/ wahrer Trost im tiefsten Ceide,/ Schutz vor allerlei Gefahren/ und ein ewiges Bewaͤhren:/ das sind dieses Wortes Früchte./ Alles andre wird zunichte;/ alles andre muß vergehen;/ Gottes wort bleibt ewig stehen. Ernst Gottlieb Woltersdorf, 4 1761. Mel. Ach Gott und Herr(Nr. 215). I 81 I. Gott ist mein Hort,/ und auf sein Wort/ soll meine Seele trauen;/ ich wandle hier,/ mein Gott, vor dir/ im Glaͤuben, nicht im Schauen. 7 189 Wort Gottes 2. Dein Wort ist wahr;/ laß immerdar/ mich seine Rräfte schmecken./ Caß keinen Spott,/ o Herr, mein Gott,/ mich von dem Glauben schrecken. 3. Wo hätt ich Licht,/ wofern mich nicht/ dein Wort die Wahrheit lehrte?/ Gott, ohne sie/ verständ ich nie,/ wie ich dich würdig ehrte. 4. Dein Wort erklaͤrt/ der Seele Wert,/ Unsterblichkeit und Ceben;/ zur Ewigkeit/ ist diese Zeit/ von dir mir uübergeben. 5. Den ewgen Rat,/ die Missetat/ der Sünder zu ver— sůhnen,/ den kennt ich nicht,/ wär dies mein Licht/ nicht durch dein Wort erschienen. 6. Nun darf mein Herz/ in Reu und Schmerz/ der Sün— den nicht verzaͤgen;/ nein, du verzeihst,/ lehrst meinen Geist/ ein gläubig Abba sagen. 7. Mich zu erneun,/ mich dir zu weihn,/ ist meines Heils Geschäfte./ Durch meine Müh/ vermag ichs nie;/ dein Wort gibt mir die Kräfte. 8. Herr, unser Hort,/ laß uns dies Wort;/ denn du hast es gegeben./ Es sei mein Teil,/ es sei mein Heil/ und Kraft zum ewgen Ceben! Christian Zürchtegott Gellert, 41769. 182 Mel. Was Gott tut, das ist wohlgetan. Severus Gastorius, I68J. . 1————— 2— ..—. —. ö Dein Wort, Serr, ist mil⸗der Tau /für trost⸗be⸗ laß kei⸗nem Pflänzchen dei⸗ner Au/ den Himmels— I—————— IEEEE dürftge See⸗len; bal⸗sam feh⸗len. Er⸗ quickt durch ihn/ laß je⸗des blühn/ und S.S.S............... in der Zu⸗kunft Ta⸗gen/ dir Frucht und Samen tra⸗gen. Wort Gottes I183 2. Dein Wort ist, Serr, ein Flammenschwert,/ ein Blitz, der Felsen splittert,/ ein Feuer, das im Herzen zehrt/ und Mark und Bein durchschuͤttert./ O laß dein Wort/ noch fort und fort/ der Sünde Macht zerscheitern/ und alle Serzen läutern! 3. Dein Wort ist uns der Wunderstern/ für unsre Pilger⸗ reise;/ er führt die Toren hin zum Herrn/ und macht die Einfaͤlt weise./ Dein Himmelslicht/ verlösch uns nicht/ und leucht in jede Seele,/ daß keine dich verfehle. 4. Ich suchte Trost und fand ihn nicht;/ da ward das Wort der Gnade/ mein Labsal, meine Zuversicht,/ die Fackel meiner Pfade./ Sie zeigte mir/ den Weg zu dir/ und leuchtet meinen Schritten/ bis zu den ewgen Zütten. S. Auf immer gilt dein Segensbund;/ dein Wort ist Ja und Amen;/ nie weich es uns aus Herz und Mund,/ zu preisen deinen Namen./ Laß immerfort/ dein helles Wort/ in allen Cebenszeiten/ uns trösten, warnen, leiten. 6. O sende bald von Ort zu Ort/ den Durst nach deinen Lehren,/ den Hunger aus, dein Lebenswort/ und deinen Geist zu hören,/ und send ein Heer/ von Meer zu Meer,/ der Herzen Durst zu stillen/ und dir dein Reich zu füllen. Bernhard Garve, + I841. 183 Mel. Serr Jesu Christ, dich zu uns wend. Görlitz 1648. . Nun geh uns Lu, d0 du mer geücern, 2— 121 lig⸗ —— P.I.I.II.I II IPIIIII 1 ——— I— 1 I ma·chend Wort des Herrn,/ du Pfand des Seils, das ö——* DRRITDD ꝗ— —,, uns im Sohn/ der Va⸗ ter gab von sei⸗ nem Thron. 32 191 Die heilige Taufe 2. Bereitet ist fur dich die Bahn,/ die Zerzen sind dir auf⸗ getan;/ wir sehnen uns nach deinem Licht/ und seufzen auf: Versaum uns nicht! 3. Du Wort der Wahrheit, lautrer Quell,/ mach unsre dunklen Augen hell,/ daß wir die Wege Gottes sehn,/ nicht in der Wahrheit irre gehn. 4. Du Wort der Buße, füll das Zerz/ uns an mit tiefem Reueschmerz,/ daß unser Flehn und Seufzen sei:/ Gott steh uns armen Suͤndern beil 5. Du Wort der Gnade, tröstend Wort, /o bring uns Botschaft fort und fort/ von ihm, der für uns litt und starb/ und uns Gerechtigkeit erwarb. 6. Du Wort des Glaubens, gib uns Kraft,/ daß wir, der Eitelkeit entrafft,/ im gnädig dargebotnen Seil/ ergreifen unser ewges Teil. 7. So geh uns auf, du Gottesglanz,/ durchdring uns und verklär uns ganz,/ du Wort, das noch in Rraft besteht,/ wenn Erd und Zimmel untergeht. Zulius Sturm, 1896. Die Sakramente Die heilige Taufe 184 mel. Liebster Jesu, wir sind hier(Nr. G. J. CLiebster Jesu, wir sind hier,/ deinem Worte nach— zuleben;/ dieses Kindlein kommt zu dir,/ weil du den Be⸗ fehl gegeben,/ daß man sie zu dir hinführe;/ denn das Bimmelreich ist ihre. 2. Ja, es schaͤllet allermeist/ dieses Wort zu unsern Ohren:/ Wer durch Waͤsser und durch Geist/ nicht zuvor ist neugeboren,/ wird von dir nicht aufgenommen/ und in Gottes Reich nicht kommen. 3. Darum eilen wir zu dir,/ nimm das Pfand von unsern Armen,/ tritt mit deinem Glanz herfür/ und erzeige dein Erbarmen,/ daß dein Kind es hier auf Erden/ und im Bimmel möge werden. ufe auf⸗ wuf: nsre icht fem zott uns und der ifen und t,/ 896. ach · Be⸗ das sern r ist d in sern dein ĩuim Die heilige Taufe 185.186 4. HZirte, nimm dein Schäflein an,/ Saupt, mach es zu deinem Gliede,/ HZimmelsweg, zeig ihm die Bahn,/ Friede⸗ fürst, sei du sein Friede,/ Weinstock, hilf, daß diese Rebe/ auch im Glauben dich umgebe! 5. Mun, wir legen an dein Herz,/ was von Serzen ist ge— gangen;/ führ die Seufzer himmelwärts/ und erfülle das Verlaͤngen;/ ja, den Namen, den wir geben,/ schreib ins Lebensbuch zum Leben! Benjamin Schmolck, 1737. 185 Mel. Liebster Jesu, wir sind hier(Nr. G. J. Wun gottlob! es ist vollbracht,/ und der Bund mit Gott geschlossen;/ was uns rein und selig macht,/ ist auf dieses Rind geflossen;/ Jesus hat es eingesegnet/ und mit Bimmelstau beregnet. 2. O du dreimal selig Kind,/ vom Dreieinigen geliebet,/ dem der Vaͤter sich verbindt,/ dem der Sohn das Ceben gibet,/ dem der Geist ist eingeflossen/ und der Simmel auf⸗ geschlossen! 3. Nun so denk an diesen Bund,/ weil du einen Odem hegest,/ daß auf einen festen Grund/ du stets deinen Glauben legest./ Wer sich läßt auf Jesum taufen,/ muß in Jesu Wegen laͤufen. 4. Werde fromm und wachse groß,/ werde deiner Eltern Freude,/ und dein jetzt erlangtes CLos/ tröste dich in allem Leide;/ deine Taufe sei die Tuͤre,/ welche dich zum Simmel führe! Benjamin Schmolck, 1 1737. 186 Mel. O daß ich tausend Jungen hätte(Nr. I40). J. Barmherziger, laß deiner Gnade/ jetzt dieses Rind empfohlen sein,/ das wir im heilgen Waͤsserbade/ nach deines Sohns Befehl dir weihn;/ erfülle, was dein Wort verheißt,/ an ihm, Gott Vater, Sohn und Geist. 2. Regiere nun das ganze Ceben /auch dieses Rindes, treuer Gott!/ Dir sei und bleib es stets ergeben;/ sei du mit ihm in Glück und Not;/ ach, führ es selbst auf rechter Bahn,/ nimm es zuletzt in Ehren anl 193 187. I88 Ronfirmation 3. Caß uns die Wohltat recht ermessen,/ die uns die Taufe zugewaͤndt,/ und nie, o Herr, den Bund vergessen,/ der uns so fest mit dir verband; /uns alle stärk zu neuer Treu,/ daß über uns dein Friede seil 187 Mel. Schmücke dich, o liebe Seele(Nr. 196). J. O du reicher Zerr der Armen,/ mit welch herzlichem Erbarmen/ bist du uns zuvorgekommen,/ hast dich unser angenommen! /Wie kamst du mit allem Segen uns er⸗ barmungsvoll entgegen/ schon an deines Reiches Pforte/ durch das Wasserbad im Worte. 2. Sind wir selbst doch unaussprechlich/ kraftlos, hilflos und gebrechlich,/ ja, als Fleisch vom Fleisch geboren,/ sünd⸗ lich, sterblich und verloren;/ aber reinigend und heilend,/ Geist und Ceben uns erteilend, /schenkest du uns reiche Gnaͤde/ in der Taufe heilgem Baͤde. 3. Und wir glauben deinem Worte./ Darum bringen wir zur Pforte/ deines teuren Gnaͤdenreiches/ dieses Rind; tu an ihm Gleiches!/ Die Verheißung, die zum Leben/ deinem Volke du gegeben,/ geht nach deiner Huld nicht minder/ über deines Volkes Rinder. 4. Sei auch diesem Kinde gnädig,/ mach es aller Suͤnde ledig;/ schenke ihm die reine Seide/ der Gerechtigkeit zum leide; /salbe es mit deinem Geiste/ und ihm alle Hilfe leiste,/ daß der Segen deiner Hande/ auf ihm bleibe bis ans Ende. Philipp Spitta, 1859. Ronfirmation 188 Mel. O daß ich tausend Zungen hätte(Nr. 140). J. Ich bin getauft auf deinen Namen,/ Gott Vater, Sohn und heilger Geist!/ Und so ist alles Ja und Amen, was mir dein teures Wort verheißt;/ ich bin in Christum eingesenkt,/ ich bin mit seinem Geist beschenkt. ter, 5 um Ronfirmation 189 2. Du hast zu deinem Kind und Erben,/ mein lieber Vater, mich erklärt;/ du hast die Frucht von deinem Sterben,/ mein treuer Seiland, mir gewährt;/ du willst in aller Not und Pein,/ o guter Geist, mein Troͤster sein. 3. Doch haͤb ich dir auch Furcht und Ciebe,/ Treu und Gehorsam zugesagt;/ ich haͤb, o Serr, aus reinem Triebe/ dein Eigentum zu sein gewagt;/ hingegen sagt ich bis ins Grab/ der Sünden schnöden Werken ab. J. Mein treuer Gott, auf deiner Seite/ bleibt dieser Bund wohl feste stehn;/ wenn aber ich ihn uͤberschreite,/ so laß mich nicht verloren gehn;/ nimm mich, dein KRind, in Gnaden an,/ wenn ich hab einen Faͤll getan. S. Ich gebe dir, mein Gott, aufs neue/ Ceib, Seel und Herz zum Opfer hin,/ erwecke mich zu neuer Treue/ und nimm Besitz von meinem Sinn./ Es sei in mir kein Tropfen Blut,/ der nicht, Serr, deinen Willen tut. G§. Caß diesen Vorsatz nimmer wanken,/ Gott Vater, Sohn und heilger Geistl/ Salt mich in deines Bundes Schranken,/ bis mich dein Wille sterben heißt;/ so leb ich dir, so sterb ich dir,/ so lob ich dich dort fuͤr und fuͤr. Joh. Jakob Rambach, f 1735. (Gesang der Gemeinde vor der Ronfirmation) 189 60 Den die Sirten lobten sehre. Vorreformatorisch.) — J. Volk des Herrn, bring dein Ge⸗schlechte/ nach dem E E 2— ———..— *— 15*— 4.—— * 2 ö al=ten Licht und Rech-te/ her zum Rö⸗nig al⸗ler L ö— EEEEEEEEE Rnech⸗te,/ sprich: Serr/ hie ist dein Ge⸗·schöpfl 195 190 Ronfirmation 2. Dämpfe Fleisch und Blut in ihnen,/ laß sie nicht der Sünde dienen! /Ziehe sie durch dein Versühnen, /seh sie sterben, an dein Serz! 3. Rommt, ihr Kinder, die wir haben /als viel teure Gottesgaben,/ nehmt vom Schaͤtz, dran wir uns laben,/ den euch zugedachten Teil; 4. Einen Teil am Ciebesbande/ mit dem ewgen Vater— lande,/ aber auch am reuzesstande/ und am Weltver⸗ leugnungssinn. 5. Wollet ihr euch binden lassen?/ Jesu Rreuz mit Freuden fassen/ und die falsche Ruhe hassen? /Willst du, liebes Rindervolk?ꝰ 6. Ach, die ewig treue Liebe /schenk euch ihre selgen Triebe,/ daß ein jedes Glauben uͤbe,/ bis ihr seht, was ihr geglaubt! Mikolaus Ludwig Graf v. Zinzendorf, + I760. 19⁰ Mel. Es ist das Zeil uns kommen her. Worreformatorisch) Wittenberg 1523. 7 +—— EEE 1 Die hier vor dei⸗ nem Ant'!litz stehn,/ sind wenn ver-eint wir für sie flehn,/ er⸗ —— e,. ZJe⸗-su Chri- sti Glie„der./ Blick, ib bar⸗mend auf sie nie ⸗der!æ/ Gib SSSSSSSIIT..... — 2. Va ter, Sohn und Geist,/ das Gu ⸗te, das dein SSS...... Wort ver⸗heißt,/ im Le⸗ben und im Ster- ben. Ronfirmation 191 2. Sie kennen, Vater, deinen Sohn/ und dessen heilge LCehren. /Ist Freude, Gott, vor deinem Thron,/ wenn Sünder sich bekehren,/ wie groß ist unsre Freude nun,/ da diese das Gelübde tun,/ dir treulich anzuhaͤngen. 3. O laß sie nimmer zum Gericht/ sich dem Altare nahen!/ Caß sie in Glaubenszuversicht/ das Bundesmahl empfahen!/ Dies stärke sie in aller Not;/ dies reize sie, des Beilands Tod/ zu preisen durch ihr Leben. 4. Cacht ihnen bei dem Christenlauf/ der Reiz der Welt entgegen,/ hilf ihrem schwachen Glauben auf,/ wenn dann sich Cüste regen!/ Caß sie hinaͤuf auf Jesum sehn,/ die Welt mit ihrer Cust verschmähn,/ beharren bis ans Ende. 5. Den wichtgen Cohn der Ewigkeit,/ die Serrlichkeit dort oben,/ zeig ihnen, die auf alle Zeit/ jetzt Treue dir ge— loben!/ Der Blick muß ihnen Kraft verleihn!/ Herr, segne sie, denn sie sind dein:'erhaͤlt sie in der Wahrheit! Theod. Sottlieb v. Sippel, 4 1796. (Gesang der Ronfirmanden vor der Einsegnung) mel. Seelenbräutigam. I91 Adam Drese, I690. .ͤͤͤͤͤ. 224.— — e, v— Got⸗ tes Sohn,/ deinen Geist, den Geist der Stär⸗ke!/ Gib uns Kraͤft zum 34—6 gen Wer ⸗ke,/ EE dir uns ganz zu weihn, /Te- wig dein zu sein. 197 Ronfirmation 2. Mach uns selbst bereit,/ gib uns Freudigkeit,/ unsern Glauben zu bekennen/ und dich unsern Herrn zu nennen,/ dessen teures Blut/ floß auch uns zugut. 3. Richte Herz und Sinn/ nach dem Himmel hin,/ wenn wir unsern Bund erneuern/ und geruͤhrt vor dir beteuern,/ deine Bahn zu gehn, /Weltlust zu verschmähn. 4. Wenn wir betend nahn,/ Segen zu empfahn,/ wollest du auf unsre Bitten/ uns mit Gnaͤde überschütten! /Licht und Rraͤft und Ruh/ ströme dann uns zu. S. Gib auch, daß dein Geist,/ wie dein Wort verheißt,/ unauflöslich uns vereine/ mit der gläubigen Gemeine,/ bis wir dort dich sehn/ und dein Lob erhöhn. Samuel Marot, + 1865. (Gesang der Ronfirmanden nach der Einsegnung) 192 Mel. O Durchbrecher aller Bande(oder wie Nr. 67.) gerrnhaag 1740. .————————— + 1 Bei dir, Je-su, will ich blei⸗ben,/ stets in Unichts soll mich von dir ver-trei⸗ben,/ dei ⸗ne —. ů E——.—— dei⸗nem Dien ste stehn; 9—7 Werse Lill ich öeon. Du bist mei⸗nes CLCe⸗bens . Ce⸗ben,/ mei⸗ner Seele Trieb und Kraft,/ wie der Weinstock ——— 4— sei⸗nen Re⸗ben/ zuströmt Kraft und Ce-bens'saft. 2. Rönnt ichs irgend besser haben,/ als bei dir, der alle⸗ zeit/ so viel taͤusend Gnadengaben/ für mich Armen hat I-RRll IIEI Ronfirmation 193 bereit?/ Rönnt ich je getroster werden,/ als bei dir, Serr Jesu Christ,/ dem im Simmel und auf Erden/ alle Macht gegeben ist? 3. Wo ist solch ein Herr zu finden,/ der, was Jesus tat, mir tut,/ mich erkauft von Tod und Sünden/ mit dem eignen teuren Blut?/ Sollt ich dem nicht angehören,/ der sein Leben für mich gab?/ Sollt ich ihm nicht Treue schwöͤren,/ Treue bis in Tod und Grabꝰ 4. Ja, Herr Jesu, bei dir bleib ich,/ so in Freude, wie in Leid;/ bei dir bleib ich, dir verschreib ich/ mich fur Zeit und Ewigkeit./ Deines Winks bin ich gewaͤrtig,/ auch des Rufs aus dieser Welt,/ denn der ist zum Sterben fertig,/ der sich lebend zu dir hält. S. Bleib mir nur auf dieser Erden/ nahe, bis mein Tag sich neigt!/ Wenn es einst will Abend werden/ und die Nacht herniedersteigt,/ wenn mein Aug wird dunkler, trüber,/ dann erleuchte meinen Geist,/ daß ich froͤhlich zieh hinüber,/ wie man nach der Zeimat reist. Philipp Spitta, 1859. 193 Mel. Mein Glaub ist meines Lebens Ruh(Nr. 3JI. J. Ich bin in dir und du in mir!/ Nichts soll mich, ewge Liebe, dir/ in dieser Welt entreißen!/ Auf Erden, wo nur Suͤnder sind,/ nennst du mich freundlich schon dein Rind,/ o laß michs ewig heißen/ und treu mit Wandel, Serz und Mund/ bewahren deinen Friedensbundl 2. Ich bin in dir und du in mir;/ dreieinger Gott, du hast zu dir/ mich fruͤhe schon berufen./ Was mir, dem Rindlein, war bereit,/ ergreif ich heut voll Innigkeit/ an des Altares Stufen/ und sag: O Ciebe, du bist mein,/ ich will dein Rind auf ewig sein! 3. Ich bin in dir und du in mir;/ noch wohn ich voͤllig nicht bei dir,/ weil ich auf Erden walle;/ drum fuͤhr mich, Jesu, treuer Sirt,/ daß mich, was locket, schreckt und irrt,/ nicht bringe je zu Fallel/ O daß, was ich dir heut ver⸗ sprach,/ mir gehe tief und ewig nach! 19 Ronfirmation 4. Ich bin in dir und du in mir;/ komm, Herr, mir deine Tugendzier/ frühzeitig anzulegen,/ daß mir des Cebens Gluͤck und Not,/ ja selbst der letzte Feind, der Tod,/ nur kommen mög mit Segen! /Mit dir will ich durchs Ceben gehn,/ dir leiden, sterben, auferstehn! Albert Rnapp, 4 1864. (Gesang der Gemeinde nach der Konfirmation) 19⁴ Mel. Wie nach einer Wasserquelle(Nr. I98). J. Großer Bönig unsrer Erden, /Jesu, dem die ganze welt/ ewiglich muß dienstbar werden,/ dessen Sand das Zepter hält,/ wir, dein Volk und Eigentum,/ wollen deines Naͤmens Ruhm/ mit verdientem Cob erheben/ und dir Preis und Ehre geben. 2. Zerr, wir danken dir einmütig,/ daß du dir ein Volk erwählt/ und auch uns Verlorne gütig/ deiner Rirche zu— gezählt;/ wir sind Christen, wir sind dein,/ laß uns, was wir heißen, sein/ und aufrichtig danach streben,/ wie wir dir zu Dienste leben. 3. Dir sei Dank für deine Gaben,/ so du in die Kinder legst,/ die den Bund bestätigt haben,/ die du in den Armen trägst./ Serr, laß ihnen ewig nicht,/ was ihr Mund allhier verspricht,/ was sie heut sich vorgenommen,/ aus dem Sinn und Herzen kommen. 4. Gib, daß sie durch deinen Segen/ dir, o Seiland, treu gesinnt,/ bessre Christen werden mögen, /als wir leider alle sind. /Durch sie sei dein Reich vermehrt,/ durch sie werdest du geehrt,/ bis wir all in Zions Höhen/ einst dein Jubelfest begehen. Das heilige Abendmahl 195.I96 Das heilige Abendmahl 195 Braunschweig 1528. 9— ö ö 28—0 E— hri⸗ste, du Camm Got⸗ tes,/ 2. Chri⸗ste, du Camm Got⸗tes,/ der du trägst die Sünd der Welt,/ der du trägst die Sünd der Welt,/ — er⸗barm dich un⸗ser!! 0 21 barn 2 un· el 3. Chri⸗ste, du Camm Got⸗tes,/ Ider du st die Sünd der Welt,/ gib uns dei⸗ nen Oder: ———— EEIIIAEEEEE—— —ñ—ñ.282228m WFrie den. II men. A⸗- men. (Agnus dei) Wittenberg 1533. 196 Johann Crüger, 1649. 4 ———.——.— 21——;:5 1(Somar⸗ ke dich, o lie⸗be See⸗le,/ laß die dunk⸗le komm ans hel⸗le Cicht ge⸗gan⸗gen,/ fan⸗ge herr⸗lich ——.— 2———— Sün⸗den⸗-höh-le, I an zu pran⸗ gen; denn der Herr voll Zeil und Gnaden/ 2⁰1 Das heilige Abendmahl IIII....... nie vien ö ——— ů, will dich jetzt zu Ga⸗ste la⸗ den;/ der den Sim⸗mel x — —— ö ö— ————. kann ver⸗wal ⸗ten,/ will jetzt Ser⸗berg in dir hal⸗ten. 2. Dürstend nach dem Zimmelssegen/ eile deinem Zerrn entgegen,/ der mit süßen Gnadenworten/ klopft an deines Berzens Pforten,/ eile, sie ihm aufzuschließen,/ wirf dich hin zu seinen Füßen;/ sprich: o Herr, laß dich umfassen,/ von dir will ich nimmer lassen! 3. Ach, wie hungert mein Gemüte,/ Menschenfreund, nach deiner Güte; /ach, wie pfleg ich oft mit Traͤnen/ mich nach deinem Mahl zu sehnen; Jaͤch, wie pfleget mich zu dürsten/ nach dem Trank des Lebensfürsten,/ daß mit diesem Brot und Weine/ sich mein Seiland mir vereine. J. Jesu, meine Cebenssonne,/ Jesu, meine Freud und Wonne,/ Jesu, du mein ganz Beginnen,/ Cebensquell und Licht der Sinnen,/ hier faͤll ich zu deinen Füßen!/ Laß mich würdiglich genießen/ diese deine Simmelsspeise,/ mir zum Heil und dir zum Preise. S. Berr, es hat dein treues Cieben/ dich vom Zimmel her⸗ getrieben,/ daß du willig hast dein Leben/ in den Tod für uns gegeben/ und daͤzu ganz unverdrossen,/ Serr, dein Blut fuͤr uns vergossen,/ das uns jetzt kann kräftig tränken,/ deiner Ciebe zu gedenken. 6. Jesu, wahres Brot des Lebens,/ hilf, daß ich doch nicht vergebens/ oder mir wohl gar zum Schaͤden/ sei zu deinem Tisch geladen; /laß mich durch dies Seelenessen/ deine Ciebe recht ermessen,/ daß ich auch, wie jetzt auf Erden,/ mög dein Gaͤst im Himmel werden! Johann Sranck, 1 167⁷7 Das heilige Abendmahl I197. 198 mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 1 97 Wittenberg 1535. 94 Herr Je-su Christ, du höch-stes Gut,/ du wir kom-men, dei nen Leib und Blut,/ wie ——.— ö ö SSSSSI.....— — Brunnquell al ⸗-ler Gna⸗-den! du uns hast ge⸗ la⸗ den, zum Prei⸗se —ͤ——.————— u E e 33 Se⸗ lig ⸗ keit/ zu es⸗ sen und zu trin ⸗ ken. 2. O Zesu, mach uns selbst bereit/ zu diesem hohen Werke!/ Schenk uns dein schönes Ehrenkleid/ durch deines Geistes Stärke;/ hilf, daß wir würdge Gäste sein/ und werden dir gepflanzet ein/ zum ewgen Zimmelswesen. 3. Bleib du in uns, daß wir in dir/ auch bis ans Ende bleiben;/ laß Sünd und Not uns für und für/ von dir nicht wieder treiben,/ bis wir durch deines Nachtmahls Kraft/ in deines Zimmels Bürgerschaft/ dort ewig selig werden. Chemnitz 17J3. Mel. Wie nach einer Wasserquelle. 198 Französischer Psalter, 155J. *⁷ ö ö ö ö ö — x—— — 1. I. Berr, du haꝰst für al„le Sün-der ͥ/ ei⸗ nen wo das Brot der ar⸗ men Bin'der/ nach des 203 198 Das heilige Abendmahl ...... ü— rei⸗chen Tisch ge⸗deckt, Va⸗ters Cie-be schmeckt. — n— 2.— —— wie du mir be⸗fohlen hast;/ a⸗-ber hilf auch, daß mein 1——.—— i, ö 66655.— r n Her⸗ze/ dei ⸗ne Wohltat nicht ver- scher-ze. 2. Raume mir aus dem Gemüte/ alles Arge voͤllig aus,/ daß auch meines Herzens Hütte/ werde dein geweihtes Haus. /Denn ich hoffe nur auf dich,/ liebster Jesu, liebe mich/ und laß deinen Tisch auf Erden/ mir des Simmels Vorschmaͤck werden. 3. Kann der Herr dem Rnechte schenken/ auch sein eigen Fleisch und Blut:/ ach so hilf mir recht bedenken,/ was hier deine Ciebe tut,/ und verleihe, daß ich nicht/ eß und trinke zum Gericht,/ was du, Zesu, für mein Leben/ zur Er⸗ lösung hast gegeben. 4J. Wirke heilige Gedanken/ in der Seel, die dir gehoͤrt;/ halte meinen Sinn in Schranken,/ wenn mich Furcht und Zweifel stört./ Fühl ich meiner Sünden Not,/ so erfülle mich dies Brot,/ dieser Relch mit neuem Mute;/ dein Blut floß auch mir zugute. S. Sind wir doch aus dir geboren,/ nähr uns auch durch deine Kraft,/ und weil alles da verloren,/ wo nicht Jesus Bilfe schafft:/ ach so laß dein Brot und Wein/ meines Berzens Cabsal sein,/ daß die Wirkung dieser Speise/ künftig in der Tat sich weise. 6. Caß mich deine Ciebe schmecken/ und die Güter jener Welt;/ oder wenn aͤuch Furcht und Schrecken/ mich zu— weilen überfällt,/ so verschaffe mir dein Blut/ einen rechten Freudenmut,/ daß ich meinen Trost im Glauben/ mir durch niemand lasse rauben. BHeu⸗te nun bin ich dein Gast/ Das heilige Abendmahl 199 7. Bilf mir recht ins Herze fassen/ deinen herben, bittern Tod;/ lasse mich auch niemand hassen,/ der mit mir ge⸗ nießt dein Brot;/ nimm mich ganz vollkommen ein,/ bis ich werde bei dir sein/ und die Fülle deiner Gaben,/ meinen Gott und alles haben. Raspar Neumann, 1715. 199 Mel. Erquicke mich, du Seil der Sünder(Nr. IIG). J. Mein Jesu, der du vor dem Scheiden/ in deiner letzten Trauernaͤcht/ uns haͤst die Früchte deiner Leiden/ in einem Testament vermaͤcht:/ es preisen gläubige Gemüter/ dich, Stifter dieser hohen Güter! 2. So oft wir dieses Mahl genießen,/ wird dein Ge⸗ dächtnis bei uns neu;/ man kann aus frischen Proben schließen,/ wie brünstig deine Ciebe sei./ Dein Blut, dein Tod und deine Schmerzen/ erneuern sich in unsern Serzen. 3. Es wird dem zitternden Gewissen /ein neues Siegel aufgedrückt,/ daß unser Schuldbrief sei zerrissen,/ daß unsre Handschrift sei zerstückt,/ daß wir Vergebung unsrer Sünden/ in deinen blutgen Wunden finden. 4. Und fester, als es je gewesen,/ wird nun das Band, das uns vereint;/ von allem Seelenschmerz genesen,/ schaun wir in dir den liebsten Freund!/ Wir fühlen uns in solchen Stunden/ mit dir zu einem Geist verbunden. S. Dies Brot kann wahre Nahrung geben,/ und dieser Relch erquickt den Geist;/ es mehrt sich unser innres Leben,/ wenn unser Glaube dich geneußt; wir fühlen neue Kraft und Stärke/ in unserm Raͤmpf und Glaubens⸗— werke. G. Wir treten in genaure Bande/ mit deines Leibes Gliedern ein;/ wir müssen all in solchem Stande/ Ein Herz und Eine Seele sein;/ der Geist muß mehr zusammen⸗ fließen,/ da wir Ein Fleisch und Blut genießen. 7. Dein Leib muß uns zum Pfande dienen,/ daß unser Fleisch, jetzt schwachheitsvoll,/ einst herrlich aus dem Staube grünen/ und unverweslich werden soll;/ ja, daß du uns ein ewig Ceben/ nach diesem kurzen werdest geben. 2⁰⁵ ̃. ö 2⁰⁰ Das heilige Abendmahl 8. O teures Camm, so edle Gaben/ hast du in dieses Mahl gelegt!/ Daͤ wir dich selbst zur Speise haben,/ wie wohl ist unser Geist gepflegt!/ Dies Mahl ist unter allen CLeiden/ ein wahrer Vorschmaͤck jener Freuden. 9. Dir sei Lob, Ehr und Preis gesungen! /Ein solcher hoher Liebesschein/ verdient, daß aller Engel ungen/ zu dessen Ruhm geschäftig sein./ Wird unser Geist zu dir er— hoben,/ so wird er dich vollkommen loben. Joh. Zakob Rambach, 1735. 20⁰ Mel. Serr, wie du willst, so schicks mit mir. Straßburg 1525. 4 ů ö j ,, e da,-n + 1 Wie hei ⸗lig ist die Stät- te hier,/ wo Sie ist des Sim⸗mels Pfor-te mir,/ die deere. ich voll An⸗ dacht ste⸗hel ö ö ich nun of ⸗fen se. be. Le-bens⸗ —— ů ö—. E 1 , a———— .———— tor, o Tisch des Berrn!/ Vom Zim-mel bin ich ———.— 4„——. +————— —— 2—————— ——— nicht mehr fern/ und fuh⸗le Got- tes Nä⸗he. 2. Wie heilig ist dies Cebensbrot,/ dies teure Gnaͤden⸗ zeichen,/ vor dem des Herzens Angst und Not/ und alle Quaͤlen weichen./ O Brot, das meine Seele nährt,/ o Manna, das mir Gott beschert,/ dich will ich jetzt genießen. 3. Wie heilig ist doch dieser Trank,/ der mein Verlangen stillet,/ der mein Gemüt mit Lob und Dank/ und heilger Freud erfüllet!/ O Lebenstrank, o heilges Blut,/ das einst geflossen mir zugut,/ dich will ich jetzt empfangen! 2⁰0 Das heilige Abendmahl 201 J. Welch unaussprechlich Glück ist mein,/ welch Seil hab ich gefunden!/ Mein Jesus kehret bei mir ein;/ mit ihm werd ich verbunden./ Wie ist mein Serz so freudenvoll,/ daß ich in Jesu leben soll,/ und er in mir will leben! 5. O wär doch auch mein Serz geweiht/ zu einer heilgen Stätte,/ damit der Serr der Serrlichkeit/ an mir Gefallen hättel/ O wäre doch mein Herz der Ort,/ an welchem Jesus fort und fort/ aus Gnaden Wohnung maͤchte! 6. Mein Jesu, komm und heile mich,/ was sündlich ist, vertreibe,/ damit ich nun und ewiglich/ dein Tempel sei und bleibe./ Von dir sei ganz mein Herz erfüllt;/ Zerr, laß dein heilig Ebenbild/ beständig in mir leuchten! 7. Wun, du hast himmlisch mich erquickt,/ du haͤst dich mir gegeben;/ in dir, der mich so hoch beglückt,/ will ich nun stuͤndlich leben./ Laß mich, mein Beiland, allezeit/ von nun an bis in Ewigkeit/ mit dir vereinigt bleiben! Valentin Ernst Löscher, 1749. 204 Mel. Schmücke dich, o liebe Seele(Nr. 196). J. Romm, mein Serz, aus Jesu Leiden/ strömt auch dir ein Quell der Freuden. /Stille hier dein sehnlich Duͤrsten/ aus dem Relch des Cebensfürsten./ Daß ich einen Zeiland habe/ und in seinem Seil mich labe/ und in sein Verdienst mich kleide,/ das ist meines Zerzens Freude. 2. Darum will ich mit Verlaͤngen/ nun sein Abendmahl empfangen;/ hier darf ich mich ihm verbinden,/ und so werd ichs tief empfinden,/ daß ich einen Heiland habe,/ der am Rreuz und in dem Grabe,/ wie sein Wort mir sagt und schreibet,/ mein Erlöser waͤr und bleibet. 3. Ach, wie werd ich oft so müde!/ Wie entweicht der süße Friede!/ Sůnd und Welt kann mich verwunden,/ wenn mir dieses Licht entschwunden:/ daß ich einen Zeiland habe,/ der mit seinem Hirtenstabe/ sanft und mild und voll Ver— geben/ mir nichts ist als Seil und Ceben. 4. Sei gesegnet, ewge Ciebe,/ daß du mir aus treuem Triebe,/ da das Mißtraun mich vergiftet,/ solch ein Denkmal 207 202 Das heilige Abendmahl selbst gestiftet:/ daß ich einen Zeiland habe,/ der den Gang zum RKreuz und Graͤbe/ gern getan, mich zu erretten/ von des ewgen Todes Retten. 5. Heilges Brot, sei mir gesegnet,/ weil mir der mit dir begegnet,/ der mit seinen Todeswunden/ die Erlösung mir erfunden!/ Daß ich einen Beiland haͤbe,/ der erblaßt und tot im Graͤbe/ auch für meine Schuld gelegen,/ will ich schmecken und erwägen. 6. Heilger Kelch, sei mir gesegnet,/ weil mir der mit dir begegnet,/ dessen Blut mich lässet finden/ die Vergebung aller Sünden!/ Daß ich einen Seiland haͤbe,/ der die dürre Seele labe,/ muß nicht dies mein Dursten stillen/ und mein Berz mit Wonne füllen? 7. Er gebietet mir zu essen,/ meines Jammers zu vergessenz/ er gebietet mir zu trinken/ und in Freude zu versinken,/ daß ich einen Heiland habe,/ der sich selbst als Opfergabe/ hat für mich dahingegeben,/ mir zu Speis und Trank und Leben. 8. Will hinfort mich etwas quälen,/ oder wird mir etwas fehlen,/ oder wird die Kraft zerrinnen,/ so will ich mich nur besinnen,/ daß ich einen Zeiland habe,/ der vom Rripplein bis zum Grabe,/ bis zum Thron, wo man ihn ehret,/ mir, dem Sünder, zugehöret! Ernst Gottlieb Woltersdorf, I76l. Mel. An wasserflüssen Babylon. 202 Straßburg 1525. 2 ö——.— n. K,. — Ich kom- me, Serr, und sun⸗che dich,/ muͤh⸗ Gott, mein Er⸗bar⸗ mer, wuͤrd⸗ ge mich/ des ö ö— ö ö ö—.— PII..IIIIITTTTTTT se lig und be laden; ů Wun⸗ders dei ner Gnaden! Ich lie ⸗ge hier vor 5 36—.— 8e— * dei⸗ nem Thron,/ Sohn Got⸗tes und des Men⸗schen Das heilige Abendmahl 202 P..... Sohn,/ mich dei⸗ner zu ge⸗ trö⸗sten;/ ich füh⸗le mei⸗ ner —————.— ö TTII——— Suün ⸗den müuͤh;/ ich suche Ruh und fin de REa sie/ im Glau⸗ben der Er ⸗I6sten. 2. Dich bet ich zuversichtlich an,/ du bist das Seil der Sünder,/ du hast die Zandschrift abgetan,/ und wir sind Gottes Kinder. /Ich denk an deines Ceidens Maͤcht/ und an dein Wort: Es ist vollbracht!l/ Du haͤst mein Heil ver⸗— dienet:/ du hast für mich dich dargestellt;/ Gott war in dir und hat die Welt/ in dir mit sich versühnet. 3. So freue dich, mein Herz, in mir!/ Er tilget deine Sünden/ und läßt in seinem Maͤhle hier/ dich Gnad um Gnade finden./ Du rufst, und er erhört dich schon,/ spricht liebreich:„Sei getrost, mein Sohn,/ die Schuld ist dir ver— geben;/ du bist in meinen Tod getauft,/ und du wirst dem, der dich erkauft,/ von ganzem Herzen leben. 4. Dein ist das Glück der Seligkeit;/ bewahr es hier im Glauben,/ und laß durch keine Sicherheit/ dir deine Rrone rauben./ Sieh, ich vereine mich mit dir,/ ich bin der Wein⸗ stock, bleib an mir,/ so wirst du Früchte bringen./ Ich helfe dir, ich stärke dich,/ und durch die Liebe gegen mich/ wird dir der Sieg gelingen.“ 5. Ja, Serr, mein Glück ist dein Gebot,/ ich will es treu erfüllen/ und bitte dich durch deinen Tod/ um Braft zu meinem Willen./ Caß mich von nun an würdig sein,/ mein ganzes Serz dir, Herr, zu weihn/ und deinen Tod zu preisen;/ laß mich den Ernst der Heiligung/ durch eine wahre Besserung/ mir und der Welt beweisen! Christian Fürchtegott Gellert, 1769. 2⁰9 203 2⁰04 Das heilige Abendmahl 203 Mel. Schmücke dich, o liebe Seele(Nr. 196). J. Jesu, Freund der Menschenkinder,/ Seiland der ver— lornen Sünder, /der zur Sühnung unsrer Schulden/ Kreuzesschmach hat wollen dulden,/ wer kann fassen das Erbarmen,/ das du trägest mit uns Armen!/ In der Schar erlöster Brüder/ fall ich dankend vor dir nieder. 2. Ja, auch mir strömt Heil und Segen,/ Serr, aus deiner Füll entgegen;/ in dem Elend meiner Sünden/ soll bei dir ich Silfe finden;/ meine Schuld willst du bedecken,/ mich be⸗ frein von Furcht und Schrecken,/ willst ein ewig selig Leben/ als des Glaubens Frucht mir geben. 3. Herr, du kommst, dich mit den Deinen/ in dem Naͤcht— mahl zu vereinen; /du, der Weinstock, gibst den Reben/ neue Kraft zum neuen Ceben./ Nun, so steh bei mir und staͤrke/ mich zu jedem guten Werke;/ hilf, daß ich die Cust der Sünde/ durch dich kräftig überwinde. 7. Nun, so sei der Bund erneuet,/ unser Serz dir ganz geweihet!l/ Auf dein Vorbild wolln wir sehen/ und dir naͤch, mein Seiland, gehen./ Schaff ein neues Serz uns Sündern,/ mache uns zu Gotteskindern,/ die dir leben, leiden, sterben,/ deine Serrlichkeit zu erben. 5. Großes Abendmahl der Frommen, /Tag des Seils, wann wirst du kommen,/ daß wir mit der Engel Chören,/ Berr, dich schaun und ewig ehren?/ Salleluja, welche Freuden/ sind die Früchte deiner Ceiden!/ Danket, danket, fromme Herzen,/ ewig ihm für seine Schmerzen. Kaspar Lavater, I80I. 204 Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme(Nr. 175). J. Herr, du wollst uns vollbereiten/ zu deines Maͤhles Seligkeiten,/ sei mitten unter uns, o Gott!/ Caß uns, Ceben zu empfahen,/ mit glaubensvollem Serzen nahen,/ und sprich uns los von Sünd und Tod./ Wir sind, o Jesu, dein;/ dein laß uns ewig sein!/ Amen, Amen!/ Anbetung dir!/ Einst feiern wir/ das große Abendmahl bei dir. hl Das heilige Abendmahl 205 2. Nehmt und eßt zum ewgen Leben/ das Brot, das euch der Serr gegeben;/ die Gnade Jesu sei mit euch!/ er⸗ Nehmt und trinkt zum ewgen Ceben/ den Relch des Heils, 7 auch euch gegeben, /ererbt, ererbt des Mittlers Reich!/ s Wacht, eure Seele sei/ bis in den Tod getreul/ Amen! ar Amen!/ Der Weg ist schmaͤl;/ klein ist die Zahl,/ die dort eingeht zum Abendmahl. Friedr. Gottlieb Klopstock, ISoz. ier dir be⸗ Mel. Serzlich tut mich verlaͤngen. 205 Hans Leo Saßler, J60J. 4 lig E 12— ů— „en.,‚., erx in Hintt m. ht⸗—5— 10 Wie konnt ich sein ver⸗ges⸗sen,/ der mein noch nd Raͤnn ich die Lieb er-mes⸗sen,/ da- durch mein ust . II /DD.. dir ů— 10 Herz Se 23 nel n/ 1 1 +— 1 SESSES ² Schmerzen,/ er schafft mein Le⸗ben neu,/ und de 12— 6 ö x Ej —— IE E— I. stets quillt aus dem Ser⸗ zen/ ihm neu⸗e CLieb und Treul 2. Wie sollt ich ihn nicht lieben,/ der mir so hold sich zeigt?/ Wie jemals ihn betruͤben,/ der so zu mir sich neigt?/ es Er, der ans Freuz erhoben,/ getragen meine Schmach,/ 8) ruft er mir nicht von oben:/ Romm, folge du mir nach! 3. Ich will ihn ewig lieben,/ der mir aus Todesnacht,/ u, von meinem Schmerz getrieben,/ Unsterblichkeit gebracht;/ g der noch zur letzten Stunde/ mir reicht die treue Sand,/ daß mich kein Feind verwunde/ im Cauf zum Beimatland. 2II 20 Das heilige Abendmahl 4. Er gibt zum heilgen Pfaͤnde/ mir seinen Leib, sein Blut,/ hebt mich aus Nacht und Schande,/ füllt mich mit Simmels⸗ mut,/ will selber in mir thronen/ mit heilgem Gnadenschein./ Sollt ich bei ihm nicht wohnen?/ in ihm nicht selig sein? S. Bei Freuden und bei Schmerzen/ durchleuchte mich dein Bild,/ wie du, o Herz der Herzen,/ geblutet haͤst so mild!/ Mein Cieben und mein Hoffen,/ mein Dulden weih ich dir./ Laß mir die Heimat offen/ und dein Herz fuͤr und für! Christian Kern, 1 1835. 206 Mel. Zeuch ein zu deinen Toren(oder wie Nr. 365). Zohann Crüger, 1653. +..... EE I. Rommt her, ihr seid ge⸗la⸗ den;/ der der treu e Herr der Gna⸗den,/ an ... Bei⸗land ru⸗fet euch, V am Huld und Lie be reich;)/ der ie un e lenkt,/ will Gaͤst⸗mahl mit euch hal-⸗ten/ und EIEIIEIIEIEIII III — 2 wunder⸗bar ge⸗stal⸗ten,/ was er in Lie-be schenkt. 2. Rommt her, verzagte Sünder,/ und werft die Ungste weg;/ kommt her, versöhnte Vinder,/ hier ist der Lebens— steg!/ Empfaͤngt die Zimmelslust,/ die heilge Geistesspeise,/ die auf verborgne Weise/ erquicket jede Brust. 3. Rommt her, betrübte Seelen,/ die Not und Jammer drückt,/ mit Gott euch zu vermählen,/ der wunderbaͤr be⸗ glückt./ Rommt, legt auf ewig ab/ der Sünde bange Säumnis;/ empfaͤnget das Geheimnis,/ das Gott vom Himmel gab. Das heilige Abendmahl 207 4. O Wonne kraͤnker Serzen,/ die mir von oben kam!/ Verschwunden sind die Schmerzen,/ getröstet ist der Gramz/ was von dem Simmel fleußt,/ hat lieblich sich ergossen;/ mein Serz ist gar durchflossen/ vom süßen Liebesgeist. 5. Drum jaͤuchze, meine Seele,/ hell aus der Sünden— nacht;/ verkünde und erzähle/ die tiefe Wundermaͤcht,/ die unermeßlich süß,/ ein Born der Liebe, quillet/ und jeden Jammer stillet,/ der fast verzweifeln ließ. 6. Drum jaͤuchze, meine Seele,/ drum jaͤuchze deinem Herrn;/ verkünde und erzähle/ die Gnade nah und fern,/ den Wunderborn im Blut,/ die selge Simmelsspeise,/ die auf verborgne Weise/ dir gibt das höchste Gut. Ernst Moritz Arndt, 1860. (Nach der Feier des heiligen Abendmahls) 207 Mel. Nun laßt uns Gott, dem Serren(Nr. 369). J. O Jesu, meine Wonne,/ du meiner Seelen Sonne,/ du Freundlichster auf Erden,/ laß mich dir dankbar werden! 2. Wie kann ich gnugsaͤm schätzen/ dies himmlische Er⸗ gotzen/ und diese teuren Gaben,/ die uns gestärket haben? 3. Wie soll ich dirs verdanken, /o Herr, daß du mich Kranken/ gespeiset und getränket,/ ja selbst dich mir ge— schenket? 4. Ich lobe dich von Herzen/ für alle deine Schmerzen;/ dir dank ich für dein Leiden,/ den Ursprung meiner Freuden. S. Dir dank ich für dein Cieben,/ das standhaft ist ge⸗ blieben;/ dir dank ich für dein Sterben,/ das mich dein Reich läßt erben. 6. Du wollest ja die Sünde,/ die ich noch in mir finde,/ aus meinem Serzen treiben/ und kräftig in mir bleiben! 7. Caß mich sie ernstlich meiden,/ laß mich geduldig leiden;/ laß mich mit Andacht beten,/ von deinem Weg nie treten! 8. So kann ich nicht verderben,/ draͤuf will ich selig sterben/ und freudig auferstehen, /o Jesu, dich zu sehen. Johann Rist, 4 1667. 213 208. 209 Das heilige Abendmahl Mel. Zesu, meines Lebens Leben. 208 Christoph Anton, I65J. —. 8————4—— + 1 Dan⸗ket, dan⸗ket Gott mit Freu⸗den,/ dan⸗ket macht die gro⸗ßen Se⸗lig⸗ kei⸗ten/ die⸗ses —4 .,, Fcitt s Lia A 1 92 1 3105 1175 KRund, was der Herr für Gnaͤden 1* — +—— 1 —— 2 — II schen⸗ket,/ da er selbst uns speist und tran⸗ket;/ dan⸗ket ——— ..........— ihm vor dem Al⸗tar,/ daß er uns so freund⸗ lich war. 2. Ja wir preisen Gottes Güte,/ denn sie waͤhret ewiglich./ O wie freut sich das Gemüͤte,/ daß der Herr so gnaͤdig sich/ gegen uns auch jetzt erwiesen!/ Immerdar sei er gepriesen;/ groß ist seine duld und Treu;/ sie war diesesmal auch neu. 3. Beilig, heilig, heilig werde,/ Gott, dein RNam uns mehr und mehr;/ alle dimmel samt der Erde/ zeugen laut von deiner Ehr. /Dir, Herr, singen Seraphinen/ dreimal heilig, die dir die⸗ nenz/ droben in demHeiligtum/ schaͤllet deines Ramens Ruhm. 4. Gott, der Serr und Vater, segne/ uns in seinem lieben Sohn; /und des Vaters Sohn begegne/ uns von seinem Gnaͤdenthron;/ und der Serr, der Geist, bereite/ uns zur Herrlichkeit und leite/ uns zu seinem Frieden! Jal/ Amen! sprecht Halleluja!l Mikolaus Kayser, ISoo. 2⁰9 Mel. O daß ich tausend Zungen hätte(Nr. 140). J. Wimm hin den Dank für deine Liebe,/ erhöhter Mittler, Jesu Christ!/ Gib, daß ich dich nicht mehr be— trübe,/ der du fuůr mich gestorben bist;/ laß deines Ceidens Angst und Pein/ mir immerdar vor Augen sein. Das heilige Abendmahl 21 2. Im Streite hilf mir überwinden/ und stärke mich zu jeder Pflicht;/ bewahre mich vor neuen Sünden,/ verlaß mich in Versuchung nicht,/ und dein für mich vergoßnes Blut/ schenk mir im Todeskampfe Mut. 3. Hilf, daß ich deines Ceibes Glieder,/ die heut dein Heil, wie mich, erfreut,/ von Herzen lieb als meine Bruͤder,/ als Erben einer Herrlichkeit./ Wir haben Einen Herrn und Gott,/ uns speist und tränkt Ein Kelch, Ein Brot. 4. Wie jetzt, o Herr, in deinem Namen/ dein Volk vor dir versammelt war,/ so bring einst wieder uns zusammen,/ daß wir mit deiner Engelschaͤr,/ anbetend als dein Eigen⸗ tum,/ stets preisen deines Namens Ruhm. Georg Joachim Zollikofer, I788, und Raspar Lavater, ISoI. 210 Mel. Die Tugend wird durchs Kreuz geübet. J. A. Freylinghausen, Salle 1704. 0 + ö— 32—— Voll⸗bracht ist nun die heil ge Fei⸗er;/ dein Ge⸗dächt⸗ nis sei uns teu=er/ =.— 1 E*—— — 2—— Pn nnn nn in, en e—— ver⸗kün⸗det ward von uns dein Tod. und un⸗ver⸗-geß-lich dein Ge⸗bot! J aß .— 1—.— n. P—=. ee, e ———** nie des Him⸗-mels Vor ge-⸗füh⸗le/ in uns er⸗ *.. ——————— 15 — ten und ver⸗ gehn;/ laß wür⸗dig einst am —.— del ern. Rro⸗nen⸗zie⸗ 16 Herr, dei⸗ ne Serr⸗lich⸗Keit uns sehnl J. Christian Wagner, 1825. 215 2 n Snsn rder Buße tur H 970 V 97½ U eim gü ů deußeuichtbchürfn I * + 2 NI NN * 7 eilen. vorwun und di n äür 4 DD N SSSS I I I III 8 Ne 2* 2 2 2—3———— 2 8 N 7— MNN= INNSS—*V— 2„——— +————— —DqDq—... i Buße 211.212 Wieder geburt und Heiligung ZI 1 Georg Winer, 1648. 4— 1..—— ...— J. Schaf⸗fe in mir, Gott, ein rei⸗ nes Ser⸗ze und „ N———— ö— gib mir einen neuꝛen/ ge⸗wis⸗sen Geist. Verwirf mich nicht, 1— n..— ———II————— IIIIIIIIIITC verwirf mich nicht von deinem An⸗ge⸗sicht, von dei⸗nem 1 SI—— 1 + —.———— 1˙ Ange⸗sicht und nimm dei⸗nen hei⸗li⸗ gen Geist nicht von mir. Psalm 5J, V. I2, I3. 2 1 2 Wittenberg 1524. —— re in. ISISI 0 Aus tiefer Not schrei ich zu dir,/ err Gott, er⸗hoͤr mein Dein gnaädigOhr neig her zu mir/ und meiner Bitt es E Ru⸗fenl ö 27595 denn so du willst das se⸗ hen an,/ was Suůnd und .DP. Uènrecht ist getan;/ wer kann, Herr, vor dir blei benꝰ 2. Bei dir gilt nichts denn Gnad und Gunst,/ die Sünde zu vergeben;/ es ist doch unser Tun umsonst/ auch in dem besten Ceben;/ vor dir niemand sich rühmen kann;/ des muß dich fürchten jedermann/ und deiner Gnade leben. 21⁷7 213 Buße 3. Darum auf Gott will hoffen ich,/ auf mein Verdienst nicht bauen;/ auf ihn allein verlassen mich/ und seiner Güte trauen,/ die mir zusaͤgt sein wertes Wort;/ das ist mein Trost und treuer Hort;/ des will ich allzeit harren. 4. Und ob es währt bis in die Nacht/ und wieder an den Morgen,/ doch soll mein Herz an Gottes Macht/ ver⸗ zweifeln nicht noch sorgen./ So tu das Volk von rechter Art,/ das aus dem Geist erzeuget ward,/ und seines Gottes harre. 5. Ob bei uns ist der Sunden viel,/ bei Gott ist viel mehr Gnaͤden;/ sein Hand zu helfen hat kein Ziel,/ wie groß auch sei der Schaden./ Er ist allein der gute Sirt,/ der Israel er⸗ lösen wird/ aus seinen Sünden allen. martin Luther, 1546. 2 1 3 wittenberg J541. Al⸗-lein zu dir, Serr Je⸗su Christ,/ mein Vich weiß, daß du mein Trö ster bist,/ kein ö Hoff⸗nung steht auf Er ⸗ den; Trost mag mir sonst we.. Dden. Von An be L. — ginn ist nichts er⸗korn,/ auf Er⸗den ward kein — 0 ———. 2 50.—.— Mensch ge⸗born,/ der mir aus No⸗ ten hel⸗fen kannz/ 2——— 2— dich ruf ich an,/ du bist der rech⸗te Sel⸗fers⸗mann. Buße 214 2. Mein Sund ist schwer und übergroß/ und reuet mich von Serzen; /derselben mach mich frei und los/ durch deinen Tod und Schmerzen/ und nimm dich mein beim Vater an,/ der du für mich genug getan,/ so werd ich los der Sünden LCast;/ mein Glaub erfaßt,/ was du mir, Herr, versprochen hast. 3. Ach stärk durch dein Barmherzigkeit/ in mir ein recht Vertrauen,/ auf daß ich deine Freundlichkeit/ mög inniglich anschauen;/ vor allen Dingen lieben dich/ und meinen Nächsten gleich als mich./ Send mir dein Silf am letzten End,/ damit behend/ des Todes Graun sich von mir wend. 4. Ehr sei Gott in dem höchsten Thron,/ dem Vater aller Güuͤte,/ und Jesu Christo, seinem Sohn,/ der uns allzeit behüͤte,/ und seinem werten heilgen Geist,/ der uns sein' Bilfe allzeit leist,/ daß wir ihm wohlgefällig sein/ hier in der Zeit/ und dort hernach in Ewigkeit. V. I-3 von Ronrad Subert, + 1577. 214 Mel. Erhalt uns, Serr, bei deinem Wort. Wittenberg 1543. 94 EE 1 1 1 IIEEE J. O from-mer und ge⸗ treu ⸗-er Gott,/ ich 1— ö ——— .S.SS hab ge⸗bro⸗chen dein Ge⸗ bot/ und sehr ge⸗ sůn· digt ————W— I —23——.— ——————— 60 wi⸗der dich!/ Das ist mir leid und reu met mich. 2. Weil aber du, o gnädger Gott,/ nicht ECust hast an des Sünders Tod,/ so ist dein herzliches Begehr,/ daß ich mich wieder zu dir kehr. 3. Auf dies Wort, lieber Vater fromm,/ ich armer Sün⸗ der zu dir komm/ und bitt durch deines Sohnes Tod:/ Er⸗ barm dich mein in meiner Wotl 2¹19 215 Buße 7J. Verschon, o Serr, laß deine Zuld/ zudecken alle meine Schuld,/ so werd ich arm verlornes Kind/ ledig und los all meiner Sünd. S. Ich will, o Herr, nach deinem Wort/ mich bessern, leben fromm hinfort,/ damit ich mög nach dieser Zeit/ ge⸗ laͤngen zu der Seligkeit. 16343. 21 5 Zeipzig 1625. 4 46 1 15—— ö J. Ach Gott und Herr,/ wie groß und schwer/ sind 1 1— mein' be⸗ gang⸗ ne Sün⸗den!/ Da ist nie⸗ — ö 1.— e. 3655 4 —— 4. mand,/ der hel⸗fen kann,/ in die⸗ser Welt zu fin⸗den. 2. Lief ich gleich weit/ zu dieser Zeit/ bis an der Erden Enden/ und wollt los sein/ des Elends mein,/ wuͤrd ich es doch nicht wenden. 3. Zu dir flieh ich,/ verstoß mich nicht,/ wie ichs wohl hab verdienet./ Ach geh doch nicht,/ Gott, ins Gericht;/ dein Sohn hat mich versühnet. J. Solls ja so sein,/ daß Straf und Pein/ auf Suͤnde folgen müssen,/ so fahr hie fort/ und schone dort/ und laß mich hier wohl büßen. 5. Gib, Herr, Geduld,/ vergiß die Schuld,/ schaff ein ge— horsaͤm Serze,/ daß ich mein Seil,/ mein bestes Teil,/ durch Murren nicht verscherze. 6. Handle mit mir,/ wies dünket dir,/ ich will es gerne leiden;/ nur wollst du mich/ nicht ewiglich/ von deiner Gnaͤde scheiden. Zena J61I3. Buße 216.21¹⁷ 216 Mel. Aus tiefer Mot schrei ich zu dir(Nr. 212). J. O Vater der Barmherzigkeit,/ ich falle dir zu Fuße;/ verstoß den nicht, der zu dir schreit/ und tut noch endlich Buße!/ Wwas ich begangen wider dich,/ verzeih mir alles gnädiglich/ durch deine große Guͤte. 2. Durch deiner Allmacht Wundertat/ nimm von mir, was mich quälet;/ durch deine Weisheit schaffe Rat/ in allem, wo mirs fehlet;/ gib Willen, Mittel, Kraft und Stärk,/ daß ich mit dir all meine Werk a/ anfange und vollende. 3. O Zesu Christe, der du hast/ am Kreuze für mich Armen/ getragen aller Sünden Last,/ wollst meiner dich erbarmen!/ O Gottes und des Menschen Sohn,/ erbarm dich mein und mein verschon,/ hör auf mein kläglich Rufen! J. O heilger Geist, du wahres Licht,/ Regierer der Ge— danken,/ wenn mich die Sündenlust anficht,/ laß mich von dir nicht wanken:/ verleih, daß nun und nimmermehr/ Be⸗ gierd nach Reichtum, Cust und Ehr/ in meinem Serzen herrsche. 5. Und wenn mein Stündlein kommen ist,/ so hilf mir treulich kämpfen,/ daß ich des Satans Trutz und List/ durch Christi Sieg mag dämpfen,/ auf daß mir Krankheit, Angst und Not/ und dann der letzte Feind, der Tod,/ nur sei die Lür zum Ceben. David Denicke, fJ680. 217 Mel. Süter, wird die Nacht der 1 Nr. 373). J. Ach was bin ich, mein Erretter/ und Vertreter/ bei dem unsichtbaren Licht?/ Ich verzag in meinem Mute;/ denn das Gute,/ das ich will, das tu ich nicht. 2. Ach was bin ich, mein Erbarmer?/ Sieh, ich Armer/ bin ein schwankes Rohr im Wind;/ wie ein Weberschifflein schießet,/ so verfließet/ meines Lebens LCauf geschwind. 3. Ach was bin ich, mein Erlöser?/ immer boͤser/ find ich meiner Seele Stand;/ drum, mein Selfer, nicht ver⸗ weile,/ Jesu, eile,/ reiche mir die Gnadenhand! 8 221 218 Buße 4. Ach wann wirst du mich erheben/ zu dem Leben?/ Romm, ach komm und hilf mir doch!/ Demut kann dich bald bewegen,/ lauter Segen/ wirst du lassen fließen noch. S. Trotzig ist, o Gott, mein Herze,/ mir zum Schmerze,/ ja, es ist mir leid dazul/ Höre mich, hör an das Quälen;/ Arzt der Seelen,/ schaͤffe meinem Zerzen Ruh! 6. Gib, daß mir der Tod nicht schade;/ Herr, gib Gnade,/ laß mich sein dein liebes KRind!/ Ein Demüutiger und Kleiner,/ aber Reiner/ endlich Ruh und Gnade findt. Zoachim Meander, 1680. un sich 6358 geendet hat. ZI 8 Dresden 1667. —.— 2— ö. 225. . 3 I. Mein Gott, das—— ich brin⸗ge ——— e ri. dir/ als—— be und Ge⸗ 665555 du 3665 derst ses 600 von mir,/ des bin ich ein⸗ge⸗ dent⸗ —„Gib mir, mein Sohn, dein Serz“, sprichst du,/„das ist mir lieb und wert;/ du findest anders auch nicht Ruh/ im Bimmel und auf Erd.“ 3. Nun, du, mein Vaͤter, nimm es an,/ mein Herz, ver⸗ acht es nicht./ Ich gebs, so gut ichs geben kann;/ kehr zu mir dein Gesicht! 4. Zwar ist es voller Sündenlust/ und voller Eitelkeit,/ des Guten aber unbewußt/ und wahrer Frömmigkeit. S. Doch aber steht es nun in Reu,/ fühlt seinen Übel⸗ 4—— und träget jetzt vor allem Scheu,/ daran es Lust erst and. 6. Schenk mir, Herr Christ, nach deiner Zuld/ Gerechtig⸗ keit und Heil;/ nimm von mir meine Sündenschuld/ und meiner Strafe Teil. ‚ Buße 219 7. O heilger Geist, nimm du auch mich/ in die Gemein⸗ schaft ein;/ ergieß um Jesu willen dich/ tief in mein Serz hinein. 8. Dein göttlich Licht ström in mich aus/ und Glut der reinen Lieb;/ tilg Finsternis, Saß, Falschheit aus,/ schenk mir stets deinen Trieb. 9. Hilf, daß ich sei von Herzen treu/ im Glaͤuben dir, mein Gott,/ daß mich im Guten nicht mach scheu/ der Welt Cist, Nacht und Spott. I0. Silf, daß ich sei von HZerzen fest/ in Soffen und Ge⸗ duld,/ daß, wenn auch alles mich verläßt,/ mich tröste deine Buld. II. Silf, daß ich sei von Zerzen rein/ im Lieben und er⸗ weis,/ daß mein Tun nicht sei Seuchelschein,/ durch Werke dir zum Preis. I2. Wimm ganz, o Gott, zum Tempel ein/ mein Serz hier in der Zeit;/ ja, laß es deine Wohnung sein/ auch in der Ewigkeit. Raspar Schade, 1698. 219 6 Wer weiß, wie nahe mir mein Ende. I738. .— — 1— Ich ar⸗mer Mensch, ich ar-mer Sün?der/ steh Ach Gott, ach Wott ver⸗fahr ge⸗lin ⸗der/ und hier 555 Got. 2—— An 88358 Rn geh nicht mit mir ins Ge⸗richt!l/ WEr⸗bar⸗ me dich, er — 4 ——.... + bar⸗ me dich,„Gott, mein Er⸗bar⸗ mer, u⸗ber mich! 2. Wie ist mir doch so angst und bange,/ wie kränkt mich meine große Sünd!/ Silf, daß ich wieder Gnad erlange,/ ich armes und verlornes Rindl/ Erbarme dich, erbarme dich,/ Gott, mein Erbarmer, uͤber mich! 8² 223 — 22⁰ Buße 3. Hör, ach erhör mein seufzend Schreien/ und neig zu mir dein Vaterherz;/ wollst alle Sünden mir verzeihen/ und lindern meines Herzens Schmerzl/ Erbarme dich, er⸗ barme dich,/ Gott, mein Erbarmer, über mich! 4. Nicht wie ich hab verschuldet, lohne/ und handle nicht nach meiner Sünd;/ o treuer Vater, schone, schone,/ er⸗ kenn mich wieder als dein Kind!/ Erbarme dich, erbarme dich,/ Gott, mein Erbarmer, über mich! 5. Sprich nur ein Wort, so werd ich leben;/ sprich, daß ich armer Sünder hör:/„Geh hin, die Sünd ist dir ver— geben;/ nur sündige hinfort nicht mehr!“/ Erbarme dich, erbarme dich,/ Gott, mein Erbarmer, uͤber mich! G. Ich zweifle nicht, ich bin erhöret,/ erhöret bin ich zweifelsfrei;/ weil sich der Trost im Serzen mehret,/ drum will ich enden mein Geschrei. /Ich weiß ja, du erbarmest dich,/ Gott, mein Erbarmer, über mich! Christoph Titius, f I7oz. 22 Mel. Zeuch meinen Geist, triff meine Sinnen. Mürnberg 1684. 4 E IIIIEISISIIEIEIEIIEIIIE J. Sier legt mein Sinn sich vor dir nie-der,/ mein ꝗ+ Eem I =——— —— ö Geist sucht seinen Ursprung wieder;/ Berr, dein er⸗freu⸗end —— ..A An ⸗ge⸗⸗sicht/ auf mei⸗ ne Ar⸗mut gnä⸗dig richt. 2. Schau her, ich fühle mein Verderben;/ laß mich in Christi Tode sterben; /o möchte doch in seiner Pein/ die Eigenheit ertötet sein. 3. Ich fühle wohl, daß ich dich liebe/ und mich in deinen Wegen übe;/ jedoch ist von Unlaͤuterkeit/ die Liebe noch nicht ganz befreit. 2²⁴ deinen noch Buße 221 4. Ich muß noch mehr auf dieser Erden/ durch deinen Geist geheiligt werden;/ der Sinn muß tiefer in dich gehn,/ der Fuß muß unbeweglich stehn. 5. Ich weiß mir zwar nicht selbst zu raten,/ hier gelten nichts der Menschen Taten;/ wer maͤcht sein Herz wohl selber rein?/ Es muß durch dich gewirket sein. 6. Doch kenn ich wohl dein treues CLieben:/ du bist noch immer treu geblieben./ Ich weiß gewiß, du stehst mir bei/ und machst mich von mir selber frei. 7. Indessen will ich treulich kaͤmpfen/ und stets die falsche Regung dämpfen,/ bis du dir deine Zeit ersiehst/ und aus der Sünde Netz mich ziehst. 8. In Hoffnung kann ich fröhlich sagen:/ Gott hat der Hölle Macht geschlaͤgen,/ Gott führt mich aus dem Rampf und Streit/ in seine Ruh und Sicherheit. 9. Drum will die Sorge meiner Seelen/ ich dir, mein Vater, ganz befehlen./ Ach drücke tief in meinen Sinn,/ daß ich in dir schon selig bin! Christian Friedrich Richter, 1 17II. 221 1.1 An wWasserflüssen Babylon. Straßburg 1525. i. I. Röô nig, des⸗ sen Ma⸗ je ⸗stat/ weit ät Erd und Meer zu Iuttn ste steht, vor SSSS...— 2. ü⸗ber al⸗les stei⸗get, dem die Welt sich nei⸗get, der Him mel ist dein —— —...——— —— 2— hel⸗les Rleid,/ du bist voll Macht und Serr⸗lich⸗ ...... ISSSE..— keit,/ sehr groß und wun⸗der⸗tä tig. Ich Ar⸗mer, 2²5 221 Buße ———.—— ——.—.—— —.— ich ver- mag nichts mehr,/ als daß ich ruf zu ——— EAe ————— ..— dei ⸗ner Ehr:/ Gott, sei mir Sün⸗der gnä e digl 2. Hier steh ich, wie der Zöllner tat,/ beschämet und von ferne,/ ich suche deine Hilf und Gnad,/ o Serr, von Berzen gerne./ Doch weil ich voller Fehler bin/ und, wo ich mich nur wende hin,/ des Ruhmes vor dir ledig,/ so schlag ich nieder mein Gesicht/ vor dir, du reines Zimmelslicht:/ Gott/ sei mir Sünder gnädig! 3. Die Schulden, der ich mir bewußt,/ durchängsten mein Gewissen;/ drum schlag ich reuig an die Brust/ und will von Herzen büßen./ Ich bin, o Vater, ja nicht wert,/ daß ich noch wandle auf der Erd;/ doch weil du winkst, so bet ich/ mit ganz zerknirschtem, bangem Geist,/ der gleichwohl dich noch Vater heißt:/ Gott, sei mir Sünder gnädig! 4. Mein Vater, schaue Jesum an,/ den Seiland aller Sünder,/ der für die Welt genug getan,/ durch den wir Gottes Rinder/ im gläubigen Vertrauen sind:/ der ists, bei dem ich Ruhe find,/ sein Herz ist ja guttäͤtig./ Ich fasse ihn und laß ihn nicht,/ bis dir das Herz mitleidig bricht:/ Gott/ sei mir Sünder gnädig! S. Regiere doch mein Herz und Sinn/ in diesem ganzen Leben;/ du bist mein Gott, und was ich bin,/ bleibt ewig dir ergeben./ Ach, heilige mich ganz und gar,/ laß meinen Glauben immerdar/ sein durch die Ciebe tätig./ Und geht es nicht so, wie ich soll,/ so ruf ich, wie mein Serz ist voll:/ Gott, sei mir Sünder gnädig! 6. Mein Ceben und mein Sterben ruht/ allein auf deiner Gnaͤde;/ mir geh es böse oder gut,/ gib nur, daß es nicht schade./ RKommt dann das letzte Stündlein an,/ so sei mir auf der Todesbahn,/ mein Jesu, selbst noch gnaͤdig./ Und wenn ich nicht mehr sprechen kann,/ so nimm den letzten Seufzer anꝛ/ Gott, sei mir Sünder gnädigl Valentin Ernst Löscher, T I749. 2² Buße 222˙223 222 J. An dir allein, an dir hab ich gesůndigt/ und übel oft an dir getan. Du siehst die Schuld, die mir den Fluch ver⸗ kuͤndigt,/ sieh, Gott, auch meinen Jammer an! 2. Dir ist mein Flehn, mein Seufzen nicht verborgen,/ und meine Traäͤnen sind vor dir./ Ach Gott, mein Gott, wie lange soll ich sorgen?/ Wie lang entfernst du dich von mirꝰ 3. Berr, handle nicht mit mir nach meinen Sünden,/ ver⸗ gilt mir nicht nach meiner Schuld!/ Ich suche dich: laß mich dein Antlitz finden,/ du Gott der Langmut und Geduld! J. Früh wollst du mich mit deiner Gnaͤde füllen,/ Gott, Vater der Barmherzigkeit!/ Erfreue mich um deines Sohnes willen;/ du bist ein Gott, der gern erfreut! 5. Laß deinen Weg mich wieder freudig wallen/ und lehre du dein heilig Recht/ mich täglich tun nach deinem Wohlgefallen;/ du bist mein Gott, ich bin dein Knecht!l 6. Herr, eile, du mein Schutz, mir beizustehen,/ und leite mich auf ebner Bahn!/ Er hört mein Schrein, der Berr er— höͤrt mein Flehen/ und nimmt sich meiner Seele an. Christian Fürchtegott Gellert, T 1769. Mel. Wie nach einer Waͤsserquelle. 2²³ Franzö sischer Psalter, 155JI. .—— ö ä ů—— 2Z:.. 5 —.—5— 2 +*—— Gott, vor des⸗ sen An⸗ge-sich te/ nur ein ew⸗ ges Licht, aus des⸗ sen Lich⸗te/ nichts als ———.— P.. rei⸗ner Wan⸗del gilt, rein⸗ste Rlar⸗heit quillt, laß uns doch zu je ⸗ der zeit/ ————— ö Ha——.———..— dei ⸗nen Strahl der Sei⸗lig⸗keit/ so durch Serz und 227 22 Buße B..— See ⸗le drin⸗gen,/ daß auch wir nach Seilgung rin-gen. 2. Du bist rein im Werk und Wesen,/ und dein unbe— flecktes Kleid,/ das von Ewigkeit gewesen,/ ist die reinste Beiligkeit./ Du bist heilig, aber wir,/ großer Schöpfer, stehn vor dir,/ wie in einem Kleid voll Flecken,/ die wir dir umsonst verstecken. 3. Was dein Geist und Serze sinnet,/ was dein weiser Wille tut,/ was dein starker Arm beginnet,/ ist stets heilig, rein und gut./ Und so bleibst du ewiglich,/ während wir auf Erden dich/ durch das Böse, das wir üben,/ stets von Jugend auf betrüben. 4. Herr, du willst, daß deine Kinder/ deinem Bilde ähnlich sein. Es besteht vor dir kein Sünder,/ denn du bist voll⸗ kommen rein;/ du bist nur der Frommen Freund,/ übel⸗ tätern bist du Feind; /wer behaͤrrt in seinen Sünden,/ kann vor dir nicht Gnade finden. 5. Uns von Sünden zu erlösen,/ gibst du deinen Sohn dahin;/ o so reinige vom Bösen/ durch ihn unsern ganzen Sinn./ Gib uns, wie dein Wort verheißt,/ gib uns deinen guten Geist,/ daß er unsern Geist regiere/ und zu allem Guten fuͤhre. 6G. Silf, o Vater, unsern Seelen,/ glaͤubensvoll auf dich zu sehn,/ deinen ewgen Weg zu wählen/ und ihn ohne Falsch zu gehn,/ bis wir mit der selgen Schaͤr/ der Erlösten immerdaͤr/ Seiligl Seiligl Seilig! singen/ und die reinsten Opfer bringen! Joh. Christian Zimmermann, T I783. 22⁴ Mel. Sieh, hier bin ich, Ehrenkönig. Darmstadt 1690. 5 ö— 1 2²⁸ Buße 225⁵ 1 Dun⸗keln Licht; Je su, nei⸗ge/ dich und zei⸗ge/ EE. ———— 1 mir dein tröst⸗lich An⸗ ge⸗sicht; Vauf mein Fle⸗ den ö ö 365 —2 2 laß dich se hen/ und ver birg dich län⸗ger nicht! 2. Ich empfinde,/ meine Sünde/ sei an allem Rummer schuld;/ ich gestehe/ dirs und flehe/ um Vergebung und Geduld./ Du, mein Leben,/ kannst mir geben/ neue Silfe, neue Huld. 3. Ach, von Herzen/ und mit Schmerzen/ such ich dich, mein Trost und Heil./ Wie so laͤnge/ ist es bange/ meiner Seele! Komm in Eil,/ laß dich nieder,/ komme wieder,/ meines Herzens bestes Teill 4. Richtig wandeln,/ weise handeln,/ wollst du künftig mir verleihn;/ gib die Triebe/ reiner Liebe/ voller in mein HBerz hinein./ Welch ein Segen/ ist zugegen,/ wenn es heißt: du mein, ich dein! 5. Cehre, leite,/ vollbereite/ mich, wie du mich haben willst;/ gib mir Klarheit,/ Geist und Wahrheit,/ daß ich gleich sei deinem Bild;/ daß man merke,‚/ meine Staͤrke/ sei in dir und du mein Schild; 6. Bis im Lichte/ dein Gesichte/ mir sich droben voͤllig zeigt,/ wenn die Deinen/ nicht mehr weinen/ und die Rlagestimme schweigt./ Drum so zeige/ mir die Steige,/ da man auf zum Himmel steigt! magdalene Sibylle Rieger, 1 1786. 2⁴⁵ Mel. wie nach einer Wasserquelle(Nr. 223). I. Höchster, denk ich an die Gute,/ die du mir bisher erzeigt,/ o so wird mein ganz Gemůte/ zu der tiefsten Scham gebeugt,/ daß ich dich gering geschätzt,/ häufig dein Gebot verletzt/ und dich, der mich so geliebet,/ mit Vergehungen betrübet. 2²⁹ 226 Buße 2. Alle meine Seelenkräfte,/ meine Glieder sind ja dein,/ und sie sollten zum Geschäfte/ deines Dienstes fertig sein;/ doch ich hab der Eitelkeit/ unbedachtsam sie geweiht;/ ja, zum schnöden Dienst der Sünden/ ließ ich mich oft willig finden. 3. Deine Huld war jeden Morgen/ über mir, o Vater, neu./ Von wie manchen schweren Sorgen/ machtest du das Berz mir freil/ Was mir nützte, gabst du mir;/ aber ach, wie daͤnkt' ich dir?/ O wie haͤb ich so vermessen/ deines Wohl⸗ tuns Zweck vergessen! 4. Bei so hellem Licht der Gnaden/ sollt ich ja die Sünde fliehn/ und um Rettung von dem Schaͤden/ meiner Seele mich bemühn./ Deine Güte lockte mich/ oft zur Buße, aber ich/ floh vor ihrem sanften Cocken,/ suchte mich selbst zu verstocken. 5. Ich erkenne meine Sünden,/ beuge mich, mein Gott, vor dir;/ laß mich bei dir Gnaͤde finden,/ neige, Zerr, dein Ohr zu mir!/ Ach, vergib, was ich getan!/ Wimm mich doch erbarmend an!/ Führe mich vom Sündenpfade/ schnell zurück durch deine Gnaͤdel G. Dir ergeb ich mich aufs neue;/ gib, daß mein ge⸗ beugter Geist/ deiner Vaterhuld sich freue,/ die dein tröstend Wort verheißt./ Was dein Sohn auch mir erwarb,/ als er für die Sůnder starb,/ Fried und Freude im Gewissen,/ ach, das laß auch mich genießen! 7. Stärke selbst in meiner Seele/ den Entschluß, mich dir zu weihn;/ gib, daß mirs an Kraft nicht fehle,/ folgsam deinem Wort zu sein./ Stehe mir stets mächtig bei,/ mache du mich selbst getreul/ Dich zu lieben, dir zu leben,/ sei mein ernstlichstes Bestreben! Nach Fabricius, 1703, von Samuel Diterich, 4 1797. 226 Mel. Jesu, meines Lebens Leben. Christoph Anton, I65I. —.—.———— 1 14105 er⸗ he⸗be mein Ge⸗mü⸗te/ sehnsuchts⸗ Vich er⸗ken⸗ ne dei ne Gü⸗ te,/ o wie E! 230⁰ Buße 22 ——. n * voll, mein Gott,—* Gott der Lie ⸗be und des Lebens,/ teu⸗er ist sie mir!/ IIDIRDRR kei⸗ner harrt auf dich ver⸗ge⸗bens;/ nur Ver⸗ach ⸗ter 1—— —— . dei⸗ ner Huld/ stür⸗-zet ih ⸗ re eig⸗ne Schuld. 2. Cehre mich, Zerr, deine Wege,/ zeige deinen Willen mir;/ daß ich richtig wandeln möge,/ führe du mich selbst zu dir./ Gott, du siehest mein Vertrauen;/ sicher kann ich auf dich bauen,/ deine Vatertreue ist/ ewig, wie du selber bist. 3. Ach gedenke, Zerr, der Sünden/ meiner Jugendjahre nicht;/ laß mich Gnaͤde vor dir finden,/ geh nicht mit mir ins Gericht./ Alle Sünden, die uns reuen,/ willst du, Vater, ja verzeihen./ O so höre denn auch mich! /Meine Seele hofft auf dich. 4. Gott, du willst des Sünders Ceben;/ dir ist seine Seele wert./ Gnädig willst du ihm vergeben,/ wenn er sich zu dir bekehrt./ Mitten auf dem Sündenwege/ machst du sein Ge⸗ wissen rege./ Wohl dem, der zu seiner Pflicht/ umkehrt, du verwirfst ihn nicht. S. Allen, die zu dir sich wenden,/ über ihre Schuld be⸗ trübt,/ willst du Trost und Rettung senden,/ wenn ihr Berz sich dir ergibt./ Freude schenket deine Güte/ dem ge⸗ ängsteten Gemüte,/ welchem du die Sündenlast/ liebreich abgenommen hast. 6. Dir will ich mich denn ergeben;/ Gott, mein Gott, ver⸗ laß mich nicht!/ Caß mich immer heilig leben,/ Herr, vor deinem Angesicht!/ Keine schnöde Cust der Sünden/ soll mich ferner überwinden./ Ach bewahr, ich bitte dich,/ meinen Geist und stärke mich! Raspar Lavater, ISoI. 231 2²2⁷ Buße Mel. Es ist gewißlich an der Jeit. 227 Wittenberg 1535. en.I......... ,.—.—.—..... 1 Wn kommt der Serr der Berr⸗ lich⸗ waͤnn kommt der Rich⸗ter, Freud und E keit/ mit sei⸗ nes Rei ches Freu⸗den?! Leid/ und Bös und Gut zu schei⸗-den? Er ist nicht ESiEEEEI —5.——2— 64 S fern, er ist uns nah;/ in un⸗ serm Ber-⸗zen — 3— ist er da;/ du kannst ihn nim- mer mei⸗den. 2. In unserm Serzen spricht sein Spruch;/ wer mag vor ihm bestehen?/ Frei aufgeschlaͤgen ist sein Buch/ mit jeg⸗ lichem Vergehen./ Sein Blick wie Feuerflamme faͤhrt/ und teilt wie ein zweischneidig Schwert,/ was keine Augen sehen. 3. Was keines Feindes Mund erzaͤhlt,/ erzahlt uns das Gewissen;/ was sich der Seuchler lang verhehlt,/ wird er sich sagen müssen,/ wenn Gottes Zeit kommt und ihn schilt,/ wenn Gottes Zeit kommt und vergilt/ und laͤßt den Frevler büßen. 4. Wem kam nicht diese Gotteszeit/ so oft und oft im Ceben?/ Wer muß nicht die Gerechtigkeit/ anflehn, ihm zu vergeben?/ und fuͤhlt in seinem Innern noch/ viel stumme Schuld, ob deren doch/ er einst wird müssen beben! S. Du Serzensrichter, auf, erfahr/ und prüͤfe, wie wirs meinen!/ Mach uns die Fehler offenbar;/ was nutzt es, gut zu scheinen?/ Dem Ausspruch des Gewissens treu/ und feind sein jeder Zeuchelei,/ dies stellt uns zu den Deinen. zuße Buße 228 6. Denn wen sein eignes Herz beschämt/ mit innerstem J535. Beschämen,/ die Schuld, die uns im Innern grämt,/ wer — könnt uns die entnehmen?/ Herr, gib, daß wir der Sünde — Schritt/ und deiner Straͤfe leisen Tritt,/ eh sie uns naht, vernehmen! 7. Und wenn die letzte Stunde schlägt,/ der niemand kann 5 entgehen,/ so gib, Serr, daß wir unbewegt/ auf unser 32 Innres sehen,/ daß unser Leben uns dann klar/ und rein — erschein und offenbar/ auch das geringst Vergehen. . 7 8. Dann sprich in uns, o Richter:„Komm!/ Dein Lohn nicht ist dir beschieden./ Was du getan hast, gut und fromm,/ dem Dürftigsten hienieden,/ das hast du deinem Serrn ge⸗ — tan,/ dem Menschensohne. Romm hinan! /Genieße Bimmelsfrieden!“ Johann Sottfried von Serder, + I803. — Mel. Sieh, hier bin ich, Ehrenkönig(Nr. 220. J. Gott der Gnaden!/ Schwer belaͤden/ neigt sich unser Haupt vor dir;/ unsre Serzen/ sind voll Schmerzen,/ vor Staub und Asch ist unsre Zier./ Hab Erbarmen/ mit uns jeg⸗ Armen!/ Aus der Tiefe rufen wir. und 2. Wir verzagen,/ denn wir tragen/ auf uns aller Sün⸗ ugen den Last,/ aller Qualen/ volle Schalen,/ die du aus⸗ gegossen hast./ Sab Erbarmen/ mit uns Armen! /Angst das und Not hat uns erfaßt. d er 3. Wir bekennen,/ Serr, wir nennen/ laut vor dir die ihn Missetat;/ es ist keiner/ hier ein Reiner,/ jeder erntet böse den Saat./ Sab Erbarmen/ mit uns Armen!/ Sieh auf ihn, der für uns bat. t im 4. HBerr, verzeihe;/ Jesu, leihe/ uns dein priesterlich Ge⸗ n zu bet!/ Gott, verschone,/ wenn vom Sohne/ das Erbarmen nme zu dir fleht!/ Sab Erbarmen/ mit uns Armen,/ wenn der Mittler vor dir steht. virs S. Jesu, rette!/ Brich die Rette/ unsrer Finsternis ent⸗ gut zwei,/ daß der Glaube/ tief im Staube/ unser Trost und und Juflucht sei./ Sab Erbarmen/ mit uns Armen;/ Jesu, mach uns wieder freil 233 2²29 Buße 6. Sei uns gnädig,/ mach uns ledig,/ fuͤhr uns aus dem finstern Tall/ Du kannst lindern/ und vermindern/ alle Not und Herzensqual./ Sab Erbarmen/ mit uns Armenʒ/ Jesu, hilf noch dieses Mall 7. Du mußt siegen,/ wir erliegen;/ du bist frei, wir sind in Haft,/ du alleine/ bist der Reine,/ wir sind schwach, dein ist die Rraft./ Hab Erbarmen/ mit uns Armen;/ denk an deine Pilgrimschaft! 8. Wenn du Frieden/ uns beschieden,/ fürchten wir die Strafe nicht;/ dein Versoͤhnen/ wird uns krönen/ mit Gerechtigkeit und Licht;/ dein Erbarmen/ hilft uns Armenz/ du bist unsre Zuversicht! Seinrich Puchta, I858. 229 Joh. Georg Srech, 1843. 2 1 ö— — 1 Ws r wie⸗der, keh⸗re wie⸗der,/ der du Sin⸗ke reu⸗ig bit⸗tend nie ⸗der/ vor dem ne,r, x E—.......— dich ver ⸗lo⸗ren haͤst! Berrn mit dei⸗ner 2—0 Wie dudis, ss derinz —.—— ö ö— kom⸗ men/ und wirst gnã dig auf ⸗ge⸗ nom⸗men./ —— SS Sieh, der Serr kommt dir ent ⸗ge⸗ gen,/ und sein — ö ——..—— 2———— ——— ů—è w— ———————5——26 ö— Se ⸗gen;/ keh⸗ re wie⸗der, zaud⸗ re nichtl 23⁴4 Buße 230 2. Kehre aus der Welt Zerstreuung/ in die Einsamkeit zurück,/ wo in geistiger Erneuung/ deiner harrt ein neues Glück;/ wo sich bald die Stürme legen,/ die das Berz so wild bewegen;/ wo des heilgen Geistes Mahnen/ du mit stillem Beben hͤͤrst/ und von neuem zu den Fahnen/ Jesu Christi heilig schwoͤrst. 3. Rehre wieder, irre Seele!/ Deines Gottes treues Berz/ beut Vergebung deinem Fehle,/ Balsam für den Sünden— schmerz./ Sieh auf den, der voll Erbarmen/ dir mit aus⸗ gestreckten Armen/ winket von des Kreuzes Stamme;/ kehre wieder, fuͤrchte nicht,/ daß der Gnädge dich ver— damme,/ dem sein Herz vor Liebe bricht. 4. Rehre wieder, neues Leben/ trink in seiner CLiebeshuldz/ bei dem Herrn ist viel vergeben,/ kroße CLangmut und Geduld./ Faß ein Serz zu seinem Herzen;/ er hat Trost für alle Schmer⸗ zen;/ er kann alle Wunden heilen,/ macht von allen Flecken rein;/ darum kehre ohne Weilen/ zu ihm um und bei ihm ein. 5. Rehre wieder, endlich kehre/ in der Liebe Heimat ein,/ in die Fuͤlle aus der Leere,/ in das Wesen aus dem Schein;/ aus der Lüge in die Wahrheit,/ aus dem Dunkel in die Xlarheit,/ aus dem Tode in das CLeben,/ aus der Welt ins Himmelreich!/ Doch was Gott dir heut will geben,/ nimm auch heute; kehre gleich. Philipp Spitta, 4 1859. Am Bußtage 230 Mel. Serzlich lieb hab ich dich, o Serr(Nr. 268). J. Gott, der du unsre Zuflucht bist,/ derr unser Mittler, Jesu Christ,/ Geist Gottes, Geist der Gnaden!/ Unendlicher, verwirf uns nicht!/ Wir kommen vor dein Angesicht,/ mit Missetat beladen. /Nimm von uns unsre Suͤndenschuld,/ du Gott der Langmut und Geduld!/ Erhoͤre gnädig unser Flehn,/ daß wir dein Seil, Erbarmer, sehn./ Berr, unser Gott,/ verbirg uns nicht/ dein Angesicht/ und geh mit uns nicht ins Gericht! 2. Ward Recht und Pflicht von uns entweiht,/ ge⸗ brochen unsres Bundes Eid,/ dein Weg von uns verlaͤssen:/ 235 230 Buße o sieh, wir kehren voller Reu/ zurück zu dir; laß, Serr, aufs neu/ uns deine Gnade fassen!/ Sie leit uns auf den ebnen Pfad,/ den uns dein Wort bezeichnet hat,/ daß Irrtum und Versuchung nie/ uns auf die Bahn des Lasters zieh./ Herr, unser Gott,/ groß von Geduld,/ vor neuer Schuld/ behüt uns deine Vaterhuld! 3. Dein Segen komm aͤuf unser Land;/ laß es, be⸗ schirmt von deiner Hand,/ des Friedens Ruh genießenl/ Wend ab von uns der Flammen Wut/ und die Verwüstung wilder Flut,/ des Krieges Blutvergießen;/ sei unser Retter, wenn uns Not/ des Mangels und der Seuchen droht./ Du, Vaͤter, wollest mit uns sein,/ daß wir uns deines Schutzes freun./ Herr, unser Gott,/ verleih uns Mut!/ In deiner Hut/ sind wir, und was du tust, ist gut. J. Gib Frieden, wo sonst Zwietracht war;/ vereine, was getrennet war;/ schenk uns der Eintracht Segen!/ Uns leite, Gott, dein guter Geist,/ und was dein teures Wort verheißt,/ sei ELicht auf unsern Wegen!/ Laß, Herr, in Lehr und Waͤndel rein/ die Diener deines Wortes sein/ und bringe zu der Wahrheit Glück/ zu dir die Irrenden zurückl/ Berr, unser Gott,/ breit aus dein Wort/ an jedem Ort,/ gib Geist und Kraft zu deinem Wort! 5. Vernimm der Leidenden Gebet!/ Wer in der Not um Rettung fleht,/ dem hilf aus seinen Nöten;/ gib Rranken CLinderung und Ruh;/ die Sterbenden erlöse du,/ erhoͤr ihr letztes Beten!/ Sei aller Unterdrückten HBeil,/ der Witwen und der Waisen Teil,/ vereitle der Verfolger Rat/ und lehre sie den rechten Pfad./ Herr, unser Gott,/ durch alles Leid/ der Pilgerzeit/ fhr uns zu deiner Herrlichkeit! 6. Du tust weit mehr, als wir verstehn,/ kannst mehr ge⸗ währen, als wir flehn;/ laß uns Erhörung finden!/ O neig auf unser Flehn dein Ohr, /heb unser Serz zu dir empor/ und mach uns rein von Sünden!/ Laß uns dir nun geheiligt sein,/ im Leben und im Tode dein!/ Wir sind durch Christi Blut erloͤst;/ o du, der Suͤnder nicht verstößt,/ Herr, unser Gott,/ erbarme dich,/ erbarme dich,/ vergib uns, leit uns väterlich! Zoh. Joachim Eschenburg, 1820. Glaube und Rechtfertigung 231 Glaube und Rechtfertigung 231 Wittenberg 1524. 1. — IDDIR——— 2 un freut euch, lie ⸗ben daß wir ge⸗⸗trost und Chri⸗sten gmein,/ und laßt uns all in einw¶ y mit Lust und . D— fröhlich sprin⸗gen, Lie⸗be sin⸗gen, was Gott an uns ge⸗wen⸗ det hat/ und E. sei⸗ne sü⸗ße Wundertat;/ gar teur—5 ers er⸗wor⸗ben. 2. Dem Teufel ich gefangen lag,/ im Tod war ich ver⸗ loren;/ mein Sünd mich quälte Wacht und Tag,/ darin ich war geboren;/ ich fiel auch immer tiefer drein,/ es war kein Guts am Ceben mein,/ die Sünd hat mich besessen. 3. Mein gute Werk, die gaͤlten nicht,/ es war mit ihn' verdorben;/ der frei Will haͤßte Gotts Gericht,/ zum Guten gar erstorben;/ die Angst mich zu verzweifeln trieb,/ daß nichts denn Sterben bei mir blieb,/ zur Höllen mußt ich sinken. 4. Da jammert Gott in Ewigkeit/ mein Elend über⸗ maßen;/ er dacht an sein Barmherzigkeit,/ er wollt mir helfen lassen;/ er wandt zu mir das Vaterherz,/ es war bei ihm fürwahr kein Scherz,/ ließ es sein Bestes kosten. S. Er sprach zu seinem lieben Sohn:/„Es ist Zeit, zu er⸗ barmen;/ fahr hin, meins Serzens werte Kron,/ und sei 237 232 Glaube und Rechtfertigung das Heil dem Armen/ und hilf ihm aus der Sünden Not,/ erwürg für ihn den bittern Tod/ und laß ihn mit dir leben.“ 6. Der Sohn Gott gern gehorsam ward,/ er kam zu mir auf Erden,/ von einer Jungfrau rein und zart;/ er sollt mein Bruder werden./ In meiner armen Rnechtsgestaͤlt/ ging er einher, um die Gewalt/ des Teufels zu zerstören. 7. Er sprach zu mir:„Haͤlt dich an mich,/ es soll dir jetzt gelingen;/ ich geb mich selber ganz fuͤr dich,/ da will ich fuͤr dich ringen;/ denn ich bin dein, und du bist mein,/ und wo ich bleib, da sollst du sein;/ uns soll der Feind nicht scheiden. 8. Vergießen wird er mir mein Blut,/ dazu mein Leben rauben;/ das leid ich alles dir zu gut,/ das haͤlt mit festem Glauben./ Den Tod verschlingt das Ceben mein,/ mein Unschuld trägt die Sunde dein,/ da bist du selig worden. 9. Gen Himmel zu dem Vater mein/ fahr ich von diesem Ceben;/ da will ich sein der Meister dein,/ den Geist will ich dir geben,/ der dich in Truͤbnis troͤsten soll/ und lehren mich erkennen wohl/ und in der Wahrheit leiten. Io. Was ich getan hab und gelehrt,/ das sollst du tun und lehren,/ daß Gottes Reich hier werd gemehrt/ zu seinem Lob und Ehren;/ und huͤt dich vor der Menschen Satz,/ davon verdirbt der edle Schatz;/ das laß ich dir zur Letze.“ Martin Luther, 1 154%. 232 Mel. Vater un ser im Zimmelreich. Zeipzig 1539. 6 5— ..... S J. So wahr ich le⸗be, spricht dein Gott,/ mir ist nicht ———.— ö.—— —..— DDD lieb des Sünders Tod,/ viel⸗mehr ist dies mein Wunsch und EEEEE EE Will,/ daß er von Sün⸗den haͤl⸗te still,/ von sei⸗ ner Glaube und Rechtfertigung 233 2 SSSSS............. Bos⸗ heit keh⸗re sich/ und le⸗ be mit mir e⸗wig⸗ 100 2. Dies Wort bedenk, o Menschenkind,/ verzweifle nicht in deiner Sünd!/ Hier findest du Trost, Seil und Gnaͤd,/ die Gott dir zugesaget hat,/ und zwaͤr durch einen teuren Eid./ O selig, dem die Sünd ist leid! 3. Doch huͤte dich vor Sicherheit;/ denk nicht:„Es ist noch gute Zeit,/ ich will erst froͤhlich sein auf Erd,/ und wenn ich lebensmüde werd,/ alsdann will ich bekehren mich,/ Gott wird wohl noch erbarmen sich.“ 4. Wahr ist es, Gott ist stets bereit/ dem Sünder mit Barmherzigkeit;/ doch wer auf Gnade sundigt hin,/ fährt fort in seinem bösen Sinn/ und seiner Seele selbst nicht schont,/ dem wird mit Ungnaͤd einst gelohnt. 5. Gnad hat dir zugesaget Gott/ durch Jesu Christi Blut und Tod;/ doch saͤgen hat er nicht gewollt,/ ob du bis morgen leben sollt./ Daß du mußt sterben, ist dir kund:/ verborgen ist des Todes Stund. 6. Beut lebst du, heut bekehre dich!/ Eh morgen kommt, kanns aͤndern sich./ Wer heut ist frisch, gesund und rot,/ ist morgen krank, ja gar wohl tot./ So du nun stirbest ohne Buß,/ dein Leib und Seel verderben muß. 7. Bilf, o Serr Jesu, hilf du mir,/ daß ich noch heut mich wend zu dir/ und Buße tu den Augenblick,/ eh mich der schnelle Tod entrück,/ auf daß ich heut und jeder Zeit/ zu meiner Heimfahrt sei bereit. Zohann Seermann, 1647. .— nach einer 23 3 Französischer Psalter, 55J. 0 Wuus ge Cie⸗be, mein Ge⸗ mü⸗ te/ wa⸗ get ei⸗ nen in den Abgrund dei⸗ner Gůͤ⸗tel/ Send ihm ei⸗ nen 239 233 Glaube und Rechtfertigung ö.—— .. de n. kühnen Blick 1 Blick zu⸗růck,/ ei⸗-nen Blick voll Sei⸗ter⸗keit,/ der die I————— 2—.—— Fin ⸗ster⸗nis zer⸗streut,/ die mein blö⸗des Au⸗ ge ö— ö—— —————— 1—— 3 drük⸗ket,/ wenn es nach dem LCich te blik ⸗ket. 2. Ich verehre dich, o Liebe,/ daß du dich erbarmet hast/ und aus einem freien Triebe/ den erwünschten Schluß ge⸗ faßt,/ der im Fluch versenkten Welt/ durch ein teures Cose⸗ geld,/ durch des eignen Sohnes Sterben,/ Gnad und Frei⸗ heit zu erwerben. 3. O, ein Ratschluß voll Erbarmen,/ voller Suld und Freundlichkeit,/ der so einer Welt voll Armen Gnade, Trost und Silfe beutl/ Ciebe, die den Sohn nicht schont,/ der in ihrem Schoße wohnt,/ um die Suͤnder zu erretten/ aus den schweren Sündenketten. J. Doch du hast, o weise Liebe,/ eine Ordnung auch be— stimmt,/ daß sich der darinnen übe,/ der am Segen Anteil nimmt;/ wer nur an den Mittler gläubt/ und ihm treu er⸗ geben bleibt,/ der soll nicht verloren gehen,/ sondern Seil und Leben sehen. 5. Ciebe, dir sei Lob gesungen/ für den gnadenvollen Schluß,/ den die Schar verklaͤrter ZJungen/ rühmen und bewundern muß,/ den der Glaub in Demut ehrt,/ die Ver⸗ nunft erstaunet hoͤrt/ und umsonst sich unterwindet,/ wie sie dessen Tief' ergründet. 6. Ciebe, laß mich dahin streben,/ meines Beils gewiß zu sein,/ richte selbst mein ganzes Leben/ so nach deinem Willen ein,/ daß des Glaubens Frucht und Braft,/ den dein Geist in mir geschafft,/ mir zum Zeugnis dienen moͤge,/ ich sei auf dem Simmelswege. UA; 2⁴⁰ ————————— Glaube und Rechtfertigung 234 ng — 7. Laß mich meinen Wamen schauen/ in dem Buch des — Lebens stehn;/ dann so werd ich ohne Grauen/ selbst dem —— Tod entgegengehn./ Keine Kreatur wird mich,/ deinen ie Liebling, ewiglich/ deiner dand entreißen koͤnnen,/ noch von —— deiner Ciebe trennen. Joh. Jakob Rambach, I735. — 234 J. Mein Seiland nimmt die Sünder an,/ die unter ihrer Last der Sünden/ kein Mensch, kein Engel trösten kann,/ die nirgend Ruh und Rettung finden,/ für deren Angst und Seelenpein/ die weite Welt ist selbst zu klein,/ weil üͤber sie der Stab gebrochen,/ der Zimmel ihnen abgesprochen,/ die sehn st/ die Freistatt aufgetan:/ mein Heiland nimmt die Sünder an. ge⸗ 2. Sein mehr als mütterliches Herz/ trieb ihn von seinem se⸗ Thron auf Erden;/ ihn drang der Sůnder Not und Schmerz,// an ihrer Statt ein Fluch zu werden;/ er senkte sich in ihre Not/ und litt für sie den bittern Tod;/ nun, da er denn sein eigen CLeben/ für sie als Cösegeld gegeben/ und seinem Vater gnug getan,/ so heißts: er nimmt die Sünder an. 3. O solltest du sein Zerze sehn,/ wie sichs nach armen Sůndern sehnet,/ sowohl wenn sie noch irre gehn,/ als wenn ihr Auge vor ihm tränet! /Wie streckt es sich nach Zöllnern aus,/ wie eilt er in dachai aus,/ wie sanft stillt er dort Magdaͤ⸗ lenen/ den Strom der heißen Reuetränen/ und denkt nicht, was sie sonst getan./ Mein Seiland nimmt die Sünder an. 4. Wie freundlich blickt er Petrus an,/ so tief der Jünger auch gefallen./ Nun, dies hat er nicht nur getan,/ da er auf Erden mußte waͤllen;/ nein, er ist immerdar sich gleich,/ an Liebe, Treu und Gnaͤden reich;/ und wie er unter Schmach und Leiden,/ so ist er auf dem Thron der Freuden/ den Sündern liebreich zugetan./ Mein Heiland nimmt die Sünder an. S. So komme denn, wer Sünder heißt,/ wen seine Sündenschuld betrübet,/ zu dem, der keinen von sich weist/ und der zerschlagne Serzen liebet./ Wie, willst du dir im Lichte stehn/ und ohne Not verloren gehn?/ Willst du der Sünde länger dienen,/ da, dich zu retten, er erschienen?/ O nein! ver⸗ laß die Sündenbahn!/ Mein Heiland nimmt die Sünder an. 2⁴¹ 235 Glaube und Rechtfertigung 6. Romm nur mühselig und gebückt,/ komm nur, so gut du weißt zu kommen;/ wenngleich die Last dich nieder⸗ drückt,/ du wirst auch so noch angenommen./ Sieh, wie sein Herz dir offen steht,/ und wie er dir entgegengehtĺ/ Wie lang hat er mit vielem Flehen/ sich brünstig nach dir umgesehen!/ So komm denn, armer Mensch, heran!/ Mein Heiland nimmt die Sünder an. 7. Sprich nicht:„Ich suͤndigte zu schwer,/ ich bin zu sehr mit Schuld beladen,/ für mich ist keine Rettung mehr,/ mich nimmt der Serr nicht an zu Gnaden.“/ Wofern dus jetzt nur redlich meinst/ und deinen Fall mit Ernst beweinst/ so soll ihm nichts die Zände binden,/ und du sollst seine Gnade finden. /Er hilft, wenn sonst nichts helfen kann./ Mein Heiland nimmt die Sünder an. 8. Doch sprich auch nicht:„Es ist noch Zeit,/ ich muß erst noch der Welt genießen;/ Gott wird ja eben nicht gleich heut /die offne Gnadenpforte schließen.“/ Nein, weil er ruft, so höre du/ und tritt zum Gnadenstuhl hinzu;/ wer seiner Seele Seil verträumet,/ der hat die Gnadenzeit ver⸗ säumet,/ ihm wird hernach nicht aufgetan;/ heut komm, heut nimmt dich Jesus an. 9. Ja, zeuch uns selber recht zu dir,/ holdselger Seiland aller Sünder,/ erfüll mit sehnender Begier/ auch uns und alle Adamskinder./ Jeig uns bei unserm Seelenschmerz/ dein aufgeschloßnes Liebesherz;/ und wenn wir unser Elend sehen,/ so laß uns ja nicht stille stehen,/ bis daß ein jeder sagen kann:/ Gottlob, auch mich nimmt Jesus anl Zeop. Frz. F§riedrich Lehr, 1744. 235 Mel. Jesus meine Zuversicht(oder wie Nr. 27J). Berlin 1653. 1• 25 ů ů— RD Een, Er SSI Urer sus nimmt die Sün⸗-der an!/ Sa⸗get (wel⸗che von der rech⸗-ten Bahn/ auf ver⸗ 2⁴² Glaube und Rechtfertigung 236 ———— doch dies Trost-wort al⸗ b. kehr⸗ten Weg ver⸗fal=len. Her jst, was sir I ½½1 . ret⸗ ten kann:/ Je sus nimmt die Sün-der an. 2. Keiner Gnaͤde sind wir wert,/ doch hat er in seinem Worte/ eidlich sich dazu erklärt;/ sehet nur, die Gnaden⸗ pforte/ ist hier vollig aufgetan:/ Jesus nimmt die Sünder an. 3. Wenn ein Schaf verloren ist,/ suchet es ein treuer Hirte;/ Jesus, der uns nie vergißt,/ suchet treulich das Verirr⸗ te,/ daß es nicht verderben kann:/ Jesus nimmt die Sünder an. 4. Rommet alle, kommet her,/ kommet, ihr betrübten Sünder; J/ Jesus rufet euch, und er/ macht aus Sündern Gottes Kinder;/ glaͤubt es doch und denkt daran:/ Jesus nimmt die Suůnder an. S5. Ich Betrübter komme hier/ und bekenne meine Sün⸗ den;/ laß, mein Seiland, mich bei dir/ Gnade und Ver⸗ gebung finden,/ daß dies Wort mich trösten kann:/ Jesus nimmt die Sünder an. 6. Nun so faß ich frohen Mut,/ auf dich werf ich meine Sünden; /dein am Kreuz vergoßnes Blut/ lässet mich Vergebung finden,/ daß ich gläubig sprechen kann:/ Jesus nimmt die Sünder an. 7. Jesus nimmt die Sünder an!/ Er hat mich auch an— genommen/ und den Zimmel aufgetan,/ daß ich selig zu ihm kommen/ und auf den Trost sterben kann:/ Jesus nimmt die Sünder an. Erdmann Meumeister, 1 1756. 236 Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. Frankfurt a. M. I738. +.— SI...—..— 15 Ich ha- be nun den Grund ge⸗ fun- den, der Wunwe an⸗ders als in Je⸗ su Wun?'denꝰ/ da 2³3 Glaube und Rechtfertigung SED— f——.—. f——..—— ——— 8. mei⸗nen An⸗ker e⸗- wig hält: lag er vor der Zeit der Welt, der Grund, der un be⸗ —m L SPSPSꝗSSSPISS..I.IIIIII weg ⸗lich steht,/ wenn Erd und Sim⸗ mel un⸗ ter⸗geht. 2. Es ist das ewige Erbarmen,/ das alles Denken uͤber⸗ steigt,/ des, der mit offnen Ciebesarmen/ sich zu uns armen Sündern neigt,/ dem allemal das Berze bricht,/ wir kommen oder kommen nicht. 3. Wir sollen nicht verloren werden,/ Gott will, uns soll geholfen sein;/ deswegen kam sein Sohn auf Erden/ und nahm hernach den Himmel ein;/ deswegen klopft er für und fuͤr/ so stark an unsres Ferzens Tür. 4. O Abgrund, welcher alle Sünden/ durch Christi Tod verschlungen hat!/ Das heißt, die Wunde recht verbinden;/ hier findet kein Verdammen statt,/ weil Christi Blut be⸗ ständig schreit:/ Barmherzigkeit, Barmherzigkeit! S. Darein will ich mich gläubig senken,/ dem will ich mich getrost vertraun,/ und wenn mich meine Sünden kränken,/ nur bald nach Gottes Serzen schaun;/ da findet sich zu aller Zeit/ unendliche Barmherzigkeit. §. Wird alles andre mir entrissen,/ was Seel und Leib erquicken kann;/ darf ich von keinem Troste wissen/ und scheine völlig ausgetan;/ ist die Errettung noch so weit:/ mir bleibet doch Barmherzigkeit. 7. Muß ich an meinen besten Werken,/ darinnen ich ge⸗ wandelt bin,/ viel Unvollkommenheit bemerken,/ so faͤllt wohl alles Rühmen hin;/ doch ist auch hier der Trost be⸗ reit:/ ich hoffe auf Barmherzigkeit. 8. Es gehe mir nach dessen Willen,/ bei dem so viel Er⸗ barmen ist;/ er wolle selbst mein Zerze stillen,/ damit es dies nur nicht vergißt;/ so stehet es in Cieb und Leid/ in, durch und auf Barmherzigkeit. 2³⁴ ——— 2. Glaube und Rechtfertigung 237 9. Bei diesem Grunde will ich bleiben,/ solange mich die Erde traͤgt;/ das will ich denken, tun und treiben,/ solange noch mein Herze schlägt;/ so sing ich einst in Ewigkeit:/ o Abgrund der Barmherzigkeit! Joh. Andreas Rothe, I7³α 25/ Mel. O daß ich tausend Zungen hätte(Nr. 236). J. Aus Gnaden soll ich selig werden!/ Zerz, glaubst dus oder glaubst dus nicht?/ Was willst du dich so blöd ge⸗ bärden? /Ists Wahrheit, was die Schrift verspricht,/ so muß auch dieses Wahrheit sein:/ aus Gnaden ist der 22— dein! 2. Aus Gnaͤden! Sier gilt kein Pedienen die eignen werke fallen hin./ Der Mittler, der im Fleisch erschienen,/ hat diese Ehre zum Gewinn,/ daß uns sein Tod das Seil gebracht/ und uns aus Gnaͤden selig macht. 3. Aus Gnaͤden! Merk dies Wort„aus Gnaden“,/ so oft dich deine Suͤnde plagt;/ so schwer du immer bist beladen,/ so oft dich dein Gewissen nagt;/ was die Vernunft nicht fassen kann,/ das beut dir Gott aus Gnaden an. 4. Aus Gnaͤden kam sein Sohn auf Erden/ und über⸗ nahm die Sundenlast;/ was nötigt ihn, dein Freund zu werden?/ Sprich, wo du was zu ruůͤhmen haͤst!/ Wars nicht, daß er dein Bestes wollt/ und dir aus Gnaden helfen solltꝰ? 5. Aus Gnaͤden! Dieser Grund wird bleiben,/ solaͤnge Gott wahrhaftig heißt;/ was alle Knechte Jesu schreiben,/ was Gott in seinem Worte preist,/ worauf all unser Glaube ruht,/ ist Gnaͤde durch des Sohnes Blut. 6. Aus Gnaͤden! Doch du, sichrer Sünder,/ denk nicht: „Wohlaͤn, ich greif auch zu.“/ Wahr ists, Gott rufet Adams Rinder/ aus Gnaͤden zur verheißnen Ruh;/ doch nimmt er nicht zu Gnaden an,/ der noch auf Gnade sundgen kann. 7. Aus Gnaͤden! Wer dies Wort gehöret,/ tret ab von aller Seuchelei;/ nur wenn der Sünder sich bekehret,/ dann lernt er erst, was Gnade sei;/ beim Sündgen scheint die Gnad gering,/ dem Glaͤuben ists ein Wunderding! 2³⁵ 238 Glaube und Rechtfertigung 8. Aus Gnaͤden bleibt dem blöden Serzen/ das Herz des Vaters aufgetan,/ wenns unter Angst und heißen Schmerzen/ nichts sieht und nichts mehr hoffen kann./ Wo nähm ich oftmals Stärkung her,/ wenn Gnade nicht mein Anker wärꝰ? 9. Aus Gnaden! Sierauf will ich sterben;/ ich glaube, darum ist mir wohl;/ ich kenn mein sündliches Verderben,/ doch den auch, der mich heilen soll./ Mein Geist ist froh, die Seele lacht,/ weil mich die Gnade selig macht. Christian Ludwig Scheidt, 1 176J. 15 wie Nr. 236.) 23 8 Bei J. G. Schicht, 1819. +4 —— 1—— SSI...— 4 4 ist Er ⸗bar⸗mung wi ⸗ der⸗fah⸗ren,/ Udas zähl ich zu dem wun ⸗der⸗ba ren,/ ... I Erbarmung, de⸗ren ich nicht wert; mein stol⸗zes Herz hats nie begehrt. das und bin er⸗freut ,:/ und rühme die Baͤrm— FFE 112—⁵ EEEEEEEEEEEE her ⸗zig⸗keit,/ und rüh⸗me die Barmher„zig⸗keit. 2. Ich hatte nichts als Zorn verdienet/ und soll bei Gott in Gnaden sein;/ er hat mich mit sich selbst versühnet,/ macht durch das Blut des Sohns mich rein./ ,: Warumꝰ ich war ja Gottes Feindl ,/2, Erbarmung hats so treu gemeintl/ 3. Das muß ich dir, mein Gott, bekennen,/ das rühm ich, wenn ein Mensch mich fragt;/ ich kann es nur Erbarmung nennen,/ so ist mein ganzes Herz gesagt./ ,: Ich beuge mich und bin erfreut 5/2,: und rühme die Barmherzigkeit. 2, 2⁴6 : Wun weiß ich Glaube und Rechtfertigung 239 4. Dies laß ich kein Geschöpf mir rauben,/ dies soll mein einzig Růhmen sein;/ auf dies Erbarmen will ich glauben,/ auf dieses bet ich auch allein,/ ,: auf dieses duld ich in der Not, ,: /2,: auf dieses hoff ich noch im Tod. ꝛ,: S. Gott, der du reich bist an Erbarmen,/ nimm dein Er⸗ barmen nicht von mir/ und führe durch den Tod mich Armen,/ durch meines Seilands Tod zu dir;/ ,: da bin ich ewig hocherfreut, /2,: und rühme die Barmherzigkeit. ,: Phil. Friedrich Siller, T I769. 239 Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Georg Meumark, 1657. IESEE—— .1 —— 2 2 4 1 9215 weiß von kei nem an⸗dern Grun'de,/ ich weiß von kei⸗ nem an⸗dern Bun⸗de,/ + 4——— ,. als den der Glaub in Chri ⸗-sto hat; von kei-nem an⸗dern Weg und Rat, als daß man dari D E D e⸗lend, arm und bloß/ sich legt in asei⸗ nes Va⸗ ters Schoß. 2. Ich bin zu meinem Seilaͤnd kommen/ und eil ihm immer besser zu;/ ich bin auch von ihm aufgenommen/ und finde bei ihm wahre Ruh;/ er ist mein Kleinod und mein Teil,/ und außer ihm weiß ich kein Seil. 3. Ich bleib in Christo nun erfunden/ und bin in ihm ge⸗ recht und rein;/ bleib ich mit ihm nur stets verbunden,/ so kann ich immer sicher sein;/ Gott sieht auch mich in Christo an,/ wer ist, der mich verdammen kann? 7. Ich fühle noch in mir die Sünde;/ doch schaden kann sie mir nicht mehr,/ weil ich in Christo mich befinde;/ wohl aber beuget sie mich sehr./ Ich haͤlte nichts gering und klein,/ sonst dringt ein sichres Wesen ein. 2⁴⁷ 24⁰ Glaube und Rechtfertigung S. Ich kämpfe gegen mein Verderben/ im Glauben und in Christi Kraft;/ der alte Mensch muß täglich sterben,/ der noch nicht tot am Kreuze haft't;/ dies aber macht mich rein und klein/ und lehrt zu Jesu ernstlich schrein. 6. Und da ich so in Christo bleibe,/ stets vor ihm wan⸗ delnd auf ihn seh,/ das Wort des Friedens froͤhlich treibe/ und unablässig zu ihm fleh,/ so bleib ich stets im Grunde stehn,/ da kann mein Wachstum vor sich gehn. 7. Ich bleib im tiefsten Demutsgrunde/ und will von Christo nimmer gehn;/ ich bleib im allgemeinen Bunde,/ in allgemeiner Liebe stehn/ und hang an Christo ganz allein;/ dies soll mein Grund auf ewig sein! 8. O Jesu, laß mich in dir bleiben,/ o Jesu, bleibe du in mirz/ laß deinen guten Geist mich treiben,/ daß ich im Glauben folge dir;/ laß stets mich fromm und wachsam sein,/ so reißet nichts den Grund mir ein. Rarl Seinrich v. Bogatzky, 1774. Mel. Serzlich lieb hab ich dich, o Serr. Straßburg 1577. —04 EN 4* +—— ö—— —— ———————— —————————— 1 Ich kom⸗-me, Frie⸗dens-⸗fürst, zu dir;/ er⸗ Der Sün⸗den Last ist mir zu schwer:/ o 1 + 1 24—— 2——. bar⸗mend ru ⸗ fest du auch mir,/ den Frie⸗ den zu emp⸗ laß mich nicht vom Tro⸗ste leer,/ laß mich zur Ruh ge⸗ . d.. fan⸗gen. 1 lan⸗gen. mei⸗ ner See ⸗le Angst und Schmerz!/ Wer trö stet Sieh an mein tief ⸗ge⸗beug⸗tes Serzl/ Sieh hici 79— * 3 Glaube und Rechtfertigung 241 — 2—. D mich, als du al⸗lein?/ Wer ma⸗chet mich von Sün? den 1— 24: e, ,den er reinꝰ/ Herr Je-⸗su Christ,/ mein Trost, mein Licht,/ mein l — ᷣ—pp——— Trost, mein Licht,/ ver⸗wirf mein sehn⸗lich Fle⸗hen nicht! 2. Du, du bist meine Zuversicht!/ Durch dich entflieh ich dem Gericht,/ dem schweren Lohn der Sünden./ Durch dich kann ich dem Fluch entgehn/ und mich mit Gott vereinigt sehn,/ durch dich das Leben finden./ Dein Tod ist der Verlornen Seil;j/ sein Segen werd auch mir zuteil;/ er sei auch mir Beruhigung/ und meines Cebens Heiligung./ Herr Jesu Christ,/ ich hoff auf dich,/ ich hoff auf dich;/ in dieser Hoffnung stärke mich! 3. Mein ganzes CLeben preise dich!/ Erlöst, mein Mittler, hast du mich,/ dein Eigentum zu werden./ Bin ich nur dein, so fehlt mir nichts,/ nichts einst am Tage des Gerichts,/ nichts hier auf dieser Erden./ Auf dieser Bahn zum Vaterland/ ent⸗ zeuch mir niemals deine Sand;/ zu deinem Dienste stärke mich/ und laß mich siegen einst durch dich./ Serr Jesu Christ,/ er⸗ hoͤre mich;/ einst preis ich dich/ fͤr deine Gnade ewiglich! Christ. Sturm, + 1786. — —* Zesu, meines Lebens Leben. 241 Christoph Anton, I65J. 4 2 — —.— — ö 2 Du sollst glau⸗-ben, du Ar⸗mer;/ und du Du sollst be⸗ ten zum Er⸗bar⸗mer;/ und du Bii en,. zwei⸗felst? Zweif⸗-le nicht! kannst, du kannst es nicht. Du sollst un⸗be⸗dingt ver⸗ 2⁴ 2⁴2 Glaube und Rechtfertigung — E —.——.———2 ö trau⸗en,/ dort wirst du den Aus⸗gang schau⸗ en. Je⸗su D — I 1—— Aus · gang ward erst klar,/ als er auf⸗ er⸗stan⸗ den war. 2. Glaube gibt der Andacht Flügel,/ Glaube hebt zu Gott empor,/ Glaube bricht des Grabes Siegel,/ selbst der Ewigkeiten Tor;/ Glaube geht durch Flamm und Fluten,/ ließ die zZeugen Jesu bluten/ und sie überwinden weit,/ sicher ihrer Seligkeit. 3. Glaube hilft in allem siegen,/ macht die schwerste Tugend leicht;/ alles muß zu Füßen liegen,/ selbst ge⸗ wohnte Sünde weicht./ Ob du auch im Rampf erlagest,/ schon an Glaubenskraft verzagest,/ kämpfe staͤrker, kämpfe mehr,/ deine Silfe ist der Serr. J. Sast du nicht des Wunderbaren/ Wunderausgang oft gesehn?)Siehst du nicht den Unsichtbaren/ groß durch Taten bei dir stehn?/ Mußt du denn ihn immer sehen?/ bald des Ewgen Rat verstehen?/ bald dich seiner Silfe freun?/ würde dies dein Bestes sein? 5. Glaube dann noch, wenn zu glauben/ fast kein Zoff⸗ nungsstrahl mehr bleibt;/ laß dir nichts sein Machtwort rauben:/ Selig, selig ist, wer glaubt!/ Ach, die ersten dort am Throne/ glaubten ohne Schaun die Rrone,/ rangen, starben, wankten nie/ und empfingen!— Sei wie siel Gottlob Reiber, 1889. 4.— Valet will ich dir geben. 242 Melchior Teschner, 1613. SSSSSS —— Ich weiß, an wen ich glau⸗be,/ ich Uwenn al⸗les hier im Stau⸗be/ wie 2⁵⁰ Glaube und Rechtfertigung 2⁴4²2 rmekdlrt weiß, was fest be⸗steht, ö Staub und Rauch ver⸗ weht; 1 Weiteres is ö 2— EEA blei⸗bet,/ wo al⸗les wankt und fällt,/ wo Wahn die — 12 ö—4 ᷣ——————————— Wei⸗sen trei⸗bet/ und Trug die Rlu- gen hält. 2. Ich weiß, was ewig dauert,/ ich weiß, was nie ver⸗ läßt;/ auf ewgen Grund gemauert/ steht diese Schutzwehr fest./ Es sind des Heilands Worte,/ die Worte fest und klar;/ an diesem Felsenhorte/ halt ich unwandelbar. 3. Auch kenn ich wohl den Meister,/ der mir die Feste baut:/ es ist der Herr der Geister,/ auf den der Simmel schaut,/ vor dem die Seraphinen/ anbetend niederknien,/ um den die Heilgen dienen!/ Ich weiß und kenne ihn. 4. Das ist das Cicht der Höhe,/ das ist mein Jesus Christ,/ der Fels, auf dem ich stehe,/ der diamanten ist,/ der nimmermehr kann wanken,/ mein Heiland und mein Hort,/ die Ceuchte der Gedanken,/ die leuchtet hier und dort. S. Er, den man blutbedecket/ am Abend einst begrub;/ er, der von Gott erwecket,/ sich aus dem Grab erhub;/ der meine Schuld versöhnet,/ der seinen Geist mir schenkt,/ der mich mit Gnaͤde krönet/ und ewig mein gedenkt. 6. Drum weiß ich, was ich glaube,/ ich weiß, was fest be⸗ steht/ und in dem Erdenstaube/ nicht mit als Staub ver⸗ weht./ Es bleibet mir im Grauen/ des Todes ungeraubt;/ es schmückt auf Simmelsauen/ mit RKronen einst mein Baupt. Ernst Moritz Arndt, 4 1860. V. 5 von A. Knapp, f 1864. 251 Nachfolge Christi 233 Heiligung Nachfolge Christi.(uuch Lied r. 411. 243 Mel. Wie nach einer Waͤsserquelle. Hranzösischer Psalter, 155J. 2— . 25 Sei ge⸗ treu bis an das En⸗de,/ daß nicht dich von dei⸗ nem Je⸗su wen⸗de;/ sei ihm ö D. SIISISPSI I Mar⸗ter, Angst und Not 1 treu bis in den Tod!/ SSSEEEE ist nicht wert der Herr⸗-lich⸗keit,/ die dein Je⸗sus —————..— E.——————— — dir will ge⸗ ben/ dort in je⸗ nem Freu⸗den⸗le ⸗ ben. 2. Sei getreu in deinem Glauben!/ Caß dir dessen festen Grund/ ja nicht aus dem Serzen rauben,/ haͤlte treulich deinen Bund,/ den dein Gott durchs Waͤsserbad/ fest mit dir geschlossen hat./ Ach, du gingest ja verloren,/ wenn du treulos ihm geschworen. 3. Sei getreu in deiner Liebe/ gegen Gott, der dich ge⸗ liebt;/ auch die Cieb am Maͤchsten ube,/ wenn er dich auch oft betrübt./ Denke, was dein Heiland tat,/ als er für die Feinde bat!/ Du mußt, soll dir Gott vergeben,/ auch ver⸗ zeihn und liebreich leben. 7. Sei getreu in deinem Ceiden! /Lasse dich kein Un⸗ gemach,/ laß dich nichts von Jesu scheiden,/ murre nicht in Weh und Ach!/ Denn du maͤchest deine Schuld/ groͤßer nur durch Ungeduld;/ leichter trägt, wer willig traͤget,/ was sein Gott ihm aͤuferleget. Ach, das Lei⸗den die⸗ ser Zeit/ 25²2 „ 22 Nachfolge Christi 24⁴ 5. Sei getreu in deinem Hoffen!/ Traue fest auf Gottes Wort;/ hat dich Kreuz und Not betroffen/ und Gott hilft nicht alsofort:/ hoff auf ihn doch festiglich,/ sein Serz bricht ihm gegen dich,/ seine Silf ist schon vorhanden,/ Boffnung maͤchet nie zuschanden. 6. MNun wohlan, so bleib im Ceiden/ Glaͤube, Liebe, Boffnung festl/ Ich will treu sein bis zum Scheiden,/ weil mein Gott mich nicht verläßt./ Herr, den meine Seele liebt,/ dem sie sich im Kreuz ergibt,/ sieh, ich fasse deine Hände:/ Silf mir treu sein bis zum Endel Nach Benj. Prätorius, um 1674. 24⁴4 ME S ir nach“, spricht Christus, ver⸗leug net euch, ver⸗ —— 2.. un⸗ser Beld,/„mir nach, ihr — — Chri⸗sten al ⸗le Ruf und S0 K nehmt eu⸗ er Kreuz und 7 ö ů L + —40 N — 2— Un⸗ge⸗mach/ auf euch, folgt mei nem Wan· del nach!“ 2.„Ich bin das Licht, ich leucht euch für/ mit heilgem Tugendleben;/ wer zu mir kommt und folget mir,/ darf nicht im Finstern schweben;/ ich bin der Weg, ich weise wohl,/ wie man wahrhaftig wandeln soll.“ 9 25³3 245 3.„Mein Serz ist voll Demütigkeit,/ voll Ciebe mein Ge⸗ müte,/ mein Mund voll Suld und Freundlichkeit,/ voll Sanftmut und voll Güte;/ mein Geist und Wille, Xraft und Sinn/ ist Gott ergeben, schaut auf ihn.“ 4.„Ich zeig euch das, was schädlich ist,/ zu fliehen und zu meiden,/ und euer Serz von arger List/ zu reingen und zu scheiden;/ ich bin der Seelen Fels und Hort/ und füͤhr euch zu der Simmelspfort!“ S.„Fällts euch zu schwer, ich geh voran,/ ich steh euch an der Seite,/ ich kämpfe selbst, ich brech die Bahn,/ bin alles in dem Streite./ Ein böser Rnecht, der still mag stehn,/ sieht er voran den Feldherrn gehn!“ 6.„Wer seine Seel zu finden meint,/ wird sie ohn mich verlieren;/ wer sie hier zu verlieren scheint,/ wird sie in Gott einführen./ Wer nicht sein Kreuz nimmt und folgt mir,/ ist mein nicht wert und meiner Zier.“ 7. So laßt uns denn dem lieben Serrn/ mit Leib und Seel nachgehen/ und wohlgemut, getrost und gern/ in allen Ceiden stehen;/ denn wer nicht kämpft, trägt auch die KRron/ des ewgen Cebens nicht davon. Joh. Scheffler, 4I677. V. 4 bei Sreylinghausen, I7o3. 2⁴⁵ Mel. Lasset uns den Serren preisen. Nachfolge Christi Johann Schop, 164ʃI. ———.— + 1 910 Las seset uns mit Je⸗su zie⸗hen,/ sei⸗nem VUin der Welt der Welt ent⸗flie⸗hen,/ auf der — f f— — Vor⸗ bild fol⸗gen nach, im⸗ im⸗mel Bahn, die er uns—.. er iidn. E 72— 2 rei⸗ sen,/ ir⸗disch noch, schon himm⸗ Aisch sein,/ 2⁵⁴ IXI Nachfolge Christi 24 I....— glau⸗ben recht und le⸗ben rein,/ in der E 1 1 — ————— — ä LCieb den Glau⸗ben wei⸗sen!/ Treu er Je⸗-su, 1 EEEd bleib bei mir;/ geh vor ⸗an, ich fol⸗ ge dir. 2. Casset uns mit Jesu leiden,/ seinem Vorbild werden gleich!/ Wach dem Leiden folgen Freuden,/ Armut hier macht droben reich;/ Tränensaat, die erntet Wonne,/ Hoff⸗ nung tröstet mit Geduld;/ denn es scheint durch Gottes Huld/ nach dem Regen baͤld die Sonne./ Jesu, hier leid ich mit dir;/ dort teil deine Freud mit mir! 3. Casset uns mit Jesu sterben!/ Sein Tod rettet uns vom Tod,/ rettet von der Seel Verderben,/ von der ewig⸗ lichen Not./ Laßt uns toͤten, weil wir leben,/ unser Fleisch, ihm sterben ab,/ so wird er uns aus dem Grab/ in das Himmelsleben heben./ Jesu, sterb ich, sterb ich dir,/ daß ich lebe fuͤr und fuͤr! 4. Casset uns mit Jesu leben!/ Weil er auferstanden ist,/ muß das Grab uns wiedergeben./ Jesu, unser Saupt du bist,/ wir sind deines Ceibes Glieder;/ wo du lebst, da leben wir;/ ach, erkenn uns fuͤr und fuͤr,/ treuer Freund, als deine Brüder! /Jesu, dir ich lebe hier,/ dorten ewig 2 — 5 ——— 2 + O II auch bei dir! Sigismund v. Birken, + 168J. 246 Darmstadt 1698. 94 SE.— I ———* — r— 1. Je su, hilf sie gen, du Für⸗ ste des Uwie sie ihr dro- hen- des Seer nicht ver— 25⁵ 246 Nachfolge Christi CLe ⸗bensł/ Sieh, wie die Fin ⸗ster ⸗nis drin⸗get her⸗ ge⸗bens/ mächtig auf⸗füh⸗ret, mir schäd⸗lich zu EV 5 2 Schau, wie sie sin net auf al⸗ ler lei ein, seinl ———— ISEEEE. Rän·ke,/ daß sie mich sich⸗te, zer⸗stoͤ⸗re und krän⸗ke. 2. Jesu, hilf siegen! Ach, wer muß nicht klagen!/ Serr, mein Gebrechen ist immer vor mir;/ hilf, wenn die Sunden der Jugend mich nagen,/ die mein Gewissen mir täglich hält fürl/ Ach laß mich schmecken dein kräftig Versůhnen/ und dies zu meiner Demuͤtigung dienen. 3. Jesu, hilf siegen, wenn in mir die Sünde,/ Eigenlieb, Boffart und Mißgunst sich regt,/ wenn ich die Cast der Be⸗ gierden empfinde,/ und sich mein tiefes Verderben dar⸗ legt./ Silf dann, daß ich vor mir selber erröte/ und durch dein Leiden die Sündenlust töte. 7. Jesu, hilf siegen und lege gefangen/ in mir die Custe des Fleisches und gib,/ daß in mir lebe des Geistes Ver⸗ langen,/ aufwärts sich schwingend durch heiligen Trieb./ Laß mich eindringen ins göttliche Wesen,/ so wird der Leib und die Seele genesen. 5. Jesu, hilf siegen, damit auch mein Wille/ dir, Serr, sei gänzlich zu eigen geschenkt,/ und ich mich so in dein Wollen verhülle,/ daß sich die Seele zur Ruhe hinlenkt./ Laß mich mir sterben und alle dem Meinen,/ daß ich mich zählen darf unter die Deinen. 6. Jesu, hilf siegen und laß mich nicht sinken!/ Wenn sich die Kräfte der CLügen aufblähn/ und mit dem Scheine der Wahrheit sich schminken,/ laß doch viel heller dann deine 2⁵⁶ .—— S... IXMX—— 7 Nachfolge Christi 247 Kraft sehn./ Steh mir zur Rechten, o Ronig und Meister,/ lehre mich kämpfen und prüfen die Geister. 7. Jesu, hilf siegen im Wachen und Beten;/ Züter, du schläfst ja und schlummerst nicht ein./ Laß dein Gebet mich unendlich vertreten,/ der du versprochen, Fürsprecher zu sein./ Wenn mich die Macht mit Ermüdung will decken,/ wollst du mich, Jesu, ermuntern und wecken. 8. Jesu, hilf siegen, wenn alles verschwindet,/ und ich mein Wichts und Verderben nur seh;/ wenn kein Ver— mögen zu beten sich findet,/ wenn ich muß sein ein ver⸗ schüchtertes Reh,/ ach Serr, so wollst du im Grunde der Seelen/ dich mit dem innersten Seufzen vermählen. 9. Jesu, hilf siegen, wenns nun kommt zum Sterben;/ mach du uns würdig und stetig bereit,/ daß ich mich nenne des Zimmelreichs Erben/ dort in der Ewigkeit, hier in der Jeit. /Jesu, mein Jesu, dir bleib ich ergeben,/ hilf du mir siegen, mein Heil, Trost und Ceben! Joh. Seinrich Schroͤder, IEYo. 2⁴⁷ Mel. Eins ist not, ach Serr, dies Eine. Adam Rrieger, 1657. Ber⸗zog uns⸗rer Se⸗lig⸗kei⸗ten,/ zeuch uns in dein da du uns die Stätt be⸗rei⸗ten/ und zu dei⸗nes + —— j — —— SSEIEE Bei ⸗lig tum Na⸗mens Ruhm/ 3448 dei ne Er ⸗Lo sten sieg · —.— an ö — 5 d, r. präch⸗tig willst füh⸗ ren;/ laß un⸗se⸗re Bit ⸗te dein 4 II E. 2—2— 2.— Z—.— III— EX ——— Ber · ze jetzt rührenz/ wir wollen dem Va⸗ter zum Gp⸗ fer da⸗ 25⁷ Nachfolge Christi IIEIEEIE— u., 9—98 und mit dir durch Cei⸗den zur Herr-lich⸗keit gehn. 2. Er hat uns zu dir gezogen,/ und du wieder zu ihm hinz/ Liebe hat uns überwogen,/ daß an dir hängt Herz und Sinn./ Nun wollen wir gerne mit dir auch absterben/ dem ganzen natürlichen Seelenverderben;/ in deinen Tod, Herr, laß ver⸗ pflanzet uns sein,/ sonst dringen wir nimmer ins Leben hinein. 3. Fürst des Cebens, komm und eile,/ führ das Todesurteil aus;/ brich entzwei des Mörders Pfeile,/ wirf die Suͤnde ganz hinaus!/ Ach laß sich dein neues, erstandenes Ceben/ in un⸗ sern erstorbenen Herzen erheben;/ erzeig dich verkläret und herrlich noch hier/ und bringe ein neues Geschoͤpfe herfür. 4. Kehre die zerstreuten Sinnen/ aus der Vielheit in das Ein,/ daß sie wieder Raum gewinnen,/ nur von dir erfüllt zu sein!/ Ach wirf du die Mächte der Finsternis nieder,/ erneure die Kräfte des Geistes uns wieder,/ daß er aus der Fulle der Gnade sich naͤhr'/ und gegen der Gottheit Verachter sich wehr'. S. CLebe denn und lieb und labe/ in der neuen Kreatur,/ Lebensfürst, durch deine Gabe/ die genesene Naturl/ Er⸗ wecke dein Paradies wieder im Grunde/ der Seelen und bringe noch näher die Stunde,/ da du dich in allen den Deinen verklaͤrst/ und ihnen das ewige CLeben gewahrst. 6. Gönne uns noch Frist auf Erden,/ Zeugen deiner Kraft zu sein,/ deinem Bilde gleich zu werden,/ in dem Tod zu nehmen ein /des Lebens vollkommene Freiheit und Rechte /als eines vollendeten Heilands Geschlechtel/ Der Unglaub mag denken: wir bitten zuviel;/ du hörst unsre Bitten, tust über ihr Ziel! Gottfried Arnold, T 1714. 248 Serrnhaag 174⁰. ——W G SSS 10 Durch ⸗bre cher al⸗ler Ban⸗de,/ der du Ibei dem Scha⸗den, Spott und Schan⸗de/ lau⸗ ter S S.„E= K— D — nein. rteil ganz un⸗ und . das It zu eure eder ehr'. ur,/ Er⸗ und den iner Tod und Der nsre 7I. Nachfolge Christi 248 .I.... 13 da immer bei uns bist, LCust und Sim-mel ist, —.———— dein Ge⸗rich ⸗»te/ wi⸗der un⸗sern A⸗damssinn,/ bis uns ö— I — dein so treu Ge⸗sich ⸗te/ fuͤh⸗ret aus dem Ker⸗ker hin. 2. Ists doch deines Vaters Wille,/ daß du endest dieses Werk;/ hierzu wohnt in dir die Fuͤlle/ aller Weisheit, CLieb und Stärk,/ daß du nichts von dem verlierest,/ was er dir geschenket hat,/ und es aus der Unruh fuͤhrest/ zu der selgen Ruhestatt. 3. Ach so mußt du uns vollenden,/ willst und kannst ja anders nicht;/ denn wir sind in deinen Bänden,/ dein Serz ist auf uns gericht't;/ ob wir wohl von allen Leuten/ als gefangen sind geacht't,/ weil des Rreuzes Niedrigkeiten/ uns der Welt zum Spott gemacht. 4. Schau doch aber unsre Ketten,/ da wir mit der Krea⸗ tur/ seufzen, ringen, schreien, beten/ um Erlösung der Natur/ von dem Dienst der Eitelkeiten,/ der uns noch so hart bedrückt,/ ob auch schon der Geist in Zeiten/ sich auf etwas Bessres schickt. 5. Ach erheb die matten Kräfte,/ reiße du das Band ent⸗ zwei,/ daß wir, durch die Weltgeschaͤfte/ durchgebrochen, stehen freil/ Weg mit Menschenfurcht und Zaͤgen,/ weich, Vernunftbedenklichkeit;/ fort mit Scheu vor Schmach und Plagen;/ weg des Fleisches Zärtlichkeit! 6. Herr, zermalme, Serr, zerstöre/ diese Macht der Finsternis;/ denn der preist nicht deine Ehre,/ den sie fort zum Tode riß./ Seb uns aus dem Staub der Sünden,/ wirf die Cust der Welt hinaus;/ laß uns waͤhre Freiheit finden,/ Freiheit in des Vaters Haus! ü⸗be fer⸗ner 2⁵9 249 Nachfolge Christi 7. Wir verlangen keine Ruhe/ für das Fleisch in dieser Zeit;/ wie dus nötig findest, tue/ noch vor unsrer Ab⸗ schiedszeit;/ aber unser Geist, der bindet/ dich im Glauben, läßt dich nicht,/ bis er die Erlösung findet,/ die dein treuer Mund verspricht. 8. Serrscher, herrsche, Sieger, siege;/ RKönig, brauch dein Regiment,/ führe deines Reiches Rriege,/ mach der Sklaverei ein End!/ Ach, die Cast treibt uns zu rufen,/ alle flehen wir dich an:/ Jeig doch nur die ersten Stufen/ der gebrochnen Freiheitsbahn! 9. Ach wie teu'r sind wir erworben,/ nicht der Menschen Rnecht zu sein!/ Drum, so wahr du bist gestorben,/ mußt du uns auch maͤchen rein,/ rein und frei und ganz voll⸗ kommen,/ in dein heilig Bild verklärt;/ der hat Gnad um Gnaͤd genommen,/ wer aus deiner Füll sich nährt. J0. Ciebe, zeuch uns in dein Sterben,/ laß mit dir ge⸗ kreuzigt sein,/ was dein Reich nicht kann ererben;/ fuͤhr ins Paradies uns ein!/ Doch wohlan, du wirst nicht säumen,/ laß nur uns nicht lässig sein;/ werden wir doch als wie träumen,/ wenn die Freiheit bricht herein! Gottfried Arnold, 17I4. 249 Mel. O ZJesu Christ, meins Lebens Licht(oder wie Nr. 149). Leipzig 1625. IE—. ———————— 5 J. Ein rei⸗ nes Serz, Serr, schaff in mir,/ ITTIT öU— —*————— schleuß zu der Sun · de Tor und Tur// ver · trei⸗ be sie und .—............ — laß nicht zu,/ daß sie in mei⸗nem Ser⸗zen ruhl 2. Dir öffn ich, Jesu, meine Tür;/ ach, komm und wohne du bei mir;/ was unrein ist, das treib hinaus/ aus deinem Tempel, deinem Saus. und aus Nachfolge Christi 25⁰ 3. Caß deines guten Geistes Licht/ und dein hell⸗ glänzend Angesicht/ erleuchten mein Zerz und Gemüt,/ o Brunnen unerschöpfter Güt! 7. Und mache denn mein Serz zugleich/ an Zimmelsgut und Segen reich;/ gib Weisheit, Stärke, Rat, Verstand/ aus deiner milden Gnadenhand: S. So will ich deines Namens Ruhm/ ausbreiten als dein Eigentum/ und dieses achten für Gewinn,/ wenn ich nur dir ergeben bin. Seinrich Georg MNeuß, III. 25⁰ Mel. Straf mich nicht in deinem Zorn. Um 1680. 1 Ma ⸗che dich, mein Geist, be⸗reit,/ warche, Udaß dich nicht die bö⸗se zeit/ un⸗ver⸗ SRÄ n n fleh und be⸗te, 4 hesit ber tre⸗ tez denn es ist/ Sa⸗tans List/ ü⸗ber S..........—— „— vie le From⸗men/ zur Ver⸗su⸗chung kommen. 2. Aber wache erst recht auf/ von dem Sündenschlafe;/ denn es folget sonst darauf/ eine lange Strafe,/ und die 5 samt dem Tod/ möchte dich in Sünden/ unvermutet inden. 3. Wache auf, sonst kannst du nicht/ Christi Klaͤrheit sehen;/ wache, sonst wird dir sein Licht/ ewig ferne stehen;/ denn Gott will/ für die Fuͤll/ seiner Gnadengaben/ offne Augen haben. 4. Wache, daß dich nicht die Welt/ durch Gewalt be⸗ zwinge,/ oder, wenn sie sich verstellt,/ wieder an sich 261 251 Nachfolge Christi bringe;/ wach und sieh,/ daß dich nie/ falsche Brüͤder fällen,/ die dir Netze stellen. S. Wach und hab auf dich wohl acht,/ trau nicht deinem Berzen;/ leicht kann, wer es nicht bewacht,/ Gottes Gnad verscherzen;/ denn es ist/ voller List,/ kann sich selber heucheln/ und in Hoffaͤrt schmeicheln. 6G. Bete aber auch dabei/ mitten in dem Waͤchen;/ denn der Herr nur kann dich frei/ von dem allen machen,/ was dich drückt/ und bestrickt,/ daß du schläfrig bleibest/ und sein Werk nicht treibest. 7. Doch getrost, es muß uns schon/ alles gluͤcklich gehen,/ wenn wir ihn durch seinen Sohn/ im Gebet anflehen;/ denn er willl/ alle Füll/ seiner Gunst ausschütten,/ wenn wir gläubig bitten. 8. Drum so laßt uns immerdar/ wachen, flehen, beten,/ weil die Angst, Not und Gefahr/ immer näher treten;/ denn die Zeit/ ist nicht weit,/ da uns Gott wird richten/ und die Welt vernichten. Joh. Burchard Hreystein, I7I8. 251 Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. Frankfurt a. M. 1599. S... 1 Wpas stet euch, ihr Chri⸗sten⸗leu⸗-te!/ Die Feinde Wappnet euch mit Got-tes Wor⸗te/ und kämpfet — PSPIITITTITSTITITIIEIIII su⸗chen euch zur Beute,/ ja Sa⸗tan selbst hat eu'r be⸗ frisch an jedem Or⸗ te,/ da⸗mit ihr blei⸗bet un⸗ver⸗ .. gehrt. 17570 Ist euch der Feind zu schnell,/ hier ist Im⸗ma⸗ nu⸗ el;/ 50⸗si⸗ an⸗nal/ Der Star⸗ke faͤllt/ D — durch die⸗sen Seld,/ und wir be-halten mit das Feld. 2. Reinigt euch von euren Lüsten,/ besieget sie, die ihr seid Christen,/ und stehet in des Serren Kraft./ Staͤrket euch in Jesu Namen,/ daß ihr nicht straͤuchelt wie die Lahmen./ Wo ist des Glaubens Ritterschaft?/ Wer hier ermuͤden will,/ der schaue auf das Ziel:/ da ist Freude!/ Wohlan, so seid/ zum Kampf bereit,/ so krönet euch die Ewigkeit. 3. Streitet recht die wen'gen Jahre,/ eh ihr kommt auf die Totenbahre;/ kurz, kurz ist unser Cebenslauf./ Wenn Gott wird die Toten wecken,/ und das Gericht die Welt wird schrecken,/ so stehen wir mit Freuden auf./ Gottlob! wir sind versöhnt!/ Daß uns die Welt noch höhnt,/ währt nicht lange,/ und Gottes Sohn/ hat längstens schon/ uns beigelegt die Ehrenkron. 0 4. Jesu, stärke deine Kinder/ und mach aus ihnen Über⸗ winder,/ die du erkauft mit deinem Blut;/ schaff in uns ein neues Ceben,/ daß wir uns stets zu dir erheben,/ wenn uns entfallen will der Mutl/ Gieß aus auf uns den Geist,/ da⸗ durch die Ciebe fleußt/ in die Herzen;/ so halten wir/ ge⸗ treu an dir/ im Tod und Leben für und für. Wilh. Erasmus Arends, 172I. 252 Mel. wachet auf, ruft uns die Stimme(Nr. 25J). J. Heilger Jesu, Seilgungsquelle,/ mehr als Kristall rein, klar und helle,/ du lautrer Strom der Heiligkeit!/ Aller Glanz der Cherubinen,/ die Heiligkeit der Seraphinen/ ist gegen dich nur Dunkelheit./ Ein Vorbild bist du mir;/ ach, bilde mich nach dir,/ du mein Alles! Hilf, Jesu, du/ auch mir dazu,/ daß ich maͤg heilig sein wie du. 2⁰3 25² Nachfolge Christi 2. Stiller Jesu, wie dein Wille/ dem Willen deines Vaters stille/ und bis zum Tod gehorsam war,/ also mach auch gleichermaßen/ mein Serz und Willen dir gelassen;/ ach, stille meinen Willen gar!/ Mach mich dir gleichgesinnt,/ wie ein gehorsam Kind/ stille, stille;/ hilf, Jesu, du/ auch mir dazu,/ daß ich fein stille sei wie du. 3. Wacher Jesu, ohne Schlummer,/ in großer Arbeit, müh und Kummer/ bist du gewesen Tag und Nacht;/ mußtest täglich viel ausstehen,/ des Nachts lagst du vor Gott mit Flehen/ und hast gebetet und gewacht./ Gib mir auch Wachsamkeit,/ daß ich wie du allzeit/ wach und betel/ Silf, Jesu, du/ auch mir dazu,/ daß ich stets wachsam sei wie du. 7. Gütger Jesu, ach, wie gnädig,/ wie liebreich bist du und guttätig/ doch gegen Freund und Feind gesinntl/ Deine Sonne scheinet allen,/ dein Regen muß auf alle fallen,/ ob sie dir gleich undankbar sind./ Mein Berr, ach lehre mich,/ damit auch hierin ich/ dir nachartel/ Zilf, Jesu, du/ auch mir dazu,/ daß ich so gütig sei wie du. S5. Sanfter Jesu, ganz unschuldig /ertrugst du alle Schmach geduldig/ und übtest niemals Rache aus./ Wer kann deine Sanftmut messen,/ bei der du dennoch nie ver⸗ gessen/ den Eifer um des Vaters Saus!/ Mein Seiland, ach verleih/ mir Sanftmut und dabei/ guten Eiferl/ Silf, Jesu, du/ auch mir dazu,/ daß ich sanftmütig sei wie du. 6. Hoher Jesu, Ehrenkönig,/ du suchtest deine Ehre wenig/ und wurdest niedrig und gering;/ wandeltest einher auf Erden/ in Demut und in Knechtsgebärden,/ erhobst dich selbst in keinem Ding./ Berr, solche Demut lehr/ mich auch je mehr und mehr/ stetig üben!/ Zilf, Jesu, du/ auch mir dazu,/ daß ich demuͤtig sei wie du. 7. Ciebster Jesu, liebstes Ceben,/ mach mich in allem dir ergeben/ und deinem heilgen Vorbild gleich;/ gib, daß mich dein Geist durchdringe,/ daß ich viel Glaubensfrüchte bringe/ und tüchtig werd zu deinem Reich./ Ach zeuch mich ganz zu dir,/ behalt mich für und für,/ treuer Zeilandl/ Bilf mir dazu,/ daß ich wie du,/ und wo du bist, einst finde Ruh. Nach dem Solläͤndischen des Zodokus v. Lodenstein.) 5 Bartholomäus Crasselius, 1724. Nachfolge Christi 253 253 Sranzo sischer Psalter, I55I. E— ö 5 ö 1.—— —— .— 0 Eern schaf⸗fet, Nen⸗schen⸗kin⸗der,/ schaf⸗fet J. Bau ⸗et nicht, wie fre ⸗ che Sünder,/ nur auf Mel. Wie nach einer Wa sserquelle. 0 2 eu⸗re Se⸗lig⸗keit! ge⸗gen⸗wärt⸗ge Zeit, —— ö.——.— 5 Lnn in wern wn rin ⸗get nach dem Sim ⸗mel⸗reich,/ und be/ muůͤ⸗het , Ht Lr d EEE euch auf Er⸗den,/ wie ihr mo⸗get se⸗lig wer ⸗ö den. 2. Daß nun dieses moͤg geschehen,/ müßt ihr nicht nach Fleisch und Blut/ und nach dessen Neigung gehen,/ son⸗ dern was Gott will und tut,/ das muß ewig und allein/ eures Lebens Richtschnur sein,/ mag es eure schwachen Herzen/ nun erfreuen oder schmerzen. 3. Ihr habt Ursach zu bekennen,/ daß in euch noch Sünde ist,/ daß ihr Fleisch von Fleisch zu nennen,/ daß ihr fehlt zu jeder Frist,/ und daß Gottes Gnadenkraft/ nur allein das Gute schafft,/ daß nichts außer seiner Gnade/ in euch ist als Seelenschade. 4. Selig, wer im Glauben kämpfetl/ Selig, wer im Rampf besteht/ und die Sünden in sich dämpfet!/ Selig, wer die Welt verschmäht!/ Unter Christi Rreuzesschmach/ jaget man dem Frieden nach;/ wer den Zimmel will er⸗ erben,/ muß zuvor mit Christo sterben. 5. Werdet ihr nicht treulich ringen/ sondern träg und lässig sein,/ eure Neigung zu bezwingen,/ so bricht eure 265 son⸗dern schau⸗et u⸗ber euch,/ 25⁴ 5offnung ein./ Ohne tapfern Streit und Krieg/ folget nie ein rechter Sieg./ Mur den Siegern wird die Krone/ bei⸗ gelegt zum Gnadenlohne. 6. Mit der Welt nach Lust zu jagen,/ findet nicht bei Christen statt;/ an dem Fleisch Gefallen tragen,/ macht des Geistes Kräfte matt;/ unter Christi Rreuzesfahn/ geht es wahrlich gar nicht an,/ daß man noch mit frechem Herzen/ wolle sicher tun und scherzen. 7. Furcht muß herrschen vor dem Richter,/ dessen Sand das Zepter trägt,/ der die sichern Bösewichter/ zur Ver⸗ dammnis niederschlägt./ Er ist's, der, wies ihm beliebt,/ Wollen und Vollbringen gibt;/ o so laßt uns zu ihm gehen,/ ihn um Gnaͤde anzuflehenl! 8. Und zu werden Christi Glieder,/ die sein reiner Geist bewegt,/ kämpft den alten Menschen nieder,/ bis ihm seine Macht gelegt./ Was euch hindert, werfet ab;/ was euch ärgert, senkt ins Grab,/ und denkt stets an Christi Worte:/ „Dringet durch die enge Pforte!“ 9. zittern will ich vor der Sunde/ und dabei auf Jesum sehn,/ bis ich seinen Beistand finde,/ in der Gnade zu be— stehn./ Ach, mein Heiland, geh doch nicht/ mit mir Armen ins Gericht!/ Gib mir deines Geistes Waffen,/ meine Seligkeit zu schaffen. Io. Amen, es geschehe Amen!/ Gott versiegle dies in mir,/ auf daß ich in Jesu Namen/ meinen Rampf zu Ende führ./ Er verleihe Rraft und Staͤrk/ und regiere selbst das Werk,/ daß ich wache, bete, ringe/ und also zum Zimmel dringe. Ludwig Andreas Sotter, 1 1735. Nachfolge Christi Mel. Jesus, meine Zuversicht. 2 54 Berlin J653. 1.9— 9 5.—..„ 0 55 1 Him-mel an geht uns⸗re Bahn;/ wir sind Ebis wir dort nach Ra⸗ na-⸗ an/ durch die 54. ů 2 ——.* 6—— Gä⸗ste nur auf Er⸗den, wü⸗ste kom⸗-men wer⸗den. D——.—— ereeee. Hil⸗ grims stand, dro· ben un⸗ ser Va⸗ter⸗-land. 2. Himmelaͤn schwing dich, mein Geist;/ denn du bist ein himmlisch Wesen/ und kannst das, was irdisch heißt,/ nicht zu deinem Ziel erlesen;/ ein von Gott erleucht'ter Sinn/ kehrt in seinen Ursprung hin. 3. HBimmelan! ruft Gott mir zu,/ wenn ich ihn im Worte höre./ Das weist mir den Ort der Ruh,/ wo ich ein mal hin⸗ gehöre./ Wenn mich dieses Wort bewahrt,/ halt ich eine Bimmelfahrt. 4. Himmelan! Mein Glaube zeigt/ mir das schöne CLos von ferne,/ daß mein Herz schon aufwärts steigt/ über Sonne, Mond und Sterne,/ denn ihr Licht ist viel zu klein/ gegen jenen Glanz und Schein. S. Himmelan wird mich der Tod/ in die rechte Seimat fuhren,/ da ich über alle Not/ ewig werde triumphieren./ Jesus geht mir selbst voran,/ daß ich freudig folgen kann. 6. Himmelan! Ach himmelan!/ Das soll meine Cosung bleiben. /Ich will allen eitlen Wahn/ durch die Simmels⸗ lust vertreiben./ Bimmelan steht nur mein Sinn,/ bis ich in dem Himmel bin. Benjamin Schmolck, 1737. 255 Mel. wer nur den lieben Gott läßt walten(Nr. 330). J. Was hinket ihr betrognen Seelen/ noch immerhin auf jeder Seit?/ Fällts euch zu schwer, das zu erwählen,/ was euch des dSimmels Ruf anbeut?/ O sehts mit offnen Augen an/ und brecht hindurch auf schmaler Bahn. 2. Bedenkt, es sind nicht Raiserkronen,/ nicht Reichtum, Ehr und Lust der Welt,/ womit euch Sott will ewig 267 EIXI 5.— H Sier ist un · ser 25 Nachfolge Christi lohnen,/ wenn euer Rampf den Sieg erhält:/ Gott selbst ists und die Ewigkeit,/ voll Cust und Ruh, voll Seligkeit. 3. Es gilt hier nur ein ganzes Leben,/ Gott kroͤnet kein geteiltes Serz;/ wer Jesus sich nicht recht ergeben,/ der macht sich selber Müh und Schmerz/ und träget zum ver⸗ dienten Lohn/ hier Unruh, dort die Qual davon. 7. Wer aber mit Gebet und Ringen/ auf ewig allem Ab⸗ schied gibt/ und Gott, den Zerrn von allen Dingen,/ von Herzen und aͤllein nur liebt,/ der wird der Krone wert ge⸗ schätzt/ und auf des Köͤnigs Stuhl gesetzt. 5. Jerreißt doch die gelegten Schlingen,/ die euch in diesem schönen Cauf/ verhindern und zum Säumen bringen,/ und rafft euch heut von neuem aufl/ Auf, auf, verlaßt die falsche Ruhl/ Auf, auf, es geht dem Bimmel zul 6. Die Allmacht stehet euch zur Seiten;/ die Weisheit hält bei euch die Wach;/ die Gottheit selber will euch leiten/ folgt nur mit treuen Schritten nach./ wie manchen hat nicht diese Sand/ schon durchgeführt ins Vaterland! 7. Wur spart es nicht auf andre Jeiten,/ ihr habt schon jetzo viel versäumt;/ ihr mehrt euch selbst die Schwierig⸗ keiten,/ wenn ihr das süße Seut verträumt./ Eilt, eilet, denn die Gnaͤdenzeit/ fliegt pfeilgeschwind zur Ewigkeit. 8. Eilt, faßt einander bei den Zaͤndenl/ Seht, wie ist unser Ziel so nahl/ Wie bald wird unser Raͤmpf sich enden;/ da steht dann unser Röͤnig daꝛ/ der fuͤhrt uns ein zur stillen Ruh/ und urteilt uns das Kleinod zu. Zeop.§rz. Friedrich Lehr, 4 1744. 256 Mel. Ach, was soll ich Sünder machen(Nr.. I. Auf, ihr Streiter, durchgedrungen,/ auf und folgt dem Heiland nach,/ der durch Marter, Tod und Schmach/ sich zum Himmel aufgeschwungen!/ Ringt ihm nach in seiner Kraft;/ er ists, der den Sieg verschafft. 2. Rein Erlöster müsse sagen,/ ihm gebreche Kraft und Mut/ zu dem Rampf mit Fleisch und Blut./ Alles soll der Jünger waͤgen,/ weil der Serr die Wunden heilt/ und den Schwachen Kraft erteilt. Christi tt selbst eligkeit. iet kein „ /der im ver⸗ em Ab⸗ /von Hdert ge⸗ uch in äumen f, auf, mel zul eisheit leiten/ en hat schon vierig⸗ „eilet, keit. t unser a steht h/ und + 725. t dem „sich seiner t und Al der d den Vachfolge Christi 257⁷ 3. Sind wir schwach: bei ihm ist Staärke;/ sind wir arm: der Serr ist reich;/ wer ist unserm Führer gleich?/ Unser Gott tut Wunderwerke./ Sagt, ob der nicht helfen kann,/ dem die dimmel untertan? 4. Ja, Gott kann und will uns schirmen./ Drum, so dringet mutig ein;/ schämt euch, träg und feig zu sein!/ Mag es drohen, mag es stürmen:/ nur durch Můh, Geduld und Streit/ führt der Weg zur Seligkeit. S. Nun, so wachet, kämpft und ringet,/ bleibet wacker im Gebet,/ bis ihr auf der Hoͤhe steht,/ wo der Sieg die Fahne schwinget!/ Ist der Erde Werk getan,/ hebt des Simmels Sabbat an. Mach Zoh. Simon Buchka, T 1752. 257 Mel. Jesus, meine Zuversicht(Nr. 254, oder wie Nr. 27J). J. Seele, was ermůdst du dich/ in den Dingen dieser Erden,/ die doch bald verzehren sich/ und zu Staub und Asche werdenꝰ/ Suche Jesum und sein Licht;/ alles andre hilft dir nicht. 2. Sammle den zerstreuten Sinn,/ laß ihn sich zu Gott aufschwingen,/ richt ihn stets zum Simmel hin,/ laß ihn in die Gnad eindringen./ Suche Jesum und sein Licht;/ alles andre hilft dir nicht. 3. Oft verlangst du Trost und Ruh,/ dein betrůbtes Serz zu laben;/ eil der Lebensquelle zu,/ da kannst du sie reichlich ha⸗ ben./ Suche Jesum und sein Licht;/ alles andre hilft dir nicht. 4. Geh in Einfaͤlt stets einher;/ laß dir nichts das Ziel verrücken;/ Gott wird aus dem Liebesmeer/ dich, den Rranken, wohl erquicken./ Suche Jesum und sein Licht;/ alles andre hilft dir nicht. 5. Du bist ja ein Sauch aus Gott/ und aus seinem Geist geboren;/ bist erlöst durch Christi Tod/ und zu seinem Reich erkoren./ Suche Jesum und sein Licht;/ alles andre hilft dir nicht. 6. Schwinge dich fein oft im Geist/ über alle Zimmels⸗ hoͤhen;/ laß, was dich zur Erde reißt,/ weit von dir ent⸗ fernet stehen./ Suche Jesum und sein Licht;/ alles andre hilft dir nicht. 26 258 7. Wahe dich dem laͤutern Strom,/ der vom Thron des Nachfolge Christi Lammes fließet/ und auf die, so keusch und fromm,/ sich in reichem Maß ergießet./ Suche Jesum und sein Licht;/ alles andre hilft dir nicht. 8. Laß dir seine Majestät/ immerdar vor Augen schweben;/ laß mit brünstigem Gebet/ sich dein Serz zu ihm erheben./ Suche Jesum und sein Licht;/ alles andre hilft dir nicht. 9. Sei im übrigen ganz still,/ du wirst schon zum Ziel ge⸗ langen;/ glaube, daß sein Liebeswill/ stillen werde dein Verlangen./ Drum such Jesum und sein Licht;/ alles andre hilft dir nicht. ZJak. Gabriel Wolf, 4 1754. Mel. Valet will ich dir geben. 258 Melchior Teschner, I6I3. ee, ertitt. un⸗ sers Rö⸗nigs Na⸗ men/ be⸗ so e le von ihm stam⸗ men, /o —— ü tre⸗ ten wir die Bahn;. ů sauteßt euch freu⸗dig anl Wi en , Krie —.——.— lan⸗de,/ Ein Herz, Ein Leib, Ein Geist./ Wohl dem, der ö x x—— ö 5 4 — E——— al ⸗le Ban⸗de/ voll Zel⸗den- mut zer ⸗reißtl 2. Der Weg ist schmal, doch eben/ und führt zur Selig⸗ keit;/ die Straße dort daneben/ ist zwar beguem und breit,/ doch wer sie geht, muß sterben,/ an ihrem Ende droht/ ein ewiges Verderben,/ Fluch, dorn und Qual und Tod. 27⁰ risti n des sich in Valles lugen erz zu andre iel ge⸗ eädein alles +17⁵4. „I6I3. — Nachfolge Christi 259 3. Wir folgen deinem Locken,/ du ewig treuer Freundl/ wer könnte sich verstocken?/ Du haͤsts so gut gemeint!/ wir wandern abgeschieden,/ und eh es geht zur Rast,/ trägt jeder still zufrieden/ sein Kreuz und seine Cast. 4. Der große Sirt der Herde/ geht seinem Volk voran;/ sein Allmachtswort:„Es werde!“/ bereitet selbst die Bahnz/ es lähmt erzürnten Feinden/ Herz, Zunge, Fuß und Hand,/ knuͤpft zwischen frommen Freunden/ der Liebe Bruderband. 5. So wandeln wir entschlossen/ dem Himmelsführer nach/ und dulden unverdrossen/ und tragen seine Schmach/ und flehn im finstern Tale:/ O Jesu, steh uns bei/ und mach im Hochzeitssaale/ bald alles, alles neul 6. Seht, wie die Krone schimmert,/ die unser Saupt einst schmückt!/ Und wird der Ceib zertrümmert,/ der Weltenbau zerstückt,/ erlöschen Sonn und Sterne:/ kein Pilger werde matt!/ Dort glänzt uns schon von ferne/ des großen Rönigs Stadt. 7. Binan, hinan, ihr Frommen,/ es koste Schweiß und Blut!/ Hinan, hinan geklommen/ mit wahrem Selden⸗ mutl/ Bald hebt uns unser Sehnen/ hoch uͤber Tod und Grab;/ bald trocknet unsre Tränen/ die Sand der Liebe ab. Joh. Ludwig Frickert, 1766. 259 —— Zeuch ein zu deinen Toren 8965 wie Nr. 365). Johann Crüger, I653. ——— dnr.—— 6 DDE 30 rn laßt uns ge⸗hen,/ der A⸗bend es ist ge⸗fähr⸗lich ste⸗ hen/ in die⸗ser Wü⸗ste ⸗nei. ——.— + 56 ..———— E⸗wig⸗keit zu wan ⸗dern/ von ei ⸗ ner Kraft zur 27¹ 259 Nachfolge Christi IIl ꝗ+ E E EI — I es ist das En⸗de gut. 2. Es soll uns nicht gereuen/ der schmale Pilgerpfad;/ wir kennen ja den Treuen,/ der uns gerufen hat./ Rommt, folgt und trauet dem;/ ein jeder sein Gesichte/ mit ganzer Wendung richte/ fest nach Jerusalem. 3. Schmückt euer Herz aufs beste/ und mehr als Ceib und Haus;/ wir sind hier fremde Gaͤste/ und ziehen bald hinaus./ Wir gehn ins Ewge ein;/ mit Gott muß unser Sandel,/ im Bimmel unser Waͤndel/ und Serz und alles sein. 4. Rommt, Brüder, laßt uns gehen;/ der Vater gehet mit!/ Er selbst will bei uns stehen/ in jedem sauern Tritt./ Das Aug dahin gekehrt,/ wo seine Ciebe winket/ und dem/ der folgt und sinket,/ den wahren Ausgang lehrt. 5. Rommt, Brüder, laßt uns wandern,/ wir gehen Sand in Hand;/ eins freuet sich am andern/ in diesem fremden CLand./ RKommt, laßt uns kindlich sein,/ uns auf dem Weg nicht streiten;/ die Engel selbst begleiten/ als Bruͤder unsre Reihn. 6. Und sollt' ein Schwacher fallen,/ so greif der Starkre zu;/ man trag', man helfe allen,/ man pflanze Fried und Ruh./ Rommt, schließt euch fester anl/ Ein jeder sei der Kleinste,/ doch wohl auch gern der Reinste/ auf unsrer Pilgerbahn. 7. Rommt, laßt uns munter wandern;/ der Weg nimmt immer ab;/ ein Tag, der folgt dem andern;/ bald faͤllt das Fleisch ins Grab./ Nur noch ein wenig Mut,/ nur noch ein wenig treuer,/ von allen Dingen freier,/ gewandt zum ewgen Gut! 8. Es wird nicht lang mehr währen;/ harrt noch ein wenig aus!/ Es wird nicht lang mehr währen,/ so kommen wir nach Haus;/ da wird man ewig ruhn,/ wenn wir mit allen Frommen/ heim zu dem Vater kommen;/ wie wohl, wie wohl wirds tun! 27² 2*2 ——0 — an⸗ dern, Nachfolge Christi 260 9. Drauf wollen wirs denn waͤgen,/ es ist wohl wagens⸗ wert,/ und gründlich dem absagen,/ was aufhält und be⸗ schwert./ Welt, du bist uns zu klein!/ Wir gehn durch Jesu Leiten/ hin in die Ewigkeiten:/ es soll nur Jesus sein. Gerhard Tersteegen, 1769. Mel. Serzlich tut mich verlangen. 260 Zans Leo Saͤßler, I60I. 20 —— —.——„— —— 7—.——..— ———.—— E 0 +—.— ö S 1 Ich soll zum Le ⸗ben drin⸗gen,/ für wel⸗ches soll nach dem Sim-mel rin⸗gen,/ das, das ist —D —— 4+.—— 1 mein Be⸗ ö ů 3—— EE— — 55⸗% *2 Sün⸗ den soll 666 nur ihm mich Werhn, Isie fliehn, sie SSSSSSSSSII.‚I‚ IS..— ü⸗ber⸗ win⸗ den und dann erst se ⸗Ug sein. 2. Und wenn der Pilger Gottes/ der Sünder Lust ver⸗ schmäht,/ wenn er, trotz ihres Spottes,/ auf seinem Pfade geht:/ was wird ihm nicht zum Lohne,/ wenn er die kurze Jeit/ getreu war! Welche Krone! /Welch eine Seligkeit! 3. O Berr, auch mich verlanget,/ dein treues Rind zu sein,/ und meine Seele hanget/ doch nicht an dir allein;/ ich weiß, ich werde sterben,/ und liebe doch die Welt;/ o Berr, welch ein Verderben,/ das mich gefangen hält! 4. Entsagt hab ich dem Bösen,/ und doch wird es voll⸗ bracht;/ ach wer wird mich erlösen/ aus dieses Todes Nacht!/ Ich lasse nach zu ringen,/ und doch ists mein Be⸗ souh ich soll zum Ceben dringen,/ zu welchem Gott mich uf. Gott mich schuf, ö 771 In ei⸗ ner Welt von 27³ 261 Nachfolge Christi S. Dir seufz' ich anzuhaͤngen,/ Erbarmer, dir allein!/ Du hast es angefangen,/ das gute Werk ist dein!/ Vollende, Gott, vollende,/ was mir dein Wort verheißt;/ in deine Vaterhände/ befehl ich meinen Geist. Joh. Andreas Cramer, 1788. 261 Mel. Jesu, meines Lebens Leben. Christoph Anton, I65J. =*—.—.—* 1—. I—— 0 1—— ——.„%. I Un⸗ser Wan⸗ del ist im Sim⸗-mell/ Röͤstelich Imir, um⸗ringt vom Welt⸗ge⸗ tüm ⸗mel,/ Nut und ......——1———— 0 Wort, wi rõ⸗mest du— sü 51 e—— Je⸗der Fußtritt, den ich ..II—.— tu ⸗e,/ brin⸗get mich dem Land der Ru-he/ nä⸗her, D. — II—— e vtiaertti. r—0 im⸗mer nä⸗ her zu;/ Wort, wie hoch er⸗freu⸗ est dul 2. Haltets fest, ihr teuren Bruͤder,/ haltets fest, dies werte Wort!/ Nichts schlag eure doffnung nieder,/ wallet immer mutig fort!/ Mutig blicket hin zum Ziele;/ viele schon er⸗ griffens, vielel/ Wir, so wahr es Gott verhieß,/ wir er⸗ greifens auch gewiß. 3. Nur, wie fromme Pilger müssen,/ bleibet wacker, seid nie laß!/ Stets des hohen Zwecks beflissen,/ wacht und kämpft ohn Unterlaß!/ Feinde stehn an euren Wegen,/ Stürme toben euch entgegen,/ Vebel, Klüfte, Felsen drohn;/ faßt nur Mut, groß ist der Lohn. 4. Was kein Auge je gesehen,/ was kein Ohr gehöret hat/ was kein Herz hier zu erflehen/ je sich unterwunden hat:/ 27⁴ Nachfolge Christi 262 das, das hat Gott dem bereitet,/ der hier tapfer kampft und streitet;/ drum verlaßt nicht eure Bahn,/ Jesus selbst ging euch voran. 5. Unser Wandel ist im Simmel!/ Röstlich Wort, wie stroöͤmest du/ mir, umringt vom Weltgetümmel,/ MNut und suͤße Hoffnung zul/ Auf, mein Geist, ermüde nimmer;/ schon seh ich des Zieles Schimmer./ Wenig, wenig Schritte noch,/ und getraͤgen ist mein Joch. Joh. Christoph§Fröbing, 1805. 262 Mel. O Ewigkeit, du Donnerwort(Nr. 48). J. Gott, der du Serzenskenner bist,/ Herr, dem die Falsch⸗ heit Greuel ist/ und jede Lüg Verbrechen;/ kein Wort spricht je ein falscher Mund,/ das dir, Allwissender, nicht kund;/ du, Seiliger, wirsts rächen!/ Laß jederzeit mein Ja und Nein,/ wie's Christen ziemt, aufrichtig sein! 2. Und wenn ich schwörend vor dir steh,/ dir in dein heilig Antlitz seh,/ die Hand zum Zimmel hebe,/ wenn ich zum Zeugen feierlich/ anrufe, Zocherhabner, dich,/ durch den ich bin und lebe:/ dann sei von Trug und Zeu⸗ chelei/ mein derz und meine Zunge frei. 3. Wenn Frevler dich auch da noch schmähn/ und frech mit Lügen vor dir stehn,/ dann laß mein Serz erschreckenl/ Weh dem, der Gott und Gottes Macht/ zum Siegel seiner Bosheit macht,/ sie vor der Welt zu decken!/ Zerz, schau den Gott mit Zittern an,/ der Seel und Leib verderben kann. 4. Gott, wenn du nicht mein Gott mehr bist,/ dein Sohn nicht mehr mein Heiland ist,/ dein dimmel nicht mein Erbez/ wenn mich beim Leiden dieser Zeit/ kein Trost vom Simmel mehr erfreut,/ kein Trost mehr, wenn ich sterbe;/ wenn Gott und Jesus nicht mehr mein:/ dann besser, nie geboren sein! 5. Nein, Ehre nicht, nicht Gut und Geld,/ kein Fürsten⸗ tum und keine Welt/ soll mich so weit verfuͤhren;/ um alle LCeiden dieser Zeit/ will ich doch Gott und Seligkeit/ mut⸗ willig nicht verlierenl/ Wie klein mein Glück auch immer sei:/ nur Gott und reines Serz dabeil 27⁵ 263 Nachfolge Christi 6. Gott, lehre mich bei jedem Eid/ aus Furcht vor deiner Heiligkeit/ die Wahrheit treulich sprechen./ Beschwör ich aber Amt und Pflicht,/ so laß mich auch im kleinsten nicht/ die teure zusag brechen!/ Auch dir, Gott, schwur ich treu zu sein,/ erhalt mich ewig, ewig dein. Daniel Rarl Bickel, 1809. 263 Mel. Gott des Simmels und der Erden. Seinrich Albert, 1642. EE———.——1—— IPIPIIIIIIII T —— E Hört das Wort voll Ernst und Lie⸗be,/ das zu börts und prüft des Ser⸗ zens Trie⸗be/ bei des S euch der Bei⸗land spricht, Wor ⸗tes hel⸗-lem Licht! was der Mund des 1— 7444 1 2— EIEE Herrn ge⸗beut,/ das ist eu„ re Se„lig⸗keit. 2. Wicht aus Sinais Gewittern/ donnert hier des Herrn Gebot,/ daß die Herzen bang erzittern,/ weil es Zorn und Strafe droht;/ selig preisend tut sein Nund/ euch den Sinn des Vaters kund: 3.„Selig sind die geistlich Armen,/ denn das Simmelreich ist ihr!/ Ihnen öffnet voll Erbarmen/ Gott der ewgen Gnade Tür;/ da wird ohne Maß gewährt,/ was ihr sehnend Herz begehrt.“ 7.„Selig sind, die Leid empfinden/ auf des Lebens schmaler Bahn! /Ihre Traurigkeit wird schwinden,/ reicher Trost wird sie umfahn;/ denn sie wirkt zur Seligkeit/ Reue, welche nie gereut.“ 5.„Selig sind, die sanften Mutes/ und in Demut milde sind!/ Sie erfreuen sich des Gutes,/ das kein Trotz und Streit gewinnt./ Durch der Sanftmut stille Macht/ wird das Schwerste leicht vollbracht.“ 27⁶ risti deiner ör ich licht/ ù zu ISo9. Nachfolge Christi 264 6.„Selig sind, die hier mit Schmachten/ dürsten nach Gerechtigkeit,/ die nach Gottes Reiche trachten,/ nicht nach Gütern dieser Zeit!/ Wo der Born des Lebens quillt,/ wird ihr Seelendurst gestillt.“ 7.„Selig sind, die voll Erbarmen/ auf der Brüder LCeiden sehn/ und den Schwachen, RKranken, Armen/ freudig eilen beizustehn!/ Woch vor Gottes Thron erfreut/ einst auch sie Barmherzigkeit.“ 8.„Selig sind die reinen Serzen,/ die nicht Sund und Welt umstrickt,/ die mit schnöder Cust nicht scherzen,/ weil nur Seilges sie entzückt!/ Einst im reinen Zimmelslicht/ schaun sie Gottes Angesicht.“ 9.„Selig sind, die Frieden bringen,/ Schuld und RKränkung übersehn,/ Feindeshaß mit Zuld bezwingen,/ fuͤr Verfolger segnend flehn!/ Trifft sie auch der Menschen Spott,/ seine Kinder nennt sie Gott.“ J0.„Selig sind, die als Gerechte/ dulden Kreuz, Ver— folgung, Schmach,/ als des Herrn getreue Xnechte/ bis zum Tod ihm folgen nach!/ Groß ist dort vor Gottes Thron/ seiner Uüberwinder Lohn.“ II.„Seid ein Salz, ein Licht der Erde,/ laßt der Wahr⸗ heit Früchte sehn,/ daß durch euch verherrlicht werde/ euer Vater in den Höhn./ Ob der Erdball untergeht,/ sein Ge— bot, sein Wort besteht.“ Bernhard Garve, I841J. 7 Valet will ich dir geben. 264 Melchior Teschner, J613. 7—— E ö— 2—.— +—— . Aus ir di⸗ schem Ge ⸗ tüm ⸗mel,/ wo wer zeigt den Weg zum Sim ⸗mel,/ da⸗ nichts das Herz er⸗ bgteh 1908 ö bin die Hoff'nung blickt? Wer lei tet un ser 27⁷ 265 Nachfolge Christi ä Stre⸗ben,/ wenn es das Ziel ver⸗gißtꝰ/ Wer führt durch — .., en.. Tod zum CLe⸗benꝰ/ der Weg heißt Je⸗sus Christ. 2. Bier irren wir und fehlen,/ gehullt in tiefe Nacht;/ durch wen wird unsern Seelen/ ein wahres Licht gebrachtꝰꝛ/ Von oben kommt die Blaͤrheit,/ die alles uns erhellt,/ denn Christus ist die Wahrheit,/ er ist das Licht der Welt. 3. Wer gibt uns hier schon Freuden,/ die niemand rauben kann?/ Wer zeiget uns im Leiden/ den SZimmel aufgetanꝛ/ Wenn vor dem Tod wir beben,/ wer gibt dem Serzen Ruh?/ Seill Christus ist das Ceben,/ führt uns dem Vater zu. Karl Julius Aschenfeld, 1 1856. 265 Mel. Valet will ich dir geben(Nr. 260. J. Es kennt der Serr die Seinen/ und hat sie stets ge⸗ kannt,/ die Großen und die Kleinen/ in jedem Volk und CLand;/ er läßt sie nicht verderben,/ er führt sie aus und ein;/ im Leben und im Sterben/ sind sie und bleiben sein. 2. Er kennet seine Scharen/ am Glauben, der nicht schaut/ und doch dem Unsichtbaren,/ als säh er ihn, ver⸗ traut;/ der aus dem Wort gezeuget/ und durch das Wort sich nährt/ und vor dem Wort sich beuget/ und mit dem Wort sich wehrt. 3. Er kennt sie als die Seinen/ an ihrer Boffnung Mut,/ die fröhlich auf dem Einen,/ daß er der Serr ist, ruht;/ in seiner Wahrheit Glanze/ sich sonnet frei und kuhn/ die wunderbare Pflanze,/ die immerdar ist grün. 4. Er kennt sie an der Ciebe,/ die seiner Liebe Frucht,/ und die mit lauterm Triebe/ ihm zu gefallen sucht;/ die andern so begegnet,/ wie er das Zerz bewegt;/ die segnet, wie er segnet,/ und trägt, wie er sie trägt. 27⁸ Nachfolge Christi 266 8. So kennt der Herr die Seinen,/ wie er sie stets gekannt,/ die Großen und die Rleinen/ in jedem Volk und Land:/ am Werk der Gnadentriebe/ durch seines Geistes Stärk,/ an Glauben, Hoffnung, Liebe/ als seiner Gnade Werk. 6. So hilf uns, Herr, zum Glauben,/ und halt uns fest dabei;/ laß nichts die doffnung rauben,/ die Liebe herzlich seil/ Und wird der Tag erscheinen,/ da dich die Welt wird sehn,/ so laß uns als die Deinen/ zu deiner Rechten stehnl Philipp Spitta, J1859. Mel. O Durchbrecher aller Bande. 266 Zerrnhaag 1740. 0. E 2——— TA———— . qñ ‚‚..... i eee— 1 Bleibt bei dem, der eu ⸗- ret⸗ wil=len/ der, um eu⸗ren Schmerz zu stil⸗len,/ II— 2 2 — SIDSDDSEEE auf die Er⸗de nie⸗der— kam, tau⸗send Schmer⸗zen auf sich nahm! Bleibt bei dem, der —— E.—..— 1—— . d,.. ein⸗zig blei⸗bet,/ wenn auch alẽles un⸗ tergeht,/ der, wenn al⸗les auch zer⸗ stau⸗bet,/ siegend ü⸗berm Staube steht. 2. Alles schwindet, Serzen brechen,/ denen ihr euch hier ergabt,/ und der Mund hoͤrt auf zu sprechen,/ der euch oft mit Trost gelabt,/ und der Arm, der euch zum Stabe/ und zum Schilde ward, erstarrt,/ und das Auge schläft im Grabe,/ das euch sorgsam einst bewaͤhrt. 3. Alles stirbt, das Irdsche findet/ in dem Irdischen sein Grab;/ alle Cust der Welt verschwindet,/ und das Herz stirbt selber ab./ Irdsches Wesen muß verwesen,/ irdsche Kamme muß verglühn,/ irdsche Fessel muß sich lösen,/ irdsche Blüte muß verblühn. u 279 267· 268 Liebe J. Doch der Herr steht überm Staube/ alles Irdischen und spricht:/ Stütze dich auf mich und glaube,‚/ hoffe, lieb und fürchte nicht!/ Darum bleibt bei dem, der bleibet,/ und der geben kann, was bleibt,/ der, wenn ihr euch ihm ver⸗ schreibet,/ euch ins Buch des Lebens schreibt. Philipp Spitta, 1859. 267 Mel. O Durchbrecher aller Bande(Nr. 266). J. Volk des Serrn! Du hast hienieden/ einen langen, schweren Streit;/ Kämpfe sind dir hier beschieden,/ Friede in der Ewigkeit./ Cege an die rechte Wehre,/ stehe auf dem ewgen Fels,/ daß dir Sieg und Heil beschere /er, der Sei⸗ land Israels! 2. Träumest du von guten Tagen,/ oder waͤchst du auf zum Streit?/ Wiegst du dich in alten Sagen,/ oder kennst du deine Zeit?/ Hörest du den Ruf der Wächter:/„Glaubet ihr, so bleibt ihr stehn!/ Aber wehe dem Verächter,/ denn sein Trost wird untergehn!“ 3. Volk des Serrn! Du haͤst hienieden/ einen langen, schweren Streit;/ nun so suche keinen Frieden/ in der bösen Zeitlichkeit./ Führe deines Gottes RKriege;/ Jesu Rreuz ist das Paͤnier,/ unter diesem Zeichen siegel/ Seine Schmach sei deine Zier! Samuel Preiswerk, 187I. 268 Straßburg 1577. .:.. —— eerz⸗lich lieb hab ich Die gan⸗ ze Welt er⸗ 1— 1 ——. ìwLäddich, o Serr,/ ich bitt, wollst freut mich nicht,/ nach Erd und 268 SS——— sein von mir nicht fern/ mit dei⸗ ner Bilf und Bim⸗mel frag ich nicht,/ wenn ich nur dich kann hachenz und wenn mir gleich mein Serz zerbricht,/ bist 5 EE.— 1— ——, Ein rv, — 1— Ber⸗zens Teil,/ durch des⸗ sen Wun⸗den ich werd —. 10 I 4—.— ... heil./ Herr Je⸗su Christ,/ mein Gott und Berr,/ mein ——— J— — Gott und Serr,/ in Schan⸗den laß mich nim⸗mer⸗mehrl 2. Es ist ja dein Geschenk und Gab/ mein Leib und Seel und was ich hab/ in diesem armen Leben;/ damit ichs brauch zum Cobe dein,/ zu Nutz und Dienst des Mächsten mein,/ wollst deine Gnad mir geben!/ Behüt mich, Serr, vor falscher Cehr,/ des Satans Mord und Lügen wehr;/ in allem Kreuz erhalte mich,/ auf daß ichs trag geduldig⸗ lichl/ Serr Jesu Christ,/ mein Serr und Gott,/ mein Herr und Gott,/ troͤst mir mein Seel in Todesnotl 3. Ach Herr, laß dein lieb Engelein/ am letzten End die Seele mein/ in Abrahams Schoß tragen,/ den Leib in sein m Schlafkämmerlein/ gar sanft ohn einge Mual und 281 269 Liebe Pein/ ruhn bis zum jüngsten Tage;/ alsdann vom Tod er⸗ wecke mich,/ daß meine Augen sehen dich/ in aller Freud/ o Gottessohn,/ mein Heiland und mein Gnaͤdenthron!] Berr Jesu Christ,/ erhöre mich,/ erhoͤre mich!/ Ich will dich preisen ewiglich! 157l. 269 Srankfurt a. M. I599. 2.——— e Krtn wiree.— + 1 Wie schön leuch⸗tet der Morgenstern,/ voll Gnad und (Du Da⸗vids Sohn aus Jakobs Stamm,/ du Got⸗tes- PPITITTTTI — X— Sll Wahr⸗heit von dem Herrn,/ aus Ju⸗ da auf⸗ge⸗gan⸗genl Sohn und Got⸗tes⸗Camm,/ er⸗füllst 365 mit Ver⸗lan⸗gen, — 95— ,., lieb⸗lich,/ freundlich,/ schön und mächtig,/ groß und prächtig/ —.— ö ——3 + 0 reich an Ga⸗ben,/ ü⸗ber al⸗les hoch er⸗ ha⸗ben. 2. O meine Perl, du werte Kron,/ Sohn Gottes und 0 Maͤrien Sohn,/ ein hochgeborner Rönigl/ Du, meines Herzens schönste Blum,/ dein süßes Evangelium/ ist lauter Milch und Honig./ Jesu,/ Jesu,/ Hosiannal/ Simmlisch Manna,/ das wir essen,/ deiner kann ich nicht vergessen. 3. Geuß sehr tief in mein Herz hinein,/ du helles Licht und Himmelsschein,/ die Flamme deiner Liebe;/ und stärk mich, daß ich ewig bleib/ an deinem auserwählten Leib/ ein Glied voll Cebenstriebe./ In dir/ laß mir/ ohn Auf⸗ hören/ sich vermehren/ Cieb und Freude,/ daß uns selbst der Tod nicht scheide. 4. Von Gott kommt mir ein Freudenschein,/ wenn mich die heilgen Augen dein/ so mildiglich anblicken./ O Jesuß 282 wah —— 1II..— PSPS...I... —6 e in Liebe 27⁰ du mein trautes Gut,/ dein Wort, dein Geist, dein LCeib und Blut/ mich innerlich erquicken!/ Troͤst mich/ freundlich,/ hilf mir Armen/ aus Erbarmen,/ hilf in Gnaͤden!&/ Auf dein Wort komm ich geladen. 5. Gott Vater, o mein starker Held,/ du hast mich ewig vor der Welt/ in deinem Sohn geliebet;/ dein Sohn hat mich ihm selbst vertraut,/ auf ihn mein Zerz mit Freuden schaut,‚/ drum mich auch nichts betruͤbet./ Seil mir,/ Heil mirl/ Himmlisch CLeben/ wird er geben/ mir dort oben;/ ewig soll mein Herz ihn loben. §. Spielt unserm Gott mit Saitenklang/ und laßt den süßesten Gesang/ ganz freudenreich erschallen;/ ich will mit meinem Zesus Christ,/ der mir mein Ein und Alles ist,/ in steter Ciebe wallen./ Singet,/ klinget,/ jubilieret,/ triumphieret,/ dankt dem Serren,/ groß ist der Rönig der Ehren. 7. Wie freu ich mich, Zerr Jesu Christ,/ daß du der Erst und Letzte bist,/ der Anfang und das Endel/ Du wirst mich einst zu deinem Preis/ aufnehmen in dein Paradeis,/ drauf faß ich deine Zände./ Amen,/ Amen. Romm, du schöne/ Freudenkrone,/ bleib nicht lange;/ deiner wart ich mit Verlangen. Philipp Micolai, 1608. el. Es ist gewißlich an der Zeit. 27⁰ Wittenberg J535. 4 * 2...—.—. + E 5 Such, wer da will,/ ein an⸗ der Ziel,/ die Imein Serz al⸗lein/ be⸗dacht soll sein, auf ⁰.—— ö H(2— iE e, Se⸗lig⸗keit zu fin ⸗ denz Chri⸗stum sich zu grün'den. Sein Wort ist wahr,/ sein Werk 2³3 27¹ Liebe E + E EE—4.— Kraft und Grund,/ all Feind zu ůü⸗ber⸗ win ⸗den. 2. Such, wer da will,/ Wothelfer viel,/ die uns doch nichts erworben;/ hier ist der Nann,/ der helfen kann,/ bei dem nie was verdorben./ Uns wird das Heil/ durch ihn zuteil,/ uns macht gerecht/ der treue Knecht,/ der für uns ist gestorben. 3. Ach sucht doch den,/ laßt alles stehn,/ die ihr das Beil begehret!/ Er ist der Herr/ und keiner mehr,/ der euch das Beil gewähret./ Sucht ihn all Stund/ von Herzensgrund,/ sucht ihn allein;/ denn wohl wird sein/ dem, der ihn herzlich ehret. 4. Mein Herzenskron,/ mein Freudensonn/ sollst du, Herr Jesu, bleiben;/ laß mich doch nicht/ von deinem CLicht/ durch Eitelkeit vertreiben;/ bleib du mein Preis,/ dein Wort mich speis;/ bleib du mein Ehr,/ dein Wort mich lehr,/ an dich stets fest zu gläuben. 5. Wend von mir nicht/ dein Angesicht,/ laß mich in Kreuz nicht zagen;/ weich nicht von mir,/ mein höchste Zier,/ hilf mir mein CLeiden tragen;/ hilf mir zur Freud/ nach diesem Leid,/ hilf, daß ich mag/ nach dieser Klag/ dir ewig dort Lob sagen. Georg Weißel, 1635. N 27 Johann Uhlich, 1674. 2.555 EE ů—.— ——————— 1. Meinen Je⸗sum laß ich nicht;/ weil er so er⸗ for⸗dert mei ⸗ ne Pflicht,/ un⸗ver⸗ S SIIII III sich fuͤr mich ge⸗ge⸗ beneh denes rückt nur ihm zu le⸗ benz en ist un E———.— eee. LCe⸗bens Licht,/ meinen Je · sum laß ich nicht. 28⁴ Liebe 27² 2. Jesum laß ich ewig nicht,/ weil ich soll auf Erden leben;/ ihm hab ich voll Zuversicht,/ was ich bin und hab, ergeben;/ alles ist auf ihn gericht't,/ meinen Jesum laß ich nicht. 3. Caß vergehen das Gesicht,/ alle Sinne mir ent— weichen;/ laß das letzte Tageslicht/ mich auf dieser Welt erreichen;/ wenn der Lebensfaͤden bricht:/ meinen Jesum laß ich nicht. 4. Ich werd ihn auch lassen nicht,/ wenn ich nun dahin gelanget,/ wo vor seinem Angesicht/ meiner Vaͤter Glaube pranget;/ mich erfreut sein Angesicht,/ meinen Jesum laß ich nicht. 5. Wicht nach Welt, nach Simmel nicht/ meine Seel in mir sich sehnet;/ Jesum wünscht sie und sein Licht,/ der mich hat mit Gott versoͤhnet/ und befreiet vom Gericht;/ meinen Jesum laß ich nicht. 6. Jesum laß ich nicht von mir,/ geh ihm ewig an der Seiten;/ Christus läßt mich fuͤr und fuͤr/ zu den Cebens⸗ bächen leiten./ Selig, wer mit mir so spricht:/ Meinen Jesum laß ich nichtl Christian Reimann, I662. 27²½ Mel. Romm, o komm, du Geist des Lebens. Meiningen J693. 4 2—.—*— ö— ö 2—— V. Je⸗sus, ZJe⸗sus, nichts als Je⸗sus/ Jetz und mach ich ein Ver⸗ bünd⸗nis,/ —II——.— 2 SSS.— soll mein wunsch sein und mein Jiell ů daß ich will, was Je⸗sus will; n et SEEEEEE Herz, mit ihm er · füllt,/ eu ·fet nur: Serr, wie du willt. 10 285 273 Liebe 2. Einer ist es, dem ich lebe,/ den ich liebe frůh und spat:/ Jesus ist es, dem ich gebe,/ was er mir gegeben hat;/ ich bin in dein Blut verhüllt,/ fuͤhre mich, Serr, wie du willt. 3. Scheinet was, es sei mein Glücke,/ und ist doch zu⸗ wider dir,/ ach so nimm es bald zurücke,/ Jesu, gib, was nützet mir;/ gib dich mir, mein Jesu, mild;/ nimm mich dir, Berr, wie du willt. 7. Und vollbringe deinen Willen/ in und an mir, o mein Gott;/ deinen Willen laß erfüllen/ mich im Ceben, Freud und Not,/ sterben als dein Ebenbild,/ Serr, wann, wie und wo du willt. 5. Sei auch, Jesu, stets gepriesen,/ der du dich und viel dazu /hast geschenkt und mir erwiesen,/ daß ich froͤhlich singe nun:/ Mir geschehe, Gott, mein Schild,/ wie du willt, Serr, wie du willt! Ludämilia Elisabeth, Gräfin von Schwarzburg-⸗Rudolstadt, 1 1672. 273 Frankfurt a. M. I738. —.— E II.II......... 1 Ich will dich lie⸗ben, mei⸗ne Stär⸗ke,/ ich will dich lie⸗ben mit dem Wer⸗ke/ EiE ich will dich lie⸗ben, mei⸗ ne Zier; ill dich und im⸗mer⸗ wäh⸗ren⸗der Be⸗gier; lüt — 2—— lie⸗ben, schönstes CLicht,/ bis mir das Ber ⸗ze bricht. 2. Ich will dich lieben, o mein Ceben,/ als meinen alier⸗ besten Freund;/ ich will dich lieben und erheben,/ so lange mir dein Glanz erscheint;/ ich will mit reiner Liebesflamm/ dich lieben, Gotteslamm. 286 Liebe 274 3. Ach daß ich dich so spät erkannte,/ du hochgelobte Ciebe du;/ daß ich nicht eher mein dich nannte,/ du höch stes Gut und wahre Ruhl/ Es ist mir leid, ich bin betruͤbt,/ daß ich so spät geliebt. 4. Ich lief verirrt und war verblendet,/ ich suchte dich und fand dich nicht;/ ich hatte mich von dir gewendet/ und liebte das geschaffne Licht;/ nun aber ists durch dich ge⸗ schehn,/ daß ich dich hab gesehn. S. Ich danke dir, du wahre Sonne,/ daß mir dein Glanz hat Licht gebracht;/ ich danke dir, du immelswonne,/ daß du mich froh und frei gemacht;/ ich danke dir, du guͤldner Mund,/ daß du mich machst gesund. 6. Erhalte mich auf deinen Stegen/ und laß mich nicht mehr irre gehn;/ laß meinen Fuß in deinen Wegen/ nicht straucheln oder stille stehn;/ erleucht mir Leib und Seele ganz,/ du starker Simmelsglanz. 7. Ich will dich lieben, meine Rrone,/ ich will dich lieben, meinen Gott,/ dich lieben auch bei Schmach und Hohne,/ auch in der allergrößten Not;/ ich will dich lieben, schoͤnstes Licht,/ bis mir das Zerze bricht. Johann Scheffler, 1677. 27⁴4 Mel. Romm, o komm, du Geist des Lebens(Nr. 27½. J. Ciebe, die du mich zum Bilde/ deiner Gottheit hast ge⸗ macht;/ Ciebe, die du mich so milde/ nach dem Fall zurück⸗ gebracht;/ Ciebe, dir ergeb ich mich,/ dein zu bleiben ewiglich. 2. Ciebe, die du mich erkoren,/ eh denn ich geschaffen war;/ CLiebe, die du Nensch geboren/ und mir gleich waͤrdst ganz und gar;/ CLiebe, dir ergeb ich mich,/ dein zu bleiben ewiglich. 3. Liebe, die für mich gelitten/ und gestorben in der Jeit;/ Liebe, die mir hat erstritten/ ewge Lust und Seligkeit;/ Liebe, dir ergeb ich mich,/ dein zu bleiben ewiglich. 4. Ciebe, die du Rraft und Leben,/ Licht und Wahrheit, Geist und Wort;/ Liebe, die sich ganz ergeben/ mir zum Zeil und Seelenhort;/ Ciebe, dir ergeb ich mich,/ dein zu bleiben ewiglich. Io* 287 275⁵ Liebe 5. Ciebe, die mich hat gebunden/ an ihr Joch mit Leib und Sinn; /Liebe, die mich überwunden/ und mein Herz hat ganz dahin;/ Liebe, dir ergeb ich mich,/ dein zu bleiben ewiglich. 6. Ciebe, die mich ewig liebet,/ die für meine Seele litt;/ Liebe, die das Cösgeld gibet/ und mich kräftiglich ver⸗ tritt;/ Ciebe, dir ergeb ich mich,/ dein zu bleiben ewiglich. 7. Ciebe, die mich wird entrücken/ aus dem Grab der Sterblichkeit;/ Ciebe, die mich einst wird schmücken/ mit der Kron der Herrlichkeit;/ Ciebe, dir ergeb ich mich,/ dein zu bleiben ewiglich. (D. 4 Darmstädter Gesangbuch 1698.) Johann Scheffler, 167. 27⁵ Mel. Jesu, meines Lebens Leben. Christoph Anton, I65J. LE I 5 1— * Je⸗sus schwebt mir in Ge⸗ dan⸗ken,/ Je ⸗sus von ihm will ich nim- mer wan⸗ ken,/ weil ich SP I.II.II I I 2 * liegt mir stets im Sinn, hier im Le⸗ben bin. ID*—. EE Wei⸗ de,/ mei⸗ nes Her⸗zens höch⸗ste Freu⸗de,/ mei⸗ner —.— 1——.————— . I.III TITII 1 L See⸗le schön⸗ste Zier;/ Je⸗sum lieb ich für und fuͤr. 2. Jesus funkelt mir im Serzen,/ wie ein Stern mit goldnem Schein;/ er vertreibt mir Angst und Schmerzen,/ er ist mein, und ich bin sein./ Drum ergreif ich ihn mit Freuden,/ wenn ich soll von hinnen scheiden;/ er ist meines Lebens Licht;/ Jesum laß ich von mir nicht. Er ist mei⸗ ner Au⸗gen 28⁸ will treib nimu Mel. Ciebe t Ceib nHerz leiben litt;/ ver⸗ iglich. üb der mit dein +I67⁷. Liebe meiner Seelen Schutz und Rat. so wird alles werden gut,/ wenn nur Jesus Silfe tut. sicht:/ meinen Jesum laß ich nicht. bricht,/ aß ich dennoch Jesum nicht. 27 Mel. Jesu, meines Lebens Leben Nr. 275). J. Jesu, meiner Seele Ceben,/ meines Serzens höchste Freud,/ dir will ich mich ganz ergeben/ jetzo und in Ewig⸗ keit;/ meinen Herrn will ich dich nennen/ und vor aller welt bekennen,/ daß ich dein bin und du mein;/ ich will keines andern sein. 2. Deine Güt hat mich umfangen,/ eh mich noch die welt empfing;/ du bist mir schon nachgegangen,/ als ich noch nach dir nicht ging,/ und du hast mich aufgenommen,/ da ich an das Licht gekommen;/ ich bin dein, und du bist mein;/ ich will keines andern sein. 3. Jesum will ich bei mir haben,/ wenn ich gehe aus und ein;/ seines Geistes Trost und Gaben/ ruhn in meines Herzens Schrein./ Wenn ich mich zur Ruh begebe,/ oder mich vom Schlaf erhebe,/ bleibt doch Jesus frůh und spat/ 4. Jesum will ich laͤssen raten,/ der am besten raten kann;/ er gesegne meine Taten,/ die ich froͤhlich fange an,/ daß in seinem teuren Namen/ alles gluͤcklich sei und Amenʒ/ 5. Jesus, meiner Jugend Leiter/ von des Cebens An— beginn,/ wird auch sein mein Trostbereiter,/ wenn ich alt und kraftlos bin;/ wenn sich kruͤmmen meine Glieder/ und die Lebenssonn geht nieder,/ wenn verdunkelt mein Ge— ö 6. Jesus soll in allen Ceiden/ mein getreuer Beistand sein;/ nichts, nichts soll mich von ihm scheiden;/ keine Angst und Herzenspein,/ keine Trübsal, keine Schmerzen/ reißen ihn aus meinem Zerzen;/ ob mir gleich das Serze 7. Jesu leben, Jesu sterben,/ Jesu einzig eigen sein/ und mit Jesu dorten erben:/ dies ist mein Gewinn allein. /Jesu will ich sein und bleiben,/ nichts, nichts soll mich von ihm treiben;/ laß ich gleich Gut, Blut und Ehr:/ Jesum laß ich nimmermehr. Ende des 17. Jahrhunderts. 277. Qiebe 3. Auf der Kindheit wilden Wegen/ folgte mir stets deine Güt;/ deines Geistes Trieb und Segen/ regte mir oft mein Gemüt,/ wenn ich etwaͤ übertreten,/ daß ich wiederkam mit Beten;/ ich bin dein, und du bist mein;/ ich will keines andern sein. 4. Ach wie oft hat meine Jugend/ deine Gnadenhand ge⸗ faßt,/ wenn die Frömmigkeit und Tugend/ war in meinem Sinn verhaßt. /Ach ich wäre längst gestorben/ ohne dich und längst verdorben!/ Ich bin dein, und du bist mein;/ ich will keines andern sein. 5. Ja, in meinem ganzen CLeben/ hat mich stets dein Licht geführt;/ du hast, was ich hab, gegeben,/ du hast meinen Lauf regiert;/ deine Güt, die taͤglich waͤhret,/ hat mich immerdar ernähret;/ ich bin dein, und du bist mein;/ ich will keines andern sein. G. Irr' ich, sucht mich deine Liebe,/ fall ich, hilfet sie mir auf;/ ist es, daß ich mich betruͤbe,/ stärkt sie mich in meinem Lauf;/ bin ich arm, sie gibt mir Guter;/ schlaf ich ein, sie ist mein Hüter;/ ich bin dein, und du bist mein;/ ich will keines andern sein. 7. Dein Geist zeiget mir das Erbe,/ das mir droben bei— gelegt;/ ich weiß, wenn ich heute sterbe,/ wo man meine Seel hinträgt;/ zu dir, Jesu, in die Freude,/ daß mich nichts mehr von dir scheide!/ Ich bin dein, und du bist mein;/ ich will keines andern sein. 8. Drum, ich sterbe oder lebe,/ bleib ich doch dein Eigen⸗ tum;/ dir allein ich mich ergebe,/ du bist meiner Seelen Ruhm,/ meine Zuversicht und Freude,/ meines Serzens Trost im Leide;/ ich bin dein, und du bist mein;/ ich will keines andern sein. Christian Scriver, 1693. 2// Adam RKrieger, I657. 43 ö ö————.— 1 Eins ist not, ach Herr, dies Ei⸗ne/ leh⸗re mich er⸗ 8 Al⸗les and⸗re, wies auch scheine,/ ist ja nur ein 0 29⁰ ö regie fuͤhre hab i —5 mein dein! * 8 Liebe Liebe 2⁷⁷ s deine 1I—— E n E keines kennen doch! schweres Joch,/ dar⸗ ind ge⸗ P. I—— E. ieinem——.———— un⸗ter das Her⸗ze sich ne dich na⸗ get und pla⸗ get/ und den⸗- noch kein wah⸗res Ver⸗ 2 19 SS I AS „ n EEEEEEEEEEEEEEEEEE u hast gnü⸗gen er⸗ja⸗get./ Er⸗lang ich dies Ei⸗ne, das I I Aluiles er⸗setzt,/ so werd ich mit Einem in Al⸗lem er⸗götzt. ie mir en ö 2. Seele, willst du dieses finden,/ suchs bei keiner Krea⸗ sie ist tur;/ laß, was irdisch ist, dahinten,/ schwing dich uͤber die keines Natur./ Wo Gott und die Menschheit in einem vereinet,/ wo alle vollkommene Fülle erscheinet,/ da, da ist das beste, en bei⸗ notwendigste Teil,/ mein Ein und mein Alles, mein meine seligstes Seil. mich 3. Darum ist auch mein Verlangen,/ liebster Jesu, nur „u bist nach dir;/ laß mich treulich an dir hangen,/ schenke dich zu eigen mir./ Wie viele dich auch mit der Menge verlassen,/ kigen⸗ so will ich in Liebe dich dennoch umfassen;/ denn dein Jeelon Wort, o Jesu, ist Leben und Geist,/ das einzig den Weg erzens uns zur Seligkeit weist. h will 4. Aller Weisheit höchste Fülle/ in dir ja verborgen 163. liegt;/ gib nur, daß sich auch mein Wille/ fein in solche Schranken fügt,/ worinnen die Demut und Einfalt . J65. regieret und mich zu der Weisheit, die himmlisch ist, —. füͤhret./ Ach wenn ich nur Jesum recht kenne und weiß,/ so hab ich der Weisheit vollkommenen Preis. ö 5. Michts kann ich vor Gott ja bringen,/ als nur dich, ich er⸗ mein höchstes Gut;/ Jesu, es muß mir gelingen/ durch ur ein dein heilig teures Blut./ Die höchste Gerechtigkeit ist mir 291 278 Ciebe erworben,/ da du bist am Stamme des Kreuzes gestorben;/ da hab ich die Kleider des Seiles erlangt,/ worinnen mein Glaube in Ewigkeit prangt. 6. Nun so gib, daß meine Seele/ auch nach deinem Bild erwacht;/ du bist ja, den ich erwähle,/ mir zur Heiligung gemaͤcht./ Was dienet zum göttlichen Wandel und Leben,/ ist in dir, mein Heiland, mir alles gegeben;/ entreiße mich aller vergänglichen Cust;/ dein Ceben sei, Jesu, mir einzig bewußt. 7. Ja, was soll ich mehr verlangen?/ Auf mich stroͤmt die Gnaͤdenflut;/ du bist einmaͤl eingegaͤngen/ in das Heilge durch dein Blut;/ du hast mir die ewge Erlösung erfunden,/ daß ich nun von Tod und Verdammnis ent⸗ bunden;/ dein Eingang die völlige Freiheit mir bringt;/ im kindlichen Geiste das Abba nun klingt. 8. Volles Gnügen, Fried und Freude/ jetzo meine Seel ergötzt,/ weil auf eine frische Weide/ mein Sirt Jesu mich gesetzt. /Michts Süßres kann also mein Berze erlaben,/ als wenn ich nur, Jesu, dich immer soll haben;/ nichts, nichts ist, das also mich innig erquickt,/ als wenn ich dich, Jesu, im Glauben erblickt. 9. Drum auch, Jesu, du aͤlleine/ sollst mein Ein und Alles sein;/ prüf, erfahre, wie ichs meine,/ tilge allen Beuchelschein;/ sieh, ob ich auf bösem, betrüglichem Stege,/ und leite mich, Höchster, auf ewigem Wege; /laß Schmach mich nicht achten, nicht Leiden noch Tod/ und Jesum ge⸗ winnen; dies Eine ist not. Joh. Seinrich Schröder, I699. 278 Adam Drese, I690. Görkrrarddeh, J. See⸗len⸗bräu⸗ti⸗gam,/ Je⸗su, Got⸗tes Camml/ + DSꝗDPIPIPIPITITFTITITITITITITTI— SIIRRRIRIPITITITTtTTTtT‚I‚I‚IT...... aan V 1 Ba⸗· be Dank für dei⸗ne Lie⸗be,/ die für mich aus reinem 292 Ciebe ͤrben;/ n mein m Bild igung eben,/ ze mich reinzig strömt in das ösung is ent⸗ ingt;/ e Seel u mich n,/ als nichts Jesu, in und allen ʒtege,/ chmach um ge⸗ + L6oy. Liebe 278 U ..PI...... I... ...I— Trie⸗be/ starb am Rreuzesstamm,/ Je⸗su, Gottes Camm! 2. Deine Liebesglut/ stärket Mut und Blut;/ wenn du freundlich mich anblickest/ und mit deinem Geist erquickest,/ macht mich wohlgemut/ deiner Ciebe Glut. 3. Wahrer Mensch und Gott,/ Trost in Not und Todl/ Du bist darum Mensch geboren,/ zu ersetzen, was verloren,/ durch den Kreuzestod,/ wahrer Mensch und Gott. 4. Meines Glaubens Licht/ laß erloͤschen nichtl/ Salbe mich mit Freudenöle,/ daß hinfort in meiner Seele Vja ver⸗ lösche nicht/ meines Glaubens Licht. 5. So werd ich in dir/ bleiben fuͤr und fuͤr;/ deine Liebe will ich ehren/ und in mir dein CLob vermehren,/ weil ich fuͤr und fuͤr/ bleiben werd in dir. 6. Held aus Davids Stamm,/ deine CLiebesflamm/ mich ernaͤhre und verwehre,/ daß die Welt mich nicht versehre,/ ob sie mir auch gram,/ Zeld aus Davids Stamm. 7. Deinen Frieden gib/ aus so großer Lieb/ uns, den Deinen, die dich kennen/ und nach dir sich Christen nennen;/ denen du bist lieb,/ deinen Frieden gib! 8. Wer der Welt abstirbt,/ sich mit Ernst bewirbt,/ dir zu leben und zu trauen,/ der wird bald mit Freude schauen,/ daß niemand verdirbt,/ der der Welt abstirbt. 9. Nun ergreif ich dich,/ du mein ganzes Ich;/ ich will nimmermehr dich lassen,/ sondern gläubig dich umfassen,/ weil im Glauben ich/ nun ergreife dich. IJo. Sier durch Spott und Hohn,/ dort die Ehrenkron;/ hier im Hoffen und Vertrauen,/ dort im Saben und im Schauen;/ denn die Ehrenkron/ folgt auf Spott und Hohn. II. Jesu, hilf, daß ich allhier ritterlich/ alles durch dich uͤberwinde/ und in deinem Sieg empfinde,/ wie so ritterlich/ du gekämpft für mich. IZ. Du mein Preis und Ruhm,/ werte Himmelsblum!/ In mir soll nun nichts erschallen,/ als was dir nur kann ge⸗ fallen,/ werte BHimmelsblum,/ du mein Preis und Ruhm! Adam Drese, I7oI. 293 279 Qiebe 27⁰ Mel. Es ist das Seil uns kommen her(oder wie Nr. 280). Vorreformatorisch.) Wittenberg 183. E V J. HBalt im Ge⸗dächtnis Jesum Christ,/ den —5 des Himmels kommen ist,/ dein , a. E Hei⸗land, der auf n Bru⸗der da zu wer⸗den;/ ver⸗ giß nicht, — ö— daß er dir zu 20 hat an⸗ ge⸗ nom⸗men Fleisch und Blut;/ dank ihm fur die⸗se—1„ 2. Haͤlt im Gedächtnis Jesum Christ,/ der für dich n ge⸗ litten/ und dir, da er gestorben ist,/ am Kreuz das Beil er⸗ stritten. Besieget hat er Sünd und Tod/ und dich erloͤst aus aller Not;/ dank ihm für diese Ciebe! 3. Halt im Gedächtnis Jesum Christ,/ der auch am dritten Tage/ siegreich vom Tod erstanden ist,/ befreit von Not und Plaͤge;/ bedenke, daß er Fried gemacht,/ das CLeben wieder hat gebracht;/ dank ihm für diese Ciebe! 4. Halt im Gedächtnis Jesum Christ,/ der nach den Ceidenszeiten/ gen Zimmel aufgefahren ist,/ die Stätt dir zu bereiten,/ da du sollst bleiben allezeit/ und sehen seine Berrlichkeit;/ dank ihm für diese Liebe. 5. Balt im Gedächtnis Jesum Christ,/ der einst wird wiederkommen/ und sich, was tot und lebend ist,/ zu richten vorgenommen. /O sorge, daß du da bestehst/ und mit ihm in sein Reich eingehst,/ ihm ewiglich zu danken. 29⁴ Mel. Qiebe atorisch.) rg Liebe 280 6. Gib, Jesu, gib, daß ich dich kann/ mit wahrem Glauben fassen/ und nie, was du an mir getan,/ moͤg aus dem Berzen lassen,/ daß dessen ich in aller Wot/ mich troͤsten mag und durch den Tod/ zu dir ins Leben dringen. Cyriakus Günther, 1704. 280 Mel. Nun freut euch, lieben Christen gmein. Wittenberg 1524. 2—————— —.— e,, O Liebesglut, wie soll ich dich/ mit Lo⸗be wür⸗ dig In dei⸗ne Tie⸗fen will ich mich, /o vol'le See, ver⸗ — bel hat ge⸗ zeil er⸗ Herlöst dritten n Not Leben ch den ätt dir seine twird zu und anken. E zie ren? 1 Beseen. Es flammet Gottes Serrlichkeit,/ es brennt die —— 1 I P—— —— nn= ganze E⸗wigkeit:/ bleibt noch mein Zerz er⸗kal⸗tetꝰ 2. O Liebe, die Gott seinen Sohn/ aus seinem Schoß ge⸗ nommen./ Er ist von dem gestirnten Thron/ zu uns herab⸗ gekommen;/ sein Mangel, Knechtschaft, Rreuz und Grab/ 50 uns ein Bild, zu malen ab,/ wie stark Gott lieben öͤnne. 3. Hör auf zu grübeln, glaub allein!/ Kannst du dies Meer nicht grüͤnden,/ so wirf dich blindlings nur hinein/ mit allen deinen Sünden;/ laß dem das Berze sein ge⸗ währt,/ der dir sein Zerz hat ausgeleert;/ gib Serz fůr Berz zum Opfer. 4. O liebster Vater, nimm es hin!/ Gib Rraft, um dich zu lieben;/ Serz und Begierden, Mut und Sinn/ sei dir hier⸗ mit verschrieben;/ brenn aus das Feuer böser Lust,/ Iaß ewig nichts in dieser Brust/ als deine Liebe gluͤhen. Friedr. Adolf Lampe, 1 1729. 205 281 ZEiebe 67 O fröhliche Stunden. 281 Thomas Selle, 1655. —E3 I. 5 Ur⸗sprung des Le⸗ bens, e⸗ wi ⸗ ges 0 D........... CLicht,/ da nie⸗ mand ver⸗ was ihm ge⸗ SSSSDSEEE brichtl CLe⸗ ben⸗di⸗ge Muel ⸗le,/ die lau⸗ ter und hel le /sich aus sei⸗nem hei⸗li⸗gen Tem ⸗pel er⸗ SSSSSSS gießt/ und in die be⸗gie ri⸗gen See⸗len ein⸗fließt. 2. Du sprichst:„Wer begehret/ zu trinken von mir,/ was ewiglich nähret,/ der komme; allhier/ sind himmlische Gaben,/ die kräftiglich laben; /er trete im Glauben Zur Quelle heran;/ hier ist, was ihn ewig beseligen kann.“ 3. Mein Hirt und mein Hüter,/ ich komme zu dir,/ ge⸗ währe die Güter/ des Heiles auch mir;/ du kannst dein Versprechen/ mir Armen nicht brechen;/ du siehest, wie elend und durftig ich bin,/ drum gib deine Gaben aus Gnaͤden nur hin. 4. O Brunnquell, du labest/ Geist, Seele und Mut,/ und wen du begabest,/ hat ewiges Gut;/ wenn man dich ge⸗ nießet,/ wird alles versüßet;/ es jaͤuchzet und singet das fröhliche Serz,/ es weichet zurücke der bittere Schmerz. 5. Drum gib mir zu trinken,/ wie dein Wort verheißt,/ laß gänzlich versinken/ den sehnenden Geist/ im Meer deiner Liebe,/ laß heilige Triebe/ mich immerfort treiben zum Himmlischen hin;/ es werde mein Herze ganz selig darin. ———— Ciebe lle, 1655. /was mlische ůen zur 1.0 „/ ge⸗ st dein st, wie n aus Jund ich ge⸗ et das 3 eißt,/ Meer reiben darin. Liebe 282 6. Wenn du auch vom Leiden/ was schenkest mit ein,/ so laß mich mit Freuden/ gehorsam dir sein;/ denn alle die, welche/ mittrinken vom Kelche,/ den du hast getrunken im Leide allhier,/ die werden dort ewig sich freuen mit dir. 7. Drum laß mich auch werden,/ mein Jesu, erquickt,/ da, wo deine Herden/ kein Leiden mehr drückt,/ wo Freude die Fülle,/ wo liebliche Stille,/ wo Wonne und Jauchzen, wo Herrlichkeit wohnt,/ wo heiliges Leben wird ewig be⸗ lohnt. Christ. Jakob Roitsch, 1735. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. ö Johann Crüger, I649. 7 ů—.—— +————— 1 Woindem dei ⸗ne Men⸗schenlie be/ war die Quel⸗le die dein treu⸗es Serz be⸗wo⸗gen,/ dich in un ser SSS dei⸗ner Trie⸗be, Fleisch ge⸗zo⸗gen, 8——5 dich vom Kreuz ins Grab ge⸗strek⸗ket./ O der un⸗ge⸗ dich mit Schwachheit ü⸗ber⸗dek⸗ket,/ N S S.......I.II.. I— 1 mei⸗nen Trie ⸗be/ dei⸗ner treu⸗ en Menschen⸗lie⸗bel 2. über seine Feinde weinen,/ jedermann mit Bilf er⸗ scheinen, sich der Blinden, Lahmen, Armen/ mehr als väterlich erbarmen,/ der Betrübten Rlaͤgen hören,/ sich in andrer Dienst verzehren,/ sterben für die ärgsten Sünder,/ das ist Cieb, o Menschenkinderl! 3. O du Zuflucht der Elenden,/ wer hat nicht von deinen Häͤnden/ Segen, Silf und Seil genommen,/ der gebeugt zu 20⁷ 283 Liebe dir gekommen!/ O wie ist dein Serz gebrochen,/ wenn dich RKraͤnke angesprochen!/ O wie pflegtest du zu eilen,/ das Erbetne mitzuteilen. . Die Betrübten zu erquicken,/ zu den Kleinen sich zu bücken,/ die Unwissenden zu lehren,/ die Verfuͤhrten zu be— kehren,/ Sünder, die sich selbst verstocken,/ täglich lieb⸗ reich zu sich locken:/ das war deines Werkes Weise,/ Herr, und deine liebste Speise. S. Deine Lieb hat dich getrieben,/ Sanftmut und Ge— duld zu üben,/ ohne Schelten, Drohen, Rlagen/ andrer Schmach und Last zu tragen,/ allen freundlich zu begegnen/ für die Lästerung zu segnen,/ für der Feinde Schar zu beten/ und die Mörder zu vertreten. 6. O wie hoch stieg dein Erbarmen,/ da du füͤr die ärmsten Armen/ dein unschätzbar teures Ceben/ in den aͤrgsten Tod gegeben;/ da du in der Sünder Händen,/ alle Leiden zu vollenden/ und den Segen zu erwerben,/ als ein Fluch haͤst wollen sterben! 7. Berr, laß deine Ciebe decken/ meiner Suͤnden Meng und Flecken;/ du hast das Gesetz erfüllet,/ seinen Fluch hast du gestillet;/ laß mich wider dessen Stürmen/ deiner Liebe Schild beschirmen;/ heilge meines Berzens Triebe,/ salbe sie mit deiner Liebe. Joh. Zakob Rambach, 1735. 283 Mel. Wie wohl ist mir, o Freund der Seelen(Nr. 309 oder wie Nr. 49%. J. Cebst du in mir, o wahres CLeben,/ so sterbe nur, was du nicht bist;/ ein Blick von dir kann mehr mir geben,/ als was der Welt das Liebste ist./ O Jesu, du sollst mein ver⸗ bleiben,/ nichts wird mich von der Liebe treiben,/ die du mir zugesaͤget hast./ O süße Wonne, die mich tränket,/ wenn sich die Seel in dich versenket/ und dich, o Seelen⸗ freund, umfaßt. 2. Berz, das in Liebesglut gestorben,/ ach laß mein Herz in Flammen stehn;/ entzůnd das Berz, das du erworben// und laß darinnen untergehn,/ was du nicht bist, o mein Vergnügen;/ laß mich in deiner Liebe siegen,/ ja siege du 298 Liebe nn dich 1, /das sich zu n zu be⸗ ch lieb⸗ Herr, nd Ge⸗ andrer egnen,/ har zu für die in den „ /alle als ein Meng ch hast Liebe be sie +735. 9%. /, was „als n ver⸗ die du iket,/ eelen⸗ Herz ben,/ mein ge du Liebe 284 nur selbst in mir:/ so werd ich fröͤhlich triumphieren,/ so wird dein Todessieg mich zieren,/ so leb und leid und sterb ich dir. 3. Zünd auch in mir die Liebesflammen/ zum Dienste deiner Glieder an;/ bind mich und ihre Wot zusammen,/ damit ich mich versichern kann,/ ich sei also wie du ge⸗ sinnet,/ wenn mein Geist die Gestaͤlt gewinnet,/ die deinem Sinn recht ähnlich ist;/ so werd ich Freund und Feinde lieben,/ so wird ihr Rummer mich betrüben,/ wie du mir vorgegangen bist. 4. Gib mir des Glaͤubens CLicht und Kräfte,/ damit er wahre Früchte zeigt,/ mach mich zur Rebe voller Säfte,/ die sich nach dir, dem Weinstock, neigt;/ du bist der Fels, auf den ich baue,/ du bist mein Heiland, dem ich traue,/ du bist des Glaubens fester Grund./ Wenn sich die Zweifelsstunden finden,/ so laß die Hilfe nicht verschwinden/ und mach den kranken Geist gesund. 5. Hilf, daß die Zoffnung nicht erlieget,/ und daß dein Kreuz ihr Anker ist;/ gib, daß sie alle Angst besieget/ durch dich, der du mein Alles bist./ Die Welt mag auf das Eitle bauen,/ ich aber will auf dich nur schauen,/ o Jesu, meiner Hoffnung Licht;/ ich will dich stets in Cieb umfassen,/ dich, der du mich nicht wirst verlassen,/ denn deine Ciebe wanket nicht. 6. Willst du mich noch im Leben wissen,/ so leb ich, weil es dir beliebt;/ werd ich vom Tode hingerissen,/ so bin ich gleichfalls nicht betrübt;/ dein Ceben laß stets in mir leben,/ dein Sterben laß mir Stärke geben,/ wenn meines Lebens Ziel erscheint./ Ich will dir meinen Willen schenken,/ ich will im Tod und Ceben denken,/ daß du es gut mit mir gemeint. Phil. Balthasar Sinold, 742. 284 Mel. MNun sich der Tag geendet hat. Dresden 1667. J. Der du noch in der letz⸗ ten Nacht,/ eh 29 285 Liebe E du für uns er⸗blaßt,/ den Dei⸗ nen von der ——.—— .S.....— Lie ⸗-be Macht/ so schön ge ⸗pre⸗ digt hast: 2. Erinnre deine kleine Schar,/ die sich so leicht ent⸗ zweit,/ daß deine letzte Sorge war/ der Glieder Einigkeit. Mikolaus Ludwig Graf v. Zinzendorf, 4 1760. Mel. Alles ist an Gottes Segen. 285 Srankfurt a. M. I738. 0 ZE. H— ö —— +—5 =.— —.——— 5— 1 B 1 1 * J. Nun so will ich denn mein Le⸗ben voͤl · lig ö——— ö mei⸗nem Gott er⸗ ge⸗ben;/ nun wohl⸗ an, es ist ge⸗ — 1 8 2 ů schehn;/ Sünd, ich will von dir nicht hö⸗ren;/ Welt, ich ö—.—.—.— will mich von dir keh⸗ ren,/ oh · ne je zu⸗růck⸗ zu⸗sehn. 2. Hab ich sonst mein Serz geteilet,/ hab ich hie und da verweilet: /endlich sei der Schluß gemacht,/ meinen Willen ganz zu geben,/ meinem Gott allein zu leben,/ ihm zu dienen Tag und Nacht. 3. Herr, ich opfre dir zur Gabe/ all mein Ciebstes, das ich habe;/ schau, ich halte nichts zurück;/ schau und pruͤfe Berz und Nieren;/ solltest du was Falsches spuren,/ nimm es diesen Augenblick. 30⁰⁰ Mel Liebe 286 J. Ich scheu keine Nüh und Schmerzen;/ gründlich und von ganzem Serzen/ will ich folgen deinem Jug./ Rann ich stetig und in allem/ deinen Augen nur gefallen,/ ach so hab ich ewig gnug. 5. Eines will ich nur betrachten/ und nicht wissen, noch drauf achten,/ was sonst draußen mag geschehn;/ fremd der Welt und ihren Sorgen/ will ich hier, in dir verborgen,/ als ein waͤhrer Pilger gehn. 6. Dich allein will ich erwählen;/ alle Rräfte meiner Seelen/ nimm nur ganz in deine Macht;/ ja, ich will mich dir verschreiben,/ laß es ewig feste bleiben,/ was ich dir hab zugesagt. Gerhard Tersteegen, 1769. 286 Mel. Was Gott tut, das ist wohlgetan. Severus Gastorius, I681. .I E—— S.SSISSSI 1 Dich, Je⸗sum, laß ich e⸗wig nicht;/ dir bleibt mein du kennst dies herz, das redlich spricht:/ nur Ei⸗ nem ————. ů.— Herz er⸗ ge⸗ben; wil ich 20 nai.. Du, du al lein,/ du sollst es sein;/ du — ů— R— — sollst mein Trost auf Erden,/ mein Glück im Simmel werden. 2. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht;/ ich halte dich im Glauben!/ Wichts kann mir meine Juversicht/ und deine Gnade rauben./ Der Glaubensbund haͤt festen Grund;/ die deiner sich nicht schämen,/ die kann dir niemand nehmen. 3. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht;/ aus göttlichem Er⸗ barmen/ gingst du für Sunder ins Gericht/ und büßtest fůr mich Armen./ Aus Dankbarkeit/ will ich allzeit/ um deines Leidens willen/ die Pflicht der Treu erfullen. 287 Qiebe 4. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht;/ du stärkest mich von oben. Auf dir steht meine Juversicht,/ wenn meine Feinde toben./ Ich flieh zu dir,/ du eilst zu mir;/ wenn mich die Feinde hassen,/ wirst du mich nicht verlassen. 5. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht;/ nichts soll von dir mich scheiden./ Es bleibet jedes Gliedes Pflicht,/ mit seinem Haupt zu leiden./ Doch all mein Leid/ währt kurze Zeit;/ bald ist es überstanden,/ und Ruh ist dann vorhaͤnden. 6. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht;/ nie soll mein Glaube wanken;/ und wenn des Leibes Zuͤtte bricht,/ sterb ich mit dem Gedanken:/ mein Freund ist mein,/ und ich bin sein;/ er ist mein Schatz und Tröster,/ und ich bin sein Erlöster. Ehrenfried Liebich, 1 1780. 287 Mel. Serr, ich habe mißgehandelt(oder wie Nr. 53). Johann Crüger, 1649. . J. + 7 Seid barm⸗her⸗ zig, Men⸗schen, hö ⸗ret,/ das uns Je⸗sus Chri⸗stus leh⸗ ret:/ 1——.—..T..TTT hört das hei⸗-lig⸗ste Ge⸗ bot, „Seid barm⸗her⸗ zig, seids wie Gott;/ ————.— ö.* EEEE euch ge⸗ge⸗ben,/ was euch not ist, Heil und Le⸗ ben.“ 2. So viel Menschen, so viel Brüder!/ Ein Gott ists, der uns erschuf./ Wir sind alle Christi Glieder;/ allgemein ist Gottes Ruf./ So den Bösen, wie den Seinen/ läßt der Berr die Sonne scheinen. 3. Gottes Bild in euch zu sehen,/ seid barmherzig, so wie er;/ eilt, den Armen beizustehen;/ was ihr gebt, empfaͤngt der Herr./ Weiß es Gott und dein Gewissen,/ darfs die linke Sand nicht wissen. gebt, so wird auch 3⁰⁷ Mel. Liebe ich von meine wenn . on dir seinem Jeit;/ n. Blaube ich mit sein;/ rlöster. + I780. r, 1649. Liebe 288 4. Was ihr habt, mit Armern teilen,/ sehn, was jedem frommt und nützt,/ des Verlaßnen Wunden heilen,/ schützen den, den niemand schützt,/ ohne Stolz, von Pflicht gedrungen,/ heißt: nach Ruhm bei Gott gerungen. 5. Herr, wir geben von dem Deinen,/ Geber, dem der Dank gebührt!/ Laß, wenn unsre Brüder weinen,/ unser Herz nie ungerührt;/ daß, wenn wir zu dir uns nahen,/ wir auch Hilf und Trost empfahen! Theod. Gottlieb v. Sippel, 796. 288 Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Georg MNeumark, I657. — W— EI—.—— ——— S 1 Du Va⸗ ter dei⸗ner Menschen⸗kin⸗der,/ Uund des⸗ sen Serz auch ge⸗gen Sün'der/ E,—. der du die Ciebe sel⸗ber bist, noch gü⸗tig und voll Mitleid ist, — I. ö——. I..— SDIE IEEEEEE HBer⸗zen dein,/ Iaß michs mit al⸗-len Kräf⸗ten sein! 2. Gib, daß ich als dein Kind dich liebe,/ da du mich als ein Vater liebst,/ und so gesinnt zu sein mich uͤbe,/ wie du mir selbst die Vorschrift gibst!/ Was dir gefaͤllt, gefall auch mir;/ nichts scheide mich, mein Gott, von dir! 3. Vertilg in mir durch deine Liebe/ den Sang zur Liebe dieser Welt/ und gib, daß ich Verleugnung uͤbe,/ wenn mir was Eitles noch gefällt./ Wie sollte ich die Rreatur/ dir vorziehn, Schöpfer der Maturl 4. Caß mich um deiner Liebe willen/ gern tun, was mir dein Wort gebeut!/ Rann ichs nicht, wie ich soll, erfüllen,/ so sieh auf meine Willigkeit/ und rechne mir nach deiner Buld/ die Schwachheit, Vaͤter, nicht zur Schuld! laß mich von gaͤnzem 303 289 Liebe S. Der liebt dich nicht, der noch mit Freuden/ das tut, was dir, o Gott, mißfallt;/ drum laß es mich mit Ernst ver⸗ meiden,/ gefiel es auch der ganzen Welt./ Die kleinste Sünde selbst zu scheun,/ laß, Vater, mich beflissen sein. 6. Aus Liebe laß mich alles leiden,/ was mir dein weiser Rat bestimmt;/ du führst durch Trübsal den zu Freuden,/ der seine Cast gern auf sich nimmt;/ und wer sein Leben weislich nützt,/ wird mächtig von dir unterstutzt. 7. In deiner Liebe laß mich sterben,/ dann wird selbst Sterben mein Gewinn;/ dann werd ich deinen Zimmel erben,/ wo ich dir ewig nahe bin./ Da lieb ich in Voll⸗ kommenheit/ dich, Vater der Barmherzigkeit. Nach Benjamin Schmolck, 1737, von Samuel Diterich, 1 1707/. 289 Mel. Nun sich der Tag geendet hat. Dresden 1667. — —.— ů S....I J. O Christ, wenn Ar me man⸗ ches⸗mal/ vor SISISSIIII —.——6 dei ner Tü are stehn,/ merk auf, ob nicht in — é H— ö ih ⸗rer Zahl/ der Serr sei un ge⸗ sehn. 2. Und wenn ihr matter Ruf so bang/ erschaͤllt zu dir herein,/ horch auf, ob seiner Stimme Rlang/ nicht moͤchte drunter sein. 3. O nicht so fest und eng verschließ/ die Türen und das Herz;/ ach wer den Zeiland von sich stieß,/ was traͤfe den fuͤr Schmerz! 4. Drum reiche mild der CLiebe Zoll/ dem Dürftigen hinaus/ und oͤffne gern und mitleidsvoll/ dem Flehenden dein Haus. 30⁴ Liebe ut, was nst ver⸗ kleinste en sein. weiser euden,/ Leben d selbst Zimmel uVoll⸗ „+ I757. den 1667. zu dir nöchte nd das fe den ftigen henden Liebe 290 S. Denn ehe du dich wirst versehn,/ wird dein Serr Jesus Christ/ hinein zu deiner Türe gehn,/ weil sie so gaͤstlich ist. 6. Und ehe du ihn noch erkannt,/ der arm erschien vor dir,/ erhebt er seine heilge Sand/ zum Segen fuͤr und für; 7. Jum Segen uͤber deinen Tisch/ und uͤber all dein Gut/ und über deine Kinder frisch/ und deinen frohen Mut; 8. Jum Segen über deine Zeit,/ die du hienieden gehst,/ und uͤber deine Ewigkeit,/ wo du dort oben stehst; 9. Dort oben, wo er dann die Tür/ dir auf mit Freuden tut,/ wie ihm und seinen Brüdern hier/ du tatst mit frommem Mut. ö wilhelm Sey, + 1854. 29⁰0 Mel. Jesu, meines Lebens Leben. Christoph Anton, I65J. 3 + 1 63 7 auch wie ein Psal⸗ter klan⸗ge/ mei⸗ne Re⸗ de ja, wenn mei⸗ne Jun⸗ge sän⸗ge/ En⸗geln gleich in 1 —— 4— 2— — Fmmehbehn dett ich kei⸗ ne Lieb im Ber⸗zen,/ 1— 2————— 4.—— ach so wäͤr ich gleich den Er⸗zen,/ gleich der Schelle, —— 2————— EN 1I— 1— die er⸗klingt,/ doch kein Le⸗ben hat noch bringt. 2. Wenn ich mit Prophetenklaͤrheit/ schon die Jukunft sah erfuͤllt;/ wenn mir kund wär alle Wahrheit,/ kein Ge⸗ heimnis mehr verhüllt;/ wenn ich jenen Glauben haͤtte,/ der versetzt der Berge Stäͤtte:/ ach das alles hilft mir nicht,/ wenns an Liebe mir gebricht. 3. Wenn ich alle meine Zaͤbe/ teilte den Bedürftgen aus/ und den Greis am Bettelstabe/ gastlich führte in mein 291 Gebet Haus;/ wenn ich, Christum zu bekennen,/ meinen Leib selbst ließe brennen:/ ach das alles hilft mir nicht,/ wenns an Liebe mir gebricht. 4. Ciebe, Liebe ist die Krone,/ die den Baum des Glaubens schmückt,/ dran man, dank dem Gottessohne,/ seiner Liebe Früchte pflückt./ G welch edle Tugendblüuͤte/ ziert das liebende Gemute:/ Langmut, Freundlichkeit, Ge⸗ duld,/ Demut, Sanftmut, Güt und Suld! 5. Und wie herrlich ist die Ciebel/ Ewig hört sie nimmer auf;/ da sonst nichts ist, das da bliebe,/ das nicht schlösse seinen Lauf./ Sprach und Weissagung vergehen,/ Glaub und Hoffnung wird zum Sehen;/ alles währet seine zeit,/ LCiebe bleibt in Ewigkeit. 6. Herr, mein Gott, du bist die Liebe,/ bist der Liebe Quell allein!/ Sauche deines Geistes Triebe/ mir auch tief ins Herz hinein. O daß ich doch in der Liebe/ bis zum letzten Atem bliebe;/ Jesu, so bleib ich in dir,/ und du ewiglich in mir! Adolf Stöber, f1892. — 291 Leipzig 1539. ö—— ö ö I——— 1———04 a⸗ter un⸗ser im Him⸗mel⸗ V— 1—— 201 H 4.— Preich,/ der du uns al· le hei ßest gleich/ .—— ,.. — werd Ge⸗ bet ge⸗ tan:/ gib, daß nicht bet al⸗ 306 Gebet 291 ——. E IE lein der Mund,/ hilf, daß es geh von Ser⸗zensgruͤnd. 2. Geheiligt werd der Name dein;/ dein Wort bei uns hilf halten rein,/ daß wir auch leben heiliglich,/ nach deinem Namen würdiglich;/ behüt uns, Herr, vor falscher Lehr,/ das arm verführte Volk bekehr. 3. Es komm dein Reich zu dieser Zeit/ und dort hernach in Ewigkeit;/ der heilge Geist uns wohne bei/ mit seinen Gaben maͤncherlei;/ des Satans Zorn und groß Gewalt/ zerbrich; vor ihm dein Rirch erhaͤlt. 4. Dein Will gescheh, Serr Gott, zugleich/ auf Erden wie im Himmelreich;/ gib uns Geduld in Leidenszeit,/ ge⸗ horsam sein in Lieb und Leid/ und wehre allem Fleisch und Blut,/ das wider deinen Willen tut. S. Gib uns heut unser täglich Brot/ und was man braucht zur Ceibesnot;/ behuͤt uns vor Unfried und Streit,/ vor Seuchen und vor teurer Zeit,/ daß wir in gutem Frieden stehn,/ der Sorg und Geizes müßig gehn. 6. All unsre Schuld vergib uns, Herr,/ daß sie uns nicht betrübe mehr,/ wie wir auch unsern Schuldigern/ ihr Schuld und Fehl vergeben gern;/ zu dienen mach uns all bereit/ in rechter Lieb und Einigkeit. 7. Führ uns, Herr, in Versuchung nicht,/ wenn uns der böse Geist anficht;/ zur linken und zur rechten Hand/ hilf uns tun starken Widerstand,/ im Glauben fest und wohl gerüst/ und durch des heilgen Geistes Trost. 8. Von allem übel uns erlös,/ es sind die Zeit und Tage bös;/ erlös uns von dem ewgen Tod/ und tröst uns in der letzten Not;/ bescher uns auch ein selig End,/ nimm unsre Seel in deine Zänd. 9. Amen, das ist, es werde wahrl/ Stärk unsern Glauben immerdar,/ auf daß wir ja nicht zweifeln dran,/ es sei die Bitte wohlgetan;/ auf dein Wort, in dem Namen dein:/ so sprechen wir das Amen fein. Marain Luther, f.1546 30⁷7 4 292 Gebet 292 Wittenberg 1535. e B—— 4 SSS 190 ruf zu dir, Zerr Je-su Christ, ich bitt, er⸗ Ver⸗leih mir Gnaͤd zu die ⸗ ser Frist,/ laß mich doch ISIDEEEE hör mein. nicht ver⸗za⸗ gen. Den rech⸗ten Weg, o Berr, al⸗ E—.——— lein,/ den wol⸗ lest du mir ge⸗ben,/ dir zu le⸗ben,/ dem EI E— I i— II——. Naͤchsten nůtz zu sein,/ nach dei-nem Reich zu stre⸗ ben. 2. Ich bitt noch mehr, o Herre Gott,/ du kannst es mir wohl geben:/ daß ich nicht wieder werd zu Spott;/ die Zoff⸗ nung gib daneben,/ voraus, wenn ich muß hie davon,/ daß ich dir mög vertrauen/ und nicht bauen/ auf all mein eignes Tun,/ sonst wird michs ewig reuen. 3. Verleih, daß ich aus Berzensgrund/ den Feinden mög vergeben;/ verzeih mir auch zu dieser Stund,/ schaff mir ein neues Ceben./ Dein Wort mein Speis laß allweg sein,/ damit mein Seel zu nähren,/ mich zu wehren,/ wenn Un⸗ glück geht daher,/ das mich moͤcht von dir kehren. 4. Caß mich nicht Lust noch Furcht von dir/ in dieser Welt abwenden./ Getreusein bis ans End gib mir,/ du hasts allein in Zaͤnden,/ und wem dus gibst, der hats um⸗ sonst;/ es mag niemand ererben,/ noch erwerben/ durch Werke deine Gnad,/ die uns erlöst vom Sterben. S. Ich lieg im Streit und widerstreb;/ hilf, o Serr Christ, dem Schwachen!/ Von deiner Gnad allein ich leb,/ du kannst mich staͤrker machen./ RKommt nun Anfechtung und Gefahr,/ wollst du mich nicht verlassen,/ fest mich fassen,/ behüten immerdar. Ich weiß, du wirsts nicht lassen. 1529. 3⁰0⁸ Gebet 293 293 Mel. In dich hab ich gehoffet.(I5. Zahrhundert.) Straßburg 1560. 72 7 E ů —.———— 6 EEE rmn:nn, J. Auf dich hab ich ge⸗hoffet, err,/ hilf, daß ich nicht zu⸗ EE E I— ——.... 2———8— E..— schanden werd,/ noch e⸗wig⸗lich zu Spot⸗te./ Das bitt ich 224——— — 2—6——— 1——— 4———— T dich:/ er⸗hal⸗te mich/ dir treu, dir, meinem Got⸗ te. 2. Dein gnädig Ohr neig her zu mir,/ erhör mein Bitt, tritt du herfür,/ eil, bald mich zu erretten. In Angst und weh/ ich lieg und steh;/ hilf mir in meinen Noͤten. 3. Mein Gott und Schirmer, steh mir bei,/ sei meine Burg, darin ich frei/ und ritterlich moͤg streiten,/ ob mich bedräng'/ der Feinde Meng/ hier und auf allen Seiten. 4. Du bist mein Stärk, mein Fels, mein Bort,/ mein Schild, mein Kraft, sagt mir dein Wort,/ mein Silf, mein Heil, mein Ceben,/ mein starker Gott/ in aller Not:/ wer mag mir widerstreben? 5. Mir hat die Welt oft zugericht't,/ viel Lug und Trug und falsch Gedicht,/ viel Netz und heimlich Stricke;/ nimm meiner wahr,/ Serr, in Gefahr;/ behůt vor falscher Tücke. 6. Herr, meinen Geist befehl ich dir;/ mein Gott, mein Gott, weich nicht von mir,/ nimm mich in deine Zaͤnde!/ 2 wahrer Gott,/ aus aller Not/ hilf mir am letzten nde. 7. Lob, Ehre, Preis und Herrlichkeit/ sei Vater, Sohn und Geist bereit!/ Cobt Gottes heilgen Naͤmen!/ Die göͤttlich Rraft/ mach uns sieghaft/ durch Jesum Christum! Amen. Adam Reißner, 4um 1875. 30⁹ 29⁴4 Straßburg 1525. — +.——.— SS..... 4255.— wie du willst, so schicks mit mir/ im Al ⸗lein zu dir steht mein Be⸗gier,/ laß E li LCe⸗ben und im Ster⸗ben!l! mich, Herr, nicht ver⸗ der⸗ben. + E EIEE— dei ⸗ner Huld,/ sonst wie du willst; gib mir Ge⸗ Er⸗halt mich nur in —— 2——— —— 1— —————— 2.—., duld,/ denn dein Will ist der be ste. 2. Zucht, Ehr und Treu verleih mir, Berr,/ und Lieb zu deinem Worte;/ behut mich, Serr, vor falscher Cehr/ und gib mir hier und dorte,/ was dient zu meiner Seligkeit;/ wend ab all Ungerechtigkeit/ in meinem ganzen Ceben! 3. Soll ich einmal nach deinem Rat/ von dieser Welt ab⸗ scheiden,/ verleih mir, Serr, nur deine Gnad,/ daß es gescheh mit Freuden./ Mein Ceib und Seel befehl ich dir;/ o Berr, ein selig End gib mir/ durch Jesum Christum. Amen. Kaspar Bienemann, 159l. Mel. Serzlich tut mich verlangen. 295 Bans Leo Saßler, I60ol. 0 x—. ö 1———.— ö—..— Wr 3.—— — 1Es Laß mich dein sein und blei— ben,/ du treu⸗ er Von dir laß mich nichts trei⸗ben,/ halt mich bei 488 Bebet rg 1525. — im laß —— Häfitsißü — 1 1 —————— Gott und Berr! 1—0— ö err laß mich nur nicht dei⸗ ner Lehr. 5 mich —— x 2 5 — ö— ESe B nen nn..— 4 + + 1 1— 1.2—— + ich dir dan⸗ken/ in al ⸗le E⸗wigkeit! Mikolaus Selnecker, 1592. aR + (Oder wie Nr. 3oo.) 296 Meiningen 1693. . DD ,. SSS GO Gott, du frommer Gott,/ du Brunnquell guter Vohnden nichts ist, was ist,/ von dem wir al⸗les ——.....TT Ga⸗ben, ha⸗ben, 50 IIESSS— T chem Leib/ ein unver⸗letz⸗te Seel/ und rein Gewissen bleib. 2. Gib, daß ich tu mit Fleiß,/ was mir zu tun gebühret,/ wozu mich dein Befehl/ in meinem Stande führet;/ gib, daß ichs tue bald,/ zu der Zeit, da ich soll,/ und wenn ichs tu, so gib,/ daß es gerate wohl. 3. Hilf, daß ich rede stets,/ womit ich kann bestehen,/ laß kein unnützes Wort/ aus meinem Munde gehen;/ und wenn in meinem Amt/ ich reden soll und muß,/ so gib den Worten Braft/ und Nachdruck ohn Verdruß. ge⸗sun⸗den Leib gib mir,/ und daß in sol⸗ 3II 297 Gebet 4. Findt sich Gefährlichkeit,/ so laß mich nicht ver⸗ zagen;/ gib einen Heldenmut,/ das Rreuz hilf selber tragen;/ gib, daß ich meinen Feind/ mit Sanftmut uͤber⸗ wind/ und, wenn ich Rat bedarf,/ auch guten Rat erfind. 5. Caß mich mit jedermann/ in Fried und Freundschaft leben,/ so weit es christlich ist;/ willst du mir etwas geben/ an Reichtum, Gut und Geld,/ so gib auch dies dabei,/ daß von unrechtem Gut/ nichts untermenget sei. 6. Sollt ich auf dieser Welt/ mein Leben hoͤher bringen,/ durch manchen sauren Tritt/ hindurch ins Alter dringen,/ so gib Geduld; vor Suͤnd/ und Schanden mich bewahr,/ auf daß ich tragen mag/ mit Ehren graues Haar. 7. Laß mich an meinem End/ auf Christi Tod ab⸗ scheiden;/ die Seele nimm zu dir/ hinauf zu deinen Freuden;/ dem Leib ein Räumlein gönn /bei frommer Christen Grab,/ auf daß er seine Ruh/ an ihrer Seite hab. 8. Wenn du die Toten wirst/ an jenem Taͤg erwecken,/ so woll auch deine dand/ zu meinem Grab ausstrecken;/ laß hören deine Stimm,/ erwecke mein Gebein/ und führ mich schön verklärt/ in deinen Zimmel ein. Johann Seermann, 167. 297 Mel. Da Christus geboren war(Nr. 4I9). J. Zweierlei bitt ich von dir,/ zweierlei trag ich dir fůr,/ dir, der alles reichlich gibt,/ was uns dient und dir beliebt;/ gib mein Bitten, das du weißt,/ eh ich sterb und sich mein Geist/ aus des Ceibes Banden reißt. 2. Gib, daß ferne von mir sei/ Cügen und Abgötterei;/ Armut, so die Maße bricht,/ großen Reichtum gib mir nicht;/ allzuarm und allzureich/ ist nicht gut, sturzt beides gleich/ unsre Seel ins Sündenreich. 3. Caß mich aber, o mein Seil,/ nehmen mein bescheiden Teil/ und beschere mir zur Not/ hier mein täglich Bißlein Brot;/ ein klein wenig, da der Mut/ und ein gut Gewissen ruht,/ ist fͤrwahr ein großes Gut. 31² Gebet 't ver⸗ selber t über⸗ erfind. dschaft zeben/ •daß igen,/ gen,/ ahr,/ od ab⸗ deinen mmer e hab. n,/ so laß fůhr 1647. fůr,/ ebt;/ mein rei;/ ĩmir eides eiden ßlein issen Gebet 298 4. Sonst wohl moͤcht im üÜberfluß/ ich empfinden über⸗ druß,/ dich verleugnen, dir zum Spott/ fragen: wer ist Herr und Gott?/ Denn das Serz ist Frechheit voll,/ weiß oft nicht, wenn ihm ist wohl,/ wie es sich erheben soll. S. Wiederum, wenns stehet bloß/ und die Armut wird zu groß,/ wirds leicht untreu, stiehlt und stellt /nach des Nächsten Gut und Geld,/ tut Gewaͤlt, braucht Ränk und List,/ ist mit Unrecht ausgerüst't,/ fragt gar nicht, was christlich ist. 6. Ach mein Gott, mein Schatz, mein Licht,/ dieses beides ziemt mir nicht;/ beides schändet deine Ehr,/ beides stürzt ins Höllenmeer./ Drum so gib mir Hüll und Füll/ also, wie dein Serze will,/ nicht zu wenig, nicht zu viel. Paul Gerhardt, 1676. 5 298 Darmstadt 1698. FEE— EIII—— B. ————.—— J. Sieh, hier bin ich, ¶EEh· ren⸗koͤ⸗nig,/ le ge mich vor N X I + ——. dei⸗ nen Thron; schwa⸗ che Tranen,/ kindlich Seh⸗ nen/ IDIiII‚—— d —p—IIEUIUIUDIIIR bring ich dir, du mien· schensohn./ Laß dich fin · den// laß dich fin⸗den,/ bin ich gleich nur Asch und Ton. 2. Sieh doch auf mich,/ Herr, ich bitt dich,/ lenke mich nach deinem Sinn./ Dich alleine/ ich nur meine,/ dein er⸗ kaufter Erb ich bin./ Caß dich finden,/ laß dich finden;/ gib dich mir und nimm mich hin! 3. Herr, erhöre,/ ich begehre/ nichts als deine freie Gnad,/ die du gibest,/ wo du liebest,/ und man dich liebt in der Tat./ Laß dich finden,/ laß dich finden;/ der hat alles, wer dich hat. 33 299 Gebet 4. Hör, wie kläglich,/ wie beweglich/ dir die treue Seele singt,/ wie demütig/ und wehmütig/ deines KRindes Stimme klingt./ Caß dich finden,/ laß dich finden;/ denn mein Herze zu dir dringt. S. Dieser Zeiten/ Eitelkeiten,/ Reichtum, Wollust, Ehr und Freud/ sind nur Schmerzen/ meinem Herzen,/ welches sucht die Ewigkeit./ Caß dich finden,/ laß dich findenl/ Großer Gott, ich bin bereit. Joachim Neander, I68o. 299 J. A.§Freylinghausen, Salle 1704. ——*— E Dir, dir, Je⸗ho⸗va, will ich sin ⸗genz/ »Dir will ich mei⸗ ne Lie⸗-der brin⸗genz/ EP ZᷓPᷓPᷓPPP denn wo ist doch ein sol cher Gott wie du?) ach gib mir dei nes Gei⸗stes Rraft da zu, 33—.— daß ich es tu im Na⸗men Je⸗su Christ,/ EE so wie es dir durch ihn ge⸗fäl-lig ist. 2. Zeuch mich, o Vater, zu dem Sohne,/ damit dein Sohn mich wieder zieh zu dir;/ dein Geist in meinem Herzen wohne/ und meine Sinne und Verstand regier,/ daß ich den Frieden Gottes schmeck und fühl/ und dir darob im Herzen sing und spiel. 3. Verleih mir, Söchster, solche Güte,/ so wird gewiß mein Singen recht getan,/ so klingt es schon in meinem Ciede,/ und ich bet dich im Geist und Wahrheit an;/ so 31⁴ ssH◻ SES Gebet 30⁰ hebt dein Geist mein Serz zu dir empor,/ daß ich dir Psalmen sing im höhern Chor. 4. Dein Geist kann mich bei dir vertreten/ mit Seufzern, die ganz unaussprechlich sind;/ der lehret mich recht gläubig beten,/ gibt Zeugnis meinem Geist, daß ich dein Rind/ und ein Miterbe Jesu Christi sei,/ daher ich Abba, lieber Vater, schrei. 5. Was mich dein Geist selbst bitten lehret,/ dem neiget sich dein gnädger Wille zu,/ das wird gewiß von dir erhöret,/ weil ichs im Namen deines Sohnes tu,/ durch welchen ich dein Rind und Erbe bin/ und nehme von dir Gnad um Gnade hin. 6. Wohl mir, daß ich dies Jeugnis habe;/ drum bin ich voller Trost und Freudigkeit/ und weiß es, alle gute Gabe,/ die ich von dir verlaͤnget jederzeit,/ die gibst du und tust uͤberschwenglich mehr,/ als ich verstehe, bitte und begehr. 7. Wohl mir! Ich bitt in Jesu Wamen,/ der mich zu deiner Rechten selbst vertritt;/ in ihm ist alles Ja und Amen,/ was ich von dir im Geist und Glauben bitt./ Wohl mir! Cob dir jetzt und in Ewigkeit,/ daß du mir schenkest solche Seligkeit! Bartholomäus Crasselius, 1724. 30⁰ 61 0 Gott, du frommer Gott(oder wie Nr. 296. 1100 Gott, ver⸗laß mich nicht!/ Reich mir die W füh⸗re mich, dein Rind,/ daß ich den —.. ..—— Gna⸗- den ⸗ hän· de; Lauf voll en⸗de 2.— 1 ———1 — 2— S du mein Le⸗ bens ⸗licht,/ mein Stab, mein 315 zu mei⸗ner Se⸗lig⸗keit;/ sei 301 Gebet dr wr.—— qS‚Sq....= Bort, mein Schutz;/ ach Gott, ver-laß mich nichtl 2. Ach Gott, verlaͤß mich nicht!/ Regiere du mein Wallen; /aͤch laß mich nimmermehr/ in Süund und Schande faͤllen;/ gib mir den guten Geist,/ gib Glaubens⸗ zuversicht,/ sei meine Stärk und Kraͤft;/ ach Gott, verlaß mich nicht! 3. Ach Gott, verlaß mich nicht!/ Ich ruf aus Serzens⸗ grunde;/ ach Höchster, stärke mich/ in jeder bösen Stunde;/ wenn mich Versuchung plagt/ und meine Seel anficht,/ so weiche nicht von mir;/ ach Gott, verlaß mich nicht! 7. Ach Gott, verlaß mich nicht! /Ach laß dich doch be⸗ wegen,/ ach Vater, kröne doch/ mit reichem Himmelssegen/ die Werke meines Amts,/ die Werke meiner Pflicht,/ zu tun, was dir gefällt;/ ach Gott, verlaß mich nicht! 5. Ach Gott, verlaß mich nicht!/ Ich bleibe dir ergeben,/ hilf mir, o großer Gott,/ recht glauben, christlich leben/ und selig scheiden ab,/ zu sehn dein Angesicht,/ hilf mir in Mot und Tod;/ ach Gott, verlaß mich nicht! Salomo Sranck, 17²5. Mel. Wunderbarer Rönig. 301 Bremen J680. 94 LEV S —2— Gott ist ge⸗ gen⸗wär⸗tig;/ las⸗set uns an⸗be ⸗ ten/ Gott ist in der Mit⸗ten!/ Al⸗les in uns schweige/ C9CIRRTRTRTRTTITTTTTT SR 1 I 1— und in Ehrfurcht vor ihn tre⸗ten. U kennt, werihn und sich in⸗nigst vor ihm beu⸗ in E 5 , nennt,/ schlag die Augen nieder;/ gebt das Serz ihm wieder. 316 Gebet nichtl mein 1d und ubens⸗ verlaß erzens⸗ unde;/ ht,/ so och be⸗ segen/ ot,/ zu eben,/ n/ und in Not 1725 aen 1680. — e ten/ weige/ — wer ihn Gebet 302 2. Gott ist gegenwärtig,/ dem die Cherubinen/ Tag und Nacht in Demut dienen./ Heilig, heilig, heilig/ singen ihm zur Ehre/ aller Engel hohe Chöre./ Herr vernimm/ unsre Stimm,/ da auch wir Geringen/ unsre Opfer bringen. 3. Wir entsagen willig/ allen Eitelkeiten,/ dieser Erden Cust und Freuden;/ da liegt unser Wille,/ Seele, Ceib und Ceben/ dir zum Eigentum ergeben;/ du aͤllein/ sollst es sein,/ unser Gott und Herre,/ dir gebührt die Ehre. 4. Majestätisch Wesen,/ möcht ich recht dich preisen/ und im Geist dir Dienst erweisen!/ Möcht ich, wie die Engel,/ immer vor dir stehen/ und dich gegenwärtig sehen!/ Caß mich dir/ für und für/ trachten zu gefallen,/ liebster Gott, in allen. S. Geist, der alles füllet,/ drin wir sind und weben,/ aller Dinge Grund und Leben!/ Meer ohn' Grund und Ende,/ Wunder aller Wunder,/ ich senk mich in dich hinunter;/ ich in dir,/ du in mir,/ laß mich ganz verschwinden,/ dich nur sehn und finden. 6. Du durchdringest alles;/ laß mit deinem Lichte,/ Serr, berühren mein Gesichte;/ wie die zarten Blumen/ willig sich entfalten/ und der Sonne stille halten,/ laß mich so/ still und froh/ deine Strahlen fassen/ und dich wirken lassen. 7. Mache mich einfältig,/ innig abgeschieden,/ sanft und still in deinem Frieden;/ mach mich reines Herzens,/ daß ich deine Klarheit/ schauen mag in Geist und Wahrheit;/ laß mein Serz/ himmelwäͤrts/ wie ein Adler schweben/ und in dir nur leben. 8. Herr, komm in mir wohnen,/ laß den Geist auf Erden/ dir ein Heiligtum noch werden;/ komm du nahes Wesen,/ dich in mir verkläͤre,/ daß ich dich stets lieb und ehre;/ wo ich geh,/ sitz und steh,/ laß mich dein gedenken,/ mich in dich versenken. Gerhard Tersteegen, 4 I76o. 302 Mel. Es ist das Zeil uns kommen her. Vorreformatorisch) Wittenberg 1523. ö— ESEEEE . 1* dei ne Guͤ⸗te reicht so weit,/ so krönst uns mit Barm⸗her⸗zig⸗keit/ und II 31⁷ 303 Gebet — ö ů.— ö—..— e— ů2— weit die Wol⸗ken ge ⸗ hen;/ du“ 5 eilst uns bei⸗ zu ste hen;/ Serr, e ne ——— Burg, mein Fels, mein Hort,/ ver nimm mein Flehn, merk 1 I— —.———— E.— auf mein Wort;/ denn ich will vor dir be=ten. 2. Ich bitte nicht um Überfluß/ und Schätze dieser Erden;/ laß mir, so viel ich haben muß,/ nach deiner Gnade werden./ Gib mir nur Weisheit und Verstand,/ dich, Gott, und den, den du gesandt,/ und mich selbst zu erkennen. 3. Ich bitte nicht um Ehr und Ruhm,/ so sehr sie Men⸗ schen rühren;/ des guten Wamens Eigentum/ laß mich nur nicht verlieren;/ mein wahrer Ruhm sei meine Pflicht/ der Ruhm vor deinem Angesicht/ und frommer Freunde Ciebe. 4. So bitt ich dich, mein Serr und Gott,/ auch nicht um langes Ceben./ Im Glücke Demut, Mut in Not,/ das wollest du mir geben./ In deiner Sand steht meine zeit,/ laß du mich nur Barmherzigkeit/ vor dir im Tode finden. Christian Fürchtegott Gellert, I769. 303 Mel. Wenn wir in höchsten Nöten sein. Franzõ sischer Psalter, 5. 4 ö—— ö 5—3—.—.—.————— J. Be⸗denk ich dei⸗ ne gro⸗ ße Treu⸗e,/ be⸗denk ich I 2— 5 1—2 ———— 2 mei ne tie ⸗fe Schuld,/ dann fühl ich hei ⸗ße Allgemeine Fürbitte 304 — S..—— ——— Scham und Reu⸗e/ und preis in De⸗mut dei ne Huld. 2. Ich bin nur Staub, aus Staub geboren,/ bin irdisch und verweslich noch/ und bin zur Herrlichkeit erkoren,/ bin himmlisch auch und ewig doch. 3. O Vater, deine große Liebe,/ wie kann ein Mensch sie hier verstehn?/ Gib, daß ich mich in Einfalt übe,/ den Weg, den du mich führst, zu gehn. 4. Gib, daß ich dir nicht widerstrebe,/ wenn Dornen meinen Pfad umziehn,/ und daß ich dir im Glauben lebe/ und nicht von dieser Erde bin. 5. Gib, daß der Erde Eitelkeiten/ mir unbewußt vor⸗ übergehn,/ und daß ich mag zu allen Zeiten/ auf Jesu Kreuz und Sterben sehn. 6. Gib, daß ich nimmer möge schwanken,/ wenn mir der Erde Reichtum blinkt;/ laß mich von deinem Weg nicht wanken,/ wo mir am Ziel die Palme winkt. 7. Gib, daß ich dulden mag und hoffen,/ und gib mir deinen heilgen Geist,/ und zeige mir den Zimmel offen,/ wenn mir der Tod das Herz zerreißt. Luise Sensel, 1876. U Allgemeine Fürbitte 304 Mel. O welt, ich muß dich lassen Fr. 330). J. Berr, höre, Herr, erhöre!/ Breit deines Ramens Ehre/ an allen Orten aus!/ Behüte alle Stände/ durch deiner Allmacht Zäͤnde,/ beschutze Kirche, Land und Baus. 2. Ach laß dein Wort uns allen/ noch ferner reichlich schallen/ zu unsrer Seelen Nutz!/ Bewahr uns vor den Rotten,/ die deiner Wahrheit spotten,/ beut allen deinen Feinden Trutz. 3. Gib du getreue Lehrer/ und unverdroßne Sörer,/ die beide Taͤter sein;/ auf Pflanzen und Begießen/ laß dein Gedeihen fließen/ und Früchte reichlich ernten ein. 319 305 Allgemeine Fürbitte 4. Caß alle, die regieren,/ ihr Amt getreulich fuͤhren,/ schaff jedermann sein Recht,/ daß Fried und Treu sich müssen/ in unserm Lande küssen;/ segn' uns als dein er⸗ wählt Geschlecht. S. Erhalt in jeder Ehe/ beim Glücke wie beim Wehe/ rechtschaͤffne Frömmigkeit!/ In Unschuld und in Tugend/ gedeihe unsre Jugend,/ zu deines Reiches Dienst bereit. G. O Vater, wend in Gnaden /Krieg, Seuche und den Schaden/ der Elemente ab!/ Bewahr des Candes Früchte/ und maͤche nicht zunichte,/ was deine milde Sand uns gab. 7. Gedenke voll Erbarmen/ der Leidenden und Armenz/ Verirrte bring herein;/ die Witwen und die Waisen/ wollst du mit Troste speisen,/ wenn sie zu dir um Silfe schrein. 8. Hilf als ein Arzt den Kranken,/ und die im Glauben wanken,/ laß nicht zugrunde gehn;/ die Alten heb und trage,/ damit sie ihre Plage/ geduldig mögen überstehn. 9. Die Reisenden beschütze,/ bleib der Verfolgten Stütze/ die Sterbenden geleit/ mit deinen Engelschaͤren,/ daß sie in Frieden fahren/ zu Jions Freud und Serrlichkeit. 10. Nun, Serr, du wirst erfüllen,/ was wir nach deinem Willen/ in Demut jetzt begehrt;/ wir sprechen gläubig Amen/ in unsers Jesu Naͤmen,/ so ist gewiß der Wunsch gewährtl Benjamin Schmolck, 173. 65 4— ist an Gottes Segen. 305 Frankfurt a. M. I738. S5 D— I. Je ⸗ su, der du bist al ⸗lei ne/ Haupt und .—.— E—— —0 4— ö— Rö⸗nig der Gemei⸗ne,/ seg ne mich, dein ar⸗mes Gliedl/ H+.— nre 1065 22......— Wollst mir neu en Ein⸗fluß ge⸗ben/ dei · nes Gei · stes/ 3²⁰ Allgemeine Fürbitte ö 305 ——— 12————H S ,v... dir zu le⸗ben;/ stär⸗ke mich durch dei⸗ ne Guͤt. 2. Ach dein CLebensgeist durchdringe,/ Gnade, Rraft und Segen bringe/ deinen Gliedern allzumal,/ wo sie hier zer⸗ streuet wohnen/ unter allen Nationen,/ die du kennest uͤberall. 3. O wie lieb ich, Serr, die Deinen,/ die dich suchen, die dich meinen;/ o wie köstlich sind sie mir!/ Du weißt, wie michs oft erquicket,/ wenn ich Seelen hab erblicket,/ die sich ganz ergeben dir. 4. Ich umfasse, die dir dienen,/ ich verein ge mich mit ihnen,/ und vor deinem Angesicht/ wünsch ich allen tausend Segenz/ staͤrke sie in deinen Wegen,/ führ sie selbst zu deiner Pflicht. 5. Die in Kreuz und Leiden leben,/ stärke, daß sie ganz ergeben/ ihre Seel in deine Hand;/ laß sie dadurch werden kleiner/ und von allen Schlacken reiner,/ ganz allein in dich gewandt. 6. Caß die Deinen noch auf Erden/ ganz nach deinem Herzen werden;/ mache deine Kinder schön,/ abgeschieden, klein und stille,/ sanft, einfäͤltig, wie dein Wille,/ und wie du sie gern willst sehn. 7. Sonderlich gedenke deren,/ die es, Serr, von mir be— gehren,/ daß ich für sie beten soll./ Auf dein Serz will ich sie legen;/ gib du jedem solchen Segen,/ wie es not; du kennst sie wohl. 8. Ach besuch zu dieser Stunde/ ihre derzen, und im Grunde/ sie erfreu in dir allein;/ zeuch mit deinen CLiebeszůgen/ ihre Cust und ganz Vergnügen/ wesentlich in dich hinein. 9. Ach du hast uns teur erworben,/ da du bist am Rreuz gestorben;/ denke, Jesu, wir sind dein!/ Salt uns fest, so lang wir leben/ und in dieser Wüste schweben;/ laß uns nimmermehr allein J0. Bis wir einst mit allen Frommen/ dort bei dir zu⸗ sammenkommen/ und, von allen Flecken rein,/ dort vor deinem Throne stehen,/ uns in dir, dich in uns sehen,/ ewig eins in dir zu sein. Gerhard Tersteegen, 1769. 321 306 Friede und Freude Friede und Freude 306 Mel. Aaster uns den Johann Schop, I641. N W— all 1ch mei⸗nem Denn ich seh in Gott nicht sin-gen,/ sollt ich l⸗len Din⸗gen,/ wie so 2i.. ihm nicht fröh-lich sein? V gut ers mit mir mein. n L,. lau ⸗ter Lie-⸗-ben,/ das sein treu es Ber-⸗ze EEEEEEEEEE regt,/ das ohn En⸗de hebt und trägt,/ die in Ists doch nichts als l 1 1 +— I—.— IL—— IISEE sei⸗ nem Dienst sich ü⸗-ben./ Al⸗les Dind .......... sei ne Zeit, Got⸗ tes Lieb— E wig ⸗=keit. 2. Wie ein Adler sein Gefieder/ über seine Jungen streckt,/ also hat auch immer wieder/ mich des Höchsten Arm gedeckt,/ alsobald im Mutterleibe,/ da er mir mein Wesen gaͤb/ und das CLeben, das ich hab/ und noch diese 32² eude „I64I. 3 4 Friede und Freude 306 Stunde treibe./ Alles Ding waͤhrt seine Zeit,/ Gottes Lieb in Ewigkeit. 3. Sein Sohn ist ihm nicht zu teuer,/ nein, er gibt ihn für mich hin,/ daß er mich vom ewgen Feuer/ durch sein teures Blut gewinn;/ o du Brunnen ohn Ergründen,/ wie will doch mein schwacher Geist,/ ob er sich gleich hoch be⸗ fleißt,/ deines Grundes Tiefe finden?/ Alles Ding waͤhrt seine Jeit,/ Gottes Cieb in Ewigkeit. 4. Seinen Geist, den edlen Fuͤhrer,/ gibt er mir in seinem Wort,/ daß er werde mein Regierer/ durch die Welt zur Himmelspfort,/ daß er mir mein Serz erfuͤlle/ mit dem hellen Glaubenslicht,/ das des Todes Reich zerbricht/ und die Hoͤlle selbst macht stille./ Alles Ding waͤhrt seine Zeit,/ Gottes Cieb in Ewigkeit. 5. Meiner Seelen Wohlergehen/ hat er ja recht wohl be⸗ dacht:/ will dem Ceibe Not entstehen,/ nimmt ers gleich⸗ falls wohl in acht;/ wenn mein Rönnen, mein Vermoͤgen/ nichts vermaͤg, nichts helfen kann,/ kommt mein Gott und hebt mir an,/ sein Vermögen beizulegen./ Alles Ding währt seine Zeit,/ Gottes Cieb in Ewigkeit. 6. Himmel, Erd und ihre Seere/ hat er mir zum Dienst bestellt;/ wo ich nur mein Aug hinkehre,/ find ich, was mich nährt und hält:/ Tier und Rräuter und Getreide,/ in den Gründen, in der Höh,/ in den Büschen, in der See:/ üͤberall ist meine Weide./ Alles Ding währt seine Zeit,/ Gottes Cieb in Ewigkeit. 7. Wenn ich schlafe, wacht sein Sorgen/ und ermuntert mein Gemüt,/ daß ich alle liebe Norgen/ schaue neue Lieb und Güt./ Waäre nicht mein Gott gewesen,/ hätte nicht sein Angesicht/ mich geleitet, waͤr ich nicht/ aus so mancher Angst genesen./ Alles Ding waͤhrt seine Jeit,/ Gottes Lieb in Ewigkeit. 8. An wie mancher schweren Plage/ hat er mich vorbei⸗ geführt,/ daß sie mich mein Lebetage/ niemals noch bisher beruhrt;/ und der Engel, den er sendet,/ hat das Bůse, das der Feind/ anzurichten war gemeint,/ in die Ferne weggewendet./ Alles Ding waͤhrt seine Zeit,/ Gottes Lieb in Ewigkeit. 3²³ 307 Friede und Freude 9. Wie ein Vater seinem Kinde/ niemals ganz sein Herz entzeucht,/ ob es wohl bisweilen Sünde/ tut und von der Bahn abweicht,/ also hält auch mein Verbrechen/ mir mein frommer Gott zu gut,/ will mein Fehlen mit der Rut/ und nicht mit dem Schwerte rächen./ Alles Ding währt seine Zeit,/ Gottes Lieb in Ewigkeit. J0. Seine Strafe, seine Schläge,/ ob es mir gleich bitter scheint,/ sind, wenn ich es recht erwäge,/ dennoch Jeichen, daß mein Freund,/ der mich liebet, mein gedenke/ und mich von der schnöden Welt,/ die uns hart gefaͤngen hält,/ durch das RKreuze zu sich lenke./ Alles Ding währt seine Zeit,/ Gottes Cieb in Ewigkeit. II. Das weiß ich fürwahr und lasse/ mirs nicht aus dem Sinne gehn: /Christenkreuz hat seine Maße/ und muß endlich stille stehn;/ wenn der Winter ausgeschneiet,/ tritt der schöne Sommer ein:/ also wird auch nach der Pein,/ wers erwarten kann, erfreuet./ Alles Ding währt seine Zeit,/ Gottes Cieb in Ewigkeit. I2. Weil denn weder Ziel noch Ende/ sich in Gottes Liebe findt,/ ei, so heb ich meine Hände/ zu dir, Vater, als dein KRind,/ bitte: wollst mir Gnaͤde geben,/ dich aus aller meiner Macht/ zu umfangen Tag und Nacht,/ hier in meinem ganzen Leben,/ bis ich dich nach dieser Zeit/ lob und lieb in Ewigkeit. Paul Gerhardt, 1676. 30⁷7 Zohann Crüger, Berlin J65 0— EEREETETETE— 4—— II.II.... TT ö—0— +—1—— 36—— Je⸗ su, mei ⸗ ne Freu ⸗de, mei⸗ nes Ach wie lang, ach lan ge/ ist dem rer n. ö 3— Her⸗ zens Wei⸗de,/ Je⸗ su, mei⸗ne Zierl Ber⸗ zen ban⸗ge s/ und verlaͤngt nach dirl 32⁴ reude in Herz on der ir mein t/ und t seine bitter eichen, d mich hält,/ t seine us dem d muß tritt Hein,/ t seine Liebe Is dein s aller hier in t/ lob + I576. lin J656. Friede und Freude 308 D,—.—.—.—— ö Hab ich dich,/ wie reich bin ich!/ Au⸗ßer dir soll ee d ,,;die EE + H2—— E — mir auf Er⸗den/ nichts sonst lie ber wer-den. 2. Unter deinem Schirmen/ bin ich vor den Stürmen/ aller Feinde frei;/ Iaß von Ungewittern/ rings die Welt er⸗ zittern,/ mir steht Jesus bei./ Wenn die Welt/ in Trüm⸗ mer fällt,/ wenn gleich Suͤnd und Hölle schrecken: /Jesus will mich decken. 3. Trotz des Feindes Lauern,/ trotz des Todes Schauern,/ trotz der Furcht dazul/ Tobe, Welt, geringe/ halt ich dich und singe/ in gar sichrer Ruh!/ Gottes Macht/ haͤlt mich in acht;/ Erd und Abgrund muß sich scheuen,/ ob sie noch so dräuen. 4. Weg mit allen Schätzen,/ du bist mein Ergötzen,/ Jesu, meine Lustl/ Weg, ihr eitlen Ehren,/ ich mag euch nicht hören,/ bleibt mir unbewußt!/ Elend, Not,/ Rreuz, Schmach und Tod/ soll mich, ob ich viel muß leiden,/ nicht von Jesu scheiden. 5. Gute Nacht, o Wesen,/ das die Welt erlesen,/ mir gefaͤllst du nicht./ Gute Nacht, ihr Sünden,/ bleibet weit dahinten,/ kommt nicht mehr ans Licht./ Gute Nacht,/ du Stolz und Pracht;/ dir sei ganz, du Sündenleben,/ gute Nacht gegeben. 6. Weicht, ihr Trauergeister,/ denn mein Freuden— meister,/ Jesus tritt herein./ Denen, die Gott lieben,/ muß auch ihr Betrüben/ lauter Freude sein./ Duld ich schon/ hier Spott und Hohn,/ dennoch bleibst du auch im Leide,/ Jesu, meine Freude. ZJohann Sranck, 4 1677. 00 308 J. A. Freylinghausen, Salle 1704. 2——.—..—.— ö—.——— 10. . Es glän⸗zet der Christen in⸗ wen⸗di⸗ ges was ih⸗ nen der Rö⸗nig des Simmels ge⸗ 32⁵ 308 Friede und Freude —.—.—F EEDEEEE — SEder,r, CLe⸗ben,/ ob⸗gleich sie von au⸗ßen die Son⸗ne verbrannt; ge⸗ben,/ ist kei⸗nem als ih⸗nen nur sel⸗ber dezannt —.——.— EA DDiDIiIII .— was niemand ver⸗spüͤ⸗ret,/ was niemand be⸗rüh:ret,/ hat —* E —— ih⸗ re er⸗leuch⸗teten Sin⸗ne ge⸗zie⸗ret/ und sie zu der gött-li-chen Wür-de ge⸗füh⸗ ret. 2. Denn innerlich sind sie von göttlichem Stamme,/ ge⸗ boren aus Gott durch sein mächtiges Wort;/ es lodert in ihnen die himmlische Flamme,/ entzündet von oben, ge— nähret von dort;/ die Engel sind Brüder,/ die ihre Lob— lieder/ mit ihnen holdselig und inniglich singen;/ das muß dann ganz herrlich und prächtig erklingen. 3. Sie wandeln auf Erden und leben im Himmel;/ sie bleiben ohnmächtig und schützen die Welt;/ sie schmecken den Frieden bei allem Getümmel,/ sie haben, die Armsten, was ihnen gefällt./ Sie stehen in Ceiden/ und bleiben in Freuden;/ sie scheinen ertötet den äußeren Sinnen/ und führen das Ceben des Glaubens von innen. 4. Wenn Christus, ihr CLeben, wird offenbar werden, wenn er sich einst dar in der Serrlichkeit stellt,/ so werden sie mit ihm als Fürsten der Erden /auch herrlich erscheinen zum Wunder der Welt./ Sie werden regieren,/ mit ihm triumphieren,/ den Simmel als prächtige Lichter aus— zieren;/ da wird man die Freude gar offenbar spüren. S. Frohlocke, du Erde, und jauchzet, ihr Zügel,/ dieweil ihr solch göttlichen Samen geneußt;/ denn das ist des Ewigen göttliches Siegel,/ zum Zeugnis, daß er euch noch 32 n oret. e, /ge⸗ dert in en, ge⸗ e CLob⸗ ꝛs muß I;/ sie mecken vmsten, iben in und rden,/ den sie cheinen it ihm Friede und Freude 309 Segen verheißt;/ ihr sollt noch mit ihnen/ aufs prächtigste grünen,/ wenn erst ihr verborgenes Ceben erscheinet,/ wo⸗ nach sich eu'r Seufzen mit ihnen vereinet. 6. O Jesu, verborgenes Leben der Seelen,/ du heimliche zierde der inneren Welt!/ Caß deinen verborgenen Weg uns erwählen,/ wenngleich uns die Schmach deines Kreuzes entstellt. Hier übel genennet/ und wenig erkennet,/ hier heimlich mit Christo im Vater gelebet,/ dort öffentlich mit ihm im Himmel geschwebet. Chr. Hriedrich Richter, 17II. (Oder wie Nr. 494.) J. A.§reylinghausen, Salle 1704. ·* Wie wohl ist mir, o Freund der See⸗le,/ wenn ich stei⸗ge aus der Schwermutshöh-le/ und EEE———————.. ich in dei⸗ ner Lie⸗be Lu) ö; ei le dei⸗ nen Ar⸗men zu; da muß die Nacht des DDD L,,..——.— Trau⸗erns schei⸗den,/ wenn mit der Fuͤl ⸗le sel⸗ ger Freu den/ die Lie⸗be strahlt aus dei⸗ ner Brust./ Hier I ist mein Sim⸗mel 665—1 auf Er ·den;/ wer soll⸗ te nicht be⸗ —.— . EE S I..... se ⸗ligt Wer dey, der in dir su⸗chet Ruh und LCust? 327 309 Friede und Freude 2. Die Welt mag meine Feindin heißen;/ es sei alsoz ich trau ihr nicht,/ wenn sie mir gleich will Cieb erweisen/ bei einem freundlichen Gesicht./ In dir vergnügt sich meine Seele,/ du bist mein Freund, den ich erwähle,/ du bleibst mein Freund, wenn Freundschaft weicht./ Der Welt Saß kann mich doch nicht fällen,/ weil in den stärksten Un⸗ glückswellen/ mir deine Treu den Anker reicht. 3. Will mich der Sünde Last erdrücken,/ blitzt auf mich des Gesetzes Weh,/ droht mir die Strafe schon im Ruͤcken,/ so steig ich glaͤubig in die Söh/ und flieh zu deinen heilgen Wunden,/ da haͤb ich schon den Ort gefunden,/ wo mich kein Fluchstraͤhl treffen kann./ Tritt alles wider mich zu⸗ sammen,/ du bist mein Seil, wer will verdammen?/ Die Liebe nimmt sich meiner an. 7. Cenkst du durch Wüsten meine Reise,/ ich folg und lehne mich auf dich;/ du gibst aus Wolken mir die Speise/ und labest aus den Felsen mich./ Ich traue deinen Wunder⸗ wegen;/ sie enden sich in CLieb und Segen:/ genug, wenn ich dich bei mir hab!/ Ich weiß, wen du willst herrlich zieren/ und über Sonn und Sterne fuͤhren,/ den fuͤhrest du zuvor hinab. S. Der Tod mag andern düͤster scheinen,/ mir nicht, weil Seele, Serz und Mut/ in dir, der du verlässest keinen,/ in dir, mein liebstes Ceben, ruht./ Wen maͤcht des Weges End erzittern,/ wenn aus Gefahr und Ungewittern/ er eingeht in die Sicherheit? 7/ Mein Licht, so will ich auch mit Freuden /aus dieser finstern Wildnis scheiden/ zu deiner Ruh der Ewigkeit. 6. Wie ist mir dann, o Freund der Seelen,/ so wohl, wenn ich mich lehn auf dich!/ Mich kann Welt, Not und Tod nicht quälen,/ weil du, mein Gott, vergnuͤgest mich./ CLCaß solche Ruh in dem Gemüte/ nach deiner unumschränk⸗ ten Güte/ des Himmels süßen Vorschmaͤck sein./ Weg, Welt, mit allen Schmeicheleien!/ Wichts kann, als Jesus, mich erfreuen./ O reicher Trost: mein Freund ist mein! Wolfg. Christoph Deßler, 1 I722. 32⁸ IIII ve F 3und peise/ inder⸗ wenn rrlich est du „weil „ /in End ngeht mit einer vohl, t und ich./ ränk⸗ Weg, esus, I722. Friede und Freude 310 310 Z. A.§Freylinghausen, Salle 1704. ..SS — 960 de, ach Frie⸗de, ach gött li⸗ cher Frie⸗de,/ Uwelcher der Frommen Herz, Sinn und Ge⸗ mü⸗ te/ 1 ——.— —————— DDiS 5——9—— 2 X 2 vom Va⸗ter durch Chri⸗stum im hei⸗li⸗gen Geist, in Chri⸗sto zum e⸗wi⸗gen CLeben auf schleußt!l/ .... Den sol⸗len die gläu⸗bi⸗gen See⸗len er⸗-lan⸗gen,/ die 5 E al⸗les ver⸗leug nen und Chri⸗sto an⸗ han⸗gen. 2. Richte deswegen, friedliebende Seele,/ dein Zerze im Glauben zu Jesu hinan!/ Was da ist droben bei Christo, er⸗ wähle,/ verleugne dich selbst und den irdischen Wahn;/ nimm auf dich das sanfte Joch Christi hienieden,/ so findest du Ruhe und göttlichen Frieden. 3. Nahm doch der Mittler des Friedens viel Schmerzen,/ die Sůnder mit Gott zu versöhnen, auf sich./ Nimm dies, o Seele, recht fleißig zu Herzen/ und siehe, was tut nicht dein Jesus für dich!/ Am Rreuze dort bringt er dir Frieden zu⸗ wege/ und hilft dir, daß Jammer und Unruh sich lege. 4. Nun dafür bist du ihm ewig verbunden,/ du sollst da⸗ für gaͤnzlich sein Eigentum sein;/ er hat die ewge Erlösung erfunden/ und schließt in den Bund seines Friedens dich ein;/ drum siehe, daß du dich ihm gänzlich ergibest/ und immer bestaͤndig von Herzen ihn liebest. 3²⁹ 31I Friede und Freude S. Siehe, von all seinen Friedensgenossen/ erfordert er herzliche Liebe und Treu;/ drum sollst du treulich und tapfer ausstoßen,/ was Jesus dir zeiget, das wider ihn sei./ Welt, Satan und Sünde, die mußt du bestreiten,/ was Jesu zuwider ist, fliehen und meiden. 6. Ciebe und übe, was Jesus dich lehret,/ und was er dir saget, dasselbige tu;/ hasse und lasse, was sein Wort ver⸗ wehret,/ so findest du Frieden und ewige Ruh./ Ja, selig, die also sich Jesu ergeben/ und gläubig und heilig nach seinem Wort leben. 7. Jesu, du Serzog der Friedensheerscharen,/ o Rönig des Friedens, ach zeuch uns nach dir,/ daß wir den Friedens⸗ bund treulich bewahren,/ im Wege des Friedens dir folgen allhier;/ ach laß uns doch deinen Geist kräftig regieren/ und dir nach im Frieden zum Vater hinführen! Bartholomäus Crasselius, 4 1724. 3II 7 Unser Serrscher, unser Rönig. Bremen 1680. — IDSSESSEEESEE 2 2 1 et. ihr Ber⸗ge, fallt, ihr Bů⸗gel,/ Got⸗- tes Gna⸗ de hat das Sie⸗gel,/ , e,. al ⸗le Fel⸗sen, bre⸗chet ein! A sie will un⸗ver⸗ aͤn⸗dert sein.) Laß die West zu ů DA ——4— EE rr,„ 1.———* Trümmern gehn,/ Got⸗tes Gna⸗de wird be⸗ stehn. 2. Gott hat Gnaͤde mir versprochen,/ Gott hat einen Bund gemacht,/ der wird nimmermehr gebrochen,/ bis er alles hat vollbracht./ Er, die Wahrheit, trüͤget nicht;/ es geschieht, was er verspricht. 33⁰ IA 2 —— 29— 2 l n. Friede und Freude 312 3. Seine Gnaͤde soll nicht weichen,/ wenn gleich alles bricht und fällt,/ sondern ihren Zweck erreichen,/ bis sie mich zufrieden stellt./ Ist die Welt voll Seuchelei,/ Gott ist fromm und gut und treu. 4. Will die Welt den Frieden brechen,/ hat sie lauter Krieg im Sinn,/ Gott hält immer sein Versprechen;/ so fäͤllt aller Iweifel hin,/ als wär er nicht immerdar,/ was er ist und was er war. 5. Caͤßt sein Antlitz sich verstellen,/ ist sein Serz doch treu gesinnt/ und bezeugt in allen Fällen,/ daß ich sein ge⸗ liebtes Rind,/ dem er beide Zände reicht, Pwenn auch Grund und Boden weicht. 6. Er will Friede mit mir halten,/ wenn die Welt sich auch empört;/ ihre Liebe mag erkalten,/ achtet doch mein Gott mich wert./ Ob die Sonne sich verhüllt,/ bleibt er mir doch Sonn und Schild. 7. Er, der Herr, ist mein Erbarmer,/ so hat er sich selbst genennt;/ das ist Trost: so werd ich Armer/ nimmermehr von ihm getrennt./ Sein Erbarmen läßt nicht zu,/ daß er mir was CLeides tu. 8. Nun, so soll mein ganz Vertrauen/ ankerfest auf ihm beruhn;/ Felsen will ich auf ihn bauen,/ was er saget, will er tun./ Erd und Himmel kann vergehn,/ sein Bund bleibet feste stehn. Benjamin Schmolck, 1 1737. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. 2 Johann Uhlich, 1674. +— ESEE—.— ö ——. Sa⸗be dei⸗ ne Lust am Zerrn,/ der dir so wird dir dein Gna⸗den=stern/ tau⸗send ———— schen⸗ket Lust und Le⸗ben, hol ⸗de Straͤh⸗len ge⸗ben; denn er beut dir 331 313 Friede und Freude S—— treu⸗ lich an,/ was dein Herz nur wünschen kann. 2. Caß der Welt die eitle Cust,/ die in Weinen sich ver⸗ kehret;/ wer das Herz in seiner Brust/ Gott allein zur Cust gewähret,/ dieser trifft in allem an,/ was das Herz nur wünschen kann. 3. Cust an Gott erfüllt mit Licht,/ wenn man ihn durchs Wort erkennet;/ Cust am Serrn stärkt den zur Pflicht,/ der in seiner Liebe brennet!/ Cust am Herrn beut alles an,/ was das Herz nur wünschen kann. 4. Wer nur Cust am Serren hat,/ hat auch CLust an seinem Willen/ und bemuͤht sich früh und spaͤt,/ solchen Willen zu erfüllen;/ und so wird er auch empfahn,/ was das Herz nur wünschen kann. S. Ist die Cust nicht ohne Cast,/ trag geduldig die Be⸗ schwerden;/ wenn du wohl gelitten haͤst,/ wirst du erst recht froͤhlich werden/ und triffst dort im Simmel an,/ was dein Herz nur wünschen kann. Benjamin Schmolck, 1737. Mel. Seelenbräutigam. 31 3 Adam Drese, 1640. 0 e n. ,ann Bar. SSSSIIIIIIEEE 32 J. Wer ist wohl wie du,/ Je⸗su, sü⸗ße Ruhꝰd/ öT TT —————————— PIIIIIIII TTRTTRTRRRTTR lo⸗ren,/ und ihr Licht da⸗zu,/ Je⸗-su, sü⸗ße Ruhl 2. Ceben, das den Tod,/ mich aus aller Not/ zu erloͤsen, hat geschmecket,/ meine Schuld hat zugedecket/ und mich aus der Not/ hat geführt zu Gott! 33² Friede und Freude 3J3 3. Glanz der Serrlichkeit!/ Du bist vor der Zeit/ zum Er⸗ löser uns geschenket/ und in unser Fleisch versenket/ in der Füll der Zeit,/ Glanz der Serrlichkeit! 4. Großer Siegesheld!/ Tod, Sünd, Höll und Welt/ hast du mächtig überwunden/ und ein ewges Seil erfunden/ durch das Cösegeld/ deines Bluts, o Seldl S. Höchste Majestät,/ Rönig und Prophet!&/ Deinen Jepter will ich küssen,/ wie Maria dir zu Füßen/ sitzen früh und spät,/ höchste Majestät! 6. CLaß mich deinen Ruhm,/ als dein Eigentum,/ durch des Geistes Cicht erkennen,/ stets in deiner Ciebe brennen,/ als dein Eigentum,/ allerschonster Ruhm! 7. Deiner Sanftmut Schild,/ deiner Demut Bild/ mir anlege, in mich präge,/ daß kein Zorn noch Stolz sich rege;/ vor dir sonst nichts gilt/ als dein eigen Bild. 8. Steure meinen Sinn,/ der zur Welt will hin,/ daß ich nicht mög von dir wanken,/ sondern bleiben in den Schran— ken;/ sei du mein Gewinn,/ gib mir deinen Sinn. 9. Wecke mich recht auf,/ daß ich meinen LCauf/ unver⸗— rückt zu dir fortsetze,/ und die Suͤnd in ihrem Netze/ mich nicht halte auf;/ fördre meinen Caufl J0. Deines Geistes Trieb/ in die Seele gib,/ daß ich wachen moͤg und beten,/ freudig vor dein Antlitz treten;/ ungefäͤrbte Cieb/ in die Seele gib! II. Wenn der Wellen Macht/ in der trüben Nacht/ will des Herzens Schifflein decken,/ wollst du deine Sand aus⸗ strecken;/ habe auf mich acht,/ Züter in der Nacht. I2. Einen Seldenmut,/ der da Gut und Blut/ gern um deinetwillen lasse/ und des Fleisches Cüste hasse,/ gib mir/ hochstes Gut,/ durch dein teures Blut! I3. Solls zum Sterben gehn,/ wollst du bei mir stehn,/ mich durchs Todestal begleiten/ und zur Serrlichkeit be⸗ reiten,/ daß ich einst mag sehn/ mich zur Rechten stehn. Joh. Anastasius Freylinghausen, + 1739. 333 314 Friede und Freude 31⁴ Mel. O du Süter Israel. J. A. Freylinghausen, Salle 1714. —— — I. Chri⸗sten sind ein goͤtt lich Volk,/ aus dem 1 IISS — Geist des Herrn ge ⸗zeu⸗get,/ ihm ge⸗beu⸗get/ +.—— ö—— EEE ö E— und von sei⸗ ner Flam⸗ men⸗maͤcht/ an ge⸗facht;/ 1.— 13H——„———— EEEEEESEEEEEEEEEEE vor des Bräutgams Au⸗gen schweben,/ das ist ih ⸗ rer — See ⸗len Le⸗ben,/ und sein Blut ist ih⸗re Pracht. 2. Rönigskronen sind zu bleich/ für der Gottverlobten Würde;/ eine Hürde/ wird zum himmlischen Palast;/ und die Cast,/ drunter sich die Selden plagen,/ wird den Kin⸗ dern leicht zu tragen,/ die des Kreuzes Kraft gefaßt. 3. Ehe Jesus unser wird,/ ehe wir uns selbst vergessen/ und gesessen/ zu den Füßen unsers Zerrn,/ sind wir fern/ von der ewgen Bundesgnade,/ von dem schmalen Lebens⸗ pfade,/ von dem hellen Morgenstern. 4. Pilgrimschaft zur Ewigkeit/ bleibet immerdar be⸗ schwerlich,/ ja gefährlich,/ bis man ringt und dringt zu dir,/ einge Tür,/ einge Ursach der Vergebung,/ Glut der göttlichen Belebung,/ Jesu, unser Ciebspanier! 5. Zeuch uns hin, erhöhter Freund,/ zeuch uns an dein Herz der Liebe!/ Deine Triebe/ führen mich, du Sieges⸗ held,/ durch die Welt,/ daß ich deine Seele bleibe/ und so⸗ lange an dich gläube,/ bis ich lieb im innern Zelt. 33⁴ Friede und Freude 315 6. Da ist meine dand und Herz!l/ Du haͤst deine Seel ge⸗ waget,/ unverzaͤget,/ und das alles bloß allein,/ daß ich dein/ und du meine heißen könntest./ Wenn du nicht von Liebe brenntest,/ hätte das nicht konnen sein. 7. Nun, ihr Kronen, fahret hin,/ fahre hin, erlaubte Freudel/ Meine Weide/ sei des Serren letztes Mahl/ vor der Qual,/ meine Ehre seine Schande,/ meine Freiheit seine Bande,/ meine Zier die Ros im Tal. Mikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf, 4 1760. Mel. Jesu, meine Freude. 315 25—— All⸗ge⸗nug⸗ sam Wesen, /das ich hab er⸗le ⸗ sen/ du vergnuͤgst al⸗lei⸗ ne/ voͤl⸗lig, in⸗nig, rei⸗ ne/ E mir zum höch⸗sten Gut,! ö See⸗le, Geist und Mut. Wer dich hat,/ ist still und satt;;/ e. n EEEE—— 0— 41 wer dir kann im Geist anhangen,/ darf nichts mehr verlangen. 2. Wem du dich gegeben,/ kann in Frieden leben;/ er hat, was er will;/ wer im Serzensgrunde/ lebt mit dir im Bunde,/ liebet und ist still./ Bist du da/ und innig nah,/ muß das Schöͤnste bald erbleichen/ und das Beste weichen. 3. Höchstes Gut der Güter,/ Ruhe der Gemüter,/ Trost in aller Pein;/ was Geschoͤpfe haben,/ kann den Geist nicht laben;/ du vergnügst allein./ Was ich mehr/ als dich be⸗ gehr,/ kann mein Seligsein nur hindern/ und den Frieden mindern. 4. Was genannt kann werden/ droben und auf Erden,/ alles reicht nicht zu;/ einer kann nur geben/ Freude, Ruh 335 Zohann Crüger, Berlin 1656. 316 Friede und Freude und Ceben, /Eins ist not: nur dul/ Sab ich dich/ nur wesentlich,/ so mag Ceib und Seel verschmachten;/ will ichs doch nicht achten. 5. Romm, du selges Wesen,/ das ich mir erlesen,/ werd mir offenbar!/ Meinen Hunger stille/ und mein Serz er⸗ fülle/ mit dir selber gar!/ Bleib nur du/ mein Gut und Ruh,/ bis du wirst in jenem Ceben/ dich mir voͤllig geben. Gerhard Tersteegen, + 1769. 316 Just. Seinrich Knecht, 1797. 4 EEE— — Mein Glaub ist mei⸗ nes CLe⸗bens Ruh/ Ach gib mir, Herr, Be⸗ stän ⸗dig⸗keit,/ Lu 1— 1— ———2— —— r den., d.., und führt mich dei⸗ nem Sim-mel zu,/ o daß die sen Trost der Sterb⸗-lich⸗keit/ nichts =EEEEEE du, an den ich glau-bel meiner See le rau ⸗bel Tief präg es mei⸗nem E—. EEE.—, D Ber⸗zen ein,/ welch Glück es ist, ein Christ zu sein. 2. Du hast dem sterblichen Geschlecht/ zur selgen Ewig⸗ keit ein Recht/ durch deinen Tod erworben;/ zum Staͤube kehrt zurück der Staub,/ der Geist wird nicht des Todes Raub;/ du bist für mich gestorben./ Mir, der ich dein Er⸗ löster bin,/ ist dieses Ceibes Tod Gewinn. 3. Ich bin erlöst und bin ein Christ!/ Mein Serz ist ruhig und vergißt/ die Schmerzen dieses Lebens./ Ich dulde, was ich dulden soll,/ und bin des hohen Trostes voll:/ ich leide nicht vergebens./ Gott selber mißt mein Teil mir zu,/ hier kurzen Schmerz, dort ewge Ruh. 336 Friede und Freude 317 4. Was seid ihr, Ceiden dieser Zeit,/ mir, der ich jener Berrlichkeit/ mit Ruh entgegenschaue?/ Bald ruft mich Gott, und ewiglich/ belohnet und erquickt er mich,/ weil ich ihm hier vertraue./ Bald, bald verschwindet aller Schmerz,// und Himmelsfreuden schmeckt mein Serz. 5. Bin ich gleich schwach, so trag ich doch/ nicht mehr der Sünde schmählich Joch/ in meinem Cauf auf Erden;/ mit Freuden üb ich meine Pflicht;/ doch fuͤhl ich wohl, ich bin noch nicht,/ was ich dereinst soll werden./ Mein Trost ist dies: Gott hat Geduld/ und straft mich nicht nach meiner Schuld. 6. Der du den Tod für mich bezwangst,/ du hast mich, Mittler, aus der Angst,/ in der ich lag, gerissen!/ Dir, dir verdank ich meine Ruh;/ denn meine Wunden heiltest du/ und stilltest mein Gewissen;/ und fall ich noch in meinem Lauf,/ so richtest du mich wieder auf. 7. Dank sei dir, Vater, Dank und Ruhm,/ daß mich dein Evangelium /lehrt glauben, hoffen, lieben./ Was mir schon jetzt in dieser Zeit/ den Vorschmack gibt zur Selig⸗ keit,/ wie soll ich das nicht üben?/ Gott, präg es meinem Herzen ein,/ welch Glück es sei, ein Christ zu sein! Baltha sar Münter, 1 1793. 317 Mel. Nun bitten wir den heiligen Geist(Nr. Ios). J. Ach mein Herr Jesu, dein Wahesein/ bringt großen Frieden ins Herz hinein,/ und dein Gnadenanblick macht uns so selig,/ daß Ceib und Seele darüber fröͤhlich/ und dankbaͤr wird. 2. Wir sehn dein freundliches Angesicht/ voll Suld und Gnade wohl leiblich nicht;/ aber unsre Seele kanns schon gewahren,/ du kannst ihr fuhlbar dich offenbaren,/ auch ungesehn. 3. O wer nur immer bei Tag und Nacht/ dein zu ge⸗ nießen recht wär bedachtl/ Der hätt ohn End von Gluͤck zu sagen,/ und seine Seel müßt immer fragen:/ wer ist wie du? 33⁷7 318 Friede und Freude 4. Barmherzig, gnädig, geduldig sein,/ uns täglich reich⸗ lich die Schuld verzeihn,/ heilen, troͤsten, stillen, erfreun und segnen/ und unsrer Seel als Freund begegnen,/ ist deine Cust. 5. Ach gib an deinem kostbaren Seil/ uns alle Tage voll⸗ kommenen Teil,/ und laß unsre Seelen sich immer schicken,/ aus Not und Liebe nach dir zu blicken/ ohn Unterlaß. 6. Und wenn wir weinen, so tröst uns bald/ mit deiner heiligen Todsgestalt;/ ja, laß sie uns immer vor Augen schweben/ und dein wahrhaftiges Inunsleben/ zu spüͤren sein. 7. Ein herzlich Wesen und Xindlichkeit/ sei unsre Zierde zu aller Zeit,/ und die Tröstung aus deinen Todeswunden/ erhalt uns Frieden zu allen Stunden,/ bei Freud und Leid. 8. So werden wir in Simmel hinein/ in dir vergnuͤgt wie die Kinder sein./ Muß gleich unser Aug sich noch manchmal netzen,/ wenn sich das derz nur an dir ergoͤtzen/ und stillen kann. 9. Du reichst uns deine durchgrabne Band,/ die soviel Treue an uns gewandt,/ daß wir, daran denkend, beschämt dastehen,/ und unser Auge muß übergehen/ vor CLob und Dank. Christian Gregor, f ISol. 3 I 8 Rarl Breidenstein, 1818. —. J. Wenn ich ihn nur ha⸗ be,/ wenn er mein nur 2558 E 1.— .......— ist,/ wenn mein Serz bis hin zum Gra⸗be/ sei ⸗ ne — D— —— ———1 Treu e nie ver⸗gißt;/ weiß ich nichts von Lei ⸗ de,/ I——— —————— füh ⸗le nichts als An⸗dacht, Lieb und Freu⸗de. 338 — Friede und Freude 319 2. Wenn ich ihn nur habe,/ laß ich alles gern,/ folg an meinem Wanderstabe/ treu gesinnt nur meinem Serrn,/ lasse still die andern/ breite, lichte, volle Straßen wandern. 3. Wenn ich ihn nur habe,/ schlaf ich froͤhlich ein;/ ewig wird zu süßer Cabe/ seines Herzens Flut mir sein,/ die mit sanftem Zwingen/ alles wird erreichen und durchdringen. 4. Wenn ich ihn nur habe,/ hab ich auch die Welt,/ weil des Himmels schönste Gabe/ meinen Blick nach oben halt;/ hingesenkt im Schauen,/ kann mir vor dem Irdischen nicht grauen. 5. Wo ich ihn nur habe,/ ist mein Vaterland,/ und es fällt mir jede Gabe/ wie ein Erbteil in die Sand./ Längst vermißte Brüder/ find ich nun in seinen Jüngern wieder. Friedrich v. Sardenberg(Movalis), I80J. 319 Mel. Jesu, meine Freude(Nr. 315). J. Wie getrost und heiter,/ Serr, mein Licht und Leiter,/ machst du meinen Geist!/ Der du, die dir trauen,/ führst zu grünen Auen/ und so gern erfreustl/ Niemals wird/ bei 500 o Sirt/ und Beruhiger der Seelen,/ mir Erquickung ehlen. 2. Deinem Rat ergeben,/ freu ich mich zu leben;/ was du willst, ist gut./ Wichts vermag ich Schwacher;/ du, mein Seligmacher,/ ruͤstest mich mit Nut./ Wenn die Welt/ er⸗ bebt und fällt,/ wenn Gericht und Sölle schrecken,/ willst du mich bedecken. 3. Ich kann ohne Grauen/ Gräber vor mir schauen;/ mein Erlöser lebt;/ ich weiß, wem ich glaube,/ weiß, daß aus dem Staube/ mich sein Arm erhebt./ Todestag,/ dein Schrecken mag/ eines Frevlers Serz erschüttern;/ was brauch ich zu zittern? 4. Auch in mir ist Sünde;/ doch ich uͤberwinde/ sie, mein Hort, durch dich./ Sink ich oft noch nieder,/ du erhebst mich wieder,/ du begnaͤdigst mich./ Deine Zuld/ tilgt meine nie entziehst du deinem Bnechte/ der Erlösten echte. 339 320 Friede und Freude 5S. Daß ich Gott erkenne/ und ihn Vater nenne/ und mich ewig sein,/ daß ich hier am Grabe/ Trost und Boffnung habe,/ dank ich dir allein./ Daß dein Geist/ mich unter⸗ weist/ und mich führt auf deinem Pfade,/ das ist deine Gnade. 6. Der du Blut und Leben/ fur mich hingegeben, daß in meiner Not/ ich nicht hilflos bliebe,/ groß ist deine Liebe,/ stärker als der Todl/ Herr, und ich,/ ich sollte mich/ deiner Huld nicht dankbar freuen,/ dir mein Zerz nicht weihen? 7. Würdig dir zu leben,/ dies sei mein Bestreben,/ meine Cust und Pflicht!/ Was die Welt vergnüget,/ o mein Heil, das g'nüget/ meiner Seele nicht./ Zab ich dich,/ wie gern will ich/ das, wonach die Heiden trachten,/ reich in dir, ver⸗ achten! 8. Macht ein Gut der Erde,/ daß ich glücklich werde/ durch Zufriedenheit?/ Sind nicht auch die Ehren,/ die die Welt betören,/ Traum und Eitelkeit?/ Du erfreust/ des Menschen Geist;/ Herr, du willst, die dich verehren,/ ewig wieder ehren. 9. Deinen hohen Frieden/ schmeck ich schon hienieden,/ und was hoff ich dort?/ Unbegrenzte Zeiten/ voller Selig⸗ keiten/ hoff ich auf dein Wort./ Sie sind mein/ durch dich allein./ Bleib ich dir getreu im Glauben,/ wer kann sie mir rauben? J0. Voll von deiner Güte/ frohlockt mein Gemuͤte,/ Gott, mein Heiland, dir./ Dieser Geist der Freuden/ staͤrke mich im Leiden,/ weiche nie von mir!/ Laß mich so,/ be⸗ herzt und froh,/ einst durchs Tal des Todes dringen,/ dort dein Lob zu singen. Christoph§riedrich Neander, 1802. 32⁰ Mel. Schmücke dich, o liebe Seele(Nr. 282). J. Vom Geräusch der Welt geschieden/ schmeck ich des Er⸗ lösers Frieden/ und die Freude, schon auf Erden,/ Gott, mit dir vereint zu werden;/ sehe diese Welt der Suͤnden/ unter meinen Füßen schwinden/ und das Glück von jenem Ceben/ den entzuͤckten Geist umgeben. 3⁴⁰ — 2—— Friede und Freude 321 2. Was ist aller Reiz von Lüsten/ über sie erhabnen Christen?/ Was der Glaͤnz der eiteln Freuden?/ Was des Lebens kurze Ceiden,/ wenn sie deinen Lohn erblicken,/ der sie ewig wird beglücken,/ und des Rranzes Wert emp⸗ finden,/ den dort Engel für sie winden? 3. Wun mag Trübsal auf mich stürmen!/ Gottes Trost wird mich beschirmen./ Rurz sind dieses Lebens Pfade;/ ewig währt der Lohn der Gnade./ Mit des Dankes stillen Zähren/ will ich Gottes Rat verehren,/ unter keiner Plage sinken/ und den Relch der Ceiden trinken. 4. Du hast selbst der Nenschen Plagen,/ Seiland, voll Geduld ertragen,/ mit dem schwersten Tod gestritten,/ tausendfaches Leid erlittenl/ Caß mich deine Rraft be⸗ leben,/ wenn die matten Hände beben!/ Silf mir wachen, kämpfen, siegen!/ Friede lohnet nach den Rriegen. Joh. Joachim Eschenburg, 1 1820. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. 321 Johann Uhlich, 1674. 100————..—.—— 9255———.—— I.„Mei-nen Frie⸗-den geb ich euch!“/ Also Auf, mein Herz, die Sor⸗gen fleuch!/ Er wird EEE hat der Serr ver⸗hei⸗ßen. aus der Angst dich rei⸗ßen.) Sei de. trost und EE— un⸗ver⸗zagt,/ glau⸗ be, was er zu ⸗ge⸗sagt. 2. Herr, du hältst, was du versprichst, gibst noch immer deinen Frieden,/ wenn du in die Herzen brichst/ mit dem Wahrheitsglanz hienieden. PRehre eilig bei mir ein,/ laß in dir mich selig sein! 341 322 Friede und Freude 3. Güter, die die Erde gibt,/ sind nur mangelhafte Gaben;/ ewig, Serr, wird, wer dich liebt,/ in dir volle Gnüge haben. Schuͤtte auf mein ganzes Saus/ deine Gnaͤdenfülle aus! 7. Ohne dich vermaͤg ich nichts;/ eignes Ringen ist ver⸗ gebens;/ du allein, o Quell des Lichts,/ bist der Grund des neuen Lebens./ Rühre mich mit deiner Rraft,/ die den neuen Menschen schafft! 5. Führe du mein Glaͤubensschiff/ durch die sturm— bewegten Wellen,/ daß es nicht am Felsenriff/ harter Iweifel mög zerschellen!/ Wenn ichs nicht mehr lenken kann,/ so sei du der Steuermann. 6. Rette mich in jenen Port,/ wo die Erdenstürme schweigen/ und vor dir, o Gnadenhort,/ alle Seligen sich neigen!/ Dann in deines Vaters Haus/ werf ich meinen Anker aus. Christ. August Bähr, f 1846. Melchior Teschner, 16I3. Je⸗su, mei⸗ne Sonne,/ vor der die Nacht ent⸗ o Je⸗su, mei⸗ne Won⸗ne,/ die al le Not ver⸗ fleucht, V scheucht!/ —.—5 I 1 SSSSI Ton:/ wie haͤst du so un⸗säg⸗lich/ geliebt, o Got⸗tes Sohnl 2. Es faßt mich so ein tiefes,/ ein himmlisches Gefůhl;/ es ist mir stets, als rief es:/ Hier ist dein einzig Ziell/ Ja, wenn mir gar nichts bliebe,/ ich gäb mit frohem Sinn/ um Jesu Christi Ciebe/ auch noch das Letzte hin. 3³½ Im Her⸗: zen klingt mir täg⸗lich/ der ei ne hel⸗le Mel — Friede und Freude 323 3. Um diese Perle wäre/ mir alles andre feil,/ selbst Sab und Gut und Ehre,/ mein ganzes Erdenteil./ Wie gerne will ich meiden/ das alles froh und still,/ wenns von dem Herrn mich scheiden/ und ihn mir rauben will! 4. Ich kenn auch gar kein Ceben,/ von dir, mein Serr, getrennt;/ du bist mein einzig Leben/ und Lebenselement./ Ich kenne gar kein Sterben,/ seitdem ich leb in dir:/ denn was mich konnt verderben,/ die Sünde, nahmst du mir. 5. Ich weiß nichts mehr von Ceiden,/ denn alles Rreuz und Leid/ kann mich von dir nicht scheiden,/ du Born der Seligkeit;/ ja, wenn ich dich nur habe,/ dann gilt mir alles gleich,/ ich bin am Bettelstabe/ noch wie ein Rönig reich. 6. Ich bin schon hier auf Erden/ so selig und so leicht,/ und was wird dort erst werden,/ wo alle Schwachheit weicht!/ Das macht ein selig Sterben, daß ich als Gnaͤden⸗ lohn/ ein Königreich soll erben/ und eine ewge Kron. 7. O lieber Serr, so prag es/ recht meinen Sinnen ein;/ o lieber Serr, so leg es/ mir tief ins Herz hinein,/ daß ohne deine Liebe/ ich ganz verloren waär/ und ohne Hoffnung triebe/ auf wüstem Meer umher; 8. Doch daß du mich allmählich/ zum Bafen haͤst ge⸗ bracht/ und mich so überselig/ aus Gnaden haͤst gemacht,/ daß ich vor nichts erschrecke,/ was andern schrecklich ist,/ weil ich es seh und schmecke,/ wie du mein Heiland bist. Philipp Spitta, 1859. 323 Mel. Serzlich tut mich verlangen. Zans Leo Saßler, I60I. V+ ——— .S.......— I. Whaot Wohlstand oh⸗ ne⸗glei⸗ chen/ ist ei⸗ nes wie er bei kei⸗nem Rei⸗ chen/ von die⸗ser —.— 1—. I —5 ö 5 ——.—.— C— L hri⸗ sten Stand welt be— kannt. Den kann auch 3⁴³ 324 Friede und Freude .————3 1 I— 2—.— ..,, W nie⸗mand rau⸗ben,/ wie feind⸗lich er ge-⸗sinnt;/ ein —— x— 14.— 2. 2 +— + —— 4— 79—— Christ ist durch den Glauben/ des reich⸗sten Va⸗ters Kind. 2. Er kann mit Freuden kommen/ vor Gottes Angesicht;/ da wird er angenommen,/ und niemand widerspricht./ Was alles ihn betroffen,/ seis Freude oder Ceid:/ ihm steht der Jugang offen/ zum Vater allezeit. 3. Er kann in großen Schaͤren/ als Diener um sich sehn,/ die einst ihm Herren waren/ und nun zu Diensten stehn./ Er ist umringt von ihnen/ den ganzen Cebenstag;/ denn ihm muß alles dienen,/ was ihm begegnen mag. 4. Und geht einmal auf Erden/ die Kindeszeit zu End,/ er weiß, was ihm muß werden/ nach Christi Testament:/ ein Erbteil in dem reichen,/ geliebten Vaterland./ Solch Wohlstand ohnegleichen/ ist eines Christen Stand. Philipp Spitta, 1 1859. 324 Mel. Ringe recht, wenn Gottes Gnade(Nr. 340). J. Herz, mein Serz, nicht in der Weite,/ in der Nähe wohnt das Glück!/ Glaube, liebe, hoffe, leide/ und kehr in dich selbst zurück! 2. Wüchsen über Nacht dir Flügel,/ schneller als der Sonne Strahl,/ trügst doch über Berg und Hügel/ rastlos deiner Sehnsucht Qual. 3. Denn die Welt kann dir nicht bieten/ das, wonach du heiß verlaͤngst;/ denn die Welt hat keinen Frieden,/ hat nur Streit und Wot und Angst. 4. Ewig wechselnd ist ihr Streben,/ ewig wechselnd ist ihr Ziel;/ was ihr heute Rast gegeben,/ morgen ists der Winde Spiel. S. Drum, mein Serz, nicht in der Weite,/ in der Nähe such das Glück!/ Glaube, liebe, hoffe, leide/ und kehr in dich selbst zurückl Julius Sturm, 1896. UU U 3⁴⁴ und Vertrauen 325 Vertrauen 325 Paris 1530. D— PPIIT —————— x Was mein Gott will, ge⸗scheh' all⸗ zeit,/ sein Will ist J. zu hel⸗fen dem er ist be⸗reit,/ der an ihn 23.— 1.—— — 44. 0 Gandet fe 3 01 Er hilft aus Not,/ der from⸗ me ö r. ö P——— 1298—„ e Gott,/ er zůch ⸗ti⸗get mit Naßen./ Wer Gott vertraut,/ fest ö—.J— ö—..— —I I—————— auf ihn baut,/ den will er nicht ver⸗las s sen. 2. Gott ist mein Trost, mein Zuversicht,/ mein Boffnung und mein Ceben;/ was mein Gott will, daß mir geschieht,/ will ich nicht widerstreben./ Sein Wort ist wahr;/ denn all mein Saar/ er selber hat gezaͤhlet./ Er schützt und wacht,/ nimmt uns in acht,/ auf daß uns gar nichts fehlet. 3. Wun muß ich Sünder von der Welt/ hinfahrn nach Gottes Willen/ zu meinem Gott, wenns ihm gefällt,/ ich will ihm halten stille./ Mein arme Seel/ ich Gott befehl/ in meiner letzten Stunden;/ du frommer Gott,/ Sünd, Böll und Tod/ hast du mir überwunden. 47. Noch eins, Serr, will ich bitten dich,/ du wirst mirs nicht versagen:/ Wenn mich der boͤse Geist anficht,/ laß mich, Herr, nicht verzagen;/ hilf und auch wehr,/ ach Gott, mein Herr,/ zu ehren deinen Namen./ Wer das begehrt,/ dem wirds gewaͤhrt;/ drauf sprech ich fröͤhlich Amen. 1554. 34⁵ 326 Vertrauen 326 Um 1560. 9 12—.——. I 2— L—... +—— J. Wa⸗rum be⸗trübst du dich, mein Berz,/ be⸗ erneererrenrn der. en der. n. öITI küm⸗merst dich und tra gest Schmerz/ nur ,, n, Fn w um das zeit⸗ lich Gut?/ Ver⸗-trau du dei⸗nem ICIE. D Berrn und Gott,/ der al⸗le Ding er⸗ schaf fen hat. 2. Er kann und will dich lassen nicht,/ er weiß gar wohl, was dir gebricht;/ Himmel und Erd ist sein;/ er ist mein Vater und mein Gott,/ der mir beisteht in aller Not. 3. Weil du mein Gott und Vater bist,/ dein Kind du nimmermehr vergißt,/ du väterliches Zerz./ Ich bin nur Erd und weiß ohn dich/ auf Erden keinen Trost fur mich. 4. Der Reiche trotzt auf zeitlich Gut,/ ich trau auf dich mit festem Mut,/ ob ich gleich werd veracht't;/ ich weiß und glaube festiglich,/ wer dir vertraͤut, dem mangelts nicht. S. Du bist, o Gott, so reich noch heut,/ als du es warst von Ewigkeit,/ zu dir steht mein Vertraun;/ mach reich an meiner Seele mich,/ so g'nügt mir hier und ewiglich. G. Der eitlen Ehr ich gern entbehr;/ das Ewige mir nur gewähr,/ das du erworben hast/ durch deinen herben, bittern Tod;/ das bitt ich dich, mein Zerr und Gott. 7. Denn alles, was auf dieser Welt,/ es sei Gold, Silber oder Geld,/ Reichtum und zeitlich Gut,/ das währt nur eine kleine Jeit/ und hilft doch nichts zur Seligkeit. 346 nur ben, ilber nur Vertrauen 327 8. Ich danke dir, Serr Jesu Christ,/ daß solches kund mir worden ist/ durch dein goͤttliches Wort;/ verleih mir auch Bestaͤndigkeit/ zu meiner Seelen Seligkeit. 9. Cob, Ehr und Preis sei dir gebracht,/ daß du hast alles wohlgemacht;/ ich bitt demütig dich,/ du wollst von deinem Angesicht/ mich ewiglich verstoßen nicht. 1565. Mel. Mag ich Unglück nicht widerstahn. Wittenberg J535. EEE—.— 32 ö—..— ISSSEEEEEEEEEE 1 Ich weiß, daß mein Er- lö⸗ser lebt;/ was Ohn' mei⸗nen Gott krümmt sie fuͤr⸗wahr/ mir —..— SSSSSS wi der ⸗strebt/ die Welt denn mei⸗ nem Glau- ben? 1 nicht ein Saar,/ er woll es denn er⸗ lau ⸗- ben. Fuͤhrt mich sein Rat/ auf rau⸗hem Pfad/ durch die ⸗ se —.——.——— IEEEE Welt:/ wies ihm gefaͤlltl/ Nur daß ichs moͤg er⸗ tra⸗ gen. 2. Ich weiß, daß mein Zerr Jesus Christ/ viel groͤßer ist/ als alle Macht der Erden./ Gliebe Seel, was zagest duꝰ/ Gib dich zur Ruhl/ Es kann bald besser werden./ Aus aller Not/ hilft dir dein Gott,/ das ist gewiß;/ trau fest auf dies!/ Im Glauben muß mans faͤssen. 3. Von Serzen, Herr, vertrau ich dir;/ bleib stets bei mir,/ du Rönig aller Ehren!/ Mein Boffen steht zu dir allein;/ laß ferne sein,/ was mich von dir möcht kehren,/ daß ich dein Wort,/ du treuer Hort,/ bekenne frei/ ohn' alle Scheu/ auch in den größten Nöten. 3²⁷ 328 Vertrauen 4. Ich weiß, daß du mein Seiland bist, /o Jesu Christ,/ drum laß ich mir nicht grauen./ Mein Helfer ist des Hochsten Sohn/ auf Gottes Thron,/ auf den will ich fest bauen./ CLebt er doch noch/ im Himmel hoch!/ Er wird mich wohl,/ wenns werden soll,/ nach meinem Leid ergötzen. Ra spar Bienemann, I59l. 328 Eerfurt 1572. I. IIREE‚E 1 Von Gott will ich nicht las⸗sen,/ denn führt mich auf rech⸗ ter Stra-ßen,/ sonst .—.—.—. e. er läßt nicht von 4r.) ging ich in der Irr; Lli Band,/ den A⸗-bend wie den Mor⸗gen/ will er mich er reicht mir sei ne e, n5 hen. Rn,,—.— ——2— wohl ver⸗ sor⸗gen,/ wo ich auch sei im Land. 2. Wenn sich der Menschen Treue/ und Wohltat all ver⸗ kehrt,/ wird bald an mir aufs neue/ die Zuld des Berrn be⸗ währt;/ er hilft aus aller Not,/ befreit von Sünd und Schanden,/ von Ketten und von Banden,/ und wenns auch wär der Tod. 3. Auf ihn will ich vertrauen/ in meiner schweren Zeit;/ so kann mir gar nicht grauen,/ er wendet alles CLeid./ Ihm sei es heimgestellt;/ mein Leib, mein Seel, mein CLeben/ sei Gott, dem Serrn, ergeben,‚/ er machs, wies ihm gefällt. 4. Es kann ihm nichts gefallen,/ denn was mir nützlich ist;/ er meints gut mit uns allen,/ schenkt uns den Herren 348 Vertrauen 329 Christ,/ den eingebornen Sohn;/ durch ihn er uns be— scheret,/ was Leib und Seele nähret;/ lobt ihn im Bimmelsthron! 5. Cobt ihn mit Zerz und Munde,/ die er uns beide schenkt;/ das ist ein selge Stunde,/ darin man sein ge⸗ denkt;/ sonst ist all unsre Zeit/ verloren hier auf Erdenz/ wir sollen selig werden/ und sein in Ewigkeit. 6. Darum, ob ich schon dulde/ hier Widerwaͤrtigkeit,/ wie ichs auch wohl verschulde,/ kommt doch die Ewigkeit,/ die, aller Freuden voll,/ dieweil ich Christum kenne/ und mich von ihm nicht trenne,/ mein Erbteil werden soll. 7. Das ist des Vaters Wille,/ der uns geschaffen hat;/ sein Sohn gibt uns die Fülle /der Wahrheit und der Gnad;/ auch Gott, der heilge Geist,/ im Glauben uns re— gieret,/ zum Reich der Simmel fuͤhret;/ drum sei er hoch gepreist! Ludwig Selmbold, T 1598. 3 29 Mürnberg 1574. E ..— J. Auf mei⸗ nen lie⸗ben Gott/ trau ich in ——.—2—.—. 2— Angst und Not;/ er kann mich all⸗ zeit ret⸗ ten/ aus — — 2————— 20— 2 ——5 ꝶ1t4 DEEXA— n K*, 2—1 Trüͤb⸗sal, Angst und No⸗ ten;/ mein Un⸗ glück kann er . —— L 2 1 wen⸗ den;/ steht all's in sei⸗ nen Zaän⸗den. 2. Ob mich die Sünd anficht,/ will ich verzagen nicht;/ auf Christum will ich bauen/ und ihm allein vertrauen;/ ihm will ich mich ergeben/ im Tod und auch im Ceben. 12 3³⁰ 330 Vertrauen 3. Ob mich der Tod nimmt hin,/ ist Sterben mein Ge— winn,/ und Christus ist mein Ceben;/ dem will ich mich ergeben. Ich sterb heut oder morgen,/ mein Seel wird er versorgen. 4. O mein Herr Jesu Christ,/ der du geduldig bist/ fur mich am Rreuz gestorben,/ hast mir das Heil erworben,/ uns allen auch beschieden/ den ewgen Zimmelsfrieden: 5. Erhöre gnädig mich,/ mein Trost, das bitt ich dich;/ hilf mir am letzten Ende,/ nimm mich in deine Zände,/ daß selig ich abscheide/ zur ewgen Zimmelsfreude. 6. Amen zu aller Stund/ sprech ich aus Herzensgrund./ Du wollest selbst uns leiten,/ Herr Christ, zu allen Zeiten,/ auf daß wir deinen Namen/ ohn' Ende preisen. Amen. Mürnberg 1J607. 330 Mel. O Welt, ich muß dich la ssen. Seinrich Isaak, 1517.(I536.) 0 ++ 2— SSDSPSPISISSSIIII.I......... J. In al⸗-len mei⸗ nen Ta ⸗ten/ laß ich den .. Böch⸗-sten ra⸗ten,/ der al⸗les kann und hat;/ er —.——— —.——.—— +.—.. e,x. muß zu al⸗len Din ⸗gen,/ solls an-ders wohl-ge⸗ ö—— ů ——..— . lin⸗gen,/ selbst ge ben Se⸗gen, Rat und Tat. 2. Nichts ist es spät und frühe/ um alle meine Mühe,/ mein Sorgen ist umsonst;/ er maͤgs mit meinen Sachen/ nach seinem Willen machen,/ ich stells in seine Vatergunst. 3. Es kann mir nichts geschehen,/ als was er auser⸗ sehen,/ und was mir selig ist./ Ich nehm es, wie ers gibet;/ was ihm von mir beliebet,/ das haͤb ich willig auch erkiest. 35⁰ 1 EEEE 127 +* — Vertrauen 331 4. Ich traue seiner Gnaden,/ die mich vor allem Schaͤden,/ vor allem Übel schüͤtzt./ Ceb ich nach seinen Saͤtzen,/ so wird mich nichts verletzen,/ nichts fehlen, was mir ewig nützt. S. Er wolle meiner Sünden/ in Gnaͤden mich ent— binden,/ durchstreichen meine Schuld./ Er wird auf mein Verbrechen/ nicht stracks das Urteil sprechen/ und mit mir haben noch Geduld. 6. Ceg ich mich späte nieder,/ erwach ich fruͤhe wieder,/ lien oder zieh ich fort,/ in Schwachheit und in Banden,/ und was mir stößt zuhanden,/ so tröstet mich sein göttlich Wort. 7. Hat er es denn beschlossen,/ so will ich unverdrossen/ an mein Verhängnis gehn;/ kein Unfaͤll unter allen/ wird je zu hart mir fallen,/ ich will mit Gott ihn überstehn. 8. Ihm hab ich mich ergeben,/ zu sterben und zu leben,/ sobald er mir gebeut;/ es sei heut oder morgen,/ dafur laß ich ihn sorgen;/ er weiß allein die rechte Zeit. 9. So sei nun, Seele, seine,/ und traue dem alleine,/ der dich geschaffen hat!/ Es gehe, wie es gehe,/ dein Vater in der Höhe,/ der weiß zu allen Sachen Rat. Paul§leming, + 1640. 331 Jakob Sintze, 1670. — E EEEEE —335.. 1 Gib dich zu-frie-den und sei stil⸗le/ in ihm ruht al ⸗ler Freu⸗den Fül ⸗le,/ in dem Got te dei⸗nes LCe⸗bens; ohn' ihn mühst du dich ver⸗ge⸗bens; EE — 2—.—— Quell/ und dei⸗ ne Son⸗ne,/ scheint taͤg⸗lich hell/ zu er ist dein 12* 35¹ 331 ,——— .... dei ⸗ ner Won=ne./ Gib dich zu ⸗frie-⸗-den. 2. Er ist voll Cichtes, Trost und Gnaden,/ ungefärbten treuen Herzens;/ wo er steht, tut dir keinen Schaden auch die Pein des großten Schmerzens;/ Kreuz, Angst und Not/ kann er bald wenden,/ ja, auch den Tod/ hat er in anden./ Gib dich zufrieden. 3. Wie dirs und andern oft ergehe,/ ist ihm wahrlich nicht verborgen; /er sieht und kennet aus der Zöhe/ der be— trübten Herzen Sorgen; /er zählt den Cauf/ der heißen Tränen/ und faßt zuhaͤuf/ all unser Sehnen./ Gib dich zufrieden. 4. Wenn gar kein Ein'ger mehr auf Erden,/ dessen Treue du darfst trauen,/ alsdann will er dein Treuster werden/ und zu deinem Besten schauen./ Er weiß dein Ceid/ und heimlich Grämen,/ auch weiß er Zeit,/ dirs zu benehmen./ Gib dich zufrieden. 5. Er hört die Seufzer deiner Seelen/ und des Serzens stilles Rlagen,/ und was du keinem kannst erzaäͤhlen,/ maͤgst du Gott gar kühnlich sagen;/ er ist nicht fern,/ steht in der Mitten,/ hört bald und gern/ der Armen Bitten./ Gib dich zufrieden. 6. Caß dich dein Elend nicht bezwingen;/ halt an Gott, so wirst du siegen;/ ob alle Fluten dich umringen,/ sollst du doch nicht unterliegen;/ denn wenn du wirst/ zu hoch be⸗ schweret,/ hat Gott, dein Fürst,/ dich schon erhoͤret./ Gib dich zufrieden. 7. Was sorgst du fuͤr dein armes Ceben,/ wie dus halten wollst und nähren?/ Der dir das CLeben hat gegeben,/ wird auch Unterhalt bescheren./ Er hat die Hand/ voll aller Gaben,/ davon sich Land/ und See muß laben./ Gib dich zufrieden. 8. Sprich nicht:„Ich sehe keine Mittel,/ wo ich such, ist nichts zum Besten“;/ denn das ist Gottes Ehrentitel:/ helfen, wenn die Not am groͤßten./ Wenn ich und du/ ihn 35²½ Vertrauen 332 nicht mehr spüren,/ tritt er herzu,/ uns wohl zu fͤhren./ Gib dich zufrieden. 9. Bleibt gleich die dilf in etwas lange,/ wird sie dennoch endlich kommen;/ macht dir das Haͤrren angst und bange,/ glaube mir, es ist dein Frommen./ Was langsam schleicht,/ faßt man gewisser,/ und was verzeucht,/ ist desto sůßer./ Gib dich zufrieden. J0. Es kann und maͤg nicht anders werden: /alle Men⸗ schen müssen leiden;/ was lebt und webet auf der Erden,/ kann das Unglück nicht vermeiden./ Des Kreuzes Stab/ schlägt unsre Cenden/ bis in das Grab,/ dann wird sichs enden./ Gib dich zufrieden. II. Es ist ein Ruhetag vorhanden,/ da uns unser Gott wird löͤsen;/ er wird uns reißen aus den Banden /dieses Cei⸗ bes und vom Boͤsen;/ es wird einmaͤl/ der Tod herdringen/ und aus der Qual/ uns sämtlich bringen./ Gib dich zufrieden. I2. Er wird uns bringen zu den Scharen/ der Erwählten und Getreuen,/ die hier mit Frieden heimgefahren,/ sich auch nun in Frieden freuen,/ da sie den Grund,/ der nicht kann brechen,/ den ewgen Mund/ selbst hoͤren sprechen:/ Gib dich zufrieden. Paul Gerhardt, 1676. 332 Joh. Georg Ebeling, 1666. .— E L x rerinnn —————— J. Wa⸗rum sollt ich mich denn grä⸗ menꝰ/ 1 1 W 1 ö—— Hab ich doch/ Christum noch,/ wer will mir den ö——D— ö 1—— — neh⸗men?/ Wer will mir den Zim-mel rau⸗ ben,/ den mir schon/ Gottes Sohn/ bei⸗ge⸗legt im Glau⸗benꝰ 353 332 Vertrauen 2. Arm und bloß kam ich ins CLeben,/ da es mir,/ Herr, von dir/ ward zuerst gegeben./ Arm und bloß werd ich hin⸗ ziehen,/ wenn ich werd/ von der Erd/ als ein Schatten fliehen. 3. Gut und Blut, Ceib, Seel und Leben/ ist nicht mein;/ Gott allein/ ist es, ders gegeben./ Will ers wieder zu sich kehren,/ nehm ers hin,/ ich will ihn/ dennoch froͤhlich ehren. 4. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen,/ dringt herein/ Angst und Pein,/ sollt ich drum verzagen?/ Der es schickt, der wird es wenden,/ er weiß wohl,/ wie er soll/ all mein Unglück enden. 5. Gott hat mich bei guten Tagen/ oft ergoͤtzt,/ sollt ich jetzt/ nicht auch etwas tragen?/ Fromm ist Gott und übt mit Maßen/ sein Gericht,/ kann mich nicht/ ganz und gar verlaͤssen. 6. Unverzagt und ohne Grauen/ soll ein Ehrist,/ wo er ist,/ stets sich lassen schauen;/ wollt ihn auch der Tod auf⸗ reiben,/ soll der Mut/ dennoch gut/ und fein stille bleiben. 7. Kann ja doch kein Tod uns toͤten,/ sondern reißt/ unsern Geist/ aus viel tausend Noͤten,/ schleußt das Tor der bittern Ceiden/ und macht Bahn,/ da man kann/ gehn zu Himmelsfreuden. 8. Allda will in süßen Schätzen/ ich mein Zerz/ auf den Schmerz/ ewiglich ergötzen./ Sier ist kein recht Gut zu finden;/ was die Welt/ in sich hält,/ muß wie Rauch ver⸗ schwinden. 9. Was sind dieses Lebens Güter?/ eine Hand/ voller Sand,/ Rummer der Gemüͤter./ Dort, dort sind die edlen Gaben,/ da mein Sirt/ Christus wird/ mich ohne Ende laben. I0. Berr, mein Hirt, Brunn aller Freuden,/ du bist mein/ ich bin dein,/ niemand kann uns scheiden./ Ich bin dein,/ weil du dein Leben/ und dein Blut/ mir zu gut/ in den Tod gegeben; II. Du bist mein, weil ich dich fasse/ und dich nicht,/ o mein Licht,/ aus dem Herzen lasse./ Laß mich, laß mich hingelangen,/ wo du mich/ und ich dich/ ewig werd um⸗ fangen. Paul Gerhardt, 1676. 35⁴ iein;/ u sich ehren. rein/ chickt, mein Ilt ich d übt d gar wo er dauf— eiben. eißt/ Tor gehn f den ut zu ver⸗ oller edlen aben. iein/ ein,/ den . mich um⸗ 676. — Vertrauen 333 Mel. Serzlich tut mich verlangen. 3 3 3 Hans Leo Saßler, 160I. —— +—..——— 8 5 e⸗fiehl du dei⸗ne We⸗ge,/ und der al ⸗ler⸗treusten Pflege/ des, /i —. was dein Her⸗ ze kränkt, der der den Simmel lenkt; wolken, Luft und Winden/ gibt Wege, Lauf und Bahn,/ der SSSSS........... 4— V—.—— SSSDSSS wird auch We⸗ge fin⸗den,/ da dein Fuß ge⸗hen kann. 2. Dem Herren mußt du trauen,/ wenn dirs soll wohl⸗ ergehn;/ auf sein Werk mußt du schauen,/ wenn dein Werk soll bestehn./ Mit Sorgen und mit Grämen/ und mit selbsteigner Pein/ läßt Gott sich gar nichts nehmen:/ es muß erbeten sein. 3. Dein ewge Treu und Gnaͤde,/ o Vater, weiß und sieht,/ was gut sei oder schade/ dem sterblichen Geblůt;/ und was du dann erlesen,/ das treibst du, starker Seld,/ und bringst zu Stand und Wesen,/ was deinem Rat gefällt. 4. Weg hast du allerwegen,/ an Mitteln fehlt dirs nicht,/ dein Tun ist lauter Segen,/ dein Gang ist lauter CLicht;/ dein Werk kann niemand hindern,/ dein Arbeit darf nicht ruhn,/ wenn du, was deinen Rindern Versprießlich ist, willst tun. 5. Und ob gleich alle Teufel/ hier wollten widerstehn,/ so wird doch ohne Zweifel/ Gott nicht zuruͤckegehn;/ was er sich vorgenommen,/ und was er haben will,/ das muß doch endlich kommen zu seinem Iweck und Ziel. 35⁵ 334 Vertrauen 6. Hoff, o du arme Seele,/ hoff und sei unverzaͤgtl/ Gott wird dich aus der Hoͤhle,/ da dich der Rummer plagt,/ mit großen Gnaͤden rücken;/ erwarte nur die Jeit,/ so wirst du schon erblicken/ die Sonn der schönsten Freud. 7. Auf, auf, gib deinem Schmerze/ und Sorgen gute Nacht;/ laß fahren, was das Herze/ betrübt und traurig macht;/ bist du doch nicht Regente,/ der alles fuͤhren soll:/ Gott sitzt im Regimente/ und führet alles wohl. 8. Ihn, ihn laß tun und walten; /er ist ein weiser Fürst/ und wird sich so verhaͤlten,/ daß du dich wundern wirst,/ wenn er, wie ihm gebühret,/ mit wunderbarem Rat/ das Werk hinausgefüͤhret,/ das dich bekümmert hat. 9. Er wird zwar eine Weile/ mit seinem Trost verziehn/ und tun an seinem Teile,/ als hätt in seinem Sinn/ er deiner sich begeben,/ und sollst du für und fuͤr/ in Angst und Vöten schweben,/ als fragt er nichts nach dir; J0. Wirds aͤber sich befinden,/ daß du ihm treu ver⸗ bleibst,/ so wirst du Silfe finden,/ da dus am mindsten gläubst;/ er wird dein Herze lösen/ von der so schweren Cast,/ die du zu keinem Bösen/ bisher getragen haͤst. II. Wohl dir, du Kind der Treue,/ du haͤst und trägst davon/ mit Ruhm und Dankgeschreie/ den Sieg und Ehrenkron! /Gott gibt dir selbst die Palmen/ in deine rechte Sand,/ und du singst Freudenpsaͤlmen/ dem, der dein LCeid gewandt. I2. Nach End, o Herr, mach Ende/ mit aͤller unsrer Not;/ stärk unsre Fuß und Hände/ und laß bis in den Tod/ uns allzeit deiner Pflege/ und Treu empfohlen sein,/ so gehen unsre Wege/ gewiß zum Himmel ein. Paul Gerhardt, 4 J676. 334 Mel. Da Christus geboren war(Nr. 419). J. Auf den Vebel folgt die Sonn,/ auf das Trauern Freud und Wonn,/ auf die schwere, bittre Pein/ stellt sich Trost und Cabsal ein./ Meine Seele, die zuvor/ sank bis zu des Todes Tor,/ steigt nun bis zum Zimmelschor. 35 RB auen agtl/ lagt,/ / so d. gute raurig soll:/ weiser ndern barem t hat. iehn/ n/er st und ver⸗ nösten weren trägst und deine r dein Tod/ insrer •Vso lt sich ö auern bis zu Vertrauen 335 2. Gott läßt keinen traurig stehn,/ noch mit Schimpf zurückegehn,/ der sich ihm zu eigen schenkt/ und ihn in sein Berze senkt;/ wer auf Gott sein Hoffnung setzt,/ findet endlich und zuletzt,/ was ihm LCeib und Seel ergoͤtzt. 3. Rommts nicht heute, wie man will,/ sei man nur ein wenig still;/ ist doch morgen auch ein Tag,/ da die Wohl⸗ fahrt kommen maͤg./ Gottes Zeit hält ihren Schritt;/ wenn die kommt, kommt unsre Bitt/ und die Freude reich⸗ lich mit. 4. Als ich furchtsam und verzagt/ mich mit schwerem Gram geplagt,/ als ich manche liebe Nacht/ mich mit Wachen krank gemacht,/ als mir aller Mut entfiel,/ tratst, mein Gott, du selbst ins Spiel,/ gabst dem Unfall Maß und Ziel. 5. Nun, so lang ich in der Welt/ haben werde Haus und Zelt,/ soll mir dieser Wunderschein/ stets vor meinen Augen sein;/ ich will all mein Leben lang/ meinem Gott mit Cobgesang/ hierfür bringen Preis und Dank. 6. Allen Jammer, allen Schmerz,/ den des ewgen Vaters Herz/ mir schon jetzo zugezaͤhlt/ oder künftig auserwaͤhlt,/ will ich hier in diesem Cauf/ meines Lebens allzuhauf/ frisch und freudig nehmen auf. 7. Ich will gehn in Angst und Not,/ ich will gehn bis in den Tod,/ ich will gehn ins Grab hinein/ und doch allzeit fröͤhlich sein./ Wem der Stärkste bei will stehn,/ wen der Höchste will erhöhn,/ kann nicht ganz zugrunde gehn. Paul Serhardt, + 1676. 335 Mel. Valet will ich dir geben. Melchior Teschner, J6I3. .7 5—— SSS5 Ist Gott für mich, so tre⸗te/ gleich al⸗les wi⸗ der mich;1 so oft ich ruf und be⸗te,/ weicht alles hin⸗ter sich. — 13 SCSPSPSPSSIII Hab ich das Saupt zum Freun;de/ und bin geliebt bei Gott,/ 357 335 Vertrauen SIIITTTTI.— was kann mir tun der Fein⸗de/ und Wi⸗der⸗ sa⸗cher Rottꝰ 2. Nun weiß und glaͤub ich feste,/ ich ruͤhms auch ohne Scheu,/ daß Gott, der Höchstꝰ und Beste,/ mein Freund und Vater sei,/ und daß in allen Fällen/ er mir zur Rechten steh/ und dämpfe Sturm und Wellen/ und was mir bringet Weh. 3. Der Grund, drauf ich mich gründe,/ ist Christus und sein Blut;/ das machet, daß ich finde/ das ewge wahre Gut. An mir und meinem Leben/ ist nichts auf dieser Erd;/ was Christus mir gegeben,/ das ist der Ciebe wert. 4. Mein Christus ist mein Ehre,/ mein Glanz und helles Licht;/ wenn der nicht in mir wäre,/ könnt ich bestehen nicht./ In ihm kann ich mich freuen,/ hab einen Selden— mut,/ darf kein Gerichte scheuen,/ wie sonst ein Sunder tut. 5. Sein Geist wohnt mir im Serzen,/ regieret meinen Sinn,/ vertreibt mir Sorg und Schmerzen,/ nimmt allen Rummer hin,/ gibt Segen und Gedeihen/ dem, was er in mir schafft,/ hilft mir das Abba schreien/ aus aller meiner Rraft. 6. Und wenn an meinem Orte/ sich Furcht und Schwach⸗ heit findt,/ so seufzt und spricht er Worte,/ die unaussprech⸗ lich sind/ mir zwar und meinem Munde,/ Gott aber wohl bewußt,/ der an des Herzens Grunde/ ersiehet seine Cust. 7. Sein Geist spricht meinem Geiste/ manch süßes Trost⸗ wort zu,/ wie Gott dem Silfe leiste,/ der bei ihm suchet Ruh,/ und wie er hab erbaͤuet/ ein' edle neue Stadt,/ da Aug und Herze schauet,/ was es geglaubet hat. 8. Da ist mein Teil, mein Erbe i/ mir prächtig zu⸗ gericht't;/ wenn ich gleich fall und sterbe,/ faͤllt doch mein Bimmel nicht./ Muß ich auch gleich hier feuchten/ mit Tränen meine Zeit,/ mein Jesus und sein Leuchten/ durchsüßet alles Leid. 9. Die Welt, die mag zerbrechen,/ du stehst mir ewiglich;/ nicht Feur und Schwert der Frechen/ soll trennen mich und 35⁸ .———— n ö auen Vertrauen 336 dich;/ kein Hunger und kein Dursten,/ kein Armut, keine E Pein,/ kein Jorn der großen Fuͤrsten/ soll mir ein Sind'⸗ rung sein. Rott? J0. Kein Engel, keine Freuden,/ kein Thron, kein Serr⸗— wohne lichkeit,/ kein Cieben und kein Ceiden,/ kein Angst, kein d und Berzeleid,/ was man nur kann erdenken,/ es sei klein oder echten groß,/ der keines soll mich lenken/ aus deinem Arm und s mir Schoß. II. Mein Serze geht in Sprüngen/ und kaͤnn nicht s und traurig sein,/ ist voller Freud und Singen,/ sieht lauter wahre Sonnenschein;/ die Sonne, die mir lachet,/ ist mein Zerr dieser Jesus Christ;/ das was mich singen maͤchet,/ ist, was im wert. Himmel ist. Paul Gerhardt, J676. helles stehen 336 Zohann Crüger, I653. —— 7.— 4. 5 er tut.*— ASDD.... —— ieinen allen Schwing dich auf zu dei⸗nem Gott,/ du be⸗ er in wa⸗rum liegst du Gott zum Spott/ in der neiner—— ů S.I.IIII E—— wach⸗ 14 e Rech trüb⸗te Seelei in Est d icht pahl Schwermuts⸗hoͤh⸗ le?/ erkst du nicht des Fein⸗des Cust..— S SSSI.I..I....... rrof. EEEEEEEE uchet List?/ Er will durch sein Rämp⸗fen/ dei⸗nen Trost, den „ da—.— mein Je-⸗-sus Christ/ dir er- wor⸗-ben, dämp⸗fen. mit 2. Stürme, Feind und Welt und Tod,/ was könnt ihr ten/ mir schaden?/ Deckt mich doch in meiner Not/ Gott mit seinen Gnaden,/ der Gott, der mir seinen Sohn/ selbst ge⸗ ich;/ schenkt aus Liebe,/ daß der ewge Spott und Hohn/ mich ĩund dort nicht betrübe. 35 336 Vertrauen 3. Spreche alle Welt, es sei/ Gott mir nicht gewogen;/ weiß ich doch, er bleibt getreu,/ hat mich nie betrogen./ Wär er gnädig nicht gesinnt,/ wurd er seine Gaben,/ die mein eigen worden sind,/ wohl behaͤlten haͤben. 4. Was ist unterm Himmelszelt,/ was im tiefen Meere,/ was ist Gutes in der Welt,/ das nicht mir gut wäre?/ Wem erglänzt das Sternenlicht?/ Wozu ist gegeben/ Luft und Wasser? Dient es nicht/ mir und meinem Ceben? 5. Meine Seele lebt in mir/ durch die heilgen CLehren,/ so die Christen mit Begier/ alle Tage hoͤren./ Gott eroͤffnet früh und spat/ meinen Geist und Sinne,/ daß sie seines Geistes Gnad/ freudig werden inne. 6. Nun, auf diesen heilgen Grund/ bau ich mein Gemůte,/ sehe, wie der Feind zur Stund/ zwar dawiderwüte;/ gleich⸗ wohl muß er lassen stehn,/ was Gott aufgerichtet,/ aber schmählich muß vergehn,/ was er selber dichtet. 7. Ich bin Gottes, Gott ist mein;/ wer ist, der uns scheideꝛ/ Dringt auch schweres Rreuz herein/ mit dem bittern Leide:/ laß es dringen, kommt es doch/ von geliebten Zänden;/ schnell zerbricht des Kreuzes Joch,/ wenn es Gott will wenden. 8. Rinder, die der Vater soll/ ziehn zu allem Guten,/ die gedeihen selten wohl/ ohne Zucht und Ruten. /Bin ich denn nun Gottes Rind,/ warum will ich fliehen,/ wenn er mich von meiner Sünd/ will zum Guten ziehen? 9. Es ist herzlich gut gemeint/ mit der Christen Plagen;/ wer hier zeitlich wohl geweint,/ darf nicht ewig klagen,/ sondern hat vollkommne Lust/ dort in Christi Garten,/ dem sein Ceiden ist bewußt,/ endlich zu erwarten. I0. Gottes Rinder säen zwaͤr/ traͤurig und mit Tränen,/ aber endlich bringt das Jahr,/ wonach sie sich sehnen;/ denn es kommt die Erntezeit,/ da sie Garben binden,/ da wird all ihr Gram und Leid/ ewiglich verschwinden. II. Ei so faß, o Christenherz,/ alle deine Schmerzen;/ wirf sie fröhlich hinterwärts,/ laß des Trostes Rerzen/ dich entzünden mehr und mehr;/ gib dem großen Namen/ deines Gottes Preis und Ehrl/ Er wird helfen! Amen. Paul Gerhardt, 1676. RIRIANOAET EE S Vertrauen 337 Mel. Von Sott will ich nicht lassen. Erfurt 1572. —9 ö ⸗ 1 n. I. Ge⸗ duld ist euch von-no⸗ten,/ wenn 9.6 was Rs 555 will tö⸗ ten,/ euch — —..————. Sor⸗ge, Gram und Schmerz schneidet in das Berz. E 0—— FEFEF!E!E!ECEC!E!?!C!œ!?!C!?E!?CE?CTCTCK-„ Schar!/ Soll euch kein Tod je tö⸗ten,/ ist euch Ge⸗ 28623 O aus er⸗ wähl ⸗ te III———— T de it duld von⸗ nö⸗ ten;/ das ist ge-⸗wiß-lich wahr. 2. Geduld ist Gottes Gabe/ und seines Geistes Gut;/ er schenkt sie uns zum Stabe,/ sobald er in uns ruht./ Der edle, werte Gast/ erlöst uns von dem Jagen/ und hilft uns treulich tragen/ die größte Büͤrd und LCast. 3. Geduld kommt aus dem Glauben/ und hängt an Gottes Wort;/ das läßt sie sich nicht rauben,/ das ist ihr Heil und Hort;/ das ist ihr hoher Wall,/ da hält sie sich ver⸗ borgen,/ läßt Gott, den Vater, sorgen/ und fuͤrchtet keinen Fall. 4. Geduld ist wohl zufrieden/ mit Gottes weisem Rat,/ läßt sich nicht leicht ermͤuden/ durch Aufschub seiner Gnad,/ hält frisch und fröhlich aus,/ laßt sich getrost beschweren/ 2 denkt: wer wills ihm wehren? /Ist er doch Herr im aus. S. Geduld dient Gott zu Ehren/ und läßt sich nimmer⸗ mehr/ von seiner Ciebe kehren;/ und schlüg er noch so sehr,/ so ist sie doch bedacht,/ die heilge Sand zu loben,/ spricht: Gott, der hoch erhoben,/ hat alles wohlgemacht. 361 338 Vertrauen . Geduld macht große Freude,/ bringt aus dem Bim⸗ melsthron/ ein schoͤnes Halsgeschmeide,/ dem Baupt ein edle Kron,/ ist wie ein schönes Licht,/ davon, wer an ihr haͤnget,/ mit Gottes Silf erlanget/ ein froͤhlich Angesicht. 7. Geduld ist mein Verlangen/ und meines Herzens Cust,/ nach der ich oft gegangen:/ das ist mir wohl bewußt./ Herr, voller Gnad und Buld!/ Ach, gib mir und gewähre/ mein Bitten, ich begehre/ nichts anders als Geduld. 8. Geduld ist meine Bitte,/ die ich sehr oft und viel/ aus dieser Ceibeshütte/ zu dir, Serr, schicken will./ Rommt dann der letzte Zug,/ so gib durch deine Zaͤnde/ auch ein ge⸗ duldig Ende,/ so hab ich alles g'nug. Paul Gerhardt, 1676. 3 Frankfurt a. M. I738. J. Al⸗les ist an Got⸗tes Se⸗gen/ und an sei ⸗ ner ö D 1— —— ö 4——— Gnad ge⸗le⸗gen,/ ü⸗ ber al⸗ les Geld und Gut./ .* wer auf Gott sein Hoffnung set⸗zet,/ der behält ganz un⸗ver⸗-let⸗zet/ ei⸗ nen frei en Sel⸗den⸗mut. 2. Der mich hat bisher ernähret/ und so manches Glück bescheret,/ ist und bleibet ewig mein;/ der mich wunderbar geführet/ und noch leitet und regieret,/ wird hinfort mein Helfer sein. 3. Viele můͤhen sich um Sachen,/ die nur Sorg und Un⸗ ruh machen/ und ganz unbeständig sind;/ ich begehr, nach dem zu ringen,/ was den Frieden pflegt zu bringen,/ und man jetzt gar selten findt. 36² *— — E‚R Vertrauen 339 4. Hoffnung kann das Herz erquicken;/ was ich wünsche, wird sich schicken,/ so es anders Gott gefällt./ Meine Seele, Ceib und Ceben/ hab ich seiner Gnad ergeben/ und ihm alles heimgestellt. 5. Er weiß schon nach seinem Willen/ mein Verlangen zu erfüllen;/ es hat alles seine Zeit./ Ich hab ihm nichts vorzuschreiben;/ wie Gott will, so muß es bleiben;/ wann Gott will, ich bin bereit. 6G. Soll ich länger allhier leben,/ will ich ihm nicht widerstreben;/ ich verlasse mich auf ihn. /Ist doch nichts, das lang bestehet,/ alles Irdische vergehet/ und fährt wie ein Strom dahin. Mürnberg 1676. 339 Georg Meumark, 1657. * 2 . L 2..—— Z Wer nur den lie⸗ben Gott läßt waͤl⸗ten/ und hoffet IUden wird er wunder⸗bar er⸗ hal⸗-ten/ in alẽler 2..—— de. Kuf ihn al ⸗ le⸗ 2211.) Not und Trau⸗rig⸗keit. wer Sott, dem Al⸗ler⸗ d iertrnrni,—1 2.— 2 D höch⸗sten, traut,/ der hat auf kei⸗ nen Sand ge-baut. 2. Was helfen uns die schweren Sorgen?/ Was hilft uns unser Weh und Ach?/ Was hilft es, daß wir alle Morgen/ beseufzen unser Ungemach?/ Wir machen unser Kreuz und Ceid/ nur größer durch die Traurigkeit. 3. Man haͤlte nur ein wenig stille/ und sei doch in sich selbst vergnuͤgt,/ wie unsers Gottes Gnadenwille,/ wie sein Allwissenheit es fügt./ Gott, der uns ihm hat auserwaͤhlt,/ der weiß auch sehr wohl, was uns fehlt. 363 34⁰ Vertrauen 4. Er kennt die rechten Freudenstunden,/ er weiß wohl, wann es nützlich sei./ Wenn er uns nur hat treu erfunden/ und merket keine Beuchelei,/ so kommt Gott, eh wir uns versehn,/ und lässet uns viel Guts geschehn. S. Denk nicht in deiner Drangsalshitze,/ daß du von Gott verlaͤssen seist,/ und daß ihm der im Schoße sitze,/ der sich mit stetem Glücke speist;/ die Folgezeit verändert viel/ und setzet jeglichem sein Ziel. G. Es sind ja Gott sehr leichte Sachen/ und ist dem Höchsten alles gleich,/ den Reichen klein und arm zu machen,/ den Armen aber groß und reich;/ Gott ist der rechte Wundermann,/ der bald erhöhn, bald stürzen kann. 7. Sing, bet und geh auf Gottes Wegen,/ verricht das Deine nur getreu/ und trau des Simmels reichem Segen,/ so wird er werden bei dir neu;/ denn welcher seine Juver⸗ sicht/ auf Gott setzt, den verläͤßt er nicht. Georg Neumark, +I68I. Breslau 1657. E J. Sollt es gleich bis⸗ wei⸗ len schei⸗nen,/ ———— als ver⸗lie⸗ße Gott die Sei⸗nen,/ o so glaub und weiß ich dies:/ Gott hilft end-lich doch ge⸗wiß. 2. Bilfe, die er aufgeschoben,/ hat er drum nicht auf⸗ gehoben;/ hilft er nicht zu jeder Frist,/ hilft er doch, wanns nötig ist. 3. Wie oft Vaäter nicht gleich geben,/ wonach ihre Rinder streben,/ so hält Gott auch Maß und Ziel;/ er gibt, wem und wann er will. 36⁴ Mel Uen oohl, den/ uns Bott sich und dem der nn. her⸗ Vertrauen 341 4. Seiner kann ich mich getrösten,/ wenn die Not am allergrößten,/ er ist gegen mich, sein Rind,/ mehr als väterlich gesinnt. 5. Will der Feind mir bange machen,/ ich kann seine Macht verlachen;/ drückt mich schwer des Kreuzes Joch,/ Gott, mein Vater, lebet noch. 6. Mögen mich die Menschen kränken,/ mag auf mein Verderben denken,/ wer mir ohne Ursach feind!l/ Gott im Himmel ist mein Freund. 7. Caß die Welt nur immer neiden!/ Will sie mich nicht länger leiden,/ ei so frag ich nichts danach;/ Gott ist Richter meiner Sach. 8. Will sie mich gleich von sich treiben, muß mir doch der Himmel bleiben;/ ist der ZSimmel mein Gewinn,/ geb ich alles andre hin. 9. Herr, kann ich nur dich umfassen,/ will ich alles andre lassen;/ legt man mich dereinst ins Grab,/ gnug, Berr, wenn ich dich nur hab! Christoph Tietze, 7oz. Mel. Zesu, meine Freude. 341 Johann Crüger, Berlin 1656. .—— * REE 5. Je⸗sus ist mein eten, Ü dem ich mich er⸗ge⸗ ben/ er ist mei⸗ ne 13—— 255. und Wonne/ F e ich gleich/ in seinem Reich,/ fest bu in den Lod; in der größ⸗ten Not. S so werd ich mit ihm re⸗ gie⸗ ren/ und dort tri⸗ um⸗phie⸗ren. GIBI 2. Die mit Jesu leiden,/ werden mit ihm weiden/ in dem Sternenzelt;/ die mit Jesu sterben,/ werden mit ihm 36⁵ 342 Vertrauen erben,/ wo ihr Reich bestellt./ Ihre Kron/ und Sieges⸗ lohn/ sind, wo Gott die Engel loben,/ sicher aufgehoben. 3. Die mit Tränen säen,/ wenn die Winde wehen,/ die der Feind erweckt,/ werden dort mit Freuden/ ernten nach dem Leiden,/ wo kein Feind mehr schreckt./ Nach der Můh,/ die sie allhie/ dulden, wird sie Gott ergötzen/ mit des Fim⸗ mels Schätzen. 4. O ihr frommen Seelen,/ die ihr euch mit Quaͤlen/ bringet durch die Welt,/ die ihr öfters weinet,/ wenn kein Trost erscheinet,/ wenn euch Kreuz befällt,/ denket doch/ bei diesem Joch/ an die Rron in jenem Leben,/ die euch Gott wird geben. 5. Wenn uns Sünden kränken,/ lasset uns bedenken/ Gottes Gnadenrat!/ Jesus hat erduldet,/ was wir hier verschuldet;/ er gibt Gnad um Gnad./ RKämpfen wir/ mit ihm allhier,/ so wird er uns helfen kämpfen/ und die Sünde dämpfen. 6. Seid getreu, ihr Serzen,/ bei des KRreuzes Schmerzen,/ treu bis in den Todl/ Jesus wird euch trösten,/ wenn er die Erlösten/ führt aus aller Not./ Auf das Leid/ folgt Fried und Freud;/ Gott wird lassen nach dem Weinen/ euch die Sonne scheinen. 7. Nun, Herr Jesu, staͤrke/ uns zum guten Werke,/ hilf uns durch die Welt!/ Romm, du Serr der Ehren,/ unser Herz zu kehren/ nach dem Zimmelszelt./ Sei uns Schutz /⸗ und starker Trutz,/ jetzt im Ceben, dort im Sterben,/ daß wir alles erben. Hreylinghausens Gesangbuch, 1704. 34² Mel. Wie nach einer Wa sserquelle. Franzö sischer Psalter, 155J. [ — — —————.— —— E 1 Mei⸗ ne Sor⸗gen, Angst und Pla⸗gen/ lau⸗ fen al ⸗les Seuf⸗-zen, al⸗les Rla⸗gen,/ das der 36⁶ uen eges⸗ oben. die nach uůh,/ Him⸗ len/ kein och/ euch ůen/ hier mit die en,/ r die Fried ˖die hilf nser utz/ daß 7⁰4. Vertrauen 342 —.———— SPPSIPIIII IIIIIIII mit der Jeit zu End; Herr al⸗lei⸗ ne kennt, wird gottlob nicht e⸗ wig seinj/ SII— nach dem Re⸗gen wird ein Schein/ von viel tau⸗send ö 26..—..——., ö ————— Son⸗nen⸗blik⸗ken/ mei⸗nen mat⸗ten Geist er quik⸗ken. 2. Meine Saat, die ich gesäet,/ wird zur Freude wachsen aus;/ wenn die Dornen abgemähet,/ so trägt man die Frucht nach Haus./ Wenn ein Wetter ist vorbei,/ wird der Bimmel wieder frei;/ nach dem Rämpfen, nach dem Streiten/ kommen die Erquickungszeiten. 3. Unser Weg geht nach den Sternen,/ der mit Kreuzen ist besetzt;/ hier muß man sich nicht entfernen,/ ob er gleich mit Blut benetzt./ Zu dem Schloß der Ewigkeit/ kommt kein Mensch hin ohne Streit./ Die in Salems Mauern wohnen,/ zeigen ihre Dornenkronen. J. Es sind waͤhrlich alle Frommen,/ die des Simmels Klarheit sehn,/ aus viel Trübsal hergekommen;/ darum siehet man sie stehn/ vor des Cammes Stuhl und Thron,/ prangend in der Ehrenkron/ und mit Palmen ausgezieret,/ weil sie glücklich triumphieret. 5. Gottes Ordnung stehet feste/ und bleibt ewig unver— ruckt:/ seine Freund und Zochzeitsgaͤste/ werden nach dem Streit beglückt./ Israel behält den Sieg/ nach gefüͤhrtem Rampf und Krieg;/ Ranaan wird nicht gefunden,/ wenn man nicht hat überwunden. 6. Darum trage deine Retten,/ meine Seel, und dulde dich!/ Gott wird dich gewiß erretten,/ das Gewitter leget sich;/ nach dem Blitz und Donnerschlag/ folgt ein ange⸗ nehmer Tag;/ auf den Abend folgt der Morgen/ und die Freude nach den Sorgen. Freylinghausens Gesangbuch, 1704. 36⁷7 343 Vertrauen 343 Mel. Zu Gott in dem Simmel droben. Sranzö sischer Psalter, 1547. J. Soll ich denn mich täglich krän⸗ken,/ ängstlich Ha—..— DDDD— + + an das Rünftge den⸗ken?/ Soll ich a⸗bends nie mit Ruh/ mei⸗ ne Au⸗-gen schließen zu?/ Soll es immer vor mir EIIE.. ste⸗hen:/ wie wirds einst noch mir er⸗ ge⸗ hen?/ Da die —.——— ind ——— ED— Sor⸗ge mich nur quaͤlt/ und doch ih ⸗res Ziels ver ⸗fehltꝰ? 2. Gott, der mich bisher erhalten,/ horet nimmer auf zu walten;/ oder sollt er jetzt allein/ seines Waͤltens muͤde sein?/ Wohl, ich will das Sorgen lassen/ und zu ihm Ver⸗ trauen fassen;/ wie er mich auch führen will,/ meine Seele bleibe still. 3. Wies auch in der Welt mir gehet,/ er ists, der allein verstehet,/ was mir heilsam ist und gut,/ oder was mir Schaden tut./ Laß ich ihn fuͤr mich nur waͤhlen,/ wird kein wahres Gut mir fehlen;/ aber eigner Will und Rat/ wählt oft einen falschen Pfad. . Bleib ich stehn auf niedern Stufen,/ will ich in das Herz mir rufen,/ daß ich, vieler Sorgen frei,/ vor dem Sturz gesichert sei./ Doch, wenn Gott mich wollt erheben,/ will ich ihm nicht widerstreben;/ er wird mir die Rraft ver⸗ leihn,/ im Beruf getreu zu sein. 368 IIE .I HNIIIIl 42 Vertrauen 344 5. Will die Armut meiner Zütten /er mit Segen über⸗ schutten,/ so verleih er nur zugleich,/ daß die Seele werde reich. Doch ist Armut mir beschieden,/ bin ich auch damit zufriedenz/ denn auf diese arme Zeit/ folgt die reiche Ewigkeit. 6. Wird mir Gott Gesundheit geben,/ will ich eifrig da⸗ nach streben,/ daß ich fordre mehr und mehr/ meines Gottes Ruhm und Ehr. JAber auch in RKrankheitstagen/ moͤge Gottes Geist mir sagen,/ daß solch herbe Arzenei/ mir zum Heile noͤtig sei. 7. Soll ich noch viel Jahre zahlen,/ mit des Lebens Wot mich quaälen,/ kommt doch auch wohl mancher Tag,/ daß mein Serz sich freuen mag./ Aber käm ich bald hinüber,/ wär mir solches desto lieber,/ weil ich käm aus aller Not/ hin zu meinem Herrn und Gott. 8. Alles sei Gott heimgegeben,/ Freud und Trübsal, Tod und Leben; /es geschehe, was sein Rat/ uͤber mich be⸗ schlossen hat./ Ich will mich nicht länger kränken,/ sondern dies allein bedenken,/ daß nach Gottes Gnaͤdenschluß/ Christen alles frommen muß. pbil. Zarob Spener, 1 I705. 344 Severus Gastorius, I681J. rale, Him 1 Was Gott tut, das ist wohl⸗ge⸗tan,/ es bleibt ge⸗ wie er fängt mei⸗ ne Sachen an,/ will ich ihm .— 4 SPIIIIIIIIII recht sein Wil⸗le; hal'ten stil: le. Er ist mein Gott,/ der in der Not/ mich 1——4— H ———.— W D e., wohl weiß zu er⸗hal⸗ten;/ drum laß ich ihn nur wal⸗ten. 369 345 Vertrauen 2. Was Gott tut, das ist wohlgetaͤn;/ er kann ja nimmer trügen,/ er fuhret mich auf rechter Bahn;/ so laß ich mir genügen/ an seiner uld/ und hab Geduld,/ er wird mein Unglück wenden;/ es steht in seinen Zaͤnden. 3. Was Gott tut, das ist wohlgetan;/ er wird mich wohl bedenken;/ er, als mein Arzt, der helfen kann,/ wird mir nicht Gift einschenken/ füͤr Arzenei,/ Gott ist getreu;/ drum will ich auf ihn bauen/ und seiner Guͤte trauen. 7. Was Gott tut, das ist wohlgetan; /er ist mein Licht und Ceben,/ der mir nichts Böses gönnen kann;/ ich will mich ihm ergeben/ in Freud und Leid,/ es kommt die Zeit,/ da öffentlich erscheinet,/ wie treulich er es meinet. S. Was Gott tut, das ist wohlgetan;/ muß ich den Relch gleich schmecken,/ der bitter ist nach meinem Wahn,/ laß ich mich doch nicht schrecken,/ weil doch zuletzt/ ich werd ergoͤtzt/ mit süßem Trost im Serzen;/ da weichen alle Schmerzen. 6. Was Gott tut, das ist wohlgetan;/ dabei will ich ver⸗ bleiben;/ es mag mich auf die rauhe Bahn/ Vot, Tod und Elend treiben,/ so wird Gott mich/ ganz väterlich/ in seinen Armen haͤlten;/ drum laß ich ihn nur waͤlten. Samuel Rodigast, 1708. Mel. Alles ist an Gottes Segen. 345 *2 Frankfurt a. M. 1738. 25j— ö S.......— . Wun⸗der⸗an⸗fang, herr⸗lich's En⸗de,/ wo die —.— wun⸗der⸗wei⸗sen Haͤn⸗de/ Got⸗tes füh⸗ren ein und aus! I Wun⸗der⸗weis⸗ lich ist sein Ra⸗ten, ¶wun⸗? der⸗reich sind E — 328 0 —.— 1 sei⸗ ne Ta⸗ ten,/ und du sprichst: Wo wills hin⸗ aus? 37⁰ — — Vertrauen 346 2. Denke doch: es muß so gehen,/ was Sott weislich heißt geschehen/ ihm und dir zur Serrlichkeit;/ ob der An⸗ fang seltsam scheinet,/ ist das Ende gut gemeinet;/ Friede folget nach dem Streit. 3. Gottes Weg ist wie in Flüssen/ und in großen Wasser⸗ güssen,/ und du spürst nicht seinen Fuß;/ so auch in dem Meer der Sorgen/ hält Gott seinen Pfad verborgen,/ daß man nach ihm suchen muß. 4. Kein Besinnen maͤg ersinnen,/ wo man Silfe kann gewinnen,/ die Vernunft ist hier zu blind;/ nicht für das Verborgne taͤugen/ ihre halbsebrochnen Angen, weil sie allzublöde sind. S. Gott muß man in allen Sachen,/ weil er alles wohl kann machen,/ End und Anfang geben frei./ Er läßt, was er angefangen,/ so zum Ende stets gelangen,/ daß es wunderherrlich sei. 6. Drum laß dir doch nimmer grauen,/ lerne deinem Gott vertrauen,/ sei getrost und gutes Muts./ Er fuͤrwahr, er wird es führen,/ daß du wirst am Ende spuͤren,/ wie er dir tut lauter Guts. 7. Deinem Glauben wirds nicht fehlen;/ du wirst noch der Welt erzählen,/ was die blinde Welt nicht kennt./ Er wird dir dein Kreuz versüßen,/ daß du wirst bekennen müssen:/ Wunderaͤnfang, herrlich's Endl Seinrich Arnold Stockfleth, 4 1708. 346 C. 5. Dretzel, Nürnberg 173J. E 4—— +* , L.,.,.. J. Gott le⸗bet noch!/ See⸗le, was ver⸗ zagst du doch ꝛ/ —* E——————. Gott ist gut, der aus Er · bar · men/ al ⸗le Bilf auf der mit Kraft und star⸗kjen Ar⸗ men/ ma⸗chet al⸗les 37¹ 346 Vertrauen 1—— IDDS e, dan,n SDSSE..— Er⸗ den tut, wohl und gut;/ EEEEEEE Gott kann bes⸗ ser, als wir den⸗ken,/ al⸗-le Not zum be ⸗ sten len⸗ken./ See-le, so be— 0——e——.— ———— den ke doch:/ lebt doch un⸗ser Berr⸗gott noch. 2. Gott lebet noch!/ Seele, was verzagst du doch?/ Sollt der schlummern oder schlaͤfen,/ der das Aug hat zuge⸗ richt't?/ Der die Ohren hat erschaffen,/ sollte dieser hören nicht?/ Gott ist Gott, der hoͤrt und siehet,/ wo den From⸗ men weh geschiehet./ Seele, so bedenke doch:/ lebt doch unser Herrgott noch. 3. Gott lebet noch!/ Seele, was verzaͤgst du dochꝰ/ Der den Erdenkreis verhüllet/ mit den Wolken weit und breit,/ der die ganze Welt erfüllet,/ ist von uns nicht fern und weit./ Wer Gott liebt, dem will er senden/ Zilf und Trost an allen En⸗ den./ Seele, so bedenke doch:/ lebt doch unser errgott noch. 4. Gott lebet noch!/ Seele, was verzagst du doch?/ Bist du schwer mit Kreuz beladen,/ nimm zu Gott nur deinen Cauf./ Gott ist groß und reich von Gnaͤden,/ hilft den Schwachen gnädig auf./ Gottes Gnade währet immer,/ seine Treu vergehet nimmer./ Seele, so bedenke doch:/ lebt doch unser Herrgott noch. 5. Gott lebet noch!/ Seele, was verzagst du doch?/ Wenn dich deine Sünden kraͤnken,/ dein Verbrechen quaͤlt dich sehr:/ komm zu Gott, er wird versenken/ deine Suͤnden in das Meer;/ mitten in der Angst der Hoͤllen/ kann er dich zufriedenstellen./ Seele, so bedenke doch:/ lebt doch unser Berrgott noch. 6. Gott lebet noch!/ Seele, was verzaͤgst du doch?/ Will dich alle Welt verlaͤssen,/ weißt du weder aus noch ein,/ 37²2 *6 NV Vertrauen 347 Gott wird dennoch dich umfassen/ und im Leiden bei dir sein./ Gott ists, der es herzlich meinet,/ wo die Wot am größten scheinet./ Seele, so bedenke doch:/ lebt doch unser Herrgott noch. 7. Gott lebet noch!/ Seele, was verzagst du doch?/ Mußt du schon geängstigt wallen/ auf der harten Dornenbahn:/ es ist Gottes Wohlgefaͤllen,/ dich zu führen himmelan./ Gott will nach dem Jammerleben/ Fried und Freud und BHimmel geben./ Drum, o Seel, bedenke doch:/ lebt doch unser Herrgott noch. Zoh. Friedrich Zihn, III. Zeipzig 1727. — 0 I. Ich—3 9—— nicht, du Zuf in al⸗len Vö⸗ ten;/ e, Le. 4— d,,. leg Joch auf Joch,/ ich hof⸗fe doch,/ auch wenn es scheint, als RIR woll⸗test du mich tö⸗ten./ Machs, wie du willst, mit mir:/ ich — 1— — wei⸗ che nicht von dir;/ ver⸗stel⸗le dein Gesicht:/ du Hilf in + — 1 1——— I . — al⸗len Nö⸗ten,/ ich laß dich nicht,/ ich laß dich nicht! 2. Ich laß dich nicht! Sollt ich den Segen lassen?/ Mein Jesu, nein,/ du bleibest mein,/ dich halt ich noch, wenn ich nichts mehr kann fassen./ Nach kurzer Nächte Cauf/ geht mir der Segen auf/ von dir, dem Segenslicht:/ sollt ich den Segen lassen?/ Ich laß dich nicht,/ ich laß dich nichtl 37³ 348 Vertrauen 3. Ich laß dich nicht, mein Gott, mein Zerr, mein CLebenl/ Mich reißt das Grab/ von dir nicht ab,/ der du dich hast fůr mich in Tod gegeben./ Du starbst aus Liebe mir;/ ich sag in Liebe dir,/ auch wenn das Serz zerbricht:/ Mein Gott, mein Herr, mein Leben,/ ich laß dich nicht,/ ich laß dich nicht. Wolfg. Christoph Deßler, 4 1722. 348 Mel. Meinen Zesum laß ich nicht. Johann Uhlich, 1674. H SISDIIEE mMei⸗- ne See⸗le sen ⸗ ket sich/ hin in Uund er⸗war⸗-tet ru⸗ hig⸗lich/ sei ⸗ner Got⸗tes Serz und ZSän⸗-de we⸗ge ziel und En⸗de, liegt fein stil„le, *————— ö.— 2——....... arm und bloß/ in des lieb⸗sten Va⸗ ters Schoß. 2. Meine Seele murret nicht,/ ist mit allem wohl zufriedenz/ was der eigne Wille spricht,/ ist zum Tode schon beschiedenj/ was die Ungeduld erregt,/ ist in Christi Grab gelegt. 3. Meine Seele sorget nicht,/ will vielmehr an nichts ge⸗ denken,/ was gleich spitzen Dornen sticht/ und den Frieden nur kann kränken./ Sorgen kommt dem Schöpfer zu:/ meine Seele sucht nur Ruh. 4. Meine Seele grämt sich nicht,/ liebt hingegen Gott im Ceiden;/ Rummer, der das Herze bricht,/ trifft und ängstet nur die Seiden./ Wer Gott in dem Schoße liegt,/ bleibt in aller Not vergnügt. S. Meine Seele klaget nicht;/ denn sie weiß von keinen Nöten,/ hängt an Gottes Angesicht/ auch alsdann, wenn er will toͤten./ Wo sich Fleisch und Blut beklaͤgt,/ wird der Freudengeist verjagt. 37⁴ S2= 14898441 IAA. Vertrauen 349 6. Meine Seel ist still zu Gott,/ und die Zunge bleibt ge⸗ bunden; /also hab ich allen Spott,/ alle Schmerzen über⸗ wunden,/ bin gleichwie ein stilles Meer,/ voll von Gottes Preis und Ehr. Joh. Jo seph winckler, 4 1722. 349 Mel. Ringe recht, wenn Gottes Gnade. Berrnhaag 1740 0 L—4 1— SII—— — J. Gott wills ma⸗ chen,/ daß die Sa⸗chen/ ge⸗hen, 4..— +——— DSIIDIPIIEIIEI————— wie es heil⸗sam ist;/ laß die wel ⸗len/ IEE rings ⸗um schwellen,/ wenn du nur bei Ze⸗su bistl 2. Wer sich kränket,/ weil er denket,/ Jesus liege in dem Schlaf,/ wird mit Rlagen/ nur sich plagen,/ daß der Un⸗ glaub leide Straf. 3. Du Verächter!/ Gott, dein wächter,/ schläfet ja noch schlummert nicht;/ zu den oͤhen/ aufzusehen,/ wäre deine Glaubenspflicht. J. Im Verweilen/ und im Eilen/ bleibt er stets ein Vaterherz;/ laß dein Weinen/ bitter scheinen,/ dein Schmerz ist ihm auch ein Schmerz. 5. Glaub nur feste,/ daß das Beste/ über dich beschlossen sei;/ wenn dein Wille/ nur ist stille,/ wirst du von dem Rummer frei. 6. Willst du wanken/ in Gedanken,/ faß dich in Ge⸗ lassenheit;/ laß den sorgen,/ der auch morgen/ Herr ist uͤber Ceid und Freud. 7. Gottes Hände/ sind ohn Ende,/ sein Vermögen haͤt kein Ziel;/ ists beschwerlich,/ scheints gefährlich,/ deinem Gott ist nichts zu viel. 37⁵ 35⁰ Vertrauen 8. Wenn die Stunden/ sich gefunden,/ bricht die Zilf mit Macht herein,/ und dein Grämen/ zu beschämen,/ wird es unversehens sein. 9. Drum wohl denen,/ die sich sehnen/ nach der stillen Willensruh!/ Auf das Wollen/ fällt dem Sollen/ bald auch das Vollbringen zu. J0. Nun so trage/ deine Plage/ fein getrost und mit Geduld!/ Wer das Leiden/ will vermeiden,/ häufet seine Sündenschuld. II. Aber denen,/ die mit Tränen/ küssen ihres Jesu Joch,/ wird die Rrone/ vor dem Throne/ ihres Heilands werden noch. I2. Amen, Amen!/ In dem Namen/ meines Jesu halt ich still;/ es geschehe/ und ergehe,/ wie und wann und was er will. Joh. Daniel Serrn schmidt, 11723. Mel. Zesu, meine Freude. 3 50 Johann Crüger, Berlin 1656. E 1— aüi reim.. ö 2———— ö 5 2—.——— ————.—.——— 2 — 1 See ⸗le, sei zu⸗frie ⸗den!/ Was dir Utreib aus dei⸗nem Her⸗zen/ Un⸗ge⸗ SSS SSSISISISII....... Gott be⸗schie⸗ den,/ das ist al⸗les gut; duld und Schmer⸗zen,/ fas⸗ se fri⸗ schen Mut. ——— 4—— —— 1— B— T ...... EEE Ist die Not/ dein täg⸗lich Brot,/ mußt du wei⸗ nen E 2.. 3.5 * — mehr als la⸗chen:/ Gott wirds doch wohl ma⸗chen. 2. Scheint der Himmel trübe,‚/ und der Menschen Liebe/ stirbt dir ganz dahin;/ kommt das Mißgeschicke/ fast all Vertrauen 351 Augenblicke/ und quält deinen Sinn:/ nur Geduld!/ Des Himmels Huld/ sieht auf alle deine Sachen:/ Gott wirds doch wohl machen. 3. Ungeduld und Grämen/ kann nichts von uns nehmen,/ macht nur größern Schmerz. /Wer sich widersetzet,/ wird nur mehr verletzet;/ drum Geduld, mein Serzl/ Aus dem Sinn /die Sorgen hin! Druͤcket gleich die Last die Schwachen:/ Gott wirds doch wohl maͤchen. 4. Auf die Wasserwogen/ folgt ein Regenbogen,/ und die Sonne blickt;/ so muß auf das Weinen/ lauter Freude scheinen,/ die das Zerz erquickt./ Laß es sein,/ wenn Angst und Pein/ mit dir schlaͤfen, mit dir wachen:/ Gott wirds doch wohl maͤchen. S. Kronen sollen tragen,/ die des Kreuzes Plagen/ in Geduld besiegt;/ fröhlich auszuhaͤlten/ und Gott lassen walten,/ das macht recht vergnügt./ Drum nimm dir,/ o Seele, für,/ stets zu beten und zu wachen:/ Gott wirds doch wohl machen. 6. Also soll es bleiben! /Ich will mich verschreiben,/ Gott getreu zu sein;/ beides, Tod und Ceben,/ bleibe ihm ergeben,/ ich bin sein, er mein;/ denn mein Ziel/ ist: wie Gott will!/ Drum sag ich in allen Sachen:/ Gott wirds doch wohl maͤchen. Benjamin Schmolck, 4 1737. 351 Mel. Mach einer Prüfung kurzer Tage(oder wie Nr. 3309). Leipzig JI819. Joh. Sottfr. Schicht. ——.—.—. E JZe grö-ßer Kreuz, je nä-her Sim- mel;/ wer denn bei dem eit⸗len Weltge⸗ tüm mel/ ver⸗ S oh»ne Kreuz, ist oh⸗=ne Gott, I nißt man ol le, Fluich und Tod.) serlig ist der 377 — 351 Vertrauen 2.. Mann geschätzt,/ den Gott in Kreuz und Trüb⸗sal setztl 2. Je größer Kreuz, je beßre Christen;/ Gott prüft uns mit dem Probestein./ Wie mancher Garten muß gleich Wüsten,/ weil ohne Tränenregen, sein!/ Das Gold wird auf dem Feuerherd,/ ein Christ in mancher Not bewährt. 3. Je größer Rreuz, je stärkrer Glaube;/ die Palm er— starket durch die Cast;/ die Süßigkeit fließt aus der Traube/ erst, wenn du sie gekeltert hast;/ und wie die Perl in Salzesflut,/ so wächst im Kreuz der Glaubensmut. 4. Je größer Rreuz, je größre Liebe;/ der Sturm facht nur die Flammen auf;/ scheint auch der Simmel noch so trübe,/ so lacht doch bald die Sonne drauf,/ und gleichwie Ol das Feuer nährt,/ wird Liebesglut durch Rreuz vermehrt. S. Je größer Kreuz, je mehr Gebete;/ sie strͤmen aus dem Herzen fort./ Wenn um das Schiff kein Sturmwind wehte,/ so fragte man nicht nach dem Port./ Wo kämen Davids Psalmen her,/ wenn Kreuz ihm ferngeblieben waͤr? 6. Je größer Kreuz, je mehr Verlangen;/ im Tale steiget man bergan,/ wer durch die Wüsten oft gegangen,/ der sehnet sich nach Ranaan./ Die Seele findet hier nicht Ruh,/ drum eilt sie Zions Zütten zu. 7. Je größer Rreuz, je lieber Sterben;/ man freut sich recht auf seinen Tod,/ denn man entgehet dem Verderben;/ es stirbt auf einmal alle Not./ Das Kreuz, das unsre Gräber ziert,/ bezeugt, man habe triumphiert. 8. Je größer Rreuz, je schönre Krone,/ die Gott den Seinen beigelegt,/ und die einmal vor seinem Throne/ der Überwinder Scheitel trägt./ Ach dieses teure Bleinod macht,/ daß man das größte Kreuz nicht acht't. 9. Gekreuzigterl laß mir dein Rreuze/ je länger desto lieber sein;/ daß mich die Ungeduld nicht reize,/ so pflanz ein solches Herz mir ein,/ das Glaube, Ciebe, Soffnung hegt,/ bis dort mein Kreuz die Krone tragt. Benjamin Schmolck, I737. — CX 147 Iii E 37³⁸ Me Vertrauen 392 Mel. Was Sott tut, das ist wohlgetan. Severus Gastorius, I681J. 274— ö EE E Gott lebt Wie kann ich traurig sein,/ als waͤr kein Gott zu Er weiß ja wohl von meiner Pein,/ die ich hier muß emp⸗ 20 inden) er kennt mein Herz/ und mei⸗nen Schmerz,/ so 25 — ö—— —— III—.——— E ů EE darf ich nicht ver⸗za⸗gen/ und ihm nur al⸗les kla⸗gen. 2. Gott hört! Wenn niemand hoͤren will:/ wie soll ich lange sorgen,/ mein Seufzen dringe nicht zum Ziel/ und bleibe Gott verborgen?/ Schrei ich empor,/ so hört sein Ohr,/ so steigt die dilfe nieder,/ so schallt das Amen wieder. 3. Gott sieht! Wie klaget denn mein Herz,/ als sah er nicht mein Weinen?/ Vor ihm muß auch der tiefste Schmerz/ ganz offenbar erscheinen;/ kein Tränlein faͤllt,/ so er nicht zahlt/ und sich vor Augen setzet,/ bis er uns drauf ergoͤtzet. 4. Gott führt! So geh ich ruhig fort/ auf allen meinen Wegen;/ und wenn die Welt bald hier, bald dort/ will ihre Stricke legen,/ so pflegt er mich/ zwar wunderlich,/ doch selig auch zu fuͤhren,/ daß mich kein Fall kann rüͤhren. S. Gott gibt! Und wäͤr ich noch so arm,/ doch soll ich nicht verderben;/ was hilft mir denn mein steter darm,/ als mußt ich dungers sterben;/ er hat ja Brot,/ und wenn die Not/ uns nach der Wüste weiset,/ doch werden wir gespeiset. §. Gott lebt, wohlan, ich merke das;/ Gott hoͤrt, ich wills ihm sagen;/ Gott sieht, er setzt den Traͤnen Maß;/ Gott führt, ich darf nicht klagen;/ Gott gibt und liebt./ Nur unbetrübtl/ Er wird mir endlich geben,/ auch dort mit ihm zu leben. Benjamin Schmolck, + 1737. 37⁹ 353 Vertrauen 353 Mel. Was Gott tut, das ist wohlgetan(Nr. 352. J. Gott ist mein Gott, er sorgt fuͤr mich,/ was soll ich mich denn grämen?/ Will er doch alle Cast auf sich/ von meinen Schultern nehmen./ Wenn noch so schwer/ mein KRreuz auch wär,/ es soll mich nicht erdrücken;/ er will mich stets erquicken. 2. Gott ist mein Schild, er decket mich/ bei allen Un— gewittern,/ auch wenn der Hoͤlle Pforten sich/ mit aller Macht erbittern:/ ist sein Panier/ nur uͤber mir,/ so kann ihr blinder Schrecken/ mir keine Furcht erwecken. 3. Gott ist mein Cicht, er leitet mich/ auf allen meinen Wegen/ und führet mich ganz wunderlich/ bei Sonnen— schein und Regen;/ sein Wort geht mir/ als Leitstern fuͤr/ und leuchtet meinen Füßen/ bei allen Finsternissen. 4. Gott ist mein Fels, er träget mich;/ laßt alle Berge sinken,/ so steh ich unveränderlich/ und werde nicht er⸗ trinken;/ obgleich die Flut/ mit aller Wut/ an meinen Anker schläget;/ doch werd ich nicht beweget. 5. Gott ist mein Teil, er sättigt mich;/ mir wird kein Gutes fehlen;/ was sollte denn mein Serze sich/ mit vielen Sorgen quälen?/ Wer Gott nur hat,/ ist in der Tat/ der reichste Mensch auf Erden,/ ihm muß der Zimmel werden. 6. Gott ist mein Heil, er segnet mich:/ ich soll in Christo leben;/ mein Heiland hat aus Liebe sich/ für mich in Tod gegeben./ So fiel mein Los/ in Gottes Schoß;/ wer kann bei diesem Glauben/ mir Gott und Zimmel rauben? 7. Gott ist mein Hirt, er weidet mich/ auf reinen, grünen Auen,/ und seiner treuen Hut kann ich/ mich ohne Furcht vertrauen./ Zeigt hier und da/ sich auch Gefahr,/ er gehet mir zur Seiten,/ sein Auge muß mich leiten. 8. Gott ist mein Alles hier und dort,/ im Zimmel und auf Erden;/ es soll mir auch mein Gott hinfort/ noch immer lieber werden,/ bis ich dorthin/ gelanget bin,/ wo ich, mit Gott verbunden,/ das hoͤchste Gut gefunden. Benjamin Schmolck, + 1737. 38⁰0 auen oll ich von mein Imich Un⸗ aller kann einen nnen⸗ fůr/ Zerge 5t er⸗ einen kein ielen der rden. oristo Tod kann üͤnen urcht zehet und noch wo I737. Vertrauen 35⁴4 35⁴4 Mel. Alles ist an Gottes Segen. Srankfurt a. M. I738. — ů Lar ö ——— u n——.—.— SSS........I.I... + J. Berr, mein Licht, mein Heil, mein Le⸗ben,/ wie kann ö— ö +——.— I— ich dich gnug er⸗he⸗ben?/ Was fuͤr Lieder stimm ich anꝰ/ r—ꝰꝗ5——. DDD. was soll ich fur Dank er weie sen?/ Wie soll ich das Gu⸗te prei⸗sen,/ so du, Serr, an mir ge⸗ tan? 2. Iwar du hattest mich gebeuget,/ aber auch daͤbei ge⸗ zeiget,/ wie du seist mit Silfe nah./ In der Nacht waͤrst du verborgen,/ doch kam bald ein froher Morgen,/ da ich, Herr, dein Antlitz sah. 3. Also hast du mich gefüͤhret,/ wie ichs tausendmal ver— spüret/ selbst von meiner Jugend an,/ mit Geduld und Liebesarmen,/ mit viel Gnade und Erbarmen,/ daß ichs nicht verdanken kann. J. Dich recht lieben, heißt dich loben,/ dich recht loben, führt nach oben,/ wo du ewig wirst verklärt./ O so laß denn alle Sinnen,/ Reden, Schweigen und Beginnen/ nach dem Himmel sein gekehrt. S. Hier will ich dir fest vertrauen/ und auf deine Gnaͤde schauen,/ wenn des Kreuzes Cast mich drückt./ Ich will in der Stille hoffen,/ bis mein Glaub dich angetroffen/ und dein Antlitz mich erquickt. G. Willst du mit der Bilf verziehen,/ eine Jeitlang von mir fliehen?/ Herr, ich bin ein sündger Rnecht!/ Willst du strafen, willst du schlagen?/ Willst du zuchtgen, willst du plagen?/ Herr, du bleibest stets gerecht. I3 381 355.356 Vertrauen 7. Nun, so stärke mir den Glauben;/ laß mir nichts den⸗ selben rauben,/ keine Weltlust, keine Pein./ Deine Liebe laß mich schmecken,/ deine Gnade mich erwecken,/ immer dankbar dir zu sein. 3 5 ö Jak. Gabriel Wolf, T 1754. Mel. Was Sott tut, das ist wohlgetan(Nr. 35. J. Auf Gott und nicht aͤuf meinen Raͤt/ will ich mein Glücke bauen/ und dem, der mich erschaffen hat,/ mit ganzer Seele trauen./ Er, der die Welt/ allmächtig haͤlt,/ wird mich in meinen Tagen/ als Gott und Vater tragen. 2. Er sah von aller Ewigkeit,/ wieviel mir nüͤtzen würde,/ bestimmte meine Cebenszeit,/ mein Glůck und meine Bürde./ Was zagt mein Herz?/ Ist auch ein Schmerz,/ der zu des Glaubens Ehre/ nicht zu besiegen wäre? 3. Gott kennet, was mein Herz begehrt,/ und hätte, was ich bitte,/ mir gnädig, eh ichs bat, gewaͤhrt,/ wenns seine Weisheit litte./ Er sorgt für mich/ stets väterlich;/ nicht, was ich mir ersehe,/ sein Wille, der geschehe! J. Ist nicht ein ungestörtes Glück/ weit schwerer oft zu tragen Jals selbst das widrige Geschick,/ bei dessen Cast wir klagen? /Die größte Wot/ hebt doch der Tod,/ und Ehre, Glück und Habe/ verläßt mich doch im Grabe. 5. An dem, was wahrhaft glücklich macht,/ läßt Gott es keinem fehlen;/ Gesundheit, Ehre, Glück und Pracht/ sind nicht das Glück der Seelen./ Wer Gottes Rat/ vor Augen hat,/ dem wird ein gut Gewissen/ die Truͤbsal auch versüßen. G. Was ist des CLebens Serrlichkeit?/ Wie bald ist sie ver⸗ schwunden!/ Was ist das Ceiden dieser Zeit?/ Wie bald ists überwunden!/ Hofft auf den Herrn,/ er hilft uns gern./ Seid fröhlich, ihr Gerechten;/ der Serr hilft seinen Knechten. Christian Fürchtegott Gellert, T 1769. 356 Mel. Was Sott tut, das ist wohlgetan(Nr. 352). J. Der Herr ist meine Zuversicht,/ mein bester Trost im Leben. Dem fehlt es nie an Heil und Licht,/ der sich dem Berrn ergeben./ Gott ist mein Gott;/ auf sein Gebot/ wird meine Seele stille;/ mir gnügt des Vaters Wille. 382 * zuen den⸗ e laß ikbar 754. mein mit aͤlt,/ agen. ützen neine der was seine licht, ft zu CLCast und tt es sind ugen ßen. ver⸗ ists Seid „ I769. t im dem wird Vertrauen 357 2. Wer wollte dir, Zerr, nicht vertraun?/ Du bist des Schwachen Stärke;/ die Augen, die auf dich nur schaun,/ sehn deine Wunderwerke./ Herr, groß von Raͤt/ und stark von Tat,/ mit gnadenvollen Händen/ wirst du dein Werk vollenden. 3. Noch nie hat sich, wer dich geliebt,/ verlassen sehen müssen;/ du läßt ihn, wenn ihn Not umgibt, doch deinen Trost genießen./ Des Frommen Serz/ wird frei von Schmerzz/ der Sünder eitles Dichten/ wird einst dein Rat vernichten. 4. Drum hoff, o Seele, hoff auf Gott;/ der Toren Trost verschwindet,/ wenn der Gerechte in der Not/ Bilf und Er⸗ barmung findet./ Wenn je ner faͤllt,/ ist er ein Beld;/ er steht, wenn Sünder zittern,/ ein Fels in Ungewittern. S. Wirf nicht die große Boffnung hin,/ die dir dein Glaube reichet./ Weh denen, die zu Menschen fliehn;/ weh dem, der von Gott weichet!/ Dein Heiland starb;/ ja, er er⸗ warb/ auf seinem Todeshuͤgel/ dir deines Glaubens Siegel. 6. Sei unbewegt, wenn um dich her/ sich Wetterwolken sammeln;/ Gott hilft, wenn Christen freudenleer/ zu ihm um Gnaͤde stammeln./ Die Zeit der Qual,/ der Tränen Jahl/ zählt er, er wägt die Schmerzen/ und waälzt sie weg vom Herzen. 7. Herr, du bist meine Zuversicht;/ auf dich hofft meine Seele./ Du weißt, was meinem Gluück gebricht,/ wenn ich mich sorgend quäle./ Wer wollte sich/ nicht ganz auf dich,/ Allmächtiger, verlassen/ und sich im Kummer fassen? 8. In deine Hand befehl ich mich,/ mein Wohlsein und mein Ceben./ Mein hoffend Auge blickt auf dich,/ dir will ich mich ergeben;/ sei du mein Gott/ und einst im Tod/ mein Fels, auf den ich traue,/ bis ich dein Antlitz schaue. Christ. Sturm, 1786. 357 Mel. Alles ist an Gottes Segen(Nr. 35½). I. Fortgekämpft und fortgerungen,/ bis zum Lichte durchgedrungen/ muß es, bange Seele, sein./ Durch die tiefsten Dunkelheiten/ kann dich Jesus hinbegleiten;/ Mut spricht er den Schwachen ein. 13* 383 358 Vertrauen 2. Bei der Hand will er dich fassen;/ scheinst du gleich von ihm verlassen,/ glaube nur und zweifle nicht!/ Bete, kämpfe sonder Wanken:/ bald wirst du voll Freude danken,/ bald umgibt dich Kraft und Licht. 3. Bald wird dir sein Antlitz funkeln:/ hoffe, harre, glaub im Dunkeln!/ Mie gereut ihn seine Wahl./ Er will dich im Glauben üben;/ Gott, die Liebe, kann nur lieben,/ Wonne wird bald deine Qual. 4. Weg von aller Welt die Blicke!/ Schau nicht seitwaͤrts, nicht zurücke,/ nur auf Gott und Ewigkeit;/ nur zu deinem Jesu wende/ Aug und Herz und Sinn und HZaͤnde,/ bis er himmlisch dich erfreut. 5. Aus des Jammers wilden Wogen/ hat dich oft heraus⸗ gezogen/ seiner Allmacht treue Sand./ Nie zu kurz ist seine Rechte;/ wo ist einer seiner Knechte,/ der bei ihm nicht Rettung fandꝰ 6. Schließ dich ein in deine Rammer,/ geh und schuͤtte deinen Jammer/ aus in Gottes Vaterherz;/ kannst du gleich ihn nicht empfinden,/ Worte nicht, nicht Tränen finden,/ klag ihm schweigend deinen Schmerzl 7. Kräftig ist dein tiefes Schweigen:/ Gott wird sich als Vater zeigen;/ glaube nur, daß er dich hoͤrtl/ Glaub, daß Jesus dich vertreten,/ glaube, daß, was er gebeten,/ Gott, sein Vater, ihm gewaährt. 8. Drum, so will ich nicht verzagen,/ mich vor Gottes Antlitz wagen,/ flehen, ringen fort und fort;/ ja, ich werde uͤberwinden;/ wer ihn sucht, der wird ihn finden,/ wird ihn haben hier nd dort. Zoh. Vaspar Lavater, +ISol. 358 Mel. Wie nach einer Wasserquelle. Psalter, 155J. 0 ö——— 2* ... 1 Wenn der Berr einst die Gesansnen ih⸗rer Ban· de o dann schwinden die vergangnen/ Cei⸗den wie ein Mel wärts, heinem bis er eraus⸗ t seine nicht chůtte st du ränen ich als , daß Gott, dottes werde rd ihn IS0l. n Dann wird un· ser Herz sich freun,/ Traum der Nacht. —.———— —— un⸗ ser Mund voll Dan⸗kes sein;/ jauch⸗zend wer⸗den Arre——— — m tti,rt— wir er⸗he⸗ben/ ihn, der Frei⸗heit uns ge⸗ ge ⸗ ben. 2. Herr, erhebe deine Rechte,/ gib uns einen Vaterblick;/ aus der Fremde ruf die Rnechte/ in die Seimat bald zuruͤckl/ Ach der Pfad ist steil und weit!/ Kuͤrze unsre Prüfungs⸗ zeit;/ fͤhr uns, wenn wir treu gestritten,/ in des Friedens stille Zütten. 3. Ernten werden wir mit Freuden,/ was wir weinend ausgesät;/ jenseits reift die Frucht der Leiden,/ und des Sieges Palme weht./ Unser Gott auf seinem Thron,/ er, er selbst ist unser Lohn;/ die ihm lebten, die ihm starben,/ bringen jauchzend ihre Garben. Sam. Sottlieb Bürde, T I83J. 359 Mel. O Zesu Christ, meins Lebens Licht. Zeipzig 1625. 94 EEE 5— J. Der Him-mel hängt voll Wol⸗ken schwer,/ n Rn 1——.— H SIISSEEEEEEEE ich seh das blau⸗e Jelt kaum mehr;/ doch ü⸗ber Wolken SSPSPSPSSSSS IIIIIII Z.˖241 1 hell und klar/ nehm ich ein freund⸗lich Au-⸗ ge wahr! 385 ———————— 360 Vertrauen 2. Es tobt der Sturm mit wilder Macht,/ sie wird so dunkel oft, die Nacht;/ doch wenn auch meine Seele bebt,/ sie weiß, daß dort mein Heiland lebt! 3. Sie zöge gar zu gern hinaus/ ins große, weite Vater⸗ haus,/ doch hält in seiner Kraft sie still,/ bis er, bis er sie lösen will. 4. Die Erd ist mir ein morsches Boot,/ das unter mir zu sinken droht;/ ich steh, nach oben hingewandt,/ mit einem Fuß auf seinem Rand. 5. Gebeutst du, Herr, mit einem Blick,/ so schleudr ichs hinter mich zurück/ und schwinge mich an deiner Hand/ hinauf, hinauf und jauchze: Cand! C. Ich ginge gern, so gern zu dirl/ Doch wenn du mich noch länger hier/ in Sturm und dunklen Näͤchten läßt,/ so halt du meine Seele fest, 7. Daß sie in Sturm und Nächten treu,/ zu deiner Ehre wacker sei,/ bis du mir rufst: WNun ist mirs recht,/ nun kannst du kommen, treuer Rnecht! Seinrich Möwes, T I834. 36⁰ Mel. Wie nach einer Wasserquelle(Nr. 358). J. O mein Herz, gib dich zufrieden!/ O verzaͤge nicht so bald!/ Was dein Gott dir hat beschieden,/ nimmt dir keiner Welt Gewalt. /Keiner hindert, was er will,/ harre nur, vertraue still;/ geh des Wegs, den er dich sendet;/ er be⸗ gann, und er vollendet. 2. Hüllt er dich in Dunkelheiten,/ so lobsing ihm aus der Nacht;/ sieh, er wird dir Licht bereiten,/ wo dus nimmer⸗ mehr gedacht./ Häuft sich Not und Sorg umher,/ wird die Last dir allzuschwer,/ faßt er plötzlich deine Zände/ und führt selber dich ans Ende. 3. Wär auch alle Welt dir feindlich,/ rottete sich wider dich:/ dank ihm! O, der Serr ist freundlich,/ seine Huld währt ewiglich./ Sind auch Trauer, Angst und Leid/ seines Segens dunkles Rleid:/ dank ihm! Er schickt seinen Segen/ auf geheimnisvollen Wegen. icht so keiner enur, er be⸗ us der nmer⸗ ird die und wider HBuld Leid/ seinen Vertrauen 360 4. Endlich wird dein Norgen grauen;/ kennst du nicht sein Morgenrot? Darfst du zagend rückwärts schauen,/ wenn dich Glut und Sturm bedroht?/ Denn aͤuch Feuer⸗ flamm und Wind/ Boten seines Willens sind;/ und kanns nur ein Wunder wenden:/ auch ein Wunder kann er sendenl 5. O so laß denn alles Bangen!/ Wirke frisch, halt mutig aus!/ Was mit ihm du angefangen,/ führet er mit dir hinaus./ Und ob alles widersteht:/ in Vertraun und in Gebet/ bleib am Werke deiner Zände,/ so führt ers zum schönsten Ende. Viktor v. Strauß, I89). 387 2. RDDDE — 7 — * V 2 44 I Jahreszeiten 361 Lieder für besondere Zeiten, Stände und Verhältnisse Jahreszeiten Frühling 361 Mel. Lobe den Serren, den mächtigen König(Nr. I35). J. Hör ich euch wieder, ihr Töne des Frühlings, er⸗ klingen,/ jubelnde Stimmen des Preises sich himmelwärts schwingen?/ Tief in der Brust/ regt sich die sehnende Cust,/ mit euch ein Coblied zu singen. 2. Soll mich die Amsel und soll mich die Lerche be⸗ schämen? /Sang ist ihr Ceben und freudiges Lob ohne Grämen. /Schweigest nur du,/ Seele, berufen dazu,/ Gnade um Gnaͤde zu nehmen?ꝰ 3. Ist nicht dein Frühling, der himmlische, dir auch er⸗ schienen?/ Sahst du die Auen der Zoffnung in ihm nicht ergrünen,/ der bis ins Grab/ stieg aus dem HZimmel herab,/ all deinen Jammer zu sühnen? 4. Rönig des Simmels und Freund einer sündigen Seele,/ jeder Gedanke und jede Empfindung erzähle,/ was du mir bist;/ aus dir ein Cebensstrom fließt,/ daß ich mich nimmer⸗ mehr quäle. 5. Caß mich dich loben! Ich weinte dir lange nur Rlagen,/ wähnte dich hart, wenn aus Ciebe du Wunden geschlagen,/ habe die Sand/ ewiger Güte verkannt,/ irre von Sorgen und Zagen. G. Doch wie der Winter von starrenden schneeigen Höhen/ spurlos zerrinnt, wenn sie Lüfte des Frühlings umwehen,/ also entfliehn,/ gibst du dem Serzen dich hin,/ all seine starrenden Wehen. 7. Gib mir die Harfe und laß mich die himmlischen Lieder/ fernher vernehmen! Sie hallen im Tränental wider./ Engelgesang/ und der Erlöseten Dank/ schwebe hinauf und herniederl 38⁹ 362 Jahreszeiten 8. Schön ist die Schöpfung, die, ewiges Wort, du ge— gründet;/ wundervoll hast du die Berge und Täler ge⸗ ründet;/ Frühlinges Pracht/ hat, wie der Tag und die Nacht,/ längst deinen Namen verkündet. 9. Jauchze, Watur, in des Frühlings beginnendem Wehen!/ Singe, du Welt, die das Werk der Erlösung ge⸗ sehenl/ Jauchze, du Heer/ dort am kristallenen Meer:/ Ehre sei Gott in den Zöhen! Meta Seußer⸗Schweizer, 41876. Sommer 362 Johannes Schmidlin, 1769. lie⸗ben Sommer- zeit/ an dei⸗nes Got⸗tes Ga⸗ ben;/ schau —. ———————.——— E——— 2— DDRDD .SS ISS mir und dir/ sich aus⸗ge⸗ schmůk⸗ket ha ⸗ben. 2. Die Bäume stehen voller Caub,/ das Erdreich decket seinen Staub/ mit einem gruͤnen Kleide;/ die Blümlein auf dem Wiesenplan,/ die ziehen sich viel schöner an/ als Salomonis Seide. 3. Die Lerche schwingt sich in die Luft,/ das Taublein fleugt aus seiner Kluft/ und macht sich in die Wälder;/ die hochbegabte Nachtigall/ ergoͤtzt und fullt mit ihrem Schall/ Berg, Huͤgel, Tal und Felder. 4. Die Glucke führt ihr Völklein aus,/ der Storch baut und bewohnt sein Haus,/ das Schwälblein speist die 39⁰0 —58ë eiten Jahreszeiten 362 u ge. Jungen;/ der schnelle Sirsch, das leichte Reh/ ist froh und er ge⸗ kommt aus seiner Höh/ ins tiefe Gras gesprungen. 1d die 5. Die unverdroßne Bienenschar/ fleugt hin und her, sucht hier und da/ sich edle Honigspeise;/ des süßen Wein⸗ ndem stocks starker Saft/ bringt täglich neue Stärk und Kraft/ in 8 ge⸗ seinem schwaͤchen Reise. eer: 6. Der Weizen wächset mit Gewalt;/ darüber jauchzet jung 1876. und alt/ und ruůͤhmt die große Gute/ des, der so überflůssig labt/ und mit so manchem Gut begabt/ das menschliche Gemuͤte. 7. Ich selber kann und mag nicht ruhn;/ des großen Gottes großes Tun/ erweckt mir alle Sinnen;/ ich singe mit, wenn alles singt,/ und lasse, was dem Hoͤchsten klingt,/ aus meinem Herzen rinnen. 8. Ach, denk ich, bist du hier so schön,/ und läßt dus uns so lieblich gehn/ auf dieser armen Erden:/ was will doch ser wohl nach dieser Welt/ dort in dem reichen Simmelszelt/ 32 und güldnen Schlosse werden! — 9. Welch hohe Lust, welch heller Schein/ wird wohl in schau Christi Garten sein!/ Wie muß es da wohl klingen,/ da so —. viel tausend Seraphim/ aus einem Mund mit heller Stimm/ ihr Halleluja singen! — I0. O wär ich da, o stünd ich schon,/ ach lieber Gott, vor ie deinem Thron/ und trüge meine Palmen!/ So wollt ich nach der Engel Weis/ erhöhen deines Namens Preis/ mit 2 tausend schönen Psalmen. DW II. Doch will ich gleichwohl, weil ich noch/ hier trage n. dieses Ceibes Joch,/ auch nicht gaͤr stille schweigen;/ mein ecket Herze soll sich fort und fort/ an diesem und an allem Ort/ ein zu deinem Cobe neigen. Hals I2Z. Hilf nur und segne meinen Geist/ mit Segen, der vom Himmel fleußt,/ daß ich dir stetig blůhe;/ gib, daß der Iein Sommer deiner Gnaͤd/ in meiner Seele frůh und spat/ viel Fdie Glaubensfrücht erziehe. all/ I3. Mach in mir deinem Geiste Raum,/ laß mich als ö einen guten Baum/ am Cebenswasser grünen;/ so will ich aut dir und deiner Ehr/ allein und keinem andern mehr/ hier die und dort ewig dienen. Paul Gerhardt, 1676. 391 SP F 363 Jahreszeiten Berbst 363 Mel. Geh aus, mein Serz(Nr. 362, oder wie Nr. I53). J. Des Jahres schöner Schmuck entweicht,/ die Flur wird kahl, der Wald erbleicht,/ der Vöglein Lieder schweigen. Ihr Gotteskinder, schweiget nicht/ und laßt hinauf zum ewgen Licht/ des Herzens Gpfer steigen! 2. Gott ließ der Erde Frucht gedeihn;/ wir greifen zu, wir holen ein,/ wir sammeln seinen Segen./ Serr Jesu, laß uns gleichen Fleiß/ an deiner Ciebe Ruhm und Preis/ mit Herzensfreude legen. 3. Was Gottes Hand für uns gemacht,/ das ist nun alles eingebracht,/ hat Dach und Raum gefunden./ So sammle dir zur Gnaͤdenzeit,/ o Seele, was dein Serr dir beut,/ fuͤr deine Kreuzesstunden. 4. Denn wie die Felder öde stehn,/ die Nebel kalt darüber wehn/ und Reif entfärbt die Matten:/ so endet alle Cust der Welt,/ des Lebens Glanz und Rraft zerfaͤllt;/ schnell wachsen seine Schatten. S. Es braust der Sturm, der Wald erkracht,/ der Wandrer eilt, um noch vor Naͤcht/ zu flüchten aus den Wettern./ O Zesu, sei uns Dach und Turm,/ wenn oft des Cebens rauher Sturm/ uns will zu Boden schmettern. 6. Es fällt der höchsten Bäume Caub/ und mischt sich wieder mit dem Staub,/ von dannen es gekommen./ Ach Mensch, sei noch so hoch und wert:/ du mußt hinunter in die Erd,/ davon du bist genommen! 7. Doch wie der Candmann seine Saat/ ausstreuet, eh der Winter naht,/ um künftig Frucht zu sehen:/ so, treuer Vater, deckest du/ auch unsern Ceib mit Erde zu,/ daß er soll auferstehen. 8. Indes, wie über CLand und Meer/ der Störche Zug, der Schwalben Heer/ der Sonn entgegenstreben:/ so laß zu dir die Seele fliehn,/ zu deinem Paraͤdiese ziehn,/ an deiner 1 Sonne leben! Viktor v. Strauß, 1899. 392 iten Jahreszeiten 364 Winter 36⁴ Mel. Gott sei Dank durch alle Welt. J. A. Freylinghausen, Salle 1704. r J. Gro⸗-ßer Sepfei⸗ Herr der Vir I..— des⸗sen Hand die Him-mel hält!/ IZu der Son-⸗ ne ——.— ö F 2—. E. sprichst du: Cauf,/ ge⸗ he un=ter, he auf! 2. Deine Macht und Serrlichkeit/ ere auch zur Winterszeit/ in der wolkenvollen Cuft,/ in den Flocken, in dem Duft. 3. Alles ruht; auf dein Geheiß/ wird der Waͤsserstrom zu Eis. Du gibst, was der Candmann bat,/ deckst und wärmest seine Saat. 4. Der des Sperlings nicht vergißt,/ sorgt noch mehr für dich, o Christ!/ Gott sei dir in Hitz und Frost/ Freude, Zu⸗ versicht und Trost. S. Bleibe du, mein Zerz, nur warm! JIst ein Bruder nackt und arm,/ brich ihm liebevoll dein Brot,/ lindre freundlich seine Not. 6. Nach des Winters kalter Nacht/ lebet alles, alles lacht;/ Bäume, Wiesen, Wälder bluͤhn,/ und die dürre Welt wird grün. 7. Also blüht nach kurzer Zeit/ aus dem Staub Unsterb⸗ lichkeit;/ neu und umgeschaffen einst/ sind wir, wenn du, Herr, erscheinst. 8. Eile, Freudentag, heran,/ dem kein Winter folgen kann!/ Sonne, die nie untergeht,/ sei gelobet und erhöht! Zoh. Raspar Lavater, I80I. 393 367 Morgen Morgen 36 5 Samburg 1598. iEE Aus mei⸗ nes Ser⸗zens Grun ⸗de/ sag üin die⸗ ser Mor⸗ gen⸗ stun ⸗ de/ und E ich dir Cob und Dank! all mein Le⸗ben lang, Berr Gott, auf dei⸗ nem EEEEEE EEEEEE Thron,/ zu Lob dir, Preis und Eh·ren/ durch Christum, —...qꝗR.... EIE un ⸗-sern Ber ⸗ren,/ dein' ein⸗ge⸗ bor⸗ nen Sohn: 2. Daß du mich hast aus Gnaͤden/ in der vergangnen Nacht/ vor Not, Gefahr und Schaden/ behütet und be— wacht. Ich bitt demuͤtiglich,/ wollst mir mein Sünd ver⸗ geben,/ womit in diesem Leben/ ich hab erzürnet dich. 3. Du wollest auch behüten/ mich gnädig diesen Tag/ vor Satans Cist und Wüten,/ vor Suͤnden und vor Sch maͤch,/ vor Feur und Waͤssersnot,/ vor Armut und vor Schanden,/ vor Retten und vor Banden,/ vor bösem, schnellem Tod. 4. Mein Ceib und Seel, mein Ceben,/ mein Weib, Gut, Ehr und Bind/ sei dir, Serr, uͤbergeben, dazu mein Haus⸗ gesind/ als dein Geschenk und Gab,/ die Eltern und Ver⸗ wandten,/ Geschwister und Bekannten/ und alles, was ich hab. 222 5. Gott will ich lassen raten,/ der alle Ding vermag;/ er segne meine Taten/ auch an dem heutgen Tag./ Ihm hab 33⁴ — Morgen 366 ich heimgestellt/ Ceib, Seele, Gut und Ceben,/ und was er sonst gegeben;/ er machs, wies ihm gefällt. 6. Darauf so sprech ich Amen/ und zweifle nicht daran,/ Gott nimmt in Jesu Namen/ mein Flehen gnädig an./ Nun streck ich aus die Zand,/ greif an mein Werk mit Freuden,/ das Gott mir will bescheiden/ in meinem Amt und Stand. Georg Niege, 1588. 366 Seinrich Albert, 1672. 9 ——⁵ VI K.—— 4 Gott des Him- mels und der Er-den,/ Va ter, der es Tag und Nacht läßt werden,/ Sonn und — 1— 1 — IIPIIIITITTI Sohn und heil- ger Geist, Mond uns schei⸗- nen heißt, e, La v, v. d,, vir., e,— EEEE E... Hand die Welt/ und, was drin nen ist, er-häͤlt: 2. Gott, ich danke dir von Herzen,/ daß du mich in dieser Nacht/ vor Gefahr, Angst, Not und Schmerzen/ haͤst be— hütet und bewacht/ und bei aller meiner Schuld/ mich noch tragst mit Vaterhuld. 3. Caß die Wacht auch meiner Sünden/ jetzt mit dieser Nacht vergehn;/ o, Herr Jesu, laß dich finden/ und dein Herz mir offen stehn,/ da alleine Zilf und Rat/ ist fuͤr meine Missetat. J. Hilf, daß ich mit diesem Rorgen/ geistlich auferstehenmag/ und fůr meine Seele sorgen,/ daß, wenn nun dein großer Tag/ uns erscheint und dein Gericht,/ ich davor erschrecke nicht. S. Führe mich, o Serr, und leite/ meinen Gang nach deinem Wort;/ sei und bleibe du auch heute/ mein Be⸗ schützer und mein Zort!/ Nirgends, als von dir allein,/ kann ich recht bewahret sein. des⸗sen star⸗ke 395 367 Mor gen 6. Meinen Ceib und meine Seele/ samt den Sinnen und Verstand,/ großer Gott, ich dir befehle/ unter deine starke Hand;/ Herr, mein Schild, mein Ehr und Ruhm,/ nimm mich auf, dein Eigentum! 7. Deinen Engel zu mir sende,/ der des bösen Feindes Macht,/ Cist und Anschlag von mir wende/ und mich haͤlt in guter Acht;/ der auch endlich mich zur Ruh/ trage nach dem Himmel zul Seinrich Albert, f165J. Mel. Serr Zesu Christ, dich zu uns wend. Görlitz 1648. —5— ö 5„=. ine 6 2.— ö*—. J. Die Nacht nun mehr ver⸗ gan⸗gen ist;/ wir 99— ö it.. EEEEEEEEE dan⸗ken dir, Herr Je-su Christ,/ daß du uns frei von — al ⸗ler Plag/ ge⸗ sund laßt se⸗ hen je ⸗den Tag. 2. Wir bitten dich, du Gnadenstrahl,/ leucht uns in diesem Erdental;/ beschirm uns täglich und auch heut,/ bewahr uns ferner allezeit. 3. Daneben gib uns Fried und Ruh/ und, was uns nöͤtig ist, dazu;/ durch deine starke Gnadenhand/ beschütze uns und unser CLand. 7. All Sünd und Schwachheit uns verzeih,/ ein gut Ge⸗ wissen stets verleih;/ gib, daß wir deines RNamens Ehr/ ausbreiten immer mehr und mehr. 5. Und wenn es dir, o Herr, gefaͤllt,/ uns abzufordern aus der Welt,/ so gib ein selig Ende hier,/ daß wir dort ewig sind bei dir. 6. O Jesu Christ, erbarme dich,/ hör unsre Bitten gnädiglich;/ durch dein Verdienst, durch deinen Tod/ erlöse uns aus aller Wot. Vor 1664 1 S8 8 3 — 3 rgen mund tarke imm ndes halt' nach I651. Morgen 368 ie Guldene Son ⸗ne,/ voll 2 Fr eud und Won ⸗-ne, 4—5 un⸗sern — .—— Gren⸗ zen/ mit ih⸗rem ein herz⸗er⸗quik⸗ken⸗des, 1 1—— 1 IS— — I..2. ID lieb⸗li⸗ches Cicht./ Mein Haupt und Glie⸗der,/ die — 323⁊—.—.— la⸗gen dan n nie⸗ der,/ a⸗ber nun 29 ich,/ bin mun⸗ ter und .———... fröͤhlich,/ schaue den Him⸗mel mit mei⸗nem Ge⸗ sicht. 2. Mein Auge schauet,/ was Gott gebauet/ zu seinen Ehren,/ und uns zu lehren,/ wie sein Vermögen sei mächtig und groß,/ und wo die Frommen/ dann sollen hinkommen,/ wenn sie mit Frieden/ von hinnen geschieden/ aus dieser Erden vergänglichem Schoß. 3. Casset uns singen,/ dem Schöpfer bringen/ Güter und Gaben;/ was wir nur haben,/ alles das sei Gott zum Opfer gesetzt. Die besten Güter/ sind unsre Gemüter;/ vor ihn zu treten/ mit Singen und Beten,/ das ist ein Opfer, dran er sich ergötzt. 4. Abend und Morgen/ sind seine Sorgen;/ segnen und mehren,/ Unglück verwehren,/ sind seine Werke und Taten allein./ Wenn wir uns legen,/ so ist er zugegen;/ 39⁷ 368 Morgen wenn wir aufstehen,/ so laßt er aufgehen/ über uns seiner Barmherzigkeit Schein. 5. Ich hab erhoben/ zu dir hoch droben/ mein ganzes Sinnen;/ laß mein Beginnen/ ohn allen Anstoß und glücklich ergehn./ Laster und Schande,/ der Finsternis Bande,/ Fallen und Tücke/ treib ferne zuruͤcke,/ laß mich auf deinen Geboten bestehn. 6. Caß mich mit Freuden/ ohn alles Neiden/ sehen den Segen,/ den du wirst legen/ in meines Nächsten und Mit⸗ bruders Haus./ Geiziges Brennen,/ unchristliches Rennen/ nach Gut mit Sünde,/ das tilge geschwinde/ von meinem Berzen und wirf es hinaus. 7. Menschliches Wesen,/ was ists gewesen?/ In einer Stunde/ geht es zugrunde,/ sobaͤld die Cüfte des Todes drein wehn. /Alles in allen/ muß brechen und fallen;/ Himmel und Erden,/ die müssen das werden,/ was sie ge⸗ wesen vor ihrem Bestehn. 8. Alles vergehet,/ Gott aber stehet/ ohn alles Wankenz/ seine Gedanken,/ sein Wort und Willen hat ewigen Grund./ Sein Heil und Gnaͤden,/ die nehmen nicht Schaͤden,/ heilen im Serzen/ die tödlichen Schmerzen,/ halten uns zeitlich und ewig gesund. 9. Gott, meine Krone,/ vergib und schone!/ Laß meine Schulden/ in Gnad und Sulden/ von deinen Augen sein ferne gewandt!/ Sonsten regiere,/ mich lenke und fuͤhre,/ wie dirs gefället;/ ich habe gestellet/ alles in deine Be⸗ liebung und Zand. I0. Willst du mir geben,/ womit mein Ceben ich kann ernähren,/ so laß mich hoͤren Vallzeit im Herzen dies heilige Wort:/ Gott ist das Groͤßte,/ das Schönste, das Beste,/ Gott ist das Sůßte/ und Allergewißte,/ aus allen Schätzen der edelste Hort. II. Willst du mich kränken,/ mit Galle tränken,/ und soll von Plagen/ ich auch was tragen,/ wohlan, so mach es, wie dir es beliebtl/ Was gut und tůchtig,/ was schädlich und nichtig/ meinem Gebeine,/ das weißt du aͤlleine,/ hast nie⸗ mals einen zu sehr noch betrübt. 398 orgen seiner anzes und ternis mich nden Mit⸗ nen/ inem einer odes en;/ ie ge⸗ ken;/ und./ 4——7 ů Morgen 369 I2. Kreuz und Elende,/ das nimmt ein Ende;/ nach Meeresbraͤusen/ und Windessaͤusen/ leuchtet der Sonne er⸗ wünschtes Gesicht./ Freude die Fülle/ und selige Stille/ darf ich erwarten/ im himmlischen Garten;/ dahin sind meine Gedanken gericht. Paul Gerhardt, + 1676. Mel. Nun laßt uns Sott, dem Serren. Leipzig 1587. 4⁴4 EIIEIEEEEEEEEEEEEEEEE 25 2...—* 288.— 2.— 7 9— + 2. J. Wach auf, mein Berz, und sin ⸗ge/ dem 1—— ö ö—— .. Schöpfer al-ler Din⸗ge,/ dem Ge⸗-ber al⸗-ler 2.—— ö— ů Gü⸗ ter,/ dem treu en Men⸗schen ⸗- hü ⸗ter. 2. Heut, als die dunklen Schatten/ mich ganz umfangen hatten, /bedecktest du mich Armen,/ o Vater, mit Er⸗ barmen. 3. Du sprachst:„Mein Rind, nun liege,/ kein Schrecken dich besiege;/ schlaͤf wohl, laß dir nicht grauen,/ du sollst die Sonne schauen.“ J. Dein Wort, das ist geschehen,/ ich kann das Licht noch sehen;/ von Vot blieb ich befreiet,/ dein Schutz hat mich erneuet. S. Du willst ein Opfer haben:/ hier bring ich meine Gaben/ und opfere dir wieder/ mein Herz und meine Lieder; G. Die wirst du nicht verschmähen;/ du kannst ins Herze sehen/ und weißt wohl, daß zur Gabe/ ich jaͤ nichts Beßres habe. 7. So wollst du nun vollenden/ dein Werk an mir und senden,/ der mich an diesem Tage/ auf seinen Zaͤnden trage. 3 —— DUIIIII——.———.—.— 370·371 Morgen 8. Sprich Ja zu meinen Taten,/ hilf selbst das Beste raten/ den Anfang, Mitt und Ende, /ach Herr, zum Besten wende. 9. Mit Segen mich beschuͤtte,/ mein Berz sei deine Hütte,/ dein Wort sei meine Speise,/ bis ich gen Himmel reise. Paul Gerhardt, + 1676. 37⁰ Mel. O Zerr, dein' Ohren zu mir kehre. J. O allerhöchster Menschenhüter,/ du unbegreiflich großes Gut,/ ich will dir opfern Zerz und Mut;/ stimmt an mit mir, gedenkt der Güter,/ all ihr Gemuͤter! 2. Herr, deiner Kraft ichs nur zuschreibe,/ daß ich noch Odem schöpfen kann;/ ach nimm dich meiner gnädig an,/ du Vaterherz, mich nicht vertreibe,/ heut bei mir bleibe! 3. Israels Gott, da ist mein Wille,/ der sich dir willig untergibt,/ dich über alles gerne liebt;/ das ist mein Wunsch in früher Stille,/ o Gnadenfülle! 4. Dein Angesicht mich heilig leite,/ dein Auge kräftig auf mich seh;/ ich reise, sitz, geh oder steh,/ mich zu der Ewig⸗ keit begleite;/ Zerr, mich bereite! 5. Caß Seel und Leib, so du gegeben,/ stets sein in deiner Furcht bereit,/ als Glieder der Gerechtigkeit/ bis in den Tod dir sein ergeben, /o Seelenleben! E. Gesegne mich auf meinen Wegen,/ mein Tun und Lassen lenke du;/ in Unruh bleibe meine Ruh,/ bis ich zu⸗ letzt mich werde legen/ in Fried und Segen. ZJoachim Neander, +J68 371 Joh. Rudolf Ahle, 1662. 5 ö—— 5........ 1 Mor⸗ gen⸗glanz der E⸗wig keit,/ schick uns die⸗ se Mor⸗gen zeit/ —— I— SISI.I Licht vom un ⸗ er⸗ schöpf ten Lich ⸗-te, dei ͤne Strah ⸗len zu Ge⸗ sich te/ 4⁰⁰ rgen aten,/ dende. deine mmel 676. iflich nt an noch an,/ bel villig mein gauf wig⸗ n in is in und h zu⸗ 1680 J662. — Morgen 37 K.,=. und ver-treib durch dei ne macht/ uns re Nacht. 2. Deiner Güte Morgentau m/ fall auf unser matt Ge⸗ wissen; /laß die dürre Lebensau/ lauter süßen Trost ge— nießen/ und erquick uns, deine Schar,/ immerdar. 3. Gib, daß deiner CLiebe Glut/ unsre kalten Werke töte,/ und erweck uns Herz und Mut/ bei erstandner Morgenröte,/ daß wir, eh wir gar vergehn,/ recht aufstehn. 4. Ach du Aufgang aus der Söh,/ gib, daß auch am jüngsten Tage/ unser Ceib verklärt ersteh/ und, entfernt von aller Plaͤge,/ sich auf jener Freudenbahn/ freuen kann. 5. Ceucht uns selbst in jene Welt,/ du verklärte Gnaͤden— sonne,/ führ uns durch das Tränenfeld/ in das Cand der sußen Wonne,/ wo die CLust, die uns erhöht,/ nie vergeht. Christian Knorr v. Rosenroth, 1689. 57½ Mel. Hüter, wird die Nacht der Sünden(Nr. 373). J. Seele, du mußt munter werden,/ denn der Erden/ blickt hervor ein neuer Tag;/ komm, dem Schöpfer dieser Strahlen/ zu bezahlen,/ was dein schwacher Trieb vermaͤg. 2. Deine Pflicht, die kannst du lernen/ von den Sternen,/ deren Gold der Sonne weicht,/ so laß auch vor Gott zer— rinnen,/ was den Sinnen/ hier im Finstern schöne deucht. 3. Schau, wie das, was Odem ziehet,/ sich bemühet/ um der Sonne holdes Licht,/ wie sich, was nur Wachstum spüret,/ freudig rhret,/ wenn ihr Glanz die Schatten bricht. 4. So laß dich auch fertig finden,/ anzuzünden/ deinen Weihrauch, weil die Wacht,/ da dich Gott vor Unglücks⸗ stuͤrmen/ wollen schirmen,/ ist so glücklich hingebracht. 5. Bitte, daß er dir Gedeihen/ maͤg verleihen,/ wenn du auf was Gutes zielst,/ aber daß er dich mag stöͤren/ und be⸗ kehren,/ wenn du böse Regung fühlst. G. Kränkt dich etwas diesen Morgen,/ laß ihn sorgen,/ der es wie die Sonne macht,/ welche freundlich pflegt die Höhen/ anzusehen/ und auch in die Täler lacht. 301 373 Morgen 7. Denk, daß er auf deinen Wegen/ ist zugegen/ und er⸗ kennet, was du tust;/ daß er auch verborgne Flecken/ kann entdecken/ und die tiefste Sündenlust. 8. Wir sind an den Cauf der Stunden/ festgebunden,/ der entführt, was eitel heißt,/ und der dein Gefäß, o Seele,/ nach der Höhle/ eines Sterbgewoͤlbes reißt. 9. Drum so seufz ich, daß mein Scheiden/ nicht ein LCeiden,/ sondern sanftes Schlafen sei,/ und daß ich mit Cust und Wonne/ seh die Sonne,/ wenn des Todes Nacht vorbei. Friedr. Rud. Ludwig v. Canitz, 1699. 373 J. A. Freylinghau sen, Salle 1704. J. Zü⸗ter, wird die Nacht der Sün⸗den/ nicht ver⸗ schwin⸗den?/ Zů ⸗ter, ist die Nacht bx ö 2—— ——.—— ELEEI ——————— + schier hin?/ Wird die Fin⸗ster⸗ nis der Sin⸗ nen/ —.——— bald zer⸗rin⸗nen,/ dar⸗ein ich ver⸗ hül⸗let bin? 2. Möcht ich wie das Rund der Erden/ lichte werdenl/ Seelensonne, gehe auf!/ Ich bin finster, kalt und truͤbe;/ Jesu, Liebe,/ komm, beeile deinen LCaufl 3. Wir sind ja im neuen Bunde,/ da die Stunde/ der Erscheinung kommen ist;/ und ich muß mich stets im Schaͤtten/ so ermatten,/ weil du mir so ferne bist. 4. Wir sind ja der Nacht entnommen,/ weil du kommenz/ aber ich bin lauter Nacht;/ darum wollst du mir, dem Deinen,/ auch erscheinen,/ der nach Licht und Rechte traͤcht't. 4⁰² Morgen 374 5. Wie kann ich des Lichtes Werke/ ohne Stärke/ in der Finsternis vollziehn?/ Wie kann ich die Ciebe üͤben,/ De⸗ mut lieben/ und der Wacht Geschäfte fliehn? G. Ach daß länger meine Seele/ sich nicht quäle,/ zünd dein Feuer in mir an!/ Caß mich finstres Rind der Erden/ helle werden,/ daß ich Gutes wirken kann. 7. Das Vernunftlicht kann das Leben/ mir nicht geben;/ Jesus und sein heller Schein,/ Jesus muß das Herz an— blicken/ und erquicken,/ Jesus muß die Sonne sein. 8. Wur die Decke vor den Augen/ kann nicht taͤugen,/ seine Klarheit kann nicht ein;/ wenn sein helles Licht den Seinen/ soll erscheinen,/ muß das Auge reine sein. 9. Jesu, gib gesunde Augen,/ die was taͤugen,/ rühre meine Augen an!/ Denn das ist die größte Plage,/ wenn am Tage/ man das Licht nicht sehen kann. Christian Friedrich Richter, 1 17II. 37⁴ Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten(Nr. 339). J. Mein Gott, nun ist es wieder Morgen,/ die Macht voll⸗ endet ihren Cauf;/ nun wachen alle meine Sorgen/ auf einmal wieder mit mir auf./ Die Ruh ist aus, der Schlaf dahin;/ ich sehe wieder, wo ich bin. 2. Ich bin noch immer auf der Erde,/ wo jeder Tag sein Elend hat,/ wo ich nur immer aͤlter werde/ und niemals rein von Missetat./ O Gott, der täglich mich ernährt,/ wär ich doch deiner Gnad auch wert! 3. Du siehst am Morgen mich aufstehen,/ regier mich auch in dieser Welt;/ ich weiß nicht, wie mirs heut wird gehen;/ mach alles so, wie dirs gefällt;/ schließ mich in deine Vor— sicht ein,/ dein will ich tot und lebend sein. 4J. Vergib mir, Vater, meine Sünden,/ die ich bei Tag und Nacht beging,/ und laß mich vor dir Gnaͤde finden,/ erhöre, was ich bet und sing;/ denn wenn ich nur bei dir wohl steh,/ so acht ich gar nicht, wie es geh. S. Bilf du in allen Sachen raten,/ denn ich bin selber mir nicht klug;/ behüte mich vor Missetaten,/ vor böser 403 R 375.376 ö Morgen Menschen List und Trug;/ laß mich den Tag wohl legen an/ und Gutes schaffen, wo ich kann. 6. Behüte mir mein Leib und Ceben,/ mein Weib und Rind, mein Hab und Gut,/ und laß den Zimmel Segen geben,/ wenn meine Hand das Ihre tut;/ hilf, daß ich alles wohl verricht!/ Du wirst es tun, ich zweifle nicht. Raspar Neumann, 1 1715. 375⁵ Mel. wie nach einer Wa sserquelle(Vr. 358, oder wie Nr. 388). I. Gott, du Licht, das ewig bleibet,/ das ohn allen Wechsel ist,/ das die Finsternis vertreibet,/ der du bleibest, wie du bist,/ ich verlasse meine Ruh;/ rufe: Werde CLichtl mir zu,/ daß ich, der ich Nacht und Erde, durch dein Licht verkläret werde. 2. Wecke, da der Leib geschlafen,/ auch die Seele geistlichauf,/ gib ihr deines Lichtes Waffen,/ richt und leite ihren Cauf;/ laß mich sein des Lichtes KRind,/ hilf mir, da ich geistlich blind,/ Jesu, daß ich wieder sehe/ und in deinem Lichte gehe. 3. Schenke mir, Serr, und gewähre,/ was die arme Seele stillt;/ ach erneure und verklaͤre Istets in mir dein Ebenbildl/ Sende mir den Geist der Kraft,/ der ein neues Leben schafft/ daß ich himmlischauf der Erde/ und ein Geist mit Christo werde. 4. Segne meiner Zände Werke,/ fördre mich in meiner DPflicht;/ bleibe meiner Schwachheit Stärke,/ meines CLebens Rraft und Licht;/ laß mein Cebensziel allein/ deines Namens Ehre sein;/ hilf, daß ich stets wahre Liebe/ gegen meinen NMächsten übe. S. Führ mich einst zu jenem Lichte/ deiner höchsten Majestät,/ wo vor deinem Angesichte/ die verklärte Seele steht,/ heller als der Sonnenschein,/ schön, unsterblich, engelrein,/ laß sie sein mit dir vereinet,/ wenn mein letzter Tag erscheinet. Salomo granck, 4 1725. Mel. Den die Sirten lobten sehre. 376 Vorreformatorisch. J. Früh am Mor⸗gen Je⸗sus ge⸗het/ und vor + 404 Morgen 377 12— 1——.——— 2——————— daeir,r. —— al ⸗len Tü⸗ren ste-het,/ klo⸗pfet an, wo man ge⸗ 2 ů 4.— — EGV—— , vr. flehet:/ Romm, Herr Je-su, un ⸗ser Gast! 2. Wun, so lasset ihn nicht dorten,/ tut ihm auf des Herzens Pforten/ und ruft ihn mit süßen Worten: /Eile, Jesu, kehre ein! 3. Wollest täglich bei uns bleiben,/ alle Feinde von uns treiben,/ uns ins Buch des Cebens schreiben/ und der gute Hirte sein; 4J. Weiden uns auf grünen Auen,/ daß wir deine Fülle schauen/ und auf deinen Reichtum bauen,/ mit dir gehen aus und ein. 5. Amen, ja es soll geschehen!/ Jesus wird heut mit uns gehen,/ und wir werden fröhlich sehen,/ daß er uns nicht läßt allein. Gerhard Stip, 1882. 377 Mel. O Sott, du frommer Sott(oder wie Nr. 296.) EEE ö ö nnn —— ö Ant, We— . PPPI....‚. 1.0 O Ze-su, sü⸗ßes Licht,/ nun ist die Macht ver⸗ Unun hat dein Gnaͤdenglanz/ aufs neu-e mich um⸗ Ee gan⸗gen; fan⸗gen; .—.. .. weckt/ und hat sich, derr, nach dir/ verlangend aus-gestreckt. 7⁰⁵ nun ist, was an mir ist,/ vom Schlafe auf⸗ge⸗ 378 Morgen 2. Was soll ich dir denn nun,/ mein Gott, für Opfer schenken?/ Ich will mich ganz und gar/ in deine Gnade senken/ mit CLeib, mit Seel, mit Geist/ heut diesen ganzen Tag;/ das soll mein Gpfer sein,/ weil ich sonst nichts vermag. 3. Mein Jesu, schmücke mich/ mit Weisheit und mit Ciebe,/ mit Keuschheit und Geduld/ durch deines Geistes Triebe;/ auch mit der Demut mich/ vor allem kleide an, so bin ich wohl geschmuͤckt/ und köstlich angetan. 7. Gib, daß mir diesen Tag/ stets vor den Augen schwebe,/ daß dein Allgegenwart/ mich wie die Cuft um⸗ gebe,/ auf daß mein ganzes Tun/ durch Serz, durch Sinn und Mund/ dich lobe inniglich,/ mein Gott, zu aller Stund! S. Ach segne, was ich tu,/ ja rede und gedenke;/ durch deines Geistes Kraft/ es also fuͤhr und lenke,/ daß alles nur gescheh/ zu deines Namens Ruhm,/ und daß ich unver⸗ rückt/ verbleib dein Eigentum. Joachim Lange, 1744. 378 Mel. Ich dank dir schon durch deinen Sohn. Aus dem Böhmischen, 1595. ö I——— ——— 2—... J. Mein erst Ge-fühl sei Preis und Dankz;/ — ö——— EEEE —..— er⸗heb ihn, mei- ne See⸗lel/ Der Berr hört i dei⸗ nen LCob⸗ge⸗sang;/ lob⸗sing ihm, mei ne See⸗lel 2. Mich selbst zu schützen ohne Macht,/ lag ich und schlief in Frieden./ Wer schafft die Sicherheit der Macht/ und Ruhe für die Muͤden? 2— Morgen 379 3. Du bist es, Gott und Herr der Welt,/ und dein ist unser CLeben;/ du bist es, der es uns erhält/ und mirs jetzt neu gegeben. 4. Gelobet seist du, Gott der Macht,/ gelobt sei deine Treue,/ daß ich nach einer saͤnften Nacht/ mich dieses Tags erfreue. 5. Caß deinen Segen auf mir ruhn,/ mich deine Wege wallen,/ und lehre du mich selber tun/ nach deinem Wohl—⸗ gefallen. 6. Wimm meines Cebens gnädig wahr,/ auf dich hofft meine Seele;/ sei mir ein Retter in Gefahr,/ ein Vater, wenn ich fehle. 7. Gib mir ein Herz voll Zuversicht,/ erfüllt mit Lieb und Ruhe,/ ein weises Herz, das seine Pflicht/ erkenn und willig tue; 8. Daß ich als ein getreuer Knecht/ nach deinem Reiche strebe,/ gottselig, züchtig und gerecht/ durch deine Gnade lebe; 9. Daß ich das Glück der Cebenszeit/ in deiner Furcht genieße/ und meinen Cauf mit Freudigkeit,/ wenn du ge⸗ beutst, beschließe. Christian Zürchtegott Gellert, 41769. 379 Mel. Wie nach einer Wasserquelle(Nr. 358). J. Wenn ich einst von jenem Schlummer,/ welcher Tod heißt, aufersteh/ und, erlöst von allem RKummer,/ jenen schönren Morgen seh: /o dann wach ich anders auf./ Schon am Ziel ist dann mein Cauf;/ Träume sind des Pilgers Sorgen,/ großer Tag, an deinem Morgen! 2. Hilf, daß keiner meiner Tage,/ Geber der Unsterblich⸗ keit,/ einst mich im Gericht verklage,/ daß ich frevelnd ihn entweiht./ Auch noch heute wacht ich auf;/ Dank sei dir! Zu dir hinauf/ führ mich jeder meiner Tage,/ jede Freude, jede Plage; 3. Daß ich froh gen Himmel sehe,/ wenn mein letzter Tag erscheint./ Wenn zum dunklen Tal ich gehe,/ von den Meinigen beweint,/ lindre dann des Todes Pein,/ laß mich stark und freudig sein,/ daß ich sie zum Zimmel weise/ und dich, Serr des Todes, preise. Sriedr. Gottlieb Klopstock, I80z. 41⁰⁷ — 380.381.382.383 Mittag Mittag Vor Tische 380 Mel. O Zesu Christ, meins Lebens Licht(Nr. 3509). J. Gesegn uns, Serr, die Gaben dein,/ die Speis laß unsre Nahrung sein;/ hilf, daß dadurch erquicket werd/ der dürftge Ceib auf dieser Erd! 2. Doch dieses zeitlich Brot allein/ kann uns nicht g'nug zum Leben sein;/ dein gottlich Wort die Seele speist,/ hilft uns zum Leben allermeist. 3. Drum gib uns beides, Zerr und Gott,/ hilf endlich auch aus aller Not:/ so preisen wir dein? Gütigkeit/ hier und auch dort in Ewigkeit. Mitte des 16. Jahrhunderts. 381 Mel. Schmücke dich, o liebe Seele(Nr. I96). Speis, o Gott, uns, deine Kinder,/ tröste die betrübten Sünder,/ sprich den Segen zu den Gaben,/ die wir jetzo vor uns haben,/ daß sie uns zu diesem Ceben Stãarke, Rraft und Nahrung geben,/ bis wir endlich mit den Frommen/ zu dem Himmelsmaͤhle kommen. Zohann Seermann, f 1647. Mel. Zesu, als du erstlich kamest. 3 82 Herr, wir kommen zu dem Essen; Ulaß uns deiner nicht ver⸗ gessen,/ denn du bist das Zimmelsbrot/ speis die Leiber, staͤrk die Seelen,/ die wir dir jetzt anbefehlen, ôsteh uns bei in aller Not;/ hilf uns, daß wir nach der Erden/ deine Gäst' im Zim⸗ mel werden. Wach Tische 383 Mel. Nun lobt und dankt Gott allzusammen. Wir danken Gott für seine Gaben,/ die wir von ihm empfangen haben,/ wir bitten unsern lieben Serrn,/ er woll auch ferner sie beschern/ und speisen uns mit seinem Wort,/ daß wir satt werden hier und dort; /sach lieber Gott, du wollst uns geben/ nach dieser Welt das ewge CLeben. Erasmus Alberus, I537. 4⁰⁸ · 2 W 4 laß erd/ nug hilft auch auch derts. bten vor und dem 6⁴77. ver⸗ tärk ler im⸗ Mittag · Abend 384.385.386 384 Mel. Da Christus geboren war(Nr. 419). Unser Vater, der uns liebt,/ der uns, was uns gut ist, gibt,/ gab auch jetzt uns Speis und Trank;/ lobt ihn, sagt ihm frohen Dank./ Aller Segen kommt vom Herrn;/ dankt ihm und gehorcht ihm gern,/ liebt ihn, freuet euch des Serrn! 385 Mel. Sott sei Dank durch alle Welt MNr. 36J). Guter Geber, Dank sei dir;/ du belebst, drum leben wir;/ du gibst Speise uns und Trank,/ dir sei ewig Lob und Dank! Joh. RKa spar Lavater, I80l. Abend 386 Mel. Erhalt uns, Serr, bei deinem Wort. Wittenberg 1543. —.————.—.— — ö—————— S IIIII.II..I.......—— J. Hin⸗-un⸗ter ist der Son⸗ne Schein,/ die finst⸗ re 655 I 005 .. ISIꝗIꝗDI f Nacht bricht stark her⸗ein;/ leucht uns, Herr Christ, du ——————.— ö — 1 1 .,; 3— I wah⸗res Licht, /laß uns im Fin⸗stern straucheln nicht. 2. Dank sei dir, daß du uns den Tag/ vor Schaͤden, Angst und mancher Plag/ durch deine Engel haͤst behüt't/ aus Gnad und väterlicher Güt. 3. Womit wir heut erzürnet dich,/ das, Serr, verzeih uns gnädiglich/ und rechn es unsrer Seel nicht zu;/ laß schlafen uns in Fried und Ruh. J. Die Engel dein zur Wach bestell,/ daß uns der böse Feind nicht fäll;/ vor Schrecken, Angst und Feuersnot/ behüt uns diese Macht, o Gott! Nikolaus Serman, 156I. 1⁰⁹ 387.388 Abend 387 6 In dich hab ich gehoffet, ZBerr.(I5. Jahrhundert!) Straßburg 1560. .SSSSSI J. Mein schönste Zier und Kleinod bist/ auf Erden du, Herr Je⸗ su Christ;/ dich will ich las ⸗sen wal⸗ ten/ und aͤl⸗ le⸗ ö— S ö 2..— .—..— 2.——— zeit/ in Cieb und Leid/ in mei⸗nem Herz be⸗ hal ⸗ten. 2. Dein Lieb und Treu für alles geht,/ kein Ding auf Erd so fest besteht:/ das muß ich frei bekennen;/ drum sell nicht Tod,/ nicht Angst, nicht Not/ von deiner Lieb mich trennen. 3. Dein Wort ist wahr und truͤget nicht/ und hält gewiß, was es verspricht,/ im Tod und auch im Ceben./ Du bist nun mein,/ und ich bin dein;/ dir hab ich mich ergeben. 4. Der Tag nimmt ab; ach schoͤnste Jier,/ Herr Jesu Christ, bleib du bei mir;/ es will nun Abend werden./ Laß doch dein Licht/ auslöschen nicht/ bei uns allhier auf Erden. Leipzig 1597. 388 Johann Schop, 1642. ——8 F— Hꝗ 1 Wer⸗de mun⸗ter, mein Ge⸗můü⸗ te,/ und ihr daß ihr prei⸗set Got⸗tes Gü⸗te,/ die er ....... SPII IIIII I I R Sin⸗ne geht her⸗für, hat ge⸗ tan an mir, da er mich den gan⸗ zen Tag/ 41⁰ Abend 388 de, vor so man⸗cher 9—84—6 ren Plas 666——5 gna⸗den⸗ ä....... rei⸗ches Wal⸗ten/ hat be⸗schir⸗-met und er⸗ hal⸗ten. 2. CLob und Dank sei dir gesungen,/ Vater der Barm— herzigkeit,/ daß mir ist mein Werk gelungen,/ daß du mich vor allem Ceid/ und vor Sünden mancher Art/ so getreu⸗ lich hast bewahrt,/ auch die Feinde weggetrieben,/ daß ich unversehrt geblieben. 3. Herr, ich bin von dir gewichen,/ doch ich stell mich wieder ein;/ denn dein Sohn haͤt ausgeglichen/ meine Schuld durch seine Pein./ Ich verleugne nicht die Schuld;/ aber deine Gnad und Huld/ ist viel größer als die Sünde,/ die ich täglich in mir finde. J. O du Licht der frommen Seelen, /o du Glaͤnz der Ewigkeit,/ dir will ich mich ganz befehlen/ diese Nacht und allezeit./ Bleibe doch, mein Gott, bei mir,/ weil es nun— mehr dunkel hier;/ daß kein Unfall mich betrübe,/ tröͤste mich mit deiner Ciebe. 5. Caß mich diese Wacht empfinden /eine sanfte, süße Ruh;/ alles Übel laß verschwinden,/ decke mich mit Segen zu. Leib und Seele, Mut und Blut,/ Weib und Kinder, Hab und Gut,/ Freunde, Feind und Sausgenossen/ sei'n in deinen Schutz geschlossen. 6. Ach bewahre mich vor Schrecken,/ schütze mich vor überfall;/ laß mich Rrankheit nicht aufwecken,/ halte fern des Rrieges Schaͤll;/ wend ab Feur und Wassersnot,/ Pestilenz und schnellen Tod;/ laß mich nicht in Sunden sterben,/ noch an Leib und Seel verderben. 7. O du großer Gott, erhöre,/ was dein Kind gebeten hat;/ Jesu, den ich stets verehre,/ bleibe du mein Schutz und Rat;/ und mein Hort, du werter Geist,/ der du Freund und Troster heißt,/ höre doch mein sehnlich Flehen!- Amen, ja, es soll geschehen! Zohann Rist, 1 1667. 411 389 Abend Mel. O welt, ich muß dich la ssen. 389 Zeinrich Isaak, + 1517.—(I536.) e J. Nun ru-hen al⸗le wälder,/ Vieh, Menschen, Städt und Fel⸗der,/ es schläft die gan⸗ ze Welt;/ ihr . a⸗ber, mei-ne Sin⸗nen,/ auf, auf, ihr sollt be⸗ 4 TTT.— 1 e gin⸗nen,/ was eu⸗ rem Schöp⸗fer wohl⸗ge⸗fällt. 2. Wo bist du, Sonne, blieben?/ Die Nacht hat dich ver⸗ trieben,/ die Nacht, des Tages Feind./ Fahr hin, ein andre Sonne,/ mein Jesus, meine Wonne,/ gar hell in meinem Berzen scheint! 3. Der Tag ist nun vergangen;/ die güldnen Sternlein prangen/ am blauen Himmelssaal;/ also werd ich auch stehen,/ wenn mich wird heißen gehen/ mein Gott aus diesem Jammertal. 4. Der Leib, der eilt zur Ruhe,/ legt ab das Rleid und Schuhe,/ das Bild der Sterblichkeit;/ die zieh ich aus, da⸗ gegen/ wird Christus mir anlegen/ den Rock der Ehr und HBerrlichkeit. 5. Das Haupt, die Füß und Bände/ sind froh, daß nun zum Ende/ die Arbeit kommen sei;/ Serz, freu dich, du sollst werden/ vom Elend dieser Erden/ und von der Sünden— arbeit frei. · 6. Nun geht, ihr matten Glieder,/ geht hin und legt euch nieder,/ der Betten ihr begehrt;/ es kommen Stund und Zeiten,/ da man euch wird bereiten/ zur Ruh ein Bettlein in der Erd. nlein auch t aus ĩund / da⸗ und nun sollst üden⸗ euch und tlein Abend 390 7. Mein Augen stehn verdrossen,/ im Nu sind sie ge⸗ schlossen,/ wo bleibt dann Leib und Seel?/ Nimm sie zu deinen Gnaden,/ sei gut für allen Schaden,/ du Aug und Wächter Israel! 8. Breit aus die Flügel beide,/ o Jesu, meine Freude,/ und nimm dein Büchlein ein! /Will mich der Feind ver— schlingen,/ so laß die Englein singen:/ Dies Xind soll un— verletzet sein! 9. Auch euch, ihr meine Lieben,/ soll heute nicht be— trüben /ein Unfall noch Gefahr;/ Gott laß euch ruhig schlafen,/ stell euch die güldnen Waffen/ ums Bett und seiner Zelden Schar. Paul Gerhardt, + 1676. 39⁰ J. Der Tag mit seinem Lichte/ fleucht hin und wird zu⸗ nichte,/ die Nacht kommt angegaͤngen,/ mit Ruhe zu um⸗ fangen/ den matten Erdenkreis./ Der Tag, der ist geendet;/ mein Herz zu dir sich wendet,/ der Tag und Nacht ge— schaffen/ zum Wachen und zum Schlaͤfen,/ will singen deinen Preis. 2. Wohlauf, wohlauf, mein Psalter!/ Erhebe den Er— halter,/ der mir an Ceib und Seelen/ viel mehr, als ich kann zählen,/ hat heute Guts getan./ All Augenblick und Stunden/ hat sich gar viel gefunden,/ womit er sein Ge⸗ muͤte/ und unerschöpfte Guͤte/ mir klar gezeiget an. 3. Gleichwie des Zirten Freude,/ ein Schäflein auf der weide,/ sich unter seiner Treue/ ohn alle Furcht und Scheue/ ergötzet in dem Feld/ und sich mit Blumen fuͤllet,/ den Durst mit Muellen stillet,/ so hat mich heut gefuͤhret,/ mit manchem Gut gezieret/ der Sirt in aller Welt. J. Gott hat mich nicht verlassen,/ ich aber hab ohn' Maßen/ mich nicht gescheut, mit Suͤnden/ und Unrecht zu entzůnden/ das treue Vaterherz./ Ach Vater, laß nicht brennen/ den Eifer, noch mich trennen/ von deiner Hand und Seiten;/ mein Tun und überschreiten/ erweckt mir Reu und Schmerz. 14 413 —————.— 391 Abend 5. Erhöre, Serr, mein Beten/ und laß mein über⸗ treten/ zur Rechten und zur Einken/ ins Meeres Tiefe sinken/ und ewig untergehn./ Caß aber, laß hingegen/ sich deine Engel legen/ um mich mit ihren Waffen;/ mit dir will ich entschlafen,/ mit dir auch auferstehn. 6. Darauf so laß ich nieder/ mein Baupt und Augen⸗ lider,/ will ruhen ohne Sorgen,/ bis daß der güldne Morgen/ mich wieder munter macht./ Dein Flügel wird mich decken,/ so wird mich nicht erschrecken/ der Feind mit tausend Listen,/ der mich und alle Christen/ verfolget Tag und Nacht. 7. Ich lieg hier oder stehe,/ ich sitz auch oder gehe,/ so bleib ich dir ergeben,/ und du bist auch mein Leben,/ das ist ein wahres Wort./ Was ich beginn und mache,/ ich schlaf ein oder wache,/ wohn ich, als wie im Schlosse,/ in deinem Arm und Schoße,/ bin selig hier und dort. Paul Gerhardt, 4 1676. 391 Mel. Werde munter, mein Gemüte(Nr. 388). J. Unsre müden Augenlider/ schließen sich jetzt schlaͤfrig zu, Vund des Leibes matte Glieder/ grüßen schon die Abendruh;/ denn die dunkle, finstre Nacht/ hat des hellen Tages Pracht/ nun versenkt im tiefen Meere/ und ent⸗ flammt der Sterne Zeere. 2. Ach bedenk, eh du gehst schlafen,/ du, o meines Leibes Gast,/ ob du den, der dich erschaffen,/ heute nicht erzürnet hast;/ tu, ach tu beizeiten Buß,/ geh und falle ihm zu Fuß/ und bitt ihn, daß er aus Gnaden/ dich der Strafe woll ent⸗ laden. 3. Sprich: Herr, dir ist unverhohlen,/ daß ich diesen Tag verbracht/ anders, als du mir befohlen;/ ja, ich haͤbe nicht bedacht/ des Berufes schmalen Steg,/ deinen vorge⸗ schriebnen Weg,/ sondern dich, mein Gott, verlaͤssen,/ bin gefolgt der Weltlust Straßen. 4. Ach Herr, laß mich Gnad erlangen,/ gib mir nicht ver⸗ dienten Lohn,/ laß mich deine Suld umfangen,/ sieh an 7¹⁴ IIiRNR 14141 9½0/ läfrig n die hellen dent⸗ eibes ürnet Fuß/ Hent⸗ Tag nicht orge⸗ /bin ver⸗ h an Abend ö 392 deinen lieben Sohn,/ der fuͤr mich genug getan;/ Vater, nimm den Bürgen an!/ Dieser hat fur mich erduldet,/ was ich Sünder hab verschuldet. 5. Laß mich, Serr, von dir nicht wanken;/ in dir schlaf ich sanft und wohl;/ gib mir heilige Gedanken,/ und bin ich gleich Schlafes voll,/ so laß doch den Geist in mir/ zu dir wachen für und für,‚/ bis die Morgenrot angehet/ und die Sonn am Himmel stehet. 6. Vater droben in der Höhe,/ dessen Nam uns teuer wert,/ dein Reich komm, dein Will' geschehe,/ unser Brot werd uns beschert,/ und vergib uns unsre Schuld,/ schenk uns deine Gnad und Huld;/ laß uns nicht Versuchung töten,/ hilf uns, Zerr, aus allen Nöten. Johann§ranck, 1677. 59½2 Mel. O höchster Sott, o unser lieber Serre. Französischer Psalter, 1542. — +2— ů— 5—.... 6 2—— + J. Der Tag ist hin, mein Je⸗ su, bei mir — 2—— DPDDDT blei be!/ O See⸗len-licht, der Wn den Nacht ver⸗ 2 5 au — trei be;/ geh auf in mir, Glanz der Ge⸗ rech⸗tig 10. SE ĩ— , keit,/ er⸗leuch te mich, o Serr, denn es ist Zeitl 2. Cob, Preis und Dank sei dir, mein Gott, gesungen;/ —55 sei die Ehr, wenn alles wohlgelungen/ nach deinem Rat, ob ichs gleich nicht versteh;/ du bist gerecht, es gehe, wie es geh. 14*⁷ 415 393 Abend 3. Wur eines ist, das mich empfindlich quälet:/ Be⸗ ständigkeit im Guten mir noch fehlet;/ das weißt du wohl, o Herzenskündiger,/ ich strauchle noch wie ein Unmündiger. 4. Vergib mir, Herr! Es sagt mir mein Gewissen:/ der Sünde Lust hat mich von dir gerissen;/ es ist mir leid, ich stell mich wieder ein;/ hier ist mein Herz, ich dein, Berr, und du mein! 5. Mein Herr und Gott, mein Zuͤter und mein Hirte,/ zu meinem Trost dein sieghaft Schwert umgürte;/ bewahre mich durch deine große Maͤcht,/ wenn mir der Feind nach meiner Seele traͤcht't. §. Du schlummerst nicht, wenn matte Glieder schlafen:/ ach laß die Seel im Schlaf auch Gutes schaffen;/ o Cebens⸗ sonn, erquicke meinen Sinn;/ dich laß ich nicht, mein Fels; der Taͤg ist hin! Joachim Meander, 1680. 393 Dresden 1667. SS J. Nun sich der Tag geen⸗det hat/ und — ... kei ne Sonn mehr scheint,/ schläft al les, + II1 1 —.— 19——— was sich ab ⸗gematt't/ und was zu⸗ vor ge⸗weint. 2. Nur du, mein Gott, hast keine Rast,/ du schläfst noch schlummerst nicht;/ die Finsternis dich nicht umfaßt, weil du bist selbst das Licht. 3. Gedenke, Herr, doch auch an mich/ in dieser finstern Nacht,/ und schirme du mich gnädiglich/ mit deiner Engel Wacht. 4. Iwar fühl ich wohl der Sünden Schuld,/ die mich bei dir klagt an;/ doch deines lieben Sohnes Buld/ hat gnug fuͤr mich getan. 4¹ ö Abend 394 5. Drauf tu ich meine Augen zu/ und schlaͤfe froͤhlich ein;/ mein Gott wacht jetzt in meiner Ruh,/ wer wollte traurig sein? 6. Weicht, nichtige Gedanken, hin,/ hemmt nicht der An⸗ dacht Laufl/ Ich baue jetzt in meinem Sinn/ Gott einen Tempel auf. 7. Soll diese Nacht die letzte sein/ in diesem Jammertal,/ so führ mich, verr, zum Himmel ein,/ zur auserwählten Jahl. 8. Und also leb und sterb ich dir,/ du herr Gott Zebaoth;/ im Tod und Leben hilfst du mir/ aus aller Angst und Not. Joh. Friedrich Serzog, 1 1699. 394 Mel. Werde munter, mein Gemüte(Nr. 388). J. Herr, es ist von meinem Ceben/ wiederum ein Tag dahin;/ lehre mich nun Achtung geben,/ ob ich fromm ge⸗ wesen bin;/ zeige mir auch selber an,/ so ich was nicht recht ge⸗ tan,/ und hilf jetzt in allen Sachen/ guten Feierabend machen. 2. Freilich wirst du manches finden,/ das dir nicht ge⸗ fallen hat;/ denn ich bin noch voller Sünden/ in Ge— danken, Wort und Tat,/ und zu jeder Tagesstund/ pfleget gerz und Hand und Mund/ so geschwind und oft zu fehlen,/ daß ichs selber nicht kann zählen. 3. Aber, o du Gott der Gnaden,/ habe noch einmal Ge— duld!/ Ich bin freilich schwer beladen,/ doch vergib mir alle Schuld!/ Deine große Vatertreu/ werde diesen Abend neu;/ so will künftig deinen Willen/ ich noch mehr als heut erfuͤllen. J. Heilige mir das Gemüte,/ daß der Schlaf nicht sünd— lich sei;/ decke mich mit deiner Guͤte,/ und dein Engel steh mir bei./ Cösche Licht und Feuer aus/ und bewahre selbst das Haus,/ daß ich morgen mit den Meinen/ nicht im Un⸗ glück muͤsse weinen. 5. Steure den gottlosen CLeuten,/ die im Finstern Böses tun;/ sollte man gleich was bereiten,/ uns zu schaden, wenn wir ruhn,/ so zerstöre du den Rat/ und verhindere die Tat;/ wend auch allen andern Schrecken,/ den die Bos⸗ heit kann erwecken. 417 395 Abend G. Herr, dein Auge geht nicht unter,/ wenn es bei uns Abend wird;/ denn du bleibest ewig munter/ und bist wie ein guter Sirt,/ der auch in der finstern Nacht/ uͤber seine Herde wacht;/ darum hilf uns, deinen Schaͤfen,/ daß wir alle sicher schlaͤfen. 7. Laß mich dann gesund erwachen,/ wenn es rechte Zeit wird sein,/ daß ich ferner meine Sachen/ richte dir zu Ehren ein;/ oder haͤst du, lieber Gott,/ heut bestimmet meinen Tod,/ so befehl ich dir am Ende/ Ceib und Seel in deine Hände. RKaspar Neumann, I7I5 395 Mel. Ach, was soll ich Sünder machen(Nr. 7). J. Ach mein Jesu, sieh, ich trete,/ da der Tag nunmehr sich neigt/ und die Finsternis sich zeigt,/ hin zu deinem Chron und bete:/ neige du zu deinem Sinn/ aͤuch mein Berz und Sinnen hin. 2. Meine Tage gehn geschwinde/ wie ein Pfeil zur Ewig⸗ keit;/ auch die allerlängste Zeit/ rauscht vorüber wie die Winde,/ fließt dahin als wie ein Fluß/ mit dem schnellsten Wasserguß. 3. Aber, Jesu, sieh, ich Armer/ nehme mich doch nicht in acht,/ daß ich dich bei Tag und Nacht/ herzlich suchte, mein Erbarmer;/ o wie maͤncher Tag geht hin,/ daß ich kalt und träge bin. 4. Ach ich muß mich herzlich schämen;/ du erhältst und schüͤtzest mich/ Tag und Nacht so gnädiglich,/ und ich will mich nicht bequemen,/ daß ich ohne Heuchelei/ dir dafür recht dankbar sei. 5. Nun, ich komme mit Verlangen, /o mein Serzens— freund, zu dir:/ neige du dein Cicht zu mir,/ da der Tag nunmehr vergangen;/ sei du selbst mein Sonnenlicht,/ das durch alles Finstre bricht. §. Caß mich meine Tage zaͤhlen,/ die du mir noch gönnen willt;/ von dir sei mein Serz erfüllt,/ so wird mich nichts können quälen;/ denn wo du bist Tag und Licht,/ schaden uns die Mächte nicht. L. Johann Schlicht, 1723. 18 89 3 Abend dei uns ist wie r seine aß wir te ZJeit dir zu immet eel in +I7I5 Abend 396 Mel. Zesu, meine Freude. 396 Johann Crüger, 1656. .— ö 5—— +— ..S *—Tt 1 Bir te dei⸗ ner Scha ⸗-fe,/ der von Udei ne Treu und Mil⸗ de/ dien ⸗te — 923.—— D kei⸗ nem Schla-fe/ et⸗was wis⸗ sen maͤg, Y mir zum Schil⸗ de/ den ver⸗gang⸗ nen Tag; — ö EEEEE sei die Nacht/ auch auf der Wacht/ und laß mich von ö EEE .— dei⸗nen Scha⸗ ren/ um und um be⸗ wah ⸗ren. 2. Decke mich von oben/ vor der Feinde Toben mit der Vaterhuld;/ ein versöhnt Gewissen/ sei mein Ruhekissen,/ drum vergib die Schuld!/ Denn dein Sohn/ haͤt mich davon/ durch die tiefgeschlagnen Wunden /gnädiglich entbunden. 3. CLaß auch meine Lieben/ keine Not betrüben;/ sie sind mein und dein./ Schließ uns mit Erbarmen/ in den Vaterarmen/ wohlgeborgen ein./ Du bei mir und ich bei dir;/ also sind wir ungeschieden,/ und ich schlaf in Frieden. 4. Romm, verschließ die Rammer/ und laß allen Jam⸗ mer/ ferne von uns sein./ Sei du Schloß und Riegel,/ unter deine Flügel/ nimm dein Küchlein ein;/ deck uns zu/ mit Schutz und Ruh,/ so wird uns kein Grauen wecken,/ noch der Feind uns schrecken. S. Wie, wenn ich mein Bette/ heut zum Grabe hätte?/ Wie bald rot, bald tot!æ/ Doch, hast du beschlossen,/ daß mein Ziel verflossen,/ kommt die Todesnot,/ so will ich/ nichts wider dich./ Gerne, weil ich dich gefunden,/ sterb ich alle Stunden. 4¹9 ——————————.— — 397.398 · 399 Abend 6. Nun wohlanl ich tue/ in vergnügter Ruhe/ meine Augen zu./ Seele, Leib und Leben/ hab ich dir ergeben,/ treuer Hüter dul/ Gute Nachtl/ Nimm mich in acht;/ und erleb ich ja den Morgen,/ wirst du weiter sorgen. Benjamin Schmolck, 1 1737 397 Mel. Serzlich tut mich verlangen(Tr. 440. J. Berr, es gescheh dein Wille!/ Der Rörper eilt zur Ruh,/ es fallen in der Stille/ die müden Augen zu./ Vergib der Schwachheit Sünden,/ verschon mit Forn und Straf;/ laß mich bereitet finden/ zum Tode wie zum Schlaf. 2. Dein Seil hab ich gesehen;/ in Frieden fahr ich hin,/ weil ich beim Auferstehen/ in deinem Reiche bin./ Wohl dem, der bis ans Ende/ sich als ein Christ erweist!/ Mein Gott, in deine Zäͤnde/ befehl ich meinen Geist. Joh. Friedrich v. Cronegk, 1 1758. 39d Mel. O welt, ich muß dich lassen(Nr. 3809). J. Nun sich der Tag geendet,/ mein Berz zu dir sich wendet/ und danket inniglich;/ dein holdes Angesichte/ zum Segen auf mich richte,/ erleuchte und entzunde mich. 2. Ich schließe mich aufs neue/ in deine Vatertreue/ und Schutz und Herze ein;/ die fleischlichen Geschaͤfte/ und alle finstren Kräfte/ vertreibe durch dein Nahesein. 3. Daß du mich stets umgibest,/ daß du mich herzlich liebest/ und rufst zu dir empor,/ daß du allein den Frieden/ mir geben kannst hienieden,/ das stelle frůh und spät mir vor. 7. Ein Tag, der sagts dem andern,/ mein Ceben sei ein Wandern/ zur großen Ewigkeit. /OEwigkeit, du schöne,/ mein Berz an dich gewöhne!/ Mein Beim ist nicht in dieser Zeit. Gerhard Tersteegen, 1769. 399 Mel. O Welt, ich muß dich lassen(Nr. 3809). J. Berr, der du mir das Ceben/ bis diesen Tag gegeben,/ dich bet ich kindlich an./ Ich bin viel zu geringe/ der Treue, die ich singe,/ und die du heut an mir getan. 7²⁰ lbend Abend 40⁰ meine 2. Mit dankendem Gemüte/ freu ich mich deiner Güͤte;/ 75 ich freue mich in dir./ Du gibst mir Kraft und Stärke,/ Ge⸗ und deihn zu meinem Werke/ und schaffst ein reines Serz in mir. 3. Gott, welche Ruh der Seelen,/ nach deines Worts Be⸗ .—0 fehlen/ einher im Leben gehn,/ auf deine Güte hoffen,/ im Geist den dimmel offen/ und dort den Preis des Glaubens sehn! 4. Ich weiß, an wen ich glaube,/ und nahe mich im Staube/ Ruh,/ zu dir, o Gott, mein Heil./ Ich bin der Schuld entladen,/ ich ib der bin bei dir in Gnaden,/ und in dem Zimmel ist mein Teil. /laß S. Bedeckt mit deinem Segen/ eil ich der Ruh entgegen;/ dein Name sei gepreist!/ Mein Leben und mein Ende/ ist hin,/ dein; in deine Hände/ befehl ich, Vater, meinen Geist. Wohl Christian Fürchtegott Gellert, T 769. Mein 40⁰ 17⁵⁵ mel. O welt, ich muß dich lassen Ar. 389. er Mond ist aufgegangen,/ die gold⸗ nen Sternlein prangen/ am Simmel sich hell und klar./ Der Wald steht chte/ schwaͤrz und schweiget,/ und aus den mich. Wiesen steiget/ der weiße Nebel und wunderbar. d alle 2. Wie ist die Welt so stille/ und in , 0 der Dämmrung Hülle/ so traulich und rzlich— Rs hold,,/ als eine stille Rammer,/ den/ wo ihr des Tages Jammer/ verschlafen und vergessen sollt. vor. 3. Seht ihr den Mond dort stehen?/ Er ist nur halb zu 1i ein sehen/ und ist doch rund und schoͤn./ So sind wohl maͤnche mein Sachen,/ die wir getrost belachen,/ weil unsre Augen sie Zeit. nicht sehn. I769. 7. Wir stolzen Menschenkinder/ sind eitel arme Sünder/ und wissen gar nicht viel;/ wir spinnen Luftgespinste/ und suchen viele Rünste/ und kommen weiter von dem Ziel. 5. Gott, laß dein Heil uns schauen,/ auf nichts Ver⸗ aue gänglichs trauen,/ nicht Eitelkeit uns freun;/ laß uns ein⸗ euüe/ faͤltig werden /Tund vor dir hier auf Erden/ wie Kinder fromm und froͤhlich sein! 72¹ 401 Abend §. Wollst endlich sonder Grämen/ aus dieser Welt uns nehmen/ durch einen sanften Tod;/ und wenn du uns ge⸗ nommen,/ laß uns in Himmel kommen,/ du, unser Berr und unser Gott! 7. So legt euch denn, ihr Brüder,/ in Gottes Namen nieder;/ kalt ist der Abendhaͤuch./ Verschon uns, Gott, mit Strafen/ und laß uns ruhig schlaͤfen/ und unsern kranken Nachbar auch. Matthias Claudius, T 181J5. Fuür Kinder 401 Schle si sche Volksweise. —. J. Mü⸗de bin ich, geh zur Ruh,/ die Au⸗gen dein/ usber mei⸗ nem Bet⸗ te sein. 2. Hab ich Unrecht heut getan,/ sieh es, lieber Gott, nicht an!/ Deine Gnad und Jesu Blut/ macht ja allen Schaden gut. 3. Alle, die mir sind verwandt,/ Gott, laß ruhn in deiner Band;/ alle Menschen, groß und klein,/ sollen dir be— fohlen sein. 4. Rranken Serzen sende Ruh,/ nasse Augen schließe zu;/ laß den MNond am Himmel stehn/ und die stille Welt besehn. Luise Sensel, + 1876. 7² 8 H Am Schlusse der Woche 40² Am Schlusse der Woche 402 (Auch zum ZJahreswechsel.) Mel. Du Lebensbrot, Serr Zesu Christ(oder wie Nr. 270). Peter Sohr, F§rankfurt 1668. Sn IISI 1—— V Gott Lob! ein Schritt zur E— wig⸗ zu dir im Fort⸗-gang die ⸗ser „ 1— ö————— EEEEESEER keit/ ist a- ber-mals voll-en⸗ det; 1 zeit/ mein Herz sich sehn⸗-lich wen⸗ Set, Vuell dar⸗ =..—.— . und al ⸗ le Gna⸗ de E„— 1— Ee 64., sich er⸗gießt/ zu mei⸗ ner See⸗le Le⸗ben. 2. Ich zähle Stunden, Tag und Jahr/ und wird mir fast zu lange,/ bis es erscheine, daß ich gar,/ o Ceben, dich um⸗ fange,/ damit, was sterblich ist an mir,/ verschlungen werde ganz in dir,/ und ich unsterblich werde. 3. Doch sei dir ganz anheimgestellt/ die rechte Jeit und Stunde,/ wiewohl ich weiß, daß dirs gefällt,/ wenn ich mit Herz und Munde/ dich kommen heiße und darauf/ von nun an richte meinen Cauf,/ daß ich dir komm entgegen. 4. Ich bin vergnügt, daß mich nichts kann/ von deiner Liebe trennen,/ und daß ich frei vor jedermann/ dich meinen Freund darf nennen,/ und daß du dort, o Cebensfüͤrst,/ dich ganz mit mir vereinen wirst/ und mir dein Erbe schenken. S. Drum preis ich dich aus Dankbarkeit,/ daß sich die Woch geendet,/ und also auch von dieser Zeit/ ein neuer * das Jahr ö 3—— 6—— aus mein Ce⸗ ben fließt 2²³3 — SII 403 Am Schlusse der Woche Schritt vollendet,/ und freudig schreit ich weiter fort,/ bis ich gelange an die Pfort/ Jerusalems dort oben. 6. Wenn meine Zände lässig sind/ und meine Rniee beben,/ so biet mir deine Sand geschwind,/ mich wieder zu erheben;/ erfüll mit deiner Kraͤft mein Serz,/ damit ich freudig himmelwaͤrts/ ohn Unterlaͤß aufsteige. 7. Geh, Seele, frisch im Glauben dran und sei nur un— erschrocken;/ laß dich nicht von der rechten Bahn/ die Cust der Welt ablocken;/ so dir der Lauf zu langsam deucht,/ so eile, wie ein Adler fleugt,/ mit Flügeln süßer Liebe. 8. O Jesu, meine Seele ist/ zu dir schon aufgeflogen;/ du hast, weil du voll CLiebe bist,/ mich ganz zu dir gezogen./ Fahr hin, was heißet Stund und Zeit! P Ich bin schon in der Ewigkeit,/ weil ich in Jesu lebe. Autsus Sermann Lranckr, 1 1720 403 Mel. Valet will ich dir geben(Nr. 442). J. Die Woche geht zu Ende,/ nicht aber Gottes Treu;/ denn wo ich mich hinwende,/ da ist sie immer neu./ Die Jeit kann wohl verschwinden,/ nur Gottes Guͤte nicht,/ sie läßt sich täglich finden/ und gibt mir Trost und Licht. 2. Du gnädigster Erhaͤlter/ von allem, was ich bin,/ hoͤr meines Mundes Psalter/ und nimm mein Opfer hin./ Un⸗ zählbaͤr sind die Gaben,/ die du geschenket mir,/ und was ich nur kann haben,/ ist alles ja von dir. 3. Die ganze Woche zeuget/ von deiner Guͤtigkeit,/ die du zu mir geneiget,/ getreu zu jeder Jeit./ Auf meines Cebens Pfade/ ruͤhmt jeder Augenblick/ die Wunder deiner Gnaͤde/ im Unglück wie im Gluͤck. 4. Allein mein Serze bebet,/ wenn es zurücke denkt,/ wie übel ich gelebet/ und dich, mein Gott, gekrankt;/ drum ruf ich: Herr, erbarme,/ erbarm dich uͤber mich!/ Ich fall dir in die Arme:/ ach schone gnädiglich! S. Mein Glaube heißt mich hoffen,/ es sei durch Christi Blut/ ein neuer Bund getroffen/ und alles wieder gut;/ 7²2⁴ Woche t,/ bis KRniee eder zu mit ich ur un⸗ e Cust ‚t,/ so gen;/ gen./ in der +I7²7. Beruf 404 drum will ich dir geloben,/ auf ewig treu zu sein;/ dein guter Geist von oben/ wird mir die Kraft verleihn. 6. Ich bin dein Kind aufs neue;/ drum gib, daß diese Nacht/ mich auch dein Schutz erfreue,/ der alles sicher macht. Ich werde gleichsam sterben;/ der Schlaf ist wie ein Tod;/ doch kann ich nicht verderben:/ du lebst in mir, mein Gott. 7. Soll das in diesem Ceben/ die letzte Woche sein,/ will ich nicht widerstreben,/ nein, mich im Geiste freun/ auf jenen Feierabend,/ den Christi Tod gemacht,/ und diese Boffnung haͤbend/ sprech ich nun: Gute Macht! Benjamin Schmolck, 4 1737. Beruf 40⁴4 Mel. O Welt, ich muß dich lassen(Nr. 3809). J. Du sollst in allen Sachen/ mit Gott den Anfang machen /aus treuer Schuld und Pflicht./ Wem haͤst du Dank zu geben,/ als ihm, für Heil und Ceben?/ Von dir, o Mensch, entspringt es nicht. 2. Was will dein kaͤltes Sinnen,/ du Staͤub der Zeit, beginnen,/ legt er nicht Hilfe bei?/ Der Mensch mit sei⸗ nem Dichten/ weiß wenig auszurichten,/ das wahrhaͤft gut zu heißen sei. 3. Drum sei nicht zu verwegen/ auf des Berufes Stegen/ und bilde dir nicht ein,/ als könntest du Vertrauen/ auf deine Kräfte bauen;/ denn sie sind Gottes und nicht dein. 4. Wo Gottes Hand sich reget,/ den Grund zur Arbeit leget,/ da zieht der Segen ein;/ verkehrt er sein Ge— sichte,/ so wird ein Werk zunichte,/ wie trefflich auch die Meister sein. 5. Schlag an die Simmelspforten/ mit starken Glaͤubens⸗ worten,/ da bitte Beistand aus./ Daher wird Segen fließen/ und reichlich sich ergießen/ auf dich und auf dein ganzes Haus. Andreas Tscherning, 1659. 72⁵ 405 Beruf Mel. O Durchbrecher aller Bande. 405 Herrnhaag 1740. —0 — ö —.——.———— SS....— Ze-su, komm, sei ein ge⸗be⸗ten./ Iwol⸗lest mir zur Sei⸗te tre⸗ten,/ EEE D.—— ..——— Mei⸗ ne Zän⸗de leg ich an; daß mein Tun sei wohl⸗ge⸗ tan. Auf dein wort, zu .......—... 42————....T . gu⸗ten Zug be⸗sche⸗ re,/ laß es vol⸗ ler Se⸗gen sein. 2. Ohne dich macht nichts mein Machen,/ nichts kann alle meine Kunst;/ ohne dich in allen Sachen/ alle Müh ist ganz umsonst./ Ach du mußt mit Band anlegen,/ meine Hand ist viel zu schwach./ Nun, so komm mit Hilf und Segen,/ meine Ohnmacht mächtig mach! 3. Gerne will ich tun das Meine,/ will es tun auf dein Geheiß:/ tu auch du dabei das Deine/ und beglucke meinen Fleiß./ Laß mich und mein Baus erfreuen/ einen reichen, guten Jug;/ doch sollt es nicht gleich gedeihen,/ hab ich dich, hab ich genug. 4. Iwar wie sollt es mir nicht gluůͤcken,/ da du selbst Mit⸗ helfer bist?/ Ach du kannst und willst erquicken,/ wenn man fromm und gläubig ist./ Ist nur Gott, so ist daneben/ alles andre auch im Haus;/ du wirst segnen, du wirst geben/ der du allen teilest aus. 5. Ich verseh mich deiner Gnaden,/ ob ich keines Segens wert;/ wirst du mir mein Netz beladen,/ sollst du sein mit Dank verehrt;/ gibst du, will ich wiedergeben;/ ja, ein Teil davon soll dein,/ dein, o Gott, und auch daneben/ meines armen Nächsten sein. Sigismund v. Birken, 4 I68/ 7² dein einen chen, b ich Mit⸗ venn ben hen// gens mit Teil ines I68 Beruf 40 406 Mel. Es ist das Zeil uns kommen her.(Vorreformatorisch.) Wittenberg 1523. In Got tes Na⸗men fang ich an,/ was mir zu 2— Gott wird al⸗ les wohl⸗ge⸗ tan/ und äte E... tun ge⸗büh⸗ret;/ mit 1 aus Wesfuh ret.—4—— man in Got⸗tes Namen tut,/ ist Ee E— al⸗lenthalben recht und gut/ und muß uns auch ge— det hen. 2. Gott ists, der das Vermögen schafft,/ das Gute zu vollbringen,/ er gibt uns Segen, Mut und Braft/ und laßt das Werk gelingen,/ daß uns ein reicher Zug entsteht/ und Gottes Gaͤb in Fülle geht,/ daß wir zur Gnüge haben. 3. Gott ist der Frommen Schild und CLohn,/ er kroͤnet sie mit Gnaden;/ der bösen Welt Haß, Neid und Bohn/ kann ihnen gar nicht schaden./ Gott decket sie mit seiner dand,/ er segnet ihren Weg und Stand/ und füllet sie mit Freuden. 4. Drum komm, Serr Zesu, stärke mich,/ hilf mir in meinen Werken;/ laß du mit deiner Gnaͤde dich/ bei meiner Arbeit merken./ Gib dein Gedeihen selbst dazu,/ daß ich in allem, was ich tu,/ erfahre deinen Segen. S. Regiere mich durch deinen Geist,/ den Nüßiggang zu meiden,/ daß das, was du mich schaffen heißt,/ gescheh mit lauter Freuden,/ auf daß ich dir mit aller Treu/ auf dein Gebot gehorsam sei/ und meinem Nachsten diene. 6. Wun, Zesu, komm und bleib bei mir;/ die Werke meiner Hände/ befehl ich, liebster deiland, dir;/ hilf, daß ich sie vollende/ zu deines Namens Serrlichkeit,/ und gib, daß ich zur Abendzeit/ erwünschten Cohn empfange! Salomo Liscow, 1689. 47²2⁷7 407 Beruf 40⁷7 Mel. Du, des sich alle Himmel freun(oder wie MNr. 23). Just. Seinrich Rnecht, 1793z. E I. Das wal⸗ te Gott, der hel⸗fen kann! PMit Gott fang ich die Ar⸗beit an./ Mit Gott nur geht es glücklich fort;/ drum —.———————I——————— T ist auch dies mein er⸗ stes Wort:/ Das wal⸗te Gott!l 2. All mein Beginnen, Tun und Werk/ erfordert Gottes KRraft und Stärk;/ mein Herz sucht Gottes Angesicht;/ drum auch mein Mund mit Freuden spricht:/ Das walte Gott! 3. So Gott nicht hilft so kann ich nichts;/ wo Gott nicht gibet, da gebrichts;/ Gott gibt und tut mir alles Guts;/ drum sprech ich nun auch gutes Muts:/ Das walte Gott!l 4. Will Gott mir etwas geben hier,/ so will ich dankbar sein dafur;/ auf sein Wort werf ich aus mein Netz/ und sag in meiner Arbeit stets:/ Das walte Gottl S. Anfang und Mitte samt dem End/ stell ich allein in Gottes Haͤnd;/ er gebe, was mir nützlich ist;/ drum sprech ich auch zu jeder Frist:/ Das walte Gott! 6. Hegt Gott mir seinen Segen bei/ nach seiner großen Güt und Treu,/ so gnüͤgets mir zu jeder Stund;/ drum sprech ich auch aus Herzensgrund:/ Das walte Gott! 7. Trifft mich ein Unglück: unverzagt!́/ Ist doch mein Werk mit Gott gewagt;/ er wird mir gnädig stehen bei;/ drum dies auch meine Losung sei:/ Das walte Gott! 8. Er kann mich segnen fruůͤh und spat,/ bis all mein Tun ein Ende hat;/ er gibt und nimmt, machts, wie er will;/ drum sprech ich auch fein in der Still: Das walte Gottl 7²⁸ — ———— Beruf ht, 1793z. zottes cht;/ walte nicht its;/ Bott!l kbar und in in prech oßen rum nein ei;/ Cun ll;/ Ehe und Hausstand 408 9. Gott steht mir bei in aller Not/ und gibt mir auch mein täglich Brot;/ nach seinem alten Vaterbrauch/ tut er mir Guts; drum sprech ich auch:/ Das walte Gott! I0. Ohn ihn ist all mein Tun umsonst,/ nichts hilft Ver⸗ stand, Witz oder Kunst;/ mit Gott gehts fort, gerät auch wohl,/ daß ich kann sagen glaubensvoll:/ Das waͤlte Gott! II. Teilt Gott was mit aus Gütigkeit,/ so acht ich keiner Feinde Neid;/ laß hassen, wers nicht lassen kann,/ ich stimme doch mit Freuden an:/ Das waͤlte Gott! I2. Tu ich dann was mit Gottes Rat,/ der mir beistehet früh und spat,/ dann alles wohl geraten muß;/ drum sprech ich nochmals zum Beschluß:/ Das walte Gott! Joh. Betichius, 1 1722. Ehe und Hausstand 408 Mel. Micht so traurig, nicht so sehr.“ J. Voller Wunder, voller Kunst,/ voll von hoher Weis— heit Preis,/ voller Sulde, Gnad und Gunst,/ Cabsal bei des Cebens Schweiß,/ voller Wunder, sag ich noch,/ ist der keuschen Liebe Joch. 2. Die sich nach dem Angesicht/ niemals je zuvor ge⸗ kannt,/ auch sonst im geringsten nicht/ mit Gedanken zu⸗ gewandt,/ derer Herzen, derer Sand/ knüpft Gott in ein Liebesband. 3. Dieser Vater zieht sein Kind,/ jener seins dagegen auf,/ beide treibt ihr sondrer Wind,/ ihre sondre Bahn und Cauf; aͤber wenn die Zeit nun dar,/ wirds ein wohl⸗ geratnes Paar. J. Hier wächst ein geschickter Sohn,/ dort ein edle Tochter zu;/ eines ist des andern Kron,/ eines ist des andern Ruh,/ eines ist des andern Licht,/ wissens aber beide nicht. 5. Bis solang es dem beliebt,/ der die Welt im Schoße hält/ und zur rechten Stunde gibt/ jedem, was ihm wohl⸗ gefaͤllt:/ da erscheint im Werk und Tat/ der so tief ver⸗ borgne Rat. 7²⁹ SS III ———— ————————— 408 Ehe und 6. Jeder findet, jeder nimmt,/ was der Höchst ihm aus— ersehn;/ was im Himmel ist bestimmt,/ pflegt auf Erden zu geschehn,/ und was dann nun so geschicht,/ das ist sehr wohl ausgericht't. 7. Gfters denkt man: das und dies/ hätte können besser sein;/ aber wie die Finsternis/ nicht erreicht den Sonnen— schein,/ also geht auch Menschensinn/ hinter Gottes Weis— heit hin. 8. Caß zusammen, was Gott fuͤgt;/ der weiß, wies am besten sei;/ unser Denken fehlt und trügt,/ sein Gedank ist mangelfrei;/ Gottes Werk haͤt festen Fuß,/ wenn sonst alles fallen muß. 9. Siehe frommen Kindern zu,/ die im heilgen Stande stehn,/ wie so wohl Gott ihnen tu,/ wie so schön er lasse gehn/ alle Taten ihrer Saͤnd/ auf ein gutes, selges End. J0. Ihrer Tugend werter Ruhm/ steht in steter voller Blüt;/ wenn sonst aller Ciebe Blum/ als ein Schatten sich verzieht,/ und wenn aufhört alle Treu,/ ist doch ihre Treue neu. II. Ihre Lieb ist immer frisch/ und verjüngt sich fort und fort;/ Ciebe zieret ihren Tisch/ und versuͤßet alle Wort;/ Liebe gibt dem Herzen Rast/ in der müh und Sorgenlast. I2. Gehts nicht allzeit, wie es soll,/ ist doch diese Liebe still,/ hält sich in dem Rreuze wohl, denkt, es sei des Serren Will,/ und versichert sich mit Freud/ einer künftig bessern Zeit. I3. Unterdessen geht und fleußt/ Gottes reicher Segens⸗ bach,/ speist die Ceiber, traͤnkt den Geist,/ staͤrkt des Hauses Grund und Dach,/ und was klein, gering und bloß,/ macht er mächtig, viel und groß. I4. Endlich, wenn nun ganz vollbracht,/ was Gott hier in dieser Welt/ frommen Kindern zugedacht,/ nimmt er sie ins Himmelszelt/ und drückt sie mit großer Cust/ selbst an seinen Mund und Brust. I5. Wun so bleibt ja voller Gunst,/ voll von hoher Weisheit Preis,/ voller Wunder, voller Runst,/ Cabsal bei des Cebens Schweiß,/ voller Wunder, sag ich noch,/ bleibt der keuschen Ciebe Joch. Paul Gerhardt, 4 1676. 73⁰ ö — 66444— õe und m aus⸗ Erden ist sehr besser onnen⸗ Weis⸗ ies am ank ist 1 sonst tande r lasse End. voller en sich h ihre rt und ort;/ enlast. Ciebe erren nSeit. egens⸗ auses loß,/ t hier er sie bst an hoher al bei och,/ 1676⁶. ö ö Hausstand 4⁰9 4⁰ Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern. Frankfurt a. M. I599. ů— Wie schön ists doch, Herr Je⸗su Cbrist, /im Stan⸗de, Wie steigt und neigt sich dei⸗ ne Gab/ und al⸗les RIIRIRT da dein Se⸗gen ist,/ im Staͤnde heil⸗-ger E-hel Gut so mild her⸗aͤbh&ðä6ìíc aus dei⸗ ner—.— gen Sö-he, J. ö ö —— wenn sich/ an dich/ flei⸗ßig hal⸗ten/ Jung und 9060 ten,/ — ů.—.——.. ——— ö ö—=— die im Or⸗ den ei⸗ nes Le⸗-bens ei⸗ nig wor⸗den. 2. Wenn Nann und Weib sich wohl verstehn/ und Sand in Hand durchs Leben gehn/ im Bunde reiner Treue,/ da blüht das Glück von Jahr zu Jahr,/ da sieht man, wie der Engel Schaͤr/ im Himmel selbst sich freue./ Kein Sturm,/ kein Wurm/ kann zerschlaͤgen,/ kann zernagen,/ was Gott gibet/ dem Paar, das in ihm sich liebet. 3. Der Nann wird einem Baume gleich,/ an Ästen schon, an Zweigen reich,/ das Weib gleicht einem Reben,/ der seine Träublein trägt und nährt/ und sich je mehr und mehr vermehrt/ mit Früchten, die da leben./ Wohl dir,/ o Zier,/ Manneswonne,/ Hausessonne,/ Ehrenkronel/ Gott denkt dein auf seinem Throne. 4. Sei gutes Nuts! Nicht Menschenhand/ hat aͤufge— richtet solchen Stand: /es ist ein hohrer Vater;/ der haͤt uns je und je geliebt/ und bleibt, wenn unsre Sorg uns trübt,/ der beste Freund und Rater./ Anfang,/ Ausgang/ aller Sachen,/ die zu machen/ wir gedenken,/ wird er wohl und weislich lenken. 331 41⁰ Ehe und 5. Iwar bleibts nicht aus, es kommt ja wohl/ ein Stünd⸗ lein, da man Leides voll/ die Tränen lässet fließen;/ doch wer sich still und in Geduld/ ergibt, des Leid wird Gottes Huld/ in großen Freuden schließen./ Zage,/ trage/ nur ein wenig!/ Unser Rönig/ wird behende/ maͤchen, daß die Angst sich wende. 6. Wohl denn, mein Rönig, nah herzul/ Gib Rat in Kreuz, in Vöten Ruh,/ in Ängsten Trost und Freudel/ Des sollst du haben Ruhm und Preis;/ wir wollen singen bester Weis/ und danken alle beide,/ bis wir/ bei dir,/ deinen Willen/ zu erfüllen,/ deinen Namen ewig loben werden. Amen! Paul Gerhardt, + 1676. Mel. werde munter, mein Gemüte(Nr. 388). J. Sorge doch für meine Rinder,/ Vater, nimm dich ihrer an;/ ob sie gleich vor dir sind Sünder,/ sind sie dir doch zugetan,/ und du hast sie in der Tauf/ väterlich ge⸗ nommen auf,/ daß sie, wenn sie sollten sterben,/ waͤren deines Reiches Erben. 2. Du hast sie bisher ernähret/ und so manchem Un⸗ glücksfall/ mehr als väterlich gewehret,/ der sie hier und überall/ hatt in Angst und Not gestuͤrzt,/ ja das Leben ab⸗ gekürzt;/ aber deine Vatertreue ôbleibt bei ihnen täglich neue. 3. Sollt ich nicht fuͤr solche Güte/ immer dir verpflichtet sein/ und mit dankbarem Gemüte/ solchen Glücks⸗ und Segensschein/ rühmen und vor jedermann/ deine Wohl⸗ tat zeigen an,/ ach so můßt ich ganz vermessen/ Gottes, meines Heils, vergessen. 4. Sammeln andre große Schätze,/ suchen in der Welt ihr Heil,/ daß sie Geld und Gut ergötze,/ so bist du mein einzig Teil./ Bleib auch meiner Kinder Gott,/ lasse sie in keiner Not/ und in keinem Rreuz verderben,/ bis sie end⸗ lich selig sterben. S. Der du sie bisher erhalten,/ wollest stets ihr Schützer sein,/ wollst in Gnaden ihrer walten,/ bricht Gefahr fůr sie herein./ Regt in ihrer eignen Brust/ sich mit Macht die 232 dich sie dir ch ge⸗ vären Un⸗ rund nab⸗ neue. ichtet und Hohl⸗ 'ttes, Welt mein ie in end⸗ ützer r sie t die Hausstand 4II böse Cust: /gib dann, daß sie mutig kämpfen/ und den Reiz der Sünde dämpfen. 6. Schütze sie vor bösen Ceuten/ und vor der Verführer Schar,/ daß ihr Fuß nicht möge gleiten;/ laß sie ihre Lebensjahr/ in der Gnade bringen zu,/ bis du sie, wie mich, zur Ruh/ wirst ins kühle Grab versenken/ und die Selig⸗ keit uns schenken. 7. Rönnen sie in diesem Leben/ hier und wo es dir gefaͤllt,/ was zu deiner Ehre geben,/ so laß in der ganzen Welt/ ihnen, wo sie immer gehn,/ deine Furcht vor Augen stehn,/ daß sie dich im Tun und Lassen/ stets in ihre Herzen fassen. 8. Gönne mir die große Freude,/ daß einst an dem jüngsten Tag/ nach so vielem Rreuz und Leide/ ich mit Jauchzen sagen mag: JLiebster Vater, ich bin hier/ und die Kinder, die du mir/ hast in jener Welt bescheret;/ ewig sei dein Nam geehret! Ludwig Seinrich Schlosser, 1723. Mel. Seelenbräutigam.— 41 1 Adam Drese, I690. W 1— T 4 e⸗su, geh vor⸗ an/ auf der ——— III— + Le⸗bens⸗bahn,/ und wir wol⸗len D 1— 153——— 1 5% f——3——— ö 1 nicht ver⸗ wei⸗len,/ dir ge⸗treu⸗lich nach⸗zu⸗ ei⸗len;/ 4 I fuͤhr uns an der Sand/ bis ins Va⸗ter⸗land. 2. Solls uns hart ergehn,/ laß uns feste stehn/ und auch in den schwersten Tagen/ niemals über Casten klagen;/ denn durch Truͤbsal hier/ geht der Weg zu dir. 233 412 Ehe und 3. Rühret eigner Schmerz/ irgend unser Herz,/ kum⸗ mert uns ein fremdes Leiden,/ o so gib Geduld zu beiden;/ richte unsern Sinn/ auf das Ende hin. 7. Ordne unsern Gang,/ Jesu, lebenslang;/ führst du uns durch rauhe Wege,/ gib uns auch die nötge Pflege;/ tu uns nach dem Lauf/ deine Tuͤre auf. Mikolaus Ludwig Graf v. Zinzendorf, 4 1760. 4⁴² ů mel. O Zesu Christ, meins Lebens Licht Ir. 359. J. Wohl einem Saus, da Jesus Christ/ allein das All in allem ist!/ Ja, wenn er nicht darinnen wär,/ so stund es oͤd und wüst und leer. 2. Wohl ihm, wenn Mann und Weib und Rind/ im rechten Glauben einig sind,/ zu dienen ihrem Serrn und Gott/ nach seinem Willen und Gebot. 3. Wohl, wenn ein solches Haus der welt/ ein Vorbild or die Augen stellt,/ daß ohne Gottesdienst im Geist/ das außre Werk nichts ist, noch heißt. 8 7. Wohl, wenn der Berzen fromm Gebet bestaͤndig in die Hoͤhe geht,/ und man nichts treibet fort und fort/ als ö Gottes Werk und Gottes Wort. ö 5. Wohl, wenn im äußerlichen Stand/ mit fleißiger, ge⸗ treuer Hand/ ein jegliches nach seiner Art/ im Glauben seine Pflicht bewahrt. 6. Wohl, wenn die Eltern gläubig sind,/ und wenn sie Rind und KRindeskind/ versäumen nicht am ewgen Glück,/ 0 so bleibet ihrer beins zurück. 7. Wohl solchem Haus, denn es gedeiht,/ die Eltern werden hocherfreut,/ und ihren Kindern sieht mans an,/ P. wie Gott die Seinen segnen kann. 8. So mach ich denn zu dieser Stund/ samt meinem 1 Bause diesen Bund: Wenn alles Volk vom Herren wich,/ b so dienen wir ihm ewiglich. Cbrist. Rarl Cudwig v. Pfeil, I78 33⁴ he und kuͤm⸗ eiden;/ ö ö ihrst du flege;/ f.+ I7⁵⁰ All in d es öd %%im n und orbild das dig in als r, ge⸗ uben in sie ück,/ Itern an,/ nem ich,/ 17⁸⁶ Hausstand 413 413 Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern(Nr. 400). J. Ich und mein Haus, wir sind bereit,/ dir, Serr, die ganze Cebenszeit/ mit Seel und Ceib zu dienen./ Du sollst der Herr im Hause sein;/ gib deinen Segen nur darein,/ daß wir dir willig dienen./ Eine/ kleine,/ fromme, reine/ Hausgemeine/ mach aus allen. Dir nur soll sie wohl⸗ gefallen. 2. Es wirke durch dein kräftig Wort/ dein guter Geist stets fort und fort/ an unser aller Seelen;/ es leucht uns wie das Sonnenlicht,/ damits am rechten Lichte nicht/ im Hause möge fehlen./ Reiche/ gleiche/ Seelenspeise/ auch zur Reise/ durch dies Leben/ uns, die wir uns dir ergeben. 3. Gieß deinen Frieden auf das Saus/ und alle, die drin wohnen, aus,/ im Glauben uns verbinde;/ laß uns in Liebe allezeit/ zum Dulden, Tragen sein bereit,/ demütig, sanft und linde./ Liebe/ uͤbe/ jede Seele;/ keinem fehle,/ dran man kennet/ den, der sich den Deinen nennet. 4. Caß unser Haus gegründet sein/ auf deine Gnade ganz allein/ und deine große Gute./ Auch laß uns in der Nächte Graun/ auf deine treue Silfe schaun/ mit kind⸗ lichem Gemüte;/ selig,/ fröhlich,/ selbst mit Schmerzen/ in dem Herzen/ dir uns lassen/ und dann in Geduld uns fassen. 5. Gibst du uns irdisch Glück ins Haus,/ so schließ den Stolz, die Weltlust aus,/ des Reichtums boͤse Gaͤste;/ denn wenn das Herz an Demut leer/ und voll von eitler Weltlust wär,/ so fehlte uns das Beste:/ jene/ schoͤne,/ tiefe, stille/ Gnaͤdenfülle,/ die mit Schätzen/ einer Welt nicht zu er⸗ setzen. E. Und endlich flehn wir allermeist,/ daß in dem Saus kein andrer Geist/ als nur dein Geist regiere;/ daß er, der alles wohl bestellt/ und gute Zucht und Ordnung hält,/ uns alles lieblich ziere./ Sende,/ spende/ ihn uns allen,/ bis wir wallen/ heim und droben/ dich in deinem Hause loben. Philipp Spitta, I859. 335 414 Ehe und Hausstand 41 4 Sranzõ sischer Psalter, 1547. 4 +—— ö— F 1 O se⸗lig Saus, wo man dich auf⸗ge⸗ nom⸗ men,/ Uwo un-ter al⸗-len Gä⸗sten, die da kom⸗ men,/ — ö ů 3— ů—0 ö—— — du wahrer See⸗len⸗freund, Serr Je⸗ su Christl du der ge⸗fei⸗ert⸗ste und lieb ⸗ste bist; 12—— ——.— II III..II.. wo al⸗ler Ser⸗zen dir ent⸗ge⸗genschlaͤgen/ und al ⸗ler ů 21—. ö—— SS SI.IIIII.I.IIIIII....* Au⸗gen freu⸗dig auf dich sehn;/ wo alẽler CLippen dein Ge⸗ — — +.——. — 2 2 EE bot er⸗fra⸗gen/ und al⸗le dei⸗nes Winks ge⸗wär⸗tig stehn. 2. O selig Saus, wo Nann und Weib in einer,/ in deiner Liebe eines Geistes sind,/ als beide eines Beils gewürdigt, keiner/ im Glaubensgrunde anders ist gesinnt;/ wo beide unzertrennbar an dir hangen/ in Lieb und Ceid, Gemach und Ungemach,/ und nur bei dir zu bleiben stets verlangen/ an jedem guten, wie am bösen Tag! 3. O selig Haus, wo man die lieben Kleinen/ mit Händen des Gebets ans Herz dir legt,/ du Freund der Rinder, der sie als die Seinen/ mit mehr als Mutterliebe hegt und pflegt;/ wo sie zu deinen Füßen gern sich sammeln/ und horchen deiner süßen Rede zu/ und lernen früh dein CLob mit Freuden stammeln,/ sich deiner freun, du lieber Seiland, dul 4. O selig Saus, wo Knecht und Magd dich kennen/ und wissend, wessen Augen auf sie sehn,/ bei allem Werk in einem Eifer brennen,/ daß es nach deinem Willen mag — sstand ter, 1547. stehn. deiner irdigt, beide emach ngen/ anden der sie legt;/ rchen mit d/ dul und rk in mag Trauung ⸗Obrigkeit 415416 geschehn;/ als deine Diener, deine Sausgenossen,/ in Demut willig und in Liebe frei,/ das Ihre schaffen, froh und un⸗ verdrossen,/ in kleinen Dingen zeigen große Treul 5. O selig Saus, wo du die Freude teilest,/ wo man bei keiner Freude dein vergißt!/ GO selig Baus, wo du die Wunden heilest/ und aller Arzt und aller Tröster bist;/ bis jeder einst sein Tagewerk vollendet,/ und bis sie endlich alle ziehen aus/ dahin, woher der Vater dich gesendet,/ ins große, freie, schöne Vaterhaus. Philipp Spitta, + I859. 415 Vor der Trauung Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern(Nr. 400). J. Von dir, du Gott der Einigkeit,/ ward einst der Ehe⸗ bund geweiht;/ von dir kommt auch der Segen./ O segn auch jetzt von deinen Zöhn,/ die hier vor deinem Antlitz stehn,/ um Hand in Hand zu legen./ CLCaß sie,/ Vater,/ dir ergeben,/ einig leben,/ treu sich lieben/ und in deinem Wort sich uͤben. Nach der Trauung 2. Wimm sie in deine Vaterhut,/ halt ihren Sinn bei frohem Mut,/ ihr Herz dem Himmel offen,/ und lehre sie, sich deiner freun,/ ein derz und eine Seele sein/ im Glauben, Cieben, Soffen!/ Caß sie,/ Vater,/ dir ergeben,/ glücklich leben,/ freudig sterben/ und vereint den Himmel erben. Georg Ernst Waldau, f I817. Obrigkeit 416 Mel. Aus meines Serzens Grunde(Nr. 365). I. Jehova, Serr und König/ der Rönige und Berrn,/ dir sind wir untertänig,/ du herrschest nah und fern;/ du Herr im Himmelszelt,/ laß unter deinem Leiten/ bestehn die Obrigkeiten,/ zu herrschen in der Welt. 737 ———ß——— 41⁷7 Predigtamt 2. Es zeugen deine Knechte,/ daß keine Obrigkeit/ als nur durch deine Rechte/ und deine Macht gebeut./ Du hast sie hoch geschätzt;/ wer ihr zuwider lebet,/ der trotzt und widerstrebet/ dem, was du hast gesetzt. 3. Du Gott der Ordnung, lehre/ mich selbst durch deinen Geist,/ daß ich die Obern ehre,/ wie uns dein Wort es heißt./ Sie tragen ja dein Bild;/ gib, daß ich Demut uͤbe/ und sie mit Ehrfurcht liebe,/ so wird dein Wort erfuͤllt. 4. Verleihe deine Güͤte/ und sende Recht und Licht;/ gib ihnen ins Gemüte/ viel Weisheit zum Gericht./ Du herrschest selbst im Cand;/ das Herz der Obrigkeiten/ kannst du wie Bäche leiten;/ es steht in deiner Band. S. Gib, daß durch ihr Regieren/ wir mit Jufriedenheit/ ein ruhig Ceben fuͤhren/ in wahrer Frömmigkeit./ Laß sie die Pfleger sein/ der gläubigen Gemeinde/ und als getreue Freunde/ ihr heilge Sorgfalt weihn. 6. Die uns allhier regieren,/ Herr, die regiere du;/ laß deinen Geist sie führen,/ dein Rat sprech ihnen zu./ Zerr Gott, du segnest gern;/ o, walte du hienieden,/ gib deinem Volke Frieden/ durch Jesum, unsern Serrn. Nach Phil. Friedrich Siller, T769. Predigtamt 4— Mel. Wie schon leuchtet der Morgenstern(Nr. 400). J. O ZJesu, Serr der Serrlichkeit,/ du Rönig deiner Christenheit,/ du Hirte deiner HBerde,/ du siehst auf die er⸗ löste Welt,/ regierst sie, wie es dir gefällt,/ sorgst, daß sie selig werde./ Von dir/ sind wir/ auch erwählet,/ zuge⸗ zählet/ den Erlösten,/ die du segnen willst und troͤsten. 2. Wohl deinem Volk, daß du es liebst,/ nach deinem Sinn ihm Sirten gibst,/ die es zum Simmel fuhren,/ und die voll Eifer, Geist und Kraft,/ voll Glauben, Liebe, Wissenschaft/ das Serz der Sünder rühren./ Treue/ Birten/ laß den Seelen/ niemals fehlen,/ daß die Herden/ mit den Hirten selig werden. 338 gtamt it/ als du hast tzt und deinen hort es t uůͤbe/ Ilt. ;/ gib Du kannst nheit/ aß sie zetreue laß Herr seinem +1769. deiner die er⸗ aß sie zuge⸗ 20 inem und iebe, ee den/ Allgemeine Not 418 3. Wir nehmen hier von deiner hand/ den Lehrer, den du uns gesandt;/ err, segne sein Geschaftel/ Die Seelen, die sich ihm vertraun,/ durch Lehr und Ceben zu erbaun, /gib Weisheit ihm und Rräfte./ Cehr ihn,/ hilf ihm/ tun und leiten,/ dulden, streiten,/ beten, wachen,/ selig sich und uns zu machen. 4. Herr, deinen Geist laß auf ihm ruhn;/ laß ihn sein Amt mit Freuden tun;/ nichts sei, das ihn betruͤbe!/ Wenn er uns deine Wahrheit lehrt,/ gib uns ein Herz, das folgsam hoͤrt,/ ein Herz voll treuer Ciebe. /Lehrer,/ Hörer/ laß in Freundschaft/ und Gemeinschaft/ feste stehen/ und den Weg zum Himmel gehen. 5. Wenn einst dein großer Taͤg erscheint,/ laß unsern Lehrer, unsern Freund,/ uns dir entgegenfuͤhren./ Du gibst ihm unter seine Hand/ die Seelen als ein teures Pfand;/ laß keine ihn verlieren./ Jesu,/ hilf du,/ beut die Zände,/ daß am Ende/ Hirt und Herde/ treu vor dir erfunden werde. 6. Sei uns gesegnet, Knecht des Herrn!/ Wir heißen dich willkommen gern/ in Jesu Christi Namen./ O Birte, nimm uns bei der Hand,/ führ uns zum ewgen Vaterland./ Gott mit dir! Amen! Amen!/ Mit dir/ gehn wir/ durch die Leiden/ dieser Zeiten/ zu dem CLeben,/ das uns unser Gott will geben. Daniel Rarl Bickel, 4ISog. Allgemeine Wot 41 8 Franzs sischer Psalter, 1547. ö— D.e.— J. Wenn wir in höchsten Nö⸗ten sein/ und — —— 2 ᷣù—.— wis⸗sen nicht, wo aus noch ein,/ und fin ⸗den we ⸗der Hilf —.— 1..—— —— T— 22— —*—— EEE noch Rat,/ ob wir gleich sor⸗gen früh und spat: 173 419 Allgemeine Not 2. So ist dies unser Trost allein,/ daß wir zusammen ins— gemein/ anrufen dich, o treuer Gott,/ um Rettung aus der Angst und Not, 3. Und heben unser Aug und Herz/ zu dir in wahrer Reu und Schmerz/ und bitten um Begnaͤdigung/ und aller Strafen Cinderung, J. Die du verheißest gnädiglich/ all denen, die drum bitten dich/ im Namen des Herrn Jesu Christ,/ der unser Heil und Mittler ist. 5. Drum kommen wir, o Herre Gott,/ und klagen dir all unsre Not,/ weil wir jetzt stehn verlassen gar/ in großer Trübsal und Gefahr. 6. Sieh nicht an unsre Sünden groß,/ sprich uns davon in Gnaden los,/ steh uns in unserm Elend bei,/ mach uns von allen Plagen frei; 7. Auf daß von Serzen können wir m/ nachmals mit Freuden danken dir,/ gehorsam sein nach deinem Wort,/ dich allzeit preisen hier und dort. Paul Eber, + 1569. Mel. Da Christus geboren war.(Vorreformatorisch.) Würnberg 1543. Leib und Seel,/ der du ken⸗nest al⸗les CLeid/ dei⸗ner ar⸗ men n dne in,e.—— ä TT 1 1..4—..— I...—— Chri⸗ sten⸗heit;/ o du Wäch⸗ter, der du nicht/ schläfst noch + 2——.—— n n E.. E schlum⸗merst, zu uns richt/ jetzt dein hilf⸗reich An⸗ge⸗sichtl MVot in ins; us der r Reu aller bitten il und dir all troßer davon h uns s mit ort,/ +J569. Allgemeine Not 42⁰ 2. Schau, wie große Wot und Mual/ trifft dein Volk jetzt Uberalll/ Täglich wird der Trübsal mehr:/ hilf, ach hilf, schůtz deine Ehrl/ Ach wir Armen, wir vergehn,/ Trost wir nicht vor Augen sehn,/ wo du nicht bei uns wirst stehn. 3. Kläglich schreien wir zu dir,/ klopfen an die Gnaden⸗ tür,/ wir, die du mit höchstem Ruhm/ hast erkauft zum Eigentum./ Dein Erbarmen hat kein End,/ deines Vaters Zorn abwend,/ der jetzt wie ein Feuer brennt. 4. JZesu, der du Jesus heißt,/ als ein Jesus Hilfe leistl/ Zilf mit deiner starken Hand,/ Menschenhilf hat sich ge⸗ wandt;/ eine Mauer um uns bau,/ daß dem Feinde davor grau,/ er mit Zittern sie anschau. S. Höchster Sort, Immanuel,/ du Beschützer meiner Seel,/ Gott mit uns in aller Not,/ Gott um uns und in uns Gott,/ Gott fuͤr uns zu aller Zeit!/ Trotz dem, der uns tut ein CLeid;/ Gottes Straf ist ihm bereit. 6. Du, des Vaters starker Arm,/ komm und unser dich erbarm;/ laß jetzt sehen deine Macht,/ drauf wir hoffen Tag und Nacht;/ aller Feinde Rotten trenn,/ daß dich alle Welt erkenn,/ aller Herren Serrn dich nenn. 7. Du bist ja der Zeld und Mann,/ der den KRriegen steuern kann,/ der da Spieß und Schwert zerbricht,/ der die Bogen macht zunicht,/ der die Wagen gar verbrennt,/ der der Menschen Serzen wendt,/ daß der Krieg gewinnt ein End. 8. O du wahrer Friedensfürst,/ der der Schlange Ropf zerknirscht/ und durch seinen Kreuzestod/ Frieden wieder⸗ bracht bei Gott,/ gib uns Frieden gnädiglich!/ So wird dein Volk freuen sich/ und dich preisen ewiglich. Johann Seermann, 1 1647. 42⁰ Mel. Serzlich tut mich verlangen(Nr. 440. J. In tiefen Angsten schreien/ wir dich, Erbarmer, an,- dich, der allein befreien,/ allein erhören kann./ Bast du denn ganz verborgen/ dein Vaterangesicht?/ RKommt uns in finstern Sorgen/ nicht mehr ein Strahl von Licht? 4341 421 Rrieg und 2. Die Not von so viel Seiten/ beraubt uns aller Ruh;/ wir sehn dem Sturm der Zeiten/ mit baͤngem Serzen zu./ Die Silfe im Gedränge,/ wonach das Auge tränt,/ ver— zieht sich in die Cänge/ und ist noch nicht ersehnt. 3. Wir fallen, muůd im Herzen,/ nachts auf die Lagerstatt/ und träumen, was mit Schmerzen/ uns tags gefoltert hat;/ erwachen wir, so beben/ wir vor der neuen Last./ Wie qualvoll ist dies Ceben!/ Herr, wir erliegen fast! J. Willst Du noch länger schweigen/ zu unserm Kummer⸗ stand,/ nicht uns Verlaßnen zeigen/ die Allmacht deiner Hand? /Caß endlich dich bewegen!/ Errett uns, dir zum Ruhm! /Rehr doch den Fluch in Segen,/ das Leid in Freuden um! S. Verdienten wir als Sünder/ die Rut, ach so vergib;/ hab uns und unsre Kinder/ in Christo dennoch lieb!/ Gib uns, daß wir dich ehren,/ den Sinn, der dir gefaͤlltlàX/ Romm, komm, uns zu erhören,/ Erbarmer aller Welt! Joh. Sottfried Schöner, + 1818. Krieg und Frieden 42¹ Mürnberg 153J. Ver⸗leih uns Wnen— ¶Herr Gott, zu unsern 1— 1—— Den ————— 2—— Jei⸗ten;/ es ist ja doch kein and⸗rer nicht,/ der für uns — 4— ö—— 2—.—8.w18.3—.. könn⸗te strei ⸗ten,/ denn du, un ⸗ser Gott, al⸗-Iei⸗ ne. Nach dem altkirchlichen Lied von Martin Luther, 4 1546. +CO+VI 4—7 — III * — 46643 gund Ruh;/ zu./ ver⸗ rstatt/ hat;/ Wie mmer⸗ deiner r zum eid in gib;/ Gib älltlæ/ tl + I818. — 125 r uns Frieden 422 mel. Nun lob, mein Seel, den Serren. Augsburg 1540. E.——— P — 9———.4. ö EEE—. DDRs‚‚ 5 — Gott⸗lob! nun ist er⸗schol ⸗älen/ das ed ⸗ le daß nunmehr ru-hen sol ⸗len/ die Spieß und — —— ——— — I Fried⸗ und Freu⸗-den⸗wort, Schwer-ter und ihr Mord!/ Wohlauf! und nimm nun 14——„—.——.———, 140 en nn n. I.. wie⸗ der/ dein Sai⸗ten⸗spiel her⸗ vor, O Deutschland, S... und sing Lie⸗-der/ im ho-hen, vol⸗len Chor;/ er⸗ — n unn— — +.J—* f ... he⸗be dein Ge⸗ mů⸗te/ zu dei⸗nem Gott und sprich:/ err, —.—.—1 S——— D.. SR E.... Ee—— EE— 2 dei⸗ne Gnad und Guͤ⸗ te/ bleibt den-noch e wig ⸗lich!“ 2. Sei tausendmal willkommen,/ du teure, werte Friedensgab!/ Jetzt sehn wir, was für Frommen/ dein Beiunswohnen in sich hab./ In dich hat Gott versenket/ all unser Gluͤck und Heil;/ wer dich betrübt und kränket,/ der druͤckt sich selbst den Pfeil/ des Herzleids in das Herze/ und löscht aus Unverstand/ die güldne Freudenkerze/ mit seiner eignen Hand. 3. Ach laß dich doch erwecken!/ Wach auf, wach auf, du harte Welt,/ eh als das letzte Schrecken/ dich schnell und 7³³ 423424 Mißwachs und Teurung plötzlich überfällt. Wer aber Christum liebet,/ sei uner⸗ schrocknen Muts;/ der Friede, den er gibet,/ bedeutet alles Guts./ Er will die Cehre geben:/ das Ende naht herzu,/ da sollt ihr bei Gott leben/ in Fried und ewger Ruh. Daul Gerhardt, 1648. 423 Mel. MNun danket alle Sott(Mr. 13)0. J. Herr Gott, dich loben wir,/ wir preisen deine Guͤte,/ wir rühmen deine Macht/ mit herzlichem Gemüte;/ es steiget unser Lied/ bis an des Simmels Tür/ und tönt mit großem Schall:/ Herr Gott, dich loben wir! 2. Herr Gott, dich loben wir/ fuͤr deine großen Gnaden,/ daß du das Vaterland/ von Rriegeslaͤst entladen,/ daß du uns blicken läßt/ des guůͤldnen Friedens Zier;/ drum jauchzet alles Volk:/ Herr Gott, dich loben wirl! 3. Herr Gott, dich loben wir,/ die wir in langen Jahren/ der Waffen schweres Joch/ und frechen Grimm erfahren;/ jetzt rühmet unser Mund/ mit herzlicher Begier:/ Gottlob, wir sind in Ruh!/ Herr Gott, wir danken dir! 4. Herr Gott, dich loben wir,/ daß du uns zwar ge⸗ strafet,/ jedoch in deinem Zorn/ nicht gar hast weggeraffet./ Es hat die Vaterhand/ uns deine Gnaͤdentür/ jetzt wieder aufgetan;/ Herr Gott, wir danken dir! 5. Herr Gott, wir danken dir/ und bitten, du wollst geben,/ daß wir auch künftig stets/ in guter Ruhe leben./ Rrön uns mit deinem Gut,/ erfülle fuͤr und fuͤr,/ o Vater, unsern Wunsch;/ Herr Gott, wir danken dir! Johann Franck, 1648. WMißwachs und Teurung 424 Mel. ZJesu, hilf siegen, du Fürste des Lebens(Nr. 240. J. Christen erwarten in allerlei Faͤllen/ Jesum mit seiner allmäͤchtigen sand;/ mitten in Stürmen und tobenden Wellen/ sind sie gebauet auf felsiges Cand./ Wenn sie die Naͤchte der Trübsal bedecken,/ kann doch ihr Grauen sie wenig erschrecken. ** rung uner⸗ alles rzu,/ „I648. üte,/ ö es t mit den,/ aß du uchzet õren/ eenz/ ttlob, r ge⸗ ffet./ dieder vollst en./ ater, 1648. Mißwachs und Teurung 424 2. Jauchzen die Feinde zur Rechten und Linken,/ drohet und hauet ihr blinkendes Schwert,/ lassen doch Christen die Häupter nicht sinken,/ denen sich Jesus im Herzen verklärt./ Wüten die Feinde mit Schnaͤuben und Toben,/ schaun doch die Christen voll Trostes nach oben. 3. Geben die Felder den Samen nicht wieder,/ bringen die Gärten und Auen nichts ein,/ schlagen die Schloßen die Fruͤchte danieder,/ brennen die Berge von hitzigem Schein:/ kann doch ihr Serze den Frieden erhaͤlten,/ weil es den Schöpfer in allem läßt walten. 4. Viele verzehren in ängstlichem Sorgen/ Rräfte, Ge⸗ sundheit und Rürze der Zeit,/ da doch im Rate des Höchsten verborgen,/ wann und wo jedem sein Ende bereit./ Sind es nicht alles unnötige Schmerzen,/ die ihr euch machet, ihr törichten Berzen? Ss. Zweifel und Schmerzen verderben die Frommen;/ Glauben und Zoffen bringt Ehre bei Gott; /Seele, ver⸗ langst du zur Ruhe zu kommen,/ hoffe geduldig in Jammer und Not!/ Ob auch die göttliche Silfe verborgen,/ traue dem Söchsten und meide die Sorgen! 6. Gutes und alle erbetenen Gaben/ folgen dir, bis man dich leget ins Grab,/ ja, du wirst selber den dimmel noch haben;/ ei, warum sagst du den Sorgen nicht ab?/ Werde doch in dir recht ruhig und stille!/ Das ist des Vaters, des ewigen, Wille. 7. Völlige Wonne, verklärete Freude,/ himmlische Güter, undenkliches Seil/ werden dir dort auf der ewigen Weide/ unter den Menschen und Engeln zu teil,/ wenn einst in Berrlichkeit Christus wird kommen/ und zu sich sammeln die Herde der Frommen. 8. Seine allmächtige Stärke beweiset/ in den Ohn— mächtigen mächtige Kraft;/ dann wird alleine sein Name gepreiset,/ wenn er den Jaͤgenden Freudigkeit schafft./ Darum, o Jesu, gib, daß ich dir traue,/ wenn ich die Silfe nicht sichtbarlich schaue. Cbrist. Ludw. Edeling, 1742. I5 4⁴⁵ Ernte 42⁵ 67 O daß ich tausend Zungen hätte. Frankfurt a. M. I738. SSSSSIIIIII 35 O Gott, von dem wir al⸗-les ha⸗ben,/ die [du ua ber tei⸗lest dei ne Ga⸗ben/ recht ——— ů..— 5 EEE E.—— e ö Welt ist ein sehr gro⸗ßes Saus wie ein Va⸗ ter drinnen aus. 7 Dein Se⸗gen macht uns ——— In Ein dn DII al le reich;/ ach lie⸗ ber Gott, wer ist dir gleich? 2. Wer kann die Menschen alle zaͤhlen,/ die heut bei dir zu Tische gehn?/ Doch darf die Notdurft keinem fehlen,/ denn 9 du weißt allen vorzustehn/ und schaffest, daß ein jedes Cand/ sein Brot empfängt aus deiner Sand. 3. Du machst, daß man auf Zoffnung säͤet/ und endlich auch die Frucht genießt./ Der Wind, der durch die Felder wehet,/ die Wolke, so das Cand begießt,/ des Simmels Tau, der Sonne Strahl/ sind deine Diener allzumal. 7. Und also wächst des Menschen Speise,/ der Acker selbst wird ihm zum Brot,/ es mehret sich vielfaͤltger Weise,/ was anfangs schien, als wär es tot,/ bis in der Ernte jung und alt/ erlanget seinen Unterhaͤlt. 5. Nun, Herr, wer kanns genug bedenken?/ Der Wunder sind hier gar zu viel./ Soviel als du kann niemand schenken,/ und dein Erbarmen haͤt kein Ziel;/ denn immer wird uns mehr beschert,/ als wir zusammen alle wert. x 6. Wir wollen es auch nie vergessen,/ was uns dein Segen träget ein;/ ein jeder Bissen, den wir essen,/ soll deines Na⸗ ö mens Denkmal sein;/ und Herz und Mund soll lebenslang/ für unsre Nahrung sagen Dank. Raspar Neumann, I7IS. Ernte 32⁰ 4²2 mel. Unser Serr scher, un ser König. Bremen 1680. 0 66— e, Ki. — 2 EDEDEEII 25 7 * Herr im Bim-mel, Gott auf Er den,/ CLaß den Mund voll Lo⸗ bes wer⸗den,/ Herr⸗scher die⸗ser gan-zen Welt!! da man dir zu Fü⸗ßen fällt, ——411— Ern⸗te se⸗gen/ Dank und Op⸗fer dar⸗zu ⸗le⸗gen. 2. Vater, du hast aus Erbarmen/ uns Unwürdige ge⸗ naͤhrt,/ du hast Reichen, du hast Armen/ milder Gaben viel gewährt./ Sei gelobt und hochgepriesen,/ daß du soviel Guts erwiesen. 3. Du hast Sonnenschein und Regen/ uns zu rechter zeit geschickt,/ und so hat man allerwegen/ Auen voller Rorn erblickt;/ Berg und Täler, Tiefen, döhen/ sahen wir im Segen stehen. 4. Ach wer ist, der solche Güte/ dir genug verdanken kann?/ Nimm ein dankbares Gemuͤte/ für die große Wohl⸗ tat an!/ Alle Felder sollen schallen:/ du machst satt mit Wohlgefaͤllen. 5. Lehr uns auch wohl anzuwenden,/ was uns deine Zuld gewahrt;/ nie zur Sund es zu verschwenden,/ daß es nicht der Fluch verzehrt./ Bleiben wir in alten Sünden,/ kann der Segen leicht verschwinden. 6. Schenk uns auch zufriedne Herzen,/ Stolz und Geiz laß ferne sein;/ laß den Undank nichts verscherzen,/ streu das Samkorn wieder ein,/ daß wir jetzt und knftig haben,/ auch die Durftigen zu laben. I5 44⁷ für den rei⸗chen 427 Ernte 7. Laß dein Wort auch Früchte bringen, daß man reich⸗ lich ernten kann,/ so wird man hier jahrlich singen,/ wie du uns so wohlgetan./ Gib uns nach dem Tränensamen/ Freudenernt im Simmel. Amen. Benjamin Schmolck, 1737. 42⁷7 Mel. Was Gott tut, das ist wohlgetan. Severus Gastorius, 1681. F ö—— .. W— 1 Was Gott tut, das ist wohl⸗ge⸗tan!/ So wenn man nicht reich⸗lich ern⸗ten kann,/ liebt 1 b.—2— E— H. den⸗ken Got⸗-tes Rin der. er uns doch nicht min-⸗der. 1655. 1—.————. I——. n.. Herz/ nur him ⸗»mel⸗wärts,/ wenn er uns laßt auf .——— ——. . Er⸗den/ ein Jiel der Pla-gen wer⸗den. 2. Was Gott tut, das ist wohlgetan!/ Im Nehmen und im Geben/ sind wir bei ihm stets wohl daran/ und koͤnnen ruhig leben./ Er nimmt und gibt,/ weil er uns liebt,/ und seine Hände müssen/ wir stets in Demut küssen. 3. Was Gott tut, das ist wohlgetan!/ Er zeigt uns oft den Segen,/ und ehe man ihn ernten kann,/ muß sich die Boffnung legen;/ weil er allein/ der Schatz will sein,/ so nimmt er andre Güter/ zum Heile der Gemüͤter. 5. Was Gott tut, das ist wohlgetan!/ Es geh nach seinem Willen,/ und läßt sichs auch zum Mangel an,/ so weiß er ihn zu stillen./ Obgleich das Feld/ nicht viel enthält,/ man kann bei wenig Gaben/ satt werden und sich laben. Er zieht das 47⁴⁸ Wetterlieder 428 5. Was Gott tut, das ist wohlgetan!/ Das Feld mag traͤurig stehen;/ wir gehn getrost auf seiner Bahn/ und wollen ihn erhöͤhen./ Sein Wort verschafft/ uns Cebens⸗ kraft,/ es nennt uns Gottes Erben;/ wie können wir ver⸗ derben? 6. Was Gott tut, das ist wohlgetan!/ So wollen wir „ 681l. stets schließen;/ ist gleich bei uns kein RKanaan,/ wo Milch und Honig fließen:/ er, unser Gott,/ weiß, was uns not,/ 0. — und wird es gern uns geben;/ kommt, laßt uns ihn erheben! Benjamin Schmolck, 4 I737. So— „liebt Wetterlieder — 428 47 wo Gott, der Serr, nicht bei uns hält. wittenberg 1535. ö das —.RPIPIPIIII ö — O Gott, der du das Fir⸗ ma⸗ ment/ mit Wolken auf der du in-glei⸗chen kannst be⸗hend/ das Sonnen⸗ P é heißt sich dek⸗ken, 2* licht er⸗wek⸗ken, mn EEEEEEEEEEEEEEE.. —— 0 halt doch mit vie⸗lem Re⸗gen ein,/ und gib uns wieder Sonnenschein,/ daß un⸗ ser LCand sich freu⸗e. — s oft 2. Die Felder trauern weit und breit,/ die Früchte leiden h die Schaͤden,/ weil sie von vieler Feuchtigkeit/ und Naͤsse sind so beladen;/ dein Segen, Serr, den du gezeigt/ uns Armen, sich zur Erde neigt/ und will fast gar verschwinden. inem 3. Das machet unsre Missetat/ und ganz verkehrtes iß er Leben,/ so deinen Zorn entzuͤndet hat,/ daß wir in Noͤten man schweben./ Wir müssen zeigen unsre Schuld;/ weil wir die Buße nicht gewollt,/ so muß der Himmel weinen. 7⁴⁹ 429 · 430 Reise 4. Doch denke wieder an die Treu,/ die du uns hast ver⸗ sprochen,/ und wohne uns in Gnaden bei,/ die wir dich kindlich suchen./ Wie hält so haͤrt sich diese Zeit/ dein Serz und sanfte Freundlichkeit?/ Du bist ja unser Vater! S. Gib uns von deinem Himmelssaal/ dein klares Licht und Sonne,/ und laß uns wieder überaͤll/ empfinden Freud und Wonne,/ daß alle Welt erkenne frei,/ daß außer dir kein Segen sei/ im Zimmel und auf Erden. Michael Schirmer, + 1673. 429 Mel. Auf meinen lieben Gott(Nr. 320). J. Ein Wetter steiget auf:/ mein Herz, zu Gott hinaufl/ Faͤll kindlich ihm zu Fuße/ durch waͤhre Reu und Buße,/ damit gleich deine Sünden/ durch Christi Tod entschwinden. 2. Herr, der du gut und fromm,/ zu dir ich gläubig komm,/ ich bitt um dein Erbarmen,/ sieh Christum in mir Armen,/ um dessentwillen schone,/ mir nicht nach Sunden lohne. 3. Durch Christi teures Blut/ mach mir ein Serz und Mut,/ das sich nicht knechtisch scheue,/ vielmehr auf deine Treue/ in allem kindlich traue/ und auf dein Helfen baue. 4. Ich will mit dem, was mein,/ dir ganz gelassen sein;/ dein Flügel wird uns decken,/ verjaͤgen allen Schrecken/ und lassen uns aus Gnaden/ das Wetter gar nicht schaͤden. S. Wohlan! Verlaß uns nicht;/ bleib unsre Zuversicht/ und laß dein Vaterlieben/ auch jetzt an uns sich üben,/ so wolln wir, weil wir leben,/ dir Preis und Ehre geben. Aemilie Juliane, Gräfin von Schwarzburg-Rudolstadt, + 1706. Reise 43⁰ Mel. O welt, ich muß dich lassen(Nr. 330). J. Ich zieh in ferne Cande,/ zu nützen einem Stande,/ zu dem mich Gott bestellt;/ sein Segen wird mich lassen,/ was gut und recht ist, fassen,/ zu dienen treulich seiner Welt. 4⁵⁰ Rrankheit 431 2. Gott wird zu diesen Reisen/ gewünschten Fortgang weisen,/ wohl helfen hin und her;/ Gesundheit, Seil und Ceben,/ Zeit, Wind und Wetter geben,/ und was in Demut ich begehr. 3. Sein Engel, der getreue,/ macht meine Feinde scheue,/ tritt zwischen mich und sie;/ durch seinen Schutz, den frommen,/ bin ich soweit gekommen,/ und weiß doch selber fast nicht wie. 4J. Leg ich mich späte nieder,/ erwach ich frühe wieder,/ lieg oder zieh ich fort,/ in Schwachheit und in Banden,/ und was mir stößt zu Sanden,/ so tröstet mich sein goͤttlich Wort. S. Bat er es denn beschlossen,/ so will ich unverdrossen/ an mein Verhängnis gehn;/ kein Unfall unter allen/ wird je zu hart mir fallen:/ ich will mit Gott ihn überstehn. 6. Ihm hab ich mich ergeben,/ zu sterben und zu leben,/ sobald er mir gebeut;/ es sei heut oder morgen,/ dafür laß ich ihn sorgen,/ er weiß allein die rechte Zeit. 7. Gefällt es seiner Güte,/ und sagt mir mein Gemüte/ nicht was Vergeblichs zu:/ so werd ich Gott noch preisen/ mit manchen schönen Weisen/ daheim in meiner stillen Ruh. 8. Indes wird er den Meinen/ mit Segen auch er⸗ scheinen,/ ihr Schutz wie meiner sein;/ wird beiderseits ge⸗ währen,/ was unser Wunsch und Zähren/ ihn bitten möͤgen insgemein. 9. So sei nun, Seele, seine,/ und traue dem alleine,/ der dich geschaͤffen hat!/ Es gehe, wie es gehe,/ dein Vater in der Höhe,/ der weiß zu allen Sachen Rat. paul Sleming, 1640. Kraͤnkheit 431 Mel. O Welt, ich muß dich lassen(Nr. 330). J. Ich hab in guten Stunden/ des Cebens Glück emp⸗ funden/ und Freuden ohne Jahl;/ so will ich denn ge⸗ lassen/ mich auch in Ceiden fassen;/ welch Ceben hat nicht seine Qualꝰ 451 432 Rrankheit 2. Ja, Herr, ich bin ein Sünder,/ und stets strafst du ge⸗ linder,/ als es der Mensch verdient./ Sollt ich, beschwert mit Schulden,/ kein zeitlich Weh erdulden,/ das doch zu meinem Besten dient? 3. Dir will ich mich ergeben,/ nicht meine Ruh, mein Leben/ mehr lieben als den Herrn;/ dir, Gott, will ich vertrauen/ und nicht auf Menschen bauen;/ du hilfst und du errettest gern. 7. Caß du mich Gnade finden,/ mich alle meine Suͤnden/ erkennen und bereun./ Jetzt hat mein Geist noch Krafte;/ sein Seil laß mein Geschäfte,/ dein Wort mir Trost und Leben sein. 5. Wenn ich in Christo sterbe,/ bin ich des dSimmels Erbej/ was schreckt mich Grab und Tod?/ Auch auf des Todes Pfade/ vertrau ich deiner Gnade;/ du, Herr, bist bei mir in der Not. E. Ich will dem Rummer wehren,/ Gott durch Geduld verehren;/ im Glauben zu ihm flehn. /Ich will den Tod be— denken,/ der Herr wird alles lenken,/ und was mir gut ist, wird geschehn. Christian Fürchtegott Gellert, 1769. 432 Mel. Schwing dich auf zu deinem Gott(Nr. 330. J. Serr! Ein ganzer Ceidenstag/ ist nun uͤberwunden./ Ach, wieviel der Mensch vermaͤg,/ das hab ich empfunden./ Wie gebrechlich ist die Rraft,/ wie verzagt der Glaubel/ Wenn der Herr nicht Silfe schafft,/ liegen wir im Staube. 2. Ach wie könnt ich diese Nacht/ ohne dich bestehen?/ Ohne deine Zuld und Macht/ müßt ich ganz vergehen./ Trübe fällt der Abend ein,/ stille wirds auf Erden;/ doch in diesem Rämmerlein/ wirds so still nicht werden. ö 3. Jedes Auge tut sich zu,/ alles sucht den Schlummer;/ doch hier ist noch keine Ruh,/ denn es wacht der Rummer./ O so komm und bleibe hier/ bei dem armen Kranken;/ liebster Jesu, schenke mir/ trͤstliche Gedanken. 4. Zeuch empor das matte Herz/ aus der finstern Hoͤhle;/ salbe diesen Ceib voll Schmerz/ mit dem Cebensöle!/ Zerr, du kannst die Furcht und Pein/ in der Seele stillen./ Laß mich ganz ergeben sein/ in des Vaters Willen! kheit du ge⸗ chwert ͤoch zu Ceben/ n/ und t gern. inden/ afte;/ st und Erbez/ Pfade/ r Not. Beduld od be⸗ zut ist, + 1769. üden./ iden./ ubel/ taube. henꝰ/ hen./ och in mer;/ mer./ ken;/ hle;/ Herr, Laß Am Geburtstage 433 5. Wenn ich diese ganze Nacht/ wachen muß und weinen:/ Herr, du bists, der bei mir wacht,/ du wirst mir erscheinen./ Du wirst in der Dunkelheit/ freundlich mit mir sprechen,/ sollte gleich vor Traurigkeit/ mir das Wort gebrechen. 6. Wo ich auch gebettet bin,/ lieg ich dir in daͤnden;/ wo mein Auge siehet hin,/ wirds zu dir sich wenden./ Mein Gebet bestaͤrke du,/ laß es nicht ermatten;/ laß mich finden sanfte Ruh/ unter deinem Schatten. Seinrich Puchta, 1858. Am Geburtstage 433 mel. O Welt, ich muß dich lassen(Nr. 330). J. Dir dank ich für mein CLeben,/ Gott, der du mirs ge⸗ geben,/ ich danke dir dafuͤr./ Du hast, von Huld bewogen,/ mich aus dem Nichts gezogen,/ durch deine Güte bin ich hier. 2. Du, Serr, hast mich bereitet,/ mich väterlich geleitet/ bis diesen Augenblick./ Du gabst mir frohe Tage/ und wandtest auch die Plage/ zu meiner Seele waͤhrem Glück. 3. Ich bin nicht wert der Treue,/ der ich mich taͤglich freue,/ der Zuld, die mich bewacht./ Damit ich, Staub und Erde,/ auf ewig glücklich werde,/ haͤst du schon ewig mein gedacht. 4. Du kanntest schon mein Sehnen/ und zähltest meine Tränen,/ eh ich bereitet war;/ noch konnt ich dich nicht denken,/ zu dir das Herz nicht lenken,/ da wogst du schon mein Teil mir dar. S. Für alle meine Sünden,/ Herr, ließest du mich finden/ in Christo Gnad und Huld./ O Höchster, welch Erbarmen!/ Du nahmest an mich Armen/ und tilgtest alle meine Schuld. 6. Daß du mich liebreich führest,/ mit deinem Geist regierest,/ dies, Vater, dank ich dir./ Daß du mein Leben fristest,/ mit deiner Kraft mich ruͤstest,/ dies alles, Vater, daͤnk ich dir. 7. Was noch in diesem CLeben/ mir frommt, wirst du mir geben./ Du gibsts, ich hoff auf dich. Ja, Vater, ich befehle/ dir kindlich Ceib und Seele;/ Herr, segne und behüte mich! Nach Christian Fürchtegott Gellert, 4 I769. 45³3 434 335 Im Alter 434 Mel. JZesu, meines Lebens Leben(Nr. 49. I. Höchster Selfer, sei nicht fernel/ Mein Beschirmer, steh mir bei,/ hilf mir, daß ich tu und lerne,/ was dein heilger Wille sei./ Ceite mich nach deiner Güte/ und erleuchte mein Gemüte;/ laß mir deine Vatertreu/ alle Norgen werden neu. 2. Haͤlte mich, o mein Erhaͤlter!/ O mein Führer, weiche nicht;/ führe mich in meinem Alter,/ wenn mir Cebens⸗ kraft gebricht./ Gib, daß ich recht christlich lebe/ und stets nach dem Himmel strebe;/ hilf mir durch, wenn Mual und Schmerz/ bricht mein halb zerbrochnes Serz. 3. Stoß mich nicht von deiner Seiten,/ wenn sich Angst und Ohnmacht häuft,/ wenn die schwaͤchen Tritte gleiten/ und man naͤch dem Stabe greift;/ fasse du mich bei dem Arme,/ o mein Heiland, und umarme/ mich auch in der letzten Not,/ bis erfolgt ein selger Tod. 4. Herrscher über Tod und Ceben,/ höchster Tröster, tritt herbeil/ Wenn ich soll den Geist aufgeben,/ so vernimm mein Angstgeschrei;/ wenn mein Auge wird erblinden/ und die CLebensgeister schwinden,/ o so sei du selbst mein Licht,/ daß ich seh dein Angesicht. 5. Meine Seele soll erheben/ dich, o Herr der Serrlichkeit,/ dort in jenem Freudenleben,/ wenn ich nach vollbrachtem Streit/ dir mein Danklied werde bringen/ und vor deinem Throne singen,/ daß du mich so wohl bedacht/ und zum Sim⸗ mel hast gebracht. Zacharias Sen sel, 4vor 1736. 435 Mel. O welt, ich muß dich lassen(Nr. 330). J. Gott hat in meinen Tagen/ mich väterlich getragen/ von meiner Jugend auf;/ ich sah auf meinen Wegen/ des Böchsten Suld und Segen;/ er lenkte meines Lebens Cauf. 2. Sein Weg war oft verborgen;/ doch wie der helle Morgen/ aus dunklen Nächten bricht,/ so hab ich stets ge⸗ spüret:/ der Weg, den Gott mich führet,/ bringt mich durchs finstre Tal zum Licht. Im Alter * Alter r, steh 'eilger mein nneu. veiche bens⸗ dstets Uund Angst iten/ i dem in der „tritt nimm und icht,/ keit,/ chtem einem Him⸗ r I736. gen/ des Lauf. helle ts ge⸗ mich Im Alter 235 3. War Menschenhilf vergebens,/ so kam der Serr des Lebens/ und half und machte Bahn;/ wußt ich mir nicht zu raten,/ so tat Gott große Taten/ und nahm sich meiner mächtig an. 4.„Bis zu des Alters Tagen/ will ich dich heben, tragen/ und dein Erretter sein“:/ dies hat mir Gott versprochen,/ der nie sein Wort gebrochen;/ ich werde sein mich ewig freun. 5. Er wird mir schwachem Alten,/ was er verheißen, halten;/ denn er ist fromm und treu./ Bin ich gleich matt und mude,/ er gibt mir Trost und Friede/ und steht mit Mut und Rraft mir bei. 6. Noch wenig bange Stunden,/ dann hab ich über⸗ wunden;/ ich bin vom Ziel nicht weit./ O welche großen Freuden/ sind nach dem letzten Ceiden/ vor Gottes Thron fuͤr mich bereit! 7. Ich harre froh und stille,/ bis meines Gottes Wille/ mich nach dem Rampfe kroͤnt./ An meiner LCaufbahn Ende/ sink ich in Jesu dände,/ der mich dem Vater hat versöhnt. Zakob Friedrich§eddersen, 1 1788. 4⁵⁵ RN I 7 V 22 ODN HO * SW Sterbelieder 436 Die letzten Dinge ö To d 436 Frankfurt a. M. I569. ö 6 ö 4.— ö— 1——1 ö——3— 5 + J. Wenn mein Stünd⸗lein vor⸗-han- den ist,/ und In—.——.— 4.——— 8. 4... ich soll fahrn mein Stra⸗ ße,/ ge⸗leit du mich, Herr Je su Christ,/ mit Hilf mich nicht ver⸗las⸗ sel/ IE ö D 1ů.—— Mein Seel an mei ⸗ nem letz ⸗=ten End/ be⸗fehl ich dir in —— 1— 1— Kl—.— ———— —— 2.— dei⸗ ne Händ,/ du wollst sie mir be⸗wah⸗ren. 2. Mein Sünde wird mich kränken sehr/ und mein Ge⸗ wissen nagen;/ denn ihr ist viel, wie Sand am Meer,/ doch will ich nicht verzagen;/ will denken in der letzten Not,/ Serr Jesu Christ, an deinen Tod,/ der wird mich wohl erhalten. 3. Ich bin ein Glied an deinem Leib,/ des trost ich mich von Herzen!/ Von dir ich ungeschieden bleib/ in Todesnot und Schmerzen;/ wenn ich gleich sterb, so sterb ich dir;/ ein ewig Ceben hast du mir/ mit deinem Tod erworben. 4. Weil du vom Tod erstanden bist,/ werd ich im Grab nicht bleiben;/ mein höchster Trost dein Auffahrt ist,/ kann Todesfurcht vertreiben;/ denn wo du bist, da komm ich hin,/ daß ich stets bei dir leb und bin;/ drum fahr ich hin mit Freuden. Mikolaus Serman, 1 1561J. ö‚ 15⁷ 437⁷7 Sterbelieder 437 mel. Vater unser im Simmelreich. Leipzig 1539. 1 + I 35 I Ser. b.— 24———..— I.——— Christe, wahrer Mensch und Gott,/ der du littst —.——.— .———— Marter, Angst und—— mich am RKreuz auch endlich EEEEEEEEE — 1— D— —— starbst/ und mir 908 Va⸗ters Zuld erwarbst:/ ich bitt durchs ö EE bitt⸗re Ceiden dein,/ du wollst mir Sunder gnädig sein. 2. Wenn ich nun komm in Sterbensnot/ und ringen werde mit dem Tod,/ wenn mir vergeht all mein Gesicht/ und meine Ohren hören nicht,/ wenn meine Junge nicht mehr spricht/ und mir vor Angst mein Serz zerbricht; 3. Wenn mein Verstand sich nichts besinnt/ und mir all menschlich Silf zerrinnt:/ so komm, Serr Christe, mir be⸗ hend/ zur Hilf an meinem letzten End/ und führ mich aus dem Jammertal,/ verkürz mir auch des Todes Quall 4. Die boͤsen Geister von mir treib,/ mit deinem Geist stets bei mir bleib,/ bis sich die Seel vom Leibe trennt;/ dann nimm sie, Serr, in deine Händ!/ Der CLeib hab in der Erde Ruh,/ bis naht der jüngste Tag herzu. S. Ein fröhlich Auferstehn verleih,/ in dem Gericht mein Fürsprech sei/ und meiner Sünd nicht mehr gedenk;/ aus Gnaͤden mir das Leben schenk,/ wie du hast zugesaget mir/ in deinem Wort; das trau ich dir: G.„Fürwahr, fürwahr, euch sage ich,/ wer mein Wort hält und glaͤubt an mich,/ der wird nicht kommen ins Ge⸗ richt,/ den Tod auch ewig schmecken nicht;/ und ob er gleich hie zeitlich stirbt,/ mit nichten er drum gaͤr verdirbt; FResh ————— — Sterbelieder 438 7. Vielmehr will ich mit starker dand/ ihn reißen aus des Todes Band/ und zu mir nehmen in mein Reich;/ da soll er denn mit mir zugleich/ in Freuden leben ewiglich.“/ Dazu hilf uns ja gnädiglich! 8. Ach Serr, vergib all unsre Schuld;/ hilf, daß wir warten mit Geduld,/ bis unser Stündlein kommt herbei;/ auch unser Glaub stets wacker sei,/ aufs Wort zu trauen festiglich,/ bis wir entschlafen seliglich. Paul Eber, 1569. 438 (Vorreformatorisch.) Joh. Rhau, Wetter 1589. e— . J. Ich hab mein Sach Gott beimgestellt; 15 er machs mit —— 19.—— D. ien Lar— mir, wies ihm ge⸗ fällt!/ Lang o⸗ der kurz sei mei⸗ne Jeit,/ ö EE ich bin be⸗reit/ zu al⸗lem, was mein Herr ge⸗beut. 2. Mein Zeit und Stund ist, wann Gott will;/ ich schreib ihm nicht vor Maß und Ziel;/ es sind gezählt all Härlein 25 groß oder klein,/ fallt keines ohn den Willen sein. 3. Es ist allhier ein Jammertal,/ Angst, Not und Trüb⸗ sal übereilz /des Bleibens ist nur kurze Zeit/ voll Müh und Leid,/ und wers bedenkt, ist stets im Streit. 4. Heut sind wir frisch, gesund und stark,/ schon morgen liegen wir im Sarg;/ heut blühn wir wie die Rosen rot,/ bald krank und tot;/ ist allenthalben NMüh und Not. S. Man trägt eins nach dem andern hin;/ wohl aus den Augen, aus dem Sinn!/ Die Welt vergisset unser bald,/ jung oder alt,/ auch unsrer Ehren mannigfalt. 6. Das macht die Sünd, du treuer Gott,/ dadurch kam uns der bittre Tod,/ der reißt dahin all Menschenkind,/ wie er sie findt,/ fragt nicht, von welchem Stand sie sind. 759 — π⏑»——4— 439 Sterbelieder 7. Doch ob mich schon mein Sünd anficht,/ dennoch will ich verzagen nicht;/ ich weiß, daß mein getreuer Gott/ füͤr mich in Tod/ den eingen Sohn gegeben hat. 8. Dem leb und sterb ich allezeit,/ von ihm der Tod mich nimmer scheidt;/ leb oder sterb ich, bin ich sein;/ er ist allein/ der einge Trost und Helfer mein. 9. Das ist mein Trost zu aller Zeit,/ in aller Not und Traurigkeit;/ ich weiß, daß ich am jůngsten Tag/ ohn alle Rlaͤg/ werd auferstehn aus meinem Grab. J0. Den lieben Gott von Angesicht/ werd ich dann schaun, dran zweifl ich nicht,/ in ewger Freud und Selig⸗ keit,/ die mir bereit;/ ihm sei Lob, Preis in Ewigkeit! IIJ. Amen, mein lieber, frommer Gott,/ bescher uns einen selgen Tod;/ hilf, daß wir deinen Engeln gleich/ in deinem Reich/ mit dir dann leben allzugleich. Johann Leon, I597. 43 9 Melchior Vulpius, 1609. 2Ʒ* i———. J. Christus, der ist mein LCeben/ und Sterben mein Ge⸗ ——.——4—..— E———6 winnz/ dem hab ich mich er⸗geben,/ mit Fried fahr ich da⸗hin. 2. Mit Freud fahr ich von dannen/ zu Christ, dem Bruder mein,/ daß ich mög zu ihm kommen/ und ewig bei ihm sein. 3. Nun hab ich überwunden/ Kreuz, Ceiden, Angst und Not,/ durch seine heilgen Wunden/ bin ich versoͤhnt mit Gott. 4. Wenn meine Kräfte brechen,/ ich kaum mehr atmen kann,/ und kann kein Wort mehr sprechen,/ nimm, Serr, mein Seufzen an. 5. Wenn Sinne und Gedanken/ zergehn als wie ein Licht,/ das hin und her muß wanken,/ wenn ihm die Flamm gebricht: E 4464— 1111— WI A— +E Sterbelieder 44⁰ 6. Alsdann fein sanft und stille/ laß mich, Herr, schlafen ein,/ wie es dein Rat und Wille,/ wenn kommt mein Stündelein. 7. Caß mich gleich einem Reben/ anhangen dir allzeit und ewig bei dir leben/ in ZSimmelswonn und Freud. Jena J6oꝗ. Mel. Wie nach einer Wasserquelle. 440 Französischer Psalter, 155J. 9 SIPIPPI H‚‚c‚‚‚‚‚‚E—— + 1 Freu dich sehr, o mei⸗ne See⸗le, und ver⸗ Uweil dich Chri-⸗stus nun, dein Zer⸗re,/ ruft aus —— giß all Not und Qual, AE. die sem Jamemer tat. Aus der Trüb⸗sal, Angst und Leid/ sollst du fahren in die Freud,/ die kein Ohr hat i.=DDIe, —————— je ge⸗hö⸗ret,/ die in E-wig⸗keit auch wäh⸗ret. 2. Tag und Nacht hab ich gerufen/ zu dem Herren, meinem Gott,/ weil mich stets viel Rreuz betroffen,/ daß er mir hülf aus der Wot./ Wie sich sehnt ein Wandersmann/ nach dem Ende seiner Bahn,/ so hab ich gewünscht, mein Leben/ hin in Gottes Händ zu geben. 3. Denn gleichwie die Rosen stehen/ unter einer Dornen⸗— schar,/ also auch die Christen gehen/ stets in Angsten und Gefahr./ Wie die Meereswellen sind/ und der ungestüme Wind,/ also ist allhier auf Erden/ unser Cauf voll von Beschwerden. 4. Wenn die Morgenröt aufgehet/ und der Schlaf sich von uns wendt,/ Sorg und Rummer uns umstehet,/ Müh 461 ——————— 441 Sterbelieder sich findt an allem End;/ unsre Tranen sind das Brot,/ so wir essen früh und spat;/ wenn die Sonn aufhört zu scheinen,/ hört doch nicht auf Klag und Weinen. 5. Drum, Herr Christ, du Morgensterne,/ der du ewiglich aufgehst,/ sei du jetzt von mir nicht ferne,/ weil dein Blut mich hat erlöst./ Hilf, daß ich mit Fried und Freud/ moͤg hinfahren aus der Zeit;/ ach sei du mir Licht und Straße,/ mich mit Beistand nicht verlaͤsse! C. Ob mir schon die Augen brechen,/ ob mir das Gehoͤr verschwindt,/ meine Jung nicht mehr kann sprechen,/ mein Verstand sich nichts besinnt,/ bist du doch mein Licht, mein Hort,/ Leben, Weg und Himmelspfort;/ du wirst selig mich regieren/ und die Bahn zum Simmel führen. 7. Freu dich sehr, o meine Seele,/ und vergiß all Not und Qual,/ weil dich Christus nun, dein Herre,/ ruft aus diesem Jammertal./ Seine Freud und Serrlichkeit/ sollst du sehn in Ewigkeit,/ mit den Engeln jubilieren/ und auf ewig triumphieren. Freiberg 1620. 441 Hans Leo Saßler, Iõol. ee r. Lur; 1 ö—— ö———— — 1— 2 L—. E 1 erz-lich tut mich ver⸗-lan⸗ gen/ nach ei⸗ nem Uweil ich hier bin um-faͤn⸗ gen/ mit Trüb⸗sal Ef. 5. — 4—— sel⸗gen End, 1 und E 1495.G3 Ich hab Cust, ab-zu⸗ w9.... TT EiESEEEEEEEEEEE schei⸗ den/ von die⸗ser ar gen Welt,/ sehn mich nach 1 ——— *=—.e——— 1 2——2— W. + ew⸗-gen Freu⸗ den; /o Je⸗su, komm nur baldl 46² — ᷣ—7V— elieder ot,/ so vört zu wiglich n Blut mög traße,/ Gehör mein t, mein st selig II Not uft aus ollst du nd auf erg I620. er, Jool. Sterbelieder 441 2. Du hast mich ja erlöset/ von Sünde, Tod und Söͤll;/ es hat dein Blut gekostet,/ drauf ich mein Zoffnung stell;/ warum sollt mir denn grauen/ vor Hoͤlle, Tod und Sünd?/ Weil ich aͤuf dich kann bauen,/ bin ich ein selig Kind. 3. Wenngleich süß ist das Ceben,/ der Tod sehr bitter mir,/ will ich mich doch ergeben,/ zu sterben willig dir./ Ich weiß ein besser Ceben,/ da meine Seel fährt hin:/ des freu ich mich gar eben;/ Sterben ist mein Gewinn. 4. Der Ceib zwar in der Erden/ zum Staͤube wieder— kehrt,/ doch auferweckt wird werden/ durch Christum, schön verklaͤrt,/ wird leuchten als die Sonne/ und leben ohne Not/ in ewger Freud und Wonne;/ was schadet mir der Todꝰ S. Ob mich die Welt auch reizet,/ zu leben länger hier,/ und mir auch immer zeiget/ Ehr, Gut und all ihr Zier:/ doch ich das gar nicht achte,/ es währt nur kurze Zeit;/ nach HZimmlischem ich traͤchte,/ das bleibt in Ewigkeit. 6. Wenn ich auch gleich nun scheide/ von meinen Freunden gut,/ für mich und sie zum CLeide;/ doch troͤstet meinen Mut,/ daß wir in groͤßern Freuden/ zusammenkommen schon,/ wo nichts uns mehr wird scheiden,/ dort an des Zimmels Thron. 7. Muß ich auch hinterlassen/ betrübte Waiselein,/ dern Not mich uͤber Maßen/ jammert im Herzen mein,/ will ich doch gerne sterben/ und trauen meinem Gott;/ er läßt sie nicht verderben,/ er hilft aus aller Not. 8. Gesegn euch Gott, der HZerre,/ ihr Vielgeliebten mein!/ Trauert nicht allzusehre/ über den Abschied mein!/ Be⸗ ständig bleibt im Glauben!/ Wir werdn in kurzer Zeit/ ein⸗ ander wiederschauen/ dort in der Ewigkeit. 9. Wun will ich mich ganz wenden/ zu dir, Herr Christ, allein;/ gib mir ein selig Ende,/ send mir die Engel dein;/ fuhr mich ins ewge Leben,/ das du erworben hast,/ als du dich hingegeben/ für meine Sündenlast. J0. Silf, daß ich ja nicht waͤnke/ von dir, Serr Jesu Christ;/ den schwachen Glauben stärke/ in mir zu aller Frist!l/ Silf ritterlich mir ringen,/ dein Sand mich haͤlt mit Macht,/ daß ich mög fröhlich singen:/ Gottlob, es ist voll⸗ bracht! Christoph Knoll, 4 1650. 363 442.443 Sterbelieder 442 Melchior Teschner, I613. H E ziini. iidin n,— i. TDi— ö . Poaiz. let will ich dir ge⸗ben,/ du dein sünd ⸗lich bö⸗-ses Le-ben/ durch⸗ ae Duir unch) 23———— Im Sim- mel ist gut .. woh⸗ nen,/ hin auf steht mein Be⸗gier,/ da—8 Gott — — herr⸗lich loh ⸗ nen/ dem, der ihm dient Gelle bier. 2. Rat mir nach deinem Herzen,/ o Jesu, Gottes Sohnl/ Sollt ich ja dulden Schmerzen,/ hilf mir, Serr Christ, davon;/ verkürz mir alles Ceiden,/ stärk meinen blöden Mut,/ laß selig mich abscheiden,/ schenk mir dein ewig Gut. 3. In meines Herzens Grunde/ dein Nam und Kreuz allein/ funkelt all Zeit und Stunde;/ drauf kann ich froͤhlich sein./ Erschein mir in dem Bilde zum Trost in meiner Not,/ wie du dich, Serr, so milde/ geblutet hast zu Tod. 4. Herr, meinen Naͤmen schreibe/ ins Buch des Cebens ein;/ laß mich an deinem Leibe/ ein Glied mit jenen sein,/ die in dem dimmel grůnen/ und vor dir leben frei;/ so will ich ewig rühmen,/ daß treu dein HZerze sei. valerius Serberger, 1627. 443 Zoh. Sermann Schein, I628. ——.— —.——.—.— J. 04 Machs mit mir, Gott, nach dei⸗ ner Güt,/ hilf Ver⸗sag mir nicht, was ich dich bitt;/ wenn Sterbelieder 444 r mir in mei⸗nem Lei⸗ den seimm ste Hert,i mei⸗ ne Seel will schei⸗-den, 5 5. ů„—— EEEEEESEE dei⸗ ne Händl /'s ist al⸗-les gut, wenn gut das End. 2. Gern will ich folgen, liebster Serr,/ du läßt mich nicht verderben; Jaͤch du bist doch von mir nicht fern,/ ob ich gleich hie muß sterben/ und lassen meine lieben Freund,/ die's mit mir herzlich gut gemeint. 3. Ruht doch der Leib sanft in der Erd,/ die Seel sich zu dir schwinget,/ in deiner Sand sie unversehrt/ durch Tod ins Ceben dringet./ Hier ist doch nur ein Tränental,/ Angst, NVot und Můhe uͤberall. 4. Der Tod, die Hölle, Welt und Sünd/ mir können nichts mehr schaden;/ an dir, o Herr, ich Rettung find,/ ich troͤst mich deiner Gnaͤden; /dein einger Sohn aus Lieb und Buld/ für mich bezaͤhlt hat alle Schuld. 5. Was sollt ich denn nun traͤurig sein,/ weil ich kann wohl bestehen,/ geschmückt mit Christi Unschuld rein/ zu meinem Gotte gehen?/ Gehaͤb dich wohl, du schnöde Welt!/ Bei Gott zu leben mir gefällt. Joh. Sermann Schein, J630. 4⁴4 Mel. Serzlich tut mich verlangen(Nr. 440. J. Ich hab mich Gott ergeben,/ dem liebsten Vater meinz/ hier ist kein Immerleben,/ es muß geschieden sein./ Der Tod kann mir nicht schaden,/ er ist nur mein Gewinn;/ in Gottes Fried und Gnaden/ fahr ich mit Freud dahin. 2. Mein Weg geht jetzt vorüber;/ o Welt, was acht ich dein?/ Der Himmel ist mir lieber,/ da muß ich gehen ein/ und mich nicht mehr beladen,/ weil ich wegfertig bin;/ in Gottes Fried und Gnaden/ fahr ich mit Freud dahin. 465⁵ 145 Sterbelieder 3. Ach selge Freud und Wonne/ hält mir der Serr be— reit,/ da Christus ist die Sonne/ der ewgen Seligkeit./ Was kann mir doch nun schaden,/ weil ich bei Christo bin?/ In Gottes Fried und Gnaͤden/ fahr ich mit Freud dahin. 7. Gesegn euch Gott, ihr Meinen,/ ihr Liebsten allzu⸗ mal!/ Um mich sollt ihr nicht weinen,/ ich weiß von keiner Qual../ was Christus euch beschieden,/ laßt nicht aus eurem Sinn;/ in Gottes Gnad und Frieden/ faͤhrt ihr dann auch dahin. Zohann Siegfried, 637. V. Iv. Sohann Leon, I50/. 4⁵ Mel. O Welt, ich muß dich lassen. Seinrich Ssaak, I5I7.(536. ——— ů 1— .— d. J. Die Serr-lich⸗ keit der Er=den/ muß Rauch und ö A⸗sche wer⸗ den, kein Fels, kein Erz be⸗stehn./ Was EEE uns hier mag er⸗göt- zen,/ was wir für e⸗ wig *—— 2 4————2 ö .—..— 2 S— ö —— schät⸗zen,/ wird als ein leich⸗ ter Traum ver⸗-gehn. 2. Der Ruhm, nach dem wir trachten,/ den wir unsterblich achten,/ ist nur ein falscher Wahn;/ sobald der Geist ge⸗ wichen/ und dieser Mund erblichen,/ fragt keiner, was man hier getan. 3. Es hilft nicht Runst noch Wissen;/ wir werden hin⸗ gerissen,/ der morgen, dieser heut./ Was nützt der Guͤter Menge?/ Dem hier die Welt zu enge,/ dem wird ein enges Grab zu weit. 4. Dies alles wird zerrinnen,/ was Müh und Fleiß ge⸗ winnen/ und saͤurer Schweiß erwirbt;/ was Menschen 466 A NS OD re E Sterbelieder 446 hier besitzen,/ kann vor dem Tod nicht schützen;/ dies alles stirbt uns, wenn man stirbt. S5. Ist eine Cust, ein Scherzen,/ die nicht ein heimlich Schmerzen/ mit Herzensangst vergällt?/ Was ists, womit wir prangen?/ Wo wirst du Ehr erlangen,/ die nicht in gohn und Schmach verfällt? 6. Was pocht man auf die Throne,/ da keine Macht noch Krone/ kann unvergänglich sein?/ Es mag vom Toten⸗ reihen/ kein Jepter dich befreien,/ kein Purpur, Gold noch Edelstein. 7. Wir rechnen Jahr auf Jahre,/ indessen wird die Bahre/ uns vor die Tür gebracht;/ drauf müssen wir von hinnen/ und, eh wir uns besinnen,/ der Erde saͤgen gute Nacht. 8. Wach auf, Serz, und bedenke,/ daß dieser Jeit Ge⸗ schenke/ den Augenblick nur dein;/ was du zuvor ge— nossen,/ ist als ein Strom verflossen;/ was künftig, wessen wird es sein? 9. Trau nicht auf Menschenlehre,/ auf Weltgunst, Macht und Ehre,/ und fleh den Herren an,/ der immer Rönig bleibet,/ den keine ZJeit vertreibet,/ der einzig ewig machen kann. J0. Wohl dem, der auf ihn trauet!/ Er hat recht fest ge⸗ bauet,/ und ob er hier gleich fällt,/ wird er doch dort be⸗ stehen/ und nimmermehr vergehen,/ weil ihn die Stärke selbst erhält. Andreas Gryphius, 4 1664. 4⁴ Mel. Serzlich tut mich verlangen(Nr. 440. J. In Christo will ich sterben,/ wenns meinem Gott ge— fällt;/ hier ist nichts zu erwerben/ in dieser argen Welt./ Es ist ein elend Leben/ in dieser schnöden Zeit;/ dort wird ein beßres geben/ Gott in der Ewigkeit. 2. Mit Christo will ich scheiden/ von dieser Erdenqual,/ der wird mich selber leiten/ durchs finstre Todestal;/ drum laß ich mir nicht grauen/ vor diesem Augenblick;/ bald werd ich ewig schauen/ mein einzig wahres Glück. 46⁷7 447 Sterbelieder 3. Zu Christo will ich fahren/ in das gelobte Cand,/ der wird mich wohl bewahren/ in seiner starken Sand./ Trotz sei dem Feind geboten,/ daß er mich reiß heraus;/ dort will ich seiner spotten/ im schöͤnen Friedenshaus. 4. Bei Christo will ich bleiben/ in alle Ewigkeit/ und ohn Aufhören treiben/ sein Lob mit hoͤchster Freud;/ mit Jauchzen und mit Singen/ will ich ihm dankbar sein;/ nun laß mirs, Herr, gelingen/ zu deinem Preis allein. Peter Frank, 1675. 44⁷7 Mel. Serzlich tut mich verlangen(Nr. 441). J. Ich bin ein Gast auf Erden/ und hab hier keinen Stand;/ der Himmel soll mir werden,/ da ist mein Vaͤter⸗ land./ Hier muß ich Unruh haͤben,/ hier reis' ich ab und zu,/ dort wird mein Gott mich laben/ in seiner ewgen Ruh. 2. Was ist mein ganzes Wesen/ von meiner Jugend an,/ als Müh und Not gewesen?/ So lang ich denken kann,/ hab ich so manchen Morgen,/ so manche liebe Nacht/ mit Rummer und mit Sorgen/ des Herzens zugebracht. 3. So gings den lieben Alten,/ an deren Fuß und Pfad/ wir uns noch täglich halten,/ wenns fehlt an gutem Rat./ Sie zogen hin und wieder,/ ihr Rreuz war immer groß,/ bis daß der Tod sie nieder/ legt in des Grabes Schoß. 4. Ich habe mich ergeben/ in gleiches Glück und Leidz/ was will ich besser leben/ in dieser Zeitlichkeit?ꝰ/ Es muß ja durchgedrungen,/ es muß gelitten sein;/ wer nicht hat wohl gerungen,/ geht nicht zur Freude ein. S. So will ich zwar nun treiben/ mein Ceben durch die Welt,/ doch denk ich nicht zu bleiben/ in diesem fremden Zelt;/ ich wandre meine Straße,/ die zu der Seimat fuͤhrt,/ da mich ohn alle Maße/ mein Vater trösten wird. 6. Mein Seimat ist dort oben,/ da aller Engel Schar/ den großen Herrscher loben,/ der alles ganz und gar/ in seinen Händen träget/ und fur und fuͤr erhält,/ auch alles hebt und leget,/ nachdems ihm wohlgefällt. —3 lieder „ der Trotz rt will und %/ mit nun +J675⁵. keinen Vater⸗ b und Ruh. dan,/ ann,/ mit fad/ Rat./ roß,/ eid; muß t hat ch die mden ihrt,/ char/ r/ in alles Sterbelieder 448 7. Zu dem steht mein Verlaͤngen,/ da wollt ich gerne hin;/ die Welt bin ich durchgangen,/ daß ichs fast muͤde bin;/ je länger ich hier walle,/ je wenger find ich Freud,/ die meinem Geist gefalle;/ das meist ist Eitelkeit. 8. Die Serberg ist zu böse,/ der Trubsal ist zu viel;/ ach komm, mein Gott, und löse/ mein Serz, wenn dein Serz willl/ Romm, mach ein selig Ende/ mit meiner Wanderschaft,/ und was mich kränkt, das wende/ durch deinen Arm und Rraft. 9. Wo ich bisher gesessen,/ ist nicht mein rechtes Saus;/ wenn mein Ziel ausgemessen,/ so tret ich dann hinaus,/ und was ich hier gebrauchet,/ das leg ich alles ab,/ und wenn ich ausgehaͤuchet,/ so legt man mich ins Grab. J0. Du aber, meine Freude,/ du meines Cebens Licht,/ du zeuchst mich, wenn ich scheide,/ hin vor dein Angesicht/ ins Haus der ewgen Wonne,/ daͤ ich stets freudenvoll/ gleich als die helle Sonne/ nächst andern leuchten soll. II. Da will ich immer wohnen,/ und nicht nur als ein Gast,/ bei denen, die mit Rronen/ du ausgeschmucket hast;/ da will ich herrlich singen/ von deinem großen Tun/ und, frei von schnoͤden Dingen,/ in meinem Erbteil ruhn. Paul Gerhardt, 4 1676. Gotha 1726. er weiß, wie na⸗ he ach wie ge⸗schwin⸗ de ER Jeit, her kommt der Todz1 mei ne To⸗ des Bett“ Mein Gott, ich bitt durch Chri⸗sti Blut:/ Machs nur mit mei- nem En⸗de gut! 2. Es kann vor Naͤcht leicht anders werden,/ als es am frühen Morgen war;/ dieweil ich leb auf dieser Erden,/ leb ich in steter Todsgefahr./ Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut:/ Machs nur mit meinem Ende gut! 3. Herr, lehr mich stets mein End bedenken/ und, wenn ich einmal sterben muß,/ die Seel in Jesu Tod versenken/ und ja nicht sparen meine Buß./ Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut:/ Machs nur mit meinem Ende gut! 4. Laß mich bei Zeit mein Saus bestellen,/ daß ich bereit sei für und fuͤr/ und sage frisch in allen Faͤllen:/ Zerr, wie du willst, so schicks mit mir!l/ Mein Sott, ich bitt durch Christi Blut:/ Machs nur mit meinem Ende gut! 5. Ach Herr, maͤch süße mir den Zimmel/ und bitter mir die Cust der Welt;/ gib, daß mir in dem Weltgetümmel/ die Ewigkeit sei vorgestellt./ Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut:/ Machs nur mit meinem Ende gut! 6. Ach Vater, deck all meine Sünde/ mit dem Verdienste Jesu zu,/ darauf ich mich festgläubig gründe,/ dies gibt mir die ersehnte Ruh./ Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut:/ ö Machs nur mit meinem Ende gut! 7. Nichts ist, das mich von Jesu scheide,/ nichts, es sei Ceben oder Tod;/ ich leg die Sand in seine Seite/ und sage: O, mein Herr und Gott!/ Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut:/ Machs nur mit meinem Ende gut! 8. Ich habe Jesum angezogen/ schon längst in meiner heilgen Tauf;/ du bist mir daher auch gewogen,/ hast mich zum Kind genommen auf. /Mein SGott, ich bitt durch Christi Blut:/ Machs nur mit meinem Ende gut! 9. Ich habe Jesu Leib gegessen,/ ich hab sein Blut ge⸗ trunken hier;/ nun kannst du meiner nicht vergessen;/ ich bleib in ihm und er in mir./ Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut:/ Machs nur mit meinem Ende gut! 27⁰ EEE 1 17711 —. HH SS(O S& elieder gut! es am n,/ leb Christi wenn enken/ t durch bereit rr, wie tdurch ter mir ꝛel/ die Christi dienste ibt mir Blut:/ es sei ᷓsage: Christi meiner st mich durch lut ge⸗ /ich durch Sterbelieder 449 J0. So komm mein End heut oder morgen,/ ich weiß, daß mirs mit Jesu glückt;/ ich bin und bleib in deinen Sorgen,/ mit Jesu Gnaͤden schön geschmückt./ Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut:/ Machs nur mit meinem Ende gut! II. Ich leb indes in dir vergnüget/ und sterb ohn alle Rümmernis;/ mir gnüget, wie mein Gott es füͤget;/ ich glaub und bin es ganz gewiß:/ durch deine Gnad und Christi Blut/ machst dus mit meinem Ende gut! Aemilie Zuliane GSräfin von Schwarzburg-Rudolstadt, 1706. 449 Ronr. Seinr. Dretzel, 173J. nn. + J. Ach was ist doch uns⸗re Zeitꝰ/ Fluͤch⸗ tig keit,/ — 2——.— ö—.— Ne⸗bel, Rauch und Wind und Schat⸗-ten;/ Men⸗schen Z, kön⸗nen nicht be⸗stehn;/ sie ver-gehn/ wie die — 2 x ů— 2—.— —. 3 53— Blu⸗men auf den Mat⸗ ten./ Un⸗-ser Le⸗ben n,v ve fleucht be⸗ hen⸗de:/ Mensch, be⸗ den⸗ke doch das En⸗de! 2. Menschen sind zerbrechlich Glas,/ nichtig Gras,/ Blumen, die nicht lange stehen;/ ach wie bald wird ihre Kraft/ hingerafft,/ wenn die Todeslüfte wehen./ Unser Leben fleucht behende:/ Mensch, bedenke doch das Endel 3. Jugend, die den Rosen gleicht,/ die verbleicht;/ ihre Schönheit muß verschwinden; /es vergeht durch Todes⸗ macht/ alle Pracht,/ die wir an den Menschen finden./ Unser LCeben fleucht behende:/ Mensch, bedenke doch das Endel 47 450 Sterbelieder 4. Menschen sind der Zeiten Spiel/ und ein Ziel,/ drauf die Todespfeile fliegen;/ die wie schlanke Zedern stehn,/ groß und schön,/ müssen durch den Tod erliegen./ Unser Leben fleucht behende: /Mensch, bedenke doch das Endel S. Ach der Tod ist mir gewiß,/ drum vergiß/ alles Eitle dieser Erden;/ lenke dich zur Ewigkeit/ jederzeit,/ willst du dort unsterblich werden./ Unser Ceben fleucht behende:/ Mensch, bedenke doch das Ende! 6. Schwinge dein Gemüt und Herz/ himmelwärts,/ wo nicht Tod, nicht Wot, nicht Leiden;/ denk an das, was ewig ist,/ lieber Christ,/ soll dich einst der Simmel weiden./ Unser Leben fleucht behende:/ Mensch, bedenke doch das Endel Salomo Franck, + 1725. 45⁰ Mel. O Gott, der du ein Seerfürst bist. Lyon 1562. 94—.— H WEWEW 5„5——— ke. D.SSEEEE....— J. Mein Ceben ist ein Pilgrimstand;/ ich rei⸗se nach dem 1— — 4 1 ö 2.—. x ———— Va⸗ter⸗land,/ nach dem Je⸗ru⸗ sa⸗lem dort o⸗-ben,/ wo SSSSDSDS DS ei⸗ ne ew⸗ge Ru⸗he· statt/ Gott sel⸗ ber mir ge⸗grün⸗det ! 20 hat;/ da werd ich oh⸗ ne End ihn lo⸗ben./ Mein Ceben ist ——— WF E I ein Pil⸗grimstand;/ ich rei⸗ se nach dem Va⸗ter⸗land. 2. Wie Schaͤtten vor der Sonne fliehn,/ so flieht mein Leben schnell dahin,/ und was vorbei ist, kommt nicht wieder. /Ich eile zu der Ewigkeit;/ Herr Jesu, mach mich 477⁷² DEE I 8 3 0 Sterbelieder 45¹1 nur bereit/ und öffne meine Augenlider,/ daß ich, was zeitlich ist, veracht/ und nur nach dem, was ewig, tracht. 3. Der Sonne Glanz mir oft gebricht,/ der Sonne, die ihr Gnaͤdenlicht/ in unverfälschte Zerzen strahlet./ wind, Regen stürmen auf mich zu,/ mein matter Geist findt nirgends Ruh;/ doch alle Müh ist schon bezahlet,/ wenn ich die gůldne Himmelstür/ mir stell im festen Glauben fuͤr. 4. Du streuer Hüter, Jesu Christ,/ der du ein Pilgrim worden bist,/ da du mein Fleisch hast angenommen,/ zeig mir im Worte deine Tritt,/ laß mich bei einem jeden Schritt/ zu deinem Seil stets näher kommen./ Mein Ceben fleucht; ach eile du,/ und fleuch mit Gnad und Silf herzu. 5. Durch deinen Geist mich heilig leit,/ gib in Geduld Be⸗ ständigkeit;/ vor Straucheln meinen Fuß beschütze./ Ich falle stundlich, hilf mir auf/ und richte zu dir meinen Caufj/ sei mir ein Schirm in Trübsalshitze;/ laß deinen milden Gnaͤdenschein/ in Finsternis nie ferne sein. 6. Wenn mir mein Herz, o Gnadenfüll,/ vor Durst nach dir verschmachten will,/ so laß mich dich zum Cabsal finden;/ und schließ ich meine Augen zu,/ so bring mich zu der Siegesruh,/ wo Streit und alle Nüh verschwinden,/ und wo ich kann, von Sünden rein,/ dein Freund und Hausgenosse sein. 7. Bin ich denn hier, im fremden Cand,/ der blinden Welt gleich unbekannt:/ dort sind die Freunde, die mich kennen;/ dort werd ich mit der Zimmelsschar/ dir jauchzend dienen immerdar/ und in der reinsten Ciebe brennen./ Mein Bei⸗ land, komm, ach bleib nicht lang!/ Sier in der Fremde wird mir bang. Friedr. Adolf Lampe, 1 1729. 45¹ Mel. wer weiß, wie nahe mir mein Ende(Nr. 448). J. Ich sterbe täglich, und mein Leben/ eilt immerfort zum Grabe hin./ Wer kann mir einen Bürgen geben,/ ob ich noch morgen lebend bin?/ Die Zeit geht hin, der Tod kommt her:/ ach wer nur immer fertig wär! 77³ 45²2 Sterbelieder 2. Es schickt der Tod nicht immer Boten;/ er kommet oft unangemeldt/ und fordert uns ins Reich der Toten;/ wohl dem, der Saus und Serz bestellt!/ Denn ewig Unglück oder Glück/ hängt nur an einem Augenblick. 3. Herr aller Serren, Tod und Ceben/ haͤst du allein in deiner Sand./ Wie laͤnge du mir Frist willst geben,/ das ist und bleibt mir unbekannt;/ hilf, daß ich jeden Glocken⸗ schlag/ an meinen Abschied denken mag. 4. Es kann vor Abend anders werden,/ als es am Mor⸗ gen mit mir war;/ den einen Fuß hab ich auf Erden,/ den andern auf der Totenbahr;/ ein kleiner Schritt ist nur dahin,/ wo ich der Würmer Speise bin. S. Ein einzger Schlag kann alles enden/ und Faͤll und Tod beisammen sein;/ doch schlage nur mit Vaterhänden/ und schließ in Christi Tod mich ein,/ daß, wenn der Leib zu Boden fäͤllt,/ die Seel an Jesu Kreuz sich hält. 6. Kann ich die Meinen nicht mehr segnen,/ so segne du sie mehr als ich;/ wenn lauter Tränen um mich regnen,/ o Tröster, so erbarme dich/ und lasse der Verlaßnen Schrein/ durch deinen Trost erhorlich sein. 7. Dringt mir der letzte Stoß zum Herzen,/ so schließe mir den Himmel auf;/ verkürze mir des Todes Schmerzen/ und hole mich zu dir hinauf;/ so wird mein Abschied keine Pein,/ zwaͤr eilig, dennoch selig sein. Benjamin Schmolck, f I737. 4⁵² Mel. Wer nur den lieben Sott läßt walten. Georg Neumark, 1657. —— —3— 4——— ...— nis Gott, ich weiß wohl, daß ich ster⸗be,/ und fin ⸗de hier kein sol⸗ches Er⸗be,/ ich bin ein Mensch, der bald ver⸗geht,* das un⸗ ver⸗ än⸗ der⸗lich bersteht; Re e 47⁴ — lieder met oft wohl ck oder lein in das ist locken⸗ nMor⸗ „,/ den ist nur all und inden/ Ceib zu gne du ren,/ o chrein/ schließe ꝛerzen/ ed keine E„+ I737. Sterbelieder 453 SDSS. mir in Gnaͤden an,/ wie ich recht se⸗-lig ster⸗ben kann. 2. Mein Gott, ich weiß nicht, wann ich sterbe,/ kein Augenblick geht sicher hin;/ wie bald zerbricht doch eine Scherbe!/ Wie kann die Blume schnell verblühn!/ Drum mache mich nur stets bereit/ hier in der Zeit zur Ewigkeit. 3. Mein Gott, ich weiß nicht, wie ich sterbe,/ dieweil der Tod viel Wege haͤlt;/ dem einen wird das Scheiden herbe,/ ein andrer sanft in Schlummer fällt./ Doch, wie du willst, gib nur dabei,/ daß mir mein Ende selig sei. 4. Mein Gott, ich weiß nicht, wo ich sterbe,/ und welche Erde mich einst deckt;/ doch wenn ich nur den Trost er— werbe,/ daß mich dein Ruf zum Leben weckt,/ so nehm ich jede Stelle ein;/ die Erd ist allenthaͤlben dein. 5. Nun, liebster Gott, wenn ich einst sterbe,/ so nimm du meinen Geist zu dir,/ auf daß ich dort mit Christo erbe;/ hab ich nur den im Glauben hier,/ so gilt mirs gleich und geht mir wohl,/ wann, wo und wie ich sterben soll. Benjamin Schmolck, 1 1737. Mel. O du Liebe meiner Liebe. 453 Mürnberg 1684. .————— 4— S.SDSS 1 Un⸗ ser kei ⸗-ner lebt ihm sel⸗ ber,/ kei⸗ner was wir le⸗ben, was wir sterben,/ kommt, o stirbt ihm sel· ber hier; Herr, lein von dir. Du mußt hel⸗fen, tragen, he⸗ben,/ S. du bist un⸗ser be⸗stes Teil,/ bleibst im To⸗de, 175 + 45⁴4 Sterbelieder — 2. E bleibst im Ce⸗ ben un⸗ser Trost und un-ser Seil. 2. Glauben, schauen, leben, sterben/ gilt mit dir uns alles gleich;/ wenn wir nur mit Christo erben,/ macht der Tod uns ewig reich./ Dann erst fängt des Christen Leben/ und das rechte Wohlsein an,/ wenn er sich zu dir erheben/ und dein Antlitz schauen kann. 3. Nun, es scheiden oder bleiben/ unsre Eieben oder wir:/ Jesu, dir uns einverleiben,/ das sei unsre Sorge hierl/ Selig, wer entschläft in Frieden,/ selig wir, die noch nicht tot./ Sind die Ceiber auch geschieden,/ sind die Geister doch in Gott. 7. Seil und Wahrheit, Kraft und Stärke/ gibt Jehova mehr und mehr. /Alle seine Weg und Werke/ sind voll Berrlichkeit und Ehr./ Singet ihm, ihr Gotteskinder,/ der uns liebt am Kreuzesstamm! /Bringet Ruhm, ihr Über⸗ winder,/ Gott, dem Vaͤter, und dem Camm! Phil. Seinrich Weissen see, 4 1767. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 454 Berlin 1653. H S. 55 Mei⸗- ne Le-bens- zeit verstreicht,/ stündlich und wie we⸗nig ists viel-leicht,/ das ich I— x— ——.. eil ich zu dem Ge be/ noch zu le⸗ ben ha⸗bel/ D 1——417——.— ———.——8——..— ‚ — +*— 1—— dei⸗ nen Tod,/ säume nicht; denn Eins ist not. 477 G r wir:/ Sterbelieder 455 2. Cebe, wie du, wenn du stirbst,/ wünschen wirst, gelebt zu haben!/ Güter, die du hier erwirbst,/ Würden, die dir Menschen gaben,/ nichts wird dich im Tod erfreun;/ diese Güter sind nicht dein. 3. Wur ein Serz, das Jesum liebt,/ nur ein ruhiges Ge⸗ wissen,/ das vor Gott dir Zeugnis gibt,/ wird dir deinen Tod versüßen;/ dieses HZerz, von Gott erneut,/ gibt im Tode Freudigkeit. 4J. Daß du dieses Serz erwirbst,/ fuͤrchte Gott und bet und wache;/ sorge nicht, wie früh du stirbst;/ deine Zeit ist Gottes Sache./ Cern nicht nur den Tod nicht scheun,/ lern auch seiner dich erfreun. 5. Überwind ihn durch Vertraun,/ sprich: Ich weiß, an wen ich glaube,/ und ich weiß, ich werd ihn schaun,/ denn er weckt mich aus dem Staube;/ er, der rief: Es ist voll⸗ bracht!/ nahm dem Tode seine Macht. 6. Tritt im Geist zum Grab oft hin,/ siehe dein Gebein versenken;/ sprich: Serr, daß ich Erde bin,/ lehre du mich stets bedenken;/ lehre du mich jeden Tag,/ daß ich weiser werden mag. Christian Fürchtegott Gellert, 4 1769. 4⁵⁵ Mel. Erhalt uns, Serr, bei deinem Wort(Nr. 140). J. Wie sicher lebt der Nensch, der Staub!/ Sein Leben ist ein fallend Caub,/ und dennoch schmeichelt er sich gern,/ der Tag des Todes sei noch fern. 2. Der Jüngling hofft des Greises Ziel,/ der Mann noch seiner Jahre viel,/ der Greis zu vielen noch ein Jahr,/ und keiner nimmt den Irrtum wahr. 3. Sprich nicht: Ich denk in Glück und Not/ im Herzen oft an meinen Tod;/ der, den der Tod nicht weiser maͤcht,/ hat nie mit Ernst an ihn gedacht. 4. Wir leben hier zur Ewigkeit,/ zu tun, was uns der Berr gebeut,/ und unsres Cebens kleinster Teil/ ist eine Frist zu unserm Seil. 16 77⁷ Sterbelieder 5. Der Tod rückt Seelen vor Gericht;/ da bringt Gott alles an das Licht/ und macht, was hier verborgen war,/ den Rat des Berzens, offenbar. 6. Drum, da dein Tod dir täglich dräut,/ so sei doch wacker und bereit,/ prüf deinen Glauben als ein Christ,/ ob er durch CLiebe tätig ist. 7. Ein Herz, das Gottes Stimme hört,/ ihr folgt und sich vom Bösen kehrt,/ ein gläubig Serz, von Lieb erfüllt,/ dies ist es, was vor Gott nur gilt. 8. Gib, Serr, daß ich mit jedem Tag/ vor dir mein Serz erforschen maͤg,/ ob Liebe, Demut, Fried und Treu/ die Frucht des Geistes in mir sei; 9. Daß ich zu dir um Gnade fleh,/ stets meiner Schwaͤch— heit widersteh/ und einstens in des Glaubens Macht/ mit Freuden ruf: Es ist vollbrachtl Christian Fürchtegott Gellert, 4 1769. 56 Mel. Serzlich tut mich verlangen 10 0. J. Die auf der Erde wallen,/ die Sterblichen, sind Staubj/ sie blühen auf und fallen,/ des Todes sichrer Raub./ Ver— borgen ist die Stunde,/ da Gottes Stimme ruft;/ doch jede, jede Stunde/ bringt näher uns der Gruft. 2. Getrost gehn Gottes Kinder/ die oͤde, dunkle Bahn,/ zu der verstockte Sünder/ verzweiflungsvoll sich nahn,/ wo selbst der freche Spötter/ nicht mehr zu spotten waͤgt,/ vor dir, Gott, seinem Retter,/ erzittert und verzagt. 3. Wenn diese Bahn zu gehen/ dein Will einst mir ge⸗ beut;/ wenn nahe vor mir stehen/ Gericht und Ewigkeit;/ wenn meine Kräfte beben/ und schon das Serz mir bricht:/ Berr über Tod und Leben,/ o dann verlaß mich nicht! 4. Silf, Todesüberwinder,/ hilf mir in dieser Angst,/ der du zum Seil der Sünder/ selbst mit dem Tode rangst;/ und wenn des Kampfes Ende/ gewaͤltiger mich faßt,/ nimm mich in deine Hände,/ den du erloͤset haͤst. 5. Des Himmels Wonn und Freuden/ ermißt kein sterb⸗ lich Herz; /o Trost für kurze Ceiden,/ für kurzen Todes⸗ 77⁸ — 2—5„2 — r — lieder Sterbe⸗ und Begräbnislieder 457458 Gott schmerz!/ Dem Todesüberwinder/ sei ewig Preis und Dank;/ War, Preis ihm, der für uns Sünder/ den Kelch des Todes trank! 6. Heil denen, die auf Erden/ sich schon dem Simmel 730 weihn,/ die aufgelöst zu werden,/ mit heilger Furcht sich t, /o freun! /Bereit, es Gott zu geben,/ wenn er, ihr Herr, ge⸗ beut,/ gehn sie getrost durchs Leben 7hin zur Unsterb— nd sich Npe . lichkeit. Gottl. Benedict Funck, + 1814. ullt,/ 1 Berz Mel. Christus, der ist mein Leben. 457 Melchior Vulpius, I609. die 4 2.—— 2.—— 0. annh A. e / mit J. Ich weiß, an wen ich glaube,/ und daß mein Heiland ů—t— noo T n. lebt,/ der aus dem To⸗des⸗ stau⸗be/ den Geist zu sich er⸗ 90 2. Ich weiß, an wem ich hange,/ wenn alles wankt und aubʒ/ weicht,/ der, wenn dem Herzen bange,/ die Retterhand mir „Ver⸗ reicht. jede, 3. Ich weiß, wem ich vertraue,/ und, wenn mein Auge bricht,/ daß ich ihn ewig schaue,/ ihn selbst von Angesicht. ahn,/ 4. Er trocknet alle Tränen/ so tröstend und so mild,/ und thn// mein unendlich Sehnen/ wird nur durch ihn gestillt. agt,/ S. Ich weiß, beim Auferstehen,/ wenn ich verkläret bin,/ werd ich mit Jesu gehen/ durch Ewigkeiten hin. ir ge⸗ V. von August Sermann Miemeyer, 41828. V. 5 von Albert Knapp, 11864. keit;/ 199 Begräbnislieder der 458 und Mel. Schwing dich auf zu deinem Gott(Mr. 336. —— J. Einen guten Rampf hab ich/ auf der Welt gekämpfet;/ denn Gott hat mir gnädiglich/ all mein CLeid gedämpfet;/ Win. daß ich meines Lebens Cauf/ seliglich vollendet/ und die Seele himmelauf /Christo zugesendet. 16 47 —— 459 Begräbnislieder ö 2. Forthin ist mir beigelegt/ der Gerechten Krone,/ die mir wahre Freud erregt/ vor des Simmels Throne;/ fort⸗ hin meines Cebens Licht,/ dem ich hier vertrauet:/ meines Gottes Angesicht/ meine Seele schauet. 3. Diese gar verderbte Welt/ ist, was meinem Leben/ ö nunmehr gänzlich nicht gefällt;/ drum ich mich ergeben/ ö meinem Zesu, da ich bin/ jetzt in lauter Freuden;/ denn sein Tod ist mein Gewinn,/ mein Verdienst sein Leiden. 7. Gute Nacht, ihr meine Freund',/ ihr, o meine Liebenl/ Alle, die ihr um mich weint,/ laßt euch nicht betruͤben/ diesen Schritt, den ich nun tu/ in die Erde nieder;/ schaut, die Sonne geht zur Ruh,/ kommt doch morgen wieder. Seinrich Albert, 165J. 459 Gg. Christian Störl. I7Io. G5 S. J. Ru⸗het wohl, ihr To ten ⸗ bei ne,/ in der . stil ⸗len— sam⸗keit!/ Ru⸗het, bis das End er⸗ ————— schei⸗ne,/ da der Herr euch zu der Freud/ ru⸗fen wird aus 2...—.—.—— i. n— i —— eu⸗ren Grüf⸗ten/ zu den frei⸗en Simmels⸗lüf⸗ten. 2. Nur getrost, ihr werdet leben,/ weil das Ceben, euer HBort,/ die Verheißung hat gegeben/ durch sein teuer wertes Wort:/ die in seinem Namen sterben,/ sollen nicht im Tod verderben. 3. Und wie sollt im Grabe bleiben,/ der ein Tempel Gottes war,/ den der Herr ließ einverleiben/ seiner aus⸗ 78⁰ lieder Begrabnislieder 46⁰ e,/ die erwählten Schar,/ die er selbst mit seinem Sterben/ hat ge⸗ fort⸗ macht zu Himmelserben? meines 4. Nein, die kann der Tod nicht halten,/ die des Herren Glieder sind./ Muß der Ceib im Graͤb erkaͤlten,/ da man eben/ nichts als Asche findt:/ wenn des Herren Hauch drein ůeben/ bläset,/ grünet neu, was hier verweset. denn 5. Jesus wird, wie er erstanden,/ auch die Seinen einst eiden. mit Macht/ führen aus des Todes Banden,/ führen aus iebenl/ des Grabes Nacht/ zu dem ewgen Himmelsfrieden,/ den uͤben/ er seinem Volk beschieden. schaut, 6. Ruhet wohl, ihr Totenbeine,/ in des Grabes Dunkel⸗ er. heitl/ Ruhet, bis der Zerr erscheine/ an dem Ende dieser + 165ʃ. Zeit!/ Da sollt ihr mit neuem Ceben/ herrlich ihm ent⸗ gegenschweben. Sriedr. Ronrad Siller, T 1726. rl. 71o. 460 .—— Mel. Jesus, meine Zuversicht(Nr. 45%. —.— J. Heute mir und morgen dir!/ So hoͤrt man die Glocken klingen,/ wenn wir die Verstorbnen hier/ auf den Todes⸗ — acker bringen./ Aus den Gräbern rufts herfür:/ Beute mir — und morgen dir! —— 2. Heute rot und morgen totl/ Unser Ceben eilt auf r⸗ Flügeln,/ und wir habens täglich not,/ daß wir uns an — andern spiegeln;/ wie bald ruft des errn Gebot:/ Heute rot und morgen tot! ö 3. Mensch, es ist der alte Bund,/ und der Tod zählt keine Haltis Jahre;/ bist du heute noch gesund,/ denk an deine Toten⸗ — bahre;/ jedem kommt die letzte Stund:/ Mensch, das ist der — alte Bund. 1en 4. Ach wer weiß, wie nah mein Tod!/ Ich will sterben, 3 eh ich sterbe;/ so wird mir die letzte Not,/ wenn sie kommt, „ euer doch nicht so herbe./ Rüste mich dazu, mein Gott!l/ Ach wer vertes weiß, wie nah mein Tod! n Tod 5. Selig, wer in Christo stirbt,/ denn ihm wird der Tod zum Ceben;/ wer das Ceben hier erwirbt,/ dem nur wird empel es dort gegeben./ Wer nicht lebet, der verdirbt;/ selig, wer aus- in Christo stirbt! Benjamin Schmolck, + I737. 481 461.462 Begräbnislieder Mel. Der lieben Sonne Licht und Pracht. Samburg 1730. —[ͤß7—ßx—x34X·%ì”˖·—— E un,— EWun Christen gehn von Ort zu Ort/ durch Uund kom⸗men in den Frie⸗dens⸗port/ und Lauf/ in sei⸗nen Ar⸗men auf;/ das Wei⸗zen⸗korn wird P d,dee,;t F. 2 in sein Beet/ auf Hoff⸗nung rei⸗cher Frucht ge⸗sat. 2. Wie seid ihr doch so wohl gereist!/ Gelobt sein eure Schritte,/ du friedevoll befreiter Geist,/ du jetzt verlaßne Huttel/ Du, Seele, bist beim Serrn,/ dir glänzt der Morgen⸗ stern;/ euch Glieder deckt mit sanfter Ruh/ der Liebe stiller Schatten zu. 3. Wir freun uns in Gelassenheit/ der großen Offen⸗ barung;/ indessen bleibt das Pilgerkleid/ in heiliger Ver⸗ wahrung. /Wie ist das Glück so groß:/ in Jesu Arm und Schoß!/ Die Liebe fuͤhr uns gleiche Bahn,/ so tief hinab, so hoch hinan! Mikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf, 4 1760. Mel. Jesu, komm doch selbst zu mir. Ba sel 1745. —— — + J. Al⸗ler Gläub⸗gen Sam ⸗-mel ⸗platz/ 48½ Begräbnislieder 463 7 E—— 24— 4 2 ist da, wo ihr Herz und 557.— ihr — 1— — er Hei⸗land Je-sus Christ/ und ihr Le⸗ben hier schen! ist. 2. Eins geht da, das andre dort/ in die ewge Seimat fort,/ ungefraͤgt, ob die und der/ uns nicht hier noch nuͤtzlich waͤr. 3. Doch der Herr kann nichts versehn;/ und wenn es nun doch geschehn,/ hat maͤn nichts dabei zu tun,/ als zu schweigen und zu ruhn. J. Manches Herz, das nicht mehr da,/ geht uns freilich innig nah;/ doch, o Liebe, wir sind dein,/ und du willst uns alles sein. Nach Mikolaus Ludwig Graf v. ZinzendorffI76o, u. Christian SregorfISoI. 463 0—1 Nun laßt uns den Leib begraben. wittenberg 1544. ISSSSEE. J. Wun brin-gen wir den Leib zur Ruh/ und — . I— dek⸗ken ihn mit Er⸗de zu,/ den Leib, der naͤch des ö —————————.—— Schöp⸗fers Schluß zu Staͤub und Er⸗ de wer⸗den muß. 2. Er bleibt nicht immer Asch und Staub,/ nicht immer der Verwesung Raub;/ er wird, wenn Christus einst er— scheint,/ mit seiner Seele neu vereint. 3. Hier, Mensch, hier lerne, was du bist,/ lern hier, was unser Ceben ist:/ nach Sorge, Furcht und mancher Not/ kommt endlich noch zuletzt der Tod. 7³3 464 Begrãäbnislieder 7. Schnell schwindet unsre Cebenszeit;/ auf Sterben folgt die Ewigkeit./ Wie wir die Zeit hier angewandt,/ so folgt der Lohn aus Gottes Sand. 5. So währen Reichtum, Ehr und Glück,/ wie wir selbst, einen Augenblick;/ so währt auch Kreuz und Traurigkeit,/ wie unser Ceben, kurze Zeit. G. O sichrer Mensch, besinne dich!/ Tod, Grab und Richter nahen sich./ In allem, was du denkst und tust,/ be⸗ denke, daß du sterben mußt. 7. Bier, wo wir bei den Gräbern stehn,/ soll jeder zu dem Vater flehn:/ Ich bitt, o Gott, durch Christi Blut,/ machs einst mit meinem Ende gut! 8. Caßt alle Sünden uns bereun,/ vor unserm Gott uns kindlich scheun./ Wir sind hier immer in Gefahr;/ nehm jeder seine Seele wahr! 9. Wenn unser Lauf vollendet ist,/ so sei uns nah, Serr Jesu Christl/ Mach uns das Sterben zum Gewinn,/ zieh unsre Seelen zu dir hin! J0. Und wenn du einst, du Lebensfürst,/ die Gräber mächtig öffnen wirst,/ dann laß uns fröhlich auferstehn/ und dort dein Antlitz ewig sehn! Ehrenfried Liebich, 1780. 2 464 Altona 1803. EE 1— J. Auf⸗er⸗stehn, ja, auf⸗er⸗stehn wirst du,/ mein ö— +— 1 — we L Staub, nach kur⸗ zer Ruhl/ Un⸗sterb⸗lichs Ce⸗ben/ wird, —... — ö—.—. der dich schuf, dir ge⸗ ben!/ Hal ⸗-le ⸗lu-ja! 2. Wieder aufzublühn, werd ich gesät!/ Der Serr der Ernte geht/ und sammelt Garben/ uns ein, uns ein, die starben./ Ballelujal 78⁴ ——1 ——— Begrãäbnislieder 465 3. Tag des Danks, der Freudentränen Tagl/ du meines Gottes Tagl/ Wenn ich im Grabe/ genug geschlummert habe,/ erweckst du mich! 4. Wie den Träumenden wirds dann uns sein;/ mit Jesu gehn wir ein/ zu seinen Freuden./ Der müden Pilger Ceiden/ sind dann nicht mehr. S. Ach ins Allerheiligste führt mich/ mein Mittler dann, lebt ich/ im Seiligtume/ zu seines Namens Ruhme./ Halleluja! Friedr. Gottlieb Klopstock, TISoz. 46⁵ mel. Jesus, meine Zuversicht(Nr. 45). J. Geht nun hin und grabt mein Grab,/ denn ich bin des Wanderns müde;/ von der Erde scheid ich ab,/ denn mir ruft des Simmels Friede,/ denn mir ruft die süße Ruh/ von den Engeln droben zu. 2. Geht nun hin und grabt mein Grab;/ meinen Cauf hab ich vollendet,/ lege nun den Wanderstab/ hin, wo alles Irdsche endet;/ lege selbst mich nun hinein/ in das Bette sonder Pein. 3. Was soll ich hienieden noch/ in dem dunkeln Tale machen?/ Denn wie mächtig, stolz und hoch/ wir auch stellen unsre Sachen,/ muß es doch wie Sand zergehn,/ wenn die Winde drüͤber wehn. 4. Darum, Erde, fahre wohl,/ laß mich nun in Frieden scheiden!/ Deine Hoffnung, ach, ist hohl,/ deine Freuden selber Ceiden,/ deine Schönheit Unbestand,/ eitel Wahn und Trug und Tand. S. Darum letzte gute Nacht,/ Sonn und Mond und liebe Sterne./ Fahret wohl mit eurer Pracht;/ denn ich reis in weite Ferne,/ reise hin zu jenem Glanz,/ worin ihr ver⸗ schwindet gaͤnz. 6. Die ihr nun in Trauern geht,/ fahret wohl, ihr lieben Freunde;/ was von oben niederweht,/ tröstet ja des Serrn Gemeinde;/ weint nicht ob dem eitlen Schein,/ droben nur kann ewig sein. 785 —.———————— 466 Begräbnislieder 7. Weinet nicht, daß ich nun will/ von der Welt den Ab⸗ schied nehmen,/ daß ich aus dem Irrtum will,/ aus dem Schatten, aus dem Schemen,/ aus dem Eiteln, aus dem Nichts/ hin ins LCand des ewgen Cichts. 8. Weinet nicht! Mein süßes Seil,/ meinen Beiland, hab ich funden,/ und ich habe auch mein Teil/ in den warmen Herzenswunden,/ woraus einst sein heilges Blut/ floß der ganzen Welt zugut. 9. Weint nicht, mein Erlöser lebtl/ Soch vom finstern Erdenstaube/ hell empor die Soffnung schwebt,/ und der Himmelsheld, der Glaube/ und die ewge Liebe spricht:/ Kind des Vaters, zittre nicht! Ernst Moritz Arndt, 1 1860. Mel. Ich hab mein Sach Gott heimgestellt(Nr. 438). E J. Wohlauf, wohlan, zum letzten Gangl/ Rurz ist der Weg, die Ruh ist lang./ Gott fuͤhret ein, Gott führet aus:/ wohlan, hinaus!/ Rein Bleiben ist im Erdenhaͤus! 2. Du Herberg in der Wanderzeit,/ gehab dich wohl und laß dein Ceidl/ Schleuß nur getrost die Pforte zul/ Was trauerst du?/ Dein Geist geht hin zur ewgen Ruh. 3. Tragt ihn fein sanft ins Schlafgemach,/ ihr Cieben, folgt ihm segnend nach!/ Hab gute Nacht! Der Tag war schwül/ im Erdgewühl:/ Sab gute Nacht, die Nacht ist kühl. J. Ein Festschmuck ist des Sarges Tuch,/ ein Siegeszug der Ceichenzug./ Triumph, der Herr maͤcht gute Bahn:/ sein Rreuz voran,/ das winkt und deutet himmelan. 5. Ihr Glocken, toͤnt hochfestlich drein/ und laͤutet hell den Sabbat ein,/ der nach des Werktaͤgs kurzer Frist/ durch Jesum Christ/ für Gottes Volk vorhanden ist. b 6. O selig, wer das Seil erwirbt,/ daß er im Zerrn, in Christo, stirbt!/ O selig, wer, vom Laufe matt,/ die Gottes⸗ stadt,/ die droben ist, gefunden hatl der Begrãäbnislieder 466 7. Was suchst du, Mensch, bis in den Tod?/ Du suchst so viel, und Eins ist not!/ Die Welt beut ihre Guͤter feil;/ denk an dein Heil,/ und waͤhl in Gott das beste Teil. 8. Was sorgst du bis zum letzten Tritt?/ Nichts brachtest du, nichts nimmst du mit./ Die Welt vergeht mit Cust und Schmerz;/ schau himmelwaͤrts!/ Da, wo dein Schatz ist, sei das Serz. 9. Mit Gott bestell dein Saus bei Zeit,/ eh dich der Tod an Tote reiht;/ sie rufen: Gestern wars an mir,/ heut ists an dirl/ Sier ist kein Stand, kein Bleiben hier. 10. Vom Freudenmahl zum Wanderstab,/ aus Wieg und Bett in Sarg und Grab!/ Wann, wie und wo, ist Gott bewußt./ Schlag an die Brust!/ Du mußt von dannen, Mensch, du mußt! II. Da ist kein Sitz zu reich, zu arm,/ kein daupt zu hoch, kein Herz zu warm,/ da blüht zu schon kein Wangenrot:/ im Finstern droht/ der Tod und überall der Tod. I2. Ach baͤnges Serz im Leichental,/ wo ist dein Licht, dein CLebensstrahl?/ Du bist es, Jesu, der mit Macht/ aus Gräbernacht/ das Leben hat ans Licht gebracht. J3. Dein Trostwort klingt so hoch und hehr:/ Wer an mich glaubt, stirbt nimmermehr!“/ Dein Kreuz, dein Grab, dein Auferstehn,/ dein Simmelgehn/ läßt uns den Himmel offen sehn. I4. Wohl dem, der, Serr, mit dir vertraut,/ schon hier die ewgen Zütten baut!/ Er sieht das Kleinod in der Fern/ und kaͤmpfet gern/ und harrt der Zukunft seines Herrn. & I. Nun, Tor des Friedens, oͤffne dich!/ Binein! hier schließt die Wallfahrt sich./ Ihr Schlummernden im Friedensreich,/ goͤnnt allzugleich/ auch ihm(ihr) ein Räumlein neben euch. J6. Viel Gräber sind an diesem Grt,/ viel Wohnungen im Himmel dort;/ bereitet ist die Stätte schon/ am Gnaden⸗ thron,/ bereitet ihm(ihr) durch Gottes Sohn. 17. Sein ist das Reich mit Allgewalt;/ er zeugt und spricht: Ich komme bald!l/ Ja, komm, Herr Jesu, fuͤhr uns ein!/ Wir harren dein!/ Amen, dein laß uns ewig sein! Christian§riedr. Seinr. Sachse, I860. 787 467468 Beim Tode der Eltern Beim Tode der Eltern 46/7 Mel. Serr, ich habe mißgehandelt(Nr. 287). J. Vater, hier im Erdenschoße /Fruhst du lange nun forthin;/ bald wird auch mit grünem Moose/ sich dein stilles Grab umziehn;/ Stürme werden drüber fliegen,/ Schnee auf deinem Bette liegen. 2. Doch in unsern treuen Herzen/ wird dein Geist, dein Bild, dein Wort /unter tiefen Liebesschmerzen/ unver— gänglich leben fort,/ wie du liebend uns umfangen/ und in Frieden hingegangen. 3. O wie heilig ist dies Bette,/ wo der Serr dich hin⸗ gelegt!/ O wie teuer diese Stätte,/ die nun dein Gebeine hegt,/ das im ewgen Osterwehen/ himmlisch klar soll auf—⸗ erstehen! 4. Schlafe wohl, o Vater, schlafe/ deiner Waͤllfahrt Leiden aus,/ bis der Hirte seine Schafe/ saͤmmelt in des Vaters Haus!/ Saͤnft sei dir der letzte Schlummer,/ dein Erwachen ohne Kummer. S. Jesus Christus, Herr der Toten!/ der du nichts von dem verlierst,/ was dein Vater dir geboten,/ daß du's zur Vollendung fuhrst:/ dieses Vaters Geist und Ende/ legen wir in deine Hände. 6. Romm, in unser Serz zu geben/ deiner Waͤhrheit hellen Schein,/ daß, wenn sich die Toten heben,/ unser Vater ohne Pein/ spreche bei des Serrn Erscheinen:/ Sieh, hier bin ich und die Meinen! Albert Rnapp, 1864. 468 Mel. Wie nach einer Wasserquelle(Nr. 440. J. Eingesargt zum letzten Schlummer,/ blaß, in weißem (schwarzem) Sterbekleid,/ ohne Schmerzen, ohne Rummer,/ seh ich dich mit stillem Ceid,/ vielgetreue Mutter dul/ Jetzo trägt man dich zur Ruh;/ schlummre süß im kühlen Grunde/ bis zur Auferstehungsstunde. 488 2.9 Beim Tode von Eltern und Ehegatten 469 2. Auge, das mit Cieb und Sehnen oft die Seinen an⸗ geblickt,/ segnend, mit viel tausend Tränen/ haben wir dich zugedeckt./ Nie auf dieser Erde mehr/ blickst du zaͤrtlich auf uns her;/ doch zu Wiedersehens Gruͤßen/ wirst du heller dich erschließen. 3. Hand, die treulich uns geleitet,/ die uns nichts als CLiebe gab,/ Freud und Trost um uns verbreitet,/ ruhe nun im stillen Grabl/ Unermüdet war dein Fleiß,/ und dein Tagewerk war heiß./ Wenn die Toten auferstehen,/ wird in dir die Palme wehen. 4. Edler Mund, zum Reinen, Großen/ und zu Lieb und mildem Wort/ freundlich, lieblich aufgeschlossen,/ nimmer toͤnest du hinfort;/ aber was die Cippe sprach,/ toͤnt in unserm Serzen nach,/ bis du, wenn die Gräber springen,/ Gott wirst Saͤlleluja singen. S. Herz, das ohne Falsch geschlagen,/ das in Liebe nie geruht,/ das uns sterbend noch getragen, ruhe sanft in Gottes Zut!/ Weinend, dankend rufen wir:/ Ewger Segen folge dir!/ Wenn die Grüfte sich bewegen,/ schlage wieder uns entgegen! 6. Dann wird froh die Träne fließen,/ wie sie jetzt in Trauer fließt;/ froh wird dich dein Kind begruͤßen,/ das dich heut in Tränen grüßt;/ dann, dann wird der schwere Stein/ weg von deinem Grabe sein./ Christus war im Tod dein Ceben;/ ewig darfst du vor ihm schweben. Albert Rnapp, 1 1867. Beim Tode von Ehegatten 469 Mel. Nach einer Prüfung kurzer Tage(Nr. 350. J. Betrübtes Serze, sei zufrieden,/ ob dich schon schwerer Rummer plagt;/ der Simmel bleibt dir doch beschieden,/ den dir dein Jesus zugesagt;/ rein Rummer, keine Not und Ppein/ kann dir, mein Herz, im Wege sein. 2. Zwar schwimmest du in heißen Tränen,/ das ist der witwen taͤglich Brot;/ du quälest dich mit bangem Sehnen/ 78 47⁰ Beim Tode von Ehegatten denn dein Geliebter ist ja tot./ Ists möglich, wenn das Herz entzwei,/ daß noch der Mensch lebendig seiꝰ 3. Die Rrone fiel von deinem Haupte,/ der Baum starb, so dir Schatten gab;/ die Sonne, die kein Nebel raubte,/ geht unter und sinkt in ihr Grab./ O welch ein Schmerz,/ welch eine Nacht,/ in welche dich der Tod gebraͤcht! 4. Die armen Waisen stehn verlassen,/ wie Schaflein, wenn der Sirte fehlt;/ ihr Herze weiß sich nicht zu fassen,/ indem es sieht, was deines quält;/ ihr fragend Wort, ihr Schmerzensblick/ ruft dir, was du verlorst, zurück. 5. So weine nur, betruͤbtes Berze,/ und klage Gott dein schweres Leid;/ er ist auch in dem größten Schmerze/ mit seiner Hilf und Trost bereit;/ er ists, der, was dich jetzt er⸗ füllt,/ er ists, der deinen Jaͤmmer stillt. 6. Drum haͤlte ein mit deinen Tränen,/ versinke nicht in ihrem Meer;/ es bringt kein Klagen und kein Sehnen/ dir, was du wünschest, wieder her;/ doch wirst du, glaub, es wird geschehn,/ einst, den du liebest, wiedersehn. 7. Da wird kein Tod die Zerzen scheiden,/ kein Rummer um das Lager stehn;/ da werdet ihr in tausend Freuden/ auf Salems schönen Sohen gehn/ und, heller als der Sterne Schein,/ Mann, Weib und Kinder ewig sein. 8. Indessen stille dein Gemüte,/ dein Jesus sorget selbst fuͤr dich;/ er hoͤrt der frommen witwen Bitte,/ sein treues Herz erbarmet sich;/ er ist und bleibet allezeit/ auch dir mit Bilf und Trost bereit. Gottfr. Balthasar Scharff, 1743. 47⁰ Mel. wenn mein Stündlein vorhanden ist(MNr. 436). J. Ach Gott, ich muß in Traͤurigkeit/ mein Leben nun beschließen,/ dieweil der Tod von meiner Seit/ so eilends hat gerissen/ mein treues Berz, der Tugend Schein;/ des muß ich jetzt beraubet sein./ Wer kann mein Elend wenden? 2. Wenn ich an ihre Freundlichkeit/ gedenk in meinem Berzen,/ die sie mir hat zu jeder Zeit,/ in Freud und auch in Schmerzen,/ erwiesen ganz beständiglich,/ mein KRreuz und Weinen mehret sich,/ vor Angst möcht ich vergehen. Beim Tode von Ehegatten 471 3. Bei wem soll ich auf dieser Welt/ rechtschaffne Liebe finden?/ Der meiste Teil nicht Glauben hält,/ die Treu will gar verschwinden./ Ich glaub und red es ohne Scheu:/ die best ist doch getraute Treu;/ der muß ich jetzt entraten. 4. Fuͤrwahr, mir geht ein scharfes Schwert/ jetzund durch meine Seele,/ die abzuscheiden oft begehrt/ aus ihres Leibes Höhle./ Wo du nicht, o Herr Jesu Christ,/ in sol⸗ chem Kreuz mein Troͤster bist,/ muß ich vor Leid verzagen. S. O treugeliebtes selig Serz,/ zu dir will ich mich wenden/ in diesem meinem großen Schmerz,/ ob sich mein Angst wollt wenden;/ ich will betrachten deinen Stand,/ wie Gott dir alles Rreuz gewandt/ in hoͤchste Freud undWonne. 6. Rein Angst, kein Trübsal, Weh und Not/ kann dich jetzund verletzen;/ im Simmel will der fromme Gott/ mit Ciebe dich ergoͤtzen./ Die Seele schaut mit Cust und Freud/ den Herrn in seiner Herrlichkeit/ mit allen Auserwählten. 7. Du kommst nicht wieder her zu mir/ in dies betrübte Leben,/ ich aber komm hinauf zu dir;/ da werd ich mit dir schweben/ in hoͤchster Freude, Wonn und LCust,/ die deine Seele täglich kost't,/ drauf ich mich herzlich freue. 8. O wie mit großer Freudigkeit/ wolln wir einander kennen;/ da wird uns dann zu keiner Zeit/ der bittre Tod mehr trennen./ Ach welche Freude wird dann sein,/ wenn ich dich, die ich jetzt bewein,/ mit Freuden werd umfangen. 9. Dies will ich stets in meinem Leid/ mir zu Gemüte fuhren,/ erwarten in Geduld die Zeit,/ wie Christen will gebuhren./ Gott alles Trostes steh bei mir/ und mich durch seinen Geist regier/ zu seines Namens Ehren. ZJohann Seermann, 1647. 47⁴ mel. Sieh, hier bin ich, Ehrenkönig(Nr. 298). J. Geh zum Schlummer/ ohne KRummer,/ teures, gott⸗ vertrautes Serzl/ Mun ists stille,/ deine Hülle/ schläft hier aus den letzten Schmerz,/ und die Ciebe,/ wenn auch truͤbe,/ schaut durch Tränen himmelwärts. 491 172 Beim Tode von Rindern 2. Geh zur Ruhe,/ tu, o tue/ friedevoll die Augen zul/ Vielgeliebte,/ Vielgeübte,/ deines Gatten Wonne dul/ All die Deinen,/ die hier weinen,/ gönnen doch dir deine Ruhl 3. Schlafe, schlafe!/ Seine Schaͤfe/ kennt auch hier der treue Hirt./ O hier schwindet,/ was da bindet,/ was die Seelen quält und irrt!/ Dies Verwesen/ schafft Genesen,/ das dich ewig freuen wird. 4. Jauchzend stehen, wiedersehen/ wird dich unsre Ciebe dann,/ deren Zähre/ Gott zur Ehre/ bitter, doch im Glauben rann./ Dann beim Rrönen/ wird ertönen,/ was die ewge Ciebe kann. S. Berr, umfasse/ uns und lasse/ leuchten hell dein An⸗ gesicht;/ stets behüte/ deine Guͤte/ dieses Grab mit Freudenlicht!/ Laß dich loben/ hier und droben;/ denn die Ciebe stirbet nicht! Albert Rnapp, 1864. Beim Tode von Rindern 47²½ Mel. Ermuntre dich, mein schwacher Seist. J. Du bist zwar mein und bleibest mein;/ wer will mirs anders sagen?/ Doch bist du nicht nur mein allein;/ der Herr von ewgen Tagen,/ der hat das meiste Recht an dir,/ der fordert und erhebt von mir/ dich, o mein Kind, mein Wille,/ mein Serz und Wunsches Fülle. 2. Ach, gält es Wünschen, wollt ich dich,/ du Sternlein meiner Seelen,/ vor allem Weltgut ewiglich/ mir wünschen und erwählen;/ ich wollte sagen: Bleib bei mir,/ du sollst sein meines Hauses Zier;/ an dir will ich mein Lieben/ bis in mein Sterben uͤben. 3. So sagt mein Serz und meint es gut;/ Gott aber meints noch besser;/ groß ist die Cieb in meinem Mut;/ in Gott ist sie noch größer./ Ich bin ein Vater und nichts mehr,/ Gott ist der Vaäter Haupt und Ehr,/ ein Guell, daraus die Jungen/ und Alten sind entsprungen. J. Ich sehne mich nach meinem Sohn,/ und der mir ihn gegeben,/ will, daß er nah an seinem Thron/ im Zimmel 792 Beim Tode von Rindern 473 solle leben./ Ich sprech: Ach weh, mein Licht verschwindt!l/ Gott spricht: Willkommen, liebes Rind,/ dich will ich bei mir haben/ und ewig reichlich laben. 5. O süßer Rat, o schönes Wort/ und heilger, als wir denken!/ Bei Gott ist ja kein boͤser Ort,/ kein Unglück und kein Kränken,/ kein Angst, kein Mangel, kein Versehn;/ bei Gott kann keinem CLeid geschehn;/ wen Gott versorgt und liebet,/ wird nimmermehr betrübet. 6. Ach dürft ich doch von ferne stehn/ und nur ein wenig hoͤren,/ wenn deine Sinne sich erhoͤhn/ und Gottes Namen ehren,/ der heilig, heilig, heilig ist,/ durch den du auch ge⸗ heiligt bist;/ ich weiß, ich würde müssen/ vor Freuden Tränen gießen. 7. Nun denn, es sei und bleib alsol/ Ich will nicht um dich weinen;/ du lebst und bist von Herzen froh,/ siehst lauter Sonnen scheinen,/ die Sonnen ewger Freud und Ruh;/ da leb und bleib nur immerzu;/ wills Gott, will ich mit andern/ auch bald hinüberwaͤndern. Paul Gerhardt, 1 I676. 47³3 Mel. Vater unser im Zimmelreich(Nr. 437). J. So geh nun hin, dem Grabe zu,/ du liebes Rind, so hold und fein!/ Geh hin und schlaf in stiller Ruh/ in deinem engen Kämmerlein!/ Schlaf, bis der Toten Schar erwaͤcht,/ schlaf sanft! Viel taͤusend gute Nacht! 2. Wohl dir, du schlossest fruͤh den Lauf/ in diesem armen Fremdlingsland;/ die Seele eilte himmelaͤuf,/ zu ruhen in des Herren Sand./ Schlaf, bis der Toten Schar er⸗ wacht,/ schlaf sanft! Viel taͤusend gute Nacht! 3. Dich hat noch nie die Welt betrübt/ mit ihrer falschen Sündenlust;/ nun hast du, was dir Wonne gibt,/ du ruhst an deines Jesu Brust/ und schläfst, bis alle Welt erwacht. Schlaf sanft! Viel tausend gute Nacht! 4. Dich hat des Vaters Herz versorgt,/ du lebst in seinem Bimmelshaus;/ hier hat er deinen Leib geborgt/ der Erd, daß sie ihn geb heraus,/ wenn wieder alle Welt erwacht./ Schlaf sanftl Viel taͤusend gute Macht! 79³ 47⁴ Beim Tode von Rindern 5. Ihr Engel, stehet um die Gruft,/ bewahret freundlich dies Gebein,/ bis dermaleinst die Stimme ruft:/ Romm her, mein Kind, ach komm herein!/ Nun schlaf, bis alle Welt erwacht./ Schlaf sanft! Viel tausend gute Nacht! 6. Geh hin! Ich folge dieser Bahn,/ die Seligkeit mit dir zu sehn;/ da werd ich, neu dir zugetan,/ erfreut vor meinem Heiland stehn./ Wohl mir, wenn ich, dir gleich gemacht,/ der Welt darf geben gute Macht! Simon Bornmeister, 1688 47⁴4 Mel. Serzlich tut mich verlangen(Nr. 441). J. So hab ich obgesieget,/ mein Lauf ist nun vollbracht; ich bin gar wohl vergnüget/ und sag euch gute Nachtlœ/ Ihr aber, meine Lieben,/ klagt nicht so ängstiglich./ Was wollt ihr euch betrüben?/ Stehts doch sehr gut um mich. 2. Fahrt hin, o Angst und Schmerzen,/ fahrt immer, immer hin!/ Ich freue mich von Herzen,/ daß ich erlöset bin. Ich leb in taͤusend Freuden/ in meines Schöpfers Hand;/ mich trifft und ruͤhrt kein Leiden,/ so dieser Welt bekannt. 3. Die noch auf Erden waͤllen/ in irrtumsvoller Zeit,/ vermögen kaum zu lallen/ von froher Ewigkeit./ Viel besser wohlgestorben,/ als in der Welt gelebt;/ die Schwach⸗ heit ist verdorben,/ worinnen ich geschwebt. 4. JZum Schmucke bringt mir Kränze,/ damit mein Sarg noch prangt;/ aus jenem Bimmelslenze/ hat meine Seel er⸗ langt/ die ewig grüne Rrone;/ die werte Siegespracht/ rührt her von Gottes Sohne,/ der hat mich so bedacht. S. Noch netzet ihr die Wangen,/ ihr Eltern, uͤber mir;/ euch hat das Leid umfangen,/ das Herze bricht euch schier./ Des Vaters treue Liebe/ sieht sehnlich in mein Grab,/ die Mutter stehet trübe/ und kehrt die Augen ab. G. Ich war euch nur geliehen/ auf eine kurze Zeit;/ Gott will mich zu sich ziehen,/ drum werfet hin das Leid/ und sprecht: Gott hats gegeben,/ Gott hats zu nehmen Macht;/ er nimmts zum ewgen Leben;/ er hat es wohlgemaͤcht! G. Wilhelm Sacer, 1 1699. 294 — Beim Tode von Bindern 475.476 475⁵ Mel. Es ist genug, so nimm, Serr. J. Zeuch hin, mein Rind! Gott selber fordert dich/ aus dieser argen Welt./ Ich leide zwar, dein Tod betrübet mich;/ doch weil es Gott gefällt,/ so unterlaß ich alles Klagen/ und will mit stillem Geiste sagen:/ Zeuch hin, mein KRindl 2. Zeuch hin, mein Rindl Der Schöpfer hat dich mir/ nur in der Welt geliehn;/ die Zzeit ist aus, darum befiehlt er dir,/ nun wieder fortzuziehn./ Zeuch hin, Gott hat es so versehen;/ was dieser will, das muß geschehen./ Zeuch hin, mein KRindl 3. Zeuch hin, mein Kind! Im Himmel findest du,/ was dir die Welt versagt;/ denn nur bei Gott ist wahrer Trost und Ruh,/ kein Schmerz, der Seelen plagt./ Hier müssen wir in Angsten schweben,/ dort kannst du ewig fröhlich leben./ Zeuch hin, mein Bind! 4. Zeuch hin, mein Rindl Wir folgen alle nach,/ sobald es Gott gefällt;/ du eilest fort, eh dir das Ungemach/ ver⸗ bittert diese Welt./ Wer lange lebt, steht lang im Leide,/ wer frůͤhe stirbt, kommt bald zur Freude./ Zeuch hin, mein Rindl 5. ZJeuch hin, mein Kindl Die Engel waͤrten schon/ auf deinen frommen Geist;/ nun siehest du, wie Gottes lieber Sohn/ dir selbst die Krone weist./ Nun wohl, die Seele ist entbunden,/ du hast durch Jesum überwunden./ Zeuch hin, mein Kindl Gottfried Soffmann, 17I2. 47⁶ Mel. O welt, ich muß dich lassen(Nr. 445). J. wenn kleine Simmelserben&/ in ihrer Unschuld sterben,/ so bußt man sie nicht ein;/ sie werden nur dort oben/ vom Vater aufgehoben,/ damit sie unverloren sein. 2. Sie sind ja in der Taufe/ zu ihrem Christenlaufe fůr Jesum eingeweiht;/ sie sind bei Gott in Gnaden;/ was soll es ihnen schaden,/ wenn er nun über sie gebeut? 3. O wohl auch diesem Rinde;/ es stirbt nicht zu ge⸗ schwinde. Zeuch hin, du liebes Kindl/ Du gehest ja nur schlafen/ und bleibest bei den Schafen,/ die ewig unsers Jesu sind. Zoh. Andreas Rothe, f 1758. 795 47⁷7 Gericht und Ewigkeit Gericht und Ewigkeit 47⁷ J. An dem Zorntag, an dem hohen,/ stürzt die Welt in Feuerlohen,/ wie Prophetenschwure drohen. 2. Welch ein Graun wird sein zur Stunde,/ wenn der Richter kommt und Runde/ nimmt von aͤllem bis zum Grundel 3. Die Posaun im Wundertone/ droͤhnt durch Grüfte jeder Zone,/ sammelt alle vor dem Throne. 4. Erd und Tod wird schaͤun mit Beben/ alle Kreatur sich heben,/ Antwort vor Gericht zu geben. S. Und ein Buch wird aufgeschlagen,/ drin steht alles eingetragen,/ des die Welt ist anzuklagen. 6. Wenn der Richter also sitzet,/ wird, was dunkel war, durchblitzet,/ vor der Rache nichts beschützet. 7. Ach wie werd ich Armer stehen?/ wen zum Anwalt mir erflehen,/ wenn Gerechte schier vergehen? 8. Rönig voll erhaͤbner Schreckenl/ Gnade nur deckt unsre Flecken,/ Gnade, Gnade laß mich decken! 9. Jesu, milder Zeiland, siehe,/ wie ich Ziel war deiner Mühe,/ daß ich jenem Zorn entfliehel Io. Bast dich matt um mich geschritten,/ haͤst am Breuze mich erstritten;/ das sei nicht umsonst gelitten. II. Richter mit der heilgen Waͤge,/ tilge wider mich die Klaͤge/ vor dem großen Raͤchetaͤge. I2. Sieh, ich seufze schuldbeladen,/ schamrot uͤber schweren Schaͤden!/ Hör mein Flehen, Gott in Gnaden! I3. Du, der schuldfrei sprach Marien/ und dem Schächer noch verziehen,/ hast auch Soffnung mir verliehen. I4. Mein Gebet gilt nicht so teuer,/ aber laß mich, o mein Treuer,/ nicht vergehn im ewgen Feuerl I5. Zu den Schafen mich geleite,/ von den Boͤcken in die Weite/ stelle mich zur rechten Seite. J6. Wenn Verworfne sich entfärben,/ die du hinsprichst ins Verderben,/ rufe mich mit deinen Erben. 496 ——.——.————..— reit Gericht und Ewigkeit 47⁸ I7. Tief im Staub ring ich die dände;/ zum zerknirschten Geist dich wende;/ Herr, verwalte du mein Endel I8. Tag voll Tränen und voll Grauen,/ Gott die Krea⸗ tur wird schauen/ aus dem Grabe sich erheben./ Schenk uns, Herr, das ewoge Leben! Frommer Jesu, Seiland du,/ allen schenk die ewge Ruhl/ Amen Nach dem lateinischen Lied des JI3. Jahrh. Dies irae, deutsch von Albert Knapp, 1864. 47⁸ (J. Zahrhundert.) wittenberg 1524. 365 1 Mit⸗ten wir im Le⸗ben sind/ mit dem Tod um⸗ wer ist, der uns Sil-fe tu,/ daß wir Gnad er⸗ 2 995 —.—..—.— 2 EE SSE fan ⸗ gen.. gen ꝛ Das bist du, Herr, al⸗lei .. ne./ Uns reu⸗et uns⸗re Mis⸗se⸗tat,/ die dich, Serr, er⸗ I + 1 ——.—.— E zür⸗net hat./ Hei⸗li⸗ger Her⸗re Gott,/ hei⸗li⸗ger, .——. .—————.— E—.— starker Gott,/ hei⸗-li⸗ger, barm⸗her⸗zi⸗ger Sei⸗land,/ S.... du e⸗ wi⸗ ger Gott, laß uns nicht ver⸗ sin⸗ ken/ T.A—.— —— in des bittern To⸗ des Not!/ Er⸗barm dich un⸗ serl 19⁷7 479 Gericht und Ewigkeit 2. Mitten in dem Tod anficht/ uns der Hoͤlle Rachen./ Wer will uns aus solcher Not/ frei und ledig machenꝰ/ Das tust du, Serr, alleine./ Es jammert dein Barmherzig⸗ keit/ unsre Sund und großes Ceid./ Seiliger Herre Gott,/ heiliger, starker Gott,/ heiliger, barmherziger Heiland,/ du ewiger Gott,/ laß uns nicht verzagen/ vor der tiefen Soͤlle Glut!/ Erbarm dich unserl 3. Mitten in der Hoͤllen Angst/ unsre Sůnd uns treiben./ Wo solln wir denn fliehen hin,/ da wir mögen bleibenꝰ/ Zu dir, Herr Christ, alleinel/ Vergossen ist dein teures Blut,/ das gnug für die Sünde tut./ Beiliger Serre Gott,/ heiliger, starker Gott,/ heiliger, barmherziger Beiland,/ du ewiger Gott,/ laß uns nicht entfallen/ von des rechten Glaubens Trostl/ Erbarm dich unserl V. IMedia vita in morte sumus(Alte Rirche/ V. 2 u. 3 von Martin Luther, 1546. 479 Srankfurt a. M. I599. ö—3 4 7 20 2 d. e e 1„Waͤ chet aufl“ ruft uns die Stim- me/ der mit ter⸗nacht heißt die se Stun⸗-de;/ sie Wäch⸗ter sehr hoch auf der Iin- ne,/„wach auf, ru⸗fen uns mit hel⸗lem Mun⸗de:/„wo seid — EE— du Stadt Je⸗ ru⸗ sa⸗lem!“/ ihr klu⸗gen Jung⸗frau en?/ Wohl⸗auf, der —...— 4 — Bräut⸗gam kömmt,/ steht auf, die Lam⸗pen nehmtl/ 498 Gericht und Ewigkeit 48⁰0 SISIIFIFIFI.FPIPIIPI SS.SIIII R3 ——————— Hal⸗le⸗lu ⸗ 161)Macht euch be⸗reit/ zu der — , — Hoch⸗zeit;/ ihr müs⸗set ihm ent ⸗ge⸗ gen⸗gehn.“ 2. Zion hoͤrt die Wächter singen,/ das Herz will ihr vor Freude springen,/ sie wachet und steht eilend auf./ Ihr Freund kommt vom Himmel praͤchtig,/ von Gnaden stark, von Wahrheit mächtig,/ ihr Licht wird hell, ihr Stern geht auf. Nun komm, du werte Bron,/ Herr Jesu, Gottes Sohn!/ Bosiannal/ Wir folgen all/ zum Freudensaal/ und halten mit das Abendmahl. 3. Gloria sei dir gesungen/ mit Menschen⸗ und mit Engelzungen,/ mit Harfen und mit Zimbeln schön./ Von zwoͤlf Perlen sind die Tore/ an deiner Stadt, wir stehn im Chore/ der Engel hoch um deinen Thron./ Rein Aug hat je gesehn,/ kein Ohr hat je gehoͤrt/ solche Freude;/ drum jauchzen wir/ und singen dir/ das Halleluja für und fuͤr. Philipp Micolai, J6o8. —— 480 6556 6665 EE 25 Je ru⸗-sa⸗ lem, du hoch⸗ge⸗bau te mein sehn⸗lich derz so groß Ver⸗lan=⸗gen i. Ln 1——— —— EEEEEESEEEEEE Stadt,/ wollt Gott, ich waͤr in dir! it hat/ und ist nicht mehr bei mir,—3 .— 2 u⸗ber Berg und Ta⸗le,/ weit u⸗ber blaches Feld/ schwingt Gericht und Ewigkeit es sich ü⸗ber al le/ und eilt aus die⸗ ser Welt. 2. O schöner Lag und noch viel schoͤnre Stund,/ wann bist du endlich hier,/ da ich mit Cust und freiem Freudenmund/ die Seele geb von mir/ in Gottes treue Hände zum auserwählten Pfand,/ daß sie mit deil anlande/ in jenem Vaterland! 3. O Ehrenburg, sei nun gegrüßet mir,/ tu auf der Gnaden Pfortl/ Wie große Zeit hat mich verlangt nach dir,/ eh ich bin kommen fort/ aus jenem boͤsen Ceben,/ aus jener Nichtig⸗ keit/ und mir Gott hat gegeben/ das Erb der Ewigkeitl 4. Was für ein Volk, was fuͤr ein edle Schaͤr/ kommt dort gezogen schon?/ Was in der Welt von Auserwaählten war,/ seh ich, die beste Rron,/ die Jesus mir, der Serre,/ ent⸗ gegen hat gesandt,/ da ich noch war von ferne/ in meinem Tränenland. 5. Propheten groß und Patriarchen hoch,/ auch Christen insgemein,/ die weiland dort trugen des Kreuzes Joch/ und der Tyrannen Pein,/ schau ich in Ehren schweben,/ in Freiheit überall,/ mit Rlarheit hell umgeben,/ mit sonnen⸗ lichtem Strahl. 6. Wenn daͤnn zuletzt ich angelaͤnget bin/ im schoͤnen Paradeis,/ von hoͤchster Freud erfüllet wird der Sinn,/ der Mund von Lob und Preis;/ das Halleluja reine/ man singt in Heiligkeit,/ das Hosianna feine/ ohn End in Ewigkeit; 7. Mit Jubelklang, mit Instrumenten schön,/ in Chören ohne Zahl,/ daß von dem Schaͤll und lieblichen Getön/ sich regt der Freudensaal,/ mit hunderttausend Zungen,/ mit Stimmen noch viel mehr,/ als von Anfang gesungen/ das selge Simmelsheer. Joh. Matthäus Meyfart, 1642. Srankfurt a. M. I738. 481 I. Schö⸗ner Him⸗mels⸗saal,/ Va⸗ ter- land der 30⁰ Gericht und Ewigkeit 482 .....— Frommen,/ die aus gro⸗ßer Qual/ die ⸗ses Ce⸗bens E kommen/ und von kei⸗ner Lust/ in der Welt gewußt! 2. Sei mir hoch gegruͤßt;/ dich such ich vor allen,/ weil ich öd und wüst/ in der Welt muß wallen/ und von Rreuz und Pein/ nie befreit kann sein. 3. Deinetwegen bloß/ trag ich dies mein Leiden,/ diesen gerzensstoß/ willig und mit Freuden;/ du versüßest mir/ alles Bittre hier. 4. Truͤg mein armes Herz/ nicht nach dir Verlangen,/ o, in meinem Schmerz/ wär ich längst vergangen;/ du bist, einzig du,/ nichts sonst meine Ruh. 5. Gott, du kennst vorhin/ alles, was mich kränket,/ und woran mein Sinn/ Tag und Macht gedenket;/ niemand weiß um mich,/ als nur du und ich. 6. O wie werd ich mich/ dort an dir erquicken!/ Du wirst mich, und ich/ werde dich erblicken,/ ewig herrlich, reich/ und den Engeln gleich. 7. Schöner Himmelssaal,/ Vaterland der Frommen,/ Ende meiner Gual,/ heiß mich zu dir kommen!/ Denn ich wunsch allein,/ bald bei dir zu sein. Simon Dach, + 1659. 482 Zohann Crüger, 1647. x—.— I. O wie se⸗lig seid ihr doch, ihr Frommen,/ die 301 483 Gericht und Ewigkeit gan⸗gen/ al⸗ͤler Not, die uns noch hält ge⸗ fan ⸗gen. 2. Muß man hier doch wie im Rerker leben,/ da nur Sorge, Furcht und Schrecken schweben;/ was wir hier kennen,/ ist nur Müh und Herzeleid zu nennen. 3. Ihr dagegen ruht in eurer Rammer,/ sicher und be⸗ freit von allem Jammer;/ kein Rreuz und Leiden/ ist euch hinderlich in euren Freuden. J. Christus wischet ab euch alle Tränen;/ ihr habt das schon, wonaͤch wir uns sehnen;/ euch wird gesungen,/ was in keines Ohr allhier gedrungen. 5. Ach wer wollte denn nicht gerne sterben/ und den Bimmel fuͤr die Welt erwerben?/ Wer wollt hier bleiben,/ sich vom Jammer länger lassen treiben? 6. Romm, o Serr, uns aus dem Joch zu spannen,/ Ios uns auf und fůhr uns bald von dannen!/ Bei dir, o Sonne,/ ist der frommen Seele n Freud und Wonne. Simon Dach, 1659. Berlin J653. —————— ES e⸗sus, mei⸗- ne die⸗ses weiß ich, zu⸗ver⸗ sicht/ und mein sollt ich nicht/ dar⸗ um Bei⸗land, ist im Le⸗ ben: mich zu ⸗frie den ge⸗ ben, 3⁰ n Gericht und Ewigkeit 484 SISSSEE Todes ⸗nacht/ mir auch fuͤr Ge⸗ dan⸗ken machtꝰ 2. Jesus, er, mein Seiland, lebt,/ ich werd auch das LCeben schauen,/ sein, wo mein Erlöser schwebt,/ warum sollte mir denn grauen?/ Cässet auch ein Haupt sein Glied,/ welches es nicht nach sich zieht? 3. Ich bin durch der Soffnung Band/ zu genau mit ihm verbunden;/ meine starke Glaubenshand/ wird in ihn ge⸗ legt befunden,/ daß mich auch kein Todesbann/ ewig von ihm trennen kann. 4. Ich bin Fleisch und muß daher/ auch einmal zu Asche werden,/ dieses weiß ich; doch wird er/ mich erwecken aus der Erden,/ daß ich in der Herrlichkeit/ um ihn sein mög allezeit. 5. Dann wird meiner Augen Licht/ diesen meinen Bei⸗ land kennen,/ und ich selbst, ich zweifle nicht,/ werd in seiner Ciebe brennen;/ nur die Schwachheit um und an/ wird von mir sein abgetan. 6. Seid getrost und hocherfreut,/ Jesus trägt euch, seine Glieder;/ gebt nicht statt der Traurigkeit!/ Sterbt ihr, Christus ruft euch wieder,/ wenn einst die Posaun erklingt,/ die auch durch die Gräber dringt. 7. Nur, daß ihr den Geist erhebt/ von den Lüsten dieser Erden/ und euch dem schon jetzt ergebt,/ dem ihr dort ver⸗ eint sollt werden./ Schickt das Serze da hinein,/ wo ihr ewig wünscht zu sein. Trostlied der Kurfürstin Luise Senriette von Brandenburg. Berlin 1653. 484 Zoh. Crüger, I653. ER O E⸗wig⸗keit, du Don⸗-ner⸗-wort,/ o O E⸗wigkeit, Zeit oh ⸗ ne Jeit,/ ich 5⁰³3 ++ +* ——— — 2— ————— Schwert, das durch die See⸗le bohrt,/ o An⸗ fang weiß vor gro⸗ßer Trau⸗ rig⸗keit/ nicht, wo ich — ‚....ee del 115 Ohreteen 98 mein ganz er-⸗schrock⸗nes Serz ĩꝛ———.—— SD..............— er⸗bebt,/ wenn mir dies Wort im Sin⸗ne schwebt. 2. Rein Unglück ist in aller Welt,/ das endlich mit der Zeit nicht faͤllt,/ nicht endlich muß vergehen./ Nur die unselge Ewigkeit/ ist ohne Maße, Ziel und Zeit,/ bleibt un⸗ verändert stehen;/ ja, wie mein Heiland selber spricht:/ „Ihr Wurm und Feuer stirbet nicht.“ 3. O Ewigkeit, du machst mir bangl/ O ewig, ewig ist zu langl/ Hier gilt fuͤrwahr kein Scherzen./ Drum, wenn ich diese lange Nacht/ zusamt der großen Pein betracht,/ er⸗ schreck ich recht von Serzen./ Nichts ist zu finden weit und breit/ so schrecklich als die Ewigkeit. 4. Ach Gott, wie bist du so gerecht,/ wie strafest du den bösen Rnecht/ so hart mit ewgen Schmerzen!/ Auf kurze Sünden dieser Welt/ hast du so lange Pein bestellt./ Ach nimm es wohl zu Herzen,/ bedenk es oft, o Menschenkindꝛ/ kurz ist die Zeit, der Tod geschwind. S. Wach auf, o Mensch, vom Sündenschlaf,/ ermuntre dich, verlornes Schaf,/ und beßre bald dein Leben!/ Wach auf, es ist sehr hohe Zeit,/ es kommt heran die Ewigkeit,/ dir deinen Lohn zu geben./ Vielleicht ist heut der letzte Tag;/ wer weiß doch, wie er sterben maͤg. G. O Ewigkeit, du Donnerwort,/ o Schwert, das durch die Seele bohrt,/ o Anfang sonder Endel/ O Ewigkeit, Zeit ohne Zeit,/ ich weiß vor großer Traͤurigkeit/ nicht, wo ich mich hinwende./ Nimm du mich, wenn es dir gefaͤllt,/ Herr Jesu, in dein Freudenzelt! Johann Rist, F I667. Gericht und Ewigkeit Gericht und Ewigkeit 485.486 48⁵ mel. O Ewigkeit, du Donnerwort(Nr. 480. J. OEwigkeit, du Freudenwort,/ das mich erquicket fort und fort/ o Anfang sonder Ende! /O Ewigkeit, Freud ohne Leid,/ ich weiß vor Herzensfroͤhlichkeit/ nichts mehr vom weltelende,/ das uns in diesem CLeben quaͤlt,/ weil ich die Ewigkeit erwählt. 2. Rein Serrlichkeit ist in der Welt,/ die endlich mit der Zeit nicht fällt/ und gänzlich muß vergehen;/ allein die selge Ewigkeit/ bleibt ohne Jahre, Ziel und Zeit,/ bleibt unveräͤndert stehen;/ ja, wie das Wort des Herren spricht:/ Sie welket und vergehet nicht. 3. OEwigkeit, du waͤhrest lang!/ Wenn mir auf Erden gleich ist bang,/ weiß ich, daß dies aufhoͤret;/ drum, wenn ich diese langezeit/ erwäͤge samt der Seligkeit,/ die ewig nichts zerstoͤret,/ so acht ich alles Ceiden kaum/ als einen ängstlich bösen Traum. 4. Im Simmel lebt der Christen Schar/ bei Gott viel tausend, tausend Jahr/ und werden des nicht müde;/ sie haben mehr als Sonnenlicht,/ sie sehen Gottes Angesicht,/ sie haben goldnen Frieden,/ wo Christus gibt, wie er ver⸗ heißt,/ das Manna, so die Engel speist. 5. Ach wie verlanget doch nach dir/ mein mattes Herze mit Begier,/ du uberselig Leben!/ Ach bringe mich, mein Gott, dahin,/ wonach jetzt Seele, Nut und Sinn/ mit allen Rräften streben./ Der schnöden Welt vergeß ich ganz/ und sehn' mich nach des Bimmels Glanz. 6. OEwigkeit, du Freudenwort,/ das mich erquicket fort und fort,/ o Anfang sonder Ende!/ OEwigkeit, Freud ohne Leid,/ ich weiß von keiner Traurigkeit,/ wenn ich mich zu dir wende./ Herr Jesu, gib mir solchen Sinn,/ bis ich dort ewig bei dir bin. Raspar Seunisch, 1690. 1 1 — 4— 1 ISSESISSSSSSEE Al le MRen⸗ schen müs ⸗sen ster⸗ ben,/ »Iwas da le⸗bet, muß ver⸗der⸗ben,/ 5⁰⁵ al⸗les Fleisch ver⸗geht wie Heu; soll es an⸗ders wer-den neu. Die ·ser Ceib, der *—. ᷣDDDIIDISE —— ——— gro⸗ßen Serr⸗lich⸗keit,/ die den From⸗men ist be⸗reit. 2. Drum, so will ich dieses Ceben,/ weil es meinem Gott beliebt,/ auch ganz willig von mir geben,/ bin darüber nicht betrübt;/ denn in meines Jesu wunden/ hab ich schon Erloͤsung funden,/ und mein Trost in Todesnot/ ist des Herren Jesu Tod. 3. Christus ist fuͤr mich gestorben,/ und sein Lod ist mein Gewinn;/ er hat mir das Beil erworben,/ drum fahr ich mit Freuden hin,/ hin aus diesem Weltgetümmel/ in den schönen Gotteshimmel,/ da ich werde allezeit/ schauen Gottes Serrlichkeit. 7. Da wird sein das Freudenleben,/ da viel tausend Seelen schon/ sind mit Bimmelsglanz umgeben,/ dienen Gott vor seinem Thron;/ da die Seraphinen prangen/ und das hohe CLied anfangen: Heilig, heilig, heilig heißt/ Gott, der Vater, Sohn und Geist! S. Da die Patriarchen wohnen,/ die Propheten allzu⸗ mal;/ wo auf ihren Ehrenthronen/ sitzet der Apostel Zahl;/ wo in soviel tausend Jahren/ alle Frommen hin⸗ gefaͤhren,/ wo dem Herrn, der uns versöhnt,/ ewig Salle⸗ luja tönt. 6. O Jerusalem, du schöͤne,/ ach wie helle glänzest dul/ Ach wie lieblich Lobgetoͤne/ hoͤrt man da in sanfter Ruhl/ O der großen Freud und Wonnel/ Jetzo gehet auf die Sonne // jetzo gehet an der Tag,/ der kein Ende nehmen mag. 306 — D3 — EEE —99———1— Gericht und Ewigkeit 487 7. Ach ich habe schon erblicket/ alle diese HBerrlichkeit;/ jetzo werd ich schöͤn geschmücket/ mit dem weißen Simmels⸗ kleid,/ mit der güldnen Ehrenkrone,/ stehe da vor Gottes Throne,/ schaue solche Freude an,/ die kein Ende nehmen kann. Leipzig 1652. 487 Mel. Ich hab mein Sach Gott heimgestellt.(Vorreformatorisch.) Soh. Rhau, Wetter J589. ——— 4 E 2— 1⁴— 1 I..III...... TIITIII. * J. wie fleucht da- hin der Men⸗schen zeit,/ —.— E ERAA DRS——— wie ei ⸗let man zur E⸗wig⸗keit!/ wie ů.— ů— —— ...— 5. we nig den⸗ken an die Stund/ von Ber⸗ zens⸗ ö . grund,/ wie schweigt da von der trä ⸗ge Mund! 2. Das CLeben ist gleichwie ein Traum,/ ein nichtger, leerer Waͤsserschaum,/ ein Augenblick, der schnell vergeht/ und nicht besteht,/ wie ihr dies täglich vor euch seht. 3. Nur du, Jehova, bleibest mir/ das, was du bist; ich traue dir./ Caß Berg und Hügel fallen hin,/ mir ists Ge⸗ winn,/ wenn ich allein bei Jesu bin. 4. So lang ich in der Huͤtte wohn,/ so lehre mich, o Gottes Sohn!/ Gib, daß ich zahle meine Tag/ und munter wach,/ daß, eh ich sterb, ich sterben mag. 5. Was hilft die Welt in letzter Not?/ Cust, Ehr und Reichtum in dem Tod?/ O Mensch, du läufst dem Schatten zul/ Das merke du;/ du kommst sonst nicht zu wahrer Ruh. 5⁰⁷ 488 Gericht und Ewigkeit 6. Weg, Eitelkeit, der Toren Lustl/ Mir ist das hoͤchste Gut bewußt;/ das such ich nur, das bleibet mir,/ so dort, wie hier;/ Herr Jesu, zeuch mein Berz nach dir! 7. Was wird das sein, wenn ich dich seh/ und bald vor deinem Throne steh?/ Du unterdessen lehre mich,/ daß stetig ich/ mit klugem Serzen suche dich. Joachim Neander, 1680 488 Mel. Serzlich tut mich verlangen. Hans Leo Zaßler, 160l C——— x E— —.——.—— Der Tod kommt oft be⸗ hen ⸗de;/ der heu ⸗te 1. Be⸗den⸗ke, Mensch, das En- de,/ be⸗ den ⸗ke —.— 1 E II. S3......— dei nen Tod! ö frisch und rot, 2 —— Dieeeeeee— und ge⸗schwin⸗ der/ hin⸗ weg⸗ge⸗ stor⸗ben sein;/ drum .DEDii..— E ae.—— ů ů— bil ⸗de dir, Sůn: der,/ ein täg ⸗lich Ster⸗ben ein. 2. Bedenke, Mensch, das Ende,/ bedenke das Gerichtl/ Es müssen alle Stände/ vor Jesu Angesicht;/ kein Mensch ist ausgenommen,/ dort muß ein jeder nahn/ und wird den Lohn bekommen,/ nachdem er hier getan. 3. Bedenke, Mensch, das Ende,/ der Hölle Angst und Leid,/ daß dich die Welt nicht blende/ mit ihrer Eitelkeit./ Bier ist ein kurzes Freuen,/ dort aber ewiglich/ ein kläglich, schmerzlich Schreien;/ ach Sünder, hüte dich! 508 — · Gericht und Ewigkeit 489 7. Bedenke, Mensch, das Ende,/ bedenke doch die Jeit,/ daß dich ja nichts abwende/ von jener Serrlichkeit,/ womit vor Gottes Throne/ die Seele wird gepflegt;/ dort ist die Cebenskrone/ den Frommen beigelegt. S. Herr, lehre mich bedenken/ der Zeiten letzte Zeit,/ daß, sich nach dir zu lenken,/ mein Serze sei bereit./ Caß mich den Tod betrachten/ und deinen Richterthron,/ laß mich auch nicht verachten/ der Hölle Sundenlohn. 6. Hilf, Gott, daß ich in Zeiten/ auf meinen letzten Tag/ mit Buße mich bereiten/ und täglich sterben mag./ Im Tod und vor Gerichte/ steh mir, o Jesu, bei,/ daß ich im Sim⸗ melslichte/ zu wohnen würdig sei. Salomo Liscow(D), F 1689. 48 Mel. Erquicke mich, du Seil der Sünder(Nr. IIH. J. Ich ruhe nun in Gottes Armen,/ mein Leib schläft sanft und selig ein;/ die Ciebe lässet mich erwarmen/ bei ewig gnadenreichem Schein. Dort haͤtt ich wenig Ruhe⸗ stunden,/ hier hab ich sie in Gott gefunden. 2. Hier haͤb ich alles zu genießen,/ worauf mein Glaube sich gefreut;/ der CLebensquell läßt auf mich fließen/ die Ströme seiner Seligkeit./ Mein Freudenmeer ist Gottes Fülle;/ bei dem ist meine Seele stille. 3. Mein matter Leib schläft in der Erden,/ er schläft, bis ihn mein Freund erweckt./ Die Asche wird zur Sonne werden,/ ob sie gleich finstre Macht jetzt deckt;/ er wird mit Freuden auferstehen,/ mit mir vereint zur Hochzeit gehen. 4. Da wird das Camm mich ewig weiden/ auf Auen selger Sicherheit;/ da ist das Zimmelsbrot der Freuden/ in Ewigkeit fuͤr mich bereit;/ das hab ich schon von Gott emp⸗ fangen/ mit denen, die vorangegaͤngen. S. Ihr, die ihr jetzo Tränen speiset,/ denkt an des dim⸗ mels Freudenmahl;/ ob ihr noch durch die Wüste reiset,/ Gott bringt euch in den Ehrensaal;/ da werdet ihr mit Freuden sehen,/ wie wohl mir durch den Tod 693 Vor I7 509 490 49⁰ Mel. Valet will ich dir geben(Nr. 442). J. Ermuntert euch, ihr Frommen!/ Zeigt eurer Campen Schein;/ der Abend ist gekommen,/ die finstre Nacht bricht ein;/ es hat sich aufgemachet/ der Bräutigam mit Pracht./ Auf, betet, kämpft und waͤchet!/ Bald ist es Mitternacht. 2. Macht eure Campen fertig/ und füllet sie mit l/ und seid des Serrn gewärtig; /bereitet Leib und Seel./ Die Wächter Zions schreien:/ Der Bräutigam ist nah./ Be⸗ gegnet ihm in Reihen/ und singt Hallelujal! 3. Ihr klugen Jungfraun alle,/ hebt nun das Baupt empor/ mit Jauchzen und mit Schalle/ zum frohen Engel— chor!/ Die Tür ist aufgeschlossen,/ die Zochzeit ist bereit;/ auf, auf, ihr Reichsgenossen!/ Der Bräutgam ist nicht weit. 4. Er wird nicht lang verziehen;/ drum schlaͤfet nicht mehr ein!/ Man sieht die Bäume blühen,/ der schoͤnste Frühlingsschein/ verheißt Erquickungszeiten;/ die Abend⸗ röte zeigt/ den schnen Tag von weitem,/ davor das Dunkel weicht. 5. Begegnet ihm auf Erden,/ ihr, die ihr Zion liebt,/ mit freudigen Gebärden/ und seid nicht mehr betruͤbtl/ Es sind die Freudenstunden/ gekommen, und der Braͤut/ wird, weil sie überwunden,/ die Rrone nun vertraͤut. 6. Die ihr Geduld getragen/ und mit gestorben seid,/ sollt nun nach Rreuz und Klagen/ in Freuden sonder Leid/ mit leben und regieren/ und vor des Cammes Thron/ mit Jauchzen triumphieren/ in eurer Siegeskron. 7. Bier sind die Siegespalmen,/ hier ist das weiße Kleid;/ hier stehn die Weizenhalmen/ in Frieden nach dem Streit/ und nach den Wintertagen;/ hier grünen die Gebein',/ die dort der Tod erschlagen;/ hier quillt der Freudenwein. 8. Hier ist die Stadt der Freuden,/ Jerusalem, der Ort,/ wo die Erlösten weiden;/ hier ist die sichre Pfort,/ hier sind die güldnen Gaͤssen;/ hier ist der Freudensaal,/ da wir uns niederlassen/ zum ewgen Hochzeitsmahl. 5Io Gericht und Ewigkeit a¹l Me Gericht und Ewigkeit 491 9. O Jesu, meine Wonne,/ komm bald und mach dich auf!/ Geh auf, ersehnte Sonne,/ und foͤrdre deinen Laufl/ O Zesu, mach ein Ende/ und führ uns aus dem Streit;/ wir heben Saupt und Hände/ nach der Erlösungszeit. Laurentius Laurenti, 4 1722. 491 2*— Un ser Herrscher, unser König(oder wie Nr. 366). Bremen 1680. 7⁰,. **— 2—— ö—3. 455 sind die vor Got-tes Thro-ne,/ was ist der trä⸗get ei⸗ ne Kro⸗ne,/ glän⸗zet ZÄ K das für ei ⸗ne Schar? gleich den Ster⸗ nen Zur Hal⸗ le⸗ In ⸗ja , v— 3305 gen all, ben Gott mit ho- hem Schall 2. Wer sind die, so Palmen tragen/ wie ein Sieger in der Hand,/ wenn er seinen Feind erschlagen,/ hingestrecket in den Sand? /Welcher Streit und welcher Krieg/ hat er⸗ zeuget diesen Sieg? 3. Wer sind die in reiner Seide/ göttlicher Gerechtigkeit,/ angetan mit weißem Kleide,/ das bestäubet keine Zeit/ und veraltet nimmermehr?/ Wo sind diese kommen her? 4. Es sind die, so wohl gekämpfet/ für des großen Gottes Ehr,/ haben Fleisch und Blut gedämpfet,/ folgend nicht dem Sünderheer;/ die erlaͤnget auf den Krieg/ durch des Berren Arm den Sieg. S. Es sind die, so durchgedrungen/ durch viel Trübsal, Angst und Not,/ im Gebet auch oft gerungen/ mit dem hochgelobten Gott;/ nun hat dieser Kampf ein End,/ Gott hat all ihr Leid gewendt. 17⁷ 511 492 Gericht und Ewigkeit C. Es sind die, so stets erschienen/ hier als Priester vor dem Herrn,/ Tag und Nacht bereit zu dienen,/ Ceib und Seel geopfert gern;/ nunmehr stehn sie all herum/ vor dem Stuhl im Seiligtum. 7. Dahin streck auch ich die dände,/ o Herr Jesu, zu dir aus;/ mein Gebet zu dir ich wende,/ der ich noch in deinem Haus/ hier auf Erden steh im Streit:/ treibe, Zerr, die Feinde weit! 8. Hilf mir in dem Rampfe siegen/ wider Sunde, Hoͤll und Welt;/ laß mich nicht daniederliegen,/ wenn ein Sturm mich überfällt;/ führe mich aus aller Not,/ Serr, mein Fels, mein treuer Gott! 9. Daß mein Teil sei bei den Frommen,/ welche, Berr, dir ähnlich sind/ und aus großer Trübsal kommen;/ hilf, daß ich auch überwind/ alle Trübsal, Not und Tod,/ bis ich komm zu meinem Gott!l I0. O, wie groß wird sein die Wonne,/ wenn ich mit der heilgen Schar/ in dem Straͤhl der reinen Sonne/ leuchte wie die Sterne klarl/ Amen, Lob sei dir bereit,/ Dank und Preis in Ewigkeit! Seinr. Theobald Schenck, + 1727. 492 Mel. Zesu, meines Lebens Leben(Nr. 486). J. O wie fröhlich, o wie selig/ werden wir im Zimmel sein!/ Droben ernten wir unzählig/ unsre Freudengaͤrben ein./ Gehen wir hier hin und weinen,/ dorten wird die Sonne scheinen;/ dort ist Tag und keine Nacht,/ dort, wo man nach Tränen laͤcht. 2. Ach wer wollte sich nicht sehnen,/ dort in Jion bald zu stehn/ und aus diesem Tal der Tränen/ an den Freudenort zu gehn,/ wo sich unser KRreuz in Palmen,/ unser Klaͤgelied in Psalmen,/ unsre Cast in Cust verkehrt/ und das Jauchzen ewig währtl 3. O wie werden wir so schöne/ bei der Rlarheit Gottes sein!/ Wie wird uns das Lobgetöne/ seiner Engelschar er⸗ freun!/ wie wird unsre Krone glänzen/ bei so vielen Siegeskränzen!/ Wie wird unser Kleid so rein,/ heller als die Sonne sein! Gericht und Ewigkeit 493 4. Ach wann werd ich dahin kommen,/ daß ich Gottes Antlitz schau?/ Werd ich nicht bald aufgenommen/ in den schönen Simmelsbau,/ dessen Grund den Perlen gleichet,/ dessen Glanz die Sonne weichet,/ dessen wundervolle Pracht/ alles Gold beschämet machtꝰ 5. Nun, so stille mein Verlangen,/ o du großer Cebens⸗— fürst!/ Laß mich bald dahin gelangen,/ wo du mich recht trösten wirst./ Unterdessen laß auf Erden/ schon mein Berz recht himmlisch werden,/ bis mein Los auf jener Welt/ auf das allerhöchste fäͤllt. Benjamin Schmolck, 4 1737. 493 Joh. Sottfried Schicht, I8I. ö 9 27 12.— EV ——————. S.. ᷣIIEI— Vach ei⸗ner Pru⸗fung kur⸗zer Ta⸗ge u/ er⸗ Dort, dort ver⸗wan⸗delt sich die Rla- ge/ in EE. war⸗tet uns die E⸗wig⸗keit„ goͤtt⸗linche Zu frie·den⸗heit. Sier uͤbt die Tu⸗ gend —. 2———. — ih⸗ren Fleiß,/ und je ne Welt reicht ihr den Preis. 2. Wahr ists, der Fromme schmeckt auf Erden/ schon manchen selgen Augenblick;/ doch alle Freuden, die ihm werden,/ sind ihm ein unvollkommnes Glück./ Er bleibt ein Mensch, und seine Ruh/ nimmt in der Seele ab und zu. 3. Bald stören ihn des Rörpers Schmerzen,/ bald das Geräusche dieser Welt,/ bald kämpft in seinem eignen Hgerzen/ ein Feind, der oͤfter siegt, als fällt;/ bald sinkt er durch des Nächsten Schuld/ in RKummer und in Ungeduld. 4. Hier, wo die Tugend oftmals leidet,/ das Caster oft⸗ mals glücklich ist,/ wo man den Glücklichen beneidet/ und 313 493 Gericht und Ewigkeit des Bekümmerten vergißt,/ hier kann der Mensch nie frei von Pein,/ nie frei von eigner Schwaͤchheit sein. 5. Bier such ichs nur, dort werd ichs finden;/ dort werd ich, heilig und verklärt,/ der Tugend ganzen Wert emp— finden,/ den unaussprechlich großen Wert;/ den Gott der Ciebe werd ich sehn,/ ihn lieben, ewig ihn erhöhn. G. Da wird des Vaters heilger Wille s/ mein Will und meine Wohlfahrt sein,/ und lieblich Wesen, Heil die Fuͤlle,/ am Throne Gottes mich erfreun./ Dann läßt Gewinn stets auf Gewinn/ mich fühlen, daß ich ewig bin. 7. Da werd ich das im Licht erkennen,/ was ich auf Erden dunkel sah,/ das wunderbar und heilig nennen,/ was unerforschlich hier geschaͤh;/ da denkt mein Geist mit Preis und Dank/ die Schickung im usammenhang. 8. Da werd ich zu dem Throne dringen,/ wo Gott, mein Heil, sich offenbart,/ ein Heilig, Seilig, Seiligl singen/ dem LCamme, das erwürget ward,/ und Cherubim und Sera⸗— phim/ und alle Simmel jaͤuchzen ihm. 9. Da werd ich in der Engel Scharen/ mich ihnen gleich und heilig sehn,/ das nie gestörte Glück erfahren,/ stets fromm mit Frommen umzugehn./ Da wird durch jeden Augenblick/ ihr Heil mein Heil, ihr Glück mein Glück. J0. Da werd ich dem den Dank bezahlen,/ der Gottes Weg mich gehen hieß/ und ihn zu millionen Maͤlen/ noch segnen, daß er ihn mir wies;/ daͤ find ich in des Höchsten Hand/ den Freund, den ich auf Erden fand. II. Da ruft, o möchte Gott es geben,/ vielleicht auch mir ein Selger zu:/ Seil sei dir; denn du haͤst mein Leben,/ die Seele mir gerettet, dul /O Gott, wie muß dies Glück er⸗ freun,/ der Retter einer Seele sein! I2. Was seid ihr, Ceiden dieser Erden,/ doch gegen diese HBerrlichkeit,/ die offenbar an uns soll werden/ von Ewig⸗ keit zu Ewigkeit!/ Wie nichts, wie gar nichts gegen sie/ ist doch ein Augenblick voll Mühl Christian Fürchtegott Gellert, 1 1769 G me E Gericht und Ewigkeit 494 494 Mel. Zu dir erhebt sich mein Gemüte(oder wie Nr. 309.) Zeipzig 1785. 94 EER—.— I 2 ———— 1 Die See⸗le ruht in Je⸗-su Ar⸗men,/ der nun kann sich derz an Serz er-⸗ warmen;/ die LCeib schläft sanft im Erdenschoß; 1 die sie nach we⸗nig Ruh ist un-aussprechlich groß, Gott hat die Tränen ———— ————— .. — Kampfes⸗-stun ⸗ den/ bei ih⸗rem hol⸗-den Freund ge⸗ ab⸗ge⸗ wi ⸗schet, ihr Geist wird durch und durch er⸗ Ei fun⸗den;/ sie schwimmt im stil⸗len Frie⸗dens⸗meer. fri⸗schet,/ des Ber ren Glaͤnz ist um sie her. 2. Sie ist nun aller Wot entnommen,/ ihr Schmerz und Seufzen ist dahin;/ sie ist zur Freudenkrone kommen,/ sie steht als Braut und Rönigin/ im Golde ewger HBerrlich⸗ keiten/ dem großen Rönig an der Seiten;/ sie sieht sein klares Angesicht./ Sein freudenvolles, lieblich Wesen/ macht sie nun durch und durch genesen;/ sie ist ein Cicht im großen Licht. 3. Sie jauchzt dem Sterblichen entgegen:/ Ja, ja, nun ist mir ewig wohll/ Ich bin durch meines Mittlers Segen/ des Lebens, Lichts und Freuden volll„Mein schones Erbteil ist mir worden;/ viel taͤusend aus der Selgen Orten/ be⸗ wundern jauchzend meine Pracht./ Man kann in allen Bimmelschoͤren gleichwie mit Donnerstimmen hören:/ Der Herr hat alles wohlgemacht. 515 ———— 495 Gericht und Ewigkeit 4. Ja, wohlgemacht durchs ganze Ceben,/ recht wohl in meiner Todespein!/ Sein muͤtterliches Tragen, Zeben/ bracht mich heraus, hindurch, hinein!/ Seraus aus dieser Erden Cüsten,/ hindurch durch die Versuchungswüsten,/ hinein ins schöne Ranaan. Da darf ich auf den grünen Auen /den Helden, der mich führte, schauen,/ der große Ding an mir getan. 5. Nun kann das Rind den Vater sehen,/ es fühlt den sanften Liebestrieb;/ nun kann es Jesu Wort verstehen:/ er selbst, der Vater hat mich lieb!/ Ein unergründlich Meer des Guten,/ ein Abgrund ewger Segensfluten/ entdeckt sich dem verklärten Geist;/ er schauet Gott von Angesichte/ und weiß, was Gottes Erb im Lichte/ und ein Miterbe Christi heißt. G. Der matte Leib ruht in der Erden,/ er schläft, bis Christus ihn erweckt;/ dann wird der Staub zur Sonne werden,/ den jetzt die finstre Gruft bedeckt;/ dann werden wir mit allen Frommen,/ wer weiß, wie bald, zusammen— kommen/ und bei dem Serrn sein allezeit;/ dann werden wir ihn ewig sehen./ Wie wohl, wie wohl wird uns ge⸗ schehen!/ Serr Jesu, komm, mach uns bereit! Joh. Ronrad Ludwig Allendorf, 1773. 49⁵ Mel. Zu dir erhebt sich mein Gemüte(Nr. 494, oder wie Nr. 3o9). IJ. Es ist noch eine Ruh vorhanden;/ auf, muͤdes Herz, und werde Licht!/ Du seufzest hier in deinen Banden,/ und deine Sonne scheinet nicht./ Sieh auf das Camm, das dich mit Freuden/ dort wird vor seinem Stuhle weiden;/ wirf hin die Cast und eil herzul/ Bald ist der heiße Kampf ge⸗ endet,/ bald, bald der saure Lauf vollendet;/ so gehst du ein zu deiner Ruh!l 2. Die Ruhe hat Gott auserkoren,/ die Ruhe, die kein Ende nimmt;/ es hat, da noch kein Mensch geboren,/ die Liebe sie uns schon bestimmt. Der gute Sirte wollte sterben,/ uns diese Ruhe zu erwerben;/ er ruft, er locket weit und breit:/ Ihr müden Seelen und ihr Frommen,/ versaͤumet nicht, heut einzukommen/ zu meiner Ruhe Lieblichkeit! Gericht und Ewigkeit 496 3. So kommet denn, ihr matten Seelen,/ die manche Cast und Bürde drückt;/ eilt, eilt aus euren Rummerhöhlen,/ geht nicht mehr müde und gebückt./ Ihr haͤbt des Tages Cast getragen,/ dafür läßt euch der Heiland sagen:/ Ich selbst will eure Ruhstatt sein!/ Ihr seid sein Volk, gezeugt von oben;/ ob Sünde, Welt und Hölle toben,/ seid nur ge⸗ trost und gehet ein! 7. Da wird man Freudengarben bringen,/ denn unsre Tränensaat ist aus./ O, welch ein Jubel wird erklingen/ und süßer Ton im Vaterhaus!/ Schmerz, Seufzen, Leid wird ferne weichen;/ es wird kein Tod uns mehr erreichen,/ wir werden den Erlöser sehn;/ die Träne wird vom Aug er wischen,/ sein Cebensstrom wird uns erfrischen. Wer weiß, was sonst noch soll geschehn! S. Kein Durst noch Sunger wird uns schwächen,/ denn die Erquickungszeit ist da;/ die Sonne wird uns nicht mehr stechen;/ der Herr ist seinem Volke nah./ Er selbst will über ihnen wohnen/ und ihre Treue wohl belohnen/ mit Licht und Trost, mit Ehr und Preis./ Es werden die Gebeine grünen,/ der große Sabbat ist erschienen,/ da man von keiner Arbeit weiß. 6. Da ruhen wir und sind in Frieden/ und leben ewig sorgenlos./ Ach faͤsset dieses Wort, ihr Müden! /Legt euch dem Heiland in den Schoß!/ Ach Flügel her! Wir müssen eilen/ und uns nicht länger hier verweilen,/ dort wartet schon die frohe Schar./ Fort, fort, mein Geist, zum Jubi— lieren; /auf, gürte dich zum Triumphieren!/ Auf, auf, es kommt das Ruhejahrl Zoh. Sigismund Runth, 1 1779. 496 Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern. Frankfurt a. M. I599. 5 ö V. Mein Geist, o Gott, wird ganz entzuckt,/ wenn er hin⸗ wo dei-ne mil-de Va⸗ter⸗hand/ aus neuen 51⁷ 496 Gericht und Ewigkeit EEES auf gen Himmel blickt,/ da⸗ hin dein Rat uns lei⸗ tet;1 Wundern wird er⸗kannt,/ die du da⸗selbst ver⸗breitet. v L,Lt, Mach ⸗tig/ fühl ich/ mich er⸗ ho⸗ben,/ dich zu lo⸗ben,/ 2 ö der zum Ce-ben,/ das dort ist, mich will er⸗ he⸗ben. 2. Was sind die Freuden dieser Zeit,/ Serr, gegen jene HBerrlichkeit,/ die dort bei dir zu finden?/ Du stellst uns hier auf Erden zwar/ viel Wunder deiner Güte dar/ zum fröhlichen Empfinden; /doch hier/ sind wir/ bei den Freuden/ noch mit Leiden/ stets umgeben;/ dort nur ist vollkommnes Leben. 3. Rein Tod ist da mehr und kein Grab;/ dort wischest du die Tränen ab/ von deiner Kinder Wangen./ Da ist kein Leid mehr, kein Geschrei;/ denn du, o Herr, machst alles neu,/ das Alte ist vergangen;/ hinfort/ sind dort/ von ge— rechten/ Gottesknechten/ keine Plagen/ mehr zur Prüfung zu ertragen. 4. In unsres Gottes Beiligtum/ schallt seines Namens hoher Ruhm/ von lauter frohen Zungen./ Sier strahlt die HBerrlichkeit des Serrn;/ hier schaut man sie nicht mehr von fern,/ hier wird sie neu besungen./ Vöͤllig/ gibt sich,/ sie zu trösten,/ den Erlösten/ zu erkennen/ der, den sie schon Vater nennen. S. Vor seinem Antlitz wandeln sie,/ auf ewig frei von aller Nüh,/ und schmecken seine Güte./ Sier stört den Frieden ihrer Brust/ und ihre tausendfache Cust/ kein feindliches Gemüte;/ kein Neid,/ kein Streit/ hemmt die Triebe/ reiner CLiebe/ unter Seelen,/ die hinfüro nicht mehr fehlen. 518 Gericht und Ewigkeit 497 6. Gott, welche Schar ist dort vereint!/ Die Frommen, die ich hier beweint,/ die find ich ewig wieder./ Dort sammelt deine Vaterhaͤnd,/ die deine Liebe hier verband,/ Herr, alle deine Glieder./ Ewig/ werd ich,/ frei von Mängeln,/ selbst mit Engeln/ Freundschaft pflegen;/ o ein Umgang voller Segen! 7. Wo ist mein Freund, des Höchsten Sohn,/ der mich ge⸗ liebt? Wo glänzt sein Thron?/ In jenen Simmelshoͤhen,/ da werd ich dich, Zerr Jesu Christ,/ so menschenfreundlich als du bist,/ auch mit Entzücken sehen;/ da wird,/ mein Zirt,/ von den Freuden/ nichts mich scheiden,/ die du droben/ deinen Freunden aufgehoben. 8. Wie herrlich ist die neue Welt,/ die Gott den Frommen vorbehält!/ Kein Mensch kann sie erwerben./ O Jesu, Zerr der Serrlichkeit,/ du hast die Stätt auch mir bereit;/ hilf sie mir auch ererben!/ Caß mich/ eifrig/ danach streben/ und so leben /auf der Erde,/ daß ich dort dein Erbe werde. Samuel Diterich, 1797(nach Ahasverus Sritsch, I70I). 497 Mel. Es ist gewißlich an der Zeit(Nr. 270). J. Schon ist der Tag von Gott bestimmt,/ da, wer auf Erden wandelt,/ sein Los aus Gottes Händen nimmt,/ nachdem er hier gehandelt./ Er kommt, er kommt, des Menschen Sohn;/ er kommt, und Wolken sind sein Thron,/ der Erde Kreis zu richten. 2. Hier an dem Rand der Ewigkeit/ versammeln sich die Scharen,/ die seit dem ersten Tag der zeit/ der Erde Buͤrger waren,/ nur dem Allwissenden bekannt,/ unzählbar, wie des Meeres Sand;/ hier stehn sie vor dem Richter. 3. Hier muß der falsche Wahn der Welt/ der Wahrheit unterliegen./ Sier, wo das Recht die Wage hält,/ wird keine Sunde siegen./ Sier ist zur Buße nicht mehr Frist,/ hier gilt nicht mehr Betrug und List,/ hier gilt kein falscher Zeuge. J. Der Richter spricht; der Zimmel schweigt,/ und alle Voͤlker hoͤren/ erwartungsvoll und tief gebeugt:/ Rommt, erbt das Reich der Ehrenl/ So spricht er zu der frommen 31¹² 498 Gericht und Ewigkeit Schar;/ zu der, die ihm nicht folgsam war:/ Sinweg von mir, Verbrecher! 5. Sie gehn verzweifelnd, jammern, flehn:/ Stürzt uͤber uns zusammen,/ ihr Welten, fallt, daß wir vergehn,/ die wir uns selbst verdammen!/ Die Frommen aber stehn im Licht/ des Friedens, und ihr Angesicht/ strahlt seliges Entzücken. 6. Frohlockend ziehn sie in das Reich,/ das Gott fuͤr sie bereitet,/ wo er sie, seinen Engeln gleich,/ von Licht zu Lichte leitet. Das Stuckwerk wird Vollkommenheit;/ kein Rummer, keine Traurigkeit/ stoͤrt ihre selgen Freuden. 7. Mein Heiland, laß mich dein Gericht/ oft und mit Ernst bedenken!/ Es stärke mich mit Juversicht,/ so oft mich Ceiden kränkenl/ Es reize mich, gewissenhaft/ und, eingedenk der Rechenschaft,/ nach deinem Wort zu wandeln. Samuel Diterich, 1797. 498 Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme(Nr. 7). J. Selig sind des Zimmels Erben,/ die Toten, die im Herren sterben,/ zur Auferstehung eingeweiht!/ Nach den letzten Augenblicken/ des Todesschlummers folgt Ent⸗ zücken,/ folgt Wonne und Unsterblichkeitlé/ Im Frieden ruhen sie,/ frei von der Erde Müh,/ Bosiannal/ Vor Gottes Thron/ zu seinem Sohn/ begleiten ihre Werke sie. 2. Dank, Anbetung, Preis und Ehre,/ Macht, Weisheit, ewig, ewig Ehre/ sei dir, Versoͤhner Jesu Christ!/ Ihr, der UÜberwinder Chöͤre,/ bringt Dank, Anbetung, Preis und Ehre/ dem Camme, das geopfert ist!/ Er sank wie wir ins Grab,/ wischt unsre Tranen ab,/ alle Tränen!/ Er hats vollbrachtl/ Nicht Taͤg, nicht Naͤcht/ wird an des Cammes Throne sein. 3. Wicht der Mond, nicht mehr die Sonne/ scheint uns alsdann; er ist uns Sonne,/ der Sohn, die Serrlichkeit des Berrn./ Heil, nach dem wir weinend rangen,/ nun bist du, Beil, uns aufgegangen,/ nicht mehr im Dunkeln, nicht von fern!/ Nun weinen wir nicht mehr;/ das Alte ist nicht mehr./ Hallelujal/ Er sank hinab,/ wie wir ins Grab;/ er ging zu Gott, wir folgen ihm. Criedr. Gottlieb Rlopstock,. I803. 5²⁰ ie Gericht und Ewigkeit 499 499 MRel. Mun preiset alle Sottes Barmherzigkeit. Matth. Apelles 4 v. Löwenstern, 1644. E iEEEEEEEEEE J. Ich hab von fer⸗ne,/ Herr, deinen Thron erblickt/ — SS und hät⸗te ger⸗ne/ mein Herz vorausgeschickt/ und hät⸗te gern mein muͤdes CLe⸗ben,/ Schöpfer der Gei⸗ster, dir hin⸗ge⸗ —.—— 2e e ie. ge⸗ben,/ Schöpfer der Gei⸗ster, dir hin-ge⸗ge-⸗ben! 2. Das war so prächtig,/ was ich im Geist gesehn!/ Du bist allmächtig;/ drum ist dein Licht so schön!/ Rönnt ich an diesen hellen Thronen:,: doch schon von heute an ewig wohnen! 2,: 3. Nur bin ich sündig,/ der Erde noch geneigt;/ das hat mir bündig/ dein heilger Geist gezeigt;/ ich bin noch nicht genug gereinigt,:„: noch nicht ganz innig mit dir ver⸗ einigt. ,: J. Doch bin ich fröhlich,/ daß mich kein Bann erschreckt; /⸗ ich bin schon selig,/ seitdem ich das entdeckt./ Ich will mich noch im Ceiden üben ,: und dich zeitlebens inbrünstig lieben. ,: S. Ich bin zufrieden,/ daß ich die Stadt gesehn,/ und ohn Ermüden/ will ich ihr näher gehn/ und ihre hellen, goldnen Gassen ,: lebenslang nicht aus den Augen 2 assen., Zoh. Timotheus Sermes, + I82I. 521 ————————— 50⁰ Gericht und Ewigkeit 50⁰ Darmstadt 1888 . 2— D SE— 1 Wir wer⸗den bei dem Zerrn sein al⸗le⸗ 1 E E 1 Lief⸗-dun⸗kel ist die ern⸗ste E⸗wig⸗ Ier, mun, ö ö ö— ö j—.— SS zeit!/ Du Bei⸗-mat⸗-laut in frem⸗den Pil⸗ger⸗ keit,/ doch wie durch Macht⸗ge⸗woͤlk des Non ⸗des DDSS— Alen! Sleh glänzt der Ver⸗-hei⸗fung Licht durch Tordes⸗ leid:/ Wir wer⸗den bei dem Serrn sein al⸗le- zeit! 2. Bei ihm daheim! In seiner Liebe ruht/ die Seele aus von ihrer Irrfahrt Schmerzen./ Der langen Sehnsucht Ziel, das höchste Gut,/ der Herzen Seimat ist in seinem Herzen; /er ging voran, die Stätte steht bereit:/ Wir werden bei dem Serrn sein allezeit! 3. Bei ihm versammelt! Seinem Saͤlem geht/ die Wall⸗ faͤhrt zu. Wie oft in guten Stunden,/ wenn seiner Nähe Odem uns umweht,/ hat es sein Volk vor ihm vereint emp⸗ funden;/ das ist die Fülle aller Seligkeit:/ Wir werden bei dem Berrn sein allezeit! J. Hier trennt die Welt; was heut sich liebend fand,/ sehnt morgen sich nach Blick und Wort vergebens;/ es drängt sich zwischen Seelen Neer und Cand,/ und starrer noch das Machtgebot des CLebens./ Der Himmel sammelt, was die Welt zerstreut:/ Wir werden bei dem Zerrn sein allezeit! 52² Gericht und Ewigkeit (50⁰a) 5. Und waren wir hier jemals ganz vereint?/ Ach nur das Reine eint sich mit dem Reinen!/ Die Schuld, die täͤglich noch das Serz beweint,/ sie scheidet es von den geliebten Seinen. /Der Fürst des Friedens tilgt, was uns entzweit:/ Wir werden bei dem Serrn sein allezeit! 6. Wir irren alle, sind erlöͤst noch nicht/ von alter Sinn⸗ verwirrung schweren Banden;/ die Sprache, die ein Rind des Sauses spricht,/ wird von dem andern KRinde nicht ver⸗ standen./ Das Wort des Vaters löst der Rede Streit:/ Wir werden bei dem Serrn sein allezeit! 7. Du Gotteswort, dem froh der Glaube traut,/ wohl magst du allen Erdenjammer stillen,/ das finstre Tal, vor dem der Seele graut,/ mit Morgenrot und heilgem Frieden fuͤllen!/ O Heimatlicht aus dunkler Ewigkeit:/ Wir werden bei dem Serrn sein allezeit! Meta Seußer⸗Schweizer, 1876. (50⁰0 a) I. Hab acht auf mich in aller Not,/ o großer Gott, Serr aller Zerren,/ wann Satans Wut, die Höllenrott,/ den Rachen gegen mich aufsperren,/ wann sie mich suchen zu verschlingen/ und in die hoͤchste Not zu bringen,/ so bitt ich dich herzinniglich,/ mein Vater, so hab acht auf mich. 2. Hab acht auf mich; wann mich die Sünd/ will von dem hoͤchsten Gut abwenden,/ so halte mich, Herr, als dein Kind/ mit deinen treuen Vaterhänden;/ bleib du mir stets in dem Gedanken,/ laß mich von deinem Wort nicht wanken;/ wann Sünden in mir regen sich,/ mein Vater, so hab acht auf mich. 3. Hab acht auf mich, wanns gehet wohl,/ wann mir die Glückessonn will scheinen,/ die meine Seel macht freuden⸗ voll,/ daß sie nichts wissen mag von Weinen, daß ich dem blinden Glück nicht traue,/ vielmehr auf deine Güte schaue,/ weil oft das Gluͤcksrad wendet sich:/ mein Vater, so hab acht auf mich. 4. Hab acht auf mich und steh mir bei,/ wann mir das Ungluck braust entgegen,/ daß ich nicht zu verzaget sei/ und 52³ (ooa) Gericht und Ewigkeit weichen mög von deinen Wegen,/ die mir zu wandeln sind befohlen;/ und wann mir auch des KRreuzes Rohlen/ mein Herze brennen bitterlich,/ mein Vater, so hab acht auf mich. S. Hab acht auf mich, wann ich gesund,/ wann ich emp⸗ finde keine Schmerzen,/ wann keine Rlag in meinem Mund/ noch Trauern ist in meinem Serzen;/ damit ich bei ge⸗ sundem Leibe/ dir dankbar und gehorsam bleibe;/ auf daß ich nie vergesse dich,/ mein Vater, so hab acht auf mich. C. Hab acht auf mich, auch wann ich krank,/ wann die Gesundheit will verschwinden,/ daß ich geduldig und mit Dank/ annehme die Arznei der Sünden;/ laß mich nicht ungeduldig werden/ und denke, daß ich Staub und Erden;/ auch wann die Schmerzen mehren sich,/ mein Vater/ so hab acht auf mich. 7. Hab endlich dann auch acht auf mich,/ wann ich der Welt Valet soll geben,/ daß ich im Glauben halte dich,/ bis ich komm in ein ander Leben,/ da mir das frohe Glaubens— ende erteilen werden deine Hände;/ daß ich bei dir leb ewiglich,/ mein Vater, so hab acht auf mich. 8. Ach laß mich doch nicht aus der Acht,/ wann uns dein jüngster Tag erscheinet,/ der Tag, da vor Gericht wird bracht/ auch das, so man hier nicht gemeinet;/ laß mich zu deiner Rechten stehn/ und zu des Cammes Sochzeit gehn;/ mein Jesu, dann hab acht auf mich,/ so will ich ewig preisen dich. Ludwig Seinrich Schlosser, 4 1723. * V 2— N —* 5⁰¹ Advent Anhang geistlicher Lieder für Jugendgottesdie nste und für freie VDersammlungen der Gemeinde I. Die Festzeiten Advent (Auch Lied Nr. 533 und 56J.) 50¹ 61 55956 süßen Schlummer. Friedr. Rarl Ludwig Scholinus, TISIE. ———1.— 2.2 J. 446 6 ge 1598 911.1 1195 die 90 te und 2. bet 460 ge⸗ * fun⸗kel— 2 2 6—6 uns Ge⸗ walt. 2. Er war einmal erschienen/ in ferner, selger Zeit;/ da waren ihm zu dienen/ die Weisen gleich bereit. 3. Der Lenz ist fortgezogen,/ der Sommer ist entflohn:/ doch fließen warme Wogen,/ doch klingt ein Ciebeston. 4. Es rinnt aus Jesu Herzen,/ es spricht aus Jesu Mund/ ein Quell der Cust und Schmerzen,/ wie damals noch zur Stund. 5. Wir wollen nach dir blicken,/ du Licht, das ewig brennt;/ wir wollen uns beschicken/ zum seligen Advent. Max von Schenkendorf, + 18J17. (Erläuternde Bemerkungen über die Melodien und den 6650„ be⸗ finden sich am Schluß des Buches auf S. 6 5² da M 502:· 503 50½ (Vorreformatorisch.) Andernach, 1608. —.— E.—— de Eri, ne, vi nin.— J. Es kommt ein Schiff ge⸗— den/ bis + 24.— 4—— 22 34.—, K, E —. 16 ET an den hoch-⸗sten Bord,/ trägt Got⸗tes —— F Sohn voll Gna den,/ des Va⸗-ters e⸗ wig Wort. 2. Das Schiff geht still im Triebe,/ trägt eine teure Cast;/ das Segel ist die Ciebe,/ der heilge Geist der Mast. 3. Der Anker haft't auf Erden,/ da ist das Schiff am Land./ Das Wort soll Fleisch uns werden,/ der Sohn ist uns gesandt. 4. Zu Bethlehem geboren/ im Stall ein Kindelein/ gibt sich fuͤr uns verloren;/ gelobet muß es sein. 5. Und wer dies Kind mit Freuden/ umfangen, küssen will,/ muß vorher mit ihm leiden/ groß Pein und Marter viel; 6. Danach mit ihm auch sterben/ und geistlich auferstehn,/ das Ceben zu ererben,/ wie an ihm ist geschehn. Nach Johannes Tauler, 1 1361. 503 Mel. Seht, er kommt mit Preis gekrönt. Georg Hriedrich Sändel, 1747. —— .— re Ke E IJ. I. Toch⸗ ter Zi⸗on, freu ·/· e kommt zu dir;/— er EEEEEE kommt, der Frie de ⸗fürst. (wiederholung der beiden ersten Zeilen bis„Schluß“.) 2. II Sosianna, Davids Sohn,/ sei gesegnet deinem Volkl/ Gründe nun dein ewig Reich,/ Hosianna in der Höh!/ Hosianna, Davids Sohn,/ sei gesegnet deinem Volkl 3. A Hosianna, Davids Sohn,/ sei gegrüßet, Rönig mild!/ Ewig steht dein Friedensthron,/ du des ewgen Vaͤters Rind./ Hosianna, Davids Sohn,/ sei gegruͤßet, Rönig mild! Vor 1826. Weihnachten 50⁴ 94—.—— ö 1— ů— FR IJ. Al⸗le Jah⸗re wie⸗der/ kommt das Christuskind/ (Oder wie Nr. 528. 32⁸ Weihnachten 305 .. auf die Er⸗de nie ⸗der,/ wo wir Men⸗·schen sind. 2. Rehrt mit seinem Segen/ ein in jedes Saus,/ geht auf allen Wegen/ mit uns ein und aus. 3. Ist auch mir zur Seite/ still und unerkannt,/ daß es treu mich leite/ an der lieben dand. wilhelm Sey, 4 1854. 50⁵ (5. Jahrhundert.) Wittenberg 1535. * W— —— 1806 Tag, der ist so freu ⸗ den:reich,/ zu Udaß Chri⸗stus von dem ZBim melrreich/ auf ——W 2.— H——.— — lo ⸗-ben Got⸗ tes Na⸗ nr Er⸗den zu uns kom ⸗ men. Groß ist die — 1——— De⸗mut, Suld und Gnaͤd,/ die Gott vom Him⸗-mel ——7——.... in all'm, doch ohn Sünd, uns gleich,/ daß wir e⸗ wig 1 EEEEEE 4 2— wer⸗den reich;/ trug uns ⸗ re Sün⸗den⸗bür ⸗de. 52⁰ 506 Weihnachten 2. Ein Kindelein solösbelich/ ist uns geboren heute,/ von einer Jungfrau säuberlich/ zu Trost uns armen Leuten./ Waͤr uns das Kindlein nicht geborn,/ so waͤrn wir allzumaͤl verlorn:/ das Seil ist unser aller./ O du süßer Jesu Christ,/ der du Mensch geboren bist,/ behuͤt uns vor der Hölle. 15. Zahrhundert. 506 Gottlob Siegert. 1822. 8—— 2³— ——.— 3. I. Du lie⸗ber, heil⸗ger, from⸗ mer DDDDRDDDDDEE * Christ,/ der für uns Rinder kom men ist,/ da⸗ —2—————— .SSSSSS.IIII... — 2 mit wir sol len weiß und rein/ und —— 1— ö— 2 E.. t e E rech⸗te Rin der Got⸗ tes sein. 2. Du Licht, vom lieben Gott gesandt/ in unser dunkles Erdenland,/ du Simmelskind und Himmelsschein,/ damit wir sollen himmlisch sein; 3. Du lieber, heilger, frommer Christ,/ weil heute dein Geburtstag ist,/ drum ist auf Erden weit und breit/ bei allen Rindern frohe Zeit. Weihnachten 307 4. O segne mich, ich bin noch klein,/ o mache mir das Herze rein,/ o baͤde mir die Seele hell/ in deinem reichen Him melsquell; 5. Daß ich wie Engel Gottes sei/ in Demut und in Liebe treu;/ daß ich dein bleibe für und fuͤr,/ du heilger Christ, das schenke mir! Ernst Moritz Arndt, 4 1860. 507 Um ISIS. 7— /—.— 4 2 2 ——.8— 22— 11—.—.— 3⁵ HEEE J. Her⸗bei, o ihr Gläu⸗bi-gen, fröh⸗lich tri⸗ um⸗ Beth⸗le⸗hem phierend,/ o kom met, kom⸗met nach Bethle hem!/ FPFFFII*T ———— +——— 35. 455 2 — Se⸗het das Kindlein, uns zum Seil ge⸗bo ren! 10 las⸗set uns an⸗be⸗ten, Io las-set uns an⸗be⸗ten, Ao — — I n— LE las⸗set uns an⸗—be⸗ ten den Rõö nig! 308 Weihnachten 2. O Vönig der Ehren, du Herrscher der Heerscharen,/ verschmähst nicht zu ruhn in Marien Schoß,/ du wahrer Gott, von Ewigkeit geboren. I O laäͤsset uns anbeten, IIo lasset uns anbeten, Ao lasset uns anbeten den Koͤnig! 3. Rommt, singet dem Herren, o singt ihm Engelchörel/ Frohlocket, frohlocket, ihr Seligen:/ Ehre sei Gott im Himmel und auf Erden! JO lasset uns anbeten, II o lasset uns anbeten, Ao lasset uns anbeten den Rönig! 7. O dir, der du heute bist Mensch für uns geboren, /o Jesu, sei Ehre und Preis und Ruhm,/ dir fleischgewordnes Wort des ewgen Vaters. IO lasset uns anbeten, IU o lasset uns anbeten, Ao lasset uns anbeten den Königl Nach Adeste fideles deutsch I9. Zahrhundert. 1 508 J. Abr. Peter Schulz, 1794. ———— IIbr Rin⸗der⸗lein, kom⸗met, o kom⸗met doch zur Krip⸗-pe her kom⸗met in Beth ⸗le⸗hems Nacht/ der Va⸗ter im Him⸗mel fuͤr Freu⸗de uns macht. 2. II O seht in der Krippe im nächtlichen Stall,/ seht hier bei des Lichtleins hellglänzendem Strahl/ in reinlichen Windeln das himmlische Kind,/ viel schoͤner und holder, als Engel es sind. 332 Weihnachten 509 3. A Da liegt es, das Rindlein, auf Seu und auf Stroh,/ Maria und Joseph betrachten es froh;/ die redlichen Sirten knien betend davor,/ hoch oben schwebt jubelnd der Enge⸗ lein Chor. 4. III O beugt wie die Sirten anbetend die Knie;/ er⸗ hebet die dändlein und danket wie sie;/ stimmt freudig, ihr Rinder, wer wollt sich nicht freun?/ stimmt freudig zum Jubel der Engel mit ein! 5. A O nimm unsre Serzen zum Opfer denn hin,/ wir geben sie gerne mit froͤhlichem Sinn./ Ach maͤche sie heilig und selig wie deins/ und mach sie auf ewig mit deinem in eins. Christoph von Schmid, I854. 509 Görlitz 1599. 0 x x 4 x—— III 955... 5. I. IIn Beth⸗le- hem ein Kin„derlein/ uns H— E= 14—.—*—— au.——..— ——. + Hs⸗— neu ge ⸗ bo ⸗ ren ist,/ von Da· vids Stamm ein JIJ0 ———— ESEEEEEEE Jung⸗ frau rein,/ Ma⸗rie sein Mut ter ist. 2. UI wie elend ist dein Krippelein,/ o großer Rönig und Zerr,/ und ruůͤhmen doch die Engelein/ dein gottlich Macht und Ehr. 3. Du machst aus mir ein Rindelein/ dem lieben Vater dein/ und laßt mich auch ein Erbe sein/ an allen Gütern dein. 4. I So kommst du nun, o Herre mein,/ aus großer Gütig⸗ keit/ und willst mein Licht, mein Ceben sein,/ mein Seil und Seligkeit. 533 ——————————————— 510 Weihnachten 5. I Mein Serz regier, die Seele mein/ laß dir befohlen sein,/ daß ich mit allen Engelein/ dir moͤge singen fein: 6. A Lob, Ehr sei Gott im höchsten Thron,/ auf Erd Fried allezeit,/ den Menschen sei recht Freud und Wonn,/ Amen, in Ewigkeit. 16⁰ν 510 Altböhmische Weise 3—————— IIIRRR* T LI——— J. I Rom⸗-met, ihr Sir ten, ihr Män⸗ner und ——...— 4— ——386.— 38 6— E— 8—.— STSSEEEE Fraun,/ kom⸗met, das lieb⸗-li che Bind'lein zu D + N —..—— E 1—.— 1 schaun. /Christus, der Herr, ist/ heute ge⸗bo⸗ren,/ den Gott —.———— E— 2 ————— + 15e L E zum Heiland/ euch hat er · ko⸗ren./ Fuͤrch⸗tet euch nicht! 2. II Casset uns sehen in Bethlehems Staͤll,/ was uns verheißen der himmlische Schaͤll;/ was wir dort finden,/ lasset uns künden,/ lasset uns preisen/ in frommen Weisen./ Hallelujal 3. A Wahrlich, die Engel verkündigen heut/ Bethlehems Hirtenvolk gar große Freud:/ Nun soll es werden/ Friede auf Erden,/ den Menschen allen/ ein Wohlgefallen./ Ehre sei Gott! Nach einem altboͤhmischen Weihnachtslied 33⁴ —— 5II mel. Den die Sirten lobten sehre. Vorreformatorisch. + .SSI ——— EAE E —.; 23— 35 8 2 SSI Sin ⸗nen zu 25— ke 9— get fröh⸗lich, E laßt euch hö⸗ren,/ wer⸗tes Volk— Chri⸗ sten⸗heit. 2. II Sünd und Hölle mag sich grämen,/ Tod und Teufel mag sich schämen:/ wir, die unser deil annehmen,/ werfen allen Rummer hin. 3. A Sehet, was hat Gott gegeben:/ seinen Sohn zum ewgen CLeben!/ Dieser kann und will uns heben/ aus dem Ceid ins Himmels Freud. 4. I Seine Seel ist uns gewogen,/ Cieb und Gunst hat ihn ge⸗ zogen,/ uns, die Satanas betrogen,/ zu besuchen aus der Hoͤh. 5. II Jakobs Stern ist aufgegangen,/ stillt das sehnliche Verlangen,/ bricht den Kopf der alten Schlangen/ und zer⸗ stört der Hölle Reich. 6.& G gebenedeite Stunde,/ da wir das von Berzens⸗ grunde/ glauben und mit unserm Munde/ danken dir, o Jesulein. 7. Schonstes Kindlein in dem Stalle/ sei uns freundlich, bring uns alle/ dahin, da mit süßem Schalle/ dich der Engel Seer erhöht. Paul Gerhardt, 1676. Nr. 51I kann auch mit Nr. 512 im wech sel gesungen werden: I: 5II V. I/ U: V. 2, A: 512, V. I.- I: 5II V. 3, II: B. 4, A: 512 V. 2.— I: 5II V. 5, I: V. 6, A: 512 D. 3.—Iu. f: 51IV. 7, A: 512 V. 4. 52 Weihnachten Mel. In dulci jubilo. I4. Bahrhundert.— Wittenberg 1529. 04 R N— , E... L. en niin Ernnr— . · J. INun sin-get und seid froh,/ jaͤuchzt al⸗le und sagt so: 7 Un ⸗sers Her⸗zens Won⸗ne/ liegt ———— „— in der Brip⸗pe bloß/ und leuch⸗tet wie die &— — ½½———— Son⸗ne/ in sei;ner Mut ter Schoß./ Du bist —+ 2—— ꝗ 3/ nan, 5..— E 4.35 2 2—— . 5. 72 2.—— und G. Du bist A und G. 2. A Sohn Gottes in der Hoͤh,/ nach dir ist mir so wehl/ Tröst mir mein Gemüte, /o KRind voll Mildigkeit;/ durch alle deine Güte,/ du Fürst der Serrlichkeit, 5: zeuch mich hin nach dir. ,: 3. II Groß ist des Vaters Zuld,/ der Sohn tilgt unsre Schuld,/ wir warn all verdorben/ durch unsre Missetat,/ 536 . W I II Weihnachten 513 so hat er uns erworben/ himmlische Freud und Gnad. : Wären wir doch dal ,: 4. A. Dir schaͤllt Halleluja,/ jetzt hier und einstens da,/ wo die Engel singen/ das Heilig allzumal,/ und wo die Psalmen klingen/ im hohen Sim melssaal.:,: Waären wir doch dalꝛ,/: Mach In dulci jubilo(I5. Sahrhundert) 1599. 5 1 3 Franz Gruber, I8JI8. —9—— ***.—. —— 2„ til le Nacht, I E hei li„ge Nacht!/ + 1—.é———.— r Al les schlaͤft, ein⸗sam wacht der Doede—6 hei⸗li ⸗ge La ö 31155 lok ⸗ki ⸗gen Saar, schlaf in himm ⸗i⸗scher —— —— 4 —.—— ̃— 5 1—* Ruh,/ schlaf in himm⸗li⸗ scher Ruh. 537 514 Weihnachten 2. Stille Nacht, heilige Wacht!/ Sirten erst kund ge⸗ macht;/ durch der Engel Halleluja/ tönt es laut von fern und nah: ꝛ,: Christ, der Retter, ist dal ,: 3. Stille Nacht, heilige Wachtl/ Gottes Sohn, o wie lacht/ Cieb aus deinem göttlichen Mund,/ da uns schlägt die rettende Stund, ,: Christ, in deiner Geburt. ,: Jo seph Mohr, I81I8. A. 514 Röln 1638 4 E——— E J. Zu Beth⸗le⸗ hem ge⸗ bo ren/ ist — 1.—— DDDDS— 1.8.5 e 6 30 nne ei⸗ 41. will ich sein./ Ei * FF— Ei ⸗ a,/ sein ei—gen will ich sein. oder (Sierbei fallen die eingeklammerten Sätze weg Friedrich Wüergner⸗ + I89J. I. Zu Beth⸗. ge⸗bo⸗ ren/ ist uns ein ; 538 KRin⸗-de lein,/ das haͤb ich aus⸗ er ⸗ ko⸗ren, .ñ— — E————. ————— . ——— sein ei ⸗ gen will ich sein. 2. In seine Cieb versenken/ will ich mich ganz hinab;/ mein Serz will ich ihm schenken/ und alles, was ich hab. (Eia, eia, und alles, was ich hab.) 3. O Rindelein, von Herzen/ will ich dich lieben sehr,/ in Freuden und in Schmerzen/ je länger und je mehr.(Eia, eia, je lnger und je mehr.) 4. Laß mich von dir nicht scheiden,/ knüͤpf zu, knüpf zu das Band/ der Liebe zwischen beiden;/ nimm hin mein Herz zum Pfand.(Eia, eia, nimm hin mein Herz zum Pfand.) Rölner Psalter, 1638. Passion Auch Lied Nr. 565.) 5 1 5 Volksweise. J. Als Ze⸗sus von sei⸗ ner Mutter ging,/ IESZSSISIS‚‚‚üI——————— ———— 56 6. 232—.———— + RNT und die gro⸗ße, hei ⸗ li⸗ ge Woch an ⸗fing,/ da E+ 339 315 Passion Vꝗ. 0 8 hat te Ma⸗ ri⸗ a viel Her⸗ ze 9935— — E 1 65—— frag⸗te den Sohn mit CTrau⸗ rig ⸗ keit: 2.J„Ach Sohn, du liebster Jesus mein,/ was wirst du am heiligen Sonntag sein?“ II, Am Sonntag werd ich ein Bönig sein,/ da wird man mir Rleider und Palmen streun.“ 3.1„Ach Sohn, du liebster Jesus mein,/ was wirst du am heiligen Montag sein?“ II„Am Montag bin ich ein Wandersmann,/ der nirgend ein Obdach finden kann.“ 4. I„Ach Sohn, du liebster Jesus mein,/ was wirst du am heiligen Dienstag sein?“ II„Am Dienstag bin ich der Welt ein Prophet,/ verkünde, wie Simmel und Erde ver⸗ geht.“ 5. I„Ach Sohn, du liebster Jesus mein,/ was wirst du am heiligen Mittwoch sein?“ II„ Am Mittwoch bin ich gar arm und gering,/ verkaͤuft um dreißig Silberling.“ 6. I„Ach Sohn, du liebster Jesus mein,/ was wirst du am heiligen Donnerstag sein?“ II, Am Donnerstag bin ich im Speisesaal/ das Opferlamm bei dem Abendmahl.“ 7. J„Ach Sohn, du liebster Jesus mein,/ was wirst du am heiligen Freitag sein?“ II„Ach Mutter, liebste Mutter mein,/ könnt dir der Freitag verborgen sein!“ 8.„Am Freitaͤg, liebste Nutter mein,/ dann werd ich ans Kreuz genaͤgelt sein./ Drei Nägel, die gehn mir durch Baͤnd und Füß;/ verzage nicht, Mutter, das End ist süß.“ 9. I„Ach Sohn, du liebster Jesus mein,/ was wirst du am heiligen Samstag sein?“ II„ Am Samstag bin ich ein Weizenkorn,/ das in der Erde wird neugeborn.“ — Passion 516·517 J0. A,/ Und am Sonntag freu dich, o Mutter mein,/ dann werd ich vom Tod erstanden sein;/ dann trag ich das Kreuz 2 mit der Fahn in der Hand,/ dann siehst du mich wieder im Glorienstand.“ westfälisches Volkslied. mel. Serr und Ultster deiner Kreuzgemeine. Serrnhut um J740. — 22. De du Die wir uns all⸗hier bei⸗sam-men fin⸗⸗den,/ uns auf dei⸗ ne Marter zu ver⸗ bin ⸗den,/ 1.— — 2 S...... in 5 ö——— EfIERfi* duu schla⸗gen uns⸗re Zan ⸗de nan.— zum Zei⸗ chen, õer dir auf e⸗wig treu zu sein. dei⸗ nem Ber⸗ zen b, n. — 00365. du 655 H ar daß dies Lob„ge ⸗ to- ne ů an ge⸗ nehm und schö⸗ne, sa ge: Amen! du ich—.— de d..r* ü 565 und zugleich:/ Frie de, Frie„de sei mit euch! Christian Renatus von Zinzendorf, 1 1752. ns 517 nd mel. Serr und Altster deiner Kreuzgemeine(Nr. 510. J. Eines wünsch ich mir vor allem andern,/ Eine Speise du früh und spät;/ selig läßts im Tränental sich wandern,/ ein wenn dies Eine mit uns geht:/ unverrückt auf Einen Mann zu schauen,/ der mit blutgem Schweiß und Todes-— *3 541 518 Passion grauen/ auf sein Antlitz niedersank/ und den Relch des Vaters trank. 2. Ewig soll er mir vor Augen stehen,/ wie er als ein stilles Lamm/ dort so blutig und so bleich zu sehen,/ hängend an des Rreuzes Stamm;/ wie er dürstend rang um meine Seele,/ daß sie ihm zu seinem Cohn nicht fehle,/ und dann auch an mich gedacht,/ als er rief: Es ist vollbrachtl 3. Ja, mein Jesu, laß mich nie vergessen/ meine Schuld und deine Zuld!/ Als ich in der Finsternis gesessen,/ trugest du mit mir Geduld;/ hattest laͤngst nach deinem Schaf ge⸗ trachtet,/ eh es auf des Zirten Ruf geachtet,/ und mit teurem Cösegeld/ mich erkauft von dieser Welt. 4. Ich bin dein; sprich du darauf ein Amen! /Treuster Jesu, du bist mein. Drücke deinen süßen Jesusnamen/ brennend in mein Serz hinein./ Mit dir alles tun und alles lassen,/ in dir leben und in dir erblaͤssen,/ das sei bis zur letzten Stund/ unser Wandel, unser Bundl Albert Knapp, 1 J1864. 518 Mel. Christus, der uns selig macht. —— eten—. +* O hilf, Chri- ste, Got⸗ tes Sohn,/ durch dein Böhmische Brüder, 1531 bit⸗ter Cei ⸗den,/ daß wir dir stets un⸗ ter⸗tan,/ ö 2 2— *+ ——* E n⸗tu⸗gend mei ⸗ den;/ dei nen Tod und — ö —.———— —I—————— sein Ur⸗ sach/ frucht⸗bar⸗lich be den ⸗ ken;/ da⸗ für, 3⁴½ SI sss◻¶ fr se P 519 II SSSie — +—— wiewohl arm und schwach,/ dir Dankop⸗fer schen⸗ ken. Aus: Christus, der uns selig macht. Böhmische Brüder) Michael Weiße, T1534. Ostern 1 Auf, auf, mein Herz, mit Freuden/ nimm wahr, was wie kommt nach gro⸗ßem Lei⸗den/ nun ein so heut ge⸗schicht: ö gro ⸗ßes Licht! Mein Sei⸗land war ge⸗legt/ „ I I.II......... * da, wo man uns hin⸗trägt,/ wenn von uns e —. 6 2— 8** un ⸗ser Geist/ zum Him-mel ist ge ⸗reist. 2. Er war ins Grab gesenket,/ der Feind trieb groß Ge⸗ schrei;/ eh ers vermeint und denket,/ ist Christus wieder frei/ und ruft: Viktorial/ schwingt fröhlich hie und da/ sein Faͤhnlein als ein Held,/ der Feld und Mut behält. 54³ 32⁰ Ostern 3. Das ist mir anzuschauen/ ein rechtes Freudenspiel./ Nun soll mir nicht mehr grauen/ vor allem, was mir will/ entnehmen meinen Mut/ zusaͤmt dem edlen Gut,/ das mir durch Jesum Christ/ aus Cieb erworben ist. 4. Die Welt ist mir ein Lachen/ mit ihrem großen Zorn,/ sie zürnt und kann nichts machen,/ all Arbeit ist verlorn./ Die Trübsal trübt mir nicht/ mein Serz und Angesicht;/ das Unglück ist mein Glück,/ die Nacht mein Sonnenblick. 5. Ich hang und bleib auch hangen/ an Christo als ein Glied;/ wo mein Haupt durch ist gangen,/ da nimmt er mich auch mit./ Er reißet durch den Tod,/ durch Welt, durch Sund, durch Not;/ er reißet durch die Soͤll,/ ich bin stets sein Gesell. G. Er bringt mich an die Pforten,/ die in den Simmel fuͤhrt,/ daran mit güldnen Worten/ der Reim gelesen wird: /Wer dort wird mit verhöhnt,/ wird hier auch mit gekroͤnt;/ wer dort mit sterben geht,/ wird hier auch mit erhöht. Paul Gerhardt, 1676. 5 20 15. Jahrhundert. 9 4 E. DDPDD E J. Er stan den ist der heil ⸗ge Christ, /Sal— — — le lu ja, Sal⸗-le ⸗ lu-ja,/ der al⸗ler Welt ein — G — 1—— +— —4+— 1 0——— 2 IFE e 7 322— ster ist./ Bal⸗ll lu a. 2. Es gingen drei heilige HFraun n, ,: Balleluja ,: des Riorzens frühe hin im Tau'n“). Halleluja. )im Morgentau. 34⁴ Ostern 52¹ 3. Sie suchten den Herrn Jesum Christ, ,„: Halleluja ,: der von dem Tod erstanden ist. Halleluja. 4. I„Ach Engel, lieber Engel fein,„ Salleluja ,: wo find ich denn den Serren mein?“ Halleluja. S. II„Er ist erstanden aus dem Grab ꝛ,: Halleluja ꝛ,: heut an dem heilgen Ostertag.“ Halleluja. 6. I„Seig uns den Zerren Jesum Christ,„: Halleluja ,: der von dem Tod erstanden ist.“ Halleluja. 7. II„So tret't heran und seht die Statt,: Salleluja:,: da unser Herr gelegen hat.“ Halleluja. 8.„Der Serr ist hin, er ist nicht dal ,„: Halleluja 2,: Wenn ich ihn hätt, so wär ich froh.“ Salleluja. 9. II„Seht an das Tuch, darin er lag ,: Halleluja:,: ge⸗ wickelt bis am dritten Tag.“ Halleluja. J0. I„Wir sehens wohl zu dieser Frist,: Salleluja ,: weis uns den Herren Jesum Christ!“ Halleluja. II. II„Ihr sollt nach Galiläa gehn,„: Salleluja ,: da werdet ihr den Heiland sehn.“ Halleluja. I2. I„Sabt Dank, ihr lieben Engel fein,:,: Halleluja:,: nun wolln wir alle froͤhlich sein.“ Halleluja. J3. II„Geht hin, sagt das Sankt Petrus an 2,: Balle⸗ luja:,„: und seinen Jüngern lobesam.“ Halleluja. I4. INun singet all zu dieser Frist:„: Salleluja:,: Er⸗ standen ist der heilge Christ! Salleluja. IS.& Des solln wir alle fröhlich sein,:„: Halleluja ꝛ,: und Christ soll unser Tröster sein. Salleluja. I5. Sahrhundert. 521 Melchior Vulpius, I609. 4 WE J. Ge⸗lobt sei Gott im höch⸗ sten Thron/ ——...———.—.— 2— 4 samt sei⸗nem ein⸗ge⸗ bor ⸗ nen Sohn,/ der für uns 5⁴4⁵ —..— Hal⸗-le⸗lu⸗ ja, 7 Bal⸗le⸗ lu ⸗ ja. 2. Des Morgens früh am dritten Tag,/ da noch der Stein am Grabe lag,/ erstand er frei ohn alle Rlag. ,: Halleluja ꝛ,: 3.1J Der Engel sprach:„Fürchtet euch nicht;/ denn ich weiß wohl, was euch gebricht./ Ihr sucht Jesum und findt ihn nicht.“ ,: Halleluja:, J.„Er ist erstanden von dem Tod,/ hat überwunden alle Not,/ versöhnet Sünd und Missetat.“ ,: Halleluja 2,: 5. ANun bitten wir dich, Jesu Christ,/ weil du vom Tod erstanden bist;/ verleih, waͤs seliglich uns ist,:,: Halleluja ,: 6. Damit von Sünden wir befreit/ dem Naͤmen dein ge⸗ benedeit/ frei mögen singen allezeit. ,„: Halleluja ,: (Böhmische Brüder) Michael Weiße, 4 1534. 522 mel. O heiliger Geist, o heiliger Gott. Röln 1623 / FEEEEE ö—— J. O herr-li- cher Tag, o fröh-li che Zeit,/ da „eer vieerereniKeeveeveeryrrirereerid 2 ek.——— JZe⸗ sus lebt ohn al.les CLeid!/ Er ist er⸗ 523 inmrnrultrren rtrn staäan⸗den von dem 3 wir u er aus 12.—.— e. E EI —..—.— El al ⸗ler Not. /O herr⸗li⸗ cher Tag, o 9050 li⸗-che Zeit! ö 2. O herrlicher Tag, o fröhliche Zeit,/ da wir von Sün— den sind befreit!/ Getilget ist nun unsre Schuld,/ wir sind gerecht aus Gottes Zuld./ O herrlicher Tag, o fröhliche Jeit! 3. O herrlicher Tag, o froͤhliche Zeit!/ Der Tod ist über⸗ wunden heut;/ es darf uns nicht mehr vor ihm graun,/ wir sind erfüllet mit Vertraun./ O herrlicher Tag, o fröhliche Jeit! 4. O herrlicher Tag, o fröhliche Zeit!/ Die Ciebe Gottes uns erfreut;/ des Zerren Sieg hat uns erlöst,/ uns neues Ceben eingeflößt./ O herrlicher Tag, o fröhliche Zeit! 5. O herrlicher Tag, o fröhliche Zeit!/ Erhalt uns, Jesus, diese Freud,/ zu sagen hier zu aller Stund/ und dort ein— mal mit selgem Mund:/ O herrlicher Tag, o froͤhliche Zeit! Cyriakus Günther, 1 1704. H 92³ Volksweise 1843. Leat, I. O·— O⸗stern, Früh⸗-lings⸗ we⸗hen,/ . EE EE Aiinn O?stern, O⸗stern, ind er ⸗ste⸗hen/ aus der tie⸗fen 34⁷7 Gra⸗bes⸗nacht,/ aus der tie sfen Gra⸗bes-nacht! 4 2e, e e EE Z. 2— Blu⸗-men sol⸗len fröh⸗lich blü⸗ hen, I Her⸗ zen— len heim-lich glü⸗ hen, DD—— 1 denn der Sei ⸗ land ist er-wacht! 2. I Trotz euch, höllische Gewalten!/ Hättet ihn wohl gern behaͤlten,:„: der euch in den Abgrund zwang. ,: Ronntet ihr das Ceben binden? /Aus des Todes düstern Gründen/ dringt hinan sein ewger Gang. 3. II Der im Grabe lag gebunden,/ hat den Satan über— wunden,:,: und der lange Kerker bricht; ,: Frühling spielet auf der Erden,/ Frühling solls im Herzen werden,/ herrschen soll das ewge Licht. 4. A Alle Gräber sind nun heilig,/ Grabesträume schwinden eilig,„,: seit im Grabe Jesus lag. ,: Jahre, Monde, Tage, Stunden,/ Zeit und Raum, wie schnell ver— R und es scheint ein ewger Tag. Mar von Schenkendert, +J817. 52⁴4 65. W. 32 4655 2 J. rren Tri⸗ umph! Es kommt mit 3⁴⁸ ——. Ostern DDRRDRRRRRRSS —— 5W— Pracht/ der Sie⸗ges⸗ fürst heut aus der — —— 1. Schlacht./ Wer sei⸗ nes Rei · ches Un ⸗ter⸗ .....—— E—— tan,/ der schau e sein Tri⸗ umph⸗fest an. 2. J Vor Freuden Tal und Wald erklingt;/ die Erde frische Blumen bringt;/ ihr schoͤner Schmuck zu dieser Frist/ zeugt, daß ihr Schöpfer Sieger ist. 3. II Die Sonne sich aufs schönste schmückt/ und wieder durch das Blaue blickt,/ die vor im schwarzen Trauerkleid/ beschaut den blutgen Todesstreit. 4. Das stille Lamm jetzt nicht mehr schweigt,/ sich mutig als ein Lowe zeigt;/ kein harter Fels ihn hält und zwingt;/ Grab, Siegel, Riegel vor ihm springt. 5. II Zerr Jesu, wahrer Siegesfürst,/ wir glauben, daß du schenken wirst/ den Frieden uns, den du gebracht/ mit aus dem Grab und aus der Schlacht. 6. A Triumph, Triumph! Dich ehren wir/ und wollen durch dich kaͤmpfen hier,/ daß wir als Reichsgenossen dort/ dir folgen durch die Siegespfort. Sanhmin Heitorius. 4 1072. 525.526 Bimmelfahrt Bimmelfahrt 52⁵ Melchior Franck, 1639. C J. Gen Zim⸗-mel auf⸗ge⸗ fah ren — 43393 ist, Hal le lu ja,/ der Eh⸗ ren⸗ e. nñ in Ein enien nn + 5 l kö ⸗nig Je⸗sus Christ./ Hal⸗-le-lu- ja. 2. Er sitzt zu Gottes rechter Sand,/ Haͤlleluja,/ herrscht uber Himmel, Meer und Cand./ Haͤlleluja. 3. Nun ist erfüllt, was g'schrieben ist,/ Salleluja,/ im Psalter von dem Herren Christ./ Balleluja. 4. Drum jauchzen wir mit großem Schall,/ Halleluja,/ dem Herren Christ zum Wohlgefalln:/ Halleluja. 16. Zahrhundert. Mel. Ach Sott und Serr. 526 Leipzig 1625. 327 —— 2 IE — 2 Je⸗su Christ,/ aus die-⸗ser Welt ge gan ⸗gen. 2. Zeuch uns nach dir,/ Berr Christ, ach führ/ uns deine Zimmelsstege;/ wir irren leicht/ und sind verscheucht/ vom rechten Lebenswege. 3. Zeuch uns nach dir,/ so folgen wir/ dir nach in deinen Zimmel,/ daß uns nicht mehr/ allhier beschwer/ das böse Weltgetümmel. 4. Zeuch uns nach dir/ nur fůr und fur/ und gib, daß wir nachfahren/ dir in dein Reich,/ und mach uns gleich/ den auserwählten Scharen. Friedrich Sunke, 4 1699. Pfingsten 92⁴— Röln——— ——2—.—8 O hei ⸗li⸗ erche o hei⸗ —5 Tro⸗ 6 wert in al⸗ler Not,/ du bist ge⸗ D .— 5—.—— 35 O/t———— sandt vom Zim⸗mels⸗thron/ von Gott, dem va⸗ ter — — 3275——— ii ö n und dem Sohn, /o hei⸗-li⸗ger Geist, o hei⸗li⸗ger Gott. 528 Das christliche Leben 2. O heiliger Geist, o heiliger Gott,/ gib uns die Cieb zu deinem Wort;/ zünd an in uns der CLiebe Flamm,/ danach zu lieben allesamt,/ o heiliger Geist, o heiliger Gott! 3. O heiliger Geist, o heiliger Gott,/ mehr' unsern Glauben immerfort;/ an Christum niemand glauben kann,/ es sei denn durch dein' Silf getan, /o heiliger Geist, o heiliger Gott! 4. O heiliger Geist, o heiliger Gott,/ du zeigest uns die Bimmelspfort;/ laß uns hier kampfen ritterlich/ und zu dir dringen seliglich,/ o heiliger Geist, o heiliger Gott! 5. O heiliger Geist, o heiliger Gott,/ verlaß uns nicht in Not und Tod./ Wir sagen dir Lob, Ehr und Dank/ jetzund und unser Ceben lang,/ o heiliger Geist, o heiliger Gott! Altenburg 165J. II. Das christliche Leben (Siehe auch die Lieder Nr. 50JI, 516, 5JI7, 526.) 528 Christian Seinrich Rinck, 41846. x ö —.— ——8— —.—5 1 ie — 2 J. A⸗bend wird es wie⸗der:/ ů · ber Wald und Feld/ —.— säu⸗selt Frie⸗de nie⸗— d es an die Wen⸗ 2. Wur der Bach ergießet/ sich am Felsen dort,/ und er braust und fließet/ immer⸗, immerfort. 3. Und kein Abend bringet/ Frieden ihm und Ruh,/ keine Glocke klinget/ ihm ein Raͤstlied zu. 4. So in deinem Streben/ bist, mein Serz, auch du:/ Gott nur kann dir geben/ wahre Abendruh. Beinrich Soffmann von Fallersleben, 4 1874. Oder ohne d. 529530⁰ 8 Sriedrich Silcher, TJ860. SiEEEFEEESESEI ⸗·-. —.—..——.— 5 5— J. Aus dem Zim⸗mel fer⸗ ne,/ wo die Englein sind,/ —— W...—— EE 2. Hoͤret seine Bitte/ treu bei Tag und Nacht,/ nimmts bei jedem Schritte/ väterlich in acht. 3. Gibt mit Vaterhänden/ ihm sein täglich Brot,/ hilft an allen Enden/ ihm aus Angst und Not. 4. Sagts den Rindern allen,/ daß ein Vater ist,/ dem sie wohlgefallen,/ der sie nie vergißt. wilhelm Sev, 4 1854. 530 Volksweise. — 7 7 neigt/ und die Nacht auf· steigt,/ blei-be bei uns, Herrl 2. Sei uns gnädig, o Serr Jesul/ Ach wie quält die Schuld/ ohne deine Huld,/ sei uns gnädig, Serrl! 3. Trôst im Leid uns, o Herr Jesul/ Weil des Kreuzes Cast/ uns erdrücket fast,/ troͤst im Leid uns, Berr! 55³3 531.532 Das christliche Leben 4. Gib uns Frieden, o Herr Jesul/ Schon so lang, so lang/ maͤcht die Welt uns bang,/ gib uns Frieden, Serrl S. Nimm uns zu dir, o Herr Jesu,/ für dein Abendmahl/ mache voll die Jahl,/ nimm uns zu dir, Herr! 6. So behüt uns, o Herr Jesu,/ guter Birte du,/ schenke selge Ruh,/ o behüt uns, Serrl wilhelm Baur, + 1897. 53 1 Schottische Volksweise. 4 ö FV J. Das Ce⸗ben welkt wie Gras,/ wie — S. I...III.IIII.I.I.‚..—— 37.—— Blu⸗men auf der Flur,/ so⸗bald der Wind da⸗ D D rü⸗ber weht,/ ver⸗ schwin⸗det ih re Spur. 2. Wer gestern frisch und froh,/ heut ruft der Tod ihn ab,/ und was uns lieb und teuer war,/ wir senken es ins Grab. 3. Doch Gottes Gnade bleibt/ dem Frommen ewig stehn./ Wer seinen Bund von Serzen hält,/ wird nimmermehr vergehn. Schottisches Volkslied, V. 2 v. Ludwig Sallwachs, 1 I90z. 332 161s ——— ——— E—..——— 858 6— —— E 8 2L— — 3 — ——— 1 Der be⸗ste Freund ist in dem HBimmel,/ auf denn bei dem fal⸗schen Welt ge ⸗tümmel/ ist Das christliche Leben 333 Ls Er den sind die Freun-⸗-de rarz 47 Redlich⸗-keit oft in Gefabr. Diren hab ichs im · mer — *— +——.—— — so gemeint:/ Mein Je⸗-sus ist der be⸗ste Freund. 2. Die Welt ist gleich dem Rohr im Winde;/ mein Jesus stehet felsenfest./ Wenn ich mich ganz verlassen finde,/ mich seine Freundschaft doch nicht läßt./ In Freud und Schmerz ers redlich meint:/ Mein Jesus ist der beste Freund. 3. Er läßt sich selber für mich töten,/ vergießt für mich sein eigen Blut;/ er steht mir bei in allen Nöten/ und sagt fuͤr meine Schulden gut; er hat mir niemals was ver⸗ neint: /Mein Jesus ist der beste Freund. 4. Behalte, Welt, dir deine Freunde,/ sie sind doch gar zu wandelbar./ Und hätt ich hunderttausend Feinde,/ so krümmen sie mir nicht ein Haar./ Hier immer Freund und nimmer Feind:/ Mein Jesus ist der beste Freund. Benjamin Schmolck, 1 1737. 533 Arnold Mendels sohn, Darmstadt 190⁰6. J. Der Herr bricht ein um Mit⸗ter⸗nacht;/ jetzt ist noch al ⸗les still. Wohl dem, der nun sich 55⁵ 334 Das christliche Leben fer tig macht/ und ihm be⸗ geg ⸗ nen will! 2. Er hat es uns zuvor gesaͤgt/ und einen Tag gestellt;/ er kommt, wenn niemand nach ihm fraͤgt,/ noch es fuͤr möglich hält. 3. I Wie liegt die Welt so blind und tot!/ Sie schläft in Sicherheit/ und meint, des großen Tages Not/ sei noch so fern und weit. 4. I wer waͤltet als ein frommer Rnecht/ im Hause so getreu,/ daß, wenn der Serr kommt, er gerecht/ und nicht zu straͤfen sei? 5. I Sind eure Campen rein und voll?/ Brennt euer Glaubenslicht,/ wenn nun der Aufbruch werden soll,/ daß uns kein Gl gebricht! 6. A Sei immer wach, mein Herz und Sinn,/ und schlummre ja nicht mehr!/ Blick täglich auf sein Rommen hin,/ als ob es heute waͤr. 7. Der Tag des Urteils nahet sich,/ der Berr kommt zum Gericht;/ du, meine Seele, schicke dich,/ steh und verzaͤge nicht! 8. I Dein Teil und Heil ist schön und groß,/ auf, auf, du haͤst es Macht;/ ergreif im Glaͤuben jenes Cos,/ das Gott dir zugedacht. 9. A Oübergroße Seligkeit/ nach abgelegter Cast,/ wo⸗ bei dich, Seele, nicht gereut,/ daß du gestritten hast! I0. Der Serr bricht ein um Mitternaͤcht;/ jetzt ist noch alles still./ Wohl dem, der nun sich fertig macht/ und ihm begegnen will! Zohann Christoph Rube. 1740. 534 Sriedrich Mergner. f189l. 4 ˖E —— P5--—. — ̃— I.—.— 0 rrn + 2— 2 E I. Der Mai⸗e, der Maize/ bringt uns der Blümlein 55⁵⁶ Das christliche Leben viel;/ ich trag 10 5 mü⸗ te,/ 440 weiß wohl, 3— I 2 I— P...... n———.....22.——.— ́ wem ichs will,/ Gott weiß wohl, wem ichs will: 0 2. Ich wills Christo, dem Serren,/ der unser Heiland ist,/ er trägt das Kreuz für unsre Sünd, ,: ja wie man von ihm liest., ö 3. Den Tod hat er bezwungen,/ die Höll gerissen ein,/ die Sünd hat er verschlungen, ,„: geholfen aus der Pein.:,: ; 4. Er will die nicht verlassen,/ die an ihn glauben fein;/ das hat er uns versprochen, ,5: denn wir sein Rinder ein., ö x 5. Drum, wer ihm traut zu Ehren,/ den läßt er nimmer⸗— ö mehr;/ demselben unserm Herren, ,: dem sei Cob, Preis und Ehr., Zakob Rlieber, um 1530, nach einem Mailied. 5 3 5 B. Friedrich Reichardt, 1814. . 6528 E ö J. e dan ei: steht 5 ihm nichts an,/ 0 daß er Treu er-⸗ 4 gen/ und ———— Freundschaft hal⸗ ten kann,/ wenn er mit sei⸗ nesglei⸗ errd Had A EEE 5 x 3 n, d,. 2.—.— E rR wei. chen/ mit Her⸗ zen, Mund und Sand. 2. Die Red ist uns gegeben,/ damit wir nicht allein/ fur uns nur sollen leben/ und fern von Menschen sein;/ wir sollen uns befraͤgen/ und sehn auf guten Rat,/ das Leid einander klaͤgen,/ das uns betreten hat. 3. Was kann die Freude machen,/ die Einsamkeit ver— hehlt?/ Das gibt ein doppelt Cachen,/ was Freunden wird erzählt;/ der kann des Leids sich wehren,/ der es von Herzen sagt;/ der muß sich selbst verzehren,/ der insgeheim sich nagt. J. Gott stehet mir vor allen,/ die meine Seele liebt;/ dann soll mir auch gefallen,/ der mir sich herzlich gibt./ Mit diesen Bundsgesellen/ verlach ich Pein und Not,/ geh auf den Grund der Höllen/ und breche durch den Tod. S. Ich hab, ich habe Herzen,/ so treu, wie sich's ge⸗ bührt,/ die Heuchelei und Scherzen/ nie wissentlich be— rührt!/ Ich bin auch ihnen wieder/ von Grund der Seelen hold;/ ich lieb euch mehr, ihr Bruͤder,/ als alles Erdengold. Simon Dach, 1659 55⁸ Das christliche Leben 536 Lob der Musika Arnold Mendelssohn, Darmstadt 1905. ie be⸗ste Zeit im —— + — 4* 4. ˙EZayr ist mein,/ da sin⸗gen — E—*—— ——— 25 7—.** al ⸗le Vö⸗ge⸗lein,/ Him-mel und Er⸗den wohl,/ viel gut Ge-⸗-sang da lau⸗tet wohl. 2. Voran die liebe Machtigall/ macht alles froͤhlich uber⸗ all/ mit ihrem lieblichen Gesang,, des muß sie haben immer Dank; 3. Viel mehr der liebe Herre Gott,/ der sie also geschaffen hat,/ zu sein die rechte Sängerin, ,: der Musika ein Meisterin; 2,: 337.538 Das christliche Leben 4. Dem singt und springt sie Tag und Nacht,/ seins Cobes sie nichts muͤde macht;/ den ehrt und lobt auch mein Gesang ,: und sagt ihm einen ewgen Dank. ,: Martin Luther, 1 1546. 537 Christian Gregor, 1763. EH WDRRESDDIESESESEEEAE E + Die Gna⸗de un-sers Zerrn Je⸗ su ————— 2 +.+2—.— +.— ——— —.— 8 2 7 4*— Chri ⸗ sti und die Lie⸗be Got tes e e 28 05 E—— T 2 2.. 25.. 2 V 1 und die Ge⸗mein-schaͤft des heilgen Gei„stes sei E mit uns al⸗len, mit uns al ⸗len! Amen. 2. Rorinther I3, I3. 5 3 8 Bei Nigidius, 1550. —— 23 388 —. ö ö—— .—..—.— + 21.——— FPen b 5 J. Die Nacht ist kom-men,/ drin wir ru⸗- hen * 22.—— ——3 2 560 Gle 1 50. ö ö ö Das christliche Leben E —* + 1— — 1 1* 4 wohl⸗ge⸗fal ⸗len,/ daß wir uns le⸗ gen/ in sei'm E— D — — Gleit und Se⸗gen,/ der Ruh zu pfle ⸗ gen. 2. Fern von uns treibe,/ Herr, unreine Geister;/ halt die Nachtwache,/ unser Schutz und Meister;/ schirm Ceib und Seele/ unter deinen Fluͤgeln,/ send uns dein Engel. 3. Caß uns einschlafen/ mit guten Gedanken,/ fröhlich aufwachen/ und von dir nicht wanken./ Laß uns mit zuͤchten/ unser Tun und Dichten/ zu dei'm Preis richten. 4. Pfleg auch der Kranken/ durch deinen Geliebten,/ hilf den Gefangnen,/ troͤste die Betruͤbten./ Pfleg auch der Rinder,/ sei selbst ihr Vormünder,/ Feindes Meid hinder'! 5. Vater, dein Name/ werd von uns gepreiset,/ dein Reich zukomme,/ dein Will werd beweiset;/ frist unser Ceben,/ wollst die Schuld vergeben,/ erlös uns! Amen. (Vöhmische Brüder.) Peter Serbert, +I57JI. 539 Mel. Wie lieblich sind die Wohnung dein. Joh. Sermann Schein, I630. A. Gei dieser Melodie fallen die eingeklammerten Sätze im Liede weg.) 2——..— E. I. Die Sach ist dein, derr Je⸗su Christ,/ die ——. S—3 f— f Sach, an der wir stehn,/ und weil es dei ⸗ ne 339 Das christliche Leben Sa⸗ che ist,/ kann —8— sie nicht — 5 un⸗ter⸗gehn!/ Al⸗ lein das Wei⸗ zen⸗korn, be⸗ vor/ es fruchtbar sproßt zum E——. H— E. 95———— F +* Licht em ⸗por,/ muß ster ben in der 8— Er⸗de Schoß/ zu⸗vor vom eig⸗ nen 2r,. We· sen los. Rarlsruhe 1822. ER 2 Vund weil Die Sach ist dein, Serr Je⸗ es dei⸗ — ö 23— su Christ,/ die ne Sa ⸗ che ist,/ kann UI Sach, an der wir stehn, sie nicht un⸗ter⸗gehn! 52 2 Al ⸗lein das Wei⸗ zen⸗ Ues fruchtbar sproßt zum Das ben Das christliche Leben 540 2 l korn, be⸗vor smuß ster⸗ben in der Er de Schoß“ Licht em· por, V zu⸗vor vom eig ⸗nen we⸗sen los, — I I ö im Ster⸗ben los,/ vom eig⸗nen We⸗ sen los. 2. Du gingst, o Jesu, unser Haupt,/ durch Leiden himmelan/ und fuͤhrest jeden, der da glaubt,/ mit dir die gleiche Bahn./ Wohlan, so nimm uns allzugleich/ zum Teil am Ceiden und am Reich./ Führ uns durch deines Codes Tor/ samt deiner Sach zum Licht empor!(Sum Licht empor,/ durch Macht zum Licht emporl) 3. Du starbest selbst als Weizenkorn/ und sankest in das Grab./ Belebe denn, o Lebensborn,/ die Welt, die Gott dir gab;/ send Boten aus in jedes Cand,/ daß bald dein Name werd bekannt,/ dein Name voller Seligkeit;/ auch wir stehn dir zum Dienst bereit.(In Raͤmpf und Streit,/ zum Dienst in Rampf und Streit.) Samuel Preiswerk, 187I, V. 3 von Selicien Zaremba, 1874. 0 540 Geistliche Li —.— ö ie 665K..—. 2 2— + nun ö I. Es ist ein Schnitter, der heißt Tod,/ hat Gwa t vom — FFFFF— ö—3—8 E DEE 2 R um gro⸗ßen Gott./ Heut wetzt er das Mes⸗ser,/ es schneidt 56³3 — schon viel bes⸗ser,/ bald wird er dreinschnei⸗den,/ wir 2(V. 67 +* en SEE 1—— P müs⸗sens nur lei⸗den./ Hüt dich, schöns Blü⸗me⸗lein! 2. Was heut noch grün und frisch dasteht,/ wird mor⸗ gen weggemäht:/ die edlen Naͤrzissen,/ die him mlischen Schlüssel,/ die schön Hyazinthen,/ die türkischen Windenꝛ /⸗ Hüt dich, schöns Blümelein! 3. Viel hunderttausend ungezählt/ da unter die Sichel fällt:/ rot Rosen, weiß Lilien,/ euch wird er austilgen;/ und ihr Kaiserkronen,/ er wird euch nicht schonen:/ Hüt dich, schöns Blümelein! 7. So viel Maßlieb und Rosmarin/ schwellt unter der Sichel hin;/ Vergißmeinnit,/ du mußt auch mit,/ und du Tausendschön,/ man läßt dich nit stehn:/ Hüt dich, schoͤns Blümelein! S. Er macht so gar kein Unterschied, geht alles in einem Schritt;/ der stolz Rittersporn/ und Blumen im Rorn,/ sie liegen beisammen,/ man weiß kaum den Namen: Huüt dich, schöns Blümelein! 6. Trutz, Todl komm her, ich fuͤrcht dich nit,/ trutz, komm und tu ein? Schnitt!/ Wenn er mich verletzet,/ so werd ich versetzet/ in himmlischen Garten,/ darauf will ich warten:/ Freu dich/ schöns Blümelein! Regensburg 1637. Mel. Ich bete an die Macht der Liebe. D. Bortniansky, 1822. — ö— Wut rr If J. Für dich sei ganz mein Zerz und LCe⸗ben,/ 364 im he 5. zeiget nun Sůn ben Das christliche Leben 541 2 E2 n eninnr,a..n,, m. ..——— EEEER ir mein sü⸗ßer Gott, und all mein Gut;/ für dich hast I. x — 22——— r r. MEE üe Hüii du mirs nur ge⸗ ge⸗ben,/ in dir es nur und se⸗lig or⸗ 47 D. ö x—— hen— ——— n:/ ö*— 1——— Züͤt—— WN E= „ du— ö ö us für dich sei e⸗ wig Herz und al les. 2. Ich liebt und lebte recht im Iwange,/ wie ich mir lebte em ohne dich./ Ich wollte dich nicht, ach so lange;/ doch liebtest sie du und suchtest mich,/ mich böses Rind aus bösem Samen,/* ich im hohen, holden Jesusnamen. 3. Deins Vaterherzens tiefste Triebe/ in diesem Namen ind zeigen sich;/ ein Brunn der Freude, Fried und CLiebe/ quillt et/ nun so nah, so mildiglich./ Mein Gott, wenns doch der ch, Suͤnder wuͤßtel/ Sein Serz alsbald dich lieben müßte. 37. 4. Ich bete an die Macht der Ciebe,/ die sich in Jesu offenbart;/ ich geb mich hin dem freien Triebe,/ wodurch ich Wurm geliebet ward;/ ich will, anstatt an mich zu denken,/ ins Meer der Ciebe mich versenken. .— 5. Wie bist du mir so zart gewogen,/ und wie verlangt dein Serz nach mirl/ Durch Ciebe sanft und tief gezogen,/ neigt sich mein Alles auch zu dir./ Du Vtraute Liebe, gutes wesen,/ du hast mich und ich dich erlesen. 365 342 Das christliche Leben 6. Ich fühls, du bists, dich muß ich haben,/ ich fühls, ich muß für dich nur sein;/ nicht im Geschöpf, nicht in den Gaben,/ mein Platz, der ist in dir allein./ Sier ist die Ruh, hier ist Vergnügen,/ drum folg ich deinen selgen Zügen. 7. Ehr sei dem hohen Jesusnamen,/ in dem der Liebe Quell entspringt,/ von dem hier alle Bächlein kamen,/ aus dem der Selgen Schar dort trinkt!/ Wie beugen sie sich ohne Ende,/ wie faͤlten sie die frohen Zände! 0 8. O Jesu, daß dein Name bliebe/ im Grunde tief ge— drücket ein;/ möcht deine süße Jesusliebe/ in Serz und Sinn gepraͤget sein!/ Im Wort, im Werk und allem Wesen/ sei Jesus und sonst nichts zu lesen! Gerhard Lersteegen, TI69. 542 Wien 1779. 94 3. =* Gro-ßer Gott, wir lo ben dich;/ Serr, wir Uvor dir neigt die Er„de sich/ und be— — Lrien.——— Lünuir B . 2— 2 — 16 17⁷⁷1. prei-sen dei„ne Stär⸗ke; wun ⸗dert dei„ne wer⸗kez;, Wie dut werest vo: al⸗ler Zeit,/ so bleibst du in E⸗wig⸗keit. 2. Alles, was dich preisen kann,/ Cherubim und Sera⸗— phinen,/ stimmen dir ein Coblied an;/ alle Engel, die dir dienen,/ rufen dir in selger Ruh:/ Seilig, heilig, heiligl zu. 366 Das christliche Leben 343 3. IHeilig, Serr Gott Zebaoth,/ heilig, Serr der Krieges⸗ heere;/ starker Helfer in der Not,/ Himmel, Erde, Cuft und Reere/ sind erfüllt von deinem Ruhmz/ alles ist dein Eigentum. 4. II Der Apostel heilger Chor,/ der Propheten große menge/ schickt zu deinem Thron empor/ neue CLob⸗ und Dankgesänge,/ der Blutzeugen große Schar/ lobt und preist dich immerdar. 5. AAuf dem ganzen Erdenkreis/ loben Große und auch Xleine/ dich, Gott Vater; dir zum Preis/ singt die heilige Gemeine;/ sie verehrt auf deinem Thron/ deinen ein— gebornen Sohn. 6. Sie verehrt den heilgen Geist,/ welcher uns mit seinen Cehren/ und mit Troste kräftig speist,/ der, o Rönig aller Ehren,/ der mit dir, derr Jesu Christ,/ und dem Vater ewig ist. 7. J Steh, Serr, deinen Dienern bei,/ welche dich mit Demut bitten,/ die dein Blut dort machte frei,/ als du für uns hast gelitten. Nimm uns nach vollbrachtem CLauf/ zu dir in den Zimmel auf. 8. II Sieh dein Volk in Gnaden an;/ hilf uns, segne, Zerr, dein Erbe;/ leit es auf der rechten Bahn,/ daß der Feind es nicht verderbe;/ wart und pfleg es in der Zeit,/ heb es hoch in Ewigkeit. 9. Alle Tage wollen wir/ dich und deinen Namen preisen/ und zu allen Zeiten dir/ Ehre, Lob und Dank er⸗ weisen./ Gib, daß wir von Sünden heut/ und von Unfall sei'n befreit. 10. Zerr, erbarm, erbarme dich! y/ Über uns, Herr, sei dein Segen!/ Deine Güte zeige sich,/ derr, auf allen unsern wegen. Auf dich hoffen wir allein,/ laß uns nicht ver⸗ loren sein! Nach dem Te deum laudamus(Alte Rirche), Wien 1779. 543 Cê sar Malan, 1827. 4 5 2 +—— 1 5 d, d, d, vnn vi r. 5—.— dnn E 0—— I 2 J. Bar⸗-re, mei⸗ne See⸗le,/ har⸗ re des Herrn!/ 567 344 Das christliche Leben (, dann A) Al⸗les ihm be⸗feh⸗le,/ hilft er doch so gern./ Sei un⸗x ver⸗ — —..——— 4—— EEEE IRRRERNRN zagt,/ bald der Norgen tagt,/ und ein neu⸗er Früh · ling/ F folgt dem Winter nach./ In al⸗len Stürmen,/ in al⸗ler —.——3 5 EE 3—— +——— —S0ꝓ ł Not/ wird er dich be⸗schir⸗ men,/ der treu ze Gott. 2. Harre, meine Seele,/ harre des Herrn!/ Alles ihm befehle,/ hilft er doch so gern.(I, dann A) ꝛ,: Wenn alles bricht:/ Gott verläßt uns nicht;/ größer als der Helfer/ ist die Wot jaͤ nicht.:,: Ewige Treue,/ Retter in Not,/ rett auch unsre Seele,/ du treuer Gott. Friedrich Räder, 1872. 644 Zürich 1525 . 4.— ...——— ·—— — T.—— —.. J. Herr, nun selbst den Wa⸗gen halt,/ bald ab⸗ ö n. de ERE—*2 V — seit geht sonst die Fahrt,/ das brächt Freud dem 368 Das christliche Leben t wi ⸗„der⸗part,/ der dich/ ver acht't so ——.—— ...... . —— E— fre vent lich. fre. vent lich! 2. Gott, erhoͤh deins Namens Ehr;/ wehr und straf der Boͤsen Grimm,/ weck die Schaf mit deiner Stimm,/ die dich/ lieb haben inniglich! 3. Hilf, daß alle Bitterkeit/ scheid, o verr, und alte Treu/ wiederkehr und werde neu,/ daß wir/ ewig lobsingen dir! Zuldreich Zwingli, 4 153J. 94⁵ Oberhessische Volksweise, 19. ahrhundert. d, e. 33 R 2 J. Herz, laß dein Sor ⸗gen sein,/ 123.*— — . RR Sor⸗gen schafft Angst und Pein/ und frommt doch nicht./ — R .** Ver⸗ trau auf Gott, den Serrn,/ sein Hilf ist dir nicht fern,/ 569 Gott schlum-mert liunie schlum⸗ mert Hia. 2. Sieh doch die Cilien an,/ wer hat sie angetan/ mit solcher Zier?/ Gott webt zu aͤller Zeit/ ihnen das Feier⸗ kleid, ,„: webt es auch dir. ,: 3. Nimm doch der Vöglein wahr,/ die aller Sorgen bar,/ so froͤhlich sind./ Gott nährt sie spät und früh,/ bist du nicht mehr, denn sie? 5 nicht Gottes Rind? 2,: 4. Gottes Rind, hörst du nicht,/ wie so vernehmlich spricht/ dein Jesus Christ:/ Herz, laß dein Sorgen sein,/ trachte nach dem allein,„: was droben ist. 2,: Julius Sturm, 4 1896 54 Weise eines deut schen 1545. ——.— IV— EEEE + ch —— mer⸗zeit,/ wenn 2— wird schön ver⸗neu⸗ E en/ al⸗les zur 2 wig⸗keit./ Den Himmel und die 110— 2. E — Er ⸗de/ Wes Gott neu schaf⸗fen I Rre a⸗ 57⁰ tur soll wer⸗ den/ ganz herr⸗lich, schön und klar. 2. Reine Zunge kann erreichen/ die ewge Schönheit groß;/ man kanns mit nichts vergleichen,/ die Wort sind viel zu bloß;/ drum müssen wir das sparen/ bis an den jungsten Tag;/ dann wollen wir erfahren,/ was Gott ist und vermag. 3. Da werden wir mit Freuden/ den Heiland schauen an,/ der durch sein Blut und Ceiden/ den dimmel aufgetan,/ die lieben Patriarchen,/ Propheten allzumal,/ die Märtrer und Apostel/ bei ihm in großer Zahl. 4. Er wird uns fröhlich leiten/ ins ewge Paradeis,/ die Hochzeit zu bereiten/ zu seinem Lob und Preis:/ da wird sein Freud und Wonne,/ in rechter LCieb und Treu,/ aus Gottes Schatz und Bronne/ und täglich werden neu. 5. Herr Gott, durch deine Güte/ fuhr mich auf rechter Bahnl/ Herr Christ, mich wohl behüͤte,/ sonst moͤcht ich irre gahn:/ halt mich im Glauben feste/ in dieser bösen Zeit,/ hilf, daß ich mich stets rüͤste/ zur ewgen Hochzeitsfreud. Johann Walter, 4 I57o, nach einem Sommerlied. 547 mel. wie schön leuchtet der Morgenstern(Nr. 269). J. Sier stehen wir von nah und fern/ in einem Geist vor einem Serrn/ vereint zu Dank und Bitte:/ O Jesu, selge Majestäͤt,/ gekreuzigt einst und nun erhöht,/ tritt ein in unsre Mittel/ Stimm an,/ nimm an/ unsre CLieder,/ die wir wieder/ vor dich bringen,/ deiner Liebe Tun zu singen. 2. Was ein verborgnes Senfkorn war,/ das breitest du von Jahr zu Jahr/ nun aus mit mächtgen Iweigen./ Zu Tausenden erwaͤchst dein Bund/ und offnet Herz und Hand und Mund,/ fuͤr Gottes Heil zu zeugen;/ deinen/ reinen/ Cebenssamen,/ deinen Namen/ durch die Weiten/ aller Cänder auszubreiten. 57¹ 548 Das christliche Leben 3. Dein ist die Welt, dein sind auch wir,/ und alle Voͤlker werden dir/ einst noch zu Füßen faͤllen;/ du weckst sie aus der Todesruh/ und führst schon Erstlinge herzu/ zu Salems heilgen Haͤllen;/ spendest,/ sendest/ Licht und Segen/ allerwegen/ deinen Freunden,/ herrschest unter deinen Feinden. J. Dein sind wir, dein in Ewigkeit;/ drum wollen wir, du Beld im Streit,/ an deinem Auge hängen./ Wohlaͤuf, mit Macht umgürte dich,/ du Arm des Serrn, so werden sich/ die Völker um dich drängen!/ Alsdann/ wird man/ fröhlich singen,/ Palmen schwingen, wenn man schaͤuet,/ wie Jehova Zion bauet. Albert Rnapp, 4 1864. D 2 i,— +— ä. Ich trau auf Gott!/ In al⸗ler Ich lie be Gott!/ Bis in den ö— 6 — EN Not/ aͤuf Gott mein Hoff nung bau ⸗e. Tod/ auf die se Lieb ver ⸗ trau + E IA Je su, dir leb ich;/ Je⸗su, dir sterb ich./ e Dein bin ich tot und le⸗ ben· d v, dig. 57² 94e I724. Das christliche Leben 549 2. Das Seil allein/ kann sicher sein/ in meines Jesu Wunden;/ in deinem Tod,/ o liebster Gott,/ das Leben wird gefunden. /Jesu, dir leb ich;/ Jesu, dir sterb ich./ Dein bin ich tot und lebendig. 3. Ein sehnend Serz/ in Reu und Schmerz/ soll nimmer⸗ mehr verzagen!/ Mit rechter Reu,/ von Sünden frei,/ darf ich zu Jesu sagen:/ Jesu, dir leb ich;/ Jesu, dir sterb ich./ Dein bin ich tot und lebendig. 4. Fort, fort, o Welt;/ was dir gefällt,/ das macht mich jetzt verdrossen;/ in Gott allein/ mein Ruh soll sein,/ ich hab es fest beschlossen:/ Jesu, dir leb ich;/ Jesu, dir sterb ich./ Dein bin ich tot und lebendig. 5. Am letzten End/ in deine Händ/ will ich mein Seel aufgeben!/ O Jesu mein,/ ganz bin ich dein,/ schenk mir das ewge LCeben!/ Jesu, dir leb ich;/ Jesu, dir sterb ich./ Dein bin ich tot und lebendig. Duderstädter Gesangbuch, I724. 549 Bei J. Georg Sille, 1739. 2 ů—— SS.—— 1 x Ich will stre⸗ ben/ nach dem Le⸗ben,/ Ich will rin⸗gen/ ein ⸗ zu⸗drin⸗gen,/ E.—.——. DI». wo ich se⸗ lig bin; bis daß ichs ge⸗ winn. Bält man mich, so lauf ich fort;/ bin ich matt, so ruft das Wort:/ Fort · ge 10 57³ ———————————————————— Das christliche Leben d.—— 15.6 Lean i. EHE run⸗gen,/ durch⸗ge⸗drun⸗gen/ bis zum Rlein⸗ od hin! 2. Als berufen/ zu den Stufen/ vor des Cammes Thron/ will ich eilen,/ das Verweilen /bringt oft bösen Cohn./ Wer auch läuft und läuft zu schlecht,/ der versäumt sein KRronenrecht./ Was dahinten,/ das maͤg schwinden;/ ich will nichts davon. 3. Jesu, richte/ mein Gesichte/ nur auf jenes Ziel;/ lenk die Schritte,/ staͤrk die Tritte,/ wenn ich Schwachheit fůͤhl./ Lockt die Welt, so sprich mir zu,/ schmäht sie mich, so troͤste du;/ deine Gnade/ führ gerade/ mich aus ihrem Spiel. 4. Du mußt ziehen;/ mein Bemuͤhen/ ist zu mangelhaft./ Wo ihrs fehle,/ fuͤhlt die Seele;/ aber du hast Kraft,/ weil dein Wort ein Ceben bringt,/ und dein Geist das Berz durchdringt./ Dort wirds tönen/ bei dem Krönen:/ Gott ist's, der es schafft. Philipp Sriedrich Siller, T 1769 Dort oben, dort oben.) 5 50 Volksweise. —+ LULE 1 —3——**—. IJ. Im Sim-mel, im Sim ⸗mel/ ist Eng ⸗ lein/ und ha ⸗ ben ihr Spiel. nuDas christliche Leben 55¹ 2. Sie singen, sie springen/ und loben ihrn Gott, ,: der HZimmel und Erde/ erschaffen hat. ,: — 8 Dort oben, dort oben/ vor der himmlischen Tür, da steht ein arm Seele/ und weinet so sehr. ,: 114„Arm Seele, arm Seele,/ was stehest 2 hier? ö: Wenn ich dich anschaue,/ so weinest du mir.“ ,:— 5. Wie sollt ich nicht weinen,/ du guͤtiger Gott: ,: Ich n hab übertreten/ die zehen Gebotl“ 2,: ö 9 6.„Hast du übertreten/ die zehen Gebot: ,: fall nieder auf die Rnie/ und bete zu Gottl ,:— 2 7. Bet immer, bet immer/ und allzeit mit Fleiß, ,: so* wird dir Gott schenken/ die himmlische Freud.“ 2,: 1 E 8. Die himmlische Freud ist/ ein wunderschöne Stadt, 2 da Friede und Freude/ kein Ende mehr hat. Volkslied. V V. E ö 5(Oder wie Nr. 349. 9 5 5 1 Joh. Friedrich Reichardt, 1790. tt—.— 2— 1 ö—.—j— 8 I * 5 3 5 e.: Im- 12 muß ich wie⸗der le⸗ sen/ in dem al⸗ten, heil⸗ gen Buch,/ wie er ist so e ꝰ u en e, sanft ge⸗ we⸗ sen,/ oh⸗ne List und oh⸗=ne Trug. ö 2. wie er hieß die Kindlein kommen,/ wie er hold sie an⸗ geblickt/ und sie in den Arm genommen/ und sie an das Herz gedrückt; 3. Wie er Silfe und Erbarmen/ allen Kranken gern erwies/ und die Bloͤden und die Armen/ seine lieben Brüder hieß; 1 575 352 Das christliche Leben 4. Wie er keinem Sünder wehrte,/ der bekümmert zu ihm kam,/ wie er freundlich ihn bekehrte,/ ihm den Tod vom Berzen nahm. 5. Hat die Berde sanft geleitet,/ die sein Vater ihm ver⸗ liehn,/ hat die Arme ausgebreitet,/ alle an sein Serz zu ziehn. 6. Immer muß ich wieder lesen,/ und ich lese mich nicht satt,/ wie er ist so treu gewesen,/ wie er uns geliebet hat. Luise Sensel, 1876. 5—. G. Gastoldi, I59J. I. x In dir ist Freu⸗de/ in 0 1 de,// o du durch dich wir ha⸗ ben/ himmli⸗ 66——— ben,/ der du — E 2 rr 111 sü ⸗ßer Je ⸗su 10 Bil⸗fest von Schanden,/ wah ⸗ rer Bei⸗land bist. Zu dei⸗- ner Gü⸗ te/ — 1..———— E ö ret⸗ test von Ban den;/ wer dir ver⸗trau⸗et,/ hat wohl ge⸗ steht un⸗ser Gmü⸗ te,/ an dir wir kle⸗ben/ im Tod und E + 4.— E——— bau ⸗et,/ wird e⸗ wig blei⸗ ben,/ Hal⸗le⸗lu⸗ 3— CLe⸗ben;/ nichts kann uns schei den./ Hal⸗le⸗lu⸗ ja. 2. Wenn wir dich haben,/ kann uns nicht schaͤden/ Teufel, Sünde, Welt und Tod;/ du hasts in Händen,/ kannst alles wenden,/ wie nur heißen mag die Not./ 576 Das christliche Leben 553 Drum wir dich ehren,/ dein Lob vermehren/ mit hellem Schalle,/ freuen uns alle/ zu dieser Stunde,/ Halleluja./ Wir jubilieren/ und triumphieren,/ lieben und loben/ dein Macht dort oben/ mit derz und Munde,/ Haͤlleluja. ö Johann Lindemann, nach 1634. 0 5—H— ,.————— 2 J. Laßt mich gehn, laßt mich gehn,/ daß ich Je-sum EI U——— 5 8 U EE ii mö⸗ge sehn!/ Mei⸗ne Seel ist voll Ver⸗langen,/ ihn auf + S...... * 2.— 25— 7 5 6 e⸗ wig zu um⸗fan⸗gen/ und vor sei⸗nem Thron zu stehn. 2. Süßes Licht, süßes Licht,/ Sonne, die durch Wolken bricht!/ O wann werd ich dahin kommen,/ daß ich dort mit allen Frommen/ schau dein holdes Angesicht! 3. Ach wie schön, ach wie schön/ ist der Engel LCob— getön!/ Hätt ich Flügel, hätt ich Flugel,/ flög ich uͤber Tal und Hügel/ heute noch nach ZJions Höhn. 4. Wie wirds sein, wie wirds sein,/ wenn ich zieh in Salem ein,/ in die Stadt der goldnen Gassen!/ Herr, mein Gott, ich kanns nicht fassen,/ was das wird für Wonne sein! 5. Paradies, Paradies,/ wie ist deine Frucht so süßl/ Unter deinen Lebensbäumen/ wirds uns sein, als ob wir träumen./ Bring uns, Herr, ins Paradies! ö Gustav Knak, 1878. 37⁷7 35⁴ Das christliche Leben 35⁴4 Mel. Entlaubt ist uns der Walde. Volksweise, I5. Jahrhundert. 4—— i r s—.— 3 3* 11 Lob Gott ge⸗ trost mit Sin⸗gen,/ froh⸗lock, du Dir soll es nicht miß ⸗lin⸗gen,/ Gott hilft dir — ů———.— ..T aan Schaͤr! S e Wi⸗ der⸗waär⸗tig 110 8 sollst du in ver⸗za⸗gen,/ dir aus al⸗-lem CLeid. — 6 Ob du gleich hier mußt tra⸗ 1 5 denn er hilft dir aus al lem Leid. 2. A Rann und mag auch verlassen/ ein Mutter je ihr Kind/ und also gar verstoßen,/ daß es kein Gnad mehr findt?/ Und ob sichs möcht begeben,/ daß sie so gar ab⸗ fiel:/ Gott schwört bei seinem Ceben,/ daß er dich nicht verlaͤssen will. 3. II Darum laß dich nicht schrecken, /o du christgläubge Schar. Gott wird dir Silf erwecken/ und selbst dein nehmen wahr. /Hat er dich doch gezeichnet,/ gegraben in sein Zänd./ Dein Naͤm stets vor ihm leuchtet,/ daß er dir seine Silfe send. 57³ Wiiia-s Das christliche Leben 355 4. A Es tut ihn nicht gereuen,/ was er vorlängst ge⸗ deut't,/ sein Kirche zu erneuen/ in dieser gfaͤhrlich Zeit./ Er wird herzlich anschauen/ dein Jammer und Elend,/ dich herrlich auferbauen/ durch sein rein Wort und Sakrament. S. Gott solln wir billig loben,/ der sich aus großer Gnad/ durch seine milden Gaben/ uns kundgegeben hat./ Er wird uns auch erhalten/ in CLieb und Einigkeit/ und unser freundlich walten/ hie und auch dort in Ewigkeit. (Böhmische Brüder) Johann Zorn, 1 I547. A 55⁵ Englische Weise von J. B. Dykes(Sorbury). J. VNäher, mein Gott, zu dir,/ nä⸗ her zu dirl/ N— DREEEEE +Tr WE Druůckt mich auch Rummer hier,/ dro⸗het man mir,/ soll doch trotz Rreuz und Pein/ dies mei⸗ ne Co⸗sung sein:/ —.— 34.— 7 Na⸗her, mein Gott, zu dir,/ nä ⸗ her zu dir! 37⁰ 355 Das christliche Leben B oder Englische Weise. 9 4 1—.———— —.—.—.——5—0—. NVa her, mein Gott, zu dir,/ nä⸗her zu Drückt mich auch RKum⸗ mer hier,/ dro het man EEE dir! mir, soll doch trotz Rreuz und Pein/ dies mei⸗ne 2. Bricht mir wie Jakob dort/ Nacht auch herein;/ find ich zum Ruheort/ nur einen Stein;/ ist auch im Traume hier/ mein Sehnen für und fuͤr:/ Näher, mein Gott, zu dir,/ näher zu dir!l 3. Geht auch die schmale Bahn/ aufwärts gar steil,/ fuͤhrt sie doch himmelan/ zu meinem Seil. /Engel, so licht und schoͤn,/ winken aus selgen Zöhn./ Näher, mein Gott, zu dir,/ näher zu dir! 4. Ist dann die Nacht vorbei,/ leuchtet die Sonn,/ weih ich mich dir aufs neu/ vor deinem Thron, baue mein Bethel dir/ und jauchz mit Freuden hier:/ Näher, mein Gott, zu dir,/ näher zu dirl 5. Ist mir auch ganz verhüllt/ dein Weg allhier,/ wird nur mein Wunsch erfüllt:/ Näher zu dir!/ Schließt dann mein Pilgerlauf,/ schwing ich mich freudig auf/ näher, mein Gott, zu dir,/ näher zu dir! (Nach dem Englischen) Sara§. Adams. 380 Das christliche Leben 356 556 Mel. nach: Wenn wir in hochsten Nöten sein.) 5ranzo sischer Psalter, 1547. 4—— E J. O daß doch baͤld dein Feu⸗er brenn⸗te,/ du L,. S e un⸗ aus· sprech⸗lich Cie⸗ben⸗der,/ und bald die gan⸗ze d e Fa E E + unR 7 Ft welt er⸗kenn⸗te,/ daß du bist Kö⸗nig, Gott und Serrl 2. Zwar brennt es schon in heller Flamme/ jetzt hier, jetzt dort, in Ost und West,/ dir, dem für uns erwuͤrgten CLamme/ ein herrlich Pfingst⸗ und Freudenfest. 3. Und noch entzünden Himmelsfunken/ so manches kalte, tote Serz/ und machen Durstge freudetrunken/ und heilen Sünd⸗ und Söllenschmerz. 4. Erwecke, läutre und vereine/ des ganzen Christen⸗ volkes Schar/ und mach in deinem Gnadenscheine/ dein Heil noch jedem offenbar. 5. Du unerschöpfter Guell des Cebens,/ allmächtig starker Gotteshauch,/ dein Feuermeer ström nicht ver—⸗ gebens;/ ach, zünd in unsern Serzen auch. 6. Schmelz alles, was sich trennt, zusammen/ und baue deinen Tempel aus;/ laß leuchten deine heilgen Flammen/ durch deines Vaters ganzes Haus. 7. Beleb, erleucht, erwärm, entflamme/ doch bald die ganze, weite Welt/ und zeig dich jedem Voͤlkerstamme/ als Heiland, Friedefürst und Held. 581 357 Das christliche Leben 8. Dann tönen dir von Millionen/ der Liebe Jubel⸗ harmonien,/ und alle, die auf Erden wohnen,/ knien vor den Thron des Lammes hin. Georg griedrich Hickert, T I815. 55⁷7 Mel. O Jesu Christ, mein's Lebens Licht(oder wie Nr. 149). Leipzig 1625. — 1 4 1 I. O ZJe⸗su— ste, wah⸗ res 8p die dich ken· 26 nicht,/ und——— ge sie zu Sr 21—. dei⸗ner Herd,/ daß ih re Seel auch se ⸗lig werd. 2. Erfülle mit dem Gnadenschein,/ die in Irrtum ver⸗ fuhret sein,/ auch die, so heimlich noch ficht an/ in ihrem Sinn ein falscher Wahn. 3. Und was sich sonst verlaͤufen hat/ von dir, das suche du mit Gnaͤd/ und sein verwundt Gewissen heil;/ laß sie am Himmel haben teil. 4. Den Tauben öffne das Gehör,/ die Stummen richtig reden lehr,/ die nicht bekennen wollen frei,/ was ihres Berzens Glauben sei. 5. Erleuchte, die da sind verblendt,/ bring her, die sich von uns getrennt, /versammle, die zerstreuet gehn,/ mach feste, die im Iweifel stehn. 6. So werden sie mit uns zugleich/ auf Erden und im Bimmelreich/ hier zeitlich und dort ewiglich/ für solche Gnade preisen dich. Johann Seermann, 1647. 382 lei Das christliche Leben 3558.559• 5 5 8 Oberhessische Weise. PPDPDPDP „ J. Sag, was hilft al ⸗le Welt/ mit EI 2 22—.— NL 3.—.— 2 ISEE — ih rem Gut und Geld?ꝰ/ Al⸗les ver⸗ ——— + 3 + ö/—— ö— schwind't ge⸗schwind/ gleich wie der Raͤuch im Wind. 2. Was hilft der hohe Thron,/ das Szepter und die Kron?/ Szepter und Regiment/ hat alles bald ein End. 3. Was hilft sein hübsch und fein,/ schön wie die Röse⸗ lein?/ Schönheit vergeht im Grab;/ die Rosen fallen ab. 4. Was hilft ein goldgelb Saar?/ Augen kristallenklar?/ CLippen korallenrot?/ Alles vergeht im Tod. S5. Was ist das güldne Stück/ von Gold, Zierd und Ge⸗ schmück?/ Gold ist nur rote Erd:/ die Erd ist nicht viel wert. 6. Fahr hin, o Welt, fahr hin!/ Bei dir find ich kein Gwinn:/ das Ewge achtst du nit;/ hier hast dein Ernt und Schnitt. 7. Fahr hin! leb, wie du willt,/ hast gnug mit mir ge⸗ spielt. /Die Ewigkeit ist nah:/ fromms Leben ich anfah. Volkslied, Röln I623. 5 59 Schlesisch 1842. J. Schön⸗ster ZSerr Je ⸗ su,/ Berr⸗scher al⸗ler u 6666886865 tes und Ma⸗ ri ⸗ en 25 E E +— Sobhn, /dich will 0 lie ben,/ dich will ich ren,/ mei ner See⸗le Freud und Kron. 2. I Schoͤn sind die Wälder,/ schön sind die Felder/ in der schönen Frühlingszeit: /& Zesus ist schöner,/ Jesus ist reiner,/ der unser traͤurig Serz erfreut. 3. II Schön leucht't die Sonne,/ schoͤn leucht't der Monde/ und die Sternlein allzumal:/& Zesus leucht't schner,/ Jesus leucht't reiner/ als die Engel im Simmelssaal. 4. III Schön sind die Blumen,/ schöner sind die Men⸗ schen/ in der frischen Jugendzeit:/ A Sie müssen sterben,/ müssen verderben: 7Jesus bleibt in Ewigkeit. Münster i. Westf. 1677. 560 4 bi könnt ich 6 schlafen. Friedrich Silcher 1842. ———— E ö 220 I. So nimm denn mei⸗ ne Hän⸗ de/ und fůh re Aehe bis an mein se⸗lig En⸗de/ und e⸗wig⸗lich e 2 3 2 ᷓX Ich mag al⸗lein nicht ge ⸗ hen,/ nicht ei⸗ nen Schritt;/ wo 38⁴ ———— Das christliche Leben 561 . 3. du wirst gehn und ste⸗hen,/ da nimm mich mit. 2. In dein Erbarmen hulle/ mein schwaches Berz/ und mach es gänzlich stille/ in Freud und Schmerz;/ laß ruhn zu deinen Fuͤßen/ dein armes Rind,/ es will die Augen schließen/ und glauben blind. 3. Wenn ich auch gleich nichts fuͤhle/ von deiner Macht,/ du führst mich doch zum Ziele/ auch durch die Nacht;/ so nimm denn meine Hände/ und führe mich/ bis an mein selig Ende/ und ewiglich. ZJulie von Sausmann, 1 I90l. 561 Mel. Wer hier vor Gott will sein gerecht. Mach Mikolaus ZSerman, 1 I56J. ¹5 E * J. I Steht auf, ihr lie⸗ben Rin⸗ der ⸗lein,/ der 1.—— — III— — +— ö Mor· gen⸗stern mit hel⸗ lem Schein/ laßt frei sich se⸗hen .— 8.— 1—— E wie ein Held/ und leuch-tet in die gan ⸗ze Welt. 2. A willrommen seist du, schoͤner Stern!/ Du bringst uns Christum, unsern Herrn,/ der unser lieber Seiland ist;/ darum du hoch zu loben bist. 385 362 Das christliche Leben 3. II Ihr KRinder sollt bei diesem Stern/ erkennen Christum, unsern Herrn,/ Marien Sohn, den treuen Zort;/ der leuchtet uns mit seinem Wort. 4. A Gotts Wort, du bist der Norgenstern,/ wir koͤnnen dein gar nicht entbehrn,/ du mußt uns leuchten immerdar,/ sonst sitzen wir im Finstern gar. 5. III willkommen seist du, lieber Tag,/ vor dir die Nacht nicht bleiben mag;/ leucht uns in unsre Zerzen fein/ mit deinem hellen Simmelsschein! 6. A O Jesu Christ, wir waͤrten dein:/ dein heilges Wort leucht uns so fein!/ Am End der Welt bleib nicht lang aus/ und führ uns in deins Vaters Saus! 7. Du bist die liebe Sonne klar,/ wer an dich glaubt, der ist fürwahr/ ein Kind der ewgen Seligkeit,/ die deinen Christen ist bereit. 8. Wir danken dir, wir loben dich/ hier zeitlich und dort ewiglich/ für deine groß Barmherzigkeit/ von nun an bis in Ewigkeit. Erasmus Alberus, geb. um J500 in der Wetterau, Pfarrer in Sprend⸗ lingen i. St., Staden, Babenhausen u. a. O., 4 1553 in Meu⸗Brandenburg 562 Rarl Voigtländer, 1853. B R J. Un ⸗ter Ci⸗lien je ner Freuden/ sollst du D 1 .......—‚——65.— wei⸗ den,/ See⸗le, schwin- dich em⸗por!/ Wie ein Ad⸗ler fleug be⸗ hen⸗de;/ Je· 5386 Das christliche Leben 363 —2 Hän⸗de/ öff ⸗ nen schon das Per ⸗len⸗tor. 2. Caßt mich gehen, laßt mich laufen/ zu dem Saufen/ derer, die des Lammes Thron/ nebst dem Chor der Sera⸗ phinen/ schon bedienen/ mit dem reinsten Jubelton. 3. Cöse, erstgeborner Bruder,/ doch die Ruder/ meines Schiffleins; laß mich ein/ in den sichern Friedenshafen,/ zu den Schafen,/ die der Furcht entrücket sein. 4. Nichts soll mir am Serzen kleben,/ süßes Leben,/ was die Erde in sich hält./ Sollt ich in der Wüste weilen/ und nicht eilen?/ Nein, ich eil ins dimmelszelt. S. Herr, wie bald kannst du es machen,/ daß mit Lachen/ unser Mund erfüllet seil/ Du kannst durch des Todes Türen/ träumend führen/ und machst uns auf einmal frei. 6. Du hast Sůnd und Straf getraͤgen;/ Furcht und Zagen/ muß nun ferne von mir gehn./ Tod, dein Stachel wird zu Schanden;/ frei von Banden/ werd ich fröͤhlich auferstehn. 7. Gottes Camm, dich will ich loben/ hier und droben/ mit der herzlichsten Begier. Du haͤst dich zum ewgen Leben/ mir gegeben;/ hole mich, o Herr, zu dir! Joh. Ludw. Ronrad Allendorf, I773. 563 Choralbuch der Brüdergemeinde, 1784. J. Weil ich Je⸗- su Schäf⸗lein bin,/ freu— mich nur im⸗ mer⸗hin/ ü⸗ mei⸗ nen gu⸗ ten Sir⸗ ten,/ 587 TTTTTRT ö 364 Das.— Leben E ö———.— ů 2—.— ——.— Eie—— der mich wohl weiß zu be⸗ wir⸗ten,/ der mich lie⸗bet, ............... der mich kennt/ und bei mei⸗ nem Na⸗ men nennt. 2. Unter seinem sanften Stab/ geh ich aus und ein und hab/ unaussprechlich süße Weide,/ daß ich keinen Mangel leide;/ und so oft ich durstig bin,/ fͤhrt er mich zum Brunnquell hin. 3. Sollt ich nun nicht fröhlich sein,/ ich beglücktes Schäfelein?/ Denn nach diesen schönen Tagen/ werd ich endlich heimgetragen/ in des Sirten Arm und Schoß./ Amen, ja, mein Glück ist groß! Luise von Sayn, + 1782. Volksweise, I8J8. NEE eeißt du, wie⸗viel Weißt du, wie⸗viel NDternlein ste hen/ an dem Wol⸗ken ge⸗hen/ weithin blau ⸗en Him⸗mels⸗ zeltꝰ ⸗here enle Welto) Gott, der Serr, hat sie ge⸗ Das christliche Leben ———— zäh⸗let,/ daß ihm auch nicht ei⸗ nes feh⸗ 29175— —. ö 8 2.—55 s, f./ gan⸗zen gro⸗ßen Zahl,/ an der gan⸗ zen Eoiten Jahl. 2. Weißt du, wieviel Mücklein spielen/ in der heißen Sonnenglut?/ wieviel Fischlein auch sich kühlen/ in der hellen Waͤssersflut?/ Gott, der Herr, rief sie mit Namen,/ daß sie all ins Ceben kamen, ,: daß sie nun so frohlich sind. ,: 3. Weißt du, wieviel Kinder frühe/ stehn aus ihrem Bettlein auf,/ daß sie ohne Sorg und Muͤhe/ fröhlich sind im Tageslauf?/ Gott im Himmel hat an aͤllen/ seine Lust, sein Wohlgefallen, 5 kennt auch dich und hat dich lieb. ,: Wilhelm Sey, 1 1854. 565 Mel. Romm, Seele, ZJesu 3—— wie Nr. 441). Joh. üt 1655 —* 0 —— J. Wenn al⸗le un⸗treu wer⸗den,/ so bleib ich — IEIEI dir doch treu,/ daß Dankbar⸗keit auf Er den/ nicht I — 2610 E uim 8 sei./ Für mich um⸗fing I * G:.:. +—— 2 *EF R dich 589 Lei⸗den, 5 für—— in 2 /drum geb ich — mit Freu⸗ den/ auf e⸗ wig die⸗ses Serz. 2. Oft muß ich bitter weinen,/ daß du gestorben bist/ und mancher von den Deinen/ dich lebenslang vergißt./ Von Liebe nur durchdrungen/ hast du so viel getan,/ und doch bist du verklungen,/ und keiner denkt daran. 3. Du stehst voll treuer Ciebe/ noch immer jedem bei,/ und wenn dir keiner bliebe,/ so bleibst du dennoch treu./ Die treuste Ciebe sieget,/ am Ende fühlt man sie,/ weint bitterlich und schmieget/ sich kindlich an dein Knie. 4. Ich hab dich empfunden,/ o lasse nicht von mir;/ laß innig mich verbunden/ auf ewig sein mit dir!/ Einst schauen meine Brüder/ auch wieder himmelwärts/ und sinken liebend nieder/ und fallen dir ans Herz. Friedrich von Sardenberg(Movalis), I80I. 566 Volksweise, um J813. A Bei dieser Melodie fällt die Wiederholung der Schlußzeile weg.) W= E 2 135 — 0 ist ein NMannꝰ/ Wer be⸗ ten kann/ und ů. EXZ. ö 627— Gott, dem Berrn, aannn wenn al⸗les bricht,/ er 59⁰0 E sss◻ Das christliche Leben 366 za⸗get nicht,/ dem From- men nim⸗-mer graut. B 0 Nach Albert Methfessel, FIS6o9. 94— EIEEE We E J. Wer ist ein be⸗ ten 12 e,. ——— kann/ män Gott, dem ünt. ver⸗ Kr wenn é 2.— al⸗les„ za ⸗get nicht,/ dem From⸗men — nim ⸗ mer graut,/ dem From⸗men nim-mer graut. 2. Wer ist ein Nann?/ Wer glauben kann/ inbrünstig, wahr und frei;/ denn diese Wehr/ trügt nimmermehr, 2,: die bricht kein Mensch entzwei. ,: 3. Wer ist ein Mann? /Wer lieben kann/ von Serzen fromm und waͤrm;/ die heilge Glut/ gibt hohen Mut ): und stärkt mit Stahl den Arm. ,: 4. Dies ist der Nann,/ der streiten kann/ für Weib und liebes Kind;/ der kalten Brust/ fehlt Kraft und Lust, 15: und ihre Tat wird Wind. 2,: 39¹ 367 Das christliche Leben S. Dies ist der Mann,/ der sterben kann/ für Freiheit, Pflicht und Recht;/ dem frommen Mut/ deucht alles gut, ): es geht ihm nimmer schlecht.: 6. Dies ist der Mann,/ der sterben kann/ fuůr Gott und Vaterland; /er läßt nicht ab/ bis an das Grab ꝛ,: mit Berz und Nund und Hand., 7. So, deutscher Nann,/ so, freier Mann,/ mit Gott, dem Serrn, zum Krieg!/ Denn Gott allein/ kann Selfer sein,„: von Gott kommt Glück und Sieg. ,: Ernst Moritz Arndt, 1813. (Oder wie Nr. 439.) 56⁷7 Sriedrich Silcher, 1860. ASE d e.,. + V* V* J. Wie lieb⸗ lich ists hie⸗ nie⸗den,/ wenn Brü⸗ der treu ge-sinnt/ in Ein⸗tracht und in Se, e— ů— 7 3. +— Frie ⸗den/ ver⸗traut bei ⸗ sam⸗ men sind. 2. Wie Tau vom Sermon nieder/ auf Gottes Berge fließt:/ also auch auf die Brüͤder/ der Segen sich ergießt. 3. Und einstens wird erneuet/ durch sie die heilge Stadt;/ was Rnecht ist, wird befreiet/ und rein, was Flecken hat. 4. Und alles Volk der Erde/ geht nun zum Lichte ein;/ dann wird nur eine Zerde/ und nur ein Hirte sein. Hriedr. Gottlob Wetzel, 11819. 392 + Das christliche Leben 368 568 Rarl Löwe, 1827. 257 mit grimm gem Un ⸗ ver⸗ stand/ Nir⸗gends Ret⸗ tung, nir ⸗gends Land/ ———— 1 —— ä wel⸗len sich be ⸗ we⸗gen!. ö vor des Sturm⸗winds 26f. Il Ei· ner ist's, der in der Nacht,/ ei⸗ ner ist's, der uns be⸗ wacht:/ ö 1 I E E 2.J wie vor unserm Angesicht/ Mond und Sterne schwinden!/ Wenn des Schiffleins Ruder bricht,/ wo dann ö Rettung finden? II Keine Silf als bei dem Herrn,/ er ist unser Morgenstern: /Christ Ryrie,/ erschein uns auf der See! 3. ANach dem Sturme fahren wir/ sicher durch die Wellen,/ lassen, großer Schöpfer, dir/ unser Lob er⸗ ö schallen./ Cobet ihn mit Herz und Mund,/ lobet ihn zu—0— jeder Stund! /Christ Ryrie,/ ja dir gehorcht die See. 4. Einst in meiner letzten Wot/ laßt mich nicht ver⸗ sinken!/ Soll ich von dem bittern Tod/ Well auf Welle trinken,/ reiche mir dann liebentbrannt,/ Herr, Serr, deine Glaubenshandl /Christ Ryrie,/ komm zu uns auf die Seel! Nach einem Schifferliede von Johannes Daniel Falk, 4 1826. 59³3 569 Das christliche Leben 569 Um 1802. — Il — 3 Rii—— 2 S da. IR 4 dei⸗ W 5 des Bim⸗-mels BSand; der S........ 1. tut mit lei⸗ sem We⸗ en sich mild und heim⸗lich .. ö—555 EI——————— Nale e e auf/ und träuft, wenn heim wir ge⸗ hen,/ Wuchs 12987797713 — A Habene n ———.—.—.—..— her von Gott, dem Herrn;/ drum dankt ihm, dankt,/ 39⁴ ——— Das christliche Leben 37⁰ 1— — —.— , S—— drum dankt ihm, dankt/ und hofft auf ihn! 2. II Er sendet Tau und Regen/ und Sonn⸗ und Mon⸗ denschein/ und wickelt seinen Segen/ gar zart und künstlich ein;/ und bringt ihn dann behende/ in unser Feld und Brot;/ es geht durch unsre Hände,/ kommt aber her von Gott. A Alle gute Gabe kommt her von Gott, dem Serrn; drum dankt ihm, dankt ,: und hofft auf ihn! 3. IWas nah ist und was ferne,/ von Gott kommt alles her,/ der Strohhalm und die Sterne,/ das Sandkorn und das Meer./ Von ihm sind Bůͤsch und Blätter/ und Rorn und Obst, von ihm/ das schöne Frühlingswetter/ und Schnee und Ungestüm. A Alle gute Gabe kommt her von Gott, dem Herrn; ,: drum dankt ihm, dankt: und hofft auf ihn! 4. II Er läßt die Sonn aufgehen,/ er stellt des Nondes Cauf,/ er läßt die Winde wehen/ und tut die Wolken auf./ Er schenkt uns so viel Freude,/ er macht uns frisch und rot;/ er gibt dem Viehe Weide/ und seinen Menschen Brot. A Alle gute Gabe kommt her von Gott, dem Serrn; )1 drum dankt ihm, dankt ,: und hofft auf ihn! Matthias Claudius, 1815. 57⁰ Miederländische Volksweise, vor 1626. J. Wir tre⸗ten zum Be⸗ten vor Gott, den Herren,/ —.. Er er ihn dro⸗ben zu lo⸗ben mit Herz und Mund:/ So 59⁵ rüh⸗ 2— 55 lie⸗ben Na⸗ mens Eheren,/ der 0 n 2 1 4 jet ⸗3o un⸗sern Feind warf auf den Grund. 2. J Zu Ehren des Serren wollt, weil ihr lebet,/ ihm danken ohn Wanken dies Wunder groß./ Vor seinem Aug stets rein zu wandeln strebet,/ tut Recht und sagt von Lug und Trug euch los. 3. II Der Böse, Arglose zu Faͤll zu bringen,/ schleicht grollend und brüllend, dem Cöwen gleich,/ und suchet, wen er grausam mag verschlingen,/ wem er versetzen mag den Todesstreich. 4. A wacht, flehet, bestehet im guten Streite,/ mit Schande in Bande der Sünd nicht faͤllt!/ Dem frommen Volk gibt Gott den Feind zur Beute,/ und wär auch noch groß sein's Reichs Gewalt! Miederländisches Siegeslied(1626), übertragen von Karl Budde. Irische Weise. + S J. Wo fin⸗det die See⸗le die Seimat, die Ruh?/ Wer deckt sie mit schut⸗zen⸗den Fit⸗ ti⸗chen zu?/ Ach bie⸗tet die 396 Das christliche Leben 372 . Welt keine Frei⸗ statt uns an,/ wo Suůnde nicht herrschen, nicht an⸗fech⸗— Larr ist sie +. S—— nicht;/ die Zei⸗maͤt der See⸗le ist dro⸗. im Licht. 2. Verlaͤsset die Erde, die Seimat zu sehn,/ die Seimat der Seele, so herrlich, so schoͤn!/ Jerusalem droben, von Golde ge⸗ baut,/ ist dieses die deimat der Seele, der Braut?:: Ja, ja ꝛ,: dieses allein/ kann Ruhplaͤtz und Heimat der Seele nur sein. 3. Wie selig die Ruhe bei Jesu im Licht!l/ Tod, Sünde und Schmerzen, die kennt man dort nicht./ Das Rauschen der Haͤrfen, der liebliche Klang/ bewillkommt die Seele mit süßem Gesangl:,: Ruh, Ruh, ,: himmlische Ruh/ im Schoße des Mittlers, ich eile dir zul Franz Ludwig Jörgens, f 1837. 572 Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. Frankfurt a. M. I599. 0 .— ö DDIDPDDPPFIFITITIIFTIII.— , nte d 1——+ —— ieht in Frie⸗den eu re Pfa⸗ de!/ Mit euch wenn euch Je⸗su Sän⸗de schir⸗men,/ gehts un⸗ — 1..... E 8.—55 ßen———5 tes Gna⸗ de/ und——5 ner beien ter Son⸗nen· schein und Stůr ⸗men/ ge⸗ trost und froh bei 39⁷7 372 Das christliche Leben 2 2— f 1955 ——— TTT— 4— 848 and cht Aebt wohl, lebt wohl im Berrnl/ 4— x E ͤ — in sei⸗ nem Licht,/ und wenn ihr sucht sein An⸗ge⸗sicht! Gustav Knak, 187² 398 Ha Liturgische Gesänge I. Wechselgesänge der Gemeinde für den Hauptgottesdienst an Sonn- und Feiertagen I. Zum Beginn (Nach: Im Namen des Vaters usw.) 9⁰— ö 4 ö men. 2. Zum Eingangsspruch S..— Eh⸗re sei dem Va⸗ter und dem Soh⸗ne und dem — uiuelieiewitei,ttte, ö heil⸗gen Gei⸗ste, wie es war von An⸗fang, jetzt und im⸗mer⸗ 1—4 I II.I... TTT vin ö 2——— dar und von E⸗wig⸗keit zu E⸗wig-keit. A⸗men. 5.SPSIII Ehr sei dem Va⸗ter und dem Sohn und dem hei⸗ ———— R ——.————.....——— li⸗gen Geist, wie es war von An⸗fang, jetzt und im⸗ 599 ö iturgische Gesänge Cit „ merdar und von E⸗wig⸗keit zu E⸗ wigkeit. A⸗men. 3. Bitte um Gottes Gnade 2——— a—— E——— Ber ⸗- re Gott, er ⸗-bar⸗ me dich. Chri⸗ste, er⸗bar⸗me dich. Ber re Gott, er⸗bar⸗me dich. 0 b. 84 D roen Berr, er⸗bar⸗ me dich. Chri⸗ ste, er⸗bar⸗ 4. Dank für die Erlösung (Wach der Gnaͤdenversicherung, schließend mit: Cobsinget ihm, erhebet seinen Mamen.) — SSS........ — Eh⸗re sei Gott in der Zö⸗he! Und aͤuf — Er ⸗den Fried und den Menschen ein Wohl⸗ge⸗ fal⸗len! Oder: Allein Gott in der Höh sei Ehr. 1. schl Liturgische Gesänge 5. Wechselgruß des Geistlichen und der Gemeinde üt Der Serr sei mit euchl) . inn. Und mit dei⸗nem Gei ⸗stel] 6. Zum Gebet 4 A⸗men + b 317 DA— H1N L—— 2. 1—I + A⸗ men, A⸗men. 7. Zur Schriftlesung (schließend mit: Cob sei dir, o Jesul) CV . + Eh⸗re sei dir, Berrl] 8. Zur Schriftlesung (schließend mit: Cob, Ehr und Preis sei Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit.) — 4 LE 2 5—.——— Bal⸗Ie⸗Iu⸗ ja, Sal⸗le⸗Iu⸗ja. .... 1 ——— ⸗/ Bal⸗le⸗Iu⸗ja, Hal⸗le⸗Iu· ja, Sal⸗le⸗ 6⁰ (673) Citurgische Gesänge eIn der Passionszeit —— A⸗-men. 9a(573) (J5. Jahrhundert.) Wittenberg 1524. 46. ——.—.— ö 33·—45—.———.— Wir glau ⸗ ben aͤll an Ei ⸗ nen Gott,/ ..... Schopfer Himmels und der Er · den,/ der sich durch Je⸗sum, .——*—3— —14 sei⸗nen Sohn,/ uns zum Va⸗ter hat ge⸗ ge⸗ ben. /Er will x SSSIS SE— uns all⸗zeit er⸗näh⸗ren,/ uns zur Se ⸗lig⸗keit be⸗wah; ren/ —. 4——.———— durch den heilgen Geist im Glau⸗ben;/ kein Leid soll uns *—...— 19565 4— wi⸗derfah⸗ ren. Und ob auch Tod und Söl-le S. dräut,/ wir sind des Herrn in E 1 keit! Nach Luther. 1546. 6⁰ An Sonn⸗ und Feiertagen(674.575) 9b(574) Langenöls 1742. —— ————— Wir glau⸗ben all an Ei⸗ nen Gott,/ Schoͤpfer Uder sich durch Je⸗sum, sei⸗nen Sohn,/ uns zum ö—— I..— Bim mels und der Er⸗den, Va⸗ter hat ge⸗ge⸗ —44 1 1 1 näh ⸗ren,/ uns zur Se⸗lig⸗keit be⸗wah? rẽn durch den ů ben./ Er will uns allzeit er⸗ EIX ——— e heil⸗gen Geist im Glauben;/ kein Ceid soll uns 0. der⸗fah⸗ ꝓ S.S ren./ Und ob auch Tod und Söl-le dräut,/ wir sind des EEE 2—— ö —— S.E Berrn in E⸗wig⸗keitl/ A⸗men, A⸗men, A⸗-men! Nach Luther, 1546. 90(575) Arnold Mendels sohn, 1912. 6.———————— 1—— glau⸗ben all an Ei ⸗ nen Gott,/ der sich durch Je⸗ sum, sei nen Sohn,/ 6⁰³ — Schöp⸗fer Him⸗-mels uns zum Va⸗ ter der Er⸗den, ge⸗ge⸗ben. Er will durch den uns all⸗ zeit er⸗ näh⸗ ren,/ uns zur Se⸗lig⸗ heil⸗gen Geist im Glau⸗benz;/ kein Leid soll uns 2—— E. keit be⸗ wah ⸗ren wi⸗ der⸗ fah ⸗ren. Nach die sem E⸗lend IIIII ist be⸗reit/ uns ein Le⸗ben in E S Amen, 21 men, A· 1 —— 2 ⸗ 2 men. wig ⸗ keit./ Oder: nach dem vom Geistlichen gesprochenen Glaubens⸗ 6⁰⁴ bekenntnis singt die Gemeinde: men. Oder wie II. Io. Nach dem Vaterunser 4. V 20 Liturgische Gesänge II. Nach dem Segen I.. A⸗men, A⸗men, A⸗men. 1 bH5————— EI A⸗ men, A⸗ men, men I. 2—. 0 5 U EU V UR IXII 0 A⸗men, A⸗men, A⸗ men. II. Wechselgesänge zur Abendmahlsfeier J. Schaffe in mir, Gott. Nr. 2IIChriste, du Camm Gottes. Nr. I95. ö I2. Nach den Worten: Der Serr sei mit euchl ö —————— 4— 25 Und mit dei ⸗nem Gei ste. 3. Wach den Worten: Die Herzen in die Höhel — EN 5 Er⸗he⸗ben wir zum Zer⸗ren. 7. Nach den Worten: Lasset uns Dank sagen unserm Gottl + T— 5— 5 Das ist wür⸗dig und recht. (676) Zur Abendmahlsfeier 5. Nach der Danksagung: 6676) — ö — —— PP........ 2— 2———3 12 1 Bei⸗lig, hei⸗lig, hei ⸗lig ist Gott, .......— der Zerr Je⸗ ba⸗-oth! Al le Lan⸗ de 1.— Lr.— E1 —————— EEEEIEEEEEEE sind sei ⸗ ner Eh re voll. 50⸗-si Han⸗ na ————.—— ————————— .. I— in der 56 ⸗ he! Ge⸗lo-bet sei, der da kommt im ———6——— 3 EE e. 1 + 1 Na⸗men des Serrn, 50si⸗an⸗-na in der 5-hel JZe saia 6,3; Matth. 21I,9. Die in Bessen gebräuchlichen Gottesdienstordnungen (Siehe Citurgische Gesange S. 564ff.) I. Hauptgottesdienst Form A (Chorgesang.) Eingangslied der Gemeinde. P. Eingangsgruß. Gebet. Schriftlesung(entweder Epistel oder Evangelium). 6⁰⁰ er E — U Gottesdienstordnungen Lied. Ranzelgruß. Predigt. Friede Gottes. Lied. Kirchengebet. Fürbitten. Gebet des Herrn. (Schlußgesang.) Verkündigungen. Segen. Form B J. Eingan (Chorgesang.) Eingangslied der Gemeinde. P. Eingangsgruß. Gemeinde: Amen. P. Eingangsspruch. (Chorgesang.) Gemeinde: Ehrle) sei dem Vater und dem Sohnle) und dem heilli)gen Geist(e), wie es war von Anfang, jetzt und immerdaͤr(und) von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Oder 123,: Allein Gott in der Höh sei Ehr; oder S/4; ISI, 3; 136,I; I37, I O. e. a. 2. Gebet und Schriftlesung P. Gebet. Gemeinde: Amen(Amen). P. Schriftlesung. V. Altes Testament. Lied des Chores oder der Gemeinde. 2.] Neues Testament. Gemeinde: Saͤlleluja, Salleluja(Salleluja). (In der Paͤssionszeit: Amen.) 3. Lied (Chorgesang.) Cied der Gemeinde. 4. Predigt P. Ranzelgruß. Predigt. Friede Gottes. (Chorgesaͤng.) Lied der Gemeinde. Oder Wechselgesang zwischen Chor(Chören) und Gemeinde. 2⁰* 6⁰⁷ Gottesdienstordnungen 5. Gebet [PP. Altarspruch. Chorgesang. Oder: (P. Die Serzen in die Zöhe. Gemeinde: Erheben wir zum Serren. P. Casset uns Dank sagen un serm Gott. Gemeinde: Das ist würdig und recht.) P. Danksagung. Gemeinde: Heilig, heilig, heilig ist Gott, der Zerr Zebaoth; alle Lande sind seiner Ehre voll. osianna in der She. Gelobet sei, der da kommt im Namen des Herrn. Zo sianna in der Söhe.] Allgemeines Kirchengebet und Fürbitten. Gebet des Herrn. (Chorgesang.) 6. Schluß Gemeinde: Schlußgesang(2,5; II; I3,33 J52½4; 291,9 oder ein anderes, auch: Die Gnade unsers Herrn Jesu Christi Und die Ciebe Gottes und die Gemeinschaft des heilgen Geistes sei mit uns allen, mit uns allen. Amen.) P. Verkündigungen. P. Segen. Gemeinde: Amen, Amen, Amen. Stilles Gebet. Orgelnachspiel. Form C I. Eingang a) (Chorgesang.) Eingangslied der Gemeinde. P. Eingangsgruß. Gemeinde: Amen. Eingangsspruch. (Chorgesang.) Gemeinde: Ehre sei dem Vater und dem Sohnie) und dem heillgen Geistle), wie es war von Anfang, jetzt und immerdar(und) von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.(Oder Nr. 5, V. 4; I3J, V. 3; I36, V. I; I37, V. Joder ein anderes.) b) P. Ryrie(Bitte um Gottes Gnade). Herr, erbarme dich. 6⁰⁸ sti en em ind der es.) Gottesdienstordnungen Gemeinde: Serr, erbarme dich. Christe, erbarme dich. Berr, erbarm dich über uns. Oder: Serre Sott, erbarme dich. Christe, erbarme dich. Serre Gott, erbarme dich.(Oder eine Liedstrophe, z. B.: 2II; 212, I. 3 c) P. Gloria.(Verkündigung der Gnaͤde Gottes.) Lobsinget ihm, erhebet seinen Namen! Gemeinde: Ehre sei Gott in der Zöhe und auf Erden Fried und den Menschen ein Oder Nr. I23, I (oder ein anderes). (Chorgesang.) 2. Gebet und Schriftlesung P. Gebet. Gemeinde: Amen(Amen). P. Schriftlesung. Gemeinde: Halleluja, Salleluja(Saͤlleluja).(In der Passionszeit: Amen.) 3. Glaubensbekenntnis P. Casset uns vor Gott treten mit dem Cobopfer und Be— kenntnis unseres Glaubens: Gemeinde: Wir glauben all an Einen Gott, Schöpfer HZimmels und der Erden, Der sich durch Jesum, seinen Sohn, Uns zum Vater hat gegeben. Er will uns allzeit ernähren, Uns zur Seligkeit bewahren Durch den heilgen Geist im Glauben. Rein Leid soll uns widerfahren. Und ob auch Tod und Höͤlle draͤut, Nach die sem Elend ist bereit Wir sind des Herrn in Ewigkeit. Uns ein Leben in Ewigkeit.) (Amen.) Oder: P. Glaubensbekenntnis. Gemeinde: Amen(Amen, Amen). Gottesdienstordnungen 4. Cied 5. Predigt Ranzelgruß. Predigt. Friede Gottes. (Chorgesang.) Gemeindelied. Oder: wechselgesang zwischen Chor(Chören) und Gemeinde. 6. Gebet P. Altarspruch. Chorgesang. Oder: (P. Die Herzen in die Zöhe. Gemeinde: Erheben wir zum Herren. P. Casset uns Dank sagen un serm Gott. Gemeinde: Das ist würdig und recht.) P. Danksagung. Gemeinde: Seilig, heilig, heilig ist Gott, der Serr Zebaoth; alle Lande sind seiner Ehre voll. Zosianna in der Zöhe.(Gelobet sei, der da kommt im Namen des Serrn. Bosianna in der Söhe. Allgemeines Kirchengebet und Fürbitten. Gebet des Herrn. (Chorgesang.) 7. Schluß Gemeinde: Schlußgesang(2,5; II; I3,3; 152,43 29J,9 oder ein anderes, auch: Die Gnade unseres Herrn Jesu Christi und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des heilgen Geistes sei mit uns allen, mit uns allen. Amen.) P. Verkündigungen. P. Segen. Gemeinde: Amen, Amen, Amen. Stilles Gebet. Orgelnachspiel. Form D I. Eingang a) (Chorgesang.) Eingaͤngslied der Gemeinde. P. Eingangsgruß. Gemeinde: Amen. 6¹⁰ Gottesdienstordnungen P. Eingangsspruch. (Chorgesang.) Gemeinde: Ehrle) sei dem Vater und dem Sohne) und dem heilqgen Geisté, wie es war von Anfang, jetzt und immerdar(und) von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Oder Nr. 5S V. 4; ISI V. 33; 156 V. I; IS7 v. Ioe. 6. b) P. Sündenbekenntnis. Berr, erbarme dich. Gemeinde: Serr, erbarme dich. Christe, erbarme dich. Serr, erbarm dich über uns. Oder: D. Gott, erbarme dich. Christe, erbarme dich. Serre Sott, erbarme c) P. Gnadenverkündigung. LCobsinget ihm, erhebet seinen Namen! Gemeinde: Ehre sei Gott in der Höhe und auf Erden Fried und den Menschen ein Wohlgefaͤllen.(Oder Nr. 123 V. I.) (Chorgesang.) 2. Gebet und Schriftlesung (P. Der Serr sei mit euch. Gemeinde: Und mit deinem Geiste.) P. Gebet. Gemeinde: Amen(Amen). P. Schriftlesung:(I). Das Evangelium. IP. QZob sei dir, o Jesu! Gemeinde: Ehre sei dir, Zerr. (Liedvers, Gemeinde oder Chor.) 2Z. Die Epistel.] Gemeinde: Halleluja. Salleluja(Galleluja).(In der Passionszeit: Amen.) 3. Glaubensbekenntnis P. Casset uns vor Gott treten mit dem CLobopfer und Be— kenntnis unseres Glaubens. Entweder: P. Glaubensbekenntnis. Gemeinde: Amen(Amen, Amen). 6II Gottesdienstordnungen Gemeinde: Oder: Wir glauben all an Einen Gott, Schöpfer Simmels und der Erden, Der sich durch Jesum, seinen Sohn, Uns zum Vater hat gegeben. Er will uns allzeit ernahren, Uns zur Seligkeit bewahren Durch den heilgen Geist im Glauben. Rein Leid soll uns widerfahren. 01 Und ob auch Tod und Hölle dräut, Nach diesem Elend ist bereit Wir sind des Zerrn in Ewigkeit. Uns ein Leben in Ewigkeit.) (Amen.) 4. Cied 5. Predigt Kanzelgruß. Predigt. Friede Gottes. (Chorgesang.) Gemeindelied. Oder Wechselgesang zwischen Chor(Chören) und Gemeinde. 6. Gebet P. Altarspruch. (Chorgesang.) Allgemeines Rirchengebet und Fürbitten. Gebet des Herrn. (Chorgesang.) 7. Schluß Gemeinde: Schlußgesang(2,5; II; I3,3; I52,4; 291J,9 oder ein anderes, auch: Die Gnade unseres Herrn Jesu Christi und die Ciebe Gottes und die Gemeinschaft des heiligen Geistes sei mit uns allen, mit uns allen. Amen.) P. Verkündigungen. P. Segen. Gemeinde: Amen, Amen, Amen. Stilles Gebet. Orgelnaͤchspiel. Go it 25 e. 1. 9 sti n Gottesdienstordnungen II. Seier des heiligen Abendmahls (wenn Beichte damit verbunden ist: (Chorgesang.) Lied der Gemeinde. P. Eingangsspruch. (Gebet. Gemeinde: Amen.) P. Ansprache. (Gemeinde: Schaffe in mir, Gott, ein reines Serze Nr. 2II.) P. Beichte und Gnaͤdenverkündigung.) Abendmahlsfeier: Gemeinde: Christe, du CLamm Gottes Nr. 195 oder ein anderes Lied. (P. Abendmahlsvermahnung, wenn die Beichte nicht unmittelbar vorangegangen ist.) Es folgt entweder: P. Die Serzen in die Höhe! Gemeinde: Erheben wir zum Berrn. P. Casset uns Dank sagen unserm Gott. Gemeinde: Das ist würdig und recht. P. Danksagung. Gemeinde: Seilig, heilig, heilig ist Gott, der Herr Jebaoth; alle Cande sind seiner Ehre voll. Zo⸗ siaͤnng in der Höhe.(Gelobet sei, der da kommt im Namen des Herrn. Hosianna in der Höhe.) Oder: P. Danksagung.(Gemeinde: Seilig, heilig, heilig swie oben]) P.(Gebet.) Gebet des Herrn(vor oder nach den Ein setzungsworten). Einsetzungsworte des heiligen Abendmahls. Austeilung des heiligen Abendmahls (wobei Chor und Gemeinde singen, z. B.: Schmücke dich, o liebe Seele Nr. 196 oder andere Lieder). P. Gebet. Gemeinde: Schlußlied, z. B.: Nr. I58,7; 5J6. P. Segen. Gemeinde: Amen, Amen, Amen. Stilles Gebet. 613 — Gottesdienstordnungen IIl. Der Kindergottesdienst Form A (Ninderchor.) K. CLied. P. Eröffnung. K. Amen. P. Eingangsspruch. K. Wechselgesang, z. B.: NPr. 139. Knaben: V. J. Mädchen: V. 3. Alle: V. 8(ähnlich Nr. 130, I33, I34, 273, 368, 371). P. Gebet. K. Amen(Amen). P. Schriftlesung. K. Halleluja, Salleluja(Salleluja).(In der Passionszeit: Amen.) K. Cied. Unterweisung. K. Lied. P. Gebet. Gebet des Herrn. K. Schlußgesang. P. Segen. K. Amen, Amen, Amen. Form B Eingang: K. CLied. P. Eröffnung und Eingangsspruch. K. Ehro sei dem Vater und dem Sohnee und dem heilli) gen Geistle), wie es war von Anfang, jetzt und immerdar (und) von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Oder: Nr. S§, V. 43 S,/ V.: P. Bußspruch. K. Nr. 21IJ oder 249, V. I. P. Gnaͤdenverkündigung. K. Ehre sei Gott in der Höhe und auf Erden Fried und den Menschen ein Wohl⸗ gefallen. Oder: Pr. 123,I; I30,I; I34, I. 2; 249,3. Bekenntnis(entweder die Jo Gebote oder die Seligpreisungen oder Glaubensbekenntnis).] P. Gebet. K. Amen(Amen). Bauptlied. P. Schriftlesung. K. Halleluja, Salleluja(Salleluja). (In der Passionszeit: Amen.) Unterweisung und Gesang. Gebet. Gebet des Herrn. K. Schlußgesang. P. Segen. K. Amen, Amen, Amen. 6¹⁴ Morgen⸗ und Abendgebete Gebete ʒur häuslichen Andacht J. QHuthers Morgensegen Wenn ich mich zu Bette lege, so denke ich an dich; wenn ich erwache, so rede ich von dir. Ps. 63, 7. Das walte Gott Vater, Sohn und heilger Geist! Amen. Ich danke dir, mein lieber himmlischer Vater, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, daß du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte dich, du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, auf daß dir all mein Tun und Leben gefalle. Ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in deine dände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen. Lied Nr. 291: Vater unser im Himmelreich. 2. QLuthers Abendsegen Berr, ich gedenke des Nachts an deinen Namen. Ps. IIo, 55. Das walte Gott Vater, Sohn und heilger Geist! Amen. Ich danke dir, mein lieber himmlischer Vater, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, daß du mich diesen Tag so gnäͤdiglich behütet hast, und bitte dich, du wollest mir vergeben alle meine Sůnden, wo ich unrecht getan und dich beleidigt habe, und mich diese Nacht auch so gnädiglich behüten. Ich befehle 615 ———————— Morgen⸗ und mich, meinen Leib und Seele und alles in deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen. CLied Nr. 386: Binunter ist der Sonne Schein. J. Worgen⸗ und Abendgebete auf die Tage der Woche 3. Morgengebet am Sonntag Eins bitte ich vom Herrn, das hätte ich gern, daß ich im Hause des Herrn bleiben möge mein Leben lang, zu schauen die schönen Gottesdienste des Herrn und seinen Tempel zu besuchen. Ps. 27, 4. Vater des Lichts, der du das natürliche Licht dieser Welt uns scheinen lässest, sende doch auch heute das wahrhaftige Licht, Jesus Christus, in unsere Herzen und lasse ihn darin leuchten und alle Finsternis ver⸗ treiben, damit wir dich, ewiger Gott, in deinem lieben Sohne erkennen und liebgewinnen mögen. Siehe, wir sind durch die Sünde in der Finsternis der Eitelkeit dieser Welt gefangen; darum lehre uns selber aus deinem Worte, wie wir dir im Glauben gehorsam werden können. Vater des Lichts und Geber aller guten und voll⸗ kommnen Gaben, gönne uns heute dein heiliges Wort und laß es unseres Herzens höchste Freude und Wonne sein. Stärke uns, alles zu meiden, was deinen heiligen Tag entheiligt, und laß uns merken, wo es uns fehlt. Gib auch allen denen, die hier und an anderen Orten heute dein Wort verkündigen, deinen heiligen Geist, daß sie dein und nicht ihr Wort predigen, und daß sie solches tun mit fröhlichem Auftun ihres Mundes zum 6¹⁶ Abendgebete HZeile derer, die sie hören.—Ja, komme selbst zu uns und halte deinen§eiertag in unsern Seelen. Laß unser Serz deinen Tempel sein. Wohne in uns mit deinem Geist und führe uns bis an das Ende unserer Wallfahrt; bis wir würdig werden, den ewigen Sab⸗ bat mit dem Volke Gottes zu feiern; dann wollen wir dich für alle deine Liebe und deine Wohltaten herzlich lieben, loben und preisen ewiglich, durch Jesus Christus, unsern Herrn. Amen. Lied Nr. 3oJ: Gott ist gegenwärtig. 4. Abendgebet am Sonntag Das ist ein köstlich Ding, dem Herrn danken und lobsingen deinem Namen, du Höchster, des Morgens deine Gnade und des Nachts deine Wahrheit ver⸗ kündigen. Ps. 92, 2. 3. Herr, allmächtiger Gott und himmlischer Vater, wir danken dir von Grund unserer Herzen für deine Güte und Wohltat, die du uns an diesem Tage erzeigt hast, insbesondere für dein göttliches Wort, das du uns auch heute hast verkündigen lassen. Wir bitten dich auch, du treuer Gott, du wollest uns bei deinem allein⸗ seligmachenden Wort bis an unser letztes Seufzen er⸗ halten und unsere Herzen mit deinem heiligen Geiste erleuchten, daß wir erkennen mögen, was gut und böse ist. Du wollest auch alle Sünden, die wir heute wissentlich oder unwissentlich getan haben, auch die verborgenen Fehler, durch deine Barmherzigkeit uns vergeben, und in der kommenden Nacht uns Ruhe verleihen, daß wir frisch und gesund zu deinem Lobe morgen wieder aufstehen. Amen. Lied Nr. J39: Lobe den Herren, o meine Seele! 6¹⁷ Morgen⸗ und 5. Morgengebet am Montag Der Herr, unser Gott, sei uns freundlich und foͤr⸗ dere das Werk unserer Haände bei uns; ja, das Werk unserer Hände wolle er fördern. Ps. 90, I7. O Berr! Durch deine Güte fangen wir mit diesem Morgen unsere Wochenarbeit von neuem an. Laß deine ewige Liebe und Treue auch heute uns abermals aufgehen. Wer sind wir, o Gott, daß du uns bis hier⸗ her gebracht hast? Ach, gedenke nicht unserer Sünden, gedenke aber heute unser nach deiner großen Barm⸗ herzigkeit. Verlaß uns nicht und ziehe deine Hand nicht von uns ab, Gott, unser Seil! Lehre uns tun nach deinem Wohlgefallen; dein guter Geist führe uns auf ebner Bahn. Behüte uns vor allem Ubel, behüte unsere Seele und unseren Leib, unseren Eingang und Ausgang! Wehre allem Bösen, das uns das Ziel un⸗ seres Christenlaufs verrücken könnte. Laß uns auf⸗ sehen auf Jesus, den Anfänger und Vollender un⸗ seres Glaubens, damit alles, was wir tun, in dir getan sei! Gib zu unserer Arbeit dem Leibe Kraft und Ge⸗ sundheit, dem Gemüte Ruhe und Zufriedenheit und erhalte uns den Segen, den du seither uns hast zu⸗ fließen lassen. Legest du uns eine Last auf, so hilf sie uns auch tragen. Segne, die dich lieben, beide, Große und Rleine, um deines lieben Sohnes Jesu Christi willen. Amen. Cied Nr. 365: Aus meines Serzens Grunde. 6. Abendgebet am Montag Ich liege und schlafe ganz in Frieden; denn du allein, Herr, hilfst mir, daß ich sicher wohne. Ps. 4,9. Ich lobe und preise deinen heiligen Namen, ewiger Gott, für die Wohltaten, die ich heute wieder von 6¹⁸ Abendgebete dir empfangen habe. Ich preise dich auch für das Rreuz, das du mir, als einem Jünger Jesu, täglich auflegst, um meine Seele zu dir zu ziehen. So nimm mich denn jetzt zur Ruhe, lieber Vater! Ich lege mich in deine Arme in gläubigem Vertrauen auf deine Gnade. Schließe du mir mit deiner segnenden Vaterhand die Augen zu. Be⸗ hüte meinen Leib und meine Seele und alles, was du mir gegeben hast. Behüte auch alle meine Lieben und laß niemand sie aus deiner dand reißen. Erbarme dich aller Menschen in der Welt, vornehmlich meiner Mit⸗ brüder und Mitschwestern in Christo Jesu. Amen. Lied Nr. 300: Ach, Gott, verlaß mich nicht! 7. Morgengebet am Dienstag Bei dir ist die lebendige Quelle, und in deinem Licht sehen wir das Licht. Breite deine Süte aus über die, die dich kennen, und deine Gerechtigkeit über die Frommen. Ps. 36, Io. II. O du allmaächtiger Gott und Vater des Lichts, der du aus der Finsternis den Morgen machst und die Sonne dem Tage zum Lichte gibst, dir bringe ich frühe das Dankopfer meines Mundes dar, weil du mich das Son⸗ nenlicht wieder hast erblicken lassen. Ach Herr, laß mit dem Tageslicht mir und den Meinen, meinen Freunden und denen, die mir feind sind, auch deine Gnade neu auf⸗ gehen. Gib allenthalben neues Licht, neue§reudigkeit, neues Leben und neue Seligkeit! O Herr Jesus Chri⸗ stus, du Sonne der Gerechtigkeit, gehe auf mit deiner Gnade in meinem Herzen. Erleuchte, erwärme und er⸗ freue es. Bewahre mich vor den Werken der Finsternis, laß mich in deinem Lichte wandeln, dir folgen und der⸗ einst gelangen zu deiner himmlischen Blarheit. Amen. Lied Nr. 37J1: Morgenglanz der Ewiakeit. 6¹ Morgen⸗ und 8. Abendgebet am Dienstag Gehe nicht ins Gericht mit deinem Rnecht; denn vor dir ist kein Lebendiger gerecht. Ps. 143, 2. Herr, du Hüter Israels, der du nicht schläfst noch schlummerst, wache über uns mit deinem Vaterauge auch in dieser Nacht. Deine Hand decke alles, was da lebet! Laß uns bedenken, daß wir sterben müssen, auf daß wir klug werden. Gib, daß alle, die heute uneins miteinander geworden sind, die Sonne nicht über ihrem Zorn untergehen lassen. Erquicke mit sanfter Ruhe alle Menschen, die diesen Tag über müde geworden sind. Stärke die, welche aus Not auch in dieser Nacht arbeiten müssen. Silf den Reisenden zurecht, die jetzt noch auf der Straße wallen. Schaffe denen ihr Unterkommen, welche heute keine Berberge fanden. Labe, die sich hungrig niederlegen müssen. Wache selbst über den Rranken, pflege die Rinder und Säuglinge, kürze die Zeit denen, die nicht schlafen können, und stehe mit deinem Trost allen Notleiden⸗ den bei, die heute eine elende Nacht haben werden.— Erhalte einem jeden das Seine in Ruhe und Frieden, bis wir endlich aus dieser Welt kommen zu deinem ewigen Licht! Amen. Zied Nr. 400: Der Mond ist aufgegangen. 9. Morgengebet am Mittwoch Herr, lehre mich tun nach deinem Wohlgefallen, denn du bist mein Gott; dein guter Geist führe mich auf ebner Bahn. Ps. 143, Io. Zieber himmlischer Vater, durch deine Gnade bin ich wieder in die Mitte einer Woche eingetreten und preise dafür deinen heiligen Namen. Deine Güte ist's, daß wir nicht gar aus sind, deine Barmherzigkeit 6²⁰ Abendgebete hat noch kein Ende, sondern sie ist alle Morgen über uns neu, und deine Treue ist groß. Dir ergebe ich mich aufs neue, o Vater; mache mit mir, was dir wohl⸗ gefällt. Reinige, läutere und bewähre mich, daß ich ein rechtschaffener Christ werde. Für meine leibliche Votdurft wirst du wohl sorgen; bewahre mich aber vor Müßiggang und laß mich arbeiten, weil es dein Wille ist, und aus herzlicher Liebe gegen meinen Nächsten. ö gaß deine Barmherzigkeit sich ausbreiten über alle Menschen. Meine Beleidiger siehe mit erbarmen⸗ dem Auge an und vergib ihnen, gleichwie ich ihnen von Herzen vergebe. Alle meine Anverwandten lege ich in deine Liebesarme. Birche und Schule, Obrig⸗ keit und Untertanen befehle ich dir, mein Gott, wo aber gottloses Wesen ist, da hilf, daß der Sünde ge⸗ steuert werde. Hilf den Armen und Elenden, die zu dir schreien. Herr, mein Gott, erhöre mich um Jesu Christi willen! Amen. Lied Nr. 368: Die güldne Sonne. IO. Abendgebet am Mittwoch Gott, höre mein Gebet und verbirg dich nicht vor meinem Flehen; merke auf mich und erhöre mich. B. 55, 2. 5. Barmherziger Gott, lieber himmlischer Vater! Ich sage dir Lob und Dank für alles Gute, das du mir bisher erwiesen hast, für allen Segen, mit dem du mich im Leiblichen wie im Geistlichen gekrönt, fůr alle Hilfe und allen Beistand, den du mich immer wieder hast erfahren lassen, für die Freude, die du mir geschenkt, und für die Langmut und Geduld, womit du meine Fehler getragen hast. Ich bin zu gering aller 62¹ Morgen⸗ und Barmherzigkeit und Treue, die du an mir getan hast, und bitte dich mit herzlicher Reue um Vergebung alles Bösen, das ich begangen. Herr, gehe nicht ins Gericht mit mir, laß deine Güte und Treue mich auch diese Nacht und ferner behüten. In deine Zand be⸗ fehle ich meinen Leib und meine Seele, mein Gut und Vermögen, mein Wachen und Schlafen, mein Leben und Sterben. Wenn einst die Nacht auch für mich kommt, da niemand mehr wirken kann, dann reiche mir deine allmächtige Hand und nimm mich auf zu dir in dein himmlisches Reich. Amen. Lied Nr. 307: Jesu, meine Freude. II. Morgengebet am Donnerstag Berr, höre meine Worte, merke auf meine Rede, vernimm mein Schreien, mein Rönig und mein Gott, denn ich will vor dir beten! Herr, frühe wollest du meine Stimme hören, frühe will ich mich zu dir schicken. Ps. 5, 2—. O allmächtiger, starker und gewaltiger Gott, lieber himmlischer Vater, wir kommen vor dein heiliges Angesicht an diesem Morgen und preisen dich um alle deine Barmherzigkeit, die du wiederum in dieser Nacht an uns erwiesen hast. Du hast uns sicher ruhen lassen und uns fröhlich gemacht im Anschauen deines Lich⸗ tes. Du, unser Gott und Herr, erforschest und kennest uns; du siehest auf unsere geheimsten Gedanken. Ach, Vater, vergib uns doch um deines Namens willen unsere Ubertretungen! Dein heiliger Geist regiere uns zu allem Guten. Unseren Leib und unsere Seele und alles, was uns deine Gnadenhand gegeben hat, be⸗ fehlen wir in deine treuen Vaterhände. Sei du unser und aller Menschen, die dich erkennen und 6²² Abendgebete fürchten, Licht und Heil. Gib, daß wir mit aller Treue warten des Berufes, in den du uns gesetzt haͤst. Ach, Serr, bewahre unsere Zunge und alle unsere Glieder vor dem Bösen. Laß uns diesen Tag in deiner Furcht zubringen, dir zur Ehre und uns zur Seligkeit. Amen. Lied Nr. 369: Wach auf, mein Serz, und singe. IZ. Abendgebet am Donnerstag Behüte mich wie einen Augapfel im Auge; beschirme mich unter dem Schatten deiner Flügel. BI., 8 Lieber barmherziger Gott und Vater! Wir kom⸗ men vor dein Angesicht, um dir zu danken, daß du uns auch diesen Tag wieder durch deinen Schutz vor Schaden und Gefahr gnädiglich behütet hast. Wir sind nicht wert aller der Güte und Treue, die du auch heute wieder an uns getan hast. So du, Serr, wolltest Sünde zurechnen, wer wird bestehen? Darum bitten wir dich, du wollest uns alle Sünden vergeben, die wir in Gedanken, Worten und Werken begangen haben, und uns auch jetzt in dieser Nacht vor aller Gefahr und allem Schaden des Leibes und der Seele gnädiglich beschirmen. Zu dir steht unsere Hoffnung; denn du bist unser Gott. Laß uns heute in Frieden entschlafen und morgen fröhlich zu dei⸗ nem Preise wieder erwachen. Führe uns durch Vacht zum Licht, bis endlich der letzte Tag un⸗ seres Lebens kommt und ein Tag anbricht, der kein Ende nimmt; dann führe uns gnädig in die ewigen Bütten. Amen. Cied Nr. 396. Sirte deiner Schafe. 6²³ IIIIIPPPTTTTTRTRTRT Morgen⸗ und I3. Morgengebet am Freitag Gott, sei mir gnädig nach deiner Güte und tilge meine Sünden nach deiner großen Barmherzigkeit. Schaffe in mir ein reines Herz und gib mir einen neuen, gewissen Geist. Verwirf mich nicht von deinem Angesicht und nimm deinen heilgen Geist nicht von mir. Ps. 5I, 3. 12. 13. Gnädiger und liebreicher Gott! Ich hebe in dieser Morgenstunde mein Herz und meine Hände auf zu dem Thron deiner göttlichen Majestät. Mitten in der Finsternis hast du mir Leib und Seele vor Gefahr und Schaden bewahrt. Darum danke ich dir und preise deinen heiligen Namen; du hast Großes an mir getan, des bin ich fröhlich. Sei, o liebreicher Gott, auch heute mein Beistand und leite mich nach deinem Rat. Gib mir heute und allezeit ein, was ich reden soll, daß ich nichts Ubles rede; lehre mich, was ich tun soll, daß ich nichts Böses tue. Laß deines Geistes Zucht an mein Herz klopfen, wenn meine Gedanken sich von dir verirren wollen. Und da der heutige Tag ein Ge⸗ denktag des Leidens und Sterbens meines Herrn und Beilands ist, so stelle sein Rreuz vor meine Augen, damit ich schaue, was er für mich gelitten hat, und alle Lust meines Herzens zur Sůünde erlösche. Gedenke auch im Leiblichen an mich und segne mich; laß mich aber auch alles Irdische als ein vergängliches Gut ansehen, daß ich meine Seele nicht daran hänge, son⸗ dern nach dem Ewigen trachte. Wenn ich arbeite, so stäͤrke mich; wenn ich bete, so erhöre mich; wenn ich ausgehe, so begleite mich; wenn ich heimkehre, so weiche nicht von mir. Umgib mich und die Meinen mit deinem Schutze, daß wir den Abend fröhlich erleben. Amen. Cied Nr. 331: Gib dich zufrieden und sei stille. 6²⁴ N FIeee* Abendgebete I4. Abendgebet am Freitag Herr, auf dich traue ich; laß mich nimmermehr zu Schanden werden; errette mich durch deine Gerechtig⸗ keit. Ps. 3J, 2. Wir danken dir, Zerr, unser Gott, für die wunder⸗ bare Liebe, mit welcher du uns Unwürdige durch deinen geliebten Sohn errettet hast. Also hast du die Welt geliebt, daß du deinen eingebornen Sohn dahin gabst, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Wie sollen wir dich loben und dir Dank sagen für diese deine Barmherzigkeit? O mache uns würdig, himmlischer Vater, der großen Verheißung deines Sohnes, daß wir in ihm QLeben und Seligkeit haben sollen. Vollende, was du begonnen hast, staͤrke, kräftige, gründe uns durch die helle Erkenntnis unseres Erlösers. Siehe, wir lieben ihn, hilf uns ihn stärker lieben. Siehe, wir glauben, hilf unserem Unglauben. Amen. Lied Nr. 387: Mein schönste Zier und Bleinod bist. I5. Morgengebet am Samstag Berr Gott, du bist unsere Zuflucht für und für. Ehe denn die Berge wurden und die Erde und die Welt geschaffen wurden, bist du, Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Ps. 90, 2. Du getreuer Gott, auch in dieser Nacht hast du uns wieder geholfen und lässest uns heute unter deinem Schutze den Schluß einer Woche erleben. O Serr, deine Güte reicht, so weit der Simmel ist, und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen. Ach, gib doch, daß wir ohne Unterlaß deiner Treue gedenken, und Morgen⸗ und Abendgebete hilf uns, daß auch all unser Wandel dich preise. Silf uns zu ernstlicher Selbstprüfung, damit wir unsere Gedanken und die Werke dieser Woche überschauen und merken, wo wir gefehlt haben. O Herr, wirke du selbst in uns eine wahre Buße an Serz und Sinn. Sei uns gnädig und erfülle an uns deine Verheißung: Es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen, aber meine Gnade soll nicht von euch weichen und der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen. Erhebe dein Angesicht über uns und gib uns deinen Frieden! Amen. Lied Nr. 335: Ist Gott für mich, so trete. 16. Abendgebet am Samstag Berr, lehre mich, daß es ein Ende mit mir haben muß und mein Leben ein Ziel hat und ich davon muß. Siehe, meine Tage sind einer dand breit bei dir, und mein Leben ist wie nichts vor dir. Wie gar nichts sind alle Menschen, die doch so sicher leben! Sie gehen daher wie ein Schatten und machen sich viel vergeb⸗ liche Unruhe; sie sammeln und wissen nicht, wer es kriegen wird. Nun, Serr, wes soll ich mich trösten? Ich hoffe auf dich. Ps. 39, 5-8. Wer bin ich, Herr, und was ist mein Baus, daß du mich bis hierher gebracht hast? Du hast in dieser Woche nicht mit mir gehandelt nach meinen Sünden. Du warst und bist meine Zuversicht und meine Burg, mein Gott, auf den ich traue. Darum danke ich dir von Grund meines Serzens, und wenn du auch mich und die Meinen mit allerlei Leiden heimsuchst, so lobe ich doch deine Güte, die durch Trübsal uns in dein Reich führen will. Ach, vergib mir um Jesu Christi willen meine Sünden, die ich wider dich, meinen Nächsten und mich 52 Festgebete selbst in dieser Woche begangen habe. Schaffe in mir, Gott, ein reines derz und gib mir einen neuen, gewis⸗ sen Geist, neige auch mein Herz dazu, daß ich denen vergebe, die sich wider mich versündigt haben. Laß mich weder in zorn und Unversöͤhnlichkeit, noch sonst in einem Laster sterben oder verderben, sondern in Jesus Christus, meinem Seiland, erfunden werden. Herr, du bist unsere zuflucht für und für! Sei mit mir, mit den Meinen, mit allen Menschen, schůtze und schirme sie und laß sie immerdar deine Wege gehen. Bereite uns zum ewigen Sabbat, da Freude die Fülle und liebliches Wesen zu deiner Rechten ist. Amen. Lied Nr. 402: Gott Lob! ein Schritt zur Ewigkeit. II. Festgebete I7. Auf Weihnachten Dies ist der Tag, den der Herr macht, laßt uns freuen und fröhlich darinnen sein. Ps. IIS, 24. Ewiger und allmächtiger Gott, du hast also die Welt geliebt, daß du deinen eingebornen Sohn sand⸗ test, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Wir danken dir dafür von Grund unserer Herzen und loben deine große Barmherzigkeit, daß uns besucht hat der Auf⸗ gang aus der Höhe, dein Sohn Jesus Christus, und unser Fleisch und Blut angenommen, damit er durch sein Leben unser Leben heilige. Wir bitten dich herz⸗ lich, verleih uns die Gnade, daß wir alles für Schaden achten gegen die überschwengliche Erkenntnis Jesu Christi. Gib, daß wir an ihn, unseren Seiland, auf⸗ richtig glauben, uns ihm gänzlich ergeben, ihm willig 6²⁷ Festgebete dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit und durch ihn deine Rinder und Miterben sein mögen deiner ewigen Berrlichkeit. Ehre sei dir in der Höhe, Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen! Amen. Zied Nr. 37: Ich steh an deiner Rrippe hier. I8. Zum Jahreswechsel Mein Gott, nimm mich nicht weg in der Hälfte meiner Tage. Deine Jahre währen für und für. Du hast vorhin die Erde gegründet, und die Simmel sind deiner Hände Werk. Sie werden vergehen, aber du bleibest. Sie werden alle veralten wie ein Gewand; sie werden verwandelt wie ein Rleid, wenn du sie verwandeln wirst. Du aber bleibest, wie du bist, und deine Jahre nehmen kein Ende. Ps. Io2, 2528. Allmaächtiger, ewiger Gott, barmherziger Vater, wir haben jetzt abermals ein Jahr unserer Pilger⸗ schaft auf Erden zu Ende gebracht und fangen in deinem Namen ein neues an. Herr und Gott, wir rühmen und preisen deine große Barmherzigkeit und danken dir für alle deine Gůte und Treue. Wir bitten dich aber auch durch deinen Sohn, unseren Seiland, vergilt uns nicht nach unserer Missetat, sondern ver⸗ gib uns unsere Sünden und führe uns auf deinen Wegen. Regiere uns, daß wir keine alte Unreinigkeit in das neue Jahr bringen, sondern den alten Menschen aus⸗ und den neuen anziehen, der nach dir geschaffen ist. Fange an, o Vater, uns aufs neue zu segnen. Gib uns rechten Mut, rechten Glauben und rechten Christensinn. Nimm von uns alles Serzeleid, und halte deine Gnadenhand väterlich über uns. Getreuer Gott, erhöre unser Gebet und erbarme dich aller Menschen; erhalte uns dein reines Wort, heilige alle 6²⁸ —— Festgebete Lehrer und Prediger; erbaue Kirchen und Schulen. Behüte uns vor falscher Lehre. Stärke alle Regenten, fördere jeden guten Rat und jede gute Tat. Segne den gausstand, regiere Rinder und Gesinde. Bewahre uns vor Rrieg und Blutvergießen, vor Feuers⸗ und Wassersnot, vor Teuerung und Rrankheiten. Rröne das Jahr mit deinem Gut; gib Frieden im Lande, unseren Herzen Frieden, unserem Leibe Gesundheit. Segne unsere Nahrung und fördere das Werk unserer Hände. Bekehre die Sünder, stärke die Frommen, bringe zurecht die Irrenden, erleuchte unsere Feinde, wehre allen Verfolgern, schütze Witwen und Waisen, versorge die Armen, tröste die Elenden, errette die Bedrängten, pflege die Rranken, sei bei den Sterben⸗ den durch Jesus Christus, unseren Seiland. Amen. Lied Nr. 48: Nun laßt uns gehn und treten. 19. Auf Rarfreitag In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost: Ich habe die Welt überwunden. Joh. I6, 33. Berr Gott, heiliger, barmherziger Vater, der du kein Gefallen hast an unserem Tode, sondern willst, daß wir uns bekehren und leben: in tiefer Demut preisen wir deine Gnade, daß du deines eingebornen Sohnes nicht verschont, sondern ihn für uns alle dahingegeben hast. Herr Jesus Christus, du Mittler des neuen Bundes, demütige uns heute durch den Anblick deines Leidens und Sterbens. Wir, wir haben dir Mühe und Arbeit gemacht mit unseren Sünden, und um unserer Missetat willen bist du verwundet. O laß es uns nie vergessen, wie schwer die Strafe auf dir lag, damit wir Frieden hätten für unsere 6²⁰ ———— —.—.—..—. Festgebete Seelen. Treuer Heiland und Versöhner! Du hast das große Werk unserer Erlösung vollbracht. O laß dein Sterben unser Leben, deine Gerechtigkeit unser Seil, deinen Todeskampf unseren Sieg und ewigen Frieden werden. Versetze uns in die Gemeinschaft mit dir, daß unser alter Mensch samt dir gekreuzigt und begraben werde in den Tod, und wir zu einem neuen Leben mit dir auferstehen. Entzünd unsere Serzen durch die Liebe, damit du uns geliebt hast bis in den Tod, daß wir dich wiederum lieben mit rechter Inbrunst des Geistes und dir dein Rreuz nachtragen im Glauben und in Geduld. Serr Jesu, wie du selbst deinen Geist befohlen hast in die dände deines himmlischen Vaters, so befehlen auch wir in festem Vertrauen auf die Rraft deiner Erlösung unsern Geist ganz samt Seele und Leib in deine allmächtige Sand. Du, Serr, bist würdig zu nehmen Preis und Ehre und Vraft und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Lied Nr. 63: O Haupt voll Blut und Wunden. 20. Auf Gstern Ich lebe und ihr sollt auch leben! Joh. 14, I9. Wir loben und preisen dich allbarmherziger Gott, und danken dir von Herzen, daß du deinen Sohn, Jesus Christus, den großen Sirten der Schafe, aus⸗ geführt hast von den Toten und ihm die Serrlichkeit gegeben, welche er hatte, eh denn die Welt war. Und dir, du großer Siegesfürst, sei ewig Ehre und Preis gebracht für deine unaussprechliche Liebe und den Segen deiner Auferstehung. Stärke und mehre nun unseren schwachen Glauben, daß wir gewiß werden, du seiest um unserer Sünden willen gestorben und 63⁰ Festgebete um unserer Gerechtigkeit willen auferweckt. Wirke in uns durch deine Gnade, daß wir den beständigen Trost empfinden, daß weder Tod noch Sölle uns schrecken können. Erwecke uns zu einem neuen Leben in dir und stärke uns, die Lüste des Fleisches zu be⸗ siegen und die Werke des Geistes zu vollbringen. Rehre ein mit deinem Segen in alle Häuser und gib, daß in unserem Lande Ehre wohne, Güte und Treue einan⸗ der begegnen, Gerechtigkeit und Friede sich küssen. Romme zu Hilfe deiner bedrängten Rirche und erwecke auch sie zu neuem Leben und neuer Rraft. Tröste mit deiner Osterbotschaft alle betrübten Herzen und er⸗ rette alle, die in Not und Gefahr sind. Beschere uns durch die Braft deiner Auferstehung einen seligen Beimgang zu deinem und unserem Vater und gib, daß wir an jenem Tage fröhlich von den Toten auf⸗ erstehen und mit dir in himmlischer Freude und Herr⸗ lichkeit ewig leben mögen. Amen. Lied Nr. 86: Überwinder, nimm die Palmen. 2I. Auf Himmelfahrt Suchet, was droben ist, da Christus ist. Rol. 3, I. Allmächtiger Gott, Vater unseres Zerrn Jesus Christus, ich sage dir von Serzen Dank für deine große Gnade, die du uns armen Sůndern erzeigt hast durch deinen Sohn, unseren Herrn, welcher auferstanden ist von den Toten, aufgefahren gen Himmel, sitzet zu deiner Rechten und vertritt uns. Ich bitte dich, du wollest auch mich erwecken aus dem Grabe der Sün⸗ den und zu dir hinaufziehen, daß ich allein Lust, Liebe und Verlangen habe nach den himmlischen Gütern. Laß mein Herz, Gedanken und Sinne bei dir im Festgebete Bimmel sein. Behůte und bewahre mich vor Sünden und allem Ubel, bis ich einst ganz zu dir komme, dich von Angesicht zu Angesicht sehe und ewig bei dir bleibe in deiner Herrlichkeit. Amen. Zied Nr. 96: Auf Christi Simmelfahrt allein. 22. Auf Pfingsten Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz und gib mir einen neuen, gewissen Geist. Verwirf mich nicht von deinem Angesicht und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir. Tröste mich wieder mit deiner Silfe und mit einem freudigen Geist rüste mich aus. Ps. 5I, J12IX. O Gott, der du die Herzen deiner Gläubigen so gnädig und reichlich mit deinem heiligen Geist am heiligen Pfingstfest besucht und begabt hast: gieße diesen deinen Geist auch über unsere dürren, ver⸗ schmachteten Serzen aus. Romm, o heiliger Geist, und ziere uns mit deinen vielfältigen Gaben, daß wir die großen Taten Gottes wahrhaftig erkennen und mit neuen Zungen dich rühmen. Romme in deiner Fülle in die Rirche, welche durch dich gegründet ist, und laß sie immerdar deine Wohnung sein. Entzünde uns mit dem Feuer deiner göttlichen Liebe. Zůnde an das Licht deiner Wahrheit, daß wir inbrünstig mit rechtem Ernst und Eifer unserem Gotte dienen. Du Geist des Friedens, verbinde unsere Zerzen mit deinem Bande des Friedens, daß wir in Sanftmut und Demut, in Friede und Einigkeit beieinander bleiben und leben. Du Geist der Geduld, gib uns Geduld in Leidenszeit und bis ans Ende Beständigkeit. Du Geist des Gebets, erwecke unsere Herzen, damit wir sie samt heiligen 6³² Ar er Festgebete Händen zu Gott erheben und ihn in allen Nöten an⸗ rufen. Sei unser Schutz in der Not, unsere Silfe in Trübsal, unser Trost in aller Widerwärtigkeit. Romm, o du ewiges Licht, sei unser Licht und leite uns auf ebener Bahn zum ewigen Leben, damit wir dich, heiliger Geist, samt dem Vater und dem Sohne dort in deinem Reiche rühmen und preisen immer und ewiglich. Amen. Lied Nr. IIo: O heilger Geist, kehr bei uns. 23. Am Bußtage Aus der Tiefe rufe ich, Serr, zu dir. Herr, höre meine Stimme, laß deine Ghren merken auf die Stimme meines Flehens. So du willst, Serr, Sünde zurechnen: Herr, wer wird bestehen? Denn bei dir ist die Vergebung, daß man dich fürchte. Ps. I30, 1—4. Herr der Welten, Richter der Seelen, Vater in Christus! Heute bekennen wir dir unsere Sünden, und ein Volk von vielen Tausenden bekennt sie dir mit uns. Wir sind ja allzumal Sünder und mangeln des Ruhms, den wir an dir haben sollten, und wenn unsere Lippen hiervon schwiegen, so würden unsere Taten reden. Bei dir, Herr, aber ist Gnade und Er⸗ barmung, darum sinken wir vor dir nieder und bitten dich: Herr, gehe nicht mit uns ins Gericht und vergilt uns nicht nach unserer Missetat. Barmherzig und gnädig bist du, geduldig und von großer Güte. O lege das Gefühl davon recht tief in unsere Serzen; laß uns nicht erliegen unter der Last unserer Schuld. Um Jesu Christi willen vergib uns unsere Sünden. Ver⸗ stoße uns nicht von deinem Angesicht; wie sich ein Vater über seine Rinder erbarmt, also erbarme dich Gebete in besonderen Lebenslagen auch über uns. Erleuchte unsere Herzen, daß wir wahre Buße tun, alle wissentlichen, vorsätzlichen Sünden fliehen und meiden, hingegen dich und dein heiliges Wort stets vor Augen haben. Erbarme dich deines Christenvolkes und aller Völker, daß sie dein Seil suchen und finden. Sei bei uns in all unserer Not und höre auf unser Flehen in unserer Trübsal. Das alles wollest du tun, o treuer und barmherziger Gott, um deines geliebten Sohnes, Jesus Christus, unseres Berrn und Heilandes, willen. Amen. Lied Nr. 229: Rehre wieder. III. Gebete in besonderen Lebenslagen und Verhältnissen 24. Am Beichttage(Vorbereitung zum heiligen Abendmahl) a) Anleitung zur Selbstprüfung Erforsche mich, Gott, und erfahre mein Herz; prüfe mich und erfahre, wie ich es meine, und siehe, ob ich auf bösem Wege bin, und leite mich auf ewigem Wege. Ps. I39, 23. 24. Prüfe und frage dich, ob du nicht immer noch so fleischlich und weltlich gesinnt bist,— so wenig frei von Leidenschaften,— so voll von Regungen der bösen Aust,— so unbewacht in Rücksicht auf das, was den Sinnen schmeichelt, so ergeben vielen eitlen Träumereien,— so sehr geneigt zum Äußeren, so nachlässig in Rücksicht auf das Innere,— so schwer zu bewegen zur Reue,— so träge zur Verleugnung deiner selbst, so begierig zu haben, so karg im Geben, so unvorsichtig im Reden,— so heftig im Sandeln,— 6³⁴ **** Gebete in besonderen Lebenslagen so unmäßig in Speise und Trank,— so taub gegen Gottes Wort,— so schnell zur Ruhe, so langsam zur Arbeit,— so munter zu unnützem Geschwätz,— so nachlässig im Gebet,— so leicht bereit, anderen wehe zu tun, so streng im Tadel, so vorschnell zum Ver⸗ dammen, so wenig treu den Freunden, so unversöhn⸗ lich gegen die Feinde,— so verzagt im Unglück,— so voll frommer Entschlůsse und so arm an guten Werken. (Die Selbstprüfung kann auch nach den Jo Ge⸗ boten geschehen.) b) Sündenbekenntnis Ich bekenne dir meine Sünde und verhehle dir meine Missetat nicht. Ich sprach: ich will dem Herrn meine Übertretung bekennen; da vergabst du mir die Missetat meiner Sünde. Ps. 32, 5. O allmächtiger Gott, barmherziger Vater! Ich armer, elender Sünder bekenne vor deinem Angesicht alle meine Missetat und Sünde, womit ich dich er⸗ zůrnt und deine Strafe zeitlich und ewig wohl verdient habe. Sie sind mir aber alle herzlich leid und reuen mich sehr. Darum bitte ich um deiner unergründlichen Barm⸗ herzigkeit und des unschuldigen, bitteren Leidens und Sterbens deines lieben Sohnes, Jesu Christi, meines Heilands, willen, du wollest mir meine Sünden ver⸗ zeihen und deinen heiligen Geist geben, daß ich durch sein Eingeben mein Leben bessere und von Herzen fromm werde. Ach, Gott, sei mir Sünder gnädig! Amen. c) Gebet um Vergebung der Sünden Die Angst meines Herzens ist groß, führe mich aus meinen Noͤten. Siehe an meinen Jammer und Elend und vergib mir alle meine Sünden. Ps. 25, I7. IS. 6³5 Gebete in besonderen Lebenslagen Mein Gott und Herr! Meine Seele ist betrübt, mein Berz voll Angst und mein Gewissen voll Traurigkeit um meiner Sünden willen. Sie gehen über mein Baupt und sind mir wie eine schwere Last. Du aber bist voll Gnade. Darum komme ich zu dir und flehe: Gedenke nicht meiner Sünden, gedenke aber an deine Barmherzigkeit, die von der Welt her gewesen ist. Vergib mir um deines Sohnes willen, der gekommen ist, das Verlorene zu suchen. Nimm mich in Gnaden an und schenke mir deine Barmherzigkeit. Silf mir meine Sünden herzlich bereuen und deine Verzeihung mit gläubigem Serzen ergreifen. Stärke mich durch deinen heiligen Geist, daß ich hinfort ein christliches und gottseliges Leben führe und dir allezeit diene in Beiligkeit und Gerechtigkeit, wie es dir wohlgefällig ist. Laß mir den Genuß des heiligen Mahles deines lieben Sohnes gereichen zur Bräftigung meines schwachen Glaubens, zur Besserung meines Lebens und zum Pfand meiner ewigen Seligkeit. Silf, daß mein Leben eine stete Buße sei, daß ich mich allezeit nach deinem Wort und Willen richte, bis ich endlich in dein Reich komme, wo alle Schwachheit aufhört und man dir dient in vollkommener Liebe und Freude von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Lied Nr. 220: Hier legt mein Sinn sich vor dir nieder. 25. Am Abendmahlstag a) Vor dem Abendmahl Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf einer grünen Aue und fůhret mich zum frischen Wasser. Er erquicket meine Seele; er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen. Ps. 23, I=3. 636 S- 23 — & Gebete in besonderen Lebenslagen Berr Jesus Christus, du getreuer Sirte meiner Seele, du hast gesagt: Ich bin das Brot des Lebens, wer zu mir kommt, den wird nicht hungern, und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten. Siehe, ich komme zu dir und bitte dich, du selbst wollest mich recht bereiten und zum würdigen Gast deines himm⸗ lischen Mahles machen; laß mich nicht hoffärtig und leichtfertig herzukommen. Gib rechte Reue über meine Sünden in mein Herz und festen Glauben an dein Verdienst zum Trost in meine Seele. Gib mir auch einen demütigen und versöhnlichen Sinn, daß ich meinen Feinden vergebe, und tilge in mir die Wurzel aller Bitterkeit und Feindseligkeit. Pflanze in mein Gemüt herzliche Liebe und Barmherzigkeit, daß ich meinen Bruder und Mächsten, ja alle Menschen, wie mich selber in dir lieb habe. Ach, Herr, ich komme zu dir mit Sünden beladen, nimm die Last von mir; ich komme als Unreiner, reinige mich; als Blinder, erleuchte mich; als Armer, mache meine Seele reich; als Verirrter, suche mich; als Verlorener, mache mich selig. Mein himmlischer Arzt, ich bringe zu dir eine kranke Seele, heile sie; ein Herz, das Mangel hat an wahrer Gottseligkeit, Beiligkeit und Gerechtigkeit, erfülle es mit deiner Gnade, mit deinem Geiste, deiner Liebe, deiner Demut und Sanftmut, deiner Geduld und deinem Frieden. Du wahrhaftiges Brot des Lebens, speise mich zum ewigen Leben. Amen. Zied Nr. 202: Ich komme, Serr, und suche dich. b) Vor dem Hintritt zum Tische des Serrn O Gott, sei mir armen Sünder gnädig; gib dei⸗ nen heiligen Geist in mein Herz, daß ich das heilige 21 6³7⁷ Gebete in besonderen Lebenslagen Sakrament würdiglich empfangen, meinen schwachen Glauben stärken, mein blödes Gewissen trösten, mein Leben bessern und ewig selig werden möge. Solches verleihe mir, o Gott, um Jesu Christi willen. Amen. c) Nach dem Abendmahl Ich danke dir, Herr, mein Gott, von ganzem Herzen und ehre deinen Namen ewiglich. Ps. 86, I2. Barmherziger Gott und Vater, ich lobe und preise deinen heiligen Namen und danke dir für deine un⸗ aussprechliche Güte, daß du mir armen, unwürdigen Sünder im heiligen Abendmahl deine Gnade ge⸗ schenkt hast. So hilf mir denn, getreuer Gott, daß mir dieses Mahl gedeihen möge zur Stärkung meines Glaubens und zur Liebe gegen die Brüder, zum Wachstum in der Gottseligkeit, zur Geduld im Leiden und dereinst zu einem freudigen, seligen Sterben. Mache mich brünstig im Geist, fröhlich in Soffnung, geduldig in Trübsal, laß mich anhalten am Gebet, auf daß ich die guten Vorsätze, welche ich durch deine Gnade gefaßt habe, durch deine Rraft nun auch ins Werk setzen und alle Anfechtungen der Welt und des Fleisches überwinden möge. Erhalte deine Rirche im rechten Glauben und in wahrer Einigkeit des Geistes und hilf uns allesamt zu deinem himmlischen Reiche. Amen. Lied Nr. 207: O Jesu, meine Wonne. d) Gebet eines RBranken vor dem Abendmahl Ich will zu Gott rufen, und der Zerr wird mir helfen. Ps. 55, I7. Mein Herr und Heiland, der du das Seufzen der Elenden hörst und ein geängstetes und zerschlagenes 638 N NS Æ e.—..————''s——— 7 N—.22 V Gebete in besonderen Lebenslagen Herz nicht verachtest, blicke auf mich in meiner Trüb⸗ sal und Anfechtung in Gnaden herab und erquicke meine Seele, die nach deiner Erbarmung dürstet, mit himmlischem Troste. Nahe dich zu mir in deinem heili⸗ gen Mahle und stärke mich dadurch. Gib mir Rraft, daß auch Brankheit und Schmerz mein Vorhaben nicht hindern, mich mit dir zu vereinigen. Ich weiß, daß ich in deinem Mahle dich selbst empfange zur Ver⸗ söhnung mit Gott, und bin gewiß, daß ich nicht ver⸗ loren gehen, sondern das ewige Leben haben soll. Erhalte mich bei diesem beseligenden Glauben und stärke ihn durch deine Rraft. Mein Herr und mein Gott, tröste mich in meinem Leide und sei bei mir in meiner Trübsal, und hast du bestimmt, daß ich ab⸗ scheiden soll von dieser Erde, so scheide nicht von mir. Stehe mir bei im letzten Rampfe und laß deinen Tod mein Leben sein. Ist's aber dein gnädiger Ratschluß, daß ich noch länger ein Pilgrim sein soll in dieser Welt, dann reinige mir Herz und Sinn, daß ich nach deinem Wohlgefallen meine Wege gehe. Amen. gied Nr. 294: Herr, wie du willst, so schick's mit mir. e) Gebet eines RBranken nvnach dem Abendmahl Ich danke dir, Gott, denn du kannst es wohl machen, und will harren auf deinen Namen. Ys. 2, II. O du gnädiger und getreuer Gott und Vater, ich sage dir Lob und Dank, daß du mich durch dieses heilige Mahl erquickt und gestärkt hast. Ich bitte dich um deiner Barmherzigkeit willen, du wollest durch diese himmlische Speise und durch diesen Trank des gebens meine Seele heiligen, damit ich meinen Lauf im Glauben vollende, deinem väterlichen Willen mich 21* 63 Gebete in besonderen Lebenslagen demütig unterwerfe und auch unter Breuz und Trüb⸗ sal deinen Namen preise. Gib, daß ich ewig dein Eigentum bleibe, und daß weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Leben noch Tod mich scheiden möge von deiner Liebe in Christus. Amen. Lied Nr. 295: Laß mich dein sein und bleiben. 26. Gebete in Rrankheit a Herr, sei mir gnädig, heile meine Seele, denn ich habe an dir gesündigt. Ps. 4I, 5. Es hat dir gefallen, mein Schöpfer und Vater, mich mit Rrankheit heimzusuchen. Allmächtiger, der du gesagt hast:„Ich bin der Herr, dein Gott“, zu dir nehme ich meine Zuflucht, auf dich setze ich auch in dieser Prüfung mein Vertrauen. Vor allen Dingen bitte ich dich, daß du dich gnädig meiner Seele an⸗ nehmen, mir um Christi willen meine Sünden ver⸗ geben und mir Hoffnung und Glaubensfreudigkeit im Tode schenken wollest. Laß das Gefühl meiner Schwachheit den Glauben an dich stärken und meine Buße aufrichtig und ernsthaft machen. Ich habe nie⸗ mand im Himmel und auf Erden, der mir helfen, mich stärken und beruhigen könnte, als dich, den treuen Helfer in aller Not. O mein Vater, du hast mir eine Qast aufgelegt, hilf sie mir auch tragen; lindere meine Schmerzen, erquicke meine matte Seele mit deinem himmlischen Troste; schenke mir Geduld und Gelassen⸗ heit; läutere meinen Glauben in der Hitze der Trübsal. Herr, du Allmächtiger, bei dir ist kein Ding unmöglich; wenn du willst, kannst du mich wieder gesund machen. Bin ich noch nicht reif für die Ewigkeit, o so verlängere 6⁴⁰ Gebete in besonderen Lebenslagen noch meine Gnadenzeit, daß ich künftig dir wohlgefäl⸗ lige Früchte bringen möge. Ja, Herr, ich gelobe es, daß ich mit Leib und Seele mich dir heiligen will, wenn du mich wieder aufkommen lässest. Sollte aber in deinem heiligen Rat mein Ende beschlossen sein, so bitte ich dich flehentlich um die Gnade, selig sterben zu dürfen. Vater, nicht mein, sondern dein Wille ge⸗ schehe. Serr, dir lebe ich; dir sterbe ich; dein bin ich tot und lebendig. Amen. Cied Nr. 293: Auf dich hab ich gehoffet, Serr. b) Die Angst meines Herzens ist groß; führe mich aus meinen Pöten. Ps. 25, I7. Du frommer und getreuer Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, ich bitte dich von Herzen, du wollest mich in meiner Not nicht verlassen, sondern mit dem Licht deiner wahren Erkenntnis erleuchten, daß ich darin aus der Finsternis dieser Welt und meiner schweren Krankheit zu dir, dem ewigen Lichte, möge wandeln. O Herr, sei du bei mir, wenn ich sterben soll; stehe du mir zur rechten Hand, wenn ich meinen Geist aufgeben muß; tröste und stärke mich im festen Ver⸗ trauen auf deine große Gnade und Barmherzigkeit. Ach, Serr, laß das letzte Wort deines lieben Sohnes am Stamme des Breuzes auch mein letztes Wort sein, daß ich mit gläubiger Zuversicht im Serzen sagen darf: Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist; denn du hast mich erlöset, du getreuer Gott. Und wenn ich aus Schwachheit solches nicht mehr sprechen kann, so laß doch mein Herz also in der Stille zu dir rufen und seufzen. Amen. Lied Nr. 439: Christus, der ist mein Leben. 641 Gebete in besonderen Lebenslagen c) Morgengebet eines Rranken Ich komme früh und schreie; auf dein Wort hoffe ich. Ps. II9, 147. Herr, du Vater des Lebens, dessen Güte alle Mor⸗ gen neu ist, sei gelobt und gepriesen, daß du mich armen Braͤnken in dieser Nacht so gnädig bewahrt und erhalten hast. Noch kann ich das Licht schauen im Lande der Lebendigen und deine über mich er⸗ neuerte Güte preisen. Sollte aber dieser Tag mein letzter auf Erden sein, ach so bewahre doch in meinem Herzen das Licht des Glaubens und laß Jesus Christus, das ewige Licht, mit seiner Gnade mir leuchten bis ans Ende, daß ich selig einschlafen möge in seiner selig machenden Erkenntnis. Nun, Serr, dein Wille geschehe!l Nimm dich meiner Seele treulich an, daß sie nicht verderbe. Mein Gott und Vater, erbarme dich über mich und gib mir deinen Frieden! Amen. Lied Nr. 37J: Morgenglanz der Ewigkeit. d) Abendgebet eines Rranken Der Herr ist mein Licht und mein Heil; vor wem sollte ich mich fürchten? Ps. 27, J. Deinem Namen, mein treuer Gott und Heiland, sage ich von Herzen Dank und Lob, daß du mir diesen Tag hast überwinden helfen, und daß deine Braft in mir Schwachem mächtig war. Aber siehe, hier liege ich noch unter deiner Heimsuchung und seufze zu dir: Ach, Herr, mein Gott, wie lange verziehst du mit deiner Silfe! Siehe doch meinen Jammer und mein Elend an, vergib mir alle meine Sünden und errette mich! Dir befehle ich meinen hinfälligen Leib und 6³² Gebete in besonderen Lebenslagen meine so teuer erkaufte Seele. Stärke mich im Glau⸗ ben und in der Geduld also, daß ich vor dir bestehen und das himmlische Erbe durch deine Gnade erlangen möge. Dazu hilf mir, mein Heiland und Erlöser, um deines bitteren Leidens und Sterbens willen. Amen. Lied Nr. 397: Herr, es gescheh dein Wille! e) Gebet der Eltern bei Erkrankung eines Rindes Erhöre mich, wenn ich rufe, Gott meiner Gerech⸗ tigkeit, der du mich tröstest in der Angst; sei mir gnädig und erhöre mein Gebet. Ps. 4, 2. Barmherziger, gnädiger Gott und Vater, du siehst, welcher Jammer unser Herz erfüllt. Die Freude an unserem lieben Rinde ist in schwere Sorge und großes Herzeleid verwandelt. Da liegt es vor unseren Augen, und jeder Zug seines Antlitzes bricht unser Herz. Wir möchten gern helfen und können doch nicht. Darum erbarme du dich, allmächtiger Helfer, denn bei dir ist kein Ding unmöglich. Doch es ist dein Rind, du bist sein Vater, denn du hast ein größeres Anrecht an es als wir. Deshalb, dein Wille geschehe. Wir wollen nicht murren, wenn du es uns nimmst aus unseren Armen in deine treuen Vaterarme. Gedenkst du es zu versetzen als Pflanze in dein Paradies, dann wollen wir uns trösten, daß du es frühe führest zu seinem ewigen Heile. Willst du unser liebes Rind uns aber noch lassen, dann, o Herr, wollen wir es von neuem freudig aus deiner Vaterhand nehmen als lebendigen Zeugen deiner Macht und deiner Gnade. Dann aber schenke uns auch Rraft und Weisheit, es für dich und dein himmlisches Reich zu erziehen. Amen. Cied Nr. 333: Befiehl du deine Wege. 643 Gebete in besonderen Lebenslagen 1) Fürbitte der Angehörigen für einen RKranken Hilf du uns, Gott, unser Helfer, um deines Namens Ehre willen! Ps. 79, 9. Vater, wir flehen zu dir für unseren Rranken, der uns so wert und teuer ist. Rann es nach deiner Weis⸗ heit geschehen, so laß ihn genesen und erhalte uns ihn, den wir so innig lieben. Doch wir unterwerfen uns mit Demut deinem heiligen Willen, wenn auch mit banger Besorgnis und mit Tränen. Silf, Helfer, hilf, denn wenn du willst, so kannst du uns wohl helfen. Du hast uns ja gesagt: Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten, so sollst du mich preisen. Vater, wir rufen dich an: Ist es möglich, so laß uns den bittern Relch der Trennung nicht trinken, gib vielmehr, daß wir für Rettung und Erhaltung dich preisen und dir danken können. Mildere, o Gott, die Schmerzen unseres lieben Branken und tröste, be⸗ ruhige, stärke ihn durch deinen Geist. Und soll, o Herr über Leben und Tod, nach deinem väterlichen Rat⸗ schluß seine Todesstunde herannahen, ach, so mache sie ihm sanft und selig. Stärke dann mit Rraft aus der Höhe den Scheidenden und uns, die Zurückblei⸗ benden. Laß ihn und uns im Geiste hinüberblicken in die ewigen Wohnungen. In solchem Glauben laß uns leben, leiden und sterben. Amen. CLCied Nr. 344: Was Gott tut, das ist wohlgetan. g) Fürbitte der Angehörigen für einen Ster⸗ benden Wo ist jemand, der da lebet und den Tod nicht sehe? Ps. 89, 49. Heiliger, barmherziger Vater, siehe in Gnaden an unseren Miterlösten, der mit dem Tode ringt. Erbarme 6⁴ Gebete in besonderen Lebenslagen dich seiner in seiner letzten Angst. Erbarme dich seiner im Gerichte. Wir empfehlen dir seine Seele, die du zum ewigen Leben erschaffen hast; erlöse sie von allem Übel und nimm sie auf in deine Hände. Göttlicher Erlöser, Jesus Christus, auch für diesen Sterbenden hast du dein Blut vergossen, auch für ihn die heißen Todeskämpfe gekämpft. Stehe ihm bei in seiner letzten Wot. Du hast seine unsterbliche Seele erlöst zum ewigen Leben. Rufe den scheidenden Geist in die Heimat zu dir, auf daß er deine Serrlichkeit schaue. Beiliger Geist, göttlicher Tröster, sei Licht, Trost und Rraft diesem Sterbenden, dessen Auge jetzt bricht. Stärke ihn in seinem letzten Rampfe; hilf ihm durch⸗ dringen durch die enge Pforte zum ewigen Leben. Bringe seine Seele zum ewigen§rieden. Amen. Lied Nr. 453: Unser keiner lebt ihm selber. h) Rurze Sprüche, Sterbenden vorzusprechen O Vater, ich befehle meinen Geist in deine Zände! Du hast mich erlöset und wirst mich auch jetzt erlöͤsen, o Herr, du getreuer Gott. Amen. Ach, Serr, erloöͤse mich von allem Ubel und hilf mir zu deinem himmlischen Reiche. Amen. Herr Jesus, dein bitteres Leiden und Sterben komme mir zu Silfe in meiner Todesnot und vor deinem Gerichte. Amen. Herr, ich warte auf dein Heil! Führe mich nach deinem Worte ins rechte Vaterland. Amen. Berr Jesus, dir leb ich, Herr Jesus, dir sterb ich; dein bin ich tot und lebendig. Amen. 6⁴⁵ Gebete in besonderen Lebenslagen Ich bin gewiß, daß weder Tod noch Leben, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes, noch keine andere Rreatur mich scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, un⸗ serem Herrn. Amen. Erlöse mich, o mein Gott, von meinen Leiden; doch nicht wie ich will, sondern wie du willst; Herr, dein Wille geschehe! Amen. 27. Gebet nach dem Verscheiden eines Branken Nun, Herr, was soll ich mich trösten? Ich hoffe auf dich. Ps. 39, 8. Herr, allmächtiger Gott und Vater, verleihe un⸗ serem Dahingeschiedenen um deines lieben Sohnes willen die ewige Freude und Ruhe; laß ihm leuchten dein ewiges Licht und gib ihm das ewige Leben! Uns aber, die wir hienieden bleiben und dem Ent⸗ schlafenen nachschauen, tröste aus der Fülle deiner Barmherzigkeit! Sei unser aller Pfleger, delfer und Beistand und laß uns deine Güte und Gnade reichlich erfahren, bis auch unser Stündlein kommt und wir selig dahinfahren. O getreuer Herr und Heiland, geleite die Seele unseres Entschlafenen, die du selber durch dein Blut erkauft hast, in die Herrlichkeit Gottes um deiner Liebe willen. Amen. Lied Nr. 483: Jesus, meine Zuversicht. 28. Dankgebet nach erlangter Genesung Lobe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen. Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes getan hat; 6⁴⁵ Gebete in besonderen Lebenslagen der dir alle deine Sünden vergibt und heilet alle deine Gebrechen; der dein Leben vom Verderben erlöst; der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit. ps. I03, Ich preise dich, Herr, denn du hast mich erhöret; da ich schrie zu dir, machtest du mich gesund. Du hast mein Serzeleid in Herzensfreude verwandelt. Siehe, um Trost war mir sehr bange, aber du, Herr, hast dich meiner Seele angenommen, daß sie nicht verdürbe. Stricke des Todes umfingen mich, aber du hast mein Flehen erhört und meine Seele vom Tode errettet. Herr, mein Gott, wie groß sind deine Wunder, die du an mir bewiesen hast! Gelobt seist du, Herr, täglich, und gerühmt sei dein herrlicher Name immer und ewiglich. Getreuer Vater, wende nun deine Barm⸗ herzigkeit nicht von mir, sondern vollführe das gute Werk, das du in mir angefangen hast, und stärke mich von Tag zu Tag mehr und mehr; leite mich durch deinen guten Geist, daß ich dir mein Leben lang diene in Heiligkeit und Gerechtigkeit, die dir gefällig ist. Laß deine Güte und Treue allewege mich behüten. Verlaß mich nicht, Herr, mein Gott; sei nicht fern von mir; eile, mir immerdar beizustehen, Herr, meine Hilfe, auf daß ich allezeit deinen heiligen Namen lobe und deine Erbarmung und Gnade preise. Serr, mein Gott, ich will dir danken in Ewigkeit. Amen. Lied Nr. J37: Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut. 6⁴⁷ Inhalt Nr. 1. Der Cas des Zerrn 1 14 Amnmorgenĩ5 12 3 Zum Anfaͤͤng des Gottesdienstes. 710 Zum Schlusse des Gottesdienstes II4 Ledvehh 15 30 Hr weihnächten 52 IW. Jahreswechsel 46—52 u. 402 V. Darstellung und e Ehrist.. 53- 57 M. Hassiton 58— 75 Begrabnis Jeemm 75 75 WIeösern 76 92 VIII. Himmelfahrtttñ 93Ios IX. Pfingsten 106—121 Schlußlied der Weihynachts“, Oster⸗ und fingstzeit 12² K Trinitatissettiti 12³31⁷ XI. Allgemeine Lob⸗ und Danklieder.. I28 14⁷ XII. Rirche und Gnadenmittel 148210 Girchhee w 148—176 V RKirchweihee 165-I66 4 Ausbreitung der Rirche(Mis⸗ sionslieder) 167-176 ö Gnadenmittel 177210 Wort Gettes 17783 ö Sakramente 18410 Beilige Taufe. Ronfirmation 188—194 Das heilige Abendmahl.. I952 Vor und während der Grie 195 2⁰6 Nach der Feier.207-210 6⁴⁸ — * — Inhalt XIII. wiedergeburt und Seiligung. XIV. Buße Glaube und Reotferiguns Beiligung⸗ Nachfolge cbeifi Liebe Sebet Allgemeine Fürbitte Friede und Freude Vertrauen Nr. 211360 l 243 860 215 26 268-290 218803 30⁴43⁰⁵ .306-324 325 80 Lieder für besondere Zeiten, Staände und Verhältnisse Jahreszeiten Frühling Sommer Berbst Winter. Morgen Mittag. Vor Lische Nach Tische. ibendnsd Für Kinder—— Am Schlusse der woche Beruifßß Ehe und Hartestand. Gbrigreit Preoigtammtñ Allgemeine ot Krieg und Friedden Mißwachs und Teurung. WErntee Wetterlieoder Reis Rrankheit — 361 ·36135 3861 64 6³⁰ Inhalt ö Mr. Am Seburtstag.. 4183 Im Alter 554 XV. Die letzten Binart E 4800 2 Le8ð 458 170 2 Sterbelieder 4864. Begräbnislieder.. 458-466 2 Beim Tode der Eltern. 467-168 2 Beim Tode von Ehegatten. 469—471 Beim Tode von Rindern.. 472 476 2 Gericht und Ewigkeit... 477 ⁰00 2 Anhang geistlicher Lieder für Jugendgottesdienste 2 und für freie VDersammlungen der Gemeinde Vr. 501-572. 2 Liturgische Gesänge S. 599-606. Gottesdienstordnungen S. 606-614. 2 Gebete zur häuslichen Andacht S. 615-647. 2 Verzeichnis der Lieder S. 651-664. 2 ———— V Erläuternde Bemerkungen zu den Melodien des An⸗ A hangs und dem Wechselgesang S. 665. Verʒeichnis der Lieder Abend wird es wieder Abermals ein Jahr ver⸗ flossen Ach bleib bei uns, Herr Ach bleib mit deiner Gnaͤde Ach Gott, ich muß in Traurigkeit Ach Gott und Herr, wie Ach Gott, verlaß mich nicht Ach Gott, vom Himmel sieh Ach mein Herr Jesu Ach mein Jesu, sieh, ich Ach sei mit deiner Snade Ach was bin ich, mein Ach was ist doch unsre Zeit Ach wie heilig ist der Ort Ach wundergroßer Siegesheld Allein Gott in der Höh sei Allein zu dir, Serr Jesu Alle Jahre wieder kommt Alle Menschen müssen sterben Aller Gläubgen Sam⸗ melplatz Alles ist an Gottes Segen Mr. 5828 4 I51 15²2 Nr. Allgenugsam Wesen 315 Als Jesus von seiner Mutter 5IS Amen, deines Grabes 92 Am Freuz erblaßt 7²2 An dem Jorntag, an 4777 An dir allein, an dir 22²2 Auf, auf, ihr Reichs⸗ genossen 18 Auf, auf, mein Zerz, mit Auf Christi Himmel⸗ fahrt 96 Auf den Nebel folgt 519 die Sonn 33⁴4 Auf dich hab ich ge⸗ hoffet 293 Auf diesen Tag be⸗ denken wir 9⁴ Auferstanden, aufer⸗ standen 88 Auferstehn, ja aufer⸗ stehn 46⁴4 Auf Gott und nicht auf 355 Auf, ihr Streiter, durchgedrungen 256 Auf, Jesu Jünger, freuet 8⁵ Auf meinen lieben Gott 329 Auf, Seele, auf, und 55 Aus dem Himmel ferne 829 Aus Gnaden soll ich 237 Aus irdischem Getüm⸗ mel 264 65¹ ——————————————————————— Aus meines Herzens Grunde Aus tiefer Vot schrei ich Barmherziger, laß deiner Bedenke, Mensch, das Ende Bedenk ich deine große Treue Befiehl du deine Wege Bei dir, Jesu, will ich bleiben Beschwertes Serz, leg ab die Betrübtes Serze, sei zu⸗ frieden Bis hierher und nicht weiter Bleibe bei uns, o Herr Jesu ö Bleibt bei dem, der euretwillen Brich an, du schönes Morgenlicht Bringt her dem Berren Christe, du Lamm Gottes Christen erwarten in allerlei Christen sind ein gött⸗— lich Volk Christ fuhr gen Zimmel Christ ist erstanden von der 6⁵² Verzeichnis der Lieder Christ lag in Todes⸗ banden Christus, der ist mein Leben Danket, danket Gott mit Dank und Anbetung bringen Das alte Jahr ver— gaͤngen ist Das LCeben welkt wie Gras Das walte Gott, der helfen Dein Rönig kommt in Dein Wort, o Berr, bringt Dein Wort, o Herr, ist Der am Rreuz ist meine Der beste Freund ist in dem Der du, Herr Jesu, Ruh Der du in Todesnächten Der du noch in der letzten Der du uns als Vater Der du zum BSeil er⸗ schienen Der Heiland kommt Der heilge Christ ist kommen Der Herr bricht ein um Der Herr fährt auf gen Himmel Der Herr ist meine Zu⸗; versicht Nr. 77 356 Verzeichnis der Lieder Der Himmel hängt voll Der Maie, der Maie bringt Der Mensch hat nichts so Der Mond ist aufge⸗ gangen Der Tag, der ist so freudenreich Der Tag ist hin, mein Jesu Der Tag mit seinem Lichte Des Jahres schöner Schmuck Dich, Jesum, laß ich ewig Die auf der Erde waͤllen Die beste Zeit im Jahr ist Die Christen gehn von Ort Die Feinde deines Rreuzes Die Gnade unsers Herrn Die güldne Sonne, voll Freud Die Berrlichkeit der Erden Die hier vor deinem Antlitz Die Himmel rühmen des Die Nacht ist kommen, drin Die Nacht nunmehr vergangen Nr. 359 583⁴4 335 40⁰ 505 Die Sach ist dein, Herr Jesu Die Seele ruht in Jesu Dies ist der Tag, den Gott Dies ist die Nacht, da mir Die Tage sind so dunkel Die Woche geht zu Ende Dir dank ich für mein Leben Dir, dir, Jehova, will ich Die wir uns allhier bei⸗ sammen Dort oben, dort oben) Du bist zwar mein und Du gehest in den Gar⸗ ten Du lieber, heilger, frommer Durch Trauern und durch Du sollst glauben, o du Du sollst in allen Sachen Du Vater deiner Men⸗ schenkinder Ehre sei Gott in der Höhe Eine Serde und ein Birt Einen guten Rampf hab ich Einer ists, an dem wir 38 501 4⁰³ 73³ 299 5I6 55⁰ 17²2 6 506 10⁴ Eines wünsch ich mir vor Ein feste Burg ist un⸗ ser Gott Eingesargt zum letzten Schlummer (Ein Rindelein so löbe⸗ lich Ein Lämmlein geht und trägt Ein reines Serz, Serr Eins ist not, ach Herr Ein Wetter steiget auf Ein Wohlstand ohne— gleichen Empor zu Gott, mein LCobgesang Erfüllt sind Stund und Jeiten Erhalt uns deine Lehre Erhaͤlt uns, Herr, bei deinem Erhebt den Serrn, ihr Frommen Erhöhter Siegesfürst und Seld Erinnre dich, mein Geist Ermuntert euch, ihr Frommen Erstanden ist der heilge Christ Es glänzet der Christen Es ist ein Ros ent⸗ sprungen Es ist ein Schnitter, der 6⁵⁴⁰ 517 14⁸ 46⁸ 505 6⁵ 2⁴4 27⁷ 7² 32³3 73 4⁴ 155 14 26 90⁰ 85 79⁰ 52⁰ 3⁰⁸ 31 5⁴⁰ Verzeichnis der Lieder Es ist noch eine Ruh Nr. 795 Es ist vollbracht! Er ist 68 Es kennt der Hern die Seinen Es kommt ein Schiff geladen Es saß ein frommes Häuflein Es wolle Gott uns gnädig Erwge Liebe, mein Ge⸗ müte Fahre fort, fahre fort Fortgekämpft und fort⸗ gerungen Freu dich sehr, o meine Seele Friede, ach Friede, ach Fröhlich soll mein Berze springen Früh am Morgen Jesus Frühmorgens, da die Sonn Für dich sei ganz mein Herz Geduld ist euch von⸗ nöten Geh aus, mein Berz, und suche Geht hin, ihr gläu⸗ bigen Gedanken Geht nun hin und grabt Geh zum Schlummer 26⁵ 5⁰0 Verzeichnis der Lieder Mr. Geist vom Vaͤter und vom Sohne Geist vom Vater und vom Sohn Gelobet sei der Zerr 12⁴4 Gelobet seist du, Jesu Christ 33 Gelobt sei Gott im höchsten 521 Gen Himmel aufge⸗ fahren ist 52⁵ Gesegn uns, Serr, die Gaben 380 Gib dich zufrieden und sei stille 351 Gott, deine Güte reicht so weit Gott, der du Serzens⸗ kenner 26²2 Gott, der du unsre Zu— flucht Gott der Gnaden, schwer 228 Gott des Simmels und der Erden 366 Gott, du Licht, das ewig 375 Gottes Stadt steht fest gegründet 164 Gott, gib einen milden Regen II3 Gott hat in meinen Tagen 1735 Gott ist gegenwärtig 30] Gott ist mein Gott, er sorgt Gott ist mein Zort 181 Gott ist mein CLied 145 Gott lebet noch! Seele 346 Gott lebt, wie kann ich Gottlob, ein Schritt Gottlob, nun ist er⸗ schollen Gott ruft der Sonn und schafft 52 Gott sei Dank durch 16 Gott Vater, aller Dinge I66 Gott, vor dessen An⸗— gesichte 2²23 Gott wills machen, daß 349 Größter Morgen, der die 87 Großer Gott von alten Jeiten 2 Großer Gott, wir loben dich 84²2 Großer Roͤnig unsrer Erden 194 Großer Mittler, der zur Rechten I0⁰0 Großer Schöpfer, Serr 364 Guter Geber, Dank sei dir 385 (Hab acht auf mich) Sooa Babe deine Cust am 312 Ballelujal jauchzt, ihr 91 Ballelujal Cob, Preis und Ehr 125 Ballelujal wie lieblich stehn Halt im Gedächtnis Jesum 10⁴4 27 65⁵ Nr. Barre, meine Seele 843 Beiland, deine Men⸗ schenliebe 282 Beilger Jesu, Seil⸗ gungsquelle 25²2 Beilig, heilig)(576) Berbei, o ihr Gläu⸗ bigen 507 Berr, auf Erden muß ich 99 Berr Christe, wahrer Mensch 4737 Berr, deine Kirche danket dir I61 Berr, dein Wort, die edle 179 Berr, der du mir das Leben 399 Berr, du hast für alle Sünder 198 Berr, du wollst uns vollbereiten 20⁰⁴ Berr, ein ganzer Lei⸗ denstag 132 Berr, es gescheh dein Wille 397 Herr, es ist ein Tag er⸗ schienen 7 Berr, es ist von meinem 394 Berr Gott, dich loben wir, BHerr Gott, wir danken dir 128 Berr Gott, dich loben wir 42³3 Berr, höre, Serr erhöre 304 Berr im Zimmel, Gott 426 Berr Jesu Christ, dichzu 5 655⁰⁶ Berr Jesu Christ, du hoͤchstes Berr Jesu, Licht der Beiden Berr, mein Licht, mein Berr, nun selbst den Wagen Berr, stärke mich, dein Berr, vor deinem An⸗ gesicht Berr, wie du willst, so Berr, wir kommen zu Berr, wir singen deiner Berz, laß dein Sorgen sein Berzlich lieb hab ich dich Berzlich tut mich er⸗ freuen Berzlich tut mich ver⸗ langen Berzliebster Jesu, was Berz, mein Serz, nicht Berzog unsrer Selig⸗ keiten Berz und Herz vereint Beute mir und morgen dir Hier legt mein Sinn sich Bier stehen wir von nah und Bilf, Serr Jesu, laß ge⸗ lingen Himmelan geht unsre Bahn Binunter ist der Sonne Schein Verzeichnis der Lieder Nr. 197 84 35⁴ 5⁴⁴4 71 25⁴ 386 Birte deiner Schafe, der 396 7* Sii Verzeichnis der Lieder Mr. Höchster, denk ich an die Güte 225 Böchster Gott, wir danken 13 Höchster Selfer, sei nicht ferne 43⁴4 Höchster Tröster, komm IIS Hör ich euch wieder 361 Sört das Wort voll Ernst 263 Bosiannal Davids Sohn 2⁴ Hüter, wird die Macht 373 Jauchzet, ihr Simmel 39 Ich armer Mensch, ich 219 (Ich bete an die Macht der Liebe) 541 Ich bin ein Gast auf Erden 74⁷7 Ich bin getauft auf deinen 188 Ich bin in dir und du in mir 193 Ich erhebe mein Ge— müte 2²6 Ich geh zu deinem Grabe 81 Ich habe nun den Grund 236 Ich hab in guten Stunden 731 Ich hab mein Sach Gott 438⁸ Ich hab mich Gott er— geben 7⁴⁴ Ich hab von ferne 799 Ich komme, Friedens⸗ fürst Ich komme, Serr, und suche Ich laß dich nicht, du HBilf Ich ruf zu dir, Serr Jesu Ich ruhe nun in Gottes Ich sag es jedem, daß er Ich singe dir mit Serz Ich soll zum Leben dringen Ich steh an deiner KRrippe Ich sterbe täglich und mein Ich trau auf Gott. In aller Ich und mein Saus, wir Ich weiß, an wen ich glaube Ich weiß, an wen ich glaube und Ich weiß, daß mein Erlöser Ich weiß von keinem andern Ich will dich lieben Ich will streben Ich zieh in ferne Cande Je größer Kreuz, je näher Jehova, Serr und Rönig ————F‚‚‚‚‚‚‚— Jerusalem, du hoch— gebaͤute Jesu, deine tiefen Wunden Jesu, der du bist alleine Jesu, Freund der Menschen Jesu, geh voran Jesu, großer Wunder—⸗ stern Jesu, hilf siegen, du Fuͤrste Jesu, komm, sei einge⸗ beten Jesu, meine Freude Jesu, meiner Seele Leben Jesu, meines Lebens LCeben Jesus Christus herrscht Jesus, Jesus, nichts als Jesus Jesus ist mein Leben Jesus lebt, mit ihm auch ich Jesus, meine Zuver⸗ sicht Jesus nimmt die Sün⸗ der an Jesus schwebt mir in Gedanken Jesus soll die Cosung sein Ihr Binderlein, kom⸗ met, o Im Simmel, im Sim⸗ mel 6⁵⁸ Nr. 48⁰ 59 30⁵ 2⁰³3 7II 56 2⁴⁶ 4⁰⁵ 30⁷7 276 66 I03 27²2 341 84 48³3 28³ 27³ 51 508 550 Verzeichnis der Lieder Nr. Immer muß ich wieder lesen 551 In aͤllen meinen Taten 330 In Bethlehem ein Rindelein 50 In Christo will ich sterben 446 In dir ist Freude in allem 55²2 In Gottes Namen fang ich an 4⁰⁶ In tiefen Ungsten schreien 7²⁰ In unsers Bönigs Namen 25⁸ Ist Gott für mich, so trete 33½ Rehre wieder, kehre wieder 2² Rönig, dem kein Rönig gleichet I01 Rommet, ihr Sirten 510 Romm, heiliger Geist, erfůll 4 Romm, heiliger Geist, Berre 10⁷ Romm, heiliger Geist, o Schöpfer 106 Romm, mein Serz, aus Jesu 20⁰1 Romm, o Serr, komm bald 171 Romm, o komm, du Geist 109 Rommst du, kommst du, Licht 2² Verzeichnis der Lieder Rommt, Brüder, laßt uns Rommt her, ihr seid geladen Rommt und laßt uns Christum Lamm, das gelitten, und Lasset uns den Zerren preisen Casset uns mit Jesu ziehen Laß mich dein sein und bleiben Laßt mich gehn Lebst du in mir, o wahres Licht, das in die Welt gekommen Licht vom Licht, er⸗ erleuchte Ciebe, die du mich zum Bilde Liebster Jesu, wir sind hier, deinem Worte Liebster Jesu, wir sind hier Lobe den Serren, den mächtigen Lobe den Serren, o meine Lob Gott getrost mit Singen Cobt Gott, ihr Christen Löwen, laßt euch wiederfinden Mache dich, mein Geist, 5 bereit Machs mit mir, Gott Macht hoch die Tuͤr Man lobt dich in der Stille Mein erst Gefühl sei Preis Meine Lebenszeit ver⸗ streicht Meinen Frieden geb ich euch Meinen Jesum laß ich nicht Meine Seele senket sich Meine Seele, voller Fehle meine Sorgen, Angst und Plagen Mein Geist, o Gott, wird Mein Glaub ist meines LCebens Mein Gott, das Herz Mein Gott, ich weiß wohl Mein Gott, nun ist es Mein Seilaͤnd nimmt die Mein Jesu, der du vor Mein Leben ist ein Pilgrimstand Mein schoͤnste Zier und Mir ist Erbarmung widerfahren Mir nach, spricht Chri⸗ stus ———————————.— Mit Ernst, o Men⸗ schenkinder Mitten wir im Ceben Morgenglanz der Ewigkeit Müde bin ich, geh zur Ruh Nach einer Prüfung kurzer (Naͤch dem Sturme fahren) Näher, mein Gott, zu dir Nimm hin den Dank Nun bitten wir den heiligen Geist Nun bringen wir den LCeib Nun danket alle Gott Nun danket all und bringet Ehr Nun freut euch, lieben Christen Nun geh uns auf, du Morgenstern Nun gottlob, es ist Wun jaͤuchzet all, ihr Frommen Nun kommt das neue Nun laßt uns gehn und treten Nun lob, mein Seel, den Herren Wun preiset alle Got⸗ tes Barmherzigkeit 48 12 13⁰ Nun ruhen alle Wälder 389 60⁰ Verzeichnis der Lieder Nr. Nun sich der Tag ge⸗ endet hat 393 Nun sich der Tag ge⸗ endet, mein 398 Nun singet und seid froh S3I2 Wun so will ich denn 285 O allerhöchster Men— schenhuͤter 370 O Christ, wenn Arme 289 O daß doch baͤld dein Feuer 556 O daß ich taͤusend Jungen 14⁰ O du allersüßte Freude 112 O du fröhliche, o du selige 12²2 O du Liebe meiner Liebe 67 O Durchbrecher aller Bande 248 O du reicher Herr der J187 O Ewigkeit, du Don⸗ nerwort 484 O Ewigkeit, du Freu⸗ denwort 485 O frommer und ge— treuer Gott 214 O Gott, der du das Fir⸗ mament 4²⁸ O Gott, du frommer Gott 296 O Gottes Geist und Christi I2I O Gott, o Geist, o Licht IIS Verzeichnis der Lieder Mr. O Gott, von dem wir alles 7²25 O Saupt voll Blut und Wunden 63 O heilger Geist, kehr bei IIO O heiliger Geist, o heiliger 827 O herrlicher Tag 82² O hilf, Christe, Gottes Sohn 518 O Zesu Christe, wahres Licht O Zesu, Serr der Serr— lichkeit 4717 O Zesu, meine Sonne 322 O Jesu, meine Wonne 207 O Jesu, süßes Licht 377 O Böͤnig, dessen Maje⸗ staͤt O Lamm Gottes, un— schuldig 58 O Liebesglut, wie soll 280 O mein Herz, gib dich 360 O selig Haus, wo man 414 Ostern, Gstern, Früh⸗ — 221 lingswehen 52³3 O Traurigkeit, o Berze⸗ leid 74 O Ursprung des LCebens 281 O Vater der Baͤrm⸗ herzigkeit 216 O Welt, sieh hier dein Ceben 64 O wie freun wir uns der Stunde 10 ————— O wie fröhlich, o wie selig O wie selig seid ihr 79² doch 782 Prediger der süßen Cehre 180 Rede, liebster Jesu, rede 177 Rüstet euch, ihr Chri⸗ stenleute 251 Ruhe hier, mein Geist 70 Ruhet wohl, ihr Totenbeine 47⁵ Sag, was hilft alle Welt 558 Schaffe in mir, Gott 21I1 Schaffet, schaffet, Menschenkinder 25³3 Schmücke dich, o liebe Seele 196 Schmückt das Fest mit IIS Schöner Himmelssaal 481 Schon ist der Tag von Gott 797 Schönster Herr Jesu 559 Schwing dich auf zu deinem 336 Seele, du mußt mun⸗ ter werden 372 Seelenbräutigam, Jesu 278 Seele, sei zufrieden 35⁰0 Seele, was ermüdst du 257 Seid barmherzig, Menschen 287 661 —————————————————— Sei getreu bis an das Ende Sei Lob und Ehr dem Selig sind des Sim⸗ mels Siegesfürst und Ehren— könig Sieh, dein Rönig kommt Sieh, hier bin ich So geh nun hin, dem Grabe So hab ich obgesieget Soll ich denn mich täglich Sollt es gleich bis⸗ weilen Sollt ich meinem Gott nicht So nimm denn meine Hände Sorge doch für meine KRinder So ruhest du, o meine Ruh So wahr ich lebe, spricht Speis, o Gott, uns, deine Steht auf, ihr lieben Rinderlein Stille Nacht, heilige Nacht Such, wer da will, ein Teures Wort aus Got⸗ tes 66² Verzeichnis der Lieder Tochter dich Tut mir auf die schöne Treuer Wächter Israel Triumph, Triumph Zion, freue Uberwinder, nimm die Unser keiner lebt ihm selber Unsern Ausgang segne Gott Unser Vater, der uns liebt Unser Wandel ist im Bimmel Unsre müden Augen— lider Unter Lilien jener Freuden Unumschränkte Liebe Valet will ich dir geben Vater, deines Geistes Wehen Vaͤter, dir sei Preis ge⸗ sungen Vater, hier im Erden— schoße Vater unser im Him⸗ melreich Verleih uns Frieden gnädiglich Verzaͤge nicht, du Häuf⸗ lein Volk des Herrn, bring dein Mr. 50³3 8 419 32⁴4 86 7⁵³ II Verzeichnis der Lieder Mr. Volk des Serrn, du hast hienieden 267 Vollbracht ist nun die heilge 21⁰ Voller Wunder, voller Runst 408 Vom Geräusch der Welt 32⁰ Vom Himmel hoch, da 32 Von des Simmels Thron Von dir, du Gott der Einigkeit Von Gott will ich nicht Wach auf, du Geist der Wach auf, mein Serz, die 8⁰ Wach auf, mein Serz, und Wachet auf, ruft uns die 77 Walte, walte nah und fern Wann kommt der Herr Warum betrubst du dich 326 Warum sollt ich mich denn Waͤrum willst du draußen 21 Was freut mich noch, wenn Was Gott tut, das ist wohlgetan Was Gott tut, das ist wohlgetan, so denken Was hinket trognen Was mein Gott will Was war ich ohne dich gewesen? Weicht, ihr Berge, fallt Weil ich Jesu Schäf⸗ lein bin Weißt du, Sternlein Wenn alle untreu werden Wenn auch wie ein Psalter Wenn Christus seine Rirche Wenn der Herr einst die Wenn ich einst von jenem Wenn ich ihn nur habe Wenn ich, o Schöpfer, deine Wenn kleine Simmels⸗ erben Wenn mein Stündlein Wenn mich mein Sün— den Wenn wir in höchsten Nöten Werde licht, du Stadt der Werde munter, mein Gemüte Wer ist ein Mann? Wer ist wohl wie du Wer nur den lieben Gott ihr be⸗ wieviel ö 14 W + + Nr. Wer sind die vor Got⸗ tes 491 Wer weiß, wie nahe mir 44⁸ Wie fleucht dahin der 787 Wie getrost und heiter 319 Wie groß ist des All⸗ mächtgen 144 Wie heilig ist die Stätte 200 Wie könnt ich sein ver⸗ gessen 205 Wie lieblich ists hie⸗ nieden 567 wie mit grimmgem Unverstand 568 Wie schön ists doch, Herr 40 Wie schön leuchtet der Morgenstern 269 Wie sicher lebt der Mensch 45⁵5 Wie soll ich dich emp⸗ fangen 2⁰ Wie wohl ist mir, o Freund 309 Willkommen, Beld im Streite 82 Wir danken Gott für seine 383 (Wir glauben all an Einen Gott)(873-875) Wir pflügen und wir streuen 569 66⁴ Verzeichnis der Lieder Wir singen dir, Im⸗ manuel Wir treten zum Beten vor Wir werden bei dem Herrn Wo findet die Seele die Wohlaͤuf, mein Herz, verlaß Wohlauf, wohlan zum letzten Wohl einem Baus, da Jesus Womit soll ich dich wohl Wunderanfang, herr⸗ lichs Wunderbaͤrer Rönig Zeuch ein zu deinen Toren Jeuch hin, mein Rind Zeuch uns nach dir, so laufen Zieht in Frieden eure Pfade Zion, gib dich nur zu⸗ frieden Zu Bethlehem geboren ist Zwei der Jünger gehn Zweierlei bitt ich von dir Nr. 36 S7˙ 7*——————— Erläuterungen zu den Melodien I. Die Zeichen I, II, A sind Andeutungen für etwaigen wechselgesang. I bzw. II bedeutet, daß die erste bzw. zweite Gruppe(Chor) oder auch der Gesamtchor, A, daß wieder alle singen. Beim Fehlen eines Zeichens wird die Strophe von allen(der Gemeinde) gesungen. 2. Die im Anhang beigegebene zweite Stimme ist nicht verwendbar, wenn ein Lied im vierstimmigen Satze des Anhangs zum Choralbuch begleitet wird. 3. Bei einigen Volksliedern ist die Zahl der Silben nicht in allen Strophen gleich; bei diesen muͤssen die mit Bogen versehenen Noten je nach der Silbenzahl einer Zeile bald verbunden, bald getrennt gesungen werden. Ein Anhang zum Choralbuch zur Begleitung auf Orgel, Harmonium oder Blavier ist bei J. Waitz, Darmstadt, er⸗ schienen. Die Melodien zu Nr. 30, IIS, 533 und 536 sind jetzt im Verlag von Ceuckart, Leipzig, erschienen. Die Melodien zu Nr. 5I4B und Nr. 534 sind mit Genehmigung der Hinterbliebenen des Komponisten und des A. Deichert⸗ schen Verlags(G. Böhme) in Leipzig entnommen aus Fr. Mergner,„so geistliche CLieder fur Chor und Einzel⸗ stimme“, Nr. 570 mit Genehmigung des Übersetzers und des Breitkopf& Härtelschen Verlags in Leipzig aus J. Röntgen und K. Budde,„XIV Altniederländische Volks⸗ lieder“. 665 Herausgegeben und verlegt von der Cyangelischen Candes kirche Hassuu⸗Hessen in Darmstadt/ Im Rommissionsverlag von Wultz /Hof⸗Buch/ und Kunsthand IWaitz D sthandiung Batz und Oruck von der L.C Witlich schen Hofbuchdruckerri Oarmstadt⸗Ausgabe 1937 Künstlerischer dchmuck von VGengnagel Oedrucht auf ein holgftei Dünndruck II 5oge mschwer der Dapierfabrik zum briderhuus in Oettingen⸗Erms⸗Württbg ——————IE‚I‚I‚I‚‚‚ ——— ** * .— 1 330 439— E —.—— — — — 22 4 I I 2 1985 —.—